Nr. 270. = Erscheint täglich außer Montags. Abonnements= Prets pränum.: Bierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg., Sonntags Nummer mit illuftrirter Sonntags: Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mr. pro Quartal. Unter Kreuzband für Deutschland u. Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post Beitungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts 13. Jahrg. Infertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inferate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: " Bozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Dienstag, den 17. November 1896. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3: D aber im allgemeinen Intereffe lag. Es hieße Eulen nach entschieden. Die Verwaltung drängte aber immer wieder dahin, Der Beugnißzwang gegen Athen tragen, wenn wir noch besondere Gründe für die in entgegengeseztem Sinne zu entscheiden. Dem fortdauernden Redakteure als Preknebel. Beseitigung des Zeugnißzwangs gegen die Presse anführen wollten. Drängen der Verwaltungsbehörden hat noch nie ein Richterkolleg, Ein Schutz gegen den Zeugnißzwang der Preffe ift in öffentlichem deffen Mitglieder ja auf Vorschlag der Verwaltung ernannt Für die Feigheit und Rückgratlosigkeit unserer bürgerlichen Interesse absolut erforderlich. Hat doch selbst Friedrich Wilhelm III. werden, auf die Dauer widerstanden. Dieselben Gerichte, und Parteien in all' den Dingen, wo es sich um einen Kampf auch von Preußen verfügt, daß eine anständige Publizität auf jede Weise natürlich auch das Kammergericht, erkannten wenige Jahre nur für ein Atomchen Freiheit handelt, legt die Kompromißneigung gefördert werden muß, da sonst die Beamten eine bedentliche Eigen- später dahin, daß das Zeugnißzwangsverfahren in Disziplinars der bürgerlichen Parteien, insbesondere der Nationalliberalen macht erhielten" und vorhandene Mißstände nicht abgestellt werden fachen zulässig sei, wiewohl Artikel 8 der Verfassung und des Zentrums, der Justiznovelle gegenüber abermals ein tönnten. vorschreibt: Strafen fönnen nur in Gemäßheit des beredtes Zeugniß ab. Der nächste zur Berathung im Plenum Der Reichstag verschloß sich der Nothwendigkeit einer Be- Gefeßes angedroht oder verhängt werden," und wiewohl zweifellos des Reichstags stehende Punkt der Novelle betrifft die Forderung feitigung des Zeugnißzwanges, und zwar sowohl für Straffachen das Disziplinargesetz die Androhung der Verhängung einer Strafe auf endliche Beseitigung des Zeugnißzwangs gegen Redakteure, wie für Disziplinarsachen, früher nicht. Bei Gelegenheit der zwecks Erzwingung eines Zeugnisses nicht zuläßt. Von dieser Verleger, Drucker und das zur Herstellung einer Zeitung erforder- Berathung des Prozeßverfahrens im Jahre 1874-Entwicklung der Rechtsprechung machen reaktionäre Verwaltungsliche Hilfspersonal. und bei der Berathung der Strafprozeß Ordnung organe ausgiebigen Gebrauch bis in die neueste Zeit hinein. Ein Zeugnißzwang gegen die Presse hat den Zweck, den im Jahre 1876 verlangte feine große Mehrheit, Es ist ja das Schema für solche Fälle bekannt: Ein Attendeckel Redakteur, Verleger, Drucker oder das Hilfspersonal zu Angaben der auch die nationalliberale Partei und Konservative wird seitens eines Verwaltungsbeamten genommen, darauf ges über den Ursprung einer Mittheilung zu nöthigen, die der Zei- angehörten: Beseitigung des Zeugnißzwangs. Getreu schrieben Disziplinarsache wider Unbekannt", und tung im Vertrauen auf ihre Verschwiegenheit zugegangen ist. Wer dem Grundsatz:„ Der größte Lump im ganzen Land, das nun der Amtsrichter, vor dem der Redakteur in Strafsachen Zeugniß unter folchen Umständen als Redakteur u. s. w. ablegt, ist und bleibt der Denunziant" nahm der Reichstag im Jahre Zeugniß abzulegen nicht gezwungen werden kann, ersucht, den handelt unanständig und ehrlos, mag das Gesetz ihn zur 1876 einen von Nationalliberalen eingebrachten Antrag Redaktenr in der Disziplinarsache zum Zeugniß zu Ablegung des Beugnisses zwingen oder nicht. Eine Bestimmung, auf Beseitigung des Beugnißzwangs an, der folgenden Wort zwingen eventuell ihm Haft bis sechs Monaten angedeihen zu die zu solchem ehrlosen Vertrauensbruch zu nöthigen versucht, hat laut hatte: laffen. darum auch keinerlei Erfolg, da es keinen anständigen Redakteur„ Wird der Gegenstand einer Strafverfolgung durch den Je mehr diese Versuche sich noch mehren, Redakteure zu der giebt, der trotz aller Zeugnißzwangs.Bestimmungen nicht lieber Inhalt einer periodischen Druckschrift gebildet, für welche nach unanständigen und ehrlosen Handlung zu zwingen, die Namen fich einsperren läßt, als das ihm geschenkte Vertrauen bricht. Der§ 20 Absatz 2 des Gesetzes über die Presse vom 7. Mai 1874 von nur der Redaktion bekannten Mitarbeitern zu nennen, desto Zeugnißzwang in Preßsachen enthält den Zwang zu der unehren- der verantwortliche Redakteur als Thäter haftet, so flarer wird die Nothwendigkeit, den Zeugnißzwang für haften Handlung, den Einsender zu denunziren. find Verleger, Redakteure und Drucker sowie deren Disziplinar sachen zu beseitigen. Was hat die zur Herstellung der Druckschrift verwendetes Hilfspersonal beKommission nach dieser Richtung hin gethan? Sie rechtigt, das Zeugniß über die Person des Verfassers und nahm zunächst einen Antrag an, der dem oben wörtlich mitEinsenders zu verweigern." Die berüchtigten Schacherverhandlungen, die zwischen zweiter und dritter Lesung stattfanden, brachten auf Wunsch der Regierungen diefe Borschrift jedoch in gleicher Weise wie im Jahre 1874 bei Gelegenheit der Preßgesetz- Berathungen einen ähnlichen Beschluß zu Fall. getheilten inhaltlich glich, lehnte aber einen Antrag unferer Genossen, hinter dem Wort„ haftet" einzuschalten: oder , oder handelt es fich um Ermittelung der Person des Einsenders oder Verfassers einer Druckschrift oder eines Theils derfelben", ab. Damit lehnte sie die Ausdehnung der Beseitigung des Zeugnißzwanges auf Disziplinarfachen ab. Aber selbst ihren schwächlichen Beschluß ließ die Kommission in dritter Lesung fallen, nachdem die Regierung ihr„ unannehmbar" daherdeklamirt hatte. Für die Plenarberathung hat Abg. Munckel die Aufnahme des Kommissions- Antrages beantragt. Es soll danach als§ 55a der Strafprozeß- Ordnung eingeschaltet werden: Ein Schuß gegen den Zeugnißzwang durch deffen Beseitigung ift in eminent öffentlichem Interesse nothwendig. Die Presse fann ohne folchen Schuh ihren wichtigen Beruf nicht voll erfüllen, das Unrecht öffentlich zu brandmarken, Schäden in der Gesellschaftsordnung an die Deffentlichkeit zu ziehen und für ihre Abstellung mitzuwirken. Der Zeugnißzwang tritt dem Zweck einer anständigen Bresse feindlich entgegen, die Wahrheit aufzudecken, in alle Winkel des Staats- und Gesellschaftslebens hineinzuleuchten. Er leiftet aber der Heuchelei und Niedertracht, der Korruption Seit dem Jukrafttreten der Strafprozeß- Ordnung ist es und Reaktion und dem schlimmsten Rückschritt Vorschub. Das daher für Straff a chen zweifellos geltendes Recht, daß ein Land, wo man die Anonymität der Presse aufhob, Redakteur in einer Straffache zum Zeugniß oder im war das Frankreich des zweiten Raiserreichs, die Fall der Weigerung zu 6 Monaten Haft gezwungen Heimath der ärgften moralischen und politischen Ver- werden fann, falls er nicht selbst der Mitthäterschaft lumptheit. Je forrumpirter, je heuchlerischer, je hilfloser verdächtig ist. Da die Rechtsprechung des Reichsgerichts aus gegen ihre Fäulnißftoffe eine Gesellschaftsordnung sich fühlt, dem verantwortlichen Redakteur eine in St affachen fast stets Begründet der Inhalt einer periodischen Druckschrift den defto eifriger verlangt sie unter allerlei Scheingründen verdächtige" Perfon gemacht hat, so ist der Zeugnißzwang in Thatbestand einer strafbaren Handlung, für welche nach das Recht zugestanden, den Namen des Einsenders durch Straffachen für den Redakteur fast bedeutungslos. § 20 Absatz 2 des Gesetzes über die Presse vom 7. Mai Zeugnißzwang zu erlangen, der wahre Thatsachen zur Anders ist die Rechtslage in Disziplinarsachen. In Dis- 1874 der verantwortliche Redakteur als Thäter haftet, so Veröffentlichung gebracht hat. Man denke an die vom ziplinarsachen kann nur der Beamte strafbar, der Redakteur also find Verleger, Redakteure und Drucker sowie das zur Her„ Vorwärts" veröffentlichten Erlasse über Mißhandlungen im nicht der Mitthäterschaft verdächtig sein. In Disziplinariachen giebt stellung der Druckschrift verwendete Hilfspersonal berechtigt, Heere. Die Veröffentlichung hat zwar noch nicht jene blöden Ver- es aber andererseits in Preußen zweifellos teinen Zeugnißzwang das Zeugniß über die Person des Verfassers und Einsenders fuche der seltsamen, Patrioten" beseitigt, das Vorkommen brutaler und weil es teinen Zeugnißzwang giebt, verstößt der Versuch zu verweigern." Mißhandlungen im Heere zu leugnen. Sie hat aber jedem Denten- eines Richters oder eines Beamten, einen Redakteur zur Ab- Würde dieser Antrag angenommen, so würde wohl gegen den zweifelsohne klargelegt, daß thatfächlich ungeheure Mißhand- legung des Zeugnisses zu zwingen, gegen die von ihm be- die Absicht des Antragstellers selbst die Beseitigung des lungen im Heere verübt sind, und hat mehr als alles zu schworene Verfassung und gegen das flare Recht. Dies Zeugnißzwangs nicht auf Disziplinar sachen erstreckt werden. einer Beschrankung derselben angeregt. Man denke an andere, war früher allgemeine Ansicht und so haben die Die sozialdemokratische Frattion hat selbstverständlich die Ausvon sozialdemokratischer Seite veröffentlichte geheime, amtliche Landgerichte zu Graudenz und Frankfurt am Main dehnung auf Disziplinarsachen beantragt. Es bleibt und außeramtliche Verfügungen, deren Inhalt nicht für und die Ober Landesgerichte zu Marienwerder und Frank- abzuwarten, ob der Reichstag zu der Komödie sich hergeben wird, Deffentlichkeit bestimmt war, deren Veröffentlichung furt a. M. wiederholt anfangs der achtziger Jahre einen scheinbaren Schutz gegen Zeugnißzwang durch die 121] Rienzi. Der lehte der römischen Volkstribunen. Roman von Edward Lytton Bulwer. Achtes Buch: Die große Kompagnie. Erstes Kapitel. Das Lager. = Säule mit der Juschrift: Allein unter Ruinen!" gestickt war. Die Aussicht, die mit jedem Schritte ihre mannigfaltige Schönheit mehr entwickelte, war in der That bezaubernd. Jm Vordergrunde dehnte sich ein langes Thal aus, in welchem dichter Wald mit grünen Wiesen abwechselte, und das durch Hügel begrenzt wurde, auf denen wilde Kräuter und Blumen Wohlgerüche verbreiteten, während Es war einer der lieblichsten Tage in der schönsten ein breiter filberner Strom- in häufigen Zwischenräumen Zeit des italienischen Sommers, als eine kleine Gesellschaft durch Wald und Hügel dem Auge verdeckt, um desto Heiter einen Hügel hinanritt, von dem man die Aussicht überraschender ihm plöglich wieder zu erscheinen, in der auf eine der schönsten Landschaften Toskana's hatte. An Sonne erglänzte. Die gegenüberliegenden Berge, sowie die, der Spige des Zuges fab man einen Ritter in vollkommener von denen der Zug jezt hinabritt, waren mit Weingärten Panzerrüftung, deren Ringe so fein waren, daß sie einem bedeckt, welche in Alleen und Arkaden angelegt waren, und zarten Netwerk glichen, und zugleich so eng verbunden, die Traube winkte so üppig unter dem dichten Laube daß sie der Lanze oder dem Schwert eben so erfolgreich hervor, als hätten die Faune einen Feiertag im Schatten Widerstand leisten konnten, als der schwerste Küraß, gehalten. Die Blicke des Ritters schwärmten über dieser während sie sich jeder Bewegung des Reiters leicht und genau bezaubernden Landschaft, durch das rosige Licht des anschloffen. Auf seinem Haupte trug er einen Hut von toskanischen Himmels beleuchtet, und wendeten sich dann dunkelgrünem Sammet, über den lange kostbare Federn mit ernster Aufmerksamkeit auf die grauen Mauern eines herabwallten, während von zwei Schildknappen, die ihm zu entfernten Castells, das hoch von dem steilsten der gegen Pferde folgten, der eine seinen Helm und seine Lanze trug, über liegenden Berge herab das Thal beherrschte. der andere ein kräftiges Streitroß führte, das ebenfalls ganz bepanzert war, dadurch aber in seinen feurigen Bewegungen nicht im geringsten gehindert wurde. Die Züge des Ritters waren sehr einnehmend, seine Gesichtsfarbe gebräunt durch die Sonne mancher Klimate, denen er aus Als ihn diese Gedanken noch beschäftigten, ertönte plötgesetzt gewesen. Einige schwarze Locken drangen unter lich der helle Klang eines Waldhornes in den Weinbergen seinem Hut hervor. Der Ausdruck seiner Züge war ernst, dicht neben dem Wege. Der Zug machte gleich Halt. Der selbst traurig, und die Lieblichkeit der unvergleichlichen Anführer desselben gab dem Schildknappen, der sein Streit Landschaft, die sich vor ihm ausdehnte, konnte die stille roß führte, ein Zeichen. Das edle und gut abgerichtete Schwermuth seines Blickes nicht aufheitern. Außer den Thier verhielt sich ganz ruhig, nagte jedoch an seinem GeSchildknappen begleiteten den Ritter noch zehn, von Kopf biß und bewegte das Ohr schnell hin und her, als stehe bis zu Fuß bewaffnete Reiter, und die leise Unterhaltung, eine Gefahr bevor, während der Schildknappe, in leichterer welche sie in Zwischenräumen führten, sowie ihr langes, Rüstung als die der Deutschen, in das Dickicht sprengte schönes Haar, ihre stattliche Größe, die dichten kurzen Bärte und verschwand. Er kehrte nach wenigen Minuten erhitzt und der vollkommene Zustand ihrer Waffen und Pferde, und athemlos zurück. Sieh," murmelte er bei sich selbst, wie jedes Eden in Italien seinen Fluch hat! Wo die Landschaft am schönsten ist, da kann man sicher sein, das Zelt des Freibeuters und das Kastell des Tyrannen zu finden." ließen sie als einem friegerischeren Geschlecht angehörig er- Wir müssen auf unserer Hut sein," flüsterte er,„ ich kennen, als die Kinder des Südens. Der Zug wurde sah Stahl durch das Weinlaub schimmern." durch zwei Männer von fast riesenhafter Größe geschlossen, Wir sind hier auf keiner vortheilhaften Stelle," sagte deren jeder ein reich geziertes Banner trug, auf welchem eine der Ritter, indem er schnell seinen Helm festmachte und " auf sein Streitroß sprang. Er winkte mit der Hand nach einer breiteren Stelle im Wege, wo die Reiter sich freier bewegen konnten, und eilte schnell mit seinem kleinen Zuge nach diesem Punkte, indem die Rüstung der Soldaten rafselnd erklirrte, als sie zu zweien hinter ihrem Führer eins hersprengten. Der Ort, wo sie sich aufstellten, war ein grüner Halbfreis, hinter dem dichtes Gebüsch den Abhang bis zum Thale hinunter bedeckte. Sie erreichten diesen Bunkt uns angefochten und stellten sich in einer Reihe nebeneinander auf. Jedes Visir war geschlossen, außer dem des Ritters, der sich besorgt und spähend in der Gegend umfah. " Hast Du gehört, Giulio?" sagte er zu seinem Lieblings- Schildknappen( dem einzigen Italiener in der Gesellschaft) ob_seid kurzem Freibeuter hier gesehen worden sind?" Nein, edler Herr, im Gegentheil, man sagte mir, jeder Söldner habe die Gegend verlassen, um zu der großen Rompagnie des Fra Monreale zu stoßen. Der hohe Sold, den er giebt, und die Lust am Plündern haben die Söldner aller andern toskanischen Herren zu ihm geführt." Kaum hatte er diese Worte gesagt, als das Waldhorn, fast von demselben Punkte wie vorhin, wieder ertönte und eine Erwiderung in einem kurzen kriegerischen Tone im Rücken der Reiter erfolgte. In demselben Augenblicke brachen aus dem Dickicht hinter ihnen blanke Rüstungen und Speere hervor. Sich auf einander folgend, ein Glied nach dem andern, kamen Bewaffnete aus dem Gebüsch. während eine noch größere Anzahl aus den Weinbergen vordrang. " Für Gott, für den Kaiser und die Colonna!" rief der Ritter, sein Visir schließend, und der kleine fest geschlossene Bug sprengte mit eingelegten Lanzen dem Feinde entgegen. Einige Dutzend durch den heftigen Angriff Niedergeworfener machten den Weg für die Reiter frei, und der Ritter wendete sein Roß und führte seinen Zug trotz des steilen Abhanges faft in vollem Galopp den Hügel hinunter. Eine Unzahl von Pfeilen, die ihnen nachgeschickt wurden, prallten unschädlich von ihren eisernen Rüstungen ab. ( Fortsetzung folgt.) Annahm» lediglich deZ AiitrageS MunSel zu schassen. während jedermann weiß, daß sein Inhalt fast über. flüssig und daß die Presse vor allem Schutz gegen Zeugnißzwang in s o g e n a n n t e n D i s z i p l, n a r. fachen verlangen muß. Sollte aber auch der Zeugnißzwang gegen Redakteure bleiben— nun so liegt eben ein fruchtloser Versuch mehr vor, einen Preßknebel zu schaffen. Der Redakteur einer Zeitung, der Prinzipien vertritt, wird sich zum Zeugniß trotzdem nicht zlviugen, sondern lieber 6 Monate einsperren lassen. Mebevlkchk. Berlin, 16. November. 9Im8 dem Reichstage. Der erste große Tag nach Wiederaufnahme der Arbeiten. Die Gallerien sind über« füllt und besonders die Diplomaten- und Hoflogen schillern von Uniformen. Im Saale unten dagegen ist trotz der Wichtigkeit der Tagesordnung mancher Platz unbesetzt. So fehlt Bennigsen, der nationalliberale Hinterfrontmarschall, dafür aber ist Herbert Bismarck anwesend und haben damit diejenigen einen Vorsprung gewonnen, welche auf„mter- essaute Zwischenfälle" hofften. Der Bundesrath ist unter Führung des Reichskanzlers vollzählig vertreten. tur Begründung der Interpellation über den Verrath taatsgeheimnissen nahm der Führer des Zentrums, Graf v. Hompesch, das Wort. Der Redner hielt, was die Zentrumspresse in den letzten Tagen zugesagt hat: er nannte den Namen des Fürsten Bismarck nicht; sonst hielt er sich knapp an den Wortlaut der Interpellation, welche unsere Leser kennen. Der Reichskanzler beschränkte sich darauf, daß er ab- lehnte, zu beantworten, ob bis zum Jahre 1890 ein Geheim- bund niit Rußland bestanden habe; was die Regierung aber sonst noch zu sagen hatte, das überließ der wortkarge Kanzler dem wortgcläufigeren Staatssekretär v. Marschall. Dieser erging sich dann auch in längeren Ausführnngen über die auswärtige Politik, in denen es an scharfen Wendungen und verdeckten Spitzen gegen die Bismarck- Anzapfungen nicht fehlte. Freilich waren dieselben mit Ausdrücken der höchsten Bewunderung für den„Schöpfer des Reiches" ver- bunden, aber über die wirkliche Stimmung, die im Aus- wärtigen Amte über den ersten Kanzler des Reiches herrscht, täuschten die gestreuten Rosen nicht hinweg. Dr. Lieber beantragte die Diskussion der Interpellation und nahm dann als erster Redner selbst das Wort. Es war recht wenig was er zu sagen hatte, das beste waren seine Schluß- worte, worin er kräftig betonte, daß es mit der Vertrags- treue gegen die Dreibundsgenossen unvereinbar sei, in der Weise, wie es im Assekuranzvertrag geschehen ist, hinter dem Rücken der ersteren zu mogeln. Den Kartellparteien war die Interpellation ersichtlich sehr unangenehm. Sie hatten beschlossen, sich auf Er- klärungen zu beschränken, aber nur die Reichspartei blieb dem Vorsatz treu und auch aus ihren Reihen sprach später Kardorff doch noch. Was im übrigen die Redner dieser Parteien zu sagen hatten, wurde treffend dahin zusanimengefaßt: wir wissen zwar nicht, was Bismarck veranlaßt hat, unter Bruch von Staatsgeheimniffen den Verlrag bekannt zu geben, aber wir billigen seine That, denn was Bismarck thut ist wohl- gethan. In einzelnen Partien recht scharf und treffend war die Rede Richter's. Direkt warf er dem Einsiedler in Friedrichs- ruh groben Vertrauensbruch vor, demgegenüber man aber um seiner früheren Verdienste willen wohl Gnade für Recht ergehen laffen könne. Köstlich war die Schilderung des Redners, wo er von dem Haus- meierthum des gewesenen Kanzlers sprach, der in seinen Nachfolgern nur„Fremdherrschaft und Eingriff in den familienbesitz" erblicke. Richter provozirte auch den Grafen erbert Bismarck scharf und verlangte von ihm besonders eine Erklärung darüber, was man in Friedrichsruhe unter den„englischen Einflüssen" verstehe, die von dort aus fort- gesetzt in einer Weise als vorhanden geschildert werden, daß Regierung und Krone als Marionetten erscheinen müssen. Nach einer vollständig gleichgiltigen Plauderei des Grafen Mirbach erhielt unser Liebknecht das Wort. Der- selbe konstatirte zunächst, daß unsere Partei wohl am wenigsten von allen von den Enthüllungen überrascht worden sei. Es sei die alte Politik des Fürsten Bismarck, welche sich auch hier zeige. Treulosigkeit nach allen Seiten. Diese Treulosigkeit sei aber der Diplomatie der alten Schule überhaupt eigen und Bismarck habe nur gethan, was er im Dienste seiner, der herrschenden Klasse thun mußte. Diese kann ohne gegenseitige Uebervortheilung und Treubruch nicht auskommen und da Bismarck in diesen Uebungen eine besondere Virtuosität entwickelte, deshalb verzieh ihm die Bourgeoisie seine Junkerrüpeleien und feierte ihn als den größten Staatsmann des Jahrhunderts. Nach einem ge- schichtlichen Ueberblick über die Aera Bismarck, welche ihre größten Triumphe darin feierte, ehemalige Freunde hinters Licht zu führen, sprach sich Liebknecht für die Politik der Offenheit und Ehrlichkeit aus, die aber erst platzgreifen werde, wenn die Arbeiter maßgebenden Einfluß gewonnen haben werden. Erst dann werde die Spitzbuben- und Räuberpolitik verschwinden. Es folgten noch diverse Redner, von denen nur die Abgeordneten Liebermann von Sonnenberg sowie der Demokrat Haußmann und Rickert Erwähnung verdienen. Liebermann bewährte sich auch heute wieder als der Klown der Rechten, der, wie Richter ganz richtig bemerkte. die Späße zu machen hat, welche die Herren der Rechten zwar aus vollem Halse belachen, die sie aber selbst zu machen sich für zu gut halten. Haußmann griff Bismarck nock scharf an, während Rickert nachwies, daß es mit der deutschen Einheit schlecht stände, wenn Bismarck die Politik der„Kreuz-Zeitung", das heißt der Rechten, befolgt hätte. tn einer persönlichen Bemerkung suchte Graf Bismarck chweigen zu rechtfertigen. Bei seiner„Vergangenheit" konnte er sich an einer Debatte nicht betheiligen, der that- sächliche Unterlagen fehlten. Der Herr Gras hat recht, seine Vergangenheit ließ nichts anderes erwarten, als daß er sich mit der Vorsicht des Ritters Falstaff aus der Schuß- linie drückte. Morgen Duelldebatte.— Zur Reform deS Militär-Strafprozeffes. Die Naumann'sche„Zeit" brachte in ihren letzten Nummern eine Artikelreihe: Erfahrungen aus dem Amtsleben eines ehemaligen Militärgeistlichen. Die Artikel stammen aus der Feder des Pfarrers Hermann Camilla Graefe, der noch im vorigen Jahre in Dresden als Divisionsprediger thätig war. Als solcher kam er in Konflikt mit der Militärbehörde. Es wurde ihm der Prozeß gemacht. Wie es dabei zuging, darüber berichtet Pfarrer Graefe folgendes: „Es war der 13. Dezember 1895. Ein sächsischer evan- gelischer Militärgeistlicher saß auf der Anklagebank eines sächsische» Mililärgerichls. Als Beisitzer fungirten ein Major und em Hauptmann. In die zwischen dem Audileur und dem An- geklagten statlfindenden Auseinandersetzungen greift der beisitzende Major etliche Male ein, sodaß der Angeklagte schließlich a» den Audileur die Frage richtet, wer eigentlich hier Unter- suchungsrichler sei. Jnfolgedeffen entspinnt sich ein ziemlich erregtes Rededuell zwischen dem beisitzenden Major und den, Angeklagten, in dessen Verlauf der letztere den ersteren auf ß§ 83, 84 der M.-Slr.-G-O. verweisen muß, wonach dieser während der Verhandlung lediglich die Aufgabe habe, aus Aufrechterhaltung der militärischen Ordnung bedacht zu sein, nicht aber in den Gang der Untersuchung einzugreisen. Hierauf hat der Angeklagte sich zu den Aussagen des einige Tage zuvor vernommenen Zeugen Lei... zu äußern. Angeklagter hat ausdrücklich beantragt gehabt, Lei..., einen in Chemnitz wohnenden Tischler, durch das zuständige Amts» gerichl vernehmen zu laffen. Trotzdem hat der Audileur den- selben persönlich in Chemnitz vernommen, und zwar hat er Lei... durch das Chemnitzer Bezirkskommando vorladen lassen, welch' letzteres dem Lei... eine Gestellungsordre ohne Angabe des Sachbelreffs hat zugehen lasse». Der Angeklagte erklärt, daß Zeuge Lei... auf unzulässige Weise für den betreffenden Tag zum Soldaten gc> macht worden sei, da derselbe weder direkt durch das Militärgericht noch auch— dies ist das allein Richtige— durch Vermittclung des zuständigen Zivilgerichrs, sondern mittels dienstlichen Befehls durch das Bezirkskommando vor- geladen worden sei. Der Auditeur erwiderte, daß er dies „immer so mache". Worauf der Angeklagte antwortet, daß ihm völlig gleichgiltig sei, wie der Auditeur dies sonst mache: jeden- falls lasse er in seinem Prozesse derartige Ungesetzlichkeiten nicht zu; ob Lei... an dem betreffenden Tage Löhnung er- hallen habe? Auditeur: Nein; er hat doch Zeugengebühren erhallen! Angekl.: D a d u r ch ist bewiesen, daß Lei... an dem betreffende» Tage nicht Militär-, sondern Zivilperson war, da Mililärpersonen nach M.-Str.-G.-O. Z 279 keinen Anspruch auf Zeugengebühren haben. Ich bitte Sie also, zu Protokoll zu nehmen, daß ich diese ganze Angelegenheit für ungesetzlich erkläre. Der Auditeur muß dies thun. In diesem Augenblicke läßt jedoch der beisitzende Hauptmann es sich in den Sinn kommen, laut zu lachen! Da niemand hiergegen ein- schreitet, so stellt der Angeklagte selbst den Offizier zur Rede. Letzterer erwidert jeooch, daß es den Angeklagten nichts an- gehe, wenn er lache; er könne lachen, wann er wolle! Natiir» lich erklärt der Angeklagte, daß er dem betreffenden Herrn noch beweisen werde, ob dieser vor Gericht lachen dürfe, wenn es ihm beliebe, oder ob nicht." Am nächsten Verhandlungstage lehnte der Angeklagte den betreffenden Hauptmann für die Zukunft als Beisitzer ab, und der Beschwerde wurde auch Folge gegeben.— Wer traut sich zu glauben, daß ein Unteroffizier oder gar ein einfacher Soldat, wenn er ans der Anklagebank hinter ver- schlossenen Thüren gesessen hätte, ebenso energisch seine Sache vertreten hätte, wie dieser Divisionspfarrer? Und andererseits: Wenn sich schon ein Geistlicher so fest auf die Beine stellen mußte, welche Umstände mögen da manchmal mit dem gemeinen Mann gemacht werden? Zum Schlüsse mag noch bemerkt werden, daß, nach der„Zeit", Pfarrer Graefe„der Politik gänzlich fern steht".— Vierter Stand und Klassenkampf. Vor einigen Tagen berichteten wir über einen Artikel des national- sozialen Herrn Pastors Göhre, in dem er erNärte, daß die„National- Sozialen" ausschließlich für den vierten Stand arbeiten wollten, wozu vor allen Dingen gehören sollte, daß die für das national-soziale Programm gewonnenen Arbeiter den sozial- demokratischen Gewerkschaften zugeführt würden.— Wenn irgend- wo, dann wird natürlich in unseren Gewerkschaften der Klaffe»kämpf geführt und man konnte also annehmen. daß Herr Göhre diesen Klaffeukamps für etwas sehr nothwendiges ansähe.— Wir schrieben zu diesen Erörterungen, daß jemand, der mit diesen Dingen Ernst machen wolle, in der bürgerlichen Gesellschaft bald recht vereinsamt sein und keine Gegenliebe finden werde. Etwas ähnliches scheint Herrn Göhre mittlerweile auch aus eben diesen bürgerlichen Kreisen heraus klar gemacht worden zu sein; denn in der heutigen Nummer der„Zeit" findet er bereits, daß der Klassenkampf doch eigentlich etwas sehr»ebensächliches fei, und daß er unter„viertem Stand" nicht nur die besitzlose» Arbeiter, sondern auch die kleine» Hand« werker, Bauern. Beamten. Kaufleute, Volksschullehrer, die Frauen und endlich alle„Gebildeten und Besitzenden" verstehe,„deren Herzen aufrichtig und ehrlich mit dem Volke schlagen". Und bann schreibt er: „Scbon scheint die Sozialdemokratie mit ihrer ganzen inneren Entwicklung auf das tobte Geleise geralhen. Wir nationalen Sozialisten stehen schon als Erben vor ihrer Thür. Wir muffen den größeren und reineren Sozialismus der Zu- kunft herbei- und durchführen helfen— mit und für den vierten Stand." Auf den„Sozialismus" der oben aufgezählten Volkskreise, die Herr Göhre als„vierten Stand" zusammenfaßt, darf man wirklich gespannt sein. Und ferner darf man den Artikel wohl als eine kleine Abwiegelung auffaffen, dazu dienend, die eben- -alls zum„vierten Stand" gehörenden„Gebildeten und Be- ätzenden" nicht graulich zu machen? Der Friedensabschluß zwischen dem RegnS Menelik und dem italienischen Unterhändler Nerazzini ist am 26. Oktober erfolgt. Die Hauptpunkte des Uebereinkommens sind folgende: Ter Bertrag von Utschialli, der Italien eine Art Schutzherrschaft über Abessynien zugesprochen, wird aufgehoben und die vollkommene Unabhängigkeil Aethiopiens anerkannt. Bis zur endgiltigen Festsetzung gilt die Mareb-Linie als Grenze. Bis zur endgiltigen Grenz festsetzung darf Italien keine Gebiets- abtretung an eine fremve Macht vornehinen; giebt sie einen Gebietstheil freiwillig auf, so fällt dieser unter die äthiopische Herrschaft zurück. Binnen eines Monats wird der Vertrag ratifizirt. Für den Unterhalt und die Zusammenziehung der italienischen Gefangenen zahlt Italien eine angemeffene Ent- chädigung.