♦ wo-t» Freitag, den 4 Dezember 1883. II. Iahrg« etlintrKoltelilall Krgan für die Interessen der Arbeiter. 4 Da« außer �»ob �Berliner Volksblatt« jjWet««guA Morgen» außer nach Sonn« und Festtage». Lbonnementtprei« fld frei in« Hau« vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf "�onnement 4 Mf. Einzelne Nr. 5 Pf. SonntagS-Nummer mit illustr. BeUage 10 Pf (Eingetragen in der PostzeitungSpreiSliste für 1885 unter Nr. 746.) Jafertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Bei größere» Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bi« 4 ZtachmittagS in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Amuwmü Bureaux, ohne Erhöhung deS Preises, angenommen. Redaktion: Kenthstraße&— Grpeditiontv�immerstraße 44. Emkoulmm uud Auszabeu. , Es ist eine feststehende Thatsache, daß die Unbe- und zwar immer progressiv nach unten, für die -----•»«.» Bedürfniss» eine«"höheren Prozentsatz ihres Wommens ausgebe» müsse», als die Bemitteltere«, Wohl» senden und Reiche». >!. Wenn eine Familie von fünf Personen, die ein jähr- Ae, Einkommen von 600 M. hat, 6 M. jährlich B. e' auSgiebt, so bildet diese Ausgabe ein Prozent gesammten Einkommens Mehr Salzbedürfniß, wie J' anne Famile hat auch die bemittelte Familie nicht, »Jch« über 6000 M. und die reiche, welche über 60 000 fofc'!®'n'omm6n verfügt. Bei diesen ist aber der Prozent» 3 b« Ausgabe für Salz zu ihrem Einkommen nur'/>» 'p-'/iov Prozent. .... Und wie mit dem Salze, so geht es mit allen ander» nnNbigen Bedürfnissen. ,!» Werden nun gar noch auf solche»othwendige» Bedarf» Jie Verbrauchtsteuern und Zölle gelegt, so werde» diese �uern natürlich im Hinblick auf die verschiedene» Ein» progressiv nach unten drücke». Bleiben wir beim Salz. Die Salzsteuer beträgt unge- o* OUU 3/1. VS'lHAVIltMIVM|»"f w»»ivjvM.v.p ft.- ä®ei Drittel Prozent seine« Einkommens, der 6000 M. Rommen hat. mit etwa« mehr als ein Sechstel, und der MX) M. Einkommen hat, nur mit etwas mehr als ein jk�'gsiel.Prozent seine« Einkommens an dieser Reichs- . Und wie mit dem Salze, geht es auch mit den übrige» Othwendige» Bedürfnissen. jk Wie sieht es nun mit dem Verhältniß zwischen ?�h»ungSmiethe und Einkommen aus? Es ist gewiß eine Mge Frage, einen wie großen Theil die WohnungSmiethe J** Einkommen im Familienhaushalte bildet. Es liegt EV Tabelle vor un«, welche dahingehende Untersuchungen fünf große deutsche Städte feststellt. .. Danach beträgt die Miethe in Prozenten de» Einkommens Durchschnitt gerechnet in in in in in Berlin Hamburg Breslau Leipzig Dresden kis anf\•-" f no n on n Oß Q I �1 600 1200 1800 2 400 3 000 3 600 4 800 6 000 41,6 24,7 21,8 21,6 18,6 21.3 18,6 17,8 26,5 23,5 18,9 19,5 18 8 17,9 17,8 18,3 28,7 21,0 20,8 19,1 19,7 19,8 18,3 18,3 29,9 21,2 19,7 20,4 18,3 16,9 15,5 15,4 26,8 18,4 16,3 15,9 15,4 15,3 15,4 14,6 JeuMeton. Dir Hand der Uemefis. Roma» von Ewald August König. (Fortsetzung.) lShW»??ust Hoffaungen auf die Möglichket einer Au»- »Sßa«'i. c 6 flch nicht verwirkliche» können/ sagte er. Wik.% damit sagen will, weißt Du, e« ist also nicht ß ich näher darauf eingehe. Wenn ich auch die der».» von Stuckmana hochachte, so kann ich doch nicht bofi sie eine Bürgerliche ist, und die Tochter einer °""chea—" ®lü(Ä�'r wollen das ruhe« lassen, bis Du Fräulein von S �clann kenn-« rt-lwnt baft." fiel Siegfried ihm ruhig "Wozu wäre das aöthig?' D» g'�ch denke mir, es müsse Dir unangenehm sein, wen» »'cht ,u fiauf« träfest." Pi--7 IUU. rv IllUIfV m ' zu Hause träfest." J E»egsrieo, Du suchst nur nach einem R» X erlaubt. Deine» Besuch zu wiederholen." ästete» Ä!.doch, Papa, die Untersuchung gegen den ver» mi.?5"kaner und der plötzliche Tod de» Gärtner« Mn», Di, Borwaad, wenn ich eines solchen bedürfte. Damen näher kennen lernst, werden Deine . Der fM.8t0en � schwinden." � hatte sich wieder in dem Sessel«iederge» versuvkx� den Arm gestützt, war er in Nach- baß ich Deine Annäherung an diese Damen Dich„f,'� habe," sagte er nach einer Weile;„Du fj/�'et haft ar!"""" Warnung erinnern, die Du nicht k" mache» c4 Skschehen ist, das läßt sich nicht unge» �' aber ich rathe Dir wohl, überlege die Fol» Mk. 6 001„ 12000 12 001„ 30 000 30 001„ 60000 über 60 000 in in in in Sei Im Hamburg Breslau Leiozig Dresden 15 0 167 13,7 13,1 13,0 11,7 12,2 8.9 8,4 8,8 8,1 3,7 5,5 7,1 3,6 3,9 3,4 1,9 3,9. Diese Uebersicht beweist klar und deutlich, was längst bekannt, daß mit größerer Wohlhabenheit die auf Miethe verwendeten Prozente der Ausgaben in kolossaler Weife abnehmen. Es ist geradezu zum Verzweifeln, wenn man sieht, daß besonders auch in Berlin der Prozentsatz deS Einkommen« unter 600 M., welcher für Miethe verwendet werden muß, die Existenz der ärmeren Arbeiter fast zur Unmöglichkeit macht! Zweifünftel des gesammten Einkommens für Miethe bei 600 Mark Einkommen! Bleibe» ungefähr 350 Mark jährlich übrig zur Befriedigung der übrigen Bedürfnisse! Zn den übrigen genannten Städte» ist der Prozentsatz ei« etwas geringerer, doch immer noch geeignet, den Lebens« unterhalt der Familie von zirka 600 M. jährlichen Einkommens auf da» niedrigste Maß herabzudrücken. Aber wie sieht es nach obiger Tabelle bei einem Ein- kommen von zirka 6000 Mark aus? Dabei brauchen nur 15—17 Prozent für Miethe verwendet zu werden, so daß über 5000 Mark für die anderen Bedürfnisse übrig bleibe». Bei einem Einkommen von zirka 60 OöO Mark aber erfordert die Wohnuvgimithe nur 3'/,— 9 Prozent- nehmen wir also den Durchschnitt von 6 Prozent an, so gehen für dieses Einkommen nur 3600 M. für Miethe ab, so daß den übrige» Bedürfnissen«och 56 400 Mark zur Verfügung stehen. Doch wir wollen die Sache nicht weiter ausmale«; sie liegt klipp und klar vor Jedermanns Augen. Auf diese verschiedenartig wirkenden MiethSauSgabe» ist nun in verschiedenen Städten noch eine MiethSsteuer ge- legt, die geradezu eine verderbliche Wirkung hat, obgleich dieselbe in einzelnen Städten nach oben progressiv, aber in sehr geringem Maße ansteigend veranlagt ist. Diesen Ausspruch noch näher zu erörtern, halten wir für überflüssig, da derselbe nach vorstehender Tabelle jedem denkenden Mensche» einleuchtet. Man sieht aber, daß bei unseren gegenwärtigen Zu- ständen überhaupt die meiste« Lasten auf das ärmere, arbei» teade Volk gelegt werden, während Wenigen, welche die Annehmlichkeiten der heutigen GeseUchäftSoerhältnisse mit vollen Zügen genießen, für Staat mid Gemeinde verhält- nißmäßig die geringsten Opfer bringen. Und das nennt man noch immer hartnäckig:„die beste der Welten." potttischl 13,0 1 Tfcn« heutige Enlmun 9,9| einmar�recht� grell durch nach gen, ehe Du einen entscheidende« Schritt thuü. Du könntest dadurch Dir und mir Unannehmlichkeiten ersparen." „Ich bitte Dich noch einmal, Papa, über dieses Thema nicht weiter zu reden, wenn wir später auf dasselbe zurück- komme», so denkst Du vielleicht anders darüber. Wann hast Du Herr» von Lossow zuletzt gesehen?" „Lossow? Gestern." „Hat er Dir keine Mittheilungea gemacht?" „Worüber?" „Ueber seine Tochter." „Nein. Ella von Lossow wäre für Dich— aber dieses Thema ist ja auch schon so oft erörtert worden—" „Und wie die Dinge jetzt sich gestaltet habe«, kann e« wohl nicht mehr zur Erörterung kommen," erwiderte Siegfried, ironisch lächelnd.„Ella von Lossow ist ver» lobt." „Und wer ist der Glückliche?" fragt« der Oberst über« rascht. „Rathe, Papa!" „Wie kann ich das? Ich habe ja gar keine« Anhalt«- punkt—" „Du würdest es auch nicht errathen. Du würdest an jeden Andere», nur nicht an Rabe denken." „Rabe?" rief der alte Herr, wild auffahrend.„Da« ist ein schlechter Scherz, Siegfried!" „Es ist leider die lautere Wahrheit. Ich habe Ver» schwiegenbeit versprechen müssen, mein Versprechen bindet jetzt auch Dich, e« war mir eben nicht möglich. Dir diese überraschende und geradezu unglaublich klingende Neuigkeit vorzuenthalten." „Und wer hat Dir die Mittheilung gemacht?" fragte der Oberst kopfschüttelnd. „Justizrath Walther." „Wie kann er e« wissen? Lossow würde eher mir, al« ihm diese Mittheilung gemacht haben." „Verzeihe, Baron v. Lossow will die Verlobung streng �geheim halte«, bi« eine gewisse Bedingung er- „Dann ist e« um so unbegreiflicher, daß er mit le Ueberstcht. indigungSverfahren wild wieder nachstehende Thatsache beleuchtet: Der Hofbesitzer R."B eckmann in Eielstädt bei Allona wurde von dem Kceikphhsikvs Dr. W a l l i ch s in Altona für ver- rückt erklärt und in Folge dessen entmündigt. Herrn Beckmann gelang es, seinen Wohnsitz nach Berlin zu verlegen und hier ließ er sich von den Professoren an der Berliner Universität, Dr. Eulenburg und Dr. Mendel untersuchen. Beide Aerzte erklärten den Herrn Beckmann für vollständig g ei st es« gesund. Herr Professor Mendel sagt in seinem Gutachten vom 3. November d- I.: „Was das Ergebmß meiner eigenen Untersuchung anbetrifft, so habe ich bei dem p. Beckmann eine krank- hafte- Störung der Getstesthätigkett nicht finden können; weder im Gebiete der inneren Sinneswahr- nehmung, noch im Gebiete der Gefühle, noch im Ge« biete der Intelligenz ließ sich irgend eine Abweichung von der Norm tonstatiren." Er rritisirt dann eingehend daS Wallichs'sche Gutachten, zählt die verschiedenen Fälle auf, worauf dasselbe bafirt, z. v. die angeblich notorische Prozeßsucht deS B.— er hat zwei Prozesse gewonnen und zwei verlorm— woraus eine Geistesstörung nicht zu schließen sei und kommt zum Schluß zu fol- gendem Resultat: „Durch das Gutachten des Herrn Dr. Wallichs ist wissenschaftlich nicht erwiesen, daß der Beckmann zur Zeit der Ausstellung deS Gutachten? geisteskrank war und daß endlich jetzt eine kranlhaste Störung der Geistesthätigkeit bei dem p. Beckmann nicht nachzu« weisen ist. Professor Eulen bürg hat den wiederholt untersucht. Er sagt in seir 6. November d. I.: «Auf Grund der stattgehadtm Untersuchung und Beckmann ebenfalls i seinem Gutachten, datirt vom chatsächliche Anhaltspunkte vorliegen. Vielmehr kann behauptet werden, daß sich alle kontrolirbaren physischen ThäligkeitSäußerungen desselben durchweg innerhalb der normalen und psychologischen Grenzen bewegen." Ein wahrhast vernichtendes Urtheil fällt Pro- feffor Eulenburg über die Verhältnisse in Altona. Er sagt wörtlich: „Es wirst auf die sozialen Verhältnisse in Allona jedenfalls ein überaus unerfreuliches Licht, daß Jemand durch bloßes Uebelreden vom Nächsten dort schon in den Verdacht der Geistesstörung gerathen kann!" Und zum Schluß sagt Professor Eulendura:„Es sei möglich, daß Zustände krankhaft aesteigefter Exaltation vor- übergehend obgewaltet haben könnten. Immerhin könne es stch dabei nur um tranfitorische resp. heilbare Zustände gehandelt haben. Zur Zeit liegt irgend eine Nachweis- dem Justizrath darüber geredet hat, mit einem Advokaten, der—" „Er bedurste seine« Beistände«. Rabe soll in den Adelstand erhoben werden, der Justizrath hat für de» Baron das Gesuch an den König. „Unsinn, Siegfried! Dieser Mann wird nie geadelt werden. Lossow müßte unter Kuratel gestellt werden, wenn er die Zukunft seine» einzigen Kindes diesem Bursche» anvertrauen will. Er tritt seine eigene Ehre unter die Füße, er beschimpft seinen Namen und übergiebt sein Vermöge« einem Verschwender, der e« im Hazardspiel vergeuden wird." „Weiß er, daß Rabe ein Hazardspieler ist?" erwiderte Siegfried achselzuckend.„Ich glaube e« nicht, er kennt ihn von dieser Seite nicht. Und wenn Ella v. Lossow diese Ver- bindung will, dann muß der Baron nachgeben. Du kennst ja aach die Macht, die sie über ihn besitzt." „Er muh?" fuhr der Oberst auf.„Ja, wen» er so schwach ist, sich dem Willen seine« Kinde» zu fügen, wenn er dieser Schwäche sogar seine Ehre opfert, oavn kann ihm Niemand rathen und helfen, und es bleibt nichts weiter übrig, al« ihn zu bedauern." .Vielleicht wird jenes Gesuch nicht genehmigt, Papa, ich glaube, in diesem Falle verzichtet auch Ella v. Lossow auf eine Verbindung, die für sie mit einer Degradation verbunden wäre. Zerbrechen wir uns darüber den Kopf nicht." „Da« könnte in der That zu nichts führen, aber meinem Freunde werde ich doch die Auge» öffnen." „Vergiß nicht, daß ich mein Wort verpfändet habe." „Sei unbesorgt, ich weiß, wie man bei ihm auf den Busch klopfen muß, er soll mit der Sprache herausrücke», ich halte es für meine Pflicht, ihn zu warnen und die un- auSbleiblichen Konsequenzen dieser Verbindung ihm zu zeigen. Und nun gute Nacht, Siegfried, Du hast mir den Kopf warm gemacht, ich fürchte, daß ich keinen ruhigen Schlaf habe« werde." Siegstied drückte dem Vater die Hand, der alte Herr kehrte in kein Schafzimmer zurück. Die Unterredung hatte auch Siegfried aufgeregt, die Person Rabe'S machte ihm außerordentlich viel zu schaffen, bare Etörunft der GeistesthStigkeit bei dem p. p. Beckmann nach meiner Ueberzeugung nicht vor\" So daS Urtheil von zwei Professoren für Nervenkrank« heiten an der Unioersttät Berlin.— Wer setzt jetzt den geistcs- gesunden, aber trotzdem entmündigten Beckmann wieder in seine bürgerlichen Rechte ein und giebt ihm die Disposition über sein Hab uud Gut zurück?! Wahrlich eS wäre Aufgabe der ReichStagSmit» alitder aller Parteien ohne Unterschied und der Regierung, eine sorgfältige Untersuchung dieses und ahn licher Fälle herbeizuführen und namentlich Vorkehrungen zu treffen, daß solche für die Gesammthett keineswegs ehrenvollen Vorkommnisse sich nicht femer wiederholen. Die«posttive Sozialreform" wird recht eigenthiimlich beleuchtet durch ein Schriftstück aus dem Nachlasse des ver» storbmen RoddertuS, welches vor Kurzem mit einer Anzahl anderer Schriftstücke von dem bekennten Dr. Adolf Wagner veröffentlicht worven ist. Das betr. Aktenstück war Rodbertus aar Begutachtung zugesandt und ist von ihm mit Randbemer« kungen versehen woiden. DaS Aktenstück ist nicht vollständig; auch ist sein Urheber nicht genannt; es sollte jedoch, wie der Herausgeber demerkt,„politischen Zwecken dienen". Unter den in diesem Aktenststcke gemachten Vorschlägen zur„Organisation der Produktion" findet fich sowohl daS Tabaksmonopol, als d Uebergang deS gesammten Eisendahnwesens in die Hände d« Staates. Auch manche andere Giundzüge der heutigen Wj_ fchaftspolitik find in diesem Schriftstücke schon vorgczejchnet. Am interessantesten und lehrreichsten ist vielleicht detJl des für„politische Zwecke" berechneten Aktenstückes, iMcr dessen Vorschlägt man fich ein Gutachten von Rovbcsims einholte. Dieser Anfang lautet:£ „Was die F orm des Vorgehens betrifft, so müßte das- selbe in einer Weise beginnen, welche, indem sie den Eindruck eines ernsten und wohlüberlegten Entschlusses der Regierung macht, zugleich das Vertrauen der arbeitenden Klasien erweckte. Die beabstchtigten Reformen und deren Grundtendenz müssen daher in einem Staatsakte aus- drückiich verkündigt werdm, zum Beispiel in einer Thron- rede... Es ist deshalb von Bedeutung, weil, sobald ein ernstes Vorgehen deabfichtigt wird, eS nur von Vortheil sein kann, wenn das Königthum alS Schöpfer und Führer der Re> form erscheint..." Die Botschaft vom 17 November 1881 scheint demnach die Ausführung eines lang vorbereiteten PlaneS zu sein. Der StaatssoziairSmus hat aber in Deutschland nirgends die Wir- kung geübt, welche fich seine Urheber von ihm versprachen; er hat weder als Selbstzweck noch als Mittel zum Zweck begeisterte Anhänger gefunden. Den im Chemnitzer Sozialistenprozeß Freigesproche- nen ist nunmehr die sehr umfangreiche(ca. 58 Seiten füllende) UrthetlSausfertigung zugegangen. Ueber das Branntweinmonopol schreibt man dem „Hamb. Corresp." auS Berlin:„Die rationelle Konsumstcuer, welche vor einigen Jahren im preußischen Abgeordnetenhause gelegentlich der Beratbung deS Gesetzentwurfs über die Lizenz« abgaben