lr. Ä72. Freitag, de« 20.|bvemder 1883. II. Iahrg« MerVMMI finiau für dir Intrresfen der ArbrUcr. 4 Al r;i m Da»»Berliner Volksdlat� täglrck Morgen» außer nach Sonn« und Festtage« '' � vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. »onent 4 Mk. Em, eine Nr. 5 Pf. SonntagS-Nummer mit illustr. Beilage 10 Pf. Adollnementiprei» Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pst Bfmjelne Ni. 5 f:-~■--~- (Eingetragen in der PostzettungSpreitliste für 1885 unter Nr. 746.) Znsertiousgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. ArbeüSmarkt 10 Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bt« 4 AI. Zlachmittag» in der Expedition, Berlin 8W., Zimmerstraße 44, sowie von alle» Anno«««- Bureaux, ohne Erhöhung de« Preise», angenommen. KedaKtio«: Keuthstraße 2.— Erpedition: Zimmerstraße 44. Das Arbeitnfchichgksch. o. Wie uni mitgetheilt wird, soll der unter dem Namm .-deitirschutzgesetz bekannte Antrag der Abgeordneten der ?ide>terpariei im Reichstage wieder eingebracht weiden; ob »der alten Form oder mit Abänderungen, steht zur Zeit ch nicht fest. Die Hauptforderung de« Entwurfs wird | diesmal der Normal», oder wenn man lieber so E'n. der MaximalarbeitStag sein. Zn Bezug auf die Debatten, die jüngst innerhalb der deUerprtsse über die Bedeutung und den Werth de» Nor- '"�sbeitStage« gepflogen worden sind, ist unsere Anschauung il/ach die: Man soll den Normalarbeitstag weder über- When noch unterschätzen. Unsere« Erachten» ist in W? Maßregel kein positiver Sozialismus ent- �'kn. Da» brauchte indessen nicht erst besonders betont st,.?�den, wie es in jüngster Zeit geschehen ist, denn jUdet war sich schwerlich irgend Jemand im Unklare». trachten einen zweckentsprechenden Normalarbeitstag ... dte einzig richtige Grundlage einer zeitgemäßen Fabrik» � Von dieser Institution etwa zu erwarten, daß —---—---—•*-* in 1 L Rg#4" �»�V*» V kV| W|«l. gw.„ yj finh• 3°>ellschaftliche Umgestaltung bewirken werde, davon n"t so weit entfernt, wie Jedermann. Aber ein zweck- äjB* Normalarbeitstag würde zunächst der übermäßige« e»ft.+Ü*Uns der Arbeitskräfte Schranken setze«; er würde eine Steigerung der Arbeittlöhne, resp. eine oer- hch w- Nachfrage nach Arbeitskräften bewirken, und schließ« Äi«» � er den Arbeitern Zeit gewähren zur Ausbildung inotil.r.istes und zur Erholung ihres Körper». Die letztere debL P* Wirkung für Geist und Körper ist vielleicht die i�dste Eigenschaft de» Normalarbeitstages. iie»,*, wir die Frage aufwerfen: Wie werden sich Eck, 7�. Reichstag und Regierung zum Arbeiter- n./Üwstt stellen? so ist darauf auch bald die Antwort ♦ I �-- j-..- p�tn. Man wird sich auch diesmal dagegen sträube« und kis* Vertreter der Arbeiterpartei sowie für die aufge- . Prien Arbeiter-----"™— Cf'W zu gewinnen selbst wird von Neuem die Aufgabe er- öffentliche Meinung so viel als möglich für damit schließlich auch das Par fW**' 6�,-y--- H--- 7--- 7---- r tch�'stch zu der Ansicht bekehren muß, daß die Fordemng, i�führung de» Normalarbeitstages im öffentlichen In- ----.HI-"...» I__ 1(5 Die Haltung der Regierung läßt sich erkenne« aus der T'r° bezüglich der Abschaffung~'' t"1« Forderung bekanntlich ai �|-- y-- der SonntagSarbeit, welch __________....... auch im Arbeiterschutzgesetz- enthalte« ist. Mit vielem Lärm ,st eine Enquete gvfetzt worden, über deren Resultate man nicht« d-Mmmte» erfährt. Schließlich aber wird mitgetheilt, die .....__...„ r• t L___ d t f I. IT» j. V.. i L. 1....... I. t'C' »ung wolle bezüglich �7" keine Vorlage machen. der Abschaffung der Sonntag« Da» ist ein mehr als Jeuilleton. Die Hand der Nemesis. Roma» von Ewald August König. 5.(Fortsetzung.) Ilf �atte sich von seinem Sitz erhoben; die Arme iin{, verschränkt, stand er mit trotziger Miene vor °ben ��wester; er für seine Person würde nicht nachge« ?adeo, da« konnte man deutlich erkennen. Testament, ich wiederhole e», ist eine unver- Wische Ungerechtigkeit," erwiderte er barsch,„und die dte der Gmeral für dasselbe anführt, wird kein ver- ......'llen Umstän- »urchfübren! oboreoe al« d, d�wagerin anzuerkennen,)o wäre ,4 auch zu stolz, ;ib(? Feld zu räume«. Du darfst nicht vergessen, Ade- "ß/bi. Deinem Kinde gegenüber Verpflichtungen T«füllt werde« müssen iti), � erste Verpflichtung ist e» wohl, ihm die Ach- enrr.j;? eigene» Mutter zu bewahren,' unterbrach d,e orae.?.'?» ungeduldig.„Wir behalten genug, um ohne Pfe».;, n zu können, und Du wirst ja auch bald in de» "einlaufen." ht Öuf allen Dingen bitte ich Dich, Adelaide, keine Rück »»<•*.... v.iü...„frnihpn bflfc tlfi aui � wird e» wohl nicht ablaufen." mageres Resultat nach so viel Reden, Diskussionen, ZeituvgS- Artikeln und amtlichen Untersuchungen. Gegenüber all diesen ungünstigen Umständen ist in der That die öffentliche Meinung die einzige kräftige Stütze. Daß das Arbeiterschutzgesetz in der öffentlichen Meinung täglich ge- winnt, brauchen wir für den, der sich in der Arbeiterbewe- gung nur ei»igermaßen umgekehen hat, nicht erst nachzu» weisen. Wie sehr das Arbeiterschutzg'setz auch in Kreisen, die außerhalb der Arbeiterbewegung stehen, an Sympathie für sich bewonnen hat, beweist u. A. auch eine soeben er» schieneve kleiqe Schrift von Dr. Max O u a r ck, welche die Arbeiterschutzaesetzgebung im Deutschen Reich behandelt.') Der Verfasser erklärt, daß er keiner Partei an- gehöre und seine Ausführungen werden dadurch nicht weniger interessant. Er wendet sich scharf dagegen, daß man einzelne Theile de» Entwurf« al«„Uto- pisterei" bezeichnet und sagt mit Recht von dem Entwurf, er sei eigentlich nichts Anderes, als„eine neue, reich geglie» derte Organisation der Ueberwachung der Arbeit, die den Arbeitern da« nöthige Stück Mitverwal tung und Mitverfügung sichert, das sie in Angelegenheiten, die sie doch mindestens zur großen Hälfte betreffen, bean- spruche« können." Und dann fährt Dr. Ouarck, nachdem er die Zweckmäßigkeit dieser Organisation zur Ueberwachung der Arbeit hervorgehoben, fort: „Deshalb hat es keine einzige Partei auch nur im Eni ferntesten versuchen können, diesem Gebäude ein anderes, besseres gegenüberzustellen; die übrigens wenig zahlreichen Entwürfe der Nichtarbeiterparteien kennzeichne« sich stet» als Kleinigkeitskrämereien und Nörgeleien, denen der große mäch. tige Gedanke, der die vorgeschlagene Organisaüoa beherrscht, fremdgebliebc» ist." Soweit ein Mann, der, da er zu keiner Partei gehört, in dieser Angelegenheit auf Unparteilichkeit Anspruch machen kann. Allerding« ist es heute Mode geworden, vom„Schuh der Arbeiter" zu sprechen, allein leider ist es bei den Herr- schende« Parteien auch Mode, nur zu schwatze« und nichts zu thu». Die Konservativen, die Nationalliberalen, die Ultramontanen und die Freisinnigen habe» sich um die Wette in Phrasen vom„armen Mann" ergangen, aber zu seine» Gunsten g e t h a n hat von ihnen Niemand etwa» und nur die Ultramontanen haben zu demagogische« Zwecke« einige vage und gänzlich ungenügende Vorschläge gemacht. Es sieht au», als ob, wen« es auf diese Herren ankäme, *} DaS sehr lesenSwerthe Schriftchen ist betitelt: Die Arbeiterschutz- Gesetzgebung im Deutschen Reicke. Eine sozial- politische Studie für die weitesten Kreise von Dr. Max Quarck. Verlag von I. H. W. Dietz(Stuttgart 1885). Unwille jäh aufblitzte,„es wäre wenigstens Konsequenz, wenn er es thäte' Er wurde in diesem Augenblick abgerufen, die Genera- Ii« war mit ihrer Tochter wieder allein. Wen» aber Arabella geglaubt hatte, alle Vorkehrungen getroffen zu haben, um nicht be- lauscht werden zu können, so kannte fie da» Spionirtalent Franziska'S«och nicht, die während der ganzen Unterredung regungslos hinter der Portiere stand und jetzt geräuschlos von bannen schlich. Hb Ende haben," sagte sie leise, als die Beide« am Ende de» Korridors angelangt waren,„machen Sie sich darauf gefaßt." „Ich?" fragte der Kammerdiener betroffen.„Was ist denn nun wieder im Werk? Der verrückte Gärtner—" „Von ihm ist keine Rede, die Gefahr droht un« Allen, aber e« ist nicht nöthig, daß die Uebrige» e< er« fahren." „Na, heraus mit der Sprache!" „Die Gnädige hat soeben ein Testament de» Generals gefunden, das Gut ist gar nicht ihr Eigenthum, es gehört dem Oberst." „Unsinn, Fränzchen!" „Wenn Sie mir nicht glauben wolle«, dann thut e» mir leid, daß ich Ihnen schon so viel verrathen habe," sagte die Zofe schmollend.„Glauben Sie den«, ich werde etwa« behaupte«, ohne mich vorher überzeugt zu haben? Morgen soll dem Oberst das Testament ausgeliefert werden, und wa» dann geschieht, läßt sich errathen. Sie werden jedenfalls sofort entlassen, und wen« die Gnädige mich auch in ihre neue Wohnung mitnimmt, so kann da« doch nicht von lan« ger Dauer sei».' „Da» glaube ich auch nicht," erwiderte Joseph köpf- schüttelnd; sie wird sich einschrävke« müssen-" »Und ich würde mich schrecklich langweilen!" „Behält sie denn gar nicht»!" „Da» baare Geld." der vierzehnstündige Arbeitstag zum Normalarbeitstag er- hoben werden würde. Die Zettverhältnisse drängen gebieterisch nach einer zeitgemäßen Fabrikgesetzgebung. Wir sind auch überzrugt, daß sich schließlich die arbeitende« Klassen in Deutschland voll und ganz diesem Verlange» anschließen und dann wird man ihnen das so sehnlichst Gewünschte nicht mehr vorenthalte» können. Politisch- Arberstcht. Eine etgenthümltche Bearühung erfährt der Reichs- tag durch die offiziöse„Norvd Allg. Ztg.", welche sich in einem längeren Artikel u. A. folgendermaßen ausläßt: „Der deutsche ReichStvg wird heute eröffnet. Es beginnt die zweite Session der laufenden Legislaturperiode; also die eigentliche Arbeits sesston, da die erste, gewöhnlich noch unter den frischen Eindrücken des vorhergegangenen Wahl- kampfes stehend, den Aspirationen nachzugehen versucht, mtt welchen man einander entgegengetreten war; Aspirationen, welche für die parlamentarische Machtprobe verwerthet werden. Und gerade die vorige Sesfion begann ja unter sehr d e- denklichen Auspizien. Es hatte durchaus nicht den An- schein, als ob die ReichSregierung für die wichtigsten ihrer (T) M»:»»» GTT)/*« Af WI---- c ..»vif- wv Bismarck" einen Echek zu bereiten; so daß schon an der Schwelle der Sesston die Besorgniß einer Auflösung ihren Schatten auf das Parlament warf. Aber die Oppofition hatte in ihrem FraktionS ü b e r m u t h(!) ganz und gar vergessen, auf den Volks geist und auf daS Volks gewissen, welche« durch seine energischen Proteste den parlamentarischen Velleitäten ein Ziel setzte, Rücksicht zu nehmen. Die Opposition begriff, daß fie auf dem Wege war, sich selber in der öffentlichen Meinung zu diSkreditiren, und mit dieser Erkenntniß kam ein Wechsel in die parlamentarische Situation, welcher der Gesetzgebungsarbcit so sehr zu statten kam, daß die Sesfion mit dem Gewinn wichtiger positiver Resultate abschließen konnte. In der DiS- Position des öffentlichen Geistes ist aber settdem keine Aende- rung eingetreten, wie die jüngst vollzogenen Wahlen zum preußischen Abgeordnetenhause veweisen. Denn wenn man sich auch von der Anmaßung durchaus fem hält, die Stim» mung in Preußen als schlechthin maßgebend für Deutschland zu schätzen, so wird sie doch ohne Zweifel schwer ins Gewicht fallen, und da bei der Kumulirung der Mandate eine so große Anzahl von Reichstags- Abgeordneten bei der Bewerbung um LandtagSmandate Gelegenheit hatte, sich über jene Stimmung genau zu informiren, werden fie kaum der Anwandlung unter- liegen, sich einer schöpferischen Arbeit, welche nur im Einver» nehmen mit der Regierung Erfolg haben kann, zu entziehen, um unfruchtbaren Oppofittonsgelüsten nachzugehen." Nachdem da» freiwillig gouvernementale Organ nun noch verkündet, daß daS Arbeitspensum des Reichstag« noch nicht „Wird nicht viel sein!" „Der Herr sprach von hunderttausend Thaler«.' „Und all' da« Geld soll in dem eisernen Schrank liegen?" fragte Joseph überrascht. „Wahrscheinlich, ich weiß eS nicht." „Hm, wenn man nur den zehnte« Theil davon hätte!" „Was würden Sie dann thun?" „Dann heirathete ich Sie!" „Mich? lachte Franziska, während ihr die helle Gluth in die Wangen stieg.„Sind Sie denn meiner Zustimmung so sicher?" „Darf ich es nicht fem?" „Das weiß ich selbst noch nicht," erwiderte die Zofe, während fie sich einer versuchte» Umarmung rasch entzog. „Lassen Sie die Possen, Joseph, die Verhältnisse stnd wahr- lich nicht dazu aagethan." „Possen? In allem Emst, Fräuzche», ich bin ent« schlössen, Sie zu Heirathen, wenn Sie mich haben wolle«. Wir miethe» eine» kleinen Gasthof, und ich fürchte nicht, daß wir nicht durchkomme« werden." „Wissen Sie auch, daß dazu Geld gehört?" „Gewiß weiß ich da»." „Und zwar viel Geld!" '„Ich werde eS mir virschaffen." „Auf welchem Wege?" „Da» sage ich Ihnen nicht, Fränzchen, man muß auch nicht Alle» wissen wollen," spottete der Kammerdiener. „Sie würden eine hübsche Wirthin werden und Furore- machen." Franzi»!« schlug verwirrt die Augen nieder und spielte mit de» Bändem ihrer Schürze. „Ich sage Ihne««och einmal, da« sind Albernheiten," erwiderte sie.„Ich wüßte nicht, woher Sie da« Geld nehmen wollte«, Sie stelle« sich die Sache leichter vor al» sie ist!" „Keineswegs, ich bin kein Kind mehr. Und wenn ich nun da« Geld habe, Fränzchen, werden Sie mir dann da» Jawort geben?" „Darauf antworte ich Ihne«, wen» Sie mi, beweise», ollständig zu überschen sei, schließt ei den Artikel mit folgen- den Worten: »Aber wir sind überzeugt, daß unsere Volksvertreter auS der Ehre ihrer Misston auch den Entschluß der Hingebung an dieselbe entnehmen werben, wie ste auS ihrer Kenntniß der Etimmuna im Volke die Ü-beizeugung gewonnen haben werden, daß dessen Dank und Anerkennung fich vorzugsweise den positiven Leistungen zuwenden werden." In diesem Erguß wird also offen eingestanden, was frei- lich längst öffentliches G. heimniß war, daß die NichtbewiUi« aung der 20 000 Mark Tür den zweiten Direktor im Auswärtigen Amt die Auflösung deS Reichstags herbeigeführt hätte. Der „VolkSgeist"— das heißt: Die damals ms Werk gesetzten ProtestversammlungenLa la Liebermann von Sonnenverg— sollen den FraktionSüdermuth der Opposttion soweit gedämpft haben, daß der Direktor in der dritten Lesung glücklich unter Dach und Fach gebracht werden konnte. Dieser„Geist", der einen Wechsel in die parlamentarische Situation gebracht bat, er ist nach der„Nordd. Alla. Zig." nock vorhanden. Als Be- weis zitirt daS genante Blait den AuSkall der LandtaaSwahlen, welcher der Opposttion ein„Mene Tekel" sein sollte, gegen daS Beftleben, unfruchtbaren OpposttionSgelüsten nachzugehen. Das offiziöse Organ hat stch aber an den LandtagSwadlen ein ganz unzutreffendes Beispiel gewählt. ES wird doch wohl Niemand behaupten wollen, daß diese„Wahlen" ein Auidruck der wirklichen Volks Meinung find. DaS arbeitende Volt hat stch an denselben nur in sehr geringem Umfange betheiligt und das auch fast ausschließlich nur in den kleineren Städten und ländlichen Distrikten, wo über den Werth solcher Wahlen nock viel Unklarheit herrscht. In den intelligenteren größeren Städten find die Volksmaffen dem Wahltisch abfichllich fern geblieben, weil ste eben überzeugt find, daß eine auf Grund es Dreiklassen-Wahlsystems zusammengebrachte Vertretung nimmerhin eine wahre Volksvertretung sein kann. Bekannt wird es der„Nordd. Allg. Ztg." doch sein, wie oft in der ersten Klaffe eine Handvoll Leute— oder wohl gar Einer — ebensoviel Wahlmänner ernennen, wie die gesammten Wähler der dritten Klaffe zu wählen haben. Vielleicht wäre eS für Regierung und Volk nützlicher, wenn diese Art deS „WählcnS" dahin abgeändert würde, daß in Zukunft die ttandräthe oder sonstigen polizeilichen Organe einfach eine „geeignete" Person für den Wahlkreis kraft ihreS Amtes ernennen würden, dieser gerade Weg wäre unter Um- ständen dem krummen des DreiklaffenwahlsystemS entschieden vorzuziehen. Die Schlußfolgerungen deS offiziösen BlatteS find mithin ganz willkürliche und unzutreffmde. Die Stimmung im Volke ist eine ganz andere, als wie die Schreiber der„Nordd. Allgemeinen Zeitung" glauben machen wollen. Die über- große Mehrzahl deS Volkes wünscht wohl pofitive Leistun- gen vom Reichstage, aber fie will keine blöden Ja- tKjogar als Vertreter. Das Volk verlangt, daß seine Vertreter tiu beurt heilen haben, ob die Vorlagen rm Reichstage auch dem Wohle der Gesammsheit dienen werden, und es hat ein Recht, dieS zu verlangen: es will ferner, daß seine Vertreter schonungslos die Mängel und Fehler auidecken, wo solche vor- Händen find und entichieden v.n Gesetzen ihre Zustimmung verweigern, welche nach ihrer Uederzeuguna verworfen werden müssen. Und schließlich verlangt daS Volk von seinen Ver- tretern die Einbringung von Gesetzentwürfen, welche dazu dienen können, die so traurige Lage der Bevölkerung zu ver- bessem. Das ist positive Arbeit, wie fie das Volk will. Und wenn die Rricksboten aus Anlaß solcher pofitiven Arbeit zurücktre en müssen inS Volk, so können sie dies mit dem Ge- fühl, ihre Pflicht gethan zu haben, beruhigt thun; fie werden zwar dann nicht den Dank der„Nordd. Allg. Ztg.", wohl aber die Achtung deS Volkes haben. Aus der letzten vundesrathS-Eitzung ist noch nach- zutragen, daß behufs Wieverbesetzung einer erledigten Raths- stelle beim Reichsgericht beschloffen wurde, dem Kaiser einen Vorschlag zu unterbreiten. Durch die BundeSratb?