Kr. S80. Sonntag, den 29. Noneml»er1883. n. MerVMUl Brgan snr die Interessen der Arbeiter. 4 ew«MorVImov MaI?Sblatt Zusertioasgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Zlrbeitsmar!» 10 Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4.... Ztachmittag» in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Anno»«««« Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Kedakti»«! Kenthstraße%—«rpeditio»! Zimmerstraße 44. I Abonnements� Einkaäung. dem 1. Dezember eröffnen wir ein neues Abonne- "W auf das »Kerliner Kolksblatt" � der Gratisbeilage „Jllnstrirtes Sonntagsblatt." Der AbonnementSpreis des „Kerttner Uolksblatt" der wöchentlichen Gratisbeilage Jl Inst r irteS Sonntag Sblatt" ��t für Berlin pro Monat 1 Marl 35 Pf., pro Woche .Bestellungen werden von sZmmtlichen Zeitungsspediteuren, '®»k von der Expedition unseres BlatteS, Zimmerstr. 44, ent» »egengenommen. k, Allr außerhalb nehmen alle Postanstalten MonnementS den Monat Dezember gegen Zahlung von 1 Ml. 34 Pf. an. � Aedaktion und Expedition des„»erliner Volksblatt". �Mnistdes. peinlich, daß Spanien wiederum "hß: Parteikämpfe werden wird. ,. Seit der großen Erhebung gegen Napoleon I. und So!» �cr Proklamation der berühmten Verfassung der �"ez von 181 2 ist Spanien von einer solchen von blutige« Parteikämpfen heimgesucht wor- wie kein anderes Laad Europa'», ganz abgesehen von £ Kämpfen in Afrika und Amerika. Der Sieg der kon- nonellen Partei zu Anfang der zwanziger Jahre veran- L>°gar eine bewaffnete Intervention Frankreichs, um r*', Auftrag der europäischen Allianz die Konstitutionellen «'»krjuwerfe«. Dann folgten sich in langer Reihe die �Hebungen einzelner Chefs der konstitutionellen Partei, die » brüche der flüchtigen Häupter dieser Partei über die j.8Je/ und endlich kam der furchtbare Karl ist en« inj/® 9 der dreißiger Jahre, durch den fast ganz Spanien � Teuer und Schwert verheert wurde. Darauf folgte die 41) JeuillNon. Die Kaub der Demefis. Roma» von Ewald August König. (Fortsetzung.) ' Ehre würde eS mir nicht erlaube», aus Deiner d,z<��'8en Groschen von dem Gelbe zu nehmen, für fr hast."®�re Und die Achtung vor«Dir selbstj ver« ehemalige Wärterin hatte sich, wie von einer vox i?. �stachen, erhoben, zitternd vor Erregung stand sie . Manne, der mit triumphirender Genugthuung die "ung sewer Worte beobachtete. �tndwP" mich in den Auge» meine« und Deine« «vch sagte sie empört, ,da« ist frevelhaft, wenn loqjo?�Dtch allein die ganze Schmach zurückfällt! Apol- ' ennl Mick heRer ste weiß, daß auf meinem Leben �Ue» mag, wäre der«e?«-, w...------ � dann, wenn et mit Deinem guten Freunde �'»nnmt?- stagte Siebel sarkastisch. ,7®»uav,'t�»«iuun ryur—".. SSM»Ä«WS «LWSSSSM �"und Ez'a'N auf hm Marllvw,, ,u'filrtmonb —......... M... w. �»-'l'Iis�hren."nO, wärmste empfehlen, selten wird man für- �veN ringes Entree einen solchen veredelnd w haben können... Da» Repertoire der Louisenstä-.. Rigoletro. Außerdem steht ein interessanl-- spiel eines hervorragenden Tenoristen Hostbeater in AuSstcht.-' ------'''" Z.J n Uitic von Ciao vom v-f« h abzielendes Gastspiel. .—„«.«.im»' ß Künstlerin an dem genannten. „Kabale und Liebe", und am Sonnt-g' 6. IM?. H?' � wurden Sachverständige herzugezogen, durch N lonstatirt wurde, daß an dem armen Mädchen Schänd- hinten und verschiedene Torturen(!) vorgenommen worden "rin-. Cb das Mädchen sich dann in iyrer Verzweiflung bei den ihr zugefügten schrecklichen Schmerzen selbst .Meli hat oder ob sie von anderen Personen aufgehängt ?'ft- hat fich allerdings nicht feststellen lassen- Der MKamvoltschaft ist davon sofort Anzeige gemacht worden.— � ro leider wohl wenig nützen, eine Krähe hackt der anderen !«ugen nicht aus! Großbritanuie«. � roudo«, 27. November- Bis Mitternacht waren folgende «hlresultate bekannt Es find 113 Konservative, 108 Libe. 5' und 9 irische Nationale gewählt. Manchester wählte 5 Mnvative und einen Liberalen. In der Londoner Vorstadt «vftead unterlag der liberale Kandidat. Amerika. .«ine Depesche aus Lima(Peru) meldet, General itofftH8 habe die Offmfive wieder ergriffen und am Mon- Im n- a besetzt; später sei er in San Maleo, auf dem Wege eingezogen. Lima selbst sei bedroht.- 1?!?�.bekämpft bekanntlich schon seit Jahren die jetzige erz- -ltionare Regierung und die Mehrheit des Volkes scheint zu halten. Bis jetzt war derselbe jedoch nicht im Stande, dauernden Erfolg gegen die Regierungstruppen zu er- Kommunales. , de« Stichwahlen. Das Arbeiter-Wahllomitee hat Mner am Freitag Abend abgehaltenen Sitzung beschlossen, M Wahlbezirken, in welchen die Kandidaten der Arbeiter« iur Stichwahl gelangen,(25. und 34. Bezirk) die Agi« kür die Wahl der Arbeiterkandidaten Franke und Böhl �lller Energie zu betreiben, den Wählern« der anderen in denen fich die Kandidaten der Liberalen und der �npartei in der Stichwahl gegenüberstehen, aber Wahl- �ltung zu empfehlen. inA«- Stichwahl zwischen Limpreckt und Kohlert am «— auf welchen Tag die Stichwahlen überhaupt ünd— abhalten, da ste am Wahltage(24. Novbr.) sven �°hlert gefallenen Stimmen nicht als ungiltig erklärt Jnterimsbrücke für den Neubau der Moltkebrücke af ben Voranschlägen das nette Sümmchen von ' kosten. Mit dem Bau derselben dürste von bereits in K"»wster Zeit begonnen werden. Mit Rückficht auf den Mafien Verkehr, welcher namentlich durch die Eröffnung des Peneyr, weuyer nomtnuiui vuim v«..U..H... ■.(."�acktjcfes und durch die im Ausstellungspark zu veran- iSw Ausstellungen fich vorausfichtlich noch steigern wird, Tamm der Brücke eine'" . noch steigem wird, ----- lreite von 10 Meter, für -»"licigc eine solche von 3 Meter vorgesehen. Die ..�„„.�iche als einfache Jochbrücke konstruirt ist, erhält eine K �aae, daß die über dieselbe zu führenden interimisti- «Hb �.«ebahngeleise bequem an die in der Moltkesttaße «Wk* i!1 Straße Alt Moabit liegenden Geleise angeschloffen � wnnen. Die Pfähle der Landjoche werden nicht wie filutQ«tromjoche eingerammt, sondern fie stehen auf Trag- «velche auf ernem durchgehenden Fundamente von e«i,,�5u«erk ruhen. DaS Geländer der Brücke, nach der h°he Neubaues der definitiven Brücke zu, erhält eine fanhu 2 Metern und wird, um den Paffanten keine Ge- iek/ch'' zum Stehenbleiben zu geben, dicht mit Brettern �üt Echulverhältnisse Berlin» entnehmen wir , oJool folgendes: 4, Zahl der Gemeindeschulen ist von 1877 bis 1881 von tq cJ2l, die Zahl der Klassen von 1235 auf 1899, die Zahl züPchQIec in diesen Klassen von 67 902 auf 103 191 ge. Üii Ehrend die Zahl der Privat- Elementarschulen um 1, �er Klassen um 16 und die ihrer Schüler von 2221 auf ' J rT-r------ flt r 1876 bis 1883 ergiebt fich ein Zuwachs von kL.Schulkindern, die Volksschulen im Jahre 1872 über» k K.