jb. 858. Mittwoch, den 28. Gktober 1885. II. Jahrg. G. frlincrDollistilnll. Brgan für die Intereffen der Arbeiter. Da«.Berliner Volksblatt- bOrefffp (Ewgetragen Emzelr in ver Postzeitungipreißliste für 1885 unter Nr. 746.) Jnsertionsgedühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bi» 4 Nachmittag» in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Anno««- Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. KedaKtto«: KeuthKraße Ä.— Erpedition: Zimmerstraße 44. Abonnements- Einkaäung. „ Für den Monat November eröffnen wir ein neues Abon- »ement auf das »KerUtier Uolksblatt� der Gratisbeilage „Illustrirtes Sonntagsblatt� Frei ins Haus kostet daffelbe 1 Mark 35 Pf. pro Monat, ?.Pf. pro Woche. 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Man spricht dabei von den vielen legislatorischen Cchwierizkeilen, die ein solcher Entwurf berette und daß deshalb die Arbeite» sich verzögerte«. Das ist aber nur ein Torwand. Der Grund der Verzögerung und wahrscheinlich auch der Vertagung auf„unbestimmte Zeit" ist einfach die ichwer zu beantwortende Frage:„W o soll das Geld du der Versicherung hergenommen werden?" Die Arbeiter bezahlen jetzt schon über und über ge- «ug den Krankenkassen, sie leisten ungemein indirekte Beiträge zu der Unfallversicherung, werden ganz enorm belastet durch die �wer mehr wachsenden indirekten Steuern auf noth- weMge Bedürfnisse— die Arbeiter könne» also zur Alters- Aorgung keine Beittäge zahlen, wenn nicht die ganze "�°fol-Reform" vollständig illusorisch für sie werden soll. tt* Wir haben immer den Grundsatz aufgestellt: die Bei- WdU den Krankenkassen sollen ganz allein die Arbeiter "uhlev, die Beittäge zu der Unfallversicherung habe« allem 13| vrtotas.' Feuilleton. Die Hand der Uemefis. Roma« von Ewald August König. (Fortsetzung.) «Ach sagte Ihnen schon, daß der Mann früher in un- [V* Diensten gestanden hat, und daß ich an ferne Schuld glauben kann," erwiderte Rabe ruhig.„Auf der an- föfri+a TXXU C4» fötAtrfatt orrnrtHp«. ilrtfc 9Iffeffor j: jenjuyxeucn, um lachen zu sühnen, anderntheil«, um seinen Scharfblick zu weisen.» Der Zustizrath nickte zustimmend. v»An Ihnen aber findet der Assessor eine» Gegner, U gewachsen ist," fuhr Rabe, dem alte» Herrn an sichelnd, fort,„und deshalb auch ist auf Sie meine Wahl gefallen." «Hm, will sehe«—" «Sie müsse» eS mir versprechen!" i«Nun ja, aber zuvor Akten durchsehen," sagte �ache«"sti�ath*ögwtb,„übernehme nicht gerne faule «Sie werde« in den Akte« nicht» finden, wa« man einen �Zerlegbaren Beweis nenne« könnte," erwiderte der Guts- �Ntzer. an den Enden feine« Schnurrbarts drehend.„Bald nach %% Morde ist Halm ausgewandert, ein Verdacht lag gegen ihn eT vor. Nur ein Zeuge, ei» früherer Diener meiner W»�?' hat ausgesagt, Halm habe eine Drohung gegen es' �°ltor ausgestoßen, aber dieser Diener hat später wegen «z 7. Dtebstahl, entlassen werden müsse«; auf fern Zeugniß da».'?»ar kein Gewicht zu legen. Nachttäglich hat man Und H litte des Ausgewanderten eine Büchse geftlnde«, die Kugel, die den Doktor tödtete. in den Lauf dieser Tin.» �aßt, behauptet man Halm müsse derMörder gewesen sein. wetteren Anhaltspunkt hat die Untersuchung nicht." die Unternehmer aufzubringe» und für die AlterSver- sorgung muß mit seinen Mitteln da» Reich eintrete». Schon bei de» beiden ersten Gesetzen hat man dieses Prinzip verlassen und ist deshalb der Quack- salberei verfallen; bei der Altersversorgung aber wird man nicht umhin können, sich zu obiger Anschauung zu bekehren, man mag wollen oder nicht. „Die Altersversorgung ist ein durch Reichsmittel erhal- tencs Institut oder sie ist nicht"— darüber kommt auch Fürst Bismarck nicht hinaus. Aber ohne Altersversorgung ist auch die ganze bis jetzt ausgeführte„Sozial- Reform" ein Stückwerk, welche» man mit dem Lichtenberg'schen Messer ohne Klinge, an dem der Griff fehlt, vergleichen kann. Man sieht also, wie die Sache steht; die Mittel fehlen dem Reiche bei den heutigen Zuständen. Und da wir nun einmal in erster Linie ein Militärreich bilden, deshalb müssen die Mittel für die immer wach« sende Militärmacht in erster Linie aufgebracht werden. Auch soll der nächste Reichstag schon erhöhte Ausgaben für die Marine bewilligen. Dagegen muß natürlich die Altersversorgung für die Arbetter zurückstehen. Würde man die Dienstzeit der Infanterie auf ein Zahr, die der Kavallerie und Artillerie auf ein und ein halbes Jahr herabsetzen, so bliebe vom Militäretat jährlich schon so viel übrig, um die Beiträge zur Altersversorgung zu erzielen. Aber da» will man nicht. Und ebensowenig will man das Steuer- System ändern. Erhöht man aber die indirekte« Steuer« auf nothwendige Gebrauchsgegenstände, so nimmt man dem arbeitenden Volke mit der einen Hand und zwar mehr, als man ihm durch die Altersversorgung mit der andere« Hand giebt. Es wird vorgeschlagen, die Branntweinsteuer zu er« höhen, um die Erttägnisse zur Altersversorgung zu verwenden, Würde man diese Erhöhung an der SpirttuSquelle, bei de» großen Branntweinbrennern vornehmen, so könnte man über Dann würde der Branntwein noch schlechter, noch verfälschter und verfuselter werden, so daß die an Brannt- wein gewöhnten Arbeiter aus denjenigen Genterbe«, wo ein Gla» Schnaps zur Nothwendiakeit geworden ist, früher noch dem Siechthum und der Arbeitsunfähigkeit, der Invalidität anheimfielen als jetzt. Was wäre dann ge- wonnen? Gar nichts! Die Arbeiterklasse würde dann nur durch die„Krone der Sozial-Reform" Schaden erleiden. Wenn man aber nun einmal glaubt, am Militärwefe« „Keinen?" „Nein." „Büchse als Eigenthum des Angeklagten rekognoSzirt?" „Halm hat sie als sein Eigenthum anerkannt." „Schlimm, aber—" „Ich glaube, die Kugel würde auch in manche andere Büchse passen," sagte Rabe ruhig.„Aber Sie werden ja die ganze UnHaltbarkeit der Anklage schon erkennen, wenn Sie die Akten durchgesehen haben." „Hm, werden sehen." „Ich hätte gerne mit dem Verhafteten darüber gesprochen, ich kenne ihn besser wie jeder Andere; aber Assessor von Swckmann wollte mir die Erlaubniß nicht geben." „Darf er auch nicht." „Ich wollte e« im Interesse der Untersuchung thun." „Flausen! Untersuchung nicht Ihre Sache!" „Sie werde» es begreiflich finden, daß ich mich dennoch dafür interessire, wenn es auch im Grunde genommen mir gleichgiltig fem kann, ob der Verhaftete schuldig ist oder nicht. Ich würde mit ihm gesprochen, ihn an frühere Er- eignisse erinnert und dabei jedenfalls einen klare« Blick ge- wonnen haben. Dadurch wäre dem Assessor ei« wesent« licher Dienst geleistet worden." „Unsinn!" brummte dsr Justizrath.„Finger davon ablassen, undankbares Geschäft." Der Gutsbesitzer strich mit der Hand über die Stirne und ein seltsamer Zug umzuckte dabei seine Lippe». „Auf Dank habe ich nie gerechnet," sagte er,„und m Fällen, wie der vorliegende, bin ich stets meine« Ein- gedungen gefolgt. Was ich mir einmal vorgenommen habe, das führe ich auch aus, und stoße ich dabei auf Hindernisse, so wird durch sie mein Vorsatz nur befestigt. Sie kenne» wohl keine« Weg, auf dem man mit einem Gefangenen in Verbindung tteten kann?" Nein!" �Dann ist e« auch nutzlos, daß wtt weiter darüber reden, und der Assessor muß selbst zusehen, wie er mtt dem Manne fertig wird. Die Sache wttd wohl mtt einem nichts sparen zu können, obwohl es da» Beste wäre, wen« genügende Ersparnisse am Militärbudget zur Altersversorgung der Arbeiter verwendet würden, dann muß man sich ent- schließen, das Steuersystem zu ändern und für das Deutsche Reich eine progressive, nach oben scharf angezogene Einkommensteuer einführen. Eins von den beiden Mitteln,— das erster« wäre das bessere, das zweite würde zur Roth auch genüge»— muß gewählt werden, alle anderen Pläne und Vorschläge in dieser Frage aber sind vom Uebel. PoUtifche Ueberstcht. Soll daS Soztaltstengesetz unverändert beibehalten, ein« geschränkt oder gänzlich angeschafft werden? Diese Frage ist durch die bekannten Aeußerungen des Profeffors Gneist gegen die unveränderte Erneuerung deS Ausnahmegesetzes wieder auf die Tagesordnung gesetzt. Auch die„Köln. Ztg." beschäf« tigt fich mtt dieser Frage und läßt fich darüber folgender- maßen aus: „Ohne Zweifel arbeitet man der allmäligen Auf- Hebung deS Sozialistengesetzes am wirksamsten vor, wenn man p r a k r i sch e verständige Vorschläge macht, wie nach dem Er- löschen der Ausnahmevollmachten der öffentliche RechtSzustand in diesem Punkte zu gestalten sei. Es wäre Sacke der G e g- ner deS Ausnahmegesetzes, in dieser Richtung Vorschläge zu machen." Herr, dunkel ist der Rede Sinn! so könnte man beim Lesm dieser Leistung der„Kölnischen" ausrufen. Allmälig soll also das Gesetz aufgehoben werden! DaS kann doch nur dahin verstanden werden, daß die Aufhebung stückweise erfol« §en soll. Interessant ist die Aufforderung an die Gegner ieses Gesetzes, praktische Vorschläge zu machen, zur Verschär- fung der bestehenden Strafgesetzgebung; erst dann, wenn die Strafgesetze gehörig„verbeffert" worden find, kann an die all- malige Aufhebung gedacht werden,— so und nicht anders kann man fich die Worte der„Köln. Ztg." reimen. Da nun aber von den entschiedenen Gegnern des Ausnahmegesetzes, den Sozialdemokraten, gewiß nicht zu erwarten ist, daß fie Vorschlage zur Verschärfung der Strafgesetze machen werden, so dürfte der diesbezügliche Appell nur an die Avreffe der Deutsch-Freifinnigen gerichtet sein. Das scheint auch das „Berl. Tagebl." anzunehmen, denn dasselbe beeilt fich. der „Köln. Ztg." folgendes zu erwidern: «Auch die entschieden liberalen Gegner des Ausnahme« gesetzeS waren und find bereit, der Regierung in der Vertheidt« gung der Rechtsordnung zur Seite zu stehen und alle Mittel zur Abwehr gesetzwidriger Ausschreitungen zu bewilligen. Sie find aber der Uederzeugung, daß dies auf dem Boden des ge« meinen Rechts geschehen könne und müsse. Schon beim Erlaß des ersten Sozialistengesetzes hat der Abgeordnete Hänel einen Versuch in dieser Richtung gemacht. Dieser Versuch, der da« mals mißlang, muß mit aller gebotenen Vorficht und Klarhett wieder aufgenommen werden; gerade der freifinnigen Partei Justizmord ende», man weiß ja auS Erfahrung, wie ein junger, ehrgeiziger Untersuchungsrichter—" „Keine Sorge! Vertheidtger auch noch da," erwiderte der Justizrath, während er die Brille dicht vor die Augen rückte.„Werde die Akten einsehen und Ihnen dann An- ficht mittheilen. Keinen Versuch machen, mit dem Gefan« genen zu sprechen, sage Ihnen noch einmal: Unsinn! Könnten in die Geschichte verwickelt werde», wäre sehr un- angenehm." Rabe hatte sich erhoben, er zuckte geringschätzend die Achseln. „Ich werde den Assessor nicht noch einmal fragen," sagte er verächtlich,„will er mir die Erlaubniß nicht geben, so werde ich ihn nicht weiter darum bitte». Mir ist ja auch, ich wrederhole es, die Sache ziemlich gleichgiltig, und ich würde mich gar nicht darum bekümmert haben, wenn nicht der Verhaftete früher in meinen Diensten gewesen wäre. Er war, so lange ich ihn kannte, ein braver, ordent- licher Mensch, ich kann nicht annehmen, daß er diese» Verbrechen begangen haben soll, zumal keine Motive vorliegen. Sie werden diese Ueberzeugung auch gewinnen, ich zweifle nicht daran, und tch erwarte, daß Sie sich de» Manne» an- nehmen." Der Justizrath nickte. „Wollen schon gehen?" fragte er.„Augenblick warten. werde mitgehen, furchtbaren Durst." „Sie wollen in die rothe Traube?" „Sie nicht?" „Ich habe vorher noch einen Gang zu machen, vielleicht komme ich später, also auf Wiedersehen." Willibald Rabe nickte dem alten Herrn zu und verließ rasch das Haus, e« hatte fast den Anschein, als ob er fürchte, daß der Justizrath ihm feine Begleitung aufdränge» könne. Der Abend war schon ziemlich weit vorgerückt, mehr und mehr verstummte da« Leben in den Straßen, es zog sich m die Schenken zurück, au« denen dem einsamen Man- derer verworrener Lärm, mitunter durch lautes Gelächter unterbrochen, entgegenschallte. Der Gutsbesitzer verfolgte seinen Weg mtt auffallender eröffnet stch hier ein schwieriget, aber lohmnbeS Feld für pral« tische Arbeit." t � Also die Herren„Freisinnigen".find mit Freuden bereit, den früheren Hänel'schen Antrag, der darauf hinaus ging, dem bekannten Aufreizungsparagraphen eine patente Gummiein. faffung zu geben, heute zu wiederholen. Freilich geschieht dann die„Abwehr" der Eozialvemokraten anscheinend auf dem Boden des gemeinen Rechts, des gleichen Rechts für Alle. In Wirklichkeit würde die Verschärfung dieses und einiger anderer Paragraphen aber nur die Sozialdemokraten treffen; die Herren„Freifinmgen" wissen dies auch ganz gut, denn es giebt heute blos noch eine ernsthast zu nehmende Opposttion, und das ist die sozialdemokratische- Der Arbeiter, dem in der Er- regung oder aus Unkenntnis ein unpaffendeS Wort entschlüpft, würde fich in den Maschen der feingesponnenen und dehnbarm Gesetze fangen, während der gewanote deutsch fteistnnige Phra» seur unbehelligt seine„Waare" an den Mann bringen könnte. In Wirklichkeit wäre ein derartiger Zustand gleichbedeutmd mit der„Erklärung dei Ausnahmezustandes in Permanenz". Und dazu wollen die Herren von der sog. steifinnigen Partei behilflich sein; in einer derartigen Fesse- lung des freien Gedankens erblicken diese Heldm ein„lohnen« des Feld für praktische Arbeit!" 0 ternpora, o mores! Die Jahresberichte der Fabrikinspektore« für daS Jahr 1884 find jetzt erschienen. Wir entnehmen dmseloen, daß insaesammt im Deutschen Reiche in Fabriken 18703 Kinder im Alter von 12—14 Jahren beschäftigt wurden, und zwar 11 798 männlichen und 6905 weiblichen Geschlechts. Was die Jndustriegruppen betrifft, von denen Kinder im Alter von 12 bis 14 Jahren beschäftigt werden, so steht an erster Stelle die Gruppe der Textilindustrie mit insge kämmt 6906 Kindern, es folgt die Gruppe der Nahrungs- und Genußmittel mit 4308 Kmdern und an dritter Stelle die Industrie für Steine und Eiden mit 1585 Kindern. Am wenigsten wird Kinderarbeit in Anspruch genommen von der Industrie der Heiz- und Leucht- stoffe, die im Ganzen nur 43 Kmder innerhalb der bezeichneten Altersgrmze beschäftigt. Sehen wir, wie die Zahlen der in Fabriktn verwendeten Kinder fich auf die Einzelstaaten vertbeilen, so ergiebt fich, daß auf das Königreich Sachsen fast die Hälfte derselben entfällt, nämlich 8666 Kinder, während in Preußen nur 5667 innerhalb der bezeichneten Altersgrenze beschäftigt werden. Daher auch die lauten Klagen gerade aus Sachsen über die Kinderarbeit. Eine hohe Ziffer erreicht noch Baden, wo 1519 Kinder in diesem Alter in Fabriken gezählt find. Am günstigsten steht Mecklenburg und Schwerin da. Unter den preußncken Provinzen steht obenan die Provinz Westfalen, in der 1414 Kinder in Fabriken beschäftigt werden und zwar im Regierungsbezirk Münster und Minden allein 1334; am günstigsten stebt Posen da mit 33 Kindern, sowie die Provinzen Ost- und Westpreußen mit zusammen 41 Kindern. Zwischen Vastern und Rußland ist ein AuS- lieferungs-Bertrag abgeschlossen worden, welcher jetzt im bayrischen„Gesetze und Verordnungsblatt" publizirt wird. Die Uebereinkunft enthält folgende Bemerkungen: Artikel 1. Die königlich bayrische Regierung verpflichtet ffch, der kaiserlich russtschen Regierung auf dieserhalb ge- stellten Antrag diejenigen russtschen Angehörigen aus« zuliefern, welche von den russtschen Gerichten wegen einer der nachstehend aufgeführten, nach den russtschen Gesetzen straf« baren Handlungen vemrtheilt find oder verfolgt wer« den und sich der verdienten Strafe durch die Flucht entzogen haben. 1. wegen eines der nachstehend bezeichneten Verbrechen oder Vergehen oder wegen Vorbereitungen zu deren AuS- führung, wenn diese Verbrechen oder Vergehen gegen den Kaiser von Rußland oder ein Mitglied seiner Familie be- gangen find: a)Todtschlag, d) Thäilichkeit. o) Körperverletzung, ä) vorsätzliche Beraubung der peisönlichen Freiheit, e) Beleidigung; 2. wegen Mordes und Mordversuches' 3. wegen rechtswidriger Herstellung oder rechtswidrigen Besitzes von Dynamit oder anderen Sprengstoffen. Artikel 2. In allen anderen Fällen, in welchen die Auslieferung von der kaiser- lich rufst chen Regierung wegen eines Verbrechens oder Ver- gehens beantragt wird, welches nicht im Art. 1 erwähnt wird, wird der Antrag von der königlich bayrischen Regierung in Erwägung genommen und demselben, wenn nichts entgegensteht, mit Rücksicht auf d ie fr eund sch aft- lichen Beziehungen, welche die beiden Länder verbin den, Folge gegeben werden. Artikel 3. Der Umstand, daß das Verbrechen oder Vergehen, wegen dessen die Auslieferung beantragt wird, in einer politischen Äbficht begangen ist, soll in keinem Falle als Grund dienen, um die Auslieferung abzulehnen. Artikel 4. Diejenigen Be stimmungen des Auslieferungsvertrages zwischen Bayern und Ruhland vom 26vl4. Februar 1819, weiche mit dem Inhalte der vorstehenden Artikel nicht im Widerspruche stehen, bleiben anstecht erhalten. Artikel 5. Das gegenwärtige Abkommen tritt mit dem Tage des bezüglichen Notenwechsel» zwischen der königlich bayrischen und der»kaiserlich russischen Regierung in Kraft. DaS ReichsverstcherungS-Amt hat— den offiziösen „Berl. Pol. Nachr." zufolge— über die Frage, welche Behörde Hast, er wanderte dem einsamsten Stadtviertel zu, jenem Viertel, das meist nur von der ärmeren Klaffe bewohnt wurde und in welchem das Gefängniß lag. Da« Gefängniß selbst war ein großes, stattliches Ge- bäude, mit hohen Mauern umgeben, vor denen Tag und Nacht eine Schildwache auf- und niedeischritt. Der Anstalt gegenüber und ihr zur Seite hatten speku- lattve Köpfe armselige VerkaufSlädea errichtet, in denen der Branntwein den Hauptartikel bildete. Auch eine Schake befand sich in unmittelbarer Nähe, eine unsaubere Kneipe, au« deren niedrigen Räumen niemals der Tabaksqualm wich, ei« drückender Dunst, der aus allen Ritzen und Fugen der Wände und de« Fußboden» quoll, und de» Gästen, die diese Kneipe besuchten, eher angenehm al« beschwerlich war; sie wäre« ja gewohnt, in solcher Luft zu athmen, und ihr eigener Athem stug nur dazu bei, sie «och mehr zu verpesten. In diese Schenke trat der Gutsbesitzer, nachdem er vor dem Hause eine geraume Weile auf und nieder ge« wandert war. Er blieb auf der Schwelle des Schenkzimmer« unwill- kürlich stehe«, e« schien ihn Ueberwindung zu kosten, in diese Atmosphäre einzutreten, zumal eS auch im ersten Moment seinem Blick nicht möglich war, den Qualm, der ihm ent- gegenquoll zu durchdringen. Endlich trat er, rasch entschloflen, auf den Schenktisch zu, ein hagerer Man» mit einem aalligea Gesicht, deffen ganze Vorderseite eine unsaubere Schürze bedeckte, stand hinter demselben, während ei« kleiner Bursche mit semmel- blondem Haar die Gäste bediente, die zumeist au« Tage« löhnern und Fabrikarbestern bestanden. Der Wirth sah den elegant gekleideten Herrn befremdet an, er mochte «inen solchen Gast wohl noch nie in seinem Hause gesehen habe«. „Haben Sie einen guten Liqueur, der den Magen er« wärmt?" ftagte der Gutsbesitzer in einem Tone, der ei« wirkliches Leiden vermuthea ließ.