crMkbW fämmtl&J nieuiMI tag»iifll lern, er S«M( senden 5' jebenß tf'i fammlMUl ehilkn rtj « : fl!aufin«S( r« «i den 5� it. Sacker. Aodta� z, Mw-!P eine w sterbt!� R«eM Ä» :% rlj irrf i r«i i:o§e W s Tr-: and tr. Ttz7. Sonnabend, de» 14. November 1883. n. ZahrK. MincrUollislili Krgsn für dir Interrffen drr Arbeiter. 4 »kkw_ Da, �Berliner«olksblatt� tSglick Morgen» außer nach Eon«, und Festtage». Wonnementtprei» für *%? W w'ß Hau« vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. �Wonattneiti 4 Ml. Einzelne Nr. 5 Pf. SonntagS-Nummer mit illustr. Beilage 10 Pf. _(Eingetragen in der PostzeituagSpreislifie für 1885 unter Nr. 746.) Jasertiousgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10«f, Bei größere« Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunst. Inserate werden bi« 4 Uhr Nachmittag« in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von alle« Annonce«- Bureaux, ohne Erhöhung de« Preise«, angenommen. K-daktio«; Kenthstraße Ä.— Grpeditio«: Zimmerstraße 44. Wziiser Mmlimus. .Sm*«»Norddeutsche Allg. Ztg." die Erfinderin der Ün k'f*' besten erinnern wir un« nicht mehr genau; tu#a< wissen wir, daß fie mit diesem Schlaaworte um Zl�worfe» hat in einer Weise, daß kein Fenster in der Mnschaft heil geblieben, wen« da« Schlagwort ei» Stein ZP wäre. u wi» dem Titel„Reichsfeind" beehrte da« gouvernemen- LßT* 2ede», der mit den Maßnahmen der Regierung Ht\ �verstanden erklärte, oder der irgend eine ver» »».l'tge Maßregel auf internationalem Wege lösen ttt '!/ »05,.' ä e Maßregel auf internationalem Wege lösen Der internationale Kapitalismus oder die inier- kW® 6 Unterdrückung ist natürlich nicht reichsfeindlich, � 2lU bei der„Rordd. Allg. Ztg." für national. �nitck� c�. sß das Blatt auch gar zu entzückt ??'n'fetum Estrup, trotzdem dasselbe Jst- Ist tl i# KtD am*' Ott HU# fld« llll! . � 'M tt 4i. t* von dem anti- ist. Kernpunkt der Streitfrage in Dänemark zwischen %um Und Opposition ist nämlich die Militär- und Be- HM?�>vage. Die Regierung möchte aus Dänemark eine» stachen, der feine Spitze gegen .@11 richtet. l»nn 2.'ie man nicht über eine solche Idee. Für sich allein Mb Is�emark allerdings nicht« ausrichten, aber im 1% es k stöberen Kriege« mit Rußland oder Frankreich IWantt ein unbequemer Nachbar und kann durch die die dlmfj'�rtige Befestigung Kopenhagens besonder» für %% Ranne gefährlich werden. vstttj»ionische Opposition nun will der Regierung die Reutin« bewilligen zum Militärstaat und zur Befestigung kl die Opposition ist die Partei de» Frieden«, sie e**(7* r schon mehrmal« ihre Sympathien für M an« i.® n d zur Schau getragen und dennoch wird sind\i„Nordd. Allgem. Ztg." bekämpft, wäh- �se» k deutsch- feindliche dänische Regierung von %~iMf(he» gouvernementalen Blatte unterstützt wird. »NjjenJ?'1 das urqualifizirbare Wort:„Reichsfeind" jemals % k?dt zu werden verdiente, so müßte man e« in der e* der„Nordd. Allg. Ztg." anwenden. im Jahre 1879 schrieb der bekannte dänische k» tu�schfreundliche Schriftsteller Georg Brande« über 'ssche Ministerium Estrup: Handvoll Männer, welche die Hauptverantwor- \? da« Unglück Dänemarks tragen, die haben ja �ivlcheu Terrorismus ausgeübt, daß e« für einen »«z> last unmöglich geworden, Dänemark etwas Wahre« -vstchland oder Deutschland etwa« Wahres von Däne- l(vgen, ohne sich einer Beschuldigung der Lande«- '"e, auszusetzen!" IseuMeton. Die Kaub der Kemefis. Roma» von Ewald August König. (Fortsetzung.) iS«W �Miinsame Bündniß nähert« die beiden Schwäger %i m v ra� der Schließer forderte Siebel sogar auf. mit rr$,n*e S�den, und er war im höchsten Grade V. Qi« diese Einladung abgelehnt wurde. �ers.°A einmal versuche», ob ich nicht dem Bösen % �tn kann," sagte der Vagabund mit entschlossener "' ä•*»*•»waimav irrtet ÜluW-must auf den alten Weg zurück, und gelingt'«, so kb' Reicht ein paar Jahre länger." ist i."�aran läge mir wenig," erwiderte der Schließer,„eS M nur ein halbe« Leben, ein Hund hat'S besser." "�öen» wir den Holzhandel anfange«—" glaub'«och nicht daran!" %ch"Ts-W fangen ihn an, sobald wir das Geld haben. �'ssen kwß genug in Holland gewesen, um zu kch;) J v>as daran verdient werden kann, man wird reich "b wer soll UN« da« Geld geben?" fragte der � zweifelnd. Jeh(w? sich finden, sobald wir wisse», worauf jene« sich bezieht. Ich Hab' guten Muth, seitdem ich �eraii Gefangene, meine Frau und der Bruder der krau«"" unter einer Decke liegen, da muß gewiß'was in. xoat für un« werthvoll ist." il«..» vorsichtig," bat die Frau, al» die beide» etmn» � sielte« trafen, sich zu entfernea,„Niemand siasse» �**«» erfahren. Robert würde augenblicklich .Da« bie Briefgeschichte an den Tag käme." wissen wir auch," erwiderte Siebel,„aber Herr Und heute setzt ei« Kopenhagener Korrespondent der nationalliberal-gouvernementale»„Elberfelder Zeitung", der allerdings der Opposition angehört, diesem Worte de« be« deutenden Schriftstellers noch hinzu: „Dies ist noch der Fall im Jahre 1885." Derselbe Korrespondent aber äußert sich dann über die „Nordd. Allgem. Ztg." in folgender wenig schmeichelhafter Weise: „Um so viel schmerzlicher berührt es eine« Dänen der Opposition, wen» er sieht, wie stark das Hauptorgan des viel bewunderten, mächtigen deutschen Reichskanzler«, die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung", für unsere jetzige Regie« rung Partei nimmt, wie feindlich die Korrespondenzen diese« Blatte« gegen unsere Opposition sind. Wir verstehen die« nicht. Wir wollen nur eine ruhige Entwicklung unserer Verfassung und wissen nicht, wie das Deutschland schaden sollte. Die andere» aber, die rüsten wolle», rüsten, um eoentuell Revanche zu bekommen, die sage» zu uns:„Thut Ihr nicht, was wir wollen, dann kommt Deutschland I" Wir, die Friede» und Freundschaft wünschen, wir wisse« jedoch nichi, weshalb Deutschland komme» sollte, wen« unsere Politik gleichfall« Frieden und Freundschaft zeigt. Deshalb der Schmerz, wenn man sieht, daß die Sympathie der deutschen Regierungsorgane auf der Seite der Chauvinssten und Deutschenhasser in Dänemark ist." Dies steht in der„Elberfelder Zeitung" vom 11. Nov., zweite Ausgabe! Und dasselbe dürfte zur Kennzeichnung unsere» ersten offiziösen Blattes genug sein, so daß wir wenig mehr hin« zuzusetzen haben.--- Weshalb aber die„Nordd. Allg. Ztg." die dänische Opposition bekämpft? Nun, weil dieselbe freisinnig, demo- kratisch ist! Wäre das gegenwärtige Kopenhagener Ministerium liberal und die Opposition konservativ, so würde bei der „Nordd. Allg. Ztg." da» gerade Gegentheil eintreten, sie würde die Opposition unterstütze« und die dänische Regie- rung bekämpfen.--- Somit ist der Standpunkt de« gouvernementalen Blatte« nicht nur kurzsichtig, sondern auch antinational: Die„Nord- deutsche Allg. Ztg." opfert den Patriotismus auf dem Altare der internationalen Reaktion. Potttische Ueberstcht. Ein dem BundeSrathe vorliegender Entwurf von Be« stimmungen, wonach Kinderzwischen 12 und 14Jab- r e n und Ardeiterinnen in Drahtziehereien mit Wasserbetrieb nicht beschäftigt werden dür» fen, ist auf Grund von Erhebungen der preußischen Regie« Rabe wird sich hüten, Deinen Man» zu verrathen, er brächt« dadurch sich selbst in die Dinte." Der Abend war schon angebrochen, al« die Beide» die Andreasiirche erreichten; der Himmel hatte sich im Laufe der letzten Stunden finster bewölkt und von Zeit zu Zeit zuckte ei» heller Feuerschein durch da» schwarze Gewölk. Ein schwere« Gewitter war im Anzüge; die Mensche», die sich noch im Freie» befanden, beeilten sich, da« schützende Dach zu erreiche», e« wurde stiller und einsamer in de» Straßen, und au« der Ferne rollte der Donner bereit« lauter und deutlicher herüber. Siebel hatte hinter einem Mauervorsprung der Kirche aufgestellt, i» unmittelbarer Nähe des Lauscher« erwartete er Schließer den vornehmen Herr». Rabe fand sich pünktlich ei«, er schritt hastig an dem Lauscher vorbei, ohne ihn zu bemerke». „Ihr habt heute Nacht wieder Dienst?" fragte er, al« er vor dem Schließer stand. „Ich übernehme die Nachtwache für einen erkrankten Kollegen," erwiderte Schmalz. „Gut, hier ist der Brief, ich erwarte Antwort darauf. Sagt ihm, ich verlange eine bestimmte Antwort, und schärft ihm»och einmal ei«, meine Briefe sofort zu ver- nichten." „Da« habe ich ihm schon gesagt, als ich ihm den erste« Brief brachte." „Es kann nicht schaden, wenn Ihr ihn noch einmal daran erinnert. Hier habt Ihr Geld— wie geht's Eurer Frau?" „Sie fühlt fich heute wohler." „Ihr könnt ihr jetzt eine gute Pflege angederhen lasse», sie wird fich nun wohl rasch wieder erholen." „Da« wäre zu wünschen." „E« ist wohl nicht möglich. Jemand entspringen zu lasse»?" fragte Rabe leiser. Versteht mich nicht falsch, guter Freund, ich habe nicht die Absicht, diese« Ansinnen an Euch zu stellen, wenigsten« jetzt«'cht—" „Aber später, nicht wahr?" fiel der Schließer ihm "«UZUM großen Theile» deS Jahres regelmäßige Arbkitsschichten nicht einhalten können und daher jugendliche Arbeiter und Arbiitc- rinnen leicht mehr mit Arbeit überbürden müssen, als denselben zuträglich ist. Die Gestattung von Ausnahmen ist denjenigen nachgebildet, welche für Glashütten mit zeitweiser BetrieoS- Unterbrechung zugelassen worden find. Zu den Diätenprozesse« nehmen nun auch die offlsiösen „B. P. N." Stellung. In einem Artikel dieses Blattes wird da« Verlangen geäußert, die Empfänger von Parteidiätea wegen Verfassungsbruchs mit Exklusion aus dem Par« lament zu bestrafen. Sollte die rechtliche Handhabe dazu fehlen, was wir im Augenblick nickt übersehen können, so müßte Art. 32 zu einer lex perfecta gemacht werden— so meint das Blatt. Die„Voss. Ztg." bemerkt zu dieser AuS-- lassung: Daß stch diese Idee, wenn ste wirklich besteht, in ver- anlwortliche osfiziöse Organe noch nicht wagt, ist erklärlich ge- nug. Wer droht, muß, um ernsthaft genommen zu werden, auch die Mittel haben, seine Drohung auszuführen. Ließen sich die Zweidrittelmajoritäten für Verfassungskorrekturen ein- fach kommandiren, so bätte der Reichstag schon ganz andere Dinge erlebt, als die ihm von den„Verl. Pol. Nachr." zuge- dachte gouvernementale Selbstjustiz. Auch die„Rat. Ztg." polemistrt gegen die sonderbare Drohung des offiziösen Blattes, ste schreibt: Die Frage, ob der Bezug von Parteidiäten verfassungswidrig ist, stebt zur Zeit, und zwar auf Veranlassung der Regierung, zur Entscheidung der Gerichte- offiziöse Erörterungen, welche von der Voraus- setzung der Verfassungswidrigkeit ausgehen, können daher zu- nächst gar keinen Eindruck machen. Etwas Anderes ist es, wenn eine Abänderung des Art. 32 zu dem Zwecke, die An- nähme von Parteidtäten auszuschließen, beantragt werden soll. Die fortschrittliche Einrichtung dieser Diäten ist wohl zuerst von uns aus sachlichen Gründen bekämpft worden, und wir haben diese unsere Anficht nicht geändert, wenn wir daS jetzige Vorgehen deS preußischen Fiskus alS unhaltbar und ge- hasfig betrachten. Erheblich anders, als um die fortschrittlichen, steht e« aber offenbar um die sozialdemokratischen Parteidiäten; eS ist klar, daß ohne solche die Sozialdemokratie gegenwärtig nickt im Stande wäre, so viele Abgeordnete zu finden, als fie Mandate zu vergeben hat; und nachdem auch der Reichskanzler dai Bestehen einer sozialdemokratizchen Frak- tion im Reichstag alS unter den obwaltenden Verhältnissen polllisch erwünscht bezeichnet hat, ist nicht abzusehen, wie die Regierung eine Maßregel rechtfertigen könnte, durch welche eS durchaus unmöglich würde. Ein Antrag auf Abänderung de« Art. 32 in dem offiziös angedeuteten Sinne würde mit Roth« wendigkeit die Wiederholung deS Antrags auf Gewährung von Diäten aus der ReichSkaffe veranlassen; und im Hinblick auf die sozialdemokratische Fraktion würde das leidenschaftliche Vor- gehen der Regierung gegen die Partei diäten ein neues und schwerwiegendes Argument für die Einführung von Reichsdiäten werden. barsch in» Wort.