& dbolod� i- Zs i ifrou* niiitrf' >es?oi>i» iltige'- tzr. AS0. Sonntag, den 25. Oktoder 1883. 11. Iahrg MMIliMI Lrgan für die Interessen der Arbeiter. 4 Da«„Berliner BoNsblatt" AbomiementSpreiZ' ' 35* Utmjelne Skr. ü Pf. Sonntags-Nummer mit illustr. Beilage 10 i (Emgetrage» ht der PostzeitungSpreiSliste für 1885 unter Nr. 746.) IHttnt täglich Morgen« außer nach Sonn« und Festtage«. ZlbonnementSpr "M fr« m't Hau« viertehährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich Sostabonnement 4 Mf. Einzelne Nr. 5 Pf. Sonntags-Nummer mit illustr. Beilage Jnfertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Nachmittag« in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Anno»««» Bureaux, ohne Erhöhung de« Preise«, angenommen. Redaktion: Kenthstratze 2.— Expedition: Zimmerstraße 44. er Ipoli. Der Irizt dir Schuld? . Die Arbeiter sind schuld daran! Die Fabrikation vr�fcie hohen Löhne nicht tragen; die Leistungsfähigkeit v?«rbeiter ist ,u gering, deshalb sind die Produkte min- �Hig und so muß die Industrie leiden! ..Solche Bemerkungen muß man jetzt bei dem Nieder- 5,** Industrie oft genug hören. �ständige Leute machen allerdings solche Bemer- ihk.T, nicht, nicht einmal ein gebildeter Groß- � llNeler. Aber in spießbürgerlichen Kreisen, in den der Handwerker und kleinen Industriellen muß At genug derartige Behauptungen vernehmen. s... �-aß dw Kleinbetrieb nicht dieselben Löhne trage« Z.? wie der Großbetrieb, das ist selbstverständlich, da der w überhaupt billiger produziren kann. Dies »j»t.�ie Kleinmeister in ihrem übertriebenen Stolze nur 1!?. Zusehen, deshalb müssen gewöhnlich nicht die über i? n Stehenden, die Großindustriellen, sondern die unter Min Stehenden, die Arbeiter herhalte». L«nch redet die herrschende Presse de« Kleinmeister« »Wer«och von ihrer Selbstständigkeit, von dem möglichen Mchwung de« handwerksmäßigen Betriebe« etwa« vor, so M dieselben sich in allerlei schöne Träume einwiegen und SHet noch mehr versinken. Man kann also den kleinen Geistern darüber nicht grollen, daß sie in der Angst und Mh einen Prügelknaben suchen und diesen in der Person wt Arbeiters, des Gesellen zu finde« vermeinen. . Anders ist es bei der Großindustrie und besonders bei "w Dividenden-Unternehmungen. 5Bir föolen fffinn hnft Soi* rtofitTSolo »er-Sl Kation nicht überblicken können, müssen einen Sündenbock «2* und für sie dient dann auch der Arbeiter als solcher. ltef geringe Leistung, sLüderlichkeit, Sozialdemo- u. s. w. werden zusammengemengt und so ist etwas �w>»den, an dem man seine Dummheit und seinen manchmal über die eigene Schuld, auslassen kann. lim Aw meisten aber haben die Arbeiter von den Direktoren wtww�wien der Aktiengesellschaften, von den Dividenden- WrilnÜJU leide». Immer und immer wisse» diese Herren, die wie e« � � Hasten und Treiben, ei» Zagen und Hetzen, 35W �wn, festen Privatfirmen nur selten üblich ist. g e'halb aber diese« Hasten und Treibe«, die« Jagen Darauf ertheilt das große Fabrikantenorgan, JeuMelon. Die Hank der Uemefis. Roma« von Ewald August König. Ein ,,.(Fortsetzung.) Web'"ine korpulente Frau, deren Haare bereits eine« «äntel Kl,"ad ei» Brillantring blitzte an ihrer Hand. p«..« tn i�rem BljA unv in ihren Zügen lag etwa», "kJ* unangenehm berühren mußte, etwa» Lauerndes, le« sagen Boshafte«, was sofort Mißtrauen ein- Der* uf einen tückischen Charakter schließen ließ. kwr ,?"tiquar schenkte ihr kaum Beachtung, sie»ahm «.rln Swhle Platz, auf dem kurz vorher Willibald l�wessm hatte, und heftete de» stechende» Blick er- S'voll auf ihn, während ihre fleischige Hand nach- Sf der goldenen Kette spielte. B'tus � Herr, der Sie soeben verlassen hat, nicht �.,°er der Generalin von Stuckmann?" ftagte sie. Hochmuth blickte sie beftemdet an. ,?ilUwi Tulliu«, kennt Ihr de« auch? erwiderte er. h-'j 1°.damals Wärterin beider Generali«." "§m �.m?ine treuen Dienste." it,„.'das rst aller Ehren werth. Aber nicht« für i"Sie lebt Ihr eigentlich? Habt Ihr Vermöge«? iii'„Z* geradeaus—" frd oi'8- ij'®. di- H d« Hausherr und muß wissen, was die Leute 1%%�«in«ohne«." _ ämmern," gezahlt wird, erwiderte sie,„wenn dürfe« sie zufrieden die„Rheinisch-Westfälische Zeitung" eine sehr resolute Ant- wort, welche die Dividendenmacher nicht vor den Spiegel stecken werden: „Auf die Gefahr hm, von einem Theile Derjenige«, die durch die nachstehenden Zeilen sich unmittelbar ange- griffen fühlen, der Verleumdung uno Verkennung geziehen zu werde», wagen wir e«, die größere Zahl der mittelbar Betheiligten auf eine« Umstand aufmerksam zu machen, der eine« nicht geringen Antheil an der gegenwärttge« Kalamität haben dürfte, die durch die offenbare Ueber- Produktion hervorgerufen ist. Wir meine» den An- theil der Betriebsleiter an de» Höhe der Produktion, die Tantieme für jeden Zentner Roheisen oder Koke und Kohle, der auf dem betreffenden Werke erzeugt wird. Diese Art der Besoldung ist noch vielfach üblich. Gewöhnlich haben die Mitglieder der Direktion, oft auch die Unterbeamten, ein verhältnißmäßig kleines festes Gehalt; ein großer Theil ihrer Einnahmen rührt aus der Tantieme her, die ihnen bei Ueberttagung des Amtes zugesichert ist. Wir wollen nicht bestreiten, daß diese Form der™ �..... ihre guten Seite» hat. Der Beamte ist persönlich unmitte! dar mit dem Werke verkettet, da« Interesse des letzteren ist auch das seinige, sein Eifer, sei« Fleiß, seine Kenntniß und Umsicht bringen nicht nur den Eigenthümer« de« Werke«, sondern ihm auch selbst Vermögen zu; in Zeiten gesteigerten Bedarfes kann es kaum ein besseres Mittel geben, der Nach- frage zu genügen. Freilich ist es von einem idealen Stand- punkte nicht ganz zu billigen, daß durch einen gewissen Eigennutz das Interesse zur Sache gesteigert werden muß, doch läßt sich hierüber nicht rechten, denn da» Verhältmß beider Parteien beruht auf freier Vereinbarung. Nu» aber die Kehrseite der Medaille. In guten Zeiten, al« alle Produkte des Werkes flotten Absatz fanden, steigerten sich die Einnahme« der Oberbeamten zu angenehmer Höhe, dementsprechend wuchsen die Bedürfnisse und steigerten sich die Ausgaben. Inzwischen ist jedoch Ueberprovuktio« eingetreten, die Bestände mehren sich von Tag zu Tag, der Versandt nimmt ab, aber nicht die Produktton, das Lager wird immer größer, der Geldzuflutz immer kleiner, die Folge ist, daß die Bestände lombardirt werden." Die Bettiebsleiter also habe« die Schuld! Sie pro« duzire« drauf los, damit ihre Tantiemen nicht fallen, wäh- rend der Lohn der Arbeiter, trotzdem dieselben tüchtig schaffen müssen, fortwährend sinkt. Wernn die Arbeiter sich gegen geringen Lohn auflehnen, dann sind natürlich s i e Schuld an dem Rückgang. Ferner aber sagt da» genannte Blatt:„die Produktion aber wird nicht vermindert, weil eine Einschränkung ja gleichbedeutend mit einer Verminderung der Einnahmen der Letter de» Werkes ist! Alle fadenfcheinigenGründe fein. Zufriedener als Ihre Miether es sind. Die Ratten- wirthfchaft nimmt überhand. Zedermann beschwert sich, Keiner will Abends mehr auf den Hof gehe«—" „Auf dem Hof hat auch Keiner was zu suchen," fiel der Antiquar ihr in'S Wort.„Und in'« Hau« komme« die unschuldigen Thiers nicht." „Zch bin ihnen schon auf der Treppe begegnet." „War auch kein Unglück, die Thiere sind froh, wen» man sie in Ruhe läßt." „Und Sie füttern die Bestien noch!" „Soll ich sie verhungern lassen?" „Ungeziefer muß man verttlge»!" „Das muß man kennen," erwiderte Jakob Hochmuth spöttisch,„jede» Thier will leben und hat eine Berechtigung zu lebe«, und mir mache» die Ratten Spaß. Wenn Kinder und alte Weiber sich vor ihnen fürchten, so können sie au«- ziehe«, verstanden?" „Wenn Kinder und alte Weiber Zhne« einen hohe« Miethzia« zahlen, so können Sie auch verlangen—" „Nicht« für ungut, Frau Siebel, wenn eine Ratte in Zhr Zimmer kommt, dann haben Sie da« Recht, sie todtzu- schlagen, aber Fallen und Katze« dulde ich nicht." „Wir könnten das erzwingen," erwiderte Frau Siebel, sich mehr und*mehr ereifernd.„Werner hat auch gesagt—" „Werner? Wer ist Werner?" „Der Bräuttgam meiner Tochter." „Ach, der Polizeisekretariu«? Juliu« TulliuS, Frau Siebel, für da«, was der sagt, gebe ich nicht einen Groschen. Mtt der Polizei habe ich nichts zu schaffe», und es ist mir ärgerlich genug, daß der Sekretariu« jeden Abend in mein Haus kommt und mit der Spürnase hier herum schnüffelt." „Wollen Sie damtt sagen, Werner Kaltenborn sei ei« geheimer Spion?" fragte Frau Siebel entrüstet. „Zch sag' gar nichts, aber ich denk' da» meinige. Und in meinem Haufe hat mir Niemand Vorschriften zu machen- wem eS hier nicht gefällt, der kann ausziehe«, da« muß man kennen." „Sie sind immer grob—" „Zch sag' den Leute« die Wahrhett und nehme kein werden hervorgeholt, um die Produktto« nicht einschränken zu müssen." Was sagen dazu die Herren Direktoren und Dividen- denmacher? Haben also die Arbetter Schuld? Mit nichts»!——— Nun wolle» wir ja, weil wir etwas Nationalökonomie verstehen, gern erklären, daß auch die Schuld der ein- zelnen Bettiebsleiter keine große ist an dem Rückgange einer Industrie, daß sie auch nur mtttelbar die Schuld ttage« an der. Ueberproduktio«. Das verschuldet in erster Linie die unsinnige, allgemeine, !lose„freie Konkurrenz" und die mit derselben verbun- ene planlose Produktion. Wie diese zu besiegen sind, das wissen unsere Leser. Wir haben auch nur obige Punkte berührt, um die alberne» Anklagen gegen die völlig schuldlosen Arbetter zu- rückzuweisen unv die wahren Schuldigen ans Tageslicht zu ziehen._ Pvlitische Ueberstcht. Der Volkswille soll bei den Wahlen unverfälscht um Ausdruck kommen, und in dem Maße, wie das Volk schlagen, zu deren Gunsten er geschieht. Daraus— so schreibt die„Magd. Ztg."— daß die Abgeordneten die Vertteter des Volkes und nicht der Regierung sein sollen, folgt, daß die un- mittelbaren RegierungSdeamten fich aller Wahlagitation zu enthalten haben. Wahlagitationen durch unmittelbare Rcgie- rungSbeamte können nur eine Volksvertretung erzeugen, die in Wahrheit zu einem geringfügigen Werkzeuge der jeweiligen Regierung gestempelt würde, und ein Beamtenstand, der heute im Sinne dieses, morgen im Sinne jenes Ministeriums, wel- ches gerade zufällig herrscht, handeln müßte, würde alles Ge- fühl für seine Würde und Selbstständigkeit verlieren und schließlich die Achtung des Volkes einbüßen. Um so mehr müssen es sich die Wähler im Interesse unseres Beamtenstan. des angelegen sein lassen, rechtzeitig alle jene Vorfälle zu no- tiren und daS Material zu sammeln, um dem Abgeordneten- hause ein klares Bild über etwa stattgehabte Wahlbeeinfluffungen und sonstige Ungesetzlichkeiten beim Wahlakt selbst zu geben. Eine Wahl, vollzogen unter einem unzuläsfigen Drucke von Beamten, welche glauben, ihre Autorität und ihren Einfluß einsetzen ,u dürfen für die Zwecke der Wahl eines ihrer politischen Richtung genehmen Kandidaten, ist ebenso ungiltig, als wenn beim Wahlakt selbst von Seiten der zur Wahrung der Gesetzlichkeit des Wahlaktes bemfenen Wahlvorstände Verstöße gegen daS Wahlgesetz ge- macht werden, welche die Freihett und Sicherheit der Wahl mehr oder minder aufheben. Soweit die brave„Magd. Ztg." Wenn man nicht wüßte, daß dieses nationalliberale Blatt sich stets die möglichste Mühe Blatt vor den Mund, dann wisse» sie, woran sie sind. Wollt Ihr einen Liqueur trinken, Frau Siebel?" Das Gesicht der ehemaligen Wärterin heiterte sich auf, der Antiquar holte aus der Küche eine Flasche und zwei Gläschen und füllte die letztern mit einer dunkelbraune» Flüssigkeit. „Selbst fabrizirt?" fragte Frau Siebel lächelnd. „Natürlich, dann weiß ich auch, wa« ich Hab', da« muß man kenne«! Wohl bekomm'»!" „Und was wollte Herr Rabe von Zhnen?" „So fragt man die Leute au»," spottete Zakob Hoch. muth.„Weshalb interefsirt es Euch, das zu erfahre»?" „Weil ich mit der Frau Generalin noch immer in Ver- bindung stehe!" erwiderte die kleine Frau, sich stolz in die Brust werfend. Der Antiquar griff tief in feine Dose hinein und hielt den Blick fragend auf da« runde Antlitz der ehemaligen Wärterin geheftet. „Zhr?" sagte er.„Zn welcher Weise?" „Zch beziehe eine Pension." „Wofür?" „Für meine Pflichttreue." „ZuliuS Tulliu», dafür, daß Zhr das eine Kind ge- pflegt habt?" „Das Kind und die Mutter!" „Nicht« für ungut, da» begreife ich nicht!" „Sie wollen doch Alles kenne», verstanden?" schlug au Siebel ihn mit seinen eigenen Redensarten.„Zuliu« ülliuS, die Leute ärgern, ja, da« verstehen Sie, nichts für ungut, aber wenn Jemand für treue Dienste belohnt wird, so finden Sie das unbegreiflich. Mutter und Kind waren dem Tode näher, als dem Leben, meine treue Pflege hat ihnen da« Lebe» erhalten." „Da« geht wie ein Mühlrad!" spottete der Antiquar. „Wie hoch ist die Pension?" „Vierhundert Thaler." „Immer etwas mehr als nichts!" „Damal« war'» genug, aber jetzt reicht es nicht mehr. Alle« ist theurer geworden." „Die Tochter verdient ja auch!" gegeben hätte, dahin zu wirken, daß der B o l k S wille nicht zum Ausdruck kommt, so könnte man wirklich versucht sein, zu glauben, daß es dem Blatte mit seiner Forderung ernst sei. Aber letzteres ist keineswegs der Fall. Die Magdeburgerin weiß ganz genau, daß bei der Wahl zum Abgeordnetenhause das eigentliche Volk seiner Meinung überhaupt nicht AuSdruck geben kann, das verhindert das Klassen Wahlsystem, und daß der Wahlkampf daher der Hauptsache nach nur von kleinen Interessengruppen geführt wird. Das Blatt vertritt eine dieser Gruppen, die natronalliberale Partei, diese hat alle Ur« sache, ihr verblaßtes liberales Mäntelchrn bei dieser Gelegen« heit von der besten Seite zu zeigen, eS gilt, dem Spießbürger wieder einmal ein bischen blaum Dunst vorzumachen, rhm zu zeigen, welch wunderbar freifinnige Männer doch immer noch diese DämmemngSliberalen stnd. Deshalb das billige Phrasen« getlingel! Zur Charakteristik de» Unfallverficherungsgesetzes wird der„Frankf. Ztg." auS Greiz geschrieben: Die von der Linken des Reichstages mit Recht zumeist befehdete Bestimmung deS Reichs� Unfallverficherungs.Gesetzes ist bekanntlich die 13« wöchentliche Karenzzeit, welche einen so außerordent« lich beträchtlichen Theil der durch die Unfälle erwachsenden Ausgaben den Berufsgenossenschaften, also den Arbeit« g e b e r n, abnimmt und auf die Krankenkassen, also auf die A r d e i t e r, abwälzt. Während der Berathungen über daS Unfallgesetz ist freilich diese große finanzielle Tragweite einer langen Karenzzeit von den Anhängern derselben lebhaft be« stritten worden, und um so mehr wäre es erwünscht gewesen, wenn zur Beurtheilung dessen die Handelskammem aller Orten alleS fich ihnen darbietende Material sorgsam gesammelt und in Statt ihren Jahresberichten der Oeffentlichkeit Übergeben hätten. S überall ist das leider nur seitens weniger Handelskammern ge» schehen. Diejenigen der beiden Fürstenthümer Reuß können stch jedenfalls rühmen, zu diesen wenigen zu gehören. Nach- dem schon vor einer Reihe von Wochen aus dem Geraer Jahres« bericht bekannt geworden, daß der dortige Unfalloerficherungs« verein in 1884 unter 215 Unfällen mit insgesammt ca. 6'/, Jahren Arbeitsunfähigkeit nicht einen einzigen zu verzeichnen hatte, bei oem die Arbeitsunfähigkeit ves Verunglückten die Frist von 13 Wochen eneichte, liegen jetzt auch genauere Daten für das Fürstenthum Reuß älterer Linie vor. Nach dem Be« richt der hiesigen Handelskammer über die hauptsächlich in Be» tracht kommende Kammwollwaaren-Fabrikation kamen in 1884 zusammen 74 Unfälle, meistentheils sehr unbedeutender Natur, vor. Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit wird in dem Bericht für jeden einzelnen Fall genau angegeben. Was die leichteren Fälle anlangt, so genüge die kurze Angabe, daß die Arbeits- Unfähigkeit in 36 Fällen fich auf 3—14 Tage, in 24 Fällen auf 15—28 Tage bemaß. Dann folgen: je 1 Fall mit 30 und mit 35 Tagen, 3 Fälle mit 42 Tagen, je 1 Fall mit 56, 58 und 60 Tagen, 2 Fälle mit 72 Tagen und endlich je 1 Fall mit 84, 90, 98 und 119 Tagen. Von den 74 Unfällen blieben also 72 innerhalb der Karrenneit und nur 2 Unfälle gingen über dieselbe um 7 resp. 28 Tage hinaus. Insgesammt fallen 1742 Tage i n die Karenzzeit und nur jene 7 und' 28 Tage, zusammen 35 Tage außerhalb derselben. Wenn fich unsere Arbeiter in Reuß ältere und jüngere Linie darüber klar find, was für ein Geschenk der Reichstag den Herren Arbeitgebern mit der 13wöchiaen Karenzzeit gemacht hat, so ist das angefichts jener Ziffern wohl begreiflich. Die Altersversicherung wird also den Reichstag nicht beschäftigen, das wird jetzt auch offiziös zugestanden. Zugleich wird anscheinend offiziös auf eine Reform der Sprritussteuer hingewiesen, wobei man durchblicken läßt, daß auf diese Weise der Bevölkerung eine Steuer auferlegt werden könne, aus welcher fich die nöthigen Summen für die Alters« Versorgung ergeben könnten. Ob und in wie weit eine solche Abfickt in Wirklichkeit besteht muß die Zukunft lehren. „Die„Rat. Ztg." spricht fich zu dem Gedanken, daß die Kosten für die Altersversorgung von der gesammten Be- völkerung getragen werden sollen, folgendermaßen aus: „Rückhamoser könnte man den Sozralismus aller« Vings nicht von Reichs wegm vroklamiren. Ob das Geld durch höhere Besteuerung des Spiritus oder auf irgend eine andere Art aufgebracht würde, das wäre für die Beurtheilung der prinzipiellen Frage und ihrer nothwendigen Konsequenzen gleichgiltig: für den Ertrag einer höheren Spiritusbesteuerung ist auch andere Verwendung im Reich und Staat vorhanden'. DaS Blatt führt dann wetter an, daß eS vor Allem noch an jeder bestimmten Vorstellung über die Lösung des Problems der zwangsweisen AlterSverficherung der Arbeiter fehlt und schließt dann:„Die Nothwendigkert und Möglichkeit einer Eihödung der Svirilusbesteuerung braucht nicht erst„von be« achtenSwerthen Sellen" zugegeben zu werden; für fie ist, wenn die Regierung nur will, jeden Tag eine Mehrheit im Reichstag zu haben; man hat nicht nöthig, nach Art der Proklamirung deS Tabakmonopols als des„Patri« moniums ver Enterbten", sozialpolitischen Vorspann für die Reform der Eptriwssteuer zu beschaffen. Im Gegentheil, ein solcher Versuch kann dieser nothwmdigsten Steuerreform nur hinderlich sein." „Apollonia? Lieber Gott, es thut mir leid genug, daß sie für die Modisttn arbeiten muß, und was sie verdient, reicht eben für unsere Garderobe hin—" „Hm, muß man denn immer in Sammt und Seide gehen? Ein wollene» Kleid thut's auch, verstanden?" „Wer heutzutage etwa» gelten will, muß die Mode mitmachen," erwiderte Frau Siebel achselzuckend,„wir sind keine Tagelöhner!" „Vernünftige Leute strecken sich nach der Decke, nichts für ungut! Ra, wen« Ihr mit der Pension nicht aus- kommt, dann wird wohl das bequeme Lebe« ei« Ende haben. Arbeiten müssen wir Alle, deshalb wartet nicht lange, Borge« macht Sorgen!" „Zch danke! Herr Rabe soll mir eine größere Pension ��Herr Rabe?" ftagte der Antiquar, während er das GlaS der kleine« Frau wieder füllte.„Was hat der den» damit zu schaffen? Er hat selber nicht»." „Aber er ist der Geschäftsführer seiner Schwester?" „Und wenn nun die Generali» nicht will?" „Sie muß wolle»!" „ZuliuS Tulliu», sie muß? Könnt Ihr sie zwinge»?" „Wenn ich rede« wollte—" Frau Siebel brach, erschreckt zusammen fahrend, ab und strich mit der Hand hastig über ihre Stirne, dann blickte sie, sichtbar verwirrt, den Antiquar lauernd an, der die runde Tabaksdose zwischen den Fingern drehte. „So redet doch!" sagte Hochmuth. „Zch werde mtch hüten, es giebt Dinge, über d,e man nicht reden darf!" „Geheimnisse?". „Wenn Sie es so nennen wolle«, memetwegea!" „Na, dann behaltet'» für Euch. Vielleicht hätte rch Euch einen guten Rath gebe« können k" „Hat Herr Rabe sich nach mir erkundtgt?" „Rem. Weiß er, daß Zhr in meinem Hause wohnt?" „Er hat mich nie gefragt, wo ich wohne." „Also scheint Eure Person ihm auch n,cht so wrchttg zu sei«, wie Ihr glaubt, da» muß man kennen." „Sie wird ihm jetzt wichtig werden." Die Herren Pastoren haben auf der Generalsynode nicht nur den Schnaps, sondern auch noch andere weltliche Lüste bekämpft, namentlich scheint ihnen daS T a n z e n am Sonntag ein Gräul zu sein.(Od die Herren in ihren Studentenjahren nicht recht flott getanzt haben? Wer weiß!) Der parlamentarische Korrespondent der„Breslauer Zeitung" bewerft gegenüber den Beschlüssen und Reden der Konservati- ven auS der Generalsynode gegen die Volksvergnügungen an Sonntagen mit Recht: „Es giebt viele Leute, denen man das Tanzen überhaupt verbietet, wenn man es ihnen am Sonntag verbietet, und noch mehr werden Verzicht leisten müssen, wenn man ihnen neben dem Sonntag auch den Sonnabend sperrt.... Wer sich einen beliebigen Tag der Woche für seine Vergnügungen reserviren kann, hat gut reden, daß man den ganzen Sonntag der religiösen Stimmung widmen solle. So lange aber die große Menge nur einen Tag der Woche zur Erholung frei hat, wird man ihr schon gestat- ten müssen, diesen Tag zwischen Andacht und Vergnügen zu theilen.... So oft ich Gelegenheit gehabt habe, einem Tanz in einer Bauernschenke zuzusehen, habe ich niemals Dinge wahr- genommen, die mich in so hohem Grade frappirt hätten, wie daS Ballet es zuweilen thut,(Sehr richtig! D- Red.) und wenn der Ausspruch der Synode fich ausschließlich oder vor- zugSweise gegen die letztere Institution gerichtet hätte, würde ich ihn verstehen können." Die Konservative« unter fich. Die vorgestrige Ver- sammlung im vierten LandtagSwahlkreis im Puhlmann'ichen Lokale mußte ergebnißlos geschlossen werden, weil dem Prof. Bellermann von dem Vorfitzenden Dopp das Wort entzogen wurde, hierauf entstand— wie die„Rordd. Allg. Ztg." be- richtet— ein derartiger Lärm, daß die Versammlung zunächst auf 5 Minuten vertagt und sodann, als von allen Seiten das Weitersprechen des Herrn Prof. Äellermann verlangt wurde, durch den Vorfitzenden geschloffen wurde.— Und so etwas pasfirt in den Persammlungen jener Herren, welche so auf die wüste Agttatwn in den Arbeiterversammlungen hinweisen! Da find die„wüsten" Arbeiter doch bessere Menschen! Der neue Etat der Reichssteuern zeigt im Ganzen eine Steigerung des Nettoertrages der Einnabmengegen das vorige Jahr von 368 054 670 Mk. auf 421 988 670 Mk. Dies ist eine Steigerung im Betrage von 53 934000 Mk. oder von nahezu Franr reich. Rochefort ist gegenwärtig ein geplagter Mann. Wenn nicht der„Matin" ihn interviewen(ausfragen) läßt, so thut es der„GauloiS", und wenn er den Reporter des„Gaulois" abgefertigt hat, so muß er einem Mitarbeiter deS„Figaro", der übrigens ein auter Bekannter ist, Rede stehen. Allen sagt er ungefähr das Gleiche: er will erstlich— er schreibt es auch heute in seinem Leitattikel des„Jnttanstgeant"— das Kultus- budget auS der Welt schaffen helfen, zweitens Ferry und seine Mitschuldigen in Anklagezustand versetzen und drittens die Amnestimng aller politischen Gefangenen erwirken. Wenn ihm dieS nicht gelingt, so hat er im Palais Bourdon nichts mehr zu thun und, da er sein Geld nicht stehlen will,(die franzöfischen Deputirten erhalten Diäten. D. Red.) so wird er seine Entlassung nehmen. Dem Sendboten des„GauloiS" antwortete Rochefort auf die Frage, was er von der AuS- Weisung der Prinzen halte: ,Lch bin nicht dafür. Die Ausweisung ist eine platonische Maßregel, die nichts zu bedeuten hat. Wenn die Prinzen gegen die Sicherheit des Staates Komplotte schmieden, so muß man fie vor Gericht stellen und deportiren, wie mir geschehen ist. Krapotkin(der bekannte Nihilist) ist ebenfalls Fürst; man hat ihn nicht auS« gewiesen, sondern vor Gericht gestellt und verurtheilt. Wenn die Prinzen nicht Verschwörungen anzetteln, so find fie als franzöfische Bürger zu behandeln, die man nicht wie Ausländer vertreiben darf. Außerdem verleiht die Ausweisung eine Aureole. Man sehe nur, wie man es mit den Jesuiten und Kapuzinern gehalten hat; nachdem man viel Aufhebens mit ihnen gemacht, fie ,u Märtyrern gestempelt hatte, find fie Alle wieder ruhig in ihre Klöster zurückgekommen. Noch dieser Tage sah ich vor Paris in einem Eisenbahnzuge ein Koupe, das ganz mit Kapunnern angefüllt war. Da hätte man besser gethan, fie gar nicht auszuweisen." Anders denkt der bisherige Präsident deS Pariser Gemeinderaths Michelin über diesen Punkt.„Ich bin," erwiderte er,„ein Republikaner, ein liberaler Republikaner und kann diesen Leuten aus ihrer Geburt kein Verbrechen machen. Es liegt im Interesse der Prätendenten selbst, fich ruhig zu verhalten, und sie begreifen es auch. Aber wenn sie je versuchen sollten, die öffentliche Ruhe zu stören, wenn fie den Bestand der eingesetzten Regierung bedrohten, dann wäre mir ihre Ausweisung durch das Parlament an« genehm. Vielleicht ginge ich noch weiter...."—„Noch weiter?" fragte der Andere, der den neuen Abgeordneten im Namen des„Gaulois" auskragte.„Ja noch weiter, denn ich würde beantragen, daß man fie erschieße!" Rußland. Petersburg, 20. Oktober. Der Minister des Innern macht „Jetzt? Weshalb?" „Sie beantworte« meine Fragen nicht und wollen mich ausforschen," spottete Frau Siebel.„Weshalb verheimliche« Sie mir, was Herr Rabe von Ihnen wollte?" „Er ist mir Geld schuldig." „Hat er e« gezahlt?" „Er will noch mehr dazu haben." Die kleine Frau zog die Brauen hoch hinauf. „Liegen die Dinge so?" ftagte sie.„Dann ist e» ja weit genug gekommen. Wie groß ist die Schuld?" „Zweitausend Thaler." „Und wie viel will er noch haben?" „Das geht Sie nichts an," erwiderte der Antiquar barsch.„Zch weiß überhaupt noch nicht, ob ich ihm das Geld geben werde. Zhr wollt mir Eure Geheimnisse auch nicht verrathen, Wurst wieder Wurst!" Frau Siebel schüttelte gedankenvoll das Haupt, die grobe Antwort schien gar keinen Eindruck auf sie gemacht zu haben. „ES wird Zeit," sagte fie leise,„Zeder ist sich selbst der Nächste." „Da habt Zhr Recht," spottete Hochmuth, und ei» sarkastischer Zug glitt über sein schwammiges Gesicht,„es fragt fich nur, ob auch Jeder so viel gesunden Verstand hat, daß er weiß, was zu seinem Besten dient. Seht Euch vor, daß Zhr keinen dumme» Streich macht, Madame, mit großen Herren ist nicht gut Kirschen essen, ver- standen?" „Ich weiß, was ich zu thun habe, und wie ich'» an- greifen muß!" „Ihr wäret wohl auch in der Nacht, in welcher der Doktor ermordet wurde, im Schlosse?" „Wie kommen Sie zu dieser Frage?" „Wenn Zhr damals Wärterin bei der Generali» wäret werdet Ihr doch auch im Schloß gewesen sein! Und seit- dem der Mörder verhastet ist, spricht ja Zeder über die alte Geschichte, Zhr werdet auch noch zeugen müssen" •®a!""" „Aber Ihr seid zugegen gewesen!" duröb ein Zirkular folgendes bekannt:„In Betracht, häufig wiederholender Gesuche, fünfundzwanzigjährige läen, welche fich auf historische Ereignisse und Erlasse � licher Ukase beziehen, begehen zu dürfen, hat der Kaiser f derartige Feier untersagt." Für Alexander III. soll nichU' angenehmer sein, als die Erinnerung an die Rriorm-» seines Vaters, und im künftigen Jahre find 25 Jahre s gangen, seit Alexander Ii. die Aufhebung der Leibeigens» befohlen hat. Dänemark. Ueber das Attentat auf den Minister Esirk fängt man vielfach schon an, fich lustig zu machen, besowf aber über den Knopf, der die Kugel aufgebalten hat.& das wohl für ein Riesending gewesen sein muß? Und � „zerreißt" gewöhnlich eine Revolverkugel auch keinen Rock, � dern macht„merschtendeels" nur ein rundes, kleines� Schon munkelt man von einem„bestellten" Attentat, man gar nicht anzunehmen braucht, daß der jugendliche' beiter selbst davon gewußt habe. Der Verführer oder> Hintermann, der„Mitwisser" lädt den Revolver und der itf ist stcher— für den Angeschossenen. Warum sollte dies> nicht der Fall gewesen sein, da Herr Estrup von der B wendigkeit eines Attentats überzeugt war? Uedrigens besonders deklagenswerth, daß gerade ein Arbeiter% solchen Albernheiten verführen läßt. Denn hat der Ard? es wirklich ernst gemeint, so hätte er doch im Falle des* lingens nur für die liberale Bourgeoiste, die fich in Däne» allerdings ein radikales Mäntelchen umgelegt hat, die Aast» aus dem Feuer geholt. Kopenhagen, Freitag 23. Oftober. In der Sitzung deS Landsthing gab der Präfioent Liebe seine« scheu über das Attentat gegen den Ministe: präfidenten lebhaften Ausdruck, das Haus mit Einschluß der Linken den Auslassungen des Präfidenten zu. Hierauf wurde offener Brief des Königs verlesen, welcher den Reich i[ bis zum 18. Dezember vertagt. Der Präsident des thing, Berg, nahm in der heutigen Sitzung ebenfalls laffung, sein tiefe» Bedauern und seinen Abscheu über Attentat gegen den Ministerpräfidenten Estiup auSzuspr» Den Auslassungen des Präfidenten wurde vom ganzen& zugestimmt. Großbritauuie». In Irland hat seit dem 31. August daS Ausnahm» aufgehört; daS konservative Kadinet hat es fallen lassen' die Iren zu verpflichten, und es war eine Freude, zu welche Freundschaft zwischen Parnell und Churchill Nun kommen wieder allerhand Schreckensbo schatten vi grünen Insel; die Pächter streiken, es kommt zu Exzessen englische Presse übertreibt ins Maßlose, nur um die Mist Konservativen als einen großen Fehler hinzustellen, u« neue Verbrecheiakte zu motioiren. Daß die Streiks find und daß die paar Exzesse nichts mit dem Fallenlass Polizeigesetze zu thun haben, brauchen wir nicht zu' Alljährlich, wenn die Pachten neu vergeben oder entei den, muß es bei den trostlosen Bodenbefitzverhältniffen ruhen kommen und folglich zu Exzessen. Hinter den rungen der Einzelnen aber steht die Nationalliga m» Programm, welches die Trennung von England in der» gebung(Eorne Rule) fordert und„Irland den Iren" um „irische Land dem irischen Volke" zurückgeben will. Home Rule aber sträuben sich alle englischen Parteien. will auch Chamberlain nichts missen. Die Iren aber(W, lich organifirt; fie allein können mit Eicherhett bei den stehenden Wahlen auf einen starken Zuwachs ihre Zahl, bisher 45, wird fich ungefähr vev Die Konservativen geben stch dem Wahne hin Parnell ihnen seine Unterstützung leiben wird; daS ist Vings, so weit sein Einfluß im nördlichen Irland und schottischen und englischen Wahlkreisen durch die' Zweigvereine der Liga herrscht, der Fall; sollten eS»i Konservative und Iren zur Majorität bringen, da, Pamell seinen Schein vor und verlangt Home RnK alisbury kann Home Rnle nicht gewähren, ohne die", Ueberzeugung zu verleugnen und darüber geht auch die Majorität in die Brüche. Fällt aber Gladstone Majorität abermals zu, dann haben die Iren daS Ho«L In keinem Falle wird alfojjs noch weniger zu erwarten. �..