k 875, Dienstag, den 84 Uovember 1885. II. Jahrg. SerlmnVMl«!! Brgsn für die Interessen der Arbeiter. 4 Da«„Berliner Volksdlatt" gvw täglich Morgen« außer«ach Sonn« und Festtage». Abonnementtprei» 1 frei in'« Hau« vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35* "Wonttment 4 Mk. Einzelne Nr. 5 Pf. Sonntag«-Nummer mit illustr. Beilage 10 5 (Eingetragen in der Postzeituugtpreitlist« für 1885 unter Nr. 746.) Znfertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Bei größere« Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bi« 4 Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annon'em, Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. nsss KedaKtio«; Kenthstraße 2.— Grpeditio«: Zimmerstraße 44. �ur Stadtverordneteuwahl. % Arbeiterpartei hat für die heute tettfindeuden Wahlen folgende MUdidaten für die 3. Abthetlung aufgestellt: Rojahu, Klempnermeister,(3. Bezirk) . Kleine Markusstraße 28. seivrich Nöske, Tischler.(8. Bez.) Adalbert- | ftraße 89. �Kar Krohm, Medailleur,(10. Bez.) Berg- L viannstraße 19. Singer, Kaufmann,(12. Bez.) Linden- . straße 66. �ittand Mitan, Tischlermeister,(14. Bez.) • Wienerstraße 29. Zubett, Tischler.(19. Bez.) Waldemar- j, straße 73. Kerzfeldt, Gelbgießer,(21. Bezirk) �dalbertstraße 71. Franke, Schlosser,(25. Bez.) Saar- j. vrückerstraße 6. Voigt, Tischler,(26. Bez.) Münche. s bergerstraße 32. Steindorff, Sattler.(28. Bezirk) k Warienstraße 14. �ried Schulz, Gelbgießer,(32. Bezirk) k Wienerstraße 11. Sohl, Vergolder,(34. Beziry Acker- »straße 133. '«r Kojohn, Klempnermeister,(38. Bezirk) Kleine Markusstraße 2». � Sallmuller, Gürtler,(40. Bezirk) � �eteranenstraße 23. Jeuitteton. Die Hand der Kemefis. Roman von Ewald August König. (Fortsetzung.) & haben weiter nicht« zu bemerken?" Jon 5®i«Ph verneinte, Siegfried mußte das Verhör schließen, Vernehmung der Damen nahm er einstweilen T' er wollte zuvor mit der Generalin darüber rede». S k• Arzt hatte bereit« den Rückweg angetreten, er war '•dtto*!1 �en Damen gewesen, um ihnen, so weit er dies . Z°' über den Vorfall Bericht zu erstatten. Vti&Sr,cb. konnte sich nicht länger aufhalten, AmtSge« V'W fragen, mal Sie»Idickl habe»?- � von Stuckmann, als der Wage» abgefah« ZR jetzt»och nichts," erwiderte Siegfried gedanke«. �ichkxjj Dinge augenblicklich liegen, kann man jede die M�ichkeit eine« Verbreche«»?" fragte die WUMM mein Bruder Ihnen die Gründe angegeben, aber ich finde sie zu unwahrscheinlich." Die Zukunft der KlemhaudluerKer. IL Der von uns in Nr. 273 abgedruckte Artikel der.„Preußi> schen Jahrbücher", welcher den Schwerpunkt der sozialen Frage in den Handwerkerstand verlegt, erklärt selbst, daß jedes praktische Vorgehen, jeder realisirbare, Rettung ver« heißende Vorschlag fehle, um der Roth des kleinen Mittel«, des Handwerkerstandes abzuhelfen. Durch diesen Ausspruch, den wir vollständig akzeptiren, verurtheilt der Artikel selbstverständlich auch alle zünftleri- schen,„ackermännisch'kleistretzowschen" Bestrebungen, was natürlich sehr verständig ist. Der Artikel giebt aber selbst auch die Ursache an, weS- halb dem Handwerkerstand« nicht aufzuhelfen sei. Oft ge- nua sei der Nachweis erbracht worden, daß der moderne ZnoustriealiSmuS nothwendig zum Großbetrieb führe, daß von den Znhaber» der Kleinbetriebe ab und zu einer Groß- fabrikant, die Masse aber Lohnarbeiter werde. Daraus geht doch nun von selbst hervor, daß Hilfe für de« Handwerkerstand überhaupt unmöglich ist. Deshalb kommt es un« sonderbar vor, daß der Artikel- schreiber in de»„Preußischen Jahrbüchern" doch noch mit einem„Rettung verheißenden Vorschlage" hervorttitt, dem er allerdings die Realisirbarkeit abspricht, jedoch aus Grün» den, die unseres Erachtens weniger ins Gewicht fallen. Der Vorschlag ist nun wahrlich nicht neu.„Produktiv- Rohstosslagergenosienschaften" sollen durch Handwerker ge- gründet werden. WeShalb das lange Wort? Eine Produktiv- Genosienschaft hat doch gewiß ihr Rohstofflager. Halten wir un« deshalb an das einfache verständlichere Wort. Theore- tisch seien, sagt der betreffende Artikel, solche Genossenschaften schon oftmals als eine Hilfe für den Handwerkerstand fest- gestellt worden, aber sehr wenige praktische Einführungen bis jetzt erfolgt. Schulze-Delitzsch hat für Deutschland derartige Ge» noffenschaften seiner Zeit schon vorgeschlagen; er glaubte, Handwerker und Arbeiter könnten ihre Ersparniffe zusam« menlege«, Gevoffenschaftev gründen und dann mit dem Großkapital konkurriren. Ganz abgesehen, daß Lohnarbeiter gar mchtS erspare« können, sind auch diejenigen Hand- werker, welche am Untergange sich befinden und deshalb einer Genoffenschaft beitreten möchten, nicht mehr in der Lage, genügende Einzahlungen dort zu machen. Die we- «igen Keffer simirten Handwerker aber treten einer Produk- tiv-Genossenschaft deshalb nicht bei, weil sie glauben, allein für sich aus dem Handwerkerstande in de« Fabrikanten stand emporzukommen. An der Kapitalfrage scheitern somit die Privat« genossenschasten im Allgememen. „Und doch wäre« sie die einzigen, die den alten Mann zu diesem verzweifelten Schritt getrieben haben könnten," sagte die Generalin. „Man kann das nicht behaupten, gnädige Frau, oft erfolgt ein Selbstmord aus Gründen, die uns ganz un- glaublich erscheinen. Uebersättigung, Lebensüberdruß—" „Und sollte die Furcht vor schimpflicher Entlassung nicht auch ein schwerwiegender Grund sein?" „Ich will das nicht bestreiten, aber zu dieser Furcht berechttate de» Verstorbenen einstweilen noch nichts. Er wollte yeute erst die gerichtliche Untersuchung beantrage», deren Resultat er ruhig hätte abwarten können." „Wußte er, daß er seine Anklage nicht beweisen konnte, so—" „Ich glaube nicht, daß er eS wußte, gnädige Frau, aus seinem Auftreten ging daS wenigstens nicht hervor. Die Sicherheit, mit der er die Anklage erhob und auch dann noch vertrnt, als er einen Theil der Papiere im Park wieder gefunden hatte, bewies mir deutlich, daß er seiner Sache sicher sein mußte." „Aber was könnte Joseph zn diesem Diebstahl bewogen haben?" „Ich weiß es nicht, die Lippen, die darüber Ausschluß gebe» könnten, sind verstummt." Die Generali» blickte gedankenvoll in die Ferne, ei» herber Zug umspielte ihre Lippen. „Ich kann nicht daran glauben," erwiderte sie,„aus dieser Vermuthung würden andere entspringen, die mich be- unruhigten. Welchen Eindruck hat Joseph im Zeugenverhör auf Sie gemacht?" Siegfried warf einen raschen, forschenden Blick auf den Kutscher: Franz schien der Unterhaltung nicht die min- deste Aufmerksamkeit zu widmen. „Einen sehr schlechten," erwiderte er mit gedämpfter Stimme,„stände er in meine« Dienste«, so würde ich ihn sofort entlassen." Frau von Stuckmann sah ihn bettoffen an, ein so ungünstiges Zeugviß schien sie nicht erwartet zu haben. „Sie sagten vorhin, die Möglichkeit eine« Verbrechens Aber wenn selbst solche aus Kleinmeistern und Hand- werkern gegründete Genossenschaften wirklich in dem Kon» kurrenzkampfe mit mäßigem, oder sagen wir mit einiger» maßen angemessenem Kapital zu arbeiten anfingen, so steht ihnen in den Aktiengesellschaften, bei welchen sich da« Großkapital in ungemessener Weise betheiligen kann und auch betheiligt, ei« unüberwindlicher Konkurrent gegen« über, der die kleinbürgerliche Produktivgenossenschaft ohne viel Federlesens unterkriegt. Das und allein das ist der Grund, weshalb die von Schulze theoretisch empfohlenen, praktisch in einigen krüppel« haften Exemplaren in die Welt gesetzte» Privat-Produktio« genoffenschaften nicht existiren können. Was aber der Artikelschreiber der„Preußischen Jahr- bücher" als den Hauptgrund der Erfolglosigkeit solcher Ge- noffenschaften angiebt, ist in der That von untergeordneter Bedeutung. Als ob in einer Genoffenschaft nicht gerade so gut, wie in einer Aktiengesellschaft ein technischer Direktor angestellt werden könnte, wie in einem großen Einzelbetrieb oder in einer Aktiengesellschaft? Als ob dies nicht auch mit einem kaufmännischen Direktor geschehen könnte? Ob diese leitenden Kräfte sich unter de» Genossenschaftlern finden oder ob sie außerhalb derselben gesucht werden müssen, das wäre doch ganz gleich, wenn das nöthige Kapital sich vorfände. Also nicht an der mehr oder minder großen Geschick- lichkeit der einzelnen Genossenschaftler, oder an ihrer per» sönlichen Meinung scheitern die Privat- Produktiogenossen« schafte» a la Schulze-Delitzsch, sondern an der Kapitalfrage. Eine einheitliche Leitung solcher Genossenschaften, wobei da« einzelne Mitglied gar nicht in Bettacht kommt, setzt ja Jeder, der von der Sache etwas versteht, als selbst- verständlich voraus. E« geht also nicht, mit derartigen Genossenschaften dem Handwerkerstande auf die Strümpfe zu helfen, und ginge es, was wir entschieden bestreiten, dann— doch darüber das nächste Mal. Politische Ueberstcht. Große Korruption muß in unserer Armeeverwaltuna herrschen, wenn die von allen Selten gemeldeten Zahl- meisterverhaftungen sich bestätigen. Es soll fich um Uebervortheilunaen handeln, die sich die Zahlmeister zu Schulden haben kommen lassen. Nur durch Denunziation cineS ent- laffenen Kommis soll die Militärverwaltung Kenntniß von den vielen Veruntreuungen erhalten haben. Wie ist das bei unsc« rem strengen Militärsystem möglich und bei der sprüchwöttlich gewordenen Rechtlickkeit der preußischen Beamten und besonders der Militärdeamten? WaS war das in Preußen ein Geschrei, als die Korruption der rusfischen Militärdeamten seiner Zelt sei nicht auSaeschlossen,. versetzte sie nach einer Pause;„auf wen würde Ihr Verdacht fallen, wen» Sie diese Möglichkeit annehmen wollten?" „Gnädige Frau, das ist eine verfängliche Frage, auf die ich unmöglich eine bestimmte Antwort geben kann. Wenn Sie wünschen, daß die Sache weiter untersucht werden soll, so werde ich ihr meine ganze Kraft widmen. aber fast fürchte ich, daß die Untersuchung im Sande ver» laufen wird." „Nein, nein, ich wünsche das keineswegs," fiel die Generalin ihm hastig in die Rede,„schließen Sie die Akte» und nehmen Sie den Selbstmord als Thatsache an. Es sei denn," setzte sie zögernd binzu,„daß Beweise gefunden werden, die unzweifelhaft auf ein Verbrechen schließe» lassen." „In diesem Falle ist e» meine Pflicht, die Untersuchung wieder aufzunehmen," antwortete Siegfried. „Warten wir also, bis eine solche Entdeckung gemacht wird; offen gesagt, wüßte ich auch wirklich nicht/ wie das Verbrechen sich zugetragen haben könnte." „Könnte der Verbrecher nicht heimlich das Gift in die Flasche gegossen haben?" „Das wäre zu gewagt—" „Im Gegentheil. ich erblicke darin weniger eine V r- wegenheit, als ei« Feigheit de« Mörders." Der Wagen war inzwischen in der Vorstadt angekom« men, der Kutscher richtete an die Generalin die Frage, wo« hin sie zu fahren wünsche. „Bitte, geben Sie ihm die Adresse Ihre« Herrn Papa'S," wandte Frau von Etuckman« sich ,» Siegfried.' �' „Sie wollen ihm die Ehre Ihres Besuches schenken?" fragte Siegfried, im höchsten Grade überrascht. Die Generalin nickte bejahend. „Glauben Sie, daß er ihn zurückweisen wird?" er» widerte sie. „Gnädige Frau, Sie wissen besser al« ich—" �« mich haßt- vielleicht gelingt e« mtt, ihn m versöhnen."'' 9W Der Blick Siegfrieds ruhte mit fieberhafter Spannung offenkundig wurde? Freilich waren damals in Rußland Fürsten und Exzellenzen bei der Unterschlagung betbeiligt. während es fich rn Preußen bei vorliegendem Falle mehr um Unterbeamten, die aber sehr schlecht beaufsichtigt gewesen sein muffen, zu handeln scheint. Doch in Bezug darauf muß erst die Untersuchung abgewartet werden.— Die Thatsache selbst aber scheint festzustehen! auch die mangelnde Beaufsichtigung kann als bestehend angenommen werden— dann aber trifft auch das ErMem selbst die Mitschuld, da fich die Unterschla- gungen derMrhlmeister auf 6 preußische Armeekorps erstrecken sollen. An Lerathung des Militäretats dürfte diese Affaire Stoff zit vielfachen Betrachtungen darbieten. fe sozialdemokratische Fraktion hat, wie verschiedene BlWr berichten, folgenden Austuf erlaffen: f Parteigenossen! Mit dem heutigen Tage deginnt die neue Reichstagssesston. Damit ist für uns die Pflicht erwachsen, unsern Posten als Eure erwählen Vertreter im Reichstage wieder einzunehmen. Wir werden unsere Pflichten erfüllen, soweit ei in unseren Kräften steht. Aber diese Pflichterfüllung erfordert große finanzielle Opfer, die auS eigenen Mitteln zu bringen nur Einzelne von uns vermögen. DaS Reich verweigert den Volksvertretern Entschädigungen, welche die Abgeordneten der Einzelstaaten sämmtlich und meist in reichlichem Maße bt- ziehen. Bei Gründung bei Norddeutschen Bundes und später bei Gründung deS Deutschen Reiches war man gezwungen, das allgemeine Stimmrecht einzuführen, einestheils, weil es galt, für die neuen Institutionen im Volke Spmpalhicn zu erobern, anderntheilZ aber und hauptsächlich weil bei der großen Verschiedenheit der Steuersysteme in den Einzelstaaten und der NiederlaffungSsysteme kein gemeinsamer Boden vorhanden war, der die Einführung eineS Zensuswahlsystems für das Reich ermöglichte. Man fand aber in der Verweigerung der Diäten an die ReickstagSmitglieder eine Korrektiv gegen die demokratischen Wirkungen deS allgemeinen Stimmrechts. Diesem durch die Diätmprozesse zum schärfsten Ausdruck gelangten Streben nach Einschränkung des ÄolkZwillens muß das Volk aus eigener Initiative entgegenwirken, indem es freiwillig seinen Vertretem gewährt, was vre das Klaffenintereffe der Befitzenden wahrende Staatsgewalt verweigert. Parteigenoffen! Wir fordern Euch deshalb auf, dem- entsprechend zu handeln, überall Sammlungen für den Diäten« fonds vorzunehmen und die gesammelten Beiträge entweder an die Expedition des„Sozialdemokrat oder an einen von unS abzuführen. Quittung wird wie früher erfolgen. Berlin, den 19. November 1885. Auer, Bebel, Bios, Bock, Dietz, Frohme, Geiser, Grillenberger, Harm, Hasenclever, Heine, Kayser, Kräcker, Liebknecht, Meister, Pfannkuch, Rüdiger, Sabor, Schubmacher, Singer, Stolle, Viereck, Vollmar, Wiemer. Die bösen Elementarlehrer. Vor Kurzem ging die Notiz durch die Blätter, eS fei den Lehrern des Fürstenthums Reuß ä. L. seitens des fürstlichen Konfistoriums verboten worden, in öffentlichen Lokalen Skat zu spielen. Jetzt bringt die„Pößn. Ztg." dazu noch folgende„Ergänzung": „DaS jüngst erwähnte Verbot, in öffentlichen Lokalen Skat zu spielen, welches in Reuß-Greiz an die Lehrerschaft ergangen ist, bezieht fich, wie uns ergänzend mitgetheilt wird, nur auf die Elementarlehre r."— Darnach dürfen Realschul« und Gymnasiallehrer in den Wstthshäusern weiter Skat spielen Wir halten natürlich das ganze Verbot für ungehörig. Wes- halb aber der Unterschied? Wir glauben, daß in Bezug auf die Verleitung ihrer Schüler zum Skatspiel die Gymnastallehrer doch viel gefahrlicher find, als die Elementarlchrer. Dann aber geht auS dem Verbot nicht hervor, ob die Lehrer hinfüro noch SechSundsechSzig, Rehkopf resp. Schafskopf spielen dürfen, oder ob auch diese Spiele lediglich Privilegien der höheren Lehrkräfte sein sollen. Ein Kompromiß, oder nennen wir es eine„gemein« same Kandidatenliste" zwischen Fortschrittsleuten und Sozialdemokraten in Gera hat recht eigenthümliche Früchte gezeitigt. Bei den stattgehabten Etadtverordnetenwahlen war eine solche Liste vereinban worden. Bei der Wahl selbst wur« den fünf Mitglieder der Fortschrittspartei gewählt, während Vre Sozialdemokraten sämmtlich durchfielen. DaS kommt da- von, wenn man— wir wollen weiter nichts sagen. „.Neber die Stellung der freisinnigen Partei zum Militar-Etat schreibt die„Freist Ztg.";„Die deutsch-frei« siumge Partei hat fich niemals verhehlt, daß Deutschland in der Vcrvollkommung der Armee-Ausrüstung hinter anderen Staaten nicht zurückbleiben kann und hat deshalb stets Aus- gaben für Verdefferungen der Ausrüstung, beispielsweise für neue Gewehre und Kanonen, anstandslos bewilligt. Nicht jede Eihöhung der Armee-AuSgaben steht aber mtt einer Vervoll« kommung der Armcc-AuSrüstung im Zusammenhangt. Außer« dem gilt es, die nothwendigen Mevrausgaben zur Vervoll- kommung der Armee-AuSrüstung möglichst auszugleichen durch Ersparniffe an Titeln, welche mit der Ärmee-Ausrüstung für den Krieg nicht im Zusammenhange stehen. In dieser Weise auf dem schönen Antlitz, er las in den treuherzigen Augen eine freudige Zuversicht, dennoch mußte er zweifelnd den Kopf schütteln, „Und wodurch glauben Sie das zu erreichen?" fragte er. „Das ist einstweilen noch mein Geheimniß, aber da ich wünsche, daß Sie der Unterredung beiwohnen, so werden Sie esrn sogleich erfahren." „Wäre es ntcht bester, wen« ich Papa auf diese Unter» redung vorbereitete?" „Ich fürchte, daß er dann mich zurückweise» würde, des» halb ziehe ich es vor, ihn zu überraschen." Siegftied blickte auf seine Uhr, e« war schon nahe an Mittag. „Sie wollen mir also gar nichts verraihen?" ftagte er. „Nein, auch Sie sollen überrascht werden," sagte die Generalin lächelnd.