- beschlüffe über den Reichshaushalts-Etat für 1886 bis 1887 hat derselbe eine nicht unwesentliche Veränderung in der Beziehung erfahren, daß die von vornherein vorbedaltene Revision der Ansätze für die Naturaloerpflegung deS Reichs- Heeres auf Grund der Oktoberpreise zu einem Abstrich« von rund 3240000 Mark geführt hat. Zusammen mit einer weniger belangreichen Abminderung der einmaligen Ausgaben der Militärvei waltung bat stch hieraus eine E'mäßiaung der ursprünglich mit einem Mehrbetrage von 24960 498 Mark an- gesetzten Matiikularbeiträge um 3 386 516 Mail, also auf 21 573 982 Mark mehr gegen das Vorjahr ergeben. Zur Verhütung der Gefährdung militärischer Pulvertransporte bat der Bundetrath beschloffen, die Bun- dmegierungen um Erlaß folgender Str afvorschrift zu ersuchen: „Wagenführer, Schiffsführer, Reiter und andere Vers nen haben den an fie von den Begleitkommandos militärischer PulvertranSporte behufs Verhütung der Gefährdung der Trans- parte gerichteten Aufforderungen zu Handlungen oder Unter- laffungen— insbesondere zu langsamem Vorbeipasstren, zum Ausweichen, zum Unterlassen von Tadakrauchen, zum Aus- daß Sie die nöthiqen Mittel wirklich besitzen, und daß dieses Geld Ihr rechtmäßig erworbenes Eigenthum ist." „Nicht eher?« „Nein, ich binde mich nicht gerne, also müssen Sie fich gedulden! Sie müssen das ja selbst begreifen, Joseph, wenn wir Beide unsere Stelle verlieren—" „Ich glaube, so weit sind wir noch nicht!" „Hoffen Sie vielleicht, der Oberst von Stuckmavn werde Sie engagiren?' fragte die Zofe ironisch,„DaS wäre eine vergebliche Hoffnung, und wenn Herr Rabe daS Schloß ver- lassen muß, so werden ihm seine Verhältnisse wohl nicht mehr erlaub n, eine« Kammerdiener zu besolden." „DaS sind ganz unglaubliche Geschichten!" sagte Joseph kopsschüttelnd.„Und heute erst soll daS Testament gefunden worden sein?" „Erst vor einer Stunde." „Ich würde e» zerreißen." „Das thut die Gnädige nicht, und wen« ihr ganzes Vermögen verloren ginge!" „Na, na, Fränzchen, so sicher möchte ich daS nicht behaupte»!" „Ihr Gewissen leidet'« nicht."_ Der Kammerdiener zuckte geringschätzend die Achseln. „Mit dem Gewissen brüstet man sich auch nur dann, wenn Andere zugegen sind, und wenn man eben auf dem ehrlichen Wege bleiben muß." sagte er.„Ein andere« Dmg ist e«. wenn man sich alleia befindet und die Folgen nicht zu fürchten braucht." Er hatte bei den letzte« Worten einen Blick durch da« Fenster geworfen und dieser Blick blieb jetzt auf dem Gut«- besitzet ruhen, der langsam auf den Park zuschritt. „Wenn Sie das behaupten wollen, dann kennen Ste die Generalin schlecht." erwiderte Franziska entrüstet. „Bah. in dieser Beziehung sind die Menschen alle gleich Zeder ist auf seinen eigenen Vortheil bedacht. Wir wollen darüber nicht streite», Fränzchen, meinetwegen mag die Ge- neralin so thöricht sei« und dem Oberst Alle« abtreten. Wir wollen sorgen, daß wir für uns ein behagliche« Nest bauen, ich denke, das ist die Hauptsache. Was kümmern utt« die Anderen, Zeder muß für sich selbst sotgea." löschen von Feuer— ungesäumt Folge zu leisten.— Zuwiderhandlungen werden— unbeschadet deS nöthigenfalls von den Beglettkommandos zur Anwendung zu bringenden unmittel« baren Zwanges— nach§ 367 Nr. 5 des Strafgesetzbuchs bestraft." Zur Karolinenfrage wird au« Rom berichtet: Auf den Vorschlag Deutschlands wurden an der päpstlichen Note einige Aenderungen vorgenommen, welche zumeist das loyale Ver- halten Deutschlands Keffer hervorheben sollen. Der offizielle Text der Note wird demnach diesen Gedankengang haben: Spanien hat seit Jahrhunderten fast gar keinen EouveränetätS- Akt auf den Karolinen vollzogen; es kann aber nicht geleugnet werden, daß sowohl die Wissenschaft als die allgemeine politische Anschauung Spanien ein moralisches Befiyrecht auf die Karo- linen zusprechen. Andererseits steht fest, daß Deutschland ohne jedwedes Zuthun seitens Spaniens durch Begründung von Faktoreien auf den Karolinen dieselben der Kultur gewonnen und ein Interesse hatte, sein Werk vor den wilden Stämmen zu schützen. WaS es daher gethan, ist unzweifelhaft in red- licher Absicht geschehen. Nach Klarstellung dieses Punktes bittet der Papst die Parteien, fich auf den Standpunkt der Billigkeit zu stellen, und schlägt ihnen den bekannten Aus- gleich vor. nämlich die Anerkennung der spanischen Souveräne« tät seitens Deutschlards, die Gewährung des Rechtes an Deutschland, Kohlen-Stationen zu errichten, und der vollsten Handelsfreiheit mit der gesammten Karolinengruppe. Die Kommisston zur Untersuchung und Prüfung der Sicherheitsmaßregeln gegen schlagende Wetter hat bekannt« lich ihre Thätigkeit du-ch Erledigung einer Reihe von wissen« schaftlich technischen Untersuchungen und Versuchen im Herbst dieses Jahres abgeschloffen. Die Eegebniffe ihrer Arbeiten werden demnächst zur Veröffentlichnng gelangen. Es wird zu dem Ende neben einem die allgemeinen Ergebniffe der Ar- betten und die daraus gezogenen Schlußfolgerungen zusam- menfaffenden Hauptderichte noch eine Anzahl von_ Anlage- Bänden erscheinen, in welchen das gesammte reichhaltige Einzel- Material niedergelegt ist, und zwar wird enthalten: Band 1. Die Verband lungen der Hauptkommisfion und die- jenigen der wiffenschaftlich- technischen Abthetlung, sowie die Schlußberichte der Lokal- Abtheilungen Bonn und Breslau— alle— Clausthal; Band II. Den Schlußbericht der Lokal« btheilung Dortmund; Band m. Die Arbeiten und Versuche über Sicherheitslampen(mit Atlas); Band IV. Die Versuche, betreffend das Verhalten von Kohlenstaub und Grubengas gegen Eprengschüsse, nebst einigen sonstigen UntersuchungS- Arbeiten; Band V. Die Kommtsfions- Arbeiten bezüglich der Ventilatoren. Der vorstand de«„Deutschen KolonialvereineS" hat zur Errich'ung einer Kolonisations Gesellschaft für Südamerika seine Zustiinmurg gegeben. Demzufolge wird nun das K o- m i t e e der deutschen Gesellschaft für Südamerika nächster Tage zur Zeichnung auf ein Aktienkapital von vorläufig einer Million Mark in 1000 Aktien«u 1000 Reichsmark öffentlich auffordern. Tie Zwecke der Gesellschaft find in erster Linie Ankauf eines Gebietes in der süddrafilianischen Provinz Rio Grande do Eul und Parzelliruna an deutsche Auswanderer. Die Gesellschaft wird die zum Absatz der Produkte nöihigen Zugangswege schaffen, das Land vermessen laffen, Empfangs- Häuser einrichten, dm Einwanderern das Material zum Bau von RanchoS und das nötigste Wirthschaftsinventar liefern. Der Verkauf der Landloose geschieht theils gegen Baar. theiss gegen Kredit. Das aus den Landverkäufen zurückfließet Kapital wird weiter im Landkaufe angelegt. In glöDher Weise wird die Gesellschaft in den Provinzen Santa Mtha« rinana und Para vorgehen, unter Benutzung der Berichte, welche die vom deutschen Kolonialverein nach diesen Piovinzen zu entsendmde Kommission erstatten wird. Je nachdem es er« forderlich oder einträglich ist, hier Eisenbahnen zu bauen, will die Gesellschaft Konzesstonen event. nebst Landschenkungen er- werben, Eisenbahnen selbst bauen oder bauen lass-n und ge« werbliche Anlagen ins Leben rufen. Die Ausdehnung ihrer Thätigkeiten auf die La Plata- Staaten dehält sich die Ge- sellschaft vor.— Das heißt, die„Gesellschaft" wird dies Alles thun, wenn fie das nötbige Kleingeld dazu zusammenbringen kann, waS vielleicht zum Theil gelingen dürfte, da es der nöthigen Re- klame nicht gefehlt hat.— Wir haben die Pläne dieser Herren schon einmal etwas näher beleuchtet und find dabei zu der Ansicht gekommen, daß die Auswanderer besser dran find, wenn fie fich anderswo ihr Heim aufschlagen und diesen spekulativen Herren die Bearbeitung ihreS Landes selbst überlassen. Zu den Ausweisungen von Ausländem wird au« Thorn geschrieben:„lieber die traurigen Szenen, welche die Autweisungen zu Tage gefördert und noch tagtäglich zu Tage fördern, ist schon vielfach derichtet worden und bat wohl Jeder, d>m noch ein Fünkchen Empfindung für seine Mitmenschen im Busm lodert, das Ausweisuvosgesetz als nicht in den Rahmen dieses Jahrhunderts paffend bezeichnet. Sie müßten cs mit eigenen Augen gesehen haben, schreibt man dem„C. C", wmn die armen Opfer über die Grenze geführt werden— dann würden auch jene Herren am grünm Tische einsehen, daß fie „Damit bin ich eivverstanden." sagte die Zofe,„aber trotzdem lasse ich auf die gräd-ge Frau nichts kommen. Wir wollen den Uebrigen nichts verrathe», sonst heißt es wieder, wir hätte» fptonirt." „Es ist niederdrückend, wen» man mit solchen unge« bildeten Menschen zusammenleben muß." „Apropos, wie sieht e« mit den Papieren Georgs au«?" fragte die Zofe mit gedämpfter Stimme. Dem Kammerdiener schoß das Blut in die Wangen. „Wie kann ich da« wissen?" erwiderte er unwirsch. „Er bleibt bei seiner Behauptung, daß Sie—" „Er ist ein Esel!" „Joseph, weshalb wollen Sie mir gegenüber leugnen? Zch habe Zhnen damals ja verrathe» müssen, wo die Pa« piere lagen, und wenn Marianne ei« besseres Gedächtniß hätte, wäre ich in die Geschichte mit verwickelt worden War'« wirklich ein Tagebuch?" „Nein." „Von un« war in den Papieren gar keine Rede?" „Ich weiß e« wirklich nicht, Fränzchen. und wen» Sie mich todtschlügen, könnte ich Ihnen keinen Aufschluß darüber geben. Zch habe die Papiere gar nicht gesehen, geschweige den» gelesen." „Sie haben fie dem Herren gegeben?" „Fragen Sie mich nicht« weiter, ich kann und werde nicht« sagen, wenigstens jetzt noch nicht. Mir ist die Geschichte ärgerlich genug, könnte ich ste rückgängig machen, würde ich eS sicher thun." � »Und da« ist Zhr Vertrauen zu mir?" schmollte die Zofe. „Sien Sie mir nicht böse, Fränzchen, man darf nicht immer Alles sagen, wa« man weiß, später solle» Sie'« er- fahren." Franziska sah ihn forschend an, er bemerkt« e« nicht er sah de« Gutsbesitzer au« dem Park zurückkehren und die % ääm. Äfffir"9 9,w w. „Fürchten Sie die Drohungen Georg'«»jcht?« fragt« fie. � zumeist an die falsche Adresse gerathen seien, daß fie huttbe* von Familim schuldloser Weise unglücklich machen. Am 10-'• wurden 5 Familien aus det Umgegend von Koschlau m» Jllowo aus in einem rusfischen Waggon nach dem ruti#" Städtchen Mlava gebracht, dort aber wurden alle zuriiv gewiesen, weil aus Ihren Papieren nicht hervorging, baß« rulfi che Unterthanen seien, und so wurden ste denn mit da» nächsten Zuge unter Bedeckung nach Jllowa zuruckgeschob»- Auf dem Mlawkaer Bahnhofe saßen nun die Jammergestai» herum, hungernd und frierend. Mildheizige Menschen muß» eingreifen, mußten Nahrung schaffen, mußten die kletm!» Kinder, worunter auch ein Säugling, mit schützender KleidM versehen. Wenn jene Herren die Thränen der Weiber seh» und die Männer ihr Dasein verfluchen hören möchten.!» würden alsdann gewiß kein Aus weisungs-Dekret unterschreit Einer der Ausgewiesenen, ein Mann gegen 50 Jahre � bisher Dorfschmied in Schläfken, erzählte, daß er mit sem» Eltern als Kind von 8 Jahren nach Preußen gekommen un« fich bis jetzt ehrlich durchgeschlagen bade, während deideEIte» in deutscher Eide Ruhe gefunden. Die Leute wandten fi«»* Hilfe an die Dorfschulzen ihrer Gemeinden, diese wiesen sie den Landrath des Kreises Neidenburg; aber auch dieser«n» ja nicht entscheiden und so liegen die Leute nun unter nci� Himmel herum, bis die Regierung einen Ausweg gefunden.'' Die Leute wissen aber gar nicht, inwiefem fie den Ltaam intereffen hinderlich sein könnten.— Soeben erfahre ick tM daß der Landrath des Kreises Neidendurg nunmehr bestun? habe, daß die Leute nach ihren Ortschaften auf so lange o» zurückkehren dürften, bis höhere Entscheidung eingetroffen ff!» die Paßfrage entschieden sein würde. Wer giebt ihnen!'* aber da Obdach und Wohnung. Die amtliche« Erhebungen über die Bergwerk- 3� dustrte und Bergverwaltung Preußens, welche bergebrao!' maßen jährlich dem Landtage vorgelegt werden, find be#, des Jahres 1884 bezw. des Etatsjahres 1884/85 zum Adi� gelangt. Dieselben destätigen dem Vernehmen nach die Crs.. tung, daß diese Industrie in dem gedachten Zeitraum«m» gemeinen einen weiteren Rückgang zu beklagen hatte.* Metallpreise sanken weiter, und dieS hatte vielfach Eins»' kunaen im Betriede zur Folge. Die Zahl der betriebenen werke war von 1818 auf 1762 zurückgegangen. Die MeM» Produktion war in verschiedenen Zweigen zwar etwas ge dagegen der Werth derselben vielfach zurückgegangen. R-# lich zeigte die Lage des Eisen-, Zink- und BleierzbergbaueS„ günstige Verhältnisse; bei Eisen fand zwar eine kleine Erher! ver Produltion gegen daS Vorjahr statt, aber die Preise um mehr als 6 Prozent zurück. Die Kohlen- Industrie£ weniger zu leiden, und der Salzbergbau ergab zwar in-- Werchverhältniffk des Steinsalzes eine Einbuße, die jedoch? den steigenden Werth des Kalisalzes reichlich ausgeglichen 0% Trotz der im Großen und Ganzen ungünstigen Lage der e dustrie waren die Arbeiterverhältnisse im Allgemeinen V-- digend.(Es fragt fich nur, ob auch für die Arbeiter?) Erzbergbau kamen zwar Arbeiterentlaffungen vor, dagegen�, der AlbeMbevarf beim Kohlenbergbau, so daß fich im die Zall«er beschäftigten Arbeiter um 2'/» pCt. vermehrte- � GesmMeitszustand war ein durchweg befriedigender t# ßqj�ott Unglücksfälle erheblich niedriger als im Vorjah» , Breslau» 17. November. Die Verhandlung in � je« Fiskus gegen den sozialdemokratischen ReichstagS-nl neten K r ä ck e r wegen einer Forderung von 1818 M- �"pt aus Parteimitteln fand heute Vormittag 9 Ubr 3. Zivilkammer des hiesigen Landgerichts statt. Den führte Herr LandgerichtSdireklor Patzig, als Beisitzer sU� die Herren Landgerichts: äthe Mächtig und Kroll. D» wurde durch Herrn Justizrath Kaupisch vertreten, als-» mi beistand des persönlich erschienenen Verklagten funsW•- Rechtsanwalt Kirschner. Nach einer ausführlichen Beffw der Klage des Fiskus seitens deS Herrn Juflizrath 8- beantragte, wie die„Btcsl. Ztg." berichtet, Herr(V Kirschner in einer längeren Rede die Zurückweisung f# wobei er besonders au: Rudolf v. Bennigsen und den tiav1ji(t Finanzminister Riedel hinwies, die den Empfang von. aus privaten Mitteln für statthaft erklärt hätten,(o»» gß» freisprechenden Urtheile zweier preußischer Gerichte in v?«F Angelegenheit. Aussällig sei e«, daß seit der Diäten aus Privatmitteln 9 Jahre verfließen mußten, f- Fiskus mit seiner Klage hervortrat, ehe man eS unter#« ä/ partilulariftischen Bestrebungen an das ReichSgrundgeu'�ß« zutreten. Allerdings habe auch so lange Zeit verfließen.