�hiten an schulbesuchenden Kindern 54 440. Während «"? e>on 1872 bis 1883 fich um Vi» vermehrte, ver Besuch der Volksschule um mehr als'Vi, zu, weil er sanitären Verbesserungen die Zahl der Kmder im 6 bis 14 Jahren erheblich gestiegen ist; es kamen 1883 auf 10000 Einwohner 145 schulpflichtige "tthr als im Jahre 1875. Auch der Schulbesuch ist I F'n"no�L'0'10" austreten. Ferner bringt das Repertoire I rti"„rrche außer den Wiederholungen von„Ein Tropfen I h y?b ,,DaS Fräulein von EeigliSre", noch eine Aufführung jMig Lear". uealliance-Theater. Der Direktion find so zahlreiche »»«rch."peinige Wtederholungm deS am Todtensonntag mit ? Beifall aufgenommenen Schauspiels,„Ein Fallisse- ß Nachdrangen, daß dieselbe fich genöthigt steht, dem Drän- 3if„,0,bcn und daS genannte Stück vom Dienstag ab j Albn��ur Aufführung zu bringen. �-.e"■■»»»'te? Sjfen w?'. �.Hauptrollen Hegen tn den Händen der Wilse und der Herren Seefeld, Michaelis und werden zwei Schüler einer hiefigen renom- je" Qn diesem Abend mitwirken resp. ihren 'kwb%ii l versuch unternehmen. Bei der großen M' eiQu!J?,fi$tt stch der Bentfiziant beim Publikum er- � auf ru.f, ni(bf' daß es noch eines besonderen Hin- «k, pressanten Abend bedarf. 1, Ntt Wns?.?' den 29.: Der Barbier von Sevilla, KM ÄteMÄÄ : Di,■(?.„?" Trompeter von Säkkingen; Donnerstag, »i ä«ä'- «""•f-i-ru...,. bfn 29.: Rosen. iJßtter��öufSTl'rV.....-, �«n�llch Unb-.neU einstudirt: Waldemar; Freitag, den 4.: & den 6. SantiW; Sonnabend, den 5.; Waldemar; •• eraust. ** Kunstinstitut für„optische Reisen" daS Passage— bringt in dieser Woche eine eriscke Oberitalien nebst den interessanten >-------- hff ein stetig zunehmender gewesen; denn während im Jahre 1875 12,16 pCt. der Bevölkerung schulpflichtig und nur 10,41 pCt. eingeschult waren, hatte fich diese Differenz im Jahre 1876 auf 13,61: 12,79 Prozent vermindert. Ein wesentlicher Faktor der steigenden Frequenz ist die seit dem 1. Januar 1870 eingeführte Unentgeltlichkeit des Unterrichts gewesen, denn von 1872 bis 1883 ist die Zahl der Schüler in den schulaeldpflichtigen An- stalten fast stationär geblieben(33 993: 34 646), und die unentgeltliche Schule hat den ganzen Zuwachs von 68 125 Kindern aufgenommen. Hand in Hand mit der Vermehrung der Schüler« zahl ist die Abnahme der Strafmandate wegen ungerechtfertigter Schulversäumniß gegangen; denn im Vergleich von 1877 zu 1885 stellte fich die Zahl der mit Mandaten bedrohten Familien- Häupter auf 2454: 1415, der mit Geld verbüßten Strafen auf 1266: 923, der mit Gefängniß verbüßten Strafen auf 2143: 1664 und der unerledigten Fälle auf 1100:70. Die schnell wachsende Zahl der Schulen hat große Roth rückfichtlich der Be- schaffung der Klaffenräume verursacht. Obwohl die Zahl der Klassen in eigenen Häusern von 1877 zu 1883 von 1224 auf 1733 gestiegen ist, mußten auch die Klassen in MiethSräumen von 133 auf 454 und dabei die Zahl der fliegenden Klaffen (von denen zwei hinter einander denselben Raum benutzen) von 1 auf 66 vermehrt werden. Den Klaffen entsprechend ist auch die Zahl der Lehrer von 1876 bis 1883 um 988 gewachsen(43 Rettoren, 548 Lehrer, 397 Lehrerinnen), so daß die Gesammt« zahl der Rettoren- und Lehrerstellen auf 1546 gestiegen ist; der Ersatz erfolgt jetzt zum größten Theil aus den Provinzen, da Berlin Bewerber nicht rm genügender Anzahl bietet. Die Ge- hälter der Rektoren betragen 3180 bis 3900 M., die der Lehrer 1560 bis 3240 M., die der Lehrerinnen 1170 bis 1950 Mark. Die Kosten der Gemeindeschulen find von 1873 bis 1883/84 ohne die" der Neubauten von 2 567 588 auf 5 801 770 Mark gestiegen oder für 1 Kind von 46,93 auf 46,58 Mk. gefallen. Die städtische Taubstummenschule zählte Ende 1882 in elf Klaffen 139, die städtische Blindenschule Ende 1883 38 Zög- linge, die Jdiotenanstalt in Dalldorf Ende März 1883 83, während noch 7 im WilhelmSstift in Potsdam und 10 in Gardelegen auf Kosten der Stadt Berlin untergebracht waren. Die Zahl der Stunden in den städtischen Fortbildungsan- stalten ist vom Sommer 1877 bis zum Winter 1883 bis 1884 von 110 auf 580 gestiegen; neben ihnen ist im Ottober 1880 noch eine Handwerkerschule eröffnet worden, die im Jahr dar- auf bereits von 1038 Schülern besucht wurde. Auch die Fori» bildungsschulen für Mädchen entwickeln fich durch Unterstützung der Stadt. Die höheren Mädchenschulen wurden Ende 1876 von 2362, Ende 1883 von 3535 Schülerinnen besucht, der Zu- schuß pro Kopf hat fich in dieser Zeit von 29 auf 18 M. ermäßigt; eine fünfte derartige Schule ist in der Jfflandstraße im Entstehen. An städtischen höheren Schulen für die männliche Jugend waren Ende 1881 10 Gymnafien, 7 Realgqmnafien und 2 Oberrealschulen mit zusammen 323 Klaffen und 13 148 Schülern vorhanden, die 78 M. Zuschuß pro Kopf erforderten. Dem Turnunterricht der höheren Lehranstalten dienen ge« aenwärttg 11 Turnhallen, die auch von Vereinen vielfach benutzt werden. Auch die 5 städtischen Spielplätze werden immer zahlreicher von Schülern der höheren Lehranstatten de« sucht._ Lokales. r. Zu dem Kapitel der Befchäftigung jugendlicher Arbeiter liefern unsere städtischen Behörden einen beachtenS- werthen Beitrag mit ihrer Anstellung junger Leute im Dienste der städtijchen Straßen« iniaung in denjenigen Straßen, die mit dem sogenannten geräuschlosen Pflaster versehen find. Mag bei gutem Wetter diese Beschäftigung für einen körperlich noch nicht entwickelten jungen Menschen auch eine angemessene sein, bei dem schlechten Wetter der letzten Tage waren diese armen Jungen wirklich jämmerlich anzusehen, wenn st« mit ihren blau gefrorenen Nasen und Backen, die mit ihrem Staub- Hemde gemeinsame Koleur hatten, und mit steifgefrorenen Händen ihrer Hantirung nachgingen. Die langen Strecken der Leipzh------ mittel! Arbeit auch für kräftige licher Arbeitskräfte zu dieser Beschäfttgung würde nur dann ge«chtfertigt erscheinen, wenn andere Arbeitskräfte nicht zu haben wären- So lange aber zu dieser Arbeit fich noch be- schästigungslose Familienväter finden, von denen ihr Beitrag zu den Kommunallasten gefordert wird, sollte man diese doch vor den jungen Leuten berückfichtigen, deren Beschäftigung in dieser Weise und bei solchem Wetter schon aus gesundheit- lichen Rückfichten bedenklich erscheinen muß. Es ist wahrlich schlimm genug, wenn jugendliche Arbeitskräfte in industriellen und gewerblichen Arbeitswerkstätten oft genug