k 259. Donnerstag» den 5 November 1883. II. Iahrg< (rlinnNUli Krgan für die Interessen der Arbeiter. 4 N Da«„Berliner Volksblati» (SinHetragea Cmzelr m der PostzeitungSpreiSliste für 1885 unter Nr. 746.) Jnsertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunst. Inserate werden bis 4 1 Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annonce»- Bureaux, ohne Erhöhung des Preise«, angenommen. KBEZ Redaktion: Kenthstraste 2.— Expedition: Zimmerstraße 44. HM redivivus. weiß, daß der bekannte Held, der Gründer der »•ÄS. 1848 mit einer neuen„I d e e" auf« gemeinhin als die„Held'sche Idee" k,- c, m»/ die man gemeinhin als d,e.Held sche Idee kbr'"en P�e0te- Der„Straßendemokrat", wie er sich �»annte, glaubte„ein neues StaatSpriazip" entdeckt zu Sr," oT'„ein neue» omuiBfimjiv tuiutu» ju Die famose„Idee" ging dahin, eS sollte« sämmt- S�tajorenve Staattan gehörige in zwei Kategorien, in c und Ungebildete, geschieden werden, und zwar auf einer öffentlichen Prüfung. Die„Gebildeten" sollten JßKt gebende« Körper bilde«; die„Ullgebil- abet nur einen gesetz berathende» Körper, «ver________ o.i.y_____ 7______...... M letzterer wieder aus den Vertretern der verschiedenen zusammengesetzt sein sollte. Die sollten also nur derathen, die söge- b;. Gebildeten aber beschließe» und entschei- fWimi i c. reaktionäre Charakter dieser„Idee" "Wik,. die Augen, wenn man bedenkt, daß die Iii, einem solchen Verhältniß immer bemüht W Klaflenvorrechte ungeschmälert zu erhalten; dirbz.,.�? �Ses aufbiete», um zu verhindern, daß die Er» m ben(s i?,? die Bildung aneigne«, die nöthig ist, um Unb der alten Welt oder die stöhnenden .-Äee m Bauern dcS Mittelalters. Die Held'sche Gi« mm«w � auch«ach Verdienst gewürdigt wordm. Körpers»»?. nicht ganz neu, denn die bloS berathende fonen verflt i8116 Held offenbar von Napoleon 1., der bei S'ftihrt baH" VerfaffungSmachereien öfter solche ein- � Ä.iv ne' entlehnt. �ischland� oon sei»«„Zdee zur Neorganisatio« e«tziickt k r' er sie bombastisch bezeichnete, selbst so erisiokra'tis�b er meinte, sie würde„alle demokratische«, K"»schea und sozialen Intentionen des Volke« befriedl- Ajite®?Ie,nt seine Zdee fand im Volke gar kernen An- °ben die Erwerb, klaffe», die doch die ungeheure »vistoSLda Volke« bilden, gar kein Zatereffe daran hatten, M«, bi»?e Intentionen"»u befriedigen. Die Berliner V Zdee für„Mumpitz", wie man heute u»> st;""'e, an, und die Zdee brachte ihren Urheber sogar , Zv.. Zanzen politischen Einfluß. findet ein Stück der H-ld'schen Zdee zur Reorga- �»tr �rutschland« wieder aufgewärmt in dem Vorschlag sslth hlreform", de« ein kaiserlicher Botschaft«- ° iß ein Herr von H i r s ch f e l d t, gemacht hat. V die äußerliche Form, wohl aber der Geist der � W Zdee, wa» der Herr Botschaftsrath davon akzep- Botschaft, räthe sind gewöhnlich konser- �1 Jeuirteton. Die Ha«d der Uemefis. Roma« von Ewald August König. (Fortsetzung.) Mi bük warteten und warteten, fuhr Georg fort, er kam Kbs ulw' Und Zuletzt glaubte« wir, er habe doch Furcht ge- dicht Jr'e' uuf und davon gegangen, um unseren Spott diQchb zu müssen. Eine Stunde verstrich, da dicht a*. endlich den Vorschlag, ob wir uns diütb,' �i�heit verschaffen wollten. Der Vorschlag Jtob genommen, wir gingen Alle in da» Gewächshaus G y Wie 00r®ntfc�en iaut auf. Der Sarg mit der .-.„e. auf zwei Stühlen gestanden, jetzt lag er auf der r�mb k d>e Leiche selbst lag auf unserem ungläubigen * mit � le'n Lebenszeichen mehr gab. Es dauerte lange, W, ü"nä so weit erholt hatten, daß wir die Leiche auf tR«uBk j wieder in den Sarg legen konnten, und .!j)„ n(eR wir gleich dazu legen, er war todt." unser« wir gieug oazu rege i>a* 0Iöul,t' ö�hlt einen Kronenthaler!" ti,�"U°d � ich erzähle, des ist Wahrheit!" erwiderte der DstM Mensch dazu!" ,m"5>trüstet.„und wenn Sie es nicht glauben wollen, S.e ja kein-...... die Geschichte sich?" „Zst die Sache stagte Ma- nicht weiter ''"»«e t»ü T®,te erklärte vre �idrsu-s.. f'�ender Stimme worden?" d»«" und die Erklärung war einfach genug, Der ** daraus. �utte richtig die Locke abgeschnitten, und al« ?d i wieder fortgehen wollte, blieb er mit dem Rock y �j*b, ,„ker an der Seite de« Sarge« herau« tb?®r mag wohl geglaubt haben, der Todte k Mtflen«!.'• 61 �at fich fortreißen wollen und ist dabei wb v«tzt, ,m Fallen mußte er den Sarg mitreißen hat ihn getödtet, al« die Leiche auf .-v TPun � fitß Schrecke» vativ, höchsten«„gemäßigt liberal" und da kann e« Niemand sonderlich verwundern, wenn der Herr von Hirschseldt für die Eintheilung unserer politischen Rechte eine Form vorschlägt, die sehr bedenklich an da« Kastenwesen der alten Egypter erinnert. Herr von Hirsch- feldt nennt seine„Zdee", die er in einer Brochüre nieder» gelegt hat,„Die proportionale Beruf«- Klaffen mahl" und theilt die Bevölkerung in sechs Berufsklassen(Heid würde sagen: Erwerbsklassen) ein. Dann sollten vertrete« sein die Land- und Forstwirthschaft durch 174, die Industrie durch 143, Handel und Verkehr durch 40, häusliche Dienstleistung:c. durch 8, Zivil-, Staat«-, Gemeinde-, Kircheodienst und sogenannte freie Be- rufSarten durch 15, Berufslose durch 17 Mandate. Mittel« dieser schöne» Idee hofft der Herr Botschaftsrath, wie er selbst ganz unverholen ausspricht, die Arbeiterbewegung zu zersplittern und dadurch auch die— Sozialdemokratie unschädlich zu machen. Was Held von seiner öffentlichen Prüfung erwartete, erwartet der Herr Botschaftsrath von der MachtdeS persönliche» Einflusses, den Stellung und Besitz verleihen, er hofft offenbar, daß in den sechs Berufsklasse«, wenn die Arbeiter sich auf dieselben vertheilen müsse», immer nur die Mächtigste» und Angesehensten und Reichste» gewählt werde«; also in der Land- und Forstwirthschaft die großen Grund- und Wald- besitze?, in der Industrie die große« Fabrik-Barone, im ""lebet und Kaufherren, in die Portier« der großen itaat«-, Kirchen- und Gemeinde» ämtern die einflußreichsten Beamte». Originell ist der Vor» schlag einer Gruppe der„Berufslosen". Sind da« die Rentier« und gehöre» vielleicht auch die kaiserlichen Bot» schaftSräthe, wen» sie pensionirt sind, hierher? Ein solches Wahlsystem nimmt fast den Charakter einer indirekten Wahl an, weil die Wähler in der Auswahl der Kandidaten beschränkt sind. Man muß gestehe», daß die Held'sche„Zdee", wen« geistreicher orm" de« hat, wie jener sich geräuspert und wie er gespuckt hat. Große Komplimente wird der Herr Botschaftsrath, der un« mit den Wohlthaten de« altegyptischen Kastenwesen«»och fchnell am Schlüsse de« 19. Zahrhundert« beglücke« möchte, wohl von keiner Seite bekomme«. Man hat gesagt, die„Wablreform" de« Herrn von Hirschseldt sei zu unbedeutend und zu widersinnig, um näher besprochen zu werden. aDs ist ja an sich richtig. Allein diese„Wahlreform" bildet ei» Glied in jener großen Kette von reaktionäre« Institutionen, mit der die Konservative«, „Und mögt Ihr sagen, wa« Zhr wollt, e« war die Hand de« Todten, die den Frevel rächte!" versetzte der Kutscher. „Wir haben de» Riß im Rockschoß entdeckt." „Kann sein, die Hand eine« Todten hält furchtbar fest." .Da« ist mehr al« Blödsinn, da« ist Wahnsinn," sagte der Kammerdiener mit skeptischer Geringschätzung.„Wenn die Herrschaft wüßte, daß derartige Geschichten in der Ge- sindestube erzählt werde»—" „Halloh, Sie mit allen Hunde« gehetzter Spion, so gehen Sie doch hin und erzählen Sie'« brühwarm!' fuhr der Kutscher herau«.„Wenn Sie nicht hören wolle», was hier erzählt wird, so verstopfen Sie die Ohre» mit Baum- wolle, wir werden un« Ihretwegen wahrhaftig nicht ge- mre«. „Von einem Flegel kann man da« freilich nicht erwarten," erwiderte Zoseph achselzuckend;„ein Mann Ihre« Schlage« kennt keine Rücksicht. Aber.wen« die Franziska einmal Krämpfe bekommt, dann habe» Sie'« zu verant- worte». Schwätzen Sie den Unsinn Ihre» Pferden vor, die habe« eine stärkere Natur.". „Und vielleicht auch noch mehr Verstand wie Sie!" „Da- zu untersuche» will ich Ihnen überlassen; Marianne, die Herrschaft befiehlt da« Abendbrod. Die Wirthschafterin erhob sich und g,»g m die Küche, Franziska und Zoseph brachten da« Abendessen hinauf in d,e y, W f.Y' r SXV„ V- t. rw«««im Vta*» herrschaftlichen Gemächer, bald darauf wurde auch in der Gesindestube zv .estndestube zu Nacht gespeist..., Nach dem Nachtessen mußte die Zofe wieder hinauf und der Kammerdiener verließ ebenfalls, nachdem er mit dem Kutscher noch einige Grobheiten ausgetauscht hatte, da» Tefindezm,mer� � Burschen nicht ausstehen," sagte Franz, als er mit Marianne und dem Gärtner wieder allem war, „und daß er kein gute« Gewissen hat, da« sieht man ihm an."_. „So sind sie Alle, sobald sie warm geworden sind," erwiderte Georg;„in der ersten Zett sah er au«, al« ob er nicht bi« drei zählen könne, aber w,e er emmal ,n der wenn sie einmal vollständig zur Herrschaft komme«, da« deutsche Volk zu fesseln gedenke«. Während man hier ei» altegyptischeS Kasten-Wahlsystem vorschlägt, donnern ander- wärt« konservative Eiferer gegen den WirthshauSbesuch und thun, al« müsse Jeder, der eine gewisse Anzahl von Schoppen getrunken hat, dem rächenden und strafenden Arm de« Ge- etze« verfalle». Man muß solche„Zeichen der Zeit" zu- weilen zusammenstellen, damit die Masse des Volkes auch genau sieht, mit wem sie es drüben im konservative» Heer« lager zu thun hat. KoUtische Uebersrcht. Bei dem heutigen'Entmündigungs-Verfahren ,ei stch eine Lücke in der G'' öeseyacbung, welche ver Ausfüllung'sei : Verbrecher, dringend»edarf. Der Verbrecher, welcher für seine Ünthat mit einer kürzeren oder längeren Freiheitsentziehung bestraft wird, unterliegt der Verutt Heilung durch ein Richter- kollegium, während daS EntmündigungS. Verfahren dem Einzelrichter übeltragen ist, der, gestützt auf das Zeuzniß eines oder einiger Aerzle, den Entmündigungsbeschluß aus- sprechen kann. Ein solcher Beschluß zieht aber die denkbar schlimmsten Folge« nach fich, der Entmündigte verliert nicht nur seine staatsbürgerlichen Rechte und daS Verfügungsrecht über sein Eigenthum, sondern auch die Achtung seiner Mit- menschen, denn wer möchte wohl mit einem geistesgestörten Menschen etwa» zu thun haben? Die Unzurechnungsfähigkeit und der darauf bafirende Entmündigungsbeschluß sollte daher nur von einem Richtrrkolleg tum nach genauer Prüfung unumstößliche« Beweismittel für die Unzurechnungs- fähigkeit einer Person gelten— ist eS doch schon vorgekommen, daß neun Aerzte einen ganz gesunden und mit besonderem Verstand begabten Menschen für blöd- finnil—~~'-" daS Gut Irrenhaus__________________________________ er ist abgeschlossen von der Welt unter der Ausficht von Wär- tern, die unbekümmert um die einzelnen ihrer Pfleglinge, zu- «viamm h«« Vt Ti,.».Sk.. rj. r" W• tr...... frieden find, wenn die Feierabendstunde schlägt, die" ihnen ge. stattet von ihrer Thätigkeit auszuruhen. Bei die'"' .■....____ lesen Leuten— und das ,st ganz natürlich— tritt mit der Zeit eine Gleich. gültigkeit ein: ihre Empfindungen und Gefühle stumpfen fich im umgange mit den Irren ad, und wer ihnen gegenüber de- haupten wollte, vollständig gesund zu sein, würde höchstens ein mitleidige« Lächeln als Antwort hervonufen. Wehe dem Ge- sunden, der in solchen Räumen eingepfercht ist,— sein Unter- ang ist ficher, er muß mit der Zeit wahnfinnig werden! In -tzterer Zeit ist die öffentliche Aufmerksamkeit wieder recht leb- ikt worden, l gang ist ficher, er muß mit der Zeh letzterer Zeit ist die öffentliche Auf, hast auf diesen Umstand Hingelenk mündigmigSbeschluß, der auf Antrag einiger Söhne gegen den durch einen Ent- munvigungeoeswmtz, oer auf Anlrag einiger Söhne gegen den eigenen Vater ausaesprochen wurde. Der Vater soll zu flott mit dem Gelde gewirthschastet und auch durch andere Zeichen ver- Gunst de« Herrn sich eingenistet hatte, da wurde er so ftech und und hochmüthig, wie wenn er selbst hier der Ge- bieter wäre." „Und daß er spionirt, und dem Herrn Alle« hinter- bringt, glaube ich auch," sagte Marianne;„aber was kann man dagegen machen?" „Der Herr ist ja nicht besser," brummte der alte Mann, „und Gleich und Gleich gesellt sich gern!" „Was wollt Ihr damit sagen?" fragte der Kutscher. „Nichts, aber ich weiß, was ich weiß." „Und wa« Zhr wißt, muß ein Geheimniß bleiben?" „So lange ich lebe— ja." „Und nach Eurem Tode?" „Dann sucht nach in meine« Papiere», und wa« Ihr damit anfangen wollt, ist mir gleichgiltig, ich verbrenne mir die Finger nicht." „Und wa« steht in den Papieren?" ftagte Ma- rianne. „Wenn ich Euch da« sagen wollte, könnte ich ja eben» so gut die Papiere schon jetzt Euch übergeben," erwiderte der Gärtner mit ablehnendem Kopfschütteln,„Ihr müßt warten, bi« ich nicht mehr da bin." „Und wenn Ihr nun plötzlich entlasse» würdet?" „Entlassen? Weshalb?' fragte Georg betroffen. „Wäre es nicht möglich?" ftagte die Wirthschafterin. „Möglich»st Alles, und mich beruhigt es, daß der Herr hier nicht allein zu befehle« hat, die gnädige Frau wird mir den Dienst nicht kündigen." „Was der Herr will, da« geschieht in der Regel auch," erwiderte Franz,„sie giebt immer nach, ich Hab' daS oft genug erfahren."' „Und wenn es nun geschähe?" fragte Marianne. „Dann würde ich auftreten, und hier sollte ein Tanz losgehen, von dem jetzt noch Niemand eine Ahnung hat" sagte der alte Mann mit gehobener Stimme.„Mag's dann kommen. wie es will, ich werde keine Rücksichten mehr nehmen." Und weshalb nehmt Ihr jetzt diese Rücksichten?" er- widerte der Kutscher.„Euretwegen allein? Wenn das rathen haben, daß sein Geist umnachtet ist. Nicht also auS Geldgier, sondern um den Vater vor Ausbeutung zu schützen haben diese edlen Kinder den Arzt veranlaßt, ihren Erzeuger zu untersuchen und sein Geistesgestörtsein festzustellen. Doch abge« sehen von diesem Falle, find andere Vorgänge nicht minder geeignet, diese Frage in dm Vordergrund zu drängen. Vor uns liegt eine Broschüre, welche den Titel führt:„Moderne Menschenjagd, oder: Wie man einen geistig völlig gesunden Menschen seines Geldes wegen und auS Rache ins JrrenhauS zu sperren versuchte und wie der Plan mißlang." Diese? Drama hat fich in Hamburg und Altona abgespielt und die einzelnen Szenen desiclbcn sind wohl geeignet, den Zweifel an der Richtigkert der ärztlichen Gutachten,— der heute schon überall sehr groß ist— noch zu vergrößern. Machte doch erst vor kurzem, gelegentlich deS Prozesses Graes, der Staatsanwall die Bemerkung, daß die Aerzte schon manchmal Personen für geistesgestört erklärt hätten, bei denen fich herausgestellt habe, daß fie ganz gesund seien. Wir haben keine Ursache, an dieser Behauptung des Staatsanwalts zu rütteln, im Gegentheil: die beregte Broschüre ist geeignet, den Ausspruch des Staats' anwalts zu bekräfttgm. Fünf Aerzte, und zwar die Herren Dr. Ebert und Dr H-idemann in Wondsbeck. Dr. Wallichs in Altona, Geh. Medizinalrath Dr. Wolff in Berlin und Dr. [Jrof.Dr. E Ulenburg und Geh. SanitätSrath Dr. Lewin in Berlin, Geh. Medizinalrath und Vorfitzender des Medizinalkollegiums der Provinz Pommem, Herr Dr. Görden, sowie EtabSarzt Dr. Becker in Altona, den Mann für vollständig gesund erklärten! Gegm dm Betreffenden wurde in Altona thatsächlich der Entmündigungsbeschluß auSgesprochm und nur seinem energischm Vorgehen, welche? darin bestand, daß er sein Domizu nach Berlin verlegte und die zuletzt genannten ärztlichen Kapazitäten konsultirte, dürfte er die Umstoßung dieses Beschluffes zu danken haben. Das Berliner Gericht hat schließlich dahin erkannt, daß kein Grund vorliege, den Mann für unzurechnungsfähig zu erklären.—. geben zu denken und fordern dringend, daß die Gesetzgebung — Eoche Fälle bezüglich deS EntmündigungSverfayrenS eine Umänderung er- fährt. Hoffentlich wird fich im deutschen Reichstage eine Stimme finden, welche dieser Anficht Geltung zu ver» schaffen sucht. Der Marine-Etat für das Etatsjahr 1836/87 enthält an fortdauernden Ausgaben 37 398 928 Mark, an einmaligen Ausgaben 11 073900 Mark: daS find gegm das Vorjahr mehr an elfteren 4 313334 Mark und an letzteren 1 814500 Mark. DaS Mehrbcdürfniß an fortdauernden Ausgaben umfaßt zunächst «ine Reihe von Forderungen, welche in der organischen Fort- bildung der Manne ihren Grund haben; im Weiteren wird dasselbe durch die Anforderungen der überseeischen Politik bedingt. Die einmaligen AuSgabm mthaltm neben den Ansätzm zur Fortsetzung bereit« begonnener Bauten u. s. w., Forderungen zum Bau von zw« Kreuzern, eineS AvisoS, zweier Torpedo-DioifionSboote, eines Schleppdampfer« u. drrgl. m. Der Etat über den Reichsinvalidenfonds für das Etatsjabr 1886, 87 weist eine GesammtauSgabe von 26 961 588 M., um 763 917 M. weniger alt im laufenden Jahr auf. Von diesen Ausgaden entfallen auf Jnvalidenpenstonen in Folge des Krieges 1870 71 bei der Verwaltung deS ReichSheereS für Preußen 16180000 M., Sachsen 1 034 550 M.. Württemberg 566 275 M, Bayern 3 918 402 M., bei der Verwaltung der Marine 18604 Mark, zusammen 21 717 231 M.. auf Fnvalidenpenfionen in Folge der Kriege vor 1870 3713 321 M., die Ehrenzulage an die Inhaber des Eisernen KreuzeS von 1070/71 beläuft fich auf 40068 M., die Pensionen für ehemalige franzöfische Milllär- penfianen auf 425000 M.; die Ausgaben für die Invaliden- Institute im Deutschen Reiche stnd auf 530522 M. veranschlagt- Die Einnahme des Jnvalidenfonds an Zinsen beläust sich auf 20 894 000 M., so daß fich gegenüber dem Gesammt« bedarf ein Kapitalzuschuß von 6 067 588 M. ergiebt. Elberfeld, 2. November. Im großm Saale der Wil- helmShöhe waren gestern Nachmittag auf Einladung des Vor» standes der„Elverfelder Weber, und Wirkerinnung" die Weber des bergischen Landes versammelt, um über die Mittel und Wege zur Beseitigung deS NothstandeS der Hausweberei Beralhung zu pflegm. Anwesend waren u. A. der ReichStags-Abgeordnete Lucius von Düffeldorf, der Land- tags. Abgeordnete SanitätSrath Graf von hier, der Oberbürger- meister Jaeger, Landrath Röhrig des Kreiset Mettmann und mehrere Mitglieder des Elberfelder FabrikantenverbandeS. Zur Berathung stand eine PetUton an den Reichstag und den HavdelSminister, in welcher die zur Aufbesserung der Lage der Handweberei nothwendia erscheinenden Maßnahmen aufgestellt Snd. In derselben wird die dringende Bitte um möglichst aldige Schaffung eineS wirksamen Arbeiterschutz- gesetzeS, um möglichste Einschränkung der mechanischen Webereien zur Erhaltung der Hausindustrie durch Besteuerung der mechanischen Webereien auf internationalem Wege, durch Geheimniß de« Herrn betrifft, daa« wird die Generali« Euch schützen—** „Ihr versteht daS nicht, Franz. Er ist ihr Bruder, und in der Gefahr steht sie eher auf seiner, als auf meiner Seite. Ahr würdet'« eher wagen könne«, denn Ahr findet überall und jeden Tag«ine neue Stelle und im Noth- falle könnt' Ahr etwa« ergreifen, Ahr seid ja»och ein junger, rüstiger Mann. Wenn man einmal so alt ge« worden ist, wie ich, dann lebt man gerne in Ruhe und „E« betrifft also den Herr« allein?" fragte Marianne. Aa." "Na, ich glaub', er wird hier auch nicht lange mehr regieren. Wenn daS gnädige Fräulein einmal verheirathet ist—" ,6« kommt darauf an, ob der Schwiegersohn der Ge- neralin ein energischer Mann ist." warf Georg ein. „Und wenn's nun der Sohn des Oberste» Sl ___________| Stuckmann Wät£l$obt Ahr schon ein Tlöcklei« läute« gehört?" fragte der Gärtner fichtbar überrascht....._ So halb und halb, aber ich Hab meine ergenen Ge- danke'» darüber. E« muß irgend etwa« im Werk sei«, sonst � Ä alle Wann..M- Stuckina«»', sind energische Mann«, fie gehe« gerade durch, fie würden dem Bruder unserer Gnädige« die Vogel auf de« Bäumen zeigen."