„Ich hoffe, Sie werden mir Ihre» Bei» stand nicht versagen, oder wäre nicht auch Ihne« die Ver« söhnuvg wünschenSwerth?" „Können Sie noch fragen?" „Nein,«ein, e« war nur ein Scherz." Der Wagen hielt, Siegftied stieg mit schwerem Herze» au«, einen fteundlichen Empfang konnte er von seinem starr- töpfigen Vater nicht erwarten. Aber da die Generali» bei ihrem Vorhaben bcharrte, so blieb ihm nichts Anderes übrig, als sie in der Ausführung dieses Entschlustes zu unterstützen. Der Oberst stand in der Mitte des Zimmers, al« Sreg« fried die Generali« einließ Zm ersten Augenblick erkannte er die stattliche Dame nicht,"dann aber, al« Siegfried ihren Name« nannte, blitzte e« jäh in seinen Augen auf. Man sah ihm an, daß er gewaltsam den Zorn zurückdrängte, und daß trotz dieses jäh auflodernden Zornes auch auf ihn diese schöne, impo« nirende Erscheinung einen berückenden Eindruck machte. Siegsried hatte die Generalin zum Divan geführt, ihr Blick ruhte voll und ernst auf dem Oberst. „Der Zweck meines unerwarteten und, sage ich'S ae» rade heraus, unwillkommenen Besuchs wird Ihne« klar hat die freifinnige Partei den Militäretat bisher behandelt und wird ihn natürlich auch fernerhin in solcher behandeln."— Das heißt auf gut deutsch: Die„freisinnige" Partei wird nach wie vor die einzelnen Posten des Etats bemängeln, sie wird hier und da crnige tausend Mark abzuhandeln suchen und bei dieser Gelegenheit ein großes Geschrei erheben, aber für den Gesammt Erat wird fie schließlich doch stimmen. Das ist eckt..freisinnig!" Gründe find billiger wie Brombeeren. In Glück« stadt hatte der Schuhmacher Klüß aus Elmshorn eine Ver- sammlung angemeldet. Dieselbe wurde jedoch verboten und zwar mit folgender Motivimng: „Es wird Ihnen Hiermittels von Polizei wegen er- öffnet, daß die in einer schriftlichen Eingabe vom heutigen Tage von Ihnen angemeldete Versammlung am Sonnabend, den 14. d. Ms., Abends 8 Uhr, im Frankffchen Garten, worin öffentliche Angelegenheiten erörtert und berathen werden sollen, polizeilrch untersagt wird: weil: 1) Ihre Person gänzlich unbekannt ist, 2) die Tagesordnung völlig unbestimmt gelaffen ist, 3) die Abhaltung der Versammlung gegen die§§ 6 und 14 des Gesetzes vom 10. März 1840(Sab» bathordnung) bezw. die Allerhöchste Ordre vom 18. Dezember 1869 verstoßen würde, insofern die Versammlung nicht bis 9 Uhr Abends beendet sein würde. Glückstadt, den 13. November 1885. Di« Polfteiverwaltung An den angeblichen Schuhmacher Klüß in Elmshorn. Von allen diesen schönen Dingen steht im preußischen Vereins- und Versammlungsgesetz freilich nichts. Nach dem preußischen VereinSaesetz genügt die Anmeldung einer Ver- sammlung 24 Stunden vorher. Eine besondere Legitimation deS Anmelders ist nicht vorgesehen. Aber was thuts? „Rother Reaktionär, riecht nach Blut, später zu ae» brauchen". Mit dieser eigenhändigen, auf den jetzigen Mi- nister Herrn von Bismarck bezüglichen Marginaldemerkung soll König Friedrich Wilhelm IV. rm Oktober 1849 vor der Berufung Manteuffcls, unmittelbar vor der Sprengung der Nationalversammlung und der Okttoyirung der Verfaffung, die Berufung des jetzigen Fürsten Bismarck zum Minister abge- lehnt Häven. Nach der„Freis. Ztg." ist das zu lesen in einem Briefe vom 30. Ottober 1849 des Grafen Vitzthum v. Eichstädt an seinen Onkel, den Freiherrn v. Friesen, abgedruckt in dem jüngst erschienenen Memoirenwerk des Grafen Vitzthum von Eickstädt. Aus der Uebersicht der Ausgabe« des Etatsjahres 1884 85, welche jetzt dem Reichstage vorgelegt ist, hebt die „Freif. Ztg." einige intereffante Posten heraus. Kosten aus Anlaß der Bestrafung der Eingebmenen an der liberischen K ü st e in Folge Plünderung des Hamburger Dampfers„CarloS" 4335 M. Kosten aus Anlaß der Entsendung einer außerordent« lichen Misston nach Perfien 44 774 M- Kosten der Aufnahme und Verpflegung und deffen Begleitung aus Anlaß der Reisen nach Spanien und Italien auf den Schiffen„Prinz Adalbert" und„Sophie" 8369 M. Kosten für die Beschaffung einer mit Brillanten besetzten Dose für den russi- schen Mini st er v. GierS zum Andenken an die Kaiser- Zusammenkunft in Skierniewice 17 000 M. Kosten der Ueber« führung, Verpflegung rc. der auf der„Sophie" im Februar 1884 in Little Popo als Geiseln eingebrachten Neger 1203 M. Kosten aus Anlaß der afrikanischen Konferenz in Berlin 69 068 M. Aus Breslau wird der„Volksztg." geschrieben: Zu den LandtagSwahlen ist die von der auswärtigen Preffe anscheinend wenig deachtete Thatsache nachzutragen, daß in 15 Wahlbezirken resp. Abtheilungen Wahlmänner nicht gewählt werden konnten, weil in den betreffenden Bezirken keine Urwähler erschienen waren. Ob irgend wo sonst noch eine ent- sprechend große Jgnorirung des Klaffenwahlgesetzes zu Tage getreten ist, darf bezweifelt werden.(?) Es wäre aber immer« hin interessant, wenn die Wahlprüfunaskommisfion des Abge« ordnetenhauses für den Gesammtstaat Preußen feststellen würde, in wie vielen der Bezirke resp. Adtheilungen die Bürger fich überhaupt des Stimmrechts enthalten haben.— Breslau steht in dieser Beziehung durchaus nicht vereinzelt da, es wurden gleich nach den Urwähler-Wahlen aus verschiedenen Orten der« artige Resultate berichtet. Dem Wunsch nach einer Zusammen- stellung aller solcher Unmöglichkeitswahlen finden wir ganz gerechtfertigt, dieselbe würde eine bessere Veruttheilung des Dreiklassen-WahlsystemS sein, als alle bisher gegen daffelbe an- geführten Gründe. AuS Nordschleswig, 20. November, wird der„Voss. Ztg." geschrieben: Die Zeitungen bringen noch immer Notizen über Ausweisungsbefehle, welche nordamerikanischen Bürgern zugegangen find. Wenn es fich in den verschiedenen Krersen auch nur um vereinzelte Fälle handelt, so erkennt man doch, »W» �"'Nein.' erwiderte Siegftied überrascht Die gnädige Frau' sprach nur von einem Gehermnrß. aber sie wollte es Dn Obech«ttfaltete da» Dokument erwartungsvoll ruhte der Blick der Generalm auf rhm, aber kein Zug in fernem Gesichts venreih.. es fernem Sohne. „Und diese« Dokument ist wrrtlrch eist gestern gefunden """�roeifeln1®� daran?" erwiderte die Generali«, der diele'Frage da« Blut in die Wangen trieb. %txx Rabe hat wohl feit dem Tod« meine« Bruder« Pen ettthält einen entehrenden Verdacht, Herr Oberst den ich im Namen meine« Bruders energisch zurück» weisen muß. Ter Sekretär ist fett dem Tode meine« seligen Gatten nicht benutzt worden, und das Testament würde wohl jetzt noch in dem geheimen Fach der Klappe liegen, wenn nicht meine Tochter vor einiger Zeit die Entdeckung „emacht hätte, daß dieser Sekretär wegen seiner Bequem» lrchkeit und der inneren Einrichtung den Vorzug vor ihrem Schrribtisch verdiente. Und gestern Morgen entdeckte Ära- Kella in meiner Gegenwart da» geheime Fach und in dem» selben dieses Schriftstück. Vielleicht hätte ich»och in der» selben Stunde Ahnen Mrttheilung davon machen müste«, daß ich die« bi« heute hinausschob, könnte mir gewister» maßen als ein Vergehe« angerechnet werden, ich bitte e« zu hatte jetzt auch da« Testament gelesen, ge» daß die Polizei scharf vigilirt und daß in ihrem Vorgcb!» Methode ist. Auf der Insel Föhr haben neuerdings wievs in Toftum zwei junge Deutsch-Amerikaner Befehl erhaW, zum 20. resp. zum 31. Dezember d. I. daS Land zu verlad In Flensburg ist ein Schloffermeister Thielemann auSgewulch welcher 1872 nach der Union auswanderte, 1883 als airei» kanischer Bürger zurückkehrte und seitdem unbehelligt sein schäft in Flensburg betrieben hat. Wie„Fl. Avis" konstatw, würde die Ausweisung diesen 31 jährigen Mann, der gegw' wärtig bei mehreren Bauten kontrattlich engagirt ist, kommen ruiniren. Gründe für die Ausweisung find, soww bisher in Erfahrung gebracht, in keinem Falle angeaedm worden. Wenn man noch vor acht Tagen angenommen!l«(' daß die Regierung die Ausweisungsbefehle zurücknehmen o°a doch wenigstens längere Termine dewilligen werde, so ist mm Hoffnung um so weniger aufrecht zu erhalten, als die kleiM Offiziösen anfangen, mit Eifer das Lied zu fingen, daß Amerikaner das Recht habe, auf Grund des Bancrost-Vertrag« zwei Jahre in Deutschland zu verweilen. Der AufenwÄ welcher Fremden in Deutschland verstattet werde, sei eine 1% günstigung, auf welche Niemand Anspruch machen könne.« sei deshalb für jeden Ausländer erforderlich, fich nach M Ankunft mit einem Bittgesuch an die Behörde zu n>en°e» damit ihm die genannte Vergünstigung zu Theil werde, i Staat defitze sein„unbestrittenes" Ausweisungsrecht und'an von demselben, auch ohne Angabe der Gründe und Adfl« seines Versahrens, sowie auch ohne Rückficht auf daS Verhau des Einzelnen zu jeder Zeit Gebrauch machen. Rußland. � Der Oberpolizeimeister von Petersburg bringt einen Ken-»' beschluß vom 5. d. M. zur öffentlichen Kenntniß, wona«- Niederlassung von Juden in der Hauptstadt im Prinzip eingeschränkt wird, daß die polizeiliche Genehmigung von-» vorherigen Prüfung jedes einzelnen Falles unter ZugriM� Vi««-<4! f#. p»».* 1 C jX*. � 33�#«% •MV»» ,»M JVVVV �JUSSV» ClfFy j der allgemeinen für die jüdische Bevölkerung ver lichen Gesetzesbestimmungen und ohne Rückflcht auf die. herige Staats- oder Ortsangehörigkeit der Petenten obh gemacht wird. Aus W ar�ch au meldet man dem„Dziennik Poznan � legung -tü v* V I W u u uitsvvs UIU11 VCIII„.c/ftttimM. 4-�0— In den letzten Tagen wurden aufs Neue 23 Personen nihilistischer Umtriebe verhaftet und in der 3»� internirt. Großbritannien. Die Wahlen in Großbritannien und Irland, die nra einen gemeinsamen Termin geknüpft find, beginnen Woche, nachdem bereits in einer großen Anzahl von kreisen die Wahltage festgestellt find. Während die der liberalen Partei, in welcher die angestrebte Einrgkerl. erreicht worden ist, nach wie vor nicht als glänzend eriw�. haben fich diejeniaen der TorieS soeben wesentlich vero� Parnell hat ein Manifest an die irischen Wähler in 0% Schottland und Wales erlassen, in welchem er dreselven � fordert, für die konservativen Kandidaten zu stimmen- bloße Wunsch des irischen Nationalistenführers ist aber'A Landsleuten ein Befehl, dem fich keiner entzieht, A selbst lallen es übriaens nickt an Rütmak-it feilen. Au? tut von anairoorougy, vre eveowagerin zzorv iKanooipo � in Begleitung von Lady Churchill in Birmingham."'■-{Mit! wo die Damen im Interesse Lord Randolvhs in deffen• � gegen Job» Brigdt persönlich um Wahlstimmen �1 werden. Wie es herßt. wollen die Damen bis nad) in Birmingham verbleiben. Lord Churchill hat t&o w weibliche Hilfe mit Erfolg zur Anwendung gedrmsi. ,� ZMWM Sff-r'% —8 IM %% e-vä Ä-s MHUÄ fterndef � ,<�ne» fraöte b,<. I && Iii» V Vorgehe as njicW erhaltl»- netlafffl1 zgewiesa- ls ww \ sein# konstatÄ )er geM /S 3% S?S )ie klein«« daß W Vertrag» « AZ i tpenWüf rde. Verhalle« in®lnt lonaA t't ijip d°M g von* % abhanB therls zu abhängig, theil« zu wenig oraanifirt, um �°'g vorgehen zu können. Dennoch haben m mehreren Bezirken auch diese Kandidaten— der Roth gt» tiiti. L.?�bt dem eigenen Triebe— Versprechungen geben z,?'«aß fix für wirthschastliche Reformen eintreten werden. k �len Bezirken find aber auch die Arbeiter selbstständig in -'»Mdewegung eingetreten und haben auS ihrer Mitte «»aten aufgestellt, so daß aller VorauSstcht nach nunmehr wirkliche Arbeitervertreter ini Parlament gelangen Ncht so sehr der Unterschied zwischen liberal und ""-•»—-»-• L_» irr* /-j v, y > als die Frage: Für oder wider wirthschastliche j kiormen? wird am Wahltage entscheiden. Soweit scheint vas neue Parlament wird fich mehr mit der Lage der ozn-nt�' -I s jri.', licuc �auameru wnv liiy Uievt im* vev ve* �«nbtn Bevölkerung beschästigen müssen, als seine Vo» m, Amerika. t«lach dem Berichte des Gmerallieutenant Sheridan besteht der Ver. Staaten augenblicklich aus 2154 Offizieren 705 Gemeinen. Der General verlangt eine Vergrößerung da dieselbe im Verhältnisse zu ihrer Stärke ein zu x ltt Gebiet zu decken habe.— Die Zahl der Einwan- fich im vorigen Jahre von 518592 auf 395 346 ver« 17. November. Das kanadische Parla« ij" trat gestern zusammen und erörterte einen Vorschlag zur Mgung von R i e l's Wittwe und Familie, die mittellos Die kanadische Regierung scheint fich unsterblich k&r,' v sollen. Erst läßt fie Riet hinrichten und hinterher Äs.?, o« Herr Minister Macdonald Mitleid mit seiner osen Familie. He Hinrichtung Riel's wird vieser alle Versuche ' fin. Wie oiev'.'%......— �. n.0—--1.——____ brutal g e« ''hitiüTKi® derselbe irrfinnig war, glaubt kein Mensch, umso tilen muß es aber erscheinen, einen gesunden und de« We �Achtn in'S JrrenhauS zu stecken, um ihn auf diese % kÄ�oden zu lassen. Erfreulicherweise ist es dem- ««glückt, seinen Peinigern zu entrinnen. % R i Kommunales. Sur Stadtverordnetenwahl. k�len �.Wähterabthetlung vollzieht die ErgänzungS' 4. Nn...�tadlverordneten-Versammlug heute, Dienstag, den «wember in folgenden Wahllokalen: �!!°A°blbezirk:(Stadtbezirke 11 bis 15 und 18 bis 20). k lä/l'l' Werdersches Gymnasium, Dorotheen« Wahlbezirk:(Stadtbezirke 43 bis 49). Wahllokal: �"«üldeschule, Steinmetzftraße 79. Gem�hlbezirk:(Stadtbezirke 68 bis 73). Wahllokal: I 12 tobf,ct)uU: Fürdringerstraße 33/34. P. Gew??hlbe,irk:(Stadtbezirk 104 bis 113). Wahllokal; '�beschult, Wrangelstraße 90. h- Gew..?hlbezirt:(Stadtbezirke 95 bis 103). Wahllokal la �eschuie. Wrangelstraße 133. Wahlbezirk:(Stadtbezirke 125, 126 und 131 bis ,'diohllokal: 123. Gemeindeschule, Annenstraße IB. � Wahlbezirk:(Stadtbezirke 128 bis 130, 135, 143 Blahllokal: Luisenstävtisches Realgymnafium, Se' Z'Ne 26. l?S)�Wahlbe,irk:(Stadtbezirke 166, 167 und 174 bis ».Wahllokal: 87. Gemeindeschule, Memeler Str. 24/25. � K Wahlbezirk:(Stadtbezirke 157. 158, 160, 161, 179 und 189 bis 191). Wahllokal: 23. G-meindeschule, -°«eraer Str. 9. A Wahlbezirk:(Stadtbezirke 182, 183 und 196 bis f a. f. e f m-... xv.' r/.#*.'1 y fA_ P_ Ol')• J . Wahllokal: 84. Gemeindeschule, Keidelstraße 31/32. �Wahlbezirk:(Stadtbezirk- 218 bis 225). Wahl« _ L'�/]54. G.mcindeschule, Zehdenickerstraße 17/18. und 265 1�0/154. Grmeindeschule, Vehdemckerstraße u/it Wahlbezirk:(Stadtbezirke 228, 257 bis 259 Ol- Wahllokal: 67. Gemeindeschule, Ackerstraße 28». ■Ii. ß i «1 hartnäckige Bestreben, jeder Versöhnung au« dem � j gehen und sogar de« Schein, als ob , �°hnuvg stattgefunden haben könne, zu meiden.* M �pelliren Sie nicht an das Urtheil meines Sohne«," 4 für Oberst,„e« kann für mich nicht maßgebend fein. �Merne Person verzichte auf das Erbe!" Nin 16 eS nicht, Herr Oberst!" erwiderte die Ge- wollte mich daran hindern?" "Kckstchten, die . die Antwort, die Sie mir gebe« wollen, / bie g?6 mit' 2bnen zu bemerke», daß die Rücksichten, ßj« wich aufmerksam zu mache» gedenken, ebenfall« Ä»eitl.. auf meine Entscheidung haben. Gebe» Sie IfNie«,"i,e Mühe, gnädige Frau, nachdem da« '0 lange vergessen war, mag es auch vergesse« ��.�neraltn hatte da» Haupt erhoben, auch au« ihren „Cz ,��e jetzt ein eigensinniger Trotz. /lh lg, vtcht meine Schuld, daß das Dokument erst i-?«bter c.*" gefunden wurde," erwiderte fie. und der " j�Ümme klang noch herber; ,eine Schuld kann überhaupt Niemand treffen. Und wenn . aufmerksam gelesen haben, so müssen Sie von einem Almosen ebenso wenifi die Rede idlez ii"> wein seliger Gatte wollte ei« an Ihnen begaa« Lischt wieder aut machen wieder gut mache« "�u war er nicht verpfl-ch-et- |"»zuerkennt,« seine Gesinnung«, ehrende lts�-. darin nicht« Ehrendes, wenn ein Edel- lter Familie sein Vermöge» durch Börsen. t»b. vermehren sucht," sagte der Oberst achsel» V�instj*' �Mmann hatte sich erhoben, Siegfried wollte . ae fejn' aber mst einer energischen Handbewegung S("3(h zurück. "f"?a mein'nen nicht das Recht zugestehe«, da« An« "Niemals m iheuren Gatte» zu beschimpfen," erwiderte "i n vom Pfade der Ehre abgewichen, und 5 8. Wahlbezirk:(Stadtbezirke 270 bis 275). Wahllokal; 14. Gemeindeschule, Kesselstraße 3/4. 