9�357, Dienstag, de» 3. November 1883. II. Jahrg« schen oße und ein- . Pf. :üher offe uch- stark. l mit klar». mmr s26SS Brgan für dir Interessen der Ardeiter. 4 � Das«Berltuer Volksvlat� *We«l AgUS Morgens außer»ach Sonn- und Festtage«. Abonnementspreis frei in S Hau» vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35! �Moonnemmü 4 Mk. Einzelne Nr. 5 Pf. SonntagS-Nummer mit illustr. Beilage 10! (Eingetragen in der PostzeiwngSpreiSliste für 1885 unter Nr. 746.) Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Keuthstraße S.— Grpedition: Zimmerstraße 44. Der Kusslsches. ttate f efu4' j,~v» besondere Auslieferungsvertrag, den mit Rußland abgeschlossen, hat viel Lärm ty. Besonders nachdrücklich rst hervorgehoben worden, 'venn auf diese Weise die einzelne» Regierunge« Ber» wit fremde» Mächte» abschlössen, dadurch die Mit- m � des Reichstages umganzen würde. Das trifft zu und Ä>i?» �d der Meinung, daß diese Weise von Vertrag»- ?uffen nicht angebracht ist. Freilich wird nicht viel da« ij"zu thun sein und wenn die liberale Presse jetzt dar- Iw Zmmert und schreit, so kann man dazu eben nur sagen, kt» libeta,len Politiker seinerzeit hätten besser aufpassen fj*' als die bezüglichen Bestimmungen der Reichsver- i beschlossen wurden. Damals konnten sie e» gar genug haben, Alle« anzunehmen, was ihnen vor- raurbe, und so ward Manches übersehe», wa» hinter- tat �angenehm werden kann. Es ist nicht da» erste Mal, ese Erfahrung gemacht wird. verachten diese Angelegenheit aber auch von �»terla, f'ch�punkten auS. Wir fragen zunächst': welche« fabe"?maR beiderseits an einem solche« AuStieferungS« b* j!" Deutschland vom Staatsanwalt gesucht wird, de» Äjr«icht so leicht nach Rußland flüchten, denn u» W-I-? �khörden stand bisher doch sicherlich nichts »ach sSaiJII"n" ausländischen Gerichten verfolgten und li? i«i Personen auszuliefern. Nament- »°ch FranW� �gehen flüchtet man in die Schweiz, »ach Rubln�' �4 England oder Nordamerika, aber nicht *1? ffiT:,, f'n politisch« Flüchtling ist in der Türkei Ao&T ,n Rußland. �efuoaifi« c r8 �aben sich auch die deutschen Staate« »»gehören �lten, Personen, die nichtdeutsche» Stm Bff die Staaten au» ihrem Gebiet auszuweisen. Wenn z ein von den russische« Gerichten gesuchter Flllcht« " Preußen erscheint und die russische Regierung K' seine Auslieferung, so steht den preußischen Behör- den Flüchtling an die russische »ßw nicht» im Wege,_.. Bingen zu lassen und ihn dort den Russen zu über «TttB, Man m-'a•» fr «aus, oh, ttnd und « Man weist ja soeben eine Menge russischer Unter« I-l«� aus, ohne daß deren Auslieferung von Rußland ver- » o Wtth uns«» isfi. na mnen htefo AuSmeilunaen auf v es läßt sich gegen diese Ausweisungen auf uf*. preußischen Gesetzgebung nichts machen. In jlWt»"'s da« Verhältniß ein ähnliche». Dort kann auch Wch» Utländer ausgewiesen werden, was auch häufig ge- »t�vbei noch die schöne Formel beigesetzt wird, daß die *%.'!u>g auf ewige Zeiten geschieht. Welch ein Thor Aaw'»noch ein russischer Flüchtling sein, der sich m aufhalten wollte! Man brächte ihn an die Grenze, W gm I») gteuirfeforu Die'Hanb der Uemefis. Roma« von Ewald August König. (Fortsetzung.) ___ �9 habe bereit« den Beweis geliefert, daß feine M jeder Begründung entbehrt, und wie ich höre, veu�r Man» überhaupt er» Krakehler sei», der nicht« �«eckt, als un» zu einer Preisermäßigung zu "Aud er ist wirklich nicht berechtigt dazu?" "3« keiner Weise!" K�'�cht könnte durch einen kleinen Nachlaß der A Jri. vermiede» werden," sagte die Generalin nachdenklich. � tzbe die Prozesse nicht."" Und*7 ebenso wenig, Adelaide, sie haben nur Aeraer dewim gung im Gefolge. Aber wollte ich den Nachlaß Vvw�eu, so würde ich dadmch gewissermaße» dem werfet« Recht geben, mir einen Betrugsversuch vorzu- "Men» man es nur de« Friedens wegen thut—" fcttb ov?®* bas Allen, die e« hören wollen, und Niemand Aeun� glauben, Zeder vertheidigt sei« Recht bis auf'« i» und wer auf fein gutes Recht verzichtet, der ist sei»»?ugen der Leute entweder ein Schwachkopf, oder echt ruht auf morsche« Stützen." U>e»di�' wenn Du glaubst, daß. »Dibeti, v% so läßt sich dagegen welter nichts sagen," er- ei»? Generali», während sie, noch immer zögernd, daß dieser Prozeß«ine Roth- "h .3%-mV di» i. bch-»«--.-» SSÖ'f4'«»I"«*n®alt" »Zustizrath Walter«" «Sowohl.",,.„ «Scheint mir«in konfuser Kopf zu sou>- wen« seine Auslieferung von de« russischen Behörde« gefor dert würde; dort würde er weiter„geschubst" bis auf preu- ßische« Gebiet und dort würde man ihn an die russische Grenze bringen, wo sich das Uebrige von selbst fände. Brächte man de» Flüchtling aber an die bayrisch-öster reichische Grenze, so würde er den Russen ebenso wenig entgehen, denn die Oesterreicher sind in diese» Dingen nur allzu dienstwillig. Genau genommen hat also solch ei» Vertrag gar kei- nen Zweck, den» die Befugnisse der Behörden im Deutschen Reiche machen den Vertrag überflüssig. Man weiß ja auch, daß schon Auslieferungen von politischen Flüchtlinge« nach Rußland vorgekommen sind. Wozu also der Vertrag? Da« ist doch eine übergroße Gefälligkeit gegenüber den Russen, die deshalb ihre Liebenswürdigkeiten an der west- lichen Grenze, die sie so oft gegen ihre deutsche Nachbar« verüben, sicherlich nicht einstellen. Aber unter dem bisherigen Verhältniß, bevor die besonderen Auslieferungsverträge geschlossen wurden, stand e« doch immer noch im Belieben der preußischen resp. bayri- scheu Behörden, ob sie russische Flüchttinge ausliefern wollte» oder nicht. Da» ist nun ander«. Der bayrisch-russi- sche Vertrag bezieht sich nur auf Auslieferung von Maje« stätiverbrechern, die also künftig, wenn eS Rußland verlangt, ausgeliefert werden müssen. Man bedenke aber, daß unter den Begriff Majestätsoerbrechen auch die Maje- stätSbeleidigungZfällt. Die Gepflogenheiten der russischen Justiz sind bekannt; man weiß, daß diese„Justiz" eben keine Justiz ist. Wa» mögen russische Richter und Polizisten Alle« als MajestätSverbreche« und Majestätsbeleidigung ansehen' Da« Gesetz wird ihnen da kaum eine Beschränkung aufer- lege«. Dazu komme» noch die vielen falschen Denun- zsiationen, die förmlich eine Krankheit unserer Zeit ge- worden sind und die auch de« Behörden als eine Belästi- gung erscheinen. Wenn bei unS schon so viele falsche Denun« zintionen vorkommen, welche Höhe mögen sie erst in Rußland erreichen! Wir wolle« unS einmal die möglichen Wirkungen eine» solchen Auslieferungsverträge», wie ihn Bayern abgeschlossen hat, vergegenwärtigen durch einen konkret angenommenen Fall. Die Deutschenhetze in Rußland hat begonnen und wird noch bedeutend zunehmen. Ein Deutscher, sagen wir: ein Kaufmann hat sich in Moskau niedergelassen und es geht ihm ganz gut. Er erregt dadurch den Haß fanasischer Panslaviflen, die ihn bei der Behörde al» MajestätSbe- leidiger denunzire». Die Denunziation ist natürlich falsch, allein die Behörde« bestehen auch auS lauter Deutschen- Hassern und man braucht die Untersuchung nur pro forma einzuleiten; man kann ja de» verhaßte» Deutschen ohne „Keineswegs, Adelaide, er ist nach meiner Ansicht der tüchtigste Jurist unter allen." „Aber feine Redeweise—" „Ist freilich etwa« allzu knapp, tndeß man gewöhnt sich daran." „Und was soll diese» Wechselformular?" „Sei so gut und unterzeichne es ebenfall»." „Es ist ja nicht ausgefüllt," erwiderte die Generalin befremdet. „Ich werde e« ausfüllen, wenn ich mit dem Gegner einig werde," sagte Rabe im aleichgiltigsten Tone von der Welt.„Justizrath Walter hat ihn auf heute Abend zu einer letzte« Besprechung vorgeladen, eS wäre möglich, daß der Man» nachgiebt, wen» er sieht, daß wir fest entschlossen sind, gerichtlich gegen ihn vorzugehen, in diesem Falle soll er sofort de« Wechsel akzeptire». Er kann dann später keine Ausflüchte mehr machen." Die Generalin wiegte leicht da» Haupt, und ihr Blick, in dem ein leises Mißtrauen sich spiegelte, streifte verstohlen das Gesicht des Bruder«. „Mein seliger Gatte hat mich stet« gewarnt, Wechsel zu unterzeichnen," sagte sie. „Im Prinzip ist das auch richtig, Adelaide, aber Du weißt ja, wessen Hände« Du diese« Wechsel an- vertraust." „Könnte ich ihn nicht später unterschreiben?" „Wenn Du Mißttauen hegst, dann wollen wir darauf verzichten," erwiderte Rabe achselzuckend.„Ich möchte Dir nicht gerne eine unruhige Stunde bereiten. Es ist dann auch unnöthig, daß ich zur Stadt reite, um der Besprechung beizuwohnen, wir müsse« in diesem Falle sofort den Prozeß einletten." „Aber ich begreife nicht—" „Du hast keine Kenntniß von Geschäftssachen, Ade- laide, stände ich Dir nicht zur Sette, so würdest Du von Alle» bettogen. Du verttauest Jedem; selbst gewissenhast bis zur Peinlichkeit, glaubst Du. Andere müßten es eben- fall« fein. Ich habe in dieser Beziehung bittere Erfahr»«- ge» gemacht, und au« diese« Erfahrungen gelernt, wie man die Menschen nehmen und behandeln muß. Wie gesagt, alles weitere auf dem berüchtigte«„administrative« Wege"«ach Sibirien schicken. Der Deutsche entflieht nach Deutschland und kommt nach Bayern, woran er allerdings nicht gut thut. Die russischen Behörden verlangen seine Auslieferung und die bayerischen Behörden müssen auf Grund des neuen Vertrages dem stattgeben. Der Flüchtling wird zurück nach Rußland tranSportirt und eS ist zehn gegen eins zu wetten, daß er ohne Prozeß,„auf administrativem Wege"«ach Si- birie« geschickt wird. Er muß vielleicht sein aanze» Lebe« dort verbringen; macht er einen Fluchwersuch der nicht ge- lingt, so kommt er in die Bergwerke, wo er so gut wie le- bendig begraben ist. Hat man sich das Alles auch in München überlegt, al« man diesen Vertrag abschloß? Schmtp irnd jjultw. Wenn jemals unsere Ansicht einmal schlagend und zwar offiziell bestätigt worden ist, so schreibt die Hamburger„Bür- gerzeitung", dann ist fie es in Bezug auf die„Kolonisation", welche die europäischen Staaten den Eingeborenen in den er- wordenen, um nicht zu sagen annektirten Kolonien bringen. Auf den Generalsynoden und anderen christlichen Ver- sammlungen werden strenge Thesen und Resolutionen gefaßt gegen die Trunksucht, eS soll eine höhere Steuer auf den Ver- kauf des Branntweins gelegt werden, natürlich bei dem Klein- betrieb, während die ntterliche Schnapsgroßfabrikation unbehelligt bleiben soll, die Strafgesetze sollen verschärst und die Schnov-berauschten geprügelt werden. Man sollte somit eigentlich meinen, daß der SchnapSgenuß allüberall bekämpft werden müßte! Auch wir verhehlen uns nicht, daß Alkohol und besonders der Fusel bekämpft werden müssen, jedoch mit anderen Mitteln, als sie die Herren priesterlichen und adlichen Synodalen an- geben. Wir haben aber unsere Anficht in dieser Richtung schon mehrfach geäußert, so daß wir uns heute mit dem Hinweise begnügen, daß ein Teller voll warmer, guter Suppe und ein halbes Pfund Fleisch täglich wirksamere Gegner gegen den über« mäßigen Schnapsgenuß find, als ein ganzes Heer moralistrender wohlgenährter Pastoren. Aber anstatt überall den übermäßigen Echnapskonsum zu bekämpfen, finden wir gerade in jenen Reihen die de- geistertsten Anhänger der Kolonialpolitik. Dabei können ja Heiden bekehrt werden; die„Misfion" blüht, doch neben jedem Misfionar zieht auch das unheilvolle Gespenst, die Branntwein- pest. Das ist bekannt: Durch Pulver, Schnaps und Misfio« nare wird die„Zivilisation" den Wilden aufgedrungen. Daß diese Behauptung, soweit fie den Schnaps betrifft, unumstößlich wahr ist, gehl recht deutlich aus dem diesjährigen Oktoberheft deS deutschen Handels archivs hervor, welches eoen erschienen ist. AuS demselben find die HandelSobjeste zu er- sehen, welche mit den Kolonien DeutschwestafrikaS betrieben werden. wenn e» mir gelingt, den Gegner zur Anerkennung der Schuld zu bewegen, so muß er sofort den Wechsel akzep- ttren, und da« wird er nicht thun, wen« auf dem Dokument Deine Unterschrift fehlt." „Handelt e« sich um eine bedeutende Summe?" „Um viertausend Thaler." „Das ist allerdings viel Geld." „Ausfüllen kann ich in diesem Augenblick den Wechsel nicht, weil ich nicht genau weiß, wie groß der Bettag ist, die Papiere sind in de« Händen de« Justiz- raths." Mit einem raschen Federzug hatte die Generali» das Formular unterzeichnet, Rabe nahm«S vom Schreib- tisch und legte es zu der Vollmacht in sein Portefeuille. „Ist noch ei« andere« Geschäft zu erledige«?" ftagte sie. „Nein." „Und Deine Angelegenheit mit dem Wucherer?" „Sie ist geordnet. Er wird warten, bis ich die Schuld ttlgen kann." „Und ich hoffe, Du wirst dann mit diesem Manne keine neue« Verbindungen mehr anknüpfen," sagte die Generali« in warnendem Tone,„Du entehrst Deine» Namen dadurch." „So denkt wohl auch Arabella?" ftagte Rabe spöttisch. „Sie denkt darüber noch strenger!" „Und wer hat sie in diese Angelegenheit eingeweiht?" „Kannst Du noch ftagea? Wo viele Diener sind, da sind auch viele Spione, und so sehr kann man sich nicht hüte«, daß sie nicht einige Worte erhaschen, die ihnen hin- reichende« Stoff zu Vermuthunge« und Schlußfolgerunge« geben." Rabe zuckte geringschätzend die Achseln, aber das jäh, zornige Aufleuchten in feine» Augen strafte die Maske Lüge, hinter der er feine Erregung zu verstecke« suchte. „Ich glaube, der gefährlichste Spion unter diesem Dache ist ver alte Gärtner," sagte er mit erzwungener Ruhe. „Georg?" erwiderte die Generali» bettoffe«.„Das In Lome, einem Gebiet in der Nähe von Klein« Popo, welches erst einige Jahre Handelsstationen befitzt, beträgt die Einfuhr seit dem deutschen Protektorat, also in 9 Monaten, etwa 1 Million Mail. Die Hauptartikel find Spirituosen, Pulver und Tabak.„. Die Einfuhr vertheilt fich folgendermaßen. Es kommen ungefähr im Werthe von: Spirituosen aus Deutschland 250 000 Gallonen M. 380000 Spirituosen aus den Niederlanden 40 000 Gallonen„ 120 000 Tabak aus Deutschland 180 000 Kg.„ 300000 Pulver aus Deutschland 148 Tonnen„ 120000 „ ,. Großbritannien 37„„ 30000 Eisen aus Deutschland„ 10000 Parfümerien„ 1° 000 Spirituosen, Pulver und Tabak wandern meist in das Innere nach Salaga, von wo die Eingeborenen als Gegen- leistung meist nur medizinische Krauler und Artikel bringen, dann auch etwas Vieh und in neuerer Zeit Palmkerne und Palmöl. Es ist geradezu beschämend für ein Kulturvolk, wenn es fast lediglich verderbenbringende Waaren an wilde Völker- schasten verkauft und von denselben Heilmittel eintauscht. Im Gegensatz zu Lome herrscht in Bageida mehr Pro- dukten- als Waarengeschäft. Die Produkte werden gegen baares Geld gehandelt, was bei den Waaren im Verhältniß nur für geringe Mengen zutrifft. Besonders gesucht find wohlfeile englische Manufakturen. Spirituosen werden aus Deutschland und den Niederlanden für etwa M. 300000 eingeführt. Sonst find wir an der Einfuhr betheiligt mit M. 70000 für Pulver, M. 20000 für Eisenwaaren, M. 30000 für Parfümerien und M. 70000 für Tabak. Der Werth der eingeführten englischen Manufakturen beträgt dagegen allein M. 500000.— Das so vtelverrufcne England sorgt also vorzugsweise für Be- kleidung, während Deutschland für den„Suff" und den Tabak engagirt ist. Doch weiter! � � In Kleinpopo gilt noch Tauschhandel. Viele Produkte werden hier direkt gegen Waaren gehandelt. Eingeführt werden namentlich Liqueure, Perlen, Hüte, Bier, Phantafie- artikel und neuerdings auch deutsche Manufakturen. Die Ueder- ficht der Hauptartikel stellt fich wie folgt: Spirituosen auS Deutschland für M. 240 000 Pulver Manufakturen Frankreich Deutschland England 75000 190000 40 000 600000 12 000 „ Deutschland„.. Nach Kleinpopo bedienen fich die deutschen Firmen Haupt- sächlich der Woermann'schen Dampfer. Der deutsche Handel mit Großpopo beschäftigt fich gleich- falls hauptsächlich mit Spirituosen, besonders mit Rum. WaS das wohl für ein Gesöff sein mag? Kartoffelfusel, vermischt mit etwas Blausäure! An Manufakturwaaren wurden aus Deutschland in der oben angegebenen Zeit für M. 6000 dort eingeführt, während die Engländer für M. 250000 Saum« wollenwaaren verkauften.