_,. r. Er hatte sich bei den letzten Worte« erHobe», langsam strich er mit der Hand über die Stirne, und nachdem er de» Beide« eine gute Nacht gewünscht hatte, ging er hinaus. Georg war gewohnt, ftüh zu Bette zu gehen, da er mit de« Vögeln wieder aufstand; er behauptete stets, dre Morgenstunden seien die schönsten Stunden des Tages. Da« Gartenhau«, welche« er bewohnte, lag m einer Ecke de« Parkes, der nur durch den Garten vom Schlöffe getrennt war... Es war ein kleine« unscheinbare« Häuschen, aber dem alten Manne bot e« Raum genug, er begnügte sich mtt Einführung eines Normalarbeitstages und Festsetzung eines Minimallohnsatzes gebeten. Die Weber seien zu ihrer Bitte geradezu gereizt worden, heißt eS in den sehr ausführlichen Motiven, durch den Fürsten Bismarck, der in der Sitzung des Reichstages vom 9. Mai d. I. bekanntlich erklärt habe, er werde dem Arberter keine gesetzlich geregelte Sonn- tagSruhe gewähren, bevor er nicht durch die Stimme der Arbeiter selbst überzeugt sei, daß die Arbeiter fich eine solche Beschrän- kung ihrer ArbettSfreihelt wirklich wünschen, auch anaefichls der Gefahr deS geringeren Verdienstes infolge der verkürzten Ar- beitszelt.„Se. Durchlaucht Fürst Bismarck hat eine solche Stimme zu hören verlangt: Hier ist sie! Wir erheben fie hier- mit, erklären ausdrücklichst, wir wünschen uns eine im Sinne deS bekannten Arbelterschutz Gesetzentwurfs gesetzlich beschränke Arbeitszeit und nehmen die Gefahr, infolge dieser Beschränkung weniger zu verdienen, mit größter Bereilwilligkeit auf uns." Gewiß müßten die Arbeiterschutzbestimmungen für verschiedene Branchen und verschiedene Gegenden verschieden geartet sein; und gewiß sei es sehr schwierig, nahezu unmöglich, von einer Zentralstelle au«, wie fie nur heiße, alle diese Einzelheiten ge- nau zu kennen und zu regeln. Der dem Reichstage vorliegende Arbetterschutz-Gesetzentwurf weise ja bereits auf daS Mittel hin, daS hier zum Ziele führe. Man richte Arbeiterkammern ein, lokale Vertretungen der Arbeiter, frei gewählt und unbeeinflußt durch Bureaukratie und Brodgeberschaft, und beachte die Stimme dieser unmittelbaren Organe des Volkes.„Wir erlauben unS deshalb, dem hohen Reichstag die Errichtung von Arbeiterkammern, bezw. Handwerkerkammern neben der Eintüh- rung de« Maximaiarbeitstages als zweites Hauptstück einer ernsthaften Eozialreform ans Herz zu legen." Nach längerer Debatte erklärte fich der Webertag mit der Petition voll und ganz einverstanden. An der Debatte betheiligte fich auch der sozialvemokratische Reichstagsabgeordnete für Barmen- Elberfeld, Herr Harms. In de» Balkanstaaten zeigen fich die„Kleinen" noch immer gegenseitig die Zädne. Serbien und Griechenland stecken bis an den Hais in Waffen und Bulgarien hat seine Ba- taillone an die Grenze geschickt, um den Einbruch der Serben abzuhalten. Im Hintergrunde stehen die Türken Gewehr bei Fuß und matten der Dinge, die da kommen werden. Und ohne Blutvergießen wird eS auch fich« nicht abgehen, wenn auch vorläufig alles ruhig bleibt. Um den angeblich unge- duldig auf Thaten harrenden Armeen wenigstens einen kleinen Zeitvertreib zu gewähren, lügt man fich gegenseitig wie auf Kommando an. Heule bebaupten die Serben, daß die Bul- garen über die Grenze gekommen find und Unthaten verübt haben, und morgen schreien die Bulgaren, daß die Serben den Grenzbewohnern einige Hühner und Pferde gestohlen haben; in dieser Weise wird für Unterhaltung gesorgt und die Presse»«zeichnet pflichtschuldigst diese Ereignisse, als ob eS sich um große Aktionen handle. Inzwischen hat die griechische Regierung ein Rundschreiben an ihre Vettreter erlassen, in welchem eS heißt: Gttechenland wolle zwar den Vorschlägen der Mächte zu Gunsten der Er- Haltung dei Friedens, dem es sogar seine politischen Interessen unterzuordnen bereit sei, Rechnung tragen, indeß beweiie die durch die Ereignisse in Rumelien bei der gri-ckischen Be- völkerung hervorgerufene Erregung, daß für Griechenland nichts unheilvoller wäre, als die Wiederkehr derattiaer Vor« gänge. Griechenland halte es deshalb für nolhwendig, daß eine neue Ordnung der Dinge geschaffen werde, durch welche die hellenischen Interessen besser gegm die Wiederkehr solch« Ereignisse geschützt würden. Die griechische Regierung hoffe, daß die Mächte diese Erwägungen bei ihrem ferneren Ver- halten berücksichtigen würden. Von anderer Seite kommt die Nachncht von einem Attentat gegen den bulgarischen Grenzkommissar Dr. StranSky. Ein bulgarischer Gendann legte im RegierungSaebäude einen Revolver auf StranSky an, welcher vor dem Attentäter ent- floh und um Hilfe rief, worauf der Attentäter«griffen und verhastet wurde. Näheres über diese mystettöse Geschichte fehlt noch. Fraukr-ich. Herr v. L e s s e p s hat dem Minister des Auswärtigen die Aftenstücke auS den Archiven der Panamagesellschaft be- treffend den Attentäter Marc otti überreicht. Nach diesen Alten wäre die Tochter Marcottt's nicht gewaltsam zurückge- halten worden, sondern freiwillig mit zwe, Angestellten vom väterlichen Hause mtlaufen und sei überhaupt etwaS leichtfettig gewesen, u. A. habe fie oft Männerkleider getragen. Ihr Tod sei nicht die Folge erlitten« Gewaltthätigketten, sondern eines ihr von einem chinesischen Arbeiter auf ihren Wunsch eingege« denen abortiven Mittels gewesen. Marcotti wurde gestern in einem Wagen nach der Eintrachtsbrücke geführt und mußte dott(natürlich mit einem oeladenen Revolver) zeigen, wie er auf Herrn de Freyctnet'S Wagen geschossen. Er behartt auf der Behauptung, nicht auf den Minister gezielt zu haben, und macht geltend, daß die Kugel, wenn n gezielt und gefehlt hätte, über dre Brücke inS Waffer gegangen und nicht, wie es der Fall war, auf der Brücke liegen geblieben wäre. Abgeordneter Laguerre, der Vertheidiger Marcotti's, gab seine Karte bei einer Schlafkamm« und mit ein« kleinen Wohnstube, die übrige« Räume benutzte« zur Aufbewahrung der Geräih- schaften, der Sämereim und Pflanzen. Za diesem Häuschen hatte« nun schon seit nahezu dreißig Zahren gelebt, und nirgends fühlte er sich wohler, al« in diesen engen Räume«, vorausgesetzt, daß da« Weit« ihm nicht erlaubte, draußen zu arbeiten. Auch sein ganzes Leben war Mühe und Arbeit ge- wesen, wie das Lebe« so manches Anderen, aber ihm hatte die Arbeit Freude gemacht, und er wollte gerne zuftiedm sein, wenn eS so blieb bis zu seinem Ende. Die Bemerkung Marianne'«, daß« plötzlich entlassen werde« könne, hatte ihn verstimmt; die Ahnung, daß dieser Bemerkung eine Mittheilung von and«« Seite zu Grunde liegen müsse, drängte fich ihm auf und weckte Be- sorgniffe in sein« Seele, die er»«geblich zu wid«Iegen und zu beseitigen»«suchte. Er wußte ja nur zu gut, daß d« Kamm«dien« feind- lich gegen rhn gefinnt war,« hatte von dies« Gesinnung Beweise genug«halten.« wußte auch, welchen Einfluß Joseph bei seinem Herrn besaß, und daß er selbst nie da« V«trauen Rabe'S genossen hatte. Langsam schritt er auf de» Park zu, und al-« eben im Begriff stand, in denselben einzutreten, kam d« Kamm«- dien« plötzlich ihm entgegen. Sie stutzten Beide, ab« Joseph hatte sofort seine Fassung mied« gefunden. „Haben Sie e« auch gehört?" fragte n hastia. „Was?"«widette d« Gärtner. „Es klang wie ei» Hilferuf!" „Wann und wo?" „Vor einigen Minute» hi« im Park." »Ich habe nicht« gehött," sagte d« alte Man« köpf. schüttelnd. 1 „Sie haben doch keine Fußangel« od« Fuchsfallen irgendwo aufgestellt?" „Bish« haben wir da« noch nicht nöthig gehabt" Herrn de Freycinet ab; d« Minist« dankte für diese) merksamkeit und antwortete, er trage Marcotti seine That> nach und wünsche ihm daher Glück dazu, einen solchen theiviger zu haben. Wie fich aus den Untersuchungen ergi richtete Marcotti sein letzte« Gesuch an das Ministerium � Aeußem zu ein« Zeit, da nicht Herr v. Freycinet, sflrk Ferry das Pottefeuille fühtte. — Henri Rochefort richtet aus Anlaß deS von L verübten„Attentats" seine Angriffe gegen das franM Konsularkorps, welches im Auslande gegen ftanzöfische Unbilden der schlimmsten Art geschehen lassen soll, ohne! nugthuung zu fordern. Rochefott hebt hervor, wie nur die öffentliche Aufmnkiamkeit auf das seiner Familie? gefügte schwere Unrecht habe hinlenken wollen, nachdem r jeder andere Weg verschloffen worden war. Rochefort r zugleich von Neuem auf die Ermordung Olivier Pain's r «toas zahl, "aufm. ,< He all ko .»Eur, Mar. sor Mnm Hai beten Akiir Mstände: Sttn Strec "uinmer b ?'Mm wi %% schutzlos die FtrfflejJ baden, zeugung Ausbruchs amtliche die Engländer hin, um zu zeigen, wie,. im Auslande seien und giebt der Ueberzeu�...»--------- �......... � jedeS französische Schwurgericht Olivier Pain's Sohn I#«ie Gefells sprechen würde, falls derselbe, zum Manne herangervaA°«IS Psrrde spät« durch die Tödtung Wolseley'S oder des Majors Kitä»' �ettehrz.z sich selbst Genugthuung verschaffen würde._ jWMilan: — DaS Kabinet Briffon hegt für die geplante WeUZr Garantie, sttllung von 1889 nicht dieselbe Begeisterung, wie daiJJ; wiet mit nisterium Jules Ferry. Man behauptet sogar, Hm irgend sei der Anficht, daß bei der jetzigen Finanzlage FrankreW? solcher Plan vom ökonomischen Standpunkte aus ernste rigkeiten mit fich bringen würde. Diese Anficht wird«rffl■ mehreren sein« Kollegen gethiltt In Wirklichkeit kennte zur Stunde Niemand das Schicksal, das dem von Herrn Am� Proust eingebrachten Bettchte über die Wettausstellunt 9 behalten ist. Rußland._. Aus den baltischen Provinzen liegt eine weitere Reim? Meldungen vor, welche das Bestreben der Regierung ä®! v"«»n, bi terifirt, bei ihrem Beschlüsse, die rusfische Sprache zu �4»ie un �»uSsag» Ängung �...... luiniwt«uiufflc-'p,, ziellen Verkehrssprache auch in den Ostseeprovinzen machen, unentwegt zu beharren. So find z. B. die t Direktoren und Sckulvorstände, soweit fie zum Reh-rvi Ministeriums der Volksaufklärung gehören, wie die Stdt. u. Ld." erfährt, angewiesen worden, ihre offiziell respondenz, Berichte u. s. w. in russischer Sprache Auf Grund des neuesten Sprachen. UkaseS»«weigern ländischen Postanstalten sogar die AuSgabe von G'F wenn der Empfänger nicht in russisch« Sprache quiltirt mit tritt die Post rn den Dienst des öffentlichen Spv richts, nur dag fie den Unterricht selbst nicht ettheilt Publikum oft in seiner Verlegenheit ralhloS läßt. In Fällen ist die Post sogar so weit gegangen, daß fie nähme von Briefen mit deutschen Aufschriften, die Hörden ausgingen, welche auch in Zukunft mit Landes- und Stadtämt«« deutsch verkehren dürfen. lehnt hat. Dänemark.„ Es zeigt fich immer deutlicher, daß daS dänische V»- gewillt ist, fich dem verfassungswidrigen Vorgebe- Ministttiums Estrup zu beugen. Nachdem der Gemc von Bringsttup-Singersted wiederholt und in bestimmtet von Seiten des Kultusministers ScaveniuS(Estrup'«* aufgefordert worden war, den Lehrern des Kreifch— ministerielle„Maulkorbzirkular" zuzustellen, gab die � dieser ländlichen Behörde folgende Erklärung zu „Wir können die Berechtigung des AmtSratheS(LcM?� K der °n d m Pt " bis C 1 H0 u°den A i h/ark � Dipl UI Hr Ü iHontn SW „Wir tonnen vre Berechtigung des AmtsratheS nicht anerkennen, in solchem Falle auf den GemeinderaU,� Zwang auszuüben. Dieses Rundschreiben deS MtnM;,* willig wir nach wie vor unsererseits dazu beitrat,.. und werden, daß Gesetz und Recht bewahrt biei»"1! gleicher Bestimmtheit uns Allem widersetzen müssen.="*2 geschehen möge, um die Stellung des Gemeinderathes' y Gemeinschaft herabzudrücken, welche lediglich Handlarrßty zu verrichten hat für eine Regierung, die unserer zeugung nach gesetzwidrig gehandelt hat".*, solcher Charakterfestigkeit find hier zu Lande durcham selten._ S.%5 fe« ein W taii »'Cgi loitalc«. Die Standgelder für die neuen Markthav wie die„Natt Ztg."«fährt, noch nicht endgiltig K Indessen werden fie fich in folgendem Rahmen beweg-'/ Fischhändler wecden für einen Raum von ca. 4 täglich 3 M., die Fleischer für einen ebensolchen 2 M. zu bezahlen haben. Diese Preise aber schließen� 1 fort. Er ging eilig von bannen, Georg setzte Ei« Hilferuf? Wer sollte ihn ouShm»"»- M> Was konnte die V«avlassung gewesen sein% � vielleicht auch eine Vorgeschichte, wie die, welche v- «zählt hatte? Franz würde es gewiß behauptet haben,<>]* Mann wollte sich den Kopf nicht darüb« zerbreche* hatte jedenfalls sich verhört. g In sein« Wohnung angekommen, zündete be* eine Kerze an, dann zog« die Kiste unter!*>» hervor. �' Alte Leute haben ihre besovd««» Gewöhn? � erne tref eingewurzelte Gewohnheit Georg« if daß er, bevor n zu Bett ging, noch eine« mußte.«r. Wenn die Kirschen reif waren, sammelte M Jß, dre Kerne, so viele« ihr« nur bekommen d'ese» Kernen und dem besten Kornbranntwe'»� � VV,V" unv oem oeiten«omornni----■„ r, «nen Lrqueur, von dem« behauptete, daß-r �& salmrttel gegen alle Krankheiten und Gebrech laiimrrei gegen alle Krankheiten und �rank, der das Blut v«jünge und da« � 6� wenn man Abend« vor dem Schlafengeht» davon trinke. � l-Ä ÄÄTÄ% ' ** tn späteren Jahre» dem Beispiel des ohne Bedenke« folgen w«de._ � S*' Und so gutmüthig b« Gärtner in ftd* � jtehung war, so mißtrauisch war er �' J Lebenselixir. �#9 Wo« seinen Vorrath aufbewahrte,« man ahnte nur. daß« ihn an«Äch* � im»«graben hatte, aber alle � Überlist«, und diese, Geheimniß zu erforsch j fruchtlos. 9* Und die Flasche, au« d«« täglich s �Ce' z i � evts % % A «toaä zahlreichen Anmeldungen, noch keine Reklamation ein« �*"'fen. Fm Gegen theil werdm die Standgelder unter Berück« ig des dafür Gebotenen für durchaus angemessen ge< Es darf eben nicht übersehen werden, daß die kost- ge Herbeischaffung und das Wiederabtragen der Zelte in ifoll kommt. .«Eureka i"„Der Verein Deutscher Eisenbahn- Vermal« �uzen, sowie die Direktionen sämmtlicher ausländischer Eisen» Mm haben mit der unter dem Namen„Eureka" gegrün- ""m Atlim- Gesellschaft zur Wiedererlangung verlorener Ge- Mftände das Abkommen gelroffen. daß derselben alle auf wtn Strecken gefundenen Gegenstände, welche mit einer Eureka« Kummer bezeichnet find, sofort gemeldet werdm. Diese? Unter« nihmm wird dadurch zu einem bedeutenden Faktor im Ver- «Aswesm erhoben, und da auch die Polizer Behörden fast M Länder der Gesellschaft ihre Unterstützung zugesagt sb'U einem Institute gestempelt, welches die Mentlichr Beachtung in hohem Maße verdient. Dadurch, daß Ür» Gesellschaft außerdem mit sämmtlichen Verkehrs-J nstituten, D Werdebahnen, Droschken, Dampfschiffm x., und allen Nehrz, Plätzen, Tbeatem, HotelS, Restaurants jc, in ganz �euischland und dem Auslande in Verkehr getreten, ist die Garantie gegeben, daß ihr jeder Eureka-Fund gemeldet wird. 3. � mit einer Eureka-Nummer gezeichnete Gegmstand, wel« Tl'I�ndivo liegen geblieben, ist durch die Nummer kenndar »�acht und kann durch die Agenturen der Eureka dem Eigen» Aussagen, da alle Weiterungen, welche jetzt die Wieder« sangung verlormer Gegenstände verursachen, aus dem Wege mm find. Die Bezeichnung der Effektm mit dem Namm �Mnthümers würde, abgesehen von den sonstigen Un,u. Mubkeiten. nicht denselben Zweck erfüllen, wie de» den Eureka« 1,0 man nicht verlangen kann, daß eine Eisenbahn« CT?' bei welcher ein Fund gemeldet wird, dem Eigmthümer, vielleicht auf der Tour Berlin-Mailand befindet, nach' Mn soll, während die Sache fich einsach erledigt, wenn in der Eureka-Nummer beide Interessenten fich zu gleicher Eureka wenden. Für den gekauften Polizen �-.................. M in Buchhand« m lh �vielS, Reise-Bureaux, Handlungen von Rerse Effekten Agenturen der Gesellschaft eine Eureka Nummer de« jMn und damit alle beweglichen Sachen: Werftwamere. Handtaschen, Regmschirme, Stöcke, Muffen, Porte« L?L.eS. Hüte. Uhren. Reisedecken>c. ic. zeichnen. Diese Cwatl werdm auf der Jagd nack einem verlorenen Gegen« itJ?»iel öfter ausgegeben: das Wiedererlangen eine» ern« stehen gebliebenen Regenschirms wird den ge- MC««trag reichlich deckm. Besonders dürftm fich Vre Ein« C o'". ich-uen den Gang nach den Bureaux ihr �?minal- Polizei, wenn eS fich dämm handelt, 11% �g«>thum aus einem Wust von gestohlenen ti-°»'M°«tten" Gegenständen herauszusuchen. Tragt aber bir x�Mene Uhr, �et entwendete Pelz oder der Wieder au« die ans Tageslicht, gekommene� Sammet-Paletot -jlder hrr�?BAcher aufzuschlagen--------............ -i��tdeten Nummer davon in Kenntniß setzt. Die Eisenden nL Boitze können ihre Nummer— je nach dem be« »Reihen„�enfiand— eingraviren, aufpinseln, einsticken, ''«ine o°al, N.°"Mcben lassen. Die Gesellschaft selbst giedt eine»„-'«chlnarkm aus, auf welche daS Wort„Eureka" --Eureka" eingeprägt ist, femer mit Nummern und �«vs'Reo'ns�.« Etiketten, auf welchen ein Hotel-Groom mit baltenh fllL- unter dem Arm, eine Reisetasche in der f K..''«tstürzt. trübte Ueber eine vorgestem Ziachmittags Hierselbst Mreguna I �t, welche die Bewohner Moabits in gewaltige Ä'in f' N. �vier �tten und einem bei der Post auf dem Pots- M�?5?nbof angestellten Sohn. Während der Dienst- ßtfüm«« beiden männlichen Familimalieder befand fich die ß'Nn ßLr'ch« im Alter von etwa 46 Iahren stand und mit ha� vor ganz kurzer Zeit die filberne Hochzeit ge« .SiltÄ" in der Behausung. Als Herr Paepke gestcm 1'* Uhr seine Wohnung detrat, bot fich ihm ein Anblick dar: In der ersten Stube neben dem »t? keine Ehefrau ermordet am Boden, der Schädel die Himmaffe herausgetreten und eine große � iilck, �«deckte den Bodm. In der Stube herrschte eine m �iming: sämmtliche Behälter waren erbrochen, X# theis�.war von blutigen Händen duichwühlt worden und r-fl Hit.«''« Jn der Stube zerstreut umher. ES war zweifellos, ��*2. n Raubmord vorlag, denn eS werden Geld und pflegte, lag i» der verschlossenen Kiste unter seinem N, dieser Kiste ruhte jetzt sein Blick voll Bestür. Vilich» ß und Entsetzen. Sie war gewaltsam erbrochen, Spuren ließen es sofort erkennen. SJ* Eiernden Händen hob der alte Mann den zer« �»e» ���Deckel empor, und ein heiserer Schrei entfuhr n?«i»?a..�kche war verschwunden, und nicht die Flasche iuinen»?.* kleine Kästchen fehlte, in dem die wichtige« .« lagen. i Er, .«*, hat ,* und wollte im ersten Augenblick nicht glau- 'i«« bestohlen worden sei; hastig packte er den Zn« & fianzen Kiste aus, die Papiere und die Flasche '"-und auch nur diese allein,''----- �«vaten"- �- seine übrigen Habselig« ... noch alle vorhanden, sogar die kleine Gel ""l-«» abgesehen? m. streng alte Man» hatte ja immer den Besitz der Papiere � dre Dokumente besaß?. Ät»rw"r zwei Personen hatten es erfahren. Franz und «%(%"«' aber diese Beiden waren den ganzen Abend sie dl zusammen gewesen, eS war gar mcht denkbar, daß % Caub verübt haben sollten..__ dieser Mit der Schnelligkeit des BlrtzeS durchzuckte ««bacht die Seele des alten Manne«. lich. �'«re Kenntniß gehabt? Georg erinnerte sich Plötz« plcttw d der Kammerdiener zugegen gewesen war, als er mit kbrvH..« Und dem Kutscher zuerst über die Dokumente g� ol« er sie auf diese seine einstige Hinterlassenschast "sam gemacht hatte. � I «vtsann sich dessen immer deutlicher, und die Ver-. Schmucksachen vermißt. Die That muß gleich nach 2 Uhr begangen sein. Um diese Zeit hatte Frau Paepke im HauSkostüm noch einen Einkauf bei einem in demselben Hause wohnenden Kaufmann Bade gemacht und gleich nach zwei Uhr will eine in der ersten Etage unter der Ermordeten wohnende Frau aus ihrem Mittagsschlaf durch einen dumpfen Fall erweckt worden sein, der so stark war, daß die Prismen an dem Kronleuchter Srsammenklirrten. Die Stube, in welcher die Mordthat pasfirt t, war vielfach zerschrammt, so daß fich annehmen läßt, daß zwischen der robusten und kräftigen Frau und dem Mörder ein Kampf stattgefunden hat; in dem Zimmer fand fich serner eine mit Blut besudelte Zigarre, welche der Thäter wahr- scheinlich beim Durchsuchen der Wäsche verloren hat. ES wird angenommen, daß während des kurzen Einkaufs, welchen die Frau besorgte, em mit den Verhältnissen der Familie vertrauter Mann die Gelegenheit zu einem Diebstahl benutzt hat und von der zurückkehrenden Frau überrascht worden ist. Der That verdächtig erscheint ein etwa 26jähriger, hochgewachsener, schlanker Mann mit hagerem Geficht, in reduzirter Kleidung, zeriffenen Hosen, kurzem, dunkelgrünem Iaauet und kleinem Schlapphut. Derselbe ist von mehreren Personen bemerkt worden, wie er sich in etwas auffälliger Weise in den Nach- barhäusern zu schaffen machte. Mysteriös ist, daß ein der Paepke'schen Familie zugehöriger, alter, treuer und bisfiaer Pudel spurlos verschwunden ist. Das Paepke'sche Ehepaar hat in dem Stadtthell Moabit viele.Freunde und Bekannte und die Kunde von der Mordthat alarmirte deshalb sehr schnell die ganze Gegend, so daß das Haus von einer großen Menschenmenge belagert wurde, welche bis zum späten Abend die Greuelthat kommentitte. Gegen 7 Uhr erschien an dem Thatotte die Gerichtskommisfion, ebenso war der Chef der Kriminalpolizei Graf Pückler alsbald zur Stelle.— Ein anderer Bericht, der nicht in allen Punkten mtt dem vor« stehenden übereinstimmt, besagt: Gegen 4 Uhr Nachmittags, zu einer Zeit, als Herr P. gerade vom Dienst zurückkehrte, hörten Hausbewohner ein lautes Röcheln in der P.'schen Wohnung und fanden nun, durch die offene Korridorthür eindringend, Frau P. mit zerschmettertem Schädel in einer Blutlache im Wohnzimmer bereits im Todeskampfe auf der Erde liegend. Ehe noch eine Vernehmung möglich war, gab Frau P. ihren Geist auf. Der gerade zurückkehrende Ehemann, dem HauS- bewohnet sofort die Schreckenskunde überbrachten, brach auf der Straße ohnmächtig zusammen. Durch den Reviervorstand wurde die Kttminalpolizet telegraphisch in Kenntniß gesetzt und kurz darauf trafen der Chef derselben Graf Pückler und der erste Staatsanwalt von Angern am Thatort ein. Nach wei- teren Ermittelungen resp. nach Vermuthungen von HauSbe- wohnern scheint Frau P. von zwei Männern, die unter der Angabe, die Wasserleitung revidiren zu wollen, fich Eingang in die Wohnung verschafft haben, hinterrücks überfallen und mit einem Beile erschlagen worden zu sein. Der LieblingShund der Frau P., ein Pudel, der vermuthlich seiner Herrin zu Hilfe gesprunaen, war edens getödtet worden. Ein Kommodenkasten war zerbrochen und es fehlte au« demselben der Inhalt von etwa 40 Mark. Außerdem wird unS noch folgendes gemeldet: Zugleich mit dem Chef der Krimwalpolizei, Grafen Pückler, traf auch der neue Polizei Präfioent, Herr v. Richthofen�auf dem That- orte ein und ertheilte sofort die umfassendsten Maßnahmen zur Entdeckung deS Mörders. Noch biS zur späten Abendstunde recherchirtm Kriminalbeamte bei sämmlltchen Haushaltungen in den benachbarten Straßen, ob fich etwa verdächtige oder bettelnde Personen im Laufe deS Tages hatten blicken lassen. Die Annahme, daß hier ew Gelegenheits- Verbrechen und keine geplante und vorbereitete That vorliegt, gewinnt immer mehr an Wahrscheinlichkeit. Der Dieb ist mitten in der Arbeit von der heimkehrenden Frau Paepke überrascht worden und hat dieselbe mit einem schweren stumpfen Instrument, wahrscheinlich mit der Brechstange, die er zum Sprengen der verschlossenen Bebälter benützte, zu Boden geschlagen. Der Schlag muß mit furchtbarer Wucht geführt sein und den sofortigen Tod der Getroffenen zur Folge gehabt baden, denn die Gehirnmasse ist weit auS dem zerklafften Schädel hervorgequollen. Die Leiche der Ermordeten wurde noch in der Nacht, kurz vor 12 Uhr, nach dem Obduftionshause S(schafft, um heute von den Gerichtsärzten, den Geheimräthen )r. Liman und Dr. Wolff, sezirt zu werden. Das Räthsel mit dem Verschwinden deS alten treuen Pudels, der fich in der Paepki'schen Wohnung befand, ist übrigens gelöst worden. AlS der vor Schmerz völlig sassungslose Ehemann der Ermordeten fich soweit gesammelt, daß ihm das Verschwinden des ThiereS auffiel, suchte er nach demselben und nach mehrmaligem Locken und Rufen kam eS zitternd und winselnd unter dem Sopha hervor gekrochen, welcher in der Nähe der Leiche stand. Aeußere Verletzungen, welche daraufschließen lassen, daß der Hund von dem Diebe geschlagen worden, find nicht vorhanden und bleibt nur die Annahme übrig, daß der Thäter fich im Befltze eigenartiger Mittel befunden hat, um den sonst treuen und bisfigen Pudel unschädlich zu machen. Ueber die Beute, die dem Verbrecher in die Hände gefallen, verlautet noch nichts Bestimmtes, da Herr Paepke seiner Ehe« muthung, daß Joseph der Dieb sein müsse, bestätigte fich mehr und mehr in ihm. Diesem verwegenen Spion war ja das Schlimmste zu- zutrauen, vielleicht hatte er sogar im Auftrage seine« Herr« den Raub ausgeführt. Er erinnerte sich auch, daß der Kammerdiener ihn au« forsche« wollte, ob er Ersparnisse befitze und wo er sie auf- bewahre, es unterlag gar keinem Zweifel mehr, daß Joseph die Dokumente besaß, und der alte Mann war äugen« blicklich entschlossen, diesen Verdacht ohne Aufschub zu ver« folgen. Er kehrte sofort in das Schloß zurück, in der Gesinde« stube war da« Licht schon erloschen; aber der Gärtner wußte, daß der Herr noch nicht zu Hause war, und daß Joseph in solchen Fällen strenge« Befehl hatte, die Heim« kehr seines Herrn zu erwarte«. Zitternd vor Aufregung stieg er die Treppe hinauf, er wußte, daß er den Kammerdiener in dem Vorzimmer fand, welche« neben dem Kabinet Rabe'« lag. Joseph war in der That in diesem Zimmer, de« Kopf auf de« Arm gestützt, saß er in einem Sessel vor dem Tische, und es schien fast, als ob er de« Eintretende« erwartet hätte, denn ein ironisches Lächeln, umspielte seine Mund« winkel, ei« Lächeln, in welchem sich die ganze Bosheit seine, Charakter» offenbarte. „Na? Habe« Sie jetzt auch etwa. Verdächtiges gehört?* ��Der alte Mann war dicht an den Tisch herange- �Wo sind meine Papiere?- erwiderte er mit bebender Stimme. �_.._ „Ihre Papiere?" fragte der Kammerdiener erstaunt. „Die Sie mir gestohlen haben!" rar c „Seid Ihr plötzlich wahnsinnig geworden?" rief Joseph entrüstet.„Sprecht die Beleidigung nicht noch ewmal aus, oder—",,, „Oder?" fragte der Gärtner scharf. „Oder ich werfe Euch hinaus/ „Versucht da», aber ich sage Euch, e« wird erne« Hollen- lärm geben" ftau den größten Theil seines GeHalls zur Wirthschaftsführung überließ. Es mag sich immerhin eine Baarsumme von 300 M. und darüber in der Wohnung befunden haben. Gestern Mor- gen ging in Moabit das Gerücht von Mund zu Mund, daß der Thäter bereits entdeckt und dingfest gemacht worden sei, leider scheint dieS aber nur ein leereS, auf vage Vermuthungen gestützte« Gerücht zu sein. r. Die Störungen kirchlicher Handlungen, die in letz« terer Zeit ganz auffallend oft vorgekommen find, veranlassen doch zu näherem Nachdenken. Man kann fich leicht über die Sache hinwegsetzen, indem man diese Störungen als eine Roh« heit betrachtet, vie bei heruntergekommenen Menschen in die Mode kömmt. Allein eS treffen doch mehrere äußere Momente zusammen, die dem Gedanken eine andere Richtung geben. In einem Falle, oder in einigen Fällen war es zweifellos, daß die Störungen von Individuen ausgingen, die fich in Noth be« fanden. Die Polizei sorgt dafür, daß unsere Kirchenthüren ftei find von jenen Bettlergestalten, die wir vor den Kirchen« tbüren in anderen Städten sehen. Unsere kirchliche Armen- pflege dagegen, wofür sorgt sie? Existtrt eine solche Armen« pflege überhaupt? Man wirst mit Recht eine solch« Frage auf, denn von einer geordneten Armenpflege unserer evangelischen Berliner Kirche yat man noch nichts gehört. Geldspenden werden nur zu pmnkvollen Kirchenbauten gesammelt, von denen manche fromme Herren aarnicht genug bekommen können- Und in solchen prachtvollen Gebäuden fitzt vielleicht ein hungernder Mensch, dem ein AuSruf des Aergers entfährt, der gewiß nicht zu billigen ist, der aber unter diesen Umständen vollständig erklär« lich ist. Zweifellos könnte unsere Berliner kirchliche Armen« pflege viel mehr leisten, al« fie heute leistet, wenn man nicht eben zu sehr geneigt wäre, alles wa« zur Armenpflege gehört, der kommunalen Verwaltung zuzuweisen, deren Unterstützung den Bedürftigen seiner politischen Rechte entkleidet, und deren büreaukratischer Apparat naturgemäß allerlei Mängel auf« weist, und dann wohl polittschen Gegnern Anlaß zu einer scharfen Verurtheilung giebt. Die Kirchengemeinden würden gut thun, wenn fie die wirkliche Thätigkett nicht auf religiöse Zeremonien und auf Kirchenwahlen und Synodal« Reden legen, sondern die Resultate religiöser und allge« mein menschlicher Gefittung in einer geordneten kirchlichen Armenpflege für die nothleidende Menschheit etwa« deutlicher erkennbar werden ließen. t. DaS Droschkengeschäft in Berlin liegt arg darnieder, und mit jeder neuen Pferdebahnlinie werden die biederen Rost« nanten nachdenklicher und lassen fie tiefer ihre Köpfe hängen. Da die Beförderung von Personen nur noch wenig einbringt, so übernehmen viele der Droschkenkutscher sehr gern die Besor« ?ung von schnell zu überbringenden Nachrichten oder das Ab« olen von Packeten und dergl. auch ohne Begleitperson. Recht übel erging e« hierbei einem Droschkenkutscher, der am Dienstag im Auftrage eines Kaufmannes au« der Bellealliancestraße einen gefüllten GlaSballon nach der Müllerstraße mit seiner Droschke ttansportirte. Der Ballon war nicht dicht genug ver« schloffen und jedenfalls mit einer ätzenden Flüsfigkeit gefüllt, so daß der Kutscher nach Beendigung der Fahrt die Wagen« polster mit dieser Flüsfigkeit stark bespritzt und verdorben fand. Der Schaden ist natürlich ein beträchtlicher und steht in keinem Verhältniß zu dem geringen Fahrlohn, daS für die Fahrt be« düngen war. In der Jagdfaikon. Von Seite eines WaidmanneS er- hält vie Wiener„N. Fr. Pr." mit Beziehung auf ein in der Nähe von Wien vorgekommenes Jagdunglück folgende Zu« schrrft, die wir auch vielen Berliner Sonntagsjägern recht warm anS Herz legen möchten. Dieselbe lautet:„Die Massen« schlachten gegen den armen Meister Lampe habm wieder be« gönnen. Im ganzen Lande knallt eS, und jeder Knall bedeutet den Tod einet armen Hasen. Wenn wir sagen:„bedeutet", so meinen wir, daß eS, Gott sei Dank, auch solche Schützen giebt, die eS bei der Abficht bewenden lassen und deren Schuld es gewiß nicht ist, wenn die armen Hasen nicht an Alter«« schwäche sterben. Wer die Schaaren zu mustem versteht, die in Lodenrock und Federhut an Sonntagen und Donnerstagen — da, find die Unglückstage für Meister Lampe— die Bahnhöfe füllen, der kann fich manchmal eine, gelinden Schauders nicht erwehren, und der gewisse Hans, der gruseln lernen wollte und seinen heißen Wunsch nicht erreichen tonnte, hat ficher niemals einer Kreisjagd in gewissen Revieren beigewohnt. Jugendliche Nimrode, die bisher vielleicht nur mit Knallkügel- chen Sport getrieben, in glänzend neuer Echützentracht mit riefigem Hirschbart, den sie für GamSbart nehmen, Bureau« leute, denen der�Arzt starke Bewegung ordintrt und die nun ihr Bäuchlein mit dem Pattonengurt in engere Grenzen zu zwängen versuchen, Leute, die auch einmal zeigen wollen, daß fie es wagen, eine Büchse abzufeuem, und selbst Damm in neckischen Kostümen mit allerlei Jagd- geräthen und einem Freunde ausgerüstet, der ihre Fehlschüsse geschickt zu korrigiren versteht, das find die gefähr- lichen Elemente, welchen der alte Schütze, der, wie der alte Hase, die Gefahr bei Zeiten wittert, sorgfältig auS dem Wege geht. Dazu kommen an Ort und Stelle noch die Bauern- schützen, welche ein recht ansehnliches Kontingent zu der ge» Diese wenigen Worte verfehlten ihre Wirkung nicht, Lärm mußte der Kammerdiener unter leder Bedingung zu verhüten suchen, damit die Generali« von dem Vorgefallene« nicht« erfuhr. „Ich glaube wahrhaftig, Ihr sei verrückt, Georg," sagte er achselzuckend.„Fabelt da von gestohlenen Papieren, die vielleicht nicht einmal existire«. Wer wird den« bei Euch Papiere suchen, die für einen Anderen Werth haben könnten! Ein alte« Wanderbuch, ei« Geburtsschein, einige Liebesbriefe— bah, das ist am Ende Alle«, was Ihr jemals von Papierm besessen habt. „Und ich sage«och einmal, Ihr habt meine Kiste er- krochen und die Dokumente herausgenommen," erwiderte der Gärtner, dessen glühender, durchdringender Blick unver- wand auf dem Kammerdimer ruhte.„Ihr habt es getha«, vorhin, kurz vordem ich Euch begegnete; Ihr wußtet wohl, daß ich die Papiere besaß, i« der Gesindestube habt Ihr e« gehört." „Ich habe nicht» gehört, und wen« Ihr wirklich davon gesprochen habt, so habe ich nicht darauf geachtet," sagte Joseph, der fieberhaften Erregung des alten Mannes eine eisige Ruhe entgegenstell md.„Ihr habt viel geschwätzt, Euer Geschwätz konnte mich nie interessirm. I« oem Park bin ich so spät«och gewesen, weil ich einen Ruf hörte, und seid Ihr wirtlich bestohlen worden, so habe ich mich auch nicht verhört. Dann waren'« jedenfalls zwei Diebe, von denen der Eine dem Ander« zurief. In der Nähe Eure« Hauses bin ich freilich nicht gewesen, ich dachte, dort würdet Ihr selbst nachsehen, und später beftemdete eS mich, daß Ihr nichts gehört haben wolltet." Bei de« ersten Worten sah Georg de« Kammerdiener starr an, er konnte eine gewisse Wahrscheinlichkeit der Be- hauptung desselben nicht absprechen, aber sein Verdacht wurzelte bereit« zu tief— Joseph mußte die Papiere haben! „Da» sind Lügen!" erwiderte er.„Niemand hat gewußt, daß ich die Papiere besaß—" „So haben die Diebe etwa» Anderes gesucht." „Dann würden sie auch da« Andere mitgenommen haben."