--------—-------- zu feinem Rechte kommen. Und was dann kommt, kam sich nach den Erfahrungen der letzten Jahre selbst Irland wird wieder in Flammen stehen und zum so n vielten Male eine„Eroberung" durchzumachen dabeNv. land, der„Hort der Freiheit und der H amanität", w«'� Sklaverei bekämpft und Millionen für die Heivenmissi� giebt, wird im eigenen Hause zu dem stets giftigen � mittel der Gewalt greifen und unter dem Applaus lischen und anglo- irischen Spießbürgerthums, auf Wege natürlich und in gesetzlichen Formen, ein Volk zu treiben, welches die Lettung seiner Gefchicke selbst in&>' zu nehmen und stch von den bigotten, heuchlerischen, u der stolzen Engländern nicht weiter gängeln zu lassen das 1 ienni* verständige�erlangen�rägtt����������� 4500 � „Das ist nicht wahr; der Doktor ist am Morg" gegangen, und ich habe ihn nicht wiedergesehen." „Einerlei, zeugen werdet Zhr doch müssen," M Antiquar,„und dann rathe ich Euch, die Wahrheit z" verstanden?" Die kleine Frau hatte sich hastig erHobe«, a" Zuge ihres plötzlich erbleichten Gesicht« leuchtete«W rüstung über diese Bemerkung.. „Darauf brauchten Sie mich nicht aufm«'! machen," erwiderte fie mit zitternder Stimme, selbst, daß man keinen Merneid schwören darf.. kindischen Geschwätz könnten Sie mich in die größte* nehmlichkeiten bringen." c „Wünschen Sie noch einen Liqueur?" fra?'/ Lessen« Hochmuth boshaft, aber Frau Siebes würdigte -> noch � einmal einer Antwort, sie stürmte hinaus und Treppe konnte fie das Hohngelächter de« Antiqua�), d« kern größeres Vergnügen kannte,-r* h'e* ärgern. al» die Zn fieberhafter Auftegung bettat sie ihr S-hA und als rhr Blick auf das Brautpaar fiel, welche» � Hand auf dem Sopha hinter dem runden Tisch str, 1 sie tief auf, al««k r- rj.-- o.n„nn o«1 wälze» wolle. . war gerade kein schöne« Paar, aber den Zügen Berber eine natürliche Zugendftische u � tjc", die einen angenehmen und gewinnende" machte. .Werner Kaltenborn und Apollonia Siebel V&J tarer ftmhfu»;*____ S/tÄ o** WÄ 1 ZK durfte er mit Zuversicht auf GehaltS binnen kurzer Zett rechne«. DaS Expeditionskorps, welches gegen Birma vperiren soll, falls König Thiban den in dem Ultimatum der mdlschen Regierung entbaltcnen Forderungen nicht Folge wütet, wird aus dem 1. Bataillon der wallifischen Füfiliere, dem 2. Bataillon des Liverpooler Regiments, dem 2. Bataillon »es ll. bengalischen Infanterieregiments, einer Batterie der tomgl. Artillerie, zwei Bergbattenen; ferner aus einem Ba- Mllon brittscher Infanterie und vier Sepoy-Regimentern aus Madras bestehen Diese Truppen haben bereits Befehl er» halten, sich nach Birma einzuschiffen. Im Arsenal von Wool- Hg* lief gestem der Befehl ein, 10000 Gewehre und 10 Millionen Patronen nach Indien zur Ausrüstung des dir« manischen Expeditionskorps zu senden. Daß Expeditionskorps «M> den Trawaddy hinauf fahren. Der zum Befehlshaber Melden ernannte Generalmajor Prendergast hat fich im per» stichen Kriege sowie während deS Sepoy-Aufstandes vielfach ausgezeichnet; er hat auch den Feldzug gegen Abysfinien mit- gemacht und fich an der Einnahme von Magdala betheiligt. Kanrg Thiban's Antwort auf das Mimatum wird etwa am »t. d. erwaitet. .. Der Rath der Handelskammer von Birmingham erörterte lungst hie Fragen, welche von der zur Untersuchung der Ur« wchen der Handelsstockung eingesetzten Kommisfion gestellt waren, und empfahl unter!anderem als Gegenmittel die Wieder« «Mührung von Schutzzöllen. Da dieser Vorschlag in mufmännischen Kreisen große Unzufriedenheit erregte, war für gestem eine Generalversammlung der Mitglieder der Handels- mmmer anberaumt worden, in welcher die betreffende Antwort ilim Handelskammer- Rothes mit 62 gegen 39 Stimmen gemiß» "Uigt wurde. . Der Geh.-Staatsrath hat die Berufung des Führers der mnadrschen Rebellen, Louis R i e l s', gegen das durch die Uadffche Behörde ausgesprochene Todesurrheil verworfen. bleibt ihm jetzt nur noch ein Gesuch um Gnade übrig. Amerika« v Der Kongreß der amerikanischen Sozial» ucmokraten, der vom 5. bis 7. Oktober in Cincinnati °gte, mar den Anmeldungen zufolge, die an den„Sozialist" - amgetr, durch 27 Abgeordnete, die 39 Sektionen vertraten, S&ä? z'öä;" sJt6&T&a"s Mlungen bewiesen, daß die Arbeiterbewegung in der Union 5?»an, entschieden in aufsteigender Lmie bewegt, wozu na» �Uich die entschiedeue Trennung von den Anarchisten, die r not einigen Jahren ungenirt die Bewegung kompromrttirm Mttn, beigetragen haben dürste. Lokales. V, t. Wie Kommer, ienraths Köchin ihre Aussteuer der» h'ente. Die Gegend Berlin W. ist gegenwartig das gelobte für Bau Unternehmungen und der Baustellenschwrnd.. Man, wir wollten schreiben Baustcllenhandel steht dort, in Mnster Blüthe. Auch der Herr Dr. 3L, der Bevollmäch igte ün«S auswärtigen Bank Institut, parzell.rt dort ein dieser §anl gehöriges größeres Baustellen Terntor, um, deffen eine j>"relen war, doch erschien der geforderte Preis dem Kauft lustigen stets zu hoch. Der Herr Doktor pflegte nun, wenn kauflustige bei ihm vorsprachen, seinen Gigg anspannen zu laffen und mit dem Käufer nach dem Terrain zu fahren; Johann, sein Kutscher, saß dann steif mit untergeschlagenen Armen auf dem kleinen Hinterfitz des Wagens und sah so ernst über seinen steifgewichsten Schnurrbart hinweg, wie das eben nur ein herrschaftlicher Kutscher thun kann. Auf der ahrt sprach der Herr Dottor natürlich mit seinem Begleiter er den Kaufpreis, über die Zahlunasmodalitäten und ähnliche Mm Geschäft gehörige Dinge; am Abend aber, wenn Johann innen Doktor ins Theater oder sonst wohin gefahren hatte, gwo man eiiren Guten schenkt" machte er mit dem schnellen Mhrwerl wohl noch einen kleinen Abstecher nach dem Hause M Kommerzienrathes in Berlin W., wo ein bestimmtes Knallen Inner Peitsche des Hause, niedliche Küchmfee hervorlockte, zu üntt kurzen Unterredung mit ihrem Johann vom Bock herab, SS« wohl auch zu einer kurzen Spazierfahrt mit dem leichten %Rtn durch den nahen Thiergarten. Et braucht wohl nicht '"wer erörtert zu werden, wie der Herr Kommerzicnrath seine !u°«lässtgstcn Informationen über die Terrain- Verkäufe der Pünktlich jeden Morgen beim Abräumen de, Kaffeege- S. t durch seine Köchin erhielt und bei einer solchen Ge« aS?Wt war es, wo er ihr das feierliche Versprechen gab. im v des Ankaufes der in den Park einspringenden Ecke solle .Übliche Vermittler. Provifion von einem Prozent des von von da ab an jedem Äben?. erhalten. Regelmäßig knallt' den xi! dekannte Peitsche Johann, und ausführlicher wur» ist d,., Mittheilungen der Köchin. Vor einigen Wochen aber der 9). Kaufvertrag zwischen dem Herrn Kommerzienrath und £«Tft£nf geschloffen: für 450 000 M. hat jener daS betreffende 4500 qn«worden; vie Proviston seiner Köchin beträgt mithin gen kZr' welchen Betrag dieselbe in soliden Effekten empfan« itz jener Zett gefällt eS dem Johann im Dienste aicht mehr; er will Heirathen und spricht von der _,„ eine, kleinen Fuhrgeschäfts. Möge er mtt der «lungs-Köchin gut fahren! x.» alle Berliner Zeitungen brachten bei Gelegen- Berichtes über die Eröffnungsfeier des neuen Weiß« vaz J)aJß in der Franzöfischen Straße die Mittheilung, daß zöfts�lonalgettänk der Berliner die„kühle Blonde'" fran- Ulsprung,, eine Erfindung der vor jetzt zweihundert ist, rnil Berlin eingewanderten Rcfugies sei. Diese Angabe ÄeiiX! urkundlich nachweisen läßt, unrichtig. DaS Berliner den cT Ji vielmehr schon vor 1685 in Berlm gebraut wor- «last.« et am 9. November 1680 vom Großen Kurfürsten Artifts? renovirten Mühlenordnung lautet nämlich der vielen w,'»Wenn auch vre Erfahrung gebot, daßmehr von zu inwohnem in unsere Refidentzien allhier Weitzenbicr Mms......... renovirten Mühlenordnung lautet nämlich der 6:«Wenn auch die Erfahrung gebot, daß mehr von »u x, �inwohnem in unsere Refidentzien allh so" angefangen wird, welches hier bevor nicht geschehen, wnu-' einen jedweden gnädigst vergönnt ............. weil aber von Weitzen ungleich mgr, Rigvssen werden kann, als von Gersten, so verordnen Akitt gnädigst, daß über die sonst gewöhnliche Zinse und Es annoch 4 Rthlr. vom Weitzenbier gegeben werden solle." im crM sogar, al, ob da. Brauen deS Weißbiers, das sonach norx hl* i680 in Berlin schon ziemlich verbreitet war, aus viel früherer Zeit. etwa auS dem Iis,„ L des 17. Jahrhunderts datirt, den der bekannte Ber« Cnn„ taniker Elsholtz berichtet nämlich in seinem 1682 zu dafi an der Spree erschienenen Diätetikon oder Tischbuch, liefie o"? den einheimischen Weitzen bieten im Jahre 1642 be« cv»* nno««««. cii A i � v« �*** Kz-f****«imV««L M neben dem Potsdamischen und er**,•« � st-r fr.- 1 e.n. Köpnickschen KMUW pfindet, daß er eiligst davonläuft. Mer auch ohne drese gif-' tige Substanz würde das Mittel an seiner Wirksamkeit nichts verlieren und es ist eine unnütze Thierquälerei, den Hunden durch diese giftige Substanz einen dauemden Schmerz und vermuthlich auch eine Schädigung ihres feinen Geruchver« mögen, zuzufügen, durch das ste fich, trotz ihrer Unarten, die in großen Städten besonders lästig werden, bei dem Menschen beliebt und werthvoll machen. Die Reise durch die malerische Schweiz erregt im Kaiser-Panorama-Paffage solch vielseitige Bewunderung, daß dieselbe auch noch in dieser Woche ausgestellt bleibt, daneben wird der Zyklus: Versailles mit der Pariser Welt-AuSstellung von 1878 und die interessante Hertha-Reise zu sehen sein. Der Zuspruch ist in den Abendstunden so groß, daß die wenigen Plätze nicht ausreichen. Der beste Beweis, wie sehr fich dieses Kunst-Jnstitut die Gunst unseres kunstfinnigen Publikums er- worden. Da, niedere Entree ermöglicht auch dem Unbemittelten den Zutritt. Belle-Alliance-Theater. Trotz des großen, unbestntte- nen Erfolges, den das 3 artige Lustspiel ,Lug und Trug" von G. v. Moser bei der Preffe und heim Publikum gefunden, muß daffelbe doch von Dienstag schon vom Revertoir vorläufig abgesetzt werden, da der Repertoirwechsel im Wallner-Theater die Mitwirkung der 3 Hauptdarsteller- Frau Carlsen, Fräulein Cramer und Herrn Alexander, bedingt. Es finden demnach vor« läufig nur noch 2 Aunübrunaen von„Lug und Trug" statt, zu denen für die beiden Tage das einaktige Lustspiel desselben Autors„Die Sünderin" voraus gegeben wird. Im Deutschen Theater wird heute Sonntag und morgen Montag„Ein Tropfen Gift" gegeben. Dienstag, 27. d. M., geht das fünfaktige Trauerspiel„Gracchus, der Volkstribun" von Adolf Wilbrandt neu in Szene. Für die übrigen Tage dieser Woche dringt das Repertoire abwechselnd Wieder- Wungen von„Ein Tropfen Gift" und„Gracchus, der Volks» Soziales«nd Arveiterbewegnng. Die Gegner der Sonntagsruhe weisen immer auf Oesterreich hin, wo die wirthschaftlichen Verhältnisse noch ziem» lich in den Windeln liegen, um zu zeigen, daß ein aescyliches Verbot der Sonntagsarbeit nicht ausführbar sei. Wenn der Bourgeoisgedanke in der österreichischen Gesetzgebung so mächttg gewaltet hat, daß dort bei dem Gesetz über die Sonntagsruhe die Ausnahmen die Regel überwiegen, so ist das traurig genug und wenn dann die Regierung auf dem VerordnungSwege daS Gesetz noch weiter durchbricht und die Polizei von ihrer Befugniß, Erlaubniß zur Sonntagsarbeit zu ertheilen, den un« befugtesten Gebrauch macht, dann ist eS natürlich, daß die Gegner der Sonntagsruhe mit ihrem Hinweis leichtes Spiel haben, aber ebenso natürlich ist eS, daß ein solcher Hinweis von keinerlei Bedeutung ist. Weshalb zeigt man nicht lieber auf England und Nordamerika in Bezug auf die SonntagSarbeit, auf diese hochentwickelten Kulturländer? Oder sollen wir in wirthschaftlicher und sozialer Beziehung am Ende Oesterreich folgen, um gleichfalls ans Ende zu kommen? Das kann kein verständiger guter Patriot wollen? Die Wohlthätigkeits- ued Besserungsanstalten leiden durchweg an dem Fehler, daß man die Insassen nicht schlichft weg als Menschen, deren Noth gelindert oder die durch strenge, aber gerechte Behandlung gebessert werden sollen, betrachtet, sondern, daß ihre Behandlung eine unmenschliche ist. So er- fährt man aus dem englischen Workhouse in London, daß dort die Jnsaffen beim Baden 4—5 daffelbe Badewaffer benutzen müssen. Der fünfte kommt jedenfalls schmutziger aus dem ekel- erregenden Waffer heraus, als er hineingegangen ist. Und auf diese Weise will man die Armen und Elenden zur Ordnung und zur Reinlichkeit erziehen?! Die Verlegung der Fabriken in Gegenden, wo billigere Arbeitskräfte zu bekommen find, ist nichts Neues. Aber auf die Dauer haben die Fabrikanten doch den gewünschten Profit nicht davon. Die Konkurrenz ist eben überall bei der Hand, und nach und nach find auch die Arbeiter mit dabei betheiligt. Ste hören davon, daß in anderen naheliegenden Gegenden höhere Löhne gezahlt werden und verlangen dreselben gleichfalls. So wurde aus dem sächfischen Voigtlande vor einigen Jahren eine Spinnerei nach Franken bei Hof verlegt, wo man noch billigere Arbeitskräfte, als in Sachsen fand. Doch dies ren- tirte fich nur einige Jahre lang. Jetzt haben dort die Spinner die Arbeit niedergelegt, um dieselbe Lohnhöhe zu erreichen, wie fie im benachbarten Voigtlande üblich ist. Hoffentlich werden die Streikenden fest zusammenhalten, um ihre gerechte Forderung zu erreichen. Die Anwendung der Dampfkraft in Preußen, dies Kennzeichen aroßindustrteller Entwickelung, gewinnt von Jahr zu Jahr an Ausdehnung. Es waren in Preußen vorhanden: i. I. 1379 i. I. 1884 Zunahme i.