faltet tückS'.sx v. 12-2'c moett 50• Kr. 351. Dienstag, den 37. Oktober 1885. II. Jahrg. r faltet f "'Bl ouoett» crliiicrDollislilull Krgan für die Interessen der Arbeiter. 4 Da»„Berlwer BolksblatL� licke, nntnltm erie iar trüge y lerf »ritxfl n, oll ibt v. lern. 0.5 tten o. mit v. Uhr ÄcheM täglich Morgens außer nach Sonn» und Festtage«. Abonnementspreis «ttli« frei in s Haus vierteljährlich 4 Mar!, monatlich 1,35 Marl, wöchentlich 35 ?«stabo»«ement 4 M. Einzelne Nr. 5 Pf. Sonntags-Nummer mit illustr. Beilage 10 (Eingetragen w der PostzeiwngSpreisliste für 1885 unter Nr. 746.) Jnfertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. ArbeitSmartt 10 Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunst. Inserate werden bis 4 Nachmittags m der Expeditton, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen Bureaux, ohne Erhöhung de! Preises, angenommen. Redaktion: Kenthstraste 3.— Grpedition: Zimmerstraße 44. er Ihr leiste zK. « M 18 rfauf�f Dostl mste nach offen: 5 un» ieli| rett, .taa*6 !pp� TchoV'' aus. usfaue' zu*' ÄJ Ä erlj 133, noffen zu gute kommen. Die Herren Groß-Kausleute mögen doch selbst bezahle», was der militärische Schutz, den man ihren Niederlasiungen angedeihen läßt, kostet; man kann diel umso mehr verlangen, als ja von den Produkten, welche die Handelsherren aus Afrika zu uns bringen, auch Niemand etwa! geschenkt bekommt. Im Gegentheil lassen sich die Handelsherren ihren Import recht anständig be- zahlen. Dem Bestreben, die deutsche Marine aus ei» Niveau zu erheben, wo sie den Kriegsflotten der großen Seemächte gewachsen ist, entspricht unseres Erachtens die Finanzkraft des Deutschen Reichs keineswegs. Dazu kommt noch, daß England und Nordamerika auf ihre Landarmee nicht die großen Kosten zu verwenden brauchen wie Deutschlano, daß diesen Ländern also in der Ausbildung der Seemacht ein wesentlicher Vorschub geleistet wird, der dem Deutschen Reich entgeht. Wo sollen denn bei uns die Mittel herkommen, die zur Schaffung einer großen Marine im großen Stil er- forderlich sind? Will man die Mairikularbeiträge erhöhen, so werde« eben die Einzelstaaten ihre Bevölkerungen mit neuen Steuer« belasten müffen. Will man dies nicht, so muß man Reichssteuer« schaffen, neue Steuern. Steuern auf Luxusartikel können nach dem eigene« Ausspruch des Reichskanzlers keine genügenden Er« trägniffe bieten; man wird also wieder nothwendige Ver- brauchSgegenstände hervorziehe« müffen. Daß wir in Deutsch- land die nothwendige« Gegenstände schon sehr hoch belastet haben, wird Niemand bestreiten wollen. Zu den indirekten Steuern kommen noch die Zölle, welche eine große Menge von VerbrauchSgegenständen ganz außerordentlich belasten und in gleichem Verhältniß deren Preise steigern. Dann aber ist es eine so ziemlich allgemein anerkannte Thatsache, daß die Höhe des Einkommens in den arbettenden Klassen, die doch den Hauptantheil an der Steuerlast tragen müssen, keineswegs Schritt gehalten hat mit der Steigerung der Preise der Verbrauchsgegenstände. Die Preise der letztere» stiegen und steigen durch Steuern und Zölle und der Zwischen- Handel schlagt auch noch feine Prozente darauf, während die Löhne durch übergroße! Angebot von Arbeitskräften, durch lange Arbeitszeit und durch Heranziehung äußerst billiger Arbeits- kräste eine sinkende Tendenz zeigen. Wir sind in Deutsch- land wahrlich nicht in der Lage, uns neue Steuer» aufzu« laden, um eine Flotte zu schaffen, die jene Kolonien hüten soll, von denen wir keinen Nutzen ziehen. Was wird man aber vorschlagen, um die Mehrforde- rungen, die durch die Verstärkung der Marine entstehe», zu decken? Nun, wir glauben es zu errathe«— man geht wohl nicht fehl, wenn man annimmt, daß das T a b a ck S« Monopol bald wieder auf die Bildfläche erscheinen wird. folgt. Und weißt Du, waS er mir sagte? Wir müßten wohl reiche Leute sein, daß wir ein so große! Stück Fleisch braten könnten! Er könne el nicht, und er sei doch der Hausherr �übrigens sei es Unsinn, Schweinebrate« mit Lorbeer- blättern zu würzen, er liebe das gar nicht." „Was geht's ihn denn an?" eiferte die kleine Frau. „Wir habe« ihn ja nicht zu Gast geladen! Er guckt Jedem in den Topf und hat an Allem etwa! auszusetzen." „Er sollie zuerst sich selbst betrachten," ewiderte Apollonia,„so unsauber, wie er ist, habe ich selten einen Menschen gefehen, mir wird schon Übel, wen» ich an dal, was er kocht, denke." „Ausziehen, dal ist dal Einzige, wozu ich rathen kann," sagte Werner, weshalb wollt Ihr Euch noch länger ärgern? Recht bekommt man bei solchen Leuten nicht, und Jakob Hochmuth ist in der ganzen Stadt all Grobian bekannt. Ich möchte wissen, wovon er lebt." „Dal alte Gcrümpel da unten kann ihm nicht so viel einbringen," antwortete dal Mädchen,„man sieht und hört ja kaum etwas von dem armseligen Geschäft." „Ich glaube, er macht Wuchergeschäfte," sagte Frau Siebel.„Daß er Geld verleiht, habe ich vorhin erfahren." „Sollte er so viel besitzen?" fragte Werner zweifelnd. „Wenn er'l nicht hätte, könnte er'! nicht verleihe». Sie haben Recht, Werner, dem Aerger muß ein Ende ge- macht werden. Ich habe bisher Eure Hochzeit immer«och hinausgeschoben, jetzt wolle» wir sie, wen» Ihr nichts dagegen habt, in vier Woche» feiern." „So bald schon?" fragte Appollonia verwirrt.„Wir werden bis dahin mit der Aussteuer nicht fertig sei«, el ist noch so viele! anzuschaffen, und—" „Dafür laßt mich forgen," siel ihr die kleine Frau in'l Wort,„ich werde morgen damit beginnen. Sorgen Sie für eine Wohnung, Werner, ich verlange für mich selbst nur ei« Zimmer; sobald Sie eine passende gefunden habe«, kündige ich dem Grobian!" Und woher nehme« wir dal Geld, Mutter?" erwiderte Apollonia. „Auch dafür sorge ich, die Generali« von Stuckmann wir und schnüffelt'wie ein �Hund,' der"eine Spur ver- hat mir immer versprochen- apropos, wie steht el mit Die Mchssmuzen. .. Was wir so oft schon befürchtet, ist nun eingetroffen; Aulgaben für die Marine des Deutschen Reiches J�tanen sich bedeutend zu vermehre«. Wie einige persönlich »°0linformirte offiziöse Korrespondenten mittheile», ist der w«t der kaiserlichen Marine im vergangenen Rechnungsjahr sMt unbedeutend" überschritten worden und für da! nächste halt die Admiralität schon ihre Mehrforderungen Ez war diel unschwer vorauszusehen. In dem L�Witt, all die Flagge des Deiche! auf mehreren Punkte» "yetnen Meere aufgepflanzt�durde, mußten auch die Aul- P«» für die Marine steigen. Die Kolonialpolittk kostet ?ffd— dal wird den nationalliberalen und konservattven 'fflonialschwärmern nunmehr der ReichlhauShaltletat deutlich "W Aaren Ziffern beweisen. Vorher hätten sie'l natürlich '9t geglaubt. .. Wir haben die Kolonialpolitik des Deutschen Reichel, gewisse Kreise in Fieberschauer bei Ent- •«ckens versetzt zu haben scheint, immer nüchtern ""o kaltblütig beurtheilt und haben niemals die Kosten ver- Wen. Nun kann es uns auch nicht überraschen, wenn die kolonialpolittk dal Bestreben mit sich bringt, die Marine w»ch allen Seiten hin zu vergrößern, und mtt den großen Seemächten zu wetteifern. Es gibt Viele, denen dieser Wetteifer ganz gut gefällt. Wir gehören nicht zu ihnen, sondern wir fragen: Wird el gut el sein, wenn dal Deutsche Aeich mit seinen nicht übermäßig günstig sich gestaltenden Finanzen sich eine neue neue Konkurrenz mit übermächtigen Gegnern auf den Hall zieht? Die Staaten, welche die große« und günstigen Kolo- »ialgebiete der überseeischen Länder zur rechte« Zeit besetzt haben, ziehen Vortheil aus ihre« Kolonien. Wir billige» kttneSwegS dal AuSsaugungSsystem, wie el namentlich Eng- land in seinen Kolonien betreibt,— allein die Thatsache, »aß England und andere Staaten aus ihren Kolonien Nutzen ziehen, ist nuu einmal da. Der Aufwand, den diese Staaten für ihre Kolonien {fachen müffen, wird so wieder gedeckt. Aber ist dies auch Fall bei den Kolonie», welche das Deutsche Reich sich {"gelegt hat? Bringen uns Angra Pequena, Kamerun, die Dolmen u. s. w. etwa wirthschaftliche Vortheile? Wir to?* darauf warten, daß man unl solche nachweist; man uns indessen entgegenhalte», daß die Ansiedelungen d-�Mschen Kaufleute in Afrika nunmehr den Schutz der Zrjgtti Flagge genießen. Das mag für die Wörmann woffat ganz angenehm sei» und wir gönnen el ihnen S°°» tzer,en. Wir sehe« nur nicht ein, welhalb die die»%nge der Steuerzahler die Kosten mitttage« soll für �ustituttonen. die ausschließlich de» Wörmann und Ge- Jeuilleton. Die Dank der Uemesw. in Roma» � von Ewald August König. (Fortsetzung.) Die Erregung der Mutter konnte den Beiden nicht Frau 0011 �"gniß blickte Apollonia die kleine warst wieder unten?" ftagte sie mit leisem Vor« -Zch mußte ihm einmal die Wahrheit sagen, wegen Rattenwirthschast," erwiderte Frau Siebel entrüstet- �"ver mir hat ja im ganzen Hause Niemand den Muth 1 Er ist ein Grobian, wie er im Buche steht, sogar � die Polizei spottet er." �.-.Dazu bat er keine Ursache," versetzte Werner ver- %nf'„So lange er die Gesetze nicht übertritt, kann die ihm natürlich«ich» anhabe», aber kommt er k�tf�mit ihr in Konflikt, dann soll er sie kenne« ,xU«d können wir denn gar nicht! gegen die Ratten« h'chaft machen?" «Schaffen Sie eine» Kater an!" "Das ist im Miethskonttakt ausdrücklich verboten." in»"Dan« bleibt ihnen nicht! übrig, all auszuziehen. Er UmET?, t« seinem Hause, und wen« Sie den Konttakt di Jch»« haben, Mutter, müffen Sie sich auch de» Be- »ungen fügen." SWL 0nb«eshalb sollen wir unl diel Allel gefalle« lassen. HC»*' �agte Appollonia ärgerlich.„Der Mann hat lebet,, und Jedes eine Bemerkung zu machen; mag er 61 will, er soll andere Leute auch nach ihrem ve»�.. leben lassen. Vor einiaen Taaen warst Du aus- Daß el wieder erscheine« würde, ist von kompetentester Seite mehr all einmal in unmißverständlicher Werse ange- deutet worden. In diesem Falle würde sich dal Tabackl- Monopol selbst in sehr scharfen Umrissen charakterisiren; el wäre dann eben nicht eine staatlwirthschaftliche Umwand- lung eine! Produkttonlzweigel zu Gunsten der darin Be- fchäfttgten, sondern eine einfache filkalische Maß- r e g e l. Und all solche wird el sehr wenig Sympathie finden, wahrscheinlich eben so wenig all dal letzte Mal. El mag sicher sei», daß Einige inzwischen sich bekehrt haben, allein im Ganze« sieht man die Sache an wie früher. Man sieht, unsere„Karolinen" kommen unl ziemlich theuer zu stehe», auch wenn der Konflikt mit Spanien im Sande verläuft, und der weiseste Schiedlspmch de! Papste! wird unl eine neue Steuerlast nicht leichter mache» können. NoUtifche Ueber ficht. Der demokratische Verein in Berlin will bei den be- vorstehenden Landtagswahlen fich als Anhängsel der deutsch- freifinnigen Partei zeigen. Er empfiehlt seinen Mitgliedern und Freunden, die Kandidaten der freifinnigen Partei zu un- terstützen. Das ist brav von den Leuten, fie find wenigstens offen und ehrlich und sagen, was fie sind. Bei den nächsten ReichstagSwahlen werden fie es wohl ebenso machen.— Ein ebenso unglücklicher G.-danfe war el, eine demokratische Partei zu gründen, wie es ein glücklicher Gedanke war. die„De- mokratischen Blätter" Herauszugeden. Diese Wochen- schrift hat fich besonders in der ersten Zeit große Mühe gege- den, den demokratischen Gedanken gewissermaßen von einem erhöhten Standpunkte aus in! Volk zu tragen; nachdem aber die demokratische Parteispielerei begonnen hat, da konnten auch die«Demokratischen Blätter" fich leider derselben nicht ganz verschließen zu ihrem eigenen und zum Schaden demokratischer Aufklärung. Und seitdem nun gar ein Herr Ledebour die Redaktion der Blätter leitet, nimmt in denselben das volks- parteilich. demokratische Gezänk überhand, so daß, wenn die „Demokratischen Blätter" ihren Beruf nicht verfehlen wollen, eine Umkehr dringend nothwendig erscheint. So muß es kommen! Unentgeltliche Beförderung auf den deutschen Ersenbahnen für die Erzeug nis se Verbeut- schen Eisenindustrie- dal ist die neueste, kaum glaubliche Forderung unserer Eisenschutzzöllnerei, welche das„Deutsche Tageblatt" in einem Leitartikel aufstellt, der fich auch in einer Reihe von Provinzialblättern wiederfindet. In England haben in jüngster Zeit einige große Eisenindustrielle ihre Etablisse- ments aus dem Innern an die Küste verlegt, um für die Ver- sendung ihrer Produkte, die bisher auf den verhältnißmäßig theuren Ersenbahntransport angewiesen waren, den weit villi- schildert die Rückwirkung dieser Verbesserung," welche �ür�die englische Eisenindustrie eine wesentliche Steigerung der Kon- dem Verhafteten, Werner? Hat er die Schuld einge- standen?" „Ich weiß nichts davon, mit der Untersuchung hat die Polizei nicht! zu schaffen, daß ist Sache de! Gerichts. Halte« Sie ihn für schuldig?" „Hm, ich kenne den Mann nicht, weiß auch nicht, welche Beweise gegen ihn vorliegen. Die Leute schwätzen viel, der Eine spricht so, der Andere so, man wird nicht klug daraus. Und ich mag mit der Sache«ich» zu thun haben. Der Grobian da unten meint, mein Zeugniß werde auch ver- langt werden; mal soll ich denn bezeugen?" Werner blickte die kleine Frau scharf an. „Wissen Sie, welche Vermuthung oft in mir aufge« stiegen ist?" fragte er. „Nun?" „Dal Sie mehr wissen, all Sie verrathen wollen." „Unsinn, Werner, wie kommen Sie darauf?" „Ich lasse el mir nicht ausreden, daß Sie ein Ge- heimniß besitze», welche! Sie nicht enthüllen wollen oder dürfen; aber welcher Art diese! Geheimniß ist und worauf es sich bezieht, dal konnte ich noch nicht er« gründen." Frau Diebel hatte im ersten Augenblick den jungen Man« bestürzt angesehen, jetzt zuckte sie mit einer gering- schätzenden Miene die Achseln und ein spöttische! Lächeln umspielte ihre Lippen. „Geheimnisse giebt el wohl in jedem Menschenleben," sagte sie,„aber für Andere haben fie kein Interesse. El sind Erinnerungen an Erlebnisse, die man am liebsten vergessen möchte, dal ist Allel." „Ich glaube, el ist doch etwas Anderes," erwiderte Werner;„aber wenn sie dal Geheimniß Ihren Kindern nicht enthüllen wollen, so dürfe» wir unl auch nicht hinein- drängen." „Und es wäre mir lieb, wen» Sie nicht mehr darauf zurückkommen wollten. Ich habe Viele! erlebt, Werner, und in der That ist manche! Erlebniß nicht zum Weitererzähle« geeignet. Nicht meinetwegen, bewahre, die Rückficht auf Andere verbietet el mir. El ist Thorheit, daß wtt darüber reden, und damit sei'! genug. Haben Sie denn gar nichts furrenzfähigkeit bedeute, auf die deutsche Eisenindustrie sofort in den schwärzesten Farben; die deutsche Eisenindustrie werde fich aus dem Weltmärkte binnen Kurzem einer gewaltigen Ueberlegenheit der Engländer gegenüber sehen. Es muh also etwas zur Abwehr der drohenden Gefahr geschehen— das geschieht am besten, indem die deutschen Eisenbahnen die Waaren der Großindustriellen auf Kosten der gesammten Steuerzahler befördern. Ist daS nicht ein herrlicher Vorschlag? Wir begreifen nicht recht, warum man nicht auch zugleich den Wunsch ausgesprochen hat, daß die wertben Personen der Großindustriellen ebenfalls frei befördert werden sollen. Wenn schon, denn schon! Die Kleinhandwerker und die Arbeiter können ja gerne noch etwas mehr für ihre Beförderung zahlen, wenn ste fahren wollen, eS gilt, die nothleidende Eisemndustrie vom Untergang zu retten! und deshalb muß das Opfer ge- bracht werden. Ja, so muß eS kommen! ner Zur parlamentarische« Situation läßt fich die Münche- „Allgemeine Zeitung" aus Berlin folgendes schreiben: Der Eifer, mit dem von gewiffer Seite schon jetzt, noch ehe die preußischen LandtagSwahlen vollzogen find, das voraus- fichtliche Ergebntß derselben als ein für die Regierung günstt» geSund als Präzedenz fürangeblich nahe bevorstehende Neuwahlen zum Reichstage eskomptirt wird, ist wenig berechtigt. Daß es auch für den Reichskanzler eine wüns chenSwertyere Zusammensetzung des Reichsiags gtebt, als die gegenwärtige, ist nicht zu bezweifeln; aber daß eine etwaige geringe Verstärkung der konservativen Stimmen im preußischen Abgcordnetenhause den Reichskanzler veranlaffen sollte, den Reichstag ohne dringende Nothwendig- keit aufzulösen, ist schwer glaublich. Und eine solche Nothwen- digkeit dürfte fich zunächst wenigstens nicht herausstellen. Allerdings wird die Frage der Verlängerung des Sozialisten- gesetzes den Reichstag beschäftigen; aber fett den vorjährigen Neuwahlen hat diese Frage einen erheblichen Theil ihres ge« fährlichen Charakters verloren. In Folge der Schwächung, welche die deutsch-freistnnige Partei bei den letzten Wahlen erlitten hat, ist dieselbe nicht mehr im Stande, auf die Ableh nung oder Annahme deS Sozialistengesetzes einen entscheiden —__-'—'-»■«i..» f i____ g x n r.v.