(Fortsetzung folgt.) childerten Gesellschaft stellen. Ist ei da ein Wunder, wenn wir in jeder Jagdsaison über neue Unglücksfälle zu berichten haben? Erst vor wenigen Tagen fiel wieder ein Treiberjungt der Nachlässigkeit und dem Leichtfinne eineS Schützen zum Opfer. ES ist echter Eonntagsschützenbrauch, nach Schluß b<8 Kreises daS Gewehr einem Treiber anzuvertcauen; aber geradezu unverantwortlich muß es genannt werden, wenn die Be- quemlichkeit so weit getnebm wird, daß man daS geladene Gewehr einem Treiber, oft einem Kinde zum Tragen übergibt. Der echte Schütze gibt überhaupt sein Gewehr nicht aus der Hand. Ist er so schwächlich, daß er eS nicht die kurze Strecke von einem Kreise zum andern zu tragen vermag, dann möge er ruhig zu Hause bleiben und die Jagd Anderen überlassen Auf jeder regelrecht geleiteten Jagd aber wird darauf ge- drungen, daß nach Schluß des Kreises die Patronen entfernt werden. Wie viele Unglücksfälle würden vermieden, wenn diese Regel überall eingeyalten würde! Wie oft verleitet ein mitten in der Schützen- oder Treiberschaar aufstehender Hase einen„Schußhitzigen" zum Schießen, der dann zwar regel- mäßig den Hasen fehlt, aber häufig genug einen Nachbar auf die Stiefel brennt. WaS soll man aber dazu sagen, wenn die Sorglosigkeit so weit geht, daß man nicht nur die Patronen nicht entfemt, sondern das geladene Gewehr einem Treiber übergibt, der aus Neugier und im Uebermuthe nur zu geneigt ist, mit der Waffe seine Späße zu treiben und, wie es in dem erwähnten Falle geschehen, einen Menschen tödtet. Der Jagdsport sollte nur von Solchen ausgeübt werden, welche auch dem Nebenmenschen genügende Sicherheit bieten. Und darum soll kein Jagdherr sich scheuen, unfichere oder Sonntagischützen ein- für allemal auS der Liste seiner Gäste S streichen. Die Schneider in Paris haben ein Kartell ge- loffen, das ste bindet, fich gegenseitig die Kunden namhaft zu machen, welche ihre Rechnungen nicht zu bezahlen pflegen. Ein ähnliches Kartell der Jagdherren wäre wohl am Playe, wo es die Sicherheit der Gäste gilt, welche ihr Leben und ihre geraden Glieder der Vorficht deS Jagdherrn anvertrauen. Freilich trägt zum Theil an den vielen Unglücksfällen der Umstand Schuld, daß Geschäftsleute Jagdreviere pachten, nur um ihren Kunden, die oft ihr Leben lang keinen Schuß adge- feuert, eine ihnen neue Unterhaltung bieten zu können. Diese Art Epekulanon ist nicht so selten, als man meint, und durch sie werden jene„Schützengesellschasten" großgezogen, deren Aufgabe eS zu sein scheint, für die Rubrik„Unglücksfälle auf der Jagd" jede Woche neues Material zu liefern. EtwaS Vorstcht bei Ausgabe der Jagdkarten könnte allerdings in diesem Falle helfen, sowie die strenge Kontrole der Legitimationen von Seite der Gendarmerie niemals unterlassen werden sollte. Das bleibt fteilich nur der ftomme Wunsch der echten Jäger, die heute nur den einen Wunsch haben, daß eS besser werden möge. g. Zu der Mitthetlung über die verlassene Braut, deren Trauung durch einen Rabbiner im Restaurant dei Hotel de Hamdourg am Sonntag stattfinden sollte, erfahren wir noch, daß der gewissenlose Bräutigam nicht vorher 2000 Mark, sondern 2000 Thaler erhalten und daß er bereits einmal genöthigt war. Berlin eiligst zu verlassen und nach Amerika zu flüchten. Nicht der Vater veS jungen Mädchens, sondern der Onkel hatte die Mitgift hergegeben und der Bräutigam denselben dadurch sicher gemacht, daß er statt der vereinbarten 8000 Mark vorläufig nur die vorgedachte Summe beanspruchte. Die Eltem deS verlasse- nen Mädchens, die um ihr LebenSglück betrogen ist, find ohnehin vom Schicksal schwer geprüft, denn fie haben in kurzer Zeit den Tod zweier erwachsener Söhne zu deflagen. Daß es gelingen sollte, den Durchgänger, einen KonfektionSschneider NamenS£?., noch zu erwischen und ihm dm Raub abzunehmen, erscheint brr dem bewiesenen Raffinement sehr ftaglich. g. Auf den Straßen Berlin« steht man jetzt bei der Kleidung der Passanten die lomischstm Zusammenstellungen, welche man fich denken kann. Die eine Dame tragt, einen dunklen Strohhut und hat ihren Körper in einen dicken Winter: mantel eingehüllt, während man eine andere Dame mit einem Winterhut auf dem Kopf und einem Frühjahrs- bezw. Herbst- mantel sehen kann. Wieder eine andere Vertreterin deS zarten Geschlechts trägt Muffe und Pelzkragm und promenirt per Taille, wogcaen man nicht weit davon entfernt eine Mitschwestcr in schwere Winterkleidung gehüllt sehm kann. Ebenso ver- schiedenartig find die gegenwartigen Trachten der Männerwelt. Während der eine Passant schon den wärmenden Winterpaletot angelegt hat, trägt der andere noch seinen Sommerüberzicher, in welchem er vielleicht so lange herumlaufen muß, bis er sich seine winterliche Hülle aus dem großm Kleiderspind in der Jägerstraße holen kann. Keck und unerschrocken stolziren junge Leute aber auch noch in kurzem Jaquet umher, unbekümmert um die Kälte, welche ihren Körper durchzieht. ut. MitI seltenem Raffinement wird neuerdings von einer elegant gekleideten jungen Dame ein unqualifizirbareS Verfahren in Szene gesetzt, daS geeignet ist, die Aufmerksam- keit der Behörden auf fich zu lenken. DaS Treiben der Dame, die fich Auguste Wiener nennt, wird uns von einem Haus- desttzer folgendermaßen geschildert: Wir wolllen uns gerade S Tische setzen, als es an der Thür zum Komdor klingelte; öffnete selbst und fragte die draußen stehende Dame nach ihrem Begehr; fie erwiderte, daß ste mich in einer dringenden Angelegenheit zu sprechen wünsche. Ich ersuchte fie, näher zu treten, und nun erzählte sie mir einen kleinen Roman, dessen Pointe darin bestand, daß ihr Mann fie treulos verlassen habe und daß fie ohne Schuld in bittere Noch gerathen sei; zu stolz, Almosen zu erbitten und anzunehmen, habe fie einen kleinen Handel mit Photographien angefangen, und fie gestatte fich die Frage, ob fie ihr Album mir vorlegen dürfe. Ich erklärte zwar, daß ich keine Verwendung dafür hätte. fie ließ fich aber nicht zu- rückhalten und ruhte nicht eher, als bis ich ihr einige ziemlich werthlose Bilder abgekauft hatte. Dann äußerte fie, ich hätte wohl für diese ernsten Dinge weniger Sinn, und fie könne D?'°s rsa'ä.Ä» ä■ a Äif-Ä hinaus. Gemäß den Veröffentlichungen de« Katserliche« Ge- sundheitsamts find in der Zert vom 18 ji« 24 Ottober von je 1000 Bewohnern, auf dm Jahresdurchschnitt berechnet. alS gestorben gemeldet: in Berlin 21, S, in Breslau 22,4, in Königs- bürg m'AeTS, i?München 25,4° in Nürnberg 18%, kr Die Sterblichkeit blieb auch in der Benchtswoche in den meisten Großstädten Europas eine günsttge, wiewohl sie in vielen der- selben im Vergleich zvr vorhergegangenen Woche etwas zuge- nommen hat, und nur aus dem größten Therle der süddcut- schen Städte, sowie aus Elberfeld. Barmen. Düffeldorf, Bres- lau, Hannover wurdm kleinere Sterdltchkeit�lffern gemeldet. Einen nicht zu verkennenden Einfluß auf vre Etcrdllchfert übte die kallfeuchte und ohne Vermittelung eingetretene Wittcrungs- ändeiung au?, die um die Mitte der Woche erfolgte, und welche die Tempel atur der Lust an vielen Oiten um die Mitte der Woche bis unter den Gefrierpunkt finken machte, wodurch eine ansehnliche Steigerung der Er- krankungen und Todesfälle an akuten entzündlichen Prozessen der Athmungsorgane, besonders unter den Höherm Alters- klaffen, hervorgerufen wurde, während die Theilnahme des EäuglingsalteiS an der Gesammtsterblichkeit im Allgemeinen dieselbe blieb, so daß von 10 000 lebenden, aufS Jahr berechnet, in Berlin 63(wie in der Vorwoche), in München 100(in der Vorwoche 107) Kinder unter 1 Jahr starben. Unter den Todesursachen veranlaßten von den Jnfettionskrankheiten Masem, Scharlach, typhöse und Kindbettfieber, in den außeideutschen Städten auch Pocken mehr, Diptherie und Kroup etwaS weniger Eterbefälle. Darmkatarrhe und Brechdurchfälle zeigten sich, be- sonder« in den größeren Städten in etwas geringerer Zahl.— Masem traten in Bremen, Danflg, Dresden, Budapest, Krakau. London, Liverpool, Petersburg, Warschau mit größererBöSartigkeit auf, namentlich in der Stadt und in dem Regierungsbezirk Königsberg, von wo 22 Todesfälle bezw. 526 Erkrankungen (auS dem ganzen Bezirk) gemeldet wurdm.— DaS Scharlach: fieber herrscht in Duisburg, Hamburg, Berlin, London, Livm pool, Et. Petersburg, Warschau nicht selten in Verbindung mit Diphtherie, welche letztere namentlich in Berlin, Hamburg, Altona, Danzig, Köln, Königsberg, Lübeck, Potsdam, Halle, Stettin, Chemnitz, Christiania, Wim, London, Paris, Trieft u. a. O. viele Sterbefälle veranlaßte.— Die Sterblichkeit an Unterleibstyphus war im Allgemeinen eine geringere und wurdm Todesfälle daran aus Berlin, London, St. PeterS- bürg in beschränkter, in Breslau, Hamburg, Edinburg in etwa« gesteigerter Zahl gemeldet.— An Flecktyphus kam 1 Todesfall aus Wien und je eine Erkrankung aus dem Regierungsbezirk Marimwerder und auS St. Petersburg zur Anzeige.— Der Keuchhusten wurde in Berlin, London, Liverpool, Dublin mehrfach Todesursache. Ruhrfälle blieben vereinzelt— Pocken forderten in Krakau, Basel je 1, in Zürich und Warschau je 2, in Liverpool und Trieft je 3, in Venedig 7, in Budapest 8, in Prag 9, in Wien 14 Opfer, aus dem Regierungsdezirk Aachen wird 1, auS Kopenhagen 2, auS Wien, Budapest eine größere, aus London eine kl' .__. kleinere Zahl von neuen Erkrankungen gemeldet.— Die Cholera in Spanim hat weitere Rückschritte aufzuweism; in der Zeit vom 16. bis 21. Oktober wurden amtlich nur noch 502 Erkrankungen(da- 10 in Madrid) und 244 Todesfälle, davon 3 in Madrid �e- meldet.— In Italien kämm in der Zeit vom 11 bi« Ottober 861 Erkrankungen und 424 Todesfälle zur Anzeige, von denen 600 Erkrankungen und 295 Todesfälle auf die Stadt Palermo entfallen. In Kalkutta hat um die Mitte September die Zahl der Todesfälle wieder mehr zugenommm. Polizei-Bericht. Am 3. d. M. Nachmittags wurde die Eheftau des Geheimen Eekretairs Paepke in ihrer in der Dreysestraße 10 belegenen Wohnung ermordet vorgefunden. Der Thäter, welcher m die Wohnung eingebrochen ist und von der Frau betroffen wurde, hat fie mittelst eine« Hammers oder sonstigen harten Instruments erschlagen und ist entkommen, jedoch gesehen und so kenntlich beschriebm worden, daß seine Ermittelung zu erwarten ist.— An demselben Tage Morgms fanden die Zimmermann Knitter'schm Eheleute, Schmlendorf- straße 7 wohnhaft, ihre beiden 12 und 8 Jahre alten Kinder, welche gemeinsam in der Küche schliefen, im Bette liegend und von Kohlenoxydgas betäubt vor. Wie fich herausstellte, war in einem unter der Küche belegenen Raum zum Auittocknen der Wände ein KoakSkorb aufgestellt worden, dessen Gase an dem durch die Decke geführten Wafferleitunasrohr in die Küche gedrungen find und die Kinder betäubt haben. Beide Kinder erholten sich bald und befinden sich außer Lebensgefahr.— Um dieselbe Zeit wurde eine Frau in ihrer in der Wrangelstraße im Keller belegenen Wohnung ebenfalls durch Kohlenoxydgas vergiftet und besinnungslos im Bette liegend vorgefunden. Sie mußte nach Bethanien gebracht werden.— Am 2. d. M. Nachmittag? wurde der Arbeiter Bock in der Neuen Friedrichsstraße durch einen Geschäftswagen überfahren und erlitt bedeutende Verletzungen am Kopfe, so daß er mittelst Droschka nach seiner Wohnung gebracht werden mußte.— Als um dieselbe Zeit eine Dienftmago in der Kloster- sttaße 23 mit dem Kochen einer Bohnermaffe beschäftigt war, ge- riethen ihre Kleider hierbei in Brand und erlitt fie dadurch erheb- liche Brandwunden an den Händen und Armen. Sie mußte nach dem jüdischen Krankenhause gebracht werden.— Zu derselben Zeit erlitt der auf dem Neubau der Waarenböise beschäftigte Steinträger Andreas in Folge AusgleitenS auf einem Brett eine derarttge Quetschung deS Fußes, daß er mittelst Droschke nach dem Krankenhause im Friedrichshain gebracht werden mußte�— An demselben Tage Nachmittags fiel ein 62 Jahre alter Mann, welcher einen Stelzfuß trägt, in der Prenzlauerstraße zur Erde und brach das gesunde Bein. Er wurde eben« S.lls nach dem Krankenhause im Friedrichshain gebracht.— m Abend desselben Tages wmde in einem Aborte des Stadtdahnhofes Alexanderplatz ein unbekannter Mann von etwa 17 Jahren erhängt vorgefunden. Die Leiche wurde nach dem Obduttionshause geschafft. Gerichts-Ieitnng. P. Für 5 Mark— 2 Jahre Zuchthau«. Der vielfach wegen Diebstahls vorbestrafte„Arbetter" August Ferdinand Hellwig befand fich am 14. Juni d. I. in Gesellschaft des Ar- beiters Benchin im Müller'schen Kellerlokal in Nauen. Zwar hatte Hellwig, der erst einige Tage vorher daS Zuchthaus in Brandenburg nach fünfjährigem Aufenthalt daselbst verlassen und, wie er angiebt, den Vorsatz gefaßt, fortan ein ordentlicher Mensch zu werden; wie wenig aber der abschreckende Äufenthatt im Zuchthause die Willenskraft zur Bcthätigung dieses guten Vorsatzes zu beeinflussen vermochte, das zeigte fich alsbald nachdem der Begleiter des Hellwig von Trunkenheit übermannt auf einer Bank in jenem Kellerlokale eingeschlafen war.— Der Schlummernde trug den Rest seines WochcnlohneS, der mit Hilfe des Hellwig durch die gemeinschaftliche Zeche bis auf 5 M. klein gemacht worden war, in seiner Beinkletdtasche. Dieser Umstand erschien nun dem Hellwig gar zu bequem und die Unternehmungslust deS alten Zuchthäuslers erwachte. Er stahl dem schlafenden Zechgenossen, obwohl derselbe ihn bis dahin mit Speise und� Trank erquickt, schließlich noch seinen letzten Heller.— Mit dem gestohlenen Ge'.de begab fich Hellwig nach einem anderen in der Nähe befindlichen Lokale, woselbst er auf eigene Faust, aber für Rechnung des Benthin, weitcrzechte. Bei dieser Beschäftigung wurde er indessen von dem Bcstohlenen überrascht, welcher, nachdem er beim Er- wachen seinen Verlust gewahrt, fich unverzüglich auf die Suche gemacht und den ungetreuen Zechkumpan zu guterletzt ermittelt hatte.— Auf geschehene Aufforderung gab Hellwig den Rest deS gestohlenen Geldes wieder heraus; er wurde verhaftet und wegen schweren Diebstahls angeklagt. Die Strafkammer des Landgerichts ll beurtheilte die hinterlistige Handlungsweise des rückfälligen Verbrechers trotz seines Geständnisses sehr strenge und erkannte auf 2 Jahr Zuchthaus, 5 Jahr Ehrverlust und Zuläsfigkeit von Polizei-Auf ficht. Auf eine Anklage wegen Beleidigung de« Kreis- auSschusse«, sowie des Landraths des Osthavelländischen Kreises Grafen v. Königsmarck mittels der Presse hatte fich gestern der Kaufmann Friedrich Steffens aus Potsdam vor der'dritten Strafkammer hiefigen Landgerichts I «Ä errichteten Landhause, veröffentlicht. In demselben wurde die Behauptung ausgestellt, daß der KreiZausschuß fich der AnstJ eines 3 Kilometer langen Verbindungsweges mit der EhstiV widersetzt habe, während derselbe, dessen Mitglieder der h» konservativen Partei angehören, widerspruchslos der flnW eines nach dem Dorfe Bredow führenden Weges, in welld« terr v. Bredow restdifte, zugestimmt habe. Am Schlosse» ltikrls war der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß die M fache, daß auch unser Kronprinz den gekennzeichneten M öfter benutzen müsse, um zu seinem Gut zu gelangen, dasl* fühl der Pietät gegen den historischen Ort wachntfj werde. Als Zeuge wurde der Landrath Graf KöniaSmarck vernommen. Derselbe bekundete, daß der nach Paretz allerdings sehr schlecht war, daß aber der Ausschuß sich der erstrebten Verbesserung gar nicht wieder!» habe. Nur der Amtsvorsteher habe zur Herbeiführung beffem Weges nicht ausreichende Energie entwickelt. DenM nach dem Dorfe Bredow habe die Gemeinde Bredow und% GutSvorsteher auf gemeinschaftliche Kosten zu einer Zeit# legt, alS die Kreisordnung noch garnicht existitte. anwatt v. Stachow beanttagt die Venu theilung des Angeklagt �«ndmen, zu 100 M., während der Vertheidtger Rechtsanwalt Dr. mann deduzirte, daß die vom Angenagten irrthümlich aewat» Angaben gar keine Beleidigungen enthielten. Da sein den fraglichen Weg wöchentlich mehrere Male benutze, so jr er mit der Veröffentlichung deS inkriminirten Artikels nur H? berechtigten Interessen wahrgenommen. Eine beleih Abficht habe demselben sicher ganz fern gelegen. Dieser Auffassung trat der Gerichtshof bei und sprach daher den geklagten frei. � P. Jener durch leichtfertige« Spielen mit Feu«#* hervorgerufene Unfall, welcher ein junges Menschenlebs». das de« kaum 20jährigen Mufikerlehrling Behnstädt in NljJ richSberg— gefordert, fand gestern vor der Strafkammer� Landgerichts ll gerechte Ahndung.— Wegen fahrloi� Tödtung angeklagt, erschien, aus der Haft vorgeführt,■ 18jährige Mufiker Richard Albert Franz Kumm. 3. Oktober d. I. trat dem Angeklagten, welcher stets ei» ladeneS Teschin-(Hinterladtr)Pistol in der Tasche trug, erschossene Behnstedt entgegen mit den Worten:„Gel! da« Leben!" und hielt dem Angeklagten ein geladenes vor die Brust. Der Angeklagte erwiderte diesen unft Scherz damit, daß er nunmehr mit den Worten: find wir noch lange nicht!" dem Behnstedt sein Pistol von? Dabei aber beging er die Unvorfichtigkeit, den Hahn flehen und loszudrücken; der Schuß, eine Rehpostenladi öS und traf den Behnstedt, welcher bald darauf sein Lt hauchte. Das Unglück wurde hauptsächlich dadurch rufen, daß der Hahn, als der Angeklagte losgedrM Sicherung fich zwar befand, allein der MechaniSrf Sicherung des eigenartig konstruirten Pistol« in hohem? rtotn od te f A* SÖften Die Ii P. ps i k unzuver lässig und defekt'war, wovon der Ängeklagte all« keine Ahnung gehabt haben mag, denn sonst hätte er, � im gestrigen Audienz-Termin angiebt, nicht losgedrückt. Staatsanwalt beantragt nach Anhörung de« GutachtcvW 'Äden Sachverständigen, welche den Tod de» Behnstedt als ein-Z der erhaltenen Schußwunde begutachten, gegen den AnL! ten 1 Jahr Gefängniß. Mit Rückficht darauf, daß der 3 klagte m seinem Verhalten nach der That die bitterste? an den Tag gelegt und zuletzt fich selbst der Polizei bewllllate bfl ßWiAtÄhnf rnJIWnh# ITmftntih... bn« 0*. bewilligte der Gerichtshof mildernde Umstände'; daS lautete auf 6 Monate Gefängniß. m Sprechsaal. sä, es ®l« Redaktion stellt die Benutzung de, Sprechsaal«, soweit «Hugrten ist, dem Publikum ,ur»esorechung von»naeleg-nbeit-n> a5" 81 �% Gestatten Sie mir. Herr Redakteur, den R«"",« m BlatteS zu einer Erwiderung auf die Ausführungen V dir% R. Flatow im Sprechsaal deS„Berl. Volksbl." vom- in Anspruch zu nehmm. j � m.ih. . err Flatow schreibt:„In vielen Vereinen entf� die Majorttät der Mitglieder gegen die AnlegunS Bibliothek, und zwar mit Recht." Hierbei habe ich% 1 statiren, daß verschiedene Arbeiter-Bezirksveieine, J- der Oranienburger Vorstadt und des Wedding, der thaler Vorstadt, der Schönhauser Vorstadt und, wenn irre, der deS Westens schon Bibliotheken, oder besser die Anfänge von Bibliotheken befitzen oder doch dal solche einzurichten, und zwar mit viel größerem Recht. Bibliothek des Ärbeiter-«e»irkSvereins der Roienthaler anbetrifft, so soll hiermit festgestellt werden, daß der, behufs Errichtung einer Bioliothek nach eingehen?