„Auf den Preis kommt eS nicht an." Der Wirth hatte seine Mütze abgenommen, diensteiftig, der hohen Ehre sich bewußt, die dieser Herr ihm erzeigte, in Preußm im Sinne des Unfallverficherungs- Gesetze« als Zentralbehörde anzusehen ist, nachstehendes Reskript er- lassen: „Im Anschluß an das Rundschreiben des Reichsverstche« rungsamteS vom 15 d. M, betreffend das JnSlebenttetm der Unfallverficherung, die Organisation der Schiedsgerichte u. s. w., haben mehrere Genossenschaftsocrstände die Frage hier her ge- richtet, welche Behörde in Preußen als diejenige Zentralbehörde anzusehen sei, welcher in dem gedockten Schi eisen die unter Ziffer 1 erwähnte Mittheilung über Name und Wohnort der von den Genoffenschafts organen gewählten Beisitzer zum SckiedS- gericht und ihrer Stellvertreter zu machen ist. Das Reichs- verficherungsamt ist behufs Hebung dieser Zweifel mit der kgl. preußischen Regierung in Verbindung getreten und theill auf Grund der erhaltenen Auskunft dem Vorstande ergebenst mit, daß die gedachten Mittheilungen an den Herrn Minister für Handel und Gewerbe, Fürsten von Bismarck Durchlaucht, zu richten sind." Zur Karolinen-Angelegenheit wird aus Madrid gemeldet: In der Antwortnote des Ministers des Aeußern, Elduayen, vom 12. Ostober auf die deutsche Note vom 1. Oktober heißt eS: Spanien halte die Ansprüche Deutschlands hinsichtlich der Karolinen nicht für begründet, e« müßte denn eine neue Konferenz zusammentreten, um, analog den Bestim« mungen der Generalakte der Berliner Konferenz, Bestimmungen für die ozeanischen Gebiete zu tteffen. So lange dies nicht geschehe, halte Spanien seine Eouveränetät aus den Karolinen- und PalaoS--Jnseln im Prinzipe aufrecht, in Uebereinstimmung mit den Vorschriften des alten internationalen Rechtes, das bis jetzt nicht aufgehoben sei. Hirschberg t. Schi., Montag, den 26. Oktober. Bei der heute staltgehadlen Ersatzwahl eines Reichstagsabgeordneten an Stelle v. Bunsens erhielten nach den bisher aus 29 Bezirken vorliegenden Resultaten von 4980 abgegebenen Stimmen Barth(dst.) 3501, Göring(kons.) 1004, Flasche!(sozd.) 369, Porsch(Zentrum) 106 Stimmen. In dem von beiden Mecklenburg beim BundeSrathe eingebrachten Antrag gegen Lübeck heißt es:„Seit Jahr- Hunderten haben zwischen den beiden Großherzogthümem einerseits und Lübeck andererseits Streitigkeiten darüber bestanden, ob den Großherzogthümern, welche unter fich über die zwischen ihnen zu ziehende Grenzlinie einig find, oder dem Staate Lübeck die Hoheit über die Grenigcwaffer Stegnitz mit Maurine, Dassower See, Pölnitzer Wyk und Travc zusteht. Nachdem zu wiederholten Malen vergebliche Versuche gemacht find, diese Streitigkeilen auf dem Wege gütlicher Einigung zu beseitigen, beantragen die beiden Großherzogthümcr jetzt: der Bundesrath wolle feststellen, daß dem Staate Lübeck an der Stegnitz mit Maurine, dem Dassower See und dem Pötnitzcr Wyk Hoheitsrechte überhaupt nicht zustehen, daß auf der Trape aber der Thalweg, das Fahrwasser, die lübccksche Grenze bildet. Bezüglich der geschäftlichen Behandlung erklären die Staatsministerien der beiden Großherzogthümcr sich damit ein« verstanden, daß die Erledigung des Grenzstrettes einem deut- schen Gericht übertragen wird, und daß die drei betheiligten Staaten verpflichtet erklärt werden, fich dem Schiedsspruch des beauftragten Gerichtshofes zu unterwerfen. Nachdem alsdann in dem Antrage die geltend gemachten Ansprüche begründet worden, schließt derselbe mit der Erklärung, daß die Groß« herzogthümer bei dem überwiegenden Interesse, welches Lübeck an der Seeschifffahit auf der Trave habe, dereit sein würden, auf das ihnen zustehende Hobeitsrecht über dieselbe zu ver- sichten, falls Lübeck 1) fich verpflichtet, mit den, Bett der Trave, soweit von derselben mecklenburgisches Gebiet berührt wird, ohne Zustimmuog des mecklenburgischen Uferstaates st ine Ver- änderungen vorzunehmen, welche auf das mecklenburgische U>er einwirken, insbesondere auch an demselben keine Buhnen oder dergleichen ,u erbauen; 2) die privaten Rechte mecklenburgischer Landesangeyörigen an der Trave, als Schifffabrt, Kahnhaltung, Errichtung von Wasch- und Kahnstegen, Fischerei, Rohr- und GiaSschneidung jc., in dem weitesten Umfange, wie solche jetzt bestehen und ausgeübt werden, anerkennt." Oesterreich-Ungarn. In Kroatien, speziell in Agram, herrscht noch immer große Erregung. Am 24. d. M. sollte in dieser Stadt eine Nachwahl für den Landtag vollzogen werden; nachdem die Vorbereitungen dazu vollständig getroffen waren, wurde der Wahltcrmin aber plötzlich, am Abend vor der Wahl, von der Regierung aufge- hoben. Wie angenommen wird, geschah dieses, weil die Re- aierung keinen ihr paffenden Kandidaten finden konnte. Die Stimmung der Bevölkerung der Hauptstadt ist in Folge dieser Noch am Vorunerhörten Maßregel eine äußerst gereizte. mittage war der Büraermeister beim Bonus und erhielt auf die Anfrage, ob derselbe für die morgige Wahl etwas zu ver- fügen habe, zur Antwort:„Nichts!'� und einige Stunden später erfolgte die Aufhebung des WahfterminS. Dieselbe ist in strengstem Tone gehalten: fie deruft fich auf die gesetzliche Bestimmung, daß die W ihlen zehn Tage früher verlautbart werden müssen, sagt, daß dies jeyt nicht geschehen sei und so- mit durch die Schuld des Magistrats das Gesetz wesentlich verletzt wurde und fordert endlich auf, den Wahlakt sofort zu stellte er ein GlaS auf den Schenktisch, welches er aus ver- schiedeneu Flaschen füllte. .Der sogenannte Cholerabitter!" sagte er, selbstgefällig lächelnd,„meine Gäste finden ihn ausgezeichnet." «2a, Ihre Gäste!" erwiderte Rabe, nachdem er an dem Glase genippt hatte.„Deren Zungen haben andere GeschmackSnerven, wie die meinige. Sind wohl meist Ar« bester, wie?" „Aufzuwarten, gnädiger Herr!" „Wer ist denn der Mann in Uniform dort?" „Ein Gefängnißwärter." „Scheint ein armer Teufel zu sein." „Bah, arm sind sie alle, sie werde» schlecht bezahlt." „Und dabei ein mühsamer Dienst." „Ja freilich," nickte der Wirth, während Rabe noch einmal einen verstohlenen Blick auf den Uniformirte» warf. ES war eine robuste, breitschulterige Gestalt mit kurz- geschorenem Haar und struppigem Bart, eine Physiognomie ohne bestimmten Ausdruck mit glotzenden Augen und einer leicht gerötheten Nase. Die Uniform war alt und abgettagen und nichts weniger als sauber, der Man« schien auf seine äußere Erscheinung nicht den mindesten Werth zu legen. „Man sollte diese Leute besser besolden," sagte Rabe, und dabei stieß er, wohl aus Versehen, mit einer ungeschickten Bewegung sei« Glas um, so daß der Inhalt desselben sich über den Schenktisch ergoß. „Bitte um Entschuldigung." --Der Schaden kann leicht reparstt werden," erwiderte der Wirth, während er die Flaschen wieder hervorholte, um das Gebräu noch einmal zu mischen.„Die bessere Besoldung ist leider nur ei» frommer Wunsch, der wohl nie er- füllt wird." „Ist der Mann verheirathet?" .6t hat eine kranke Frau u-d fünf lebendige JvlHVtT. „Hm, da wird Schmalhan« wohl oft Küchen- meister sein." � t»4t bei fistiren. Daß dieser Vorwand nicht stichhaltig ist und Publikation zur gesetzmäßigen Zeit erfolgt ist, weist der„Poz� uns nick nach. Es dürfte der Regierung trotz der Verlegung des 38#(eben de taaes schwer fallen, in Agram einen Kandidaten für fich i> die jebn finden. doch ein ?r a«? r< i ch.«An bge ordnete L o ck r o y, der in Paris so- wohl von den Opportunisten als von den Radikalen gettwp worden ist und eine vermittelnde Stellung in beiden Lagn: einnimmt, hat den Plan angeregt, vor Eröffnung der SesM eine Versammlung sämmtlicher republikanischen Abgeordnet» r™ da abzuhalten, um womöglich das Zerfallen der republikanisch» m„ me Mehrheit in Fraktionen zu verhindem, und die während M»rj: Wahlperiode anempfohlene„Politik der Konzcntrirung" aucW nifP''.. das Parlament selbst zu übertragen. Diese General-Versam!»' ,2% 90 lung soll die Fragen bestimmen, welche im Laufe der Gcfcf gebungöperiode erledigt werden sollen, und die Mehrheit würif � fich verpflichten, das derart festgestellte Programm für die(pe„J,""c Mandatsdauer nicht zu überschreiten; Fälle unvorherzeseverel 8*' Nothvendigkeiten natürlich ausgenommen. Falls das M«" � sterium Briffon fich mit diesem Programm einverstanden f' n- klärte, würde zugleich eine innige Verbindung zwischen Mehrheit und der Regierung hergestellt und die Dauer* letzteren gesichert sein. Es braucht wohl kaum erst bemerk ff werden, daß das gegenwärtige Kabinet diesem Plane der Tcf Der schmelzung aller Echattirungen sehr geneigt ist. Die �uchlhof führung des Gedankens stößt jedoch sowohl bei den Freun-ff Wr öffent Ferry'S, als bei der äußersten Linken auf lebhaftes WiW �wmen streben, und es dürste fich beim ersten praktischen Verst? M, im zeigen, wie schwer es ist, Gegensätze, wie Waldeck Rousseau r»' Nntagz, Rochefort oder Andrieurund CamSlinat, unter eine Formel ff*Qftt Nr. zwängen.— Eoäteren Nachrichten zufolge hat Lockroy, a>U, Zur fichts der Unmöglichkeit, für alle Repubttkaner ein gemeinst"Zittau Programm zu schaffen, den Gedanken bereits aufgegeben.. SNft st In Paris ist stark die Rede von eventuellen, ß. F weisunas- und sonstigen Maßregeln gegen die Prinz>> Ssitung zi von Orleans; doch dürfte diese Angelegenheit noch keines«� � fich( soweit gediehen sein, wie manche Blätter melden, welche selbe als beschlossene Sache hinstellen, allerdings mit Hinzufügen, daß eine Konfiskation oder Sequestrirun Güter der Prinzen nicht zugleich beabstchtigt werde. 3 scheint zu sein, daß die Regierung fich mit der Sache ernl befaßt, aber vorläufig eine Entscheidung darüber vertagt bis die eingeleitete Untersuchung über die orleanistischen nöoer und Umtriebe bei den Wahlen beendet ist, um fei stellen, ob hierbei wirkliche Akte von Prätendenten vorlti Je nach dem Eraebniß dieser Enquete würde dann auch Frage zu lösen sein, ob ein besonderes AuSweisungSgeses Parlament eingebracht werden muß, oder ob im staatSpolizeilicher Anordnung gegen die Prinzen vorgeg werden soll. Spanien. In Spanien scheint man wieder Ruhestörunzen fürchten. Die Polizei und die Wachen find in letzterer in Madrid wieder verstärkt worden. Selbst den O'flj traut die Regierung nicht, denn es hat an einigen Orte« Wechsel der Offiziere, an anderen ein Wechsel der Gar stattgefunden. In Madrid wurden viele republikanische late ausgetheilt und angeklebt, mehrere Personen wurden verhaftet. Haussuchungen und sonstige Maßregeln find a Tagesordnung, ein Zeichen, daß etwaS faul ist im& Spanien. Rußland. AuS Petersburg kommt wieder die Kunde von einem Skandalprozeffe, der ein recht grelles Licht auf die Ai Weise wirft, wie die höheren Beamten in Rußland das auSpreffen. Der Hauptangeklagte, der Kapiiain 2." Golowatschew hat neun Jahre hindurch, von 1872-1 Polizei meist er von Kronstadt wie ein Alp OL—, Stadt gelegen, die von der Refiden, nur 25 Werst Sf.,* in IV» Stunden per Dampfer zu erreichen ist. So z««�, unter den Augen der höchsten weltlichen Obrigkeit hat» genannten Zeitraum hindurch wie ein Vampyr an dem i der rechtlos gemachten Einwohner ungestraft gesogen, würde vielleicht noch heute dieses Geschäft fortsetzen. demselben nicht durch endliche Intervention des Minister»' Jgnatiew ein Ziel gesetzt wäre. Man glaubt seinen nicht zu trauen, wenn man die Anklageschrift liest, eine Fülle von Schmutz, Habgier, Gesetz- und Rechtslosizkeii hält fie. 150 Zeugen hat das Gericht vorgerufen, hiw� fet ÄZ SS% W Um 2 S c Elsten ■iV* Wen ade weit auf Mona, c allen en hiefiger am S 6e übei 'ordnuno „den. C .sÜd zu i m die 3 »Sie Äfil wn mir »legant von verbrecherischen Handlungen können dem Ängeklagten � it��Wtief gewiesen werden und nach taufenden mögen die Fälle m b,n% geh» die nicht zur Svrache gekommen find. Die Anklagebank� lin{~csitn weiter der treue Helfershelfer des Polizeimeisters, der 581 Quartaloffizier Timosejew; daS dritte Blatt dieses wlir Kleeblattes, der Pristaw Kirsantiew, starb während der Untersuchung. Dänemark. In der Folkething- Sitzung vom 16. sagte der Abge ' istc'■....."" FÖ Dr. Pingel den Ministern folgendes kräftige ... C'iefc? Komplinrem ® ÖwS? Der Wirth verstand offenbar diese Worte nicht, den Fremden an und schüttelte den Kopf. „Ich meine, dann wird die ganze Familie cm H' tuche nagen," erläuterte Rabe seine Bemerkung. „DaS können Sie denken, eine solche Familie J" nähren ist keine Kleinigkeit." „Empfängt er keine Unterstützung?" „Von wem sollte er sie empfangen? Vom Staat? sagt ihm einfach, thu' Deine Schuldigkeit, oder Du p entlasse«, er kann ja jeden Tag ein Dutzend finde«' gern diese Stelle annehmen." „Das mag wahr sein, aber es ist traurig Privatvereine genug, die für derartige Zwecke weshalb wendet er sich nicht an solche?" „Die Privatvereiae?" erwiderte der Wirth„Auch «Die liefern den Heiden wollene Socken, ein bare« Vergnügen, und ich sage immer, e« ist schade"Ptopog schöne Geld, es könnte zu besseren Zwecke»„„Bemal werden." „Na, na, Sie urtheilen da etwas scharf," lach� „aber ich nehme ihnen das nicht übel, denn S'« nicht« davon. Ich bin Vorstandsmitglied eine« S**? nur verarmte Beamte unterstützt, und da will ich%% sehe«, ob ich nichts für de.» Mann thu« kann. müssen darüber schweigen, verstanden?" „Soll 4 im Geheimen geschehen?" „Wenn eS bekannt würde, dann meldeten und unter diesen auch solche, die es nicht'öthlS>--.°'e» Wrr können die Verhältnisse jide« einzelnen Man< fo genau untersuchen, Sie werden da« begreife«, würdige wolle« wir nicht unterstützen." t V�'ffer „Natürlich nicht!" nickte der Wirth. I „Also wie heißt der Mann?» k ,%*** „Robert Schmalz." SMü „Und wo wohnt et?" a lW''Let 3 „Im dritten Hause nebenan, im Unterhaul« Jj*„Ai Spezereiwaarengeschäft.", b, „Er wohnt wohl unter dem Dach?"- „Im Hinterhaus, et soll eine armselige fem." . wal % lt." rv U>A%»Wir dulden nicht länger dieses Regiment, wir wollen ? tt?1 � länger von 7 Verbrechern, Einbrechem und Dieben des Wah» Wm den Minister n) regieren lassen."— Der Präsident rügte für sich!» die gebrauchten Ausdrücke mit der Bemerlung, dieselben seien doch etwas stark. In der Folkething-Sitzung vom 21. d. M. theilte der C mltW ÜSflGüiäüüSLrükr bk' Ke Pro. n aew'W AortumS und eine Nachtragsbewilligung für en Lag»»"ln(l":ladc angezeigt habe. laufend .Zu dem er viak. ngen auf der Straße an Sonntagen. Bis vor einem etwa konnte der Verkauf an Sonntagen unter Be« u Jhmng gewisser Rücksicht auf die Kirchenstunden ruhig be- werden, dann erfolgte die vollständige Verbannung der lfer von der Straße. Nun hat fich indessen bezüglich de? "Ungz. Abonnements eine Praxis herausgebildet, wie fie nur �Großstadt zeitigen kann. Die tausend und aber tausend Leuten, die in so früher Morgenstunde zur Arbeit gehen, die Zeitung ste in ihrer Wohnung nicht mehr antreffen .che, bezahlen den Spediteuren den AbonnementSpreis, Wen aber ihre Zeitungen jeden Morgen auf dem Wege zur cheit auf einem der Plätze in den Hauptverkehrsadern in ftpfang, auf denen die fliegenden Händler flch etablirt haben. llen Plätzen Berlins find solche Distributionsstellen. s-hr hiefiger Spediteur, der nun, wie die ,.Nat.-Ztg." mittheilt, am Sonntag seinen Abonnenten die Zeitungen auf offener aße überreichte, ist deshalb der llebertretung der Polizei- 'Ordnung angeklagt und vom Schöffengericht auch verurtheilt ;«n. Er gedenkt, zu appellieren und den Gestchtspunkt wd zu machen, daß er die Zeitung nicht verkauft habe, waS m die Verordnung untersage. '• Sie hielten unter flch wohl einen weisen Rath! 8ich drei Damen auf dem Trottoir des Grünen Weges ' beim Andreasplatz- daß es vornehme Damen waren, aen mir bei dieser Art, Audienz zu ertheilen, bezweifeln, "egant waren ste; das sah man außer an ihrer Garderobe .»n dem niedlichen Mopshündchen der einen Dame, der hochelegantes neustlbernes Maulkörbchen trug und mit „ N �langweiltem Gefichtsausdruck ein wenig seitwärts von linlt ri,n nrcderhockte. Bald hob er das rechte, bald das ba>w„, kin wenig in die Höhe, aber von der eifrigen Unter- schien ihm nichts zu gefallen und so begann er, seine Achten Veit auf die Hausfluren der benachbarten Häuser zu oL?ls die lange Audienz auf der Straße endlich vor- M" ,3 kay, auf den Ruf der betreffenden Dame der„Mop- cklagten. Fälle,- (lagebanll der So!-' eses wür» rend der amili« �Schließer erhob sich in diesem Augenblick, eS als ahne er, daß man über ihn spreche, mit Veuen Blick auf den Wirth ging er hinaus." .»sprechen Sie auch mit ihm selbst nicht darüber," & r0et Gutsbesitzer, während er ein Geldstück auf den bL 01e'»ich weiß ja noch nicht, ob der Mann der Unter- e«?iirdig befunden wird, und man darf solchen Leuten Öffnungen machen, wenn man nicht mit Sicherheit ,' T � �füllt werden." firtbeii/"4�">-rde schweigen." � IW ,' nun ist es mir dennoch lieb, daß mein Magen- itääi«äts ilen�'U solche Schenken gehen, in ihnen lernt man da« h"Euch nicht immer, gnädiger Herr?" e ,10'■ o!l« n Pnbet freilich neben dem Elend auch das Laster mpoä/ der Mann wird wohl kein Trunkenbold sein?" f 1'/"OCnDrihr® f 9fQo« n er Vinntt itnS tnrtnrt Ctttf Es ecke sl chade ken Sie vi m ! Wenn er dann und wann em- Gläschen trinkt, so kann man ihm das wohl er hat ei» saures Amt und da« Elend zu Haufe , ei» NlK*. ' �'1" auch hinaus. "leibet er Ihnen Gelb?" "�ul ist es nicht, man muß 0*' üe haben nur zu Anfang mitunter den Leuten de« Monats ein paar schuldig sind." rückte den Nähe sitzende nh-ufl lige t s�'ffen Sie vielleicht, auf welchem Fuße der Mann I 4t«!" �°rg-setzten steht?» fragte er.„Z-h möchte w'flen für den Fall, daß uns von dieser Seite A-.$)» 4?rl»kunft über ihn gegeben würde." ist V Lvfpektor ist sein Frermd nicht," erwiderte der (tot ift'?of ihn fällt dabei kein Vorwurf, denn der In- JL verhaßt." lo�t." B ich, wonach ich mich zu richten habe, gute Audienz 10 Jß.