— Der Vertragsabschluß soll in Rom einen aus- gezeichneten Eindruck gemacht haben. Das kann nur möglich sein, wenn man hier entschlossen ist. die ganze afrikanische Kolonie iahren zu lassen. Auf so etwas kommt der Vertrag in Wirklich« keit auch hinaus. Das ganze Gebiet, das man seit Crispi er- obert hatte— es ist cks kaoto schon lange wieder verloren gegangen— giebt man aus und auch alle Ansprüche auf dasselbe. Was übrig ileibt, ist als Kolonie nicht lebensfähig. Aber man darf es nicht einmal verkaufen oder vertauschen. trotz der hundert von Millonen, die man hineingesteckt. Man kann es höchstens frei- willig aufgeben. Dann fällt es Aethiopien zu. Mit einem Wort: Mit dem vorliegenden Friedensabschlnß bat die italienische Kolonialpolitik öffentlich ihren Konkurs erklärt. Und deshalb hat man den so schon ausgeschundenen Bauern und Arbeitern den letzten Heller erpreßt und abertausend junge kräftige Männer in den Steinwüsten Abeffyniens hinschlachten lassen?!— Wie sehr sich übrigens der Menelik bereits fühlt, zeigt das Telegramm, das er anläßlich des Friedensschluffes an den Präsidenten Faure gerichtet und in dem es heißt:„Unter Gottes Beistand haben wir unserm Volke den Frieden wiedergegeben. Indem wir heute den Friedensvertrag mit dem Bevollmächtigten Sr. Majestät des Königs von Jtal-en unterzeichnen, schätzen wir uns glücklich, daß unsere Freunde sich mit uns darüber freuen."— Chronik der MajestätsbekeidigungS« Prozesse. Aus Rache hatte der Arbeiter Brandlstedter die am Spitzengang in Kiel wohnende Ehefrau Lewandowsky wegen Majestät»- beleidigung denunzirl. Der Ausdruck, den die Frau gebraucht. ist jedoch nach Ansicht des Kieler Gerichts überall beim Volke gebräuchlich und nicht beleidigender Natur, auch wird die Absicht der Beleidigung nicht angenommen und erfolgt deshalb kostenlose Freisprechung. Der Denunziant jedoch, welcher trotz mehrfacher Verwarnung des Vorsitzenden mit seiner eidlichen Aussage sich im direkte» Widerspruch mit zwei vom Gericht als glaubwürdig befundenen Zeugen befindet, wird wegen dringenden Verdachts des Meineides sofort in Haft abgeführt. Die Oeffentlichkeit war bei dieser Verhandlung ausgeschlossen. � Deutsches Reich. — S t ö ck e r hat gegen das im Prozeß Witte gegen ihn ge» fällte Urlheil Berufung eingelegt. Sn einer Erklärung im„Volk" behauptet Stöcker, daß ihm ang der Verhandlungen ebenso unverständlich wie das Er« kenntniß sei. Hätte er anwesend sein können, so würde manches aufgeklärt sein, das im Dunkel geblieben ist. Herr Stöcker hat aber wohl gewußt, weshalb' er abwesend war. Er hat sich wohl- weislich gesagt, daß er noch beschämter dagestanden hätte, wenn er Aug' im Auge seinem Gegner gegenübergestanden hätte.— Stettin, 14. November. Eine hier heute Abend von dem Obervorsteher der Kaufmannschaft Hakel einberufene, zahlreich besuchte Versammlung hiesiger Rheder, Kaufleute und Industrieller sowie der Spitzen der städtischen Behörden begründete einen Ver- ein, welcher die Herstellung einer den Anforderungen des hiesigen Verkehrs entsprechenden Wasser st raße zwischen Berlin und Stettin bezweckt. Der Verein konstituirte sich mit dem Namen„Pommerscher Binnenschifffahrts-Verein". — Eine eingehende Nachsuchung tiach sozial» demokratischen Schriften hat bei sämmtlichen T r u p p e n t h e i l e n der Garnison D a n z i g stattgefunden. Zu diesem BeHufe war durch Konnnandanturbefehl bekannt gegeben ivorden, daß niemand von der Mannschaft bis zum Feld- ivebel aufwärts die Kaserne bezw. die Privatquartiere verlassen dürfe. Ueber das Resultat der Revision, welche durch mehrere Offiziere erfolgte, ist bisher nichts in die Oeffentlichkeit gelangt. Aller Wahrscheinlichkeit wird das Ergebniß das übliche sein: Nichts oder das Auffinden eines Stückes einer alten sozialdemo- kratischen Zeitung, die von irgend einem Kaufmanne als Makulatur erworben und zum Verpacken der Waaren benutzt wurde.— Wilkau(Sachsen). 14. November.(Eig. Ber.) In der am 13. November abgehaltenen Gemeinderaths-Sitzung wurde auf Autrag des Genossen Müller die Einführung einer Umsatz. st euer einstimmig abgelehnt. Außer Müller sprach sich auch Gemeinde-Aeltester Fabrikbesitzer Dietel gegen die Umsatz- fteuer aus.— Zwickau, 15. November.(Eig. Ber.) Die heute in Schedewitz abgehaltene Versammlung von Mitgliedern des Konsumvereins, welche von ca. 500 Personen besucht war, nahm »ach einem Referat des Ausstchtsrathsmitgliedes H Sachse und nach lebhafter Debatte einen gründlich ausgearbeiteten Protest gegen den Beschluß des Gemeinderaths, Auflegung einer 2prozentigen Umsatzsteuer betreffend, an; das Schriftstück wird der Amtshauplmannschaft eingereicht werden. Detmold, 14. November. Die Landtagswahlen im Fürsten- thum Lippe- Detmold sind nunmehr beendet. Die Fr ei« sinnigen haben zu den sechs Mandaten, die sie bereits besaßen, noch drei andere gewonnen und kommen in zwei weiteren Wahlkreisen in die Stichwahl. Sollten sie auch hier erfolgreich sein, so würden sie mit elf Stimmen die Mehrheit im Landtage haben. Es wurden ferner neun Konservative und Nationalliverale gewählt, darunter v. Stielencron zweimal. Auch Präsident v. Lengerke wurde wiedergewählt. Es ist eine große Zunahme an sozialdemokratischen Stimmen zu verzeichnen.— Rudolstadt, 15. November.(Eig. Ber.) Die Parteigenossen des Leutenberger Kreises haben nach der seitens des Rudolstädter Zentral-Agitationskomittees ausgegebenen Parole, in der am Freitag stattgehabte» Landtags- Stichwahl zwischen dem Land- wirth Weniger(freis. Vp.) und dem reaktionären Landrath v. Holleben fiir ersteren zu stimmen, gehandelt und damit einen der ärgsten Sozialistenhasser aus dem Rudolstädter Landtage ausgeschlossen; Wemger erhielt 326, v. Holleben nur 245 Stimmen. Dies ist die Quittung der nach Ansicht des Herrn Landraths hinsichtlich des Vereins» und Versammlungsrechts rechtlosen Sozialdemokratie! Mainz, 15 November.(Eig. Ber.) Die Reichstag?» Stichwahl ist vorüber und endigte mit dem Siege der Zentrumspartei. Dr. Eduard David erhielt 10 107, der ultrainontane Rechtsanwalt Dr. Schmitt 10 287 Stimmen, die Mehrheit beträgt demnach 160 Stimmen. Der Wahlkreis Mainz-Oppenheiin ist demnach für unsere Partei verloren gegangeu, doch bedeutet dieser Verlust keine Niederlage. Unter den denkbar ungünstigsten Umständen mußte unsere Partei in den Wahlkampf ziehen. Unter dem deprimirenden Eindruck des Falles Jöst stehend, hatte sie eine gelockerte Organisation im Wahlkampfe vorgefunden und mußte mit einem neuen, im Wahlkreis fast»n- bekannten Kandidaten ins Feld ziehen. Unser tüchtiger Genosse David wohnt erst sechs Monate in hiesiger Stadt und war bis dahin nur oen ovganisirten Arbeitern bekannt, welche der Zahl nach bei 30 000 Wählern nicht stark in betracht kommen. Wir waren zudem die Urheber des Wahlkampfes, ohne dessen Ursache aus tausend Gründen und Rücksichten motiviren zu könne» und harten zu- dem keine zündende Wahlparole, sondern nur unser Programm. Die Zentrumspartei war dagegen weit günstiger gestellt. Sie hatte den Wahlkampf nicht verschuldet und dazu einen außerordentlich günstigen Kandidaten in der Person des Rechtsanwalts Dr. Schmitt, der, weit und breit bekannt als rechtlicher Mann, nebenbei aber als feiner Demagoge den Wählern das Blaue vom Himmel ver« sprach, ohne Rücksicht darauf, daß seine Partei nie und nimmer auf seine Versprechungen Rücksicht zu nehmen in der Lage sein oder auch nur die Lust dazu haben werde. Dabei betrieb diese Partei die Agitation in der rück» stchtsilosesten Weise und was hier in Saalabtreibung, Mißbrauch der Kanzel und sonstigem Bauernfang geleistet worden ist, spottet jeder Beschreibung. Dabei werden aus einzelnen Orte» grob« Unregelmäßigkeiten gemeldet, welche, wenn erst festgestellt, ein späteres Kapitel bilden werden. Die sozialdemokrattsche Partei halte dagegen nur ihr Programm aus der Fahne und war, ohne Bundesgenossen, auf die eigene Kraft angewiesen. Unter all diesen Umständen muß der Erfolg dieser Wahl als ein großer Erfolg bezeichnet werden, denn in der Stichwahl spielte Schmitt sich nicht als Zentrumsmann, sondern als Vertreter des Bürgerthums, als Auli- Antisemit, als Retter der Vaterstadt vor dem drohenden Umsturz, als Schützer des Reiches und eines Heeres und als alles mögliche auf und in der widerlichsten Weise buhlte er um die Gunst der liberalen Wähler. Die Wähler der Stadt Mainz selbst gingen nicht auf diesen Leim und gaben eine impo» »irende Stimmenzahl kür Genossen David ab, welcher 6634 Stimmen erhielt, während sein schwarzer Gegner mit liberaler und antisemitischer Hilf« nur 3961 Stimmen bekam. Mainz hat also klar und deutlich bewiesen, daß es für alle Zeit eine sozialdemokratische Stadt sein und bleiben will. Auch die umliegenden industriellen Orte Kastel, Kostheim, Weisenau, Hechlsheim, Bretzenheim, Finthen, Gonsenheim, Marienborn und Momdach hielten sich wacker und auch das bäuerliche flache Land,(der Wahlkreis hat außer Mainz noch 42 Orte) gab ansehnliche Stimmenzahlen für David ab. Daß David schließlich mit der geringen Zahl von 180 Stimmen Ungarn. Spanien. Madrid, 14. November. Die Gendarmerie entdeckte in Barcelona San Felices bei 400 Kilogramm Dynamit, 100 Patronen, 200 Kilogramm Geschüßpulver und 3000 Zündhütchen. auf den Philippinen. Jetzt sind sie angeblich schon so weit, um Die Spanier fiegen noch immer, sowohl auf Ruba wie die Kriegsbeute vertheilen zu können. Wie der Frankf. 3tg." aus Madrid gemeldet wird, meint die Regierung, die Be chlagnahme der Güter der reichen, in die Rebellion auf bringen. Und mit dieser Summe fönnte man sämmtliche Kriegsben Philippinen verwickelten Personen würde 100 Millionen einfosten decken. Die Geschichte hat nur einen Hafen. Sie kann leicht ausgehen wie jene Bärenfellvertheilung, bei der der Bär noch lebte. Türkei. unterlag, baran waren die Städte Oppenheim und Nierstein Betreffs der Sonntagsheiligung habe das Reichs- Kriegsministerium Rundgebungen der Studenten für und wider, sowie lebhafte schuld, deren liberale Wähler in hellen Haufen infolge einer von angeordnet, daß den Mannschaften zur Erfülung ihrer religiösen Kritiken in den Tagesblättern. Worms aus betriebenen Hey!" Agitation für die Schwarzen Pflichten grundsäglich an den Vormittagen der dem Gottesftimmten. Bon 30 352 Wählern stimmten im ganzen 20 394 ab, dienste vornehmlich geweihten Tage freier Ausgang gestattet gleich 67,3 pCt., während in der Stadt Mainz selbst der werde. Prozentsaz 77 erreichte. Bei der Hauptwahl am 5. November Wien, 16. November. Im Abgeordnetenhause wurde heute entfielen auf David 7858, auf Schmitt( ultramontan) 7118, auf eine Borlage der Regierung eingebracht, in welcher ein Krebit Soldau 3142 und auf Wolf( Antisemit) 847 Stimmen. Unser von 1 200 000 Gulden für die offizielle Betheiligung der Reichs Zuwachs beträgt demnach in der Stadt Mainz 1781, im rathsländer an der Pariser Weltausstellung im Jahre 1900 ge: Wahlkreise 2749 Stimmen, während Stimmen, während den Ultramontanen fordert wird. 3169 Stimmen zugeführt wurden. Kurz und gut, der Sieg des Zentrums ist ein echter, wirklicher Pyrrhussieg und in andertBudapest, 16. November. Infolge der jüngsten Aushalb Jahren bei der allgemeinen Wahl sehen wir uns wieder. schreitungen gelegentlich der Reichstagswahlen in Also Lehota Die Herren vom Zentrum, welche nicht ihren Grundsägen, wurden gestern auf behördliche Anordnung 13 Personen verhaftet. sondern lediglich dem demagogischen Auftreten ihres Kandidaten Gegen diese sowie gegen 64 andere Personen wurde Anklage wegen ihren Sieg verdanken, machen auch gar kein Hehl daraus, daß öffentlicher Ruhestörung erhoben. ihre Herrschaft nur ein Interregnum bedeutet. Für unsere Ge öffentlicher Ruheftörung erhoben. noffen aber gilt es jetzt von neuem, auf zum Kampf, damit die in ehrenvollem Rampfe erlittene Scharte wieder ausgewegt wird. -Militärisches Christenthum. Bei Gelegenheit eines Trauergottesdienstes für den verstorbenen Juhaber des Augsburger 3. Infanterieregiments, Prinz Karl, hielt der Militärgeistliche Schärfle an die zu vereidigenden Rekruten eine unsprache, in der er unter Hinweis auf die Eidesleistung und das 200jährige Regimentsjubiläum u. a. sagte:„ Die Soldaten müßten als Mustersoldaten dastehen zum Regimentsjubiläum im Jabre 1898. Sie sollten doppelt, dreifach eidestreu fich finden laffen, damit Prinz Karl auch sein Jubelregiment einst wiederfinde und als wirklich immerwährender Regimentsinhaber dasselbe mit sämmtlichen Bataillonen in Parade einft vorführen könne der Majestät des himmlischen Königs." " B Schweiz. Afien. Bern, 15. November. In verschiedenen Kantonen fanden heute die Nachwahlen für den Nationalrath statt. In Zürich- Die geplante Einführung des Petroleums fam zum zweiten Mal teine Wahl zu stande. Greulich monopols wird, wie aus Petersburg gemeldet wird, nicht am ( Sozialin) erhielt 8749, Schaeppi( Demokrat) 6640, Wille Widerstande Rußlands scheitern. ( lib.- fonf.) 6258 Stimmen. In Appenzell Außerrhoden liegte der freifinnige Kandidat über den Soziaisten; in Nidwalden fiegte der Konservative mit 15 Stimmen - Rußlands Kriegsvorbereitungen in Osts über den Demokraten. In Basel wurde als Ständerath aften. Rußland scheint seine Ausdehnungsgelüfte China gegeninfolge Unterstügung der Sozialisten der Freifinnige Dr. Paul über mit zäher Energie weiter zu verfolgen. Mehr und mehr Scherrer gewählt, derfelbe erhielt rund 1100 Stimmen mehr als Truppen schiebt es nach Ostsibirien. Nach einer Meldung der der konservative Kandidat Vischer. Das Bolt von Schaffhausen China Gazette", die im Berliner Tagebl." wiedergegeben wird, verwarf mit großer Mehrheit die neue Verfassung. Der Kanton hat es jetzt dort rund 165 000 Mann versammelt, von denen in Bug nahm ein neues Wahlgesez mit Einführung des Proportional- und um Wladivostock 112 000 stehen. Trotzdem werden noch fyftems an. weitere Nachschübe von Odessa aus erwartet. Vielleicht fußt Luzern, 15. November. Die heutige Generalversammlung hierauf die neuliche Allarmmeldung der„ Daily News", daß noch Luzern, 15. November. Die heutige Generalversammlung mehr Truppen- Transportdampfer in den Häfen des Schwarzen des Veroandes schweizerischer Eisenbahn- Angestellten nahm auf Meeres in Dienst gestellt werden sollen. In bezug auf die Flotte Aurathen der Demokraten einstimmig einen Beschlußantrag auf ist Rußland derzeit in Ostasien, sowohl was den Tonnengehalt Einstellung der Initiative für die Berstaatlichung der Gifen als die Bahl der Schiffe betrifft, England überlegen, nur etwas bahnen an. älter, also weniger brauchbar, sind die russischen Schiffe. Dieser Beschluß bedeutet nicht eine Stellungnahme gegen die Verstaatlichung, sondern die Verschiebung der Aktion auf einen mehr Aussicht versprechenden Zeitpunkt. Frankreich. " Wenn ein in seinem Berufe aufgehender, im Dienste ergrauter Offizier, bei dem die Welt in der Kaserne beginnt und am Manöverfelde endet, diese Rede gehalten hätte, so ließe fich ihre Kritik mit einem Achselzucken erledigen, aber im Munde eines chriftlichen Geistlichen, der, zu höherer Ehre des Militarismus so vollkommen die Lehren der christlichen Kirche aufgiebt, ist diese Rede ein Zeichen der Zeit. Wie der Rapitalismus alle Geifter unterjocht, so auch der Militarismus. Bombay, 14. November. Die Nothlage, die in ganz Ein Verkünder des Wortes Gottes" verwirft die Lehren vom Indien herrscht, nimmt einen immer ernſteren Charakter an. Jenseits und läßt die irdischen Rangunterschiede auch im Jenseits Die Rornpreise steigen weiter. In Bombay und fortbestehen, alles zur höheren Ehre des neupreußischen Madras bildet sich eine Vereinigung zur Beschaffung billigen Militarismus! Und da preist man noch die fittigenden Wir- Paris, 14. November.( Eig. Ber.) Der seinerzeit besprochene Korus. Die Beulenpest tritt in unverminderter Stärke auf; fungen der Armee. Jeder wahre Christ muß sich ob der Lehren Gesezentwurf betr. Rosinen- und Kunstweine wurde in Bombay ist ein Kaufmann aus Europa der Pest erlegen; dieses Militärgeistlichen räuspern. von der Kammer in den Freitags- Sigungen erledigt, die nach viele Tauben sterben unter pestartigen Erscheinungen. München, 16. November. Die Freude der bürgerlichen einem früheren Beschluß der Berathung von Arbeiterschuß- Gefeßen Bombay, 16. November. Die Arbeiten für die Eisenbahnen, Blätter darüber, daß das bayrische Kriegsministerium gewidmet sein sollten. Ein nicht übler Wiß, wenn man bedenkt, deren Bau in Aussicht genommen ist, um der von der Hungers eine Aenderung des Ehrengericht 3 der Offiziere daß das angenommene Gefeß gegen die ärmeren Konsumenten noth betroffenen Bevölkerung Arbeit zu verschaffen, find auf angeordnet habe, fcheint verfrüht gewesen zu sein. Wenigstens gerichtet ist. Glücklicherweise müssen mehrere Hauptbestimmungen 27 Crore( 1 Crore gleich 10 000 000 Rupien) für die nächsten schreiben die Münchener Neuesten Nachrichten": Gegen: infolge der Freigabe der für den Selbstgebrauch bestimmten 8 Jahre veranschlagt. Um die Arbeiten auszuführen, wird es über der Nachricht der Amberger Volkszeitung" über die Fabritation auf dem Papier bleiben. erforderlich sein, im nächsten Jahre in England eine große An Nichtbestätigung eines Ehrengerichts Urtheils wegen prin= Die Arbeitskommission der Kammer hat eine Vorlage leihe für Indien aufzunehmen. zipieller Duellverweigerung feitens des Prinzregenten und zum Schuße des vom Staate, von der Departemental- und eine entsprechende Abänderung der Ehrengerichts- Rommunalverwaltung in den öffentlichen Arbeiten beschäftigten Eagungen feitens des bayerischen Kriegsministeriums, erfahren Arbeiter angenommen. Den Arbeitern soll ein wöchentlicher die Neueften Nachrichten", eine Henderung der Satzungen sei Ruhetag gesichert sein, die Zwischenunternehmerschaft wird ver- Jameson's. nicht erfolgt, weil in diesen Sagungen eine solche Bestimmung boten, die Zahl der Ausländer auf höchstens 10 pet. feftgefeßt. gar nicht enthalten sei. Richtig sei dagegen, daß seitens Außerdem wird es der Departemental- und Kommunalverwaltung des Prinzregenten ein ehrengerichtliches Urtheil, in welchem freigestellt, einen Maximalarbeitstag und ein Lohnminium festgegen einen Offizier, weil er fich als prinzipieller Gegner sufezen. Buim Berichterstatter der Kommission wurde der sozia- Initiativanträge und Arbeitsplan des Reichstags. des Duells bekannt hatte, auf schlichten Abschied erkannt liftische Abg. Lavy ernannt, an stelle des gegangen wordenen Von der letzten Sigung des Seniorenkonvents, über die wir schon wurde, die Bestätigung nicht gefunden bat. In diesem speziellen Bouge, der die letzteren zwei Bestimmungen in seinem Bericht berichtet haben, ist ergänzend nachzutragen: Präsident v. Buol Falle handelte es sich, wie die Neuesten Nachrichten" erfahren, um mit sozialistentödterischen Mäßchen bekämpft hatte. theilte mit, daß an Initiativanträgen noch 28 bevorrechtigte, einen Offizier des Beurlaubtenstandes, einen ehemaligen Angehörigen und Genossen brachten heute einen Amnestie Antrag außerdem 14 später eingebrachte der Erledigung barren. Die sozialistischen Abgg. Déjeante, Gérault- Richard, Vaillant d. h. in den ersten 14 Tagen der Session eingegangene, und einer nicht schlagenden Studenten- Verbindung, weil er sich vor dem ein in bezug auf alle politischen und Streitvergehen und nament die Reihenfolge, wie sie auf die Tagesordnung kommen sollen, Ueber Die allerhöchste Bestätigung des Urtheils sei verweigert worden lich zu gunsten Berezowski's, der 1867 in Paris auf machte man sich heute noch nicht schlüssig. Was den Arbeitsin Verfolg der seinerzeit bei Beantwortung der Interpellation Alexander II. geschossen hatte, und Eyvocts, des in einem plan der nächsten Zeit betrifft, so soll nach Abschluß der zweiten Schädler im bayerischen Landtage vom Kriegsminister abgegebenen Tendenzprozesse wegen eines Bombenattentats in Lyon ver- Lesung der Justiznovelle und Erledigung der Interpellationen Erklärung, daß an teinen Offizier ohne Zwang die Frage über urtheilten Schriftstellers. Die Antragsteller verlangten die Dring- die erste Lesung des Etats folgen. Die weiteren Entschließungen feine Stellung zum Duell werde gestellt werden. lichkeit, die aber vom Justizminister natürlich bekämpft und von wurden vorbehalten. der Kammer mit allen gegen 80 Stimmen abgelehnt wurde. Aus den Motiven des Antrages seien hervorgehoben die scharfen Ausfälle gegen den reaktionären Einfluß der Barenfreundschaft auf die innere Politik Frankreichs. über " - Ein zweiter Fall Thüngen scheint wieder aufs Zapet tommen zu wollen. Wie Dr. Sigl's" Vaterland" nämlich aus sicherer Quelle vernommen haben will, foll ein in Bayern lebender ehemaliger Soldat, der in einer Broschüre das preußische Kriegsheer nicht allzu glimpflich behandelte und deshalb von Berlin aus verklagt wurde, dem bayerischen Schwurgericht entzogen und vor eine nichtbayerische Straitammer gestellt werden. Anläßlich der Fragen, die in der letzten Woche den Reichstag beschäftigt haben, ist der Fall doppelt interessant. Afrika. 33 600 000 Mark betragen die Kosten des Einfalles Parlamentarisches. Frage in irgend einer Form wieder anregen, sei es durch einen Die Agrarier wollen im Reichstag die Margarine. Antrag oder durch eine Interpellation. tamen. Partei- Nachrichten. " ersten Artifel des Gesezentwurfs betreffend die AusfuhrParis, 14. November. Die Bollkommission lehnte den prämien für 3uder ab, wird indessen auf Ersuchen der Regierung den Gesezentwurf einer neuen Prüfung unterziehen. siegten die sozialdemokratischen Kandidaten mit 170 Stimmen Bei der Gewerbegerichtswahl in Hörde in Westfalen Die Bollkommiffion lehnte nach nochmaliger Berathung zum über die Hirsch- Dunckerianer, die 44, und über die Kandidaten zweiten Wale den Gefeßentwurf betreffend die Ausfuhrprämien Ans Württemberg. Württemberg steht zur Zeit im Zeichen für Bucker ab. Die Kommission ist für die Einführung von des Evangelischen Arbeitervereins, die gar nur 15 Stimmen beder Wahlen; nicht weniger als vier Wahlkreise sind zu besetzen Prämien, wünscht aber, daß die Laften, die sich aus solchen und alle politischen Parteien find in reger Thätigkeit; am Prämien ergeben würden, in gerechterer Weise vertheilt werden. in 15 Bezirfen Kandidaten aufgestellt. Am Donnerstag wurde eine Bur Bürgerschaftswahl in Bremen sind von unserer Seite rührigften find natürlich die Sozialdemokraten, die überall mit eigenen Kandidaten auftreten und die Agitation Belgien. große Volksversammlung abgehalten, die nach dem Referat des energisch betreiben. Die erste Wahl im 13. württembergischen Brüffel, 15. November. Gazette" bemerkt, daß Belgien Genossen Kerri folgende Resolution beschloß: Die Versammlung Reichstags- Wahlkreis findet am 17. November statt, während die durch den Sieg der Goldwährung in den Vereinigten Staaten ist überzeugt, daß die im bremischen Staate herrschende kapitaLandtagswahlen in dem Oberamt Cannstatt und Saulgau auf seine filbernen Fünf Frankenstücke 80 Millionen Frants listische Privilegienwirthschaft das Hinderniß gegen die auf allen gleichzeitig am 20. November vorgenommen werden; die Land- einbüßen wird. Das Blatt fordert die Regierung auf, damit Gebieten des öffentlichen Lebens so nothwendigen Reformen tags- Nachwahl im Oberamt Gmünd wird laut Ausschreiben der Schaden nicht noch größer werde, Vorsichtsmaßregeln zu darstellt. Die privilegirten Klassen finden ihre Stüße in im Regierungsblatt am Freitag, 11. Dezember stattfinden. Zu treffen.diesen politischen Wahlen gesellen sich in verschiedenen Gemeinden noch die sogenannten Bürgerausschuß und Gemeinderaths. Haag, 14. November. Als Ergebniß der im Saag 1898 Wahlen, so daß unseren Genossen reiche Gelegenheit gegeben ist, und 1894 stattgefundenen Berathungen ist der erste internationale den Schluß des Jahres noch zu reger Thätigkeit zu benüßen. Privatrechtsvertrag, das Zivilprozeß- Verfahren betreffend, heute Desterreich. hier von Bevollmächtigten der Niederlande, Belgiens, Frank reichs, der Schweiz, Luxemburgs, Spaniens, Portugals und Italiens unterzeichnet worden. Der Minister des Aeußern Roël sprach den Wunsch aus, daß dant der Arbeiten der Konferenzen diesem Bertrage eine Anzahl weiterer folgen möchten. - Die Berfahrenheit des politischen Lebens in Desterreich kommt am deutlichsten in der Parteien zertlüftung im öfterreichischen Abgeordnetenhause zum Ausbrud. Nach einer Zusammenstellung des deutsch geschriebenen Organs der Altczechen, Der Politit", vertheilen sich die 350 Abgeordneten, die, da drei Size jezi erledigt sind, das Abgeordnetenhaus bilden, auf achtundzwanzig Parteien. " 9 # Holland. England. der bremischen Verfassung, die ein Klassenwahlrecht schlimmster Sorte zum Gefeß gemacht hat. Die Versammlung giebt der Ueberzeugung Ausdruck, daß alles aufgeboten werden muß, um eine Bewegung ins Leben zu rufen, die das Ziel einer völligen Umgestaltung der Verfaffung im Sinne der Schaffung einer völligen Rechtsgleichheit hat, und die Versammlung fordert auf, mit aufopfernder Thatkraft bei den kommenden Bürgerschaftswahlen den Anfang durch das Eintreten für die Kandidaten der Sozialdemokratie zu machen." Die Liberalen" und Aus München. Zu den bevorstehenden Gemeindewahlen entfalten die Parteien bereits eine rege Agitation. Während die Der legte der vier vom Melville'schen Hauptwahlen erst am 2. und 3. Dezember stattfinden, ist am Dynamit- Regiment, der in England verhaftete Bell 20. November, gewissermaßen als Vorspiel, in einem Der stärkste Klub ist noch immer die Vereinigte deutsche( oder Jvory) ist jetzt in London vor das Schwurgericht verwiesen, Bezirk eine Ergänzungswahl vorzunehmen. Unsere Genoffen Linte, fie zählt 72 Mitglieder. Dann kommt der Polentlub nachdem ein Polizeispigel namens Jones ausgesagt hatte, daß er hielten am Sonntag drei Bezirks- Versammlungen ab, mit 54 Abgeordneten, der Czechenklub( offiziell führt er mit Bell, Tynan( Nr. 1) 2c. in Chicago einer geheimen Revolutions wo die nominirten Kandidaten ihr Programm entwickelten. den Titel: Klub der freisinnigen czechischen National- Gesellschaft angehört habe. Bermuthlich hat er sie auch gründen Weitere Bezirks- Bersammlungen werden im Laufe der nächsten abgeordneten) mit 42 Abgeordneten, der Klub der Konser helfen. Bell war der Dumme werden. er ging in die Falle, während Woche abgehalten vativen( Hohenwart Klub) mit 40 Mitgliedern, der freie die schlaue Nr. 1 nebst den zwei anderen Mitverschwornen" Ultramontanen liegen fich wieder brüderlich in den Armen, Verband der deutschen Abgeordneten( die Sezeffionisten aus augenscheinlich ein Polizeigeheimniß waren und sich weit vom um mit vereinten Kräften ihre bedrohte Herrschaft gegen den Böhmen) mit 27 Abgeordneten, die Deutsche Nationalpartei mit Schuß hielten. Auf den Prozeß sind wir gespannt. Er wird Ansturm der Sozialdemokraten zu vertheidigen. In 2 Bezirken 16, die Katholische Boltspartei mit 16 Abgeordneten, der Klub jedenfalls zu ſehr erbaulichen Enthüllungen führen. In Eng- haben fie sich bereits auf einen Kompromiß. des liberalen Zentrums( weiland Coronini- Klub) mit 20 Mit land giebt's eine freie Presse, die Gerichtsverhandlungen find tandidaten geeinigt; weitere Verständigungen in anderen gliedern. Unter zehn Mitgliedern zählen die Klubs der Kroato- öffentlich, und die Aussagen unbekannter Sengen gelten Bezirken dürften nachfolgen. Die katholischen Arbeiter Slovenen neun, der Ruthenen acht, der Klub der unabhängigen dort nichts. Wer zeugen will, muß vor aller Welt in den wollen jedoch von solchen Kompromißkandidaten nichts wissen Kroato Slovenen fünf Mitglieder. Im ganzen ftehen Beugenstand. und haben für diesen Fall ihre Gefolgschaft versagt und Wahl 299 Abgeordnete im Klubverbande, während 51 Abgeordnete enthaltung proflamirt. Außer den Liberalen und Ültramontanen wild find. Die stärkste Gruppe, davon acht Mann, Ein Vorschlag zur Verfassungs- Nende nehmen noch die Parteilofen" am Wahlkampfe theil, die bilden die christlich- sozialen Antisemiten. Mit je sieben rung ist dem dänischen Folkething von der linken Reform- ihre Stimme nur demjenigen geben wollen, der ihnen am meisten für folgen die italienischen Trentiner und die versprengten Elemente partei" angegangen. Der Vorschlag läuft darauf hinaus, die ihren Bezirk verspricht. Die Antisemiten haben bisher der Linken. Altczechen giebt es fünf. Die Zahl der wilden§§ 25, 48 und 49 der Verfassung dahin zu ändern, daß ein noch nichts von sich hören laffen, obwohl sie früher ruhmredig Deutschnationalen beträgt gleichfalls fünf. 3u je drei folgen die Interimsetat bewilligt werden kann, wenn man sich über den ankündigten, daß sie in jedem Bezirke einen eigenen Kandidaten mährischen Mittelparteiler und die Schönerianer, zu vier die eigentlichen Etat nicht zu einigen vermag. Gemäß der unklaren aufstellen würden. Trotz der rührigen Gegenagitation dürfte es Wildkonservativen. Schließlich folgt eine Anzahl von Einmänner- Stellungnahme dieser ganzen Reformpartei" sind auch die vor unseren Genossen gelingen, einige Sige zu erringen, da die parteien, bestehend aus dem extremen Ruffophilen Abgeordneten geschlagenen Verfassungsänderungen eine reine Phrasendrescherei, gegenwärtige Herrschaft im Rathhause sich keinen allzugroßen Dr. Baschaty, dem Sloveno Italiener Probst Jordan, dem da das Resultat ganz dasselbe wie bisher bleibt, wenn sich die Sympathien bei der Bürgerschaft zu erfreuen hat. Slovenen Susterfchic, dem Jungflovenen Koblar, dem Serben beiden Parlamente über diesen Interimsetat nicht zu einigen verKvekvic, dem Polen Lewakowski, dem Ruthenen Romanczuk, dem mögen. So reformiren Bourgeoisgehirne offenbare Mißstände Demokraten Kronawetter und dem Abgeordneten Pernerstorfer. der Verfassung. Bor einigen Tagen ist auch noch der Abgeordnete Gniewosz 1 aus dem Polenklub ausgetreten. Dänemark. Italien. " Aus dem Reiche König Stumm's. In einer Parteiversammlung im Saarrevier berichtete Genosse Emme I über den Gothaer Parteitag und über die Kassenverhältnisse. Gingegangen find beim Genossen Emmel in der Periode 1895/96 Rom, 14. November.