�. wagungen deS Dafür und Dawider mit großer«Me» genommen wurde. Die Resultate, die bisher erzielt\ sind sehr zufriedenstellende zu nennen. Der Leserkreis** in jeder Versammlung fich vergrößernder- ein Bevrts daß ein dringendes Bcdülfniß in dieser Beziehung � war, welches wohl auch in anderen Bezirkevereinen sein wird. Es dürste überhaupt daS Vorhandensein bliotheken sehr wohl geeignet sein, die Anzicbun#!� Abeiter-Bezirksvereine wesentlich zu erhöhen. Daß O Bibliotheken in großer Anzahl anderweitig vorhanden.�2 unbestreitbar; aber gerade die. die Ardeitcrkreise henden Biblis* •mm und berührenden Bücher finden dort nicht die gcb--?� rtWßchtigung. ES sollte fich überhaupt jeder für die Errichtung einer zweckentsprechenden Bibl�„$ besonders erwärmen, um so sein Theil tigung deS Unverstandes der Massen.__ rbeiterbewegung auch immer dieser Umstand. worden; so existiit wohl kein namhafter Fachverem. � im Befiye erner Bibliothek ist. Daß sachliche S'g-t, auf die Herr Flatow auch ein besonderes Gewicht möglich find, wenn fie von einem tiefen Wissel w werden,- welches wieder durch das Vorhanden' v die Benutzung einer guten Bibliothek sehr ge�V iauu- wltÖ Niemand bestreiten wollen. daß vre Arbetterverbmdungen fich nicht der E« Behörden erfreuen, von diesen vielmehr nur gevul � �nebenbei gesagt war erstereS wohl nie NWZWKsÄ, dÄ n« ""»"er tin�nbttr p-rfö feA; ZMtzMW MSMiSW lassen reits und, Sä ür den Bestand der Bezirksvereine.... Gart Becker, Schlosser, Berlin N., Et' ®Pioki Verantwortlicher Redakteur«. Lronhetm w Berlin. Druck und Verlag von Max»adiug in Berlin SW., Beuthstraße V- der Ank? >er Chou?» tt der i» der Anl-? in oxM Wg -SJ wachlW Graf -ß derA r der ArZ it wieder � lOJD und" [ Zeit# te. Beilage zum Berliner Bolksblatt. k$59 Donnerstag, den 5 Uovember 1885. II. Jahrg. Dr.M iffiS rtz«, s» ö nut� b-leidPZ Dieser Iff her de« 11� A m.# stets-'»? e irur-' iistolv- Hahn lladunKl n Lede«� irch Sge aniS! zohew ite all« t er, riickt. stacht« lS eine en A> % SA Iura Sizmlilieiizelrhe. �e liberale„Eaale-Zeilung", der wir vor Kurzem einen oorstandigen Artikel über den Chemnitzer Tozialistenprozeß onmahmen, schreibt folgendes: . Unter den Aufgaden des Reichstags wird mit in ZT«reihe die Frage stehen, od das Sozialistengesetz verlängert Sre« oder aber mit dem 1. Ottoder 1836 seinen Abschluß Zoen soll. Es ist daher nicht zu verwundern, daß diese InÄ?' Bn welche fich mannichfache und wichtige Interessen i,-0f«n, schon jetzt öffentlich auftaucht. Bekanntlich hat Pro- J?! Gieift sie in einer zu Kreuznach gehaltenen Landtags- %%% zuerst berührt und zwar in dem Sinne, daß man das ei«„!?ongesetz, wenn nicht gänzlich aufbeben, so doch in der.!« v alsbaldigen Uebcrgang zum gemeinen Recht vor- er Tendenz mildern solle; im einzelnen sprach im..dahin aus, daß man einschränkende Ausnahme- ,»regeln nur für Massm-Aufzüge und Massen- Versamm- Zgw beibehalten. aber die sozialistischen Drucker- wieder frei geben solle. Die Stimme Gneist's ist be- beachtenswerth, da er nichts nur zu den bedächtigsten e�oorfichtigsten Politikern des Liberalismus gehört, sonvem «iUti�er als alle anderen liberalen Abgeordneten den Instand gegen Ausnahmcmaßregeln zur Unterdrückung der �«demokratischen Bewegung ausgegeben hat; er war der ein« K«ationalliberale Abgeordnete, welcher bereits vor dem hJaate von Nobiling für den ersten Entwurf des Sozialisten- die sogenannte Hödelvorlage, stimmte. wenig es sonst unserem Standpunkte entspricht, allzu« �«r den kommenden Tag zu sorgen und aufreg-nde Fragen K öffentlichen Meinungsstreit zu ziehen, ehe eine sachliche ch�ndigkeit dafür vorbanden ist, so glauben wir doch in s�Falle sagen zu müssen, daß Gneist wohl daran gethan BSS C™ie Anficht über dieses so tief nicht nur in die deutsche sondern auch in die deutsche Zukunft eingreifenden A°uw en vow $ Oltl*1/ ien d"1' iseii sJto l i i i lw"*n,n, offen darzulegen. Nachdem das Sozialistmaesetz verlängert worden ist, beide Male mehr in Kon- seiner ersten Bewilligung, als auf Grund einer er- tm und umfassenden Prüfung der inzwischen veränder- diel»«?- lle, scheint es uns hohe Zeit, nunmehr endlich zu «"fung vorzuschreiten, die natürlich nicht in den wenigen loich," oer parlamentarischen Berathung erledigt werden kann, (L.nfi Ton vorher eine möglichst vielseitige Beleuchtung des dm q� odes in der Presse erheischt. Gneist hat auch darin »ahw.M«uf den Kopf getroffen, daß er sagt, solche AuS- kh. �|�e dürften nicht versumpfen, und das Sozialisten- un Wcl�fle allmälig in daS Stadium der Versumpfung. %% n«*« wenn man nicht wüßte, daß eS besteht und wenn Locher. einzelne harte Maßregeln, wie vor einigen das Verbot der Metallarbeilcrgenossenschaft und s-in ftinnlL Ql!en durch den Chemnitzer Prozeß an sein Da- Geiseln ü.«vllrde, so könnte man an demselben gelegentlich �mokioiir* A�uldemokratische Versammlungen und sozial» «Xithiick Blätter giebt es genug in Deutschland und ver- '* den m%d kein in deutscher Sprache erscheinendes Organ xr Züri�. der verschiedensten Parteien so viel zitirt, als Me mii?."Sozialdemokrat." Wohlverstanden, wir tadeln !"« so s�L°udhabung des Sozialistengesetzes nicht, was uns Nbert ö��r anstehen würde, als wir die,elbe von jeher ge- dpen; wir ziehen aus ihr nur den Schluß, daß die Wdno2,? Sozialistengesetz nothwendigerweise nochmals zu �«i g.�Jei, dadmch ernsten Zweifeln ausgesetzt wird, auch m. Kd-unkt derer, welche bisher für das Gesetz eingetreten ?«ßchts'" Ausnahmegesetz dieser Art läßt fich nur durch einen �t: sor.,�. rechtfertigen: durch die unerbittlrche Nothwendrg- �ei%,i, d diese nicht mehr vorliegt, ist es hohe Zeit, es zu %% zu i, er doch bis auf das schlechthin noch nothwendige V�ränken. '«die Regierung über die Sache denkt. ist noch ganz bl??J|;kU' die Gerüchte, daß auch fie fich mit dem Gedanken �«W �unq des Gesetzes trage, geben wir auS guten �dt viel. Aehnliche Gerüchte find jedes Mal auf- sslienJ'««enn der Reichstag über die Verlängerung deS Eozia« # zu bestimmen hatte, aber sie haben fich nie be- zwölfter Stunde hat die Regierung die außer- JeuMeton. Ja» WsrmoNkAvtädche«. «merikanisch« Erzählung von lvaldut» Möllhause». �-rrr(Schluß.) �oifelle Corbillon siedelte nach der Salzsee-Stadt % tz. s> höhere Anordnung wurde fie als eifrige und um t�heira�. besorgte Mormonin der Schwesterschaft der We® Meten Frauen eingereiht. Ob sie aber gerade ei« iefv»�""schen und Hoffnungen entsprechende» Unterkommen % bo6 iat' bleibt dahingestellt. Ei» neckischer Zufall fügte X« ,[i:y ite, itt einer zahlreichen Familie die Bezeichnung stehen erhielt. s'Het'ch diese beiden Personen erwähne, glaube ich 9 Pflicht gegen den Leser zu genügen. Wenn Ten n-rMr enb« noch einmal auf Leute zurückkomme, in � t(h vorzugsweise gern und mit �n Rpirt, Sedenke, so folge ich eben so wohl meiner eige- ------b-. w- Kairuk und Zreteba, die beide» brave« Mo- e Blege.s,!?'�- wit welchen ich nicht nur bei einer frühereu fobern w bie kalifornische Wüste zu Fuß durchwanderte, hoffen be» Expeditionen, welche» ich mich ange- Ben Dienst j' �esmal die wesentlichsten und unbezahlbar- litten e? uämlich, welche u»S zum Theil selbst »�lich'i� �«l Führer stellte«; fie waren e», die Haupt. 5«usch J*»ahlreichen StammeSgenoffen veranlaßten, durch Zehren f uns vor der bitterste» Roth zu 5? Kunden1 un� brieflichen Verkehr mit der Außenwelt ber Mormone» aufgewiegelt worden waren ordentlichen Vollmachten immer wieder kategorisch gefordert. Gleichviel aber, ob die Sache diesmal den gleichen oder einen andern Verlauf nehmen wird,— daS öffentliche Urtheil und insbesondere die liberalen Parteien haben allen Anlaß, bei Zeiten diese Frage zu studiren und fich eine klare Ueberzeugung zu vei schassen. Die unerquicklichen Vorgänge, welche die letzte Verlängerung des Gesetzes begleiteten, dürfen fich nicht wieder- holen und fie werden es nicht, wenn man fich bei Zeiten ge- wöhnt, das Für und Wider mit wirklichen Gründen zu erörtern." So der Artikel des liberalen BlatteS. Daß wir leine Hoffnung auf Beseitigung oder Milderung des Sozialistengesetzes haben, wollen wir nicht wiederholen— wir haben das schon mehrfach betont. Die„Versumpfung" erscheint bei einem solchen Gesetze auch viel richtiger, als eine künstliche Auffrischung, die in jedem Milderungsgrund liegt. Das Gesetz würde dann wenigstens eines„natürlichen" Todes sterben, da ihm der gewaltsame Tod durch vollständige Auf- Hebung ja doch nicht bevorsteht. Mlik in drr Arbcitrrbmeiim oder miht? Es wird vielfach hin- und Hergekritten, ob es besser sei, die Arbeiterbewegung auf rein gewerklichem und fachgenoffen- scbaftlichem Boden festzubannen, oder fie auch auf das polttische Gebiet überzuspielen. Dieser ganze Streit ist übrigens ein Streit um des Kaisers Bart, da die Richtung, in welche fich die Arbeiterbewegung be- geben muß, durch die allgemeinen sozialen Verhältnisse und durch die jeweiligen Gesetze vorgeschrieben ist. Fachvereine und Gewerkschaften können z. B. in Deutsch« land nicht in Verbindung treten, wenn fie allgemeine öffent- liche und politische Angelegenheiten erörtern. Empfiehlt es fich also bei ihren Bestrebungen, daß eine Zentralisation noth- wendig ist, so müssen alle öffentlichen Angelegenheiten, zu denen auch die Arbeitseinstellungen resp. die öffentliche Be- Handlung derselben von den Behörden gerechnet werden, auS dem Bereich der Verhandlungen der Gewerkschaften und Fach- vereine ausscheiden. Ist dieS aber nicht möglich, so müssen diese Vereine loka- lifirt werden, ihre gegenseitige Verbindung kann keine organi- firte sein und nur allgemeine gleiche Bestrebungen und gele- gentliche Unterstützungen dürfen sich dieselben gestatten. Da nun aber in ver That die gewerbliche Seite der Ar- beiterbewegung gar nicht von der politischen zu trennen ist, da die Behördm z. B.. und wir glauben mit Recht, in einer allgemeinen Petitton an den Reichstag um Abschaffung der Sonntagsarbeit schon ein polittscheS Beginnen erbticken können, so kann auch ein aufgeklärter Arbeiter, der es mit fich und seinen Fachgenoffen gut meint, an der Politik nicht vor- beigehen. Deshalb halten wir es auch für die Pflicht eineS jeden Arbeiters, er mag Gewerkschaftler oder FachvereinSgenoffe sein oder nicht, fich um Politik zu kümmern, da dieselbe be- sondeis in der Gesetzgebung tief in die Arbeiterfragen eingreift. Eine Regelung der Ardeiterftagen durch die Ge« setzgebung aber kann fich zu Gunsten der Arbeiter nur dann vollziehen, wenn die Arbeiter Einfluß auf die Gesetzgebung ge- Winnen. Nehmen wir nur einen Fall. Alle Welt ist überzeugt davon, daß im deutschen Reichs- tage, wenn die Arbeiter als solche fich bei den letzten Wahlen nicht betheiligt haben würden, der von allen denkenden Ar- beitern mit Freuden aufgenommene Arbeiterschutz-Gesetzentwurf nicht eingebracht worden wäre. Und sollte derselbe auch nicht in der vorliegenden Form in nächster Zeit zur Annahme kommen, so dient er doch als Anregung, und falls die Arbeiter in ihrer Masse nicht nach- lassen und bei den ReichstagSwahlen in immer größerer Anzahl ihrem Willen Ausdruck geben, dann werden derartige Schutz- maßregeln gegen Roth und Elend des ArbeiterftandeS zur That werden. und schon mit dem Erschießen unserer Maulthiere, dem ein« zigen Mittel zu unserer Rettung, begonnen hatten. Während ich aber Alles aufzähle, was ich ihnen zu danken habe, treten die beide» stattlichen Krieger in meiner Erinnerung deutlicher hervor. Ich sehe im Geiste die riesenhaften, schön gebaute« Gestalte» mit ihren offenen, harmlosen Physiognomien, mit ihre» lanaen, unglaublich starten Haaren und der wilden Malerei auf Brust und Ar- me»; ich vernehme sogar ihr in tiefen Gurgeltönen hervor« gebrachte«„Acholka" und ihr gedehntes„Hagh", durch welches sie ihre Verwunderung an de« Tag legte« über Alles, was ihnen an uns ungewöhnlich erschien. Der arme Zreteba! Er hat seine langen Haare, seine« Stolz, wieder einmal dicht an seinem Kopf abgeschnitten, und seine Waffen und seine ganze Habe verbrannt. Er trauert tief, und vielfach wendet er seine trüben Blicke auf den hervorragenden Gipfel de» im obere» Kolorado-Thal befindlichen«Berges der Todten", in welche«, nach seine« Begriffen, die Geister der Verstorbenen einziehen. Er trauert um seine» unzertrennlichen Freund und Gefährten, er trauert um Kairuk, dm Häuptling, dm Freund der Weißen, der durch die Weißen sein Leben Ein Zahr mochte«ach dem Friedmischluß zwischen de» Vereinigte» Staaten und dm Mormonm verflossen sei», al« ein großer Zug von Emigranten, � aus dem Osten auf ftisch gebrochenen Wegen herkommend, bei den Dörfern der Mohave« über dm Kolorado setzte, um einem verlocken« den Ziel, dm Goldminen KalifornimS, zuzueilm. Beim Zusammentteffm der verschiedenen Menschen« raffen, von welchen der eine Theil gewohnt war, jede dunk- le, gefärbte Haut als jeglichen Rechte« entbehrend zu be« trachtm, während der andere glaubte, Herr und Gebieter auf dem ihm angestammten Grund und Bodm zu fern, er- eignete es sich, daß ernste Zwistigkeiten ausbrache», m Folge deren mehrere Emigrantm ihr Lebe« verloren. Auf die Nachricht von diesem Unglücksfalle fmdete der Kommandant von Fort Auma eine militärische Expedition ab. um die MohaveS zu züchtigm. Die Mohave« aber rotteten sich in große Haufe» zusammen und trafen Anstalt, ihre Dörfer gegm die Soldaten zu veriheidigm. AuS diesem einzigen Beispiel geht schon hervor, daß der Arbeiter fich um Politik zu kümmern hat. auch wmn er seine nächsten Interessen in Gewerkschaftm und Fachvereinen zum AuStrag bringt. Nur ist es bedenklich, wmn die Politik in diese Vereinigungen getragen wird. Die fortschrittlichen Verführer der Arbeiter haben dm Ar» beitern immer von der Politik abgerathen. Selbst Schulze» Delitzsch warnte die Arbeiter vor der Politik, da dieselbe von der Fortschrittspartei für fie getrieben werde. So umbuhlen aber auch alle anderen Parteien die Arbeiter noch immer, be- sonders vor den Wahlen, und doch treiben jene Parteien nur die Politik im Interesse ihrer Angehöngen, die durchweg an- deren Bevölkerungsklassen angehören. Daraus können die Arbeiter am besten ersehen, daß auch fie in ihrem eigenen Interesse die Politik aus« nutzen sollen, und dies kann hauptsächlich dadurch geschehen, daß fie entscheidenden Einfluß auf die Gesetzgebung ge« Winnen. So kommen wir immer wieder zu dem Schlüsse, daß Arbeitervereinigungen fich nack den verschiedmen Landesgesetzen zu Achten haben und die Politik ausschließen, wo dies nöthig ist, daß die Arbeiter selbst aber fich um Politik kümmern müssen in ihrem eigenen Interesse und im gesammten Interesse der Arbeitersache. Beides läßt fich auch den Gesetzen nach leicht trennen und leicht vereinigen— jeder Arbeiter darf ein politischer Agitator sein, nur braucht er die Politik nicht in den Fachverein zu tragen, dort, wo es nicht erlaubt ist; jedes Mitglied einer Gewerkschaft darf gleichfalls politisch tbätig sein, es braucht nur diese Thätigkeit nicht in seiner Gewerkschaft aus- zuüben. In diesem Sinne hat jeder verständige, überzeugungS- treue Arbeiter zu handeln. Lokales. V. Der Verein zur Beförderung des Gewerbefleisses hat für 1886 folgende Preisaufgaben gestellt: 1) 6000 Mark von denen 3000 Mark der Minister für öffentliche Arbeiten bewilligt hat, und die goldene Denkmünze für die erfolgreichste Untersuchung der Gesetze, nach welchen eine bleibende(duttlle bezw. plastische) Formveränderung durch gleichzeitig in ver- schiedenen Richtungen darauf hinwirkende Kräfte erfolgt. 2) 1500 Mark für die beste Untersuchung des in Deutschland gefundenen Rohpetroleums, sowohl in Bezug auf seine chemische und phystkaltsche Beschaffenheit, als auch auf die Methoden zur Verarbeitung des Rohöls zu für den Handel brauchbaren Pro- duttm an Leuchtöl, Schmie, öl rc. 3) 300 Mark für die beste Arbeit, betreffend Vorschläge zur technischen Einrichtung öffentlicher Prüfungs- Anstalten zur Ermittelung des wirklichen Fasergehaltes und der Festigkeit textiler Rohstoffe, Gespinnste und Gewebe. 4) 1000 M. für die beste Arbeit über die Reinigung des Eisendrahts von Glühspan. 5) 1500 M. und die silberne Denkmünze für die beste Bearbei» teitung der Frage: welchen fördernden Einfluß haben übliche Beimisch ungm zu Kautschuk und Guttapercha auf die für tech- Nische Verwerthuna nothwendige« Eigenschaften dieser Körper, namentlich auf ihre Beständigkeit, Festigkeit, Elastizität und ihr JsolatwnSvermögen. 