Ht. 878. Freitag, de« 27.|bve»tber188a. II. Jahrg. MiurVMW Brgan ffir dir Intrrrssrn der Arbritcr. 4 Da«»«Werltuer VollSblatt" Dchemj täglich Morgen« außer nach Sonn« und Festtage«. NbonnementSprei» Ui» frei in'« Hau« vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf �ftadonnement 4 M. Einzelne Nr. 5 Pf. SonntagS-Nummer mit illustr. Beilage 10 Pf (Eingetragen in ver PostzeitungSpreiSlifie für 1885 unter Nr. 746.) Jufertioasgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Bei größere« Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunst. Inserate werden bi« 4 Nachmittag« in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annonees« Bureaux, ohne Erhöhung de« Preise«, angenommen. KedaKtio«: Keuthstraße 2.— Erpedition: Zimmerstraße 44. s» Äöonnements- Emlaäung. .Mit dem 1. Dezember eröffnen wir ein neues Abonne- "W auf das »Kerliner Uolksvlatt� � ber Gratisbeilage „Illustrirtes Sonntagsblatt." Der Abonnementspreis des „Kerliner Volksblatt" � der wöchentlichen Gratisbeilage .». Jllu st rirte« S o un ta g s b la tt" �r°gt für Berlin pro Monat 1 Marl 35 Pf., pro Woche �.Bestellungen werden von sämmtlichen Zeitungsspediteuren, JJ®« von der Expedition unseres Blattes, Zimmerstr. 44, ent« "»genommen. hi,.Är außerhalb nehmen alle Postanstalten AbonnemmtS b«n Monat Dezember gegen Zahlung von 1 Ml. 34 Pf. an. �ktedattio« und Expedition de«„Berliner Volksblatt". Nichmils die Sizilllresim. Wir haben unlängst im Verein mit anderen Blättern rth* Anschauung Ausdruck gegeben, daß die„Sozial- Regierung in ein Stadium des Still« eingetreten sei. Direkt gegen diese Anschauung, i* eine sehr verbreitete ist, richteten sich die Erklärungen Herrn Staatssekretärs von Bötticher in der ,i chitagzsihung vom 21. November, welche besagte», die Re> wolle erst abwarten, ob die auf Grund de« Unfall« ??llcheruag«. Gesetzes neugeschaffene Organisation sich be« werde Erst dann würde man daran gehen könne», 2 derselben Grundlage, d. h. auf der berussgenoffenschaft« J!n Organrsation, auch eine Alters- und In- ''idenvers orgung zu errichten.,, dieser Erklärung ist also doch zugegeben, Stillstand eingetreten ist. Man will ab« „■ Sachlich läßt sich dagegen aller« M nichts oder nicht viel einwenden. Man wird unserer �"ung nach bald genug zu dem Resultat komme», daß 1 Berufsgenoffenschaften sich nicht bewähren. Und ohne- s>t e«, wenn die Alters, und Jnoalidenversorgung auf Alben Grundlage aufgebaut werde» soll, wie die Unfall- Vierung, gar keine besondere Eile damit. l Da« hätte allerdings die Regierung nicht hindern können, hf Anschauungen und ihre Pläne in Bezug auf die und Jnvalidcnversorgu«g darzulegen. Die Berufs- � gfeutrcefon. Die Hand der Memefis. Roma» von Ewald August König. (Fortsetzung.) «Run, man kann ja darüber verschiedener Ansicht sei»! Rillst Du nun thun?" .»Mich»ach einer anderen Wohnung umsehe» und so- * betn Oberst seinen Antheil zur Verfügung stellen." ..''Fürchtest Du nicht, dadurch Dich neuen Demüthigungen 'Ken?" fragte Rabe ironisch. �.Bewahre! Zch persönlich werde mr. ihm nicht mehr m.!?%ung kommen; da« Gericht mag fortan die Ver« ."0 übernehmen, ihm gegenüber wird er alsdann auch Kvgiltige Erklärung abgebe« müssen." Ist?"enn bi�e �kklärung wiederum eine Verzicht« glaube da« nicht Kdia�Ä Du de» eig. ..Kennst Du den eigensinnigen Trotz Deines liebenS- Schwagers noch immer �nicht?" spottete Rabe. , bann mline'Pflicht"gethan. und ?'bald Rabe schüttelte mißbilligend den Kopf. -st"g!°u kann in der Erfüllung---** 'X*WL. I»ÜU/ IMIl---- '«Ä*'T'"'m««"'»a?"s-nch> blt'el ■®te" unan . sinb bS geschloffen," unterbrach die ihn.„die Untersuchung*n"let "§9t b« Assessor Dir da« gesagt?" wird nicht weiter gcnoffenschaften beziehen sich doch nur auf die innere Orga- nisation und Verwaltung der durch sie getragenen Znsti- tute. Die wichtigste Frage, die Aufbringung der Mittel für eine genügende Alters- und Znvalidenver« sorgung, wird durch die BerufSgenoffevschaften gar nicht be- rührt. Und doch ist eS von der größten Wichtigkeit, diese Frage bei Zeiten eingehend zu diSkutiren. Offenbar ist sich die Regierung bi« jetzt noch nicht klar geworden, woher die Mittel kommen sollen; daher wird die ganze Angelegenheit einstweilen vertagt und man begnügt sich da- mit, die Wirkungen der Unfallversicherung zu beob- achten. Da« aber steht fest: wenn die Alters- und Zuvaliden- Versorgung auf denselben Grundlagen wie die Unfalloer- sicherung eingerichtet werden soll, so ist ihr von vornherein das Schicksal gesichert, bei den Arbeitern unpopulär zu sein. Man weiß, daß die BerufSgenoffenschaften in ihrer gegenwärtigen Form eine sehr einseitige Organisation sind. Sie weisen dem Arbeitgeber eine Reihe von Befugnissen zu, die der Arbeiter nicht hat. Eine jede selbstständige Stellung des Arbeiter« ist auf der Grundlage der Berufs« genossenschaften ausgeschlossen. Was den Arbeitern an „Vertretung" und an Befugnisse» bei der Unfallverfiche- ruog verblieben ist, erscheint so unbedeutend, daß es gar nicht in Betracht kommen kann. Herr von Bötticher ließ zwar durchblicken, daß von anderer Seite eine andere Inangriffnahme die schwieri- gen Materie der Alter«- und Znvalidenversorguag in Aus- ficht genommen sei. Er sagte indessen weder welcher Art die andere Anschauung ist, noch von wem sie ausgeht. De«. halb ist darauf auch kein Gewicht zu lege«. Wir müssen heute nochmal« betonen, daß ei eine veraltete Anschauung ist, wenn man annimmt, die Arbeiter könnten ihre eigenen Interessen nicht selbst wahrnehmen und könnten die zu ihre» Gunsten zu schaffenden Organisationen nicht selbst verwalten. Sie können das so gut wie alle anderen Klaffen der Gesellschaft, dafür giebt e« Belege genug; allein trotzdem hat man ihnen bei der Kranken- und Unfallversicherung keine Selbstverwaltung gewährt. Man sollte sich über unsere öffentlichen Zustände doch nicht täuschen. Seit etwa hundert, vielleicht seit noch mehr Jahren ist eine große soziale Umge- staltung im Gange, die man am besten als die Demo kratisirung der Gesellschaft bezeichret. Früher regelte sich das öffentliche Leben»ach Vorrechten und Vor- urtheilen, die eingebürgert und verhärtet waren; heute haben wir einen allgemeinen Kampf der Klasseninteressen und Nie- wand, der gleiches Recht für Alle gelten lassen will, kann de» Arbeitern das Recht streitig machen, ihr Klasscnintcresse zu wahren. Deshalb wird eS immer ein Fehler fern, wenn „Ja, ich habe ihn gebeten, die Sache ruhen zu lassen." „Und was bewog Dich zu dieser Bitte?" fragte Rabe mit einem lauernden Blick auf die schöne Frau. „Einen besonderen Grund hatte ich dazu nicht." „So hättest Du sie auch nicht aussprechen dürfen, Adelaide, die Akten mußten ohnedie« geschlossen werden, der Assessor fand ja keine Spur, die er verfolgen konnte." „Er war über diesen Punkt anderer Ansicht," erwiderte die Generali» ernst.„Sprach cr auch keinen bfftimmten Verdacht aus, so konnte ich doch aus seinen Aeußerungen entnehmen, daß ein solcher Verdacht in seiner Seele ruhte. Und dethalb bat ich ihn. die Sache ruhen zu lassen, man kann ja nie voraus wisse», wie eine Untersuchung endet, wenn überzeugende Beweise fehlen." „Man hätte sie überhaupt unterlassen sollen! Dem Dienstpersonal ist durch sie St off zu Vermuthungen geboten wor« de», e« wird nicht unterlassen, diese willkommene Gelegenheit wahrzunehmen." „Und was kann uns da» kümmer«? Wir können Niemanden Schweige» gebieten, und aus der Luft gegriffene Vermuthungen—" „Du kennst die Tragweite solcher Vermuthungen nicht, Adelaide! Die Behauptung de» alten Schwachkopfes, daß Joseph, hm die Papiere gestohlen habe, hat bös.s Blut genug gemacht, man hätte dieser Anklage kräftiger entgegentreten müssen, aber in die Entlassung de» Gärtners wolltest Du ja nicht einwilligen. Jetzt kommt die Reue zu spät und die Folgen müssen wir leider tragen." Die Generalin blickte ihre« Bruder mit würdevollem Ernst an. „Ich für meine Person habe diese Folgen nicht zu fürchten," erwiderte sie,„deshalb kann ich über Deine Be- sorgniß ruhig hinweg gehen." „Bella wird dasselbe sagen, und doch hat sie uns die Suppe eingebrockt' Apropos, ich erinnere mich da an etwas, worüber ich mit Dir reden wollte. Daß die Er- süllung Deines Wunsches in Bezug auf die Zukunft Deiner Tochter durch die Auffindung des Testaments unmöglich ge« die Arbeiter bei öffentliche« Einrichtungen, die ihre eigenste» Interessen berühren, nicht ihre volle Selbstständigkeit gewahrt erhalte«. Da» einzusehen sollte nicht so schwer sein. Allein unsere Industriellen und großen Unternehmer fassen ihre Stellung falsch auf. Sie glauben, daß derjenige, der ihnen Lohn- arbeit leistet, auch in allen sonstigen Verhältnissen von ihnen abhängig sein müsse; sie glauben auch, seine politische Anschauung, seine Lebensweise, seine ganze Art der Auf« fassung nach ihrem Belieben beeinflussen zu können und sie sind deshalb auch der Meinung, daß sie die innere Ordnung der verschiedenen Versicherungsformen besser zu vrrwalten im Stande seien als Vre Aroeiter selbst. Leider haben die Industriellen und großen Unternehmer es verstanden, diese ihre Anschauungen und Vorurtheile auch Anderen beizu- bringen, so daß Kranken- uad Unfallversicherung ihre» Wünschen entsprechend eingerichtet worden sind. Wenn, was nicht zu bezweifeln ist, zur Alters- und In» validcnversorgung Reichs- oder Staats zuschüsse zu leisten sind, so werden die entsprechenden Summen»ach den heute gebräuchlichen Steucrformen erhoben und dann fällt immer wieder der Hauptavtheil davon auf die Arbeiter. Da wäre et denn doch nicht mehr als billig, wenn ma» ihnen auch freie Verwaltung gewährte für die zu ihre» Gunsten ins Leben gerufenen Institutionen, deren Kosten sie fast sämmrlich selbst tragen. Wo diese freie Verwaltung fehlt, da erscheinen jene Institutionen nicht gerade so, al« ob sie zu Gunsten der Arbeiter geschaffen wären. Nach alledem hat man sonach keinen Grund, an die künftige Alters- und Jnoalidenversorgung irgend welche hochgespannten Erwartungen zu knüpfen. Politische Ueverstcht. Der Verein der Sptrttussabrikauten läßt durch seinen Vorstand folgenden Aufruf veröffentlichen: „Die Noch, in welcher fich unser landwirthschaftlicheS Ge« werde durch den Niedergang der SpirituSprcise befindet, ist der Hauptsache nach verursacht durch die in der Gesetzgebung der konkurrirenden Staaten liegenden hohen Exportprämien. Gegen diese Prämien kann in Deutschland der Kämpf nur im Wege der Gesetzgebung mit Erfolg aufgenommen werden. ES ist deshalb eine sofort eintretende Eleuerreform, welche die Konkurrenzfähigkeit des deuischcn Spiritus auf dem Wellmarkt wieder herstellt, ohne eine vermehrte Produktion hervorzurufen, nothwendig. Wenn diese Reform nicht eine gleichzeitige Er» höhung der Staatseinnahmen bezweckt, so sehen wir einer wei- reren Reform, zu dem Zwecke, die Staatseinnahmen auS dem Branntwein wesentlich zu erhöhen, doch mit Vertrauen und Ruhe entgegen, sofern durch dieselbe: 1. die Exportfähigkeit des deutschen Spirllus gesördert wird, worden ist, wirst Du zugeben: eS ist ja vorauszusehen, daß die Verzichtleistun« de» Oberste« die Kluft eher erweitert, al« überbrückt. Deshalb wäre eS Thorheit, die Bemühun« gen de« Assessors noch länger protegiren zu wollen, ma» schafft dadurch nur Unfrieden. Herr von Barnekow hat vor einiger Zeit mich gebeten, ihn meiner Familie vorzu« stellen; er stammt au« einer sehr angesehenen Familie, und gegen eine Verbindung mit ihm wäre meines Erachten» kei» Einwurf zu erheben." „Herr von Barnekow?" wiederholte die Generalin sin. nend,„ich erinnere mich nicht, diese» Namen jemals ver- nommen zu haben." „Kann sei«, Adelaide," erwiderte Rabe achscl« zuckend,„ich kenne den Herrn schon seit längerer Zeit, Ära- bella—" «Sie hat darüber allein zu bestimmen," unterbrach Frau von Stuckmann ihn,„mag sie ihre Wahl nach ihrem Ermessen treffen, ich darf ja die Ueberzeugunq hegen, daß sie nur nach ernstlichrr, reiflicher Ueberlegung sie treffe» wird." „So mag eine BürgerSftau denken, aber eine Ge« neralin von Stuckman» muß die Anschauungen ihres Stande» vertrete». Und in Deinen Kreisen ist eS Sitte, daß nicht die Kinder, sonder» die Eltern die Wahl treffen." „Muß ich, wenn eine Thorheit zur Sitte geworden ist. dieser Thorheit mich fügen?" „Ich kann das nicht Thorheit nennen. Blicke auf Deine eigene Vergangenheit zurück. Du warst jung, schön und lebenslustig, au« eigener Neigung würdest Du dem alte» General Deine Hand nicht gegeben habe», und wen» unser Vater damals Dir die Wahl steige- stellt hätte, so wäre ein Anderer Dein Gatte ge- worden. Der Vater befahl und Du. gehorchtest, und Du dankst ihm»och heute dafür, daß er diese glänzende Zukunft Dir verschafft hat." Die Generalin blickte schweigend vor sich hin«in her- der. schmerzlicher Zug umzuckie ihre Mundwinkel, der Be. hauptnng ihre« Bruder, schien sie doch nicht so ganz b.i- pflichte« zu könne». 2. die Kartoffel als bauptsächlichstes Matnial zur Epi- ritusfabnkation geschützt, 8. der Kleinbetrieb gegenüber dem großen Betriebe in angemessener Weiie begünstigt wird, 4. eine Stärkung des Betriebes der Prcßhefefabriken er- reicht und endlich 5. eine Anreizur g zur Verstärkung der Produktion aus- geschloffen wird. Also, schafft Raum für den deutsch, n Fusel, besteuert die Einfuhr von Kartoffeln und monopolifirt daS herrliche Soff- brennen, das ist im Wesentlichen das Programm der Sprit- fabrikanten. Nachdem so ihrer bitteren Noch abgeholfen ist, find fie auch gern bereit einen Nickel dem Staatssäckel zu opfern. Fi(stich können die großen Brenner die„kleinen" nicht ganz bei Seite laffen und so marschiren die feindlichen Kon- kurrcntcn Arm in Arm, ihr Jahrhundert in die Schranken fordernd Herr von Kardorff und Genossen werden im Reichstage ficher das Elend ihrer Kollegen in den düstersten Farben schtl« dern und die Reickstagsmajorität hat ja immer ein gutes Herz gehabt, wenn eS fich darum bandelte, die Roth der leidenden Landwirthschaft zu lindern. Warum sollte fie diesmal anders handeln, da doch die armen Spistbrenner zumeist auch arme jjandwirthe find? Od bei dieser Gelegenheit auch einmal der Lage der ländlichen Arbeiter, welche bei den Lchnapsbrennern beschäftigt werden, gedacht wird? Wohl schwerlich! Von den Arbeitern scheint man anzunehmen, daß fie mit einem gewiffm Ilederfluß an Gütern zu kämpfen hoben, und daß fie somit eines Schutze« nicht bedürfen. Hoffentlich sehen die Ardeiter dies schließlich selbst ein und veranstalten in Konsequenz dieser Erkenntnis} eine Kollekte, um der Roth der armen Spiritus- fabrikanten ein Ende zu machen. Diätenklagen des FiSkus. DaS abweisende Urtheil des Breslauer Landgerichts in der Diätenklagc des FiS> kus gegen den Reichstagsabgeordneten K r a e ck e r gründet fich in erster Reihe darauf, daß der Artikel 32 der Verfassung dem Fiskus nicht klar und deutlich zur Seite stehe. Allerdings nehmen die Staa srechtslehrer v. Martitz, v. Mohl, Laband und Zom an, daß der Artikel 32 den Reichstagsabgeordneten den Bezug von Entschädigungen aus Parteimitteln untersage, aber ebenso gewichtige Stimmen, wie die der Staatsrechtslehrer von Rönne, Meyer und des bayerischen Finanzministers Riedel haben fich im entgengesetzten Sinne geäußert, daß durch den Artikel nur der Empfang der Diäten auS öffentlichen Fonds verboten werden sollte. Die Begriffe„Besoldung" und„Ent- schädigung" decken fich durchaus nicht mit den Begriffen „Schenkungen" und..Zuwendungen". Abgesehen von der Rechtsfrage führt das Urtheil noch folgendes aus: DaS Bewußtsein, Tagegelder zu einem wider die Ehrbarkeit laufenden Zweck «"genommen zu haben, könne dcm Verklagten nicht innege- wohnt haben, da