„Vergesse« Sie nicht, wa« ich Ihne» darüber gesagt habe, ich gebe mich nicht dazu her." „Und wen» es nun gälte, einen Schuldlose» zu be- fteien?" „Ob ein Gefangener schuldig ist oder nicht, habe ich nicht zu untersuchen, da« müssen die Richter verantworten, die ihn verurtheilt habe». Ich thue, wa« meine« Amte« ist, und damit basta!" „Ihr würdet e« auch dann nicht thu», wenn Ihr keine Folgen zu fürchten hättet?" erwiderte Rabe. „Unter keiner Bedingung!" „Reden wir nicht weiter darüber. Aber sollte der Ge- fangen« diese Frage an Euch lichten, dann antwortet ihm nicht so schroff, nehmt ihm nicht jede Hoffnung—" .Ich werde ihm dasselbe antworten, wa« ich Ihnen ge- sagt habe, solche Hoffnungen darf man einem Gefangene« nicht machen." „Ihr habt einen harten Kopf!" „Ich handle, wie die Pflicht eS mir gebietet, und mich hat« schon genug geärgert, daß ich sie verletzte. Forden» Sie nun nicht mehr, ich könnte e« nicht gewähren." „Na, vielleicht reden wir später noch einmal darüber," brach Rabe da« Gespräch ab,„der Gefangene wird wahr- scheinlich fteigesproche« werden, dann ist die Sache ja er- ledigt. Morgen Abend hole ich die Antwort." Er wandte dem Schließer den Rücke« und schritt auf demselben Wege, auf dem er gekommen war, wieder von danne», gleich darauf stand Siebel«eben seinem Schwager. „Habt Ihr ihn erkannt?" ftagte der letztere. „ES ist der Bruder der Generali»." „Und hörtet Ihr auch, wa» er von mir forderte?" „Ja, wen» ich auch nicht jede« Wort verstand. Später fordert er das noch einmal und dann wirds al« Befehl herauskomme». Er wird Euch drohen, wen« Ihr Euch weigert, deshalb ist e» gut, daß Ihr mich zum Verbündeten habt." „Er hat mir nichts zu befehlen—" „Ihr seid i» seiner Hand, Schwager, er kann Euch beim Gefäagnißdirektor denunziren L Der Diäteuvroteß gegen den Abgeordnete« SrScker sollte am 11. d. M-, verhandelt nerden. Wie verlautet, ist der« selbe aber auf den 17. d. M. verlegt worden. Die Druckerei „Stlefia", demselben Abgeordneten gehörig, ist noch immer ge- schloffen, obgleich drei Monate seit Schluß derselben vergangen find. Die„Pos. Ztg." meint daju:„Da in letzter Zeit wenig oder gar keine Verbote auf Grund dei Sozialistengesetzes er« gangen find, welche der ReichSkommisston zum endgiltigen�Ent scheio unterbreitet worden find, so scheint die~ „____ WWWWWWWWWW age, Abgeordnele Kräcker als einzelne Person einen Verein darstellt oder nicht, sehr viel Arbeit zu machen. Die Polizei scheint hier ein Problem aufgestellt zu haben, dessen Kolumbus noch nicht gefunden ist.". Auf Grund deS Sozialistengesetzes verbietet dai könig« liche Polizei'Präfidium zu Berlin: Polizei'Präfidium zu Berlin: 1) die Broschüre„Sozialdemokratische Bibliothek" 1.„Ge- sellschafllicheS und Privat-Eigmthum". Ein Beitrag zur Er- läuterung deS sozialistischen Programms. Hottingen'Zürich. Verlag der Volksbuchhandlung 1885: 2) die Broschüre„Sozialdemokratische Bibliothek' n.„Karl Marx vor den Kölner Geschworenen". Prozeß gegen den Ausschuß der rheinischen Demokraten wegen Aufrufs»um bewaffneten Widerstand(9. Februar 1849). Mit einem Vorwort von Fr. Engels. Hottingen Zürich. Verlag der Volks- buchbandlung 1885; 3) die nicht periodische Druckschrift:„Ein Stmfzug auf dem Gebiete der kulturgeschichtlichen Entwickelung im Zu- sammenhang mit der Idee des Sozialismus". Ein Vortrag, gehalten von Karl Langner vor dem Verein der„Liberalen Liga" in Evaniville, Indiana. Preis 10 Cents. Druck von Gutenberger und Froelich, Evansville, Indiana 1885. Verlängerung der Wahlperioden, insbesondere der. jenigen des Reichstags, wird von der„Nationalliberalen Korrespondenz" empfphlen. Die nationalliberale Partei scheint also ihren konservativen Freunden jetzt auch in Bezug auf Ver« fassungsrevifion den Rang ablaufen zu wollen. Eine Verlan- gerung der Wahlperioden giebt der Regierung die Möglichkeit, eine ihr genehme Zusammensetzung der Volksvertretung länger ausnutzen zu können, während die Regierung umgekehrt jeder- zeit in der Lage ist, durch Auflösung zu versuchen, die Lebens- dauer einer ihr widerstrebenden Mehrheit abzukürzen. Anleihegesetz. Dai auch in diesem Jahre erscheinende Anleidegesetz zur Deckung von außerordentlichen Ausgaben der Verwaltung deS Heeres, der Marine u. s. w. wird, wie man der„Kreuz-Ztg." schreibt, die Summe von 35 428 457 Mark fordern; hrerzu treten noch 4 Millionen Mark als Beitrag des Reiches zu den Kosten des Zollanschlusses von Hamburg, welche in das Anleihegesetz nicht aufzunehmen waren, weil die Ermächtigung zu ihrer Beschaffung im Wege der Anleihe bc- reiti durch das Gesetz vom 16. Februar 1882 ertheilt worden ist. ES erhöhen fich somit die verzinslichen Reichsschulden um nahezu 39,5 Millionen. Da von den nahezu 25 Millionen Mark außerordentlichen Ausgaben für Zwecke dei Reichsheerei nur 10 787 101 Mark aus Der Anleihe, der Rest aber zum größten Theile aus dem FestungibaufondS und durch die ordentlichen Einnahmen gedeckt werden sollen, so dürfte der Haupttheil dei Restes von nahezu 25 Millionen Mark der Anleihe auf außerordentliche Ausgaben für die Marine Wählproteste. Zu denjenigen Wahlen zum preußischen Abgeordnetenhause, welche mit Sicherheit und wohl auch mit Erfolg werden angefochten werden, gehören diejenigen tn Bielefeld und Neuwied. Ueber diese Mandate ist durch eine Stimme Mehr- heit, über eines der beiden Mandate von Neuwied sogar durch dai Looi entschieden worden, und es liegen sehr triftige Einwendungen gegen die Gittigkeit einiger Wahlmänner- wählen vor. Von den sozialpolitischen Vorlagen wird dem Reichs- tage zuerst der Gesetzentwurf, betreffend die Fürsorge für die Beamten und Personen deS SoldatenstandeS bei Betriebkun- fällen, zugehen. Hierzu wird der«Wes. Ztg." geschrieben: Der ursprüngliche, dem Bundesrathe im Frühjahre dieses JahreS vorgelegte Entwurf hat den Ausschüssen zu sehr leb- haften Debatten Veranlassung gegeben und war von diesen einer fast vollständigen Umarbeitung unterzogen worden. Die AuSschußanträge gelangten erst nach Schluß der Reichstags- sesfion an daS Plenum, welches fich mit denselben in einer der nächsten Sitzungen beschäftigen wird. Tie Höhe der dei Unfällen zu zahlenden Rmte entspricht dem Gesetze vom Jahre 1883; dagegen find die Beamten insofern ungünstiger gestellt als die industriellen Arbeiter, als das Recht auf Rente nicht nur erlöschen soll wenn der Betriebsunfall vorsätzlich herbei- geführt ist, sondem auch im Falle der Verschuldung. In- zwischen ist von preußischer Seite zu diesem Beschlüsse der Ausschüsse ein Abänderungsantrag dahin gestellt und nachträg« lich auch angenommen worden, daß das Recht auf Rente nur dann erlöschen soll, wenn das den Unfall verschuldende Ver- halten des Beamten u. f. w. Dienstentlassung, Verlust des Titels und Pmfions Anspruchs, Zuchthausstrafe, Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte oder Aberkennung der Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter zur Folge hat. Nach den Be- „Und wenn ich dann seinen Namen nenne?" „Bah, was machen solche Herren sich daraus!" spottete Siebel.„Die kleinen Diebe hängt man und diej großen läßt man laufen, das ist ein altes Wort, und mit Euch würde man wenig Umstände machen. Wie die Dinge jetzt lieaen, hat der Herr Euch in der Hand, sorgen wir nun dafür, daß wir den Herrn in unsere Hand bekommen. Wo ist der Brief?" „Was wollt Ihr damit?" „Ich will ihn lesen." „Er ist versiegelt!" „Was thut daS? Der Gefangene wird sich nicht be« schweren, wen» das Siegel verletzt ist, und thut er'«, dann antwortet ihm dreist, Zhr wüßtet nicht« davon, der Siegel- lack müsse in Eurer Tasche sich abgelöst haben." „Der Herr könnte e« erfahren," sagte der Schließer zögernd, der selbst vor Ungeduld brannte, de« Inhalt des Briefe« zu erforsche».„Er würde mir Mißbrauch seme« Vertrauen« vorwerfen—" Der Vagabund lachte höhnisch. „Wer hat ihn den« gezwungen. Euch zu vertrauen?" erwiderte er, während sie rasch durch die einsame« Straße« schritten, die von Zeit zu Zeit ein Blitzstrahl sekundenlang erleuchtete.„Auf einen solchen VertrauenSmißbrauch muß er bei einem Manne, de» er selbst in Versuchung geführt hat, gefaßt sein! Und durch welche andere Mittel könne« wir da« Geheinmiß erforschen?' „?a, daS ist auch wahr, aber „Dumme« Zeug, Schwager, hier heißt es: List gegen List! Wer der Klügste ist, der gewi«nt den Preis, und ich denke, Zhr werdet auch wünschen, daß wir ih« gewinne«." „Nun natürlich," sagte der Schließer gedankenvoll. „Ich Hab' weiter keine Verpflichtungen gegen den Herrn, und wen« der Untersuchungsrichter erführe, daß der Bruder der Generali« von Stuckmavn— aber er ist ja selbst«m Stuckman»!" „Wer? Der Untersuchungsrichter?" fragte Srebel über« rascht. „Ja, er ist ein Neffe der Generalm." schlüssen der Ausschüsse sollte die Unterstützung, welche derBe- amte aus einer Krankenkasse, der er auf Grund gesetzlicher oder statutarischer Verpflichtung angehört, erhält, für die ganze Dauer der Verpflichtung der Kasse von der Rente in Abzug kommen; auch diese Bestimmung ist, entsprechend dem Gesetz von 1883, dahin gemildert, daß die Krankenunterstützung nur während der I3wöchentlichen Karrenzzeit in Abzug ge- bracht werden soll. Die Lage de« landwirthschaftliche« Großbetriebe« ilerlichen Jnteressenpolitilem in den düstersten wird von den junkerlichen_„. Farben geschildert. Die Thatsachm sprechen gegen diese Je- remtaden. Der Nothstand der Landwirthschaft ist freilich vorhanden— für den Bauem, den Kleingütler, mit einem Wort für den Klein- und Mittelgrundbesttz. DaS Ladifundienwesen aber gedeiht vortrefflich, und daS„Berliner Volksblatt" hat be- reits mehrfach an der Hand amtlichen Materials die Aufsaugung der Zwergwirthschaft durch den großkapitalistisch withschastenden Großgrundbefitz schlagend nachgewiesen. Vor unS liegt der erste Theil einer sehr stoffreichm Schrift: Josef Heising, Die Entwickelung der landwirthschaftliche« Verhältnisse auf den reichSgräfl.— freistandeSherrlich— Schaffgotsck'schen Güter- komplexen in der Provinz Pr. Schlesien. Der Verfasser, der die eingehendsten Quellenstudien gemacht hat, giebt auch äußerst belehrende Daten über die Reinerträge der herrschaftlichen Güter So liefert er z. B. für die Herrschaften K y n a st und Greiffenstein folgende Zusammenstellung: Man steht, daß von der Mitte des vorigen Jahrhunderts biS auf unsere Tage der Fortschritt der Profite mit Sieden- meilenstiefeln fich vollzogen hat, Dank der von Jahrzehnt zu Jahrzehnt fich vnvollkommnendm Technik und Landwirthschafts- wissenschaft. Die Ergebnisse dieser aber anzuwenden, dazu be- darf es großer Kapitalien, und darüber verfügten die reichs- gräflich- freistandesherrlichen Schaffgötsche. Sie beuteten ihren Grundbesitz durch Ackerbau aus, sie trieben Viehzucht, brannten Schnaps, bauten Mehl-, Brett-, Papier-, Walk- und Schleif- mühlen, hatten Bleichen, Torfgräberei, Ziegelei, Bäder, ste waren und wurden immer landwirthschaftliche Großindustrielle, groß- industrielle Landwirthe. Intensiv und extensiv im großen Maßstab wirthschaftend erzielten fie diese kolossal gewachsenen Reinerttäge. In noch nicht hundert Jahren von 1793 bis 1880 hat fich der Gewinn aus der Kynaster Herrschaft mehr als ver- vierfacht. Wie nöthig ist für solch nothleidmde Agrarier die stete Erhöhung der Getreide-, der Vieh-, der Holzzölle! Die Münchener Volksparteiler haben in einer öffent« lichen Versammlung in DuodezauSgabe den bayerisch- russischen Auslieferungsvertrag traktirt und fich zu folgender Resolution aufgeschwungen:„Die Versammlung erklärt den von der bayerischen Regierung abgeschlossenen AuS- lieferungsvertrag mit Rußland für eine dem Sinne der Reichs- Verfassung und den Wünschen des bayerischen Volkes durchaus zuwiderlaufende Maßregel, bedauert dieselbe aufrichtig und spricht die Hoffnung aus, die bayerische Regierung werde allen weiteren Versuchen, an den Grundsätzen der Ver- fassung des Reiches wie an altbewährten bayerischen Einrich- tunaen zu rütteln, energischen Widerstand entgegensetzen."— Treffend bemerkt zu diesem Provukt bürgerlich-demokratischen MannesmutheS ein Oraan der Münchener Arbeiter, der „Bayerische Landbote";„Aber auch außerhalb des Parlamentes erfreut fich das Ministerium großen Vertrauens, wie die De- molratenversammlung vom letzten Samstag zeigte. Der Refe« renk, Herr Krieger, ist einer der Mitbegründer der nord- deutschen demokratischen Partei und gilt im hiesigen demokra- tischen Verein als der„Radikalste": dennoch sprach auch er seine Hoffnung auf das bayerische Ministerium aus und er- II mattet von ihm nicht nur die Erhaltung der„alldewährten" „Hm, es ist gut, daß ich das weiß, eine Krähe hackt freilich der andern kein Auge aus!" „Die Stuckmann'S sind mit einander verfeindet; der{ Untersuchungsrichter hat dem Bruder feiner Tante nicht einmal die Erlaubniß geben wollen, den Gefangenen zu besuchen." Ein langgezogener Pfiff war die Antwort Siebel's. »So liegen die Dinge?" sagte er.„DaS ist freilich etwa« anderes! Na, desto besser!" Ein furchtbarer, prasselnder, knatternder Donner schnitt dem Vagabunden das Wort ab, in schweren, dichten Strömen goß der Regen nieder, aber fast in demselben Moment erreichten die Beiden auch dai Hau«, in dem der Schließer wohnte. Die kranke Frau rieth anfangs von der Erbrechung des Briefe« ab, inveß mußte sie auch die Gründe ihres Bruders anerkennen, die diese« Vorgehen rechtfertigten und sogar im Hinblick auf das eigene Interesse«othweadig machten. Siebel trug gar keine Bedenken, er erbrach das Siegel und la« de« Inhalt des Briests beim trüben Lampenlicht laut vor: „Ich kann Ihnen einstweilen nichts weiter sagen, als: schweigen Sie! Wenn Sie Alle« sagen und enthüllen wollen, dann wird der Verdacht, der jetzt auf Ihnen ruh», dadurch nur eine weitere Bestätigung erhalten. Ihre Eni- hüllungen gebe» jener That neue Motive, Sie können also für Ihre eigene Person nicht« gewinnen, sondern nur ver- lieren. Und bedenken Sie wohl die weiteren Folgen, ich kann Sie nicht dringend genug darauf aufmerksam"machen. Ist die andere Person auch schuldlos, so wird doch auch aus sie ei» Makel fallen; Sie kennen da» Eprichwott, wer den Schaden hat, braucht für de» Spott nicht zu sorgen. Deshalb harren Sie aus und schweigen Sie, beweisen kann man Ihnen nicht», und e« ist nicht denkbar, daß Sie ver- uttheilt werde». Wa» ich thun kann, das soll geschehe» darauf dürfen Sie sich verlassen. Zustizrath Walter, unser tüchttgster Advokat, wird Sie vettheidige«, ich spare keine Mühe und keine Kosten, um die Sache zu einem guten Ende zu führen, und selbst wen« eine Veruttheilung er- bayettschen Einrichtungen(z. B. deS VereinSgesetzeS von 18500' sondern auch die Zurückweisung aller Angttffe auf die Rem«- Verfassung. Mehr kann man nicht verlangen! Wenn es fottgeht, werden die Demokraten den„Pattroten" bald»üver sein im Ministerstürzen."