% feststehende Dampfkessel 32 611 39 646 4.5 beweal. Dampfteffel und Lokomobilen... 5536 8 229 9,7 feststehende Dampfmaschinen..... 29 895 36 747 4,6 Echiffsdampskeffel.. 702 1 091 11,1 Schiffsdampfmaschinen. 623 906 9,1 Sicherlich, ein erklecklicher Zuwachs in einem Jahrfünft, gleich bedeutend mit der Freisetzung einer großen Anzahl menschlicher ArbettSkräfte, welche durch den Maschinenbetrieb Überflüssig ge« macht worden. Eine Thatsache, die der breitmäuligste Hat monie-Duseler nicht aus der Welt schaffen kann. Auf der Konventton der internationalen Vereint- gung der Zigarrenarbeiter, welche kürzlich in Eine in« na ti stattfand, wurde mitgetheilt, daß in den Vereinigten Staaten von Nordamerika in den letzten zwei Jahren 152 EtteikS und LockoutS, an denen 3152 Mitglieder vetheiligt waren, stattfanden und für diese 210000 Dollars ausgegeben wurden. Von diesen Lohnkämpfen waren 69 erfolgreich, 69 gingen für die Ardeiter verloren, 3 wurden durch Kompromiß beigelegt und die übrigen find noch im Gange. Der Geschäftsbericht der„Lothringer Eisenwerke" für 1884/85 bietet ein trübes Bild von ber Lage bes Unter- nehmenS. Daffelbe hat im abgelaufenen Rechnungsjahr wiederum mit einem ganz bedeutenden Verlust gearbeitet, der fich auf 483 186 M. stellt, gegen 333 777 M. im Vorfahr. Der Äuffichtsrath bemerkt, daß die Reorganisation der Werke jetzt so vollkommen durchgeführt sei, wie dieß unter den ob» waltenden Umständen möglich war. Die Gesellschaft befinde fich indeß, wie die meisten Eisenwerke, in einem circnlns vitiosus; um billig zu produziren, müsse fie möglichst viel produziren, obwohl jede Produktion ein Nachtheil sei, solange die Verkaufspreise Verlust ergeben. Wenn die Produktion, wie dies logischerweise geschehen sollte, überhaupt fisttrt würde, so würden die Generalkosten wohl verringert, der Werth der Anlage gleichzeitig aber außerordentlich geschädigt werden. Bis jetzt habe fich die Gesellschaft mit theilweisen Ein« stellungen geholfen- ob fie zu noch weitergehenden Maßregeln werde schreiten müssen, vermöge der AufsichtSrath noch nicht zu fagen. Die in den Glashütten zu Suuderlaud beschäftigten Arbeiter beschloffen, die Arbeit niederzulegen, wenn der Wochen- lohn nicht um 1 Mark erhöht würde. Die Unternehmer sträu- den fich, diefe Forderung zu bewilligen, sodaß ca. 1200 Ar« better den Streik erklären werden. Die englische Blei-Erz-Jnd«strie liegt seit geraumer Zeit fast gänzlich danieder. Am Ende von 1884 waren in Großbrittannien 102«leioergwerke außer Betried und im lau« senden Jahre find weitere 47 geschl ssen worden. Die Schließung dieser Bergwerke machte 40 000 Personen beschäftigungslos. In 1877 wurde Bleierz zu 14 Pfd. Sterl. 12s 6ck per Tonne verkaust, während es jetzt nur 7 Pfd. Sterl. 3« 6d erzielt. Der Import von ausländischem Bleierz in England ist von 91 000 Tonnen in 1882 auf 146000 Tonnen in 1884 gestiegen. Englisches Bleier, kann mtt spanischem nicht konkur- riren, da die Produttionskosten in Spanien fich beutend billiger stellen als in England.__ vereine«nd Versammlungen. An die Drechsler und verwandten verufsgenossen Berlins. Kollegen! Wir richten an Euch den dringenden Mahnruf, mit aller Kraft für die Befferstellung der so überau, traurigen Lohnverhältnisse unseres Gewerks einzutreten. Nur durch Einmüthigkeit ist eS möglich, unser Ziel zu erreichen. Die Forderungen, welche wir stellen, find den Zeiwerhältniffen gegen- über geringe. Schon 14 Tage währt der Lohnkampf und noch nicht die Hälfte der Gewerwgenossen ist in denselben ringe» treten! Das muß anders werden, um so mehr, als gerade die Kollegen in den besseren Werkstätten, wo noch angängliche Preise gezahlt werden, zuerst ihre Forderungen stellten, die auch schon zum größten Theil bewilligt find. Es haben fich bi, zum 22. Ottober 395 Gesellm aus 106 Werkstätten an der Lohn- bewegung betheiligt, von denen 300 Gesellen in 70 Werkstätten theilweife sofort resp. nach kurzer Arbeitseinstellung einen Mehr- verdienst von 15—50 Prozent erzielt haben, so daß zur Zeit 95 Kollegen im Streik sich befinden. Gewerksgenoffen! Hier- aus könnt Ihr ersehen, daß es nur einiger Energie bedarf, um unfern Lohnkampf stegreich zu beendm. An Euch liegt eS, unsere gerechte Sache zum Siege zu führen; denn nur, wenn wir Alle eine Lohnaufbesserung erwirken, find wir im Stande, das Errungene festzuhalten, während sonst durch die Konkurrenz der billiger Arbeitenden das jetzt Gewonnene wieder verloren geht. Kollegen! Ihr seid berufen, unser Gewerk zu Heden, die Schundkonlmrenz zu bekämpfen und zu beseitigen. Ihr seid befähigt, etwas wirklich Gutes zu Stande zu bringen, wenn Solwarität, wenn Einigkeit unter Euch herrscht. Niemandem als Euch selbst ist daS etwaige Mißlingen der jetzigen Be- wcgung zuzuschreiben. Zeigt den uns glcichgcsinnten Ar- bettem anderer Gewerkschaften, daß auch wir die Kraft haben, eine Besserung unserer materiellen Lage zu erringen. Gewerksgenoffen! Die Ihr noch zaghaft seid, tretet ein in die Reihen Derjenigen, welche er» kannt haben, daß nur durch energisches Vorgehen wir den Sieg erringen. Vorwärts! sei unsere Losung und der Sieg wird unserer sein. Erscheint Alle, Mann für Mann, in der heute Vormittag 10 Uhr in Buffe's Salon, Große Frankfurter« straße 87, stattfindenden Versammlung, damit Ihr ein klares Bild der jetzigen Verhältnisse erhaltet. Zugleich mahnen wir die besser gestellten Genoffen, welche die Arbeit wieder aufge- nommen haben, an ihre Pflicht; unterstützt die Streikenden« soweit e, in Euren Kräften steht; denkt des Wortes:„Viele Wenig machm ein Viel, vereinte Kräfte führen zum Ziel!" Geldsendungen find an den Kasfirer Karl Buchmann, Naunyn- straße 4 III., oder an das Bureau der Kommisfion, Alexander- straße 25 bei Mönch zu richtm. Außerdem werden Beiträge in Empfang genommen Sonnabends Abends von 8—10 Uhr an folgenden Zahlstellen: Kleine Hamburgerstr. 24, Ecke El- safferstraße. Gollnow- u. Weinstr.-Ecke bei Röthlich. Weber» straße 34 bei Guide, im Lokal. Große Frankfurterstr. 1 bei Daß. Langeftr. 34 im Lokal. Köpnickerstr. 171, Ecke Eisen- bahnstr., bei Guhl. Naunynstr. 78 im Lokal. Slalitzerstr. 18 bei Stramm. Reichenbergerstr. 24 bei Schröder. Ekalitzer« straße 65 bei Munske. Stallschreiberstr. 41—42 bei Schwanz. Fischerstr. 29 im Lokal. Mittenwalderstr. 57 bei Schubert Admiralsft. 40 bei Kreutz fAlte Linde). Ritterstr. 123 bei Sodtke.— Meldungen resp. Anfragen find an das Bureau der Kommission zu richten. Mit kollegialischem Gruß die Lohn- kommisfion der Drechsler und verwandten BerufSgenoffen zu Berlin. J- A.: Robert Eündermann, Gitschinerstr. 61, l. Der Bezirksverein der arbeitenden Bevölkerung im Südwesten Berlins hielt am 19. Oktober im Restaurant „Kaiserhallen", Alte Jakobstr. 120, eine Sitzung ab, in wel- cher Herr Michclsen über:„Niedergang und Zukunft des Handwerks" referirte. Es ist Thatsache, so begann der Redner, daß das Sprichwort,„Handwerk hat einen goldenen Boden" in der heutigen Zeit ein längst überwundener Standpuntt ist. Wohl«rb eS eine Zett. wo das Handwerk einen goldenen Boden hatte, wo der Meister es fich zur Ehre anrechnete, seine Gesellen und Lehrlinge als zur Familie gehörig zu bettachten. Der Meister erachtete eS damals als Pflicht, ferne Lehrlinge zu tüchtigen Gesellen auszubilden, heute jedoch, wo die Groß. Produktion in die Schranken getreten und die Theilarbeit in den Vordergrund stehe, könne von einem harmonischen Ver- hältniß zwischen Meister und Gesellen keine Rede sein. Auch die heutigen Zünfte und Innungen vermögen nichts dazu bei- zutragen. Redner wies darauf hin, daß schon in den ältesten Zeiten daS Handwerk es zur größten Kunstvollendung gebracht babe, z. B. in Griechenland. Egypten, Perfien, China und Japan, davon zeugen die Museen-c. Namentlich im Bau» Handwerl waren die alten Griechen groß, die Maler, Schlosser und Schmiede waren wirkliche Künstler. Während des 30 jäh- rigen Krieges hätten fich auch die Fürsten der Fortentwickelung des Handwerks feindlich gegenübergestellt, wodurch daS Hand- werk sehr benachthciligt wurde. Redner besprach hierauf die Fortschritte, welche die Erfindung der Buchdruckerkunst für das Handwerk im Gefolge hatte; er wies ferner darauf hin, daß durch die immer mehr um fich greifende Großproduttion der sogenannte Mittelstand immer mehr verdrängt werde, selbst bei der Landwirthschaft werde hierin keine Ausnahme gemacht, auch hier verschwindet der kleine Grundbefitzer immer mehr. Die Kulturfortsckritte der verschiedenen Kulturstaaten be- sprechend, kommt Referent zu dem Schlüsse, daß die Kullur in den westlichen europäischen Staaten weit größere Fortschritte gemacht habe, al, in den östlichen. Der amerikanische Arbeiter fühle fich freier als der europäische, weshalb auch die Aus» Wanderung/- Uhr, in der Urania, Wränget- straße 9/10. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Tischler« meister Mitan, Kandidat des 14. Kommunal- Wahlbezirks. Sämmtliche Wähler dieses Bezirks find hierzu eingeladen. Verein der Modelltischler. Montag Abend 8 Ubr. Ackerftraße 63, Versammlung. T.-O.: Vortrag. Allgemeine Stuhlarbeiter- Vereinigung. Montag, den 26. Oktober cr., Abends 8 Uhr, Generalversammlung im Lokale des Heren Hildebrandt, Weberstr. 17. Tagesordnung: 1. DaS Arbeiterschutzgesetz; 2. Wahl der Fachkommission. Theater. Operuha«». veute: Lohenglin. Montag: Der Trompeter von Eälkingen. Schauspielhaus. Heute: Die Rantzau.. Montag: Die Märchentante. Deutsche» Theater. Heute: Ein Tropfen Gift. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Friedrich-Wilhelmstädtische« Theater. Heut«: Ottenbach- Cpclus. Orpheus in der Unterwelt. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Refide«t°Theater. Heute: Theodora. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Walluer-Theater. Heute: Der Registrator auf Reisen. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Belle-Alliauee-Theater. Heute: Lug und Trug. Vorher: Die Sünderin. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Walhalla-Operetteu-Theater. Heute: Don Cesar. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Viktoria-Theater. Heute: Messalina. Morgen: Dieselbe Vorstellung. «eutral-Theater. Alle �atobstraße 32. Direktion: Adolph Ernst Heut«: Zum 87. Male: Die wilde Katze. Gesangspofse in 4 Allen von SB. MannstÄll, Musik von G. SresfenS. Morgen: Dieselbe Vorstellung. LoutseustädtischeS Theater. Direvion: Jos. Firmans. Heute: Undine. Montag: Das Testament deS Herzogs. Ostend-Theater. Heute: Zum 2. Male: In Saus und BrauS. Montag: Berliner in Kamemn. Heute: Gastspiel 5cr�ttlvutane��Me�klliru' Baronin. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Theater der Reichshalle«. Täglich: Aufreten sammllicher Speziallläten. American-Theater. Täglich: Auftreten sämmllicher Spezialitäten. Kaufmann'.s Tmrle«� Täglich: Große Spezialitäten-Vorstellung. Konkordia. Täglich: Auftreten sämmllicher Spezialitäten und theatralisch» Vorstellung.__ Alhambra-Theater. Wallnertheaterstraße 15. Heute zum 2. Male: Des Seiltänzers Sohn. Lebensbild mll Gesang in 3 Akten und 7 Bildern von A. Reichenbach. Äustk von W. Wetterhan. Vor der Vorstellung: Großes Konzert der HauSkapelle. Anfang des Konzerts 7 Uhr, der Vorstellung S Uhr. Sonntags 6 resp. 7Vi Uhr. BonS haben Wochentags Giltiglell. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Passage 1 Treppe. 9 U- Morg. bis 10 U. Ab. Kaiser-Panorama. Eine Reise durch die malerische Schweiz. Neu: Versailles, Pariser Welt Ausstellung. Hochinter- ante Hertha-Reise. Karolinen« Inseln:c. a Reise ----[2450 Pf., Kinder nur 10 Pf. t" ff« Zum wahren Jakob R ü d e r s d o r f e r st r. Nr 51. Sonntag Abend: Gemüthliche Abend-Uuterhaltuna, verbunden mit komischen Vorträgen.[2565 G. Spickermann. Zur bevorstehenden Wintersaisou empfehle meine ## vsrsLMtr Als-. Double.:. 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W-» ZS0 Sonntag, de« 35* Oktober 1885. II. Jahrg. Kommunales. Su de« bevorstehenden Stadtverordnete«» Wahlen, «Kilbe'ür die III. Wäbleiabtheilung am Dienstag, den «•: November, stattfinden, find bis jetzt von der Arbeiterpaltei toigende Kandidaten prollamiit worden: 8. Wahlbezirk: Heinrich Nooke, Tischler, Adalbert- firaße 89 10. Wahlbezirk: OSkar Krohm, Medailleur, Bergmann- ntftpC 19 a 12. Wahlbezirk: Paul Singer, Kaufmann, Linden- itraßc 55 14. Wahlbezirk: Ferdinand Rita», Tischlermeister, Wlennstr. 29. , 19. Wahlbezirk: Fritz Zubeil. Tischler, Waldemar- «rajj- 72. 21. Wahlbezirk: Nobert Herzfeld, Gelbgießer, Adalbert« Maße 71. . 25. Wahlbezirk: Emil Franke, Schloffer, Saarbrücker. Maße 6 . 26. Wahlbezirk: Gustav Voigt, Tischler, Münche- berge st.ast, 32. . ,28. Wahlbezirk: August Steindorff, Sattler, Marien- Maße 14. . 82. Wahlbezirk: Gottfried Schulz. Gelbgießer, Wienermaße 11. „ 34, Wahlbezirk: Emil Böhl. Veegolder, Acker- maße 133. , 40. Wahlbezirk: Otto Ballmüller, Gürtler, Veteranen- ««ße 28. Lokales. .. Betreffs des Strafverfahrens bringt die„Nordd. Allg. % einen Artikel„aus Junstenkreisen", worin eö heißt: f-ootjugflroeise wird darüber geklagt, daß die Anträge auf Er. Mung der Hauptverhandlung nicht genügend geprü't, und «shalb mehrfache Anklagen in den Hauptverhandlungen für nicht begründet erachtet werden. Ferner wird bemängelt, daß m den Hauptoerhandlungen die Zeugenaussagen nicht genü- jjend protvkollilt werden.— Diese Beschwerden find nicht un- berechtigt.— Der Grund dieser getadelten Vorkommniffe liegt aber durchaus nicht in einem Mangel der Gesetzgebung, fort« bern in der ungenügenden, zu geringen Anzahl der Richter. Wer den Geschäftsgang und den Geschäftsumfang der großen Gerichtshöte in großen Städten und Bezirken genügend kennt, wird zugestehen müssen, daß die gegenwärtige Zahl der Richter Und Staatsanwälte nicht ausreicht, um das übermäßige Ar- beitSpensum ohne körperlichen Ruin zu überwältigen.