1*287. Dienstag, de» 8. Dezember 1885. II. Jahrg. crlincrlolbtilnll Krgiin für die Interessen der Arbeiter. 4 Da»»»Berliner Volksblatt« NbomlemeutSpret« rrk, wöchentlich 35' e Nr.'5 Pf. ScmvtagS-Nummer mit illustr. Beilage 10 1 PoPzeitlmgtpreiSlifi« für 1885 unter Nr. 746.) und Festtage«. ________,_______________ monatlich 1.35 ement 4 M. Eimelr (Eingetragen in der Jnfertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. ZlrbeitSmarV 10 Sfc Bei größere« Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bi» 4 Äh« Nachmittag» in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von alle» Annonwvo Bureaux, ohne Erhöhung de» Preise», angenommen. nrarr Kedakti««; Keuthftraße 2,— Grpedition: Zimmerstraße 44. |iu Emmiwzslig für Dwisihllril. _, Testern find fünfzig Jahre verflossen, seitdem die erste �tfenbah» in Deutschland eröffnet worden ist und i�ar die Linie zwischen Nürnberg, der alten Reichsstadt und «ewerbreichen Nachbarstädtchen Fürth. . Die Eisenbahnstrecke zwischen Nürnberg und Fürth ist �ltilometer lang, während jetzt ungefähr 36 600 Kilometer t® Betrieb find. ES fehlen nur noch einige tausend Kilo- den» würde die Gesammtkilometerlänge der deutsche« ��evbahnen de« Erdkrei» umspannen könne«. 12 000 Lokomotiven, 23 000 Personenwagen, 1400 Jostwage« und 242 000 Güterwagen find fast fortwährend J» Bewegung und befördern de» schriftliche» MeinuagSaui- L«sch entfernter Personen, sie führen die Erzeugnisse aller *,ationen selbst in die kleinsten Städte und bringen die Men- au» allen Himmeltgegende« zusammen, zu Freud und �b.Jju Kampf und Liebe.., ,.. ., Neben de» Elsenbahnen laufen die Telegraphenhwen "Od bringen Nachricht mit Blitzesschnelle von Stadt zu Stadt, Jj�Ort zu Ort. Es giebt fast keine räumliche Trennung Für den Kulturfortschritt der Nationen aber find die �Kubahnen wohl mit die mächtigste«, gewaltigsten Förderer itwesen. »Aber auch der Eisenbahnbau selbst hat zu diesen S�sschritten ungemein beigetragen. Die zahlreichen �»«els, die Brücken- und Hochbauten lege» beredtes Zeugmß f® von dem Ringen der Menschheit nach immer erhöhterer s-stur. Da« tan» man den wahren, den echten Kultur- ?>n p f nennen, an dem all« Mensche», sie mögen sei» �e fix wollen, ihre innige Freude haben könne». Aber nicht nur ein Kulturfortschritt in dem Sinne find Eisenbahnen, daß Verkehr und Handel gefördert werde«, *4 höhere Bedeutung haben dieselben, weil fie die Mensche« Zander näher rücken, weil sie den Volksgedanken ko«. tatriren. Somit bilde« fie auch de» beste» Damm gegen die � dunkelsten Gegenden zu bringe«. Alte Vorurtheile stürzen zusammen vor der Wucht des «lsenbahntrain»; neue Zdee« gestalten sich m de« Köpfen Menschen und werden von einem zum andern ge- Stn. , Und nicht umsonst ist auch in denjenigen Gegenden, m suchen die Eisenbahnen zahlrerch find, der VolkSgerst fre,er die Reaktion minder mächtig, als dort, wo nur veremzelt 48) JeuillÄon. Die Hand der Roma» von Ewald August König. (Fortsetzung.) iForrirpung., »..Ar küßte de» Damen, die über diese« unerwartete« � von banne« w»achschame f�-'Und Onkel Will? stand bisher zwischen ihm und uns, � habe» könnte" ML � �lang ihre« Arm um die schöne Frau und küß Bahnen sind, und der Verkehr unter de» Menschen ge- ringer ist. Deshalb glauben wir gern, daß die Kleist-RetzowS und die Ackermänner im Herzen traurig gestimmt find, wen« sie da» Dampfroß dahiajagen sehe«, deshalb glauben wir gern, daß alle diejenigen, welche den Geist der neue« Zett bekämpfe», den JubiläumStag der deutschen Eisenbahne» mit scheele» Auge» ansehe». Es geht ihnen ähnlich, wie dem Priester in Tirol, der vor zirka 25 Zahre« eine Eisenbahnkarte mit auf die Kanzel nahm, de« Hörern die rothen Striche zeigte, welche zahlreich Norddeutschland durchzogen und die der Teufel, wie er erklärte, mit seinen Kralle« gezeichnet habe. Tirol aber möge ewig vor diesem Teufelsspuk bewahrt werden, der nur geeignet ist, Land und Leute zu ver- derben— so rief zum Schluß seiner Predigt der Fanatiker au«. Aber selbst in das glaubenstreue, durch riesige Gebirge geschützte Tirol haben die Eisenbahnen und somit auch der Geist der neue» Zeit Einzug gehalten und manche« Stück Reaktion ist dort seitdem zu Grabe getragen worden. Die Arbeiter aber, welche i» ihrer Masse Gegner jeder Reaktion, die von dem Wehe» des Zeitgeistes erfaßt find, sie haben das größte Anrecht daran, das Jubiläum der Er» richtung deutscher Eisenbahnen zu begehen und de« 7. De» zember 1835 in der Rückerinnerung zu begrüßen, da ihnen die Zukunft gehört, wo da» größte, gewaltigste Verkehrs- mittel der Welt mehr und mehr Heil und Segen schaffen wird für Alle. Bleibe« wir somit«ach jeder Richtung hin Freunde der Aufklärung, Gegner der Finfierniß und Reaktion. Politische Meverstcht. Der Abgeordnete �ugen Richter kann's nun einmal nicht lassen. Die„Freis. Ztg." schreibt nämlich: Die Sozialdemokraten Hasenclcver und Genossen haben einen Gesetzer.t» wurf, betreffend Abänderung deS Art. 32 der Reichsverfassung (Diätcnantrag), eingebracht. Derselbe stimmt buchstäblich mit dem in vrelen Eesfionen eingebrachten Antrage der Fort- schrittspartei und später der deutschfreifinnigen Partei über- ein." WaS soll dieses Wort„buchstäblich" besagen V Entweder gar nicht«, dann konnte es füglich fortbleiben, oder eS soll etwas besagen, dann kann es nur folgenden Sinn haben: „Seht wir Fortschrittler find doch famose Kerle, die Sozial» Demokraten schreiben nur von uns ab!" Ein solcher Antrag kann ja überhaupt keinen andern Wortlaut haben. Würden die Sozialdemokraten dm Antrag früher eingebracht haben und die Fortschrittler nehmen ihn auf, so würde dieser dann gleich- falls buchstäblich mit dem Antrage der Sozialdemokraten übereinstimmen. Da nun aber der Abg. Eugen Richter das Nörgeln einmal nicht lassen kann, so haben wir bei dieser Ge- sie, und über das blasse Antlitz der Generali« glitt ei» weh- müthige« Lächeln. � „Es ist ei» altes, wahre« Wort, daß der Krug so lange zu Wasser geht, bi« er zerbricht." sagte Frau von Stuckmann leise,„da« Ende muß immer die Last tragen. Vor Dir aber, mein theure« Kind, liegt die Morgenröthe eine« neue» Tage», möge niemals eine finstere Wolke Dir dm Sonnmfchem raubm, niemals ein Orkan dm Blüthea- flor verheeren. Ich bin in einer recht wehmüthigm Stim- muog," fuhr fie fort, während sie mit der Hand leise über die blonde» Lockm strich,„und doch sollte ich mich i» dieser Stunde so recht von ganzem Herzm fteue». Mir ist zu Muthe, als ob Schlimme« un« bevorstehe, al« ob eine un- sichtbare Gefahr uns bedrohe, die abzuwendm nicht m meiner �Vielleicht ist es die Besorgniß, daß Onkel Willy sich rächm könne!" „Rem, Bella, einer«iedrigm Rache halte ich ihn nicht fähig—" �Verzeihe, liebe Mama, Du theilst die Vermuthung de« Obersten, daß Onkel Willy der Erfinder jme» Ge- rüchte« sei. Und wm« er wirklich diese» Dich ttef belei- digmde Gerücht ersonne» und verbreitet hätte, zeugte da« nicht von niedriger Gesinnung?" „Wie könnte ich diese Frage verneinen?" seufzte die Generali«.„Aber ich urthelle nicht, so lange ich keine Be- weise habe, und über diesm Fall möchte ich am liebsten in Ungewißheit bleibm. Jetzt aber muß ich Dich ver- lasse«; ich habe mit meinem Bruder noch einige Worte zu reden."_,. Sie verließ ralch dm Salon, und al« sie in da« Arbeitszimmer Rabe'« trat, kam ihr Bruder mit dem Hut auf dem Kopf und der Reitgerte in der Hand ihr mt- gegen. „Du willst auSreiten?" ftagte sie überrascht. „Wie Du siehst," erwiderte Rabe mit erzwungmer Ruhe, währmd sei« unstäter Blick lauemd das Antlitz der Schwester streifte.„Beunruhige Dich deshalb nicht, ich kehre heute Abend zurück." „Und weshalb sollte ich mich bmnruhigm?" ftagte die legenheit eine Frage an ihn zu richten: Weshalb hat die Fortschrittspartei in diesem Jahre dm Diätmantrag nicht wie« der eingebracht, trotzdem durch die Diätmprozeffe die Frage irr ein interessantes Stadium gettetm ist? Der Abgeordnete Haser.clcver hat acht Tage vm Einbringung des Diätenan- ttages dem Aba. Rickert im Auftrage der sozial« demokratischen Fraktion mitgetheilt, daß von den Sozial- demokraten dieser Antrag eingebracht werdm solle, wenn die Fortschrittspartei ihn nicht selbst einbringe. Letzterer gebühre hier das Vorrecht. Abg. Rickert erklärte, daß die deutschfteifinnige Partei sich mit der Frage nicht beschäftigt habe* auS dem Tone der Antwort aber ging zugleich hervor, daß Herr Rickett auch keine sonderliche Lust hatte, sich mit dem Antrag in diesem Jahre zu befassen. Trotzdem aber mattete die sogenannte soz.- dem. Fraktion 8 volle Tage und brachte dann erst den fiühercn Antrag der Fottschttttspartei„buch- stäblich" ein, lediglich aus dem Grunde, um den Diätenklaaen des FiSkus im Reichstag etwas näher zu treten. Warum aber die Fottschttttspattei den Antrag nicht eingebracht hat, dürste dattn seinen Grund habm, daß Herr Eugen Richter gerade mit dieser Frage fich nicht gem beschäftigen mag— aus unver- ständlicher Prüderie. Ein verftändiaer Mensch kann sicherlich nichts gegen den fottschttttlichen Dtätenfonds einwenden— weshalb also daS Zieren? Ja, Bauer, das ist etwa« Andere« i Aus München wird unterm 5. Dezember berichtet: Bei der weiterm Be- des Etats des Innern erwähnte der klerikale Vollmar gestimmt hätten, dessen klerikaler Gcgmkandidat» Pfarrer Westermeyer, dadurch unterlegen sei. Dauer findet eS unverantwortlich, daß Staatidiener revolutionäre Kandidaten unterstützen. Der Minister des Innern erklätte, die ministeri- ellen Eryebungm(!) hätten die Unrichtigkeit der Behauptun DallerS ergeben. Abg. Freiherr von Stauffenberg ij. gegen eine Agitation der Beamten für die Sozialisten, will dagegen die durch die Anregung Daller's und nach der Er- klärung deS Minister« gefährdete Wahlfrelhett der Beamten und da« Wahlgeheimniß gewahtt wissen. Daller verlangte schließlich, daß die Staatsbeamten moralisch verpflichtet(!) würden, gegen die revolutionären Bestrebungen aufzutreten. Der Minister des Innern stimmte dem bei und setzte hinzu, uno vre megterung Beamten einzugreifen. „ Hier tritt so recht da» heuchlerische Wesen der klettkalen Kampfhahne in die Erscheinung. Während die Herren im Reichstage ein Gesetz planen, welches die Maßregelungen ab- hanatger Wähler verhindem soll, sehen wir fie im bayettschm Landtage damrt beschäftigt, die Beamten, welche für einen Sozialsten gestrmmt haben, in der gehässtgsten Weise zu denunziren. Freilrch, der Antrag im Reichstage verdankt seiner Entstehung der Thatsache, daß in Schlesten diejenigen Wähler gemaßregelt wurden, die für einen ZentrumSmann stimmten, wahrend es fich in Barem um einen Sozialdemokraten handelt, Generalin.„So sehr Du auch mein Vertrauen mißbraucht hast, glaube ich doch nicht, daß Du so weit gehen wirst, mich um mein Vermögen zu betrügen, so ttef kann mein Bruders der Sohn eines Ehrenmannes, nicht sinken." „Mich wundert e« wirklich, daß Du mir diese« Ver- trauen»och schenkst." -Sollte ich auch in ihm getäuscht werde», dann wäre es zwischen un« für immer vorbei," sagte die Generali» mit ernem durchdringenden Blick auf den Bruder.„Wirst Du mir heute Abend die Papiere übergebe«?" „Heute Abend oder morgen früh; nachdem da« geschehen ist, verlasse ich diese« Hau« für immer." ä2?" zollen nicht im Unfriede« scheide», Willy. Der Oberst hat da« Erbe angetreten, diese« Haus ist jetzt da» ftinige, und Du weißt, daß—" „Zch wußte wohl, daß er fich eines Anderen besinnen würde," spottete Rabe,„trotz seine» dünkelhaften Hochmuth» ,st er doch zu sehr Egoist, al« daß er auf solche'Vortheile verzichten könnte. „Du hast kein Recht, in diesem Tone über ihn zu spre- che«; von fernem dünkelhaften Hochmuth habe ich nichts be- merkt, im Gegentheil, er ist m» und Arabella sehr fteund- lich entgegen gekommen." Wenn Du Herablassung Freundlichkeit nennst— keine Veranlassung, diese« Vorschlag abzulehnen.' Willibald Rabe blickte seine Schwester eine Weile starr an, dann lachte er hell auf. „Also eine vollständige, bedingungslose Versöhnung I" sagte er mit bitterem Hohne.„Ich bin glücklicher Weise davon ausgeschlossen, mithin kann mich auch später keine Ver« antwortung für die Folgen treffen." �„Ich glaube nicht, daß Jemand daran denke« wird. D'ch dafür verantwortlich zu machen." erwiderte die werksam mache«, daß Arabella und ich fortan Gäste unter und da ist eS nach Anficht dieser christlichen Herren sogar geboten. die Wähler in der brutalsten Weise daran zu verKindern, daß fi« ihrer Ueberzeugung gemäß ihre Stimmen abgeben. Zu den berechtigten Klagen über die Höhe der Gertchttkoste» schreiben die offiziösen„Berl. Pol. Nachr.": Wenn von den Gerichtskosten und deren Höhe die Rede ist, so darf selbstverständlich nicht übersehen werden, daß diese einen nicht unerheblichen Betrag der Staatseinnahmen bilden. Sie decken in manchen Bundesstaaten einen ganz erheblichen Prozentsatz der eigentlichen Etaatsoerwaltungsausgaden. Eine Veränderung in dem Betrage des Aufkommens der Gericht?- kosten würde daher nicht ohne Rückwirkung auf die Balanzirung der Etats der Einzelstaaten sein. Damit soll indeß keineswegs gesagt sein, daß eine Herabsetzung det Gerichtskosten mit einer entsprechenden Verminderung des Gesammtaufkommens an solchen gleichbedeutend sein würde. In Preußen ist wenigstens der stetige Rückgang dieses Einnahmezweiges, welcher den Justizetat so lange zu einem unerfreulichen gestallete, zum Theil wenigstens gerade auf die Höhe der Gerichtskosten und den dadurch bedingten Rückgang der Zahl der Rechtsstreitig leiten zurückgeführt worden. Jedenfalls aber wird, bevor Eni- schließungen über die etwaige andelweite Bemessung der Ge- richtskosten gefaßt werden, auch der finanzielle Effekt der Maß- regel klar gestellt sein müssen. Von Seiten des Reichsjustiz- amts find bekanntlich schon Erhebungen eingeleitet, welche die Ausklärung des Sachverhalts nach allen Richtungen bezwecken: der Abschluß wird abzuwarten sein, bevor in der Sache selbst eine endgilrige Entscheidung eintritt.— Wir find der Anficht, daß bei der Rechtspflege der finanzielle Effekt nur nebensächlich in Betracht kommen kann. Vor Allem muß dafür gesorgt werden, daß Jedermann, od bemittelt oder unbemittelt, schnell und ohne Schwierigleiten zu seinem Rechte gelangt. Ein Ge- schäst darf der Staat nicht auS der Rechtspflege machen, ste müßte überhaupt unentgeltlich aehandhadt werden. Es giebt der Quellen genug, um dem Staatssäckel die Einnahmen aus der Rechtspflege zu ersetzen. Ans dem Schwabenlande kommt heute' eine gute Nach- richt. In Cannstadt sowohl als auch in Eßlingen belheiligten flch die Arbeiter an den Gemeinderaths» wählen und erzielten ein glänzendes Resultat. In Cann- stadt gaben von 2192 Wahlberechtigten 1142 ihre Stimmen ab, von den sechs erledigten Sitzen fielen den Arbeiterkandi« daten 4 zu. In Eßlingen drangen von 7 Kandidaten ebenfalls viir durch. DieS Resultat kann wohl alS ein erfreuliches Zeichen der Regsamkeit der württembergischen Arbeiter angesehm werden. Im Wahlreise Krankenthal-Speier(Pfalz) entfalten die Sozialdemokraten gegenwärtig eine rege Thätigkeit. Wie der „Franks. Ztg.' mitgethellt wird, werden jeden Sonntag, theil- weise sogar in den entlegensten Orten deS KreiseS, Volksver- sammlungen abgehalten. Meistens wird über daS Ardeiterschutz» gesetz gesvrochen. Der Berichterstatter bemerkt noch besonders: Die Bebördcn, welche bei der letzten ReichStagswahl so rigoros gegen die Sozialdemokraten vorgingen, dulden diese Versammlungen und begnügen fich damit, ausreichende Gendarmerie- Mannschaften zur Uederwachung derselben zu beordern.— Das klingt ja recht sonderbar, gerade so, als ob die Behörden den Sozialdemokraten eine besondere Vergünstigung damit erweisen, daß fie die Versammlungm„dulden". Selbst daS Ausnahme- gesetz verbietet doch nur„gemeingefährliche" Bestrebungen, alS solche wird aber Niemand eine öffentliche Diskusfion über Tagessragen ansehen können. Die Behörden haben bis jetzt noch immer mit dem größten Vergnügen auch von den Sozial- demokraten die Gelder zu ihrer und des Staates Erhaltung eingezogen, und so lange das geschieht, haben die sozialdemo- kratischen Staatsbürger gewiß das Recht, gleich anderen Staatsbürgern behandelt zu werden. Die Apotheker wollen, wie ein großer Aufruf in der .Köln. Ztg." desagt, jetzt selbst darum bitten, auch auf diesem Felde dieGcwerbefreiheit eintreten zu lassen, wenngleich eine staatliche Kontrole als unbedingt erforderlich betrachtet werden muß. Das Apothekergewerb«, daS einzige monopolistrte in Deutschland, bietet— wie ausgeführt wird— unter den heutigen Vcrhältniffen selbst den bemittelten Apothekern keine Möglichkeit zur halbwegS rentablen Selbstständigkeit. Die Preise für Apotheken hallen eine exorbitante Höhe erreicht- Die dadurch gischaffenen Verhällniffe seien für die Dauer völlig unhaltbar. Am 15. d. M. soll in Köln eine Generalversammlung zur Be« rathung weherer Schritte stattfinden. Die bisher zur Erhöhung der Branntweinsteuer ge» machten Vorschläge find nach einer Zusammenstellung der „Voss. Ztg." folgende: 1) Einführung einer Fadrikatfteuer; 2) Erdöhung der Matschraumsteuer unter gleichzeitiger Erhöhung dcr Exportbonifikation und eventuell unter Abänderung des Branniweinsteuergesetzes dahin, daß außer der Maischbottigraum» Besteuerung auch fakuttativ die Besteuerung des destillinäbigcn Maisck-Volumens nach Litern mittelst des geprüften Gläser'« schen Maischmeffers eintreten kann; 3) eine allmälige, während zweier Jahre um je 5 Prozent fich steigernde Erhöhung der Maischraumsteuer alS Uedcrgang zu einer Fadrrkat-Konsum- fteuer; 4) Einführung einer ReichSschanksteuer, entsprechend diesem Dache sind, und da der Oberst nicht wünscht, Dir zu begegnen, so ergeben fich daraus die Konsequenzen für Dich von selbst. Und wenn ich hinzufüge, daß der Oberst den Erfinder und Verbreiter deS Gerücht«, von dem Du vorhin sprachst, bereits kennt, so kann Dich sein Wunsch, Dir fern zu bleiben, um so weniger befremden." „Was kümmern mich seine und Derne Vermuthungen!" sagte Rabe achselzuckend.