— als Preis des Maulkörbchens— und 50 Pfennig W�eine neue Hundemarke, da die alte an dem ver- giwundeMi Korbe befestigt war. Vielleicht tröstet fich die etriMne damit, daß die Konferenz mit 10,50 Mark auf der @1## immer noch billiger ist, als eine nach der neuen Ge« .entaxe berechnete beim— Herrn Rechtsanwalt. Gegen den Schnupfen hat vor Kurzem der Gemral-Jn- tendant ver königlichen Schauspiele, Herr von Hülsen, allen Mitgliedern der Hofbühne ein Zirkular folgenden Inhalts zu« gehen lassen:„Den Mitgliedem der königlichen Theater empfehle ich im Interesse ihrer eigenen Gesundheit, sowie in dem des königlichen Dienstes nachstehende? Mittel, welches jeden ausbrechenden Schnupfen fortnimmt, ohne irgend einen schädlichen Einfluß zu haben, nämlich: Ep. Acid. carbonci pnrissimi 5,0. Spiritus yini rectificatissimi 16,0. Liqnoris Ammon. canst. 6,0. (pond. speeif 0,960). Aqnae destill. 10,0. M. D. ad yitr. nigr. cum»pitom. yitreo. Am zweckmäßigsten soll eS sein, wenn da? Mittel nach An« Sabe des Striches in zwei Theilen bereitet, in zwei besonderen lläschchen mit Glasstöpseln aufbewahrt und zum Gebrauch erst in einer Weise vereinigt wird, daßman aus jedem der Fläsch« chen einige Tropfen in ein leeres Wasserglas gießt. Wahrend man dann die Äugen fest schließt, athme man mit Mund und Nase unmittelbar über dem Glase die Ausdünstung der Flüsstg- keit ein. Dieser Zuschrift schließt fich ein Auszug aus der „Berliner Klinischen Wochenschrift" an, welcher über jenes Mittel sagt: Im ersten Augenblick ist daS stechende Gefühl in der Nase nicht gerade angenehm, beim akuten Schnupfen sogar schmerzhaft: aber Alle gewöhnen fich daran, selbst die klernen Kinder.— Ein alter in Berlin sehr bekannter und an Erfahrungen sehr reicher Eanitätsrath versichert uns nun, daß obiges Mittel zwar sehr nützlich und gut, aber keineswegs daS beste sei, welches es gegen den Schnupfen gebe. Den besten Erfolg erziele man nämlich gegen den lässigen Schnupfen, wenn man öfters im Laufe des Tages einige wenige Tropfen Leber« thran dnrch die Nase vorsichtig in die Höhe ziehe, wodurch als« bald große Erleichterung und auch Heilung herbeigeführt werde. DaS beste Vorbeugungsmittel gegen den Schnupfen sei die Abhärtung der Nasenschleimhäute durch das vorsichtige Empor- ziehen von anfangs lauem und nach und nach kälterem refp. kaltem Waffer durch die Nasenflügel, welches man Morgens und Abends vornehmen solle. Ja, treu ist die Soldateuliebe! Eine weidliche Person mit zwei kleinen Kindern wurde vorgestem Abend auf einem Zuge der Lehrter Bahn in Spandau ohne Billet angetroffen und der Polizei übergeben. Das Schicksal der Bedauerns- werthen ist mitleiderweckcnd und geeignet, ein grelles Streif- licht auf die Sittenzustände unserer Zeit zu werfen. Das junge Mädchen, welches der dienenden Klaffe angehört, hatte in Minden i. W. einen Avanzirten der dortigen Garnison kennen gelernt und mit demselben ein intimes Verhältniß an- aeknüpfh welchem zwei Kinder entsprossen waren. Sobald der Geliebte seine zwölf Jahre abgedient und eine Zivilflellung erlangt hatte, sollte die Verheirathung deS PaareS stattfinden, so war zwischen beiden verabredet worden, und unerschütterlich war der Glaube deS Mädchens an die Treue des Geliebten. In diesem Jahre war der langersehnte Zeitpunkt gekommen; der Mann legte die militärische Uniform ab und vertauschte sie mit der- jenigcn eines Postbeamten; er wurde Briefträger in einem Stationsort der Berlin- Etcttiner Bahn. AuS der Heirath wurde aber nichts. Da faßte das in ihren Hoffnungen ge« tauschte Mädchen einen verzweifelten Entschluß. Sie verschaffte fich daS Geld zu einer Reise nach dem Wohnort deS Unge- treuen und langte vorgestern mit ihren Kindern dort an. Es war ihr aber beschieden, den bittern Kelch drs Leidens bis zur Neige zu leeren. Sie wurde abgewiesen und sah fich dem Wellenspiel des Lebens preisgegeben. Mittellos, wie fie war, versuchte fie es, von Berlin auS die Rückreise ohne Billet zu bewerkstelligen. Der Versuch mißlang. Sie wurde mit den Kleinen vorläufig im Armenhause zu Spandau untergebracht, wo fie niedergeschmettert der weiteren Entwickelung ihres Geschickes harrt. r. Ein Pferdebahn-Unfall, der über die neu« Einrich- tung des geöffneten Vorderperrons an unseren Pferdedahn- Wagen zu denken giedt, ereignete fich am Sonntag in der zehnten Abendstunde auf der R'ngbahnsttecke in der Strauß- bergerstraße. Ein etwa zwanzigjähriger Mann, der ein Packet unter dem Arme tragend, den Vorderperron eines Ringbahn- wagenS während der Fahrt zu besteigen versuchte, fich aber beim Aufsteigen überzeugte, daß der Wagen überfüllt war, wollte wieder absteigen; hierbei hatte er die Schnelligkeit des fahrenden Wagens wohl nicht gehörig in Betracht gezogen, fo daß er, fich am Perrongriff festhaltend, mit den Füßen aus- glitt und unter den Wagen gerieth; ein dumpfer Ruck, den alle Insassen des Wagens spürten, und der arme Mensch lag mit zerschmetterten Füßen auf der Straße; derselbe machte sogar Willibald Rabe trat bald darauf in das ihm bezeich- nete Haus, er tastete sich durch den dunklen Hausflur auf einen engen, höchst unsaubere« Hof, und nachdem er hier ein Zündhol; angezündet hatte, fand er den Eingang in da« Hintergebäude, in welchem er eine schmale und steile Treppe hinausstergen mußte, um in die Wohnung de« Schließer» zu gelangen. Es war nrcht nöthig, daß er sich danach erkundigte, das Geschrei eine» weinende« Kindes, von der herseren Stimme eines Mannes übertönt, zeigte ihm den Weg, und als er jetzt die Thüre öffnete, erschrak er selbst vor dem Elend, welches seinen Blicken sich zeigte. Die kranke Frau war auf einem Strohsacke gebettet, der auf dem Fußboden lag, vier in Lumpen gehüllte Kinder umringte» den Mann, der da« fünfte Kind auf dem Arme trug und den Einttetende« mit einem Blick der Ver« zweiflung anstierte. Der Gutsbesitzer drückt« die Thür hinter sich zu und schüttelte den Kopf. „Ich begreife nicht, wie Ihr in solcher Luft leben könnt,' sagte er,„reine Luft ist das erste Erforderniß für die Gesundheit." „Sind Sie Arzt?" fragte der Schließer. „Nein." „Dann machen Sie un» auch keine Vorschriften; Zeder lebt so gut er kann und—" „Robert!" sagte die kranke Frau warnend, während ihre tiefliegenden Augen den fremden Herrn voll ängstlicher Er« Wartung anschauten. „Ich kenne Ihre Verhältnisse," nahm Rabe das Wort; „ich bin nicht gekommen, um Ihnen Vorwürfe zu machen, die vielleicht gerechtfertigt wären, ich will Ihnen helfen." „Helfen?" fragte der Schließer zweifelnd.„Ja, wenn Sie dafür sogen könnten, daß ich besser besoldet würde. Almosen nimmt Niemand gerne, und betteln mag ich nicht." „So laß doch den Herrn reden," sagte die Frau vor- wurfsvoll. „Ihre Frau ist vernünftiger als Sie," fuhr Rabe fort; „ich biete Ihnen kein Almosen an, im Gegentheil, ich will Ihnen Gelegenheit geben, etwas zu verdienen." noch den Versuch, sich zu erheben, fiel dann aber ohnmächtig zurück und wurde in das nahe Polizeilokal getragen und von dort mittels Droschke nach dem städtischen Krankenhause, am Friedrichshain befördert. Der ganze Verlauf dieses Unfalls läßt die Gefährlichkeit des geöffneten Vorderperrons deutlich erkennen, wo jedes Ausgleiten beim Auf- oder Absteigen für den Passagier verhängnißvoll werden kann, während dieS Malheur am Hinterperron die Gefahr des Ueberfahrenwerdens von demselben Wagen unmöglich macht. Täuscht uns unsere Erinnerung nicht, so wurde das Verschließen der Vorderper» rons eingetühn, nachdem ein hiefiger Schuhmacher� Obermeister von dem offenen Perron herabgefallen und so gefährlich über» fahren worden war, daß er in der Folge daran verstarb. Heute scheint man diesen Unfall vergessen zu haben unk» öffnet die Vorderperrons wieder. Das Publikum ist frei» lich seit zehn Jahren bei der Benutzung der Pferdebahn ge» wandter geworden; aber einen Wagen während der Fahrt zu besteigen, oder zu verlassen, ist ein Wagestück, das Niemand am Vorderperron versuchen sollte. Der geringere Vortheil, der aus dem geöffneten Vorderperron allenfalls für das Publikum erwächst, steht in gar keinem Verhältniß zu der Größe der Gefahr, der Jeder beim Auf- oder Absteigen von diesem Perron ausgesetzt ist. g. Eine interessante Erscheinung auf den die Stadt durchschneidenden Wafferläufen ist ein Handelsmann, welcher in einem größeren Handkahn die Schiffer mit allerlei Bedürf- nissen versorgt. In dem Kahne befindet fich ein wohlassortittes Lager aller nur denkbaren Artikel, wie: Brod, Kartoffeln» Heringe, Wollenwaaren, Posamenten, Schuhe und Stiefel» Besen, Petroleum, Materialwaaren, tuizum, es giebt wohl keinen Gegenstand, den dieser AllerweltSmann nicht befitzt! Dieser„fahrende Kaufmann" legt mit seinem Lager an die Spreekähne an und rutt nun mit lauter Stimme und großer Zungenfertigkeit seine Waaren aus. Die sämmtlichm Schiffer kennen ihn, und da er die Leute reell bedient, so macht er ein gutes Geschäft. Bewegung der Bevölkerung Berlin? nach den Ver» öffentlichungen des statistischen Amts der Stadt. Die tortge» schriebe»« Bevölkerungszahl betrug am 3. Oktober inkl. der nachträglichen An- und Abmeldungen 1 284 876, hat fich demnach gegen die Woche vorher um 40 Seelen vermehrt. Irr der Woche vom 4. bis 10. Oktober wurden polizeilich gemeldet 6792 zugezogene, 3842 fortgezogene Personen; standesamtlich wurden 637 Ehen geschloffen. Geboren wurden 925 Kinder» und zwar lebend: 443 männliche, 443 weibliche, zusammen 891(darunter 110 außereheliche), todt 18 männliche, 16 weibliche, zusammen 34(darunter 8 außereheliche) Kinder. Die Lebendgeboienen, auf's Jahr berechnet, bilden 36,2» die Todtgeborenen 1,4 pro Mille der Bevölkerung, die außerehelich Geborenen 12,76 pCt. aller in der Woche Ge» dorenen, davon die bei den Lebendgeborenen 12 35, die bei den Todtgeborenen 23,53 pCt. In der königl. Charitee und Entbindungsanstalt wurden 43 Kinder geboren. Gestorben (ohne Todtgeborene) find 509, nämlich 267 männliche, 242 weibliche Personen. Von diesen waren unter 1 Jahr alt 141 (inkl. 31 außereheliche), 1 bis 5 Jahre 102(inkl. 4 außereheliche). 5 bis 15 Jahre 33. 16 bis 20 Iah: e 5, 20 bis 30 Jahre 30. 30 bis 40 Jahre 52, 40-60 Jahre 71, 60 bis 80 Jahre 62, über 80 Jahre 13. Die Sterbefälle beim Alter von 0 bis 5 Jahren machen 47,74 pCt. sämmtlicher in dieser Woche Ge- storbenen aus. Von den im Alter unter 1 Jahr gestorbenen Kmdern starben 57 im ersten, 24 im zweiten, 11 im dritten. S im vierten, 5 im fünften, 6 im sechsten. 29 im fiedenten bis zwölften Lebensmonate, von denselben waren ernährt 34 mit Muttermilch, 2 mit Ammenmilch, 54 mit Thiermilch. 1 mit Mllchsurrogaten, 28 mrt gemischter Nahrung, von 22 war eS unbekannt. Todesursachen waren besonders: Lungenschwind» sucht(62), Lungenentzündung(36), Bronchialkatarrh(14)» Wkopfentzündung(10), Krämpfe(30), Gehirnschlag a»W «Ä WÄÄ SVÄÄÄS 3. davon durch Vergiftung 1, durch Erhängen 2. Die Sterb- I cbketl der Woche auf das Jahr berechnet, kommen durchschnitt- gA)TSm,fr i:»»,'■«ä" S is MW ÄifSTÄ der Woche wurden dem Polizei Prästdium gemeldet als erkrankt an Tyvhus 20, an Masern 40, an Scharlach 53, an Diph» therie 197. In den 9 größeren Krankenhäusern wurden in der Berichtswoche 858 Kranke aufgenommen, davon litten an Masem 5, an Scharlach 11, an Diphtherie 60, an Typhus 19, an Rose 7. Es starben 110 Personen oder 21,6 pCt. aller in der Woche Gestorbenen. Das Alhambra-Theater war am Sonntag und Montan zu den Aufführungen von„Des Seiltänzers Sohn" schon lange vor Beginn der Vorstellungen gänzlich ausverkauft. „Zu verdienen? Womit?" „Was ich von Ihnen fordere, ist eine Kleinigkeit." Der Schließer lachte höhnisch. „Eine Kleinigkeit!" wiederholte er.„Ich kenne das, man hat schon oft solche Kleinigkeiten vo» mir gefordert. Einen Vogel entwischen lassen, wie? Daraus wird nichts, bester Herr." „Habe ich das schon von Euch gefordert?" fragte Rabe scharf.„Mit Euren Grobheiten könnt Ihr warten, bis Ihr wißt, was ich will. Und wenn Ihr so außerordentlich ge- wissenhaft seid, dann allerdings ist mit Euch nicht« anzu- fangen. Wie viel zahlt Euch denn der Staat für Eure Gewissenhaftigkeit? Wenn der Inspektor Euch einen Fuß. tritt giebt, müßt Ihr ihn schweigend einstecken, und eine Pension zahlt man den Entlassenen nicht." „So lange ich meine Pflicht thue, kann ich nicht ent» lassen werden," brummte der Schließer, ohne die bittenden Blicke seiner Frau zu beachten, die er nicht einmal zu bemerken schien. „Wenn man einen Vorwand suchen will, so kann man ihn leicht finden. Ich kenne den Inspektor, er nimmt es fo genau nicht, was er will, fetzt er durch, und wer ihm ein Dorn im Auge ist, den schafft er sich auS dem Wege." „Der Herr hat Recht," sagte die Frau,„Du schimpfst ja auch immer auf den Inspektor." „Der Inspektor ist ein Peiniger," erwiderte der Schließer mürrisch, aber mir kann er nichts anhaben." „Er kann, wa» er will, und keinesfalls wird er jemals daran denken, Eure Lage zu verbessern. Ihr mögt ver- hungern, wa« kümmert es ihn! Er verlangt von Euch nichts weiter, als daß Ihr auf Eurem Posten seid, und e» ist ihm außerordentlich einerlei, ob Ihr mit den paar Groschen auskommt, die man Euch zahlt. Denkt an Euer krankes Weib und Eure Kinder! Wenn ich Euch helfe wird Eure Frau gesund werden und Eure Kinder werde» nicht mehr hungern." Der Schließer fuhr au» seinem brütenden Hinstarre» empor und athmete tief auf. (Fortsetzung folgt.) Gerichts-Zeitnng. London, 25. Oktober. Im hiesigen Zentral> Kriminal� gerichtihofe spielte sich in dieser Woche ein Bigamieprozeß ab, Der in mancher Rückficht wohl einzig in seiner Art dastehen dürste. Ein Mann, Namens James Malcolm, der im Zen» �tral-Fleischmirkt bei einem Fleischhändler als Kasfi'er angestellt iß, war nämlich angeklagt, sich am 4. April d. I. in Brighton unter dem Namen Kapitän Macdonald mit einer Miß Dash uerheiratbet zu haben, obschon er in London eine Frau hatte und somrt Bigamie begangen haben mußte. Malcolm leugnete aufs Entschiedenste ab, Kapitän Macdonald zu sein, oder Miß Dash je geheirathet zu haben. Letztere dagegen indentifizirte ihn aufs Bestimmteste als den Mann, der fie in Brighton ge- heirathet habe, und ihre Mutter, sowie die Trauzeugen, der Geistliche, der die Trauung vollzogen hatte, die HochzeitSgäste, welche das Paar nach Lewes und Worthing ge< die Kutscher,_.__ fahren hatten, als auch andere Personen, welche eS wiederholt f'ammen sahen, indentifizirten Malcolm ebenfalls als Kapitän acdonald, wogegen jener Hinwider durch Zeugen nachwies, daß er wenigstens an einigen der Tage, wo er in Brighton Sewesen sein sollte, in London war, während seines lufenthalteS in Brighton aber in einem anderen Hotel als Mccdonald logirt habe, und daher mit diesem gar nicht identisch sein könne. Die Thatsachen, welche festgestellt wurden und im Wesentlichen unbestritten blieben, find folgende: Am 29. März d. I. traf die Klägerin Miß Emma Dash in Brighton, wo fie mit ihrer Mutter wohnte, einen Herrn, der fich ihr als Kapitän Macdonald vorstellte und fie schon stüher auf einem Balle getroffen haben wollte, dessen fie fich jedoch nicht erinnerte, weswegen ihre Mutter, die bei ihr war, ihn fragte, ob er fich nicht vielleicht irre, was er jedoch verneinte. Der Kapitän bat die Mutter um die Erlaubniß, ihre Tochter besuchen zu dürfen, erhiell jedoch eine abschlägige Antwort', nicht glücklicher gings ihm, als er eine Spazierfahrt vorschlug; schließlich erhielt er jedoch die Erlaubniß, Nachmittags mit iyr nach Lewes zu fahren, wo fie zusammen in einem Hotel dinir- ten. Am 31. März traf das Pärchen abermals zusammen und fuhr nach Worthing, wo wieder in einem Hotel dinirt wurde und wo der Kapitän der jungen Dame einen förmlichen Hei- rathsanttaa gemacht und in ihren Augen auch Gnade gefunden zu haben scheint, denn er begleitete fie nach Hause und bat ihre Mutter um die Hand ihrer schönen Tochter, die ihm denn auch mit dem Bemerken gewährt wurde, daß er am nächsten Eonnabend die Heiraths. Lizenz mitbringen sollte. Freitag kehrte er nach London zurück, traf aber schon am folgenden Tage mit der Heiraths-Lizenz wieder in Brighton ein, wo er serner Braut den Trauring anpaßte. Anfangs sollte die Trauung am Z. April stattfinden, da aber an diesem Tage Charfreitag war, so wurde fie auf den folgenden Tag verschoben, wo fie in Gc- aenwart der Mutter und vier Trauzeugen in der Et. James» Kirche vollzogen wurde. Nach der Tranungfand im Clarendon Hotel das HochzeitSmabl statt, nach dessen Beendigung fich daS Pärchen nach Chichester begab, woselbst es im„Dolphin Hotel" die Flitterwochen oder vielmehr Tage verlebte, denn die Herrlichkeit dauerte nur bis zum folgenden Dienstag, den 7. April, an welchem Tage das Paar nach Brighton zurück. kehrte, von wo aus der neue Ehemann fich nach London b�gab, mit dem Versprechen, am folgenden Tage zurückzukehren.