40. Wahlbezirk:(Stadtbezirke 284 und 286 bis 304). Wahllokal: 113. Gemeindeschule, Thurmstraße 83. Die Wahlzeit dauert von 9 Uhr Vormittags bis 6 Uhr Abend«.— Wer nach 6 Uhr Abends erscheint, geht seines Wahlrechtes verlustig. Jeder Wähler hat die vom Wahlbureau deS Magistrats erhaltene Einladung zur Wahl als Legitimation in das Wahllokal mitzunehmen. Diejenigen, welche eine solche Einladung nicht erhalten haben, müssen fich durch andere, auf ihren Namen lautende Urkunden(Eteuerzettel, Miethskontrakte jc.) legitimiren. * ♦* Die Wahlbureaus der Arbeiterba«tet befinden fich in nachstehend verzeichneten Lokalen: 8. Wahlbezirk: Blumenthalstr. 5 bei E ch m a a r. 10. Wahlbezirk: Gneisenaustr. 17 bei Lindenborn. 12. Wahlbezirk: Oppelnerstraße 1 im Restaurant. 14. Wahlbezirk: Wrangelstraße 9 u. 10 in der„Urania". 19. und 21. Wahlbezirk: Drcsdenerstr. 38 bei Koch. 25. Wahlbezirk: Memelerstr. 57 bei Br unzel. 26. Wahlbezirk: Pallisadenstr. 26 bei L a n g e. 28. Wahlbezirk: Keidelstr. 9 bei Junanickel. 32. Wahlbezirk: Zehdenickerstt. 22 bei Jakobi. 84. Wahlbezirk: Ackerstr. 143 bei Schayer. 88. Wahlbezirk: Chauffeestr. 104 bei Riemer. 40. Wahlbezirk: Dreysestr. 3 bei R a e d e r. Alle Diejenigen, welche heute, am Wahltage, für die Wahl der Arbeiterkandidaten zu wirken gewillt find, werden ersucht, fich Morgens 8 Uhr in den Wahldureaus zu melden, da schon um 9 Uhr die Wahlhandlung beginnt. w. Nach dem Verwaltungsbericht des Magistrats über die städtische Bauverwaltung pro 1. April 1884/85 war die Thätigkeit der 1. Abtheilung(Hofbauverwaltung) während des letzten Etatsjahres gegen die Vorjahre eine erheblich ge« steigerte. Abgesehen von einigen schon für das vergangene Jahr in Ausficht genommenen, aber in Folge verschiedener Umstände nichtzur Autführung gekommenen Bauten war eine Anzahl neuer Schulbauten durch den Etat vorgesehen und kam zur Ausführung. Dazu trat an außerordentlichen Unterneb- mungen namentlich der Bau von drei neuen Markthallen. Dte Preisverhältnisse der Materialien find in der Hauptsache un« verändert geblieben, nur der Preis der Ziegelsteine hat eine kleine Steigerung erfahren. Der Feucrkaffenwerth der städti« schen Grundstücke steigerte fich in Folge der neu hinzugetretenen Bauten von 58 742 800 M. auf 59 198 550 M. Hebet de« Fortgang der Kanalisattons- und Ab- tirungsarbeiten in dem Vierteljahr Juli/September d. I hat der Stadtbaurath Dr. Hobrecht dem Magistrat Bericht er« stattet. AuS demselben ergiebt fich, daß Straßenleitungen aus« geführt find im Radialsystem VI 5000,00 M., ,m VH, 5 287,84 M., im X. 60,00 M. und bei den Nachttagsbauten 2 040,00 M., in Summa also 12 387,84 M. Lokales. r. Eine der gefährlichsten Klippen für Geschäftsleute ist der Verkehr mit Entmünvigten, deren Zahl in Berlin leider keine geringe ist und die durch ihr Gebahren schon Manchem arge Verluste zugefügt haben. Besonders gefährlich find in dieser Beziehung die wegen geistiger Defekte Entmündigten, bei denen auch die straftechtliche Verantwortlichkeit für ihre Handlungen ausgeschlossen ist und für deren gefährliches Treiben folgender Fall charakteristisch ist. Vor etniger Zeit bot ein hiefiger Dr. K. sein gesammtes Moblliar einem Möbel« Händler zum Kaufe an; man wurde über den Preis von 3000 Mark einig und nachdem Dr. K. verstchert, daß er unbe« schränkter Eigenthümer der Sachen sei und der Vermiether seiner Wohnung mit dem Verkaufe fich einverstanden erklärt hat, wurde daS Geschäft perfeft und die Sachen gegen Zahlung von 3000 M. übergeben und abgeholt. Nach einigen Tagen empfing aber der Händler von dem hiefigen Rechtsanwalt H. als Vormund de« entmündigten Dr. K. die briefliche Aufforde» rung, die gekauften Sachen sofort herauszugeben, da das ohne Genehmigung de« Vormundes geschlossene Geschäft rechts- ungillig fei. Infolge der Weigerung de« Händlers ist auf die Klage des Vormundes die gerichtltche Verurtheilung erfolgt und da es dem verklagten Händler nicht möglich war, die nütz- liche Verwendung der gezahlten 3000 M. für den Dr. K. nachzuweisen(dieser hatte die Summe ju einer Reise nach Nizza verwendet), so haben die Verklagten keine AuSficht, zu ihrem Gelde zu kommen, zahlen vielmehr zu den verlorenen 3000 M. noch etwa 1000 bis 2000 M. Gerichttkosten. Zu fassen ist Herr Dr. K. nicht; er ist gerichtlich als unzurech« nungsfähig erklärt, was seine Strafbaikeit für diesen Betrug ausschließen würde. Aehnliche Streiche eines ebenfalls unter Vormundschaft gestellten Berliner Maurermeisters find stadt« bekannt. Angestchts solcher Vorkommnisse muß ernstlich darauf Bedacht genommen werden, den gutgläubigen Geschäftsmann vor solchen Brandschatzungen zu fichern; das Mindeste, was wen« er mtt den Vorurtheilen seine« Stande« brach, so war dies seine Sache, und kein Anderer ist berechtigt, ihn deshalb zur Rede zu stellen. Mir aber ist sein letzter Wille heilig und ich werde ihn ausführen, gleichviel, ob Ste ihn anerkennen oder nicht. Zch werde mit meiner Tochter da« Gut verlassen, sobald ich eine passende Wohnung ge- funden habe, ist da« geschehe«, so stelle ich ihr Eibe Ihnen zur Verfügung. Wollen Sie e« auch dann nicht über- nehmen, so mögen Sie eS einem Anderen übertragen, keines- fall« aber würde eS den Intentionen Ihres ehrenvollen Bruder« entsprechen, wen« daS Stammgut der Familie von Stuckmann in fremde Hände fiele. Zch gehe, H rr Oberst, aber ich nehme die Hoffnung mit mir, daß Sie bei reiflichem Nachdenken sich eine« Besseren besinnen und einen andere» Entschluß fassen werden." Der Oberst verbeugte fich schweigend, Siegftied reichte einer Tante de» Arm und führte sie hinein«. „Ich härte Ihnen das voraussagen können, gnädige Frau," versetzte er, al« fie das Zimmer verlassen harten- .die Mittheilung kam zu plötzlich, zu überraschend, uno Papa befitzt ein hefttge«, aufbrausendes Temperament, durch das er nur zu leicht sich zu einem unüberlegte« Entschluß verleiten läßt." „Wohl," erwiderte die Geoeralin mit erzwungener Ruhe,„es lag in seinem freien Willen, ob er dos Erbe annehmen wollte oder nicht, aber er hatte nicht da« Recht, seines Bruder zu beschimpfen. Suchen Sie ihn zu einem anderen Entschluß zu bewegen, e« liegt ja auch rn Ihrem Zoteresse, schon Ihretwegen darf er auf da« Erbe nicht ver- zichten." »Sie habe» gehört, daß er diese Rücksichten nicht an« erkennt." „Er muß sie anerkennen, und es ist Ihre Pflicht, ihn darauf aufmerksam zu machen. Zch hoffe und erwarte, daß unsere fteundschaftliche« Beziehungen dadurch nicht ge- trübt worden find," fuhr sie mit herzlicher Verttaulichkeit fort, während sie dem junge« Manne die Hand bot und ihm treuherzig in'« Auge schaute,.und da Sie nun wohl einsehen, daß wir Sic hier nicht besuchen können, so er- warte ich Sie bald wieder bei mir, meine neue Wohnung man fordern könnte, wäre doch wohl die Einttagung der ge» richtlich Entmündigten in ein besonderes Register, das für Ge« schäftsleute zugänglich sein müßte. Verlangt man im Interesse der Verkehrsficherheit die Einttagung deS Kaufmanns in das Firmen-Register, so ist aus dem gleichen Grunde die Fest« ftellung der Geschäftsunfähigkeit einer Person noch viel nöthiger, namentlich wenn ste sonst nicht äußerlich erkennbar hervortritt. -yv-v«*»••*« VW V»v«VJV* WV Pferdebahn für den ungeheuren Menschenandrang nicht immer ausreichten, so fand bei den einzelnen Wagen ein beständiges Gedränge statt, so daß viele Damen mit Blumentöpfen oder Kränzen es vorzogen, den Weg nach den Kirchhöfen zu Fuß zu machen, und nur wenige, mrt zerzauster Garderobe und be« schädigten Kränzen in den Wagen Platz fanden. Könnte dir Pferdebahnverwaltung fich entschließen, die Linie Sp'ttel« markt- Rollkmg nach der Knesebcckstraße durchzuführen, so würde der größte Theil dieser ärgerlichen Szenen beim Um- steigen vermieden. Aber es ist merkwürdig, in welcher Gleich« giltigkeit die Pferdebahnverwaltung dieser Forderung de? Publikums gegenüber verharrt, die nun seit dem Bestehen dieser Linie fort und fort wiederholt wird. Ein Veteran auf dem Kutscherbock, der 81 jährig« Droschkenkutscher Johann Plunz, feiert mtt seiner 75 jahrigen Frau am 25. d. M. seine goldene Hochzeit. Seit 51 Jahren fährt der Mann, dem„B. T." zufolge, bereits Droschke und ist somit der älteste Droschkenkutscher Berlins; durch Krank« betten und Schicksalsschläge aller Art ist er aber nicht im Stande gewesen, fich einen Nothgroschen zu erübrigen. Noch heute muß der bejahrte Mann, wenn ihn des Alters Bürde und ein rheumatisches Leiden nicht gar zu sehr peinigen, auf den Kutschbock steigen, um einige Groschen für den kümmer- lichen Lebensunterhalt zu verdienen. Vielleicht finden fich unter unseren Lesern einige mildthätige Herzen, welche der allen braven Leute an ihrem Ehrentage gedenken und ihnen durch irgend eine Zuwendung ihren Lebensabend zu erheitern suchen. Sie wohnen Gartenstraße 17, Hof im Keller. B. Wie gefährlich es ist, wenn Kinder fich an Wagen hängen, erfuhr zu seinem Schaden der lOjähriae Sohn des Maurers Marhold, Auguststraße 36. Der Junge hing fich am Freitag Mittag, als er auS der Schule kam, an einen durch die Auguststraße fahrenden Rollwagen; plötzlich setzte fich der Wagen in schnellere Bewegung, der Knabe wollte fich herunter- lassen, blieb jedoch mit dem Riemen seiner Schulmappe an einem Haken hängen und wurde so eine ziemliche Strecke mit fort« geschleift. Endlich war der Kutscher aufmerksam geworden und hielt an. Arg zerschunden und mit ausgerenkter Kniescheibe mußte der Knabe in die elterliche Wohnung getragen werden. B. Klatschsucht. Am Nachmittag des letzten Donnerstags standen zwei Klatschbasen an der Ecke der Pallisaden» und Straußberaersttaße im eifrigsten Gespräch beisammen. Sie klagten ernander so eingehend die Schlechtigkeiten ihrer Nachbarsleute, daß beide Frauen von der fie umgehenden Außen- weit nichts mehr sahen und hörten. So hatte auch die eine Klatscherin nickt bemerft, daß ihr 5 jähriges Töchterchen fich inzwischen von ihr entfernt und auf dem Fahrdamm spielte. Erst ein lauter Schrei deS gefährdeten KindeS unterbrach die wichtigen Erörterungen, und die Mutter konnte noch im letzten Moment ihr unter die Räder eines Möbelwagens gerathrneS Kind hervorziehen und so vor einer vollständigen Zermalmung retten. Die linke Hand deS kleinen Mädchens war aber be- reitS erfaßt und so arg zerquetscht, daß die Unglückliche für ihre Lebenszeit verstümmelt bleiben wird. Fürst Wittgenstein in Konkurs. Die„Kreuz-Zeitung" giebt für die Konkurseröffnung über das Vermögen des Fürsten zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein mehrere Gründe an, die den Gemeinschuldner entlasten sollen. So behauptet fie, der Vater des Fürsten habe zu viel Holz eingeschlagen und so den Ertrag der Forsten geschädigt. Diese Angabe rst deshalb nicht rechr glaublich, wer! der vor elf Jehren verstorbene Fürst als ein sehr guter Haushalter bekannt war und außer der Standes- Herrschaft noch ein sehr großes Vermögen hinterließ. Ein Grundbefitzer, der sein Geld zusammenhält, vflrgt seine Forsten nicht zu veräußern. Weiter giebt die„Kreuz-Ztg." an, der ver« storbene Fürst habe seine übrigen Kinder mit reichen Erb- schaften bedacht, durch deren Auszahlung sein Nachfolger im Befitze der Etandesberrschaft in Verlegenheit aerathen ser. ES ist möglich, daß die Unterhaltung der acht Geschwister, fünf Brüder und drei Schwestern, von den Einkünften des söge« nannten regierenden Fürsten ein erkleckliches Sümmchen ge- kostet haben mag; in dem Gochaischen Hoftalender finden wir bei keinem der fünf Brüder einen Beruf angegeben, abgesehen von einem, welcher als Rittmeister» 1» stiite der Armee geführt wird, also auch nicht dem aktiven Dienste angehört. Die Herren leben also wahrscheinlich von der Apanage, welche ihnen der ältere Bruder auszahlen muß. Dies ist der Fluch der Fideikommißwirthschatt. Endlich sagt die„Kreuz-Ztg.", durch den Rückgang der Holzp eise seien die Einkünfte des Fürsten verringert worden. Da? mag bis zu einem gewissen Grade - L soll Ihne« mitgethetlt werden, sobald ich sie bezogen habe." Sie stieg in den Wagen und nickte ihm«och einmal zu, dann befahl fie dem Kutscher, nach Hause zu fahren. Al« Sil gsried m da« Zimmer zurückkehrte, wanderte der �Oberst in heftiger Erregung mit großen Schrttten auf und nieder. Beim Eintritt seines Sohnes blieb er stehen. „Was führte Dich heute wieder mit der Generali» zusammen.?" fragte er in einem keineswegs fteund« lichen Tone. „Zch war heute morgen hinbeordert worden," erwi- derte Siegfried ruhig, ohne vor dem strengen, fast drohen- den Blick des Vaters die Augen niederzuschlagen.„Der alte Gänrnr, den Du vielleicht auch noch gekannt hast, hat sich daS Leben genommen, die Generalin wünschte eine ge- richtliche Untersuchung." „Aus welchem Grunde?" „Um sich, wie fie behauptete, beruhigende Gewißhett zr, verschaffen." „Also hegte sie einen Verdacht," sagte der Oberst.„Und wa« war da« Resultat dieser Deiner Untersuchung?" „Wenn ich sie weiter führen wollte, dann— aber ditz Generalin wünscht, daß die Akten geschlossen werden." „Wohl ihre« Bruders wegen?" „Wie kommst Du darauf, Papa?' fragte Siegfried be« troffen. „Bah, ich habe auch meine Vermuthungen, ich habe ihnen lange Jahre nachgehangen und an ihnen festgehalten, mochten auch alle Anderen ihnen widersprechen." Der Assessor blickte gedankenvoll vor sich hin. „Ich weiß nicht, wie ich darüber urtheilen soll," sagte er nach einer Pause;„mitunter steigen entsetzliche Ver- muthungen in mir auf, aber ich finde keinen Haltepunkt für sie und ich mag sie nicht aussprechen, so lange mir Beweise fehlen. Und im Grunde genommen ist es mir lieb, daß die Sache nicht weiter untersucht merden soll—" (Fortsetzung folgt.) richtig sein, zumal wenn man bedenkt, daß die Besitzungen des Fürsten bis tn die jüngste Zeil hinein von aller Eisenbahn- Verbindung abgeschnitten waren. Aber gerade in dieser Be« Ziehung ist seil Kurzem eine Aenderung eingetreten; jetzt ist Laasphe, in deffen Umgebung die Besitzungen des Fürsten liegen, mit der Main-Weserdahn durch eine Eisenbahn verbunden, und für dm Fürstm kann sich diese Verbindung nur durch eine Erhöhung der Einkünfte aus seinen Forsten geltend gemacht haben, weil der Käufer jetzt der mcilenrv eilen Trans« porte bis zur nächsten Station überhoben ist und höhere Preise dewilligen kann. Bezeichnend für die„Kreuz-Ztg." ist es, daß ste ihre Nachricht aus Laasphe unter der Spitzmarke„Sc- questration" bringt, das Wort klingt den Lescm des Organ? der Junker wohl bester als das plebejische„Konkurs"? Die „Kreuz-Ztg." thcilt noch den Gläubigem mit, daß ihre Aus- sichten auf Befriedigung günstig seien. Darüber sich ein Urthcil zu bildm, wird auch der„Kreuz-Ztg." nicht möglich sein, bevor ne näheres über den Stand der Konkursmaffe kennt. Da de? Grundbesitz, wie die„Bolks-Ztg." schreibt, nicht veräußert wer« den kann, weil er Fideikommißgut ist, so werden die Gläubiger nur langsam zu ihrem Gclde kommm, denn sie können sich nur an die Erträge halten. Stirbt der Fürst vor Abwicklung der Sache, so erhalten die Gläubiger nur das, was etwa als per» sönliches Vermögen des Fürsten gelten kann, alles Uebrige geht in den Besitz deS ältesten Sohnes über. Fürst Ludwig zu Saun- Wittgmstein Hohenstein ist erbliches Mitglied des Herren- hause?, während der Dauer deS Konkurses kann er aber seinen Sitz nicht einnehmen. Ein erschütterndes Bild aus dem Leben der Groß« stadt finden wir in der„Voss. Ztg.": In einem Hause der Sophimstraße wohnt einsam ohne Freunde und Angehörige »in schon ältlicher Schriftsetzer. Zufällig betrat kürzlich em Hausbewohner deffen Zimmer und wäre fast zurückgeptallt vor dem sich hier bietenden Anblick. Auf einem schmutzigen Stroh- lager ruhte halb ohnmächtig der Bewohner des ZimmerS; dieses selbst starrte von Schmutz, der Geruch war unerträglich. Wegen mangelnder Pflege war dem Bewohner das linke Bein über und über mit Geschwüren bedeckt. Die sofort benach- richtigte Armenkommisston veranlaßt» die Ueberführung deS Unglücklichen nach der Charitö. R. Bedauerlicher Unfall. Der Kellner Nelke und der Studiosus Richter, beide die brennende Zigarre im Munde und bei der eingetretenen Käste im scharfen Schritt, sarambo« lirten Sonnabend früh 9 Uhr an der Ecke der Johannes- und Brtilleriefiraße so unglücklich, daß Beide mit den Köpfm an einander rannten und sich die brennenden Glimmstengel in das Gesicht stießm. Jndeß dem N. die Zigarre des R. nur unbedeutend an der rechten Backe verletzte, war dem R. die- jenige deS N. in das linke Auge gerathen. R. taumelte vor Schmerz an die Wand und wurde von seinem Unglücks- gefährten rasch per Droschke in seine Wohnung. Louisenstr. 