«« ehe man diesen vom Wege der Rechtseinhcit entfernt n Punkt erreichen konnte. Nach einer kurzen Replik de» raths Kaupisch und einer Duplik deS Rechtsanwal« trat der Gerichtshof zur Berathung zusammen. Nack# von zirka 25 Minuten verkündigte gegen 11'/, Uhr fitzende, daß, wie bereits mitgethcilt worden ist, katron des Urlheils am 24. d. M., Vormittag« 9 finden werde. Uhr. München, Mittwoch, 18. November. Die•• � p-. Abgeordneten erledigte heute den Zolletat. Der von kalen gestellte Antrag auf Herabsetzung der Bierexport Der Kammerdiener schrak wie au« eine« empor. Ais" „Nein," erwiderte er bastig,„mag er thun, wa. ,if nur kann er nicht« beweise», und Sie werbe» f verratheu. Der Herr kommt. Fränzchen, wen»" � bessommen sieht, könnte er Verdacht schöpfe»,®,e. snn Mißtrauen." Franziska nickte zustimmend und eilt« vo gleich darauf trat Rabe in den Korridor. zu folgen." „Jawohl, er verlangt die Papiere bi« 9 w »»rück." �.»„Kp-S «Und morgen will er die gerichtliche U» � antragen?'*,_ rf> -So sagt er, und ich glaube auch, daß ------- cY— s&a« mii. jjji-' wird," nickte der Kammndiener.„Bei _«ammndiener.« Beamten»,chtz finden, aber wenn die Hau« erfolgt, da»»" gt, da»» Weinflasche geblieben?* »• Si.» OTd«." 3- #### k und v werben erli «tloten. S Tünchten Jje Seftüti Sä as, Krieg« fftÄ %%% S Zeitungj Ärt m «ittags ein is .Die Bi Isden fina ii»k Pfg. per Hektoliter wurde«ach zweitägiger lebhafter kj™, und nachvem der Minister den Arnrag wiederhast be« Mt hatte, in namentlicher Abstimmung mit 77 gegen 76 ®»mmen abgelehnt. «..ottin Krieg in de« Balkanländer« liegt heute eine Muckit vor, nach welcher die Serbm bei ihrem Angriff auf «imnitza von den Bulgaren mit erheblichen Verlusten zurück- schlagen wurden. Die vulgaren gingen darauf zum Angriff M und verfolgten die Serben fünf Kilometer weit. Die erlitten große Verluste und haben auch Gefangene Zfrloren. Von serbischer Seite� liegen noch keine näheren I C l V b I V-M C 4. IltH*-11 nuyvivi» Weichten vor, indeß dürste dai Schweigen serbischerfeits als «ne Bestätigung der Niederlage aufzufassen sein. Uebrigens ..—- I» v». ► W k*» 1 V V V � t»V-Wfr' V 0 w I v*|| v•• I � � �• k? N!" sich die serbischen Machthaber die größte Mühe, jede Mllige Kritik über die Truppenbewegungen zu unterdrücken. W einer Meldung de«„N. W. Tagebl." läßt der serbische T�Siminister verkünden, daß die Korrespondenten A..-----.--— ? Kriegsschauplätze nur behördlicherleit« autorifirte Nach- ??ien ihren Blastem melden dürfen. Wer andere Nachrichten hi»(TlV�"«rciucu uuifcu. iuci uuvcic ._ mä) oder telegraphisch zu melden versucht, wird vor ein 'igSgeri cht gestellt. Die hierauf bezüglichen Erfabrun- � des letzten serbischen Kriege« hätten gezeigt, daß die Türkei H tjeitungiwege über die Bewegungen vcr serbischen Armee — Der türkische Gesandte Zia Bey hatte gestern futw 9 � ne rrnstündige Unterredung mit dem serbischen Ge- (.„ T Garaschanin, in welcher er seine Zufriedenheit über der K der Note bezüglich der versprochenen Re'pektiiung �ustischen Rechte und des türkischen Territoriums aus« Bulgaren scheinen e« darauf abgesehen zu haben, die ..�.�Nnanziell zu Grunde zu richten, nachdem fie ihnen �«ansch nun einmal nicht beikommm können. Im Norden �' rm rr____ w.__ 5un tiumal nicht beikommen können. Zm �torven d»« i?- �den strecken ganze Bataillone die Waffen und wenn ku�-forteeht, wird die serbische Heere«leitung bald die ganze jjwrsche Armee zu verpflegen habm. Noch eine solche Sieges- «c; und Serbien kann ein neues Kriegsanlehen zur Vereng semer Gefangenen aufnehmen. »_ Holland. Iz.Aur Distrikt Sncel ist der Präsident der nieder- �«ischen Arbeiter. Liga, Heidt, mit 2006 Stim- liegen den konservativen Kandidaten, Baron Schimmel« ,,' uk. welcher 1670 Stimmen erhielt, zum Deputirten L®« h l t. Die Wahl ist deshalb bedeutsam, weil Heidt für 5®'[gemeine Stimmrecht eintritt und als e r st e r Dtlrr Arbeiterklaffe in die zweite Kammer einzieht. In 'ulben fitzen j tzt 43 Liberale und 43 Konservative. g �„. Dänemark. ds. ijÄ�ugsprästdent Berg erläßt im„Morgenbladet" an �«Nseilspräfidenten Estrup ein offenes Sendschreiben, in irj.jfu rr in Veranlaffung einer Aeußerung de« Minister« % M, von den Konservativen am 7. d. gegebenen Feste, lstW l"ung der Estruv'fchen Wirthschast während der lih? irkn Fahre entrollt Präfident Berg weist darauf hin, »i- s.i, Ministerium mit§ 25 der Verfassung umgesprungen, lolot. w uem 1. April d. F. ein Provisorium dem anderen ..... � Sri——i. w__ soUj!"! oem 1. April d. ein Provrionum oem anorren eine schlimmer und unnölhiger wie da« andere.— bhf.i J0.Jahren— so beißt es in dem Schreiben— hat chi�SierunZSstzstem°.........*" lvi» M%wwlu oicimcut uii n-... �------ linh fCL__ i- lÄrnh#(i+inhf z?.�.�°atSwesen gebracht. Diese Bewegung rann ; sj, �«eren Formen verändert, aber nicht unterdrückt wer« m.M«""wt vrelmebr an Stärke zu in demselben Grade. -'-—.k.M.« f.,*/ Iwy JI OJ IIUII III W« I-»• I-..,... die%% lerne Ehre in hohem Grade schädlich ist. Da« ist �Net®er Regierungspolitik des Herrn Estrup! Worauf sjurifl®n* Man ladet zur Verständigung ein; die Bedin- ?°ffkth>v>., üthige Unterwerfung unter diese Politik. Da« »gt ez„ß foll zum DiSkutnen die Erlaubniß erhalten, bewil- % bi, nicht, waS man wünscht, oder nimmt e« Gesetze Ui Zw?.sstfaiien, so nimmt daS System seine Zuflucht zu !!% f Und eine solche„verfaffungSmäßige" Ord- ich i->:ute die Anerkennung deS Volke« gewinnen f Unmög- Jit g.jf1 Herrn Estrup ist nicht« mehr zu erwarten!"— Daß mi Sprung im Volke mit jedem Tage eine dem herrschen- Mfi�ierungSsystem feindseligere wrrd, darüber find jetzt Konservativen einig. Ein entschlossener ökonomischer ''--"" i->•— % a',' �"'.rroariorn l»».».--------------------------- h9, b,t konservativen Kaufleute in dm Landstädten ist rVfnn k&t stattfindenden Gemeinderathßwahlen»uf dem überall demokratisch au«, die konseroatiom Vor- ?SlinA der landwirthschaftlichen Vereine werden ohne An r? vinausballottirt und die Zahl der Kommunalvor- An«. �ichlSbeifitzer, EinschStzung«beamten«., welche ihre r'/flen' tP � groß, daß bald die Verwaltungs- 'e auf dem Lande zum Stillstande kommen dürfte. . Iin.., Grohbritaunie«. y bi».»�sondere Ausgabe der„Londoner Gazette" veröffent- �s»..wvrgl. Proklamation, durch welche das Parlament � nfl h daS neue Parlament zum 12. Januar ein- y Q trug er eine halbgefüllte Mioeralwasserflasche i« der Sie de« ZuHalt au«, dann werfen Sie die % w1 �en Park/ sagte er.„Sie können da« sofort L � alte Mann wird Sie nicht überraschm, ich habe ticht Wald geschickt, vor einer Stunde kann er »«ückkehre»/ !tye"»»am!t«wichen wir weiter nicht«, als daß wir da« ? z��kismittel au« dem Schlosse entferum," erwiderte Ak, Verdiener, indem er mit sichtbarem Zöger» die nsey„Sie hätten den altm Narrm sofort mt- »Zeigen Sie und befolgen Sie meine Befehle!' Aabe aropritA eine Kritik meiner Handlungen % SiQhTei9en feie und Zb,�9�tich herauf,................... m rntTn. w"'�t su. E« liegt in Ihrem eigene« Znter. / �erdnA.°�nuvgm zu befolgm, denn auf Ihne« ruht ». 9l>ch es dürfte Zhne« schwer, wenn nicht un- « eine*k' diesen Verdacht zu entkräften. Hätte ich so davon gehabt, daß Sie die Aufgabe in d 9li ei» üt Weise lösen würden, so wäre meinerseits v�en. fi- erlange« nach diesen Papiere« aufgesprochen ®>Uthet. enthielten ohnedie«, wie ich von vorne herein L,,..Zch das, was ich erwartete." A)«i». x,. t ehren Inhalt nicht erfahren," schaltete Zo V- m-'-~rx� k.» A,iaen dtt schlösse« y Sie w b�lvr. Sinn?»i». ��ede« yavr»..., z/di Z �tnuthu beisammen hatte. E« waren alberne, *0�.«cke und Behauptungen, offenbar nur zu '' c~—'ind im geeigneten ' wa« 6. wiederholen, so erwidern Sie ihm, er} n,4t lassen könne. Franz soll in einer- & Aste«. Die Entscheidung in Birma ist sehr schnell erfolgt. Der erste bedeutungsvolle Kampf hat, wie vorauszusehen war, bei Minhla, der birmanischen Grenzfestung, stattgefunden. Minhla ist von den Engländern ohne große Verluste genommen worden. Noch vor der Einnahme von Minhla besetzte, wie ein späteres Telegramm meldet, der englische General Norman den Ort Sindongweb auf dem linken Ufer des Jrawaddifluffe«, nachdem nur 2 Kanonenschüsse gegen den Ort abgefeuert wor- den waren. General Prendergast ging auf dem rechten Ufer de« Jeawaddi vor und bombardirte das Fort Kuligon, das von der Rückseite aus angegriffen wurde. Auch dieses Fort wurde genommen, die darin befindlichen Geschütze waren vernagelt.— ES befinden fich also die wichtigen Grenzfestungen bereit« in den Händen der Engländer. Die zahlreichen kleinen Festungen stromaufwärts werden jedenfalls keinen langdauernden Widerstand leisten können. Die Einnahme der Hauptstadt Mandalay, wohin die Engländer auf dem Flusse sehr bequem vordringen können, wird daher wohl bald erfolgen. Zokales. t. Hebet die große Kindersterblichkeit in Berlin wird vielfach und mit Recht Klage geführt; aber wenn man al« den Hauptgrund für dieselbe das enge Beisammenwohnen vieler Menschen auf einem kleinen Flecken Erde bezeichnet hat, so zeigen die neuesten statistischen Ermittelungen doch, daß diese Annahme unzutreffend ist. Während in Berlin von 1000 ehelichen Geburten(einschließlich der Todtgeborenen) im ersten Jahre 297 starben, stellt fich in dem garten- und parkreichen Charlottendurg diese Sterblichkeitsziffer auf 311, und in den forst- und wasserreichen Kreisen Teltow und Barnim etwa ebenso hoch. Man steht also, was es mit dem gepriesenen Land« aufenthalte der Säuglinge in der näheren Umgebung Berlin« auf fich bat. Das gelobte Land für unsere Neugeborenen ist die Insel Rügen, wo ihnen das Dasein so gut bekömmt, daß von 1000 ehelich Gebotenen nur 180 in dem kritischen ersten Jahre sterben: in Wernigerode am prächtigen Harz und in dem sächstschen Stadtchen Schleustngen geht diese Sterblichkeitsziffer sogar bis auf 177 herunter.— Analog der Sterblichkeit ehe- lieber Kinder ist mit wenigen Aufnahmen, allerdings bedeutend höher, die Sterblichkeit unehelicher Kinder im ersten Lebensjahre. Von 1000 unehelich Geborenen starben im ersten Lebensjahre in Berlin 503, in Cbarlottenburg 579, in Teltow 569. Daß die Entbindungsanstatten, die ärztliche Hilfe, die in Berlin immer noch schneller zur Hand ist, als auf abgelegenen Wohnungen des platten Landes und viele andere gesundheitlichen Einrichtungen unserer Stadt dazu geführt haben, in dieser für die Bevölkerung so wichtigen Eanitätsftage unsere Nachbar« schaft zu überflügeln, ist gewiß ein erfreuliches Zeichen. Zeugen-Geoühte«. Die meisten derjenigen Personen, welche al« Zeugen vor Gericht erscheinen müssen, find im Unklaren darüber, ob und nach welchem Maßstabe fie Zeugen- gebühren zu verlangen haben. Wir führen deshalb nachstehend die wesentlichsten Bestimmungen der Gebühren� Ordnung für Zeugen und Sachverständige auf. Der Zeuge erhält eine Ent- schädigung für die erforderliche Zeitv-rsäumniß im Bettage von 10 Pf. bi« zu 1 M. für jede angefangene Stunde. Die Höhe der Entschädigung innerhalb dieses Spielraumes ist nach der Art de« versäumten Erwerbes zu bemessen und auf nicht mehr al« 10 Stunden pro Tag zu gewähren, letzteres deshalb, weil angenommen wird, daß die tägliche ErwerbSthätigkeit einer Per- son die Dauer von 10 Stunden in der Regel nicht übersteigt. Tagelöhner, wie überhaupt Personen, die durch geringe Hand« arbeit ihren Verdienst suchen, erhalten die nach dem geringsten Satze zu bemessende Entschädigung auch dann, wenn sie lernen Erwerb versäumt haben. Der Sachveistäirdige erhält für seine Leistungen eine Vergütung nach Maßgabe der erforderlichen Zeitoersäumniß im Bettage bis zu 2 Ä. für jede angefangene Stunde. Die Vergütung wird nach den sonstigen Erwerbs- Verhältnissen des Sachverständigen bemessen, auf höchstens 10 Stunden pro Tag gewährt und es erfolgt außerdem Ent- schädigung für verbrauchte Stoffe, Werkzeuge und sonstige Aus- lagen. AlS versäumt gilt für den Zeugen oder Sachver- ständigen auch die Zeit, während welcher er seine gewöhnliche Beschäftigung nicht wieder aufnehmen kann. Wenn der Zeuge oder Sachverständige außerhalb seines Wohnortes einen Weg von mehr als 2 Kilometern zurücklegen mußte, um beim Termin zu erscheinen, so erhält er außer den obigen Gebühren auch Reise- Entschädigung und Vergütung der Kosten, welche ihm die Abwesenheit von seinem Wohnott verursacht(z. B. für Nachtquartier). Die Festsetzung der Reisekosten erfolgt nach billigem Ermessen unter Berückfichtigung der erforderlichen Transportmittel ic. Sind keine Transportmittel in Anwendung gekommen, so beträgt die Reiseentschädigung 5 Pf. für jedes angefangene Kilometer deS Hin- und deS Rückwegs. Die Entschädt- gung für den Auswand, den der Zeuge oder Sachverständige in Folge der Abwesenheit von seinem Wohnott machen muß, richtet fich zunächst nach seinen persönlichen Verhältnissen, soll jedoch den Betrug von 5 Mark für jeden Tag und 3 Marl für jedes Nachtquanier nicht übersteigen. Wer innerhalb seine« Stunde den Schimmel bereit halten, bin ich am Abend nicht zurück, so matten Sie nicht auf mich, ich werde dann bei einem Freunde übernachten/ Der Kammerdiener verließ das Kabinet, mit einem ver- stohlenen Blick betrachtete er draußen die Flasche, und sei« Kopfschütteln ließ erkenne«, daß ihn ei» Räthsel beschäftigte, dessen Lösung er nicht finde« konnte. Harte Köpfe. Frau von Stuckmann hielt e« für unnöthig, ihren Entschluß bezüglich de« aufgefundenen Testament« nochmals einer reiflichen Ueberlegung zu unterziehen, aber sie that e« dennoch, um etwaigen spätere« Vorwürfen vorzubeugen. Der Weg, den fie gehe« mußte, war ihr klar vorge- zeichnet; die Rücksicht auf eigene Interessen konnte und durste sie nicht bestimme», nur um eine« Haare« Breite von diesem Wege abzuweichen. Und Arabella dachte in diesem Punkte ganz wie ihre Mutter; sie war empört über die Vorschläge, die Onkel Willy gemacht hatte und begriff nicht, daß die Generalin auch jetzt noch den Bruder in Schutz nahm. Wenn Frau von Stuckman» behaupten wollte, ihr Bruder habe diese Vor- schlüge ohne Ueberlegung gemacht und keineswegs ernstlich gemeivt, so urtheilte Arabella doch anders darüber, fie halte den Onkel schärfer beobachtet und in seinen Gesichtszügen seine Gedanken gelesen, aber über ihre eigene An- ficht schwieg fie, wußte sie doch, daß sie damit nicht durch- drang. Es war freilich für beide Dame« ei« niederdrückender Gedanke, da« Schloß verlassen zu müssen, in dem sie so lange Zahle gewohnt und ein ungetrübtes Glück genossen hatten, aber das ließ fich nun einmal nicht ändern, auf ei« friedliche« Zusammenleben mit dem Oberst durfte man ja nicht rechnen. Da« große Kapital, welche« ihnen blieb, gewähtte ihnen auch ferner die Mittel, standesgemäß zu lebe«, und wenn auch nach der einen oder anderen Seite hin Einschränkungen nothwendig wurden, so waren dieselben doch keinesfalls so tief einschneidend, daß fie sich in unan« genehmer Weise fühlbar machen konnten. Wohnortes mehr als 2 Kilometer zurücklegen muß, um bei Ge» richt zu erscheinen, erhält gleichfalls Entschädigung für nöthige Transpottmittel oder 5 Pfennige pro Kilometer. Auch sonst werden Kosten für TranSpottmittel dann gewähtt, wenn der Zeuge oder Sachverständige ohne Benützung solcher Mittel den Weg nicht hätte zurücklegen können. Wenn ein Zeuge wegen jugendlichen Alters oder wegen Gebrechen eines Begleiter« bedarf, so find die Kosten für Beide zu gewähren. Oeffentliche Beamte erhalten Tagegelder und Erstattung von Reisekosten nach Maßgabe der für Dienstreisen geltenden Vorschriften, falls fie zugezogen werden: 1) als Zeugen über Umstände, von denen fie in Ausübung ihres Amtes Kenntniß erhalten haben' 2) als