•. den'Einfluß auszuüben. Die Entscheidung giebt zunächst ledig. ~~' dieses wird eS gewiß so ernrichten, daß lich daS Zentrum, und d..,.._____ die Majorität die Verlängerung annimmt. DaS Sozialisten- gesctz wird also den Stein deS Anstoßes nicht bilden. Eine andere Frage ist, ob die Vorlage, die Friedens« präsenzziffer auf weitere 7 Jahre vom Jahre 1888 ab zu fixiren, schon in der nächsten Sesfion an den Reichstag gelangt. An fich hätte eS mit dieser Vorlage Zeit bis zur Sesfion 1836/37. Eine Nothwendigkeit, die Abänderungen der Organisation,� welche vom�L April 1888 ab zur Aus sührung" kommen sollen, zwei Jahre vorher gesetzlich sestzu- stellen, liegt schwerlich vor. ES hat zwar vor einiger Zeit ver« lautet, die Regierung beabstchtige, die Vorlage bereits in der nächsten Sesfion einzubringen; aber bestimmtere Angaben find nicht gemacht worden. Zudem wird am I.Dezember eine neue Volkszählung stattfinden, deren Ergebniß schwerlich so rasch festgestellt werden kann, daß auf Grund deffelben eine weitere Erhöhung der FriedenSpräsenzziffer im nächsten Reichstag be« antragt werden kann. Ueberdieß ist für die bevorstehende Sesfion eine so große Zahl dringender gesetzgeberischer Auf« gaben, bei denen die Retchsregierung auf die Mitwirkung der gegenwärtigen Mehrheit rechnen kann, in Sicht, daß die Re- gierung keinen Anlaß hat, die Neuwahlen zu beschleunigen. Zur Karolineu-Augelegenheit. In der jüngsten Note "'chen Regierung an Spanien wurde erwähnt, daß die der deutschen. Berichte der Marine-Offiziere über die Besitznähme von Pap noch nicht vorlagen. Diese Berichte find, so schreibt man der„Rat. Ztg.", jetzt eingetroffen und werden unmittelbar an den Papst nach Rom abgehen._ Die Angabe des römischen „Germania"-Korrtspondenten, daß beide Regierungen, nament- lich aber Deutschland, auf den Abschluß drängen, wird als grundlos bezeichnet. Der Etat der Post« und Telegrapheu-Verwaltung ist für das Etatsjahr 1886—87 veranschlagt: Die Einnahme an Porto und Telegrammgebühren auf 163,100,000 Mark. (+ 9,600,000), Personenaeld 2,385,000(- 200,090), Gebühren für Bestellung von Postsendungen 8,130,000(-1-330,000), Gebühren für Stundung von Gefällen und für Abfertigung der Extraposten 90,000 MI., Erlös für verkaufte Grundstücke, Materialien:c. 200,500(-+- 25,000), vermischte Einnahmen 800,000 MI., Vergütungen von anderen Behörden 198,320 M., Wittwen« und Waisengeldbeiträge 1,797,000 M.(+ 90,400), Absatz der Zeitungen, des ReUbSaesetzblatteS und deS Amtsblattes deS Reichspostamtes 600,000 M.(+ 150,000). Die Gesammteinnahmen betragen 180,300,820 M., daS find um ■* r\ry r r\t\s\ an__ f.— i__ f___ c__ S».— SCtX~.*__ f-tr__ i. in 10,075,020 M. mehr als tm laufenden Etat veranscklagt ist. Die fortdauernden Ausgaben beziffern fich auf 151,728,214 M., I WV*VU**V*.I»VV1» vnt fiuf v*mi■* w a-*. das find um 8,466,408 M- höher als im laufenden Etat, die einmaligen Ausgaben find veranschlagt auf 4,835,215 M, um 314 843 M. Höher. ES verbleibt somit ein Ueberschuß von 23,737,391 M., um 1,293,769 M. höher alS im laufenden Etat.— Unter den dauernden Ausgaben weisen die Posttionen sür Unterbeamten einige Aufbesserungen auf; so find für 13,000 Landhriefträger an Besoldungen 7,930,000 M. gegen wetter von der Verhaftung Halm'« gehört? Ich denke doch, Sie müssen Manche« erfahren, was uns verschwiegen bleibt." „Ich weiß nur, daß der Verhastete leugnet, und daß der Untersuchungsrichter von der Schuld de« Manne« über« zeugt ist. Die Untersuchung muß nun das Wettere er« geben." „Und glaube« Sie, daß alle Zeugen noch einmal ver« nommen werde»?" „Unzweifelhaft." „Das wäre mir unangenehm." „Aus welchem Grunde?" „Ich gehe nicht gern an's Gericht." „Wenn Sie als Zeugin vorgeladen werde», so ist ja nichts weiter dabei," erwiderte Werner.„Und ob e« Ihnen angenehm ist oder nicht, darauf kann der Richter auch keine Rücksicht nehmen, durch die Zeugenaussagen muß die Schuld des Anqeklagtrn festgestellt werden." „Durch sie ist auch schon oft ei» Schuldloser überführt worden," sagte Frau Siebe! gedankenvoll. Am besten wäre die alte Geschichte begraben geblieben,«S wird doch niemals Klarheit hineinkommen, wenn der Thäter nicht selbst ein Ge« fiändoiß ablegt. Hat das Gericht damals nicht« entdeckt, wird eS auch jetzt nichts entdecken, e» ist Niemand dabei ge« wesen, wie der Doktor erschossen wurde." Sie hatte diese Worte in auffallender Erregung ge« sprachen, und jetzt ging sie hinaus, um für das Abendbrot zu sorgen. Da« Brautpaar aber kam auf da» abgebrochene Thema nicht wieder zurück,«S schmiedete Pläne für die Zukunft, über die plötzlich ein ganzes Meer von Licht fich ergoffen hatte. WaS die Mutter so ganz unerwartet bewog, den Hoch zeitStag so nahe zu rücken, den sie bisher mit hartnäckigem Eigensinn immer wieder hinausgeschoben hatte, konnten sie nicht errathen; aber sie grübelten über diese Frage auch nicht lange nach, ungetheilt ihrem Glücke sich hingebend, dachten sie nur an die Zukunft, und alle Luftschlösser, die sie in früheren Zahre« gebaut hatten, tauchten jetzt vor rhr ea Geistesblicken in leuchtendem Glänze wieder empor. 7,560,000 im laufenden Etat ausgesetzt. Es weist diese Position außer einem Zugang von 400 neuen Stellen auch die Erhöhung des DurchschnittSbesoldungSsatzes von 600 M. auf 610 M- auf.— Unter den einmaligen Ausgaben befinden fich die Positionen für Herstellung neuer Dienstgebäude in Küstrin» Celle, Bingen, Kreuznach und WiSmar, sowie für den Um> und Erweiterungsbau in Stetttn, mit zusammen 536 350 M. als erste Bauraten, welche bereits für den laufenden Etat ein- gestellt, vom Reichstag aber abgelehnt worden waren. Die Wiedereinstellung wird damit motivirt, daß fich das Bedürfniß erheblich gesteigen und daß die Bauten ohne ernstliche Ge- fährdung der Sicherheit des Bettiebes, der Interessen des Publikums und der Gesundheit der Beamten nickt mehr ver- schoben werden können. Außerdem werden neue Dienstgebäude beantragt für Ettalsund, Ludwigslust, Werdau, Allenstein, Brieg, Sondershausen, sowie die Erwerbung von Grund- stücken in Berlin und Landsberg a. W. mit zusammen 1,096,600 M. Die polizeiliche Brodtaxe ist bekanntlich von den Ge- richten schon mehrfach als gesetzwidrig erklärt worden. Erst vor Kurzem sprach das Brombcrger Schöffengericht einen Bäcker frei, der wegen Nichtdefolgung Ver diesbezüglichen polizeilichen Vorschriften angeklagt worden war. In der Be« gründung dieses freisprechenden Erkenntnisses heißt es u. A.: Die betr. Polizei-Verordnung verstößt gegen die§§ 72 ic. der Gewerbeordnung. Von der in levterer gewährleisteten Gewerbefreiheit find u. A. in den§§ 73 ff. Ausnahmen statuirt. Wie diese nach allgemeinen Grundsätzen nicht extrahin inter- pretirt werden dürfen, so können auch nicht durch Polizei- Verordnungen Beschränkungen dem Gewerbebetriebe auferlegt werden, welche über ven Rahmen der im Gesetze fixirten Ein- schränkungen hinauSgreifen(§ 15 und 17 des Gesetzes vom 11. März 1850). Eine derartige unzuläsfige Beschränkung liegt aber zweifelsohne in der angeordneten Stempelung. Die Ge- werbeordnung kennt den Stempel nicht. Statt seiner schreibt ste als Kontrolmaßregel nur das Hatten einer Waage seitens der Bäcker und Brodhändler vor. Das einfache Mittel der Stempelung der Brode lag offenbar näher als die umständ» liche Nachwiegung des Arodes durch den Käufer. Der Um- stand, daß aber der Gesetzgeber gerade jenen Modus gewählt hat, spricht unwiderleglich dafür, daß er von einer Stempelung nichts hat wissen wollen. Des ferneren spricht sodann der § 73 der Gewerbeordnung davon, daß Bäcker rc. angehalten werden können,„die Prerse und daS Gewicht ihrer verschiede- nen Backwaaren durch einen Anschlag zur Kenntniß des Publikums zu bringen," überläßt also sowohl Gewicht als auch Preis der Frei« und Selbstbestimmung der Gewerbetrei enden. Wenn dem gegenüber der§ 4 der erwähnten Polizeiverordnung nur bestimmte Gewichte, welche die Behörde festgesetzt, zulassen will, so ist dies ein geradezu in die Äugen springender Verstoß gegen die Bestimmung der Gewerbeordnung, ein Eingriff in die Rechte der Gewerbetreibenden. Der Amtsanwalt hat gegen dies Erkenntniß Berufung eingelegt. Wie bekannt, hat aber die Bromberger Strafkammer in einem gleichen Falle schon früher ebenso erkannt, wie jetzt das Schöffengericht. Die Auswanderung nach Deutfch-Ost-Afrika kann ebensowenig empfohlen werden, als die nach Deutsch. West« Afrika. Selbst der Vorfitzende der deutsch ost-afrikanischen Gesellschaft, Herr Dr. Karl Peters, hat dies kürzlich in Stettin öffentlich zugestanden. So zergebt die große afrikanische Kolonisationsidee in Traum und Schaum, ebenso schnell wie ste auftauchte. Die orientalischen Wirren sollen nun durch eine Kon- ferenz gelöst werden, welche in Konstantinopel stattfinden soll und an der fich alle Signaturmächte betheiligen werden. Rußland, Deutschland und Oesterreich werden auf der Konferenz vollständige Herstellung des statua quo ante(des früheren ZustandeS) entweder mrt Wiedereinsetzung Gavril Pascha's oder Ernennung eines neuen Generalgouverneurs für Ostrumelicn beantragen, Italien und Frankreich vorausfichtlich diesen Antrag unterstützen; England wird dagegen die Ernennung des Fürsten Alexander zum Generalgouverneur beantragen und der Pforte empfehlen, den Reformansprüchen Rumelrens Rechnung zu tragen.— Die Pforte soll fich von der Konferenz sehr viel versprechen. Wie die„Times" melden, bat der Großvezier in einer Unterredung geäußert, die Pforte hege Hoffnungen, daß die Großmächte die gegenwärtige Gelegenhert als eine günstige betrachten werden, um die Frage des bulgarischen Tributs und des nach dem Berliner Verttage von den Ländern, welche kraft jenes Vertrages Gebiet erworden haben, zu tragenden Antheils an der Staatsschuld in gerechter Weise zu regeln. Auch die montenegrinischen Minister find Attentaten aus- gesetzt. Einem Telegramm zufolge wurde der Kriegsminister von Montenegro, Plamenatz, von einem Albanesen mit dem Revolver attatkirt. Die Schüsse gingen fehl und der Attentäter wurde gehängt. Oesterreich-Ungarn. Das österreichische Abgeordnetenhaus hat die Regierung«« vorläge, betreffend die Hinausschiebung der Einstellung des Schwurgerichtsverfahrens bei anarchistischen Umtrieben gestern ZmBureaudesZustizraths. Willibald Rabe verließ das HauS des Antiquar« in so erregter Stimmung, daß er draußen vor der Thüre stehen bleibe» mußte, um Athem zu schöpfen und seine Gedanken wieder zu sammeln. Es ärgerte ihn jetzt, daß er nicht selbst an den Weg gedacht hatte, den Zakob Hochmuth ihm zeigte, daß er nicht auf den Einfall gekommen war, seine Schwester um Ueber« «ahme der Bürgschaft zu bitten. Er wäre dadurch der Nothwendigkeit, seinem Gläubiger gute Worte geben zu müssen, überhoben worden. Zndeß, geschehene Dinge ließen sich nicht ungeschehen machen, und er sah wohl ein, daß er der Forderung de« Antiquar« nachgeben mußte, wenn er die unangenehmen Folge» einer gerichtlichen Klage vermeide» wollte. Langsam die Straßen durchschreitend, dachte er darüber «ach, auf welchem Wege er die Erfüllung dieser Forderung fetten« der Generalin am sichersten erreichen könne, und nie zuvor war seine abhängige Stellung ihm so drückend gewesen wie in dieser Stunde. Er erinnerte sich der Bemerkung Arabella'«, daß er im Hause seiner Schwester nur ein Geduldeter sei, er erinnerte sich ferner der Vorwürfe, welche die Generalin ihm ge« macht hatte, und bei dem Gedanke« an die neuen Demü- thigungen, die ihm bevorstanden, stieg ihm das Blut in die Wangen. Da« sollte und mußte ander« werden! Wurde seine Schwester plötzlich abberufen, so durfte er erwarten, daß Arabella ihm die Thüre zeigte, und was dann? Wenn er auch die Macht besaß, für diesen Schimpf Rache zu nehmen, was gewann er selbst durch die Rache? Kühn und offen wollte er bei dem Freiherrn v. Lossow um die Hand Ella'« werben, und wurde diese Werbung zurückgewiesen, dann sollte Ella entscheiden, ob er in den Kampf um ihren Besitz eintreten durfte. Sie mußte dann Partei ergreifen, entweder für oder gegen ihn, und au« ihren Worten glaubte er entnehmen zu dürfe», daß sie in diesem Kampfe auf seiner Seite stehe» werde. nach langer bis Mitternacht dauernder Debatte in namenÜiö Abstimmung mit 163 gegen 126 Stimmen angenommen., i, 21. Oktober. Nach einer Mittheilung der«' SÄUItCtjCUe—-- VOTVW«W««««/ VVVWVQ N." ist Herr Boshart entlassen, weil„vom Staatsanwalt da könial. Landgericht München i das in Betreff einer Verlej* des AmtSgeheimeiffeS angestellte Ermittelungsverfahren Beschluß vom 17. Oktober auf Grund deS§ 168 Abf. 2 11 ReichSfttafprozeßordnung eingestellt worden ist." Frankreich. Der in Paris gewählte Abg. Camölinat, ehem� Direktor der Münze unter der Kommune, richtet— a»' „Nat Ztg." mülhalt— an feine Wähler folgende? Schreis „An die Wahler des Seine DepattementS! Meines Mitbürger! Obwohl ich mich um keine Kandidatur bk«� habt Ihr mir Eure Stimmen angeboten. Ich fühle die Aufgabe, die auf mtt lastet; und was ich Euch zu sckri» habe, find nicht Dankesworte. Ich will Euch bloS offen � legen, wie ich das Mandat auffasse, welches sozialistischen Arbeiter anverttaut habt. Stteiter der„Internationale", ehemaliger Kämpfer M Kommune, werde ich ttachten, in der Kammer meiner d gangcnheil als Kommunarde und Sozialist treu zu bli� Darum werde ich mich bei keiner Gruppe einschreiben% was mich nicht hindern wird, mit den sozialistischen Raw* zu stimmen, wenn fie zum Beispiel beantragen werden: Heimberufung der Truppen aus Tongking, die Abschaffung� KultuSbudgels; Ersparnisse im Budget durch die 6 des Verwaltungspersonals, die Aufhebung der Anhäul Aemtern und Sinekuren, durch die Herabsetzung der und der Dotationen, die in keinem Verhältniß zu de» leisteten Diensten stehen; die Selbstständigkeit der Gemen die allmälige Ersetzung der indirekten Steuern dum direkten und die progresfive Einkommensteuer; die reform, die unentgeltliche Rechtspflege, die Reform des ffon» gesetzeS und eine Maßregel, welche auf die Verminderung sozialen Ungleichhetten und Leiden abzielt. Nachdem ich die nothwendigen Maßregeln für die Wiederaufnahme der in Frage stehenden öffentlichen% gefordert haben werde, was daS Signal zu einem neue« schwung der Arbeit und der Geschäfte wäre, würde ich � zur Pflicht machen, die wesentlichsten Forderungen meir" deitsdrüder auf die Tribüne zu bringen. Zuerst würde die Pflicht unserer republikanischen Regierung hinwei« der Schweiz anzuschließen, um die Initiative zu einer i nationalen Arbeitsgesetzgebung zu er Dann folgt die Nothwendigkeit, unserem Lande eine Gesetzgebung zu schenken, Mche die Arbeiter der vers> Kategonen wirksam, mit unmittelbarer Berückfichtiar Schwäche schützt, sowohl was die Gesundheit, die Ar> den, einen wöchentlichen Ruhetag, als waS die V gegen Unfälle, Krankheit, Arbeitsstockung und die des Alters betrifft. Was auf den öffentlichen Kredit Bezug hat, auf beitervereine, auf die Revifion der Verttage mit der S Frankreich, den Eisenbahnen, Bergwerken u. s. w-, de« gegen die Monopole, die Verminderung der j schuld u. f. w., sowie auf Alles, was die allmälige u«', Ersetzung der Lohnarbeit durch ArbeitStheilung bei werde ich auch hierin mein Möglichstes thun. Ich w genS in meiner Aufgabe herzlich unterstützt werden Gruppe von Freunden, die ihre Beweise von Sack Hingebung und Ausdauer schon geliefert haben. Bürger, die Verficherung meiner Hingedung an die tische und soziale Republik. Camölina� Arbeiter« Abgel Dänemark. Einer der Männer, welche den Attentäter Ras> nahmen, Schiffskapitän Larfen, erzählt den Vorgan maßen:„Als ich am Mittwoch Nachmittag in der i. über Estrup'S Wohnung amlTolvbodvej 26 spazierte. Herrn Etirup aus der Bredgade in die elftere Et> biegen. Er sah ernsthaft aus. Herr Estrup zog Thürglocke; in demselben Augenblicke näherte sich � Mann mit den Worten:„Sind Sie Estrup?" drehte fich halb um und sagte:„Jawohl!" Der I trat einen Schritt zurück, zog aus seiner äußeren Tab Revolver und feuerte in einem Abstand von zwei So "——•*---"___ n v_ nrn Estrup. Dieser zog fich längst der Mauer zur Hausthür noch nicht geöffnet war, und ftagte: schießen auf mich?" Ich lief jetzt über die Sttaße,«. beide Personen erreichte, feuerte der junge Mann Schuß ab, seine Hand schien mir zu zittern, doch kan, nicht mit Bestimmtheit behaupten. Unmittelbar nack v, des gar nicht tteffenden zweiten Schuffes«griff®l0) Mann an der Brust und riß ihm den Revolver weg.