14, gebracht. Belle-Allianee-Theater. Der außerordentliche Erfolg, den die Aufführung des interessanten Schauspiels„Ein Fallissement" von Björnson sowohl in künstlerischer als materieller Beziehung davontrug, möchte die Direstion bestimmen, dasselbe für längere Zeit auf dem Repertoir zu belassen, wenn nicht die Zugkraft der Gesangspofle„Kyritz. Pyritz" eine so enorme wäre, da sie von Tag zu Tag sich steigerte, daß die Posse vorläufig nicht wieder unterbrochen werden soll. Doch werden die Aufführungen von„Ein Fallissement" sobald als thunlich wieder aufgenommen. Louisenstädtisches Theater. Zum Besten der seit längerer Zeit thätigen technischen Mitglieder findet heute am Louisenstädtischen Theater ein Benefiz statt. Hierzu hat der Herr Generalintendant von Hülsen die einmastge Aufführung der Oper„Margarethe" bereitwilligst genehmigt. Da die Hauptrollen den besten Kräften dieser Bühne �zugc- theilt find, so dürfte den Besuchern ein genußreicher bevorstehen. Wasserstand der Spree in der Woche vom 8. bis 14. November.(Angabe in Metern.) Gerichts-Ieiwng. Der kürzlich wegen verschiedener Betrügereien in Untersuchungshaft genommene Agent Angela di Dio, Gruppen» führer des D. A. B., stand gestern vor den Schranken der 87. Abtheilung des hiesigen Schöffengerichts, um sich auf eine Anklage wegen wiederholter Unterschlagung zu verantworten. Der bereits wegen versuchter Nöihigung voi bestrafte Angeklagte bezeichnet sich als Dirigent deS„Mikroskop", internatrv- naleö AuSkunftSdurcau und Institut für Privatdetektivs: tenstaldureau Berlin, Filialen in allen großen Städten der rde. Nach seinem Zugeständniß übergab ihm im Juli v. I. ein Kaufmann vier Forderungen zum Eintreiben und Ad- führen der eingegangenen Beträge an rhn. Die hiervon noch im Laufe deS vorigen Jahres erhaltene Summe von 136 M. behielt Angeklagter. anNatt sie abzuführen, an sich und ver« brauchte sie. Im Termin suchte der Angeklagte seine Schuld durch die Versicherung abzuwälzen, daß er durch seine Jnhaft« nähme an der Abführung der 136 ZU. gebindert worden sei, er fand damit aber kein Entgegenkommen. Vielmehr verurtheilte ihn der Gerichtshof über den Antrag des Staatsanwalts hinaus wegen Gemeingefährlichleit des ganzen Treibens zu einem Monat Gcfängniß. Der Angeklagte erklärte sich bereit, diese Strafe sofort zu verbüßen. Ein gegen Frau Kammergerichtsrath Bauck ver« übter Erpressungsversuch beschäftigte gestern in der Straf« fache gegen den„Arbeiter" Theodor Koppe d-e.r,te Straf- kammer hiefigen Landgerichts I. Frau Bauck ging am 29. August die ComeliuSstraße entlang und entblätterte dabei einen nach der Straße herüberbängcnden Zweig nnes Strauches. In diesem Moment trat ihr der Angeklagte entgegen und forderte 5 Mark, widrigenfalls er einen Schutzmann herbecholen würde. Frau B. ließ sich mit dem Angeklagten gar mcht ein, erkunMe sich bei dem Portier eines dort belegen Hauses nach der Per- imputirte Drohung ausgestoßen zu haben. Er habe nur ge« �Die" Züchtiguug�vo« Proben Unfug tretbendeu UMH« «in» der Kellerfcnster zertrümmert wurde, stoben die Jungcns »ä Iä. Fuß auf dem Straßendamm saß, mußte zurückbleiben und er- bielt von dem Angeklagten eine tüchtige Tracht Prügel. Nach der von dem Vater desselben angebrachten Denunziation sollte dieser dabei mittels eines Holzpantoffels geschlagen haben, und in der That bekundeten dies auch der verletzte Knabe und ein Spielkamerad desselben. Die übrigen Zeugen wußten aber mit Bestimmtheit auszusagen, daß der Angeklagte nur Leder- pan offein an dm Füßen batie und auch nur mit der flachen Hand geschlagm. Einem Passanten hat es so geschienen, als od der Angeklagte wie auf ein Stück Vieh losgeschlagen hätte. Diese Aussage veranlaßte den Staatsanwalt, eine Gefängniß strafe von einer Woche zu beantragen; der Gerichtshof er achtete aber eine Geldstrafe, die er auf 50 M. bemaß, für auSreichmd. Einer Anklage wegen versuchter Erpressung, welche heute gegen den Schlächtermeister Joseph Rieger vor der vierten Strafkammer hiesigen Landgerichts I verhandelt wurde, lag ein Vorfall zu Grunde, wie er sich im Leben ziemlich häufig ab- svielt. obne daß die aktivm Personen dabei ahnen, wie nahe sie die Grenzen der Strafbarkeit ihres Handelns erreichm. Der Angellagte war öfter an Fleischwaaren bestohlen worden und faßte am 29. Juni cr. eine Frau F. aus der Nachbar- schaft dabei ab, wie sie außer den gekauften Fleischwaarm noch eine Schlackwurst im Werth; von 90 Pfg. in ihren Korb packte. Er gerieth darüber derartig in Aufregung, daß er die Frau eine Spitzbübin über die andere ins Gesicht schleuderte und trotz Bitten derselben dabei verblieb, einen Schutzmann herbeizuholen. Auch stellte er in der ersten Aufregung an die Frau das Verlangen, ihm 150 Mark zu bezahlen. Auch noch in Gegenwarr des erschienenen Polizeiwachtmeisters ver- mochte er sich in seinen Schimpfworten nicht zu mäßigen. Als ihm der Beamte erklärte, daß er es in der Hand habe, die Sache strafrechtlich zu verf.lgen, oder ruhen zu lassen, antwortete der Angeklagte sehr erregt: „Das A.. muß ordentlich blechen, die hat mich schon öfter bestohlen!" Alsdann forderte er in einem Briefe den Ehe- mann der ertappten Diebin auf, sich behufs güllicher Auseinandersetzung zu ihm zu bemühen, wivrigmfallS er die Sache anhängig machen würde. Diesem gegenüber forderte der nun schon ruhiger gewordene Angeklagte nur noch 20 M., womit er die Sache als erledigt betrachten wolle. Die Anklage nahm an, daß der Angeklagte diesen Fall zur Er« langung eines ihm nicht zustehenden Anspruchs hat ausbeuten wollen, deren Vertreter im Termin, Staatsanwalt Simon v. Zastrow, beantragte aber die Freisprechung des Angeklagten, da demselben geglaubt wird, daß er schon häufig bestohlm worden sei, und da die anfänglich erhobene Fordeiung von 150 M. noch nicht einmal als eine rcchtswidnge zu erachten sei. Andererseits habe sich weder an diese noch an die Forde- rung der 20 M., welche sicher nicht zu hoch bemessen war, eine Drohung geknüpft. Der Gerichtshof erkannte diesem Antrage entsprechend. Reichsgerichts-Entscheidung. Berechtigter Widerstand gegen die Staatsgewalt. Ein mteressanter Fall von Selbsthilfe gegenüber einem unrechtmäßiger Weise sein Amt ausübenden Staatsbeamten kam kürzlich vor dem I. Strafsenate des Reichsgerichts zur Verhandlung. Am 11. März d. I. war bei dem Spezereihändler Böhm in der Alexanderstraße in Nürnberg der Gerichtsvollzieher Müller erschienen, um zu Gunsten einer Firma in Roßwein wegen einer Geldforderung an Böhm die Pfändung an den Waaren desselben vorzunehmen. Da ihm aber durch Kaufoertrag und zwei rentamtliche Bescheinungen nachgewiesen wurde, daß sowohl das Haus als doS in demselben betriebene Bäckerei- und SpezereüGeschäst Eigenthum der Schwiegermutter Böhms, der Frau Bruckner sei, so entfernte er sich wieder. Trotz der nun- mehr erlangten Gewißheit, daß er dem Böhm nichts abpfänden könne, kam der Gerichtsvollzieher am 21. März in Begleitung eines Polizeiflationisten in das Geschäft zurück, um dennoch zu pfänden. Man verwies ihn nochmals auf die schon erwähnten Umstände, er aber erklärte, er sei beauftragt zu pfänden ohne Rücksicht auf das Eigenthum der Bruckner, da nicht unzweifeihast festgestellt sei, daß sie wirklich Eigen- thümerin des Spezereigeschäftes sei und im Prozcßwcge erst der Beweis geliefert werden müsse, daß sie keine vorgeschobene Person sei. Böhm, welcher allein von Müller angetroffen wurde, er'Iärte, es dürfe nichts gepfändet werden, im Laden sei die Bruckner Eigenthümerin; wenn er pfänden wolle, so wöge er in seine im Hinterhause belegene Wohnung gehen. Da Müller trotzdem Miene machte zu pfänden, so ergriff Böhm ein Zuckermesser und ein Kilo- gewicht und drohte, dem Gerichtsvollzieher die Hand abhauen zu wollen, wenn er zur Pfändung vorschreite. Müller ent- fernte sich darauf mit seinem Begleiter, kam aber bald durch zwei Dienstmänner verstärkt wieder. Jetzt kam nun Frau Bruckner ebenfalls hinzu, ergriff ein Beil und drohte damit, den Gerichtsvollzieher zu erschlagen. Böhm gerieth gleichfalls in Aufregung und versprach, dem Gerichtsvollzieher ein GlaS an den Kopf werfen zu wollen. Die Pfändung wurde dennoch durchgeführt, aber auf den erhobenen Einspruch wurde am 11. Mai daS Eigcnthumsrccht der Bruckner vom Gericht zu- erkannt. Die Strafkammer in Nürnberg verurtheilte dann am 22. Juli Böhm wegen Bedrohung zu 1 Monat 15 Tagen Gefängniß und die Bruckner wegen desselben Ver- gehens zu 7 Tagen Gefängniß. Widerstand gegen die Staats- gewalt wurde deshalb nicht angenommen, weil der Gerichts- Vollzieher nicht in der rechtmäßigen Ausübung seines AmteS war. In ihrer Revision sagten d,e Angeklagten, da das Vorgehen Müller'? als ein rechtswidriger Angriff vom Gerichte anerkannt sei, so hätte ihnen auch daS Recht zugesprochen wer- den müssen, diesen Angriff abzuwehren' eS sei also der Begriff der Nothwehr verkannt worden. Der Reichsanwalt bezeichnete diese Ausführung als zutreffend. Die Bruckner sei als Eiern- taümerin zweifellos berechtigt gewesen, den GerichtSvollveber abzuwehren und alle Mittel anzuwenden. um die Pfänduno zu verhindern. Das gelindeste Mittel zur Wahrnehmung eines Rechtes sei immer die Drohung. Er beantrage deshalb das Unheil aufzuheben und die Sache an das Landgericht zurückzuweisen.— Das Reichsgericht entsprach diesem Antrage Soziales«#& Artieiterbrwrguno. agmammsm mauuMtig awparte Spargroschen der Arbeiter geaiündet werden. Tritt aber M SitÄS'Ä'S Ä SÄ Äff Arbeiter gegründeten im Konkurrenzkämpfe mit dem Gros. kapital fast immer unterliegen müssen. Da nun die Arbeiter« partet„Produktivassoziationen mit Staatshilfe" fordert werdm Produktivgenossenschaften überhaupt durchweä in? sozialdemokratische Jnstttutionen gehalten und das wein d,! brave Eugen. Deshalb empfiehtt er Gründung solcher K,. nossenschasten mit einer Kapitalanlage von zirka 8000 Mai? die unfehlbar zu Grunde gehen müssen— und wenn st- ,,! Ow � S««-■■ Ct w' 0** Grunde gegangen find, dann wäre er der erste, der aüsi-i-k- „Schi da, daS sind sozialdemokratische Schöpfungen!"— j�n im Ernste können wir nimmer glauben, daß Änr Richt-r�r- 8000 Mark eine blühende Genossenschaft grüliden tann auch nur vermeint, ste gründen zu können. Wenn er eS aber wirklich glaubt, dann wären seine volkswirthschaftlichen(W niffe noch geringer, als wir seither glaubten. Auswärtige Arbeitskräfte. Welch; Dimensionen% Import auswärtiger polnischer Arbeitskräfte in der Prof«! Sachsen angenommen hat, geht daraus hervor, daß z.»• P 14. d. MtS. ein einziger Zug von Halle gegen 500 Arbeiten» nen in das Poseniche beförderte, denen sich noch ca. 400 meradinnen in Falkenberg anschloffen, welche über Wittens aus der Provinz Sachsen angelangt waren. Also ein$1 mit 900 polnischen Arbeiterinnen! Bunt genug geht's w? auf den Bahnhöfen zu, w» längerer Aufenthalt ist D;' cur den Bahnhöfen zu, w» längerer Aufenthalt ist._ .Zugvögel" werden vorzugsweise bei der Zuckerfabrikatwn � schästigt. Uebrigens scheint es, daß sie viel fröhlicher fM wenn sie von dannen ziehen, als wenn sie wiederkehren-' Die Provinz Sachsen scheint also wohl keine Anziehungilw auszuüben, sondern lediglich die Lohngroschen, die fie don® höherem Maße als in ihrer Heimath erhalten, unter vn-' aber die heimische arbeitende Bevölkerung zu leiden hat-, Die Tuchfabrikation in Burg ist seit JahreSfnfi'j um die Hälfte zurückgegangen. Verschiedene Fabriken arbe«� nur auf wenigen Webstühlen, um die Maschinen nicht fW® zu lassen. Zahlreiche Arbeiter, die aus den Tuchfabnken e» lassen find, suchen Beschäftigung in den Schuhfabriken � Burg. Die Löhne in denselben waren aber schon so geNN daß die Arbeiter thatsächlich kaum existiren konnten; jetzt w neuem Angebot werden fie wohl noch weiter zurückgehen.„ Die Küfergehtlfen in Dortmund, 120 an der ol» OV M|»-4 tztz| W» tzitz V 4»Ml 44 4» Vf 4 6W Ul» y f* haben die Arbeit eingestellt, weil die Unternehmer die rungen der Gehilfen nicht bewilligen wollen. Die F bestehen in: Erhöhung des Minimaltagelohnes auf 4 3 bis 3,50 M.), Erhöhung der Akkordsätze um 10 bis 1° und Einführung einer Arbeitszeit von 10'/- Stunden 1° Morgens 6 bis AbmdS 7 Uhr, abzüglich 2'/, Stunden stücks. Mittags- und Vesperzeit). Die ArbeitseinMpk erstreckt sich nicht auf sämmtliche Werkstätten, z. B- die Aktien-Bierbrauerei und die Brauerei Lehmkuhl, welch'. von den Gehilfen verlangten Löhne bereits seit längere' zahlen. Die Verhandlungen mit den Arbeitgebern find ohne Erfolg gewesen, weil letztere wohl einen Theil der?"• rungen, aber nicht sämmtliche erfüllen zu können etklart_ In Dresden fand eine ungemein zahlreich besuchte- sammlung statt, auf deren Tagesordnung„Der Kon»! freien Hilfsk ass e n gegen die Dresdener Lt. krankenkasse stand. Der Rath zu Dresden W% lich alS Aufsichtsbehörde entschieden, daß daS Statut der fl-� als freie Htlfskaffe anerkannten allgemeinen Kranken'� Sterbekasse der Metallarbeiter zu Hamburg nicht afietw.� den Vorschriften von§ 75 des Kianlenkassenversichesttoi-. setzeS entspricht und daher die Mitgliedschaft bei jedes Hilfskasse von der Verpflichtung zur Zahlung von Bew� zur OrtSkrankenkasse nicht mehr befrett. Der Haupts Echlossermeister Deistnger auS Hamburg, bestritt namenM-� Kompetenz des StadttathS zu einer derartigen VerfügM� betonte, daß vor Fällung eines Richterspruches kein vk z, der Kasse gezwungen werden könne, Beiträge an du � krankenkasse zu entrichten. Im gleichen Srnne neben anderen Rednern einer der zahlreich anwesenden gcdcr auö... K. . Zur Rott, für deutsche Arbeiter in Oesterreich � kanntlich find in Oesterreich mit der neuen Gcwerbeo' für alle Gewerbegehilfen und Fabiikarbeiter obl!g»tor>l® � beitsbücher eingeführt worden und zwar auch nach einer iu � Entscheidung deS Handelsministeriums für auslände«' � auch deutsche Arbeiter, welche die Gemeindebehörde enthaltSortes mit dnn erforderlichen Arbeitsbuch sa i? hat. Indessen weiden ausländische Arbeiter, welche ö Befitze von Arbeitsbüchern befinden, die von Behö�zM Staates ausgefertigt wurden, im Besitze ihrer Arde> belassen und letztere als gleichwerthig mit den oon � österr ichtschen Gemeindehörde ausgestellten Arbeitsbück- gesehen. �ctrt AuS Liverpool wird berichtet: In den �nd. yfi Kohlengruben ist schon wieder ein Streik ausgebto« Arbeiter und Wagenstößer legten die Arbeit nieder, we».�, in der letzten Woche nicht der volle Lohn ausbezahlst ein Abzug von 8 pCt. gemacht wurde. Di; Arveitse' �.4 wird wahrscheinlich noch weiter um sich greifen, da r � � beabsichtigen, noch weitere Lohnabzüge durchzusetzen-. Kf die«'in diesem Jahre bereit» der dritte Streik, welcher � Gruben autbcach. In den beiden ersten wurden an m stützungen 10 580 Lstrl. ausbezahlt. Die Streikenden � "ut organisirt uud werden von den Geweikverernen ü lande? untetstützt. Uermifchtes... Die rückläufige Bewegung de« Bumenrn? � xr australischkn Wurfgeschosses). Der Professor der LandoiS macht in der„Natur" den Versuch,. � ffit Bcroegirng de» australischen Bumerang zu erklären. S ÄÄlÄ» ÄgK; „E« ist jedem Billardspieler bekannt.''■'* ,,______________....