lr. 263. Dienstag, den 10. November 1888. II. Jahrg. 9 t» crliurrUolluhlall Krgan für die Interrsscn der Arbeiter. 4 J«s«rtioasgebühr beträat für die Z gespalteue Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bxS 4. Nachmittag« in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annonce»- Bureaux, ohne Erhöhung de« Preises, angenommen. Redaktion: Senthstraße S.— Grpeditisn: Zimmerstraste 44. a gut»ich! ziuei! & Soi der eben vollzogene» LandtagSwahl fanden im Hagen einige Wahluugezogevheiten statt, die an sich Z gar keiner Bedeutung sind, denen wir aber eine Sett« � Unsere Besprechung abgewinnen wollen, die uns wichtig erscheint zu allgemeinerer Erörterung. u. Der Vorfall im Kreise Hage« ist bekannt. Der Wagen nationalliberalea Kandidaten wurde während«ner Att, Versammlung", in welcher Herr Terstein wetdltch 2 Herrn Eugen Richter herzog, demolirt und national- T�alen Vertrauensmänner» die Fenster eingeworfen. Die �u-nalliberale Presie erklärte, daß diese Exzesse nur von Zimten„Richter'schen" verübt worden seien. !»�,�agegen verwahrt sich nun die Richter'sche Zettung, von Schmähungen und Verleumdungen und thut entrüstet über derartige Verdächtigungen. ist einfach albern! >»uch wir find der festen Ueberzeuaung, daß AnHanger Sichtet den bezeichneten Unfug im Kreise Hage» S Wer sollte e« denn sonst gewesen sem? Doch ''WV* f V***V V» VV....,--------, Tegenkandidate», de« Rechtsanwalts Erbit�'I�, Parteien standen sich gegenüber, große wir v;?® herrschte, die Nationalliberalen, oder sagen schmäht �ersteiv'schen hatte« die Richter'schen ge- hänge, V.. �i>e, vielleicht etwa« angetrunkene An- alz J Herrn Richter wußte« nun nichts Besieret, habej» oy altmitteln zu greifen. Was ist aber weiter dichter Rp f Polizei hätte die Krakebler fassen und der �tÜbet. Drosen müssen— und die ganze Sache war slir gestaltet sich aber die Angelegenheit, wen» man �antwrJ?!� einiger Leute die deutschfreisinnige Partei iche«? lochen wollte— dai wäre ein schmäh- '"'«fcerttächHge« Beginne»! JwnMt.i.®01' haben wir ab« nicht« gehört, daß die Na- scher � die Dummenjungen-Streiche einzelner Richter- . gesammten deutschfreisinnigen Partei angerechnet ist es m der That absurd von der„greif. . iZj0 zu ziere». % /Uttge Falle sind übrigen« gar nicht selten. Pas- °ch seinerzeit dem sozialdemokratische» Kandidaten 2% Ün, �oichStagiwahlkrei« Altona, dem Abg. Hasenclever, bort in der Elbstraße von.reichttreuen" Wählern U*.. IN n.w mtrrS.f» m-ti+ip St. Jeuilleton. Die Hand der zintulk. l4| Roma» von Ewald August König. (Fortsetzung.) »Und wa« glaube» sie gesehe» zu haben?" 'i�h. Deine lange Unterredung mit dem Gärtner kann ��rre»�«" anderen Zweck gehabt haben, al« de« alte« btt&Z über da» Ereigniß der vergangenen Nacht auSzu- 'spottete Rabe, während er die Asche von seiner kt«. schnellte.„Und die Ankunft de« Herrn Assessor», Iv�a*» aprvpo« kam, war wohl auch avifirt?" die Wangen de« schöne« Mädchen» färbten sich höher, � nber �e« preßten sich einige Sekunde» lang fest auf o»» ej?'/so Frage würde mich ttef beleidige«, wen» sie nicht d-?.« wste genommen—" % s wj; HnO IPinp(p-, f t m rn � m JL______ v ifiaoe iQT tu• W'r. Und seine Stimme klang«och höhnischer und h« rl�r-„Man darf darau» doch wohl den Schluß ziehen, m- �Wch Dir allein zugedacht war?" schlei cht lst noch ein anderer Schluß zulässig, vielleicht Äries 1 sdw Vater könne noch einmal einen anonhme« Ehalten.« k ihr TjUtb Rabe wandte langsam da» fahle Geficht tasch�'u»«d in seinem starren Blick laS sie nur Ueber« lhn uuonpme« Brief?" wiederholte er.„Hast Du »f dicht gelesen?" �inTseifS� 6laUbe' ba6 fein 3�alt woraus folgerst Du diesen kühne« Schluß?" Rabe, dessen Stirn sich wieder glättete.„Willst unschuldig war, obwohl Aufhetzereien seitens derselbe» gegen die Sozialdemokraten genügend stattgefunden hatten.— Aber bei Herrn Richter und der„Freis. Ztg." hat die Sache einen anderen Haken. Richter kann nun einmal einen Kampf gar nicht ander» al» gehässig führe». Die paar Richter'sche» find für ihn die ganze„deuischfteifiunige Partei", die er nun al« durch die nationalliberale Presse attaquirt hinstellt. Er denkt, daß die Thaten einzelner Leute unter allen Umständen den Parteien angerechnet werden müßten. Deshalb holt Richter sich auch immer au» irgend einer Partei eine Person herau« oder er exemplifizirt auf irgend eine That einzelner Personen und macht dann die ganze Partei dafür verantwortlich. Wer trägt die Hauptschuld mit am Sozialistengesetz? Antwort: Herr Eugen Richter! Denn wenn nur die Hälfte von dem wahr wäre, was dieser Herr der sozialistischen Partei angelogen hat, dann dürste die Regierung gar nicht zaudern, dieser erschreckliche« Partei mit alle» Mitteln zu Leibe zu gehe». Bei seinen Verdrehungen, Lügen, Verdächtigungen und Verleumdungen braucht Herr Richter natürlich immer den Kniff, jede That de» Einzelne», und wenn dieser Einzelne auch nur ein ganz bedeutungsloser Theilnehmer an einer Versammlung gewesen war, der ganzen Partei aufzubürden. Da fehlte e» venn nicht an Schlagwörter», wie„sozialistische Horden", oder„rohe Gesellschaft" oder aber:„Die aufreizenden Reden hatte« die Köpfe derart verwirrt, daß die ungesetzlichen Thaten nicht ausbleibe» konnten. Die Partei selbst stellt sich ja außerhalb de» Ge» setze«, die Aufhetzereien, die fortwährend getrieben werden, müssen derartige Früchte treiben!" Herr Euae» Richter, so und ähnlich habe« Sie immer geschrieben unv gesprochen! Und jetzt nehmen wir Sie in Schutz! Die Demo- lauten im Kreise Hagen waren Anhänger Richter«— aber was hat das mit dem Herrn Richter oder der deutsch- freisinnigen Partei zu thun? In j e d e r Partei giebt e» Personen, die einmal über die Stränge schlagen und da« wird auch so bleiben, so lange e» Parteien giebt. Die vationalliberale Partei nennt sich die AnstandSpartei par excellence und dennoch ist ihr gerade da» Malheur passirt, daß Anhänger dieser Partei in Altona, wie oben gezeigt, die denkbar roheste» Angriffe auf eine» Gegner verübt habe». Und wollten wir näher nachforschen, so käme wohl keine Partei in dieser Hinsicht besonders glimpf- lich weg. Und wollten wir ferner un» wie Herr Richter geberde«, dann könnten wir angesichts der Hagener Vorfälle auch von„rohen fortschrittlichen Horden" reve», die von dem Du gar behaupte«, ich müsse selbst i - I---| 7 U I»------- V----- Arabella, der Krug geht so lange zum Wasser, bi« er ze, bricht, vergiß da« nicht! Ich weiß, daß ich Dir ei Dorn im Auge bin, hüte Dich, der Dorn könnte Dil »rieben haben? 'S valtttn.' 3>"5 Da« war zu viel! Wer hatte de»» i» diesem Hause zu gebiete«, ihre Mutter oder dieser Mann, der ihr Drohungen zu sage» wagte, zu denen»ur sei» eigene« schuldbewußte« Gewissen ihm Veranlassung gebe« konnte! Alle» Blut war au« ihren Wangen gewichen, stolz und würdevoll stand sie ihm gege»über, und ihr flammender Blick hätte ihn erkennen lasse« müsse«, daß ihm i» diesem Kampfe schon jetzt eine Niederlage drohte. „Ich kann und will Dir darauf nicht antworte»," erwiderte sie.„ich will Dich nicht an so manche« Wort, a« so manche« Sreianiß erinnern, wa« Dir mer» Herz entfremde« mußte, will Dich auch nicht darauf aufmerksam machen, daß Deine Lebensweise nicht geeignet ist, mir Achtung einzuflößen — wozu da» Alles, Mama wird e« Drr oft genug gesagt haben. Aber ernst und entschieden muß ich Dich ersuche», meinen Handlungen keine unlautere« Absichten unterzu. schieben, da» zeugt von niedrigen Gesinnungen, die ihr schlimmes Licht auf Dich selbst zurückwerfe». S« thut mir «eh, daß ich da« dem Bruder meiner theure» Mama sage» muß, aber Du hast mich dazu gezwungen, da, muß meine Offenheit entschuldige«."..,.. Auf den Gutsbesitzer schienen d'ese Wort« gar keine« Eindruck gemacht zu habe«, er lachte und bl.e« einige Rauch. wölkche« einem Schmetterlinge nach, der eben a» ihm vor- weiß ja, welchen lir,aa,en.................. achte die Verwandten Deiner Mama hoch, aber zu einer Versöhnung der so lange getrennte« Familienglieder werde sattsam bekannten brutale« Chef der Partei wenn auch nicht direkt, so doch indirekt zu solchem schlimmen Thun angestachelt worden seien. Die Beweisführung wäre ungemein leicht, man brauchte die Wessen nur aus dem Arsenal Richter» scher Angriffe gegen die Arbeiterpartei zu holen: „Durch die Agitatton der deutschfreifinnige« Partei wird jegliche staatliche Autorität untergraben, daS Ver- sammlungswesen wird verroht, alle gesellschaftlichen Bande zersprengt und die einzelnen Personen für vogelfrei erklärt. Wie kann man sich da noch wunder«, daß überall Exzesse stattfinden und rohe Pöbelhaufen Vergnügen daran habe«, thätliche Angriffe auf das E i g e n t h u m zu verübe« u. f. w."——— Wie schmeckt daS, Herr Eugen Richter!? Daß wir natürlich nicht solche alberne Tirade» im Ernste loslassen, ist selbstverständlich und da? haben wir auch in dem vorliegenden Artikel genügend betont— Herr Richter aber hat sich der Arbeiterpartei gegenüber immer auf diese« Standpunkt gestellt und imr in letzter Zeit auf Andrängen seiner Freunde sich etwas reservirt gehalten. Daß aber fanatisirte Anhänger der Richter'schen Partei — nur nicht ziere», Herr Richter!— zu allen mögliche» Rohheiten fähig sind, da« beweist ja zur Genüge, dasi seiner Zeit Lasssalle, nachdem die Versammlung im damalige» „Eldorado" unter dem dröhnenden Zubel der Fortschritts- partei polizeilich aufgelöst worden war, bei dem Ver. lassen de» Saal» von Anhängern— Richter war noch nicht — de» Herrn Schulze-Delitzsch unter allerlei eklichem Ge« schimpfe in« Geficht gespien wurde. Also,»ur nicht zieren, Herr Richter! Etil Flichlillimi iider dru ArbeilMuk. i y t t—, cm v c cirr\•, V- m* X»..-__ ein In Hartleben'S Verlag(Wten-P«st-Leip»ia) ist vor K eck erschienen, betitelt:„Stoff und Kraft in der men! cm lichen Arbeit oder die Fundamente der Produktion." Verfaffer ist der Dr. H. S ch w a r z, Professor der chemi» schen Technologie an der technischen Hochschule zu Graz. DaS Buch enthält eine sachliche und klare Darstellung der technischen Verhältnisse, der Technologie deS Produk- tionSprozesse». Wir können dasselbe unfern Lesern auf dai Wärmste empfehlen. Wer einen Einblick in den Mechanis- muS der modernen Arbeit gewinnen will, kann in dem Werke de» Herrn Schwarz reiche Belehrung sich holen. Schwarz behandelt nun im Schlußkapitel auch einige wich. tiae Punkte der Arbeiterfrage. Vorausgeschickt sei, daß er auf fabrikantenfreundlichem Boden steht, ein abgesagter Gegner der„sozialistischen Utopien" ist und an die Ewigkeit unseres herrschenden Witthschasts- Systems steif und fest glaubt. Eine Berufung auf ihn als Gewährsmann ist darum sscher unverfänglich. Schwarz äußerte fich nun etwa folgendermaßen: ich niemal« rathe«. Ich sehe die unausbleibliche« Kons». qnenze» solcher Versöhnung voraus, sie dringen Dich und Deine Mama in» Unglück." „Und von welcher Seite sollte un« die Gefahr drohen?" „Darüber schweigeich, bi» der Augenblick der Katastrophe gekomme» ist." „Da» klingt sehr geheimnißvoll. Hängt es vielleicht «it den Papiere« zusammen, die dem Gärtner geraubt wor» de» find?" Kei»« Fiber zuckte in dem fable» Geficht Rabe'», e» hatte de« A«»druck geringschätzender Gleichgiltigkeit ange» nomme«. „Was ich von de, Faseleien de« alten Manne» halte, habe ich beim Frühstück in genügender Weise geäußert," er» widerte er;„hat der Assessor sich durch diese Albernhette» nicht beirren lassen, so wird er ebenfall« gefunden haben, daß der Anklage gegen Zoseph kein sicheres Fundament zu Grunde liegt." Sein Blick streifte bei de» letzte« Worten lauernd da» Antlitz Arabella'», und diesem scharfe» geübten Blick konnte e» nicht entgehe», daß seine Behauptung auf starke und wohlbegründete Zweffel stieß. „Wir habe» da« gestohlene Kästchen erbrochen im Park gefunden," sagte sie, einer bestimmten Antwort ausweichend, „aber jene Nottze», auf die Georg so großen Werth legt. fehlte»." „Sie habe« möglicher Weise gar nicht ex'istirt." Welcher Gr.........~' ._--,- t)"' T-"y Welver Grund" könnte in diesem Falle de» alte» Man« veranl�sen�sie �«�"Tsttsicht, auf den ihm verhaßte» Kammerdiener einen entehrenden Verdacht zu werfen." „Da» wäre entehrend für ihn selbst," erwiderte Arabella entrüstet,„und mit solche« Mitteln würde er auch den beabsichtigte» Zweck nicht erreichen, daS müßte e, selbst einsehen." Wa« kümmert'« mich weiter!" sagte Rabe achselzuckend. Hat Zoseph den Diebstahl begangen, so werde ich ihn ohne Gnade entlassen, erweist fich dagegen die Anklage al« unbe- gründet, so muß der Verleumder sein Bündel schnüren, »Die Grundbedingung für dm Forischritt der Industrie ist eine kräftige, fleißige und geschickte Arbeiterschaft. England, Frankreich, Deutschland u. s. w. verdanken ihre industrielle Weltstellung vorwaltend den Arbeitern. Je besser die Gr» nährung, desto trefflicher die Leistungen. Niedriger Arbeitslohn rächt fich durch schlechtere Ardeittltist..ng und rascheren Konsum deS MmschenmaterialS, d. h. kürrerc Dauer der Arbeitsfähig- keit. Außer kräftiger Kost bedarf der Arbeiter auck gesunder Wohnungen, guter Beleuchtung, Ventilation und Neurlichkeit der Jabnkräume und vor allem die Sicherung vor schädlichm Einflüssen deS Fabrikbetriebes. Die Fraum- und Linderarbeit ist zu beschränken.*) Die Ausschließung der Nachtarbeit, die Beschränkung auf eine geringere Anrahl ArbettSstundm, die für den Schulbesuch und dre Erholung im Freien Zeit läßt, da» Abhalten der Kinder und Fraum vom unterirdischm Arbeit»- betriebe, die Schonung der Wöchnerinnen von und nach der Entbindung, die Regelung der Zahl der Arbeitsstunden nach dem Alter, der absolute Ausschluß zu junger Kinder— alles dieS muß durch Gesetze geregelt und durch strenge Kontrole in der Ausführung gesichert werden. Auch für den kräftigen männlichen Arbeiter verlangt einrationeller und humanerBetried eine weiseBeschränkung in der Zahl der Arbeitsstunden.