wüW* r. S82. Mittwoch, de« 2» Dezember 1883. n. Iahrg« MerMM Brgan für die Interessen der Arbeiter. 9)0# �Berliner VoUsblatt (Tmgetrage« Cm»elr n» der Pos�eitungtpreitlifie für 1885 u«ter Nr. 746.) J»fertio«sgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bi« 4'«**0 ZiachmittagS in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annonmo Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. KedaKtio«: Keuthstraße 2»— Expedition: Zimmerstraße 44. I Dürdizc Arme. Weihnachten naht heran und überall liest man Aufrufe iur Unterstützung„würdiger ArmenV Meist befinden fich Wer diesen Aufrufen die Namen einiger Geistlichen. Nun wäre dagegen an sich gewiß nichts einzuwenden, ba die Geistlichen ebenso berufen find wie andere Leute, *** Kindern der Armen und den Armen selbst eine Weih- »achtzsreude zu bereite». Jedoch bei näherer Untersuchung B diese Erscheinung nicht so ganz unverfänglich, besonders �thalb nicht, weil die Geistlichen in den verschiedenen U iierstützungSlomiteeS die gewichtigste Stimme haben bei der vrage:,Wer ist würdig", unterstützt zu werden? Und diese Frage wird meist zu Gunsten der Kirchen- stanger entschiede«. Da» wisse« nun die„würdigen" Armen recht gut und deshalb, um unterstützt zu werden, gehen sie fleißig in Kirche. . Da ist aber z. B. eine Arbeiteria, sie hat Unglück ge- �bt, der Mann, der ihr die Ehe versprach, ist davongelaufen, 7 müht fich für ihr kleine« Kind Tag ein, Tag au« redlich ab. Sie liebt das Kind über Alles, sie darbt, um das zu beglücken, ihre Mutterliebe ist schön, sie ist groß. aber der christliche Pastor, der„Menschenhirt", erklärt die JjfMste für ein räudiges Schaf, nicht„würdig" der Unter« Atzung am Weihnachtsfest. Sie ist ja auch nicht einmal �Stlmäßig zur Kirche gegangen, nun— weil sie de» Sonn- *>gs oft arbeiten mußte und ihr geliebtes Kind nicht gern Wer fremder Obhut zurücklassen wollte. Oder aber, eine Arbeiterfamilie ist in Roth gerat! durch Arbeitslosigkeit und Krankheit. Mann und Frau habe» genug zu thun, um den äußersten Hunaer von sich Und ihren Kinder» fern zu halten, an eine Weihnacht«- gäbe ist nicht zu denken. Die Familie steht sonst in gutem Rufe, aber der Mann besucht die Kirche nicht, auch munkelt man davon, daß er bei den letzte» Wahle» einem Sozial- Demokraten seine Stimme gegeben hat. Sonst haftet nicht der geringste Makel an ihm— boch das ist genug: die Familie ist nicht würdig, eine Weih« uachtsunterstützuvg zu erhalten. Das ist ein trotziger Mann, etwa« finster und abge- chlossen; er hat in seiner Zugend einen Widersacher er- chlagen auS wilder Eifersucht. Gebüßt hat er seine That Mich zehnjährigen Aufenthalt im Zuchthau« übergenug. Die Leute haben ihn«ach seiner Entlassung zurückgewiesen, t>Ur sein arme«, alte« Mütterchen nicht. Mit großer Mühe gelingt e» ihm, wenigsten« so viel Arbeit zu erlangen, um flch und das Mütterchen zu ernähren. Die Arbeit ist rauh und wenig lohnend, die man ihm giebt, weil kein anderer fle machen will. Sei» Mütterchen ist krank geworden, der ***** AeuiLl'eton. Die Ka«d der Uemefis. Roma» �1 von Ewald August König. (Fortsetzung.) „Da« ist da« Einzige und zugleich auch da« Schwierigste, was geschehen kann," erwiderte Rabe.„Geld kann ich ihm mcht anbieten, er hat selbst Vermöge», sobald er frei ist, "Mß er nach Amerika zurückreisen." .«Es war gegen die Bedingung, daß er wieder hier« ?tr kam." -.«Da« habe ich ihm auch gesagt, aber Vorwürfe äoder» Iktzt nicht, mehr."„_ .«Und ist e« wahr, daß der General ein Testament hat?" fragte Frau Siebel. «Wer hat Zhnen da« gesagt?" »-Ach habe e« gehört.".__ W xk�ahrheit ist e« allerdings, aber et scheint, alt wolle * vberst von Stuckmaan auf fem Erbe verzichten. "Und wen» er die« nicht thut?"„ "5""«enn er oin>. wird die Frau Generali» da« Schloß verlasse« "U-d merne Pension?" �spro» wuüber habe ich mit meiner Schwester noch nicht �»ide»«.®ie wissen selbst, daß diese Pension unter un« wurde, und daß meine Schwester damit zu hoch � �'«verstanden war. Sie hat die Summe immer " WKV»""— I»MMm« tat WaÄ.Sie wollen mir auch nicht für die Pension"'''!- ober nij.'"ersetzte Frau Siebel.„Wird sie verringert $ttx Rabe so nehme ich keine Rücksicht mehr, "ich» auf ihre eigene Person?" Person werde ich zu sichern wissen. Ich Hab« dem suchen "»n» Lohn reicht nicht mehr au», Weihnachte« nabt— hier hätte der Unterstützungsverein etwas zu thun, ferne Pflicht wäre e«, wen» er dem alten Mütterchen eine WeihaachtSfreude bereiten würde. Aber«ein, das find keine„würdige Arme", da der Sohn im Zuchthaus gesessen hat. An das Gleichniß vom verlorene« Sohn, elnes der schönsten in den biblischen Historien, denkt die heutige christliche Gesellschaft nicht, e« paßt ihr auch gar nicht einmal.— Ein andere» Bild! Eine Wittwe, deren einzige Arbeit daS Klatsche« ist, bei dem bekanntlich Lüge und Verleumdung zu Gevatter stehe», geht jeden Sonntag in die Kirche, sie betet immer gar inbrünstig und verschlingt den Herrn Pastor mit ihren Äuge». Sie ist augenscheinlich da« frömmste Schaf der ganzen Pastoralen Heerde.„Sie säet nicht, sie erntet nicht und unser himmlischer Vater ernähret sie doch." Den» sie ist—„fromm". Sie spricht gut vom Pastor und der Frau Pastorin, sie lobt die Frau Kommerzienräthin, die Vorsteherin verschiedener Unterstützungsvereine, al« die liebenswürdigste, fanftmüthigste Frau, trotzdem ihr von der- selben schon mehrfach ihrer Aufdringlichkeit wegen die Thürs gezeigt worden ist. Sie tadelt überall die„Gottlosen" im Lande, schimpft auf Demokraten und Sozialisten, obgleich sie nicht weiß, was das für Leute sind. Kurzum, sie ist eine Heuchlerin durch und durch, und ihre Zunge ist so giftig und spitz, daß, wenn dieselbe in eine Distel verwandelt würde, nicht ernmal ein Esel sie ftessen könnte. Sie lebt bloS von den Unterstützung«« Vereinen. Wenngleich die Vorsteher und Vorsteherinnen durchaus nicht mit der Person einverstanden sind, w-nvgleich in allen UnterstützungS-Vereinen ihre Abreise aus dem Orte oder ihr Verduften überhaupt einen Freudenschrei hervor- rufe» würde, so ist sie doch einmal durch ihre„Frömmig- keit" eine würdige Arme geworden, die man nicht mehr abschütteln kann, ohne großen Skandal zu erregen, und bleibt die Alte bi« zu ihrem Tode auch ei»„i Znveotar sämmtlicher Unterstützungsvereine am Or Daß e« auch ähnliche„würdige Arme" unt männlichen Geschlecht giebt, ist ebenso wahr. Wir also unsere Schilderung nicht zu wiederhole«. Die' lichen Exemplare find übrigen« meisten« nicht ganz fährlich, weil man mit ihnen weniger Federlesen» macht und sie leichter abschüttelt. Und so, wie die„würdige« Armen" vielfach die un« würdigsten sind, so find auch die«verschämten" Arme» sehr häufig die unverschämtesten. Ei« allgemeiner Kuasttniff der„verschämten" Arme« ist der, daß sie bekannten Personen unter dem Siegel der Verschwiegenheit in de» glühendsten Fardea, auch über alle Eventualitäten«achgedacht und für jeden mögliche« Fall meine Pläne zurecht gelegt, um im geeig- neten Augenblick nicht überrascht zu werden." Der glühende Blick Rabe'« ruhte mit durchdringender Schärfe auf ihr, ein Zug unerschütterlicher Entschlossenheit umzuckte seine Lippe«. «Und glaube» Sie, ich habe da» nicht gethan?" ftagte er. „Zch zweifle daran nicht, aber ich werde mich auch zu schütze» wissen. War der alte Gärtner Zhnen gefährlich geworden?" Als ob eine Schlange ihn plötzlich gebissen habe, fuhr Rabe erschreckt zusammen, im nächste« Moment richtete er fich hoch auf, und seine Haltung war so drohend und herausfordernd, daß Frau Siebel unwillkürlich eine» Schritt zurückttat. „Weshalb erinnern Sie mich an ihn?" ftagte er. „Er war auf dem Gute der einzige Diener au« jener Zeil." „Und was weiter?" „Man sagt, er habe sich da« Lebe» genommen." „Da« ist die Wahrheit. Der Mann war ein Trunken- bold, er sollte entlassen werden, Gründe genug, die u solcher That verleite» könne». Zweifel» Sie vielleicht an?" Frau Siebel schlug die Augen nieder, sie konnte diese« flammende» Blick nicht ertrage«, der glühende Haß, der in thm loderte, schien sie vernichten zu wolle». „Ich habe keine Zweifel geäußert," erwiderte sie,„ich fand es nur auffallend, daß der alte Mann fich selbst das Lebe» genommen habe« soll." meist schriftlich, ihr Elend schildern und bitte», wen» der „hochverehrte Herr" auch selbst nicht in der Lage sei, Ab- bilfe zu schaffen, er doch bei seinen Bekannten sie und ihr Elend empfehle« möchte. Auf diese Weise gelangen dann auch die„ver- schämten" Armen an die Unter ftützungtvereine, von denen sie dann bald zu„würdigen Armen" ernannt werden.——— Wir find wahrlich nicht dagegen, wenn arme« Familien eine Weihnachtsfreude bereitet wird; doch möge das nicht auf dem Wege der unter der H.rrschaft frömmelnder und reaktionärer Elemente stehenden Vereine geschehen, da dort meist der unwürdige dem würdigen Armen, wen» auch nicht immer mit vollem Bewußtsein vorgezogen wird. Möge Zeder selbst dafür sorge«, der ein Scherflei» geben kann und wifl, daß e« auch an de» richtigen Ort gelange. Die beste Unterstützung aber für alle Arme» wird immer die sein, daß Mittel und Wege gefunden werden, um die Quellen des Elends und der Armuth mehr und mehr zu verstopfe», und da« geschieht durch eine volk«- thümliche Sozialreform und durch wirksame» Arbeiterschutz. Politische Ueberstcht. Nationalliberale Blätter erklären, wahrscheinlich aus gemeinsamer Quelle, mit der größten Unverfrorenheit,„daß der Deutsche Reichstag auf Berathung von Anträgen(Arbeiteischutz» aesetz, Verbot der Kinderarbeit), welche nur einer einseitigen Parteipropaganda nutzen sollen, wohl keine Zeit verwenden dürfte und zwar daS mit Recht, weil er diese Zeit mit anderen Arbeiten(wohl Steuer- und Zollerhöhungm?) nutzbringender für da« deutsche Volk ausfüllen kann."— Immer neue Beweise für das„warme Herz", welches diese Gesellschaft dem Arbeiter entgegen zu tragen vorgicbt. Doch dürfte der Reichs» I« aj. tj.--- rljc->--------■■- tOi einem auf keine» � solchen Dingen'verstehe „Redensarten fiel Rabe ihr in» Wort. ... ________..—»— a"övök",,Mv,,v,k---»vwvw der FitluS mit seiner Klage gegen den Reichstagsabgeordneten Heine, wegen Herausgabe der erhallenen Diäten, kosten« pflichtig abgewiesen. Eine neue Klaggenhissung hat auf der zu den Marschall. Inseln gehörenden Insel Jaluit hattgefunden. Die Zeremonie wurde von dem deutschen Kanonenboot„Nautilus" ausgeführt und sollen dadurch sämmtliche zu dieser Gruppe gehörenden Inseln unter deutsches Proteftarat gestellt worden sein. Diese Inselgruppe liegt im Stillen Ozean und besteht auS etwa 20 bis 25 tbcilü größeren, thetls kleineren Laguneninseln, die fich sämmtlich nur wenige Fuß über den Meeresspiegel erheben; fie erstreckt fich von 4« bis 13° N. und von 161° bis 173° östlicher Länge. Sie zerfällt in zwei getrennte Hauptgruppen, Ihnen nicht, ich warne Sie nur. Und Sie werde« wohl thun, wenn Sie die Warnung beherzige», und noch einmal gebe ich Ihne» de» Rath, die Verlobung zu lösen." Frau Siebel zuckte die Achsel«, der Gutsbesitzer wollte fich schon der Thüre näher», hastig verttat sie ihm de« Weg. „Wo sind die Papiere Halm'«?" fragte sie. „Die Papiere?" wiederHolle Rabe belroffe«. „So sagte ich," nickte die alte Frau.„Haben Sie nicht daran gedacht? Halm hat von drüben jedenfalls Papiere mitgebracht, und unter diese» könnten sich Nottze» befinde», die möglicherweise ohne sein Geständniß Alle« enthülle»." Willibald Rabe hatte die Braue« hoch hinaufgezogen, er blickte die Frau eine Weile starr an, es war unzweifel» Haft, an diese Möglichkeit hatte er noch nicht gedacht. „Die Papiere sind wahrscheinlich im Befitze des Unter» suchunaSrichter«," erwiderte er. „Wenn da« Gericht damals sein Gepäck konfiSzrrt hat, dann allerding«, aber e« wäre möglich, daß die« übersehen wurde." „ES ist gut, daß Sie mich darauf aufmerksam machen," sagte der Gutsbesitzer, au« semem Brüten erwachend,„ich werde mir Gewißheit darüber zu verschaffen suchen. Ueber die Pension rede ich mit meiner Schwester, seien Sie einst» weilen ohne Sorgen." Er eilte hinau«, Frau Siebel folgte ihm mit der brennenden Kerze und leuchtete ihm die Treppe hinunter. Unten im Korridor hörte er eine Thüre knarre«, da» feiste, glatt rasirte Gesicht de« Antiquar« sah ihn mit bo«» hastein Grinsen an. Er eilte vorbei, die Bemerkung, die ihm folgte, hörte er nicht, sie war nichts weniger als schmeichelhaft für ihn. Zn Fieberhast verließ er da« Hau«, die Besorgnisse der ehemaligen Wärterin ließen ihm keine Ruhe. /B- C___ 1«-IJtx L.- f-- daß konnte v. nv«» zu ipm in»; wenn Die Papiere fich bereit» in den Hände« de» Gericht» befanden, so waren sie natürlich für ihn verlöre«. 'die östliche oder Ratack Kette und die westliche oder Ralick- kette, zu welch' letzterer die wichtigste Insel Jaluit gehört. Konsul Gernsheim beschreibt in dem Buch„Südseeerinnerungen 1875-1880" die Jaluitinsel, u. A. wie folgt: Die Lagune von Jaluit oder Bondam- Insel ist 8 Seemeilen breit und ca. 20 Seemeilen lang; auf der sie umgebenden Korallenbank liegen 55 kleine Inseln, deren keine über 600 Uards breit ist. Nirgends erhebt sich der Boden mehr denn 10 Fuß über die Hochwasscrlinic und würden diese Gegenden einmal von einer ähnlichen Fluthwelle heimgesucht, wie im Jahre 1878 der Golf von Mexiko und ein Tyetl der amerikanischen Küste, so bliebe wohl nichts als das nackte Korallenriff zurück. Die Vege- tation ist eine recht arme und beschränkt sich, trotzdem der Regen nur selten mangelt und von März biS Oktober reichlich fällt, auf die Kokospalme, den Pandanus und den Brodfruchtbaum Auf den nördlichen Inseln der Gruppe wird noch etwas Arrow- root gewonnen und der von Malanesten eingeführte Melonen- bäum gedeiht gut, die Banane dagegen nur sehr kümmerlich. Fließendes oder Quellwasser fehlt gänzlich; man ist auf den Regen angewiesen, der in Gruben gesammelt wird, bei der porösen Beschaffenhiit des Bodens jedoch bald brakisch schmeckt. — Einen großen Werth dürften die Jnselchen wohl kaum haben, denn wäre das der Fall, so hätten fie sicher schon längst einen Herrn gefunden. „Der konservative und der sozialdemokratische Staat" tteffen sich in der Stärkung der Polizei behufs Ausschließung der freien politischen und wirthschaftlichen Selbstbestimmung des Einzelnen— und die„ideale Polizei des Herrn Kayser würde bald daffelbe Aussehen haben, wie die des Herrn Staatsanwalts Hartmann"— dies sagt bei Gelegenheit einer Besprechung der jüngsten Handlungsgehilfen-Versammlung in Berlin die„Frei- finnige Zeitung" resp. Herr Eugen Richter. Legen wir's p dem Uebrigcn mit der Bemerkung, daß der genannte Herr rn sozialen Dingen noch immer nichts gelernt hat. Dieselbe Phrase gebrauchten Fortschrittsblätter schon im Jahre 1864. Ein sonderbares Verständnitz über soziale Fragen bekundet das sächsische Ministerium des Innern. Dasselbe hat nämlich auf eine Anfrage der Chemnitzer Handelskammer ge- anlwortet, es sei der Anficht,„daß die Gefängnißarbeiter»m Allgemeinen die freie Arbeit nicht schädigen".