J (15). \ trttfa 18:# 12798 Dienstag, den 17 Ulwember 1885* II. Jahrg. rrlinnHolbtilall Krgsn für die Interessen der Arbeiter. 4 Da,„»erlittet SoUSMati* «Ptnjelne?tr. 6 Pf. Sonntags (Eingetragen» der Postzeiwngspreisliste für 1885 unter Nr. 746.) Lbonnementtprei» für wöchentlich 35 Pf. illustr. Beilage 10 Pf. Jusertioasgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunst. Inserate werden bi, 4 Nachmittag, in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annonemc Bureaux, ohne Erhöhung de, Preises, angenommen. UUttlü Redaktion: Kenthstraße 2.— Gepeditio«: Zimmerstraße 44. «SN K" Si' 5 -K Gssiziöse Kiedlismürdizlititeii. »~-ie wir schon berichtet, find die Osfifiösen ob dei der Diätevprozefie in solche Erreguna gcrathen, � Ile verlangen, die Abgeordneten, welche Parteidiäten ?na»gea haben, sollten auS dem Parlament ausgeschlossen Zwar Hut nicht die„Norddeutsche Allgemeine �>tunz" selbst daS Verlangen geäußert, wohl aber einer ■ i: Ableger, die„Berliner Politischen Nachrichten-. Die Mkren, ein offiziöses Organ, werden von einem gewisse« £W»ebburg, einem Oesterreicher unseres Wissens, redigirt, Zugleich Mitredalicur der.Norddeutschen Allgemeine« x»ung" mo; oder noch ist, und der s. Z. auch Chef jener e�iuschast war, die den berüchtigte«„VollSfreund" herau». ' welche« Blatt die Arbeiter in das Lager N �ssljwsen Sozialismus überführen sollte. ES m g** bezeichnend für die innerhalb der offiziösen fvji' herrschenden Zustände, daß man sich solche Leute auS NMch beschafft, die sich dann bei uns erdreisten, den lon« t von Abaco.dneten au» dem Parlament zu ver- Da wir iodesse« wissen, daß die überwältigende Koto!. unserer Bevölkerung diesen offiziösen LiebenSwür- im höchsten Fall ein veräch lichcS Achselzucken JlT, fo können wir unS leicht darüber Wösten, wenn ern dirninv �eich importirter offiziöser Journalist sich heraus- > Abänderungen unserer gegenwärtige« parlamen. Aerfassung für nothwend'g zu erklären. drz»,." Vorschlag deS Ausschlusse« von Abgeordnete« er�Wz von selbst zu historischen Parallelen und man schick,» ssch' wie hart diese Maßregeln von der Ge- beutti. Mp. von der gesammien G-schichtSschreibung KmJt worden find. Zwei Fälle sind besonders bekannt «tii x» �er eine betrifft die AuSschli.ßung von W i l k e S Siitk� � englischen Unterhause, der andere die gewaltsame des Abgeordneten Manuel aus der ftan- Kammer während der R.staurationSzeit nach dem napoleonischen Kaiserreich. Namentlich der letztere tuul,'0 recht geeignet, zu beleuchten, wa, solch eine .».'chlleßang bedeutet. Manuel war wegen einer ganz �huienden Aeußerung über die Politik deS König» Lud- von de» fanatischen Royallsten, die Frankreich W» wieder in den Zustand vor der Revolution versetzt ausgeschlossen worden, da die Royalisten in der C!"« die Majorität hatten. Manuel, ein ehemaliger Ionischer Offizier, war nicht etwa Republikaner, son» KJw Konstitutioneller etwa von der Färbung Lafayette'«. «Ausschließung sollte für ein Jahr gelten. Allein Manuel E?d der Kammer nicht daS Recht zu, seiner politischen U'Wfung wegen sei« Mandat zu suSpendiren, das ihm Kleine Wähler verliehen hatten. Er erschien wieder in Jeuitteton. Die Hand der Uemeßs. *,1 Roma» von Ewald August König. (Fortsetzung.) Illy�- ud diese Ueberzeugung können Sie erst dann er- ' wenn Sie eine« Korb erhalten haben." «s,("��erding«, und es ändert wohl nichts daran, wenn e, ick»t'�ier Korb ist. Erreiche ich da« Ziel, so übergebe schein« � wit den zehntausend Thalern Ihre« Schuld- TuJ�Ülibald Rabe strich langsam die Asche von seiner dhux./ skine Stirn glättete sich und ein halb trium- Sippen' d»lb boshafte« Lächeln umzuckte dabei seine -Z-rden Sie einen Nebenbuhler fürchten?" fragte er. "o'�mmt auf die Person de, Nebenbuhler, an." "q nnen Sie de» Assessor von Stuckmann?" Sehe» dem Ansehen nach," erwiderte Barnekow, der *lich(° oueben war und den Freund erwartungsvoll au- ' ist mir«och nicht vorgestellt worden." werde» sich auf ei» Renkontre mit ihm gefaßt k > Vater des Assessors ist mit der Generali« ver» Jitm ju" U"rn yatz zu schüren, und käme es in Folge Srf, J? Sruch zwischen Vater und Sohn, so würde �hwie«»?. �er den Verstoßenen niemals als ihren anerkennen." vauzn, 1 001* Barnekow schüttelte mißbilligend da» �Senehme Ausficht ist das nicht," sagte er, der Kammer und kündigte an, daß er nur der Gewalt weichen werde. Nun sollte ihn eine Abtheilung National parde auS dem Sitzungssaal entfernen; die Nationalgar- diste« weigerten sich indessen, den Befehl zu vollziehen, al, die ganze Linke protestirte. Nun wurden königliche Gen- darmen herbeigeholt, und diese trugen den kräftig sich wehrende« Manuel au, dem Saal hinau«; die ganze Linke folgte. Die« geschah am vierten März 1823, aber da, sonder- bare Schauspiel hatte nicht die Wirkung, welche die Roya- listen davon erwartet hatten. Manuel, sagt ei» GeschichtS- schreiber, war seit diesem Skandal der Götze des Volke« und die Royalisten mußten an der ganz veränderten öffent« lichen Stimmung erkennen, daß sie durch die Ausschließung Manuels sich selbst mehr geschadet hatten, al« ihm. So; daran mögen sich die Herren O,fiziösen erbauen und mögen erkennen, welche Folgen der Ausschluß von Pat lamentSmitgliedern hat. In dem Bestrebe», dem Parlament, resp. de» darin be- findlichen OpposiiionSparteien zu schaden, find die offiziösen und konservativen Blätter immer gleich eifrig gewesen. „Kreuzzeitung" und.Norddeutsche Allgemeine' würden auch nur dadurch zu befriedigen sein, daß das deutsche Volk lauter Kleist N tzow'S und Hammerstein'« ins Parlament wählte. Diesen Gefallen wird ihnen indessen da« deutsche Volk schwerlich thun. Wir wollen den Herren ein für allemal im Vertrauen— — eine Mittheilung machen. DaS deutsche Volk hat eine Menge an Rathgebern, von guten und schlechten, die theil« mehr, theilS weniger das Vertrauen einzelner Volks- kreise besitze«. Von all diesen Rathgebern— uvd solchen, die sich dazu aufwerfen— haben die offiziösen Journalisten und ihre Blätter sicherlich beim Volke da« wenigste Ver- trauen, ja man kann ruhig sagen, sie haben gar keine«. Der anmaßende To«, in dem diese Leute zu sprechen pflegen, kann in diesem Fall gar nichts ändern. Man nimmt im großen Publikum diese Leute nicht so ernst, als sie sich viel- leicht einbilde«. Dabei wollen wir'S bewenden lassen. Wir sind auch überzeugt, daß die ReichStagSmajorität sich hüten wird, den Fall Manuel in neuer Auflage sich abspielen zu lassen. Politische Urberstcht. Die Wahlperioden de« Reichstage« müssen der- längert werden— dieser„Gedanke" taucht wieder mal in den Spalten der.Liberalen" auf. Warum daS? Die Herren baben entdeckt, oder vielmehr wollm entdicki haben, daß daS Voll wahlmüde sei. Wahlmüde"tst klasfisch. wie alles klasfisch ist. was die Herren thun und- reden. Selbst ihr Blech ist klasfisch. Merkwürdig ist nur, daß manniglich, waS nicht volls- aber ich darf wohl darauf vertrauen, daß Sie die Be» seitiguag diese, Hindernisses übernehme« werden." „Und ich erwarte von Ihnen Energie und Ausdauer," erwiderte Rabe,„im Uebrigen überlassen Sie es mir, den Feldzug, plan zu entwerfen. Sie werden sich meinen An- Ordnungen fügen und nichts thun, ohne vorher mit mrr zu berathe»; ich fürchte, Sie sind ,n solchen Dinge» uner- fahren.".*• „Und wann werden w» beginnen? „Morgen. Sie besuche« mich und ,ch stelle Sre de» �%5»%ü% iMsire« werde?" "New" �ew�VKehUcher�Muth habe ich; aber ich BS «■«°»'d""«»b-u-ü--.«- E-. kundigungen einzuziehen, sollte das� nicht der �all fem, so äÄS HSi MWM- bis zur HauSthüre. freundlich ist, fich für das sogenannte Wohl des Volkes auf« wirst dann, wenn es fich dämm handelt, dem Volke etwas zu nehmen. DaS Volk ist wahlmüde. Welche Unverfrorenheit k Von Reichstagswahl zu ReichStagSwahl steigt der Prozentsatz der Betheiligung, und diese allgemein bekannte Thatsache wollen uns die„Liberalen", lächerlichen Angedenkens, durch ein paar Federstriche vor unseren Augen wegeskamotiren, wie es etwa ein Taschenspieler mit einem Geldstück machen würde. Nein, Ihr Herren, damit habt Ihr kein Glück! Aber die Herren.Liberalen" haben dabei noch einen anderen, funkel» nagelneuen und originellen Gedanken. Sie folgern: Die Be- theiliauna an den Landtagswahlen geht von Jahr zu Jahr zurück. Wenn wir nun alle fünf Jahre z. B. zum Reichstag wählen, so steigert fich das Interesse des VolkeS für jene. Exquisiter Gedanke! Die Zeiten der Klaffenwahlen find vor- über, daS Volk will davon nicht? wissen. Statt ein neues Wahlgesetz, ein allgemeines und gleiches Wahlrecht für die Landtage zu schaffen, will man das zum Reichstage ver- stümmeln.— Der Gedanke ist klasfisch— aber auch verteufelt lächerlich. Die Vorlagen, welche dem am Donnerstag zusammen- tretenden Reichstage zugehen werden, resumiren die„B. P. N" folgendermaßen:„Der Etatsentwurf naht dem Adscbluß. Obwohl darin neue Vorschläge von prinzipieller oder politischer Bedeutung nicht vorkommen, vielmehr zumeist nur die etais- mäßigen Konsequenzen früherer Beschlüsse gezogen werden, läßt das bereits veröffentlichte Zahlenmaterial erkennen, daß darin ein reicher BeratbungSstoff enthalten ist. DaS Gleiche gilt von der Reform der Zuckersteuer, bei der die Schwierigkeit darin liegt, die steuerlichen Interessen mit den wirthschaftlichen Be» dürfniffen eines der wichtigsten nationalen Erwerbszweige in Einklang zu bringen und bezüglich deren die Beratbungen noch nicht abgeschloffen sein sollen. Der allgemeinen Tendenz der Reichspolitik entsprechend, nimmt unter den gesetzgeberischen Vorlagen nicht finanzieller Natur die Eozialreform wiederum die erste Stelle ein. Ihrer Fortführung soll die Voilage be- treffend die Unfallversicherung der lanv- und forstwlrthschaft- lichen Arbeiter und die wegen Entschädigung verunglückter Beamter dienen.— DaS Viehseuchengesetz nimmt eine in der letzten Sesfion unerledigte Vorlage wieder auf, während die auf die Handhabung der Gerichtsbarkeit in den Schutzgebieten und die Verlängerung der Verjährungsfiist für gewisse Preß- llichen Vo'---- c-- vergehen bezüglichen Vorlagen destimmt find, der Neuregelung bedürftige Einzelftagen auf dem Gebiete der Rechtspflege zr» lösen. So reich und mannigfach hieraus daS Arbeitspensum erscheint, mit welchem der Reichstag alsbald befaßt werden wird, so ist doch keineswegs ausgeschlossen, daß im weiteren Verlauf der Session der Rahmen seiner Thätigkeit noch erheb» ltch und bedeutsam fich erweitere; und eS mag dahingestellt bleiben, od in dieser Hinsicht nicht bereits die Eröffnungsrede Andeutungen erhalten wird." Die polnische Fraktion wird im Reichstage eine Interpellation bezüglich der Ausweisungen stellen und dabei recht eklatante Fälle zur Sprache bringen. Man glaubt, daß die Regierung es ablehnen wird, die Interpellation un Reichstage zu beantworten, da fich die Ausweisungen bis» Der Handel war abgeschlossen, ein schmachvoller Handel, zu dem Rabe sich aus zwei Gründen hatte bewegen lassen. Er entging durch denselben der Nothwendigkeit, die Spielschuld sofort tilgen zu müssen, wa« ihm unter den ob- waltenden Umständen schwer, wenn nicht unmöglich gewesen wäre; dann aber auch, und dies war wohl der Hauptgrund. konnte er«rf diesem Wege seinem so lange gehegte» Haß gegen Arabella Beftredrgung schaffen. Und nicht allein dresem Haß. sondern auch dem Haß gegen den Assessor, der mrt zedem Tage eher zu- al« abnahm. Er brütete schon jetzt über Plänen, während er sich auf dem Heimwege befand; Barnekow sollte und mußte sei» Ziel erreichen, selbst gegen de« Wille« Arabella',. Die Generali» mußte für ihn gewonnen weiden, man mußte ihr die Ueberzeugung verschassen, daß die gewünschte Verbindung ihrer Tochter mit dem Assessor von Stuckman« nicht in der Möglichkeit lag, und daß Herr von Barnekow ei» Schwiegersohn wurde, wie sie keine« besseren finden konnte. War die Angelegenheit erst so weit gediehen, dann durfte man mrt ewiger Zuversicht auf da« Gelinge» de» Plane, verstauen; alle etwaigen Bedenken Arabella'« wur- de» durch den endgiltigen Befehl der Generalin beseitigt, und eine Einmischung de, Assessor« duldete der Oberst nicht. Die späteren Folgen dieser Verbindung waren dem Gutsbesitzer gleichgiltig, mochte Barnekow da« große Ver, möge» im Hazardspiel vergeude» und Arabella unglücklich werden, wa, lag ihm daran I Weshalb hatte Arabella auch stet« diese feindselige Haltung ihm gegenüber beobachtet, weshalb hatte sie ihn zum Kampf herausgefordert! Und wa» seine eigene Person bestaf, so wollte er dem Freunde weitere Bedingungen stelle», die ihm für alle Fälle eine sorgenfrei� Existenz sichern sollte», und die Gefabr I u i 01' jj I"7— i � �«*ivv*j iv vilCTilDT emst von der Gnade Arabella'» abzuhänge», von ihm ab- wendeten. Daß Barnekow diese Bedingungen einging, unterlag her auf Preußen desckrSnki haben und stch auch lediqlich «IS eine VerwallunflSmaßregel der preußischen Regierung dar- Kellen, Jnveß würde auch eine solche Auffassung den Reichs» tag nicht hindern, die Angelegenheit einer eingehenden Erörte« mng zu unterziehen, wenn auch ein unmittelbarer Erfolg davon nicht zu er-v arten ist. Der dem süchstschen Landtage vorliegende Gesetzentwurf, «ach welchem solchen Personen, die wegen gcwiffer Vergehen zu einer sechswöchcnttichen oder längeren Freiheitsstrafe, oder wegen Uebertretungen in einem Jahre wiederholt be- straft worden find, polizeilich der Aufenthalt im Orte untersagt werden kann, erregt begreiflicher Weise großes Aufsehen. Bei der Vielseitigkeit der heutigen Gesetze dürfte es über lurz oder lang kaum noch einen Mcnschm geben, der nicht schon in irgend einer Weise mit dem Gesetz in Konflikt gerathen wäre und daher würde eS auf Grund eines solchen Gesetzes möglich sein, unliebsame Personen von Ort zu Ort zu jagen und dieselben so zu vernichten, eine Strafe, die schlimmer wäre als die frühere Jnquisttion. Daß „Sächsische Wochenblatt" bemerkt zu diesem Plan:„Es er» scheint unS unmöglich, daß dieser Gesetzenrwurf Annahme findet. Nach ihm grcbt es keinen festen Wohnfitz mehr. Unter» stützungswobnfitz, Staats» und Staatsbürgerschaft, alles das hat keinen Werth, ist man mit sechs Wochen Gefängniß und mehr oder wegen Uebertretungen mehrmals im Jahre bestrast worden. Der Mann, der am Orte alt und grau ge- worden ist, der Kinder und Kindeskinder am Orte hat, er kann in den oben angeführten Fällen ausgewiesen und immer wieder auSgewiesm werden. Wir könnten über die Wirkungen solcher Ausnahmegesetze tiesergreifende Bilder vorführen, wir ersparen uns dieS aber, weil wir erst die Aufnahme des Entwurfs im Landtage abwarten wollen. Für Personen, die im öffentlichen Leben stehen, die bei der Presse thätig find, giebt eS aber dann keine Ruhe und Rast mehr. Von solchen Personen kann Keiner sagen, daß fie vor Strafe sicher ist. Wir stagen