---*-...... m Bis jetzt nützen also die ganzen kolonisatorischen Be- strebungen Deutschlands nur einigen Großhändlem und den preußischen Schnapsbrennern. Sie schädigen aber die Ein- geborenen und auch die wahre Kultur. Außerdem kosten sie dem deutschen Volke Geld und werden ihm noch viel mehr Geld kosten. Auch Blut ist schon gefloffen und es wird noch mehr Blut fließen., Das kann ja auch nicht ausbleiben, wo dre Haupttrager der Kolonisation Puloer und Schnaps find. Politische Urberstcht. Zur Btersteuer. Ueberall scheint man das Bier für ein besonders gutes EtcuerobjeN zu halten. So hat auch der Ge- meindevorstand zu Arnstadt(Thüringen) eine Biersteuererhö- hung vorgeschlagen, die aber vom Gemeinderathe mit 11 gegen 7 Stimmen abgeschlagen wurde. Auch in mehreren Städten des Königreichs Sachsen geht man mit dem Gedanken um, eine Biersteuer einzuführen resp. sie zu erhöhen. Ferner droht auch für daS Reich die Gefahr einer Bierfteuerechohung— man spricht schon von einer Vorlage, die dem Bundesrathe bald zugehen soll. Man darf dieses Bestreben, das Bier zu vertheuern oder zu verschlechtern, als einen höchst werthsollen Beitrag zur Lösung der Trunksuchtsfrage ansehen! Zu den Landtagswahlen. Nach näherer Ueberficht stellt' fich heraus, daß der Prozentsatz der Wähler, der fich an den Wahlen betheiligt hat, für das ganze Land kaum 15 Prozent deträgt. Wie wir in dem Leitartikel der vorigen Nummer schon bemerkten, find in einer großen Anzahl von Bezirken, da nicht ein Wähler erschien, gar leine Wahlmännerwahlen zu Stande gekommen. Die öffentliche Stimmabgabe häll die Leute von der Wahl zurück, und die Arbeiter betheiligen fich schon der vollständigen Aussichtslosigkeit halber nicht an den Landtagswahlen. Der neue Landtag wird übrigens fich von dem früheren nicht wesentlich unterscheiden. DaS ganze End- resultat des Kampfes wird sein, daß die deutfchfreifinnige kann ich nicht annehme«, er kümmert sich um nichts und ist zufrieden, wenn auch die Anderen ihn in Ruhe lasse». Hast Du aber Gründe für diesen Verdacht, so nenne sie." „Gründe? Nein, es find einstweilen nur Ver- muthungen." „Du wach ihm nie gewogen!" „Weil er seine Sache nicht versteht und doch Alle« besser wisse» will. Ich liebe diese Leute nicht, und wenn Du dem alten Bursche» nicht Deine besondere Gunst ge- schenkt hättest, würde ich ihn längst entlasse« haben. Nun, wen» einmal Dein Schwiegersohn hier gebietet, wird der Alte auch wohl die längste Zeit hier gewesen sein." Du sagst das in einem sonderbaren Tone, Willy!" "Pah, weshalb soll ich denn den Kopf unter die Flügel stecken, wie der Strauß, wen» er die Gefahr nahe« steht? Ich sehe mit schon Blick in die Zukunft, und wa« auch kommen mag, es wird mich vorbereitet finde«. Ich wäre ei» Thor, wollte ich auf die Gnade Deiner Tochter meine Zukunft gründen, und wenn die berdeu Stuckmann, Vater und Sohn, hier refidiren, so rst es für mrch dre höchste 3eit Idu wich bitter, Will?!" unterbrach die Generali» ihn vorwurfsvoll.„Eine Aussöhnung mit dem Oberst v. Stuck- mann liegt noch in weitem Felde und selbst wen« sie et- folgen sollte, würde sie keinenfalls zu einer rntrmen Freund- „Auch�»an»«icht, wen» sein Sohn der Gatte Deiner � diese Verbindung ist noch sehr zweifelhaft." "Und��ch �habe Dir meine Gründe dafür genannt! Aber"ich werde weder memer Tochter noch meinem Nchen diesen Wunsch verrathen, mich soll später kern Vorwurf Vorwurf trifft Dich schon jetzt," sagte Rabe, während er langsam die Handschuhe anzog und dabei m dre Abenddämmerung hinausschaute,„der adelsstolze Oberst wird W&tTC widerte die Generali«, sich hoch aufrichtend,„und wen« Partei ein halbes Dutzend Sitze an die Nationalliberalen verloren hat. Die schlimmste Niederlage hat übrigens die „demokratische" oder„Volkspartei" erlitten, die ihr einziges Mandat— Frankfurt a. M.— verloren hat. Die Ermittelungen über die Beschäftigung gewerb» licher Arbeiter an Sonn- und Festtagen sollen nach einer neuerdings erlassenen Anordnung ver Minister für Handel, für Landwirthschaft und des Innern dahin vervollständigt werden, daß bei Einsendung des Ergebnisses der bereits ange- stellten Ermittelungen eine Ueberficht der Zahl der Betriebe und der Ardeiter, für welche eine Beschäftigung an Sonn- und Festtagen vorkommt, sowie derjenigen, für welche eine solche thatsächlich nicht vorkommt, vorgelegt werden kann. Hier- bei find sämmtliche Industrie- und Gewerbszweige zu berück- fichtigen, gleichviel, ob dieselben fabrikmäßig oder Handwerks- mäßig betrieben werden. Außerdem sollen äbnliche Ermittelungen auch für die Land« und Forstwitthschaft in der Weise herbei- gefühtt werden, daß die Zahl der land- und forstwitthschaft« lichen Arbetter, bei welchen eine Beschäftigung an Sonn- und Festtagen vorkommt, und derjenigen, bei welchen dies thatsächlich nicht der Fall ist, annähernd festgestellt wird. Die in der Staatsforstverwaltung beschäftigten Arbeiter bleiben da- bei unberückfichtigt. Zur Karolrueu- Angelegenheit. Die Vorschläge, auf welche der Papst seinen Spruch in der Karolinen- Frage de- gründen will, wurden durch den Kardinal- Staatssekretär an die Kabinette von Madrid und Berlin konfidentiell mitgetheilt. Durch diese Vorschläge wird die Rechtsfrage zu Gunsten Spanien? entschieden» Deutschland jedoch werden nennenswerthe materielle V ottheile gesichert. Die Fassung des päpstlichen Spruches kann nach Rücksprache mit Deutschland und Spanien eine kleine formelle Vervollständigung erfahren. Nach der Anschauung„maßgebender Persönlichkeiten" ist die Frage der Pttotttät der Okkupation als ein rein militättsch-diplomatischer Zwischenfall nebensächlich und wird an der beretts getroffenen Lösung der Rechtsfrage nichts ändern. An Zölle« und gemeinschaftlichen Verbrauchssteuern, sowie anderen Einnahmen find im Reich für die Zett vom 1. April 1885 bis zum Schlüsse des Monats September(ein- schließlich der kreditirten Bettäge und verglichen mit der Ein- nähme in demselben Zeitraum des Vorjahres) zur Anschreibung gelangt: Zölle 111606868 M.(+6 632 899 M.), Tabacksieuer 3 369 287 M.(+1008007 M), Rübenzuckersteuer- 117 486432 Mark(-12 183 368 M.), Salzsteuer 17468 577 M.(+176 988 Mark), Branntweinsteuer 9 779 228 M.(- 1 147494 M), Uebergangsabgaben von Branntwein 48 350 M-(— 10 884 M.). Brausteuer 9 414 022 M.(+ 494 667 M), Uebergangsabgaben von Bier 900 935 M.(+ 96 757 M); Summe 64900835 M. A 4 930 428 M.)- Spielkartenstempel 421 550 M.(+14 315 Mark), Wechselstempelsteuer 3 328317 M.(- 23185 M.), Stempeladgabe für Wetthpapiere, Echlußnoten. Rechnungen und Lotterieloose 5 952513 M.,(- 500882 M.), Post- und Telegraphen-Verwaltung 82 137 833 M.(+ 3 330 868 M.), ReichSeisendabn-Verwaltuna 23 997 600 M.(- 232 629 M.) Die zur ReichSkaffe gelangte Ist-Einnahme, abzüglich der AuSführungs-Vergütungen und Verwaltungsunkosten, beträgt bei den nackbezeichneten Einnahmen bis Ende September 1885: Zölle 100801375 M.(+ 8 510585 M). Tabaksteuer 2 573 370 M.(+ 1 141 652 M.), Rübenzuckersteuer 4 669 284 M. (- 11586 578 M.). Ealzsteuer 16924807 M.(- 41 336 M.). Branntweinsteuer und Uebergangsabgabe von Bier 8 750 236 Mark(+ 505642 M.): Summe 151 594487 M.(- 2972535 Mark).- Epielkartenstemvel 454789 M.(+ 20 313 M). Aus dem antisemitischen Lager. Der„Bayerische Landbote" dringt folgende ben.erkenswerthe Mittheilung:„Die „antisemitische Sache" erhält von Leipzig auS kräftige Hilfe. Es wird nämlich dott eine„Anttsemi- tische Korrespondenz und Sprechsaal für innere Pattei- Angelegenheiten" ausgegeben, die an alle„zuverläsfigen Partei- genoffen" unter Kreuzband verschickt wird und die die„schmutzige Wäsche" der Pattei waschm, nebenbei die antisemitische Bcwe- gung fördern soll. Die Versendung erfolgt gratis, doch werden die Genoffen ersucht, für Portokosten„einen kleinen Beitrag" einzusenden. In der ersten Nummer wird bereits eine Anzahl Zuschriften veröffentlicht, welche fich beifällig über das Unter- nehmen äußem und dessen Unterstützung versprechen. Natür- lich fehlen dabei Herr Liebermann von Eonnenberg und W. M a rr»icht. Aus Mannheim schreibt Herr Simon Krieg, aus Wien der Hof- und Gerichtsadvokat Pattai. Die Tendenz der Briefe wie des ganzen Blattes geht merkwürdiger- weise dahin, eine Mäßigung in der Agitation zu erzielen, „schlauer" zu Werke zu gehen, und werden die..Geschäfts- Antisemiten hart mitgenommen, was aber nicht hindett, ein Werk Dr. Bernhard Förster's über die Laplata- Staaten den Antisemiten unter Berufung auf des Versaffers Verdienste „um unsere heutige Bewegung" zum Ankauf zu empfehlen. Die Unternehmergesellschaft dieser Korrespondenz besteht aus den Herren: Theod.Frttsch, Ingenieur(Verleger); Oskar Jahn, Kaufmann; Ftttz Jahn, Lehrer; Prof. Dr. v. Zahn, Gymnafial- oberlehrer und Oswald Zimmermann, dem Redatteur. Dm Juden wirds jetzt schlimm ergehen, noch schlimmer aber den diese Annäherung zur Versöhnung fühtt, so wird es mir eine recht freudige Gmugthuung bereiten, daß dies mein Werk gewesen ist. Der Adelsstolz de« Obersten hat auch eine Berechttgung, und seinen Groll darüber, daß sei» Bru- der eine Bürgerliche geheiralhet und dieser Bürgerlichen da« ganze reiche Vermöge» hinterlasse» hat, finde ich natürlich. Darf ich verlangen, daß er mir entgegen kommen, mich ge- wissermaßen um Verzeihung bitten soll? Wer in diesem jahrelangen Hader zuerst die Hand bietet, ist ja am Ende gleichgiltig." „Freilich, freilich!� spottete Rabe, der jetzt mit dem Hute in der Hand an der Thüre stand.„Und wenn diese Hand mit beleidigendem Hohn zurückgestoßen wird, so darf man sich darüber auch nicht beschweren, man hätte es ja voraussehe» können." „Da» war eine boshafte Bemerkung," sagte die Gene- ralin mtt einem zürnenden Blick auf den Bruder.„Du hast freilich mtt der Familie Stuckmann nie auf einem freund- schaf+chen Fuße gestanden, auch mit meinem Gatten«icht, der Dir doch in allen Stücke» freundlich entgegengekommen war—" „So freundlich, daß er über jede» Groschen, den er mir gab, eine genaue und detaillirte Rechnung verlangte," fiel Rabe ihr mit schneidendem Hohn in's Wott. Wir haben ja über diese» Kapitel oft genug gesprochen, e« ist eine« der trübsten meiner Vergangenhett. Die« nnd ein anderes, rn das auch Dein Schicksal und selbst da« Geschick Arabella'« verwickelt ist. Ich dewahre es noch als ein un- durchdnnglicheS Geheimniß in meinem Innern, aber ich könnte durch die neuesten Ereignisse in die Möglichkeit ver- setzt werde», e« enthüllen zu müssen, und dann" würde, wie ich ftüher schon Dir sagte, der Bode» unter unseren Füßen einstürzen. Du verstehst den Siun meiner Worte nicht, aber Du weißt daneben auch, daß ich niemals zu scherzen liebe, und daß ich ebenso wenig ein Freund von unnützen Worten bin." „Und wenn Du dieses Geheimniß mir nicht enthüllen willst und darfst, weshalb kommst Du immer wieder darauf zurück, um mtt ein Schreckbild zu zeigen?" erwiderte die „deutstben Christen", welche die Ausschwitzungen da 0 semitischen Klopffechter lesen müssen. Wir widmen diesen& stilles Beileid." Mainz, 31. Oktober. Der seiner Zeit wegen L«ü verraths hier verhaftete Journalist Rudolph Röttger nachdem nunmehr die Untersuchung geschloffen, zur Aburthem» vor das Reichsgencht in Leipzig verwiesen.__: Aus Witten wird der„Voss. Ztg." geschrieben: 0* war es in den meisten Ladengeschäften, namentlich aber inW der Kolonial waarenhändler, üblich, daß dem Käufer und minder der Käuferin ein Schnavs oder einLiqucur alS f angeboten wurde. Nach einer Verordnung, welche die Polizeiverwaltung nach Anhömng des Magistrats auf des Gesetzes vom 11. März 1850,§5, erlassen hat, dürfen jetzt ab in offenen Läden, deren Inhaber nicht die»oliM Erlaubniß zur Gast- oder unbeschränkten Schankwitthschafl zum Kleinhandel mit geistigen Gettänken haben, Branntas Liqueur oder sonstige Spintuosen weder aufbewahrt,»� an Ladenbesucher in Gläsern, Flaschen oder sonstigen verabreicht weiden. Es darf dies auch nicht geschehe»' Räumen, welche mit den Läden oder Verkaufslokalen«»' mittelbarer Verbindung stehen. Zuwiderhandlungen gegen d» Verordnung werden mit 9 Mark und im Unvermögensfalle" Haft geahndet. � Aus Stuttgart wird dem„Schwäbischen Wochenbl� mitgetheilt, daß fich die Arbeiterpartei bei de«* gänzungswahlen zum Gemeinderath, welche im Dezew* stattfinden, detheiligen wird. Als Forderung an die Gemet»? Vertretung stellt die Arbeiterpartei folgende Punfte auf: schaffung der städtischen Konsumsteuern; pttnzipiell verrvelp als indirette Steuer. 2. Unentgettlichkeit des Volksschul-U� richtS; für den hierdurch entstehenden Ausfall wäre auf& Wege der Gesetzgebung die Erlaubniß zur Erhebung Progressivsteuer durch die Stadt auszuwirken. 3. Erril gewerblicher Schiedsgerichte. 4. Errichtung eines stäi Volksbades. 5. Aufstellung eines städtischen Fabrik-Jnß 6. Gleichstellung der zum Stadtdirektions. Bezirk gehö> Orte mit der Stadt. 7. Eintheilung deS Stadtdire! Bezirkes in 24 Gemeinde-Wahlbezirke, ähnlich wie bfl Reichstagswahl. 8. Eine der Einwohnerzahl deS& direktions« Bezirkes entsprechende Vertretung derselbe» Landtage. Oesterreich-Ungar». Das Budget der Stadt Wien beziffert fich aus nahmen im Bettage von Gulden 6 323 400, während die gaben auf fl. 17 395 380. Dai Erfordernis von fl. 11 07� soll gedeckt werden durch den Kaffarest, Zinskreuzer, kreuzer, EinquartirungSumlage, ferner der Zuschlag zur S:uer, Grundsteuer, Erwerdsteuer und Einkommensteuer. uflagen würden einen Ertrag von fl. 11 082 350 erged daß ein Ueberschuß von fl. 10000 entstände. Das ist nur scheinbar, denn unter den Einahmeposten befindet„ Bettag von fl. 2450000 für veräußerte Wetthpapiere, s die Stadt in Wahrheit vor einem Defiztt von nahezu Millionen Gulden steht. — Die A gramer Bürgerschaft reicht eine Petitio» kroatischen Landtage ein wegen der ungesetzlichen plös Verschiebung der Abgeordnetenwabl, weil die Wahl oppofittonellen früheren JustizchefS Derencim befürchtet Frankreich. Der Urheber des Mordanfalls auf den Minister de« n, wattigen, Herrn de Freycinet, heißt Pietto Mariotb � stammt aus Korsika und war drei Jahre lang Beamter»• Agentur Havas. Er wanderte später als Untemehwtt j Panama auS. Dort ging er zu Grunde, wnrde bestoM \a\) seine Tochter unter seinen Augen ermordet werden. � zwei Jahren nach Franlreich zurückgekehrt, suchte er»Sff iW durch das auswärlige Amt Gerechtigkeit zu erhalten. Eingaben nichts nützten, wollte er durch einen< Skandal die Aufmerksamkeit deS Publikum« erregen. es ihm, so sagte er aus, ein leichtes gewesen wäre. � � nister zu tödttn, habe er nur auf den Erdboden gescko»,� seinen Zweck zu erreichen. Mattotti hatte seine VersM vorausgesehen. Diese Angaben des Attentäters gelten i»� als glaubwürdig. Lokales. r. Unsere Pferdebahn-Verwaltungen denken an»»' zweckmäßige Neuerungen und bei dieser Gelegenheit M ihnen boffentlich nicht unbequem sein, wenn fie Münsas Beschwerden deS Publikums durch die Presse kennen Eine offenbare Ungerechtigkeit beim Pferdedahnverkehr Behandlung der Kinder über sechs Jahre als erwachsene sonen bezüglich des Fahrpreises. Nur selten nimmt ein von acht, neun Jahren einen vollen Platz für fich in rückfichtslose Fahrgäste, die ei in jedem Wagen giebt, 5 es bei Seite oder auf ein kleines Plätzchen zusammen� selbst der aufmerksamste Kondukteur kann das bei der tigkeit des Verkehrs nicht verhindern; Beschwerde zu i--------- mB~mm_____________# Generali« in herbem, vorwurfsvollem Tone." Dir wirklich Vergnügen, mich zu beunruhigen?"„ „Diese Frage kannst Du nicht im vollen mich gerichtet haben, Adelaide! Ich bezwecke danw � weiter, al« Dich darauf aufmerksam zu mache», �; Deinem eigenen Interesse liegt, allen Anordnunge»- k >u treffen gut befinde, Dich zu fügen, und auf mei»' p «ungen, meinen Rath zu höre». Ich habe Dich% Assessor gewarnt. Dich gebeten, ihn»icht wieder*»)% i Du hast nicht darauf geachtet, ich fürchte, die Reu«* spät kommen." „Das verstehe ich wieder»icht, Will?!", „Hättest Du größere« Vertraue» zu mir, s* Du nicht darüber grübeln, sondern meinen � folgen nbcr dieses Vertrauen fehlt, und das �, für Dich." F Ns äV' f"0"p „Nur in diesem?" � � Loffo�mrt DrtBetJyMjb zu beglücken."_ steht. und nÄ V-dert, hmw"sedem �"'besondere MeA tefcht"st dann ausruhen, wenn d- «ine eine t ist."'' pArta «. f+.