------ dessen erhielt die junge Frau von ihm jedoch am Mittwoch ein Telegramm, daß er Abends in Brighton einsteffen werde, was indessen nicht geschah, und seit dem Tage seiner Abreise sah fie ihn nie wieder, bis er zufällig am 8. Juli von einem der Trauzeugen in London gesehen wurde, der ihn sofort als Kapt. McDonald begrüßte, den er jedoch gar nicht zu kennen vorgab, ob- schon er auch von Miß Dash als ihr Mann erkannt wurde. Während der kurzen Zeit ihres Zusammenseins hatte er fich als Kapitän des Schiffes„Kakoura" ausgegeben, und ein Schiff dieses Namens war auch im Juni d. I. von einem englischen Hafen in See gegangen; der Kapitän desselben hieß aber nicht McDonald, sondem Crutchett. Das Zivilstands« regifier, sowie auch der Trauschein waren„McDonald" unter- zeichnet und die Handschrift stimmte nach dem Urtheil von Sachverständigen mit dem Worte„darling" überein, welches der liebctrunkcne junge Ehemann im Hotel auf ein Stückchen Papier gekritzelt hatte und welches das einzige Schriftstück war, daS die junge Frau überhaupt von ihrem Manne besaß. Daß Miß Dash in Brighton von einem Manne geheirathet worden war, der fich Kapt. McDonald nannte, steht demnach fest; daß aber Malcolm dieser Mann sei, wurde von diesem auf's Ent- K irdenste destritten, von Miß Dash aber so entschieden be- uptet, so daß es fich bei dem ganzen Prozeß um eine Iben- titätsfrage handelte. Von der Klägerin wurde er namentlich an einer Narbe an der Stirn und an einem fehlenden Zahne erkannt, der dem Kapt. McDonald in Brighton ausgezogen worden war. Malcolm hatte eine solche Narbe, es fehlte ihm auch ein Zahn; er wies aber nach, daß ihm dieser Zahn am 10. Juli d. I durch den Zahnarzt Brown in Jslington ausgezogen worden sei, ihm im April aber noch nicht gefehlt habe. Miß Dash wollte ihn zuerst am 29. und dann wieder am 31. Mär, in Brighton getroffen haben; Malcolm wies durch seinen Brodherrn, durch mehrere Freunde und durch seine zwei Schwestern nach, daß er zu jener Zeit in London war und fich erst am Charsteitag, also am 3. April, nach Brighton begeben hatte; auch war er am Abend des 31. Marz bei einem Brande bei dem Juwelier Flint in Cler- kenwell Rod gewesen und hatte dort mit löschen helfen, konnte also nicht woyl zur selben Zeit in Brighton gewesen sein. Daß er von Freitag bis Montag Abend in Brighton gewesen, gab er zu; dagegen hatte er nachweislich im Victoria.Hotel, Mc. Donald aber im Clarendon Hotel logirt, wo alleidings aucb er zufällig zur Zeit des Hochzeitsmahls fich befand, jedoch zu keiner Zeit logirt hatte, auch an dem Mahl nicht Theil ge> nommen hatte, auch weder in Lewes, Worthing oder Chichester gewesen war und in der Nacht vom Montag zum Dimstag, wie durch seinen Brodherrn nachgewiesen wurde, imZentralfleischmarkt wieder an der Arbeit gewesen war, während McDonald erst am Dienstag Abend Brighton verlassen hatte. Die Frau eines Angeklagten wird hier zu Lande nicht zum Zeugniß zugelassen, sonst hätte, wie der Vertbeidiger sagte. Malcolm's Frau nach- weisen können, daß ihr Mann vom 29. März bis zum 3. April zu Hause gewesen sei und fich erst am Freitag Morgen nach Brighton begeben habe. Daß die Unterschrist unter dem Trau- schein oder das Wort„darling" von ihm geschrieben sei, de- Sritt er ebenfalls, und seine Handschrift war denn auch der es verliebten Kavitän« wohl ähnlich, keineswegs aber genau dieselbe. Die Wirthin und das Schanlmädchen im Victoria- Hotel zu Brighton, identifizirten den Anaeklagten ohne Zögern als den Mann, der vom 3. bis zum 6. April bei ihnen logut habe, und die Wirthin und das Zimmermädchen vom Clarendon Hotel, wo McDonald logirt hatte, meinten, Malcolm sähe dem »avilän zwar ähnlich, sei aber kleiner wie dieser und keinm- falls derselbe Mann. Ein Etui mit Ringen, auS dem M>ß Dash ihren Trauring auswählte, drohte dem Angeklagten ge» fährlich zu werden, da dieser ein solches Etui besessen hatte; eS wurde indessen nochgewiesen, daß Malcolm ost mit Ringen handle, woraus fich der Befitz der Ringe und desEtuis genügend erklärte. Sehr belastend für den Angeklagten waren die Aussagen zweier junger Damen, Schwestern, die in ihm den Mann erkannten, der mit ihnen im Juni, also nach der Affaire in Brighton, bei einem Pferderennen in Begleitung eines anderen Mannes Bekanntschaft anknüpfte, fich Mac-Donald nannte, einer Schwester den Hof machte und fie zu der An- nähme verleitete, daß' er fie zu heirathen beadfichlige. In dieser und ähnlicher Weise ging eS 5 Tage lang fort; wo ein Zeuge entschieden deschwor, Malcolm sei Niemand anders als Kapitän MacDonald, der an solch' und solch' einem Tage rn Brighton gewesec, schwor ein anderer eben so entschieden, er sei der veritable Fleischhändler Malcolm, der am genannten Tage ganz ruhig zu Hause oder auf dem Fleischmarkte, keineS« falls aber in Brighton gewesen sei. Endlich konnte der vor- fitzende Richter, Mr. Field, am Freitag sein umfassendes ResumS beginnen, welches er Sonnabend um 1 Uhr Mittag? zum Abschluß brachte, woraus fich die Geschworenen zur Be- rathung zurückzogm. Ihr Verdikt lautete auf„schuldig" und Malcolm wurde zu fiebenjährig�r Gefängnißstrafe mit Zwangs- arbeit verurtheilt. Soziales«*& Arbeitervemegang. lieber die Trunksuchtsfrage bringt ein Leitartikel der Elberfelder Zeitung" folgenden Absatz:„Echte Sittlichkeit und zugestehen kann, möge er auf Religiosität find, wie Jeder.„.. I einem kirchlichen Standpunkte stehen, auf welchem er wolle, unzweifelhaft die besten und allein zuverläsfigen Schutzmittel gegen alle Laster, mithin auch gegen die Trunksucht. Sitte und Religion, in rein menschlichem Sinne, ent- sprießen aber, wie ebenfalls Jeder zugiebt, nur einem Boden von gesunder sozialer Zusammen- setzung. Hoffnungslose Armuth wird stets die Säugamme der Verthierung und des Verbrechens bleiben. Auch unter den Aermsten kann es starke Seelen geben, welche gegen alle Ver- suchungen ihre Würde behaupten. Und wir find der Meinung, daß in den niederen Ständen, namentlch bei uns in Deutsch- land, im Allgemeinen noch so viel wahre moralische Würde, so viel Tugend und Genügsamkeit vorhanden ist, daß dieselben wahrlich mit den„höheren" Ständen kühn in die Schranken treten können, ja, daß der in ihnen verborgene edle Kern für das hoffnungsreichste unter allen Zeichen der Zeit gelten darf. Allein die zunehmende Ausbreitung trost- loser Armuth und Verkommenheit, und mit r h r die zunehmende Verbreitung der Branntwein- pest kann gleichwohl nicht geleugnet weiden. So sehr man nun auch anerkennen mag, daß die ultima ratio dagegen nur in einer durchgreifenden Verbesserung der sozialen Konstitution gefunden werden kann, einer Verbesserung, die nicht bloß auf die Hebung der äußer sten Armuth, sondern auch auf die Durchgcistigung der Volks-- Balten und zahlreichem Besuch der nächsten Versammlun maffen abzielen muß,— so einseitig und verkehrt ist eS doch, Alh�tter-Vezirksverei« der Oranienburger Vo> nur auf daS Radikalmittel zu blicken, während man desselben nicht habhast werden kann, und inzwischen, alle anderen Heil- mittel verschmähend, die Dinge gehen zu lassen, wie's Gott efällt."— Von einigen nebensächlichen Worten abgesehen, ist ier in der That endlich einmal in einem Bourgeoisblatte der kern der Trunksuchtsfrage berührt und das Mittel zur Hei- lung angegeben worden. Daß auch wir nicht nur auf daS Radikalmittel, die Besserung der allgemeinen Lage des Volkes, in dieser Frage blicken, haben wir durch unsere warme Zu- stimmung zu der Anregung, den Branntwein zu entfuseln, ge- zeigt, aber schließlich wird doch wohl als Radikalhilfe nur das Radikalmittel übrig bleiben Selbst französische Berichte geben bereitwillig zu, daß, seitdem Professor Reuleaux das einschneidende Wort:„Billig und schlecht" über die deutsche Industrie gesprochen, dieselbe fich wesentlich gebessert habe. Besonders in der Seidenweberei und in den Posamcntierarbeiten mache fie Lyon und Paris eine wesentliche Konkurrenz. So erfreulich derartige Stimmen für Deutschland find, so beschämend ist es wieder für uns, daß wir so wenig Muth an den Tag legen, die Fortschritte unserer Industrie einmal öffentlich vor aller Welt zu zeigen und zwar in unserem Vaterlande selbst, auf einer großen Ausstellung zu Berlin. Auch auf der Weltausstellung zu Antwerpen haben die deutschen Aussteller Ruhm und Ehre erworben, fie haben gezeigt, daß Deutschland mtt allen Kulturnationen der Welt in den Wettbewerb eintteten kann; doch waren die Antwerpener Verhältnisse allzu klein, die Ausstellung von zu geringer Be- deuwng, um die dorttgen Erfolge als maßgebend hinstellen zu können. Dazu bedarf es einer wirNichen großen Weltausstellung in der Hauptstadt eines großen Landes. KourStretberei. Unsere Leser haben oft merken können, daß Börsenblätter oder mit der Börse in Verbindung stehende Blätter über den Stand irgend einer Industrie gerade das Gegentheil berichteten, wie wir. Wenn wir nach guter In- formation den Stand eines Industriezweiges als einen sehr schlechten fignalistrten, dann las man in irgend einnm Bourgeois« oder Regierungsblatt am anderen Tage einen örmltchen Widerruf. Die Regierungsblätter werden zu diesem Manöver durchweg aus dem Grunde veranlaßt, um die Wirthschastspolitik des Deutschen Reiches, die fich gegenwärtig in der Klemme befindet, aus derselben soviel als möglich her- auszureißen und die Geschäftslage im Reiche immer noch als eine leidliche hinzustellen. Wenn es auch überhaupt nicht gut ist, auS schwarz weiß machen zu wollen, so ist bei den R rungsblättem— offiziellen und offiziösen oder auch freiwillige — das Motiv doch nicht so verwerflich, als bei den bourgeoisen Börsenblättern. Die letzteren nämlich er- klären den Stand einer Industrie vielfach deshalb für einen günstigen, um den Befitzern der betreffenden Aktien den Verkauf zu erleichtern. Ob diese Blätter von den Befitzern direkte Bezahlung dafür erhalten oder eine indireste Unter- stützung ihres Unternehmens dadurch erzielen, das ist im Grunde genommen sehr gleichgiltig. Die Motive aber für solch« Un- Wahrheiten und Schwindeleien find geradezu unsauber. So hat der„Deutsche Oekonomist" vor einigen Tagen der„Bert. Börsen-Ztg." auf die Finger geklopft, welche es gewagt hat, selbst die Lage der Jute- und Baumwoll- Industrie als eine günstige hinzustellen, obwohl nach einstimmigen Mittheilungen auS allen Gegenden des Reichs dieselbe als trostlos be- zeichnet wird. Auch der„Deutsche Oekonomist" meint, daß es Unrecht sei, unter solchen Umständen Stimmung für die Aktien solcher Unternehmungen zu machen. Und daS Blatt hat Recht. Mögen die geringmerlhigen Aktien auch denen verbleiben, welche durch dieselben bislang hohe Dividenden bezogen haben. Man steht aber, wie überall der Schwindel herrscht. Und da spricht man noch in höheren Regionen von den gesunden wirthschastlichen Zuständen, deren fich jetzt daS Deutsche Reich zu erfreuen hat!_ wähnt, daß bereits 22 hiesige Fabrikanten den Lohntarif b willigt haben. Wir wünschen de« Glace-Handschuhm-te den besten Erfolg. Eine öffentliche Versammlung der BauauschlW Einsetzer und Parquetbodcnleger beschäftigte fich am Eow? Vormittag in Gratweil's Bierhallen, Kommando ntenstr. 77-s mit der Frage:„Auf welche Weise können die Bauhanviver ihre Lage verbessern?" Die Herren Krause und Schmidt»- den zu Vorsttzenden, Herr Köhler zum Schriftführer gern# Der Referent, Herr Frigge, weist auf die Nothwendigkeit c-' Organisation hin, da nur durch festes Zusammenhalten � Kollegen eine den heutigen Verhältnissen entsprechende befferung der Lage der Berufsgenossen erzielt werden iöis Die immer fühlbarer werdende Konkurrenz des Maschinemw»' kennzeichnend, tritt Renner für Verkürzung der Arbeitszeit, r sonders für gänzliche Abschaffung der Sonntagsarbeit ein;» durch würde vielen arbeitslosen Arbeitem Ärbeitsgelegeep geschaffen. Er fordert die Anwesenden auf, besonders vte noch indifferenten Kollegen anzufeuern, damit die Versl� lungen in Zukunft recht stark besucht werden. Zur Rst der gewerkschaftlichen Angelegenheiten empfiehtt er die setzung einer Kommisfion, in welcher alle 3 Bri vertreten find. Wenn man einig vorgehe, ffl nicht schwer, bessere Arbeits- Verhältnisse einzi In der darauf folgendenden Diskussion erklärt fich Herr mann nicht in allen Punkten mit den Ausführungen des? fercnten einverstanden; er hält es für bedenklich, wen» 3 Branchen zusammengehen. Nachdem fich noch die Klos, Baumgart und Wadschek an der Diskusston be hatten, beschloß die Versammlung, eine aus 9 Persone« stehende Kommisston, und zwar von jeder der 3 Bra 3 Personen, zu wählen. Die Wahl fiel auf die Herren# Baumgart, Marx, Wadschek, Meier, Baars, Breda Randler und Frigge. Folgende Resolution wurde tenommen: Die heutige Versammlung der Bauansi Zodenleger und Einsetzer erklärt fich mit den Ausfüh des Referenten einverstanden und verpflichtet fich, für die essen der Berufsgenossen einzutreten.— In seinem<" worte forderte der Referent nochmals zu festem Zuß Pttvatkrie »on den 5 «endeS: Mar Ue.da», i mteibe Ii K den fei! «rnimies. Ountin" ein er , a> Edition KA: Qui der , die und des Wedding. schäftigte fich zunächst___________________________ - Vierteljahres. Aus demselben geht hervor, daß fich die> ilnahmc auf Mk. 70,10 und die Ausgabe auf Mk. 60,90" Die letzte General- Versämmlu mit dem Kassenbericht des ver kÄ b (Qa: Aufgenommen wurden 52 Mitglieder, so daß jetzt der Rus über 300 Mitgliedern bestecht. Dem Kasfirer Sillier Decharge ertheilt. Femer gelangte ein Antrag zur An daS neue Verfahren zur Reinigung der Adwäfferung von» Dr. Petri in Marienfelde in Augenschein zu nehmeit dirse Erfindung im kommunalen Interesse liegt, weil 1 % dieselbe die Möglichkeit gegeben wird, beim Bau neufj dialsysteme der Kanalisation auf die Anlage neuer Ries» fich «C| und sru *«% vereine und Versammlungen. Die Glace-Handschuhmacher hielten am Sonntag Vormittag abermals eine öffentliche Versammlung im„Universum", Brunnenstraße 29, ab, in der das bisherige Resultat der Lohn- bewegung verkündet wurde. Die Versammlung zeigte, daß fich auch die Handschuhmacher ihrer heutigen Lage bewußt find; trotzdem fie bis jetzt noch nie in die Oeffentlrchkeit getreten, so zeigte fich doch, daß die Arbeiter dieser Branche gut organifirt find und wie ein Mann festhalten an dem ausgearbeiteten Lohntarif. Ein Vertreter der größten hiefigen Handschuhfabrik versuchte vergeblich, dm Arberter von ihrem Vorhaben abzu« rathen. ES wurde jedoch eine Resolution einstimmig ange- nommen, dahingehend, daß mit 1. November 1885 der neu ausgearbeitete Lohntarif in Kraft treten solle und daß da, wo der Tarif bis dahin nicht bewilligt ist, die Arbeit einzustellen sei. Hervorhebm wollen wir noch, daß der Tarif von den an der Debatte theilnehmendm Rednern biS in die kleinsten Details klargelegt und darauf hingewiesen wurde, wie sehr die betteffende Firma eS notwendig hätte, den Lohntarif anzu- erkennen, da nach den Ansorderungm, die fie an ihre Arbeiter stellt, der Tarif nur zu gerechtfertigt ist. Im Laufe dieser Woche sollen noch Besprechungm über die Verhältnisse ver- schiedmer Fabrikm stattfinden. Zum Montag, den 2. Novbr. Nachmsttag» 3 Uhr, wird wieder eine große öffentliche Ver« sammlung im..Universum", Brunnenstraße 29, einberufen, in welcher daS Endresultat verkündet und eventuell die Arbeits- einstellung beschloffm werdm soll. Schließlich sei noch er- zu venichtm, da die auf der Pumpstation sofort g>. Abwässer direkt der Spree zugeführt werden können, und der Herr Dr. Petti fich gern bereit erklärt hat, Les einen jc. das Verfahren auf seiner Versuchsstation vo werden die Mitglieder ersucht, recht zahlreich an dieser Theil zu nehmm.— Gäste find willkommen.— Der 3 welchem die Besichtigung stattfindet, wird im„Berliner blatt" bekannt gemacht.— Ebenfalls stimmten die 3# dem Antrage zu, auf die Tagesordnung der nächste» sammlung einen. Vortrag über..Simultanschulen" K» Herr Dr. Lütgenau wird am Montag, den 2. Novew� Abends 8 Uhr, im WedVing-Park. Müllerstt. 178, übc'f Thema referiren.— Die Arbeiter und Handwerker nannter Bezirke, welche noch nicht Mitglieder deS Vereins p-L den auf die Ziele und Bestrebungen desselben aufmerksa»� «lieber durch gegensertrge Belehrung und wiff-nsch�.., träge über polttrsche, kommunale, sanitäre und acmetWf gelegenheiten, sowie durch Pflege der Geselligkeit un®, thätigkeit unter den Mitgliedern und ihrer Familie z» Es finden Besprechungen statt über die Wahl-, Ko> und sonstigen allgemein interesstrenden Angelegenheiten- Montag nach dem 1. und 15. jeden Monats findet% sammlung im Wedding-Park statt. Der Beitrag bev' Monat 20 Pf. Jeder Einzelne, der ernstlich gewillt � [azu beizutragen, daß andere, bessere Zustände geschanz en, schließe fich dem Bezirksverein an. Diejenigen, f iefitze von Pctilionsliften zum Arbetterschutzgesetz fino, »ieselben baldigst an Kunkel, Chauffeestr. 36/37 ablief' werden die Mitglieder, welche am>. Oftober verz' ersucht, ihre Adressen bei dem Kasfirer Sillier, Tiiststr. mmelden. � Der Verein zur Wahrung der Jntereü,- Mehl- und Getreidekutscher vollzog in seiner am m?azie,„» im Seefeldt'schen Lokale abgehaltenen GeneralversamwiA hL/ Wahlen zum definitiven Vorstande. Es wurden(sti Herren Brasching und Belitz zu Vorfitzenden, W-j Krebs zu Kasstrern, Jerichow und KnopS zu 6* Rabe, Kampe und JSnicke zu Revisoren. Die G sammlung genehmigte fernerhin folgenden Tarif für Abtragen von Mehl nnd Getteide: Für Abtragen}», pro Sack a 100 Kilo 4 Pf., für Abtragen zum W" 4 Pf., zum Umtausch(Ein- und Austtag) pro Kilo 6 Pf., für Abholen(Keller oder Boden) 4 P zur Eisenbahn pro 5000 Kilo oder 100 Zentner 1*71 laden in mehrere EisenbahnwaggonS pro 10000 K"" Ii heuen Rat von il "yan Quin jjng und vchiffslieut f. Zclche, um Besitznahme fichen könnl w feft gyn so i %n, en« Um 1 *** I S!| ,_-. p---- Ladungen--"ggj auf Speicher oder am Wasser vorzunehmen, pr»- Wennig, und beauftragte dm Vereinsvorfiand, Einführung dieses Tarif« an die Aeltesten der K-s, >u wenden, da die Kaufleutc diesm Tarif zahlen M vresen die Kutscher vielfach die Hausdiener ersetze» anzunehmm sei. daß diese ebenso geringe, wie Forderung der Kutscher, welche nicht mehr auf 2% gewiesen fern, sondern die Arbeit, die fie als verrichten müssen, in Gestalt von festem Lohn befc wollen, den Konsumenten die Lebensmtttel irge» � diese sSy; «Utt f atl eil Iheuern könnte. Auch wurde betont, daß die)' s' d'rekt an d e Kutscher, nicht aber an die Fuhrhertt»' 5 fei W«|ü,dmmt e8 den Kutschem nicht so'ergehe, �w�. 1 5i»ktl verwendet werdm könnten, sondern bei der Dag über vollauf verbraucht würden. Die 3? � .besern, sei nur möglich, wenn fich alle Mehl' f, «mfäließen. Derselbe M � und � e er r 8®» Utögz -Wie «Ä den Ceffei »gen. ]cinft)cnc8. ü/ia, j! 1 v � » _„Prüfung von Federmanom««". Verantwortlicher Redakteur 9L«rouhei« in»erltn. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin 8W„ Beuthstraße Z «igen Hier,« et- L. Lohntarif k vschuhmalie uanschtä� am Eow» enstr. Tl-'i auhar.vseul Schmivt# ad- sffia 252 veiden Beilage zum Berliner BolMutt. Mittwoch, den 38, Oktober 1883. II. Jahrg. UCivv»» Winennj� Stf u. Volitische Ueberstcht. ,dcrs die ueber die Ereignisse vor und aus der Karolinen- ite Serfo®5.»ad enlnimmt ein Korrespondent der„Voss. Ztg." einem iur RegelR �nvatdriei, welcher soeben mit einem spanischen Postdampfer er die g Philippinen-Inseln in Madrid eingetrosserr ist, fol- Manila, den 15. September. Ich setze voraus, daß vre daS, was hier vorgeht auf das Lebhafteste interesfirt, und mNetde Jynm deshalb, mehr um Ihnen den Eindruck zu schil- Mi, den die Ereignisse hier hervorgerufen haben, als um Men exakte Thatsachen zu berichten, denn diese find Geheim- Vb der Regierung und es verlautet über dieselben nichts Be- mmaNes. Also: Zuerst ging von hier der Dampfer„San kjuntrn" ab, dann der„Corriedo".? Sie führten den neuen �{W'kmeur, einen Arzt und einen Pfarrer, Sekretär der Ex> S,°"t°n an Bord. Außerdem eine Menge Kleider für die ewehner der Karolinen. Wir freuten uns sehr über diese fij? w'S?' weil seit einiger Zeit bereits die Rede ging, daß em.