fich so gewichtige Stimmen, wie oben erwähnt, für die Annahme von Diäten auS Parteimitteln ausgesprochen Satten. Ferner seien die Zahlungen von Diäten viele Jahre indurch unbeanstandet erfolgt. �„ r — N'ck einem Telegramm aus Jnsterburg wmde auch dort der Fiskus mit seiner Diätenklage gegen den Abgeordneten D tri cht et abgewiesen. Das ist bereits der vierte Fall. Die offiziöse„Nordd. Allg. Ztg." hat mit ihren Anfichten also nir- gends Anklang gesundm. In der Angelegenheit der Karolineninseln soll, wie der„Köln. Zlg." offiziös auS Berlin telegraphirt wird, eme grundsätzliche Einigung zwischen Deutschland und Evanien auf der durch die päpstliche Vermittelung angeregten Grund- läge erzielt sein. Die letzten Verhandlungen hätten die Einzel- Herten, sowie die Art und Weise der Ausführung zum Gegen- stände gehabt. Man hat Grund anzunehmen, daß Deutsch and mindestens die schon mehrfach erwähnten Sicherheiren und Vortheile(freien Handelsverkehr und eigene Kohlenstationen) erlangt habe. Madrider Depeschen besagen femer, daS end- giltige Protokoll in der Karclinenfrage solle am 5. Dezember unterzeichnet werden. Der Staatszuschuh für die Unterhaltung der Ge- fangcnen betrug in Preußen: 1875: 4 35 Millionen Marl, 1876: 5,08 1877/78: 5 49„ Der Staat, dessen Schulmeister dre Schlacht bei Sadowa an- geblich gewonnen habe, würde ficherlich seine Ausgaben für diesen Etarsposten ganz bedeutend vermindern können, anstatt daß dieselben wie bisher rapide anschwellen, wenn er lhat- kräftig für Volksbildung und für Hebung der materiellen Lage deS arbeitenden Volkes einträte. Preußen ist ja die Spitze des Deutschen Reichs, und Fürst Bismarck hat die Klinke der Gesetzaedunq in der Hand. Hier ist Rbodus, hier tanze'. Die Auswanderung nach Ostafrtka ist ein Luxus. den fich nur bemittelte Leute erlauben können. Die„Weser Zta." hat darüber eine Berechnung angestellt, der wir folgen- des entnehmen. Kosten der Reise, Ausrüstung und Landan- kauf 2000 M. Die Erbauung von Wohnungen und sonstigen Gebäuden 5000 M. Ein Kapital von 5000 M., um 5 Jahre hindurch die Rentabilität der Kapitalanlage abzuwartm. Ins- „Die alten Erinnerungen soll man nicht wecken," sagte sre nach einer Pause:„und od ich nicht an der Seite eines Andern, eine« geliebte« Manne» glücklicher geworden wäre, darüber können wir Beide nicht urtheilen, mit Sicherheit läßt diese Frage sich ja nicht beantworten. Der Glanz blendet oft, aber e« ist nicht immer gediegenes Gold. Wear� Herr v. Barnekow wünscht, uns vorgestellt zu werde», so habe ich nicht» dagegen einzuwenden, ich werde ihn so freundlich aufnehme«, wie es jeder Gast von mir erwarten �'„Barnekow war bereit« hier—" Wann?" fragte die Generalm überrascht. Vor einer Stunde, und da Arabella gerade im Garte« war."so erlaubte ich mir, die Beiden einander vorzustellen." „Und wie war der erste Eindruck, dm er auf Arabella �.Ich halte nicht viel von erstm Eindrücken, Adelaide, ich habe oft gmug erfahrm, wie sehr sie täuschen können. Herr v. Barnekow wählte ei» sehr unglückl, che« Thema zur Unterhaltung, er glaubte, seine sehr oberflächlichen Kennt- «isse auf dem mufikalischm Gebiete zum Beste« geben zu müssen, er mochte wohl wohl nicht ahne», welchen gefähr- lickm Weg er betrat. Und liebenswürdig war Arabella auch nicht, aber ich will ihr deshalb keinen Vorwurf machen. der plötzlich« Tod de« Gärtner« hat ihr Gemüth zu gewaltig «schüttet, ib � Du besser gcthan, Herrn v. Barnekow heute nicht vorzustellen erwiderte die Generalm, deren Lippen jetzt ein feines Lächeln umspielte.„Hat er in den Auge» Arabella'« sich lächerlich gemacht, so wird er schwer- lich Gnade finden. Du kennst fie ja in diesem Punkte" „Jawohl, ich kenne die zähe Hartnäckigkeit mrt der sie an einer jede« Grunde« entbehrenden Antipathie festhält," sagte Rabe mit bitterem Spott.„.._ „Sprechen wir weiter nicht darüber,", fuhr d,e Gmeralm fort:„ich kann Dich ja doch nicht zu dem Gestäadniß bewegen. daß diese Antipathie auf Gegenseitigkeit beruht. Sei so gut und gieb mir ein gmaueS Verzeichmß meiner Werth- papiere—" „Zu welchem Zweck, Adelaide?" gelammt kostet also die Auswanderung nach Ostafrika für eine ledige Person mindestens 12 000 M. Mit dieser Summe aber kann man fich in der Heimath eine bessere Existenz gründen, als in dem Fieberkiima Ostaftikas. Amnestie in Schaumburg» Lippe. An der Spitze des amtlichen Thetls der Nr. 93 der„Anzeigen deS Fürstenthums Schaumdurg« Lippe" vom 21. November 1885 ist folgendes zu lesen: Höhere Bekanntmachung. In Veranlassung des höchst evreulichen Festes des 25jäkrigen Regierungs Jubiläums Seiner Hochfüistlichen Durch- laucht des Fürsten haben Hö�stderselbe gnädigst geruht: Alle wegen Uebertretungen bis zur Höhe von 15 M. oder einer Woche Freiheitsstrafe erkannten und noch nicht verbüßten Strafen— jedoch mit Ausschluß der auf Grund des§ 361 Nr. 3—8 des Strafgesetzbuches(wegen Landstreicherei, Beitelns u. s. w) festgesetzten Strafen— zu erlaffen, sowie die Unter- suchungen wegen der bis zum 21. November 1885 begangenen Uebertretungen, welche im Höchstbetrage mit Geldstrafe bis zu 15 M. oder mit Freiheitsstrafe bis zu einer Woche bedroht find, niederzuschlagen. Sämmtliche Gerichts- und Polizei- behöiden deS Landes haben fich hiernach zu richten und dem- entsprechend zu verfahren. Bückeburg, den 21. November 1885. Fürstlich Echaumburg-Lippische Landesregierung. Spring. Durch diesen Regierungeakt wird den außerhalb dieses Ländchens wohnenden Deutschen deffen selbstständige Existenz wieder einmal in die Erinnerung zurückg-rufen. Die Zahl der Amnestirten dürfte bei dem Umfang des Mrstenthums schwer- lich eine wesentliche sein, da Sr. Durchlaucht nur beliebte, Uedertreter zu begnadigen und auch noch die Landstreicher und Bettler von der Gnade ausgeschlossen hat. Ausgaben für Westafrika. Nach der Drnkschrift über die Oraanrsation in den westa'rikanischen Kolonien werden im laufenden Jahre von dem Vauschquantum für die Kolo- nien im Betrage von 248 000 Ml. unter anderen veeauSgabt: Zum Bau des Regierungsgebäudes in Kamerun 86 000 M., für Errichtung einer offenen GcrichtShalle und eines Wacht- gebäudes dazu 10 000 M., für Micthe eines vorläufigen DienstgebäudeS in Kamerun 2150 M-, Kosten einer für den Gouverneur angekauften fünfrädrigen Gig 400 M., Kosten der für Polizeimannschasten in Kamerun und Togo angekauften 130 Stück Kavallerie- Karabiner nebst 26 000 Stück Palronen 5821 Mk., für die Unterhaltung einer Polizei Mannschaft in Westafrika 15 000 M, zur Remunerirung eines Dolmetschers in Kamerun und acht daselbst beschäftigter Kruleute 2960 M. Der Gouverneur von Kamerun empfängt jährlich 30 000 M. die beiden Kommissarien in Angra Pequena und Togo und der Kanzler in Kamerun je 12 000 Mark, die Sekretäre in Kamerun, Angra Pequena und Topo je 6000 Mk. und die Amtsdiener für diese Gebiete je 3000 M. Zur Orientkrise liegt folgende sehr bemerkenswerthe Mit- theilung vor: Die Repräsentanten der Großmächte haben an den serbischen Minister des Aeußern eine Note gerichtet, in welcher fie demselben mittheilen, daß Rußland vorgeschlagen habe, durch eine gemeinsame Kundgebung den Feindseligk-iten zwischen Serbien und Bulgarien und damit dem weiteren Blutvergießen ein Ende zu machen. Die Mächte find einig für dieses Werk der Menschlichkeit, und die in Belgrad wei- tenden Repräsentanten von Rußland, Deutschland und Oester- reich-Ungarn haben diesen Enscbluß zur Kenntniß der serbsschen Regierung gebracht und um Mittheilung ersucht, welche Ent- schlüffe dre letztere darauf hin fassen werde. Die Gesandten Großbritanniens. Frankreichs, Italiens schließen fich in Erwar- tung näherer Jnstruttior.cn seitens ihrer resp. Regierungen einem Schritte an, der, wie fie glauben, ganz mit den Inten- tionen der von ihnen vertretenen Mächte übereinstimmt. Diese Note beantwortete der Minister Garaschanin mit der Mitthei- lung, daß er dieselbe sogleich zur Kenntniß des Königs Milan gebracht hat. Hierauf hat König Milan sofort den Be« fehl zur Einstellung der Feindseligkeiten er- f heilt und die Befehlshaber der serbischen Truppen vor dem Feinde mit der Anweisung versehen, den ihnen gegenüber- stehenden Führern der bulgarischen Armee von diesem Entschluß Kenntniß zu geben. Ueber Paris kommt die Nachricht, daß der Fürst von Bulgarien das Anerbieten des Königs von Serbien, die Feind- seligkeiten eivzust'llen, nicht angenommen habe. In österreichischen Kreisen haben die Erfolge der Bulgaren eine große Beunruhigung hervorgerufen. Einzelne Journale fordern energisches Eingleisen Oesterreich-Ungarns zu Gunsten Milans. In Wien haben sehr ernste Berathungen stattgefunden, in denen alle jene Eventualitäten erwogen wurden, welche in Folge der Ereignisse auf dem Kriegsschauplatze ein- tteten können. Die„TimeS" läßt fich aus Konstantin opel melden:„Der Ausbruch der Feindseligkeiten zwischen Serbien und Bulgarien hat die Besorgniß der P'oite betteffs der Adstchten Griechen- l a n d S trotz der hier eingegangenen Verfichcrungen erhöht, Die Flottenrüstungen werden mit größter Rührigkeit dettiebcn, und fünf Panzerschiffe haben Befehl, in erster Reihe nach Sa- loniki abzugehen und fich nach griechischen Gewässern zu de- „Ich will die Papiere bei einem Bankier depoviren." „Bei einem Bankier? Fürchtest Du vielleicht, fie seien Dir in meinen Händen nicht mehr ficher?" „Habe ich da« behauptet, Willy?" .Kann ich einen anderen Schluß aus Deiner Forderung folgern?" fragte Rabe vorwurfsvoll. „Gewiß, denn dieser andere Schluß liegt sehr nahe. Ich werde da« Schloß in den nächsten Tagen verlasse», und wie Du mir bereits gesagt hast, wirst Du mich in meine neue Wohnung nicht begleiten— oder ist Dem Entschluß in dieser Beziehung ei» anderer geworden?" „Nein." „Nun wohl, wo soll ich also mit meine» Papiere« bleiben? Ist e« nicht da« Einfachste und Kürzeste, wenn ich ihre Verwaltung einem Bankier anvertraue?" „Ich würde da« nicht thu», Adelaide; wenn der Bankier an der Börse Harzard spielt, wird er—" „Ich werde nur einem soliden Bankhause mein Ver- trauen schenken, und ich erwarte, daß Du mir mit Deinem Rathe zur Seite stehen wirst." „Sehr gerne, aber damit hat's ja noch Zeit!" „Was man heute thun kann, soll man nicht auf mor« gen verschieben," erwiderte die Generali»,„also sei so gut und gieb da« Veneichniß." „Heute noch?" „Liegt denn kein« bei den Papiere»?" „Nein— wozu auch? In dem eiserne» Schranke find die Dokumente ja gut aufgehoben, fie können weder gestohlen noch durch Feuer vernichtet werden, also—" Dann sei so gut und ferttge ein Verzeichniß für mich au«." „Wenn Du e« wünschest, soll e« geschehen," erwiderte Rabe, während er an den Spitzen seines Schnurrbcuts drehte.„Aber für heute kann ich e« Dir nicht mit Sicher- heit versprechen." „So warte ich bis morgen. Und noch Eins," fuhr die Generali» fort,„ich habe vor einiger Zeit ein Wechsel- formular unterzeichnet, wa« ist au« dem Papier worden?" Sichtbar verlege« schlug Rabe die Augen nieder. ge« geben beim ersten Zeicken von einer Argriffsbewegung an da Grenze, wo zirka 100 000 Mann türkische Truppen unter de» Befehle des Marschalls Eyub Pascha bereitgehalten werde«. Holland. Aus Amsterdam wird unterm 24. November berichtet: Heute Abend fand wiederum eine zahlreich besuchte Versam» lung von Sozialdemokraten statt, an welcher auch mehrere Flauen theilnahmen. Es wurden aufreizende Rede» gegen die Regierung und das Kapiial gehalten. Als der i» Saale anwesende Polizeikommissar einen Redner aufforderte, fich zu mäßigen, entstand ein furchtbarer Tumult. Die SoNw» demokraten ergriffen Stühle, um fich nölhigenfallS zur Wehl zu setzen. Auf em Zeichen des Polizeikommtssars drangen jn- deffen einige 50 Polizeiagenten in den Saal und räumte» denselben in kurzer Zeit mit der blanken Waffe. Die Wenge sammelte fich darauf in einzelnen Gruppen vor dem Gebäude, zerstreute fich indeyen alsdann, ohne daß es zu weiteren Ruh«' störungen kam.— Ob dieser Bericht in allen seinen Punkts auf Wahrheit beruht, muß dahingestellt bleiben: augenschnm lich ist er aus einer den Sozialdemokraten höchst feindlich«» Quelle geflossen. Frankreich. Die Tongking-Frage verursacht dem franzöfischen Kabm« viel Kopfschmerzen. Zur Fortsetzung der Eroberungen verlang» das Ministerium wiederum einige Millionen und die Krmm« hat diese Forderung zur Voiprüfung einem Hauptaussckuß o»» 33 Personen zugewiesen. Von den 33 Mitgliedern find A darunter 10 Monarchisten, für unbedingte Räu mun' T o n g k i n a s, sobald fie thunlich ist, nur 8 find für da« m halten der Eroberung. Dieses für die Regierung ungünsni Ergebniß kam durch Zusammengehen der Rechten und do äußersten Linken zu Stande. Die Anhänger der Räumung«' polttck erklärten Frankreichs Fahnenehre durch die eirungene» Siege befriedigt- fie halten die Zusammenfassung der Kraste Frankreichs in Europa für nölhig und find überzeugt, dal Tongking nie seine Kosten decken, nie ein Markt für tranM«' Waaren sein wird. Sie fordern die Vorbereitung der Räuma»! und allenfalls blos die Wahrung eines Beobachlungspost«� in den ostafiatischen Gewäffern, etwa der Fischerinseln.. offiziöse„R-p. Fran?" ist über diese Beschlüsse verzweifelt,«' hofft indeß noch, dafgbie Kammer fie nicht gutheißen Jedenfalls werde sich weder Brisson noch Freycinet»? Floquet zu ihrer Durchführung hergeben, und die welche für die Räumung stimmen würde, müffe sich„ machen, daß fie bei einem Ministerium C l 6 m e n c e a u l»» gelangt sei. — Jn Frankreich ist von 1841 bis 1878 gewachsen auf 1841 die Bevölkerung von 100 „ Polizeiagenten„ 100 „ Kriminalität„ 100 der Aikohoikonsum., 100„ üo � Welcher Fortschritt in der Zunahme an Veibrechern, � hcimpolizisten und Echnapshäusern, welch drastischer M* für die moderne„Kultur"! 1878 107 135 200 276 Spanien. Ein dcm englischen auswärtigen Amte auS Madrid M. �enes Telegramm meldet, daß König Alfons»* panien gestern Morgen 9 Uhr an Dyssenterie beschleunigter Schwindsucht starben ist. Alfonso ist der Sohn der ehemaligen#0" Jsadella, welche bekanntlich seiner Zeit des Landes vertfi�. wurde. Nach spanischem Thronfolgerechte gebt die»»'1 ivutvt. viuiy-zi/yiunyuigriccQic mangels direkter männlicher Erben auch auf die Jnfanw�? über. Es wäre somit, wenn nicht d-r»« fnrmrtcnde CP2 uwu. vto miut luuui, uitnn moji der zu erwartende «in Prinz ist, die fünfjährige Prinzessin die Toronerbin ■Spanien, während die Regentschaft der Königin Wittw« ,, ES läßt fich indeß kaum annehmen, daß die Erdfolge ff."„ glatt regeln wird, im Vordergrund stehen die und die karlistischen Bestrebungen werden ficher durch 6«»* Alfonso's neue Nahrung erhalten. Schwede» und Rorwege«-«, Einem Telegramm aus Stockholm zutolge wuro� Redakteur der„Soeriges Tidning", Berggren, wegen fRovK. beleidigung, sowie wegen Beleidigung veS königliche« des Prinzen und der Prinzesfin von Wale« zu vierjaM Strafardett verurtheilt. Großbritaunie».„„ wp Bis gestern waren bei den englischen Wahlen 36 vative, 35 Liberale und 2 irische Nationalisten gewählt w» � Tuir« /«oni fix*:_______"Lii rL. Dilke ist in Chelsea mit 4291 Stimmen gewählt worden-, � konservative Kandidat Witmore hotte 4116 Stimmen. am Montag stattgehabten Nomination wurden, da kein»�, kandidat vorbanden war, unbeanstandet gewähl«: fji und G. H. James für Merthyr Tydvil, Eh. P- WIM W die südliche Abtb eilung von Wolocrhampton unv zjj, ZJ uui«-cuinutiyumviim t�wr Ferguson für die Stadt Carlisle. Die letztgenannten vur. geordneten find sämmtlich liberal und saßen schon'm 0—* Parlament. Villicrs gehört dem Parlament bereits „ES liegt noch beim Justizrath Walther, •te er widerte er. »Ein Vergleich ist also nicht zu kommen?" „Nein." „Und Du hast de» Wechsel— Stand« *"» V»!»"tn;u>civ[«i—.. KP .Aber ich bitte Dich, wie kannst Du Dir deSh-l" � so.rgnisse machen? Der Justizrath Walther � J nVMA«*«* AM«mImW—a— L.