— Es ist eben die alte GefiWk Demokratie ohne soziale Grundlage ist und bleibt— After- demokratie. Elberfeld, 12. November. Eine Volksoersammlung, sucht von gegen 1000 Personen, den verschiedenen Parteien W gehörend, hat hier am 8. d. MtS. im Saale des„Johann j* berg" über Eugen Richter, den sogenannten»Vou«- tnbunen", ein Volksgericht abgehalten, welches ohne Annadrw von Milderungsgründen mit der erbarmungslosen Verurth� lung des Angeschuldigten endigte. Nach dem zmit groW Bersall aufgenommenen Vortrage des Redakteurs Fe»m?° Gilles, welcher der demokratischen Pattei angeM. ttchtete der Vorfitzende wiederholt die Anfrage an die sammluna, ob Jemand zur Vertheidiguung des Herrn W" Richter das Wort nehmen wolle. Aber unter allgeme'� Heiterkeit mußte konstatitt werden, daß unter den Tausend» auch nicht Einer war, der fich gemüsfigt gesehen hätte, für � nicht erschienenen Angeschuldigten das Wort zu ergreifen- Wj Naumann gab hierauf im Namen der Sozialdemokratie � Erklärung ad, daß Herr Richter für fie längst nicht m existire; man sei über den Mann zur Tagesoidnung uro gegangen und halle es nicht für würdig, auf einem Kadaver herumzutreten. Da fich weiter Niemand»um � meldete, wurde zur Abstimmung über eine von Herrn uM in Vorschlag gebrachte Resolution geschrllten. Die Amml? derselben erfolgte mit allen gegen 6 Stimmen. Diese Wl"1" tion lautet wie folgt:,>„ „Die am 8. November 1885 im Saale des„Joha� berg" zu Elberfeld tagende große Volksversammlung s' klärt, daß der Abgeordnete Eugen Richter nicht% sein kann, fich als ein Freund der Wahrheit und � Volkes darzustellen. Herr Richter vielmehr ein geiziger Fraktionspolitikcr. der, wenn eS sich""Li. speziellen Interessen seiner Person und Pattei 0*% nicht Anstand nimmt, die Sache der Wahrheit, wu des Volkes zu verrathen. Um seinen autokrattslben� lüflen mehr noch stöhnen zu können, ist er eine dung eingegangen mit den Männern des liad"A Mancheftetthums und hat Hohn und Spott ml Leiden und Klagen des schwer bedrückten ardeitm� Volkes. Es können daher namentlich die toS! �s« SW ton» «oues. Es rönnen oayer notnentitcö vre e diesen Mann nicht für einen Vertreter ihrer � der Eck anerkennen, wie fie ihn überhaupt nicht für einen| mann lu kalten nei-miiaen Tit» heuiinr nrflfe% �a*isfv r mann zu hallen vermögen.' Die heutige große � Versammlung weist demgemäß jede politische und(j® ST%• f f a,* J- l' Gemeinschaft mit dem sogenannten Volksvettreter Richter weit von fich ab." i Die BundesrathsauSschüsse für Zoll- und Steu und für Handel und Verkehr haben einen umfang--» "• Ablassung von Zwecke erstattet und% Bericht über die zollfreie leum für g ewerb li che mungen darüber alS Ermächtigung für die obersten Finanz-Behörden beantragt, welche theilS die Fain�* zweige, therls die Stoffe der Verarbeitung mit Petroll�j, nau festsetzen und auch Weisungen über die Kontrole de« T frei bleibenden Petroleums enthalten. w Die Enthüllungen de» Herrn Lösche stände am Kongo haben großes Aufsehen erregt. „Kreuzzeitung" hält es für angezeigt, zur Vorficht bei urtheilung der materiellen Zukunft de« Kongostaates zu �5* CTN-a a« i**-v£ji«< S« a Ca_ f. fcZJL internationale" Schöpfunss- j;: in höchster Blüth«. f.«2/«! Die Begeisterung für diese zur Zeil der Kongokonferenz durch die Muchnlungen deS abgekühlt werden. ne unmöp.�...... über seine Erfahrungen etwas stüher gebrochen alles das, was in dieser Veröffentlichung über den A/ M sagt ist, injtoch höherem Grade von Ostafrika«ilt- ü tfrLf.«» C'[. V» kaum der Erwähnung. Unsere Ostafrikaner aber als ob ihre Unternehmungen auf gesünderer Basis befl� Der russisch . bayrische AnSlieferungsverttÄ M gestern in der bayrischen Kammer zur Verhandlung- r vo> läufig nur folgende telegraphiiche Mittheiluna der Berathung deS Etat» deS Ministeriums des Aus� y verthcidigte der Minister deS Auswättigen Ausführungen Frankenber.ier'S, Josef Geiger's, M«%P Papin's und Kopp'S eingehend den bayrisch-rulst'�U lieferungsverttag, der in Folge des preußrsch- ruw�W' träges nothwendig sei, so lange der Reichskanzler crnen vettrag für inoppottun halte. Er(der Minister) i>r.ch als alleiniger bayrischer Unterzeichner die Verantivor�, den Vertrag, Die neuen Abmachungen seien dur»_ � l, treten der Anarchisten nothwendig geworden-%,(, � Reickskompetenz nicht ausgeübt**2'% müsse die Etaatskompetenz eint genL sei es noch ungewiß, od dem Reichstag && °«n. Gr folge« sollte, wird wohl noch ein Weg gefunden � auf dem Sie in die Freiheit zurückkehren können- Sie mir mit einigen Motten mit, ob ich auf S'* er darf, und sollten Sie irgend einen Wunsch heg*"' ich ihn zu erfüllen suchen." I Der Vagabund ließ die Hand, die den tfi sinken, und blickte seinen Schwager erwattungsoo „Da« ist Alle«?" fragte der Schließer.. r, fßi »s» i flUglC VKl. „Ja, e» ist nichts und doch auch wieder Siebel,„der Gefangene soll schweigen, nichts* halt, da unten am Rande steht noch etwas. � �, rotrb ebenfalls schweige«, wie konnte« Sie � Gesseln? Sre weiß, daß sie ihrer eigene« nicht reden darf und fürchtet nicht» mehr,«1« da« Gehermniß verrathen könnten.'— Da Meine Frau ist i« die Geschichte mit verwickelt- 5nn man nur von der Geschichte selbfl hätte." sagte der Schließer., agh genen und dem sauberen Herrn." � „Ich werde nicht» herau« bringen!" �fieft, � WWWUW WMWW ü m�ch ma<�e meiner Frau die Hölle he-0- dem Geheimniß heraus rücken." t„«« fW «mif"»"» schreiben, Schwager." "Zu welchem Zwecke?", � "Ww können ihn vielleicht später BN, �li ?!»wo 'Hin "l* fre fejv oon 1850!). die Reut«- Venn es>» 'ald.Oda' : Geschutk, - Sftt" imlung, k' Parteien f »golB' ünnat«!' !««# proBf- trtimwj t EuH« jemeOt8 lufenW l| 11 tf 0«! it?i >»um !?S Äj ftt* KÄ Bg deZ Reiches mit Rußland vorgelegt werden wllrde. Anregung ,u dem Verkage sei von rusfischer Seite ge- �Aen. der Reichskanzler habe in dieser Beziehung nicht ange» Falls Fürst Bismarck irgend welche WünÄe hinfichtnch !?.?«>HSvolittk geäußert hätte, wllrde er(der Minister) alles für den Reichskanzler gethan haben. ES sei auch in ziehen, daß man auf die Freundschaft deS rufst- ,--' Z- B** kVI»' �/VV a»7iisÄÄan ss welcher seiner Zeit vom einstimmig"gebilligt worden sei. Der Minister hließlich, die über die russischen Polizeizustände ver» . Anschauungen zurückzuweisen. ... Kreiden, 12. November. Der Landtag wurde heute « einer Thronrede eröffnet, in welcher zunächst darauf hinge- -2-" wird, daß fich daS Land in einer günstigen Lage be- .®achsen habe die Bahn einer gedeihlichen Entwickelung «ÄW eS gereiche dem Könige zur Befriedigung, daß die 1W«'mtn tür die Reichsgesetze, betreffend die Kranken- und >ll°llverfichkrung, rechtzeitig fertig gestellt worden seien und ' Betheiligten der dedeutenven Reform opferwillige .yMZtzwe entgegengebracht haben. Hiernächst werden Gesetz- En?.» angekündigt über Hebung der Viehzucht und über zMuerung der Vorschriften, welche über Entschädigung wegen v�amusten in Seuchenfällcn bestehen. Ferner aber eine (.V�w der LandesbrandverficherungSanstalt, sowie ein Gesetz- Ii.?. eine neue Grundlage deS Polizei- 6mL V"uSweisungS rechtes und ein Entwurf über dm ?on vergwerkseiacnthum. «e des Vorgeschlagen wird der en Staat, um die Zu« Aufschwungs welchm��d�� Feuerlöschwesen In7:;,5?on«erawerlsetgenthum. Uso lunf? w Anzahl Grubm durch den m!. w Brrgbaudevölkerung in Frdbet, den hat, ist ein" Ehrenzeichen für die ausgezeichneten , Feuerwel schlaffen vorgeschlagm"�:-...__ ItÜ r?" erheblichen Ueberschuß geliefert, welcher die Möglich reif_ t. t x—..„w �— ou�w� angemeffene Erhöhung der Stcu- % i&k int Sji ole M zu wA 1 r?J I lp n Feuerwehren gestiftet worden, auch c Beiträge für die Orts- abgelaufene Finanzveriode «a geliefert, welcher die Möglich- !»»» i�«.����ahnbauten, Straßmbauten und der Förde- SinMii? Elbschifffahrt bietet. Die wachsenden Erträgnisse von annahmen und die Erhöhung der Einnahmen aus und Reichsstempelabgaben gewährm für die nächste >de reichliche Mistel zur Förderung der Zwecke der �»Verwaltung, der Wissenschaft und Kunst; auch soll die itz, v8" Einnahmen aus den Grundsteuem zur Erleichte- " Schullasten den Schulverbändm überlassen werden. *® rohbritaunie«. IfauS» 5?ieldungm zufolge ist nunmehr die Kriegs- i-it. 5 EnglaudS an Birma erfolgt. Die englischen Truppen . Bormarsch gegen die birmanische Hauptstadt iij bereits angetreten. Der Truppmstansport erfolgt iss uer Bahn, von dort den Jravady hinauf per n Situation ist infolge der Kriegserklärung für die Aim,?« Europäer eine sehr bedrohliche geworden. Den srs %mi L tu«(tut wvtuvuu« JJVWV.VV.M~v.. Itt rft wlfb nämlich aus Ranaun von 11. d. Mit. gemeldet: �rif« la"'wiffar für Brstisch'Birmanim, Bemard, habe Ab« Proklamation deS Königs Thido erhalten, in Hiofn cm1 ben Befehl ertheilt habe, die Engländer umzu- st- 9�«*. MDa». CJ'.~*.X-x w.c r?..-- iTl-X- Oy.—-vy V I v«y• V»»»»_—--o--' Man fürchtet, daß sämmtliche in Mandalay getödtet worden find. befind« des deutschen Kriegs« VI.«..t.ta.v.» (fanZl/**'' 4 1 V V V � V W— w-.Q— ? öfuKA, mtnau"' dessen Auslieferung an die Kapbebörden Generalkonsul und der Kapitän des„Gneismau" > llapfiad?' wird beschuldigt, einen britischm Unterthan zu iwcr£,orbel*u babm. Die Verhaftung eineS «?"®oll ,« ef'' v"""Urt'fliuc vre Aulorrrur ourw orrcireo arrgllt urv z-�vuiutv A» Xnn!' und dessen Ansprüche anerkannt worden find. Mit ,-r Garnisonen find die ungeheurm Quantitäten Zd... im Arsmal von Khartum, die tüchtigen Handwerker und &tt v, tQ' für den Dampterdau in die Hände der Rebellen ge« tfW„im Stande find, Dampferverbindungen zwischen i/ Khartum, Berber und Dongola zu organifiren. «ßm eine unbeschränkte Zahl Kamcele und alle r%f.r uuf dem Flusse südlich von Abu. Fatmeh. 1% �.stnd im Betriebe, werden ausgebessert und »u»».' Ml//»»* W«.. C XaÄ>»««• TKaimh l)Ctt für Man darf u Borposten daß der zu Koschey Fühlung sagen,, Feind jetzt mst hat und AlleS &, »ir wen» wir dem Herrn Rabe beweisen müssen, daß . in der Hand haben." M(.-w Schließer schien dieser Grund einzuleuchten, er Q,us der Schublade des Tisches Schreibmaterial und � ftlbst dm Brief ab, dessm Siegel der Vagabund der heißen Messertlinge so gut als 'nur r> abe« i" ei»« den> nli� i f mir g«1 y lÜM-t vermittelst einer �zusammenfügte. ' er wird'« nicht einmal bemerken," sagte Srebel, n wit einem Blick dir Beftiedigung sei» Werk '-»und wie gesagt, wen» er es dennoch sieht, dan» .Lrob, Ihr habt ja ei» Recht dazu.' wenn er in seiner Antwort an Rabe von dem �wgel spricht?" erklärt ihr ihm ganz einfach, daß Ihr diese »% Q 1 urcht befördern würdet. Die Antwort schreibm ist wir müssen den ganzm Briefwechsel habe», es genug, daß Ihr de» erste» Brief nicht kopirt "sw**°vch nicht viel darin gestanden haben!" "(5? i Gefangene mit Euch gar nicht gesprochm?" 'Vt. Hut eine Menge Fragen an mich gerichtet." "«�wvert Zhr Euch dieser Fragm noch?" �i»"v�' hauptsächlich erkundigte er sich nach der Gene« ob � 8 Stuckmann und deren Tochter. Er wollte wissen, ßehki��?-vali»»ach dem Tode ihre« Manne« wieder "»d jn?, Hube, ob ih e Tochter verlobt sei und wie Mutter m??