___________ daß, wenn&teM kugel vom und nach rmtm�hin scharf gestoßen wt��st � nickanigen sogenannten Kopfstoße), dieselbe% dielst Strecke in gerader Richtung voranläuft, dann a�r � Strecke und noch weiter zurückkommt. Die Kugel'st wchej£ hende ist in diesem Fall"so"daß di'e Drehung in ßjpSMeWjsSäl iLÄrtgä1 5 B'�dlugel. melche jch im Kreise dew-gt KW ber eine Ceibst'verbrennung wstd au- "kÄ Uek richtet und zürnte|_....... liI1_____... bald empor; einige Hirten bemerkten, wi- Ä« tü Berantworttich« Redakteur«. Erouhet» w Berlin. Druck und Verlag von«ax Babing in «»W Balm äVV,«mthstraße» Htert« et«' Beilage zum Berliner BolNlatt. A»75 Dienstag, den 24. Nonencker 1885. II. Jahrgo Der iibliche Rechenslhastsbericht �Ktßcnd die Verhäsigunfl resp. Berlänftnuna des kleinen lgnunflSzusta Ildes über Berlin ic. ist d-m Reichstage znge- In demselben wird unter anderem folgendes� ausge» �Was zunächst die derzeitige allgemeine Lage der sozial- Mo'ratischen Partei im Deutschen Reiche betrifft, so ist eine wT�Gme des Interesses an der Parteibewegung im Allgemeinen Se Ju. �kennen gewesen. Die Bewegung befindet fich eher »?>ngen. zumal die Umsturzbestrebungen ergebene deutsche Ualdemokratie in den revolutionären Gefinnungsgenoff-n der 7?>gni Welt Rückhalt und Unterstützung findet. Zahlreich 22? öffentlichen Versammlungen, welche die Partei in 3'it abgehalten hat, daneben wurde die Agitation in Echanklokalen, auf Landpartien u. s. w. betrieben. ptoj starken Rückhalt hatte die revolutionäre Sofialdcmokratie wie vor an den über ganz Deutschland ausge- ?w«tn gewerkschaftlichen Vereinen. Dieselbe besitzen eine ürganifation, die fich schon mehrfach insbesonde bei h�mszcnirung von umfaßenden Arbeitseinstellungen be- u Son den Organen der Partei hat Der„Sozialdemokrat" �" verderblichen Einfluß behalten. Seine Auflage erhält AÄ gleicher Höhe, und seine heimliche Einführung nach ,'lanand nimmt nicht bemerkbar ab. Das Blatt verfolgt ton,. ,®0r Methode, die Arbeiterkreise zu der Ueberzeu- tmvU" führen, daß der Arbeiter in den bestehenden Staats» �i�. schailsordnung nur zu Gunsten der wohlhabenden Vth»« �er Bevölkerung ausgenutzt w.rde, daß jene Ordnung Demi.»"üsunfähig, daß das Bestreben der gesetzgebenden '"Uf dem Wege der sozialen Reformen dem Arbeiter- helfen- theils nicht aufrichtig und ernstgemeint, theils IriwÄ. W, und daß daher das Ende der gesammten ton. iun8 unter allen Umständen der gewaltsame Um- Mn. die auf diesem Wege herbeizuführende Ersetzung Mnwärtigen Ordnung durch den sozialdemokratischen, auf Üsaushebung des EigenthumS beruhenden Staat sein Rutschen Anarchisten haben nach längerer Pause wie« BotiiM.A?üremeine Aufmerlsamkeit durch die Ermordung des Rumpff in Frankfurt a. M. auf sich gezogen, ein welches mit Rücksicht auf die Drohungen, die der «I« kna 7te!'e"ach seiner Verurtheilung ausgestoßen hat, nicht Mührf'� Cr»r bereits eine drohende Wolke gezeigt. rju Qn»„?u nämlich, in Folge des Betragens seiner Ddje er tr ," äu müssen, daß die zärtlichen Gefühle, »i"ichu.., feine Hedwig hegte, unerwidert blieben. Und öxglttck Q schillernde Seifenblasen löste sich sein wonniges k' Te»- dwsem ruheraubendea Gedanken in leeres Nichts iiDu»a-» ,- se peinliche», vor der Hand nur vagen Be« i�rlich». dampfte Herr Wunderlich mit bewundernswerther C feine m �e und umsichtiger Ausdauer. Bald schienen i> da»."Muthungkn wirklich Hirngespinnste zu siin, L"och..""eder schalt er sich einen Thor, daß bJ hätt« die Liebe seiner Frau glaubte. Und "e. er sg gerne an ihre Liebe geglaubt,— so S>h'«> titott»«>>». h»«« fei» BIu» fe A ssju -H-AWSKE« WWSKWM ür für den einen geliebten Mensche« lebt, Freiheit" wird auch der„Rebell", London in monatlichen Zwischen- mehr in ihren Versammlungen offen alS Anhänger dieser Partei. Neben der Most'schen daS seit dem F-.ühjahr in._ räumen erscheinende Organ der neuen unter Führung des Lesterreichers Peukert stehenden anarchistischen Gruppe„Auto- nomie" verbreitet. D> Bestrebungen dieser Gruppe find auf die Propanda, d. h. Attentate und Gewaltthätigkeiten aller Att gerichtet. ES ist kein Geheimniß, daß die schroffen Auswüchse der Bestr-bungen auf sozialdemokratischem Gebiet, die Anarchisten, gerade die Reichshauptstadt als ein besonders geeignetes Agi- tationSfeld ansehen, um hier die anarchistischen Ideen zu Thaten reifen zu lassm. Das Bestteben der Anarchisten, hier festen Fuß zu faffen, wurde durch das mehrfache Auftauchen auswärtiger Emiffäre bekundet. Nur die dciattigen Agitatoren gegenüber sofort in Anwendung gesetzte Auswersungsdefugniß vermöchte die für die Allgemeinheit daraus drohende Gefahr im Keime zu ersticken. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die für Berlin in Kraft stehenden Ausnahmemaßregeln eine erhebliche Herab- drückung und Zügelung der sozialdemokratischen Agitation zur Folge gehabt haben, so daß bei aller noch so lebhasten Pro» paganda für die Sozialdemokratie die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Allgemeinen nicht gestött wurde. Zur Fort« erhaltung dieses Zustandes war es erforderlich, daß diese Maßnahmen für ein weiteres Jahr bestehen blieben. Aus dem auf Leipzig und Umgegend bezüglichen Bericht ist folgendes zu erwähnen: Wie aus der von Johann Most verfaßten Broschüre: „August Reinsdorf und die Propaganda der Thal", Seite 69, zu ersehen ist, hatten die Freunde Reinsdorfs schon in Elber« seid die Befreiung dcflelben geplant, aber von Ausführung dieses Planes in Ermangelung verfügbarer Geldmittel absehen müffen. Kurze Zeit vor dem Beginne der Hauptverhandlung gegen Reinsdorf und Gencffen vor dem Reichsgerichte erhielt sie Polizeibehörde ,u Leipzig davon Kenntniß, daß anarchistische Emiissäre?ach Leipzig unterwegs seien, um ihre Genoffen durch Dynamit zu befreien und die Gefangenanstalt bezw. einen Thcil des LandgerichtsgebäudeS, in welchem die Verhandlungen stattfinden sollten, in die Luft zu sprengen. Daneben wurde in den Nummern 50 und 51 der Zeitschrift„Die Freiheit" zu fanatischem Hasse gegen die Mitglie« der des Reichsgerichts und zur Rache an den Urhebern des Verurtheilungsurthsils aufgeregt. Ob die Abwendung jener Gefahren lediglich den von der Polizeibehörde im Einvernehmen mit den Justizbehörden getroffenen sorgfältigen Vorkehrungen und umfassenden Vorsichtsmaßregeln zu verdanken ist, mag dahingestellt bleiben. Welche Möglichkeiten aber unter ähnlichen Verhältnissen eintreten könnten, wenn die Polizeibehörde nicht mehr er- mächtigt wäre, dem Zusammenströmen anarchistischer und revolutionärer Elemente am Eitze des Reichsgerichts entgegen- zutreten und die Gewinnung von Stütz- und Sammelpunkten bei in Leipzig domisilirenvcn GefinnungSaenoffen zu verhindern, ist in der That ebenso wenig zu übersehen, als die Trag« weite, welche Vorkommnisse der gedachten Att bei dem oben geschilderten Umfange und Inhalte der sozialdemo- statischen Bewegung in Leipzig und Umgegend für die öffent- liche Sicherheit und Ordnung in weitern Kreisen annehmen könnte. Volttische Urberstcht. Der auf's Neue eingebrachte Arbeiterschutz- Gesetz- entwurf unterscheidet fich von dem in der vorigen Scsfion eingebrachten nur in Bezug auf die Bestimmungen über den M i n i m a l l o h n. Der betreffende Paragraph hat jetzt fol« 8„iie ArbcitSkammern haben für die in ihrem Bezirk be- schäfttgten Arbeiter und Hilfspersonen, auf Antrag Betheiligter, weil sie die Liebe, die für ein solches Leben Voraussetzung war, nickt konnte, weil ihr Herz unberühtt geblieben war' Als sie sich verheirathete, hatte sie nicht einen Geliebten, sie hatte eine vottheilhafte Partie gewählt. Immer öftere und immer längere Besuche machte sie bei ihrem alten ehrwürdigen Vater, einem Professor. Und da in dem Kreise„witzelnder Lassen" und „siecher, schöngeistiger Prahlhänse", wie Herr Wunderlich giftig die Zünger seines gelehrten Herr« Schwiegervaters nannte, da fühlte sich seine Hedwig heimisch, dort ließ sie ihren feinen, bezaubernden Künsten freies Spiel und nahm die vielen schmachtende« Blicke als schuldigen Tribut un- genirt entgegen, während Herr Wunderlich einsam in seiner herrlich eingerichteten Villa saß und sich von Hanna linkisch und unbeholfen de« Thee serviren ließ. So trostlos dieser Zustand für de« reichen Fabrikbesitzer auch war, ein HossaungSstern winkte dennoch in nicht allzu« weiter Ferne. Seine Frau hatte nämlich die vielversprechende Aussicht, Mutter zu werden. Von diesem Umstände er- wartete der tiefverletzte Ehemann Vieles, ja Alles.— Endlich, nach bangem Hoffe« und Harre», ist der kritische Moment gekommen. Unter Glück- und Segens- wünschen legt ihm eine alte Wätterin einen kräftigen Sproß- ling in den Arm. Der hocherfreute Vater ist ganz gerühtt — er fühlt etwas Feuchte« im Auge. ZSttlich berührt er mit seinen bärtigen Lippen die Stirn de« kleinen Knaben. Durch diese Berührung unangenehm erschreckt, öffnet das Kind weit die Augen, und— als habe der glückliche Mann eine« Blick in einen schaurige« Abgrund gethan, so entsetzt fähtt er zusammen. „Bringen Sie das Kind der Mutter," fährt er rauh die »ich! Sahneode Wärterin an und übergiebt ihr mit allen Zeichen grenzenlosen AbscheueS das Kind. Dann schließt er sich in sein Zimmer ein und läuft fassungslos mit wirrem Ausdruck auf und nieder. „Es ist nicht mein Kind— nicht mein Kind,"— ruft er hin und wieder durch die beengende Stille des Zimmers. »Nicht mein Kind,— den« ich habe in seinem Blick zu deutlich den verhaßten Franzosen erkannt." Und wüthend schlug er sich mit der Hand vor dir brennende Stirn.— Die ersten jungen Sommertage sind in dem Thal ein- gekehrt, und wohlig sonuen sich die üppig aus dem Schooße Minimallöhne festzustellen. Beschwerden über die festgesetzten Minimallöhne erledigt der Arbeitskammertag." Bisher war in dem Entwurf die Einführung der Mini« mallöbne obligatorisch; nach der vorstehenden Fassung würden die Minimallöhne nur fakultativ in jenen Bezitten eingeführt werden, wo fich dieselben als noihwendig herausstellen und deren Einführung von Betheiligten beantragt wird. Bei der ablehnenden Stellung, welche selbst hervorragende Angehörige der sozialdemokratischen Pattei bisher gegen die obligatottsche Einführung der Minimallöhne einnahmen, kann dieser Beschluß als ein Kompromiß zwischen den differirenden Meinungen an« gesehen werden. Welche Wichtigkeit die Fraktion dem sofor- tigen Einbringen ihres Antrages beimaß, mag der Umstand beweisen, daß mit Ausnahme der im sächfischen Landtage fest» gehaltenen Abgeordneten sämmtliche Mitglieder bereits am Mittwoch Abend in Berlin anwesend waren. Der„Reichsanz." publizirt folgende Bekanntmachung: Nach einer Mittheilung der bulgarischen Postverwaltung ist der Post-Anweisungs-Verkehr mit Bulgarien bis auf weiteres eingestellt. Postanweisungen nach Bulgarien werden daher von den Postanstalten jetzt nicht angenommen. Berlin W.f den 18. November 1865. Der Staatssekretär des Reichs Postamts, von Stephan. Die„Produktivität" des Militäretats läßt fich jetzt die„Nordd. Allg. Ztg." von der„Rigaschen Ztg." bezeugen. Bekanntlich werden solche Auslassungen sehr gerne hier in Beilin fabrizirt und dann in die ausländischen Blätter lanzitt, von wo sie dann von unseren Offiziösen abgedruckt werden. Vielleicht aber werden auch die serbischen und bulgarischen Offiziösen der„Nordd." aus eigener Initiative einen Gefallen erweisen. Die Serben und Bulgaren— bemerkt die„Germ." sehr zutreffend— find ja im Augenblick klasfische Zeugen für die„Produktivität des Militäretats". Zum Krieg in den Balkanländern fliegen weitere Nachrichten vor, nach welck-n es bei Slivnitza wiederum zu Kämpfen gekommen ist, in denen die Bulgaren Sieger blieben. Nach einer Depesche aus Sofia vom 21. d. Mi«., Abends, begannen die Serben bereits den Rück-ug auf Trn. Die Bulgaren haben die Straße nach Zaribrod abgeschnitten und Dragoman ohne Kampf besetzt. Kapitän Panitza soll mit seiner Truppenabtheilung über Zattbröv die serbische Grenze erreicht und mehrere tausend Gefangene gemacht haben. Der Vor- marsch der Bulgaren von Slivnitza gegen die Grenze galt für wahrscheinlich.— Diese Nachricht erscheint sehr übertrieben, Thatfache ist indeß, daß die Serben regelrecht den Rückzug angetreten haben. Die Berichte aus Belgrad lauten recht kleinlaut, man sucht die erlitt» ncn Niederlagen auf kleinliche Ursachen zurückzuführen. Auch die Einnahme Widdins wird vom serbischen Ettolgskonto abzusetzen sein, und zwar nach Angaben von serbischer Seite selbst. Denn ein in Belgrad eingetroffenes Telegramm des serbischen General Leschjanins meldet zwar, daß er das Gelände zwischen Belogadschik, Timok, Lom und Donau vom Feinde gesäudett, letzterer fich aber in der Festung Widdin eingesckloffen bade. Mithin kann Widdin, den neulichen Meldungen schnurstracks zuwiderlaufend, nicht den Serben schon in die Hände gefallen sein.— Die Zahl der bis jetzt in Belgrad eingetroffenen Verwundeten be- trägt bereits über 3000, die der bulgarischen Gefangenen 1500. Es herrscht Mangel an Aerzten. In Beantwortung der Depesche des Fürsten von Bulga- rien, in welcher dieser der Pforte seine und des bulgarischen Voltes Unterwerfung anzeigt, hat die Pfotte den Fürsten Alexander zu seinen klugen und achtungsvollen Ge« stnnungen beglückwünscht, demselben die Entsendung eines Kommiffars nach Rumelien angezeigt und die Hoffnung aus» gesprochen, daß, um den Wünschen der Mächte zu entsprechen und dem Füisten das Wohlwollen seines Souveräns zu er- werben, die Ruhe in Rumelien wiederkehren werde. Die Ant- wott schließt mit dem Versprechen, daß die Pforte fich für daS Aufhören der Feindseligkeiten von Seiten Serbiens ver» wenden werde. ♦,» Die Gegenden, wo heute Serben und Bulgaren streiten, waren schon im 17. und 18. Jahrhundett der Schauplatz der Erde heroorgewachsenen Pflanzen und Ktäuter. Eine wunderbar laue Sommerluft ruht auf Berg und Thal. Der Tag neigt seinem Ende zu, und die letzten Sonnenstrahle« leuchten zum freundlichen Abschied noch einmal grüßend hinter den Bergen hervor. Es ist traulich stille auf den be- waldeten Höhen, so wonnig— zum Träumen und Lauschen. Deutlich hört man daS Summen der Mücken und das leichte Rascheln der behenden Eichhörnchen, die in possierlichen Sprüngen von einem Baume zum andern huschen. Doch plötzlich heben die scheuen Thierche« ihre« Kopf mit den kluge» braunen Augen und lausche« einen Moment, aber dann geht eS mit Bitzesschnelle hinauf in de» höchsten Gipfel der Tanne. Gleich darauf biegen sich die Aeste der Sträucher auseinander und auf den Rasen, auf welchem sich«och vor wenigen Augenblicken die munteren Eichkätzchen in ausgelassenen Sprüngen vergnügte», tritt jetzt eine junge blaffe Frau, mit einem hübschen blondgelockten Knabe« im Arme. „Siehst Du Fritzchen! hier finde» wir endlich Erd» beeren," sagte die Mutter halblaut zu dem Kinde, nachdem sie prüfend umher geschaut und die aromatisch duftenden Beeren in bettächtlicher Menge am Bod:n erblickt. Sie breitet sorgfältig ein Tuch auf den Rase» und setzt den Knabe« darauf. „So, hier kann Fritzchen spielen," und zärtlich plau- dernd sucht die Frau einige Tannenzapfen und kleine Aest« che», weite sie auf der Decke vor dem munteren Kinde aus« breitet. Mit freundlichem Lächeln zeigt sie dem Knaben, wie er spielen soll, sie nimmt ein Stöckchen und jagt die Tan« nenzapfen hin und her, die jetzt Schäfchen vorstellen. Der Knabe jauchzt vor Vergnügen und treibt nun selbst mit de» geduldigen Schäfchen ein ausgelassenes Spiel, während die Mutter beim Schimmer des Abendroths sich emsig nach de» Beeren bückt. Aber Fritzchen findet plötzlich das interessante Spiel langweilig und verlangt stürmisch nach seiner Mama. Ganz erschreckt eilt diese auf ihren Liebling zu und be« schwichtiat ihn. Und emsiger denn zuvor bückt sich die ärmlich geklei- dete, schlanke Gestalt, über deren Gestalt und Bewegungen eine reizende Anmuth ausgebreitet ist, die noch bedeutend durch die rührende Zärtlichkeit, mit welcher sie den launen« haften Knaben zu zerstreue» und zu beruhigen sucht, erhöht Uutiger Kämpfe. Im Jahre 1689 wurde wurde Nur de Nisch von dem Markgrafen von Baden bes>tzt. Dieser sendete den General Piccolomini mit einem Etreifkmps nach Sofia. Auf dem Rückwege wurden die Truppen Piccolomhu's im Dragomanpasse von dem türkischen Landsturm überfallen und zerstreut. Im Jahre 1737 streifte ein österreichisch-serbisches Freikorps bis Sofia und besetzte die bei Slivnitza, wo heute die bulgarische Hauptmacht steht, befindliche Badajowa-Echanze, die es aber später wieder räumen mußte. In Darmstadt, der Heimath des Fürsten von Bul< garien(früher Prinz von Battenberg) hat ein ungenanntes