Sachverständige, wenn fie auS Veranlassung ihres Amtes zugezogen werden und die Ausübung der Wissen- schaft, der Kunst oder des Gewerbe«, deren Kenntniß Voraus- fetzung der Begutachtung ist. zu den Pflichten deS von ihnen versehenen Amtes gehört. Werden nach den Vorschriften dieses Paragraphen Tagegelder und Reisekosten gewähtt, so findet eine weitere Vergütung an den Zeugen oder Sachverständigen nicht statt. Die Gebühren der Zeugen und Sachverständigen werden denselben nur auf ihr Verlangen gewähtt. Der An- spruch erlischt, wenn das Verlangen binnen drei Monaten nach der Vernehmung des Betreffenden nicht dei dem zuständigen Gettcht angebracht wird. Die zu gewährinden Gebühren wer« den durch oaS Gettcht oder den Richter, vor welchem die Ver- Handlung stattfindet, festgesetzt. Gegen die Art der Festsetzung von Zeugen- und Sachverständigen- Gebühren kann Beschwerde erHoden werden und man kann diese Beschwerde dem GettchtS» schreiber zu Protokoll geben. DaS Lüften der Bette« ist für die Gesundheit sehr wesentlich. Es ist zu tadeln, wenn man daS Bett, nachdem e« am Morgen aufgebettet, sofott zudeckt und überdies noch mit einer Decke verschließt. Nach dem Aufbetten lasse man viel» mehr Decke und Oberbett zurückgeschlagen, denn dadurch w rd man erreichen, daß es gehöttg und frischen Sauerstoffgeruch annimmt. Kann man den Tag über das Bett dem Luftzuge aussetzen, so ist das noch viel besser. Im Sommer legt man gewöhnlich die Betten, um fie zu lüften, in die größte Sonnen- Hitze. Dadurch trocknen aber die Federn zu sehr aus, werden ihrer ElastizitA beraubt und spröde gemacht. Besser ist es, die Betten bei trockener, bedeckter Luft und wenn die Sonne nicht stark scheint, hcrauszulegcn und fie dann tüchttg auszu- klopfen. Herr Pastor Dietz. der defignirte Adjunkt des Herrn Stöcker, war schon einmal für Berlin auSersehen. hochgeborene Herren vermißten in Berlin eine konservative Arbeiterzeitung, deren Leitung Herr Dietz übernehmen sollte. Derselbe fordrtte ziemlich viel: 10,000 Mark Gehalt, UeberstedelungSkosten, Penfion im Jnoaliditätsfalle ic., was ihm alles bewilligt wurde. An der schließlichen Forderung einer hohen Lebens- verficherungs. Polize für seine Hinterbliebenen im Falle seine« Tode« aber schtttette die Sache. Man steht, daß Jemand fromm und gleichwohl sehr praktisch sein kann. r. Bon einer entsetzlichen Betletznng, die fich ein Eisenbahn- Bremser der Görlitzer Bahn in Ausübung seines Berufs zugezogen, meldeten vor einiger Zeit hiesige Blätter mit dem Bemerken, daß der Zustand des Verletzten hoffnungslos sei. Das letztere trifft nun freilich nicht ganz zu, aber traurig genug hat fich das LooS deS Verunglückten gestaltet. Derselbe war von seinem Bremserfitze herabgefallen, weil der Zug plötzlich und ohne daß das Signal zum Abfahren gegeben war» heftig anrückte und davon fuhr. Erst auf der nächsten Station wurde der Unglückliche vermißt und die Blutspuren an den Wagenrädern ließen daS Unglück vermuthen. Man fuhr zurück und fand den Vermißten, der beim Herabstürzen mit den Händen zwischen die Puffer und mit den Beinen unter die Räder gerathen war. Jetzt, nach acht Wochen, ist der Verun- glückte geheilt, freilich nach Amputation der beiden Hände und Füße, und steht in nächster Zeit seiner Entlastung auS dem Kranken hause entgegen. Daß ihn keine Schuld an dem Unfälle trifft, geht wohl am besten daraus hervor, daß die Bahn- Verwaltung ihm nicht nur sein volles Gehalt fottbezablt, sondern auch einen eigenen Wärter zu seiner Bevienung hält. der Verunglückte besitzt übrigens eine zahlreiche Familie. Im Zentral-Theater findet des stillen Sonntags wegen gleichfalls eine einmalige Unterbrechung des RevertoirstückeS „Die wilde Katze" statt und gelangt an diesem Tage Kalisch' Humor- und gemütbvollis Volksstück„Berlin, wie es weint und lacht" zur Aufführung. Die Haupttollen befinden fich in. den Händen der Damen Frl. Markwardt. Frl. Lid und Frl. Elsa Kraft, welch letztere fich bei dieser Gelegenheit als Soubrette versuchen wird, sowie den Herren Carl Weiß» Tielscher, Leonhard, v. d. Osten und Dir. Ernst. Briefkasten der Redaktion. Abonnent S. Die Kasse hat 15 Zahlstellen in verlin. Da Sie uns Ihre Wohnung nicht angegeben haben, können wir Ihnen nicht mittheilen, welche Zahlstelle für Sie die nächste ist. Bevollmächtigter ist Herr Densig, Zossen: rstr. 33, Hof III, Kasfirer Oskar Wrangelstr. 98, III. Die Liebe Arabella'S zu Siegfried und die völlige Uebereinstimmung der Generalin mit den Gründen, die ihren Gatten zu diesen letziwilligen Verfügungen bewogea hatten, erleichterten den Damen den Uebergang sehr, und nachdem sie sich mit muthiger Resignation in das Unab- änderliche gefunden hatte«, blieb nur noch die Besorgniß, wie der Oberst die verspätete Auffindung de« Testamentes aufnehmen und welche Vermuthungen er daran knüpfen würde. Mit ihrem Bruder konnte die Generalin nicht weiter darüber berathen, Willibald Rabe war noch vor dem Diner wieder fortgeritten und am Abend»och nicht !r kam erst am nächste« Morgen heim, und die fieber« hafte Aufregung, in der er sich befand, machte eine ruhige Unterredung mit ihm unmöglich. Wo er während der Nacht gewesen war, sagte er nicht, und al« die Generalin eine darauf bezügliche Frage an ihn richte» wollte, schnitt er ihr daS Wort ab mit der barsche» Bemerkung, die Nothwendigkeit, für seine Existenz zu sorgen, sei plötzlich so gebieterisch au ihn herangetteten, daß er un« möglich sie ignottren könne, und von jedem Schritt, den er im Hinblick darauf thue Rechenschast zu geben, fühle er sich nicht verpflichiet. Frau von Stuckmann erwiderte darauf nicht«, aber der zürnende Blick, der au« ihren schönen Auge» ihn traf, ließ ihn doch erkennen, daß er zu weit gegange» war. Bald nach dem Fiühstück ttaf die Generalin Anstalte» zur Ausführung ihre« Entschlusses. Sie gab Befehl, anspannen zu lassen und»ahm da« Dokument auf dem Sekretär, um e« noch einmal zu lesen und de» Wortlaut desselben ihrem Gedächtniß einzu» präge«. Sie hatte die Lektüre noch nicht beendet, al« Franziska, Sichtbar erregt, einttat. Da« todeSblerche Geficht mtt dcm iarre« Blick voll Schrecke« und Entsetzen mußten der nerali« auffallen. „Was ist geschehen?" fragte sie bestürzt. „Der alte Gärtner ist todt, erschrecken sie nicht, gnädige Frau," erwiderte Franziska in fliegender Hast,„Franz hat soebe« seine Leiche gefunden."(Fottsetzung folgt.! 174 Oranienstrahe 174 Berlin SO., 174 Oranien�raße 174 empfiehlt zu festen Preisen: Wollene Herreu-Westen PreiS für 1 Stück 3,50, 4,00, 4,50, 5,50, 6,00, extra feine Qualität bis 10,00, 12.00 Ml. Gesundheits-Hemden In Sommer-Vigogne»75 Pf., 1,00, 1.25 1 50, 175 M. Schweiß- cemden a 1,75, 2,00, 2,25, 2 50, 2,75. dito extra schwer» 2,50, 2,75, 3,00, 3,25, 3,50. Herren Uuterbelnkleider. Baumwollene a 60, 80 Pf., 1,00, 1,25, 1,50, 1,75. Echweiß-Ho�cn a 1,75, 2,00, 2 25, 2,50, 3,00. dito extra schwer a 2,25, 2,75, 3,25, 3,75. Vmuen- und Kmder-Caootteu. Für Rinder» Stück 25, 50, 75, 1,00, 1,25, 150. • Damen»„ 1,50, 1,75, 2,00, 2,25, 2,50, 3,00. Tricol-TaiUeu in allen Farben, mit Fächer-Echooß. » Stück 3,50, 4,00, 4,50, 5,00. 6,00,_ do. mit emgemrllein Futter 6,50, 7,00, 8,00, 8,50. Ainder-Tricots. Baumwollene» Stück 80, 90, 1,00, 1,10, 1,20%. «tgogne„„ 80, 90, 1.00, 1.10, 1,20 k. Wollene„„ 1,50, 1,75, 2,00, 2,25, 2,50 Wollene gehäkelte Rinder ßlleldche«. » Stück 2,50, 3,50, 4,00, 4,50, 5,00, 5,50, 6,00. Vameu- und Rinder-WeßtS. Verantwortlicher Redakteur«.«mheiM in Berlin. Druck und Verlag oon«ax.vadtug in«erlin SW Beuthstraße" Beilage zum Berliner Bolksblalt. &%ri. Freitag, de« 20. Jtourmbcr 1885. H. Jahrg. 5« Kkschcid in Kctdjstmminiffiira inZchlirßiillz inKräckn'schw Dlucknn H nach der„Volksztg.", folgenden Wortlaut: � Berlin, den 12. November 1885. ?uf Ihre näher begründete am 19. August ct. rechtjeitig »c»rächte, am 7. Okiober er. mit den Verhandlungen bei uns gegangene Beschwerde wider daS am 18. August er. Ihnen i»WPfiootftQn»>«emäß§ 8 des Gesekes vom 21. Oktober �.«händigte Verbot des das Buchdruckerei und Verlags. Nn W. Kuhnert u. Co. betreibenden Vereins wrrd nach eingeholter näbcrer Information auS den seitens 'onigl. Regierungs. Präsidiums ,u Breslau beigefügten "«m eröffnet: dah die Besck werde gegen das Verbot vom 16. August er. als unbegründet zurückgewiesen wird. selbst stellen die altenmäßige Thatsache nicht in Ab- i.�PaHn der von Ihnen gegenwärtig verwalteten Druckerei »-'t. �fl�n 1879 bis 1881 die in der Verbotsverlügung 187? �'kieführten, auf Grund des Gesetzes vom 21. Oktober !«> verbotenen Schritten gedruckt und vcziehungsweise ver« morden find. Wenn festzustellen ist, daß trotz Ihres 8 1 die Druckerei damals einem Vereine im Sinne des «f., � Ltdachten Gesetzes gehört hat, so ist das nunmehr auf (jjrrd dieses Paragravben ausgesprochene Verbot dieses Ver. Zei« MMMctWßl, sobald sich herausstellt, daß dieser Verein zur des Verbot- noch bestand. das«T bestreiten auch diese Thatsache und behaupten überdies, itn.», �igenlhümer der mit Beschlag belegten Druckerei ge- feis« 7®ft'®'c dieselbe nach dem zurückfolgenden Original- Äifk f S. DOm 19- August 1884 von Hermann Zimme. und s>,,>dUm Stoermer als alleinigen Inhabern der offenen Hart- : Schlefische Volksbuchhandlung H. Zimmer u. Co. « baden. kmit.* den Eintragungen in das Gesellschasts- und Firmen- lürst'r, welche überdieß für das bestehend« materielle Rechts- ib� � zwischen den Theilnehmern nicht maßgebend find, tohre �ksellschaft: Schlefische Verlagsbuchhandlung tz Zimmer »vw v' welche am 1. Oktober 1876 begonnen, laut Vermerk �*. Dezember 1876 aufgelöst worven. Eingetragen� ist 1""« und bisher noch nicht gelöscht am 17. Sep M-r 1878 eine an.......' 1 trnd Wilhehi, w&vtvui�. Verlagsbuchhandlung H. Zimmer u. Co. io/8 eine am 10. Juni 1873"begonnene aus Hermann Marer und Wilhelm Stoermer bestehende Gesellschaft: Schle- w. Zufolge Verfügur g vom 1. September 1884 ist ein- : Julius Kräcker, Buchdrucker«, und Verlagsgeschäst und als Gesellschafter am Wilbclm Kuhnert unter 13. Oktober 1884 der Kauf der Firma: Silefia. W. 17. Februar 1885 ist endlich die Auslösung dieser w>«„ l?ast eingetragen und bemerkt worden, daß das Geschäft ber bisherigen Firma: W. Kuhnert u. Co. von dem ~-ckereibesitzer Julius Kracke r allein fortgeführt wird. die<*17 machen nun in ihrer Beschwerde selbst geltend, daß Stint«« der eingegangenen Zeitung„Die Wahrheit" vor esn* des Sozialistengesetzes die Mittel zur Gründung einer tm. mn. Druckerei durch Darlehne stch beschafft, welche an die libo« eschäst nicht betheiligten Gläubiger zum größeren Theile hh,��urückge,ahlt und thcilweise am 4. August c. von Ihnen JW$le aktenmäßige Entstehungsgeschichte dieser angeblichen Hin ,°ns führt jedoch zu einer anderen Auffassung. Nachdem slin.a• März 1877 ein Breslauer Arbeite roerein nach§ 5 iiie.«. L�uls zu dem Zwecke begründet worden: Ausklärung L. W' Bedeutung und die Ziele der sozialistischen Arbeiter- % zu verbreiten, und Sie als dessen Vorsttzender am >8 � 1877 polizeilich angemeldet worden, haben Sie am |8SuH 1877 nach dem Berichte in" der Nr. 164 der Ende eingegangenen„Wahrheit" inZseincr Versammlung der Von Elise Grimpe. w, 3» dem Maße, in welchem die ohnmächtige Ver- sefit 9 Eh Hardt packte, wurde Marie muth'ger und ge- ha»?' kniete noch nebe» ihrem Mann und hielt dessen fe»&?ber ihre Augen, von neuer Hoffnung belebt, suchten innigen. «»...''Rudolf/ begann sie nach einigen Augenblicken zuver- Sut?."""4'st Vicht Alles verloren, ich weiß noch einen , Fragend schaute Ehrhardt zu seiner Frau nieder. L, �3a ich weiß noch etwas," wiederholte mit überzeugen- He*.,"""s Marie.„Rudolf, ich bitt Dich von ganzem SbJ,' fish nach der Stadt, verkauf da Deinen W und bringe einen Arzt für unser Kind, damit wir Ehrhardt schüttelte trotzig den Kopf. �fefeii' Marie," sagte er, und alle Energie war in iern ü.""4 eben gebrochenen Mann-urückgekehrt,„von �"°nne ich mich«st, wenn ich Arbeit habe." •Sufift" V oIf' verkaufe ihn!" rief sie flehend,„in Deinem °hne �? diese Waffe zu gefährlich. Ich weiß, ich tv�d--' daß sie Dich— nein uns unglücklich machen ein- j�ßWdt machte zu den dringenden Worten seiner Frau abwehrende Handbcwegung. Hilf«", Kind dürfen wir in diesem Zustand nicht ohne W» sagte jetzt Marie bestimmt.„Da— fivld««"«kaufe dieses hier," dabei streifte sie ihre« Audo?/.?„Reif vom Finger und legte ihn in dt, I9 Hand.„Wir hatten uns zwar vorgenommen, »erf."fi. möge kommen was da wolle, nicht zu mst i«,.' ab« ich geh' ihn gerne, wenn ich mein Kind da- % � kann." fei«.ff war untn der Berührung des goldenen Ring- " gezuckt. Es schien fast, als wolle ihn der sei« B einmal überwältige«, so v«zw«felt starrte er an, die, von den goldige« Strahle» der Sonne �anne.«ll-faßt zu ihm aufschaute. Was jetzt de- starken Wesen r.'"st durchwühlte, wäre beinahe ,m Stande ge- mavl'�aev Entschluß, den Revolv« nicht zu verkaufen, J" machen. Er gedachte d« unvergeßlichen liebt«. iS' welchen er Marie, seiner ge» Braut, das Ringlein geschenkt, und alle« Abonnenten derselben einen Vortrag gehalten, in Folge dessen die Eirrichtung einer eigenen Druckerei in der Fr rm einer Kommanditgesellschaft deschloffen worden ist. Sie hatten in Ihrem Vortrage bem«ft: „Tie jetzigen g erichtlichen Eigenthümer der Zeitung, die Scklefische Verlagsbuchhandlung Zimmer, Just und Stoermer, sollen auch die gnichtlichen Eigen- thümer der Druckerei werden, dieselben müssen fich ad« materiell verpflichten, daß fie über daS Vermögen nicht zu ihren Gunsten verfügen dürfen." Es ist auch Ihr weiterer Antrag angenommen worden, zur Deckung eines Anfangskapitals von 9000 Mark zur Errichtung der Druckerei Echuldscheinr über 10 Mark oder mehr auszugeben, deren Schlußsatz lauten sollte: „Die Darlehngeder erhalten statt der Zinsen einen Anthcil an dem G.'schäftsgewinn der Echl« fischen Volks« buchhandlung." Nach Ihrem Vorschlage wurde auch der Versammlung der Echuldscheindefieer das Recht vorbebalten, einen Verwal- tungsrath von 9 Mitgliedern einschließlich der GeschäftslN' Haber zu wählen und über die Vcrtheilzzpg des Reingewinns zu beschließen. Drese Bedingungen find auch auf der Rückseite der that- sächlich außgegebenen Schuldscheine abgedruckt worden, wie der Augenschein des vorliegenden, auf den Namen Rolle(Fol. 198 Nr. 395) betätigt. Damit war aber nach dem Art. 150 u. ff. des Handelsgesetzbuches eine Kommanditgesellschaft auf Namen verbindlich begründet, trotz der nach außen hin beabsichtigten Fiktion einer offenen Handelsgesellschaft unter dem Namen dcS Geschäfts- führcrS. Ihre B-Hauptung, daß sich die Schuldscheinbefitzcr dennoch nicht als Niitgiiever einer Gesellschaft, sondern nur als Gläu- biger der Geschästsin.haber bell achter, entspricht auch nicht der Wirklichkeit. Es haben vielmehr in neuerer Zeit mehrere Schuldschein- inhaber sogar die Beschlagnahme des ganzen D.uckereivcr- mözens beantragt, weil ste Miteigenthümer derselben und durch die eigenmächtige Verwendung der Einkünfte und durch den Verkauf der Druckerei an Sie vermögensrechtlich be- schädigt seien. Es ist von vornb«ein von der Generalv«sammlung auch ein Au'fichtsrath bestellt worden, und nach einem Bericht in der Nr. 153 der„Breslau« Zeitung" am 20. Januar 1884 ein Verwaltungsrath, während neben Zimmer und Stoermer Sie an Stelle des verstorbenen Just die Vertretung übernehmen sollten. Die am 20. Nooemb« 1884 in den Geschäftsräumen der Silefia im Skrutinialverfahren in Beschlag genommenen Ge- schäftsbücher und Schriftstücke find nach Erstattung eines ge« richllichen Gutachtens am 25. Februar er. Ihnen und dem Zimmer und Etonmer zurückgestellt worden. Danach ist ermittelt, daß von 402 DarlebnSgebern, deren letzter im Jahre 1883 beigetreten ist, noch zirka 100 gegenwärtig an ver Gesellschaft