( Boss. 8tg.) Bei Eröffnung der rund 139 M., die Ausgabe betrug rund 85 M., übrig blieben Wien, 14. November. Der Budgetausschuß nahm Universität hielt heute der sozialistische Profeffor der Philofophie 53,74 M., wovon 30 M. der Parteifaffe in Hamburg überwiesen in seiner heutigen Sigung den Voranschlag des Ministeriums Antonio abriola eine Festrede, in der er mit rücksichtslosem werden. Als Bezirks- Vertrauensmann wurde wieder Genoſſe für die Landesvertheidigung an. Im Laufe der Debatte erklärte Freimuth in Gegenwart des Unterrichtsministers fein Thema Emmel gewählt, als Vertrauensmann für Saarbrücken Geder Minister Graf von Welfersheimb, es werde ein neues Lehrfreiheit" behandelle, die er von der Staatsgewalt noffe R. Quant, für St. Johann Genosse August Militärstrafgesez vom Kriegsministerium ausgearbeitet. völlig unangetastet wissen will. Der Vortrag veranlaßte laute Zetereßen. " # " Gerichts- Beitung. Von der Agitation. Genoffe Schöpflin aus Frank 1 Thätigkeit der Arbeiter- Beifizer durch die örtlichen Gewerkschaftsp furt a. D. wird im Monat Dezember eine Agitationstour durch Kartelle zu beaufsichtigen. Martienßen Hamburg wendet Baden unternehmen. fich mit Entschiedenheit dagegen, die Thätigkeit der Beisitzer Ein Hegenprozek" aus dem Dorfe Marwiz hat, wie der Ans Westpreußen. In Marienburg war es einem durch die Gewerkschaftskartelle beaufsichtigen zu lassen. Von dem A. f. d. H." berichtet, kürzlich vor dem Spandauer Schöffeneifrigen Genossen gelungen, Lofale zu Versammlungen auf Tage an, wo der Beisitzer gewählt ist, dürfe er in seiner gericht gericht seinen Abschluß gefunden. Im Frühjahre starben dort zutreiben. So konnte dort am 25. Oktober Genosse Dr. Gottlichen Thätigkeit nicht beeinflußt werden. Er habe nach bestem furz hintereinander zwei Kinder der Familie Grünberg. Von be ich alt aus Königsberg sprechen. Am 8. November referirte Wissen und Gewissen sein Urtheil abzugeben und die politische freundeter Seite wurde der Mutter erflärt, daß eine„ Here" Reichstags- Abgeordneter Regien über die Ziele der Arbeiter- Parteistellung dürfe nicht in betracht kommen. Im übrigen dabei im Spiele sei, deren Kunst die Kinder zum Opfer gefallen bewegung. Seine Ausführungen wurden ergänzt durch Genossen müßten die Wähler, die in den Gewerkschaften vertreten sind, feien. Es gäbe aber ein Mittel, die Here ausfindig zu machen. Stolpe aus Danzig. Tags vorher hatte Legien in selbst wissen, was sie zu thun haben. Als einen Uebelstand be- Die Mutter solle nur hinreichend lange ein Gänseherz kochen. Elbing vor einer gut besuchten Versammlung gesprochen und zeichnete man, daß einige der Vorsitzenden der Gewerbegerichte, Die erste Frau, die während des Kochens ins Haus tomme, am 5. November in Danzig. An legterem Orte gab Genoffe die in Straßburg auch eine Konferenz abgehalten haben, zuweilen in sei die Here. Gesagt, gethan. Frau Dugmann, eine allgemein Stolpe in einer Parteiversammlung den Bericht über den nicht schöner Weise mit den Arbeiter- Beisigern umsprängen. Von bekannte Persönlichkeit in Marwig, tam als erste während Gothaer Parteitag. Die Versammlung erklärte sich mit den Be- einigen Delegirten wurde dagegen die Thätigkeit mehrerer Vor- des Kochens hinzu. Als sie aber von diesem wunder schlüssen desselben einverstanden. Der bisherige Vertrauensmann fißenden anerkannt. Besonders die Thätigkeit des Magistrats baren Ergebniß des Grünberg'schen Detektivbureau's Kenntniß G. Sellin wurde einstimmig wiedergewählt. Konstatirt wurde Assessors Cuno in Berlin wurde als objektiv bezeichnet. erhielt, ging fie gegen Frau Grünberg wegen Beleidigung in dieser Versammlung, daß der Ausschluß Jochem' 3, der Schließlich wurde folgende Resolution angenommen: vor. Nachdem mehrere Termine verschoben worden waren, stand vor zirka Jahresfrist in einer Parteiversammlung vollzogen die Sache fürzlich hier zur Verhandlung. Diese endigte damit, wurde, dadurch ein endgiltiger geworden ist, daß Jochem beim daß die Beklagte freigesprochen und die Klägerin zur Tragung Parteitag feinen Einspruch erhoben hat. der Kosten verurtheilt wurde. Der Gerichtshof war der Ansicht, daß das Kochen von Gänseherzen an sich keine Beleidigung sei, und durch die Zeugenaussage habe nicht nachgewiesen werden tönnen, daß die Beklagte behauptet habe, Frau D. sei eine Here. In Oelsnik i. V. hatte der Vertrauensmann im abgelaufenen Verwaltungsjahr eine Einnahme von 167,97 m., die Ausgabe betrug 149,42 M.; einschließlich des früheren Kaffenbestands von 57,92 m. blieb ein Ueberschuß von 76,47 M. Die Agitation wurde lebhaft betrieben. Versammlungen sind seit Ende Dezember vorigen Jahres 10 arrangirt worden; eine davon, wo Frau Rohrlack sprechen sollte, wurde verboten. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Vom dolus eventualis. I. Die heutige Konferenz der Gewerbegerichts- Beifizer( Arbeit nehmer) sieht von einer festen Organisation ab; empfiehlt dagegen, einen Zentralpunft zu bestimmen, der in intereffirenden Gemein fragen geeignete Schritte zur Verständigung unternimmt und eventuell die Beisiger zu Konferenzen zusammenberuft. ihrer gerichtlichen Thätigkeit empfiehlt die Konferenz den örtlichen II. Die Aufsicht über die Beisitzer( Arbeitnehmer) außer Gewerkschaften. beftimmt. " III. Als geeigneter Ort für den Zentralpunkt wird Berlin Zum Punkt Preffe" bemerkte Barthels Lübeck einleitend, daß die Anreger der Konferenz es für nothwendig wird uns geschrieben: Der Klempnerstreit, der zu gunsten der zu schaffen, weshalb man sich an das Korrespondenz Aus Düsseldorf gehalten hätten, auch ein geistiges Band für die Beisitzer hiesigen Klempner ausgefallen ist, soll nun wirklich ein gericht blatt"( Organ der Generalkommission) und den Redakteur des liches Nachspiel haben. Wegen zweier Artikel, worin die Organs" Das Gewerbegericht", Herrn Assessor Guno Boltstribüne" ein kräftig Wörtlein gegen den Großindustriellen in Berlin gewandt habe. Beide Organe hätten sich in gleichem Werner und zu gunsten seiner streikenden Klempner gesprochen Sinne zur Verfügung gestellt, und es sei deshalb der Konferenz hat, ist von der Staatsanwaltschaft Klage erhoben gegen den eines der beiden Organe als Publikationsorgan zu empfehlen. Genoffen Wessel als Redakteur der„ Voltstribüne", und gegen Nach längerer Debatte wird mit 21 gegen 20 Stimmen bedie Genossen Huhn und Grimpe als Verleger und Druder. schlossen, das Gewerbegericht" als Publitationsorgan zu be Am 25. November ist Termin. Es lebe die Preßfreiheit! Gegen stimmen. Darin sollen alle Urtheile, die im Prinzip oder für die Volkstribüne" schweben noch 5 Klagefachen und ein halbes eine Branche von Interesse sind, veröffentlicht werden. Alle Dutzend sind schon in diesem Jahre anhängig gewesen. Genosse Beröffentlichungen sind zunächst an den Berliner Ausschuß zu Weffel hat demnächst eine zweimonatige Gefängnißstrafe an: senden. zutreten, die ihm wegen Beleidigung des Polizeibeamten Kolpack auferlegt ist. Seine Revision wurde vom Reichsgericht verworfen. -Von der Magdeburger Boltsstimme" haben fich am 24. November Verleger, Drucker, Redakteur und ein Korrespondent vorm Amtsgericht zu verantworten, weil sie zu einem nicht genehmigten öffentlichen Aufzug aufgefordert haben sollen. Achtung Gewerkschaftliches. Metallarbeiter Berlins! Der Ausstand der Arbeiter der Eisengießerei und Maschinenfabrik vormals H. Hartung, Prenzlauer Allee und Marienburgerstraße, dauert fort. Zuzug ist fernzuhalten. - Der Sozialdemokratische Verein in Chemnih ließ durch Ueber sämmtliche noch ausstehende Listen vom Agitations den Vorstand das Polizei- Amt um Genehmigung einer Samm- und Unterstützungsfonds der Berliner Metallarbeiter", für die lung zur Deckung der Kosten der Stadtverordneten- Wahlagitation streikenden Klempner, Mechaniker, Schloffer, sowie für die am ersuchen. Die Genehmigung ist natürlich versagt worden. Von 1. Mai Ausgesperrten ist unverzüglich abzurechnen. Ebenso einer Beschwerde an die Kreishauptmannschaft wollen die Genoffen absehen, da die etwaige Genehmigung doch zu spät käme. Konferenz der Arbeiter- Beiliker an deutschen Gewerbegerichten. Halle a. S., 15. November. M = Die Kolberger Strandschloß Affäre, die zur Zeit ein sehr großes Aufsehen erregt hat, hatte am Montag in einer vor der Strafkammer des Landgerichts Kolberg stattgefundenen Gerichtsverhandlung ein Nachspiel. Bekanntlich wurde der Bürgermeister Kummert zu Kolberg vom Ober- Verwaltungsder Landwehr zu tragen, abgesprochen, weil er, ebenso, wie allen gericht zu 90 M. Geldstrafe verurtheilt und ihm außerdem von der Militärbehörde das Recht, die Uniform als Hauptmann der Landwehr zu tragen, abgesprochen, weil er, ebenso, wie allen anderen Parteien, im Sommer 1895 auch den Sozialdemokraten anderen Parteien, im Sommer 1895 auch den Sozialdemokraten den Saal im Strandschloß zu einer Wählerversammlung einLandrath des Kolberg Kösliner Kreises, v. Buttfamer, gegeben. geräumt hatte. Die Veranlassung zu diesen Strafen hat der etterer hat auch vor einiger Zeit die Schließung einer höheren Töchterschule zu Kolberg vorgenommen. Der letztere Vorgang gelangte am 27. April d. J. in der Kolberger Stadtverordneten Versammlung zur Besprechung. Nachdem bereits mehrere Stadtmeister Wulff das Wort. verordnete gesprochen, nahm auch der Stadtverordnete, SeilerDieser soll u. a. gesagt haben: " am 1. Wenn an dem Grundsaße: man solle ernste Männer zu Landräthen machen", noch jetzt festgehalten würde, dann hätte Kolberg nicht den fortwährenden Streit und Verdruß". 2. Der Landrath v. Buttkamer habe durch die Schließung der Bödtke'schen Schule direkt die Absicht gehabt, die Stadt und das Bad Kolberg zu schädigen" und habe 3. indem er zu dem Oberst Hizigrat gegangen sei, um diesen zu bewegen, dem Bade die Militärmusik zu entziehen, einem Ehrenmanne angesonnen, fontraktbrüchig zu werden." Oberst Hizigrat soll, dem Vernehmen nach, bestritten haben, daß Landrath v. Puttkamer ein solches Anfinnen an ihn gestellt habe. Der Landrath hätte nur in einer Unterhaltung mit ihm beiläufig die Frage aufgeworfen, ob, da das Strandschloß werden alle übrigen Restanten aufgefordert, ihre Verpflichtungen einer fozialdemokratischen Wähler Versammlung eingeräumt zu erledigen, um allen Weiterungen aus dem Weg zu gehen. worden sei, es überhaupt angängig erscheine, daß die Im übrigen erwarten wir, daß die Kollegen aller Werkstätten die Militärmusik eines töniglich töniglich preußischen Regiments Sammlungen zum Unterstüßungsfonds der Berliner Metallarbeiter beziehungsweise im Strandschloß noch konzertiren dürfe. ruhig entgegengesehen werden kann. Listen für die Streikenden den Stadtverordneten Wulff wegen wider befferes Wissen mit ungeschwächter Energie fortsetzen, damit allen Eventualitäten Aus diesem Anlaß stellte Landrath v. Buttkamer gegen der Fabrit von Hartung, sowie Marken sind bei allen Vertrauensleuten begangener öffentlicher, verleumderischer Beleidigung den Straferhältlich. Montag, den 23. November, wird im Konzerthaus antrag. Wulff giebt, dem Vernehmen nach, zu, sich ähnlich, wie Er habe aber nur in Sanssouci eine öffentliche Versammlung abgehalten, die sich mit oben mitgetheilt, geäußert zu haben. unserem ferneren Vorgehen gegenüber den Maßnahmen der Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandelt, eine persönliche Beleidigung des Landraths v. Butikamer habe ihm ferngelegen. Metallindustriellen zu beschäftigen hat. weis der Wahrheit zu führen. Im übrigen sei er im stande, für seine Behauptungen den BeDie Staatsanwaltschaft und die Beschlußkammer zu Röslin haben jedoch dem Strafantrage des Landraths stattgegeben. Infolge dessen hatte sich am Montag der Stadtverordnete Wulff aus Kolberg wegen wider besseres Wissen begangener öffentlicher, verleumderischer Beleidigung, auf grund der§§ 185, 186, 187, 194, 196 und 200 des Strafgesetzbuches, vor eingangs bezeichnetem Gerichtshofe zu verantworten. Es sind zu der Verhandlung eine Anzahl Beugen, unter diesen Oberst Higigrat und Bürgermeister Kummert- Kolberg geladen. Der Vertheidiger des Angeklagten ist Rechtsanwalt Arnold Goldstein- Berlin. sind Differenzen ausgebrochen, bis zu deren Erledigung wir um In der Gießerei von Rössemann u. Rühnemann Fernhaltung des Zuzuges bitten. Der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter. Otto Naether, N., Antlamerstr. 44. Vor Eintritt in die Verhandlung beantragt der Angeklagte, den Beisitzenden, Gerichtsaffeffor Boll, wegen Besorgniß der Befangenheit abzulehnen. Der Gerichtshof weist nach längerer Berathung diesen Antrag ab. Der Angeklagte bestreitet, die Absicht der Beleidigung gehabt, und behauptet, in Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandelt zu haben. In Warschau ist der Arzt Zaidowsky wegen wiederholten Verbrechens gegen das feimende Leben zu 4 Jahren Zwangs arbeit im Innern Sibiriens verurtheilt worden. 27000 Raffenmitgliedern zu bestimmen haben. Ihr habt zu wählen zwischen Leuten, die eine rein bureaukratische Geschäftsführung einführen würden, um sich bei der Aufsichtsbehörde lieb Kind zu machen, und Leuten, deren höchster Grundsatz es ist, nur allein die Interessen der Mitglieder zu wahren. Thut daher Gure Schuldigkeit, agitirt unermüdlich, damit unsere Liste nicht nur fiegt, sondern unsern Gegnern die Luft vergeht, ein zweites Mal mit uns anzubinden. Sendet sofort Eure Krankenbuch- Nummer, Euren Depeschen und lehte Nachrichten. Vor- und Zunamen an August Werner, Bärwaldstr. 9, oder an Hermann Kamp, Kleine Kurstr. 6/7, H. r. I, da wir dieselben zur Aufstellung der Kandidatenliste unbedingt haben müssen. und nun auf zum Kampf! J. A.: Johannes Hoffmann Friedenstr. 7. " Heute begann in Grothe's Restaurant( Händels- Part) die Ende August von Lübeck aus in Anregung gebrachte Konferenz der Gewerbegerichts- Beisiger aus den Kreisen der Arbeiter. Bei der Zusammenkunft handelt es sich namentlich um Stellungnahme zu Der Inmungsnovelle, die eine Beschränkung der gesammten Thätigkeit der Gewerbegerichte im Gefolge hat. Das Verbandsorgan deutscher Gewerbegerichte hat seiner Zeit in einer Sondernummer den erwähnten Entwurf über die Abände rung der Gewerbe Ordnung eingehend besprochen, worauf Die Bureau Angestellten Berlins werden darauf auf. zunächst die Arbeiterbeisiger des Gewerbegerichts zu Lübeck merksam gemacht, daß heute Abend in den Arminhallen, Romsich mit der Angelegenheit beschäftigten und einen Aufruf er- mandantenstraße 20, eine für sie höchst wichtige Versammlung ließen zur wirksamen Agitation gegen den Entwurf, um die abgehalten wird. Zur Verhandlung stehen die von der Anwalts Regierungsvertreter durch energischen Proteft zu beeinflussen. Es tommission und von Vertretern der Angestellten getroffenen Versoll eine Organisation der Arbeitnehmer Beifizer gegründet einbarungen. Es bedarf faum eines Hinweises, wie wichtig werden, wie auch ein Verband der Gewerbegerichts- Vorsitzenden dieser Gegenstand der Tagesordnung für die Bureau- Angestellten schon besteht. Auch soll dem Reichstage eine Petition unter- ist und empfehlen wir deshalb den Betheiligten dringend, für breitet werden in dem Sinne, dem genannten Entwurfe seine einen guten Besuch dieser Versammlung zu sorgen. Zustimmung zu versagen. Au die Mitglieder der Orts- Krankenkaffe für den GeDer Delegirte Barthels- Lübeck eröffnet die Sigung und werbebetrieb der Kaufleute, Handelsleute und begrüßt die erschienenen Vertreter der Gewerbegerichte mit einem Apotheker Berlins. Bei den zu Anfang Dezember vor Hinweis auf die bevorstehenden Arbeiten. Alles mögliche müsse sich gehenden Delegirtenwahlen habt Ihr zu entscheiden, In dem Prozesse gegen den Kolberger Stadtverordneten gethan werden, damit der Entwurf über die Abänderung der Gewerbe- ob in den nächsten drei Jahren die patriotischen Kaffenboten Seilermeister Wulff wegen Beleidigung des Landraths v. Puttordnung nicht Gesetz werde. Die Konferenz sei einberufen, um im Bunde mit den Reaktionären des Vereins Berliner Haus- tamer erkannte der Gerichtshof auf 50 M. Geldstrafe. Der Staatseine engere Fühlung zwischen den Beisigern der Gewerbegerichte diener oder aufgeklärte Arbeiter über das Wohl von anwalt hatte 400 M. Geldstrafe beantragt. zu bekommen. Die rege Betheiligung sei mit Freuden zu begrüßen, aber sie wäre noch einmal so stark geworden, wenn die Arbeiterpresse sich der Sache der Gewerbegerichte mehr an genommen und voll und ganz ihre Schuldigkeit gethan hätte. Ein leiser Vorwurf könne dieser Presse nicht erspart bleiben. ( Unferes Wiffens hat die Arbeiterpreffe alles veröffentlicht, was ihr von den Einberufern der Konferenz zugesandt worden ist. Wenn das nicht genügte, so lag die Schuld nicht an der Arbeiterpreffe. Red. d.„ V.") Die Konferenz sei unter großen Schwierigteiten zufammengefommen, doch sei die dadurch aus Bei der heutigen Stadtverordnetenwahl wurden alle 4 RandiKöpenick, 16. Novbr.( Privat- Depesche des Vorwärts".) geftreute Saat auf guten Boden gefallen. Der Gewerbegerichts beisiger und Vertrauensmann unserer Partei in Halle, Genosse daten unserer Partei gewählt. Die Partei betheiligte sich zum Schade, begrüßt die Delegirten im Namen der Halleschen ersten Male an den Kommunalwahlen.( Bravo!) Arbeiterschaft. Nach dem Bericht der MandatsprüfungsKommission find 41 Beisitzer erschienen, die 41 Gewerbegerichte bie Bereinigung der Stauer hielten am Freitag eine Die Lohnkommiffion] der Schauerlente Hamburgs und Hildesheim, 16. November.( Privatdepesche des Vorwärts".) vertreten. Dem Berichterstatter des Gewerbegerichts zu Leipzig, Genoffen ipinsti, wird als Delegirten eine berathende, aber gemeinschaftliche Sigung ab, um sich über den von den Schauer. Die öffentliche Versammlung wurde wegen Besprechung des feine beschließende Stimme zuerkannt. In das Bureau werden gewählt leuten vorgelegten Lohntarif zu verständigen. Der Vorsitzende Falles Brüsewiß aufgelöst. der Stauervereinigung, Herr Link, theilte mit, daß in einer als Borsitzende Barthels Lübeck, Schäfer Leipzig, und Görlig, 16. November.( W. T. B.) Wie der Neue als Schriftführer Müller- Bremerhaven, Sittig Hannover vorhergegangenen Zusammenkunft mit den Schiffsrhedern be- Görlizer Anzeiger" berichtet, verschüttete auf dem Marmor= als Schriftführer Müller- Bremerhaven, Sittig Hannover schlossen worden sei, den Schauerleuten eine Lohnerhöhung von Ralfwert von Promnih u. Siegert in Ober- Kauffung eine ume und Millarg Berlin. Es wird zum Punkt Organisationsfrage" übergegangen. 30 Pf. für den Tag, 30 Pf. für die Nacht, für Sonn- und stürzende etwa 10 Meter hohe Growand vier Arbeiter. Ein Der Delegirte Leiß- Nürnberg, Vertreter eines der ältesten Bpausen doppelt, d. h. mit 1,20 M., zu bewilligen. Ausnahms. Maurer und ein Schachtmeister sind todt, zwei Arbeiter sind warnt davor aus vereinsgefeßlichen Gründen, wobei er besonders weise schwere, sowie gesundheitsschädliche Salpeter, Guano, Kamphor, Schwefel, Roheisen, Gambia Hamburg, 16. November.( W. Z. B.) Der in Aussicht auf das bayerische Vereinsgesetz verweist; er empfiehlt, lose und losem Getreide), d. h. nur bei kompleter Ladung, sollen mit gestandene Streit der Schauerleute ist durch Annahme der von Fühlung zu nehmen, damit das, was geschaffen werden soll, 5 M. pro Tag und bei Nacht mit 6 m. bezahlt werden. Falls den Stauern und Rhedern den Schauerleuten angebotenen Ernicht wieder entrissen werden kann. Fricke Dresden erklärt ebenfalls, eine fefte Organisation sei nicht empfehlenswerth. Schiffe noch andere Ladung als diese führen, wird auch für diese höhung des Minimallohnes von 4,20 m. auf 4,50 m. nicht zum äußerst schwere und gesundheitsschädliche Ladung nur der Ausbruch gekommen. Rörsten Berlin führt aus, der Zweck einer Organisation sei minimal- Tagelohn von 4,50 M. bezahlt. Da nur selten Schiffe nicht ersichtlich. Die organisirten Arbeiter feien schon jetzt genügend( ausgenommen Salpeterschiffe) mit einer einheitlichen( kompleten) Verhandlung steht der Dringlichkeitsantrag Battai, Lueger und Wien, 16. November.( W. Z. B.) Abgeordnetenhaus. Bur angespannt und es würde durch Neugründung von Organisationen eine Ueberanspannung der Kräfte stattfinden. Worin sollte denn Ladung in den Hamburger Hafen kommen, würde die Bewilligung Genoffen auf sofortige Kündigung der Zoll- und Handelsüberhaupt die Thätigkeit der Organisation bestehen? Sollen viel- für außergewöhnlich schwere Arbeit nahezu illusorisch werden. bündniß mit Ungarn. Handelsminister Freiherr Glanz v. Eicha Die Stauer wollten weitere Zugeftändnisse vorläufig nicht machen. erklärt, die Regierung erachte eine stillschweigende Fortdauer leicht dem Richterftande vom Gewerbegericht Vorschriften gemacht 3 tam deshalb zu keiner Einigung. Jedoch werden die Stauer des gegenwärtigen Bündnisses auf weitere zehn Jahre für auswerden, damit die Urtheile alle gleichmäßig ausfallen? Reines noch einmal mit den Schiffsrhedern berathen. Möglicherweise geschlossen. Die Kündigung werde rechtzeitig vor Ablauf dieses wegs! Die Arbeiter- Beisitzer dürfen nicht nach einer Schablone, tommt es doch noch zu einer Berständigung. Jahres erfolgen.( Beifall.) Mehrere Redner sprechen für die sondern müßten nach freiem Ermessen urtheilen. Die Gewerbegerichts- Beisiger sollten auf dem Standpunkt der Gewerkschaft In Effen beschloß eine von 200 Buchdruckern besuchte Dringlichkeit und erklären, ihre Angriffe richten sich nicht gegen flehen und man müsse sich die Personen ansehen, die man als Versammlung, daß nächsten Sonnabend die Arbeit gekündigt werden ungarn, sondern gegen die dort berrschende Klique. Lueger be Beisitzer wähle, damit nicht Leute in das Gewerbegericht hinein- foll, falls die Prinzipale den 1896 er Tarif nicht anerkennen. In fürwortet ebenfalls die Dringlichkeit und greift die ungarische gefchickt werden, welche die Arbeiterinteressen im Stiche lassen. Der Versammlung waren sämmtliche Buchdruckereien Effens ver- Regierung beftig an. Ministerpräsident Graf Badeni führt aus, Eine feste Organisation sei zu verwerfen, dagegen sei eine Ber- treten und es herrschte ein ausnehmend siegesfroher Geift. man müsse die Angriffe gegen das befreundete und Desterreich ständigung anzustreben. Die weiteren Redner wenden sich alle eng verbündete Ungarn zurückweisen. Das Haus nimmt die In der mechanischen Weberei Salach bei Göppingen Dringlichkeit für den Antrag Pattai fowie den Antrag selbst au. gegen eine fefte Organisation und empfehlen Zusammenkünfte in den Orten, wo sich Gewerbegerichte befinden. Auch aus finanziellen Württemberg) hat das ganze Personal, gegen 100 Personen, Gründen spricht man sich gegen eine feste Organisation aus. Bartels- wegen Lohnabzugs die Arbeit eingestellt. Lübeck hebt hervor, daß die Kollegen im Irrthum wären, wenn sie Die Konfektionsschneider Desterreichs sind, nach einer geglaubt hätten, es sei von den Einberufern der Konferenz eine Meldung des Bureau Herold aus Wien, willens, in den Streif feste Organisation geplant. Es sei nur dahin zu streben, einen einzutreten, wenn nicht die Konfektionäre eine Erhöhung von Zentralpunkt zu schaffen, an den man sich in dringenden Fällen 50 pCt. für Stückmeister, eine solche von 30 pCt. für Gehilfen wenden könne. In der weiteren Debatte wurde empfohlen, die und eine zehnstündige Arbeitszeit bewilligen würden. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inferatentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. 9 Arbeiten( bei Athen, 15. November. Ein fanatischer Anhänger des Sozialismus ermordete in Patras auf offener Straße einen reichen Kaufmann und verwundete einen anderen Kaufmann schwer. Der Attentäter, welcher erklärte, im Namen des Sozialismus zu handeln, sowie mehrere andere Personen wurden verhaftet. Die That erregte großes Aufsehen, man glaubt indessen, daß der hater wahnsinnig i ft. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 270. Reichstag. Dienstag, den 17. November 1896. fammenstehen, um ihn zurückzuweisen; denn wenn er Boden faffen tönnte, er würde uns zum Schaden gereichen und nur unseren Feinden zur Freude und Genugthuung. 13. Jahrg. hin handelte, sondern nur auf seine innere Ueberzeugung, die er nach gewissenhafter Prüfung gefaßt hat. Wenn der Nachfolger 125. Sigung vom 16. November 1896. 