wiederholent- tich, wo ist eine Person des öffentlichen Lebens, die behaupten kann, daß fie bei einer Kritik unserer Zustände keinen Be» amten beleidigen wird. Wir erinnem an die hochkonservative „Kreuzzeitung", deren Redakteur Frhr. v. Hammerslein wegen Beleidigung eines Richters bestraft wurde. Redakteure und Redner uns die Männer der Politik müssen sich alsbald darauf gefaßt machen, keinen festen Wohnfitz in Sachsen mehr zu haben. Ist man aber Brandstifter, d. h. kommt man unter Polizeiaufsicht, dann kann man laut§ 4 nicht ausgewiesen werden. Wie günstig find da die Brandstifter gegenüber den Redatteuren gestellt? Sollte dieses Gesetz im Landtage an» genommen werden, waS wir aber nicht glauben können, dann wird man Hilfe bei der Reichs gesetzgebung suchen müssen, weil diese Gesetzgebung unleugbar dem Geist und dem Wottlaute der ReichSverfaffung, wie des FreizügiglritSgesetzeS widerspricht." Wozu die Arbeiterkolonien gut sind, daß beweist der zweite Jahresbericht des„Vereins für Arbeiterkolonien in Württemberg". In diesem Bericht wird auf Seite 5 gesagt, daß der Verein„die wiederholte öffentliche Anregung einer Verbindung zwischen Arbeiterkolonien und Üb ersee i s ch en „Kolonien" mit großer Freude begrüßt habe" und wünsche, „daß diese Gedanken in möglichster Bälde auf irgend eine Weise zur That weiden". Motivirt wird die Deportation der in Arbciterkolonien untergebracht Gewesenen folgenderweise: «Für eine große Reih? unserer Kolonisten wäre es eine große Wohlthat, wenn ihnen die Mittel zur Ueberfahrt in eine ge« ordnete deutsche Kolonie geboten würden, zugleich mit der Möglichkeit, fich daselbst ein eigenes Heim zu gründen" Das ist ja ein herrlicher Gedanke! Um ein„eigenes Heim" zu gründen, werden also die sogenannten„Vagabunden"— oder die„Streif lumpen', wie der„Schwäbische Merkur" seiner Zeit die Handwerktburschen zu nennen beliebte— nach Bimdia, Kamerun, Malimba, Angra Pequena oder Neu-Guinea ver» schickt. Unsere schwarzen Landsmänninnen werden natürlich die Ankömmlinge mit offenen Armen empfangen, und das„eigene Heim" ist fettig, vorausgesetzt, daß die Neger nicht vorziehen, den einen oder andem der Kolonisten zum Frühstück zu ver» zehren. Lohnende Arbeit— besser bezahlt als die in den Ar» detterkolonien— werden die Kolonisten sofott finden, indem fie fich damit beschästigen können— die Moskitos fottzuräuchem. Wenn dann einsteni die Mitglieder des„Vereins für Arbeiterkolonien in Württemberg" eine Reise nach Deutsch-Afrika an- treten, um nach ihren ebcmaligen Pflegebefohlenen zu sehen, und dir selben in der„glücklichsten Lage" antreffen, so werden diese Herren vorauSfichtlich nicht umbin können, sich ebenfalls in den Kolonien häuslich niederzulassen. Wir hätten nichts dagegen. Die AuSwetsuuge« der vier Deutsch-Amerikaner von der Insel Föhr haben eine Unterbrechung erfahren. Wie die „FlenSb. Nachr." mittheilen, ist denselben auf sofottige Ver- wendung deS amettkanischen Konsuls Pendleton der Aufenthalt bis auf Weiteres gestattet worden. Bei den neuerlichen Ausweisungen ist eS vorgekommen. daß Personen, welche im preußischen Heere ihrer Dienst» pflicht genügt hatten und dem Beurlaubtenstande angehötten, keinem Zweifel, er mußte ja, wen« ihm das Messer an die Kehle gesetzt wurde. Das Rößlei« schritt seine« ruhigen Gang weiter, und mit finsterer Miene saß Willibad Rabe im Sattel, für ihn hatte der herrliche Morgen keine Schönheiten, die Zeiten, in denen er die Natur mit empfänglichem Blick bewunder« konnte, waren längst vorüber und vergessen. E« stürmte ja jetzt so Viele« auf ihn ein, daß er un- möglich seine Gedanken sammeln und mst anderen Dinge« fich beschäftigen konnte. Die Verhaftung Halm'S, die Drohungen de« Gärtner«, seine Werbung um Ella von Lossow und nun die enorme Spielschuld, da« Alles konnte ihn wohl aufregen und ihn zeitweise au« der gewohnte« ruhigen Fassung bringen. Da« Geschick hatte ihm plötzlich Steine vor die Füße geworfen, zu deren Beseittguog er seiner volle« Manne«- kraft bedurste, aber darum verlor er den Muth nicht, die Wolke», die über ihm sich zusammenzogen, ängstigten ihn »och nicht. Er war schon in der Nähe des Gute« angekommen, al« er auf einem Seitenwege einen Reiter bemerkte, in dem er sofott de« Ritterguttbesitzer von Lossow erkannte, und da dieser Reiter auf ihn zukam, so hielt er sein Pferd an, um ihn zu ermatte«. Herr von Lossow hette ihn ebenfalls erkannt, er er- widerte de« Gruß Rabe'« höflich, aber kalt und ge» messe». „Wohin wollen Sie denn so früh?" stagte er, al« er fich neben ihm befand. „Ich komme au« der Stadt," erwiderte Rabe mit der größten Unbefangenheit,„da« Gewitter hat mich gester« Abend zurückgehalten." „Ja, e« war ein furchtbare« Wetter." sagte Herr von i«---- mrii.----- 1— t x.ä.1 Lossow�in' meinem Forst soll der Blitz zwei prächtige -'........... auf dem Wege, um Eichen zeisplittett haben, ich bin eben nachzusehen. Begletten Sie mich eine Strecke? „Mit Bergrüge», ich komme ja immer«och früh genug »ach Hause. Weitere Beschädigungen find hoffentlich nicht vorgefalle« l" „So viel ich weiß, nicht. Na, der Rege» war für von der Ausweisung betroffen worden find. Damst fich solche Vorkommnisse nicht wiederholen, haben die Minister des Krieges und deS Inneren bestimmt, daß inthümlich zum Militär aus« gehobene Ausländer, d. h. solche, von welchen festgestellt ist, daß fie die Reichs- oder preußische Staatsangehörigkeit nicht befitzen, fortan auf der Stelle auS jedem Mckttärverhältnisse entlassen und in den militärischen Listen geftticken werden, fall« die Betroffenen nicht ihre Naturalisation nachsuchen und diese ihnen nach den destehenden gesetzlichen Vorschriften und grund« sätzlichen Bestimmungen gewählt werden kann. Die mst Füh- rung der Stammrollen beauftragten Beamten haben genau darauf zu sehen, daß Personen, welche die deutsche Reichs- oder preußische Staatsangehörigkeit nicht befitzen, nicht aufgenommen werden und zweifelhafte Fälle bei dem Vorfitzenden der Ersatz- kommisfion zur Sprache zu dringen. Bei Auslegung der betreffende« Anordnung de« Nahrungsmittel-Gesetzes vom 14. Mai 1879 waren Zweifel entstanden, wer die Kosten für die von Polizeibehörden selbst» ständig veranlaßtin Untersuchungen von Nahrung«-, Genuß- Mitteln und Gebrauchigegenständen im Falle der Fest» stellung von Verfälschungen u. s. w., oder doch im Falle einer in weiterer Folge solcher Feststellungen rechtskräftig eintretenden strafrechtlichen Verurthestung deS in Anspruch genommenen Verkäufers zu ttagen habe und ob fie von dem letztem gefordett und, wenn nöthig, im Wege polizeilichen Zwange« beigettieben werden können. Zur Hebung solcher Zweifel hat der Minister des Innern erklätt, daß nach Lage der bestehenden Gesetzgebung, die vorerwähnte Auffassung irng sei, vielmehr in den dezeichneten Fällen die durch die Unter- suchung entstandenen Ausgaben al« sächliche Polizeiverwal» lungS- Kosten den Gemeinden zur Last gelegt werden müßten. Von dieser Regel ist nur abzuweichen, wenn eine Polizeibehörde die Untersuchung jener Mittel und Gegenstände auf Grund einer Aufforderung der zuständigen Staatsanwalt» schast vomimmt, weil alSdann die entstehenden Untersuchungs» losten fich als Theil der Kosten eines strafrechtlichen Vettahrens ergeben und bei Vcruttheilung des Verkäufers auf Grund der Strafprozeßordnung dem Veruttheilten zur Last fallen. Hier» nach haben die Polizeidehörden jedeS Mal die Umstände zu berücksichtigen, daß fie, ehe fie die Untersuchung vornehmen, die jedes Mal obwaltenden Verdachtsgründe zur Kenntniß der be- treffenden Staatsanwaltschaft dringen und deren etwaige Auf« forderung ermatten. Wie fich von selbst versteht, darf der letztvorgezeichnete Weg aber nicht eingeschlagen werden, wenn die unverzügliche polizeiliche Untersuchung unumgänglich und die vorherige Mittheilung an die Staatsanwaltschaft von Nach» theil für die Sache ist. Die bayrische Kammer hat fich in einer ihrer letzten Sitzungen mit dem Etat deS königlichen Hauses beschäftigt. Derselbe weist fo gende Pofitionen auf: Permanente Zivilliste Er. Majestät deS Königs von Bayern 4231 044 M; Apanagen, und zwar Ihrer königl. Hoheiten des Prinzen Otto 137 148 M., deS Prinzen Lui.pold 171 429 M., der Prinzen Ludwig Ferdinand und Älphons 171 429 M, des Herzogs Max 385 716 M.; Wittwengehalt Ihrer Majestät der Königin- Mutter 240728 M, Pensionen für Rechnung heimaefallener Apanagen 3082 M.— in Summa 5 340 576 M.— Der Etat wurde einstimmig und ohne Debatte angenommen. Wie viel kostet der europäische Friede 7 Die„Bresl- Ztg." dringt nach dem„Golh. Hofkalender" folgende Zusammen» stellung der Summen, welche die europäischen Mächte jährlich für ibre Armeen und Marinen ausgeben: Deutschland............ 470 860 303 M. Belgien ll Frank ist 0.80 M-ger.)... 36H59 040„ Dänemark ll Krone ist 1 25 M. ger.).. 17 983 222„ Frankreich<1 Frank ist 0.80 M. ger.).. 637044984„ Griechenland(1 Drachme ist 0,80 M. ger.). 19 595429„ Großbritannien(1 Pfd. St. ist 20 M. ger.) 577 382140„ Italien(1 Lue ist 0,80 M. ger.).... 248 412733„ Niederlande(1 Gulden ist 1,70 M. ger.). 54561 752„ Oesterreich-Ungarn(1 Gulden ist 2 M. ger.) 271 251 751„ Portugal(1 Milreis ist 4.45 M. ger.).. 31 604 544„ Rumänien(1 Frank ist 0,80 M. ger.).. 24 440970„ Rußland(1 Rubel ist 3,26 M. ger.)... 782800 980„ Schweden(1 Krone ist 1,25 M. ger.)... 29 478375„ Norwegen(1 Krone ist 1,25 M. ger.)... 14 270 626„ Schwei,(1 Frank ist 0,80 M. ger.)... 12080389„ Serbien(1 Frank ist 0,30 M. ger.)... 8308241„ Spanien(1 Pesa ist 0,80 M. ger.).... 134 963 388„ Türkei.............. III 142 859, Europa braucht also. 3 483011 329 M. jährlich zur Unterhaltung seiner Armeen und K iegsflotten. Die„BreSl. Ztg." rechnet dazu noch den JahriSauswand für die europäischen Staatsschulden, da dieselben direkt ober indirett ausschließlich durch die Ausgaben für die Streitkräfte der Staaten entstanden seien. Dies ergiebt jährlich M. 4 015 193 683. Die baaren Jahreskosten des Frieden« betrügen demnach die ungeheuere Summe von nabezu 7'/, Milliarden. Wenn diese ttefiae Ausgabe in der Weise verwendet würde. daß fie an alle dürftigen Haushaltungen in Europa zu gleichen Theilen die Wiesen eine wahre Wohlthat, ich will mich deshalb wegen der Eiche« nicht beklagen. Sie haben also in in der Stadt Übernachtet?" „Leider mußte ich eS." „Ich würde es auch gethan haben, die Pferde scheue« im Gewitter, und dem Braune«, de» Sie da reiten, traue ich nicht." „Er muß fest im Zügel gehalten werden." „Das eben liebe ich nicht.' Die Unterhaltung stockre, Herr von Lossow blickte eine Weile gedankenvoll in die Ferne hinaus, dann streifte sei» Blick forschend da« Geficht seines Begleiter«. „Die Frist ist allerdings»och nicht abgelaufen, die ich mir zur Beantwortung Ihres Briefe« au«bedunaen hatte," sagte er;„aber e« wird ja auch Ihnen nur wünschenSwetth fßtrn tA TAm*------r" " ö" I f/-— W.»»»—•»T" V»i«IWI Ul sein, wenn ich die Antwort schon jetzt Ihnen gebe.'" „Ich bitte darum," erwidette Rabe, dem ...........—, baS Blut heiß ..------' tn �Wa�meine�persönliche Anficht bettifft. so müßte ich lügen, wenn ich behaupten wollte, daß Ihre Werbung mrch gÄÄÄÄÄ% ihm de« Frieden meine» Hause« und da« Glück merne« Kmde« opfern könnte.".,, L. Rabe athmete tief auf, erne schwere, drückende Last war ihm von der Seele genommen...„.__ „Ella scheint für diese Verbmduna zu fern," fuhr Herr von Lossow sott,„aber fie stellt dnsselbe Bedrngung, die ich auch stellen muß. Sie wissen, daß mit meinem Tode mein Name erlischt, und einer Freria von Lossow kann'« auch nicht gleichgiltig sei«, welche» Name» fie für de» ihrige« eintauscht. Unsere Wünsche«ach dteser Seite hin würden erfüllt, wenn Sie meinen Namen annehmen wollte«. Sobald Sie damit fich einverstanden erklären, werde ich an geeigneter Stelle die nöthigen Schntte thun, um die Ge» nehmigung Seiner Majestät zu erhalten." vettheilt würde, so würde damit jede dürstige Haushaltung<* Jahresgeschenk von etwa 150 M. erhalten. Kur Orieuttrise liegen nur wenig Nachrichten vor. F der Serbenkönig, so hat auch der Vulgarenfürst eme Psw» mation erlassen; in derselben heißt e« llnse-e se'diü»? Brüder erklären uns den Krieg, anfiatt urs zu helftn; wollen unser Vate land vernichten. Muth, Soldaten! v» therd'gt eure Frauen u> d euren heimathlichen Herd, veröden Feind, welcher unS feige und verrärhensch angreift, � zur völligen Vernichtung! Möge Gott uns helfen un»� Sieg verleihen I"— Man steht, jeder schimpft nach,, auf da« Karnickel, welches angefangen hat.— Einem aranrm aus serbi'cher Quelle zu'olge, haben die fi*# Truppen an vcrschiederen Punkten die Grenze über4n'[H Bis jetzt ist eS jedoch nur zu Scharmützeln in kleineum fange gekommen, in welchen beide Theile einige Tobte Verwundete verloren._ — Belgrad(Serbien), Eonnabend, 14. Novwt«- Der modilifine und im Felde befindliche Trupvenstanb® Linie, erster und zweiter Resrve, ohne, weites Aufgebot, trägt 75 Bataillone, 1065 Offiziere. 78,255 Mann Infant 25 Eskadron«, 191 Orfiztere, 4758 Mann Kavallerie mit. Pf-rben, 40 F ldbaberien, 240 GekcHitze, 248 Offilwe � 6820 Mann Aitrllrrie mit 6390 P; den, insgrsarnmt s5 Genie, Train und Eanitätstruppe 107,436 Mann. Frankreich.■. Dem„Voltaire" zufolge wären im gestrigen MiniftetM über die Amnestiefrage Meinungsverschiedenheiten hevo gen� Bttsson, Allein TorgS und die Majmität des Kabint ts»>M nm den Fürsten Krapotkin, sowie Louise Michel und 2 chiften auS Lyon begnadigt wissen; die Minister e«?' Goblet, TSmole und Frrycinet, sowie der Präsident seien für eine allgemeine Amnestie und gingen dabei von l Anficht aus, daß die Konzentttrung aller Republikaner die Amnestie erleichtert weiden wü de. Gistein Abeno das Gerücht, Minister Piäfident Busson und der Min t"1 Innern, Allain Targs, seien entschlossen, zu demiisioni«"-� — In der Devutirtenkammer wurde F l o q u e t mv � Stimmen gegen 79 weiße Siimmzeltel tifiniito zum sc denten gewäblt. Die gewählten vier Vizepiäfiventea der Linken an. Hinfirbtlich der am nächsten Montag M.jz lesung gelangenden Erklärung der Regierung verlautet, Räumung von üon.'king und Mabagaekar adgelcmz wraoagasrar l finanzielles Defizit konstatitt und auf die Roth penW�j gewiesen werden wird, neue Mittel zur H« stellung eiru*� I lichen finanziellen Gleichgewichts zu beschaffen. DaS wird erfucht, die für dre Erledigung der lautenden erforderlichen Gesetzvorlagen zu erledigen. In Belm, Amnestie soll noch keine endgiltige Entscheivunis/ troffen sein.. a J — Ueber den Umfang der hypothekarischen BelawffM französischen Grundeigenlbums tbetlt der Finan>o� Joffe au mit, daß der effettive Betrag der auf dem � eigenthum lastenden Hypolhekenschuld auf gegenroanj» j, Milliarden geschätzt wird. Im Jahre 1320 belief ff*'V sammtbetrag der Hyootbekenfchuld auf 8 853 8949®"y 1832 auf 11233265 778 FrcS.. 1840 auf 12 308 444% Ein intereffantes Steigen! Und Dabei ist der Hypol�'Lj;1 in Frankreich von sekundärer Bed.utung. Sagt dock gen st ein: Die Landwirihschaft und ihre Lage in Wufi (E. 31) ausDrücklich, daß„die Benutzung der Form thekarischen AnlehenS in Frankreich eine geringere und daß die Belastung deS Gru> deigenthumS m« � Rechten eine weit weniger umfangreiche und ftänWLui Deutschland geworden rst." Es herrscht nämlich der T Ly. und Mobiliar kredit vor. Und doch 14500000000#" schulden! Arme« Frankreich, arme Parzellenbauern! Italien. DaS Komitee des internationalen G e fä n g"' V* gresseS, welcher heute in Rom feierlich eröffnet zwei Sektionen gebildet, in welchen die verschiedene»� jf zur Diskusston kommen sollen. Die e-ste Sektion gende Fragen besprechen: 1. In welche Kategorie» Gefangenen einzm heilen? Welche organischen uno'W Charaktere unterscheiden dieselben? 