6) 3000 M. und die filbeme Denk- münze für die beste Abhandlung über das Vorkommen der verschiedenen Marmorarten im Deutschen Reich, ihre charak- teristischen Eigenschaften, ihre Gewimrung und über die Leistungsfähigkeit der betreffenden Brüche. 7) 3000 M. für die beste Arbeit über die WiderstandSfäbgkeit auf Druck beanspruchter BaukonstruktionStheile bei erhöhter Temperatur. Diese Frage ist entstanden aus der Streitfrage zwischen dem Berliner Polizeiprästdium und namhaften Fachleuten, ob guß- eiserne oder schmiedeeiserne Säulen bei Brandfällen wider- standsfähiger seien.— 8) 1500 M. sür die beste Abhandlung über die bisherige Entwickelung, den gegenwärtigen Stand und die Anwendbarkeit der photomechanischen Verfahren bei Re- Produktion von Zeichnungen, Holzschnitten, Kupferstichen und photographischen Aufnahmen nach der Natur, verbunden mit einer vergleichenden Kritik der bisher erreichten Re« sultate vom wissenschaftlichen, künstlerischen und ge- Da« Kommando, zu schwach, um den Tausenden von wilde» Kriegern die Stirn zu bieten, zog«»verrichteter Sache ab, und eine stärkere Truppenmacht wurde abgeschickt, um den Urwilden, die einfältig genug waren, sich für freie Menschen zu halte», Achtung vor den Sternen und Streifen der Vereinigten Staaten einzuflößen. ES versprach ein blutiger Kampf zu werde», den« wenn die Expedition auch durch ihre Waffen ei» entschiede» ne« Uebergewicht über die Kolorado-Stämme besaß, so waren ihr diese wieder an Zahl wohl hundertfach überlegen, und daß es ihnen nicht an Muth gebrach, hatten sie ja schon bei frühere« Gelegenheiten und im Kampf mit anderen feindlichen Stämme« hinlänglich bewiese«. Da trat Kairuk auf. Er wollte dem Blutvergießen auf alle Fälle vorbeugen, und seiner Beredtsamkeit gelang es, die Amerikaner günstig für seine Pläne zu stimme». Er versprach nämlich, daß alle Weiße», die ihr Thal besuche« würden, unbelästigt bleibe« sollten, und zugleich erbot er sich, mit acht der hervorragendste« Krieger die Amerikaner als Geißeln zu begleiten. Der Vorschlag wurde angenommen, und zwei Monate später, da saß er mit seinen Gefährten in Fort Auma in einem engen Räume, von welchem aus sie nur durch ein vergittertes Fenster sich des dort fast beständig klaren Hin». mels erfteue» dursten. Die Tage vergingen, die armen Gefangene« stechte« dahin. Sie, deren Freiheit«och nie beschränkt gewesen, hatte« ihre Kräfte überschätzt- sie wußten nicht, was e« hieß: gefangen fein. Ihre athletifchm Gestalten sanken zu- sammen, ihr Geist war gebrochen. Da erschien eines Tages der treue Zreteba auf dem Fort, um feine Freunde zu besuchen. Nach einer kurzen VerHand. lung mrt denselben wendete er sich an einen Offizier de« Posten«, von welchem er wußte, daß er mit zu Denjenigen gehörte, die einst von dem gute« Willen des Häuptlings Vortheil gezogen. Er bat um Kairuk's Freiheit; er berief sich auf die Dienste, welche derselbe, überhaupt alle MohaveS. den seiner Macht liege, seinen Wünschen zu genügen. Schweren Herzens entfernte sich Zreteba; er theilte werblichen Standpunkt aus.— 9) 1000 Mark und die silberne Denkmünze für die beste Arbeit über die Technik der Weißttechfabrikation.- 10) 3000 M. für die idste kritische Zusammenstellung aller Arten von be- «rschöpfendst,_, stehenden in der Maschinenfabrik verwendeten oder zur Ver- wendung empfohlenen Bronze», Rothguß- und Messing- Legirungen unter Angabe von deren tzaupteiaenschaften in Be,ug auf Widerstandsfähigkeit, Dehnbarkeit, Reibung bei ver« schiedenen Temperaturen, Schwindbarleit, elektrische LeitungS- Fähigkeit, Verhalten gegen Säure, Echwefclwafferstoff, Chlor und andere in der Praxis vorkommende stark ätzende Stoffe. Der entsetzliche Raubmord in der Dreysestraße Nc. 10 in Moabit, über den wir bereits im Hauptblatt berichten, hält die Stadt in gewaltiger Aufregung. Gerade die näheren Um- stände der That erhöhen die Unruhe, weil die Möglichkeit eines solchen Vorkommniffes in jedem Hause so klar vor Augen gerückt ist Die bisher stattgehabten Untersuchungen gaben keinen Anhalt dafür, daß der Mörder der Frau Paepke ein mit den Verhältnissen der Familie vertrauter Mensch gewesen ist. Es gewinnt vielmehr, auf Grund der bisherigen Ermit- telungen, welche ununterbrochen mit rastlosem Eifer fortgesetzt werden, den Anschein, als ob während der Abwesenhert der Frau Paepke— sei es nun, daß sie im Hause beim Kolonial- waarenhändler einen Einkauf besorgte, sei es, daß sie den Hund auf den Hof geführt hatte,— ein Dieb, ohne zu wissen, daß die Frau sofort zurückkommen würde, in die nur leicht oder gar nicht verschlossene Wohnung gedrungen war, und als er sich der resoluten Frau gegenüber sah, von der Waffe, die er zum Erbrechen der Schränke benutzt hatte, Gebrauch machte. Der Schädel muß mit einer Brechstange oder einem großen Stemmeisen mit aller Wucht eingeschlagen sein. Die gerichtsärztliche Obduktion, welche gestern stattfand, wird das Rähere ergeben haben. Frau Paepke lebte noch bis man sie fand, war aber leider nicht mehr im Stande, auch nur ein Zeichen zu geben. Ueber die Höhe des geraubten Betrages fehlt jeder Anhalt. Es mögen immerhin gegen 300 Mark gewesen sein. Erst vor einigen Wochen hat das in sehr glück- lichen Verhältnissen lebende Ehepaar unter allgemeiner Tbcil- nähme seine filbeme Hochzeit gefeiert.— Der neue Polizei- Präsident von Berlin, Herr von Richtbofen. besuchte die Stätte deS grausigen Vorfalles noch am Dienstag Nachmittag. Die ganze Nachbarschaft wird verhört, aber die Anhaltspunkte find außerordentlich geringe. Ein Zigarrenstummel— daS ist Alles. Der Pudel bat sich ebenfalls eingefunden. Er hatte sich in «ine dunkle Ecke unter dem Sopha verkrochen, von wo er nur auf dringendes Rufen und Locken sehr verängstigt hervorkroch. — Gestern war in Moabit das Gerücht verbreitet, der Mörder sei bereits verhaftet. Es erwies sich leider als unrichtig. Von polizeilicher Seite wild über den Mord folgendes geschrieben: Am Nachmittage des 3. November, um 2 Uhr, il't die 51 Jabre alte Ehefrau deS Geheimsekretärs im Marineministerium Poepke, Auguste geb. Ising in ihrer im 2. Stock- werk deS Hauses Dreisestraße Nr. 10 belegenen Wohnung ermordet und deraubt worden. Als der Sekretär Poepke kurz vor 4 Uhr wie gewöhnlich von seinem Bureau nach Hause kam, fand er die vom Korridor nach der zweifenstrigen Wohnstube führende Thür offen stehen. In dem Zimmer, aus welchem thrn sein Hündchen entgegensprang, lag in einer Blutlache mit zerschmettertem Schädel die Leiche seiner Ehefrau. Die Schränke und Kommoden waren geöffnet und durchwühlt, jedoch nur baares Geld— soweit bis jetzt hat ermittelt werden können, etwa 250 M.— darunter mehrere Goldstücke gestohlen. Das Instrument, mit welchem die Schläge mit außer« ordentlich großer Kraft geführt worden, wurde nicht aufgefunden, dagegen lagen neben der Leiche drei Zigarren, welche dem Mörder bei dem Ringen mit seinem Opfer ent> fallen sein mochten. Daß ein Kampf stattgefunden hat, ist auch daraus zu schließen, daß der Zopf der Ermordeten abgerissen war. Aus dem Umstand, daß die in den offenstehenden Schub- läden befindlichen Wäschestücke mit Blut bespritzt warm, muß gefolgert werden, daß der Mörder sich in das Wohnzimmer eingeschlichen batte und bei Ausräumung der Behältnisse von Frau Poevke überrascht worden-ist. Zuletzt ist die Ermordete gegen 2 Uhr von einer in demselben Hauje wohnrndm Bäcker- stau vor der Hausthür gesehen worden, als sie in dem Be- «eiff, daS Haus zu detreten, ihren auf dem Straßendamm be- ndlichen schwarzen Pudel an sich rief. Um 1'/« Uhr hat die Frau eine? unter der Poepke'schm Wohnung wohnenden Be- amten an ihrer Thür klingeln hören, jedoch nicht geöffnet. Bald darauf hörte sie in der Poepke'schen Wohnung ein wiederholtes starkes Austreten und Aufschlagen, welches ihren Kronleuchter zittern machte, vernahm auch Tritte im Poevke'schen Korridor. TieS geschah um 2 Uhr, es muß also angenommen werden, daß die That um diese Zeit verübt worden ist. Um dieselbe Zeit hat ein Briefträger das bezeich- nete Haus betreten, um in der Poepke'schen Wohnung eine Karte abzugeben, in welcher der erwachsene Sohn seiner Mutter mittheilt, daß er heute nicht zum Essm kommen werde. Dem Briefträger wurde, als er klingelte, nicht geöffnet, es Kairuk dm Erfolg seiner Bemühungen mit, und dann schlug er staurig dm Weg nach seinem heimathlichen Thal« ein. Es war dies gegm Abmd, und Karruk hatte also die ganze Nacht vor sich, um eine» Entschluß zu fassen. Als am folgenden Morgm die Gefangenen hinausqelassm wurdm, um sich unter der Aufsicht einer Schildwache auf dem Hofe de« Fort« eine Stunde zu ergehen, hielt Kairuk sich, scheinbar ohne alle Nebenabsichtm, in der Nähe des Posten». Als sie sich dann der Stelle näherten, wo der Hof offen stand, sprang Kairuk auf dm Soldatm zu, und ehe derselbe Zeit gewann, von seinm Waffm Gebrauch zu machen, hatte er ihn mit beidm Armm umschlungen, ihn mit unwiderstehlicher Gewalt an sich drückend. Auf seinen Zuruf sprangm seine acht Gefährten davon, «r selbst aber hielt den Soldaten, ohne ihm weiter ein Leid zuzufügen, so lange fest, bis dessen h-rbeieilmde Kameraden ihn mit ihren Bajonette» durchbohrte» und der Tod die Sehnen an seinen Armm erschlaffte. Seine Aufgabe war erfüllt; btqemgen, welche sich auf seine Veranlassung steiwillig in die Gefangenschaft begeben halte«, waren durch ihn wieder in Freiheit gesetzt wor- dm. Er selbst aber hatte ihre Freiheit mit seinem Lebm ��So starb der brave, muthige Häuptling. Er war nur ein armer rothhäutiger Urwilder, aber in seiner Brust lebten edle Keime, die bei sorgfältiger Pflege ihn au eine hohe Stufe der Gesittung zu bnngm vermocht hätte«; Keime und Neigungen, die Jeden Lüam sstafm, der, sei eS au« Unwissenheit oder au« Mangel an Scharfsinn, um die über die amerikanischm Eingebormm in Umlauf gesetztm, märchenhaften Berichte von der Wahrheit unterscheiden zu st�arb" �.ruk.�de/ F?eund der Weißen, so wird«och manche« Mitglied der schönm-Kolorado-Jndraner dahinge. opfert werben, und Fluch auf Fluch gesellt sich zu der schwcrm Schuld, welche eine Regierung und em großer Theil der Nation selbst lachmd auf sich geladen haben, wer! sie die Ureinwohner ihre« großen Kontinent« nicht besser zu zügeln, zu leiten und zu beschützm verstandm. muß daher angenommen werden, daß die Thst in diesem Augenblicke bereits vollbracht war. Da aber auch die Post- karte, welche der Briefträger demnächst durch die Thür« in dm Korridor geschoben hat, nicht aufgefunden worden ist, bleibt nur die Annahme Übrig, daß der Thäter, während der Brief- träger klingelte, sich noch in der Wohnung befunden und die Karte mitgenommen hat. Der That dringend verdächtig ist ein Mann, welchen der HauSeigenthümer L. und der Braumeister K. zwischen 1'/, und 2 Uhr in dem Flure des Hauses Dreysestraße Nr. 8, dm stillen Portier studirend, be- troffen haben und welcher, als er sich bemerkt sah, zu- nächst in das Nachbarhaus Nr 9 eintrat, aus demselben aber gleich wieder herauskam und in dem Hause Nr. 10 ver- schwand. Dieser Mann wird wie folgt beschrieben: 26 bis 28 Jahre alt, ziemlich groß, hagere Statur, längliches Gesicht mit eingefallenen Backen, eingefallener Brust und vornübergebe�gter Gang, kleiner Schnauzbart; er machte den Eindruck eines Bettlers und war mit bräunlichem, ins Grünliche schimmemden Gchrock, sowie grünlicher, vom eingerissener Hose bekleidet. Zwei auf der Straße spielende Knaben wolle« diesen Mann «gen 2 Uhr vor den Häusem Nr. 8 bis 12 auf und abgebend emerkt haben. Die Beschreibung stimmt auch auf einen Bett- ler, welcher gegm 1 Uhr in einem Hause in der'Birkenstraße in unverschämter Weise um Essen angesprochen hat. Dem Signalement des Verdächtigen ist seitens der Kriminalpolizei die weiteste Verbreitung gegeben wmdcn, insbesondere haben daffelde auch die Kleiderhändler erhalten, weil anzunehmen ist, daß der Mörder seinm muthmaßlich mit Blut befleckten Anzug gewechselt hat. b. Die bewundertfte Person vor dem Halleschen Thor« ist jetzt ein Briefträger des Reviers, der ein Zehntel des großen Looses in der sächsischen Lotterie gewonnen hat. Um die Geldstrafe, meint man, wird er nicht hei umkommen, da kein Preuße, am allerwenigstm ein Beamter, dem Glück„im Auslande" die Hand bieten soll; aber die werde er gern be- zahlen. Erst vor Kurzem wurde der Glückspilz fest angestellt und nun ist eS fraglich, ob er den mühseligen Dienst nicht quittirt. Der fünfte Hautztgewinn der Lotterie deS Vereins zum Rothen Kreuz von 10000 Marl ist auf die Nummer 15 507 in die schon mehrfach vom Glück Begünstigte Kollekte der Firma Borchardt Gebrüder, Friedrichstr. 61, gefallen. Der Segen der Gemeinde- und OrtS- resp. Zwangs- lassen. Ein junger Mann. der Ortskaffe der Bildhauer und Gypsfigurenarbeiter angehörend, leidet an chronischem Nasen- latarrh. Er wendet sich deshalb an die betreffende Kaffenver- waltung und wird zu Herrn Dr. Lamz, Große Frankfuiterstr., geschickt. Nachdem ihn dieser untersucht, sendet er ihn zu Herrn Dr. Bagecki. Spezialisten für Nasenkrankheitm, wohnhaft Karlstr, 27. Hier will man, nach erfolgter Untersuchung, zur Operation schreiten, die aber in Folge eines Ohn- machtsanfalleS deS betreffenden Kranken nicht beendigt werden kann. Als nach erfolgter Erholung die Operation fortgesetzt werden soll und der junge Mann ängstlich geworden erklärt, er will sich nicht operiren raffen, setzt man ihn, ohne weitere Aufklärung, daß sich das Schneiden nicht umgehen ließe oder sonst Aehnliches, in durchaus nicht höflicher Weise an die Luft! Was wird denn nun aus dem betreffenden Kranken? Der gewöhnliche Arzt vermochte oder wollte das Leiden nickt de- handeln und sendet den Kranken zum Spezialisten. Dieier, ergrimmt über einen scheinbaren Widerspruch deS Patienten, wirft ihn einfach zur Thür hinaus und wenn nun der Be- treffende geheilt sein will, kann er sich, trotzdem die Kassenbei- träge regelmäßig fortaezahlt werden, für sein Geld und durch einen Nrchtkafienarzt behandeln laffen! Freilich trägt die Schuld hier gewiß nicht die betreffende Kaffe. Im Allgemeinen kann auch ein Vorwurf nicht alle Kaffenärzte treffen, es giebt gewiß viele ehrenwcrthe und humane Männer unter ihnen; aber im Großen und Ganzen läßt die Behandlung seitens derselben viel zu wünschen übrig. Der Kranke kommt, llagt sein Leid und indem er noch spricht, hat der Herr Doktor in den meisten Fällen den Ablaßzettcl fertig, ohne daß Zeit übrig bleibt, das betreffende Leiden gründlich zu erforschen, zu studiren und zu durchdenken. Hilft nun das verordnete Mittel, d. h. unterdrückt es die Kranlheitssymptome, so ist es gut; Hilst es nicht, wird der Kranke schlechter, nun so wird er ins Krankenhaus geschickt. Ein Kassenarzt vermag sicher ein halbes Hundert Kranke während einer einzigen Sprechstunde abzufertigen, eS werden das gewiß Viele bestätigen können, die fick in derartiger Behandlung befunden haben. Wann wird der Arbeiter so gestellt sein, daß er sich auch seinen leiblichen Berather nach eigenem Ermessen erwählen kann? Die fteien Hilsskassen verfolgen und erstreben ja dies Ziel, aber leider kann unter heutigen Umständen nicht jeder Arbeiter diesen Kassen beitreten der hohen Beiträge wegen, welche diese zu fordern gezwungen find, wegen der leider so geringen Anzahl von Mitgliedern! Und so lange sich diese Verhaltniffe nicht ändern, so lange unsere Ardeiter in ihrer Lässigkeit beharren, und den stcien Kassen ihre Hilfe ver- sagen, so lange werden sie sich auch von ihren Kassenärzten behandeln lassen müssen und eS giebt dann nur ein Mittel dagegen, nämlich das, eneraisch Front zu machen, energisch zu protesttren gegen Ausschreitungen gewisser Aerzte, und derartige Fälle der Ocffenttrchlert zur Beurtheilung zu übergeben. Die städtische Handwerkerschule hat,. nach der„Na!. ttg.", daS Wmteisemester mit der stattlichen Zahl von 1250 »chülern eröffnet, und da noch deständig Anmeldungen er- folgen, so wird die Schülerzahl aller Wahrscheinlichkeit nach auf 1400 steigen. Auch zu der Baugewerk schule, welche im November mrt dem Unterricht be- ginnt, find beretts 160 Meldungen eingegangen. Ebenso tritt die neue Mechaniker- Fachschule in den nächsten Tagen ins Leben. Die nothwendigen Räume find durch den Auszug der Gemeindeschule aus dem Fürstenhause frei geworden. Ein wichtiger Schritt ist in diesen Tagen durch die Aufstellung einheitlicher Grundsätze für den Unterricht im Fach- unn Frei. hanvzeichnen in den städtischen Fortbildungs Anstalten gethan worden. Es wird dadurch ein unmittelbarer Uebergang zur Handwnkerschule ermöglicht. Eine sehr praktische Maßregel hat der Brüsseler Kom munalrath für Mädchenschulen getroffen. Unser« höheren Mädchenschulen— diese kommen dabei ebenfalls in Betracht — legen viel zu viel Gewicht darauf, Salondamcn heranzu bilden. Die Heranbildung der Salondamen sollte nur fakul- tatives Ziel sein, obligatorisch aber müßte die Heranbildung der Hausfrau und der künftigen Mutter sein. Da fehlt's gar sehr in unser« Mädchenschulen. Der Brüsseler Kommunalrath hat beschlossen, daß fortan das Kochen alS ohligatonschcr Unterrichtsgegenstand in allen Kommunaltchulen für Mädchen eingeführt wird. ES wird ein theorettscher und piaktrscher Kursus gelehrt; insbesondere soll die Kunst einzukaufen, die Kenntniß des elimentoren Weichs der zur Zubereitung der Speisen erforderlichen Produtte, die Kenntniß der verschiedenen Fleischsorten, die häusliche Rechnungsführung für Markt und Küche gründlich erörtert werden..Derselbe Unterricht wird gleichzeitig für die höheren Töchterschulen eingeführt; für diese ist die Kücke im städtischen Lehrerinnen- Seminar zu drn praktischen Uebungen hergerichtet worden, in ihr sollen auch die„feineren" Gerichte gelehrt werden. Dieser Beschluß des Kommuralraths findet ungetheitte Anerkennung als Beginn einer praktischen Ausbildung der Mädchen. Der Kommunal. ratb der Vorstadt Saint Joffe-ten Noode ist diesem guten Bci. spiel sogleich gefolgt und hat denselben Beschluß für alle seine Töchterschulen gefaßt. ,"ne Da» Telephon ist in neuerer Zeit auch im Eisenbahn- dienste vre stach erprobt worden. Wie verschiedene Zeitunaen melden, hat daS RerchS- Eisenbahnamt von dm Eisenbahn- Verwrltuvgen Bericht über die Zweckmäßigkeit deffelbeil> k Zivil nabt Betriebsdienste erfordert und die bei den bisherigen Versu» doimnnden! erzielten Ergebnisse den sämmtlichen Eisenbahn VerwallM �rschtnäbr, Z zur Nutzbarmachung mitgetheitt. DaS Telephon wird da» auf dem weitaus größten Theile der deutschen Eis-ndah» versuchsweise gebraucht, zum Theil ist dasselbe auch desimta ; im Ganzen haben dasselbe 33 Bahnverwaltmt Anwendung mit zusammen 28 436 km Bahnlänge in Benutzung.