für Tabak, Branntwein u. s. w., dem Reiche vorbe- halten wurde, ist nicht» Anderes als die Monopolifirung au« nächst des Branntweinhandels. Die Branntweinbrennereien würden verpflichtet sein, denjenigen Theil ihrer Produktion, den fie nicht ausführen, ausschließlich an den Staat bezw. das Reich zu liefern, der oder das alsdann unter erheblichen Steuerzuschlägen den Branntwein an die inländischen Konsu« menten zu verkaufen haben würde. Den Bunde sregierungm find die bezüglichen Vorschläge schon vor einigen Wochen zu- gegangen, unv man glaubt annehmen zu dürfen, daß eine Ver- ständigung über die dem Bundesrathe zu machende Vorlage in nicht zu langer Zeit erfolgen werde." Zum fiebenten Male ist der Kisku« abgefallen! In Sachen FiSkus wider den früheren deutschfreifinntgen ReichS- tagiabget-rdneten Lang hoff in Schmarsow(Ostpriegnitz), ver- treten durch den Rechtsanwalt Paelegrimm, bat das Landge« richt zu N e u r u p p i n den Kläger ebenfalls kostenpflichtig ab- gewiesen. Fiskus Wird appelltren! Ein Telegramm aus Halle meldet, daß der Minister den Vertreter des Klägers, also des Fiskus, angewiesen habe, gegen daS erstinstanzliche Erkenntniß in Sachen Hasenclever Berufung einzulegen. Die Borlage über die Reform der Zuckersteuer wird zur Zeit im Reichsschatzamt festgestellt. Wre die„Pos. Ztg." hört, geht dieselbe im Wesentlichen darauf hinaus, daß im nächsten Jahre die Rüdensteuer um 5 Pfg. für den Zentner und vom darauf folgenden Jahre ab um 10 Pfennige erhöht werden soll. Die Exooitbonifikation bleibt im ersten Jahre auf dem jetzigen Satze von 9 M. stehen und wird im Zwesten Jahre auf 9 M. 10 Pfg. erhöht. Der Berechnung ist eine Ausbeute von 1 Zentner Zucker aus 10 Zentner roher Rüden zu Grunde gelegt. Ferner soll der Steuerkredit auf 12 Monate verlängert werden können, während die auS Kreisen der Zucker Industriellen befürwortete Etablirung steuerfreier Lager in der Weise, daß der auS der Niederlage zum Jnland-Konsum ausgeführte Zucker und der Verdacht gegen diese» Mann wurzelte immer tiefer und fester i» seiner Seele. War Rabe, wie der Oberst ver- muthete, wirklich der Fremde gewesen, der das Gepäck des Amerikaners reklamirt hatte, so fand der Verdacht darin eine neue Bestätigung._ Ein bewegter Tag. Die Teneralin v. Stuckmann hatte das unterzeichnete Wechselformular von dem Zustizrath zurückgefordert, nicht ahnend, daß ihr Bruder sie so grob belogen habe» könne. Der Zustizrath wußte von dem Wechsel gar nicht«, ebenso wenig konnte er rhr über die Prozeßsache, die Rabe vorgeschoben hatte, Auskunft geben. Sobald die Teneralin den Betrug erkannte, ließ sie das Thema fallen, um mit dem alte« Herrn über andere Aogelegenheiten zu berathen, und nachdem diese erledigt waren, trat sie ohne Verzug die Heimfahrt an. Rabe kehrte erst spät in der Nacht heim, zum gemein« schaftliche« Frühstück erschien er nicht, er ließ den Dame» melden, daß er sich unwohl fühle. Frau v. Stuckmann konnte über de« Grund dieser Unpäßlichkest nicht zweifelhast sei«, der Bruder wich ihr absichtlich au«, er fürchtete ihre Vorwürfe. Mit Arabella mochte fie nicht darüber reden; so sehr sie auch von der Schuld de« Bruder« überzeugt war, hoffte sie doch noch immer, daß e« ihm gelinge» werde, sich zu rechtferttgea. Und Arabella war auch nicht in der Stimmung, die eine ruhige, leidenschaftlos« Unterredung gestattet hätte; der plötzliche Tod de« alten Gärtner« beschäftigte ihre Gedanke« noch immer, und schroffer denn je zuvor trat ihre Abneigung gegen Onkel W.lly zu Tage. Frau v. Stuckmann wollte nach dem Frühstück den Bruder in seinem Arbeitszimmer aufsuchen, e» sollt« und mußte klar werden zwischen ihr und ihm. Sie stand schon au der Thür« ihre« Boudoir«, um ihren Vorsatz auszuführen, als Franziska eine Dame ar« meldete, und gleich darauf sah die Generalin sich ihrer ehe» maligen Wärterin gegenüber. nur den Steuersatz, nicht aber den Zollsatz zu tragen hätte, eine Berückstchtigung nicht gefunden hat. Der deutschen Gesellschaft für Südamerika will die brastlianische Regierung Strecken Landes zu Ko!onisations- zwecken zur Verfügung stellen.— DaS glauben wir recht gerne. Nach Aufhebung der Negersklaverei braucht Brafilien deursche Landarbeiter, und die soll ihr nun die„Deutsche Ge sellschaft für Südamerika" liefern. Für die Unfallversicherung waren bis am 10. November bei dem Reichsverficherungsamte 217 447 Betriebe mit 2 982 646 Arbeitern angemeldet. Das Abkommen über die Karolinen enthält sechs Ar- tikel. Im ersten erkennt Deutschland Spaniens Eouveränetät über die Karolinen und PalaoS an; der zweite letzt die Grenze der Inselgruppen fest; der dritte enthält in Bezug auf die Deutschland zu gewährende Schifffahrts- und Handelsfreiheit dieselben Bedingungen, wie der Vertrag über die Sulu Inseln von 1885; dpr vierte bewilligt Deutschland eine Schiffsstation und eine Kohlen Niederlage und erkennt die deutschen Handels« gesellscharen auf den Karolinen als zu Recht bestehend an; der sechste/vc stimmt, die Ratifikation solle binnen acht Tagen er- Jede Schwierigkeit, welche bei der Ausführung der -einbarung zu Tage treten sollte, wird durch einen Schieds- spruch geregelt werden. Die Folgen eines Wahlprotestes. Bei der letzten ReichstagSwahl wurde im Wahlkreise Ober- und Niever- Barnim in der Stichwahl mit 150 Stimmen über die absolute Majorität der freikonservative Herr Lohren gewählt. Gegen seine Wahl wurde rechtzeitig Protest erhoben. Nach dem Be richte der Wahlprüfungskommisfion bezog fich einer ver Punkte des Protestes auf die Wahl im Wahlkreise Neu-Weißensee IL, wo von 597 Wahlberechtigten nur 175 und zwar 86 für Lohren und 39 für den freifinnigen Kandidaten Knörcke gestimmt hatten. Hier sollte nach der Behauptung des Protestes der Gendarm Münchow bei der Stichwahl am 7. November verschiedene Wähler zum Wahllokale bei Berghut, Gustav- Adolf-Straße, herbeigeholt, fich dort so lange aufgehalten, b s fie ihre Stimmen abgegeben, und sodann soll er andere Wähler herdeigehott haben. In dem Berichte heißt es dann wörtlich: „Diese Art der Bctheiliguna eines königlichen Beamten bei dem Wahlakt hält die Mchroeit der Wahlprüfungs-Kom- misston nicht für statthaft. Die Vermuthung, daß diese unzu- lässtge Parteinahme für den Kandidaten der deutschfreifinniaen Partei erfolgt sein könne, erachtet die Mehrheit der Kommisfion für ausgeschlossen und deshalb die amtliche Vernehmung deS Gendarm Münchow und die eidliche Vernehmung der im Protest angegebenen Zeugen. Ziganenmacher Eduard Hauch in Neu-Weißensee und des ZimmerlehrlingS Gericke da- selbst, behufS Feststellung der behaupteten Thatsachen für er- forderlich." Der Reichstag beschloß am 17. März entsprechend dem Antrage der Wahlprüfungs Kommisfion ohne Debatte, den Reichskanzler zu ersuchen, über diesen Punkt durch Vernehmung der Zeugen Erhebungen zu veranlassen. Demzufolge wurde der Zigarrenmacher Hauch, der bei den Wahlen für die deutschfteifinnige Partei thätig war, am 14. April d. I. eidlich al« Zeuge vernommen. Am 27. August wurde Hauch plötzlich unter der Anschuldigung, am 14. April einen Meineid ge« schworen zu haben, verhaftet. Schon am 30. August brachte der„amtliche Anzeiger" für Weißensee und Umgegend eine Mittheilung der Verhaftung und knüpfte daran folgende Bemerkungen: „Als Seitenstück zu Stöcker contra Bäcker werden wir wir daher den Prozeß:„Der Fortschritt auf der Anklagebank" in nächster Zeit fich abspielen sehen. Interessante Enthüllungen über fortschrittliche Agitation und Wahrung der Wahlfreiheit wird es dabei genug geben und wer dann noch deutsch- freisinnig wählt, erklärt fich selbst für moralisch und geistig bankerott." Am 27. August war Hauch verhastet. Sieben Wochen, bis zum 16. Oktober, also bis 13 Tage vor der LandtagSwahl wurde er in Hast behalten. Dann folgte seine Entlassung auf Grund folgenden Beschlusses: In der Strafsache wider Hauch(I. IL B. 539 85) wird, in Erwägung, daß zwar der seitens des Ange« schuldigten dem Gendarm Münckow in dem von dem Lehrer Herdig aufgenommenen Protokoll vom 23. November 1884 gemachte Vorwurf der Wahlbeeinfluffung uls durchaus unbegründet fich ergeben hat, daß jedoch nach der Fassung der eidlichmÄuSsage deS Angeschuldigten vom 14. April 1885 ein wissentlicher Meineid deshalb nicht nachweisbar erscheint, weil die Möglichkeit nicht ausgeschlossen ist, daß derselbe thatsächlich Personen zu- fälliger Weise gleichzeitig mit dem Gendarm Münchow das Wahllokal hat betreten und verlassen sehen, be- schloffen, das weitere Verfairen wider den Z-garren- arbetter Friedrich Wilhelm Eduard Hauch aus Neu- Weißensce wegen wissentlichen Meineides mangels hin- rächender Beweise einzustellen, den Angeschuldigten außer Verfolgung zu setzen, den gegen denselben er- .Ich habe Sie fest Jahre« nicht mehr gesehe«,- sagte fie erstaunt,„was führt sie heute zu mir?" „Die Sorge um meine Zukunft," erwiderte Frau Siebel, nachdem sie ttef aufathmend auf einem Stuhle Platz ge- nommen hatte; außerdem bin ich beaustragt, Ihnen persön« lich einen Brief zu übergeben." Frau v. Stuckmann warf einen prüfende» Blick auf die Adresse, dann erbrach sie zögernd da« plumpe Siegel. Angenehm war der Inhalt keine« Falls, denn ihre Stirve zog sich in Falten und die feine» Lippen preßten sich fest zusamme», ein harter scharfer Zug umzuckte die Mundwinkel. „Kennen Sie den Mann, der Ihne« diese« Brief übergeben hat?" fragte fie mit einem Blicke de« Unwillen». „Ich wohne in seinem Hause," erwiderte Frau Siebel. „Und Sie verrichten wohl oft Botendienste für ihn?" „Nein, e« geschieht heute zum ersten Male." „Waren Sie nicht gestern schon hier?" „Ja, aber ich traf die gnädige Frau nicht zu Hause." „So bat dieser——— Herr Hochmuth Ihne« wohl eirgcschärft, nur mir persönlich den Brief zu geben?" „Jawohl." „Kennen Sie die Gründe, die ihn dabei leitete«?" „Nein." .Er hat Ihne« über de« Inhalt diese« Briefe« durch- au« keine Mittheilunge» gemacht?" „Nein, gnädige Frau."„.„ Die Generali« steckte da» Schnststück in ihre Tasche, aber die dunklen Schatte» wollte» von ihrer Stirne nicht schwinde». „Eine Antwort ist uavöthig," sagte fie,„überhaupt be« antworte ich solche unaezogene Briefe nicht, die in jeder Zeile die Absicht der Beleidigung durchblicken lassen. Der Schreiber kann nur ein durchau« ungebildeter Mann sein daS ist da« Einzige, wa» ihn entschuldigt." „Er ist ein Grobian," erwiderte Frau Siebel;„aber daneben muß ich ihm auch da« Zeugniß eine« ehrlichen Manne« geben." „Ein Wucherer kann nicht ehrlich sein." „Davon habe ich«och nicht« gewußt, gnädige Frau" lassenen Hastbefehl wieder aufzubeben und gemäß§ � der Str.-Pr.-O. die Kosten des Verfahrens der SW' lasse aufzuerlegen. Berlin, den 16. Oktober 18»- Königliches Landgericht L. Strafkammer Y. Hauch hat durch die lange Haft eine schwere Einbuße litten. Veranlassung dazu ist der Reichstag gewesen. M die„Freis. Zell." hört, hat er fich an den Reichstag mit � Bitte gewendet, ihm eine Entschädigung aus der Slaatslam zu vermitteln. Jedenfalls— so meint die„Freis. Zeitung"— R Reichstag verpflichtet, die Sache gründlich zu untersuchen un« fich eventuell des Mannes nach Kräften anzunehmen.% Ehrensache aller Reichstagsadgeordneten ohne Unterschied Partei, nicht zu dulden, daß ein Wähler, der zum Schutze Dt? Wahlrechts über Wahldeeinfluffungen der Polizei auf BeM? des Reichstaas als Zenge vernommen wird, binterh« � Betried der Polizei wegen Verdachts des Meineids unschul� eingesperrt wird! Es muß untersucht werden, od die tk»« hier so liegt., Wir find mit dieser Anficht der„Freis. Zeitung" durch«» einverstanden. Zum serbisch-bulgartsche« Kriege. Ter_. stand dauert noch fort und mit ihm die Friedensverhandlung-«' In Belgrad stellt man sich, als ob daS Losschlagen bald w>- der beginnen soll. Milan hat erklärt, daß er den Bulfl°s? keine Kriegsentschädigung zahlen und auch nicht dulden Wssj* daß die Ost Rumelier sich definittv mit Bulgarien vereinige»' Die Rüstungen werden beiderseUS fortgcsetzi. Der Ecrbm könig würde wohl kaum eine solche Sprache führen, wenn nr» Oesterreich hinter ihm stände Andererseits sucht man in vm maßgebenden Kreisen Rußlands sich wieder mit den BuM? auszusöhnen. Als erster Att dieses Veisöhnungs DramaS'jr wohl ein Tagesbefehl des Zaren gelten, in welchem g" sprochen wird, daß Rußland nie aufgehört habe, sYMpuM Fürsorge für das bulgarische Volk zu hegen. Die mw; Blätter treten mit aller Entschiedenheit jetzt für die„Wlssr, Bulgaren ein und betonen, daß es nicht schwer fallen wssj. daS mit dem Fürsten Alexander bestehende Mißverfianw» bald zu beseitigen und die früheren guten Beziehungen Rußland und Bulgarien wieder herzustellen.— Soviel 1®� Rußland und Bulgarien wieder herzustellen sicher, setzt Milan den Krieg fort und tritt in Folge bulgarischen Waffeng'ücks die österreichische Intervention so wird Rußland dem nicht gleichgillig zusehen, sonder» Gunsten Bulgariens auf dem Kampfplätze erscheinen. Spanien. Das neue spanische Ministerium sucht sich gut einzus»»?� Laut telegraphischer Mittheilung hat eS beschlossen, den P'j tischen Flüchtlingen ohne Ausnahme zu gestatten,�, Spanien zurückzukehren, falls fie dies wünschen sollten.»Lj rerseils antwortete der spanische Minister des AuSw� einer an ihn entsendeten Deputation von Kaufleuten,(?.%, fichtige die Begünstigung der Ausbreitung der Han bringen mit den romanischen Ländern; zugleich lündi tlan einer in Madrid für das nächste Jahr bea> usstellung an. Was die Amncstte für die politischen linge betrifft, so scheinen nach der Fassung des Te' auch die Karlisten einbegriffen zu sein. — Der durch Artikel 69 der spanischen 7.,» fassun g vorgeschriebene, dem minderjähl'»� Könige zu leistende Eid ist am 27. v. MtS. Königin- Regentin vor dem Ministerrath geschworen � urd hat in der Uebersetzung folgenden Wottlaut: nfi „Ich schwöre bei Gott und den heiligen EvangelieNk� zu sein dem minderjährigen Erden der Krone, unv fassung, sowie die Gesetze zu halten; und ich diesen Eid vor den KorteS zu wiederholen, � selben fich versammelt finden. So belse Mir Eos jjjjl schütze Mich, und wenn nicht, möge Er Rechenschast»»» fordern." — Don Carlos hat in dem ihm befreundetes f „Guelfo", welches in Neapel erscheint, ein Manifest ss ,s! das folgendermaßen deginnt:„Der König von tobt, es lebe der König von Spanien."— Das i* schließt mit dem Rufe:„Es lebe König Karl VII.!" Grohbrttaunien... W-» Die Liberalen haben bei dcn Wahlen wieder f Vorsprung gewonnen, fie haben es bis jetzt auf 19%% Ufli bracht, während die Konservativen nur 180 aufzuwehen � und 37 irische Mandate zu verzeichnen sind. In Du»' M den 4 Parnelliten gewählt. Im Londoner Wablbez'tt'' Ham" wurde neben einem liberalen Kandidaten auw ,�011 den Arbeitern aufgestellte Kandidat Leicester gewählt-„(<1' hat im Ganzen 52 Vertreter gewählt, von denen At■ MV vative und 25 Liberale. Radikale und Vertreter klaffen find. iif — Das neue Parlament tritt am 12. Jatw. lammen behufS der Wahl eines Sprechers deS Unterh-"'"� Einschwörung der Abgeordneten und der Erledigung �- „Kann sei», diese Leute haben zu triftige-, unsaubere« Gewerbe zu verheimlichen," sagte die verächtlich.