(Vgl. Schwarz a. a. O. S. 783,-84.) Der Stücklohn, wobei der Arbeiter nach der Leistung allein bezahlt werde, und von dcm man deHaupte, daß bei ihm der Arbeiter die Zeit, die er arbeiten wolle, selbst bestimmen könne, macht den Streit um eine Maximalarbeit»zeit keines- weg? gegenstandslos. Derselbe sei eingeführt im Interesse deS Unternehmer», der natürlich die möglichst große Ausdehnung des Arbeitstages anstrebe. Die menschliche Arbeitskraft aber ist eine beschränkte, zur Sammlung neuer Kräfte muß Zeit ge« boten werden, ein überanstrengter Arbeiter liefert relativ wmig und schlechte Arbeit. Deshalb kann e» selbst im Interesse des Unternehmer» liegen, die Arbeitszeit in mäßigen Grenzen zu halten. Dahin gehört auch die Sonntagsruhe. In einigen FabrtkationSiweiaen, wo Feuer immerfort erhalten werden müssen, bei GlaSyüttm und Hochöfen, bei Rübenzucker- kabriken, wo die Säfte in der Ruhezeit verderben würden, fei die Sonntagsruhe schwer durchzuführen, doch zeigt da» BeispielEngland», daß dieS bei gutemWillen immerhin möglich ist. Bei den Bleiglathütten werden z. B. die Häfen in der Nacht zwischen Samstag und Sonntag ausgearbeitet, der frische Satz während deS Sonntag» eingeschmolzen und daS Blasen erst Montagö früh begonnen. Man ergänzt währ-nd der Woche den Satz nur durch Bruchglas und kann so in 12 Nachtstunden fertig schmelzen, in den Tagesstunden ausarbeiten. Bei modernen Hochöfen wird daS Gebläse EonntagS früh abgestellt, die Gischt bedeckt und so der Wärmevcrlust möglichst vermieden. Dieses Abstellen auf 12 bis IG Stunden schadet dem Ofenbetriebe nicht, und soll fich die Produktion durch die Sonntagsruhe nicht wesentlich verwindet haben, da die Arbeiter durch besseres Chargiren die ihnen gewährte Begünstigung wettmachen. Die absolut unentbehrlichen Arbeiten wechseln alle zwei Wochen. Die Jnanspiuchnahme der Arbetter am Sonn- tag räche fich dadurch, daß fie dafür den Montag blau machen. So wstt Professor Schwarz, der, wie bereits g sagt, durch- aus keine sozialistischen Neigungen hat, vielmehr fich für daS Eparsystem und die Genossenschaftsspielereien» l» Schulze« Delitzsch erwärmt, vor allem aber stets den Untemehmerstand- punkt, d. h. die möglichst rationelle AuSnützung deS Arbeiters, oder wie er sagt„det Menschenmaterials" im Interesse der Groß- industrte.d.h. derGroßkapitalistenimAugehat. Erstellt fich aufden Standpunkt deS— Viehzüchter», welcher zur Erzielung kräitiger Thierraffen die beste Nahrung und Behandlung den Zuchttbieren zu Theil werden läßt. Schwarz sagt ausdrücklich (a. a. O. E. 776):„Mag fich der Stolz de» Menschen auch gegen diese Parallele sträuben, so kann dieselbe doch nicht über- sehen werden, wenn es fich um die Frage der menschlichen Arbeitsleistung handelt. Die menschliche Freiheit verbietet derzeit selbstverständlich den Gedanken, zu bestimmten Arbeiten gewissermaßen bestimmte Arbeiterrassen zu züchten, doch macht fich die» durch den Umstand von selbst, daß die Arbeiter ihre Kinder vorwiegend den eigenen Gewerben zu widmen pflegen. AuS einer Eisenarbeitergeneration werden meist Eisenarbeiter, aus einer Weberbeoölkerung Weber hervorgehen.. Schwarz ist nicht bloS Theoretiker, der vom grünen Tisch der Etudirstube aus die sozialen Ver- Hältnisse beurtheilt, er ist auch in hervorragendem Maß- stab« Praktiker. Hat er doch als Techniker in den bedeutendsten Etablissements gearbeitet und dai Fabrik« wesen auS eigener Anschauung kennen gelernt. So war er z. B. in dem größten belgischen Hüttenwerk, daS tausende von wir verlieren überhaupt nichts an ihm, es fehlt ihm nicht nur an Geschmack, sonder» auch an gediegenen Kenntnissen." „Gegen diese« Vorwurf nehme rch ihn in Schutz." „Weil er überhaupt Dein Schützling ist." „Nicht deshalb, sondern weil e» ei» ungerechter Vorwurf ist," entgegnete Arabella.„Und wie soll der Bewei» gegen Joseph geführt werden? Wenn die Papiere ver« nichtet sind, so kann eine Haussuchung keine» Bewei« er- geben. Wir werde» wohl nach drei Tagen erfahren, wo die Lösung diese» RäthselS zu suchen ist, und ich fürchte, wenn Georg eine gerichtliche Untersuchung beantragt, so—" „Beantragt er fie nicht, so werde ich e» thun!" sagte Rabe scharf.„Ueber diese» Vorfall sind nun schon so viele geradezu kindische Vermuthungen und Behauptungen verbreitet worden, daß der Sache endlich einmal ei» Ende gemacht werden muß." „Und diese« Ende wird vielleicht dadurch herbeigeführt, daß Georg den Inhalt jener Papiere veröffentlicht," erwiderte Arabella.„Mich verlangt nicht danach, da« Geheimniß zu erfahre«, welches sie enthalten, deon ich fürchte, daß die Enthüllung desselben meiner Mama Kummer bereite« wird." Willibald Rabe blickte mit einem seltsamen Gemisch von Hohn und Angst dem rasch davon schreitenden Mädchen nach. „Je mehr Feinde, desto mehr Ehre!" spottete er.„Ich werde über Euch Alle noch ttiumphirea, wartet nur, bis ich Herr auf Lossow bin! Und bricht die Katastrophe herein, so ist unter meine» Füße» der Boden gesichert, dafür werde ich sorgen." Er stieg die Terrasse hinunter und schritt langsam auf den Gärtner zu, der einen Seitenweg von Unkraut säuberte. „Jetzt werdet Ihr wohl zufrieden sein," sagte er spöttisch, al» er neben dem alten Mane stand,„der Unter- suchungSrichter hat fich ja der Sache angenommen, und da» Kästcken ist bereit» gefunden, wie Fräulein von Stuckmann mir berichtete." „Da» Kästchen ist gefunden, aber die Papiere fehlen noch," erwiderte Georg, den Gutsbesitzer fest anschauend, „und der Herr Assessor will die Sache nur dann Arbeitern beschäftigt und fich durch seine kolossalen Diridenden auszeichnet, bei Cockerill in Seraing, thätig. Schwarz wendet dm Darwinismus praktisch an in seinen Vorschlägen zur Verbesserung der Arbeil erverhältnisse; er empfiehlt die künstliche Zuchtwahl brauchbarer menschlicher Arbeiterrassen. Woblan, so mögen die Herren Unternehmer fich dem Grazer Professor anschließen, der zum Nutzen deS KapttalS im großen und ganzen daS fordert, was die sozialdemokratische Fraktion in ibrem Arbeiterschutz-Gesetzentwurf verlangt zum Nutzen des arbeitenden VolkeS- Die weltgeschichtliche Entwickelung zeigt unS hier in groß- artiger Ironie da», wa» Hegel„die Dialektck deS WeltprozeffeS" genannt hat; in unserem Falle dm auf seinem Höhepuntt an- gelangten Kapitalismus, der anfängt in sein Gcgentbe'l umzu- schlagen, der durch den Mund eine» seiner wiffenschastlichm Vertreter den Schutz derselben Arbeiterklasse heischt, die zu exploitiren die Lebensaufgabe eben dieses Kapitalismus ist. Der Emanzipationskampf der Arbeiterklaffe ttifft in seinen Forderungen zusammen mit dm Anfichten deS Bourgeoistheo- retiker», der nichts wmiger will als eine soziale Neugestaltung der Dinge. Doch die Arbeiter find berettS zu klassenbewußt geworden, um fich zu d e r Rolle verurtheilen zu lassen, die fie Professor Schwarz und seine Gefinnungigenossen spielen lassen möchte. Die Arbeiter kämpfen um die ihnen gebührende Stellung in der gesellschaftlichen Organisation, und daS Ar« beiterschutzaesetz, wie eS dem deutschen Reichstag in der ver« floffmen Sesfion vorgelegt worden ist, bildet die Brücke zu besseren Zuständm. Nicht lange wird eS währen, und au» der Mitte der bürgerlichen Gesellschaft werden noch mehr solche Stimmen laut werden, wie die de» Grazer Gelehrten. Nur eine kleine Täuschung läuft dabei unter, die„List der Weltgeschichte", daß eine Gesellschaftsllaffe, hier die bürgerliche, in ihrem Interesse zu arbeitm glaubt und thatsächlich wirkt für— die Arbeiter- Bewegung. Politische Urberficht. Dem BundeSrathe wird nächsten» der zwischen dem Deutschm R.iche und der Republik San Domingo abge« schlossene MeistbezünstigungSvertrag zugehen. Die essen vorbereitenden Schritte zur Abschlicßung dieses Vertrages wurden bereits im Jahre 1880 gethan. Die deutschen Handelsinter« essen werden in drr Republik San Domingo durch drei Kon- suln vertreten, und zwar in Port-au-Prince, in Port Plata und in San Domingo. Der Großbetned in der Landwirthschaft wendet die Ergebnisse der LandwirthschaftSwissenschatt in umfassendster Weise an; daS Maschinenwesen und d e Chemie arbeiten beide mit, um den Sieg der modernen technisch vervollkommnetm Agrikultur über die veralteten Formen der früheren Bewirth- schaftung zu vollenden, Zu diesem erfolgreichen Kampfe ge- hört Geld, Geld, Geld, und der Klein- und Äittelgrundbefitz find nicht im Stande, kapitalarm wie fie find, die Konkurrenz der Großgrundbefitzer auszuhalten. Wie der völlige Bruch mit der Dreifelderwirihschast, der z. B. tn Schlesten in den drei- ßiger Jabrm dieses Jahrhunderts deginnt, eine großartige Um- walzung herbeiführte, dafür liegen interessante Daten vor. Im Jahre 1820 waren etwa 33'/, pCt. der Brache besömmert, jetzt ist der Betrieb auf einer Jntenfitätsstufe angelangt, die fich durch raffinirte Fruchtfolgen dezw. ganz freie Wirthschaft kenn- ichnet. Deutlich erkennt man diese Revolutton an dem .ahlenverhältniß der jeweilig für 1000 Morgen Ackerland gehaltenen Zugochse»,. ES waren das 1740—1750 12 Zugochsen, 1751-1830 12-14„ 1831-1875 15-21 1881-1883 36-37 Da» Wachsthum im letzten Jahrzehnt ist ein geradezu überraschendes. Doch find wir noch lange nicht am Ende. Der Fm.tschlitt aber vollzieht fich auf Kosten deS kleinkapita- listtschen LandwifthS, und auf den Trümmern der Bauern- wirthschaft und deS KleingütlerthumS entsteht allmälig in Deutschland ein Latifundienwesen nach englischem Muster. Im Interesse der modernen Entwickelung ist dieser Auflösung«- prozeß keineswegs zu beklagen, er bildet, ganz wie in der Großindustrie, die Bedingung der Grundlage für eine ratio» nellere Regelung der gesammten Produktionsweise. Zeichen der Zeit. DaS ultramontane„M ü n ch e n e r Fremdenblatt" bringt unter der Rubrik: Regierung von Oberbayern, Kammer des Innern(5. Nov.) folgende Mittheilung:„Die Prostituirte Henr ette Winter aus Mm- berg ist öffentlicher Sicherheit und Sittlichkeit halber auS der Stadt München ausgewiesen worden. Die Winter erhob Be- schwerde zur f. KreiSregierung, vor welcher fie weinend erzählte. wie fie in Folge frühen TodeS ihrer Eltern als unreife«, uner- fahrenes Madchen in ein Leben voll Laster und Schande ge- raihen und ihr jetzt alle Möglichkeit genommen sei. fich wieder emporzubnngen. Durch den AuSweisungsbeschluß ficht fie verfolgen, wenn ich die gerichtliche Untersuchung be« antrage."., „Thut Ihr da» nicht, so werde rch eS thun." „Sie? Da» glaube ich nicht." „Und weshalb zweifelt Ihr daran?" fragte Rabe scharf.„Glaubt Ihr, ich lasse den Verdacht auf meinem Diener ruhen, auf einem Manne, dem ich mein volle» Ver« traue« schenken muß? Ich will darüber Gewißheit haben, Ihr habt die Anklage erHobe«, nun sollt Ihr sie auch ver- treten und wenn Ihr da» nicht wollt oder könnt, so seid Ihr eben nur ein Verleumder, den ich eben so wenig wie einen Dieb in meinen Diensten dulde." Der alte Man« zuckte zusammen, da» böse Wort hatte ihn in'» Herz gettoffen. „Ich Hab' den Frieden immer gewollt und deshalb nie- mal» gesagt, wa« ich wußte," erwiderte er,„aber wen» ich jetzt dazu gezwungen werde „Wer zwingt Euch dazu?" „Der Haß, mit dem man mich verfolgt." „Euch verfolgt Niemand." „Ich weiß da» besser," sagte Georg kopfschüttelnd. „Unsinn! Im Gegentheil, ich hatte schon mit der gnädige» Frau darüber gesprochen, welche Pension Euch ge- zahlt werden soll, wenn die Zeit kommt, daß Ihr in de« Ruhestand tretet. Die Frau Generalin ist in diesem Punkte ganz mit mir einverstanden, wir waren nur über die Höhe der Summe noch nicht einig, und da wollt Ihr von Haß und Verfolgung reden!" Der alte Mann blickte bei den ersten Worten den Gutsbesitzer betroffen an, dann aber glrtt ein ungläubige» Lächeln über sein wetterharteS, gefurchte« Antlitz. „Es ist sonderbar, daß Sie darüber erst heute mit mir reden," erwiderte er.„Ich bin zwar alt, aber noch rüstig und Gott Lob«»'"«>> in*« x~- arbeiten." ----'»----""f z» viy l U U IQ gesund, ich kann«och manche« Jahr MR9SSS sd& sich auf's Neue um eine Stufe tiefer„binabae„ Beschwerde mußte trotzdem verworfen werden."i�Diefc 32' bedarf keiner weitläufigen Erläuterung; der moderne «igt fich in seiner ganzen Herrlichkeit durch diese' Prostitutton zu„bekämpfen." Aber wir leben doch in der«« aller Wellen— für die satte Tugend und die zahlungi�- Moral. Der Entwurf zum Etat der Neichtschuld Etatsjahr 1886/87 enthält gegen das Vorjahr einen J** dedarf von 1 200 000 M. zur Verzinsung der SprozeM Reichsschuld. Laut der diesem Etat beigefügten DenW werden durch die in Ausstcht geommene Deckung von � maligen Ausgaben des Etats für 1886/87 aus Anleihe«� die bisherigen Anleihekredite fich um 39 428457 M.(d# Ueber die veranlassung de» Entwurf» zur% änderung de» Preßgesetze» wird offiziös Folgende» JJ® getheilt:„Im Jahre 1883 wurde eines der thätigsten«T glieder der Londoner Anarchistenpartei verhaftet und k» ReichWricht zur Voruntersuchung gezogen. Der Anaeschm»? war Mitglied der RedaktionSkommisfion der zu London s scheinenden„Freiheit" und hatte insbesondere die Perfgfj der berüchtigten rothen Märznummern deS Jahre» 1ö®JE „Expedient" bewirft. Das ReichSgericht nahm in feine«»' fchluffe vom Dezember 1883 an, daß diese Nummern'. u--„w Aufforderung zur Ermordung Sr. Majestät deS Kaiser» �'«t N zur Tödtung der deutschen Bundesfürsten sowie zur„ öei,,Jo samen Aenderung der deutschen Staatlverfaffunaen enK erklärte stch aber, entgegen der Anficht de« Ober-RechtSana� außer Stande, wegen dieser Verbrechen daS Hauptvm� zu eröffnen, weil dem Angeschuldigten die sechSmonatlube jährung des Preßgesetzes zu Gute komme, welche schon lausen war, bevor stch der Angeschuldigte nach dem Koa begab. Der Ober-ReichSanwalt nahm hieraus VeranWJ Herrn Reichskanzler eine Aenderung de« PreßgesetzeS in zu bringen. Die Motive des jetzt aufgestellten ÖnS, nehmen auf diesen Vorgang Bezug und schildern den' zustand, wie er stch nach der Entscheidung des Reich»! herausstellt, dahin: das Gesetz gewähre einem Sch> ------- i---,-» f» V O"»7•—• t.■ welcher seine Person oder seinen Namen sechs MoMß. durch vor den Angriffen der Strafjustiz zu verbergen n™. gleichsam als Belshnung hierfür— die Straflosigkeit� gleich liefere fle den Nachweis, daß eine ähnliche in keinem der Nachbarstaaten besteht und auch in den Gesetzgebungen der deutschen Bundesstaaten nicht vow� war."— Die„Nat. Ztg." bemerkt dazu:„Dann die„Rechtslücke" dergestalt ausfüllen müssen, daß der. erfüllt wird, ohne daß gleichzeitig die berechtigte P gefährdet wird. WaS die offiziöse Bezugnahme auf die Gesetzgebung bettisst, so konstatirt Berner(Lehrbuch d% sehen Preßrechtes), daß von den Staaten d«S deutschen Oesterreich, Preußen, Bayern und Baden die seckSm Verjährung für Preßdelitte halten; Sachsen führte tw 1870 eine vreimonatliche ein." Die„Segnungen" der Schutzzollpolitik Arbeitern immer fühlbarer gemacht. JedeS Kind jetzt an den Fingern die Nachtheile abzählen, welch«, bettern auS der neuen WirthschaftSpolitik erwachsen noch erwachsen. Herr B a a r e aber, der bekannte Untev� y StaatSrath und Schutzzöllner hatte die eiserne Stirn,,"pt Generalversammlung de« Bochumer Vereins für Gußstahlfabrikation, dessen Generaldirektor Baare ist, zu— behaupten. Die Lage der Montanindustrie scr auS ihrer Entwickelungßm fich könne man ein die Sd� rechtferttaendes Moment nicht entnehmen. Der Po ZoUpolink liege darin, daß die montane Produltion land«, wenn fie auch den Unternehmern keinen werfe,„Hunderttausenden fleißiger Arbeiter in dem Kohlenrevier den Broderwerb fiebere." Und daS'""i»-> selbe Herr Baare, in dessen Gesellschaft im abgell die Z a h l d e r ZI r b e i t e r fich von 6000 auf mindert hat. Wir haben, daS ist nichr zu lw! metallurgische Weltlrifis, und die Schutzzollpolitik Stande den Rückgang dauernd aufzuhalten. Auf.— aber schöpfen die Herren Unternehmer den spärli«' von der Milch, und die Arbeiter baden bei der handhabten sogenannten„Einschränkung der Press" Vergnügen, auf'« Pflaster stch gesetzt zu sehen. E>n dem anderen nimmt Enttassungen. nimmt Lohnred um die Divendenden der Aktionäre nicht zu s«w Hochofen nach dem anderen wird ausgeblasen, die v Äeberproduftion in der Metallindusttie zeigen fr®' Arbeiter zahlt dabei die Zeehe. Heuchelei ist eS also, der Zollpolitik die Wirkung andichtet, den Ardeitern � er» erb zu sichern. Tie Thatsachen beweisen daS Die Konservativen unter fich. Die „Dresdener Nachrichten" stellen verschiedene Be � über die preußischen LandtagSwahlen an und vett in ein köstliches Wutha e schrei. Hören wir:»Do« der preußischen Abgeoronetenwahlen ist sogar noa> die konservative Sache ausgefallen, al« eS die. 3»®� wählen erwarten ließen. Die beiden konseroattoen gar nicht geschnitten zu sein, die weit in die Weze hinein, ich bin diesmal gar zufrieden, und � „Wenn man aussetzen will, findet man� r#® r siel der Gärtner ihm ins Wort.