2. Od es einen grschen allgemeinen Charakter gebe, welcher zum antreibe, und ob daraus verschiedene Anfänge uno täten herzuleiten seien? 3. Wie sollen die menfd)!"0.�, langen in Beziehung zu den Wirkungen, welche klasfifizirt werben? 4. Steht die Zahl der Seit umgekehrten Verhältniß zu der Zahl der Mer..� 5. lleber die Epilepste und den Jrrfinn in den � W, und Irrenanstalten. 6. Ueber die Simulation 7. Ueber die Nützlichkeit, tn Jtalten ein kttminal-am. t? sches Museum zu g Ünden. Der zweiten Sektion i.� acnde Fragen unterbreitet werden: 1. Ob«« v» i icheine, dem neuen italienischen Kodex die BeW™«%, minalistisch anthropologischen Schule cinzuverleiden- � Wendungen unO Konsequenzen der pofitwen IKP". tfy. heutigen�trafpro�effen��� einzige Bedingung f* „Und dies lächelnd. ist die „Die einzige!" nickte der alte Herr. ____."-„.uff1 gegen den Namen von Lossow-Rabe nichis ei. „Nicht das Geringste!' „Sehr wohl, dann wäre die Sache'/ Im Uebngen aber wollen Sie gütigst W,™ Ella Ihnen da« Jawort noch nicht gegev also Diskretion auf Ehrenwott erwarten?| »Wen« Sie e« wünfchcn—«««'?- U mir auch, mit meiner Schwester darüber zu v> ..Nein, aber über den Familienkreis"P Mittheckung nicht dringt« I" & D. .1� '»cv f. ----•• � dann gefeiert, wen» meine Bemühungen„\ find; Ella ist damit ebenfall« einoerstav � „So muß ich e« auch fein," faat« WL$ werden begreifen, Herr Baron, daß.. �t fchiebung diese« Termin« sowohl meiner angenehm und peinlich wäre." 1 „Ich kann da« nicht ändern, S« bi» Seine Majestät die Entscheidung ä wird vorher über Ihre Lebensweise, 3- Ihre polittfchen Gefinnunge» genaue �i«, j ziehen, und ich hoffe, daß Sie, w,« Ell» � nicht zu fürchte» haben.", d'f i Ein geringschätzende« Lächeln umz Rabe',. Aabe r* -WSSSW-kt- wird ,„■ f"1 Wort,„und wenn Ihre Fe��.�.imiN� die Wagschale fielen, so würde'ch willigung gegeben haben." Die Co bi��me 'hm E» 'V(j '| w J dB & & y K��afonfo�ren ein Gutachten abzugeben hat. 4. Ueber die Mn Mittel, die Zahl der Verbrechen zu verringern. 5. Ader daS politische Verbrechen. 6. Ob man den »'Meuten der Rechte behufs ihrer Stuvien den Zutritt in die «esängnisse gestatten solle? Rußland. »er große Sozialistenprozeß, dessen VerHand« ungcn am 27. d. MtS. in Warschau ihren An- M nehmen sollten, wird nunmehr bereits am 23. d. MtS. Mnncn. Unter Anklage gestellt find 29 Personen, darunter - Russen, nämlich der Friedensrichter BardowSki, bekannt auS M.vrrjähriaen kurz vor der Kaiserzusammenkunft stattgehabten e'Mfienveryaftungen, ein gewisser Jgelström, der Schwieger« o... russischen Generals, ferner der Artilleric-Lieutenant und der Militär-Ingenieur Ziuri. Die übrigen An> tasten find Polen und Juden, darunter Pacanowski und .Pioiki(Student der Petersburger Universität), Kunicki, ? Janowicz, GladiSz»c., sowie Studenten, Beamte, M°?>trker, Arbeiter und Laufburschen. Alle Angeklagten f.,® HochverrathS beschuldigt. Die Anklage richtet stch auf ä* � Punkte; 1) Gründung der Partei„Proletariat; _ltn bekannte AttentatSversuck auf den Kaiser durck Unter« Ermordung rni.Zündle? welcher einen Sozialiften, der'in\)es erste« aul i"' ö'-verorcnung erner zwcrren Pronamanon zur i�Mna ländlicher Bewohner; 9) Verhängung einei TodeS« iir- ,.?. er den Staatsanwalts- Affistenten Jankulio, welcher .�tische Angelegenheiten deleairt war; 10) Einrichtung Unterhaltung einer geheimen Druckerei und die Publika» �.�Zeitschrift„Proletariat". Fast allen Angeklagten ».i®..Todesstrafe, weil ste fich gegen Artikel 249 de« Straf» Stü.""gangen haben, welcher ausschließlich nur diese �aufweist. Die Verhandlungen werden unter Ausschluß Kein»* ntlichkeit geführt werden. Jeder Angeklagte hat seinen Periheiviger. ES werden als solche die hervor« S c Rechtsanwälte Rußlands fungiren. Die Anzahl der de? Im?�ägt über hundert. Die Verhandlungen finden in � Warschauer Zitadelle statt. q Amerika. <5n Chikago ist am Mittwoch eine nationale Konferenz von Flamschen Freihändlern zusammengetreten, zu welcher an 200 Abgeordnete auS allen Theilen der Vereinigten �.ae" eingefunden hatten. Ein vom Sekretär verlesener JjJP' stellt fest, daß Staatiorganisationen zu Gunsten der bereits in 13 Staaten bestehen. Der Sekretär ItifuL, Aufbringung eineS Agitationsfonds von 20000 Renn? die nächsten Kongreßwahlen in Anregung. Die ij.ii. ni hat sodann mehrere Resolutionen angenommen, in kW..gegen eine Erhöbung der Tchuyzölle protestirt und m�j�stere Einfuhr von Materialien für die Industrie befür- Ein Spezial-Kurier ist mit .„wird. . e e a l, 12. November.,. »««"hl an den Scherif, mit der Hinrichtung Riel'S Bischof Grandin theilt im Gebet zubringt. Er Kinder und Schwester ge« onotfrZ er steht täglich um 6 Uhr auf, und hat fich kaum »nbl-i?. i. so stnkt er neben dem Bette auf ferne Knie und tegtin IjBtunben lang im Gebet. ES find VorfichtSmaß« binden, Lst«n worden, um seine mögliche Befreiung zu ver« «nunw Die Wachen find verdoppelt, berittene Polizei ist l'chen x"4en im Dienst, und niemandem, außer den Gerst« Sefiatt�eamten und dem Arzte, ist der Eintritt in seine Kommunales. litJpk«ommunalwähler-Listeu der dritten Abtheilung »,?ur Einficht für Jedermann aus: �ch�ur den 8. Wahlbezirk: Blumenthalstraße 5 bei WaI?'" be" Ist. Wahlbezirk: Mittenwalderstr. 2 im Zigarren. von Knötschke. -lr den 19. Wahlbezirk: Admiralstr. 40 ttn Zrgarren« von Görcki. den 25. Wahlbezirk: Koppenstr. 66 im Zigarren« . Jn oon Magnus Meier. W|«t den 26. Wahlbezirk: FriedrichSbergerftraße 10 im tont von Reißman.« liM« de« 32. Wahlbezirk: WeinbergSweg 15 im Zigarren« von Ewald. ««7® b«n 84. Wahlbezirk: Veteranenstr. 28 im ZigarM« Jl oon Ballmüller und Steinicke. de« 88. Wahlbezirk: Chausseestr. 36/37 im Zigarren. von Kunkel. bit"�0 könnten wir also mit ziemlicher Zuversicht auf hwigung Seiner Majestät vertrauen," er- * der Freiherr;„stellen der Erfüllung meiner dew:- st.ch keine Bedenken entgegen, so wird man mir sie Wie» Und nun will ich Sie nicht länger auf« w njt,«le werden müde sein und nach Ruhe verlange»— Wiebttfehen!" '"stete den Hut und sprengte von danne»; Rabe �ter, otn vine Weile betroffen nach, dann stieß er seinem Sporen in die Weichen, daß es sich hoch auf« Co Bev-k,° Tanz befriedigt war er doch nicht, er hatte in die ,12«" de« Barons eine kalte Zurückhaltung bem dem ii,— /-t, ourons eine laue ouruayauung bemerkt, "'cht gefiel. Er fühlte, daß er diesem Manne vis En„2."uf seiner Hut sei» mußte, so lange wenigsten», fesselt°�urch da» unlösliche Band' der Ehe an ihn ge« �Iit(«2? 00tt Lossow hatte einen scharfen durchdringende» dfind'lick 2 V" Punkt der Ehre war er außerordentlich em« ».®a„2,. Wk die« oft genug erfahren. v«dinonn»"icht, daß Ella ihr Jawort von dieser °och 2 i abhängig machte, und daß die Verlobung, die d>vr. ej.�uvde genommen jetzt eine Thatsache geworden .r Ä bleiben sollte. %» oeL-'r�offoniltchung dieser Verlobung hätte sein An« vob..'.von und seinen Kredit befestigt, sie wäre dem eine hinreichende Bürgschaft ..�Sschaft'���'« seiner Forderung gewesen, und auf diese " w-i..! 9tn würde?!akab ÄSnAmutfi ihm ohne Bedenken MMsI I Dierr,;x4 t atb Nabe wollte über die Sache nach« to �t bej«.4' fand sich doch ein Weg, auf dem man das dem Park schritt er Au Zwecke« der Arme«- Unterstütz««g find bei der Haupt- StiftungSkaffe im Monat Oktober cr. eingegangen: 1. AuS Vermächtnissen und Geschenken: 5322,41 M. 2. AuS Kollekten. Geldem: 825,55 M. 3. AuS schievsmänntschen Vergleichen, Zesfionen»c: 863,21 M. In Summa 7011,17 M. Folgende Petitionen find bei der Stadtverordneten- Versammlung eingeaangm: a) betreffend Herstellung einer Brücke über den Loisenstävtischen Kanal im Zuge der Buckowerstraße und der Waldemarstraße;— b) betreffend Verbreiterunz der DreSdenerstiaße vor den Häusem Nr. 104, 107 bis 110;— c) betreffend Susführung der Pferdeeistnbahnlinie Köllnischer Fischmarkt Lousttzcr Platz;— ck> betreffend Beleuchtung der Straße 58(Eckartsberg);— e) betreffend Anlage einer Herren« und einer Damenbadeanstalt in der Spree unterhalb der Damm-Müblen. Nach Mittheilung de» Statistischen Amt» der Stadt Berlin find bei den hiefigen Standesämtern in der Woche vom 1. November bis inkl. 7. Nonember cr. zur Anmeldung gekommen: 306 Eheschließungen, 865 Lebendgeborene, 33 Todt« geborene, 525 Sterbcfälle. lobalt«. Berlin» Größe und Verkehr. Berlin zählt jetzt zirka 1 300000 Einwohner, die Stadt hat seit 1861 um weit mehr als daS Doppelte zugenommen, denn damals hatte Berlin nur 500000 Einwohner. Gerade soviel hat die Reichshauptstadt jetzt geborene Berliner. Unter der Gcsammtzahl find zirka 18 000 über 70 Jahre und 3000 über 80 Jahre. Verheirathet find gegen 412000. An Gebäuden umiaßt Berlin zirka 52000 mit einem Steuer Ertragvon 5 600000 Mark und einem ein- geschätzten steuerbaren Werthe von zirka 150000000 Mark. Bewohnte Wohnungen giebt eS in allen diesen Baulichkeiten 256000 mit 590000 Zimmern, von denen 73000 unheizbar find. 950(gegen 150 vor fünf Jahren) Wohnungen liegen im fünften Stock. Sie werden von 3000 Menschen bewohnt. 130000 logiren im vierten Stock; 40000 in Dachräumen und weit über 100000 in Kellern. Ueber 63000 Familien müssen fich mit Wohnungen von nur einem Zimmer begnügen! In vier Privathäusern wohnen je mehr als 400 Personen, in zehn je mehr als 300, in 160 je 200 bis 300, in 2600 je 100 diS 200, in 6600 je 50 bis 100. Ein in der Ackerstraße belegenes Gebäude beherbergt sogar über 1000 Bewohner. Der Äieth- wertb der sämmtlichen Wohnungen in Berlin beträgt 175 000 000 Mark, von denen jährlich durch Leerstehen (zirka 12000 Wohnungen) 4806 000 Mark verloren gehen. In den letzten zehn Jahren hat der Miethwerth der Grund« stücke um fiebzig Millionen Mark zugenommen.— Die Abfuhr und Entfernung des Berliner Straßen- Kehrichts kostete im letzten VerwaltungS- Jahre 421 000 Mark, die deS Schnees und EiseS zirka 100000 Mark, so daß ein Schneefall der Stadt über 500 Mark Ausgaben ver« ursacht. Die Gesammt- Kosten der Straßen- Reinigung und Besprengung belaufen fich auf 1 416 000 Mark.— Die Pferde-Bahnen beförderten rm letzten Jahre 65 140 000 Personen. Die Hauptsumme davon fällt auf die große Berliner Pferde-Eo'enbahn, welche 152000 Meter Geleise im Betriebe hatte, 56300000 Personen beförderte und 7 200000 Mark dafür vereinnahmte. Die Dampfer beförderten 224000 Personen. Die Zahl der durch die 4130 Droschken und 313 Thor« wagen Beförderten ist nicht statistisch festgestellt. Die 140 Omnibusse wurden von 13 381 000 und die Stadtbahn von 8 400000 Personen benutzt.— Die Zahl der Stadtpost-Briefe belief fich auf 45 320 000, die der angekommenen Briefe auf weit über 57 000 000, die der Packele auf 4 300 000 Stück, und außerdem zirkulirten noch 670000 Rohrpost Briefe und Karten. Die Neujahrs> Stadtpostsendunaen erreichten zwischen dem 31. Dezember Mittags bis zum 1. Januar inklusive die Höhe von 1 350000 Stück. Die ein- und ausgegangenen Depeschen beziffern fich auf 3 500000.— Der stadtische Zuschuß für Armenpflege und Wohlthätigkeit bezifferte fich auf mehr als 6 300000 Mark, aus welchem Fonds an 12000 Personen Unterstützung erhielten. 189 Kommissionen, aus Bürgern der Stadt destehend, sorgten für die öffentlichen Armenpflege und gaben dafür 240000 Mark auS, welche an 17000 Personen vertheilt wurden. Durch die Armen-SpeisungS- Anstalten wur- den im vorigen Winter 586000 Portionen Suppen verabreicht und durch die 14 Küchen dieser Anstalten überhaupt 644000 Portionen bereitet. Zur Beschaffung von Brennmaterial wurden 106 000 Mark verausgabt. An verschämte Arme wurden 245000 Mark gezahlt. Außerdem wurden zahllose Arme an gewissen Tagen gespeist und über 47 000 ärztlich be« handelt, hiervon 26 150 in Krankenhäusern. Die Bade« Anstalten deS Vereins für Volktbäder wurden von 22000 Personen benutzt. Ueber die ältesten Postmarken Berlin» veröffentlicht Herr Stadtrath E. Friedet in der jüngsten Nummer des„Bär" folgende interessante Mittheilung:„Aus frühester Kindheit her erinnere ich mich deutlich, daß mich meine, damals Friedrich« straße 141b wohnhaften Eltern öfter» zu einem Materialwaaren« Händler Meyer, Ecke der Friedrich, und Dorotheensttaße, durch den Park auf da» Schloß ,u. Ein leiser Fluch ent« fuhr seine« Lippen, als plötzlich der Gärtner ihm gegenüber stand.„Was wünscht Ihr?" ftagte er barsch „Der Termin ist heute Abend verstrichen," erwiderte der alte Mann fo fest und ruhig, als ob er einem Kinde ».ch rn, te meioem Jßori, feft,- fQflte©mg mit derselben unerschütterlichen Ruhe, die eine felsenfeste Entschlossenheit erkenne« ließ;„bis morgen ftüh warte ich, sind dann meine Papiere nicht wieder zur Stelle, so werde ich zum Untersuchungsrichter gehe» uud de« Inhal iener Dokumente ihm mittheile«., Dann wird er wohl sogleich ��abe z?ckt"e°di�Achseln'und schritt ohne ihm eine Ant« wort zu geben, weiter; die Ader« au-.uer Stirne waren aeschwollen und flammende Blitze sprühte« au- de« halbge« fchloss�en A�gm.�m � d" ihm entgegen kam, da» Pferd und ging in's Schloß, und die erste Person, die ihm mwm *Parole ä'donuonr, M-lhaid-, der einzige!- Aer�ätt?' denn �in solchem Wettrr am Epielttsch sitzen nickte die Generali», der dieser Grund schickten, um bei diesem Kaufmann, welchem, wie in jener Zelt üblich, eine Briefsammelstelle seitens der Stadt übertragen war, Briefe aufzugeben. Diese Kaufleute führten auch Stern-- velpapier und Stempelmarken in halbamtlicher, finanzfiskalischer Funktion, die ihnen verblieben ist, während die B-iefsammel- stellen längst an die königlich preußischen, dann an die nord- deutschen, endlich an die reichsdeutschen Stadtpostämter über- gegangen find. Ich entsinne mich femer, daß der die Briefe sammelnde Materialist von einem nnt vielen gleichen schwarzen Stempeln(Postmarken) bedruckten Streifen so viel Postmarken abriß, als ich Briefe aufgegeben hatte, und mir diese Brief- marken als Quittung übergab. DieS mag in den Jahren 1846. 