1 Uhr. des Fürsten Bismard über die Rückversicherung und ihren Werth Weit schwieriger ist die Abwehr der zweiten Anklage. Das eine andere Auffassung hatte, wenn er in der unbedingten GeheimAm Tische des Bundesraths: Fürst zu Hohenlohe, Gebiet meiner Ausführungen ist eng begrenzt. Ich kann nur im haltung gewisse Gefahren mit Rücksicht auf die Beziehungen b. Marschall, v. Bötti cher, v. Goßler, v. Hammer- Wege einer akademischen Darstellung die Gründe andeuten, zu anderen Mächten sah, ja selbst zweifelhaft war, ob nicht die stein. Der Abg. Graf Herbert Bismarck ist im Hause an- warum die deutsche Politit im Jahre 1890 die bekannten Wege Friedensgarantie dadurch verringert werden könnte, wesend. gegangen ist, und ich knüpfe an die jüngsten Enthüllungen und so mag man diese Anschauung kritisiren und mag fie beAuf der Tagesordnung steht zunächst die Verlesung der an den Grundsay an, der dabei aufgestellt wurde, daß in den kämpfen; aber ich meine, als die Ueberzeugung eines verInterpellation des Abg. Grafen v. Hompesch( 3.):" Ist der Vertragsbeziehungen zweier Länder zu einander der Grundfah gelte, dienten und gewissenhaften Mannes( Sehr richtig! aus der Herr Reichskanzler in der Lage, Auskunft darüber zu geben, die Rückversicherung stärke die Sicherung und vermehre die Friedens Mitte) ist sie doch erhaben über die mannig 1. ob bis zum Jahre 1890 ein geheimer Vertrag zwischen dem garantie. Bei aller Bewunderung des staatsmännischen Ge- faltigen, selbst höbnischen Angriffe, die man Deutschen Reiche und Rußland bestanden hat; 2. im Falle ein solcher dankens, der diese Ziele sich steckt und der in seinen letzten heute gegen ihn schleudert.( Sehr gut! links und aus Bertrag bestand, welche Vorgänge dazu geführt haben, ihn nicht Ronsequenzen dahin führen konnte, durch ein ganzes Netz von der Mitte.) Es bedarf fürwahr nicht des unfaßbaren Begriffs zu erneuern; 3. welchen Einfluß die jüngsten Veröffentlichungen Defensivverträgen den allgemeinen Weltfrieden dauernd zu englischer Einflüsse, um die Gründe zu verstehen, die damals den über diese Angelegenheit auf die Stellung Deutschlands im Drei- sichern, so wird doch der 3 weifel gestattet sein, ob mit der Reichstanzler von Caprivi bewogen, in diesem Sinne die allerbunde und sein Verhältniß zu den übrigen europäischen Mächten Mehrzahl der Bündnisse und der Verträge höchste Stelle zu berathen.( Sehr wahr! aus der Mitte.) geübt haben?" auch der innere Werth jedes einzelnen sich steigert( fehr gut), ob nicht umgekehrt die Gefahr entstehen fann, daß unter den mehrfachen Siche rungen gerade die im entscheidenden Mo men te versagt, auf die es ankommt.( Sehr wahr! in der Mitte.) vor zu Der Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe erklärt sich bereit, niemanden überzeugen, man wird in der Politik auch dem Diese mehr theoretische Erörterung allein wird freilich die Interpellation sofort zu beantworten. Erfolge das Wort gönnen das Wort gönnen und die Frage aufwerfen: Dann erhält das Wort zur Begründung der Interpellation hat sich dann in der Folgezeit gezeigt, daß die damalige Politik Abg. Graf Hompesch( 3): Eine kürzliche Veröffentlichung wirklich zu einer verminderten Sicherheit, zu einer verminderten hat in weiten Kreisen lebhafte Bewegung und Beunruhigung hervorgerufen und uns veranlaßt, die Interpellation einzubringen. Friedensgarantie für Deutschland geführt hat? Ist denn in den Die Kriege, die geständigerweise im Angriff geführt 6 Jahren jemals eine afute Kriegsgefahr entstanden? Nein! Die Hamburger Nachrichten" haben Enthüllungen gebracht, sind, gehören der Vergangenheit, der Geschichte an. Selbst Man fagt, jene Politik habe den Draht mit Rußland zerriffen welche das größte und wohlberechtigte Aufsehen gemacht haben; bei den Nationen, die Grund zu haben glauben, mit und die Beziehungen zu Rußland verschlechtert. Ich widerstehe aus den Enthüllungen war zu entnehmen, daß in den Jahren ihrem 2003 nicht zufrieden zu sein, besteht heute ein der Versuchung, eine Vergleichung eintreten zu lassen zwischen 1884-90 neben dem Dreibund ein Separatabkommen mit Ruß- so tiefgehendes Friedensbedürfniß, gesteigert den Beziehungen zwischen Rußland und Deutschland land bestand, was die Gefahr in sich barg, diejenigen Mächte, durch den heutigen Verkehr, durch die allgemeine 1890 und nach 1890.( Sehr gut! links und aus der Mitte.) welche vertragsmäßig zum Dreibund gehören, mit Mißtrauen zu Wehrpflicht, durch die Scheu vor den unbe Diese Vergleichung ist nicht nüßlich, sie kann auch erfüllen und die Friedensgarantien zu erschüttern und in Frage tannten Schreden der modernen Kriege, daß einem positiven Ergebniß nicht führen; denn Beziehungen. zu stellen.( Sehr richtig! im Zentrum.) Von diesem Gesichts- jede Regierung, die zum Kriege entschlossen zwischen verschiedenen Ländern lassen sich nicht von den aktuellen punkt aus hat das deutsche Volk wohl zu verlangen, ist, alles aufbieten wird, schon der eigenen Fragen loslösen, welche die jeweilige Gesammtlage beherrschen. daß Auskunft gegeben. wird, ob diese Enthüllungen Bevölkerung wegen, um von sich das Odium Es wird stets ein großes Verdienst des Fürsten Bismarck bleiben, auf Wahrheit beruhen und ob ein folches Separat de 3 Angriffs abzuwehren.( Sehr wahr!) Die daß er in den schwierigften Zeiten es verstanden hat, unsere Be abtommen mit Rußland 1884 bis 1890 thatsächlich bestanden hat. Entscheidung der Frage, wer ist der angreifende, wer ist der ziehungen zu Rußland gut und freundschaftlich zu gestalten, fie Der Reichs Anzeiger" hat eine Mittheilung gebracht, wonach angegriffene Theil, wird also in der Jehtzeit dem freien Er- nußbar zu machen im Sinne des Friedens und indirekt für die die Regierung sich nicht für befugt hält, Staatsgeheimnisse messen einen großen Spielraum gewähren, und daraus folgt, Interessen unserer Verbündeten. Die Geschichte wird einst öffentlich preiszugeben; indessen will ich annehmen, daß diese daß ein Bündnißvertrag, der wirksam werden soll im Fall eines dieses Verdienst noch in ein helleres Licht stellen, als es heute Weigerung sich auf den Wortlaut des betreffenden Abkommens, fremden Angriffs, doch nur dann eine zuverlässige Schuhwehr der Fall ist.( Bravo! rechts.) Ich meine aber, es heißt das nicht aber auf die Existenz deffelben bezieht. Ferner er bietet, wenn bei den Verbündeten in jedem Augenblick auf die Verdienst des Fürsten Bismarck verkleinern und unterschätzen, scheint es angemessen, zu erfahren, aus welchen Gründen Gesinnung gerechnet werden darf, die ihn geneigt macht, uns wenn man die Behauptung aufstellt, daß im Frühjahr 1890 diese jenes Abkommen 1890 nicht erneuert worden ist, ob als die Verfechter der gerechten Sache und den Gegner Beziehungen teine andere Grundlage gehabt hätten als das zer die Beziehungen zu den auswärtigen Mächten, welche dem da als Angreifer zu betrachten. betrachten.( Sehr gut!) Diese Gebrechliche Piedestal von Abmachungen, deren Existenz alle drei maligen Leiter der deutschen Politik ein solches Separatabkommen sinnung kann man nicht verabreden, man Jahre in Frage stand.( Sehr richtig! links und aus der Mitte.) 1884 als geboten erscheinen ließen, 1890 so waren, daß der da- tann sie nicht in Paragraphen fassen, sie muß erworben, So liegt die Sache nicht. Unsere Beziehungen zu Rußland bemalige Reichstanzler das Abkommen als nicht mehr im Interesse erhalten und gepflegt werden. Sie entsteht nicht mit dem Ver- ruhen auf einer festeren und dauerhafteren Grundlage: auf der der deutschen Politik liegend ablehnte. Bei dem geringen Maß trag, fie braucht auch mit deffen Ablauf nicht zu verschwinden, traditionellen Freundschaft der herrschenden Familien, auf der von Kenntniffen, die der Reichstag über die auswärtigen An fie beruht im letzten Ende bei Regierenden und bei Regierten Friedensliebe der Souveräne und der Regierungen, auf der gelegenheiten erhält und zur Aufklärung und Beruhigung erscheint auf dem Bewußtsein, daß die Erhaltung der beiderseitigen Achtung der Verträge und den gemeinsamen Wunsch, ihnen überall es angezeigt, von maßgebender Stelle zu erfahren, welchen Ein- Machtstellung ein gemeinsames Interesse ist. Sie beruht nicht Geltung zu verschaffen, auf dem Vorhandensein mancher gemeinfluß die Hamburger Enthüllungen auf die Beziehungen zu den zum mindesten auf der gegenseitigen vertrauensvollen Ueber- samen und dem Mangel aller divergirenden Intereffen, und auswärtigen, befonders zu den befreundeten Mächten haben. zeugung, daß das, was der eine verlangt, er unweigerlich im wenn einst unsere Archive geöffnet werden, dann wird es sich Es würde uns zu großer Befriedigung, gereichen, wenn uns die entsprechenden Falle auch leisten werde und leisten könne. zeigen, daß auch nach 1890 unfere Politit mit Er. Versicherung zu theil würde, daß der jezige Leiter der deutschen Diese Faktoren bestimmen den inneren Werth jedes Bünd- folg thätig gewesen ist, auf dieser Grundlage Politit entschloffen ist, unentwegt an dem Vertrage mit den niffes, und es ist klar, daß diese Faktoren beeinflußt und unsere Beziehungen zu Rußland zu pflegen, beiden Mächten festzuhalten und daß die Enthüllungen der beherrscht werden durch all die Momente, die an fich daß seit jener Beit teine einzige politische Hamburger Nachrichten" das beiderseitige Bertrauen in feiner geeignet sind, auf menschliche Stimmungen und menschliche Divergenz bestand, und daß wir bei diesem Streben stets Weife alterirt haben.( Beifall im Zentrum und links.) Beziehungen einzuwirken. Hier ist der Punkt, wo die Lehre verReichskanzler Fürst zu Hohenlohe Schillingsfürft: Ich sagt, daß auf politische Dinge nur politische Erwägungen einhabe auf die Interpellation folgendes zu erklären: wirken, und die abstrakte Formel hält gegenüber diesen Er Ueber die Verhandlungen, die vom Jahre 1887 bis zum wägungen nicht stand, daß die Rückversicherung die VerJahre 1890 zwischen Rußland und dem Deutschen Reiche ftatt- ficherung stärke. Es wird stets auf die konkreten Umstände angefunden haben, ist seinerzeit unbedingte Geheimhaltung verab- tommen. Die nächste Frage wird immer die sein: wie wirkt die redet worden. Der Zeitpunkt, von welchem an diese Verpflichtung Existenz eines zweiten Bündnisses auf das erste und wie umaufhört, fann hiernach von uns nicht einseitig bestimmt werden. gefehrt! Das Material zu dieser Betrachtung und zu einem Ich bin daher zur Zeit nicht in der Lage, über das Ergebniß dieser Verhandlungen amtliche Auskunft zu ertheilen. Was sodann die Haltung der deutschen Politik gegen über Rußland seit dem Frühjahr 1890 betrifft, so ist auch hier meinerseits eine erschöpfende Antwort nicht möglich, so lange jene Verpflichtung fortbesteht. Was in dieser Beziehung gefagt werden fann, überlasse ich dem Herrn Staatsfefretär des Auswärtigen Amts darzulegen, der damals an den Berathungen theil genommen hat. volle Gegenseitigkeit gefunden haben; denn das ist die unums gängliche Voraussetzung aller guten Beziehungen.( Sehr richtig! in der Mitte.) Die Behauptung, die in der Presse aufgestellt wurde, wir hätten den Draht zerrissen, wird hiernach zur Begründung doch ein festeres Material bedürfen als den Hinweis auf Abmachungen, von denen man selbst zugiebt, daß sie der Geschichte angehören, und den Hinweis auf englische Einflüsse, von denen ich im Zweifel bin, ob sie jemals der Ge schichte angehören werden.( Heiterkeit links.) Und dasselbe gilt bezüglich des Vorwurfes, wir hätten damals eine wichtige Schuhwehr nach Westen beseitigt. Da erinnere ich doch daran, daß im Jahre 1887 der Boulangismus auf der höchsten Höhe stand; mit deffen Verschwinden sind auch die Gefahren zurückgetreten, die damals drohten, und die Zuversicht, daß Rußland niemals eine unprovozirte Friedensstörung fördern oder unterstüßen werde, ist heute ebenso fest wie damals. Beispiel entnehme ich den jüngsten Enthüllungen. Es wird behauptet, daß bis zum Jahre 1890 zwischen Rußland und Deutschland volles Einverständniß darüber bestanden habe, daß, wenn eins von ihnen angegriffen wäre, das andere wohl wollend neutral bleiben müsse. Ob das zutrifft, kann ich nicht sagen, aber ich weiß, denn das ist allbekannt, daß im§ 1 unseres Vertrages mit Defterreich- Ungarn vom Jahre 1879 wir Defter reich gegenüber verpflichtet sind, wenn es von Rußland angegriffen wird, ihm mit unserer ganzen Kriegsmacht beizustehen. Man sucht dann die deutsche Politik von 1890 verantwort Nach sorgfältigster Prüfung des vorhandenen Materials tann Diefe Bestimmungen sind durchaus vereinbar. Aber wenn die lich zu machen für die heutige Gruppirung der Mächte. Auch ich nicht umhin, die Gründe, welche damals die deutsche Politik Enthüllungen richtig sind, dann konnten wir in die Lage dieser Vorwurf ist nicht begründet. Der Gedanke, daß ein Ver= leiteten, als vollwichtig anzuerkennen. Dabei kann ich der Ueber fommen, daß, wenn ein Konflikt ausbrach zwischen unseren trag des Juhalts, wie er fürzlich enthüllt worden ist, im stande zeugung Ausdruck geben, daß eine ungünstige Veränderung in beiden östlichen Verbündeten, in dem beide die Rolle des sei, den Keil zu bilden zwischen zwei großen Nationen, die vielunseren Beziehungen zu Rußland als Folge jener Politit sich nicht Angreifers sich zuschoben, wir von der einen Seite angegangen fach gemeinsame friedliche Interessen besigen innerhalb Europa's fühlbar gemacht hat. Die Behauptung, daß damals oder jetzt wurden um wohlwollende Neutralität, von der anderen Seite und außerhalb Europa's, daß ein solcher Vertrag dem einen englische oder überhaupt auswärtige Einflüsse mitgewirkt um Unterstützung mit der ganzen Kriegsmacht.( Sehr gut!) Wir Staat ein Aequivalent bieten könnte für alles das, was er von hätten, muß ich als jeder Begründung entbehrend zurückweisen. mußten dann die Frage entscheiden: wer ist der Angreifer, wer der gemeinsamen Vertretung jener Intereffen erwarten kann, ( Hört! hört! und Bravo!) Was die Wirkung betrifft, welche ist der Angegriffene? und mußten dann für den einen gegen das ist doch eine gewaltige Ueberschäßung, und der Nachweis die jüngsten Veröffentlichungen auf die Stellung Deutschlands den anderen optiren. Man sagt, das ist Theorie, so wird sich wäre nicht schwer zu liefern, daß in früherer Zeit man im Dreibunde und sein Verhältniß zu den übrigen europäischen in der Praxis der Fall nie gestalten. Das gebe ich unbedingt von solchen Abmachungen eine viel kleinere Jdee gehabt Mächten gehabt haben, so freue ich mich erklären zu können, daß zu. Für mich hat diese Betrachtung nur den Werth eines hat. die Wolfe des Mißtrauens, welche sich im ersten Augenblick in Beispiels, und ich sage, selbst wenn derartige Vertrags- Widerspruch. Man rühmt die Staatskunst, die es verstanden In jenem Vorwurf liegt aber ein merkwürdiger einzelnen Schichten der Bevölkerung jener Länder gezeigt hat( Hört! verhältnisse vollkommen flar zu tage liegen, die bloße hat, neben unseren Verträgen einen anderen Vertrag mit einer hört!), wieder verschwunden ist, und daß unser Verhältniß zu Möglichkeit, derartige Fälle zu konstruiren und sie wird nie dritten Macht zu schließen; aber man rühmt gleichzeitig, daß unseren Verbündeten nach wie vor getragen ist von un auszuschließen sein bei einem mehrfachen Vertragsverhältniß dadurch die dritte Macht außer stande gesetzt worden sei, neben bedingtem gegenseitigen Bertrauen!( Bravo!) Desgleichen haben tann bei aller Loyalität menschlich und politisch diesem Vertrag noch einen anderen zu schließen.( Sehr gut! unsere Beziehungen zu Rußland keinen Augenblick aufgehört, gute bei keinem der Verbündeten die Neigung links.) Ja, wenn uns der Dreibund nicht ver= und freundschaftliche zu sein.( Lebhaftes Bravo.) stärken, wenn wir an das Bündniß appelliren, hinderte, eine Abmachung zu treffen mit einer Staatssekretär des Auswärtigen Amts Marschall v. Bieber uns jederzeit die Interpellation zu gewähren, die unserem dritten Macht, warum soll denn die dritte Macht stein: Meine Herren, bei der Darlegung der Gründe, Intereffe entspricht, und ohne die der Vertrag verhindert sein, mit einer anderen Macht Ans die im Jahre 1890 die deutsche Politik gegenüber von in werthlofes Blatt Papier ist.( Sehr wahr!) näherung zu sichern, dort die Rückversicherung Rußland bestimmt haben, bin ich mir der großen Schwierigkeiten Und hier zeige ich auf die schwache Stelle der Rück zu suchen( sehr gut! links und in der Mitte), von der wir meiner Aufgabe wohl bewußt.( Sehr richtig! rechts.) Sie liegen versicherung. Dazu kommt ein anderes. Als im Jahre 1879 das Beispiel gegeben haben? Wenn jene dritte Macht zu einer in der Sache, aber nicht nur in der Sache, der deutsche Vertrag mit Desterreich- Ungarn geschlossen wurde, vierten in ein ebenso intimes Verhältniß getreten wäre, wie wir Ich bitte von mir teine Enthüllungen zu erwarten. Ich war in einer besonderen Bestimmung vorgesehen, daß troh der es zum Dreibund waren, wir hätten uns darüber nicht erstaunen, habe dazu keine Ermächtigung, sie würden auch voraussichtlich| Geheimhaltung des Vertrages Sr. Majestät wir hätten uns nicht beklagen dürfen. Die Beziehungen nur den Streit vermehren, und an Streit haben wir genug im dem Kaiser von Rußland unter Umständen verzwischen Rußland und Frankreich datiren doch Lande.( Sehr richtig! rechts und aus der Mitte.) Meine trauliche Mittheilung davon gemacht werden nicht vom Jahre 1890, fie liegen in ihren An. Aufgabe ist die Vertheidigung, die Beleuchtung ge- folle. Die Mittheilung ist auch erfolgt.( Hört! fängen zurück bis in die 70er Jahre; fie wiffer Angriffe, soweit deren sachliche Abwehr im allgemeinen hört!) E3 genügt der Hinweis auf diesen Vorgang und dessen haben sich seitdem entwickelt Hand in Hand mit der all Jutereffe nach außen und nach innen geboten ist. In dem jüngsten erkennbare Motive, um flarzustellen, daß die unbedingte mäligen Streite find zwei Anklagen hervorgetreten, die sich nach diametral Geheimhaltung von Berhandlungen doch für beide Frankreichs, mit der Erkenntniß gemeinsamer Interessen, und staatsrechtlichen Verhältnisse entgegengesetter Richtung bewegen; die eine, daß die deutsche Theile die Möglichkeit von Schwierigkeiten und Mißverständ die Entwicklung hat auch vor dem Jahre 1890 Politit nach 1890 schiere Fehler begangen, eine wichtige Sicherung niffen enthält, die Quelle werden kann von Verwirrungen, von teinen Augenblick still gestanden; ja sie hat damals und Friedensgarantie preisgegeben habe, und die andere An- Unruhen, von Faktoren, die auf ganz unberechenbaren Ereig- in höherem Maße als jeßt das Augenmerk politischer und auch flage, die sich gegen die Politik vor 1890 richtet mit der Be- nissen beruhen und über die kein Theil eine Kontrolle auszuüben militärischer Kreise auf sich gezogen.( Hört, hört!) Der Ge= hauptung, daß damals mit einem anderen Staate Dinge ver- vermag. Wenn ein Staatsmann, wie Fürst Bismarck die Zu- dante, daß es die Aufgabe der deutschen Politit sein könne, zwei abredet worden seien, die im Widerspruch ständen mit den versicht hatte, alle derartigen Schwierigkeiten zu beherrschen, so große Nationen zu trennen, hat niemals bestanden; es würde bestehenden Verträgen. bin ich wahrlich der letzte, der eine Kritik versuchen wollte. uns Opfer kosten, die wir nicht leisten könnten, und Von diesen Anklagen wiegt die letzte am schwersten; denn Aber ich darf es doch freimüthig aussprechen, daß die Staats- würde 1113 abdrängen aus unseren bewährten Bahnen. fie trifft uns an einer Stelle, wo wir mit einem gewissen Stolze kunst des Fürsten Bismarck so fest steht in der Anerkennung der Die Vorwürfe und Klagen, die heute in dieser Beziehung sagen können, daß wir am empfindlichsten sind( Sehr wahr! in ganzen gebildeten Welt, daß sie feiner Bestätigung durch die gegen die deutsche Politik des Jahres 1890 erhoben worden, fie der Mitte), und darum wende ich mich zunächst Glorifizirung einer einzelnen Handlung bedarf( sehr wahr!) und haben noch eine ganz andere ernste Seite: fie vindiziren jenen gegen diefe Anklage und weise mit aller Entschieden- daß der Dant, den jeder Deutsche dem Fürsten Bismarck für das Beziehungen eine Bedeutung, die bisher nur unsere Feinde im heit den Gedanken zurück, als ob jemals von deutscher schuldet, was er Deutschland geleistet, wahrlich nicht der Folie Auslande vergeblich diesen Beziehungen beizulegen versuchten. Seite mit irgend einem Staate etwas verabredet worden bedarf von schweren Angriffen auf seinen Nach-( hört! hört!) Darin liegt die Warnung, wir möchten zurücks sei, was unvereinbar wäre mit bestehenden Verträgen. folger.( Sehr wahr! links.) tehren zu der rubigen, beobachtenden Haltung, die der Sachlage ( Bravo! in der Mitte und rechts.)- Das ist nicht geschehen, Nach dem, was ich gesagt habe, wird jeder Unbefangene zu- und unserer Würde entspricht. Ich will auf politische Kombinicht dem Wortlaut, auch nicht dem Geiste nach; denn was je geben, daß die Fragen, um die es sich handelt, doch einer nationen nicht eingehen, nur einen Gedanken aussprechen, daß von uns verabredet wurde, sollte dem Frieden dienen, also dem- febr verschiedenartigen Beurtheilung fähig sind, gerade die Fragen, die heute im Vordergrunde des politischen Interesses selben Zweck wie unsere Verträge. Wo immer dieser Vorwurf und er wird begreifen, daß ein Mann in verantwortlicher stehen, und deren Lösung voraussichtlich Jahre in Anspruch nehmen fein Haupt erhebt, möchte ich glauben, alle Deutschen sollten zu Stellung in so wichtigen Entscheidungen nicht auf eine Autorität wird, daß sie höchst unwahrscheinlich machen, daß eine der der Konsolidirung " das wird niemand behaupten können, daß fleinliche persönliche Motive ihn geleitet haben.( Zustimmug rechts.) Wenn gewiffe Blätter den Versuch machen, den Kundgebungen der Hamburger Nachrichten" eine Spize zu geben gegen eine gewiffe Stelle, die außerhalb der Distussion steht, so ist das der Gipfel der Uns verschämtheit( Beifall rechts; Widerspruch links). Das ist nur dazu geeignet, das monarchische Gefühl zu untergraben. Fürst Bismarc hat unter Einfeßung seines Vermögens und feines Kopfes das Fundament des Deutschen Reiches, ein startes preußisches Königthum geschaffen.( Buftimmung rechts.) Das waren unsterbliche Verdienste, und ich muß dagegen Protest erheben, daß er gegen die Krone seine Angriffe hätte richten wollen. Wer so etwas geleistet hat, bleibt bis in fein legtes Lebensalter Monarchist.( Lebhafter Beifall rechts.) Man hat sich etwas heroftratischen Ruhm erwerben wollen, und das gönne ich den Herren gern.( Beifall rechts.) Rontinentalmächte einen Streitfall schaffen wollte, beffen un Abg. Enneccerus( natt.): Ich bin dankbar dafür, daß örtern. Mit Rücksicht auf das hohe Alter und auf das Verdien mittelbare Folge wäre, daß die Gruppe der kontinentalen Mächte niemals ein Vertrag flattgefunden hat, der der Vertragstreue des Fürsten Bismarck muß hier Gnade vor Recht ergehen. fich tompenfiren und ihre Kräfte lahm legen zur thätigen Mit widersprochen hätte. Diese Stelle der Rede des Reichsfanglers( Widerspruch rechts und bei den Nationalliberalen.) Fürst Biss wirkung bei der Lösung jener Fragen. Auf der anderen Seite bezog sich zweifellos auf den Neutralitätsvertrag mit Rußland, marck spricht von den Angriffen der Demokraten und der offibietet gerade die Entwickelung unserer überseeischen Interessen deffen Dasein der Reichstanzler nicht anerkennen fonnte, an deffen ziösen Demokraten; das sind dieselben Organe, welche ihm voraussichtlich in der Zukunft Gelegenheit, mit denselben Mächten Dasein wir aber glauben, den wir für keine Erschütterung, sondern jahrelang treu gedient haben. Die Presse hat sich jahrelang mit wieder zusammen zu gehen, mit denen wir im vorigen Jahre für eine Befestigung des Dreibundes halten. Meine Freunde dem Fürsten Bismarck weniger als je befaßt, und die freisinnige zufammen gegangen sind. stimmen dieser Anschauung einmüthig und mit großer Freude zu. Preffe fann ihr Kritikbedürfniß der gegenwärtigen Regierung Damit bin ich mit meinen Ausführungen zu Ende. Sie werden An der vollen Vertragstreue der deutschen Regierung tann tein gegenüber vollauf befriedigen, fie braucht nicht in die selbstredend der Kritik anheimfallen. Ich war nach bestem Willen Zweifel bestehen, und in der Erklärung des Herrn Staats- Bergangenheit zurückzugreifen, die nur historisches Interbestrebt, nichts zu sagen, was einen Streit sekretärs sehen meine Freunde eine volle Bestätigung ihrer Auf- effe hat. Wenn aus der alten Rafetentiste ein Brander verbittern fönne, der niemandem frommt, faffung. Meine Freunde haben die Erklärung über das treue losgeschossen wird, so eilen nur diejenigen herbei, und aus dem ich troh allem Bemühen außer stande Festhalten am Dreibund und die weitere Pflege guter Be- welche ihn für feuergefährlich halten.( Heiterkeit.) Ich bin, einen praktisch brauchbaren Rern herausziehungen zu Rußland mit Befriedigung aufgenommen. bin weit entfernt, die Haltung der Parteien im Reichstage zuschälen.( Sehr richtig!) Die Linie der deutschen Abg. v. Gültlingen: Die Reichspartei wird sich an diesen zusammenzuhalten mit dem, was im Lande geschieht. Die Zurück Politit ift tlar vorgezeichnet: treues, unentwegtes Besprechungen nur dann betheiligen, wenn sich die Nothwendig haltung der drei Parteien beweist, daß sie mit ihrer Vergangenheit Festhalten an unseren Bündnissen mit Defter teit herausstellen follte, ungerechtfertigte Angriffe zurückzuweisen. nicht brechen wollen, aber auch den Fürsten Bismarck nicht verreich Ungarn und mit Italien( Bravo!), Pflege( Buftimmung rechts, Lachen lints.) theidigen können.( Widerspruch.) Sie wünschen, es wäre Abend, der freundschaftlichen Beziehungen zu Rußland Abg. Richter( frf. Vp.): Es kommt nicht blos darauf an, und es wäre alles erst vorüber.( Heiterkeit.) Nur die Antiauf der Grundlage, die ich vorhin angab, Erhaltung guter und daß die Regierungen selbst ihre Meinungen unter einander ver- semiten sind es, die noch geschlossen dem Fürsten Bismarck freundlicher Beziehungen mit anderen Mächten in Achtung ihrer Rechte ständigen, sondern auch daß die öffentliche Meinung zum Wort huldigen, soweit ist der Bismarckfultus zurückgekommen.( Widerund nach Maßgabe der Achtung, die sie unseren Rechten gewähren. fommt, wie sie durch die Parlamente vertreten ist. Freiherr spruch.) Die unartikulirten Baute beweisen nichts. Wir find ( Sehr gut! und Bravo Bereitwilligkeit aller Zeit, unsere v. Manteuffel hat sich freilich sehr abfällig über Barla- niemals die Feinde des Fürsten Bismarck gewesen( Widerspruch), Machtstellung in die Waagschale des Friedens zu legen.( Leb- mentarismus ausgesprochen, er hat mehr Vertrauen zum wir sind seine Gegner gewesen. Fürst Bismarck mag fich betheiligen hafter Beifall.) Gestützt auf diese Politik, zuversichtlich ver- Absolutismus in bezug auf die äußere Politik. Warum nicht an den öffentlichen Dingen, wo er will, bei den Handelsverträgen, trauend auf unsere Wehrkraft und alle Zeit entschlossen, nach auch in bezug auf die innere Politik?( Heiterfeit links.) bei der Doppelwährung, furz bei dem ganzen Ressort des außen hin die Einheit zu bekunden, die wir unserem großen Eine Regierung, welche sich auf das Volk stüßt, ist Bundes der Landwirthe, aber er mag dasjenige, was er uns Raiser und seinem ersten Staatsmann verdanken, ist für den besser als eine absolutistische, wo der ganze Rückhalt auf immer empfohlen, für sich selbst beherzigen, aber in auswärtigen Deutschen auch heute kein Anlaß zu irgend einer Besorgniß. Wir die Nerven eines einzelnen Mannes gestüt ist. Angelegenheiten mag er die Bürückhaltung beachten, die wir zu fönnen getrost uns der Pflege unserer realen und idealen Güter( Sehr richtig! links) Die Festigkeit des Dreibundes beruht auf beachten immer als patriotische Pflicht empfunden haben.( Beiwidmen und voll Zuversicht in die Zukunft schauen.( Lebhafter den dauernden gemeinsamen Interessen der Völter. Wir haben fall lints.) Beifall.) dem Fürsten Bismarck in mancher Beziehung entgegentreten Abg. Graf Mirbach( f.): Wir sind dem Fürsten Bismarck Auf Antrag des Abg. Lieber( 3.), der vom Hause mit müssen, aber wir haben den Abschluß des Dreibundes als eine dankbar wie früher. Er ist ein Mensch wie jeder andere; er hat Ausnahme der Konservativen unterstützt wird, tritt das Haus in glückliche That für Deutschland betrachten müssen. Um so pein- feine Schwächen, aber die Lichtseiten seines Charakters find so die Besprechung der Interpellation ein. licher war der Eindruck der Enthüllungen der Hamburger Nach groß, daß jeder deutsche Mann ihm zum tiefften Danke ver Abg. Lieber( 8.) spricht seine Freude über die Beantwortung richten", der allerdings dadurch abgeschwächt wurde, daß auch pflichtet ift. ift.