„Die gnäsrge o � p mir diesen Vorwurf nicht gemacht, im Gegent?�'. Mieden."■a.rjpl --Dre gnädige Frau betrachtet Euch Erbstück ihres Mim«* m KarauS er'Li�e r. ich rathe Euch, sorgt dafür, daß bteLf�(W . tr-iU* aar-— sehr zufrieden." „Die gnz, daß fe(iflea Und """"«1»"%,,%« im« MA-KWSsK Ä.' S-Uf— 15. die Rationalliberalen --------——— r—--_,,——.—.—-------- 4 erobert, .«often dieser Siege werden zum größten Theil von den �Ulschsreistnnigen bestritten, die 13 Sitze verloren; das Zen» Mn Me einm Platz ein, sein polnische? HilsSlorpS 3; der kkst kommt auf die Wiwlideralm, namentlich ist die„Volks» Wirt', die aus Frankfurt regelmäßig einen Mann schickte, ganz dem Abgeordnetendause verschwunden. Die Konservativen Wen cht Ziel, für sich allein im Abaeordnetenhause die Mehr- >u bilden, nicht erreicht, sind aber ihm beträchtlich näher Wwtmnen. Ei fehlen ihnen nur noch 12 Stimmen: diese wnben sich leicht au» dem rechten Flügel der Nationalliberalen �schaffen lasten. Hätte nicht die preußische Regierung die be« Mtesien Führer der Strengkonservativcn bei den Wahlen be- m. � könnte sie sich jetzt, ohne Inanspruchnahme national« Wo? WfWnchptn, auf«ine zielbewußte konservative Mehr- .uutzen. Aber die kraß-manchestcrlichen»eußerungen, die ,? � der„Norddeutschen" fanden, machten manchen preußi- I?,n Patrioten stutzig und hielten ihn von der Urne fern. In Zeibung, die man als da» Sprachrohr dci Kanzler» an- W'den gewohnt ist und nicht etwa in einem freihändlerischen am, wurde gelegentlich der Sonntag»ruhe und Feiertags- ngung in der burschikosesten Weise mit dem christlichen n i"fc o— VW VUk(U#««V|VMV*»»UTVMV— VVM» U'chismu» und der christlichen Glauben»lehre umgesprungen. M-n sich Aeußerungen über die GonntagsheMung. wie � der„Norddeutschen'', in einem Blatte Eugen Rrchtef» g»- ™«n, so würde gar hurtig der Staatsanwalt eine Anklage J*(!en Gotteslästerung gezimmnt haben. Aussprüche von so Mihemischer Natur in einer Zeit, wo unser frommer alter Wer nicht müde wird, auf Kräftigung»es reliaiösen Sinne» ???lke zu dringen, mußten gerade in der„Norddeutschen ,in Einbindung mit ihrer jüngsten judenfreundlichen Haltung, auf M Volk geradezu verblüffend wirken. Es»ar nahe daran, sich im preußischen Volke die Meinung festsetzte, daß man P We chrichstlichen Glaubenslehren zu schmähen, sobald nur �nagoge unbehelligt bleibe. Ohne biesen �ahn ware MvreL>,g.r Stöcker mit besterer Wahrung der«eußerlichkerten gewählt worden. Mit einer einzigen Stimme während lug mit Hub und Schub noch hinemgepfercht l lü„a?'????�dies«n Vorkämpfer doch ein Separat-Koupee W s.J rL �-®<'n Gegner war der Rechtsanwalt Windt« Lieber in ver Gerichtsverhandlung über den % bi» 5n ssch in einer so wegwerfenden Weise � k>es Reichskanzler« äußerte, wie es selbst von f-alj ,, � rQ'tn noch nicht gehört worden ist. Er sagte da« "foniai fii"�n der inneren Politik stehe ihm der Abg. Richter ....."- Höher, als der Fürst." Und diesen Bismarck- Gegner m, um >u laste.------ m,. Regierung ist da? rncht v die Nationalliberalen, um dl-b» Landtag kommen zu lasten Ä; aber ein Verdienst der R.___________.. ,t »i.■ as Zentrum bat ihn bekämpft, wahrscheinlich, weil ihm nur nicht den Hofpre« ! Stöcker ist zwar jetzt fgjft Sewaltiger "iK�Mfitgantcn, unbequem ist."— So das konservative Echad» ,,ever solche Ergüsse kann man die helle Freude haben. in älmlirf� �.die reaktionären Blätter in Preußen fich nicht '�ordd»n äußern. Doch die haben Angst vor der » la- Ztg." und deren Hintermännern. Sin ist in Bezug auf die Diätenprozesie ein berg, n, Zirkular des konservativen Verein? in Witten« lireise» die konservativen Wahlmänner de« Zsinber t,**'s war und dieselben aufforderte, am S. No» :7.et brtressÄ'itia zur Wahl in Schweinitz arwesend zu sein. !. auch Passus lautet:„Wie bei der vorigen Wahl, so flttch wJJllst"«! die Kasse unsere» Vereins bereit, � Reis-fn» iung der resp. Herren BezirkSvertrauenSmänner Alfter na4 Schweinitz allen denjenigen Wahlmännern Nh moA.l �setzen, deren Verhältnisse di«S wünschenS- .rnn bak-n Wenn da» von konsevativer Seite geschieht, «ngebt � bemerkt dazu da»„B. Tagebl.", die Herren, die zz.�' verzweifelt wenig dagegen einzuwenden. �«Mbttiv-Zölle auf Getreide. Hol,. Flachs. Hanf � Artikel, welche aus Rußland nach Deutschland ist die neueste Forderung, welche in unseren Jn!' Kreisen laut wird. Die„Deutsche volkSw. Mmt»i'ur Verbreitung schutzzöllnerischer Ansichten be« i Hb. ll.', wacht fich wenigstens zur Vertreterin solcher H o,' a'e als das letzte Mittel der Retorfion gegen Ruß» �Ichtz h�klich! werden sollen. DaS thatsächliche Material, P itw. sttnannte Blatt beibringt, um nachzuweisen, daß ?Äi»ft. trneuten Zollerhöhung in Rußland auf eine völlige i.j. der deutschen Eismindustrie vom rusfischen 2*»�wwluikommen. verdient jedenfalls Beachtung. Nach % in Berechnungen hat Rußland im Fahre 1880 �'.Millionen Mark Eisenmaterial von Deutschland be- ' in»b�b im letzten Jahre der Import der gleichen Ar» % K�Lhiand auS Deutschland fich nur auf ca. 1 Million " Wf*.®s ist sicher nicht zu bestretten. wenn die °°ikSw. Korr." diesen bedauerlichen Rückgang deS Mann, au» den Reihen der evangelischen eine« Hundes, dem sein Herr daS Gnaden- »Zj Gott will!" erwiderte der alte Mann � ve-ke. et �ke, et wird für mich schon sorgen." wollt Ihr auf die Pension verzichten?" fragte Braue» zusammenziehend. >>>ltd g die gnädige Frau sie mir gebe« will, Podien,,* au� thu«, sie hat Ihr Wort noch nie "Bjb wenn ich es nicht will, dann thut sie es nicht!" "p stagt sich, ob Sie noch etwa« zu wolle« habe»!" MwC? da» eine Drohung sein? Ihr werdet uu» Jfiten- Alter, und vergeltet Wohlthaten mit Grob- l»**®uAt«schwiege» habe," erwiderte Georg entschlossen. Mo, besser gewesen, wenn ich_ vorhin dem Tage Willibald Rabe dachte nicht daran, Jrine Zigarre an» ruhig. so ge- . Alle« gesagt hätte, jetzt muß ich warten, bis stben.» Tage verstriche» sind, aber dann werde ich m kommen." deutschen liseneroort» nach Nußland auf ein Zehntel de« krü- Heren Umfange» hauptsächlich auf die Wirkung der erhöhten russischen Eisenzölle zurückführt, welche trotz de» immer zu- nehmenden Eisenbahnbaues in Rußland da» deutsche Fabrikat von erfolgreicher Mitbewerbung ausgeschlossen haben. Wie aber daS schutzzöllnerische Blatt dazu kommt, in diesem Vor- gehen Rußland» einm Akt unerhörter handelspolittscher Feind- ßligkeit zu erblicken, ist schwer verständlich. Rußland be« folgt bei dem immer gesteigerten Zollschutz für seine Eisen- industrie doch nm genau dieseldm Grundsätze, welche in Deutschland be» Einführung der neun Zollpolitik im Jahre 1870 von so maßgebender S elle prollamirt wor» dm find. Aus Sachse« läßt sich die„Volkszeituna" schreiben: Der Rath unserer guten Stadt Freiderg hat eine Bier« steuer durchgesetzt und zwar eine solche, die ganz besonders geeignet ist, da» ärmere Volk zu schädigen. DaS Stadtver» ordnetenkollegium hatte der Rathsvorlage, welche ausländische viere mit 2 Mark pro Hektoliter, Lagerbiere mit 65 Pf. besteuern will, zugestimmt, aber dm zweiten Theil dieser Vor« tage, welche auch auf da» einfache vier eine Steuer von 30 Pf. legen wollte, abgelehnt. Der Rath aber hat bei der Steuer auf einfaches Bier beharrt; es beugten fich darauf die Vertrauensmänner der Stadt und bewilligten in einer zwetten Sitzung auch diese Steuer mit 17 gegen 12 Stimmen. Wer da weiß, welche Rolle da»„Deppchen EmfacheS" unter dm Arbeiten» in Sachsen spiest und besonder» auch unter den Frei- berger Bergarbeitern, der kann einen solchen Beschluß gar nicht verstehm. Und wenn auch die Stmer noch so gering erscheint, so öffnet sie doch der Bierplan scherei Thür und Thor, wobei denn auch der„Schnapitmfel" mit hineinschlüpft. Zu den „ausländischen" Bieren gehört neben dem böhmischen auch da» bayrische. DaS wird hinfür nun ein hübsche» „Echte«" gebm, welche» in Freiberg verschränkt wird! Jetzt schon spiest bei den dunklen Bieren in Sachsen Zuckerkoulmr eine ungemein große Rolle.— Auch in Mitweiva hat der Rath verordnet, daß die„böSwilligm" Eteuerrestanten kein WirthShau» der Stadt mehr besuchen dürfm. Die Namen derselben sind im„Wochenblatt" veröffentlicht worden, und die Gastwirthe werden in der„Rathsbekanntmachung" mit Strafe bedroht, wenn sie dm namhaft gemachten Restanten Spreism oder Getränke verabfolgen. Man spricht davon, daß die also au» der Gesellschaft ausgeschlossenen Einwohner von Mitweida einen„Restartmllub" b»ldm wollm, welcher allwöchentlich ein» mal in einem Gasthofe zwischen der Stadt und dem nächsten Dorfe eine fröhliche Sitzung abhalten will. Spauien« Au» Karthagena meldet der„Correo" einm Versuch einer Anzahl Abgesandter Ruiz Zorilla S, ein Pronunziamento in» Werk zu setzen. E» heißt, die Anstifter hätten da» im dortigen Hafen liegmde Verbrecherschiff.�jsabella" erstiegen und versucht, unter Hochrufen auf die Republik die Gesänge- nm zu befreien. Sie fanden jedoch bei dm Wächtem de» Schistet kein Entgegmkommen, sondem wurden von Matrosen und Marinesoldatm verhastet. Zu ihrem Plane gehörte es, die im Arsenal arbeitenden 2500 Strafgefangenen zu befreien» wäre dieS gelungen, so find unschwer die Zustände zu er« rathen, rvelche diese Schaar der schlimmsten Verbrecher in der Stadt berbciacfübrt haben würde. SechSzehn von den Anstif- tern sind verhaftet worden.— Nachdem in den letzten Tagm dm ministeriellen Blättern anbefohlen worden, sich aller Auf» reizungen gegen Deutschland zu mthaltm, ist jetzt auf An- suchen deS Ministers des Innern auch seitens der liberalen Zeitungen das Versprechen gegeben worden, hinfort Alle» zu vermeidm, waS bei der deutschen Regierung Anstoß erregen könnte. Rußland. Kaum ist der eine P ozeß gegm einen Polizeimeister wegen Erpressungen und unsauberer Willkürakte, der Prozeß Golowatschew, beendet, so wird bereit» von einem anderm Shnlichm al» bevorstehend berichtet. Den„R. Med." wird ge« schrieben, daß der Prozeß gegen den verschiedener Amt»ver- gehen angeklagten früheren Polizeimetster von Kertsch, M a i n o w s ki, noch im Laufe diese» MonatS in der Ab- theilung de» Odessaer Bezirksgerichts in Sstmferopol zur Ber- Handlung gelangen werde. In diesem, dem Golowatschew- schen analogen Prozeß werden gegen 100 Zeugen vernommen. Viele Leute scheuen den 200 Werst weiten Weg von Kertsch biS Sstmferopol nicht, um der Verhandlung beizu- wohnen. Amerika. In Battleford(Kanada) gelangte der Prozeß gegen die A Aufstandet) angeklagt,_ sprochen, 29 zu Gefängnißstraien von verschiedener Dauer und 11 andere zum Tode durch den Ettang verurtheilt. ES ist in- deß wahrscheinlich, daß in drei Fällen die Todesstrafe in Ge- fängniß umgewandelt werden wird. — Einer Depesche der„TimeS" auS Philadelphia zufolge Damit wandte er ihm dm Rückm, ohne e« nur der Mühe werth zu halte», den Sindruck seiner Worte zu be- obachten. An der Terrasse erwartete ihn der Kammerdiener, Rabe schritt langsam auf ihn|;u|«»b zündete jetzt seine Zigane an. „Hat er sich beruhigt?" fragte Joseph spöttisch. Der Gutsbesitzer sah ihn mit einem durchdringen. dm Blick an, der vertrauliche To» berührte ihn un« angenehm. � � � Unannehmlichkeiten ersparm können, wmn Sie vorsichtiger gewesen wären," erwiderte er.„Denken Sie nicht, daß ich Sie schützen werde, wm« die Suppe, die Sie eingebrockt haben, ausgelöffelt werden �„Bah, er kann mir nicht« beweise«." „Dennoch hält er an seiner Anklage gegm S,e fest. bereite» Sie sich darauf vor, ihr entgegen zu trete», ich will mit der Sache nicht- zu thun haben. Beobachte» Sie ihn und lassen Sie sich durch die Ereigmsse»»cht überrumpeln, da« ist da« Sinzig«, was ich Ihnen rathm fftnB'„2Be«n die Papiere vernichtet werde», so kann auch -Wasserflasche und diese Flaschen sehm einander so ähnlich, «i« w- Rabe. AMZMsZ �Der' Kammndstne?' nickte zustimmend, und Rabe wollte bat der Gouverneur des Territoriums von Washington fich in Folge der Feindseligkeiten der weißen Bevölkerung an der Küste deS Stillm Ozeans gegen die Chinesen genöthigt ge« nöthiat gesehm, eine Proklamation zu erlassen, in welcher er die Behördm auffordert, für die Erhaltung de« Frieden» und den Schutz der Chinesm zu sorgen. Präfldmt Cleveland billigt die Proklamation und hat dm Gouverneur angewiesen, alle in seiner Macht liegendm Mittel anzuwendm, um weitere Ruhestörungen zu verhindern. Der von Chinesen bewohnte Stadttheil der an der Paeifik-Lahn gelegenen Stadt Tacoma ist von den Weißen eingeäschert worden. Kommunale». Das Asyl für nächtliche Obdachlose benutzten im Laufe de» Monat» Oktober 8319 Personen und zwar 7801 Männer und 518 Frauen. Bon diesen Personm wurden 2 zur Cha- ritee befördert, 93 dem Krankenhause Moabit, 4 dem Kranken- Hause Friedrichshain überwiesen und 392 der Polizei vorge« führt. J«t Arbeitshanse befanden fich am 1. Oktober er. 61 im mit 235 Personen. Am 1. November war der Be- stand 44 Familien mit 164 Personen. Zentral-Biehhok. Im Monat Oftober d. I. sind bei dem städtischen Fleischschau-Amt auf dem Zentral-Äiehhofe 28 851 Schweine auf Trichinen untersucht und darunter 24 trichinöse und 340 sinnige ermittelt worden, welche als zur. mmschlichen Nahrung ungeeignet verworfm worden find. zokale». Bon der Leichenhalle de» St. I,._________ der nicht weit vom Ufer deS Plötzmsees dicht am WaldeSrande gelegen ist, fand gestem Mittag um halb zwei Uhr die Beerdi- gung der ermordeten Frau Paepke unter ungeheurer Betheiligung von Alt und Jung statt. Wohl eine Stunde vor der angesetzten Zeit begannen die Gänge de» ausgedehnten Kirch» hofeS sich mit theilnehmenden Zuschauern zu füllen, und von weit und breit nahten Hunderte und aber Hunderte zu Fuß und zu Wagen und pilgerten dem GotteSacker zu, um dem un» glücklichen Opfer verbrecherischer Hände das letzte Ehrmgeleit zu geben. Ein si mndlicheS Wetter begünstigte die Feierlichkeit, die Sonne schien mild und wärmend auf die>ahlloffe Men» schenmmge hernieder, die von der Leichenhalle bis zum Garten fpalierbildeno Aufstellung nahm, und auf daS offene Grab, daS sich binnen Kurzem über den irdischen Resten der vielbe» llagtm Frau schließen sollte. Gegen IV* Uhr fuhren die Trauerwagen mit den Leidtragenden vor dem KirchhofSportale vor, von dm bedauemdm Ausrufen und vielen aufrichtigen Thränm der Menge empfangen. Herr Prediger Prochnow ge» leitete die ttauerndm, tiefgebeugten Angehörigen, den areiserr Gatten, der fich kaum auf den Füßen zu halten vermochte und von Freunden geführt werden mußte, den ebmfallß ganz g»- brachen einherwankmdm Sohn und die greise Schwester ver Verstorbenen, in die Halle, in welcher der Sarg unter einem Berge von Blumen und Kränzen stand. DaS Summm