„Ich werde dem Oberst niemal» au» dem Wege gehen, aber ebenso wenig wünsche ich, jemals mit ihm in Berührung zu kommen. Sieh Dich vor, Adelaide, die Gekahr, die ich so oft Dir gezeigt habe, ist Dir näher, al« Du glaubst. Den Wink, den Du mir geben zu müsien glaubtest, habe ich natürlich verstanden, ich werde die Schwelle dieses Hauses nicht mehr betreten." „Du nimmst Alle« gleich zu schroff, Willy. Wenn ich wünsche. Dich in diesem Hause»'cht wreder zu sehen, so entspringt nieser Wunsch ja nur dem Verlangen, den Frieden hier zu wahre« und Alles zu vermeiden, wa« den nun- mehrigen Hausherrn veranlaffe« könnte, seine mir bewiesene Güte zu bereuen. Du wirst da» bei ruhigem Nachdenken auch einsehen und mir Recht geben. Damit aber ist keine«« weg» gesagt, daß nun auch die Beziehungen zwischen un» Beide« Bitte Adelaide, Du bist die Freundin eine« Manne« geworden, der mich glühend haßt, dieser Freundschaft hast Du de« Bruder geopfert. Wrr wolle» darüber kerne Wort« weiter verliere», unsere Wege gehe» forran auseinander, und ich glaube nicht, daß sie jemals sich wreder vereinigen werde«. Zwischen de- Familie« Lossow und Stuckmann hat niemals ein inniger Freundschaftsverkehr stattgefunden. et wird ganz aufhöre«, sobald Ella von Lossow merne Ge- mahlia ist." Ist das Dem Wille, so werde ich'««icht änder» förmm. Aber noch bist nicht der Gatte Ella'« und e» könne««och Monate darüber hmgehe«; wo willst Du bi» dahw bleiben?" �„ „Ich werde schon«m Quartrer fioden." „Brst Du im Besitz der»öthrgen Mittel? Ich bin nie dazu gekomme«, Erspanriffe zu mache«. jenen Schanksteuern, welche für Preußen zuerst in der Land- tagSsesston 1879—80 durch die Vorlage, betreffend die Einführung einer Lizenzfteuer für Tabak und Branntwein, empfohlen wurden: 5) Ansammlung des Spiritus in fiskalischen Depots, um denselben von hier auS unter Zuschlag einer Konsumsteuer zu verkaufen.— Es darf nun als feststehend angenommen werden, daß die Vorberathungen wegen Erhöhung der Brannt- weinsteuer fich auf den Vorschlag der Einführung einer Fabrikat- steucr der finanzpolitisch und auch volkswirthschastlich korrektesten Bcstcuerungsart, nicht erstrecken. An gewisser Stelle scheint die Rückficht auf die Konservativen, welche von eine Fabrikat- steuer beim Branntwein auS einseitiger Jnteressenpolitik durchaus nichts wissen wollen, größer zu sein als der Wunsch, dem Uebel der Branntweinpest auf den Grund zu gehen und zu- gleich eine reiche Finanzquelle zu eröffnen. Ebensowenig hat man eS auf eine wesentliche Erhöbung der Maischraumsteuer abgesehen. Dagegen unterliegt es keinem Zweifel, daß die vor- stehend unter 4 und 5. angeführten Vorschläge den maß- gebenden Kreisen, namentlich dem Reichekanzler, ganz symvathisch find, und daß einer von diesen Vorschlägen seitens der ver- kündeten Regierungen akzeptirt werden wird. Fahrendes Eisenbahnmaterial soll nicht gerichtlich beschlagnahmt werden können— das bezweckt ein Antrag, der jetzt von der bayrischen Regierung dem Bundesrath wieder unterbreitet worden ist. Dieser Antrag lag dem Bundesrath schon im vorigen Jahre vor; die Sache bezog fich darauf, daß auf Beschluß verschiedener deutscher Gerichte österreichische Eisenbahnwagen auf deutschem Gebiete wegen Forderungen an die Eisenbahn- Gesellschaften mit Beschlag belegt wurden. Der Antrag wurde zwar vom BundeSrathe genehmigt, kam aber im Reichstage nicht zur Erledigung. Dem Reichstage find die Uederfichten der Ergebnisse de« HeereS-ErgänzungS-GeschäfteS für das Jahr 1884 zugegangen. ÄuS denselben geht hervor, daß in den Be- zirken deS 1. vis einschließlich 15. Armeekorps in den alpha- detischen und Restantenlisten in Summa 1 210 684 Mann geführt wurden. Davon find ausgehoben worden 124495 und zwar für das Heer zum Dienst mit dcr Waffe 118575, zum Dienst ohne Waffe 3427; für die Flotte auS der Landbevölkerung 1020, auS de? seemännischen Bevölkerung 1473. Wegen unerlaubter Auswanderung find verurtheilt worden von der Landbevölkerunq 16020, von der seemännischen Bevölkerung 391; noch in Untersuchung befindlich find von der Lanvbevöl« kerung 12265, von der seemännischen Bevölkerung 453. Freiwillig eingetreten find 18 309. In den Ersatzbezirken des Königreichs Bayern wurden in den alphabetischen und Restantenlisten in Summa 114 969 Mann geführt. Davon find 1661 freiwillig eingetreten und 18 026 ausgehoben worden. Von den letzteren find für daS Heer für den Dienst mit der Waffe 17517, zum Dienst ohne Waffe 509 ausgehoben. Wegen unerlaubter Auswanderung wurden 1393 Mann gerichtlich verurtheilt, wegen desselben Vergehens defanden sich am Schlüsse deS Jahres noch 575 Mann in gerichtlicher Unter- suchung. Zu den Ausweisungen. Neuerdings find wieder mehrere russtsche Staatsangehörige, welche aus Wefipreußen ausgewiesen waren, dahin zurückgekehrt, weil ihnen wegen un- zulänglicher Legitimation von der russtschen Behörde in Alexandrowo der Eintritt in Rusfisch-Polen verweigert wurde; der eine von ihnen war vor 18, der andere vor 15 Jahren nach Preußen gekommen. Sie konnten in Alexandrowo nur einen gewöhnlichen Ausweisungsbefehl, aber keine Legitimation darüber, daß fie auS Rusfisch-Polen stammen, vorweisen.— Im Kreise 2 Horn find mehrere Dominialvorstände amtlich da- hin benachrichtigt worden, daß in Folge einer Verfügung des Landrathsamts den russisch polnischen Ueberläufern der Auf« enthalt in Preußen noch bis zum 11. November 1886 gestattet ist; zugleich find die Dominialvorstände ersucht worden, die betreffenden AmtSvorsteher unverzüglich zu benachrichtigen, welche Ausländer schon die preußischen Lande verlassen haben und welche fich dort noch befinden. Au« München wird der„Franks. Ztg." geschrieben: Der hrefige demokratische Verein nahm in seinem gestrigen Dis- kusftonsabend nach einem kurzen Referate eirnS Mitgliedes und sehr eingehender Debatte folgende" von Herrn Dr. Siegel ge« stellten Antrag an:„Der demokratische Verein richtet an den Landesausschuß der Volkspartei in Bayern da« Ersuchen, der« selbe wolle sich bei den zuständigen Stellen dafür zu verwen- den, daß die ErdschftSsteuer progresfiv erhöht und ihr Erttag den Gemeinden überwiesen werde." — Die„AugSb. Abendztg." will wissen, daß Bayern auf Grund seiner Reservatrechte von den Verhandlungen über Einführung des Branntwein. Monopols seitens der Reichsregierung fich fern hält. Holland. Die Frage der Wahlreform wird in Holland nicht mehr von der Tagesordnung verschwinden. Zwar sträubt fich das jetzige Ministerium mit aller Macht gegen die Einführung eines besseren Wahlverfahrens, allein der Widerstand wird binnen absehbarer Zeit zu Ende sein. Wie ein Telegramm aus Amsterdam melvet, ist die Frage jetzt wiederum Gegen- „So hoffe ich, Du wirst mir gestatten, daß ich Dir die nöthigen Mittel gebe." „Ich danke, ich verlange keine Unterstützung." erwiderte Rabe lakonisch.—„Ich habe die beste« Zahre meines Leben» Dir geopfert, und die Genugthuung will ich mir bewahre», daß Du mit Undank mir gelohnt hast. Wenn der neue Verwalter sei« Amt angetretea hat, so wird er mir da« Zeugniß nicht versagen köonen, daß ich nach allen Rich. tun gen hin gewissenhaft meine Pflicht erfüllt habe, da« ist die zweite Genugthuung. Du wirst Dich diese« TageS noch einmal erinnern und dann jedenfalls ander« darüher denken. Auf Wiedersehe«, Adelaide, ich rette nach Lossow, ma» wird dort über die Neuigkeiten sehr erstaunt sein." Die Generali» erwiderte nichts darauf, fie ließ ih» gehen: verschmähte er ihre Hilfe, so mußte er selbst seine» Weg sich zu bah«e« suche». Da» Verhör. Für denselben Morgen, an welchem der Oberst von Stuckmann, von einem plötzlichen Impulse getrieben, de, Generalin die so lange verweigerte Versöhnung anbot, hatte Siegfried ei« nochmalige» Verhör de» verhafteten Amerika» »er« anberaumt. Er wollte über Rabe Gewißheit haben er hoffte, der Gefangene werde ihm irgend einen Haltpunkt' bieten, irgend eine Spur zeigen können. Ruhig und mit ernster, entschlossener Miene stand Ferdinand Halm dem Untersuchuogtrichier gegenüber. Die Hast hatte ihn»icht gebeugt, und wenn Siegfried ehrlich sein wollte, so mußte er sich fagen, daß der Änge» klagte in Haltung und Miene nicht den Trotz eine« verstock. te» Verbrecher«, sonder« die Ruhe eine« Schuldlosen zeigte „Wollen Sie«och immer kein Geständniß ablegen?" ftag'e Siegfried in freundlichem, ermuthigendem Tone. Sie würde» dadurch nicht allein mir die Arbeit erleichter»"son. der« auch die Richter zu einem mildere« Urtheil vera». lassen. Der Amerikaner schüttelte ablehnend da« Haupt. nÄ"°°°� „Ich glaub«, daß die««in schlechter Trost ist; � stand der Verhandlung in der Kammer gewesen. Der% Lohmann hatte den Antrag gestellt, den Zensus beveutenl herabzusetzen; der Antrag wurde aber schließlich mtt 43 geg« 42 Stimmen abgelehnt. Der Minister Heemskeil eikiärte, gehen zu wollen, wenn die Kammer den Antrag annehme» würde. Wenn nun auch der Antrag gegen eine Stimme Mehrheit abgelehnt worden ist, so ist doch andererseits au! W Abstimmung erfichtlich, daß der Kammer das Gehen des Herr» Ministers nicht sonderlich nahe geht. Hoffentlich wird es da Agttation der Arbeiter balv gelingen, ein freieres Wahlsystem zu schaffen. Amerika. Die kanadische Regierung hat ihre amtliche ReÄ» fettigung der Hinrichtung Riel's der Ocffenütiileit übergeben. In dem Schriftstück wird behauptet, daß nach w gäbe von Geistlichen Ver römisch- katholischen Kirche im Nord- westen Ric! keinen Anspruch auf Sympathie besaß, da fniu Motive rein eigennützige waren. Er sei jeden Augenblick bereu gewesen, die Sache der Mischlinge um einige tausend Dolla» zu verkaufen. Des Hochverroth» zum zweiten Male schuld� habe er keinen Anspruch auf Nachsicht gehabt. Er habe d» Jndianerstämme des Nordwestens zum Aufruhr verleitet un« sei die direkte Ursache der furchtbaren Niedermetzelung � Anzahl Personen gewesen, worunter fich zwei römisch-katholW Misstonäre befunden hätten. Das Aktenstück führt im Westen« auS, daß die Aufwiegelung der Indianer zum Aufstande# jeder Regierung als ein todeswürdiges Verbrechen betta®«' werde, da eS gegen alle Human itatSgesetze verstoße. 0% Jndianerkrieg sei ein Vertilgungskrieg ohne Gnade und desh� die größtmögliche Ausschreitung gegen die Zivilisation und em Verbrechen, da« fich außerhalb polittscher Einflüsse beweg«- TJ Die kanadische Regierung scheint fich doch nicht so ganz zu befinden, denn sonst würde ste ihre That nicht zu bemantti» versuchen. — New-Uork, 5. Dezember. Eherman ist zum Prästde»'? des Senats ernannt worden an Stelle deS bisherigen Präsidenten David Davis, welcher in Folge deS Ableb'ss Hendricks verfassungsmäßig Vize. Präfident der Union r worden ist. Kokale». Dr. Wolfgang Etraßman». der Vorsteher der 6%. verordneten Versammlung zu Berlin, früher Mitglied, � preußischen Abgeordnetenhauses, ist nach kurzem KrankeM� am Sonntag Mittag 12'/, Ubr aus dem Leben geschieden-�. Dr. Sttaßmann wurde am 8. Oktober 1821 geboren,* C demnach ein Alter von 64 Jahren erreicht. Der verordnetm-Versammlung gehörte der Verstorbene M. 1863 an; zum Vorsteher derselben wurde er zu«� 187Ä rt�mrthTf«n« aK arfr\X*4* ATTtrtfirÜffl Zahre J°hre 1875 gewählt, von da ab erfolgte alljährlich'j Wiederwahl zum Vorsteher, welches Amt er mit FW*% Umficht verwaltet hat. Er wurde zuletzt im Jahre 1%* den Wählern der HL Abtheilung des 27. Kommunal Ai. Bezirks zum Stadtverordneten gewählt. Der Vc# L wußte fich durch die unparteiische Leitung der oftmals... ledhatten Verhandlungen der Stadtverordneten-Versamw� � sowie durch sein persönliches Verhalten selbst die Achtung volttischen Gegner zu erwerben.— Die Beerdigung desji storbenen findet Mittwoch Mittags 12'/, Uhr vom"ff jrf des Rathhauses nach dem alten jüdischen Kirchhofe w � Schönhauser-Allee statt. Einladungen werden ergeben o» � Stadtverordnete, Bezirks- VorM Magistrats- Kollegium, Bürger. Deputifte und an die Presse. b. Die Submission der Maurer-Arbeite« MyW Reichstags-Gebäud« vom Erdgeschoß ab bis unter hat merkwürdige Resultate ergeben. Von 17 aufgelegt hat merkwürdige Resultate...______. Firmen hatten 14 ihre Angebote eingereicht rtumen yauen ,yre Angeoore nn gereicht. Die ntQz Forderung betrug 832000 Mark, die nächste 1 133 000 Mark. Als die erste Firma diesen PreiS�K hörte, erkannte ste, daß fie fich verrechnet hatte r#B Angebot bereits im Termin wieder zurück. Eine Ff/kM Firma forderte 12390C0 Mark; die höchste Forderung � 8ch auf 1 971 000 Mark. Wahrscheinlich werden llindeslsnid-'i-nN-n ,iir WitNfNnrtinn h»r �1 rhfitf N zpl3 wanvrc �uvmtsstonswesen. Da Geld in Fülle voizr--*0» und die Arbeit vorzüglich sein soll, so hätte dies-i'*' man, fttt vergeben werden müssen._ � JW-J b- Es liegt manchmal an Kleiniakette« Berlin hat am Treptower Park Baustellen zum----- j™- stellt, rwiche prächtig gelegen und vreiSwürdig si"?'-a& 150 Mark für die Ruthe in dieser Nähe der sehr mäßiger Preis. Aber die Bebauung geht rü**" g# roerth vorwärts. Es liegt dieS daran, daß der% diese Villengegend von der Stadt Kennt. D« Busche« links von der Chaussee ist als Parkanlage» ���°�ort von /llerhan�G.finde��°bl g, Thatigkert sammtlicher 14 Parkwächter aviorv�--- Winkel. Würde man ihn zur Bebauung parzellirerr. Ni die Kontinuität mit der Stadt hergestellt und die verhehle Ihne« nicht, daß Alle« gegen Sie»eug-. � Aussagen des damaligen Kammerdieners find S wiegend." „Gr hat wissentlich gelogen. wie „Nehmen wir an, di.se Behauptung fti � ie wollen Sie dieselbe beweisen? Jener-3eugk mehr aufzufinden, seine Aussage steht in den# 0 so lange nicht bewiesen werden kann, daß sie 'st. betrachtet sie der Richter al« Wahrhett. f W* mrt dem Doktor Wielaad in gar keine Berühru-g 9' ,Nei«. welcher � i-Ä „Und wenn ich e« trotzdem nicht grthoo j*(«ML es deshalb nicht, weil die Krankheit R«# ää1» schlagend; wir glaubten«icht, daß wir eS f0 könnten." "Wie lange war da» Kind leidend?* „Nut einige Stunden.'' ZT""'«c"Slunoen. u S'e waren im Schlosse, um den Arz' J ruft"' „Nein .,«-Aber man hat Sie in der Nähe de« hzpe» a Siegfried,„besinnen Sie sich. � .-uejiniun ww. ir*' waty'. 3ett genug gehabt, über die Vorfälle deuken. Erzählen Sie mir einmal im ZusawM � Sie Alle« in jener Nacht gethan haben." Hall».. »Da« wird»icht viel sein," erwidert fli» schlief bereits, als meine Frau mich weckte, plötzlich erkrankt—" „Woran?" »Da« weiß ich nicht." "Lag e« in Krämpfen?".... bflf. V' »Es kann sei», ich verstand davon.L W wa» ich ihn« konnte, war, daß ich Thee d m SS nalb Än» %% lick betttt Doll«t habt 'eitet und S.S W-ttettN and« i und ein ernte*- 7, S# lSKM 'AS tnU4 ■t®* S&f | i �«r hinaus rasche Fortschritte machen. Mit der wachsenden der Grunddefiver könnte die Gemeinde Treptow auch für achtunß. Wege und Polizei mehr thun. Jetzt tragm die ynen im wesentlichen 13 Grunddesttzer. BiS zur deutsch. Zonalen Ausstellung von 1888 müßte die Gegend eine ganz �der« Physiognomie zeigen. r. Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, 2� Leiden schafft, so hat st« der geistreiche Saphirldesinirt mit Recht. Erst seit anderthalb Jahren find die jungen »erheirathet, ein kleiner prächtiger Benael verschönt ihnen Dasein; aber, aber, die Eifersucht. Ewig können die Flitter« wchen doch nicht dauern, und mit Beginn der eigentlichen i und so war es erklärlich, daß ihm sofort bei seinem Wie« �eintritt ein Ehrenamt übertragen wurde. Dadurch war es "Avendig geworden, den Vereinsangelegenheiten wöchentlich ™»bende zu opfern. EigentlichDsollte ein so einfacher Sach- Erhall über den Kopf einer Berliner HauSfrau nicht hinaus« aber freilich so eine junge Frau, und ihren Mann an 2?«venden in der Woche entbehrm! es mag etwas viel «SjÜ8* srin von ihrem Standpunkte aus. Erst heimliche Un- Mdenheit, dann stiller Aerger und zuletzt peinigende Eifer- Mt, daS ist der natürliche EntwickelungSgang in dem Gemüthe M jungen Frau und wir brauchen uns nicht allzusehr wun- •V". daß wir sie eines AbendS, als ihr Mann angeblich in DereinSangelegenheiten ausgeht und trotz allen 22Ä nicht zu HauS zu halten ist, tiefvermummt ihrem Manne Mlchleichen sehen, natürlich in ficherer Entfernung. Die junge M strengt ihre Augen möglichst in der Dunkelheit an: sie wie der Mann in einen Zigarrenladen tritt; M) einiger Zeit kommt Jemand auS dem Laden Maus- eS muß natürlich ihr Mann sein. Schnell S* ihm her! Kreuz und quer gehtS durch die Straßen; da Mlich ist er verschwunden; diesen Moment sab fie ihn noch! nr muß er hineingegangen sein. Natürlich:„Wein und echte Mre' lautet die Einladung am Fenster des Lokals und von J®1 heraus schallt daS fröhliche Lachen der Kellnerinnen. Ach ? arme Frau! Als fie nach Hause geht, da konntejihr Schluch« ™ einen Stein erbarmen; eS ist nur ein Glück, daß fie nicht FMdewegS ins Waffer läuft.— Sie kömmt in ihre Wohnung, ~ fitzt ihr Mann, gemütblich seine Zigarre rauchend und S: aem Fungen spielend! Er war von dem Zigarrmhändler ?"t nach Hause zurückgekehrt und seine Frau war natürlich %m Anderen nackigelaufen. Der Mann ist glücklicher« ??ie«in vernünftiger Mann, sonst— würde er vielleicht L?, diese abendliche Extratour seiner Frau ein wenig eifer« sein, hoffentlich ist die junge Frau aber ein für alle a,. d- Wo Hol» gehauen wird, fallen Spähne. An großen Mstellen steht man Zahlbretter mit Drahfieden und hohlen L°ven in Anwendung. Dieselben dienen zum Auffangen deS Uldftaubes. der stch beim Zählen ablöst, allerdings nur in Misten Luantitäten, aber daS ganze Jahr hindurch kommt doch etwas heraus. .»