— Der Herr Justizministcr hat wiederholt und noch vor einigen Monaten in einer allgemeinen Verfügung die Gerichte angewiesen, auf daS sorgfältigste das Anklage- Material ru plü'cn: indessen ist dies in dem geforderten und nothwendigen Maße nicht durchzuführen, ohne daß erst wieder andere ebenso nothwendige Arbeiten verzögert werden müßten. — Un, dem berechtigten Verlangen nachzukommen, wären z. B. an den Landgerichten zu Berlrn mindestens drei volle und langdaueinde Sitzungstage erforderlich. Diese drei Tage wür- den wieder fehlen, um Termine zu Hauptverhandlungen anzu> beraumen und dadurch würden wieder viele Untersuchungen noch mehr verzögert werden. Welchen üblen und nachtheiligen Eindruck macht eS, wenn, wie eS fich in den Streiks wieder- holenllrch gezeigt, diejenigen Personen, welche fich Gcwaltthätig- keilen a-gen Rrchtstreikende zu Schulden kommen ließen, erst nach Monaten und nach Beendigung der Streikes zur Abur- Iheilung kamen. Der Effekt der Strafe, die Warnung vor bleichen Ausschreitungen ging verloren. Bei einer erheblichen Vermehrung der Richterstellen und der Staatsanwälte ebnnten besondere Kammern gebildet werden, die nur mit rjt Prüfung derjenigen Fälle betraut werden, in denen S, ssch um die Eröffnung der Haupt Verhandlung handelt. % übrigen Spruchlichter würden herdurch einigermaßen »�st«t und könnten dann schieuniger die Untersuchungen zur a?"llheiluna kommen. Eine weitere Folge ist, daß die an- Mnden Verhandlungen mit mehr Ruhe, Ausdauer und Mündlichkeit abgehalten, die Bcrathungen nicht übereilt ge- werden, und daß die Zeugenaussagen auch genügend in den meisten Fällen stenographisch protokollirt werden Lbnen. Dies ist bii jetzt kaum durchführbar gewesen. Eine �ache ja�e die andere; namentlich, wenn mehrere Audienzen v �nem Tage anberaumt waren. Man ist froh, wenn man � Verhandlungen so viel wie möglich abkürzen kann, wozu � das möglichste Unterlassen der zeitraubenden Prototolli- Kerliner Konntagsplanderei. . R. C. Die Geschichte hat uv« mancherlei kleine Anek- boten und und Episoden aus dem Leben mehr oder weniger berühmter Mensche« aufbewahrt. Drese kleinen, unschem- baren Züge illustriren häufig eine Zeitcpoche treffender und beaiiser, als eS die längsten und detaillirtesten Beschreibungen firrßartiger Ereignisse zu thun vermögen. EinS jedoch hat b>e Geschichte vergessen unS zu überliefern, und diese Unacht- Ibmkert ist gleich bedauerlich für beide Geschlechter. Nichts �are wohl imeressanter gewesen, als wenn der sonst so ge- «iffenhaste Chronist, der unS mit seltener Genauigkeit die -�achrichixn über die Erschaffung der Welt übermittelt hat, unz auch das Gespräch mitgetheilt hätte, welches Adam und gleich nach ihrer Exmission auS dem Paradiese geführt 9&be». Wir legen unS nur ungern auf's Prophezeihen, und �var schon auS dem Grunde, weil wir nicht so ohne Wei- auf die Achtung unsere« Vaterlandes verzichte« möchten, o, wir glaube« nicht fehl zu gehen, wenn wir unserer �ermuthung dahin Ausdruck geben, daß die Stammmutter bes ewig Weiblichen zu ihrem Ehegemahl sofort in die Entwürdigen Worte ausbrach:„Lieber Mann, ich habe doch «arnrchtz anzuziehe»!" � Es kann nicht unsere Aufgabe sein, zu untersuchen, ob nn derartiger Ausspruch mit Bezug auf die damaligen spe- » eilen Umstände durchaus geboten war, soviel ist indessen ffcher. daß diese Worte sich bis auf de« heutigen Tag er- wjten haben, und daß kein Ehemann, ob er auch sonst mit «in �t ßk die ordnungsmäßig« Bekleidung und Aus- tÄ9 seiner besseren Hälfte sorgt, von diesem manchmal «Äieb�ist°r ian8e,,ben weiblichen Stoßseufzer verschont �.Namentlich jetzt, wo wir bereit« mit einem Fuß im v> stehen, wo da« dräuende Gespenst des neuen Winter- "«ei« und Hute« da« ehemännliche Portemonnaie mit rung der Zeugenaussagen gehört." SS ist zwar wahrscheinlich, daß der Marpe! an Arbeitskräften nicht die einzige Ursache ungenüarnder Ergebnisse des Vorverfahrens ist; aber wenn diese?, sowie die Hauptverhandlung unter der zu geringen An- zahl der Richter wirklich dergestalt leidet, wie es in dem offi- ziösen Organ der Regierung dargestalt wird, dann wird eine Vermehrung der Richter erfolgen müssen; eine ausreichende Handhabung der Rechtepflege ist wichtiger als eine Erspamiß. th.„Höfliches". Von den Höfen, sofern man den von hohen, Liwt und Luft absperrenden Mauern eingeschloffenen, einer düsteren Bergesschlucht nicht unähnlichen Raum inner- halb der Berliner Micthskasernen mit dem hochklinaenden Namen ,Hot" bezeichnen darf, ist im Allgemeinen wenig Er- frauliches zu berichtm. Eine Hofwohnung gehört schon schlechterdings nicht zu den hervorragenden Annehmlichkeiten dieses Lebens, doch wird eine solche den wenig beneiden«- werthcn Inhabern gar oftmals gänzlich verleidet durch die Zu- stände des Hofes. Einen der größten Uebelstände bilden und am meisten Grund zur Klage geben, trotzdem behördlicherseits in sanitärer Beziehung nach Kräften gewirkt wird, noch immer die sogenannten Müukästen. Ungeachtet der bestehenden Vorschriften, welche rnasstv gebaute Behälter mit Deckelverschluß verlangen, bestehen in vielen Häusern, besonders der Vorstädte, noch die alten, primitiven Einrichtungen in Gestalt einfacher hölzerner, offener Kästen, welche nach Anficht mancher Hauswirthe voll- ständig genügen. Daß hierbei die denkbar größten Uedel- stände zu Tage treten, wird Federmann einleuchten. Doch selbst in den Fällen, wo vorschriftsmäßige Behälter vorhanden find, treten häufig dieselben Uebelstände m die Erscheinung, da diese Behälter der dichten Beoölkerung der Häuser durchaus nicht entsprechend, d. h. viel zu klein find. Man denke fich ein HauS mit fünfzig oder noch mehr Miethsparteien, wie eS deren in Berlin ja in ungetäblter Menge giebt. Alle diese Parteien benutzen den einen kleinen Müllkasten. Nickt lange, so ist derselbe ge- füllt. D'ssenungeacktet, da kein anderes Gelaß vorhanden ist, wird derselbe immer wieder benutzt; was nicht oben darauf liegen kann, wird daneben hin geschüttet und eS wird somit ein Zustand geschaffen, welcher allen Ansprüchen der Zivili- sation Hohn sprickt. Da in den Müllkasten zugleich mit dem Müll sämmtliche Küchen, und sonstige Abfälle, der Kehricht des Hofes in feuchtem oder nassem Zustande, ja nicht selten auch warme Asche wandem, so wird der Müllkasten zu einem wahren Herenkessel, dcssen gährende Miasmen weithin die Luft ve' Pesten. Dieser Zustand dauert meisthin mehrere Tage, ohne daß irgend welche Abhilfe geschieht, nicht einmal desinfizirt wird, bis endlich der HauSwirth sich bequemt, den Müllkasten räumen zu lassen, worauf das alte Lied wieder von vorne an- fängt Eine Hofwohnuna, in deren unmittelbarer Nähe bei der B> schränktheit unserer Höfe fich derartige Zustände etabliren, zudem noch die unerquickliche Ausficht auf andere anrüchige Lokalitäten bietet, zu bewohnen, dazu gehört eine Eeldstüber- Windung, die wahrlich einer besseren Sache werth ist, von den Kellerwohnungen ganz»u schweigen. Daß derartige mittel- alterliche Zustände heute in Berlin noch bestehen können und daß ihnen nicht mehr Aufmerksamkeit zugewendet wird, ist wunderbar und der Grund hierfür wohl zumeist in dem eigenthümlichen Verhältniß zu suchen, in dem Miether und Vermiether zu einander stehen. Viele Hauswirthe stehen noch immer auf dem Standpunkte, kaum das, auf keinen Fall aber mehr zu thun, als was die polizeilichen Vorschriften un- tedingt verlangen und die moralische Verpflichtung, auS eigenem Antriebe für die Wohlfahrt ihrer Hausinsassen zu sorgen, durchaus nicht anerkennen wollen. Statt in berechtigter Wahrung ihrer Intet essen gegen die Unterlassungesünden der- attiger Hauswirthe energisch vorzugehen, lassen fich die Miether von dem Vermiether in unverantwortlicher Weise turannlfiren und ertragen schweigend und geduldig alle fie in hohem Maße schädigenden häuslichen Uebelstände, nur,„um es mit dem Herrn tzauswirlh nicht zu verderben."— Im allgemeinen In- teresse wäre wirklich zu wünschen, daß fick beide Theile und somit auch die häuslichen und höflichen Zustände besserten. hf*. Zum Kapitel von den„weiblichen Handlung«- reisenden", das, beiläufig bemerkt, auf der Tagesordnung einer am nächsten Montag Abend im Nieft'schen Lokal in der Kommandantenstraßc stattfindenden Versammlung von Kauf- leuten steht, enthält die jüngste Freitags. Nummer des„Berl. Jntelligenzbl." wieder ein recht charakteristisches Inserat, durch welches„eine hübsche, junge und redegewandte Dame zum Be- such von Engrosgeschäften behufs Vorlegung von Mustern" gesucht wird. Eine größere Anzahl werthvoller Fnndgegenstände, bestehend in Werthbeträgen und Werthsachen, find dem königl, Amtsgericht I, Abtheilung 49, mit der Maßgabe überwiesen teuflischer Hartnäckigkeit belagert, dürfte der Klageruf weib- licher Kleiderlosigkeit überall mit gleicher Schärfe ertönen. Es ist das entschieden eine angenehme Beigabe eheliche» Glücks, namentlich wenn daS Bekenntniß der fehlenden Be- kleidungSgegenstände mit dem gehörigen Nachdruck oder viel- leicht gar unter Oeffnung der Thränenschleufen abgegeben wird. Da« ist der Schrecke» der Schrecken; die salzigen Tropfe« bilden trotz ihrer Unscheinbarkeit von Alters her das schwere Ge- schütz der weiblichen Belagerungskunst, sie sind da« Mittel, um jede noch so hartnäckige Weigerung wie Schnee vor der FrühlingSsonne schmelzen zu lassen; der bissigste Brummbär wird ihnen gegenüber zum lammfrommsten— wie soll man sagen— Fatzke, wenn sich natürlich dieser Ausdruck des parlamentarischen Bürgerrechts erfreut. Solchen mißlichen Verhältnissen gegenüber marschirt der Zunggeselle von Beruf und Neiaung natürlich bis zum Knie in der unverfälschteste« Glückseligkeit. Er braucht zum menschenwürdigen Dasein auch nicht die geringste Tournüre, e« müßte denn sein, daß er bucklig wäre, und daß ihn sein ästhetisches Symmetriegefühl dazu veranlassen würde, die untere Hälfte seiner Kehrseite ebenso zu verzieren, wie e« die gütige Natur mit seiner oberen au« eigenem Anttiebe ge- than hat. Dem Zunggesellen ist für gewöhnlich«ine Vogel- leiche an seinem Hut ein Greuel, er trägt denselben mit Grazie und Anmuth, wie er vom Hutmacher kommt. Und vor allen Dingen, wie leicht ist für ihn der Uebergang von der wärmeren zur kalten ZahreSzeit! Er hat nicht nöthig, sich um die neuen Damen- Wiotermoden zu kümmern, und alljährlich vollzieht sich bei ihm mit bewundernSwerther Regelmäßigkeit eine Transaktion, welcher der äußere Mensch zu Grunde liegt. Die große Frage ist für ihn um die jetzige ZahreSzett nur die:„Soll ich jetzt schon meinen Eommerüberzieher versetzen, um den Winterüberzieher zu holen, oder warte ich noch I" Die einzig richtige Antwort auf diese einschneidende worden, mit denselben nach den gesetzlichen Bestimmungen verfahren. Dasselbe hat nunmehr auf den 31. Dezember d. und den 15. Februar k. I. in dieser Sache einen Termin an- beraumt, an welchem die Verlierer oder Eiaenthümer ihre Rechte und Ansprüche anzumelden haben, widrigenfalls ihnen nur der Anspruch auf Herausgabc des durch den Fund er- langten und zur Zeit der Eihebung des Anspruchs noch vor- handenen Vortbeils vorbehalten, jedes weitere Recht derselben aber ausgeschlossen werden wird. Unter den werthvolleren Fundsachen befinden fick: 2 russische Obligationen Emprunt d'Orient de 1°77 Nr. 295 262 und 295 263 über je 100 Rubel zu 5 pCt. verzinslich nebst Koupons Nr. 15-20 und Talons. gefunden an der Ecke der Ne ander- und Annenstraße, 230 M. 29 Pf. als erlegter Zinserlös für eine am 18. Mai d. I. vor dem Hause Prenzlauerstraße 56 als herrenlos aufgegriffene dunkelbraune Stute mit Stern und weißgefesselten Hinter- süßen, ein 20- Markstück am 30. Juni d. F. in Moabit gefunden, 2 PortemonnaiS mit Geldinhalt am 30. November v. F. und Ende Juli d. I. gefunden, 1 blauseidene Damenbörse mit 15,60 M. Inhalt, gefunden am 17. März d. I. in der Gerttaudtenstraße, 1 ledernes Portemonnaie mit Kugel- Verschluß und 11,93 M. Inhalt, am 1. August d. I. auf dem Belle- Allianceplatz gefunden, ferner 1 Ohrring mit 15 kleinen Brillanten und einer Perle in der Mitte, im Februar dieses Jahres in einem Juwelierladen der Neuen Roßsttaße gefunden, 1 Ring mit Brillanten, in der PotSdamerstraße am 28. Dezember v. I. gefunden, u. a. mehr. Die Anzahl der Selbstmorde hat in Berlin, wie bereits erwähnt, in den letzten Wochen in geradezu erschreckender Weise zugenommen. Der Polizeibericht bringt fast tagtäglich eine lange Liste derer, die auS Verzweiflung in Folge ibres Elends oder wegen einer unheilbaren Krankheit in den Tod gegangen find. Häufig bleibt daS Motiv zu der unseligen That völlig unaufgeklärt und zahlreiche Fälle gelangen über« Haupt nicht zur Kenntniß der Behörde. So hat z. B., wie wir hören, vorgestern Nachmittag ein junger Mensch von 19 Jahren, ein in der Potsdamerstr. 102 wohnender Xylograph, versucht, fich das Leben zu nehmen. Er hatte sein Taschen- meffer gezogen, die breite Klinge gegen das Herz gezückt und zugestoßen. Mit welcher Energie dieser Stoß geführt wurde, erhellt daraus, daß die Klinge durch das Oberhemd des Selbstmörders hindurch biS an daS Heft in die Brust eindrang. DaS Messer hatte glück» licher»eise daS Herz veifehlt, anscheinend kein edlereS Organ verletzt und nur eine tiefe Fleischwunde verursacht. Die Angehörigen des Unglücklichen fanden ihn in seinem Blute schwimmend. Auf dem Tisch lag ein Btref, in welchem der Selbstmörder seinen Vater um Verzeihung bat. Ein herbei- gerufener Arzt legte den ersten Verband an und leitete die Ueberführung des Verwundelen nach dem städtischen Kranken« Hause in der Lützowsttaße. Noch erschütternder erscheint der Selbstmordversuck eines zwölfjährigen Knaben. Durch einen Sturz auS dem Fenster versuchte Donnerstag Abend, wie ein Berichterstatter meldet, der in einer Erziehungsanstalt in der Neuen Hochstraße untergebrachte Paul K., der Sohn eines hiestgen Konditors, seinem Leben ein Ende zu machen. Ohne irgend eine erfichtliche Veranlassung öffnete er vorgestern Abend plötzlich ein auf den Hof führendes Fenster des Echlafsaales und stürzte fich kopfüber hinunter. Der jugendliche Leben«» übetdrüsfigf fiel aber so glücklich, daß er anscheinend nur geringe äußere Verletzungen davontrug. R. Zur Selbstmordmante. Wiederum ist ein junges Leben dieser jetzt henschenden Krankheit zum Opfer gefallen. Donnerstag Morgen erschoß fich ein junger Mann mittelst eines doppelläufigen Jagdgewehres in der Wohnung seiner Eltern. Müllersttaße 145. Der Tod erfolgte augenblicklich. Unglück» ltche Liebe soll daS Motiv zur That sein. Eine sehr aufregende Szene hat fich, wie unS berichtet wird, dieser Tage in einem Hause der Alexandersttaße abge- spielt. Die junge Frau des Kaufmanns M., welche erst seit wenigen Monaten verheirathet ist, aber während dieser Zeit mit ihrem Gatten in sehr unglücklicher Ehe gelebt hat, zeigte in den letzten Wochen wiederholt Spuren von Trübfinn, und machte Aeußerungen, die auf die Abficht eines SeldstmoideS schließen ließen. An einem der letzten Tage zeigte ste sich plötz- lich, nur im Hemd und mit einem