�Deutschen jener Insel bemächtigen wollten. Endlich Tages wurde zur Aller Ucberraschung bekannt, daß der Zan Quintin" zurückgekommen, und daß mit ihm alle Mit« der Expedition mit den Materialien und Kleidungs- die fie mitgenommrn hatten, zurückgekehrt seien. Was war n Kino frtpnpriffflo Aktinn frmnt? mrfit ftnttftp.fiinbpn 3 Bn ehe. fki. einzi fich H-n rgen des> »Ä ston betho Personen r 3 Stai* öerren W Bredel-» wurde Bauansi Ausfüs für die inem m Zusi amml zer Vo> ammlur es verfli I.K :|t der i Sillier zur An» ung von nehmen- t. weil au neut ur Riese ort gcren nen, un» t.' m■ % 9Ä nächsten �RoveÄl 78, über" erker»lf, :reins aerksa» hm.. Eine kriegerische Aktion konnte nicht stattgefunden hl, i l).a an dem Schiffe keine Spur wahrzunehmen war und «..Panische Marine vor dem Kampfe nicht zurückweicht. In den a acrn war nichts zu lesen. Die Zensur wird hier überaus geh�ndhabt. Ich kann demnach nur sagen, was man erzählt. M C?1" Oaintin" und der„Corrievo" langten ohne Zwischen- to-u*' Jap an. Am ersten Tage wurden Steine ausgeschifft, Wm Bau eines Hauses dienen sollten, und Eingeborene Uli-,!!,' welche die Fürsten zusammenholen sollten, die nicht L.* Couoeränetät, sondern die neuen Beamten, die zu deren s,.�stnlation bestimmt waren, anerkennen sollten. So be« lJ*1 fich die Mitglieder der Expedition, theilS am Lande, waii"a Bord die Zeit zubringend, vier Tage in jenen Ge- »hin �ar Abend des vierten Tages, während starke See uj und ein sehr heftiger Regen fiel, kam ein deutsches Kriegs- fcu an' welches von unseren Seeleuten nicht gesehen wurde. Witt rin; hatte es Anker geworfen, als ein Boot den Kapitän, inruis nJ'o �stliere und Mannschaften an Land setzte. DaS Erste, h„,)t5e thalen, als fie an Land sprangen, war, daß fie die Ifcint Aagge aufhißten, und die Fürsten, die durch unsere �cmiihungen gesammelt waren, beriefen. In einer halben �lunde waren fie, wie erzählt wird, mit ihnen einig, ""tier mit einem, welcher protestirte und darum festgenommen u5d einrn Tag gefangen gehalten wurden. Dieses erregte in «ns Allen den Gedanken, daß man gegen jene einfachen und lcheuen Naturkinder Zwang und Drohungen angewendet hat, "•n von ihnen die Zustimmung zu erlangen. Die Leute vom "San Quintin" bemerkten, daß etwas Außerordentliches vor- Sing und sandten ein Boot an Land, in welchem fich ein Schiffslieutenant, der Arzt und einige Matrosen befanden, »eiche, um dem Falle vorzubeugen, daß jemand die materielle «lsttznahme, welche bereits einige Tage bestand, in Zweifel tzchen konnte, die spanische Flagge an einen weithin fichtbaren h lle aufpflanzten. Was geschah aber dann? Hier beginnt as Gcheimnrß, das wir aufzuklären nicht vermögen. DaS !°U>ttge, was bekannt wurde, ist, daß um zwölf Uhr Mittags rl folgenden Tage die spanische Flagge niedergeholt wurde zewu ert ulib, rille ,» l-, K»! mbeltes- indetÄ %% TS : ve iftstr. «nh alle '* K ■i un»' voll Mitglieder der Expedition mit den-mannten —„n hierher zurückkehrten. Was liegt hier für ein .AlHsel vor? Die Armirung und das Jnstandsetzen der 33er« �'vitzungswerke dauert(hier in Manila), wenn auch nicht cyMn so angestrengter Weise fort. Der Geist, welcher in �.Bevölkerung herrscht, ist tapfer. Kommt der Krieg, so mag irnnrnen. die Eingeborenen find eben so entschieden gefinnt N Europäer.— Ein Spanier. «W Ergänzung zu diesem Briefe mögen noch folgende, das Journal„El Correo" gerichteten Schreiben ent« �(MS2tn Notizen dienen; Der Kommandant des deutschen �v!l llirrg so ruhig an Land, als handele es sich um einen �vor und hißte um 8 Uhr Abends die deutsche Flagge. Goun.� geschab, beschlossen sowohl Capriles, der spanische eur sllr Aap, wie auch Espana, der Kommandant der " Schiffe, unsere(die spanische) Flagge ebenfalls zu um die Priorität vor dem deutschen Kapitän zu fichem, JeuMeton. Fs« Mormo»enmädche»«. Amerikanische Erzählung von «aldui» Möllhause«. (Fortsetzung.) hevt-, schauten nach der von ihm in dieser Weise ange- i, Richtung hinüber, und Ueberraschung spiegelte sich »>nbH■Sügen, als sie das selisame Benehmen Zohn'S ge- tobei,' k®1' um einem unvorhergesehenen Ueberfall vor- sich zum Spähe««ach dem Vorsprung hinauf- 1" hatte. «t,. ��selbe glitt nämlich wieder so weit niederwärts, daß blj.,u°ch seine Augen in gleicher Höhe mit dem Vorsprung U>inkt und während er dieselben gerade au« gerichtet hielt, htta» � mit der Hand rückwärts, daß man sich ver- wöge. lileirf,'?� ich vorhersagte," bemerkte der Schwarze Biber iUm'«dem er sich erhob und dadurch das Zeichen hloap gemeinen Aufbruch gab,„sie kommen zu Pferde und ew? U"r sie daher eben so gut hier, wie weiter aufwärts ..rfÜvßPtt(% rhn�rt Vrrtft lltlfpfP -.....-genug.. aber eine schwienge Sache jetzt; � börhi�uvser Bestes thun." So sprechend, bog er nach der t*5 anwe s°°??eite der Schlucht hinüber, und seine Gefährten tzch,» sich genau hinter ihm zuhalten, eilte er flüchtigen Mi. wettet aufwärts. r, r wehx u der Gewißheit, daß nunmehr einem Kampfe nrcht uszuweichen sei, hatte sich auch wieder eine ruhigere füllte mnl"! eingestellt, und eine feste Entschlosienheit er- bo« y. e Gsmüther, die kurz vorher noch mehr oder minder 'e m �merstreitendsten Muthmaßungen bewegt gewesen. Mötzsi*.H�Sen und das Aussprechen von Ansichten hatte« 'ilschw-i» � erreicht- dem Schwarzen Biber wurde gend von allen Seiten die wettere Führung zuge« der alsdann an Bord des„San Quinttn" kam und eine lange Unterredung mit Espana hatte, in welcher fie übereinkamen, daß beide Flaggen gehißt bleiben und die deutsche Korvette nach Manila gehen solle, um mit ihrer Regierung fich zu ver- ständigen. Kein Mensch weiß, weshalb der Kommandant des „Iltis" seine Meinung änderte. Jedoch liegt die Thatsache vor, daß er am folgenden Morgen Espana wrffen ließ, daß er fich als Besitzer der Insel betrachte, worauf der Chef der spani- schen Expedition in Gemäßheil seiner Instruktion die spanische Flagge einzog, nach Manila zurückging und dem Kormandan« ten des„Corriedo" befahl, bis auf neue Ordre dort zu biet« ben.— Man erzählt, daß Capriles in seiner Eigenschaft als Gouverneur sich weigerte, die Flagge einzuziehen, zuletzt aber nachgeben mußte. Schweiz. Bei der Abstimmung über die Alkoholfrage haben gegen die Verfaffungsrevifion durch die Mehrheit ihrer Vo- tarnen fich erklärt die Kantone Bern, Glarus, Freiburg, Solo- tdurn, Appenzell A.-Rh., Appenzell I. Rh., Graubünden und Genst; also 8 Kantone. Für die Reoifion gaben eine Mehrheit an Stimmen ab die Kantone Zürich, Luzern, Uri, Echwyz, Obwalden, Nidwalden, Zug, Baselstadt, Baselland, Schaff« Kausen, St. Gallen, Aaraau, Thurgau, Tesfin, Waadt, Wallis, Neuenbürg; zusammen 17 Kantone. Ueberaus groß war die Mehrheit für die Revision in den Kantonen Tesfin(10000 gegen 1377), Waadt(26 777 gegen 3469) und Wallis(8509 gegen 497), also in romanischen Gebieten. R u l a n d. Aus Petersburg, 25. Oktober, wird der„Pos. Ztg." gemeldet: In den Gouvernements Kiew, Podolien und Wol- bynien sollen demnächst auf Verfügung deS Ministers für Vollsaufklärung alle an den protestantischen Kirchenschulen in Städten sowohl als auf dem platten Lande fungirenden Lehr- kräfte deutsch-r Unterthanenschaft ihreS Amtes entsetzt werden. Zokales. W. Die allgemeine Versammlung der 74 Revier« Deputtrten und deren 74 Stellvertreter für die allgemeine Volkszählung am 1. Dezember d. I., welche zum größten Theile erschienen waren, fand Montag Abend 6 Uhr im Saale der Stadtverordneten- Versammlung unter Vorfitz des Vorfitzen- den der Volkszählungs-Kommisfion, des Kämmerers Stadtrath Runge, statt. Als Kommissarius des königl. PolizeiprästdiumS war der Reaierungsrath Grundmann und als Beisitzer die Etadträthe Weise und Äorchardt anwesend. Nach einer An« spräche des Herrn Stadtraths Runge über die Schwierigkeiten des Zahlamtes erläuterte der Direktor deS Statistischen Amts, Regierungsrath Boeckh, die Zählkarten und die Formulare in eingehender Weise, woran sich eine längere Debatte entspann, welche in verschiedenen Fragen in Bezug auf den Inhalt der Zählkarten und der Formulare bestand, die theils vom Re- aierungsrath Boeckh, theils vom Etadttath Runge zur Zu- friedenheit der Versammlung ausklärend beantwortet wurden. Zum Schluß wurden die anwesenden Revier-Deputirten durch den Vorfitzenden, Herrn Stadlrath Runge, vermittelst Hand« schlagS verpflichtet. j. Das Denunziantenwesen hat vielleicht in Berlin noch nie so hochgradig grasstrt, wie in den letzten beiden Jahren, wo es selbst von den leitenden Justiz- Organen, besonders der Staatsanwaltschaft, als eine Art Landplage empfunden wird. Jeden Morgen laufen ganze Stöße von Anzeigen aller Art bei derselben ein. Ebenso wird der Briefkasten vor dem kgl. Polizei- Präfidium mit solchen Zuschriften förmlich bombardirt. Wie uns verstchert wird, defitzen davon nur verschwindend wenige eine solide Unterlage, während der Rest meistens auf recht frivole Motive zurückzuführen ist. Dank der Vorstcht, mit welcher das Denunziationsmaterial durch die sogenannten Vor« erhebungcn gesichtet wird, wandem die meisten dieser An« schuldigungen in die Archive und die Absender, soweit fie nicht anonym vorgegangen find, erhalten dann den kurzen Bescheid: Wir fühlen uns aus den und den Gründen nicht bewogen, einzuschreiten!— Ein Theil der Denunzianten wird damit auf den Weg der Piivatklage verwiesen. Sehr viele aber müssen fich gesagt sein lassen, daß selbst dazu bei ihren An« zeigen ein Grund nicht vorliegt. Um dieser Verfolgungs- manie, die furchtbares Unheil anrichten kann, zu steuern, sollte standen, und dieser erhielt jenen ruhige«, kriegerischen Aus- druck und die selbstbewußte Haltung, welches Beides bei dem nordamerikanischen Eingebornea, sobald er fich einen höhera Grad von Gesittung angeeignet hat, in den meisten Fällen verloren geht. Seine Augen blitzten bald nach der linken Seite hin- über, wo sie prüfend über die zerklüftete und in mancherlei phantastische Formen ausgewaschene Uferwand hinflogen, bald schaute er zurück, um aus John'« Benehmen auf die Nähe der Feinde schließen zu können, und wenn seine Augen- lider, wie vor Mattigkeit, ungewöhnlich tief niederhingen und seine schwarzen, lebhaft glänzenden Pupillen kaum noch zu erkennen waren, so berechnete er doch jede einzelne seiner Bewegungen, und nichts in seiner Umgebung entging ihm, wa« sich zu seinem oder seiner Gefährten Vortheil hätte aus- beuten lassen. So gelangte er schnell bis dahin, wo eine Biegung der Schlucht bei seinem weiteren Vorschreiten den spähenden John aus seinem Gesichtskreise gerückt haben würde. Sin- nend blieb er stehen, und sich umwendend maß er mit den Auge» die Entfernung, die ihn von dem Vorsprung trennte. Er wechselte sodann einige Zeichen mit Kattuk und Jreteba, die ihre Zustimmung durch ihr gebräuchliche« „Achotka" zu erkennen gaben, worauf er bis dicht unter die südliche Felswand hinschritt, alle ihm Nachfolgenden er- mahnend, von jetzt ab behutsamer, als sie bisher getha«, sich itt seinen Spure» zu halten. Anstatt aber der Schlucht weiter aufwärt« zu folgen, schlug er den Rückweg ein, wobei er sehr sorgfältig daraus achtete, daß die von ihm und seine» Gefährten hinter- lassenen Spuren so wenig auffällig wie nur möglich wurde«. Trotzdem ihr Weg abwärt» führte, kamen sie doch nicht so schnell hinunter, wie sie heraufgekommen waren, indem sie bald an den Abhängen selbst hinkletterten, bald von Stein zu Stein sprangen, bald sogar ganz stille standen, um diese« oder jenen Punkt der stellenweise überhängenden Felswand genauer zu untersuchen. Der Schwarze Biber spähte augenscheinlich nach irgend etwas; doch so oft er auch anhielt, schon nach kurzem Ver- man den Angeschuldigten, wenn möglich, eine Kopie von den eingegangenen Anzeigen zustellen. Dann würde fich dieser Unfug, der gar nicht genug gebrandmaikt werden kann, sehr bald legen, zumal auf solcher BastS eine Klage eingeleitet wer- dm könnte. In Bezug auf das Verschließen der Vorderthüre« bei den Pferdebahnwagen wird der„Voss. Ztg." geschrieben: „Die Meldung, daß auf der Großen Berliner Pferdeeisenbahn vom 1. Dezember ab die Vorderperrons ganz abgeschloffen wer- den sollm, um daS Durchschreiten der Waggons überhaupt zu verhindern, bedarf insofem der Berechtigung, als, wie wir hören, ein Beschluß darüber noch nicht gefaßt, daß diese Frage viel« mehr nur in Anregung gebracht worden ist, über deren prak- tischen Wetth die Anfichien indeß zur Zeit noch auseinander» gehm. Die Durchführung einer solchen Maßregel, die ja im Interesse des fahrenden Publikums Beachtung verdient, ist in- sofem mit einigen Schwierigkeiten verknüpft, als es zunächst einer Vorrichtung bedarf, welche das Schließen der jetzt nur verschiebbaren Thüren ermöglicht, ein fester Verschluß aber um deswillen nicht zulässig ist, weil Vorder- und Hinteroerron, mit Ausnahme der Wagen auf der Ringbahn, nach jeder abge« laufenen Fahrt wechseln. Das Ganze läuft also darauf hm- aus, daß hier einmal wieder der Wunsch des Gedankens Vater gewesen ist. DaS Verlangen nach Schließung der Vorder- thüren ist weit älter als die Oeffnung des Vorderperrons. Ader seitdem diese(gleichfalls auf öffentlichen Wunsch) erfolgt ist, würdie die Schließung der Vordetthür nicht nur dWe Errungenschaft entwetthen, sondern auch die Benutzung der Vorder- plätze verringem; denn es giebt immer noch Viele, die fich scheuen, vorn aufzusteigen oder abzuspringen. Das Beste ist in der That, wenn die Gesellschaft ruhig abwartet, daß das Pu« blikum fich an die Neuerung gewöhnt. Dann werden diese Klagen allmälig von selbst verstummen." Wie segensreich daS Oessnen des Vorderperrons übriaens wirkt, darüber berichten wir heute an anderer Stelle. Wir möchten gern, wissen, wer eiamtlich die Anregung zu dieser Neuerung gegeben hat. Wahr« scheinlich waren eS Leute, die ibre gesunden Gliedmaßen gem leichtfinniger Weise au s Spiel setzen. ar. De« Hauseigenthümern in Berlin find gestern von den Revier-Polizeibcamten Listen zur Ausfüllung über- geben worden, welche zur Vorbereitung für die am 1. Dezember d. I. stattfindende allgemeine Volkszählung dienen sollen, ins« besondere zur Bemessung deS für die einzelnen Häuser erforder- lichen Bedarfs an Zählkarten und HauShaltungsverzeichniffen. ar. Das böse Gewissen bat wieder einmal einen Ver- brechet verrathen. Auf dem kaiserlichen Hauptpostamt waren bekannllich anfangs voriger Woche 2500 Mark einem Postbeamten auf unerklärliche Weise abhanden gekommen. Der Verdacht lenkte fich auf einen Hausdiener, der bei einem Restaurateur in Stellung ist und jeden Vormittag die Beamten mit Bier versorgte. Es erfolgte zwar seine Verhaftung, doch mußte er wieder freigelassen werden, weil man keine genügen- den Anhalts puntte fand. Gestern'nun war der Hausdiener bei einem Kleiderhändler am Mühlendamm, um fich für den Winter zu equipiren. Der Händler konnte ihm auf einen Hundertmarkschein nicht herausgeben und ging fort, um daS Papiergeld einzuwechseln. Da er lange wegblieb, so wurde dem Hausdiener bange, das böse Gewissen regte fich, und er machte fich schleunigst auS dem Staube. Der Händler war natürlich höchst erstaunt, daß der Käufer sein Geld im Stiche gelassen hatte. und da er nun mit Recht vermuthete, daß derselbe auf unredliche Weise sich in den Besitz des Hundertmarkscheines gesetzt haben mußte, so begab er fich aufs Polizeipräfivium und machte dort Anzeige von dem Vorfalle. Die von ihm be« schriebene Persönlichkeit stimmte mit dem Signalement deS Hausdieners überein; der Verdacht gegen diesen erneuerte sich. und bei einer schleunigst vorgenommenen Haussuchung fiel der Polizei denn auch der ganze gestohlene Betrag in die Hände. Der Dieb wurde sofort verhaftet. Die Stadtverordneten-Versammlung hält in dieser Woche kerne Sitzung ab. «. Zum Besten der Sanitätswache der südöstlichen Louisenstadt findet am Montag, den 2. November d. I., Abends 8 Uhr, in der Berliner Ressource, Kommandanten- straße 57, em großes Gesangskonzett, ausgeführt von 4 Ge- sangchoren und verschiedenen Klln'tlern und Künstlerinnen, statt. Hieran schließt eine humoristische Unterhaltung, auSge- führt von den besten Komikern Berlins. Hinterher Tanzkränzchen. weilen setzte er seinen Weg mit einem leichten.I mißbilligen- den Kopfschütteln wieder fort, um vielleicht nach den nächste« zwanzig Schritten von neuem mit seinen Forschungen zu Ungeachtet der mehrfachen Zögerung befand sich die Gesellschaft doch bald wieder der Stelle gegenüber auf welcher man gerastet hatte. Allein auch hier entdeckte der Delaware nicht, wa« er suchte, und immer mehr näherte er sich dem Vorsprunge, auf welchem John Wache hielt und zugleich auf unverkennbare Art zur Eile aufforderte. Erst als er in guter Büchsenschußweite von John an- gekommen war und er abermals die Felswand und die am Fuße derselben angehäuften Gesteinsmassen betrachtete, er- hellten sich seine fast theilnahmlosen Züge. In der Wand öffnete sich nämlich eine gegen zwanzig Fuß breite Spalte, welche zwar die zweihundert Fuß hohe Mauer theilte, aber nicht tief in das Plateau selbst hinein« reichte. Es mußte oben auf dem Plateau gerade dort eine au« der nächsten Abstufung-herführende Rinne münden, denn die Spalte trug ganz den Charakter, als wenn sie allmälig durch das zeitweise Niederstürzen großer Wasser« massen entstanden sei, wofür namentlich sprach, daß der massive Boden der Spalte, welcher in der Höhe von unge- fähr zwanzig Fuß mit der schrägen Geröllanhäufung ab- schnitt muldenförmig ausgehöhlt, die Vertiefung aber mit dem klarste« Wasser angefüllt war. Dergleichen Spalten hatten sie vielfach zu beiden Seiten bemerkt, und einzelne auf der Südseite auch einer ober- flächlichen Prüfung unterworfen, doch standen alle nach der Schlucht zu offen, weshalb sie als ungeeignet für ihre Zwecke befunden wurden. Diese letzte Spalte dagegen war nach der Schlucht zu abgeschlossen, und zwar durch einen mächtigen Feisblock einen Theil der obere» niedergestürzten Felsschicht, der so vor der Oeffnung liegen geblieben war, daß auf beiden t% Weg werter zu suchen hatten. Der Block war gegen zwölf Fuß hoch, und da er wegen seiner schiefen Lage nach Außen überhing, von dorther also unübersteiglich war, so bildete er Aaffeneröffnung 7 Übt. KaffenvreiS: Hetrtn 60 Pf., Damen 30 Pf. Hetrenbillete& 50 Pf. und Damer billete& 25 Pf. find vorher in der Sanitätswache Adalbertstr. 