in rückstchts- losester Weise ausgenutzt werden; unsere städtischen Behörden sollten solche unbilligen Gewohnheiten nicht nachahmen, sondern durch Befolgung humanerer Grundsatze solchen Instituten mit gutem Beispiel vorangehen. r. Die üble Gewohnheit, den Schnee vom Fensterfimi aus auf die Straße hinabzustoßen, kann den Paffanten auf dem Trottoir leicht gefährlich werden, wenn der Schnee zusammenhält und so in größeren Klumpen aus den hö' Stockwerken herniederfällt. Am Freitag früh wurde eine, welche ein kleines Kind in den Armen trug, von einer so! kleinen Lawine überschüttet und von derselben, auch das einen Tuch eingehüllte Kind, ziemlich unsanft getroffen; ob da» selbe ernstlich Schaden gelitten, war im Moment nicht fefizu- stellen. Unsere Frauen aber sollten fich im allgemeinen In«« esse die kleine Mühe nicht verdrießen lassen, die doch immer nur geringen Schneemcngen vor den Fenstern mit dem Ab> gangswasstr zu entfernen, denn abgesehen davon, daß das Hinabfegen des Schnees auf die Straße polizeilich strafbar ist so kann die Unannehmlichkeit, die damit heute der Kopf- bedeckung und dem zufällig etwas abstehenden HalSkragen eines Vorübergehenden zugefügt wird, fich morgen an dem eigenen neuen Hut der rückfichtSlosen Attentäterin empfindlich rächen. Eine„gewisse Geschichte" wird in Berlin fast jedem neuen Polizei- Präfidenten kurz nach Antritt seiner Stellung nacherzählt, und wir waren geradezu beunruhigt, daß fie bei dem Freiherr« v. Richthofen vis dato noch nicht aufgetaucht war. Die Beunruhigung ist jetzt glücklicher Weise beseitigt, denn ein hiefiger Reporter hat soeben jene„gewisse Geschichte" in folgender Verfion geliefert:„Vor wenigen Tagen erscheint in den Morgenstunden auf einem der hiefigen Polizei- Revier- BureauS ein Herr, welcher den Polizei-Revieroorstand, also den Herrn Polizeilieutenant, zu sprechen wünscht. Der anwesende Polizei- Wachtmeister erwidert, daß der Polizeilieutenant nicht zu sprechen sei, und wird keineswegs freundlicher, als der Herr nochmals und dringender vor den Polizeilieutenant vorgelassen zu werden wünscht. Endlich riß dem Herrn die Geduld. „Melden Sie mich dem Herrn Polizeilieutenan ," sagte er kurz und befehlend,„mein Name ist v. Richthofen, Polizei- Präst- dent!" Sprachloses Entsetzen VeS Polizei- Wachtmeisters und der übrigen im Bureau anwesenden Beamten! Natürlich wurde der Befehl sofott ausgeführt und der hohe Chef vorgelassen Die peinliche Geschichte soll damit geendet haben, daß dem Polizei- Wachtmeister einige Zeit der Muße gegeben worden ist, um über sein eiaenarttges Verhaften nachzudenken." — Nach dm früheren Lesarten hat zumeist der Polizeilieu« tenant daran glauben müssen. Ueber die Aushängeschilder unserer Schlosser. Herr Jngmieur A. Frtedberg theilt in der neuestm Nummer der „Zestschrift für Maschinenbau und Schlosserei" einen geschmack- vollm Entwurf zu einem Bushängeschild für Schlosser mft und begleitet denselbm mit einem Aufruf an unsere Handwerker, den wir in folgendem mittheilen, da er auf eine der lecken Stellm hinweist, die verrathm, daß unser„nationales Kunst- Hand werf" nicht so„volksthümlich" ist, wie Optimisten glauben und glauben machen möchten. Herr Friedberg schreibt:„Man .agt häufig„der Rock macht nicht den Mann" und dieser weise Spruch soll gewiß nicht bestrittm werden, schlägt doch manch braves Herz unter schmierigem Kittel; aber die Umkehrung deS Satzes?„Kleid-r machen Leute" hat auch volle Giftigkeit. Es ist mtschieden falsch, wenn man fich bemüht, nach außen hin eine möglichst große Fadenscheinigkeit an den Tag zu legm und namentlich m Dingm, welche«präsentsten und anziehe« >llen. Man schaue fich nur einmal die Schilder unserer Schloffer an; da wird einem ob der übergroßen Einfachheit und— Geschmacklostakeit ganz wehmüthig ums Herz, zumal in unserer heutigen Zeit, wo doch die Kunst fich mit dem so lange darniederliegenden Handwerke wieder verbrüdett hat, wo in den Werkstätten der Schloffer wieder so manche» kunstvolle Werk geschaffen wird. Da raisonnstt denn der ehrbare Handwerksmeister, indem er wüthend auf den Ambo» schlägt, über die Unverständigkeit der Leute, welche für schöne Gitterwerke, für getriebene und kunstvoll geschmiedete Eisenarbeiten kein Geld hergeben wollen, so daß er aus Furcht, keine Abnehmer zu finden, die Hand von derlei zierlichen Ar» besten fortlassen muß. Aber was thun denn unsere Meister, um den Geschmack im Publikum für Eisenarbeiten zu fördern? Sie halten es noch nicht einmal der Mühe werth, fich selbfi ein anständiges Schild am Hause anzubringen, und wenn wirttich jemand auS dem Publikum fich eine kunstvolle Eisen- arbeit will anfettigen lassen, dann weiß der Betreffende nicht, an wen er fich wenden svll, denn dott, wo eine hottzontale Stange mit vettikal darauf stehendem, klobig geformten Schlüssel als Aushängeschild dient, kann er unmöglich eine ge- eignete Persönlichkeit für seine Zwecke vermuthen. Und wenn wir unS die Frage vorlegen, aus welchem Grunde der Schlosser fich durchweg so unansehnliche und meistent Heils unschöne Schilder anbringt, so können wir dieselbe nur damit beant- motten, daß wir unverholen erklären: auS Bequemlichkeit; denn das Material zu einem sehr repräsentablen Schilde kommt dem Preise nach nicht in Betracht, sondem die Arbeit ist dabei die Hauptsache und diese macht fich bald bezahlt dadurch, daß ein schönes Schild mehr und bessere Arbeit zufühtt." Ein Pistolenduell mit unblutigem Ausgang fand, wie unS bettchttt wird, vor einigen Tagen im Grunewald zwischen einem Bürgermeister B. und einem ehemaligen Offizier jetzigen Aichstetten«.statt.~~ �' 19'' � Kugelwechsel keiner führten die Sekundanten die Versöhnung herbei. Polizei- Bericht. Am 25. d. Ml», Nachmittags, fiel in der Färberei von Sondermann in der Mühlenstraße Nr. 64 der Arbeiter Pttuß mit einer Leiter um und brach den Arm. Er wurde nacQvem Krankenhause im Friedrichshain gebracht. — Am 27. brMt», Vormittags, stürzte auf dem Neubau Lichterfelderstraße Nr. 4 der Bauwächter Gäde in Folge AuS- gleitens die Kellettreppe hinab und erlitt dabei einen Bruch des linken Knöchels, so daß er nach Anlegung eines Roth- Verbandes nach der Charitee gebracht werden mußte.— Um dieselbe Zeit fiel eine Frau in der Oraniensttaße zur Erde und brach das Bein. Sie wurde mittelst Droschke nach ihrer Woh» nung gebracht.— An demselben Tage, Vormittags, stürzte auf dem Neubau Culmstraße Nr. 20 der Maurer Schulz au» eigener Unvorstchtigkeit von der 5 Stock hohen Giebelmauer herab und erlitt dadurch so schwere Verletzungen, daß ermittelst Droschke nach dem Elisabeth Krankenhause gebracht werden mußte.