Rock ihres Gatten bekleidet, am Fenster ihrer auf den Hof hinausgehenden, in der ersten Etage belegenen Wohnung, öffnete dasselbe, setzte fich auf das Fensterbrett und schrie mit gellender Stimme um Hilfe. Hau«- bewohner eilten herbei, stellten eine Leiter an die Wand und holten die Unglückliche herunter. Wie fich herausstellte, hatte sich der Geist der Frau M. umnachtet. Sie ist inzwischen nach einer Heilanstalt in Schöneberg überführt worden. Frage dürfte die deutsche Scewarte geben können, im All» gemeine» würden wir aber jetzt den Zeitpunkt für gekommen halte«. Es find die« jedoch nur die kleinen Sorgen des Lebens, welche gewöhnlich bei Beginn des Winters an uns heran- treten. Eine ganz andere Sprache redeten jedoch namentlich in der vergangenen Woche die Berichte der Tageszeitungen über die Selbstmord-Epidemie, die bei uns ausgebrochen ist. Wie mächtig muß es tief unter der Oberfläche unsere« sozialen Lebens grollen, wenn oben die Wellen in so stür- Mischer Weise bewegt werden. In den weitaus meiste« Fälle« ist es die krasse Roth, die Aussicht auf eine endlose Reihe kummervoller, freudeloser Tage, welche den Mensche» zwingt, freiwillig auS dem Leben zu scheiden. Mögen fich unter den vielen Selbstmördern auch Einzelne finden, deren Motto zu der schauerlichen That ein andere« war, für den weitaus größten Theil sind es Arbeitslosigkeit und die au« derselbe» resulttrenden NahruvgSsorgen. Allerdings von dem Mann, der sich draußen erhängt, der unerkannt und unbekannt schließlich verscharrt wird, der als Wasserleiche aus de» kalten Fluthen der Spree gezogen wird, spricht man nicht viel, eine kurze Zeile im Polizeibericht, das ist Alle«. Aber leidet dieser Mann weniger als der Andere, dem der Ueberdruß am Leben schließlich den Revolver in die Hand drückt? Für den letzteren sucht man Entschuldigung»- gründe, man sucht die That zu erkläre« und schließlich wisse« alle Zettungen zu erzählen, daß momentane Geiste«. gestörtheit den Verstand des Unglücklichen umnachtete! Bei dem Anderen war es natürlich Trunksucht, er fiel im be- trunkene« Zustande in irgend einen Kanal und fand dort ei« vorzeitige« Ende. DaS ist der Welt Lauf und de» Winter« und der arbettSlose« Zeit Anfang— ob eS jemals anders werden wttd? B. GesteM Abend gegen 9 Uhr fuhr Unter den Lmden- und Friedrichstraßen- Ecke ein ArbeitSfuhnver! im vollem Trabe mit der Deichsel durch die Drosch!« erster Klasse Nr. 1753 und tlemmte die Insassen der Droschke, zwei Damen, derart fest an den Rücksitz, daß die eine derselben noch stark an der Hand verletzt wurde; wenn die Deichsel nur etwa drei Zoll mehr nach rückwärts in die Droschke eingedrungen wäre, würden die Damen buchstäblich aufgespießt worden sein, doch konnten die- selben nach dem gehabten großen Schreck und als die durch- bohrte Droschke wieder klar gemacht war, vermittelst einer an- deren rasch herbeigeholten Droschke die Fahrt nach ihrer Woh- nung foitsetzen. Ein Schutzmann nahm dann die Sache zu Protokoll und flstirte den Führer deS Arbeitsfuhrwerks sofort i Projektirtes Repertoire der Königliche« Schauspiele vom 25. Oktober bis 1. Noobr. 1885. I m Opernhause: Sonntag, den 26.: Lohengrin(Herr Nietnann); Montag, den 26.: Der Trompeter von Säkkingen; Dienstag, den 27.: Der Maurer, Wiener Walzer; Mittwoch, den 28.: Der Prophet (Herr Niemann)' Donnerstag, den 29: Die lustigen Weiber von Windsor; Freitag, den 30.: Wilhelm Tell; Sonnabend, den 31.: Sylvia, Der betrogene Kadi; Sonntag, den 1. Nov. Johann von Paris, Wiener Walzer.— Im Schauspiel» kaufe: Sonntag, den 25.: Die Rantzau; Montag, den 26.: Die Märchentante; Dienstag, den 27.: Die Geier- Wally; Mittwoch, den 28.: Gattrccht, Das Tagebuch: Donnerstag, den 29.: Nathan der Weise; Freitag, den 30.: Der Widerspenstigen Zähmung; Sonnabend, den 31.: Er muß aufs Land; Sonntag, den 1. November: Gastrecht, Das Tagebuch. Elise Schmidt, die geniale„Komische"'des Friedrich» Wilhelmstädtischen Theaters, hat von Herrn Dir. Steiner einen glänzenden Antrag an das hiesige Walhallatheater erhalten. Frl. Schmidt hat Viesen Antrag abgelehnt und gestern einen neuen Vertrag mit Herm Dir. Fritzsche abgeschlossen, welcher die unübertreffliche Künstlerin wiederum auf eine lange Reihe von Jahren dem Friedrich- Wilhelmstädtischen Theater erhält, mit d.ffen künstlerischen Traditionen und Erfolgen Elise Schmivt so innig verwachsen ist. �,,,, Louisenstävtisches Theater. Es wird die Nachricht interessiren, daß der Komvonist der am Montag in Szene gehenden Operette„Das Testament des Herzogs" ein Berliner und hier ansässig ist. Es dürfte Herr G. Seydel der erste einheimisch« Komponist sein, der bis jetzt mit einer Operette vor das hiesige Publikum getreten ist. Polizei- Bericht. In der Nacht zum 23. d. Mts. ge< riethen in einer Küche des HauseS Mohrenstraße Nr. 7 die Dielen und Staaken unter der Kochmaschine in Brand. Die Feuerwehr löschte denselben in kurzer Zeit.— Am 23. d. M. zormittagS trat ein bei Reparatur des Glasdaches einen photo graphischen Ateliers in der Blumenstraße beschäftigter Klempner- rling unvorfichtigerweise auf eine Glasscheibe, brach mtt derselben durch unts siel etwa 4 Meter tief in das Atelier hinab. Anscheinend innerlich schwer verletzt, wurde er mittelst Droschke nach seiner Wohnung gebracht.— Um dieselbe Zeit fiel der in Glasschleiferei von Fröhlich, Hollmannsiraße 22, be» schäftigte Schlosser Schulz von der Leiter und erlilt dabei eine Gehirnerschütterung, so daß er besinnungslos mittelst Droschke nach seiner Wohnung gebracht werden mußte.— An demselben Vormittage wurde aus einem Fenster des Eckhauses Rheinsbergerstr. 23 eine leere Weinflasche geworfen, welche den gerade vorübergehenden Arbeiter Fahrenholz traf und ihm am Hinterkopfe eine bis auf den Knochen gehende Wunde zu- fügte. Gerichts-Zeitung. Ein an die Arbeiter Deutschland» gerichteter Aufruf zur Unterstützung streikender Arbeiter bildete die Unterlage einer Anklage wegen Ausübung eines Zwanges zur Theil- nähme am Streik, welche gegen den Drechsler Fischer, den Knopfmacher Kleiber und den Drechsler Müller vor der fünften Strafkammer hiesigen Landgerichts l verhandelt wurde. Alle drei Angeklagte gehörten zum Streikkomitee, welches deschloffen hatte, zum Zwecke der Einsammlung von Beittägen zur Unter- stützung der Streikenden einen Aufruf an die deutschen Arbeiter zu erlassen. Mit der Abfassung desselben waren die Angeklagten Fischer und Müller betraut. In dem Schriftstück wurde ge« schildert, wie ihnen der Kampf um ihre gute Sache durch ein- zelne ehrlose Wichte erschwert werde, die erst den Strerk mit hervorgerufen und dann unter Bruchihres Ehrenwortes die Arbeit wieder aufgenommen hätten. Der dritte Angeklagte hat Ich oet der 2"h"üuna dieses Flugblatts wesentlich bethciligt. "lle Drei versichem, daß es ihnen gar nicht eingefallen sei, die wortbrüchigen Kollegen zur Wiedernicderlegung der Arbeit zu l, sondern daß sie ihren Nochschrei lediglich an die außei halb des Streiks stehenden Kollegen gerichtet hätten. Der Staatsanwalt führte demgegenüber aus, daß der Zweck des Auf- rufs ein doppelter gewesen sei; einmal sollte er zur Gewäh- rung von Beiträgen gmeigt machen, hauptsächlich aber dazu dienen, die Streikenden zum Ausharren aufzufordern, durch Einschüchterung und Beeinträchttguna ihres freien WillenSent- schluffes. Er beantrage daher gegen die Verfasser je fünf, gegen den Verbreiter drei Tage Äefängniß. Der Gerichtshof erachtete diesen doppelten Zweck zwar für möglich, aber einen Beweis für die Absicht der Einschüchterung nicht erbracht. Aus diesen Gründen ist auf Freisprechung der Angeklagten erkannt worden. mtM«».] IseuMeton. ?«« Mor«o«m«adche� 90s Amerikanische Erzählung von fBalbuiu Möllhanse», (Fortsetzung.) Alles dieses erkannten die Flüchtlinge erst, al« es endlich nach mehrstündiger Wanderung zu tagen begann und allmälia die Formen der sie umgebende» Scheins- masse« deutlicher hervortraten. Daß es ihnen nicht an Schlupfwinkeln fehle, im Fall sie eingeholt und zum Kampfe gezwungen werden sollte«, begriffen sie wohl, allein sich lange zu halten, wäre trotzdem unmöglich ge» wesen, indem der einzige nach dem Hochlande hinauf- führende Weg nur in der noch immer breiten und sandigen Hauptschlucht zu suchen war. Als endlich die warme» Sonnenstrahle» in die Schlucht «indrangen, trafen die zum Theil schon sehr erschöpften Wanderer zum ersten Male Anstalt zu rasten. Etwas Waffer, welches noch die erquickende Kühle der Nacht in sich barg, war bald gefunden. Doch wen» auch die Aussichten«och immer nicht aanz hoffnungS- loS genannt werde« durften, so ruhte doch auf Allen mehr oder minder ein Druck, welchen Niemand ganz abzu- streifen vermochte, und der sich in einem düster« Schwelge« bekundete. Nur Rast, dem die ungewohnte Arbeit eimt ununterbrochen bergan führende» Fußreise offenbar sehr schwer wurde und bereits die hervortretendsten Spuren von Er- fchöpfung zu zeigen begann, äußerte seinen Unmuth in der ihm eigenthümliche« geräuschvolle» Weise. Er verdammte und verfluchte bis in de« tiefste» Abgrund der Holle sowohl den sandigen Weg, wie seine eigene» Füße, am meisten aber P. Mit tollkühne«, frevelndem Leichtsinn setzte der Ziegler Friedrich Wishclm Raetzel aus Zossen sein Leben und dasjenige einer Einwohnerin des genannten Ortes auts Spiel. Am 16. E'ptemder d. I, fuhr Raetzel mit einem Ackerwagen. seines Herrn Kartoffeln vom Felde heim; auf dem Wagen defand sich die Eigenthümerin der Kartoffeln. Bei dem die Straße von Mölln nach Zossen kreuzenden Eisenbahn- Uebcr- gang der Dresdener Bahn angelangt, faßte Raetzel plötzlich den tollen Gedanken, vor dem sich eben nahenden Abendzuge von Dresden den Uedergang zu erreichen und dem Zuge vor- beizufahren. Gedacht— getban, im rasenden Lauf aus die Pferde peitschend, erreichte Raetzel die bereits vorgeschobenen Barrieren und zertrümmerte dieselben. Unmittelbar nachdem er die Schienen passtrt, sauste der Personenzug vorbei.— Das Wagniß war geglückt, Raetzel sowie seine Begleiterin war mit heiler Haut davongekommen, nun aber nahm die Anklagebe- Hörde sich der Sache an und wegen Gefährdung eines Eisenbahn- Transportes wurde gegen Raetzel Anklage erhoben, sowie die sofortige Verhaftung des tollkühnen Men- sehen verfügt.— Gestern erschien R. vor der Strafkammer des Landgerichts II; er erhob hier den Einwand, daß er geschlafen; dieser Angabe widersprach aber die durch die Aussage des Bahnwärters lonstatirte Thatsache, daß die Pferde des qu. Wagens in scharfer Gangart auf die Barriere losgestürmt und dieselbe, obgleich 3 Zoll stark, zertrümmert hatten.— Der Staatsanwalt beantragte nur 4 Wochen Gekängniß; der Gerichtshof ahndete die fast an Wahnsinn streifende fahrlässige Handlungsweise des Angeklagten mit 2 Monat Gefängniß. Eine« unerwarteten Ausgang nahm eine Anklage wegen gemeinschaftlichen Betruges und wegm Vergehens gegen das Nahrungsmittelgesctz, die gestern vor der ersten Straf- kammer des Landgerichts I zur Verhandlung gelangte und sich gegen den Käsehändler und Gasthofshefitzer Dienst und den Käsehändler Beez richtete. Der erste Angeklagte hatte im No- vember v. I. einen Posten Schweizerkäse erstanden und zwar mit Rückficht auf den ramponirten Zustand der Waare zu dem dilligen Preise von 40 Mark pro Zentner. Er sah bald ejn, daß er sich verspetulirt hatte und wandte sich an den zweiten Angellagten, um durch dessen Vermittclung den Käse wieder los zu werden. Dem Beez gelang es durch die Macht der Ueberredung in der Person deS Kaufmanns Sendtner einen Reflektanten zu finden und das Geschäft kam zum Abschluß. Als der neue Spekulant den Käse zu Hause genauer besah, da besah er auch seinen Schaden; die den Käse kreuz und quer durchspaltenden Risse zeigten an der Oderfläche alle möglichen Farben und bargen eine Unmenge Maden. Sandtner ver- suchte die schadhaften Stellen zu entfernen und die besseren Theile deS Käses in kleineren Partien an die Restaurateure abzusetzen; als ihm dies aber auch nicht gelingen wollte und außerdem seine Frau durch dm Genuß eines ErückchenS Käse unwohl geworden sein wollte, da rächte Sandtner sich an die Verkäufer durch eine Denunziation, in- dem er diesclbm der obigen Strafthaten bezichtigte. Die Be- weisaufnahme ergab aber durchaus nichts Belastendes gegen die Angeklagten. Sandter hatte den Käse für den halben Preis gekauft, den gute Waare zu kosten pflegt, und einen Vermögensvortheil die Angellagten weder erstrebt noch er- rungen. Auch bekundeten die Sachverständigen, daß ein Laib Schweizer-Käse, von dem die angefaulten Stellen entfernt worden, an seinen übrigen intakt gebliebenen Stellen genießbar sei und fiel somit auch die Anklage wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittelgesetz. Der Vorsitzende belehrte den De- nunzianten, daß er sich ja durch den Verkauf des Käses an die Restaurateure desselben Vergehens schuldig gemacht, dessen er die Angeklagten beschuldigte und die letzteren wurden auf den Antrag des Staatsanwalts fteigesprochen, bevor die Be- weisaufnahme erschöpft war. Uerewe und Versammlungen. I» der Generalversammlung der Schrauben-, Fa?on- dreher und Berufsgenossen, welche am 21. Oktober in Wohl- baupt'S Salon tagte und gut besucht war, referirte Herr Tischlermeister Mitan über„Die Organisation der Arbeiter". Referent sprach sich in seinem mit vielem Beifall aufgenomme- nen Vortrag dahin aus, daß es ein verfehl- es Werl sei, die Zünfte wieder in's Leben zu rufen. Die au'geklärten Arbeiter seien sich darin schon lange einig, daß die Herren Gewerk- vereinler und Zünftler nicht das Wohl der Arbeiter im Auge haben. Redner richtete eine ernste Mahnung an diejenigen Arbeiter, welche dem Fachverein noch fern stehen, recht bald sich einem solchen anzuschließen, denn nur dadurch, daß die Arbeiter in den Fachvereinen Schulter an Schulter vereint stehen, sei eS möglich, den heutigen Verhältnissen entsprechende Vor theile zu erzielen- In seinen weiteren Ausführungen wies Redner darauf hin, daß es ja im Leben so oft vorkomme, daß die Arbeiter wegm Unkenntniß der Gesetze, das heißt ohne bösen Willen, gegm dieselben verstoßen. Er emvfahl den Fach- vereinen, neben anderen wrssenschaftlichen Vorträgen auch juristische Vorträge halten zu lassen, um auf diese Werse in den Arbeiterkreisen Aufklärung und Einficht zu verbreiten, denn wie bekannt, schütze Unkenntniß der Gesetze nicht vor Strafe. Redner schloß unter lebhaftem Beifall mit einer nochmaligen Aufforderung an alle dem Fachverein noch fem stehenden Kollegen, demselben baldigst beizutreten. Herr Hirsch, der Vor- fitzende der Versammlung, eröffnete dann die Diskusston. An derselben betheiligtm sich die Herrn Jakobs, Hirsch und Zimmer- den Delaware», der nach seiner festen Ueberzeugung dem Schlangen-Zndieaner die Kehle hätte durchschneiden müssen. Zedea einzelnen dieser heftigen Ausbrüche schloß er dann immer damit, daß sie Alle zu Grunde gehen müßten, ohne vorher«och einmal einen Blick auf den Ozean geworfm zu haben und daß die Vereinigten Staaten in Lieutenant Dickte einm zukünftigen großen und weltberühmten Kommodore verliere» würde», während an ihm, einem altm, abge- takelte« Bootsmann, nicht viel gelegen sei. Der Schwarze Biber, der eine besondere Vorliebe für de» altm Seemann gefaßt hatte, nickte beffällig zu dieser Amßerung. „Wenn wir auch nicht Alle zu Grunde gehe»," hob er an,„so werden die meisten von uns doch wohl schwerlich diese Schlucht lebendig verlassen." „Zhr meint nicht 1" fragten Weatherto» und Falk ebm so kaltblütig, aber doch nicht ohne ein gewisses Bedauern im Ton ihrer Stimme. „Nein," antwortete der Biber, emsig an einem Stück gedörrtm Fleisches nagend;„diese Schlucht ist gungbar für Pferde, und ich wundere mich, daß die schurkischen Mor- monen und ihre Utah-Hunde uns noch nicht guten Morgen gewünscht habm." „Haben Sie denn ihre Pferde bi« an dm Kolorado mitgenommen?" ftagte Weatherto» weiter. „Gewiß," lautete des Bibers lachmde Antwort.