---- m'— macyen?)uer �ustlzraty Avauy» Ehrenmann, er wird von dem Papier keine« machen." „Und wenn einer seiner Schreiber e« thäte?" 3W ift umhpnPKAv?" „Da« ist undenkbar!" „Behaupte das nicht?" � „Ich dark e« behaupten, der Justizrath weiß de» eme« solchen Papiere« zu würdigen, ließe er e« aber» � l« andere Hände fallen, so müßte er auch d«« � tnnrtmiff m Chatham und der Sprecher Peel in Marwick gewählt. Kommunales. ä Wahlresultate. »v Kommunalwähier der IL Abtheilung vollzogen am Mwoch die Ecgänzungswahl zur Stadtverordneten- Per- .Aung. Es standen fich nur die Kandidaten der„Liberalen" Bürgelpartei" gegenüber, von denen die elfteren L mm 14 Bezirken gewählt wurden. Das Resultat in den T* Bezirken war folgendes: .1»ahlbezirk(Stadtbe,. 1-10) Leddihn,(Hb.) 373; '5 tBürgerp.) 34 Stimmen. Wiedergewählt Leddihn. .2. Wahlbezirk(Stadtbe,. 11-20; Weiß.(Hb) 385, i•a1!l(Bürgerp.) 109 Stimmen. Wiedergewählt Weiß. ISi l' Wahlbezirk(Stadtbez. 21-30) Herrmann(Hb.) 455, KJ,(Bürger partei) 67 Stimmen. Wiedergewählt Herr« �.Wahlbezirk(Stadtbez. 31-37) Fischer(Hb.) 319, 71< Bürgerpartei) 164 Stimmen. Wiedergewählt Fischer. .�-Wahlbezirk(Stadtbez. 33-52). Paetel(lib.> 403, da» M V- f* % flii� .Stadtbe,. 79-103 u. 138-140) iw Hinge 3, Beschoren 4, Timm und Kreutz 1 Stimme. �5%' l�iger Vertreter ist der Stadtverordnete Wahlbezirk(Stadtbez. 114-124 und 126-129.) 095 Oppermann 1 Stimme. Wiedergewählt Löwel. Wahlbezirk(Stadtbe,. 125, 130-137 und 141-144). dtb.) 457, Müller(©.=P.) 26 Stimmen. Wiedergewählt ZlA Wahlbezirk(Stadtbe,. 145-151, 153. 162-178 und %%r. Gerstenberg(Hb) 458, Befig(B.-P.) 40 Stimmen. . gewählt Dr. Gerstenberg. Wahlbezirk(Stadtbez. 152, 154-161 und 179-200). HM«'I L\ r*?»rv-■ sm eV* v 4 wrr rv«♦..! J, /fit\«, l... e�. vwtuvfcvtfl.--- . opst(B-P.) 91 Stimmen. Wiedergewählt Frtederici --vn /�Älbrzirk(Stadtbez. 218-269). Weiß(Hb.) 348, . 14(B.=P-) 132 Stimmen. Wiedergewählt Wnß. Via �"ZZ.'bezirk(Stadtbez. 270-326). Diersch(Hb.) 421, i?' B 7 Stimmen. Wiedergewählt Diersch. Wahl des Herrn Limprecht, welcher nach der Abgabe in engere Wahl mit dem liberalen Kandidaten !niom.men soll, dürfte als definitiv zu betrachten sein, da «il|2?�bmen nach Herr Kodiert nicht Preuße, sondern (ein soll, milhin würden die auf den letzteren n Stimmen als ungistig zu betrachten sein. » Zakales. »»i.f'Ö'fttot kontra Polizei Präsidium. Vor dem Ober« Mgericht gelangte vorgestern die bekannte Klage des � Äe�. Präsidium halte nämlich am 8. Dezember 1 n W?Ainbehölde auf Grund des ZuständigkeitsgesetzeS �l-i-Vtwit ersucht, bis zum 1. Oktober 1885 mit der �fflulirung und Pflasterung der Charlottenstraße Ä, und Georgenkirchstraße zu beginnen. Fall» »tstZ. L�en nicht entsprochen werden sollte, so würde, wie hieß, das Polizei- Präsidium die auf 60000 Mark Mzis?�Iten Arbeiten selbst durch Tritte auf Kosten des ? w i ausführen lassen. Der Magistrat erhob hiergegen �„..�ufhebung dieser Verfügung gerichtete Klage beim P d,» der denn auch am 14. Mai d. I. in Gemäß» 1*-« Jlnir**.» v.ä 9r)„„iftr„ea»rfnntif». indem et der Ander k? de»"n,'?uv, oer oenn auw um 11. v.... p ghe �trageS des Magistrats erkannte, indem er der 3 di»' n Oberbürgermeister von Berlin Inhaber vrr die».�awetsordre vom 28. Dezember 1875 übertragenen, oh fMegung von Straßen bezüglichen örtlichen Polizei- Äbimn 1 � Behörde ist, welche eine Aenderung bezüglich Md it"auen Straße im Zuge der Charlottenstraße auf ?»der � ßesetzlichen Befugnisse durchzusetzen derechlwt sei, K v"IJ gleiche Berechtigung zur zwangsweisen Durch. SS ft-h/ n Anordnung dem Polizei-Präsidium nicht zur S f)b9" Hiergegen hatte das Polizei.Hrästdium Berufung Al%.„/�((ungSgericht eingelegt, welches vorgestern aber �Bestätigung der Vorentscheidung erkannte. Die ' au;-vestäligung der Borennweroung her Entscheidung wurden nicht publrzirt. Der Ver« "Hl; � worüber willst Du mst ihm berathen?" h™ gerichtliche» Leg, auf dem ich meinem „g!* das Erbe zur Verfügung stelle» muß." ,( g' Dir jedenfalls davon abrathen!" SC i,Arrtuh es nicht thun, wenn er die Ueberzeugung er« 1.S? �e'n Entschluß unerschütterlich ist." % verlaß' eS mir, mit ihm darüber zu reden," »Sehe d mit h" Hand über die Augen streichend,„ich Sfi;*** besser als Du. Du brauchst mir nur die ..Schptf V�eichnen, über welche Du unterrichtet zu fein , �'et � �ebrige kannst Du mir überlassen. Ich muß L'C die Stadt." fügte er scheinbar gleichgilttg hinzu, S jq den Wechsel zurück zu erhalten, führt i, ,34 ,1 in Zustizrath-« % J: ''tu." 3n Sn Ji«bttb4» Peberglflhcnben Augen Rabe'S blitzte eS jäh �°n Stuckmann bemerkte es nicht, sie hatte %,,',3(h m"v�tfen gewandt. � 2 beim Diner nicht erscheinen," sagte er mit geladen.��ener Ruhe,„Herr v. Barvekow hat mich SustizrL �de sogleich ausbrechen. Ich soll also mit %%& SJ it VBte . y, würdest doch nicht an Alles enke» können. Wann wirst Du zurück- Manche» zu be» an mich heran- ' verließ das Unterredung er- stumm «chL-Stv«-» «islSrB&Wö» Handlung wohnte als Vertreter des Ministeriums des Innern der Geheime Ober-Regieiungsrath v. d. Bnncken, als Vertreter des HandllSministeiiumS der Geheime Ober Regierungsrath Goltz bei, welche für Aufhebung der Vorentscheidung plaidirten. — Mit dieser Entscheidung deS höchsten VciwaltungSaerichtS- Hofes ist ein Präjudi, geschaffen, welches für eine Reih« ähn- licher Stteittälle maßgebend sein dürfte. Zur Volkszählung am 1. Dezember 1885.(Stat. Korr.)— Nachdem die Versendung der für die Volkszählung am 1. Dezember 1885 benöthigten Zählpapiere im Königreiche Preußen beendigt ist und jede Gemeinde in den Besitz der ihr zukommenden Karten, Listen und Formulare ae- langt sein muß. wird es von Interesse sein, den Umfang dieser seitens des königlichen Statistischen Bureau« ausgeführten Ar« beit kennen zu lernen. Es wurden zum Zwecke der Zählung bestellt und gedruckt: 35 250000 Stück Zählkarten A, 7 500 000„ Haushaltungslisten B, 7 500 OCO„ Anleitungen und Umschläge C/D, 255000„ Anweisungen für die Zähler E, 510000„ Zählerkontrollisten F, 95000„ OrtSlisten G, 95000„ OrtSlisten Q(Muster) und 95 000„ Anweisungen für die Behörden E. Diese 51300000 Stück Zählpapiere hatten ein Gesammt« gewicht von 175 245 kg oder nahezu 3505 Ztr. Jede Gattung der Drucksachen war in Lagen von je 100 Stück abgezählt, mittelst Streifbandes festgebündelt und gut geschnitten abzu- liefern. Die Herstellungskosten sämmtlicher Zählpapiere be- truMr rund 109 200 M. Bis auf einen kleinen Rest von un- gefähr 4pCt., der im königlichen Etatistischm Bureau ur Befriedigung von Nackforderungen verblieb, ist ese große Menge von Drucksachen an die könig- lichen Landrathsämter bezw. die Magistrate der Städte mit über 5000 Einwohnern und von drei kleineren aber im Befitze eiaener Polizeiverwaltung u. s. w. verbliebenen Städten in der Provinz Hannover direkt in 1833 großen und 446 kleinen Kisten versandt worden. Die Erpeditwn begann am 25. August und währte bii zum 26. September d. I. Die für die großen Städte bestimmten, vielfach auf Grund beson- derer Anträge mit Genehmigung des Ministers des Innern durch Zusatzfragen u. s. w. im Interesse der Kommunalverwal- tung erweiterten Zählpapiere und die Nachforderungen veran- laßten eine Ausdehnung des VersendungsgeschäfteS bis zu Ende Oktober d. I. Die Kosten für die Formularlieferungen zur diesjährigen Volkszählung stellen sich beträchtlich niedriger, als bei der Ver- gebung deS für die Volkszählung vom 1 Dezember 1880 erforderlich gewesenen Materials, wie folgende Zusammen- stellung der Preise zeigt. Es betrug der Preis damals und jetzt: § 1880 175 591 M. 1885 109 178 M. für die Drucksachen...... „„ Kisten mit Schrauben und Arbeitslohn für dm Ver« schluß........ 6161„ 5 700„ „„ Versendung von 100 Kilogr. auf je 1 Kilometer... 1,4 Pf. 1,3 Pf. Dabei ist der für 1885 veranschlagte Bedarf auf eine um rund 6 pCt. gestiegene VolkSzahl bestimmt und bat sich, wie die spärliche Zahl der in letzter Zeit eingegangenen Nachforderungen zeigt, für dieselbe auch alS ausreichend erwiesen. Die zu Vormündern bestellten Personen erhaltm nach Vormündern mit der Bestallung und alS Anlage derselben ein Auszug aus der Vormundschaftsordnung zugestellt wird, auS welchem jeder Vormund von den wichtigstm, auf die Führung der Vormundschaft bezüglichen Paragraphen Kenntniß erhält, so daß er femer nicht mehr in die Nothwendigkeit versetzt sein wird, fich ein Exemplar der Vormundschaftsordnung auf seine Kosten anzuschaffen. g. Die von««» gemeldete prekäre Situation des Direktors der deutschen Kunstgewerbe Halle, Fischer, mußte zu seiner Verhaftung, wie fie gestem erfolgt ist, führen. DaS Verfahren, welches die königl. Staatsanwaltschaft gegen ihn eingeleitet hat, dürfte für Direktor Fischer recht verhängniß- volle Folgen haben, weil er fick mehrerer betrügerischer Hand- lungm und Vorspiegelungen falscher Thatsachen hat zu Schul- den kommen lassen. Vomehmlich handelt eS fich bei seiner Verhaftung um seine Thätigkeit bei den für die deutsche Kunst- gewerbe-Halle genehmigten Lotterie Unternehmungen, an denen er so viel wie möglich sein eigenes Interesse zum Schaden einer Anzahl hiesiger angesehener Geschäftsfirmen wahrnahm, welche die zu Gewinnen bestimmten Gegenstände geliefert hatten. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß dieser Vorgang in dem ganzen bisherigen Wesen der Prtvatlotterien eine Aende- rung hervorruft. Jahr aus, Jahr ein wird eine große Anzahl kleiner Lotterien konzesfionirt, bei denen es an jeder Gewähr für die Sicherheit der LooSinhaber fehlt, wenn einmal An- Su, der eben die dritte Portion mit beneidenSwerthem Appetit jivunt erschlang. Die äußere Erscheinung Siebet'« war nicht mehr ganz so vagabundenmäßig wie früher; ließ auch sei« jetziger Anzug noch Manche« zu wünsche», so war er doch wenigstens ganz und sauber, Haare und Bart waren gestutzt, und auch da» Gesicht trug die Physiognomie de« Trunkenboldes nicht mehr so scharf ausgeprägt. „Also Ihr seht jetzt selbst ei», daß et ein guter Rath war?" fragte Zakob Hochmuth nach einer geraume« Weile. Siebe! zuckte mit einer verächtlichen Miene die Achseln. „Wenn ich nicht betteln wollte, blieb mir nicht« Andere« übrig," erwiderte er. „Und die Arbeit geht gut von statten?" „Wollt Ihr Euch überzeugen, dann kommt einmal auf den Bauplatz, eine bessere Antwort kann ich Euch nicht geben." Der Antiquar nahm eine Prise und nickte zustimmend. „Zch werde kommen, verstanden?" erwiderte er. „Blauen Wind macht mir Keiner vor, nichts für ungut, Freundschaft!" Siebe! stützte da« Haupt auf de« Arm und sah den alten Man» höhnisch an. „Ihr müßt oft mit Lumpen und anderem Gesindel verkehrt haben," sagte er,„Ihr traut ja keinem Mensche«! Na, wie Ihr wollt, ich kann Euch mcht zwingen, mir zu f lauben. Aber wenn Ihr mit dem Zimmermeister bekannt eid, dann könntet Ihr ein gute» Wort für mich einlege«, er zahlt einen verteufelt schlechte« Lohn." „Da« sind meine Sachen nicht, Freundschaft, wie die Arbeit, so der Lohn, verstanden? Was macht Eure Schwester?" „Danke der gütige« Nachftage, fie wäre längst wieder ans den Beinen, wenn die da oben ei» Herz für Andere hätte." „Ich glaube, darüber könnt Ihr nicht urtheilen." „Na, alter Herr, wenn man in Sammt und Seide gehen kann, dann kann man auch für eine arme kranke sprüche an die Veranstalter erhoben werden sollten. Wem» deifpielSweise wegen eines Gewinnes der Lotterie der deutschen Kunstgewerbe-Halle seitens eines Interessenten Klage erhoben weiden würde, die einen Entschädigungsanspruch betrifft, so fehlte hier jede Person, die den Anspruch befriedigen könnte. Herr Direklor Fischer ist vermögenslos und die deutsche Kunst» gewerbehalle ist nicht haftbar, kann es auch nicht sein, weil fie nur ein AusstellungSlokal für kunstgewerbliche Gegenstände ist, die fremden Besitzern gehören. Dieselben Verhältnisse dürften auch bei anderen Privatlotterien vorwalten. Die vorgestern zu achtzehn Monaten Gefängniß verur- theilte Marquise Rita de Candia hat fich bei dem gefällten Urtheil beruhigt und beabsichtigt, durch ihren Venheidigcr Rechtsanwalt Wronker den Weg der Gnade zu beschreiten. Ein Schweninger-Klub hat fich, aus einigen Kaufleuten bestehend, im Westen unserer Stadt gebildet. Die Mitglieder haben fich zu diesem Zwecke einen Parterre-Saal in der König- grätzerstraße gemiethet und steht man täglich die Dicken dort im Schweiße ihres Angefichts Holz hacken und sägen, daß es eine wahre Freude ist. Ueber einen räuberische« Ueberfall, der in der Pappel- Allee gegen einen Kasfirer D. verübt sein sollte, berichtete vor etwa acht Tagen ein hiestgeS Blatt mit dem Bedauern, daß von den frechen Ettaßenräudern keine Spur ermittelt sei. Diese Mittheilung ist ungenau. Der Schuldige, Handelsmann D., ist ermittelt und auch bestraft worden, fteilich nicht wegen Straßenraubes, sondern wegen VerÜbung groben UnfugS mit einer Geldstrafe von 3 Mark. In Folge deS Frostes in der vergangenen Woche hatte der SchissfabrtSverkehr schon erheblich gelitten. Die Havelseen sowie der Finow- und der Ruppiner Kanal waren bereits mit einer zwei bis drei Zoll starken E-sfläche bedeckt, welche von den Schleppdampfern nur mitMtühe durchbrochen werden konnte. Der einer Berliner Firma gehörige Dampfer„Eon vor", der mit Kaufmannsgütern beladen von Stettin kam, erhielt im Finow-Kanal durch den Druck des Eises ein Leck und mußte in Liebenwalde rcparirt werden, bevor er seine Fahrt nach Berlin fortsetzen konnte. Seit Montag ist mit dem Eintritt der milderen Witterung wieder fast allenthalben freie Fahrt und die Schifffahrt lebhafter. Viele Schiffer werden aber, so- bald fie gelöscht haben, keine frische Ladung mehr einnehmen. sondern fich beeilen, mit ihrem Fahrzeuge nach Hause zu ge» langen, ehe fie vom Winter überrascht werden. R. Verunglückter Arbeiter. Am Mittwoch Abmd war der Ardeiter Krause in der Münzstraße beschäftigt, von einem Rollwagen große, schwere Ballen Leder abzuladen und kam bei dem schlüpfrigen Pflaster so unglücklich zu Fall, daß der zwei Zentner schwere Ballen ihm auf beide Unterichenkel fiel. Schmerzlich Hilfe rufend, lag K. am Pflaster unter dem Ballen, bis es herbeieilenden Passanten gelang, ihn aus seiner bedrängten Lage zu befreien. K.. welcher den rechten Unter« schenke! gebrochen und eine arge Quetschung de« linken Fuße« erlitten hatte, war vor Schmerz ohnmächtig und wurde in einem Wagen nach seiner Wohnung, Schwedterstraße Nr. 12, gebracht. Postalische«. Gewöhnliche(nicht eingeschriebene) Post- karten, in deren Aufschrift nicht der Name deS Empfängers, sondern außer dem Bestimmungsorte lediglich die Angabe der« jenigen Wohnung enthalten ist, in welcher die Bestellung auS- geführt werden soll, find neuer Bestimmung zufolge zur Post- besörderung zuzulassen und erst dann nach dem Aufgabeorte zurückzuleiten, wenn die Ermittelung des Empfängers nicht möglich gewesen ist. Der bestellende Bote hat es fich anae- legen sein zu lassen, den Empfänger zu ermitteln und die Be- stellung auszuführen. i. Kaum ist das erste Eis erschienen, so ist auch schon ein Unglückefall festzustellen. Gestern Nachmittag brach der Schulknabe Krug an einer 12 Fuß tiefen Stelle im nahen Zehlendorf in den Dorfteich ein und hielt fich nur mit Mühe mit den Armen über Wasser. Auf seinen Hilferuf eilten zwei Ardeiter mit einer Leine herbei, die fie über daS Eis zogen und mit welcher es ihnen gelang, den Knaben, der an den Folgen des Unfalls seit gestern erkrankt ist, zu retten. Im Wallnertbeater werden die Aufführungen der beiden lustigen Stücke„Unter un«" und„Der Vielgeliebte" mit bestem Erfolge fortgesetzt; das gilt besonders von dem tollen Schwank„Der Vielgeliebte", der allabendlich in ausgezeichneter Darstellung durch Fr. Carsten und die Herren Blencke. Thaners, Kurz, Meißner große Heiterkeit erregt und stürmischen Beifall findet. Belle-Allianee-Theater.