« Die D»« % «f schiebt von den betr. Schlächtern zweifellos in gewwnsüchtiger Abficht, da Rindertalg billiger ist, als Schweinefett; auch ist dieS vermischte Schmalz nicht zu allen den Zwecken in der Haushaltung zu verwenden wie reines Schweineschmalz. Das Ve-fahren der betreffenden Schlächter ist jedenfalls nicht ohne Gefahr für fie, denn abgesehen von den Bestimmungen des sogenannten NahrungSmittelgesetzeS würde auch Betrug vor« liegen, wenn solches Schmalz als Schweineschmalz verkauft wird. b. Der Weihnachtsbaum hat auch am schwarzen Brett der Universttät seine Visitenkarte abgegeben. Ein Händler in Moabit empfiehlt den studentischen Korporationen mittelst An« schlages seine Weihnachtsbäume. B. Schlaue Zechprellerei. Ein fein gekleideter Herr in den dreißiger Jahren mit stattlichem schwarzen Vollbart bettat am Sonnabend gegen Abend eine belebte Restauration in der Rosentbalerstraße, nahm an einem noch unbesetzten Tische Platz und bestellte Effen und Trinken, nachdem er vier Zigarrenkisten, die er unter dem Arm gettagen, neben stch auf einen Stuhl gelegt hatte. Bald begrüßt ein neuer Gast den zuerst gekom« mmen als guten Bekannten, beide Herren freuen stch des glück« lichen Zufalls, der fie hier zusammengeführt und in lustiger Kompagnie wird eine tüchtige Zeche auf Rechnung d«S ersten GasteS gemacht. Dieser langt sodann nach seinen Zigarren« listen, öffnet eine derselben und bietet dem Freunde eine Zigarre zur Probe an. Als derselbe die Zigarre lobt und ganz vor« züglich findet, macht der geschmeichelte Gastgeber ihm sofort die ganze angebrochene Kiste zum Geschenk. Kurz darauf empfiehlt stch der Beschenkte unter lebhaften DankeS-Aeußerungen. Alle? dieS spielt fich vor den Augen des aufmerksam zuhörenden KellnerS ad, der fich bei der ziemlich großen Zeche und der ~'„„f»in mit»« wird beim Militärgericht abgeurtheilt. Lehrend ist in Ver- brecher keifen unter dem Spitznamen Rinaldo, Ealsky als „Lrdonnanz" bekannt. Die zur Anklage gestellten Koups find in der Nacht zum 13. September c. in Fiiedrichihain aus» geführt. Den Kellner Zulig hab>.n fie betrunken gemacht und bestohlm, und den Tischler Kirchner, der nicht zu ermitteln ist, haben fie zu berauben versucht. Behrmd erhielt 2'/,. Pritschow 1 und SalSky 1 Jahr 9 Monate Gefängniß, sowie entsprechenden Ehrverlust. Die Betheilignng an der DiSkusfio« in der am 20. September er. stattgehabten Versammlung der Tischler und BerufSgenoffen, in welcher hauptsächlich der in der Kltngmann- schen Pianofortefabril ausgebrochen« Streik besprochen wurde, brachte dem Klavierarbeiter Kreutz eine Anklage wegen Ver- Sehens gegen die§§ 152, 153 der Gewerbe Ordnung ein. Nach stnem Zugeständniß hat der Angeklagte,"----- Schranken der stand, diejenigen ,------— der gestern vor den Abtbeilung deS hiesigen Schöffengerichts Arbeiter, welche in der Klingmann'schen l der in Berlin bestehenden OrtS« tlnh w.a)tc willgrrepniuij».......*-,—,—— �"Metnebs Krankenkaffen betrug nach Angabe der Kaffenvor- Ä» 15. November er. 1) der OrtS-Krankenkaffen 194 757, o°kr Betriebs-Krankenkaffen 15971 und 3) der Gemeinde« �Nkenverficherung 284. JW..Die Gründungen gehen wieder loö. Mit einigen �«rien wurde der Anfang gemacht; Ende voriger Woche ft.ii.hat ein Konsortium eine Eisengießerei in der Chauffee- A&r übernommen. Eo lange die Vorbefitzer Attien in ,u Tjn haben und fich um daS Geschäft kümmern, pflegt eS „.Men. Aber nach einiger Zeit ziehen fich dieselben zurück, i» ihr Aktien-Kapital heraus und dann kommt ihr Kind >r>o« hänve von Stiefvätern, die vor allen Dingen sehen, ß �bleiben. Beispiele genug find grade in jener Gegend SStrJ*' Hausdiener Franz Rolle, welcher vor einigen tfochen mit einem Betrage von 700 Mark durchgebrannt ist, tot. N von dem Inhaber ver Gratweil'fchen Bierhallen. Herrn , V«ardt, zur Begleichung tiner Rechnung bei dem Hoflifte- M>en Hefter in der Lerpzigerstcaße«chatten hatte, hat ganz �erwartet ein interessantes Lebenszeichen in Form eines Ue», datirt Basel, den 5. d MS-, gegeben, welchen er an Bieizapfer des Herrn Pickardt richtete. Der Brief hat Jittnden Wortlaut;.Lieber Robert! Jedenfalls find schon ver �caye nocv nnen vseuuuui«« wiv&yw, ¥v.vvr—. Kellner, ihm für einen Augenblick sftne Zigarren zu verwahren und verläßt mit Ueberzieher und Hut daS Lokal. Als Stunde auf Stunde verstreicht, ohne daß der Eigenthümer der Zigarren« listen fich wieder sehen läßt, beschleicht den Kellner eine trübe und dunkle Ahnung. Er unterwarf die in einer Ecke sorgsam bei Seite gestellten Kisten einer nA»eren Untersuchung und fand, daß er um Zeche und Trinkgeld geprellt worden war, denn fie enthielten statt Zigarren— Heu. Polizeibericht. Am 4. d. M. war der Arbetter Päsler auf dem Stcinmetzvlatz von Huth, Echarnhorststr. 7, beim W« laden eines etwa 1100 Kilo schweren Sandsteines beschäftigt. Indem er den nach einer falschen Richtung fallenden Stein zu halten versuchte, aerieth er mit dem Arm zwischen den tollenden und einen stehenden Stein, so daß er einen Arm- bruch erlitt. Er mußt' nach dem Augusta-Hospital gebracht werden.— Am 5. d. M. wurde ein Mann in seiner Woh- nung in der Swinemünderstraße erhängt vorgefunden, und einige Stunden später erschoß fich ein Mann in seiner Woh« nung in ver Metzerstraße mittelst Revolvers.— An demselben Tage Nachmittags fiel der Laufbursche Wolter, als er in der Sebastianstraße schnell über den Sttaßendamm lief, mtt solcher Gewalt zur Erde, daß er eine Gehirnerschütterung erlitt und nach der Charitee gebracht werden mußte.— Um dieselbe Zstt stürzte der Zimmermann Heese auf dem Neubau der Waaren« dörse beim Balkenlegen auS dem 3. in den 2. Stock, und an demselben Nachmittage der auf dem Dache des Seiten- gebäudes Fischerbrücke Nr. 6 beschäftigte Dachdecker Eidtner vom Dache auf den Hof hinab. Beide er- litten dadurch so schwere Verletzungen, daß fie, und zwar letzterer mittelst Krankenwagens nach der Charitee ge- bracht werden mußten.— Am 5. d. M. Abends beabficktigte ein 8 Jahre altes Mädchen, über welches wegen UmherireibenS die Zwangserziehung verhängt ist, wiederum seiner Mutter zu ent« laufen und sprang zu diesem Zweck auS dem Fenster der in der Waßmannstraße 34 4 Tr. hoch belegenen Wohnung auf den Hof hinab. Daffelbe fiel hierbei auf das zwei Stock tiefer belegene Dach deS Seitenflügels und erlitt so schwere Ver« letzungen,' V-- o. 4,„„f,(m Strich, richshain m morl »IC WCU JU VU.Uf.11, iuvvui.-------------- '«ur« 34 fühle mich recht glücklich in der schönen Schweiz,' 'uf h mori|«n ftüh ab und segl« nach Italien mtt dem Dampfer Bodensee. ES grüßt Dich Dein Freund F. Rölle." Ukden worden. fett der die Vermischung von Schmalz mit Rinder» Schlächter wird von unseren Hausfrauen ---,, öCS) 4*»»v» v»»»«»« v i—»—»—-__— letzungen, daß eS nach dem städtischen Krankenhause im Friedrichshain gebracht werden mußte.— Am 6. d. M. Vormittags versuchte ein Mädchen in der Lachmann straße stch mittelst Gift zu tödten. Nach Anwendung von Gegenmittftn wurde daS- selbe noch lebend nach der Sharitee gebracht.— An demselben Tage NachmtttagS fiel der Arbeiter Stiller im Seitenflügel des Grundstücks Blumenstraße 24 eine fieben Stuten hohe Treppe hinab und brach dabei den linken Oberschenkel. Er wurde mittelst Droschke nach dem Krankenhause im Friedrichs« Hain gebracht._ Gerichts-Jeitnng. —-------:---- Mit der Verhandlung einer Anklage wegen versuchten mbeS und wegen Diebstahls wurde v?vrm«ooenicr.«.»«->0---------„-------■_____ »oi?«er Vianetle des Briefbozens logiri R. im..Gasthof zum I Straßenraubes und wegen Diebstahls wurve gestern die letzte M°nen Falken" in Basft. Der Brief ist der Kriminalpolizei diesjährige Schwurgerichtsperiode am hiestgm Landgericht l �ben worden._ unter dem Präsidium des LandgerichtSrathS Brausewetter er« .«Amrtij mit Rinder» I öffnet. Die Angeklagten find drei berüchtigte Leichenfledderer, die„Arbeiter" AndreaS Lehrend. Alwin Pritschow und Bäcker Theodor Salsky. Ein vierter Komplize, ein gewiffer Nagel, & fx?» rAi7v*'v%------.. 'eit �, ni vieler Schlächter wrro von un,»». � Einiger Zeit lebhaft Klage geführt. Diese Vermischung ge« !�®iirde genügen. An den Doktor habe ich dabei gar ftedacht." üfm e-ilnd Sie wollen auch nicht in der Nähe des Schlosse« �ksen fein?« ei-".®«, kann ja fein, daß ich dort war. Ich bin vielleicht hinausgegangen, um frische Luft zu schöpfen, in i»ö,, � Hütte war e« schwül und dumpf, und da ist e« ja �daß ich auch in die Nähe des Schlosses ge» I«uB ersten Verhör haben Sie die Möglichkeit ge» Itovl• fügte Siegfried mit scharfer Betonung.„Sie der? ,n i>er Morgenfrühe in der Nähe de« Schlosse« und forsch ziemlich klar am Tage. Sie wollten er» ti M?» wann der Doktor aufbrach, und welchen Weg Tjnh,«' 11 führen ja zwei Wege vom Schlosse zur "�ermuthungen, Herr Assessor!" *%» denen indcß Niemand behaupten kann, daß fie * Lust gegriffen seien. Der Tod de« Kinde« hatte . chsucht geweckt, Sie wollten ihn an dem Arzte koJ�üttt ich dadurch wohl das verlorene Kind wieder nen s«»rmihette Halm achselji'ck'nd.„Und («UllVf V 1 V»VI» v»- V»,.... VW. Fabrik die Arbeit wieder aufgenommen hatten, als ehrlose Baffermann'sche Gestalten bezeichnet, und eS bedauert, daß der Pranger am Molkenmarft verschwunden sei. In diesen Worten erblickte der überwachende Polizeilieutenant eine Bedrohungen derjenigen mit Verrufserklärung, welche etwa gesonnen und geneigt waren, die Arbeit bei Klingmann wieder aufzunehmen, und löste deshalb die Versammlung auf. Der Angeklagte destreitet, mit der Drohung des Prangers die Arbeiter gemeint zu haben, er habe vielmehr nur ausdrücken wollen, daß der„schwarze Bund" der Arbeitgeber, welcher den Klingmann zur Herab» drückung der Löhne im Allgemeinen vorgeschoben habe— Klingmann hatte nämlich seinen Arbeitern eine Lohnreduktion von 5—17 pCt. in Ausficht gestellt, woraufhin dieselben ihre Arbeit einstellten an den Pranger gehöre. Der Staats« anwalt beantragte 4 Tage Gefängniß; der Vertheidiger Rechts» anwalt Freudenthal erachtete dagegen die Anwendung der §§ 152, 153 G. O- für unzulässig, well eS fich gar nicht um die Erlangung günstigerer Lohnbedingungen gehandelt habe und weil in der qu. Versammlung gar leine Bedrohten vorhanden waren- Der Gerichtshof verurthellte die Ange» klagten zu einer Woche Gefängniß, indem er annahm, daß sie Abwehr geringerer Arditslöhne mit der Erlangung günstigerer gleichbedeutend sei. Der bekannte jüdische Antisemit Doctor philadelpbiae und interimistischer Mitarbeiter am„Reichsboten" Simon May hatte fich gestern vor der 99. Adtheilung Hiesigen Schöffenae» richts auf oie Privatklage des Schriftstellers Dr. Richard Na- thanson wegen verleumderischer Beleidigung desselben zu ver- antworten. In der Nr. 48 des„Reichsdotm" vom 26. Fe« druar er. derselbe war unter der Spitzmarke„Wer lacht da?" als eine Person gegeißelt, welche aus dem berüchttgten römischen Preßfonds, gebildet auS einer Prostitutionssteuer, unterstützt werde, um die Jntereffen Italiens gegen Deutschland zu ver« treten. Der Chftredakteur deS gedachten BlatteS, Pastor Engel, ist wegen Veröffentlichung dieses Artikels, nachdem er vom Schöffengericht freigesprochen worden war, von der sechsten Strafkammer hiefiaen Landgerichts i zu 100 M. eo. 10 Tagen Gefängniß verurtyeilt, und schwebt diese Sache noch in der RevifionSinstanz vor dem Kammergericht, welches zum 21. d. Mts. Termin anberaumt hat. Der Kläger hat im Laufe des ersten Verfahrens Kenntniß davon erlangt, daß der Angeklagte die angebliche römische Original- Korrespondenz verfaßt hat und deshalb die Klage auch gegen diesen erhoben. May bestreitet die Veftafferschaft, räumt aber auf eindringliches Befragen ein, daß er das Manuskript zum inkriminirten Artikel theilweise geschrieben und Herrn Engel zum Abdruck übergeben habe. Ob und was an dem Artikel von dem Refforttevakeur ge» ändert sei. könne er bei der Länge der Zeit heute nicht mehr wissen. Die durch die Vermuthung des Schriftstellers Schuh- mann- Walgreen und des Pastors Ergel bewirkte BeweiSauf- nähme ergrebt kein weiteres Resultat. Den wirklichen Urheber des Artikels zu nennen, lehnt der Zeuge Engel ab. Der Ge» richtshof erkannte auf Freisprechung des Angeklagten, da der- selbe zwar der Thäterfchast dringend verdächtig, aber nicht hinreichend übeftühri ist. Et« Streik der Zigarrenarbeiter, der in der Fritz Heffe'schen Fabrik in Brandenburg a. tz. im Frühjahr ds. IS. ausgebrochen war, gab die Veranlassung zu einer Versammlung» die von dem auS Berlin ausgewiesenen Herrn Ewald, der de» kanntlich in Brandenburg a. H. seinen Wohnfitz hat, am 25. März d. I. einberufen war. Herr Ewald referirte in dieser Versammlung und schloß fich an dessen Rede eine lebhaste Dis» lusfion, an welcher fich auch der Handelsmann und Tuchmacher Böge betheiligte, welcher fich schließlich dabin äußerte, daß er den Streik für gerechtfertigt halte. Im Anschluß hieran soll er einige Aeußerungm gethan haben, welche gegen den§ 153 der Gewerbeordnung verstoßen. Hier erhob fich der überwachende Polizeikommiffar Härder, löste die Versammlung auf und gab alS Grund an, daß Böge in feiner Rede gegen die Gewerbe- ordnung verstoßen habe. Der Einberufer dieser Versammlung legte der Auflösung wegen Beschwerde ein, gegen Böge aber wurde ein gerichtliches Strafverfahren eingeleitet, weil et durch seine Aeußerung gegen die§§ 152 und 153 der Gewerbeord- �"rch woyi onB vi............ jMtj-.'vnnen?" erwiderte Halm achselzuckend.„Und Kv,e nicht auch bedenken, welche« Loo« meine 55�®" werde, wenn ich verhaftet und diese« - überführt wurde? Ich bin nie jähzornig ge- . c.r• cm.,». mich ge« K ab» �fühtt wurve; om-..... Leidenschaften habe« nie Macht über mich weaw» ,n'enn dieser schwere Verdacht auf j« 398lb ließ man damals ungehindert mich k verdacht erst später auf Sie fiel.' Als SN 11 auf x Df* i«" Aussagen machte, waren Sie ®ee- und wir hatten damals noch keine» um q Dfrltrafl mit Amerika. Ich aber dreh« die �defth» weshalb find Sie so rasch, so plötzlich au,» "Lasse;i x?»«w mir die Hcimalh." ch itese Gründe gelte«, so bleibt e< noch immer auffallend, daß Sie mit der Ausführung ihre« Entschlüsse» wenigsten« nicht so lange wartete», bis Ihre Frau völ- lig genese» war und die verlorenen Kräfte wiedergefundea hatte." „Sie selbst stieb zur Abreise, und es war un« gesagt worden, daß ew Schiff segelfertig liege." „Wer hatte Ihnen da« gesagt?" „Herr Rabe.' „Hatte ti vielleicht ei» Interesse daran, daß Sie die Abreise beschleunigten?" fiagte Siegfried mtt einem raschen, forschende» Blick auf da« Geficht de« Angeklagten.„Seien Sie ganz offen und verschweigen Sie mir nicht«, das Kleinste kann unter Umstände» Bedeutung gewinne«. WeS- halb machte er Sie auf da« Schiff aufmerksam?" „Er hatte mir die Hütte abgekauft," sagte Halm zö- gernd;„sie sollte niedergerissen werden." „Ob das vier Wochen früher oder später geschah, konnte dem Bruder der Generalin auch glftchgiltig sei»." „Ich weiß nicht, wa« Herr Rabe dabei hatte." .Sie wissen e«, aber Sie wollen e« nicht sagen. Er drängte also zur schleunigen Abreise?" „Ich will da« nicht behaupten, e» war ja unser eigener Wunsch, die Heimath so bald wie möglich zu verlassen. Wir hatten Geld genug, und drüben glaubten wst Wohl» stand zu finde». Wen» man so lange in Armuth und Sorgen gelebt hat und dabei die Gewißheit hegen muß, daß man trotz aller Mühe und Arbeit auf keinen grüne« Zweig kommt, dann klammert man fich a» jede Hoffnung. Sie ist den« auch erfüllt worden, aber leider hat mein armes Weib nur die AuSsactt, nicht die Ernte mit mir theile» dürfen." „Und wa» hat Sie von drüben vertrieben?' „Da« Heimweh. Wenn jene schwere Schuld, deren ich ich jetzt angeklagt vi«, auf meinem Gewissen ruhte, dann würde ich wahrlich nicht heimgekehrt sei«. Sie haben in einem früheren Verhör auf diese Bemerkung mir geantwortet, ich werde geglaubt habe», Über die alte Geschichte sei Gra« gewachsen. Aber da« ist wohl auch nicht ganz zusteffend, ich meine, wenn man ei» solche« Verbreche» begangen habe, dann findet man sei» ganze» Lebe» keine Ruhe und keine Rast mehr, und den Ort, an dem das Verbreche» geschehen sei, könne mau nie wieder betreten." Siegfried schnitt mit dem Federmesser gedankenvoll an seinen Fingernägeln. Es lag in dem Tone, den der Ge- fangen« anschlug, in seiner Haltung, seinem offenen Blick, seinem ganzen Wesen etwa«, was immer und immer wieder den Glauben an seine Schuld erschütterte. „Wie lange besaßen Sie die Büchse, die in Ihrer Hütte gefunden wurde?" fragte er. „Seit dem Tode meines Vater«, ich hatte sie von ihm geerbt." „Sie haben sie nie benutzt?" „Nie." .Aber die Büchse war, wie Sie bereit« sagte», geladen, nicht wahr?" „Sie war damals schon geladen, als ich fie erbte." „Und Sie wolle» fie nie abgefeuert haben?" „Nein, ich verstand damals noch nicht, mtt Schießwaffe« umzugehen, ich lernte da« später erfi in Amerika. Zch hatte oft gehört, e» sei gefährlich, eine« Schuß abzufeuern, der lange Jahre im Laufe gesteckt habe, deshalb wagte ich e« nicht." „Und in diesem Zustand wollen Sie die Büchse unter den Fußboden gelegt haben?" „Ja, Herr Assessor.". „Äl« man fie fand, war der Schuß abgefeuert." „Da» ist mir unbegreiflich." „War e« möglich, daß ein Anderer ohne Ihr Wisse« fich der Waffe bemächtigen konnte, fuhr der Assessor fort. „Möglich? Bestrette« will ich da« nicht," entgegnete Halm.„Wenn dieser Andere wußte, wo die Büchse lag, so brauchte er nur da« Brett aufzuheben und die Waffe war in seiner Hand. Meine Frau und ich waren de« Tag über meist draußen, und e« fiel uns nicht ei», die ThÜre zu schließen." „Aber in jener Nach« konnte wohl Niemand unbemerkt in die Hütte eindringen?" „Nein." !