*2| war auch Großhändler Toxen Worm zur Stelle gleichfalls den jungen Mann. Dieser bewahr« t Ruhe und sagte nur:„Sie biauchen mich' nicht aiWT! nicht davonlaufen, ich stehe zu meiner That." 3«% werde l. � J von Lossow Der altadelige Name Dner-------- freilich in die Brüche, aber wenn Ella sich varu setzte, die doch am nächsten dabei berührt wurv, d« alte Herr sich schließlich auch darüb« trösten. D« nächste Tag sollte die Entscheidung diesem Entschluß ttat Rabe in das Bureau de»- � Walt«. fly Dn alte Herr saß vor einem gewaltigen umhüllt von dichten Rauchwolken, die Pfeife} Lippen, und eine schwarze Hornbrille mit geo? z' Gläser« auf d« Nase."T: Beim Eintritt de« Gutsbesitz«« blickte er j».«J« '% Sie kommen."" „Sie haben mich erwartet?" ftagte Rabe „Da« nicht, hm, merkwürdig« Fall!" „Darf ich fragen, wovon Sie reden?" �# D« Zustizrath blätterte in den Akten wen einige Rauchwolken vor sich hin.„ wU »Habe da die Papitte Ihres Schwagers,.. crl feiner kurz angebundenen Redeweise,„werden�* wurden damals mtt zur Durchsicht übttgebe"- „Zawohl nach dem Tode meine«' S-Hwager, Geschäftsführer gewesen war." wartungsvoll.„Haben Sie etwas Besondere« � „Häufig von einem Testament die Rede, General gemacht haben will.", »Ein Testament? Er hat kein« hinterlai „Wissen Sie da« bestimmt?" „Sehr bestimmt sogar." „Ist ab« ein« dagewesen." ■■■ K.---« »Be! »De »Re »Ra »So „Un i Der h 6% »«," vui» oagewesen."._* u „Dann wäre e« doch gefunden werde-» Der Zustizrath schüttelte den Kopf-, „Wird hin mtt Sichnbeit behauptet. � f u—«■--•-- W« Gestt .!% fcn Auf mellW aen. «r« Verw -äfcä Süd* eine r devÄ Die st� u iiif offen» Zhr» etch werde nicht davonlaufen." Nach der Beschreibung rat?' �otfen ist der Attentäter ein Mann von mittlerer Hellem krausem Haar, mit einem offenen, angenehmen GefichtSausdrucke, sehr wohl gekleidet. Von seinen Kollegen in „?L®ktzerei wird Rasmuffen als ein ausgezeichnet tüchtiger "ad zuverlässiger Arbeiter geschildert. Er war ein guter xametab, habet fleißig und nüchtern. Vor einigen Monaten J". er bei I. Cohen, ForenskioldSgade 16, in Arbeit. Eeit- «em hielt er mit einem Genossen zusammen die(Ion» » ef,D atrven)„Dagens Nyheder". Vor zwei Monaten er» m."e er dieselben für das einzige lesenswerthe «tatt; später aber gewann er aus diesem Blatte die Hebet« £'"8ung von dem für Dänemärk Unglück bringenden Charakter schen Regiments und bestellte das Blatt ab. Er h™ vfr ietzten Zeit ganz fanatifirt und erklärte die Eni- sml"n8 deS Herrn Estruv für den einzigen RettungSweg. Am � der That sagte Rasmussen zu einem Arbertsgenoffen: D"«eute Nachmittag komme ich nicht auf die Arbeit, mrr ist nicht joohl-' Einem anderen Genossen erzählte er, daß er in i... Folkethmg gehen und für sich und ihn zwei EintrittsMete wolle. Er brachte daS Billet aber nicht. Den Revolver yaite Rasmuffen in Nukjoebing auf Falster gekauft. Er war da« Druckerei der ,Lolland-Falster'schen Foltetidning�' Den Gedanken an ein Attentat hatte er damals (Zw. Der Minister Estrup wurde nach dem Attentat an der frfy* innes Haufes von mehreren seiner Familienangehörigen smpfaimen, welche durch die Schüsse herbeigelockt worden waren. ärmster war etwas bleich, scheinbar aber ruhig, er ver» Sei cT-ormruer war erwas orerw, tainnuut uw.—. f?tt' /ogieich, daß er nicht verwundet sei.„Nun, jetzt lann rch ja sagen," fügte der Minister hinzu,„daß ?""auf mich geschossen hat." Der erste Schuß soll "nen«nopf des UeberzieherS getroffen und abgerissen haben, °n der zweiten Kugel hat man ttotz eifrigen SuchenS nicht die Flnflne Spur entdecken können. Der KonseilSpräfident fuhr ?"d darauf ganz heiter zu einem Diner bei dem Generalkonsul Mmblad. Herrn Larsen sagte Herr Estrup;„Bei dem ersten ?Gwffe verspürte ich einen Druck auf der Brust, im Uebrigen M>ch gar nicht zu Schaden und habe nur einen Knopf meines F�iehets verloren. Abends wurde das Gedränge in einigen ?Mben, besonders in der fashionablen Oestergade, beinahe °�sgefährlich, und als sich dann bald die immer stärker FNjolten Rufe:„Nieder mit Estrup!" vernehmen ließen, gdann die inzwischen vollständig aufgebotene Polizei mit . Fgie auf die Menge einzudringen, um sie zum Auseinander» M zu bewegen. Wie zu erwarten war, fordern die ministe» l»Uen Blätter die Regierung zu den gewaltsamsten Maßregeln Mi daß sie dieS auch thun wird, davon ist„Morgenblavet" jr uberzeugt.„Von dem wilden Fanatismus im ministeriellen Mer," sagt das Blatt,„werden wir unzweifelhaft mehr zu Men bekommen." G r o tz b r i t a n n i e». . Der Vertreter Birma's in Paris, Than Gyet Woon Donk, W dem britischen Botschafter, Lord Lyons, eine Note über» Ab- und Zugänge vorgekommen. A. Irrenanstalt zu Dalldorf. Am 1. Juli war Bestand 622 Männer, 636 Frauen— 1258 Personen. Zugang bis ult. September 221 Männer, 145 Frauen— 366 Personen. Abgang durch Entlassung, Tod, Urlaub, Entweichung und Verlegung nach Pnvatanstalten 210 Männer, 161 Frauen---- 371 Personen. Mithin war der Be» stand am 30. September ct. 633 Männer, 620 Frauen— 1253 Personen. B. Privat-Anstalten: Am 1. Juli war der Bestand 345 Männer, 345 Frauen— 690 Personen. Der Zugang bis ult. September betrug 20 Männer, 30 Frauen— 50 Personen; der Abgang 9 Männer, 8 Frauen= 17 Personen. Mitbin betrug der Bestand am 30. September d. I. 356 Männer, 367 Frauen— 723 Personen. C. Idioten-Anstalt; Bestand am 1. Juli ct. 86 Knaben, 36 Mädchen 122 Kinder. Zugang bis ult. September 13 Knaben, 8 Mädchen— 21 Kinder. Der Abgang betrug in demselben Zeitraum 14 Knaben, 6 Mädchen— 20 Kinder. Mithin war der Bestand am 30. September er. 85 Knaben, 38 Mädchen— 123 Kinder. D. In den Pflegestellen der Idioten befanden sich am 1. Juli: 16 Knaben, 4 Mädchen— 20 Kinder. Der Zugang bis 30. September betrug 1 Knaben Der Abgand 2 Knaben: mithin war Bestand am 30. Septem der er. 15 Knaben, 4 Mädchen— 19 Kinder. Folgende Petitionen find bei der Stadtverordneten Versammlung eingegangen: 1. Betreffend Regulirung und Bepflanzung deS Wasserthorplatzes. 2. Betreffend Beseitigung der tiefen Rinnsteine vor den Häusern Langestraße 95 und 16 und Verbreiterung der Straße an dieser Stelle. w. Von den vorhandenen 24 Volksbibliotheken be» finden sich nur noch zwei in gemietheten Räumen und zwar die 5. Bibliothek in der Puttkamerstraße 18 und die 8. Bib liothek in der Lützowstraße 93. Auf Anregung der Stadtver ordneten-Versammlung werden dieselben vom 1. April 1886 nach Gemeindeschulhäusern verlegt werden und zwar die fünfte Bibliothek nach dem Gemeindeschulhause Wilhelmstraße 117 und die 8. Bibliothek nach dem Gemeindeschulhause Kulm» straße 15. w. Zum Neubau einer Gemeinde-Mädchenschule auf dem Grundstücke Auguststraße 67/68 hat der Magistrat der Stadtverordneten- Versammlung eine neue Skizze mit einem Kostenüberschlag von 287000 Mark vorbehaltlich der Vor- legung des speziellen Projektes und Kostenanschlages übersandt, und ersucht die Versammlung um deren Genehmigung. t. Ein ernstes Trottoirs derjenigen Wochenmärtte liegen, okales. Vi. KllU�VIt—.-.-----. st, welche nach dem„Standard" folgendermaßen lautet: „Exzellenz! Ich glaube, daß es meine Pflicht ist, ange» will) der Schwierigkeilen zwischen England und Birma— Schwierigkeiten, welche ich nach loyalen Erklärungen verschwin» den zu sehen hoffe— zu Ihrer Kenntniß zu bringen, daß «leine Regierung nicht daran gedacht hat, fich in Feindschaft zu England zu setzen. Die gegenseitigen Interessen der beiden Länder find hierfür zu gleichartig. Außerdem habe ich mich beeilt, nach Mandalay den Rath zu telegraphiren, sofort ein Schiedsgericht anzunehmen, welche» die bestehende Differenz beilegen könnte. Es ist klar, daß, wenn direkte diplomatische Beziehungen in London und Mandalay bestünden, alle Etrei» «gleiten eine bessere und schnellere Lösung finden würden. \5ch weiß, daß meine Regierung mit Gcnugthuung die Wieder« Herstellung der Bande der Freundschaft sehen würde, welche durch nichts hätten gestört werden sollen, insbesondere in einem Augenblicke, in welchem mein erhabener Souverän den Wunsch Zugesprochen hatte, in der vollständigsten Weise den Weg der Zivilisation zu betteten. Ich kann Sie versichern, daß daS <%b(n der jetzt in Birma fich aufhaltenden Europäer, welcher Nationalität sie angehören mögen, in keiner Gefahr fich be- W.bet. Indem ich mich auf den Geist freundschaftlicher Ver» Ähnlichkeit, welche Jedermann bei Ihnen anerkennt, verlasse, habe ich die Ehre Sie zu bitten, freundlich die Verficherung Änner Hochachtung zu empfangen." v; Dieser Ausdruck der Friedensliebe und Nachgiebigkeit der F�anischen Regierung wird den Engländern gar nicht an» kein, da ihnen vor Allem daran gelegen ist, einen Vor "D«w si. grnn»r!nn von Birma im haben. icm, VU syevvi».----- 1 für die Annexion von Birma zu haben. ine», M .ri Kommunale». finb ci der städtischen Irren- sowie Zdioten-Anstalt � in der Zeit vom 1. Juli biS ult. September 1885 folgende "3m letzten Fahre, kurz vor seinem Tode." z.-."Und welche Bestimmungen soll das Testament ent- iebi haben?" fuhr der Gutsbesitzer fort, dessen Miene �""d nachdenklicher wurde. �itetbe" ,u*t etralhen- Oberst von Stuckmann g«."®öS kann nicht wahr fein," entgegnete Rabe lebhaft. g.,," seinem Bruder hatte der General auf feindlichem Fuße Rh r.''h" hat er keinesfalls zum Erbe» eingesetzt. Der aefrl"O" Swckmaun hatte noch dazu de» Bruch herbei- r"9tt, der General wollte gar nicht» von ihm wissen." "�ann dennoch möglich sein!" das �* kann nicht möglich fein. Zch will zugeben, der General vor feiner Hettath ei» solches Testament Di»*. � �t, dann aber hat er e» nach der Hochzeit ver- sner""»r das feiner Frau und seinem Kinde schuldig." „Behauptungen!" sagte der Zustizrath achselzuckend. "Deren Begründung auf der Hand liegt." ."Müssen bewiesen werden! Also Testament nicht ge» "den worden?" »Nein." „Nach dem Tode sofort Siegel angelegt worden?" "Sofort." „Und nachher?" fcots �h** stnd alle nachgelassenen Papiere durchgesehen kein r il aber es hat sich, wie dies auch zu erwarte« stand, 19 c � Mille vorgefunden. Wie kommen Sie nun nach ans t" dazu, den alten Staub wieder aufzuwirbeln und �vergessenen Scharteke» da» tollste Zeug heraus zu be» Zustizrath blickte den Fragenden an, als ob er feivp/m"..� Worte nicht verstanden habe; er rückte an in, und blies dem Gutsbesitzer eine Rauchwolke wied�?' �aUe die Akte» ganz vergessen," sagte er,„dachte 'veae»"k* Assessor von Stuckmann Untersuchung Paviw�•»d wieder aufnehme« wollte, glaubte in de» ß. � Spur zu finden." che» Autt�kaubte« da».?" erwiderte Rabe erstaunt.„Wel- Nchluß könnten den« diese Papiere über jene» Ver- „.ahnwort an unsere Krauen. Die Straßen, welche in der Nähe unserer .................. find, wenn diese stattfinden, geradezu lebensgefährlich zu pasfiren. Obstreste, Abfälle von Grünkram und Gemüse und Thetle von Blattpflanzen bedecken die Granit- platten und machen jeden Schritt auf denselben gefährlich; meist werden solche Pflanzentheile achtlos von den Marktbesucherinnen fortgeworfen und dadurch zahlreiche, größere und geringere Un- fälle veranlaßt. So stürzte am Freitag an dem Gendarmen- Markt ein alter Herr beim Betreten des Straßendammes, in» dem er auf ein dort hingeworfenes Blatt trat, und schlug so heftig mit dem Rücken gegen die Granitschwelle, daß er unfähig war, fick zu erbeben. Herbeieilende Passanten hoben ihn in eine Droschke. Es wäre freilich nicht zu zuviel verlangt, wenn man von der städtischen Sttaßenreinigung die Reinhaltung der TrottoirS in der Nähe der Märkte während der Markttage und die Stationirung einiger Arbeiter zu diesem Zwecke forderte: inzwischen aber möge an unsere Hausfrauen die Bitte gerichtet sein, das Fortwerfen solcher Pflanzentheile auf den TrottoirS zu vermeiden und zu verhüten. Eine bemerkenswerthe Neuerung steht für den Pferde» bahnbetrieb in Berlin in nächster Zeit bevor. Vom 1. November ab sollen, wie die„Nordd. Allg. Ztg." schreibt, die zu dm Vorderperrons der Pferdebahnwagen führenden Thüren geschloffen werden, so daß von diesem Zeitpunkt ab der Zugang zu den Plätzen de« Vorderperrons nur noch von vorne wird erfolgen können. Durch diese Maßregel wird einem vielfach geäußerten Wunsche des Publikums entsprochen, indem dasselbe dadurch vor der durch das Oeffnen der Thür nach dem Vorder- perron unvermeidlich entstehenden Zugluft geschützt wird. Gleichzeitig soll die Anzahl der Plätze auf den Vorderperrons beschränkt werden, wodurch daS Aufsteigen auf die Vorder- perrons für das dieselben benutzende Publikum wesentlich er» leichtert werden wird. i. Die Nothadrefse.„Gied Dir keene unnütze Mühe, ick rücke nischt raus; wenn Dein Mann keene Familie ernähren kann, denn hätte er nich Heirathen sollen." Mit diesen Worten schloß der Rentier und ehemalige Ziegeleibefitzer die Unter» rcdung mit seiner Tochter, die weinend vor ihm saß und um Unterstützung ihres Mannes in dessen bedrängten Geschäfts- Verhältnissen gebeten hatte.„Meine schöne Aussteuer wird der Exekutor holen," seufzte die junge Frau, aber der Alte war be- reite zur Thür hinaus und wollte nichts hörm. Für dm Wechselverkehr hat nun der Gesetzgeber die schöne Einrichtung getroffen, daß ein Wechsel, welcher bei seiner Fälligkeit vom Schuldner nicht eingelöst wird, noch bei einer sogenannten Nothadrefse zur Zahlung vorgelegt werden muß, wenn eine solche auf dem Wechsel angegeben ist, und der bedrängte Schwiegersohn glaubte bei Autstellung einiger Wechsel, daß eS nicht schaden könnte, wenn auf denselben der Name seines no- torisch reichen Schwiegervaters als Nothadreffe angegeben würde; bei diesem erschien denn auch pünktlich zur Verfallzeit der Notar, um die Wechsel zur Zahlung vorzulegen, und falls diese nicht erfolgte, Protest aufzunehmm. Der Alte, der mit Wechselangelegenheiten nie etwas zu thun haben wollte, war natürlich höchlichst erstaunt:„Aha, also meinen Herrn Schwiegersohn seine Nothadreffe bin ick, bei iS ja recht hübsch von den MuSjeh!" Es fragt fich doch, meinte der Rechteanwalt, ob Ihr Schwiegersohn Ihnen Anweisung ertheilt hat, Zahlung für ihn zu leistm?— Na memen Sie etwa nicht? entgegnete ärgerlich der Alte— da kennen Sie meinen Schwiegersohn schlecht; der ertheilt mir immerzu Anweisung; wieviel macht denn daS Vergnügen?— Ich bedauere, Ihnen kein Geld ab» nehmen zu können, das müssen Sie hei der Bank erledigen; aber ich will Ihnen entgegenkommen und die Aufnahme der Protesturkunde noch aussetzen, um Ihnen die Prozeßkostm zu ersparen", erwiderte der Rechts- anmalt. Und so wurde es zwischm ihnen vereinbart. Fluchmd und schimpfend suchte der Alte das Geld hervor, um es zur Bank zu tragen. Also, ick bin seine Nothadreffe! Na matte, Musjeh Schwiegersohn\" Dieser hatte bereits einige Tage auf das Zurückkommen de» protestitten Wechsels gemattet und als er statt dessen die unverhoffte Nachttcht von der Einlösung des- selben erhielt, war er durchdrungen von der tiefem Weisheit und Einsicht der Gesetzgeber, namentlich mit Bezug auf die Nothadreffe. j. Ei« internationaler Hochstapler, der fast alle Polizeidirektionen der Welt beschäftigt hat, ist vottgen Dienstag in Rom verhaftet worden. Derselbe nennt fich angeblich Bostelli. Er bereist seit etwa 9 Jahren alle Großstädte Europas und lebt während dieser Zeit nur von Hochstapeleien schlimmster Art. Etwa 60 Jahre alt, ist er ein überaus stattlicher Mann von sehr distinguirten und bestechenden Manieren. Je nach den Umständen gab er fich auS bald als Bankier, Prinz von Alzador, Herzog von Sarbonet, bald als Baron von OhiS, Gesandten der Republik Honduras beim päpstlichen Stuhle, bald als General a. D., Industrieller ,c. Unter dieser Maske verschaffte er fich Geld und Kredit, lieh Pretiosen, die er stets zu bezahlen vergaß, verkaufte gefälschte Aktien ic. Fast bei allen europäischen Polizei- Direktionen liefen gegen ihn Denunziationen ein, ohne daß eS gelang, ihn zur Bestrafung zu ziehen. Sobald er wußte, daß etwas gegen ihn in der Luft lag, verschwand er spurlos, um anderswo unter anderm Namen aufzutauchen. Auch in Berlin hat er sein Wesen getrieben. Er bewegte fich stets in der besten Gesellschaft, oft sogar al« Gesandten von Honduras kostümitt und die Brust mit Orden aller möglichen Länder bedeckt. 