* günstigsten Erfahrungen find auf Bahnstrecken untergeordea Bedeutung gewonnen worden, indem hier�daS Teleohan,� __ ivi»«vvvvviif»lovvm VfivVggVU}?*/vivvyw,y r r. 0 wohl im inneren als auch im äußeren Betriebsdienste, vull»«Mzugekomm« bereits als ausschließliches Verständigungsmtttel benutzt wur» und schnaps> Namentlich trifft dieS zu auf Bahnen, auf d<«* Jf�abet ist schon in Folge ihrer geringen Ausdehnung Betriebe verhättniffe einfach find und ZugkrcuMe--»»«ig, gege gewöhnlich nicht vorkommen; aber auch auf gro«� Mg wiedei Bahnstrecken dieser Art, auf denen im Interesse* Mernsweith Betriebssicherheit die elettro magnetischen Telegraphenverd- Ueiwahn düngen neben den Telephonanlagen noch längere Zeit hwMJ vuugvi» Iit-vtit VW» uvuj luuycit u. Ifi ,0"",»yi beibehaltm worden waren, find die Erfolge so günstig g'»'**! �«ßt man Uiä daß jene zum Theil außer Betrieb gesetzt werden Auf Hauptbahnen, auf welchen für bestimmte Zwecke schließlich eleltro-magnetische Telegraphenverbindungen schrieben find, hat das Telephon vorwiegend im inneren?! triebsdienfte Anwendung gefunden und hier mit gut» folge zur Verbindung der verschieden-« Büreau-Lokalrü. unter einander gedient. Die an einigen Stellen bemerkten» thciligm Einwirkungen, hervorgerufen durch das Arbeiltn� Betriebsmaschinen, das Fahren von Zügen oder Lokornajg das Klappem der Morse- Apparate rc. haben zum Theile durch Herstellung abgesonderter, tsolirt gelegener... für die Unterbringung der Telephone beboben werden% Im äußeren Betriebsdienste beschräntte sich ihre Verweh größtentheils auf die Verbindung der StationsbureauS m»? Anlagen für Zmtralweichm- und Signalstellung, sowu � den Wärterposten der Eingangsweichen. Außer der aua? hervorgetretenen und in ähnlicher Weise, wie vorgedaidq. seitigten nachtheiligen Einwirkung des Nebengeräusches sich vorzugsweise Störungen durch den Uebertrrtt der JndukaJ ströme der übrigen Leitungen auf die an gemeinschach'H G-stänge angebrachte Telephonleitung bemerkbar. sEurfflj bringung der Tclephonleitung an besonderem Gestänge, sondere aber durch unterirdische Leitungen, konnte diesem stände begegnet werden; von sehr günstiger Wirkung was Anwendung einer in sich geschlossenen(doppelten) ode Leitung. Letztere Anordnung erwies sich auch zur 1 der Uedettragung der Morse Batteriesttöme durch die C bindungen auf die an besonderem Gestänge angebrachte Telcp Anleitung als sehr zweckmäßig. Eine ausgedehnt Wendung des Telephons im äußeren BetriebsdieM Hauptbahn-« kann zur Zeit noch nicht als zulässig be werden, und zwar hauptsächlich aus dem Grunde, weu keine Unterlage für die stattgehabte Verständigung geschaffen werden können. Dieser Mangel fall* Vings schwer ins Gewicht, da— abgesehen davon. Wu bei etwaigen Unregelmäßigkeiten oder Unfällen die Erffwj, des Schuldigen schwierig, mitunter sogar unmöglich T.J sich keine Gelegenheit bietet, unrichtige Betriedsdispc� rechtzeitig festzustellen und abzuändern. Man hat diesem Uebelstande durch Führung besonderer Journal' helfen, in welche die Depeschen sowohl vom Aufgebenb'� auch vom Aufnehmenden eingetragen und vom letzten Beweise deS richtigen Verständnisses wieder zurückg'g'q� den mußten. Obgleich hierbei Mißverständnisse nickt � worden sein sollen, so werden, bevor diese für eine efissj � habung des Betriebsdienstes immerhin zeitraubende als unbedingt zulässig betrachtet werden kann, nockj�r» reiche Erprobungen stattfinden müssen. Besonder» werth ist noch die versuchsweise Verwendung de»*% auf der freien Strecke. Nachdem bereits vor mehret in die für die Abgabe der Glockenfignale bestimmte phone eingeschaltet wurden und hierdurch die Bahnwau' A Gelegenheit erhielten, unter einander, sowie mit gelegenen Stationen zu korrespondiren,' find in letzter M I Stelle der vorgeschriebenen transpottablen Morseapp«� Ties, WMM vers'---- g rent! g. i I U... Zuge nach beiden Seitenstatirnen besser und schn« K .. M...________ i_____________________ den Zügen vnsuchSweise�Telephone �mitgefühlt worden- j fanden namentlich im Winter bei Schneeverwehungen Verbindung, und durch dieselben soll die Veiständtg�h iden Seitenstatirnen besser und schnell e>� sein, als früher durch die Morse-Apparate. Hiernach die beim Betriebe auf Hauptbahnen erzielten Erfolg' Verwendung des Telephons immerhin noch keine g' Zuoerläsfigkeit; indeß wird erwartet werden dürf-n, schließlich— namentlich im Hinblick auf die großartig-� schritte in der Elettrotcchnik— gelingt, durch A".� � kchrungen das Telephon auch auf vauptbahnen in S Umfange verwendbar zu machen. Die Bekanntgav' Euendahrb,-hiebe gewonnenen Erfahrungen seitens d'.' Eisendahn-Amts wird zu einer größeren Auebild gedachten Vnständigungsmittels nicht unwesentlich v.iitft Die Veruntreuungen il re» ■i und Uebervorth'.u von Augestellten in hiefige« Konfektion» hören schon zur Tagesordnung der Ereignisse... ist dabei, daß sich auch solche Personen etwaS zu. � kommen laffen, welche hohe Gebälter beziehen und u ß-«? aussetzen, bei der Entdeckung mindestens I ÄH Gefahr ,....... Entdeckung_______.... zu verlieren. So kam der Chef eines sehr renornu�A t fektionSgeschäfts gestern durch Zufall dahinter, daß tn Konfektronär, welcher ein Aebalt von über 10 000 � h? von den Lieferanten für Stoffe, Posamenten seit längerer Zeit sehr erhebliche Provisionen i nur solche Lieferanten berücksichtigte, die mit Wli ss'li'lnverftanden erklärten; den anderen wurde eim � 1000%»». "Zl-He, schäftliche Verbindung abgeschnitten. Derselbe Wjjjjl lassen rooiden. Der Nebenverdienst, den er durch. a( o'ftonsM'm sich verschäfft'�"soll gänz'bed�cutcnv i 'am durch" einen der L-eferan»" � pj Kenntniß des Chefs. Wie uns versichert wird. hier um ein Vorkam mniß, welches in vielen� g'lchüften schon zum ÜsuS°geworden, nur wird'» � entdeckt. i. Die Verurtheilung zweier MÄss«MWF Aeußerungei? nur im engst'" J kreise gethan wären."", der Passanten. Ohne Dcfffpffl b Stofl«abft, den fic zu kennen schien, polterte fie diesem mit w2""?en Worten entgegen:„Du, na Du hast meine Liebe ielwaltilM Wmabf, Du bist mir untreu geworden und hast mich grund« !?!< Du hast ein falsches niederträchtiges Herz, eine v n-SÜ! Zunge, hebe Dich weg von mir und unterstehe 'erwaltun«e �»meinem süßen Geficht!"— Triumph" end und leuchtenoen #"8- fie hierauf eine EchnapSflasche aus ihrer Tasche, tergeord»» Hwenkte fie hoch in ihrer Rechten und trank den zahlreich fich elevhon, e Msammelten Zuschauern mit einem kräftigen Zuge zu. Einem "st%°,>, Ätomnienen Schutzmann gelang es schließlich, die liebe- -nutzt nd schnaptdürstige Dame zu entfernen. In der obigen Ge< auf aber ist unsere Heldin unter dem Namen„SchnapS-Anna" Wung''---- FÄ ntereffe> aphenottl» j-it hinW; stig fl'Wg zen lontj® Zwecke s»1 iSSs mcrtien il.beit-» Lokooiov» »um g gener B» rden Wg Vers«>Z eauS nwj *'* ,VV*WI|>*♦»'»VV WV*|«»V|»;;-W In« ann� und giebt dm Polizeibeamtm oft gmug Veran- ißß' gegen fie einzuschreiten, um fie auf der Wache ihren hn,, unedeikehrenden Rausch ausschlafen zu lafim. Die Be- hat einst bessere Tage gesehen und ist aus u,,;»n>ihn dem verderblichen Tiunkt anheimgefallen, der i? ,°�ch ihr Hirn etwas zerrüttet hat. Da fic ungefährlich »Hirt l1 utan sie ruhig laufen und nur im äußersten Notysalle "«> fie ,ur Wache gebracht. ruiii bleberfall. Als der Barbier Viktor aus Pankow, ein !Är und angesehener Mann, vor einigen Tagen spät ftarh?5 m't �ner Frau von Berlin nach Hause zurückkehrte, n unweit von Pankow von drei Strolchen in ganz ge> S und unanständiger Weise belästigt. V. verbat fich im äml, n �aue dergleichen Rohheiten und beschleunigte, die am Sinne, seine Schritte an den Burschen vorüber. LT aber waren Beide etwa zwanzig Schritte gegangen, als w u.," solche ihnen folgten, über Beide herfielen, auf fie hziAagen und fie zu mißhandeln versuchten. V., zwar ein Sin* ,Qnn' vermochte aber doch nicht, die drei jungen abzuwehren und eS wäre ihm und seiner Frau ver- ]■ hr schlecht ergangen, wenn fie noch entfemter von Z. Icn'xä dii-.u> gewesen wären. So aber eilten auf die lauten Hilfe- der au« J i«och rechtzeitig Leute herbei und eS gelang auch, wenig- rgedachl �. oen einen der Angreifer festzunehmen und zum Amts- a%inm �anSportiren, während die zwei anderen vorläufig Sü,.».' schmerzhafte Operation. Trotz aller wohlgemeinten inscha! Dmi fange, diesem jng oderii ut die rächte dehnM bsdievl sig b-l well % itM Äir, "M tzegeb-AI e r Ii""" Warnungen geschieht es immer und immer wieder, �verständige fich ihre Hühneraugen selbst zu operiren »! Vre Folgen aber, welche auS solch eigenmächtiger «ratron entstehen können und entstehen, werden noch mßcr Acht gelassen und nur zu häufig kommt der hin- 'n ziemlich deutlicher Weise nach. So ist einigen Tagen dem Schneidermeister R. in der �Langen. In zu großem Vertrauen auf seine &L, Geschicklichkeit opcrirte er fich ein Hühnerauge am kleinen ""»otiUr"ehtm Fußes und drang dabei mit dem Mefier so �8 tief hinein, daß das Blut stark hervorquoll. Am blj war der Fuß bereits so gefährlich angeschwollen, �.rber denn A ein Arzt zu Rothe en werden mußte, önstatirt". und, um zur Amputation des gefähr- Vorficht sei daher immer die to#|e N.cht beim Fensterputzen. In dem Hause Gdrlitzer, fiont d.s c �(in Hauklotz nur zwei Fuß von der Fenster liiiabi �.Unterhauses entfernt. Am Sonnabend '' bolzhauen an dem Klotz beschäftigt, als war aus ein der M W SflB lurß«1 J änv'gs! hneuet ►tradj llrf'nH S 1 runlen lftnir'"?11""1 UN«tili nwv vi,u,u,..H.,—---... o baß bif(,L"ne Fensterscheibe gerade auf den Hauklotz fiel, »."abc hnw. Scherben zolltief in denselben eindrangen. Der °(s>cht beim? Sekunden vorher den Klotz verlassen; daher »enstcrputzen! .Gericht-Zeitung. fÄn tief," bie Gewerbeordnung vor der fünften Straf- »n batte L! g�nndaerichtS I zu verantworten. Im Dezember p�te schm�klh"8eklagte für die von ihm gepachtete söge- Eisbahn die Konzession zur Ausübung deS RonjptB ,n(iner Halle und drei Buden nachgesucht. d�bkn,>,»»> mar ihm vom Stadtausschuß auch etthcilt 2# hat"..war für die Dauer der Eisbahn. Der A OGiün if�Gtunb der Konzesfion auch während der und Der Angc- •»wr'sr"<■<•«W..OV,,....—,...,.id der im nallgehabten Schaustellungen auSschänken lassen gegen die Bedingungen der Konzesfion Oh' HvUv*i Vrv �lt ohne Konzesston ausgeübt haben. Staats ttijk�.beantrafltc eine Strafe von 60 M. ev. vier Tage (nd der Gerichtshof dm Angeklagten freisprach, wie- �."Ulslou"iia dir Gcwerbe-Ordnung verletzt ist, indem die Jülich nur für die Eiszeit ertheilt worden. k,)§ N�m einen thatsächlichcn Frribum an, der %. �t. G-B. die Bestrafung des Angeklagten auS- "'-------- m May war auf die wider ihn erhobene i-,"» o.r.i' o-i~—...........btheilung hiesigen Schöffen- «,%( gjCT'Jß-der nicht erschienen. Ebenso ist der als hjubqi ntne. Pastor 0. D. Engel ohne Entschuldigung aus- U �m?uf Antrag des kläacrischen Vertreters RechtSan- »A ein.i/ �(��bcschloß der Gerichtshof die Sache zu ver- ut-nd ck" ,,.... und Versammlungen. % A Kaiser" abgehalten wurde, ist abermals polrzeilrch �»Uei-. Morden, und zwar erreichte die Versammlung nur die Keilt??°n etwa einer Viertelstunde. Wie Frau PöNing mit- %si(nh, 1 Herr Zigarrenmacher Laske einen Vortrag für dm -°~— ,hcr zu Beginn der Versamm erklärte fich Frau CantiuS de itcoch..'"..�oncag über die Frauenftage zu palten. Bevor fie Herr<,°",'brem eigentlichm Thema übergehm konnte, erschien (in,r>r«?.' melchem nunmehr den Platz auf der Rednerdühne stink."Mm Frau CantiuS sofort bereit war. Zum Gegen- iugesggt. Da derselbe aber zu Beginn der Versamm- -rschiei ag üb iigent Äau"Ca___________ M �°�„ilch Herr Laske den ÄrbeitersFutz- w «n � w L% KUKKW WWWW umschlua. Und verdient, meinte Redner, der Ar- nicht die vollste Zustimmung Aller, auch nicht eine Forderung der Gerech'.iglelt, unterbrach der Herr Polizei« lieutmant den Redner. Und kaum war ihm das Wort ent- fallm, da sah man durch die Pforte wallen die uniformirtm Hüter des Gesetzes, welche das schöne und schwache Geschlecht veranlaßten, in beschleunigtem Tempo den Saal zu verlaffm. hr. Im Arbeiter-Bezirksverein für de« Osten Ber- lins hielt über das Thema:„Die Werthschätzung des Lebens in unserer Zeit" der Echriftstellcr Herr Hans Land einen Vortrag. Redner begann mit dem Hinweise auf die in unserer Zeit in erschreckender Weise zunehmende Zahl der Selbstmorde. Diese Thatsache beweise, daß unsere sozialm Zustände sehr be- bäuerliche geworden find, da jeder Sclbstmöider die Frage, ob das Leben einen Werth habe für seine Person, thatsachlich verneine. Diese Thatsache rege aber auch den denkendm Men- schen dazu an, fich mit der Frage zu beschäftigen, ob überhaupt das Lebm wertbvoll oder werthlos sei, mit anderen Worten: ob die dem Optimismus— oder die dem Pesfimismus huldi- genden Menschen im Reckte seien. Die Kulturvölker des Altert bums stehen in Bezug auf die Werthschätzung des LebenS in entschiedenem Gegensatze zu einander. Tie Juden find der pesfimistischen Weltanschauung ergeben gewesen. In ihren Rrligionsurkunden finden wir die Lehre, daß das Leben freudlos, mit Unglück ganz erfüllt, daß es nur Lei- den sei, und daß Weltoerachtung und Sehnsucht nach einem anderen besseren Sein in einem Jenseits die wahre Religion sei. Die Griechen dagegen waren entschiedene Optimisten; fie schätzten und lieben das Leben und die Lebensfreuden in«er wirklichen Welt so sehr, daß fie auch das Leben ihrer Götter fich nur als ein glückliches und heiteres, wie fie als Men- schen es führen, vorstellen können. Daß die Hoffnung auf ein schöneres Leben nach dem Tode ihnen fremd ist, beweist die Sage, welcher zufolge Achillens zu dem ihn in der Unterwelt besuchenden Odysseus gesagt hat, daß er lieber ein Tagelöhner auf der Oberwelt, als ein König in der Unterwelt sein möchte. Die pessimistische Weltanschauung der christlichen Religion fand Redner in der Vorstellung von einem der Menschheit durch seinen Tod am Kreuze ein Vorbild für das Menschenleben gebenden Erlöser. Diese Vorstellung sage nichts anderes als dies:„Siehe, wie schlecht die Menschenwelt ist! Die edelsten Menschen müssen in dieser Welt darauf gefaßt sein, verfolgt zu werden und dem Märtyretthum zu verfallen." Diesem Glauben entspreche es, daß man im Mittelalter das Leben in der Welt preisgegeben und in den Klöstern versucht habe, daS Ideal eines rein geistigen Lebens im Kampfe gegen die finn- ltche Menschennatur einigermaßen schon auf Erden zu verwirklichen. Daß im Allgemeinen dieser Versuch ein verfehlter gewesen, beweise die Thatsache, daß sett dem elften Jahrhundert die Klöster zu Stätten der ärgsten Unfittlichkeit wurden. Nicht die phantastische Schwärmerei für ein himmlisches Lebm nach dem Tode, son- dem oie erhabene Idee der Menschenliebe, welche das Mit- gefühl mit den leidmden Mitmenschen und das praktische Streben, fie von Leiden und Elend zu erlösen, in den Men- schen ins Lebm ruft, sei das unvergängliche Wesen der Reli« gion des Mannes gewesen, welchen dre christliche Welt als ihren Erlöser und Heiland preise. Daß in der Menschenwelt auch heutzutage noch die Kluft zwischen Arm und Reich, zwischen Hoch und Niedrig, zwischen Schwelgenden und Darbenden be- stehe, gebe den Beweis, daß in der Mehrzahl der Christen bis jetzt die Menschmliebe noch nicht die Triebfeder ihres LebenS und Ettebens gewesm. Redner beantwortete dann die Frage, wie die sogenannte„gebildete" Welt in unserer Zeit den Werth deS LebenS bcuttheile. Er charafterifirte die pesfimistische Lehre der modernen Philo- sophen A. Schopenhauer und E. v. Hartmann und den de- bäuerlichen Einfluß, welchen die pesfimistische LebenStheorie dieser beiden Philosophen auf die praktische Lebensführung der sogenannten„gebildeten Gesellschaft" ausüben muß. Der Bei« fall, den diese neue pesfimistische WcltweiSheit, daß daS Leben nur Leiden, Jammer und Elend sein könne, in unserer ge- bildeten Gesellschaft gefunden, sei darin begründet, daß diese „gebildete Gesellschaft" gegenüber dem Massenelende, welches in den„unteren" Volksklassen berrscht, ihre gefühllose Gleichpiltig- keit und Lieblosigkeit nun damit mtschuldigen kann, daß jede Be- thciligrmgan demStteben.daS soziale Elend in unserer Menschen- weit zu beseitigen, ja doch unnütz sei, weil ja philosophisch erkannt sei, daß das Leidm das Wesen deS Lebens sei; daß Herr v. Hartmann eS beklagt, daß daS Volk die Armuth nicht mehr, wie ehemals, als eine Schickung der Gnade GotteS an- sehe, und daß er den Rath gegeben, man möge das Sozialisten- gcscy doch gleich auf zwanzig Jahre verlängern, führte Redner an, um zu zeigen, daß diese nme Weltweisyett aller Menschen- liebe fich entledigt habe. Redner schloß mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß die Zeit bald kommen werde, in welcher alle Menschen wieder in höherem Maße fich werden des LebenS freum können und in welcher daS Wort vom irdischen Jammerthal für alle Menschen seine Bedeutung ver- loten haben wird.