„Kyritz-Pyritz!", diese un- widerstehlick komische GesangSposse, deren 179. Aufführung beute stattfindet, steuert nun der Jubel-Vorstellung ihrer 200. Ausführung mit vollen Segeln entgegen, da dieselbe, in Folge ihrer außerordentlichen Zugkraft, nicht eher vom Repertoir abgesetzt werden soll. Im Deutschen Theater findet in der nächsten Woche daS bereits angekündigte Gastspiel der jugendlichen Heroine Fräulein Margarethe von Olüh vom Hoftdeater zu Dresden statt.— Die beiden Rollen, in welchen die Künstlerin auf- treten wird, find„Lady Milfo:d" und„Donna Diana". Schwägerin etwas thun. Aber fteilich, die da oben ist z« stolz, die Frau eine» Gefängnißaufseher» als ihre Schwägerin anzuerkennen." „Wer weiß, wer die Schuld daran trägt, nichts für ungut." Wieder zuckte der Zimmermann die Achseln. „Zch kenne mein Weib besser," sagte er,„fie mar immer bochmüthig und eigensinnig. Habt Ihr meiner Frau gesagt, daß ich wieder arbeite?" „Natürlich!" „Und wa« antwortete fie darauf?" „Sie will von Euch nicht» wissen, verstanden?" Siebel lachte höhnisch. „Und wißt Ihr, wishalb nicht?" erwiderte er.„Weil sie fürchtet, ich könnte da« Geheimniß erforschen. Und da» sage ich Euch, alter Herr, erfahren werde ich e«, und Haupt- sächlich deshalb habe ich mir Gewalt angetha« und den Teufel in mir bezwungen. Wa« ich einmal will, das setze ich durch, mag'S biegen oder brechen." „Und wenn Ihr Eure« Zweck erreicht habt, dann lohnt'S vielleicht nicht einmal der Mühe," spottete Hochmuth, der eine Prise«ach der andern nahm und dabei unverwandt den Zimmermann erwartungsvoll anschaute.„Zhr glaubt ja, da« Geheimniß hänge mit dem Gutsbesitzer Rabe zu- sammen, weshalb rückt Zhr ihm nicht auf den Leib?" „Werd' mich hüten, das wäre der verkehrte Weg. Warne« darf man die Leute nicht, sie haben Geld, und wer Geld hat, der kann Alles fertig bringe«. Also, mein« Frau will nichts von mir wissen?" „Nein." „Na, ich werd' ihr auch nicht lästig falle». So weit kommt'« nie wieder in Ordnung, daß ich bei ihr wohne« und an ihrem Tische essen werde, und sie wird da« auch nicht wünschen." „Es ist auch besser, daß ihr auseinander bleibt." „Natürlich. Aber kann mir Jemand verbieten, mein Kind zu besuchen?" Der Antiquar schüttelte den Kopf. (Fortsetzung folgt.) üwm; Berlin SO 174 Oranienstratze 174 174 Ora«ien»ttaße 174 Hb des L.ilstm 5% !n die r r perhl 1 tanj vei H J. 3 �°wmen ttotngg Ms raei Wollene Herren-Westen. Preis für 1 Stllck 3,50, 4,00, 4,50, 5,50, 6,00, extra feine Qualität bis 10,00, 12,00 Mk. Gesnvdhelts-Hemden. In Sommer. Vigogne a 75 Pf.. 1,00, 1.25 1 60, 175 Mk. Schweiß- remden- 1,75, 2,00, 2,25, 2 50, 2,75. dito extra schwer a 2,50, 2,75, 3,00, 3,25, 3,50. Herren llnterbeiukleider. Baumwollene a 60, 80 Pf,, 1,00, 1,25, 1,50, 1,75. Schweiß-Hosen- 1,75, 2,00, 2 25, 2,50, 3,00. dito extra schwer a 2,25, 2,75, 3,25, 3,75. Wollene Taillen Tücher. Farben: schwarz, weiß, bordeaux, arenat, marine%. % Stück 3,00, 3,50, 4,00, 5,50, 6,50, 7,50 Ml Vamen- und Ander- Capotten. Für Rinder a Stück 25, 50, 75, 1,00, 1,25, 150. , Damen»„ 1,50, 1,75, 2,00, 2,25, 2,50, 3,00. Tricot-Taillm in allen Farben, mit Fächer-Schooß, a Stück 3,50, 4,00, 4,50, 5,00, 6,00, do. mit eingewtrltrm Futter 6,50, 7,00, 8,00, 8,50. Aiuder-Tricots. vamnwollene a Stück 80, 90, 1,00, 1,10, 1,20 k. Vigogne„„ 80, 90, 1,00, 1,10, 1,20 k. Wollene„„ 1,50, 1,75, 2,00, 2,25, 2,50«. Wolleue gehäkelte Kinder-Kleidchen. a Stück 2,50, 3,50, 4,00, 4,50, 5,00, 5,50, 6,00. vameu- und Ander-Weste«. Für Rinder a Stück 1,00, 1,25, 1,50, 1,75. „ Damen„„ 1,25, 1,50, 2,00, 2,50, 8,00, 3,60 Verantwortlicher Redakteur K. Crouhet» in Berlin. Druck und Verlag von«tax vadwg in Berlin 8W� Beuthstraße 2 Hierza eise Beilage zum Berliner Volksblatt. »78 Freitag, den»7. Uovemder 1883. IL Jahrg. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 6. Sitzung vom 26. Ziovember, 12 Uhr. L um Tische des Bundesralhes von Schelling, '»n Boetticher u. A. Ctftft Geger stand der Tagesordnung ist die erste Bc- Mung des in dieser Eesston zum dritten Male vorgelegten »ickages Reichensperger, wonach in Zukunft das mchkmittel der Berufung auch gegen die Urtheile der Mlkammern zulässig, und für die Verhandlung und Ent- widung über diese Berufung besondere, bei den Land- rechten zu bildende und mit fünf Richtern besetzte„Straf- JMungskammern" zuständig sein sollen. Die Slra'kammern Kden dafür nach dem Antrage künftig nur mit drei Richtern sein. Abg. Reich ensperger begründet seinen An rag in 'hender, aber auf der Jomnalistentribüne nur theilweise indlicker Rede. Er hätte nicht geglaubt, daß er den An- überhaupt noch einmal einzubringen nölbig haben würde; insbesondere sei es auffällig, daß gerade die Parteien, % immer der Fahne des Reichskanzlers zu folgen erklären, Losung gerade einer so eminent Humanitären und volks- Micken Frage nicht beitragen wollen. Es sei kein Argument wn die Berufung, wenn man anführe, daß die Ver« Mung vor der höheren Instanz nicht mehr das frische Mb des Tb-tbestandes biete, wie die Verhandlung vor ersten Instanz. Gegen die allgemein eingeführte SWnng in Zivilvro, essen habe niemals Jemand einen Einwand erhoben: auch sei nicht einzusehen, weshalb die mehrfache Vernehmung derselben Zeugen in Straf- u verhorreezire. Die Zeugen, welche vor dem Gericht erster vernommen werden, seien ja doch schon meist mehrfach z. B. von dem Untersuchungsrichter, von der Polizei rc., 'Mammen worden. Eine mehrfache Zeugenvernehmung werde «dings durch die Wiedereinführung der Berufung noth. Mg werden; jedoch sei dieselbe durchaus unbedenklich: jeden- '• viel unbedenklicher, als die einer R.form dringlich bedür- " jetzigen Vorschriften über den Voreid der Zeugen. Die k...'einführung der Berufung werde nicht nur ein Korrektiv fliegen irrthümliche Urtheile der Strafkammern, sondern ste auch wesentlich dazu beitragen, solche irrigen Urtherle zu N«en; denn der erste Richter, wenn er über sich eine Kon- 2 lieht, wird erheblich sorgfältiger verfahren, als es jetzt in ijn Fällen noch geschieht. Auch in den Kreisen der Straf. M beim Reichsgericht herrsche ein Gefühl des Unbehagens 2* des Unmuths gegenüber der heutigen deutschen Strafrechts- Me- �d man sei einig darin, daß dieselbe einer Reform bedürfe. Selbst Herr v. Schwarze, der so wesentlich �.Zustandekommen der Strafvrozeßordnung mrtgearbertet hat, dteselbe jetzt für revistonsbedürftig. c ~" c ün w-,.____,-----....�.UNgvgrinuv HUI in �-»»ßmäßig wenigen Fällen Berufung eingelegt; von Ef" Berufungen seien aber über 40 pCt. als begründet de- Ken worden.(Hört, hört!) Wende man nun ein, die Ur- E« d« Strafkammern, als der Berufungsinstanz gegenüber ET doch den Strafkammern ein so schlechtes Zeugnrß aus, schon damit ein Argument liefere fürsdie Berechtigung Liderung des Antrages. DasHauS möge in dieser Frage, datsächlich die Ehre und Freiheit vieler Deutscher auf dem stehe, jetzt schnell die so dringend nöthige Reform de- L.Abg. H�t'mann: Meine Fraktionsgenossen wünschen '�stimmend eine Reform der Etrafrechtspflege. Die Straf- «ordnung hat auch bescheidenen Eiwarlungen nicht ent- 'in. Ob aber die Reform gerade in der Richtung des An- ,äJ« geschehen habe, ist erne andere Frage. Meines Er- würden die Vortheile der Berufung überreich durch �heile ausgeglichen werden. Man sollte lieber daS der ■.Prozeßordnung zu Grunde liegende System, welches bis- �."vch nicht genügend durchgebildet ist. weiter ausführen; U sollte statt der Wiedereinführung der Berufung die ÄE durchaus mangelnden Garantien einer richtigen Mvrechung in erster Instanz voll und ganz herstellen; Sailen, die auch auf die Zusammensetzung der Gerichte Wehnen wären. Ich spreche in dieser Sache aus lang- vraktischer Erfahrung; in Sachsen hatten wir 11 Jahre «S»or 1879 schon keine Berufung mehr; damals verlangte lftnd die Berufung, weil die nöthigen Garantien für rich- Ali z�heilSfällung Vorhände der Zeugen; es mangelt ferner an einer genügenden der Z-ugenaussagen im Protokoll der Straflammerver- �C"«kn. Ob die Novelle vom vorigen Jahre wiederkehren wrrd. C breitere Bafis zustellen. Insbesondere müssen auch weiden, zu Verhandlungen, bei denen die Oeffent- censeo ist: gründliche Reform der Straspro- m übeTh�upt für nothwennig. Vor Allem aber stütze ich mich auf die�Gutachten, welche der Bundesralh von den deutschen Gerichten�rrrahirt hat und die fich fast einstimmig, darunter auch die Sraatsanwaltschaften, gegen die Berufung erklärt haben, r'nmal, weil sie gegen das Prinzip der Unmittelbarkeit und Ocffentlichkcrl verstoße, dann aber hauplsächlich, weil die bisherigen praktischen Erfahrungen nickt bewiesen haben, daß die Nichtausführung der Berufung zu besonderen Schäden oe- führt hat. Gegen eine Uebcrweisung des Antrages an eine Kommisfion habe ich nichts einzuwenden.(Beifall links.) Abg. M u n ck e l: Daß der Vorredner als National- liberaler gegen den Reichskanzler zu Felde zieht, ist interessant. �Heiterkeit.) Ich erblicke mit Herrn Reichenspergcr in dem Urlheil des Herin Reichskanzlers keinen juristischen Sukkurs, sondern ich schöpfe aus seiner Anficht die Hoffnung, daß der Antrag vielleicht diesmal mehr Erfolg haben könnte als bisher. Wenn der Reichskanzler für den Antrag ist, so muß derselbe wichtig sein, und das rechtfertigt auch eine Kommisstons- bcralhung. Ich wünschte aber, daß die Kommisfion fich nicht wie früher mit einer Resolution begnügt, sondern uns einen bestimmt formulirten Antrag unterbreitet. Die Sache ist dringend und wichtig, denn ste hängt zusammen mit dem Recktsbewußtsein der Nation, welches durch die gegenwärtige Art der Rechtsprechung eine schwere Kränkung erleidet. Die Zulassung der Berufung soll eine Ver- befferung der Rechtsprechung fein nicht in dem Sinne, daß daS zweitinstanzliche Urtbeil besser sein sollte als das erste, sondern daß das erste Urtheil besser wird dadurch, daß der erste Rickter eine Instanz über fich weiß und in Folge dessen gründlicher und vorstcktiger verfährt in der Beurthcilung der thatsächlichen Verhältnisse. Wie diese bisweilen beurtheilt werden, dafür ist es schwer, einen parlamentarischen Ausdruck zu finden. Jetzt fassen die Rickter ihre Erkenntnisse nur so ab, daß ste beim Reichsgericht in Leipzig nicht revistbel find, je schlechter, um so unangreifbarer. Den Hinweis auf einen Verstoß der Berufung gegen die Unmittelbarkeit und Oeffentlickkcit des Verfahrens kann ich um so weniger gelten lassen, als schon jetzt nicht bloS im Falle der Wiederaufnahme des Verfahrens, sondem auch bei jeder Vertagung gegen diese Doktrin verstoßen wird. Denn bei jeder Vertagung fällt die sogenannte Fiische der ersten Zeugenvernehmung fort. So lange Sie nicht eine sachliche Kritik des ersten UitheilS statuiren, reicht eine Kritik vor dem Reichsgericht nicht hin, weil fit fich mit den tbatsächlichen Ver- Hältnissen nicht beschäftigt. Eine sachliche Kritik nur kann helfen, alle anderen Garantien stehen auf dem Papier. Oder sollen wir etwa auf diese Verbesserung verzichten, weil sie in die Theorie nicht paßt? Hat doch der R-ichs- kanzler eine staatsrechtliche Frage praktisch entschieden und die Theorie hat sie gerechtfertigt. Wir Rechtsanwälte wissen am erstcn, ob dem Angeklagten Unrecht geschehen ist oder nicht, das Gericht kann es nicht wissen und der Staats- anmalt hat kein Interesse daran, daß das seinem Antrage kon- forme Urtheil des Gerichts umgestoßen werde. Setzen wir die Berufung über dcn ersten Richter, so werden die Urtb-ile erster Instanz so schön werden, wie fie es jetzt nicht find, und es wird von dem Mittel der Berufung fast gar kein Gebrauch ae macht werden. Die Sache ist, ich wiederhole es, eine dringende und wir werden dm Antrag so lange wiederholen, bis wir Erfolg haben. Jedenfalls dürfen wir die Sache nicht bis zur Reform der Strafprozeßordnung verschieben.(Beifall links.) Abg. v. Graevenitz(auf der Tribüne schwer verstand- lich) erklärt sich im Wesentlichen mit dem Antrage Neichens- perger einverstanden. Man hat die Einführung der Berufung für unvereinbar erklärt mit dem Prinzip der Mündlichkeit, und darum in bestimmten prozessualischen Garantien einen Ersatz für die Berufung schaffen wollen. Nach diesen unglücklichen Garantien hat man fast ein Jahrzehnt gesucht, ohne fie bis jetzt gefunden zu haben, und dock wird keine prozessualische Vorkehrung die nochmalige richterliche Prüfung ersetzen können. Denn durch Garantien dieser Art wird man wohl den Irr- thum des Angeklagten beschränken können, nicht aber den Irr« thum des Richters. Die Wiedereinführung der Berufung gegen Uitheile von Strafkammem ist zur Nothwendigkeit geworden. Niemand vermag es zu begreifm, daß in Zivilsachen die Be- rufung geboten sei, in Strafsachen aber nicht. Man kann ge- trost sagen, daß ohne die Wiedereinführung der Berufung ein unsicheres Element in unsere Rechtspflege hineinkommen wird. Darum ist auch daS Verlangen nach der Berufung ein so lebendiges. Es geht nicht aus von bestimmten juristischen Kreisen, sondern gerade von den Kreisen, die nach ihren Ver- hältnissen nicht die Möglichkeit haben, genügend für ihre Ver- theidigung zu sorgen und die mit ihrem Hoffen vor Allem auf Richter und Staatsanwalt angewiesen find. Aus diesem Grunde ist die Frage der Wiedereinführung der Berufung nicht zu verschieben bis zu der allgemeinen Reviston der Strafprozeß- ordnung. Die Vorberathung des Antrags wird am besten einer Kommisfion von 21 Mitgliedern übertragen. Abg. v. Graeve(Pole) degründet die Wiedereinführung der Berufung unter Hinweis auf gewisse politische Prozesse seiner Heimathprovinz. ES ist vorgekommen, daß unter dem Eindruck politischer Voreingenommenheit polnische Zeitungen wegen des Abdrucks von Artikeln strafrechtlich verfolgt find, die in deutschen Zeitungen unbeanstandet gelassen find. Gegen die Richter soll darum nicht der Vorwurf der Unaerechtigkeit erhoben werden. Aber auch der Richter ist ein Mensch und gegen die Schwäche menschlicher Natur suchen wir eine Korrektur in der Berufung fordnung _________________________'ann mit einer Menge von Bestimmungen gar nichts anfangen, er geht zu Gericht mit dem Gefühl der Furcht, durch einen Fehler, ven er degeht, der Verurtheilung anheimzufallen. Einen Ad- vokaten kann fich der arme Mann nicht annehmen, er denkt im Gesüble seiner Unschuld, ihm könne gar nichts passtren, plötzlich steht er fich so eingeengt, daß er nicht aus und ein weiß. Dadurch ist in weiten Kreisen der Bevölkerung daS Gefühl der Rechtificherheit peschwunden. Die Vortheile einer Reform. wie fie der vorige Entwurf bot, waren sehr zweifel- Haft, ste waren nur dazu angcthan, eine Verurtheilung' zu er- leichtern. Wie der Herr Abg. v. Giaeve über eine Bedrän- gung der polnischen Nationalität durch deutsche Richter klagte, so kann ich das Gleiche bezüglich uns Sozialdemokraten gegenüber den sächsischen Richtern thun. Nicht nur in politischen, auch in gewöhnlichen Prozessen ist man stets der Gefahr aus- gesetzt, härter beurtheilt zn werden, sobald die politische Partei« stellung als die unserige bekannt ist. Der Richter, welcher an dem betreffenden Orte mit seinen Interessen mitten im Leben und im Parteigetriebe steht, beurtheilt die Dinge bei weitem nicht so unbefangen, als der höber stehende Richter. Diese Erfahrung führt auf die Wiedereinführung der Berufung als einer höheren Garantie. Sehr häufig entfinnen fich Zeugen erst nach Ablauf der VerHand- lungern durch die Aussagen anderer Zeugen neuer Einzel- Abg.K a y s e r(So,.): Die durch die jetzige Prozeßo gebotenen Rechtsgarantien genügen nicht. Der Bürger ka heiten, welche auf die Strafthat ein ganz anderes Licht werfen� aber die Berufung ist ausgeschlossen. Nach einer Verhaftung erscheinen in der Presse alle der Polizei und dem Unter» suchungsrichter in der Voruntersuchung fich aufdrängenden Verdachtsmomente. Der Angeklagte ist also von vornherein in einer sehr üblen Lage; von aer Mittheilung der ihm zust-hen« den Reckte versteht er kein Wort, und, ehe er eS erwartet, ist er verurtheilt. Hier kann allein die Berutung größere Rechts- ficherheit schaffen. Mit der Zeugenvernehmung ist daS auch eine merlwürdige Sache. Hat doch im Prozeß Graes durch Vernehmung von höheren Richtem und Referendaren nicht einmal sicher festgestellt werden können, was in dem zu Grunde liegenden Prozesse eigentlich gefragt und beschworen worden ist. Da ist man nun zu der Ueberzeugung gekommen, daß die Protokolle nicht zweckentsprechend abgefaßt werden. DaS ist ganz gut; aber, wie viel arme L-ute mögen schon abgeuitheilt worden sein, wo man nicht darnach gefragt hat? Das voll- ständige Stillschweigen der Regierung in der heutigen Be« rathung ist überaus merkwürdig.