+» zu wouen, avrv daS Kabttrt ste mtt einem stumm-- A Äg Die c Sit »S -V der >iesen> n: -r inWj ■ und J auf »sch-st-» lranmW .b'Ä schehen'i len«« ockenbl� d-n l 'DeM R uf: Ol, chul. ! auf unfl Eml st« znst % a jett« auf ift er, ,ur mer. xt,. re. W .wl titwnL ÄZ hlet'� 'A* nteri» fem«!, itohst" M -den-- man den Kindern ebenso wenig zumuthen. Don solchen «mdern dm vollm Fahrpreis zu verlangm, ist aber auch eine vaite gegen die Eltern, namentlich gegen kinderreiche Eltern. JKan berechne einmal, was einem Vater, der mit seinen vier »der fünf Jungen im Alter von fieben bis dreizehn Jahrm «wen Ausflug unternimmt und der dabei zwei verschiedene j-imen der Pferdebahn hin und zurück benutzt, nur diese Fahrt lostet. Die Eismbahnen und besonders die Berliner Stadt- babn hat ihre Tarife so normirt, dah fie etwas höher stch stellen, als die Fahrpreise konkurrirenden Pferdebahnlinien. Ader dort hat man doch die Einrichtung der Kinderbillets, für welche die Hälfte des Preises der gewöhnlichen Billets gezahlt wud. Die Einführung solcher Kinderbillets ist auch bei un- nren Pferdebahnen dringmd nöthig, denn fie kommen den 'Familienvätern zu Gute, die in dieser ihrer Eigenschaft Dralls einm gerechtfertiglm Anspruch auf Berückfichtigung .. ib. Konfiszirt. Mit größter Genugthuung erfüllt gewiß icven rechtschaffenm Bürger das strenge, unnachstchtliche Vor- Schen unserer Behörden gegen die Verkäufer von verfälschten °ver»mgenießbaren Nahrunasmitteln. Ist es doch ewe schwach« �lle Handlungsweise, dem Armen auch dm einzigen„Genuß", tt Htm geblieben, Speise und Trank, zu verderben und selbn weraus noch Kapital zu schlagm. Das eben angeführte Aiortchm„konfiszirt" hat deshalb auch, nach dieser Richtung �angewandt, alle seine Schrecken verloren. Einen äugen- °lligen Beweis hierfür lieferte ein Vorgang, der fich am ■ 0- M. am Grünen Weg abspielte. Es war um die Abend- F; w einer Stunde, als die im Osten der Stadt so zahlreich Mretene arbeitende Bevölkerung in großen Echaaren mit Verdienste einer langen Arbeitswoche in der T toi, dem grn&apwA# bn Haushaltes befriedigen zu um die frugalen Bedürf- _ � können. Wenn es auch in schmal gmua hergeht, des Sonntags thut fich Jeder, ärmste Arbeiter, gerne etwas an und es Jedem, der es nur irgend möglich machen Hil Sonntags selten ein Stückchen Fleisch im Topfe Jz"-.Diesem Bedürfnisse Rechnung zu tragen oder vielmehr spekulirend, hatte fich um die angegeben� Zeit in der AI brs Andreasplatzes welcher unter der ein sogenannter„Flurschlächter" hochtönmdenLirma:„Holsteiner V-. w HZ :n in �mecklenburger KaMeisch" seine Waare zu„billigen" '�lbot. Das in langm Reihen aufgehängte und aus« Mim«Ilnsch" verfehlte aber durchaus den ihm zu Grunde Zweck, indem es nicht die Augm der erhofften Käufer - i stmrferinnm, vielmehr das Auge des Gesetzes auf sich Folge war, daß plötzlich zwei Beamte bei dem wchtrr erschienen, um das verdächtige Fleisch auf seine umgtafctf zu prüfen. Natürlich blieb dieser Vorgang nicht unt) bald umlagerte eine vielhundertköpfige Menge sp��laufslokal, auf lange Zeit die Passage vollständig und die Manipulationen der Beamten mit dem "TO* ä verfolgend. Diese walteten indessen unnach- du, Amtes, ein Stück nach dem anderen wanderte VÄ1°ll-s Fleisches", nämlich in die„Molle", um die llkbeit-» i?er ber Abdeckerei, nicht aber die Magen armer lllles„. lür welche nach der Anficht mancher Leute TO» N. genug ist, zu füllen. Und jedesmal, vandeit« L lück Fleisch den verhängnißvollen Weg �bereinku!! W ein brausender Jubel, welcher die völlige ?°>ten der Menge mit der Handlungsweise der Be- b(n S*i�«e. während fich andererseits die Entrüstung über «tunde V" ln echt Berliner Weise Lust machte. Eine Schaden hat' n���e fich langsam die Menge. Wer den k wünschen' mil bekanntlich für den Spott nicht sorgen und stzinge." stur, daß es jedem schlechten Schlächter so m i" % y H ue � 0 $ 1 '5- f'P » |a, e zog hastig an der Glocke, und als Joseph ein- JL 5 ihn durchdringend an. "m'ad die Papiere gefunden?" fragte er leise. " lü-rr aicht," erwiderte der Kammerdiener,„der alte v?'? nicht verrathen, wo sie liegen." � st' Ihr Spürtalent Sie diesmal im Stich?" spottete Mw''�ch glaube, Sie werden auch schon alt und schwer- Alb ei» rem ber Gärtner seiner Geheimnißkrämerei nicht °>ti* j»ade macht, werde ich ihn entlassen, er kennt ohne» . ber Gärtnerei so wenig wie gar nichts." v'"ß den verduzten Diener stehen, und Joseph hörte "'fits' ben Hufschlag des von dannen galoppirende« schwerfällig?" murmelte er in verbissenem n'ar sticht umsonst gegeben, ich werde � habe« Sie, Joseph?" fragte eine Stimm« hin- ' Frinzchen," erwiderte der Kammerdiener, '"»»er an r Hststb über die Stirpe fahrend,„es ist nicht Di,?�st/hm, dag Brod anderer Leute essen zu müssen." . qrj:®Te zeigte lachend ihre tadellos weißen Zähne. %[( sskmibe, dieser Gedanke steigt heute zum ersten hste» ei»° auf." sagte sie scherzend;„hat der Herr „«e unangenehme Bemerkung gemacht?" bei,?stst's nimmt! Er glaubt die Entdeckung gemacht kW?" stit werde. Was meinen Sie dazu, �.�sgte seinen Arm um die Taille de« Mädchen«, Re'�it emer hastigen Bewegung, entzog Franziska S& 1"ÄSS'ÄIÄ -Namentlich der alte Gärtner!" Feder weeß die Art mächtig Bescheid; laß ick se aber loofen, denn kommt mir mein Wachtmeister ove, Leutenant uf'n Kopp. Ick sage man blos, wenn der Letzte im Monat uf'n Eonnadend fällt, denn mag der Deibel in Berlin Nachtwächter find." Sprach'S und schlug ärgerlich die Hausthür zu. Wir aber wollten diesen Glaudenssatz eines Berliner Nachtwächters dem gewissenhaften Berliner Geschichtsschreiber zur geneigten Beach- tung empfehlen. i. Ein förmliche« Selbstmörderhau« ist das Haus Schützenstraße 19, woselbst fich unseres Wissens der letzte Selbst- Mordversuch hier in Berlin am Freitag Abend gegen 10 Uhr vollzog. Außerdem illustrirt dieser Fall so recht eigentlich das Wesen und den psychologischen Grund der jetzt herrschenden Selbstmordpest. Der Barbier Gottlieb Trojahn, geboren den 12. Äärz 1857,(also noch ein veihältnißmäßig junger Mann), hatte vor einiger Zeit erst fich ein eigenes Geschäft in dem oben genannten verhängnißvollm Hause eingerichtet und reüsfirte auch bisher mit seinem Unternehmen. Da lernte er eine Dame kennen, die er mit aller Gluth eines jugendlichen Herzens liebte und deren Bild seine ganze Seele erfüllte. Die Liebe in ihrer Leidenschaftlichkeit scheint indeß mehr eine leise Er- krankung des Geistes, als ein gesunder und normaler Äffest zu sein; denn seit einiger Zeit meinte T. einen mehr bevor- zugten Nebenbuhler zu haben, den er öfters auf der Straße zu sehen glaubte, und dem er in solchen Momenten per Droscbke durch die Straßen nach- fuhr, um ihn einzuholen und an ihm sich grausam zu rächen. Jndcß bisher hafte er diesen Nebenbuhler noch niemals fassen können. Auch am Freitag hatte er fich schon früh um 5 Uhr zur Verfolgung desselben aufgemacht und hatte alsdann im Laufe des ganzen Tages über denselben geschimpft; am Abend kam der Unglückliche, kitschroth im Geficht, in sein Geschäft gestürzt mit den Worten:„Ich bin furchtbar aufgeregt, ich halte es nicht länger aus!"— und trank dann, bevor eS Jemand hindern konnte, eine Portton Gift, weshalb er nach der Charitö gebracht werden mußte. Merkwürdig ist nun, daß in demselben Geschäfte fich schon einmal vor nicht sehr langer Zeit ein Barbierlehrling aufgehängt hat, dem das böse Gewissen schlug, weil er zur Verbergung seines Vorlebens und seiner Person fich einen falschen Namen beigelegt hatte, hinter welches Faktum die Polizei gekommen war. Auch eine Brandstiftung ist in dem Geschäft vor 2 Jahren dadurch in Szene gesetzt worden, daß man einer Katze Feuer an den Schwanz gebunden und fie in dem Geschäft eingesperrt hatte, für welche Miffethat die Schuldigen noch heute hinter Schloß und Riegel fitzen. i. Eine« Akt ganz brutaler Rohheit übtm Zuhälter- wie wir erst gestern in der Charitee erfuhren, an der unver- ehelichten Marie Herrmann, Junkerstraße 15 wohnhaft, gegen Ende der vottgen Woche dadurch aus, daß fie die Unglückliche, welche erst vor Kurzem mittelst der lebensgefährlichen Opera- tion des Kaiserschnittes entbunden war, schlugen, zur Erde warfen und mft Füßen auf den Leib traten, so daß die noch nicht genügend verheilten Wunden wieder aufbrachen. Die H. hatte fich über das Treiben der Prostitutton in jener Gegend beklagt und deshalb den Haß und die Rache der Zuhälter auf fich geladen. Bewegung der Bevölkerung Berlin« nach den Ver- öffenftichungen des statistischen Amts der Stadt. Die fortge« schnebene Bevölkerungszahl betrug am 10. Oktober inst, der nachträglichen An- und Abmeldungen 1 287 791, hat fich demnach gegen die Woche vorher um 2915 Seelen vermehrt. In der Wocke vom 11. bis 17. Oktober wurden polizeftich ge- weldet 6318 zugezogene, 2734 fortgezogene Personen; standes- amtlich wurden 533 Ehm geschlossen. Geboren wurden 810 Kinder, und zwar lebend: 387 männliche, 376 weibliche, zusammen 763(darunter 81 außereheliche), todt 29 männliche, 18 weibliche, zusammen 47(darunter 18 außereheliche) Kinder. Die Ledendgedorenen, auf« Jahr berechnet, bilden 30,3, die Todtgeborenen 1,9 pro Mille der Bevölkerung, die außerehelich Geborenen 11,73 pCt. aller in der Woche Geborenen, davon die bei dm Lebendgeborenen 10,62, die bei dm Todtgeborenm 29,74 pCt. In der kgl. Charitee und Entbindungsanstalt wurden 45 Kinder geboren. Gestorben(ohne Todtaedorme) find 529, nämlich 275 männliche, 254 weibliche Personen. Von diesm warm unter 1 Jahr alt 153(inkl. 35 außereheliche), 1 bis 5 Jahne 107(inkl. 7 außereheliche), 5—15 Jahre 35, 15 bis 20 Jahre 8, 20-30 Jahre 26, 30-40 Jahre 54, 40-60 Jahre 82, 60 biS 80 Jahre 51, über 80 Jahre 13. Die Sterdefälle beim Alter von 0 bis 5 Jahrm machm 48,17 pCt. sämmt- licher in dieser Woche Gestorbenen aus. Von den im Alter unter 1 Jahr gestorbmen Kindern starben 38 im ersten, 26 im zweiten, 11 im dritten, 15 im vierten, 7 im fünften, 12 im sechsten, 44 im siebenten biSzwölften Lebensmonate; von denselbm waren ernährt 28 mit Muttermilch, 4 mit Ammen- milch, 77 mit Thiermilch, 4 mit Äilchsurrogaten, 18 mit gemischter Nahrung, von 25 war es unbekannt. Todesursachen waren besonders: Lungenschwindsucht(75), Lungenentzündung (38), Bronchialkatarrh(21), Kehlkopfentzündung(21), Krämpfe (24), Gehirnschlag(14), Gehirn- und Gehirnhautentzündung(18), Krebs(18), Altersschwäche(14), Lebmsschwäche(24), Abzehrung führt ein Tagebuch, in dem unsere Namm sehr oft genannt sein sollen—" „Wer hat Ihnen da« gesagt?" „Er selbst hat es verrathm." „Ihnen?" „Bewahre, dazu hat er dm Muth nicht. Da« Tage« buch wird später einmal bei einer passmden Gelegenheit der gnädigm Frau in die Hände gespielt und—" „DaS wäre infam!" sagte Franziska entrüstet, und ei« jäher Blitz zuckte dabei aus ihren Augen.„Wenn da» wahr ist, dann muß man ihm vorbeugm." „Gewiß, aber wie?" „Wir müssm dafür sorgm, daß er mtlassm wird." „Dann legt er da» Tagebuch vor und wir müssm schweigm." „Schweigen? Ich bin mir keiner Schuld bewußt!" „Na, na, Sie haben in der Gefindestub« wohl auch manche« Wort gesprochm, welche« der gnädigen Frau nicht zu Ohrm kommen darf. Du lieber Himmel, wmn man die Füße unter einen ftemden Tisch strecken muß, kann man auch nicht immer zufriedm sei«. Und wenn man jede« Wort vorher auf die Wagschale legm soll, dann will ich mir lieber gleich die Zunge ausschneiden lassen." Die Kammerzofe konnte ihre Bestürzung nicht ver- bergm, wmn sie auch augenblicklich sich nicht erinnerte, der« arttge Worte gesprochm zu haben, so konnte sie doch auch nicht mit voller Sicherheit behaupten, daß ein so verfäng- liche» Wort überhaupt nie über ihre Lippen gekommen sei. „Aber wa« sollen wir nun thun?" fragte fie. „Wir müssen un» vor allen Dingen Gewißheit ver« schaffm." „Und wodurch erreichm wir das?" „Dadurch, daß wir un« des Tagebuches bemächtigm!" Franziska blickte den Dimer erwartungsvoll an. „Da« müssen Sie übernehmen," sagte fie. „Sobald ich weiß, wo er die wichtigm Papiere auf« bewahrt. Er hat damit geprahlt, daß er sie besitze, und ich habe schon oft ihn auSzuforschm versucht, aber meine List ist immer an seiner FuchSnatu� gescheitert. Marianne und Franz missen, wo die Papiere sind, aber die Beiden mag (12), Masern(3), Scharlach(8). Diphtherie(50), TyvhuS(5), Diarrhöe(13), Brechdurchfall(11), an anderen Krankheiten starben 152 und durch Selbstmord 8, davon durch Vergiftmm 2, durch Erschießen 1. durch Erhängen 3, durch Ertrinken 2. Die Sterblichkeit der Woche auf das Jahr berechnet, kommen durchschnitt- lich auf 1000 Be vobner in Berlin 21,4, in Breslau 25,9, in Frankfurt a. M. 17,9, in Köln 21,3, in Dresden 19,6, in München 30,7, in Bremen 15.0, in Stuttgart 10,3, in Wien 19,7, in Paris 20,8, in London 17,1, in Liverpool 19,9. In der Woche wurden dem Polizeipräfidium gemeldet als erkrankt an Typhus 34, an Masern 36, an Scharlach 70, an Diphtherie 208. In den 9 größeren Krankenhäusem wurden in der Berichts- woche 873 Kranke aufgenommen, davon litten an Masern 2, an Scharlach 12, an Diphtherie 58, an Typhus 20, an Rose 6. Es starben 135 Personen oder 25,5 pCt. aller in der Woche Gestorbenen; als Bestand verblieben 3620 Kranke. Soziales und Arbeiterbewegung. Heber die Lage der oberschlestsche« Bevölkerung, speziell der Kleinbauern und Landarbeiter, äußert fich A. von Miaskowski, der konservative Agrarpolitiker, folgendermaßen: „Die Be wlkerung nährt fich das ganze Jahr oder doch wenigstens 8 Monaie desselben fast ausschließlich von Kartoffeln. Der Einzelne verzehtt hier täglich 6—7 Pfund Kartoffeln, nebenher etwas Roggmmehl in For n von Brot, etwas Sauerkraut und einige Gramm Fett. Aus diesm Er» nährungsverhättniffen erklärt fich zum Theildie verhältnißmäßig geringe Leistungsfähigkeit des oberfchlefischen Arbeiters, wie die geistige Stumpfheit, Indolenz und Energielosigkeit der oder» scklefischen Bevölkerung überhaupt und der kleinbäuerlichen Wirthe im Speziellen.'� In Schlesten herrscht bekanntlich der Großgrundbefitz vor, und die segensreichen Wirlungen desselben auf das Volk unter der Herrschaft der kapitalistischen Produftion find hier herrlich offenbaret. Derselbe hat den Bauemstand langsam zerstört und ist eifrig damit beschäftigt, die noch be- stehmde Parzellmwirthschast gemächlich aufzuweisen. Dieser Vorgang vollzieht fich in der Weise, daß auf der einen Seite die Latifundim immer mehr anschwellen, indem fie dm Mittel- und Kleinbefitz aufschlucken, während auf der anderen Seite die Güterschlächter und Bauemwucherer, diese Agenten des Groß- kapitals, die Zersplittemng und Zertheilung der Bauemwirth- schaften und dadurch das Entstehen von Zwerggütem und. Parzellmdauem herbeiführen. Diese letzteren find aber wider- standslose Opfer, die über kurz oder lang dem Großgmndbefiver tributpflichtig werden, zu Pächtern und dann zu besitzlosen. Landardeitem herabstnken. Die Gütermeyger und die Feudal» Herren arbeiten fich gegenseitig in die Hände, und das Ergedniß ist der Sieg des großkapitalistischen Betriebes auf der ganzen Linie. Für unsere Herren Antisemiten wird es üdrigms interessant zu hören sein, daß die Landwucherer, die„Juden", nicht blos hebräische Judm find. Wir können dafür einen recht unverfänglichen Gewährsmann, den Herrn Landrath von Selchow anführen, der in seiner Schrift: „Die oberschlestsche Nothstandsfrage" diesen Punkt berührt. Wenn nämlich der polnische Kleingütler, sagt Miaskowski, in der Branntweinlaune renon.miren will, so erklärt er, er fürchte fich weder vor dem Juden noch vor dem Gendarmen— unter ersterem versteht er seinen Gläubiger, der Übrigens nicht selten ein Christ ist. Der Landrath von Selchow bemerkt nun dazu, daß er einm Unterschied zwischen christlichen und jüdischen Wucherem höchstens in der Hinficht bemeikt habe, daß die christlichen des äußeren Scheines wegen vorstchtiger find, fich- deshalb mit etwas bescheideneren Prozenten begnügen, dann aber in der Regel noch härter auf ihrem Schein bestehen und- noch„heuchlerischer auf den Moralischen fich ausipiclm" al? der Jude. Doch zur Sache! Wie edel ist der Vorschlag jeneS konservativen Heißsporns, der vor kurzem die Kartoffel verboten wissen wollte! So unzureichend dieselbe als Nahrungsmittel ist, fie bildet, wie uns Miaskowski berichtet, den Hauptfaktor der oberschlestschm Volksernährung. Der Küchenzettel der Oberschlefier zeichnet stch durch eine Einfachheit und Monotonie aus, gegen welche der Speisetarif eines preußischen Zuchthauses ein reichlicher genannt werden kann. In solch einer Strafanstalt gicbt eS doch eine Abwechslung, Hülsenfrüchte verschiedener Art, Kohl in mehreren Sorten, Kartoffeln. Die Selbstständigkeit der freien Hilfskassen wird, wie die„Danziger Ztg. schreibt, im Reichstage vorausfichtlich bald von dm Gegnem dieser Kassen angegriffen werden. Schon die bisherige kurze Erfahrung hat gezeigt, so bemerkt dazu die „Freis. Ztg.", daß die Orgamsation der offiziellen Kranken- lassen nach den Besttmmungen des Arbeiter- Kraukerimfichc rungs-GesetzeS auf die Dauer plastisch nicht durchführbar ist, so daß eine Aenderung des Geseyes fich aufdrängt, dagegen werden die Konservattven nach den Ausführungen ihres So- «alpolitikers Freiherrn v. Maltzahn- Güly bei Berathung deS fraglichen Gesetzes diese Gelegenheit zur Beseitigung der fteien Hilfskaffm benutzen wollen und fich dabei, wie aus dem „Hannov. Courier" hervorgeht, des Beistandes der Nattonalli- deralen erfreuen, denen die von der Sozialdemostatie geschaffe- nen freien HilfSkaffen lästig find. ich nicht fragen, ich habe keine Lust, mir eine grobe Ant- wort zu holen." Die Zofe war in Sinnm versunken, sie hatte die Oberlippe trotzig aufgeworfm und die feinen Stauen leicht zusammengezogen. „Vielleicht würde Marianne e» mit verrathm," versetzte sie nach einer Pause, während der Joseph sie unver» wandt beobachtet hatte;„aber wmn Georg entdeckt, daß ihm die Papiere fehlen—" „Dann nehme ich alle Folgm aus mich." „Sie werdm mich nicht verrathen?" „Nicht um alle Schätze der Erde, Fränzchm!" be» ihmerte der Kammerdimer.