provisorrsches Komitee in der„Darmstädter Zeitung" einen Aufruf zur Spendung von Kleidunzsstücken und Geld für die bulgarische Armee erlassen. Es sollen bereits bedeutende Geld- summen und Kleidungsstücke nach Bulgarien abgeschickt sein. Die rusfische Presse fängt allmälig an, für die Bulgaren Partei zu nehmen. So schreibt z. B. die„Nowosti":„Das rusfische Volk hat zu viele Opfer zur Einbürgerung des Ein- fluffes Ruhlands auf der Balkanhalbinscl gebracht, als daß es in einem Moment zurücktreten könnte, in welchem deren Schick- sale entschieden werden. Die Ereignisse werden hiervon sowohl ganz Europa, als auch die uns auf der Balkan Halbinsel feind« chen Elemente überzeugen, welche fich einbilden, daß man auf derselben ohne Wissen und Einwilligung Rußlands schalten und walten kann. Wenn dies nur ein Mißverständniß sein sollte, so muß dasselbe bald ein Ende nehmen." Noch euer- gischer ist der Ton der„Petersb. Wedomosti", welche ein„so- fortigcs Veto und die energische Einstellung des schmachvollen brudermörderischen Schlachtens" fordern. Die„Nowoje Wiemja" erklär� ziemlich kategorisch:„Die Ohnmacht der Regierung des Sultans, in seinen europäischen Befitzungen Ruhe und Ordnung wieder herzustellen, wird Rußland zwingen, Maßnahmen zu ergreifen, um die Ruhe in jenm Theilen dieser Befitzungen wieder herzustellen, mit denen unsere eigenen na- tionalen Interessen unmittelbar verknüpft find, nun weiter gar nicht danach fragend, wie weit ein solcher Schritt mit den Le- stimmungen des von Allen verletzten Berliner Traktats in Ein- klang steht, der alle seine Kraft verloren hat." Die rusfische Intervention erscheint also schon ganz deutlich im Hintergrund. Was fich aus dem bischen serbisch-bulgarischen Krieg schließlich entwickeln kann, ist also noch gar nicht ab- »usehen., Holland. Die zweite Kammer hat in dieser und der vorigen Woche das indische Budget durchberathcn und angenommen, ohne daß wichtiges dabei zu Tage getreten wäre. Nur die vom Generalgouverneur beliebte Schließung zweier Druckereien in Batavia wegen Verbreitung alarmirender Nachrichten auS den preanger Regentschaften veranlaßt« eine Interpellation des Abg. Keuchenius, worauf der Kolonial- minister die Zusage näherer Aufklärung gab. Die gemaßreaelten Blätter hätten den„heiligen Krieg" von Seiten der fanatrfirten Muhamedaner in baldige Ausficht gestellt. Der„Germania" schreibt man zu diesem Vorgang aus Holland: Unsere Re- gicrung liebt es, die Tusche zu handhaben, wie in Atchin, aber bei diesem Vertuschen gehen uns leider viele Soldaten und Millionen verloren. G r o h b r i t a n« i e n. Die allgemeinen Wahlen für das englische Unterhaus be- ginnen heute in London und einer Anzahl von Städten in den Provinzen und werden bis zum 9. Dezember dauern. Die Wahlhandlung zerfällt in zwei Theile: 1) die„Nommation", d. i. die offizielle Ankündigung der Kandidaten durch eine Vertretung der Wählerschaft, und 2) die eigentliche Stimm- abgäbe(polling), die an einem der folgenden Tage, doch nur dann staNfindet, wenn bei der Nomination mehrere Kandidaten aufgestellt worden find. Wo bei der heutigen Nomination ein Kandidat unbeanstandet bleibt, ist derselbe bereits g-wählt, ohne daß die g oße Masse der Wähler zur Abgabe ihrer Stim« men heran geiogen wird. Am Ende dieser Woche wird fich schon übersehen lassen, auf wessen Seite fich wahrscheinlich der Sieg in der Gesammtheit neigen wird. Asien. Die Kriegführung der Engländer in Birma unterscheidet fich in nichts von der früher in Jndim beliebten. Während die Proklamation des Vizekönigs von Indien Lord Dvfferin jeden Birmanen mit dem Tode bedroht, der einen Engländer tödten oder englisches Eigcnthum zerstören würde, brennen und morden die fiegreichen englischen Truppen und die„Times" meldet ganz harmlos: Die Stadt Minhla ist niedergebrannt, weil zufallig Bomben in die Stadt fielen und dort eine FeuerS» brunst verursachien. Solche„zufällige" Feuersbrünste werden die englrschen Schiffe auf dem Jrawaddi wohl noch mehrfach beobachlen können. wird. Auf ihrem zarte» feingeschnittenen Gesicht hat zwar bitteres Leid und schweres Unglück unverkennbare Spuren gezeichnet, doch thut dieser wehmüthige Zug, welcher sich sogar ihren Bewegungen mittheilt, ihrer Schönheit keinen Abbruch; im Gegentheil, er scheint die einnehmende Frauen- gestalt noch zu veredeln. Am lieblichsten sieht sie aber aus, wenn sie dre von langen dunklen Wimpern beschatteten blauen Augen ausschlägt und zu ihrem Knaben lächelt. Eine ganze Welt liegt rn ihrem Blick und verräth unwider- leglich ein reiches, liebevolles Gemüih. Die Schatten des hereinbrechende« Abends senken sich schon immer wahrnehmbarer auf den Wald. Auch da» Kind will absolut nicht mehr alle,« spielen. Liebreich kosend nimmt die Mutter dasselbe auf den Arm, drückt e» an die Brust und versucht, mit dem Kinde im Arm noch etwas Reisig zu sammeln. Dann packt sie sich auch noch diese L-.ist, so gut e» angeht, auf und macht sich auf den Heim- Raschelnde laute Schritte lassen in diesem Augenblick die Frau erschreckt zusammenfahren und um- schaue«. In ihrer unmittelbaren Nähe steht ei» elegant gekleideter Herr, der jetzt seine braune», ausdrucksvollen Augen mit unverkennbarem Wohl- gefallen, auf dem Kinde and der Mutter ruhen läßt. Ganz entsetzt starrt diese einen Moment auf den ihr gegenüber- stehenden schönen Mann, aber dann gewinnen Haß und Ab- scheu auf ihrem Antlitz deutlich die Oberhand. Doch der feine Herr scheint da» nicht zu bemerken. Lächelnd lüftet er den Hut und wünscht freundlich eine« Guten Abend!"„Sie sind übermäßig beladen," fährtder Herr in ritterlich verbindlicher Weise fort;„erlaubenSie, daß ich Ihnen etwas abnehme, vielleicht den Kleinen?" Zu gleicher Zeit streckte er verlangend seine Arme nach dem prächiigen Zungen aus, der ihn mit seinen großen Kivderaugev forschend anblickt. Mit einer jähe« Bewegung drückt die Frau ihre« Knaben an sich....., „Sie fürchten fich doch nicht vor m»?" fragte er ver- wundert. „Zch bin Frau Ehrhardt," giebt ihm die Frau mit ge- preßter Stimme zur Antwort und tritt gleichzeftig«inen Schritt zurück. Bei dem Name«„Ehrhardt" war der feine Herr un- Parlamentarisches. 4. Plenarsitzungdes Reichstages. Dienstag, den 24. November 1883, Mittags 12 Uhr. Tagesordnung: Erste Berathung des Entwurfs eines Gesetzes, betreffend die Feststellung des Reichshaushalts- Etats für das Etatsjahr 1886/87 in Verbindung mit der ersten Berathung des Eni- wmfs eines Gesetzes, betreffend die Aufnahme einer Anleihe sür Zwecke der Verwaltungen des Reichsheeres, der Marine und der Rcichseisenbahnen.— Wahl eines Mitgliedes der Reichsschuldenkommisfion in Gemäßheit des§ 3 des Gesetzes vom 23. Februar 1876 an Stelle des ausgeschiedenen Herrn Dr. von Bunsen. — Die konservative Fraktion wird den aus der vorigen Session bekannten Antrag Ackermann über den B e« fähig!» ngsnachweis aufs neue einbringen. — Die Sozialdemokraten Auer und Genossen haben als Gegenantrag zu dem Antrage Helldorf über die Ver- längerung der Legislaturperioden einen Gesetzentwurf einge- bracht, demzufolge an Stelle des Art. 24 der Reichsverfassung folgender Artikel treten soll: „Die Legislaturperiode des Reichstages dauert zwei Jahre. Eine Auflösung desselben kann nicht stattfinden. Das Gesetz soll mit Ablauf der gegenwärtigen Legislaturperiode in Kraft treten." — Ueber einige Späße bei der Präfidentenwahl schreibt die„Freis. Ztg.": Heiterkeit erregte es, als bei der Prästdentcn- wähl eine Stimme auf den klerikalen Abgeordneten für Elbingen-Blaubeuren, Pfarrer Utz aus Schwadenland, fiel, vermuthlich nur des NamenS halber; denn der schwäbische Pfarrer, der gerade fünf Wochen jünger als Bismarck, ist ein höchst schüchterner, harmloser, alter Herr. Der glückliche Ver- lauf der Präfidentenwahl hatte die gute Laune gesteigert, denn bei dem zweiten Präfidenten wurden schon fünf Zettel für Utz abgegeben und außerdem sechs auf den bayerischen Abaeord- netcn Josef Schelbett, den Pfarrer von Mariarain im Allgäu, der fich im Reichstage bei der Butterzollrede, bei der er nach jedem pathetischen Satze immer einen tiefen Knix machte, als höchst spaßhafter Redner bekannt gemacht hat. Endlich ein zwölfter Schäker gab dem Fürsten Bismarck die Stimme zum ersten Vizepräfidenten. — Die freifinnige Partei bestätigte, der„Freifinnigen Zeitung" zufolge, in ihrer gestrigen Fraklionsfitzung die Er- Neuerung des in der vorigen Sesston mit der Volks- parier abgeschlossenen Uebereinkommens in Bezug auf die Besetzung der Kommisstonen. Freisinnige Partei und Volkspartei erscheinen hiernach dem Reichstag gegenüber in Be- zug auf die Belheiligung an den Kommissionen als eine Partei. Die Vertheilung der Kommisstonsplätze unter fich ist daher ein Jnternum beider Parteien und richtet fich nach dem Verbältniß der Patteistärke, bezrv. einem bestimmten Turnus. — Zwischen der freifinnigen Partei und der im Smiorenkon- vent selbstständig vertretenen Sozialistenpartei ist in Bezug auf Kommisstonsplätze ein Abkommen getroffen worden, wonach die freifinnige Partei der Sozialistenpartet einen Platz in der Wahlprüfungs- Kommisston und der Kominisfion zur Be- rathung des sozialistischen Arbeiterschutzgesetzes über- läßt; die Sozialistenvartei tritt dagegen der freistnnigen Partei die ihr zustehenden Plätze in der Budgetkommisfion und einigen kleinen Kommisstonen ad. Lokales. w. Zur Frage der Sonntagsruhe. Gestern Vormittag 9'/- Uhr begann die Fortsetzung der Besprechung beim lönigl. Polizei-Präsidium bezüglich der Frage der Sonntagsarbeit. Den Vorsitz führte Gewerberath v. Stülpnagcl. Die zur Ver- nehmung gelangenden Personen rckrutiren fich ausschließlich aus folgenden Gewerben: Glaser, Klempner, Schornsteinfeger, Zeug- und Raschmascher, Müller, Bürstenmacher, Brunnen- dauer, Kammmacher, Korbmacher, Tuchmacher, Kürschner, Handschuhmacher und Hutmacher. Was das Resuttat der Be- svrechuag anlangt, so wurde im Allgemeinen die Frage der Nothwendigkeit der Sonntagsarbeit verneint, nur bei Vor« handensein von dringenden Bedürfnissen wurde dieselbe als nothwendig anerkannt. So gaben die Glaser an, Reparaturen in manchen Geschäften nur Sonntags vornehmen zu können, desgleichen Reparaturen, die Sonntags durch Unwetter noth- wendig gemacht werden; bei den Schornsteinfegern sei die Reinigung der Fabiiksckorr steine, ebenso bei den Brunnen- dauern die Reparaturen in großen Fabriken nicht ganz zu um« gehen. Ein Loynverlust würde beim Ausfall der Sonntags- arbeit bei den Schornsteinfegern und Müllern eintreten.(?) Für absolut entbehrlich wurde die Sonntagsarbett von den Zeug- und Raschmachcrn, den Bürstenmachern, Kammmachern und Handschuhmachern erklärt. merklich zusammengezuckt, und ei» Schatten flog über seine Vertrauen erweckenden Züge. „Frau Ehrhardt," begann nach kurzer Pause mit voller wohltönender Stimme Herr Wunderlich, denn die» war der Herr, dem gegenüber sich Frau Ehrhardt befand: Zch begreife die Abneigung nicht recht, welche Sie da offen- bar gegen mich bekunden und die Zhnen diese Begegnung zu einer ungelegenen zu machen scheint. Nichisdefioweniger schätze ich den Zufall, der uns zusammengeführt, weil er mrr gestattet, mich von der Schuld, welche Sie mir un- zweifelhaft an dem Unglück beimessen, zu reinigen und Ihnen den Sachverhalt in richtiger Weise zu erläutern. „Reißen Sie meine Wunden nicht von Neuem auf" rief bitter Frau Ehrhardt.„Was Sie mir sagen wollen weiß ich im Voraus; ich weiß aber auch, daß nichts im Stande sein wird, Zhre Schuld zu schwächen." Zhre blitzenden Augen waren vor Zorn eine Schatftrung dunkler geworden, und ihre Wangen hatten sich vor Er- regung geröthet. Einen Augenblick ließ Herr Wunderlich seinen Blick bewundernd auf der jungen Frau ruhen— dann sagte e, mit unendlich weicher Stimme: „Nun dann lassen Sie mich die Schuld sühnen." War e« der weiche Ton seiner Stimme, oder der tiefe Blick der offenen b.aunen Augen, die das Herz der leiden- schastlich erregten Frau seltsam berührten und sie einen Augenblick verstummen machten?— Aber sie haßte den Man» da vor sieh, sie haßte ihn, weil er das Liebste was sie auf der Welt gehabt, in den Tod gejagt hatte. „Da ist nicht» mehr zu sühnen," sagte sie nach kurzer Pause rauh abweisend, und ging hastigen Schrittes davon. Noch lange stand Herr Wunderlich auf der Stelle auf welchir sich Frau Ehrhardt emsig nach den rothen Beeren gebückt, und e» war ihm zu Muth, als sähe er die an- muthiae Gestalt noch immer vor sich. Wenige Tage nach dieser Begegnung sitz» Frau Ehrhardt beim matten Mondlicht in ihrem ärmlichen Siübchen. Auf dem Schooß wiegt sie mechanisch ihren Knaben, welcker indeß schon lange sanft eingeschlafen ist. Sie schaukelt den Knabe« fort und fort, während ihre Augen finster in« Leere starren. Das Kind bewegt sich und die Frau erwarbt au» ihrer Starrhett. Ihr Blick streift scheu den Tisch; vielleickt war Alle» nur ein böser Traum. Doch nein— Roch einmal die Hundegeschichte. In Nr. 272 theil!» wir einen etwas eigenthümlichen Hundchandel mit. Eduard Jacobsohn, Katton- und Musterkartonfabrik, EchllW str. 12/14, stellt nunmehr, da die Sache von uns nichi M korrekt wiedergegeben war, dieselbe in folgender Weise richA- „Der in Rede stehende Hund sollte, nach mit Herrn Erbe 8" trofftner Vereinbarung, einen Tag zur Probe eingesp®" weiden, und ist, zu dem Zweck mir um 10 Vormittags üb» geben, wurde jedoch Vormiltags noch nicht zum Ziehen bei» sondern erst gegen 3V, Uhr versuchsweise eingespannt, un« zwar nachdem Herr Erbe denselben um dieselbe Zeit auf W Hofe des Grundstückes vorqefahren hatte.— Gegen 6Vi W» Abends, also nach ca. 3 Stunden kam der betreffende Hnu«' diener von der Tour mit dem Hunde zurück, und sagie, M derselbe nicht meinen Ansprüchen genüge. Ich war dabcr Recht, wenn ich den Hund Herrn Erbe wieder zuriickscM und vom Ankauf zurücktrat. Jedenfalls war Herr Eibe tu® berechtigt, den Verlauf vor meiner endgilti�en Erklärung � perfekt anzusehen. In Betreff des meinerseits anderwellig 8'' kauften Hundes bemerke ich, daß ich denselben nickt billtö» als den des Herrn Eibe, sondern theurer(mit M. 30.00)'J' zahlt habe, wogegen der des Herrn Erbes M 24,00 toP sollte." b. Es wird nichts so heiß gegessen. Die 61#''' ballen Gesellschaft hat die Kcnzesnon für zebn Lokale,™ Bier, Wein und Kaffee lautend, bekommen. Es ist# bedeutet worden, daß von der geplanten Maffen-Konzesfioni» weder bei dem Polizei Präsidium, noch bei dem Bezirk«/«» schuß die Rede sein könne. Am Abend des 20. Dezembers Uhr sollen die zehn Lokale gleichzeitig eröffnet werden.** Brauereien, auch die Schöneberaer, haben fick von dem nehmen zurückgezogen. Das Geld, welches fie dazu haben, müssen fie freilich bergeben. Die Wirthe und Vctt® haben bei dieser Gelegenheit dm Werth eines Zusawa» schluffes deutlich bewiesen. Ihre Kommission erließ o"*: Brauereien ein Zirkular, in welchem fie die Bierhallen-G"? dung als den Ruin zahlreicher Existenzen kennzeichneten>£■ die Ermattung aussprachen, die Brauereien würden filb WV* beabsichtigten Gründung nicht betheiligen. Und dieses T kular hat geholfen..„»J g. Die Benutzung der Etadtbahnbögen zu gcwerbl'P und sonstigen Zwecken hat bisher in einem verhältnißmäf'S beschränkten Maße stattgefunden. Unter Einschluß der kamen bis jetzt Ausbauprojekte für 124 Bögen behufs fh% baupolizeilicher G.'nebmiaung zur Vorlage, von denen Ausbauprojekte von 15 Bogen genehmigt wurden.£1 lehnung der übrigen 209 Bauprojekte erfolgte in 39 wegen beabsichtigten Baues über die Baufluchtlinie, in 61 1! weil die betreffende Straße noch nicht vorschriftsmäßig war, in 3 Fällen, weil die vorgelegten Zeichnungen tr nügten, in 4 Fällen, weil Bauten an Siraßen, die bauungeplan nicht vorgesehen find, projektin waren 2 Fällen, weil gewisse Baubeschränkungen nicht itmemL, waren. Bei dieser Angelegenheit sei bemerkt, daß if JjA auf die gegen die Ablehnung von Bauprojeften(W% Rechtsmittel seit dem 1. April vorigen Jahres infoW.> Aenderung eingetreten ist, als nach dem Gesetze über gemeine Landeeverwaltung vom 30. Juli 1883 gegen sä�t. Mmtes iiichen. D »fi hc NZ 7 Tlil-k �«zufä Mandern M war ei Me, un Merspie! 22!?' u Moden, j'nm, wer Mend t M ade Mal und * hmeini ff Görlitz Mn auf] sÄ and i gemeine Landeeverwaltung vom 30. Juli 1883 gegen 1�.