— Das wird am Ende selbst den regierungstreuen Zünftlern in Sachsen zu arg sein und die Handwerker nach und nach zur Erkenntniß blingnn � � Zugeständniß. In der bereits von uns an« geführten Schrift Starke's:„Perdrechen und Verbrecher in Preußen" äußert sich der Verfasser, vortragender Rath im Justizministerium, bei Besprechung der wirthschaftlichen Ent. Wickelung des preußischen Staates folgendermaßen(a. a. O. S. 68/9): „.... Die Bevölkerung war allmälig biS zu der Höhe '......"" daS im eige« angestiegen, daß für ihre Ernährung 1 nen Lande gewonnene Produkt der Land- wirthschaft nicht mehr ausreichte. Im Laufe der Jahre hatte sich die Umwandlung des früher überwiegend ackerbautteibenden Staates in einen überwiegend industriellen vollzogen: mit dem gesteigerten Bedarf an Lebensmitteln hatte von Jahr zu Jahr der Export landwirthschastlicher Erzeugnisse abnehmen, der Import derselben zunehmen müssen. In der Zeit von 1860—1870 hatten Export und Import sich noch etwa die Waage gehalten, aber um das Jahr 1870 begann der Import zu überwiegen und ist seitdem fortgesetzt gestiegen, das heißt also: Die Erzeugnisse der preußischen Landwrrthschaft reichten quantitativ nicht mehr aus, das Volk zu ernähren; das Land war auf demselben Standpunkt angelangt, den England schon vor einer langen Reihe von Jahren erreicht hatte, eS war fortan auf den E r s a tz deS Fehlenden durch den Import angewiesen. Noch einmal, in der ersten Hälfte des 7.IJahrzehnts konnten die Getreide» und Kartoffelpreise unter dem Einfluß der Ernteerträge sich erheblich steigern, später nicht mehr, denn die kornreichen Nachbarländer des Ostens und Südostens, die erttagSreichen Flächen in den West» staaten Amerikas w aren in der Lage, den Er» satz in bester Qualität und zu billigem Preise 4u liefern. Auf den um dieselbe Zeit in Europa und Amerika fertig gestellten Eisenbahnen hatte der Dampf in Vir- bindung mit dem Seeverkehr die Vermittlung übernommm."— Starke's Schrift ist 1884, noch vor der famosen Erhöhung der Getreide, ölle geschrieben. Es ist sehr zu bedauern, daß sein Reffottminister, dem Herrn Kollegen Handelsminister diese trefft liehe Philippika gegen Komzölle nicht zur Kenntniß gebracht hat. Schade, ewig schade! Aber die Schutzzolle auf die nothwendiasten Lebensmittel mußten doch erhöht werden, zur größeren Ehre der Profitmacherei. Armer Starke! Die subventionirte« Postdampferlinien. Die Zu» ficherung des StaatSministers von Bötticher in der Budget- kommisfion, die Regiemna werde vor der dtttten Berathung des Etats eventuell eine Ermäßigung der Postdampfersubven- tion für das Jahr 1886/87 beantragen, hat bereits den Zweifel daran bestätigt, daß eS möglich sein werde, die Postdampfer» fahrten zu dem festgesetzten Zeitpunkt. 1. April 1886, beginnen zu lassen. Die Verzögerung wird zunächst darauf zurückgeführt, Ohne Verzug eilte er ia das Hotel, in welchem der Verhaftete logirt hatte, man kannte ihn in diesem Gasthofe nicht, wenigstens erinnerte er sich nicht, die Schwelle des« selben jemals überschritte« zu haben. Er verlangte, mit dem Besitzer deS Hotel« zu rede«, und als er diesem gegenüberstand, fragte er ihn, ob er sich jencS Amerikaners noch erinnere. Der Wirth bejahte, die Erinnerung schien ihm unar- genehm zu sein, seine Stirne zog sich in Falten. „Und wo ist sein Gepäck, geblieben?" fragte Rabe. Es besteht au» einem Koffer, einer Reisetasche und einem Plaid," erwiderte der Wirth,„das Alles befindet sich in meinem Zimmer.",„ „Sehr wohl, ich wünsche, daß S,e eS mt verabfolgen," sagte der Gutsbesitzer, tief aufathmend,„die Rechnung de« Herrn werde ich berichtigen.".,*... „Und wer hat Sie bevollmachttgt, da» Gepäck ,n Empfang zu nehmen?",..,__. Sie haben allerdings ein Recht zu dieser Frage, da Sie mich nicht kennen,' erwiderte Rabe, der m seiner Auf. regung an diesen Einwurf nicht gedacht hatte.„Ich werde Zhuen eine Empfangsbescheinigung nachträglich, spätestens bis übermorgen schaffen.' „Damit kann mir wen,g gedlent fem." %=%%%:. w» Wen« ich Ihnen mein Wort darauf gebe, daß Sie d,e hasteten sowohl, wie dem Gericht gegenüber veraatwoltlich, fiel der Witth ihm ia vie Rede, und S« habe» vorhin selbst geäußert, daß ich Sie«"ht kenne. Welche Garantie also könnte mir Ihre EmpfangSbescheimgung biete«? Ich kenne die Handschrift deS Amerikaner« nicht, kann also „cht mffen�-h� � � gefälschtes Schriftstück vorlegen werde— das wollten Sie wohl sagen? ,vch bebaute sehr, solchem Mißtrauen zu begegnen.' Der Hotelbesitzer sah ihn forschend an, ein unverkenn. bares Mißtrauen spiegelte sich in seinen Zügen. daß der Abschluß deS Vertrages mit dem norddeutschen Lloyd sich bis zum 3. Juli d. I. hingezogen hat, der Lloyd daher nicht im Stande ist, die vertragsmäßig ausbedungenen neuen Schiffe herbeizuschaffen. Auf der anderen Seite kann der Lloyd seine übrigen Linien nicht m Gunsten der Postdampfer- linien von Ech ffen entblößen. Was die Frage des Anlaufens eines holländischen oder belgischen Hafens betrifft, so hat der Reichskanzler sich bei Abschluß des Verttages eine bezügliche Bestimmung vorbehalten. Nach den seitens des Staats- sekretärs von Bötticher gemachten Andeutungen würde die Entscheidung voraussichtlich zu Gunsten von Vliffingen aus- fallen, vorausgesetzt, daß nicht nachträglich noch von dem An» laufen eines solchen Hafens Abstand genommen wird, wozu es selbstverständlich einer Vorlage an den Reichstag bchufs Ab- änderung des Postdampfer-Gesetzes bedürfen würde. Alberne Prahlerei. Durch die konservativen Blätter geht folgende Notiz:„Fürst Alexander von Bulga- r i e n, der Sprosse eines heldenhaften deutschen Fürstenhauses, hat der preußischen Armee, aus deren Schule er hervorgegangen ist, durch seine bewundernswürdigen kriegerischen Leistungen hohe Ehre gemacht. Fortan werden namentlich die Osftzrere unserer Gardes du corps mtt Stolz die Erinnerung festhalten, daß der heldenmüthige Bulgarenfürst einst einer ihrer Käme- raden war. Was Fürst Alexander in diesen Tagen geleistet hat, sichert ihm für alle Zeiten einen Ehrenplatz in der Kriegs- aeschichte."— Der Fürst ist sicherlich ein tapferer Mann, der für seine Existenz in den Kampf zog und sich bei dem Gemetzel muthig betrug. Das ist auch Alles. Da« Gemetzel selbst war aber völlig überflüssig— es bleibt eben Alles beim Alten. Und wenn wir, nachdem die gegenseitige Gurgelabschneiderei einmal im Gange ist, gleichfalls dem Bulgarenfürsten den Sieg über den Serbenkönig wünschen, so hat das seinen Grund darin, weil unser„Erbfreund" hinter dem Serben steht und denselben zu dem Kriege angestiftet hat. Es ist der- selbe„Erbftcund", den gerade die preußischen Konservativen in ihr Herz geschlossen haben und der nun in der Person Milans Prügel bekommen hat. Bekochtet man somit die Sache genauer, so beißt sich mit ihrer albernen Prahlerei die konservative Schlange selbst in den Schwanz. Uebngens erscheinen uns verschiedene außerpreußische konservative Organe die Sache von einem ver. ständigeren Standpunkte aus zu bettachten. So lesen wir in einem solchen auch die Freude über die Stege der Bulgaren, aber diese Freude wird hauptsächlich deshalb geäußert, weil Rußland den Krieg mit veranlaßt habe und weil die rufst» schen Interessen den deutschen Interessen im Orient schnür- stracks zuwider liefen. DaS ist auch unser Standpunkt. Der Serbe muß auch ferner Prügel haben, weil er russische Jnter- essen, wenn auch vielleicht unbewußt und wider seinen Willen, vetttttt. Wer aber unfern„Erbfreund" so heiß liebt, wie die preußischen Konservativen und Offiziösen, der müßte den Serben über den Bulgarenfürstin, trotz„seiner bewunderungS- würdigen kriegerischen Leistungen", den Sieg wünschen. Doch es ist gut, daß die Weltgeschichte recht oft einen anderen Weg geht, als preußische Offiziöse es gern haben möchten. Die Petitton für Einführung des Arbetterschutz- aefetze« hat in H a m b u r g nicht 12 150, sondern ca. 45 000 Unterschriften erhalten. Die erstere Angabe, welche auch in unser Blatt mit übernommen wurde, beruht auf Jrtthum. Unter je 100 Verlaaswerken in Deutschland gehötten: 1850/51 1865,66 1867/70 1871 1872/81 Zur Philosophie... 0,9 0,8 1,1 1,4 1,1 Zur Kriegs- und Pferdekunde.....? 1,7 2,6 2,7 2,6 Diese ziffermäßige Parallele bedarf eigentlich keines Kommentars. Zwar ist die deutsche Schulphilosophie im großen und ganzen kein Sckuß Puloer werth, aber da die Deutschen ja das Monopol auf's„Denken" haben, so ist es für den bösen Proletarier(„Wir Wilde find doch bessere Menschen") recht erbaulich festzustellen, daß unsere gebildete germanische Lese- weit 1881 nur über 148 philosophische, dagegen über 367 Kriegs» oder Pferdebücher verfügte. Sage mir, mit wem du umgehst, und ich will dir sagen, wer du bist. Aus München wird berichtet, daß der Abg. Kopp im bairischen Landtage den Antrag eingebracht hat; Der Landtag möge beschließen, daß der mit Rußland abgeschlossene Aus« lieferunasverttag wieder gekündigt werde. Die Berathung dieses Antrages findet am Donnerstag statt. Zur Orientkrtse. Der Waffenstillstand zwischen Bulgaren und Serben wird dem Einflüsse Oesterreichs zugeschrieben, welches dem Bulgarenfürsten mit einer event. Intervention oc- droht haben soll. Thatfache ist, daß der Waffenstillstand be- schloffen wurde, nachdem der bisher in Belgrad gewesene öfter« reichische Gesandte Khevenmüller sich direkt ins Lager der Bul» garen begeben hatte, um mit dem Fürsten Rücksprache zu nehmen.— Oesterreichischerseits wird in Abrede gestellt, daß eine Pression auf den Fürsten Alexander ausgeübt sei; dem Wiener„Fiemdenblatt" zufolge hätte derselbe unter anderen Argumenten nur angeführt, daß der Fürst von Bulgarien bei einer fottgesetzen Invasion ins Unbestimmte österreichischen „Aus welchem Grunde wünschen Sie in den Besitz dieser Effekten zu gelangen?" fragte er. „Der Amerikaner hat mich beaustragt, sie in Empfang zu nehmen," erwiderte Rabe mit scheinbar unbefangener Ruhe. „Gut, dann bringen Sie mir die Schlüssel zu Koffer und Neisetasche, damit können Sie sich am besten legiti- mrren. Und wenn ich fie bringe, werden Sie mir dann da« Gepäck ausliefern?" „Jawohl." „Gut, ich werde Ihnen beweisen, daß ich in der That zum Empfang der Effekte» bevollmächtigt bin, bis dahin bleiben Sie dafür verantwortlich." Der Wirth blickte dem rasch von dannen schreitenden Herrn gedankenvoll nach. „Ich werde mir den Rücken freihalten und die Sache dem Untersuchungsrichter anzeigen,' sagte er leise, und trotz der späten Abendstunde verließ bald darauf der Hausknecht das Hotel, der einen Brief an de» Assessor von Stuckmann in der Tasche trug. Dunkle Wege. In der Weinschenke zur rothea Traube war es au diesem Abend ungewöhnlich still. Nur wenige Gäste hatten sich ervgefunden, und unter diesen befanden sich auch Siegfried und der Justizrath, die abgesondert an einem Tische saßen. „Müssen annehme«, Verzichtleistung kolossaler Unsinn I" sagte der Justizrath, auf dessen hagerem Gesicht der Blick Siegfrieds gedankenvoll ruhte.„Habe früher schon mit Rabe darüber gesprochen, er wollte nicht glauben, daß ein Testament existire. War also gar nicht erstaunt, alt heute Nachmittag die Generali» mir Mittheilung machte." „Sie haben von der Existenz dieses Testaments schon früher Kenntniß gehabt?' fragte Siegfried überrascht. „Da« nicht, fand aber in den hinterlassenen Papieren de« Generals Notizen und Andeutungen." „Sie haben mir davon nie etwas gesagt!" „Thorheitl' erwiderte der alte Mann achselzuckend. Truppen„begegnen" könnte, da Oesterreich einen völlig» Umsturz der Ordnung nicht zugeben könnte.,, Fürst Alexander von Bulgarien eröffnete der Pforte gende Bedingungen, unter welchen er Frieden schließen will: Sofortige Räumung des bulgarischen Gebietes von fetbiio» Truppen,— Garantie der Integrität Bulgariens,— Anerlen« nung der Vereinigung Bulaanens und RumelienS,— Krugs- entfchädigung von Seiten Serbiens. In Belgrad herrscht allgemeine Unzusttedenheit über die Einstellung der Feindseligkeiten. Durch Heranziehung deS z«eu» Aufgebots hoffen die Krieassanatiker auf den endlichen S# — Die sog. Patrioten parier erklärte, die Anerkennung der W garischcn Union müsse unbedingt verweigett iverden. Serdi» müsse unerfüllbare Bedingungen zurückweisen. ThatsäcKu» dauern die verstärkten Rüstungen fort. Die Pforte hat eine Proklamation erlassen, in welcher# die Bevölkerung und die Behörden von Ostrumelien aufforben, von der Vettnung, in welche fie durch persönliches Jnterw suchende Personen gedrängt wurden, zurück zu kommen und zu» Gehorsam zurückzukehren. Die Proklamation verstchett, b® Wohlwollen des Sultans werde ihnen allgemeine Amnesw gewähren. Schweiz. Der Große Rath von St. Gallen hat anläßlich der Bf rathuna eines neuen Strafgesetzes einen sogenannten D Y n mit-Paragraphen aufgenommen, welcher destimmt, MI Zerstörung einer Sache durch Puloer, Dynamit oder anbeu explosive Stoffe der Brandlegung gleichgehalten werden Wahrscheinlich werden auch die anderen Kantone ähnliche M' gesetzliche Bestimmungen aufstellen. Frankreich. Der Kongreß der französischen Kammern behufs Neuvw des Prästventen der Republik soll, wie der„Temps" wiff» will, erst am 22. Dezember nach Abmachung der Frage � die Kredite für Tongking zusammentreten. Der Senat b* über diese Kredite erst nach dem Kongresse entscheiden, gleich de Ia Farge es für unbegründet ettlärt, daß er ans» Milbewerbung um die Präsidentschaft denke, wird der