und Flüstern der Menge verstummte, aer ehrwürdige Geistliche nahm zu einer ergreismdm Rede das Wort, die hier und da von dem Schluchzen der Umstehenden unierbrochen wurde. Darauf hoben die nächsten Freunde der Familie dm Sarg auf die Schultem und trugen ihn hinaus an'S Grab; einen Augenblick schwebte er noch auf den weißen Tüchern über der gähnenden Oeffnung, dann smtte er fich langsam hinab, während der trostlose Gatte am GrabeSrand halb ohnmächtig zusammenbrach. Prediger Prochnow rezitirte nun mit weithin tömnder Stimme daS Wied vom Sterbm" und schloß daran noch eine eindringliche Mahnrede an die wohl tausendköpfige Menge, die im weiten Umkreis lauschend umherstand. Er be» leuchtete noch einmal daS schauerliche Verbrechen, dem die Da- hingeschiedene zum Opfer gefallen. Darauf dankte er im Namen der Paepkesschm Familie den Anwesmden für die reiche mit- leidsvolle vetheiligung an dem Begräbnisse. Dann warf er die ersten drei Hände voll Erde in'S Grab hinab. Schluchzend folgten der Mann, der Sohn und die Schwester seinem Bei« spiel, die letztere brach nach dieser letzten Spende mtt dem Ruf „O meine unglückliche Schwester" zusammen, und mußte, von Freunden gestützt, sanft auf die Seite geführt werden. Alle Freunde, alle Bekannte, alle Zuschauer drängten fich jetzt heran, um der Todten die letzte Ehrengabe zu. erweisen. Es waren ihrer so viele, daß der Sarg bald unter Erde verschwand. Kranz auf Kranz wurde am Grabesrand niedergelegt, Eltern hatten ihre Kinder mitgebracht, die kleinen Hände legten gleich- falls Kränze nieder unv streuten Blumen auf die letzte Ruhe» fiätte der Todten. Kurz vor zwei Uhr war die Feierlichkeit be- endet. Eo hat sich denn nun über der unglücklichen Frau die Erde für immer geschlossen. In der Paepke'sche« Mord-Affaire verlautet jetzt auS guter Quelle von einer Thatsacke, die geeignet sein dürste, ein neues Licht aus die ganze Angelegenheit zu werfen. Am Eonn- tag früh hat fich die Botenfrau, welche den Paepke'schen Ehe- leuten die Zeitung zuträgt, auf dem Moabtter Polizeibüreau sich eben entfernen, als er eine kleine, korpulente Dame auf das Schloßportal zuschreite« sah. Sern scharfer Blick erkannte sofort die ehemalige Wär» terin, er wollte offenbar ihre Begegnung mit dem Dienst» personal vermeiden, rasch entschlossen, näher!« er sich ihr, und ein Wink gebot ihr, ihm zu folgen. Rabe führte die Frau in sein Arbeitszimmer, und al« sie ihm jetzt ins Antlitz blickte, mußte ihr der Ausdruck desselben verrathen, daß ihr Besuch ihm nicht an» genehm war. „WaS führt Sie hierher?" fragte er scharf, nachdem er ihr einen Stuhl angeboten hatte.„Erinnern Sie sich nicht mehr der Bedingung, die Sie damals gewissenhaft zu erfülle» versprachen?" „Ich bitte um Entschuldigung, Herr Rabe," erwiderte Frau Siebel, ohne vor seinem zürnenden Blick die Auge» niederzuschlagen,„Sie kamen früher dann und wann ein- mal, um nachzusehen, wie es mir ging und ob—" „Sie kennen die Gründe, die mir verbieten, Verkehr mit Ihnen zu unterhalten," fiel Rabe ihr in'« Wort,„diese Gründe müssen auch für Sie maßgebend sein. Ueberdie« haben wir Ihnen ein Jahrgehalt ausgesetzt, da» Ihne» ei« sorge? freies Leben sichert, und ich glaube, Sie hatten bisher noch keine Ursache, zu behaupten, e» sei Ihne« nicht pünkt» lich ausgezahlt worden." Der lauernde Blick der kleine» Frau schweifte unstät durch da« Gemach und blieb dann eine« kurze« Moment forschend auf dem Gesicht de< Gutsbesitzers ruhe«. „Die Zeiten haben sich geändert ," klagte sie,„Alle« ist theurer geworden, ich komme mit der Summe nicht mehr au»." „Ist die Seide auch theurer geworden?" spottete Rabe. »Ich glaube, eine elegante Toilette wurde damals Ihrerseits nicht ausbedungen, ich würde diese Bedingung keiaeifall« ae- nehmigt haben." „Ein seidene» Kleid ist die billigste Tracht," erwiderte Frau Siebel,„es bleibt immer modern—" „Dagegen habe ich nicht«, aber es reimt sich nicht zu- sammen, wenn man über Sorgen klagt und dabei in Sammt und Seide geht."(Fortsetzung folgt.) tittntlfcd und daselbst folgende Aussage gemacht: Ele habe, an dem Taae deS MorveS Vormittags an der Thür der Paeptelchm Wohnung gellingelt, um die Zeitung abtugebjm und sei ihr dort von einer ihr völlig fremden ssrauenkpersvn geöffnet und die ZeUung abgenommen worden. ES sei ihr dieS umsomehr aufgefallen, als sie gemuht hätte, dah Frau Paeple eine Aufwartefrau oder ein Dienstmädchen nicht gehabt hatte. Es soll dieS während der Zeit geschehen sein, in welcher Frau Pacpke von ihrer Wohnung in Geschäften abwesend war. Die Aussage dieser Frau ist zu Protokoll genommm worden. Zu den Selbstmorde« der Dienstboten. Im vergan- genen Monat wurden an ein und demselben Tage drei Dienst- mädchen in die Eharitee eingeliefert, welche den Versuch gemacht hatten, durch Trinken von giftigen Säuren fich da» Leben zu nehmen. In ei.em Falle war Schwefelsäure, in dem anderen Oralsäure und im dntten außer diesen beiden Säuren noch Phosphor verwendet worden. Durch den Genuß von Säuren fich aus der Wel zu schaffen, ist eine Art de» Selbmordver« suches, welche vornehmlich den Berliner Dienstmädchen eigen ist: in den Hospitälern anderer Großstädte kommt ste vergleich»« weise so gut wie aar nicht vor. Die» hat seinen Gmnd darin, daß in Berlin verdünnte giftige Säuren unter der unschuldigen Bezeichnung„Oleum" ohne Anstand in jeder DroguenhaMung verabfolgt werden. Diese» Oleum wird allgemein in dm Hau»« Haltungen zum Reinigen metallener Gegenstände verwendet und ist daher den Dienstmädchen jederzeit zur Hand. Sogar der Polizeibcricht erkennt diese» Oleum spezifisch berlinischen Charakters an, indem er meldet:„Da» Dienstmädchm£. in der Mraße versuchte fich du ch Oleum zu vergiftm." E» wäre zu wünschen, daß der freihändige Verkauf des Oleum» ver« boten würde.„, Einer schrecklichen Katastrophe find vorvorgestern Nach« mittag zwei jugendliche Lebm in der Grunewaldstraße zum Opfer gefallen. In der Hofecke de» Grundstücke» Nr. 3 in ge- nannter Straße defindet fich ein Schuppen, unter welchem der Kaufmann H., der dort mehrere Bautm aufführt, einen größeren Brettervorrath aufgestapelt hat. Dieser Sckuppen diente den Kindern der Nachbarschaft vielfach zum Tummelplatz' trotz öfterer Verbote pflcgtm fie über die hohen Bretterrechm zu klettern und fich mit improvistrten Schaukeln und Wippen zu vergnügen. E« hatte auch vorgestern Nachmittag aegm vier Uhr wiederum eine Anzahl übermüthiger Kleinm in die äußerste Brettereihe zwischen die aufgeschichteten Bretter Stöcke hinein« geschoben! die größeren Kinder wivptm auf dmselbm, die kleineren schauten zu. Plötzlich gerrelh die Bretterschicht ins Schwanken und stürzte krachend über die spielmden Kinder zusammen. Doch schim außer einem fünfjährigm Knaben, dem eines der fallenden Bretter den Fuß klemmte, glücklicherweise Niemand verletzt worden zu sein. Die Kinder flüchtetm schreiend, den kleinen eingeklemmten Burschen befreite ein her- beieilender Kutscher, und das Kind humpelte weinend nach Hause. Niemanden kam der Gedanke, od nicht noch Kinder unter der wohl dreißig Zentner schweren Bretterschicht begraben sein könnten. Um steben Uhr Abend» vermißte die Frau des Pferdebahnkondutteurs R., Grunewalderstraße 5 wohnhast, ihren fünfjährigen Knaben Willi. Ebenso fehlte den O.'schen Ehe- leuten Grunewaldstraße 5 wohnhaft, ihr vierjähriger Knabe Paul. Nach vergeblichem Forschen wollte man schon die Polizei be- nachrichtigen, al» einer der NachbarSleute, Stellmacher W., die Bermuthung äußerte, die Kinder könnten unter den Brettern verunglückt fein. Er nahm eine Laterne und untersuchte in Gegenwatt einer der jammernden Mütter den Hol, Haufen. E» dauerte auch nicht lange und man fand unter den Trümmem erst das eine und bald darauf auch da» andere der gesuchten Rinder, tobt, und gräßlich verstümmelt und zermalmt. Die kleinen Gefichter waren fast unkenntlich, die Körper zerdrückt. Der Jammer der schnell benachrichtigten und herbereilenden Eltern war Herzzerrrißend. Ein Schutzmannsposten bewachte während der ganzen folgenden Nacht die Unglücksstätte, damit Niemand die Lage der gestürzten Bretter verandern könne, da eine Untersuchung eingeleitet welden soll. Bon einem sprachkundigen Berliner Schutzmann, der da» Werk deS Obersten Tscheng Ki Tong über„China und die Chinesen" übersetzt hat, lesen wir im„Berl. Akt." da» Folgende:„Die Persönlichkeit des Uebersetzer» dürfte die Leser nicht minder interesstren wie die de» Verfaffer» Oberst Tscheng Ki Tong. Adolph Schulze, der da» Buch sehr geschickt ins Deutsche übettragen hat, bekleidet zur Zeit den Posten eines Berliner Schutzmannes und ist nur nach de» Tages Last und Mühen schriftstellettsch thätig. Schulze ist Autodidakt, der un» ter den schwierigsten Verhälmiffen— er besuchte eine Dorf« schule und diente langesJahre al» Unteroffizier in Braunschweig in einem Infanterieregiment— seine Kenntnisse erworben hal. Zur Zeit beherrscht er vier Sprachen vollständig und beschäf« rißt fich zum Zwecke seiner weiteren Ausbildung unablässtg mit wissenschaftlichen Studien. Demnächst erscheint von ihm ein Band Novellen und Skizzen, die au» dem Berliner Volksleben geschöpft find und unter dem Titel„AuS dem Tagebuche«ine» Berliner Schutzmannes" ihre Wanderung auf den Büchermarkt antreten werden." Schwimmender Besuch. TS wird vielfach angenommen, daß die Erzählung von schwimmenden Eichhörnchen, welch« fich ihres buschigen Schweif» als Segel oder Ruder bedienten, Fabel sei. Nun hat aber ein bewähtter Naturforscher, Herr Dr. Carl Bolle, jüngst in der Zeit, wo die Haselnüsse auf der allen Berlinern wohlbekannten Insel Scharfenberg de» Te« grler See» reifen, vom Kahn auS eins der niedlichen Thiere beobachtet, wie e», jedenfalls von der königlichen Forst tom« mend, nach Schattenberg hinüber schwamm. Offenbar mußte, wie da»„Verl. Tagebl." meint, der Instinkt oder die Erfahrung dem Eichkätzchen sigen, daß jetzt bei dem gastlichen Ein« fiedlcr auf dem Schattenberg die Nüsse reif seien.— Noch seltsamer mag e» manchen unserer Leser berühren, daß auch der untettrdische halbblinde Maulwurf wette Wafferreisen unternimmt. Dr. Bolle hat den Maulwutt geschickt wie eine Wasserratte schwimmend, die spitze Schnauze nur wenig au» dem Wasser hervorstreckend, wiederholt mitten in dem breiten Tegeler See gettoffen. Brehm nennt deS Maulwurfs Eßlust unstillbar, so mag ihn die Sucht nach der Nahrung zu jenen wetten Schwimmpattien antreiben.. Eine wilde Jagd entwickelte fich am Donnerstag Nach« «Mag vom Kriminalgerichtsgebäude au» durch ganz Moabtt. Sin G-ricktsdiener hatte einen Gefangenen, einen ISjähttgen Buttcben, der eben vom UntersuchungSttchter vernommen wor« de» war, nach dem Gefängniß zurückzubringen. Da der Bote zu derselben Zeit nach der Post ,u gehen hatte, so fühtte er den Gefangenen nicht den üblichen Weg durch den Korridor, sondern ging mtt ihm über die Straße, um ihn in der neben HUPP MWW {hm einfinden sollte, auszuliefern. In der Nacht kam der Sohn thatsächlich nach Hause, und am Freitag früh wurde er Äa t wogen.__ ereine und Zu einer hochi«teressa»te« Versammlung gestaltete sich die letzte Versammlung deS Arbeiter-Bezirksvereins„Süd- Ost".— Der Bürgerdeputitte Herr Ouednau hatte in einer fottschritüichen Bezirksvereins-Versammlung den Stadtv. H»rrn Gürcki angegriffen und bedauctt, daß es ihm nicht vergönnt sei, vor den Wählern de» Herrn Görcki seine Beschuldigungen zu motioiren. Daraufhin sah fich Herr Werner, der Vorstvende deS Ardeiter-BezittsoereinS„Süd-Oft", veranlaßt, an Herrn Ouednau nebst seinen Freunden die Einladung ergehen zu lassen, die Mitglieder- Versammlung des Arbeiter-Bezirksvereins „Süd-Oft" zu besuchen. Dieser Einladung hatte nun sowohl Herr Ouednau al» auch etwa ein Dutzend seiner Gefinnungs- genossen Folge geleistet. Auf der Tagesordnung der Ver- sammlung stand ein Vottrag des Herrn Michelsen, jedoch ver- zichtete die Vettammlung auf diesen Vortrag und war damit einvetttanden, daß Herr Ouednau einen Vottrag über Kom- munalei halte. Herr Ouednau fühtte etwa folgendes aus: Ich gehöre nicht zu Ihrer Pattei und kann nicht dazu ge« hören, dagegen habe ich seit 40 Jahren für Menschenrecht gestritten und war auch ein Anhänger Johann Jocobi's. Be« dauert babe ich die zu Stande gekommene„Fusion": man kann doch dafür aber rein Mitglied meiner Pattei verantwort- lich machen. Viele Ihrer Forderungen würde auch ich unter« schreiben; thut c» mir doch inS Herz hinein weh, daß ich sehen muß, wie fich die beiden Brüder(?), die sozialdemokratische und die deutschfreistnnige Partei, zerfleischen. Denn im Grunde genommen wollen fie doch dasselbe(?) und könnten recht gut neben einander maftch'-ren. Um nun auf mein eigentliches Thema zu konimen, muß ich s»gen, daß ein Stadtverordneter ein rege» Interesse für die ganze Bürgerschaft, namentlich für die Armen haben muß. Politische Patteien dütten da kein Feld finden und thatsächlich giebt eS auch keine„Politik" im rothm Hause. Jeder hat dott das Allgemeinwohl im Auge zu behalten. Um aber seiner Pflicht ganz ge« nügen zu können, muß ein Stadtverordneter auch fleißig Akten studiren, damit er von Allem Kenntniß erhält. Es ist nicht genügend, in der Stadtverordneten-Versammlung schöne Reden zu halten. Herr Görcki hat nun aber gesagt, das Aktenstudiren wäre nicht seine Sache, dazu wären Schreiber da. Das stt der erste Vorwurf, der Herrn Görcki zu machen wäre.— Man sagt, e» wird wenig für die armen Berufe gethan, aber ganz winzig find die Summen nicht, die da ausgegeben werden, es entfallen 6 730407 M. auf Gemeindeschulm, 2 746000 M. auf den Bau derselben, 2000 000 M. auf Hospitäler und Siechenhäuser, 216 351 M. auf FortbildungSschulm und 846 364 M. auf die Armen- und Waisenverwallung, also Waismverwallung, also im Ganzm 17939 122 M. oder 66'/, pCt. der Gesammteinnahmen(?) der Stadt. Nachdem Redner da» Wirkm der Steuerdeputation besprochen und dm unentgelllichm Schulunterncht als großen Tttumpf hingestellt hat, kommt er auf die Freistellen der höherm Lehranstaltm zu sprechen. Es wäre traurig, daß so wenig Etistungm vor« Händen sind, damtt der Sohn des armen Manne» auch die Freistellen benutzen kann. Auch daS Erbrecht müßte geändett werdm, wmn Jemand 3000000 hinterläßt, könnten 2 an die Stadt fallen, da der Erbe auch mit einer Million leben könnte. Was nun daS Witten Ihrer Vertreter in der Stadtverwaltung detrifft, so haben dieselben Jhnm vor 2 Jahren„goldme Berge" versprochen, da sollte die Miethssteuer abgeschafft wer- dm u. A. m, aber erreicht haben fie nichts. Es würde fich ja auch der besser Situitte beleidigt fühlen, wenn man ihm die Miethssteuer abnehmen wollte.