1883 wurde er in Nizza zu einer Freihettssttafe veruttbeilt. Kaum entlassen, begab er fich nach Rom, wo er zwei Jahre lang als Hochstapler unbehelligt lebte. Einen Engländer bettog er 1884 um die Bagatelle von 70000 Lire, indem er ihm vorredete, er beabfichtigte mit ihm den Hafen von Civitavecchia im Aufttage der Regierung auS» zubauen. Kaum hatte der bethörte AffociS das Geld vorgeschossen, verschwand Bostelli spurlos. Anfang Ottober be- schloß der Gauner, in Rom einen Koloffalbetrug zu inszeniren, doch fiel er dabei der Polizei in die Hände. In seinen Koffern fanden fich 91 Adelsdiplome, zahlreiche Ordensformulare, ge« fälschte ChekS, 14 falsche Pässe und ein Tarif für alle mög» lichen Orden, die er verschaffen zu können vorgab. B. Ein seltener Deserteur. Wohl mit Recht erregte am Sonnabend Mittag ein etwa 12jähttger Waiseriknabe große? Aussehen, der von einem Schutzmann gefühtt die Alte Jakob- straße pasfirte. Der Knabe war mit dem üblichen, blauen An- zuge bekleidet und trug die roth geränderte Mütze. Schon vor einigen Tagen war der Junge aus der Anstalt entflohen und hatte fich vagabondirend umhergettreben, konnte aber, noch dazu in seiner auffallenden Kleidung, dem spähenden Äuge der Polizei nicht lange entgehen. Sonnabend Morgen hatte die kurze Freiheit ein Ende genommen, und er war retzt auf dem TranSpotte nach der Anstalt, wo man wohl Sorge tragen wird, um den heftigen Drang nach Freiheit gehörig einzu- schränken. E. Zwischen Lipp' und Kelchtörand l Der in der Friedenstraße wohnende Schuhmacher Stielet hatte fich am Freitag Vormittag aufgemacht, um mit seiner Braut und zwei Zeugen nach dem Standesamt fich zu begeben und in den Stand der heiligen Ehe zu treten. Festlich gekleidet und in gehobener, ftoher Stimmung schtttt die kleine Gesellschaft ein- her, da, am Prenzlauer Thor, wurde der unglückliche Bräuttgam von einem heftigen Blutsturz befallen, der aller Freude ein schnelles Ende machte. In die hochzeitlich auf das Beste ge- schmückte Wohnung mußte nun per Droschke ein schwer Kranker zurück geschafft werden. E. Wieder einmal ein versuchter Selbstmord. Die stattliche, achtzehnjähttge Tochter des Agenten Heinel, Acker- straße 50, unterhielt gegen den ausgesprochenen Willen der brechen geben? Machen Sie nicht selbst sich unnöthiger Weise Kopfweh, Zustizrath; die Vermuthung, daß der General ein Testament hinterlassen haben könne, ist ein Nonsens, ich habe an diese Möglichkeit niemals gedacht." „Will ich glauben," nickte der alte Mann,„wäre auch 'ür Sie sehr unangenehm gewesen. Aber Möglichkeit drum !och vorhanden." „So schweigen Sie doch endlich von diesem Unsinn. Wenn die Akten nichts Bessere« enthalte«, wollen wir sie ins Feuer werfen." „Darf nicht geschehen!" „Pah, weshalb nicht?" „Sind nicht Zhr Eigenthum, gehöre» den rechtmäßige« Erben, könnten später darauf zurückkommen müssen."'' Der Gutsbesitzer hatte die Stirne in Falten gezogen, ein grollender Blick ttaf aus feinen flammenden Augen de« alten Mann, der seinen Arm auf die Akte» legte, al» ob er fürchte, daß ein Raub an ihnen begangen werden könne. „Auf die Möglichkeit, daß ein Testament vorhanden gewesen sein könne?" fragte er scharf.„ES fehlte jetzt nur noch, daß der Assessor von Stuckmann von diese« tollen Vermuthungen Kenntniß erhielte, Sie hätten un« dann eine schöne Suppe eingebrockt. Ich gebe Ihnen auf Ehrenwort die Versicherung, daß kein Testament vorgefunden worden ist. Oder wolle« Sie am Ende die Frau Generalin von Stuck- mann der Unterschlagung beschuldigen?" „Bewahre!" rief der Zustizrath erschreckt.„Denke nicht daran, wäre Unsinn! Hat mich nur frappitt, daß so oft die Rede davon ist." „Was will da« heißen? Der General war ein alter Man», der heute dies, morgen jenes wollte, ein Kind, da« mit Zdee« und Entschlüssen spielte, wie andere Kinder mit Kieselsteine«. Zerbrechen Sie sich darüber, eS wäre nutzlose Mühe. mir morgen zurückschicken, oder ich „Will erst durchlesen." „Wie sie wolle«, aber ich erwarte, daß Sie mit Niemand über den Znhalt derselben rede» werden. Mit Ver muthunge« muß man vorsichtig sein." nicht weiter de« Kopf Die Akte« können Sie lasse sie hier abholen." „Werde schweigen— hm, merkwürdiger Fall!" „Mettwürdiger Unsinn, Zustizrath, weiter nicht«!" sagte Rabe ärgerlich.„Uno wa« Sie in diesen Akten suchen, werden Sie auch nicht finden. Sie haben wohl aehött, daß ei« früherer Tagelöhner, der bald nach dem Verbrechen auSwandette und vor einigen Tage« zurückgekehrt ist, ver- haftet wurde?" „Natürlich." „Herr von Stuckman» ist bereits von der Schuld dieses Mannes überzeugt, obgleich er noch nicht einmal Zeit gefunden hat, die UntersuchuagSaktea aus jener Zett zu studiren. Man kennt das ja, ein junger Beamter macht gern Karriere—" „Hm, soll ein ziemlich klarer Fall sein", fiel der Zustiz- rath ihm in die Rede,„Beweise überzeugend—" „Zm Gegentheil, die Beweise sind so schwach wie mög- lich, aber ein geschickter Untersuchungsrichter kann mit einiger Phantasie einen Anklageakt anfertigen, der gar keine Zweifel mehr aufkommen läßt. Der Verhaftete stand ftüher in unsere» Dienste«, ich kann an seine Schuld nicht glauben, und deshalb halte ich es für meine Pflicht, ihm einen Ver- theidiger zur Seite zu stellen, von dem ich ermatte« darf, daß er ferne ganze Kraft dieser Sache widmen wird. Da ist denn meine Wahl auf Sie gefallen!" „Auf mich? Sehr schmeichelhaft, aber— „Sie müssen das annehme», Zustizrath, alle Kosten werde ich decken." „Hm, verlorene Sache, wenig Ehre dabei zu holen." „So darf ein Vertheidiger nicht denken!" „Setzt sich auch nicht gern einer sichere« Nieder- läge aus!" „Reden Sie mit dem Verhafteten, dem Vettheidiger muß man ja den Zuttttt zu ihm erlauben, sehen Sie die Akten durch und dann sagen Sie mir Zhre Meinung. Zst der Mann schuldig, dann plaidiren Sie für Milde« rungSgründe, im anderen Falle muß er fteigesproche« werden." „Nehmen so große» Interesse daran?" fragte der Zustizrath.„Sonderbar, weshalb?" (Fortsetzung folgt.) öltet« et« Liebesvethältniß«itt einem jungen Kaufmann Wiederholt hatten deswegen schon die peinlichsten Szenen und Auseinandersetzungen in der Familie stattgefunden, das Mäd- che« hielt fest an den Auserkorenen. Wieder einmal hatte der gestrenge Herr Papa am letzten Donnerstag alle möglichm VernunstSgründe gegen den unerwünschten Schwiegersohn vor« gebracht und schließlich mit energischen Drohungen geendet. Fn ihrer Aufregung und an einer glücklichen Zukunft ver- zweiselnd hat nun das junge Mädchen, um aller Noth ein Ende zu machen, eine Portion Zuckersäure zu sich genommen, glücklicherweise nicht genug, um fich zu tödten, aber wie der behandelnde Arzt erklärte, doch so viel, um lange Zeit an den Folgen der übereilten Handlung zu leiden. Wafierstand der Svree in der Woche vom 11. bis 17. Oktober.(Angabe in Metern.) Gerichts Zeitung. ... gemeinschaftlicher Hansfriedensbruch eigener Art gelangte gestern zur Kenntniß der 90. Abtheilung hiesigen Schöffengerichts. Der Kunstdrechsler Krause stand mit einem Fräulein Lazarus, welche ein Trödelgeschäst in größerem Maß» stabe betreibt, in Geschäftsverbindung und will aus derselben «ine Forderung an sie in Höhe von einigen hundert Mark er« langt haben. Frl. L. erkannte di-se Forderung aber nicht an. Krause kaufte am 26. Februar er. von Frl. Lazarus ein Piano für 240 Mark gegen baare Bezahlung und ließ fich dasselbe nach seiner Wohnung schaffen. Dort aber weigerte er fich, die verabredete Baarzahlung zu leisten und ließ vielmehr Fräulein Lazarus bestellen, daß er die 240 Mark auf seine Forderung abrechnen würde. Während Krause an dem Abend des gedachten TageS mit seiner Familie in dem Hinterzimmer zubrachte, wurden ste durch ein in der Vorderstube entstandenes lautes Geräusch aufmerksam und nahmen nun wahr, wie Frl. LazamS mit vier Leuten be- schäftigt war, das kurz vorher gelieferte Piano aus dem Zimmer zu entfernen. Der Aufforderung des Krause, seine Wohn- räume zu verlassen, leisteten die Leute keine Folge und gelang es erst der Intervention eines herbeigeholten Schutzmanns, Frl. Lazarus und deren Begleiter"won ihrem Vorhaben eigenmächtiger Selbsthilfe abzubringen. Heute hatten fich dieselben wegen Eindringens in eine fremde Wohnung und wegrn Nicht- entfern enS aus derselben zu verantworten und verurtheilte ste der Gerichtshof mit Rücksicht auf die in der Sache liegenden Milderungsgründe zu je einer Woche Gefängniß. Wegen Wuchers stand gestern der Schneidermeister Johann Carl Hermann Pelz vor der vierten Strafkammer des Landgerichts l. Nach der Anklage soll der Beschuldigte dem Gefindcvermiether Steppe, der durch seine Einziehung zu einer militärischen Uebung in Noth geiathen war und dem Exmission drohte, ein Darlehn von 100 Ml. gewährt haben. Der Geld- darleiher stellte folgende Bedingungen, auf die Steppe auch einging. Der letztere mußte ihm einen Wechsel geben, der auf einen Monat lautend auch von der Frau Steppe unterschrieben werden mußte. Außerdem nahm der Angeklagte eine Anzahl Werthstücke seines Gläubigers, als Uhren rc. an fich, um im Nichtbczahlunpsftille Deckung zu haben und bedang fich schließ lich noch acht Prozent Zinsen pro Monat aus. Steppe konnte dm Wechsel am Verfalltage nicht einlösen, auf eine Pro- longation ließ der Gläubiger fich nicht ein, sondern beschritt sofort den Klageweg und ließ die Sachen des Schuldners verauttionircn. So behauptete der Zeuge Steppe, die Beweisaufnahme ergab aber, daß die Anklage auf schwachen Füßen ruhte, und daß hier einer jener Fälle vorlag, in denen eine leichtfertig konttahirte Schuld du nicht recht schuß erfordern. Bei der Laubeit aber, die die Bevölkerung unseres Landes diesem Unrernehmen zu widmen scheint, wird es schwer haltm, diese Summe nebst dm Zinsen von ca. 5000 Mark jährlich aufzubringen.— Diese Arbeiterkolonien find meistcntheilS konservative Unteinchmunpen und fie dienm auch vielfach zur konservativ-ckristlick-sozialen Propaganda: da sollten doch auch gerade die zahlreichen konservaiiven Rttergutsbesttzer unseres Königreichs etwas riefe: in den Gelvbeutel greifen, um ihren christlichen Sinn zu zeigen. Aber dem modemm Christen- thum ergehts auch, wie manchen anderen Bestrebungen. es langt nur bis an die Tasche, nicht bis in dieselbe.— Wenn die Herren wirklich fich für die Abschaffung der„Vagabondage" und für das Wohl der Arbeiter interesfiren, dann, mußten fie mit Leichtigkeit eine solche Summe aufbringen, daß auch der Verkauf von Wald und Waldflächen unterbleiben konnte. In drr Aufforstung dieser Waldflächen, in der Pflege des Waldes überhaupt hätte die Hauptarbeit der Kolonisten bestehen müssen. Solche Arbeit hätte die„Vagabunden" frisch und gesund er- halten, solche Arbeit hätte den übrigm Arbeitern keine Konkurrenz gemacht. Aber man will die Kolonisten i n d u st r i e 1 1 beschäftigen, man will den armen voigtländischen Arbeitern, die vielfach am Hungertuche nagen.Dnoch eine unbesiegbare Konkurrenz durch die von der Prioatwohlthätigkcit erhaltmen Kolonisten machen. Wahrlich, unsere neue Kolonie bietet ein recht trauttges Bild dar. Uebrigens hat man in anderen Gegenden zuerst Gelder zusammengebracht und dann eine Kolonie angekauft, während man hier zuerst ein Gut kauft, zuerst dem Fiskus davon dm für den Zweck einer Kolonie nütz« lichsten und verwendbarsten Theil überläßt und dann zu milden Beittäaen auffordert. Soll das am Ende„sächstiche Gemüth- lichkcit sein? Es wäre in diesem Falle, besonders wenn man die verderbliche Konkurrenz ins Auge faßt, welche die Kolonie dm Arbeitern machen wird, gar nicht schade, wenn das ganze Projett scheiterte und die Unternehmer auf ihrem Schneckm- grün hängen blieben. Die Verlockungen der Agenten haben in Hamburg über alle Warnungen bezüglich der Anwerbungen von Z i« garrenarbeitern nach Kanada dm Sieg davongetragen. Am 19. d. Mts. find nämlich 240 Zigarrenarbeiter von Hamburg nach Montreal abgereist, um der der Firma Davids and Eons in Dienst zu treten; 40 waren schon einige Tage vorher abgedampft. Wir wollen nur hoffm, daß die Verführten ihr Beginnen nicht allzusehr zu bereuen haben. Von 4000 Handwebstühlen, welche ehemals in Plauen im Voigtlande beschäftigt waren, find nur noch etwa 200 gegenwättig im Gange. Und da faselt man noch immer von der Konkurrmzfähigkeit des Kleinbetriebs dem Großbetrieb gegenüber und will dem Handwerk und dem kleinen Gewerbe wieder auf die Strümpfee helfen. Jawohl, auf die Strümpfe! Aber die Strümpfe habm überall große Löcher, so daß das Handwerk dennoch barfuß gehen muß. In Lyon ist wieder ein großer Seidmweberstreik ausge« brochen. Die Aufregung ist ein großer; noch ist die Zahl der Streikenden nicht bekannt. „Chinesenhetze" nennt es die„New-Norker-Handelsztg.", wenn die heimischen Arbeiter in dm westlichen Etaalen Nord» amerikas gegen das Einrücken der chinestschm Lohndrücker ener- gisch Front machm. Natürlich ist das große Handelsblatt wütyend darüber, daß ihren Schützlingm, den Großfabrikantm, die billigen Arbeitskräfte verloren gehen. Wir aber gratuliren den amenkanischen Arbeitem zu ihrem Verhalten in der Chinesmftage, da dasselbe fich gegen die Feinde der Kultur wendet. zeitig getilgt werden rannte, von dem säumigen Schuldner als Wucher gestempelt wurde. Es stellte fich heraus, daß Steppe das Darledn nicht durch Schilderung seiner Nothlage sondem im Gegmtheile nur dadurch erhalten hatte, daß er seinem bis- herigen Klubmitgliede Pelz, dem gegenüber er stets seine Lage alS eine günstige bezeichnet hatte, eine augenblickliche Ver- legenheit schilderte. Auch stellte fich heraus, daß Pel, in Wahr« heit nur ein freiwillig angebotenes Geschenk von 4 M. für die Hergabe des Geldes angenommm. Der Staatsanwalt bean« tragte in Folge veffen die Freisprechung des Angeklagtm, auf die der Gerichtshof auch erkannte. Soziales nnb Arbeitervemegang. „Der Dessauer Tifchlerftreik ist, wie eine Bekannt- mach un g des„Anhalter Staatsanzeigers" besagt, beendet" — so lautet eine Notiz, welche durch zahlreiche Blätter geht. Hiemach sollte man meinen, daß die berzogliche Regierung eine dahin gehlnde„Bekanntmachuna" erlassen habe. Dieselbe würde doch keinerlei RechtSverbindlichkeit haben, wenn einige Tischler dennoch weiter streiktm V Wahrscheinlich aber hat man eS hier mit einem sog. Kunosum zu thun. Die Tischler in Dessau werdm übrigmS selbst schon, wenn es nöthig ist. für die Bekanntmachung" sorgm.„ Der Streik der Weber zu LandeShut in Schlesien ist unsem Lesem wohl noch in Erinnerung. Dieser Streik war entstanden wegen Verlängerung der Ketten seitens der Fabrik- Verwaltung ohne Wissen der Weber und ohne daß die Ver- längerung vergütet wurde. Die Entrüstung bei den Webern war eine ungemein große, es kam zu stürmischen Szenen und schließlich wurde eine Anzahl der Streckenden wegen Aufruhrs in Anklagezustand gesetzt. Dieselben standen vor einigen Tagen vor dem Schwurgericht zu Hirschberg und wurden sammtlrch unter der herzlichsten Theilnahme der Bevölkerung krttgesprochen. der Verhandlung stellte fich heraus, daß dre Arberter guten rund zum Streik hatten, da ihnen von dem Lohne, um den fie in der Epner'schen Fabrik ert Monaten verkürzt worden waren, nur ein geringer Theil nachgezchlt werden sollte. Sonderbar ist es nur, weshalb dre wahrhaft Schuld, gm. die Lohnpreller. nicht bestrast werden!? Es kann nichts Fluch- würdigeres geben, als einen armen schiefischen Weber um dm sauer verdientm Lohn bringm zu wollm— dagegm rst ein WSQm WWW zu zahlen 143 000 Mark. 101000 Mark, mit 4'/. Prozent ju ffÄÄÄÄÄ f« aesammelt aber wird schon ein halbes Jahr tonfl- rechnet auf 100 Kolonisten, die im ersten Jahre ca 90 � Vereine mh Versammlungen. •..... vezirksverein deS werkthätige« Volkes der Schön- Häuser Vorstadt. In der letzten Versammlung hiett Herr Stadtverordneter Paul Singer einen mit vielem Beifall auf« genommenen Vortrag über„Kommunales". Nur noch vier Wochen, so führt Redner aus. trennen uns von den Ersatz- mahlen zur Stadtverordneten-Versammlung und da ist es be- grerflich, daß fich auch die Arbeiterbezirksoeieine darum küm- mem, was von Seiten der Vertreter der Arbeiterpartei inner- halb der Stadtverordnetm-Versammlung geleistet ist und wie fich dieselbm zu den einzelnen den Arbertern besonders intet- esfirmdm Fragen stellen. Es handele fich in erster Linie darum, daß vor 2 Jahr Begonnene festzuhalten resp. forlzu- setzen, und wenn die Arbeiterbezirlsoereine niil aller Energie ans Werk gehen, so werde es auch gelingen, für mehr Arbeircr- vertteter als bisher Sitz und Stimme zu gewinnen. Redner geht nunmehr auf dje Erläuterung der einzelnen Programm- punkte der Arbeiterpartei ein und bespricht zunächst die Reform der Miethssteuer als eine der gerade die arbeitenden Klassen am härtesten treffenden Steuer. Durch den Vorschlag des Oberbürgermeisters, zunächst beim Oberpräfidenten anzufragen, sei die Regelung dieser Angelegenheit nur verschleppt. Ein anderer wichtiger Punkt sei die Bewitthschaftung aller nutzbringenden Anstalten durch die Kommune, die Pferdebahn, Gasanstallen, elektrische Anlagen ,c. zum Nutzen der Kommune und zur Beseitigung der die minder Bemittelten besonders hart drückenden Steuern. Diese Frage sei die wichtigste, hier müsse der Hebel angesetzt werden zu gründlicher Reform. Unter keinen Umständen dürfe der Nutzen der aus diesen Anlage resultire in Form von Dividende in die Tasche von Attionärm fließen, die Stadt dürfe fich nicht wie bei der Pferdebahngesellschaft mit ca. 400000 Mark abspeisen lassen. Ebenso vergälte eS fich bei der Gasanstalt sowie bei den elektrischen Anlagen. Die Vertreter der Arbeiterpartei seien stets für den Grundsatz eingetreten: Alles für die Kommune, Alles durch die Kommune. Und gerade hierin hätte fich der Gegen- sav der Meinungen mit denjenigen der übrigen Parteien am schärfsten dokumentnt. Sei auch hienn von Seiten der Ver- treter der Arbeiterpartei noch nichts erreicht, so bedeute allein schon die Diskussion dieser Fragen, in Anbetracht der seit 20 Jahren im unbestrittenen Befitz der Manchesterpartei befindlichen Majorität der Stadtverordneten- Versammlung einen Fortschritt von eminenter Bedeutung Redner acht nunmehr auf den Antrag der Vertteter der Ar- berterpaitei die Einführung von Geweibeschiedsgerichten de- treffend, des Naheren ein und zeigt, wie nothwendig dieselbe gerade für erne so industriererche Stadt wie Berlin ist Rcdner zeigt nunmehr, wie auch die Vertreter der Arbeiter für Besse- 's:%%%.