( Beifall rechts.) Ich weiß nicht, ob Graf der Interpellation aus und erklärt, daß er dem Beispiele verrathen wurde, daß der Vertrag mit Rußland nicht wieder er- Bismarck dem Vorredner antworten wird; ich würde es folgen und alles vermeiden wolle, was den neuert sei. Die Verwerfung, die Verurtheilung solcher Rück verstehen, wenn er es nicht thut.( Sehr richtig rechts.) In Streit verstärken und die Uneinigteit nach verficherungsverträge ist um so nothwendiger, damit keine feinem Namen fann ich aber aber erklären, erklären, daß er das außen hervortreten lassen tönne. Es solle den Konsequenzen gezogen werden. In Italien giebt es Be- Interview, welches im Neuen Wiener Tageblatt" veröffentlicht verbündeten Mächten und der gesammten europäischen Bevölke- strebungen, welche für Italien freie Hand verlangen. ift, für apokryph hält. Und auf solche Aften basirt Herr Richter rung gezeigt werden, daß das deutsche Volt gesonnen Jedermann hat es für selbstverständlich erachtet, daß wir nach seine Angriffe. Aus dem Verhalten Deutschlands, welches 1878 ist, vertragstreu dem Frieden zu dienen. Nach den Handelsverträgen mit Defterreich und Italien auch einen treu dem russischen Reiche zur Seite stand, können keine Vorder Antwort scheidet ein großer Theil der Besorgnisse, welche solchen mit Rußland abschließen mußten. Niemand wird es würfe gegen den Fürsten Bismarck hergeleitet werden. Bei den fich an die Erörterung fnüpften, von vornherein aus. Der Reichs- Italien verdenken, wenn es mit Frankreich einen Handelsvertrag Handelsverträgen sind wir allerdings viel zu freundlich Rußland tanzler hat erklärt, daß er über die unter unbedingter Geheim- abschließt. Auch politische Verträge sind nicht ausgeschloffen, gegenüber gewesen; Handelsverträge sollten nicht von politischen haltung gepflogenen Berhandlungen teine Aufklärung geben Aber es giebt eine Grenze für solche Sonderverträge; Berträge, Tendenzen unterstützt werden. Das war ein Fehler des tönne. Die Ausführungen des Herrn Staatssekretärs des Aus- welche die Stellung der Dreibundstaaten untereinander Grafen Caprivi. Jedenfalls ziehe ich das System Bismarck wärtigen Amts über die Zeit vor 1890 waren überall sorgfältig zu. verschieben geeignet sind find, müssen müssen den Dreibund dem System Richter vor.( Zustimmung rechts.) Die Veröffenthypothetischer Natur. Wir sind dadurch außer Stand gefeßt, ftaaten mitgetheilt werden.( Sehr richtig! lints.) Fürstlichungen der„ Hamburger Nachrichten" kann nur derjenige richtig auf diese Dinge hier im Reichstage näher einzugehen, wenn wir Bismarck scheint seinen Freunden im Reichstage nicht recht beurtheilen, der die Fäden der europäischen Politik fennt. Aber nicht von vornherein die gute Absicht verleugnen wollen, was an getraut zu haben bezüglich seiner Vertheidigung( Heiterkeit), er uns liegt, die verbündeten Regierungen zu unterstüßen und die hat selbst das Wort genommen einem Interviewer gegenüber, Friedensliebe Deutschlands im Auslande erkennen zu lassen. über dessen Unterhaltung das Neue Wiener Tageblatt" berichtet. In den Erklärungen des Reichskanzlers war von Wichtigkeit die Der Graf Bismarck, den wir ja zu unserer Freude heute unter beftimmte Versicherung, daß die feit 1890 eingehaltene Politit uns sehen, tann ja das Falsche berichtigen. Wenn Fürst BisRußland gegenüber feinerlei ungünstige Veränderungen in den marck der Meinung ist, daß er den geheimen Vertrag Beziehungen zu Rußland zur Folge gehabt habe. Nicht minder veröffentlichen kann, so macht er sich selbst den Vorwurf beruhigend, wenn auch etwas mehr überraschend war die runde des Vertrauensbruchs Rußland gegenüber.( Bustimmung links.) Inabredestellung von Behauptungen, die erst jetzt wieder in der Der Herr Staatssekretär hat mit recht geschildert, welche pretäre Breffe laut geworden sind, die Versicherung, es feien teinerlei Lage durch Rückversicherungsverträge entsteht. Für Desterreich englische Einflüsse maßgebend gewesen. Ich hoffe, daß diese runde Ungarn ist die Balkan- Halbinsel die Wetterecke. Es fann Defter: und nette Versicherung des Reichstanzlers nunmehr endlich die reich in eine Lage tommen, die es zwingt, formell selbst zum stets wiederkehrende Behauptung beseitigen wird, daß englische Lasten Angriff überzugehen. Unsere Interessen sind dort mit den auf deutsche Schultern gebürdet seien. Für uns als Mitglieder des öftereichischen nicht identisch. Aber wir haben das Interesse, Reichstags war von besonderem Werth die Versicherung, daß die dort freie Hand zu behalten, und diese freie Hand ist gefesselt Wolfen des Mißtrauens, die sich in den verbündeten Staaten worden durch die deutsch- russischen Assekuranzverträge. Was wäre gezeigt haben, inzwischen verschwunden sind. Gerade der Be- geschehen, wenn der Verrath erfolgt wäre zur Zeit, als der Abg. Liebknecht( Soz): Ich freue mich, daß die Debatte den völkerung der verbündeten Staaten mußte die Ueberzeugung ge- Assekuranzvertrag noch in traft war. Er hätte wie eine Spreng- engen Rahmen, in dem sie sich anfangs bewegte, verlassen hat. geben werden, daß das deutsche Volt gesonnen ist, die eigene und bombe auf den Dreibund gewirkt. Es war alles in die Hand des Bon Bismarc'schen Enthüllungen zu sprechen, ohne ihn selbst zu die verbündeten Regierungen zu unterstützen und damit den 3aren gegeben gewesen; der Bar hätte im Kriegsfall den Vertrag nennen, ist unmöglich. Der Reichstag darf sich nicht den Mund Bestand des Dreibundes und des europäischen Friedens zu veröffentlichen fönnen, wie andere diplomatische Aktenstücke ver verbinden und dazu herabwürdigen lassen, eine Sache mit Sammet sichern. Denn die Zeiten sind vorbei, wo Bündnisse ausschließlich öffentlicht sind, und er hätte den Dreibund dadurch gesprengt. handschuhen anzufaffen, welche die ganze Welt aufgeregt hat. auf dem guten Willen der Regierungen beruhen. Der Herr( Sehr richtig! links und im Zentrum.) Als der Vertrag 1884 Erwarten Sie nicht, daß ich mich gegen die Person des Fürsten Staatssetretär hat ertlärt, daß tein Bergefchloffen wäre, wurden die russischen Anleihen von der See- Bismarck besonders ereifern werde. Nur meine Partei trag abgeschlossen sei, ber ben bestehenden handlung begeben; das war ein Fehler, aber ein noch größerer ist über diese Veröffentlichungen, über dieses HerostratenVerträgen widersprochen hätte. Wenn wirklich Fehler war das Verbot der Lombardirung russischer thum nicht in Aufregung gekommen. Es ist derselbe ein Abkommen geschlossen wäre, wie es die" Ham- Anleihen. Die Massenausweisung russischer Bauern war Fürst Bismarck, der uns den Bruderkrieg von 1866 brachte, der burger Nachrichten" behaupten, so würde das nicht den auch nicht den Frieden befördernd. Geantwortet hat die Emser Depe so redigirte, daß aus der Chamade eine Empfindungen entsprochen haben, von denen der Herr Staats- man mit der Verfolgung des Deutschthums in Rußland. Fanfare wurde.( Bustimmung bei den Sozialdemokraten.) Für sekretär sprach.( Widerspruch bei den Nationalliberalen und auf Den Zollerhöhungen Deutschlands folgten die Zollerhöhungen uns ist Bismarck das Produkt der Verhältnisse. In Frankreich der Rechten.) Da hätte die bobe Diplomatie sich Rußlands. Die damaligen Beziehungen hatten eine sehr frostige Napoleon, in Italien Crispi, in Deutschland Bismarck. Das liegt in Widerspruch gefeßt mit der Boltsmeinung. Natur; Handel und Wandel litten darunter und der Boulangis in der Tendenz des heutigen Kapitalismus; wäre Bismard nicht Unserer Meinung nach hätten derartige Abkommen nicht abs mus hat gerade infolgedessen sich bemerkbar gemacht. Damals gekommen, so wäre ein anderer gekommen. Die Bourgeoisie gefchloffen werden sollen und können nicht mehr abgeschlossen mußte Fürst Bismarck dem Zaren den Beweis liefern, daß er brauchte die Einigung Deutschlands zu wirthschaftlichen werden in Zukunft, so lange der Dreibund besteht. Ich freue die Depeschen in der bulgarischen Angelegenheit nicht verfaßt Maßnahmen und sie jubelte ihm zu, obwohl sie ihn an mich, daß das alte Vertrauen zur deutschen Treue sich hatte. Wahrscheinlich nahm der Bar an, daß ein solcher Freund fangs angriff. Man hat beftritten, daß es sich um wieder gefestigt hat. Das Vertrauen wäre nicht er der Rückversicherung noch eine vierte Rückversicherung ab- Enthüllungen eines geheimes Vertrages gehandelt hätte. Das schüttert worden, wenn diese Enthüllungen statt auf dem geschlossen hatte.( Sehr richtig! links und im Zentrum.) Bu widerspricht dem gefunden Menschenverstande. Dieser Vertrag Redaktionstisch der" Hamburger Nachrichten" auf dem dem Fürften Bismarck als dem sogenannten ehrlichen Makler hatte enthielt einen solchen Treubruch gegenüber Defterreich( Bu des Vorwärts" sich gefunden hätten.( Sehr richtig! links.) Wir Rußland seit dem Kongreß ein so besonderes Mißtrauen, daß es stimmung bei den Sozialdemokraten), daß die österreichische Refteben feft zu dem Grundsay: Deutschland muß sein der Freund den Rückversicherungsvertrag abschloß, und durch die Entfernung gierung, wenn ihr dieser Vertrag bekannt geworden wäre, sofort der Freunde unserer Freunde und der Feind der Feinde unserer des Fürsten Bismard fiel jeder Grund zu einem solchen Vertrag. Den Dreibunds- Bertrag als werthloses Papier hätte zurückweisen Freunde.( Beifall.) ( Heiterkeit.) Wenn die Konservativen ihre Genugthuung über müssen. Thatsächlich sagte denn auch ein Mann des GeneralAbg. v. Manteuffel( t.): Ich glaube im Namen aller die guten Beziehungen zu Rußland ausgesprochen haben, Ihr ftabes im" Pester Lloyd": Das war Berrath." Es war meiner politischen Freunde aussprechen zu können, daß bei Verdienst( zu den Konservativen gewendet) ist es nicht, sondern zugleich der Verrath eines Verbündeten. Beide Ver uns Don Beunruhigung thatsächlich niemals die Rede das Verdienst des Grafen Caprivi, der den Handelsvertrag ab- träge sollen ein Muster der Genialität des Fürsten war( Gelächter bei allen Parteien mit Ausnahme der Ron- geschlossen hat, dessen Abschluß dem Fürsten Bismarck nicht ge- Bismarck gewesen sein. Das ist die Praxis der Renn fervativen und Nationalliberalen), und auch sonstwo haben lungen ist.( Bustimmung lints, Widerspruch rechts.) Graf bahnen und Spielhöllen, wo man große Wetten macht und sich wir feine Beunruhigung gemerkt( Widerspruch links und im Caprivi hat die alten Beziehungen wieder angeknüpft. durch Gegenwetten gegen zu große Verluste schüßt. Solche Zentrum). Die ersten Wolken der Beunruhigung haben sich sehr Wenn Fürst Bismarck meint, daß der Faden mit Petersburg ab- Machenschaften führen vor den Staatsanwalt, ins Gefängniß, bald wieder zerstört. Der Vorredner hat die Hoffnung aus geriffen fei, so will mir faft scheinen, daß man zu freundlich zu denn sie sind unehrenhaft. Man hat gesagt, Fürst Bismarck habe gesprochen, daß in Zukunft ein solcher Rückversicherungsvertrag Rußland ist.( Sehr richtig! rechts.) Welcher Grund lag für den bei den Enthüllungen feine persönlichen Motive gehabt. Nun, nicht wieder abgeschlossen werden würde. Auf diesem Stand- Fürsten Bismarck vor, dieses Staatsgeheimniß zu verrathen? dann waren es die Motive eines bewußten Ver punkt stehe ich mit meinen Freunden nicht. Ich habe die Ueber- Was die Presse des Fürsten Bismard dann veröffentlicht hat, brechers( Heiterkeit rechts). Blos Rachsucht hat es einzeugung gewonnen, daß das Rückversicherungsverhältniß be- reicht nicht aus, ihn zu rechtfertigen. Das hat er auch wohl selbst gegeben, und es zu entschuldigen Dom persönlichen ftanden hat zu unserem Besten und zum Besten des europäischen eingesehen. Seine Presse äußerte sich dahin, daß die Beröffent- Standpunkte aus ist unmöglich. Bismarck hatte schon 1862 das Friedens; deshalb sehe ich nicht ein, weshalb man nicht wieder lichungen abkühlend wirken sollten auf die Bereinbarung zwischen Programm, Defterreich aus Deutschland herauszubringen unter Dazu greifen follte( Widerspruch) im Interesse des europäischen Rußland und Frankreich. Die Veröffentlichung eines alten Ver- wohlwollender Neutralität Frankreichs und Rußlands. Er hatte Friedens, an dem doch allen gelegen sein muß( Seiterkeit). trages wirkt nicht abkühlend auf gegenwärtige Liebes werbungen freundliche Beziehungen zu Napoleon unterhalten, schon als er Meines Wiffens haben doch die verbündeten Regierungen von( Sehr richtig! links.) Rußland gegenüber war der Bruch des noch nicht Minister war und er hatte Neigung nach Rußland diesem Rückversicherungs- Bertrag Kenntniß gehabt.( Widerspruch Geheimnisses eine unfreundliche Art des Sich- in- Erinnerung- bin, seinem politischen Joeal. 1865 war Bismard in Biarritz lints und im Zentrum.) Es mußte der Rückversicherungs- Bertrag Bringens. Die Verdächtigungen über englische Einflüsse u. s. w., bei Napoleon und versicherte sich seiner Neutralität gegensogar dem Dreibund das Zeugniß ausstellen, daß er wirklich nur welche durch keine Thatsache beseitigt werden, sind die schlimmsten über dem österreichischen Bruderstaat.( hört! hört! bei eine defensive Bedeutung hatte. Die ganze Theorie des Staats- Verdächtigungen. Die leitenden Personen erscheinen dadurch in den Sozialdemokraten.) Dann ficherte man sich durch fetretärs des Aeußern über die Beziehungen der Staaten unter einem so ungünstigen Lichte, wie man sich nur denken kann. Ich einen neuen Vertrag mit Rußland gegen Frankreich. einander war eine ungemein geistreiche, aber in der Praxis fordere den Grafen Bismarck auf, seinen Vater zu vertheidigen Man hatte so eine Rückendeckung, um Frankieich all wird es sich niemals so gestalten, wie er ausgeführt und den Beweis für die Berdächtigungen zu versuchen. greifen tönnen. Die Wiedereroberung von Elsaß hat, und die Geschichte wird ihm auch nicht recht Seit 6 Jahren lebt Fürst Bismarck fern von der Politit. Rann Lothringen mußte in Frankreich die brennende Begier hervor. geben und solche Bündnisse werden in der Geschichte immer er auf grund solchen Klatsches hier solche Vorwürfe erheben rufen, diese Länder wiederzugewinnen und sich nach Bundes als von höchstem Werthe erkannt werden. Bezüglich gegen die Regierung und höher hinaus( Widerspruch rechts). genossen umzusehen. Mary hatte vorausgesagt, daß, wenn man der Interpellation felbft find wir dankbar für die Diese Angriffe stellen die Krone hin als Marionette englischer nicht auf die eine oder andere Weise Frankreich mit Deutschland Aufklärung, daß irgend welche Störungen sich nicht ergeben Einflüsse.( Sehr richtig! links.) Dagegen muß ich mich ver- versöhne, Frankreich nothwendigerweise in die Arme Ruslands haben, daß namentlich englische Einflüsse nicht maßgebend gewahren, wenn ich auch kein Freund der Regierung bin.( Bu treiben müßte. Diese geniale Boraussetzung ist eingetroffen. wesen sind. Ich bin auch dankbar dafür, daß die Beziehungen Stimmung links.) Wir können nur urtheilen nach dem was wir Bon 1875 ab nahm das Gespenst einer russisch- französischen zwischen Deutschland und Rußland die denkbar besten sind. sehen, und danach sind diese Anklagen durchaus unberechtigt. Fürst Allianz immer greifbarere Gestalt an. Bismarck fuchte es durch Ich lege darauf einen besonderen Werth. Ich denke, das Ein- Bismarck spricht von einer Depression, die nach den Breslauer alle möglichen Gefälligkeiten gegen Rußland zu beseitigen. Der vernehmen der beiden Monarchen, welches wir in Breslau Raifertagen eingetreten fei. Ich bin umgekehrt der Meinung türkische Krieg, der mehr mit der Waffe des Rubels als mit erlebt haben, ist von hoher Bedeutung, und was gewesen, daß der Optimismus nicht berechtigt war, der sich ges Waffengewalt vorging, zwang Rußland, einen Kongreß nach in Frankreich geschehen ist, hat das nicht beeinträchtigt. zeigt hat, denn ich bin nicht der Meinung, daß der Kaiser von Berlin zu berufen, in welchem fich Bismarck als der ehrliche Die Beziehungen zwischen Deutschland bezw. dem Dreibund einer Rußland seine Truppen blos unterhält zum Schuß der heiligsten Makler hinstellte, der ihn aber in die Enge brachte zwischen seits und Rußland andererseits sind sehr viel werthvoller als die Güter Europa's. Die überfeeischen Jutereffen, die uns vielleicht Rußland und England. Rußland wurde des größten Theils Beziehungen zu allen anderen Staaten, weil wir in Rußland mit mit England in Widerspruch feßen, haben lange nicht die Be deffen, was es im Präliminarfrieden von San Stefano bekommen einer starken Monarchie zu thun haben, während die leitenden deutung wie die europäischen gemeinsamen Intereffen. Die Ver- hatte, beraubt, und der Haß der russischen Staatsmänner richtete Männer anderer Staaten von den dortigen Parlamenten ab- öffentlichungen haben gewirkt wie der Schuß mit einer 26. fich nun gegen Bismarck. Bismarck ist nun genöthigt, das bisher hängig sind, und das ist ein sehr unsicheres Substrat. Unter den Bentimeter- Kanone in die Dunkelheit. Wenn der Schuß kein Un- so gehaßte Defterreich wieder heranzuholen. 1879 wurde der bestehenden Verhältnissen kann Deutschland feine Aufgabe erfüllen, beil angerichtet hat, so ist es das Berdienst des Schützen nicht. Bertrag mit Defterreich gefchloffen, und seitdem gravitirt ein Wahrer des Friedens zu sein.( Beifall rechts.) Ob die Strafgesetzbestimmungen anwendbar sind, ist nicht zu er nun Fürst Bismarck zwischen Rußland und Oesterreich. zu " Er sagt, der Draht se« erst 1890 zwischen Mich- lonb und Deutschland zerschnitten worden. Am 6. Fe- bruar 1886 äußerte sich aber Bismarck dahin, nian wollte unsere Politik in den Dienst der russischen Politik stellen, wir solllen gegen unfern Willen mit Rußland in Streit gebracht werden. Dieser Streit steigerte sich bis zu vollständigen Kriegsdrohungen von der kompetentesten Seite. Die etwas komische, aber nicht originale Phrase„Wir Dentsche fürchten Gott, aber sonst nichts ans der Welt", richtete sich gegen Rußland mehr als gegen Frankreich. Nacbdem dies alles geschehen war, blieb dem Grafen Caprivi keine Möglichkeit, den Draht zu zer- schneiden, wohl aber konnte er einen Vertrag zerreißen, von dem er nicht annehmen konnte, daß, wenn er bekannt würde, der Glaube an die Vertragstreue und Buudestreue Deutschlands dadurch vermehrt werden könnte. Ueber die Wirkungen der Enthüllungen auf die anderen Mächte haben die Vertreter der Negierungen die günstigsten Verstche- rungen gegeben. Natürlich, den» eigentlich hatte Bismarck nur sich selbst denunzirt, aber er hatte seine Nach- folger in die angenehme Lage gebracht, seinen beiden Verbündeten gegenüber als ehrlicher Mann dazustehen. Beiläufig gesagt, ist unsere Pmtci diejenige, welche am meiste» den Friede» will. Der Friede ist für die gedeihliche Entwickelung Deutschlands»othinendig, und nur solcbe Parteien, die im Trüben fische» wollen, die die Nation übervortheilen wollen, haben ein Interesse an diesem Geschrei und eventuell auch am Kriege. Auch von Italien will ich nicht reden, aber daß wir ohne Oester- reich einen Kampf gegen Rußland nicht bestehen können, versteht sich von selbst. Man spricht von einem Zickzackknrs, es ist aber feildem ein neuer Dreibund geschlosien worden, veranlaßt durch de» Frieden zwischen Japan und China, und diesen Bund hat Deutschland inil Rußland und Frankreich geschlossen� Wenn es aber nun zivischen Japan und China zum Kriege käme und England hinter Japan stände, so würde Deutschland ge- nölhigt sein, für Rußland und mit Frankreich zusammenzugehen, so wäre Oesterreich wiederum preisgegeben. Dieser Verlrag be- darf durchaus der Erläuterung und am allerbesten der Btseiti- gung. Es ist natürlich, daß das im Niedergang begriffene Bürgerthum, welches zur Kapitalistenklasse geworden ist, sich starke Menschen sucht, Uebermenschen, die überall jenseits von Gut und Böse sind und es mit der gemeinen menschlichen Moral eben nicht so sehr genau nehmen.(Sehr richtig! bei de» Sozial- demokralen.) Der Götze Napoleon in Frankreich ist zertrümmert; der Götze Crispi— es giebt kaum ein Verbrechen des Straf- gesetzbnches, dessen er sich nicht schuldig machte— ist jetzt auch zerbrochen. Daß diejenigen auf dem Götzen Bismarck herum- trampeln, die ihm früher Beifall klatschten, billigen wir Sozial- demokratin sicher nicht. Wir habe» ihn immer so beurlheilt wie heule. Was er that, that er als Bevollmächtigter der bürgerlichen Ge- fellschaft, des Kapitalismus. Die politische Lage ist gegenwärtig nichts weniger als be- ruhigend. Alles ist verivorren. Ob ein direkter Vertrag zwischen Rußland und Frankreich besteht, weiß ich so wenig wie wahr- scheinlich irgend einer im Hause. Der Dreibund ist keineswegs eine absolute Garantie des Friedens; England steht ver- einsamt da und gerade die Presse bekämpft es heftig. Da möchte ich frage», und hier appellire ich an den wirk- lichen Patriotismus, wenn es nun zum Kriege kommt, wenn wir gegen Rußland und gegen Frankreich zu kämpfen haben, wenn die Flotte beider Staaten die deutsche in den erste» Tagf.» wegfegen wird, wie will da Deutschland sich ver- proviantiren? Da giebt es nicht blas eine Million hüben und drüben, sondern es giebt in 8 bis 14 Tagen vielleicht zehn Millionen. Wie nun die versorge»?! Dann sind uns die Länder verschlossen, die uns»nd Europa Getreide liefern können.(Lachen rechts.) Da lachen Sie, das ist Ihr Patriotismus. Ja, wenn England aus deutscher Seite stände. dann wären alle diese Schn lerigkeiten gehoben. Es fällt mir nicht ein, zu sagen, wir sollen England nachlaufen, aber warum der Haß gegen England? Bei der Behandlung der türkischen Frage hat seit dem Zusammen- bruch Ihres Götzen die Diplomah« vollständig Bankrott gemacht. Es war ein unfreiwilliges Verdienst des Fürsten Bismarck, daß er wie eine elektrische Lampe in diesen Hexenkessel, in diese schmutzige Küche, in welcher die Diplomatie die hohe Politik machte, hineingeleuchtet hat. Er hat den Völkern gezeigt, wie heutzutage ihre Geschicke regiert werden, wie es mit der Moral steht in den höchsten Kreisen. Da muß eine neue Moral kommen. Es müssen neue Grund- sähe für die Politik kommen. Schon 1884 wurde von der inter- nationalen Aroeiter-Assozialion ausgesprochen: Auch in der hohen Politik muß die Moral der bürgerlichen Gesellschaft, die gemeine, ehrliche Moral, herrschen. Alle geheimen Verträge sind zu verwersen und jede Regierung muß in Anklagezustand versetzt werden, welche geheime Verträge abschließt So hat der letzte internationale Kongreß in London beschlossen. Die Amerikaner, die blos eine öffentliche Politik habe», habe» die erfolgreichste Diplomatie und die schnellste» Fortschritte unter allen Völkern der Erde; Treu und Glauben muß unter den Völkern herrschen nach dem Grundsatz, waS dem einen Volke recht ist, muß auch dem anderen recht sein. Gleichheit der Mensche», Gerechtigkeit nach allen Seiten, nicht mehr Gewaltsamkeit; die alte Ehrlichkeit ist die beste Politik. Diese Politik vertritt die Sozialdemokratie. Das ist das Motto, das ist die Politik einer Nation, einer wirklich heiligen Allianz. Da sagt man uns jetzt, und das ist neulich von einem englischen Minister erklärt worden, daß Europa sich jetzt darin einige, gegen die Türkei eine humane Lösung zu finden. Nun frage ich, wenn man einig ist und die Metzeleien der Armenier und der Türken verhindern will, kann das sehr schwer sein? Aber Ehrlichkeit herrscht bei keiner der großen Mächte; kein Diplomat, kein Staat traut dem ander», einer arbeitet gegen den anderen, und die Metzeleien, die man öffentlich mit Krokodilsthränen beweint, sind wesentlich mit Schuld der euro- päische» Mächte.(Lehr richtig! bei den Sozialdemokraten), die politisch daraus Kapital schlagen wollen durch diese Metzeleien, weil sie glauben, von der Türkei wieder ein größeres Stück stehle» zu können als der andere. Mit dieser Spitzbuben- und Räubermoral muß endlich ein- mal gebrochen werden, und das ist auch die Politik der Sozial- demokrate», die schließlich die Billigung der Völker haben will, die einzige, welche uns den Frieden verbürgt auf dem Boden der Freiheit und Gleichheit.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. V. Kardorff(Rp.): Gegen Herrn Liebknecht will ich nichts sagen, man kann ihn wirklich nicht ernsthaft nehmen, wenn er Bismarck einen großen Verbrecher nennt. Aus die Erklärungen der Regierung über die Verträge will ich nicht eingehen, wenngleich sie nicht ganz unbedenklich sind. Die Kritiker sind zu klein, um den Maßstab für die Größe eines Staatsmannes, wie des Fürsten Bismarck, zu finden. Der Abg. Richter meint, unsere und die englischen Interessen wären identisch. Das kann ich unter keine» Umständen zugeben. Ich bin dem Abg. Lieber dankbar, daß er die Debatte nicht durch persönliche Ausfälle auf den Fürsten Bismarck verbittert hat, von denen er sich in Volksversammlungen nicht frei gehalten hat. Ich verüble ihm daS nicht, in Volksversammlungen spricht jeder einmal etwa? mehr, als er verantworten kann.(Große Heiterkeit.) Herr Lieber ist wohl nachträglich zu dem Bewußtsein gekommen, daß ohne die konservative Partei eine positive Politik in Deutsch- land nicht gemacht werden kann, ohne die nationalen Parteien, will ich lieber sagen, denn die gedörsn nicht zu den Konservative». Es muß ein Weg zur Verständigung zwischen dem Zentru», und diesen Parteien gefunden werden. Und das wäre so erschwert worden, wenn die Herren diese Debatte in heftigem Tone geführt hätten. Die großen Politiker deS Zentrums. Windthorst und Freiherr v. Frankenstein hatten von dem staalS- männischen Genie des Fürsten Bismarck eine andere Meinung. als sie jetzt in manchen Versammlungen von Herren deS Zeutruins dargelegt we-de.(Heiterkeit im Zentrum.) Vom Fürsten Bismarck geht manchmal eine That oder ei» Wort aus, was allgemeines Erstaunen und Verblüffen selbst bei seinen größten Anhängern erregt(Heiterkeit), die sich im Augen- blick nicht zurechtfinden. Aber in der übergroßen Mehrzahl aller dieser Fälle hat die Weiterentwickung klar gezeigt, daß Fürst Bismarck zu jeder Zeit das Wohl und das Wehe des Vaterlandes im Sinne hatte.(Rnfe: Das Wehe!— Heiterkeil.) Wir wissen, daß Fürst Bismarck jederzeit bereit ist, alles hinzu- geben für das Wohl des Vaterlandes(Lachen links), ja alles hinzugeben. Sie(links) haben ihm immer egoistische Interessen untergeschoben. In der großen Zahl derer, die ihm»och treu anhängen, und es sind Millionen, herrscht das Bewußtsein: Fürst Bismarck hat nichts gethan, was er nicht für das Wohl und das Gedeihen des Deutschen Reiches für nothwendig hielt. Die Beantwortung der Interpellation hat uns überzeugt, daß unsere auswärtige Polttik heute in sehr vorsichtigen ruhigen Händen liegt, die keine Uebereilung begehen werden, und ich glaube, daß das Resultat dieser Besprechung infofern ein günstiges sein wird, als es die Parteien daran mahnen wird, nicht in der Vergangenheit herumznrühren, sondern in die Zukunft zu blick. n und die positive» Gesichtspunkte zu suchen, die sie einigen können.(Beifall rechts.) Abg. Paasche(natl.): Von einepl Mißtrauen Rußlands gegenüber dem Fürsten Bismarck ist in jedem Falle keine Rede gewesen. Bezüglich der Motive des Fürsten Bismarck sind Dinge behauptet wo'den, über die ich dasselbe Urtheil habe wie Herr v. Kardorff. Meine politischen Freunde sind immer eingetreten für das Deutsche Reich und den deutschen Kaiser.(Lacken bei den Sozialdemokraten; Zuruf: Millionen eingesteckt!) Wir haben auch unsere Groschen daran gewendet.(Lachen bei den Sozial- demokrate».) Wir lassen nns darin von keiner ander» Partei übertrumpfen. Wenn wir für den Fürsten Bismarck eintreten und anerkennen, daß er das, was er gethan, zum Wohle Deutsch. lands gethan hat. so wissen wir, daß dies auch diesmal geschehen ist. Es ist stark Wasser in den Wein der französischen Be- geisternng gegossen worden, das macht sich schon jetzt deutlich bemerkbar. Ein Vertagungsantrag wird gegen die Stimmen der Sozial- demokralen, der freisinnigen Vereinigung, der freisinnigen und der deutschen Volkspartei abgelehnt. Abg. Liebermaun V. Sonncnbcrg: Wenn Herr Liebknecht von dem Fürsten Bisuiarck als einem Verbrecher gesprochen hat, so ist er schon dahin belehrt worden, daß jemand, der eine derartige Aeußernng machen kann und dafür nur eine freundliche Heiter- keit einerntet, sich selber sein Urtheil gesprochen hat. Seine Partei, wie die des Herrn Rickter, welche die Mittel zur Heeres- Verstärkung zum Schutz des Vaterlandes verweigert hat, welche eine» Abrüstungsantrag stellte, als der Krieg unmittelbar vor der Thür stand, welche ihre Informationen über die Sicherheit des Friedens von einer Tante in Paris bezog(Heiter- keit) hat allerdings volle Berechtigung, dem Fürsten Bismarck seine Bedeutung abzustreiten!