1847, 1848, 1849 geschehen sein. CS erhielt also von der Post der Aufgeber des Briefes die Postmarie. ES war dieS folglich die umgekehrte Art der Frankimng, als wie ste jetzt stattfindet� wo die Marke zunächst in die Hände der Postverwaltung und- alsdann, nach bewirtter Entwerthung, in die Hände deS Adressaten gelangt. Sonderbarer Weise scheinen nun in philatelistischen Kreisen jene ersterwähnten ältesten Postmarken ganz oder nahezu gänzlich unbekannt zu sein. In keinem der mir zugänglich gewesenen Briefmarkenalbums habe ich eine Spur jener ältesten Postwerthzeichen zu entdecken vermocht, und es ist bis jetzt, so viel bekannt, nicht gelungen, auch nur eine einzige jener ältesten Berliner Briefmarken aufzutreiben! Um mich ein für alle Mak mtt meine« postalischen Jugenderinnerungen zur Ruhe zu ver» weisen, benutzte ich die Gelegenheit, als der Geheime expedirende Sekretär im Reichspostamt, H. Theinert, der durch seine Lie- benswürdigkeit und Sachkenntniß allen Äerlinem wohlbekannte Verwalter unsere« ReichSpost-Museums, mich zur Besichtigung der neuen Aufstellung deS letzteren vor einigen Wochen einlud, diesen kundigsten Sachverständigen, in Gegenwart zweier kun- diger hiefiger Philatelisten, de« Oberlehrers Dr. Otto Rein- Hardt und des Dr. HanS Stadthagen alö mdzilttgen Schieds- richter anzurufen. Wie groß war meine Ueberralchung, alk mir der genannte Gewährsmann meine Jugenderinnerung als zutreffmd bestätigte und hinzufügte, daß es auch dem Reichs- postmuseum dislang nicht geglückt sei, eine jener ältesten Post- marken zu erlangen."— Herr Stadtrath Friede! appellirt nun an die Findigkett der Leser deS„Bär" und richtet an dieselben das folgende Ersuchen, dem wir im Interesse der Sache hier» mit g-rn weitere Verbreitung geben. Er bittet 1) eine genaue Beschreibung jener ältesten Berliner Stadtpostmarken (Schrift und Ausstattung zu liefern; 2> anzugeben, von wann bi« wann jene Marken üblich waren; 3) zu bemerken, wo sonst noch solche Marken üblich waren; 4) die eine oder andere dieser Marken, für welche ficherlich ein recht hoher Preis ge» zahlt werden würde, ausfindig zu machen, wa?>m ersten in alten Akten oder kaufmännischen Büchern, BelajMasflkeln u. dergl möglich sein möchte. Der„Bär" wird ViNgache sehr gern in die Hand nehmen. vaarzahlung oder Abzahlung. Zur Zeit des Gold- regens in den 70er Jahren, als alle Geschäfte prosperirten und man kann sagen, Jedermann viel Geld verdiente, da kannte man das„volkSthümliche Institut" der Abzahlungsgeschäfte noch nicht. Erst nachdem ein Rückgang eingetreten war, namentlich nach den verschiedenen„KrachS", tauchten die Todten» gröber der unbemittelten Klaffen, die Waaren-AbzahlungS- geschäfte auf und haben fich leider seitdem sehr, sehr vermebrt, ein Zeichen, daß recht viel Geld dabei verdient wird oder rich» tiger gesagt, daß eS noch sehr viel dumme Menschen giebt. Sollte unter den Lesern ein„AbzahlungSkunde" sein, so möge er fich bei diesem Kompliment nicht alteriren, sondern lese ge» fälligst weiter und er wird ein ganz getreues Bild eine» Vor» ganaeS sehen, bei welchem er eine leidende Rolle gespielt hat. — Geblendet durch ein recht großes, honigsüßes Inserat, in welchem Dinge versprochen werdrn, welche ein Abzahlungsgeschäft nie bieten kann, z. B. Reellität, solide Maare, billige Preise: ich wiederhole, daß diese in jedem anständigen Geschäft selbst- verständlichen Dinge in einem Abzahlungsgeschäfte nicht zn finden find, weil ein solches Geschäft nicht existiren könnte» wenn eS diese Vorbedingungen erfüllen wollte. Der Her- gang beim Verkauf ist folgender: Der„Kunde", richtiger das zu scheerende Schaf, betritt das„Komtoir" und bleibt vor einer Barriere stehen, ein Thürchen mit Schieber hindert daS„unbefugte" Vordringen. Nachdem er seinen Wunsch geäußert hat, er will z. B. ein Paar Stiefel kaufen, wird«nach einer Legitimation gefragt; dieselbe besteht oft auS„Schriftstücken", auf welche ein reeller Geschäftsmann keinen Pfennig leihen würde, und dann kommt die Haupt- frage:„können Sie den dritten Theil anzahlen?' Wenn„ja" gesagt wird, so darf das„arme Schaf" den Eche«raum be» treten. Der Kunde erhält nun seine Stiefel, probirt ste und fragt nach dem Preise, worauf der Verkäufer leichthin sagt: vre find nicht theuer, ste kosten nur 15 Mk. Der arme Teufel erblaßt, d. h. wenn er ein ehrlicher Mensch ist, da er aber nur 5 Mk. in der Tasche hat, so muß« in den saueren Apfel beißen und hat in seinem Büchlein 15 Mark für ein Paar Stiefel eingettaaen, welche höchstens 6 bis 7 Mk. in jeden, Laden kosten. Trägt der Käufer diese Stiefel alle Tage, so find ste früher entzwei, als er fie bezahlt hat, zahlen muß er vollständig einleuchtete,„eS wäre ei» zu großer Frevel ge» wesen." „Ich wäre früher hier eingetroffen." fuhr Rabe fort, mdem cr fich in einem Sessel niederlirß,„aber unterwegs: begegnete mir Herr von Lossow, mit dem ich eine wichtige Unterredung hatte." „Bitte, ich kenne diese Unterredungen,- sagte Frau von Stuckmann abwehrend,„fie behandeln stet« dasselbe Thema, die Oekonomte, Du weißt, ich habe auf diesem Felde keine Kenntnisse.- „Diesmal irrst Du doch, Adelaide; wir sprachen über ein andere, Thema. Darf ich Dir mein Geheimniß anver» trauen?" „Da» mußt Du besser wissen al» ich, Willy|- »Hm, von den Frauen darf man keine Diskretion er» warten, ich habe diese Erfahrung oft gemacht, aber Dir will ich doch vertrauen, die Interessen Deines Bruder« find j« auch Deine Interessen. Ich werde Ella von Lossow binnen Kurzem meine Braut nennen—- „Willy, ich liebe die schlechten Scherze nicht,- fiel die Generalin ihm vorwurfsvoll in« Wort,„und an» wenigsten diejenigen, die auf Kosten einer Dqme gemacht werden." „Und wer sagt Dir denn, daß die» ein schlechter Scher» sei?- erwiderte Rabe ruhig.„Ella und Herr von Lossow» habe« bereit« ihre Einwilligung gegeben, die Verössentlichungi der Verlobung hängt noch von einer gewissen Bedinguno ob, zu deren Erfüllung die einleitenden Schritte heute noch geschehen werden."" Namen annehme,, einzuwenden finde, schlichter Name ge Name von Lossow-Ral klingt.- „von Lossow-Rabe!- wiederholte die schöne Frau am dankenvoll.„Mir gefällt da« nicht, Willy 1" „Findest Du von Rabe-Lossow schöner?- (Fortsetzung folgt.) _______(fi Herr von Lossow wünscht, daß ich seinen es ist eine Marotte, gegen die ich nicht» !, und wenn mir selbst auch mein genügt, so begreife ich durch, daß der einer adelsstolze» Dame angenehmer aber doch, denn daS Gericht verurtheilt ihn, wenn er verklagt wird und sagt:„Sie> wegen Fahnenflucht und wegen Führung eineS falschen R««" destraft werden. � Wasserstand der Spree in der Woche vom 7. November.(Angabe in Metern.) Iß- 0,0 Soziales««d Arveiterbewegnw � Produtttvgenossenschaften. Welchen Begriff i Eugen Richter, dieser wunderbare Sozial-Oekonom, oon. duklivgenofferischasten hat, geht aus folgender Notiz Ver\ Zig" hervor:„Zum Töpferstreile in Velten find nack% „Bauhandwcrker" v.röffentlichten Liste der Einnahme» V Zeit vom 1. Mai bis 31. Oktober im Ganzen 17 469,76 _..... zu luiiii....oj# 17 500 Mark können mehr alS eine Produktiogenoffensao Leben gerufm werden! Ist eS wirklich nur sozial ökono.� Unwissenheit oder ist damit verbunden die Eugen Schlauheit, welche die Arbeiter gern auf die schieft Privat- Assoziationen zur Produktion mit allzugeringen le-ten möchte, um dann triumphircnd auSruten zu", ji „Seht, mit den sozialdemokratischen Vorschlägen w z, nichts!" Und dock wäre daS gerade ein Richter>«�> schlag, mtt ca. 6000 Tbalern mehrere Produktivst schaflen zu gründen. Heiliger Bimbam! �.ui Der neue vourgeois-„Wohlthätiakeit»"Cchv� Ehren der„200 000 Vagabunden" hat in S ch wein einer Korrespondenz der„Fränk. Tagespost" eine'/ Kritik gefunden. In einer dortigen Wiithschast gU Kurzem folgender„offener Brief" angeschlagen: Der Verein gegen Bettelei in Göttingen hatte beschloß um eine Unterstützung nachsuchenden Durchwandernd� � ein Entgelt ein gewisses Quantum Steine llopfen Diese Maßregel wirkte: Im Apiil deS Jsb.. s hatte der Verein 914 Durchwandernde zu untersi»k K Oktober desselben JahreS nur noch 19. Sollte stw diesen mildthätigen Verein ein Mangel«ui®' welche die Hungernden zu klopfen hätten, bera � so möge er zu folgenden Steinen greifen-: 1) 3u.v, V* welche er statt Brod reichte, 2) zu denjenigen, P* Menschen an Stelle deS Herzens haben, und jL jenigen welche manchen Menschen vom Herzen tau- fie sich dem Almosengeben entziehen können." Lraoo- Gewerbliche Bestrebungen und AufgudriL� v dieser Uederschrist bringt der volkSwirthsckaftiicht � � nationalliberalen„Leipziger Tageblatts" einen � xri» f. wir folgende Stellen entnehmen:„Wenn auch � ,in werblichen Gebiete seit einer Reihe von Iah)0',.# Vorwärtsschreiten zum Besseren zu konstatiren ist,' Q leider die Zeit früherer segensreicher Geweibth-�W� nicht zurückgekehrt und e« bedarf noch immer der 0- i-., strengungen, um jene Zeiten wieder zurück zu d»ng. 6% vordem die Selbstüberschätzung der Handwerker. zum allmäligen Verfall ihres Erwerbslebens trua, langsame Aufblühen der Erwerdsthätigkrit derer Faktor, und dieser ist die Sucht des Pudl> zu kaufen. Es wiid auf reelle Waare zu wenig U_' 1 �"■ ezoaen. Und" verkaufe weaen Geschäftsaufgabe oder die„g-r. der schnöde Mißbrauch der Schutz- und Handelsmarke»-.,�� Dickungen. Ein Beispiel vielgeübtcr Maaren«� Du che auf den Spannrahmen usfbr mißt. Sie bezwecken höheren Gewinn, öffnen von einer großen Anzahl deutscher �m3isÄj auszurecken damit wohl «SSSSSWM ----------- größen Umformtuch geliefert da« bei dem Tragen Den Schaden mußten die Beamten tragen, roti uorgton Dienstbehörde w' luch zü mmFMtm i K&'aa w tuschungsiystem wird blas aeschadet, o m« m fe An licklich jmb zwo �»-setz »sr könnte? Unterschied. Und begriffen hat diesen 3" „die Sucht deS Publikams, UM Konsumtionstähigkeit nimmt ab.'l u fiißverbättnib(«•-* "SiS«' Das die ®ttön SW, Beuthstraße» igfen S* i ist»-> itfoim o* jtbodj � ifcftuliJj kÄ von VW wobl P tn M ,10. 20 ,17 ,83 1.«I iS »I jZ Vellage zum Berliner Volksblatt. Ds»%69 Dienstag» den 17. November 1883. EL Jahrg. % der M lad) f® men fr. !9 7S ehr en lt-uA S- rnlB""'.* jfono� -H c'std-r? tivg««? ,d ic ft i ideii S i 0 Ii«1? M Dre NormalarbkiKtag. sJ.Ä®n recht intereffanter Mcinurstkauelausch findet auaen- Zwischen Organen der deutschen Ardeiterpartei statt, n» zwar dreht eS fich dal ei um die Frage: inwieweit durch L« gesetzliche Einfühlung des Maximalai veitstages die Nach- «wth Aideitskr ästen zurebmen und damit der Nath eines Sitot? beschäftigungslosen Arbeiter gesteuert werdm ..�aanntlich wird von den Anhängem des Maximal- tw. �s. neben den vielen anderen Voitheilen, welche eine Sirii. 0e Einschränkung der Arbeitszeit für die betheiligten bi„.. tlweifellos zur Folge haben wird, auch immer darauf z,WwieIen, daß dem gewaltigen Anwachsen der industtiellen �Mvearmee(Bagabundrnfrage) mit am besten dadurch vor- LrW werde, wenn durch gesetzliche Beschränkung der Arbeits. Ausnutzung der Arbeitekraft deS Einzelnen Schranken M». fo das Kapital genöthigt werde, will es die gleiche a.ivü« Arbeitsprodukte erzeugt haben, wie bisher, eine größere ®H)l von Arbeitern einzustellen. imf* ,, bies auch dem einfachsten Verstände begreiflich und Jülich zU irachen, bedienten fich die Bertheidiger des Malarbeitstages von jeher gewöhnlich des Beispiels, daß : Hat ttn Arbeitgeber bisher 100 Arbeiter bei täglich .-Mrger Arbritszeit deschästigt und wird er nun ge- Wt, bloS mehr 10 Stunden pro Tag arbeiten so wird er einen Ausfall von 100 Arbeits. i"»? Gaben. Will er aber diesen Ausfall ersetzrn, a>uß er 10 weitere Arbeiter einstellen. Wo also vor Ein» "«g des Maximalarbeitstages 100 Arbeiter ihr Brot fanwerden nach Einführung deffelben 110 dasselbe finden. ■u-iJ. Wie gesteigerte Inanspruchnahme der vorhandenen Utk.» tte würde also, nach dem bekannten Gesetz von An- jL L and Nachfrage, wenn auch vielleicht keine Steigerung lr.irl.-e, so doch sicher eine Schranke gegen fortgesetztes Theres Einten derselben erzielt. So daß also neben den Voubeilcn, welche eine verkürzte Arbeitszeit für daS bx- Wohl und die geistige Ausbildung des Arbeiterstan- niz,/®®efolge haben muß, derselbe auch wesentlichm peku- '°r-n Nutzen daraus ziehen würde. inicjp�tn dieses Argument für den Maximalarbeitstag pole fiile?«"ü," ber in Zürich erscheinende„Sozialdemokrat" in bei m?*1" l>°n Leitartikeln, indem er nachzuweisen sucht, daß Ärb-ir � Veningemng der Arbeitsstunden dieselbe Menge bei\l au8 den Arbeitern herausgepreßt wird, wie früher bei sollt, Arbeitszeit, und daß, wo dies nicht möglich sein an»� �.Mehranstellung von Arbeitszeit durch Verbesserungen "Maschinen rc. vorgebeugt wird. von"««'Arbeiter kann täglich nur eine bestimmte Summe hiervon � in Gestalt von Arbest auSgebew Die Folge � sie Gestalt daß er, tktn' rr, wag v«. �—,—, bsft.. wrt seiner Arbettsleistung nicht über ein gewisses "''„*rTS*ntH. 9Irh,UtieH hrinof eS mit fich. daß die . ausgeben. Die Folge tägliche Arbeitszeit sein, M i SS?5 1 i Z T, S Z geleistet hätte oder leisten könnte. Weriiö°/i wäßig verlängerte Arbeitszeit bringt es mit fich. daß fieht in. tenfiv gearbeitet wird. Die Intensität der Arbeit zv'. umgekehrten Verhältniß zu der Länge der ArbeitSzett." Alottl. ßnb die grundlegenden Sätze, welche das Züricher " Ausführungen unterlegt, und soweit dieselben den bie«'dringen sollen. daß über ein gewisses Maß hinaus bem.�Ätzung der menschlichen Arbeitskiaft ihre Grenze in v�ai-yaschtn Vermögen des Arbeiters findet, find dieselben 'ichtig. Sollte mit den Sätzen aber dargethan »lSg,s?'.baß ebenso, wie eine Maximalgrenze der AuSnützungS» Äu-i der Natur gesetzt ist, eine Minimalgrenze der k Mästung vorhanden sei, unter deren Niveaus daS täglich i'lWäi Arbeitsquantum nicht sinken könne, so würden die« ..'infach zu viel beweisen wollen. lz-�w geben zu, daß da, wo die Arbeitsdauer bis an die Grenze ausgedehnt ist, eine selbst weitgehende Ein- e�ung. derselben, in Bezug auf daS zu leistende Arbeits- & r"1' Wne wesentliche Einbuße im Gefolge haben wird. M vindlick darauf unterschreiben wir auch keineSivegS �s.ls'"liangs erwähnte Rechenexempei, wenn dasselbe mit dem eifg-Uch auf mathematische Genauigkeit auftritt. Auch hat die SJtt«*, 0 ia dm Beweis erbracht, daß keineswegs immer das J#0 Produkts abnimmt mit der Zeitdauer der Pro- iffeeku. �an vergleiche die Berichte der schweizer Fabrik- fehii"«9»US den letzten Jahren. Aber ebmso wie die Ver- bie JJ? bes Maximalarbeitstages hie und da im Eifer für ����och�ibe�bieSchnurgehauenhabem� Die ßnliiitalpiie, �(Au«„St. Petersburger Herold/«) königlich württembergische RegimentSgaoS in Ger Hund des österreichischen Regiment» Baron >rr,e v 7» welcher im Feldzuge 1848 iu der Tirailleur- biox.