%%% gefunden haben. Dre von Seiten der Bürgerpattei vorae- schlagenen neuen Steuern als Bier- und Gassteuer müssen von 20000 Mark Zu- wegen- JnBezug auf die geplante Gassteuer ist RednerderAnficht. (3%"9»#: i -.Die Ahunj-en pttobatej jeanrheit «urchtührb 1» ter gewahren, was den Bewohnern Berlins noch fehlt ."'tfallen Mem®tü Engeren 2 m �eka, ?°rden, di ü B der Majorität. Jedoch dürfe uns dies durchaus nicht abhalte bei den nächsten Wahlen mit aller Energie und Tbatkrafi! den Wahlkampf einzutreten. Wenn jeder Einzelne in Freu# und Bekanntenkreisen, sowie am Wahltage seine Schuld keit thue, so werde die Zeit nicht mehr allzufern in der auch die Vertreter der Arbeiler ein gewichtiges E' mitzureden hätten, zum Wobl des Einzelnen, zum E' der Gasammtheit. Thue also jeder seine Schuldigkeit, so r-' der Sieg nicht fehlen.(Wiederholter Beifall.) Folgende£ solution wird hierauf einstimmig angenommen:„Die her*' Meister'* Salon, Schönhauser Allee 161, versammelten# glicder ves Bezirksvereins des wertthätigen Volkes der©$ hauser Vorstadt erklären fich mit dem Vorgehen der Stadls ordneten der Arbeiterpattei voll und ganz einverstanden a' verpflichten fich, mit aller Energie für die Wahl eines stop baten derselben im 32. Kommunalwahlbezirk einzutreten." Anfrage, betreffend daS Verhalten des Stadtv. Görcki zur jektirten Biersteuer, gicbt dem Referenten Veranlaffung,' erklären, daß alle Stadtverordneten der Arbeiterpartei n> Verwerfung dieser Steuer einig find. Ein Antrag, zu" der Bibliothek eine Tellersammlung vorzunehmen, wird nommen. Unter Hochrufen auf den Stadtverordneten trennte fich die äußerst zahlreich besuchte Versammlung.. t-d. Eine eigenthümliche Praxis verfolgt jetzt bkj i'ssfffannte Lohnkommisfion der Beiliner Tischler. Herr c» mann. Mitglied dieser„Kommisston", hatte zum 25. d.- CJZ eine„öffentliche Versammlung der Tischler Berlins" in Gesellschaftshaus, Andreasstraße 21, einberufen. Der bffoJ» Herr Rödel sollte über daS Thema:„Was erreichen$■ Gegner mit ihren fortgesetzten Angriffen gegen die Loh# misfion" referiren. Nachdem der Einberufer die von? 400 Personen besuchte Versammlung eröffnet hatte. tbeiW selbe mit, daß fich die„Lohnkommisfion" genöthigt habe, von dem bisher in öffentlichen Versammlungen ModuS abzuweichen. DaS Lokal sei von ihm gemiethet und werde er von dem ihm zustehenden HauSrechte nN falls den ausgedehntesten Gebrauch machen. Das Bun öffentlichen Versammlung werde gebildet durch drei M der Lohnkommisfion. Dieses Verfahren rief sofott läti Widerspruch hervor. Herr Etellmann: die Ordner fi� Saale vertheilt. Wer fich nicht ruhig verhält, den feststellen lassen, derselbe macht fich eines Haussriedens schuldig.(Furchtbarer Tumult. Alles erhebt fich von Plätzen.) Die Versammlung wird auf 5 Minuten t* Nachdem dieselbe wieder eröffnet worden, fordert der berufet die Herren Lenz und Klose auf, am Va tische Platz zu nehmen.(Lebhafter Widerspruch) Stellmann: Wem diese Handhabung nicht gcne der solle den Saal verlassen.— Die Versammlung energisch, daß eine Bureauwahl stattfinden solle. Herr mann erklärt jedoch, daß eine solche nicht stattfinden wodurch die Erregung noch gesteigert wird. Während" langt Herr Schmitz das Wort zur Geschäftsordnung. Stellmann: Sie erhallen das Wort nicht zur Geschäfts — Herr Schmitz: Da ich das Wort nicht erhalle, so. ich die Kollegen auf, den Saal zu verlassen.(Lauter — Unmittelbar darauf wird Herr Schmitz polizeilich und durch einen Schutzmann abgeführt. Nunmehr ent! ungeheure Bewegung im Saale, alles drängt durch! wiederholt wird aufgefordert, den Saal zu verlafij Versammlung wird wieder auf 5 Minuten vertagt. der Pause werden Herrn Rödel und den„Lohnst, Mitgliedern" die heftigsten Vorhaltungen gemacht; die U lassen eine Anzahl Personen„feststellen". Der Tunnw immer größer. Nachdem Herr Stellmann die VeriA wieder eröffnet, erklärt derselbe:„Da die Berliner D sellen nicht wissen werden, was fie in Zukunft von den dalmachern zu ermatten haben, und ich nicht gewillt Versammlung a la Zölle zu leiten, so schließe ich' sammlung".— Das übersteigt denn doch die Gri bis jetzt Dagewesenen. Glauben denn die Herren ma misfions- Mitglieder" wirklich, die Tischlergescllcn Gängelbande führen zu können? Soweit wir die kennen, werden fie sich dem Terrorismus jener auf keinen Fall unterwerfen. Beruft jemand eine Versammlung ein, so muß er fich dem Verlangen, da» von der Versammlung wählen zu lassen, unbedingt' wenn er fich sonst nrcht den Vorwurf der FrechdeU lassen will.— Die letzten Wotte des Herrn Stellmniw, tenstren diesen Herrn übttgenS zur Genüge. Wem die Augen aufgehen, der ist eben mit Blindheit t'H,u wi «n die Drechsler, Knopfarbeiter und«««Ufihe «offen. Kollegen! Gegenüber dem jetzt stattfindend�.?«drid. kämpf unserer Genossen, gegenüber dem Erwlg in tritt die Frage an unS heran: wie find die Erfolge ft" wie in Zukuust neue Erfolge zu erringen? Nur da» Fernhalten der großen Kreise der Genossen in der schast von allen O ganisationsversuchen war im � Fabrilonten nnd Meister zu veranlassen, von Jakst die P-eise der Arbeiten mehr und mebr herun Doch der erste schüchterne Versuch eines gemein. gehens der Gesellcnschast veranlaßte eine große.w, Meister, die Forderungen, welche an fie gestellt, J" r Wohlan, Kollegen! Dem gegenüber muß man zu k) r kommen, daß nur wir selbst die größte Schulv an «gen gedrückten Lage tragen, daß wir unter allen £??•* bestehenden Organisationen, den Fachv« fälttjen müssen, wenn die diesjährigen schwachen V--Co dal WchK haben »runge, «n in d fernen M Ä �onntagsiu » Dem S ssdnern vero ben Jahre «er Fab, 1884 im T «erlin erschi „ In»e Kirchliche xben, hat Antrag ang Saliner du Archen zu b für Sttten Pasü «"ige Etnsü jjpnunen wei Rechnet wu rf65t f-L«" os, V...V Generalversammlung w-,, Drechsler, Knopfarbeiter und Bcrufsgenossen sta» Tagesordnung: 1) Geschäftliches; 2) victteljabrm 12% ppSc lÄrv« eingeladen. Der Vorstand. m 1875, von 8'/. scheinen. Nermisihte». W iahe wie ''2hr k Äy -�antsteuer geplant. t At- Freund, ist alle selbe Verantwortlicher Redakteur«rouhetm in Berlin. Druck und Verlag von Max vading in WMW W w&C w Setiin SW„ Beuthstraße 2 Htert» Ät a�halt- Tbatkr-st- !? ZS NU zum& so� folgende � Die heut� 'weiten � z der 6# >er Stadls rstanden iP eines Stsr-' reten."«' örcfi zur P mlaffung, f rpaitft in* l. zu GuF . wird«, neten®"V Beilage zum Berliner Bolksblatt. 251. Dienstag, den 27. Oktober 1885. II. Jahrg. PoUtische Ueverstcht. Die Generalsyuode hat fiu, in einer chrer letzten �tzunpen mit der Sonntagsruhe beschäftigt. Die w r?. �iöcker und Stumm sprachen sich bei dieser Ge {KmL. dahin aus, daß die gesetzliche Eoantageruhe wohl urchsUhrdar sei, wenn die nothwendigsten Arbeiten auch am � swiug verrichtet werden dürften. Die Synode faßte darauf Äl-LiiW gewundenen Beschluß zu Gunsten der gesetzlichen «onntagSruhe. Obwohl nun dieser Beschluß seh'- dehnbarer frZ"1 w und auch durchaus nicht zu erwarten steht, daß die Venen Miene machen werden, denselben mit dem Siacfc�n ck zu verfolgen, so hat daffelbe doch das fcnhii! ll" offiziös manch sittlichen„Nordd. Allg. Zeit." in ft«. enegt. Sit polemifirt gegen denselben in einem ngeren Artikel folgendermaßen: ../Bekanntlich ist eine Enquete über di'se Frage angeordaet ai?! 5'� kich zur Zeit in vollem Gange befindet. Die Re L'"WS hat dabei den Weg eingeschlagen, den wir soeben als richtigen bezeichneten; ste hat sich in erster(?) Reihe fcn« �beiter gewendet, weil dieser der in erster Reihe Be» M« ist. Dem großen Industriellen wird s leicht sein, viuch stärkeres heizen der Maschine den Verlust zu decken, den t.�wtübrunz der obligatorischen Sonntagsruhe ihm vemr- 'ännte. Aber wer bürgt dafür, daß auch .„..Arbeiter einen Ersatz für seinen Lohn- i,?>all findet, daß er im Stande bleibt, �-5 und seine Familie zu erhalten? Wie nu,'.F Ausfall gl deckt, den der Arbeiter in seinem Verdienst Das ist und bleibt der entscheidende Punkt. Herr n hat denselben einfach todtgeschwiegen, und Herr Stumm 1 herumgedrückt, indem er fich auf die„aushelfende tZTS** berief. Eine Organisation, die als nothwendigen Aktivs der Almosengeberei bedarf, ist der Arbeiter berech- �Zurückzuweisen." ..wo das otfiz'öse Blatt. Aus diesen Ausführungen geht genug hervor, daß man im Lager der„Nordd." der zJ/Uchen Sonntagsruhe nach wie vor feindlich gegenübersteht. uT, Haben auch die manchesterlichen Blätter aller Partei- �mlirungen schnell begriffen, sie blasen bereits mit vollen in die Flöte des gouvernementalen Blattes. Auf die i' 0 1 r n e% Behauptungen, daß die Arb-iter nach Einführung »�gesetzlichen Sonntagsruhe in ihrem Verdienst geschmälert fiH. n' hkute noch einzugehen, halten wir für überflüssig; fie „1!? Nachgerade oft genug als Phrasen gekennzeichnet worden M wcrden auch nur von böswilligen Gegnern der Sonntagsruhe benutzt. � Dem ReichSanzeiger zufolge ist die vom ReichSamt des xNnern veranstaltete Ausgabe der amtlichen Mittheilungen auS Jahresberichten der mit B e au fsi cht, gun g «er Fabriken betrauten Beamten für das Jahr 1884 im Verlage der Buchhandlung von Fr. Kortkampf in «erlin erschienen. ,. 3« Berlin ist nach Meinung der Generalsynode ein Kirchlicher Roth stand vorhanden und um diesen zu Wen, hat fie mit Bewilligung deS Oberkirchenraths einen Antrag angenommen, welcher sogar in Ausficht stellt, die Saliner durch ein Kirchengesey zu zwingen, so viel neue Jüchen zu bauen, wie die Konfiftorien für das Seelenheil der ?ir>tner für notbwendig halten.— Ferner bt klagten fich die Krrren Pastoren bitter über den Ausfall der Stollgebühren in Einführung der Zivilebe. Es sollen Schritte unter« ?°n>men werden, um für den Ausfall, welcher auf 750 000 M. �rchnet wird, anderweitig Ersatz zu schaffen. Ueber eine Kundgebung der deutschen Sozialdemo- s Bn• Wird der„National-Zeitung" geschrieben: Die znfftri s ch e n Sozialisten und zwar das Lokalkomitee in auu/ hatten an Bebel und Liebknecht ein Schreiben wbSp in dem erklärt war, daß die sozialistische Partei avfckii fich den Manifestationen gegen Deutschland nicht wie dr /> die spanischen Sozialisten wünschten jedoch zuwissen, Konffi.. deutschen sozialdemokratischen Führer über den ft Q, dächten und welche Stellung dieselben zur bau.s'lnen frage einnehmen. Herr Bebel hat fPam/rf,~~ Liebknecht fitzt im Gefängniß- den Iäno'!°"N Sozialisten durch einen Genossen eine Jeuilleton. Da» Mormmteamädche«. Lmerikaxrsche«czählmrg von Balduin Möllhaufeu- (Fortsetzung.) seit<£ wer de» Uebrigea befindet sich gewiß kei» Einziger, der tz�.�Sesaabruch die Anwesenheit von Pferden in dieser theuly1 in Zweifel gezogen hätte. Und vor dem Regen, .«tl l'«w..• t p j—. J#———.. �..— L "JTÄ i K' fr- ü dtei»�'»l•oroeiTel gezogen ytw»s. wwv v.u. v..»..., fth,. 3hr? Mann, tretet in losen, trockenen Sand, und läßt'v'. 06 3hr etwa« andere«, als eine Vertiefung zurück- tzu', d'e nicht die geringste Aehnlichkeit mit Eurem »Ww r J- Nein, Kapitän, die Spuren wurden »to xua»t,���»eteWeatherton, überrascht überdesDelawaren Be- diesx Ä�gabe, und fast eben so überrascht, daß er selbst alle «uz j'," Nebenumstände übersehen hatte,„ja, ei» durch. werd-t Urtheil," wiederholte er,„aber Zhr selhe nn rt6* Schramme nicht ansehen wollen, ob die- ldurde." lsuerm oder einem Mormonenpferde gerissen �or Schramme, auch nicht dieser Fährte, wo die i? lang Wischen den Steinen hindurch zu gelange«, vt einander folgten. Aber weiter unten, wo ertelen' stand es auf dem glatten Sande ohave-�-i.* wich wundern, wenn nicht sogar der Häuptling die Schrift zu lesen verstanden hätte. zunäckst die Freude darüber ausgedrückt, daß die spanischen Genossen nichts mit Denen gemein haben, die Spanien zum Kriege drängen. Die Haltung der deutschen sozialistischen Partei bei derartigen Vorgängen sei durchaus klar. Wie die sozialdemokratischen Abgeordneten offen im Reichstag e> klärt hätten, sei die Soziaidemokratte Gegnerin der heuligen Kolo- nialpolitik und unversöhnliche Feindin aller Kriege; fie be- kämpfe daher namentlich die Kolonialkriege. Jedesmal, wenn solche auszubrechen drohten, müßten fich die Sozialisten der be- treffenden Nationen zu einem Protest vereinigen. Dies sei auch diesmal geschehen: während die spanischen Sozialisten den Chauvinismus in Madrid bekämpft, hätten die Deutschen in der Presse diese Kolonialpolitik angegriffen. Die sozialdemo- kratischen Abgeordneten hätten es auch im Reichstag gethan, wenn dieser zur Zeit zusammengewesen wäre. Schweiz. In der Schweiz hat gestem die VolkSabsttmmung über die sogen. Alkobolvorlage stattgefunden. Diese Vorlage verlangt, daß in die Bundesverfassung folgende Bestimmungen aufge- nommen werden sollen: a) Die Fabrikation und der Verkauf der gebrannten Wasser find von der Gewerbefreiheit ausge- nommen; b) der Bund ist befugt, im Wege der Gesetzgebung Vorschriften über die Fabrikation und den Verkauf gebrannter Wasser zu erlassen. Die Bundesversammlung hatte diese Be- stimmungen akzeptirt, da dieselben aber eine Verfaffungsände- rung bedingen, so mußte Volksabstimmung erfolgen. Die Vor- läge ist nun auch in der Volksabstimmung mit 214693 gegen 135 951 angenommen. Die vollen Konsequenzen dieses Be- schlusses können erst 1890 eintreten, sobald nach diesem Gesetze das Ohmgeld und ähnliche Gefälle der Kantone in Wegfall kommen. Nrraukreich. Der franzöfische Ministerrath beschloß, fich einem Anklage- Antrage gegen Feny zu widersetzen, dagegen der Einleitung einer Untersuchung zuzustimmen.— Die jetzt veröffentlichten endgiltigen Stimmenzahien der Pariser Stichwahlen find vom amtlich mitgetheilten Ergebnisse so verschieden und bekunden eine so lüderliche Arbeit der Präfektur beim Zählen, daß die meisten Blätter die Absetzung deS Seinepräfetten Poubelle fordern.