(Lang anhaltender Beifall). Zur Diskussion nahm Herr Metzner das Wort, um auf die treffende Charakteristik hinzuweisen, welche Max Nordau in seinem Buche:„Konventionelle Lügen" von der Heuchelei ge- geben, die zu dem guten Tone in der sogenannten„gebildeten Gesellschaft gehört, und um die Mittel und Wege anzudeuten, durch welche die Herrschaft deS gleichen Rechts und der gleichen Lebensfreude für Alle herbeizuführen vorzugsweise die schlecht- fituirten Volksklassen sich berufen fühlen müssen. Herr Tischler Voigt hob hervor, daß die neue auf Vernunsterkenntniß ge- gründete Weltanschauung den Menschen auf die eigene Kraft hinweise und daß in Gemeinschaft mit LeidenSgcnoffen für eine bessere Gestaltung des Lebens ,u kämpfen wahre LebenS- frcudc sei. Nach Schluß der Diskussion gaben noch der Am trog, daß der Vorstand eine Exkursion zum Besuch der Ver« suchSstatron deS Herrn Dr. Petri in Marienfelde veranstalten möge, und der ein Hinweis auf daS„Eingesandt", welches Herr Flatow, Mitglied des Vereins, in Bezug auf den neu- gegründeten VorksbildungSverein im„Berliner Volksblatt" veröfientlickt hat, Veranlassung zu längeren Debatten. Die Glaeeehandschuhmacher hrelten am Montag, den 2. November, im Saale deS„Universum", Brunnenstraße 29, eine öffentliche Versammlung ab, in welcher das Endresultat der Lohnbewegung verkündet wurde. Die Bewegung hat einm vollständigen Sieg zu verzeichnen. Ohne jede Arbeitseinstellung ist es gelungen, einen einheitlichen Lohntarif zur Durch- führung zu bringen, der für manchen Fabnkanten ernen be- deutenden Lohnzuschlag enthält. Wenn man beden». daß die Glaeeehandschuhmacher noch nie in die Oeffentlrchkcrt gettcten und zum ersten Mal mit einem Lohntarif hervorgetreten find, und mit diesem so glänzend gefieat haben so kann man daS Vorgeben derselben als ein musterhaftes bezeichnen. In Folge ihrer Einigkeit gelang eS ihnen, in 4 Wochen ihre Lohnbe« wegung zum Abschluß zu bringen. Noch im Laufe W Ver- sammlung ließen eine Anzahl von Fabrikanten bekannt machen, daß fie den Lohntarif bewilligen. ES haben im Ganzen 40 Fabrikanten, welche 290 Arberter beschäftigen. dewrUigt. und nur 9 Fabrikanten mit 24 Arbertern stehen noch auS; man hofft jedoch, daß dieselben gleichfalls bewilligen weiden, da eS der Lobnkommisfion bisher noch mcht moglrch war, mtt diesen Firmen zu unterhandeln. Wie sehr man auch L4:-Äf sa#ä MÄÄ ÄÄÄ A Arbeiter darnach trachten, daß auch in anderen Städten m MMBW führung ihrer Forderungen begriffen find. Die Versammlung beschloß, die Lohnkommisston von 11 auf ü Mann zu reduziren. Diese 5 Personen sollen als ständige Lohnkommisston in Thätigkeit bleiben. Schließlich wurde eine Resolution ein« stimmrg angenommen, dahin gehend, daß kein Kollege vom 1. November ob unter dem Tarif arbeiten darf und ferner alle Anwesenden fich verpflichten, dem Verbände als Mitglieder beizutteten. Wenn man bedenkt, daß auch in dieser Branche das möglichste in Schmutzkonkurrenz geleistet wurde, so kann man dem auf vernünftiger BafiS deruhenden Vorgehen der Glacehandschuhmacher in ganz Deutschland nur den besten Erfolg wünschen. h b. Der Fachveret« sämmtlicher im DrechSleraewerk beschäftigten Gewerksgenossen hielt am Montag Abend in den„Arminhallcn" eine Versammlung ab, die dem Schicksal der polizeilichen Auflösung verfiel, als Herr Jahn in Bespre» chung des gegenwärtigen Drechslerstreiks das Verhalten Der» jenigen, welche in streikenden Werkstellen, vor erfolgter Bewilli- gung der gestellten Forderungen, die Plätze der Stteikenden einnehmen, kritifirtc. Vorher hatte Herr Sündermann über daS Wesen und die Aufgaben der im Vereinsstatut vorgesehenen permanenten„Fachkommisston" referirt, die auS je einem Mit» gliede sämmtlicher Drechslerbranchen bestehen soll, je nach Be» darf aus den Reihen der Mitglieder fich kooptirm kann und zu deren Aufgaben die Ausstellung, Durchführung und Auf« rechthaltung der Minimal-Stücklohntarife in den verschiedenen Branchen gehört. Die Wahl dieser Kommission werde, wie Redner betonte, unmittelbar nach dem in nächster Zeit zu er» wartenden Abschlüsse der jetzigen aftuellen Lohnbewegung vor» genommen werden. In der bisher streikenden Werkstätte von Rüdiger(mit 5 Gesellen) find seit Montag die gestellten For» derungen durch einen Lohnzuschlag von 15 pCt. bewilligt. hfs. Das Statut des Sanitätsvereins für Arbeiter beiderlei Geschlechts, der bekanntlich die' billigste Beschaffung guter ärztlicher Hilfeleistung in Krankheitsfällen dezweckt, ist nunmehr seitens der Behörde endgiltig genehmigt worden und unter Nr. 85 im Register der freien eingeschriebenen HilfS- krankenkasscn vorgetragen. Die leitende Kommisfion des Ver- eins ersucht daher schon jetzt alle Mitglieder und Freunde deS Eanitäts oereins, sowie ganz besonders alle Vorstände freier eingeschriebener Hilfskassen, mit aller Energie in eine wirksame Agrtation für den allgemeinen Beittitt der Kaffenmitglieder zum EanitätSverein eintreten zu wollen und dadurch dem in Rede stehenden Humanitätswerke in den betreffenden Kreisen der Berliner Ardetterdevöllerung diejenige Verbreitung und Wirksamkeit zu verschaffen, welche im Interesse jener Kreise gewünscht werden muß. Nach dem VercinSstatut er- hält jedes erwachsene Mitglied(Mann oder Frau) gegen einen monatlichen Beitrag von 25 Pfg. in allen Krankheits» fällen freie ärztliche Behandlung; für Kinder unter 2 Jahren ist 20 Pfg., für solche vom 2. biS 15. Lebensjahre 10 Pfg. monatlicher Beitrag zu entrichten. Jede auf den Verein be« zügliche Auskunft ertheilt stets der Kommiffionsoorfitzende Otto Schulz, Bergmannstr. 97.— Die bekannten öffentlichen Zahl» stellen deS Vereins find von jetzt ab wieder an jedem Sonn- abens AbmdS von 8-10 Uhr geöffnet. Karlsruhe. Im Saale des„Goldnen Kopf" hier hielt am Eonnabend Abend der Reichstagsabgeordnete Herr Bruno Geiser vor einer sehr zahlreich besuchten Voltsversammlung einen Vorttag über die Thätigkeit deS Reichstages in der letzten Ecsfion und über Kolonialpolitik. Der Referent weist darauf hin, daß eS in der letzten Session nicht uninteressant war, die Stellung der einzelnen Parteien zu einander zu beobachten und zeigte einige Beispiele, so auch die Affaire ber der Diätenfrage, und wieS ganz besonders darauf hin, daß in allen Ländem die Abgeordneten Diäten beziehen und dies schon deshalb nöthig sei, um es jedem zu ermöglichen, fich während der Dauer des Reichstages in Berlin aufzuhalten. Aber der Redner glaubt, daß der Fürst Bismarck fich dadurch Remedur verschaffen will, daß keine Diäten bezahlt werden, gegenüber dem allgemeinen diretten Wahlsystem. DieS wurde von Neuem bewiesen, durch die Beschränkung der Frei-Fahrkariten. Während es Pflicht und Aufgabe jedeS Abgeordneren ist, seine Wähler mit den Vorgängen im Reichstag verttaut zu machen, will man dieS auf der andern Seite den unbemittelten Abgeordneten unmüg- lich machen. Bezüglich der Direktoren- Stelle im Auswärtigen Amt, die so viel Staub aufwirbelte, wieS der Redner daraufhin, daß es bei der ersten Abstimmung gelungen ist, dem Reichs- kanzler zu zeigen, daß vre gesammte Opposttion im Falle der Roth auch stark genug ist, Widerstand zu leisten. Bezüglich des Arbeiterschutzgesetzcs wieS der Redner darauf hin, wie eS gemacht wird mit Anträgen, die nicht ganz paffend find, nämlich daß dieselben so lange m einer Kommisfion berathen werden, biS die Eesfion zu Ende ist, und dann in den ReichS-Papierkorb wandern. Zum zweiten Punkt der Tagesordnung„Kolonialpolitil" übergehend, giebt Redner ein außerordentlich klares Brld über den Zweck der deutschen Kolonien in Afrika u. s. w. und bedauert nur, daß immer mtt verdeckten Karten gespielt wird, und ganz kleinliche Dinge inS Feld geführt werden, die ganz sicher nicht dazu Ver« anlassung geben, solche kolossalen Mehrausgaben zu machen, wie dieS geschah. Redner ist der Anficht, daß das Ziel der Kolonialpolittk mit der Theilung der Erde durch die europäischen Kulturstaaten im Zusammen« hange steht und Deutschland fich deshalb bemühen werde, in den fernsten Gegenden feste Punfte zu gewinnen, um dann z. Z. auch ein Wort mitreden zu können. Die sozialdemokratische Fraktion habe nur deshalb für die Dampfersuboention gestimmt, damit der Transport der deutschen Exportwaaren auch durch deutsche Rhedereien geschehe und nicht, wie dieS bisher der Fall war, durch englische und niederländische. Er glaubt, daß dadurch ein nickt unbedeutender Gewinn erzielt wird. Zum Schlüsse weist Redner noch auf die Vorgänge seit der Einfüh- rung der Gewerbefreiheit hin und betont dabei hauptsäcklich, daß während den sogenannten Gründerjahren laut statistischen Berichten ca. 700 Millionen von der sogenannten mittlem Klasse in die Tasche der Großen flössen und beweist ferner die Ohnmacht der Mittellosen gegenüber den Bemittelten trotz der Gewerbefteiheit.— Die Anwesenden bezeugten dem Referenten ihre Befriedigung durch stürmischen Beifall. Der Vorfitzende dankte nochmals dem Referenten im Namen der Versammelten und ersuchte die Anwesenden, fich in die aufgelegten Petitions- listen bezüglich des Arbeiterschutzgcsetzes zu unterzeichnen und schließt hrerauf die Versammlung. Uermischtes. Die Sprengung deS New-Porker„Höllenthors" hat auch zu einer Reihe interessanter Exper imente und Beobachtungen Veranlassung gegeben. So waren von den am FeuerungS» platze stationirten Ingenieur- Offizieren vier Augenblicks» Photographien durch Instrumente aufgenommen worden, die durch Elettrizttät gehandhabt wurden. General Abbott hatte femer einen Offizier und sechs Mann abgesandt, um Be- obachtungen über die Wirkungen des Stoßes anzustellen. DaS dazu denutzte Instrument war einfach eine Schale mit Queck» filder. Jede dieser Beobachtungsstationen war durch einm elektrischen Draht mit der Feuerungsstation verbunden, so daß. als Mary Newton den Knopf drückte, dies in jeder Station reaistrirt wurde. In Pearsall, auf Long Island, 13 englische Meilen weit, wurde die Erschütterung nach 7, in Patchogue, 49 engl. Meilen weit, nach 21'/, Sekunden gefühlt. In letzterem Orte dauerte die Erschütterung mit einer kurzen Pause 40 Sekunden. Am FeuerungSpunkt dauerte fie nicht ganz '/- Minute. Wie die Beobachtungen ergeben haben, wurde die Erickütterung an entfernten Orten stärker gefühlt, als in der Nähe. Eine Unmenge Fische wurde durch die Explosion getödtet. Alter schützt vor Thorhett nicht. Aus Honnef wird b- richtet: Vor zwei Jahren heirathete hier eine lebensfrohe Jungfrau im Alter von 76 Jahren einen Jüngling von 40 Jahren. Man sah dieses Paar tagtäglich Arm in Arm die gesunde Honnef« Lust genießen und auch in Restaurationen Bacchus und Gambrinus huldigen. Doch mußte das Honnefer Klima schließlich dem betreffenden Ehemann nicht mehr aefallen haben, da er seine beffcre Hälfte zu überreden wußte, ihr hiefiges Haus zu verkaufen, um in der neuen Welt«men wärmeren Kurort zu beziehen. Mit traurigem Blicke nahm die Frau Abschied von ihrem Wohnhaus«, das fie so lange besessen. Doch sollte die Arme die neue Welt nicht zu sehen bekommen, denn der ungetreue Ehemann war eines Morgens, als fie auf der Amerikareise bereits bis Brühl angekommen waren, spurlos verschwunden, natürlich mit dem Geld«, so daß der Verlassenen nichts übrig blieb, als hierher zurückzukehren. Der StiefelauSzieher des Königs von Birma. Am Hofe des Königs Thibo von Birma, dem jetzt die Engländer mit der Entthronung drohen, erheischt eS die Etikette, daß alle Personen, selbst die Minister und die höchsten Hofchargen, wenn fie vor ihrem Gebieter erscheinen wollen, fich vorher ibrcr Fußbekleidung entledigen müssen. Vor den königlichen Ge- mächern befindet fich daher ein kleines Gelaß, in welchem alle zur Audienz Erschienenen ihre FußdeNeidung und ebenso auch ihre Strümpfe ablegen, die dann von einem Beamten in Ver« wahrung genommen werden. Ein königlicher Kammerherr untersucht dann die Füße der Audienzbewerber in Betreff ihrer Reinlichkeit, und bat er dieselben hoffähig gefunden, so wird deren glücklicher Besitzer von zwei Dienern ui.ter die Arme {enorr.men und zum Audienzseal bingrleitet. Dieser Kammer- err, der den pompösen Titel„Königlich birmanischer Stiesel- auszieher" führt, obwohl er doch eigei.rlich mit dem Stiefel- aussirhcn gar nichts zu thun rat, haftet mit seinem Kopfe dafür, daß kein unreiner Fuß das Gemach des Königs entweiht. Eine verschwundene Zusel. Eine Bekanntmachung deS dänischen MarineministerS meldet, daß Dänemark um eine Insel und zugleich um eine Naturmerkwürdigkeit ärmer gewor- den ist. Südlich von Farinsel Suderö erhebt fich eine mächtige Klippe gegen 80 Fuß hock, eine wichtige Landmarkt für die Schiffe, da fie eine gefährliche Wirbelströmung, welche fie um« giebt. anzeigt; von der Breitleite aus sieht fie aus wie ein Schiff unter vollen Segeln, von Suderö aus wie ein Mönch; fie wurde darum Munken(Mönch) genannt und galt für eine Sehenswürdigkeit der Jnselgruvve; in Reiseberichten ist fie mehrfach abgebildet. Die Wirbelsttömung scheint ihre Grundlage unterwaschen zu haben, schon im vorigen Jahre stürzte ein Theil der Felsen herab, in diesem Frühjahr ist fie in der Wasserlinie abgebrochen und m einem gefährlichen, auch bei Ebbe vom Waffer überspülten Riff geworden. Menschen« leben find, da der Fels unbewohnt war, zum Glück nicht ver» loren gegangen. Der Vorgang ist von großem geologischen Interesse, denn er beweist, wie da? brandende Waffer allein, vielleicht im Winter durch das Eis unterstützt, eine bedeutende, auS hart>m Basalt bestehende Felsenmasse nach und der Wasserlinie geradezu absägen kann, ein Vorgang, dem» Rutimaper's Ansicht die Granitplatte der Bretagne allern> heutige Oderflächenbeschaffenheit verdankt. Spandau, 1. November.(Ein Zeichen d:r Zeit). 3f] vom htcfigcn Magistrat ausgeschriebenen Stelle eines E» rezeptorS, mit der ein vorlaufiger Gehalt von 1620 aJU-J Wobnunasgeld jährlich verbunden ist, haben fich nicht! als 70 Bewerber gefunden, die den verschicdenuen> kreisen angehören: Bürgermeister a. D-, Kasscnrent Buchhalter, Sekretäre, Handelslehrer, Kaufleute«. Au« großen Zahl der Bewerber hat der Magistrat den Kan Kcmp aus dem Städtchen Joachimsthal gewählt. KriefKuste» der Redaktion. Cramer, Admiralstr. biger ihrer Tochter um s dcten Sachen ersuchen. Jnterocntionsklage beim Antrag zu stellen, die verkaufen zu lassen. K. Bremerstr. Besten Dank für ibre Zuschrift. werden zunächst abwarten, waS die Betreffenden dazu werden. Sie müssen zunächst den der ihnen irrthümlich Wenn dies fruchtlos ist, ist so! Amtsgericht anzustrengen un« gepfändeten Sachen einstweilen» Theater. Opernhaus. Heute: Keine Vorstellung. Schausptelhan». Heute: Minna von Barnhelm, oder: Das Eoldatenglück. Deutsches Theater. Heute: Gracchus, der Volkstribun. Friedrtch.With-lmVädttsches Theater. Heute: Offenbach- Cyclus. Die schöne Helena. Aestdenz-Theater. Heute: Theodora. Wallner-Theater. Heute: Herr und Frau Hippokrates. Belle-Alltauce-Theater. Heut«: Papageno. Walhalla-Operetteu-Theater. Heute: Don Cesar. Biktori a-Theater. Heute: Meffalina. Ceutrat-Theater. Alte Jakobstraße 32. Direktton: Adolph Emst. Heute: Zum 97. Male: Die wilde Katze. Gesangsposse in < Alten von W. Mannstädt, Mufil von V. Steffen». Louisenstädtisches Theater. Direkten: Jos. Firmans. Heute: Das Testament des Herzogs. Osteud-Theater. H eute: Doktor Peschke. Die letzte Fahrt. «öniaftädttsches Theater. Heute: Gastspiel der Liliputaner. Die kleine Baronin. ......_ Theater der Reichshalle«. UZglich; Aufreten sämmtlicher Spezialitäten. AmericaU'Theater. Täglich: Auftreten sämmllicher Spezialitäten. Kaufmanu's TmrieW Täglich: Große Spezialttäten-Vorstellung. Konkordia. Täglich: Auftreten sämmllicher Spezialttäten und theatralisch, Vorstellung. Alhambra-Theater. Wallnertheaterstraße 15. Heute und folgende Tage: Der Lumpensammler. Drama in 5 Akten nebst einem Vorspiel von Felix Pvat. In PariS auf dem Theatre de la Ponte St. Marttn über 100 Mal mit außerordentlichem Erfolge gegeben. Bor der Vorstellung: Großes Konzert der HauSkapelle. Anfang deS Konzerts 7 Uhr, der Vorstellung 8 Uhr. BonS haben Wochentags Gilttgkeit. Passage 1 Treppe. 9 U. Morg. bi! 10 U. Ab. xDOy Katser-Pauorama. Eine Wanderung durch das Riesengebirge. Z. wmmmi Male: Die Pyrenäen. Die Hertha. Reise. Karolinen-Palau-Jnseln jc.» Reise 20 Pf., Kinder nur 10 Pf. Abonnement.[2670 Allen Freunden, Verwandten und Bekannten für die liebe- volle Theilnahme bei der Beerdigung unseres unvergeßlichen lieben SohneS, insbesondere dem Heim Pred. fite. Kirms für die trostreichen Worte, dem Gesangverein, sowie dem Herrn Chef und dem gesammten Personal der Münchmeyer'schen Fabrik unfern tiefempfundenen Dank.[2684 Berlin, den 3. Noobr. 1885. Familie Rupprn. Ausverkiluf m KlckrMtll zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Kerlitter Warb zu Hauskleidern Meter 30, 40—50 Pf. Eine große Auswahl moderner Kleiderstoffe in vielen sehr hübsche dunklen Farbenstellungen, früher 76 Pf., jetzt Meter 40 und 50 Pf.— Eine großt Auswahl Winter-Eheviots, wollener kräftiger Stoff für praktische Haus- Straßenkleider, früher 90, jetzt Meter 50 Pf.— Ein großer Posten glatter, eiü' farbiger Tuch-Duble-Foulös, decatirte kräftige Waare, früher 1,60, jetzt Meter 75 Pi,I — Eine große Auswahl sehr hübscher Kleiderstoffe, doppelt breit, ftöM| 2 Mark, jetzt Meter 90 Pf. und 1 Mark.— Eine große Auswahl Winterstosff mit Bordüre«, doppelt breit, Meter 1,30 bis 1,50 Mark.— Doppelt breit Tn