10 und in den mit Plakaten belegten Handlungen ,u baden. B. Eine böse Nacht. Sonntag früh um 2 Uhr wurde der Former Heinrich Laging durch einen Schutzmann auf die Sanrtätswache in der Adalbertstraße gebracht, damit dem von Blut Uederströmten ein Nothverband angelegt werde. Ein Akt grober Brutalität war an dem Manne von 4 Strolchen in der Hasenhaide verübt worden, veranlaßt durch eine Frauensperson. Alle vier Strolche waren über den Unglücklichen hergefallen, hatten ihm nicht weniger als sechs bedeutende Mefierstichefin den Kopf und einen Stich in den linken Oberschenkel beigebracht und schließlich den Wehrlosen derartig mit ihren Stiefelabsätzen bearbeitet, daß das Geficht ganz unförmlich angeschwollen war. Zwei zufällig in der Sanitätswache anwesende Herten erbarmten fich des übel Zugerichteten und schafften ihn nach dem naht gelegenen Bethanien. Groß aber war ihre Verwunderung, als ihnen die Wache habende Diakonisstn die Aufnahme des so schwer verletzten und von Blutverlust gänzlich erschöpften Mannes verweigerte, weil fich herausstellte, daß derselbe kern Geld bei fich führte. Da die Herren selbst auch nicht in der Lage waren, die geforderte Summe zu erlegen, so blieb ihnen nichts übrig, als die Hilfe des betreffenden Nachtwächters rn Anspruch zu nehmen, durch deffen Vermittelung jetzt der fort- während einer Ohnmacht nahe Verwundete auf der nächsten Polizei-Reoier-Wache zu einer vorläufigen Ruhe gelangte. Die alte„Spukgeschichte". Die gefährliche Taschen. diebin, welche in den letzten Monaten die Königstadt unficher machte und in der Weise zu operiren pflegte, daß fie fich an Frauen mit dem Anerbieten, die Kleider derselben von vorgeb« lickem Schmutze bezw. Speichel an der Hinterseite zu rermgen, herandrängte, ist gestern von einem Kriminalbeamten in der Person der 30 Jahre alten, bereits sechsmal wegen Drebstabli bestraften Anna Jahnke aeb. Hohmann in flagranti betroffen und verhastet worden. Die>c. Jahnke, welche mit ihrem gleich- falls verhafteten Zuhälter lediglich vom Ertrage deS gewerbS- mäßig verübten TaschcndiebstahlS lebte, ist in 16 Fallen der That geständig. Meistens hat fie die Portemonnaies nach Leerung des Inhalts wieder in die Taschen der Beraubten �Kriminalistisches. Als in der Nacht zum 26. d. Ms. der Gartenstr. 177 wohnhaste Kaufmann und Goldarberter M. in Begleitung seiner Geschäftsführerin nach Hause kam, fand er die vom Hausflur zum Geschäft führende Korridortbür offenstehend, hörte auch, wie Jemand die Rolljaloufie der Ladenthür in die Höhe zog. M. lief nun nach der Straße und sah dort einen Mann aus dem Laden treten und in der Richtung nach der Jnvalidenstraße entfliehen. Da noch eine zweite Person im Laden war, zog M. die Rolljaloufie schnell wieder herunter und drang mit hinzukommenden Personen vom Flur aus in die Wohnung. Hier trat ihm ein Mann entgegen, der ihn an dem Hals faßte, aber bald überwältigt wurde. Der Einbrecher, in deffen Rocktaschen gestohlene Gold- und Silbersachen im Werthe von 4000 Mark gefunden wurden, nannte fich auf der Wache Schumann, es wurde aber durch die Kriminalpolizei in s'iner Person der bereits vier Mal wegen Diebstahls bestrafte Schloffer Hahn ermittelt. Derselbe wurde heute der Staatsanwaltschaft vorgeführt.— Ein Leichen« fledderer wurde in derselben Nacht, als er im Mariannen-Park einem auf einer Bank schlafenden Tischler Uhr und Kette stehlen wollte, in der Person des„Arbesters" K. festgenommen und zur Haft gebracht. Gemäß den Veröffentlichungen de» Kaiserlichen Ge» sundheitsamts find in der Zeit vom 11. bis 17. Ottober von je 1000 Bewohnern, auf den Jahresvurchschnitt berechnet, als gestorben gemeldet: in Berlin 21,4, in Breslau 25,8, in Königs- berg 32,0, in Köln 21.3, in Frankfurt a. M. 17,9, in Hannover 14,6, in Kaffel 12,5, in Magie« bürg 19,1, in Stettin 16,8, in Altona 27,6, in Straß« bürg 27,6. in Metz 16,7, in München 30,7, in Nürnberg 18,9, in Augsburg 22,6, in Dresden 19,6, in Leipzig 19,4, in Stutt» in Amsterdam 19,3, in Paris 20,8, in London 17,1, in Glasgow 20,5, in Liverpool 19,9, in Dublin 21,4, in Edinburg 15,8, tn Kopenhagen 16,3, in Stockholm 17,7, in Christiania 18,3, in Petersburg 22,5, in Warschau 24,2, in Odeffa 34,0, in Rom 21,8, in Turin 19,0, in Bukarest—, in Madrid—, in Alexandrien—. Ferner in der Zest vom 20. bis 29. September: in New-Dork 25,3, in Philadelphia 18,5, in Baltimore 16,8, in San Franziska in Kalkutta—, in Bombay 26,4, in Madras 36,7. Die Sterblichkeitsverhältniffe der meisten größeren Städte Europas blieben auch in dieser Berichtswoche günstige, wenn auch aus einer größeren Zahl, namentlch mittel-, nord« und ostdeutscher Städte, etwas größere, auS den süd- und west« deutschen Städten dagegen vielfach kleinere SterblichkeitS« verhältnißzahlen gemeldet werden, als auS den vorhergegangenen Wochen.— Jnsoesondere find Darmkatarrhe und Brechdurch- fälle der Kinder ziemlich allgemein in geringerer Zahl zu Tage für die in der Spalts sich Verbergenden eine überaus zweck- mäßige Brustwehr, die von einigen gute» Schützen und be- herzten Männern uneinnehmbar gemacht werden konnte. Es befand sich wohl Keiner in der Gesellschaft, dem dies nicht auf den ersten Blick einleuchtete, und mit einem Gefühl von Zuverficht folgten Alle dem Delawaren, als derselbe«ach der Spalte hinaufkletterte und gleich darauf durch de» enge« Eingang hinter dem Felsblock ver- schwand. Als die Flüchtlinge in das natürliche Fort eiottaten, fanden sie eS ihren Zwecken noch viel mehr entsprechend, als sie erwartet hatten, und der Anblick des Schattens, vor Allem aber des frischen Wasser», übte einen so ermuthigendea Ei«, fluß auf sie aus, daß sie es durchaus für kein so großes Unglück würden angesehen haben, hier einige Tage weilen zu müssen, wäre ihnen nicht auch zugleich die Ausficht auf einen eben so langen und gewiß sehr hartnäckigen Kampf eröffnet gewesen. Sie hatten sich eben mit ihrer näheren Umgebung ver« traut gemacht, und waren im Begriff, die Vorzüge ihres Verstecks zu prüfen und diejenigen Punkte noch in Augen- schein zu nehmen, von welche» aus sie mit ihren Büchse« die Schlucht zu bestreichen vermochte«, da glitt Zoha zu ihnen herein. Derselbe berichtete hasttg, was er gesehen, und dann nettheilten sich Alle eben so schnell auf ihre verschiedenen Posten, indem Zohn, Rast und drei MohaveS de» südliche» Ausgang besetzte«, während die Uebrige« sich vor dem oberen Längere Zeit verstrich dann in lautlosem Schweigen. Alle Blicke, welche nicht durch den Felsblock daran gehindert wurden, waren fest auf de« Vorsprung geheftet, hinter wel« chem die Feiode hervorreiten mußte». Obgleich sie deren Stimmen und da» Stampfen der Pferde bereit» zu vernehme« glaubte«, wollte doch«och immer kein Rester erscheinen. Die Delawaren vermutheten daher, daß ihre Verfolger, wie sie selbst eine kurze Strecke weiter oberhalb getha«, unterhalb der Felsenecke, um zu raste» und ihre unberittenen Genosse» zu erwarten, angehalten hätten. getreten und haben weniger'Steibefälle veranlaßt, wie in Berlin, Danzig, Nürnberg, Frankfurt a. M. und a. O., sodaß die Theilnahme des Säuglingsaltcrs an der Sterblichkeit im Allgemeinen eine geringere als in der Vorwoche war. In Berlin starben von 10 000 Lebenden aufs Jahr berechnet 63, München 107 Kinder unter 1 Jahr. Von den Jnfektions- krankheiten haben Masern, Scharlach,'Diphtherie, Kroup und in außerdeutschen Städten auch Pocken em wenig mehr, typhöse und Kinddettfieber etwas weniger Todesfälle hervor- gerufen.— Masern herrschten in Danzig, Königsberg, Bremen, London, Liverpool, Paris und St. Peters- bürg in� großer Ausdehnung; auch in den �Regierungs bezirken Erfurt und Köniaiberg kamen zahlreiche Erkrankungen vor; in Duisburg verlref die Epidemie milder.— Das Scharlachfieber forderte in Altona, Berlin, Duisburg, Halle, Hamburg, Leipzig, Amsterdam, London, Prag, St. Petersburg, viele Opfer; auch aus den Regierunpsbezriken Erfurt und Schleswig werden zahlreiche Erkrankungen gemeldet.— Diphtherie und Kroup zeigten fich in einer größern Zahl von Städten mit intenfiverem Verlauf; so war namentlich in Berlin, Altona, Königsberg, Nürnberg, Dresden, Hamburg, London, Paris, St. Petersburg, Warschau, Odessa, Stockholm die Zahl der Steibefälle eine größere; aber auch in Barmen, Breslau, Chemnitz, Düsseldorf, Frankfurt a. M., Leipzig, München, Kopenhagen, Christiania, Prag, Trieft u. a. O. ist die Zahl der Todesfälle keine kleine, wenn auch in einigen Orten eine etwas geringere als in der Vorwoche.— Typhöse Fieber führten im Allgemeinen seltener, nur in Berlin, Köngsberg und namentlich in Paris häufiger zum Tode. Sterbefälle an Flecktyphus wurden 2 aus Edinburg gemeldet, doch wur- den von ebendaher sowie aus dem Regierungsbezirk Marien« werdet noch mehrere Erkrankungen an Flecktyphus mitgetheilt. Aus Leipzig kam 1 Todesfall an epidemischer Genickstarre zur Bericht« erstattung.— Der Keuchhusten veranlasste in London eine größere Zahlvon Sterbefällen. TodesfälleanPockenwurdenaus deutschen Städten nicht gemeldet; aus Warschau, London, Trieft kamen vereinzelte, aus Prag und Paris je 5, aus Budapest und Venedig je 9, aus Wien 13 Sterbefälle zur Mittheilung. Er« krankungen an Pocken gelangten aus Breslau 1, aus dem Regierungsbezirk Marienwerder 5, aus London, Budapest und Wien rn größerer Zahl zur Anzeige.— Die Nachrichten über die Cholera in Spanien lauten günstiger. Die Zahl der Orte, in denen die Seuche erlischt, mehrt sich täglich. Die Zahl der in der Zeit vom 9. bis 15. Ottober gemeldeten Gesammt- erkrankungen sank auf 1792, die der Todesfälle auf 729. In Madrid ist keine Meldung über eine weitere Erkrankung vorgekommen. Auch in Italien nimmt die Epidemie ab. In der Zeit vom 6. bis 11. Oktober wurden 639 Erkrankungen und 330 Todesfälle von Cholera amtlich gemeldet, von denen 503 Erkrankungen und 252 Todesfälle auf die Stadt Palermo entfallen(gegen 580 Todesfälle in Palermo während der vor- hergegangenen Woche.) In den letzten Tagen ist jedoch die Zahl der täglichen Sterbefälle noch mehr herabgegangen, so daß ein Erlöschen der Epidemie in nicht ferner Zest zu er« hoffen ist. Da» Interesse, welche» da» Berliner Publikum dem beliebten Central-Theater bei jeder fich bietenden Gelegenheit entgegenbringt, zeigt fich jetzt wieder durch die täglich ein« laufenden zahlreichen Billetbestellungen zur 100. Aufführung der Gesangspoffe„Die wilde Katze"; auch an diesem Sonntag war daS Theater bereits vor der angesetzten Kasseneröffnung ausverkauft. Heute findet bereits die 90. Aufführung statt. Polizei-Bericht. Am 23. d. M. Nachmittags gerieth der Kutscher Richter, als er in der Brauerei„Friedrrchshain" be- hilflich war, ein gefallenes Pferd aufzurichten, mit dem Fuß unter das Pferd und erlitt dabei einen Bruch des rechten Knöchels. Er wurde nach dem städtischen Krankenhause im Friedrichshain gebracht.— Am 26. d. M. Vormittags wurde ein Mann in seiner Wohnung Grünthalerstraße erhangt vor- gefunden. Die Leiche wurde nach dem Odduttionshause ge- schafft.— Als an demselben Tage Nachmittags der Arbeuer Maltzabn in einer Kanalisationsgrube in der Arndtstraße beschäftigt war, stürzten plötzlich die Wände der Grube beim Wegnehmen einer Bohle ein und wurde sein Kopf zwischen zwer Bohlen eingeklemmt. Er erlitt dadurch eine bedeutende Quetschung der Kinnlade und anscheinend auch eine Gehirn- erschütterung, so daß er mittelst Droschke nach seiner Wohnung gebracht werden mußte.— Am 26. d. M. Nachmittags gerieth in dem Hause Annenstt. 41 die Balkenlage und die Dach- schalung unter einem Schornstein in Brand. Das Feuer wurde in kurzer Zeit gelöscht. Gerichts-ZeLtmtg. Ein die öffentlichen Sicherhettszustände der Refidenz grell beleuchtendes Bild wurde tn gestriger Sitzung des Schwurgerichts in einer Anklagesache entrollt, die auf Straßen« raub versuchte Tödtung und Widerstand gegen die Etaatsge- wall lautete. In der Nacht vom 4. zum 5. März in der zweiten Stunde begab fich der Kellner Bienett, der in einer Restauration am Kottbuser Damm servirt hatte, auf den Heim- Da schob John, ähnlich einer Schildkröte, welche, um unbemerkt zu blechen, ihre Glieder unter ihre« Panzer ein« zieht, sich langsam noch etwa» weiter hinter den Felsblock zurück, und mit kaum merklicher Bewegung hob sich die Mündung seiner Büchse, während er dre Waage fest auf den Kolben drückte. Er bemerkte nämlich, daß auf derselben Stelle, von welcher au» er in die Schlucht hinabgespäht hatte, aber von der entgegengesetzten Seite, ein schwarzbehaarter Kopf behutsam emportauchte. Offenbar wollte der dort verborgene Kund- schafter einen Blick aufwärts senden, ehe er frei und offen in den durch die Biegungen hergestellten Felsenkessel einzutteten wagte. Gleich darauf erkannte er sogar den verrätherische» Schlangen-Jndianer, und mit einer wilden Befriedigung wählte er dessen Stirn zum Ziel für seine Kugel, indem er leise den Finger an den Drücker legte. I« diesem Augenblick sah der auf dem ander« Ende des Felsblocks befindliche Schwarze Biber sich nach ihm um; derselbe gewahrte aber nicht so bald, daß John im Begriff war, zu schießen, so zischte er leise. John ließ die Mündung serner Büchse sinke«, La Ba- taille verschwand von seinem Standpunkt, Rast aber, der, neben dem Delawaren liegend, ebenfalls den ihm verhaßten Schlangen-Jndianer wieder erkannt hatte, vermochte seine» Unwillen nicht ganz zu unterdrücke», daß derselbe abermals mit dem Leben davon gekomme« sei. „Warum, beim Satan! hast Du nicht fliegen lassen?" flüsterte er so leise, wie es ihm nur möglich war. John zuckte die Achseln.„Besser so," sagte er glerchgtttrg,„treffe ich ihn heute nicht, treffe ich ihn morgen," und dann herrschte wieder Tootenstille in der Felsspalte. Nach einigen Minuten wurde es indessen lebendig in der Schlucht, den« La Bataille hatte von dem Vorsvruno hinunterkletternd, den Boden derselben«och nicht erreickt da ritte» zehn oder zwölf bewaffnete Männer hinter der Felsenecke hervor, ihre schon ziemlich abgetriebenen Pferde noch rmmer zur Elle anspornend. Augenscheinlich befürchteten sie einen Hinterhalt, weshalb «urde abf «nt am 1 Ju Frankst nun das Ii weg. In der Nähe der Kottbuser Brücke begegneten ihm# Personen, von denen einer die Worte fallen ließ:„Der Ma« da hat Lackstiefeln an,'bei dem ist was zu wollen". Biena! wollte fich beeilen, an der verdächtigen Gruppe vorüber;» kommen, erhielt aber plötzlich von einem der Männer mit eine» Gummischlauch einen heftigen Schlag in's Geficht. Dies# das Signal, daß alle vier über ihn herfielen, ihn zu Bow rissen, auf ihn einschlugen und seine Kleider offcnreißent„ die Taschen nach Beute durchsuchten. Bienert ho# Unterst sein Portemonnaie aber in der inneren BrustW �chtSkräftix des Paletots aufbewahrt, und da er auf derselben lag, so n» Aus ging es den Strolchen. Dieselben wurden so erbost, weil p«Ji. Nachr. keine Beute fände, daß fie den Ueberfallenen. der ummta" oer einem brechen aber erfolglos nach Hilfe schrie, ins Waffer zu iversa uoergehend beschloffen. Schon hatten fie ihn bis zur Höhe des Geländw W fünf 3 gehoben, als Bienett dem einen seiner Gegner mit der IM-men hatte der Verzweiflung einen Faustschlag ins Geficht versetzte, M®0m Schlag derselbe von ihm abließ. Auch die übttgen Strolche ließni® M gehabt einen Moment von ihrem Opfer ab, welches nunmehr die Fl«? gWuons, ergriff. In diesem Augenblicke eilten auch im Laufschritte ß* A�üngewe Nachtwächter herbei und Bienert schloß fich ihnen an, um � 5ef«n gn der Festnahme seiner Angreifer behilflich zu sein. Die letztes Petert waren aber inzwischen über die Kottbuser� Brücke geeist� Wn 209 hatten auf dem jenseitigen Ufer hinter einem daM �ndalösev lagernden Steinhaufen Posto gefaßt. AlS die Zf" ehemali fich nun anschickten, die Brücke zu überschreiten, da wurde»? Gl mit einem wahren Steinhagel überschüttet und durch das gf geha fie eröffnete Bombardement zum schleunigen Rückzüge/ schulder ----------"üfung W SjtomftQb zwungen, mußten fie so schnell wie möglich Deckung � Sie mußten fich außerdem noch gefallen lassen, daß ihre®'r®butf!, fie mit Hohn und Schimpfworten traktitten. Inzwischen bf j/« einer fich den beiden Wächtern noch zwei ihrer Kollegen und? �/k.fiäd Schutzmann hinzugesellt und nunmehr wurden sin Mittel angewendet, um den Feind gleichzeitig von zwei anzugreifen. Der Schutzmann begab fich an dem buser Damm hinunter bis zur Ädmiralbrücke, welche er zum Planufer gelangte. Hier nah«. eine Droschke, um nicht von weitem schon erkai werden und die Lrst gelang. Während er dem Feind in den Rücken fiel, erneuetten die Wächter Angriff von vorne und drei der Strolche wurden dingß macht, der vierte entkam. Die Verhafteten, der„Ar! Rolack, Schlosser Zicker, Steindrucker Hardis, wurden' vom Schwurgenchte zu schweren Freiheitsstrafen veruttl vierte, der Maurer Johann Emst Sommer, ist erst in ergriffen worden und mußte gestem nachträglich gegen handell werden. Auch diesen Angeklagten, der fich d Behauptung, daß er stnnlos bettunken gewesen, entsch wollte, aber von den Geschworenen für schuldig erkannt» traf eine harte Strafe, denn das Uttheil lautete auf 4 3 Monate Zuchthaus, 5 Jahre Ehrverlust und Stellung Polizeiaufficht. Aus eine Anklage wegen Beleidigung der& Eisenbahn-Direktion Berlin hatte fich gestem der Re? Dr. Sigesmunv Perl vor der vietten Strafkammer 9" Landgettchts I zu verantwotten. Auf zahlreiche Anfrage» Abonnenten, aus welchem Gmnde fich der Anschluß VN litzer Bahn an die Stadtbahn so lange verzögere, gab# geklagte in dem von ihm redigitten Blatte als Ursache Z die Eignalapparate nicht fettrg geworden seien. Im W daran war die Bemerkung gemacht, daß man im Witfl/ mit leeren Zügen fahren werde, aber die Strecke sei Privat-, sondern eine Etaatsbahn, die auf einige* Mark Einnahmen nicht zu sehen brauche. Durch diese dung erachtete fich die genannte Direktion, in dere» waltung die fragliche Bahnstrecke fich befindet, da ihr ver Vorwurf gemacht sei, daß fie mit de» jj««- D? r«; w ttLat"NM so dc iCin D 0 ante« ai ®föt befin' } f; w. Me 'Kfet Polizei, i'J sagen vor fwnzehn Jal Ann man fick tragte auch das Schuldig und eine Geldstrafe von event. 