«. mit einander lebten." . kümmert ihn den» da« Alle«?" % pQt'ch auch nicht, auf viele Fragen konnte ich Sicht/'-we Antwort geben, ich kenne ja die Generalin . frQ3ie also auch nach meiner Frau?" sra�. sie noch lebe und wie e« ihr gehe. Und -wie." 9" wich auch, ob ich dm Bruder der Generali» S/' II'1"«4 _. f«lbst sprach er nicht?" e nur, seine Unschuld ......... u«, z«ne Unlchalb müsse an dm Tag w>f! i" Amerika würde kein Richter gewagt Haben, ihn Sip» schwache VerdachtSgründe hin zu verhasten, hier sei ußerordmilich rasch, und wmn der Richter nach Jahr einen Vormarsch nothwmdige, außer dem wichtigsten Dinge — Nahrung— befitzt. In einem Monat wird die Ernte eingeheimst, und mit der reichen Provinz Smnaar in seinen Händen, wird der Feind alles habm, dessen er bedarf. Wie er nördlich vorrückt, werden regelmäßige Gouverneure der Distrifte ernannt, Leute vorausgeschickt, die Dattelbäume zu lählm, die bebautm Felder zu vermessen und Steuern zu er« uebcn. Gegen da? Voll von Dongola hat er eine versöhnliche Politik eingeschlagen. Die jüngsten Regengüsse haben die Brunnen gefüllt, und eS ist nicht unmöglich, daß da« Der« wifch-Heer vorrückt, und indem ei die britischen Vorposten ver« meidet, die Wüstenroute nimmt und einen unmittelbaren An- griff auf Nieder-Eayvtm macht, wodurch die englischen Gar- nisonen in eine kritische Stellung gerathm würden. Irgend eine Schlappe eineS kleinen Postens würde zweifellos die Ababdeh und Bischarin- Stämme, die jetzt in ihrer Treue schwanken, gegen England wenden. Eine Vernichtung der zu« nehmenden Macht deS Mahdi ist jetzt eine absolute Nothwm- digkeit. Amerika. Eine Warnung vor der Auswanderung nach Kalifornien erläßt nunmehr auch der Agent der„Allaemeinm Deutschen UnterstützungSgesellschaft" in San Franzisro. Einem dieSbe« züglichen Schreiben Desselben entnimmt die„Am. Corr." fol- aende beherzigmSwerthe Stellen:«Es steht schlecht, sehr schlecht um Leute, die jetzt nach Kalifornien kommen in der Hoffnung, hier Arbeit zu finden. Seit Jahren ist nicht ein solcher Ucberfluß an Ardeitem gewesen, und weiß Gott, was daraus noch spater im Winter werden wird. ES find hier zu viele stellen- und erwerbslose Arbeiter, und die AuSfichi, daß fich die Nachftage nach Ardeitem steigern könnte, ist nicht vor« banden. Ich Wie es für einen Leichtsinn von mittellosen Leuten, nach Kalifornien zu kommen, in der Hoffnung, Kier lohnende Arbeit zu finden- Leuten, die von Mitteln entblößt, für ihren Lebensunterhalt auf die Arbeit ihrer Hände ange« wiesen find, ist die Auswanderung nach Kalifornien entschieden adzurathen." — In der Angelegerhrit des Vemriheilten Louis Riel ist noch keine Entscheidung erfolgt, doch ist die Exekution aber- malS bis zum 16. November verschoben worden. Aus New- Uork wird gemeldet, daß Präfident Cleveland, der aufgefordert worden, zu Gunsten Riel's Schritte zu thun, erklärt habe, der amerikanischen Regierung stehe füglich keine Attion in dieser Angelegenheit zu._ Kommunale». Eine gemeinschaftliche Sitzung deS Magistrats und der Stadtverordneten fand am Donnerstag Abend 7 Uhr, nach Schluß der ordentlichen Sitzung der Stadtverordneten Ver» fammlung statt. Zweck der Sitzung war die Neuwahl eines Mitgliedes für den Bezirks-AuSschuß Berlin an Stelle des Bankiers Mendelssohn-Barthold», sowie die Wahl von 4 Stell« Vertretern. Herr Oberbürgermeister v. Forckenbeck eröffnete die Sitzung und berief— nachdem er die auf die Wahl bezüg- lichen gesetzlichen Bestimmungen verlesen— die Stadtrate Meubrinck und Zelle, sowie Den Stadtverordneten-Vorsteher Dr. Straßmann und Stadtverordneten Zippel als Beifitzer in daS Bureau. Auf Antrag det Stadtv. Dr. Kürten beschließt die Versammlung, die Wahl per Akklamation vorzunehmen. Gewählt wurden folgende von der„gemischten Deputation für die Vorbereitung der Neuwahl eines Mitgliedes für den Be« zirksausschuß Berlin" vorgeschlagene Herren: Zum Mitgliede des Bezirksausschusses: Fabrikbesitzer Dr. Darmstädter, Bend- lerstr. 16(bisher erster Stellvertreter); zu Stellvertretern: 1) Maurermeister Koch, Alexandrinenstr. 96(bisher zweiter Stell- Vertreter) zum ersten Stellvertreter. 2) Schriftsteller M. Bro- mel, Derfflingerstr. 23(bisher dritter Stellvertreter) zum zwei- ten Stellvertreter. 3) Direktor M. Herrmann, Großdeeren» straße 5(bisher vierter Stellvertreter) zum dritten Stellver- treter. 4) Dr. Barth, Thiergartenstr. 37, zum vierten Stell« Vertreter.— Die Stadtverordneten der Büraerpartei hatten den Sitzungssaal vor Beginn der gemeinschaftlichen Sitzung ver« lassen._ Lokale». r. Die Art, wie gegenwärtig viele Rechtsanwälte ihren juristischen Beiratb an Geschäftsleute ertheilen, konvenirt den letzteren durchaus nicht mehr. Die Herren Anwälte finden fich veranlaßt, aufs Genaueste in die Einzelheiten deS vorliegenden Geschäftes einzudringen, bevor fie ihre Rechtsanficht mitthcilen, während die Rathsuchenden nur über gewisse, ganz abstrafte Fragen eine rechllich zuverläsfige Auskunft wünschen; letztere haben manche der Herren Anwälre abgelehnt, und zwar mit der Motivirung. daß fie amtlich vervflichtet seien, fich über den Charakler des betreffenden Geschäfts genau zu informiren, da fie ihren Beirath ablehnen müffen� wenn fich etwa fände, daß das Geschäft ein unerlaubtes oder unmoralisches wäre. Die betreffenden Examina find nun für Geschäftstrcibende keinenfallS erfreulich, fie find auch nicht unbedenklich; ein viel- und Tag einsehe, daß er sich geirrt habe, dan» werde der Verhaftete mit einer höflichen Verbeugung ent» lassen, und er habe noch nicht einmal ei« Recht, sich zu be- schweren." „Schön, er scheint eine lose Zunge zu haben," spottete Siebel,„plaudert nur recht oft mit ihm, um ihn zutraulich zu machen." Der Vagabund hatte sich von seinem Stuhl erhoben, er strich das struppige Haar von der Stirne zurück und nahm seinen Hut. .Seid Zhr jetzt schlau und greift Zhr die Sache richtig an, Schwager, dann haben wir binnen Kurzem den Holz- Handel,' sagte er,„uud sind wir erst so weit, dann soll u»S Niemand mehr auf der Nase tanzen. Na, bei Euch kann ich mich nicht einquariiren, und in'S WirthshauS geh' ich heute nicht mehr, ich werde mir ein Stück Brod kaufen und irgendwo unterzukommen suchen. Morgen komme ich wieder, Zhr werdet dann wohl die Antwort haben." Er ging nach diese» Worte« hinaus, und die Kinder athmele» erleichtert auf, als der fremde Milvo, der sie kaum eine« Blick, s gewürdigt und kein freundliches Wort an fie gerichtet halte, verschwunden war. Der Schließer aber saß»och lange, da« Haupt auf den Arm gestützt, am Tisch« und dacht« über die Mittheilungen seine« Schwagers nach, di- ihm, wen» auch noch in weiter Ferne, ei« verlockendes Ziel zeigten. Und in dem Entschluß, nach diesem Ziele wurde er von seiner Frau bestärkt, die rascher als er auf die Zdee« ihre« Bruder, einging. zu streben, und leichter l a r n e k o w. SSSSTiaSSH beschäftigter Anwalt kann nickt Alles für fick behalten, Akten und Dokumente gehen in das Bureau und für die Zuverlässtg- keit des BureaupersonalS kann auck Niemand garantiren. Unter diesen Umständen ist es kein Wunder, wenn zablreick« Geschäftsleute ihre RecktSbeistände unter den Nickt- RecktS- anwälten suchen, die keine Verpflichtung haben, in die Natur einzelner Geschäfte tiefer einzudringen, als die bei ihnen Rath- suchenden dieS zu gestatten für zweckmäßig halten, und damit wird ein in neuerer Zeit gerade vielfach bekämpftes Institut am besten gefördert, nämlich die Winkeladvokatur. Wie ver« lautet, ist daS Verhalten der Rechtsanwälte hervorgerufen durch die in einem konkreten Falle aufgestellten Anfichten deS obersten DisziplinargerichtShofeS, welcher einen Anwatt deswegen diszt- plinarisch rettistzirt bat, weil dieser fich nicht genauer über den Charakter eines Geschäftes unterrichtet hatte, zu welchem sein Rath ringebolt worden war, und daS fich später alS ein ver« schleiertei Wuchergeschäft herausstellte. Der verdacht auf den Mörder der Frau Paepke irrte in den letzten Tagen unficher hin und her; stündlich fast wurde uns die Nachricht zugetragen! jetzt sei der Mörder fest« genommen und diesmal sei es gewiß der richtige. In der That hat die Polizei eine große Zahl von Verhaftunaen vor» genommen, hat aber dabei zunächst keine genügenden Anhalts- vunkte vorgefunden. Jetzt scheint man jedoch aus richtiger Fährte zu sein. AuS polizeilicher Quelle geht uns die Nach- richt zu, daß der Verdacht fich in Den letzten Tagen auf den Handlungsdiener Hermann Kowalski aus Danzig, welcher bereits mehrere Zuchthausstrafen wegen schweren Diebstahls erlitten hat, gerichtet hat. Die vollständige Ueberführung ist allerdings noch nicht gelungen, indeß erscheint derselbe so schwer belastet, daß er gestern m das gerichtliche Untersuchungs« Gefängniß überführt worden ist. Außer dem Morde werden ihm noch mehrere Diebstähle zur Last gelegt.— Ob man dem Kowalski gerade einen Raubmord zutrauen kann, sagt dieser Bericht nicht. Gegen die Annahme eines so schweren Ver- brechens dringt ein Schreiben, daS wir hier veröffentlichen, be- deutende Gründe vor, die fich auf gut beglaubigte Thatfachen stützen. Das Schreiben lautet:„Die Polizei steht nachgerade ein, daß man sich zu der Voraussetzung, ti handle fich zweifelsohne um einen„Raubmord", durch gewisse Indizien, die fich nunmehr als irrthümlich herausgestellt haben, hat verleiten lassen. Man darf jetzt mit größter Bestimmtheit behaupten, daß eine Beraubung keinenfallS ursprünglich der Beweggrund dieser Blutthat gewesen ist. Frau Paepke hat nämlich noch am Tage vor ihrem tragischen Ende in der Großen Hamburger Straß? beim Pfandlriher S. drei in ihrem Befitze befindliche Pfandscheine verkauft und löste daraus etwa 10 Mark. Diesen Schritt würde fie nicht gethan haben, wenn fie thatsächlich im Befitze von größeren Geldmitteln resp. von Pretiosen gewesen wäre. Ebenso unverbürgt ist die Behauptung, fie habe zahl- reiche stlberne Löffel und anderes Silberzeug besessen. Die Familie Paepke lebte im Gegenlhell wie viele Beamte in nichts weniger als glänzenden Verhältnissen, eine Thatsache, welche auch m ihren Kreisen bekannt war. UeberdieS ist ja notorisch, daß die Berliner Verbrecher, bevor ste etwas vollsübren, fich immer erst genauer über die Vermögenslage ihrer Opfer zu informiren pflegen. Der Prozeß Dickhoff hat auf das Geschäft des Ausbaldowems genügendes Licht geworfen. Ein pro» fesstonirter Dieb degiedt fich niemals in Gefahr, nichts zu finden- Die Annahme, daß es fich in Moabit um einen Zu- falls-Mo:d bandelt, liegt sehr nahe. Vielleicht ist der Ge» legenheitSdieb erst durch das entschiedene Auftreten der Frau Paepke veranlaßt worden, fie mit Gewalt zum Schweigen zu | bringen?" Eine hiesige Zeitungs-Korrespondeuz hat auch unS mit der, der„Rixd. Zig." entnommenen Nachricht versehen, daß sämmtliche in Rixdorf eingewanderte Juden von der Landespolizeibehörde auS dem Orte und dem preußischen Staatsgebiete ausgewiesen seien. Wie der„Voss. Ztg.' auS ficherer Quelle mirgetheilt wird, deschränft sich die AuSwrisung auf eine Frau mit drei Kindern, deren Ehemann resp. Vater wegen EigenthumSverbrechen steckbrieflich verfolgt wird. Sie ist erfolgt, weil die FamUie ohne Mittel der OrtSkrankcnkasse zur Last fällt und die Frau in auffälliger Weise stets mit be» rüchtigten Berliner Verbreche n verlebet und solchen sogar Ob» dach gewährt hat. Mehrere in Rixdorf eingewanderte rusfische Juden befinden stch auf Grund gegen ste ergangener Erkennt- ntffe diesseitiger Gerichisbehörden in Strafanstalten und einige werden steckbrieflich verfolgt. Wie streng reell ein Berliner Dienstmann seine Pflicht erfüllt, darüber theilt der junge Hausmann Karl Gönne auS Potsdam der„Potsd. Ztg." folgendes mit: Am Sonntag vor acht Tagen reiste derselbe nach Berlin und übergab dorr am Ro'hen Schloß dem Dienstmann Nr. 1794(Johanniter- straße 2 wohnhaft) ein Billet mit dem Auftrage, dasselbe an jemand in einer Akademie abzugeben- Für diese Dienstleistung forderte und erhielt der Dienstmann 30 Pf., nebenbei auch noch ein Glas Bier. Herr Gönne glaubte nun, der Auftrag sei besorgt und reiste nach Potsdam zurück. Doch nach wenigen Tagen erhielt er von dem betreffenden Dienstmann eine Postkarte, die Mittheilung enthaltend, daß der Auftrag Feuermeer übergoß, fuhren Tausend« entsetzt zusammen, von der nächsten Sekunde Tod und Vernichtung erwartend. Zn der Hinterstube einer von den höheren Ständen viel besuchten Weinschenke brannten die Gasflammen diese ganze Nacht hindurch, und die kleine Gesellschaft, die hier versam« melt war, sab weder den Feuerschein draußen, noch vernahm fie den rollenden Donner. Zn den filberven, mit Eis gefüllten Weinkühlern standc« weiß behelmte Flaschen, und auf dem mit grünem Tuche überzogenen Tische lagen Banknote», funkelnde Goldstücke und Spielkarten bunt durch einander. Willibald Rabe saß ebenfall« an diesem Tische, seine Züge waren noch schärfer, seine Wangen noch fahler, und oft entfuhr ein Fluch den zuckenden Lippe». Wirr hing das Haar über die Stirne, auf der große Schweißtropfen perlten, und der unstäte, fieberhafte Blick verrietb, daß all« Leidenschaften in ihm entfesselt waren, jene bösen Leidenschaften, vor denen die Generali» ihre» Bruder so oft und so eindringlich gewarnt hatte. Der Tag brach schon an, als der Regen endlich»ach» ließ, die Elemente hatten ausgetobt, die Lust war kühl und erfrischend, uvd der purpurrothe Streifen im Osten deutete nach diesem furchtbaren Kampfe auf einen heiteren, schönen Tag. Die Spielgesellschaft brach jetzt auch auf, vor der Thüre der Weinschenke nahmen die Herren Abschied von einander. „Sie gehen mit mir, Rabe," sagte einer von ihnen, während er seine» Arm in den des Gutsbesitzers schob und mit dem ziemlichen Spazieistöckchen einen eleganten Lufihieb ausführte,„wir werden u»S zu Hause eine Tasse Mokka brauea und eine feine Havaneserin dazu rauchen." „Und glauben Sie, Barnekow, ich befinde mich äugen» blicklich in einer Stimmung, die mir«ine gemüthliche Unter- Haltung gestattete?" erwiderte Rabe, während sein glühender Blick die hagere, schmächtige Gestalt seines Begleiters streifte. „Sie allerding« möge« es können, denn Sie habe« ein ganz unverantwortliches Glück gehabt—" (Fortsetzung folgt.) tri&t habe otigptfflfetl werden können, da die Person in der bezeichne» en Akademie nicht aufzufinden sei; fallt Herr Gönne aber«eitere Recherchen wünsche, werde er sich die größte Mühe geben Der Kaufmann giebt weitere Ordre und, stehe da, der biedere Dienstmann ruht nicht eher, biS er die Person ermittelt und seinen Austrag ausgeführt hat;— unverzüglich giebt er wieder hiervon oem Herrn Gönne Nachricht, und olles dieses tbat er außer den Portokosten für 30 Pf. und 1 Glas Bier. Die Adresse des Herrn Gönne hat der Dienstmann auf dem ihm üdergebenen Billet gelesen.(Hoffentlich hat der brave Dienstmann die viele Mühe doch auch noch weiter ent» schädigt erhalten?) Räch einem in der Sitzung der Berliner medizini- schen Gesellschaft vorgestern von Herrn Prof. Dr. Virchow gehaltenen Vortrag über die Vergiftungen durch Miesmuscheln m Wilhelmshaven, von dem der„Nat.