(Fortsetzung folgt.) wino verstoßen haben soll, die mit Strafe Venj niaen bedrohen, der Andere von dem bisherigen Arbeitsverhältnis} abbringen will. DaS Schöffengericht zu Brandenburg a. H. erachtete dies hier auch für vorliegend und verurtheilte Böge zu 1 Woche Gefängniß. Die Strafkammer des Potsdamer Landgerichts, vor welcher sich Böge am Freitag auf die eingelegte Berufung zu verantworten hatte, stellte fest, daß der Polizeikommissar Härder die qu. Aeußerungen Böge's nur unzusammenhängend wiederzugeben vermochte, weil derselbe seine Aufzeichnungen nur in Schreibschrift gemacht. Er vermochte ferner nicht zu be» künden, ob in der qu. Versammlung auch Zigarrenarbeiter an« wesend gewesen, die noch in der Heffe'schen Fabrik thätig waren. Da somit Niemand damals vorhanden war, der durch die Aeußerung Böge's hätte von seinem Arbeitsverhältniß abgebracht werde« können, da ferner die Aeußerung, welche den Grund zur Auflösung gegeben, nicht mit hinlänglicher Genauigkeit fest« estellt werden konnte, so sprach die Strafkammer, unter Auf« ebung des ersten Erkenntniffes und unter Auferlegung der osten auf die Staatskasse, den Angeklagten frei. In den Verhandlungssälen des Kriminal gebäudeS in Moabit ist seit gestern betreffs der Plaflrung der Ver- treter der Presse die neue Einrichtung getroffen, daß für die« selben in den Zubörerräumen der Schwurgerichts- und Straf- kammerfitzungSsälereservirtePlätze, in den Schwurgerichtszimmern sogar an zwei dazu aufgestellten Tischen, bestimmt worden find. Der Zutritt in die vorderen Räume ist fortan nur denjenigen Personen gestattet, welche dazu bei einzelnen Verhandlungen vor Beginn derselben die Genehmigung des Gerichtsvorsttzenden eingeholt haben. DieS bezieht sich auch auf die richterlichen Beamten und Rechtsanwälte. Die Presse hat alle Ursache, von dieser neuen Anordnung befriedigt zu sein. Bierfälscherprozesse vor dem Reichsgericht. Leipzig. 1. Dezember. Eine ganze Anzahl von Prozessen, in denen es stch um die Fälschung von Bier handelte, kamen am 28. No- vember vor dem I. Strafsenate deS Reichsgerichtes in der Re- vistonsin stanz zur Verhandlung. Der erste Anklagefall richtete stch gegen die Brauereibesttzer Karl und Joseph Belschner in Schweinfurt. Beide waren am 1. Juli vom dortigen Landge- richte wegen Uebertretung des Malzausschlagsgefttzes zu je 250 M. Geldstrafe verurtheilt worden, dagegen von dem Ver- gehen gegen dm§ 10, 1 und 2, sowie§ 12 deS NahrungS« mittelgesetzeS fteigesprochen wordm. DaS Hauptverfahren war gegen die Angeklagten eröffnet worden, weil fie im Laufe deS Jahies 1884 gemeinschaftlich in ihrer Brauerei das Bier zum Zweck der Täuschung in Handel und Verkehr dmch Zusatz von Salizylsäure und doppeltschwefelsaurem Kalk verfälscht und so verfälschtes wie lauer gewordenes und der menschlichen Gesundheit schädliches Bier wissentlich alS reineS, gutes Bier verkaust zu haben verdächtig waren. Es erfolgte indeß die Verurtheilung nur in dem ange- aebenen Umfange, da namentlich die Verwendung von doppelt« schwefelsaurem Kalk nicht als erwiesen angesehen wurde. Daß fie Salizylsäure dem Biere angesetzt, mußtm die Angeklagten zugeben. Nach dem Gutachtm der Sachverständigen geschieht dies, um daS Bier lange Zeit vor dem Stiche zu bewabrm, ohne daß jedoch dieses Mittel einen schon schlechten Zustand aufheben, oder das Bier bessern könne. Die Salizylsäme löse sich vollständig auf und bade keinm Einfluß auf Farbe, Ge- schmack und Gehatt deS BiereS. Die Angcklagtm haben, so hieß eS im Uttheile, keine Veränderung deS BtereS angestrebt, sondern eS nur vor der Einwirkung der schädlichm Keller« wärme bewahren wollm, da eS ihnen an Eis ge« manaett hat. Dem kann die Glaubwürdigkeit nicht abgesprochen werden. Es ist daher nur die Annahme zulässig, daß fie mit der Salizylsäure nichts beabsichtigten, alS dem Biere für den späteren Absatz die Qualität zu be« wahrm, die eS beim Zeitpunkt des Zusatzes besaß, ein Zweck, der m't den Anforderungm deS NahrungsmittelgesetzeS in vollem Einklänge steht. Daaegm muß daS Malzaufschlagsgesetz aegmüber dem Zusatz von Salizylsäure ohne Täuschungsabstcht Platz greifen, denn nach diesem Gesetze ist es verboten, an Stelle von Malz und Hopfen irgend welchm Stoff dem Biere zuzusetzm.— Gegen dieses Urcheil hatte der Staatsanwalt Revifion eingelegt und folamdes angeführt: Das Landgericht hätte die Angeklagten auch wegm Vergehms gegen§ 10, 1 deS NahrungsmittelgesetzeS verurtheilen müssen. Es ist festgestellt, daß daS versetzte Beer zum Absatz, also für Handel und Verkehr bestimmt war. Das Reichsgericht hat anerkannt, daß im bayrischen Bier nur Hopfen und Malz stch befinden dürfen. Salizylsäure ist jedoch ein fremder Stoff. Sie verschlechtert zwar die Quali« tät nicht, beseitigt aber die Hefenpilze und setzt daS Bier in einen Zustand deS Beharrens, der geeignet ist, den Konsumenten über die Wirksamkeit zu täuschen. Wird einem im März ge» brauten Biere Salizylsäure zugesetzt, so wird eS von ver Gährung beftett und bleibt so biS zur Zeit des Ausschankes im Herbste. Wenn der Konsument dann das Bier genießt und alaubt, er habe ein vorzüglich hattbares Bier infolge guten iinbrauenS, so ist er thatsachlich nur im Besttze eines schwach eingebrauten mit schlechten Grundstoffen hergestellten BiereS, das durch Salizylsäure auf lange Zeit haltbar gemacht ist. Der Bierkonsument wird stets darin verfälschtes Bier sehen, um so mehr, als er die Eigenschaft desselben mtt den Ge« schmackS« und Geruchsfirmen nicht gleich wahrnehmen kann, sondern erst aus der Wirkung wegen der nicht so kräftigen Beschaffenhett. DaS Gericht drückt negativ auS, daß die Angeklagten, um daS Sauerwerden deS BiereS zu verhindern, EaliiylsSurc beigefügt haben; darin liegt eben die Abficht, das Publikum darüber zu täuschen, daß das Bier an fich sauer geworden wäre oder doch die Möglichkeit deS Sauer« werdens nahe lag. Ein Gramm Salizvlsäure für daS Hektoliter wird sonst für gmügend angesehen, hier find 10 Gramm verwendet; da hat man doch w Wahrheit nur durch Bier ver- dünnte Salizylsäure.(!) Der Reichsanwalt Herr Hofinger, welcher die Sache etwas kaltblütiger auffaßte, beanttagte Per- werfung der staatSanwalttichen Revifion. Ob Veränderungen mit dem Biere durch den Zusatz von Salizylsäure herbeigeführt seien, könne dahingestellt bleiben, da festaestellt sei, daß die Angeklagten eine Veränderung nicht vornehmen und daS Bier nur vor schädlichen Einflüssen bewahren wollten. Daß fie das, "-" l auch Sraun, . daß Autoritäten den Zusatz von Salizylsäure zum Biere billigten. Das Uttheil deS Reichsgerichts lautete: Die Revision de» StaatsanwattS wird verworfen. Die aus§ 10, 1 deS Nah« runasmittelgesetzes erhobene Beschwerde ist grundlos, weil vom Landgericht thatsächlich verneint ist. daß die Angeklagten durch den Zusatz von Salizylsäure eine Verfälschung des BiereS de« ��Gam�ebenso wurde in einem gleichliegenden Falle gegen den Bierbrauer Nikolaus Schmidt auS Neustadt, welcher am 10. Juli vom Landgericht vchweinfurt veruttheilt war, ent« Ein weiterer Fall bettaf 12 Bierbrauer aus Oellingen und MMMZ --SSZSMMZ Mousstrpulver, doppeltkohlensaures Natton, Glyzettn und Süß« fie nicht vorgefmttxn werden. Nach dem Urtheil eineS Sach« verfinnbigen wird durch Salizylsäure der Unreinlichkeit Thür und Thor gröffnct; in Frankreich ist fie als gesundhettsschädlich verboten, weil fie auf Leber und andere Organe einen schlechten Einfluß auSübt. Nach einem andern Sachverständige« besteht die Gefährlichkeit darin, daß der Brauer für die minimale An- wendung dieses Stoffes eine genügend feine Waage besttzt, so daß der Trinker von Bier, welches mit Salizylsäure mehr oder weniger durchsetzt ist, eine unfteiwillige antiseptische Salizylkur durchmacht.(!) Der ebenfalls revidirende Ange- klagte Brauer Friedrich Kemptner in Oettingen, hat von der Firma Wich und Komp. Süßholzpulver sowie Acid bezogen. Ferner hat NillauS Kölbmose größere Quantitäten Zuckerkouleur, Süßholz, Acid und doppelkodlen« saures Natron bei der Bierbereitung verwendet. Johann Maurer in Nördlingen hat von dem Kaufmann Max Eerno in Nürnberg Natron und Salizylsäme bezogen, letzteren Stoff auch von dem Fabrikanten Dr. von Heyden in Radeberg« Dresden. Gegen seinen Bruder Karl Maurer wurde die V-r- wendung von Mousstrpulver und Salizylsäme festgestellt. Be- »üglich deS Angeklagten Eerno kam zur Sprache, daß er seinen Reisenden dahin instruirt hatte, er solle die Bierbrauer, welche von ihm Salizylsäure beziehen wollten, veranlaffen, als Empfänger eine unverfängliche Adreffe, etwa die eines ver- wandten Bäckers oder Metzgers anzugeben.— Das Reichsgericht gab der Revifion der Brüder Maurer sowie des Kauf- manns Serno Folge und hob daS Uttheil, so wett es diese drei betttfft, unter Zurückverweisung der Sacke auf, weil dasselbe nicht in genügender Weise erkennen lasse, daß die Merk- male der Verfälschung, soweit die Verwendung von Saltzyl- säure in Bettacht kommt, richtig angenommen seien. Die Revistouen der übttgen Angeklagten wmden verworfen. Soziales mh Arbeiterbewegung. Die Berichte der deutschen Fabrikinspektoreu er« scheinen, wie wir schon einmal tadelnd hervorgehoben, immer ungemem spät; so wurden dieselben für 1884 erst Ende Oktober dieses Jahres herauSaegeben. Da nun die Einzelberichte, 48 an der Zahl, zusammenhangslos anttnandergereihi werden, so kann man fich nicht recht erklären, weShalb die störende Verspätung eintritt. Hierzu läßt fich die„Eoz. Corr." aus Wien schreiben:„Wie anders die Bettchte der österrttchischen Fabttkinspettoren! Schon im März d. I. lagen fie der Oeffent« lichkeit vor und ein einleitender Generalbericht deS österreichi« schen Zenttalgewerbeinspettors Migerka faßt die Ergebnisse der berichllichen T Heiligkeit der einzelnen Inspektoren einheitlich und übersichtlich zusammen, waS das Zusammen- wirken der verschiedenen Organe, insbesondere in Bezug auf die einhettliche Handhabung deS Gesetzes, wesentlich fördett. Mehr alS anderwärts sollte gerade in Deutschland auf diesen Umstand Werth gelegt werden. Allein davon ist nichts wahr- zunehmen".— Diesem wohlberechtigten Tadel kann man fich völlig anschließen. Ob aber Aenderung in Deutschland ein« treten wird, das wiffen allein die Götter und— der Staatssekretär des Innern. Die Ermittelunge« über die Lohnhöhe find gewiß von hohem Nutzen und man kann nur dankbar dafür sein. Jedoch müssen die Ermittelunam auch derart sein, daß fie in Bezug auf die wirkliche Lohnhöhe bestimmte Aufschlüsse geben. Was soll man aber dazu sagen, wenn der Gewerbe- rath zu Altenbmg in seinem Berichte folgende Tabelle auf« stellt? „Der Wochenverdienst der erwachsenen Ardeiter beträgt für Männer 21,0-7,8 M. 200-8,0„ 18,0-9,0„ 33,0-6,0„ 30,0-6,0„ für Frauen 10,0-5,0 M. 11,0-5.0„ 6,0-6,0„ 10,0-5,0„ 8,5—7,0„ 12,0-4,5„ um die Gehälter der in Dampfziegeleien.. „ Thonwaaren'Fabttken „ Chamotte-Fabriken. „ Porzellan. Fabrikm. „ Maschinen-Fabriken. „ Nähmaschinen-Fabriken. 32 0—9,0 „ Woll-Spinnereren.. 30,0-6,9 DaS ist genau so, als wenn man, Postbeamten festzustellen, erklären wollte, dieselben betragen von 30000- 600 M. Wmn der Herr Inspektor unS die Lohn- höhe wirklich verrathen will, dann hätte er auch die Durch- schnittSlöhne ermitteln müssen. Der Wochenverdienst in den Porzellanfabriken beträgt von 33—6 Mark. Durch diese Mitthellung wiffen wir eigentlich gar nichts. Wieviele Ar- beiter erbalten 33, wieviele 6 Mark? Welches ist der Durch- schnittSlohn? Diese Fragen müßten beantwottet werden. Nach obiger Angabe kann man den Dmchschnittslohn ganz Willkür- lich normiren; er kann ebensogut 24 Mark betragen wie 10 M„ obgleich daS letztere das wahrscheinlichste ist. Zert genug haben die Herren, genauere Aufllärung zu geben— die obigen An- gaben find völlig wetthloS. Die Arbeiterkolonien wollen doch nicht recht vorrvätts schreiten. Man hatte vor, im Nordwesten Deutschlands neben Kästorf noch eine Kolonie einzmichten, doch geht auS dem letzten Belichte über die Kolonie Käfiorf hervor, daß dem Vereine nur 1180 Mitglieder angehören und in Bälde, wenn man den Stand der Kolonisten(130) beibehalten will, schon ein Defizit eintritt, obwohl man für die Verpflegung des Einzelnen täglich nur 44 Pf. veranschlagt. Man steht, daß die„Mild- thätigkttt" schon rasch erlahmt ist. Es ist wieder der Beweis aeliefett, daß die Pttvathilfe nicht geeignet ist, den sozialen Nothstand auch nur einigermaßen zu lindern. Der dentschfreifiunige Abgeordnete Dr. vanmbach bestritt kürzlich im Reichstage mehr oder weniger die lange Arbeitszeit in den Fabttkm. Der Herr Abgeordnete hat wohl die Berichte der Fabttkinspettoren nickt gelesen. Der Jnspettor auS dem Großberzogthum Hessen bettchtet hierüber folgendes: Es findet statt 10-llV.stündige Arbeitszeit in 33 Fabriken 12 12'/, 13 18«/, 14 15 16 un de stimmt« „136 w 8 „108 13 „ 8 2 22 zusammen in 331.savitten Hierbei ist unter zwülsstündiger Arbeitszeit eine solch« von 6-6, 7-7 Uhr, unter dreizehnstündiger eine solch« von 6 bis 7 Uhr u. s. w. v« standen und von den Pausen abgesehen. Die Bettiebe mit vierzehn« biS sechszehnstündiger Arbeitszttt find größtentheilS solche, btt welchen diese Arbeitszeit nur zu gewissen Zetten des Jahres stattfindet, wie Ziegeleien, Holz. schneidereien, Klenganstatten, Kattoffelmehl Fabriken, Muhten, Bierbrauereim rc.— Diesen Zahlen gegenüber nützen alle Schönfärbereien nicht». Eine neue Baumwollspinnerei ist vor ein paar Tagen btt Leipzig eröffnet wordm. Auf o0000 Spindeln ist dieselbe eingerichtet. Diese Fabrik wird die Ueberproduttion noch vermehrm, da gerade in der Svrnnertt in Sachsen eine be» denttiche KrisiS eingetreten ist. ES ist die höchste Zttt. daß mehr Regelung in unserer Produktion ein tritt. Der Ausschluß der Etsenarbeiter zu Kopenhagen ist beendet. Die Arbeiter haben die Arbeit unter Verzicht auf einen Minimallohn wieder aufnehmen müssen. Doch baden die Fadttkantm dm Ardtttern die vielbestttttene VerttnSttttdelt sä ä 8«»ä Roth unter den Arbeitern noch vergrößert. Eine Baumwollen- labrik btt Preston. welche 30 000 Svivdeln enthielt, und w>! Teppichfabrik in Dundee, welche 500 Arbeiter bcschästiote, ft1' in dm letzten Tagm des November abgebrannt. NattlM schwirren alleilei Gerüchte durch die Luft, und die VerM' rungsgesellschaften befinden fich in gewisser Aufregung. Ueber de« Arbeitsmangel tu Nordamerika strem man aus Syrakusa im Staate New-Vork folgmdeS:„Die owj der Arbeis losen ist hier in stetigem Wachsen begriffen vsd nimmt nachgerade erschreckende Dimmfionen an. Wer J# noch die Schaaren von Arbeitssuchmven jeder Branche, wrn Tagelöhner zum Gewerdsgehilfen, Kaufmann und dem»» wissenschaftlicher Bildung ausgerüsteten Manne hinauf? � geht ficker nicht fehl, wenn man die Zahl derer, welch« K nicht oder doch nicht auskömmlich beschäftigt find, auf anschlägt. Dabei flüchtet fottwährer.d noch Zuzug aus Landgebieten heran, in der Hoffnung, die Stadt werde ihw Arbttt und Brot geben. Hungerlöhne und schmale Geha� schrecken nicht ab. Die Noth macht jedeS Gebot annehmt�' Lehrlinge und SkabS treten in die Stellen von Unionmänne� Buchbalter, welche in mehreren Sprachen korrespondiren, 06% mit 60 Dollars monatlich honotttt, Bauführer arbeiten w 2 Dollars Diäten. Klerks erhalten freie Station und Taicke� geld, Kellner müssen womöglich noch wts zulegen. schnttder, die mtt Mädchen arbeiten und gezwungen find, armen Geschöpfe noch auszudeuten, können kaum mehr Leben fristen. Die Zigarrenmacher, einst die Elite der beiter hier, verdienen nicht mehr die Hälfte vom Aehnlich ergeht es den Bauhandwerlem: obwohl hier viel baut wird, ssnkt ihr Verdienst stets tiefer. Und so 00 steht es wohl an allen Enden aus."— Wir haben es(r wohl mit Uebertretdungen zu thun, jedoch ist in Amettka allen Berichten Arbeitemangel vorhanden, weshalb eS nifllj� sonvers ralhsam erscheint, nach Amerika auszuwandern. � trotzdem ist die Auswanderung nach Nordamettka noch der nach Kamerun und den deutschen Kolonien vorzuziehcr. Dereine und Uersammlnugeu. Die öffentliche Versammlung der Zeutral«KraM°' kasse sur Frauen und Mädchen in Deutschland(freie lasse) am 6. d. M, Nachmittags 3 Uhr, im oberen SavUf Gratwi tischen Bierballen, war stärker von Männern als W gliedern besucht. Zum 1. Vorfitzenden wurde Herr%% zu Beisitzerinnen Frau Kreutz und Frl. Jagert, zum führet Herr Wiese gewählt.— Nachdem den Anwesenden v getheilt war, daß die Versammlung zur Klärung recht u»? genehmer Angeleaenhttten der Geschäftsführung einberufen!? erhält Fr. Schneider das Wort, welche bekannt macht, daß? Vorfitzende de» Vereins fie nebst ihrer Schwägerin? dem Vorstand ausschließen will, well die beiden 0% im Vorstand den Antrag stellten, den jetzigen Herrn Möhring baldmögltchst sttneS AmteSj zu entb�I Herr Freudemttch gab in einem kurzen Referat ttn Bild«? dem willkürlichen Schalten und Walten des Vorstandes K rechtfettigte die Frau Richter, verwahrte fich dagegen. � hasche er nach einem Amt btt der Kasse, da es ihm«10*%% wäre, ein solches anzunehmen. Herr Kreutz betonte b(0% daß eS daS gute Recht der Männer jener Frauen, die%% zur Kasse bettragen, sei, hier mitzusprechen. Der Vorsts Herr Richter möchte zwar am liebsten, daß nur Darwsujj sprechen dürften, weil er, nach eigenem Ausspruch, mü besser fettig wird; doch so lange auch im Vorstand K säßen, ginge dicjl nicht an, den Mitglieder müßten doch s�� Z5ie VersammlunS � ,....• w zu wählen hat, auch wird«* nickt mögluh sein, daß die Krankengelder willkürlich aM» � kaffirer. Herr t keilt 0. l„L er wird fich Konttoleure„anlernen". dann selbst wissen, wen fie zu wählen hat, auch wird werden. Der frühere Kasfirer, Herr Schneider, t heilt 0'� überbürdet mit Arbeiter im Beginn deS ersten Verti>">Msil als noch keine Zahlstellen eingerichttt waren, war. Ueberbürdung und dem zu großen Vertrauen, das 6.'� Mitarbtttern aeschentt, ist eS wohl zuzuschrttben, daß einiger Zeit Unregelmäßigkeiten herausstellten, die## 4$ er selbst außer Stande war. Obgleich darauf btt diele* � seines Amte» enthoben, haben ihm die Buchbinder, � Kaffirer er seit einer Reihe von Jahren#«N alte Vertrauen bewahrt; dies wäre wolst beste Beweis, der für ihn spräche. Frl. Jagert war eiiUMe lichc Beschwerde über den Vorfitzenden von einem zu«-g?ngen. welche fie»erlas. Ein Frl. Schnell a») lich Blut stürz, uachdem fie acht Tage lang gehustet h»"„ ß- wurde vom Vorfitzenden auS der Kasse auegeschlosse». angeblich� beim Einttitt ihren krankhasten Zustand möchten Darauf giebt Fräul. Wahnitz die Antwort, daß dte tunst wohl nicht an ttn Geschlecht geow� da es selbst Herrn Richter pasfirt(tt, d«� Mitglied 8 statt 7 Marken ins Buch geklebt hätte. lenal zu sammeln. Herr Richter und Möhnnfl'*5, wehr und nachdem noch zwei Resolutionen verlesen, g,,(!