bctheiligt find, nachdem die übrigen durch Rückzahlung der Darlehne mit Zinscntschävigung stch haben abfinden lassen. Im Uedrigen ist eingebend nachgewiesen, daß das Geschäft formell keineswegs lediglich für Rechnung der Geschäfts- inhaber geführt worden ist, wonach strafrechtliche Ermittelungen noch weiter schweben. Danach ist die Annahme in der Ver- dotsverfügung durchaus gerechtfertigt, daß die Buchdruckerei und Verlagshandlung Silesia zur Zeit des Druckes und der Verbreitung verbotener Schriften durch dieses Geschäft einer Kommanditgesellschaft auf Namen gehört hat und diese Gesell- schasi, wenn auch unter verminderter Mitgliederzahl, heute noch fortbesteht. Daß auch Kommanditgcscllschaften unter den Begriff des Vereins nach§ 1 des Gesetzes vom 21. Okiober 1878 fallen, ist in den Materialien dieses Gesetzes klar ausgesprochen. Das Verbot der noch bestehenden Gesellschaft ist daher un« bedingt gerechlfertigt. Hiernach bedarf es nicht der Prüfung Ihrer weiteren Be- mit ihm vttbuvdenen unaussprechlich süßen Glücks, welches er in den Armen seines Mädchen» durchlebt. Und noch jetzt«bebte er unter dem Zauber d« Liebe, als« auf ihre anmuthrge Gestalt nied«sah. „Ich geh«ach dem Arzt," murmelte« fast unhörbar, und in der nächsten Sekunde befand sich Marie mit dem kranken Kind wieder allein Sie trat sofort an das Bcttchea und neigte sich zu ihrem Liebling. „Es wird alles Hess« werden, mein Herzenssöhnchen," flüstttte fie und streichelte die heißen, nervös zuckenden Händchen. Unt« den halb zugefallenen Augenlid«» sah daS Kind mit einem so schmerzlich bittenden Ausdruck auf sie, daß ihr die Thränen in die Augen traten und auf das Kindchen fulen. Die ganze Zagheit, die sie in der Gegen- wart ihre» Mannes muthig bekämpft, überfiel sie— sie schluchzte bitterlich.... D« Arzt, zu welchem Ehrhardt in seiner Bedrävgniß gelaufen, war ein ältlicher, menschenfreundlich« Herr. Er versprach, sofort zu dem kranken Kmde zu komme». D« Doktor la« in Ehrhardt'S Züge« dm tiefe« Seelenschm«z, und dies« that seinem Herzen weh. Aus den Reden de» aufgeregten Vat«s glaubte d« Arzt annehmen zu dürfen, daß das Kind die Gehirnentzündung habe. Leid« bestätigte sich diese Voraussetzung bei Untersuchuna des kleinen Knabm. Der Arzt verschrieb eine beruhigende Medizin. Er schüttelte bedenklich den Kopf bei den immer heftiger auftretenden Krämpfen, sprach ab« dmvoch d« kummervollen Muit« Trost zu. Noch hatte Ehrhardt den Ring, daS Pfand d« Lieb« und Treue, in feinem Portemonnaie; ab.r er mußte aber- mals nach dem Städtchen zu der Apotheke. Nach kaum ein« Stunde trat Ehrhardt mft schweißbe- dccktem Antlitz und der Medizin in sein Stübchm. Er sah sehr bleich und angegriffen aus. So viel sich auch Marie, trotz d« Angst um ihrm Liebling, bemühte, ihren Man» etwas aufzumuntern, seiner Schw«muth zu entreißen, es gelang ihr nicht. Ehrhardt brütete dumpf vor sich hin, und schim mit einem schw«en Entschluß zu kämpfen. „Marie," sagte er beim Untergang d« Sonne,„in der Dämmerung w«de ich fortgehen und sehen, ob ich morgen in einem Nebcnorte Beschäftigung finde. Die Nacht hm« durch kann ich eine ganze Strecke zurücklegen." Der armen Frau stand bei diesen Worten das H«z schwerdearünde, welche Sic gegen die Begründung des V«dot» im Uebngen geltend machen. Was nun Ihre Beschwerde gegen die Beschlagnahme d« von Ihnen eigenrhümlich beanspruchten Druckerei betrifft, s» steht der Reichs Kommission nur die Entscheidung über die Aufrechlhattung des Verbots und nicht auch über die AuS» führung und den Umfang der durch§ 7 deS Gesetze? vom 21. Oltober 1878 angeordneten Beschlagnahme der Vereinskaffe und aller für die Zwecke des verbotenen Vereins bestimmtet» Gegenstände zu. Die Reichs-Kommisston. Herrfurt. vor Volttische Urbersrcht. Zur Karoltnenfrage liegt folgende Nachricht aus Rom : Wie die„Agenzia Stefant" meldet, hat Deutschland dem ' CT)---—«--- 1- CTU-w-iw-1 ——-,»- n***•W«v| V*»»» ü) mTlO ÜOIX am 16. November in Madrid eingelangten Vermittelungs- entwarf des Papstes in der Karolinen� Frage zugestimmt. ES bleibe nunmehr nur noch übrig, d« Vermittlungsakte eine de- finitive Form zu geben. Der„Moniteur de Rome" sagt, war» schreibe«inen großen Theil des glücklichen Ausganzes der Ver« Mittelung dcS P wstes dem sehr korrekten, sedr versöhnlichen Vorgehen des Fürsten Bismarck zu. Das Blatt meldet seiner- seits aus Berlin und Madrid ebenfalls die Annahme des Vermittelungs entwurfs des PapsteS seitens Deutschlands und Spaniens. Aus Leipzig, 10. November, wird dem„Berl. Tagcbl" gemeldet: In einer von etwa 4000 Personen besuchten Votks- versammlung in der hiesigen Tow Halle sprach der sozialdemokratische Reichstaasabgeordnete Viereck gestern Abend über die Aulgaben der bevorstehenden Reichstags- scsfion und das Arbeiterschutzzrsetz". Auf sein Verlangen wurde ihm von der Versammlung ein Vertrauensvotum enheilt. Be- merkenswcrth war, daß eine Trllersammlung für ein Ehren» geschenk an A u g u st Bebel anläßlich des 25jährigen Er- rnncrungstages seines Eintritts in die Arbeiterbewegung von dem überwachenden Polizeibeamten verboten wurde. Man beschloß, darüber an zuttändiger Stelle Beschwerde zu führen. Frankreich. Die sämmtlichcn republikanischen Gruppen der französischen Deputirtenkammcr find nunmehr darin einig, dem Kabinet Brisson vor der Präsidentenwahl keine Schwirrigketteu zu be- reiten; Biisson selbst ist jedoch noch unentschieden, ob er die ihm gestellte Gnadentrist annehmen soll. Ein Privattelegramm meldet darüber der„Voss. Ztg.:„In der R-publikaner- Versammlung unter Lockroy's Voisstz kam eS gestern wieder zu heftigen Debatten über Granet's Antrag, den Kongreß unver» züalich einzuberufen. Im Laufe derselben sagle C Smenc.au: „Wenn ich glaubte, dem Kabinet Brisson sein Prestige wieder- geben zu können, so würde ich nicht schwanken; dasselbe hat stch aber cndgiltig gctöotet. Jetzt gilt es, dem beginnenden< Chaos ein Ende zu machen und dazu gehört eine starke Re» gicrung mit einem kräftigen Programm." Schließlich wurde Grane.'s Antrag mit etwa 90 gegen 50 Stimmen angenommen und gleich eine Abordnung zu Brrsson entsandt. Dieselbe vir- langte vom Minisürpiästventen, er möge den Kongreß unver» züglich einberufen; bis zur Piäfidentcnwahl wolle man AlleS vermeiden, was eine Krise herbeiführen könne. Brisson«klärte fich dazu geneigt, sagte aber, er könne nichts versprechen, ehe er mit GrSvy, dem Kabinet und dem Senatspräfidenten lonseiirt habe. Am Sonnabend hoffe« die endgillige Antwort geben zu können. Brisson und die Abordnung einigten stch dahin. bis Sonn-rbend Alles zu vertagen, was geeignet wäre, Uneinig» leit zwischen Regierung und Kammermehih-it herbcizu'ühren, also sowohl die Vorlagen der Regierung wie die Anlräae der Abgeordneten. Die Kammer wird stch mittlerweile mit Wahl» Prüfungen beschäftigen." Amerika. Die am Montag vollzogene Hinrichtung des kanadischen Rebellenführers Louis Riet hat, wie das vorausgesehen wurde, unter der franzöfischen Bevölkerung Kanada's eine tiefe und einen Augenblick still. Wie? ihr Mann wollte sie mit dem todtkrankcn Kinde allein lassen. Doch sie sah die Roth- wcndizkeit seines Vorhaben« ein; denn d« Erlös von dem Ring hatte gerade zur Medizin gereicht. Still, aber mit schwerem Kumm« in der Brust«gab ste sich in da« trost» lose Mißgeschick. Sie versuchte, mit zitternden Hände« ihrem Mann ein kleines Reisebündel zu packe«, jedoch er lehnte alle? ab. „Ich gehe nicht weit, ich komme vielleicht bald wieder...." Und als sich eine stille trauliche Dämm«ung auf da» Thai gelenkt, umarmte Ehrhardt leidenschaftlich sein Weib und preßte wie im Fi:b« ferne Lippen auf die ihrigen. „Bleib! ich bitte D ch!" schrie sie von namenloser Angst erfaßt, denn die Lippen, die sie berührt, waren kalt, dabei war ein verräihnischer hriß« Tropfe» auf ihre Wange gefallen.„Bleib nur noch heute, drese» Abend— diese eine Nacht," bat sie sckluchzend. „Laß mich",«wid«te er tonlos," Marie, ich kann doch unmöglich an Deiner Seite unthätig bleibon und Dich hun» gern lassen."--„Leb wohl, theure« Weib!"— Er dengle sich noch über fein Kind und küßte fanft dessen heiße Sinne— dann eilte et hinaus..... ** Die Abendstunde war schon weit vorgerückt. Mit ma- grschem Schein beleuchtete der Mond und die vielen tausend Sterne da? liebliche Thal, welche« in diesem traulichen Licht friedlich, wie in sanftem Schlumm«, dalag. Und gleich der träumenden Erde, ruhten auch dessen Bewohn« in stär» kendem Schlaf, Kraft zum nächsten Tage sammelnd. Nicht daS geringste Gnäusch unterbrach die träumerische Einsaiir« keit des ThaleS und da« ruhige Athmen d« Natur. Unw.it von den umfangreichen Fabrikgebäuden, welche ihre dunklen Schatten in die mondhelle Nacht warfen,«- hob sich ein ander«, von Gärten umgebener, imposant« Häus«komplex. Es sind die Wohnungen de» Direktor« und ander« Beamten. Obwohl auch dieses Gebäude mit feinen dunklen Umrissen in«hnbener Ruhe dastand und auch nicht der geringste Lichtschimmer auf noch wache« Leben schließe« ließ, waren dennoch hinter wohl verschlossenen Lade» i» einem geräumigen Zimmer, dessen Ausstattung sofort ei« Bureau«kennen ließ, mehrere Männer in ernstem Gespräch beisammen. Sie wähnten sich vollkommen stch« und unbe- lauscht und hatten nicht die g«iagste Ahnung von d« für die Rrgiernng nicht ungefährlich- Bewegung hervorgerufen. In Montreal durchzog eine Menge von mehreren laufend Franzosen die Stadt, indem fie eine Puppe vorantrugen, welche den ersten Minister Sir Mecdonald darstellte; die Puppe wurde darauf an der Statue der Königin Vikioria auf- gehängt und schlichlich verbrannt. Zwischen Kanadiern fran- zöstschen und englischen BlutS wurden Schüsse gewechselt. Die französtsch-kanad schen Studenten durchzogen die Straßen mit dreifarbigen Fahnen und unter dem Ru>e:.Mieder mit der Regierung!" Auf vielen Häusern waren die Fahnen auf Halbmast gezogen. Aehnliche Kundgebungen fanden in Quebek statt und man befürchtet Wiederholungen derselben, was dann leicht zu ernsteren Uruhen führen könnte. Die„Times" drückt die Anficht aus, daß die Aufregung fich bald wieder legen werde;„Pall Mall Gazette" dagegen fürchtet, daß die Hin« richtung Riel's den Riß, welcher in Kanada zwischen den bei- den durch Abstammung und Religion von einander getrennten Elementen schon seit lange besteht, in unheilbarer Weise er« weitern werde. Das letztgenannte Blatt bezeichnet die Hin« richtung Riel's wie überhaupt diejenige politischer Verbrecher als einen großen Fehler. Die franzöfische Presse ist übcrein- stimmend derselben Anficht. Der Deichstaz wurde gestern im Sitzungesaale durch den Staatsminister von Böttichcr mit folgender Thronrede eröffnet: Geehrte Herren: Sc. Majestät der Kaiser hat mir den Austrag zu erlheilen ge. ruht, Sie in seinem und der verbündeten Regierungen Namen beim Wiederbeginn Ihrer Arbeiten zu begrüßen. Der Entwurf zum ReichshaushaltS Emt wird Ihnen als- bald zugeben. Die Sorge für die Sicherheit des Reichs und für die Befestigung und Entwickclung seiner Einrichtungen veranlaßt die verbündeten Regierungen, auf dem Gebiete des Heerwesens, der Kriegsmarine und der Fürsorge für bisher unversorgte Invalide Beider eine Erhöhung der bisherigen Leistungen bei Ihnen in Antrag zu bringen. In den erheb- lich gesteigerten Ueberweisungen aus den finanziellen Ergeb« Nissen unseres verbesserten Zolltarifs und des Gesetzes über die Reichsstempelabgaden werden die Bundesstaaten die Mittel zur Deckung ihrer Mehrleistungen an das Reich finden. In Folge der Nothwendigkeit, die vom Reich gewährten Mittel wiederum zu den Zwecken des Reichs zu verwenden, bleiben aber eigene Bedürfnisse der Bundesstaaten unbefriedigt, und es liegt dem Reich die Aufgabe ob, auf dem nur ihm zugäng« lichen Gebiete der indirekten Vcrdrauchsbestcuerung weitere Ein- nahmequcllen zu eröffnen. Demgemäß ist die baldige Einbrin- gung eines Gesetzes zur Reform der Zuckerbesteue, ung in Ausficht genommen, da die Schwierigkeiten, welche während der letzten Sesfion dieser als dringlich erkannten Reform mit Rücksicht auf die Lage der betheiliaten Industrie und Landwirthschast entgegenstanden, nicht mehr in derselben Stärke vorliegen und durch eine Verzögerung der Reform eher wieder verschälst werden könnten. Auch in Betreff der Branntweinsteuer find zu gleichem Zweck Vorlagen in Vorbereitung, über welche zu- nächst die Verständigung unter den verbündeten Regierungen herzustellen ist. In Uebereinstimmung mit den wiederholt und feierlich kund gegebenen Abfichten Sr. Majestät des Kaisers rechnen die verbündeten Regierungen auch diesmal auf Ihre Mitwir- kung für die schrittweise Weiterführung des in Angriff ge- nommenen sozialen Reformwerks. Dank dem verständnißvollen Entgegenkommen der betheiligten Kreise ist eS möglich gewesen, daS Unfalloerficherungsgesetz vom 6. Juli 1884 und zum Theil auch die Novelle vom 28. Mai d. I nach Abschluß der organisatorischen Vorarbeiten bereits am 1. Oktober d. I. in Wirksamkeit treten zu lassen. In planmäßiger Verfolgung deS beschriitenen Weges wird Ihnen der in der vorigen Sesfion unerledigt gebliebene Entwurf eines Gesetzes über die Aus- dehnung der Unfallverficherung auf die Arbeiter der Land- und Forstwirthschaft mit einigen Aendemngen wieder vorgelegt werden, durch welche einer Anzahl von Vorschlägen Ihrer zur Vorberathung des Entwurfs gewählten Kommisfion Rechnung getragen wird. Schon bei der Berathung deS Unfallverfichcrunasgcsetzes wurde die Nothwendigkeit hervorgehoben, auch die Unfallfür- sorge für die Beamten und für Personen des Soldatenstandes entsprechend zu regeln. Es wird Ihnen ein Gesetzentwurf zu- gehen, welcher dieser Aufgabe, soweit die Reichsgesetzgebung fie zu lösen hat, gerecht zu werden bestimmt ist. Die von fünf zu fünf Jahren gesetzlich vorgesehene Re- vifion des ServistarifS und der Klaffeneintheilung der Orte ist der Gegenstand eingehender Vorberathungen gewesen. Ueber das Ergedniß derselben wird Ihnen eine entsprechende Vorlage gemacht werden. Im Interesse der wirksamen Vertheidigung der deutschen Küsten durch unsere Marine ist die Herstellung eines Schiff« dunklen Gestalt, die eng an das Haus geschmiegt, das Ohr an die Laden gedrückt, mit angehaltenem Arhem lauschte, sich aber bald nach der Gegend de« Parks entfernte. ..„Ich danke Ihnen, meine Herren," sagte nach lange», .erregten Auseinandersetzungen Herr Wunderlich, der Fabrik- besitzer, in verbindlichem Ton zu den übrige« Herren, welche an hohe Pulte und massive Schränke gelehnt«hre» Chef in dem hellerleuchteten Bureauzimmer umstanden.