„Wa« wünschen Sie noch weiter?", Die ehemalige Wärterin sah die schöne Frau fi an, dieser harte, kurz angebundene Ten konnte sie muthigen, ihre Wünsche auszusprechen. Und doch � z» e« geschehen, sie mußte wissen,- was sie zu fürchten hoffen hatte._„.j ß* .Ich habe gehört,' daß der selige Herr<$**/ Testament hinterlassen hat, in welchem f#», � zb» Erben der Hinterlassenschaft eingesetzt ist," W* weiter kam sie nicht, der zorvflammende Blick der zwang sie, mitten im Satze abzubrechen._ »Wer hat Ihnen da« gesagt?" fragte Frau �jn mann in einem Tone, der drohend und beseyie-' klang. „Herr Rabe.". ,, „Mein Bruder? Wann sahen Sie ihn? „Gestern Abend." erstau"' „Hier im Schlosse?" ftagte die Generalm_ »Nein, er war bei mir in meiner Wohuung- � „Nur um Ihne» diese Mtttheilung zu mach A)# »Das nicht. Ich hatte ihn um eine für meine Tochter gebeten, die binnen Kurz � D wstd. Herr Rabe wollte den Biäutigam kenne« halb schenkte er mir die Ehre seine« Besucht- erst pi Und was konnte ihn veranlasse«, aufgefundenen Testament Ihne»■%' V gestern machen?" I.• gl»* Die Fragen der Generalin verwirrte».«.wi mehr und mehr, sie fühlte instinktiv, daß-s r r bei der Wahrheit zu bleiben. gefährdet ff* beweisen, fremde �enf,on erwiderte Frau „Sollten die gnädige Frau wirklich«icht 'ch erne Pension bezieh«?" „Seit wann erhalten Sie dieselbe?". »Seit meiner Entlassung au« Ihren Die»!" Pe« daß wein' von Swl triff'* r I Sä ß !'? �elltr Gesch äste. Alsdann erfolgt eine Vertagung bis zum 1»der 5. Februar. ,— Der Krieg in Birma ist ohne weiteres Blutvergießen Met worden. Einem Telegramm zufolge hat der König tlnbo von Birma den Entschluß gefaßt, von jedem Widerstand Uuiehen, und die englischen? Truppen sind bereits in Mdalay eingerückt. Den in der Hauptstadt lebenden ««opäern ist nichts zu Leide geschehen, die darauf bezüglichen "%8tnstehenden Gerüchte deruhten auf Unwahrheit. Egypten. Die bisherigen Nachrichten über daS Vonücken der Suva gegen Norden waren sehr unficher. Daß fie aber gegm« beinahe die Grenze von Oberegypten, die bei Wady beginnt, erreicht haben, beweist folgender Bericht ouS K". 30. November:„Hier eingegangener Meldung zufolge Mb heute Nachmittag um 3 Uhr in Giniß zwischen der de- o M Infanterie, unterstützt durch den gepanzerten Dampfer Uietus" und den Rebellen ein Scharmützel statt. Der Verlust �.Feindes ist erheblich. Auf britischer Seite wurde ein egyp« a'G" Soldat schwer verwundet und zwei Mann der berittenen �'tmterie werden vermißt. Das GroS der Rebellen hat eine x'tllung vor Koshai inne, welches fie anzugreifen auf dem «unkle find. Generalmajor Gcenfell begiebt fich mit seinem morgen nach Wady Halfa." A m e r t? a. „ Rachrichten aus Mexiko zufolge ist im Staate Nueoo «»n eine aufständische Bewegung zu Gunsten des Ministers N Innern, Rubio, welcher als Prätendent für die Präsident Mi auftritt, ausgebrochen und es ist bereits zu Zusammen� rjtn gekommen. Man füret) et, daß fich die Bewegung über � ganze nördliche Mexiko verbrettet. Parlamentarisches. Das erste Ver�eichniß der bei dem Reichstage einge« �genen Petitionen enthält über 400 Nummern. Da- W beziehen fich über 100 auf die A rbei t e rfch u tzg efetz L, If*. Landwirthschaftliche Vereine, jedoch nur eine gerinä ,Hhl, bitten um Einführung der intemattonalen Doppel »>brung, andere um Einführung eines Zolles auf l e, und zwar für Schmvtzwolle auf 30 M. für den fcu r' i?r gewaschene Wolle 60 M, für fabrikmäßig ge- » sbene Wolle auf 90 M. Verschiedene Beamte bitten, dem U�e wegen Abänderung deS ReichSbcamtengesetzes rückwir ."»be Kraft zu v-rleihen. Abg. Graf v. Mottle hat folgenden Gesetzentwurf, az.be Abänderung des Militär-PinstonsgesetzeS vom 27. eingebracht: bei c�kl I. An Stelle des§ 9 und des ersten Absatzes iPM 21 des Militär- Penstonsgesetzes vom 27'------ irBT r- Ä&Ä!4" «»ll�det'. Pmfion betragt, wenn die Verabschiedung nach M �-A—— er\i— uicnfljaljre um'/«o De« penitonöraqtßcn ÄnenTinniom«» liiw j t�tr den Betrag von 4,/»o dieses Einkommens hinaus § 2«tr Steigerung der Penflon nicht statt. In dem im de», 2 erwähnten Falle beträgt die Penston in fitifn«Q f deS§ 5 höchstens ,5/«o des penstonsfäbiqen Dtenst- "?mens. § 21. Die Zeit, während welcher ein mit Penfions-Aw ft...._.■. mi 0 9 �--___._ u 1 IM* aus dem attiven Dienst geschiedener Offizier oder im km� onge stehender Militärarzt zu demselben wieder heran- worden ist und in einer etatSmäßiaen Stellung Per- Uinfö8 findet, begründet bei einer Gesammtdienstzeit von den% 10 Jahren mit jedem weiter erfüllten Dienstjahre fÜ�'uch auf Erhöhung der bisher bezogenen Penfion, und j,>. iür die bis zum 1. April 1885 erfüllten Dienstjahre um LT für die nach diesem Tage erfüllten Dienstjahre um je derselben zum Grunde liegenden penstonsfäbigen Einkommens bis zur Erreichung des im§ 9, Abs. 2, be> jitn Höchstbettages. eseS Gesetz tritt mtt dem Tage seiner Verkündigung in Urkundlich rt. Gegeben k. D» IzoKales. j.,,Die bürgerrechtliche Stellung derjenigen hier ansäsfigen >» bie nicht geborene Preußen find, ist bereits mehrfach ä«rdeiterkreisen besprochen worden. Es dürfte deshalb nicht h,s, Wünscht sein, wenn wir die in dieser Beziehung geltenden ij» �wungen hier kurz darlegen. Für Deutschland besteht l�KeweinsameS Jndigenat mit der Wirkung, daß die Ange- eines jeden Bundesstaates in jedem anderen Bundes- Inländer zu behandeln und demgemäß zum festen zum Gewerbebetrieb, zu öffentlichen Aemtern, zum L aller bürgerlichen Rechte:c. unter denselben Voraus» wie die Einheimischen zuzulaffen find. Die Reichs- da»,��igkett setzt die Staatsangehörigkeit in einem BundeS- voraus. Diese Etaatsangehörigkert wird erworben zunächst A wie groß ist die Pension?" Thaler jährlich.- �avon.ist mir in der That nicht« bekannt,- sagte die Arin« wit einem finsteren Blick auf die alte Frau, ru�er hat stet« die finanziellen Geschäfte geordnet. ß>e mir damal«, Sie hätten ein Geschenk erhalte«—" "tfao eine Pension, gnädige Frau!* %0q nb nun fürchten Sie, diese Penfion könne Ihnen an» werden?" •Ji?' kttfe Besorgniß nicht nahe?* �fvding«/' nickte Frau von Eiuckmann gedankenvoll. " Bruder Ihne« de« Rath gegeben, mtt mir 1 su rede«?" *»» i'u �nesweg«; Herr Rabe versprach mir, die Angelegen- aber da mein Weg mich doch hierher führte, S*'4, e« sei besser, wenn ich selbst Ihnen die Bitte Ä, ßte." Ney",, �'an« Ihne« darauf augenblicklich keine Antwort �?�te die Generali»,„zuvor muß ich mit meinem �wmen�.er �den. Haben Sie außer dieser Penfion kein "�in.« Huben ja, wenn ich mich recht erinnere, damal« Si eine unglückliche Ehe. Mein Mann ergab sich k derse,� verließ mich; jetzt ist er plötzlich zurückge- ».„Und is Bagabund, der er war, al« er fortging." uw r ,e haben sich niemals»ach emer lohnenden L..tzgj.�'ehen?" fragte die Generali» streng. �orw..- ich da«?" erwiderte Frau Siebel, über "So" in dieser Frage lag, beleidigt. �""tre« u Wan gesund und rüstig., st, soll man arbetten. stch»Lv�eit eine tüchtige Wärterin, we«halb haben "Ich ilLna<� einer andere» Stelle umgesehen?" !?«ös Ii; ÄiÄ' ""»r Unn den Schoß? Nehme» Sie mir da« nicht übel, "verantwortlich. Sie mußten ja stets darauf durch Abstammung, für die Ehefrau durch Verheirathung, für Ausländer durch Naturalisation. Ueber wandert ein Deutscher aus seinem Staat in eiren anderen deutschen Staat, so hat er, falls er in letzterem, um bürgerliche Rechte ausüben zu können, die Staatsangehörigkeit erwerben will, die förmlich« Aufnahme zu beantragen. Die Aufnahme erfolgt kostenfrei und unterscheidet fich von der Naturalisation in der Hauptsache so, daß die Aufnahmeurkunde jedem Angehörigen eines anderen Bundes staats ertheilt werden muß, wenn er darum nachsucht-, es müßte denn einer der Fälle vorliegen, in welchem nach dem Freizllgigkeitsgesetz die Abweisung eines Neuanziehenden»c gerechtfertigt erscheint. Bei Beamten vertritt ihre Bestallung die Stelle der Naturalisations- oder Aufnahme-Urkunde. Die Witterung de« November hatte einen sehr abnov men Verlauf. In der ersten Hälfte des Monats herrschte ge- lindes, windstilles, trübes, zu starken Nebeln geneigtes Wetter vor; die täglichen Temperaturschwankungen waren unbedeu- tend, zumal die Sonne selten durchdrang; von den 45 Beobachtungen in diesen 15 Tagen registrirten nicht weniger als 36 einen total bedeckten Himmel. Nach zwei warmen Tagen, in denen der Aequatorialstrom über den bis dabin herrschenden tolarsttom die Oberhand gewonnen hatte, fing am 15. das arometer an rapid zu steigen, zuletzt in jeder Stunde zirka 1 Mm.; zugleich hellte fich der Himmel auf, und die Tempe- ratur sank am Abend bis auf 1,5° Kälte. Nunmehr folgten vom 16. bis 21. sechs fast ganz heitere Wintertage mit einer für diese Jahreszeit außergewöhnlich niedrigen Temperatur, die am 19. mit 9,0° Kälte ihr Minimum erreichte. DaS Ba rometer, das am 17. einen sehr hohen Stand erreicht hatte, fiel allmälig um beinahe 30 Mm., und am 22. erfolgte der Witterungsumschlag. Nach drei warmen zu Regen und Nebel geneigten Tagen trat sodann am 26. eine erneute Kälteperiode, dieses Mal mit starken Ostwinden und Schnee, ein. Dieselbe hielt aber kaum drei Tage an, denn am 27. ging der Wind nach West herum, die Niederschläge nahmen die Gestalt von Regen an und die Temperatur erhöhte fich dergestalt, daß die letzten 3 Tage beinahe die wärmsten deS ganzen Monats waren. Das absolute Wärmemaximum mit 10,8° fiel auf den 30. Was das rechnungsmäßige Resultat der in dieser Zei- tung publizirten meteorologischen Beobachtungen betrifft, so detrag die mittlere Morgrntemperatnr(6 Uhr) 0,5®, die MittagStemperatur(1 Uhr) 3,7°, die Abendtemperatur 110 Uhr) 1,3°; daraus ergicbt fich eine mittlere Monats temperatur von 1,9°, d. i. 1,2» weniger, als für den November normal ist. Auch der vorjährige November war bedeutend zu kalt, da er eine mittlere Temperatur von nur 1,3° hatte. Wären in diesem Jahre die letzten November. tage nicht so außerordentlich warm gewesen, so würde fich das MonatSmittel noch bedeutend niedriger gestellt baden. Der wärmste Tag war der 7. mit 7.7°, demnächst der 30. mit 7,6» Tagesmittel, der kälteste der 18. mit— 3,9°. An 18 Tagen ging daS Thermometer und 0°(Frosttage), an 3 hob eS fich nicht über 0°(Eistage). Der Barometerstand betrug im MonatSmittel 759,3 Mm., war mithin bedeutend zu hoch. Die Schwankungen waren beträchtlich, besonders am 15. und 28 fie bewegten fich zwischen 772,8 Mm. und 743,2 Mm. Der Wind war meist schwach; 24 mal wurde Windstille notirt, im Uebrigen herrschten Ostwinde vor, die 19 mal beobachtet wurden, dann folgen Südostwinde mit 14 und Südwestwinde mit 13 Beobachtungen. Die mittlere Windgeschwindigkeit betrug 17,77 Km. pro Stunde; an einzelnen Tagen war fie außer- ordentlich schwach, so am 20. mit 4,46 und am 17. mit 5,61 Km. Die Bewölkung war meist beträchtlich. Im Monats. mittel betrug fie, wenn 0 ganz heiter und 10 ganz trübe de. deutet, 7,4. 16 Tage waren total trübe; als heiter waren nur die 4 Tage vom 16. bis 19. zu bezeichnen. Die Luftfeuchtig keit war relativ groß- fie betrug im Mittel 83,1 pCt.i ihr Maximum mit 98 vCt. erreichte fie am Mittag deS 3. bei starkem Nebel, ihr Minimum mit 42 pCt. an dem ganz heiteren 18ten Die Niederschläge hatten eine Höhe von zusammen 34.3 Mm., d. i. 12 Mm. weniger, als dem November zu« kommt. 27,7 Mm. davon kommen auf die 4 letzten Monat«- tage. Ohne die in diesen Tagen gefallenen starken Regengüsse wäre der Monat beispiellos trocken gewesen. In der Zeit vom 3.-26. gab eS nur 2 Tage, an denen ein wenig Regen fiel. Im ganzen Monat waren 8 NiederschlagStage zu verzeichnen, davon 7 mit Regen und 1 mit Schnee. Die Berathungen, welche im preußischen Justizministerium über die Beseitigung von Unzuttäglichleiten im Straf- verfahren in Folge der im Prozeß Graes gemachten Wahmeh- mungen stattfinden, erstrecken fich bekanntlich auch auf die Frage des Ausschlusses der Oeffentlichkett der gerichtlichen Ver- Handlungen. Auf eine jüngst seitens der rheinisch-westfälischen Gefängnißgesellschaft an den preußischen Minister des Innern gerichtete Bitte, die Freiheit der Presse in der Berichterstattung über Gerichtsverhandlungen zu deschränken, ist nun der Bescheid ergangen, daß man den angeblichen Mißbräuchen bereits die größte Aufmerksamkeit widme. So wenig im Widerspruch mit der öffentlichen Meinung der im§ 173 deS deutschen Gerichts» verfassungSgesetzeS aufgestellte Grundsatz der Oeffentlichkett der Gerichtsverhandlungen mehr oder jweniger illusorisch gemacht Tod Ihnen die Pension wollten Sie dann be» gefaßt sein, daß durch meinen entzogen werden könne,«a« ginnen?" »Ich rechnete darauf, daß die Pension mir bi« zu meinem Ende gezahlt würde." „Und worauf gründete» Sie diese Zuversicht?" „Auf ein Geheimniß, gnädige Frau, dessen Enthüllung hier gewaltige Veränderungen hervorrufe« würde." „Auf ei» Geheimniß? Da» sagen Sie, um mich zu er- schrecken." „Gewiß nicht." „Und worauf sollte dieses Geheimniß sich beziehen?" fragte die Generalin mit scharfer Betonung.„Nachdem Sie so viel verrathen habe», müssen Sie Alles sagen, thu» Sie eS nicht, so kann ich nur glaube», daß Sie durch unlauter« Mtttel mich beeinflussen wollen." Frau Siebel wiegte ablehnend da« Haupt. „Ich darf e« nicht," erwiderte sie,„ich darf keine Silbe verrathen; wenn dieses Geheimniß über meine Lippen käme, dann würden Sie keine ftohe Stunde mehr haben." „Ich sage Ihnen noch einmal—" „Gnädige Frau, denke» Sie darüber wie Sie wollen, ich kann Sie ja nicht zwinge«, meine» Worte» Glauben zu schenke«, aber vergessen Sie meine« Rath nicht, tragen Sie Sorge, daß jenes Geheimniß niemals an die Oeffentlichkett kommt." Die Generali» blickte starr die alte Frau an, sie wußte offenbar nicht, wie sie diese Worte deuten sollte. „Und wie kann ich dafür Sorge tragen, da ich von dem Geheimniß selbst keine Ahnung habe?" erwiderte sie. „Wenn Sie den Personen, die diese« Geheimniß kennen, nicht zu nahe treten, so wttd Niemand daran denken—" „Wer sind diese Personen?" „Außer mtt Herr Rabe und—' „Und?" fragte die Generalm scharf, al« die ehemalige Wärterin stockte. „Und der frühere Tagelöhner Ferdinand Halm, der werden darf, eben so wenig wird auch die Freiheit der Presse in der Berichterstattung über Gerichtsverhandlungen beschränft werden dürfen. Wenn es der Presse nicht gestattet wäre, alle Momente zu reproduziren, welche in den öffentlichen Verhand- lungen von Einfluß auf die Rechtsprechung und die Beurthei- lung des vorliegenden Falles find, würde die Berichterstattung einseitig, sei es zu Gunsten oder zum Nachtheil deS Ange- klagten, werden. So lange gesetzlich jedermann berechtigt ist, die Gerichtsverhandlungen, soweit die Oeffentlichkett des Ge- richtsverfahrmS nicht ausgeschlossen ist, anzuhören, kann daS- selbe Wort, welches inn.rhalb der Räume des GerichtSlokale« straflos ist, nicht strafbar werden, wenn es über die Mauern des Gerichtslokales hinaus vernommen wird. Mit Recht sagt der berühmte Kriminalist der Berliner Univerfität in seinem vor mehreren Jahren erschienenen„Lehrbuch deS deutschen Preßrechts":„Der Satz, daß die unmittelbare Oeffentlichkett vor Gericht noch nützlich sein könne, wo die mittelbare Oeffent- lichkeit durch die Presse schädlich wirkt, läßt fich ohne Künstelei nicht durchführen. Das einfache und richtige Prinzip lautet: Was in weiten Kreisen nicht bekannt werden soll, darf gar nicht öffentlich verbandelt werden.... Was Hilst die Er» laubniß, daS in der öffentlichen Verhandlung Gesprochene gleich drucken zu lassen(§ 17 des Reichs-Preßgesetzes), wenn man für den wahrheitsgetreuen Abdruck doch gestraft werden kann?" j. Ein großer Wucherprozeß, bei welchem recht inter- essante Enthüllungen ans Licht kommen dürsten, ist ficherem Vernehmen nach in Eicht. Eine angesehene Peisönlichkeit wandte fich in einer momentanen Gelbverlegenheit an eine in der Nähe der Waisenbrücke wohnende„Dame", ohne zu ahnen, daß dieselbe in dem Wuchererring, welcher unsere Stadt sett geraumer Zeit unficher macht, eine hervorragende Rolle spielt. Da fie versprach, Geld zu verschaffen, gab der Geldsuchende ihr verttauensvoll ein Akzept auf eine erhebliche Summe in der Hoffnung, daß fie ihr Versprechen bald erfüllen würde. Doch