„Die- jmigm, welche Pferde besitzen, werdm doch nicht so große Narrm sein, sich auf zwei Füße« fortzubewegm, wenn ihnen derm vier zu Gebote stehen." Wir sahen und hörtm aber nicht« von Pferdm. Und dann, wärm sie wirklich zu Pferde an den Kolorado gezogen so hättm sie doch ihre Spuren in dieser Schlucht zurück! lassm müssm. „Ist da« nicht geschehen?" fragte der Delaware mit seinem charakteristischm verschmitztm Lächeln, indem er auf Mann. Auch sie forderten zu regem Anschlüsse aller KoW an den Fachverein auf. Hierauf wurde zum zweiten P» der Tagesordnung übergegangen: Berathung des Min«» LohntaittS der Schrauben-, Focondreher und verwan Ken# rufsgenoffen Berlin«. Herr Hirsch verlaS die Hauptparaaraptz> desselben und nachdem er sowie die Herren Jakobs, Zim»» mann und Wüst sehr warm für denselben eingetvtcn ir# wuiden folgende von Herrn JakobS eingebrachten RcsoluliiM- einstimmig angenommen: 1) Tie Versammlung erklärt ß mit den Ausführungen deS Referenten einverstanoen und r« pflichtet sich, in seinem Sinne zu wirken. 2) Tie VersMj» lung erklärt sich mit den Bestimmungen des Minimal tarifS einverstanden und verpflichtet fich, mit aller Kraft Durchführung desselben einzutteten.— Nachdem nahm$• Mitan noch einmal das Wort und ermahnte, neben W Minimal-Lohntarif auch für kürzere Arbeitszeit einzutreten, durch kürzere Arbeitszeit hebe fich die Nachfrage nach Ak* kraft und mit ihr naturgemäß auch der Verdienst des Jb Kelters. Redner empfahl dem Verein noch, für Lohn# überhaupt zu wirken, da die Akkordarbeit nur zu Gunsten Jf Arbeitgeber eingeführt wäre. Lauter Beifall lohnte auch Jj mal den Redner für seine Ausführungen. Herr Hirsch die Versammlung um 10'/» Uhr. Eine öffentliche Kommunalwähler-VersammloirS. welche zahlreich besucht war— tagte am Mittwoch 9«% unter Varste deS Herrn Fahrenwald behufs Aufstellung 2 Kandidaten für die Stadtverordneten wähl im zehnte» munal-Wahlbezirk in Habels Brauerei, Bergmannstraße Der jetzige Vertreter dieses Betirks, Herr Stadtv. Sei)«** war zu der Versammlung brieflich eingeladen, jedoch nick? schienen. Herr Stadtv. Gö-ckr referirte über das Wf „Wie hat die bisherige Majorität der Stadtverordneten � sammlung die Interessen der Bürgerschaft vertreten iroßem Beifall der Versammlung— Nachdem Reierent» "rarakter der Miethssteuer klar gelegt, diese, hauptsächli� kommunale auf, nunm «vorstehen Ardeiterver Nu Vertreter I einander. H. n. b>ahlbezir fett R- Schulz b>e agitatr wesenden z ren mit de bürgerlicher ders die I teder voll x\y" �betterpar tei' «theilt wu »um«an Aung und klamirt.£ ?auen, na bes Wettere w mich e gü �wellen ltft ersch Arbeiter und Handwerker so schwer drückende Steuer scharfen Kritik unterzogen und darauf hingewiesen hatte,� wenig die„liberale" Majorität gesonnen sei, eine grü- Reform dieser Steuer eintreten zn lassen, ging er über Besprechung unseres jetzigen Gewerbe- Schiedsgerichlsverf DteseS Verfahren entspreche durchaus nicht den Anforde welche man an ein„Ge werbe- Schiedsgericht" zu stellen tigt sei; ein solches müsse auf Grund des allgemeinen gl und direkten Wahlrechts zusammengesetzt werden ur» gleichen Theilen au« Arbritgebern und Arbeitnehmer» stehen. Redner kritifirte das Verhalten der Majorit< Stadtverordneten> Versammlung gegenüber den Ant» auf Erhöhung der Löhne der städtischen Ar» Diese Anträge habe man abgelehnt, während dieselbe 9JW zu wiederholten Malen die Gehälter der Stadträrhe und derer höheren Kommunalbeamten bedeutend erhöht habe- statt Gelder zu Festessen zu bewilligen, solle man lieber» Errichtung von Vollsbadeanstallen. Sanitätswachen u. wohlthätigen Jnstttuten denken; eS sei bedauerlich, daß J" artigen Zwicken immer erst der„Klingelbeutel" hennw müsse. Da nun die jetzige Majorität im rothen Hause W die Bürgerschaft am meisten interesfirenden Fragen oft rw geringste Verständn-ß habe, so müsse man andere, die Jnl? auch der unbemittelten Bürger besser vertretende Stadtoer«a wählen. Referent kritifirte hierauf das jetzige Wahlsystem und fordert auch für die Kommunalwahi� allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht. Zu einer � chung der„Bürgerpartci" übergehend, und das Verhalt� zu dieser Partei gehörenden Stadtverordneten an w« Beispielen zeigend, warnt Redner vor der Wahl von Verl» dieser Partei.- Durch vereinte Aufbietung aller K-öfte Arbeiterkandidaten einzutreten, und dadurck die jetzigen Arbeiter- Stadtverordneten zu vermehren, wären die richtigen Vertteter der 3. Wähler. Abtheilui Schluß fordert Referent die Wähler des 10. Wahldej. in dieser Hinficht ihre Schuldigkeit voll und ganz Pj Nach einer animitten Diskussion, an welcher sich auch Gegner betheiligten, die indeß gründlich widerlegt nahm die Versammlung folgende Resolution cinstta Die heute tagende Kommunalwähler- Versammlung d mit den Ausführungen des Herrn Referenten Stadtoen Görcki voll und ganz einverstanden und verpflichtet allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln bei der Kommui« ?i>mnermeh w energisch für die Wahl eines Mannes einzutreten, der gewillt rst, die Lage der Bürger und namentlich die der Afl zu heben und zu fördern. Zugleich erklärt die Vers-«'?' S �selben I Ste l&a °°en erhöh vom Fortsei �erverbrsch errergisch ft ein und pl chen, gehei Semeinve t veiter zu st vern Redm unter And tungen de unternehmi gif stck »wen Erh! Mhhausr Me der W iv*.vvnm. tiuuu m w r*1 Nch mit den bisherigen Leistungen der Vertteter der Ar? w Ä parter zufrieden, und ttrickt dnfiir aewurf« ihren Mb«, t 1 zufrieden, und spricht dafür öffentlich ihren mtt dem Versprechen, daß du Arbeits aus, bisher werden im____ ,,...___ - Von den Herren Schieske. Wilickke und@0'* hierauf mit warmen Worten al» Kandidat für den 1U unentwegt auf Seite ihrer Vertreter 5&ff Wrt im Kampf für die gerechte Sache der A r�eiter fc .....«. Sehe, tzi" bezirk Herr Oskar Krohm empfohlen und einstimmig v. ..... iA der«bst? Versammlung als solcher proklamirt. Nach der A-.- nahm Herr Krohm, mit lebhaftem Beifall begrüßt.»<»! dankte für das ihm geschenkte Vertrauen und erllätte � Annahme der Kandidatur bereit. Er legte seinen zur Arbetterpartei klar und versprach, stets für die der Arbnter eintreten zu wollen. Nach BelprechunS mehrere runde Zeichnungen im Sande wies, o>el-v>tuemaioir>a,. tnr viiyuyuu«.'"rrr*.," «ohne der städtischen Arbeiter habe man namlrchmrt der Mo- Murng, daß„Ebbe" in der Kaffe der städtischen Verwaltung 2' abgelehnt, es aber trotzdem fertig gebracht, die so wie so eTn Jw» Gehälter der höheren städtischen Beamten noch um gen* Artendes ,u erhöhen. Bei diesen Fragen habe übri- s.i? �.liberale und die famose Bürgerpattei einen und den- %%% Arb-i��ei zur Tagesordnung über, denn leder aufgeklarte fctv? habe längst erkannt, daß diese Partei nur darauf aus- l9e'«ie weniam freiheitlichen Institutionen, welche wir noch befitzen, immer mehr zu untergraben.(Sehr wahr!) Hier hieße es: tabula rasa! Herr Görcki schloß mit dm Worten: „Wollen Sie, daß beffere Zustände Platz greifen, wünschen Sie eine wahrhast volksthümliche Vertretung im Rathhause, so sorgen Sie für Ihren Theil mit aller Krast dafür, daß in Ihrem Bezitte unser Freund Herr Steindorff gewählt wird. Unsere Prinzipien müssen fich endlich auch in weiteren Kreisen auf gesetzlichem Wege Bahn brechen und um dieses nach bestem Können mit ermöglichen zu helfen, bedürfen wir der Unter- stützung treuer Parteigenossen. Nur in dem erhebenden Be« wußtsein, Patteiverstärkung zu erhalten, mit Jhnm eins zu sein, können wir weiter schrertm bis zur Erreichung de« hehren Zieles, daS da heißt: Gerechtigkeit! Nun wohlan denn, gehen Sie mit frohem Muthe zur Wahl und sei Ihre und Ihrer ar- bettenden Mitbrüder Parole am 24. November in diesem Bezirk nur allein: Wählt Eteindorff!"(Stürmischer, wieder- Holter Beifall.) Nach einstimmiger Annahme einer Resolution, welche fich gegm die Wiederwahl des bishettgm Vertreters Herrn Häsecke und für die Wahl des Arbttterkandidaten Herrn Steindoiff ausspricht, nahm auch Herr Dr. Lütgenau Veranlassung, ein vernichtendes Uttheil über die „Bürgerpattei", deren Gmoffm im Reichstage dem Volke die nothwmdigen Lebensmittel vettheuert hätten, zu ifällen. Die Bürgerpattei protegire die antisemitische Agitation, welche eine Schmach des neunzehnten Jahrhunderts zu nennen sei und richte fich dadurch ganz allein.(Beifall.) Der Kandidat Herr Steindorff gab dem Vorredner darin voll- ständig Recht und meinte, daß die wersthättge Bevölkerung nur allein durch festen allseitigen Anschluß an die Arbeiter- pattei Heil und Segen zu erwarten haben werde. Ohne Kampf auf dem Boden des Gesetzes sei kein Sieg zu gewinnen! Unsere Waffen find rein; es find nur Geisteswaffen, mit denen wir auf dem eben gezeigten Boden die wahre, einzige und wirkliche Volkswohlfahtt:„eine soziale Reform auf demokrati- scher Grundlage" zu erstreben suchen werden. Agitiren Sie in diesem Sinne unermüdlich bei, vor und besonders nach der Ar« beit; gehen Sie von Haus zu Haus, von Arbeitsstätte zur Arbeits« stätte und kommen dann die Gegner in ihrer gewohnten Weise mit allerlei Verdrehungen und Vorspiegeleien, dann halten Sie, Allen weithiU fichtdar. Ihr reines Banner hoch, das Banner der WahMff, Gerechtigkeit und Nächstenliebe! Dann wird und muß aaTWahltage der Sieg unser sein!(Stürmischer Bei- faW�Mit einem kräftigen Hoch auf den Ärbeiterkandidaten -8. Wahlbezittes wurde sodann die Versammlung geschloffen Zur Organisation der Hamburger Tischler wird uns von dort geschrieben: Die verkehrte Welt! Das wäre wohl der richtige Ausdruck für den Akt der von Dienstag, den 20. dieses Monats in der Generalversammlung des Fackvereins der Tischler Hamburgs zur Aufführung gelangte. Nämlich die Lostrennung deS Vereins vom Zentralverband. Bevor ich den Bericht folgen laffe, ist es nothwendig, etwas zurückzu- areifen, um die Vorgänge unter den hiefigen Tischlem etwaS klarer zu legen. Bekanntlich ist auch hier eine Lohnbewegung ins Leben gerufen worden. Die„Werkstellen-Organisation", wie fie fich hier nennt und die ja auch ein paar Tausend Tischler hinter fich hat. Da nun aber hier von der Behörde keine äffentlichem Gewerkschafts Versammlung erlaubt werden, ist in der letzten Zeit dahin gearbeitet worden, daß ein großer Theil der Anhänger der Werkstellen-Organisation in den Fach- verein eingetreten ist, die ja auch jetzt die Majorität im Fachverein bereits erlangt haben. Die Werk- stellen- Organisation glaubt den Kernpunkt einer statten Ltaanifolion in dem geringen Beitrag, den fie erhebt, gefunden zu haben, nämlich die Woche 5 Pf. Den Beitrag, welchen der Fachverein erbebt, 50 Pf. pro Monat(30 Pf. für den Verband und 20 Pf. Vereinibcitrag) hält man für zu hoch, deshalb ist in der letzten Zeit auch ein Antrag auf Lostrennung vom Ver- band, Abänderung des Namens des Vereins und Herabsetzung der Beiträge auf 5 Pf. die Woche im Fachverein eingebracht worden. Sonderbar, sonst strebt alles der Zentralisation zu und hier in Hamburg will man jetzt dezentralifiren. In der General-Versammlung kam dieser Antrag zuerst zur Diskusfion. Der Antragsteller, Herr Sorgenfrei, motivitte seinen Antrag folgendermaßen: Die Hamburger Tischler seien nicht in der Lage, 10 Pf. pro Woche für Organisationszwecke zahlen zu können, ferner sei der Verband zu schwach, da er nur 3000 Mitglieder zähle, und deshalb auch nickt in der Lage die Lohnbewegung der deutschen Tischler zu leiten. Im Uebrigen hätte ja der Verband die Unterstützung der Streiks verweigert. Das war so der Sinn der Rede des Antragstellers. Von den Gegnem dieses Antrages nahm zunächst Herr Gramm daS Wort, der die Ausführungen des Herrn Sorgenfrei einer schatten Kritik unterzog. Er führte unter Anderem folgendes aus: Es sei höchst bedauerlich, daß jetzt, wo Alles der Zentralisation zu- strebe, wo Post, Eisenbahnen, Heerwesen, Innungen, Fabri- kanten jc. zentralifirt seien, von den Tischlern Hamburgs die Lostrcnnung vom Verbände beantragt werde. Etwas Gutes müsse die Zentralisation doch an fich haben, denn sonst wüide der Staat nicht alles zenttalifiren. In verschiedenen Städten hätte man leine Mittel unversucht gelassen, den Anschluß an den Zenttalverband zu ermöglichen und doch wäre dies an vielen Orten nicht gelungen. Auch in Hamburg hätte es große Mühe gekostet, den Anschluß zu erlangen, deS« halb solle man fich auch nicht so ohne Weiteres davon wieder ausschließen, daß der Verband schwach sei, wäre kein Grund zu diesem Vorgehen, im Gegenthett, man solle hier mit einem guten Beispiel vorangehen und den Verband kräftig unter- stützen, denn mit Neinen Mitteln sei nie etwas Großes zu er» reichen. Im Uebrigen müsse er(Redner) entschieden in Ab- rede stellen, daß die Tischler Hamburgs nicht in der Lage seien, 10 Pfg. pro Woche für OrganisatronS, wecke zu zahlen. Herr Heine bestritt, daß der Verband die Streiks direkt verweigert habe, er habe nur erllärt, er könne fie nicht unterstützen und hätte fich damit einverstanden erklärt, daß einige Städte eigenmächtig vorgehen. Von Herrn Köhnen wurden die Vor- theile des Verbandes hervorgehoben. Die Unterstützung, daS Sterbegeld seien gewiß nicht zu unterschätzen, denn wo man Rechte habm wolle, müsse man auch Pflichten ettüllen. ES traten weiter die Herren Ehlers und Fröhlich für den Verband ein. Dann sprach noch Herr Leinemann für den Antrag. Nachdem noch der Antragsteller das Schlußwort erhallen. wurde der erste TheU des Antrages mit 156 gegen 142 Stimmen angenommen, das war der Schluß dieses Aktes. Der Polizeibeamte erlaubte, da es bereits 12 Uhr war, noch so lange tagen zu dütten, bis daS Resultat der Abstimmung bekannt war. Durch diesen Beschluß wird ein Zwiespalt unter den hiefigen Tischlern heroorgerufen, dessen Folgen noch nicht abzusehen find, denn der größte Theil der intelligenten Tischler steht auch hier den Streiks nicht so sympathisch gegen- über, da fie fich nicht viel davon versprechen. Es wird hier noch manche erregte Debatte in dieser Angelegenheit geben. Nächsten Dienstag, den 27. Oktober, findet eine weitere Ver« sammlung statt. Arbeiter-BeziekSverein für de« Westen Berlin». Montag, 26. Ollober, Abends 3'/, Uhr, Versammlung in Gründers Lokal, Schwerinstr. 