„Die kon« sequente Haltung, die Sie während de« Streik« beobachtet, macht Ihne« alle Ehre, und ich bin Ihnen in Folge dessen zu Dank verpflichtet. Was die Angelegenheit Ehrhardt'« be- trrffr, so bleibt e« bei dem vorher Besprochenen. Eine Be» rückslchll»unq wäre Schwäche." „Die Ausschließung Ehrhardt'« aus der Fabrik ist selbst- verständlich/ beantwortcte der wortfahrende Direktor höflich die zuletzt gesprochenen Worte. „Gute Nacht denn, meine Herren!" und wohlwollend neigte Herr Wunderlich sein Haupt gegen die sich tief ver- beuzende» Beamten und wandte sich mit dem Hut m der Haab zum Gehen, während ihm einer der Herren höfl.ch mit der Kerze voranleuchtcte. Langsam wandelte Herr Wunderlich durch die trauliche Stille der Nacht/ So empfänglich sein Herz auch sonst für die Reize der Natur war, in diesem Augenbl ck beschäftigten doch andere Gedanken sein Innere« und ließen ihn, gleich. giltig gegen den Zauber der lauen Nacht, in ernste« Nach- drnken verloren dahin schreiten. E« mußten sogar böse, beängstigende Gedanken sero, die auf ihn einwirkten, denn er gnff in die Tasche und seine Finger umspannte« de» Griff leine« Revolver«. De» Weg, den er zurückzulegen hatte, war zwar nrcht weit; in wenigen Minuten war er an der Stelle fernes Park« angelangt, weil er sich den Fußweg durch eine thaurpe Wiese gewählt hatte. Mit der Mauer gleich- laufend zog sich hier die mit Bäumen bepflanzte Landstraße nach dem Dorf. Aber gerade hier war die Stelle, an welcher Ehrhardt heute Morgen mit Wuth und Rache rm Herzen de« verwegene» Sprung über die Mauer gewagt Deut lich tauchten vor der aufgeregten Phantasie de« Herrn Wunderlich die drohenden,. unh'imlich rollende» Augw Ehrhardt'« auf, und„Schurke" tönte es in dem- fahrtSkanalS von der Elbmündung nach der Kieler Bucht in Ausstcht genommen, ein Unternehmen, welches zugleich wichtigen wirthschastlicken Interessen dienen wird. Das zur Verwirk- lichung des Plans erforderliche Reichsgesetz wird Ihrer ver- fassungSmäßi�en Beschlußfassung unterliegen. Die Rechtspflege in den unter den Schutz des Reichs ge- stellten überseeischen Gebieten bedarf der Regelung, bchusS deren Ihnen die erforoerliche Vorlage gemacht werden wird. Ueber die Ausdehnung, in welcher deutsche Unternehmungen und Erwerbungen in fremden Welttheilen ferner in den un- mittelbaren Schutz und unter die Aufstcht des Reichs zu nehmen sein werden, find Veihandlupgen mit den Regierungen von England, Spanien, F antreich, Portugal und mit dem Sultan von Eanfibar gepflogen worden, deren Ergebnisse Ihnen auf Befehl Er. Majestät deS Kaisers mitgelheilt werden sollen, sobald fie feststehen Letzteres ist England gegenüber im Wesentlichen schon jetzt der Fall, und die Verhandlungen mit Spanien lassen, in Folge der Vermittelung Er. Heiligkeit des PapsteS, die den fteundschastlichen Beziehungen beider Länder entsprechende vergleichsweise Beilegung ihrer MeinungS- Verschiedenheiten über die Piiorität der Befitzergieifung der Karolinen-Inseln in Kurzem erwarten. Da« Deutsche Reich erfreut fich friedlicher und freund- schaftlichcr Beziehungen zu allen auswärtigen Regierungen. Ee. Majestät der Karser hegt die zuverficktliche Hoffnung, daß die Kämpfe der Balkanstaaten untereinander den Frieden der europäischen Mächte nicht stören werden, und daß es den Mächten, welche den, für Jeden von ihnen gleich werthvollcn Frieden Europas vor steben Jahren durch ihre Verträge befiegclt haben, auch gelingen werde, diesen Verträgen die Achtung ver durch fie zur Selbstständigkeit berufenen Volkestämme im Balkangebiete zu fichern. Ee- Majestät der Kaiser ist von dem Vertrauen beseelt, daß Gottes Segen den bisher erfolgreichen Bestrebungen unserer Politik zur Erhaltung des europäischen Friedens auch in Zukunft nicht fehlen werde. Nach Verlesung der Eröffnungsrede übernahm auf Grund deS§ 1 der Geschäftsordnung der Prästdent der vorigen Sesfion, Abg. von Wcdell-Piesdorh provisorisch das Präfivium mit einem Hoch auf Ee. Majestät den Kaiser, in welches das Haus dreimal einstimmte. Der Präfident berief hierauf zu provisorischen Schrift- fübrern die Abgg. Graf von Kleist, Dr. Porsch, Dr. Meyer (Jena) und Hermes. An Vorlagen waren eingegangen der Reichshaushalts Etat für 1886/87 mit sämmtlichen Spezial Etats und dem Anleihe- ir Namensaufruf ergab die Anwesenheit von 175 Mitgliedern. Das Haus war also nicht beschlußfähig. Der Prästdent beraumte die nächste Sitzung auf morgen 2 Uhr an und setzte auf die Tagesordnung die Wahl der Prä- fidenten und der Schriftführer. Kommunales. Stadtverordneten-Versammlung. Sitzung vom Donnerstag, den 19. November. Der Sladtverordneten-Vorsteber, Herr Dr. Straßmann, eröffnet die Sitzung um 5V« Uhr mit geschäftlichen Mit- theilungen. Die Abtheilungen haben die Wahl von 10 Mitgliedern für den Ausschuß zur Vorberathung der Vorlage, bctriffend den Vcrkuut des zwischen den Grundstücken Klostcrstr. 80,82 und der neuen Bauflucht der Neuen Frievrichst aße belegenen Terrains,— und von 15 Mitgliedern für die gemischte Depu- tation zur Vorbereitung der Neuwahl der Mstolieder der hiefi- gen Bezirkekommisfion für die klasfifizirte Einkommensteuer vollzogen. Nach Eintritt in die Tagesordnung wird ein Naturalisations- gesuck geschäftSordnungsmäßig erledigt. Der freihändige Verkauf der 7 Eckbaustellen an den Kreuzungen ver Grä'estraße mit der Böckh und mit der Dieffendachstraße ungefähr mit den in den vorliegenden Plan vom 31. Okiober 1885 eingezeichneten Maaßen für einen Mini- malpreis von 95 Mark pro Quadratmeter wird mit dem Zusatzantrage des Stadtverordneten de N e v e, genehmigt, wonach die Ermächtigung der Zeit nach zu be- schränken ist und nur bis zum 1. April 1888 ausgedehnt wird. Der zur Beendigung der durch die Er« Hebungen für die R e ich s arm en- S t atistik der Stadt Berlin erwachsenden Ausgaben nothwendige fernere Betrag wird bewilligt. Zur Kenntnißnahme gelangt die Vorlage, be- treffend die eriolgte Bauabnahme der neuen Gemeinveschule Markusstraße 45/46. Die Vorlage, betreffend den Bau einer Interims- brücke für den Neubau ver Moltkebrücke wird, nachdem die Stadtverordneten D o p p und G e i t e r für Aueschußderathung selben Moment in seinen Ohren;„Ich gehe, aber Du kommst mit." Von dem Stamm einer Prachtulme hatte sich Ehr- Hardt gelöst und stand mit dem Reooloer in der Hand vor ihm. Em Blitz und zwei Schüsse verhall en gleich einem in der friedlichen, mondhellen Nacht. Lautlos flnk« die statt- liche Gestalt Eh'ha-dt'« geg-n die Ulme. Ein Biutstrom entquillt seinem Munde.—— Und wie von Furien gepeischl, setzt Herr Wunderlich, bleich vor Evtsetzea, jetzt selbst tollkühn über die hohe Mauer. D r gefäh liche Sprung ist ihm geglückt, und alS wenn die wilde Jagd Hinte- ihm her wäre, stürzt er durch den Garten seiner Villa zu. Er gedenkt ungesehen vom Balkon in sein Zimmer zu gelange». Erschreckt, nichts GuteS ahnend, stürzen die Direktoren und«och anvere Bureaubcamre vor die Thür. Sie wissen nicht, welch-n Weg der Fabrikbesitzer gewählt; ob den kürzeren unten im Thal oder de« bedeutend läng-rea oben am Berge enilana. Laure Rufe ausstoßend, vettheilten sie fich nach beiden Seiten. Auch in der Vrlla wird e« lebend'g. Die Fenster er- hellen sich, und der Gärtner kommt erlend Herrn Wunderlich entgepen gerannt. Letzterer sinkt an einem Gebüsch in die Knie, um fich vor Bernhard zu verbergen. So- bald dieser außer Hörweite ist, setzt er mit v/rooppelt m Eifer seinen Weg fort. Sein Ziel ist j.tzt nicht mehr sein Zimmer, er will und muß noch unbemerkt den oberen Weg zu gewinnen suchen. Und er gewinnt ihn.— Kaum kann er sich«rit dem Taschentuch über da« schweißüberströmte Antlitz fahren, und schon trifft er gleichfalls mit den hochgradig aufgeregten Direktoren zusammen. Eue fie noch einige Worte ausae- tauscht, tönen schon laute Rufe von unten herauf. Sie haben Ehrhardt an der Ulme gcfunden— als Leiche.— Aber noch ein anderes Herz war beim Knall des Schusse« zu Tode erschreckt zusammengezuckt— da« war das Herz Marien'«. In bim kleinen, nur vom Mondschein er- hellten S'übchen hatte sie an dem Bettchen ihre« Kinde« gesessen, mit banger Angst im Herzen um die zwei Weien d,e sie mehr liebte als ihr Leben. Sie fühlte instmkt- fich erklärt haben, einem Ausschuß von 15 Mitgliedern i" Vorberathung überwiesen. Es folgt die Voilage, betreffend die Ausführung da Kanalisation im XII. Radialkystem und die zu die!«» Zwecke erfordei liche Erwerbung des Rittergutes Hellet dorf und der in der Feldmark Eich« liegende» Parzellen des Koffätben Lindenberg und der Wiltwe Gwa« zu Berieselungszwecken. Der Magistrat beantragt die Bewilligung deS M 4075000 M. abschließenden K fftenanichlageS, den Ankauf del Rittergutes zum Preise von 885 000 M.(rund 522,58 M. g# Morgen) und der beiden Parzellen zu dem Pieise von 750 ß pro Morgen zu einem Diittel und �on 600 M pro Mo# zu den übrigen zwei Dritteln des Flächeninhalts unv fc# die Bewilligung der üblichen Proviston von 1 xCt. des W Preises für den Agenten Jacoby. Von den Stadtverordneten de N ä v e und Genossen!» Uebcrweisung der Vorlage an einen Ausschuß von 15 M gliedern beantragt.. Stadtverordneter Professor Dr. Bellermann unterw diesen Antrag mit dem Hinweis darauf, daß es nothwendig!� vor jeder weiteren Ausdehnung des BerieselungssystemS,# ches ungeheuere Kosten verursache, das Verfahren ves ProM Petri in Marienfelde einer eingehenden Prüfung ,u ziehen, der eine andere, billigere Methode, die Spüljaucht i» reinigen, entdeckt habe... Stadto. Dr. Gerstenberg ertlärt fich gleichfalls � Ausschußderatbung, aber aus anderen Gründen. Die in Projekt enthaltenen Rechtsfragen(Antwort des Polizei-P# dentcn) müßten geprüft werden und gleichzeitig handle es st« um ein pekuniär sehr hohes Objekt.,.1 Mit großer Majorität wird hierauf die Vorlage Ausschuß von 15 Mitgliedern überwiesen. DebatteloS wird der freihändige Verkauf des Grund#* An der Könipsn auer Nr. 41 an die Baugesellscha't„K# Wilhelmstraße" für den Peeis von 8000 M. beschlossen.. Einverstanden erklärt fich die Versammlung damit. zur Freilegung der Kreuzbergstraße gegen''" entgeltliche Abtretung der der Einmündung der Großo� straße gegenüber liegenden fiskalrschen Papillen von l-° L die vorhandene Umwährung auf städtische Kosten in*? Baufluchtlinie zurückgesetzt wird und auch die Zurückitt",? der Umwährung vor der anstoßenden fiskalischen von 306 qrn auf städtische Kosten zur Ausführung A'% wenn diese 306 gm gleichfalls der Stadtgemeinde unentg� übereignet werden; daß ferner dem Maurermeister fircb'� und dem Baumeister Stroh die auf dem Plane gelb oNlssA Wemfläche von ca. 178 qrn im Austausche gegen die von»' im Grundbuche von Tempelhof Band 3 Nr. 163 verzeiDA Grundstücke derselben in die Katzbachstraße entfallende ffx von 798 qrn unter der Bedingung übereignet wird, dost? selben die zur Kreuzberr straße von ihrem in demselben buche Band 18 Nr. 807 verzeichneten Grundstücke crford�, Fläche von ca. 602 qm unentgettlich der Stadtgemeinde�� eignen;— und daß 3) die übrigen Flächen von ca. 45!» im Wege des Enteignungsverfahrcns erworben werden. Hiermit ist die Tagesordnung erledigt. Schluß 6V« Uhr Es folgt eine nicht öffentliche Sitzung. Lokales. er. Dem Erstickungetode, so erzählten wir die kleine Johanna Schidilsky, Rosen str. 17, zum C#& fallen. Leider sprach unser Bericht auch davon, dast,„, Wiederbelebungsversuche„des schnell herdeigeb"'« Arzte«" erfolglos blieben. Schnell genug herbeigeholt�' � der Arzt, Herr Dr. Dittmann, Bischofstraße, allervin�' er kam nicht. Wrr wollen hier nicht auf die Einzeihe# traurigen Vorfalles zurückkommen, soviel aber steht M"»jj die zurücklehrenve Mutter ihr Kind noch lebend vorfand. das Kind noch lebte, als es neire andere Frau mitle#-� ihre Wohnueg aufnahm, während die zu Tode 8%� Mutter zur Polizei und zum Arzt eilte, und von diesem 0» den kalten Bescheid erhielt daß erin einer Stund» x scheinen würde! Noch zu zw i anderen Aerztcn', � die Mutter in ihrer Angst, fie traf die He ren Hause, und als der Herr Dr.Diitmar endlich erschien, � da« arme Kind ausgelitten, er konnte nur noch den bereu» getretenen Tod konstatiren. Bedarf ein solcher VortaU ,y eines Kommentars? JedeS Wort würde die/ schwächen. Wir haben aber immer noch ftine genug' j« reg-lten Sanitätswachen, und wenn die Arbeiter bur« � Kommunal» a, en nicht dafür sorgen, daß ihre Wr'Äti# der Zahl nach in der Lage finv, gerade in dieser mit der rücksichtslosesten Energie vorzugehen, dann, � mon fast sogen, es geschieht ihnen Recht, daß ihre k mmen, weil ein Arzt nicht ausgehen will. Hierlhu-S«� notp, und vre Selbsthilfe find die Kommunalwahlcn. mäßig, daß der Schuß, den sie gehört, ihr den geraubt.■y( „Rudolf!" schrie sie auf,„Rudolf, Rudolf! � holte fie mit herzzerreißendem Ruf, indem sie b" g# kleinen Garten stürzt. Aber hier verlassen sie sie sinkt zusammen. Nach kaum einer Stunde weiß Marie Alle«..»ii armseligen Lager m der kleinen S-ube liegt bl�jgl Kleider mit Blutüberströmt, ihr geliebter Ma»n- brennt noch kein Licht- weil sie kein« hat. nur b-r x serdet seine p eiste» haste» Strahlen durch die Schr' jF Das Kindchen, an dessen Aufkommen der»rz � gezweifelt, starb nunderbarer Weise nicht. Und um den kl.inen Liebling riß die Mutler der aus den A-men. Die Mutterliebe halte über de« 0 Schmerz gesiezt. (Fortsetzung folgt.) I Zrrliiier Thriller. WallnerTheater. mmm BWMMH ÄnTÄ"'16"* w.n ml.°-m Vif ij, Iive Denuniiantengeschichte. Der Schlosser M. ar- o �(2. kchreidt man uns, seit 6 Jahren in der Fabnk von * und Tb. in der Ackerfiraße und ernährte schlicht und recht %°uS 6 Personen bestehende Familie. Anfang« Juli d. I. Lienen im FabrikSkomtoir von K. und Th. zwei Polizei- welche ein Schreiben vorlegten, worin der Schlosser M. .»«chlstifcher Umtriebe beschuldigt wurde. Die Herren fcis"«klärten, daß der Verdächtige ein ruhiger und Arbeiter M, mit dem sie immer zufrieden gewesen i,V* Trotzdem wurde derselbe, um die foitwährenden Be> Polizei loS zu werden, von seinen Arbeitgebern KPÄ entlassen. Nach vieler Mühe erhielt er Beschäftigung ?"'gl. Gewehrfabrik in Spandau. Kürzlich erschien wieder ein Polizeibeamter in der Fabrik von K. und Th., * der Wohnung des Schlossers M. und erkundigte sich wo derselbe beschäftigt sei. Es wurde dem ncherchi« oroen Beamten, da durchaus kein Grund vorlag, irgend W:?.JU verheimlichen, von der Frau deS M. �"w.lll»sl die gewünschte Auskunst crtheilt. Einige Tage wurde dem M. jedoch die Arbeit in der Gewehrfabnk Nmidrgt— obgleich daselbst täglich noch Arbeiter eingestellt und in der betreffenden Werkstatt täglich 14V: Stunden ,eilft wird, und außerdem der Meister dieser Werkstatt S-rtti daß er mit der Arbeit des M. zufrieden sei. Es ist ous guten Gründen anzunehmen, daß auch diese am Tv.- M. erfolgte Entlassung die Folge einer niedrigen �wnziation ist. Was diese Denunziation anbetrifft, so wird n, glaubwürdig und mit voller Bestimmtheit versichert, daß ZVj*. Anarchist gewesen ist. Der Denunziant hatte höchst Mffchernltch nur die Absicht, den fleißigen Arbeiter in seinem kfuiv iU kÄldigen. Derselbe ist gewiß ein Anhänger einer sonders frommen und christlichen Richtung, die in der Fabrik «* H�r/n K. und Th. eine große Rolle spielte. Herr M. hat �Übrigens, wie uns ferner mitgetheilt wild, wegen Er« . lelung des Denunzianten an das königliche Polizei-Prä- um gewandt, leider aber bisher keine Antwort erhalten. t&-(?itt eigenthümltcher Geschäftsmann. Vor dem g«andibergerstraße 34 hatte sich am vergangenen Eonn- in der 7. Abendstunde, eine Menge Menschen ange- th»' eitren winselnden Hund umstand, und ihrer Em- über den kläglichen Zustand des Hundes tc. in lauten ntn Luft machte. Der in demselben Hause wohnende Bier- ki* i hatte einen Ziehhund zu verkaufen und war am s��ubind Vormittag mit dem Karton-Fabiikanten E. Jakob- Ä®chillingstr. 12/14, übereingekommen, diesem den Hund Ü, 7? M- zu überlassen, wenn derselbe wirklich so gut ziehe, behauptet. Ein Hausknecht des Herrn I. sollte bis HZ Wr mit dem Hunde zur Probe fahren, dann werde sich entscheiden und entweder den Kaufpreis zahlen, oder i».�und zurückschicken. Da Herr E. den Verkauf des Hundes halle, so stellte sich am Nachmittag ein weiterer >�z.. n und in dessen Begleitung begab sich Herr E. Mwittagz gegen vier Uhr, nach dem Geschäftslokal ver� �n I. und als er hier, in Abwesrnhcit des ds»" 3, erfuhr, der Hausknecht habe um 10V: Uhr «alm 0 angespannt, sei aber noch nicht wieder zurück, so jlä a,.fr an, daß der Kauf perfett sei. Wie erstaunte er aber, lrieli.»