er hatte fich darin bitter getäuscht. Alle seine Reklamattonen, das Akzept zurück zu erhalten, blieben erfolglos, denn die„Dame" verttöstete ihn immer wieder mtt der Zulage, daß er das Geld doch noch erhalten würde. Man denke fich nun das Erstaunen deS betreffenden Akzeptanten, als ihm vor einigen Tagen der Wechsel, für den er nie Geld erhalten hatte, zu sofortiger Ein- lösung präsentirt wurde. Selbstverständlich hat er die Zahlung verweigert und so gelangte die Angelegenheit zur Kenntniß deS Gericht«. g. Eifersucht war wieder einmal daS Motiv zu einem Eelbstmordrerluch, den, wie unS nachträglich mitgetheilt wird, ein junges Mädchen am Eonnabend Abend in einem bekannten Tanzlotale der Elsafferstraße ausführte. Dort hatte ein Verein eine kleine Festlichkeit veranstaltet, zu welcher auch besagtes junge Mädchen sowie deren Bräutigam eingeladen waren. Der letztere hatte anscheinend den anderen Schönen deS Abends mehr Aufmerksamkeit gezollt, als der selbstsüchtigen Braut an- genehm war, denn fie fühlte fich derartig verletzt, daß fie be- schloß, ihrem Leben sofort ein Ende zu machen. Das junge Mädchen muß schon auf ein derarttaeS Vorkommniß vorbereitet gewesen sein, denn fie führte eine Quantität Kleesalz bei fich, mit welchem fie fich nach einem abgeschlossenen Räume begab und hier daS Gift zu fich nahm. DaS Verhalten des jungen Mädchens wurde aber noch rrchtzettig demertt und einem schleu- «igst herbeigerufenen Arzt, Dr. E., gelang es, durch Verab- reichung von Gegenmitteln die Abficht des jungen Mädchens zu vereiteln. td. Unsere öffentlichen AnschlagSsänlen bilden leider noch immer, trotz aller bereits erhobenen Klagen, ein will- kommeneS Operationsfeld für unser thatendursttges Jung- Berlin, welches ein besonderes Vergnügen daran findet, die Plakate herunterzureißen und die Fetzen in alle vier Winde zu zerstreuen. ES ist dies eine Ungezogenhett, die nicht streng genug gerügt werden kann, denn erstens find die HerftellungZ. kosten solcher Plakate sehr dedeutende, zweitens haben dieselben einen sehr wichtigen Zweck, von dem oftmals viel abhängt, wie z.B. bei Versammlungsanzeigen, Bekanntmachungen k. Durch daS Herabreißen der Plakate tritt daher eine Schädigung viel- seitiaer Interessen ein, die, obgleich gesetzlich strafbar, doch von der lieben Schuljugend auf ihrem Heimwege straflos verübt wird. Hier helfen eben nur Ermahnungen, wenn nöthig. nach- drücklichster Art und auch die Straßenpaffantm sollten auS eigenem Anttiebe solchem Unfug nach Kräften zu steuern suchen. g. Die Direktion der Großen Berliner Pferdeeise«. bahn hat an den großen Wagen mit Verdeckfitzen bekannt machen lassen, daß daS Besteigen der Vordertreppe verboten ist. Die Kutscher wurden, seitdem die rechte Vorderperronthür fehlt, fortwährend durch das Auf- und Absteigen inkommodirt, so daß fie nicht ihre volle Aufmerksamkeit auf die Pferde ver- wenden konnten. Recht wünschenSwerth wäre es, wenn die Direktton noch eine Regelung in der Vertheilung der Steh- plätze auf den Perrons treffen würde. Bisher waren auf den größeren Wagen vmn 5 und hinten 6 Stehplätze, wodurch itim Aus. und Einsteigen dem Publikum stets Unannehmlich. ketten dereitet wurden. vor Kurzem verhastet worden ist," sagte Frau Siebel mtt gedämpfter Stimme. Frau von Stuckmanv erbleichte, eine«amenlose Angst spiegelte sich in ihre« schönen Augen. „So betrifft jene« Geheimniß die Ermordung de« Doktor« Wieland?" „Fragen Sie nicht weiter, gnädige Frau!" „Halm ist wegen jene« Verbrechen« verhastet war- den." „Ich weiß da«, aber ob er e« begangen hat, weiß ich nicht, ich kann darüber nur Vermuthungen hege«. Lassen Sie mir meine Pension, würde sie mtt entzogen, so wären Roth und Elend mein Loo«, und Nahrungssorgen können zu verzweifelte« Handlungen führen." „Wenn Sie mtt kein Vertraue» schenke« wollen, dürfen Sie auch von mtt keine Wohlthaten erwarten," er- widerte die Generalin, sich erhebend.„Sie wollen mich ängstigen, mir sogar drohe«, aber ich lasse mich nicht einschüchtern, am wenigste» von Personen, die so tief unter mtt stehe«, daß ich sie wahrlich nicht zu fürchte« brauche." 8„Vielleicht sagen Sie hullung de« Geheimnisse« �, „dennoch schweige ich, nicht in meinem, sonder« in Ihrem Interesse. Gegen den Vorwurf, daß ich Ihnen habe drohe» wolle«, protestire ich; e« lag in meiner Absicht nur, Sie auf die Gefahre» aufmerksam zu mache«—" „Genug l" fiel Frau von Stuckmann ihr in'« Wort. „Ihre Absichte« können für mich keinem Zweifel mehr unterliege«. Ich werde mtt meinem Bruder über diese Angelegenheit rede«, von ihm erhalte« Sie Ant- wort." Ei« befehlender Wink verabschiedete die ehemalig« Wärterin, und al« die letztere da« Boudoir verlasse» hatte, athmete die Generalin ttef und schwer auf. Wie oft schon hatte ihr Bruder mit diesem Geheimniß gedroht, wel- che« fie nicht ergründen konnte! (Fortsetzung folgt.) den Auge» der alten Frau blitzte e« zor- mir da«, um mich zur Ent- zu zwingen," entgegnete sie; n o O 8 cc o I %> JZ, U /cä K \\ w & V A S S I u & i Die StMgm- mi> Strumsmam-FchÄ _ von nur Theodor Fricke, nur 174 Oranienstraße 174 Berlin SO •f s O o o sq CO 00 o t- c* 8 CD o I % ä. S» '03 Z *» « 1 1 empfiehlt zu festen Preisen: Wolleue Herren-Westen. Preis für 1 Stück 3,50, 4,00, 4,50, 5,50, 6,00, extra feine Qualität bis 10,00, 12,00 Ml. Wollene Taillen-Tücher. Damen- und Linder-Caootten. Farben: schwarz, weiß, bordeaur, arenat, marin««. Kür Kinder» Stück 25, 50. 75, 1,00, 1,25, 150. • Stück 3,00, 3,50, 4,00, 5,50, 6,50, 7,50 Ml.. Damen»„ 1,50, 1,75, 2,00,' 2,25,' 2,50,' 3,00. 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Dezember. 1 Uhr. ..*0? Tische deS BundesratbeS son Boetticher. � Räche Loh mann und Bosse. Die Bänke des «uses find sehr schwach besetzt. Eingegangen ist eine Denkschrift über die deutschen Schutz- Die erste Berathung d«s von Auer und Genossen Jl*?-■yrc eine«reaiyung uio uu« wuv» uuu JwotoeMen ArbeiterschutzgesetzeS in Verbindung Anträgen der Adgg. Lieber, Hitze und Sohren Mv fortgesetzt. »w. T« JDt. Lieber(Zentmm): Auk Anlaß der Botschaft JrJ'4. April 1883 verabschiedete der Reichstag trotz schwerer SnL 2f iwei Etats, um dadurch in der folgenden Winter- J« cm,r wirksamere sozialpolitische Reformen Zeit zu gewin- tz �Zir bofften damals viel für die Verficherungs- und , Mgesetzgebung der Arbeiter. Jüngst hat nun Staatssekretär b-»i$er erklart, daß für die Alters> und Jnvalidenver- ,»ung die Regierungen unter mehreren Bildern die Auswahl wir haben aber nicht erfahren, daß ste nahe daran rw, ems davon zu wählen. Und was die Äibciterschutzgesetz- «ung anaeht. da soll er erklärt haben, daß die Enquete die Sonntagsarbeit so gründlich als möglich betrieben ».n �ke Enquete ist so recht symptomatisch für die «imng der verbündeten Regierungen zur Äibciterschutzgesetz- EvH'ß- Sie ist selbst vom Standpunkte deS Reichskanzlers Eui v CäUfl°uf die Fragen, die gestellt find, nicht er« sogar zweckwidrig, vielleicht sogar tendenziös gegen » Sonntagsruhe»ugespitzt. Namentlich aber kann fie, wenn �ursprünglicher Rahmen nicht etwa in, wischen erweitert ist, (cin is® auf die Gefragten so gründlich wie möglich nicht tu'«"n wan hat die zu fragen versäumt, die nicht nur «oi» Miellen, sondern auch die köiperlichen und moialischcn » der Sonntagsarbeit zu beurtheilcn im Stande find. bi, o? Sanilätsbericht über die königlich bayrische Armee für &LWÜ vom 1. April 1874 bis 31. März 1879 wird mit belegt, daß das Herabstnken der Wehrfähigkeit unserer tofOtlrrung ganz auffällig zusammentrifft mit der hohen Ent- «ttung der Jnvuftrie da, wo fie des Arbeiterschutzes, den iuj*1 ongtn, entbehrt. Auf die Städte entfällt eine höhere t"8('chleilSziffer als auf das Land, speziell auf die Städte entwickelter Industrie. Ganz ähnlich lauten die Er- fr"ine der österreichischen HeercsauShebungen. Zu meinem s�auern habe ich gleiches Material aus der preußi- ZW Heeresverwaltung bis jetzt nicht erhalten können. eu->. geradezu gebieterischem Werthe würde aber für die En- «in. e'ne Nochfioge bei allen zuständigen Ersatzbchörden sein. ernsthafte Enquete ist gar nicht anzustellen ohne die «M» - m---- v..«. sn.vf„A ?"ußen in den Jahren Id�-V4. weilve ein tz�Mmschen alter namentlich in denjenigen Delikten, welche � MA*. hör nffttii* i»UU»VII«i»bif»•»--- �....----. (Lw Enistchungsgrund in mangelndem Respekt vor der öffent- ZT! Ordnung und in Rohheit haben, ganz entsetzlich ge KS'fR ist. Er erkennt in der Umgestaltung des Gewerbes und yWs, der wilden und schutzlosen EntWickelung unserer In« (£'le zwar nicht den hervorragendsten Grund, aber immerhin ■Cr.,.®« Faktoren, welche eine Vermehrung der Kri- gutät herbeiführen müssen- Der moralische Krank- ist aber nicht blos extenfiv der Zahl nach, kn auch intenstv, durch zunehmende Bösartigkeit der Ver- v»,,/' gewachsen. Ich könnte mich über den Erfolg, den de»-..-"nträge in der vorigen Sesfion gehabt haben, daß eine Enquete über die Sonntagsruhe angestellt ist, "< aber ich habe eben schwerwiegende Ausstellungen an der- , su machen und außerdem kann ich mich niemals in dieser � J®uf den Standpunkt deS Reichskanzlers ziehen lassen. hy.,?" von Anfang an als zuläsfig und erforderlich aner- kn v �aotn, find Erhebungen, ob und in wie weit Ausnahmen -in. o.». v„.Wnt,«r.lbeinen möaen: »«n v stno üttöeoungen, oo unu m«.«..--......... «er>>j, fL�lbote der Sonntagsarbeit geboten erscheinen mögen; Jinja»frage der Sonntagsruhe selbst aber werden wir nie- nt En mif,. ffir»ulätsta erachten. Gegenüber den Aus- der vorigen Sesfion ort avrr witwn«... sthwnl?«®n>•" q/onnalardeitstag der wärmsten Vertheidiger der Sonntagsruhe vom sittlichen, wirthschaftlichen und hygienischen Standpunkte, der eS aus- spricht, daß die Engländer nicht ärmer, sondem reicher gcwor- den find, weil fie viele Menschenalter hindurch an einem von den stcbcn Tagen ausgeruht haben; dieser Tag sei nicht ver- loren, sondern dringe Durch die fich im Slillen vollziehende Erholung und Erneuerung der arbeitenden Kräfte den Ausfall reichlich ein. In gleichem Sinne äußern fich die ftanzöstschen Nattonalökonomcn Le Play, Leroy Beaulieu und Proudhon. Herr Wolt, der Gewerberalh des Jnspeftionsbezirks Düffeldorf, sagt am Schlüsse seines Berichtes über die seitherigen Zustände in dem hochentwickelten Jndustriebezilk, daß die fittltche Verwil- derung der männlichen und weiblichen Arbeiter zugenommen habe, und damit haben wir den Schlüssel zu dem Vorgange der Düsseldorfer Regierung in Bezug auf eine wirksamere Regelung der Sonntagsruhe. Aus dem Schooße der deutschen Ardeiterbevölkerung häufen fich jetzt die Kundgebungen zu Gunsten der Sonntagsruhe. Die Handelskammer für Unter- franken, die Tclegirten des Zentralverbandes deutscher Jndu- stricller, die evangelische Generalsynode haben einen wirk- sameren Schutz der Sonntagsruhe als nothwendig anerkannt. Ich will die Autorität des Kommerzicnraths Stumm und des Abg Eiöcker, die fich auf der Generalsynode in diesem Sinne ausgesprochen haben, besonders hervorheben; fie haben dafür freilich die nichtswürdigsten Verunglimpfungen der„Nordd. Allgemeinen Zeitung" über fich ergehen lassen müssen. In Düsseldorf ist jetzt erreicht, daß der volle Betrieb aller An- lagen mit einigen Ausnahmen an jedem Sonn- und Festtage zwischen 6 Uhr Morgens und 6 Uhr Abends ruhen muß. und der theilweise Betrieb so weit eingeschränkt wird als der Arbcitszweck es gestattet. 130 000 Fabrikarbeitern ist vadurch eine 12- oder 24- stündige Sonntagsruhe für gewöhnlich ge- fichert. Was für Düsseldorf möglich war, sollte es nicht für das ganze Reich sein V Wenn Dr. Wolf eS erreichen konnte, warum nicht der mächtigste Mann in Europa? Neben der Frage der Sonntagsruhe geht sodann die eines besonderen Schutzes der in den Frbriken beschä'tigten Frauen und Kinder. Die Grundlage der Gesellschaft ist die Familie, und im Jnter- esse ihrer Erhaltung fordern wir die Sicherung der Frauen und Kinder gegen die maßlose Ausbeutung in den Fabriken mit allen zu Gebote stehenden gesetzlichen Mitteln. Unser letztes Ziel ist, die verheirathcte Frau überhaupt aus der Fabrik zu entfernen. Im Augenblick beantragen wir nur eine Be- schränkung der Arbeitszeit auf 6 Stunden, weil wir besorgen, ein allzu jäher Uebcrgang könnte eine Schädigung, weniger der Industrie als der arbeitenden Bevölkerung herbeiführen, und weil wir glauben, daß die Frau, welche nur 6 Stunden arbeiten darf, von den unvcrheiratheten Arbeiterinnen sehr bald verdrängt werden wird. Fast überall wird eine Zunahme der weiblichen und jugendlichm Arbeiter konstattrt. Was die Ein- führung des Maximalarbeitstages betrifft, so weise ich darauf hin, daß in Miltelfranken 13—14'/,, in Leipzig 12 Stunden. regelmäßig mit Ueberstunden in größerer Zahl, in Baden eine 24fiündige und ein anderes Mal eine 30stün- dige ununterbrochene Arbeitszeit von dem Fabrikinspektor fest- gestellt worden ist. Gegen diese wahrhaft empörende Aus- beulung auch des erwachsenen Arbeiters muß die Gesetzgebung Schlw gewähren. Der Arbeiter wird durch die Einführung des MaximalardettstageS auf die Dauer auch nicht einmal eine finanzielle Einbuße erfahren: denn bei beschränkter Arbeitszeit leistet und erwirbt der Arbeiter in kürzerer Zeit dasselbe, wie jetzt in längerer Zeit. Ich verhehle mir nicht, daß wir mit einer wirksameren Arbeiterschutzgesetzgedung noch nicht Alles erreicht haben. Die großen sittlichen Mächte des Volkslebens müssen dem Gesetze erst seinen wahren Inhalt geben, nament- lich muß die Macht deS Christenthums den Bemühungen des Gesetzgebers zu Hilfe kommen, und ich sage dem Abg. P'ann- kuch, der in wahrhaft naiver Weise den großartigen Leistungen des Christenthums die sozialdemokratischen Mittel gegenüber- stelle: beweisen Sie erst, daß Sie damit im Stande find, unsere gesellschaftlichen Schäden zu beseitigen. Ich bitte Sie, zur Vorberathung unserer Anträge eine Kommisston von 28 Mitgliedern zu wählen.(Beifall rm Zentrum.) Staatssekretär v. B o e t t i ch e r: Ich halte diesen Fragen gegenüber eine ernste und gründliche kommissarische Berathung für sehr viel richtigerund fruchtbarer, alS dasHalten akademischerReden. (Zustimmung.) Die Fragen find van sehr bedeutender und viraler Wichtigkeit für unser Volksleben, und auch der Herr Reichskanzler bat es keineswegs abgelehnt, wie der Vorredner meinte, seine helfende und mitwirkende Hand aufzutbun. Dies ergiebt sich deutlich aus seiner Aeußcrung in der Kommisston vom 9. Mai d. I.. dafür spricht auch die Enquete. Ich könnte mich hiernach auf den Hinweis beschränken, daß wir nach wie vor bemüht sein werden, in der Kommtsston ein Gesetz zu Stande zu bringen, welches den Anschauungen der verschiede- nen Parteien und den Bedürfnissen des wirthschaftlichen Lebens möglichst Rechnung trägt. Allein der Vorredner hat eine Be- merkung gemacht, welche so gedeutet werden könnte, als ob von Selten der Reichsverwaltung auf dem Gebiete, welches durch die Allerhöchste Botschaft vom Apiil 1883 berührt worden ist, nicht das Ihrige gethan wird, und in diesem Punkte bin ich etwas empfindlich, und um so empfindlicher, als ich mir bewußt bin, daß die Arbeit auf diesem Gebiet in keinem Augen« blick gestockt hat. Die Allerhöchste Botschaft vom April 1883 legte dem Reichstag ans Herz, in eine zweite Elatsberalhung einzutreten, um für den folgenden Winter die Zeit zu gewin- nen, die ArbeitcroerflcherungSgcsetzgetung energischer und mit der Ausstcht auf einen größeren Erfolg als bisher in Angriff zu nehmen. Wir sind in der darauffolgenden Sitzung 1883/84 in die Berathung deS Unfallgesetzes einge- treten. Es ist im Winter 1884 verabschiedet worden, und wir haben darauf im vorigen Jahre die Novelle zum Arbeitervcr- ficherungsgesetz gemacht. Die verbündeten Regierungen haben Ihnen glcrchzeilia einen Gesetzentwurf über die land- und forst- wirthschaftlichen Arbeiter vorgelegt. Daß dieser Entwurf nicht zur Verabschiedung gelangte, ist nicht die Schuld der verdün- Veten Regieningen gewesen, und in diesem Jahre liegen Ihnen wiederum zwei Gesetzentwürfe, die fich auf die Fürsorge für die durch Unfall getroffenen Personen beziehen, vor. Ader wir find noch weiter gegangen. Wir haben in Angriff genommen eine Unfallverficherung für die Seeleute und find im Begriff, eine Lücke im Gesetz auszufüllen, bezüglich der Fürsorge solcher Arbeiter, die beim Schiffbau beschäftigt find. Auch auf dem Gebiet des Arbeiterschutzes find wir nicht unthätig gewesen. Wir haben, entsprechend der Anregung des Reichs- tages. ein Rundschreiben an die verbündeten Regierungen be- reits im Februar o. I. gerichtet, um festzustellen, wie eS mit dem aktuellen Recht in Bezug auf den Arbeiterschutz im Deutschen Reiche steht, namentlich bezüglich der Sonntagsruhe. Die Mittheilungen der verbündeten Regierungen lassen uns jetzt dieses Rechtsgebict Überblicken. Ich werde mich bc ehren, demnächst dem Reichstage eine Zusammenstellung dieser gesetzlichen Vorschriften zu übermitteln. Dadurch wird eine Grundlage geschaffen, auf der die Kommisston wirksamere und prattischere Vorschläge machen kann für das, was etwa noch auf diesem Gebiete zu thun ist. UebrigenS drängt mir die ober» flächliche Durchsicht dieser Vorschriften die Ueberzeugung auf, daß es im Deutschen Reich mit der Sonntagsarbeit bei weitem nicht so»chltmm steht, als die Herren Antragsteller voraus« setzen.