d n 26.P Saale N a des ha« nstn-M-' Um B»' Töpfer#»' Bülo»'"« hei«a»1 trrtnfotli�j1 ;m 23.».% '-rufen n ou?9-l"' ch in di-i-Z ?»»A »n itbaft et SRttäj tn 29. M i kauftiftt& ÜlMSif >nung M Inen. nb Kw» Oeruno, A» ffr. 23, fit» tb in W re SRediU» f J M ist#' -«V j-f It. 877. Dottnerstag, de« 26 Movember 1883. n. Jahrg. Itriin-rlolbblnll Brgan für die Interessen der Arbeiter. 4 »ol..Berliner VollsblatL« täglich Morgens außer»ach Sonn» und Festtage». Zlbrmnemestspreis 1 5®fb* frei w's Haus viertehährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35! "Wosaemettt 4 Mk. Emzelue Nr. 5 Pf. Sonntags-Nummer mit illustr. Beilage 10! (Singetrage» i» der Postzeitungspreislifie für 1885 unter Nr. 746.) Jufertionsgebühr beträgt für die Z gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. ArbeUsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunst. Inserate werden bis 4 Äk Nachmittags m der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Anuoneme Bureaux, ohne Erhöhung deS Preises, angenommen. KedaKtio«; Keathstraße 2.— Grpedttion: Zimmerstraße 44. Zu jukunft der Klkillljmdwerkcr. _ in. . Wenn es also möglich wäre, die Kleiohandwerker in �oss«nschaften zur gemeinsamm Produktion zu vereinige», es möglich wäre, das Geld aus Prioatmitteln aufzu- "8*0, was bann? - Dann wären die Kleinhandwerker eben keine Klein« mdwe,� mi he, sonder» Großproduzenten. f Die Scheidung in der Gesellschaft würde sich dann , J öderem Wege vollziehen, als es jetzt geschiebt, wo ." Handwerker Großsabrikant wird und 1000 tn das �ol-tariat herabsinken. Es würden dann vielleicht 20—30 . W Großfabrikanten bringen und 970 Proletarier wer« �'.u�ur, daß sich dann der Prozeß etwas schneller vollzöge e, Darin läge allerdings ei» Vortheil. Ze schärfer die i>>>; 9 w Troßfabrikanten und Proletarier, desto ' ngender wird die soziale Frage, desto größer die Mah« M an Staat und Gesellschaft, der Roth, dem Elende ZU schaffen. � Der Handwerkerstand steht heute noch zwischen den �emen. noch dient er dazu, die soziale Lage zu vertuschen. rjwjb dann, wenn Mitglieder de» Handwerkerstande« auf L2 Wege der Assoziation selbst als Gegner des Klein- .'be« auftreten, der letztere»och viel schneller von der Ä >e verschwinden würde. »�«Deshalb könnten wir die Bildung von Hand- z%ri' Produktivgenossenschafte« wohl mit Freuden be« dieselben sind, wie wir im vorigen Artikel nachge« Äa laben, unmöglich, sie scheitern an der G e l d f r a ge. �»allsten leihen ihr Geld lieber den Grundbesitzer», �i�drikinhabern, sie betheiligen sich auch noch lieber an ?8'sellschaste», al« an einer pauveren Handwerker- »� il�schaft. Und wenn wirklich ein paar solcher Ge« bL- fan zu Stande kämen, von denen eine oder die storirte, wa« würde das mit der Zukunft der Klein« werker zu thun haben. llt0v>' Wenn alle Handwerker und alle Arbeiter in �ukttoverbänden zusammentrete» könnten, das wäre etwas •»toi**' Dann wäre allerdings das Kleinhandwerk auch Hu'ch'et, dann wäre die gesammte gewerbliche Thätigkeit �i�oßindustriellen geworden, aber zum Heile aller Be« l Dazu würde aber eine Umgestaltung unserer ganzen 8� ProduktionSverhältniffe erforderlich fein. � Die« näher hier auszuführen und zu begründe», wolle» mr heute unterlassen; es gehört auch nicht direkt zu ' Thema, aber da« habe» die H a» d w e r k e r au« y i Ieuillüeton. Nie Hand der Nemesis. Roma» von Ewald August König. »(Fortsetzung.) $5*. 0- Barnekow winkte dem Kutscher, der da« Pferd a-L1 iuf und ab führte, da»» blickte er forschend zu venstern de« Schlosse« hinauf. iRi« et""" wünschen Sie, da« ich wieder komme," �enf« rooIItB also wirklich noch eine» Versuch �#**1uD!t#®'e,we",e �kduld nicht auf eine zu schwere t�C�'�fall« werde» Sie warte« müssen, bis der Gärtner *iel n..?' E« ist überhaupt in den letzte» Tagen hier so toben vorgefalle», daß ich Ihnen de» Rath .Um.'»och einige Zeit zu gedulden." � wewe Spielschuld?" towst,g 9' Sie können in der nächste» Nacht wieder so viel '?le Sie in der vorigen verloren haben." '2 e'n schlechter Trost." Ü? SrorT Kieler von Profession bleibt kein anderer, und sch ist«« immerhin, wenn er sich auch auf Indien, TT Hoffnung stützt. Ich werde morgen zu Ihne» �'gste», t weiter mit Ihnen berathe», gedulden Sie sich » Her.. lange.", Zusdru� f?* Barnekow gab darauf keine Antwort. der S?e'« ib. Besicht« verrieth, daß die erste» Worte �it-I# beleidigt hatte». Er schwang sich m de» b>»Bis J. �et$ de» Hut. ...... �«3� habe da einen dummen Streich gemacht," mur- "'st immerhin gefährlich, mit solche» Leute« sich dann ritt er von ihm mit glühendem unseren Artikeln �herauslesen könne», daß für sie die ein- zige Stellung nur in einem engen Anschluß an die Ar- beiterbestrebungen liegt. Es wird jetzt fast von keiner Seite mehr geleugnet, daß der Kleinbetrieb im Konkurrenzkampfe dem Großbettieb erliegt. Unklare und eitle Handwerksmeister und Reak- tioaäre, welche unser ganze« wirthschaftlicheS Leben gern dem Mittelalter wieder entgegenführe» wol- len, denken durch Zunft« und JnvungS- Bestre- bungen dem Handwerkerstand emporzuhelfen. Stroh- Halme find das, die man dem Ertrinkenden zuwirft! Die Genossenschaften und Vereine, die, durch Schulze-Delitzsch angeregt, entstanden sind, haben gleichfall« dem immer tiefer finkenden Handwerkerstand keine Hilfe gewähren können. Sie mögen gut gemeint sei«, aber geholfen habe» sie nicht. Wa« bleibt somit dem versinkenden Handwerkerstand übrig? Rückwärt« kann er nicht, die Gegenwart hilft ihm nicht, also strebe er vorwärt«. Die« VorwärSstre« benaberist nur zusammen mitdenArbei- t e r» möglich. Wird dem Araeiterstande geholfen, so wird auch dem Handwerkerstande geholfen werde». Versinkt jetzt der Handwerker in die Klasse der Lohn« arbeiter, so muß er alle« Proletarierelend gleichfalls ertragen, helfen aber die Handwerker den Arbeitern bei ihren Be- sirebuvgen, da« ArbeiterlooS durch eine volkSthümliche Sozial- Reform, durch Arbeiterschutzgesetze zu verbessern, dann haben die Handwerker de» großen Vortheil, daß sie bei ihrer Ver- nichtung durch das Großkapital einen aufblühenden Arbeiterstand vorfinden, dem sie dann angehören. So giebt e« also auch für die Handwerker, die nicht rückwärt«, noch seitwärt« schauen dürfen, nur eine Parole: Vorwärt«! Politische Ueberstcht. Was soll man zu dem Stechenschaft«bericht betreffend die Verlängerung des Belagerungszustandes in Berlin, Altona u. s. w. sagen? Eigentlich gar nichts— er gleicht dem vorjährigen, wie ein Ei dem andern und gipfelt in dem Bemühen, den Beweis zu eibringen, daß Belagerung«- zustand und Sozialistengesetz gar nothwendige Dinge seien, einmal weil seit Erlaß dieser Gesetze die Sozialdemokratie immer mehr heranwachse und daS andere mal, weil die Sozial« demokratie seit jener Zeit immer mehr verschwinde. Wachse fie aber heran, dann müssen die Gesetze in Geltung bleiben, damit die Sozialdemokratie nicht noch mehr wachse, gehe fie aber zurück, dann müssen die Gesetze erst recht in Kraft bleiben, um die Sozialdemokratie noch mehr zurückzudrängen. Mit diesen Argumenten bringt man eS allerdings fertig, die Roth« wendigkeit jener Gesetze für alle Ewigkeit zu beweisen. Fast sollte man annehmen, daß Herr Gneist der Verfasser deS zu liiren. Wenn er von dem Testament Kenntniß erhält, so wird er keine Rücksichi mehr kennen. Ich werde ihm da« Geld zahlen müssen, und je eher das geschehe» kann, desto besser ist e«, Lossow darf von diesem Handel nicht« er« fahren." Er ging in den Empfangssalon zurück und füllte sei» Gla« noch einmal, dann zog er heftig an der Glocken« schnür. Joseph erschien so rasch, daß man hätte vermuthen können, er habe auf den Ruf gewartet und seine Hal- tung war so trotzig und herausfordernd, daß fie sogar dem Gutsbesitzer auffiel. „Sie sind auch al« Zeugt vernommen worden?" ftagte Rabe, nachdem sein stechender Blick eine Weile forschend auf dem Kammerdiener geruht hatte. „Und sollte ich noch zehnmal vernomme» werden, so wird man au« mir doch nicht« herau«brinaen, wenn ich nicht reden will," antwortete Joseph in sarkastischem Tone. „Wenn Sie nicht reden wolle»? Wa« wollen Sie damit sagen?" „Daß nach meiner Anficht der Zeuge nicht verpflichtet ist, Alle« zu sagen, wa» er weiß." Rabe zog die Brauen hoch hinauf, in seinem starre« Blick spiegelte sich eine»amenlose Angst. „Sind Sie über die Papiere befragt worden?" sagte er. „Ueber diesen Punkt bin ich sehr leicht hinweg ge« gangen," erwiderte Joseph, der jetzt eine« vertraulichen To« anschlug,„aber ich hätte über einen ander» Punkt Auskunst geben könne», der gar nicht berührt worden ist." „Wollen Sie mir Räthsel aufgeben?" „Für jeden Andern wäre es ei» Räthsel, für un« Beide ist e« keines." „Ich verbitte mir diese« Ton," fuhr Rade auf,„ver- gessen Sie nicht, wem Sie gegenüber stehen! Welcher Punkt ist nicht berührt worden?" „Die Flasche, in der da« Gift sich befand." Da» Gesicht de« Gutsbefitzer« wurde noch fahler, die Rechensdmstsderichts sei oder daß fich zum wenigsten die Ver« faffer desselben bei dem Professor Gneist, der bekanntlich„Alles beweist", Raths geholt hätten. Ueber die zunehmende moralische Feigheit und Ab- stumpfung der politischen Empfindung stellt die„Nation" gelegentlich der Eröffnung des Reichstages die nachstehenden Betrachtungen an:. „Von irgend welchem Enthusiasmus, von irgend welcher Frische der Empfindung ist nirgends eine Spur wahrzunehmen. Selbst die bunten, staatisozialistischen und kolonialpolitischen Fahnen, die sonst so krampfhast hin- und hergeschwenkt wur« den, hängen diesmal schlaff herab und von dem„wirthschaft- lichen Aufschwung", dem langjährigen Paradepferde unserer „staatserhaltenden" Parteien, zu reden, ist fast so wenig höflich geworden, wie im Hause der Gehenkten vom Strick zu sprechen. Wer nicht aus alter Gewohnheit, aus Rückfichten de» B e ruf« oder aus anderen praktischen Gründen fich für verpflichtet hält, Begeisterung oder wenigstens Zufriedenheit zu zeigen, der macht auch auS seiner Mißstimmung gar kein Hehl, und diese Mißstimmung setzt fich bei den meisten Staatsbürgern rn Passivität um. ES scheint, daß eine Abstumpfung der politischen Empfindungen eingetreten ist, die den äugen- blicklichen Machthabern gewiß das Regieren sehr erleichtert. aber die Regierten nicht gerade in einer schmeichelhaften Rolle zeigt. Die schwächer werdende politische Spannkraft dokumentirt sich vielleicht durch nichts deutlicher, als durch die Gleich- gi l t i g k e i t gegen Ungemach, das andere trifft. Wir erleben Massenausweisungen, die über tausende von Familien Kummer und Elend dringen, und die wenigen find zu zählen, die jenen Austreibungen mehr als ein nur vorübergehendes Interesse widmen. Man dilligt jene Austreibungen ebensowenig wie man fie begreift, aber man möchte fich nicht gern durch die Opposition gegen eine mächtige Regierung in Ungelegen» heilen dringen. Und AehnlicheS wiedelholt fich im Kleinen wie im Großen alle Tage. Es ist ja so bequem, mit dem Strom zu schwimmen- Was habe ich davon, sagt fich der „praktische" Politiker, wenn icb meiner besseren Ueberzeuaung folge: Schaden, Unbequemlichkeiten, Kränkungen! Der Geheim« rath entzieht mir seine Kundschaft, der Landrath verschließt mir seinen Salon; hier gilt es, dem Sohn eine einflußreiche Konnexion zu fichern, doit ist der Erwerb eines Titels oder Ordens in Ge'ahr; und dann die Aufregung, die Vtöglichkeit» wegen eines unbedachten Wortes vor'S Gericht gezerrt zu werden, die große Arbeit und die geringe Ausficht auf Erfolg. Also wappnen wir uns lieber gegen die Stimme unsere» politischen Gewissens und schimpfen wir bei feierlichen Gelegen« heiten im loyalen Chor auf die, welche nicht begreifen wollen» welche Ehre es ist, vom Fürsten Bismarck schlecht behandelt zu werden! Selbstverständüch gesteht fich unter hundert Personen nicht eine ein, wie sehr moralische Feigheit die eigent- liche Ursache ihres politischen Verhaltens ist. Wie gern betrügt der Mensch fich selbst und sucht seine Unterwürfigkeit auf die eigene Ueberzeugung zurückzuführen- Den politischen Nerv in einem Volke zu detäuben, ist schon manchem Staatsmann gelungen; aber ist daS ein Erfolg, auf den seine Urheber stolz sein können?" Lippe» preßte» fich fest auf einander, und flammende Blitze zuckten au« den weit geöffneten Augen. „Die Flasche, in der da« Gift sich befand, war dieselbe Flasche, au« der Georg seine» Branntwein irank," erwiderte er.„Wollen Sie vielleicht da« in Zweifel ziehen?" „Ja wohl, Herr Rabe." „Und worauf stützen Sie diese Zweifel?" „Auf die Verschiedenheit der Flaschen," erwiderte der Kammerdiener. Rabe zuckte die Achsel». „Ich glaube, Sie greifen Vermuthunge« au« der Luft, die nur dazu diene« sollen, die Thatsache zu verwirren," sagte er. „Keineswegs, meine Behauptungen stützen sich auf Wahr« heit. Al« ich die Papiere holte, nahm ich die Branntwein« flasche mit, ich wollte dadurch den Verdacht auf Andere lenken. Diese Flasche übergab ich Ihnen, e« war eine Mineralwassetflasche, sie trug die Aufschrift:„Künstliches Selterswasser". Die Flasche aber, die Sie mir gester» zu« rückgaben mit dem Befehl, sie auszugießen und in den Park zu werfen, trug die Aufschrift:„Apollinaris. Brunnen. Doppelkohlensaure Füllung". Die Verschiedenheit dieser beiden Flaschen konnte ich mir nicht erkläre», ei« Tausch mußte stattgefunden haben. Aber wie, warn und in welcher Weise war er geschehe»? Die Antwort auf diese Frage fand ich, al« ich heute Morgen entdeckte, daß die Flasche, die da« Gift enthielt, genau dteselbe Flasche war, die ich damal« aus der erbrochene» Kiste mitgenommen und Ihne» übergebe» Mit der Hand auf eine Ecke de« Tische« gestützt, stand Rabe seinem Kammerdiener gegenüber, den stane» Blick drohend auf ihn geheftet. „Das ist eme Lüge!" erwiderte er.