«'* dm Erdboden einschlagenden Geschosse mit freu» �utibp»„Apporteln" herumtrug und unter den Ver- �«'bfuHÄr un� �'auken bei feine« regelmäßigen Besuchen der �ttank i Sanz genau die Soldatm seines Regiment her- Wiw® u,jG sie durch allerlei Sprünge und Possm zu er- tykeiw!�0�' sind bekannte militänsch-historische„Persön- gewordm. Mm& wan aber die Geschichte des österreichische« auf, so sucht man vergebens in P r%.»M._.. r. t 4 ii -—�«v�vuiuiuw»» u«|#|v suuji man vrigevrnv m die S»'.""lche von dm schöam Tagm Frankfurt» erzählen, �uitp* von dem„Stummertakel" und seiner großen svnb.',,?�che die Bataillonshunde warm und durch ihre ab- «MsirlSr �Offiziere und Soldaten iictc unu-sorourrv SN „Sozialdemokrat«« vollständig vom Pfade logischm Denkens ab, wenn er nun einfach in Abrede stellt, daß im Allgemeinen bei einer Verkürzung der Arbeitszeit eine geringere Arbeits- menge geleistet wird. Die Tdatsache, daß bei einer Reduzirung der Arbeits- zeit von 14 auf 12 Stunden oder selbst von 12 auf 10 Stunden die Menge der geleisteten Arbeit gar nicht oder doch_ nicht wesentlich abgenommen habe, beweist noch gar nichts gegen die Annahme, der z. B. wir uns an- schließen, daß bei einer Reduzirung der Arbeitszeit von 10 Stunden abwärts fich der Ausfall entsprechend der verkürzten Ar- beitszeit geltend machen dürfte. Zehn Stunden tägliche Aibeit find eben im Durchschnitt ungefähr die Grenze für das, was ein normaler industrieller Arbeiter dauernd zu leisten vermag. Alles, was über diese Grenze hinaus verlangt wird, kommt zu Stande meist auf Kosten des Wohlbefindens deS Arbeiters und— der Intensität der Arbeit. Die Großindustrie, welche fich über das, was ihren Vor- theil fördert, vollständig im Klaren ist, hat dmn auch fast überall, wo der Albeiter noch mehr ist alS bloßer Diener der Maschine, und wo deshalb von seiner Thätigkeit die Produktivität der Arbeit abhängig ist, die regelmäßige Arbeitszeit auf 10 Stunden herabgesetzt. Anders stellt fich die Sache freilich in allen jenen Industriezweigen, wo die Maschine so sehr die Haupt- rolle spielt, daß der Mmsch blos die Rolle deS UederwacherS des„eisernen Automatm«« ausübt, wie z. B. in der Textil- industrie. Da findet man noch überall übermäßig lange Arbettszeit, und ste ist für den Unternehmer auch ren tabel, denn die Spindel und der Maschinmstuhl arbeiten in der 13. Stunde eben noch mit derselbm Geschwindig- keit, wie in der 1. Stunde, und der fie bedienende Arbeiter spielt eine so sekundäre Rolle, daß seine Ermüdung von keiner praktischen Bedeutung ist. Nachlassen der Kraft hreße da ein- fach Umfallen— und dann stände eben sofort ein Anderer an seiner Stelle. Wie könnte da wohl in 10 Stunden ebensoviel produzirt werdm, wie in 14 Stunden! Würde also die amerikanische 8-Stunden-Bewegung einen den Wünschen ihrer Arrangeure entspreckendm Erfolg haben, so find wir nickt einen Augenblick im Zweifel darüber, daß dadurch die Nachfrage nach Arbeitern vermehrt und damit die derzeit auch in der neuen Welt sehr bedrückte Lage derselben fich bessern würde. Sollten aber, wozu freilich leider nicht die geringste Aus- ficht vorhandm ist, der deutsche Reichstag und du Reichs- regterung den in dem Entwurf der sozialdemokratischen Fraktion vorgesehmen MaximalarbeitStag von 10 Stunden einführen, so würden dadurch ficher, wenn auch nicht grade auf jedei 100 Arbeiter, welche heute 11 Stunden täglich arbeiten müssen, 10 weitere Arbeiter mehr Arbeit finden sollten, doch Tausende von sogenannten Vagabunden von der Landstraße fortgenommen werden müssen, um dann daS gleiche Arbeitrquantum fettig zu stellen helfen, daS heute ohne fie hergestellt wird, nämlich überall da, wo die Maschine den Arbeiter zu ihrem keiner persönlichen Fttsche bedürftigen Beiwerk erniedttgt. Die Spindel dreht fich eben um so und so viele tausmde Male weniger, wenn fie hinfort blos 10 statt bisher 12 Stunden läuft, und dem Dampfstuhl kann man in 10 Stunden das nicht heraus„pressen««, was er bisher in 13 Stunden geliefert hat, denn er arbeitet diese langen Stunden eben auch schon mit.Dampf««. Wir find deshalb der Meinung, daß die deutschen Arbeiter sehr gut daran thun werden, wenn fie nach wie vor den Maximalarbeitstag auch unter dem Gefichti punkt erstreben, daß ihnen durch ihn ein Mittel gegeben sei, gegenüber der drücken- den Konkurrenz, welche die auf der Landstraße und vor den Fabritthsren liegende Reservearmee den in Arbeit befindlichen „Händen«« macht, fich Luft zu schaffen. Wir wissen wohl, daß auch der weitgehendste gesetz- liche Maximalarbeitstag noch nicht die„Emanzipation des Proletattats vom Drucke kapitalistischer Ausbeutung«« be- deutet, wir wissen aber auch, daß noch keiner der Förderer und Vcttheidiger der Arbeiterschutzgebung in Deutschland dies behauptet hat. Das schweizer Blatt läuft mit seinen Warnungen nach dieser Richtung also offene Thüren ein, und dieS ist bekanntlich eine zwar sehr leichte, aber ebenso unproduktive Arbeit.,_, Keine Forderung des Entwurfs eines Arbeiterschutzgesetzes ist heute unter den deutschen Arbeitern populärer, als die For- derung einer gesetzlichen MaximalarbeitSzeit, und wir glauben nicht fehl zu gehen, wenn wir annehmen, daß diese Popularität daher stammt, daß die Arbeiter zu der Erkmntniß gekommen ungefähr zwölf Stück solcher Satelliten häßlichster Färbung und Gestaltung. Es war auffallend, wie dieselbe» die geistige und mo> ralische Superiorität ihrer« Führers anerkannten. Fast schien es, daß er zu bestimmen hatte, wer bei ihnen bei der erste«, zwetten, dritten oder viette« KompaZnie menagiert, wer sür morgen zu Hause bleiben oder die Soldaten zu den Uebun- gen zu begleiten habe, ferner, wer die Kasernenthorwache beziehen müsse, um da« weitere Zulausen der Hunde von Zivilisten hintanzuhalten. Wen« jedoch das Bataillon im ganzen zu Paraden oder Znspizirungen ausrückte, da er- schienen sie in corpore, keiner fehlte. Bei solcher Gelegen- hest bliebe» sie im Rudel beisammen, und um ihre Zuge- Hörigkeit zur Truppe zu dokumentiren hatte regelmäßig ir- gevd ein Jäger dem„Stummertakel«« als rhren Hochstkom- mandirenden ein Feldzeiche« von Eichmlaub um den Hals ge- schnallt. Major Schulz, der damalige Bataillonzchef, war ein flotter, schneidiger Reiter, und wenn derselbe dre Front m Karriere oder Galopp abtttt. da rasten zu seinem Aerger und tausendmal von ihm verflucht auch die„Hunderacker, wie rfijte, vorher alle Kasernenhunde abzufangen, abzuzählen einem Septembettage de« Jahre« 1852. e /pv....——.-.—— CYV\_- und einzusperre« MM aber, das Fenster ,u.schließen. ttäglich festgestellt daß der Durch Zeugen wurde nach- Stummettakel«« zuerst den find, welche der leider zu früh verschiedene echte Volksmann August Geib in die Worte zusammenfaßte: „Die in's Blaue hinein thätige Produktion der Jetztzest bat nur zwei Zügel: die durch Überproduktion erzeugten Krisen, oder die durch das persönliche und gesellschaftliche In- tereffe der Arbeiter gefordctte normale Arbeitszeit. Es wirkt letztere Foideiung zugleich aus die Erhaltung guter Löhne, denn eine verkürzte Arbeitszeit kann nur eine gesteigette Nach- frage nach Arbeitkräften hervorrufen.«« Politische Ueberstcht. Heber die Eröffnung des Reichstag« erläßt der Stell- Vertreter des Reichskanzlers, von Boetticher, folgende Bekannt- machung: Mit Bezugnahme auf die in Nr. 29 des Reich?« gesetzblattes verkündete kaiserliche Verordnung vom 27. d. M, durch welche der Reichstag berufen ist, am 19. November dieses Jahres in Berlin zusammenzutreten, wird hierduich bekannt ge« macht, daß die Eröffnung bes Reichstags an diesem Tage um 3 Uhr Nachmittags im Sitzungssaale des ReichstagSgedäudes, Leipzigerstraße Nr. 4, stattfinden wird. Die weiteren Mit- theilungen über die Eröffnnngsfitzung erfolgen in dem Bureau des Reichstags am 18. November in den Stunden von 9 Uhr Morgens bis 8 Uhr Abends und am 19. November Vormittags von 9 Uhr ab. In diesem Bureau werden auch die Ein- laßkarten für Zuschauer ausgegeben werden. Zur Karoltnenfrage rheilt die spanische offiziöse„Epoca«« mit, die Regierung schweige jetzt über die Angelegenheit auf Grund eines stillen Abkommens mit Deutschland, und fügt hinzu, die deutsche Regierung habe fich bei den Verhandlungen sehr höflich und zuvorkommend gezeigt. Beide Regierungen wollen gleichzeitig die Entscheidung des PapsteS veröffentlichen. Dieselbe soll bereits erfolgt sein. Die Wiener„Neui Fr. Pr." erhält folgendes Telegramm vom 14. November aus Rom: „In der Karolinen- Frage wurden die Vorschläge des Papstes angenommen.«« Ein Privattelegramm auS Rom meldet der „Germania«« das Gleiche. Es oesagt:„Die päpstliche Ent- scheidung über die Karolinen- Inseln wird heute in Rom be- stätigt.«« Der offiziöse Telegraph wird nun jedenfalls bald daS Weitere mittheilen. Heber die Diätendrozesse und die„Nordd. Allg. Ztg.«« wird der„Bresl. Morgen Ztg.«« aus Berlin geschtteden: „Die Kritik eines Richterspruches ist in Deutschland streng untettagt, allen Menschen, nur nicht dem spiritas der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung««. In der sehr heiklen und zweifelhaften Sache der ParterdiSten— zweifelhaft vom Standpunkte der Reaktionäre— hatten dieselben die Genchte ange- rufen. Auf verschiedenen Wegen waren zwei Landgettchte zu demselben Urtbeil gelangt. Wohlgemerkt: Landgerichte, nicht laienhafte Schöffengerichte. Jeder Privatmann, der aus einer Eröheren Anzahl gleichlautender Klagen zunächst zwei zur Ver- andlung kommen läßt, würde nach solchem Ausgange die übrigen zurückziehen. Anders der Fiskus. Der Fiskus'st ein ungreifbares Ding, keine verantwortliche Persönlichkeit, und er befitzt eine Kasse, auS der er immerfott Geld herausnehmen kann und in die doch immer wieder von Anderen Geld hin- eingethan wird. Der FiskuS zahlt mit dem Gelde Aller. Auch Hasenclevers und Lerche's Geld trägt zu den Kosten bei, welche der Fiskus bis jetzt in den von denselben gewonnenen Pro- zefsen zu zahlen hat. Wenn es nun aber schon einem einfachen Staatsbürger wichtiger erscheinen sollte, die in erster Instanz verlorenen Prozesse in die zweite Instanz zr» tragen, so würde er doch ruhig und bescheiven das Resultat abwarten. Dem ungreif« baren Fiskus kommt diesmal ein greifbares Blatt zu Hilfe. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" erlaubt fich tn ihren Attikeln, die Gerichte zu Nordhausen und Halle zu rüffeln. Darauf kommt ihr Thun und Lassen heraus. Nickis Anderes ist es, wenn fie sagt, daß das Elkenntniß von Halle gegen die Reichsverfaffung verstößt, daß ein Abgeordneter, der Diäten nimmt, die Verfassung bricht. Die letztwiederholte Bemerkung mag ste ruhig thun. Jeder Abgeordnete, der Diäten nimmt, kann, wenn es der Mühe lohnt, die„Norddeutsche" dafür belangen. Ader die Kritik des GettchtS zu Halle ist unstatthaft. Ein liberales Blatt sollte einmal etwas Aehnliches zu thun versuchen, wie schnell wurde es wegen„contewpt of Conrt" belangt werden. Der Schluß der Besprechungen der„Nordd. Allg. Ztg.«« ist aber das Bemerkenswertheste in ihren Leistungen. Was fie sonst sagt, lassen wir unberühtt. Juttstische Deduktionen in ihren Spalten haben gar keinen Wetth. Recht gesprochen wird in den Gettchten, nicht in dem Hofgebäude der Wilhelmsttaße. kühne« Sprung über die Fensterbrüstung wagte und die andern Kläffer ihm in unmittelbarer Reihe folgten. Wohl- behalten in das Freie gelangt, erreichten sie auf Neben- wegen, viel früher al« das Bataillon, den Aufstellung«- platz. Oft nachher ist die Frage aufgeworfen worden, wie e« diese Thiere wisse« konnten, wohin da« Bataillon marschirt sei, auch fehlte es nicht an Witzlinge«, welche behaupteten, daß sie sich nur strenge an den Bataillonsbefehl hielte« und nicht direkt vachliefe«, sonder« auf Umwegen auf den Exerzierplatz kamen, aber e« war wirklich ein unver- gcßlich komischer Moment, al« der Major die„Hunde- racker«« bereit« schon da in Front aufmarschirt fand. Sei« Blick zeigte Erstaune», doch auch den grimmigsten Aerger; Fluch auf Fluch flog von seinen Lippe», Offiziere und Mannschaften lachten unverholen vor sich hin, und da« «ahm der„Stumertakel" al« belobende Anerkennung seines gelungenen Streiche« entgegen. Um ein übriges zu thun, zagte er an diesem Tage mit einem Feuereifer wie noch nie mit seinen Satelliten dem Bataillonskommandanten nach. Se. Exzellenz der Herr Feldmarschalllieutenant schien in einer ganz besonder« gute, Laune zu sei«, den« er lachte oft, mal«. Da« Schauspiel von zwölf langen, weit herabhän« gcnde« Hundezungen, in militärisch geordneten Doppelreihe« en carriere die Äataillonsfront ablaufend, an deren Spitze der Major wie ei» Vorreiter dahersauste, bot denn doch wirklich de« Komischen genug. Se. Exzellenz sprach über die Ausbildung des Bataillon« seine vollst« Zufriedenheit au«. Da« war ein großes Glück für den„Stummertakel" und sei» Gefolge, sowie für den Profoß. Bereits hatte der Adjutant den Befehl, die Hunde erschießen zu lassen und den Profoß einzuspenen. Dieser grausame, alle Offiziere und Soldaten tief betrübende Uka» wurde zurückgenommen.„Hoch Mertens!