- Ztg," berichtet wird, ist das Gift dieser Muscheln chemischer Natur und höchst wahr- schetnlich ein flüchtiges Alkaloid. Das Gist ist, wie die an den verschiedensten Thieren angesteMen Versuche ergaben, so stark, daß schon bei kleinen Gaben der Tod mit großer Schnel« ligkeit in Folge Lähmung der motorischen Zentren eintritt und unter Erscheinungen, die denen ähnlich find, welche man bei Vergiftungen durch Kurare beobachtet. Die Vergiftung erfolgt sowohl bei Einverleibung der giftigen Muscheln in den Ma- gen, als auch durch Einbringung derselben unter die Haut. Weder Kochen der Muscheln, noch Behandlung derselben mit Alkohol vermögen die Giftigkeit derselben auszuheben. Das Miesmuschelgift gehört wahrscheinlich in die Reihe der Fisch- gifte, und zwar derjenigen, die bei lebenden frischen vorkommen. Die meisten Beobachtungen dieser Art stammen aus südlichen Meeren, dem Stillen Ozean(Japan), wo bekanntlich die frische periodisch, etwa 3 Monate im Jahre, für giftig ge- halten und nicht genossen werden. Weitere Untersuchungen mit großm Mengen der Muscheln werden höchst wahrscheinlich auch zur Darstellung deS AlkaloidS führen. Von praktischer Wichtigkeit ist, daß die giftigen und nicht giftigen Muscheln bezüglich der frarbe und deS Geruchs Unterschiede � zu zeigen scheinen, doch find auch in dieser Beziehung zunächst noch weitere Untersuchungen erforderlich. Achtung, Zopfabschueider l Nach einer der Kriminal- polizei zugegangenen Anzeige wurde am 9. d. M., Abends etwa gegen 7V: Uhr eine junge Dame im Kastanienwäldchen von einem Unbekannten überfallm, welcher den Versuch machte, ihr den Haarzopf(einen sogenannten Mozartzopf) mit einer Scheere abzuschneiden. Da die Dame sehr starkes Haar hat und außerdem um Hilfe rief, gelang es dem Räuber nicht, den Zopf vollständig zu durchschneiden. Der Attentäter, ein etwa 23 Jahre alter Mensch, von untersetzter frigur, war mit dunklem Rock und dunkler Mütze bekleidet und entkam durch die Flucht. Die Verhandlung gegen die Marquise Rita de Kandia wegen etwa 50 betrügerischer Handlungen ist auf den 24. November angesetzt. Bei dem Aufsehen, das diese Sache wieder erregt, empfiehlt es fich, an die Vorgeschichte der An- geklagten zu erinnern. Die Marquise de Candia ist am 11. März 1852 in London geboren: ihre Eltern, noch vor wenigen Jahrzehnten gefeierte Talente in der Theaterwelt, waren der Tenorist Mario und die Sängerin Giulia Grift. Mario hieß eigentlich Giuseppe Marquis de Candia. AlS sardinischer Jageroffizier wurde er wegen eines Jugendstreiches nach Ca- gliari verwiesen und flüchtete, da man rhm den Abschied ver» weigerte nach Paris. Dort fand in der Gesellschaft sein wun- der barer Tenor so viel Bewunderer, daß ihm der Direktor der Großen Oper ein erstes Engagement mit monatlich 1500 frrcs. anbot. Nach zweijährigen Studien unter Ponchard und Dor- dogni trat Mario, wie der Marquis fich nun nannte, am 2. Dezember 1838 zum ersten Mal als Rodert der Teufel auf. Bald wurde er neben Rubini für die italienische Oper gewon« nen und begründete seinen Weltlauf durch Gastspiele in Petersburg und London. Giulia Grift ist am 28. Juli 1811 zu Mailand geboren und debütirte 1828 in Bologna als Emma tn Rosfini'S„Zelmire". Ihr Ruf verbreitete fich schnell über ganz Europa. Der Glanz ihrer Stimme vereinte fich mit wahrhaft antiker Echönhett. Verschiedene Opern, so die„Pu- ritaner" von Bellini, wurden eigenS für fie geschrieben' ihre bedeutendste Leistung aber war und blieb Normo. 15 Jahre hindurch sang fie als Primadonna abwechselnd in Paris und London. 1856 verheirathete fie fich mit dem Sänger Mario, nachdem ihre erste Ehe mtt dem ftanzöfischen Marquis de Melry geschieden worden war. Die Neuvermähllen unternah. men größere Reisen, darunter eine nach Nordamerika. Der Ehe deS Mario und der Grift entsprossen 5 Kinder. Auf einer Reise nach Petersburg mit ihrem Gatten begriffen, erkrankte die Grift hier in Berlin und starb hier am 28. November 1869. Der Vater der angeklagten Marquise de Candia ver- theilte noch bei Lebzeiten sein große? Vermögen unter seine Kinder und bedielt fich nur den Nießbrauch vor. Auf Rita fielen 100000 Lire, die auf dem Leihamt zu Florenz deponirt wurden. Dieles Kapital hat sie in einem einzigen Jahre ver- schwendet. Ihr Vater war kurz vor seinem Tode noch tn bittere Roth gerathen und lebte von Unterstützungen, die ihm hochherzige Freunde gewährten. Er starb zu Rom im Dezem- der 1883. Die Angeklagte, die vor einigen Jahren hier tn Berlin bereits den OffenbarungSeid leistete, hat Schulden in Höhe von 25 000 M. gemacht. Kredit wußte fie fich durch ihr vornehmes Auftreten, ihre glänzende Toilette und durch den Klang ihre» Titels zu verschaffen. Von den 55 Zeugen ist mehr als die Hälfte kommissarisch vernommen worden, darunter einige in London, in Rom und Florenz. SterbltchkeitS- und Gesundheittverhaltnisse. Gemäß den Veröffentlichungen deS kaiserlichen GesundbeitSamteS find in der Zeit vom 25. bis 31. Oktober von je 1000 Einwohnern, auf den Jahresdurchschnitt berechnet, alS gestorben gemeldet: in Berlin 21,0, in Breslau 25,2, in Königsberg 32,0, in Köln 23,0, in Frankfurt a. M. 18,3, in Hannover 17,6, in Kassel ÄÄÄÄ.8 54Äüi5Ä wWüä,!; in Amsterdam 20,6, in Paris 20,5. m London 17,5, in Glas- in Rom 22,4, in Turin in Bukarest in Madrid-, in Alexandrien—. Ferner in der Zett vom 4. bis 10. Ok- :#### vielfach ein tödtlichcr. Rosenartige Entzündungen des Zell- gewebeS der Haut und Erkrankungen im Wochenbett zeigen keine wesentliche Veränderung in ihrem Vorkommen. Wechsel- fieber gelangten seltener zur Behandlung. Auch akute ent- .Endliche Prozesse der AthmungSorgane haben etwas abge- nommen, während der Keuchhusten in einer größeren Zahl von Fällen zum Vorschein kam, auch mehr Stcrbefälle hervorrief. Darmkaiarrbe und Brechdurchfälle der Kinder blieben tn de« schränkter Zahl, Ruhr zeigte fich nur in vereinzetten Fällen. Etwa? häufiger als in der Vorwoche wurden Ei krankungen an akutem Gelenkrheumatismus beobachtet, während andere rheu- matische Beschwerden in wenig gegen die Vorwoche veränderter Zahl zur Behandlung gelangten. Soziales««d Arveitervewegnng. Ausnutzung der Arbeitslosigkeit. Im August falluie das Eisenwerk von Dittmann u. Brix in Flensburg. Es wurde seitdem daS Geschäft für Rechnung der Masse fortge- führt. Um nicht gänzlich arbeitslos zu weiden, haben fich die dort beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Lohnabzüge ge- fallen lassen, welche die Höhe von über 50 pCt. erreicht haben. Eo wurde kürzlich einen um Arbeit nachsuchenden Schloffer ein Arbeitslohn von wöchentlich— Mk. 8 angeboten. Kaum glaublich! wird dabei mancher Leser ausrufen, und doch ist dies bittere Wahrheit. Die Arbeiterinnen, welche zum Eism« packen verwendet werden, sollen jetzt nur noch Mk. 3 wöchentlich erhalten. Und daS AlleS deshalb, um den Gläubigern einige Prozente mehr zukommen zu lassen! Der Selbstmord als gesellschaftliche Vkassenerschei- nung ist ein charakteristisches Kennzeichen unseres kapitalistischen Zeitalters. In den Großstädten, den Mittelpunkten des Verkehrs und den ExplofionSherden wirthschaflicher Krisen, hat von Jahr zu Jahr die Selhstmordfrequen, zugenommen. AuS Oesterreich liegt in der amtlichen„Statistischen MonatS« schriftt' interessantes Material vor. ES betrug z. B. die Zahl der Selbstmordfälle 1874-1878 1879-1883 in Wien. in Prag. in Graz. in Trieft in Lemherg. perzentuale Vermeh« rung gegen daS vor- herg. Jahrfünft 7.94 20 88 33.11 35 96 '6.80 und vergleicht fie 1020 1101 297 359 151 201 114 155 147 157 Zieht man die Bevölkerung in Betracht., mit der Durchschnittszahl der Selbstmorde in den beiden abge. laufenen Quinauennien, so findet man: 1874-1878 1879-1883 1874-1878 1879-1883 Jahresdurchschnitt der Selbstmorde 204 220 59 72 30 40 23 31 29 32 wir ferner den Antheil in Wien.. in Prag.. in Graz.. in Trieft. in Lemberg. Fassen auf je 100000 Einw. entfallen Selbstmorde 28 93 31 19 38.06 46.21 32.61 43.09 16.31 21.87 65.91 71.82 der Selbstmorde an der in Wien 1874-1878 1879-1883 1874-1878 1879-1883 1874-1878 1879-1883 1874-1878 187 i— 1883 Lemberg 1874-1878 1879-1883 Prag _ // Graz Trieft Gesammtsterblichkeit 0,94 0.97 0,82 1,62 093 1,29 0,47 0,64 0,77 0,77 Gesammtzahl der Todesfälle überhaupt in's Auge, so ergiebt fich folgendes Bild. Es betrug: die Gesammtzahl von perzent. Anthell der TodeS- Selbst- Selbstmorde an der fälle morde 107900 1020 112465 1101 35848 297 33 635 359 16 225 151 15604 201 24137 114 24 157 155 19073 147 „ 20 298 157 Der perzentuale Antheil, mit welchem die Selbstmorde an der Gesammtzahl der vorkommenden Todesfälle partizipirten, ist also gestiegen. Ueberall nach jeder Richtung hin ist eine be« deutende Zunahme der Selbftmordztffer festzustellen. Und daß das Hauptmotiv zum Selbstmord wirthschaftlicher Natur ist, das kann selbst der rabulistischste OtfiziosuS nicht mehr ab- leugnen. Die Moralfiatistik hat diese Thatsache schlagend nach- gewiesen, und die Beweise lieferte auS amtlicher Quelle die offizielle Statistik. So lange aber die Wurzel des Ucbels nicht entfernt wird, so lange nicht eine rationellere Regelung des Produktionsprozesses vorhanden, wird der Selbstmord eine ge- sellschaftliche Institution bleihen, wie Prostitutton, Massen- armuth und AehnlicheS. Arbeiterkolonie«. Wir haben eS schon mehrfach beklagt, daß in den deutschen Arbetterkolonien allzuviel pfäffischeS Wesen fich kundgiebt und dadurch den Zweck derselben zu nichte macht oder wenigstens beeinträchtigt. Zahlreiche ordentliche Arbeits- lose und besserungsfähige Personen werden durch da« öde Ab- leiern von Gebeten und Gesängen gradezu abgeschreckt. Auf den Verpflegungsstationen spricht der nieist ungebildete „Kastellan" mit schläfriger Miene ein Tischgebet her, deS Abend« stimmt er verdrossen einen Singsang an— und das heißt dann„innere Misston". Nicht viel besser geht eS auf den Arbeiterkolonien selbst zu. So wird nunmehr in der Nähe von Düffeldorf eine katholische Ardetterkolonic gegründet und unter die Auistcht der Franziskaner zu Waldbreitendach gestellt. Den jetzt in Norddeutschland bestehenden Arbeiterkolomen ist nämlich mehr oder weniger ein orthodox-evangelijcher Siegel aufgedrückt, und eS soll vorgekommen sein, daß Katho- liken nicht so leicht Aufnahme gewährt worden ist, als den Protestanten. Nun wird tn der rheinischen Kolonie wohl kein Protestant aufgenommen werden. So erstreckt fich der kon- fesfionelle Hader bi« in die„Werke der Barmherzigkeit." Wir haben schon mehrfach erklärt, daß wir den Ardeiterkolonien bei unseren heutigen wirthschafttichen Verhältnissen ihre Berechti- guna und einen gewissen Nutzen nicht abzusprechen vermögen: wächst denselben aber die Orthodorie über den Kopf, dann schädigen fie mindestens so viel als fie nützen. Ueber die Lohuverhältnisse w dem industriereichen Regierungsbezirk Düsseldorf macht der dortige Fabrik- Inspektor Mitiheilungen, ans d nen man ersieht, daß derselbe Verständniß von den Arbeiterverhältnissen hat. IT er Inspektor läßt fich folgendermaßen auS: ,, Berücksichtigt man, daß ein mit grober Arbeit beschäftigter Fabrikardeiter für seine Person jährlich mindestens 3 Blusen zu 1,80-2 M. und eben so viele Hosen zu 3 M„ sowie 8—10 Paar Strümpfe zu 1 M., 3-4 n.aÄ k« AU der an Kleidungsstücken, sowie die Steuern. Schulgelder und Unterrichtsmittel gedeckt und wöchentlich etwa 50 Pf für Stopf- und Flickgarn, jährlich 6 M. für frische» Bettstroh an- gewendet werden müssen, so wird eS einleucht.n, daß ein mit dienst von 3 M. 50 Pf. den nothwmdigen Geldaufwand nicht beftteiten kann, sondern seine Ansprüche noch erheblich tiefer herabsetzen muß. Hiermit stimmt es überein. daß vielfach städtische Fabrikardeiter mir erklätten, mit einem TageSver- dirnste von 3 M. 25 Pf. könne eine fünfgliedrtge Familie zur Noth gerade noch auskommen, mit einem solchen von 3 M sei dieS aber ohne schwere Entbehrungen nicht möglich. Auf dem Land«, namentlich wenn eS die sonstigen Verhältnisse zulassen daß ein wenig Land aepachtet und eine Ziege gehalten wer- ää ÄÄr ä w ää; nahe daran".— Ein Seidenweber, mit seiner auS Fron drei kleinen Kindern bestehenden Familie, verdiente 1® durchschnittlich 14 M. 30 Pf. wöchentlich, hat aber seit M Verheira thung vor fieben Fahren noch keinen Rock kaufen köms und kommt, obgleich die Frau besser als die meisten Arbeits frauen wirthschaften kann,„aus den Brotschulden nicht hercus — Wi e schon gesagt, der Düsseldorfer Fabrik Inspektor jV Verständniß. Seine Herren Kollegen melden meist aus suli" Gegenden, wo ungefähr derselbe Lohn gezahlt wird: Löhne find den Verhältnissen angemessen; die Arbeit» kow� mit denselben gut auS." Von einer näheren Untersutw* welche Ausgaben solche Arbeiter haben, wird meist AMs genommen. Der Düsseldorf» Inspektor macht in der Tt» hier eine rühmliche Ausnahme. Ein modernes Tauschgeschäft. Das Lötzener KreiM enthält folgende Anzeige:„Kartoffeln werden gegen 3W von drei Lrtn Branntwein pro Scheffel entgegengenonw» von der Domäne Pierkunowen."