„Ich habe Ihnen dieselbe Flasche gegeben, die ich von Ihnen erhielt." „Ich bin meiner Sache gewiß!" erwiderte Joseph ruhtg. »Sie find em--- wie wäre denn ei» Tausch möglich gewesen? Wie hätte ich Ihnen eine andere Flasche gebe» können?" Die vorstehenden ESilderungen find recht zutreffend, so weit dieselben Bezug auf da» Verhalten dcS tleingeistigen Svießbiirger- und des abhängigen Beamtenthums haben sollen. Es ist eine allbekannte Thitsache, daß die Rudimente des einst demokratisch gefinnten Bürgerthums kaum noch eine Spur frtlherer Fi eihntsregungen aufweisen; ihre Sprößlinge be trachten es als das höchste Glück, in irgend ein Etaatsamt einzurücken und die Konkurrenz auf diesem Gebiete hält von vornbeiein jeden freiheitlichen Gedanken von ihnen fern. Sind fie glücklich in den Hafen irgend eines AmtcS eingelaufen, so gilt e*, weiter Karriere zu machen und dazu ist vor Allem ein recht gouvernementales Verhalten nothwendig. Zum guten Theil resultirt dieses auS moralischer Feigheit, zum Theil ist es freilich auch auf daS Konto unserer wirthschaftlichen Zustände Der demokratische Gedanke und die politische Lebendigkeit find aber dennoch vorbanden, sogar in weit größerem Maße als früher. Die freiheitliche Fahne wird jetzt von Arbeitern vorangetragen, in den Arbeiterkreisen pulfirt heute frisches po< litisches Leben Je matter das öffentliche Leben in den andern Kreisen glimmt, je mehr moralische Feigheit und Gleichgiltig- keit dort wachsen, um so stärker und Heller werden Muth und Theilnahme in dem jugendlichen Streben der Arbeiter auf» leuchten:„Das Alte stür>t, es ändert fich die Zeit und neues Leben blüht aus den Ruinen!" Eine Zukunft haben nur die Bestrebungen der Arbeiter. Für Einführung der Sklaverei in moderner Form treten die Herren von der ostafrikanischen Gesellschaft noch im« mcr ganz ungenirt ein. Ein Mitglied dieser Ehrenmänner, Namens v. d. Heydt, erklärt ganz offen, daß ohne die Skia« verei die ganze Kolonialvolitik keinen Werth habe. Entweder muß man den ganzen Kolonialismus als eine Verirmng fallen laffen oder fich mit der Sklavenirage„abfinden"— meint dieser Afrikaschwärmer.— Die„Wes. Ztg." bemerkt dazu sehr zutreffend: „Wir überlassen es den Interessenten in den übrigen deutschen Kolonien in Westafrika, wenn fie es für nöihig hal- ten, dieses Entweder-Oder abzulehnen und dem deutschen Volke zu zeigen, daß seine Fahne über deutsche Kolonien weben kann, o b n e daß fie irgend eine Form der Sklaverei zu decken hat. Wir begnügen uns zu sagen, wenn wir nur um den Preis Kolonien haben können, dann weg mit den Ko« lonienl Das deutsche Volk ist bisher fast ganz fern ge« blieben von dem Verbrechen des Sklavenhandels und dem Uebel der Sklaverei, es wird nicht geneigt sein, in später Stunde fich an einer Sache zu betheiligen, die nach dem Zeugniß einer vierhundertjährigen Geschichte nicht nur die Sklaven, sondern, waS eben so schlimm ist, auch ihre Herren verdirbt." Sonderbarer Grund zur Versammlungsauflösung. In Epiinge bei Hannooer fand vor Kurzem eine Ardeiteroer- sammlung statt mit der Tagesordnung:„Aibeiterschutzgesetz- gebung", worüber Herr C. Bertram auS Hannover refmrte. Die Vei sammlung war von zirka 400 Personen auS Springe und Umgegend besucht. Als derselbe die Kinderarbeit einer scharfen Kr.tik unterzog und zu dem Schluß kam, daß die Kinder« arbeit radikal beseitigt werden müsse, rief der anwesende Kreissekretär des Amtes Springe dem überwachen- dm Beamten zu:„Radikal, das bedeutet Auflehnung gegen die Staatsgewalt und ersuche ich Sie. die Versammlung auf« zulösen, was auch von dem Gendarmen-Wachtmeister pflicht« schuldigst geschah. Wie Herr Eugen Richter von der französtschen Bour- geoispresse gefeiert wird, davon legt folgende Korrespondenz der„France" Zeugniß ab. Es heißt da in Hinblick auf die Eröffnung des deutschen Reichstags:„DaS Schicksal der Po- tttik des Herrn v. Bismarck hängt wie gewöhnlich von den Interpellationen des Herrn Eugen Richter ab; derselbe ist gesonnen, in dieser Sesston noch mehr den Kanzler zu bekämpfen, wie sonst und kann man fich auf einen ernsten Anprall gefaßt machen. Der eiserne Varziner wird alle List und Gewandtheit verwenden müssen, um nicht im Parlament seinen Meister zu finden, denn hinter Eugen Richter steht daS ge'ammte Volt: er ist trotz seines fürstlichen Ursprungs sehr populär und fingt man selbst in den Schulen ein Lied, daS anfängt:„Prinz Eugen, der edle Richter""— Prinz Eugen aber kann hier mit Recht ausrufen: Herr schütze mich vor meinen Freunden! Oder sollte am Ende doch— die Korrespondenz ist datirt auS Berlin— in solch' unversänglichem Gewände die Reklame ein« herschreiten? Die sächstschen Behörden und die freien HilfSkassen. Die sächstschen Behörden haben bekanntlich den zentralrstrten Hilfskaffen wiederholt die größten Schwierigkeiten bereitet, und thun es in Dresden noch gegenwärtig. Da bei den sächstschen Behörden leine Abhilfe zu erzielen war, haben fich die Herren K rl D eisin ger(Vorfitzender der Allgemeinen Metall« mbeiter- Krank« nkaffe) und Zaffke(Vorsitzender der Allge- meinen Schuhmacher-Krankenkasse) mit der Bitte um Remedur, nicht nur in dem vorliegenden Falle, sondern überhaupt in Beziehung auf die mangelhasten gesetzlichen Verhältnisse, welche das Vorkommen solcher Fälle ermöglichen, an die Zentralstelle Ueber da» Gesicht des Kammerdieners glitt ein bos- hafteS Lächeln. „Möglich ist Alles," erwiderte er,„man muß nur de» Muth haben, den Folgen die Stirne zu bieten." „Ich werde Sie entlassen," sagte Rabe, zitternd vor Erregung,„Sie nehmen sich mir gegenüber zu viel heraus. Wenn Sie behaupten wollen, daß ich Ihnen den Auftrag gegeben habe, die Papiere zu stehle«, so werde ich dieser Behauptung energisch entgegentriten. Ich habe Zhnen nur gesagt, daß ich von dem Inhalt dieser Papiere Kenntniß zu erhalten wünsche, und wenn Sie daraufhin einen Einbruch verübe«, so fallen die Folgen diese« Verbrechens auf Sie allein zurück." Der Kammerdiener verlor seine trotzige Ruhe nicht, die drohenden Blicke seines Herrn konnten ihn nicht ein- schüchtern./ „Ich hege nicht die Absicht, eine Beschuldigung gegen Sie auszusprechen," erwiderte er,„ich habe ja vorhin schon behauptet, daß ich nicht sagen würde, was ich wisse. Kurz vordem Sie die Flasche mir Übergaben, waren Sie im Park .Lüge!" „Ich habe Sie hineingehe» und zurückkomme« sehen!" „Sie wollen mir drohen, aber—" „Herr Rabe, eine Drohung ist noch nicht über meine Lippen gekommen, aber was ich mit Bestimmtheit weiß, daran soll Niemand rütteln. Und wa» ich mit meinen eigenen Augen gesehen habe, da«—" „Das berechtigt Sie noch immer nicht zu kindischen Vermuthungen," fiel Rabe wüthend ihm in'S Wort.„Sie glauben wahrscheinlich, ich habe nicht den Muth, Sie zu entlassen, well ich Ihre Drohungen fürchte, und darauf gestützt, versuch:« Sie j.tzt, Geld zu erpressen, aber dieser Plan, so schlau er auch ersonnen sei« mag, wird Ihne« nicht qelingen.".... Der Kammerdiener strich mit der Hand über sein glatt rafirtes Gesicht und zuck e leicht die Achsel». „Die Entlassung ist ja ohnedies nahe," erwiderte er, „der Oberst von Stuckmann wird schwerlich mit dem Gute auch das Personal übernehmen." in Berlin gewandt, und find am vorigen Freitag vom Herrn Minister von Bötticher in längerer Audienz empfangen worden. Die beiden Delegirt n übergaben dem Henn Mmiftcr eine umfangreiche Petition. Herr v. Bötticher nahm das Schrift- stück mit den Ueberreichern desselben sorgtältig durch, erklärte, daß er keineswegs den freien Hilfskaffen feindlich gegenüber« stehe— obwohl er an die Zukunft derselben nich! glaube— und versprach für eine Regelung der gesetzlichen Verhältnisse im Sinne der Petition eintteten zu wollen, falls fich der Vor schlag bei wette: er Prüfung als durchführbar erweise. In Beziehung auf die Situation in Dresden erklärte er aus« drücklrch: Die dortigen Kaffenmitglieder brauchten nicht die zu Unrecht von ihnen oerlangten Beiträge zurOrtSlasse zu zahlen. Sie sollten, wenn fie bei den sächstschrn Behörden kein Recht bekommen lö-nten, es allmfalls aus Exekution ankommen laffen und mit gerichtlichen Klagen vorgehen. Die abgepreßten Beiträge müßten ihnen schließlich zurückerstattet werden, einerlei, ob fie inzwischen Unterstützung auS der Ortskrankenlaffe erhalten hätten oder«'cht. Ueber die Berichte der deutschen Fabrik-Jnspektore« für das Jahr 1884 bringt die„Kammer" eine Besprechung von Dr. Emanuel Sax. In derselben wird wieder auf die Unübersichtlichkeit und geringe Einheitlichkeit, sowie auf den Mangel eines General« Berichtes hingewiesen. D'e 48 Einzel- berichte der deutschen Aurfichtsbeamten, bemerkt Dr. Sax, „ziehen im Gänsemarsch an uns vorüber und bis auf ein paar dürftige Tabellen fehlt es an jeder Zusammenfassung zu einem einheitlichen B is. Unter solchen Umständen müßte man er- warten, daß daS Reichsamt des Innern, in dem diese Berichte zusammengestellt werben, wenigstens für die schnellste Ver« öffentlichung derselben Sorge trägt, aber es scheint, daß die Redaktion der„Amtlichen Mittheilungen" aus diesen Berrchten viel Mühe macht, sonst wäre es unbegreiflich, warum die österreichischen Jnspeklionsberichte, die doch einen General» bericht enthalten, schon im März ausgegeben werden konnten, wählend die deutschen erst jetzt zur Ausgabe gelangen." Die Stärke des deutschen Heeres beträgt nach dem Etatsentwurf für 1886/87 18 150 O fiziere, 51 413 Unteroffi« ziere, 790 Zahlmeister-Aspiranten, 13 440 Spielleute, 347965 Gefreite und Gemeine, 3531 Lazarethgebilten und 10135 Oekon omiehandwerker, zusammen also 427 274 Mannschaften. Dazu kommen noch 1686 Militärärzte, 783 Zahlmeister, 619 Roßärzte, 737 Büchsenmacher und 93 Sattler. Die Zahl der Dienftpferde beträgt 81 773. Im Vergleich zum Vorjahre soll stattfinden eine Vermehrung der Offiziere um 11, der Zabl- meisteraspiranten um 1, der Gefreiten und Gemeinen um 157, der Oekonomiehand werker um 8 und der Büchsenmacher (Waffenmeister) um 80. Eine Verminderung ist beabfichtigt bei den Unteroffizieren um 162, den Svielleuten um 3 und den Lazarett-gehilfen um 1 Mann. Die starke Verminderung der Unterosfizierstellen ist hauptsächlich darauf zw ückzuführen, daß, wie bereits im vorigen Etatsentwurf vorgeschlagen war, die Waffenmeister bei den Feld-Artillerie Regimentern, die bisher als Unteroffiziere eingestellt und verpflegt weiden, eine höhere Tienststtllung mit 765 M. bekommen sollen. Außerdem ist für Bayern eine Verminderung der Unteroffiziere bei den besonderen Formationen um 133 projektirt, ohne daß diese Ver« Minderung näher erläutert ist. Ebenso findet in Bayern auch eine Herabsetzung der Zahl der Kavalleriemannschasten um 110, dagegen eine Vermehiung der Infanteristen um 198 statt. Diese Veränderungen werden erst durch den bayerischen Epe- zialetat eine Erläuterung erfahren. Die Zahl der D'enstpferde soll im Ganzen um 175 vermehrt werden, indem bei der preußischen Feldartillerie ein Zugang von 256, bei der bayerischen Artillerie dagegen ein Abgang von 81 vorgesehen ist. Solingen, 24. November. Die Strafkammer zu Elberfeld hat vor einigen Tagen eine für weiteste Kieise wichtige Ent« scheidung gefällt. Ein Mefferschläger und ein Messerschmied auS der Nachbargemeinde Dorp waren durch Strafbefehle zu 3 Mark Geldstrafe verurtheilt worden, weil sse fich und die bei ihnen beschäftigten Söhne nicht zur Ortskaffe angemeldet hatten. Gegen den Strafbrfehl hatten dieselben Einsoruch erhoben, waren aber vom hiefigen Schöffengericht kostenfällig abgewiesen worden. Gegen diesen Entscheid meldeten fie die Berufung an, und die Strafkammer spiach fie frei in Erwägung u. A., daß die Angeklagten nicht allein die Anschaffung deS zur Verfertigung der Fabrikate erforderlichen Rohmaterrals, sondern auch die Verarbeitung desselben auf eigene Rechnung bewirkten, die so verfertigte Waare dann an andere absetzten, daß demgemäß keiner der Angeklagten für seine Person als verficherungs« pflichtig angesehen werden könne. Dce Vcrficherungspflicht der im Hause ihreS VaterS lebenden Söhne resp. die fich daraus ergebende Pflicht zur Anmeldung anlangend, so habe dieselbe die Voraussetzung, daß die Söhne nicht allein thalsächlich in dem Gewerbe ihreS Voters beschä'tigt seien, sondern daß fie für diese Beschä'tigung auch Gehalt und Lohn de-ögen. Darin aber, daß die Söhne im Gewerbe des Vaiers mit thätig seien und den Unterhalt im elterlichen Hause hätten, könne nickt ein« Beschäftigung gegen Gehalt oder Lohn im Sinne deS Gesetzes „Also da« wisse« Sie auch schon?" „Ein guter Kammerdiener muß stets von Allein unter« richtet sein." „Sie sind ein Spion!" „Ich spiontte nur dann, wenn es mir befohlen wird, oder wenn mein eigenes Interesse es erfordrrt. Mit der Gegenwart allein ist Niemandem gedient, man sieht auch gerne in die Zukunft. Wie gesagt. Herr Rabe, auf meine Entlassung bin ich gefaßt, und was meine Zukunft betriff«, fo habe ich meinen Plan b-reitS eniworfen. Ich will einen kleinen Gasthof übernehmen, da« Zeug dazu fühle ich in mir, es handelt sich nur noch um die Mittel." „Und die soll ich Ihnen wohl geben?" „So dachte ich." „Da hätten wir also die Erpressung!" „Sie werden entschuldigen, Herr Rabe, es ist nur eine Bitte, und wenn Sie Ihrem Kammerdiener auf eine« grünen Zweig helfen, so wird da» ja Niemand be- fremden." Rabe hatte fich in den Sessel, nebe« dem er stand, niedergelassen, er schien seine Ruhe wieder gesunde« zu haben. „Haben Sie schon eine« Gasthof gefunden, den Sie übernehmen können?" fragte er. „Noch nicht, aber die Gelegenheit bietet sich ja täglich, in jeder Zeitung werden Gasthöfe angeboten." „Und die Wirt hin?" „Franziska wird eine Wirthin fei«, wie fie im Buch steht." „Die Rechnung scheint ja schon nach allen Seiten hin fertig zu sein," spottete Rabe. „Allerdings, nur da« Geld kehlt noch." „Und wie groß müßte die Summe sein?" „Mindesten» zehntausend Thaler." „Zur Uebernahme eines Gasthofs ist da« wenig genug aber eine unverschämte Forderung ist e», wenn Sie diese Summe von mir verlangen." „Dieser Ansicht kann ich nicht beipflichten." saate Joseph mit unerschütterlicher Ruhe.