— Zu derselben Zeit war ein dem Photographen von Neuenstein, Steinmetzsttaße 27, gehöriger großer Hund vom Atelier aus auf das HauSdach gegangen und fiel von demselben auf den Bürgersteig hinab, so daß er sofott todt war. f ersonen find dabei nicht beschädigt worden.— An demselben age Nachmiitags machte ein Mann in einem Schanklokal in der Echlegelstraße den Versuch, fich mittelst eines Revolvers zu erschießen, indem r fich in den Mund schoß. Er wurde noch lebend nach der Chatttee gebracht.— An demselben Tage Abends wurde«ine Frau in ihrer in der Schützenstraße be- legenen Wohnung erhangt vorgefunden. Gerichts-Ieiwng. Reichsgericht»- Entscheidung. Leipzig, 27. November. (Todte können nicht beleidigt werden.) Diesen Satz stellte der erste Strafsenat des Reichsgerichts in der am 26. November stattgehabten Verhandlung gegen den Redatteur der„Frank- futter Zeitung", Herrn Daniel Johann Saul, auf. Der Ge« nannte war von dem Landgerichte in Frankfurt a. M. wegen Beleidigung eines Unteroffizrers zu 6 Wochen Gefängniß ver« uttheilt worden. Die Beleidigung sollte begangen sein durch einen am 16. Juli in der„Frkf. Ztg." abgedruckten Bericht au» Straßburg, in welchem haarsträubende Dinge mitgethtttt wurden. Innerhalb der Festungswerke waren Zivilpersonen mit Soldaten in Streit gerathen und die letzteren hatten zu ihrer Hilfe eine Patrouille, bestehend aus dem Unteroffizier Börner und zwei Musketieren, welche mit geladenen Gewehren vorbeimarschierten, zu Hilfe gerufen. Da auf die bloße Auf« forderung Börner's hin die Kämpfenden nicht auseinander- gingen, so kommanditte er„Feuer!" Die Schüsse knallten und eS fielen todt zu Boden ein Gastwitth und— der Unteroffizier Börner selbst, der durch irgend einen Zufall gerade vor die Mündung des Gewehrs gekommen war. Dieser Vorfall, der btt der leicht zu begreifenden Aufregung nicht von Jedermann gleich in semer nackten Objektivität aufgefaßt wurde, hatte in der„Fknnkfutter Zeitung" eine von Uebettreibungen nicht ganz freie Darstellung gefunden und insbesondere konnte rn diesem Artikel für den verstorbenen Unteroffizier der Vorwurf der Rohheit und Unmenschlichkeit gefunden werden. Der Gouverneur der Festung Straßburg, als vorgesetzte Be- Hörde der drei Militärpersonen, unterließ es nicht, wegen der denselben zugefügten Beleidigungen Strafantraa zu stellm. Das Landgencht ließ, wie schon erwähnt, eine Verutthttlung wegen Beleidigung des Unteroffiziers eintrete«, erkannte aber, soweit ei fich um die beiden Musketiere bandelte, auf Frei- sprechung, weil diese Leute unter dem Befehle Äörner'S ge« standen hätten und somit für ihre Handlungsweise nicht ver« antwortlich gemacht werden könnten. Gegen das Uttheil hatte sowohl der Staatsanwalt als der Angeklagte Revifion eingelegt. Der erste« beschwerte fich darüber, daß nickt auch eine Ver« uttheilung wegen Beleidigung der beiden Soldaten eingetreten war, fand aber nicht die Zustimmung des Reichsanwaltes, welcher auf die entgegenstehenden thatsächlichen Feststellungen ver- wieS. Die Revifion des Angeklagten wurde durch den Ver« theidiger, Rechtsanwalt Dr. Neukirch aus Franlfutt, vertreten und gipfelte barin, daß der Strafantrag des GouvemeurS keine Giftigkeit habe, weil die angebliche Belttdigung fich gegen einen Verstorbenen gerichtet habe und btt Beschimpfung deS An- denkens eineS Verftorbenen(§ 189) eine Verfolgung nur auf Antrag der näheren Angehörigen stattfinden könne, zu welcher der Gouverneur natürlich nicht gehöet. Das Reichsgericht verwarf die Revifion des Staatsanwalts und stellte auf die Re« viston deS Angeklagten unter Aufhebung deS Uttheils das Ver- fahren gegen denselben ein. In den Uttbeilsgründm wurde Hervorgehoben, daß nach den§§ 185 und 186 nur lebende Personen belttdigt werden können und wenn also eine Belei- digung aus diesen Paragraphen nicht vorliege, so habe der Gouverneur auch nicht daS Recht zur Stellung des Strafan- ttages._ Kriefkaste« der Redaktion. H. L. 15. Die betreffende Notiz haben wir nicht erhallen. Theater. Cbertthoul. £>e«te: Der Barbier von Sevilla. Morgen: Carmen. Eckiansvielha»«. Heute: Rosenmüller und Finte. Morgen: Der Kaufmann von Venedig. Deutscke« Theater. Heute: Das Fräulein von Seigliere. Morgen: Ein Tropfen Gift. Kriedrich-Wilhelmftädttsches Theater Heute: Oiienback-CvcluS. Blaubart. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Restdent-Theater. Heute: Clara Eoleil. Morgen: Dieselbe Vorstellung. ZSallner-Theater. Heute: Unter uns. Hierauf, zum 11. Male: Der Vielgeliebte Morgen: Dieselbe Vorstellung velle-Alltauee-Theater. Heute: Kyritz-Pqritz. Morgm: Dieselbe Vorstellung. Walhalla-Operetteu-Theater. Heute: Don Cesar. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Ltttorta-Theater. Heute: Meffalina. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Eentral-Theater. Alte Fatobstraße 32. Direktion: Adolph«ruft. Heute: Zum 120. Male: Die wilde Katze. Gesangiposse in 4 Akten von W. Mannstädt, Musik von®. Siesfent. Loutsenstädtisches Theater. Direktion: Jos. FirmanS. Heute: Der Troubadour. Morgm: Die Stumme von Portici. Ostend'Theater. Heute: Dorf und Stadt. Morgm: Dieselbe Vorstellung. KönigstSdttsche« Theater., Heute: Gastspiel der Liliputaner. Die kleine Baronin Morgm: Dieselbe Vorstellung. Theater der Sieichshalle«. Täglich: Aufretm sammllicher Spezialitäten. A«eriea«-Theater. Täglich: Auftreten sämmlltcher Spezialitäte� Kaufmann's Täglich: Trohe Spezialitäten-Vorstellung. Konkordia. Täglich: Auftreten sämmtlicher Spezialitäten und theatralisch« Vorstellung._ Aihambra-Theater. Wallnertheaterstrahe 15. Hmte und folgende Tage: Berlin, wie es weint und lacht. Volksstück mit Gesang in 3 Akten und 10 Bildern von C. F. Berg und D. Kalisch. Regie Herr A. Seefeld vor der Vorstellung: GroheS Konzert der HauSka Anfang des Konzerts Wochentags 7 Uhr, der Vorstellung 3 Uhr. Anfang deS Konzerts Sonntags 6 Uhr, der Vorstellung T/t Uhr. WonS haben Wochentags Gilttgkeit und find im Theaterbureau (12—1 Uhr) gratis zu habm. Haehr's Caslno. Orantenstraße 24. Raunynftraße 65a. Täglich:«rosse SpeKlallt&ten-VorstelliiBc. Neu 1 Austreten des berühmten Mianon-TänierpaareS Ge» schwister Foottit, deS TranSformationskünstlerS Hrn. Flöfiellt. des urkomischen Wtllms, der Wimer Duettistm Geschwister Kraukt, der Chansonettm Frl. Büren, Lazarini, Krüger, sowie Spezialitäten l. Ranges. Nähere« die Tagesprogramme. WochmtagS Anf. 8 Uhr, Sonntags Ans. 6 Uhr. _, JL|| Passage 1 Treppe. 