„Wie könnm Sie daran zweifeln? Ich sorge ja für um» Beide, wmn ich» die Papiere vernichte, und ich hoffe mit guter Zuver» ficht, daß dieser trostlosm Zeit eine bessere für un» folgen wird." „Was wollen Sie damit sagen?" „Errathm Sie e« nicht? Eigener Herd ist Goldes werth, und ich meine, e» ist doch ein andere« Ding, wmn man auf seinen eigenen Füßen steht und nach keinem Mm» schm zu fragen braucht." Franziska schlug erglühend die Augen nieder, aber ihr schalkhafte» Temperammt hatte die kleine Verlegenheit rasch überwunden. „Da» ist e« freilich," erwiderte kann man keinm Herd aründm!" „Für da» Geld lassen Sie mich sorgm!" „Sie haben ja selbst nicht»!" „Damit ist die Möglichkeit, etwa» zu gewinnm, nicht auSgeschlossm." „Sie spielen in der Lotterie?" „Bah, darauf verlassen sich nur Narren und Kinder,. meine Hoffnungen haben eine solidere Grundlage. Aber jetzt sehen Sie zu, ob Sie da« Geheimniß herauSbringm, Fränzchm, wir dürfen damit nicht lange warten." Die Zofe nickte zustimmend und entzog fich der bereit» drohenden Gefahr einer abermaligm Umarmung durch sie,„aber ohne Geld schleunige Flucht. (Forssetzung folgt.) Aus dem sächst scheu Botgtlaude und Erzgebirge find fast alle Berichte gleichlautend in ihren Klagen über die „schlechte Zeit." So erfährt man auS dem oberen Boigtlande, daß die lZrwerbsverhältniffe fich in diesem Jahre noch ungün» stiger gestaltet haben, ali in den letztverfloffenen. Die Jnstru« mentenfabrikation macht ungemein flaue Zeiten durch: die Handschuhfabrilanten find äußerst unmuthig, da die amertkani- schen Käufer, welche angelangt find, lediglich für Fußbekleidung, Strümpfe und Socken«sorge tragen und der Hanvbekleiduna gar keine Aufmerksamkeit zuwenden. Die Maschinen-Stickerei klagt über geringen Absatz und die Handwederei liegt total darnieder— gievt eS doch zahlreiche Weber, die seit sechs Wochen gar keine Arbeit haben. Auch in der Konfekttons« blanche geht das Geschäft schlecht. Die Optimisten schieben die Schuld dieser Gcschäftsstarre auf die gegenwärtigen politischen Vorgänge und hoffen noch im devorstchenden Winter auf eine Hebung des Geschäft« lebens. Andere Leute aber wollen einen dauernden Rückgang der gcsammten voigtländischen und erz« gebirgischen Industrie in den heutigen Zuständen erblicken. Doch sei dem auch, wie ihm wolle— daS eine steht fest, daß die Arbeitslöhne einen ungemein niedrigen Standpunkt erreicht t_._." tir I!— Z � u WI--. f----- � f__ 9 A------ AP städtischen Volksbadeanstalten Wie sehr die Arbeiter ein Be- dürkniß zum Baden haben,«helle zur Genüge aus dem Um« stände, daß allein der Arbeiter Bezirksverein für den Osten, welcher mit der Auerbach'scken Badeanstalt ein Abkommen ge« troffen, dahingehend, daß Mitglieder tür ein Bad 10 Pfg. zu zahlen hätten, im vorigen Eon mer 3000 BadebilletS an seine Mitglieder abgesetzt bade. Die fern von den Flußbadeanstalten wohnenden Arveiter müßten jetzt auf die Wohlthat eines Bades Verzicht leisten, da einerseits der weite Weg, andererseits die Beschränktheit der bestehenden Flußbadeanstattm ste daran verhindern; deshalb fordere die Arbeiterpartei die Errichtung von Volksdädern, um allen Arbettern und zwar zu jeder Jahreszeit, ein billiges Bad zu ermöglichen Im wetteren Verlause seines Vortrages kam Redner auf das Submisstonswesm zu sprechen. Er führte an, daß die gegenseitigen Unterbietungm der Sub- mittenten oft bis unter die Hälfte des Kostenanschlages der Baubehörde stattfinden, was eine unnatürliche Herabdrückung der ArbettSlöhne zur Folge hätte. Solle das Submisstons. V»V VM»Vt» MIIUVMIVM» WiUUVfUilli CltClU/l haben und ein strenger Wmter die gesummten Arbeitermassen unserer Gebirgsgegenden sehr schwer treffen würde. Ist es aber nicht unendlich trostlos, wenn die Arbeiterbevölkerung auf einen milden Winter hoffen muß und wenn man fie in Hinblick auf die verhättnißmäßig gute Kartoffelernte zu ttöstm »ersucht? Ueber die Kinderarbeit heißt es in dem Handels« kammerdericht von Lüdenscheid, daß die Frage der Ktnderde» schästigung nichts anderes als eine Lohnfrage sei. Bei dem entwickelten Maschinenbettieb könnten Frauen- und Männer� Hände sämmtliche Arbeit leisten, nur seien dieselben theurer. ES kommt also lediglich nur auf den etwas höheren oder ge- ringeren Unternebmergewinn an. Deshalb hat die völlige Ab schaffung der Kinderarbeit mit dem Ruin irgend eines Arbeits zweigs gar nichts zu thun. Der Aachverein der Maurer zu Hamburg hat jetzt 2500 Mitglieder. In Jahresfrist wurden 39 Mitglieder« und öffentliche Versammlungen abgehalten. Außerdem fanden 5 wissenschaftliche V orttage statt. Der Uuterstützungsverew deutscher Buchdrucker zählt durch den kürzlich erfolgten Uebertrittt deS„Verein Leipziger Buchdruckergehilfen" zu demselben in Leipzig und Umgebung jetzt 1700 Mitglieder und ist somit die zwcitstärkste Müglied- sckaft(neben Berlin, welches ca. 1800 Mitglieder zählt) deS selben. Akkordarbeit?— so fragt der„Bauhandwerker" bei einer Mittheilung, daß am 26. v. M. in D ü s s e l d o r f ein Neubau eingestürzt sei, wobei drei Arbeiter den Tod gefunden haben und sieben schwer verletzt worden find. Weberstreik. In der mechanischen Weberei der Firma Rüdenbera u. Ko. zu Viersen im Rheinland stellten die m der Stoffbranche beschäftigten Weber, etwa 70 an der Zahl, die Arbeit ein. Lohnreduktion ist auch die Ursache dieses Stteiks. Wie i» Sachsen die SouutagSruhe gehandhabt wird, darüber erzählt die ,Leipz. Bürgerzeitung" einen interessanten Vorfall: In einer Lederwaarenfabrtk mußtcn seit 5 Jahren die Arbeiter jeden Sonntag arbeiten, widrigenfalls fie abgelohnt wurden. Von den Arbeitern war aus Furcht vor Entlassung nichts Hieraegen geschehen, und die allsehende Polizei hatte auch 5 Jahre lang nichts gesehen. Da verunglückte an einen Sonntage ein Arbetter: die Ortskcankenkaffe, welcher der Ar heiter angehört, wird zur Zahlung herangezogen und� setzt die Ortes von der regelmäßigen _ r»» r t*. i.„ Polizeibehörde des SonntagS- .c__.__ i r--- u--- WA. IW..VA. W.*». p.�v-—. arbeit in der betreffenden Fabrik in Kenntniß. Sofort erläßt die Polizei ein strenges Verbot, und seitdem— arbeitet man in der Lederwaarentabrik nach wie vor jeden Sonntag. Der Streik der Baumwollsptnner in Ashton(England) hat nicht lange gedauert. Die Ardeiter find gezwungen worden, die Arbett zu oen um 5 Prozent reduzirten Löhnen wieder aufzunehmen. Man steht, daß selbst in dem vielgepriesenen Land? der Trabes Unions in sogenannten schlechten Geschäfts« zeiten auch die besten Organisationen dem Kapitalismus keinen Widerstand leisten können. Der Lohnkampf in de« Eisenfabriken im Norden Englands ist dmch einen Schiedsspruch beigelegt worden. Die Arbettgeder beanspruchten eine Lohnherabsetzung der Puddlers« löhne um 3 d. per Tonne und der übrigen Arbettslöhne um 7'/, pCt. Der Schiedsrichter Dr. Watson erkannte auf eine Herabsetzung der Puddlerslöhne um 3 d. per Tonne und der übrigen Arbeitslöhne um 2'/, pCt. Die LohnreduMon soll vom 31. d. M. ab auf drei Monate in Kraft tteten. Kinderbeschäftigung steht besonders in dem Staate .setz(Nordamerilaj in größter Blüthe. Dort find gegen 15000 Kinder, die mit dem 9. Jahre in die eintreten, in größeren Etablissements beschäftigt, wo fie 10—14 Stunden arbeiten. Welche Sun>me von AuS- »eutung noch nicht entwickelter Menschen! Welche Summe von Elend und Roth, von Korruption und Demoralisation! Dereine und Nersammlungen. td. Zu einer der interessantesten Versammlungen in der jetzigen Wahlkanipagnc gestaltete fich in ihrem Verlaufe die am 1. d. Mts. nach Muhrmann's Salon(Königsbank) vom Ardeiterwahlkomitee einberufene öffentliche Kommunalwähler« Versammlung, ,u der auch der bisherige„Vertreter" des 26. Kommunal- Wahlbezirkes, Stadtverordneter Limprecht, ein- geladen und auch erschienen war. Die Versammlung wurde eingeleitet durch die Kandidatenrede des von der Arbcilcrpartci aufgestellten Kandidaten für die Stadtoerordnetenwahl im 26. Kommunalwahldezirk, Herrn Tischler Gustav Voigt. Der« selbe wies auf die Bedeutung der Wahlen zur Gemernde-Ver« tretung hin und hob die Verdienste hervor, welche in der kurzen Zett ihrer Funktton die Verttettr der Arbeiterpartei im städtischen Parlamente ttotz ihrer verschwindend geringen Zahl stch erworben, indem durch ste einige Fragen angeregt worden seien, an welche bislang von den Vätern der Stadt noch nie gedacht worden wäre, aus dem einfachen Grunde, weil bis vor 2 Jahren stets Leutt in daS Stadtverordnetem Kollegium ge« wähtt wordm seien, welche wohl nie den täglichen bitteren Kampf nms Dasein, wie ihn der Arbeiter zu führen gezwungen sei, kennen gelernt hätten und demzufolge auch naturgemäß nicht wissen könnten, wessen die Arbeiter benöthigt seien, wo es ihnen fehle und womit ihnen zu helfen sei. Und näher auf die Wünsche und Forderungen der arbeitenden Be« völkerung eingehend, unterzog Redner zunächst die Miethssteuer einer eingehende« Kritik, irr klarer Weise vor Augen führend, daß die große Masse der Unbemittelten durch die Miethssteuer • SYOoifß trur'fse rnTä"f�cr VUUC* yütüCIC VCiiiauiw»BV i/itvijc tust i/ivsvvu» wv steuer und erstrebt eine gänzliche Beseittgung derselben und verlange als Ersatz dafür eine progressive Eir kommensteuer mit obligarorischer Seldsteinschäyung, ein Steuersystem, das in der gerechtesten Weise die Steuerlast auf die Bürger vertheile. DeS weiteren verlange die Arbeiterpartei die Uebernahme aller lukrativen Unternehmungen in städtische Regie, vor Allem aber. daß keine neuen derartigen Konzessionen ertheilt werden. Auf die Forderung von städtischen Santtätswachen übergehend, hob Redner hervor, daß speziell für die arme Bevölkerung der- artige Sanitätswachen überaus segensreich wirken würden, da heute die Herren Aerzte leider nicht verpflichtet seien, einem an fie ergehenden Rufe Folg« zu leisten und gerade die meisten etwas hoch wohnenden Arbeiter hätten in dieser Beziehung, sehr ttaurige Erfahrungen machen müssen. In engem Zu- I schieder -ainincn hange uiit dieser Forderung stehe die Forderung von» nommc AlleS dieses eintreten und es würde ihnen gelingen, ihre For« derungen durchzusetzen, wmn die große Masse des arbeitenden Volkes hinter ihnen stände. Die deutsch freisinnige Partei be« wege stch stets nur in allgemeinen Redensarten, mit denen fie stch Niemand verpflichte, yüte fich aber sehr wohl, bestimmte Forderungen zu formulirm; was ste in der Stadtvertretung zur Wahrung der Interessen der Bürger gethan, erhelle zur Genüge aus der Auslegung des Begrisses„selbstständig". Durch die Unterscheidung von Chambregarnistcn und Schlaf« burschen habe fie die Rechte der Wähler nicht gewahrt. Den Kandidaten dieser Partei könnten die Arbetter unmöglich ihre Stimmen bei der bevorstehenden Wahl geben. ~m 26. Bezirk hätten fie hauptsächlich aber mit der konservativen .Jürgerparlti zu rechnen, welcher der Stadtverordnete Limmecht angehöre. Auch diese Partei sei nur bestrebt, durch schöne Worte Sand in die Augen zu streuen, nicht aber die Jnter- essen der gesammten Bürgerschaft zu vertreten. Beide Parteien kennen vre Arbeiterverhältniffe nur theoretisch, nicht aber aus prattischer Erfahrung, seien daher nicht fähig, die Interessen der Arbetter zu wahren. Wenn etwas im Stande sei, diesen die Augen über jene Parteien vollends zu öffnen, so sei dies die Bewilligung von 15000 M. für das bekannte Festeffm. Selbstverständlich sei eS, daß derarttge Leute von den Arbeitern nicht gewählt werden könnten, deshalb habe die Arbeiterpartei fich demüht, eigene Vertreter in das Haus zu entsenden und sei auch fernerhin bemüht, dies zu thun. In demselben Sinne wie er gesprochen, in dem Sinne des Programms der Arbeiter partei, werde er, Redner, falls er zum Stadtverordneten ge- wählt werden solltt, jederzeit für die Interessen der gesammten Bürgerschaft mit allen Kräften eintteten. Wenn Jeder seine Schuldigkeit thue, dann werde auch die mühevolle Arbeit von einem schönen Erfolge gekrönt werden. (Stürmischer Beifall) Nunmehr nahm Stadtv. Limprecht daS Wort.„Der Noth gehorchend, nicht dem eigenen Triebe" sei er in der Versammlung erschienen und bedaure nur, verspätet eingetroffen zu sein, sodaß ihm nicht Gelegenheit wurde, daS ganze Referat zu hören. Demzufolge bei den Santtätswachen anknüpfend, war er der Anficht, daß eS nicht genüge, die we« nigen bestehenden Santtätswachen durch die Stadt übemehmen zu lassen, sondem daß es erforderlich sei, in jedem Bezirk eine einzurichten. Er habe deshalb den Antrag gestellt, zunächst die nothwendigen Erhebungen zu veranlassen. Derselbe sei aber nicht angenommen worden, wie die meisten seiner Anträge. Er sei das schon gewöhnt. Im Allgemeinen genüge es nicht, neu« Einrichtungen zu schaffen, sondern auch zu tragen, wo die dazu erforderlichen Mttel herkommen sollen. Betreffs der Volksbäder müsse er aber dem Referenten zustimmen; dieselben seien nothwcndig und bei dem Millionenetat der Stadt auch durchführbar. Bei dem SubmisstonSwesen habe er selber trübe Erfahiungkn gemachr und müsse er dem Rc- ferenten ebenfalls beipflichten, daß eine Aenderung ge- troffen werden müsse. Auch er habe nicht für die 15 000 Mk. gestimmt. Er habe vielmehr seine Einladung zurückgeschickt, also nicht mitgegessen. Jeder Bissen würde ihm im Halse stecken geblieben sein. Die Anschauungen über die kon- servative Partei, welche man nicht nach Flugblättern beurtheilen dürfe, seien auf seine Person nicht zutressenv. Er sei stets mit den Arbeiter. Stadtverordneten Hand in Hanv gegangen, zudem mit den Arbciterverhältnissen vollständig vertraut, da er aus Arbeiterkretsen hervorgegangen sei, indem er als Gärtnergehilfe für 3 Tbaler Lohn die Woche gearbeitet habe, zu einer Zeit, wo die Viergroschenbrote viel kleiner waren alS heute. Daß die Rechte der Stadtverordneten im rothen Hause von der Majorttät nicht respckttrt würden, dafür sei er daS lebende Beispiel. Man habe oft flenug versucht, seine Wiederwahl zu hintertteiben, dennoch ser er schon zwölf Jahre Etadtverord- neter. Er habe fich nie zu diesem Amte Ledrängt, werde aber so lange dasselbe annehmen, als er das Vertrauen seiner Mit- düraer defiye. Herr Tischler Behrendt wies darauf bin, daß der Vorredner durch seine Ausführungen die konservative Partei vollständig verleugnet habe; seine Rede sei nur darauf berech- net gewesen, seine Person in ein vortheilhaftes Licht zu stellen. Vor der Wahl triefen bekanntlich Alle von Arbeiterfreundlichkeit. Dies sei aber nm leere Phrase. Wenn dos Gesagte Wahrheit wäre, so müsse er fich wundern, daß von jener Seite nicht schon längst Anträge gestellt worden seien, wie jetzt von der Arbeiierpartei. Herr Voß bedauert, daß Herr Limprecht, wenn er von der Pike an fich heraufgearbeitet habe, nicht zur Arbeiter- partei gehöre. Der zunehmende Besitzstand könne doch die Ge- finnung nicht ändern. Dem gegenüber verficherte Herr Lim- precht, daß er stets im Sinne der jetzigen Arbeiterpartei gewirkt habe. Schon seit Jahren habe er für eine Herabsetzung der GaSpreise durch Beseirioung der englischen GaSgesellschaft ge- sttebt. Ebenso wenig habe er den Verträgen mit den Privat- gesellschaften sür lukrative Unternehmungen zugestimmt- Sck on vor 12 Jahren sei er gegen daS Dreiklassenwahlsystem ausgetreten. Die Fortschrittler seien damals vor Entsetzen auf den- Rücken gefallen, denn damals war er selber noch Fortschrittler. In einer Weise, welche die Versammlung zum jubelndsten Bei« falle hinriß, zog nunmehr Herr LaSke gegen die konservative Partei zu Felde. Der Antrag, Erhebungen die SanitätSwachen betreffend anzustellen, sei ebenso überflüsfig, wie die Enquete, die Sonntagsruhe betteffend. Wenn Herr Limprecht auch man« chen Anträgen nicht zugestimmt, so genüge dies nicht; er hätte vielmehr lauten Protest dagegen erheben müssen. Die Arbeiter bekämpfen aber nicht die Person, sondern die Partei. Die kon« servative Partei sei aber eure Partei des Rückschrittes, deshalb würde ein aufgeklärter Arbeiter niemals einen Konservatwen wählen. Herr Voigt betonte in seinem Schlußworte, daß Herr Limprecht, wenn er mit ihm(Voigt) einverstanden sei, wie er behauptet, so solle er aus der konservattoen Partei ausscheiden. So lange dieS nicht geschehe, könne er seine Arbeiterfreundlich. keit nicht für baare Münze nehmen. Trotzdem. Herr Haase fich redlich bemühte, für Herrn Limprecht eine Lanze zu brechen und die feste Verficherung abgab, nur die„ehrliche Haut" zu wählen, nahm die Versammlung doch mit allen gegen drei Stimmen eine Resolutton an, in welcher fie fich verpflichtete, für den Kandidaten der Arbeiterpartei im 26. Kommunal« Wahlbezirk mtt allen Kräften einzuttetm und für die Wahl desselben zum Stadtverordneten zu wirken. Arbeiter-Bezirksverein für de« Osten Berlins. Heute Abend 3>/, Uhr Versammlung in Keller's GeselltchaftS- sälen. AndreaSstraße 21(großer Saal). Tagesord- una- 1 Vortrag deS Schriftstellers Herrn Hans Land- D-r Werth des LedenS in unserer Zeit." 2. DtSkusfion. 