— Die Nachrichten auS den franzöfischen Kolonien klingen recht trostlos. Der„Voss. Ztg." wird aus Paris ge- meldet: Vor Tamatave(auf Madagaskari haben die Franzosen in zwei Gefechten bei Farafatta und Sambirano Schlappen erlitten, welche die HovaS ermuthigten, ihrerseits angreifend vorzugehen. Anam ist in vollem Aufstande. In Tongking wer- den die Schwarzen Fahnen immer kühner, und Cochmchina beginnt unficher zu werden. Utberdies wüthet in Tongking die Cbolera, welche dem Expeditionskorps bereits 3000 Mann gekostet hat. Auch auS Algier wird das Auftreten der Cholera gemeldet. Dänemark. Kopenhagen, 25. Oktober. Anläßlich deS Attentats auf den MinisterprästSenten Estrup fand heute eine großartige Ovation der Bevölkerung für denselben statt. Gegen 12 Personen begaben fich durch die von einer zahlreichen Volksmenge besetzten Straßen im Zuge nach der Wohnung des Ministerpräfidenten und brachten demselben enthufiastische Kundgebungen dar. Estrup dankte und brachte ein Hoch auf das Vaterland aus. Die Kommunalverwaltung hatte dem Ministerpräfidenten gestern durch ihren Prästdenten ihren Glückwunsch aussprechen lassen. — Man darf bei dieser Nachricht nicht vergessen, daß fie aus offiziöser Quelle geflossen ist. Amerika. In Kanada henscht in demjenigen Theile der Bcvöl- kerung, der franzöfischen Ursprungs ist, beträchtliche Aufregung über die Bestätigung des über R i e l gefällten Todesurtyeils. Dem Anschein nach ist die kanadische Regierung deshalb ent- gegen ihren früheren Anschauungen nun doch geneigt, Riel vom Galgen zu retten. Die Hinrichtung des Rebellenführers ist vorläufig zwar auf den 11. November festgesetzt, indeß hat das kanadische Kabinet in einer am 23. d- M. abgehaltenen Sitzung die Räthlichkeit der Ernenneng eines Ausschusses erwogen, welcher Rieths Geisteszustand nochmals unter- suchen soll. Aber wartet, er selbst soll Euch Aufschluß geben. Kahiga Kairuk!" rief er dann diesem zu, und den Zeigefinger der linken Hand horizontal von sich haltend, ließ er Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand, wie die Beine eines Reiters, auf demselben ruhen, worauf er nach dem Hochlande hin- aufwies und nur die Worte„MormonS" und„UthaS" aus- sprach. Ueber Kairuk'« ernste Physiognomie verbrettete sich ein Lächeln deS Verständnisses, und indem er zuerst alle zehn Finger und dann noch einmal einen emporhielt, verdeutlichte er die Zahl elf. „Gut," versetzte der Delaware in aufmunterndem Tone, worauf er dasselbe Zeichen wiederholte, aber in die Schlucht hin abwies. Dieses Mal gab Kairuk zu verstehen, daß sechszehn Pferde im Besitz der Mormonen und Utah» feien, und damit noch nicht zufrieden, hob er»och einmal fünf Finger empor, von denen er zwei bei dem Worte„Delawar", die übrigen drei mit der Bezeichnung„Amerika«" umlegte. „Sie haben ohne Frage unsere Pferde gefunden und «och einen Theil ihrer Utahs beritten gemacht," bemerkte WeatHerto», den prachtvoll gebauten Mohave-Häupt- ling noch immer mtt Theilnahme betrachtend. Plötz- lich aber fuhr er auf.„Wenn unsere Ver- folger beritten find und Gefahr im Verzuge' ist, worauf warten wir denn noch länger?" fragte er laut,„oder glaubt Zhr vielleicht, eS stimmt mich fröhlich, das Leben aller dieser Männer durch meine Schuld auf da» Spiel gesetzt zu wisse«?" „Erst reisen, dann rasten, essen und trinken, und dann wieder reifen�, antwortete der Schwarze Biber mit stoischer Ruhe, indem er einen andern Streifen geröstete« Fleisch hervorzog.„Wer langsam reist, reist weit, und kann, wenn'S Noch thut, auch eine Strecke laufen, ohne den Athem zu verlieren. Müde Beine machen müde Arme, und müde Arme können nicht kämpfen. Ich kann laufen, Zohn kann laufen, eben so die Mohave«; auch Zhr haltet e« noch eine Zeit lang au», auch Euer Medizinfteund, wenn er ssein Bild fertig hat—" „Zch bin jederzeit fertig," unterbrach Falk de« Dela- Lokales. Ueber„Volksbäder" schreibt die„Voss. Ztg." folgendes: „DaS Ideal eines VotksbadeS besteht in einer vorzüglichen, allen Anforderungen der Reinlichkeit und Zweckmäßigkeit ge- nügenden Einrichtung bei möglichst billigen Preisen. Der Arbeiter ist nicht in der Lage, für ein Bad 50 oder mehr Pfennige, wie eS in Berlin oerlangt wird, zu zahlen; er legt für den Genuß eines BadeS höchstens 20 bis 25 Pfennige an, und mit diesem Umstände ist daher bei der Anlage solcher Volksbadeanstalten in erster Linie zu rechnen. In England und Belgien hat man diese Institute fast ausschließlich auf Kosten der Gemeinden erbaut. Die Gemeindeverwaltungen haben die zur Anlage erforderlichen Bettäae angewiesen und fich dafür den außerordentlichen Nutzen in Anrechnung gebracht, der dem Gemeinwohl aus solchen Anstalten entspringt. Ist das Kapital vorbanden, so bleibt nur übrig, die Betriebskosten zu decken. Zieht man die englischen Anstalten als Beispiele heran, so eraiebt fich, daß die Betriebseinnahmen, wenn die Preise der einzelnen Bäder noch so niedrig find, mehr als genügen, um die Betriebsausgaben zu decken. Ein Penny für ein Bad zweiter Klaffe und zwei Penny für ein warmes derselben Klaffe inkl. eines Handtuches ist der gewöhnliche PreiS in London. In Deutschland eristiren ähnliche Preise nur in Hamburg, wo der Arbeiter 25 Pfennige für ein Wannenbad und 10 Pfennige für ein Douchedad zweiter Klasse bezahlt. Für die Anlage der Anstalten wählt man in London gewöhnlich Distrikte, in denen besonders die Arbeiterdevölkerung wohnt, die in Folge ihrer Thätigkeit des erfrischenden, reinigenden Bades besonders be- nöthigt. In King Stteet und Orange Street find Muster- institute dieser Art vorhanden. Im Sommer von Morgens 6 Uhr bis AbendS 10 Uhr und im Winter von 8 Uhr Morgens bis 9 Uhr Abends find fie geöffnet Sie enthalten ein Schwimmbasfin, einige Bäder erster und eine große Anzahl Wannenbäder zweiter Klasse. Gerade diese find für die mit Ruß und Staub dedeckten Mitglieder der Arbeiterklasse, die von der Seife beim Baden reichlich Gebrauch machen müssen, am nöthigsten. Bei Benutzung des SchrrimmbasstnS ist der Gebrauch von Seife nicht gestattet. Außerdem werden noch rusfische Dampfbäder und römisch- irische Bäder verabfolgt; auch ist die Einrichtung getroffen, daß sogenannte mobile Bäder an Kranke außerhalb der Badeanstalt versandt meiden. Die Einrichtung in den Wannenbädern zweiter Klaffe ist mög- ltchst einfach, aber praktisch. Sie besteht auS einer Badewanne von glafirtem Porzellan, die schnell gefüllt und entleert werden kann, einem Holzstuhl, einem Kleiderrtegel, einem Glockenzuge, einem Spiegel, einem Eckttschchen und einer Uhr. Die Kabinen find, um den Luftzug zu gestatten, nur di« über Manneshöhe von einander getrennt, und zwar durch Schieferplatten. Die Zeitdauer eines Bades ist äuf 45 Min. berechnet. Als Wasserbedarf zu einem Wannenbade weiden 225 Liter gerechnet, wie überhaupt die englischen Ingenieure für eine Badeanstalt in einer Stadt von 80—100000 Einwohner einen täglichen Wasserverbrauch von 700000 Liter annehmen, allerdings unter der Voraussetzung, daß das Schwimm- basstn täglich viermal frisch gefüllt wird. Der Andrang zu den Londoner Volksbadeanstalten ist besonders an den Sonn- abenden enorm, so daß sich die Anstalten gut rentiren. Wir betonen eS nochmals: die Uebertragung ähnlicher Einrichtungen nach Berlin ist im Interesse der Hygiene unbedingt erforderlich. Auch unsere Sommer-Flußbadeanstalten find ungenügend und bedürfen ebenfalls dringend einer Vergrößerung und Ver- besserung." »r. Die Entgleisung eines Eisenbahnzuges ist. wie wir nachttäglich erfahren, am Freitag Nachmittag auf dem Bahnhof zu Straußberg durch ein— Packet mit alten Kleidern herbeigeführt worden. Ein Händler, der bis Straußberg fahren wollte, hatte das Aussteigen verschlafen und erwachte erst, als der Zug fich wieder in Bewegung setzte. Der Mann öffnete aber trotzdem die KoupSthür, verließ den Wagen und richtete an einen Reisegefährten in aller Eile noch die Bitte, sein Packet ihm nachzuwerfen. Dasselbe gerieth aber unglück» ltcher Weise zwischen die Räder und brachte mehrere Wagen, in denen Pferde ttansportirt wurden, zur Entgleisung. Der Zug erlitt dadurch eine Verzögerung von 1'/» Stunden. Sonst hat der Zwischenfall keine unglücklichen Folgen gehabt. Doch ist gegen die beiden Passagiere die Untersuchung eingeleitet worden. waren, indem er sein Skizzenbuch zuklappte und an seine Kugeltasche befestigte. „Za, ja, Zhr seid bereit und könnt noch weit laufe», aber der Wassermann ist kein guter Mann auf dem Lande; er muß seine langen Beine rasten, oder wollt Zhr ihn zu- rücklasseo, wenn ihm die Kräfte ausgehen?" Weatherton erröthete, weil er im Eifer seinen alte», treuen Gefährten vergesse« hatte. Er wollte etwas entgegnen, doch Rast kam ihm zuvor. „Goddam!" rief derselbe emporspringend au«,„wer sagt, da» meine Kielhölzer zu lang und schwach seien? Zch laufe so lange, wie Planken und Rippen zusammenhalten, und werde ich leck, so gehe ich zu Grunde, ohne daß sich ein Delaware oder sonst eine Menschenseele darum zu küm- mer« braucht, und das ist originell, oder die neunschwänzige Katze soll mich, trotz meiner achtundfünfzig Zahre, wie n'en faulen Schiffsjungen beißen!" „Langsam, langsam," versetzte Weatherton, der sich über de« Bootsmann« Erregung eines Lächelns nicht enthalten konnte,„wtt befinden uns jetzt an Bord desselben Schiffes. und wo Du bleibst, bleibe auch ich." „Lieutenant!" rief der alte Seemann zornig aus, indem er seinen Hut dienstlich berührte, und die dunkel- blaue Färbung seiner Narbe prophezeite einen Sturm. „Zhr wäret noch ein Kind, als ich schon als Voll- matrose um'S Gangspill herumlief; die ersten See- mannSregela habt Zhr von mir gelernt, zum Aerger Eurer lieben Mutter und de« ganzen Professorengesindels von mir gelern»; also, Dickie, erinnert Euch wohl: waS ist da« Kommando eines KapttänS, wenn'S Schiff Wasser zieht und im Sturme zu sinken droht?" „Masten kappen!" antwortete Weatherton gutmüthia, denn er errieth schon, wo Rast hinauswollte. „Masten sind gekapppt, Herr!" rief der Bootsmann so laut, als wenn er sich wirklich an Bord eines finkende« Schiffes befunden hätte. „Kanonen über Bord!" „Kanone» über Bord, Herr!'« Wasser steigt«och immer im Schiffsraum!" � „Ballast über Bord!" fuhr Weatherton fort, zufrieden Ein Ueberfall im Thiergarte«, der sich am Sonn- abend Abend dort zugetragen, beschäftigt unsere Kriminal- Polizei augenblicklich in umfassender Weise. So weit bisher amtlich festgestellt, ist der Sachverhalt folgender: Ein hier in Berlin wohnender und von seiner Arbeit in Charlottenburg kommender Arbeiter Leopold Karbinsky hörte am Sonnabend Abend in der Nähe der Ahom- Allee im Thiergarten plötzlich einen lauten Hilferuf- In der Absicht, dem tzilserufenden beizustehen, eilte K. in der Richtung deS Schalles in.das Dunkel. Kaum hatte er jedoch das hier ziemlich dichte Gebüsch und Strauchwerk hefteten, als ihm plötzlich zwei Männer den Weg vertraten, von denen der eine, ohne ein Wort zu verlieren, auf K. mit einem Messer einstach. K.. welcher die linke Hand zur Abwehr vorhielt, erhielt einen Stich durch dieselbe, worauf er, um nicht noch mehr verletzt zu werden, die Flucht ergriff. Ohne verfolgt zu werden, gelang es ihm auch, bis in die Nahe des Brandenburger Tbores zu kommen, wo er jedoch bewußt- los zusammenbrach. Ein in der Nähe befindlicher Schutzmann brachte den Bewußtlosen in einer Droschke in die Kgl. CharitS, wo er sich momentan noch befindet und den Sachverhalt, wie oben angegeben, schilderte. � r. � Wegen Unterschlagung wurde gestern der bei dem im Jahre 1883 flüchtig gewordenen Bankier Köppe in Stellung gewesene Kassendote verhaftet. Nach Eröffnung des Konku-.ses über das K.'sche Bankgeschäft war der Inhaber desselben flüchtig geworden, hatte aber vor seiner Abreise dem Th. Werthpapiere über etwa KSOOMl. mit dem Austrage übergeben, dieselben an einen hiesigen hochgestellten Beamten, der mit ihm in Geschäfts- Verbindung stand, abzuliefem. Tb. hat seinen Auftrag jedoch nicht ausgeführt, sondern die Werthpapiere für fich behalten in der Annahme, daß der Verdacht der Unterschlagung auf seinen Prinzipal fallen würde. Ein Unbekannter hatte vor etwa drei Wochen an die Frau eines in Charlottenburg wohnenden Ministerialbeamten vom Bahnhof Friedrichstraße aus eine Depesche abgegeben, In- Halts deren der Beamte seine Frau und Schwägerin auffordert, ihn aus dem Dienst abzuholen und 100 Mark für gekaufte Geschenke an den Kaufmann Krüger zu zahlen. In der An- nähme, daß die Depesche schon abgetragen sei, erschien der Un- bekannte in der Wohnung des Beamten, um als Kaufmann Krüger die 100 Mark in Empfang zu nehmen, entfernte fich aber sogleich, als er wahrnahm, daß die Frau die Depesche noch nicht erhalten hatte. Auf eine der Polizeibehörde erstattete Anzeige gelang es gestern der hiesigen Kriminalpolizei, dm Unvekannten m der Person des mit 10 Jahren Zuchthaus bereits bestrasten„Arbeiters" Bielicke zu ermitteln und zu verhaften. B. hatte sich nähere Kenntniß über die Verhältnisse des Beamten von einer bei demselben alS Aufwärterin beschäf- tigten Verwandten verschafft. Ein unbekannter junger Mann theilft am 24. d. M. dem in einem Abzahlungsgeschäft in der Katharinensftaße be- schäftiaten Kasfirer Oe. auf der Straße mit, daß ein in der Zionslirchstraße wohnhafter Eisenbahnbeamter einm guten Teppich auf Abzahlung kaufen wolle, und er etwas verdimen könne, wenn er sich dorthin bemühen wollte. Oe., der fich die Geleamheit zum Veidienst nicht mtgehen lassen wollte, ließ fich von seinem Prinzipal mehre Teppiche gebm, um ste dem Kauf« lustigen zur Auswahl vorzulegen. Der Unbekannte bat mit- gehm zu dürfen und wurde mit einem Teppich beladen. Vor dem Hause Linienstr. 42 äußerte derselbe den Wunsch, eine Nothdurst zu venichten, und ging auf den Hof des Grund- stücks. Le„ welcher vergeblich auf seine Rückkehr wartete, wurde, als er nach dem Hofe folgte, gewahr, daß das Haus einm zweiten Ausgang nach der Schönhauserstraße hatte, durch welchen der Schwindler mit dem anvertrauten Teppich mt- kommen war. Der Unbekannft ist etwa 20 Jahre alt, von mitllerer Statur, ohne Bart und ftägt einm dunklen Jaquet- Anzug und braunen Hut. Der defraudirte Teppich ist ein Plüschteppich mit dunklem Grunde, rothm Blumen und grünen Palmblättem, 3 Ellen lang und 2 Ellen breit. lieber eine« neuen LogiS-Schwindler geht uns nachstehende Mittheilung zu: Am verflossmen Sonnabmd wurde die Frau eines in der Rittergaffe wohnhaften Konditors von einem Unbekannten in der Roßstraße angesprochm, der ihr er- zählte, daß er soeben mit der Bahn auS Eydtkuhnen kommend hier eingetroffen sei, daß zwei Eisenbahnwagen mit seinem Mo- biliar gefüllt, für ihn auf dem Ostbahnhof stünden, und daß sein Kutscher mit einer Equipage und zwei Pferdm fich auf dem Frankfurter Bahnhof befändm. Im Laufe des Gesprächs erwähnte der Unbekannte femer, daß er fich gern verheirathen möchte, am liebsten mit einer Wittwe, und fragte die Frau, ob sie unter ihrm Bekannten vielleicht Jemand wisse, dem er die Leitung seiner großen Wirthschast anvertrauen könne. Die Frau lud den Fremdm in ihre Wohnung ein, beherbergte ihn über Nacht und verabreichte ihm Speism und Getränke. Als am folgenden Morgen ihr Gast mit dem Konditor nach dem Ostbahnbof ging, angeblich, um dem letzteren seine Sachen zü zeigen, traten Beide in der Koppenstraße in eine Restauration. Hier ließ fich der Unbelunnte dm Schlüssel zum Kloset geben und kehrte nicht wieder zurück. Der Konditor sah nun ein, daß er einem Schwindler in die Hände gefallen sei, zumal er «in Mittel gefunden zu haben, den eigen sinnigm Gefährten allmälig auf andere Gedankm zu bringen. „Das ist es, Herr! Ballast über Bord! Goddam! Werdet wohl einsehen, daß so'n alter überlebter Seehund nur noch Ballast ist. Also vorwärts! Jeden Fetzen Leinwand beigesetzt, und will das Schiff dem Steuer nicht mehr gehorchm, dann rufe ich: Ballast über Bord!" „Gut, Freund Rast, Du sollst Deinm Willen haben," entgegnete Weatherton, der jetzt eben so wenig wie der Schwarze Biber an einen sofortigen Aufbruch dachte;„wenn das Fahrzeug im Sturme zu sinken droht, dann bin ich der Mann, der kommandirt: Ballast über Bord; aber so lange das Wetter noch günstig, wollen wir uns noch nicht damit übereilen." Rast kratzte sich verlegen hinter den Ohren, und daS Blau seiner Narbe ging in das schönste Purpurroth über. Einen solchen Einwand hatte er nicht erwartet, und wie Beistand suchend, heftete er seine grimmige« Blicke auf de« Dieser aber lachte ihm schadenfroh zu, und riech ihm, sich niederzusetzen, indem vorläufig noch nicht an eine Wetter- reise zu denken sei. Wie mir mein Freund Kaftuk versichert, �gebrauchen wir noch den ganzen Tag. um da« Ende dieser Schlucht zu erreichen." erklärte er dann, um Rast gefügiger zu machen; „einen andern Ausweg giebt es nicht. Folgen die Mormonen uns zu Pferde, so hole« sie unS Nachmittag so gut wie Vormittag ein: folgen sie unS aber zu Fuß, so bringt eine halbe Stunde Rast sie un» auch nicht auf dm Hals. Außer- dem befindm wir uns in einer Umgebung, in welcher wir nicht lange nach einem Winkel zu suchen brauchm, der sich zur Vertheidigung eignet, und ein Dutzend Kugeln auS un- fem Büchsm, sollte ich denken, müsse eben so vielm Mor- monen und Utah« die Lust vertreibm, fich jemals wieder von dem Sande zu erheben.".. Indem er dies sagte, heftete er seme Blicke neugiena auf eine Ecke der südlichen Schluchteinfaffung, welche, scharf abbiegmd, die östliche Aussicht verdeckte. (Fortsetzung folgt.) von dem Restaurateur