(Heiterkeit.) In der vor- jährigen KommisstonSberathung hat fich der RegierungS« kommissar einfach darauf beschränkt, allem zu widersprechen. Sonst haben wir doch nicht gerode über Schweigsamkeit der Regierung zu klagen. Hier aber will das große Publi- kum wissen, was die Regierung dazu sagt. Die Klagen über zu mangelhafte Benutzung des Ausschlusses der Oeffentlichkeit finde ich durchaus unbegründet. In der Oeffentlichkeit liegt ein erbeblicheS Moment der Rechisgarantie. Was soll denn die Gehelmnißkrämerei, wenn doch die UrtheilSvei kündung und Begründung öffentlich staltfinden muß? Einer Reform der Strafprozeßordnung und selbst des Strafgesetzbuches wäre ich gar nicht abgeneigt, der Entwickeluna unserer sozialen Zu« stände entsprechen beide nicht mehr. Auch die Konservativen haben ja aus dem Prozeß Stücker- Bäcker diese Nothwendigkeit erkannt. Sie können aber ganz zufrieden sein. Wenn ick z. B. wie Herr Kollege v. Hammerstein in der Presse die Richter beleidigt härte, ich bätle das sicher mit ein paar Monaten ab- machen müssen, während er bedeutend gelinder weggekommen ist.(Heiterkrit.) Nach dem bestehenden Gesetz hat der Richter »ine viel zu große Macht, er ist viel zu sehr als Ideal- Peison konstruirt, die er nicht ist und sein kann. Wir bedürfen größerer R'chtSgarantie und deshalb bin ich für den Antrag des Abg. Reichenspergcr. Unser Ziel muß sein, daß auf Grund der gegebenen Gesetze keinem Menschen Unrecht geschehe.(Bei- fall bei den Sozialdemokraten.) Staatssekretair v. Schelling: Die Schritte undErörte» rungen, welche hinfichtlich der Wiedereinführung der B-rusung stattgefunden haben, find ja offenkundig, das ganze Haus hat davon Kenntniß- nur der Abg. Kayser scheint eine Ausnahme zu bilden. Der Bundesrafh hat sich mit der Frage befaßt, aber die Nothwendigkeit einer Wiedereinführung der Berufung nicht anerkannt, wie Sie aus der Vorlage im vorigen Jahre ersehen haben. Die Gründe für die Entschließung des BundesralheS find darin enthalten. Ich halte also keine Veranlassung, die Gründe noch einmal zu wiederholen. Abg. Dr. Windthor st: Daß unsere Kriminalrcchtspflege daS Vertrauen zur Justiz herabgestimmt hat, kann kein Mensch leugnen. Eine Erörterung der Gründe würde zu weit führen und könnte leicht Erregung hervorrufen, welche wir vermeiden wollen. Vor Allem liegt ein Grund darin, daß so vielfach Tendenzprozesse geführt werden(sehr wahr! links und im Zentrum), welche die Rickter mehr und mehr in politische Streitig» leiten hineinziehen. Ich freue mich jedes Mal, wenn die Ge- richte mannhaft derartigen Versuchungen widerstehen, was leider nicht oft der Fall ist. Müssen doch jetzt wieder in ganz Deutschland Erörterungen über die unglückliche Diätenfrage die Runde machen.(Sehr gut! links und im Zentrum.) Wer hat denn diese Klage überhaupt für begründet erachten können? Ich bin hier zugegen gewesen, als jener Paragraph der Verfassung gemacht wurde, Alle, die bezüglich der Klageanstrengung mitgewirkt haben, haben die Verhandlungen gleich mir gehört, und doch haben fie geglaubt, daß man diese Frage zur gerichtlichen Kognition bringen könne. Das nennt man doch Gerichtspolitik treiben; das heißt nicht die Achtung der Gerichte vermehren. Aber diesmal haben fie sich mannhaft gehalten. Die Regierung wird hoffentlich ein- sehen, daß es nicht zu ihrem Ansehen beiträgt, wenn fie die Sache noch weiter fortführt.(Beifalls links und im Zentrum.) Wir haben allei Vings Ursache, unsere bestehende Prozeßordnung zu ändern, aber ich erkläre, daß ich einer umfassenden Revision in diesem Augenblick unter keinen Umständen zustimmen kann. Die politischen Parteien stehen nickt so, daß sie ein objektives Gesetz hervorbringen können.(Unruhe rechts.) Ich würde mich daher auch gegen den vorliegenden Antrag erklärt haben, wenn ich nicht überzeugt wäre, daß die Wiedereintübrung der Bemfung unabweisbar ist. Ich freue mich, daß heute bei- nahe Emstimmigkeit in dieser Frage hervorgetreten ist. Wenn daher Staatssekretär v. Schelling geglaubt hat, eS wäre nicht nöthig, auf die Sacke näher einzugehen, weil alles bekannt sei, so ist dies nicht in der Ordnung, denn die Mehr» zahl der Parlamentsmitglieder kann nicht in dieser Sache auf dem Laufenden bleiben. Besonders hätte ich von dcn anderen Ntitgliedern des Bundesrathes, welche gegen diesen Punkt vo- trrt haben, eine Angabe ihrer Gründe erwartet.(Heiterkeit) Die Hauptschwicrigkert hat ja gelegen in der Konstruktion der Gerichte, welche über die Berufung zu befinden haben würden» und man hat die Kosten gescheut für neue Stellen höherer Richter. Aber eS kann ja, wie es der Antrag empfiehlt, auch ein anderer Senat, eine besondere Berustuigskammer desselben Gerichtes Recht sprechen, aber niemals dürfte ein Richter in der Berufung mit entscheiden, der schon in der ersten In» stanz Recht gesprochen hat. Sind die Richter wirklich feste ßharaktere. welche fich von Außen nicht beeinflussen lassen, vor allen Dingen keine Streber(sehr wahr! links und im Zentrums dann wird ein richtiges Urtheil schon zu Stande kommen. Nach dem heute vorliegenden Antrage wäre es besonders erwünscht, wenn diejenigen BundeSrathsmitglieder, welche früher kontra votirt haben, angeben wollten, ob die Gründe noch dieselben find. Abg. v. H e l l d o r f f hebt nochmals hervor, daß gerade der letzte mehrfach erwähnte Prozeß gezeigt hasse, wie ver- Verblich die Oeffentlichteit auf die Rechtsprechung einzuwirken im Stande sei. Davor müßten die Gerichte vor allen Dingen geschützt werden, es liege dieS im Interesse der Nation, der Rechtsprechung und Justiz.(Beifall rechts.) Nach einer kurzen Schlußbemerkung des Abgeordneten ReichenSpeiget wird der Antrag an eine Kommisfion von 14 Mrtglredern verwiesen. Es folgt die erste Berathung des von dem Abg. Len,- entwurfs, betreffend die Entschädigung für un« schuldig erlittene Untersuchungs. und S t r a f h a f t. Für den nicht anwesenden Abg. Lenzmann begründet den Antrag der Milantragsteller Abg. T r a e g e r: Ich bitte zunächst, den Entwurf gleich- falls der Kommisston zu überweisen, welche soeben für die Be- rufungsfrage bcschloffen worden ist. Nach meiner Anficht Hab. n wir ern gi ostes Interesse daran, den Gegenstand nicht wieder von der Tagesordnung verschwinden zu lasten' eS handelt fich um eine der wichtigsten Fragen, welche gegenwärtig die Kultur- rrelt bewegen und in einigen derselben bereits eine glückliche Läsung gefunden haben. Unser deutsches Volk bewegt diese Frage jevenfaUs auis Tiefste, und wenn jemals zwischen uns und unseren Wählern unbedingte Uebereinstimmung gehenscht hat, so ist es in Bezug auf ste. Ich bin sodann in der glück- lichen Lage, mich für den Antrag auf die allseitig respenirte Autorität unseres früheren verehrten Kollegen v. Schwarze berufen zu können, eines Manne?, der, während anfänglich die Berufung fich seiner Gegnerschaft erfreute, jetzt ihr die lebhafteste Sympathie und tyätigste Mitarbeitersck att zugewendet hat. Auch liegt die Sache Kinfichtlich der Ent- schäsigung prinzipiell anders alS bei der Berufung. Grund- sätzliche Gegner der Berufung dürste es wenige geben; aber viele find ungewiß, wie fie nachher in Wirklichkeit aussehen wird, wie die Sache einzurichten sei und ob nicht durch die «ine oder die andere Konstruktion die erwarteten Voitheile fich in ihr Gcgentheil verkehren. Auf die Initiative der Reichs« rcgierung zu warten oder diese anzurufen, kann gleich- f Us mitzlich sein, was dabei herauskommt, haben wir ja in der vorigen Sesston gesehen. Wir hörten, wie der Reiche.kanzler se bst fich für die Berufung interesstre, daß eine Vorlage ge- macht werde; die Vorlage kam, und stehe da! die Berufung defand stch garnicht darin, wohl aber heimtückische Angriffe auf unsere volkslhümlichste Rechtsinstitution, die Schwurgerichte u. dgl. Auch neuerdings verlautet von einem gesetzgeberischen Ver- such, der von einer ganz besonderen Zuvorkommerche t gegen die Presse Zcugnist ablegt. Wo solche Früchte vom Baume fallen, wollen wir nicht daran schütteln. Ganz anders mit der Entschädigungsfrage. Die Entschädigung unschuldig Verur- theiller kann und muß erfolgen; über das Wie ist kern Zweifel möglich; höchstens daß die Wredereinführuna der Berufung das Gebiet ibrer Anwendbarkrit beschränkt. Wir sollten dem- nach endlich Ernst machen mit einer Angelegenheit, die nun« mehr zum vierten Male den Reichstag beschäftigt. Die große Mehrheit des Hauses steht ihr außerordentlich sympathisch ge« aenüder, im Volke macht fich dafür eine immer tiefer gehende Bewegung geltend, die Regierung könnte auf allseitige Zu- slimmung rechnen. Dennoch hat fie bisher zu dieser Frage keine bestimmte Stellung genommen; ein Antrag auf Ein- führung einer neuen Steuer oder einer Zollerhöhung wäre gewiß viel eher zum Gesetz geworden als dieser viermal wieder- holte Antrag. Die früher vom BundeSrathsiische dagegen vor« gebrachten Argumente find mir besonders wegen ihrer Merk- Würdigkeit im Gedächtniß geblieben. Die Einführung dieser Materie wäre keine Verschönerung unserer Gesetzgebung. Nun, schön sehen unsere Gesetze absolut nicht mehr aus, man will aber inixlidte nicht gern zugeben, daß der Richter ein Un- recht begehe oder begangen habe, das Sühne erheische. Man thut den Richtern inveß keinen g ößeren Tort an, als wmn man fie unter allen Umstanden für unfehlbar er- klärt; die Justiz ist eine menschliche Einrichtung und wie alle solche der menschlichen Fehibarkeit unterworfen. Ferner wurde auf die Seltenheit der bezüglichen Fälle hin- gewiesen; schon damals wurde entgegnet, daß Abhilfe geschafft weiden müsse, und wenn auch nur ein Fall nachweisbar wäre. Ter damalige Abg. Phillips bat aber im Frühjahr 1884 tonstatirt, daß seit dem 1. Okiober 1879 nicht weniger als-258 Fälle der Wiederaufnahme des Verfahrens zu einem entgegen- aeietzten Urtheil. zur Freisprechung geführt hätten, und daß 97 von diesen Fällen stch derettS mitten in der Strafvoll« streckung befanden. Solche Zahlen müssen doch zu Erwägungen «rnstestir Art veranlaffen. Endlich wurde überhaupt in Abrede gestellt, daß dies eine durch die Gesetzgebung zu regelnde Materie sei, bisser verweise man den Betroffenen auf den Weg der Klage. DaS aber ist das herzloseste Argument von allem, denn es bedeut-t nichts anderes, als den soeben Frei« gesprochenen wieder zum Verbrecher zu degradiren. Ich weiß nicht, ob diese Gründe noch heute für die Reichsregierung maßgebend find; ich halte jedenfalls den Entwurf der sorg« fältigsten Behandlung und der endlichen Annahme für würdig. Wir haben dann das Unsriae gethan, und die ganze Verant- woril-chkeit für das Weiterbestehen so schroffer Ungerechtigkeiten wild dann der Reichsreaierung verbleiben. Der Entwurf hält fich wesentlich an den Wortlaut dcS Entwurfs, welchen die Kommisflon, die den Antrag zuerst bcrieth, beschloffen hatte, nimmt aber die Entschädigung für die unschuldig erlittene Untersuchungshaft wieder auf, denn auch die Schädigungen, die hierdurch entstehen, benachtheiligen fast in allen Fällen die Betroffenen auf daS Allerschlimmste. Ueberhaupt operiren Staatsanwälte und Gerichte vielfach mit der Untersuchungshaft zu scharf und zu lange. Ich schließe mit dem Ausdruck deS Erstaunend darüber, daß es der Regierung bisher durchaus entgangen ist. daß in der Lösung dieser Frage die Wsung eines HauptstückS-der sozialen Frage überbaupt steckt. Die juristisch- n Bedenken find gegen diesen Gefichtspunkt ver« schwindend gering. Wenn die Hauptaufgabe der Losung der sozialen Frage die Beseitigung von Ungleichheiten ist, so würde ich es gar nicht verstehen, wenn eine Regierung, die fich als eine Freundin der Armen, als eine Freundin der Lo,ung der sozialen Frage darstellt, diese Gelegenheit zur Be« thätigung ihrer sozialrefoimatorischen Abfichten unbenutzt vor« übergehen ließe.(Lebhafter Beifall links.) Präfidenl v. Wedell-PieSdorf richtet an den Redner die? Frage, ob der Ausdruck„heimtückische Angriffe" in irgend welchem Zusammenhange oder in Beziehung zu der Reichsregierung oder den verbündeten Regierungen von ihm gcbiaach. ��aeger: Ich wollte allerdings den Eindruck "�Staatssekretär v. Schell in g: Jö habe s-bon wieder «MWZ Aber i SlMiBi in weiten Schichten des Volkes ist das Vertrauen zur Rechts- pflege untergraben. Und ich sage, die Justiz wird geradezu gemißbraucht zu politischen Zwecken. Präfident v. Wedell-PieSdorf: Ich frage den Redner, ob er die letzten Worte mit Bezug auf die Retchsre- gierung oder die Bundesregierungen hat aussprechen wollen? Abg. F r o b m e: Sowohl in Bezug auf die Reichsre- gierung als in Bezug auf die einzelnen Bundesstaaten. Präfident v. Wedell-Piesdorf: Dann rufe ich den Redner hiermit zur Ordnung! Abg. Frohme: Sie wissen, wie s. Z. meine Parteige- noffen verhaftet und deteinirt worden find. Und was ant- woriete der Staatsanwalt in Bezug auf von uns ooi geschlagene Schutzzeugen? Diesen Aussagen könne man nichl Glauben schenken, weil fie von Personen ausgingen, welche in Zeit- schriften die Lehre verbreiteten, daß es auf einen Meineid im Parteiintemsse vor Gericht nicht ankomme. Ist etwa ein Po- lizeirath mehr werth als ein Staatsbürger? Wenn das keine Schwächung des Ansehens der Justiz in Deutschland ist, um keinen schärferen Ausdruck zu gebrauchen, was soll es sonst sein? Ja, es ist wahr, die Tendenzprozesse tragen zur Ver« urtheilung Unschuldiger bei, fie befördein das Slreberthum der Beamten. Wollen Sie die Achtung vor der Justiz befördern, so nehmen Sie diesen Antrag an. Der Antrag wird darauf derselben Kommisflon überwiesen, welcher der vorher berathene Antrag überwiesen ist. Hierauf vertagt fich das Haus. Schluß 4'/« Uhr. Nächste Sitzung Sonnabend lUhr (Interpellation des Abg. Reichcnsperger betr. das Misstons- wescn, Etat). Kommunales. Stadtverordneten-Versammlung. Sitzung vom Donnerstag, den 26. November. Der Stadtverordneten. Vorsteber Herr Dr. Straß- mann eröffnet die Sitzung um 5'/« Uhr mit geschäftlichen Mittheilungen. Die Avtheilungen haben die Wahl von 15 Mitgliedern für den Ausschuß zur Voiberettung der Vorlage, betreffend den Bau einer Jnterimsdrücke für den Neubau der Moltke- drücke— von 15 Mitgliedern für— die Vorlage, betreffend die Ausführung der Kanalisation im Xll. Radialsyfiem,— von 10 Mitgliedern für— die Vorlage, betreffend den Ad- lauf der Wahlzcit von zwei Raths Maurermeistern voll- zogen. Nach Eintritt in die Tagesordnung werden eine An- zahl Naturalisationsgesuche geschäftsordnungsmäßig erledigt. Anderweitige Organisation der De« putation für die Verwaltung der Kanali« sationswerke. Der Magistrat beantragt:„Die Stadtverordneten- Ver- sammlung erklart fich damit einverstanden, daß die Mitglieder- zahl der Deputation für die Verwaltung der Konalisatio s- werke von 6 Stadträthen und 11 Stadtverordneten auf 4 Sladträthe und 8 Stadtverordn te vermindert und zur größeren Theilnahme der D-putationsmitgl-eder an den Ge- schäften der Gütervcrwaltung daS Kuratorium für die Bewirth- schaftuna der Rieselgüter aufgelöst werde."