3. Ver- beiterschutz Gesetz liegt in der Versammlung zum Unterzeichne» aus. Die Mitgliever werden dringend ersucht, drc noch nti� stehenden Petitionslisten baldigst, spätestens aber bis zum>- November, an den Vorstand abzuliefern. Suche ein Jede noch mit allen Kräften für die Erzielung einer möglichst hod« Zahl von Unterschriften zu wirken.— Annonz-n tür da neuen Vereinskalender werden nur noch bis zum 3. Nooewde bei den Herren Zaake, Küstriner Platz 8 und Berg»'- Straußbergerstraße 27, IL, sowie in ver VereinsoersamimM beim Kasfirer entgegengenommen. Später ist die Annah« von Annonzen nicht mehr möglich.— Äohnungs-Verä gen find dem Kasfirer Berger zu melden. BezirkSvereiu des wertthätigen Volkes der hauser Vorstadt. Dienstag, den 3. November, in Mei Lokal, Schönhauser Allee Nr. 161: Versammlung. Xt,. Ordnung: 1. Vorttag des Herrn Gottfried Schulz über: Entwickelung der Arbeiterbewegung". 2. Pcrschledcr!- 3. Fragekasten. Gäste willkommen. Neue Mttglieder nx!� aufgenommen. j Platzdeputirten der Zimmerlente Berlins und U geaend. Dienstag, den 3. November, Abends 8 Uhr.% Lokale Kommandantenstraße 77/79: Versammlung. Es"J Pflicht der Kollegen eines jeden Platzes, einen Deputirten P senden. Zentral-Kranken« und Sterbekasse deS DcutW Senefelder Bundes, Virwaltungestelle Berlin. AlejÄ*' straße 31 im Restaurant Weick, Dienstag, den 3. Novem* Abends 8 Uhr, Mitglieder- und Verwaltungs Versammlung- Zentral Kranken- und Sterbe-Kassr der Fabrik« Handarbeiter beiderlei Geschlechts.(Erngeschr. Hrlfskassi J Dresden.) Dienstag, den 3. November, Abends 9 Uhr,' Mayer's Vereinshaus. Ackerstraße 63, Mitglieder- Versamml�i Tagesordnung: 1. Wahl der Beitragssammler und Kram" besucher. 2. Verschiedenes. Vermischtes. Leiche«- Verbrennung in New- York. Da» Krematorium in Fresch Pond, Long Island, wird dieser in Thätigkett treten. Zwar ist der Verbrennungsofen nicht vollendet und wird auch vor dem nächsten Frühjahr] vollendet werden, doch ist ein temporäres Gebäude er worden, was vorläufig als Krematorium dient. Wenn gestellt, werden in dem Verbrennungsofen täglich acht Ä verbrannt werden können. Die Kosten der Verbrennung P fich auf 25 Doll. per Leiche, ohne Rückficht auf Größe Gewicht. Die Regulattonen der Gesellschaft, welche dasJW torium erbaut, find der Hauptsache nach folgende: DaS um Verbrennung einer Leiche muß im New Borler Bun Gesellschaft eingereicht werden und dieses Gesuch muß) einem durch einen Arzt ausgestellten Todtenschein b sein. Der Verbrennung muß ein Verwandter des Versto»- oder ein legaler Vertteter der Hinterbliebenen beiwohnen, j Leichenbestatter wird auf Wunsch von der Gesellschaft(R Leichen werden von irgend einem Theile der Stadt nach, Krematorium für 10 Doll. per Leiche hefördert. N Zeremonien können, wenn dies verlangt wird, im Krem» während des Verbrennungsprozesses stattfinden. Die. müssen nach der Verbrennung entfernt werd-n oder du werden seitens der Gesellschaft zerstört werden; im Jemand an einer ansteckenden Krankheit gestorben, daS letztere unbedingt. Die Asche von vervrannten kann in Urnen, welche von der Gesellschaft geliefert gethan und darüber nach Belieben disponirt werden. um Verbrennung müssen schriftlich eingereicht werden. 1 l« K- Ä. M er», Sa« de i s? At r-° ?lä Sprechsaal. »ie«tboKion stellt bi«»rnutzung b«, Sprechs-bl». Imm« ab,»geben Ist, bem PubUkum zur velprechung«n»ngeleg-ndeU-« zntereste» zur«erfiigung: fie verwahrt fich aber gleich, ntla 5�4""' Inhalt bestelbe» ibenttfiztrt zu werben. Als fich vor ca. 2 Jahren die Arbeiter- Bezi� bildeten, schien Vielen der Zweck dieser Vereine ein vßfh der zu sein, es entstand der Wunsch nach Errichtung»% einsbibliotheken, Lesehallen rc. In vielen Vereinen, wo Sehende Anträge gestellt wurden, entschied stch die A» er Mitglieder mit Recht gegen dieselben. Schon der U daß fich diese Vereine keiner großen Sympathie der zu erfteuen haben, sollte dahin führen, bei jeder neuest. oung die größte Vorficht und Ueberlegung nicht außer lassen um nicht eine Schädigung der bestehenden, gu> firten Vereine herheizusühren. In jüngster Zeit ist neuer Verein begründet worden, an dessen Spitze ha Schriftsteller stehen. Bei aller Achtung vor dem dieser Herren darf aber doch nicht vergessen werden, selben den größeren Arbeiterkreisen bisher nur bekannt geworden find. Trotzdem ich ferner va Achtung vor der Uneigennützigkeit dieser Herren, sowie jugendlichen Lettern dreses Volksbildungsvercins habc.'-jM"»»»,. ftg daß diese Herren doch weit mehr für die Interessen%%%? und deren geistiger Ausbildung wirken könnten,«ekw,»1 2%%,., Thätigkeit den Arbeiter SRezirfencn-zn-n .......... u-uwi» lumutn,'•"'■"j.j Thätigkett den Arbetter BezrrkSvereinen widmen unv»�, eine kräftigst unterstützen würden. Durch daS AM"«« Versammlungen diese« neuen Vereins gehen mw wieder einige freie Abende im Monat verloren; vre» % K Ü vrryen layen, will er Untenichtskurse besuchen,"--�! find Fortbildungsschulen, Handwerkerschulen und � vorhanden, welche diesen Zwecken Rechnung tragen- � Arveiter Zeit und Geld, so giebt eS in Berlin genug, um auch an Privat-Untcrrichtskursen»v. � Hat der Arbeiter ferner Energie genug, so steht R � f Humboldt Akademie ossen. Wich Bibliotheken gw aus denen stch der Arbeiter Bücher theilS unentgevliw,)löj) T-tt--- r----- *1 fflmiww K .MWrm.3.%: Verantwortlicher Redakteur#L Eronhet« in Berlin. Druck und Verlag von Max vadtng in Berlin yw ,...------...X,.„uuDuiumua) eevren, vor, umfassend« Bildung abgeht. Was soll denn ver», stU dildungsverein eigentlich lehren? Der Schwerst�/ wohl auf national ökonomische, naturwissenschmu, schästliche Vorttäge gelegt werden. Das Alles be#- auch die Arbeiter-Bezirksvereine als ihre Aufgabs- � J man überhaupt unter den heutigen Umständen Nationalökonomie treiben darf, möge darauS hclvo�P'y eS in einer Versammlung von dem..... amten als ungesetzlich betrachtet wu, einer Schrift deS Geheimen Raths Dr. Engel v«'' Die Arbeiter-BezirkSvereine würden auch orsda wenn ste keine Bibliotheken errichteten, da ittsi, kein ständiges Vereinslokal baden.— Wenn � guten, besonders wissenschaftlichen Vorträgen vereinen fehlt, so, meine ich. liegt das daran, da»** Arbeitern besiebende Vorstand zu wenig Zett«at'a!oW der Wissenschaft Besuche deHufs Einladung zustatten. Auch die zugespitzte Stellung mit Schuld daran sein. Viei« Gelehrte, wel«« � politischen Standpunkt einnehmen, vazjme»�"� sckaftlichen Vorttag in einem Arbeiter- Bezirks gtck'A Endlich spielt auch die leid-"---------- schätzende Rolle bei Beurtl für besser halten, wenn die BezirlSvereine au. einen gediegenen Vorttag halten ließen, al» hafter Wuth an den-~ lungen festhalten. T oder Schriftsteller zu ,r der Mitgtieder würden lungen ledhaft fördern. Beuchstraße 2 #5 er be II ve % Beilage zum Berliner Volksblati. Dienstag» de« 3 November 1888. II. Jahrg. ZoKales. , D«»» Personen• Porto. Unter dem Titel:„Das Per- SN' Pmto, ein Vorschlag zur Durchführung eines billigen �mheilstarileS im Personer, verfehl der Eismdahnen" i« in Wien 5. � erschienen, in welchem der Versasier Dr. Th. He-Yka U«»laidirt. die Tarife im Eisenbahi.vertehr vollkommen ein- Mich zu gestalten und zwar als Norm und Eivheilssotz im ««lverlehr 20 Pfennig und im ganzen großen Verkehr 50 Pf. r fordern. Di-, Personen, welche die Eisenbahn benutzen, sollen o«ezug auf Beförderungskosten ganz wie ein Brief detrachtet gerben; wie dieser durch das ganze Reich, ganz gleich, ob er � oder 100 deutsche Meilen weit beföidert wird, nur 10 Pig. M- so soll auch der Reisende nur den Einheitssatz von 50 Pfg. SUichviel ob er von Berlin nach Fi ankfurt a. O. oder »onigiberg nach Saarbrücken fährt. Für den Lokalverkehr im eine Entfernung von 20 Km. zum Setze von 20 Pf. zu Grunde Zt werden; die Züge sollen nicht nach einem destimmten Mwlan, sondern nach Bedürfnis adgelaffen werden, und na- Milch nur eine einzige Wagenklasse führen. Prioatgesellschaf- kw i. � iodoch gestattet(ein, an die Züge Luxuswagen, wie «i Nacht die Schlafwagen, anzuhängen, in denen der- 2%, Reisende, der mehr bezahlen rann und will, alle Be- I�wlichkeiten, wie Bett, Restauration, Lesezimmer, ja sogar j!" jCouchebad findet. Das Projekt erscheint auf den ersten ki. S'1 die Phantasie eines Mannes, der nicht daran denkt, �Theorien pl aktisch zu verwerthen. Aber die Idee des ist nicht neu, sondern andeutungsweise schon WNenportosDW. >?!>.. Fahren hier und dort aufgetaucht, und vielleicht wird Sf? dereinst darüber lächeln, daß es jetzt noch Mew >«» Siebt, die an der Einführung dieses Personen- iSfai zweifeln können. Es ist zweifellos. daß eine «uerung sowohl vom volkswirthschaftlichen wie vom ��nen kulturell.n Standpunkte aus von der größten lkeit sein würde. Wir brauchen nur auf den großen zJ'ÄB hinzuweisen, den die von England ausgehende Reform «lietportos ausgeübt hat- Die dadurch ins Ungeheuer- iiZJststiegene Vervielfältigung des schriftlichen Gedantenaus- war vorher kaum glaublich erschienen. Auch die viel- Reformen in der Frachtenbefördirung haben den Güter- � nicht zu verkennender Weise erleichtert, und ihnen h, �.n>ir es zu verdanken, daß wir die Produtte aller Zonen L.'.'aschesten und sichersten Weise noch allen Richtungen fcftalli-- n �nnen. Ebenso werden die neugeplanten Um- & "«rf' .D gen in dem Telegraphendienste dem Verkehr unzweifel- ioileiw. �nialtige Ausdehnung aeben. Die Idee des Per- % ebenfalls von England ausgegangen. Im Jahre Sls«,r?�se Raphael Brandon den Voischlag, auf allen »ort» � Großbritanniens ein einheitliches Personen- klaff' un2 Beibehaltung der Dreitheilung der Wagen- tlUcksg�iusühren. Tie Idee Brandons rst mcht zur �tsckf» gekommen. Später wurde dieselbe von dem Mch er n,�?r°It>ostmeisters Dr. v. Stephan aufgegnssen, doch damals glücklicher, da sich die deutschen Privatbahnen «in ak»c.- Iusfükirung widersetzten. Dr. Hertzka hat sich nun »rtwiA-Leidienst dadurch erworben, daß er mrt außer- i»erasi> w �Aufwand von Zeit, Arbeit und agitatorischer �?ee deS PersoncnportoS aus dem Gebiete idealer vind n in die Möglichkeit und Praxis umgesetzt hat. W&AK# I: "nd siegen den Erfolg einer derartigen Tanf- »Ii 2% haben sich als nicht stichhaltig erwiesen. Ein mehr -�»ähnliches Interesse bietet diese Anregung für uns in Ät°2«° wir das Staatsbahnensustem binnen kürzester oi» n vor uns sehen werden. Was in Oesterreich Un- A den unzähligen fich befehdenden Jntereffm unter k»Il, ,�4»u dringen und für die neue?ldee zu beaeistern. Vi»(•. M zu bringen und für die neue Idee zu begeistern, '' Mlniz»-Mußen vollkommen weg, wo fich die sämmilichen bereits in einer Hand, in der deS Staates, be- Udi«-. �cldstverständlich wird und kann sich der Eisenbahn- Nicht sofort dazu entschließen, an Stelle der bisherigen �8 für die Personenbeförderung das„Personenporto" % & tt?l Jeuilleton. Da« Morntonemmidchen. Jvrerikomisch« Erzähl»u»g von Baldvi« Möllhansen. .(Fortsetzung.) »v,"n schilderte sie auch ihre« Besuch im Lager, de» sie »ow"M und allein de« geliebte« Freundes wegen unter Iii»»«.' ferner da« alückliche Zusammentreffen ihre» An- boj; öu sprechen, welche« sie empfunden bei der Nachricht, befreit worden sei, aber von einer so überlegenen WL verfolgt werde. Dabei gedachte sie der edlen Be« Sicht �ve« Onkel«, wie derselbe Alles aufgeboten habe, fes Snj t*** ben Mormonen, sondern auch von de« nach ixs, R�Stadt kommandirten Dragonern eine Eskorte «rla�.�vholen und zur Rettung der Flüchtlinge zu �»kel« vergaß sie nicht zu erwähnen, daß ihr fefom i vrcht mitnehmen wollte, sie aber auf ihre« Willen Hube. Unter Erröthen gestand sie, wie nur die siel fg."? �vgst um ihn sie erfüllt, dieser Ritt beinahe zu tar(s.r.tht* Gräfte gewesen sei, sie aber trotzdem noch immer füt8tflie*,en Hube. Dann beschrieb sie ihre Reis«, Ug fn, yave. XJßN« venvucu Sv«.!:1. �U«. und dann wieder ihre« Schrecken, als die |�tert* bie der Flüchtlinge verwischt, und Slscht'.vach den Muthmaßungen der Späher, ihre ** bi««Äu�e weiter fortgesetzt hätte«. Wie sie dann r* 4fpvr.'h siekommen und t* derselben der Spur hberma«»! vachgefolgt wären, wie der Schrecken sie fast i* a fte bte Schüsse vernommen und ihr Onkel %be.«vuven zur Verhinderung von Unheil vorauSgesendet , �fe�tb sie mit bezaubernder Offenheit da« M&L'»welche« sie empfunden, al« sie ihn unversehrt fesnt uu« weiter, weiter Ferne Hab« sie ihn er« "ne � eben au« dem Versteck hervorgetreten sei; einzuführen, aber es ist nothwendig, die Idee deS Personen- portos gerade in Preußen in immer weitere Kreise zu tragen und durch eine solche Agitation dafür z» soigen, daß die maß- gebenden Persönlichkeiten wenigstens der Piüknng der neuen Idee fich nicht verschließen und inzwischen vielleicht diesen oder jenen Vermittclurgsooischlag akzeptiren. Die Voraus- bedinpung für eine so durchgreifende Reform ist der Nach« weis ihrer Möglichkeit vom finanziellen Standpunkte aus. Die Herabsetzung des PersonenportoS auf den Eisenbahnen muß eine gegen die jetzigen Verhältnisse bis ins Unoeheuerliche ge- steiger e Personenfrequenz zur Folge haben. Tritt diese ge- steigerte Personenfrequenz ein, so find die Ersenbahnen ge- nöthigt, neue Betriebsmittel in ausreichendem Umfange anzu« schaffen und nötbigenfall« neue Geleise zu legen, neues rollendes Material anzuschaffen u. s. w. Diese Steigerung der Frequenz in den größten Dimenfionen ist, wie gesagt, die unbedingte Voraussetzung für die finanzielle Durch« führdarkeit des Einheitstarifs. Die Vermittelungsvorschläge, die seit dem Bekanntwerden der neuen, eine so fundamentale Umänderung bedingenden Idee hier und dort in der Presse gemacht find und die wir der Vollständigkeit wegen hier eben- falls verzeichnen wollen, gehen darauf hinaus, vorläufig ent« weder nach Art der Packeibeförderung„Zonentarife" einzuführen oder das System des PersonenportoS einstweilen bei dem Lokal- verkehr zur Anwendung zu bringen. Unleugbar ist die Bezah- lung für die Personenbeförderung auch auf dm preußischm Bahnen eine unverhältnißmäßig hohe; fie steht in gar keinem Vergleich zu der Erleichterung, die der Lastmverkehr seit der Einführung der Eisenbahnm erfahren hat. Ein Verzeichniß der „Postkurse vom Jahre 1821", welches im Sprechsaal deS„Echo" zitirt wird, ergiedt, daß die Schnellpost von Berlin nach Breslau für 43'/, Meilen 10 Thaler und 21 Groschen oder 32 Mark und 10 Pfg. kostete. Das heutige Reichskursbuch belehrt uns darüber, daß das einfache Billet 2. Klasse— und ein solches muß hier zum Vergleich herangezogm werden, da ja die Post- kutsche in ihrer inneren Einrichtung genau derjenigen der jetzigen zweiten Wagenklasse entsprach— nach Breslau 22 Mk. kostet. Man muß zugestehen, daß unter solchm Umständen die Eisen- bahn heute nur vm ein weniges billiger fährt, als die einstige Postkutsche, die Tage lang durch das Land humpelte. Die>er Iheure Beförderungspreis ist auch Veranlassung gewesen, so führt Dr. Hertzka aus, daß die weitesten Schichtm des Volkes von der Eisenbahn bisher gar keinen Gebrauch machen konnten. Durch die theuren Eiscnbahnpreise erleiden wir aber eine immense wirthschaftltche Schädiqung. Bei billigerer Beförde- rung der Reisenden auf der Eisenbahn würde vielleicht der beschäftigungslose Arbeiter die Reise auf vqr Eisenbahn nach dem Ort, wo Arbeit vmhandm ist und Arbeitskräste mangeln, nach Einführung deS Zonentarifs für eine Mark zurücklegen können. DaS kann er jetzt nicht, wo er zur Zurücklegung einer Reise von etwa 40 Meilen 12 bis 15 Mark an Transportkosten aufwendm muß. Freilich ist zu beherzigm, daß bei großen Reisen nicht allein der Fahrpreis, sondern auch daS Zenmoment