9 U. Morg. bi! 10 U. Ab. Kaiser-Panorama. TKSBb DaS maler. Ober-Italien. Pompeji. Eine Reise durch die sachstsche Schweiz. Dres- de«. Hochinteressant: Die Hertha-Steile. Karolinen- Inseln, a Reise 20 ölg, Kinder nur 10 Pf. Abonnements. Pr&nscher's anatomisches Museum MM" im rothen Schloss-WM ▼js»Morgen« bU 10 Abends für erwachsene Herrea. Freitag ganier Tag UälDOUtä�. W. Prüfer's Restaurant Elisabeth-Ufer 16—17, Kaffe, Bouillon. Weiß- und Bairisch Bier a 10 Pf._ 88 Allen meinen werthen Gästen, Freundm und Bekannten, sowie einer geehrtm Nachbarschaft empfehle mein neu reno- Weiss- u. 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Auf der Tagesordnung steht zunächst die?i n te r p e l l a» »? � Abag. ReichenSperger und R i n t e l en. Der Präsident: Ich richte an die Herren Vertreter des Bundes» �lheS die Frage, od und wann fie die Interpellation! zu deant« Worten bereit find. Reichskanzler Fürst v. B i S m a r ck: Ich wn bereü, fie sogleich zu deantporten. . Sie lautet:„Die Berichtigung, welche der Stellvertreter £» Reichskanzlers, Herr Staatssekretär Staatsminister von ««tticher der Zeitung„Germania"(Nr. 254 II.) unter dem 5 November l. I. zugesandt hat, aiebt W Verbindung mit on» Verhandlungen der jüngsten Misstonslonferenz in Bremen 'nnoende Veranlassung, an den hohen Bundesrath eventuell ?> den Herrn Reichskanzler die Anfrage zu richten, ob de» wloffen oder beadfichtigt sei. 1. jede Misfionslhätigkeit von Mitgliedern des Ordens der Gesellschaft Jesu oder der mit demselben„ver» wandten" Orden in den deutschen Schutzgebieten als als gesetzlich verboten zu behandeln oder auf dem Verwaltungswege zu verbieten; 2. die Thätigkeit katholischer Misstonen jenen Schutzgebieten auszuschließen schränken?" ,,�bg. R cichenSperger: Der Wunsch, 7'l'gion und Gefiitung, die Vorbedingungen aller________ und Kulturfortschritte, möglichst auch unter den Heiden unserer °'l>ianischen Schutzgebiete verbreitet werden, war die hauptsäch» uchfte Veranlassung zum Zusammentritt der Mtsstonskonferenz �.Bremen, an welcher man sowohl auf katholischer als evan> ßllrscher Seite ledhasten Anthcil nahm. In oen dortigen Ver» Handlungen kam nun zur Sprache, und ein Artikel der Zei» M«Germania" theilte mit, daß zwei Herren von der katho lachen Congregation da 8aint lonialpolitik, halten vielmehr eine gute und gesunde Kolonial» Politik für ein Bedürfnis) bei der Uebervölkerung, an der wir leiden. Wir find nur gegen eine unvernünftige Kolonialpolitik. Wir werden nicht die Eingeborenen, wo wir uns niederlassen, nach dem Beispiel anderer Völker niederschießen oder ausrotten wollen, sondern fie zivilifiren, zu wirklichen Menschen erziehen und dazu dedürfen wir der Missionare. Ich schließe mit dem Verlangen, daß Art. 16 der Kongoakte, wie LegationSrath v. Kuffcrow zugesagt, überall aufrecht erhaltm werde.(Beifall im Zentrum.) auBgeitytvnt"—.»»v%»j.v Merlassung alle folgenden ausschließen lassen? In vieler jPeise daS Recht der Verbreitung deS Chttstenthums mit dem «Yvolhekenrecht auf eine Linie zu stellen, das kann doch wohl Ihre Abficht nicht sein. Zu einem legislativen Abschluß der Mge werden wir allerdings heute nicht kommen, aber ich er« »offe mindestens einige Aufklärung, je nach deren Ausfall °>eine Freunde ihre Entschließungen nach allen Seiten hin fich vorbehalten.(Beifall im Zentrum.) ----------------- Beantwortung Misfions In dieser / BiSma rck: Die Beantwortung d«, AeichSkanzler Fürst von______ &.F Interpellation würde eine sehr einfache sein, wenn fich oreselbe auf den Text der Fragestellung beschränkte. Da ' beschloffen oder beadfichtigt sei, jede PUÜCU w&v-—' deren Entschließungen Kerliner Sovtttagsplanderei. B. C. ZedeS Würmchen, welches still im Sande sein dem Jesuitenorden uam* ucguutiu,.... T____ Daraus, wie der Herr Reichskanzler heute das Miisionswesen behandelt hat, erkenne ich, daß es ihm noch an einem Rath fehlt, der ihm die Sache richtig darstellt. Die Grund» sätze, welche wir hier befolgen, müssen wir auch aus» wättS gelten lassen, hat er weiter gesagt. Im Artikel VI der Kongo- Akte ist für das ganze Kongo-Gebiet klar und fest ausgesprochen, daß freie Religionoüdung sein soll und Misfionare aller Kulte ohne Beschränkung ihre Thätig» kett ausüben können. WaS der Herr Reickskanzler sagt, wider- spricht diesen Grundsätzm, welche unter seinem Vorfltz hier von der g»nzen europäischen Welt gefaßt worden find. Die Ko- lonien werden an Ort und Stelle besser behandelt als in der Wilhelmftraße, denn Fürst Bismarck hat selbst gesagt, deß er von der Sache nichrs verstehe. Er sollte also die Sache ruhig den Ottsdehörden überlassen, dann würde fie fich von selber machen. ES ist gut, daß wir gleich am Beginne unserer Thätigkeit so unverhohlen klar in die Pläne Reichskanzler Fürst v. Bismarck: Der letzte Herr Redner hat bei mir den Eindruck des ersten, daß es fich hier hauptsächlich um ein Vorgefecht für die Koloniäldcbatte hanole, bei dieser Interpellation wesentlich bestätigt, und die Herren werden mir zugeben, daß wir uni plötzlich mitten in der Ko« lonialdebatte befinden. Der Herr Vorredner hat die Kolonial- debatte so weit ausgedehnt, daß er auch das ganze Kolonial« system, welches wir einzuführen beabstchtigten, und das ich im vorigen Jahre empfohlen habe, von neuem hier der Ktttt! unterzog, und unsere Abfichten darüber in Zweifel stellte. Ich kann nach wie vor nur sagen, daß ich, soweit mir die Möglich- keit dazu gegeben ist, stets nur für dasselbe Prinzip eintrete, daß ich zuerst in der Budgctkommisston— vor ungefähr ändert« halb Jahren— ausgesprochen habe, nämlich, daß wir keine slaatlicke Organisation, keine Kolonien in franzöfischem Sinne, leine Garnisonen u. drgl. erstreben, sondern daß wir nur deab« fichtigen, dem deutschen Handel mit unsrrem Schutze zu folgen. va, wo er fich einrichtet. Das ist mein Ziel, od wir nun vaZ Rleich von HauS aus erreichen können, oder ob wir uns Gesell« hatten, die stark genug dazu find, erst heranpflegen müssen, da« weiß ich nicht; aber mein Ziel ist der regierende Kaufmann und nicht der regierende Bureaukrat in jenen Gegenden, nicht der regierende Militär und der preußische Beamte;— unsere Geheimen Rätbe und versorgungüberechtigten Unteroffizier« find ganz vortrefflich bei uns; aber dort in den kolonialen Gebieten ermatte ich von den Hanseaten, die draußen gewesen find, mehr, und ich bemühe mich, diesen Unternehmem die Regierung zuzuschieben. Das gelingt nicht leicht; die Herren wollen eS fich auch leicht machen; die wollen, daß der Staat nach gewohnter preußischer oder deutscher Att die Fürsorge für fie übernimmt und es ihnen bequem macht. Mein Ziel ist die Regierung kaufmännischer Gesellschaften, über denen nur die Aufficht und der Schutz deS Reiches und deS Kaisers zu schweben hat. DaS bemerke ich nur in Parenthese, weil die ganze Debatte von dem Gegenstande der Interpellation, von der Wahrheitsliebe der..Germania" und von der Emchlung einer Jesuitenschule in Deutschland auf das koloniale Gebiet übergeschoben ist ohne mein Verschulden. Der Herr Vorredner hat vie Fragen von Schutz, von Regent, von Souveränetät angeregt, nicht ich habe eS gethan. die bat Ä."gend einen-verg».