— Man könnte Tauschgeschäft auch nennen: Schnaps gegen Schnaps. daß au« den getauschten Kartoffeln gleichfalls Spiritus n# wird, ist wohl als selbstvnständlich anzunehmen. 1W* beulmeiern die Herren Konservativen, zu denen ficherlilb P Domänenpächter auch g-hört, über die immer größer werden» Unfittlichkett im Volke! Wölfe in Schafskleidern!.. Wie man sich das wirthschaftliche Leben i» deutschen Kolonie« in späterer Z.it denkt, davon preft Vorttag Zeugniß, den der Vorfitzend- der deutsch ostafnirlril- Gesellschaft, Herr Dr. Peter», kürzlich in Essen gebaüen r Von einer landwitthschaftlichen Kolonisation im Sinne£ Hinüberleitung der deutschen Auswanderung in jene(W!? will der Vottragende nichts wissen; nur eine Plantagen«� schast dürfe eing»ichtet wrrdcn. Das könne aber nur jv'' Ankauf von Sklaven geschehen. Diese Ell»« müßten nach und nach der Zivilisation zugänglich werden, fie müßten gezwungen werden, Kleider zu ttagen% dieselben abarbeiten.— Eine nette Kolonisation, die. würdig der früheren der Spanier und Portugiesen zur™ stellt! Ueber die Berichte der deutschen Kabrik-Jnsvek�. für daS Fahr 1884 bringt die„Kammer" eine BeipttfS von Dr. Emanuel Sax. In derselben wird wieder»w/j llnüberfichtlichkeit und geringe Einheitlichkeit, sowie auf? Mangel eines General-BerichteS hingewiesen. Die 48 Bettchte der deutschen Aufstchtsbeamten, bewerft D&? „ziehen im Gänsemarsch an uns vorüber und biS auf W1 2 dürftige Tadellen fehlt es an jeder Zusammenfassung zu einheitlichen Bilde. Unter solchen Umständen müßte warten, daß daS Reichsamt des Innern, in dem diese zusammengestellt werden, wenigstens für die schnellst« � öffentlichung derselben Sorge trägt, ab» eS scheint, W Redaktion der„Amtlichen Äitthetlungen" aus diesen viel Mühe macht, sonst wäre es unbegreiflich, warum reichischen Jnspettionsbettchte, die doch einen GenerwA enthalten, schon im März ausgegeben werden konnten, 0*� die deutschen erst jetzt zur AuSgabe gelangen.", Die Echiffbarmachung des Rheins bis Köln schiffe ist auch so ein Schmerzenskind für DeutschlannlUt z. B. der Nord-Ostsee-Kanal. Der Widerstand Hollands� wohl zu üb» winden sein, wenn die preußische RegieruniU, der nöthigen und in anderen Sachen manchmal übkttr»A Energie vorginge. Uediigens existitt schon eine all»ding»� male Seevndindung aus dem Rbein. Ein Dampf», dustne", welchen, wie wir seiner Zeit mittheilten, eine Gesellschaft im Auslände erbauen ließ, hat seit dem I. hiä jetzt fünf direkte Fahrten von Köln nach LonÄ�, zurück gemacht, jedoch flößen diese Fahrten auf große rigkeiten, da vielfache Untiefen vorbanden find, deren � gung, wenn von einem ergiebigen Verkehr die Rede nothwendig ist. Sollte da der Staat nicht die Initial greifen müssen?.A Der Streik der Hafenarbeiter im Staate der dem Harrdel äußerst nacktheiltg zu werden deginnt, wp Beschluß auf weitere drei Wochen verlängert worden glaubt an einen endgiltigen Sieg der Arbeiter Mereine und Uersammlung� Zentralkrankenkasse der Buchbinder(VerwaltuVs Berlin). Sonnabend, den 14. Nooemb», Abends 9 A? den Armin- Hallen, Kommandantenstr. 20; AnßerlMf Haupt-Versammlung. Tagesordnung: Wahl von � girten zur außerordentlichen Gen»alv»sammlung. schieden««. Quittung s buch legitimirt. Arbetter-BezirkSvein„Eemüthlichkeit" dort und Umgegend. Sonntag, 15. November, Mr. K 11 Uhr, im Lotale de« Herrn Budewitz, H.rusottnstt- frPI neralveisammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag.?/,, jvi Knauf. 2. Tfiskusfion. 3. VelschiedeneS. 4 Fragekast« � gl eder, welche noch im Befiy von Petitionslisten% ersucht, dieselben bis Sonntag abzuliefern.— Am 11 großes Familienkränzchen im VereinSlokal. Fachverein der Tischler. Montag, den Abend« 8% Uhr, in Jordan's Salon, Neue:. außerordentliche Generaloersammlung. TageSor« Antrag, betreffend Wahl einer Fachkommission, dmtt d» Verein hinsichtlich der Gewerkschaft nächster Zeit zu thun? 3) Antrag des Vorstände», anderung betreffend. 4) Verschiedene V»etnsangc»f QuittungSbuch legitimirt. Neue Mitglieder werden men. Der Zentral- Arbeitsnachweis deS V»ein!> w.t£r �Ä�erderge, Blumensttaße 56..2�lb gestern(Donnerstag) Nackmittag in der Fttedttckstmfte WJ den geradezu alpinen Charakter, welchen ihr vielseitiger Toilet» aufbau zeigte, ungewöhnliches Aufsehen erregte. GerechtenrZ bestrafte sich diese TournürewExtraoanz sehr bald. Als ob ihrer Talmi-Rcize äußerst kokette Dämchen die dammer Brücke erreicht hatte, verspürte es in seiner i# graden Toiletten Architektur ein bedenkliches Wanken, ploM stürzte der stolze Bau zu einem wirren Fallen-Chaos in fich? sammen und herab auf das indiskrete Straßenpflastcr w»" polternd— ein vcritabler Stiefelknecht! Vor dem rMP# frenetischen Hohngelächter, das infolge dieser Szene mit»% Paffanten ausbrach, konnte fich die auf solche Weise rene" nur durch einen kühnen Sprung in eine in der � haltende Droschke retten— unter Zurücklassung jenes orrnrnoP Toilettenstückes natürlich. I Im Moabiter Untersuchnngsgefängniß versuchte J* Donnerstag früh, wie die„Nat.-Ztg." mittheilt, eine durch Gas stch das Lrbm zu nehmen. Als um 6 Uhr f* der gewöhnlichen Aufstehezeit, die Zelle geöffnet wurde,* die Gefangene bewußtlos am Boden. Durch die sofort# stellten Wiederbelebungsocisuche gelang es, fie bald wiederM Bewußtsein zu bttngen. Sie halte den Hahn der Gasslug aufgedreht und so die Zelle fich mit Ga« anfüllen laffen, 0".-— kann fie die Tbat erst kurz vor 6 Uhr verübt haben, denn�°!�Mmm is Nacht ist die Gasleitung, die eine separate, von den Kerrie �Anirag ül flammen getrennte ist, abgespertt. Der Jägerianer-Verein feierte vorgestern sein WJ Stiftungsfest durch ein Abendessen mit folgendem Tanz.' Beau'schen Restaurant in der Kommandantenstraße. Die A nannte„Nationaltracht der Zukunft" hatte wieder einige? Blüthen bezüglich ihrer durch Besatz erreichten BuntfarM? getrieben. Der Frack war diesmal gänzlich verboten � „Hölzernen", wie die Nichtvollenen spöttisch genannt W* erschienen im Gehrock. Im Deutschen Theater findet die nächste Ausi des„Gracchus" in Berückstchtigung mehrfacher von ava-g eingegangener Gesuche am nächsten Montag, den 1°-� Monats statt.& „Berlin wie es weint und lacht", dieS delieWi pertoirstück von Berg und Kalisch, von dem bereits im Alba». Theater die Proben begonnen haben, wird demnächst Aufführung gelangen. Inzwischen erweist fich der sammler" noch reckt zugkrästig. Polizei- Bericht. In der Nacht zum 12. d. M eine Frau in ihrer Wohnung in der Alten Jakobsttt� i Versuch, fich das Leben zu nehmen, indem dieselbe I Messer fich mehrere Schnitte in den Hals und an dcnA beibrachte. Sie wurde nach Anlegung eines NothvcH mittelst Krankenwagens noch lebend nach Bethanien A — Am 12. d. M. Nachmittags brach auf dem Neubau«, straße 34-35 in Folge mangelhafter Verbindung dcSA baumcS mit den Stützen das Baugerüst zusammen und!� die auf demselben beschäftigten Steinträger Noack, HaW* Elsner aus einer Höhe von etwa 3 Metern auf die ab, wobei elfterer derartige Verletzungen erlitt, daß dem Krankenhause im Fttednchshain gebracht werden während die beiden letzteren anscheinend nur leiib' f wurden.— An demselben Tage Abends entstand un� beitern, welche in der Weinstraßc mit dem Legen V ff röhren beschäftigt waren, eine Schlägerei, bei welcher bester Tschäitner eine etwa 3 Zentimeter lange erhielt, so daß er mittelst Droschke nach seiner Wobnu�-l bracht werden mußte.— Um dieselbe Zest sprang ein�7-ut altes Mädchen am Elisabeth-Ufer in selbmördetts den Louisenstädtischen Kanal, wurde jedoch durck gerettet und demnächst noch lebend nach Bctha»' bracht. Gerichts- Zeitung. Vor einiger Zeit fand gegen den KaufrnaA L» Friedlich Zeitler vor der dritten Strafkammer � J* gecichts I eine Verhandlung statt, welche au« eigew° � Ursache der Vettaauna anbeimflel. Keitler. ein bereits l eine Verhandlung statt, welche Irsache der Vertagung anheimfiel. Zeitler, ein bereits wegen Betruges vorbestrafter Mensch, war wiederum,� truges in einem und der Urkundenfälschung«tt beschuldigt. Er hatte geständlich im Herbste 1834 bei jF machern Randow und Brockmann fich Goldwaaren trage von 50 resp. 120 M. dadurch zu erschwindeln daß er entsprechende Wechsel in Zahlung gab. auf den Alzeptvermcrk:„C. Moser" gefälscht hatte. 0% T-rmine behauptete nun Zeitler, daß Möser, e«. kannter von ihm, allerdings derzeit seine Bitte um"Lp*' keitsalzept abgeschlagen, aber daran die bmtale Am, knüpft habe:„Ack was, ich schreibe nicht, aber sck�.,(j Namen doch selbst, dann mußt Du den Wechsel weh'., oder Du A.. krepirst und dann brauche ick auck u � zahlen!„Der zuerst vernommene Zeuge Moser a' diese Aeußerung, die Zeugen Randow und vtoffL, ZW! Veten ober, daß fie vor der Annahme dem Moftr v ff. zur Rekognition vorgelegt hätten und letzterer hat»' anerkannt. Tarauf hin wurde die Verhandlung w t:?;.—.......... .t. 1.. u.wwt ivttlll. XZIII Angeklagte Möser wiederum mit aller Energie d»e des Zeitler, daß er denselben durch die »»$ indirekt zur Fälschung aufgefordert? mußte dagegen � daß er wenlgstcns in einem Falle seine gefalld»$ $ W ~ Er habe dies® alS„eckt" anerkannt hatte. Er habe �S S�z�� sien reisen und bedürfe dazu der Goldsachen- hätte er die Wechsel nicht �nlo,en seine Hilfe rundweg verweigert� un» nur dje Flucht"übrig_ gedliebem«uf va 3». u habe man ihn verhaftet. Der Staatsanwalt � � JV* der Beweisausnahme für erwiesen, daß% setzte1' Jj% Aufforderung an Zeiller gcricktet habe, dtt'- L für berechtigt halten, diesen Namen ju w � ty« von einer Urkundenfälschung somit nudt ginAzi;.f gegen folgerte der Staatsanwalt, daß Kotten- JaO beiden Betrugsfällen gemeinsam apertf%. er � Antezedentien sei eine strenge Strafe lunl«jjjjstf SMSrksM Moser zu 0 Monaten Gefängniß veruro -S.mm.7 hiesigen Landgerichts L Pari iWa ßssssssssi«« 5n Wm f». t___-V\• mit! � L 9itn-5°hrdamm dieser Straße.' wurde von gngmogtai erfaßt und umgeworfen. Dl' Straße, wurde von� Wl t gc»�.... vi, um um) wnaewimcn-� Verletzungen waren nur unerheblich. vavong'„ W einen dauernden Schaden überhaupt mck fl der Bekundung mehrerer Zeugen ist der °er en. IP % Sn 11 8V N L w lito» jCÜK» Ntl' e urw tM tä cmtrs» einiges Zuntsslbit? W �wusmerksamkcit deS Angeklagten, der, anstatt seine Augen U die Pferde und die vor ihm befindliche Straße zu richten, P nach der Karlstraße zu umwandte, herbeigeführt worden. «« Gerichtshof verurtbeilte den Angellagten dem Antrage �Rechtsanwalts gemäß zu 30 Mark eoent drei Tagen(Sc« �Wegen Beleidigung de» Statiousaufseher« Möller Johannisthal mittelst übler Nachrede hatte fich gestern der M«e Lehrer, jetzige Buchhalter Ernst Krause vor der Adtheilung hiesigen Amtsgerichts l zu verantworten. K Angeklagte ist im März d. I. auf die Aussage des wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt NchO Mark verurthellt worden und hat gegen Möller eine Munziation wegen Meineids eingereicht, aber weder mit noch mit der Beschwerde ein Resultat erzielt. Um, wie N.Angeklagte, im Termin erklärte, eine Untersuchung gegen AÄ« herbeizuführen, setzte er bei Einsendung der Ettafe an s�knwretaffe dm Vermerk:„Durch den wissentlich falsch ge- Mn Eid des M. ist diese Schuld an den Staat entstan- . Der Angeklagte will im Termin den Beweis der Wahr« J}-r�tiglich dreier Behauptungen des Möller führen, die er .tteuge gemacht und beeidet hat. Da daS Verhandlungs- »ili ober nichts über eine Aussage des Möller nach dieser iw 0*« ergiebt, vielmehr nur dahin lautet,„daß der Nuge Möller nach Ableistung deS Zcugeneides zur Sache iwommtn ist", lehnt der Gerichtsbos den beantragten Be- iU,? rafl über die Unrichtigkeit dieser Behauptungen als ein- Zln„ ,, a')- Der Staatsanwalt beantragte darauf, den ogtm wegen dieser schweren, offenbar beabstchtigten Be- Ift SS» rK««•« weil mu» vcii UM «rj�fchroertie anzubringen, und belegte den Angeklagten " M Mark ev. 20 Tagen G-tängniß. in u'i?ie Explosion eine» Keuerwerks-Laboratorrums ...-trinichendorf war die U'sache zurErbebung einer Anklage kw-ra'" Pprotechniker Karl Friedrich Wilhelm Callwitz wegen Brandstiftung und wegen Uedertretung des§ 16 wn �«sjtbeoibnung(Anlagen zur Feuerwerkerei ohne poli> d/M Genehmigung).— Callwitz, welcher gegenwärtig in �bensee� wegen fahrläsfiger Tödtung eines Knaben 6 Monat .„...o verbüßt, verzog im Oktober v. I. von hier nach Alendorf und richtete daselbst in einer von dem Bäcker- {Jr Kiesel pemietheten Wohnung, bestehend aus 2 Stuben, J'wot und Küche, wiederum ein Feuerwerks-Laboratorium �nachdem erst kurz zuvor in seiner für derartige Zwecke Aus völlig ungeeigneten Wohnung in der Schwedterstraße eine Explosion stattgefunden, wobei ein Knabe, der oin Quantum Puwer in Brand gesetzt und da« Wtf l 1* Ervlofion verursacht haben soll, das Leben ringe StfLM; aus dieser Veranlaffung war Callwitz zu der obigen >l°°? verurtheilt wordm.— Der neuerdings zur An« �hrnde Fall, mit deffen Aburtheilung fich dre zweite Strafkammer des Landgerichts n be- L, H ereignete fich am 16. Juni d. I. in der inRermcken« silld Ä�cn Wohnung des Angeklagten. Menschenleben Trab.".Mar nicht zu Grunde gegangen, wohl aber in hohem ri». gefährdet gewesen und femer ist unter Feuers gefahr vard�"�"de Beschädigung des Kiesel'schen Hauses verursacht sich i«?' a, der eigenen Darstellung des Angeklagten, der b°r w. �ien, Termin schuldig bekannte und um mrlde Strafe fibttt te l6. Juni d. I. ern in der Anfertigung unge« Hit d�ulrtar.Jnvalide in dem größeren Zemmer der Wohnung in ei��stellung von Salonfeuerwerk beschäftigt, wahrend sertiat!