(Oho! im Zentrum und bei den Eozialvemotratm. Sehr richtig! links.) Meine Herren, ich kann mir nicht Helsen. Sie werden ja prüfen können, ob ich Recht babe oder ob Sie auS den Vorschriften einen entgegengesetzten Eindruck gewinnen. Ich will Ihnen auch gleich sagen, daß die Dissidenten, also die Herren, die da meinen, daß mein Eindruck ein falscher sei, sehr wohl Grund zu einer entgegengesetzten Auffassung haben können, weil die Vorschriften nicht überall wirksam gehandhabt werden.(Zustimmung.) Sehen Sie, so verstehen wir uns immer, wenn wir nur ruhig abwarten.(Heiterkeit.) Ich sprach zunächst von dem attuellen Recht, und die Zusammenstellung dieses aktuellen Rechtes hat mir die Ueberzeugung gewährt, daß es nicht so schlimm steht, wie die Verfasser der Anträge voraussetzen. Ich will nun gar nicht bestre.ten, daß es nützlich sein kann, gleichwohl von Reichswegen einzelne sogenannte Schutz- Vorschriften zu er- lassen. Aber dem Mangel, an den ich soeben erinnerte, kann durch solche Vorschriften nicht gehörig begegnet werden; den beseitigen Sie dadurch nicht, daß Sre die bereits bestehenden Vorschriften in ein Reichsgesetz zusammenfassen. Weiter habe ich zu berichten, daß wir räch Empfang dieser Vorschriften zu der Vornahme einer Enquete über die Eonntagsarbeit über- gegangen find. ES thut mir leid, daß der Vorredner die Fragestellung in dieser Enquete als tendenziös bezeichnet bat. Den Verfassern der Fragen hat jede Tendenz auf diesem Ge» biete fern gelegen; auch glaube ich, wenn wir hätten tenden- z-äs sein wollen, wäre es viel leichter und besser gewesen, gar keine Enquete vorzunehmen und uns auf den Standpunkt zurückzuziehen: bei der Enquete kommt doch nichts heraus! Im Gegentheil beschränkt fich diese Enquete ausschließlich auf die Feststellung thatsächlicher Zustände und auf die Folgen, welche eine Abänderung der letzteren und des bestehenden Rechts im Gefolge haben kann. Es ist aber auch auS dem Rundschreiben an die Regierungen keineswegs zu entnehmen, daß wir mit der bestimmten Tendenz, ein negatives Resultat zu erhalten, an die Enquete herangetreten find, oder daß wir derselben eine bestimmte Richtung hätten geben wollen. Aus diesem Schreiben ergiebt fich vielmehr, daß wir die objektive Feststellung der zu eruirenden Thatsachen angestrebt haben. Der Eingang des Schreibens lautet:„Nachdem durch die gefälligen Mittheilungcn der Bundesregierungen, die mir auf rnein Schreiben vom 14. Februar zugegangen find, in dankens- werther Weise daS Material für eine Zusammenstellung der bestehenden, die Eonntagsarbeit betreffenden landescechtltchen Vorschriften zur Verfügung gestellt ist, wird es fich mit Rück- ficht auf den Verlauf der Reichstagsverhandlungen über die Abänderung des§ 105 der Gewerbeordnung empfehlen, nun» mehr auch festzustellen, in welchem Umfange thatsächlich die schäftigung gewerblicher Ardeiter an Sonn- und Festtagen vor» komme, sowie ob und inwieweit eine Beschränkung derselben ohne Schädigung berechtigter Interessen möglich ist. Also ist dre Fragestellung ganz objektiv und der Fragestellende zeigst damit, daß er selbst eine Einschränkung der Sonntagsarbert nicht perhorreszirt. Diesem Wortlaut gegenüber wird der Vorwurf einer tendenziösen Fragestellung nicht anstecht er- halten weiden können.— An fich würde ich nicht große Be- denken gehabt haben, die Enquete auch auf die Feststellung zu lichten, ob moralische oder sanitäre Nachtheile mit der SonntagSarbeit verknüpft find, kann mir aber auch von der Beantwortung und namentlich von der allgemeinen Stellung dieser Frage an alle die Kreise, die wir bei der Enquete zu hören beabfichtigien, keinen Erfolg versprechen. Es wird sehr schwer nachzuweisen sein, ob gerade die Arbeit am Sonntag sanitäre Nachtheile auf den Ardeiter übt oder nicht. Viel eher ist es festzustellen, ob eine übermäßige Ausdehnung der Arbeitszeit der Gesundheit der Arbeiter nachthcilig ist. Und über die moralische S-ite der Sache werden wir mehr u r t h e i l e n, als durch thatsäckliche Feststellungen unS auf- klären können. Der Vorredner meinte, es wäre nützlich ge- w'scn. das Verhältniß des Arbeiterschutzes zur Kriminalität zu eruiren und hat fich auf den bekannten Aufsatz von Illing de- rufen. Ich gebe zu, daß die Verrohung einzelner Elemente der arbeitenden Klaffen in manchen JnCmsiriebezirlen erheblich zugenommen hat. Darin bin ich ganz der Meinung des Herrn Illing. Aber daß er gesagt hätte, diese Verrohung und Zu» nähme der Kriminalität hänge zusammen mit der Bernach» läsfigung des Arbeiterschutzes, das habe ich nicht auS den Ausführungen deS Vorredners entnommen, und ich glaube auch kaum, daß dieser Nachweis zu führen sein wird. Ich will ja nicht so weit gehen, daß ich daran erinnere, waS schon bei der vorigen Berathung zur Sprache kam, daß, wenn man den Sonntag ganz frei giebt, der Arbeiter viel» leicht verleitet wird, über die Stränge zu schlagen, als wenn er Sonntags beschäftigt ist. Aber der Nachweis, daß die Ver» rohung mit der Sonntagsarbeit zusammenhängt, ist nicht ge» führt und wird nicht zu führen sein. Auch in der Frage der Frauenarbeit find wir nicht müßig gewesen; wir haben bereits Vorarbeiten gemacht und find gern bereit, demnächst der Kommission diese Vorarbeiten zur Disposition zu stellen. Daß der Vorredner ein Schwärmer für den Maximalarbeitstag ist, hat er uns schon im vorigen Jahre gesagt. In dieser Be« zirhung indessen steht die Reichsverwaltung aus einem ganz entgegengesetzten Standpunkt(hört! links), nicht nur. weil der Moximalarbeitstag in den gewerblichen Kreisen, insbesondere der Großindustrie, einer erheblichen Gegnerschaft begegnet und nicht bloS aus den Gründen, die der Herr Reichskanzler im vorigen Jahre entwickelt hat, sondern fie bat diesen Stand- puntt auch entnommen ars den sehr ungünstigen Erfahrungen, welche in anderen Ländern mit dem Maximalarbeitstag gemacht worden find. Die Berichte der schweizerischen Fabrikinspekto-en, auf die neulich Bezug genommen wurde, find mir wohl be» kannt. Im Allgemeinen wird sehr günstig über die schweize- rische Gesetzgebung geurtheilt. Inzwischen find aber auch an- dere autoritative nicht so günstige Ultheile schweizerischer Behörden vorhanden, nämlich die Berichte der Kanton- regierunzen, denen ich keine geringere Autorität bei- messen möchte, als wie den Berichten der Fabrikin'peftoren. Wenn maw z. B. auS den Berichten über die Verhältnisse in dem Kanton Zürich liest, daß unter einer Anzahl von 452 Betrieden im Jahre 1883 der Regierungsrath an 67 Fabrikbesitzer 95 Bewilligungen, 1884 an 58 Fabrikbesitzer 91 Bewilligungen zur vorübergehenden Verlängerung der zeit, und zwar während 1-3 Monaten regelmäßigen Arbeits» täglich um IV» bis 2 sseüie ÄÄÄ't ässä vielfach überschritten werden, auch ohne daß e« zur Kenntniß der Behörden komm», und wenn man ferner die Klagen dar- über vernimmt, welche in schweizerischen Kantonalberichten ent- halten find über den Mangel einer wirklichen Kontrole dar» über, dann ist man doch geneigt, die Schwärmerei für den Maximalarbeitstag zurück zu stellen. Aber auch diese Frage — und wir entziehen uns ihrer Diskussion ja nicht- wird ja sehr gründlich und zweckmäßig in der Kommission zu erörtern feK Wir wollen mit Ihnen gemeinschaftlich arbeiten, und ich selbst bin geneigt, mich an diesen Berathungen zu bctheiligen. Ich hoffe, daß es nrir in diesem Jahre mehr möglich sein werde, als im vergangenen, wo ich die Zeit dazu nicht habe gewinnen können. Eine prinzipielle Abneigung, in die Matene einzu- treten, besteht bei keiner der verbündeten Regierungen, sie hat auch nicht beim Herrn Reichskanzler bestanden. Ich kann Sie in dieser Beziehung, namentlich was die Sonntagsarbeit an- langt, auf einen Passus verweisen, wo der Herr Reichskanzler ausdrücklich sagt, nachdem Herr v. Kleist-Retzow ausgeführt hatte, daS Wichtigste, was für den Arbeiter geschehen könnte, sei die Sonntagsruhe:„Ich halte das für sehr richtig, im hohen Grade wünschcnswerth für ein glänzendes Ziel, wenn man es erreichen kann." Ob und wie wir es erreichen können, lassen Sie uns gemeinsam und in aller Ruhe erörtern, und enthalten Sic sich, ich wiederhole die Bitte, der Angriffe auf die Regierungen wegen mangelnder Aktivität. Eine solche liegt wirklich nicht vor.(Beifall rechts.) Abg. L o h r e n: Die Anträge der Sozialdemokraten stellen sich theils als Ausbau der bestehenden zu Gunsten der Ar- heiter erlassenen Gesetze dar, theilS enthalten fie Forderungen, welche sich durch eine gewissenhafte Handhabung der Arbeiter- gesetze regeln lassen, theils find fie für mich und meine polirischen Freunde unannehmbar. Zu den ersteren gehören: die Regelung der Fabrik- und WerkstaMordnung, das Verbot des Truck-Eystems, die Hebung der Sittlich- keit u. s. w. Die zweite Art der BbänverungSanträge betrifft die Regelung der Sonntagsarbeit, den Normal- Arbeitstag und das> heilweise Verbot der Frauen- und Kinderarbeit. Den Weg internationaler Regelung halten wir für vollkommen vcr- fehlt und undurchführbar. Es fehlt dazu an jedem Mittel, die Staaten zur Durchführung der Beschlüsse eines inter- nationalen Kongresses anzuhalten bezw. zu nöthigen. Unseres Dafürhaltens müssen die Staaten selbstständig vorgeben. Wir haben diesen Weg mit dem Krankenkassen- und Unfallver- fichcrungsgesetze schon beschritten, unsere Partei ist wie die Ar- beiterparter bereit, weiter zu gehen. Aber ohne Enquete ist bezüglich des Normalarbeitstages nichts zu machen, das Resultat derselben muß erst abgewartet werden. Das Mißtrauen, fie könne parteiisch ausfallen, theilen wir mit Herrn Lieber nicht. Hinftchllich der Frauenarbeit halten wir eine Enquete nicht für nöthig, denn die Mißstände liegen hier klar zu Tage, und da- her haben wir den Antrag eingebracht, die Frauennachtarbett für die Zeit von Abends von 8'/, bis Morgen« SV, Uhr aus- zuschließen. Andere Länder, selbst Rußland, find in dieser Rich- tung schon vorgegangen, es wäre doch sonderbar, wenn hier gerade Deutichland zurückstehen wollte. In den Kreisen der Fabrckbefitzer ist man sogar bereit, noch einen Schritt weiter zu gihen, dem entspricht die Erweiterung unseres diesjährigen Antrages, nach welchem Kinder, jugendliche Arbeiter und Frauen am Sonnabend nach 5'/- Uhr Nachmittags nicht weiter beschättiat werden dürfen. Wir erhoffen hiervon«ine weit- gehende Wirkung, denn es dürfte kein zweites gleich wirksames Mittel dafür geben, den Sonntag zum Tag der Ruhe zu machen. Den ganzen Sonnabend Nachmittag freizugeben, wie in England, halten wir für verderblich, sonst würden fich trau- rige Folgen für die Sittlichkeit ergeben. Die sozialdcmokrati- schen Anträge in Betreff der F-stsetzung von Minimal-Löhnen und von Assoziationen des sozialen Arbeitcrstandes halten wir für vollkommen unannehmbar. Hier steht man, daß die An- tragstcller so von der Praxis getragen find, wie fie es darzu- stellen belieben, denn der Lohn kann nur durch die ArbeitSverhält- nisse, nie durch das Gesetz rcgulirt werden. Ebenso undurch- führdar ist die Forderung von Arbeitsämtern für Bezirke von je zwei bis vierbunderttausend Einwohnern. Bei einer internationalen Regelung der ganzen Arbeits- Verhältnisse, wie fie die Herren wünschen, bedürfte es für ganz Europa einiger Tausend Aemter. Wie soll daS durchführbar fein! Und waS wäre die Folge? Eine kon munistische Revolution, welche alleS zerstören und uns in die Barbarei zurückversetzen würde.(Sehr wahr! rechts.) DeS- halb ist der Antrag für uns vollkommen unannehmbar. Da- mit sagen wir keineswegs, daß wir gar keine Ardeiterorgani- sation wollen, wlr wollen nur nicht den Weg eines LouiS Blanc oder Karl Marx, sondern GesetzeSinstitunonen, wie wir fie in Preußen haben. Das preußische Landrecht bietet einen wahren Schatz von Weisheit; bort finden Sie auch den Satz, auf den Sie so sehr viel Werth legen, vom Recht auf Arbett. Hier dar! Deutschland nicht zurückstehen hinter dem alten preu- ßischen Staat. Das ist unser Ziel.