(Oho). Es find 8 860000 M., die erlassen werden müssen, wie sollen denn die aufgebracht werden? Die Miethssteuer gefällt mir ja auch nicht, selbst Fürst Bismarck gefällt fie nicht. Was Berlin hmte ist, ist e» durch fein freies Bürgerthum geworden und deshalb wollen wir die Fahne der freien Selbstverwaltung hoch halten. Daß die Stadt gut verwallet wird, ist eine Thatsache, denn der Polizei-Präfidmt v. Madai hat es dem Magistrat selbst gesagt!!! Sie find für dirette Steuern, ich auch, aber wie kommt e», daß Herr Görcki für die Bierstmer eintntl? Auf Herrn Görcki habe ich es heute überhaupt gemünzt. Wa» nützt es, daß er Donnerstags in die Versammlungm geht, sonst aber nichts lhun will? Im März 1884 ist er um Urlaub in der Steueldeputation eingekommen und bt» heute hat er fich noch noch nicht wieder gemeldet, damit ihm die schttftlichen Ar« betten übettragen werdm lönnm. Görcki ist nach meiner Meinung nicht der Stadtverordnete, wie er sein soll; ich muß für ihn arbeiten und er genießt die Ehre. Jetzt komme ich zu einem anderen Thema, da» cigmtlich die Veranlassung zu meiner Einladung war. Die Fottschttttspatttt hat fich große Mühe gegeben, die öffentlichen Plätze zu schmückm und für Bänke zu sorgen; so sollte auch der Waffetthorplatz mit Bäumm besetzt werden. Meine dahinaehmde Petition wurde abgelehnt und so wandte ich mich an Herrn Görcki. Ich sagte ihm, daß ist etwaS für Sie, da könnm Sie für die Armm wirken. Herr Görcki erwiderte: JUllt schönen Plätzen und Bänken bat der Arme noch kein Brod, davon kann er nicht leben."(Sehr ttchttg.) Auch in der Flage der Fenenkolonien habe ich mir sehr große Mühe gegeben. Auch bei Herrn Görcki bin ich gewesen und habe ihn gebttm, fich an der Durchficht deS Matettals zu bethelligm. Er hat es nicht ge- than. Dies AlleS ist ihm zum Vorwurf zumachen und deshalb sage ich:„Treffen Sie Ihre Wahl und geben Sie solchem Manne Ihre Stimme, der auch arbeiten will, aber nicht Leuten, die nichts thun wollen und Andere für fich arbeiten lassen."— Der Redner war mit großer Ruhe bis zum Schluß angehött wordm und erhielt jetzt das Wort der Stadtv. Görcki:„Der Vorredner hat selbst gesagt, er hätte es auf mich gemünzt,"aber in melm Fällen auf Falschmünzerei ertappen lassen; er hat fich._.______________ theils ßnd seine Behauptungen völlig unwahr, theils find fie vollständig mtttellt. Zuerst habe ich nicht gesagt, daß die Stadtverordneten nicht schreiben sollen, sondern vor 2 Jahrm als die Arbeiter zur Kommunalwahl auf dem Plane erschienen. da waren e» kdie Fortschttttler, welche sagtm, die Arbeiter bättm doch keine Zeit, die schriftlichen Äbeiten zu machen. Da diente ich ihnen freilich, indem ich sagte, daß fie dem Ar« beirer eine beffere LebenShallung vettchaffen sollten u. f. v Auf den zweiten Punkt einzugehen, welcher meinen Urlaub i Urlaub nehmen mußte. Nach meiner Genesung meldete ich mich jedoch gleich zmück. Daß mir keine schriftlichen Arbeiten anwenden kann. Uebttgens ist eS ja kern großer Fehler, wenn P S fefÄ warmen Herzens zum Durchbruch kommt. Der arme Mann giebt 25 pCt. seine« gesammten Einkommens Mietbe und der Reiche mtt 30 000 Mark Einkommen oft nur 5 pEt. Der Vor. redner sagte, die humanen Einrichtungen müssen daS wärrnff« Interesse der Stadtverordneten adsordiren. Wie verhält es ff* aber mit den Wohlthaten, woher kommen denn die Armen? Gerade die Leute vom Schlage deS Herrn Ouednau haben di- Armen auf dem Gewissen. Auf ver einen Seite werden Rri* ' muß der(& thümer aufgestapelt und auf der anderen Seite nicht glauben, daß er mtt seiner Armenpflege die Roth todt machen s Der 3 Mtt d «Me d »bneten� kann. Run hat er besonder» die Schule hervorgehoben, aber«!' hätte» fick damit? Für die Kommunalschulen wird ein% von 44 Matt pro Krnd erfordett, dahingegen komme die% fituitte Klaffe noch einmal so gut weg, da wird ein 3:i: von 80—82 Matt geleistet. Scheut die Stadtvettretuitt' nicht, vom Aermsten dieselbe Steuer einzufordern,<$' Reichsten, so soll man die» Gleichheitspumip auch bei> Ausgaben hochhalten. Nun sagt wobl Herr Ouednau, a* daß auch da» Kind deS armen Mannes zu einer y Stellung emporklimmen kann, e» gäbe ja 190 Freistelle. höheren Lehranstalten. Ja aber welche Bedingungen>## daran geknüpft:"z. L. muß da» Kind mit dem 11 Iah" � erste Kcaffe der Kommunalschule erreicht haben, und Vut bald ein Ding der Unmöglichkeit, wenn man bedenkt, W arme Mann gezwungen ist, sehr oft seine Wohnung zu Ms und damit auch sein Kind umzuschulen. Herr Ouednau; schwert stch ferner, daß so wenig Geld zu Stiftungen vere- wttd, damit der begabte unbemittelte Knabe unterstützt«JJ kann. Für dergleichen müssen wir uns aber doch bestens beda>» Wir find nicht gewöhnt, da zu betteln, wo wir zu M*! haben. Dasselbe gilt auch von den Fortbildungsschulen"—< Ferienkolonien. Herr Eberty hat große Einladungen U In lassen, nur an uns nicht, und nachträglich kommt nun-- r%ng, Ouednau und will uns mit heranziehen, wir find aber« 3 willens, als Staffage zu dienen und der Sache ein&*) in geben.— Will Herr Ouednau im Ernst alles das. if;&r%ann, sagt, so gehört er ja zu uns, will er es aber nicht, sc%<«"■»• stch hier nicht hinstellen und sagen, er will, waS voii�r. Was die Bierstcuer anlangt, so läßt fich darüber Man kann fie sehr wohl für eine Luxussteuer hatten.(?)% Lagerbier welches Sie trinke», bringt der Stadt 480#' Steuer ein, das Echte dagegen keinen Pfennig. JchWnjj" von meiner Anficht zurückgekommen, und halte die B"«" jetzt für eine Konsumsteuer. WaS nun den letzten deS Herrn Ouednau betrifft, so bin ich Ver daß Schaffung von Brod für den Armen nölhigcr ist, als die Bepflanzung deS Wassefth Durch die Nähe der Hasenhaide u. f. w. kann von Notbfiand keine Rede sein. Andererseits aber Prnse der Häuser und auch der Miethen vielleicht! wenn der Wafferthorplay bepflanzt würde. Wenn si �y»! Ouednau uns nun als Brüder betrachtet, so kann das ijir( Wir find dann eben der aerathene und die freifinnigtAl der ungerathene Bruder.(Heitetteit.) Denn fie Habens S* SM j�eten t V {*«S «fi Sil d Verfechter der Freiheit hingestellt und haben dieseB*. schnöde verrathen.(Lebhafter Beifall.) Kaufmann Görcki ist in seiner Rede mit großer Eleganz darüber lehüpst, daß er 1 Jahr 8 Monate nichts gethan habe. Stadtverordnete ist durch Handschlag verpflichtet, seine in jeder Weise zu erfüllen. Herr Görcki hat sein 2#',. nicht gehalten. Die Rede desselben ifi mir nicht so vceltz al» mein kleiner Finger. Wer die Freiheit verrathen P, die Führer der Pattei, welcher Görcki angehört.(Gr�, i ruhe) Tischlermeister Mitan: Ich hätte"es viel' sehen, Herr Horst hätte fich nicht an der Person cej-t Görcki fcstgebifien, sondern fich mehr an die Sache Es wurde heute Abend behauptet, die Politik bat n»4� der Kommunal-Verwaltung zu thun, aber der PfetW� doch zu schlecht verdeckt, w« sagt, wir wollm ja auch Anhänger unserer ParM wissen. Die Brüderschaft, die uns angeboten wurde- � wir nicht an, ob vor oder nach der Wahl. Sollen w" Brüder sein, so können wir nur feindliche Vrüs�j R. berührt dann noch weiter die Haltung der beim Antrag Singer betreff» der Petition an den � tag. Nach Herrn Mitan sprachen noch die 0�. fti-d Schulz, Michelsen, Zubeil, Schley, Horst, Herold. Im Schlußwort oersuchte Herr Ouednau"J seine Einstimmigkeit mit den Arbeitern darzulegen" schiedene» au» seinem Referate abzuschwächen.® r wurde folgende Resolution angenommen:„Die lO» 5. November versammelten Mitglieder des Arbeiter-MM'� „Süd-Lst" erklären die Anariffe einzelner Deutsch f und fich liberal nennender Männer für Verleumder, � z rechnet, daS Vertrauen der Arbeiter zu ihren P untergraben und verpflichten fich, mit allen Mittel"# Vettreter einzutreten und als Rückhalt hinter denen iL# welche getreu den Pttnzipien der Ardeiterpattei die\ Jc der Aroeiter bisher wahrten und in Zukunft wahren"j/ Nach Erledigung einiger Fragen, z.V.:„Wann die wieder ihren Namen ändern werden" u. A. schloß fitzende die Versammlung um 1'/« Uhr Nachts. Zu h »ft.� m j % i» _ IJÄ'fevsi berühmte russische Maler W. W. Weraschffchagin. � Z seine zahlreichen Schöpfungen in Wien ausgestellt � Ä.'|iJlÄnÄ izxz bauer fich aenöthigt gesehen hat, fich über die öffe"»'?>%'J stellung des«mannten Gemälde« beim Protektor s! �' aussu Hungen, Erzherzog... k,k*«eren„ r. I die„Freu stellungen_____ stellt, sein Gnni bellt. her Kardinal tntt Jf itfrfrnnln. vor � % Eatfernuna deS allzu___________ nkr. Ztg. mittbrilt, bat der Kardinal mtt zadt: 9ömfrfilfrfmnln. vor «rv �2� w Xr vuiie ueqm. diese Kerne und reiben fie zu etnim Pi ß"10"™™, die nüchternste P Zcrkusllown umwand-lt h-r** h«fh ulver, erson ihn. Un' 'KSMAZ fC.lL_______.----«VW V- sr""" KM-M" rnnsrnemmm# merm eister und Grundbefiuer WMSMUI dehnte Waldungen hervc" keine verhasten. und wurde daselbst, aU. der Bande on einer Nothlage als� M°ti° �bci� Verantwortlicher Sedatteut K torttlm in«eriin. Druck und Verlag von Max»adwg in Berlin UW.,-- jerlrrfuW r xm, nß' auch öti' cdnau, pj; einer Beilage zum Berliner Bolksblatt. T—-- TM*- a68 u.» w Dienstag, den 10. Uovember 1885. IL Iahrg denkt, W; Ss] l" tm StaiitrerllriilleteU'Ulihlw. erstüvt l«'Z Der Nagistrat erläßt folgende Bekanntmachuna: stens beda� Mit dem Ablauf dieses JaKres erlischt das Mandat für zu tu' Mde durch daS LooS bestimmte Mitglieder der Eladtvcr- rgSsckulen/ �".Versammlung und zwar: ungen NSZ KJ)�n der 3."'" irmt nun gi?' vi" oer o. Absheilung: die Herren Gerold, Pickenbach, - ,,, fJrN, Einger, Ewald, Echem, GrabS, Krampf, Limprecht, ab« q«llesech, Dr. Böhme, Wiese, Wallich und G-rlcke; fÄl ;°"i.Ä icht, 0.;'K.'vyunt-tübvn f) tn der 2. Abtheilun mann, Fi Aerstenbcrl Paeteh'Hütt. Henen Leddihn, Weiß II, Dietmar, Loervel, Bulle, sgepk 134 WfL ist für den am vre L u Baumeister Ärmst Haß,' Eolf, rentzel, Eolon, g, Zaenicke, Friederici, Weiß� l und Diersch; de NSve, Grunert, Echiegniy, Bernhardt, Neumann u und aS wir g � der i. Äbthestung: die Herren Simon, Liebermann, .«wi� den r. l WU...,...,. WM. Ersatzwahlen' für die obengenannten WMZWUW __ vom 15. bis t mürW'3!"'|--u-— n—n-,— nach Erledigung ielleicht m Wenn gl rn das istnnig! haben Pj diesM in Hor�? orüb« Pji it habe, s t. -in B->Z t so Clll� m Sache tät bat i«� sä wurde, -SA' n den%l i. t lKtÄtbezirke 68 bis 73), in welchem der «H PAaSa AN->�»WIOM; 60,®,. SsSSl&VWA- W WM«*: ÄÄTÄÄ'eSk b. für die 2. Adtherlung » KÖ Wää 3 Sk c. lür die 1. Abtherlung "u denselben werden hierdurch eingeladen. tz-r. Wahllokal: Friedrich-WerderscheS »nstraße 13/14., ,,. ° Irli in TT: pWnmeftstraße 79. ,r,oU Mb 54» i s enen die» ahren die. chloß ch ■4 t�-iann �Elädtbezirk 104 bis 113), in welchem der Einaer ausscheidet. Wahllokal: 85. Ge- KM Äldmneift. �(Stadtbezirke 95 bis 103), in welchem der "schule im H'» Ewald ausscheidet. Wahllokal: 80. Ge. k A®flhrFr.Q"fltWr- 133. (Stadtbezirke 125, 126 und 131 bis 134), i 123 ßt Türtlermeister Herr Echem ausscheidet. Wahl« tWii1, Annenstr. IB. 1.1% ifrW«(Stadtbezirke 128 bis 130, 135, 143 .?..?/llhtm der Rentier Herr GrabS ausscheidet. k%. Njam� �"/lädttsches Realgnmnafium, Sebastian str. 26. k,.�Ich�SlbtzirkS(Stadtbezirke 166, 167 und 174 bis 178), Reibet. Wahl« SÄ1 -stellt den 1 �Ausscheidet. Wahllokal i®«W>«8uIä(Stadtbezirke 182, 183 und 196 bis 200), KKA fe L. � k MM k f. T«—._____.—». n k-,— fk m" V»# IT (Stadtbezirke 218 bis 225), in welchem war einmal"—. So begann die Großmutter �.Erzählung, die sie den Kinder» in der Dämm«. ««ht vorenthalten durfte, denn die kleinen Tyrannen »a Jv 6 Ruhe, bis die Zauberformel der drei Worte «e"'"der sind eigenartige Wesen; Alles, was ihnen M ÜU*. �llichkeit freiwillig bietet, beanspruche» sie al» y den? Und wehe dem, der e« ihnen zu versage» wagt. ?woln,:.�°ben Staat der Kleinen aiebt eS Iniriguen und . wer r�'. wie nur je in der Welt der Erwachsene», r un�A�« der Gunst de« kleine» Volkes, die Manchem M ihn,..�lich ist, behaupten will, muß ihm schmeicheln, k''w uAl��det in den Grenzen seine« Begriffsvermögens die jugendliche Phantasie zu beschäf« Kopf de« Kinde« verlangen unauS- rn»"—--- v vllr einmal." Vo» Ernst Koppel. lN>»er»qtigter Nachdruck vcriottn.] einmal"—. So begann die mm :««>. S�-Va» ihr ernste«, nur zu oft traurige« Recht zu Da« Kind aber hat eine Scheu vor der lebt in einer erträumten Welt. Ahnt e«, - oi*«— V traumhaften Glück allmälig de» Staub , Schmetterlmgiflügeln streifen wird? ""bewußte Scheu vor der Wirklichkeit, deren wirk i,em besten Herzblut jede« Einzelnen Astert«.�ton- de» Enkel« mehr al» die eigene Mutter l Einbildungskraft mit jenen köstlichen � beschäftigt, die ein Bild der wirkliche» Welt der Ingenieur Herr Dr. Böhme ausscheidet. Wahllokal: 153/154. Gcmeindeschule, Zehdenickerstr. 17—18. 34. Wahlbezirks(Stadtbezirke 228, 257 bis 259 und 265 bis 267), in welchem der Kaufmann Herr Wiese ausscheidet. Wahllokal: 67. Gemeindeschule, Nckerttr. 23». 33. Wahlbezirks(Stadtbezirke 270 bis 275), in wrlchcm der Rentier Herr Wallich ausscheidet. Zu wählen ist ein Haus« befitzer. Wahllokal: 14. Gemeindeschule, Keffelstr. 3—4. 40. Wahlbezirks(Stadtbezirke 284 und 286 bis 304), in welchem der Kaufmann Herr Gericke ausscheidet. Wahllokal: 113. Gemeindeschule, Thurmstr. 83. B. die Wähler der 2. Abtbeilung. 1. Wahlbezirks(Stadtbezirke 1 bis 10), in welchem der Rentter Herr Leddibn ausscheidet. Wahllokal: Berlinisches Rathhaus, Zimmer 63, 2 Treppen. 2. Wahlbezirks(Stadtbezirke 11 bis 20), in welchem der Hofkonditor Herr Weiß ausscheidet. Wahllokal: Friedrichs- Werdersches Gymnasium, Dorotheenstr. 13—14. 3. Wahlbezirks(Stadtbezirke 21 bis 30), in welchem der Rentier Herr Henmann ausscheidet. Zu wählen ist ein Haus- besitzen. Wahllokal: 44. Gemeindeschule, Wilhelmstr. 117. 4. Wahlbezirks(Stadtbezirke 31 bis 37). in welchem der Rentier Herr Fischer ausscheidet. Wahllokal: Wilhelms« Gymnasium, Bellevuestr. 15. 5. Wahlbezirks(Stadtbezirke 38 bis 62), in welchem der Rentier Herr Paetel ausscheidet. Wahllokal: Falk«Real« gymnastum, Lützowstr. 84c. 6. Wahlbezirks(Stadtbezirke 53 bis 78), in welchem der Direktor Herr Hütt ausscheidet. Wahllokal: 60, Gemeindeschule, Fürbringerstt. 33/34. 7. Wahlbezirks(Stadtbezirke 79 bis 113 und 138 bis 140), in welchem der Fabrikbesitzer Herr Dietmar ausscheidet. Wahllokal: 80. Gemeindeschule, Wrangelstr. 133. 8. Wahlbezirks(Stadtbezirke 114 bis 124 und 126 bis 129), in welchem der Bildhauer Herr Loewel ausscheidet. Wahllokal: 112. Gemeindeschult, Waffer thorstr. 31. 9. Wahlbezirls(Stadtbezirke 125, 130 bis 137 und 141 bis 144), in welchem der Rentier Herr Bulle ausscheidet. Wahllokal: 123. Gemeindeschule, Annenstr. IB. 10. Wahlbezirks(Stadtbezirke 145 bis 151, 153, 162 bis 178 und 201), in welchem der Gymnastallehier Herr Dr. Gerstenbera ausscheidet. Zu wählen ist ein Hausbesitzer. Wahl« lokal: 18. Gemeindcschulc, Krautstt. 43. 11. Wahlbezirks(Stadtbezirke 152, 154 bis 161 und 179 bis 200), in welchem der Rentier Herr Zaenicke ausscheidet. Wahllokal: 84. Gemeindeschule, Keibelstr. 31/32. 12. Wahlbezirks(Stadtbezirke 202—217), in welchem der Apotheker Herr Friederici ausscheidet. Wahllokal: 8. Gemeindeschule, Gipsstr. 23a. 13. Wahlbezirks(Stadtbezirke 218—269), in welchem der Maurermeister Herr Weiß ausscheidet. Wahllokal: 67. Gemeindeschule, Ackerstr. 28». 14. Wahlbezirks(Stadtbezirke 270—326), in welchem der Fabrikbesitzer Herr Diersch ausscheidet. Wahllokal: 14. Gemeindeschule, Keffelstr. 3/4. C. die Wähler der 1. Abtheilung: 1. Wahlbezirks(Stadtbezirke 1—10), in welchem der Kom- merzienrath Herr Simon ausscheidet. Wahllokal: Berlinisches RathhauS, Zimmer 63, 2 Tr. 2. Wahlbezirks(Stadtbezirke 11—14), tn welchem der Kaufmann Herr Liebermann ausscheidet. Wahllokal: Friedrich- WerdertcheS Gymnasium, Dorotheenstr. 