% polizeiliche Verfügungen, also gegen Versagung der BauerlP A sowohl die Beschwerde wre auch die Klage zuM�l («TM/vy*-�VlUfU/VlVV»VIV uuu)" r fi flu» während früher gegen die Versagung der Bauerlaudv'«... die Klage beim VerwaltungSgettcht für zulässtg erackw Diese Klage war damals an eine Frist nicht während seit dem 1. April pr. sowohl die Beschwerde u"»p die Klage binnen 14 Tagen vom Datum der Zustellung rechnet einzureichen ist..... jsl. g. Mit welcher Leichtsinnigkeit oftmals Men!«' ,« K Leben in Gefahr bringen, chatte man wieder einmal beobachten Gelegenheit. _... Die hatten das Wasser von der Plötzensce__________ Soatwinkel hinauf gefrieren lassen und obgleich daS seine Haltbarkeit noch nicht polizeilich untersucht wenigen diesjährigen jy .....'er Schleuse d'. i so besaßen doch zahlreiche Personen die Kühnheit, scbos � auf diesen Theil des Kanals Schlittschuh ,u einzelnen Theilen war das Waffer in der Mitte nock g zugefroren.. m B. Ein schlauer Kleinstädter. Der Vieh Äfa Bluncke aus Wittenberge wurde am Donnerstag Adeno Köniastraße von er nein anständig gekleidtten jungen �# um Bezeichnung des nächsten Weges zur Anklamersi�W beten. Als B. erwidette, er sei hier fremd, setzte de' rffl Mann das Gespräch fort und ein Glas Bier im Prälaten schlu »u ug enl trinken. endlich vor, r«» vuiiw«in im Pruraien zu mnten. Herr wohlbeleibt ist. konnte eine Erftischung brauchen u"* Cft mit einverstanden. Der vor ÜT w mit einverstanden. Der junge Mann ging»or�.( nahm.« an einem Tische Play, an dem beretts geNeidete Herren saßen. Eine allgemeine Unterhaltung und endete mit dem Beschluß, ein anderes von seinem Traum— da liegt da» Geld- sie noch niemal« besessen. Bei Herz ein bitteres Weh. „Setzt bringt mir der reiche Mensch Geld un � Mann veisag'e er die Arbeit!" murmelt sie mit""9 zu gebendem Ausdruck. Mit diesem Geld° Schuld sühnen— damit bezahlt er mir den# Schmerz— und ich— wa» that ich!?— zweifelt schaut sie um fich.„Ist'« denn moglicn- so schwach war und das Blutgeld nahm!— €* und da« arme gequälte Weib bricht in Thräae» au- � Sie weinte lange und schmerzlich, aber ihr%% 1» durch die Thränen nicht viel" erltt'cht'ett. Bitter. über ihre Schwäche, die freundlich bittende«" t«(? nachzuschleudern. AnH» x« w„.k. tu»« Elend I1' rr« r t' nachzuschleudern.' Hatte die Roth, das Elendig [ stürbe und energielos gemacht,"der � f den Mann, der so seelenvoll und herzgewinnend sprachen, vich�kränken?- � ©ett Wunderlich kaum nach geraumer Zell �.flU v >.. ffi tö"< ßw "> st UMSWZM ■. v'Uyue.-�fte »K«rTH von dem Knaben auf sie dtt � s»' 3tL"« wurde oft beklommen, und..eb- � Ol. j' 7" WUIVK vsi K dm ersuchend zu ihr wandte und*» � lenkte, bi» Vergebung Vergebung| so gerne.~ er dem ihrigen begegnet, St: SS wie ofa: '.Sah >Nl i '"n § Ei» edelmüthige» 'es |Q» sie muß ihn hassen, sie da'' SY ' doti . 272 i&eilln mit. ik. Schill'E ,s üichi e""i Leist nM' NN 8". eingesM� nitiags üd«' iehen benust espanni, ui>« fS�1 var daher« zurücksende rr Eibe m« Erklärung e 24,00 loste» Mwtes Lokal in der Elisabethftraße gemeinschaftlich be« "»ttn. Da der erste junge Mann im Laufe des Gespräches M c pf e.!___ I u cific junge%%unn im �auie vcv vsytivtuwv» Üitirnm iQ � jkHt zu spät geworden für seinen in der beabstd�Wen Besuch, so fiel es dem Herrn B. ll»s,r!mÄ a�' iener mit an der Partie theil nahm. hft&iienberget behielt seine Unbefangenheit auch in der brr,*, lelbst als hier ein Spielchen begann und die ""rm oleick nflfnnmg hnbe SSfte machten. Hen B. schien )it St-hb� Lokale, f ist cht, mzesstAg a Äjs Till azu. und rW� halltN>Sro» anfangs yoye ca�e maxien, ili.. f?. begünstigt, er hatte bereits fünfzig Mark gewonnen, . rr zufällig bemerkte, wie sein erster Bekannter mit einem , ondem Herren einen eigenthümlicken Blick wechselte. So» i,°.?tt es ihm klar, in welcher Gesellschaft er stch eigentlich Mde, und er erklärte kurz entschlossen, keine Lust mehr zum ."'«Iptfltn zu haben. Dagegen aber protestirtcn die andern SSw'bre bisherige Liebenswürdigkeit war plötzlich ver- Zünden, fie verlangten drohend und stürmisch ihre Revanche. LT' soenn Sie es durchaus wollen," erklärte endlich zu Worte gmerch der kaltblütige Wittenberger,„will ich Ihnen Revanche "der_ nur auf der Polizei." Hiermit verließ er das kh � und die verdutzten Bauernfänger, die für diesmal seibst «. Auf der Straße verstorben. Passanten der Prome- m>>#tn nn�fiphfiiibß K"-'1 der Skalitzerstraße, gegenüber dem Direktronsgedaude S Pollitzer Bahn, wurden gestern gegen Mittag auf einen S aufmerksam, welcher, auf einer der dort befindlichen fitzend, die Passanten um schleunigste Herbeischaffung �Trunkes Wasser bat.~—..... gewÄA 'üh'U.'w t der Hufs 'in 61? läßig aren ifwj tnnegTj ------....— Da man augenblicklich tein Gefäß «iliw.. hatte, so lief ein kleiner Junge zu einem Straßen- und füllte seinen Hut mit Waffer, um dasselbe in (W,»�nse dem anscheinend Schwerkranken zu reichen. Die �uvstchtkonnte aber nicht ausgeführt werden, denn der L., inzwischen unter krampfartigen Anzeichen von der Hltzn � und lag regungslos am Erdboden. Da einer �uugknzeugen dieser traurigen Szene in dem kranken Mann >a der Lübbenerfir. 11 wohnenden Arbeiter Mittmann er- «g. w wurde er nach seiner Wohnung gebracht und lqoM»in Arzt herbeigerufen. Derselbe konnte nur noch tzAMlschen in Folge eines Schlaganfalls eingetretenen Tod tonftatircn. Der Verstorbene laborirte schon seit längerer SfMj-Är*? Lungenleiden, welches ihn an der Ausü i Äaiigkett verhinderte. 31** 'UNg >■V'uuMitu veryrnoerrr..... w Zi Die Lorstellungen von der Unficherhert der Umgegend Z Lmlin find sehr übertrieben. Kürzlich wurde gemeloet, Z/addetts Waldschlößchen sei dem Kutscher ,,~tr\<-* fl.f. f.—, �»»V> gemeloet, einer Färberei elluig r - �vWV1B jajaiüiCDioproen ici wm j\u4fwv» �. 2»«>icr Wagen mit Wolle gestohlen worden. In Wahr > aber war das Pferd, dem das Warten zu lang geworden "_ n' w...... t. it-«ne+i C . wohnte eine .""t Jfv v.v----„------- W_ t�t tti�l<»" l)en fikbziger Jahren. Freitag Abend gegen Tb v,» 5�. ts bei derselben, und als die alte Dame öffnete, Mten\'.f ein junger Mann im Alter von einigen zwanzig «t hil»'.ct mit einem grauen Jaquett, welcher fragte, ob bs»n-�diger. Wittwe Stechert wohne, eine Dame, die -"------ t.* tS„„„|,„H. öfniAi*:____ er- P<.__:i. ven der A % T uie jViaac ücincmt, ui» CW�n Schlag mit einem Tapezirerhav Tapezirerhammer, den der . w, i W!. �'---- an die Stirn «eil, unter oem oiuu v»..v,............ '"litt infi!»incm jähen Aufschrei sank die Frau blutüber- ' dn, wobei fie noch einen Schlag mit dem Hammer ..— ti.u BSi. SR�rnl.nmlflmvf. welche wy lstosck III 1 5 bm sv.foren, wobei fie noch einen Schlag mrr oem Pamm» l%.«(}}'«au r 8ck(n erhielt. Die brennende Petroleumlampe, welche rn K nai I f Urz,."in der Hand hielt, war ihr in Folge des Schlages fichez.prallen und hatte ein lautes Geräusch verursacht, Niaer.inn�tenstmätchen, das im oberen Stockwerk des tiTtn...iwenhauscS beschäftigt war, gehört hatte. DaS Kl! t'Ue die Treppe berab, und hierdurch veranlaßt, Tie. c>Mordgestlle unter Zurücklassung des Hammers vaS �'St ,!??" Quast ist schwer, wenn auch nicht lebensgefährlich u Mtr-H n,0t im Stande, die Persönlichkeit deS Attentäters �fl Ttm Der vorgefundene Tapezirerhammer lenkte zu- �'llev�. Verdacht auf einen übelbcleumdeten Tapezirer �slpgf tg, und richteten fich die Nachforschungen der Kri- N,» Zv zunächst auf diesen. Noch in der Nacht wurde 3tt cu. s?tst'llt, daß Schellenberg gegenwärtig im Pots- »kow m •He tung den % :* wj fit' iftfs'OH daß Schellenverg gegenivui.ig.... Wt �f�bgefSngniß eine Strafe verbüßt, so daß er un- w�nie L;a,ei. gewesen sein kann. Diese naheliegende wurN, Knnnnh-nh Mittag zur größeren Sicherheit Schellenderg mit der ver- �"«ne wurde Sonnabend Mitta »Ttch eine Konfrontation de« Xiv° IUI* JVUIl|tülUU4iUU wv �«»-7------"ctj O. J.— wau Quast bestätigt. Die weiteren Recherchen 'vlizei nach dem Thöter find in vollem Gange der au«. � % Sötte i? i »u H i :'uK xfj u cfän �tbels gethan, nicht vergessen, daß Rudolf als ""Mörder einsam am Krrchhofszaune ernge» %, n, ff/ und ihr nicht einmal crlaubi war, einen ' lf n Grab zu legen. Die widerstreitenden, wild �(i([ r?"!jtmenden Gefühle waren in diesem Augenblick •}t ieÄ% Marie. Leichenblässe bedeckte ihr Antlitz, und ____ rr v« v~----- i/" ♦JN hlc"f ste zu, um ste zu iruyrn. It/... 13« f«'le �lc Hände abwehrend empor, und ihre Lippen T««um hörbar:„Warum gaben Sie ihm keine Ar- ifT!linne schwinden, ohnmächtig sinkt sie zu- � Erscka�� tutht, daß der gehaßte Mann, die Farbe wechselnd, denn die k'» stir" �orte h"iien ihn in« Herz getroffen, n Armen auffängt; sie hört nicht, wie er -- ff ij..sein'f,enf.,J(<1wen tun; ,«- iuV........... W�tett �n'",nwt Angst klopfende« Herz drückt und w Vm" küßt; sie fühlt nicht die brennende« C'«m u„Jf, Antlitz netzen. Als sie dann wieder zu W�reibli» ff* anklagenden Blick mit dem Ausdruck wie �Verzweiflung auf ihn richtete, schlich er be« .'' I*--- D' i' em armer Sünder hinaus. Uf 3etlia1,fc.find»ach dieser Episode verflossen. Well dJet in ff*» dem Buch der Weltgeschichte, vnd wel« äJ"» em. Kampf des einzelnen Individuum 11%,.Sahrg fPs»och gar ei« Seelenkampf ist, dc '"» G.�jn entsetzlich langer Zeittaum, lang genug, dann sind 1 !U J' Um wit den Gefühle» zu unterliegen," lang £• Un �0r" su kämpfen und Leidenschaften kA et» etwa« Wunderbares mit der Zeit und Sjfl wenu'ru"1�6" die Wunden noch so tief sei», ify h»» Unh'Äf H�en geschlagen worden sind, sie � heilen dennoch endlich im Verlauf der ShL BeänSf'"h® Rheinthal hat fich in diesem Zeittaum Hs,. absestz«' �er einem neuen freundlichen Haufe, \.Siomis°* de» übrigen steht, trägt es noch dieselbe °ti bieaSlL?0r z®4' Jahren; hier die kleine» Hütt« rif und nicht weit davon die stolze Villa; Nereine nnd Versammlungen. dr. Im Verein zur Wahrung der Interessen der Klavierarbeiter bei Grarweil wurden am Sonnabend zunächst zwei Unterstützungsgesuche bewilligt. Daraus wurde zur Neu« wähl des Vorstandes geschritten. Der erste Vorfitzende, Herr Zubeil, wurde durch Akklamation wiedergewählt. Zum zweiten Vorfitzenden wurde Herr Schaar, zum ersten Schrijtführer Herr Hahn gewählt. Die weiteren Wahlen wurden vertagt, da inzwischen Herr Dr. Lütgenau, der einen Vottrag zugesagt hatte, erschienen war. Herr Dr. L. sprach über das Thema: „Der Mensch und das Klima". Nachdem er den Einfluß des Klimas auf die leibliche und geistige Beschaffenheit des Menschen, die verschiedene Akklimatisationefähiakeit der Rassen und Völker und die Akklimattsationskrankherten besprochen, wies er darauf hin, daß in Bezug auf die Fragen, in welcher Weise das Klima die Aenderungen im Organismus hervor- bringt, und wie die Rassenunterschiede entstanden find, die lompetenten wissenschaftlichen Autoritäten noch zu keiner Ueber« einstimmung gekommen find. Schließlich die zur Zeit prattisch wichtig gewordene Frage besprechend:„Wo auf der Erdober- fläche kann der Deutsche stch akklimatistren und eine gedeihliche Existenz haben?" kam Referent zu dem Ergcbniß, daß Anfiede« lungen in Ländern, welche ein noch heißeres Klima haben alS Italien und Spanien, für Deutsche nicht ersprießlich zu sein scheinen. Er wies auf die Thatsache hin, daß die zu Anfang des Mittelauels von deut che» Vollsstämmen in Italien und in Spanien gegründeten Reiche bald untergegangen find. Daß für Deutsche in Kamerun, um dort existiren zu können, eine vollständige Aenderung der Lebensweise und eine Enthaltsamkeit in Essen und Trinken, wie fie der Natur deS Deutschen nicht entspricht, nothwendig sei, das habe die Erfahruag de- wiesen. Der Vortragende schloß mit dem Wunsche, daß uns Deutschen so schlimme Erfahrungen, wie die Franzosen fie mit der Kolonisatton in Algier gemacht haben und noch machen, erspart bleiben mögen, und daß durch die gegenwärttgen Kolonisations-Unternehmungen wir Deursche nicht mögen ab« gelenkt werden von den wichtigeren und dringenderen Auf- gaben, welche bei unS zu lösen find.— Die DiSkusston, an welcher fich außer dem Referenten die Herren Zubeil, Michel- scn, Mitan u. A. detheiligten, bezog fich vorzugsweise auf die Thatsache, daß die Wissenschaft bei uns dem praktischen Leben und seinen Bedürfnissen noch nicht genug diene und daß die auf der Höhe der Wissenschaft stehenden Männer so wenig ge» neigt find, ihr Wissen zum Gemeingut des Volks zu machen. Der Referent wies darauf hin, daß an dm Univerfitäten daS veraltete Zunftwesen mit seinen schlimmsten Auswüchsen noch herrschend sei und daß eine radikale Reform unseres Unter« richts- und Bildungswesens ein dringendes Bedürfniß sei. Den Standpunkt des Professors v. Trettschke, welcher die An« ficht ausgesprochen, daß die Ergebnisse der Naturwiffenschaf« ten den unteren VollSllassen vorenthalte» werden müssen, be» zcichnete er als einen Standpunkt fittlicher Korruption. Nach Schluß der Diskusfion wurde in Bezug auf einen Prozeß, welchen ein Kollege wegen nicht bezahlter 240 Ueberstunden gegen den betreffenden Fabrikanten führt, nach kurzer Debatte deschloffen, den Prozeß durch den Rechtsanwalt d, s Vereins in die höhere Instanz ,u bringen, damtt die für die Arbetter wich- tige Frage zur Entscheidung komme, ob in den Fällen, wo die Arbeiter nicht durch die Fabrikanten direst, sondern durch die von denselben angestellten Werkführer angenommen worden find, diese oder jene für die Erfüllung der Kontraktsdedingungen die Verantwortlichkeit haben. th. Eine Versammlung der LuxuSpapier. Präger und «Schläger fand am 22. d. M., im Restaurant Walterstein, Jannowitz-Brücke 1, statt. Nachdem schon in früheren Ver- sammlungen die Gründung eines Fachvereins beschlossen und eine Komwisfion zur Ausarbeitung des Statuts gewählt worden war, und letztere nach Erledigung ihrer Aufgabe dieses der Behörde zur Genehmigung eingereicht hatte, ist daS Statut mit einigen Monita zurückkommen, weshalb die offizielle Kon« stituirung des Fachvereins nicht statthaben konnte. Zur Führung der Geschäfte wurde ein provisorischer Vorstand ge- wählt, best/Hend aus folgenden Herren: Kaspar, erster Vor« fitzender, Schmidt, Kasfirer, Speitel, Schriftjührer, Bradke, Büchel, Seidel, Matschaß, M. Dames, Lüders. ES hielt hierauf Prediger emer. Kendziora einen Vortrag über die Roth« wendigkeit einer Organisation der Arbeiter, in eindringlichen und beherzigenswerthen Worten zum Anschluß an den Fachverein ermahnend. In längerer DiSkusston legten die Herrm Schultze, Böttcher, Büchel, Schröder, Musow Schmidt u. A. die Schäden und Mängel ihres Berufes, so- wie die Zwecke und Ziele des Fachvereins klar, worauf fich wiederum eine größere Anzahl Kollegen als Mitglieder ein« zeichnen ließen.— Herr Kaspar machte sodann bekannt, daß die nächste Versammlung am Montag, den 7. Dezember, Abends 8 Uhr, bei Seefeldt, Grenadierstr. 