26. Herr Dr. Lütgenau wird über„die Kultur und die Parteien" sprechen. Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. Gäste willkommen.— Bezirksverein der Rosenthaler Vorstadt. Montag. den 26. Oktober, Abends 8 Uhr, in der Neuen Walhalla. Schönhauser Allee 156, Versammlung. T.-O.: 1. Vortrag de? Herrn Kendziora über:„Kulturgeschichtliches aus der Zell der Reformation." 2. Diskusfion. 3. Ansprache des Kandidaten deS 34. Kommunal- Wahlbezirks Herrn Emil Böhl. 4. Per« schiedenes. 5. Fragelasten. Neue Mitglieder werden aufae- nommen. Auch findet der Umtausch und die Ausgabe der Bücher der Bibliothek statt. Oeffentliche Generalversammlung der Schuhmacher (Meister und Gesellen). Montag, den 26. Oktober, Abends 8 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstr. 77—79. Oeffentliche Tischlerversammlnng heute Vormtttag in Keller'S Salon, Ändreasstr. 21. Alle Geschäftsreisende sowie überhaupt alle Kaufleute Berlins werden zu einer am Montag Abend 8'/, Uhr in Nieft's Etablissement, Kommandantenstr. 71/72, stattfindenden öffentlichen Versammlung eingeladen. Tagesordnung: Vor» trag über:„Die Einstellung weiblicher Geschäftsreisenden." Freie Vereinigung der Graveure. Ziseleure und Berufsgenossen. Versammlung Montag, den 26. Oktober, Abends 8V, Uhr, Restaurant Sahm, Annenstr. 16. Tagesordnung: 1) Geschäftliches, Aufnahme neuer Mitglieder(ohne Einschreibegeld). 2) Vortrag des Herrn Rellor Paulick über „Die historische Entwickelung des deutschen Kunstgewerbes vom Mittelalter bis zur Neuzeit". 3) Verschiedenes.— Gäste willkommen. Eine große Kommunalwähler-Versammlung findet für den 34. Bezirk am Dienstag, den 27. Oktober, Abends 8 Uhr, in Mexer's Vereinshaus, Ackerstr. 63, statt. T.-O.: 1. Die bevorstehenden Kommunalwahlen. Referent: Herr Emil Böhl, Kandidat des 34. Bezirks. 2. Diskussion. Sämmtliche Wähler der dritten Abtheilung dieses Bezirks find hierzu ein- geladen. Verein der Parquetbodenleaer Berlins. Montag. den 26. Oktober, Abends 8 Uhr, Mauerstr. 86, geschlossene Mitgliederversammlung. Zentral-Kranken- und Sterbekasse der Fabrik- und Handarbeiter beiderlei Geschlechts(E. H. Dresden). Sonn- tagS Vormittags werden Aufnahmemeldungen und Bellräge vom Kasfirer Herrn Spickermann, RüderSdorferstr. 51, entgegengenommen. Dem Fachverein der Bau- und Fabrikarbeiter»« Köpnick ist es bisher noch nicht gelungen, ein neues Vereins- lokal zu finden. Versammlungen können daher vorläufig nicht abgehalten werden- Der Vorstand ersucht die Mitglieder, trotz- dem an der Organisation festzuhalten, und hofft, bereits in den nächsten Wochen ein passendes Lokal zur Abhaltung von Ver« sammlungen zu finden. Bis dahin mögen die Mitglieder ihre Vereins beitrage an den Kasfirer Herrn Hanisch, Gartenstr. 1. Sonntags Vormittag von 9—12 Uhr abliefern. i nt*' �ief« L Preassische Central-Bodencredit-Actiengesellschaft« C o n y e r t i r u n g nrocentteer zum Nennwerth rückzahlbarer Pfandbriefe der Prenssischen Central-Bodencredit- Actiengesellschaffc von 1879 In*'/o Ige Pfandbriefe. N»ch VewtSndienng mit den betreffenden Darlehnsnehmern werden die gämmtlichen noch im Umlaufe befindlichen 4Viprocentigen zum Nennwerth rückzahlbaren Pfand* (Emission 1879) im gegenwärtigen Betrage von 7 168 100 M., behufs Rückzahlung am 1. Jnli 1886 zur Ansloosnng gebracht werden. Znvor bieten wir hiermit die Convertirang dieser Pfandbriefe in 4 procentige Stücke unter folgenden Bedingungen an: Die Convertirang erfolgt in der Zeit 26. OctObflP blS einschliesslich 1t NOVembeP 1885 in Berlin bei der unterzeichneten Direction Direction der Dieconto- Gesellschaft, „„ Herrn S. Bleichröder, in Frankfurt a. M. bei den Herren M, A. von Rothschild& Söhne, in Cöln bei den Herren Sal. Oppenheim jnn.& Co. und zwar bei jeder Stelle in den bei derselben üblichen Qeschäftsstnnden....... 0 o. v.ooc._.. L. An Stelle der zur Convertirang angemeldeten Stücke werden 4 procentige Pfandbriefe der durch Snbscnption im Februar 1885 begonnenen Emission 1886 ausgegeben. Für diese Pfandbriefe gelten die nachstehend wiederholten Bedingungen:.__... Die Pfandbriefe werden auf den Inhaber ausgestellt und in Stücken zu 5000, 1000, 500, 300, 100 Mark ausgefertigt. Sie sind von Seiten der Inhaber unkündbar und werden mit 4 Procent für'a Jahr in halbjährlichen Terminen am 2. Januar und 1. Juli bis zum Tage ihrer Tilgung verzinst. Die Pfandbrief-Anleihe wird zum Nennwerth im Wege der Verloosnng getilgt...,..,... Zu diesem Behnfe hat die Gesellschaft jährlich wenigstens V» pCt. des Nommal Betrages der Anleihe nebst den ans den eingelösten Pfandbriefen ersparten Zinsen zu verwenden dergestalt, dass die Tilgung längstens in 66 Jahren, vom 1. Januar 1889 ab gerechnet, vollendet sein muss. Die Ansloosnng geschieht Im Dezember jeden Jahren, zuerst im Dezember 1888, und werden nach vorgängiger Bekanntmachung in den Gesellschaftsblättern die verloosten Pfandbriefe im folgenden Jahre am 1. Juli bezahlt. Die Zinscoupons werden nach Wahl der Inhaber bei den unter No 1 bezeichneten und den sonst bekannt zu machenden Stellen eingelöst. 3. Die zur Convertirang gelangenden 4'/, procentigen Pfandbriefe müssen mit Coupons über die vom 1. Januar 1886 ab laufenden Zinsen nebst Talons eingeliefert werden, während der halbjährige Coupon Uber die Zinsen bis 1. Januar 1886 zurückbehalten wird.__..., T. Der Inhaber erhält den gleichen Nennwerth dprocentiger Pfandbriefe mit Coupons über die vom 1. Januar 1886 ab laufenden Zinsen nebst sofortiger haarer Zuzahlung von V« pCt. für die Differenz der Stückzinsen vom t Januar bis 1. Juli 1886..,„ � � Bei der Einlieferang der 4'/# procentigen Pfandbriefe muss der Betrag der etwa fehlenden nach dem 1./2. Januar fällig werdenden Coupons haar beigefügt werden. 4. Gegen die zur Convertirang eingelieferten Pfandbriefe werden in kürzester Frist 4 procentige Centrai-Pfandbriefe von entsprechendem Betrage ausgehändigt, wobei vorbehalten bleibt gegen ein Stück über 3000 Mark drei neue Pfandbriefe über 1000 Mark zu geben. Etwaige Wünsche, Pfandbriefe über 6000 Mark zu empfangen, sind bei Einreichung , der zn convertirenden Stücke zum Ausdruck zu bringen und werden dieselben thunlichst berücksichtigt werden._ 6. Den 4Va procentigen Pfandbriefen, welche zur Convertirnng eingereicht werden, ist ein doppeltes mit deutlicher Namens-Unterschrift und genauer Wohnungsangabe des Einsen- ders versehenes, nach Littera und Nummern geordnetes Verzeichniss beizufügen. Formulare hierzu können bei den unter No. 1 genannten Stellen kostenfrei in Empfang genommen werden. Die Pfandbriefe können behafs der Anmeldung jeder der unter No. 1 genannten Stellen mit der Post emgesandt werden und erfolgt die Gegenleistung unter voller Werthangabe. Das Port« fm,„„s Biipirafindiinfi- sowie etwaige Stempel trägt die Preussischo Central-Bodencredu-Actiengesellschaft, Das Porto für die Einsendung und Rücksendung sowie etwaige Stempel trägt Berlin, den 22. October 1885.,—,._A. Preussische Oentral-Bodenoredit-Actiengesellsohatt. Die Dlreetfoa: Dr. Jacob i. Bossart. Klingemann. Große Komownal-Wahler- Versammlung Montag, de« 2(5. Oktober, Abends 8'/> Uhr, in der„Urania", Wrangelstr. 9 u. 10. Boriraa deS Kandidaten des 14. Bezirks, Herrn Tislbler- meister Ferdinand Mitan. 12566 Die Wähler. Listen liegen in der Versammlung zur Ein- ficht aus. Eämmtliche Wähler aller Parteien des 14. Bezirk? find Hiermit eingeladen. I. A.: Gottfr. Schulz Wienerstr. 11. Kmmiiillmhltt-Nrrsmmiiwi Montag, den 26. Oktober, Abends 8'/, Uhr, Krnchtstratze 36»(Freischütz). Tagesordnung: Die bevorstehenden Etadtverordneten-Wahlen. Referent: Reichstagsabgeordneter und Stadverordneter Herr Paul Sing er.|2568 Ansprache des Herrn Emil Franke, Kandidat für den 25. Kommunal- Wahlbezirk. DiSkusston. Das Wahlkomitee. 1. 2. 5. Versammlung des Knbandts dtslslher ßimnurkuk (Lokalverband Berlin.) ---- AbendS 8 Uhr 77/79. Dienstag, den 27. d. M 1 8., i» vratwetl'» Bierhallen, Kommandantenstratze Tages-Ordnung: 1. Vortrag de? Herrn Dr. Canitz:„Die Gicht und der Rheumatismus, ihre Ursachen und naturgemäße Be- Handlung".(2563 l. Verschieden 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten. NB. Die Versammlungen finden regelmäßig jeden letzten i e n st a g vor dem 1. und 15. eines jeden Monats in D,_ obengenanntem Lokale I. statt.(Aufnahme neuer Mitglieder.) Der Lokalvorstand. A.: Jul. Darge, Köslinerstraße 19.] Arb.-Kts.-Nn. der M»th. Nor?. Rontaa. den 26. Oktober er.. AbendS 8 Ubr. h In Zchi>h»>sn lln 156(Ptm Große Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Vorttag des Heim Kendziora:„Kulturgeschichtliches über die Zeit der Reformation". Diskusston. Ansprache des Kandidaten des 34. Kommunalwahl-BezirkS, Hm. Emil Böhl. Verschiedenes. . Fragekasten. Pflicht eines jeden Mitgliedes ist es, zu erscheinen. Neue Mitglieder werden aufgenommen.[2590 Die Petitionslisten für den Arbeiterschutz-Gesetzentwurf, welche ausgefüllt find, bitten abzuliefern: neue können in Empfang genommen werden. 2. 3. 4. 5. Große öffentl. Versammlung sämmtlicher Pltchttgtstllell Kerliiis v. Umgegend Sonntag, den 25. Oktober, Vormittags 10 Uhr, im Lokale der Wittwe Heise, Lichtenbergerstraße 21. Tagesordnung: 1. Bericht der Lohnkommisston über dm Stand deS Streiks. 2. Gründung eines Fachvereins.>2562 DaS Erscheinen aller Kollegen ist dringend nothwendig. Im Auttrage der Lohn-Kommisffon: F. Holtmann, Vors. Versammlung des Fachvereins der Schneider Montag, den 26. Okt.. Abends 8'/. Uhr, bei Gratweil, Kommandantenstraße 77—79, oberer Saal. Tagesordnung: Vorttag:„Das Handwerk mit seinem sogmannten goldenen Boden und seine geschichtliche Ent- Wickelung". Referent: Herr Mich eisen.- Diskussion.— Verschiedmes.[2556 Der hochwichtigen Tagesordnung wegen ersucht der Vor« Jtand sämmtliche Schneider, in dieser Versammlung zu er- cheinen: auch werden die Mitglieder ersucht, alle am Platze zu sein.— Aufnahme neuer Mitglieder. Arbtiler-Kembsv. i. WtsttnKtrlws. Montag, den 26. Oktober. Abend« 8'/, Uhr: Berfiaminlung iu Gmnder's Salon, Schwerinstr. 26. TageS>Ordnung: 1. Vorttag des Herrn Dr. L ü t g e n a u über:„Die Kultur und die Parteien�. �_[2559 2. Fragekasten und Verschiedmes. Um zahlreichen Besuch biü littet Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung der Mui- und Lederarbeiter bei Feuerstein, Alte Jakobsttaße 75. Tagesordnung: 1. Die Lohnverhältniffe und deren Aufbeffemng. 2. Wahl einer Kommission. Pflicht eines jeden Kollegen ist es, in dieser Bersammlun n erscheinrn._ S Fachvereln der Tischler. Montag, de« 26. Oktober, AbendS 8 Uhr. in Rottiacker'S Lokal, Belle-Alliance-Straße Nr. 5: Tersammlnng:. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Lütgenau über -" 2. Ist eine 9 stündige Arbeitszeit durch- ensch und Klima". Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste willkommen. Die Versammlung beginnt präzise 8 Uhr. und werden die Mit- glieder gebeten, pünktlich zu erscheinen. &73] DerVorstand. Reichhattiger Abendtisch. Zimmer für kleine Gesellschaften. 2345] Achtungsvoll Einem geehrten Publikum empfehle mein Weiß-& SmiWtl-M Julias Henke, Reichhattiger kalter I»' warmer Frütiftückt-, I' «! Mittagstisch v. 12-il Kouvert«! mit Bier& sw. K-Nlstrsße 11 SW. nahe der Möckernstraße.� Reichhalttger Abendtisch. Zu jeder Tageszeit KöniaSbergerLleck S Portion 25 Pf. Einem geehrten Publikum emvkeble mein IMjj-& MrifiMHet'Mal. Reichhaltiger kalter W Frühstücks.,)? warmer mit Bier& S'SS Arbeltsnacliwels für Klsrlerarbelter.»» Achtungsvoll Hermann Stramm, Veßaurateur, Skalitzerstraße 18. Fachvereln der Stellmacher. Mitglieder-Versaminlung Montag, den 26. Oktober, Abends 3 Uhr, m Scheffer's Salon, Fnselstraße 10. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Hrn. Kreutz. 2. Verschiedenes. 3. Frage- kästen.— Neue Mitglieder werden aufgenommen.[2558 Der Vorstand. Verein)ur Wahrung der Interesses der Listeu- u. Kossermacher Verlins. Montag, den 26. Oktober, Abends 8>/» Ubr, im oberen Saale der„Arminhallen", Kommandantenstr 20, Witglieber-Aersammtung. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 3. Quartal. 2. Einführung des neuen Vorstandes. 3. Petition wegrn Eerichtung eines GewerbeschiedsgerichteS. 4. Die Bibliothekfrage. 5. Ver- schiedenes und Fragekasten.— Neue Mitglieder werden auf- genommen.[2557[ Der Vorstand- Mitglieder-Versammlung iler Leuiral Kranken- a- Kierbekajse ller Töpfer null Kernfsgenoßen Neuischlanils am Montag, Abends 7 Uhr, Grenadierstr. 33. Tagesordnung: 1. Lerathung über eingegangene Anträge zur General-Versammlung. 2. Verschiedenes.[2555 Den Metallarbeitern Berlins zur Nachricht, daß uns nach der letzten persönlichen Nachfrage der Bescheid ertheilt ist, daß die Genehmigung der Statuten fich noch im Geschäftsgang befindet, daher die Komniifion weitere Schritte �nicht veranlaffen konnte; sobald Genehmigung Die Kommission. ertheilt, erfolgt Versammlung. ver Central- Arbeits- Vachweis der Schneider befindet fich Kransenstr. 11(Schneider Herberge), worauf wir die Herren Schneider-Meister besonders aufmerksam machen. Vermittelung 20 Pf. [2572 Das Alma-GeMst von K. littorshansen, Fehrbellinerstrasse 1, Slke SchSihuser Allee, I empfiehlt sein wohlaffortitteS Lager sämmllicher Uhren zu den billigsten Preisen. Um den Einkauf zu erleichtern, werden auch sämmtliche Arten Uhren ohne jede ' Preiserhöhung gegen geringe Thel«. #*"" lahloneen abgegeben."Mß Reparaturen werden solide und billig ausgeführt. Floh-Hab ak. 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