13/14. 3. Wahlbezirks(Stadtbezirke 18 bis 21), in welchem der Zustizrath Herr Dr. Horwitz ausscheidet. Wahllokal: Deutscher Dom. Eingang Mohrenstraße. 4. Wahlbezirks(Stadtbezirke 15 bis 17 und 24), in welchem der Regierungsrath a. D. Herr Haß ausscheidet. Wahl- lokal: Norddeutscher Hof, Mohrenstr. 20. 5. Wahlbezirks(Stadtbezirke 22, 23 und 25 bis 30), in welchem der Kaufmann Herr Solf ausscheidet. Wahllokal: 44. Gemeindeschule, Wilhelmstr. 117. 6. Wahlbezirks(Stadtbezirke 31 und 32) in welchem der Kaufmann Herr de Neve ausscheidet. Wahllokal: Wilhelms- Gymnastum, Bellevuestr. 15.__ 7. Wahlbezirks(Stadtbezirke 33 bis 37), in welchem der Buchhändler Herr Grunert ausgeschieden ist. Wahllokal Falk- Realgymnasium, Lützowstr. 84c. sind, aber ihre Abgründe, ihre Stacheln und Dornen unter phantastischen Hüllen berge« und Alle« in eine unbestimmte Vergangenheit rücken, in deren Dämmerhelle Himmel und Erde zusammenfließt. „Es war einmal— so tönte e« allabendlich von dem altväterischen Lehnsessel am Ose«, in dem die Groß« mutier zu fitzen pflegte. Da« Feuer im Ofen prasselte gar lustig und streute seine zitternden Lichter auf die Wände und die Decke des Gemachs, bis die Lampe hereingebracht wurde, die mit ihrem klaren Schein alle« Grauen und Gruseln der kleinen Leute zerstörte. Nur in der Dämme- rung waren die Märchen schön. Die kleine» Herzen klopften jedesmal zum Zerspringen, wen» die sanfte Stimme, der Leben und Leide« alle Schärfe genommen, anhub;„Es mt Der Knabe stand stet« am Sessel der Erzählerin und zwar so nahe, als wolle er ihr die Worte vom Munde stehlen, das kleine Mädchen mit den goldenen Locken saß auf einem Schemel zu ihre« Füßen und lehnte sich an ibren Schooß, al» werde ihr da» Haupt zu schwer vo» all dem Wunderbare», da« sie vernahm. Die Alte strich oft mit der Hand über da« seidene Haar de« Kindes, besonders wen« sie von der Prinzessin mit dem Goldhaar erzählte. Das kleine Mädchen fühlte sich dann jedesmal sehr ge- schmeichelt, denn sie begriff, daß sie für die Großmutter jene schöne und vornehme Prinzessin sei.— Oft aber war die alte Frau garmcht m der Sttmmung, m 8. Wahlbezirks(Stadtbezirke 38 bis 49), tn welchem der Fabrikbesitzer Herr Schiegnitz ausscheidet. Wahllokal: 99. Ge- meindeschule, Stcinmetzstr. 79. 9. Wahlbezirks(Stadtbezirke 50 bis 78), in welchem der Rentier H-rr Scharfer ausscheidet. Wahllokal: 60. Gemeindeschule, Fürbringerstr. 33/34. 10. Wahlbezirks(Stadtbezüke 79 bis 113 und 133 bis 142), in welchem der Kommerzienrath Herr Frentzel ausscheidet. Wahllokal: 46. Gemeindeschule, Am Lausttzerplatz. 11. Wahlbezirks(Stadtbezirke 114 bis 132, 143 und 144), in welchem der Fabrikant Herr Solon ausscheidet. Wahllokal: 57. Gemeindeschule, Brandenburgstr. 73/79. 12. Wahlbezirks(Stadtbezirke 145 bis 201), in welchem der Spediteur Herr Bernhardt ausscheidet. Wahllokal: 49. Ge- meindesckule, Blumenstr. 63». 13. Wahlbezirks(Stadtbezirke 202 bis 254), in welchem der Kaufmann Herr Neumann ausscheidet. Wahllokal: 153/154. Gemeindeschule, Zehdenickerstr. 17/18. 14. Wahlbezirks(Stadtbezirke 255 bis 326), in welchem der Baumeister Herr Jrmisch verstorben ist und der Kauf« mann Herr Pausten ausscheidet, mithin zwei Stadtverordnete zu wählen find. Wahllokal: 14. Gemeindeschule, Keffelstr. 3/4. Denjenigen Wählern» welche ihre Wohnung seit Ostern d. I. nicht gewechselt haben, werden zur Erleichterung der Le- aitimation bei der Stimmabgabe und zur Beschleunigung des Wahlverfahrens besondere Karten zur Wahl zugestellt werden, welche bei Abgabe der Stimme vorzuzeigen sind, während den- jenigrn Wahlberechtigten, welche seitdem verzogen find, anheim- gegeben wird, die für ste bestimmten Karten an den beiden letzten Tagen vor der Wahl aus unserem Wahlbureau(Köll- nisches RathhauS, Breitcstr. 20», 2 Tr.) während der Bureau- stunden abzuholen. Die ohne Karten erscheinenden Wähler müffen für ihre Legitimation Sorge tragen, sich auch bei der Zulaffung zur Stimmabgabe eine Zurückstellung hinter die mit Karten Erschienenen gefallen lassen. Wir machen außerdem darauf aufmerksam, daß die Wahl der 3. Abtheilung in jedem Wahlbezirke in zwei Abtheilungen und in gesonderten Räumen des Wahllokals stattfindet. KoKales. Vielsache Gerüchte über die Verhaftung des Mör- der« der Krau Paepke. welche gestern in der Stadt zirkulir- tav erweisen sich, wie uns von autoritatrver Seite mitgethellt wird, leider«ls unrichtig. Allerdings werden die Verhaf. tungen Verdächtiger fortgesetzt. Der von dem Ardeiter auf dem Lehrter Bahnhof als verdächtig bezeichnete Mann ist am Sonn« abend Abend verhaftet worden. Er heißt Fuchs, ist seit einiger Zeit obdachSlos und ohne Beschäftigung- auch sein Bruder, ein in der Ettomsttaße wohnender Eisenbahnarbeiter, ist ver« hastet worden. Der erstere wies in der That einige Schräm« mcn und Verletzungen im Gesicht auf, die ihn verdächtig mach« ten, behauptet aber, ste sich bereits am Montag zugezogen zu haben. Neuerdings nun wird behauptet, Frau P. habe einen entfernten verkommenen Verwandten, von deffen Erisien» ibr Gatte nichts wußte, ein« Zeit lang hernach unterstützt• Kow' t oeschaftigt sich nun Uta jr.il id-• Mdefftir ist � besonderer Wetth »vyv*»#(jv»uC*»vv vvvvavui Beachtung: Ein Kondukteur der Großen Berliner Pferde» bahn, welcher die Linie Kriminalgericht— Moritzplatz befährt, hat folgende Anzeige erstattet: Am Nachmittage des 3. Nov. habe ein Mann im Alter von 25-30 Jahren in sehr reduzirter Kleidung den Wagen in der Nähe der Werftstraße bestiegen, erst auf dem Hinterperron gestanden, dann sich in das Innere gesetzt, und noch vor dem Potsdamer Platz den Wagen wieder verlassen. Dieser Mann sei ihm aufgefallen, weil sein Vor- Hemd mit Blut besudelt, um einen Finger der rechten Hand ein blutgettänkter weißer Lappen gewickelt war und er ein scheues verlegenes Wesen hatte. Der Kondukteur weiß sich nicht genauzu besinnen, ob der dezeichnete Passagier den um 2 Uhr 40 Min. oder um 4 Uhr 18 Minuten vom Kriminal« gericht abgehenden Wagen benutzt hat. Im ersteren Falle ist die Annahme nicht ausgeschloffen, daß die beschriebene Person mit dem Mörder der Frau Paepke identisch ist, denn der Punkt, wo der Thäter die silberne Brosche fortgeworfen hat, ist von der Haltestelle der Pferdebahn nickt weit entfernt. In jedem Falle wäre es erwünscht, wenn Personen, welche die- einst dunkelglänzende» Haar war weiß geworden, wie das der Schneekönigin, in ihrem in der Jugend glatten und rosige« Gesicht, standen so viele Runzeln und Falten, daß sie der alten Frau im Walde glich, die in einem ihrer schönsten und oft wiederholten Märchen vorkam. Und war es»icht märchenhaft, daß sie jetzt die Kinder ihre« Kinde» vor sich sah. die Blüthen ihres Stammes, dessen Wurzel sie selbst war, FrühlingSblüthen im Schnee ihres Alters? Wenn sie so in Sinnen versank, bewegte sie das alte Haupt hin und her und die Kinder lachten leise darüber. Es war gar so possirlich, wenn die Großmutter mit dem Kopfe wackelte. „Es sieht gerade so aus, al« ob eine welke Blume auf ihrem Stengel hin und her schwankt." sagte eine» Tages der Knabe, dem die Phantasie de« Märchens bereits die eigene geweckt hatte und die Schwester lachte über diese« Vergleich laut auf. Aber die Großmutter hörte sie nicht und der Bruder legte ihr fast erschrocken die Hand auf die rothen Lippen, um den Schall ihres Gelächters zu dämpfe«.— Lange freilich gönnten die Kinder der alten Frau«icht, ihre Gedanken fortzuspinnen; war das zauberkräftige:„Es war einmal" gesprochen, so sah sie sich gezwungen, de« vielversprechenven Anfang fortzusetzen, wenn ihr auch groß- müthig eine Pause gewährt wurde. So that sie sich gar oft Gewalt an, aber e« war dann meist eine traurige Ge« schichte, die sie zum Besten gab, etwa„Gevatter Tod" oder „Die böse Stiefmutter-. Vor dieser hatten die Geschwister gewaltige» Respekt und am Abend, da dieses Atärche» vernommen, hingen sie inniger als gewhnlich an den Lippe» ihrer Mutter, wen» sie ihnen vor dem Schlafen« gehen den Mund küßte; war sie doch keine Stiefmutter, wie jene. Gespenstergeschichten erzählte die kluge Großmutter nie, so sehr dieselben sie der Abwechselung wegen reizten, den« e« war keine leichte Sache, stet« Neues zu erfinden. Aber sie haßte de» Aberglauben, obgleich man zu ihrer Zeit noch auf das Tischrücken und dergleichen geheimnißvolle Dinge geschworen hatte. Am schlimmsten erging e« ihr meist nach Bendigung des Märchen». Während der Erzählung ließ die Spannung, in der sich die Kinder befanden, keine selbe Wahrnehmung gemacht haben, wie der Kondukteur, sich bei der Kriminalpolizei melden wollten. ß Ein zäher Gläubiger. Im Osten Berlin» betreibt terr Max K. ein Agentur» und Kommissionsgeschäft. Herr . ist Junggeselle und da jedes übnflüsstge Mobiliarstllck nur eine Beute des Gerichtsvollziehers wäre, besteht die ganz« Ein» richtung der zweifenstrigen Stube, die abwechselnd, je nachdem, als Schlaf», Wohn» und Komptoir. Raum dient, nur au» den allernöthigsten Gegenständen. DaS Hauplstilck ist ein altes Schlafsorha, auf welchem Herr K., wohlvcrpackt in Betten, deiche bei Tage in dem Kasten darunter verschwinden, vom großen LooS oder glücklich ausgeführten Schiebungen bis spät in den Tag hinein zu träumen pflegt. Denn eine glückliche Wendung seiner gänzlich zerrütteten Verhältnisse ist dringend wünschenswerth, sonst ist es auf lange vorbei mit den noblen Passionen, die mehr Geld kosten, als Herr K- anschaffen oder gar verdienen kann. Darum hat Herr K- auch Schulden, viel Schulden und sein junger Mann hat strenge Ordre, seinen Chef vor all den wohlbekannten Herren Gläubigern stets zu verleugnen und immer zu antworten, derselbe sei in Geschäfts« sach-n ausgegangen. Deshalb erhielt auch am vorigen Frei- tag, Morgens nach 8 Uhr, einer dieser Gläubiger wieder die berannte, abweisende Antwort. Herr K. war erst spät in der Nacht nach Hause gekommen und lag noch matt und müde in den Federn auf seinem Sopha. Der Gläubiger, ein Kaufmann B-, hatte aber nach und nach die Gewohnheiten seines Schuldners kennen gelernt, und als am Frettag der junge Mann wieder die Auskunft ertheitte, lein Chef würde erst Mittags zurückkehren, drang er mit den Worten„Thut nichts, ich kann heut warten, habe gerade viel Zeit", ungenirt in das„Komtoir". Verlegen schielte der junge Manu nach dem Sopha, auf dem die Betten unter einer Reise» decke in bester Ordnung lagen. Herr B. nahm einen Stuhl und vertiefte sich in eine mitgebrachte Zeitung. Dec junge Mann, der zu allen möglichen Dienstleistangen angelernt war, legte inzwischen eine tüchtige Portion Preßkohlen in den Ofen, dicht neben welchem das Sopha stand, dann machte er stch am Pult zu schaffen. DaS Feuer hatte gut gewirkt, denn eine mehr als behagliche Wärme entwickelte fich im Zimmer. Herr B. hatte seine große Zeitung fast durchstudirt, eS war 10 Uhr vorüber, da bewegte fich leise und vorfichttg die Reisedecke. Ein feuerrotheS Geficht kam zum Vorschein, es ging nicht länger. Die Blicke von Schuldner und Gläubiger begegneten fich und beide Herren brachen in ein schallendes Gelächter aus. „Das halte der T. auS," meinte Herr K„ schüttelte Betten und Decke von fich und trocknete mit einem Handtuch Geficht und Kopf.— Mit Riickstcht auf die ausgestandenen Qualen seines Omers begnügte Herr B. fich noch ernmal mit einer Abschlags- Zahlung, Herr K. aber hat geschworen, fich nie wieder vor einem Gläubiger zu verbergen. Kur für ZcituugSborger. So mancher Abonnent einer Z.itung ärgert sich, wenn der Nachbar, der zu geizig ist, die Zeitung zu halten, aber doch wissen möchte, was in derselben steht, ötter und oft sogar regelmäßig zu ihm schickt mit schönem Gruß und man möchte so gütig sein, ihm auf einen Augen» blick die Zeitung zu leihen. Aus Gutmüthigkeit, auS Ge« schästsiückfichten und um fich mit dem freundlichen Nachbar nicht zu verfeinden, willfährt man seinem höflichen Ecsuchen immerwrt, wenn auch mit geheimem Grimm über die fort- wahrende Unverfrorenheit des Herrn Nachbars. Für solche Fälle bringt die„Papier-Zeitung" folgendes prattische Rezept: Man schnerde sorgfältig eine beliebige Notiz aus der Zeitung, ehe man sie weitergiebt. Kurz, nachdem fie verliehen ist, wird ein Bote deS Borgers fortrennen, um ein Exemplar zu kaufen. Die Leserinnen, unter denen das geliehene Blatt zirkulirt, werden ebenfalls, jede für fich, ein Exemplar kaufen; keine derselben kann ruhig schlafen, ehe fie weiß. waS die ausge» schnitte»« Stelle enthält. Man wiederholt daS Em»"»"«.»»>— noctis T Tag mit gleichem Erfolge, in hartnäckigen Fällen no> i». v» m titivdhztfiic»«incvcrieqrn. Wer seinen von einem Paletot, naiver geholten lieber,-eher hier in der Weltstadt wiederfindet, der hat ähnliches Glück wie der dcmnächstige Gewinner der goldenen Säule. Vor etwa acht Tagen war dcm in der Borfigsttaße Nr. 2 wohnenden Mustker Emil Schmidt aus einem Lokal der Invalidenstraße der eben erst zum Winter angeschaffte neue Ueberzieher durch einen Marder entwendet worden. Alle Nachfragen blieben resultatloS, bis am vorigen Sonnabend ein glücklicher Zufall das schmerzlich entbehrte Kleidungsstück wieder in die Hände seines Eiaew tbümcrs zurückbrachte. Herr S. betrat am Sonnabend Vor- mittag ein ziemlich obskures Lokal in der Chauffeestraße und hatte kaum Platz genommen, als er einen jungen Mann gc» wahrte, den er häufig in jener Restauration der Invaliden- straße gesehen hatte. Unwillkürlich beobachtete E. den jungen Mann Ui d bemerkte zu seiner freudigen Ueberraschung, daß jener den vermißten Paletot vom Nagel herunternahm und fich anzog. Seiner Sache gewiß, vertrat er dem fich Entfernenden den Weg, stellte fich als Eigenthümer des UeberzieherS vor und verlangte kategorisch die Zurückgabe desselben, er wolle fich Unterbrechung zu, aber wenn der KönigSsohn die Schäferin heimgeführt und e« hieß:„Wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute" oder wenn der steifgewordene Hampelmann über Nacht seine Gelenkigkeit wieder gefunden hatte, brach eine Fluth von Fragen über fie herein, die sie nur selten zufriedenstellend zu beantworten wußte. All« mählich begannen in der Brust des Knaben denn auch Zweifel hinsichtlich dieser oder jener Begebenheit auszu- steigen, aber er suchte sie so gut als möglich zu unterdrücken, und sobald ein neues Märchen begann, lauschte er so eifrig al« je. Wenn aber der Großmutter die Gabe der Er- findung zeitweilig völlig versagte und der Vorrath ihrer Märchen in den letzten Tagen erschöpft waren, so griff fie zu einem Mittel, da« schon wiederholt seinen Zweck erfüllt hatte. Dan« brachte sie die wundersame Geschichte „vom Mau« im feurige« Ofen" oder von de«„Feuer- geistern", da diese durch die Gluth im Ofen treffend illustrirt wurden und die Kinder sich durch die handgreifliche Wahrheit für den mangelnden Reiz der Neuheit entschädigt fühlten. �._ Seht Ihr die kleinen feurigen Männer, wre fie ge- schästia hin und her eilen?" sagte die Alte, wenn die Funkea sprühten. Und die Kinder sahen die Feuergeister leibhaftig vor sich.