33, stattfindet. auch die Bewohner sind dieselben geblieben. Die Arbeiter verfolgen noch immer alle Morgen den freudlosen Weg zur Fabrik, und Herr Wunderlich mit seiner schönen Frau, um die er so vielfach beneidet wird, hat noch immer die Villa inne. Auch der Zuwachs, der kleine Knabe, gedeiht präch'ig, nur mag Herr Wunderlich ihn nicht sehen. Er ist da« lebende Hinderniß, da« sich zwischen die Herzen der Ehegatten gedrängt und eine unübersteigliche Kluft zwischen ihnen aufgerissen hat, welche> jedoch vor den Augen der Gesellschaft mit ausgesuchten HöflichkeitSbe- zeigungen verdeckt wird. Für die Leere im Herzen sucht Jeder nach seiner Neigung Entschädigung; Frau Wunderlich fährt nach wie vor in die nicht weit entlegene Hauptstadt zu ihrem Vaier, dessen Zirkel diese interessante Frau zu einem der gesuchtesten macht, während Leo Wunderlich sein Glück im Thale selbst sucht. DaS neue abgesondert dastehende HauS, welches vor Kurzem erst fertig gestellt, ist behaglich und komfortabel eingerichtet; über alle seine Räume liegt ein wohlthuender anheimelnder Hauch stillen Glücks. Die Bewohnerin desselben, eine anmuthige blonde Frau im einfachen dunklen Hauskleid, das ihr aber sehr wohl steht, sitzt auf dem Sopha. In der Sophaecke, müde vom übermüthigen Spiel, ruht ihr blondgelockter Knabe in sanftem Schlummer. Der Frau zu Füße» kniet ein schöner Mann; er hält ihre Knie umschlungen und verbirgt sei» Antlitz in ihrem Schooß; mit wehmüthig liebevollem Ausdruck sieht die Frau auf den Kniende» nieder. Jetzt hebt der Mann seinen Blick empor und schaut innig bittend in die seelenvolle» blauen Augen de» jungen Weibe». „Marie, kannst Du mir verzeihen, wa« ich Dir einst ge« than?" ftägt er leise mit weichem HerzenSto«. Eine Thräne stiehlt sich au« de» blauen Augen der jungen Frau und rollt die Wange herab, während fie zu- gleich mit ihre« schlanken Fingern liebkosend durch die dunklen Haare des bittenden Mannes fährt. „Ja, Leo, ich verzeihe Dir, weil— weil ich Dich so unaussprechlich liebe." br. Eine vom Fachverein einberufene öffentliche Ler- sammlung der Töpfer, welche am Sonntag bei sehr zahlreicher Berheiligung unter dem Vorsitze des Vorfitzenden deS Fachoereins, Herrn Bormann, stattfand, beschäftigte fich mit den Vorfragen für den Kongreß der Fachvereine der Töpfer, der im Februar in Berlin abgehalten werden soll. In der Diskusfion, an welcher fich die Herrm Bormann, Tbieme, Günther, Mark, Glaß und Greier betheiligten, wurden die Vortheile dargelegt, die fich für die Fachvereine ergeben würden, wenn fie zu einem Bei bände zusammengetreten sein werden und auf Delegittentagen fich über die Mittel verständigen werden, durch welche ihre Zwecke am besten zu erreichen find. Um es auch den kleineren Fachvereinen zu ermöglichen, einen Delegirten zu dem Kongreß zu schicken, wurde beschlossen, daß die Kosten des Kongresses von der Gesammtheit der Mitglieder der Fachvereine getragen und auf die einzelnen Vereine nach Verhältniß ihrer Mitzliederzahl vettheilt und nicht auS den Vereinskassen, sondern durch Extrabeiträge der Mitglieder aufgebracht werden sollen. Der Vorstand des Berliner Fachvereins wurde beauftragt, diesen Beschluß in dem Einladungsschreiben den Vereinen mitzutheilen. In der dann folgenden Diskusfion über:„Akkord- und Lohnarbeit" sprachen fast alle Redner fich sehr entschieden gegen die Akkordarbeit aus. Es wurde dann für die Kollegen in Magdeburg, welche in der Bock'schen Fabrik die Arbeit niedergelegt haben, weil die Zu» muthung an fie gestellt wurde, aus dem Fachverein auszutreten, eine Tellersammlung veranstaltet. hte. Die an Holzbearbeitungsmaschinen beschäftigten Arbeiter hielten am Sonntag Vormittag in Keller's Gesell- schaftssälen, Andreasstr. 21, unter dem Vorfitze des Herrn Wolff eine öffentliche Versammlung ab, in welcher an Stelle des als Vortragenden angekündigten Tischlermeisters Mitan der Stadtverordnete Görcki über„Zwecke und Ziele der Fachverein-." referirte. Der Redner erörterte unter dem Beifall der Versammlung die bekannten Besttebungen und Aufgaben der Fachvereine und wies die für jeden Einzelnm, im eigenen wie im Interesse der Gesammtheit fich ergebende Nothwendigkeit nach, einer solchen Organisation als Mitglied anzugehören. Nach einer dem Referenten allgemein zustimmenden Diskusfion und nachdem noch mitgetheilt worden, daß der Fachverein der an Holzbearbeitungsmaschinen beschäftigten Arbeiter fich von jetzt regelmäßig jeden Sonnabend nach dem 1. und 15. des Monat? im neuen Lokal, Köpenickerstraße 158, versammelt, nahm die Versammlung einstimmig eine Resolution an, durch welche fie mit den Ausführungen deS Referenten Herrn Görcki fich einverstanden erklärte und fich verpflichtete, mit allen Kräften dahin wirken zu wollen, daß der bestehende Fachverein sämmt» licher an Holzbearbeitungsmaschinen beschäftigten Arbeiter groß und stark werde und die von ihm erstrebten Zwecke verwirklichen könne. Eine öffentliche Versammlung der Steinträger fand am Sonntag in Köhler's Salon(Möckernstraße) unter Vorfitz deS Herrn Vallenthin statt. Herr Kunkel referirte über da« Thema:„Der Werth der Organisation". Redner führte aus, unsere witthschaftlichen Verhältnisse lägen noch sehr im Argen und um dieselben zu verbessern, müßten fich die Arbeiter fest organifiren, nur durch eine stramme Organisation wäre eine den heutigen Verhältnissen entsprechende Verbesserung zu erlangen. Die Herren Arbeitgeber haben schon oft behauptet, daß die Eteinträger bis 70 M. wöchentlich verdienen, was aber auf Unwahrheit beruht. Darüber, daß die Eteinträger irr wenigen Jahren ihre Gesundheit bei der Arbeit hingeben, werde freilich wenig gesprochen. Redner meinte, es wäre gut, wenn ein Alter-Versorgungsgesetz geschaffen würde, aber dafür wäre jetzt, wie oft behauptet wüide, kein Geld vorhanden, deshalb müßten die Arbeiter darauf hinwirken, ihre Lage selbst zu verbessern und das könnte nur durch eine feste Organisation geschehen. Ferner wies Redner darauf hin, daß es Sut wäre, wenn der Fachverein ein Arbeits Nachweisebureau Haffen würde, um den Arbeitslosen Arbelt nachweisen zu können. Als zweiter Redner sprach Herr Rennthaler im Sinne deS Referenten. Redner meinte, die Steinträger sollten fich nur nicht einschüchtern lassen, sondern alle Kollegen sollten dem Fachverein beitreten, dann könne ihre Lage wenigstens etwas gebessert werden. Zum Schluß wurde folgende Resolution angenommen:„Die heutige in Köhler's Salon tagende Versammlung erklärt fich mit der Ausführung des Referentm einverstanden und verspricht, im Sinne des Referenten zu wirken." Dann wurde noch für einen kranken Kolleg m eine Tellersammlung veranstaltet und hierauf die Versammlung mit einem Hoch auf das Gedeihen des Fackvereins geschloffen. Im Gauverein Berliner Bildhauer findet heute Abend eine dramatische Vorlesung aus Göthe's„Faust" statt. Ortstrankenkasse der Klempner. Generalversammlung Mittwoch, den 25. d. Mts.,� AbcndS 8 Uhr, in Jordan'S am Salon, Neue Grünstraße 28. Tagesordnung: 1. Wahl de? Rechnungs-Ausschusses. 2. Wahl des Ausschusses für das Lehrlingswesen. 3. Beschlußfassung über Herausgabe der Hundettmark'schen Kaution. 4. Verschiedenes. Verein der Arbeiteriunen Berlins. Dienstag, den 24. November, Abends 8'/, Uhr, im Salon zum„Deutschen Kaiser", Lothringerstr. 37, Milglicderoersammlung. Vertreter der Presse haben Zutritt. Billets zu dem am 5. Dezember stattfindenden Kränzchen find in der Versammlung zu haben. Verein zur Wahrung der Interesse« der Dachdecker. Dienstag, den 24. November, AbenoS 6V, Uhr, im Lokale deS Herrn Weick, Alexanderstr. 31, General-Versammlung. Tagesordnung; 1. Kassenbericht. 2. Vorlage der Petition, die Hänge« oerüste betreffend. 3. Berarhung, betreffend die„Gesellen» Fahne". 4. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. Vermischtes. Von einem grausigen Todtschlag, dessen Schauplatz das Gut Karolinenhöhe bei Spandau ist, berichtet der„Anz. f. d. Havelland". Am Dienstag wurden in Tegel eine größere Anzahl Arbeiter entlassen, die fich darauf nach allen Richtungen der Windrose zerstreuten, um anderweitig Unterkommen zu suchen. Einer dieser Leute hatte die Abficht, stch nach Potsdam zu begeben, und er langte auf dem Wege nach dorthin am Abend in später S-undc beim Gastwirth Eckardt in den Weinbergen an. Er trank dort eine kleine Quantität Branntwein und fragte an, ob er nicht über Nacht bleiben könnte. Auf die verneinende Antwort entfernte fich der Fremde. Am Dienstag früh wurde nun in einer Entfernung von ca. 200 Schritt vom Gutshofe auf freiem Felde in der Nähe einer Heumiete der unbeschreiblich entstellte Körper eines ManneS gefunden. Der Kopf war in eine unförmliche Masse umgewandelt. Einen gleich schrecklichen Anblick ge- wärte der ganze Körper des Unglückuchen, der von aller Kleidung entblößt und mit Schmutz bedeckt dalag. Er zeigte an allen Stellen unzählige Bißwunden und Schrammen, die ihm augenscheinlich von jHunden beigebracht waren. Diese hatten ihm auch die Kleider vom Leibe gerissen, die in tausend Stücken zerfetzt auf dem Felde lagen. Nur die Stiefeln bedeckten noch die Füße der Leiche. Mit Blitzesschnelle ver« y i.- i.- rr j- wi- CTl �> i■ breitete stch die Nachricht von dem graufigen Funde auf dem Gute und gelangte auch bald nach Spandau. Die sofort nach den unmenschlichen Thät-rn angestellten Recherchen waren von Erfolg. ES wurde bald ermittelt, daß fich zu derselben Zeit. als der fremde Arbeiter,.welcher mit Mühe in der Leiche wieder erkannt wurde, im Eckartzschen Gasthofe einkehrte, der Kutscher und der Gärtner aus Karolinenhöde daselbst defanden. Dreselben hatten, da der Reisende ein Nachtlager nicht erhielt und fich entfemen mußte, geäußert, er sollte nicht in die Mieten kriechen, sonst würde es ihm schlecht bekommen. Auf Grund dieser«enntniß wurden die beiden, welche angefichts der stch im Dorf abspielenden Vorgänge ruhig ihre Arbeit verrichteten» «rhaftet und nack Evandau transportirt. Die Leiche wurde nach der Obduktionskalle auf dem hiefigcn Kommunalkirchhof geschafft, wo heute die Sektion stattfand. Die beiden Gutsleute wurden vorher der Leiche geaenübergestcllt und räumten ein, den Nnplllcklichen, der trotz der Warnung in einer Miete Schutz vor bettet. Dann haben sie, wie feststeht, zwei sehr biffige Hunde vom Gutshofe auf den Ärmsten gehetzt. Die Unholde trugen hei dem Anblick ihres Opfers eine zynische Ruhe zur Schau. Eine seltsame Doktordisputation fand am 18. April 1778 in Erfurt statt, nämlich:„Ueber die Krankheiten, welche durch zu lange Predigten entstehen." Die kuriose Differtation ist in zwei Kapitel getheilt— daS erste handelt nach dem „Daheim" von den Krankheiten, welche dem Prediger selbst, daS zweite von denen, welche den Zuhörern zustoßen können. Den letzteren werde u. A. das zu lange Predigen dadurch schädlich, daß es die Luft verderbe:c. Wider hartnäckige Steuerrestanten geht man in Mitt» weida(Sachsen) recht energisch vor. Der Etadtrath hat an« geordnet, daß diese Sünder kein Wirthshaus der Stadt mehr besuchen dürfen. Die Namen derselben sind im„Wochenblatt" veröffentlicht worden, und die Gastwirthe werden in der Raths-Bekanntmachung mit Strafe bedroht, wenn sie den namhaft gemachten Restanten Speisen oder Getränke verab« folgen. Man spricht davon, daß die also aus der Gesellschaft ausgeschlossenen Einwohner von Mittweida einen„Restanten« Klub" bilden wollen, welcher allwöchentlich einmal in einem Gasthofe zwischen der Stadt und dem nächsten Dorfe eine fröhliche Sitzung abhalten will. Das Ende einer Millionäri«. Die 89-jShriae Miß Walker, eine der reichsten Gutsbesitzerinnen bei Kent, hat sich an einem Lustrehaken erhängt. Auf dem Tische ihrer Wohnung lag ein Zettel folgenden Inhalts:„Ich habe Kisten und Kasten voll Geld und Gut, doch keine Kinder, keine Freunde; ich bin von Eibschlcichern umgeben, die ununterbrochen Einer den An- dein bei mir verleumden; ich glaube, sie haben Alle recht; ich halte sie Alle für falsch und schl'cht, und gehe in den Tod mit der Bitte, man möge mein Geld zu irgend einem wohlthätigen Zwecke verwenden." Literarisches. Vo« dem illuftrirten Unterhaltungsblatt„Die neue Welt", Hamburg, Verlag von I. H. W. Dietz, ist soeben Heft 5 des elften Jahrgangs erschienen. Inhalt: Auf hoher See. Sozialer Roman von Sebastian Prutz.(Fortsetzung.)— Bildungs- und Kulturfähigkeit der Neger. Ethnologische Skizze von I. B. Adler.— Das mensch- liche Auge. Physiologisch- anatomische Skizze von A. Titus. — Unsere Nutzsteine und ihre Verwendung. Von Victor Rewall.— Proben deutscher Volkspoefie der Gegenwart: Auf hoher See!_ Von Hans Arnold.— Neuestes aus dem Ge- biete der Heilwissenschast und Gesundheitslehrc. Zusammenge- stellt von Bruno Geiser.— Auf der Klernseite. Erzählung von Alfred Stelzner.— Unsere Illustrationen: Taucher ber der Arbeit. Wer sucht, der findet. Der Kittter des Vesuv. Sic und Er.— Vermischtes: Zur Geschichte des Bleistifts. Ein einfaches, sehr gutes Fleckwaffer.— Rechenaufgabe.— Aerztlicher Rathgeber.— Mannichfaltiges.— Rcdaktions- Korrespondenz. Kriefkasten der Redaktion. Nothmann. Der Stempel beträgt, sofern der MiethS- vertrag nur für ein Jahr geschloffen ist, KV, Ma:k. Mirkel. Nehmen Ere die Reparatur selbst vor und kürzen Sie die Miethsforderung um die Reparaturkosten. Z. 1000. Die Kündigung ist rechtzeitig erfolgt. Ansprüche hat Ihre Schwester nicht. I. 8. G. Ja. Polizeiliche Genehmigung ist nicht er- forderlich. E. 8. 28. Eine Beleidigung liegt nicht vor. R. S. 127. Die in der Ehe erworbenen 1300 Mark 8!' hören zum Nachlaße des Vaters. Klage wird Erfolg habea x, Nohnke. Beide Fragen sind zu verneinen. Abonnent Osberger. Den Antrag auf Aufnahme« den preußischen Unterthanenoerband haben Sie bei dem l« lichen Polizeipräsidium zu stellen und nachzuweisen, daß d« bayerischer Staatsangehöriger find und hier sich niedergelap haben. R. S. Ein Recht auf Naturalisation hat der AuilaiW ........' das koniglw Ausländ 1) nach den Gesetzen ihrer bisherigen Heimath dispostäor fähig find, es sei denn, daß der Mangel der Di*pofii�' fähigkeit durch die Zustimmung des Valers, des VorvumD des Aufzunehmenden ergänzt wird. 2) einen unbescholtenen Lebenswandel geführt haben. 3) an dem Orte, wo sie sich niederlaffen wollen, eigene Wohnung oder ein Unterkommen finden,. 4) an diesem Orte sich und ihre Angehörigen ernähr können., v. Rolland. Der Finder erhält den 10. Tbcil% Werthcs als Belohnung, sofern der Werth der gesundes Sache die Summe von 1500 Mark nicht übersteigt. Werth ein höherer, so erhält er außer den 10 pCt. vor Ueberschusse noch ein Prozent. 2. Nicht wählbar. Halbjähriger Abonnent. Sofem der alte Ambos mehr reparaturfähig ist, können Sie einen neuen Die fehlenden Geräthschasten können Sie durch neue eisip und die Kaution um den verauslagten Betrag kürzen. 2. Zession in gerichtlicher oder notarieller Form nias'' forderlich. Es muß aber dann der Zessionar auf Eithm"' der Vollstreckungsklausel klagen..- H. H. 100. Der Ausgang des Ehescheidungsproze�- abzuwarten. Mater. Overnhans. Heute: Aida. SchausdtelhauS. Heute: Der Leibarzt. Deutsche» Theater. Heute: Gracchus, der Volksttibun. Friedrich-Wtlhelmftädttsche» Theater. Heute: Offenbach-Cyclus. OrpheuS in der Unterwelt. Refident-Theater. Heute Theodora. Walluer-Theater. Heute: Unter uns. Hierauf, zum 6. Male: Der Vielgeliebte. Belle-Alltanee-Theater. Heute: Kyritz-Pyritz. Walhalla-Oheretten-Theater. «-U"-°n Bit!oria.TH,a,tr. Heute: Meffalina. Central-Theater. Ave Jakobstraße 32. Direktion: Adolph Ernst. Heute: Zum 115. Male: Die wilde Katze. Gesangtvo?« in 4 Akten von W. Mannstädt, Musik von G. Steffen». Louisenstädtisches Theater. Direttion: Jos. Firmans. Heute: Margarethe. Ofteud-Theater. Heut«: Die Pariser Bluthochzeit. Königstädtisches Theater. Hatte: Gastspiel der Liliputaner. Die kleine Baronin. Theater der Reichshallen. Täglich: Aufreten sämmtlicher Spezialttäten. Ameriean-Theater. Täglich: Austreten sämmtlicher Spezialitäten. Kaustnauu'S Vmriet«. Täglich: Große Spezialttäten-Vorstellung. Konkordia. Täglich: Austreten sämmtlicher Spezialitäten und theatralische Vorstellung._ Alhambra-Theater. Wallnertheaterstraße 15. Heute und folgende Tage: Berlin, wie es weint und lacht. VolkSstück mit Gesang in 3 Asten und 10 Bildern vcn C. F. Berg und D. Kalisch. Regie: Herr A. Seefeld. Vor der Vorstellung: Großes Konzert der HauSIapelle. Anfang des Konzerts Wochentags 7 Uhr. der Vorstellung 6 Uhr» Anfang des Konzerts Sonntags 6 Uhr, der Vorstellung T/t Uhr. 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Tabellen, Tarifen und Gesetzen(als KrankenverficherutyL Besetz mit Nachtrag vom 28. Januar 1885, kassengesetz mit Novelle vom 1. neu beigefügt: Das Gesetz über Gesetz, betr. das Urheberrecht an Modellen. Gesetz über Markenschutz. �...~■ ifrul, kalender sind die in der n e u e st e n Zeit eingetreten Ereignisse nachgetragen. Der Kalender, mit Schretbps� und Papier für Tagesnotizen ausgestattet, kostet wie vis 50 Pfennig. Auf vielfachen Wunsch ist eine stärkere Auwc, mtt mehr Schreibpapier und befferem Einband ferttgt, von der das Exemplar zu 70 Pfennig abgeg wird. Wiederverkäuser erhalten Rabatt- Ä »I «-ÄZ 60 Ärbeitsmarkt. Geübte Stuhlflechterinnen werden verlangt be». __ Ferkau. Skaliverstr. 105�> Der unentgeltliche Arbeitsnachlv der Klavierarbeiter befindet sich Skalitzerstraße 18 bei StraMV��- Verein der Bau-AnschläFtz Der unentgeltliche Arbeitsnachweis befit! 0 Eebastianstr. 50 bei Op atz.___ Verantworttuher Redatteur«. Erouhei« in»erlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin SW., Leuthsttaße 2.