FeW gegen die Wiederwahl Jules GrSvy's zum Staatsoberhaupt mit Nachdruck fortgesetzt. Die Vettrauten deS ElysSe wünl®� daß der Kongreß in der ersten Hälfte Dezembers zusarnw� treten möchte, aber Brisson zeigt sich nicht geneigt, die leacnheit zu beeilen. Der„Figaro", allerdings keine 0»'; lässige Quelle, behauptet, die Opportunisten seien entschlaft* der Kandidatur GrSvy's die Brissons entgegenzustellen. Spanien. Ein Korrespondent des„Temps" hat mit Don C a r W' der sich jetzt in Venedig aufhält, eine Unterredung gehabt'' deren Verlauf der Prätendent sich u. A. folgenderiw' äußerte:„Ich weiß nicht genau, was jetzt in Madrid K schehen kann; allein ich glaube nicht, daß die Regentschaft Ruhe unter den jetzigen Bedingungen wird ausrecht«Wj können. Die Republikaner werden sicherlich die GcleOT? benutzen, um eine Bewegung zu versuchen. Was mich vchr so habe ich mir eine Rolle auferlegt: nur dann einzugreft* um Ordnung zu schaffen und einer Anarchie ein Ende f Z reiten. Ich vertrete von nun ad in Spanien das Prinzip � lebensfähigen Monarchie, das allein im Stande ist, störer einzuschüchtern. Wenn ich im erwünschten Auzef*' nach Spanien gehe, so werde ich sicherlich alle Diejenigen � mich schaaren, die in der Monarchie die Ruhe erblicken uv«/, Hinfälligkeit eines jeden anderen Slushilfemittcls begreifen. ist dieS eine Pflicht, die ich zu erfüllen habe; denn mit Programm der Ordnung und Erhaltung glaube ich meto Land von überaus großem Unglück zu retten... Auch der auS Spanien verbannte Republikaner Zorilla ist interviewt worden und zwar von einem Mitar� des Patts«„Figaro" Herr Zorilla verwahrt sich in eine B Sotiä einem Betlau lernt 55 fc beten in aller Rom ütbi der Aultic °bielt< Anten niedrig »urde neue «erde m x MsratI •Wuell »WI E der K «San» «•erben im m SS n«n Jirrn ni»t G# Mge ß I m d --einen Leichnam mit Füßen treten zu wollen", wie er sich drasttsch ausdrückte, und fuhr fort:„Alfons XII. ist auf% Throne gestorben, aber man muß sich doch fragen, ob M5 der Fall gewesen wäre, wenn ihm eine lange Fttst" gewesen wäre. Die Krone ÄlfonsoS saß schwankend« devNj' seinem Haupte, seitdem er jene famose Reise nach DwWV unternommen hatte, eben jene Rttse, die er unternommen 0%, um sein Königthum zu befestigen. Sie dürfen eS mirj�z glauben, daß die Revolution nahe war. Der unnwattete-� Alfonsos wird ihren Triumph nur erleichtern und beschleunig Herr Zorilla versicherte, daß eine große Zahl von Lmr.tfi der spanischen Armee für die republikanische Sache ge«�-» sei und unter den Führern d« republikanischen Patt Einigkeit herrsche.„Dann," meinte der„Interviewer" man die Erttchtung der spanischen Repudltl schon in Zeit erwarten-"„Sicherlich."-.„Ad« wie steht e» den Karlisten?"- ,O>h. waS die Karlisten betttfft. so Sie wissen, daß eine Revolution in Spanien nur«n*% b« Armee möglich ist. Nun frage ich Sie aber, wann � KarliSmuS auch nur eine einzige Kompagnie sich für ib" sprechen gesehen?" Während also Zorilla die baldige Herstellung der Rw Jielbtt & £Hun fei Am« »Hätten sich Hoffnungen gemacht, vielleicht Kriminal, ,/ eingeleitet,— waren ja nur Notizen, die nicht« b«®*1# Siegfried schüttelte den Kopf und trank langsam GlaS aus. „Also die Generalin war bei Ihnen, um Sie zu dt* SnS**«*«•****•(T).', et tragen, das Erbe meinem Vater notariell anzubieten?" h-p «!. ia---- itj.. a-—— c ijl die 141 v-i er.„Sie ist eine energische Frau, und ich hege 1 Zeugung, daß fie ihren Vorsatz durchführen wird. „Jedenfalls," nickte der Justizrath,„gar keine „Sie wird das Schloß verlassen, und ich mein Vater auch dann noch verzichtet. Sie h�en � es ist eine Thorheit, auf ein so reiches Erbe aber mein Papa hat darüber feine besonderen AnM F „Brett vor dem Kopf, Verehrtest«!' brummte° Mann.„Will denn die Generalin ihm etwa- 14. � Fällt ihr nicht ein. et ist das Erbe feine« Brud««- Testament in gesetzlicher Form abgefaßt.$9%� fuhr er sich ereifernd fort,„zu wessen Guosie»? nimmt das Geschenk nicht au-'_'M r t"nftJau\cn®ie' justizrath, wenn ein*##0* so fallt der betreffende An, Herl den Mtterben zu,/" Stegfried ihn,„da» werden Sie ja auch wissen. „Und wenn nun auch der Miterde verzichte' ins ..-Dann wird der Staat de« Gewinn. �en. Uebngens hoffe ich. daß es fo, wohnte, nicht ihr Faktotum und Rathgeb« wäre, «n freundschaftliches Verhältniß zwischen meine» der Generalin längst angebahnt sein." >Hm, Rabe ist mein Feeund nicht!' „Wie urtheile« Sie über ihn?'.-j „Gar nicht." «« Ä ÄÄ tÄ Ä"i'5 «w Unheil, wenn ei auch unwillkürlich 9�%# Mern Unheil war bei der erste« Begegnung' fS I H s lvas »nbe lchlit | »et Unb % vollizei ode sol» ,en will! erbischc» Äneilw' Ariegi' üindit zzweiia :n 6«$' der bul» Eerdie» dsSchli» -lcher ft rffordw, Zninck iind zu« d, bai Amnestie der Be» Dyn°' mt, dat onfcK' >en# iit fir-st Reumo# ' rötfg p: ; an }n Aussicht stellt, glaubt Don Carlos mit Hille der Geiftlichleit eine Dynastie auf den spanischen Tbron zu bringm, wozu Mß wenig Aus ficht vorbanden ist. Nach einer anderweitigen Mcheilung macht der Prätendent bereits Geld flüssig, um ™« Sache erfolgreich betreiben zu können. Er hat seine in wis befindliche kostbare Rüstung und seine Waffensammlung em-m Herrn Brett in London für 150000 Pfd. Sterl. zum Erkaufe angeboten. Dänemark. Wie der„Poff. Ztg." aus Kopenhagen geschrieben wird, rrmmt die Eteuerwetgerung in den Provinzen immer häufiger wr Anwendung. So wird aus dem Amte Ripm berichtet, daß j» Mitglieder des dortigen demokratischen Vereins beschloffen wen, die nächsten Steuern nicht zu be-.aklen, sondern fich da« für pfänden zu lassen, dann ein Urtheil des Vogtes über die Gesetzmäßigkeit der Pfändung zu verlangen und die abgepfän- pw Suchen event. zur Auktion gehen zu lassen. In Horsens " Mtland fand am vorigen Montag eine große Auktion über Derlei Sachen statt, welche den Steuerverweigerern in der «ornmune Eövind Gangsted abgepfändet worden und dort ver» zur Auktion gebracht wurden. Zur Auftechthaltung der sie ün>. am"' ■ W ■chS irl4 erntoP Ä« "f* i I i lest % i ü •I ftl-s" JVt 0—» yvVkWLW* ♦♦Ufuuytyuuuui, woming war die ganze Polizeimacht der Stadt aufgeböten: 5« vohzeimeifi«, zwei Assistenten und zehn Polizisten. Die N�on verlief aber in großer Ruhe. Die meisten Pfand« Mm wurden von dem Schulzen der Kommune Söoind im AMfle der Steuerverweigerer erstanden, aber zu so niedrigen Preisen, daß die Steuenückstände nicht gedeckt ?«?>'.. eiä werden deshalb in dm nächsten Tagen oeue Pfändungen in der gmannten Kommune vorgmommen oftfen. Aus Für und Lime in Jütland meldet„Ekive Wtcbl.", daß die dortigen Grundbefitzer bei der nächsten «nuererhebung fast ohne Ausnahme die Steuern verweigern Wien._ An den Amtsrath(Kreistag) von Evendborg Amt «oen die Gemeindevorsteher sämmtlicher Landgemeinden auf s' Insel Langeland solgmde Anfrage gerichtet:„Da der Dorath nach Paragraph 47 des Landkommunalgesetzes Muell die Mitglieder der Kommunalräthe persönlich verant« ??uch machm kann, wenn diese ungesetzliche Ausgaben ge« haben, und da nun die aus die Kommunen entfallenden Mom und Abgabm für dieses Steuerjahr nach der Anstcht .?.»ommunal:äthe nach§ 49 der Verfassung, besonders aber aS Verwerfung de« provisorischen Finanzgesetzes durch das ffi�ing, gesetzlich nicht erhoben werden dürfen, so wird der Q, rath um Auskunst ersucht, ob die erwähntm �'iuern gezahlt werden dürfen oder nicht." Der in �oae stehende§ 49 der Verfassung lautet:„Bevor das i nanzgesey angenommen ist, dürfen keine Steuern erhoben im S' �e'ne Ausgabe darf gemacht werdm, welche nicht ,!,„wnan>gesetze oder in einem Nachtragsbewilligungsgesetz TAlllen ist." Es muß sich nun zeigen, ob der AmtSrath des . mies Svendborg die Estrup'sche Wirthschaft für gesetzlich er« oren will.— Wie die Bewohner der Fnsel Langeland zeich- sich auch die der Insel Falster durch ihrm demokratischen ».'"N aus. Obwohl ja Kundgebungen des„Haffes und der gegen das Estrup'sche Regiment seitens des Volkes evuldet werden sollen, fand doch am Sonntag in .. auf Falster eine sogenannte Versammlung der g. üond statt, zu welcher fich außer zahlreichen älteren Personen Un* nf �00 Mitglieder von Schützenvereinen, Armeereservistm r." sonstigm waffenfähigen jungen Männern eingefunden der Arbeiter, um ste zur Wahl konservativer Kandidaten zu veranlassen und oft genug setzte fich die Dame zu dem Mann im Arbeitsrock in den Wagen, um ihn bis zur Wahlume zu begleiten. In Birmingham zählt die Primrose Liga 500 Damen. Die Wahltaktik der Primrose- Damen besteht in einem Besuch der Wähler von Haus zu Haus, keiner wird über« gangen; ist der Mann dm Vorstellungen unzugänglich, oder abwesend, so wild die Frau beschwatzt und mit emer eleganten bedruckten Karte beschenkt, auf der die Grundsätze der Konser« vativen dargestellt ssnd. Einige dieser feinen Damen aihen noch weiter, und im Bezirk Chelsea, wo Sir CbarleS Dilke um seinen Eitz kämpfte, haben zwei konservative Damen fich durch Drohungen und Einschüchterungen In den Bereich des Strafgesetzes gebracht und einer zwölfmonatlichen Zuchthaus strafe ausgesetzt. Amerika. Die Kongreßmitglieder von der Pazifikküste geben ihre Abficht kund, eine neue„Chinesen-AuSschließungs- bitl" einzubringen, welche die Landung irgmd eineS Chinesen in den Ver. Staaten nach dem 1. Juli k. I. verbietet.— Die nationale Viehzüchterversammlung in St. LouiS hat eine Denk« schrist genehmigt, welche den Kongreß ersucht, zur Verhinderung des Umfichgreifens ansteckender Viehseuchm Maßregeln zu er« greifen.— Der Tod deS Vizepräsidenten Hendricks verursacht eingebmde Erörterungen beteeffs der Nachfolge in der Präfi- dentschast, falls Präsident Cleveland sterben sollte, da sich weder ein Präsident des Senat? noch ein Sprecher des Re« präsentantmhauses, welche die gesetzlichen nächsten Nachfolger find, im Amte befinden. Wenn der Kongreß am 7. Dezember zusammentritt, wird wahrscheinlich General Logan zum Präfi« dmten des Senats gewählt werden, womit dem republikani« schen Kandidaten für die Vizeprästdentschast bei der letzten Wahl die Stellung eines möglichen Nachfolgers für die Prä- dentschast gegebm wird. Mr. John G. Carlisle, der demokra« tische Sprecher im letzten Repräsentantenhause, wird für das Amt wiedergewählt werden. — Ein Telegramm aus Battleford(Kanada) meldet, daß acht von den elf Indianern, die wegen Betheiligung an der Niedermeyelung von Kolonisten in Frog Lake, welche gelegmt- lich des AufstandeS unter Riel stattfand, vor Gericht gestellt und zum Tode verurtheilt worden waren, heute in Battleford durch den Strang hingerichtet wurden. 1*Ov**»V V» J J j»p»«•-----........---- Nach lebhafter Diskussion über die ttaurige politische ♦2°'>n Dänemark wurde folgende Zuschrift an den Folke« Mspräfidenten Berg einstimmig angenommen:„Die Jugend« amlurg in Eskilvstrup auf Falster......' *. f j gegen 3000 Menschen »—»una Ul Vä«wmvriiuv UU| HW" WW iwuiufv« JJMend, sendet dem Follelhingspräfidenten ihren Gruß, in« J�JIe ihre volle Zustimmung zu dem Kampfe ausspricht, den Majorität deS Folkethings für die Erhaltung unserer ver« "KngSmäßigen Freiheit und unseres Rechtes führt." G r o h b» t t a«» i e n« .Eine amtliche Depesche auS Rangun vom 30. v. M. Moet; Der König von Birma sendete am 26. v. M. dem Mischen Geschwader einen Parlamentair entgegen, um wegen "lies Waffenstillstands zu unterhandeln. Der Parlamentair U in einer Entfernung von 30 englischen Meilen von Man« Uay das Geschwader. General Prendergast verlangte die »Wung der birmanischen Armee und die Uebergave von >mndalav. Am nächsten Morgen willigte der König in alle .>*• A/. Ott* OQ AM % v. M. nach Mandalay.—)L)tese �tachrtcht lo Ministerium Salisbury recht gelegen zu den Wahlen. m 7 Während der Parlamentswablen ist viel von der r o s e n- L i g a" die Rede. Diese Liga ist eine vor« .°uS konservativen Damen bestehende polittsche Jjln deren Gründung in daS Jahr 1882 zurückreicht. ftn,t oiamen hat fich diese Damen-Liga beigelegt, weil der ver« bwne Führer der Konservativen, BeaconSfield, die Primel- Mir geliebt haben soll. Einen großen Theil der Wahl- haben die Konservattven diesen(Damen zu verdanken, sJ Herzoginnen begaben fich am Wahltage in die Hütten loscht Eindruck hat mich bis heute noch nicht ge- »Hassen ihn!" "Hassen? Nein, Zustizrath, dazu ist mir offen gesagt, �nsch zu gleichgilttg und verächtlich." »Donnerwetter, Assessor, starke Behauptung!" � "linv.'V, e'ne aufrichtige Meinung, und ich habe nicht den Grund, mit ihr hinter dem Berge zu halten. Es ""hii I T' �aß die Antipathie meine« Papa'S gegen diese« I bjxs," von Grund zu meinem Urtheil gelegt hat, aber i% 1 Uct-r«ntipathje hat auch ihre Berechtigung. Rabe kann " i1' I& nicht mit Stolz auf seine Vergangenheit zurück- icht�.h I.—" I"�sbemann gewesen!" schaltete der Zustizrath ein. v>as i*,R Hazardspieler ist er heute«och, und wisse« Sie, ■£.? I Igy»" "»der�S � nicht am grünen Tisch allein, sonder» auch in gj�Ziehung Hazard spielt." '�erstehe ich nicht," sagte der alte Herr köpf« scharf� Stimm? Siegfrieds hatte sich umwölkt, ein harter, ? U'nzuckte seine Lippe». * so« � kann mich darüber nicht weiter auslassen," fuhr Sst>.„7"Sie würden sagen. eS seien haltlose Vermuthua. 