„Die Flasche, welche Sie mir übergeben haben) befindet fich noch in meinen gefunden werden, weil dieser Unterbai', wenngleich wohl c# nehmen sei, daß derselbe mit Rückficht auf die von W Löhnen geleistete, übrigens nicht allein auf daS Gewerbe W Angeklagten, sondern auf alle HauShaltungszwecke W erstreckende Aushilfe gewährt worden sei, doch nickt W Begriff von Lohn oder Gehalt entsprechend als rech»« erzwingbare Gegenleistung für gerverbliche Thätigkeit angeseh!» werden könne., Greiz. 23. November. Heute Vormittag 11 Uhr wur» hier im Landtagssaale durch den Regierungspräfident der siebente ordent liche L a n d t a g des Fürsteni hums Reuß y eröffnet. In seiner Ansprache kündigte der Regierun?� Präsident an, daß fich der Landtag mit dem Etat für 1886-� und mit verschiedenen Gesetzentwürfen, darunter einem dett. Verbesserung des Diensteinkommens be> Volksschullehrer, sowie einem anderen, betr. Prünw' zeugniß für Ausübung des HufbescklagS, beschäftigen«M LandgcrichtSpräfident Dr. Montag ei klärte sodann die 6�11 für eröffnet, worauf die Vereidigung der neuen Abgeordneic» stattfand. Oesterreich'Ungar«. Am Eonnabend fand in Wien-eine kleine Wgofito* Demonstration statt, welche ein Einschreiten der Poliz« Folge hatte. Gegen hundert bulgarische Siudenten. weiche b» her an verschiedenen deutschen und belgischen Unioeifiw® ihren Studien obgelegen, waren in Wien zusammenget'.oM um die Reise nach der Heimath, wo fie als Freiwillige in# Armee einzutreten gedenken, gemeinschaftlich fortzusetzen- Un>« den Rufen:„Nieder Milan! ES lebe Alexander!" durchM? fie einige Straßen der österreichischen Hauptstadt".— iW alter Gewohnheit brachten die Wiener Morgenbläiter c" Sonntag langathmige Berichte über diese durchaus undedeutes'' Demonstration. Frankreich. Die letzte Pariser Krisis hat wieder einmal t« Aufmerksamkeit darauf gelenkt, daß die Lage der aib.ilw'? Klaffen in Frankreich mit dem Fortschreiten der 8% kapitalistischen Wiithschaftsweise stelia fich verschlechtert. von konservativen Agraryolitikern, wie v. Reitzenstein,»ü® jJ „in Folge der ungünstigeren Erwerbsverhältniffe nalurgeM eingetretene erhebliche Minderung deS FleischlonsumS' anerkannt. Während die Arbeitslöhne eine fallende Tcnff, zeigen oder mindestens fich nicht erhöht haben, ist eine dige Steigerung der Fleischpreise deutlich KL kennen. Es betrugen nach den Ermittelungen der landwirthschafilichen Enquete 1879 80 die mittleren% schnitlspreise pro Kilogramm Fleisch(nach Abzug der fälle): 1856' 1862 1867 1872 1,12 1,18 1,36 1,63 0,98 1,04 1,21 1,51 1,15 1,25 1,42 1,80 1.18 1,27 1,45 1,80 1,34 1,08 1,24 1,54 1,35 1,40 1,42 1,65 ■<> Ochsenfleisch. Kuhfleisch. Kalbfleisch. Schasfl isch. Lammfleisch. Schweinefleisch Frisches Fleisch Stücken Gesalzenes Fleisch. ! in 1,10 1,35 1,09 1,37 1,25 K & Diese Ueberficht zeigt ein für fast alle Fleischsorten Iß" ,,, gebliebenes Steigen, Dasselbe ist bei den Preisen deß'".L lepietn Zustande verkauften frischen und gesalzenen o';' fit stärker gewesen, ali bei den ersten fünf Pofitionen, deiwV Engrospreise für da» lebende Vieh zu Grunde Der Ardeiler, die große Masse kauft aber zu Detwlß's„« .......... v'Lu Ntf 1,46 142 1,93 1,81 1,43 1,27 1879 i i 1,09 A d. h. dedeutend theurer ein. Auch in den solgenden 1878 und 1879 find die Preise wenig gefallen: Viehmarlte von La Billette(für Pari») ergaben fich Preise für lebendes Vieh(pro Kilogramm): 1878 für Ochsenfleisch „ Kuhfl sich „ Etierfleisch „ Kalbfleisch „ Sckaffleisch „ fettes Schweinefleisch „ mageres Schweinefleisch Seitdem haben fich die Presse wieder erhöht. Dekret vom 18. Februar 1881 wurde dem arbeitenden � ein billiges Nabrungsm ttel durch das V>rbot der Emw.,� amerikanischen Schweinefleisches entzogen, und die � Landwirtye agiiiren für Erhöhung d.r Viehzölle Gerade wie in Deutschland. Die Zeche aber bezahlt der> Wirthschaftspolitik der Proletarier. Grotzbritannie«. William Petty, der Begründer der kla, fischen Oekdnomie, ein Stern ersten Ranges am nationalß'°,,./ stattstsscken Himmel, bat in seinem„Political (Art. Vit)(Politische Rechenkunst). 1691 postbum erne Berechnung über die Duckschnittssumme der A» � eines jeden Kopfes im vereinigten Königreich anfle"(l"' Händen, die andere Flasche ist in den Hände» de«®ß''«« und wenn der Assessor im nächsten Verhör die om mich richten sollte, ob ich—"& „Schweigeo Sie!" fiel Rabe ihm ins®Drt:.(ijV kennen mich genau genug, um zu wissen, daß ich n Ks mala durch Drohungen einschüchtern lasse. Von ein. wechselunq der beiden Fiaschen ist mir nicht«»"""'„««st?' ich sage Ihnen noch einmal, sie kann unmöglich st den haben. Liegt also hier kein Zrrthum Jhrerseüä � ist die Anklage absichtlich aus der Luft g-g'iffen-% solche Anklage fällt stet« auk den Urheber zurück. st Ihnen deshalb den guten Rath. Ihre Zunge«" halten, und wa» Ihre Zukunft fi-tviffi fo bin ich'LZ jirf %%% SÄ;»!.0 ÄÄ nÄfVj Ä daß ich Mittel genug boshaften Verleumdung mit Entschiedenhe't treten.""' Willibald Rabe hatte sich von seinem « legte die Hände auf den Rücken und wander und nieder. tU den etregung ,u geb eten. fei» - Mensch«"' Weshall' auch hatte er diesem St feliw dieser Kalkül besonders deshalb, weil wir aus dem« lden daS Minimalcinkommm einet gcwShnlichen TaqalbeiterS jener Zeit, dem letzten Viertel des 17. Jahrhunderts ersah- � Nach Petiy verdient ein Tagelöhner ungefähr 8 35«"«*); «iotm eineS solchen Mannes sei ohne Kost vier Schilling m Woche oder 2 Shilling mit derselben, meSbalb der W e r t h �lner Kost 2 Shilling per Woche oder 5,4 Pfd. Et. per Mhr betragen müsse. Der Werth der Kleider könne nicht ge- V sein als der Lohn, welcher der ärmsten Dienst« ?°Sd auf dem Lande gegeben wird, d. h. 39 Schilling jähr- 2' ebenso können die Kosten aller übrigen Bedürfnisse nicht als 6 Shilling jährlich sein, somit alles in allem i*i L?t- Halten wir fest, daß Petty nur Minimallöhne der �'Yteftbezahlten Arbeiter im Auge hat, und vergleichen wir 2!' wöchentlichen Kosten für Nahrung auS dem Jahre 1687, ;™® Petty's Todesjahr, mit dem Wochendurchschnitt eineS ?°>>einen englischen Arbeiters auS dem letzten Viertel deS zAehnten Jahrhunderts. Damals war das Minimum Ii*»? für einen Tagelöhner. Heute betragen die wöchent« Kosten für Nahrung per Erwachsener(laut dem amtlichen x,,"wt der englischen Regicrungsdeamten: Pnblic Health, r* Report, nach Marr. Kapital, I. Buch. S. 676) für: Sei- Siebet 2 Shilling 6'/, Pence, Nähterinnen 2 Shillinge »Mre, LedcrhanSschuhmacher 2 Shilling 9'/, Pence, Schuster SWUng 7'/« Pence, Strumpswirker 2 Shilling 6V« Pence, ii'�chentrtber von Mceclessield nur 1 Shilling 8Va Per ba8 find qualifizirte Arbeiter, und nicht unter der% � Karl II., sondern in dem glanzvollen Zeitalter VikM Gipfelpunkt industriellen Aufschwungs. Man karget 25, baß diese Seidenweber, Handschuhmachev�u. s. w. L�ier gestellt find, eine niedrigere LebenShaltunL haben, als "U» zugehörigen sorgen, vereinen persönlich , �---------—■.. den Frieden zu W,'?; Ob bei solchem Treiben die Henne, welche die gol« �er arT legt, die Geschäfte in ihrer Entwickelung geschädigt linttß'emmt werden, daS ist dem Gewerkoerernlern ganz Zach ni. deshalb hat fich die Berliner Verwaltung derselben 9%,' gescheut, in erster Linie den Streik, den Unfrieden zu tzit k. US den ernährenden Geschäften konnte dann werden, V, n00 Wollte. Die Geschichte der häßlichen Vorgänge bei denburger GewerkvereinSstreiks ist allbekannt und kann q� Uich nieder aufgetischt werden."— Darüber ist nun M Uch in seinem„Gewcrkverein" ganz außer fich. Er 4 M Blatt„Luginsland" führe seinen Namen mit Recht, nur Lug und Trug inS Land bringe. Er verwahrt fich davor, daß die Gewerkvereine Streikvereine seien. V ttell flnö«, SÄ»,-e-W»«' V-e TT-" Daß die Führer der Gewerk- v»'r /r o—— w— w, Njfn n/elben in das politische Foh'.wasscr der deutschfrei' PL Partei bringen wollen, das kann doch nicht geleugnet Hü-it" fie werden ja von den Führern systematisch auf V�terpartei gehetzt.— Daß wir aber mit der Sprache Ä?» /"glische Pfund Sterling= 20 Shilling(=20 2«. w®1/, m�lchSwährung); 1 Schilling= 12 Pence; 1 Penny �i([,"a ennige, 8 Pence also etwa= 66'/, Pfennige. Man uw indeß an den höheren Geldwerth jener Zeit! geschenkt, sich gewissermaßen zu einem Ver« ,'hm verbündet! »i" die Folgen dieses Bündnisses nicht voraus« %% o"eu? Wa« würde geschehen, wenn Herr von >>ihe,s,�nntniß davon erhielt? Stand nicht mit ziemlicher �t fo.', Su erwarte«, daß Joseph seine Anklage zuerst bei , Und"• Lossow erheben würde. einx. menn es ihm dann auch gelang, diese Anklage We» N,., Thüste Verleumdung zurückzuweisen, etwa» von r"»); 0»_„ mdun9 blieb dennoch haften und dieses Etwa» N>„..üeu, den adelsstolzen Edelmann zur Zurücknahme zu bewegen. Es war eine peinliche Situa» � SotW e:"ur dadurch sich befreien konnte, daß er L, Abx."ng Josephs nachgab. Ir°tte r �"her sollte er die Summen nehmen? Barnekow »IMuusend, der Kammerdiener gar zehntausend Attch c>derdem schuldete er dem Antiquitätenhändler vier- hnler, und er selbst war von alle« Mitteln tQ'ngen Lu�nn? Schulden durfte er nicht machen, *4*?'ev ej nndfec seine» zukünftigen Schwiegervater« kh.%§04,�1""h*> überdies konnte er auch nicht sofort ."on h�m Vater seiner Gattin eine nam- hb; J'e, � Er war, während er über da» Alle» ' em in f.in Arbeitszimmer gegangen, »em da« fa"�ÄSljiinino tu?'' in �5?nbgen war in sicheren Werthpapieren n in Kationen utd StaatSschuldscheiaen, � E, � Siunde bei jedem Bankier versilbern s�°s �™'e,Nabe seiner Schwester bereits gesagt �njcht hunderttausend Thaler; die Generalin ' mte groß die Summe war, sie mußte de?„Luginsland" den Gewerkoereinen gegenüber nicht ein« verstanden find, das ist selbstverständlich, aber unS fteut eS, daß man überall den Dr. Max Hirsch nach seinem Werthe schätzen lernt und ihm verleidet, den Loyalitätsftack, wie er dies früher häufig that, fernerhin anzuziehen. Arbeiterkolonte«.„In vielen Bezirken haben fich übrigens auch die Arbeiter, die vielerorts den Unternehmungen gleicher Art in gewissem Sinne fttedlich gegenüberstehen, mit den A-beiterkolonien befreundet"— so lautet die neueste national- liberale Weisheit, die in verschiedenen Blättern dieser Partei zu finden ist. Die Arbeiter hatten niemals gegen die« jenigen Arbeiterkolonien etwas einzuwenden, welche fich mit Urbarmachung von Oedländereien beschäftigen und in denen keine Bigotterie getrieben wird. Dahingegen haben die Ar- beiter fich weder mit der Muckerei, noch mit der Konkurrenz, welche in einigen Arbeiterkolonien durch Jndustriearbeit den freien Arbeitem gemacht wird, jemals befreunden können. Diesen Standpunkt nehmen die Arbeiter noch immer ein und werden ihn auch beibehalten. Schaffe man Arbeiterkolonien nach gesunden Grundsätzen, so haben fie den Beifall der Ar- beiter, andernfalls nicht. Im Uebrigen darf man die guten Wirkuschm auf unsere sozialen Verhältnisse, welche die Arbeiter« lünstiasten Falles haben können, nicht über« Oer Segen, den fie bringen, wird immer nur ein tiver sein. Die Trunksucht als gesellschaftliche Maffenerscheinung nimmt eine immer drohendere Gestalt an. Gam natürlich, da die soziale Notb, die Maffenarmuth in stetigem Vormarsch auf der ganzen Linie begriffen ist. An die Stelle des nahrhaften und gesunden Bieres tritt der ostelbische Kartoffellusel. Es betrug der jährliche Verbrauch der deutschen Bevölkerung per Kopf und Liter Bier in den Jahren 1871— 75 noch 90,1, 1875—79 dagegen nur noch 89,9. Nehmen wir die Reichshauptstadt Berlin, so zeigt fich eine reißende Zunahme in der Zahl der„Schenkstellen. Es gab deren in Berlin im Jahre 1870: 5595 „„ 1873: 6005 „„ 1874: 6857 „„ 1875: 7314 „„ 1876; 7629 ES lamm in Berlin auf je 10000 Einwohner der Bevölkerung im Jahre Bierschankstätten Schankstätten überhaupt 1846 21 66 1866 38 74 1876 48 80 Auf den Kopf der Bevölkerung wurdm Liter Branntwein produzirt bezw. lonsumirt 1872 1873 1874 1875 in Potsdam- Brandmburg 25,1 28,9 32 2 32 9 Berlin trägt, nach dem obm Ausgeführten, dabei sicherlich die Palme davon. Die Franzosen sagen treffend, eine Brannt- Weinschenke sei ein Ort, wo die Narrheit flaschenweise verkauft werde. Nicht bloS den Jrrfinn, sondern auch daS Verbrechen züchtet der Alkoholismu« groß. WaS aber ist die Lebens« bedingung dieser modernen Seuche? DaS allgemeine Elend, die fortschreitende Pauperistrung der großen Masse durch den Kapitalismus. Wer die Trunksucht bekämpfen will, der muß sür eine gesündere Organisation der Arbeit sorgen. Der Niedergang de« Kleinbetriebes auf gewerblichem wie auf landwirthschaftlichem Gebiete wird treffend durch fol- gende Zusammenstellung der Konkurse im Königreich Württemberg, welche hauptsächlich Kleinbesitzer und Handwerker betrafen, illustrirt: Jahr Konkurse Jahr Konkurse 1837 1447 1853 8536 1843 1857 1854 8813 1846 3351 1855 7883 1848 4039 1856 4772 1852 7582 Zahlen beweism l Der Lohn der Handwebergehilken im Ztttauer Be» zirk erreicht bei Weitem nicht die für die ankassenverficherung angmommene durchschnittliche Höhe deS Tagelohns, 1 M. 25 Pf. für Männer, 85 Pf. für Frauen. Deshalb find Schwierigkeiten entstanden, diese Arbeiterklaffe in irgend eine Ortikasse einzu« reihen. Nunmehr ist durch die Amtshauptmannschaft ein statistischer Nachweis geführt worden, nach welchem sich der Durchschnittslohn dieser Arbeiterkategorie auf zirka 300 M. beläuft. Dabei aber ist ferner festgestellt worden, daß ein volles Drittel den JahreSverdienst von 260 M. noch nicht erreicht. Wie die Arbeiter mit einem solchen Lohne auskommen können, ist nicht zu begreifen. Daß dabei diese ganze Bevölkerungs- klaffe nach und nach zu Grunde gehen muß, ist gewiß. Den einen Nutzen haben die sogenannten Eozialresorm« Gesetze sicherlich, daß fie zu Enqueten über die Lohnhöhe und über die Arbeiterverhältniffe überhaupt veranlassen