(Sehr gut!) Tankbar bin ich für die Anerkennung, welche Fürst Bismarck heute hier gefunden hat. Bismarck hat in seiner genialen Weise den Frieden Europas geschützt.(Lachen links.) Das Vertrauen des deutschen Volkes ist dem Fürsten Bismarck gefolgt bis in die Einsamkeit des Sachsenwaldes, und die Ausmerlsamkeit, die auch das Ausland seinen Auslassungen schenkt, beweist, daß er der »»absetzbare Kanzler des Deutschen Reiches bleibt.(Gelächter links.) Die ur. flächigen Angriffe, die außerhalb des Haufes gegen den Fürsten Bismarck gerichtet wurden, haben hier leine Vercheidigung Sesunden. Sie erinnern an den Fußtritt des Esels, den er dem erbenden Löwen versetzt. Abg. Hauffmanu(südd. Vp): Durch die Antwort der verbündeten Regierungen ist festgcstellt, daß ein Staats- geheimniß enthüllt ist zur Beschämung Deutschlands, daß diese Enthüllungen Beunruhigung bei unseren Verbündete» hervor- gerufen habe». Da hätten die Herren von der Rechten den Mund etwas weniger weit aufth»» sollen, am allerwenigste» der letzte Redner nach den Dimensionen, die ihm zur Verfügung stehen.(Heiterkeit.) Graf Mirbach hat es als eine Unverschämt- heil bezeichnet, daß die Worte des Fürsten Bismarck höher zielen, als gegen die Regierung. Diese Ansicht ist von der„Kölrnscken Ztg." und von dem„Hamburger Korrespondeuteu" ausgesprochen worden. Die Freunde des Fürsten Bismarck habe» keine andere Erklärung zu geben gewußt als: wir wissen nicht, was der große Geist in Friedrichsruhe gewollt hat, aber wir sind von seiner Uu- fehlbarkeit überzeugt.(Heiterkeit.)'Fürst Bismarck greift die deutsche Regierung an; da drücken Sie sich nicht herum. Wenn Sie die Angriffe für berechtigt halten, dann sprechen Sie dies« Angriff« hier an der veranl- wortlicken Stelle aus. Das haben Sie(rechts) nicht gethan und Gras Herbert Bismarck hat es auch nicht gethan; er hat mit keinem Wort die Vertheidigung seines Vaters über- nommen, wie er es sonst zu thun pflegt.(Sehr richtig! links) Wir müsse» den Eindruck tu nns ausnehmen, daß er sich öffent- lich nicht anders als anonym vertreten läßt. Die Partei Ahl- wardt ist einig, die Partei, welche ihre Desekle zu verdecken sucht dadurch, daß sie sich mit dem großen Name» Bismarck's drapirl. Fürst Bismarck hat das Recht jeder Privatperson; er hat, als er Abgeordneter des Reichstags war, seine Anschauung vertreten können. Aber seine amtliche Kenntniß zu verwerthen, um der gegenwärtigen Regierung Schwierigkeiten zu machen, das ist etwas, was über den Patriotismus hinausgeht. Geradezu ivunderbar ist es aber, wenn man sich daran erinnert, was man 1387, als der Assekuranzvertrag bestand, bei der Wahl dem deutschen Volke vorgemacht hat über den Krieg mit zwei Fronten.(Zustimmung links.) Fürst Bismarck hat selbst mitgethcilt, wie die Einser Depesche retouchirt worden sei, sodaß die Franzosen die Meinung er- hielten, sie seien durch eine schlaue Diplomatie in den Krieg hineingelockt worden. Dadurch ist die Meinung der Franzose» gegenüber Deutschland nickt gemildert worden. Man muß in der That sagen, daß die Politik der gegenwärtigen Regierung, welche, statt kalte Wasserstrahlen zu senden, die Weltausstellung beschickt, als eine würdigere erscheint als die des großen Bismarck. Stärkere Interessengemeinschaft besteht zwischen Deutschland und England als mit Rußland; dazu kommt die gemein- same Abstammung; man kann sagen: Blut ist dicker als Branntwein. Wir haben eine weitgehende Knlturgemeinschaft. Die ganze Art der geistigen Thätigkeit in England und Deutsch- land ist eine nahe verwandle.(Zustimmung links.) Wir brauche» nickt gleich Bündnisse mit England zu schließen, aber eine falsche Politik ist es, Verbitterung und Feindschaft zwischen Deutschland und England zu erregen. Da möchte ich eine Frage aufwerfen, ob namentlich die Regierungen Auskunst darüber geben können, ob ein Assekuranzvertrag zwischen Italien und England besteht. Ueber den Hauptinhalt hat der Abg. Ferrari etwas verlauten lassen. Auf die Frage brauche ich nicht nochmals einzugehen, ob es sich um e,n« für Deutschland nachtheilige Veröffentlichung handelt. Rückversicherungsverlräge dürfen abgeschlossen werden, aber sie dürfen nicht geheim bleiben. Was würde man sagen, wenn Italien mit Frankreich eine» solchen Vertrag abgeschlossen hätte? Man würde mit dem Vorwurfe italienischer Perfidie sehr leicht belohnt. Ganz ohne Nutzen ist das Vorgehen des Fürsten Bismarck nicht ge- wesen; er ist der Geist gewesen, der stets das Böse will und doch daS Gute schafft. Er hat Gelegenheit gegeben, den Bundesgenossen eine klare unzweideutige Erklärung abzu- geben, er hat ferner den Reichstag veranlaßt, sich mit diesen auswärtigen Fragen zu beschäftigen, so daß sie nicht immer ein ausschließliches Privileg der Diplomatie bleiben. Denn die politischen geheimnisvollen Spielereien der Diplomatie haben nickt den Werth wie die reellen Interessen der Völker. (Beifall links.) Abg. Richert(freisinnige Bereinigung): Wir schließen uns dem Dank an, welchen die anderen Parteien ans- gesprochen haben. ES handelt sich nicht um Eng- land und Rußland, es handelt sich nicht um den Fürsten Bismarck, den niemand angegriffen hat, sondern nur darum: war Fürst Bismarck berechtigt zu diesen Enthüllungen und hat er dem Vaterlande einen Dienst damit geleistet? Da stehen>vir unbedingt zur Regierung. Fürst Bismarck selbst hat solche Ver- össentlichungen durch besondere Gesetzesbestimmungen verfolgt und jetzt sollen plötzlich andere Grundsätze gelten. Woher wissen die Herren, daß die anderen Regierungen Kenntniß von dein geheimen Vertrage hatten? Wir hoffen, daß die Erklärungen der Regierungen jeden Ziveifel an der Vertragstreue beseitigt haben werden»nd ich bedauere nur, daß wir diesem Ergebniß der Verhandlungen nicht auch durch einen Beschluß Ausdruck geben könne». Darauf schließt die Debatte mit persönlichen Bemerkungen der Abgg. v. Kardorff, Richter und Haußniann. Persönlich be- merkt serner Abg. Graf v. Bismarck: In bezug auf die persönliche Bemerkung des Herrn Abg. Richter kann ich nur erklären, was Herr Gras Mirbach für mich zu er- klären die Güte hatte. Herr Haußmann hat. soweit ich seine Mundart verstehen konnte, etwas von Amerika und Doppelwährung und Interview gesagt. Ich er- kläre, daß ich keinerlei Interview gehabt habe. Ich habe nur, als ich vor 14 Tagen in Sckönhause» war, einen Herrn, da es schlechtes Wetter war. ins Haus eintreten lassen und ihm gesagt. ich würde mich nicht in ein Interview einlasse», er möge»ur mit dem nächsten Zuge abreisen, was er denn auch gethan hat. Wenn das eins sein sollte, so weiß ich es nicht. Herr Hanßmann meinte, ich hätte mich zum Worte melden sollen. Nach den Erklärungen des Herrn Reichskanzlers lag für mich kein Anlaß vor, bei meiner Vergangenheit mich mit Hypothesen abzugeben. Die Ansicht des Herrn Haußmann vermag ich nicht zu theilen. Es ist das eine Sache des Taktgefühls, das bei verschiedenen Leuten verschieden entwickelt ist. Ich gehe Herrn Haußmann gegenüber so weit, daß ich sage, er hätte seinem Ansehen mehr gedient, er hätte heute nickt geredet. Abg. Haufiman»: Ich ziehe den offenen Angriff dem ano- nymen vor(Zustimmung links); über das Taktgefühl kann ich mich mit dem Borredner nickt auseinandersetzen; denn in bezug hierauf steht die Familie Bismarck nicht auf der Höhe der Situation.(Pfui! rechts.) Damit ist die Interpellation erledigt. Schluß ßVi Uhr. Nächste Sitzung Dienstag 1 Uhr.(Ver- lesung der freisinnige» Interpellationen über die Duellfrage und den Fall B r ü s e w i tz.) Uoftases. Die Rache der städtische» GaSdirektion. Bestem begaben sich die noch ausgesperrten städtischen Gasarbeiter nach der An- stall in der Danzigerstraße, un» wegen ihrer Wiedereinstellung Nachfrage zu halten. In der gegenwärtigen Zeit werden nämlich gewöhnlich an Montagen Arbeiiskräfte angenommen; auch ist ja die anläßlich des Friedeusabschlusses mit den Arbeitern zu stände gekommene Vertragsbestimmung bekannt, wo- nach neneiiizustellende Arbeiter zuerst aus der Reihe der Ausgesperrten entnommen werden sollen. Da nun bei der Nachfrage der Unterbeamte, dem die Einstellung obliegt, aus Anfrage der Ausgesperrten erklärte, daß man einer größeren Zahl von Arbeiter» bedürfe, so glaubten die Ausgesperrten, daß nunmehr die Tage der Aushungerung vorüber seien. Die Leicht- gläubigen halle» aber ihre Rechnung ohne die arbeiterfreundliche Gasdirektiou gemacht. Der erivähine Beamte verlas nämlich den An- fragenden eine Liste derjenigen, die der Wiedereinstellung gewürdigt werden sollten; auf dieser Liste fehlte» aber die Namen v o n s e ch s noch ausgesperrten Arbeitern. In diesen sechs werden wahrscheinlich die„Aufwiegler" vermulhet, obgleich sich unter den Gemaßregelten einige befinden, die in der Ausstands- bewegung durchaus nicht hervorragend thälig waren. Der Beamte, der zugleich eine Anzahl neuer Arbeiter, d. h. solcher, die nichts mit dem Ausstande zu thun gehabt hatten, einstellte, erklärte ausdrücklich, daß die sechs Gemaßrcgelten in diesem Jahre überhaupt nicht eingestellt würden. Da nach Neujahr infolge der dann verminderten Gasproduktion gewöhnlich Entlassungen erfolgen, so bedeutet der Beschluß, daß man sick die sechs Gezeichneten für immer vom Halse halten will. Bemerkt sei noch, daß die Gemaßregelte» den Direktor um Aufklärung baten und ihn um eine Bescheinigung darüber ersuchte», baß man ihrer in der Danzigerstraße nicht bedürfe; mit einem solchen Schein versehen, hofften sie in einer anderen Gasanstalt unterzukommen. Der Direktor ließ den Ausgesperrten mittheilen, daß die Angaben, welche der Uuterbeamte ihnen gemacht habe, den Thaisachen entsprächen und daß er nicht verpflichtet sei, die geivünschte Bescheinigung auszustellen. Zwei der Arbeiter, welche sich nach der Anstalt in der Müller- siraße begaben, wurden auch hier abgewiesen, eben weil sie für ihre Angaben keine Bescheinigung beibringen konnten. Glaubt die Direktion, daß jetzt Kirchhofsruhe unter den Arbeitern herrschen wird? Sietäuschtsich! Herr Bashford anf der Jourualisten-Dribiine. Der aus seinem Konflikt mit einem Telegraphen-Beamten satt» sam bekannte Herr Bashford hat heute den Schauplatz seiner Thalen auf die Journalisten-Tribüne des Reichstages verlegt. Herr Bashford hat«inen Eckplatz in der ersten Reihe neben dem des„Vorwärts", der von Genossen Baak« benutzt wird. Dicht hinter den Stühlen läuft ein schmaler Weg zu den übrigen Plätzen, und diesen Weg hatte Herr Bashford durch seinen Stuhl fast vollständig versperrt. Genosse Vaake wollte einen die Verhandlungen aus- nehmenden Kollegen ablösen und bat Herrn Bashford in höflichster Form, einen Fußbreit mit seinem Stuhle vorzurücken und den Weg freizugeben. Herr Bashford erwiderte jedoch auf die höfliche Bitte mit einem kurzen Nein, und als das seldstverständliche Verlangen dringender wiederholt wurde, klang das Nein noch ablehnender und schroffer. Baak« versuchte nun auf die Aufforderung des Herrn„Sehen Sie doch, wie Sie durchkommen", sich durch den schmalen Spalt zwischen dem Stuhl Bashford's und der Hinterwand hindurch- zuzwängen, wurde jedoch von Bashford, der die Beine gegen die Vorderivand der Tribüne stemmte und seinen Stuhl mit Gewalt zurück- drängte, eingeklemmt. Erst der allgemeine Unmuth der nächsten Zu- schauer zwang de» rüden Patron, von seinem Beginnen abzu- lassen. Rur die Rücksicht ans die unten geführte Verhandlung und die Ruhe des Hauses— Herr v. Marschall sprach grade— hat den Geu offen Baak« gehindert. Herr» Bashford die einzig gebührende Antwort anf seine freche Rüpelei zu geben und ihm eine fühl- bare Lektion zu ertheilen. Nicht zufrieden mit dieser einen Heldenthat wiederholte Herr Bashford sie, als ein« halbe «stunde später Genosse' Ledebour hinter seinem Stuhle vorbei wollte. Auch diesmal war der Verlauf derselbe.— Hat den englischen Reporter des Postgewaltigen Schutz zu dieser neuesten Dreistigkeit veranlaßt? Derartige rohe Elemente ge- hören wohl schwerlich auf die Jonrnalistentribüne des deutschen Reichstages. Tie herzlosen Arbeiter. Durch die hiesige bürgerliche Presse— vou der„Voiks-Zeitniig" bis zu Slöcker's„Volk"— ging dieser Tage eine Reporleruachricht, ivelche einen Theil des Personals der W ö l l m e r' scheu Schriftgießerei eines unschöne» und unsolidarischen Verhaltens gegen eine kürzlich verstorbene Kollegin bezichtigt. Danach sollen die Wöllmer'schen Arbeiter es abgelehnt haben, einen vom Bierkonsum verbliebenen Ueberschuß zu gunsten einer nothleidenden Arbeiterin z» verwenden. Sie hätten es vielmehr vorgezogen, das Geld zu vertrinken. Nun sollen die Arbeiterinnen selber durch eine Sammlung tinter sich, an der sich auch die Inhaber der Firma betheiligt hätten, 42 M. aufgebracht " Aus den Nachbarorten. und der kranken Kollegin übermittelt haben. Dagegen hätten die auf welchent es transportirt worden war. Sind die zuständigen nichte beachtete, sondern ohne zu läuten rücksichtslos weiter Arbeiter, sowie der Verein der Schriftgießer durch Kranzspenden Bauleiter nicht im stande, beffer für die Sicherheit der am fuhr. Der Portier Sch. erhängte sich in seiner Wohnung bei der Beerdigung der Verstorbenen zu glänzen gesucht. Diese nationalen" Denkmalsbau beschäftigten Arbeiter zu sorgen als in der Steinmetzstraße nach einem Streite mit seiner Ehefrau. Nachricht ist wie unsere Ermittelungen ergeben in den wesent- es gegenwärtig der Fall ist? Sonntag Vormittag wurde die 62 Jahre alte Almosenempfängerin lichsten Punkten unwahr. Außer den näheren Bekannten der Ver storbenen war dem Personal der Wöllmer'schen Schriftgießerei die Noth Ausstellungs- Zeitung" Das graue Elend nach dem Ransche. Auf anderthalb Charlotte W. in ihrer Wohnung in der Linienstraße und abends die von ihrem Ehemann getrennt lebende verehelichte Töpfer der franken Arbeiterin nicht bekannt. Sie fam erst zur Kenntniß der Millionen Mark berechnet die„ Berliner Ausstellungs Beitung" Therese 3. in ihrer in der Rochstr. 5 gelegenen Wohnung erhängt Arbeiter, als anfangs Oktober die Ueberschüsse des Bier- Konsums, den Fehlbetrag der Berliner Gewerbe- Ausstellung". Gegen fünfzig Therese 8. in ihrer in der Rochstr. 5 gelegenen Wohnung erhängt In der Nacht zum Montag erkrankte an der wie dies immer geschah, in einem gemüthlichen Beisammensein Prozesse schweben noch zwischen dem Arbeitsausschuß und ver- Ecke der Waßmann- und Weberstraße der auf seinem Wagen des gesammten Personals verzehrt wurden. Bei dieser Gelegenheit schiedenen Ausstellern. fitzende Droschten- Fuhrherr Emil Kratsch schwer am Blutsturze wurde die Unterstützung der Kranken angeregt, angeregt, jedoch Der Plan, den Vergnügungspark der Gewerbe- Ausstellung und starb bereits während der Ueberführung in das Krankenhaus fonnte der betreffende Ueberschuß nicht mehr zu diesem als Bogelwiese bestehen zu lassen, dürfte voraussichtlich an dem am Friedrichshain. Zweck verwendet werden, weil er bereits in der an Widerstande der Kreisbehörden scheitern. Das amtliche Kreisgegebenen Weise verbraucht war. Doch wurde fofort blatt, das in derartigen Aeußerungen immer nur den Einbeschlossen, den Verein für die Kranke zu intereffiren und gebungen der maßgebenden Kreise folgt, schreibt zu diesem der Vorstand des Vereins der in Schriftgießereien beschäftigten Plane:„ Wir glauben nicht fehlzugehen, wenn wir annehmen, Arbeiter und Arbeiterinnen" veranlaßte infolge dieser Anregung daß der Kreisausschuß diesem Unternehmen, durch das die Trepunverzüglich eine Sammlung in der Wollmer'schen Fabrit, tower Schankwirthe in ihrem Gewerbebetriebe auch fernerhin und hieran betheiligte sich das gesammte Perfonal etwa empfindlich geschädigt werden würden, nicht sonderlich sympathisch 80 Arbeiter und Arbeiterinnen mit Ausnahme von zwei oder gegenübersteht und Genehmigungen zum Betriebe von Schant drei Personen, die mit der Verstorbenen nicht auf gutem Fuße wirthschaften auf dieser Vogelwiese nicht ertheilen wird." standen. ES tamen einschließlich von 5 Mart, die aus der Vereinskaffe gegeben wurden und einer gleichen der Studirenden der technischen Hochschule in Charlottenburg Sie prügeln sich weiter. Gestern fand eine Versammlung Summe, welche die Geschäftsleitung spendete, 42 Mark zusammen, die der kranken Kollegin der franken Kollegin übermittelt worden statt, in welcher ein Antrag auf Einsetzung eines für alle find. Von einem aus diesem Anlaß hervorgerufenen Gegensatz Studirenden in Deutschland maßgebenden Ehrengerichts find. Von einem aus diesem Anlaß hervorgerufenen Gegenfab zwischen den Arbeitern und Arbeiterinnen der Wöllmer'schen berathen wurde. Der Antrag, der die Abschaffung des Duells Schriftgießerei ist demnach gar keine Rede. Die bürgerliche bezweckte, wurde nach einer 31stündigen Debatte mit 273 gegen 176 Stimmen abgelehnt. Breffe, die ja jede Gelegenheit wahrnimmt, klassenbewußte Arbeiter zu verunglimpfen, sei es auch nur durch den kleinlichsten, Eine Blutthat, die mehr als anderthalb Jahre zurückliegt, von zeilenhungrigen Reportern ihr zugetragenen Klatsch, ist in hat erst am Sonnabend Abend einen traurigen Abschluß gefunden. diesem Falle wieder gründlich hinters Licht geführt worden. Der Steuererheber Grebe hatte die Scheidungsklage gegen seine Geschäftskommission deutscher Zeitungsbefizer" trat heute zu " Auf eine Petition an die Postbehörde ist dem Haus. und Grundbesitzerverein zu Friedenau folgende Antwort geworden: Dem Vorstande des Haus- und Grundbesikervereins wird auf die Eingabe vom 14. ergebenst erwidert, daß es nicht thunlich ist, für Ortsbriefe in Friedenau eine Ermäßigung der Gebühr auf 5 Pf. eintreten zu lassen. Dagegen ist mit Rücksicht auf die Eigenart der Verhältnisse angeordnet worden, daß im Verkehr Briefen, welche vom Absender irrthümlich(!) nur mit 10 Pfennig zwischen Berlin und Friedenau bei über 15 Gramm schweren frankirt sind, von der Erhebung einer Nachtare abgesehen werden soll. Es werden wahrscheinlich fortan fehr viele Briefe irrthümlich" mit 10 Pfennig frankirt werden. Warum wird für Briefe von mehr als 15 Gramm nicht gleich das 10 PfennigPorto eingeführt? " Theater. " Vermischtes. Eine Vermehrung der Berliner Kriminalpolizei ist, Frau angestrengt, weil er an ihrer ehelichen Treue zweifelte. Die für hente, Dienstag, den 17. November, im Thalia. wie verlautet, unabhängig von der mehrfach erwähnten, von in einem Wirthshause saß, über seine Frau ehrenrührige von, Das Wetterhäuschen" und 3 wei Schwieger. wie verlautet, unabhängig von der mehrfach erwähnten, von Am 26. März vorigen Jahres hörte er nun, als er ahnungslos Theater( vormals Adolf Ernst- Theater) angesetzte Première ihrem Chef beantragten Untersuchung bezüglich ihrer Drgani Aeußerungen. Erst nach 1 Uhr nachts ging er nach seiner föhne" muß wegen plöglicher Erkrankung des Herrn Junkers sation in Aussicht genommen. Es soll sich um mehrere Kriminalfommiffare und eine entsprechende Anzahl von Unter- im Bette lag, über ihren Lebenswandel die bittersten Vorwürfe bereits verausgabten Billets fönnen für die Dienstag- Vorstellung Unter- Wohnung, in der Treschowstraße, machte seiner Frau, die schon mann auf Donnerstag verschoben werden. Die für Lienstag beamten handeln. und stieß ihr schließlich ein Dolchmesser in den Hals. Die Schwer- von Gebildete Menschen" benüßt, oder an der Tages Vom Postzeitungstarif. Herold's Bureau meldet vom verwundete wurde, nachdem sie auf der Unfallstation 2 einen taffe zur Première am Donnerstag umgetauscht werden. geftrigen Tage: Die aus der im Juli d. J. in Berlin ab- Nothverband erhalten hatte, in die Charitee gebracht. Erst am gehaltenen Bersammlung von ca. 300 Zeitungsbefizern gebildete Sonnabend Abend erlöste sie der Tod von ihren langen Leiden. Fritjof Nansen seinem Schicksal verfallen. Vom Direttor Samſt Im Alexanderplatz Theater ist nunmehr auch der brave einer Sigung zusammen, um zu der jüngsten Veröffentlichung Eine merkwürdige Raubgeschichte wird in folgendem weiß man, daß er forsch ist auf der Jagd nach aktuellen Stoffen, des„ Vereins deutscher Zeitungsverleger" Stellung zu nehmen. mitgetheilt: Durch einen ehemaligen Hausdiener eines Leinen- und in Berücksichtigung dieser seiner Firigkeit muß man es ihm Im Gegensatz Bit den Bestrebungen dieses Verleger- ausfuhrgeschäftes an der Schleuse waren einige arbeitslose eigentlich Dank wissen, daß er Erbarmen mit der Berliner Vereins, welcher eine Bertheuerung der billigen Presse Burschen, die mit jenem in Verbrecherlokalen verkehrten, davon Menschheit übte und nicht auf das doch eigentlich viel näher verlangt, fonnte konstatirt werden, daß auf die feitens in Kenntniß gesetzt worden, daß in den Nachmittagsstundeu liegende Futter der berühmten Levy'schen Mordaffäre verfiel. der Geschäftskommission deutscher Zeitungsbesitzer" ver zwischen 2 und 4 Uhr nur die Verkäuferin W. allein Er ließ es bei Nansen's Reise nach dem Nordpol sandte Deutschrift, in welcher zunächst für die Aufrechterhaltung im Geschäft anwesend fei. E3 wurde nun von den bewenden und wir stehen nicht an, ihn dafür zu preisen. Das des alten Postzeitungstarifs und erft eventuell für Annahme der Burschen beschlossen, die Verkäuferin zu überfallen, sie zu Stück an fich war großartig. Man stelle sich Henny Schmidt Hilger'schen Vorschläge eingetreten wird, bereits über 1500 schrift- fuebelu, ihr den Mund mit einem Tuche zu verstopfen und vor, wie sie die Schrecken des Eismeeres durch Kouplets und liche Zustimmungen großer und fleiner Zeitungen aus allen dann die Kasse auszurauben. Einer der Burschen hatte geäußert, Berliner Stalauer bedenklicher Sorte zu paralyfiren sucht, und Theilen des Reiches eingegangen sind und sich noch täglich ver- daß die Verkäuferin, wenn sie etwa Schwierigkeiten mache, wie nebenher in der Dede der Polarnacht eine durch etwas mehren. Die Bestrebungen der Geschäftskommission deutscher einfach eins auf den Kopf kriege." Der Geschäftsinhaber und Spiritismus ungenügend aufgehellte Liebesgeschichte schauerlichen Zeitungsbefizer", welche im Gegensatz zu dem„ Verleger- Verein" feine Verkäuferin wurden von der Kriminalpolizei verständigt und Kalibers läuft. Dann noch einige neue Dekorationen, die den darauf hinarbeitet, das Publikum und namentlich den kleinen am Freitag Nachmittag Beamte in die neben dem Laden be-" Fram" zum Frösteln natürlich vorstellen: was kann der Mensch Mann vor einer Bertheuerung seiner zum Lebensbedürfniß ge- legenen Räume postirt. Gegen 1/24 Uhr erschienen 2 der Burschen mehr verlangen? Ja, selbst die Langeweile, die Nansen und seine wordenen Zeitungslektüre zu bewahren, findet also in Verleger- im Geschäft, während einer auf der Straße Schmiere" stand. Gefährten so tödtlich quälte, ist pietätvoll über das ganze Werk freisen vollſtes Verständniß und weiteste Verbreitung." Die Die beiden verlangten von der allein anwesenden W. Geweihe, verbreitet. Direktor Samst hat sich diesmal selbst übertroffen. rührende Fürsorge für den berühmten kleinen Mann hängt selbst die als Nebenartikel in dem Geschäft geführt werden, zu be verständlich mit dem Interesse der Verleger eng zusammen. fichtigen. Als sich die Verkäuferin bei dem Herablangen der Zur Sittengeschichte der besten Kreise". Vor mehreren Geweihe so vorsichtig benahm, daß ein Ueberfall hierbei nicht Wochen murde hier eine jener„ tlugen Frauen" verhaftet, welche gut möglich war, veranlaßte einer der Burschen sie, ihm eine in allen„ diskreten Angelegenheiten" Rath und Hilfe zu schaffen Adresse aufzuschreiben in der Absicht, die W. in der gebückten Eisenbahnunglück. Amtlich wird bekannt gemacht: Am wiffen Frau St., so heißt die Verhaftete, verwaltete eine in Stellung zu überwältigen. Bevor die Räuber aber hierzu 14. d. M., nachmittags 3 Uhr 20 Min. wurde auf dem Uebervornehmster Stadtgegend belegene Bedürfnißanstalt, in welcher sie tamen, sprangen die Beamten aus ihrem Versteck hervor, worauf gange in Km- Station 112,1 bis 112,2 der Strecke Meseriz- Birns ihre verbrecherische Thätigkeit als Nebenbeschäftigung betrieb. die Burschen die Flucht ergriffen und durch den nahen Aus- baum zwischen Wierzebaum und Birnbaum ein dem Dominium Sie erfreute sich alsbald einer ausgedehnten Kundschaft aus den gang die Straße gewannen. Nunmehr entspann sich eine tolle Lewitz gehörendes Fuhrwert vom Zuge 211 überfahren und da ,, besseren Kreifen". Eines Tages erschien in der An- Hetjagd, die sich über den Schloßplaz und die Brüderstraße er- bei der Kutscher und ein Knabe aus Lewitz sowie ein Pferd geftalt plöglich eine Kundin der Frau St., welche die streckte und hunderte von Passanten der zu dieser Zeit belebten tödtet und der Wagen zertrümmert. Die Lokomotive des Buges lettere erfolglos behandelt hatte, und bat die bestürzte Frau Straßen anlockte. Verschiedene Personen, sowohl Damen als ist leicht beschädigt. Betriebsstörungen sind nicht vorgekommen. um ihren sofortigen Beistand. Nachdem das Nothwendigste ge- Beamten, die Hüte und Ueberzieher von sich geworfen hatten, Herren, wurden von den Flüchtlingen umgerannt, während die ſchehen, galt es, den unangenehmen zwischenfall zu bemänteln. hinterher stürmten. Schließlich wurden die Räuber eingeholt und abermals ein Zusammenstoß. Es tollidirte der Dampfer Wiggers Droschke nach der elterlichen Wohnung und Frau St. erschien dingfest gemacht. Sie sind sammt dem Anstifter, dessen Festnahme mit Gütern von Stettin nach Rotterdam bestimmt mit dem ganz unbefangen auf dem nächsten Polizeibureau mit der über- gleichfalls erfolgte, am Sonnabend ins Untersuchungsgefängniß Dampfer Echo aus Danzig. Erfteter erlitt größeren Schaden raschenden Anzeige, daß eine Unbekannte in der Anstalt eine eingeliefert worden. Dietriche und Stricke hatten die Räuber bei und geht nach Kiel, um seine Ladung zu löschen und den Schaden Kleinigkeit" zurückgelassen habe. Zunächst glaubte man der der Flucht im Stiche gelaffen; auch stellte sich später heraus, daß auszubessern. Der Verkehr im Kanal ist nicht durch diesen Unfall ehrlichen Finderin" und traf für den Findling die nöthigen sie schon in der Nacht zuvor einen Einbruch in das Geschäft vers behindert. Anstalten; doch später kam die Sache durch einen Zufall an das ſucht hatten, wobei sie durch Hinzukommen von Hausbewohnern Licht und beide, sowohl die Frau St. wie ihre Klientin, die sich verjagt worden waren. inzwischen mit ihrem Bräutigam verheirathet hatte, wurden zur Selbstmord einer Näherin. Gellende Hilferufe weckten in Haft gebracht. Die Untersuchung zog mun immer weitere Kreise; der Nacht zum Sonntag gegen 1 Uhr die Tischler Schwabe'schen die verhaftete junge Frau beichtete dem Richter, durch wen sie Eheleute, die in der Naunynstr. 