erfuhr, daß derselbe Unbekannte vor etwa 14 Tagen dasselbe Manöver bei einem im Nebenhause wohnhasten Grünkramhändler gemacht habe. Außeidem soll ein Schuhmacher in der Waßmannstraße auf gleiche Weise ae« prellt worden sein. Der Unbekannte ist S2— 64-Jabre alt, hat blonde Haare und kurzen, graumelirtm Vollbart. Er hat eine kahle Platte und in derselben eine Narbe. Bekleidet war er mit schwarzem Rock und Hose, blaugrauem Winterüberzieher und schwarzem Hut. Der Zoologische Garten hat Sonnabend Abend einen schweren Verlust erlitten-, der schönste afrikanische Löwe, dessen herrlicher Bau und wallende Mähnen die Bewunderung eines jeden Besuchers erregte, ist gestorben. Ob die Todesursache in Altersschwäche oder einer anderen Ursache zu suchen ist, wird die Sektion ergeben. Jedenfalls gehörte das Thier zum ältesten Bestände des RaubthierhauseS und war dort seit 15 Jahren. Bor einigen Wochen fing es, wie die„Magdeb. Ztg" schreibt, an zu kränkeln; das saftigste„Roßbees" schmeckte ihm nicht mehr und es genoß nur einen Brei von zeimahlenem Fleisch, Eiern und Mllch Sonnabend waren seine Kräfte schon so weit reduzirt, daß er auch diese Nahrung verweigerte selbst den Zuruf des Wärters, dem er vorher stets eine gewisse Sympathie de- zeugte, ließ er unbeachtet. Gegen 6 Uhr ließ der Löwe, indem er fich aufzulichten versuchte, plötzlich einen markerschütternden, langgezogenen Klagelaut ertönen, der die gesammten Insassen des Raubthterbauses in die wildeste Aufregung versetzte. Unter leiserem Gewimmer brach der Löwe vollständig zusammen und war todt. Erst allmälig legte fich die Enegung der übrigen Thiere und tiefe Stille trat wieder ein. Interessant ist die Thatsache, daß die wilden Insassen des Raubthierhauses ihren Wärter Peens sehr genau kennen. Im vergangenen Jahre war der Genannte mehrere Monate am Gelenk- rheumatismus erftantt, so daß er seine Funktionen nickt ver« richten konnte und ein Stellverfteter die Fütterung und Pflege der Thiere übernahm. Als der alte Wärter nach Wiederher- stellung seiner Gesundheit daS Raubthierhaus wieder detrat, wurde er von der Mehrzahl der Bestien sofort erkannt. Be- sonders ein gewaltiger Königstieger hatte ihn in treuem An- gedenken behalten, denn mit seinen funkelnden Augen schaute er den Eingetretenen unverwandt an, um dann durch etliche wilde Sprünge seine Freude zu bezeugen. _ man tanzt, da laß dich ruhig nieder— so konnte man am Eonnabend Abend mit einer kleinen Variation getrost sagen. In GratweilS Bierhallen hatten fich die Mit- glieder des Vereins zur Vertretung der Interessen der Ar- beiterinnen mit ihren Gästen äußerst zahlreich versammelt, um nach den Tagen beißen Kampfes auch einmal die Sorgen ab- zuschütteln und fich in zwangloser Weise zu amüfiren. Und echt zwanglos war das Vergnügen. Deklamatorische wechselten mit mufikalischen Vorftägen ab, wir wissen jedoch nicht, ob namentlich von der jüngeren Damenwelt diesen meistentheilS recht gelungenen Leistungen auch die nöthige Aufmerksamkeit geschenkt wurde, denn bei allen Vergnü- aungen mtt Damen bleibt der Tanz von AlterS her die Hauptsache. Und wie wurde getanzt, und wer konnte der Liebenswürdigkeit unserer Damen widerstehen! Man sah Leute, die fich verschworen hatten, in ihrem Leben der Terp- sichore kein Opfer zu bringen, lustig das Tanzbein schwingen, und einem Gerücht zufolge sollen die letzten Tänzer und Tänzerinnen erst ihr Heim aufgesucht haben, alS die Laternen- anzünder bereits ihres Amtes als Latemenausmacher gewaltet hatten. Dann aber war obligatorische Sonntagsruhe. Eine stadtbekannte Persönlichkeit, der Privatier Lind- mann, hat fich in der Nacht zum Sonntag erschossen. Er bat den Selbstmord in seiner Wohnung, Großbeerenstr. 82, in der Weise ausgeführt, daß er(im Bette liegend) in der linken Hand einen Spiegel hielt und fich offenoar darin beftachtele, während er fich mit der rechten Hand in den Mund schoß. Der Verblichene war, wie die„Börsenzeitung" berichtet, sehr reich und hatte die Eigenthümlichkeit, mit vier resp. fünf Pferden auszufahren. Da er Junggeselle war, überkam ihn offenbar jener Spleen, von dem Schopenhauer sagt, daß er denjenigen überkomme, der dem Dasein keine höheren, idealen Genüsse abzugewinnen verstehe und darum mit seiner Weltanschauung Schiffbruch leiden müsse, wenn die physische Genußfähigkeit den Dienst versagt. Vom Postpacketwagen überfahren. Ein kleiner acht- jähriger Knabe spielte am Sonnabend Nachmittag in der Holz- marktstraße. Ecke Raupachstraße, als ein in schnellster Gangart befindlicher Postwagen angefahren kam. Obwohl der Postkutscher nach Kräften bemüht war, das Gefährt anzuhalten, wurde daS Kind von den Pferden zu Boden geworfen und von dem einen Vorderrade über beide Beine gefahren. Anscheinend schwer verletzt, mußte es in die Wohnung seiner Eltern getragen werden. Im Alhambra-Theater ging am Sonnabend zum ersten Male„Des Seiltänzers Sohn", ein Lebensbttd in 3-listen von F. Reichenbach in Szene. Das Stück entsprach im Allgemeinen den Bedingungen des gewöhnlichen Lebens und wenn man einige etwas gewagte Szenen wie die Krastproduktionen mtt der Leiter abrechnet, so bleibt immer noch ein Kern, der bin- reicht, um das Publikum den Abend über zu unterhalten. Der anhaltend und oft gespendete Beifall bewies das wenigstens. Im Allgemeinen wurde recht flott gespielt, einzelne der Mit- wirkenden hatten sogar recht glückliche Leistungen zu verzeichnen. So Herr Seefeld, Frl. Walven und der kleine Charles FrottiS. Herr Fiedler scheint kein besonderer Freund d,S MemoiirenS zu sein, wenigstens machte er zeitweise recht bedenkliche Anleihen beim Souffleur. Die Regie hatte alles Mögliche geleistet, wir haben wenigstens bei verschiedenen Bübnen, die fich für viel vornehmer halten wie da« Alhambra- Theater, viel dürftigeie Ausstattungen gesehen. Polizei-Bericht. Am 23. d. M. Vormittags fiel eine in der Berliner Velvet- Fabiik, Mühlenstr. 75—77, beschäftigte Arbeiterin in Folge Unvorsichtigkeit von der Leiter und erlitt eine Gehirnerschütterung und einen Bruch des Schulterblattes. Sie wurde nach Bethanien gebracht.— Am 24. d. M. Vor mittags wurde eine 65 bis 70 Jahre alte unbekannte Frau vor _' Friedenstraße 4 von einem Schlaganfall detroffen und mußte nach dem Krankenhause im Fnedrichshain gebracht dem Hause werden. An demselben Nachmittage tödtete fich ein Mann in seiner Wohnung durch einm Schuß in den Mund mittelst eines mtt Waffer geladenen Terzerols.— Zu derselben Zeit ging in der Greifswalderstraße ein vor einen Arbetswagen ge- spannteS Pferd durch und lief mit dem Wagen auf den Bürger- steig, hierbei fiel der Führer des Wagens herab und brach den rechten Unterschenkel. Er wurde nach dem Krankenhause im Fnedrichshain gebracht.— Am 24. d. M. Abends wurde ein Mann in der Heiligengeistsftaße angeblich durch zwei unbekannte Männer hinterrücks überfallen und am Vinterkopf bedeutend verletzt. Er mußte nach der Wache des 14. Polizei- Reviers und demnächst nach der CharitS gebracht gebracht werden.— Zu der- selben Zeit fiel der Arbeiter Zuhrt in der Lützowsftaße die nach seiner Wohnung im Keller führende Treppe hinab und erlitt dabei eine Gehirnerschütterung, an deren Folgen er am nächsten Morgen verstarb.— Am 25. d. M. Nachmittags fiel ein 5 Jahre alles Mädchen beim Ueberschreiten des Fahrdam- m�S in der Etralsunderstraße zur Erde, wurde durch einm ArbeitSwagm überfahrm und erlitt dabei erhebliche Verletzunaen am linkm Fuße und am Kopfe.— Um dieselbe Zeit wurde eine Frau in ihrer in der Prinzesfinnensttaße belegenen Wohnung erhängt vorgefunden.— In der Nacht zum 26. d Mt« wurde ein Hausdiener bei einer Schlägeret in der Bero'mann' fftaße durch Schläge auf den Kopf derartig verletz�daß« nach der CharitS gebracht werdm mußte. � Gerichts-Zeitung. Gegen den Redakteur der Freien Zeitung", W Karl Langer, wurde gestern vor der ersten Stiafkamirn W Landgerichts l eine Anklage wegen Beleidigung der Ro# Staatsanwaltschaft verhandelt, die aus dem ersten der soff nannten„Stöcker- Prozesse" resultirt. In der Nr. 169% „Freien Ztg." vom 23. Juli er. erschien unter der SpißtnarK „Etöckeriana" ein Artikel, in welchem dem„ReichSdotm" ei» systematische Verhöhnung der gerichtlichen Maßnahmen»s des Gesetzes vorgeworfen wurde, weil das letztgenannte keinen Anstand genommen, das von der Staatsanwalts� konfiszirte, gegen Stöcker gerichtete Flugblatt, welches W gegen den Redakteur Bäcker gerichteten Proze' lag, wörtlich abzudrucken, welches nach dem" boten ist. Hieran knüpfte fich die Frage: wohl uns oder jeder anderen lieberalen schehen, wmn wir den Abdruck gew In der darauf folgenden Nummer der„Freien Zeitung" dann konstattrt, daß die Staatsanwaltschaft eS nicht für nöl» erachtet hatte, gegen den„Reichsboten" einzuschreiten und j Fol�e davon sei, daß auch die„Kreuzzeitung" fich für! zu GrW* rcßgesetze? „Was m# . konfiszirten Artikel nachzudrucken iu besolde, diesen Artikeln erblickte die Staatsanwaltschaft die Kriterien� jus, mden Beleidigung, weil ihr der Vorwurf der Parteilichkeit geiW* wurde und wurde darauf obige Anklage erhoben. Der W klagte, dem als Vertheidiger der Rechtsanwalt SachS zur" bekannte fich zur Verfasserschaft der beidrn inkriminiA aber, daß ihm die Abstcht der BeleidiS� veisl>! stand, delannle fich zur Artikel, behauptete aber,_..... völlig fern gelegen. Der Vertheidiger beantragte zum Beweis in dem Artikel behaupteten Thatsache, daß die EtaatsanwalM die politischen Personen nicht mit gleichem Maße messe, die? dakteure deS„Reichsboten" und der„Kreuzztg., Pastor Engels Freiherr v.Hammerstein, welche er bereits durch Gerichtsvoll(> geladen habe, zu vernehmen; ferner die staatsanwaltschafm Atten Bäcker kontra Stöcker, Lerche kontra von Sthebefl Nordhausen und die Atten Koschkull konfta GarthauS r legen. Die geladenen Zeugen sollen bekunden, daß sie in Blättern trotz der erfolgten Beschlagnahme des Artikels Prediger, Abgeordneter und Lügner" denselben zum* gebracht haben, ohne dafür strafrechtlich verantwortlich worden zu sein. Aus den Atten Bäcker- Stöcker wird gehen, daß die Staatsanwaltschaft wegen der, Bäcker in dem bekannten Strafantrage zugefügten digung(B. wurde Frechheit vorgeworfen) ein öffentliches tercsse nicht anerkennen konnte, während sie wegen der leidigung Stöckels ein solches angenommen hatte. Die 5 Häuser Akten ergeben, daß die Staatsanwaltschaft, die'. freifinnigen Amtsrichter Lerche von dem Partt v. Schlieben zugefügte schwere Beleidigung(Lerche wissentlicher Meineid vorgeworfen) als nicht im öffentliches tercsse liegend, nicht verfolgen wollte und erst durch den- minister dazu angehalten werden mußte. Die BreSlauer sollten darthun, daß die Staatsanwaltschaft sofort zur war, al« es fich um den Schutz einer konservativen (der„Schlestschen Zeitung") bandelte. Nachdem der anmalt die zu erweisenden Thatsachen als gerichtskund zeichnete, zog der Vertheidiger die Anträge in Beftesf legung der Akten zurück. Die Zeugen Frhr. v. Ham und Pastor Engel bekundeten, daß fie thatsächlich den ten gegen Stöcker gerichteten Artikel reproduzirt hätt nur um an das dem Bäcker zudiktirte milde Strafmaß kri Glossen knüpfen zu können, die betreffenden Nummern ihnen vertretenen Zeitungen seien nickt konfiszirt wordeft. gegen hätte die Staatsanwaltschaft Anklage wegen gehen« wider ste erhoben, die aber wieder fallen gelassesA den wäre. Staatsanwalt Opvermann erachtete es für Fv jof, daß der Angeklagte fich einer schweren Beleidig� Staatsanwaltschaft schuldig gemacht. Es werde derseU�-p geworfen, daß fie liberale und konservative Zeitungen schiedenem Maße messe, während fie erstere 0% drücke fie au« politischen Motiven letzteren über ein Auge zu und lege dadurch Parteilichkeit Tag. Es sei sehr zu bedauern, daß eine solche Anklage gegenwärtige hatte erhoben werden müssen und ein Zeichen der Zeit, daß ein gewisser Theil der Presse in Zeit es für angemessen halte, die Staatsanwaltschaft in und schamloser Weise anzugreifen. ES trete dadurch dK Venz zu Tage, im Interesse der politischen Patteien Une heit mit den bestehenden Zuständen zu erregen. Ersck�' falle inS Gewicht, daß der Angeklagte überzeugt sein � Ol und daß seine Behauptungen frivol und ungereÄfertigt ff! die häufigen Konflitte der„Freien während andererfidti v». �uuii�cn nuuTuuc on— mit der Staatsanwaltschaft eine gewisse Animostlät 0% letztere erklärlich erscheinen lasse. Das Strafmaß% enthalte er fich eine« Antrages, weil er selbst mitbethell� und überlasse dessen Bestimmung dem Geftcr Rechtsanwalt Sachs plaidirte für Freisprechung deS Aog«. Den Angriff des Herrn Staatsanwalts gegen die Wt die elbe in letzterer Zeit das Institut der Staatsanr in maß. und schamloser Weise bege fert habe, müsse er zurückweisen. Die Presse habe nicht nur daS Reckt- es sei gradezu ihre Pflicht, an der Fortbildung des off' Rechts zu arbeiten und offenkundige Schäden m unser� rechtspflege zu besprechen. Der Vorwurf gegen vre% � tn dem ihnen Zugewiesenen Wirkungskreise nur ihre erfüllen, daß dieselben damit umgingen, die staatliche zu untergraben, sei ein durchaus unberechtigter, und du � Preffe daS verfassungsmäßig gewährleistete Reckt der- "'�tals beschrankt werden. Die inkrimrnirten Artikels !'öten fich nrcht mtt den Staatsanwälten als Pff fonUern mit dem System der Staatsanwaltsck- I dem Anklagemonopol derselben. Nur dieses> rnrn q und sprach der in der„Fr. Ztg." beleidigten SZWWWSW ZKMW.'SM % man diejenigen. welche sich"' vie"„Wissen"� ange«'� nicht immer als die fifte das Wesen, mehrerer herttorra „Gebildeten" bezeichnen%!%«* »a". H-Z famtr« M der ßönif- i der top k. 169 8 ©pijmw1' S boten"«* ihmcn u» annle W anwalttlb«� oelches W zu®nw* Kgetetze» l"!?01?:?n �er stch mehrere Redner im Sinne des Referenten wtyematen. Die nächste Versammlung findet am 3. Novbr. �„«mselben Lokale statt und wird Herr Dr. Stahn in der- leiben einen Vortrag halten. r hfe- In der ersten Werkstätten-Delegirten-versamm» .der Schmiede, welche am Sonntag Vormittag im vahm ichcn Lokal, Annenstr. 16, tagte, waren 60 Werkstätten AZ eben so viele Delegirte vertreten. Zunächst erläuterte der ?�.ende der Lohnkommisfion den Zweck und die Aufgaben f,!l Delegirte n, von denen im Wesentlichen der Er- 1.8 einer gewerkschaftlichen Organisation und Bewegung ab- und welche die ficherste Grundlage derselben seien resp. !$L!?�n. Er(Redner) sei überzeugt, daß die nächsten Deutlichen Versammlungrn der Schmiede schon zeigen würden, �°."uter diesen noch ein guter Geist. herrsche. Nach kurzer si v,? nahm die Versammlung den Antrag des Voifitzen- «Sat �uhl der Lohnkommisfionsmitglieder von 7 auf 9 zu Döflen, nahezu einstimmig an und wählte nock uuycju rininmnng an unv wayue noq vre � i �ange, Jung und Raaich in die Kommisston. n�'U der zu errichtenden Zahlstellen wurde alles Nähere wählte noch die Herren Üf An «u"uajitnoen aanintucn wurvc aues Nähere der »wntmsston anheimaestellt. Bezüglich der ledhaft diskutirten ». r/ tv0° der Vorsitzende der Lohnkommisfion ständig i» besolden sei, sprach sich dieser selbst sehr entschieden dagegen a�.'.'udem er es für richtiger und besser erklärte, den Vor- wenden nur für gehabte direkte Auslagen und Zeitversäum- J)JU entschädigen. Beschlüsse wurden jedoch weiter nicht Nach etwa,""~--- zweistündiger Dauer der Verhandlungen, iL"»"« �ch als Redner ganz besonders die Herre tb-u,»- Baumert, Eimcke, Gehlhaar, Fellenberg u. (T! airrstr* M rt v» Vmr» ......,_—— i v....w»,«. e» A, be- d-n ü»'.schloß der Vorsttzende mit einem von den Anwesen- vT Uurmisch erwiderten dreimaligen Hoch auf das Gedeihen guten Sache die vom besten Geiste erfüllte Versammlung. in!