5 W* Ä TÄÄSÄ Lokales. r. Die Bewohner der Gegend am Schlestschen Bahn« Hof, die so lange sehnsüchtig der Verlängerung des Pferdebahngeleises bis nach dem Schlestschen Bahnhof geharrt haben, Snd von dem Betriebe auf dieser neuen Strecke wenig erbaut. sian hatte ermattet, von dem Schlestschen Bahnhof, diesem Zentralpunst unseres hauptstädtischen Veikehrs, eine bequeme Pferdebahnverbindung nach allen Thellen der Stadt zu er- halten, die entfernt von den Stadtbahnstationen liegen. Statt diese Hoffnung zu erstlNen, hat die Pferdebahnverwaltung die einzige Linie nach dem Wedding einaenchtet. Wer aber von dem Schlestschen Bahnhof nach dem Wedding will, benutzt den bequemen Ziordringma- Mit dem Epittelmartt und derLeipzi» zerstraße dagegen fehlt jede Verbindung und auf eine solche matten die dortigen Bewohner hauptsächlich gerechnet. Daß die Pferdebahnverwaltung etwa darauf spekuuren sollte, für die kurze Strecke bis zur Holzmarktstraße noch 10 Pf. einzuheimsen von jedem Fahrgast, der nach dem Spittelmarkt will, kann man dock von ihr, als der verwaltenden Behörde eines gemein- nützigcn Instituts, nicht annehmen. Die Schwierigkeiten, welche fich demjenigen, welcher mit den lokalen Verhältnissen nicht durchaus vertraut, in die Noth» läge geräth, zur Nachtzeit einen Arzt resp. die Hilfe desselben in Anspruch nehmen zu müssen, bezüglich der Befriedigung dieses Bedürfnisses entgegenstellen, find wohl so bekannt, daß ein Hinweis auf dieselben genügt, um den praktischen Werth einer Einrichtung, die sich in einigen Häusern vorfindet, voll und ganz erkennen zu lassen. In einigen Häusern findet fich nämlich eine Tafel folgenden Inhalts vor: Bei plötzlicher Erkrankung in der Nacht und zwar von Abends 7 Uhr bis 7 Uhr früh, finden die Bewohner dieses Hauses— die Armen unentgeltlich— die erste ärztliche Hilfe durch die SanitätS« Kommisston Nr.... und wendet man fich dieserhalb an den Heilgehilfen..... Straße.... Nr.... die Sanitäts-Kom- Mission des... Polizei-Reviers. In Ermangelung anderer, zweckentsprechenderer Institutionen, ist ein solcher Aerzte-Nach- weis für die Nachtzeit unbedingt von großem Wertbe. Wenn aber eine derattige Einrichtung in einem Polizei Reviere ge« troffen werden kann, so kann dieS zweifellos doch in allen Polizei-Revieren geschehen und wenn eine solche Tafel in einigen Häusern angebracht werden kann, so kann d eS ebensogut doch in allen Häusern geschehen, zum mindesten in denjenigen, welche nicht ausschließlich Pttvathäuser find. Die Durchführung dieser Humanitären Einrichtung würde die fich sehr fühlbar machende Schwierigkeit, während der Nacht einen Arzt zu erhallen, wenigstens für die ärmere Bevölkerung wesentlrch er leichtem. 'ß «i �'a�ben � doch an die Schuld des Amenkaner«! Herr,, ,.m ,e nicht daran?" fragte Siegfried den "Neig/�artungsooll anschauend. A. kann mir nicht genügen, Sie müsse» „Gründe? Wäre der Mann in seine Heimath zurück- gekehrt, wenn er eine« Mord begange« hätte?" „Diesen Grund lasse ich nicht gelten. Er konnte glau ben, eS sei GraS über die alte Geschichte gewachsen- er konnte sich erkundigt und die Antwert erhalten haben, jener Mord sei vergessen." „Hm, glauben Sie, Assessor, daß ein Tagelöhner mit solcher Sicherheit schießen kann? Kugel hinter dem Ohr durch den Schädel gegange«, augenblicklich getödtet—" „Wissen Sie denn, ob der Mörder beabsichtigt hat, ge« rade diese Stelle zu treffe»? Er hat auf den Reiter ange» legt und—" „Weshalb angelegt?" fragte der Zustizrath hastig. „Wegen einer grobe» Antwort? Unsinn! Glaubt kein vernünftiger Mensch* „Erlaube» Sie, der Grund lag denn doch etwa» tiefer. Der Dostor hatte seinen ärztlichen Beistand verweigert, da« Kind starb, und es läßt sich wohl begreifen, daß dadurch in der Seele des tödtlich beleidigten Tagelöhners ein glühender Haß geweckt wurde. Und wozu der Haß verleite« kann, da« missen wir Beide au« unzählige» GerichtSverhand- lungen." „Zugegeben! Aber Halm will gar nicht mit dem Doktor geredet haben." „Er wird da« natürlich nicht zugeben." „Glauben an Verstocktheit?" „Aufrichtig gesagt, Zustizrath, weiß ich wirklich nicht, wa» ich glauben soll," erwidette Siegfried.„Der Mann macht nicht de« Eindruck eine« verstockte» Bösewicht« auf mich, wenn ich auch auf der andem Seite nicht glaube« kann, daß er ganz schuldlos sein soll." „Zch sage Ihnen, er ist es!" „Sie sage« da«, weil Sie ihn vettheidigen! Wer hat Sie überhaupt beausttagt, ihn zu vertheidigen?" „Wer? Rabe!" „Und welche« Interesse hat er dabei?" „Hm, weiß ich nicht. Halm war ja früher in seinen Diensten, soll immer ein braver Mensch gewesen sein." „Und die« allein sollte Rabe bewogen habe», dem Au« geklagten einen Bertheidiger zu stellen?" sagte Siegfried g. Die Unterstützungen, welche jährlich die städtische Armeuverwaltung an einzelne Personen zur Auszahlung bnngt, find recbtZbedeutende, denn fie variiren zwischen 36 M. und 900 M. jährlich. Im verflossenen VerwaltungSjahr wur« den an laufenden Renten und Unterstützungen in monatlichen resp. Quattalsratm gezahlt: an 10 Personen jährlich a 36 M.. an 3 a 60 M., an 73 a 72 M., an 8 a 75 M., an 1 a 84 M., an 3 a 90 M., an 6 a 96 M., an 247 a 108 M., an 62 a 120 M-, an 9 a 132 M-, an 6 a 135 M., an 95 a 144 M.. an 4 a 150 M-, an 1 a 156 M, an 184 a 180 M.. an 2 a 192 M., an 1 a 204 M., an 19 a 216 M., an 10 a 240 M-, an 114 a 250 M., an 5 a 252 M., an 5 a 288 M.. an 97 a 300 M.. an 1 a 324 M.. an 8 a 360 M.. an 1 a 432 M.. an 1 a 450 M., an 27 a 600 M., an 5 a 800 M. und an 12 a 900 M. Es find dies zusammen 1021 Personen, welche 193 570 M. erhielten. Außerdem wurden an außergewöhnlichen Unterstützungen in Raten von 2,70 M. bis 100 M. an 1763 Personen zusammen 51 546,50 M. gezahlt. Schließlich wurden verausgabt für Brennmatettalien an Legatenempfänger, für Vereine, Stiftungen jc. und Anschaffung an Arme vertheilter Nähmaschinen 24 314 M. Mithin in Summa 269 430,50 M. r. Da« Verbot de« Asphaltkochev« auf offener Straße scheint nicht überall mit gleicher Strenge gebandhabt zu werden. Während die Bewohner der inneren Stadt mit einem Schlage durch die betreffende Polizei-Verordnuna von der unerträglichen Belästigung dieser wandernden Rauchessen befreit worden find und erleichtett aufc" ,--------- � �—-«v»« v 1 1 v»» ...............____— v..v.u,.vn aufathmen, scheint man für die äußeren Stadtgegenden diese Belästigung noch gestatten zu wollen. So sahen wir in den letzten Tagen diese qualmenden Kochapparate in der Reichenbergerstraße und am Oranienplatz. Ganz dcsonders belästigend aber waren die Unbequemlichkeiten, welche zwei solcher Asphaltkeffel vor einem Hause der Dresdener» straße zwischen Kottduser- und Oranienplatz am Montage ver- ursachten. Der dicke sttenattechende Qualm wurde von der trüben.i regnerischen Athmospbäre nach unten gedrückt und er» füllte die ganze Straße. Frauen, welche auf dem nahen Oranienplatz frische Butter gekaust hatten, brachten diese, wenn fie ihren Weg durch die DreSdcnerstraße nahmen, mit einem bitteren, rauchigen Geschmack behaftet nach Hause. Die be- nachbarten Ladenbesitzer und Inhaber von Wohnungen, deren Fenster nach der Straße zu liegen, erlitten die bekannten Be- lästigungen, die in diesem Falle umsowentger zu entschuldigen waren, als es ein leichtes gewesen wäre, die Asphaltkeffel in den Patterre- Räumen des neuerdauten Seitenflügel« des Hauses, für welches der Asphalt verwendet wurde, aufzu- stellen und daS Rauchrohr in den Schornstein zu leiten. Es ist schwer verständlich, wie man dem Publikum solche Be» lästigungen und Beschädigungen zumuthen kann, wenn diese durch einen verhaltnißmäßig gettngen Mehraufwand von Kosten seitens des zunächst Jnteresfitten vermieden werden können. Die Photographie im Dienste der Astronomie blldete das Thema, über welches Herr Dr. Zenker im„Verein zur Förderung der Photographie" einen Vorttaa hielt. Demnach wurden die ersten Versuche, die Photographie im Dienste der Astronomie zu verwenden, im Jahre 1850 von Bond in Amerika gemacht. Bond photographirte den Mond und einige Ge- stirne, und zwar auf Daguerreotypplatten, da daS jetzige vho- tozraphische Verfahren noch nicht erfunden war. Im Jahre 1851 machte BercsowSky in Königsberg eine Aufnahme der damaligen Sonnenfinsterniß, die fich aegenwättig im Besitz von Prof. Bogel befindet. Sie zeigt ein vortreffliches Bild der Korona, jedoch keine Proturderauzen. Sänimtlichc späteren Sonnen- finsternisse wurden photographitt, ebenso die VenuSdurchaänge von 1874 und 1882. Rutherford gewann ausgezeichnete Bilder des MondeS in seinen verschiedenen Neigungen zur Erde, und indem er zwei derartige Bilder entsprechend zusammenstellte, erziette er einen stereoskopischen Effekt. Huagins photographirte zuerst Eternspektra. Wunderbar find die Resultate, welche die Aufnahmen der kosmischen Nebel rc. ergab m. Draper photo- ______.—-— i»»7»»» V»» ♦V» C i.y Ii ü kk» /ij,-- r«%» gräphirte den Otton« Nebel und die Gebrüder Henry Theile der Milchstraße, wobei fich Sterne bis zur 15. Größe zeigten, welche durch direkte Beobachtungen kaum aufzufinden waren. Dr. Lohse photographitte einen Sternhaufen im Perseus und erhielt Sterne bis zur 11. Größe. Dergleichen Aufnahmen haben große Schwtettgkeiten, der Apparat muß der scheinbaren Bewe- gung der Sterne genau folgen: auch bringen Schmutzflecke auf der Platte leicht Jrtthümer hervor, indem fie Sternbildern gleichen, doch wußte man dieS zu überwinden. Durch Auf- nahmen von Fixsternen stellt man Sternkarten von großer Genauigkeit her; da man jedoch eben dieser Genauigkeit wegen nur einen kleinen Bildwinkel benutzen kann, so würden zu einem AtlaS des gesammten EtemhimmelS ca. 6000 Platten erforderlich sein. Herr Quidde spttcht über seine Versuche mit Cbrysantlin-Vorbad. Die Gelatineplatte wird vor dem Ent- wickeln etwa eine Minute lang in eine Lösung von salpeter- saurem Chrysanilin, 1: 20000, gelegt. Das Bild wird da- durch harmonischer: Härten und Kontraste werden bedeutend aemildett. Redner zieht daS Chrysanilin dem zu gleichem Zweck verw.ndeten unterschwefligsauren Natron vor. Eine nachdenklich.„Zch kann da« nicht gut glauben, e« müssen andere Gründe vorliegen." „Andere Gründe? Welche?" „Ja, wenn ich sie wüßte, Zustizrath, dann würde ich mit Ihnen nicht lange darüber revev." „Wollen ihn verderben?" erwiderte der alte Mann, den Assessor erstaunt anblickend.„Möchte Ihnen rathen, da« nicht zu rhun." „Verderben? Daran denke ich nicht. Wa« liegt mir an dem Manne! Daß er mir feindselig entgegentritt, ist aller- ding« wahr, aber deshalb ihn gleich vernichten zu wollen, da« hieße denn doch ihn zu sehr fürchten. Aber wenn dieler Mann eine Schuld auf seinem Gewisse« hat, wegen der ei« Anderer bestraft werden soll, ist es dann nicht meine Pflicht, die Wahrheit zu ermitteln?" Zn de» Augen de« Zustizrath« spiezelte sich maßlose« Erstaunen. „Zch vermuhe fast, Sie wolle« ihm den Mord aus« bürden," sagte er,„sollten da» aber vorher sehr reiflich überlege«!" „Ich bürde ihm nicht« auf," entgegnete Siegftied ruhig,„ich habe auch keine Behauptung geäußert, und meine Vermuthuag verrathe ich Niemanden." „Würde» auch bei der Generali» keine« Stein in'« Brett legen, Verehrtester! „Wa« die Generali« betrifft. Zustizrath, so wird sie vielleicht zu spät einsehen, daß sie einem Manne ihr Ver- traue« geschenkt hat, der dasselbe nicht verdient." „Mögen Recht habe»!" „Also darin stimmen Sie mit mir übereia?" „Gewiß. Möchte wissen, welche Bewandtniß e< mit dem Wechsel hat," erwiderte der Justizrath. „Mit einem Wechsel? Bitte, erkläre« Sie sich beut- licher." „Kann Ihnen nicht mebr sagen al« ich selbst weiß. Generalin wollte eine« Wechsel unterzeichnet habe«, sollt« in meinen Hände» sein, sie fordette ihn von mir." „Und Sie besaßen ihn nicht!" „Bewahre, habe nie de» Wisch gesehen." (Fortsetzung folgt.) «iffenschaftliche Erklärung dieser Wirkung fehlt nock. Herr Jahr spricht über Plattenentwickelung in Amerika. Man zieht dort den Godaentwickeler, bestehend auS PyrogalluS, schweflig- saurem Natron und gewöhnlicher Waschsoda im Allgemeinen dem bei uns gebräuchlichen Eisenoxalatentwickler vor. Prof. Vogel empfiehlt alS gutes Mittel, die durch Silber geschwärzten Finger zu reinigen, eine Mischung aus rothem Blutlaugensalz und Fiximatron, daS schon alS kräftiges Abschwächungsmittel für Platten bekannt ift. Herr Joop empfiehlt als Ab- schwächungsmittel eine Mischung von allem Eisen oxalat-Ent- Wickler und Fiximatron. Man kann damtt auch einzelne Stellen abschwächen, indem man die Mischung mit dem Pinsel aufträgt, doch muß man ste stark mit Gummi versetzen, damit fie nicht weiter, als beabfichtigt. fließt. Zur Vorlage kamen verschiedene Bilder von Obernetter, gefertigt auf desien Emul- fionspapier, welche Glanz und feme Einzelheiten zeigen; femer das neueste Heft von Czermack's Werk über Meteo- riten mit schönen Mikrophotographien von Grimm in Offenbach. Ueber die Entwickelung der Kernsprechewrichtungen im Reichs Telegraphengebiet vis Ottober cr. entnehmen wir dem„ReichSanz." folgende Notizen: Die Zahl der Stadt- Femsprecheinrichtungen betrug 86, die der im Betriebe befind- lichen Femsprechstellen 13427. Seit dem Oktober vorigen JahreS hat eine Vermehrung der Femsprecheinrichtungen um 37(75,5 pCt.) und der Femsprechstellen um 5614(71,9 pCt.) stattgefunden. Die meisten Femsprechstellen find in Berlin und Umgegend(4248), dann folgen Hamburg mit 1951, Dresden mtt 727, Frankfurt a.M. mit 491, Leipzig 468, Köln mit 387, Brei lau mit 348 u. s. w. Ende d, I. dürfte die Zahl der Fem- sprechstellen 16 066 betragen. Verbindungsanlagen zwischen verschiedenen Stadt Femsprechstellm find 48 vorhanden gegen 20 im Oktober 1884. Die ausgedehnteste Anlage ist die Verbindung Berlin-Magdeburg mit 178 Km.; dann folgen Frankfurt a. M.'Mannheim mit 86 und Bremm-Bremerhavm mtt 69 Km. Der Genuß von Mießmuscheln hat in den letzten Tagen auch hier eine Erkrankung zur Folge gehabt. Der Be- Ber eines Uhrengeschäfts in der Simeonstraße, Herr S-, hatte >ends eine kleine Portion solcher in seiner eigenen Küche zu« bereiteten Muscheln genossen, worauf er in ver Nacht unter denselben Symptomen, wie fie bei den Vergiftungen in Wilhelmshaven beobachtet worden find, heftig erkrankte. Erst nach mehrstündigem Umherlaufen gelang eS der Gattin des Er- kranktm, einen Arzt zu finden, der auch ein Rezept verschrieb. Der Patimt, der inzwischen schon die schwerste Krists über- standen hatte, erholte fich im Laufe der nächsten Tage völlig und hat keinen bleibenden Nachtheil an seiner Gesundheit da- vongetragen.