auS« schlaggebend ist. ja. daß selbst bei den heutigen theuren Be- förderungskosten daS Fahrgeld, wmigstenS bei allen weiteren Reisen, einen verhältnißmäßig geringen Theil ausmacht. Da mithin die Annahme, daß mit Einführung deS PersonenportoS fich sofort eine ungeheure Prozentvermehrung ergeben würde, nicht ganz einwandSfrei ist, so erscheint ein schritlweises Vor- gehen nothwendig, um nach und nach die möglich erscheinenden Erniedrigungen des Eisenbahnfahrgeldes herbeizuführen. Und deshalb empfiehlt es fich, besonders dm zweiten VermittelungS- Vorschlag ins Auge zu fassen, nämlich das vorgeschlagene System zunächst bei dem weitaus bedeutendsten Ver« lehr, dem Lokalverkehr, anzuwmden. Bei den kurzen Distanzen kommt das Zeitmoment nicht in seinem vollen Um'ange in Betracht, und Preisermäßigungen im Lokalverkehr können allerdings einm Anreiz für die Reise- lust abgeben. Beruht doch der große Personenverkehr Englands wesentlich auf der Pstege deS Lokalverkehrs. Die für London bestehenden Arbeiter-Retourbillets fixirm ohne Unterschied der Distanz den beispiellos billigen Prei« von 1 Penny(10 Pf.). Daher weist auch die Metropolitan-Railway, wie ein hiesiges Blatt mittheilt, 40 Prozent des gesammten Personenverkehrs Englands auf. Wir glauben, daß die Idee deS Personen« portos und die im Anschluß daran gemachten Kompromißvor- schlage der weiterm Erörterung werth find, und könnm nur dann aber habe ihr daS Herz zu klopfm begonnen, und kindische Scheu habe sie vor ihm gehegt, weil sie ahnte, wie ihre Zusammenkunft endigen würde, und dabei drückte sie ihrem Onkel dankbar die Hand, während sie sich inniger an Weatherto» anschmiegte und Gott für die gnädige Fügung ihre« Geschickes prie«. Und während sie dies Alle« erzählte, unterbrach sie sich vielfach, um Weatherton unter hellm Freudenthränen zu betheuer«, daß sie jetzt keinm eige« ne« Willen mehr habe, sondern ihm vertrauensvoll überall hin folge« wolle. Daß sie dem Mormonmthum gern entsage und ein- sehe, wie Rynold« und Demoiselle Corbillo» einen bösm Einfluß auf sie ausgeübt und sie mit schlauer Berechnung dem Mormonenthum in die Arme getrieben hätten, erwähnte sie nicht; sie wollte ihrem Onkel, der»och immer mit un« erschütterlicher Strenge an dem neue» Glaube« fest- hielt, nicht wehe thun. Denn beabsichttgte derselbe wirklich einst, die Satzungen de« Mormonenthum« in ihrer ganzen Schroffheit an ihr in Anwendung zu bringen, so harte sich sein Herz doch allmälig wieder für die Kinder seines BmderS erwärmt, um die milderen Gefühle in seiner Brust endlich den Sieg davon tragen zu lassen. Daß e, aber ihre Sinnesänderung nicht mehr so tief bedauerte, im Gegentheil eine innere Beftiedigung darin fand, sie so innig beglückt vor sich zu sehen, da« stand ja auf seinen ernste« Zügen geschrieben, lag in den billigenden, wohlwollmden Blicke», mit welchm er bald seine Nichte, bald Weatherto» betrachtete. Mit welcher herzlichen Freundlichkeit Hertha demnächst Weatherton'« Gefährte«, den deutsche« Maler begrüßte, und wie dieser, von der Anmuth des liebliche» Mor- moaenmädchen« überrascht, sich glücklich prie«,«eben seinem Freunde auch einem so holden Wesen nach besten Kräften gedient zu haben, da« bedarf wohl kaum einer Er« wähnung. Eben so erklärte Rast in seiner originelle« Weise, daß die Wanderung nach dem Salzsee, trotzdem sein Lientenant sowohl, wie er selbst für da« Festland eben so gut paßten, wie eine Fregatte auf emen Ententeich, ein sehr gescherdter Einfall gewesen wäre,«r verfehlte indessen nicht, hrnzu- wünschen, daß dieselbe im verkehrserleichternden Sinne wirken möge, damit die Benutzung der Eisenbahn, des wichtigsten der modernen Zivilisations- und Kulturbeförderungsmittel, immer weiteren Schlichten der Bevölkerung in immer ausgedehnterem Maße ermöglicht werde. Am gestrigen Tage sind 50 Jahre verflossen, seitdem Friedrich Wilhelm der Drille durch Kabinetsordre das Jagd- recht des hiefigen königlichen Gouvernements innerhalb der Ringmauern von Berlin aufhob. Noch jetzt finden fich auf einzelnen der ältesten Grundstücke in der Pallisadenstraße hy« pothekarische Eintragungen vor, nach denen dem Fiskus die Berechtigung der Hasenjagd dort zustand. Diese Berechttaung datirt nachweislich au« dem Anfange des vorigen Jahrhun- derts, als das Frankfurter Thor am Berührungspunkte der Weber- und Großen Frankfurterstraße stand, und an dem Verbindungswege bis zum Landsberger Thor durch die heutige Blumenstraße in letzterer noch eine Meierei lag, während hinter. wärts Ländereien und mit Gebüsch bedeckte Wiesen fich auS« dehnten. Die Pallisaden zwischen beiden Thoren, deren Lauf die jetzige Pallisadenstraße bezeichnet, wurden über Wiesen und Kavelländereien gezogen, Auch nachdem die Stadtmauer fich dann als steinerner Gürtel um die erweiterte Stadt zog, blühten innerhalb derselben die Landwirthschaft und das edle Waidwerk, wenn auch nur auf Hasen, fort. Aeltere Berliner wissen fich noch der Aecker und wogenden Getreidefelder aus den 30er und 40er Jahren zu ennnern, die zu ländlichen Promenaden in jenen Stadtvierteln ermunterten, welche jetzt vollständig bebaut find. So erscheint die Aushebung des Jagdrechts vor 50 Jahren innerhalb der Stadt keineswegs verwunderlich. Der erste Schnee in diesem Winter fiel am Sonntag früh, vermischt mit Regen und sofort zerschmelzend. Der un- trügliche Bote der deginnenden kalten Jahreszeit pflegt fich in Berlin gewöhnlich erst einige Tage später, als es in diesem Jahre der Fall war, einzustellen. Im Mittel der Jahre von 1848—1885 ist der 12. November derjenige Tag, an welchem der erste Schneefall eintritt. Am frühesten wurde er 1850 beobachtet, nämlich bereits am 13. Ottober, am spätestens im Jahre 1863, am 29. Dezember. Im vorigen Jahre fiel der erste Schnee am 17., vor zwei Jahren am 11. November. Der Kriminalpolizei ist es in den letzten Tagen ge» lungen, vier Personen frstzunehmen und zur Haft zu bringen, welche als Spezialisten auftraten und seit längerer Zeit das Publikum systematisch schädigten. Am 30. vorigen MonatS wurde das Frauenzimmer ergriffen, welches Kindern, die von ihren Angehörigen zum Einholen von Eßwaaren oder Aus- tragen von Sachen fortgeschickt waren, auf der Straße durch allerlei Versprechungen und fingirte Aufträge Geld ic. ablockte. Es ist dies die bercUS mehrfach wegen Diebstahls und Be- truges bestrafte unverehelichte Emma Bibach. Dieselbe hat fich außerdem aus mehreren Schlafstellen, in welchen fie fich als Emma Lehmann und Bertha Leber aufgehalten, unter Mit- nähme von Sachen heimlich entfernt. Die 25 Jahre alte Diebin ist von mittelgroßer, kräftiger Statur, hat blondes Haar, ging auf der Straße meistentheils ohne Kopfbedeckung und trug zeitweise ein graues oder braunes Umschlagetuch. Wünschenswerth ist es, daß fich die durch die beschriebene Schwindlerin geschädigten Personen bei der Kriminalpolizei Zimmer Nr. 77 melden. Ferner wurde am 31. vor. Mts. der Schneider Loewensohn festgenommen, der eingeräumt hat, 16 Schlafstellendiebstähle unter verschiedenen Namen verübt zu haben. Namentlich hatte eS derselbe auf Kleidungsstücke abgesehen. Bei seiner Festnahme wurden 22 Pfandscheine über die rer- setzten gestohlenen Sachen vorgefunden.— Am 1. d. M. wurde der Hochstapler, der unter dem Namen deS Grafen Beyssel von Symnich vom Kaiser Franz-Grenadier-Rcgiment Nr. 2 bereits zahlreiche Betrügereien ausgeführt hat, dingfest gemacht. Unter anderem hatte er fich bei mehreren Villen- befitzern in Lichterfelde Darlehne erschwindelt, bei denen er fich mit dem Vorgeben einführte, für den Erbprinzen von Mei- ningen Quartier machen zu müssen, da das Franz-Regiment demnächst in der Umgegend von Lichterfelde Felddienstübungen vornehmen werde. Er giedt ferner zu, in verschiedenen Ge- schästen Waaren auf Kredit für Rechnung d-S Grafen B. ent- nommen und einem Studenten, den er in einem öffentlichen Lokale kennen gelernt und nach seiner Wohnung begleitet halte, eine Uhr gestohlen zu haben. Der mit gewandten Manieren auftretende angebliche Graf wurde in einem hiefigen bekannten zufügen, daß er sehr viele verheirathete Seeleute kenne, und nach seiner Ueberzeugung da» wahre eheliche Glück doppelt so fest vor Anker liege, wenn der Gatte neun Zehntel seiner Zeil auf dem Salzwasser zubringe und nur gelegentlich einmal den Kopf in seine HauSthür stecke. So habe e« wenigsten« Weatherton'« Vater gemacht, und der fei ei« zu braver Seemann gewesen, al« daß sein Sohn au« der Art geschlagen sein könne. Od Hertha und Weatherton zu derselben Ansicht hin« neigten, wurde nicht auf der Stelle ermittelt, doch sprachen sich die Delaware» sehr zu Gunsten von Naft'« Urtheil und der Abwesenheit vom häuslichen Herde au«; nur daß sie de« Aufenthalt in der Wildniß weit über das Seeleben stellten. Die Mohaves dagegen schienen mit Allem zufrieden zu fem, sie waren wenigsten« so fröhlich wie Kinder, und einen glücklichere» und harmloseren Ausdruck hat wohl nie ein Indianer zur Schau aettagen, wie fie zeigten, al« Hertha ihnen der Reihe»ach die Hand drückte und ihnen durch Zeichen und Geberde« ihre« Dank für die bewiesene Treue verständlich zu machen suchte. So ging die Zeit dis zu den kühle» Abendstunden wie im Fluge dahin. Al» dann endlich die zurückgebliebenen Marmonen, welche mit Hilfe einiger Utah« Holmsten und La Batmlle nothdürftig m einem Felsenwinkel bestattet hatten, bei der Karavan« eintrafen, da wurde sogleich da« Zeichen zum allgemeine» Aufbruch gegeben, um so bald wie möglich mit den nothleidenden Pferde»»ach der Hochebene hinauf zu gelangen. Schluß. „Da« Mormonenmädchen" dürfte eigentlich hier al« be- endigt bettachtet werden, indem Hertha Jansen nur«och bi« zu ihrer Ankunft in Fort Bridger, wo sie nebst ihrer Schwester und deren Sohn von dem freundlichen Missionär nach pro- testantsschem Ritu« eingesegnet wurde, auf die Bezeichnung- „Mormonenmädchen" Anspruch machte. Ich vermag indessen nicht, mich von den mir so lieb gewordenen Personen zu trenne», ohne auch ihre« ferneren Ergehens gedacht, sie gleichsam in ihre Heimath begleitet zu habe». CafS festgenommen und hatte die Keckheit, stch noch im Kri« minal-Kommissariat für einen aktiven Ofstzier auszugeben. Es wurde in ihm jedoch sehr bald ein der Polizeibehöide bereits avistrter Deserteur des Kaiser Franz Regiments, Namens Si- korski, ermittelt. Auch der angebliche Polizeibeamte, der in einigen Geschäften in der Kochstraße gedruckte Polizei-Verord- nungen betreffend„Autbewahrung und Nerabfolgung der Gift- waaren" zum Verkauf ausbot uno den Nichtkäusern eine Oed- nungsstraie von 30 M. in Ausficht stellte, in der Person des aus Berlin verwiesenen, beretts bestrasten früheren Kellners, jetzigen Kolporteurs Müller, gestern verhaftet worden. »r. DaS Kapitel von der verlassene« Brant ist wieder um einen peinlichen Vorfall bereichert. Ein hiefiger Schneider, der für ein Konfettionsgcschäst arbeitete, hatte sich mit einem jungen Mädchen verlobt, von deffen Vater ihm eine Mitgift von mehreren Tausend Thalern versprochen wurde. Am vorigen Freitag fand die standesamtliche Trauung statt. Nach Schluß derselben wollte der Schwiegervater dem jungen Ehemanne die vereinbarte Summe überreichen, dieser erklärte jedoch, er brauche das Geld augenblicklich nicht und sei mit 2000 M. zufrieden; das Uebriae möchte er ihm für spätere Zeit verwahren. Der Vater lud ihn darauf zum Mittageffen am Sonnabend ein: am Sonntag sollte die religiöse Feier und ein Festdiner rm Restaurant des H-stel de Hambourg folgen. Die junge Frau war aber nicht gerade angenehm überrascht, als ihr Gatte sowohl am Sonnabend Abend aus- blieb und auch zm Trauung fichjnicht blicken ließ. Dagegen kam sein Bruder mit einer Depesche, worin der untreue Ehe- mann ihm mittbeilte, daß er auf dem besten Wege nach Amerika sei. Einem in der Mauerstraße wohnende« Herr« wur- den zn Anfang d«S vorigen Monats zwei werthvolle Hunde von der Straße gestohlen. Einer derselben war ein rehfarbener Windspielhund mit weißer Schwanzspitze und schwarzer Schnauze, der andere eine tragende braune Windspielhündin kleinster Raffe. Letzterer hatte einen Werth von 500 Mk. und auf der Ausstellung zu Stettin den ersten Preis erhalten. Die angestellten kriminalpolizellichen Ermittelungen waren bis jetzt ohne Erfolg. Eine im Hanse Markgrafenftr. 47 wohnhafte Frau fand vor etwa 8 Tagen vor der Bodenthür ein Packet mit verschiedenen Kleidungsstücken, die anscheinend aus einem Dieb- stahl herrühren und an dem Fundott versteckt worden find. Der Inhalt bestand auS einem braunen Winterüberzieher, einem schwarzen Double-Damenmantel, grauwollencm Damenjacket, schwarzseidenem Unterrock, blauem Kindermantel und einigen Wäschestücken gez. E. F. und F. Die Kleidungsstücke können auf dem Kttminal-Kommiffariat befichtigt werden. In der Wohnung eineS höhere« Beamten in der Genthinerfiraße erschien vor einigen Tagen eine unbekannte Frau, die dem öffnenden Dienstmädchen Loose zur Ausloosung einer Stickerei, die fie bei fich führte und angeblich für die Schwester Elisabeth vom Augusta-Hospital verkaufen sollte, anbot. Das Ergebniß der Verloosung sollte für einen guten Zweck bestimmt sein. Das Dienstmädchen ließ die Unbekannte während der Anmeldung bei der Herrschaft in dem Korttdor matten. Nach Absetzung eines Looses entfernte fich die Frau und gleichzeitig verschwand ein schwarzer Taillenrock, welcher im Korttdor gehangen hatte. Die angestellten Ermittelungen haben ergeben, daß die Unbekannte den Verkauf der Loose nur vorgespiegelt hat, um Gelegenheitsdiedstähle ausführen zu können. Sie ist etwa 80 Fahre alt, von kleiner schwächlicher Figur und hat dunkle Haare. Blutvergiftung mit tödtlichem Ausgang. Ein im Städtischen Allgemeinen Krankenhaus angestellter Kranken- wätter Hermann Lausch war vor einigen Tagen in Ausübung seiner Pflicht mit einem an der Rose e, krankten Patienten zu- sammengekommen und hatte fich dabei in Folge einer geringen Hautverletzung eine Blutvergiftung zugezogen. Trotz aller sofott angewandten Gegenmittel verschlimmerte fich der Zustand des L. deratt, daß die Aerzte zu einer Operation schreiten mußten. Auch dies fühtte nicht zu einer Besserung des L., vielmehr gab derselbe Ende vergangener Woche unter großen Schmerzen sttnen Geist auf. Unter reger Betheiligung fast fämmtltcher Beamten und Kollegen wurde L., der als ern äußerst pflichtgetreuer und allgemein beliebter Beamter ge- schildett wird, gestem Nachmittag zur ewigen Ruhe bestattet. Schwere vrandverletznnge« erlitt gestern Vormittag der Obetteuerwehrmann Völker bei einem kurz nach 8 Vi Uhr in der Werkstatt des TopezirerS RöSler, Alte Jakobstraße 12, auS« gebrochenen Feuer, welches unter den auf einem Hängeboden über dem ArbtttSraum lagernden, auS Werg und sonstigem Polstermatettal bestehenden Vorräthen seine eigentliche Stätte hatte und mit der ÄaS- und Dampfsptttze bewältigt werden konnte, ehe eS einen Verderben drohenden Umfang gewann. Bei den Aufräumungearbeiten hatte der Lbetseuermann Völker das Herabwerfcn der der Zerstörung entgangenen Materialien auf den Hof zu überwachm; ein Ballen Werg, in welchem noch Feuer geglimmt haben muß, wurde durch den btt der Hinabbeförderung verursachten Luftzug zum Auflodern gebracht, waS den p. Völker zwang, seinen vtandott auf der angelehnten Nachdem die Mohave«, so reich beschenkt, wie eS die augenblicklichen Mittel erlaubte«, sich von Hertha und ihren Gefähtte« verabschiedet hatte», um sich ihrem heimathlichen Thal« wieder zuzuwende», wurde die Reise nach dem Fott Utah und der Salzsee-Stadt in kurzen Tagemärschen ohne weitere Unfälle zurückgelegt. Wie die Flüchtlinge wieder in den Besitz ihrer Pferde gelangten, fanden sie auch ihr übriges Eigenthum, welches sie dem einsamen Grabhügel anvertraut hatten, unangerührt, was namentlich Falk beglückte, der auf diese Weise alle seine längst verloren geglaubte« Reiseskizzen zurück erhielt. In Fott Utah löste sich die Karavane auf. Falk und die Delaware« begaben sich nach der Salzsee-Stadt, um ihre Angaben, betreff« Rynold«' Ermordung, daselbst nieder« zulegen. Doch auch Weatherton, Hettha, Jansen und der alte Bootsmann verweilten nicht länger in Fort Utah, als unumgänglich nothwendig war, die Vermögensverhältniffe der beide» Schwestern zu ordnen. Elliot, welchem die Kunde von Holmsten!