und somit viel- fach die Wahrheit an den Tag bringen. Die Wirkung wtrthschaftltcher Krisen auf dte Z a h l der Eheschließungen ist eineS der interessantesten und mit dem Vorhandenen zuftiede« sein, wenn e« auch weniger betrug. Aber seltsam, Rabe konnte sich nicht entschließen, zu diesem Motel zu greifen, um fich auS seinen Verlegen- heilen zu befreien. Der Gedanke daran, daß seine Schwester ihm den Vor- wurf machen könne, er habe ihr Vertrauen mißbraucht und fie betrogen, war ihm furchtbar, abgesehen davon, daß ein solcher Vorwurf von den Lippen Arabella'« ihn tödtlich be« leibigt haben würde; den Betrug, den er bereit« mit dem Wechsel verübt hatte, glaubte er«och immer verheimlichen zu können. Hatte auch die Generalin bisher sich nie um dieses Baarvermögen gekümmert, so waren doch in de« hinter- lassenen Papiere» ihre« Gatten die Werthpapiere verzerchnet, und ei» genauere« Verzeichnis) konnte möglicherweise bei dem Testamente gelegen haben. Rabe fühlte fich überhaupt be- unruhigt dadurch, daß er nicht mußte, welche andere Papiere in der Klappe de« Sekretär» gefunden worden waren, die Generali» hatte ihm darüber gar keine Mittheilunzen gemacht. Gedankenvoll stand er»och immer vor dem offene» Schranke, als die Generali» eintrat. Er bemerkte sie nicht, und Frau von Etuckmann schien fast zu ahnen, was in der Seele ihre« Bruder« vorging, und ihr finsterer Blick ruhte erwartungsvoll auf ihm. Aber schon in der nächsten Minute erschien ihr die Rolle einer Lauscherio erniedrigend, sie hustete leicht, und Rabe fuhr erschreckt zusammen, al« er mit einer raschen Wendung fich seiner Schwester so plötzlich gegenüber sah. „Du bist schon zurück?" fragte er erstaunt. »Wie Du siehst," erwiderte die Generali» ruhig, während ihr forschender Blick verstohlen da« fahle Geficht de« Bruder« streifte. „Und wie bist Du empfangen worden?" „Nicht ander«, al« ich e« erwartete." Rabe schob seiner Schwester einen Sessel hin, dann setzte er sich ihr gegenüber. »Er hat Dir also wirklich Vorwürfe gemacht?" ftagte er. wichtigsten Kapitel der Sozialstatistik. Wir lernen darauS, daß n den günstigen Jahrin die Ehefrequenz wächst, in Zeiten des Nothstandes, der hohen Lebensmittelpreise, deS wirthschaft- lichen Rückganges dagegen abnimmt. W. Starke giebt in seiner Schrift: Verbrechen und Verbrecher in Preußen 1854 bis 1878 eine Ueberficht, der wir folgende Daten entnehmen. Von 1000 der Ä-völkerung in Preußen haben durch- schnittlich Ehen geschlossen im Jahre 1867—18,9" 1868—17,7; 1869-18,0; 1870-149; 1871-16,0; 1872-20,7; 1873- 20,4; 1874-19,6; 1875-18,2; 1876-17,2; 1877-16,1; 1878-15,7; 1879-15,4; 1880-15,4. Sehen wir ab von den normalen KriegSjahren 1870/71 so finden wir. daß die Zahl der Eheschließungen in den Jahren 1872 und 1873 20,7 und 20,4 gestiegen ist und damit eine Zahl erreicht hat, die, wie Starke sagt, nur noch durch die große Zahl der Eheschließungen nach Beendigung der Freiheitskriege, 1816—20 mit durchschnittlich 21,8 übertroffen worden. 1872 und 1873 find aber bekanntlich die Glanzjahre der schwinde!« hasten Milliardenära, in der günstige Nahrungsverhältniffe ge« boten waren. Mit dem Sturz der Kurse aber, mit dem Krach und Zusammenbruch industrieller Gründungen erfolgte auch ein Sturz der Heiraths, iffer. Ein ähnlicher Stand, wie der deS Jahres 1877 mit 16,1 findet stch nur noch im KriegSjahie 1871 und in den Hungerjahren 1851—55.„Der Stand der Jahre 1878—1880 mit 15,7 bezw. 15,4 i st noch niedriger, als diejenige der ganzen 54 Jahre von 1316 b i S 1870. Hierin liegt sicherlich ein schlagender Beweis für die gewallige Tragweite des Nothstandes, der über daS Land gekommen war." Solche Zahlen zeigen unS wieder einmal, wie richtig die Auffassung ist, welche unS die ökonomischen Faftoren als die hauptsächlich bestimmenden für die Gesammt- heit des sozialen Lebens erkennen lehren. Welche Kredttnoth unter den Bauern herrscht, da« zeigt der von Jahr zu Jahr fich vergrößernde Einfluß der Landwucherer und Güterzertrümmerer. Aus den Registern de« Bezirksgerichtes Regensburg geht, wie in der bayerischen Kammer nachgewiesen wird, hervor, daß im Jahre 1872 104, im Jahre 1878 dagegen 171 Wechselsachen verhandelt worden find, an denen kleine und große Bauern betheiligt waren. Die Gesammtsumme, auf welche die 171 Wechsel im Jahre 1878 lauteten, belies fich auf 126 306 Mark. Von dieser Summe waren 100 000 Mark gegen einen Zinsfuß von wenigstens 100 pCt. ausgeliehen. Ja bei kleineren Summen wurden vom Gulden 3, ja 6 Kreuzer die Woche genommen und unter der Markwährung ist der regelmäßige Zinsfuß für kleinere Sum« men von einer Mark 10 Pf. pro Monat. Diese DarlehnSge« schäfte werden meist von sog. PrivatierS betrieben, früheren Landleuten oder doch Geschäftsleuten vom Lande, welche ihre Immobilien verkauft haben und in die Stadt gezogen find, um hier die Freuden des Siadilebens zu genießen und die Mittel dazu aui dem heillosesten Zinswucher zu genießen. (Vgl. stenographischer Bericht über die Verhandlungen der bayer. Kammer vom 17. Jan. 1879, S. 78 ff.) Also nicht blas„Juden und Judengenoffen" find es, die dem Bauern daS Fell über die Ohren ziehen, wie die Agrarier und Anti« semiten eS so gern glauben machen möchten. Nun, Herr Stöcker? Dte Schiefer« und Ztegeldecker von Leipzig und Um- gegend hielten vorige Wowe eine zahlreich besuchte Versamm» lung ab. Der erste Redner behauptete, daß die Gehilfen in Leipzig schlechter gestellt seien, als in den meisten anderen Städten, der Stundenlohn schwankt zwischen 20—31 Pf., während der höchste Wochenlohn 21 M. beträgt. Namentlich in der Winterzeit verschlechtern fich die Verhältnisse noch, da dann die Beschäftigung zumeist ganz aushört. Seit 10 Jahren ist in Leipzig der Lohn nicht von der Stelle gerückt; wie alle Welt vorwärts zu kommen sucht, so wollen auch die Dachdecker weiter streben. Früher erhielten die Dachdecker, gemäß der Ge« fährlichkeit ihres Berufes, einen höheren Lohn als die Maurer; jetzt ist dies umgekehrt, d. h. die Maurer erhalten bessere Löhne. Es wird der lOstündige Arbeitstag und ein Minimallohn von 40 Pf. pro Stunde verlangt; bei auswärtigen Arbeiten wird ein Zuschlag gefordert, und zwar soll derselbe betragen bei einer Entfernung von 3—5 Kilometer 50 Pf., von 5—8 Kilometer 1 M. und darüber 1,50 M. pro Tag. Mit Ueberein» stimmung wurde allseitig betont, daß dieser Tarif durchaus ein gemäßigter sei und daß bei festem Zusammenhalten von Seiten der Gehilfen die Durchführung desselben wohl zu erwarten sei. Schließlich wurde eine Resolution einstimmig angenommen, die folgenden Wortlaut hatte:„Die heutige öffentliche Versamm- lung der Schiefer- und Ztegeldecker Lei zigs und Umgegend beschließt, den aufgestellten Lohntarif anzunehmen, resp. zu unterstützen und der gewählten Lohnkommisfion die Ermäch« tigung zu ertheilen, mit den Meistern zu unterhandeln." Verschiedene Gewerbevereine des Niedergebirgischen Gauvcrbands haben beschlossen, den Voran der sächsischen Ge« werbevereine zu ersuchen, an den Reichstag eine Petition zu erlassen, welche dte Einführung von Arbeitsbüchern für alle gewerblichen Arbeiter fordern soll. Ob dahinter nicht Ackermann'sche Agenten stecken? Man steht auf alle Fälle aber, daß fich die Reaktion überall regt. „Darüber setze ich mich hinweg," antwortete Frau von Etuckmann,„aber unbegreiflich ist es mir, daß er da« Testament nicht anerkennen will." „Um so besser für uns!" „Nicht doch, Willy, die Verzichtleistung de» Obersten entbindet mich nicht von der Ausführung der letztwilligen Verfügung meines Gatten." „Glsctzlich doch, Adelaide," erwiderte Rabe, den diese unerwartete Nachricht ueu belebt halte.„Hat der Oberst wirklich auf die Erbschaft verzichtet, so—" „So muß er zu Gunsten eines Ander« darüber ver- fügen." „Und nur der gesetzlich berechttgte Erbe kann dieser Andere sein." „Lasse ich diesen Satz gelten, so kann nur der Sohn de« Oberste» dieser gesetzlich berechtigte Erbe sein. Die Ver« zichtleistung de« Obersten kann nur für seine eigene Person, nicht aber für seine Nachkommen Geltung haben." Rabe schüttelte mißbilligend da« Haupt. „Heber diese» Punkt würde jeder Jurist Dich eine» Besseren belehren," sagte er,„Du kannst mit ruhigem Ge- wisse« im Besitz de« ErbeS bleiben, wenn der Oberst seinen Antheil zurückweist. Sprich darüber mit dem Justizrath Walther—" „Ich bedarf seine« Rathe« nicht," unterbrach die Generalin ihn entschlossen,„was auch da« Gesetz in diesem Falle bestimmen mag, ich folge de» Geboten der Ehre und der Pflicht." „Und die Rücksichten, die Du Deiner Tochter schuldest?" „Ich glaube, über diesen Punkt hat Arabella selbst Dir eine genügende Antwort gegeben." „Arabella ist streng genommen noch ein Kind," er« widerte Rabe achselzuckend,„und die Ansichten und Urtheile eine« Kinde« haben für mich keinen Werth. Du solltest da« auch bedenken, Adelaide, später könnte Deine Tochter Dir darüber Vorwürfe machen." „Arabella ist kein Kind mehr—" (Fortsetzung folgt.) Grosse Strickgarn und Iramiiwaarn-Fabrlk Dmnicnftr. 166 uss?.»««u Dtötiictiftt. 166 Parterre u. i. 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Allerdings bat sich der Reichst uen letzten vier Jahren um 35V, Millionen Mark ge- über den wachs, nden Ledüifmffen stehen auch ei hebnahmen aus einzelnen Betrieben, wie der Poll- und urhen �erwaltuna in Höhe von 43 Millionen Mark, der M von 10 Millionen Mark gegenüber. Die Schutz- soll Fiasko gemacht haben, weil stch die Arbeits- -.t nicht mehr verm-hrt habe, während thrlsächlich in «Njigen bestimmten Betriebe seit 1879 die Zahl der von 128 000 auf 180000 gestiegen ist. Von unserer . olonialvolitik darf man doch nicht schon nach wenigen « eine Erweiterung unseres Absatzgebiete« verlangen. «e Ute Herr Liebknecht, bevor er über Vre Sozialpolitik der «eg erung so wegwerfend urtheilt, stch daran erinnern, l stanzöstschen Kammer ein seinen Auffassungen sehr flehender Deputirter die sozialpolitische Gesetz« Deutschlands als mustergiltig bezeichnet bat. um diesem Gebiete können die guten Erfolge .;?? I ihren fichlbar werden. Möchte doch Herr ??« der stch selbst als nicht unfehlbar bezeichnete, islnez Ausspruchs eingedenk sein, wenn er zu seinen soricht! Er behauptet, daß der Arbeiter in Folge der B�bung der Nahrungsmittel das Nothwendige kaum noch k oJ, tonne, während in Baiern und Württemberg auf b Z der Bevölkerung ein Konsum von 50 M. an Wein, »�Branntwein entfällt, in ganz Deutschland nur 10 M. k M. tragen doch sehr viele Ardeiter bei. Auch Vw'.". sprach gestern von einem Fiasko unserer Zoll- und Vt i.• wollte er uns doch endlich mit seinem System suchen! Die Beschränkung aur die direkte Besteuerung Nch von selbst, denn fie würde für den Einzelnen den Niei, af Betrag der jetzt in Preußen zur Erhebung kam- «�ukommensteuer betragen. Die Klage über den allzu 'i bnä nö für Neubauten halte ich gleichfalls für depla- .'"ergische Vorgehen der Reichsregierung bei den Pkitai!!,"gen Löhnen ist vielmehr ganz korrekt, außerdem *%,. W bei jedem Neubau doch den jährlich bisher erfor- f�bttcag, und jeder Neubau stellt stch als Melio« I�be'rN Z' dar. Mit den Resultaten der Reichseisenbahn- Mstn m und Telegraphenrerwaltung können wir recht zufrie- - rd� KndenMehrfoldeiungen fürdte letztere von 8 400 000 M. ■vin �"lich Abstriche möglich sein; in ungünstigen Finanz» K stch auch die Postverwaltung Svais-imkeit aufer- «br� den geplanten G.haltSaufbesserungen und der >."g von etatsmäßigen Stellen find wir durchaus ein- auch mit allen Erweiterungen, welche stch als Ver ' laden darstellen. Nicht jede Steigerung in den "usgaden darstellen.!ttuyi leve wieigerung m uc„ A izjl Ausgaben ist z. B. durch Verkehrssteigeiung be- eMw�denfalls würden sich die Ueberschüffe der Post- und �fthädi,..'twaltung, wenn an die Eis nbahnen normale fciWt!nflen für die Beförderung ber Post bezahlt wür- K» reduziren. daß fast nichts übrig bleibt. Wir k.v�üejung der Ausgaben und Vermehrung der Ein- ,?cht sein, z. B. durch Erhöhung der Gebühren für HickJ� rung und durch Steigerung des Einheitsportos forin./? von drei auf fünf Pfennig. Der Militär- und ltiinn, wird in der Budgetkommisfion zu eingehender ��.stelangen, hier will ich nur zwei Wünsche aus« 'Dei-m ,7°" im vorigen Jahrr hat der Herr Chef der „?°"ung eine Anordnung erlassm, den Ankauf von wn bei inländi chen Produzenten zu bewirken- T'ugetheilt ist, daß diese Verordnung nicht überall be« „s.j" möchte ich an dieser Stelle auf eine striktere ll hinzuwirken versuchen. Eigenllich müßte der An- a Getreides für Mililärzwecke überall da ganz ver- .7° urländischeS in hinreichender Menge vorhanden ist. L?fle.b'utscher Roggen oder Hafer haben' ja doch, so- tS bttiff* Zither Qualität find, gleiche Preise. Die zw'ite ÜSufibnJü.."1* weitere Beschränkung der Thätigkeit der Mi «r»__ t—_ 51? r.Vf i itt rrbebi?�"�""» �-�««.... W??. SrMtn M�°h"er, der Militäretat beläuft sich auf INJ 0* darin der der den Militäretat unnölhig 5- daß der Etat den Verwaltungen erst spät '" x— x-v* ; OQtm h'TT'««-......... MM»» te! e,»fü dech,n f?"" unterbreiten. Es bleiben noch tÄ« ä: h �aisftf[8eifQa�ninfl einer wohlwollenden Prüfung ßi&B Ä«te.irfs% n�'lben s�?'"t der allgemeinen Etatsberathung stf bi v'h daiu /sd'int, wenn vom Standpunkte einer >..?