— Durch Beschluß vom 1. Mai dieses Jahres hat die Stadtverordneten-Versammlung dem Magistrat u. A. zur Erwägung gegeben, ob es fich zur vefferen Nutzbarmachung der städtischen Ricselgüter empfehlen würde, die Ardeitshäuslinae in giößcrer Anzahl auf den Rieselgütern zu besckäfligen? Der Magistrat bemerkt hierzu,„daß die Arbeitshäuslinge in diesem Jahre in vermehrter Anzahl und mit gutem Erfolge auf den Rieselfeldern beschäftigt worden find. Durch unsere Vorlage vom 30. Mai 1884 haben wir der Stadtverordneten Veriammluna bereits mitgetheilt, daß wir bcabstchligen, in Zukunft eine noch stäikere Verwendung der Häuslinge eintreten zu lassen, und find uns durch den Be- schluß der Stadtverordneten-Versammlung vom 12. Juni d. I. zur Eirichtung eines Zentral- D-potS auf den nördlichen sowie eines solchen auf den südlichen Rieselgütem zusammen 200 000 M. zur Disposition gestellt worden. Tie Bauten find so weit ge« fördert, daß dieselben noch in diesem Jahre unter Dach kommen werden, und im nächsten Frühjahr die anschlagsmäßige Be- legung mit ungefähr 1200 Mann erfolgen kann. Die neuen Einrichtungen werden es alsdann ermöglichen, die Häusling« auch in den Wintermonaten auf den Rieielgütern zu belassen und fie dort in geeigneter Weise zu beschästigen." Der Ausschuß zur Vorberathung der Vorlage empfiehlt nun folgende Beschiußfassung:' „Die Versammlung erklärt fich damit einverstanden, daß die Mitgliederzahl der Deputation für die Verwaltung der Kanalisationswerkc von 6 Etrdlräthen und 11 Stadtverordneten auf 4 Städträthe und 8 Stadtverordnete vermindert und zur größeren Tbeilnahme der Dcputationsmitglüdcr an den Gcschätten der Güterverwaltung das Kuratorium für die Bewiithschaftung der Rieselgüter aufgelöst werde. Die Versammlung hat ferner Kenntniß genommen von den in der Vorlage des Magistrats enthaltenen Ausführungen auf die Fragen ihres Beschlusses vom 1. Mai v. I. und er- achtet letztere dadurch für erledigt. Zugleich ersucht die Versammlung den Magistrat, inner- halb Jahresfrist einen tüchtigen, energischen, mit landwirthschaftlichen Kenntnissen ausge- rüsteten Mann als Generaldirektor für die Rieselgüter anzustellen." Stadlv. Dr. Etryk begründet kurz als Referent den Antrag des Ausschusses. Im Interesse einer strafferen Ver- waltung, einer einheitlicheren Leitung der Rieseldcwinhschaf tung sei die Anstellung eines G.'ueialvircktorS, eines Mannes der mit kaufmännischen und landwiithschastlichen Kenntniiieir ausgerüstet sei, dringend nothwendig.«ennrmyen Stadtv. D o p p kiitifirt scharf die Begründung der Vor- ää%%%% einen Generaldirektor einstellen wolle, so gesteht man ,u dnb stellung eines Generaldrrekiors abzulehnen.' Stadtv. Dr. Kürten findet die Ausführungen des 9W. rednerS wunderlich.(Zustimmung.) Von keiner Seite tei L der Ausschußberathung c n Mißtrauensvotum gegen die bi« für die Siadtverordneten Versammlung rhu».(Sebr rim«,» z Man piüfe überall nach bestem Ermessen. Wie der Vorri-Nm� politisches Parleiwcscn Hineinziehen könne, fij„nn-r ständlich. Die fäkalen Abwässer seien nicht deutschfrei finn-a (Heiterkeit.) Die guten Eroige. welche die Leistungen«on Generaldirektoren bei der Wasser- und Gasverwaltuvo aebnk« hätten, seien Vorbild gewesen und Grund für die Ford«r»rm eines Generaldirektv' S tür die Rieseldewirthschastung. Stadtv. Dr. Schul, erklärt stch mit dem Antraae d-s Ausschuffes im Ganzen einverstanden. Gegen die Anttell,,«» eine? Generaldirektors habe er(Redner) nur praktische B.drnf", Er(Redner) wisse in ganz Europa außer in England kein-» Mann, der Bescheid mit Rieselfeldern wüßte. Gegen di«»z. schränkung der Zahl der Deoutirten für die Verwaltung d!! Kanaliiationswerke sei dre Frage aufzuwerfen, od weniger«Jh. mehr leisteten als mehrere. Stadlv. Professor Dr. ,V i r ch o w vertheidigt den Aus« schußantrag. In der ganzen Welt sei keine Stadt f» weit in der Kanalisation vorgeschritten, wie 8«™- Die Kanalisations- Deputation habe also ihre o™ Schuldigkeit g-tban. Das Werk sei begonnen worden g# den Rath aller Landwirthe. Man habe nicht nach bekannte» Mustern arbeiten können, sondern die Muster hätten erst(P schaffen werden müssen. Von diesem Gesichtspunkt aus M alles zu beurtheilen. Man habe nun Pflanzen zum Anba» gefunden, die zur Reinigung des Wassers geeignet sc«! Hanf und Zichorie. Das Reich sei hier der StadlverwaltM einmal entgegengekommen durch bedeutende Erhöhung der 30» auk Hanf und Zichorie.(Heiterkeit.) Zu diesen Veisuüw gehöre aber Zeit und Alles müsse erprobt werden. D« Sacken seien nicht zu überhasten; man befinde fich noch in dn» Stadium, wo Erfahrung- n gesammelt werden müßten.. B handle fich nickt so sehr um ven Ertrag, als um die LösM der Aufgabe, das Abfallwaffcr zu reinigen. Diese Aufgabe l» vollkommen gelöst. Die Finanzfrage sei nebensächlich. Ein Schlußantrog wird von den Stadtv. S p i n 0 l a ufl» G Nossen gestellt. Zum Wort gemeldet ist nur noch* Stadtv. G ö r ck i. Der Schluß wird angenommen. � Der Ausschußantrag wird mit einem Zusatzantrage£« Stadtv. Namslau, wonach der Magistrat eine Vorlage Ldn die Aufgaben und die Kompetenz des Generaldirektors mm* soll, unverändert angenommen._ Dagegen stimmen mit Anderen die Arbeiter- verordneten. Verkauf des zwischen den Grundstücks K lost er st r. 81 82 und der neuen Bauflucht d» Neuen Friedrichstraße belegenen Terrains, ii» Verkauf wird debattelos für den Preis von 250000® die Firma Gebrüder Simon bcschloffen. Ausschmückung der Aula der höheren Mäba� schule in dcr Jfflandstraße mit Wandgemälden. Stadtv. Talke beantragt Ausschußberathung. wachsenden Lux 18 der Echulbauien müsse gesteuert werden-.. Stadtbaurath Blankenstein hält Äusschußkerattjfl angefich:s der erforderlichen geringen Summe von 3690 � für üderflüsstg, zumal die Bauersparnisse die S"® deckten. j Stadtv. Salge bestreitet den zunehmenden � dcr Schulbauten und hält Ausschüßberathung für überstm� Stadtv de Nsve bittet um Ausschußberathung. auch das Gefühl, als werde zu viel Luxus besonders bei Lehranstalten, getrieben..-4 Stadtv. Limpre cht ersucht die Vorlage, ohne Ausl� beratbung direkt abzulehnen.* Stadtv. Böhm hält Ausschußberathung zur Prüfung prinzipiellen Frage für nothwendig. obwohl die Ausschrm�l der Aulen im pädagogischen Interesse liegt. Aendern wüstL, Ausschuß in diesem Falle wohl nichts können, weil die � schon ziemlich weit vorgeschritten sei.™ Große Heiterkeit.)*, Stadtbaurath Blanken st ein bestreitet diese letz« hauptung. jj Stadtv. Ripdergcr tadelt den großen LuxuS, bsL„ bei G-meindeschulen getrieben werde. Trete man in dre, � der Gemeindeschule in der Kleinen Markusstraße, so sei befände man fich in einem Tanzsaal. Stadtv. Singer ist erfreut, daß durch die 5d gen des Herrn Stadtbauraths fich gewisse Befürchluntst» � unbegründet erwiesen haben. Die Debatte habt � Eindruck hervorgerufen, als handle es fich yffvi« der bekannten Schneidizkeii, mit der in der BaudepU' � gearbeitet wird, mit bereits feststehenden ThalsacktN-. � (Redner) wünsche, daß die Vorlage ohne weiteres abStz, werde. Werde aber Ausschußberathung angenommen, der Ausschuß mannigfache Anregungen auS der heutigen*•* erhalten haben. Ausschußberathung wird angenommen. ,,�11 Uebertragung der Pferdeeisenbahn' Potsdamer Thor— Weichbildgrenze— Schöncberg Großen Jnlernationalen Pferdeetsenbabn> Aktienge> auf die Große Berliner Pferdeeisenbahn-Aktiengesellscka Magi'trat beantragt:„Die Stadtverordneten» � B lung erklärt sich stch einverstanden, daß 0# zum Jahre 1908 währende Genehmigung der j# Jnternarionalen Pfcrdceiscnbahn. Aktiengesellsckast 3# Anlage und den Beiried der vom Potsdamer � durch die Potsdamerstraße»ez.�, Echöneverg fr eisendahn Akti». �., dauer bis zum 31. Dezember 1911 ausgedehnt jt wird, unter der Bedingung, daß bestn Abi enebmiaungsdauer die Bestimmungen des§ 20 y g,# weinen Bedingungen zum Hauptvcrkag« zwischen"vLflltW gemeinde und der Großen Berliner Pferdeersenbayn gen dieser Bestimmungen, welche später etwa bart werden, auch auf die vorbezeichnete Linie finden." Gesellschaft vom AN! .. Siadtt). Singet bespricht bei dieser Gestgenbeit�.�t folgte Reduzrrung der Arbeit erfrühwaxen, werft(a? Ernricht,»M'-~■ fich dem sichtlich i~.n-v„-vvugiiunu uci Aroerrerrruywagrn,- Uflb-> Emnchlung durckaus nicht dem Bedürfniß enMaw�g f 'S" 4r.$ wirklichen Bedürfniß der Arbeiter zu oenügen- j, ernen ausführlichen Bericht über die Rede nach-) PI � «onzesstonen zu ertheilcn...„„W- "ÄriÄ ent w www ,, ZWMZMV GWWWK Ausschuß. Rechnungen gehen an g./.ot' Damit ist die Tagesordnung erledigt- � Ös folgt eine nicht öffentliche Sitzung- Kokales. ,6t Nachmittag von 2—3 Uhr) so zu sagen„Genchis- 5?�,!' f0 dies für die örtlichen Verhältnisse unserer -»'NN- etwaS eng bemessene Frist, und es wäre gut, wenn heydemann diese exslufive Frist im Stdrißbuch bekannt nimmt ihn sein Beruf als Rentier zu sehr . Der Wetterpropliet der„Voss. Ztg." verkündet folgendes: »««e zweite Frosipcriode beginnt, nachdem die Kälte nur we- i« Bia8e nachgelassen hat. Vom 17. bis 22. November voll- N Orr Zerfall des hohen Drucks. Zunächst erschienen bJ» i[?nfn',n worden am Bottnischen Meerbusen und eine �nie über Spanien, während in Zentraleurova der Druck �Jtemlich hoch verblieb. Die zur ersteren Depresfion ge- Cinuswolken wurden diesseits am Donnerstag Abend, ««gentlich einer Reise, von dem Düffener Berge bei Duisburg ganzen Nordost Horizont lagernd beobachtet. Die De- r.™* entfernte fich aber nach Rußland, während über Nord- � nochmals der Druck stieg. Nun drängte die zweite kZ8'm Südwest lagernde Depressson gegen Nordost vor, i>»m Sonnabend in Westdeutschland und am Sonntag Thauwettcr, da Bewölkung und südliche Winde vor- sSuSS murden. Das Barometer war seit Anfang der � mw gefallen. Schon am Montag und deutlicher h h.« ril08 begann aber wieder ein neues Druckmaximum sich Ch-Ü: i�stireländem auszubilden, welches zunächst schon durch � ein Einken der Temperatur herbeiführt, so daß als m Folge deS steigenden Druckes die Bewölkung abnehmen w,."lh dann bei dem Aufkiärm des Himmels Frost einstellen k,/ �as Kältegebiet im Nord hat schon jetzt an Ausdeh- j, Wommen und weist Temperaturen bis 25 Grad Kälte « bekannte Hochstaplerin Marie Sophie Meyer �mbenow, welche fich im Jahre 1873 unier dem Namen 2* Gräfin Rcvenllow in England in die höheren gesell- Lj'chen Zirkel einzuführen verstand und damals verschiedene fjjjßereicn verübt hat, wegen deren fie zwei Male gerichtlich t wurde, kultirnrt jetzt hier einen neuen Schwindel, der 'terhalt in ausgiebigster Weise verschafft. Im Monat ' cr. hat fie in dem zu Leipzig erscheinenden Wochenblatt .Haus" eine Annonze einrücken lassen, in welcher die jjfoJWmf'il für zwei arme adlige Erzieherinnen, die sich in Wsn � befinden und fich durch Anfertigung von Puppen � Pompadours kümmerlich ernähren, angerufen wird, und Lim'n der Weise, daß nicht um Geld, sondern nur um Ab- von Arbeit gebeten wird. In Folge dieser Annonze «irfL. der angegebenen Chiffre bei der bezeichneten Annonzem Expedition mehrfache Geldbeträge und Auf. > Einsendung von fertigen Puppen rc. ein, welche die «nb Jn Empfang nahm. Bei weiteren Korrespondenzen nzt�ufschreiben, welche letztere an die Woblthäter— zum WLt?beil Damen auS vomchmen Familien— richtete, ij( mlc, ffe fich eines adligen Namens, weil fie glaubte, daß ,:»,.�ben reichlicher fließen würben, wenn ffe für eine ver- »kw,"dlize erbeten würden. Wie einträglich das Geschäft 18 tot1}' Sfrk aus den in der Wohnung der rc. M. gefundenen ZL, schnitten von Postanweisungen— Sendungen bis 50 und 7 Packet-Adreffen hervor. Weitere Mrttheilungen . werden seitens der Kriminal Polizei gewünscht. %'.Der Selbstmord de? Marckwaldt'schen Ehepaares kicht. �"�wahrscheinlich demnächst die Hinter lasscnschaftsge- «erb».? einer überaus interessanten Frage beschäftigen. Der im>}°ene Rentier Marckwalvt, der bekanntlich sehr reich war Wtoi t!? Einkünfte sich jährlich auf Hunderttausende beziffert f°llen(er war u. A. stiller Sozius der größten in Trieft Preßhefenfabrik der Welt), hatte auch mit seiner EÄJ noch ein bedeutendes Vermögen erheirathet. Der �orb« frn deS Ehepaares, mit welchem der Gatte nicht in Wim Einvernehmen gewesen zu sein scheint, war von oder auf ein Pflichttheil beschränft worden. Tie % aber, daß die Frau M. rc. 25 Minuten nach ihrem hmj? starb, hat diese zur Universalerdin gemacht. Und der der'Nterbte Schwiegersohn ist nun gleichberechtigter Eibe � Mutter seiner Frau geworden, so daß er dadurch nahezu Marl erhalten soll. Die übrigen Erben wollen diese fcb« ilchf« licken Entscheidung unterbreiten. ff« �fr.btesiger ZeitungSspediteur macht täglich viermal "bMahit zwischen Berlin und Brandenburg mit, um kl, Abonnenten rechtzeitig in dm Besitz der Berliner Jour- WS fsven. Abends fährt er mtt dem 6 Uhr Zuge nach �Murg und sorgt dort für daS schnelle Austrage Siil. F! um'AI 2 Uhr in der Nacht trifft er von. iy � wieder in Berlin ein. aber schon vor 6 Uhr MorgenS w4niilufr Neue im Eisenbahnkoupö. um die Morgenzeitungen ff in Brandenburg zu schaffen; von dort kommt er Vormittags wieder nach Berlin. Und dieses No> Illeben fühft der Mann schon sieben Jahre lang ununter« fritw ßl vermittelt aber noch viele andere Geschäfte LT? Berlin und Brandenburg; ganze Berge von Packetm ffdi 111 dem von ihm benutzten Kouxs. von einer Bäckerei %W e?burfl bringt er täglich einige Landbrote für hiesige fpi 2 und alle diese Besorgungen erledigt er selbst in r%,218i? Stunden seines Aufenthalts in den beiden Schlaf genießt der Mann nur während der Eisen- �•*------- ♦««.rfirf, 970 M. kostet. lie, und er ,________....... Aber keiner l�ew.»"— �."gsabor.nentcn ahnt wohl, welche körperliche An- Schaft Mann durchmachen muß, um seine zahlreiche Ar«eue� Erfindung, welche bestimmt ist. die Taschen- CjWfre zu schützen, ist seit gestern durch Patent ge- '' Unberufener an der Kette, so schlagen den Stoff der Westentasche ein und '----- rx Vlhy. iiriT-. Olt'ff Vtl---- Qu«?4tnbe m, ß Borlaufig werden von dem Fabrikanten Morfl u �fvser Uhrmschützer angefertigt, um dann Lt%U6 s.�8�racht zu werden. LUie des qV�bhall wird der„Mgdb. Ztg." gemeldet, . rlin,.- Mordes in der Dreysestraße Verdächtigen von den --- i"...