„Jetzt haben sie einen glühende« Felsen gesprengt," sagte die Großmutter, wenn eine Kohle knisternd platzte.„Die müsse« aber Kraft haben," sprach da« kleine Mädchen.„Dazu gehört keine Anstrengung," mernte der Bruder,„das kann ich auch," und er ergriff die Feuerzange und schlug auf eine prächtig glühende Kohle, die sofort au«. «inand�fiel. � � We Feuergeister verjagt," sagte die Großmutter, indem sie erleichtert aufathmete,„und nun ,st das Märchen zu Ende." „Nein, ich habe sie todtgeschlagen," versetzte der Knabe stolz.„.... „So zerstört sich Jeder seine Zllusiooen," murmelt« die Alte vor sich hin und sah noch lange auf die verglnnmende Abend auf Abend verging so in dem traulichen Gemach. Aber das kleine Mädchen mit dem Goldhaar wurde krank hiermit begnügen, würde aber im Weigerungsfalle die Sache anzeigen. Der junge Mensch schien noch lein zunftgemäßer Dieb zu sein, denn ohne jede Widerrede und zitternd vor Angst übergab er stillschweigend Herrn S. den Paletot und suchte schleunigst das Weite. Ob diese Großmuth angebracht und zu billigen, darüber ließe fich streiten. Wegen versuchter Erpressung wurde gestern der obdach- lose Barvier M. verhaftet. Derselbe hatte gestern Nachmittag während der Fahrt auf einem Omnibus vom Oranienplatz nach nach dem Rosenthaler Thor mit einem Arbeiter B. ein Ge- spräch über den Paepke'schen Mord angeknüpft und sich im Laufe desselben als Kriminalschutzmann ausgegeben. Am Rosen- thaler Thor tranken fie gemeinschaftlich in einer Destillation ein GlaS Bier und theilte der Pseudobeamte nach dem Verlassen des LokalS dem B. mit, daß er ihm nach seiner Wohnung folgen müsse. Hier angekommen, erbat fich M. Schreibzeug und erklärte dem B., daß er ihn für den Mörder der Frau Paepke halte und ihn deshalb verhaften müsse, er würde jedoch von seiner Verhaftung Abstand nehmen und die Sache todt zu machen suchen, wenn B. ihm 50 Mark zahlen würde. B. war zwar anfänglich über diese Beschuldigung bestürzt, faßte fich aber bald und forderte den M. auf, stch als Beamter zu legi» timiren. Da letzterer fich nicht auszuweisen vermochte, veran- laßte M. seine Festnahme. Preußische Zentral- vodenkredit- Aktiengesellschaft. Nach der in unserem Jnseratentheil enthaltenen Bekannt- machung läuft, wie bereits ftühcr bemerkr, die Frist zur Kon- vertiruna der 4'/»prozentigen in 4prozentige Pfandbriefe bis 11. d. M Belle-Alliance-Theater. Am Sonnabend soll dort die alte prächtige Posse„Eine leichte Person" mit den Gästen des Wallner-TheaterS neu einstudirt in Szene gehen.„Ultimo" wird deshalb erst gegen Ende dieses Monats neu einstudirt zur Auffüb'ung gelangen. Der Offenbach-Zyklus im Friedrich-Wilhelmstädtt- schen Theater hat, wie die letzte total ausverkaufte Sonntags- Vorstellung der„Schönen Helena" neuerdings bewiesen, einen solch überraschend großen Erfolg beim Publikum erzielt, daß fich Herr Direktor witzsche entschlossen hat, die Zahl der in dem Zyklus zur Aufführung bestimmten Operetten um zwei der tollsten Farcen zu vergrößern. Es werden demnach nebst „Großherzogin von Gerolstein"(deren PremiSre Sonnabend, 14. d. stattfindet), Blaubart, Pariser Leben, Banditen und Hoffmann'S Erzählungen noch„Kakadu",„Die schönen Weiber von Georgien" vorbereitet und zur Vorstellung kommen. Polizei-Bericht. Am 7. d M. Morgens entstand in der Köpnickerstr. 127 im dritten Stock des Seitengebäudes de> legenen Wäschefabrik von Alslcben Feuer, durch welches mehrere Kisten fertiger Wäsche zerstört und der Dachstuhl beschä- digt wurde. Die Feuerwehr löschte den Brand rn kurzer Zeit.— An demselben Tage Nochmittags fiel der Schneider- meister Wittmann in der Köpnickerstr. 5m heim Reinigen der Treppe mehrere Stufen hinunter und brach den linken Ober- schenke!.— An demselben Tage Abends wurde ein 8 Jahre altes Mädchen vor dem Hause Holzmarktstraße 46 von einem Marttfuhrwerk überfahren und erlitt außer einer Verletzung am Auge drei Ripvenbrüche.— Zu derselben Zeit entstand im Hause der Wtnterfeldstraße 8 dadurch ein unbedeutendes Feuer, daß durch den in einer Badestube befindlichen heizten O'en der Fußboden in Brand gesetzt wurde. Löschung deS Feuers nahm die Thäligkeit der Feuerwehr kurze Zeit in Anspruch.— Als am 3. dieses Monats Vormittags in einem hiesigen Hotel ein Reisender wegen Wechselfälschung und Unterschlagung verhaftet werden sollte, zog derselbe plötzlich einen Revolver aus der Tasche und schoß, ebe dies verhindert werden konnte, fich eine Kugel in die rechte Schläfe, so daß er bald darauf verstarb. Die Lerche wurde nach h'm ��-'"onshause geschafft.— An demselben Tage, Nach» hte ein Mann in seiner Schlafstelle, in der Wob inem Leben durch Erhängen ein Ende.— Einige ter machte eine Frau in ihrer in der Blumentbal- «ratze belegenen Wohnung den Versuch, fich mittelst SttychninS zu vergiften, wurde jedoch durch sofortige Anwendung von Gegenmitteln gerettet.- In der Nacht zum 9. d. Mts. wurde ein obdachloser Mann, alS er am Königsthor in der Trunken- heit zwischen die Pferde eines vorüberfahrenden Pferdedahn- wagens taumelte, vom Wagen erfaßt und zur Seite geschleudert. Es erlitt hierbei so schwere Verletzungen am Kopse, daß er mittelst Krankenwagens in daS Krankenhaus am Friedrichshain gebracht werden mußte. Gerichts-ZeUmtg. rufungsinstanz zu verantworten der fünften Ettafkammer hiefigen Landgerichts Binder Be- orten. Inde September 1880 trat )( als Bureau- Therese Lampe rufungsinstanz zu verantworten. Ende September: bei dcm Angeklagten der Schreiber Franz Leonhardt als beamter ein, und hinterlegte für denselben Frl. Ther eine Kaution in Höhe von 300 Mk. oui.uujii dem Angeklagten eine Stadtobligation über 300 laile dieselbe iatl gegeben, und starb und die Großmutter verstummte eine Zeitlana %'i Ää"*-»"W. und erzählte nach wie vor Märch��D�meru�g.�Ab« im -«ULsMW immer schloß, war e« dem Knaben, al« sei alle Weisw £ r äwäää Acht* faRen!,efL|\?beSfÄ' fü?°immn°? stummt sei. Nach und nach aber wiche« die erdichtete» wieder in die Nacht, der sie enitaucht, zurück, je m-hn* da» Märchen des Lebens dem heranreifenden und endlich dem reifen Man» erschloß. Die klei«. ro l9 barin war seine Braut und dann sei« Wxib n-mr i aber eines Tage» stand er auch an ihrem Grabe mi! zuvor schon an dem Hügel seiner Elter» gestanden. Er aber gestattet, als letzterer die Kaution in baaren Gelbe f* derte, weil er die seiniae ebenfalls in baar stellen müsse.» Effett umzuwechseln. Den Mehrerlös in Höbe von 12 W erhielt Frl. Lampe zurück. Im Frühjahr 1881 verlor Hardt feine Stellung bei dem Angeklagten, Frl. Lampe W aber die hinterlegte Kaution nicht zurückerhalten. W 4 Drohung mit der Anzeige zahlte der Angeklagte 130 in zwei Raten zurück, weigerte stch aber später unter dem»« geben, daß der inzwischen verstorbene Leonhardt ihm- ftin V-Z wschm gewirthschaftet worden sei.«- Hierauf wurde nach Mg rtrorow» rr,\ SorfWflJjj ir der � f eine Ars» rtworten- hj lung WL m klage A l notbleßfS andelt o«? % m ir daralp rbe. un» den erM .'S licht Z» 1«»� "••"•IJ uitUtUUUIlJICIl.............. l der Tischler erklärt sich mit den Ausführungen des Refe- »$% ft»r i-r.>,» n w«Tl CT-t 'W nSSMJ Sache der ---- Deutschlands Berlins für ihre gerechten hochgehalten gezeigt wird, daß die Forderungen solidarisch We, � he A m d> Zahlstel 'v?illigr v... hq. j—..... tiX' die ausreicht, um den angeklagten Kollegen einen Ver« {«.J,?" Zu stellen. Ueber die eingelaufenen Gelder wird L i! Abrechnung erfolgen. Zu Kasfirern gewählt wurden Rosenkranz, Stern, Brinkmann, % i'.Sch a ch und Vollbert.— Hierauf erstattete Herr Judj?wmidt einen reich mit Zahlenmaterial ausgestatteten bit% v n5 �ie bisherigen Resultate der Untersuchung über fetw l Kassenfüyrung. 1) lieber daS vorjährige, nicht lick �. ue Sommervergnügcn in der Hasenhaide, das polizei- R b»?.'durde, sei noch keine Abrechnung erfolgt. Nicht ikmitA d>re behauptet wurde, das Fest ariangirt, sondern das wJfT Komitee der Berliner Lohnkommissson. 2) Es ist räth- tiithü,'.wcidic Unkosten für die.Landpartie der Lohnkom- %%'w Mai 1884" getragen hat. Die Unkosten betrugen i v!f-.35 Pf. Tie Theilnchmer bezahlten keinen Pfennig. �„Unkostenkonto der Versammlung im Eiskeller" It,,•, Marz 1885 ist als„Biergeld für Bureau und Au. J'T Mt. angesetzt, außerdem aber noch als V Ä 0,80 Mk. 4) Laut KassenrevifionSbericht ]% aij- Juni 1884 sind von den Bauanschlägem w Tr, und von der Kommisfion der Bauanschläger L oo101 W Mark an die Lohnkommisston geschickt wor- R. in seiner„Berichtigung" sagte, von den Bau- tin, ,:?'1" seien nur 100 Marl gegeben worden, so sei das Htm ,lhCr beliebten„Wortklaubereien. 5. Unklar, verschwom- füt„jr ungenau sei das„Revistonsprotokoll der Werkstelle reich, i?°�'rgelte Tischler". Der Herr Referent führte zahl. «L m" mm Inn m lltcn v'Jlt,w"tÖKiten an. AlS Betspiel sei nur hervörge- .®%„Jnventaikonto" 30 M. verausgabt als Bezah- M.$%„ v Annonze in der„Sudanesenzeitung" verzeichnet Mm ttllJrmf(tten Konto find Modelle, die leihweise über- iN>brß v*"" 80 Mark in Rechnung gestellt. Zum fet Z.j. der Referent mit, daß die Kommisston in nach- F aber nll"1"och detaillirteren Bericht erstatten werde, daß «vor«.:9 mindestens ein Vierteljahr werde arbeiten müffen, ' alles beendet hätte. �abrj t«r Wahrung der materiellen Interessen der fung ref-kj�a Handarbeiter. In der letzten Vereinsversamm- für �rt Zubeil über„GewerbeschiedSgerichte". Eine ™!oi(t_( Arbeiter wichtigsten Fragen auf kommunalem JMks©fn,'0, f.,?a begann Redner— sei die der Errichtung Ar��chiedSgerichtS in Berlin. Bei Streitigkeiten mit �beiter i-«?'- in Bezug auf Lohnverhältnisse ic. fei der a«r borf'/auf die Gewerbedeputation angewiesen, er komme anders"!** hmmer zu seinem Rechte. Dies sei jedoch nicht W das an harten, denn in der Regel habe der Fabrikant zu- Mite jD.Tr01*' während es dem Arbeiter oft unmöglich sei, "N frei zum Ausdruck zu bringen. Letzterer würde b{, J%tr Forderung an daS Amtsgericht gewiesen, wo �leisten verartigen Prozesse zu Gunsten der Arbeiter Hamich K �«ber sei es aber Tausenden von Arbeitern un- fie' h?.1 bis in die höchsten Instanzen zu verfechten. L�nben Mittel dazu nicht erschwingen könnten. AuS diesen 2% mit Rücksicht darauf, daß die Gewerbeordnung ' SffiXiZ �.Tiuciym�t uuiuufr vun 'eitiof..-, börden die Befugniß erthellt, zur Entscheivung von tz»»ll«rien»wischen Arbeitnehmern und Arbdigeberri in Älm /i Wohnverhältnisse u. s. w. GewerbeschiedSgerichte zu %* me auS Arbeitnebrnern und Ardeitgebern zusammen- ?tv�.'NNd, baben die Arbeiter- Vertreter in der Stadt- '?»- Versammlung den Antrag auf Errichtung lolchen SchiedSgcricklS in Berlin gestellt. -nei hervor, daß bereits in Leipzig, Nürnberg und A b?ALdten Gewerdcschiedsgerichte beständen, nur Berlin W, jsr'obt der Intelligenz stehe in diesem Punkt noch zu- �',e Berliner Ardeiter sollten sich daher mit Petitionen Swlen seiner�Abgeschiedeneu in ewiger Wandlung ■rri in ewiaer Wanderung von Stern zu Stern auf Überschauen könnten?........ ": Es war e HiH v- J(ßet Summe,»es ist und wird sein— il-b ..... Aber dann klang es ihm wieder E« war einmal!— War?—„Nein", sagte »iit hL":,,et Stimme,»es rst und wird sein--". Und Gedanken schritt er durch die Nacht W/% alle« Bestehende aber heißt die Formel der Zu« �nnal«� Blitzesschnelle zur Gegenwart wird:„Es war deg,- und keine Unsterblich kertslehre vermag darüber hin« �wuschen. Ä Gl.i� � Erden ist ein Gleichniß, daS Menschenleben Büiii&Jr ber Geschichte und diese ein Gleichniß beS .'»i n?.».' Hinter alle« Erscheinungen ist ein hoher % Mtut*?ett und nichts ist unbedeutend oder geringfügig h«. m? en' dem uralten Märchen aus den Kindheit«« (ÖTi*ßclt. �*"** 1 anr'"'' c• virr----. «er etV;' iu5eu- Dem forschenden Blick gewinnt die Pflanze, d>irb iL? und das Thier erhöhte Bedeutung, und das Kleine b». em Gleichniß des Großen und Erhabenen.„Auch sagt der Thor. Aber die Ewigkeit ist ein Mär- b»z MM'- „6* war einmal!" an den Magistrat wenden und so dem Antrag ihrer Vertreter Nachdruck verschaffen. Redner ging nun des Näheren darauf ein, wie ein solches Schiedsgericht zusammengesetzt sein müsse, wenn es ersprießlich wirken solle und kam er zu dem Schluß, daß jeder Beruf vertreten sein müßte, daß daS Schiedsgericht je zur Hälfte aus Arbeitern und Arbeitgebern bestehen solle. Dieselben müßten durch direkte und gebeime Stimmabgabe von den Berufsgenossen gewählt werden. Die Wahl müßre Sonn- tagS stattfinden, damit fich jeder daran betheiligen könne. Vor einem GewerbeschiedSgericht dürfe es nicht gestattet sein, sich durch einen Rechtsanwalt vertreten zu lassen, wohl aber müsse Demjenigen, welcher nicht im Stande ist, fich zu vertheidigen, das Recht gegeben werden, einen Fachgenoffen seine Angelegen- heit vertreten zu lassen. Zum Schluß seines mit Beifall auf« genommenen Vortrags erklärte Redner, daß der Antrag in der Stadtperordneten-Versammlung keine Lpposttion hervorgerufen habe, sondern eine auS 10 Stadtverordneten und 5 Mitgliedern des Magistrats zusammengesetzte Kommisfion für diese Ange- legenheit eingesetzt sei. Sache der Arbeiter sei eS nun, die Petition mit recht viel Unterschriften zu bedecken, dann würde auch der Erfolg nicht ausbleiben. In der darauf folgenden DiSkusfion erklärten fich die Herren Paulikat und Schräder mit den Ausfübmngen de» Referenten einverstanden. Eine im Sinne des Referenten gehaltene Resolution fand einsttm- mige Annahme. Zu der nun folgenden Eraänzunaswahl des Vorstandes lagen zwei Anträge vor, der erste, welcher dahin lautete, dem bisherigen Vorfiyenden aus dem Vorstand auszuschließen, wurde, nachdem die Herren Zubeil und Busche eine scharfe Kritik über da» Verhalten deS Herrn Ahl- seid geübt hatten, einstimmig angenommen. Der zweite Anlrag ging dahin: Herr Bartsch möge Rechnung legen über den Streik in der Anilinfabrik, event. müsse auch er seines Amtes enthoben werden. Dieser Antrag wurde dadurch erledigt, daß Herr Bartsch sein Amt selbst niederlegte. Nach der vollzöge- nen ErgänzungSwahl besteht der Vorstand auS folgenden Herren: Paulikar erster, Reiber zweiter Vorsitzender; Löffler erster, Rothenburg zweiter Schriftführer; Degner erster, Stahl zweiter Kasstrer; Rosenow, Busche und Ludwig, Revisoren. In seinem Schlußwort forderte Herr Zubeil den neuen Vorstanv auf, seiner übernommenen Pflicht nach jeder Seite hin gerecht zu werden. Aber auch jedes einzelne Mitglied solle für den Verein thätig sein und demselben immer neue Mitglieder zu« führen, dann würde die Saat, welche vor IV, Jahren gelegt sei, auch aufblühen und Früchte tragen. Für die streikenden Drechsler wurde eine Tellersammlung veranstaltet, welche 3 M. 50 Pf. ergab. Die nächste Versammlung findet am Dienstag, den 17. November, im Vereinslokal Köpnickerstraße Nr. 150 bis 151 statt. Im Verein zur Wahrung der Interessen der Klavterarbeiter hielt Herr Michelsen am Sonnabend Abend einen zweiten Vortrag über den Arbeiterschutz. Gesetzentwurf, in welchem er hauptsächlich auf den Nutzen der Arbeitsämter, Arbeitskammern x. hinwies. Die Annahme des von den Abg. Grillenberger und Genossen in der