(Beifall rechts.) Abg. Hitze: Ich freue mich, daß der Ton, in welchem heute der Herr Vertreter der verbündeten Regierungen auf unsere Anträge geantwortet hat, ein freundlicherer war, als im vorigen Jahre. Hat doch Herr Staatssekretär von Boetticher sich bereit erklärt, persönlich an den Berathungen der Kommisfion theilzunehmen. Ich hoffe, daß wir uns über verschiedene Punkte, vor allem auch darüber verständigen wer- den, welche Eftabrungen die Schweiz mit ihrer Fabiikgesetz- gebung gemacht hat. Es ist ist erklärlich, daß die Arbeitgeber in der Schweiz so gut wie anderwärts gegen ein Gesetz Opvo- Sion machen, welches fie in der Ausnutzung der Arbeitskräfte rer Arbeiter beschränkt. In der Schweiz, wo der Partikula- riswus vi- l weiter geht als bei uns, ist diese Opposttion besonders erklärlich. Ich habe übrigens von einem Bestreben, den elfstündigen Ardeitsiaz aufzugeben. nirgend in der Schweiz etwas gehört, und diese Thatsache ist für mich von größerer Bedeutung als die Klagen, welche hie und da gegen das Gesetz laut geworden find. Mein Antrag ist eigentlich nur ein Eventualantrag, er begegnet fich mtt dem Antrage Lieber in dem Ziele, die Ar- beitezeit zu begrenzen. Man kann eine solche Beschränkung generell herbeiführen, wie in der Schweiz, oder auf Einzel- wegen, wie es England gethan hat. Jeder Weg hat seine Vorzüge. In erst-r Reihe möchte ich Sie daher auch ersuchen, für den Antrag Lieber einzutreten. Ich fasse es als eine Kon- zesston auf, wenn ich gebeten habe, mit der Textilindustrie zu beginnen, mit der auch England den Anfang gemacht hat bei der Einführung eines NormalarbertstageS. Sie ist die größte Industrie und beschäftigt die meisten Personen weib- lichen Geschlechts und jugendliche Arbeiter., In unserer Textilindustrie weist die Beschäftigung weiblicher Arbeitskräfte eine progresfioe Steigerung auf, während 1875 rund 252000 weibliche Arbeiter in ihr thätig waren, betrug die Zahl 1882 schon 402 568. Sie sehen, wir find nicht eigenfinnig. eS gilt uns nur, etwas zu erreichen. Haben wir erst für vre Textilindustrie eine Beschränkung der Arbeitszeit erreicht, so werden wir zu andereren Industrien übe, gehen, zuerst zum Bergbau, auf den schon Herr Lohrcn hingewiesen. Ich werde mich freuen, wenn alsdann Herr Lohren unsere Forderung unterstützen wird. Ich wende mich nun zu den foualdemolratischen Anträgen und zwar zu der Forderung eines Minimallohms. Der Minimal- lohn steht keineswegs tn innerer Verbindung mit dem Moxr- malarbeitstage. Auch die Sozialdemokraten behaupten eine solche Verbindung nicht. In England hat man den Maximal- ardeirslag seit 40 Jahren, in der Schwei, seit 1377 auch Oesterreich hat denselben Weg b treten, und Frankreich Haiden MoxlmalarbeitStag wenigstens auf dem Papiere. Aber ntr- genvs finden Sie etwas von einem Minimallohn. Die Faktoren der Lohnbildung bleiben eben auch beim MaximalarbeitS- tage in voller Wirkung. Wir haben auch bereits im Vorjahr gehört, daß in Deutschland die Buchdrucker einen Minimal- lohn festgesetzt. Ein anderes Beispiel ist die Lohnliste der Kre- felder Fabrikanten und Weder, die noch bis vor Kurzem in Kraft bestand. Noch heute wird nach derselben im Krefelder Bezirk gerechnet. Sie ist daS Ideal aller Weber. Schon in den nächsten Tagen wird Ihnen eine Petttion um Wiedereinfüh- rung derselben zugehen. Auch eine bergische Wederversamm- lung hat fich jüngst zu Gunsten des Minimallohnes ausgesprochen, und übrigens befitzen wir ein Analogon zu dieser Forderung bereits rn der Festsetzung des Zinsmaximums und der Preistaxe. Diese Festsetzungen sollen nicht regulirend wirken, sondern den wirthschaftlich Schwachen der Ausbeutung entziehen. In diesem Sinne kann auch ich den Minimallohn für eine berechtigt« Forderung erklären, aber in der Form, in der stc uns von der sozialdemokratischen Partei gebracht wird, halte ich fie nicht für praktisch durchführbar. Die Organisations- vorschlüge derselben enthalten nichts Neues. Ich kann nur meine Freude darüber ausdrücken, daß auch die Sozial- demokratie fich entschlossen hat, Arbetter und Arbeitgeber in einer Körperschaft zusammenzubringen. Als bei den Berufs- genossenschaften derselbe Vorschlag von unserer Seite kam, ist derselbe am heftigsten von den Sozialdemokraten an- gefachten worden. Und jetzt ahmen die Herren unsere Vorschläge nach. Im- Uebrigen kann ich mich mit dem Radikalismus Ihrer Organisation nicht befreunden. Ich hatte dafür, daß die bestehenden Organisationen, die Berufsgenoffenschaften und Innungen, weiter auszubauen und mit weiteren Kompetenzen auszustatten find. Warten wir daher zunächst ab, wie die von uns enichteten Organisationen eingeschlagen. Die Forderung, betreffend die Gefängnißarbeit, enthält auch nichts Neues. 1882 hat die Petiiionskommisfion des preußischen Abgeordnetenhauses dieselben Vorschläge ent- wickelt. Ich glaube aber, daß die Regelung dieser Angelegen- hcit nicht Sache des Reichs, sondern der Einzelstaaten ist. Der Herr Reichskanzler hat gefragt, wer soll den Lohnausfall decken? Ich halte dies für sehr unklar. Die Frage geht von der Voraussetzung aus, daß Arbeitszeit und Arbeitsleistung fich decken. Nun wird mir aber jeder Fabrikant bezeugen kön- nen, daß eine erhöhte Arbeitszeit nicht auch immer eine Stei« gerung der Leistung zur Folge hat. Es existirt über diese Materie eine ganze Reihe von Monographien, die den Herren wohl bekannt find. Aber auch angenommen, der Vordersatz wäre richtig, so müßte doch auch der Konsument in Betracht kommen. Mit der Reduftion der Arbeitszeit würde die Produktion finken, in Folge dessen die Nachfrage fich erhöhen, damit auch die Nachfrage nach Arbeitern, der Lohnsatz selbst sowie der Preis der Waare steigen. Ich behaupte, die Fabrikanten werden nichts riskiren bei unseren Vorschlägen, ausgenommen die, welche jetzt die Kraft ihrer Ardeiter übermäßig ausgebeutet haben; diese würden allerdings auf Vortheile, die fie fich auf Kosten ihrer Arbeiter erworben haben, verzichten müssen. Dann wird bei dieser ganzen Frage immer nur die Berechnung eines einzigen Tages zu Grunde gelegt. Das halte ich für falsch; das Lebensetn- rommcn überhaupt ist zu Grunde zu legen. Unser Standpunkt ist einfach der, in erster Reihe Schutz zu suchen für die Ge« sundheit des Arbeiters und dessen Familienleben. Der Niedergana unseres Arbeiterelements in körperlicher und geistiger Beziehung hängt eng zusammen mit dem Umstände, daß in dieser Beziehung bis jetzt für den Arbetter nicht ge- nügend Sorge getragen ist; daher unsere Forderung elffiündiger Arbeitszeit. Der Arbeiter muß Zeit gewinnen, für sein fittltches Leben Sorge zu tragen und fich seiner Familie zu widmen. Demselben Grunde entspringt unsere Forderung der Beschränkung der Frauenarbeit,� denn auf die Mädchen wirkt gerade die Fabrikardeit höchst verderblich. Unsere ernste Pflicht gegenüber Religion und Vaterland erheischt es, daß wir hier Wandel schaffen.(Beifall im Zentrum.) Um 4'/, Uhr wird die weitere Berathung auf Freitag 1 Uhr vertagt._ Parlamentarisches. Die sozialdemokratische Fraktion de» Reichstages hat durch den Abg. Liebknecht folgenden Antrag eingebracht: Der Reichstag wolle beschließen: In Erwägung, daß die Massenausweisungen von rusfischen und österreichischen Staatsangehörigen polnischer und rusfischer Nationalttät geeignet find, völkerrechtliche Verwicklungen mit dem Auslände herbeizuführen; in Erwägung, daß die Völker- rechtliche Vertretung Deutschlands laut Artikel 11 der Reichs- vcrfoffung Reichsangelegenheit ist; in fernerer Erwägung, daß die Fremdenpolizei, in deren Bereich die Ausweisungen fallen, nach Artikel 4 der Reichsverfassung, der Beaufsichtigung deS Reichs und der Gesetzgebung desselben, mithin der Kompetenz des Reichstags unterliegt; in Erwägung endlich, daß die Inter- essen der Deutschen im Auslände, welche nach Artikel 3 der ReichSverfaffuna„Anspruch auf Schutz des Reiches" haben, durch die fraglichen Maßregeln der preußischen Regierung aufS Schwerste beschädigt werden und weiter bedroht find, indem dem Auslande, namentlich den Regierungen von Oesterreich und Rußland ein Grand zu Repressalien geliefert und d rBe- drängung des Drutschthums in jenen Ländern ein Schein von Berechtigung gegeben wird: Den Reichskanzler aufzufordern, die nöthigen Schritt« zu thun, damit jene, die Interessen, wie die Ehr? des deutschen Volkes schwer schädigen- den Maßregeln alsbald rückgängig gemacht werden. — Petitionen für Arbetterschutz. Bis jetzt find bei dem Reichstage Petitionen für Arbeiterschutzgesetzgedung mit im Unterschristen(nicht 800000 wie wir gestern Ganzen 222065_____. irrthümlich berichteten) eingelaufen. Von Hamburg- Altona und Umgegend 72500 Unterschriften. Aus Berlin, Frankfurt Vi., Stuttgart, Leipzig und zahlreichen größeren Orten find a. noch keine Petitionen angelangt. eS ist somit anzunehmen, daß diese Ziffer fich noch bedeutend vergrößern wird. Von den 222000 Unterschriften gehören den Hirsch. Duncker'schen Ge- werlschaften 6000 an. Weitere Mitthctlungen behalten wir uns vor. — Wie wir vernehmen, beabfichtigt die sozialdemokratische Frattion, im Reickstag eine Aendcrung des gesammtcn heutigen Exekulionsverfahrens zu beantragen. Es ist wünschenswkrth, daß zu dem verhandenem Material noch anderes möglichst zahlreiches dazu komme. Diejenigen, welche ein Interesse an dem Gegenstande nehmen, werden er- sucht, Einsendungen an den R-ichstagsabgeordneten Sador (Adresse: Berlin, Reichstag) zu übermitteln. Kommunales. Z« den Stichwahlen. Am Dienstag, den 15. Dezember, in der Zeit von Vormittags 9 Uhr bis 6 Uhr Abends finden die Stichwahlen zur Etadtoerordncten-Versammlung statt. Die Arbeiterpartei ist dabei im 25. und 34. Kommunal-Wahldezirk interesfirt, woselbst ihre K ndidaten, Schlossermeister Franke und Vergolder Vöhl zur Stichwahl gelangen. Wir hoffen, daß die Ardeiter und Handwerker Berlins dem Beschlüsse des Ardeiter-WahlkomitöS Folge leistend, mit aller Energie für die Wahl der Arbeiter kandidaten eintreten werden. Ueberall, in jeder Werkstatt, in jeder Wohnung, muß in diesem Sinne ge- wirft werden, dann wird auch der 15. Dezember für die Ar- beiter Berlin? ein Tag deS EicgeS werden. Tausende von Wählern find am 24. November der Wahl fern geblieben. Jetzt gilt eS, die Säumigen heranzuziehen, ihnen die Noth- wendigleit einer Verstärkung der Zahl der Ardettervertrcter im Rathhause begreiflich zumachen. Jeder, dessen Name in die Wählerliste eingetragen ist, hat das Recht, am 15. Dezember seine Stimme abzugeben, gleichviel, ob er fich beim ersten Wahl- gange am 24. November an der Wahl betheiligt hat oder nich� — Wir glauben hierauf besonders hinweisen zu müssen, wai vielfach die irrthümlich« Anficht verbreitet ist, daß nur die- jenigen fich an der Stichwahl betheiligen dürfen, welche bei der ersten Wahl mitgestimmt haben. Mögen fich also alle die- jenigen, welche am 24. November ihr Wahlrecht nicht ausgeübt haben und in den oben genannten Wahlbezirken wohnen, oder zur Zeit der Aufstellung der Wählerlisten gewohnt haben, da« von überzeugen, ob fich ihre Namen in den Listen befinde», wir werden in einer der nächsten Nummem des„Berliner Volksblatt" bekannt machen, wo die Wählerlisten zur auSliegen. Lokales. Berlin braucht ei« neues RathhauS. Darübn stu- wie die„Germ." schreibt, die Magistrate behörde, die Stadl- Vertretung und die Bürgerschast einig sein. Der rothe Rielen- bau, welcher fich im Zentrum der Restdenz erhebt, genügt d» Ansprüchen, welche die Millionenstadt an ein Institut zu% eigenen Vertretung und Verwaltung erhebt, nicht mehr. großartigen Räume zeigen fich den noch größeren BedürfmW gegenüber zu klein. Eme Anzahl von Verwaltungsstellen, d» zu dem Apparat des Kommunalregimcnts gehören, sind»d» dem Rathhause örtlich abgezweigt, waS Weitläufigkeiten»»« geschäftliche Hinderungen mancher Art zur Folge hat. Jf'J man aber ein neues Rathhaus hat, muß man einen M dafür haben. Um diesen streiten sich jetzt die Leute- Magistrat hat im Weichbilde der Stadt noch verschiedenes T«' rain, das den ökonomischen Berechnungen einiger Stadtvain zu dem gedachten Zweck geeignet erscheint. Die Frage dem Nutzwerth eines oder des anderen Grundstücks kommt»» so lebhafter in Fluß, als die Stadtverordnetenversammlung J® mit einem Antrage des Magistrats beschästigen wird,£* dahin geht, ihm die Genehmigung zum Verlauf jr alten Münze, des Fürstenhauses, des dazu gehörigen bi» herigen Straßenterrains und des Hauses WerderM? -----_—„injdl» Nr. 7 zu ertheilen. Es knüpft fich an diesen Antrag zunaÄ die Frage, ob nicht gerade daS genannte Territoriums Baugrund für das zweite Rathhaus abgeben kann. Es sfls� indeß, als habe die Behörde diesen Gedanken bereits erivW? und sei zu einem ablehnenden Urtheile gelangt. Von neuen Rathhause will man fich zunächst eine Erleichterung Verkehrs mit dem alten versprechen. Denn das bisherige% bäude kann natürlich seine Bestimmung eines Rachhauses®* ändern. Die Kommunikation werde sich aber völlig versck� und zwar zum größten Nachtheile der städtischen Jnterck? wenn zwei Rathhäuser in der Distanz, wie fie zwischen T jetzigen RathhauSplatze und der alten Münze besteht, mich',. ander korrespondiren sollten. Als passendster BauplatzJJv von anderer Seite der von der Königs-, Jüden» und% dauerstraße begrenzte Komplex empfohlen, der fich als»%, alten Rathhause gegenüber befindet. Ein ähnlicher mentaldau, wie er fich in unserem zeitigen Rathdause»% tirt, auf der anderen Seite der Könizsstraße müßte soowL die kommunalen Zwecke wie für den Straßenverkehr von � vortheilhastesten Geltung sein. td. An» dem über die Schulverhältnisse»tri# UrW.* i-Jk»« s.A;a hn* v* veröffentlichten Belichte des Magistrats ist ersichtlich, daß � Zahl der„fliegenden Klaffen"(von denen zwei hinter eina» denselben Raum benutzen) eine ganz gewaltige Steigerung z fahren hat. In gleichem Maße find natürlich� auch die verbundenen Uebelstände gewachsen, deren Beseitigung� allein durch die entsprechende Vermehrung des Leqrperson" /Vi-.*____ i v;- ri___ P erreicht wird. Ein Jeder kennt die strenge Disziplin� Schule, welche namenttich Unpünktlichkeit bestraft. Die nehmen daher schon aus eigenem Antriebe darauf ihre Kinder schon eine halbe oder Viertelstunde frührt nöthig zur Schule zu schicken, damit dieselben stch nickt'L verspaten. Die„fliegenden" Schüler und Schülerinnen, � derartig frühzeitig vor dem Echullokale anlangen, natürlich, bevor fie ihre Klaffen betreten können, Schlüsse des betreffenden Unterricht« warten, waS im Ww i bei Nässe und Kälte, jedenfalls keine angenehme Posttts?,� und auch für die Gesundheit der Kinder fich recht uniutw erweisen kann. Es wäre ein Leichtes, die Kinder nwnWVj unter Dach und Fach zu bringen, indem man ihnen die mit v» Schulen verbundenen Turnhallen, oder die AulaS, odrt!%, ferenzzimmer oder sonstige Lokalitäten öffnete und dUl% gewissermaßen als Warteräume benutzte. Die Kinder, so schon genug unter den schädlichen Einflüssen der«fi� den" Klassen zu leiden haben, wären dann wenigsten» den unmittelbaren Einflüssen der Witterung geschützt..,.„,«1 Eine allerdings harte, aber zweckentsprechende Kla«�, enthält, wie die Allgemeine Fleischer Zeitung schreibt, der� traft, den das Direktorium des siävtlschen Krankenda' ___ ui.nfj,__ re___-s t Moabit mit einem hiefischen Engros-Schlächter abgeschlossen� ...--jSjp. Ai daß er an irgend einen Unterbcamten öder im Kranken«� Dieselbe lautet:„Der Lieferant ist der von ihm Kaution von 6000 M. verlustig, wenn ihm nachgewies daß er an irgend einen Unterbcamten oder im Krav....,w Angestellten irgend ein Geschenk macht, auch darf derselbe i � gegen Geld keiner Person etwas verkaufen, die bei dem stitute angestellt ist."«k» bfs. In den htefigen Handlungsgehilfen-Kreisen daS Verfahren deS Kaufmännischen Hilfsdundes in durch Zeitungsinserate„junge Leute von auswärts"%:,[(« "'---"" Materialwaarengc,»a> setzung vakanter Stellen in hiefigen_____________ zum Zuzug nach Berlin zu veranlassen und dadurch vre. der stellenlosen Kommis und des kaufmännischen Pro ss in Berlin noch zu vergrößern, in hohem Grade mißbulla. y j Akten auk der Straße. Eine gewisse Unfiitt folge zahlreicher Beschwerden bei den Höheren hiefigen% behörden und dem Justizministerium zur Sprache gcbra« gUl den. ES wird nämlich von Seiten des Publikums mu darüber geklagt, daß hiestge RAn* allem sonstigen Löschzubehör auf der Brandstatte«rt®(if Lösckangriff wurde durch das Fehlen jeglicher Htzdra��/ sere Feuerwehr mußte vom Rollkrug bis zur Brandl «llurh CT 7?(eii toe.3 Mrstr A. Siele: lang Verbindungsscbläucbe legen) und dadurck, U die brennende Werkstatt sich in einem gewölbten Raum Sri. sehr erschwert. Um zum Brandherde zu gelangen, !™liie das Gewölbe durchschlagen werden und erlitt dabei der �Ukrwehrmann Matzschke durch nachstürzendes Mauerwerk so «sedhche Ve letzungen am Kopf und den Beinen, daß er so- 2"'n ärztliche Behandlung gegeben werden mußte. Erst £Ün � Morgens schien die Macht des Feuers soweit ge- Mkn, daß die Berliner Feuerwehr wieder abrücken konnte, Ehrend die Rixdorfer noch bis heute Vormittag mit vollstän- °>ger Ablöschung und Aufräumungsarbeiten zu thun hatte. % Durch eine» Zufall ist gestern in der aller frühesten %ßenßunbe ein Einbruch verhütet worden. Zwei Diebe hatten � Nachschlüsseln den Keller des Wirthes H., Schützen str. 43, CTnel und fich darin versteckt, um ihre Zeit abzuwarten. >>e hatten dabei nicht derechnet, daß der Wirth noch einmal ?!.