$«%; noch bekannt gemacht, daß in 8-14 Tagen sammllmg stattfinden würde. bricht qj, 3««auvereiu Berliner Bildhauer �schie»«� Abend Herr GeschichtSmaler«ocheneck über die, Style rn d« Kunst....... g.}Ätt�Ä"Ä Äfe%% ?alon, AndreaSstr. 21. Tagesordnung: Verantwortlicher Redakteur«.«rauhet» in»«rlw. Druck und Verlag von»Ux Babing 2n ttniger Werkstätten der Lohnkommisston Ttschlermeister Milan. 2. Arbeitsnachweis. KommtsstonSmttglteder zum ArdtttSnachweii- Impfung und daS Vtehseuchengesetz". Zutri» tl � Da mehrere ReichStagLabgeordnete eingeladen v*#0 diese Versammlung recht rntereffant zu werden- g l»- ._ Zentral-Krankeu« und Eterbekasse f felder. Bunde», Verwaltungsstelle Berlin.' Blexanderstr. 31, im Restaurant Wttck, M' 31" walmngS> Versammlung. Berlin 8W„ Beuthstraße» Hirn« Beilage tum Berliner Bolksblatt. »87. Dieuftaz, de« 8 Dezember 1885, II- Jahr«, I .« «Zichmbastreiche nas int Jahn 1848." X)o3 Gelingen der Februarrevolution hatte die in Paris PBWtnöen Deutschen mit dem Wunsche erfüllt, e» möchte auch S Deutschland,„der frommen Kinderstube", endlich losgehen. bildete sich wesentlich unter Georg Herwegh'S Leitung eine S'kuUche demokratisch« Gesellschaft und diese schuf eine deutsche »n, die im gegebenen Momente über den Rhein marschiren e. Allein Lamartine wuhte dieS Unternehmen theiltseise �"hintertreiben, so daß gegen End« April blos eine Kolonne DN 7lX) Mann in Baden einrückte, unmittelbar nachdem Heck-r's L�nschaaren durch die Bündel truppen zersprengt worden waren. cchilderh-dung war vorläufig zu Ende und die Legionäre Achten die Grenz« wieder zu gewinnen; ein württembergisches «rp« erreichte ste in Doffenbach und trieb fic auseinander. . otoch war die Formation der Legion nichts weniger als ??ndlgt und die Leute exerzirten vorerst ruhig in PanS, als P babischen Oderland bereits die unfinnigsten Geschichten Nwnliesen. Die Phantast« war einmal an der Arbeit und die ZUoer, welche jene schuf, wurden von der Reaktion in Leitendsten Farben kolorirt. Da man von Seiten Frankreichs Mgn Schlimmes erwartet hatte, waren die Franzosen und die Demokratische Leaion für die Geängstigtm ein und daffelbe. Äb mi. einem Mal— die direkte Ursache ist nie völlig auf« �."»rt worden— ging dieser Franzosenlärm wie ein Sturm urch dag Land und richtete die posstrlichsten, tollsten Geschich» .i? Der württembcrgische Pfarrer Dr. Bunz hat diese in esnem Büchlein zusammengetrogen und Herr Wilhelm BloS 'voffentlicht auf Grund deffelben in der letzten Nummer der treuen Welt" eine Skizze, die, stark gekürzt und ohne Ein» «Uung, hin folgen mag. »„c,, chdem die badischen Städte Offenburg, Freiburg, k»£ unl) Mannheim durch das Gerücht von einem Einfall i.'sranzosen in einen Schrecken versetzt worden waren, der �amilich nicht von langer Dauer war, überschritt die Panik �®ch warzwald und während zwei Tagen, am 24. und tof'MSrj, gab ste dort zu unglaublichen Szenen Anlaß. In �.»rzheim rüsteten stch, als eS hieß, die Franzosen hätten bereits �Ortschaften FernSbach und Loffenau niedergebrannt, 600 S�lenmänner und alS aus Calw die Kunde vom Anrücken der ,5 hber den Kniebis eintraf, sandte man reitende Boten «!,? cm Nachbarstädten und allarmirte einen großen Theil v? Württemberg. In Maulbronn und Bietigheim wußte man 3. Y 000 Franzosen nahen; daS Oberamt von Freudenstadt iivbtte der Regierung, daß der Erbfeind in Appenwcyer z-be; ein Fremder wäre beinahe als Spion gelyncht worden. L" Nagold zählte man bereits 20000 sengende und J"üitnd( Franzosen; die Bürgerwehr verbarrikadirte stch todeS. in einem Hohlweg und zog dann, als kein Unglück »nS WirthshauS. Die Rohrvorter hatte einen Kundschafter Z?««sandt; der Mann brachte keine Aufschlüffe, dafür aber einen 2## heim. Zu Schönberg gerieth der Pfarrer ob der Nach- kTFon den heranztehenden 80,000 Franzosen so in Schrecken, i« eine Schachtel mit Kostbarkeiten in den Abort warf. Anzahl Zöglinge der Euiehungsanstalt Salon bei Lud- l«? dura kamen auf einer Turnfahrt nach Monakam bei gfdenzell und da ste Maulesel bei stch hatten, ließ der Schultheiß die Verdächtigen als den Vortrad der feindlichen ftmee verhaften und ste über die Stärk« der Kavallerie und Mllrrie verhören. Calw mahnte die Regierung um Hilfe. "«otllieb", sagte dort ein zärllicher Vater zu seinem Sohne, enn Du einen Franzosen stehst, so geh' nur gleich durch". Leonberg und Böblingen eilten Schaaken von Flüchtlingen IM Stuttgart. Die Freiwilligen von Böblingen hatten vie v?"che Anficht gehabt, Calw zu Hilfe ,u ziehen; allein von 50 Helden blieben 40 in Wirthshäusern zurück; die 10 rJHflen marschierten unerschrocken nach einer vor dem Thorr Z�kgenen Kneipe. Der Gcmeinderath und der Pfarrer Jä? Schöckingen harrten die ganze Nacht durch auf � Rathbaus, um den Feind würdig zu empfangen, ,,«äs heißt mit Trank und Speis. Ein Schivcn- Wtrth gab unentgeltlich zu trinken, damit der Wein der Invasion in die Hände falle. Ein pfiffiger Bürger 0 s«tne Garderobe möglichst zu retten, 2 Hemden, 2 Paar Cjitn, 3 Westen und 2 Röcke an und lief so die ganze Nacht r?"". Tuttlingen flehte die Regierung herzbewegend um Hilfe toMn!" 40000 Fronzofen an. Von Ooerndorf ging folgende {reiche Depesche nach Rottweil ab:„DaS Gestndel war Rtttag schon bis Gengenbach und Harlach vorgerückt. ?� daS Vaterland und Eure Heerde! Der Baltnger Bür» �""ster ermahnte in flammender Rede zum Kampf auf Urb» na Släailelkia 4 4 4 4 L«b«»sbild vo« Herman» Conrad«. Stündelei» ist auch deine Kammer voll WdrÜf,??�atte ste de« Vers heut« Nacht vor stch hin. ton»» S'"' Immer wieder! Immer wieder.' e« war ihr die �iu besserer Trost eivgefallea... all' die Bibel- Hab ,» TT Tesavgbuchfirophe«, die ste auf der Schulbank ?ark» w,.. Kovfirmandenstuvde auswendig lernen mußte, �ftev �..�"weggewischt... kein einzige« Wörtche« war "ich,... st« hatte gesucht und gesucht, aber M«... und vachschlagen konnte ste nicht... Bibel, dereinst ei« Hochzeitsgeschevk ihrer Groß- �trnfiii00 verkramt unter Lumpen und Wäsche in ihrer ö«i Lade... das Gesangbuch hatte sie gester« Mar sn-j!'auben, zusammengeschrumpften Antiquar für ei« tz.*. wageschlagen... 5««»e P.�ußte st« sich den« mit dem winzigen BerSlein die ' behelfe», da« er ihr einst au« einer Gedicht- w. Si- r.5°��ese« hatte... Z. e so gerne Gedichte... da war'S denn kein M jh.!"aß die einfache» und doch so trostreichen Worte «ste««blieben... zumal er st« ihr vorgelesen Da CL"6* Uesen melodische» Stimme... ... Sj.%« gesessen, auf dem Stuhle am Fenster... "»är, w ba8 Bild noch vor sich so deutlich, so genau, », Und« Be�etn gewesen... t m. ™arttt doch so viele Wochen und Monate dar- .. Ä« �""gen... ädernd war'S, wo er sie zum erste» Male k Bi. beglettet hatte... ItJ�fchaffe»» Uch ja schon lange... und er war immer �«• � 0::;; Leben und Tod. Dadurch nicht beruhigt, band ein Bürger ein langes Seil um den Ofen, um stch aus seinem Hause hinten hinablassen zu können, wenn die Franzosen vorn einbrächen. Zu Kirchberg(Oberamt Sulz) sah man deutlich den Rauch der eingeäscherten Häuser. Ein Bürger eilte nach Horb, milderte seine Angst durch eine Anzahl Schoppen, verlor zuletzt seine schöne Sprache und wurde verhaftet, weil AlleS schrie: „Aha ein Franzose, er kann kein Deutsch I" Am nächsten Mor« gen legitimirte er stch sodann als echter Schwabe. Von Haiger- loch aus eröffnete man ein wohlgezieltes Feuer auf das jen- seitS der Eyach gelegene Schloß, wo die Franzosen standen und nur„um ihr Pulver ,u sparen" nicht darauf antworteten; end- lich stand man vom Kampfe ab. Zu Hechingen verkündete ein Reiter, 60 000 Räuber seien mordend und brennend schon über Rottweil hinaus gedrungen. Die Männer waffneten stch, die Weiber flüchteten die Fahrhabe und der Fürst von Eigma- ringen befahl, seine Kostbarkeiten nach München zu schicken. Nachts ertönten die hörner: ES hieß, 12 000 tapfere Schwaben hätten über die Franzosen gefiegt. In Tübingen herrschte gewaltige Aufregung; man konnte doch beim Herannahm von 40000 Mann Gestndel nicht die Hände in den Schooß legen. Flüchtlinge kamen, Flüchtlinge gingen schaarenweise. Im Hofe der Unioersttät hielten die Profefform Ansprachen.„Die Herren Studmten werden unS beschützen," rief Einer; ein Anderer prieS die„deutschm Helden- fäuste", ein Dritter rieth den Mägdlein, schlau die Zöpfe abzu- schneiden und Männerkleider anzuziehen. DieWeindauem brachten ihrm Wein auf die Straße und die Studenten trankm davon, was ste konnten, worauf das erste Aufgebot zur Rettung von Rottenburg abzog und auf seinem Mm sche nur einmal anhielt, weil eS in den Stangm eines Hopfenfeldes feindliche Lanzen witterte. In Rottenvurg hieß es plötzlich, die gerechte Sache habe gefiegt und die Herren Studenten schliefen ihren Much auf Tischen und Bänken auS. Zu Kusterdingen hieß es, die Regierung sei nach Amerika entflohm und in Würdigung dieser ernsten Situation fuhr der Vikar und drei mit Dolchm bewaffnete Männer auf einem Mistwagen nach Tübingen. Den Befehl über die Streitkräfte Urach's führte der Schulrektor und sein Adjutant, ein Seminarist, schwang eine Mistgabel. Reut- lingen formirte eine freiwillige Bürgerwehr; ein Mitglied der- selben trug auf der Brust d,e Inschrift:„Sieg oder Tod!" Ein Anderer hatte eine Fechtmaske aufgesetzt. Die nach Tübin- gen führenden Straßen wurden verbarrikadirt und mit zwei ehrwürdigen Kanonen besetzt. Um das Maß des Schreckens voll zu machen, proklamirte der Sohn des Oderamtmanns wäh» rmd der Nacht dieZ roch« Republik. Wer fliehen konnte, floh und kam zwei Tage darauf wieder heim. Als der Schulmeister von Mezingen vernahm, biygen stehe in Flammen, wollte er beten; allein Tochter erklärte:„Dazu ist jetzt, nimmer Zeit". Ptarrer kam in seiner Angst und versteckte Werthpapiere in dem Bett der Frau Schulmeisterin. Ein angesehener Mann, der abwiegeln wollte, entging dem Gefängniß nur durch die Flucht. Zu Nürtingen schlug man Generalmarsch und der Herr Oberamtmann sagte in seiner Rede an die Anwesenden:„Nicht reguläres Militär ist es, gegen daS Sie ausziehen, meine Herren! ES find Raubschaaren, und darunter Weider und Kinder. Kommt eS zu einem Zu- sammenstoß, so seien Sie menschlich. Schonen Sie wenigstens daS schwache Geschlecht!" Kirchheim unter Teck blieb verhält- nißmäßig ruhig, jedoch bewaffnete man die Bürger und exzerzirt«„krampfhaft." In Stuttgart trafen alle Augenblicke amtliche Schauernachrichten ein. Die Fran- zosm sollten Leonberg und Böblingen bereits einge- äschert haben. Da auch stark vom„Theilen" die Rede war, goß ein tapfrer HauSvater Kugeln, posttrte stch auf seiner Treppe und schrie:„Nun sollen ste kommen, ich will ihnen theilen helfen; ich schieße Jeden nieder." Die Bürger« wehr von Waiblingen berieth, ob man dem Feind entgegenrücken oder Waiblingen vertheidigen solle. Da trat Einer vor und rief: ,,D«e Ledigen sollen voran. Wir Verheiratheten haben daheim Weib und Kind zu vertheidigen." Aber ein Lediger erwiderte:„Wir Ledigen haben weder Weib noch Kind zu vertheidigen, also ziehen wir heim." Daraufhin löste stch die Waiblinger„Heersäule" auf. Zu Schorndorf besetzten die mtt Sensen bewaffneten Turner entschlossen eine Bierwirthschaft und erwarteten hier den Angriff. Die Eßlinger warfen, um nicht gänzlich dahinten zu bleiben, einem verhaßten Beamten die Fenster ein. Göppingen be- wahrte kalt Blut, da die Bürgerwehr versprach,„im Nothfall" das Vaterland zu retten. Und noch ruhiger verhielt stch der Tü- seine Der seine Und er hatte ja auch Anfangs sich geweigert, sie in ihre Wohnung zu begleite»... Aber das Gewitter war zu heftig... und sie waren gerade in der Nähe ihrer Wohnung..... da war es dann das Natürlichste, daß sie in ihrer Dachkammer das Wetter austoben ließe«.... den««och einmal einkehren — in em nahe« Restaurant flüchten: soviel verdiente der Fritz doch«och nicht, und sie wollten ja auch spare» für später, wo... O du seliger Traum!... Al« sie endlich die fünf Treppe» bewälttgt hatte« und in ihre enge, schmucklose Klause getreten waren, hatte sich Fritz dort an'« Fenster gesetzt und eine Weile vor sich durch die kleine» Scheiben dem Spiel der Wolke« und Blitze zu- geschauet... Währenddessen hatte sie Hut und Mantel abgetha» und die Schuhe, die ihr etwa« zu eng waren, mit einem„Gott sei Dank" der Erleichterung ausgezogen... Dann war sie zu ihm getreten und hatte ihre« vollen, weichen Arm um seine« granitharte» Nacken gelegt... da wandte er sich um, zog sie an sich und drückte eine« Kuß auf ihren kleinen rosigen Mund. Sie sprachen kein Wort dabei... Sie öffnete« nun die beiden Fensterflügel, legten sich über die Brüstung und athmete» mtt vollen Zügen die frische, etwa« schweflige Gewitterlust ei«... Da« Wetter hatte ausgerast, nur ei« dünner Regen sickerte«och nieder, über die Nachbardörfer strich ei« er» quiekender Windhauch hin... Dann hatte Fritz aus der einen Tasche feine« schwarzen SonvtagSrock« ei« dünne» Heft hervorgezogen und ihr im Zwielicht einige Lieder vorgelesen... Unter anderen auch da«, wa« ihr in all' der Zeit, trotz der schweren Tage, die sie durchkoste« mußte, nicht au« dem Sinn gekommen war, da« Lied„Gedulde, gedulde dich sei»— über ein Stündelei« ist auch deine Kammer voll Sonne..." Schultheiß von Eschmbach; er war, als Nachts der Tumult ausbrach, nicht aus dem Bette zu bringen nnd der weitere Verlauf bestätigte seine Auffassung. Ein Blaubemer Bürger ließ stch einen Diamantring abfeilen, damit ihm die Franzosen nicht etwa gar den Finger abschneiden. Friedrichshafen, wohin die fiamaringische Hofkaffe gebracht wurde, sandte nach Bregenz und St. Gallen um Hilfe. Der österreichische Befehlshaber lehnte ab, St. Gallen soll— waS wir unsererseits stark bezweifeln— versprochen haben, zwei Eechspfünder zu leihen. Tettnang verschob des Lärmes wegen die Hinrichtung eines Mörders � Ravensburg, Nördlingen, Sigmaringen, Buchau, Zwiefalten rüsteten, Bidrach füllte die Lücken der alten Stadtmauer auS.... Die Regierung hatte Mühe, die Gemüther zu beschwichtigen und da am ganzen Rummel nichts war, gerieth der Stuttgarter „Beobachter'� zu guter Letzt auf die schaftfinnige Vermuthung, eS habe fich um eine„Probe" für den Einfall der demokrati- schen Horden gehandelt. In Zeiten polittscher Erregung ist die Vernunft gezwungen, das Feld zu räumen; Abnehmer findet nur daS Unwahrscheinliche. Jede Epoche und jede Natten hat ihre Schwabenstreiche, die freilich nicht immer so harmlos und lustig find, wie die erzählten. Und immer giebt eS auch Historiker, welche nach Bedarf dieselben als„geschicht- liehe Quellen" verwerthen. Politische«eberstch«. Nürnberg. 7. Dezember. Das heutige fünfzigjäh. rige Jubiläum der Betftebseröffnung der Nürnberg- Fürther Ludwigsbahn, der ältesten Deutschlands, wird unter Betheiligung der königlichen und und städtischen Behörden von Nümberg und Füfth und zahlreicher Delegifter auswärtiger Eisenbahnen begangen. Vor dem hiefigen Ludwigsbabnhofe findet die Grundsteinlegung izu einem monumentalen Kunst- brunnen und in Füfth zu einem neuen Bahnhofsgebäude statt. Die Gebäude in der Nähe der Ludwigsbahn find festlich ge» schmückt. Auf Grund des Sozialistengesetzes verbietet der Ber. liner Poliieipräfident die nicht periodische Druckschrist:„Oester. reichischer Arbeiter-Kalender für das Jahr 1886. Herausgegeber von der Redaktion des„Volksfreund" in Brünn. Preis 30 Kreuzer. Brünn. Druck von Josef Schmidt in Berlin. Verlag der Redastion. Nach der 2. Konfiskation.— 3. Auflage." Aus Dortmund schreibt man der„Franks. Ztg.": Im letzten Protokolle der hiefigen Handelskammer war gesagt, daß die Löhne für SonntaaSarbet im Allgemernen 50 pCt. höher bemessen seien, als die Wochenlöhne und daß schon hteftn ein Sehutz gegen mißbräuchliche Auc-dehnung der Sonntags- arbeit liege. Hiergegen hat der königl Gewerberath Herr Osthues protestift und der Handelskammer mitgetheilt, daß die Löhne für SonntagSarbeit nicht nur nicht höher seien, sondern daß die Sonntagsarbett oft umsonst geleistet werden müsse, wie ihm von Arbeitem verficheft worden sei. Die Handels- kammer hat sokort Nachforschungen bei den hiesigen größeren Werten, der„Union" und dem„Hörder Hüttenwefte", ange- stellt und ermittelt, daß die Löhne für SonntagSarbeit in der That Höher(?) find. alS die übrigen. Der höhere Satz drücke stch allcrvingS oft darin aus, da für die'/, Schicht, die Sonn- tagS gemacht zu werden pflege, der volle Schichtlohn berechnet werde.(Das find doch noch lange keine 50 Prozent. D. Red.) Die Handelskammer hat nun in ihrer letzten Sitzung eftannt, daß daS Protokoll der voftgen Sitzung sachlich und formell richtig sei(im Gegentheil, die Behauptung und also auch da« Protokoll ist falsch. D. Red.), und ist femer beschlossen worden, den Herrn Gewerberath zu ersuchen, nähere Auskuntt bezüglich seiner AuSkunftspeftonen zu erblicken. Auf den Ausgang des Vorstehenden kann man mit Recht gespannt sein.