letzten Session deS Reichs- tags eingebrachten Entwurfs dezeichnet« Redner als den An- fang einer wirklichen Eozialrefonn. In der Diskusston erklärte fich Herr Svarsrldt mit dem Referenten nicht einverstanden. Wenn der Entwurf Gesetz würde, so würde dadurch die gründ- liche Lösung der sozialen Frage erst recht auf die lange Bank geschoben, daS, meinte er bewiesen die Länder, in denen man einen Theil der im Gesetzentwurf enthaltenen Forderungen schon längst durchgeführt habe. DaS eherne ökonomische Lohn- Sesetz werde nach wie v�r seine Wirkungen fühlen lassen. Die »erren Dr. Lütgenau und Michelsen machten diesen AuS- führungen gegenüber geltend, daß man daS Arbeiterfchutzgesetz alS den ersten Schritt zur Anbahnung einer wirk- samen Sozial-Gesetzgebung betrachten müßte, die Ar- deiter sollten überall energisch für diesen Gesetzentwurf eintreten. Hierauf therlte der Vorfitzende mit, daß da« VereinSmttglted Herr Klein verstorben sei und bedauerte, daß fich nicht mehr Mitgl'-�" bei der Beerdigung de» Verstorbenen betheilial Hader lung ehrt daS Andenken des Verstorvenen dueui«.thever...n den Sitzen. Alsdann wurden dm streikenden Drechslern 50 M. aus der VereinSkaffe bewilligt. Drei Vereinsmitgliedem wurden ebenfalls Unterstützungen bewilligt. Alsdann berichtete Herr Wille über die beabsichtigte Gründung eineS Vereins der Mechanilarbeiter. Er n klärte fich gegen dieses Projekt und plaidirte für Anschluß der Mechanuarbeiter an den Klavier- arbeiterverein. In demselbm Sinne sprachen fich die meisten der folgenden Redner aus. Man habe durchaus keine Ver- anlassung. noch einen neuen Verein zu gründen, der doch nur, wie ein Redner auS der Mechanikdranche fich ausdrückte, ein „Dcstillationsstützen- Verein" werden würde. Für eine der- artige Gründung würden fich sämmlliche denkendm Vtechanrk- arberter bestens bedanken. Dieses wurde dann auch von den in ver Versammlung Anwesenden auf daS Bestimmteste auS« gesprochen. Zum Schluß wieS der Vorfitzmde Herr Zubeil darauf hin, daß die geplante Vereinigung gar keine Ver- einigung sondern nur eine Zersplitterung bedeute und legte eS ebenfalls allen Mechanikarbettern an'S Herz, fich dem be- stehendm Vereine anzuschließen. ES würde doch eines Tages dahin kommen, daß von dm Klavierarbeitern der Generalstreik proklamirt wird und daß dadurch, fie mögen wollen oder nicht auch die Mechanikar better veranlaßt würden, mit den Klavier- arbeitem gemeinsam vorzugehen, dann würden eS vielleicht die Mechanikarbeiter bedauern, wenn fie ganz oder doch ungmügend (wie eS doch von einem kleinen Verein garnicht anders zu er- warten sei) organifirt find. Je größer der Verein, desto wider- standsfähiger würde derselbe sein, dies mögen diejenigen sich überlegen, die noch nicht begriffen haben, daß es nur durch die größtmöglichste Einigkeit möglich ist. Vortheile für dm Ar- heiter zu erringen. bfn. Die öffentliche DrechSlergesellen-Versammlung am Sonntag Vormittag im Köntastadt-Kastno, nur von etwa 70-80 Thmnehmern besucht. Uever die Resultate der Streik- bcwegung. mit welcher bekanntlich, soweit es fich nicht noch um die Verhängung der ArbettSspenen über einzelne Werk- stellen handelt, abgeschlossen wurde, referirte Herr Sünder- mann. Derselbe thetlte mit. daß im Ganzen die Forderungen In 93 Werkstätten mit ca. 370 Gesellen bewrllrgl seien und »war in 75 Werkställm für Bau« und Mödelarbeit(mit 270 Gesellen) durch einen Lohnzuschlag von 15 bis 50 pCt., in 15 Wcrlstellen für Galanteriearbeit(mit 81 Gesellen) durch 15 bis 30 pCt Lohnzuschlag: und in 2 Werkstellen für Schinnarbeit(mit 12 Gesellen) 25 pCt. Lohnzuschlag. Ferner kam zur Sprache, daß in der Gorschner'schen Werkstatte lWafferthorstraße) schon wieder Lohnabzüge gemacht werden. Fe nach Umständen will man dagegen mrt Verhangung der Sperre vorgehen. Schließlich gelangte folgende, von Herrn Buchmann eingebrachte Resolution einsttmmia zur Annahme: Die heutige Versammlung x. erklart, daß die bisher erzielten Erfolge für uns maßgebend sein müssen, un?, um diese Erfolge tü&P"" tit polizeilicher Auflösung mdete nach etwa halb- Besserun tb. ww»-_ stündiger Dauer die öffentliche Kommunalwählerversammlung für den 19. und 21. Kommunalwahlbezirk, welche am 8. d. m" von dem Arbeiter-Wahlkomitce nach den Bürger-Sälen einde- rufen, dortselbst unter Borfitz.deS Herrn Krause tagte. Be- -•---». W»»» vn/H' L'- L- lilfSFSSSSsiÄ Sie« in längeren Ausführungen darauf die„liberale" Majoriiät der hin, wie wenig Sadtverordneten- Versamm- lung ihrer großen Aufgabe, die Interessen der ge- sammten Bürgerschaft zu vertreten, gerecht geworden sei. Als Beweis hierfür führte der Redner da» Verhalten der Majorität der Stadtverordneten zur Reform der Mtethssteuer an. Er kritifirte diese Steuer mit scharfen Worten, eine Reform derselben sei in jeder Hinficht dringend erforderlich. Die libe« rale Partei betheure so oft, fie habe ein warmfühlmdeS Herz für die Arbeiter. Für eine solche„Liberalität" bedankten fich aber die Arbeiter bestens, für eine solche„Freiheist' hätten fie noch nie geschwärmt. Als Referent sodann diese„Freiheit" mit einem etwas unparlamentarischen Ausdrucke kennzeichnete, er- folgte die polizeiliche Auflösung. Zentral-Krauken- und Sterbekasse der Maurer re. (Grundstein zur Einigkeit.) Oertliche Verwaltungsstelle Berlin l. In der am 6. d. M. abgehaltenen Mitglieder-Versammlung hielt Herr RegierungSbaumetster Keßler einen beifällig auf- genommenen Vortrag über das Unfallverficherunasgesetz. Hierauf erfolgte auf Grund der Bestimmungen des§ 45 des genannten Gesetzes die Wahl eines Bevollmächtigten und zweier Ersatz- männer, welche bei den Unfall-Untersuchungen mitzuwirken haben.(§ 54 deS Uns.-Verf.. Ges.) Gewählt wurden: Herr F. Wille, Fürstenbergerstt. 3, zum Bevollmächtigten, und die Herren Lehrend und Horlitz als Ersatzmänner. Ferner wurde mitaetheilt, daß am 21. d. M., im Salon„Zum deutschen Kaiser", Lothringerstr. 37, ein Tanzkränzchen stattfindet und hierzu ein Vergnügungs-Komitee gewählt. BilletS für Herren 50 Pf., Damen 25 Pf. find täglich im Kaffeelokal, Lothringer- straße 37, beim Kasstrer zu haben. Fachverein der Drechsler, Knopfarbeiter und ver- wandten Berufsgenoffen. Heute Abend 8% Uhr Mitglieder- Versammlung in Keller's Lokal, Andreasstraße 21. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Wahl des 1. Kasstrer». 3. Vortrag des Herrn Michelsen. 4. Verschiedenes uno Fragekasten. Gäste find willkommen. Neue Mitglieder werden aufge» nommen. Für Schuhmacher. Der Fachunterricht des Unter» stützungsverein der Schuhmacher beginnt heute Abmd 8V, Uhr bei Mündt, Köpnickerstr. 100. Theilnehmer können fich daselbst noch melden._ Merarisches. Von dem illustrirten UnterhallungSblatt„Die Neue Weist', Hamburg. Verlag von I. H. W. D i e tz, ist soeben Heft 4 des elften Jahrgangs erschienen. Inhalt: Vom Stamm gerissen. Roman von E. Langer. (Fortsetzung.) Der Franzosenfeiertag. Schwabenstreiche aus dem Jahr 1843. Dargestellt von Wilhelm BloS.— Ein Jrrthum deS Herzens. Eine Episode aus dem Leben der Groß» stadt. Von Hugo Rösch.— Ueber die Bedeutung des Wasser« tranSports und die Frage, wer künstliche Wasserstraßen bauen und in Betrieb halten soll. Von Bruno Geiser.— Fort« schritte und Erfahrungen in Industrie und Gewerbe. Zusam« mengestellt von O. Waller.— Die Krinoline. Satyrische Fingerzeige von Dr. Alfred Stelzner.— Unsere Illustrationen: San Lazaro bei Venedig. Ein pelikanartiger Fisch. Vortheil« haftcr Tausch.— Für unsere Hausfrauen: Ein Wetterprophet. Apfelweinkaltschale.— Naturwissenschaftliches: Die Hagelschläge im Jahre 1835. Wodurch die Sonne als Feuerherd erhalten wird. Phystognomischei Frageschema.— Polytechnisches.— Silbenräthsel.— Aerzlicher Rathgeber.— Redaktions- Korrespondenz._ Kriefkasten der Redaktion. H. R. Graz. Der Raum unsere? Blattes ist durch hiesige Versammlungsberichte derart ttt Anspruch genommen, daß wir Ihren sehr ausgedehnten Bericht nicht aufnehmen können. Ihr Brief war ungenügend frankirt. Den angebotenen Artikel müssen wir erst lesen, bevor wir ein Urtheil über den« setzen rbAenf# kennen. in den nächsten Nummern Ihren Andeutungen in oen nacynen Nummern auf den Gegenstand zurückkommen. Im Uebrigen find wir Ihnen sehr verbunden für Ihr freundliches Anerbieten, vielleicht findet fich im nächsten Sommer Gelegenheit dazu. AuS Interesse 1000. Diese Fragen haben kein allgemeines Interesse. Nr. i.®. 0. Der Miether muß zahlm. Theater. Heute: Overnhan». Heute: Die Stumme von Porttci. Schausvielhaus. Heut«: Die Piccolomini. Vorher: Wallenstein's Lager. Deutsche» Theater. Heute: Die Räuber. Frtedrtch-WilhelmKädtikchet Theater. Heute: Ofsenhach- Cyclus. Die schöne Helena. Restdenz-Theater. Heute. Theodora. Wantter-Theater. Heut«: Herr und Frau HlppokrateS. Belle-Alltanee-Theater. Heut«: Doltor Klaus. Walhalla-Overetten-Theate«. Alle Jakobstraße 32. Direktion: Adolph Ernst. Heut«: Zum 102. Male: Die wilde Katze. Gesangsvoffe in 4 Akten von W. Mannstädt, Mufik von®. Steffens. Louisenstädtische» Theater. Direktion: Jos. Firmans. Die Stumme von Portici. Vstend-Theater. Heut«: Gastspiel der Liliputaner. Die kleine Baronin. Theater der Reichshalle«. Täglich: Aufreten sämmlltcher Spezialitäten. Ameriean-Theater. Täglich: Auftreten sämmllicher Spezialitäten. Kaufmann'» Variet«. Täglich: Große Spezialrtäten-Vorstellung. Konkordia. Täglich: Austreten sämmllicher Spezialitäten und theatralisch« Vorstellung._ Alharnbra-Theater. Wallnertheaterstraße 15, Heute und folgende Tage: Der Lumpensammler. Drama in 5 Ästen nebst einem Vorspiel von Felix Pyat. In PariS auf dem Theatre de la Ponte Ei. Mariin über 100 Mal mit außerordentlichem Erfolge gegeben. Vor der Vorstellung: Großes Konzert der HauSIapell«. Anfang de« Konzerts 7 Uhr, der Vorstellung 8 Uhr. Bons haben Wochentags Giltiglett. Hnehr's CaaiB«. Orauteustratze 24. Nauvynstraße 65». Täglich: Grosse SpeKlailtiten-Vorstelliuf. Neu! Auftreten deS berühmten Mianon-TänterpaareS Ge- schwister Koottit, deS TransformationslünstlerS Hrn. Klösselli. des urkomischen WillmS, der Wiener Duettisten Geschwister Kranke, der Chansonetl-n Fil- Büren, La zarin i, Krüger, sowie Spezialitäten l. Ranges. Näheres die Tagesprogramme. Wochentags Ans. 8 Uhr, Sonntags Ans. 6 Uhr._ w ftig-n.. Passage 1 Treppe. 9 It Morg. bii 10 U. Ab. xDOy Kaiser-Panorama. ygSSSa Z erste« Male: Die malerischen Landschaften der Pyrenäen. Savoyen und eine bequeme M o n t« blanc-Befteiauna. Hertha> R eise. Karolinen- Palau-Jnseln K.»Reise 20 Pf., Kinder nur 10 Pf. Abonn. 12670 Pränscher's anatomisches Musenm im rothen Schloss'W tos 9 Morgens bis 10 Abends für erwachsene Herren. Freitag ganzer Tag DälTlCIltä�. 2700 Unserem Mitgliede O. Krügelstei« zu seinem Tage ein donnerndes Hoch! heutigen [2740 E. H i l l n e r. Unterm lieben Hermann(Horn zum heutigen Tage ein dreifaches Hoch.[2735] Hermann und Otto(Kldn). Todes-Anzeige. Allen Bekannten zur Nachricht, daß unser Kollege Jallns Beerbsnm am Eonnabend, den 7. d. Mts., gestorben ist. Die Be- erdigung findet am Donnerstag, den 12. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle deS alten Jerusalemer.' KiichhofS, Belle-Alliancestraße, aus statt.[2732 Die Kollegen rik v o der Pianoforte-Fabi ion E. Krause. Meinen wertben Vereins- und Beziiks-Genoffen empfehle ich mich zum Sinrahmen aller Arten Bilder zu soliden Preisen. 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Der Wichtigkeit der Tagesordnung halber ist das Er- scheinen sämmtlicher Mitglieder dringend nothwendiq.[26»3 _ I. A.: Frau Vötting. Herzl. Bitte um ein Darlehn von 60 Ml. Sicherh. vorb. Gest. Offerten unt. E. J. 27 an die Expcd. d. Bl.__[2733 Damen- und Kindermäntel werden angefertigt und modcrnifitt bei Fröhlich, Grünouerstraße 13.[2738 Veränderungshalber 1 Wohn., Ewbe, Küche, Batton. billig sofort Hollmannstraße 33, Hof 1 T>p- Schröter._[2737 ist zu omp. Durch die Expedition, Zimmerstraße 44, beziehen: Der im Verlage von Wörlein u. K soeben erschienene Deutsche Handwerker- und Arbeiter- Notiz-Kalender fit das Zitzr 1886 Der Kalender ist inhalttich wiederum bedeutend vermehrt worden. Außer den bisher schon darin enthaltenen Tabellen, Tarifen und Gesetzen(als Krankenverstcherungs- gesetz mit Nachtrag vom 28. Januar 1885, Hilfst kafsengesetz mit Novelle vom 1. Juni 1884 jc.) find neu beigefügt: Das Gesetz über die Freizügigkeit, Gesetz, betr. das Urheberrecht an Mustern und Modellen. Gesetz über Markenschutz. Im Geschichts- kalender stnd die in der neuesten Zeit eingettetenen Ereignisse nachgetragen. Der Kalender, mit Schreibpapier und Papier für Tagesnotizen ausgestattet, lostet wie bisher 50 Pfennig. Auf vielfachen Wunsch ist eine stärkere Ausgabe mit mehr Schreibpapier und besserem Einband ange- fertigt, von der das Exemplar zu 70 Pfennig abgegeben wird. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Ottskrankenkasse der Lildhaller, Atuckateure etc. Die General-Versammlung findet am Dienstag 17. November v.J., Abend- präzise 3 Uhr, im Lourft städtischen Konzerthause, Alte Jakobstr. 37, � Den Mitgliedern 1. Klaffe ist der Zutritt zur General s- sammlung gestattet. Um zahlreiches und pünktliches Ersche» bittet_[27311_ Der Vorfian� Preussische Central- Bodcncredit- Aktiengesellschaft. ConTertflrnng der 4�2 prozentigen zum Nennwert rückzahlbaren Pfandbriefe der Emission vom Jahre 1879 in ♦prozentige Pfandbriefe. Die Convertirung erfolgt unter den bereits bekaa»1* machten Bedingungen, bis elnschlleitsllch den 11. üTorember 1»' in Berlin bei der nnterzeichneten Dhection „„ Direction der Disconto Gesell „„ Herrn S. Bleichröder, in Frankfurt a. M. bei den Herren M. A. von Schild& Söhne, in Cöln bei den Herren Sal. Oppenheim jnn. Der Inhaber erhält den gleichen Nennwerth 4pi tiger Pfandbriefe unter sofortiger Znzabluug von'/(i für die Differenz der Stttckzinsen vom 1, Januar bis" 1886. Die zur Convertirnng nicht eingereichten Pfai werden ansgeloost und am 1. Juli 1886 pari zurück Berlin, den 7. November 1885 PseM.sslsche w, Central-Bodencredit-Aittlengesellschsv'j Die Direction: _ Dr. Jacob i. Bossart. Klingemann. Arbettsmarkt. Ein guter Hosenfchnetder sucht Beschäftigung auf| statt. Zu erfragen bei S a l z w e d e l, Klosterstr. 83. Der unentgeltliche Arbeitsnachv der Klavierarbeiter befindet sich Skalitzerstraße 18 bei Stramm. ßS � i UK w s, s s«*••« ä e m 1 s s««««« li-l älsi-iäS-SplsS- si-SSifi .. i: UmiL i 'i ¥ Ä• & £««•«» rem### • U- :|:si......:si � X ZZ k Ä I- m'm as g< g g B-S I m äs e£« 1444*= I §3 s 2 s Z i: S oo Sl S- o o S« » lO o oo 2«3 ll" lll Üäll %�as6 s 5 i> l: 0 "l! i s 0Z Sw s s» Ii Z S 1 1 Z88 12 I 2SS2S2SS* g' a e 0) II Iiis oSss sS..SS-üHli' e;Kcrfa üüQüa) ä I. I. I. I. I. I. I I. I I I. I � § I pd I I'Z fs I I s S I I USLUm� säsl-tP u Jim " ilifs i*MU Iiis® OD JG O u,, 2 I I I I I l_, a•' 3 b w—-*- Uli S.28 Ttt S S CO � ZZZZ sillj gllls l.a.2.a| iiiii Sssss§ T-t TH QQ £ S« llf S Jrii-3 isii''- tili- WZ- tlf1 \sitUU ecjS N — so w O O O Q w«O«O CO C4 O* CO wf c r e J l| 31 E 3- ». e- sä,® i i! Iii -L f-- L?« ~SSS2 S0 || S V"-I ! 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