> SU» äÄÄ Gamp ist tä & eine ernste Pflicht, seinen Ausführungen entgegenzutreten, bevor die falschen Vorstellungen, die ste zu erzeugen geeignet find, in das Land dringen. Er sagt: die Post bringt w-nig ein, das Porto muß erhöht, die Ausgaben, soweit Meliorationen betreffen— der Beamten hat er die Güte ge babt stch anzunehmen— müssen vermindert werden. Ausweiche Zahlen stad denn diese Angaben begründet? Der neue Postetat liefert einen Ueberschuß von 27 000 000 M., also 1 200 000 M. mehr als der Etat des vorigen Jahres. Ich frage, ob dem« gegenüber zu einer solchen Kritik Anlaß ist? Wie stch die v Millionen Ausgaben auf die einzelnen Titel verlheilen, das ist nicht hier, sondern in der Budgetkommisfion zu erörtern, und dann wird stch der Abg. Gamp überzeugen, daß darunter keine Ausgaben sür unfruchtbare Meliorationen, sondern daß ste notbwendige find, wie die für Bauten, die er selbst als solche die Güte hatte anzuerkennen, oder sehr nützliche, wie die Vermehrung der Beamtengehälter oder solche, die lediglich produktiv auch in finanzieller Hinstcht wirken. Unter Tit. 42, sollen nach seiner Meinung 2 733 000 M für neue Telegraphen» tei'ungen enthalten sein, gegen das Vorjahr ein Mehr von 1 684000 M.; er übersteht dabei nur eine Uebertragung von Tit. 50. Man muß diese Verhältnisse eben genau kennen, um so ficker darüber zu urtheilen, wie es der geehrte Herr aelhan. Er gehört auch erst zu kurze Zeit dem Hause an und kann eS daher auch nicht wissen, daß verschiedene von ihm an- geregte Fragen hier srhr ausführlich erörtert werden. Wir haben in den letzten 15 Jahren drei ganz besondere Postkom- misstonen gehabt, welche alle diese Fragen erschöpfend und bis auf den Gi und erörtert haben. Dabei hat stch gezeigt, daß namentlich auch die finanzielle Stellung der Verwaltung, ich will nicht sagen, eine in jeder Beziehung ausgezeichnete— das würde mir nicht anstehen— aber eine durchaus geordnete ist. Der Herr Abgeordnete vergißt, daß die Postverwaltung 1870 mit einem Defizit von 804000 M., die TelMapyenverwaltung 1875 mit einem Defizit non 3V, Millionen Mark jährlich über« nommen wurde, daß diese Defizits nicht nur beseitigt find. sondem bei großen Meliorationen noch ein Ueberschuß von 8 Millionen im Jahre 1876, von 23—21 Millionen in den letzten Jahren erzielt worden ist, daß dieser Ueberschuß stch also in kaum 10 Jahren verdreifacht hat, eine ganz enorme Steigerung gegenüber den V wb sserungen im Postvienst. Ein Ertrag von 13— 14pCt. der Bruttoeinnahme muß als ein außerordentlich günstiges Resultat gesten, wenn man unseren Postetat mit dem anderer Länder vergleicht, in denen die Be- dingungen ziemlich ähnlich find; in den Niederlanden, wo ein vorirefflicheS Postwesen geführt wird, beträgt der Prozentsatz 8,12; in der Schweiz, wo es anerkannt ganz vor- trefflich geleitet wird, beträgt der reine Ueberschuß nur 7,81 vCt., in Dänemark 3,97, in Frankreich, daS bedeutend höbere Taxen hat als wir, schwankt er zwischen 12 und 17. Wo ist also im deutschen Postwesen eine Schädigung finanzieller Interessen nachzuweisen? Dazu find seit 1872 durch einzelne Gesetze verschiedene Lasten auf den Postelat gehäuft, ,. B. 8 Millionen Mark jährlich aus dem Äohnungsgcldzuschuß, die Beamten gehälter find um 6 Millionen jährlich erhöht, der gesammte Pcnfions« etat, der früher aus einem gemeinsamen Gesammtfonds be- stritten wurde, ist auf die Betriebsoerwastung gelegt und die Post hat dadurch eine Last von 4 Millionen Mark jährlich zu tragen, die früher nicht auf dem Etat standen, zusammen 18 Millionen, dazu ein Ueberschuß von 24 Millionen, in Summa 42 Millionen. Dazu die große Last, eine wahre Servitut für die Postverwaltung, die portofreie Beförderung sämmtiicher im Reichsdienst eingehender Postsachen im Betrage von 8 Millionen.— so kommen wir zu einem Ueberschuß von 50 Millionen. Gleichzeitig ist der Postverwaltung ein Ein- nahmeausfall von 3 Millionen durch die Abschaffung der Land- briefbestellgelder verursacht und noch mancher andere Ausfall. Erhebliche Ermäßigungen an Porto find durch den Weltpostverein eingetreten; durch die' Einführung der Postkarten, die Herstellung der Büchkrvost, die Ab» schaffung des Monopols für Personenpost verbunden mit großen Ausgaben. Die Zahl der Pottanstalten ist von 5755 im Jahre 1872 in zwölf Jahren auf 13 403 gestiegen, die der Telegraphen» Anstalten von 1691 auf 7521, die der Landbriefträger von 10000 auf 20000— es find also sehr erhebliche Ausgaben gemacht, die den Finanzen in jeder Beziehung zu gute gekommen find. Es find daS Meliorationen im wahrsten Sinne des Wortes gewesen, die produktiv gewirkt haben, und Gott wolle es verhüten, daß wir von der VerkehrSpolitik ab« weichen, nützliche Meliorationen auS den Mitteln zu treffen, die die Einnahmen gewähren. Vergessen Sie nicht, daß auch der Verkehr ein Element der Macht des Vaterlandes ist, ebenso t wie Intelligenz und Bildung, wie die Wehrfähigkeit, die m Schul- und Mililäretat ihren Ausdruck finden. Traurig wäre es, wenn wir zu einer anderen Politik übergehen woll- ten und daS nicht werter erstarkte, waS jetzt gedeiht, blüht und wächst. Es ist mir auch nicht bekannt, daß die Reichsregte« rung beantragt haben sollte, das Druckporto von 3 auf 5 Pf. zu erhöhen. Ich weiß nicht, ob eS zu diesem Antraae kommen wird; wenn Sie deshalb Anträge zu stellen haben, so können Sie die Jnitiattoe ergreifen, wenn Sie das vor dem Lande verantworten wollen! Der Herr Abgeordnete Gamp ist auf daS Anlagekapital zurückgekommen, ein Thema, daS hier unzählige Male besprochen worden ist. Die Post hat kein Anlagekapital, im Gegensatz zur Verwaltung der Eisenbahnen, die Post hat das ihrige, wenn man es so nennen will, also ihren Bestand an Gebäuden. Wagen, Jnven« tarien, Telearaphenleitungen- die letzteren beiläufig ein Werth von ca. 91 Millionen Mark— sich selbst erworden; eS ist aus den laufenden Einnahmen bezahlt worden, ei find dazu keine Anleihen gemacht, es ist erworbenes Kapital, erworbenes Vermögen; Sie können also hier nicht von Kapitalanlage reden, eS kann von Verzinsung keine Rede sein. Es kann allein die Anleihe in Bitracht kommen, die Herr v. Huene gestem auf 60 Millionen schätzte, wobei ihm in der Geschwin- digkeit ein Plus von 8 Millionen mit unterlief(Heiterkeit), in Wirklichkeit find es 52483 370. ES ist das nicht für Vre Post, sondern wesentlich für die Telegravhie, für die unter« irdischen Leitungen ausgegeben, und die Zinsen kommen reich. lich durch die Dienste dieser Leitungen und die erheblichm Ersparnisse an Reparaturkosten zurück; für die oberirdischen verzinst eS stch selbst. Reden Sre von Zinsen, so frage ich: wo bleiben die Ueberschüffe. die die Post in den letzten zehn Jahren in Höhe von 180 Millionen M. an das Reich abgeliefert hat? Die müssen Sie dagegenrechnen, und jedenfalls kann von Verzinsung des Anlagekapitals durchaus keine Rede sein. Wenn Herr von Huene gestern sagte, daß die Eisenbahnen 38 Prozent Ueberschüffe liefern und die Post nur 13 pCt., so ist ihm da wieder der kleine Jrrthum untergelaufen, nur die fortdauernden Einnahmen und Aus- gaben zu rechnen, ohne die Extraordinarien. Mit Einrechnung der letzteren ermäßigen fich die Ueberschüffe der Eisendahnen von 38 auf 29 pCt., wobei noch das rollende Material viel» C fach, wenigstens in Preußen, durch Anleihen bestritten wird. DaS find wahre Anlagekapitalien. Reckmen Sie einmal das Anlagekapital dazu, das im Frankfurter F.iedensvertrage steckt, von 338 Mill. Mark für den Erwerb ver ReichSeisenbahnen und dazu diese Zahl, dann werden Sie sehen, wie gut Ihre Eisenbahnüberschüsse stehen. Also die Finanzen der Post stehen in keiner Weise schlecht, gerade das Gegentheil ist der Fall. Selten hat fich eine Verwaltung, die unter so schwierigen Ver« bältnissen gearbeitet hat, wie fie die Vereinigung aller deutschen Postverwaltungen, Abschaffung des LehnspostwesenS, der Tburn» und Tarshchen Post, die Verschmelzung mit der Telegraphie mit fich brachten, in einem so blühenden Finanzzustande be» funden, bei großen Verkehrserleichterungen auf allen Gebieten, welche— ich kann es ohne anmaßend zu sein sagen— die Bewunderung der Welt erregen. Denn wir haben ja beftän» dig Kommiffarien von fremden Ländern hier, die unsere Einrichtungen studiren und ste in jeder Beziehung an» erkennen, auch im Punkte der Erträgniffe. Zu einer solchen Kritik gegen die Postverwaltung, wie die gehörte war, dazu liegt nicht der geringste Anlaß vor. Ich trachte nicht nach Anerkennung, aber ich habe doch auch die Pflicht, gegen eine Verkennung der Leistungen ganz entschieden Front zu machen. Ich schließe mit der Warnung: gehen Sie nicht gegen den Verkehr vor! Er ist ebenso gut eine Macht im Vaterlande, wie seine anderen großen Kräfte.(Leb» hafter Beifall.) Abg. Jung green(Däne, auf der Journalistentribün« schwer verständlich) erblickt die Ursache des Reichedefizits in der Steigerung der Militärlasten, unter denen auch seine engere Heimath schwer leide. Insbesondere beilagt er die Nichtersül« lung der Klausel des Prager Friedensvertrages und die AuS- Weisung vieler Nordschleswiger. Abg. Payer: WaS unseren Etat besonders charakteristrt, find die Mehrforderungen für die Militär- und Marinemrwal» tung, die in weiten Kreisen eine große Verschnuvtung hervor- gerufen haben. Wir im Hause find ja in diesem Betracht schon an alles gewöhnt. Herr v. Benda bat sogar Ersparnisse her» ausrechnen wollen. Es ist ein förmlich grausames Spiel, wel- cheS wir im Reich mit den Finanzen der Einzelstaaten treiben. Von Jahr zu Jahr haben wir Steuern aller Art bewilligt in der Hoffnung, daß die Einzelstaatcn endlich einmal ihre nothwenvigen Bedürfnisse aus diesen neuen Reichs» steuern befriedigen können. Diese Hoffnungen find bitter ge- täuscht worden. Kaum haben wir neue Reichssteuern bewilligt, so werden neue Bedürfnisse entdeckt, die befriediat wer« den müssen. Man vertröstet die Einzelfiaaten auf die Reform der Zucker- und Branntweinsteuer. Nachdem ich aber von Herrn Gamp gehört habe, daß die bisherigen Erfolge unserer Zuckersteuerpolrtik günstige gewesen find, bin ich wirklich ängst- lich, welche Reform die Rerchsregierung für die SpirituSsteuer vorschlagen wird. Aber selbst wenn es gelänge, den Einzel- staaten Mehrerträge aus der Zucker- und Branntweinsteuer zu überweisen, so würde die in Ausstcht genommene wettere Ver« mebrung der Militärlasten nach Ablauf des Septennats jede Hoffnung der Einzelstaaten zu Schanden machen. Die Ent> täuschung der Etnzelitaaten über diesen Etat ist sehr groß, noch größer ist ste im Volke selbst. Dem Volke ist es ganz gleich, wem es die Steuern bezahlen muß, ob direkt den Einzelstauten oder dem Reiche. Es hält stch an die Thatsache, daß die alten Steuern in erheblichem Maße nirgend abge» schafft, daß dagegen Jahr aus Jahr ein neue Steu«rn im Reich wie in den Einzelstaalen geschaffen werden. Immer wieder machen wir Anleihen und noch dazu für unproduktive Zwecke. Wie Herr Gamp angefichts dieser Thatsachen von einem Wohlstand der Bevölkerung sprechen kann, ist mir unerfindlich. Selbst wenn ich zugäbe, daß der Wein» und Biergenuß in Württemberg ein sehr gr.ßer ist, könnte ich einen allgemeinen Wohlstand nicht zugeben. Und dann soll der Mensch nicht bloS sein nothwendiges Aus« kommen haben, sondern über alle Steuern und Lasten hinaus auch noch ein menschenwürdiges Dasein. Die wirihschastliche Krifls ist wohl eine Mitursache unseres materiellen Nieder» aanges. Aber daS Volk sagt fich in richtigem Instinkt, eS ist vetrübend genug, daß trotz unserer wirthschaftlichen Uebelstände die Militärlasten von Jahr zu Jahr vermehrt werden. Daß das Volk im Allgemeinen eine Herabminderung der Militär- lasten wünscht, könnte man statistisch aus den Wahlprogrammen aller Kreise beweism. Nur schade, daß diese schöne Abficht nicht auch hier im Hause zum Ausdruck kommi. Auch wir wollen für die Sicherheit und Ruhe des Vaterlandes kein Opfer scheuen; aber ist es denn für die Sicherheit des Reiche? nothwendig, daß wir alle Jahre mehr dafür ausgeben, als in den vorhergegangenen Jahren? Dann wäre ja logischer Weise das Reich 1875 oder 1881 nicht ficher gewesen, denn damals haben wir nicht so hohe Ausgaben dafür verwendet als jetzt. Die Siche-Heit des Reiches ist ein stolzer Zweck, aber er soll nicht der einzige sein, es muß auch anderen Staatszwecken Rechnung getragen werden. ES mag sein, daß Preußen ebensoviel Militärlasten zu tragen gehabt hat, wie daS Reich, hat man uns aber bei der Begründung des Deutschen Reiches gesagt, daß die Militärlasten ebenso hohe sein sollten, wie in Preußen? hat man uns nicht vielmehr ihre Verminderung versprochen?(Lehr gut! links.) Ich mache mir in Bezug auf Ersparnisse beim Militäretat ebensowenig Jllufionen wie bezüglich der Herab- setzung der Gerichtskosten, welche wir wiederholt aber vergeblich in Resolutionen verlangt haben; ich werde eS mir deshalb auch diesmal versagen, mich an dem Wettrennen der Parteien in der Einbringung von Anträgen zu betheiligen. Wende ich mich nun zu dem Marine- Etat, so muß ich zunächst die Ver- quickung desselben mit der Kolonialpolitik beklagen. Die B> wegung im Volke zu Gunsten der Kolonialpolittk war im ver» gangenen Jahre, das läßt stch nicht leugnen, eine sehr große. Wir haben deshalb auch eine prinzipielle Stellung zu dieser Kolonialpolitik nicht genommen, denn wir betrachten uns nicht als Vormünder des Volkes, sondern glauben, dem Willen der Bevölkerung Rechnung tragen zu müssen. Diese Stimmung hat aber allmälig der Uedcrzcugung Platz gemacht, daß doch nicht alles Gold war, was geglänzt hat. Abgeschlossen ist ja diese Kolonialpolitik noch nicht, wenn ich auch mit Herrn von Benda nicht hoffe, daß wir Meliorationen heraus« bekommen werden.(Heiterkeit.) Die Sache mag im Gange bleiben, dann werden wir in kurzer Zett sehen, wie vrel wir unnütz verausgabt haben, oder mit Fug und Recht. EinS aber möchte ich doch noch sagen: ich nehme eS der Reichsregierung über die Maßen übel, daß ste im vorigen Jahre vor und nach den Wahlen die Bevölkerung über die Bedeutung von Angra Pequena, vielleicht selbst mangels besserer Information, im Dunkeln gelassen hat. Während der Wahl« dewegung wurde Angra Pequena als daS reine Goldland hin- gestellt, aus dem die Schiffe reich beladen mit Schätzen zu un« zurückkehren könnten. Man hätte glauben sollen, daß es sich um ein werthvolles Befitztbum handle, weil stch sonst die Reichs- regierung deswegen nicht mit England in einen peinlichen Zkonflikt«inAtlaffen bätte. Heute hat man wepen Angra Pe- quena nur noch ein Lächeln. Warum hat die Regierung fich nicht besser informirt und uns nicht aufgeklärt? Vielleicht wäre dann die ganze Bewegung in ein anderes Fahrwasser gekommen, nicht gerade zum Schaden der Finanzen unv des Ansehens des Reiches anderen Ländern gegenüber.