-.� 0. in V o> hinkt, und wir möchten durchaus nicht L», Verdacht kommen, daß wir bei irgend einer Gelegen» W Ol« Lahme angehinkt kämen. Tin«« Natur hat ihre Gaben verschieden vertheilt, dem leai/ Ql< Wehr und Waffe« eine« vorlauten, unüber« fie V? Wund mit auf de« Lebensweg, dem Anderen verlieh F,m�.Sähigkett, fich mit Hilfe der schwarzen, gefährlichen schiel seine Widersacher vom Leibe zu halten, der Dritte io8r,ß);am 2'ebften gleich zu— Zeder nach seinem Geschmack. Es ----- Einzelnen, wollte man ihm in den -* mr fX«.--- toäte 1{,,,,en 6'"? zu—-----, Mitteln �ervaltigung de« Einzelnen, wollte man ihm in den auch"'"f Vertheidigung seiner Interesse« und Anschauungen olle« gE ,e tttringsie Beschränkung auferlegen. UnS vor »dir iiegt ein solche« Bestrebe« vollständig fern, dms...1° Kritik und so, der» dieselbe herau», aber e« mcht« über die Hutschnur gehen. «in,«Zl1?oodkn unS mit diese» unsere» Anspielungen an '«nirrffe. wir wissen, daß wir da, wo werde«. — 3�ne andere Mahnung sei bei dieser Gelegenheit an diejenigen gerichtet, welche fich indiffermt allen den Bestrebungen entgegenstellen, die darauf hinausgehen, durch gegenseitige Belehrung und Aufllärung�durch Aufvrckung der Mißverhältnisse, welche in Kommune und Staat bestehen, durch Angabe der Mittel und Wege zur Beseitigung derselben die Lage deS ArbeilcrS umzugestalten und zu bestem. Diese Auf- gäbe haben fich die ArdeiierbeztrkSvereine gestellt und es dürfte kein Arbeiter, dem das Wohl seiner Familie am Herzen liegt, außerhalb dieser Vereine stebm. Nach den Kommunalwahlen vor zwei Jahren find die BezirkSvereine gegründet worden, ste haben in dieser Zett durch Vorträge über kommunale und poli- tische Angelegenheiten nutzdringend auf die Mitglieder gewirkt. In vielen dieser Vereine find Bibliotheken eingerichtet, wo- durch eS den Mitgliedern ermöglicht wird, fich in ihrer freie» Zeit geistig zu beschäftigen. Wohl ist überall der Verdienst ein karger, und eS ist nicht Jeder im Stande, viel Geld für Vereine übrig zu haben. Das ist die Entschuldigung derjenigen, welche noch nicht diesen Ver- einen beigetreten find. Aber wie Viele gehören von ihnen den Rauchklud? an, die mehr Geld erfordern und deren Bestre- bungen in gar keinen Vergleich mit den obengenannten Ver- einen zu stellen find. Dm Beitrag von monatlich 20 Pf. wird wohl Jeder erübrigen können, umsomehr, da ste ihm durch das Gebotene vollständigen ersetzt werden. Schließe fich daher jeder Arbeiter und Handwerker den Arbeiterbezilksver-inen an trage Jeder dazu bei, daß die Ziele und Bestrebungen der Be-' ztrkövereine erreicht werden, dann wird auch der Sieg nicht ausbleiben. E. Verunglückt. Der Arbetter I ahnke trug am{W Vormitag gegen 11 Uhr im Hof der Holzhandlung von» Kühne, Oranienburgeistr. 32, mit einem anderen Arbeiter!» sammen eine schwere dreizöllige Bohle. Plötzlich stolverie 1# Kollege und ließ die Last fallen, die nun mit voller Wucht W I. niederschlug. Eine schwere, innere Verletzung machte sofortige Ueberführung des Verunglückten zur Charit« mittle einer Droschke nöchig._ Bedauerltcher Unglücksfall. Am Mittwoch, den Vi8 Uhr Morgens, als die Maurer im Begriff waren, an� Arbeit zu gehen, warfen oben auf dem Gerüst die Steintraa« auf einem Bau in der Schönleinstraße die Steine aus. u» Stein fiel unglücklicher Weise hinab und traf den Lieske auf den Kopf, so daß der Verletzte ohnmächtig zu 0# sank und augenblicklich noch arbeitsunfähig ist. Der Ungluj* fall wurde dadurch oeranlaßt, daß an dem Neubau leider w vorgeschriebene Schutzdach fehlte. Wird man die Bauunm nehmer niemals anhalten, ihre Arbeiter sorgfättiger zu schütz� Nach dem Unglücksfall wurde allerdings ein Schutzdach abbracht— man deckt den Brunnen immer zu, nachdem w Kind hineingefallen ist. Gerichts-Jeiwng. Ein lehrreicher Meineids fall, welcher auf die Pu im Zivilverfahren eine Einwirkung üben dürste, beschall gestern daS Schwurgericht beim Landgericht I Der AngeuP ver bisher unbestrafte Maler Wensch, hatte im vorigen% mit einem Fräulein K. ein emstes Vcrhältniß, welches er"$> wieder auflöste. Während der Dauer destelben hatte M s? seiner Braut eine goldene Damenuhr zur Reparatur erhaJJ» welche er aber, wie er selber einräumte, bevor er fie dem lÜp umie, oevor er iic ww» Nach Auflösung d.s zwar eine goldene ide erhärtete, nicht du Wj war, sondern eine erhw strengte die Zivilklage 05 W* macher übergab, versetzt hatte. niffes erhielt Frl. K. von Wense uhr, aber, wie fie unter ihrem< welche ein E:bstück ihrer Eltern minderwerthigere. Fränlein K. ihren flüheren Bräuligam auf Herausgabe ihrer Uhr an r, denunzirte ihn auch wegen Unterschlagung dies« Uhr-*>, daraufhin eingeleitete Strafverfahren wickelte fich schneller as-. der Zivilprozeß; bereits am 25. Juni v.J. wurde Wenso° biefigen Schöffengericht wegen Unterschlagung zu einer Gefängniß verurthellt, während ihm im Zivilprozeß d«' auferlegt wurde, daß die zurückgegebene mit der von der/.. haltenen Uhr identisch ist. Diesen Eid leistete Wensch L am 1. Oftober v. I. anberaumt gewesenen Termine Vorhaltes des Richters, daß in dem Strafprozeß seine«-v festgestellt worden sei, und wurde spät« nicht ni». gegen das schöffengerichtliche Urtheil eingelegte Berufung warfen, sondern auch gegen W. eine Anklage wegen M lichen Meineids erhoben. Der Angeklagte verficherte theuer, daß er nur die Wahrheit beschworen habe, schworenen sprachen aber das Schuldig über ihn auS, Km Gerichtshof erkannte auf zwei Jahre Zuchthaus, zwei% Ehrverlust und auf dauernde Unfähigkeit, als Zeug< Sachverständig« vernommen zu wnden. � Zwei Anklagen wegen Störung des Gottesdi� gelangten gestern vor d« zweitm Strafkammer hiesige« gerichts l zur Verhandlung. 