® um 6'/, Uhr der Hautknecht den gänzlich abge- od J""? Hund zurück brachte. Auf die Frage des Herrn E., liel, Hund ziehe, entgegnete der Hausknecht, daß er sehr gut Wni'.aber. Herr I. habe inzwischen einen andern Zughund 5" gekauft. Herr E. ersuchte nun den Hausknecht, den r wieder mit zu nehmen, derselbe sei verkauft, er weigere «n wieder anzunehmen. Der Mann ging zwar mit dem »oi v-fgl, aber letzterer erschien in wenigen Minuten wieder vi-d.» Thür seines alten Herrn, der auch jetzt ihn nicht m_■»«•■ ewntt* r-i x,--- 1 J? JU. dllrfen glaubte. Mitleidige Leute nahmen den ��.ausgehungerten und ganzlich ermatteten ThiereS rt»,.?.E. hat inzwischen die Klage gegen Henn I. ein- und das Gericht wird demnächst darüber zu entscheiden ,• Hkrr I. das Recht hat, acht Stunden lang zum '�ueS Geschäfts einen mit Kartons gefüllten Wagen «ssei,. n fremden Hund in der Stadt umher ziehen zu liih tz Tie Damentrachten gleichen diS zur Taille jetzt piel- kt, Herren trachten auf's Haar. Da ist der runde Herrm- dey,> Und der Stehkragen, der EhlipS, die Brusttasche mit die Do� ch, dir Weste.''" Mm, [fps.' y»»»»- j'v'----------- M in den Saal mit dem� Quetschhut unter dem Arm »-> vatn.....—«,—— Dianchelten u. s. w. Jetzt haben nun auch den Chapean claqae erobert. In den Atleth paradircn jetzt Tirolerhüte mit Mechanik. Das all? i den Saal mit dem Quetschhut unter dem Arm iehl»» bald nicht mehr das Vorrecht der Herrenwelt sein. ösnak' unkten Tnmen nun blos noch die Stulpenstiefel si.fc. Äiiminölstonzei gehen fast täglich Anzeigen u�ubanfälle ein, bei denen sich später herausstellt, daß » oi nngirt sind, theilS nur als grober Unfug oder Schlä« kennzeichnen. So erstattete ein Bäckermeister die V2' daß er, als er am 16. d. M., Abends gegen 10'/« Uhr,| Stück,„Unter uns", hätte mit seiner dürf. 7�l> ll'blung bei geschickter Bearbeitung vielleicht Stoff .. �"en floltcn Einakter geboten, für ein dreiattigcs S a-: sichte die Handlung nicht auS, und die Folge hier- S den"'dlose, ausgereckte Gespräche den Zuschauer Aich,». Langel der greifbaren, wirklichen Handlung hinweg- Nkliib �en. Das ist unter anderen Verhältnissen wohl Im a!,t?jnn aber dem Publikum bei einem an und für sich t j,.-! fchwachen Füß'N stehenden Lustspiel überhaupt schon it. n»» �denken gelassen wird, dann ist daS Stück vcr- ."d bei dem schleppenden Gange des Dialogs hatte Z denn zuviel Gelegenheit, über alle Mängel und � des Stückes nachzudenken. Allerdings ist es ein i�Uwend.« französischen Dichter, daß sie durch ihren über- die � ihre witzigen Schlaaworte, ihre abgerissenen %% Derfl11 Anderer ergänzen muß, das Publikum zu unter- n�rbxj.f�Uen. leider ist dies Alles jedoch bei der„freien nf* l. 1 deutschen Uebersetzer verloren gegangen. Nun «»l emr*! wln,u' daß dem Personal des Wallner Theaters V�Mterl w das gewisse Etwas fehlt, um franzöfische �bräsen. darzustellen. Das waren vorgestern Abend keine Mm> oriÄ?. der modcrnisircnden Pariser Gesellschaft, es zCi fran.-?Hkils hausbackene Philister, die nur dadurch an Ursprung erinnerien, daß sie germanifirte J' t mitaLi btafen im Munde führten. Trotzdem soll daS Verdienst f/ben. z»nden Künstler hicidurch keineswegs geschmälert —-- r— j.traDcn leib Ä konnten"""�iche eine merklich- Wirkung nicht �htte. S'ötfe 7 k,," der der Akquifition der beiden ge- dem einstmals so beliebten Muscntempel mit einem Korbe am Arm über den Hochplatz in der Richtung nach der Dalldorferstraße ging, an der Ecke dieser Straße von vier ihm unbekannten Männern, die ihn erwartet zu haben schienen, angehalten und von einem derselben befragt worden' sei:„Hast Du einen Thaler bei Dir? Hast Du auch eine Uhr?" Gleichzeitig bade der Angreifer ihm den Korb zu ent reißen versucht und ihn, als er Widerstand leistete, ins Gesicht geschlagen. Auf den Hilferuf des Angegriffenen kam der Wächter herbei, dir die entfliehenden Angreifer verfolgte und einen ergriff. Die Ermittelungen lassen mit Sicherheit an- nehmen, daß ein räuberischer Ueberfall nicht geplant war und wird deshalb nur wegen groben Unfugs gegen die Uebelthäter eingesch'itten werden. Ueber einen Selbstmord ans offener Straße wird folgendes von einem Augenzeugen geschrieben: Mit den Worten:„Ich habe ein Gedicht auf den Kaiser gemacht und werde nun verfolgt", sprang gestern Mittag ein Arbeiter an der Ecke der Pappel- Allee auf einen nach Pankow fahrenden Pferdeeisenbahnwagen. Als er hier eine kurze Strecke gefahren war, sprang er wieder ab und auf einen wieder nach der Pappel Allee zu fahrenden Wagen. Kurz vor dem Haus: Schönhauser Allee 57 verließ er wieder in auffälliger Weise den Wagen, stellte sich vor den Zaun deS Grundstücks und stieß sich kurz hintereinander mit einem dolchaitigen Messer mehrere Male in die linke Brust. Die ersten Stiche scheinen an den Rippen abgeprallt zu sein, denn erst der dritte Stich ttaf das Herz, so daß ein mächtiger Blutstrom hei vorquoll. Dies alles geschah so geschwind, daß es nicht vei bindert werden konnte. Nach Allem scheint es sich hier um die That eines an Veissolgungswahnfinn leidenden Menschen zu handeln.— An scheinend ebenfalls an VerfolgungSwahnfinn litt ein fein ge kleideter Herr, welcher vorgestern Abend in der auffälligsten Weise das Haus Lindenstraße 53 betrat und auf allen Vieren die Treppen hinaufklettefte. Einen Miether der ersten Etage bat er dringend, ihn doch einen Augenblick eintreten zu lassen, da er verfolgt werde. Der Mann schlug befremdet die Thür zu, worauf der Irrsinnige die zweite Etage in derselben Weise erkletterte, dann wieder vie Treppen hinunter lief und sich auf dem langen Hofe des Grundstücks irgendwo versteckte; später wurde er nicht mehr gesehen. Man hat auf der Straße weder einen Polizeideamten noch eine andere Person wahrgenommen, welche den Herrn gesucht haben könnte. Polizei-Bericht. Am 17. d. M. Vormittags fiel der Arbeiter Mancke, als er mit einem mit Ziegelsteinen beladenen Wagen auf den Bauplatz Kreuzbergstr. 71 fahren wollte, so vor dm Vorderrädern zur Erde, daß er überfahren wurde und außer einem Bruch deS linken Knöchels starke Quetschungen deS Unterleibes erlitt. Er mußte mittelst Droschke nach dem »Elisabeth. Krankmhause gebracht werden.— Am 18. d. M. Morgens erstach fick ein an Verfolgungswahn leidender und seinen Angehörigen entlaufener Arbei er auf dem Bürgelsteige in der Schönhauser Allee, indem er sich im Gehen kurz hinter- einander zwei Messerstiche in das Herz beibrachte. Die Leiche wurde nach dem Obduttronshause geschafft.— An demselben Nachmittage wurde ein obdachloser Mann in der Neuen Königs- straße betrunken und aus einer Kopfwunde stark blutend ange- troffen. Er wurde nach dem Krankenhause im Friedrichs- Hain gebracht.— Um dieselbe Zeit wurde eine unbekannte Dame in der Straße Alt Moabit plötzlich von einem Schlag- anfall getroffen und, da sie sich nicht erholte, mittelst Droschke nach der Charitee gebracht.— An demselben Tage, Abends, fiel der Tischler Wunsch beim Verlaffen eines Pferdebahn- wagenS in der Alexanderstraße derartig zur Erde, daß er de- finnungsloS liegen blieb und' mittelst Droschke nach dem Krankenhause im Friedrichshain gebracht werden mußte.— Zu derselben Zeit wurde ein unbekannter, etwa 45 Jahre alter Mann beim Ueberschreiten des FahrdammeS in der Leipziger- straße durch einm Omnibus überfahren, indem er dicht vor den Pferden zur Erde fiel. Er blieb bewußtlos liegen und mußte mittelst Droschke nach der Charitee gebracht werden.— An demselben Abend und auf dieselbe Weise verunglückte der Posamentier Hallstein, indem er in der Belle- Alliancestraße von einem Pferdebahnwagen überfahren wurde und dabei am linken Bein so schwere Verletzungen erlitt, daß er mittelst Droschke nach der Charitee gebracht werden mußte. Gerichts-Zeitmtg. Ein hiesiger Rechtsanwalt hatte sich auf eine Privat- klage seines früheren Bureauvorstehers Blasig vor der sechsten Strafkammer hiesigen Landgerichts l zu verantworten Der Prioatkläger, weicher in früheren Jahren bereits eine ehren- rührige Strafe erlitten hat, war im Jahre 1884 von dem Be- klagten entlassen worden, nachdem demieiben bekannt geworden, daß sein erster Beamter das ihm in Bezug auf Geldangelegen- Helten geschentte Vertrauen mißbraucht hat. Alleinige Zert darauf e n Mandant des Anwalts, Kaufmann Rosenstock, denselben nach dem Grunde der Entlassung des Blasig fragte, antwortete ihm verselde, daß sich B. Unregelmäßigkeiten in Geldsachen, sogar einer Unterschlagung schuldig gemacht habe. Spärer hatte Blasig eine Burcauvorsteherstelle bei dem Rechtsanwalt S. inne, aus welcher er aber in Folge der von seinem früheren Chef ertheilten Auskunft entlassen worden war. Zunächst strengte Blasig gegen S. eine Klage auf Gehalt während der Kündigungszert an. In diesem Prozeß machte der Bc« klagte geltend, daß er wegen der zu seiner Kenntnrß gelangten Vergangenheit deS Klägers zu dessen Ent- laffung berechtigt gewesen sei. AlSdann erhob Blasig gegen S. eine Verleumdungsklage wegen seiner Behauptung, daß er schon bestraft sei; dieselbe wurde aber nach Einziehung einer amtlichen Auskunft, welche die Richtiakett des Vorwurfs ergab, zurückgewiesen. Nunmehr belangte Blasig seinen eisten Chef wegen Beleidigung in zwei Fällen, bezüglich dessen Auskunft an moscnkranz und an den Rechtsanwalt S. Das Schöffengericht stellte in dem ersten Falle das Verfahren wegen Ver- una ein, in dem zweiten erkarnte es auf Freisprechung des jeklagten, weil derselbe lediglich in Wahrnehmung der be- rechtigten Standesintereffen gehandelt hat.— Hiergegen legte der Käger Berufung ein, in welcher er die Recht- zeiligkeit der Klageanst-llung nachwies. Er hatte aber mit seinem Rechtsmittel! nun den schlimmen Er- folg, daß ihm durch die stattgehabte Beweisaufnahme die Begehung zweier Unterschlagungen von 40 und 28 M. nach- gew lesen worden ist. Der Berufungsgerichtshof erkannte daher, weil die behauptete Thatsache auf voller Wahrheit be- ruhe, auf völlige Freisprechung des Beklagten. P Aus bequeme Art entfloh am 18. Juni d. I. ein Insasse des Rummelsburger Eirafgefängniffes. Der daselbst internirte Tagelöhner Franz war, da seine Ausführung im Gefängniß bis dahin mustergiltig gewesen, eines besonveren Vertrauenspostens gewürdigt, indem er seitens der Verwaltung beim Aktenwagcn beschäftigt wurde. Das Vertrauen miß- brauchte Franz in schmählicher Weise. Nachdem er, auf seine }lucht bedacht, zuvor aus einem verschlossenen Tischkasten dem ufseher KuthmahorSki 42 Mark baares Geld gestohlen, setzte er sich in einen der zwischen Rummelsburg und dem Berliner Rathhaus verkehrenden Magistrats Aktenwagen und fuhr am hellen Tage nach dem RathhauS. Unterwegs stieg er aus und nahm dann auf der Flucht den Weg nach Potsdam. Der mitgenommenen Anstaltetteider entledigte er sich auf der Chaussee in der Nähe von Potsdam; großmüthig schenkte er daselbst Hose, Hemd und Stiefel einem retsenden Handwerks- burschen, va er inzwischen unter Zuhilfenahme des gestohlenen Geldes sich mit anderer Kleidung verschen. Diese That führte indessen auf deS Flüchtlings Spur und wegen Diebstahls im Rückfalle angeklagt, erschien Franz gestern vor den Schranken der Strafkammer des Landgerichts II. Das Urthcil des Ge- richtshofes lautete mit Rückficht auf die zahlreichen Vorstrafen des Angell agten dem Antrage des Staatsanwalts gemäß auf 2 Jahre und 3 Monate Zuchthaus, 5 Jahre Ehrverlust unb Polizei-Aufficht. Beleidigung durch Photographie. Dieser Tage wurde in Ems ein Prozeß erledigt, der allgemeines Aufsehen erregt hat. Der Handelsmann M. aus dem benachbarten Orte F. war in einer Restauration eingeschlafen. Seine Gesichtszüge boten während des Schlummers ein so außerordentich reizendes Bild, daß mehrere Gäste den Wunsch aussprachen, dieses Bild auch in weiteren Kreisen bekannt werden zu lassen. Ein unter den Anwesenden befindlicher Photograph holte auf allgemeines Verlangen leinen Apparat und photographirte den müden Schläfer. Das Bild fand vielfachen Absatz und wurde zu allerlei Neckereien gegen den Handelsmann benutzt. Derselbe fühlte sich beleidigt, ließ einige der in den Handel gebrachten Bilder erwerben und stellte Strafantrag gegen den Photo» gcaphen. DaS Gericht verurtheilte denselben zu 10 Mark Strafe und in die Kosten, welche ungefähr 90 Mark be» tragen; außerdem wurden Bilder und Platte gerichtlich ein- gezogen. Frankfurt a. M., 16. November. Der Prozeß Lieske hatte heute noch ein Nachspiel in einem Preßprozeß wegen§17 < Veröffentlichung von Aktenstücken, bevor dieselben in der öffentlichen Verhandlung kundgegeben find.) Gegen sechs hiesige Zeitungen(„Beobachter,„Gcneral-Anzeiger",„Franks. Zeit.", „Frankfurter Nachrichten",„Bockenheimer Anzeiger",„Kleine Presse") ist Anklage erhoben worden, weil sie die Anklage- schrift zu frühzeitig publizirt haben sollen. Die Blätter find durch die verantwortlichen Redatteure Karl Steegemann, Eriedrich Schäker, August Retsch, Wilhelm Kaufmann, Max ahlenberg, Daniel Johannes Saul vertreten. Sie machen sämmtlich geltend, daß sie iin guten Glauben gehandelt. Dr. Holdheim führt zur Vertheidigung des Retsch zwei Zeugen vor, welche bekunden, daß der Staatsanwalt Frehsee selbst, der angefragt ward, die Veröffentlichung für erlaubt gehalten. Ebenso sei es auch im Prozeß Sachs geschehen. Der Vcrthei- diger beantragt die Freisprechung, werl das Gesetz auch nur verlangt, da die Anklageschrift jetzt nicht mehr verlesen wird, daß die an ihre Stelle tretenden juristischen Handlungen vor» genommen seien. Der Antrag des Staatsanwalts(Assessor Frank) geht auf 50 M. oder 10 Tage Gefängniß. Angeklagter Saul erklärt, daß in seiner Redaltion spraxis ihm ein solcher Fall noch nicht vorgekommen sei. Die Auffassung des Staats- anwalts sei ganz gegen die rnio legis. Dadurch mache man den Willen des Ges.tzgebcrs illusorisch, welcher, wie auS den Motiven hervorgehe, eine Behinderung der Berichterstattung im Fall einer Vertagung durchaus nicht wolle, also überhaupt nach erfolgter Zeugenvernehmung die Veröffentlichung gestatte. Die Strafkammer acht nicht auf diese Deduktion ein und er- kennt auf 25 M. Strafe. Frankfurt a. M.. 17. November. Aus der gestrigen Sitzung des Landgerichts wird berichtet: Die in deutscher Uedersctzung in Hamburg, Hagen, Wiesbaden und anderen Orten erschienenen Ausgaben der Enthüllungen der Londoner „Pall Mall Gazette"(Jungftauen- Tribut im modernen Babylon) sind nach§ 184 angeklagt, jedoch nur im objettiven Verfahren, da es an einer juridisch greifbaren Persönlichkeit fehlt. Das Urtheil bestätigt die Konfiskation eines Thals der beschlagnahmten Druckichriften, hebt jedoch die Beschlagnabme der in Hamburg und Hagen erschienenen auf, weil der Inhalt der- selben nicht unsittlich angesehen wird. Die Verhandlung fand bei verschlossenen Thürcn statt. Hamburg, 18. November. Unter Ausschluß der Oeffent» lichkeit wurde gestern gegen einen Buchhändler wegen Verkaufs unzüchtiger Schlitten vor dem hiesigen Echöffenaevcht verhan» best. Der Angeklagte hat die„Geschichte der Prostitution in Berlin" und die„Naturgeschichte der galanten Frauen in Berlin", Bücher, deren Inhalt als ein unzüchtiger angesehen wird, hier verlauft. Das Gericht sieht jedoch nur das erste Buch als eine unzüchtige Schrift an, und verurtheilt den An- geklagten zu 40 Ä. Geldstrafe, event 8 Tagen Gefängniß. Mereine und Uersammlungen. gl. Der Fachveretn der Tischler hielt am Montag, den 16. November, unter Vorsitz des Herrn Winter eine außer» oidentl'che Gencralqersammlung Neue Grüustraße 28 in Jordan's Salon ab Auf der Tagesordnung stand: WaS gedentt der Verein in Zukunft auf gewerkschaftlichem Gebiete zu thun? und Wahl einer Fachkommission. Es wurde in die Berathung dieses Themas eingetreten und bekundete die rege Betheitiaung an der Diskussion daS Interesse der Mitglieder an dieser Sache. Verschiedene Redner betonten, daß der Verein die Regelung der Wcrlstellcnverhältnisse in die Hand nehmen müsse, die aber nicht in d r Weise geschehen dürfe, in der die„Lohnkommisfion" die letzten zwei Jahre gearbeitet habe. Die zu wählende Fachkommission müsse statistisches Material über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse im Tischler« Handwerk sammeln, sowie den Werkstellcn ihre Aufmerksamkeit zuwenden, die von den