(Sehr gut! links.) Es drängt sich mir aber gegenüber den Kolonien, oder eigentlich Schuyländern, noch eine staatsrechtliche Frage auf. In welchem rechtlichen Verhältnis stehen wir zu der Bevölkerung dieser Echutzländer'i Daß sie unfern Branntwein konsumiren, ist klar; daß fie unter unser Gericht gestellt werden, da'ür steht eine Vorlage in Ausstcht; daß ste unserer Stafrcchtspflege bereits unterstellt find, haben wir in den Zeitungen gelesen. Welche Vervflichtungen nun haben wir ibnen gegenüber über- nommen? Man kann doch im letzten Fünftel des 19. Jahrhunderts nicht nach Art früherer Jahrhunderte gegen eroberte oder neuentdcckte Länder verfahren wir müssen in ein ge- ordnetes Rechtsverhältniß zu ihnen treten. Weiter wünsche ich, daß die Ausgaben für die Kolonialpolitik auf ein besonderes Konto gesetzt werden. Es kann nicht die Aufgabe unserer Kriegsmarine sein, gewissermaßen als Kolonialarmee zu dienen, um so weniger, qls unsere Marine auf dem System der allge- meinen Wehrpflicht aufgebaut ist. Wäre es nicht besser, zu versuchen, die Zwecke, welche durch die Stationirung unserer Kriegsschiffe in der Nähe der Echutzländer erreicht werden sollen, durch eine am Lande selbst befindliche Truvvenmacht zu erreichen? Schließlich muß ich das Verhalten der Regierung in der Karolinen-Frage in doppelter Rücklicht, zunächst in diplomatischer, einer Kritik unterwerfen. Es hat zwar einiges Staunen erregt, daß, entgegen den sonstigen preußischen Traditionen, die Vcrmistelung des Papstes in dieser Frage angerufen worden ist, aber wir Alle haben diese Thal- fache sehr kalldlütig aufgenommen und hoffen, daß diese diplomatische Sache einen guten Ausgang nehmen wird. Der Diplomat hat seine Echuldrgkert gethan, und die Geschichte wird ihm ein gutes Zeuaniß aus- stellen. Aber etwaS Anderes ist eS, ob die deutsche Nation als solche nicht alle Veranlassung hat, zu beklaaen, was fich außer- dem in diesem Kapitel abgespielt hat. Wenige Jahre vorher haben wir hier den spanischen Handelsvertrag genehmigt und große Opfer gebracht, damit unsere Industrie in Spanien festen Fuß fasse. Wir haben uns alle Mühe gegeben, gute Be- ziehungen zu Spanien zu unterhalten, es haben Besuche hoch- stehender Persönlichkeiten hier und dort stattgefunden, um diese fr eundschartlichen Beziehungen zu fördern, und die Nation als solche dctlagt es, daß alle diese Beziehungen mit einem Schlage abgeschnitten fi d(Zustimmung links), so daß für lange Zeit jede Hoffnung auf Wicderhrrstellung der alten kommerziellen Beziehungen ausgeschlossen ist. Deshalb glaube ich, daß, wenn spätere Zeiten die Geschichte mit den Karolinen- Inseln prüfen werden, fie wohl dem Diplomatm ein gutes Zeugniß geben, aber daß fie dem Staatsmann, der die Nation in diese Sache verwickelt hat, kein großes Kompliment machen werden.(Sehr gut! links.) Wir haben uns, nachdem fich die Sache so abgewickelt bat, auch vorgenommen, keineswegs in blindem Vertrauen dieser Kolonialpolitik zu folgen und ihr nur dann zuzustimmen, wenn wir überzeugt find, daß derartige Verwickelungen der deutschen Nation für die Zukunft erspart bleiben. Herr Gamp hat auf den Wollzoll angespielt, den wir ja wohl in diesem Winter wer- den debattiren müss n. Wird er aber angenommen, so setzen wir uns damit iu Widerspruch gegen die Dampfersubvention. Erst ermöglichen wir es dem Ausland, hierher zu kommen und dann legen wir ihm an der Grenze einen Zoll vor. Herr Gamp verlangt eine Erhöhung des Portos für Drucksachen. Nach den Erfahrungen der Postverwaltungen der übrigen Län- der bezweifle ich den finanziellen Effekt einer solchen Maßregel. Außerdem vertheuert man damit ein Lebensbedürfniß und die Möglichkeit des geistigen Fortschritts. Ich schließe, indem ich ein Wort des Abg. v. Maltzahn modifizrre: Wie werden uns um das Wohl des Vaterlandes dadurch verdient machen, daß wir in einseitigen Staatszwecken nicht zu weit vor- gehen, sondem da sparen, wo gespart werden kann.(Bei- fall links.) Abg. Müh leisen(Elsaß Lothringen): Ich will kurz sein und Ihnen keine revolutionäre Rede halten. Die Weih- nachtstage find nicht fern und ich hätte meinen Wählern gern eine schönere Bescheerung don Berlin mitgebracht, als Steuer- erhöhungen und Erhöhungen der Matrikularbciträge. Wenn ich beute gegen die Erhöhungen des Erats prott stire, so ge- schiebt das nicht, um vre protestlerischen Gestnnungen der Elsasser zu drstätigen; denn ich weiß, daß eine solche Stimme tein Echo findet in diesem Hause. Ich protestrre gegen die E döhungen, durchdrungen von dem Sparsamkeilsgeiste des Reichskanzlers, dem wir die Ablehnung der Diäten und die Beschränkung der Freifahrten auf den Eisenbahnen verdanken. (Sehr richtig!) Auch ich finde wie der Abg. Liedknecht, daß gegenüber den Ausgaben im Reichstage endlich ein Halt! au«- zurufen ist. Mehrere won uns baden in der vorigen Sesston für die Erhöhung der Getreidezölle gestimmt. Von den Frei- finnigen und der Volkspartei ist uns da- aus ein Vorwurf ge- macht worden. Wir haben das gethan in der Hoffnung, daß die in Folge der Zolle, höbung der Staatskasse zufließenden Summen indirekt eine Entlastung der Landwirthe herbeiführen würden. Die Landwirtdschaft hat k.inen Vortherl g habt, der Marine- und Militäretat hat alles verschlungen. In allge- meine politi'che Betrachtungen will ich mrch nicht verlieren. Das wäre thöricht von mir, da ich beinahe der lüngste Abge- ordnete dieses Hauses bin, doch muß ich eingestehen, daß rch die stete Zunahme des Militäretats ungerechtfertigt finde. Man behauptet zwar von offizieller Seite, daß diese Er- böhungen der Sicherheit des Reiches dienen. Aber woher sollen uns Gekah-en kommen? So fragt fich vor Allem der uns das Volk, das fich sebr wenig mit Politik befaßt, weniger als man hier glaubt, w-nn es alle Jahr über zwei, drei Kaiserzusammenkünfte liest. So lange es so steht, ist dock gewiß für den Frieden Europas keine Gefahr zu besorgen. Oder gelten die großen Rüstungen Frankreich? Da finde ich fi- erst reckt nicht.gerechtrk'tiat. T-otz der Fortschritte, welche die franzöfische Armee sert 1870 gemacht hat, ist fie der deutschen noch lange nicht gewachsen. DaS darf ich als ehe- maliger Fachmann wohl oußem. Aber auch abgesehen davon, find bei der jetzigen Stimmung des sranzöfischen Volkes, bei seiner Abneigung von waghalstgen Unternehmungen, der der jetzigen Zusammewetzurg der französischen Kammer dte Aus fichten der Franzosen der böheren Sphäre, die fich mit Revanche m danken befassen, glcich Null. Ich bin sogar der Anficht, daß das Signal zu einer Verminderung der flehendm H' ere von Frankrerw ausgehen wird Ueder die Kolonialpolrtrk find vre Ansichten meiner Partei getheilt. Dem Abg. v. Benda der gestern die kolonialen Unternehmungen mrt landwinhschaft lichen Versuchen verglich, möchte ich nur bemerken, daß letztere kleine Risikos für einzelne Unternehmer mit sich bringen, wah- rend erstere auf Kosten eines großen Volk.s gemacht werden In einer so friedlichen, arbeitsamen Bevölkerung, wie der elsaß- lothring schen. ist das G-tühl des Protestes gegen de stehende Tha, fachen nicht so eingewurzelt, daß dasselbe nicht durch Woölthaten geschwächt werden könnte Aber wenn ste dieser J Bevölkerung j.den Tag das R.cht geben, zu sagen, wir haben es f. ich r besser gehabt, so ist es kein Wunder, wenn fick auch der Gleichgiltigste mit reichsfeindlicher Politik defaßt. ES find jetzt beinahe h.ndert Jahre, als zum ersten Male in unser«, öffentlichen Gebäuden die drei schönen Worte zu lesen waren, die jeder Staat, auch die Monarchie, fick zur Divise nehmen könnte: liberts, sgalits, frateroits. Diese Worte find jetzt vermischt und mit Rücksicht auf den immer noch bestehenden Dikialurparagrnvhen können wir von denselben nur als von einem schönen Traume sprechen. Die Debatte wird geschlossen. Dem Antrage v. Benda und Gen. gemäß gehen einzelne Theile des Etats in die Budget- kommisfion, die lldiigen Theile werden demnächst im Plenum beratden werden. Zum Mitglied der ReichSschuldenkommis- s i o n wird an Stelle des ausgeschiedenen Herrn v. Bunsen auf Vorschlag des Abg. Windthorst durch Akklamation der Abg. Hermes gewählt. Es folgt die erste Berathung der Novelle zum Vieh- seuckengesetz. Direktor im Reichs-Gesundheitsamt Geh. Rath Köhler: Die Vorlage soll zur wirksamen Bekämpfung der Lungenseuche dienen, einer Krankheit, welche trotz des Viebseuchengesetzes von 1880 nicht nur nickt innerhalb des Reichsgebietes seltener geworden ist, sondern in einzelnen Landeitheilen sogar weitere Verbreitung gesunden hat. Man hat in Erwägung gezogen, ob man nickt eine Tödtuna oder Absperrung alles der Lungen- seuche verdächtigen Rindviehs vorschlagen sollte; beide Maß- regeln aber würden die Landwirthschast zu hart treffen, zumal die Absperrung, welche sechs Monate dauern müßte. Der Entwurf schlägt deshalb zwei Maßregeln vor: nstens die Zeichnung dcS verdächtigen Rindviehs mit einem deutlichen Kennzeichen, welches für daS ganze Reichsgebiet gemeinsam sein wird. Dann wird das gekennzeichnete Vieh ferner nicht durch den Handel als unoerdäcktig in ferne Gegenden ver- trieben, sondern von den Besitzern zum Scklachien verkauft und somit ohne Gefahr für gesunde Bestände beseitigt werden. Die zweite Maßregel, die der Entwurf vorschlägt, ist die Er- mächtigung für die Landesregierungen, die gegen Entschädigung vorzunehmende Impfung sämmtlicher Rinder in den ver- feuchten Octschatten anzuordnen. Die Kommisfion, an die der Entwurf vorauefickilich gelangen wird, möge beide Vorschläge wohlwollend in Erwägung ziehen. Abg. Schreiner äußert speziell gegen die Impfung er- bedliche Bedenken; man habe damit bisher keine günstigen Erfahrungen gemacht, und namentlich die süddeutschen Regie- rungen würden von der Ermächtigung des Entwurfs leinen Gebrauch machen. Die Abpg. Staudy und Graf Behr stehen im Allge- meinen dem Entwurf sympathisch gegenüber, obwohl fie fich nicht verhehlen, daß derselbe vielfache Bemängelung finden werde. Sie find für Kommisfionsberathung der Vorlage. Adg. Witt hält die Vorlage namenttich insofern für sehr einschneidend und bedenklich, als den Befiyern des als ver- dächtig zu brandmarkenden Viehes, welches dadurch unverkäuf- lich werde, keine oder nicht ausreichende Entschädigung gegeben werden solle. Außerdem werde die Brandmarkung schon des- halb nicht den gehofften Nutzen bringen, weil viel ausländisches nicht gedrandmarktes Weh über die Grenze komme, welches die Ansteckung unter dem einheimischen Weh verbreite. Auch die Abgg. G r o h 6 und D i r i ch l e t halten die vom Gesetze vorgeschlagenen Maßregeln für einschneidend und hart; elfterer beantragt Verweisung der Vorlage an eine Kommisfion von 21 Mitgliedein. Das Haus beschließt diesem letzten Vorschlage gemäß. Schluß 3'/« Uhr. Nächste Sitzung Donneistag 12 Uhr. (Antrag Reichcnsperger wegen Wiedereinführung der Berufung; Antrag Lenzmann, betr. die Entschädigung für die unschuldig erlittene Straf- und Untersuchungshaft, und Anttag v. Köller, betr. die Penfionsnooelle für Reichszivilbeamte.) Varlamentarifches. — Der Adg. R i n t e l e n hat im R e i ch t a g folgenden Antrag eingebracht- Hinter§ 109 des Strafgesetzbuches für das Deutsche Reich wird folgender neue§ 109 a eingestellt: Ein Arbeitgeber oder Angestellter eines Arbeitgebers, welcher einen als Aibeitnehmer im Lohne desselben st henden Deutschen wegen Aueübung oder Nichtausübung öffentlicher Wahl- und Stimmreckte in best-mmter Richtung aus der Ar- beit entläßt oder im ArbeitSv« dienst verkürzt, oder mit solchen Maßregeln bedroht, wird mit Gefängniß nicht unter drei Mo- naten und mit Verlust der Eorenreckte bestratt. — Die Abgg. Sa bor und Genossen haben im Reichs- tag einen Antrag eingebracht, den Bundesrath zu ersuchen, einen Gesetzentwurf einzubringen, wonach auch die Pension der im P�ioaidienste dauernd angestellten Personen(vergl. Zivilprozef ordnung§ 749) nach deren Versetzung in einstwei- Ilgen oder dauernden Ruhestand nur soweit der Pfändung unterworfen sein soll, als der Gesammtbetrag die Summe von 1500 M. für das Jahr übersteigt. — Aus den Kommisstonen. Am Dienstag er- folgte die Konstituirung der verschiedenen Kommisstonen. Von der sozialdemokratischen Fraktion geht der Abg. H a s e n c l e o e r in die Gcichä'tsordnungs Kommisfion. die Abgg. Kay ser und Viereck in die Peiiiionskommisfion, der Abg. Liebknecht in die Wahlprüfungskommisfion und die Abgg. Geiser und Frohme in die Kommisfion wegen Ausdehnung der Unfallverficherung. Die Ko. stituirung voll- zog fich ohne Anstand, mit Ausnahme de. P titionskommisfion. Hier erhob der Abg Kay ser Widerspruch gegen die akkla- mationSweise Wahl dcS Adg. Hoffmann(dfr.', weil dieser die am Schluß der vorigen Sesston über seine(Kayser'e) Thä- ligteit in der Richter scheu Presse verbreiteten Lügen nicht richtig gestellt habe, obgleich er als Voi sitzender b.theiligt war. son- erst einige Wochen später durch den Schriftführer der damaligen Kommisfion Abg. T r ö n d l i n erfolgt sei. >kales. MWWWW WKSüf wsstia forrniren, SU in Das Statut de«„Sanitüts- Verein" für Arbeiter beiderlei Geichlrchts hat run endlich die behördliche Genebml» gung erhallen. Der Voi stand empfiehlt daher allen Ardeitern 5t& lung eines geringen monatlichen Beitrages den dl» jetzt ohni-.' walteten Uebelständen. betreffs Zahlung hoher Doktorkost.n un Eikrankungsfalle dadurch abzubel'en, daß jedes Mitalied' rcchtigt wird, einen Arz, deS Vereins nach freier Wahl in An' R Eintrittsgeld zu entrichten. n ,e{n Der monatliche Beitrag beträgt 1. für eine erwachsene Person 25 Pf.; 2. für ein Kind unter 2 Jahren 20 Pf.;.