24 im vierten Stock wohnen, die Adresse der„ flugen Frau" erfahren, und die daraufhin Vor- aus dem Schlafe. Die Rufe tamen aus der Wohnung ihrer geladene nannte wieder eine andere gute Freundin" 2c. So Flurnachbarin, der 33 Jahre alten Näherin Emilie Lange. nommen, als sich die Thür aufthat und zwei zu unserem Kreise wurden bald eine ganze Reihe junger Mädchen festgestellt, die nun Schwabe fprang aus dem Bette und eilte auf den Treppenflur; gehörende Herren in der Uniform der Landwehr- Offiziere ein ihrer Bestrafung als Mitthäterin bezw. Helfershelferinnen der er fand die Korridorthür der Lange'schen Wohnung weit traten: mit dem Hinweis auf einen Appell entschuldigten sie ihr Frau St. entgegensehen. Auch ein Friseur, der aus Gefälligkeit auf, die Stubenthür dagegen geschlossen. Eben hatte er spätes Eintreffen und zugleich ihr Erscheinen in friegerischer die Adresse der St. weitergegeben hat, wird sich wegen Beihilfe diese geöffnet, als Fräulein Lange vor seinen Füßen zu Rüftung. Da sprach der Borsigende, der Direktor einer höheren zu verantworten haben. Die Hauptverhandlung in diesem sammenbrach. Man holte von der benachbarten Sanitäts- Töchterschule, durchaus ernsthaft die geflügelten Worte: Im fenfationellen Strafprozesse wird voraussichtlich schon in der wache in der Adalbertstraße einen Arzt, der jedoch nur Gegentheil, meine Herren, wir müssen uns entschuldigen, in nächsten Schwurgerichtsperiode stattfinden. noch feststellen konnte, daß das Mädchen todt war. Es Bivil hier zu sein." anlassung dazu ist unbekannt. Fräulein Lange wohnte seit drei hatte sich, wahrscheinlich mit Kleefalz, vergiftet. Die Ver Die Breslauer Pferdebahn- Gesellschaft beschloß der Monaten in dem genannten Hause und ernährte sich durch Stepp- der städtischen Behörden vom 1. Januar 1897 ab den Einheitsanlassung dazu ist unbekannt. Fräulein Lange wohnte feit drei Bresl. 3tg." zufolge, vorbehaltlich der Genehmigung feitens arbeiten. Das Mädchen hatte seine gesammten Briefschaften ver- tarif von zehn Pfennigen auf fämmtlichen Strecken einzuführen. Von den Verfrommungs- Verordnungen. Am letzten Am letzten Sonntag wurden wieder zahlreiche Geschäftsleute aufgeschrieben, welche beim Verhängen ihrer Schaufenster nicht genügende Vorsicht gebraucht hatten, indem Theile der Auslagen trog des Ver hängens sichtbar blieben. Außerdem erfolgte eine polizeiliche Feststellung aller derjenigen Geschäftsleute, welche sich entschieden weigern, den neuen polizeilichen Bestimmungen nachzukommen, fodaß auch für diese Woche wieder ein ungewöhnlich hoher Verfand von Strafmandaten zu erwarten steht. = brannt. Im Nordostsee- Kancl erfolgte Montag Morgen 5 Uhr Vom stolzen deutschen Bürgerthum. Die neueste Nummer des Sozialistischen Akademikers" bringt einen Lesenswerthen Artifel über:" Das Duell, und was daran hängt." In demselben erzählt der Verfasser folgendes Erlebniß: " Wir waren unserer acht zu einer wissenschaftlichen Berathung vereinigt; sie hatte schon geraume Zeit ihren Fortgang ges In der vielbesprochenen Simon Blad'schen Erbschafts. angelegenheit hat sich die städtische Verwaltung zu Mainz auf Anregung der Stadt Berlin nunmehr ebenfalls bereit erklärt, der Schwester des Erblaffers, welche bekanntlich das Testament gerichtlich angefochten hat, die von derselben verlangten 25 000 M. herauszuzahlen. Der auf Mainz entfallende Antheil der Erbschaft beträgt 300 000. Die Stadt Bingen, welche dem Vermächtniß neben Berlin und Mainz ebenfalls an partizipirt, hat die Ansprüche der Schwester des Blad bereits vollständig anerkannt. Ueberfahren wurde am Sonnabend der Premierlieutenant a. D. Emil Wenzel. Er benußte abends zwischen 9 und 10 Uhr die Pierdebahn nach seiner Wohnung in Niederschönhausen. Wahr scheinlich infolge eines Ohnmachtsanfalles fant er plötzlich zu Die Gastwirthe Berlins beabsichtigen auf gerichtlichem Wege sammen, glitt von der vorderen Plattform hinab und wurde eine Aufhebung der neuen Verfügung über die Sonntagsruhe überfahren, bevor noch der Kutscher diesen Vorfall wahr sowohl als auch über die Beschränkung der Luftbarkeiten am genommen hatte. Die Räder des schweren Wagens zermalmten Vorabend des Todtensonntags zu erlangen. Ju der nächsten ihm die rechte Hand und verlegten ihn außerdem am Kopfe. Der Woche bereits wird sich das Gericht anch mit den Klagen zahl- Berunglückte wurde nach Berlin in ein Krankenhaus gebracht. reicher Geschäftsleute beschäftigen, welche gegen die ihnen von Brände. In Lebensgefahr schwebten am Sonntag früh Dynamitexplosion. Der Kölnischen Boltszeitung" zufolge der Polizei zugegangenen Strafmandate Widerspruch erhoben einige Bewohner des Hauses Köpnickerstr. 75. Ein durchdringender fand in dem Filterhaus der Dynamitfabrik Förde( Westfalen) haben. Den neuen Bestimmungen der Sonntagsruhe scheint Gasgeruch veranlaßte die Benachrichtigung der nahen Feuer eine Explosion statt, durch welche eine Person getödtet wurde. auch die Packetfahrt- Gesellschaft unterworfen zu fein. Sonntag wache. Mehrere Feuermänner stellten darauf fest, daß die Gas- In Moskau brach am Sonnabend ein großer Brand an Mittag wenigstens wurde ein Briefeinsammler dieser Gesellschaft leitung schadhaft sein müsse, und benachrichtigten die Gasanstalt, dem Neubau des„ Konservatoriums" aus. Das gewaltige Gerüst bei Ausübung seiner Thätigkeit in der Neuen Schönhauserstraße nachdem sie den Haupthahn abgestellt hatten. Zwei Be- verbrannte und das Mauerwerk wurde start beschädigt. Ueber angehalten, der Schußmann stellte seine Personalien fest. wohner des Hauses wurden in ihrer Wohnung betäubt vor Verluste an Menschenleben verlautet bisher nichts. Das National Denkmal an der Schloßfreiheit. Am gefunden, konnten aber von einem Arzt wieder ins Leben zurückAm Sonntag Abend brach ein größeres Feuer Frachtverkehr auf der westfibirischen Bahn. Die weft Sonnabend Mittag gegen 12 Uhr war ein großer Quader gerufen werden. im Gewicht von etwa 170 Beninern ziemlich hoch hinaufzu- in der Raumerstr. 17 aus, wo der Dachstuhl ein Raub der direkten russisch deutsch niederländischen, russisch- belgisch- franfibirische Bahn ist mit Einverständniß des Auslandes in den ziehen. Es ist Vorschrift, daß während solcher gefährlichen Flammen wurde. Ein angelegtes Feuer ist durch schnelles EinArbeiten die auf den unteren Gerüsten schaffenden Personen bei- greifen der Feuerwehr heute früh im Reime erstickt worden. zösischen und russisch österreichisch ungarischen Verkehr einseite treten, bis der Quader eingefügt ist. Da teinerlei ent- Bei Ankunft der Wache brannten in der Flensburgerstr. 12 im geschlossen worden. Alle aus Sibirien ins Ausland oder umsprechende Anordnung ergangen war, sekten die Maurer und Seitenflügel bereits der Fußboden und mehrere Balfen. Eine gefehrt zu befördernden Frachten sind nach Bildhauer ihre Arbeit fort, als plöglich das Seil riß und der nähere Untersuchung ergab, daß das Feuer an mehreren Stellen scheljabinst zur Weiterbeförderung zu adreffiren, von wo sie laut Frachtbrief an ihren Bestimmungsort befördert werden. gewaltige Stein zunächst auf das Hauptgesims schlug und dann, ausgekommen war und daß Brandstiftung vorlag. Die Polizei einen Querbalken durchbrechend, auf die äußere Rüftung hat sofort die Untersuchung eingeleitet. Fast gleichzeitig brach tippte. Es war ein ganz besonderer Glücksumstand, daß in der Birkenstraße 17 in Moabit Feuer aus, das durch Wetter- Prognose für Dienstag, den 17. November 1896. Ziemlich falt, theils heiter, theils moltig, bei mäßigen öftdie unten beschäftigten Arbeiter für diesmal mit heiler Haut Explosion einer Petroleumlampe und eines Gefäßes mit Spiritus lichen Winden; feine oder unerhebliche Niederschläge. davonfamen; wäre der Absturz etwas höher erfolgt, so hätten die entstanden sein soll. Berliner Wetterbureau. zusammenstürzenden Rüstbalken die Arbeiter erschlagen müssen. Aus dem Polizeibericht vom 16. November. Das benutzte Seil, das der Hof- Steinmetzmeister C. Schilling Sonnabend Nachmittag fiel am Holsteiner Ufer der Arbeiter unter„ Garantie" entnommen haben soll, war durchaus un Kanlich von einem Wagen, gerieth unter die Räder desselben und tauglich. Auch das Abräumen von Schutt und Steinen geschieht erlitt einen doppelten Knöchelbruch an beiden Füßen. In der zum theil in recht leichtfertiger Weise. Man kann häufig Brizerstraße wurde der Arbeiter Reinicke durch einen Wagen beobachten, wie die Rüftbretter einfach umgekehrt werden und der elektrischen Straßenbahn erfaßt und mehrere Schritte mitwie dann ein Hagel von Sand, Mörtel und Steinstücken her- geschleift. Die Schuld trifft nach Aussage von Augenzeugen niederfaust. Kürzlich brach ein starker eiserner Hafen, an dem den Wagenführer, weil er den Arbeiter, der einen ihm ein großes Steinstück hing. Es stürzte auf den Wagen zurück, vom Handwagen auf die Schienen gefallenen Sack aufnahm, Karl Scholz. Bereits in der Freitagsnummer behandelt. Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey in Berlin. Für den Inferatentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin. Am der Station Briefkasten der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben oder eine Zahl) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Dienstag, Freitag und Sonnabend abends von 6-7 Uhr statt. 2. Beilage zum Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mr. 270. Boziales. Dienstag, den 17. November 1896. " 13. Jahrg. wovon Stuttgart abgehaltenen württembergischen Metallarbeiter- Ronferenz Jm lezten Jahre hat man auch noch einen Kursus in Englisch von dem Schramberger Delegirten in sehr ungünstigem Lichte dar- und im int Schreiben eingerichtet. 47 000 Personen Fahrräder für Arbeiter. Immermehr kommt es bei gestellt worden. Ein Bericht über diese Darstellung tam auch in die 56 Arbeiter und Arbeiterinnen sind, besuchten im letzten Jahre größeren Fabriken in Aufnahme, den Arbeitern die Anschaffung Frankfurter Zeitung" und erregte- ob mit recht oder unrecht, das Juftitut. Schweden hat bereits 36 Arbeiterinstitute, Norvon Fahrrädern zu erleichtern, um dadurch die Nachtheile zu fönnen wir nicht entscheiden lebhaften Widerspruch bei den wegen ist dabei, in Chriftiania ein solches zu errichten. mildern, welche die durch die modernen Wohnungsverhältnisse betreffenden Fabrikanten. so häufig bedingte große Entfernung zwischen Wohnungs- und deshalb durch einen ihrer Mitarbeiter an Ort und Stelle Bericht des vom Kongreß der Bergindustriellen des südlichen Die Frankfurter Zeitung" ließ Fortschritte der Moutauindustrie in Rußland. Der Arbeitsstätte mit sich bringt. Fabrikleitungen entblöden sich aber Informationen einziehen und brachte dann einen drei nicht, auch bei dieser Gelegenheit noch einen Extraprofit für sich Spalten langen Artikel, herauszuschlagen. Andererseits hört man von den Fabrikanten Schramberger Delegirten als übertrieben bezeichnet und die Ver- worden sind; davon wurden mit der Eisenbahn 21312 Millionen in welchem die Angaben des Rußlands eingesetzten Rathes theilt mit, daß im vorigen Jahre im Dongebiete 270 Millionen Pud Steinkohlen gewonnen Klagen über die Fahrradbändler, die mit einem immenſen Nutzen hältnisse der Arbeiter in der Uhrenindustrie der Schwarzwaldstädte Bud ausgeführt, das ist um 12/2 Millionen Bud, also um arbeiten. Ein Unternehmer- Fachblatt, der Gordian", bringt einen Schwenningen und Schramberg in ziemlich rosigem Lichte ge 61% pet. mehr, als im vorangegangenen Jahre. Die Ausfuhr wuthschnaubenden Artikel gegen die Händler. Es schreibt: schildert werden. Man kann ja ohne weiteres annehmen, daß Wäre in Deutschland eine einzige organisirte Vertheilungsanstalt der Mitarbeiter eines bürgerlichen Blattes, der, durch den Protest des Stochsalzes, welche 20 300 000 Bud betrug, ist um für Fahrräder und bätte diese überall da, wo Kauflust ist, eine der Fabrikanten veranlaßt, bei diesen Erfundigungen über die 3/2 pet. gestiegen. Sechs metallurgische Betriebe des südlichen einzige Lagerungs- und Vertheilungsstelle, dann könnte die Arbeit Lage der Arbeiter einzieht, natürlich alles berücksichtigen wird, Gebietes haben 30 Millionen Pud verschiedener Produkte ausder Vertheilung von Rädern mit einem Kostenaufwande von was zu gunsten der Fabrikanten spricht. vielleicht 3 M. pro Stück gethan werden. Auch ist es geführt. Und heute? Heute, ja bekannt, daß die Herren Unternehmer bei solchen bei der großen Konkurrenz im Fahrradhandel? Heute, Gelegenheiten sich bemühen, Mißstände nach Möglichkeit zu vers Soziale Rechtspflege. wo die freie Konkurrenz herrscht, die ja nach der Ansicht schleiern und etwaige Vorzüge ihrer Betriebe im hellsten Lichte einiger Schlaumeier die Waaren billiger machen soll? Heute glänzen zu lassen. Andererseits ist es aber auch erklärlich, daß ein ehemaliger Angestellter derselben beim Gewerbegericht Gegen die Große Berliner Pferdebahn- Gesellschaft war ruben auf der Vertheilungsarbeit eines Rades je nach den Um- Arbeiter, in dem Bestreben, durch Aufdeckung aller Uebelstände ständen 50-100 Mark Kosten. Man sollte es nicht für möglich ihres Berufs die Kollegen zur Theilnahme an der Beseitigung wegen einer Entschädigung flagbar geworden. Er wurde jedoch halten aber wir haben es schwarz auf weiß vorliegen. Räder, derselben heranzuziehen, zu einer einseitigen Darstellung kommen abgewiesen, ohne daß das Gericht der Sache erst näher trat. die beim Händler 240 Mark fosten, wollen wir für 160 Mart können. Wie weit die Angaben der„ Frautf. 3tg." zutreffend find, Das Gewerbegericht nimmt an, es sei nicht zuständig für liefern u. f. w." vermögen wir nicht zu berurtheilen. Dies wird vielmehr, wie auch die Streitigkeiten zwischen Pferdebahn- Gesellschaften und ihren AnUm dieses System zu brechen, erbietet sich das Blatt, seinen Schwäb. Tagwacht" hierzu bemerkt, Sache der Arbeiter bezw. deren gestellten. Die Pferde- Eisenbahnen unterlägen dem KleinbahnLesern Räder mit einem Nugen von 3 Mart pro Stück zu ver- Organisation in den betreffende Orten sein. Den Arbeitern Gesetz und seien deshalb zu den Eisenbahnen zu rechnen, für die mittelu; doch das ist ihm nicht ganz ohne Schwierigkeiten ge- tönnen wir nur rathen, bei der öffentlichen Schilderung von die Zuständigkeit des Gewerbegerichts gefeßlich ausgeschlossen sei. Iungen; es schreibt:" Thatsächlich sind die Fabrikanten Lohn- und Arbeitsverhältnissen sich der größten Sachlichkeit zu heute Stlaven der Händler. Wehe dem Fabrikanten, der befleißigen, damit den Gegnern nicht Gelegenheit gegeben werde, sind sehr empfindliche Leute, die sofort in Aufregung gerathen, Ungebührliches Betragen vor Gericht. Unsere Stichter heute in irgend einer Stadt seinem Händler Konkurrenz aus unzutreffenden Angaben Kapital gegen die Arbeiterbewegung, wenn irgend ein armer Teufel, der gesellschaftliche Formen" machte! Von Stunde an würden seine Räder boykottirt werden, zu schlagen. just so, wie die Fabrikanten boykottirt werden, die an Konsumnicht fennt, nicht den äußeren Anstand" wahrt. Schon der vereine Rakao liefern. Ueber das Arbeiterinstitut in Stockholm wird uns ge- harmlose Gebrauch irgend eines zur Gewohnheit gewordenen Darum ist es erklärlich, daß einige schrieben: Begründer dieses Instituts ist der praktische Arzt echt berlinisch" gefärbten Schlagwortes genügt oft, den Fabriken sich weigern, uns direkte Offerte zu machen. Sie ver: Dr. Anton Nyström. Schon im Jahre 1875 faßte derselbe den Attentäter zu einer Geldstrafe oder gar zu kurzer Haft zu weisen uns an ihre Vertreter oder an die Händler. Da damit Plan eine allgemeine Volksbildungsanstalt zur Ertheilung von verhelfen. Bedauerlich ist, daß diefe überempfindliche aber eine Vertheuerung und Unbequemlichkeit eintritt, müssen freien wissenschaftlichen Vorträgen zu errichten. In ein oder Nervosität auch auf dem Gewerbegericht zu finden ist, einem Gesolche Fabriken zu ihrem eigenen Schaden unberücksichtigt bleiben." mehrjährigen Kursen sollten die ersten Kräfte über Geschichte, richt, vor dem doch häufig Personen zu erscheinen haben, denen Die Frau im Postdienst. Im Bericht der deutschen Naturkunde, Mathematit, Astronomie, Physik, Chemie, Anatomie am salonfähigen Auftreten recht viel fehlt, die da reden ,,, wie Reichs- Postverwaltung wird mitgetheilt, daß sich die im Jahre und Physiologie, Krankheitslehre, Hygiene, Geographie und ihnen der Schnabel gewachsen ist". Wird da zum Beispiel neu1889 versuchsweise eingeführte Verwendung weiblicher Personen Ethnographie, Staatskunde und Nationalökonomie lesen. Theater- lich vor der Kammer VII des Gewerbegerichts die Entschädiim Fernsprechdienst bewährt hat und weiter ausgedehnt worden vorstellungen und gute Konzerte, überhaupt Boltsunterhaltungen gungstlage eines Arbeiters verhandelt und der Vorist. Ende März 1896 waren an 15 großen Verkehrsorten sollten damit verbunden sein. Peider fand der Plan feinen An- fizende Unger bemüht sich das Zustandekommen 2028 Fernsprechgehilfinnen thätig. Seit drei Jahren werden lang. Erst 1880 nach einem Vortrag Nyström's über seine Ideen eines Vergleichs. Der Kläger will aber nicht die ältere befähigte Gehilfinnen auch im Aufsichtsdienst verwendet. tamen 3615 Kronen zum Beginn des Werkes durch freiwillige vorgeschlagene Summe, sondern fo viel, wie vom Das Gewerbegericht in Dortmund erläßt, wie berichtet Beiträge zusammen. Von unentgeltlichem Unterricht mußte man Vorsigenden nach seiner Angabe im ersten Termin vorgeschlagen wird, an die Unternehmer einen Aufruf, die Auszahlung des leider absehen, so wurden für jeden Lehrabend 10 Dere genommen. worden war. Der Arbeiter, der betonen will, daß der VorLohnes am Freitag oder Dienstag vorzunehmen. Am 4. Oftober 1880 wurde das Institut eröffnet. Von nun an ſizende die betreffende Geldsumme selbst vorgeschlagen hatte, thut Am Dienstag? Das ist des guten doch wohl etwas zu viel. ging es vorwärts. Im zweiten Jahr bewilligte die Regierung dies mit den Worten:" Sie waren ja beim legten Mal dasselbe Gegen die von Hamburger Detaillisten geplanten Ein: 5000 Kronen, doch sollte ein Inspektor das Programm über in grün, Herr Assessor!" Dr. Unger zuckt wie elektrifirt zusammen kaufsvereine hat sich der Hamburg- Altonaer Verein der Fett: bazu. 1888 versprachen die Stadtverordneten jährlich 5000 Stronen. feine Sünde und droht ihm mit Bestrafung. Kläger, der absolut wachen. Freiwillige Beiträge speziell aus Arbeitertreisen tamen und hält dem Kläger im aufgeregteften Tone eine Standrede über waarenhändler erklärt. Der Verein erkennt zwar an, daß Ein„ Arbeiterinstituts- Verein" wurde gegründet. Die Mitglieder, nicht ein Verschulden seinerseits begreift:" Aber Herr Assessor, die Detaillisten bei Errichtung von Einkaufsvereinen um soviel billiger einkaufen würden, als der Verdienst bejorgten ich fann doch nicht mehr, wie die Wahrheit sagen; es ist doch der Makler und Groffiften ausmacht, jedoch meint er, diese die Borstandswahlen sowie sämmtliche schriftliche Arbeiten. fo!" Der Gerichtshof zieht sich auf Verlangen des Vorsitzenden würden sich gegen die beabsichtigte Einrichtung wehren, indem sie bewilligte der Reichstag 18000 Kronen pro Jahr für die ge- Unger: Für die Aeußerung ertheile ich Ihnen im Namen des Provinz entstanden gleiche Institute. 1884 zurück. Nachdem er wieder erschienen ist, verkündet Assessor durch Errichtung von Waarenhäusern direkt an das Publikum verkaufen könnten. Den Detaillisten würde somit neben fammten Arbeiterinstitute des Landes, doch sollte keines mehr als Gerichts eine grobe Rüge. Es reißt hier immer mehr ein, daß den Konsum Vereinen und den Beamten Konsum3000 Kronen erhalten. 1886 wurde die Summe auf 20000 resp. sich die Parteien einbilden, wir seien fein ordentliches Gericht und Vereinen ein neuer Feind entstehen und ein Theil der heute 5000 kronen erhöht. Seit drei Jahren befindet sich das Stock- fie fönnten hier auftreten, wie sie wollen. Dem muß energisch noch in soliden Verhältniffen lebenden Detaillisten würde proletarisirt bolmer Mutterinstitut im eigenen Hause. Parterre ist der große, entgegen getreten werden. Selstverständlich fann man nicht von den Richtern verlangen, werden. Man müsse vielmehr seine ganze Kraft daran seßen, die 500 Hörer fassende Vortragssaal, sowie das chemische LaboraKonsumvereine aus der Welt zu schaffen. Was die Weisen des torium und die Zimmer der Lektoren, ebenso ein Toiletten- und daß sie sich flegelhafte Anrempelungen gefallen lassen; zwischen Hamburger Fettwaarenhändler- Bereins verhindern wollen, Garderobenzimmer, wo die aus der Fabrik kommenden Arbeiter der Benutzung unschöner, jedoch harmloser Ausdrücke und der vollzieht sich anderwärts längst schon. Einerseits suchen Groß ich reinigen und für die Vorträge zurecht machen können. bewußten Flegelei ist indessen ein weiter Spielraum. händler und Fabrikanten mehr und mehr ihre Waaren direkt an Nach der Straße liegt das Restaurant. Spirituosen werden nicht das Publikum abzufeßen, sei es durch Errichtung von Verkaufs- verschänkt. Im ersten Stock befindet sich die große Bibliothek häusern, oder durch Bermittelung von Detailreisenden. Anderer- und der Lesefaal. Ständige Hörer benutzen beide gratis, die seits ist es das in Konsumvereinen organisirte kaufende Publikum, 30 Personen und enthält sowohl Zeitschriften als auch Karten, betriebe verwendet werden dürfen, hatte sich gestern die anderen zahlen eine geringe Entschädigung. Das Lesezimmer faßt Mit der Frage, ob sogenannte ,, Knickeier" im Bäckereidas bestrebt ist, die Zwischenhändler überflüssig zu machen. Die Globen, Lerika u. f. w. Das Gebäude hat Zentralheizung und 136. Abtheilung des Schöffengerichts zu befassen. Es handelte Proletarisirung diefer heute noch solide dastehenden Existenzen" elektrisches Licht. Hand in Hand mit den Vorträgen gehen Be- sich um eine Anklage wegen Vergehens gegen das Nahrungsläßt sich auch in Hamburg schwerlich aufhalten. fichtigungen der Museen und des Observatoriums, sowie Aus- mittel- Gesetz gegen den Bäckermeister Iborowski. Es traien flüge zu naturhistorischen Studien. Jeden Sonntag ist in der zwei seiner früheren Gesellen als Belastungszeugen gegen ihn Aula Konzert, wobei fast nur klassische Musik vorgeführt wird. auf. Sie bekundeten, daß der Angeklagte in der Markthalle der seele zu blicken, mit dem Gerechten und dem Verbrecher eine Hölle, da bewegt sie nur ein Gedanke: die Trennung. Der zu denken, die ganze Natur zu emfinden und im fünstlerischen Spiegelbild wieder erstehen zu lassen. = Die Lage der Arbeiter in der Schwenningen- Schramberger Uhren Industrie ist auf der vor einigen Wochen in = Goethe- Abend. Ein voller Erfolg lohnte die Bemühungen der ArbeiterBildungsschule, den Berliner Arbeitern einen gut vorbereiteten literarischen Unterhaltungsabend im Anschluß an die Werke des größten deutschen Dichters, Wolfgang Goethe's, zu verschaffen. Ein voller Erfolg für das Publikum, dessen Erwartungen fich im reichen Maße erfüllten, ein Erfolg für Die Künstler, deren Gaben mit dankbarem Applaus gelohnt wurden, und ein Erfolg auch für die Rasse der Arbeiter Bildungsschule, die ja allerdings für ihre Zwecke auch viel des Geldes gebrauchen kann. Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen, " Denen alle der n Stände Vertreter entsandten, An die interessante Einleitung schlossen sich dann die schon erwähnten fünstlerischen Vorträge und schließlich als leytes, aber für die jüngere Welt nicht als geringstes bis in den Morgen hinein der fröhliche Tanz. Gerichts- Beitung. Mann, äußerlich wohlanständig, innerlich brutal und ohne jedes Feingefühl, will von der Scheidung nichts wissen. E gäbe einen Skandal und er sei der Mensch, der seiner Gattin schon Mores beibringen werde. Das Weib bettelt und winfelt um Scheidung. Der Mann will aber sein Gattenrecht nicht preis. geben; eine Scheidung ist nur bei gegenseitiger Abneigung Alles in allem: ein wohlgelungenes Fest! Und wir glauben, möglich. Die Frau ist verzweifelt und in der Verzweiflung daß das gute Gelingen des Ganzen und die überall getheilte flüchtet sie zu einem Jugendkameraden, der sie längst ge Zufriedenheit mit dem Gebotenen besonders dem Umstande zu liebt hat und dem sie sich jetzt mit den Worten: Mach' danken ist, daß für die einzelnen Programmnummern geschulte mit mir, was Du willst" in Gegenliebe ergiebt. Damit wären Kräfte, Konzertfänger, Musiker von Fach, Berufs- Schauspieler 2c. die Ketten gesprengt, das Drama zu Ende. Allein für den felt= Der schöne Saal der Brauerei Friedrichshain war stimmungs gewonnen waren. Wenn dies wahr ist, dann möchten wir den fam verzwickten Fall wäre nichts gewonnen. Frau Fergau hat voll und feierlich geschmückt mit grünen Pflanzen, Büsten und Rath daran knüpfen, auch bei anderen Arbeiterfesten dem hier nur den Muth, zur Ehebrecherin zu werden, nicht den höheren Bildnissen des Dichters. Und als gegen neun Uhr die ersten gegebenen Beispiel zu folgen und wo es möglich ist, Fachleute mit Muth, die Folgen ihrer That auf sich zu nehmen und ihr Afforde der Orgel den Saal durchbrausten, da war der den künstlerischen und unterhaltenden Darbietungen zu betrauen. Schicksal selber zu gestalten. Frau Fergau kehrt ins Haus des weite Raum so dicht gefüllt mit andachtsvoll lauschen- So gut jene dilettantischen Theateraufführungen, Deflamationen 2c. Gatten zurück, giebt einem Kind, das nicht ihres Mannes Kind den Menschenkindern, daß die Nachzügler nur mit Mühe gemeint find, so wenig befriedigen sie doch meistens in tünft ist, das Leben, ihr Geliebter ist inzwischen an Schwindsucht noch hier und da ein Stehplätzchen ergattern konnten. Bei der lerischer Beziehung. Sie sind dann eher geeignet, die Urtheils- gestorben und verheimlicht das alles. Es ist ein Leben voll von Busammenstellung des Programms hatte es nach einem Goethe- fähigkeit zu verwirren, als Sinne und Empfindung für das, was Marter und Haß. Der Mann erträgt es, aus Luft an der Qual des schen Wort geheißen: schön, edel und geschmackvoll ist, zu heben. Bei uns heißt es Weibes, die Frau angeblich ihres Kindes wegen, das von den doch: Für den Arbeiter ist das Beste gerade gut genug!" Widerwärtigkeiten der Eltern nichts erfahren soll. Und hierin Und jeder geht zufrieden aus dem Haus. Geben wir ihm darum dieses Beste und verschonen wir ihn mit liegt unwahrscheinliche Empfindsamkeit und eine ganz seltsam Musterhaft vorgetragene Orgelfonzerte wechselten ab mit dem Minderwerthigen. Dies auch schon darum, weil die feft- erflügelte Voraussetzung. Deklamationen und mit Solo- und Chorgesängen. Die Dekla- lichen Tage im Leben des Arbeiters doch nur so spärlich ge- Vorwürfe, das tägliche Gezanke, erbitterte Auftritte müssen das Der Familienjammer, die stummen mationen hatte Herr Froböse vom Schiller Theater über- fäet sind. M. Pf. Gemüth des Kindes verbittern. Die Mutter lebt ein Dasein nommen, die Lieder für Tenor Herr Robert Feld und die Sopransoli von unnüßer Heuchelei. Nach zehn Jahren erst erfährt Herr Fräulein Martha Dsirne. Diese Fergau nach einer wüsten Szene, die er seiner Gattin gemacht, junge Dame fang die kleinen Lieder mit so lieblicher, schmelzender die volle Wahrheit. Nun faßt ihn die Gattin bei seiner Schwäche, Stimme und doch so ungekünftelt und bescheiden, daß ihr be Im Residenz- Theater wurde am Sonnabend das Schau- seiner Gößenfurcht vor der korrekten Gesellschaft und giebt ihn sonders der aufrichtigste Beifall gespendet wurde. Vollendet schön spiel Ghefesseln" von Paul Heroieu zum ersten Male ge- nicht frei, wiederum ihres Kindes wegen. Beide Gatten werden waren auch wieder die Vorträge des Gesangvereins der Berliner geben. Heroien zählt in seiner franzöfifchen Heimath zu den Be- in gegenseitigem Haß weiter in ihren Fesseln schmachten. Buchdrucker, wie die ,, Typographia" ja überhaupt den Ruf besitzt, gabtesten der jüngeren Schriftsteller und sein Drama hatte im Frl. Bertens und Herr Schönfeld( die beiden Gatten) einer der allertüchtigsten Gesangvereine Berlins zu sein. Vorjahre in der„ Comédie Française" einen ungewöhnlichen hielten sich tapfer trotz des öfter banausischen Hohnlachens im Der Abend wurde eingeleitet durch einen furzen Vortrag des Erfolg. Unser Publikum, das den feinen Novellisten Heroien Publikum; unglücklich nur spielte Herr Horsky( der Jugends Genossen Edgar Steiger aus Leipzig. Er wies darauf nicht kennt, nahm das Schauspiel wenig günstig auf. Ja, man tamerad). hin, daß Goethe auch für uns moderne Menschen noch der lachte an ernftgemeinten Stellen. In der That treten unerreichte Künstler sei, an dessen Naturempfinden, dessen Heroieu's Vorzüge, seine Kunst, verwickelten Seelen Sprachgewalt wir heutigen uns noch zu bilden haben. Die vorgängen mit großem Spürsinn folgen, git Charaktermängel", die man an Goethe gefunden hat, erklären Ehefesseln" weit zurück. Manchmal ist es, als ob nicht fich zum theil aus den kleinlichen