*„im MW �(JNotdiel in der Dreysestraße Verdächtigen m», vt„ Ä!laIAfamftn nicht rekognoSzirt, aber auch nicht "LNachwll? W« sollen. Sie befinden fich(mtgegen der Ä Ä ffi'ö �»«freit»i �"frn ist die immer mehr um sich greifende 8�(n h"aQai 8e'fr' Zigarretten zu rauchen. Wir haben ��vsten m �°nchm zu paffenden Zeiten und mit Maßen, und m-.."ni jetzt nicht eegen den Gebrauch von der zn Bfitfm wenden. Wir bcabfichtigen nur, e 8 Segen die Angewohnheit. Zigaretten KÄJwrgM&'t ä«?»x »» R ÄSÄfÄ ■--"'-•"-••nrtSmerfjfugfN tritt, und daß der Tabal m oiic..t.t MMMZZZ nicht groß erscheinen, aber ohne Zweifel Ärs:,'% "■ Vfe»««syaslsj ä Nü eine große Anzahl von Fällen in den lrtzien Monaten bekannt geworden, in dmen Jünglinge und junge Männer, die fich körperlich noch nicht ganz entwickelt hatten, ihrer Gesundheit durch das unausgesetzte Rauchen von Ziga-etten sehr geschadet haben. Mittheilunge« über die Bewegung der BevSlkernng der Stadt Berlin. In der Woche vom 1. bis 7. d. Mts. fanden 306 Eheschließungen statt. Lebendgeboren waren 820 Kinder, darunter 102 außerehelich. Todtgeboren waren 34 mit 4 außerehelichen. Die Zahl der Stcrbefälle betrug 551. Von den Gestorbenen erlagen an Masern 7, Scharlach 10, Diphtheritis 46, Bräune 5, Keuchhusten 10, Kindbetlsieber 3, TyphuS 5, Altersschwäche 15, Gcbirnschlag 16, Lurmenentzün- dung 51, Lungenschwindsucht 86, Diarrhöe 8, Brechdurchfall 4, Magendarmkatarrh 6. Durch Vergiftung kamen 5 Personen um, hiervon 1 durch Selbstmord, 2 durch Alkoholvergiftung(Delirium tremens). Eines gewallsamen TodeS starben 14 Personen, und zwar durch Verbrennung 3, Sturz oder Schlag 7, Erhängen 1, Ertrinken 1, andere gewaltsame Todesursachen 2. Hierunter find 8 Todesfälle durch Unglücksfälle, 4 durch Selbstmord und 2 durch Tödtung herbeigeführt. Unter den Gestorbenen find 272 inkl. 35 außereheliche Kinder unter 5 Jahren, also 49,4 xCt. Im Alter von 5 bis 15 Jahren starben 32, 15 bis 20 Jahren 3, 20 bis 30 Jahren 42, 30 bis 40 Jahren 61, 40 bis 60 Jahren 74, 60 bis 80 Jahren 51, über 80 Jahre 13 Personen. Im ersten Lebensjahre starben 133 eheliche, 26 uneheliche, zusammen 159 Kinder, und zwar im 1. Monat 39, 2. Monat 17, 3. Monat 19, 4. Monat 17, 5. Monat 12, 6. Monat 8, 7. Monat 9, 8. Monat 6, 9. Monat 4, 10. bis 12. Monat 28. Davon waren ernährt mit Muttermilch 37, Ammenmilch 1, Thiermilch 66, Milchsurrogaten 2, gemischter Nahrung 31, nicht angegebener Nahrung 22. In hieflgcn Krankenhäusern starben 139, einschließlich 10 Auswättige, welche zur Behandlung hierhergebracht waren, und zwar: im Elisabeth. Krankenhaus 4, Elisabeth- Kinderhospital—, Bethanien 16, Friedrichshain 28, Hedwigs- Krankcnhaus 10, Jüdisches Krankenhaus 3, Klinikum 8, Uniner- sitäts Frauenklinik 6, Auguste Hospital 3, Lazarus-Kranken- bauS 14, Militär Lazareth 2, Städtisches Krankenhaus Moabit 14, Charite 31. Auf die 13 Standesämter vertheilen fich die Todesfälle folgendermaßen: Berlin- Köln- Dorotheenstadt 12, Friedrichstadt 13, Friedrich- und Schöneberger Vorstadt 20, Friedrich- und Tempelboser Vorstadt 39, Louisenstadt jenseits 84, Louisen stadt diesseits und Neu Köln 33, Stralauer Viertel 80, Königstadt 33, Spandauer Viertel 29, Rosenthaler Vorstadt 72, Oranienburger Vorstadt 42, Friedrich-Wilhelm- stadt und Moabit 36, Wedding 53. Die Lebendgeborenen find 32,9, die Todtgedorencn 1,4, die Sterbefälle 22,1 pro Mille der fortgeschriebenen Bevölkerungszahl(1 297 886). Es wurden 4799 Zugezogene, 2654 Weggezogene gemeldet, so daß fich die Bevölkerung mit Einrechnung der nachträglich Geborenen um 2128 verwehrt hat- die Bevölkerungszahl beziffert sich sonach am Schlüsse der Berichtswoche auf 1 300 014. Die Zahl der in der Wockie vom 8. bis 14. d. M. zur Meldung gekommenen Infektions ErkrankungSfälle betrug an Typhus 23, Masern 70, Scharlach 73, Diphtheritis 147, Krndbetifieber 3. Die größten Zahlen unter diesen Erkrankungen entfallen auf Standesamt VII mit 53. VI mit 36, IV mit 32, X mit 27 Fällen. Achtzehntausend Fuß über der Meeresfläche. AuS dem Leben des augenblicklich in Berlin weilenden Astronomen und Naturforschers Rudolf Falb wird dem„Echo" folgende Episode mitg-theilt' Als Rudolf Falb in den Jahren 1877 bis 1879 in Chile, Peru und Bolivia weilte, um seine epoche- machenden Erdbedenstudien an dem gefürchtetsten Erdbeben- Herde der Erde zu vervollständigen, überschritt derselbe nicht nur mehrmals die Kordilleren, sondern bestieg auch eine Reihe der bedeutendsten Berge, die fich kegelförmig vom Hochland erheben. Die interessanteste seiner Gedirgspartien war die Be- steigung des„ausgebiannten" Vulkans Misdi, der fich bis zur Höhe von 18000 Fuß über der Meeresfläche erhebt. Die peruanischen Behörden deS Kordilleren- Städtchens Arequipa stellten Falb zu seinem in den Augen der verweichlichten Peruaner unerhörten Unternehmen mit größter Liebenswürdig- keit einen Trupp von 30 Soldaten zur Verfügung, die seine wissenschaftlichen Instrumente, Lebensmittel u. s. w. trans- pottiren sollten. Eine Schaar Offiziere, Beamte und Kausleute schloffen sich Falb mehr aus Neugierde, als aus Wissensdurst an. Wie Falb vorausgesehen, lichtete fich die Schaar seiner Begleiter, als er am Morgen des zweiten TageS in die höheren Regionen des Berges kam; und als er AbendS glücklich den Gipfel erklommen, war er von allen mit Ausnahme zweier Soldaten im Stich gelassen. Obwohl er in Folge dessen nur ganz geringe Lebensmittel bei fich hatte, schlug er doch mit Hilfe der beiden treu gebliebenen Soldaten sein Zelt auf und blieb, nachdem auch diese beiden letzten am fol- Senden Morgen vrrschwunden waren, volle fünf Tage auf der »öhe deS Berges. Er machte eine Reihe der wichtigsten wissenschaftlichen Beobacktung-n und liefette zugleich den aller- Vings relativen Beweis, daß Menschm im Stande find, fünf Tage lang achtzehntausend Fuß über der Meeresfläche zu leben. Selbst am fünften Tage befand sich Falb relativ wohl. Als der kühne Forscher dann den Abstieg antrat, stieß in halber Höhe des BergeS auch die wackere peruanische Soldateska wie- der zu ihm, die sich an den reichlich mitgenommenen LebenS- Mitteln unterdessen gütlich gethan, während Falb oben hatte ' gern müssen. Leider hatte diese Bergbesteigung Falbs noch sehr trauriges Nachspiel. Falb hatte den Miedi � r... cm.--— f/i 4« 4« v* AKoif# i* ein sehr lraunges Nachspiel,»foio yuur um von der dem Städtchen Arequipa entgegengesetzten Seite in weiten Schlangenwindungen erklommen. Ein in Arequipa ansäsfiigcr englischer Kaufmann hatte Falb einzureden versucht, es sei praktischer, direkt von Arequipa auS den steilen Anstieg von vorn zu versuchen. Falb, der als Sohn der Steiermark ein alter Bergsteiger ist, erklärte dieses Unterfangen für im höchsten Grade lebensgefährlich. Als nun Falb die Besteigung glücklich beendet hatte, ließ es besagtem Engländer keine Ruhe, seinerseits den Anstieg von vorn ,u wagen. In Begleitung eines achtzehnjährigen Hamburgers, der erst seit wenigen Wochen in Südamerika weilte, und dessen leibliches Wohl von seinen Eltern dem Engländer ans Herz ' gt war, machte er sich eines Sonnabends früh auf, indem er Falb's Mahnungen noch im letzten Augenblick verlachte. 'Nachdem drei Tage vergangen waren, ohne daß die kühnen Bergsteiger zurückkamen, fing man in Arequipa an, besorgt zu werden. Alle Nachforschungen blieben erfolglos. Am fiebenten Tage kam ein Indianer nach Arequipa mit der Meldung, an einer der gefährlichsten Stellen in den FelMlippm kreisten die Adler in so verdächtiger Menge, daß die beiden vermißten weißen Männer bort wohl zu finden seien. Eofo:t brach eine Expedition auf. Mit vieler Mühe gelangt« man zu der frag- lichen Stelle und fand zuerst den jungen Hamburger mit zer schmettettem Schädel. Dann entdeckte man die noch warme Leiche des englischm Kaufmann«: der Arme war unverletzt; er war— vor Hunger und Durst gestorben. Tie Katasttophe war offenbar in folgender Weise erfolgt: Der Engländer hatte fich verstiegen und tonnte weder rückwätts noch vorwärts; sein -.r.u_----- ,-W. um Hilfe zu holen; ein dem im Bergsteigen gänzlich Polizei-Bericht. Arn 23. d. Mts., Nachmittag?, gerieth der Kutscher Nowald, als er am Humboldts Hafen seinen Wagen nrtt Mörtel belud, mtt dem Fuß unter den vom Krahn herab- gelassenen Kasten deS Wagens und erlitt eine derartige Quetschung der Zehen, daß er mittelst Droschke nach der Charitee gebracht werden mußte.— Am 25. d. Ms., AbendS, wurde ein Mädchen a» der Friedrichs- und Bchrenstraßen- Ecke von einer Droschke erfaßt und niedergestoßen, so daß eS ohnmächtig liegen blieb und mittelst Droschke nach seiner Woh- nung gebracht werden mußte.— An demselben Tage ent- standen in einem Keller deS Hauses Louisen Ufer Nr. 3c durch in der Nähe deS Ofens liegende Makulatur, ferner auf dem Boden eineS ftüber als Schlachthaus benutzten Gebäudes Koppenstraße Nr. 36 durch in Brand gerathene Räucherspähne und endlich in einem Posamentierladen Schwedtersttaße Nr. 13, wo Möbel und Kleider in Brand gerathen waren, unbedeutende Feuer. Die Feuerwehr löschte die Brände in kurzer Zeit._ Gerichts-Zeitung. Der Tischler Gnstav Rödel hatte gestern den ersten Mißerfolg auf seine mtt so vielem Pomp der Welt verkündig- ten Klagen zu verzeichnen. Auf seinen Antrag hatte die könig- liche Staatsanwaltschaft Klage gegen den verantwortlichen Redakteur unseres Blattes wegen nicht vollständiger Aufnahme einer uns von Herrn Rödel zugegangenen Berichtigung er- hoben. Es liegt nicht in unserer Abficht, die alten, wenn auch unvergessenen Geschichten wieder aufzufrischen, wenn Herr Rödel jedoch glaubte, mit seinen sogenannten Belichtungen vor dem Richter evenso leicht durchzudringen, wie mit seinen Geld- bewilligungs- Anträgen bei seinen Anhängern, so mußte er gestern erfahren, daß er fich eben geirrt hatte. Den durchaus wohlgelungenen und sachlichen Ausführungen des Rechtsanwalts Freudenthal gelang es, den Gerichtshof von der Schuldlofig- keit deS angeklagten Redatteurs zu überzeugen, so daß dessen kostenlose Freisprechung erfolgte.— Wir unsererseits wollen bei dieser Gelegenheit nicht verfehlen, es den Tischlergesellen Berlins recht warm ans Herz zu legen, für die noch in Aus- ficht stehenden Privatklagen des Herrn Rödel keine Gelder her» zugeben. Die von den Arbeitern aufgebrachten Gelder können gerade jetzt viel besser verwendet werden als zur Verwendung der persönlichen Empfindlichkeit des Herrn Rödel. Der Winter Hat seinen Einzug gehalten, das Weih- nachtsfest steht vor der Thür, die ArbeitSlofig- keit mehrt fich von Tag zu Tag. Ii? Anbetracht dieser Verhältnisse wäre es geradezu eine unverzeihliche Ver- schwendung, wenn für ausfichtslose Klagen Gelder bewilligt und ausgegeben werden sollten, die zu segensreichen und er- sprießlichen Zwecken viel besser verwendet werden können. Viel eher mache man den Kindern armer und arbeitsloser Kollegen eine Weihnachtsfreude, man unterstütze nothleidende Familien, an denen doch wahrhaftig kein Mangel ist, aber man hüte fich, ein ungesundes und unberechtigtes EhrsuchtSgefühl noch ferner» bin großzuziehen. Wir ermatten von dem richtigen Gefübl der Berlmer Tischlergesellen, welches fich namentlich bei der Affäre Rödel in so glänzendem Licht gezeigt hat, daß fie ihre mühsam erarbeiteten Groschen nicht dem Phantom eines Einzelnen opfern. Wenn Herr Rödel die Schattenjagd fortsetzen will, so soll er daS hübsch auf seine eigenen Kosten, auS den Erspar- nissen, die er doch jedenfalls in seiner Werkstatt gemacht haben wird, thun, er>oll aber nicht daS schon so sehr in Anspruch genommene Portemonnaie der Berliner Arbeiter noch mehr be- lasten. Ein interessanter Anklagefall wegen Ueberschreitung des tarifmäßigen Droschkenfahrgeldes gelangle gestern vor der sechsten Strafkammer hiefigen Landgettchts l zur Ver« Handlung. Von dem Schöffengericht ist der Droschkenkutscher erster Klasse Ferdinand Richter wegen obiger Uebertretung zu 9 Mark ev. 3 Tagen Hast veruttheilt worden, weil er am 6. Mai er. für die Fahrt vom Andreasplatz nach der Lottum« straße 4 von den Fahrgästen den Betrag für eine Doppeltour gefordert hat, obgleich nach der Bekundung der beiden Fahr- gäste die Fahrt selbst nur 14 Minuten gedauert hat. Der an- geklagte Kutscher hatte die Richtigkeit dieser Angabe bestritten und behauptet, daß er 16 Minuten zur Fahrt gebraucht hat. Auf die von dem Kutscher eingelegte Berufung forderte die Strafkammer eine amtliche Auskunft des PolrzeipräfidiumS über die Entfernung der zurückgelegten Fahrfttccke. Dieselbe ging dahin, daß nach dem amtlrchen Weamesser die fragliche Entfernung 17 Minuten beträgt. Der Vcrtheidiger RcchtS- anmalt Wronker plaidirte auf Freisprechung des angeklagten Kutschers, da nach der Polizeiverordnung vom Jahre 1880 bei Streitigkeiten zwischen dem Kutscher und dem Fahrgast über die Wegestrecke der amtliche Wegcmcsser entscheidet. Der Gerichishof gab der Polizeiverordnung eine andere Auslegung als der Vertheidiger. Der Wegemesser sei nur maßgebend, wenn über die Geschwindigkeit der Fahrt Streit entstehe. Hiernach mußte bei den bestimmten Aussagen der Zeugen die Bestrafung des Angeklagten aufrecht erhalten werden. Da eS aber offenbar eine Härte involvitt, den Kutscher für bessere Pflichterfüllung durch schnelleres Fahren zu bestrafen, habe der Gerichtshof die Strafe wenigstens insoweit gemildert, daß er die substituitte Haststtafe auf einen Tag ermäßigte. Nach einem Urtheil der fünften Strafkammer hiefigen Landgerichts i handelt der Polizeibeamte nicht in der recht- mäßigen Ausübung seines Amtes, wenn er wegen einer gegen ihn verübten Strafthat eine ihm vollständig bekannte Person zur Wache transpottitt. Der Hausdiener Lorenz und der städtische Nachtwächter TuloschinSki sind seit Jahren bekannt, und hat namentlich elfterer den letzteren bei gemeinsamen Kneipereien stets freigehalten. In einer Nacht im Monat Mär, find die beiden guten Bekannten bei Gelegenheit einer Unterhaltung in Streit derathen und soll hierbei Lorenz den Wächrer ir.tt Worten beleidigt haben. Jetzt biß dieser den Beamten herau» und forderte seinen bisherigen guten Freund auf, ihm zur Wache zu folgen. Als letzterer fich dessen weigerte. faßte ihn der Wächter am Arme an und zog den Lorenz, der fich durch Entgegenstemmen widersetzte, gewaltsam fort. DaS Schöffengericht erkannte auf Freisprechung des wegen Wider- standS gegen die Staatsgewalt angeklagten Lorenz, da fich der- selbe der Strafbarkeit seines Handelns nicht bewußt war. Hiergegen legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein, und beantragte deren Vertreter im Termin eine Geldstrafe von 50 M, wobei er fich auf die Judikatur des Reichsgericht« stützte. Demgegenüber machte Rechtsanwalt Getchke geltend, daß hier lediglich ein Privatstreit vorlag, der Nachtwächter also aar nicht amtlich berührt war. Zur Geltendmachung seines Rechts standen ihm alle Wege offen, nicbt ober durfte er den ihm bekannten Angeklagten fistiren. Der Gerichtshof erkannte auf Verwerfung der Berufung, indem er odigen-R«chMrtz zur Geltung brachte._ Vereine und Versammlungen. lue. Die Konstitntrung eines„Fachverein» der Mäntelnähertnnen" fand am Mittwoch in einer Versammlung statt, welche, von etwa 250 Mäntelnäherinnen besucht, in G.aetz'S Salon, Brunnenstr. 140, tagte. Nachdem das von der Lohnkommisston ernannte Bureau: Fr. Büge und Frau Kranckemann 1. und 2. Vorfitzende, Frl. Ottilie Schriftführerin, auf Vorschlag der Fr. Pötting von der Versammlung bestätigt worden war, wurde das von der Kommission ausgearbeitete' Statutentwurf in allen seinen 7 Paragraphen unverändert an- genommen. Der Zweck des Vereins ist laut§ 1: 1. Die Regelung der Arbeits- und Lohnverhältnisse durch alle zu Ge- böte stehenden gesetzlichen Mittel zu erzielen; 2. eine Unter- stützungsiaffe füe Mäntelnäberinnen zu gründen. Die nöthigen Bettievsmittel sollen laut§ 2 durch eingegangene Schenkungen. durch die Erträge der öffentlichen Versammlungen und durch die Eintrittsgelder(30 Pf.) und Monatsbeiträge(25 Pf.) der Mitglieder aufgebracht werden.