dort arbeitenden Kollegen als ver Aufbesserung bedü ftig bei ihr angemeldet werden. Damit nun diese Kommission mit Erfolg arbeiten könne, müsse jedes Mitglied bestrebt sein, dieselbe auf jede Werse zu unterstützen. In erster Linie müsse jedes Mitglied selbst die übliche 9'/:ftündige Arbeitszeit ein- halten, sodann jeden der mitarbeitenden Kollegen auf das Verderbliche der längeren Arbeitszeit für die Allgemeinheit sowie für den Einzelnen selbst aufmerksam machen. Weiter müsse mit aller Energie auf Eintritt aller Tischler Berlins in die Fachvereine hingearbeitet werden, denn der kleine Bruch» theil organifirter Trichter könne unmöglich für die große Masse unorganisirter Kollegen, und ohne deren Mithilfe etwas schaffen; nur eine zielbewußte, kompalte Masse könne achtunggebietend den Arbeitgebern gegenüberstehen und mit Er'olg gegen deren Rückwäitsdcstrebungcn ankämpfen. Es wurde hierauf eine Fachkommission aus sechs Mitgliedem bestehend gewählt, welche die Vorarbeiten fertig stellen und der nächsten General- Vcr« sammluna Bericht erstatten soll. Bei„Verschiedenes" theilte noch ein Redner mit, daß in vcr Möbelfabrik von Pfaff Pla» kate angeschlagen seien, wodurch die Kollegen, welche durch Längerarbeiten etwas„mehr" verdienen wollten, aufgefordert werden, sich zu melden. Auch hier ermahnten verschiedene Redner, die festgesetzte Arbeitszeit streng inne zu halten, um den Kollegen, welche ohne Beschäftigung seien, und sonst durch Angebot ihrer Arbeitskräfte die Löhne drückten, Arbeit zu verschaffen. In der öffentlichen sehr gut besuchten Versammlung der in der Perlmutter-, Hartgummi- und Knochendranche be- schäftigten Arbeiter, welche am 17. d. M. unter dem Vorsitz deS Herrn Schräder im Lokal des Herrn Seeaer, Grüner Weg 29, stattfand, referirte, da der eigentliche Referent sich entschuldigt hatte, der zufällig anwesende Herr Julius Hilde» brandt über die Nothwendigkeit einer festen Organisation. Referent besprach unter Zugrundelegung deS Statuts des Fach- Vereins der Drechsler, Knopfardeiter und BerufSgenoffen die einzelnen Theile desselben, und legte in seiner sehr beifällig aufgenommenen Rede die Vortheile einer allgemeinen Organt- sation klar, indem er besonders auf die von den Fachvereinen gewählten Vorthetle wie Rechtsschutz, Unterstützung bei Arbeits« lofigkeit u. s. w. hinwies. Zum Schluß forderte Referent die Anwesenden auf, sich einem d r bestehenden Fachvereine, gleich» viel welchem, anzuschließen und sprach zugleich die Hoffnung aus, daß die beiden Fachvereine. die ja dasselbe Ziel verfolgen, baldigst die Vereinigung zur Thatsache werden lassen möchten. In der Diskussion erklärte sich Herr Schräder mit den Aus- sührungen des Referenten einverstanden und wunderte sich derselbe darüber, daß in Arbeiterkreisen noch so viel sortschritttiche Zeitungen, sogenannte Klatschwische, gelesen wrtien. Redner führt ous, daß cs im eigensicn Interesse eines jeden Arbeiters liege, ein Arbeiterorgan »u lesen, da nur in einem solchen ein übersichtlicher SituationSplan der Arbeiterbewegung enthalten sei und die Arbeiter» Vorstände und Lohnkommisfionen für Berlin nur daS„Berliner Volksblatt" als maßgebend anerkennen können und spricht fich derselbe für die weiteste Verbreitung desselben aus Im vorbenannten Sinne betheiligen fich noch die Herren Brandt, Behr, Brochmann und Prause an der DlSkusfion, worauf folgende Resolution einstimmig angenommen wurde:„Die heute in Eeegers Salon, Grüner Weg 29, tagende Versamm- mng der in der Perlmutter-, Hartgummi-, Horn-, Knochen- und Knopfbranche beschäftigten Arbeiter erklärt fich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden und verpflichten sich die Anwesenden, für Einführung einer festen Organisation Sorge zu tragen. Ein Antrag, dm Ueberschuß der am Ein« und Ausgang stattgehabten Tellersammlung den streikmden Drechslern Berlins zu überweisen, wurde nach kurzer Debatte einstimmig angenommen. Nachdem zu„Verschiedenes" Herr Prause noch zur fleißigm Betheiligung an der Agitation zur Stadtverordnetenwabl aufgefordert hatte, schloß der Vorfitzende die Versammlung. Vierzig der Anwesenden ließen fich nach Schluß der Versammlung als Mitglieder des Fachvereins der Drechsler, Knopfarbeiter und Berufsgmossen einzeichnen, so daß dieser Verein jetzt, trotz seines kurzen Bestehens, schon ca. 270 Mitglieder zählt. unter dem Vorfitz des Stcindruckers A. Schulz ab. Da Herr Görcki am Erscheinen verhindert war, so hatte der Tischlermstr, F. Mitan das Referat übernommen. Er sprach über Zweck und Ziele der Fachvereine. Referent führte treffend aus, wie nothwendig es für jeden Arbeiter sei, fich einer Organisation anzuschließen und wies nach, daß selbst das Mittelalter schon heiße Lohnkämpfe zu verzeichnen gehabt habe. In dem heuti- gm Wirlhschaftssystem haben fich die Dinge anders gestaltet; man müsse vor Allem auch ein Augenmerk auf die SonntagS- und Ueberstundenarbeit richten, denn dieses sei ein großes Uebel. In der Diskusfion ergriff zunächst der Vorsttzmde Herr Schulz das Wort. Er erläuterte die näheren Gründe der Arbeitseinstellung in der Druckerei von Enrstu. Co., Kövnicker- straße; er forderte auf, den Zuzug möglichst fem zu halten. Hierauf erhielt der Stadto. Grncki, welcher inzwischen erschienen war, das Wort. Derselbe forderte auf, recht einig zur Sache zu halten, denn nur in diesem Sinne könne der Streik von Emst u.Co. zu Gunsten der Arbeiter ausfallen. Was wir heute für die Kollcgm thun, sagte Redner, daS thun wir für uns selbst. In demselben Sinne detheiligtm fich noch mehrere Redner an der Diskusfion. Hierauf wurde eine Fachkommisfion von 5 Personen gewählt, welche die weiteren Maßnahmen der Streikenden von Ernst u. Ko. zu leiten hat. Herr Mitan for- derte auf, mit der Kommission recht einig Hand in Hand zu (hm, jeder Einzelne müsse sein eigener Agitator sein. Der 'orfitzmde machte noch bekannt, daß der Verein ein unentgelt- liches Arbeitsnachweis Bureau bei J. Jastrau, Katharinenstr. 12, errichtet hat. Die Sprechstunden find Mittags von 12—2 Uhr und Abends von 6—8 Uhr. Eine Tellersammlung für die streikenden Kollegen wurde veranstaltet. Die nächste Versamm- lung findet am Donnerstag, den 17. Dezember, bei Gratweil's, Kommandantenstcaße 77/79, statt- Mit einem dreifachen Hoch wurde die von ca. 500 Mitgliedern besuchte Versammlung ge- schloffen. Zur Feier des ersten Stiftungsfestes der Kranken« und Begräbnißkasse(E. H. K. Nr. 60) der Gürtler und Brovzeure fand in der„Phrlharmonie", Bemburgerstr. 22/23, vor ein paar Ta�en, unter gütiger Mitwirkung des Gesang- Vereins„Echo I", geleitet von seinem Dirigenten Hofopernsänger a. D. Herrn Röhr, sowie der Herren Peine, Fischer und Beck ein großes Militär-Doppel Konzert statt, das, unter Leitung der königl. Mufikdirektoren Frese und Echink, von den Mufik- korps des Garde- Füstlier- und zweiten Garde-Feld- Artillerie- Regiments ausgeführt wurde und dessen Netto- Ertrag der genannten Kasse zufließt. Eämmtliche Säle dcS riefigen Lokals waren dicht gefüllt und die Zahl der Anwesenden mochte weit über 3000 betragen haben. Tie vortrefflich ausgewählten Konzert und Gesangs« piecen wurden von den Betrcffcnven mit künstlerischer Vollen- dung ausgeführt und vom Auditorium durch rauschenden Beifall ausgezeichnet. Auck bei dem an das Kon-ert fich an- schließenden Fest-Ball exekutirten beide Kapellen zusammen die Tanzmusik m-.t geradezu elcktrifirende: Wirkung. Im zweiten Thcile der Tanzordnung bereitete eine Bouqaet-Polonaise mit Gratisoerloosung die angenehmsten Ueberraschungen. Jede Dame erhielt ein prachtvolles Älumenbouquet und verschiedene, mitunter werthvolle Gewinne, wie beispielsweise eine schwarze Kachemir Robe, silberne und vergoldete Herrew Remontotr- Uhren u vgl. Das schöne Arbeiterfest resp. der Ball endete erst gegen früh 6 Uhr. Lfg. Der Verein zur Wahrung der Interessen der Berliner Maurer berietb in der gut besuchten Mitglieder- Versammlung am 17. d. Mts., Abends, Jnselstr. 10 unter dem Vorfitze des Herrn Behrend das Reglement seiner Wan- derunterstützungskasse. Dasselbe wurde in der von der Aow Mission ausgearbeiteten Vorlage fast unverändert angenommen und von der Versammlung zugleich beschlossen, vom l.Janu-r k.?. an die Auszahlung von Wanderunterstützungen beginn«! zu lassen. Hieran reihte fich die Erledigung vcr'chlcdr« Vereinsangelegenheiten von nicht öffentlichem Interesse. Cr' wähnung verdient die von einem Redner gemachte MWu lung, daß auf dem Bau Großbeerenstraße 73 ein Maurer vv« Gerüst gestürzt ist und der betreffmde Polier dadurch, daß« sofort nach dem Unfälle und noch vor Abnahme der polizeiliche» Besichtigung die fragliche Rüstung und dm Trcppenflur voe» schriftsmäßig habe zudecken lassen, sich sttafdar gemacht hat«. Der Louisenstädtische BezirkS-Verei«„vorwärts' hielt am Dienstag, den 17. November, in Marquardi's W- staurant, Alexandrinenstr. 110, eine Versammlung ab,>» welcher Herr Th. Metzner einen mit großem Beifall am' genommenen Vortrag über„Religion und Konfession" Referent führte treffend aus, wie schroff sich Glaube# Wissenschaft gegenüber stehen und wies nach, daß selbsi»« Glaube gar zu oft zum Fanatismus ausarten kann. Dm»» erinnert in der Jetztzeit der Antisemitismus zur Genii�» Daher müsse man vor Allem die Forderung, Trennung, w Kirche vom Staat, sowie Trennung der Schule von der IW" nicht auS den Augen lassen. Am Schluß forderte der»"' fitzende, Herr Krause, alle Diejmigen, welche bei der verordnetenwahl helfen wollen, auf, fich bei ihm, Prinzenstr.»- zu melden. Zur Lohnbewegung der Korbmacher. In der»' Momag, den 16. ds. Mts., stattgefundcnen Versammlung � selbstständigen Korbmacher wurden die von der Gesellen!»« gestellten Forderungen nach längeren Debatten, wobei sächlich die mißliche Lage der kleineren Geschäfte in Betracht S' zogen wurde, bewilligt und gaben dies viele der Anwesc»"" durch ihre Unterschrift zu erkennen. Verein sämmtlicher Berufsklassen Berlin 4(SingK Hilfskasse). Sonnabend, den 21. November, Abends 8'/: Mitgliederversammlung, Flottwellstr. 1, bei Kuß. Zur Beachtung für Tischler. Aus Wiesbaden»>»* uns geschrieben:„Da fich die hiesigen TischlergeseHeil, einer sebr bedrängten Lage befinden und die Meister g Tischler-Innung alles aufbieten, um die Gesellen in � Innung hinein zu zwängen, so werden die Tischler allem» Innung hmcm zu zwangen, so werden die Tischler aim". ersucht, den Zuzug von Arbeitskräften nach Wiesbaden!■•''' fernzuhalten. Besonders die Mitglieder der Fachvereint um möglichste Verbreitung diefer Mitlheilubg ersucht."! Theater. Operuhaus. Heute: Der Trompeter von Säklingen. Schauspielhaus. Heute: Das Stiftungsfest. Deutsches Theater. Heute: Ein Tropfen Gift. Friedrich.Wiihelmstädttsche« Theater. Heute: Offenbach-Cyclus. Die Großherzogin von Gerolstein. Nestdenz-Theater. Heute Theodora. Wallner-Theater. Heute: Unter uns. Hierauf, zum driten Male: Der Vielge« liebte. velle-Alltanee-Theater. Heute: Kyritz-Pyritz. Walhalla-Operetteu-Theater. twb: Eon 8*1«. SM»-«. Heute: Morgen: Dieselbe Vorstellung. LoutsenstädtischeS Theater. Direktion: Jos. Firmans. Heute: Der Maskenball. Ostend-Theater. Heut«: Die Pariser Bluthochzeit. Kduiastädttsche» Theater. KiT" Heute: Gastspiel der Liliputaner. Die kleine Baronin. Theater der ReichShallett. sän~ Ussglich: Aufreten sämmtlicher Spezialitäten. Ameriean-Theater. Abglich: Austreten sämmtlicher Spezialitäten. Kaufmann'» VrnrieW Klglich: Große Spezialitäten-Vorstellung. Kontordia. Kiglich: Auftreten sämmtlicher Spezialitäten und theatralische Vorstellung. Alhambra-Theater. Wallnettheaterstraße 15. Heute und folgende Tage: Berlin, wie es weint und lacht. 8 übt. Anfang des Konzerts Sonntags 6 Uhr, der Vorstellung 7 V* Uhr. BonS haben Wochentags Giltigkeit und find im Theaterbmeau (12-1 Uhr) gratis zu haben.__ Kaehr's C«Bino. Oranienftrahe 24. Nauuynstraße 65m. Täglich;«rosBe Spcii»liiaten-Vor8teHung. Neu! Austreten de» berühmten Mianon-TamerpaareS Ge- «assaae 1 Treppe. 9 U. Morg. bis 10 U. Ab. K a i s er« P a n o r a m a. zc a r z r r« v««» r»«» u. Z. ersten Male: Eine Reise durch vaieru. Sa- vouen und eine bequeme Montblanc-Besteiauna. > e r t h a« Reise. Karolinen- Palau-Jnseln.» Reise 20 tf- Kinder nur 10 Pf. Abonnement. 12820 Präascber's anatomisches Museum MM- im rothen Schloas"MM tob» Morgen« bis 10 Abends für erwachoene Herrem. J�eitag garnier Tag August Herold mn Berlin SO., 118 Skalitzerstrasse 113. Mökel-, Spiegel' tuid Polstemaarm-Magazia EXgena Fabrfc. Solida Preise. Prompte Bedlenong. a,« von oictigiteotm ocs ,vtia)oe:etr,B ver«vcynewer gegrunvne tlaf Produktiv- n. Rohstoff- Genossenschaft der Schnei»' za Serün(Eingetragene Genossenschaft) No. 30 ZIMMER-STRASSE No. 30 fertiger Herren-Garderobe, sowie ihr reichhaltiges Lager in- und ausländischer Stoffe, cdentalll �.� Herren-Garderoben jeder Art werden nach empfiehlt ihr Lager fertiger Herren-Garderobe, sowie ihr reichhaltiges Lager in Lotte und Knöpfe. angefertigt. Reelle Arbeit, dauerhafte Stoffe. Jtfit preise. Bitte cremam mmf Strasse ud Summer zu achten., Der Vorstand und Verwaltnng»£*i-/_ 723 Unserm Kollegen Herrn Marks |u seinem heutigen Wiegenteste ein dreimal donnernde» Hoch, . iß die ganze Rathenowerstraße wackelt rund der MopS Durch das Fenster springt. 283? Die Kollegen O. M. B. k. u. s. w. Danksagung. . �ür die rege Betheibgung bei der Beerdigung meines lieben Mannes, des Metalldrehers E r n st Pohl, sage ich den Herren Lüben u. Busse, sowie dem Fachverein der Facon- und Schraubendreher, sowie allen Freunden und Bekannten meinen tiefgefühltesten Dank. 2833 Die trauernde Wittwe Wilhelmine Pohl im Namen der Hinterbliebenen. Ortskrankenkaffe des Zimmerergewerbes. Soimfag, den 29. Hoo, vorm. 9 ttür, MitzlikdnMillMlim w Kellers Lokal, Andreasstraße Nr. 21. Tages-Ordnung: Wahl der 64 Vertreter zur Generalversammlung(§ 43 des Statuts). lungstermine im Rückstände find. � q Quittungsbuch legittmirt. Die Herren Arbeitgeber werden zu der trdertgeder werden zu am SO. Zlovkmber, im Loaismjiädt. Konzert lianse, Älte Zakobstr. 37. AbenvS T/t Uhr, anberaumten Versammlung eingeladen. TageS-Ordnung: Wahl der 32 Vertreter zur Geueralver- sammlung(§ 43 dcS Statuts). 2835 � Der Vorstand: U. Weniger, Wilsnacker-Ettaße 14. 1 möbl. Zimmer, pr. 10 M. b. Tübbecke, ZionSkirchstr. 52, li Verantwortluder Redakteur«. Srovhei« in Lettin. Druck und Verlag von Max«ädttm mwvr worwimna uaa General- VerfamwlM verein« zur Wahrung der Jniet'P m .der Klavierarbeiter.. am Sonnabend, den 21. November, Abends 8'/» � Gratweil's vierhallen, Kommandantenstr � (oberer Goal).[J m TageS-Lrdnung: atil f. 1. Vortrag des Herrn Kögel über: Elektrizität � w führung von Expettmenten. 2. Wahl des u% fitzenden. 3. Unterstützungsgesuche.— DaS p legitimirt. Gäste, welche dem Vrrttn deittelen n> willkommen. D.rB�L5� Verein der Sattler und Ja&Q1 Sonnabend, den 21. Nov„ Abends 3V- w Veraammin1111 .n* in Gratweil's Bierballeu, Romnwn��V Q3?ÄU.nflL � Vortrag des Herrn. z.A OTR---------- p WWW vv. Herrn W'«"" z.A "Zweck und Ziel der Fachvereine". 2. Diskuifion.� 5" schredeneS.— Gäste find willkommen. Aufnabm glreder.[28311 Der Bor>' � WSS-SSW Ein Portemonnaie mit Inhalt ist gesuv�(/ 0..-■ v U e m o n n oic nmonou'-■ Abzuholen bei Ä. Göldner, Soraucrstraße 20. iriku «hr •®e V-39' M fit Sttrofi ''(tu .De ira� „Alte Linde" 15« *m. Aeu eröffnet. G. Richter s Refta« Benutzung. AuSi�nnk und% Ausschank von Weiß- und BainI a la carte zu billigen Preften-__, einen"« Elisabeth Uter 24 ist ein möbL Zimmer an Hmen�ober Damen zu verm. lVrau KÜnz«�. Arbeitsmsrdt.».Ä Ei« Beleger ——--- rrrrr�ttfliv »t m »Ei, »Zq «nb. «De Die ' �chr Z b, Der unentgeltliche 2lrbei�Jta der Klavierarbeiter befindet »D. ° er. kt & % Sdalitzerstraße 18 bri VS"; in«erlin 8W.,«euthftraß, 2.