Verhältnissen seiner Zeit, ein Dichter, sondern ein Advokat sich einen bestimmten zum theil auch eben aus seinem Beruf als Künstler." Fall" zurechtgelegt hätte. Hervieu hält dann ein Plaidoyer zu Er prüfte das Leben nicht, об es gut oder böse gunsten seines Falles", statt daß er eine Lebensstudie mit jei, um, wo es noth that, zu beffern; sondern er ließ es als ein fünstlerischer Anschaulichkeit gestaltet. ästhetisches Spiel vor seinen Augen abrollen, um es dann im Sein Fall" ist der: die Abneigung einer jungen Frau gegen Kunstwert neu zu gestalten. Die großen Beitereigniffe, die fran- ihren Gatten ist so hoch gestiegen, daß sie zum physischen Eckel wird. zösische Revolution ließen ihn theilnahmslos; persönlich war er Die junge Frau war verheirathet worden, wie die Töchter aus Aristokrat. Wenn wir aber in ihm nicht den Menschen und wohlhabenden Bügerkreisen eben verheirathet werden. Sie nicht den Politiker suchen, sondern den Künstler, so bleibt er doch wußte selbst nicht recht an wen. Als es ihr zum Bewußtsein das unerreichte Vorbild in der Kunst, in jede Menschen- gekommen, das Leben im Hause ihres Gatten bedeute für sie " Kunft und Wissenschaft. in den" Im Schiller Theater kommt übermorgen, Donnerstag, Der Pfarrer von Kirchfeld" zum ersten Male zur Reisner, Detschy und der Herren Winterstein, Pategg, Voigt Aufführung. Die Hauptrollen liegen in den Händen der Damen und Dahlen. Heute findet eine Wiederholung von Des metrius" statt. " ,, Doktor Schmidt", ein in Stuttgart aufgeführtes Luftspiel, in dem Schiller unter dem Namen Schmidt in heiterer Beleuchtung vorgeführt wird, ist von dem Schiller= Theater erworben worden. Der Leiter des Theaters hat Doktor Schmidt" für die auf die erste Hälfte des Januar angesetzte Mittagsvorstellung zur Feier des Jubiläums der Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger in Aussicht genommen. Billigkeit wegen Ruiceier zu faufen pflege, d. 5. solche, welche auf dem Transport eine eingedrückte Schale bekommen hatten. Diese Eier seien zum Kuchenbacken verwendet worden, auch wenn sie schon einen fauligen Geruch von sich aus strömten. Der Meister habe diesen üblen Gebrauch aber dadurch verdeckt, daß er den ausgeschlagenen Giern ätherisches Del oder Vanille- Essenz, welches ohnehin zum Würzen der Kuchen benutzt werde, zusetzte. Der Angeklagte erklärte, daß es im Bäckereibetriebe allgemein üblich fei, Knickeier zu verwenden, eine Hausfrau werde ein Ei, welchem die Schale verlegt sei, auch nicht fortwerfen. Von der Benußung eines" faulen" Gies fönne natürlich nicht die Rede sein, denn dadurch könne für 1000. Waare werden. ungenießbar gemacht gerichtliche Sachverständige, Bäckermeister Vierkampf, fannte dies als richtig an. Aber wenn man auch nicht behaupten könne, daß die Verwendung von Knickeiern gesundheitsschädlich oder ekelerregend sei, so sollten dieselban dennoch keine Verwendung finden. Die Gier, deren Schale unterwegs verlegt seien, nähmen infolge des Zutritts der Luft und des als Verpackungsmaterial dienenden Häckfels leicht einen dumpfen Geruch an, der allerdings durch die Ofenbize, sowie durch die hinzugesezten Gewürze verfliege, beziehungsweise verdeckt werde. Der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten auf grund dieses Gutachtens zu einer Geldstrafe von 30 m. Versammlungen. Der er: Ueber die Gewissensfreiheit der Dissidenten sprach am Freitag in einer vom Ausschuß des demokratischen Vereins einberufenen start besuchten Volksversammlung Herr Dr. Penzig, Dozent an der Humboldt- Akademie. Der Redner hob besonders hervor, daß der Religionszwang nur auf Dissidentenkinder der Volksschule beschränkt ist, wodurch gleichsam eine Prämie der Gewissensfreiheit auf den größeren Geldbeutel gesetzt sei. Nach lebhafter Diskussion wurde folgende Resolution angenommen: Die am 13. November tagende öffentliche Volksversammlung erklärt fich mit dem Vorgehen des Magistrats von Berlin in Sachen des Religionsunterrichts der Kinder von Diffidenten vom 13. Oktober 1896 völlig einverstanden und bittet den Magistrat, die von ihm eingenommene, ablehnende Haltung gegen jene Verfügung des Unterrichtsministeriums, wonach Kinder anders- und nichtgläubiger Eltern gegen deren Willen zu irgend einem Religionsunterricht gezwungen werden können, aus Gründen des flaren Rechts, der Sittlichkeit und im Interesse des sozialen Friedens mit aller Festigkeit weiter zu behaupten. Für den Inhalt der Juferate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, 17. November. Opernhaus. Fidelio. | Arbeiter- Bildungsschule. Dienflag Abend von 9-10% Uhr: Güd: 1Gutgefinnte Freunde, Georgenfirchfir. 65 bei Spät. Raudlus Rauchklub Grüne Giche, Eldorado, 8% Uhr bet Steppin, Ostbahnhof 4, Planufer 92 bet Herrath. Rauchtlub Deutsche Flagge, Wrangelstr. 32 b. Lutas.- Rauchtlub um balema, Grünauerstr. 17 b. Poremba.- Neuer Berliner Rauchflub, Reichenbergerstr. 164 bet Sanisch.- Phönix, Domingo, Wendenfir. 3 bei Schöneberg, Hauptstr. 57 bei Borcherd. Mezze. Alter Friz, Weißenfee, Charlottenburgerstr. 59 bet Daumeta. Rothe Rose, Boechstr. 21 bet trebs. Beilchendust, Hennigss dorferstr. 4 bet Günther. ft- chule Waldemarfir. 14: Deutsch)( Die deutsche Literatur in der Auffazlehre.) Herr Heinrich zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts. Schulz. Nordschule, Brunnenstraße 25: Nationalötonomie( Uebersicht der verschiedenen Wirthschaftsstufen- Entwickelung der bürgerlichen theoretischen Nationalökonomie. Die Mary'sche Werth- und Mehrwerthlehre) Herr Dr. Die Schulräume sind zur Benugung der Bibliothek und des reichen Zeitschriftenmaterials schon von 8 Uhr abends an geöffnet. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender: Ad. NeuKonrad Schmidt. " 1 Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Dienstag. Männer- Gefang verein Gangestreue, abends von 8%-10% Uhr bet Broß, Annenftr. 9.Gesangs mann, Pafewalterfir. 3. Alle Aenderungen im Wereinskalender find zu richten Musikverein Frisch auf", Reichenbergerstr. 24 bei Tauschte. an Friedr. Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Dienstag, abends 9-11 Uhr: uebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Steineiche, Neue verein Ana freon, abends von 9-11 Uhr im Louisenstädtischen Klubhaus, Annenstraße 16 bet Bergner, früher Ehrenberg. Gesangverein Schild: Friedrichstraße 20 bei F. Preuß.- Kornblume, Gr. Frankfurterfir. 133 bet Gold.- Senefelder, Rosenthalerstr. 57 bet Babiel.- Gerechtighorn, Usedomfir. 33 bei Olbotter. Arbeiter- Bitherverein Einigkeit, bei teit( Westen), Bülowstr. 59 bei Werner. Olympia, Adalbertitr. 8 Streit, Naunynstraße 86, Uebungsstunde. bei Sauermann. Arbeiter Bitherflub Freiheitstlänge, abends von 8 bis 11 Uhr Deutscher Männersang, Prenzlauer- Allee 26 bet bei W. Richter, Bülowstr. 65 am Dennewig- Play. Bitherflub Alpen Wartenberg. Hand in hand I, Mariannenstr. 41 bei Richter. Musit Edelweiß I, Melchior: gruß, abends 9% Uhr in den Oranienhallen, Oranienftr. 51. Kreuzberg, Schönleinstr. 6 bei F. Givald. ftraße 15 bet Stehmann. Echo I, Linienftr. 19 bei Neumann. verein Schellenbaum, abends von 8 bis 10% Uhr, im Reftaurant Köpnickerstraße 38. Gäste willkommen. Bitherklub wiederball, Admiralfir. 21 bei Schnieber.- Often( Metallarbeiter), Peuckert, Theaterverein Freiheit II, Adlershof, Bismarckitr. 24 Frohsinn, abends 8% Uhr, bei Reich, Blumenstraße 32. Gäste Blumenfir. 46 bei Tomatschat. 9 Uhr bei Razorte, Golmsstraße 1. bei Wöllstein. Myrthenblätter, Prenzlauer Allee 6 bei Stein. Freundestreis um Deutsche Liedertafel, Blumenstr. 38 bei Wiedemann. = Berein Bergnügung Gemüthlichkeit, Gigung Ihn'scher willkommen. Krautsstraße 6 beim Gafiwirt Böttcher. Berliner Dilettantenbühne umor, Straußbergerstr. 3 bei Wwe. Röll. Unver zagt II, Beuffelstr. 9. Geselliger aldtapelle, Fürstenstr. 18 bei Herbig.- Friedrich fcher Männer Rheingold II, abends% 10 1 hr Ackerstraße 145 bet Wizel. chor, Schwebterftr. 23 bei Wernau. Bruderbund, Usedomstr. 22 bet Verein Brüderschaft Berlin Nord- West, Perlebergerstraße 9, Tambourverein Fidinger. Freies Lied, Friedrichsberg, Friedrich- Karlstr. 11 be: Restaurant Dittmann, abends 9 Uhr, darauf Fidelitas. Seinecke, Freiweg, gegründet 1890. Uebungsstunde bet Oberschmidt, WeinMännerchor Nord- Ost, Landsberger Allee 152 bei Göbel. Abend berg weg 11D. Stattlub Schlechte karte", abends von 9-11 Uhr Rothe Melte I, Echöneberg, Grunewaldstr. 110 bei Obft. bei Vogel, Görlitzerstr. 52. Musikverein Andante bei Krüger, Fenn roth, Wilmersdorf, Berlinerstraße 41 bei Klingenberg. Nelte II, Muppiner: und Schönholzerstraßen Ecke. Borwärts IV, straße 5, abends 9 Uhr. Berliner Privat- Theatergesellschaft Alpenrose, Statflub GemüthlichRathenow, Junterstraße 19. Sur Erholung". Alpenglocke, Große abends 8 Uhr, Burgsdorfftr. 14 bet Herbener. Frankfurterstraße 133 bei Gold. Eich entranz, Prenzlau, Stettiner: teit, Forsterftr 48 bei Wude.- Musitverein Allegretto, jeden Dienstag und Freitag, abends 9 Uhr, Blücherstr. 38 bei Brämer. ftraße Kaifergarten". Ginigte it II, Weinstraße Nr. 11 bei Feind. bei Witte. Turnverein Fichte. Mitglied des deutschen Arbeiter Turnerbundes. Freier Sängerchor, Glienicke, Köpenickerstraße Weddinger Harmonie, Reinickendorferstr 2a bet Schulz. Jeden Dienstag und Freitag abends von 8-10 Uhr: 2. Männerabtheilung 5. MännerConcordia, Vorwärts VIII, Marwig i. d. Mart, bei Wilh. Nölte. Staligerstraße 55/ 56.4. Männerabtheilung Stephanstr. 3. 6. Männerabtheilnng Stallschreiberstr. 54. Frete Sänger III, Seegermühle bei Ebers abtheilung Ackerstr. 67. Lehrlingsabtheilung Simeonfir. 23 bei Flick. Lehrlingsabtheilung Friedenstraße 37. Frohsinn I, Rummelsburg, Göthe- u. Kantstraßen- Ecke bei Turnverein Boeckhstraße 27. Damenabtheilung Mariannenufer 1a. Mertens. Acacie( gemischter Chor), Naunynftr. 37 bei Jablonsti. Berlinerstraße 41, Norden, jeden Dienstag abends von 8 bis 10 Uhr in der Turnwilmersdorfer Stedertafel, Wilmersdorf, Berliner Athletenverein Felsenfeit, Klingenberg's Boltsaarten.- Arion 1, Wittenberge, Thurmftr. 23, Bentral balle, Prinzen- Allee Nr. 8. Junge Eiche, Reinickendorf, Koloniestraße 147 bei Anton. jeden Dienstag und Freitag, abends 7 Uhr, im Restaurant 3um dicken Albert", Kottbuserstr. 6. Rauchklub Sorgenfret, abends 9 Uhr Freie Feldblume, Wienerfir. 31 bei klein. Rauchflub Ruhiga, abends 8% Uhr, Bergfir. 162 bei Zhomas. Arion II( Handschuhmacher), Brandenburg a. S., bet Bartel, Ballisadenſtr. 22. bei Behrend, Gräfestraße 5: Sigung. Bergnügungsverein Jm Brand bet Stanicki, Barnimstraße 22. Arbeiter- Stenographenverein Eintracht, Sauptstraße, Winter's Calon. Drante, Weißensee, Albrechtstraße und Heinersdorfer Weg 14. Alpenglühen, Manteuffelstr. 9 bei Nowack. Gesangverein der Enterbten, Gwinemünderstr. 120 bei D. Bachgänger. Unterricht und Nerungssiunde abends 8% Uhr bei Wähltsch, Adalbertstr. 4.Rauchklub - Ganges: Rauchklub Messalina, bei Gorn, Frankfurter Allee 119.-Frete Sängerschaar, Danzigerstr. 71 bei Dambeck. Portorico, abends 9 Uhr Manteuffelstr. 20 bei Schröter. walde. balle. uit, Bafewalterfir. 8 bet Adolf Neumann. Mothe Harmonie III, Rirdorf, 1. = 3. Achtung, Bureau- Angestellte! Heute Dienstag, den 17. d. M., abends Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend Alle Zuschriften, den Bund betreffend, sind zu richten an Herm. Jahn 8% Uhr, findet in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20, eine öffentliche Echönhauser Allee 177 c. Dienstag. Mufitverein Hoffnung, Beughofftr. 23 Bersammlung statt, die zu den mit der Anwalistommiffton getroffenen BerTheater einbarungen Stellung nehmen soll Pünktliches Erscheinen aller Kollegen ist Musikverein Münstermann, Ackerstr. 123 bei Marten. gesellschaft Liberté, Grünauerstraße 16 bei Richter. Theaterverein nothwendig. Die Agitationstommiffion. Lotterieklub Deutscher Benefelder- Bund. Mitgliedschaft Berlin. Heute Abend reier Wille, Admiralstraße Nr. 18c, Märkischer Hof. Geselliger Klub 8 Uhr im Restaurant Cohn, Beuthstr. 21, Mitglieder Versammlung und Gute Hoffnung, Wollinerstr. 46 bet 8ugowšti. Borstandssigung. must ettraft, Wiesenstr. 39 bei Schröder, Arbeiter Raucherbund Berlins und Umgegend. Aenderungen im Vereinskalender sind zu richten an Otto Schulz, Rotibuser Damm 72. Dienstag: Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Dienstag, abends 8 Uhr: Demetrius. Mittwoch: Gefchloffen. Einzig in Berlin ist das neue Programm des Volks- Theater Schauspielhaus. Wallenstein's Zob. 34 Reichenbergerstrasse 34. Deutsches Theater. Morituri. Berliner Theater. Renaissance. Leffing- Theater. Die goldene Eva. Theater des Westens. Der dritte Mann. Ein blauer Hierauf: Teufel. Neues Theater. Bocksprünge. Vorher: Die sittliche Forderung. Residenz- Theater. Chefeffeln. Borher: Ein delikater Auftrag. Schiller- Theater.( Wallner- Theater.) Demetrius. Pferdebahn- Haltestelle: Kottbuser Thor. Seit 20 Jahren die luftigste Poffe: Urania. Taubenstr. 48/49. Taubenstr. 48/49. Naturkundliche Ausstellung täglich geöffnet v. 10 Uhr vormitt. ab. Eintritt 50 Pf. abends Wissenschaftl. Theater s hr. Sternwartet. Stabbabbof 57-62 Stadtbahnhof täglich geöffnet von 7 Uhr abends ab. Eintritt 50 f. Im Theater Saale täglich 8 Uhr abends Vorträge mit Experimenten und großen Lichtbildern ausgestattet. Ein vorsichtiger Mann. Näberes bie Tagesauſchläge. Jeden Abend stürmischer Lacherfolg. Um 91/2 Uhr: Gemischter Theil( Ho- ho!). Durchweg neue Künstler- Spezialitäten. 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Dirigent: Rapellmeister Federmann. Anfang 8 Uhr. Billets sind au der Theaterkasse, im " Invalidendant", Unter den Linden 24 und bei Paul Romeick, Leipzigerstr. 6, zu haben. Mittwoch( Bußtag): Geschlossen. Donnerstag, zum letzten Male: Der Troubadour.. Sonnabend, 21. November, nachm. 4 Uhr, auf allgemeines Verlangen: Schneewittchen und die sieben Zwerge, Kinder- Vorstellung mit Gesang u. Tanz in 8 Bildern von Georg Zimmermann zu kleinen Preisen. Oftend- Theater. Grosse Frankfurterstr. 132. Direktion Carl Weiß. Der deutsche Michel Der deutsche Michel Anfang 8 Uhr. Mittwoch: Geschlossen. Familie Derrington, Varforce Kunst- Radfahrer. Neu: Don Juan von rückwärts, oder: Der vergnügte steinerne Gast. Opernparodie von Richard Thiele. Anfang: Woche 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pf. bis 3 M. In Vorbereitung: In glänzender Ausstattung: Robert und Bertram.. Posse mit Gesängen und Tänzen von Gustav Räder. Alexanderplatz- Theater. Manfen's Reise nach dem Nordpol. Ausstattungsstück in 4 Atten ( 8 Bildern) von Wilhelm Norbert. Musik von Albert Wicher. Anfang 8 Uhr.( Bons haben Giltigkeit.) Mittwoch( Bußtag): Geschlossen. Donnerstag und die folgenden Tage: Nansen's Reise nach dem Nordpol Ausstattungsstück von Wilh. Norbert. Sonnabend, 21. November, nachm. 4 Uhr: Kinder- Vorstellung. Auf allgemeines Verlangen: Der Rattenfänger von Hameln. Phantastisches Boltsstück mit Gesang in 7 Bildern von Dr. Gust. Braun. Vogler's Casino früher Welt- Restaurant, Dresdenerstr. 97. Jm vorderen Saal täglich: Die italienische NationalSänger- u. Tänzer- Gesellschaft Dominico Conti. Entree vollständig frei. Im großen Theatersaal: Variété- u. SpezialitätenVorstellung. Auftreten von Kunstkräften nur I. Ranges. Anfang Wochentags 7 Uhr. Sonntags 6 Uhr. Sonntag, 22. Novbr.( Todtenfeft): Mutterlegen. Schauspiel mit Gesang in 5 Aften. Passage- Panopticum. Das Theatre Variété ist wieder eröffnet! Ohne Extra- Entrée. Castan's Panopticum Neu! Die wunderbaren indischen Neu! 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Darauf: Zum 1. Male: 3wei Schwiegersöhne. Schwank in 4 Akten von M. Boucheron. Deutsch von May Schönau. Freitag: Das Wetterhäuschen. Zwei Schwiegerföhne. W.Noack's Theater Brunnenstr. 16. Täglich( außer Sonnabends): Konzert, Theater- Vorstellung. Das Fest der Handwerker. Poffe mit Gesang und Tanz von Angely. Borher: Die Weber. Original- Burleske in 1 Att von W. Gericke. Jeden Sonntag, Dienstag 1. Donnerstag nach d. Vorstellung Tanzkränzchen. Meisterschafts- Kunst- Radfahrer. Geschw. Petram. Fleury Trio. Henry Bender. The Troubadours. The Luppus. Comtessa Ferucci. Signor Bernardi in der Komödie Restaurant fin de siècle. Das gestörte Hochzeitsfest von der Rajade- Truppe. Mile. Fougère Rasseneröffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. u. s. w. u. f. w. Circus Busch. ( Bahnhof Börse.) Dienstag, den 17. November, Abends 71/2 Uhr: Grosse Extra- Vorstellung. Hochinteressantes Programm. 1. a.: 4 gezähmte Zebras, D 0000000000 Feen- Palast Burgstrasse 22. Direttion: Winkler& Fröbel. Neu! Neu! Rodi Roubert bester Illusionist der Gegenwart. Neu! Ella und Alphons Thera urtomische musttalische Clowns.. Nur noch kurze Zeit Das tollkühne Niagara- Trio. Der sensationelle Benedetty. Das brillante Ballet. Barbarini. Der beliebte Rennert u. f. w. u. f. w. Anfang 71/2 Uhr. Entree 30 Pf. Sonntags 6 Uhr. Refervirt 50 Pf. !!! Novität!!! Schippanowsky's Internationale Konzerte Spandauer Brücke- Stadtbahnbogen. ! Im Frühlingsglanze! Neue phänomen. Ausstattung. Heute konzertiren: In Fliederhain: Wiener DamenKapelle Wiener Herzen." Rosenlaube: Elite- Orchester All Heil". Obstgarten: Jtal. Sänger- GefellSacco". Hopfenlaube: Jnstrument.„ Laczy". Weinberg: Tiroler Sänger- und Tänzergesellschaft„ Eder." Theater- Abtheilung: Allabendlich Auftreten von: Humoristen, Komikern, Duettisten u. f. 10. Anfang Wochent. 6 Uhr Nachm. Entree frei. Borzügliche und billige Rüche. Table d'hôte à Couvert 75 Pf. Böhmisches Brauhaus Landsberger Allee. Heute sowie jed. Dienstag: Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader. Anfang präz. 8 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverkauf 40 Pf.( siehe Plakate.) Großartiges Programm! ein Wunder der Dreffurkunst. Lipica Steidl als Li- Hung- Tichang. Trio, unübertreffliche Hochturnfkünstler. Dir. Busch mit seinen hervorragendsten Freiheitsnummern. Wellington, russisch. Hengst, geritten von Herrn Engen Šalamonski. Der Clown Boganowsky als Rigdorfer. Auftreten des Gigerl Clowns Mr. Alf. Daniels. Spezialitäten 1. Ranges. Zum Schluß: Die Jagd nach dem Glüd. Morgen, Mittwoch, fällt die Soirée des Bußtags wegen im Moabiter Stadt- Theater aus. Donnerstag: Concerthaus Sanssouci. Neue Einlagen. Vortrag der Konzert B. Nieft's Festsäle, Sängerin Baronesse d'Albor. Morgen: Keine Vorstellung. Donnerstag: Die Jagd nach dem Glück. 4 Zebras. 17, Weberstrasse 17. Bur bevorstehenden Saison 1896/97 fino noch mehrere Sonnabende frei, auch zu Bersammlungen täglich.[. Für 36 M. Todes- Anzeige. Allen Verwandten und Bekannten Orts- Krankenkasse feiner Winter- Valetet nach Maaß; zur Nachricht, daß unfer guter Sohn der Vergolder und Bruder, der Gürtler Willy und Berufsgenossen. für 8 M. feine Hose nach Maaß; vember, verstorben ist. Die Beerdigung Montag, den 23. November d. J., Rete z. groß. Knaben- Anzügen 2-3 M. für 36 M.#. Anzug nach Maaß: Kein Krausenstr. 14, 1 Tr. Laden Wer- Stoff- hat! fertige Anzug, 20 M., feinste Buthaten, saubere Arbeit, 2 Anproben, Hose 3,50. Winterpaletot 18 M., wollenes Futter, Sammettragen. Münzftr. 4, Engel. auch Teichert am Sonnabend, d. 14. Nofindet am Mittwoch, den 18. November, abends 82 Uhr: nachmittags 4 Ubr, von der Zeichen Generalversammlung halle des Neuen Thomas- Kirchhofs aus statt. Um stilles Beileid bittet 1436b Familie Teichert, Gastwirth. Adalbertstr. 15. Danksagung. Allen Freunden, Bekannten und Kollegen, die meinem Mann die lette Ehre erwiesen, sage ich besten Dank. 14296 Wittive Dinus. haftoffe ranzbinderei und Reste in Rips, Damast, Crêpe, Phantante, Gobelin und Plüsch pottbillig! Proben franko! Blumenhandlung 57992* im Louisenstädtischen Klubhaus, Annenstr. 16. Tages- Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes und Beschlußfaffung über den neuen Aerzte vertrag für 1897. 2. Neuwahl des Vorstandes. 3. Wahl des Ausschusses zur Prüfung Sozialdemokrat. Wahlverein im 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis( Südost). Dienstag, den 17. November, abends 82 Uhr, im Lokale Südost, Waldemarstraße 75: Versammlung. Zages Ordnung: 245.5 1. Vortrag des Genossen Otto Mäther über: Klassenkampf und 2. Sozialreform. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Der Vorstand. NB. Mittwoch, den 18. November( Bußtag) findet eine HerrenFusspartie statt und werden die Genossen ersucht, sich zahlreich daran zu betheiligen. Treffpunkt in der Drachenburg am Schles. Thor( Jnh.: Otto) früb 82 Uhr. Abmarsch 9 Uhr. Für Nachzügler: Mittags 12 Uhr in D. O. Adlershof bei Wöllstein. der Rechnungen des laufenden Jahres Sozialdemokratischer Verein ,, Vorwärts" Berlin. 4. 5. Verschiedenes. Hierzu sind die Vertreter ergebenst eingeladen. Robert Meyer, Montag, den 30. November d. I., Nr. 2. Mariannenstraße Nr. 2. abends 8 Uhr, straße 27c: Widmungs- Kränze, Guirlanden, Ball im„ Englischen Garten", AlexanderLäuferstoffe in allen Qualitäten zu fträußchen, Bouquets u. s. w. werden sehr geschmackvoll und preiswerth geliefert. Wahl- Versammlung Emil Lefèvre, Berlin S., Fabrifpreisen. Granienstraße 158. Rohtabak. Grösste Auswahl! Billigste Preise! Sämmtliche Utensilien zur Cigarren- Fabrikation. Billiger wie jede Konkurrenz.( Neue Formen à Mark 1,40.) Man verlange Preis Verzeichniß. Heinrich Franck, r. 185, Brunnenstraße Nr. 185. Johannisbeerwein weis u, roth, Stachelbeer, Heidelbeer à Flasche( 3/4 Liter) 75 Pf. 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Preiskourant über Uhren, Ketten, von 88 Vertretern. liche Herren Arbeitgeber und Arbeit Zu diesen Versammlungen sind sämmt nehmer ergebenft eingeladen. Quittungsbuch legitimirt. Der Vorstand. Paul Höpfner, Vorsitzender, Bernauerstr. 17. Sermann Borchert, Schriftführer, 6 Görlizerstr. 57. 225/3 Pfund Brot für 50 Pf. liefert Albrecht's Bäckerei, Wrangelstr. 8. Langestr. 26. Falekensteinstr. 28. Lausitzerstr. 2. Strickwoll- Refter, Zephyr, Rockwolle zu Partiepreis. Holzmarktstr. 60, S. 1. 12. Arbeitsmarkt. Mittwoch, den 18. November( Bußtag): Fußpartie nach Bichelswerder. Die Parteigenossen des 6. Wahlkreises werden zur Theilnahme eingeladen. Treffpunkt morgens 9 Uhr bei Thriesetau, Sophie- Charlottenftraße 94( Bahnhof Westend). 274/5 Die Mitglieder werden darauf aufmerksam gemacht, daß die Zahlstelle von Obligo zu Borchert, Huffitenstr. 18, Ecfe Usedomstraße, verlegt ist. Der Vorstand. Zentralverein der Bildhauer. Dienstag, 17. November 1896, pünktlid 81/2 Uhr, Annenstraße 16: Versammlung. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Grundmann über: Nervenkrankheit und ihre Heilung. 2. Geschäftliches.- 3. Verschiedenes. 20/11 NB. Wegen der Dienstag, den 24. November in den Arminhallen stattfindenden öffentlichen Bildhauer- Bersammlung fällt die Vereinsversammlung aus. Der Vorstand. Achtung! Maurer. Achtung! Am Mittwoch, den 18. November, vormittags 10% Uhr, im Lokale des Herrn Hübner, Swinemünderstraße 85 ( Swinemünder Gesellschaftshaus): Mitglieder- Versammlung des Vereins zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins und Umgegend. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. Weyl über unsere wirthschaftliche und politische Lage. 2. Diskussion.- 3. Vereinsangelegenheiten. Die Mitglieder werden ersucht, sämmtlich zu erscheinen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. D Der Vorstand. 129/8 Zimmerer. Achtung, Holzarbeiter! Central- Kranken- und Sterbekasse der Zimmerer Die Kollegen der Bautischlerei von Mek, Urbanstraße 102, haben wegen am Lohuabzüge die Arbeit niedergelegt. Zu der Tischlerei von Albert, Basenhaide 49, werden Arbeiten für die ftreifende Werkstatt von Metz, Urbanftraße 102, angefertigt. Ferner theilen wir mit, daß in der Wecker, Regulateure, Gold- und Silber- Werkstatt von Libock, Pappel- Allee waaren gratis u. frko. Nicht Passend. Nr. 10, Arbeiten, welche bei Metz in259/4 ( E.. 2 Hamburg), örtliche Verwaltung Berlin. Donnerstag, den 19. November 1896, abends 8 Uhr, im Lokale Königshof", Bülowtraße 37: Mitglieder- Versammlung Tagesordnung: 1. Wahl eines Raffirers für den 1. Bezirk. 2. Kaffenangelegenheiten. Der Vorstand. J. A.: Aug. Gruse, Barnimstr. 41a. Metallarbeiter wird umgetauscht oder der Betrag zurück- folge des Streits liegen geblieben sind, von Friedrichsberg und Friedrichsfelde! erstattet. UhrenEug. Karecker, Fabrik, fertig gemacht werden. Die Kollegen der Werkstatt von Lindau i, B., Nr. 47, früher Constanz. Neumann, Gr. Hamburgerstraße 4, Dienstag, den 17. November 1896, abends 7 Uhr, in Spizig's Salon, Frankfurter Allee 193: 2 Jahre Garantie! Jaben wegen Differenzen die Arbil Gr. öffentl. Metallarbeiter- Versammlung. Lanolinseife! macht die Haut zart u. geschmeidig. 1 Stück Lanolinseife und ein reines Handtuch liefere ich f. 10 Pf. p. Woche. Handtuch- Verleih- Institut L. Figner, 1229] Meue Königstr. 17. Fernsprech- Amt VII. Nr. 2087. Münch's Heiz- Apparate 3,50 k unentbehrlich für jeden Haushalt. Man achte auf die Patent Nr. 39 427, " da Nachahmung. nicht genügend heizen. Münch's Palent Heiz- Einsatz Zu haben in allen Eisengeschäften. Intensiv- Oefen gut u. schnell heizend. A. Münch, Brunnenstr. 82. Hohenzollern- Mäntel, Joppen, Paletots, Hosen, Anzüge, von einer Lieferung zurückgeblieben, vor jährige, nach Maaß bestellt, nicht ab. Möbl. Zimmer, separat. 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Auch diejenigen Arbeiter, die Mitglieder des Hirsch- Dunder'schen Ortsvereins der Metallarbeiter sind, sowie die Arbeiter aus der Betriebswerkstätte der Ostbahn werden um ihr Erscheinen ersucht. 118/17 Der Einberufer. Achtung! Rixdorf. Achtung! zum Erlernen der Futzfeder- Branche verlangen gegen monatl. Vergütigung Cohn& Eichel, Wallstr. 12.[ 14306 Tücht. Farbigmacherin auf glatte und Pleinleisten verlangt sofort Em. Zappert, Goldleiften- Fabrit, Königsbergerstr. 7. Busammenseher, Bodenmacher. 1. Vortrag über Naturheilverfahren. Referent Herr Rihmann. Staligerstr. 6. 2. Distuffion. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Berschiedenes. Die Versammlung beginnt pünktlich und werden die Kollegen ersucht, Ginpacker verlangt Goldleistenfabrit, recht früh und zahlreich zu erscheinen. 79/8 Rottbuser Ufer 32. Die Ortsverwaltung. Dienstag, den 17. November, abends 8 Uhr, in den Viktoria- Sälen: Versammlung des Holzarbeiter- Verbandes 1438b 1405b* Gin tüchtiger Klempner, energischer Charakter, für feinere Massenartikel( Velolaternen) als Vorarbeiter event, später als Meister per sofort gesucht von 879L* G. P. Schmitt, Metallwaarenfabrit, Mannheim. 5-6 tüchtige Ciseleure, - ( Filiale Rixdorf). Tages Ordnung: Leder- und Galanterie- Arbeiter ( Portefeuiller). Am Mittwody( Bußtag) findet eine = Herren- Fussparthie statt. Abfahrt vom Schlesischen Bahnhof um 7,21 Uhr, Abfahrt vom Görliger Bahnhof um 7,35 Uhr nach Grünau. Bis um 10 Uhr werden Nachzügler im Restaurant Teufelssee( Müggelberge) erwartet. 3ahlreicher Betheiligung sehen entgegen 24/1 Die Vertrauen@ lente. Die nächste Branchenversammlung am Montag fällt der Dustafsen und auf dauernde Stellung bei gutem 81/2 Uhr im Lotale von Roll, Adalbertstr. 21, statt. Lohn reflektiren, welche auf Modelle eingearbeitet sind Bersammlung wegen aus und findet am Sonnabend, den 21. d. M., abends gesucht. Angebote mit Angabe des Alters und Musikinstrumenten- Arbeiter. Herren- Darthie der Lohnansprüche unter N. O. 272 am Mittwoch, den 18. November 1896( Bußtag), an Danfenfein& Vogler A.-G., Frankfurt a. M., erbeten. Einem Theile unserer heutigen B. Günzel, Lothringerſtraße 52. Spezialität: Porträts Lothringerstraße 52. aalit: Porter, Auflage liegt ein Prospekt Lassalle, Mary 2c. in Cigarrenspitzen, Pfeiffen, Nadeln, Brochen, Knöpfen, Büsten, der Manufaktur- Firma Louis Bildern u. dergl., fowie jebe Drechslerwaare u. Repar.( Man verl. Preisturant.) Grand, Chauffeeftr. 62, bri. nach Grünan- Müggelberge- Friedrichshagen. Abfahrt: Görliger Bahnhof 7,35 Uhr, Schlesischer Bahnhof 7,1 Uhr. Treffpunkt für Nachzügler bis 10 Uhr: R. Liedke's Restaurant, Wilhelm141/9 und Friedrichstraßen- Ecke in Grünau. 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