5 Tage Gefängniß. Rechtsanwalt Michaelis Slrafantragstellettn das Recht, sich durch den inkn' Attikel getroffen zu fühlen, denn nicht mit einer Sy/ fich dann die Bezugnahme auf eine Behörde, gesch riß auf die Direktion Berlrn. Endlich sei auch leine Pflickf keit behauptet, weil eine Etaatsbahn gar nicht die Pfli' in erster Linie auf große Einnahmen zu sehen, bei dt' oft ganz andere Interessen maßgebend. Aus diesen beantrage er die Freisprechung deS Angeklagten. Der Hof erachten die Ausführungen des Vertheidiger» für zutteffend und sprach daher den Angeklagten frei. Nachdem da» Reichsgericht die Reoifion des zu> verurtheilten Lieste verworfen, legte derselbe ein%' dahin ab, daß er nicht der Thätex, sondern nur der sei. Auf Gnmd seiner Angaben wurden Recherchen die, soweit fie Thatsachen betrafen, vollständig result liefen. Lieske beantragte durch seinen Vertheidig'' Dr. Fester, Wiederaufnahme des BeweiSverfahren's LandgettchtSkammer in Frankfurt für Strafsachen. Da» iKn fc%fühtf. ü uns i ied sie, da sie die Flüchtlinge nicht mehr weit entfernt gl jeder Biegung der Schlucht den neuen, sich vor r% nenden Kessel auskundschaften ließen, ehe sie sich hineinwagten. Da nun La Bataille'S Blicke nicht hinter je� block und nicht in jeden Winkel hineinreichten, ffj j er sich schon, wenn er die deutlich ausgeprägten 6% einen langen, dunkler gefärbten Streifen auf dem --— o;-'------ WUCIJCU UM! V"/ Ende des jedesmaligen Sandfeldes sich verlaufen daß drejenrgen, die sie in vollster Flucht wähnten, vy rtiif__«,»,• de wel - %ien die Herl a�argani °uf einem andern Weae wiedtt'gmähert Habens •i., It Al i® wißtrauische Schlange»'- nrcht für denkbar. ft? fcto'bU8 1 lo ÜS MMZM rote ihn trabten. nur der größte Fähtte mit�-i-"' eingeben WMKZW I % IS« tteui K W'iW. WKSSSSNÜ M ffiünfdien der beiden Vttßen Freunde"'**2. �eint- 0 S werden können, geritten waren alles. T UN ten ihm tu« flirte abschlägig beschiedtn, wogegen der Verireter des Leeske „Der Mai« M letzte Rechtsmittel, Beschwerde gegen das Urtheil erhob. ;en". Bieaeli wstlbe wurde nicht beim Etrafsenat des Reichsgerichts, son- e vorübelp am 16. d. M. bei dem Strafsenat drS Oberlandesgerichts ner mit eine»»u.ftanlturt in eingehender Weise verhandelt und gelangte, . Dies„Frif. Journ." zufolge, der Gerichtshof in seinem Urtheil in zu Bot- die Beschwerde als unbegründet abzuweisen. Damit ist offenreiß-ni'"un das letzte Mittel, Lieske vor dem Tode zu retten, erschöpft. ienert b°?., Untersuchung geschloffen und das schwurgerichtliche Unheil Brustti# rechtskräftig geworden. r lag, so e"? m Aus Würzburg, 23. Oktober, melden die Münchener bost, weilst Je- Nachr.": Der Gefreite Leibig des 4. Infanterie-Regiments, der imunto1?er einem Soldaten drei Ohrfeigen gab und dadurch eine vor- ser zu werl� Ergehende Zerreißung des Trommelfelles verursachte, wurde es Geländw iufunfTagen Mittelarrest verurtheilt; die Geschwo- nit der M angenommen, daß die Verletzung des Ohres nicht versetzte,%®0Jn schlage herrühre und daß der Geschlagene keine Schmer- lche ließe» D M ßehabt habe!— Der Soldat Zimmermann des 2. Pionier- ehr die fflnst«ataillons, welcher seinen Feldwebel beschimpfte und mit dem ufschritte 5�«ngewehr bedrohte, erhielt sieben Jahre einMonat a an. umW Tefangniß! Die I<... Petersburg hat wieder seinen Riesenprozeß, bei dem e geeill% Pc" Zeugen vernommen werden sollen und der echt incm daM I�alosen Charakters ist. Es handelt sich in demselben um die 30? gn ehemaligen Polizeiminister von Kronstadt, Kapitän zweiten da wurde»' AMs, Golowatschjow, der daselbst neunzehn Jahre wie ein irch das ßf gehaust und fich die unglaublichsten Erpreffungen hat Rückzuges r Schulden kommen lassen. Es war überhaupt nicht möglich eckung m., 5r"�adt, das nur 25 Werst von der Rcichsrefidenz, von veiersburg, entfemt ist, etwas auszurichten, ohne dem Polizei- %% einen tüchtigen Batzen zu zahlen. Selbst Institutionen, ml°ie städtische Duma, haben ihre Beisteuer entrichten müssen, .enn ste zu gemeinnützigen Zwecken etwas zu Stands « wollten; so hat die Duma dem Polizeimeiffer � Rubel für die Erlaubniß gezahlt, einen neuen Halteplatz Lf. Dampfschiffe anlegen zu dürfen, wobei fie in geheimer /ttzung verfügte, daß diese Ausgabe den Baukosten zugeschrieben Mi, da fie es nicht als„Spesen für den Polizeimeister °wwatschjow" buchen konnte! Hauptsächlich hatte es Golo- "�üitiow auf Ausbeutung des Handelsstandes abgesehen, und , unmöglich, die Eröffnung irgend eines Etablissements .�i�weikstelligen, ohne Summen, die nach Tausenden zu 1»,« Rnb, zu entrichten. Außerdem nahm der Polizeimcister, er in ein Magazin kam, womöglich Alles, was ihm Lu,' so daß die Kronstädter Händler daS Beste, was sie 5,3' nie offen auslegten, aus Jurcht, es könnte die Auf- s�Mkeit des Herrn Polizeimcistcrs auf fich lenken. Be- feto. große Einnahmen hatte er in den Gasthäusern, k7"foi, Bierkneipen, öffentlichen Häusern u. s. w., üdL wenn fie durch fteigebige Spenden des Polizei- Gunst errungen hatten, allerlei Ungesetzlichkeiten fich JL�Iulden kommen lassen konnten. Um ein Beispiel seiner Hi- v?renheit anzuführen, sei hervorgehoben, daß er einst s,i, die Anklageakte besagt, als er beirathen und »,% Braut wahlscheinlich ein kostbares Geschenk machen SjUke. einen seiner Polizisten mit einer alten Brosche zu der .,,f!"»hümain eines öffentlichen Hauses sandte und derselben �"befahl, eine solche Brosche mit Brillanten nebst Armband in l n wurden vcrurt erst im B". , entsch�j| erkannt« le auf i Stellung I der% a der Redl immer Anfrage» schlußder iüÄ» m Ä»>« ecke sei 1° einige ich diefi in dere», rdet .t dew hiefige� i war e von 50, relis b EN inkri! ner Spi� gesch'/>! soziales und Arbeiterbewegung . Aufruf an die Schmiede Deutschlands! Werth Stegen! Der unk ehrenvollen bei E.1«onarefies. ein >«uiiui uii Vit �wiwutvt �-tuiiuiiuiiw i Werthe fliegen! Der uns durch der Kongreß zu Magdeburg gewor- ehrenvollen Aufgabe, die daselbst gefaßten Beschlüsse bringen, haben wir uns unterzogen und mancherlei Schwierigkeiten ist der Beschluß .„n-ongreffes, einen zentralen Verein ins Leben zu rufen, Siedete Thatsache geworden. Am 24. August bat fich die Cju iflung der deutschen Schmiede konstituirt und ihre THL- ist*! �gönnen. Kollegen aller Orten Deutschlands! Nun W% Reihe an Euch, uns in unserem Streben, die Zwecke hat r�pins zu verwirklichen, zu unterstützen. Welchen Zweck wch, 3 unsere Vereinigung? Nun, welchen Zweck könnte Und-N' Arbeitervereinigung anders haben als den, Wahrung Äito',! P'lung der geistigen und materiellen Interessen seiner -1-.»«%. uni) das ist auch der Zweck unserer Ver- 7' Genossen! Es wird vielleicht mancher unter hin, der da sagen wird: wir seien zu eng- lop�bri der Gründung des Vereins gewesen, nicht schmiede, sondern alle Metallarbeiter müßten mit einbe- "1 werden; denen entgegnen wir: nicht Engherzigkeit, son- ' Zweckmäßigkeit war die Triebfeder der Durchführung der nisatron, denn ist auch der Zweck jeder Arbeiteror- -■u»« der gleiche, so hat doch jeder Beruf seine eigenen lönL.' welche nur von den Bcrufsgenossen beurtheilt werden Und*- Ebenso ist es mit der Regelung deS Arbeitsnachweises . ,v-. Den,?« HttbcrgSwesens; auck hier kann nur durch stramme hir«t»�°nisation etwas Praktisches geschaffen werden. Auch $4.......... t habe»,.» Eck,»,!? Hoffnung hin, daß die Vereinigung der deutschen «tnift.l1 verhältnißmäßig mehr Genossen um ihr Banner ver- ' ö« wird. d-nn eine gemischte Vereinigung. Doch nun Berufen ist durch daS Regiment der Umwälzung entstanden, als in unsc- bei diesen i. Der eis für rei. i des zul ein®w rr der Ä 'theidigefi ahrenfs' en. Das Ucberblick über die Ver- nur durch Berufsor- alledem geben wir '* W ÄrdI denn efn � w Irial(4Qii®0, früher fünf und sechs Arbeiter beschäftigt wurden, da näh,, jrht zwei, wenn nicht gar einer. Was liegt wohl bin», daß die Arbeitszei» eingeschränkt werden muß, um Ii,., vUcitslosgewordenen wieder Arbeit zu schaffen. Darin )er o' che ; 1t U«»'� feine« ff %Ett„ Fundament aller unserer Bestrebungen, auf dem wir wir*.Eü hauen haben; denn wird die Arbeitszeit verkürzt, so iigt f0 viel produzirt, es müssen mehr Arbeiter beschäf- denn wird die Arbeitszeit verkürzt, so «ai„.■ i-....„...uzirt, es müssen mehr Arbeiter beschäf- bei 9%%", mithin vermindert fich die Zahl der Arbeitslosen, v-rs�veitSlohn steigt und folglich muß auch der Werth der wen Arbeiten steigen. Nun haben fich auch im letzten m.i und auch früher lokale Vereine gebildet, welche dieselben �taX verfolgen, aber eine lokale Vereinigung ist nich sola,'-auf die Dauer eine Besserung beideizuführcn, die illusoM'" immer durch Zuzug nicht oraanifirter Kollegen sie gemacht werden; nur eine straffe Zentralisation, wie durch'"' Vereinigung repräsentirt, kann einigermaßen von der iffipiendcr Wirkung sein. Darum, Kollegen, wenn Ihr zu un."everzeuaun» gekommen seid, daß etwas geschehen muß, ' r fich immer mehr ausbreitenden Ma. „P" i, gänzlichen Untergange zu retten, dann e% s ää «nf lon,L?Uchen Vater und m dem m Vater und zweifellos werdet Ihr zu dem Schluß Wir müssen uns der Vereinigung deutscher anschließen, denn Einzeln find wir mchtS, - upm ilnler Verein soll unserem Gewerke das sein, �er in„Jf�chlichen Körper das Herz ist, darum sollte unseren Reihen fehlen; in jeder Etadt, ja in jedem % Dorf, wo nur ein Schmied den Hammer schwingt, muß der Wahlspruch sein: Für die Vereinigung der deutschen Schmiede! Darum bitten wir nochmals: schließet Euch Mann für Mann unserer Vereinigung an, reichet uns die Bruderhand, damit wir einst mit Stolz sagen können: die Schmiede verstehen nicht nur daS Eisen zu schweißen, sondern fie wissen fich auch zur Wahrung ihrer Interessen zu vereinen. AlleS Nähere besagen unsere Statuten sowie die Protokolle über den Kon« gieß zu Magdeburg und bitten wir, gefällige Anfragen richten zu wollen: an den Vorstand der deutschen Schmiede zu Berlin 0., Gubenerstraße 61, Hof 4 Treppen. Nochmals Kollegen, machet von dem Euch durch§ 152 der Reichs Gewerbeordnung gewährleisteten Koalitionsrecht den ausgiebigsten Gebrauch und schließet Euch unserer Vereinigung an. Berlin, Ende Oktober 1885. Mit kollegialischem Gruß und Handschlag, der Vorstand der Vereinigung der deutschen Schmiede. E. Drewitz, Vorfitzender, A. Stange, Schriftführer. Wir bitten alle wahrhaft freistnnigen und arbeiterfreundlichen Blätter um Abdruck vorstehenden Aufrufs, ebenso bitten wir alle Empfänger oder Leser desselben, für eine größtmöglichste Veibreitung unter den Schmieden wie mittelst der Presse Sorge tragen zu wollen. Die Berliner Kollegen machen wir noch darauf aufmerksam, daß die nächste Versammlung des Vereins am Sonnabend, den 31. Oktober, Abends 8 einhalb Uhr, im oberen Saal der Gratweil'schen Bierhallen, Komman- dantenstraße 77gf9, stattfindet. Auf der Tagesordnung steht: Vortrag über�Me Naturheilkunde und der praktische Nutzen derselben iMrok Familie. Zu dieser Versammlung ist auch den Fz�en der �Mitglieder der Zutritt gestattet. lerewe und de. Die Damenmäntelschneider-Versammlung, welche am Montag, den 26. d. Mts., in der„Berliner Ressource", Kommandantenstraße 57, stattfand, war von 500—700 Personen besucht. Am Eingang wurde eine scharfe Kontrole geübt und Niemand fand ohne Legitimation Zutritt. Eine Bureauwahl wurde nicht vorgenommen, da Herr Schneider Volkmann als Einberufer mittheilte, daß die Innung, welche die Versamm- lung einberufen habe und die Kosten trage, auch die Leitung der Versammlung in Händen behalten wolle. Zur Erllämng der Tagesordnung:„Die Arbeiterinnenfrage in der Damen- mäntelbranche und die Ausführungen des ReichstagSabgeord- neten Herrn P. Singer", bemerkte Herr V., daß in den dffent- lichen Arbeiterinnen-Versammlungen die Schneidermeister der Damenmäntelbranche systematisch verdächtigt worden seien, fie beuteten die Arbeiterinnen aus. Dieser Vorwurf sei underech- tigt, er habe aber durch die Ausführungen des Herrn Einger in der Versammlung im Louisenstädtischen Konzerthause neue Nahrung erhalten, weil es so scheine, als hätten die Kauf- leute den Arbeiterinnen fich angeschlossen, hierüber müsse Klarheit geschaffen werden- Die Kaufleute P. Singer und Martin Meyer seien laut eingeschriebenem Brief zu der heu- tigen Versammlung eingeladen worden, Herr Meyer sei er- schienen, Herr Singer aber habe geantwoftet, er Haie heute Abend etwas wichtigeres vor.(Zwischenruf: Aha!)— Nach dieser Erklärung erhielt Herr E l S n e r, als Referent, das Wort. Die Arbeiterinnenbewegung, so etwa fühlte er aus, die nun seit Wochen ihr Wesen treibe, sei den Schneider- meistern sehr unangenehm und man müsse suchen, die Ursache dieser Bewegung zu finden. Die Grundursache von Allem sei darin zu sehen, daß in den letzten Jahren Geschäfte der Kon- fektionsbranche wie Pilze aus der Erde herausgewachsen seien, die ohne genügendes Kapital zu besitzen und stark auf den Kredit angewiesen, die Konkurrenz mit den alten, soliden und eingeführten Firmen auf dem Weltmarkte nur dadurch hätten aufnehmen können, daß ste bedeutend billiger die Maaren zu liefem sich anheischig machten. DaS hätten fie durch starken Druck auf die Löhne wieder möglich gemacht, die alten Geschäfte aber seien gezwungen worden, diesem Beispiele der Schmutzkon- kunenz zu folgen. Erfteulich sei es da, daß ein Geschäftsinhaber. P- Singer, erkläre, er habe selber die Arbeiterinnen-Bewcgung ins L.ben gerufen, wer aber eine Arbeiterinnen- Versammlung besucht habe, werde wissen, daß das Kind von seinem Vater das Prinzip geerbt hat. Herr S. sei Abgeordneter der sozial- demokratischen Partei und in diesem Sinne seien auch die Arbeiterinnen-Versammlungen geleitet. Die Referentin in den Mäntelnäherinnen-Versammlungen habe nicht das Referat, das ste verlese, aus fich selbst, sondern fie schleudere nur Pfeile, die andere gespitzt haben.(Sehr richtig.) Ueberall komme der „sozialdemokratische Unterrock" zum Vorschein. Die Prinzipien der Sozialdemokratie könnten aber die Damenmäntelschneider nicht billigen, daher müßten die Meister selbstständig vorgehen. Auch den Kaufleuten könne es nicht angenehm sein, in den Arbeiterinnen- Versammlungen beschmutzt zu werden. Die Herten Geschäftsinhaber sollten nun aufgefordert werden, zu erklären, wie fie der Bewegung gegenüberständen, ob fie nicht gesonnen seien, den Meistern höhere Löhne zu zahlen. Dadurch würde die Bewegung brachgelegt wer- den, die entstanden sei, weil die Meister, statt schon früher vor- zugehen, nachläsfig gewesen wären und erst zu ihrer Pflicht ge- drängt worden seien, fie würden ihre Arbeiterinnen besser be- zahlen können und wieder würde Frieden und Eintracht herrschen. (Lebhafter Beifall.) Kaufmann Ä. Meyer: Es sei bedauerlich, daß die Arbeiterinnen-Versammlungen von Frauen geleitet würden, die nur den Zweck verfolgten,„Radauversammlungen" zu veranstalten.(Sehr richtig.) Trotzdem sei zu konstatrren, daß es große Roth unter den Näherinnen gebe. Ein großer Thell der Mäntelnähcrinnen verdiene durchschnittlich 9—10 Mk. wöchentlich. Wie solle das reichen? Bedauerlich sei, daß Politik in eine Bewegung hineingezogen sei, der nur die„Menschen- liebe" Helsen könne. Die Berliner Schneidermeister hätten immer geholfen, wo Noth am Mann war.(Bravo.) Sie würden auch den Arbetterinnen gegenüber Menschenliebe beweisen, denn es läge allein on den Schneidern, den Näherinnen zu helfen. Sobald die Meister einträchtig gemeinschaftlich vorgingen, könn- ten fie bei den Kaufleuten höhere Preise erzielen. Der sogen. Stapelmantel(Exportwaare), der zu 20 bis 25 Mark pro Stück verkauft werde, müsse dem Meister statt wie bisher 2,25—3 M., 3,25—4 M. bringen und dies- Ausbesserung müsse der Näherin zu Gute kommen. Die Meister müßten bei Beginn der Saison einmüthig erklären, unter diesem Preise keine Arbeit anzunehmen. Jeder müsse das setnige thun, dann würden die Radauversammlungen vorbei sein(Beifall).— Herr Elsner, Schneidermeister, verwahrt fich dagegen, als habe er Herrn Meyer„verdächtigen" wollen, er unterstütze die Ar- beiterinnendewegung. Es habe nur in den Zeitungen gestanden, Herr M. habe 1000 M. der Bewegung gegeben, und das sei daS befremdliche. Die Fachkommission der Berliner Mäntel« Näherinnen sei in ihren Forderungen sozialdemokratisch: die Näherin wolle, wenn fie 2 M. für dm Mantel fordere, dem Meister nur 1 M. lassen, trotzdem derselbe mehr als die Hälfte der Arbeit selber machen müsse. Herr Einger wolle die Ar- beiterinnen„so glücklich" machen und sage, sie müssen 15 M. wöchentlich verdienen. Wenn er aber in seinem Geschäft Mäntel a 2 M. in Arbeit gebe, an denen die Näherin allein den ganzen Tag zu nähen habe, dann werde es sehr windig mit dem Minimallohn aussehen.(Sehr richtig.) Herr Singer scheint den Plan zu hegen, große Arbeitssäle einzu- rickiten und deshalb versucht er, die Arbeitnehmer gegen die Arbeitgeber aufzuhetzen, damit die Meister gezwungen werden, sich als Bügler oder Zuschneider hinzugeben. An der Energie der Meister wird dieser Plan scheiteln. Es liege allein an den Kauflcuten, den Näherinnen zu helfen, die Kaufleute müßten vorangehen und den Meistern höhere Löhne zahlen, so wie ste den Unfuz mit den„Äustersachen" abzuschaffen hätten. Herr Asch, Echneidermstt.: Einger ist allein derjenige gewesen, der den Arbeitslohn auf das jetzige Niveau herabgedrückt hat. Er bat in Holland speziell das Mittelgenre der Mäntel(18 bi? 27 M.) zu einem unglaublich niederen Preise verkauft. Er habe verstanden, Arbeiterinnen ffch heranzuziehen, die den Mantel um 20 pCt. billiger liefern als der Schneider. Nachdem die Konkurrenz nun ihre Mittel und Wege nachgespürt und eben» falls mit dem Preise herabgegangen ist, ficht Singer, daß so° nichts mehr zu machen sei und er sagt fich, es bleibt nichts weiter übrig, als die Preise wieder hoch zu bringen, damit ich wieder der erste sein kann, der fie herunterbringt.(Beifall.> Dann scheert er sein Schäfchen aufs neue und ruht fich in seinem„Sessel auf der Königsstraße" aus.(Sehr richtig.)- Herr Meyer entwickele furchtbar viel Mitgefühl. Pessimisten behaupten, die 1000 M., die er gespendet, seien auS dem Fonds abgezwackter Schneiderlöhne. Die Näherinnen wollten nur durchsetzen, noch etwas später zur Arbeit zu kommen und früher zu gehen und einen sehr guten Tag zu leben. Ihre Be» wegung werde von Weißnäherinnen, Schirmnäherinnen, Grün» kramhändlerinnen geleitet. Mit solchen Agitatorinnen wollten nur gewisse Kaufleute zusammen gehen, um über den Kopf der Meister hinweg ihnen bessere Löhne zu verschaffen.(Pfui!) Schließen Sie sich der Innung an, dann werden Sie nichts von Arbeiterinnen zu fürchten haben, die politisch mit Herrn Singer gehen.(Lebhafter Beifall). Herr Liebert, Schneidermeister: Die Leiterinnen der Arbeite- rinnenbewegung wollen nur in der Presse glänzen, und in der Zukunft fich eine Existenz suchen, um nicht mehr Mäntel zu nähen. Die Mäntelnäherinnen besuchen die Versammlungen nur, um fich einmal zu amüfiren.(Beifall.) Eine Arbeiterin. die etwas leistet, verdient genug. Nur solche verdienen nichts, die lieber hätten Dienstmädchen werden sollen, hierzu aber viel »u faul und bequem find und ihre Freiheit fich nicht beschrän- ken lassen wollen.(Beifall.) Die Arbeiterinnen hatten die? Verpflichtung, an uns Meister in anständiger Weise heranzu- treten und uns zu bitten, ihre Lage zu verbeffem. Erst wenn wir das verneint hätten, dursten fie so vorgehen, wie ste es jetzt thun. Dabei mußte Frau Büge alle Anschuldi» gungen, die fie in einer Versammlung gegen eine An- zahl Schneidermeister erhob, in der folgenden wieder zurücknehmen. Die Arbeiterinnenbewegung wird im Sande verlaufen.(Stürmischer Beifall.) Kaufmann Meyer erklärt die Behaupwng für eine Unwahrheit, er habe die Ar- beiterinnenbewegung auch nur mit einem Pfennig unterstützt. — Herr Kaufmann Stern: Herr Asch hat Herrn Einger irr einem so gemeinen Licht dargestellt, daß man tiefen Ekel vor solchen Reden empfinden muß. Er hat Thatsachen behauptet, ohne fie zu bewcism. Nicht einer aber unter Ihnen, meine Herren, hat so viel zur Abhilfe menschlichen Elends gethan, als Herr Einger.