— Natürlich würden die betreffenden Arbeiter, wenn ste ibrc wefthen Lohn- Herren öffentlieh bloß stellten, höchst wahrscheinlich aufS Pflaster gesetzt werden und daher wird die Wahrhett wohl kaum an den Tag kommen. Karlsruhe, 7. Dezember. Der Reichstags- Abgeordnete Baudirektor G e r w i g, Erbauer der Sehwarzwaldbahn, ist gestorben. Zu den Ausweisungen wird der„Voss. Ztg." auS Schlesien geschriedeu: Auf Beschwerden von Frauen aus Preußen ausgewiesener rusfischer Unterthanm hat der Ober- Präsident dm Bescheid ertheilt, daß die Ausweisungen von Familien ausgewiesener rusfischer Unterthanm vorläufig fistirt find, bis die Verständigung mtt der msstschm Regierung wegm Wie hatte sie heute inbrünstig dm Morgen erwartet, den Aufgang der Sonne, da« Frühroth!... Der Arzt hatte ihr gestern gesagt: Wen« der kleine Kerl die Nacht überstände— vielleicht sei dann die Gefahr vorüber.... e« wäre die Krisi«.... Bestimmte« ließe stch nicht sagm, man müßte da« Beste hoffen!... Wie klammerte sie sich an seine Worte! Wenn er die Nacht über» stände, dann war er gerettet!... das stand bei ihr felsen» fest.... Aber die Nacht war so lang, so unendlich lang und sie war so müde, so todtmüde; doch sie mußte stch wach» halten, mochte e« kosten, wa» es wolle... Um keinen Prei», heute nicht nachlassm!... Die ersten Stunde« der Nacht hatte der kleine Georg ziemlich ruhig geschlafe«... der Aihem war still und vor- mal, die Gesichtszüge waren glatt und ftiedlich,.. Anna hoffte da« Beste... Aber wenn e« doch mdlich erst Tag würde!... dann könnte sie auch den leisestm Zweifel fahren lassm— der Doktor mußte e« doch wissen... Wen« sie sich'mal wieder ganz leise von dem Bettchm de« Kleinm zu dem Fmster geschlichen und durch einen schnellen Blick hinter'« Rouleaux zum Himmel hinaus fich überzeugt hatte, daß der Morgen immer noch nicht dämmern wollte, daß draußm immer noch stoekfir.stere Naeht über de» Dächer« lag, dann sprach sie vor sich hin:„Gedulde, ge» dulde dich fei»— über ein Stündelei» ist auch deine Kam» mer voll Sonne!... Ueber ei« Stündelei«!... Vielleicht auch erst über zwei... Aber auch die werbe» ja vergehen, und der kleine Kerl schläft ja so ruhig und athmft so regelmäßig--„Lieber Vater im Himmel, ich flehe Dich an, laß mir mein Kind— das Einzige, wa« ich auf der weiten Welt«och habe! Sei» Vater hat mich verlassen— ich will ihm alle« vergebe«— nur laß mein Kind leben!..." Sie kniete vor der Wiege und betete,.. der Uebernahme der Familien erfolgt sein wird. In dem Be- schwerdefalle handelt es sich um die Ausweisung von auS Schlesien gebürtigen Frauen mit ihren Kindern, deren Männer der Auslieferung an Ruhland durch ihre Uederfiedelung nach England entgangen find. Die Ausweisung ihrer Familien nach Rußland wäre aber doppelt hart gewesen. Uedrigens scheint die Ausweisung von russtschcn Unterlhanen, die fich in Preußen verheirather haben, nicht auch bis zur Erledigung der Frage, ob die russische Regierung die Verpflichtung hat, vie Familien mit zu übernehmen, ver» tagt zu sein, wenigstens ist erst dieser Tage wieder ein herz- zerreißender Fall von gewaltsamer Trennung einer Familie von der oberschlcfischen Preffe gemeldet worden. Oesterreich-Uugarn. Das österreichische Justiz-Ministerium geht mit der Ab« ficht um, die Sträflinge in einer Weise zu beschäftigen, daß fie nicht mehr der gewerblichen Industrie Konkurrenz bereiten. In dieser Richtung hat das Justizministerium in Erwägung ezogen, die Sträflinge zur Wildbachverbauung zu verwenden; '«Handlungen find bereits eingeleitet. Frankreich. In Bezug auf die sechs Pariser ErgänzungSwahlen, welche nächsten Sonntag stattfinden, zeigt fich unter den republikanischen Parteigruppen wieder dieselbe Uneinigkeit, wie bei den Wahlen am 4. Oktober. Schon jetzt darf man ei daher als wahrscheinlich betrachten, daß Stichwahlen nöthig sein werden. Eine ganze Reihe von Listen ist ausgestellt worden. An der Spitze der opportunistischen Liste steht Ranc, während als letzter auf derselben D«oulede figurirt. Dte radikale Liste dn Partei Clemenceau's stellt als Kandidaten auf: Laborde-e, Achard, Bralou, Douville-Maillcfeu, Maillard und Millerand. Auf d« Liste des sozialistischen Zentralkomitee's stehen: Gambon, Maillard, Maujan, Fiaux, Felir Pyat und Vatllant. Die konservative Liste nennt Heros, Calla, Ferdinand Duval, Gochin, du Barail, Vacherat. Außerdem wervtn noch einige andere besondere Listen, theilS seitens der Industriellen und Geschäftsleute, thetls seitens d« Arbeit« angekündigt. Spanten. Man sagt, die Amnestie solle so umfaffend sein, daß auch Z o r i l l a wieder zurückkehren könne. Dieser hatte fich bereits nach dn spanischen Grenze begeben, ist ab« auf eine höflich« Mahnung d« franzöfischen Regierung wird« in daS Inn«« Frankreichs zurückgekehrt.— Der verstorbene König Alfonso XII. hatte fich auß« bei einer amerikanischen Gesellschaft auch noch bei mehrnen spanischen und franzöfischen VerficherungS Gesell« schaften sein Leben zu einem hohen Betrage versichert. Die Vttfickerung des Königs ist«st vor zwei Jahren im Be- trage von 500000 Franks abgeickloffen worden, worauf bisher etwa 50000 Franks Prämien bezahlt worden find, so daß die betheiligten Gesellschaften durch dieselbe nicht unerhebliche Vn» luste«leiden. Großbrttaunie»». BiS Sonnabend Abend waren in England 309 Liberale, 244 Konservative und 66 Panelliten gewählt. Die Lib«alen find also den Konservativen mit 65 Stimmen voraus. Im Ganzen find bisljetzt 619 Wahlen vollzogen; da 670 zu vollziehen find, so stehen noch 51 Wahlen auS. Von den betreffenden Sitzen dürften etwa noch 14 den Pamelliten zufallen, so daß noch 37 übrig bleiben. Um die absolute Mehrheit zu «halten, müffen die Liberalen von diesen mindestens noch 27 Sitze nobern, während die Konservativen, auch wenn fie sämmtliche 37 Siye gewönnen, für fich allein imm« noch gegen die Liberalen mit 28 Stimmen in der Mind«heit — England hat von Birma„vorläufig" Befiy ergriffen. Ein Telegramm aus Mandalaq vom 4. d. M. meldet, General Prend«aast habe eine ProNamation«laffen, daß« bis auf weit«e Entscheidung d« Kaiserin von Indien die Zivil» und Militärv«waltung von Birma übnnehme und die Minist«, Gouverneure und übrigen birmanischm Beamten, welche England dienen wollten, auffordere, ihm dabei Beistand zu leisten. Diese Proklamation des GmeralS Prend«gast habe einen günstigen Eindruck gemacht, die Eingeborenen hätten ihre friedlichen Beschäftigungen wieder aufgenommen und d« Verkehr beginne fich wieder zu beleben. Nach Nachrichten aus Rangun ist König Thibo daselbst eingetroffen.— So glatt dürfte ab« schießltch die Annexion Birma's doch nicht vnlaufen, als die Herrn in England fich die Sache vorgestellt haben. Die Birmanen wollen fich dem Anschew nach nicht so ohne Weiteres fügen und wenn die Engländer ihnen nicht bald durch Entßiltung einer imposanten Macht iwponiren, könnte eS schließlich ebenso kommen wie im Sudan. Urb« die bereits gemeldeten blutigen Vorgänge in Mandalay wird den„TimeS" unterm 29. November gemeldet: „Gestern Abend war Mandalay d« Schauplatz eines schändlichen blutigen Aufruhrs, dem mehr Menschenleben zum Opfer fielen, als in irgend einem Scharmützel während der ganzen Expedition. Das italienische Konsulat und andere europäische Häuf« wurden angegriffen. Die militärischen An- Ordnungen zum Schutz der Stadt waren äußerst mangelhaft. Das Hauptquartier befand fich an Bord der Dampf«, drei Meilen von der Stadt entfernt. Viele Europä« v«laffen die Stadt in Folge d« Gefahr. Banden bewaffneter Birmanen Unwillkürlich hatte fie die letzte» Worte etwas laut« und heftig« gesprochen... Da wurde d« kleine Georg plötzlich unruhig... Er strampelte mit den Beinchen, warf sich hm und her, athmete schw««und riß manchmal die kleine» braune» Auge« zu einem starren, gläsnnen Blicke auf... Anna fuhr jäh auf und beugte fich«schreckt üb« ihr Kind... Eine fürcht«liche Angst packte sie plötzlich— Röthe und Bläffe fuhren huschend über ihr Gesicht hin— die Kaie bebten— die Hände zitt«tea und»asteten unsich« über die Betten hin, die da» arme fieb«geschüttelte Kind nicht auf fich leiden mochte..... Was sollte sie nur machen? Eine» Löffel Arzenei geben— kickte Umschläge— Thee— warme Tücher; ja, wa« den» eigentlich? Zhre Gedanken»«wirrte» fich... die Anordnungen de« Arztes waren v«geffe»— fie konnte fich plötzlich auf nichts mehr besinne«.. Alles verschwamm, zerrann.. Wie purzelnde Wafferfluthe» brauste e« ihr um die Ohre».. nur die Lippen sprachen mechanisch imm« wied«, imm« wied«: Ueb« ein Stündeleia— üb« ein«tüade- leia— üb« etn Stündelei»——— Und so fort... Dazwischen liefe« manchmal die Worte: Kamm«— — Sonne—— Kamm«—— Anna'« Kräfte waren gebrochen.. die krampfhafte »»strengung, sich wachzuhalte«, hatte den letzte» Rest au«. gelöscht�. � � � Bette de» kleinen Georg, die Stirn- fläche auf die Bettkante gelegt, die Hände hing«, schlaff �tt0b®« war ihr plötzlich, al» müßte fie«trinken... Es war ihr, al« ob ei« wüthevd« Waff«schwall an ihrem Leibe herumz«rte und fich imm« eng« um ihr« Glied««and... durchzogen die Straßen und plünderten und mordeten fast un- gehindert. Dte Prinzesfinnen der königl. Familie wurden in den Straßen ihrer Juwelen beraubt, und selbst die buddhisti- schen Klöster wurden geplündert. Wenn nicht unverzüglich Schritte ergriffen wnden, um die Ordnung wieder herzustellen und dem Lande eine Zivilregierung zu geben dann dürften die allnernstestm Folgen emstehen, und Birma wird voll- ständig zerrüttet werden. Während ich hier schreibe, find zwei Männer in kurzer Entfernung von meiner Wohnung bei Hellem Tageslicht von den Räubern ermordet worden." Amerika. Ein vom Sekretär deS Schatzamts erstatteter Bericht konsta- tirt, daß die Netto Staatseinnahmen im abgelaufenen Rech- nungsjadre 323 Millionen Dallars, mithin 24 Millionen wem- ger als im Vorzahre betrugen, während die Staats ausgaben fich auf 260 Millionen de liefen, mithin die Ausgaben deS Vor- jahrS um 16 Millionen überfliegen. Die bis Ende dieses Jahres für die Verminderung der Staatsschuld disponiblen Ueb«schüffe betrogen 40 Millionen weniger als im Jahre 1884. Parlamentarisches. — In die Kommission zur Berathung d« Ar» beiterschutzgesetz'e wurden folgende Abgeordnete ge« wählt: Dr. Böttch«(natlid.), Dr. Haarmann(natlib.), Bu« derus(natlib.), Dr. Scheffer(Centr.), Dr. Lieber tCentr.). Dr. Freiherr von Hertling(Centr.), Dr. Moufang(Centr.), Hitze (Centr.), Stötzel(Centr.), Graf von Galen(Centr.), Dr. Franz (Centr.), Letocha(Centr.», Dr. Hartmann(kons.)» Freiherr von Bodenhausen(kons), von Oertzen(kons.), Klemm(kons.) G«- lich(freikons.), Lohren(freilons.), Merzbach(freikons), Cegielski (Pole), Dr. Schneider(freist),# Pfannkuch(soz.), Auer(soz.), Grohs(Volkspart.), Dr. Baumdach(freis.), Halben(freist), Loewe(freis.), Broenrel(freist). — Die WahlprüfungS- Kommisston erklärte die Wahlen d« Adgg. Budnus(G-eßen), Gottburgsen(Apenrave) und Gebhard(Hannover 19) für giltig. Die Prüfung der Wahl Freges(14 Sachsen) wurde vertagt, weil der sächstsche Kommiffar dabei anwesend zu sein wünscht, bezüglich d« Wahl deS Abg. von Wurmb(Wiesbaden) find weit«e Erhebungen beschloffen._ Kommunales. Zu den Stichwahlen. Die Wählerliste« liegen zur Einficht für Jedermann auS: Kür den 25. Kommunal- Wahlbezirk im Zigarren- geschäft von Meu«, Koppenstr. 66. Kür den 34. Kommunal- Wahlbezirk im Zigarren- geschäft von Ballmüll«�und Stcinicke, �Vet«anenstr. 28. Wahlprotest. Der plastische Arzt Dr. Griese und Ge- noffen haben bei der Stadiverordneten-Vnsammlung petittonirt, und ersuchen in ihrer Petition, die Stichwahl im 26 Kom- munal-Wahlbezirk zwischen Limprecht und Kohlert zu in- hibiren. w. Spindler-Brunnen. Im Jahre 1883 waren eS be« kanntlich 50 Jahre, daß die Färberei von Wilhelm Spindl« gegründet wurde. Bei d« Feier diese» Jubiläums hatten die Kommunalbehörden beschlossen, auf dem Spittelmarkt einen monumentalen Brunnen, welcher den Namen„Spindler- Brunnen" erhalten sollte, Izu enichten. Die Zeichnungen und das Modell find jetzt vollendet und das Projelt hat der städti- schen Bau- Deputation vorgelegen. Dieselbe hat beschloffen, diese« Projett den Kommunalbehörden zur Ausführung zu empfehlen. Da« städtische Asyl für nächtliche Obdachlose wurde im Laufe des Monats November er. von 10618 Personen und zwar 9890 Männem und 728 Frauen benutzt. Von diesen Personen wurde 1 zur Charitee befördert, 106 dem Kranken- Hause Mobil, 2 dem Krankenhause Friedrichshain üd«wiesen und 511 der Polizei vorgeführt. Im Arbeitshause von RummelSbnra befanden fich am 1. November er. 44 Familien mit 164 Personen.— Am 1. Dezember war daselbst ein Bestand von 7 Familien mit 22 Personen. w. Städtische Volksbibltotheken. Die Zahl der Leser. welche im EtatSjahr 1. April 1884/85 die Voltsbibliotheken benutzten, betrug 15 850. Dieselbe hat fich gegen daS Vorjahr um 1338 vermindert. Diese Verminderung ist zum größten Theile dadurch entstanden, daß die Kinder genöthigt wurden, die vorhandenen Schüler- Bibliotheken zu benutzen. Von den Lesem waren 5803 Gewerbetreibende, Handwerler k., 7749 Frauen, 2988 Studenten, Gymnafiasten, Schüler, 1339 Be- amte, 1045 Arbeitsleute, 873 Lehrer und 63 Soldaten. Von denselben wurden an Büchern begehrt und ausgeliehen 361 150 Bände, gegen das Vorjahr 9716 mehr. Der Bücher- vorrath d« Vollsbibliotheken betrug am 1. April 1885 101 396 Bände, darunter 47 971 deutsche National Literatur und 8965 ausländische Literatur betreffend, 12463 Geschichte, 4233 Biographien, 1604 alte Klassiker, 1278 Theologie 7635 Natur Wissenschaften, 1468 Encyllopädic rc. Die Brust war wie von eisernen Schienen zusammen- gedrückt— d« Athem ging in fchw«en, harten Slößen.. Und da fuhr ei» Britz in die Nacht ihr« Gedanken und plötzlich floß wie ei« aufgescheucht« Vogelschwarm ein paar Sekunden lang eine Reihe von Bilder» aus ihrer V«gangeuheit vorüber... Da« runzlige, v«welkte Antlitz ihr« Mutt«, dem die Noth so ftüh alle« Reiz, allen Schmelz genommen: da« zerwühlte, pockennarbige Geficht ihres Vat«s, dem da« struppige Haar noch eine« besonder» widerwärtigen Ausdruck gab; ihr Bruder, ihre Schwester— dann die Zeit, wo fie al« vom Morgen bi« zum Abend gequälte Putzmacheria kümm«lich ihr Dasein ftistete— ihr Liebcilebe« mit Fritz— die Unglück«stuade, in d« fie dem kleine« Bursche« da« Leben gab--; Alles zuckte blitzartig an ihr vorüb«... Dann war wieder alle««»»gelöscht.. Doch— hörte fie da nicht einen Schrei? Einen Schrei au« weiter, weit« F«»e?.... Da—«och einen!... Sie versuchte den Bann, der auf ihr lag. abru. schütteln.. Wieder ein Schrei!.. d« klang schon uSh«. Mit einem jähe» Ruck richtete fie fich auf' V«wu«d«t starrte fie auf ihre Umgebung. Wo war fie?.. Ein falbe« Zwielicht lag im Zimmer.. Die Nachtlampe war«loschen— durch den Nor re?ex- � die ersten mageren Dämm«ung«. Da wied« ein Schrei in ihr« nächsten Nähe Jetzt wußte Anna, wo fie war.. Mit einer jähen Bewegung warf fie fich üb« da« Bett rhre« Krnde«..'>c" Die Händchen waren zusammengekrampst.. Don Lokales. Zur Warnung de« Publikum« ma«ht da« Sgl. prästdium folgende« bekannt: Der Buch bind« Neudecker% Bülowstraßc Nr. 49/50, Hof 4 Treppen hoch wohnhaft unt« der Bezeichnung„Hustensqrup" ein angeblich gegen und Heiserkeit wirksames Gedeimmittel feil. DaS welches zufolge chemischer Untersuchung auS gewohiiMp Zuckersyrup nebst Rum(dezw. einem ähnlichen spirüuosen biE dum) besteht, hat kein«lei spezifische Heilwirkung. wird in kleinen Flaschen zum Preise von je ein« Nack � kauft, während der Werth veS FlascheninhalteS nur 5— 10 p'1 »ige beträgt.„■, Die Ausstellung von Professor Graef's„ERäiA� polizeilich verhindert worden. Eine beachteuSwerthe Beobachtung habe ich, „Voss. Ztg." von einem Echulmanne geschrieben, onb''? 7jährigen Knaben, welche die Grundklasse ein« VollsM» besuchten, gemacht. Während d« Unterrichtsstunden hwe!? auf ein deutliches und langsames Sprechen. Beim leseunt«richt sehe ich streng darauf, daß die einzelnen und Lautverbindungen richtig und scharf artikulirt Pf1";' gebracht»erden. Die Folge davon ifl, daß selbst und stammelnde Kind« nach einig« Zeit gut sprechen. dem Gesagten geht hervor, daß sprachkranke Kind«, sondere Zelt und Kraft in Anspruch zu nehmen, von>«-/ Leiden oft leicht geheilt werden können. Der Lehrer% Kind« muß jedoch mit der Lautlehre genau bekannt sein-.- ifl Pflicht dn Eltern, ihre sloilernden Kind« außer der c- zeit zu einem langsamen und deutlichen Sprechen anzuP«� DaS Stottern und Stammeln muß nothwendig in den Etadien deseitigt wnden; späterhin ist eine wirkliche sehr schwer, oft gar nicht zu erzielen. � ,.Hl Ein nobler Zug der Große« Berliner$f«�% Gesellschaft. Im lepttn Jntelligenzdlatt finden gende Anzeige:„Nach jeder neuen AustionS An Großen B«lm« Pferde-Eisenbahn-Attien-Gesellschast noch imm« zahlreiche Anftagen an mich, warum diele nen nicht mehr durch mich abgehalten werden. Da P#T,w und wied« ein fast mißtrauisch« Unglaube nkennbar, ifl, so sehe ich mich aenölhigt, hindurch öffentlich zu j. daß ich, müde d« Verhandlungen wegen imm« wei«w � Mäßigung mein« Auktionsgebüdren, die f«n«e Abhal»� Auktionen für die genannte Aktien Gesellschaft abgelehw � Königl. Auttions-KommiffariuS Haehnel, Echarrenstraße Natürlich muß selbst der Auttions-KommiffariuS zu d« nothleidenden, oividendenschluckenden Attionär« werden. Wie mag es da erst den Angestellten«gepts/w Bon den Herren Henna«« Eonradt un* � Marx, beide in Steglitz wohnhast, wurde uns erste Maikäfer, der fich augenscheinlich deS seins erfreute, präsentirt. WaS den braunen Geselle«!! ü laßte, so ftühzeitig die wärmende Hülle d« Mutter verlassen, oder ob« eS üb«hauvt vorgezogen hat, W"Ü* gemeinen Einbuddelung fein« Elammesgenoffen zu konnte natürlich nicht konstattrt w«den. Hoffentlich P°" bis zum Wonnemonat Mai auS. Eine Anfchlagssäule in äußerst i gesteh beste«*5, .k.n�l«%, 1■■i HDD lebhast« d« Ecke deS Botanischen Gartens am Wilmersdottei� jedoch auf Schöneberg« Terrain, spielt seit mehrere««it eine so lebensgefährliche Rolle, daß jeder oerfländis�M in einem großen Bogen um fie herum und ihr ou«% ijis geht, obgleich die Kind« sich dieselbe g«ade als Spiele aussuchen, ohne Rückficht darauf, daß das u � derselben ihnen lebensgefährlich w«den kann.(tf4 neigt bereits in einem Winkel von etwa 45 Grad � 5 Tagen, und obgleich fortwährend die Polrieibearn»« a selben pasfiren und gezwungen find, auf einem 0"% vorbeizukommen, so ist doch nichts geschehen, um rw„ Umstürzen und ein dadurch herbeigesührtes Unfl'f hüten. In unmittelbarer Nähe befindet fich ein v°>. dem erst kür, lich zwei Kuaben durch da« Umstürze« lern den Tod gefunden haben.» Einem hiestgen Zahnarzt wurden vor diga«#,% zwei goldene Ringe, der eine ein dick« Reif mtt j r andere ein Schlangenring mit zrvei Lnyxaugen, gezeichnet, aus sein« Wohnung vom Schreiblisar D« Verdacht d« That fiel auf eine unbekannt of. Jjfl son, welche am fraglichen Tage, Abends zwischen � � thür erwartete udfLuesr Uhr, den Zrhnartt an setner Haust„„.—- HM,„ fie von ihren Zahnschmerzen durch Plombiren einee-o.-5 defteien. D« Arzt nahm die Person in seine%% mochte jedoch die Operation nicht mehr vorzunehmcv suchte die Patientin, am anderen Tage wieder ZU � Dieselbe kam aber nicht wieder. Nach ihr«„od£ mißte dn Arzt auß« den beiden golvenen R»«?