— Die Miesmuschel beschäftigte übrigens die Berliner„Midlzinische Gesellschaft" in ihrer letzten Sitzung, in welcher Professor M. Wolff mittheilte, daß die bezüglichen Untersuchungen bereits zu einem bedeutsamen prattischen Re« sultat geführt haben. Nach erfolgter Feststellung der Natur des GifteS handelte es fich um die Frage, ob die ganze Mieß- muschel giftig sei, oder nur einzelne Therle derselben und event. welche? Zu diesem Zwecke wurde der anatomische Bau der Muscheln genau studirt und ausgedehnte Thierversuche an Fröschen, Kaninchen, Meerschweinchen rc. angestellt. Es ergab fich, daß von allen Organen der Miesmuschel nur die Leber giftig ist und daß diese allein als der ausschließliche Sitz des Giftes anzusehen ist. Nicht immer liegt ein tiefer Sin« im kindliche« Spiel und daS Spielen mit scharfen ioder spitzigen Jnstru- menten oder Werkzeugen wird dm Kindem, obgleich es sich von selbst verbietet, leider immer noch gestattet und obendrein seitens der die Kinder beaufsichtigenden Personen die nöthige Vorficht außer Acht gelassen. Eine solche Unterlassungssünde hat wiedemm einm recht deklagenSwerthen Unglücksfall herbei- geführt und über die Familie des hiesigen Eisenbahnbeamtm Dalchow Kummer und Leid gebracht. Das vierjährige Söhn- chen desselben vergnügte fich, auf dem Fußboden des Zimmers fitzend, damit, einen seines Hölzemen Handgriffes entledigten Bohrer in die Dielen zu schrauben. Den schwachen Kräften mußte es doch gelungen sein, den Bohrer in das Holz zu treiben, sodaß derselbe festsaß. Bei dem Bemühm deS Kleinen, dm Bohrer auS dem Hohe herauszureißen, fuhr derselbe, plötzlich nachgebend, in die Höhe und die Stange des Bohrers dem Knaben so unglücklich in ein Auge, daß sofort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte und der Verlust deS Auges unausbleiblich erscheint. Möge dieser Vorfall allge- mein zur Wamung dienen und dazu beitragm, die falsche Nachficht und Schwachheit Kindem gegenüber endlich zu be- seitigm. Gerichts-Zeitung. Mne Differenz zweier Studirender im anatomischen Hörsaal gelangte anstatt auf dem Fechtdodm gestem vor dem Prioatklagerichter zum Austrage. Kläger ist der Kandidat der Medizin Theodor Rosenberg, Beklagter der Doktor der Medizin Wilhelm Vohwinkel. Beide haben dm Privatkursus des Privatdozenten Dr. Brösccke belegt. Vor dem Beginn des- selben hat Dr. B. angeordnet, daß diejenigm Hörer, welche beständig nachschriebm, auf den Bänken Platz nehmen sollten, während Diejenigen, welche bereits einen Kursus durchgemacht haben und nur den Demonstrationen mit anwohnen wolltm, vom am Demonstrationstisch Platz nehmen dürfen. Diesen sei es jedoch gestattet, sich einzelne Notizen zu machen. Am 23. September cr. geriethen die Parteien wegen ihres Platzes in Streit. Beklagter forderte den Kläger, der seiner Meinung nach nur nachschrieb, auf, ihm den vom eingenommenen Platz einzuräumen, was dieser, ohne fich weiter in einm Disput ein« zulassen, kurz ablehnte. Als Beklagter nunmehr wiederum wahrzunehmen glaubte, daß der Kläger auch in dieser Stunde nur nachschrieb und den Demonstrationm absolut keine Auf- merksamkeit schenkte, rief er demselben zu:„DaS ist eine Unverschämthett von Ihnen, ich würde eine ganz andere Sprache zu Jhnm reden, wenn mich nicht der Ort, wo wir uns befindm, davon abhielte." Beklagter reichte dem Kläger zwar eine Karte, dieser aber erklärte, daß er die seinige nicht erhalten würde. Er zog eS vielmehr vor, den Rechtsweg zur Erlangung einer Sühne für die ihm zugefügte Beleidiaunazu beschreiten. Der Beklagte räumte ein, die ihm imputtnm Worte gesprochen zu haben, er könne fich aber nicht dazu verstehen, dieselben zurückzunehmen. Kläger behauptete, daß er bereits einen Kursus bei Dr. B. durchgemacht und nicht nachgeschrieben, sondern nur zur Vervollständigung legimheftes Notizen gemacht habe. Ein Zeuge unterstilk»� Angabe, während ein anderer Zeuge die vom Beklagten«e stellte Version, daß ver Kläger beständig nachgeschrieben w* als richtig bekundete. Kläger beantragt nach geschlossener» weiSaufnahme die Verurlheilung des Beklagten, wob'M Dr. E. Friedemann für diesen die Berechtigung in tln'S» nahm, die Handlungsweise des Klägers, wie geschehen, w.? tifiren. Habe der Beklagte, wie angenommen werden w» in der Beurtheilung der Sachlage, daß der Kläger seinen v widerrechtlich am Demonstrationstich eingenommen habe. dann war das Verhalten des letzteren auch ein unangemck� und sein Mandant habe es nur mit dem richtigm»u*- bezeichnet. Unter Adoptirung dieser Ausführungen erkae» der Gerrchtshof auf Freisprechung des Beklagten. Uereine«nd Uersammlung�! Vereinigung deutscher Schmiede. In der letzltn W einSversammlung, welche am Eonnabend. den 28. y in Gratweils Bierhallen, Kommandantensttaße 77—79, hielt Herr Canitz einen sehr beifällig aufaenommenen über„Gicht und Rheumatismus". Der Vortragende ew die EntstehungSursachen und den Verlauf dieser bn Schmiedcn so häufig vorkommenden Krankheiten, wp* durch Arzeneien jc. zu heilen seien, sondern durch erne gemäße Lebensweise. Der Vortragende tritt mit' Worten für die Naturheilmethode ein und sucht dura führung mehrerer Beispiele aus seiner Praxis den selben den Versammelten klarzulegen. Eine Diskuiston> � fich an den Vorttag nicht an. Zum zweiten Gegenslaop� Tagesordnung:„Wahl einer Kommission für den Nachweis berichtete Herr Drewitz, daß auf ein den Nachweis betreffendes, an die Meister gerichtetes vi keine Antwort erfolgt sei. Man müsse daher annehwP� die Meister sich mit der Angelegenheit nicht »ollen, wahrscheinlich deshalb, weil die ü»,. sich weigern, den„Gesellen-Ausschuß" als die w(# � Vertretung der Gesellenschaf anzuerkennen. Es sei � wendig, daß eine Kommisfion gewählt werde, welch«%iü nöthigen Vorarbeiten zur Enichtung eines Arbeitsnl»» z, bettaut würde, damit dieses Institut gleich nach%# Funktion treten könne. Diese Kommisfion soll au«- � gliedern bestehen: 3 Vorstandsmitglieder, 3 Vereins�M und 3 von einer öffentlichen Schmiedegesellen> VeN�,« gewählten Kollegen. Die Versammlung erklärte fich Projekte einverstanden. Zum Schluß machte Herr T�i- kannt, daß in der nächsten Vereinsversammlung cLLgtc »ember ein Vortrag über, Hufbeschlag" oder über Schiedsgerichte" gehalten werden soll..„ t«' Oeffentliche Versammlung der Steinbrno?-� Lithographen heute Abend in Buggenhagen'S Etab�Z (oberer Saal), am Moritzplatz. TageSoidnuna:''«o» der Kommisfion über den Stand deS StteikS bei 50 Ernst u. Co. 2. DiSkusfion. 3. Verschiedenes.. Verein ehemaliger Schüler der 102. Gem«'"'� jeden Mittwoch nach dem 1. und 15. im Moiuu, 9 Uhr, im Restaurant Kaiser Franz. Grenadierplatz'• � Theater. Opernkan«. Heutt: Der Trompeter von Sättingen. _„ Schausptelhau». Heute: Roderich Heller. Deutsches Theater. Herste: Ein Tropfen Gift. Friedrich-WilhelmstädtischeS Theater. Heute: Offenbach-Cyclus. Blaubart. Restdenz-Theater. Heute: Clara Eoleil. Wallner-Theater. Heute: Mein Leopold. velle-Alltance-Theater. Herste: Ein Fallissement. Walhalla-Operetteu-Theater. Heute: Don Eesar. Viktoria« Theater. Herste: Meffalina. Central-Theater. Ave Jakobstraße 32. Direktion: Adolph Ernst. Heute: Zum 122. Mal«: Die wilde Katze,»tsonatooff« tn 4 Akten von W. Mannstädt, Musik von G. Steffens. LouisenstädtischeS Theater. Direttion: Jos. FirmanS. Heute: Fidelio. Osteud-Theater. Herste: Dorf und Stadt. König städtisches Theater. Heute: Gastspiel der Luiputaner. Die kleine Baronin. Theater der RetchShalleu. Säglich: Aufreten sämmtlicher Spezialitäten. «mertean-Theater. Täglich: Auftreten sämmllicher Spezialitäten. Kaufmann'S Varl©«. Täglich: Große Spezialitäten-Vorstellung. Koukordta. Täglich: Auftrettn sämmllicher Spezialitäten und theatralische Vorstellung.___ Alhambra-Theater. Wallnercheaterstraße 16. Mittwoch: Zum 3. Male: Geld und Liebe, BolkSstück mtt Gesang in 3 Akten von Franz Melchers. Bor der Vorstellung: GroßeS Konzert der Hauskarelle. Anfang deS Konzerts Wochentags 7 Uhr, der Vorstellung 8 Uhr. Anfang deS Konzerts Sonntags 6 Uhr, der Vorstellung 7'/. Uhr. »on» haben Wochentag» Gittigkeit und find im Theater bureau _(12—1 Uhr) gratis zu haben._ Haehr'a Caalao. Orantenstraße 24. Naunynstraße 65a. Täglich:«rosse Spezlalltaten-VorsteUniir. Neu! Austreten deS berühmten Mignon-TänzerpaareS Ge« oister Footttt, deS TranSformationSkünstlerS Hrn. Klösselli, urkomischen Willms, der Wiener DueMstm Geschwister Kranke, der Chansonetten Frl. Büren, Lazarini, Krüger. »wie Spezialitäten L Ranges. Nähere» die Tagesprogramme. Wochentag» Anf. 8 Uhr, SonntagS Anf. 6 Uhr._ , ,iTi i Passage 1 Treppe. 9 U. Morg. bis 10 U. Ab. XTHgr Kaiser-Panorama. SEJf DaS maier. Oder-Italien. Pompeji. Eine Reise durch die sachstsche Schwei,. DreS« den. Hochinteressant: Die H e r t h a«Reise. Karolinen« Inseln, s Reise 20 Psg„ Kinder nur 10 Pf. Abonnements. Große s h. Lotterie zu Weimar. Ha»«, Mk. 30 000, 10 000, 5000 etc.%\ 150 OOO Mark. s* Gesammtw. d. Gewinne Ziehnng: 10. Dezember und folgende Tage- tr. a 1 Mark(11 Loose für 10 Mark), für Porto und Liste 20 Pfennig emvsieh" -- Berlin W., Friedrichstraße 85, zwischen Behrenstraße und Unter d. Linden Loose A. Asctaentaebn, Wo speisen Sie? In der alttn Pommerschen Küche b. K l e i n, jetzt Orantenstraße 181, Hof Part. Gediegener Mittagstisch mit Bier 50 Pf. Abendtisch in großer Auswahl von 30 Pf. an. Angenehmer Aufenthalt mit Billard. ' liffi Vi 67 esx ess. Ii!! 1- e»£ s « ft «■ I 3> S & = g n n iS WWWWWWWWMWM 6»"WWW Bürsten- und P Insel- Pabrllt von W. Heyfelder, Nr. 7. DreSdener-Straße Rr. 7. empfiehlt sein eigenes Fabrikat zu soliden Preisen. Fristr- und Staub-Kämme in Gummi, Horn- imd Elfenbein. Fensterleder, Schwämme, Zahn- und Nagelbürsten. Spezialttät: Piassava« Besen zur Sttaßen-, Hof- u. Etall-Reinigung. Zur Wiutersaisou empfehle meine Ftwk»yögllchn Alz-. Wlf.: Hchstditze. ebenso' Jlwtfce« ia lim Stift«. ßo# G« Geyer,«O., Mariannenftraße 10, so. Pränscher s anatomisches Mose# W#' im rothen Schloss"VS ros 9 Morgens bis 10 Abend« für erwachse»»| freitag ganzer Tag DäilllCIltil�. eihhaus Ausverkauf T'O Jägerstrasse 7' • � zwischen Kanonier- und Mauerstraßc. Verfallene hochelegante neu und wenig getragene i? r. 12000 Winter-Neberftth� streng modern ff. Stoffe von 10-)" r' 8000 compl. Rock- S: n. Rädchen-Mäntel, 3000 hocheleg. Hausdienerjacken, sollen spottbillig für den reellen WeftheS auSverk.»erb., täglich, auck v. kauf und laffe fich durch deren Anreißer Nidst sondern achte genau auf obige Firma. » Poliieil. conc. ÄelaMani jat etftm JImmttfili'11 � J Auswahl, von 30 Pf. an. bis Abends H Uhe- Tisanell- nnb Ferdinand Ew»"1 D_ H. Brem et), fih Ctaaretten und Vräseot-Ligarr� . Achtnnal........ kein amerikanischer Tabak 113 Kattbuserstraj Eine RestaurationS-� LA an»-.«�«. m.*.�r.—- nebst Wand-Arme ist billig zu Kottbuserstraße 2.. Verantwortlicher Redakteur«. Aranhet» in Berlin,»ruck und Verlag von«ax vadwg 1 Schuhmacher auf SohlenauSbeffern��� � .«, fiP Berlin 8W, Beuthstraße» Hteri» tinrf jten auff :bcn W Ifen«> uobinW i»nW >en einen# jabe f' aemtfic ,»uSW i«(0 Beilage zum Berliner BoMblatt. U S8Ä Mittwoch» den 2. Dezember 1883« "> „(itf S II Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. _ L. Sitzung vom 1. Dezember, 1 Uhr. Am Tische deS BundesratheS Fürst v. Bismarck, «on Boetticher. Bronsart von Schellendorff, � E t e p h a n u. a. Die Tribünen find überfüllt. v. Eingegangen ist ein Gesetzent-vurf, betreffend die Kontrole � Reich- Haushalts- Etats und des Landeshaushalts-Etats in «lsa�Lothringen. ,»Der Antrag Träger? wegen Einstellung des Strafver- ichwnS gegen den Abg. Nühleisen wird einstimmig genehmigt, Mdem Abg. Meyer(Breslau) ausgeführt, daß die Einleitung Verfahrens keinen politischen Grund hat, sondern daß die Miesfion Mühleiien's als Bierbrauer in Frage steht, weil er Wn« Faffer selbst verpicht hat.(Heiterkeit.) 'J\ Auf der Tagesordnung steht sodann die von dem Arg. 2*0 zewski und der polnischen Fraktion, unterstützt von Mreichen Mitgliedern des Zentrums, der freifinnigen Partei, Sozialdemokraten, den Elsaß-Lothringern und dem Dänen wngf uen eingebrachte I nterpe llation: .«In den letzten Monaten wurden viele taufende von gnbtn Ueterthanen. namentlich aus den östlichen Provinzen ? preußischen Staates, ausgewiesen oder lür die nächste Zu- Pjt damit bedroht. Wir richten an die Reichslegierung die g�rnge, ob diese Thatsache und ihre Begründung zu ihrer Nntniß gelangt ist, und ob dieselbe bereits Schritte gethan p' oder noch zu thun beabfichtigt, um der weiteren Durch» 'Mung der verhängten Maßregel entgegen zu wirken." a,. Der Präsident fragt, ob und wenn die Vertreter der .�sregierung zur Beantwortung der Interpellation de- � sind. i Reichskanzler Fürst v. Bismarck: Ich habe zunächst � Reichstage eine Allerhöchste Botschaft in Bezug hierauf �"ZUt heilen: (Der Reichstag erbebt stch-) o- Wir Wilhelm, von GotteS Gnaden Deutscher Kaiser, JWg von Preußen-c., thun kund und fügen hiermit zu . Den Verhandlungen des Reichstages mit Aufmerisamkeit Mnd. haben Wir aus der Tagesordnung des 1. Dezember daß eine Interpellation in Ausficht steht, welcher die Zichtsauffaffung zu Gcunde liegt, als od in Deutschland eine �sichSregierung bestände, die verlaffungSmäßig in der Lage Tu! schritte zu thun, um die Durchführuug von Maßregeln ! bindern, welche von Uns in Unserem Königreich Preußen füglich Ausweisung ausländischer Unterthanen ange» �net worden find. Die Thatsache, daß diese rechtliche Vor- ?u°sttzung nach Ausweis der Unterschriften der Interpellation M der Mehrzahl der bisher anwesenden Mitglieder des ?uchstages für richtig gehalten wird, legt Uns die Verpflich» N?*us, der selben gegenüber Unsere Rechte im Königreich zNen und die Richte eines Jeden Unserer Bundes» Msstn � Betreff der Landeshoheit ausdrücklich zu ver- e>*bren. Wir haben— gleich Jedem der verbündeten mufkn— wesentliche und unbestrittene HoheitSrechte ff' Einheit der deutschen Nation willig geopfert und dem rstichStage bezüglich Unserer Staaten weitgehende Rechte ein- Mumt. Wir bereuen die von UnS gebrachten Opfer nicht. fbir haben die dadurch geschaffenen Rechte und Prärogativen ffs Reichstages stets unverbrüchlich geachtet und Unsere gegen **3 Reich übernommenen Pflichten jederzeit bereitwillig erfüllt, Lsch den Frieden des Reiches mit Erfolg gewahrt und seine Wohlfahrt nach Kräften gefördert: aber mit gleicher Gewiffen. Wigkeit find Wir auch entschloffen, die Rechte Unserer ange- ?