« Tode und dem Wiederauftauchen von deffen erster Sattin und deren Sohn schon längst zugegangen war, und welcher daher sein ganzes betrügenschei Gewebe und die gegen Weatherton aerichttte« verbrecherischen Pläne aufgedeckt wußte, hatte fich von der Station entfernt. Offenbar scheute er sich, Hertha »u begegnen. Wenn er aber befürchtete, daß eme Klage aeae» ihn eingeleitet werden würde, dann hatte er Hettha sowohl wie Jansen vollständig verkannt. Beide betrachtete» es als einen Glücksfall, jeder fernere» Zusammen- kunft mit ihm überhoben zu sei«, und nie wieder berührten sie in ihren Gespräche«, daß überhaupt eine Vor« Schwester betrachtete, wiedergesehen zu haben. Sie herzte und küßte ihn wie damals, nur mit andere« Gefühle». Es war eine riefe Trauer, welche sie der dem Ge« ::%%%% ä bcabfichtigte» schändlichen Beinige gewesen.(Forts, folgt.) Leiter durch einen Sprung auszugeben; letzterer mißlang und Völker fiel in den lodernden Werghaufen, aus welchem er nur mit vollständig verbranntem Gestcht und stark verletzten beiden Händen hervorgezogen werden konnte. Der Verunglückte ist in die königliche Klinik geschafft worden. Erstickt. Der Beamte L. in der Bandelstraße wurde gestern von einem schweren Schicksalsschlage getroffen. Er saß mit seiner einzigen Tochter bei Tisch, als plötzlich die Kleine laut stöhnend vom Stuhle siel. Der erschreckte Vater sah, daß fein Kind dem Erstickangstode nahe mar, und ließ sofott einen Arzt holen, der trotz aller Bemühungen vergeblich versuchte, daS Kind ins Leben zurückzurufen. Das 4jährige Mädchen hatte eine Gräte von dem genossenen Fisch verschluckt, welche sich in der Luströhre festgesetzt hatte. Poltzei-vericht. Am 29. v. Mts., Abends, mußte eine in der Gattensttaße wohnhaste Frau nach dem St. Hedwigs- Krankenhause gebracht werden, weil dieselbe durch einen Messer- stich in die Brust schwer verletzt worden war. Heber die näheren Umstände, unter denen fie die Verletzung erhalten, schweben noch Ermittelungen.— Am 31. v. Mts., früh, wurde die 50 Jahre alle unverehelichte Metto in ihrer in der Koppenstraße belegenen Wohnung, auf dem Fußboden liegend, todt aufgesunden. Nach ärztlichem Ausspruch ist der Tod in Folge Gehirnschlags erfolgt.— Um dieselbe Zeit zog fich der Tischler Wanslick vor dem Grundstück Schönhauser Allee Nr. 10/11 beim Abspringen von einem Wagen eine Verletzung der Hüfte»u, so daß er mittelst Droschke nach dem Kranken- hause in Moabit gebracht werden mußte.— Zu derselben Zeit wurde ein Mann in seiner Friedrichsgrackt belegenen Schlaf- stelle erhängt vorgefunden.— An demselben Tage Abends fiel ein 70 Jahre alter Mann vor dem Hause Weinstraße 29, von einem Gehirnschlag getroffen, plötzlich nieder und verstarb nach wenigen Sekunden.— Um dies-lbc Zeit wmde der Tapezirer Quast vor dem Hause Frtedrichstraße 165 durch eine Droschke überfahren und am linken Arm und Bein derartig verletzt, daß er mittelst Droschke nach seiner Wohnung gebracht werden mußte.— Am 1. d. ift. Vormittags wurde in der Spree, unweit der Ausladestelle an der Kleinen Etralauerstr., die Leiche einer etwa 35-40 Jahre alten unbekannten Frauensperson, welche anscheinend schon lange Zeit im Wasser gelegen hat, aufgefunden und nach dem ObduktionShause geschafft.— Um dieselbe Zeit brach in einer Wohnung des Hauses Denne- witzstr. 35 Feuer aus, welches die Thättgkeit der Feuerwehr auf Vi Stunde in Anspruch nahm und an den dort lagernden Schnrider-Materialien nicht unbedeutenden Schaden anrichtete. In der Nackt zum 2 d. M. wurde der Jnsttumentenmacher Piefke am Kottduserdamm von einem jungen Mann nach vorangegangenem Streit mit einem Messer in den Unterleib gestochen und so schwer verletzt, daß er zunächst nach der nächsten Sanitätswache in der Adalbettstraße und von dott nach Bethanien gebracht werden mußte. Gerichts-Ieitung. Einen ununterbrochenen Kampf mit den Schutzleuten führt der Buchbinder Theodor Graß, der gestern wegen wiffent- lich falscher Anschuldigung vor der ersten Strafkammer des Landgerichts i stand. Unter seinen 21 Vorstrafen fipurlren nicht weniger als fieben wegen Bcamtenbeleidigung und Wider- stands gegen die Staatsgewalt. Am 19. Juni wurde er em wieder einmal von einem Schutzmanne, den er ohne irgend eine Veranlaffung auf der Straße anrempelte, zur Wache fistitt. Nach Feststellung seiner Persönlichkeit sollte er wieder entlaffen werden und händigte der Schutzmann ihm seine Papiere wieder ein mtt der Aufforderung, fich zu entfernen. Seinem Prinzipe getreu, jeder Anordnung eines Schutzmannes strikte zuwider zu handeln, erNärte der Angeklagte aber, auf der Wache bleiben zu wollen und mußte schließlich mit Gewalt entternt werden. Nun begab er stch zum betrefienden Polizeilieutenant und gab erne Beschwerde über die Schrie- leute zu Protokoll, wonach er von denselben auf's Furchtbarste mißhandelt sein wollte. Da äußere Verletzungen an ihm nicht fichtbar waren und der Polizeilieutenant konstatitte, daß seine Behauptungen völlig aus der Lust gegriffen, so wurde gegen Graß obige Anklage erhoben. Zähneknirschend und mit wuth- funkelnden Augen maß er von der Anklagebank auS seine Feinde, die ihn übereinstimmend belastet hatten. Als der Prästdert ihn fragte, was er zum Anttage des Staatsanwalts, der auf sechs Monate Gefängniß lautete, zu sagen Hab«, ant- Kerlmer �heiler. «lhambra- Theater. Alhambra- Theater ging am Sonnabend vor r—n. Im—,------ r_ gutbesetziem Hause das vielbesprochene Drama deS Franzosen Felix Pyat„Der Lummensammler" in Szene, dessen sensationeller E.folg in Paris seiner Zell von allen Blättern gemeldet wurde, die alle voll waren deS Lobes über dieses neueste Bühnen- Produtt. Und in der That, der geniale Franzose hat Außer- ordentliches geleistet und seine Schöpfung riß zu Staunen und Bewunderung hin. Pierre Garouffe hat als flotter junger Mann sein Ver- mögen durchgebracht und ist bis zum Lumpensammler hei ab- gesunken; er beschließt, Selbstmord zu üben, aber sein Zunst- genösse, der Lumpensammler Jean, weiß ihm diesen Entschluß zu verleiden durch die Darstellung der pietätlosen Behandlung, welche dm Leichen der Selbstmörder widerfäbtt. Und nun entsteht bei Garouffe der Entschluß, stch die Mittel zu einem besseren LebmSgenuß durch ein Verbrechen zu verschaffen. Der Ksffendiener Didier, der eine große Summe Geldes bei fich tragt und fich in das Quartier der Lumpensammler oerirrt, wird von ihm überfallen, ermordet und beraubt; dem dadurch an den Rand des Ruins gebrachten Chef deS Gemordeten, bietet stch der durch seine That reich gewordene Mörder als Kompagnon an und fühtt nun als Baron Hoffmann ein vor- nehmes Lehen; sein früherer Kollege Jean aber sorgt für die Tochter deS ermordeten Didier, so gut er s bei seinem Geschäft alS Lumpmsammler kann. Das gutgeartete Mädchen nimmt ein Findelkind auf. dessen natürliche Mutter die Tochter des Baron Hoffmann ist. Dieser jbat inzwischen abermals seine Finanzen zerrüttet, hetreidt die Verheirathung seiner Tochter mit gen Mann und dmgt eine Mörderin für daS einem reichm jungm----- �. im Wege stehende Kind. Didiers Tochter kommt dadurch in den Verdacht deS KindesmordeS und der alte Jean wird durch eine dem Didier abgenommene Brieftasche verdächtig, deffen Mörder zu sein. Da gelingt eS dem alten Jean, die für den Kindesmord gedungene Frau zu überlisten und von ihr die Beweise für oie Herkunft deS KindeS zu erlangen; er erkennt in dem Baron Hoffmann seinen früheren Zunftgenoffen wieder und diesm ereilt daS Schicksal. Man steht, die Konzeption deS DichterS ist etwas kühn. Ein deutscher Dichter würde Bedenken tragen, seinem Publi- kum einen so verwegenen Verbrecher vorzuführen und ihn nach dem wohlgeplanten Verbrechen noch zwanzig Jahre lang die «°chen würl mottete der Angeklagte in steche« Tone:„Habe ich Strafen unschuldig verbüßt, so kann ich auch die fünfte i# abfitzen." Der Gerichtshof fand fich nicht veranlaßt, an da beantragten Strafmaß ttwas zu ändern und für das nm halbe Jabr ist der geschworene Feind der Berliner Schutzl» kampfunfähig gemacht. „Ein Spekulant in Bterkruken" stand gestern in% Person des 29 jährigen Büchsenmachers Gustav Bis# Walter vor der 4. Strafkammer deS Landgerichts l. Es den ihm neun Bettuasfälle zur Last gelegt und liefette jj Verhandlung einen bemerkenswetthen Belag dafür, daß% „Findigkeit" der arbeitsscheuen Leute, fich auf leichte Att dun? Leben zu schlagen, immer neue Blüthen zeitigt. Nach dO wnnfte, da! Geständniß des Angeklagten hat er seit etwa Jahresfrist fchc» nn« so hx deS schlaue Manöver in Szene gesetzt. Er taufte in" Produttengeschäfte alte wetthlose Bierkruken oder Flaschen» einen Spottpreis an, reinigte dieselben von außen und tH fie in kleineren Pattim von 2 bis 4 Stück zu den Barlo'' Händlern. Er behauptete, daß er das Bier dott entnonw» und für die Flaschen entsprechendes Pfand hinterlaßt, habe, welches er zurückfordette und in vielen W" erhielt. Fehlte es ihm ganz und gar an„Antof kapital" so revidirte er die Müllkästen auf den nach alten zersprungenen Bierkruken und wenn es irgend�" ging, so„schmierte" er diese auserlesenen Gefäße dm kleine Bierhändlem an. Natürlich besuchte er mit Vorliehe die® Keller wohnenden Geschäftsleute, wo daS henschende W dunkel seinem Schwindel günstig war. In einem Keller' der Wallstraße verfuhr er noch ra'finitter. Er verlangte � der Inhaberin 5 Liter Kartoffeln und ein halbes Dich» Heringe und während die Frau im Begriffe stand, die löffeln einzumessen, bat er fie um leihweise Ueberlaffung» einem Korbe und 4 Flaschm, da er nebenan beim Kauf#'' 4 Flaschen Arrak holen solle. Flaschen Schwindler wieder in dm Keller derselben Frau zu kommen, er wieder erkannt und ihm nunmehr das Handwerk gelegt. Gerichtshof veruttheilte den vielfach Vorbestraften zu 21™ natm Zuchthaus und den entsprechenden Nebmstrafen. Brandenburg a./H., 27. Oktober. Heute fand vor** Strafkammer hier eine Verhandlung gegen vier Ziga? macher wegen vorsätzlicher Körperverletzung, Veraehm SA §§ 123 und 223a statt, welche ein trauriges Bild sozialen Zustände entrollte. Der Verhandlung lag fo%% Thatbestand zu Grunde. Am 2. August wurden zwei chen, die Geschwister Auguste und Lina Hahn, welche den Zigarrenfabrikanten Friy Hesse hier, bei dem säv männliche Ardeiter die Arbeit eingestellt hatten, well Hesse zu viel Lehrlinge beschäftigte und zum 1. April j- noch 16 neue Lehrlinge einstellen wollte, wodurch natürlich Mehrzahl der Zigarrenmacher brodlos geworden wären. ihrer Heimath, Königreich Sachsm, engagitt, um— an Stelle der streikenden Ardeiter in seine Fabrik e» ritten. Den vier Angeklagten wird zur Last gelegt. Mädchen zur Einstellung der Arbttt und zur Adrttse«f? fordert zu haben. Nachdem die Mädchen dies jedoch abfl'W hatten, sollen die Angettagten dieselben überfallen und lrch gemrßhandelt haben. Hierbei sollen sogar gef° Wnkzeuge in Anwendung gebracht sein. In der Verhf bestritrin die Angeklagten sammtlich die ihnen zur legten Handlungen. Sie gaben ,u. den E Madchm Vorstellungen gemacht zu haben, sowie orde uno 4 Flaschm, da er nebenan beim Kauft»»»' :n Arrak holen solle. Die Frau ging aus denLeii»'' und Korb sah fie nie wieder. Dagegen hatte j ler das Pech, btt ttnem späteren„GeschästSga»? W .w Reisegeld zur Zurückfahrt in ihre Heimath angeboten#% eS sei ihnen jedoch nicht ,n dm Sinn gekommen, lhätlich K die Mädchm vorzugehen----- T Sie bestteiten ferner, überhm?' > die beiden Mä .Bestimmtheit die er,»"�, Angeklagten wieder ettmnen wollen, den vierten 2lniÄi. H 0# Hl OXC a/tapajen votzugcyrn. z>\t vemeuen ferner, üoerya"" ty Thatort gewesen zu sein, wohingegen die beiden Mädtb#� wie der Kaufmann Str. mit aller Bestimmtheit die jedoch nicht genau rekognoSziren können. Von Seite» geklagten sowie deS Vetthcidigers find neun EntlaftunS�v geladen, von denen einige sehr bestimmte AuSsagm r Von Seiten der Staatsanwaltschaft wird die Glaubwß der Zeugen in Zwttfel gezogen. Der Vertheidiger mach' aufmerksam, daß es auf diese Art Jedem unmöglich würde sein Alibi nachzuweisen. Der Staatsanwalt such'. zuweisen, daß btt dm ersten drtt Angeklagten die wiesen, bei dem vierten zweifelhast sei und beantragi � gegen jeden der drei ersten Angeklagten eine Gefängn'e- von 9 Monaten, gegen den vierten Frttsprechung.™ Rede des Vettheidigers, welche eine scharfe und tüi nennen war, erkannte der Gerichtshof auf ttne Strafe auf Frttsprechung gegm den vierten. Die Angeklagten tt% fich btt der Sttafe nicht beruhigen zu können, uno wurvVjj infolgedessen in Untersuchungshast deHalten, in welche. schon seit dem dritten August Hefinden. Zwei der Ver find verheirathet. Bonn, 29. Oktober. In der hmtigm StrafkammeM Aipnlnr mprtpn mußte stch Vikar K. auS Sieglar wegen Vergehens, Freuden einer vornehme» Stellung und eines äußerlich M lichm Familimlebens genießen zu lassen. Wer für eine pi Schilderung Glauben bei den Zuschauem verlangt, 1'»� ihnen das höchste Maß ftanzöfischer Leichtfertigkeit JW und das ,st allerdings von deutschen Zuschauem viel, verlangt. D>- SÄ' ÄaÄ Äi«, dem Verbrechen zurückschreckt und von ihrer W5 � Sä= miT'SrM benn übttbaupt We dramatische Arbttt deS höchsten Vollendung ist. oon der poefievollen � ','onnie. einmal oenuwT-- s&stää ss S : Noch des Leben» SÄ deide kämpfend mit der ÄS" �«-«4 Schilderum Acht haben." Mi um ti «u«" «es. hat, es. so find fie bei ihm wenn er stch von vorausgesetzt, wwMP� Sialt W cf über Zivilehe, verantworten. Im vergangenen «vmmer kam ei» Arbeiter mit seiner Braut zu dem Geist. um fich trauen zu lasten. Auf die Frage nach dem N"Ue über die Zivtltrauung erklärte der Arbeiter, daß er . �hrm vergessen habe und später bringen werde. Im jwtKmen auf diese Aussage schritt der Vikar zur Eheschließung, um Ipater dir Erfahrung zu machen, daß man sein Vertrauen M�ucht und eine standesamtliche Ehe nicht vorher stattge- l-i** batte. In der Verhandlung bemerkte der Geistliche, »mL*® m8 vorgekommen sei, dab die jungen Leute bei den . Besorgungen vor der Trauung den Schein ver W" und nachträglich gebracht hätten, worauf der Vorfitzende �merkte, daß die Annahme, daß die Leute unmittelbar vor m!*'0 Wligen Handlung fich keiner Unwahrheit schuldig würden, eine naheliegende sei. Der Staatsanwalt be �.'wgte 30 Mark Geldbuße; der Gerichtshof erkannte auf das �unimum von 6 Mark. Soziales««d Arbeiterbewegung. «.Ausruf an alle Stuckateure. Gipser und verwandte« ��'�enossen Deutschlands. Kollegen! Berufsgenossen! «ndelracht der jetzt fich immer fühlbarer machenden Kon« und der dadurch bedingten schlechten Lohnvrrhältnifse »»�ni wir uns hierdurch an Euer Rechtsbcwußtsein zu Sfen. Echo« seit längerer Zeit haben fich aus verschiedenen Städten Deutschlands die Kollegen an uns mit der JTT gewendtt, ob es nicht möglich wäre, eine Vereinigung un>>> ralisation) sämmtlicher deutschen Stuckateure, Gipser wandten Berufsgenoffen herberzuführen. Der Berliner tn�Aunereirr hatte«s.daher für angezeigt gehaltm, Schritte lifo« � iu unternehmen und fich zunächst an sämmt- l8rt(5etltnet Kollegen, welche noch nicht dem Verein ange- n, gewandt, um von denselben zu hören, welche Stellung "-trage gegenüber einzunehmen gedenken. Eine zu Zweck jüngst stattgehabte öffentliche Versammlung nun mu diesem Vorhaben einverstanden er« Jto gleichzeitig den Beschluß gefaßt, Mann für Mann hverein der Berliner Stuckateure beizutreten, welcher .J auch sofort von den noch nicht dem Verein ange- Kollegen durch Beitrittserklärung ausgeführt wurde. 's wurde in derselben eine Kommisston von fieben Mit- „m, o gewählt, welche diese Sache in die Hand nehmen W Lütgen! Berufsgenoffen! Wir glauben Euch nicht erst jtoJJ' brauchen, daß wir„Vereint Alles, vereinzelt aber find und denken, daß wir nicht die Letzten sein W? um unsere gerechte Forderung, die Sicherstellung der Ktfuff*8 Arbeiters, auch endgiltig durchzuführen; dazu ge« flüL n0t Qlltn Dingen Einigkeit. Wir ersuchen Euch da- /werall wo noch keine Organisatwn fich befindet, eine «u schaffen und wo schon Vereine bestehen, träfttg zu oamit wir auch gestärkt an unsre Arbeit gehen können. ry- 1- 0*7——--------- wir Alle, welche mtt unsrer Sache befreundet IW ,nte Stuckateure, Gipser und verwandten Be« fct'xr erli,AQu�u�?r�?!??' welche zahlreich besucht war, fand am Wallcniki» c"8dark, Mülleistraßc 178, unter Vorfitz des Mnen.».fen" fia>t. Das Referat hatte Herr Kunkel über- gjkn tzft 5, mhrte aus: Alle Palliativmittel, welche von Mhaltnissx emÄ�., Ardeiter zur Verbesserung seiner Q tn schon werden, seien nicht annehmbar. Es zwiskb». sekundliche Blätter über die freie Verein- 3 sültijc und Arbeitgeber viel geschrieben, von g�fieni ,u K.e?."* über kaum noch die Rede sein, da ste sß'Wiklion i!«, Arbeitgeber ausfalle. Nur eine stramme Nob»_ der Arbeiter könne etwas Pofitives schaffen. Sttinträgcr sei dies dr/ngcnd nöthig, S Geld'h81 man, könne der Staat nicht schaffen, weil er arttÄ« s« ifrSoÄÄ nu,. AionM, Behauptung: wenn ein Steinttäger im Jahre fu vi?