� mvC seidenes Kachenez, welches auf dem von dem Mävflrn � Stuhle gelegen hatte. Eine ähnlich beschriebene hat auf dieselbe Weise kürzlich einen HandlunSgehilW pp Die Diebin ist ca. 25 Jahre alt, von mittiereij�£« hatte dunkles Haar mtt tiefem Ponnyschettel- dunkles Kleid, einen eng anschließenden schwarzen sprach polnischen Dialekt.„-äef?* Die Leiche de« Maurer« Rarunge ist Ju*■ e deS Louisenkirchprt��' abS«� nahm ks mittag 3 Uhr von d« Leichenhalle! s* zu Zeit flog ein Zucken durch den kleinen, Leib wie ein elektrisch« Schlag.. Sie riß da» Kind au« den Betten, Arm und preßt« es wild an ihre Brust.- Zhre Augen waren starr, keine Nut von den Liepe« fiele« ab und z« f? �6� chanisch gestammelte Worte: Ueb« ei« Stü«vew — Kamm«.>- hi»/ Da zog e« plötzlich über das Gesicht etn paar Strahlen Sonnenschein, wie ei» tP ,�#1, Di« Starre löste fich. die blauen Fleck-»rt klewcn Fnger falteten sich ouSeinand«.•• Auch in Anna'« Augen leuchtete e« auf-- � »b« nur eine Sekunde lang..- � I« d« nächsten brach fie untn eine« 0 kurzen Schrei zusammen... C« war wied« Nacht um fie..- � 3« der Kammer wurde es heller u«d? �„d» lunge Tag wagte fich allmälig bi« i« d» � urb warf auch da eine Handvoll Licht hl«.■ Nach ein« Stunde kam Frau Soa«< ...Sie legte eine« brette«, blendende« die blankgefcheuerte» Diele» de« Zimmer« oahm, wo Anna bewußtlos zusammengeflu'. der kleine tobte Georg.,.,,_ ßo** Wie Anna'« Goldhäar im funkeladen ...„ Ä-e.•' � Ja. nun war die Kamm« voll Son Schade nur, daß die LebenSsoane kurz vorh« ausgelöscht war für imm«--'' Doch darnach fragte die HimmelSso«''� l-sst« fich wohlpesällig üb« die Diele», P. Goldhaqr und wund«t« fich nicht, daß"' war im Zimm«, so todtenstill....- sajt 1 war- � 20 m **i.S gwg voW� .V«? :är4«' JowWig an fr 7 VowM n Ii»!* n Inen L-s rt hen»», pottM jen. %! von itti % MUUW* «KSÄ 1 lattet worden. Die Charlottenburger„N. A." bemerkt dazu: v\ dem Tage, an welchem dem Ermordeten ein würdiges «egrSbnil zu Theil wird, ist man wohl zu der Frage berechtigt, wie es möglich sein konnte, daß daS scheußliche Verbrechen deS wjnen« und Vatermordes dreizehn Monate hindurch dem wahenden Auge des Gesetzes verborgen bleiben konnte. Der «mordete hatte der Polizei angezeigt, daß er seinen beiden «öhnen wegen ihres leichtfertigen Lebenswandels und ihrer when Gesinnung daS HauS verboten habe, um sich nöthigen nalls den behördlichen Schutz gegen seine eigenen �nder zu sichern. Nachdem Marunge am 31. Oktober v. I. Mchwunden war, kehrten die Söhne sofort zu ihrer Jtotter zurück, machten beträchtliche Ausgaben, zeigten wh mit den Sachen und der Uhr deS Vaters, kurz sie i-ugen ein Benehmen zur Schau, alS ob die Rückkehr des "•verschwundenen" unmöglich sei. Waren diese Verdacht?- womente schon von Erheblichkeit, so kam noch hinzu, daß über Verbleib des Gatten irgend wie glaubhaste Angaben nicht Semacht werden konnten und daß das feindselige Verhältniß zwischen dem Familienoberhaupt und seinen Angehörigen in ganzen Nachbarschaft bekannt war. Die öffentliche Meinung war aus allen diesen Gründen alSbald mit ihrem Urtheile Jerlw. Sie sprach vom Gatten- und Vatermord und traf auch Mm das Richtige, daß sie den Ermordeten im Keller versteckt ließ. Die Verbrecher nun, welchen die dunklen Gerüchte Murlich nicht verborgen blieben, verfuhren augenscheinlich mit Skoßem Rafsinement. Anstatt zu warten, bis sich die Behörde W Grund jener Gerüchte mit ihnen beschäftigte, nahmen sie M sich den Schutz der Behörden gegen Jeden in Anspruch, 2? an ihrer Unbescholtenheit zu zweifeln gewagt haste. scheinen durch ihr freches Gebahren in der That Mn Zweck erreicht zu haben. Wie allgemein ver- »Httet in unserer Stadt der Glaube an einen Mord JE' zeigt am besten, daß Frau Marunge neben ihren zahl- �hen Beleidiaunasklagen sich veranlaßt sah, auch öffentlich Am 17. Februar d. I. erließ Annonze:„Zur Warnung w, y.v�vuiiv mim, wn mi/ Jeden, der über meine Per�ön- rJWt und die meiner Söhne die schändlich erlogenen Gerüchte «Umlauf bringt, gerichllich belangen werde. Frau Marunge." Wie man unS mttllieilt, find auS schiedsrichterlichen Verglei- Zungen in dieser Sache ganz erhebliche Beträge an wohlthätige "äffen abgeführt worden und auch vyr dem hiesigen Schöffen- Ssticht drang die„beleidigte" Frau Marunge mit einer Be- fndungsklage durch, welche zu der Verurtheilung des Beklagten n eine Geldsirafe von zwanzig Mark führte. Es fragt sich, ob ? vielem Fall nicht eine Wrederaufnahme des Verfahrens zu Mittragen wäre, sobald die Verurtheilung der Familie Ma- ?">ge erfolgt ist. Ebenso hätten die durch die schiedsrichter- Mn Verglcickungen Geschädigten vielleicht einen Anspruch an 0(13 Marunge'sche Vermögen. v Et» unter fittenpolizeiltcher Kontrole stehendes, in M Lachmannstraße wohnendes Mädchen versuchte am Sonn- KS Nachmittag, mittels Gift ihrem Leben ein Ende zu machen. �rch die zufallig hinzu kommende Wohnungs-Wirthin wurde D v/'— vzt juyuum yingu luarniciivc u/utvc Wa?. l)er Ausführung ihres Vorhabens verhindert und durch � 61. Polizeirevin tn ein Krankenhaus eingeliefert. »u Bewegung der Bevölkerung Berlins nach den Ver- -Mvllrchungen des statistischen Amts der Stadt. Die fortge» ISSzT" Bevölkerungszahl betrug am 14 November inkl. der j�kägliche» An« und Abmeldungen 1 301 068, hat sich dem- Legen die Woche vorher um 1054 Seelen vermehrt. In Woebe vom 15. bis 21. November wurden polizeilich ge- 2705 zugezogene, 1854 fortgezogene Personen; standes. »Wch wurden 256 Ehen geschloffen. Geboren wurden 906 iljver, und zwar lebend: 425 männliche. 435 weibliche, zu- MKie» 860(darunter 115 außereheliche), todt 24 männliche, 22 zdM iche, zusammen 46(darunter 9 außereheliche) Kinder. fk Lebendgeborenen, aufS Jahr berechnet, bilden 34,5, die �ovtgeborentt, 1,8 pro Mille der Bevölkerung, die außerehelich Kborenen 13,69 x(Zt. aller tn der Woche Geborenen, davon U��»��6eborenen 13,37, die bei den Todtoeborenen M6pCt. In der kgl. Charilee und Entbindun�cansialt wurden *1 Kinder geboren. Gestorben(ohne Todtgeborene) find 543, "ämlich 279 männliche, 264 weibliche Personen. Von diesen !**%» unter 1 Jahr alt 155(inkl. 36 außereheliche), 1 bis nkl. 13 außereheliche), 5—15 Jahr« 30, 15 biS ry/ t nn o/-v a/\ rv c— f o a/\ nr\ rv t. mäß hätte der steuerpflichttge Bürger je nach Verhältniß seiner Eteuerfähigkeit zu den Gesammt-Laften beizutragen, dnrch den größten Theil deS jetzigen SteuererhebungS« Systems werde aber diesem natürlichen Grundsatze gerade zu- widergehandelt. Die Ungerechtigkeit der indirekten(Verbrauchs�) Steuern bestehe darin, daß der Einzelne nicht nach der Höhe seines Einkommen? oder Besitzes, sondern nach der Höhe sei- neS Verbrauches besteuert werde, daß demzufolge ein armer Familienvater, der mit einer zahlreichen Familie gesegnet ist, gerade in Folge dieses Umstandes ganz unverhältntßmäßig hoch und ungerecht besteuert werde. Die Miethssteuer zei, selbst wenn sie im steigenden Prozentsatze nach der Höhe der Äoh- nungSmiethe erhoben würde, immer eine Ungerechtigkeit; eine schreiende Ungerechtigkeit sei aber die Erhebung eines gleichen Prozentsatzes von Reich und Arm. Die Vertreter der Arbeiter würden stch niemals durch irgend welche Schwierigkeiten ad- halten laffen, mit aller Energie für das einzutreten, von dessen Gerechiigkeit sie überzeugt wärm.(Lebhafter Beifall). Die direkten Gemeindesteuern, welche in Form eineS Zuschlages zu Staatssteuern erhoben würden, leien zwar ihrer Form nach ge- rechter alS die indiretten Steuern, entsprächen aber noch lange nicht dem Ideale einer gerechten Besteuerung, indem der Reiche nur von seinem Ueberfluffe abgiebt, der Arme dagegen von den zum Leben kaum ausreichenden Einkünften die Steuern nehmen muß und dadurch feine schon ungenügenden Existenzmittel noch schmälert. Eine jprogresffo nach oben wirkende Einkommen- Steuer sei daher alS da« einzig richtige BesteueiunaSsystem zu erachten. Nachdem der Vortragende so die Einnahmen erörtert, ging derselbe auf die durch die Einnahmen verwalteten Jnstttuttonen über und erörterte in Kürze daS Schulwesen alS einen der wichtigste» Faktoren. Unser heutiges Schulwesen entspreche nicht den Anschauungen, welchen die Verfassung Anidruck ver- leibt, durch den Satz:„Die Wissenschaft und ihre Lehre find ftei!" Diesen erhabenen Grundsatz auch in der Stadtverwal- ltung zum Durchbruch zu bringen, sei eine der vornehmsten und heiligsten Aufgaben, welche sich die Männer gestellt haben, die stch mit Stolz Vertreter der Arbeiter nenen.(Anhaltender Beifall.) Die Stadtverwaltung könnte dieS sehr gut zur Durch- führung bringen, und zwar durch Streichung der Mehrzuschüffe für höhere Lehranstalten und durch Gründung eines Fonds auS diesen gewonnenen Mitteln zur Unterstützung armer, geistig befähigter Kinder. Bei den Budgctberathungen hätten die Vertreter der Arbeiter die Erhöhung der Lohne städtischer Ardeiter gefordert. Diese Forderung sei nicht erfüllt worden unter Hinweis darauf, daß die StraßenreinigungSarbeiter, welche deS NachtS den städtischen Dienst verrich« teten, bei Tage privatim noch verdienen könnten- (Gelächter.) Auch gegen die Beschäftigung der fügend- lichen Arbeiter wären die Arbeiter-Stadtverordneten aufgetreten. Die Arbeiter-Stadtverordneten allein seien wahre Vertreter und wahre Freunde der Armen, und diese allein ttäten ein für die Interessen der Arbeiter, der kleinen Handwerker und aller derer, die sich mühe- und sorgenvoll durchs Leben bringen müßten. Wenn daher die Wähler des 25. Wahlbezirks das Bestreben dieser Männer unterstützen wollten, so dürften sie nur den von der Arbeiterpartei aufgestellten Kandidaten, den Schloffermeister Franke, wählen. Die Bürgerpartei habe nichts für den Arbeiter --—14 W—— Ii«!----- w«. j�Jahre 100(in.......», vv,.— v.v * Jahre 9, 20-30 Jahre 38, 30-40 Jahre 53. 40- 60 Jahre 5 60 bis 80IJahre 61, über 80 Jahre 19. Die Sterbefälle iftw Alter von 0 bis 5 Jahren machen 46,96 pCt. sämmt- ih7er In dieser Woche Gestorbenen auS. Von den im Atter unter 1 Jahr gestorbenen Kindern starben 44 im ersten, p, im zweiten, 14 im dritten, 15 im vierten, 8 im fünften, iMi sechsten, 38 im siebenten biszwölften Lebensmonate; von Moelben waren ernährt 31 mit Muttermilch, 1 mit Ammen- 68 mit Thiermilch, 2 mit Milchsurrogaten, 20 mit gewichter Nahrung, von 33 war es unbekannt. Todesursachen jMnr besonders: Lungenschwindsucht(74', Lungenentzündung Bronchiallatarth(14), Kehlkopfentzündung>22), Krämpfe 1- Gehirnschlag(21), Gehirn» und Gchrrnbautcntzünduna(16), .WS(151. Alterschwäche(18), Ledensschwäche(32), Abzehrung bljf-fT* fR wwaj WClVfimutV c, vuvvi» vwtu;-wihm*""», fcS®j[ch«t«n l, durch Erhängen 3, durch Erstechen 1. Die f(W/rCx ei' dcr Woche auf daS Jahr berechnet, kommen durch. j? B�ich auf 1000 Bewohner in Berlin 21,8, in Breslau 24,5, ZjKZttkfurt a. M. 16,5, in Köln 22,0, in Dresden 23,7, in -�unchen 23.4. in Bremen 62,5, in Stuttgart 19,2, in Wien � Patts 21,9, in London 19,6, in Liverpool 21,5. In an wurden dem Polizeipräsidium gemeldet alS erkrankt 187 nÜ? 17' an Masern 115, an Scharlach 61, an Diphtherie in h®1 Focken 1. In den 9 größeren Krankenhäusern wurden anM.- Berichtswoche 822 Kranke aufgenommen, davon litten an r!l3' an Scharlach 10, an Diphtherie 47, an Typhus 7, der ski jl Es starben 127 Personen oder 23,4 pCt. aller in Woche Gestorbenen- als Bestand verblieben 3793 Kranke. Äuff� ��ttiance-Theater. Die für Mittwoch angezeigte c.,"Urung deS forinemann'fdien Schwankes„Herr und Frau ttjtb Uersammlungen. ?Nd der xf Wahlkampf zwischen der Arbeiterpartei 2 b. D, putschen vürgerpartei wurde am Sonntag, den Mh he' �M,.öffnet durch eine vom Arbeiter Wabltornit-e (Frucht�. 36») einberufene öffentliche der Versammlung. In Bezug auf die Bedeu- k�dnxt-r m�ahl im 25. Bezirk hob der Referent, Stadt- Ar die»IL �rtki, hervor, daß eS etwaS Gutes und EdleS sei, kÄkdruck x- n Arbetter einzutreten und gab der Hosstiung Zienen � alle diejenigen, welche noch alS Zweifler er- daß?kennen würden, daß es unbedingt nothwendig w�'rn sM bisherigen Maximen der städtischen Verwaltung zu netten Jl*""b demzufolge an. Tage der Entscheidung mit- Arbeiterpartei �um Siege zu verhelfen. Der M«W S°b ohne Weiteres zu. d-st die städtische Vermal- u Jtr Summen bedürfe zur Erhaltung deS Gemeinde- sich Ausübung der ihr obliegenden Funktionen; eS Miit-r x1'?b die Quellen, aus denen diese nothwen- K Und mn«. �«leitet würden, nicht geändert werden könn« fuem, und zwar Wrekte und indirekte. Raturge- ------ r--- V" rw-» jzv»»»|Md VVI I gethan, im GegentheU stets mit der Majorität gegen die Interessen der Arbeiter gewirkt, ebenso wie dieselbe Partei, nur unter anderem Namen, im Reichs- und Landtage allen freihett- lichen Bestrebungen feindselig entgegentrete und zur Erreichung ihrer reaktionären Ziele kein Mittel scheue. Wenn die Partei zur Herrschast gelangen würde, dann wäre«S mehr als traurig. Dem Bürgerthum gezieme es nicht, Schleppträger der Reaktion zu sein. Mrt allen Kräften müsse daher dahin gewirkt werden, daß der 25. Bezirk jetzt und in Zukunft unbestrittener Besitz der Arbeiterpartei werde. Wenn dieS ge- schehe, dann würde am 15. Dezember der Triumph ein dop- pelter sein.(Stürmischer Beifall.) ES folgte nunmehr eine Ansprache des Arbeiter- Kandidaten, Scdloffermcister Franke. Angesichts deS vielieitigen Vortrages beschränkte sich derselbe darauf, daS SubmisstonSwelen noch einer näheren Besprechung zu unterziehen. Auch er hob hervor, daß die Bürgerpartei biS- her geflissentlich Alles unterlassen hätte, waS dazu hätte bei- tragen können, die arbeitende Bevölkerung auf eine höhere Stufe zu bringen und daß es Pflicht sei, Vertreter anderer Anschauungen in daS Stadtverordneten- Kollegium zu wählen. Als feine Pflicht werde er es erachten, mit aller Kraft die bis- her gewählten Vertreter der Arbeiterpartei zu unterstützen und unter keinen Verhältnissen werde er von seiner Ueberzeugung abweichen.(Lebhafter Beifall) In der DiSkusfion nahm zu- nächst Herr Wicmer daS Wort. Derselbe entschuldigte das Nichterscheinen deS Herrn K.arnpff; derselbe habe einerseits die Einladung zu spät erhatten, andererseits sei er geschäftlich ver- hindert. Derselbe hoffe jedoch, daß vor der Wahl noch eine Versammlung stattfinden werde, in welcher er bei rechtzettiarr Einladung zu erscheinen nicht ermangeln werde. Persönlich bemerkte Herr Wiemer: Mit den Ausführungen deS Herrn Franke könne er stch vollkommen einverstanden erklären. Auch er sei der Meinung, daß der Verdienst auS den Submissionen auch den Arbeitern zu gute kommen müsse. Er wundere sich nur darüber, daß die Arbeiterpartei nicht auch in anderer Beziehung diesem Prinzipe Rechnung trage und z. B. Flug- blätter in Dresden drucken lasse, wodurch doch den hiesigen Arbeitern der Verdienst entzogen würde. Die Ausführungen des Herrn Görcki würde er gern unter- schreiben, sofern ein liberaler Kandidat zur Stichwahl stände. Auf die Bürgerpartei seien die erfolgten Angriffe nicht zutreffend. Herr Inner habe eine Reform der Miethssteuer beantragt, dieser Antrag sei nur nicht durchgegangen. Herr Görcki eifere so sebr gegen daS Schulwesen und doch habe die Arbeiterpartei für die Wiederwahl deS Stadtschulrath Bertram gestimmt. Weiter habe Herr Limprecht gegen die beabfichtigte Herabsetzung der Löhne der Arbeiter im FriedrichShain Front gemacht. Uederhaupt sollten die Arbeiter nicht mit Steinen um sich werfen, da fie selber im GlaShause säßen, indem sie bei der letzten Wahl auch Wahlbeeinflussung ausgeübt hätten, indem fie diejenigen Per- sonen, namentlich Restaurateure, notirt hätten, welche nicht für ihre Kandidaten gestimmt hätten. Zm Uedrigen müsse er von einem Kandidaten verlangen, daß er den Bezirk, den er ver- treten solle, auch genau kenne, und müsse er in dieser Be- liehung Herrn Krampf den Vorzug geben. Stadtverordneter ircki: ES sei ein seltener Genuß, daß ein Gegner in so offener Weise seine Ansichten entwickele. Die Dresdener Genossen seien der Unterstützung auch bedürftig. Jedenfalls sei den hiesigen Arbeitern ein Dresdener Genosse lieber, alS ein Berliner Antisemtt!(Stürmischer Beifall.) Hettn Krampf alS Vertreter der Armuth hinzustellen, sei sehr drastisch. Es babe Niemand bestritten, daß Herr Limprecht gegen die Erniedrigung der Arbeitslöhne aufgetreten sei. Den Stadtschulrath Bertram habe die Arbeiterpartei deshalb wieder« gewählt, weil fie ihn für den Mann hatte, der gegenwärtig am meisten die freiheitliche Entwickelung der Schule im Auge habe, das beweise zur Genüge, daß er der Bürgerpartei ein Dorn im Auge sei. Die Bürgerpartei glaube durch Ver- unglimpfung von Personen Propaganda für stch machen zu können. Diese Hoffnung sei eine verfehlte. Die Arbeiter würden Jeden, ob Jude oder Christ, bachhalten, der die Sache der Arbetter hochhält.(Beifall.)— Herr Dr. Lütgenau: Die liberale Partei habe nicht den Fehler, wie die Bürgerpartei, daß sie daS religiöse Glaubenidekenntniß alS Prüfstein für den Werth einer Person be- trachte. Die Arbeiter seien auch keine Gegner der Liberalm auf dem Gebiete deS Schulwesens, wie die Bürgerpartei, die Fortschritte der Liberalen gingm den Arbeitern nur noch nicht weit gmug. Lei der l-tzten Wahl hätten V« Theile der kleinen Handwerker für die Arbeiterkan- didaten gestimmt. Die Arbetter des 25. Bezirks sollten deshalb wählen frei und„frank" und die„krampfhaften" An- strengungen der Bürgerpartei vereiteln.(Beifall.) Herr Jastrow vertritt mit großer Emphase die Partetfreiheit und Hütt eS für unwürdig, Radau zu machen, wcnn ein Gegner spricht, und kommt zu folgenden denkwürdigen AuSführungm: Wer hat gegen Bertram gestimmt und ferne 3000 Mark Gehaltszulage?— die Bürgerpartei, denn die Wissenschaft kann auch zu weit gehen. Wer hat die Erhöhung der Gehälter der Laternenanzünder beantragt?— Pickenbach. Wer hat dafür gesorgt, daß die Pferdeeisenbahn-Gesellschaften besteuert werden? — die Bürgerpartei. Wer ist für Aenderung des SubmisstonS- wesens?