°m Keller kommen mußte, um beim Schluß seines Ge- Mstes den Bierdruck-Apparat abzustellen. Herr H. bemerkte 5/ Elndringlirge. sobald er den Keller betrat, und da auf Ruf rasch Helfer herbeikamen, hatte es keine Schwierig- B'e Diebe festzunehmen und der Pol'zei zu übe geben. . Polizei-Bericht. In der Nacht zum 2. d. Mts. machte M Frau in ihrer Wohnung in der Retchenbergerstraße den h. fich mittelst Schwefelsäure zu vergiften. Sie wurde krank, aber noch lebend nach Bethanien gebracht.— lfc2. d. Mts., früh, wurde ein Mann beim Ueberschreiten rj» verbotenen Geleises auf der Ostbahn von einer fich lang- rückwärts bewegenden Lokomotive erfaßt und erlitt dabei so erhebliche Verletzung am Kopfe, daß er mittelst Droschke seiner Wohnung gebracht werden mußte.— An demselben Me, Nachmittags, wurde der Händler Wenzel in der Lands- Mrftraße von einem in Folge deS Geräusches eines Stadt- Unzugrs scheu gewordenen, mit dem Wagen durchgehenden Moe umgerannt und am Kopse so schwer verletzt, daß er r* dem Krankenhause im FriedrichShain gebracht werden JJMe.— Einige Stunden später fiel der Arbeiter Woitkoweki einem Neubau in der Straße V. in eine mtt frischem Kalk »llte, nicht umfriedigte Kalkgrube und erlitt dabei so schwere mdwunden an den Armen und Beinen, daß er mittelst ischke nach Bethanien gebracht werden mußte.— Am Abend . ,m poi■ j. klben TageS wurde ein erst kurz vorher von Stettin hier fa fiitiid I Wovrmener Mann wegen Sachbeschädigung zur Wache des .Höfles lg. Polizei> Reviers gebracht. Trotzdem an oemselben Krank- Ijb'terscheinungen nicht wahrnehmbar waren, verstarb er 1V> Sl? n später plötzlich in Folge eines Schlaganfalls. Die I*«« wurde nach dem Obduktionshause geschafft. Gerichts-Zeitung. ». Eine Strafe von einem Monat unschuldig verbützt. � schon mehrfach ventilirte Frage, ob die Retourbillets für ? Rückfahrt auf Denjenigen beschränkt wird, der ste für die gelöst hat, gelangte auch bei der heute vor der sechsten .»astammer hiefigen Landgerichts l vei bandelten Anklagesache .«n versuchten Betruges zur beiläufigen Prüfung. Der Mbiener Hingst aus Halle a./S. und der Eisenbahnschaffner T�vlzke wurden am 17. März v. I. vom hiefigen Schöffen- !K?. wegen Betruges resp. wegen Beihilfe dazu zu einem resp. sechs Wochen Gefängniß verurtheilt. Nach der �5? stattgehabten Beweisaufnahme nahm der Gerichtshof �kigeftellt an, daß der Stationsvorsteher Paul in Halle ,i Saale bei einer Billetrevifion einen Reisenden mit Retombillet Basel— Berlin betroffen, welches derselbe dem ersten Angeklagten so» lNglich Kunden gekauft hatte. - � 4 nicht abgelaufene erwnrden, also nicht ur- Bei Hingst find alsdann Retourbillets Frankfurt— Berlin ... worden, welche derselbe von dem Ange- ISS'fe 2 für 7 Mark gekauft haben will.— Während Vui bei dem ersten Urlheil beruhigte, legte Echölzle Be- Cfc-vfi und die sechste Kammer änderte daraufhin daS dein beil dahin ab, daß fie Echölzke nicht wegen Beihilfe, son- »/.wegen mit Hinast gemeinschaftlich begangenen Betruges L stchS Wochen Gefängniß bestrafte. ES wurde angenommen, »Iber Angeklagte, entgegen seiner Behauptung, aufgefundene uftlose Brllets dem Hingst geschenkt zu haben, die fraglichen Jjlllets dem H. für 7 M. verkauft hat, obgleich er sich sagen 3*'' daß dieser fie als giltige Billets weiter verkaufen »Ä sowie daß die Retourbillets nur Diejenigen zur h,,?°hrt berechtigen, welche fie gelöst haben, daß darnach tz,sben für jeden Dritten werthlos find.— Auf die hiergegen � NS des Rechtsanwalts Dr. E. Friedemann für Schölzke flegle Revifion hob der Strafsenat deS Kammergerichts U, �ugefochtene BerufungSurtheil auf und wies die Sache Zsttneulen Verhandlung in die zweite Instanz zurück. Der r- Monsrichter vermißte eine Feststellung dahin, daß die Be- b/ung der Beschränkung in der Benutzung der Retour- %!" iu seiner Zeit durch ein rechtsgiltiges Reglement o:d- »-mäßig pudlizirt gewesen ist. In dem vor einigen Mo- irb.. Wberaumt gewesener Termin bekundete Stationsvor- Ii;/ Paul, daß bereits im August 1883 eine Bekannt- der königlichen Eisenbahn-Direktion zu Magdeburg «ach der Beschränkung in der Benutzung der Retourbillets JL.sw Bahnhofe pudlrzirt worden war, auf Antrag deS �«»nwalts Dr. Friedemann heschloß aher der Gerichtshof, fotb* Eisenbahn Direktion eine amtliche Auskunft zu er- irrt.?/ Dieselbe lag nun im heutigen Termin vor. Nach fotoK*. ist die bezügliche Bekanntmachung, von der es %,% Et, od fie ein mit Gesetzeskraft erlassenes Reglement ' brst im Zanuar 1884 pudlizirt worden. Die entgegen« Angaben des Paul erklärt die Direktion für einen ' ber durch daS Aufkleben einer Tektur auf den alten Kein» erklärlich sei. Außerdem redresfirte Paul seine frühere auch noch dahin, daß die Beschlagnahme der vier %[/"er Hingst nichrs mit der Zugreviston, von der in dk fte die Rede ist, zu thun habe. Bei dieser Sachlage�B wawL Staatsanwaltschaft und Vertheidigung auf Miere frz(i®afnc[jme, und der Gerichtshof erkannte unter Aufhebung Wn sl�ichtlichen Urtheils auf Freisprechung des Ange- r Der als Zeuge geladen gewesene Hausdiener Hingst, �«its seine Strafe verbüßt hat, hat sofort den Rechts- Äiedemann mit der Einreichung eines Wieder- S> on/H'/R* des gegen ihn geschlossenen Verfahrens beauf- ' tick-, bürste nach Lage der Sache auch dessen Freisprechung u"« Ausficht stehen. 5�gen Uebertretung des §.12. d�tzes��u Uebertretung de« z iz de« Vereins- �'..Fnhabe,- Friedrichsberg zu 30 Statt Geldbuße, ebenso «n RestaurationSlokale, deren Räumlich- §'fchen JRj'fdem dcS steifinnigen Vereins im Nieder- ' zu JJi1 Abhaltung vertraulicher Besprechungen welche»»Mark Geldbuße. Zweck jener Zusammen- fciJjvUNg>).a"I,5; und 8. Oktober v.J. stattfanden, war die «L'Ren m" Agitationsfonds, Namdaflmachung von frei- Üe? 8 bevntft rlcn8männern und Berathung über die bei den bh e.Daz ,i„v?rbrn ReichStagswahlen zu eröffnende Agita- DwJrttens des Schöffengerichts hatte mir Rückficht auf ..........«nUuiHtbe Sn, � bi. ü? Polifff'+l /r."icht bewiesen werden konnte, daß "Iriis®hoffanm 2 ,larQ5er jener Zusammenkünfte, welche «ff»J gehabt bSfl als öffentliche Versammlungen ansah, "" des Vlon, erkannte die doch tbatsächlich öffentliche Angelegenheiten berathen wurden, — trifft den Angeklagten Plonz, der die Versammlungs Lokale zwecks Abhaltung dieser Besprechung gemiethet und daher alS Einberufer bezw. Unternehmer gelten müsse. Die Besprechungen erachtete der Gerichtshof als öffentliche Versammlungen trotz der Ausführungen des Rechtsanwalts Cassel, daß weder ein Bureau gebildet, noch ein Leiter oder Ordner fungirte, sondern nur ein kleiner Kreis bekannter Personen anwesend war. Plonz legte Revifion gegen dies Urtheil ein. In der Revtstonsinstanz vermißte nun der Strafsenat des Kammergerichts die Fest- stellung, daß Plonz, als er die Lokale gemiethet, bereits ge- wüßt habe, daß in den Versammlungen öffentliche Angelegen- heilen zur Sprache kommen sollen; insofern erkannte das Kammergericht auf Aufhebung des UrtheilS der Strafkammer des Landgerichts U und wies die Sache zur nochmaligen Ent- scheidung an diesen Gerichtshof zurück. Im gestrigen Audienz- Termin erachtete jedoch die Strafkammer� den seitens des Verlheidigers, Rechtsanwalt Cassel, zu Gunsten seines Klienten Plonz nach dieser Richtung beantragten Beweis als unerheb- lich und unter Ablehnung des qu. Beweisantrages erkannte die Strarkammer nochmals auf Verwerfung der Berufung unter Bestätigung des fchössengerichtlichen Uttheils, soweit dasselbe den Angeklagten Plonz betrifft. Frankfurt a. M., 2. Dezember. Ein staurrgerFall wird am nächsten Montag im ärztlichen Vereine im Saale des Eenckenbergischen Stiftes zur Sprache kommen. Der zur Sitzung eingeladene Unglückliche heißt Burkhard, ein geborener Frankfurter, Sohn des DienstmanneS Burkhard. Derselbe diente im Jahre 1880 bei dem Fußartillerie- Reairnente in Mainz. Er hatte fich die Ungnade seiner direften Vorgesetzten, zweier Sergeanten und eines Unteroffiziers zugezogen, welche ihn durch übermäßige Uebungen im Dienste derart chikanirten, daß er zum Krüppel wurde. Die drei Chargirten erhielten für ihr Verfahren ihren wohlverdienten Lohn, indem die zwei Sergeanten vom Kriegsgerichte in Mainz zu 3 Jahren und der Unteroffizier zu 1'/, Jahren Zuchthaus verurtheilt wurden. Der Mißhandelte aber stug das schrecklichste Leiden davon. Seine rechte Hand ist zur Faust zusammengeballt, der Arm gekrümmt und in steter regelmäßiger Bewegung, so daß die Faust wie der Perpendikel einer Uhr fich fortgesetzt hin und her bewegt. Burkhard bezog vom Militärfiskus im ersten Jahre monatlich 18 M., auf mehrere Reklamationen hin im zweiten Jahre 36 M., im dritten 48 M. und in diesem Jahre 57 M. Aber auch dies letztere reicht für den Krüppel, der vollständig arbeitS- unfähig ist und zu seiner Bedienung einer zweiten Person bedarf, nicht aus, und so war Burkhard gezwungen, in neuester Zeit den Militärfiskus bei dem Landgerichte in Mainz zu verklagen. Die Verhandlung findet am 9. Dezember statt. Uereine mtt Versammlungen. Der Aachverein der Srellmacher hiett seine regelmäßige Versammlung am Montag, den 30. November, im VeremSlokale. Jnselstraße 10, ab mit der Tagesordnung: Wahl eines zweiten Vorfitzenden. Verschiedenes. Zum zweiten Vorfitzenden wurde gewählt Herr Wachhaus. Bei Verschiedenes stellte Herr Graack den Antrag, den Vorstand zu beaustragen, am 14. Dezember eine außerordentliche Generalversammlung einzuberufen mit der Tagesordnung: Auflösung des Fachoerems und Anschluß an die„Vereinigung deutscher Stellmacher". Herr Graack motivirt den Antrag damit, daß die Vereinigung deutscher Stellmacher die Interessen der Mitglieder zu vertreten besser in der Lage sei, weil diese Organisation über ganz Deutschland verbreitet ist. Es wurde hierauf von Herrn Graack bekannt gemacht, daß die Vereinigung deutscher Stellmacher ihre nächste Versammlung in Gratweit's Bierhallen, Kommandantenstr. 77/79, am Sonnabend, den 5. Dezember, abhält. Herr Elein theilte noch mit, daß das Vergnügungs> Komitee zum Wiener Maskenball ein Lokal, und zwar Bötzow's Brauerei, gefunden hat und daß Billets im Verein sowie bei den Komitee-Mttgliedern zu haben find. Das Vergnügen findet am Eonnabend, den 13. Februar 1886, statt. Der Kachverein der Metallarbeiter in GaS-, Waffer- und Dampf- Armaturen hielt am Montag, den 30. November, bei Seefeldt, Grenadierstraße 33, eine außerordentliche General-Versammlung ab, in welcher Herr Gottfried Schulz einen Vortrag über Zweck und Ziele der Fachvercine hielt, welcher mit großem Beifall aufgenommen wurde. Redner führte aus, wie enorm die Arbeitslöhne gesunken seien und wie durch die „Revolverbänke" und andere Maschinen so ungeheuer viel Ar- bcitskraft ersetzt werde und andererseits durch die Erhöhung der Zölle und Steuern die Preise der Lebensmittel und Woh- nungsmiethen in stctem Steigen begriffen find. Es sei Haupt- aufgäbe der Fach vereine, nach einer Verkürzung der Arbeitszeit zu streben, damit durch ein vermindertes Angebot von Ar- beitskräften dem steten Sinken der Löhne ein Ziel gesetzt Wirde. Um den herrschenden Mißständen aber entgegen zu wirken, sei es Pflicht jedes denkendenKvllegen, fichdenFachvereinen anzuschließen, und hierdurch auf gesetzlichem Wege Abhilfe der Mißstände zu fchaffen. Es sei aber auch nicht nur ein Recht, sondern die Pflicht des Staates, so gut wie er den Industriellen durch Schutzzölle zu Hilfe komme, auch die Arbeiter gegen übergroße Ausdeutung ihrer Arbeitskräfte zu schützen. Niemand würve aber den Arbeitern helfen, wenn ste nicht selbst auch an ihrer Besserstellung mitarbeiten, indem ste fich durch eine feste Orga- nisation verbinden.- Die unentgeltliche ArbertSvermrttelung von Seiten des Vereins wurde ebenfalls in der Versammlung geregelt. Der Arbeitsnachweis befindet fich bei Herrn W. Eggert. SeMegelstr. 30. Die nächste Versammlung findet am EonnabsWi den 12. Dezember, bei Gratweil, Kommandanten- niaäim-79 statt. "aier Verein zur Wahrung der materiellen Jnter- essen der Fabrik- und Handarbeiter tagte am Dienstag, den 1. Dezember. Köpntckerstr. 150/151, mtt der Tagesordnung: Monatsberichte; Abrechnung vom Stiftungsfest: Vortrag über „Fachorganisation" und Verschiedenes. Nach Erledigung der ersten beiden Punkte, welche ohne Debatte erledigt wurden, erhielt Herr Zubeil das Wort zu einem Vottrage und führte derselbe etwa folgendes aus: Mit Vorliebe erklärten oft die Arbeiter, die größten Hindernisse einer gedeihlichen Organisation kämen von Seiten der Arbeitgeber. Obwohl dieses oft zuträfe, so müsse er doch betonen, daß der JndifferentiSmus der Ar- beiter selbst das größte Hinderniß einer gedeihlichen Organisation wäre Viele Arbeiter wollen von den Beiträgen, welche fie einer Organisation zuwenden, auch den sofottigen Nutzen sehen. Mau könne dies bei den EtrettS am aller- besten beobachten. Wenn ein solcher ausbräche und eS sei ein augenblicklicher Nutzen dadurch zu erzielen, dann ständen die Betrrffenden einmüthig zu einander. Sobald aber die Vottheile. Geldunterstützungen ic. aufhörten, zögen fich auch die meisten wieder zurück und nur wenigen fiele es ein, fich einer derjenigen Vereinigung anzuschließen, von welcher fie während des StrrikS moralisch und materiell unterstützt wurden. Viele scheuten fich. den Groschen für eine Organisation auszugeben und rufen ihren organifitten Kollegen zu:„Was habt ihr denn schon durch eure Vereinigung erzielt?" odrr„Es hilft ja doch nichts" u. s. w. Solchen Arbeitern müßte immer wieders gesagt werden, daß nur durch eine große, achtung- gebietende Maffenbenbethetligung etwaS erreicht werden könne. Einige Wenige jedoch, selbst wenn fie mit dem besten Willen für die Sache der Arbeiter eintreten, können von ihren Arbeit- gedern leicht gemaßregclt werden und haben mit den größten Schwierigkeiten zu kämpfen. Trotzdem sollten die zielbewußten Ardeiter nicht erlahmen und daS Solidaritätsgefühl ihrer Kollegen zu wecken suchen. Daß dieses nach und nach gelingen würde, habe der 24. November sowohl als auch die Petition für daS Arbeiterschutzgesetz durch die tausende von Unterschttften be- wiesen. Mtt Recht könne man sagen, das Solidaritätsgefühl der Arbeiter rage weit über daS der Fabrikanten hervor. Referent betont ferner, die Fach oereine sollten nicht nm in matetteller, sondern auch'in geistiger Hinficht für ihre Mit- glicder wirken und dieses Streben muß jeder Arbeiter mit Freuden begrüßen. Durch Vereinsbibliotheken, wiffenschasilicke Votträge u. f. w. solle die Bildung und das Wissen der Ar- beiter erweitert werden. Im Weiteren streifte der Vortragende das Krankenkassen- und UnfallverficherungSgesetz, wobei er zu dem Schlüsse kam, daß bei all diesen Gesetzen die Wünsche der Ardeiter zu wenig berückfichtigt würden. Die letzteren sollen daher stets für straffe, auf gesetzlicher Basis beruhende Organisation eintreten und besonders bei den Wahlen die Augen offen halten und nur solchen Leuten ihre Stimme geben, welche gewillt find, die Interessen der ArbrÜer voll und ganz zu vertreten. In seinem mit Beifall aufgenommenen Vortrag empfahl Herr Zubeil zum Schluß einem jeden Arbeiter auf daS „Berliner Volksblatt" zu abonniren, denn nur dieses sei daS einzige Organ in Berlin, welches die Jntereffen der Ardeiter nach jeder Sctte hin vertrete. An der Diskusfion betheiligten fich die Herren Paulikat, Hildebrandt und Zubeil. Eine im Sinne des Referenten gehaltene Resolution wurde einstimmig angenommen. Unter„Verschiedenes" ging der Antrag ein, dre Versammlungen vom neuen Jahre ab nur einmal im Monat tagen zu lassen; ferner das Vereinslokal zu verlegen, weil Herr Böttcher die Bedingung stellte, daß der Verein öfter ein Vergnügen veranstalten solle. Diese Anträge winden nach kurzer Debatte angenommen. Ein dritter Antrng, die nächste Versammlung, welche im Januar stattfindet, durch Postkatten einzuberufen, wurde nach längerer Debatte abgelehnt. Die Versammlung wird nunmehr durch Flugblätter und durch daS „Berliner Volksblatt" bekannt gemacht werden. de. Im Fachverein der Tischler hielt am Mittwoch in Keller's Restaurant, Bcrastr. 