* �g wöchentlich 40-45 M. verdient, so sei das m„?'e Herren, denen das zu viel erscheint, mögen 31«tttol'i! wurde im Allgemeinen recht M g im Publikum die Toiletten. wurden, wie wir de, recht brav. Einigen An« Szenen, die wohl denn überhaupt mehr lleb.�cmg als die bloße, stellenweis sogar allm wört« "mifana Unternehmen ganz besondere Anerkennung verdient, "»ch zahlreiche Aufführungen bevor. Sonntag seinen be- hen Theater hätte n.,,.,,«vk/nv... wn.v ihm diese yi bfichl Sitzplüpe nicht gelungen, denn das Theater war tili""' hafi kein Apfel zu Boden fallen konnte. üK btoSn n Viertel 7 Uhr konnte der Kasfirer seine Sonntags. während die kolossale Anzahl jener, die leine (Naüä galten hatten, mit den Billethändlern paktirte, welche > And!?"" iurz vor 7 Uhr„ausverkauft" hatten. Solch' W'ug" wk„Die schöne Helena" hat nicht einmal '4c vi»,u. bestehen gehabt, wie der Kaffarapport aufweist, A.r. �'hfimögliche Einnahmeziffer verzeichnet. »"unmögliche Eim Trotz des außerordentlichen -chwank„Papageno" bei seinen Auf- l�hett, Peinigung mit dem Belle-Älliance-Theater die Ge- (9 Erfolg des tollen Schwankes weiter auS- �ale in gzene'0t� t,et�1&t l,enn worgen daselbst zum ��Vs�ktädtisches Theater. Die Operetten. Novttät die bat in den bisherigen Auffüh. v.wiier°n m'® überaus fnmnntbiirfee Ausnabmc seitens ferü kls vvl» v»ä'Vv*,*Hvi* werden. Das Vagabundenthum würde mehr und mehr ver- schwinde« und die F auen und Kinder würden den Männern keine Konkurrenz machen. Herr Zachow sprach in demselben Sinne wie der Referent. Herr Rennthaler bemerkte, daß noch viele indifferente Kollegen vorhanden seien, die ihren eigenen Weg gehen. Nur durch eine starke Vereinigung könne man etwas Pofitives erzielen. Jeder müßte fich sagen, daß die Steinträger schon jetzt durch ihre Organisation etwa? erzielt haben. Wenn man sagt, durch Hebelvorrichtungen wolle man suchen, unsere Kräfte zu ersetzen, so seien das Schreckschüsse, welche wirkungslos abprallen werden. Der Fachverein sei die Stätte, wo man alle Uedelstände diskutiren und durch den man viele derselben beseitigen kann. Der Referent machte noch darauf aufmerksam, daß in demselben Lokale der Arbeiter- Bezirksverein der Oranienburger Vorstadt und des Wedding tage, und ersuchte die Anwesenden, fich auch diesem anzu- schließen. Zum Schluß wurde folgende Resolution angenom- men: Die heutige im Norden von Berlin tagende Steinttäger- Versammlung erklärt fich mit den Ausführungen des Referenten voll und ganz einverstanden und verpflichtet fich, da dies im Interesse der gcsammten Steinttäger Berlins von großer Notb« wendigkeit ist, Mann für Mann dem bestehenden Fachverein der Steinttäger beizutreten. Außerdem wurde den Anwesen- den dringend ans Herz gelegt, die Petttion für den Arbeiter. schutz-Gesetzentwurf zahlreich zu unterschreiben, und mttgethettt, daß die nächste Versammlung deS FichvereinS der Steinttäger bei Schäffer, Jnselstr. 10, stattfindet. Hierauf schloß der Vor- fitzende mit einem dreimaligen Hoch auf das Gedeihen des Fachvereins die Versammlung. br. Im Fachverein für Schlosser berichtete Herr Miethe am Sonnabend über die Thätigkeit der Rechtsschutz-Kommisston. Seinem Berichte zufolge gaben zwei Kollegen, von denen der eine 105 Mark, der andere 100 Mark 50 Pf. von seinem früheren Meister zu fordern hat, die sichere Ausficht, daß ste, nachdem die Gewerbe-Deputatton deS Magisttats zu Gunsten der Meister entschieden, mit Hilfe des Rechtsanwalls, welchem die Rechtsschutz-Kommisston die Verttetung ihrer Forderungen übergeben hat, zu ihrem Gelde kommen werden. Herr Miethe schloß mit der Bemerkung, daß alle Kollegen schon wegen des vom Fachverein gewährten Rechtsschutzes fich veranlaßt fühlen sollttn, Mitglieder des Fachvereins zu werden.— Herr Alter brachte die Thatsache zur Sprache, daß auch Mitglieder des Fachvereins schon wieder aufhören, die 10 stündige Arbeitszeit innezuhaltm. Die weitere Diskusfion bezog fich auf die be- dauerlichen Vorkommnisse bei den Lohnbewegungen«»derer Gewerkschaften in Berlin, in Folge deren in allen Gewcrk- schafttn die Geneigtheit, fich an Lohnbi wegungm zu betheiligcn, sehr geschwunden sei, und auf die Frage, in welcher Weise eine regere Betheiligung an den Versammlungen erziett werden könnte. br. Die Drechsler und verwandte« Bernfsgenosse« waren am Sonntag im Louisenstädtischen Theater versammelt, um über die Fortsetzung ihrer Lohnbewegung zu berathen, da in Folge deS in der letzten öffentlichen Versammlung gefaßten Beschlusses der offizielle Streik mit dem 31. Oktober beendet war. Herr Sündermann gab einen Rückblick auf die bisherige Lohnbewegung und die Erfolge derselben. Er konstatirte, daß zu der Forderung eines Minimallohns von 18 Mark wöchentlich bei zehnstündiger Arbeitszeit, zu deren Durchsetzung die Gesellen eine Lohnkommisfion eingesetzt haben und am 27. Sep- tember in die Lohnbewegung eingetreten find, weder die JnnungSmeister noch die fteren Meister im corpore Stellung genommen. Der Obermeister der Innung, Herr Meyer(der- selbe war anwesend) habe zwar gesagt, daß er der Lohnbewe- Sjng sympathisch gegenüberstehe, aber eine Versammlung der nnungsmeister deHufs Stellungnahme zu der Forderung der Gesellen einzuberufen, habe er nicht für nöthig gehalten. Das Vorgehender Lohnkommisfion habe, besonders in den erftenWocheu, einen befriedigenden Erfolg gehabt: in 80 Werkstätten mit 340 Gesellen sei die Forderung bewilligt. Es handle fich nun darum, daS Errungene zu behaupten und gegen solche Werk- statten, in denen die Forderung noch nicht durchgesetzt ist, wenn mindestens zwei Drittel der Gesellen es bei der Lohnkommisfion beantragen, mit der Arbeitssperre vorzugehen. Re- ferent theilte mit, daß über zwei Werkstätten: die Mayer'sche in der Fcilnerstraße, und die Rödiger'sche in der Waldemar« straße, nach erfolglos gebliebenen Verhandlungen die Ar» beitssperre bereits verhängt sei. Am Schluß wieS er noch darauf hin, daß die leistungsfähigeren Kollegen im eigenen Interesse für die schwächeren Kollegen eintteten müßten und daß es um so leichter sein werde, das Errungene zu behaupten und noch mehr zu erringen, je mehr die Zahl der an der Lohnbewegung fich betheiligenden und dem Fachverein fich an-- schließenden Kollegen zunehmen werde. Nachdem die Herren Rindrick, Ecküler, Gromoll und Krause in zustimmender und ergänzender Weise gesprochen, nahm die Versammlung ein- stimmig eine Resolution an, in welcher fie fich mit den AuS- sührungen des Referenten einverstanden erklärt und fich verpflichtet, auf dem beschrittenen Wege weiter zu gehen und mit allen Kräften die Bewegung zu unterstützen, damit dieselbe zu einem guten Ende geführt werde- hfg. In der öffentlichen Generalversammlung der Maurer, welche am Sonntag Vormittag im Konzertlokal „Sanssouci" unier Vorfitz des Herrn Behrend tagte und von zirka 1200 Theilnehmern besucht war, referirte der Genannte über den Verlauf der diesjährigen Lohnbewegung und die im nächsten Frühjahr geltend zu machende Lohnforderung der Ber« liner Maurer. Man könne, so sührte er aus, mit dem vorläufig Erreichten zufrieden sein, schon deshalb, weil dadurch bewiesen sei, daß durch Einigkeit und muthiges, opferwilliges Ausharren die Lage der Arbeiter verbessert werden könne. Die zuerst er» hobene Forderung von 45 Pfg. Stundenlohn sei durch den Generalstreik nicht nur erreicht worden, sondern ein beträcht» licher Thcil der hiefigen Maurer habe schließlich den ihnen mit fanatischer Hartnäckigkeit mehrere Wochen hindurch bestrittenen Lohn von 50 Pfg. für die Stunde durchgesetzt. An dieser For« derung müsse im nächsten Frühjahr unbedingt festgehalten und dieselbe für alle Berliner Maurer ausnahmslos erkämpft wer» den- Auf die Einnahmen und Ausgaben deS Maurerstreiks eingehend, theilte der Referent mit, daß fich die Gesammttin- nahmen des Streikunterstützungsfonds in dem Zeitraum vom 17. Juni biS 10. August d. I. auf 33 222 Mk. 29 Pfg., die Gesammtausgaben auf 29421 Mark 80 Pfg. beliefen, wovon die Verwaltungsunkosten während des etwa fünfwöchentlichen Generalstreiks nur 673 Mark 60 Pfg. erforderten. Nach einer lebhaften Diskusfion, an der fich besonders die Herren Weiße, Wille, Scheel und Schmidt betheiligten, nahm die Versammlung einstimmig folgende Resolution an: In Erwägung, daß»ie Löhne der Berliner Maurer zu gering find, um ihnen und ihren Familien eine menschenwürdige Existenz zu ermöglichen, erklärt die heutige Versammlung eine Erhöhung der Löhne für dringend nothwendig und im Hinblick auf die jetzigen Berliner Verhältnisse die Aufstellung einer Minimal. Lohnforderung von 50 Pf. für die Stunde, also die Auftechthaltung der im Juni d. I. gefaßten Resolution und deren strikte Durchführung im nächsten Frühjahr für unerläß- lich. Da letztere nur durch eine feste Organisation zu erreichen ist, verpflichten fich die Anwesenden auch zum Eintritt in den „Verein zur Wahrung der Jntereffen der Berliner Maurer." Hierauf wurden noch einige Unterstützungs Angelegenheiten er» ledigt und beschloffen, die Familie eines anläßlich deS Ruthe» nower Streiks zu einer Getängnißsttafe veiurtheilten MaurerS während der Dauer seiner Haft angemessen zu unterstützen, so» wie dem durch einen Unfall auf dem Bau geschädigten, arbeitsunfähigen Maurer Nachtigall eine wöchentliche Unterstützung von 5 Mark und zur Geltendmachung seiner Unfallmtschädi- gungSansprüche unentgeltlichen Rechtsschutz aus den öffenttichen Fonds der Berliner Maurer zu bewilligen. Ein Antrag auf Unterstützung der streikenden Drechsler mit 100 Mark wurde der Kommisston überwiesen. Oeffentliche Tapezirer-Bersammlnng. Tagesordnung: 1) Die Nothwendigkeit einer geschlossenen Organisation zur Durchführung der bekannten Minimalsätze und der 9 stündigen Arbeitszeit im Frühjahr 1886. 2) Berichterstattung der Rem soren und Neuwahl derselben, sowie der Lohnkommisfion. Gauverein Berliner Bildhauer. Heute Abend Annen« straße 16: Delegirten-Versammlung. Tagesordnung: 1. Referat und Diskusfion über Berufsstatistik, 2. Verschiedenes. Literarisches. Von der„Neuen Zeit", Stuttgart, Verlag von I. H. W- D i e tz /".ist soeben das 11. Heft des lll. Jahrgang» erschienen. Inhalt: Abhandlungen: Die Entstehung deS Christen» thums. Von K. Kautsky.— Der Äetreidehandel der Vereinigten Staaten, lll. IV. Von Lafargue.— Der Kongo und die Gründung des Kongostaates. Von I. B. Adler.— Die Quintessenz des Sozialismus.— Eierlegende Säugethiere.— Notizen: Die Kohlen- und Eisenproduktton DeuschlandS.— Die Gewerkschaften.— DaS europäische Element in Ostafien.— Der Niagara.— Kinderarbeit in den Vereinigten Staaten.— Die Eisberge. Möbel-, Spiegel- u. Polsterwaaren-Magazin von A. Franke, 40 Wasmerthontrass« 46, empstchlt nur reelle, gediegene Arbeit. Eigene Werkstatt. Solide Preise. Auch TheUzahlung. 2176 AIS Verlobte empfehlen fich: Emma Binder, Franz Richter, Berlin, den 3. November 1885. [2658 ___ Sfil© für vereine und Mlichkeile» auch honmtag«. 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Der Kalender, mit Schreibpapier und Papier für Tagesnotizen ausgestattet, kostet wie bisher 50 Pfennig. Auf vielfachen Wunsch ist eine stärkere Ausgabe mit mehr Schreibpapier und besserem Einband ange- ferttgt, von der das Exemplar zu 70 Pfennig abgegeben wird. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Den Herren Schlossermeiftern, Bauaafchläger« und Schloffergesellen zeige ich ergebenst an, daß ich mein Schank« geschäft und den[2653 Arbeits-Nachweis am 6. oder 7. November d. I. von der Alten Jakodstraße 66 nach der Eebasttanftraße 50 verleg« bittet Um ferneren Zuspruch «.«patz. in reichster Auswahl auf Lager und«ach Rast in kürzester Zeit au» den gediegensten Stoffe«: i>, 9, 10, 12 und 15 Thlr., Anzüae: 8, 10, 12, 15 und 18 Tblr. Hosen: 2, Z. 4. 5 und 6 Thlr.[2426 Gl. Dilssner, Schneider für Herren, 46. Alexandrinenstrasse 46, ___ Onergebäude 1 Treppe.______ E. mbl. Zim, auch f. 2 Hrn., z. vm. LandSbergerstr. 81, H. III, r. 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Wallner-Theater. Heute: Herr und Frau HippokrateS. Velle-Alltauee-Xheater. Heut«: Villa FriedelSruh. Walhalla-Operetteu- Theater. Heute: Don Sesar. Viktorta-Theater. Heute: Meffalina. Central-Theater. iiilte Jakobstraße 32. Direktion: Adolph Ernst. Heut«: Zum 95. Male: Die wilde Katze. Gesanaipoff« in i Ißoi von W. Mannstädt, Musik von 9. Steffen». Louisenstädtisches Theater. Direstion: Jos. Firmcms. Heute: Das Testament des Herzogs. Osteud-Theater. Heute: Preciosa. Koniastädtisches Theater. Heut«: Gastspiel der Liliputaner. Die kleine Baronin. Theater der«etchshalle». Täglich: Aufreten sämmtlicher Spezialitäten. Ameriean-Theater. Täglich: Austreten sämmllicher Spezialitäten. Kausmann's Tmrlet6 Täglich: Große Spezialitäten-Vorstellung. Konkordia. Täglich: Austreten sämmtlicher Spezialitäten und theatralisch« Vorstellung. Alhambra-Theater. Wallnertheaterstraße 15. Heute und folgende Tage: Täglich: Königsberger Fleck, ä Portio» 25 Pf. __ i» Ke?i»ra>t Skalihnstrsße 18 kl Stramm._ 20 Arb.Bei.-Verein„Söd-Öst Ordentliche Mitglieder-VersammM am Mittwoch, den 4. November. Abends präzise 3V» � Kbrik- lllld Koiidilbcitkr-Dcreill. V er»ammlnngf heute Abend SV. Uhr«öpnickerstraße 150-151. Tagesordnung: 1. VierteljahrSabrechnung. 2. Vortrag des Herrn Zubeil. 3. EraänzungSwahl deS Vorstandes. 4. Verschiedenes. Gäste find willkommen. 2665] Der Lorstand. _ I. A.: H. Löffler, Echönleinstraße 15. MiseusM. KeMs».„Nowäris." Berfammluug Dienstag, den 3. November, Abends SV» Uhr, in Marquardt'» Restaurant, Alexandrinenstraße 110. 1. Voitrag deS Herrn Dr. Eiahn über„Die Ewigkeit des EtoffeS und die Zeitlichkeit seiner Gestattungen". 2. Diskusston. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen._ 12669 Oeffeutttche Versammlung sämmtlicher Tapeztrer. Da in dieser Versammlung Organisationsfragen erledigt werden, ferner die Neuwahl der Kommission und Revisoren vollzogen wird und die Fragebogen zur Erhebung der Berufs- und Lohnstatistik zur Vertdeilung gelangen, so ist die Anwesen- hett der gesammten G-dilfenschast nothwcndig. Die Lohu-Kommtsston der Tapeztrer Berlins. _ F. A.: R. Sander.__[2663 Oeffentliche Arbeiterinnen• Vers ammlung Dienstag Abend 8'>, Uhr[2657 t» Siln{>■ Deutscht, Ktisn, iothrkgerstr. 37 Tagesordnung: Vortrag. Diskussion. Verschiedenes. Der Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. Aufnahme neuer Mitglieder._ Frau Vötting. k- in der„Urania", Wrangelstraße 9 u. lu. Tages-Ordnung: Vortrag des Herrn M i ch e l s e n. Geschäftliches schieden es. Fragekasten.. J Zu dieser Versammlung find die Mitglieder sreifiuutaen Bezirksvereins der südöstlichen Louise#' speziell der Herr Bürgerdeputtrte Qneänm#, fr«"' lichst eingeladea. ,J Neue Mitglieder werden aufgenommen. ___ Der Vorst-»' Ein Stand neuer Betten ist billig zu verkaufe» ,, j 2673] Waldemarstraße 67, vorn 4 Trep. lu�l .OOOOOOOOOOO.. Der.Lumpensammler. � Fachvereln der Tischler. Drama in 5 Akten nebst einem Vorspiel von Felix Pyat. In Paris auf dem Theatre de la Ponte St. Marttn über 100 Mal mit außerordentlichem Erfolge gegeben. Bor der Vorstellung: Großes Konzert der HauSkavelle. Anfang deS Konzerts 7 Uhr, der Vorstellung S Uhr. Bons haben Wochentags Giltigkeit. Passage 1 Treppe. 9 U. Morg. bis 10 U. Äb. Katser-Pauorama. Eine Wanderung durch daS Rtesengebirge. Z. erste» Male: Die Pyrenäen. Die Hertha« Reise. Karolinen-Palau-Jnseln k. a Reise 20 Pf., Kinder nur 10 Pf. Abonnement.[2670 > O lO WD< Versammlung Mittwoch, den 4. Rovbr., AdendS SV, Uhr, Bergstr. 68. Tagesordnung: 1. Ein medizinisch-wissenschaftlicher Vortrag. 2. Vcrschie- denes und Fragekasten. Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. Gäste willkommen._[2662 Fr. Rohleder's Bureau in München aiebt Rath und Auskunft in Arbeiterangelegenheiten(für 100 Pf. in Briefmarken), in Einrichtung von Aachverein«« bibltotheke». Verzeichnisse gratis.[2667 *-L I« er, P. M a& S 5 S®® i> o oo Iii slili®-53!-S-22- ®=........ a."........ Aä öS o IßAita IST« Soft. SS «» 's| � 322SS2SSO-L 09 Ol CO CO CO QD CO SässlSJ. -»»»»» 1 2 fcOicy Ä- S g S 'S'Z'Z's's� lliiil i ii i;| 111� C fi*••«« TL»»«» "M* S" •| H k•......•!(§ I 3 Iii 8 b« g 8 8 U>. 1. 1 SSS I 2 I jao.w�roo.wo®'©" « 8 »i Ö& CQ ®|if4j!ä 1 S'gllrp I I s (Xg ätf!-| 8. l. I O. CT 8=§ g'iS'S'8' .r I-«ilt ■lä HL S■= 2 o_ c'Sa0'ba lim ll.iS s llfiij. äIW öHCQH lUi ä ss-l a8SS8 k �4 �4 09 3SSI 2 p b32 c® 00 09 CO. 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