— die Bürgerpartei. Wer hat das Drei- klaffenwahllystem zuerst verworfen?— Fürst Bismarck. i Traurig sei es, daß sich die Bürger- und Arbeiterpartei bekämpften, da sie doch beide nur daS Wohl der arbeitenden Bevölkerung im Äuge hätten. Man solle deshalb allen Humbug bei Seite lassen und sich einträchtig die Hände reichm. Er habe unter dm Sozialdemokraten viele Freunde, welche stch lauter solche Konservative wünschten, wie er einer sei.(Heiter- keit.) Stadtv. Görcki: Die Arbeiterpartei konnte gar nicht gegen eine evmt. Biersteuer stimmen, da diese Frage noch gar nicht vor daS Forum der Stadtverordneten'Versammlung ge- kommen sei. Wenn Stadtschulrath Bertram Pastor Knaak ge- wesen wäre, würde die Bürgerpartei wahrscheinlich für ihn ge- stimmt haben. Niemand habe bestritten, daß Pickendach für die Laternenanzünder eine Lanze gebrochen. Das beweise nur die wunderbare ElastizUSt der konservativen Partei. Die Arbeiterpartei habe schon gegen indirekte Steuern agititt, als die Bürgerpartei noch nicht emmal das Licht der Welt erblickt. Die Parteifreiheit der Bürgerpartei dokumentire stch gemeinbin in ihren Versammlungen dadurch, daß die Gegner an die frische Lust defördert würden. Wenn in dm Versammlungen der Arbeiter Ruhestörungen vorkämen, so wären daran ledig- lich die ungeheuerlichen Behauptungen der Herren von der Bürgerpartei schuld. Sie sollten nur öfter zu den Arbeitern kommen, dann würden fie schon ihre Irr- thümer einsehen lemen. Herr Franke: Die Arbeiterpartei könne nur insofern Wahlbeeinflussung ausüben, alS ste ihre Ideen in ihren Versammlungen darlege. Sonstige Repressalien ständm ihr nicht zu Gebote. Eine Bier- stmer würde das echte Bier nur noch mehr vertheuern, anstatt,, daß eS billiger werde, denn es sei nicht zu leugnen, daß ein GlaS„Echtes" auch dem Magen eines Arbeiters ganz gut be- bekommm würde. Obgeich er noch niemals eingeladm worden sei, würde et doch sehr gern in dm Versammlungen der Bür- gerpartei erscheinen, wenn eS gewünscht werde.(Bravo.) Nach- dem Herr Görcki noch einen warmen Appell an die Versammelten gerichtet, den Kandidaten Franke zu wählm, gelangte folgende Resolution mit allen gegen zwei Stimmen zur An» nähme:„Die im„Freischütz" tagende Kommunalwähler- Versamm-' lung des 25. KommunalwahlbezirkS erklärt stch mit den Aus» führungm deS Stadtv. Herrn Görcki einverstanden, ebenso mit denen des Arbeiter-Kandidaten für dm 25. Wahlbezirk Herrn Franke und wird mit aller Energie dahin wirken, daß am 15. Dezember d. I. nur Herr Franke gewähtt wird."— Mit einem begeisterten Hoch auf die Arbeiterpartei und ihre Ver-- , treter endete die bewegte Versammlung. o. k. Eine Kommunalwähler. Versammlung für de» 16. Wahlbezirk, in welchem eine Sltchwahl zwischen den Kandidaten der Liberalen und der Bürgerpartei am 15. d. M. stattfindet, tagte am Sonntag Vormittag in Habels Brauerei. Der Referent Herr Krohm bezeichnete jedeS Kompromißwesm alS eine Unsitte und unehrliche Kampfweise. Wir Arbeiter müssen uni die Fragt vorlegen— so elwa äußerte der Redner—: was haben wir von der Bürger- und liberalen Partei in der Stadtverordneten» Versammlung zu erhoffen? Wir können uns selbst darauf die Antwort ertheilm, denn wir wissen alle, daß beide Parteien für die Arbeiter niemals etwas geleistet haben. Als unsere Vertreter in der Stadtverordneten. Versammlung höhere Löhne für die niederen städtischen Beamten forderten, da hatten beide Parteien nur ein Achselzucken dafür. Herr Pickenbach hat stch allerdings dieser Angelegenheit gegenüber bei Zeiten salvirt indem er sofort weitergehende diesbezügliche Anträge einbrachte. Dies geschah selbstverständlich nur, um stch für die Draußen» Itehendm populär zu machen und um nicht nöthig zu haben» ür den Antrag unserer Vertreter stimmen zu müssen. Vor allen Dingen— und dies muß für uns das bestimmende Moment bei den Stichwahlen sein— hat die in der Berliner Stadtverordneten. Versammlung dominirendc Partei, die deutsch» freifinnige, immer und zwar bei jeder Gelegenhett ver-- sucht, die Minorität mundtodt zu machen. Prof. Virchow hat wiederholt gesagt, der Ring in der Stadtverordneten-Versamm» lung dürfe nicht inS Schwanken gerathen. Ich sehe nun nicht ein. weshalb die Ardeiter dazu beitragen sollen, diesen fortschrittlichen Ring zu befestigen und zu vergrößern.(Lebhafter Beifall. Rufe: Sehr richtig!) Wenn eS sich darum handelt, daS Wahlrecht für die Kommune zu vergrößern und ein solcher Antrag seitens der Arbeiterpartei hat vorgelegen, so verweist man uns einfach aut den Landtag, anstatt unsere Forderung zu unter- stützen.(Beifall.) Aus allen diesen Gründen und zwar ganz besonders in Rücksicht der Beschlüsse deS Ardeiter-Wahs» Komitees für die Stadtverordneten- Wahlen, haben wir weder Veranlassung für die Deutschfreifinnlgen, noch für die Kandi- Daten der Bürgerpartei einzutteten.(Lebhafter Betfall.) Selbst» verständlich ist es Pflicht, wo unsere Kandidaten in der Stich- wähl stehen, mit aller Kraft für dieselben einzutteten. Die Ar- deiterpartei hat auch bei den Etadtverordneten-Wahlm einen ganz bedeutenden Stimmenzuwachs zu konstatiren und wird dieS auszunutzen wissen. Wir enthalten unS also der Wahl und charakterifiren damit am besten jeden Kompromißschwindel. der längst verdiente, zu Grabe getragen zu werden. (Ledhafter Beifall.)— Arbeiter Krause: Die deutschfrei« finnige Partei ist mtt ihrer Liberalität immer am Platze» wenn es gilt, sich die Taschen zu füllen. Der Abgeord» nete Des zweiten Berliner ReichstagSwahtteises, Herr Prof. Dr. Virchow, hat bei den letzten Wahlen Versprechungen ge» macht, die er alsdann nicht oehatten. Herr Virchow lehrt den zu seinen Füßen fitzenden Schülern den Darwinismus und empfiehlt den Arbeitern Da« eifrige Lesen der Bibel. Die neuesten Errungenschaften der Wissenschaft müssen aber Allen zugute kommen. Aus allen diesen Gründen bin ich der Meinung, daß sich die Arbeiter bei den Stichwahlen, wo es sich um einen deutschfreifinnlgen oder bürgerparteilichen Kandidaten handelt, der Stimmabgabe zu enthalten haben.(Beifall.) Dr. Rabitz: Ich muß doch dem Herrn Vorredner bemerken» daß Herr Prof. Dr. Virckow die darwinistische Lehre lediglich vom Standpunkte der Wissenschaft behandelt, etwaS, was keineswegs in die Schule gehört.(Rufe: DaS ist doch gleich» giMg!) Die Forderung der Arbetter auf Errichtung von neuen Sanitätawachen erkenne ich als vollberechtigt an.(Beifall.)— Medailleur Krohm: ES ist sehr erklärlich, wenn die deutsch« freisinnige Partei in der Stadtverordneten- Versammlung die Errichtung von Santtatswachen bekämpfe. Die Herren de» fürchten, eS könnte den ihnen vielfach nahestehenden Aerzten dadurch ein materieller Schaden erwachsen. Herr Professor Dr. Virchow ist in seinen Schriften vielfach für SanitStSwachen eingetreten, in der Stadtverordneten- Versammlung hat er stch jedoch denselben feindlich gegenüber gestellt.— Nach kurzer Debatte, in der sich die Redner sämmllich mit den Ausführungen Krohm'S einverstanden er» klarten, gelangte folgende Resolution einstimmig zur Annahme: „Die heute am 6. Dezember in Habel'« Brauerei, Bergmann» siraße 5—7, tagende Kommunalwähler.Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen de« Referenten Herrn Ötkar Krohm ein« verstanden und erklärt, bei den devorstehenden Stichwahlen nur in den Bezirken, wo Kandidaten der Arbeiterpartei in Frage kommen, für diese zu stimmen, in allen Übrigen Bezirken da» gegen fich jeder Abstimmung zu enthalten." hr. Im Verein zur Wahl««g der Juterefseu der Klavierarbeiter wurden am Sonnabend(bei Gratweil) die Wahlen für den Dorfiand des nächsten JahreS zum Abschluß gebracht. CS gingen auS den Wahlen hervor: SchmelowSki als 2. Schriftführer(wiedergewahD, Haack als 1. Kalfirer (durch Akklamation wtedergewähli), Nagel als 2. Kasstrer, Neu» mann, Lemke, Schulz, Sorge alS Beisitzer, Svarfeld, Pie lecke, Halfter, Geister als Stellvertreter der Beisttzer, Riviger, Ger« lach(beide wiedergewählt), Gramm als Revisoren.— Daraus kam eine vom Vorstande verfaßte Petition, in welcher der Ma giftrat ersucht wird, ein zu gleichen Theilen aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern zusammengesetztes Gewerbe- Schiedsgericht zu errichten, zm Verlesung. Die Petition wurde ohne Debatte einstimmig angenommen.— Ein von einem kranken Kollegen eingebrachtes Unterstützungsgesuch wurde auf Grund des Sta- tuts abgelehnt. In Bezug auf einen vor vier Wochen in d:n Verein eingetretenen Kollegen, welcher in einer Fabrik, wo die Arbeiter Vre Arbeit niedergelegt hatten, Arbeit genommen und einer zweimaligen Aufforderung seitens des Vorstandes, fich zu verantworten, keine Folge gegeben, wurde der Beschluß oefcft, daß sein Name aus der MUpliederliste zu streichen sei. An die Mitthcilung, daß für die Vereine Versammlungen künftig die vereinigten zwei unteren Säle bei Gratweil in Anspruch ge» nommen werden sollen, knüpfte der Vorfitzende die dringende Mahnung, daß die Mitglieder fich noch mehr, als bisher, an den Versammlungen betheiligen möchten. br. Die Töpfer waren am Sonntag bei Gratweil ver» samm lt, um übet einen von der Lohnkommrssion ausgearbeiteten Minimal-Lohntarif für die Werkstubenarbeiter und Kachelmacher zu berathen und Beschluß zu faffen. Den Vorfitz führte Herr Thieme. Herr Bormann hob hervor, daß der Lohnkommisston der Gesellen daran gelegen sei, die gerechten Lohnforderungen der Gesellen auf dem Wege gütlicher Verhandlungen mit den beiden Lohnkommisfionen der Meister(von denen die eine durch die Jnnunasmeister, die andere durch den Verein der nicht zur Innung gehörenden Meister eingesetzt ist) zur Geltung zu bringen. Da die Werkstubenarbeiter fich wenig an der Lohn- bewegung betheiligt hätten, habe die bestehende Lohnkommisston auch für fie(wie früher schon für die Ofensetzer) einen Mini« mal-Lohntarif ausgearbeitet. Zweck der gegenwärtigen Ver» sammlung sei. eine Verständigung über diesen Tarif mit den Werkftubena? beitern herbeizuführen, damit dieser Tarif zu rechter Zeit gleichzeitig mit dem der Ofensetzer den beiden Lohn- kommisstonen der Meister vorgelegt werden könne. Der Tarif wurde dann in allen seinen Details vorgelegt. Der Lohn pro Tag ist auf 4,50 Mark bei 9stündiger Arbeitszeit festgestellt. Nach lebhaften Debatten wurde beschlossen, für jede der 5 in Berlin bestehenden Osenfabriken je einen Vertreter alS Mitglied in die Lohnkommisfion zu wähle«, damit die so vermehrte Lobnkommiffion den Tarif endgiltig feststelle. Es wurden dann auS den Fabriken von Titel, Scheffel, Drews und Gormann die Kollegen Jackedey, Blume, Naß und Howege gewählt. Für die Echuppmann'sche Fabrik war kein Vertreter anwesend. Weiter wurde noch beschlossen, daß beide Tarife zusammen auf einem Bogen gedruckt werden sollen. Die noch folgenden Ver- Handlungen bezogen sich auf innere GewerkschastS- und Vereins- Angelegenheiten. Die öffentliche Versammlung der Metallschraube«-, Faeondreher und Berufsgenosse« Berlins, welche am 6. d. M. unter Vorfitz d«S Herrn JccodS Kolbergerstraße 23 stattfand, hatte fich eines guten Besuches zu erfreuen. Herr Hirsch referirte über die Nothwendigkeit einer festen Organt- sation der genannten Branche und besprach das Etatut deS Fachveretns der Metallschraudm-, Faeondreher und Berufs- genossen Berlins; er legte in seiner beifällig aufgenommenen Rede die Vortheile einer festen Organisation klar, indem er besonders auf die von dem Fachverein gewährten Voctbeile, wie Rechtsschutz bei gewerblichen Streitigkeiten, die reichhaltige Bibliothek jc. hinwies. Ferner legte Referent klar, wie nolh» wendig eS fei, daß fich alle Kollegen dem Fachverein als Mit- glieder anschließen, denn der Einzelne sei nichts, und Viele eine Macht, die dock den Herren Fabrikanten zu denken gebe; das habe der letzte Streik in der Fabrik des Herrn Stelzner bewiesen; nur durch daS feste, geschlossene Vorgehen der Kol- legen sei der Streik in 5 Tagen zu Gunsten der Arbeiter ent- schieden worden. Referent führte ferner aus, daß die Arbeiter selbst Schuld hätten, wenn so' wenig zur Verbesserung ihrer Lage geschehe, weil fie noch nicht genügend organifirt seien. Der Arbeiter habe seine reellen Forderungen nicht zu erbitten, son- dem zu fordem. Nicht ein Kollege dürfte in dem Verein fehlen; das angefangene Werk müsse mit Energie vollendet werden. An der hierauf folgenden Diskusston bethnligten fich die Herren Gorn, Voigt, Tuwe, Hecht, Höhn, Magnus und Jrcobs und sprachen fich alle im Sinne des Referenten aus. Es wurde hierauf folgende Resolution einstimmig angenommen:„Die heute Vi» sammelten erklären fich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden und find gewillt, ihr Bestreden darauf zu richten, diejenigen, welche dem Verein heute noch fem stehm, zu ver- anlassen, demselben als Mitglieder beizutreten, und dadurch ihre materielle Lage zu verbeffem." Zum Schluß dankte Herr Jacobs den Kollegen des Nordens für die materielle Unterstützung bei dem letzten Streik und schloß hierauf die Ver« sammlung. Aufruf an alle Bildhauer und Arbeiter auf antik geschnitzte Holzleiste». Die Kollegm der Fabrik des Herrn Slichhan, auf antik geschnitzte Holzleisten, haben wegen Maßregelung eines Kollegen, der die Gründung des Fachvereins veranlaßt hat, sämmlich am Montag, den 7. d. M., die Ardeft eingestellt. Wir bitten alle Kolkgen dringend, dm Zuzug fem zu halten. Alles Nähere bei Kuring, MUtmwalverstr. Nr. 8, Hof 1 Trp., Schwarzer, Metzerstr. 3, Hof 1 Tr. Richter, Dresdener str. 135 vom 4 Tip„ Aufgang rechts. Veret« der Arbeiterinnen. Heute Abend 8'/» Uhr« Golle's Saal, Linien fitaßt 30,. Mitglieder. BerfammlM Tages Ordnung: Vortag des Herrn Dr. Llltgenau% „Deutsche in fremden Welttheftm". Um zahlreiches Erftheto® ver Mitglieder wird gebeten. Berichterstatter haben Zutritt Neuer Berliner Thterschntz« verein. Dienstag, 8. Dezember, Abends 7 Uhr, Versammlung: Leipzi etstr. 1® Tagesordnung:„Umdlick auf dem Gebiete deS Thierftukr Die Pasttur'schtn Impfungen gegen die Hundswuth." Refertw Dr. Förster._ Kleine Mittheilttugen. Osterholz, 25. November.(Sturz auS dem Eisend� Koupee.) In dem ersten heute Morgen von Bremen»«i Geestemünde abgelassenen Auswandererzuge befand fick. � wir der„N. V. Z." mtnehmen, eine aus Sachsen g«bW Frau mit ihrm drei Söhnen, welche zusammen die Reise den Ozean antreten wollten. Der jüngste, etwa 6 Jahre Knabe, hatte fich, um beffer ausgucken zu können, an[J, Koupeefenster gestellt. Während der Fuhrt, als fich da auf der Strecke zwischm Burg-Lesum und Ritlerhude Wf; öffnete fich plötzlich die Thür deS Koupees und der Knabe fi# aus dem fflagen heraus auf den Bahndamm. Die zum � erschrockene Mutter gewahtte, als fie hinauSblickte, daß»o Kind bereits wieder ausgestanden war und nun dem% nachritte. Auf den Rath der übrigen Paffagiere wmde Notbleine gezogen, um den Lokomotivführer zu veranlassen, Zug halten zu lassen; aber alleS Ziehen war vergebens, Apparat versagte den Dienst und der Zug raste unauWr weit-r. Erst auf der hlestgen Etation, woselbst inzwischen, sl telegraphische Nachricht eingegangen war, daß der Knabe wP funden und unversehrt sei, konnte daS Hattefignal gegeben»enr Die geängstigte Mutter stieg mit ihren beiden anderen aus und erwartetete hier die Ankunft deS zweiten derrizugeS, mit welchem auch der verlorm geglaubte � wohl und munter eintraf, worauf die Familie hochbeglllm•* Reise fortsetzte. Fiume, 2. Dezember.(Häusereinsturz.) In demj� Grahovo im Gebiete Fiume sind durch Erdrut chung, infolge einer durch die andauernden Regengüsse herdeigew"', Unterwaschung eingetreten ist, von 21 Häusern 19(W™ Ein Verlust an Menschenleben ist nicht zu beklagen. Kriefkftste« der Redaktion._ A. G. Ruhla. DaS Gewünschte können Sie von der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlag" Berlin SM.. Wilhelmstr. 32. Theater. Opernhaus. Heute: Siegfried. Schauspielhaus. Heute: Waldemar. Deutsches Theater. Heute: Prinz Friedrich von Homburg. Kriedrtch-WilhelmftädtischeS Theater. Heute: Pariser Leben. Refidenz-Theater. Heute: Clara Soleft. Vorher: Die Schulreiterin. »allner-Theater. Heute: Berlin, wie es weint und lacht. Belle-Allianee-Theater. Heute: Uttimo. »alhalla-Operetten-Theater. Heute: Der Jagdjunker. Viktoria- Theater. Heute: Messalina. Central-Theater. Alte Jakobstraße 32. Direktion: Adolph Emst. Heute: Zum 128. Male: Die wilde Katze. GrscmgSposse d> 4 Rkten von W. Mannstädt, Mufft von G. Steffens. Lonisenstädttsche» Theater. Dtrevion: Jos. FtrmanS. Heut«: Der Waffenschmied. Ostend-Theater. Heutest Verlorene Ehre. «öntastädttsche» Theater. Heut«: Gastspiel der Llliputaner. Die klein« Baronin. Theater der ReichShalle«. Sigllch: Bufteten sämmtticher Spezialitäten. Ameriean-Theater. 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D# arbeitet Zeitung" vertritt mit Entschiedenheit denk und die Interessen der freien Hilfskassen und kämpft y* lichst für ein wirkliches Koalitionsrecht der Arberter, � F Organisatinn der Fachvereine und Gewerkfchasiovcre die tbr gebührende Höhe zu fördern. toar Neben auftlärmden Lettartiteln über ökonomifa. und Arbetterangelegenheiten, Fachattikeln aus sten Gebieten der Metallbranchen dringt die"Bicta.� zck �ieituna" aaMrflÄ* Örtrr#f«rmh#iia?ii rtiiÖ allcit Zeitung� Reiches. zahlreiche Korrespondenzen auS allen Erscheint wöchentlich einmal, Preis viertSjUhrUch 80 Pfe»Ä Zu bezieben durch alle Postanstalten und dura pedition in Nürnberg, Weizenfiraße 12.**1 Bezug durch die Expedition in Pattim billigerer Zu zahlreichem Abonnement ladet ein. cn.rlt' 165 RedakttonundBe� Durch die Sxpedttto«. Zimmerstraße beztchm: Der im Verlage von W ö r l e i n u. soeben erschimene deutsche Handwerker- und Ärbeu Notiz-Kalender str»» Zip IM Tabellen,! lesetz mi assengesetz neu bei Pfennig. � Aus vielfachem Wunsch ist eine mit mehr Schreibpapier und deffettm fettigt, von der daS Exemplar zu 70 Pfefl«*« Wiederverkäufer erhalten Rab � Verantwortbcher Redakt«« IL Crovhet« in Berlin. Druck und«erlag von Wim vadtag tn Berlin°