„Ä 3. für ein Kind vom 2. bis zum 15. Lebensjahrs 10ty Arbeiter Berlins! Wohl dürste eS jetzt an der Zeit feh, M ein Jeder, dem das Wohl des Einzelnen wie der GcsamnwJ dem daS Wohl seiner Familie am Herzen liegt, fick allgemeinen sanitären Einrichtung, welche im Kreise der w bester nur segensreich wirken kann, anschließt. Beweisi dum Euren Beitritt, daß Ihr einfichtsoll genug seid, das erkennen, welches Euch hier geboten wird. Laßet diesen W# ruf an Euch nicht ungehöit verhallen, sondem sorge ein 3™" bei Zeiten dafür, daß er lammt seiner Familie im Eikrankiw� falle eine unentgeltliche Behandlung seitens des Arztes genw- Ganz besonders aber richten wir die Bitte an die Vorsts der eingeschriebenen Hilfskaffen, dieses humane Weil''« Kräften zu unterstützen und im Kreise ihrer Mitglieder% Ausbreitung dieser guten Sacke zu wirken. Uiber alle JW legenheiten des Vereins giebt der Vorsitzende Herr Otto cW Bergmannstraße 97, Hof II Treppen, gern Auskunst; liehe Rück'vrache jedoch nur Sonntag von 11—1 Uhr*£ Kasfirer Herr Karl Matz wohnt Oranienstraße 166 III. S"1'®! stunde jeden Abend, mit Ausnahme des Sonntags, 7—8 Ubr. Die vorläufigen Zahlstellen, in welchen jeden 6� abend Abends nach 8 Uhr Aufnahmen vorgenommen und v� träge angenommen werden, find in folgenden Lokalen:*ir* Jakobstraße 11; Belle- Alliance- Platz 6 bei Hilsch-r;%, straße 93 bei Heilgans; Lindenstraße 68 bei EW. Pankstraße 25 bei Neumann; Scharenstraße 16 der � nowski; Kleine Hamburgerstraße 23 bei Dreßler; W-r straße 184, bei Hering; Anton- und Ruheplatzstraßen-E»e- � Hcistge; Badstraße 25, bei Haast; Lichtenbergerstraße � Heise, jeden Sonnabend nach dem 1. und 15. jeden In Rixdorf: Berlinerstraße, bei Dreier. Ferner in den Ä. nun gen folgender Herren jeden Abend von 7— 8 Uhr: Hochstraße 32 d; Schneider, Blumenstraße 29; Richter, W walderstraße 11; Flickschuh, Maaßenstraße 35; Seifert. straße 7; Dietrich, Fürsten bergei straße 10; Hundt, straße 10; Kreuter, Waldemarstraße 46; Weimann, Cd, bergerstraße 10; Kirsckke, Arndtstraße 25; Peschmann,«- ringet straße 10; Oweitsch, Eisenbahnstraße 20; ßoopF Wollinerstraße 69. Außerdem werden Beiträge an gen und Aufnahmen vollzogen: Admiralstt. 21, bei Haspel. von 6"» bis 8Vi Uhr; Giimmstr. 39, bei Lindemann, von 8-9 Ubr; Brunnenstraße 42, bei Dittmann, M'tw» 1—2 Uhr; Pionieisttaße 34/35, bei Sasse, täglich von bis Abends 7 Uhr; Franzstr. 6, Bureau der Droschken� täglich von Morgens bis Abends; Weinbergsweg w-y Zigarrengeschäft von Ewald, Vertreter Bremer, von WC bis Abends. Die Herren, welche noch Material zur gebrauchen, erhalten dasselbe bei Otto Schulz, Bergman� -Weihnachtsfreudcn. Aus unserem meisten Fällen ist, seine Kinder waren alle noch fchnvnSl Arbeiter wird uns geschrieben: Herr I. war Klempner Familie von sechs Köpfen zu ernähren, aber, Das kleine Volk freute fich schon tüchtig auf da« WeihnacktSfest und die damit verbundenen Gesche>u-.Al kommt Vater, es war 14 Tage vor dem Feste, nach den Worten:„Keine Arbeit mehr!"„Keine Ardeil# � war der Ruf der Frau und der schon verständigeren n � „das ist aber sehr traurig". Der zuletzt erhaltene Loy. t knapp bis zum W-ihnachtefeste und so droht es mit der ä der Kinder auf Weihnachtsdaum und Geschenke vorbei» � Aber der Vater weiß Rath. Er kauft für billiges tem Ta ncndäumchen; doch fehlt ihm nun immer nock gehörige Behang. Da finden fich nun mehrere gute der eine kauft einige Nüsse, der andere einen Littt dritter Pfeffeikucken und ein mehr bemittelter die 0 dies bringt der Vater heim und voller F eude stürzt Sa® � Voll über alle diese Sachen her; unter Gejubel wird Baum ausgeputzt. Abends werden die L'ckter de« angezündet und Alle find lustig und guter Dinge, yy' � aber wurde die Freude der Familie erst, als im leh»i>.�i» blick noch eine Sendung von Großmuttern eintrifft,)' Gftchenken für die Kleinen und daneben in etwas einem Leckerbissen besteht. Wo ist denn die Familie fl gl- als die manchen reichen Mannes mit vielen und Istv» � schenken. So geht Weihnachten vorüber, es kommt o'sV � der Februar, und Herr I. bat trotz aller BemüblMS � keine Aibcit gefunden. Der Wirth verlangt ernstlick l � jrf Miethe. Alles Bewegliche wandert in die Pfandleche- Hunger und Wirth einigermaßen zu befriedigen,*# alles versetz ist. Jetzt«hält Herr I. Albeit.'s auch die höchste Zeit, denn Verwandte und Nav-/ sprachen schon von„will nickt arbeiten" und„keine~„j# arbeiten". Jetzt fängt Herr I. an. seine Schulden Zuerst erhält der Wirth, der schon mit Exmission gev sein Gelt), dann werden nach und nach alle Sa« eingelöst und sonstige Gläubiger, wie Kauflcute, M u. s. w., bezahlt. So vergeht die Zeit, es wird»«w J nachten und die Geschichte beginnt wieder von JC'..y erging es nicht allein Herrn I., so geht es auch llvr jährlich Hunderten, ja taufenden von Arbeitern. Was ist der römische Mucius Seaevola si s MS forischii'tlichen Philistem einen Zug, der ihr ,,im und hoffinllich auch den Parteipoeten Herrn Albe«% einem Heldengesange begeistern wird. Am SonnwS P nanntet Herr noch in mehreren Versammlungen zu<,,«1% ba ihn heftige Zahnschmerzen daran zu hindern j i schloß er fich— man staune:— zu dem kewalng. �l- zum Ausziehen des Zahnes. Und als der% kkn, tkkÄSÄm'Ä)"�@1# Generalversammlung an das Polizeipräsidium£3- Ä:«SAU ..... und zwar 5 der Pc rüsiungen betreffend Petition~ mm hingewiesen, daß die zweite vordere Latte der Brust- % nur bmdeilich bei der Arbeit sei und die Rüstunq un- Weise beschwere, sowie, daß die sogenannten Brücken zuverläsfig mit Eisen beschlagen find, daß dasselbe jetzt ynchr nur alS Ballast oder auch als Blendwerk der Behörde Wnüber diene und daß eS viel zuverläsfiger sein würde, den Mdeschlag statt an den Seiten der Brückcnbäume unten an selben zu befestigen. Das Polizeipräfidium wird demzufolge ,'ucht, in der genannten Weise Abhilfe zu schaffen und vom Hilk ar 1886 ab keine Erlaubnis! zur Anbringung von Hänge- Wungen zu ertheilen, welche nicht allen geforderten Boroe- "gunaen entsvrechen. ..Htber das Trinkgelderweseu ist bereits viel geschrieben hiI �Indern wir anerkennen, so schreibt die„Germ.", daß � Publikum, speziell den einzelnen von der Trinkgelder- tim!1 bdrossentn Personen, allein nicht möglich ist, hier Besse- JÄ i" schaffen, beabsichtigen wir nicht, diese Frage in den JJWgenden Zeilen zum Austrag zu bringen. Es scheint uns �angemessen, auf ein Uebel hinzuweisen, das immer wei- C?kise des gesellschaftlichen Lebens zu erfassen droht. Daß der in den Restaurants der� Großstadt servitt, stillschweigenden Anspruch auf eine Extravergütung für Dienste erhebt, erscheint, wenn auch im Interesse des Anhaue Verkehrs lästig, doch wenigstens erklärlich, und der M versöhnt stch mit dem unvermeidlichen Zwangsgeschenk «m Gedanken, daß es an Jemanden verabfolgt wird, der �s.ieine Arbeit von einer anderen Seite keine Entschädigung ?Wt. Anders ist eS aber, wcnn die Unfitte der Trinkgeld- ffi kinrcißt Personen gegenüber, die in festem Solde -den. Da verbietet es die soziale Rückficht nach verschredenen T&n hin. die vflichrmaßioe Dienstleistung noch durch besonderes Douzeur anzuerkennen. Wir_ haben * Lj\,«II L, eiet Anspielung die Trinkgelder-Spenden an die Konduk« �.uer Pferdebahn im Auge. Diese Angestellten haben RT Renngeren Grad der Verantwortlichkeit und einen höheren Ä?. wie beispielsweise die Pferdcbahn-Kutscher. Seit ge- ijtu spekuliren die Kondukteure aber bei dem Biklet- Zr' uuf ein besonderes Honorar in einer bemerkenewerthen kC 8'fien die Namens deS fahrenden Publikums protestirt muß. Die Kondukteure haben einer aufreibenden -MMUW bitnftL,u fettsten; in der Hauptsache find denn auch die Be- I durchschnittlich besser gestellt, als Handwerker und I btz m*» bie noch dazu mit den Konjunkturen des Konkunenz, �„�. bmaiktes ic. zu rechnen haben. Die Abfertigung des ii�.Ä.�ah'gastes erfordert zudem in der That eine so ge- �(mk2%nxu(unß, daß wir nicht verstehen, wofür dem be> «illine Beamten eigentlich noch eine Svezialleistung be- lidm?�den soll. Durch dieses ungerechtfertigte Geschenk- w man ein Schmarotzerthum im Verkehrsleben das stch in seinen Anfängen bereits fühlbar macht. _ Gerichts-Zeiwng. �iwife Rita de Candia wegen Betruges vor Teri�. �.i�weiter Verhandlungstag.) Präfident, Land- viii�'Dlrektor Lüty eröffnet gegen 9'/« Uhr Vormittags die Sitzung. Es gelangt zunächst die Aussage des i4..•*•-{*/*—.Oht»rfe»rr»i£»f hei ��..v dieselben zurückzuerhalten.— Oberkellner des ,, Hotel, Duder: Die Angeklagte habe im Union- v" September 1884 g-wohnt. Da fie nur einen Patte, in dem eine Nachtjacke und einige Bürsten Jo, erregte fie Verdacht. Ein Bankier bezablte schließlich zwei Mal die Rechnung für die Staifil,% blieb jedoch noch 57 Mark schuldig.— Arkin! Tliin: Ich bin Sekretär eines Unterstützungs- "!lzt«n ili hlcr weilende Engländer. Auf Bitten der Auge« Mfolla«n»ich an ihren in London lebenden Schwager, der Kiiflai i�Gnkier ist und auf dessen Veranlassung leistete ich St in"n Union Hotel und einmal im Hotel Zernikow Zah- ß von �lammthöhe von etwa 140 Mark. Dies Geld habe Mein Schwager zurückerhalten. Ich erklärte jedoch wertere Rechnungen nicht bezahlen zu wollen, da ich gi Shalten k vorstellte'' , T«UV f—---- C-,,._ hat einige Zeit bei mir gewohnt. Einmal Hadder .»r../iw für fie bezahlt, ich h'' in UICIIIC. u» vvv � Wohnung,»u fi-d-n. Bahnhof.— xjh �iui.vv. oamals direkt aus dem Unron-Hot« & Ol' w""y~ ,Z-- r � tf''rrt* fOUUllC iÖQbc und bade ihr Gepäck auf dem i'M I Sil Mei mir 9$ bekundet im werteren: Die Angeklagte V�ach �«nn Troplowitz: Die Angeklagte hat bei liqk'ch 20o(V) Sie sagte mir, fie habe eine Revenue von ?a iuL?te Angeklagte Waaren entnommen, ist ihm ' s**1--- vcspiegclunaen schließlich 16M. schuldig geblieben. WWWWWM"" ,ualdt: Ich er hierselbst. und ließ fich ------------- U inS Hotel und k.wan(oute»yr am cn—'««« h � be« Nachmittags die Prozedur kam uns schon verdächtig vor, so daß fich ein Herr aus unserem Geschäft mit der gekauften Waare nebst der quit- tirten Rechnung zu der Frau Giäfin ins Hotel begab. Die Frau Gräfin erklärte nun dem Herrn, daß fie kein Geld habe; in Folge dessen nahm der Herr die Wäsche wieder mit und verlangte auch die Herausgade derZanderen, noch unbezahlten Waaren. Die Angeklagte erklärte jedoch, daß fie dieselben nicht mehr habe. Die Angeklagte ist uns etwa 36 M. schuldig geblieben.— Es werden hierauf mehrere kommissarisch vernommene Zeugenaussagen verlesen. Der Schwager der Angeklagten, Bankier Penkee(London) bekundet: Die Angeklagte habe bis« her von ihm 90 Pfd. Eterl. per anno erkalten. Soweit er fich erinnere, hatte die Angeklagte schon 1880 das von ihrem Vater geerbte Geld verbraucht. Daß fie weitere Gelder nicht zu erwarten hatte, hätte die Angeklagte, wcnn fie eine intelli« gcnte Person gewesen wäre, wissen müssen, wie es scheint, sei jedoch die Angeklagte etwas geistesschwach.— Die Befitzer der Hotels zum Pariser Hof, Wiener Hof, Hotel du Nord und Hotel Ernst in Köln, sowie deren Portiers und einige Kellner bekunden übereinstimmend: die de Candia habe bei ihnen einige Zeit gewohnt, habe vorgegeben, fie erwarte Geld von ihrem Londoner Bankier und habe unendlich viel, augenschein- lich ganz unnütze Waaren Einkäufe gemacht, so daß fie den Eindruck einer geistesschwachen Person machte. Die de Can dia sei schließlich, ohne ihre Rechnung zu bezahlen, vcrschwun- den. Sie habe fich außerdem von den Portiers und einigen Kellnern kleinere Summen geliehen, ohne dieselben zurück- zuzahlen.— Bei dem Juwelenhändler Heymann in München hat fie mehrfach Goldsachen zu hohen Beträgen gekauft und sogleich bezahlt. In Folge dessen erwarb fie sich das Ver- trauen des Juwelenhändlers, der ihr für etwa 1000 M. Gold- fachen und auch baares Geld von etwa 300 M. lieh. Die Juwelen hat fie sogleich versetzt und ist von München ver- schwundcn.— In Aachen und Paderborn hat die Ange- klagte ganz ähnliche Hotel'chwindeleien wie in Köln und Berlin gemacht. In Aachen hat fie stch als Lehrerin ausgegeben, in Pa« derborn ihren Namen verdreht, indem fie sich„de Jadiane" nannte.— Auf Vorhalten des Prästdenten bemerkt die Angeklagte, daß fie fich darauf nicht mehr zu erinnern wisse. Der Präsident bedeutet ihr: ES sei merkwürdig, daß ihr Ge- dächtniß fie stets im Erich lasse, wenn fie weiter keine Entschuldigung habe, sonst habe fie ein sehr gutes Gedächtniß. Auf Vorbalten des Präfidenten giebt die Angeklagte zu, daß fie zwei Mal in Berlin den Manifestationselv geleistet habe. — Es wird hierauf aus die Vernehmung einer Anzahl Zeugen verzichtet und die Beweisaufnahme für geschlossen erklärt. Vertreter der Elaatsanwalt chaft, Gerichts-Affcffor Dr. Flickel, bemerkte: Die gegenwärtige Angelegenheit hat lediglich des- halb ein so großes Interesse erregt in der weiteren Oeffentlich- keit, weil die Angeklagte von so vornehmer Familie stammt und weil fie, eine den gebildeten Ständen angehörende Per- son, fich auf einem Platze befindet, den gebildete Leute nur selten einzunehmen pflegen. Sonst charatteristren fich die Handlungen der Angeklagten als gewöhnliche Hochstapeleien, die den Gerichtshof schon vielfach beschäftigt haben. Die An- klage ist insoweit aufrecht zu erhalten, als die Angeklagte in der That falsche Angaben gemacht hat. In den Fällen, wo fie blos angab, sie erwarre Geld aus London und zu dieser Hoffnung zur Zeit auch berechtigt war, wird man die bona fides annehmen müssen. Der StaatSanwatt geht deS Näheren auf die einzelnen Punkte der Anklage ein und bemerkt: Strafmildernd fällt ins Gewicht, daß die Handlungsweise der Angeklagten nicht aus niedriger Gesinnung, sondern aus einem furchtbaren Leichtsinn entsprungen ist. Erschwerend jedoch ist die Erwerbs- Mäßigkeit, mit der die Angeklagte geHandel hat und ferner, daß fie vielfach ganz mittellose Leute betrogen hat. In Er- wä�ung dessen beantrage ich eine G-sammtstrafe von 6 Jahren Gefängniß, von der ich, angefichtS der bereits zum Tbeil wider ihre Schuld erlittenen langen Untersuchungshaft. 