1) Der schon vielfach Bcttelns und wegen verschieden« Vergehen vorbestras beite:" Eduard Eckenhoff besuchte am 13. Ottober c. den dienst der St. Andreaskirche, in welch« der Suverin�� Bern« eine Predigt über die Verwerflichkeit des Trum- y Als der Geistliche davon sprach, daß die Trunkenbolde� j, fich körperlich zu Grunde lichteten, sondem nur Seelenheil preisgäben, entfuhren dem angetrunkenen M klagten die Worte:„DaS wär' ja noch was!" redend die andächtigen Nachbarn deS� Angeklagten stört wurden, führte dn Küst« den Störenfried auf die und übergab ihn dort einem Schutzmann. Staatsanox Otto beanttagte 6 Monate, der Gerichtshof«kannte zwei Monate Gefängniß.— 2) An demselben 18. 0#%» standen der Scklächt« Albert Friedrich Wilhelm.Ä holz, Arbeiter Wilhelm Schwieg«, Maschinenbau« � Hesse, Tuchmach« Wer»« Plärre, Former Frary,*?. p? Reyschinski und eine sechste Person, die jetzt zum gezogen ist, in einem am Georgenkirchpsatz belegenen und sangen, während in der nahe gelegenen St. George' die Beichte abgenommen wurde, einige weltliche Lied«.. J durch fühlten fich die Besuch« des Gottesdienstes geßr C* veranlaßte der Kirchendiener die Festnahme der Sängeu � gleich der§ 166 Str.-G.-B. zu seiner Anwendung eim„% rung in einer Kirche verlangt, erachtete Otto die Verletzung dieses Strafgesetzes f die Wirkung des Gesänge? in der Kirche ttagte gegen jeden der Angeklagten ein Jahr Gel Gerichtshof theilte in rechtlich« Beziehung die Aus Staatsanwalts und verurtheilte die Angeklagten Monaten Gefängniß. Soziales und ArdeiterveWegttA An die Mannorarbeiter veiltnS I In der waarenfabrik von Vanelli u. Komp. haben SCll waarenfabrik von Vanelli u. Komp. haben vre (Schleifer) in Folge von Lohndifferenzen die Arbeit em�sc? Kollegen, Arbeit«! Es ist dieS der erste Schritt(«# Vereinigung, den wir nothgedrungen thun mußten-. stellte an unS Ford«ungen, die wir nicht erfüllen jrff Wir appclliren nun an alle Kollegen, welche noch n«»'„A Verein angehören, unS nachKräft«, zu unterstützen mAäSS...........»-»?- ffifgSÄ gerechte Sache nicht illusorisch zu auch Eu« Sieg. Haltet Zuzug f«n! Gruß: Der Vorstand des Fachtnyj«? Marmorarbetter. Mit d« ZS- Urreine und UersammlunsA td. Wie wünschenSwerth und«othwendia i die Rerchstagsabgeordneten fich öft« an den Voll lungen beiheiligen, um die wahre Lage des VolleS nck � kennen und seine Wünsche zu hörm und zu versteh � wreder recht deutlich die von d« Freien Lrganrsm' Ka rfleute einberufene öffenttiche Versammlung ver r,- gehilsen. welche am 27. d. M.. in Rieft'S% W-A dantenstraße 71—71) unter Vorsitz des Herrn«ü früheren Mitglied« der Arbeiterschutz-Kommrlston � Jss � tage? eingeladen worden, von denen jedoch nur ».Erea&K legte alle jene Schäden und Mißstände im ttar, welche von der Freien Organisatton jung« jf Verlaufe ihrer bisherigen Thätigkeit bloßgelegt�� �& unö veranschaulichte in überzeugender Werse.{Ltfigen W Auswüchse nur durch die Gesetzgebung. s�zfLese#� ging sodann näher auf den bekannten Arbeiter schue j «n. zeigte, wie vortrefflich dessen resp. Bestimm �, auf dre kaufmännischen Verhältnisse ZUgeschn'«-"-* sprach schließlich die Hoffnung• Stbnee endlich zerfließen vor dem blicke, auch die jetzigen erstarrten SSM j ?? P in ftübetcn Jahren selber dem kaufmannSstande ange- Mtnd, stch für diesen besonders interesfiie und entsckuldigte �»Ausbleiben des ebenfalls eingeladenen Abgeordneten Singer, Mlcher mehr wie er berufen sei, in einer Kaufmannsversamm- M,u sprechen, leider aber durch die Kommunalwahlbewegung Malten sei, zu erscheinen. Lebhaft ergriffen sei er durch die °«eote Schilderung, welche der Referent von der Nothlage der wlNdlungsgehilfen gegeben und sprach seine höchste Besriedi. Mg aus über die Darlegung deS Arbeitcrschutzgesetzentwulfes Mch den Vortragenden. Sodann näher auf die kaufmännischen j�Wtniffe eingehend, zeigte er, wie sich die soziale Pofftion r varrdlungsgehilfen gegen früher gänzlich verändert habe. MM selbstständig zu machen, komme es heute nicht mehr Kenntniffe, sondern auf die Mittel an, über welche man Die Herrschaft des KapttaliSmus trete auch im Kauf« Mnsstande in schroffster Weise hervor. Der Großkaufmann CT, den kleinen Kaufmann, dieser wieder den Mdlungsgehilfen und daß in Folge deffm dieser letztere am Mdjtesten daran sei, sei erklärlich. Wenn daher der Schwache Gedrückte die Hilfe der Gesetzgebung anrufe, so sei dies rH«cht und billig. Zu bedauern sei, daß gerade die am .Mtesten und die am besten Ettuirten der Bewegung fern Meben seien. Die Arbeiter hätten der Thatsache, daß man �anfange, ihnen Aufmerksamkeit zuzuwenden, nur dem Um- Mde zu verdanken, daß fie stch organifirten und in polttischer Mehring ihren Wünschen Geltung zu verschaffen suchten. % wiealdemolratische Partei habe stch bereits im vorigen den Schutz des gesammten Hilfspersonals besonders an« Mn sein laffm, ob gewerblich oder kaufmännisch. Es i. N dabei keine lokalen, sondern� nur allgemeine Verhält VUD v«|t VI,... �.Einschränkung erfahren werde. Wenn dem Arbeiterschutz- M entwürfe seitens der Handlungsgehilfen eben solche Nvathien entgegengebracht würhen, wie'von Seiten der Ar- waS in Arbeiterkreisen freudig begrüßt werden würde, J" iu hoffen, daß der Entwurf diesmal mehr Glück, als im Men Jahre haben werde und wenigstens einige Theile des- üT" zum Gesetz erhoben würden. Mit warmen Worten N.er stch dem Wunsche des Referenten an. daß ,,rL ein schöner Frühling auch für die Handlungs- Selsen anbrechen möge. Nicht enden wollender Beifall folgte �Ausführungen des Redners. Nach ihm sprach Abg. Dr. M>ann. Derselbe wieS darauf hin, daß noch niemals daS ?Miben:„Schutz dem Schwachen" zu gewähren, so scharf JJPotKttreten sei, wie gerade in der jetzigen Zeit und gab .sohlen seinem größten Erstaunen über das Gehörte Aus« 1,5,. offen eingestehend, daß er nicht geglaubt hade� daß eS mr v m bestellt sei mit den Handlungsgehilfen, insbesondere k» meist üblichen eintägigm Kündigungsfrist. Man habe "'41 darauf geachtet, weil man fick auf das Handels- .Much verließ, welches die Verhältniffe seit einem Viertel- .