«« hörte man rufen. Aber Unteroffiziere und Jäger bewahrte« stet« Wenn aber daS offiziöse Blati schließlich nicht daran zweifelt, daß seine Auffaffung„auch in unserer Rechtsprechung schließlich zum Ausdruck aelanaen wird"— so wiid der ruhig denkende Staatsbürger fich schließlich mit dem Gedanken befreunden, es sei doch gut, daß das Reichsgericht— fich in Leipzig befindet. Welcher andere Zweck kann der Ausführung der„Nord- deutschen" untergelegt werden, als der stille Wunsch, nein, die Zuverficht, daß die höhere, mindestens die höchste Instanz, die„schließlich" zu befinden haben wird, fich weniger un- abhängig und selbstständig zeigen wird, als die unteren In- stanzen. Die„Norddeutsche" hat, so oit fie dafür haftbar ge- macht wurde, daß fie die Aeußerungen der Regierung repro- duzire, es entschieden abgelehnt, als Organ des Kanzlers be- trachtet zu werden und die volle Verantwortlichkeit für ihre eigenen Meinungen übernommen. In diesem Fall« glauben ton ihr das- Denn ihr Vorgehen steht in so krassem Widerspruch mit allem Reckt und aller Sitte und dem, was bei uns üblich ist, daß der Uebereifer sehr wohl in einem freiwillig- gouvernementalen Kopfe entstanden sein kann. Mag der Fiskus appelliren, mögen sämmtliche Diätenprozesse durch alle Instanzen aeschleppt werden— gut. Das ist das gute Recht des Fiskus. Aber das muß als zweifellos von ihm anerkannt werden, daß solche Hilfe, wie fie ihm die„Norddeutsche" gebracht hat, ganz dazu angethan, die Achtung vor der Rechtsprechung herabmsetzen und damit Staat und FiSrus mehr zu schädigen, als ein Dutzend gewonnener Prozesse ihm nützen können. Der Gesetzentwurf betr. die Unfallversicherung der Land- und forstwirthschaftlicken Arbeiter wird bekanntlich dem Reichstage wieder zugehen. Ueber die Abänderungen, welche derselbe erfahren hat, wird offiziös geschrieben:„Dem bei den bisherigen Birathungen ausgesprochenen Wunsche, daß den Beru'sgcnoficnschasten die Uebertragung der laufenden Verwaltung an Organe der Selbstverwaltung gestattet werden niöge, ist unter den erforderlichen Kautelcn entsprochen worden. Was die Krankenoerficherung betrifft, so hat es auch jeyt noch nicht für rathsam erachtet werden können, dieselbe durch eine allgemeine, rcichsgeseyliche Zwangspflicht für alle in der Land- und Forstwirthsckast beschäftigten Personen einzuführen. Da- gegen folgt der Entwurf den in der Reichstagslommisston ge- gcbenen Anregungen in so weit, als er die landesgesetzlrche oder statutarische Einführung der Kranlenoerficherungs- Pflicht für land- und forstwirthschaitliche Arbeiter dadurch zu fördern und zu erleichtern strebt, daß die Bestim- mungen deS Krankenverstcherungsgesetzes, soweit es fich um deren Anwendung auf land und forstwirthschafttiche Ar- deiter handelt, in einer den Verhältnissen der letzteren entsprechenden Weise abgeändert worden. Wenn die Reichstags- kommisston geneigt war, den Berufsgenoffenschaften die Er- stattung der während der ersten dreizehn Wochen nach dem Eintritt des Unfalls von Gemeinden oder Krankenkassen ge- währten freien ärztlichen Behandlung und Arzwi zur Pflicht zu machen, so stehen nach der Begründung des Entwurfes dieser weitgehenden Ecstattungspflicht ernste Bedenken entgegen und fie erscheint mit der im Unfallverficherungsgesctze grundsätzlich vorgesehenen Karenzzeit nicht vereinbar. Den Krankenkassen für land- und forstwirthschaftliche Arbeiter würde dadurch ein nicht gerechtfertigter Vortbeil gegenüber den Krankenkassen für industrielle Arbeiter gewährt werden, was insbesondere in solchen Kasseneinrichtungen schwer empfunden werden möchte, an denen industrielle und land- und forstwirthschaftliche Ardeiter gemeinsam betheiligt find. EinerErstattung an die Gemeinden aber, welch, n die Fürsorge für freien Arzt und freie Arznei während der ersten dreizehn Wochen nach dem Unfall bezüglich der nicht gegen Krankheit versicherten Verletzten hat übertragen werden müssen, steht insbesondere der Umstand entgegen, daß alsdann diejenigen Arbeitgeber, welche auf Grund statutarischer Be- stimmung Beiträge zur Krankenversicherung land- und forst- wuthschaftlicher Arbeiter leisten, inZihren Beiträgen zur Berufs- genossenschaft auch zu denjenigen Kosten herangezogen werden würden, welche der Bcrufsgenoffenschast für die nicht gegen Krankhett versicherten Arbeiter erwachsen find, daß solche Ar« beitgeber also doppelt belastet werden würden. Eine derartige Vorschrift kann anch nicht füglich durch den Hinweis gerecht« fertigt werden, daß den Gemeinden durch die Vorlage eine neue Belastung auferlegt werde, deren Abdürdung auf die Berufsgenoffenschaften aus dem Gestchtspuntte der Billialeit geboten sei. Die Ausgleichung jener Auflage liegt vielmehr in der Erleichterung der Armenlast der Gemeinden. Ueberdies sind die Gemeinden in der Lage, durch statutarische Einführung der Krankenverficherungspflicht und Begründung von Kranken- lassen der Fürsorge für die ersten dreizehn Wochen nach dem Unfall sich zu entziehen." München, 14. November. Die Petition an den Reichstag betriffend den sozialdemokratischen Entwurf eineS Arbeiler- schutzgcsetzes ist bereits von hier an das Bureau deS Reichs- tages abgesandt worden. Dieselbe trägt 13 292 Unter- fchriften. Zur Orientkrists liegen weitere Nachrichten vor, nach welchen die Serden den bulgarischen Ort Zaribrod eingenommen haben. Die serbischen Verluste sollen gering sein; 50 Bulgaren wurden gefangen genommen. Tie Bulgaren geben ihren Ver- lust b'.i Zaribrod auf 34 Todte und Verwundete an; der Ver- lust der Serben sei beträchtlicher. SerbischerseitS seien 6 Bataillone. 2 Schwadronen und 2 Batterien im Gefecht gewesen, während die Bulgaren, die alS Verlheidiger jedenfalls in ge- de« Bataillonshunde» große Dankbarkeit. Das hatte sein« Ursache. Die eme halbe Stunde von der Stadt entfernte Puloerthunnwache konnte in der Nacht weder von Patrouillen noch Ronden, am allerwenigste« von vlfitirenden Offizieren überrascht werden. Zo weitem Um- kreise, wie eine Postenkette, umlagerten die Bataillonshunde den Pulverthurm, wen» Jäger dort die Wache hatten. Alles hätte schlafe« können, denn der eigentliche Wachkom- Mandant war dann der„Stummertakel". Schlug dieser Lärm— und er soll es immer zu allererst gethan haben— dann war eS die höchste Zeit, au» der Bequemlichkeit zu trete«. Erzähllea ja die Zager oft, daß die Hunde genau zu unterscherden wußten, wer nur zufällig ihr Revier pasfirte oder wen der Dienst herbeiführte. Offiziere stellten fie ohne Unterschied. Wie wohlbedacht! Leider wmde einmal von einem preußischen Lieutenant dem Stadtkommando gemeldet, daß, wenn österreichische Zäger auf Pulverthurmwache kämen, die Visitation ganz unnütz sich ergebe, denn die beispiellose Wachsamkeit und da« Raffinement ihrer Bata,llonshu»de gestatie in keinerlei Art eine Ueberraschung d«S Posten». Schon wieder die verdammte« Hunderacker, fie müsse» mir vom Halse", schrie unser Major, al« er«enntniß von diesem Berichte bekam. Dieselben erschieße» zu lassen, daS widlrsprach de» Gefühle» seine« Herzen« denn doch, würde auch im Bataillon großen Unwillen erregt haben. Er er« sann ei» andre« unfehlbare» Mittel. Ich wurde gerufen. „Herr Lieutenant, Sie führe« am Montag emen großen Tra»»port ausgedienter Zäger nach Kaaden in Böhmen. Zch ersuche Sie, alle Handeracker mitzunehme« und mir za keine« wiederzubringen." Dieser Wunsch war mir Befehl. Noch aufder Stiege hörte ich, daß der Major mir nachrief:„Den .Slummertakel" vergesse» Sie mir ja nicht!" Zu jener Zeit gab t» nur nuf der Route von Bam- bera»ach Hof Eisenbahn. Volle drei Wochen marschierte ich durch Bayern. Meine Zäger hatten Gluck mit der Ver- «erthung der Hunde. Fast jeden zweite« oder dritten ag wurde unterwegs einer unserer Köter verkauft, der schützte Stellung fich defanden, nur ein Bataillon Regulärer und ein Milizbataillon ins Feuer brachten.— Am Sonntag fand ein weiterer Angriff der Serben auf das kleine bulgarische Städtchen Dragoman statt. Die bulgarischen Truppen, welche Diagoman besetzt hatten, betrugen 2000 Mann. Dieselben hatten den Artillerieangriff deS an Zahl sehr überlegenen Feindes auszuhalten und leisteten bis zum Einbruch der Nacht Widerstand. Ein weiteres Telegramm meldet: Dragoman wurde nach tapferer Vertheidigung definitiv aufgegeben; die Bulgaren konzentriren fich bei Slwnitza, wo beule ein Angriff der Serben erwartet wird. Letztere rücken mit großen Streit- krästen vor. — Der Pforte ist von Serbien und Bulgarien alsbald am Eonnabend Mittheilung von dem eingetretenen Kriegszu- stände gemacht worden. Der Fürst von Bulgarien hat den Sultan telegraphisch um Hilfe gegen die Serben gebeten. Der serbische Gesandte Gruic notifizirte der Pfoite, daß Ser- dien in Folge der Provokationen der Bulgaren und ihres An« griff» auf die serbifche Armee in Vlasfina, Bulgarien den Krieg erklärt habe. Zugleich gab Gruic die Verficherung, Serbien halte seine früher« Erklärung aufrecht, daß es nicht nur auf die Wiederherstellung, sondern auch für die Bcfestt- gung der Autorität des Sultans in den Balkanländern dedacht sei. Die türkischen Minister traten alsbald zu einer außeror- denttichen Sitzung zusammen. — Die serbische Regierung hat eine Note an die Mächte gerichtet, in welcher eS heißt, Serbien müsse, durch die revolu- tionäre Politik Bulgariens gezwungen, die Waffen ergreifen; im Vertrauen auf die Gerechtigkeit der Mächte gehe Serbien in den Kampf.— Von der Konferenz wird nur gemeldet, daß fie fich bis heute vertagt hat. — Die Londoner Presse verdammt fast einstimmig daS Vorgehen Serbiens und befürchtet, daß daraus ernste Berwicke- lungen entstehen werden. Die„Times" sprechen den Argwohn aus, Serbien handle unter den Eingebungen Oesterreichs und meint, daß das österreichisch- deutsche Bündniß gefährdet sei, falls Fürst Bismarck dabei beharre, seine Politik zu Gunsten Rußlands zu gestaltm. « g k, p t- Die Pforte hat im Einverständniß mit England einen Kommissär in der Person von Achmed Mukhtar Pascha nach Egypten entsandt. Welche Zwecke der türkische Kommissär in Egypten verfolgen soll, ist nicht recht klar. In Kairo soll man mit der diesbezüglichen Anordnung deS Sultans sehr zufrieden sein, und der englische Epczialgesandte Wolff ist ebenfalls da- mtt zufrieden. Augenscheinlich wird der Türke von den Eng« ländern dazu benutzt werden, für fie die Kastanien auS dem Feuer zu holen. Mukhtar Pascha wird von den Mitgliedern seines Haushalt» degleitet sein, woraus man schließt, daß er in Egypten seinen längeren Aufenthalt nehmen wird. Die Pfoite hat speziell befohlen, daß sämmtliche Unkosten in Verbindung mit der Herstellung und Einrichtung einer Wohnung für den ottomanischen Kommissär dem türkischen Schatzamt in Rechnung gestellt werden sollen. ZoKales. Unter den regelmäßigen Arbeiten, welche daS städtische Etatistische Bureau geräuschlos zu dewälliaen hat, befindet fich auch die Preisstatistik des Roggenbrodcs. Es hatte fich nämlich herausgestellt, daß die vom Polizeipräsidium ermittelten in d.m statistischen Jahrbuch« der Stadt mitgetheilten Brodpreise nicht genügten, und es wurde daher die selbstständige Erhebung dieser Statistik mit Rücksicht auf ihre besondere Wichtigkeit ge- rade in heutiger Zeit in Anregung gebracht. Die Aufnahme geschieht in der Art, daß bei einer Anzabl von mehr in den Stadttheilen der Peripherie wohnenden Bäckern Brede ange- kauft und auf der städtischen Rathswaage vermögen werden. Die Berechnungen des Preises für ein bestimmtes Gewicht werden im Statistischen Amt ausgeführt und notiit- Länge der Wohnzeit in großen Städten. Gelegent- ltch der Wohnungsaufnahme in Breslau ist seitens des statistischen Amtes dieser Stadt auch die Bewohnungsdauer Von 1000 Wohnungen waren danach de- untersucht werden. zogen: »m Jahre 1880. 1879. 1878. 1877. 1876. früher in Berlin . 347 . 195 . 128 . 81 . 56 187 in Breslau 340 174 116 76 51 210 in Leipzig 277 162 120 88 62 250 In Berlin und Breslau haben mehr als die Hälfte aller Wohnungen eine kürzere als zweijährige Bewohnungsdauer, und zwar ist dieselbe in Berlin noch kürzer als in Breslau. Dagegen zeichnet fich Leipzig durch eine längere Bewohnungs- dauer aus. Vorzugsweise dem Wechsel ihrer Inhaber unter- worfen find natürlich die MiethS Wohnungen. Auch hinfichtlich ihrer Größe stehen die Eigenthümer-, Dienst, und Freiwoh- nungen weit voran. Sie enthalten nicht nur eine große Zrmmerzahl, sondern ihre Bewohner«freuen fich auch einer geringeren BevölkerungSstärke als die der Mietherwohnungen. Gegen den vor einigen Tagen polizeilich festgc- nommenen aber von dem Gericht wieder entlassenen Agenten „Stummertakel" zu allerletzt. Ei« Zolleinnehmer wurde der glückliche Besitzer. Vier Wochen nachher trat ich mtt einem Rekruten- tranSport den Rückmarsch nach Frankfurt an. Z» Asch sagte ich beim Passiren de« Zollhauses dem wehmüthig zum Fcnstcr herautblickenden„Stummertakel" ein Lebewohl Wahrscheinlich für immer! Wer malte aber unser Erstaunen al« derselbe zwei Tage darauf im vollen Galopp freudig bellend läng« der Kolonne an mich heransprengte, um mir sein Wiedereinrücke» gehorsamst zu melden! Und so brachte jeder Szenen freudigen Wieder sehen«, jeden Tag kam einer der Untergebenen„Stummertakel»' wieder bei uns an. Als ich am letzten Novembertage 1852 vcn Aschaffenburg nach Frankfurt aufbrach und meine Leute nochmal« inspizirte, um dem mir entgegenkommenden Herrn Major keinen Anlaß zu Au«- stelluvgen zu gebe», da stand am linken Flügel der „Stummertakel" mit angeschnalltem Feldzeichen von Eichen- laub. Sprechen konnte er allerdings nicht, aber sein Blick sagte mir zu deutlich seine Meldung:„Herr Lieutenant hier bin ich und nicht ei« einziger meiner von Frankfurt seiner- zeit mitgenommenen Satelltte» fehlt." Das war wohl reckt schön, ich war tief gerührt, mir flösse» Thränen au« den Augen vor— Lachen: doch der Major, al« dieser fie wieder- sah, schrie laut auf:„O, du mein lieber Himmel, die Hunde. racker sind schon wieder da." Kerliiirr Watn. Belle« Allianee- Theater.„Kyritz-Pyritz" tzj.[„m., Gesangspoffe von H. Wicken und O. JustinuS. hat wieder in?- Anziehungskraft auf da» Glänzendste bewäürt. Am Sonnt«» war da« HauS total ausverkauft und nach dem Beif«» urtheilen. der sämmtlichen Darstellern gespendet wurde w-rri« die lustigen Sange- b-üder noch sebr oft ihre Sä.'ons«� antteter. Nur für den nächsten Sonntag(Todleniest� eine Unterbrechung statt, da an diesem Tage das eff.ttnnN. Schauspiel„Ein Fallissement" von Björnson zur Auffübrun» gelangen soll. vlu"8 Angelo di Dio find zufolge unserer ersten Notiz so viele# zeigen wegen Betrugs bei der Kriminalpolizei eingegangen, dq fich letztere veranlaßt gesehen hat. denselben wiederum feßf nehmen und der Staatsanwaltschaft vorzuführen.— fc1«1 di Dio ist übrigens eine Hauptstütze der hiefigen W" semiten. Mittheilungen über die Bewegung der Bevölteru« der Stadt Berttn. In der Woche vom 18. bis 24. v. fanden 493 Eheschließungen statt. Ledendgeborcn war» 780 Kinder, darunter 92 außerebelich. Todtgeboren«*? 30 mit 4 außerehelichen. Die Zahl der Eterbefälle betrug 5�- Von den Gestorbenen erlagen an Masern 2, Schaciach»■ Diphtheritis 41, Bräune 5, Keuchhusten 9. Kinddettfieb« Typhus 4, Altersschwäche 15, Gehirnschlag 11, Lungenentzi»» dung 45, Lungenschwindsucht 74, Diarrhöe 10, Brechdus» fall 10, Magendarmkatarrh 4. Durch Vergiftung kamen 3 i®1 sonen um, hierdurch 2 durch Selbstmord. 1 durch Alkohols"' gittung(Delirium tremens). Eines gewaltsamen Todes statte 19 Personen, und zwar durch Uedertahren 1, Sturz ott> Schlag 5, Erschießen 4, Erhängen 5, Erttinken 3, anderes waltsame Todesursachen 1. Hierunter find 7 Todesfälle dum Unglücksfälle, 12 durch Selbstmord herbeigeführt Unter W Gestorbenen find 248 inkl. 28 außereheliche Kinder Mi» 5 Jahren, also 47 9 vCt. Im Alter von 5 bis 15 8«% starben 27, 15 bis 20 Jahren 5, 20 bis 30 Jahren 38, 30* 40 Jahren 43, 40 bis 60 Jaaren 8t. 60 bis 80 Jahren» über 80 Jahre 9 Personen. Im ersten Lebensjahre 128 eheliche, 22 uneheliche, zusammen 150 Kinder, und 1®® im 1. Monat 33, 2. Monat 22, 3. Monat 12, 4. Monat>> 5. Monat 11. 