«.. Die Berliner Maurer hielten am Sonntag Vor- �uag bei„Buggenhagen" um« Vorfitz des Herrn«ehrend foiw50" ktwa 1100 Theilnehmern desuchte Mitglieder- Ver- Äsung ihres„Vereins zur Wahrung der Interessen der beitlm �°urer ab, in welcher Reg. Baumeister Keßl« in z-ÄIL.aufgenommen« Weise über„die Maschine und ihr SlS» J* im heutigen Wirtbschastssystem" sprach, worauf die n��lung durchaus im Sinne deS Vortragenden lebhast W dasselbe Thema diskutirte. In der Diskumon theilte ein M?? lur Charakteristik dieses Wirthschaftssystems und des v�Wvoses unter demselben mit, daß der hiefige Hof-Maurer- % L®'' e�n notorisch reicher Mann, für einen seit 40 Jahren �Meinem Geschäfte thätigen und invalide gewordenen vh»,!, Heinzinger, als« ihn nicht mehr brauchen konnte und allen �erstützung auS eigenen Mitteln verabschiedete, auf Rtb*, reuten Sammellisten bei den Maurergesellen herum- _ iieß. Auf die Mittheilung eines anderen Redn«s, daß ein hicstger Polier Namens Krause auf seinem Bau die für dm Maultt-GeneraIunt«stützungsfondS zirkulirende Sammel- liste weggenommen und zurückbehalten habe, wurde d« Vor- stand des Vereins deaustragt, gegen den zu einer solchen Handlungsweise nicht berechtigten Poli« eventuell klagbar vor« zugehen. Ws. Die öffentliche Versammlung der Böttcher- gesellen, welche am Sonntag Vormittag unter Leitung des Herrn Holtmann Lichtenbergeistraße 21 stattfand und recht zahlreich besucht war, nahm zunächst den Bericht d« Lohn- kommisfion üb« den d«zeitigen Stand des Streiks der B«- liner Bottchergesellen entgegen. Hiernach find die bekannten Forderungen— eines wöchentlichen Minimallohns von 24 M. bei zehnstündiger Normalarbeitszelt und Extrabezabluna für Ueberstunden- und SonntagSarbeit mit 50 Pf. pro Stunde— in fast allen größnen Werkstättm theils nach«folgreichem Streik bewilligt worden und streiken gegmwärtia nur noch 76 Gesellen in ca. 20 fast durchweg kleineren Werlstätten mit Ausficht auf baldigen Erfolg. Besonders betont wurde, daß in der Koch'schen Fahfabiik(Antonstraße) der Widerstand des Fa- brikanten gegen vre Forderungen noch unverändert sei. Nach einer lebhaften Diskusfion beschloß die Versammlung, die Aus- Zahlung d« Streikunterstützungen resp. die Erbebung der Unterstützungsbeiträge(von 25 Pf. auf je drei Marl Lohn) unverändert fortdauern zu lassen. Auch forderte der Vorfitzende dringlich zu besond«S reger Beiheiligung an d« Zahlung der Unterstützungsbeiträge im gegenwärtigen Augenblicke auf, da im Hinblick auf die am 1. November fälligen Monatsmiethen größere Eummm gebraucht werden. Hierauf erstattete Herr Schmidt den Kassenbericht d« Revifionslommisfion über den Streiffonds und thcilte mit, daß dieselbe Alles in bester Ord« nung befunden hat. Hinstchtlich des Fonds sei hervorgehoben, daß allein schon von den auswärtigen Gewerksgenossen über 2000 M. an Unterstützunasbeiträgen hier eingelaufen find und selbst mehrere and«e hiefige Gewerke Unterstützung zugesagt haben. Der unentgeltliche Arbeitsnachweis für Böttcher be« findet fich Lrchtenbergerstraße 21, bei Heise. Da daS Umschauen streng untersagt, so w«den die Herren Meist« und Arbeitgeber gebeten, fich an obige Adresse zu wenden, da ste nur dort tüch- tige Arbeitskräfte nachgewiesen erhalten. Der Fachverein der Steindrucker und Lithographen hielt am Sonntag im„Palmmsaal", Neue Schönhauserslr. 20, eine von ca. 500 Mitgliedern besuchte Generalversammlung ab. Zunächst erstattete die Kommisfion Bericht üb« ihre Thätigkeit, wobei mitgeiheilt wurde, daß das Königl. Polizei-Präfioium gegen die demselben übersandten Vereinsstatuten nichts einzu- wenden gehabt habe, der Verein fich also konstituiren könne. Es wurden hinauf folgende Mitglieder in den V«einSvorstand gewählt: 1. Vors.: A. Schulz, Steindruck«; 2. Vors.: W. Güsfeld, Lithograph; I.Schriftführer: D. Sillie, Steindruck«: 2 Schriftführer: B. Krüger, Lithograph; l.Kasfirer: C. Linse- ner, Steindrucker; 2. Kasfirer: W. Splettstöffer, Steindruck«. Als Ersatzmänner wurden gewählt die Herren Hendrich, Stein« druck«; A. Jasttau, Steindrucker und Scholz, Lithograph. Ferner wurden folgende Herren als Revisoren"gewählt: 585. Schmidt, Steindlucker; Obrer, Lithograph und Dausch, Stein- druck«. Hierauf nahmen die Herren M. Kreutz. Stadtv. Görcki, A. Schulz und andere Redner das Wort, welche für ein kräfti- aes Wirken des Fachvereins eintraten und die Mitglieder auf- forderten, treu zur Sache zu hatten und nicht nur zahlende, sondern auch strebsame Mitglieder zu sein und zu bleiben, nur dann ließe fich etwas Ersprießliches schaffen. Die Firma Heine u. Moserler, sowie das Verhalten des Eteindruck«S Cutterje wurden einer scharfen Kritik unterzogen. Gleichzeitig wurde aufgefordert, den Zuzug von der Werkstatt d« Firma Heine u. Moserler möglichst fern zu halten. Eine Tellersamm- lung für einen hilfsbedürftigen Steindruck« wurde v«an» staltet, welche 12 M. ergab. Eine zweite Sammlung für die Wittwe eines verstorbenen Kollegen ergab ebenfalls 12 Mark. Hierauf wurde die Ansammlung mtt einem donnernden Hoch auf die gerechte Sache um 3'/« Uhr von Herrn Linsener ge- schloffen. Ortskrankentaste der Tischler und Ptanoforte- Ar- beiter. Eine Versammlung der in den 3 Mitglieder- Ver- sammlungen gewählten Delegirten zur General- Ansammlung findet am Mittwoch, den 28. Oktober, Abends 8V, Uhr, in Niest's Salon, Kommandantenstr. 71—72, statt. Sämmtliche Delegirte werden eingeladen, zu erscheinen. Rur die gewähtten Delegirten haben Zutritt. Generalversammlung der Schlossergesellen Mittwoch, den 28 Oktober, Abends 8Vi Uhr, in den.Bürger-Sälen, Dres» denerstr. 96._ Kriefkaste« der Redaktion. Bez.-Beretn„Vorwärts". Senden Sie die Berichte doch künftig etwas früher ein. Dornvusch. Der damalige Oberbürgermeister hieß Kraus- nick. Uebn den andnen Theil Ihrer Frage läßt fich nichts mehr feststellen. Fachverein der Steinträger. Die Versammlungsberichte dürfen nur auf der einen Seite des Papiers geschrieben w«- den, die zweite Seite muß unbeschrieben bleiben. H. Köhler. Fehrbellinerstc. 96. Auch für Sie gilt vor» stehende Notiz. C. H. 18. Der Garderobier hat den Werth des Ueber- zieherS zu ersetzen. Sie müssen die Klage beim Amtsgericht I einreichen. Täglich: Eönigsberger Fleck, k Portion 25 Pf. _ im KestilttlUlt Skalitzerstraße 18 de! Stramm.__ Röbel-, Spiegel- u. Polsterlvaaren-Magazin von A. Franke, 2588 2170 46 Wssserthorstrasse 46, empflebtt nur reelle, gediegene Arbeit. Eigene W«fftatt. Solide Preise. Auch The«,ahftmg. Möbel-, Sopha- und Matratzen-Fabrik _ A. Schulz, 34 Wafserthorstraße 34(auch Theilzahlung). ,212« C 3 6 ii S4 0*0 o *oc* o r-T cT sss 2 1* �« e, J5 !3S3 hm i|l! 8 ig 000 0~000 0~�H0 Sst*«»««'®" Arbeitsmarkt. Ein Hausdiener, der schon viele Jahre im Hotel gewesen ist, versehen mit guten Militär-Papieren, sucht zum 1 November Stellung. Adressen an Wosnik, Dorotheenstraße 22 4 Treppe._[2585 Ein Arbeiter, der an einer Fußboden-Walzenhobel« Maschine bereits gearbeitet hat, findet dauernde Beschäftigung Derfflingerstr. 18a._[2574] Dienstboten erh. gute Stellen Ackerstraße 133, vorn I.|2552 Ein junges Mädchen für Nachmittags verlangt 2584 Miethke, Steglitzerstraße 65. ZZK2 ISgSgSSS 3——_ r*_■»» � � � £ Im ■«»«g* OQ._ 6_ « g.s. c 32!2S22S!So. lü l' |ir..... Ii & i.. 09 OT CO CO CC«o cc ****** §1; I tjöäasessf Ä Siwil •|.......'i| '' sälsS - II ■ifä «S n* n L. I I S Z- §| s i Sit 0*0 o •Ii Ii U « L f- v Ii "l 8 8 • w s Co b «-4 £1 l8- a XI o 1:1 2=1 ela o— Ii 8 g O . � sl J8 II 11 i* sl 8 ä I I>888 I 8 I <-»<-,"fo««tfcToo o' I s -Iii ("Ii 11:1. -1._|ögg *"*' g.'S•* Sä" a 1,1 iji OWOfe üCßüCD rT rs ifi s«l« II l'sSsg feo S ja 73'O !x: ix# gx# gx| 1 i IUU! i 1 i">. '8 I- �8 äa fs' "Ifs" 8 >18 1111111. 8 3 fSS rgSS'Sgg A § •lirflss 0» MllffllJ PQ H H 0M Obi H H H H 00-7 04 O* CO Sää| sJlli 8lll| f.s.a.g| »Hit 'iill »-7»H TH qq Iii1 i-s-s ifl Iii 1 E" 3 0) . II CO i>*o*o a-'' m ;| Iii W. i!« •Q •I a lih Iii ä 2828888 äHHH] g of co'e-i« � � .ii m i älllll ZI ässssissi g O« VitfiO 00«£>■" A••»»•®«5• JL m i.... • s-ä ► S"0 ü 9" oä( ® ä <> II . � II V B W) a U »1 0)1= I S.•• Uli "'II III «0 h L üüüx o®® sss ooo SSS I % W Ii" El i a 8 8 Z 7 7 �2 fl)£ s«• Cigü 58888 «, li l-H fll ü km s§_, fi S, 8 Theater. Opernhaus. Heute:I Der Maurer. Schauspielhaus. Heute: Tie Geier- Wally. Deutsches Theater. Heute: Zum 1. Male: Gracchus, der Volkstribun. Kriedrtch-Wtlhelmttädtische» Theater. Heute: Offenbach- Cyclus. OrpheuS in der Unterwelt. Restdeut-Theater. Heute: Theodora. Walluer-Theater. Heute: Der Registrator auf Reisen. Belle-Allianee-TKeater. Heut«: Lug und Trug. Vorher: Die Sünderin. Walhalla-Operetteu-Theater. Heuti: Don Cesar. Viktoria-Theater. Heute: Meffalina. Ceutral-Theater. Alte Jakobstraße 32. Direktion: Adolph Ernst. Heute: Zum 89. Male: Die wilde Katze. GesangSpoff« in 4 Akten von W. MannstSdt, Mufik von G. Steffens. Louisenstädtisches Theater. Direttion: Jos. FirmanS. Heute: Das Testament des Herzogs. Ofteud-Theater. Heute: Berliner in Kamerun. KöntgstädtischeS Theater. Heute: Gastspiel der Liliputaner. Die kleine Baronin. Theater der RetchShalle«. Täglich: Aufreten sammtlicher Spezialitäten. Americau-Theater. Täglich: Auftreten sammtlicher Spezialitäten. «aufmaun'S Vurle«. Täglich: Große Spezialitäten-Vorstellung. Konkordia. Täglich: Auftreten sämmtlicher Spezialitäten und theatralisch, Vorstellung._$_ Alhambra-Tbeater. Wallneitheaterstraße 15. Heute zum 4. Male: Des Seiltänzers Sohn. Lebensbild mit Gesang in 3 Alien und 7 Bildern von A. Reichenbach. Mufik von W. Wetterhan. Vor der Vorstellung: Großes Konzert der HauSkavelle. Anfang des Konzerts 7 Uhr, der Vorstellung 8 Uhr. Sonntags 6 resp. 7V« Uhr. Bons haben Wochentags Giltigkeit. *.tt£hcL* Passage 1 Treppe. 9 11 Morg. bi! 10 u. Ab. Kaiser-Pauorama. Eine Reise durch die malerische Schweiz. Neu: Versailles, Pariser Welt Ausstellung, hochinter- essante Hertha-Reise. Karolinen- Inseln ic. a Reise 20 Pf.. Kinder nur 10 Pf.>2460 Todes-Anzeige. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nach- richt, daß unser Kollege Rudolph Klein am Freitag, den 23. Oktober, durch den Tod von uns geschieden ist. 2592 Die Beerdigung findet heute, Dienstag, Nachmittag 3 Uhr, vom städtischen Krankenhause(Friedrichshain) aus nach dem Thomaskirchhof statt. Die Kollegen der Ptano-Fabrik von WeidenSläufer. Todes-Anzeige. Den Mitgliedern des Vereins»ur Währung der In- teressen der Klavierarbeiter zur Nachricht, daß unser Kollege Rudolf Klein am Freitag, den 23 Oktober, nach vierwöchentlicher Krankheitsdauer durch den Tod aus unserer Mitte gertffen wurde. Die Beeidigung findet Dienstag, den 27. Ottober, jr___'Ii.-. ü O ItC.*. fnJKn« tischen Krankenhaus. 2589] Der Vorstand. Cigarren und Tabake, Pfeife« and Ctgarren-Spitzen in größter Auswahl. M. Meyer, Kopvenstraße 66, zweites Haus vom Grünen Weg. Durch die Expedition. Zirnrnerstraße 44. ist zu beziehen: Der im Verlage von Worlein u. Komp. soeben erschienene Deutsche Handwerker- und Arbeiter- Notiz-Kalender für Ht Zehr 1886 Der Kalender ist inhaltlich wiederum bedeutend ver- mehrt worden. Außer den bisher schon darin enthaltenen ar»-»"«N---«".-'«SM-M ff.. lasiengesetz neu bei Modellen�Gesetz�ü�r'Markenschutz.'Im' Geschichts kalender find die in der neuesten Zett nngettetenen 50 Pfennig. Auf vielfachen Wunsch ist eine stärkere Ausgabe mit mehr Schreibpapier und befferem Einband ange- fertigt, von der das Exemplar zu 70 Pfennig abgegeben wird. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. 1667 fiminfbigt, Ecke Oranienplatz. R. Mo Maac�en, empfiehlt einem geehrten Publikum sein großes Lager in g: Sriitnjtligt 165, Ecke Oranienplatz. Herbst- und Winter-Mänteln MW» zu äußerst billige« aber festen Preise« bei streng reeller Bedienung. MW» Regenmäntel ä 9, 10, 12, 15 Mk. bis zu den eleganteste«. >2403 Wintermäntel äl2, 15, 18, 20 Mk. Jaquets ä 7. 8. 9, 10 Mk. bis zu den elegantesten. i bis zu den eleganteste«. Central-Kranken- und Sterbe-Kaffe der Fabrik- und Handarbeiter b. G. (Eingeschr. Hilfskasse, Dresden.) Den Mitgliedern zur nochmaligen Nachricht, daß die Filiale Berlin, welche 8500 Mitglieder zählt, zur Beq der letzteren in 9 seldstständige Verwaltungen eingetheilt ist. Die laufenden Beiträge können demnach nur in den Zab> des Bezirkes entgegengenommen werden, in welchen das betreffende Mitglied wohnt; Krankmeldungen haben bei dem betre Bevollmächtigten zu geschehen. Die einzelnen Verwaltungen find folgende: Filiale Derlin O. Bevollmächtigter: Gustav Rittershausen, Andreasftraße 18. Sprechst.: 7Vi— SV» Uhr Abends. Kasfirer: Gustav Epickermann, Rävirsdorferstraße 51. Sprichst.: 2—4 Uhr Nachm. Zahlstellen: 1. Andreasstraße 3; 2. Große Frankfurterstraße 127 Filiale Lerliu SO. Bevollmächtigter; Heinrich Spiller, Schlefischestraße 7, v. in. Kasfirer: August Mentzel, Köpnickerstraße 161, v. U. Sprechstr.: 6Vi-7'/i Uhr Abends. Zahlstellen: 1. Laufitzerstraße 52; Adalbertstraße 74. Filiale S erlin S. Bevollmächtigter: August Heuchert, Admiralstraße 22, v. lll r. Sprechstr.: 7Vi— 8V, Uhr Abends Kasfirer: Karl H a g e n o w, Kommandantenstraße 49, Hof r. I. Sprichst.: 7'/«— 8'/, Uhr Abends. Zahlstelle: Prinzenstraße 93. Filiale Lerliu SW. Bevollmächtigter: Adolf Hoffmann, Solmstraße 17, pari. Sprechst.: 7'/,— 8'/« Uhr Abends. Kasfirer: Friedrick Sckulze, Solmstraße 3, Hof part. Sprechst.: 7'/,— 8V: Uhr Abends. Zahlstellen: 1. Mariendorferstraße 11; 2. Markgrafenstraße 87. Filiale fUriin W. Bevollmächtigter: Joseph Eckardt, Ziethenstraße 11. Sprechst.: 7'/,— S'/i Uhr Abends. Kasfirer: Hermann Grebenstein, Echwerinstraße 19, Hof I. Sprechst.: 7V,— S'l, Uhr Abends. Zahlstellen: 1. Schöneberger-Ufer 43; 2. Leipzigerstraße 133. Filiale Serlin NW. Bevollmächtigter: Emil Speckt, Paulstraße 9, IV. Sprechst.: 7'/,— 8'/, Uhr Abends. Kasfirer: Karl Oh st, Pritzwalkerstraße 6, prrt. Sprechst.: 1—3 Uhr Nachm. Zahlstelle: Pritzwalkerstraße 6. Filiale Lerliu N. Bevollmächtigter: Ernst Dannenberg, Fehrbellinerstraße 96 Hof part. Sprechst.: 1—2 Uhr Mittags. Kasfirer: Louis T h o r n o w, Bmnnensrraße 134, Hof II. Sprechst.: 7—8 Uhr Abends. Zahlstellen: 1. Ackerstraße 25; 2. Chauffeestraße 78; 3. Wollinerstraße 9; 4. Weißenburgerstraße 7. Filiale Derliu NO. Bevollmächtigter: Wilhelm Lange, GreifSwalderstraße 23a. Sprechst.: 12—1 Uhr Mittags. Kasfirer: Paul Nebling, GreifSwalderstraße 23a, II. Sprechst.: 12—1 Uhr Mittags. Zahlst.lle: Weinstraße 23. Filiale Serliu O. Bevollmächtigter August Heuschert, Admiralstraße 22, v- 3 Tr. r. Spechst. 7'/,— 3'/, Ubr AbendS. Kasfirer Karl Hagen ow, Kommandantenstraße 49, H. r. 1 Tr. Sprechst. 7,/a— 8'/« Uhr Abends. Zahlstellm: 1. Köllnischer Fischmarkt 6, 2. Auguststraße 36. � In allen Zahlstellen der Filialen werden jeden Sonnabend von 8—10 Uhr Abends Beiträge entgegengt"?? sowie neue Mitglieder aufgenommen' Aufnahmescheine werden daselbst täglich ausgegeben; außerdem nehmm säm-ntl'� vollmächtigte und Kasfirer in ihren Sprechstunden Anträge und Aufnahmen an. Grosse« KmmmialwiihItr-VersWMllioz Dienstag, den 27. Oktober, AbendS 8 Uhr, in Meyer'S Vereinshaus, Äckerstraße Nr. 63. Tages-Ordnung: 1. Die bevorstehenden Kommunalwahlen. Referent: Herr Emil Böhl, Kandidat des 34. Bezirks. 2. Freie Diskusfion. Sämmttiche Wähler der dritten Abtheilung deS 34. Bezirks ladet hiermit freundlichst ein 2580] Das Arbeiter-Wahlkomitee. Delegirten-Versammlung der Tischler beute(Dienstag) Abend 3'/, Uhr Alte Jakobstraße 37. Die Tagesordnung befindet fich an den Anschlagsäulen.[2593 R o e d e l. Oesfentliche Versammlung Mittwoch, den 28. Oktober, AbendS 8>/»Ubr. in Weick'S Restaurant, Alexandersttaße 31. Tagesordnung: Berichterstattung der Kommisfion zur Vorberathung der Statuten der Arbeiter-Abend- und Eonntags-Schule. Refe- rent: Herr Vaake.[25% _ Die Kommisfion. I. A.: Franz Berndt. Mitglieder-Versaminlung des Vereins der Arbeiterinnen Verlins Dienstag Abend 8'/, Uhr, im Deutschen Kaiser. Lothringerstraße 37. Tagesordnung: Ncuwabl einer Revisorin. Innere An- aelcaenheit. Verschiedenes. Aufnahme neuer Mitglieder M_ I. A.: Frau Dötting. MMDIiWs in reichster Auswahl auf Lager und nach r' kürzester Zeit aus den gediegensten Stoffen: 12 und 15 Thlr., Änzuge: 8. 10, 12, 15 und 1» Hose«: 2. 3. 4, 5 und 6 Thlr. G. Dilssner, 46. Schneider für Herren, Alexandr inen Strasse � Onergebäude 1 Treppe. Der unentgeltliche Ärbeitsua�i der Klavierarbeiter befindet sich Skatitzerstraße 18 bei AtraM«� E. fr. Schläfst, ist sof. od. 1. Nov. ,. v. b. Glase. Kesselffr� ...... 1 1 1 Ii 1 1 n i � •2*.....*'' 3 o >• 1 oi ■,r -ö Jl O p— Mitglieder-Versammlung der Central Kranken- u. Sterbekasse der Tischler und anderer gewerblicher Arbeiter(E. H. zu Hambura) Lrtsver waltung Berlin C.(HalleschcS Thor). Mittwoch, den 28. Ottober, Abends 8 Ubr Teltowerstraße 3, bei Rothacker. Tagesordnung: Punkt 1. Abrechnung vom 3. Quartal Punkt 2. Wichtige Kaffenangelegenheiten und Verschiedenes Zahlreicher Besuch ist unbedingt nothwendig Buch leai.' timirt.[2581] Der OrtSvorstand. Kranken- und Begräbnißkasse der Berliner Gürtler und Bronzeure(E- H. Nr. 60). Die Beerdigung des Mitgliedes Friedr. Große finv.* am Mittwoch, den 28. Ottober. Nachmittags 3 Uhr, vom Tran»! hause Naunynstraße 77 auS statt. Um zahlreiche Betheiligu?,' Der Vorstand/ Verantwortlicher Redakteur R. Eronheim in Berlin. Druck und Verleg von Max Badtug in Berlin 8W~— T-