(Stürmische Unterbrechung. Rufe: Oho! Runter! Raus! Tumult. Dem Redner wird das Wort ent- zogen.)— Herr Asch: Der Bruder des Herrn Stern ist Kon-' fektionär bei Singer.(Aha!)— Herr Liebert macht auf dir Beamtenfrauen aufmerksam, die zu jedem Preis Arbeit annähmen und auf die hohen Gehälter(2—4000 Thlr.), welche dm Konfettionärcn von den Geschäftsinhabern gezahlt werden. Die Innung sei längst verpflichtet gewesen, vorzugehen.(Widerspruch.) Herr Singer müsse und solle zunächst an�Wae. direkten Arbeiter denken und dann an die Mamsells" Herr Angerstein: Vor 8 JaWw vok niir die Firma Singer für einen Mantel, für den ich 7 M. verlangte, 3 M., heute würde fie mir 1,50 M. bieten. Singer versteht fich in alle Sachen einzuschleichen. Er hat verstanden, fich in den Reichstag einzuschleichen. Wenn ich so gut reden könnte, wie Singer, würde ich in 4 Wochen König von Kamerun sein.(Stürmische Heiterkeit und Beifall.) — Herr Gottstein, Schneidermeister, deklagt fich, daß die Firma Singer ihm nicht daS Verlangte für Mustersachen zahlerr wollte. Andere Geschäfte, wie Kollin und Berg, Kronenstraße, gehen noch viel schlimmer vor.— In diesem Sinne sprechen noch eine Anzahl Redner, ohne wesentlich Neues vorzubringen. Der Vorfitzende erinnert daran, daß die Debatte zu sehr fich vom eigentlichen Gegenstande entferne, ohne Ge- hör zu finden. Erwähnt sei nur, daß der Schneider- meister Liebert aus dem Saal entfernt wird, well er die Behauptung vertritt, daß niebt die gestrandeten frühern Kanfleute, sondern die gelernten Dammmäntelschneider selber oft den Näherinnen die Preise drückten.— Schließlich wird einstimmig folgende Resolution angmommen:„Die heutige Versammlung selbstständiger Damenmäntelschneider Berlins beschließt, auf Grund der von Herrn P. Singer ins Leben ge» rufenen Arbeiterinnenbewegung wegen Aufbesserung der Arbeits» löhne sämmtliche Geschäftsinhaber aufzufordern, welche in dieser Branche arbeiten, laut Zirkular fich ,u erklären, ob fie demselben Rechnung tragen wollen, da konstatirt ist, daß durch die große- Konkurrenz der Herrm Kaufleute unter fich die ArdettSpreise um die Hälfte gesunken find und wählt die Versammlung: zu diesem Behuf eine Kommisfion, die den Beschluß der Versammlung zum Austrag bringt." In die Kommission wurden gewählt: Kaufm. Martin Meyer; die Schneidermeister Volkmann, Elsner, H. Schmidt, Maaß, Hirschfeld und E. Franke.— Damit schloß die Versammlung.— Ein Mitglied der Schneiderinnung, Herr Curth, nahm die auf ihn gefallene Wahl nicht an, weil diese Versammlung in Folge des Vor» gehens der Arbeiterinnen entstanden ist. Die Arbeiterinnen- bewegung betrachte er nach wie vor als ein sauleS Gewächs und dieserhalb halte er es in seiner Eigenschaft als Schneider- meister nicht für würdig, auf diese Bewegung einzugehen. Er als Meister habe zu bestimmen und lasse fich von seinen Mamsells keine Vorschriften machen. Der Fachverein der Steinträger hielt eine außerordent- liche Mitglieder- Versammlung am Sonntag Vormittag irr Gratweil's Bierballen, Kommandantenstr. 77—79, ab Der erste Punkt der Tagesordnung war: Vierteljährlicher Bericht über den Unterstützungsfonds und die Vereinskaffe. Nach dem vom Kasstrer des Vereins erstatteten Berichte betrug die Ein- nähme 665 M., die Ausgabe 182 M. 25 Pf., so daß ein Bestand von 482 M. 75 Pf. verblieb. Die Abrechnung wurde von den Revisoren des Vereins, sowie den Revisoren der Lohnkommisston für richtig anerkannt und dem Kasstrer Decharge ertheilt Hierauf wurde ein Kasstrer für den UntelstützungsfondS ge» wählt, welcher die Beiträge, welche bisher durch Sammellisten erhoben wurden, einziehen soll. Die Wahl fiel auf daS Mit» glied Karl Schölzel. Alsdann hielt Herr Prediger ower. Kendziora einen Vortrag über„Produktion, Arbeit unv Kultur." Redner wies auf die Wichtigkeit dieser beiden Faktoren bin. Produktive Arbeit, obwohl sie die Quelle alles menschlichen Kulturlebens sei, habe noch bei keinem Volke fich derjenigen Hochschätzung zu erfreuen gehabt, welche fie verdient. Es sei bekannt, daß Handarbeit früher und auch jetzt noch sehr gerin« geachtet würde, trotzdem die Handarbeit oder das Handwerk einen goldenen Boden haben solle. Die im Jntereffe den tebung der Kultur nothwendige Theilung der produktiven rbeit besprechend, wies Redner darauf hin, daß die große Mehrheit der Bevölkerung, welche die mechanischen Arbeiten zu. venichten habe, des errungenen Kulturlebens in geringerem Maße thcilhaftig werde, als der die geistige Arbeit verrichtendc Theil der Bevölkerung. Kultiviren beiße„Bilden". Bildung im Allgemeinen oder Bildung aller Menschen Jeder, auch die Vereine, müßten suchen dieselbe nach Kräften zu fördern. Die Versammlung zollte dem Vortragenden lebhaften Beifall für seine interessanten Ausführungen. Zu„Ver» schiedenes" wurde der Antrag eingebracht, den streiken-» den Drechslern eine Unterstützung zu gewähren. Derselbe wurde angenommen und 50 M. bewilligt. Ferner wurde ein Antrag gestellt, dem früheren Kasstrer der Lohnkommisston eine Vcrgütigung zu gewähren; derselbe wurde mit allen gegen 3 Stimmen angenommen und 15 M. bewilligt. Auch wurde sUr ein krankes Mitglied die Zahlung einer Unterstützung beantragt. Die Versammlung vertagte diese Angelegenheit bis zur I nächsten Versammlung. Eine kleine Debatte entspann fich über die Sammlung von Beitlägen. Es wurde angesührt, daß der Vorfitzende nid): korrekt gehandelt hätte, weil in einer Ver» sammlung beschloffen wurde, monatlich 50 Pf. beizusteuern, während man jetzt Sammellisten zirkuliren laffe. Der Vor« fitzende Herr Rennthaler legte den Anwesenden klar, daß er u der Einficht gekommen wäre, daß der Zweck durch Listen lesser erreicht würde, hauptsächlich zu der Zeit, wo die Arbeit gut gehe, weil dann nur von arbeitenden Kollegen gezahlt würde. Wer ohne Arbeit sei, von dem könne man nicht verlangen, daß er beisteuere. Ferner theilte Herr Rennthaler mit, daß die sogenannte „Familien-Zeitung" fich auch um die Steinträger kümmere und behauptet habe, dieselben beanspruchen einen zu großen Lohn. Das Blatt schlage vor, die Steinträger durch Hebevorrichtungen zu ersetzen. Dadurch solle fich aber niemand schrecken lassen, dazu wäre ja der Verein gegründet. Außerdem wurde be« ~cn, Versammlungen in mehreren Stadttheilen abzuhalten, en noch fernstehenden Kollegen den Besuch derselben etwas um itglieder heran zu leichter zu machen und dadurch mehr ziehen. th. Eine öffentliche Generalversammlung sämmt« licher Schuhmacher fand am 26. d. Mts. unter Vorfitz des Herrn Wasewitz in den Gcatweil'schen Bierhallen statt, zu der auch der Jnnungsvorstand, der Gesellenausschuß ic. erschienen waren. Veranlassung zur Einberufung dieser Versammlung seitens der Lohnkommisfion gab ein Antrag, welcher auf dem Umstände bafirte, daß der am 28. Dezember v. I. Hals über Kopf gewählte Gesellenausschufi bis_t>ato noch nichts von fich hatte hören lassen und lautete „Berichterstattung über die bis aussckuffes". Ter Altgeselle Herr Plavec! wctg drücklich, Bericht zu e> statten, da er der Lohnkommisfion daS Recht absprach, zu diesem Zwecke eine Versammlung einzube« rufen. In vier Wochen werde er selber eine Versammlung einberufen und in derselben Bericht erstatten. Bei seinen Aus« führungen stellte fich heraus, dah er bereits seit 3 Wochen sein Amt als Altgeselle niedergelegt habe, ohne daß er es für nöthig gehalten hätte, die Gescllenschaft hiervon in Kennt- nih zu setzen. Die beiden Jnnungs- Obermeister Beutel um» Schumann legten entschieden Verwahrung ein gegen den erhobenen Vorwurf, daß die Gesellen als„Hampel- manner" benutzt und daß der Gesellenausschuß nur pro forma, lediglich, um dem Gesetze zu genügen, gewählt worden sei. Derselbe habe vielmehr schon ganz Bedeutendes geleistet, z. B. beim Jnnungsschiedsgericht, ferner dadurch, daß er das Her« bergswesen in die Hand genommen, sowie die Unterstützungen wandernder Gesellen, in welchem Falle es allerdings nöthig sei, die Legitimationspflicht wieder einzuführen.(Hört! hört!) Desgleichen bei Prüfung der Gesellenstücke rc. Alles dies seien Segnungen der Innung, welche bestrebt sei, daS Handwerk zu heben und, obgleich als„zünftleriich" verschrien, den Gesellen- Vereinigungen voch bereits um 100 Meilen voraus seien. Mit der Petition um das Arbeiterschutzgesetz kämen die Gesellen einen Posttag zu spät, da die Innung schon! lange dies> tche Pen" bezügliche Petionen dem Reichstage vorgelegt habe. Die In- nung wolle dasselbe wie die Gesellen, nur seien beider Wege verschieden.(Oho!) Die Gesellen gerirten fich immer alS„Ar- beiter". Das wäre ihrer durchaus„unwürdig". Die Debatten verschärften fich schließlich derart, daß die Herren Meister eS vorzogen, daS Feld zu räumen, d. h. den Saal zu verlassen. Die Diskusston wurde dessenungeachtet lebhaft weiter geführt und erreichte erst gegen 12 Uhr RachtS ihr Ende. h s. Zur Drechsler-Lohnbewegung fand am Sonntag Vormittag in der Großen Franksurterstr. 87 eine zahlreich be- suchte Drechilerversammlung unter Vorfitz des Herrn Prause statt, in welcher Herr Eündermann als Referent mittheilte, daß die gestellten Forderungen bis jetzt in 73 Werkstätten mit zirka 313 Gesellen bewilligt worden seien und zur Zeit in 33 Werk- stellen mit zirka 85 Gesellen gestreift werde. Der weitere In- ball des Referates und der fich an dasselbe anschließenden Diskusfion erhellt aus nachfolgender, vom Referenten vorgelegter und von der Versammlung angenommener Resolution:„Die beutige Versammlung erklärt fich mit den Ausführungen deS Referenten einverstanden und erklärt im Weiteren den offiziellen Streik der Drechsler und verwandten Berufsgenoffen mit Sonnabend, den 31. Oktober c. für beendigt. Tagegen tritt von diesem Tage ab die Werkstatt-Arbeilssperre in allen den- jenigen Werkstätten ein, in denen fie durch Anttag der be- treffenden Kollegen bei der Lohnkommisfion verlangt wird."— Auf besonderen, am Montag bei der Lohnkommisfion eingelau- fenen Dringlichkeits- Antrag wurde jedoch die„Ardettssperre" über die Meyersche(9 bii 10 Gesellen beschäftigende) Werkstätte in der Feilneestr. sofort hr. In der öffentlichen Versammlnng der Kürschner, welche am Montag Linienstraße 30 unter dem Verfitze des Herrn Koch stattfand, erstattete Herr Stein Bericht über das Ergebniß der Revifion der Lohnkommisfions Kasse. Er gab an, daß bei einem Kaffenbestande von 805,85 Mark fich ein aus der Zeit vor der vorletzten Revifion herrührendes Manko von 111,85 Mark herausgestellt und daß die Kommisfion in ikos keine Klarheit habe gewinnen können, Betreff dieses Mankos weshalb eine nochmalige Revifion stattfinden müsse. Herr Haase, der frühere Kasfirer, erklärte, daß bei der betreffenden Revifion, die kurz vor seiner Amtsniederlegung stattgefunden, Alles in vollständiger Richtigkeit befunden worden sei und be- eine nochmalige Revifion durch einen gerichtlichen Es wurde beschlossen, bchufS einer nochmaligen Re- antragte Revisor. vifion eine neue Kommisfion� zu wählen und wurden die t, 6 Herren Berger, Schwaneberg, Grünert, Schmidt und Hundert gewählt. Zweiter Gegenstand der Tagesordnung war der von Wedemeyer und Genoffen gestellte Antrag, die Lohnkommisfion aufzulösen und den Unterstützungsfonds dem Fachverein zu überweisen. Nach fast zweistündiger Diskusfion wurde de- schloffen, zuerst darüber abzustimmen, ob die Lohnkommisfion aufgelöst werden solle. Da diese Frage verneint wurde, so waren damit alle die Ueberweisung des Fonds an den f] >. Ein Antrag, zur verein betreffenden Anttäge gefallen. Ein Antrag, zur Ein» kasfimng der an die Vertrauensmänner für den Fonds ge< zahlten Gelder einen besoldeten Kasfirer zu wählen, wurde durch das Anerbieten des Herrn Haase, die Einkasfirung gegen Er- statwng der etwaigen Unkosten besorgen zu wollen, erledigt. . Arbeiter-Bezirksverein der Rosenthaler Vor! Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Vereinsbtbl khs jetzt 215 Bände umfaßt. Die Gesetzsammlung rwrläufig 20 der für den Arbeiter wifirnswerthesten Gesetze. Zentral- Kranken» und Sterbekasse der Tapezitf Mittwoch, den 28. d. Mts, Abends 8'/. Uhr in Gratwä Bierhollen, Generalversammlung. Tagesordnung: 1. nungslegung pro 3. Quartal. 2. Anträge zum Delegirt greß. 3. Kassen-Angelegenheiten. Mitgliedsbuch legiti Stenographische Gesellschaft nach Stolze, Kön! Kafino, heute Abend 8 Uhr Ucvungsadend. Zentral-Kranken- und Sterbekasse der Tischler anderer gewerblicher Arbeiter(E.H. zu Hamburg) Verwaltung Berlin C.(HallescheS Thor), Mittwoch 28. Oltober. Abends 8 Uhr, Teltowerstraße 3, bei Ro> Mitglieder-Versammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung 3. Quartal. 2. Wichtige Kassenangelegenheiten und Vit- denes. Zahlreicher Besuch ist notbwendig. Buch legiti»� Oeffentliche Versammlung Mittwoch, den 28. Abends 3'/- Uhr, in Weick's Restaurant, Alexandeisttaf< T. O.: Berichterstattung der Kommisfion zur Varl der Statuten der Arbeiter- Abend- und Sonntags Referent: Herr Baak«. OrtSkrankenkasse der Tischler und Pianofor.. beiter. Eine Versammlung der in den drei Mitglieder* Nr. sammlunpen gewählten Delegirten zur General- Versawe� findet heute Abend 8'/, Uhr, m Nieft's Salon, Kommandos Tl»70"__ o»»». fTN.• j..... �- �laV Achem straße 71—72, statt. Sämmtliche Delegirte werden ringelt zu erscheinen. Nur die gewählten Delegirten haben Zuins vor Kleine Mittheilnngen. München, 26. Oftober. Am Sonnabend Nachmittat eignete sich bei dem Neubau der Vereinsbank an der Qi' Moffeistraße bei dem Aufziehen von eisernen Schiene« Unfall, daß eine derselben herabfiel und einem am 2K schäftigten Handlanger den linken Arm abschlug. Der 20 wurde, unterstützt von einem andern Arbeiter und einem' darm, ver Droschke in das Krankenhaus verbracht. Mannheim, 26. Ottober. Zwei Arbeiter erstickt.' die„Neue badische Landeszeitung" meldet, erstickten am# abend Mit lag bei den Fundamentirungr arbeiten für ein!' Drehbrücke im Mannheimer Hafen in Folge Platzens� LuftzuführungsrohreS zu einem Kaisson zwei italienische Aria ein dritter wurde schwer verletzt. »Kr Kriefkaste« der Redaktion. A. W., Sebaslianstraße. Jever Stenograph H2 eigenes System für daS Beste. Ein endgiltiges llilhe" fich über den Werth der einzelnen Systeme gar nicht Runder Tisch bei Gertcke. Strafbar. C. H. Andreasstr. Sie müssen auf biebergab Bodenraumes klagen. 58. Ä, Berlin. Erheben Sie die Privatklage weg beleidigenden Ausdrücke. tu*, % k Knde fcfö Theater. Opernhaus. Heute: Der Prophet. Schauspielhaus. Heute: Das Tagebuch. Vorher: Gastrecht. Deutsches Theater. Heute: Ein Tropfen Gift. Kriedrich-Wilhelmftädtifche« Theater. Heute: Offcnbach- Cyclus. Orpheus in der Unterwelt. Refldeuz-Theater. Heute: Theodora.« Wallner-Theater. Heut«: Herr und Frau HippokrateS. Belle-Alltance-Theater. Hotte; Villa Friedelsruh. Walhalla-Operetten-Theater. Heute: Don Cesar. Vtktoria-Theater. Heute: Meffalina. Eeutral-Theater. Alle Jakobstraße 32. Direktion: Adolph Ernst. Heute: Zum 89. Male: Die wilde Katze. Gesangiposse 4 Akten von W. Mannstädt, Mufik von G. Steffen«. Louisenstädtisches Theater. Direktion: Jos. FirmanS. Heute: Das Tistament des Herzogs. Oftend-Theater. Heute: Berliner in Kamerun. KdniastädtischeS Theater. Liliputaner, f Heute: Gastspiel der Luiputaner. Die kleine Baron m. Theater der Reichshalle«. Täglich: Aufteten sämmllicher Spezialitäten. Amerieau-Theater. Täglich: Auftreten sämmMcher Spezialitäten. Kaufmann's VurieW. atität---- Täglich; Große Spezialitäten-Vorstellung. Koukordia. Täglich: Auftreten sämmllicher Spezialitäten und theatralisch: Vorstellung. Alhambra-Theater. Wallnertheaterstraße 15. Heute zum 4. Male: Des Seiltänzers Sohn. Lebensbild mit Gesang in 3 Akten�und 7 Bildern t 31. Reichenbach. von „ Mufik von W. Wetterhan Vor der'Vorstellung: Großes Konzert der HauSkavelle. Änfong�des Konzerts 7 Öhr, der Vorstellung 8 Uhr. Sonntags 6 resp. 7V, Uhr. Bons haben Wochentags Gllttgkeit. Passage 1 Treppe. Katser-Panoram a. 9 U. Morg. bi! 10 U. Ab. Eine Reise durch die'malcrische Schweiz. Neu: Versailles, Pariser Welt Ausstellung. Hochtnter- essante H e r t h a. R e i s e. Karolinen- Inseln w. a Reift TO Pf., Kinder nur 10 Pf._____12450 «.ÄÄr (fiptttn- lud Wnk-HaMilW von Ferdinand Ewald st(Vertreter:«. Bremer), BERLIN N., Weinbergsweg 15 b. Möbel, Sopha- und Matratzen-Fabrik A. 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Pitt) caizaczm mmxmixrammmmmrm �wwwwwwwwww Einiges Fachorgan für| die Kutscher Deutschland y« Redak Deuffdiß KllWll-IM erscheint wöchentlich einmal und zwar des Montag Die Deutsche Kutscher-Zeitung bringt nur W" einschlagende Leitartikel, welche von prakiischm Mitrt geschrieben find; ebenso werden die Mängel und i welche im Fuhr betriebe existiren, im redaklionellm D gehend besprochen. Die Deutsche Kutscher-Zeitung vertritt die Jni den Behörden sowie den Fuhr-Unternehmern gegenüber sachlicher Weise; außerdem bringt dieselbe die für B wichtigen Bekanntmachungen über Straßen» und sperrungen, sowie die den Kutscher interesfirenden ' tdlu Von I «utsche al« gri es hoche 'en ersch L-iV �°ber Hef, ■uag Lei hm. e mit en ff Un« ü j.Ätmetne" Verhandlungen. Die Deutsche Kutscher-Zeitung ist das Pubb Organ mehrerer Kutscher-Veretne in Deutschland" ist dieselbe als Publikations Organ der Nationalen schriebenen Hilsskasse Nr. 75 ernannt und bringt Stand derselben ausführliche Berichte. Die Deutsche Kutscher-Zeitung kostet vi 1 Mark und ist durch alle Postanstalten de? Deutschen zu bezieben und im 13. Nachtrage unter Nr. 1342a t»ck zeitungsliste eingetragen. Zum Abonnement ladet ein Die Expediti0� Franzstraße 6, pa� lÄI Zu haben in der Expedition Zimmerstr. 44. Zur bevorstehenden Wintersaisol! .... empfehle meine ledrik vorzüglicher Nosblt. o. Kol! _. ebenso povtlue« Ii illri«rijjsei. (j. Geyer, SO., Mariannenstraße 10 K- »Sch kc �«in, wär iei h haus- Ausverkauf. 'TO Jägerstrasse • � zwischen Kanonier- und Mauerstraße.• � Verfallene hochelegante neu und wenig getragene Garderobe: 1ÄU00 Winter-Ueberzieher, streng modern ff. Stoffe von 10-30 Mk. 8000 compl, Rock- Rädchen-Mäntel, 8000 hocheleg. Burschen» und Knaben-Anz., 5000 Röcke, ff. schwarze An,.,' Hosen,' Weft Lerbr„ JaguetS, Uhren, div. Golds., Kaisermäntel und Hausdieneljacken, sollen spottbillig' für den 3."Thetl des ausverk. werd., täglich, auch Sonntags, v. sch Theilzahlg. 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