6 Monate in Abrechnung zu bringen bitte.— Vertheidiger Rechtsanwalt Wronker: Die Angeklagte sei keine eigentliche Hochstaplerin, fie habe die Tragweite ihrer Handlungsweise nicht be- messen können, sondern dieselbe erst in ver gegenwärtigen Gerichtsverhandlung erkannt. Sie habe von Jugend auf ein luxuriöses Leben vor stch gesehen, habe in bodenlosem Leichtsinn in kaum einem Jahre 10OOOO Lire, verbraucht. Sie habe diese kolossale Summe nicht einmal in der Weise verbraucht, daß fie fich eine Equipage, Gesellschafterin u s. w. gehalten, sondern ähnlich wie ein Kind, das auf den Jahrmarkt geht und fich für das ganze Geld Kuchen kauft, so sei die Ange- klagte von Stadt zu Stadt, von Hotel zu Hotel gezogen, habe gut gegessen und getrunken und in unvemünfliger Weise Waaren eingekauft, deren fie absolut nicht bedurfte. Daß fie diese ihre Lebensweise fortsetzte, als ihr Vermögen schon längst aufgebraucht war, daß fie immer noch glaubte, fie werde noch einmal von ihrem Vater Vermögen erhalten, sei nach Lage der Dinge sehr erklärlich. Alan werde wohl deshalb die uona fldes annehmen müssen. Sollte jedoch der hohe Gerichtshof anderer Meinung sein, so ersuche er, angesichts der gesammten Sachlage die größte Milde walten zu lassen und die lange, nunmehr volle dreizehn Monate andauemde Untersuchungs- Haft, die für einen solch' lockeren Vogel, wie die Angeklagte, schon eine harte Strafe sei, als Strafe gelten zu lassen und dieselbe für verbüßt zu erachten.— Die Angeklagte bemerkt noch auf Befragen des Prästdenten: Sie gebe zu, daß sie sehr leichtsinnig gehandelt habe, allein sie hatte niemals die Absicht, irgend Jemanden zu betrügen.— Nach sehr langer Berathung verkündet der Präsident, Landgerichts-Direltor Lüty: Der Ge- richtShof hat die Uebcrzeugung gewonnen, daß die Angeklagte im Jahre 1880 ihr volles Erbtheil bereits erhalten hatte, er ist jedoch der Meinung, die Angeklagte hat fich in dem Glauben befunden, fie werde noch Vermögen von ihrem Vater ei halten. Als fie jedoch von Kottrau einen Brief erhielt, in welchem ihr dieser mittheilte, daß fie auf weiteres Vermögen nicht mehr zu hoffen habe, hat sie, nach Anficht des Gerichtshofes, ihre Each- tage gekannt und letzteres auch durch ihr Verhalten bewiesen. So weit die Angeklagte also in dem Glauben war, sie würde noch Vermögen von ihrem Vater erhalten, hat der Gerichts- Hof ein non liqnet ausgesprochen, im Uebrigen schließt fich der Gerichtshof vollständig den Ausführungen deS Staatsanwalts an- Der Gerichtshof ist daher der Meinung, daß die Ange- klagte stch in 16 Fällen des vollendeten Betruges schuldig ge- macht hat. Der Gerichtshof pflichtet den sehr geschickten Aus- führungen des Herrn VertheidigerS bei, daß die Angeklagte eine höchst leichtfinnige Mrson, ein sehr lockerer Vogel sei. Es könnte dies mildernd in Betracht fallen. Allein, es ist doch zu beachten, daß die Angeklagte mehrere Jahre auf Kosten An- derer lebte, ihren Leidenschaften stöhnte und zwar, indem fie zum Thcil arge Vorspiegelungen machte. Der Gerichtshof hat die ganze Erziehung der Angeklagten, andererseits aber auch ihr gewissermaßen gemeingefährliches Treiben in Betracht ge- zogen und in Erwägung alleS dessen auf eine Gesammtstrafe von V/, Jahren Gefängniß, wovon 6 Monate als verbüßt zu erachten find, erkannt.— Die Angeklagte erklärte auf Befragen, fie werde es stch noch überlegen, ob fie ihre Strafe gleich antreten werde. Die äußerst wichtige Frage, ob daS in dem neuen Lotteriegesetz vom 29. Juli er. ausgesprochene Verbot der Pu- blikation der Gewinnlisten auswärtiger Lotterien rechtswirksam ist oder nicht, beschäftigte gestern die 95. Abtbeilung hiesigen Schöffengerichts. Die„Berliner Zeitung" veröffentlichte auch nach dem Inkrafttreten des zitirten Gesetzes die Listen der braunschweiaischen und sächsischen Lotterie, und ist deshalb deren Redakteur Dr. Peter Langmann durch Mandat in eine Strafe von 10 Mk. genommen worden. Hiergegen trug der- selbe auf richterliche Entscheidung an. Der Amtsanwalt vean- trägst Aufrechter Haltung der im Mandat ausgesprochenen Strafe, während der Vertheidiger, ein Substitut des Rechts- anwaltS I. Cohn i., in längerer RechtSauSführung für die Rechtsungiltigkeit deS staglichen Verbots, sowie der bezüglichen Strafbestimmung platdirte. Wir enthalten unS einer Wieder- gare der gemachten Ausführungen, weil fie vom Gerichtshof pure adop irt find und in der UrtheilSmo- tivirung ihre Stelle fanden. Der Gerichtshof erkannte auf Freisprechung des Angeklagten, indem er die obige Frage verneinte. Zwar bedrohe das Landesgesetz vom 29. Juli er. die Veröffentlichung der Gewinnlisten auswärtiger Lotterien mit Strafe, jedoch bestimme§ 1 des ReichspreßgesetzeS. daß der Presse keine anderen Beschränkungen auferlegt werden dürfen, als die in diesem Gesetz selbst aufgeführten. Diese be- ziehen fich auf das Verbot der Veröffentlichung von Anklage- schritten, der Sammlung von Beiträgen zur Bezahlung von Strafen und auf die von Berichten über Truppenaufstcllungen während der KriegSzeit. Die Veröffentlichung von Lotterielisten stemder Lotterien gehört also zu diesen Beschränkungen nicht. Reichsrecht geht aber nach der ReichSverfaffung vor Landrecht. Es konnte sich daher nur noch darum fragen, ob eine Ver- urtheilung des Angeklagten aus§ 20 Str.-G. wegen einer nach den allgemeinen Gesetzen strafbaren Handlung geboten sei. Da aber in Veröffentlichung der Listen weder eine Theilnahme am verbotenen Spiel, noch eine Begünstigung desselben zu finden ist, mußte auch diese Frage verneint werden. Uerewe und Versammlungen. Die Arbeiterpartei hatte vorgestern Abend in 4 Lokalen. in der Neuen Walhalla, im Louisenstädtischen Konzerthaus, in Keller's Saal und in der Urania, Versammlungen veran- staltet, um das Resultat der Stadtverordnetcnwahlen zu ver» kündigen. In der Urania war der Andrang ein so gewaltiger, daß wiederholt der weitere Zutritt polizeilich inhibitt werden mußte, trotzdem war die Ordnung der Kopf an Kopf ge- drängten Massen eine musterhafte. Nachdem die als Sieger aus der Wahl hervorgegangenen Stadtverordneten Singer und Mitan Ansprachen gehalten hatten, nahm in der Diskusston auch der Reichstagsabgeo.dnete Liebknecht das Wort zu einer kurzen Ansprache:„Ich bin nicht hierhergekommen, um eine Rede zu halten, ich hoffe aber, daß Sie mir Gelegenheit geben weiden, einmal in Ihrer Mitte sprechen zu können. Ich wollte ein- mal wieder, was mir lange nicht vergönnt gewesen, unter dem Berliner Volke sein. Mit Vergnügen habe ich gehört. welch bedeutenden Zuwachs der Stimmen Sie zu verzeichnen haben. Zwei weitere Schlachten flehen noch bevor. Zufrieden dürfen wir nicht sein mit dem Errungenen, wir müssen mehr haben. Sie werden daher alles daran setzen, auch in den Stichwahlen zu fiezen. Dank Dir dafür. Volk von Berlin, daß Du auch heute die Führer unserer Partei hoch gehalten. Ich bin überzeugt, daß Sie von Estg zu Sieg marschiren und daß Sie den Ruf bewahrheiten werden, daß Berlin nicht nur die Hauptstadt des Deutschen Reiches, daß Berlin auch die Hauptstadt der deutschen Demokratie ist. Wir blicken auf Sie mit Bewunderung für das, was Sie gethan, und ermatten, daß Sie würdig der bisherigen Stege auch weitere Siege er- ringen werden."(Stürmischer Beifall.) Nachdem sodann noch auf Singers Antrag beschloffen war, dem bisherigen Vettreter des 14. Wahlbezirkes, dem ausgewiesenen Stadtv. Ewald, tele- graphisch Kunde vom Wahlresultate zu geben, trennte man fich mit Hochruf-» auf die Sozialdemokratie. Der Verein deutscher Stellmacher(Mitgliedschaft Ber- lin) hielt seine erste Versammlung um 23. d. M. in SchefferS Lokal, Jnselstr. 10, ab mit der Tagesordnung: 1. Wahl der Ortsverwaltung; 2. Wahl eineS Ausschuffes; 3. Verschiedenes. Es wurden gewählt zum 1. Bevollmächtigten Herr Graach Manenburgerstr. 25; zum zweiten Herr Gescke; zum Kasstrer Herr Hering, Kommandantenstr. 11; zum Schriftführer Herr Elein und zu Revisoren die Herren Böhm, Wenzel und Sin- gert. Bei der Wahl des Ausschusses entstand eine lebhafte Debatte. Herr Singert hielt die Wahl noch für zu früh, da der Ausschuß nach§ 17 deS Statuts nur von der General- Versammlung gewählt werden könne. HerrHettng befürwortest. den Ausschuß gleich zu wählen. Nachdem fich noch mehrere Herren für und gegen ausgesprochen hatten, beschloß die Ver- sammlung die Wahl sofort vorzunehmen. Es wurden darauf in den Ausschuß gewählt die Herren Dornst, Glaub-tz, Menzel. Böhm und Gehlhar. Bei„Verschiedenes" stellte Herr Estin die Frage, wann, wie oft und wo die Versammlungen statt- finden sollen? Die Versammlung beschloß, alle 14 Tage eine Versammlung stattfinden zu lassen. Ein Antrag, den Tag der Versammlung auf den Eonnabend festzusetzen, wurde angenommen und der Vorstand beauftragt, für ein entsprechendes Lokal Sorge zu tragen. Herr Graack iheilte dann mit, daß die nächste Bersammlung im„Berliner Volksblatt", als dem Organ, wel- chcs die Interessen der Arbeiter vertritt, bekannt gemacht wird. Ein Antrag deS Herrn Bauer, das Versammlungslokal mit einer Herberge re'p. Arbeitsnachweis zu verbinden, wurde als für jetzt noch nicht zweckentsprechend abgelehnt. Derselbe Herr befürwortete auch, die Bekanntmachung der Versammlungen in mehreren hiefigen Zeitungen zu bringen. Nachdem sich meh- rere Herren gegen diesen Vorschlag ausgesprochen, versprach der Vorsitzende, denselben in Erwägung zu ziehen. Herr Mentzel tbeilte noch mit, daß am Sonntag, den 29. Novrmber, eine öffentliche Versammlung sämmtlicher Stellmacher Berlin? in Grätz' Salon, Brunnensst. 140, stattfinden wird. br. Dem Schicksale polizeilicher Anflösung verfiel die Mitglieder- Versammlung des Vereins der Ardeitkiinnen, welche am Dienstag im Saale„Zum deutschen Kaiser", Lothringer- straße 37, stattfand» Frau Cantius wollte einen Vottrag halten über daS Thema: Was wir wollen und was wir müssen? Die Vottragende äußerte ungefähr folgendes: Wir wollen vereint darnach streben, daß unsere Kinder einst ein menschen- würdiges Dasein haben. Heutzutage haben wir und unsere Kinder bei aller Arbeit und bei allem Fleiß nur ein Leben in Noth und in Elend. Wir find nicht im Stande, unsere Kinder so zu erziehen, wie es fich für Menschen geziemt. Unsere Töchter, die, kaum herangewachsen, darauf angewiesen find, fich mit ihrer Händearbeit das zum Leben Nöthige zu erwerben, erhalten so niedttge Löhne, daß sie bei allem Flciße von früh bis spät durch Noth und Elend dem Laster und der Schande zugetrieben werden. Von unseren Männern werden viele genöthigt, von Ort zu Ort zu ziehen und wenn eS ihnen nicht gelingt, Arbeit zu finden» Bettler und Vagabund zu werden und als solche dem Straf- gesetze zu verfallen. Es ist Zeit, daß auch wir Ardeitettnnen uns vereinen und für die gerechte Forderung eintreten, daß durch gesetzliche Einführung eines Maximalarbeitstagcs und eines Minimallohnes bessere Löhne herbeigefühtt und der Ausbeutung unserer Arbeitekraft ein Ziel gesetzt werde. Gegen- wältig hat manches Lafivieh eine bessere Existenz, als viele von unS, die wir darauf angewiesen find, von unserer Hände Ar« bett zu leben--. Hier erhob fich der überwachende Polizei- Beamte und ettlärte die Bei sammlung auf Grund deS 8 9 des Sozialistengesetzes für aufgelöst. Demokrattscher Verein zu Berlin. Donnerstag, den 26. November, Abends 8'/, Uhr, Versammlung in den Armin- hallen, Kommandantenstr. 20. Tagesoidnung: 1. Die Angriffe auf das Ansehen der Volksvertretung. Referent Herr Lededour. 2. VereinSangelegenheiten. Oeffentltche Versammlung der Kausteute verlin» in den vereinigten Sälen des Niefffeben Etablissements, Kommandantenstraße 71-72, am Freitag, den 27. November. Abends 8'/, Uhr. Tagesordnung:„Die Sozialreform und der Kaufmannsstand." Referent: Herr Albert Auerbach aus Harn- bürg. Die früheren Mitglieder der Arbeiterschutz- Kommlsfion deS Reichstages find hierzu eingeladen. Freieste Diskusfion ist zugestchert. Jeder selbstständige Kaufmann und Handlunas- gehilfe ist willkommen. Weatcr. Overnba««. Heute: Der Wildschütz, oder: Me Stimme der Natur. Echausviettzan«. Heute: Das Gefängniß. Dentsche« Theater. Heute: Ein Tropfen Gift. Artedrich-Wilhelmkädttsche« Theater. Heute: Offenbach-Cyclus. Orpheus in der Unterwelt. Retidenz-Tbeater. Heute: Clara Soletl. Vorher: Der Stemgucker. Wallner-Theater. Heute: Unter uns. Hierauf, zum 8. Male: Der Vielgeliebte. Belle-Alltanee-Theater. Heute: Kyritz.Ptjritz. Walhalla-Operetten-Theater. Heute: Don Cesar. vittoria-Theater. Heute: Meffalina. Central-Theater. Mte Jakobstrahe 32. Direttion: Adolph Ernst. Heute: Sum 117. Male: Die wilde Katze. Gesanasposi« ir. 4 Akten von W. Mannstädt, Mufik von G. Steffens. Louisenstädtische« Theater. Direktion: Jos. Firmans. Heut«: Undine. Ofteud-Theater. Heute: Die Pariser Bluthochzeit. Koniftslädttsche« Theater. Heute: Gastspiel der Liliputaner. Die kleine Baronin. Theater der Reichshalle«. LZglich: Austeten sämmtlicher Spezialitäten. Ameriean-Theater. XSglich: Austreten sämmtlicher Spezialitäten. Kaufmann'S Variete XSglich: Große Spezialitäten-Vorstellung. Konkordia. XSglich: Austreten sämmtlicher Spezialitäten und theatralische Vorstellung. Alharn bra-Theator. Wallnertheaterstraße 15. Heute und folgende Tage: Berlin, wie es weint und lacht. Tollsstück mit Gesang in 3 Akten und 10 Bildern von C. F. Berg und D. Kalisch. Regie: Herr A. Seefeld. Bor der Vorstellung; Großes Konzert der HauSkapelle. Anfang des Konzerts Wochentags 7 Uhr, der Vorstellung 8 Uhr. BonS Anfang des Konzerts Sonntags 6 Uhr, der Vorstellung 7 V, Uhr. Altsmlmf m Kleiilerßoftil zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Kerlmer Warb z« Hauskleidern Meter 30, 40— 50 Pf. 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