„�benstube die Arbeiterin Naubauer, Papierhülsen P>°tz«-k Ä"> d« Angeklagte selbst, in der Küche fich befand. rannt,„jWe der Invalide aus dem Zimmer heraus und brennt... ihm vorbei mit dm Worten:„Es brennt- es Teton�r.»leich darauf erfolgte eine weitbin hdlbare Mnt, deren Gewalt daS von noch anderen Miethorn be« aude erbeben machte.— Ein Fenster der Äleud�'". Wohnung war auS den Fugen herausge« ?land angrenzende Holzwand zertrümmert und in .�chähiJ�hen, sowie ferner die Zimmerdecken stark Immerhin war durch die Explofion, trotzdem vre kchi��lte Feuerwehr den droheichen Ärand im Entsteben .daite, dem Hauseigenthümer ern Schadm von ca. 400 M .r r, H-fc...... JL__».A tZZmCrtfl{rfynfi hnT -richeneineFeuerverfichemngs-Griellschaft hat er« 1%%"- Wie die Vemehmung des als Zeugen veinom- W. V°lbinvaliden ergab, war derselbe im Begriff gewesen, ? h,'" und mit dem Kolben nachgestoßen, war der Zündstoff SftoK? sterathm; die Flamme hatte sich sofort an umher« ?«ali> Papierspähnen weitere Nahrung gesucht. Als der Me dies sah, ließ er Alle« im Stich und rannte spom« Sur Thür hinaus. Die Flamme theilte sich nunmehr - lagernden Borräthen mit und mtzündete schließlich {"ki. Pulver, welches dann eine solch verheermde Wirkung MifV Der Angekagte erklärte, zum Schlußwort aufgefordert. ""äukm Cwfer eines unseligen Verhängnisses sei und desbnlb V'lligung mildernder Umstände bitte.- Der Genchtshof er- Angeklagten nicht deS Vergehens gegen die Ge- «Kir%..... ............. Vergebens gegen§ 367, Abs. 4 d. fJ Z für schuldig. DaS Urtheii lautete diescrhalb auf �löin �dbuße eomt. 10 Tage Hast, außerdem aber wegen Brandstiftung auf 1 Monat Gefängniß. �ck-i��Mthaven. 9. November. Durch kriegsgerichtliche M�urrg>ind, nach der„Frkf. Ztg.", drei Matrosen der 2- Marine-Division wegen Aufruhrs und Gewalt- Sagen einen Vorgesetzten, bezw. unter Gehorsams« 'Mv,!' urgen einen �orgeietzlen, vezw. unrcr �eportams« de/�S. als Rädelsführer und Anstifter mit Entfernung °chin"ue und 7, bezw. 5 Jahren Zuchthaus bestraft und Persammlunge.� °��mmlung de» 1. Arbeiterinnen-Verein», Abendz R,"„�em Vorsitz derIFrau Hofmann am 12. d. M., ffsisanb im oberen Eaal der Gratweilschen Bierhallen insofern BemerkenSwerthes, als es dabei zu ernstm -'aus t,in v v Die Vorfitzende wies zuerst in kurzen Worten �iher g,�U,°aß eS leider nicht möglich war, mit der schon Ahlten Kommission der Mantelnähirinnen Hand in Man e. die Wahl dieser mag etwaS verfrüht gewesen die � SU schnell vorgegangen und es zeigten sich �*1%"A&S'" k""- >»->-'> m,l6 ,v-......... nicht erlahmen lassen. ihnen frischen Muth geben, das Werk von a Aahelin wurde vorgeschlagen, eine allgr �Nche fünf%�JT#n SU wählen," und'�war"für''j�'e 's ez chn,n. bglieder, dre zusammen oder für fich arbeiten, '""ttdam vorliegenden Fall erforderlich' scheint k. Äta« d?n die n&ifft Planchen schließen sich nach Bedürf- �kw�Sahenv Schaden in den vertreterrcn ArbeitSzwei« an»«. Ar*_ prüfen iifth««a ; line icL h" o-denen Branchen berathen niß Sachverständige einzuladen.§ 5. Auf Verlangen der Vereins-Vorfitzenden hat die Kommisston derselben jederzeit eingehende Mittheilung über ihre Arbeit zu machm. Sollte zwischen Kommisfionsmrtgliedem ein Etteit ausbrechen, geeignet die Interessen der Arbeiterinnen zu schädigen, so hat der Vor- stand das Recht der Entscheidung; die schuldige Person ist dann auszuschließen und in der nächsten Versammlung eine Ersatzwahl zu beanttagen.§ 6. In dringenden Fällen kann eine jede Kommtsfion unter Angabe des Zwecks bei der Vereinskasfirertn eine Summe bis zu 20 Mark erheben, über deren Verwendung später Rechnung zu legen ist. Sonst find die Forderungen der Kommisston beim Vorstand einzureichen und werden von demselben be« rathen.§ 7. Die Kommission hat in jeder geschlossenen Mit- gliederversammlung über ihre Thätigkeit zu berichten.§ 8. Die Kommission arbeitet im Laufe der nächsten 14 Tage nach der Wahl eine Geschäftsordnung aus, welche dem Vorstand vorgelegt wird. Bei der Berathung wurde bei§ 1 der Einwand gemacht, ob nicht auch drei KommisfionSmitglieder genüg« ten; dre Majorität stimmte jedoch für fünf.— Bei§ 2 stellten die Trikot', Taillen- und Mäntelarbeiterinnen die Anftage, wohin sie zu rechnen seien. Es wurde beschlossen, erstere zu den Mänlelnäherinnen zu rechnen, diejenigen aber, welche Trikot, Unterkleider, Jacken»c. arbeiten bei oen Weißnäherin- nen einzureihen. Nun meldeten fich Näherinnen für Knabenanzüge und Etoffhosen; diese müssen eine eigene Branche bilden, da diese Art der Arbeit ganz verschieden ist von den anderen. Die übrigen Paragraphen wurden unverändert angenommen. Um nun nicht wieder zu eilig vorzugehen, wurde zunächst nur eine provisorische Kom- misston aus je zwei Mitgliedern gewählt, die biS zur nächsten in vier Wochen stattfindenden definitiven Wahl das Nähere zu berathen haben. Die provisorische Kommtsfion besteht aus den Damen: für die Mäntelbranche: Frau Kreutz und Frau Haase; für Schneiderei: Frl. Wabnitz und Frau O. Müller; für Weißnäherei: Frl. Seeger und Frau Nerrlich; für Knaben- anzüge und Stoffhosen: Frau Gubela und Frau Thies. Es wurde nun noch die Weihnachtsfeier besprochen und die Vor« bereitungen hierfür den Frauen Kreutz und Steindoiff über- tragen. ES sollen die Kinder aller Mitglieder deschenkt werden, um eine Trennung der armen unv besser fiwirten zu vermeiden. Es wird der Ueberschuß des Vergnügens zu den Geschenken verwandt, sowie der Inhalt der schon seit einem Vierteljahr bei den Versammlungen aufgestellten WeihnachtSkaffe. Sammelstellen für etwa noch eingebende Geschenke werden noch näher bekannt gemacht. Mit der Mittheilung, daß am Montag eine öffentliche Versammlung stattfinden soll, wurde die Ver« sammlung gegen 10�« Uhr geschlossen. irr. Die öffentliche Versammlung der Mäntel-Nähe- rinnen, die am Donnerstag in der Bötzow'schen Brauerei stattfand, war in den Säulenplakaten und ZeitungSannonzen nicht als eine solche angekündigt worden, zu welcher Herren der Zutritt nicht gestattet sein sollte. Es war demnach nicht befremdend, daß in der Versammlung, die zur angesetzten Stunde aus etwa 120 Personen bestand, fich auch Herren befanden— etwa 25, darunter 3 Berichterstatter. Aber der zur Ueberwachung der Versammlung erschienene Herr Polizei Lieu« tenant erklärte den Damen, welche die Versammlung einde« rufen hatten, sofort, daß sie vor Eröffnung der Versammlung die anwesenden Herren veranlassen müßten, sich aus dem Saale zu entfernen. da bei der Polizei-Behörde eine Versammlung der Mäntel'Näberinnen mit Ausschluß von Herren angemeldet worden sei. Der Versuch, den die Damen machten, den Herrn Polizei' Lieutenant zu bewegen, daß er wenigstens den Bericht- ersiattern das Verbleiben in der Versammlung gestatten möchte, blieb erfolglos. Es mußten alle Herren(mit Ausnahme der zwei Vertteter der Polizei) fich entfernen.— Bemerkenswerth rft noch, daß in der von dem Polizei-Präfidium ausgefertigten Bescheinigung über die erfolgte Anmeldung der Zusatz: „mit Ausschluß von Herren" nicht enthalten war. hfs. Der Verein zur Wahrung der Interesse« der Berliner Maurer hielt am 10. d. MtS. im.Medding-Park" eine Mitgliederversammlung ab. Herr Behrend leitete die DiS« kufsion durch ein kurzes Referat über die Entstehung und den dieherigm Verlauf der Gewerkschaftsbewegung in Deutschland überhaupt und derjenigen der Maurer im Besonderen ein, um schließlich alle Berliner Maurer, besonders die deS Nordens, zum Eintritt in den Verein der Berliner Maurer aufzufordern. |n der Diskussion wurden mehrfach Klagen darüber laut, daß stützung von 15 M. bewilligt. Eine Generalversammlung findet am Sonntag Vormittag im Salon„Zum deutschen Kaiser", Lothringerstt. 37, statt. Im demokratischen Verein sprach der Stadtverordnete Herr Schiegrritz in der letzten Versammlung über daS Thema: „Demokratie und die Berliner Kommunalverwaltung." Unter anderem äußerte er: Ich gebe zu, daß wir eine liberale Stadtvertretung haben, ich habe aber sehr oft eine liberale Auffassung der Verhältnisse bei ihr vermißt. Diesen Umstand führe ich auf die dirette Betbeiligung der Stadtverordneten an der Verwaltung zurück. Die Städteordnung läßt zwar diesen Fall zu, fie will ihn aber nur als Ausnahme angesehen wissen. Bei uns fitzen dagegen in allen Zweigen der städti- schcn Verwaltung Stadtverordnete, dadurch wird das liberale Denken in den bureaukratischen Geist hinübergeleitet und des- wegen laboriren wir an dem zu scharf ausgeprägten Gefühl der Kollegialität zwischen Stadtverordneten und Magistrat. Die Stadtverordneten, welche in den Deputationen fitzen, find schon in ihrer Stellungnahme zu den einzelnen Vorlagen engagirt, bevor dieselben Gegenstand der Verhandlung in der Versammlung find. So kommt es, daß der eigentliche kontra- lirende Charakter der städtischen Vertretung verwischt wird. Es ist dieser Vorgang um so bedauerlicher, als der Magistrat mit seinem umfangreichen Beamtenapparat wohl im Stande ist, die laufenden Geschäfte allein zu besorgen. Es mag Un« recht sein, das Parteigetriebe in die Stadtverordneten-Ver- "ammlung hinein, uttagen, schädlich ist aber bei uns auS sin soeben entwicketten Gründen das Schildwachstehen nicht Fachverei« der Schneider Hielt Herr Laste in der lebten VereinSversammluna einm Vortrag über den Arbeiter« schütz Gesetzentwurf. Bei Besprechung der in dem Entwurf geforderten Abschaffung der Kinder- und Beschränkung der Frauenarbeit unterzog der Vortraamde einen Artrkel der Staatsbürger. Zeitung", welcher die Kmderardrit auf dem Lande in eigenthümlicher Weise bettuchtete, erner scharfen Kritik, serner kritistrte Redner die Stellung deS bekannten Nachdem er weiter die einzelnen in dem Ge etzentwurfe ent« m Besserung desselben nur durch die Gesetzgebung möglich sei, und übte dann noch eine scharfe Kritik an das SubmisfionS» verfahren in Rußland und Oesterreich. Zm Diskusston spra- chen die Herren Harms, Küßner und Opitz. Namentlich warm eS die beiden letzten Herren, welche recht drastische Beispiele vom Submisstonswesen zur Kenntntß der Versammlung brach» tm und kritistrten. Zum 2. Punkt der Tagesordnung hielt Herr Küßner ein kurzes Referat über:„Die Stellung des GauvereinS dem Submisstonswesen gegenüber und legte Red- ner in bündigen Worten die Tendenzen desselben sowie seine Stellungnahme zum Submissionswesen klar, worauf folgmde Resolution angenommen wurde:„In Anbetracht der NachtHrile des Submrsstonswesens ist ein Äinimallohnsatz für die Ge- Hilfen eine dringende und gerechte Forderung." Zu„Verschiedenes" sprach Herr Schweitzer und forderte derselbe das Einsenden der noch zirkulirenden Petitionslisten für den Ar- beiterschutz- Gesetzentwurf. tb. Eine Versammlung der Gärtnergehilfen Berlin« und Umgegend tagte am 10. d. Mls. in Keller's Salon, Andreasstraße 21. Herr Mielenz referirte über das Thema: „Der erste Schritt zur Hebung des Gärtnerstandes". Der« selbe legte in längeren Ausführungen dar, daß von den drei hier am Orte bestehenden Gärtnervereinen nur der„Gärtner- verein Berlin West" die Wahrung der Gesammtintereffen fich zur Aufgabe gestellt habe, plaidirte für Anschluß an denselben und unterbreitete der Versammlung eine Petition an dm Reichstag als ersten Schritt zur Hebung des Gärtnergewerbes. In der Petition wird u. A. gesetzliche Regelung deS Lehrlinas- wesenS verlangt und angeführt, daß in einigen Gärtnererm die Zahl der Lehrlinge die der Gehilfen um das dreifache übersteige. Ferner bitten die Petenten um Beseitigung der Konkurrenz, welche ihnen durch kommunale und staatliche Be- amte, sowie durch die KorrektionShäuser vielfach verursacht wird: weiter wird die gesetzliche Regelung der Arbeitszeit (höchstens 11 Stunden täglich) und das Verbot der Sonntags- arbeit gefordert. Diese Petition ist bereits an ca. 100 der größten Städte versandt worden und aus vielen mit den Unter- schriften der dortigen Gärtner wieder eingetroffen. Auch die Versammlung der Berliner Gärtner faßte folgende Resolution? „Die heute in Keller's Salon versammelten Gärtner erklärm die Petition für berechtigt und verpflichten fich, dieselbe zu unterzeichnen." hfs. Der Verband deutscher Zimmerleute zählte am 1. Oktober d. 1. 61 Lokalverbände mit 3198 Mitgliedern. Auf Hamburg entfallen 418, auf Berlin 350, Breslau 301, Lübeck 167, Potsdam 84, Hannover 80, Kassel 70, Köln 69, Dortmund und Stieg je 60 Mitglieder; der Rest der Mitglieder vertheilt fich auf die übrigen Orte in kleineren Zahlen- verhältniffm. Fachverein der Schlosser k. Heute Abend 9 Uhr Versammlung in Gratweil's Bierballen, Kommandantenstr. 77/79. TageS-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Canitz über die Lunge und ihre Pflege in gesundem und krankem Zustande. 2. Diskusston. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Arbetter-Bezirksveretn der Rosenthaler Vorstadt. Die Ausgabe der Bücher geschieht von.Sonntag, den 15. d.M., ab nur noch im Lokal von Schayer, Acker- und Invaliden- straße Ecke von 9—10 Uhr Vormittags, weil sich in den Ver- sammlungm zu viele Mängel herausgestellt haben. Mitglieds- karte leginmirt. Fachverein der Steinträger. Sonntag, Vormittags 10'/» Uhr, Versammlung in Scheffer'S Lokal, Jnselstraße 10. Tagesordnung: 1. Unsere heutigen wirthschaftlichen Ver- bältniffe, und welche? find die Ausgaben der Fach vereine V Referent: H. Mi che Isen. 2. Diskussion und Verschiedenes. Die Mitgliedsbücher müssen als Legitimation vorgezeigt werden. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Freie Vereinigung der Veraolder und Fachgenoffen. Versammlung am Montag, den 16. November, Abends SV» Uhr, im kleinen Saale des Herrn Keller, Andreasstr. 21. T.-O.: 1. Besprechung über die Verschmelzung der beiden bestehenden Vereine der Vergolder. 2. Wahl von 15 Delegirten. 3. Verschiedenes. Oeffentliche Former-Versammlung am Sonntag. Vor- mittags 10 Uhr, in Nieft'S Salon, Kommandantenstr. 71—72. T.-O.: 1. Vortrag und Diskusston. 2. Der Stand deS neu- gegründeten Fachvereins. 3. Geschäftliches und Fragekasten. Oeffentliche Versammlung der Möbelpolierer aller Branchen Sonntag, den 15. November, Vormittags 10 Uhr, bei Breuer, Gr. Frankfurterstraße 74—75. Tagesordnung: 1. Statutenberathung für einen neuen Verband der Möbel- polirer in Berlin und Umgegend. 2. Verschiedene Mttthei- lungen. Die PetttionSlisten zum Ardeiterschutzgesetz liegen nur noch am Sonnabend, den 14. November, in den Zahlstellen und am 15. November in der Versammlung aus. Jeder Polirer, welcher für ein wirksames Ardeiterschutzgesetz ist und noch nicht unterschrieben hat, wird ersucht, dres schleunigst zu thun. Die nächste Vereinsversammlung der Metallschleifer findet nicht am 15. sondern erst am 22. November, Vormittags 11 Ubr, bei Wolf u. Krüger, Skalitzerstraße 126, statt. Fachveretn sämmtlich er im Drechslergewerk beschäftigten Gewerksgenossen. Am Sonnabend, den 14. November, Abends 8 Uhr, im Louisenstädtischen Theater, Dresdenerstr. 72-73: Große Opern-Vorstellung und Tanzkränzchen zum Besten der UnlersiützungSkaffe des Vereins. Verein sämmtltcher Berussklassen. Berlin l. Sonn- abend Abend 8 Uhr Versammlung Münzstr. 5. Uermlschtes. SSle im Mittelalter vergoldet wurde. Die Ver. goldungen aus langst verflossenen Jahrhunderten find, was Glan, und Feuer betrifft, bekanntlich zum Theil unübertrefflich. zum Tbeil sogar von heutigen Arbeitern unerreicht. Wie die alten Vergolder eS angefangen haben, das steht in einem im Jahre 1530 zu Mainz erschienenen Schriftchen zu lesen. DaS Büchlein war auf der vom Kommerzienrath Klemm im letzten Jahre in Berlin veranstatteten Jnkunabeln-Ausstellung, eine Ausstellung von Erstlingswerken der Buchdruckerkunst, und führt den Titel:„Artliche Künste mancherlei Farben zu bereuten." Dre Bths. Rezepte lauten wörtlich so:„Nym Honig senm. temperirs mit leym, schreyb darmit, laß eyn wenig ttucken werden, lege das sylber oder gold daruff, vnd wenn es gant, trocken ist, so polirs. Oder nym Menig, temperirs mit leinöl, schreyb darmit ytz gemelt. Oder leg gummi arabigum in eßig, so lang bis es weiß mit, nyms denn heraus vnd legs in euer weyß, daß eS darein vergehe, schreyb darmit, wenS schier trucken ist, se leg das gold uff, las eyn nacht stehen, polirs denn mit dem zan." Warnung für Damen, welche im Theater nicht die Kunst, sondern den Schauspieler suchen. Der in Pest verstor- bene Schauspieldirektor Zelt hinterließ 5000 von Damen an ihn geschriebene Liebesbriefe, nach Packeten wohlgeordnet, die für die unvorsichtigen Schreiberinnen jetzt üble Folgen haben können. Wie viele Verwünschungen mögen dem Todten nach- gesandt werden! mjMpa schon so ein alter Esel und muß noch immer lernen." von Kriefimste,, der Redaktion. MattrSchw. Bitte, senden Sie derartige Berichte künftig WiLs ltäs" Theater. Operuhau». deute: Lohmgrin. Echauspielhau». deute: Ein Lustspiel. Deutsche« Theater. Heute: Ehrenschulden.— Die Neuvermählten.— Au« Freundschaft. Kriedrich-Wilhelmstädttsche» Theater. deute: Offenbach-CycluS. Die Großherzvgin von Gerolstein. Restdenz-Theater. Heute: Theodora. Walluer-Theater. deute: Herr und Frau Hippokrate«. Messa-Dora. Velle-Alltauee-Theater. deute: Kyritz Pyntz. Walhalla-Operetteu-Theater. H-uv: Don Cch». «„.«un...... Alt« Jakobstraße 32. Direktion: Adolph Ernst. deute: Zum 106. Male: Die wilde Katze. Gesangiposs« in 4 Akten von W. Mannstädt. Musik von G. Cteffeni. Loutsenstädtische« Theater. Direktion: Jos. FirmanS. Heute: Czaar und Zimmermann. VVeud-Theater. Heute: Ein Berliner Reise« Onkel. «duiastädtische« Theater. Heute: Gastspiel der Liliputaner. Die kleine Baronin. Theater der Reichshallen. Kiglich: Aufteten sämmtlicher Spezialitäten. Ameriean-Theater. Täglich: Auftreten sämmtlicher Spezialitäten. Kaufmann'» Variete. Täglich: Große Spezialitäten.Vorstellung. «oukordia. Täglich: Auftretm sämmllicher Spezialitäten und theatralische Vorstellung. Aliiambra-Theuter. Wallnerthcaterstraße 15. Heute und folgende Tage: Der Lumpensammler. Drama in 5 Akten nebst einem Vorspiel von Felix Vyat. In Pari« aus dem Theatre de la Ponte St. Martin über 100 Mal mit außerordentlichem Erfolge gegeben. Vor der Vorstellung: Großes Konzert der HauSkapelle. Anfang deS Konzerts 7 Uhr. der Vorstellung 8 Uhr. Bons haben Wochentags Giltigkeit. Haehr's Casino. Orauienstratze 24. Naunynstraße KS». Täglich:«!-«»»« Spezlailistteii-VorstelliiiiEr. Neu! Austreten deS derühmten Mianon-TämerpaareS Geschwister Foottit, des Transsormationskünstlers Hrn. Flösselli. de» urkomischen Willms, der Wiener Duettisten Geschwister Franke, der Chansonetten Frl. Büren, Lazarini. Krüger. sowie Spezialiläten L Ranges. Näherei die Tagesprogramme. WochenlagS Anf. 8 Ubr, Sonntags Ans. 6 Uhr. Passage 1 Treppe. 9 U- Morg. bis 10 U. Ab. Kaiser-Panorama. Z. ersten Male: Die malerischen Landschasten der Pyrenäen. Savoyen und eine bequeme M o n t> blanc-Besteigung. Hertha« Reise. Karolinen« Palau-Jnseln rc.» Reise 20 Pf.. Kinder nur 10 Pf. Abonn. 12670 Pränscher's anatomisches Museum gy im rothen Schloss"W von 9 Morgens bis 10 Abends för erwachsene Herren. Freitag ganzer Tag DälUCIltä�. Unserem Mitgliede O. Granmann zu seinem heutigen Geburtstage ein donnernde« Hoch, daß der ganze Kasten wackelt. 2775] Der Vorstand de? Arbeiter. Bezirks- Vereins der Rosenthaler Vorstadt. Ist« Höfltort! Uetz Höffnrt! Freunden und Bekannten, sowie meiner werthen Nachbar- darschast zur ergebenen Nachricht, daß ich[2545 Kottbuser Damm 56 (Hermannsplatz) eine Degtlllatloiis-, XHer- u» Frübstückslube mit franz. Billard eröffnet habe. Gr. Ausschank von vorzüglichem hellen und Patzenhofer Lagerbier. Für gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. 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Wahlbezirks hierdurch zur Kenntniß, daß die Wahllisten bei Magnus Meier im Ziganen- Geschäft, Koppenstr. 66, zur Einsicht ausliegen. Große des 38. Wahlbezirks am Sonntag, den 15. November, Vormittaas'/»II Uhr, im Wedding-Park, Müllerstraße 178. Tagesordnung: 1. Die bevorstehende Stadtverordneten- Wahl. Referent: Herr Stadtverordneter G ö r ck i. 2. DiS- kusflon. 3. Aufstellung des neuen Kandidaten und Ansprache deffelben.[2777 Die Wähler deS 38. Wahlbezirks werden ersucht, recht zahlreich zu dieser Versammlung zu erscheinen. Zur Deckung der Unkosten Entree nach Belieben. _ Das Wahl-Komitee. Große KmminiiilllShltr-vttsWwlllsg Sonntag, den 15. Novbr., Lorm. 10 Uhr, im Louisenstädttschen Konzerthau«, Alte Jakobftraße 37. Tages-Ordnung: 1. Ansprache der beiden Kandidaten, Herr Z u b e i l für den 19. und Herr Herzfeld t für den 21. Kommunalwahl- Bezirk. 2. Korreferent Etadtv. Herr Fritz Görckt. 3. Diskusston. Sämmtliche Wähler, ohne Unterschied, find hierdurch fteundlichst eingeladen. Die Herren Echem und Grab«, bisherige Vertreter, find brieflich eingeladen. Da« Arbeiter-Wahlkomitee. 2776]_ I. A.: H. Kaufhold._ Arbeiter-Bezirksverein der Oranienburger Vorstadt und des Weddiug. Montag, den 16. Novbr., Abends 8'/, Uhr, im Weddiug-Park, Müllerstraße 178: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag Oes Herrn Vaake über die „Uebervölkerungsftage". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten."—" Gäste willkommen. Um zahlreiches Er« scheinen ersucht_[2778]_ Der Vor st an d. Bekanntmachung. General-Versammlung der Oltskravkeukajse der Möbel-poltter Sonntag, den 22. November, Vormittags 10 Uhr, Grüner Weg 29 bei Seeger. Tagesordnung: 1. Kaffenbericht des Rendanten. 2. Er« gänzungSwahl des Vorstandes. 3. Anträge und Beschwerden. 4. Wahl der Revifions-Kommisfion. Zur Legitimation ist daS Delegirtm-Mandat vorzuzeigen. 2749___ Der Vorstand. Große öffentliche Former- Versammlung Sonntag, Vormittag« 10 Uhr. in Rieft'« Salon, Kommandantenstraßc Nr. 71—72. Vortrag.(Referent wird bekannt gemacht.) Diskusston. Der Stand deS neugegründeten Fachvereins. schäftlicheS. Fragekasten. Ge- [2772 Die Kommission. Fachverein der Rohrleger. Generalversammlung Sonntag, den 15. November. Vormittags 10 Ubr, bei Wolf itl Kröger, Sktlthtr-Stmjst 126. TageS-Ordnung: 1. Vierteljährlicher Rechenschaftsbericht. 2. Vorstands- und KommisfionS-Wahl. 3. Vertheilung der neuen Etatuten. 4. Rechenscha'tsbericht des ArbeitSnachweise-BureauS. Es ist Pflicht jedeS Rohrlegers, zu dieser Versammlung pünktlich zu erscheinen. Qutttungsbuch leailimirt. 2770]__ Der Vorst and. Mitglieder-Vers ammluug dec Eeutral-Kranken' u.$fec6eßaffe der Tisckler und anderer gewerblicher Ardeiter(E. H. Hamburg). Berlin C.(Hallescher u. PotSdamerThor-Bezirk). OrtSvelwattung_____________________________ Montag, de« 16. November, Abends 8 Uhr, Schwerin. straße 26 bei Gründer. Tagesordnung: 1. Wahl eines Schriftführers und eine« Revisors. 2. Wichtige Kaffenangele- aenhciien. 3. Verschiedenes. Zahlreicher Besuch nothwenvig. Buch legitimirt.[2781 _ Der Ortsvorstand. Montag, dm 16. Nov., Abends 8 Uhr: Versammlung de« Fachveretn» sämmtlicher au Ami*. bearbettung«. Maschinen beschäftigten Arbeiter Küpnickerstraße 150. 2785] Der Vorstand. Ceutral-Kranken-«nd Sterbe-Kaßt der Tischler u. s w. Oertliche Verwaltungsstelle Berlin B Mitglieder-Versammlung Montag, den 16. November, Abends 8 Hy in Krieger'«(früher Conrad'si Salon, Wasserthorstr.«-. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsderichl vom 3. Or 1885. 2. Verschiedene Kafsenangelegenheiten.— Um zahl� Erscheinen ersucht Der Ortsvorst«»� A v 1 DO". fo« vis! Sonnabend, den 28. November, findet ein Mitgliedern obiger Venvallungsstelle veranstalteteS Tanz Kränzchen_ in Orschel« Salon, Sebastianstr. 39, statt, wozu dk y glieder und Freunde der Kaffe eingeladen werden, unsere Invaliden eventuelle Ueberschuß ist für, Billett find Sonnabends auf den Zahlstellen und Vorstandsmitgliedern, Herren a M. 0,50, Damen a zu haben. % Versammlung Mvtttillg dkl Dttliiitl ElmarB am Montag, den 16. November, Abend« 8 M im Restaurant Sahm, Annenstr. 16. (« Vortrag des Herrn Dr. L ü t g e n a u:„Von der dp Sprache in alter und neuer Zeit." Gäste haben 2769|_ Der V o�rst-� Möbelpolirer Berlins L Mo'gen, Sonntag, den 15. November, Vormittag« 111 bei Breuer, Gr. Frankfurterstr. 74/75: Große öffentliche Versammlung' i. Tages-Ordnun Etatut.nberathung zu dem neuen Verband polirer. Verschiedenes. Daß alle Polirer erscheinen, wird erwartet. 2. Dritte öffentliche Quittung 30 Marl von dem Fachverein der Drechsler l 16 80 Mark von dem Fachverein der Drechsler 3.50 Mark von der Versammlung der Fabrik- und P1 (Tellersamml.), 4,60 Mark vom Arbeiter- Bezn kSvere�. ßf wärts"(Tellersamml.), 100 Mark vom Generalfondt � r liner Zimmerleute. 25 Mark vom Fachverein der if' Bcmfegenoffen, 10 Mark von den Gewerksgenoffc? nover, 12 Mark(3. Rate) von den Gewerksgenoffen 30 Mark vom Verein der Kisten- und Koffermacher. a�. vom Verein zur Wahrung der Jntereffen der Klao�'r 18,25 Mark von der öffentlichen Volksoersammlung y" souci(Tellersamml.) erhalten zu haben, bescheinigen n» Allen Gebern unfern besten Dank. � � � �Die Lohnkommisston � der Drechsler nnd verwandten Berufsgenossen K ß Im Auttraae r � . wah MNrich i a. straße �ar Ki & utannj «"! Sm> k.straße mtx\| «Wlfe c« ■ißiene bi. straße SSeterc K?xttx' n ■ iNle Robert Sündermann, Vor�tzender, Gits*�� ■~-----�4 slei für den 19. Bezirk liegen für Jedermann zur Einl ppw■»T av Karl Buchmann, Kasfirer, Naur.qnftt�j J� Die Komlnunalwähler-Listev z 1 Q M..I.» N.___«... O.s___...... ,„r eiHllW Etadtv. Herrn F. G ö r ck i, Admiralffr. 40, auS� S. J. Wolf DreSdener- straße 135. empfiehlt für die Wintersaison sein reichhaltige« Paletots von 20, 30 bis 40 M. in den neuesten® undFaeonS, �.«�/jl Herren- u. Knaben- AttZUS,., zu dm billigsten Preisen.. _„ Knaben-Anzüge von 4 M. 50 Anzüge nach Maaß unter Garantie werde angefertigt. � TflöO der »de» M'k. $ PrefefolUe". TlSoneu- null B�rdlnand Ew® (Vertteter: A. Bremer),.u BERLIN N., WeinbergswegJöD iiofltt aller Sotten Rauch«, Kau- und SchN �����igarettenundPräsent-Eig�� lä Verantwottlrcher Redakteur«. Grönheim w Berlin. Druck und»erlag von Max Badwg in Berlin SW Beuthstraße 2 1 Schläfst, z. vm. d. Lepzin, Großbeerenstt- 27al2 ., Möslirtes Zimmer für 2 Herren, a iw" bei Mehnert, Waldemarstraße 72. bei Arnold, Kochstraße 38.____ 9 ©in an st. 1. 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