6. Monat 4, 7. Monat 10, 8. Monat A 9. Monat 9, 10. bis 12. Monat 23. Davon waren mit Muttermilch 22. Ammenmilch 3. Thiermilch 83,% surrogaten—, gemischter Nahrung 16, nicht angegebener rung 26. In hiefigen Krankenhäusern starben 113, einsah lich 9 Auswärtige, welche zur Behandlung hierhergedn» waren, und zwar: im Elisabeth- Krankenhaus 5, ElifahA Kinderhospital—, Bethanien 9, Fnediicksha'n 22, HedwV' Krankenhaus 7, Jüdisches Krankenhaus 6, Klinikum 2, llmf? fitäts Frauenklinik 2, Augusta Hospital 6, Lazai us-Kran«»' baue 7, Militär Lazareth Städtisches Krankenhaus MoaW?, Charit« 19. Auf die 13 Standesämter vertheilen sick? Todesfälle folgendermaßen: Berlin- Köln> Dmotheenstav* Friedrichstadt 20, Friedrich- und Schönebcrger Sßotfto»*' Friedrich und Tempelbofer Voistadt 34. Louisenstadt?. leits 52. Louisenstadt diesseits und Neu Köln 53, SnostG Viertel 77. Königstadt 36, Spandauer Viertel 30, Rasens Vorstadt 73, Oranienburger Vorstadt 43. Friedrich-Wild� stadl und Moabit 23, Wedding 33. Die L- bendgeborenen? 31,5, die Todtgedorenen 1,2, die Eterbefälle 20,8 pro? der fortgeschttebcncn Bevölkerungszahl(1 291 604). Es 0% 5235 Zugezogene, 1878 Weggezogene gemeldet, so daß Bevölkerung mit Einrechnung 3439 vermehrt hat' die Bec„. am Schlüsse der Berichtswoche um i lmo. in der Wocke vom 25. bis 31. v. M. zur Meldung gekornw� JnfeklionsErkrankungSsälle betrug an Typhus 22, Mas®", Scharlach 87, Diphth.ritiS 184.'Kindbetlfieber 6. Die Zahlen unter diesen Erk, ankungen entfallen auf Standesaiw mit 78, X mit 44. XI mit 33, Xlll mit 32 Fällen._ j| In dem Neubau de« Grundstücke« vergmananft. wurde gestern ftüh in einem Hauten Lehm die Lcit«'jäj neugeborenen Kindes männlichen Gifchkcchts aufgefunden„ zum LdduktionShause geschafft. Nach den vorgefun�. Spuren hat an dem Fundorte kurz vorher eine EnlW» stattgefunden. Das Kind ist wahrscheinlich bald nach df; ü burt von der Mutter erwürgt worden. Der Verda«' � Kindesmordes wird auf eine Frauensperson gelenkt, d» � Eingänge deS Bauzaunes heute Morgen gegen 7 litt% Bauarbeitern gesehen woiden, als fie fich von dort und die Bergmannstraße an den Kirchhöfen entlang ginz-.2j, selbe ist oon kleiner Statur, hat dunkles Haar, war oh»' � bcdeckung und trug ein sckwarzeS Kleid und Jaquet. Von einem jener Selbstmorde, welche fich �«o amerikanisches Duell nennen, meldet ein Berichteista''�:� Potsdam. Auffälliger Weise wissen die Potsdamer noch nichts davon, wir geben also die Nachricht mtt wieder: In der Nähe der königlichen Ställe bei der MA, insel wurde Ende voriger Woche die Leiche eine« unbe»�, jungen Mannes, anscheinend eines Studenten, im|i« »tnd aufgefunden. Der Todte hielt mit der rechten 6%.� einläufige Pistole fest umklammert, an der rechten fUl w°r durch eine etwa faustgroße(?) Oeffnung daS �— o-- der mit einem»Ap In den Taschen deS'Todten, Wmieruberzieber und dunklem Anzug dellerver ipr neben einem Portemonnaie mit 78 Pf. JnhaU.«%*% wch und einer mit Pulver und Kugeln gefüllten Ble»V°',� Bnefbogen geftmdon, auf dem nur zu lesen war. ,/ m N"tter— Ursache amerikanisches Duell F. E. et. m-„ Veranlassung des ReviersörsterS wurde die Leiche dem ForsthauS Stolp gebracht und den Behörden von+■ wurde�vor�ernem Spandauer Polizeibeamten in m ssssmmM ßramm« mit den NMSWSzj der sich für einen Verfolger des Mörders der Jrafpk ausgab. Der Verhastete«st jetzt als ein Ber- "tt Echloffeimeister teloonoSjirt worden, dessen Geist in F?k.vre ausgab. Der Verhastete Iß jetzt »r Echloffermeister rekognoSjirt worden, dessen Geist nlSt., er über jene traurige Affaire verbreiteten Nachrichten 5w a! Zerrüttet und von einer fixen Idee ergriffen ist. flaUn rcn*"** seiner Familie wieder zugeführt .„-Iu.der Paepke'schen Siaubmordsache wird folgendes noWstdst: In Veranlassung einer Nachfrage, welche bei den « �er in der Ztähe des Thatortes belegenen Gemeinde» stattfand, hat ein dreizehnjähriger Knabe folgende Anzeige JZ ,!\®r habe am 3. November um IV« Uhr den Kauf« ir.«.ü en von Bade in demj Hause Treysestraße 10 be- in x' unl �nkritzm zu kaufen. Wahrend seiner Anwesenheit Kleid�- �äufetn Kktüllten Laden sei ein Mann in reduzirter Uni'""8 bleicher Gefichtifarbe, rötblich blonden, enem Voll- und Schnurrbart, bekleidet kurz ge- ""w utnnun mit dunklem Rock, »it.!'Meinender, abgetragener und zerrissener Hose, sowie «u ewem schwarzen Hut in den Laden gekommen und habe Frau Pacpke in dem Hause wohne. Die diener des Bade'schen Geschäfts wissen fich auf diesen uum k h'tt zu erinnern, geben jedoch zu, daß fie denselben hj., l�en resp. überhört haben können. Die Kriminalpolizei 0u J'0tBvet fönen, welche dieselbe Wahrnehmung gemacht haben, W m gähnte Schüler, fich melden.— Ueber ihrelAuffaffung Btm.v'ten� erklärt die Polizei: Eine in der Paepke'schen Nuti., s°te von mehreren hiefigen Zeitungen gebrachte �.«scheint geeignet, das Publikum, welche? bisher in tijJ."'Berihet Weise die Nachforschungen der Behörden unter- ftai' führen. Den ZeituiraS-Redaktionen ist Stttk?r 00n einem angeblich zuverläsfigen Gewährsmann die stm zugegangen, daß man selbst in polizeilichen Streifen MswS Annahme eines Raubmordes zurückgekommen sei. Die -"eigen Behörden und Beamten haben aber niemals daran stlt. daß der Thatbestand des Raubmordes vorliegt, und nach dem Befunde ein vernünftiger Zweifel daran Vaß ein Raubmord vorliegt, sondern man ist im Hiii, � nur unficher gewesen, ob hier ein Raubmord, plarr- tomi?°.n.einem gewerbsmäßigen Verbrecher angelegt, de- tetef>. cr ns" etwa ein Gelegenheitsdiebstahl durch unvor- Jjeflene Umstände einen so verhängnißvollen AuSgang ge- �en habe.) tt�eiizet- Bericht. Am 13. d.M. Vormittags verunglückte tot. it?.1 Gummiwaaren-Fabrik von Schwanitz u. Co., Müller- i7l/i72' beschäftigte Arbeiterin Breil dadurch, daß fie ei, Boden beim Aufhängen gewaschener Gummis über Fußboden liegendes Dampfrohr fiel und das linke b,, Ästidem brach.— Am 14. d. M. Morgens erhängte fich in ihrer Wohnung in der Köpnickerstraße.— Um W i�.Seit wurde im Flur des Haufe? Neue Hochstraße 28 eines neugeborenen Kindt? aufgefunden und nach gebracht.— An demselben Tage Vor- eiter Klaus, als er mit einem Heuwagen toiil" �»noea des An »urbe � gequetscht und das linke Ohr fast ganz abgerissen �sn� vch Anlegung eines Nothverbandes fand der Verletzte eitle' � m der Charitte.— An demselben Tage Mittags wurde beim Uebersckreiten de' ledrichsstraße 134 von i. m„ Quetschungen am Kopfe und an der lrnken Brust. '-lbe" Wie& beim Uebersckreiten des Stroßendammes vor dem �d eiiii. �ucbsftraße 134 von e.ner Equipage überfahren - Am»Quetschungen am Kopfe und an der linken Brust. hintkr �nö desselben Tages versuchte ein obdachloser Arbeiter, itzwalkerstraße zog, das Bedürfniß, ihre Korridorthüre mit einem und einer Sicherheilskette versehen zu lassen und "r fie ihr Dienstmädchen, einen der auf dem Neu- Mims�an befindlichen Schloffer zu holen. Da? »en" chen wandte fich dort aber an den Ange- l"'' W» dieser nahm den Auftrag an und führte ihn mit .">! nnh schloff ermeifters Feibicke aus, der daS Material lie« i.�,btm �ch die Rechnung ausstellte. Da der Angeklagte Akt.."ntafchten Betrage dem Feidicke nichts abgeführt hat, A'ftisch j erer ihn wegen Unterschlagung demmzirt. Choral« S Sten v, niancher Beziehung war die Autlassung des An« ,kti�• dn im reinsten Berliner Jargon folgende Verthei- N rrfn«F bült:„Ick jing hin zu Meester Feibriefen, der bei jn.u anschweeßen mußte, un sagte ihn det von wejen „.�-rk ßnlK* er mir y...............| schllla»."nnig un'ne Kette for 7'/, un tck jing. "e rss.�bre Jeschichte an. Hernacheni gab Kibrcke Z�e er. �."ng übet 13 Mark 50 Ferrje, so ville machte, det Ä«.�nien)>> nng erst mit die Rechnung nach die Destillatton �ii."g ,.�nn hier traf ick den Glasermeester, den ick die W1«ich �n dhat. Menschentkind, sagde der, dafor kannst "'.Aachen, det muß mehr kosten un er reißt mir die . anschweeßen mußte, un sagte ihn.............. die Kette nebenan. Det wird n feinet Jeschäft, ,.dte olle Schraube werin wir orntlich Hochnehmen, �ckune er mir hin un ließ een Schloß holen for LZ"utta niiF �en, oer mutz mevr losten un er reißt mir die jL�en btuni-r". rch un schreibt tene andere mit meinen fe. j»»' 2Ä Ä.Ä Ä Slu? einmal der exordito kb NZ die i,l! Beweisausnahme gewann ...... I....... der Gerichtshof —______— dt? Angeklagren vielfach Vorbestraften zu 5 Wochen reinsten Waffer, in desolater wurde gestern durch einen WMWMZ '"d gegen ihn angestrengt hatte. Man hat lange nach dem Aufenthaltsorte des Verklagten geforscht und ihn schließlich in der Strafanstalt zu Rummelsburg entdeckt� woselbst er gerade seine zehnte Strafe wegen Betteln? ui VagabundirenS verbüßte. Außerdem ist er zweimal wessen Unterschlagung vorbestraft. Mit ihm war gleichzeitig der frühere Herausgeber des genannten Blattes, Lieber» mann v. Sonnenberg angeklagt, weil der Kläger auch ihn ver» antwortlich gemacht haben wollte für zwei Artikel, welche der Klage zu Grunde lagen und die am 27. resp. 30. November v. I. in der„Deutschen Volkszeitung" erschienen waren. Die- selben beschäftigten fich mit dem Vorleben deS Klägers in der gehäsfiasten Weise und als Biderfeld nach dem Erscheinen deS ersten Artikels in der Redaktion erschien, um die über ihn ge- machten Behauptungen zu widerlegen, wurde ibm von Herrn v. Liebermann die Thür gewiesen, bevor er zu Worte gelangte. Dieses letzteren Renkontre war in dem zweiten Artikel Erwäh- nung gethan und schloß daraus der Kläger, daß Herr von Liebermann der Verfasser beider Artikel sei. Der Angeklagte Hirsch erklärte die, volle Verantwortlichkeit für beide Artikel übernehmen zu wollen, während v. Liebermann sowohl die Verfasserschaft als sonstige Betheiligung in Abrede stellte. Einer der Redatteure würde wohl bei dem Offenstehen der Thüren Ohrenzeuge von seinem Renkontte mit Biberfeld gewesen sein und hiervon in dem zweiten Artikel Gebrauch gemacht haben. Die Vergangenheit des Hirsch, der bei ihm die Stellung eines Korrektors inne hatte und nur in Stellvertretung des Redakteurs zeichnete, sei ihm völlig fremd gewesen und derselbe müsse erst nach seiner Entlassung so weit beruntergekommen sein. Der Vertreter des Kläaers, R.-A. Tprensurtb, beantragte die Verurthrilung beider Angeklagten, da die Betheiligung des Herrn v. Sonnenberg aus dem Tbat- bestände zu schließen sei, während R.-A. Lindenberg als Bei- stand deS Verklagten v.S. einen Beweis gegen denselben nicht für erbracht hielt. Dieser Auffassung schloß fich der Gerichtshof an, indem er nur den Angeklagten Hirsch und zwar zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilte, dem Kläger auch die Publi- kationsbefugniß in der„Voss. Ztg." zusprach. Liebermann v. Sonnenberg wurde freigesprochen. Eine neue Schwurgerichtsperiode des Landgerichts l hat gestern unter dem Vorfitze des Landgerichtsdirektors Humbert mit einer Anklage wegen Meineide? begonnen, welche des Interessanten nichts bot. Auch unter den übrigen zur Verhandlung gelangenden Sachen befinden fich wenige, welche ein allgemeineres Interesse in Anspruch nehmen, der Verhandlungstermin gegen den Raubmörder Schunicht ist in dieser Periode noch nicht angesetzt und wird vorausfichtlich erst in der nächsten, der letzten in diesem Jahre, stattfinden. Rom. Ein unerhörter Gerichtsskandal hat fich kürzlich in Viterdo bei Rom zugetragen. Die dortigen Asstsen sprachen nämlich den des Mordes angeklagten Sizilianer Calvagno, sowie alle seine muthmaßlichen Mitschuldigen einstimmig frei, obwohl mehrere davon geständig waren. AlS der Gerichts- präfident gegen dies Verditt coram pnblico protestirte, rottete fich die Bürgerschaft zusammen und drang wüthend in den Gerichtssaal, um den Präfidenten und den Generalprokurator zu massakriren. Beide retteten fich nur durch eine Hinterthür vor der Volkswuth. Von Karadinieri cSkortirt, mußten fie heimlich nach der nächsten Bahnstation flüchten. Jetzt erhebt der Präfident gegen die Vertheidiger, die sämmtlich Deputirte nnd, die Anschuldigung, fie hätten die Jury bestochen. AlS Antwort darauf hat das Munizipium von Viterdo die sofortige Absetzung des Präfidenten gefordert. Der ganze Streitfall er- regt in Italien ungeheueres Aufsehen, zumal der Prozeß Cal- vagno neun Jahre gedauert und schon sechs Schwurgerichte de- beschäftigt hat, um nunmehr mit einer Freisprechung zu enden. DaS Akten Material betrug 120 Bände. Uerewe und Nersammlungen. tk In der Kommunalwähler-Versammlung, die am 15. d. M. unter Vorsttz deS Herrn Kaufhold im Louisen- städtischen Konzerthause tagte, stellten fich die beiden Kandi« boten für den 19. und 21. Kommunal-Wahlbezirk ihren resp. Wählern vor und hielten Ansprachen an dieselben. Herr Zubeil, Tischler. Kandidat der Ardeiterpartei im 19. Bezirk, begann seinen Vortrag mit dem Hinweise auf die Thatsache, daß vor zwei Jahren die arbeitende Bevölkerung Berlins die Anschauung, die Arbeiter Berlins seien nicht im Stande, eigene Kandidaten bei der Wahl durchzubringen, glänzend Lügen ge- sttaft. ES sei ihnen gelungen, fünf Vertreter in die Stadtvertretung zu senden und ein eigenes Programm aufzustellen, welches auch heute noch maßgebend sei. Dieses der fortschritt« lichen Majorität gegenüber zur Durchführung zu bringen, sei für die fünf Vertreter der Arbeiterpartei allerdings eine un- erfüllbare Aufgabe gewesen; ttotzdem aber hätten fie sehr segensreich gewirkt, indem fie die Arbetter darüber aufklärten, waS in der Stadtverordneten-Versammlung vorgehe und von dieser beschlossen werde, indem fie daS bis dahin schlummernde Interesse für kommunale Angelegenheiten in den Arbeitern wachgerufen hätten. Und die Arbeiter hatten daS unbestreitbare Recht. in der Stadtverwaltung eine eigene Vertretung zu haben, weil nur Arbeiter im Stande seien, vre Interessen der Arbeiter in angemessener Weise zu»ertreten Die deutsch« freisinnige Partei bezeichne in ihren Wahlflugblattern die Arbeite-Stadtverordneten als Gegner, welche auS der Stadt- verordnelen-Versammlung entfernt und durch Mannet ihrer Parteirichtung ersetzt werden müßten. Wenn auch vre Ver- treter der Arbeiterpartei Gegner der manchesterl chen An- schauungen seien, so seien fie dock keinesfalls Gegner der Förde« rung des allgemeinen Wohle«. In selben Athemzuge, in dem fie die Entfernung der Arbeiter Stadtverordneten auS der Stadtverordneten-Verfammlung forderten, behaupteten fie. Jeder sei willkommen, der ohne Rückficht auf rriigrose oder politische m Arbeiterpartei durchdrungen find. Kr. I« der gutbesuchten Versammlung der Zimmer- e, die am Sonntag in der Tonhalle unter dem Vorfitze der Herren Darge»und Seitzt stattfand, gab Herr Menzel zu- nächst die Abrechnung über den Generalfonds. Es haben vom 17. Juli bis 31. Oktober inklufive des Bestandes 438,13 Ml., die Einnahmen 4131,08 Mk., die Ausgaben 2095,73 M. be. tragen, von dem Bestände 2035,30 M. find bei der Sparkasse angelegt 1800 M. Darauf theilte Herr Seitzt das Schreiben mit, durch welches die Lohnkommisfion den Meistern Kenntniß gegeben von der am 11. Oftober in einer öffentlichen Versammlung der Gesellen einstimmig angenommenen Resolution, in welcher vom kommenden F ühjahr ab ein Lohn von 50 Pf. pro Stunde bei einem 9 stündigen Arbeitstage gefordert wird, und die Antwort, welche auf dieses Schreiben das Geschäfts» amt des Bundes(Innung) der Bau-, Maurer- und Zimmer- meister Berlins der Lohnkommisfion hat zugehen lassen. In diesem Antwortschreiben wird von der Lohnkommisfion die Be- antwortung der folgenden Fragen gefordert: 1. Wer ist die Lobntommisfion- Name und Charakter der Mitglieder? 