— Aus den dann vorge- nommcnen Wahlen gingen als Mitglieder des provisorischen % Ä. PerSle und Frau Ponten 1. und 2. Kasfirerin. Frau Her- mann und Fr. Deckend Beifitzerinnen. In der nächsten Ver- ins ää ierfe die Vorsitzende nocb einmal die in einer früheren Ver- sammluna festgestcllten Forderungen: Arbeitszeit von 8—8 Uhr oder 7—7 Uhr inklusive einer Pause von IV, Stunden, Minimal Lohn von 2 Mark und Erhöhung des Lohnes um die Hälfte für Ueberstunden« und Sonntagsarbeii Die Bemer» kung des Henn Kaufmann Stern, daß eine Lohnerhöhung von 33 ein Drittel Prozent, die in einem Zirkular der Schneider- meistcr beantragt worden ist, nicht für alle Arbeiterinnen den Minimallohn von 12 Mark wöchentlich zur Folge haben würde, veranlaßte Frau Pötting, auf die behufs Feststellung der pro Stück zu zahlenden Preise ausgegebenen Fragebogen hinzu- weisen und mitzutheilen, daß ihre Verhandlungen mit dem Vorstande der Innung der Schneidermeister die Hinzuziehung eines Kaufmanns, des Herrn Meyer, und den Beschluß, mit den Arbeiterinnen Hand in Hand gehen zu wollen, zur Folge gehabt habe. Herr Kaufmann Meyer äußerte sich dahin, daß die Prerse bessere werden würden, wenn die verheiratheten Frauen das Arbeiten für Konfektionsgeschäfte aufgeben und den Mädchen überlassen würden. Dem gegenüber wiesen Frau Büge und Frau Kranckemann darauf hin, daß leider noch viele Frauen»u Erwerbsarbeit genöthigt seien, weil die Löhne, die ihren Männern gezahlt werden, zum Unter« halte der Familien nicht ausreichen. Herr Schneider Geschoncck theilte Aeußerungen mit. welche Jnnungsmeister in Beziehung auf das Vorgehen der Mäntelnäherinnen gethan. um zu be- weisen, daß dieselben nicht geneigt find, diesem Vorgehen Vor» schub zu leisten. Dagegen habe auf seinen(des Redners) An- trag der Fachverein der Schneider einstimmig beschloffen, die Lohnbewegung der Mäntelnäherinnen nach Kräften zu unter- stützen. Frau Pötting theilte mit, daß in Bezug auf ihre Ge- wohnheit, in den Versammlungen, wenn die Sitzplätze nicht ausrerchen, die Herren zu bitten, daß sie die Sitzplätze den Damen überlassen möchten, ihr von einem Ardeitgeber in einem Briefe die Belehrung zugegangen sei, daß eine solche Zumuthung ein Verstoß gegen die Hochachtung sei. welche die Arbeiterinnen ihren Arbeitgebern schuldig seien.(Diesem ritterlichen Herrn ist es wahrscheinlich unbekannt, daß jeder anständige Mann in Frauengesellschaft den Frauen seinen Platz überläßt. Es wird keinem vernünftigen Menschen einfallen, zu verlangen, daß der Arbeitgeber, wenn er vielleicht in seinem Komptoir oder sonstwo in ArdeitSangelegenheiten mit seiner Arbeiterin verkehrt, dieser seinen Sitz eimäumt und dann mit ihr verhandelt; in einer Versammlung jedoch, wo Jeder erscheint, um seine Interessen zu diskutiren, hört in äußeren Beziehungen der Unterschied zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf, und da erfordem eS die Gesetze der Höf- lichkeit, daß man den anwesenden Frauen zunächst alle mög- lichen Bequemlichkeiten gestattet. Außerhalb unseres Arbeits« Verhältnisses sind wir doch Alle hoffentlich gleichberechtigte Mitglieder der menschlichen Gesellschaft, und die Gesetze dieser Gesellschaft schreiben dem sog. stärkeren Geschlecht bis jetzt immer noch eine gewisse achtungsvolle Rücksichtnahme auf das schwächere vor. Wer anders handelt, wird im gewöhnlichen Leben ein Stoffel genannt. D- Red.) Frau Büge verlas ein Schreiben des Herrn Kaufmann Rosenthal(Jägerstraße), in welchem derselbe erklärt, daß die Schneidermeister bei den Preisen, die er ihnen zable, den Arbetterinnen viel»u wenig geben, wenn diese nur 2 M. täglich verdienen.— Nach Annahme eines Antrages, für zwei hifsbedürftige Arbeiterinnen eine Tellersammlung zu veranstalten, nahm noch Fräulein Wabnitz das Wort, um Denjenigen entgegenzutreten, welche in Bezug auf das Vorgehen der Arbeiterinnen immer noch sagen:„Es hilft ja doch nichts" und um darauf aufmerksam zu machen, daß der neue Verein auch die Aufgabe haben werde, alle Ue beistände in den Arbeitsräumen der Arbeitgeber zu be- seitigen. Eine öffentliche Versammlung der Steindrucker und Lithographen fand am Montag, den 23. November, bei Buagenhagen(Moritzplatz) unter dem Vorfitz des Herrn I. Jastrau statt. Die Versammlung nahm theilweise einen stürmischen Charakter an, schließlich mußten sogar zwei Ruhe- störer auS dem Saale entfernt werden. Auf der Tagesordnung stand dcr Streik von Ernst u. Co. Es erhielt hierzu zunächst Herr Etadlv. Görcki das Wort. Referent wies in seinen Aus- führungen nach, wie nothwendig ein Zusammenhalten der Kollegen sei, denn was dem Einen beute pasfirt, kann den Anderen auch morgen schon treffen. Deshalb müsse ein Jeder seine Schuldigkeit lhun und den Streikenden zur Seite stehen. Alsdann unterbreitete ein Muglied der Kommission die ver- schievencn Mißstände, welche in der Anstalt von Ernst u. Co. herrschen, der Versammlung u id betonte namentlich, daß sich der Verdienst zwischen 8—12 M. auf 15—21 u. s. w. pro Woche bewege. Auch ein Zirkular, welches die Firma Ernst u. Co. an sämmtliche Firmen gesandt hatte, wurde einer„erläuternden" Antik unterzogen. Trotz mehrfacher Aufforderung, daß sich Vertreter der im Streik befindlichen Firma oder die Herren Ernst u. Co. selbst zum Worte melden sollten, meldete sich Niemand. Die Herren waren brieflich eingeladen. Alsdann ergriffen die Herren A. Schul«, M. Kreutz und andere Redner das Wort. Sie traten entschieden für die Streikenden ein und meinten, es sei zu bedauern, daß sich einige Geschäfte nach dem Zirkular der Herren Ernst u. Co. richteten und einige Drucker, welche schon wieder Arbeit gefunden, auf Grund des Zirkulars wieder entlassen hätten.— Es wurde eine Ergänzungswahl der Kommisston vorgenommen, da ein Mitglied derselben sein Amt niedergelegt hatte. Die Wahl fiel auf den Steindrucker Linsener. Schließlich gelangte folgende Resolution einstimmig zur Annahme: Die heutige im Kaisersaal bei Buggenhagen(Moritzplatz) tagende Ver- sammlung der Steindrucker und Lithographen Berlins und Umgegend erklärt sich mit den Ausführungen der Referenten einverstanden. Sie erblickt ferner in der Handlungsweise der Kollegen von Ernst u. Co. ein mannhaftes, kollegialisches Vorgehen, sie spricht hierfür ihren Darrk aus und verpflichtet sich, mit allen Kräften dieselben zu unterstützen, sowie den Zuzug von Emst u. Co. fern»u halten..Hierauf wurde die von ca. 900 Personen besuchte Versammlung geschlossen. Oeffenttiche Versammlung sämmtlicher Schrauben- Facondreher und Werkzeugmacher am Freitag, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Wchlhaupt, Manteuffelstr. 9. Tages- ordnung: Berichterstatiung über den Stand des Stelzner- schcn Streiks. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es dringend nothwendig, daß alle Mann für Mann am Platze find, dann ist der Sieg unser. Es handelt sich hier nicht allein um die Etelzner'schen Fabrik, sondern um die Existenz sämmtlicher Berufsgenossen. Bedenkt Kollegen, daß 57 unserer Gencssen sich im Kampfe um höhere Löhne, um die persön- liche Freiheit, um die Rechte der Arbeiter befinden. Bis jetzt ist es dem Fabrikanten nicht gelungen, durch Annonzen andere Arbeiter zu erhalten. Wir sprechen die bestimmte Erwartung aus. daß diesem Lockrnf auch ferner keine Folge gegeben wird. Deshalb die Parole: Zuzug fern und alle heute Abend zur Versammlung. Eine große öffentliche Mäntelnäherinnen-Bersamm- lung findet Freitag, Abends 8'/, Uhr, in Kellers Salon, An- dreasstr. 21, statt. Kaufleute und Schneidermeister, welche sich legitimiren, find hiermit eingeladen. Sämmtliche Mäntel« naherinnen werden gebeten, recht zahlreich zu erscheinen. Eine Mitgliederversammlung der Kranken- und Sterbeunterstützungekasse(Eing. Hilfslaffe Nr. 2) des Ver« eins sämmtlicher Berufstlasscn findet am Sonnabend, den 28. November, Abends 3'/, Uhr, im Restaurant LöSkow, Prin« zenstr. 79 statt. Daselbst werden neue Mitglieder aufgenommen, ebenso beim Kasfirer Echubmacher, Lausttzerstr. 1 Iii. Gewerkschaft der Metallarbeiter Berlins und Um- gegend. Am Sonntag, den 29. November 1885, Vormittags lOVi Uhr, Groß« Generalversammlung sämmtlicher Metallarbeiter im Palmensaal, Neue Schönbausersttaße 20. T.'O.: 1. Bericht der Lohnkommisston. 2 Wahl des Vorstandes. 3. Verschiedenes. Die Wichtigkeit der Versammlung macht das Erscheinen eines jeden Metallarbeiters zur absoluten Noth- wendigkeit. Altona, 25. November. Der hiesige Fachverein der Maurer hat beschlossen, einen neuen Lohntarif aufzustellen. In demselben soll darauf hingearbeitet werden, daß auch die perzeit mirbezahll werde.— Für die Hinterbliebenen der W Häusereinstur, in der Caffamacherreibe Verunglückten ist# große Summe gesammelt worden. 280 Mark davon find lJ Linderung der ersten Noth sofort abgesandt, der Rest wüdda Betreffenden zu Weihnachten ausgehändigt werden. Zentralkranken- ic. Kasse für Krauen und Müdih-» in Deutschland.(E. H., Lffenbach a. M), Sonntag,*» 29. d. M., findet eine öffentliche Versammlung für Frauen uf Mädchen in Buldermann's Salon, Kommandantenstr. statt. Tagesordnung: Der Ausschluß zweier Vorstands � glieder resp. daS Verhalten des Vorstandes der Verwaltois» stelle Berlin. Männer haben Zutrittt! Da es sich um n« Ehrensache handelt, wird um zahlreiches Erscheinen gebeten. Der Ortsverein der Glaceehandschuhmacher Berst«> veranstaltet Sonnabend, den 28. November, AbendS»riizm» Uhr. Jnvalidenstraße 16 bei Liebrecht', eine große Ext sammlung, wozu auch NichtMitglieder eingeladen find. Verein sämmtlicher Berufsklassen, Berlin I. abend, den 28. d. Mts., Abends 8 Uhr, Mürusir- 5. sammlung. Tagesordnung: Kassenbericht, Geschäfili®� Den Mitgliedern zur Nachricht, daß in dieser Versamnil� die Anmeldung der Kinder zur Weihnachtsbescheerung c" gegen genommen wird. Der Fachverein der Möbelpolirer f. K. Arb. feiert Sonnabend, den 28. d. M., in Bieiers Salon, Aroße% furterstt. 74-75, sein zweites Stiftungsfest. Bei stark beleS� Orchester findet großer Ball statt; außerdem treten währ"' der Tafelpause die ersten Berliner Konzertsänger mit vorragenden GesangSvorträgen auf. Alle Freunde und � ner des Vereins find herzlich eingeladen. Vereinigung der deutschen Schmiede. Sonne� den 28. November, in den Gratweil'scken Bierhallen,'-T gliederversammlung, zu welcher auch die Frauen der freundlichst eingeladen find. Tagesordnung: 1. Vortrag Herrn Canitz über„Gicht und Rheumatismus". 2. uwv //vyiusi u.iu c/ujcuinuuauiuö•*J' 3 of» dreier Mttgliedrr in die Kommission zur Errichtung eines» beitsnackweisebureaus. 3. Verschiedenes und Fragekaste� Neue MitgliederIwerdm aufgenommen. Mannheim. 24. November. Die Schieferdecker««� gründeten gestern einen Fachverein. Es wurde ein provisoü'-l Vorstand gewählt, welcher die entsprechenden Statuten" arbeiten soll. Uermischtes. Astronomische Photographie. In den letzt� Jahren find so große Fortschritte im photographischen � ren gemacht worden, welche hauptsächlich der trockenen 0«% Plattezu verdanken find, daß die A'tronomen«unnw � neue Methove der Beobachtung zur Verfügung haben,, 1 Bedeutung fast der der Erfindung des Teleskop selbst(L# kommt. Sogar die Nebelflecken können mittelst der r: � Apparate fixirt werden. Druper ließ 1880 speziell»u 11 A Zwecke einen eigenen Refraktor von 11 Zoll l/ttfleW � welchem er in 147 Minuten 1882 die großen Nebelsleck? � Orion aufnahm. Noch besseren Erfolg hatte 1883 einem Dreifuß-Reflektor mit Spiegel aus vcrfilbertcm In dieser Photographie erscheinen Sterne, die st leuchten, daß sie kaum im großen Refraktor zu fichtbar find. gwc Unter den amerikanischen Israeliten ist ein« �i, gung im Gange, aus Zweckmäßigkeitsgiünden den lichen Feiertag von Sonnabend aus den Sonntag Die Bewegung scheint Erfolg zu haben. Wie auS gemeldet wird, faßten die am 18. November dort«rla«?� Rabbiner der reformirten hebräischen Kirche eine des Inhalts, daß nichts im Geiste d.'S JudenthumS oder' � welche Gesetze die Abhaltung von Gottesdiensten an tagen verhindere. � Theater. Opernhaus. Heute: Tannhäuser und der Sängerstieg auf der Wartburg. Schauspielhaus. Heute: Der verwunschene Prinz. Vorher: DaS Tagebuch. Deutsche« Theater. Heute: DaS Fräulein von Seigliere. Krtedrich-WtlhelmftädttscheS Theater. Heut«: Offenbach-Cyclus. OrpheuS in der Unterwelt. Reffde«,-Theater. Heute: Clara Soleil. Vorher: Der Sterngucker. Walluer-Theater. Heute: Unter uns. Hierauf, zum 9. Male: Der Vielgeliebte velle-Alltauee-Theater. Heute: Kyritz-Pyritz- Walhalla-Operetteu-Theater. *ul.: Eon 15,1«. Alte Jakobstraße 32. Direktion: Adolph Ernst. Heute: Zum 118. Male: Die wilde Katze. Gesangsvosse in 4 Akten von W. Mannstädt, Musik von®. Steffen«. LoutsenstädtischeS Theater. Dlrestion; Jos. FirmanS. Heute: Martha, oder: Der Markt zu Richmond. Ostend-Theater. Heute: Dorf und Stadt. Heute: Gastspiel der�Lflstutane� Die' kleine Baronin. Tbeater der Reichshalle«. »»glich: Aufreten sämmtlicher Spezialttaten. Ameriean-Theater. »äglich: Austreten sämmtlicher Spezialitaten. Kaustnaun'S ▼•riet*. »zglich: Große Spezialitäten-Vorstellung. Koukordia. Täglich: Auftreten sämmtlicher Spezialitäten und theatralische Vorstellung.____ Alhambra-Theater. Wallnertheaterstraße 15. Heute und folgende Tage: Berlin, wie es weint und lacht. Bollsstück mit Gelang in 3 Asten und 10 Bildnn von C. F. Berg und D. Kalisch. Regie: Herr A. Seefeld. Vor der Vorstellung: Großes Konzert der HauSkavelle. Anfang deS Konzerts Wochentags 7 Uhr, der Vorstellung 8 Übt. Anfang des Konzertä Sonntag« 6 Uhr. der Vorstellung 7'/» Uhr. BonS haben Wochentags Giltigkett und find im Theaterbureau (12-1 Uhr) gratis zu haben. August Herold Berlin SO., 112 Sbalitzerstrasse 112. Möbel-, Spiegel- uiul Polßemaareli-Magazill. Eigene Fabrik. Solide Preise, Prompte Bedienung. Naetar's Casino. Orantenstraße 24. Raunynftraße 65a. Täglich:«rosse Spezialltütcn-Vorstellnnu. Neu! Austreten des berühmten Mianon-Tänzerpaares Ge- schwister Foottit. des TransfolmattonstünstlersHrn.Klösselli, deS urkomischen Willms, der Wiener Ducttistm Geschwister Kranke, der Chansonetten Frl. Büren, Lazarini. Krüger, sowie Spezialitäten I. Ranges. Näheres die Tagesprogramme. Wochentags Ans. 8 Uhr, Sonntags Ans. 6 Uhr. Passage 1 Treppe. 9 U. Morg. bi! 10 U. Ab. Kaiser-Panorama. Eine Wanderung durch Afrika. Savoyen und eine bequeme Montdlank-Besteigung. Hertha- Reise. Karolinen- Palau-Jnseln:c.» Reise 20, Kinder nur 10 Pf. Familienbillets.___[2820 Pränscher's anatomisches Mnsenm mtT im rothen Schloss /on 9 Morgens bis 10 Abends für erwachsene Herrea. Freitag ganzer Tag ®enftat=ficanficn etc.-Kaße f&c Flaum «Ud Mädchen in Deutschland(E. H. Offenbach a. M.). Sonntag, den 29. d. M.. Nachmittags 3>/, Uhr präzise. öffentliche Versammlung für Kraue« und Rädchen, in Buldermann's Salon, Kommandantenstr. 71/72.— Männer haben Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 58]__ Der Einberufer. Oeffentliche Versammlung der Steiutrager Lerlias und Umgegend am Sonntag, den 29. November 1885, in Silber» Salon. Schwedter-Straße Nr. 23. TageS-Ordnung:[% 1. Zweck und Befttebungen der Fachvereine. Referent Herr Heinrich NöSke. 2. Diskusston. 3. Verschiedenes. Sonntag, de« 29. November. Vormittag« __. findet in der_ „Tonhalle", Friedrichstraße 11% die letzte diesjährige. General- Verfam>vlo>7 der Maurer Berlins und Umg-S«"" ftntt DaS Erscheinen sämmtlicher Kollegen ist nothwendia. I. A.: Wilh. Noack, Lausttzerstr. 39. Verantwortluder Redakteur«.«rouhet« in»erlin. Druck und Verlag von Rar»adiug in Berim 8W. Beuthstraß/ 1. Endgiltige Beschwß�fass�ng'"üb« unsere Lohn� 2.®,®ÄS!0rtmm« im Frisch auf, Kameraden! alle Mann am Plage! � _ Die Lobnkommiiston.%. A.: Fjgi�� Vereinigung deutscher schmiede- � Eonnabend. den 28. November 1885, Abend«« ® e t f a m m l u a ö � 10«ratwetl't«ierhallen. Kommandantenftraß- ' Große Versammlung de« /achnereiu» für Schlosser n. 6'%!*■ am Sonnabend, den 28. November,«bend« � in Gratmnl's Lierhalleu, Kommandant � 57,»r« w 0'J__ g)«t ArbettsmÄrkt. � b(i »Cöbte Etnhlflechterinne« werben ___ Ferkau. Skalitzerstr��