*»mten Krone so, wie fie nach den Bundesverträgen Zweifel in Geltung stehen, nicht minder wie die ernes Jeden «nserer Bundeogenoffen, unverdunkelt und unvermindert zu «holten und fie zu schützen. Die in der gedachten Jnterpella- L,°n vertretene RechtSauffaffung findet in keiner Bestimmung der .ri Ildesverträge, der Versaffung oder der Gesetze des Reiches Anhalt. ES giebt keine Reichsregierung, welche berufen unter der Kontrole deö Reichstags, wie fie durch jene Merpellation versucht wird, die Aufficht über die Handhabung ff' Landcsbcheitsrechte der einzelnen Bundesstaaten zu üben, das Recht dazu nicht ausdrücklich dem Reiche über» worden ist. Wir dürfen das Zeugniß der durch W und Unsere Bundesgcnoffen geemigten Natron SP}? anrufen, daß die verfaffungSmaßigen Rechte der Msvertretung von Uns und von den verbündeten Regierungen Sfoeit sorgfältig geachtet worden find; �er Wir dürfen auch MNen. daß der Reichstag mit gleicher G-wrssenhastigkeft die eines Jeden der verbündeten Fürstm und freien Städte Mn werde. Auf dieser Gegenseitigkeit beruht das Vertrauen, 2�(9 die deutschen Stämme und ihre Fürstm und Odrig» &»wer Stnn um mipislhkyTheiiltt' Himmel. v.. dieser Tonart preise« die Pariser Journale da« d,.,ber schönen, jungen Tragödin Fräulein Eugenre Weber. in diesem Augenblick die ganze Künstlerwclt und 5'*, was an der Bühne Antheil nimmt, in Aufregung hat. Ein neuer Stern, eine aufsteigende Größe, deren 2J but HumanftätSgründe und weiter der Umstand, daß wir � mehr als andere mit dem Ausweisungssystem bekannt(st1®, den stnd. Was wir hier gethan haben, werden wir übe:»» wieder thun, wo es fich um ähnliche Maßregeln Handell. Abg. Marquardsen: Wenn die Jnterpellatiqn% zur Besprechung kommt, werden auch meine Freunde oerfehlen, ihrerseits Stellung zu der Angelegenheit»u mm. Ich kann mich daher jetzt auf einige allgemeine � deutungen beschränken. Herrn Hänel möchte ich bem'w" daß ich im Reichstage denselben Standpunkt einneh� werde. den ich jüngst bei der Diskujston des b-ryss� rusfischen Auslieferungsoertrages in der bayrischen vertreten habe. Ueber diestn Punkt bestehen keinerlei nungsverschiedenheiten zwischen mir und dem Herrn Kom�, Was dagegen die Materie betrifft, welche Art. 4 der Verfassung berührt, so kann ich mich nicht ohne weiteres Deduktionen anschließen. Ich lasse mich jetzt darauf nuW'i aber wenn die Frage zur Verhandlung kommt, werde i® dieselbe eingehen. y Abg. v. Koscielski(Pole): Der ReichskaiK uns auch heute wieder dm Vorwurf der Reichsseindsa«>� macht. Wir müffm diesen Vorwurf ein für alle Mal au' � Entschiedenste zurückweisen. Die Nothwmdigkeit, das po" Element innerhalb deS preußischen Staates vollends sticken, ist ja von der preußischen Regierung längst ohne � Motivirung als Etaatsraison hingestellt worden. 8* liegt allerdings keinem Zweifel: wir Polen befindm n**% in Opposttion gegen die preußische Regierung. Hat diese Regierung alle unsere verbrieften Rechte, alle se�vv königlichm Versprechungen gewaltsam weggenomnu'� unsere Rechte verletzt.(Vizepräfident von Fra*%) rügt diese Aeußerung als parlamentarisch un�$ So lange uns unser Recht nicht wird, werden g® wr stets mit der preußischen Regierung und dem in% ti herrschenden System in Opposition befinden. Hier fich nicht um die Gefährdung allgemeiner ReichsinteresF: � dem um Maßregeln, welche die preußische Regierung"5 iii ... alle vre genmüber herausnimmt und erlaubt. Ein für es gesagt: die Polen würdm ihre eigmen Bestrebungen� strafen, wenn fie fich feindlich einem Reich gegenüber$ das seine Größe und Macht demjenigen Prinzip verd«>�.I welches die Polen immer eingetreten find. Diesen dem Deutschen Reiche gegenüber werden wir niemr auch dann nicht, wenn vi« preußische Regierung i01 L � sollte, ihre Ausrottungspolitik auf uns weiter anzuweno-y, wenn die Reichsregierung alle diese Bestrebungen. j./, sollte. Denn wir würden eS für unchriftlich und une � ten, ein ganzes Voll das mtgelten zu lassen, was den gierung an uns verbrochen hat.(Beifall bei den PoleNMe» Vergewaltigung ist leider einzig und allein von derpls™�,)- Regrerung ausgegangen. Die Polm find zwar au«» | lande schweren Prüfungen ausgesetzt gewesen, in P' ; es ihnen aber am schlimmsten ergangen. Ich halte AusweisungSmaßregel für inhuman. � yf Etaatssekretair v. Boetticher: Der Vorredner von gesprochen, daß die preußische Regierung ver»" i � heilige Rechte ihrer polnischen Unterthanen unerfüllt»� babe, daß fie solche Rechte verletzt habe. Ich bin dein ,j Präfidmtm für die dafür ertheilte Rüge dankbar-. yck muß außerdem noch gegen einzelne andere Bemenw™ �5 Vorredne's Verwahrung einlegen. Wenn er davon 0[i' e« hat. daß die preußische Regierung fich Maßregeln „erlaubt" hat und„herausnimmt", daß fie den über Ausrottungspolitik treibt(Zustimmung bei den. �.i wenn er femer sagt, die Polm wollten das deutsches. F mtgelten laffm, was eine einzelne Regierung verbw« weiter, daß die preußische Regierung zuerst die Natw If vergewaltigt habe, so find diese Beschuldigungen m«» weislos hingestellt, sondem auch so ungerecht wie n fp möglich. Wenn der Vorredner schlreßlich den ReichSfeindschast von fich abwälzt und angeführt da- � weit davon entfernt sei, gegen das junge Deutsche Jy � selig gesinnt ,u sein, so würde ich mich sehr freuen- f dafür Beweise beibrächte, und durch die That seinen LandSleutm unsere Vermuthung, für deren(?•• wir bis jetzt allerdings nichts gesehm haben, beseit'S fall rechts.) . I größte Unrecht gethan W-'fainfS mit dem daß der Reichstag vollständig � � rnu wem«og. vaner, oay oer merlyerag wm»••••v von rj ist, in dieser Frage Stellung zu nehmen, und rck Kei>e. uns auch für kompetent erachten, die uns heute 2°rf0,�L Reichskanzlers und von höherer Stelle gemachten t.. zurü�y gegen unsere Kompetenz auf daS AllerentschiedMN minQ. werfen. Ich möchte deshalb den Abg. Wrnvth�' gjn< wamen) auS dessen Rede schien mir so etwaS hf%%bar)U% mungen die Staaten daS Recht haben,#i%j aueme Fremde auSzuveisen. Hier ist eS stand haftrgkeii der Ausweisung und der r�:» Verwaltung schon vor längerer Zeit ein Rundschreiben an jje Bundesregierungen gerichtet, in welcher diese Frage ihrer Erwägung empfohlen und Aeußerungen darüber erbeten werden, »b ein Bedürfniß für eine strafgesetzliche Bestimmung zum Schutze des Gcwerbegeheimniffes anzuerkennen sei. Die Rück- Äußerungen liegen noch nicht vollständig vor und so haben denn »uch keinerlei Erwägungen stattgesunden, wie man fich zu stellen habe. Anläßlich serner Bemerkung werde ich mich mit dem Ge- Mftande beschäftigen und die gerügten Punkte näherer Be« Pachtung unterzicyen. Was enolich eine Zusammenstellung MmLicher Waarenzeichen detrifft, so hatten wir die Sache früher «reits in Angriff genommen, dieselbe scheiterte aber an der �Teilnahmslosigkeit der Interessenten und namentlich der Kandelskammern. Neuerdings ist die Sache wiederum in Angriff genommen worden, augenblicklich finden Verhandlun« Ren darüber statt, ob fich ein Verleger für ein solches Werk ™den wird. . Der Titel wird bewilligt; die übrigen bis Titel 6 werden M beanstandet. Hierauf vertagt fich das Haus. . Präsident v. Wedell-Piesdorf setzt verschiedene An« �äge auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung, darunter »lS letzten den des Abg. v. Köller wegen Pensiont- rung von Reichszivilbeamten. Abg. R i ck e r t bittet, diesen Antrag an die erste Stelle Zu setzen und gleich die erste und zweite Lesung für morgen in Aussicht zu nehmen und ersucht diejenigen Mitglieder, deren Anträgen vor v. Köllers Priorttätsrechte gebühren, zu Gunsten letzteren zurückzutreten. DaS ZivilbeamtcnpenfionSgesetz ««de voraussichtlich nur geringe Diskussion veranlassen und gas wichtige Gesetz dann endlich bald erledigt und an die Bundesregierungen gebracht werden können. Die einzelnen Abgeordneten, deren Anträge die Priorität u°r v. Köllers befitzen, erklären fich mit dieser Maßnahme ein. Erstanden. Der Antrag v. Köller kommt also an die erste stelle der Tagesordnung. . Abg. v. JazdzewSki dehält fich vor, an einem der "achsten Tage die Besprechung der heute von der Tages- «dnung abgesetzten Interpellation für die nächste Sitzung zu «antragen. Schluß 4'/« Uhr. Nächste Sitzung M it t w ochl Uhr. (Antrag p. Köller. Antrag der Po'en, betr. die Gerichtssprache, �d sozialdemotratischer Antrag, betr. Arbeiterschutz, nebst den anderen darauf bezüglichen Antragen der Abgg. Lieber, Hitze und Lohren.)_ Kommunales. , Die Stichwahlen zur Stadtverordnete«- verfamm- ■nng finden, wie die Wahlvorstände bekannt machen, am Dienstag, den 15. Dezember, in der Zeit von 9 Uhr Bor« Wittags blS 6 Uhr Abends statt. Bekanntlich hat nur die -H. Adtheilung Stichwahlen zu vollziehen und zwar im- _ 8. Wahlbezirk zwischen Kaufmann Vortmann(liberal, % Stimmen) und©tadln. Pickenbach(Bürger> Partei, 749 Stimmen). Der Arbeiterkandidat, Tischler Nöskc. erdielt nach der amtlichen Feststellung 264, Herr Rothensee 23 Stimmen. Mahllokal: 99. Gemeindeschule, Steinmetzstr. 79. v 10. Wahlbezirk zwischen Kaufmann Meyer(B..P.. 502 St.) und Rentier Mühiberger(IIb.. 434 St.). Der ArbeUerkandldat, Aiedaillcur Krohm, erhielt 359, Stadtv. Scheiding 95 St., während 15 St. zersplittert waren. Wahllokal: 60. Gemeinde« "buk, Fürblingerstr. 33/34. Kandidat der Liberalen. Stadtv. Dr. Gerstenberg, erhielt M) Stimmen. Wahllokal: 87. Gemeindeschule. Memelerstr. 24/25. MWGMMW z'- Gemeindeschule, Ettaußbergerstr. 9. 32. Wahlbezirk zwischen Rechtsanwalt Hoffmann'B..P., M St.) und Odermeister der Strumpfwirker� Innung Fleischer -»d.. 637 St.) Der Arbeiterkandidat, Gelbgreßer Schulz, Et. Zersplittert 1 St. Wahllokal: 153,154. Gemeinde- 'thuk, Zehdenickerstr. 17/18. Vergolder Böhl(Arbeiter-Partei 50! St.) Abg. St. Wahllokal: ' V/ uyvm ww Wf_.1« Gemeindeschule, Ackerstraße 28 a. OWWVKNL El. Wahllokal: 14. Gemeindeschule, Kcsselstr. 3(4. Urtier Ballmüller, erhielt 237 St.. zniplittert al: 113. Gemeindeschule, Thurrnstr. 83. Die Stadtverordneten " keine Sitzung ab. .Versammlung hält in dieser Uokales M Weise zu illustriren. Außerdem ist es uns nicht ganz unbe« kannt, woher diese Brüslirung eigenllich stammt. Wer die Ehrlichkeit befitzt, gegen gewisse Elemente und Institute, die vom„Berliner Tageblatt" in widerlicher Weise proteairt werden, zu opponiren, wird herabgerissen und verleumdet! das imponirt uns aber in keiner Werse. Wenn wir nunmehr auf die Sache selbst eingehen,— das„Berl. Tagebl." Macht uns den Vorwurf, daß wir Artikel ohne Quellenangabe auS seinem Text nachgedruckt hätten— so möchten wir die de- scheidene Anfrage, absolute Ehrlichkeit natürlich vorausgesetzt, an das„Berirner Tageblatt" richten, wo das Gedicht, welches vom„Berliner Tageblatt" am Tage vor den Wahlen der Wahlmävner zum preußischen Landtag, also in der Abend- ausgäbe vom 23. Oktober, beginnend mit ocn Worten:, /Lobet den Kanzler rc", nach der Melodie des Kirchenliedes„Lobe dm Herrn, den mächtigen König der Ehren" eigentlich her« stammte? Der Text jenes LiedeS hat die Runde durch die ganze deutsche„deutschfreifinnige" Presse g- macht, kein Blatt verschwieg, daß dieses Unikum dem so berühmten und wohlunierrichtetm„B.rliner Tageblatt" mtnommen war, der König der Reklame konnte fich ins Fäustchen lachen ob der billigen Gcschäftsempfehlung, und doch war daS Gedicht dem„Berlmer Volksblatt", welches trotz der Ironie des Moffe'schen Jnseratenorgans doch das Organ der Berliner Arbeiter ist, einfach entnommen, denn wir waren bereits in unserer Nummer 247 vom 22. Ottober in der Lage, unseren Lesem das poetische Machwerk zu unterbreitm. Wir schwiegen damals, weil wir dem„Berliner Tagblatt" die Früchte seiner so außerordentlich wohlanständigen Handlungsweise gönnten und weil es, wie verschiedene andere Zeitungs« redaklionen wissen werden, durchaus nicht zu unseren Ge- wohnheiten gehört, besonders viel Aufhebens über einm uns entnommenen Artikel zu machen. So geschäftsmäßig betreiben wir die Sache überhaupt nicht, wir kennen noch andere Zwecke und Zkle als das„ G e s ch ä f t." Kennt das„Berl. Tagebl." vielleicht die„Statistische Korrespondenz" und die„Deutsche Verkehrszeitung"? Es find das Organe, die dem größeren Publikum unbekannt, vom„Berl. Tagebl." in geradezu unver- schämter Weise ausgeschlachtet werden. Dabei ist das „Berl. Tagebl." so ungeschliffen, daß es, wenn eS die genannten Organe überhaupt anführt, niemals Gänsefüßchen gebraucht, um den oberflächlichen Leser in den Glauben zu versetzen, Alles stamme aus dem Kopf und der Feder des doctor— cerevüiae. Oder glaubt das„Berl. TflbL", daß es so schwer wäre, dem Ursprung seiner sogenannten Original- notizen nachzugehen? Vor einigen Tagen brachte daS Blatt wahrscheinlich die Oriainalnotiz, um welche es fich hier handelt— es gehört zu den Gepflogenheiten des WeltblatteS aus der Jerusalemerstraße, niemals Tbatsachen anzuführen— über eine Leiche, die ohne Kopf in der Nähe von Düffeldorf aufgefunden wurde. Das„Berl. Tabl." brachte diese Nachricht unter seinem lokalen Theile, weil ein Berliner Kriminal-Kommiffarius mit den Recherchen betraut war. Der Bericht ist der„Kölni- schen Volls-Ztg." vom 26. November wörtlich entnommen, und hoffentlich ist es nur eine Nachlässigkeit der Redaktion des „Berl. Tagebl." gewesen, daß man bei Erwähnung jener Blut- that das rheinische Blatt ganz zu zitiren vergaß. Dem„Berl. Tageblatt" steht eS also recht schlecht an, in so gehässiger Werse ausfallend zu werden. Es giebt für ein der- artigeS Benehmen ein derbes deutsches Sprichwort, und wir unterdrücken dasselbe nur. um nicht in den Ton des „Berl. Tagebl." zu verfallen. Jedenfalls ersteht das Moffe'sche Organ auS diesen wenigen Ausführungen, daß wir absolut nicht gesonnen find, uns von ihm in seiner bekannten dreisten Manier über den Mund fahren zu lassen. Wenn eS noch einige Anmerkungen zu seinem Text wünscht, so find wir bereit; es soll ihm geholfm werden! ar. Die Volkszählung fördert manche humoristischen Blüthen zu Tage. Ein tttann hatte in der Rubrik„Familten- stand" die drei Worte„verheirathet",„verwittwet" und„ge- schieden" sämmtlich unterstrichen und, als ihn der Zähler dar- über interpellirte, erklärte er:„Das ist doch ganz richtig; eine Frau hatte ich, von der bin ich geschieden; die zweite ist mir vor anderthalb Jahren gestorben, und nun versuch' ich eS eben mit der dritten!"— Ein Miether hatte in der Nacht zum 1. Dezember heimlich seine Wohnung verlassen, und der Hausbesitzer, der bleichzeitig als Zähler fungirte, schrieb auf die Zählkarte:„Nähere Angaben nicht möglich, da der Betreffende seit heute Nacht verrückt ist."