2. Wer hat die Lohnkommisfion gewählt? Der Fachverein oder eine öffentliche Versammlung?— Wann letzteres der Fall gewesen?— 3. Wie viele Gesellen waren in der Versammlung>m 11. Oktober anwesend?- 4. Wie lange dauert daS Mandat der Lohnkommisfion?- Herr Echönstein als Referent meinte, daß die Herren Innung?« merster alles, wonach fie fragen, schon wüßten; erinnerte daran, daß sie in einem Zirkular erklärt hätten, es sei unter ihrer Würde, in einer Gesellen-Versammlung zu erscheinen, und rieth davon ab, mit dem Bunde der JnnungSmeister, der ja bei dem Maurerstreik seinen Standpunkt zur Genüge doku« mentirt habe, weiter zu verhandeln: Herr Seitzt legte die AnWorten vor, welche die Lohnkommisfion zu geben beschloffen habe, nämlich ad 1. daß die Lohnkommisfion auS 7 Zimmer» gesellen bestehe, die in Berlin und Umgegend wohnen; ad 2. daß die Wahl der Lohnkommisfion in einer öffentlichen zahlreichen Versammlung der Zimmerleute, zu welcher die Ein« ladung durch Säulenplakate erfolgt sei, stattgefunden habe; ad 3. daß die Anzahl der am 11. Oktober in Buggenhagen'S großem Saale versammelt gewesenen Zimmergesellen auf zirka 2200 geschätzt worden sei; ad 4, daß die Lohnkommisfion ihr Mandat so lange habe, als fie das Vertrauen der Zimmerleute befitze, von denen fie gewählt sei, und daß dieselbe, falls fie vom Bunde der Jnnungsmeister nicht anerkannt werden sollte, eine Abstimmung sämmtlicher in Berlin und Umgegend woh« nenden Zimmerleute mittels Listen veranstalten werde. Nach« dem Herr Darge fich in ähnlicher Weise, wie Herr Schönstein, ausgesprochen, dagegen die Herren Klemm, Hintze, Langner, Weiß und Seitzt unter Hinweis darauf, daß der Bund der Jnnungsmeister auf Grund des Unfallverstcherungs Gesese? eine über ganz Deutschland verbreitete Genossenschaft geworden sei, für Fortsetzung der Verhandlungen mit dem Bundeder Jnnungsmeister und für festes Behanen bei dem Beschlüsse vom 11. Okt. eingetreten warm, wurde die Lohnkommisfion einstimmig beauftragt» die von ihr vorgelegten Antworten dem Bunde der Meister baldigst zu übermitteln. Ad 1 auch die Namen der Mitglieder der destehenden Lohnkommisfion anzugebm, wurde ausdrücklich für unnöthig erklärt. ErwähnenSwerth dürste noch sein, daß Herr Darge die Zahl der Zimmergesellen Deutschlands auf ca. 128 000, die der Zimmermeister überhaupt auf ca. 55 000 und die der Zimmermeister, welche JnnungSmitglieder find, auf ca, 14000 angab. Kfs. Der Verein zur Wahrung der Interesse« der Berliner Maurer hielt am Sonntag Vormittag, Lothringer- sttaße 37, eine zahlreich desuchte Mitglieder� Generalversammlung unter dem Vorfitze des Herrn Bohrend ab und hörte zu- nächst einen Vortrag deS emer. Predigers Herrn Kendziora über den„Materialismus" an. Der Voriraa wurde, auf An« trag deS Herrn Scheel, nicht diSkutirt. Auch meldete fich auf die Aufforderung, den Vortragenden über einzelne, ewa un- verständlich gebliebene Punkte um Aufklärung ,u befragen, Niemand zum Wort. Im weiteren Verlaufe der Versammlung wurden Unterstützungsangelegenheiten erledigt. Ein seit zehn Wochen krankes Mitglied erhielt 20 Ä. bewilligt. Ferner wählte die Versammlung eine auS drei Mitgliedern bestehende Kommisfion zur Prüfung der einlaufenden UnterstützungS« gesucht und nahm einen die Vereins Geschäftsordnung de« treffenden Antrag an, welcher den Vorfitzenden ermächtigt, Leuten, welch«, ohne daß ihnen das Wort ertheilt ist, durch Zwischenrufe oder Zwischengespräche die Verhandlungen fort« gesetzt stören, auS der Versammlung zu verweisen. * �Der Fachveretn der Granit- und Marmorarbetter beschäftigte fich in seiner letzten Sitzung mit folgender Tages« Ordnung: 1. Bericht der Lohnkommisfion, 2. Verschiedenes. Der Referent der Lohnkommisfion erstattete Bericht über die bisherigen Verhandlungen mit den einzelnen Fabrikanten. Eine größere Firma hatte erklärt, daß die Löhne, welche mit den Schrifthauern vereinbart wurden, von einigen Meistern und Gesellen nicht eingehalten seien, und der Firma daher eine sehr drückende Konkurrenz gemacht werde. Nichts Besseres verspreche fich die Firma von der Vereinbarung der Löhne mtt den Marmorarbeitern. Einige Fabrikanten hatten fich beklagt über eine Firma in Riesa a./E., welche mit Marmorwaarcn fast ganz Berlin über- schwemme. Dieses wurde jedoch von der Versammlung nur als ein Schreckschuß betrachtet, da doch die Herren in Riesa unmöglich ihre Maare verschleudern könnten. Der Vorstvende Versammlung der Steinmetzen besucht und sei zu der Ueber« zeugung gekommen, daß man nur etwas erzielen könne, wenn man mit den auswärtigen Fachgenossen in Verbindung trete. Herr Hofmann empfielt zu diesem Zwecke das Abonnement auf de«„Bauhandwerker". Ferner wurde beschlösset,, daß dm Mitglredem, welche 3 Monate Beiträge restiren, durch daS Arbeitsnachweis- Bureau keine Arbeit nachgewiesen wer» den soll. � Bezirksverein deS werkthätigen Volkes im Lg., 30. und 31. Kommunal-Wahlbezirk. In der General. Ver- sammlung am 10. November cr. erstattete der Kasstrer Herr Franke Bericht über die Kaffenverhältniffe des Vereins Er fordete ferner die Mitglieder auf. ihre Beiträge regelmäßiger abzuliefern, da nur dadurch ein günstiger Abschluß erzielt werden kann. Die Versammlung erlheilte dem Kasfirer De- charge.— An Stelle des durch andauernde Krankheit verhin- betten 1. Schriftführers Herrn Tübbccke wurde Herr Bodcnbura gewählt.- Der Antrag auf Aenderung des Vereinsnamens wurde einstimmig angenommen. Demnach heißt der Verein Krüger, dahingehend, die Mitgliederversammlungen monatlich nur einmal abzuhalten, wurde nach lebhafter Debatte vom Ä»"'—»« An die Arbeiter der Perlmutter, Hartgummi und Knocheu-Branche. Kollegen! Die anerkannt schlechte Laar unser« Branche zwingt uns, in die Reihe derer einzutreten. SMiÄÄÄilÄÄSS mmm sation. 2. Verschiedenes. NB. Drechsler und Berufsgenossen anderer Branchen find herzlich willkommen. Arbeiter- Vezirksverein für de« Oste« Berlins. Dienstag, den 17. November, AbendS 8'/, Ubr, Versammlung in Keller's Lokal, Andreasstraße Nr. 21. TageS- Ordnung: 1. Vortrag des Lehrers Herrn Jens Christensen über:„Unsere Zeit". 2. Diskusston. 3. Veischiedenes. 4. Fragekasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen.— Gäste haben Zutritt.— Die Mitglieder werden dringend ersucht, die noch ausstehenden Petitionslisten zum ArbeiterschutzGesetz biS zum 17. November beim Vorstand abzuliefern.— Wohnungs-Leranderungen find dem Kasfirer zu melden! Louisenstädtischer Arbeiter» Bezirksverein„Bor- tvärts." Dienstag, den 17. d. M., Versammlung in Marquardts Restaurant, Alexandrinenstr. 10. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Theodor Metzner. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gleichzeitig werden alle Diejenigen, welche noch Pctitionslifien für das Arbetterschutzgesetz in Händen haben, dringend aufgefordert, dieselben biS zum 17. November an den Vorstand abzuliefern. Deutscher Seuefelder Rund, Mitgliedschaft Berlin. Heute Abend 8 Uhr im Restaurant Weick, Alexander-Etraße Nr. 31. Gauverein der Maler. Heute Abend 8V» Uhr Versammlung im VereinSlokal, Alte Jakobstrahe 83. TageSord- nung: Vortrag des Herrn Baak« über:„Der Ursprung der Familie." Gäste haben Zutritt. Fräulein Heleue Seeger, Prenzlauerstr. 39, ersucht unS um die Mittheilung, daß ste nickt gewillt ist, die auf fie ge- fallene Wahl als Mitglied der Kommission für Wcißnäherei anzunehmen. Permi schtes. Der rothe Rege«, der am 15. Oktober in einigen Ort« schatten von Graubünden und Oberitalien beobachtet wurde, ist von Dr. C. Keller, Dozent an der Univerfität und am Poly- technikum Zürich, auf seine Beimengungen untersucht worden. Ueber baS Ergedniß der Untersuchung hat Dr. Keller der Natur- forschenden Gesellschaft in Zürich folgende Mittheilung gemacht: Der genannte Niederschlag ist nicht der erste dieser Art. Eine ähnliche Erscheinung wurde in der Nacht vom 16. aus den 17. Februar 1850 in den Zentralalpen beobachtet. Die röthlich- braune Substanz, die dem Niederschlag beigemischt war, wurde vom Professor Oswald Heer als Asche des Vesuv erklärt. Eine spätere Nachuntersuchung stimmte mit diesem Ergedniß nicht überein. Am 15. Januar 1867 fiel in Bünden rotber Schnee. Escher v. d. Lintb, der hierüber Bericht erstattete, hob die Aehn- lichkeit des Rückstandes mit dem Saharasand hervor. Die nun vorliegenden Proben, die aus Castasegna und Ascona der meteorologischen Zentralstatton inZürich eingeschickt wurden, zeigten unter dem Mikroskov eine von den früher beobachteten EW abweichende Beschaffenheit. Die organischen Substanzen zurück und die unorganischen überwiegen. Der ziegelrotd is färbte Rückstand zrigt abgerundete oder kantige Gesteh fragmente von verschiedener Farbe. Von organistten fanden sich Pflanzen- und Baumwollfasern, Sporen, Spongiennadeln, Pilze und ähnliche Begleiter o' ganischer Stoffe vor. WaS die Beantwortung der M über den Ursprung dieser Stoffe anlangt, so find verschieb* Möglichkeiten durch die Beschaffenheit derselben ausgeschickt Die größte Aebnlichkeit hat der Rückstand mit dem Ecir«c- staub, der in Sizilien häufig niedergeschlagen wird und M? afrikanischer Ursprung von einem italienischen Gelehrten ni» gewiesen ist. Namentlich groß ist die Aebnlichkeit des# standes mit dem afrikanischen Flugsand. Auch die mcteows gischen Verhältnisse des 15. Oktober find der Annahme gWj vaß durch den damals mit ungewöhnlicher Heftigkeit tenden Scirocco jene Brstandtheile des Rückstandes, natnn®' der Flugsand und die Evongiennadeln, auS dem westi� Afrika, vielleicht aus Oran, zu uns entführt und in dem Regen niedergeschlagen worden find. Gera, 12. November. Von einem neuen Raubmord die Behöiden soeben in Kenntniß gesetzt. In der Nacht Dienstag zum Mittwoch ist die Trödlerin Frau ZoeüA' ihrer Wohnung ermordet und beraubt worden. Der Ir" resp. die Thäter find unbekannt. Theater. OperuhauS. Heute: Der Prophet. SckausvielhauS. Heute: Das Tagebuch. Vorher: Gastrecht. Deutsche» Theater. Heute: Ein Tropfen Gift. Frtedrtch-Wtlhelmstädtifche» Theater. Heute: Offenbach-Cyclus. Die Großherzogin von Gerolstein. Restdenz-Theater. Heute Theodora. Walluer-Theater. Heut«: Herr und Frau HippokrateS. Messa-Dora. Betle-Alltauee-Theate». Hsit«. Kyritz-Pyritz. Walhalla-Operetteu-Theater. Heut«. Don Eesar. Bittorta-Theater. Heut«: Meffalina. � t Eeutral-Theater. Alte Jakodttraße 32. Direktton: Adclvb Ernst. H«ut«: Zum 109. Wale: Die wilde Katze. Gesangspoffe te 4 Akten von W. M-rnnstädt, Mufik von®. Steffens. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Loutseustädtische« Theater. Direttion: Jos. FirmanS. Heute: Der Leibeigene. «autastädttsches Theater. Hcut«: Gastspiel der Llliputancr. Die kleine Baronin. Theater der Reichshalle«. Täglich: Aufreten sämmtlicher Spezialitäten. Rrnerieau-Theater. Täglich: Auftreten sämmtlicher Spezialitäten. Kaufmann's Varle«. Tlglich: Große Spezialitäten-Vorstellung. Koukordia. Täglich: Austreten sämmtlicher Spezialitäten und theatralische Vorstellung.____ iihambra-Theater. Wallnertheaterstraße 15. Heute und folgende Tage: Der Lumpensammler. Drama in 5 Asten nebst einem Vorspiel von Felix Pqat. In PariS auf dem Theatte de la Ponte Et. Marttn über 100 Mal mit außerordenttichem Erfolge gegeben. Bor der Vorstellung: Großes Konzert der HauSkavelle. Anfang deS Konzerts 7 Uhr, der Vorstellung 8 Uhr. Bons haben Wochentags Gilttgkett. aiaelir'g Cattlao. Oranieustraße 24. Naunhnstraße 65«. Täglich:«rosse Spezlmliiäten-Vorstelliiiiff. Neu! Austreten deS derühmten Mianon-Tän, erpaares Ge« fchwister Foottit. des Transformationekünstlers Hrn. 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Der Vor st and. Aezirksverein des werkthätigm WolKes der Schönhauser Dorstadt. Dienstag, den 17. November, Abends 8'/» Uhr, in Meister's Lokal, Schönhauser Allee 161: BerfKmmlung genommen. [2815 Durch die Expedition, Zimmerstraße 44, ist zu beziehen: Der im Verlage von Wör lein u. Komp. soeben erschienene Deutsche Handwerker- und Arbeiter- Notiz-Kalender flr das Jahr 188k Der Kalender ist inhaltlich wiederum bedeutend ver- mehrt worden. Außer den bisher schon darin enthaltenen neu beigefügt find Das Gesetz über die Freizügigkeit, ZZMUUMW 50 Pfennig. Auf vielfachen Wunsch ist eine stärkere Ausgabe mit mehr Schreibpapier und benrnm Einband ange- fertigt, von der das Exemplar zu 70 Pfennig abgegeben wird. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Arb.-Vri.-Ukrein„Süd# Ordentliche MitgtiederversammluvS am Mittwoch, den 18. d. M t s., Abends pr. 8 W in der„Urania", Wrangelstr. 9 u. Tages- Ordnung: Vortrag. Verschiedenes. FwiPv Gäste willkommen. Neue Mitgleder weiden aufgeno-7 'er Vorsts 2810| D. Kranken-Unterstützungsblck der Schneider se. H.) Versammlung. der Berliner Mitglieder am Mittwoch, de« 18. Abends 8 Uhr. bei Seefeldt, Grenadierstr. 33. Tagesordnung: 1. Abrechnung des 2. Quartals. 2. Wahl eines Stellvertreters. 3. Besprechung der neuen Statutm. 4. Verschiedenes. oti Mitgliedsbuch legitimirt. Tie Zahlstelle Anncnffr'. aus._ Die örtliche VerwaU]� Ortsvmkculiliffe der KleuM Generalversammlung am Mittwoch, den 26. d. MtS., Abends 8?«" in Jordan'S Salon. Neue Grünstraße 2*- w Tages-Ordnung:_ h,j 1 Wahl deS Rechnungs-Ausschusses. 2. Wahl>/; schusseS für das Lehrlingswesen. 3. Beschlußstü�?� Herausgabe der Hundrrtmart'schen Kaution- 4. Verl» Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorst/ Oeffeutliche Versammlung deS Vmi»s der Ardtiterimev für die Mäntelbranche Dienstag, den 17. d. Mts.. AbendS 3'/. Ub� sl t» Salsn{in Deutschei liifn, Bthrt##� Tages-Ordnung:. Wie ist die Lohnfrage der Mäntel-Arveiterinnen Diskussion. Verschiedenes.— Das Erscheinen'„ � Mäntel- Arbeiterinnen ist nothwendig. Kauft™ Schneidermeister haben Zutritt. ai ü tti�s _ I. A.: FrauLS�A Meinen werthen Vereins- und Bezirks- Genoffen � ich mich zum Einrahmen aller Arten Bilder Karl«achol» Pückl,rftr. 51," 9icwe Hamburger, Kaffee-Lagerel „F. A. Stelner, #»■ 9 Pnitnn• Slnft jlr,' .. Kakao. Vanille te....�aste% KHAUM ouuer, von 1 M. an.- Veranwortlrcher Redaktem«.«ronheim in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in«erlin SW., Beuthsttaße' .der Versammlu 2813] Rohert Weser-------- Arbeit-««»!. Einen erfahrenen Grundirer. welcher und dem Fellen der Eisen genau vertrau» 2816]____ J. F. CarL!*!�� 1 Drechslergesellen netL Tabert. Der unentgeltliche Arbel der Klavierarbeiter befindet Skalitzerstraße 18 bei�l��.