68, Herr Meißner einen sehr bei- fällig aufgenommenen Vortrag über daS Eubmisfionswesen. Bis zu Anfang unseres Jahrhunderts— so begann der Vor» tragende— wurden Staats- und Kommunalbauten in der Weise ausgefühtt, daß für die bei einem Bau befchäftigten Gesellen und Arbe.ter die Löhne berechnet und mit einem kleinen Aufschlage, dem sogenannten Meistergroschen, an die Meister der verschiedenen Branchen bezahlt wurden. Die als Staats- und KommunalB-amle angestellten Bautechniker leiteten und beauffichtigten die Arbeiten, welche die Meister ausführen ließen. Von diesem System wurde zuerst in Bezug auf die An- und Abfuhr der Baumatenalien abgegangen. Die Fuhrunternehmer waren die ersten, an welche durch Sub- mtsfion vie bei einem Bau nöthige An- und Abfuhr �vergeben wurde. Dann wurden die Arbeiten in den einzelnen Branchen an Meister und Kapitalisten, zuletzt die ganze Ausführung deS Baues an einen Unternehmer durch Submisfion vergeben. Nachdem Referent dann die Anficht, daß die bei dem Eubmisfionswesen für die Handwerksmeister fich ergebenden Nach- theile eine Rückkehr zum Zunftwesen gebieten, als eine irrige bewiesen hatte, bekämpfte er den bei der Submission bisher geltenden UsuS, unter den Konkurrenten den Mindestfordernde« zu bevorzugen, und sprach er fich dahin aus, daß jeder Sub- misston ein von theoretisch und praktisch gebildeten Fachleuten gemachter Kostenanschlag vorhergehen müffe und daß in dem Kostenanschläge solche Löhne angesetzt sein müssen, bei denen die Arbeiter eine menschenwürdige Existenz haben können. Sodann den Erlaß des MinistenumS für Handel und Gewerbe, durch Petitionen welcher, des Bundes der Baumeister und deS Bundes der Tischlermeister veranlaßt, zu Anfange d. I. erschienen ist, einer Besprechung unterziehend, erkannte er an, daß der Erlaß einige gute Vor- schriften in Bezug auf das Eubmisfionswesen enthalte, hob aber auch hervor, daß bei der in dem Erlaß vorgeschttebemn Kontrole der Ausführung der zu liefernden Arbeiten die Frage, ob den Arbeitern angemessene Löhne gegeben werden, keine Rolle spiele. Der Vortragende schloß mtt dem Hinweise auf die Psttcht, die alle Handwerksgehilfen haben, fich dem Fach- verein ihres Handwerks anzuschließen oder zu einem Fachverein zusammen zu treten. In der Diskusfion äußerte Herr Bttnk» mann, daß die Regelung deS SubmissionswesenS den Arbeitern keine wesentlichen Vortheile bringen könne und daß eS für die Arbeiter auch gleichgiltig sei, ob fie für Zeitlohn oder Akkord- lohn arbeiten. So lange die kapitalistische Produkttonsweise herrsche, werden die Löhne der Arbeiter so niedttge bleiben, daß fie gerade nur zur Befttedigung der allemöthigsten LebenS» bedürfniffe ausreichen. Dem gegenüber wieS Herr Meißner darauf hin, daß die Arbeiter bei einmüthigem Lorgehen wohl im Stande seien, die Löhne in die Höhe zu bringen und daß ste die? bei Zeillohn leichter bewirken können, als bei Akkord- lohn. Vor Schluß der Versammlung theilte der Vorsttzende noch mit, daß vom Fachverein eine Kommisfion eingesetzt sei, welche berathen soll, auf welche Weise die Arbeits- resp. Werk- stellenverhältnisse am besten zu fördern seien. An die Lithographiesteinschleifer und Berufsgenossen Berlins. Kollegen! BerufSaenossen! Wir leben in einer Zeit, wo das Wott Schillers:„Immer strebe zum Ganzen, und kannst Du selber kein Ganzes bilden, so schließe als dienendes Glied an ein Ganzes Dich an," immer mehr und mehr Gel- tung gewinnt, indem fich alle Fachgenoffen zu einer festen Or« ganisation vereinigen, um gemeinsam ihre Interessen zu wah« ren. Kollegen! Berufsgenossen! Auch in unser« nächsten Kreisen ist eine Organisation zu Stande gekommen, der Fach» verein der Stcindrucker und Lithographen, welcher fich ge- müßigt gesehen, uns Steinschleifer von der Organisation aus» zuschließen. In Anbetracht dessen, daß es kaum einen andern Fachverein giebt, welcher die Berufsgenossenschaft von sich wirft, ist es ottngend nothwendig, daß auch wir uns eine feste Organisation schaffen, um nicht dereinst ruhig zusehen zu müssen, wenn die Steindrucker allein ihre soziale wie materielle Lage durch ihre Organisation verbessem, welche uns in ihren Fachverein nicht aufnehmen wollen. Kollegen! Beherzigt diesen Aufruf und erscheint in der Versammlung am nächsten Sonntag(s. Inserat) recht zahlreich. hfo. Im Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer dielt am 1. d. M. in der Jnselstraße 10 Herr Regierungs-Baumeister Keßler einen interessanten Vortrag über die ältesten resp. ersten Bauwerke. Hierauf wurden mehrere Vereinsgeschäfte erledigt. So konstatirten die berichterftattenden Revisoren den ordnungsmäßigen Befund der Kasse. Ein Unterstützungsgesuch wurde der hierzu gewählten Prüfungs- Kommisfion überwiesen: ferner beschloß man, zum Besten der Vereinslaffe um Mitte Januar einen Maskenball in der„Ton- halle" zu veranstalten. In daS Vergnügungskomitee wurden gewählt die Herren Jänicke, Lähn, Albrecht, Geppett, Mitz, Meinicke und Colmetz. hf*. Die Platzdeputirien-Bersammlung der Berliner Zimmerleute in den Gratweil'schen Bicrhallen am Dienstag Abend war zahlreich besucht und nahm eine Resolution an, welche den bekannten Beschluß, mit der Forderung eines Stundenlohns von 50 Pf. bei 9 stündiger Arbeitszeit im Früh» jähr vorzugehen» vollständig aufrecht hält und alle Berliner Gewerksgenoffen zum Eintritt in die gewerkschaftliche Organi» sation, den„Verband deutscher Zimmerleute", sowie zur Bei- steuer zum Generalunterstützungsfonds verpflichtet. Magdeburg, 2. Dezember. In Folge Einladung durch den Vorstand der Maurer-, Zimmerer- und Eteinbauermeister- Innung Hierselbst fand gestern Abend in Eitel'S Etablisse- ofelstraße eine recht»ahlreich besuchte Versamm« den Mitgliedern der Innung beschäftigten Ge« ment in der Inno t)cr I)ci �------- teilen statt, behufS Wahl deS GesellenauischusseS. Die Versammlung verlief resultatloS, da dir anwesenden Gesellen durch einen Redner aus ihrer Mitte erklären ließen, von der Wahl deS Gesellenausschusses überhaupt Abstand zu nehmen. Diejenigen Krauen und Mädchen, welche noch ausge- gefüllte Listen zur Petitton, detreffend Einführung der aesetz- lichen EonntagSruhe und kinderfchutz, in Händen haben, «erden dringend ersucht, diese Listen in dm näckstm Tagen an folgende Adreffen gelangen zu lassen, da die Petition dem deutschen Reichstage zugestellt werden soll: Frau Kreutz, Skalitzerstr- 28; Frau Stägemann, Barnimstr. 20; Frau Eteindorff, Marienstr. 14 und Frau Ihrer, Keffelstr. 28. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metall- arbeiter(E. H. 29. Hamburg.) Filiale 4. Berlin. Sonn- abend, den 5. Dezember er., Abends 8V, Uhr: Versammlung, Andreasstr. 28. Tagesordnung: Kassenbericht. Verschiedenes. Verein zur Wahrung der Interesse« der Klavier» arbeiter. Sonnabmd. den 5. Dezember, in Giatweil's Bier- ballen, Kommandantenstrahe 77—79, General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Fortsetzung der Wahl des gesammten Vor- standes. 2. Abstimmung über die Petition, betreffend das Gewerbeschiedsgericht. 3. Unterstützungsgesuche. 4. Verschiedenes.— Gäste, die dem Verein beitreten wollen, find will- kommen. Kollegen, welche noch im Besitz von Listen zur Unter« stützung der Ardeiter der Klingmann'schcn Fabrik find, werden ersucht, dieselben, gleichviel ob mit oder ohne Betrag, abzu- liefern. Im Verein der Maschinisten und Heizer wird am Sonntag, den 6. Dezember, Nachmsttags 5 Uhr, Neue Jakobstraße 24/25 in Schullheiß's Brauerer Ausschank, Herr Ingenieur W. Kirchner über die Damvfleffcl. Explosionen im Deutschm Reiche während des JahreS 1884 einen Vortrag hasten. Gäste find willkommen. Jnvalidenkasse der Berliver Buchdrucker. Freitag, den 4. Dezember, Abends 3'/, Uhr, im.Louisenstädtischen Konzerthause", Alte Jakobstr. 37: Fortsetzung der Genna!« Versammlung zur Bnathung der Statuten. Sprechsaal. Die Redaktion stellt die Benutzung de« Sprechsaal«, soweit Raum dafür abzugeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angeleaenheiten allgemeinen Jntereste« zur Verfügung; sie verwahrt fich aber gleichzeitig dagegen, mit de» Jahalt desselben identifizirt zu werden. An die Schlosser Berltus. Kollegen! wie nothwendig eS ist, sich dem Fachverein resp. einer Korporation anzuschließen, Theater. vderuhau». beute: Die lustigen Weiber von Windsor. Schausvielhau». Heute: Bürgerlich und romantisch- Deutsche» Theater. Heute: Das Fräulein von SeigliSre. Kriedrich-WtlhelmstSdttsche» Theater. Heute: Pariser Leben. Stestdent-Theater. Heute: Clara Soleil. Wallner-Theater. Heute: Mein Leopold. Belle« Alliance» Theater. Heute: Ein Fallissement. Walhalla-Operetten-Theater. Heute: Ter Jagdjunker. Viktoria-Theater. Heute: Reffalina. Eentral-Theater. Alte Jakobstraße 32. Direktion: Adolph Ernst. Heute: Zum 124. Male: Die wilde Katze. Gesangkroff: in 4 Akten von W. Mannstädt, Mustk von sckiästsinbaberS Herrn Eifermann. Hier wurde ihm wieder ein Schreiben vorgelegt, welches besagte, daß er während seiner Krankheit den vollen Lohn erhalten hätte sthatsächlich ist dies jedoch nicht der Fall); also er wurde zum Lügen auf- gefordert. Dieses Schreiben zu unterzeichnen, weigerte der Kollege fich ebenfalls. Er beantragte vielmehr, man möge fich doch gutwillig mtt ihm einigen, in diesem Falle würde er mit einer einmaligen Entschädigung von 1000 Mark zufrieden sein. Da hatte er nun freilich in ein Wesoennest gestochen, denn der Herr Direktor erllärte einfach:„Sie find entlassen". Er machte sogar noch eigenhändig die Thür auf und sagte: „Bitte". Nun fitzt der verunglückte, arbeitslose Kollege da, ein junxes frisches Blu', zeitlebens in seiner Arbell gehn»� Ein Meister, an welchen er fich jetzt um Arbeit wandte, u™ bei welchem er früher für einen Lohn von wöchentlich-]/, in Arbeit stand, erllärte, ihn beschäftigen zu wollen, höchst� aber 10 Mk. wöchentlich zahlen zu können... In seiner Bedrägniß kommt der Kollege zu mir u�dsteSj was Da zu machen wäre? Leider ist er nicht Mitglied /<> FackvereinS, von welchem er unentgeltlichen Rechtsschutz belo» Doch, sollen wir den Kollegen dafür büßen lassen, weil er«»' unglückt ist und nicht Mitglied des Fachvereins war? Ick W nein und ick hoffe, alle Kollegen werden das Gleiche fosP denn es kann heute diesem, und morgen jenem das 0'� pasfiren. Jeder wird dann froh sein, wenn die Kollegen ihn eintreten.— Darum Kollegen, um dem Verunglückten- seinem Rechte zu verhelfen, beabfichtige ich eine Samv lunS>» veranstatten, damit er in die Lage komme, fich einen iüa»?. Rechtsanwalt annehmen zu können, und die betr. Fba*™ Grund des Haftpflichtgesetzes zu verklagen. Es ist daß der Verunglückte nur deshalb so schroff abgewiesen wur«. weil man glaubt, ein Ardeiter könne nicht indem[[dazu viel Geld gehört. Kollegen, delebren j». diese Firma eines Besseren, zeigen wir bei diesem Fall,% wir im Stande find, uns unser Recht zu verschaffen, ttw' Jeder ein und opfere 10 oder 20 Pfg.; wenn das Jeder w so bin ich überzeugt, dann können wir den Prozeß eoent. tw alle Instanzen führen. Die Sammlungen können fo,A% maßen bewerkstelligt werden: Die Kollegen jeder Werküau stimmen Jemand, die Gelder einzukasfiren und an wich Bsr liefern, worüber ick eine Quittung ausstelle, welche der sende in der Werkstatt vorzeigm muß. DaS Resultat® dann im Fachverein der Schloffer bekannt gemacht. J» diese Sammlungen so schnell wie möglich vorzunehmen. kollegialischem Gruße: C.Äiethe, Alexandrinenstr. 118». gebäude iv. Alle ardeiterfreundlichen Blätter werden um druck gebeten._ Kriefkasten der Redaktion. I. P. Gewiß haben Sie das Recht- falls in die Wählerliste eingetragen ist— bei der Stichwahl> Stimme abzugeben, auch dann, wenn Sie fich beim'• Wahlgange an der Wahl nicht betheiligt haben August Herold Berlin 80., 113 Skalitzerstrasse 113.» Kpiegel- Mick Potjiemaarm-Milgazm. Eigene Fabrik. Solide Preise, Prompte Bedienung. Fachverein der Tischler. Am Montag, den 7. Dezembr..Abends 8Vi Uhr, Außerordentliche Generalversammlung in Jordan'S Salon, Neue Grünstraße 28. Tagesordnung: 1. Beschlußfassung über Aenverung deS Statuts. 2. Diskussion über Eirichtung von Zahlstellen. 3. Antrag, betreffend Unterstützung zureisender Kollegen. 4. Ver« einsangelegenheiten. Qutttungsduch legitimtrt. Neue Mit» glieder werden aufgenommen.[129] Der Vorstand. General- Versammlung des Vereins der Einscher(Tischler) am Sonntag, den 6. Dezember. Vormittags 10 Uhr, Neue Friedrich- Straße Nr. 44. TageS-Ordnung: 1. kranken Unterstützung der Vereinsmitglieder(Referent Kollege Henkel). 2. Rechischutz der Veretnsmitglieder in gewerd« lichen Streitigkeiten. 3. Fragekasten. 122] Der Vorstand. I. A.: Friedr. Richter, Stallschreiberstt. 13. NB.; Gleichzeitig werden die Kollegen ersucht, zu der am Sonntag, den 20. d. M. stattfindende Generalversammlung betreffs der Vorstandswahl recht zahlreich zu erscheinen. Große öffentl. Versammlung der Lithographieschleifer und verwandteu ßerufsgeu offen am Sonntag, de« 6. Dezember, Vormittags lOVi Uhr, im Saale deS Herrn Seefeld, Grenadier-Straße Nr. 33. Tagesordnung: Begründung eines Vereins. Referent wird in der Ver« sammlung bekannt gemacht. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 117]__ Der Einberufer. Außerordentliche General- Versammlung der Mitglieder der Lau- u. Fabrikarbeiter- Kranken- und Legrabuißkaffe(E. H). am Sonntag, den 6. Dezember, Vorm. 10 Uhr, im Lokal des Herrn UeKel, Naunynstr. 27. TageS-Ordnung: 1. Vorstandswahl. 2. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen ist dringend nöthig. Das Quit- tungsduch legittmitt. 127__ Der Vorstand. AMitcr-Nerew„KGuiig" für FriedrichSberg«. Umgegend. Sonnabend, den 5. Dezember 1885, Abend« 8'/, Uhr. MtaKeder-Versammluug in Neumann'S Lokal, Gürtelstr. 41. T.O.: Vortrag des Schriftstellers Herrn B a a k e über' „Der Ursprung der Familie."[126] Der Vorstand. verein der Sattler und Fachgeuossen. Am Eonnabend, de« 5. Dezember, Abend« 8'/, Uhr Berfamßnluug in Gratweil'S Lierhalleu, Kommandantenstr. 77/79 T-O.: 1. Vortrag des Hrn. Dr. Benkendorff über' Der Vorstand. Pikjcnigen /rrnitn nnii DM welche noch ausaeftillie Bogen der„Petition wegen der gesetzlichen Sonntagsruhe und Kinderschutz" w � ß# haben, werdcn düngend ersucht, dieselben mögllon nächsten Tagen bei den Unterzeichneten abzugeben Kreutz, Skalitzerstr. 28: Frau Stägemann,� w Nr. 20; Feau Steindorff. Marienstr. 14«nD V Ihrer, Keffelstt. 28 Unserm Vereins Kollegen L u d w i g D e a n e r � l � heutigen Wiegenfeste ein dreimal donnemdes Hock- I. P. Od bä och werd küken kennen? W. R. H. L. G. R. A. St. A. R. Die Beleidigung gegen Frau Grude nehmetlh x. 123 Frau M- Ren eröffnet. i. G. Richter s Restaurant, Sotlbuserftr. 2, MW« a la carte zu billigen Preisen. Neue Hamburger f Kaffee-LageM F. A. Steiner, St. 9 JInrteiti. Allst Nr zwischen Kottduser-Thor und Oranienplatz-. Spezialgeschäft für Kaffee. Zucker. The-. 4i\___ r«a.. � Kakao, vanille tc..gaste � Dm gechüen Hausfrauen als sehr vorth-uo Zucker, von 1 M. an Die Nr. 23 der humoristischen Blätter. o„Der wahre Jacob ist erschimen und in der Exped. de«„Beil. Bolksdl' Verantwortlicher Redakteur«. Grönheim in Berltn. Druck und Verlag von Mar vädüwst7 44: 3" bc< icheTi,Tarä0&fcf E�vstio� Zimmnsiraste ArbeitersHuhgeseHgebttttg Eine sozi�olMsch�SttchieM�-derm-uM _ von Dr. MaxOnarck. Preis K.üße des Werdende»- te nram I'«"4" t* t Von 8.h.,,»««»*■ st-f Preis M. 3.-. � Berlin SW■>