— SterblichkeitS- und Gesundheittverhältnisse. Gemäß den Veröffentlichungen des kaiserlichen Gesundheitsamtes find in der Zeit vom 14. bis 21. November von je 1000 Einwohnern, auf den Jahresdurchschnitt berechnet, als gestorben gemeldet: in Berlin 22,4, in Breslau 24,5, in Königsberg 56,4, in Köln 22,0, in Frankfurt a. M. 16,5, in Hannover 15,5, in Kassel 22,6, in Magdeburg 23,9, in Stettin 26,5, in Altona 28,6, in Straßbura 18,4, in Metz 14,1, in München 23,4, in Nürnberg 21,8, in Augsburg 25,0, in Dresden 23,7, in Leipzig 14,8, in Stuttgart 19,2, in Karlsruhe 17,3, in Braunschweig 24,3, in Hamburg 30,5, in Wien 23,4, in Budapest 27,0, in Prag 30,7, in Trieft 26,3, in Krakau 22,8, in Basel 14,3, in Brüssel 30,8, in Amsterdam—, in Paris 21,9, in London 19,9, in Glasgow 26,8, in Lrverpool 21,5, in Dublin 30,3, in Edinburg 18,9, in Kopenhagen 21,0, in Stockholm 22,6, in Christiania 25,2, in Petersderg 23,8, in Warschau 26,8, in Odessa 34,5, in Rom 22,0, in Turin 24,0, in Bukarest—, in Madrid—, in Alexandrien—. Ferner in der Zeit vom 25. bis 21. Oktober: in New-Nork 21,9, in Philadelphia 18,0, in San Franziska—, in Baltimore 18,9, in Kalkutta—, in Bombay 24,2, in Madras 33,7.— Die Sterblichkeit war auch in dieser Bertchtswvche in den größeren Stävten Europas eine günstige, wenngleich in einer nicht unerheblichen Zahl von namentlich deutschen Städten (Hamburg, Königsberg. Kassel, Magdeburg, Stettin) sowie aus Prag, Brüssel u. a. etwas höhere Sterblichkeitsziffern, als auS der Vorwoche, gemeldet wurden. In Folge der zumeist öst. lichen Windrichtungen, die in den letzten Wochen geherrscht halten und auch während der Berichtswoche zum größten Theile vorwiegend blieben, waren besonders Eterbefälle an akuten Prozessen der Athmungsorgane in Danzig, Dresden, Elder« fclv, Hamburg, Königsberg, Magdeburg. München, Prag, Pari», London u- a. gesteigert, in Berlin, Breslau. Wien, ein wenig vermindert. Diese Steigerung betraf jedoch mehr die höheren Altersllaffcn, während die Thcilnahme des SäuglingSalters an der Sterblichkeit meist eine verminderte war, so daß von 10000 Lebenden, aufs Jahr berechnet, in Berlin 63, in München 77 Kinder unter 1 Jahr starben.— Von den Jgfettionskcankheiten haben Masern, Scharlach, typhöse und Kindbettfieber ein wenig mehr, Diphtherie, Keuch husten und Pocken etwas weniger Sterdefälle hervorgerufen; auch Darmkatarrhe und Brechdurchfälle der Kinder führten seltener zum Tode.— Die Masernepidemien in Bremm, Danzip, Dresden, Paris, Liverpool fordertm noch mehr Opfer als in der Vorwoche, auch in Berlin und St. Petersburg nahm die Zahl derselben ein wenig zu, in Budapest, Wien, Warschau. London dagegen etwas ad. In Königsberg sank die Zahl der Sterbesälle auf 34(von 43 der Vorwoche), doch war die Zahl der Erkrankungen noch immer eine sehr große; aus der Stadt Königsberg wurden 659, auS dem Re- aierungs bezirk 1117 Erkrankungen gemeldet.— DaS Scharlachfieder zeigte in Dresden. Hamburg, Wien, Christiania, St. Petersburg, Warschau eine Steigerung, in Berlin, Altona, London, Prag eine Abnahme der Todesfälle.— Die Sterblichkeit an Diphtherie und Kroup war im Allgemeinen eine etwas geringere als in der vorhergegangenen Woche; be- sonders hat in Hamburg, Magdeburg, Halle, Nürnberg, Stettin, Wim, Budapest, London. Kopenhagen, St. PctcrS- bürg die Zahl der Sterbefälle abgenommen, während fie in Altona, Barmen, Berlin, Breslau, Dresdm, Kassel, Königsberg, Stuttgart, Brüssel, Christiania, Paris, Warschau u. a. eine größere wurde; auch im Regierungsbezirk Schleswig waren Erkrankungen an Diphtherie sehr zahlreich.— Typhöse Fieder blieben meist beschränkt; nur in Hamburg, London, Paris, Trieft, St. Petersburg war die Zahl der Todesfälle eine ansehnlichere.— Sterbefälle an Flecktyphus kamen auS St. Petersburg und Warschau je 2, aus dem Regierungs» bezirk Aachen 3, Erkrankungen daran aus dem Regierungs-' bezirk Aachen und aus St. Petersburg je 5 zur Anzeige.— An Keuchhusten gingen in Berlin, London, Hamburg, Stock- Holm viel Kinder zu Grunde.— Pocken traten im Allge» weinen etwas seltener auf, nur aus Wien. Prag, Venedig wird eine größere Zahl von Todesfällen gemeldet. Einzelne Sterbefälle an Pocken kamen aus Berlin, Basel, Genf, London, Liverpool, mehrfach aus St. Petersburg(2), Paris(3), Budapest(4), Warschau(5) zur Mittheilung; Erkrankungen an Pocken kamen aus Berlin und Breslau je 1, aus Hamburg 4 zur Anzeige. Amtlichen Mittheilungen zufolge find in Spanien vom 10. und 11. November nur noch 17 Erkrankungen mit 5 Todesfällen an Cholera bekannt geworden' auch in Italien geht die Epidemie ihrem Ende entgegen. Aus der Provinz Palermo kämm vom 8. bis 16. November 10 Erkrankungen und 2 Todesfälle, aus der Stadt Palermo in derselben Zeit 23 Erkrankungen mit ebenso vielen Sterbefällen zur Kenntniß. In Toulon ist die Epidemie seit Ende Oktober erloscbm. Im Departement Finist�ce kamen jedoch noch immer eine ganze Zahl von Erkrankungen(vom 11. bis 16. November 60, d.e 25 Todesfälle hervorriefen) zur amtlichen Melvung. Die Volkszählung in der königliche« Charitee bot ein besonderes Interesse und hatte, wie die„Post" mittheilt, den ganzen komplizirtm Beamten-Apparat in Bewegung gesetzt. Die Zählkarten für die größere Hälfte der Kranken mußtm von den Beamten selbst ausgefertigt werden. Man kann fich von der enormen Arbeit des gesammten Personals eine kleine Vorstellung machen, wenn man berückficktigt, daß für die Gemüthskranken, welche unfähig find, selbstständige Angaben zu machen, allein ca. 700 Aktenstücke nachgesehen werden mußten, um die Personalien festzustellen. Eine gleiche Arbeits- thätigkeit war auch für die Kinder aufzubieten. Der stündlich fluttuirende Krankheitszustand ergab die enorme Ziffer 1671. Außerdem kommen noch zum Personalbestande ca. 400 Wärter und Familienmitglieder des Dienstpersonals. g. Z« einer außergewöhnlichen Leistung wurde gestern Abend wieder einmal die Feuerwehr herangezogen. Das Pferd eines Arbeitswagens trat auf dem Grundstück Mark- grafenstraße 9, auf welchem ein Neubau aufgeführt wird, fehl und stürzte in eine dort befindliche tiefe Baugrube hinein. Da die anwesenden Arbeiter das Thier nicht aus seiner Lage befreien konnten, so requirirte man die Feuerwehr, der es denn auch nach kurzer Zeit gelang, den verunglückten Gaul an die Oberfläche zu bringen. Einen Schaden bat dasselbe nicht erlitten. Würde das Pferd, so sagte ein Witzbold, mit den Beinen nach oben gelegen haben, so hätte man es mit einem großen Magnet an den Hufen herausziehen können, welchen die Feuerwehr zu diesem Zweck jetzt befitze. Bei Nervofität des Kopfes, entstanden aus geistiger Ucberanfirevgung, ist, wie uns auS unserem Leserlreise mit» getheilt wird, ein billiges Heilmittel die gepulverte Wurzel des Beifuß.(Radix artenusiae pulvis.) Man nimmt von diesem Pulver einen Theelöffel voll mit etwas Zucker auf eine Tasse Waffer und trinkt die Mischung Abends vor dem Schlafen» gehen. In schlimmeren Fällen wiederholt man den Gebrauch auch noch ein- bis zweimal am Tage. Mittheilungen über die Bewegung der Bevölkerun» der Stadt Berlin. Im Monat Oktober d. I. fanden 2312 Eheschließungen statt. Bei 2037 Eheschließungen waren Mann und Frau gleicher Konfesston, und zwar waren 1935 evanae» lische, 51 katholische, 51 mosaische Paare. Evangelische Misch« ehen waren 131, mit 124 katholischen, 4 mosaischen, 3 Dissi-« dcnten-Frauen. Katholische Mischehen waren 133 mit evangelischen Frauen. Ein Dtsstdent ehelichte eine evangelische Frau. Zum ersten Male heiratheten 2057 Männer, 2176 Frauen- zum zwnten Male 241 Männer(182 Wittwer, 58 Geschiedene), 151 Frauen(112 Wittwen, 39 Geschiedene). zum dritten Male 11 Männer(8 Wittwer, 3 Geschiedene). kr? ä 3789 Kinder, darunter 491 außerehelich. Todtgeboren waren 157 mit 31 außerehelichen. Es fanden 40 eheliche, 5 außereheliche Zwillingsgeburten statt. Die Zahl der Sterbefälle betrug 2290. Bon den Gestorbenen erlagen an Masern 8, Scharlach 44. Rose 7, Diphtheritis 201, Bräune 30, Keuchhusten 33, Kindbettfieber 12. Typhus 23, Ruhr 2, Syphilis 5, Altersschwäche 69, Gehirn- Wlag ee Lungerentzitabung 171, Lungenschwindsucht 315. Diarrhöe 60, Brechdurch-fall 58, Magendarmkatarrh 24. Durch Vergiftung kamen 13 Personen um, Hiewon 7 durch Selbstmord, 6 durch Alkoholvergiftung(Delirinrn tremens). Emes gewaltsamen Todes starben 51 Personen, und zwar durch Verbrennung 2. U-derfahren 5, Sturz oder Schlag 11. Erschießen 9, Erhängen 15, Ertrinken 6, andere gewaltsameTodeS- ursachm 3. Hierunter find 22 Todesfälle durch Unglücksfälle. 29 durch Selbstmord herbeigeführt. Unter den Gestorbenen find 1129 inkl. 159 außereheliche Kinder unter 5 Jahren, also : susisr sthtk ##@m nnt Muttermilch 123, Ammenmilch 6, Thiermilch 317, Milch. surroaatm 8, gemischter Nahrung 95, nicht angegebener Nah- »ung 117. In hiesigen Krankenhäusern starben 589, cinschließ- lich 42 Auswärtige, welche zur Behandlung hierh'rgcbrachr waren, und zwar: im Elisabeth- Krankenhaus 19, Elisabeth-. Kinderhospital-, Bethanien 60, Friedrichshain 138, Hedwigs-. V i: KtsasBaafess der fortgeschriebenen Bevölkerungszahl Es wurden 23 498 Zu- üftHias Wie gefährlich es ist, den mmma «st auHergewöbnlich spät und übermüdet zur Ruhe gekommen. Mitten in der Nacht erwacht er aus einem lebhasten Traume, schlaftrunken walzt er fich unvorsichtig auf seinem Lager und stürzt herab auf dm hartm Fußboden. Eine lebmsgefährliche Gehirnerschütterung, sowie der Bruch des rcchtm Handgelenks war die betrübende Folge des Falles. ar. Ein bekannter hiesiger Leder waarenfabrikant, der eines Verbrechens gegen die Sittlichkeit in 13 Fällen ver» dächtig sein soll, ist dieser Tage von der Kriminalpolizei ver« hastet worden. Die Untersuchung ist im Gange, und os hat auch bereits die Vernehmung einer Zahl von Arbeiterinnen stattgefunden. Der Angeschuldigte ist im Besitze einer jungen, blühenden Frau und dreier Kinder. In geschäftlichen Kreisen erregt die Verhaftung des sonst angesehenm Mannes allge« meines Aufsehen und Befremden. Polizei-Bericht. Am 30. v. Mts., Vormittags, brach in einer Küche Langestraße Nr. 23, wahrscheinlich in Folge der Uederlastung durch Küchengeschirr, der Rahmen des Rauch. fangeSi plötzlich heraus und fiel einer gerade an der Kcchmaschine stehenden Frau auf dm Kopf. Letztere erlitt hierbei Verletzun« gen über dem Auge und am Arm.— An demselben Tage, Nachmittags, stieß die 4 Jahre alte Tochter des Tischlers Prüfer, Grünauerstraßc Nr. 11 wohnhaft, gegen einen Tisch, so daß die auf demselben stehende brennende Lampe herunter- siel und das brennende Pettoleum fich über die Dielen ergoß Das Kind fiel dabei in die Flammen und erlitt dadurch so schwere Brandwunden, daß es nach Bethanien gebracht werden mußte. Die zur Hilfe eilende Mutter dcffelbm und eine am Boden fitzende jüngere Schwester wurden ebenfalls von den Flammen erreicht und erlitten einige leichte Verletzungen. Das mtstandene Feuer konnte durch Hausbewohner gelöscht werden, bevor eS weiter um fich griff. Soziales««!» Arbeiterbewegung. Die wirthfchaftliche« Zustände im Königreich Sachsen verschlechtem fich besonders in der Tertilin- dustrie zusehends. So läßt fich die„VolkS-Ztg." schreiben, daß im Voiatlande zahlreiche Besitzer von Stickmaschincn dieselben abgebrochen und die bisher zur Arbeit benutzten Räume zu Wohnungen eingerichtet haben. Doch bei diesem Verfahren steht man, daß die Besttzer die Hoffnung auf söge- nannte„beffere Zeitm" noch nicht ganz ausgegeben halben. Dahingegen haben mehrere kleine Merster in Plauen fich ver- einigt und sechszehn Stickmaschinen nach Palm verkauft. Das ist natürlich der reine Verzweiflungsschritt. Weh genug magS freilich dm Leuten gethan babm, aber es war kein anderer Ausweg, und nun müffen die bis dahin selbstständigm Meister wohl oder übel als Lohnarbeiter fich Stelle suchen.— Die Soße„Sächsische Kammgarnspinnerei" zu H a r t h a u hat ver- iedene andere Etablissements aufgefordert, von Neujahr an eine Ardeitsoermindetung eintreten zu lassen, um fich vor all- zugroßer Ueberproduktton und vor Schleuderpreisen zu schützen. DaS aber wird, wmigstens für den Winter, unendlich große Noth unter den Arbeitern geben, obgleich man prinzipiell nichts gegm eine solche Konvention haben kann. Nur gehen derar- tige Konvmtionm meist in die Brüche, fie scheitem an der schwachen Kapitalkrast einzelner Mitbetheiligter, oder an dem Drange derselben, die Situation für fich allein ausbeutm zu wollen. Ueber die Ruhepause tu der Nacht, weche Einrichtung die Netzfabrik in Itzehoe bei ihren Arbeiterinnm„aus Huma- nitätSgefühl" getroffen haben soll und der wir schon gebührend gedacht habm, schreibt der Direktor eineS größeren Etabliffe- mmtS an die„Wochmschrift für Spinnerei und Weberei" sol- gmdeS: Die einundeinhalbslündige Ruhepause will in solchen Fällen gar nicht viel heißen. Im Gegentheil wird Jedermann, der schon mit„Nachtdurcharbeiten" beglückt worden ist, wissm, daß, wenn er mitunter Gelegenheit hatte, in dieser Zeit ein Weilchen schlummem zu können, nach dem Wiedererwachen ihm die Wiederaufnahme der Arbeit bedeutend schwerer fiel, als wmn er durch die fortgesetzte Anstrengung munter erhaltm wurde. Wo beide Geschlechter zusammm arbeiten müffen, ist übrigens auch noch gerade eine solche Ruhepause sehr geeignet, zu Verstößen gegen die Sittlichkeit Veranlassung zu geben. Aber auch außerdem ist bei der Nachtarbeit hierfür stets Gefahr vorhandm.„Nachtdurcharbeit" ist und bleibt ohnedem eine Plage für die betreffenden Arbeiter, in welcher Gestalt ste auch vorkommm möge! Sie spottet einem der werrhoollsten Naturgesetze! Selbst die Nachtarbeit mit darauf folgender Tagcvruhe(also bei Verwenduna von doppelten Leuten bei ununterbrochener Arbeit) verdient lein besseres Prädikat. Der Tagesschlaf kann die Nachtruhe dem Menschen nie ersetzen, schon deshalb nicht, weil man in Folge des Tagesgewühls nie die gleiche Stundenzahl zum Schlafen benutzen wird. Die Nacht allein ist dazu da, dem geplagten Menschen die richtige Erholung zu geben.