Äundert regele, ohne zu bedenken, daß die Verhältniffe sich Mdert hätten. Dazu komme, daß die Handlungsgehilfen so •u»' geschwiegen hätten. Alljährlich kämen tausende von Pe- an den Reichstag, eS dauere daher häufig lange, bevor eine Berückfichtigung fände. Dieselbe müßte daher immer wiederHoll werden. Jedenfalls werde er das Gehörte nicht unbenützt lassen und das Eeinige thun, um an maßgebender Stelle die Aufmerksamkeit auf die Lage der Handlungsgehilfen zu lenken und schloß mit den Worten:„Ich danke Ihnen, daß Sie mir Gelegenheit gegeben haben, einige Stunden in Ihrer Mitte zu verweilen und ich scheide von Ihnen als— Ihr Bundesgenosse". Wenn stch auch einige Zweifel gegen diese Zuficherunaen erhoben, so wurde ihnen doch oie freudigste Anerkennung nicht versagt. Herr Rosenthal gab anschließend hieran dem Wunsche lebhasten Ausdruck, daß die Reichstagsabgeordneten öfters Versammlungen bei- wohnen möchten, indem dadurch Viele anderer Meinung werden würden. Namentlich bedauerte er, daß die Henen Lowe und Baumbach, welche, ohne an den KommisfionSberathungen über die Sonntagsruhe Theil genommen zu baden, doch ohne Wei- teres gegen die Sonntagsruhe gestimmt hätten, nicht erschienen seien und verstchcrte, daß die Handlungsgehilfen so lange die Gesetzgebung um Schutz anrufen würden, bis fie Gehör fänden. Einen stürmischen Protest der Versammlung riefen die Angriffe eines Herrn Moßner auf den Abg. Kayser her« vor. Besagter Herr geruhte zwar, dankbar anzuerkennen, daß Herr Kayser fich in so hochherziger Weise der Handlungs- gehilfen annehme, fühlte fich aber berufen, Verwahrung da« gegen einzulegen, daß Herr Kayser versucht, die Handlungs- gehilfen ins Schlepptau der Sozialdemokratie zu nehmen. In würdiger und gebührender Weise führte Herr Kayser den terrn Moßner ab, worauf folgende Resolution einsttmmig zur nnahme gelangte:„Die heutige Versammlung der Hand- lungsgehtlfen erklärt stch mit den Ausführungen des Reke» renten einverstanden. Sie steht voll und ganz auf dem Boden des Arbeiterschutz-GesetzentwurfeS und wünscht, daß derselbe zum Gesetz erhoben werde." Die Reorganisation deS UnterstützungSvereinS der Buchbinder scheint schon jetzt gute Früchte zu tragen, da jede Branche ihre Lage und Verhältnisse besser diskutiren und nöthigenfalls den Hebel an der richtigen Stelle ansetzen kann. So fangen jetzt die Kartonarbeller an, fich sehr lebhost für die Organisation zu interesfiren, und ist zur wetteren Diskusston der Beschluß der Buchdinder-Jnnung, detreffend den Lohn« Zuschlag der Ueberzeit- und Eonntagsarbeit, zu der auf Montag, den 25. d. M, in Ebcrsbach'S Restaurant, Blumenstraße 56, stattfindenden Versammlung sämmtlicherKartow undKartonnage- arbetter auf dir Tagesordnung gesetzt. Daß dies eine in die Lohnvcrhältnisse tief einschneidende Frage ist. weil für Ueber- zeitarbeit 25 pCt. und für Sonntagsarbeit 33V, pCt. gezahlt werden soll, so ist eine gut besuchte Versammlung zu erwarten. Den Vertrauensmännern ist ei zur Pflicht gemacht, für eine rege Betbeiligung Sorge zu tragen. Zu erwähnen ist noch, daß die Jnnungsmeister viese Forderung des UnterstützungS« Vereins für gerecht befunden und anstandslos bewilligt haben. Verein zur Wahrung. der Interesse« der Kisten- und Koffermacher. Montag, den 30. November, Abends 8'/, Uhr, in den„Arminhallen", Kommandantenstr. 20, außerordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Vorlage, betr. das neue Statut. 2. Lohntarisfrage. 3. Verschiedenes und Frage« kästen. Die Lederarbeiter Berlins(sowohl die in wie außer dem Hause beschäftigten Kollegen) werden von der Kommisfion zu einer am Montag, Abends 8V, Uhr, Kottduserstr. 2, stattfindenden Versammlung eingeladen. Die Tagesordnung bildet die Besprechung eines praktisch durchführbaren, zeitgemäßen Themas. Alle Lederarbeiter find eingeladen, zahlreich zu er» scheinen, damtt endlich einmal der Anfang gemacht werden kann, die seit Jahren eingerissenen Uedelstänve in unserem Gewerbe zu beseitigen. Verein der Parquetbodenleger. Montag, den 30. No- vemder, Abends 8V, Uhr im Lokale des Herrn Pieper, Mauer- straße 86, Vereinsversammlung. Gäste haben Zutritt, neue Mitglieder werden aufgenommen. Oeffentltche Versammtuna der Arbeiter(Schnitzer) auf antik geschnitzte Holzleisten. Montag, den 30. November» Abends 8V, Uhr, in Weil's Lokal, Alexanderstr. 31. Tages» Ordnung;„Besprechung über die Arbeitsverhältnisse in unserer Branche und Wahl einer Lohnkommisfion. Im verein der Modelltischler. Ackerstr. 63, hält Mon- tag, Abends 3 Uhr, der Ingenieur Herr Wolfsberg seinen. zweiten Vortrag über Kraftmaschinen. Gäste willkommen. Fachverein der Metallarbeiter in Gas-, Wasser- und Dampf« Armaturen. Montag, den 30. November, Abends 8 Uhr, im Restaurant Eeefeldt, Grenadierstr. 33, außerordentliche General- Versammlung. Tagesordnung: 1) Zweck und Ziele der Fachvereine. Referent: Herr Gottfried Schulz. 2) Wahl eines Revisors. 3) Bestätigung der Fachkommisston. 4) Regelung deS Arbeitsnachweises. 5) Verschiedenes. Verein zur Wahrung der materiellen Interessen der Fabrik« und Handarbeiter. Ve-sammlung am Diens- tag, den 1. Dezember, Köpnickerstr. 150—151. Tagesordnung: 1. Monatsbericht. 2. Abrechnung vom Stiftungsfest. 3. Vor- trag über Fachoraanisation. 4. Verschiedenes. Gäste find will- kommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Den Mit- gliedern zur Nachricht, daß diejenigen, welche mit ihren Bei- trägen im Rückstände find, dieselben außer in den Vereins- Versammlungen, auch beim Kasfirer Herrn Dcgner, Pücklcr« straße 9, Hof 2 Treppen, entrichten können und zwar Sonn- tags von Vormittags 9 bis Nachmittags 4 Uhr. Auch werden dort neue Mitglieder aufgenommen. Kachverein der Tischler. Montag, den 30. November» Abends 8Vi Uhr, in Rothacker's Lokal, Belle- Alliancestraße 5, Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Michelsen über:„Die Bestrebungen der Ärbetterorganisattonen in alter und neuer Zeit. 2. Werkstattangclegenheiten und Verschiedenes. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste willkommen. Gewerkschaft der Metallarbeiter Berlins und Um» gegend. Sonntag, den 29. November, Vormittags 10'/, Uhr» große Generalversammlung sämmtlicher Metallarbeiter im „Palmensaal", Neue Schönhauserstraße 20. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommisston. 2. Wahl des Vorstandes. 3. Ver» schiedeneS. Männergesangverein„Schneeglöckchen". Jeden Mon« tag Abend von 9—11 Uhr im Restaurant Krone, Naunynstr. Nr. 78: Uebungsstunde. % �.-Kn.-Vtrti» f. d. Ofteu Kerlm». ■JUenftog, den 1. Dezember» Abends 8V, Uhr» . Versammlung � lleller's Lokal. Andreasstraße Nr. 21. , � Tages-Ordnung: Jfo J/Jortrag über:„VeretnSwesen". 2. Diskussion. 3. auf die Kommunal-Wahl. 4. Verschiedenes. 5. %tten. Üuku" Mitglieder werden aufgenommen.— Gäste haben Im"r— In dieser Versammlung gelangt der Vereins« �der für 1886 zur Ausgabe; derselbe wird jedoch nur Utti Vorzeigung der Mitgliedskarte verabfolgt.— Die Mieder werden dringend ersucht, Wohnungsoeränderunaen »��asstrer zu melden.[7n h üti Srljjft. i-082 eyer, SO., Mariaim.nstrabc II», so, Schön- und Schnellschreib Unterricht! 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