— Die Nachtarbeit, diese Men schenkraft tödtende Seu che, sollte aus diesen Gründen, wenigstens für alle Betriebe, die ohne Schädigung der zur Fabrikaiion bedingten Materialien unterbrochen wer- den können, gänzlich verboten werden. Mennes möglich wäre, dürfte man nur den gleichen Menschen, der etwa ein Jahr lang Nachtschicht bat arbeiten müffen, seiner eigenen nur bei der gewöhnlichen TagesarbeitSzett beschäftigt gewesenen Person gegenüber stellen und man würde sicherlich darüber erschrecken, welch' schlaffes, abgebrauchtes Ausseben der erstere dem letzteren gegenüber zeigt. Die Ge- schäfte, welche die ausgedehnteste Nachtarbeit betreiben, sind es auch gewöhnlich, die den humaner gesinnten Fabrik- defitzern durch Herabdrückung der Preise für die Fabrikate die größte Konkurrenz verursachen und schon dieserhalb wäre ein strenges Verbot gegen die Nachtarbett am Platze.— Ich selbst habe in früheren Jahren schon eine Zeitlang Nacht- schicht mit darauffolgender TageSruhe gehabt, bin schon öfterS mehrere Wochen lang dhne Unlei brcctrnng täglich 15—18 Stunden beschäftigt gewesen und habe eine Stellung eingenommen, wo ich verpflichtet war, sehr oft auf die sechs Tage der Woche ver- thesilt, zwei Mal 36 Stunden nacheinander, nur mit Unter- brechung von kurzen EffenSpausen, arbeiten zu müffen und noch dazu in talten, zugigen Lokalen(direkt neben dem Waffel rad), ohne die anderen Tage ruhen zu können, welche dann am liebsten auch noch durch Ueber stunden versüßt wurden, ohne selbst am Sonntag Ruhe zu habm, so daß ich meiner Gesund- hcit zu Liebe mich gezwungen sah, bei Gelegenheit die Stelle zu verlaffen! Ich habe demnach alle Leidm und Folgen der Nachtarbeit durchzukosten aehabt und den Unterschied dieser gegenüber der Arbeit des TageS kennen gelemt, und glaube daher in dieser Sache zu einem UrtheU voll berechtigt zu sein." — Bravo! Das find wahre Worte, die der wertesten Ver- breitung empfohlm werden lönnm. Der Streik der Klempner und Sasarbeiter in London ist nach mehr als viermonatlicher Dauer beendet worden, nach- dem die Meister und Untemehmer die Forderungen der Ar- bester dewilligt habm. Vom 25. November ist ein achtstündiger Arbeitstag bei einer Lohnerhöhung von 5 Pmce täglich eingeführt worden- Der Streik hat allerdings viel Unter» ftützungsgelder verschlungen, doch find dieselbm durch den glänzendm Sieg schon verschmerzt. Den größte« Buchdrucker und Verleger der Welt i biß'------ 1—1-i— nn« �T7rtrh/YrM rHfrt uui 3a S�ublifolionfn*»%****#,*— r denen Vi Million gebundene Bücher vorstellen Uereine und Uersamminngen. hr. Die Arbeiter(Schnitzer) auf antik geschnitzte Holzleisten hieltm am Montag Alexanverstr. 31 deHufs Besprechung der Arbeits- und Lohnverhältntffe in ihrer Branche und Hz Hufs Wahl einer Lohnkommisfion eine öffentliche Ver- sammlung ad. Zum Leiter der Verhandlungen wurde der Vorsitzende des vor etwa drei Wochen gegründeten„Fach- Vereins der Antikschnitzer auf Holzleistm", Herr Behnsch, ge- wählt. Derselbe degründete im Hinweise auf eine Lohn- reduktion, die in der Stichhahn'schm Fabrik angekündigt worden ist, den Antrag auf Wahl einer Lohnkommisfion, die ungerecht- fertigten Lohnreduttionm entgegentreten und auf Abschanung der SonntagS- und Ueberstundm- Arbeit hinwirken soll. Außerdem beantragte er. daß, wenn in einer der betreffenden Fabriken der von der Lohnreduktion betroffene Theil der Arbeiter fich veranlaßt findet, die Arbeit niederzulegen, auch die anderen Arbeiter die Arbeit niederzulegen verpflichtet sein sollen. Dieser Antrag wurde nach sehr langen Debatten abgelehnt! der Antrag auf Wahl einer Lohnkommisfion wurde mit einer Majorität vrn etwa zwei Drittel der Stimmen angmommm. Die Mitgliederzahl der Lohnkommisfion wurde auf 5 festgesetzt und dann die Wahl in der Weise vollzogen, daß eine jede der 4 in Berlin bestehenden Fabrikm für antik geschnitzte Holz« leisten in der Lohnkommisfion vertreten ist— die Stichhahn'sche du ch 2 Mitglieder, die Pehn'sche, die Meier'sche und die EggerS' sche durch je 1 Mitglied. Der wöchentlich von jedem Kollegen zu zahlende Beitrag zum Streikfonds wurde auf 30 Pf. festgesetzt. Fackiverein der Tischler. Mittwoch, den 2. Dezember, Abends 8V, Uhr, Versammlung in Keller's Lokal, Bergstr. 68. Tagesordnung: 1. Vortrag deS Herrn Meißner über: Sub- misstonswesen. 2. Verschiedenes und Fragelasten. Gäste will« kommen. Am Montag, den 7. Dezember, findet eine außer« ordentliche Generalversammlung in Jordan's Salon, Neue Grünstraße 23, statt. Die diesjährige Weihnachtsfeier deS Vereins findet am 1. Weihnachtstage in Kellers GesellschaftS« sälen, Andreasstr. 21, statt. Billets werden in der Generalver- sammlung ausgegeben. Arbeiter- BezirkSverei«„Süd-Oft". Mittwoch, den 2. Dezember, Abends 8'/, Uhr, Mitglieder-Versammlung in der„Urania", Wrangelstraße 9 und 10. T.-O.: 1. Vortrag des Herrn G e h r i s ch über:„Der Soldatenhandel des vorigen Jahrhunderts. 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten. Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Letzter Termin zur Ablieferung der Petitionslisten. Die Mitglieder weiden auf§ 5 Absatz b des Vereinsstatuts aufmerksam ge« macht. Oeffcntliche Versammlung sämmllicher Metallschrauben-, Fayondreher und Berufsgenoffm Berlins. Mittwoch, den 2. Dezember, Abends 3'/, Uhr. bei Wohlhaupt, Manteuffel- straße 9. Tagesordnung: 1. Berichterstattung über den Ver- lauf des Streiks in der Stelzner'schen Fabrik. 2. Wie ver- halten fich die Kollegen bei einer etwa einttetenden Arbeits- einstellung? Männergefangverei«„Norddeutsche Schleife." Jeden Mittwoch Abend Uebungsstunde im Theater-Restaurant, Dresdenerstr. 71—72. Gesangverein„Glückauf." Jeden Mittwoch Abend im Restaurant, Schorr.steinfegergaffe 1, Uebungsstunde. Uermischte». Eine Wundergeschichte. In einem der Kehrtunnels der Gottbarddahn hatte sich letzter Tage ein Eisenbahnwärter auf die Schienen gesetzt, um auszuruhen. Vor Ermüdung schlief er ein. Da brauste der Schnellzug heran, d-ffen Maschine den Schlafenden erfaßte und eine Sttecke weit fortschleifte. Wie erzählt wird, kam durch einen wunderbarm Zufall die angehängte Tasche des Unglücklichen unter ein Rad der Maschine, so daß die in der Tasche defindlichmPetarden, welche bekanntlich in den Tun- nels alsSignal, eichen benutzt weiden, platzten, worauf der Lokomo« tivführer den Zug zum Etehm brachte. Da lein Bahnwärter im Kehrtunnel erschien, vermuthete man sogleich ein Unglück. Nach langem Suchen fand man den armen Wärter unter der Ma- schine noch— lebend. Der in Faido herbeigerufene Arzt er- klärte, es sei gar kein Glied gebrochen, und außer einem Loch im Fuße und einigen stailm Kontusionen an der Schulter habe der Mann gar keine Verletzungen, befinde fich also außer jeder Lebensgefahr. Es muß fast als etn Wunder bezeichnet werden, daß der Bahnwärter von der Maschine nicht sofort zermalmt wurde. Die schöne Sitte, ungetreuen Liebhabern oder glücklicheren Schwestern in der Kunst Männer zu Richen, Vitriolstaschen ins Geficht zu schütten und so fich durch Verschandelungen fremder Visagm zu rächm, scheint auch in Münchm fich einführen zu wollen. So machte eine Tochter Eva'S, Besitzerin mehrerer außerehelicher Kinder, so von einem Treulosen verlaffm worden war, am Samstag an dm Stufen der Peterskirche einen solchen Versuch auf die schönere Hälfte eines anfahrenden Brautpaares, das fich mit Noth ins Standesamt flüchten konnte. Ein Gmdarm legte fich inS Mittel, indem er die grausame Attentäteiin arretirte. mit auvueuuiuutu» �nuuc<-»11--�,"<"• vmi rücksichtslosen und den wahren Sachverhalt nicht ahnmden Publikum in vollstem Sinne deS Wortes zu Tode gezischt wordm. Mlle. Viffay, ein Mädchen von 23 Jahren, chatte aus Besorgniß, daß ihr eine gute, große Rolle abgenommen und ihrer Rivalin über- tragen werden möchte, trotz eines seht starken Unwohlseins erklärt, auf alle Fälle am Abend die Rolle spielen ,u wollen. Sie that es auch, war aber auf der Bühne vor Aufregung und körperlicher Schwäche kaum im Stande, ein Wort hervor- zubringen. DaS Publikum, welches glaubte, daß fie ihre Rolle schlecht memorirt hatte, und von den Freunden und Anhängern jener Nebenbuhlerin in dieser Annahme noch destärkt wurde, sing laut zu lärmen und zu zischen rmd die unglückliche Schau- sptelerin mit den Zeichm seines Mißfallens zu überhäufen an, daß die Vorstellung nur mit Mühe zu Ende geführt werden konnte. Halb wahnfinnig vor Scham und Schmerz kam Made- moiselle Viffoy nach Haust, legte»ch zu Bette und war TagS darauf eine Leiche; ein Gehirnschlag hatte ihrem Leben ein Ende gemacht. Die Narre« werden nicht alle. Aus London schreibt man der„Franks. Ztg.": Einer der reichsten Privatier« der Stadt wandte fich vor einigen Monaten an Mme. Tiffand mit der Anfrage, waS er ihr zu zahlen habe, wmn fie seine Person unter den anderen Berühm'.bciten ihreS Wachsfiguren-Kabinets aufstelle. Mme. Tiffand sagte, die Sache herbe bedeutmde Schwierigkeitm; ihre Sammlung enthalte Fürstlichketten, große Dichter. Künstler. Generäle. Räuber und Mörder, aber zu all diesen gehöre Mr. Smith nicht, und fie wisse nicht, wie der Führer ihn den Gästm präsmttrm könne. Die Unterhand- lungen zogen sich bedeutend in die Länge, vor einigen Tagen endlich kam Mr. Smith trwmphirend inS WachSsiguren-Kabinet und sagte der Inhaberin:„Eureka, laffm Sie meine Figur aufstellm, hier habm Sie einm Check auf fünftausmd Pfund Sterling, und wenn die Besucher bei mir anlangen, sagen Sie:„Hier ist die getreue Kopie eines Mannes, der etn Eintrittsgeld, das ein Vermögen beträgt, gezahlt, um in die wächserne Gesellschaft aufgenommen zu werden." Natürlich akzeptirte Mme. Tiffand und an Mr. Smith's EbenbilZ wii» nun fleißig gearbeitet." Kleine Mittheiwnge«. Halle, 30. November.(Verunglückle Arbeiter.) Auf deß neuen Anbau der Schkeuditzer Malzfabrik verunglückten w» 26. d. M. mehrere Ardeiter dadurch, indem fie von ein« provisorischm Auffahrt mitsammt dem Transpottwagen,«er dem Rande zu nahe kam, in die Tiefe stürzten. Fast Hinabgestürzten find schwer verletzt und befinden fich«r% licher Behandlung. Die Untersuchung ist sofort eingeleu» worden., Mainz, 30. November. Der des Doppelmordes besM digte Schuhmacher Herbst versuchte, wie die„Frarnf. 3% mittheitt, heute Nacht fich mittelst eines geschärften Vit* löffels die Pulsadern zu durchschneiden, verfehlte aber richtige Stelle. Er erlitt starken Blutverlust. Eine staiw Ueberwachung Herbst's ist jetzt angeordnet. Zossen, 25. November. Gegen einm wüthenden v'w mußte fich dieser Tage der hier stationirte Landdriefnaga Schmidt auk Leben und Tod vertheibigen. Als der Wm träger die Treppiner Haide zu pasfiren hatte, stellte fi« ein an einem Hinterfuß krank geschossener mächtiger HpO*: gegen und suchte, nach dem Berichte deS„Teltower KreiM- ihn mit seinem Geweih zu Boden zu werfen. Nur der Kor?» kraft und der Gewandtheit des Schmidt, der sich fest an Geweih anklammette und dasselbe nicht losließ, obfoo" J wenigstens ein Dutzend mal zu Falle kam, und dem daß Die Kämpfer von der Landstraße in den Wald geristj�' verdankt der angegriffene Schmidt vielleicht sein Leben. � hier fand er Gelegenheit, eine junge Kiefer zu erklettern � sich so aus dem Bereiche des wüthenden Thieres zu baltw- Bei dem Kampfe war die Landbriefträaertasche aufg 0% und der Inhalt, bestehend in Briefen, Postwerth,eich>-Ä mularen und einem Beutel mit baarem Gelde, lag auf der Landstraße umher, doch wurde alleS schnell fflWJ' v funden und ist, abgesehen von einigen zerrissenen KW,� stücken und einigen Hautabschürfungen, der Briefträger n unversehrt davongekommen. Einige Tage später ist« Thier m ein zu Schöneiche gehöriges Gehöft eingedrM und hat auch dort die Bewohner nicht wenig helästigt un? ängstigt. � AuS der Provinz Sachse«, 30. November. Steuern.) Zu den wenigen glücklichen Lrtm, an den">� Bürger keine Steuern zu zahlen haben, vielme» � etwas auS dem Stadtvermögen erhalten, gehörte— „Post" geschrieben wird— bisher Kelbra am Kyfr�, Kommunalsteuem wurden bisher dort nicht ej'jj» vielmehr erhielten die Besitzer alter Häuser aus � Erträgen des städttschen Eigenthums{<- pro Antheil ca. 30 Mark ausgezahlt. Die Autgade" � Stadtverwaltung haben indeß jetzt die Einnahme''..�, einige Tausend Mark überschritten, zu deren Deckung>a>% mer d. I. eine Hundesteuer von 5 Ml. pro Hund eins' � wurde. Dieser ist jetzt eine weitere Abgabe, eine Vergnui sieuer. von Konzerten, Ballen:c., hinzugetreten, und v°, � dieS nicht hinlänglich zu sein scheint, handelt es fich.<* tum, daS Kuhrieth- Vermögen anzugreifen oder 66"�' erheben. Wien, 30. November.(Eisenbahn- Unfalls) Die westbahn theilt mit: Von rem Kurierzuge BeistN' welcher heute früh hier eintreffen sollte, ist infolge ein« adrulschung zwischen Wiese und BranzauS du schine mtt dem Tender entgleist, wodurch der wagen und der Postwagen deschädigt wurden. kondukteur wurde leicht verletzt, sonst sind sämmtlich« unverletzt. Ein HiltSzug dringt dieselben mit m-hL� Verspätung nach Wien. Kriefkaste« der Redaktion. F. K. Soll verwendet werden. Besten Dank, D. R. 2. Wenden Sie fich an die Direktion d Berliner Pferdeisendahn-Gesellschaft, diese wird Jhuen „ at\t\ o>*--'-• Br. 200. Bereits erledigt. 1"* Die Nr. 23 der humoristtschen Blätter „Der wahre Jacob ist erschienen und in der Expev. deS„Beil. VoltSbl�i�� SeUbstiinlerrlc� einfachen und doppelten kanftnännii� Buchführung. und Darstellung eineS neuen abgekürzten vvi- zur doppelten Buckmethode C. Schmidt, i Laiulil»'»� Preis Mk. 1,50. Zu beziehen durch die Erpedriion deS„Berliner& ZlmmctftMsjt 44. Durch die Expedition, Zimmerstraße beziehen: Der im Verlage von Wörler«»- soeben erschienene ,i veutsche Handwerker- und Irw Notiz-Kalender st. 1886 Der Kalender ist inhaltlich wiederum w ,(�1 mehrt worden. Außer den bisher schon dann Tabellen, Tarifen und Gesetzen(als Krankenv � i «esetz mit Nachtrag vom W. Januar � affengesetz mit Novelle vom 1. Juw, ggiS .............. DaS Gelen über die tM.L« weodellen, Gesetz über SRotkenfdjntz- kalender find die in der neuesten Z� gchcei' Ereignisse nochgetragen. Der Kalender, ni". �ie und Papier für TageSnotizen ausgestattet, toi 50 Pfennig- � Auf vielfachen Wunsch ist eine st ä? UJw* mit mehr Schreibpapier und befferem, � fertigt, von der daS Exemplar zu 70 Wiederverkänfer erhaltenj� Verantwortlicher Redatteur«.«rauhet« in»erlin. Druck und«erlag von St«t vadwg in Berlin SW. Beutbstrat- 9