1*294« Mittwoch, den 16 Dezember 1883. nL|ich£g» MerVMKIi Krgan für die Intrrkffen der Ardeiter. 4 Da» �Berliner BolksblatS« Postabomlemeut (Emgetrageu i« Pf. SomrtagS-Nummer mit illustr. Beilage 10 PostzeitungSpreisliste für 1885 unter Nr. 746.) AbonaementSprei» wöchentlich 35 Jnfertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. ArbeitSmarlt 10 Bei größere« Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunst. Inserate werden bi» 4 Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annonce«!- Bureaux, ohne Erhöhung de» Preise», angenommen. Redaktion: Kenthstraße 2«— Expedition: Zimmerstraße 44. Die A«s»iMi>rr«lizssmheit. Die Konservative« find im besten Zug, da» Wort Börne'» wahr zu mache», daß jeder Deutsche seinen Gendarmen mit sich in der Brust herumtrage. Zwar giebt e» glücklicher Weise Deutsche genug, die von den konservativen Be- strebunge« nicht» wissen wollen; e« fehlt den Junkern und Troßgrundbefitzern aber nicht an dem aufrichtigsten Willen, da» Rad der moderne« Entwickelung rückwärts zu drehe« Und un» i« mittelalterliche Zustände zu versetzen. Da» wird nicht gelingen, wenigsten» niemals auf die Dauer, aber die Bestrebungen, die darauf gerichtet sind, sie sind vorhanden und bleibe» ei« mahnendes Zeichen dafür, was an der Schwelle de» zwanzigsten Jahrhundert» noch Alle» wöglich ist. Al» jüngst der Bruder de« Minister» von Puttkamer, der Herr von Puttkamer- Plauth, gegen die AuswanderungSftei- heit sprach, da dachte man so recht der Heine'sche» Verse: Da» mahnt an da» Mittelalter so schön, An Edelknechte und Knappen" Und wenn man die Rede de» Herr« von Puttkamer- Plauth wit den modernen Anschauungen vergleicht, so findet ma» b« dasselbe Verhältniß, wie zwischen dem Brummen eine» Mittelalterliche» Nachtwächterhorn» und dem Pfiff einer fiotten Lokomotive. Ja, e« war eine schöne Zeit für die Herren Junker, al« Deutschland auf der Karte einst wie ein buatgeflickter Zappen aussah und Hunderte von kleinen Staatche« ihre �ntereffea mit einander kreuzten. Da saßen sie M ihren Burgen und Schlössern, die kleinen Terri« UUialfürsten, oder die geistlichen Herren in ihre» Palästen. Der Bauer, dem sie angeblich ihre«.Schutz" verliehen, tzatte diesen.Schutz" theuer zu bezahlen; besser hatte e» schon der Städter, der sich in starken Gemeinschaften hinter testen Mauern barg. Der Bauer aber hatte den Zehnten su geben Frohndienste zu leisten und Steuern sowie die »Underterlei Abgaben zu zahle», welche die erfinderische Habgier der Feudalherren forderte. Natürlich mußte dem Walherrn daran gelegen sein, daß seine Bauern ihm nicht *»00» liefen, denn wen« er sie nicht m fernem„Schrrm" hatte, konnte er ihnen weder Zehnten noch Zinsen Abnehme» und sie konnten auch nicht für ihn ftoha. be«. Da kam es vor, daß solch ein Gewaltiger, der über kine Ouadratmeile Gebiet herrschte, seinen Unterthane« die �"«Wanderung bei Todesstrafe verbot. Wirksam waren solche Verbote freilich nicht immer.. Der Standpunkt de» Herrn von Puttkamer ,» der Wanderungssrage ist nicht sehr verschieden von dem der Mittelalterliche« Feudalherren. Allerdings steht der Bruder *« Ministers damit nicht vereinzelt da; ferne Ansichte« z MStetOL] IeuMeton. Die Hand der Kemefis. Roma« � von Ewald August König. (Fortsetzung.) ..Und hat er auch gesagt, wie er i« den Besitz diese« Feldes gekommen ist oder zu komme» gedenkt?" .Er will eine Erbschaft gemacht haben." .Da» ist ein« wohlfeile Ausrede ihm nachgewiesen werde» können, daß er eine so be- Utende Erbschaft nicht gemacht hat, aber er kann n, cht ge- chtlich gezwungen werde«, den Erwerb des Geldes nach- jWstn, wenn nicht ein bestimmter Verdacht gegen ,h« vor- k.Er wird das Geld von Rabe erhalte«, e» ist der Preis , �Kaa?ftm�abe?Äe wollen Sie e» beweisen? Rabe 1%* diese Summe seinem ftühere» Kammerdrener gegen m Bürgschaft und landesübliche Zinsen leihen, dagegen Niemand etwa» einwenden." . Qfr r-rtn-iJUi I' ä«r.si'te£ aber ewen Beweis finden wrr ra ihnen --Wir werden auch Beweise finden/ »Vertraue« Sie darauf so zuversichtlich?" st;,. zweifle jetzt nicht mehr daran", erwiderte Sieg- 1%�'»Sch bitte Sie noch einmal, fitzen Sie Jbre Beobach- fort, ich werde ebenfalls fortfahren, der Sache meine ie Aufmerksamkeit zu widmen. Die Entscheidung hoffe werden von Vielen getheilt und die AuSwanderungSfteiheit ist— leider muß ma» e» sagen— noch keine alte Er- rungenschaft. Sah sich doch«och das Frankfurter Parlament 1849 veranlaßt, die AuSwanderungSfteiheit ausdrücklich zu dekretiren! Herr von Puttkamer-Plauth meinte, in Ostpreußen liefen die Tagelöhner den Gutsherren davon und wanderten aus; diesem Zustande müsse man mit gesetzlichen, resp. Polizei lichen Mittel» entgegentreten. DaS Zugeständniß ist recht interessant. Warum laufen denn die Tagelöhner und Knechte davon? Doch jedenfalls nur deshalb, weil die Bezahlung und Behandlung bei den hochkonservativen Großgrund- besitzen» eine solche ist, daß sie e» nicht aushalten können. Man weiß, daß diese Leute sich nicht allzu leicht zur Au» Wanderung entschließen und oft nur mühsam die dürstigsten Mittel dazu aufbringen können. Wenn sie also dennoch massenhaft auswandern, so ist das ei» sehr schlechtes Zeug viß für ihre Arbeitgeber. Wenn Herr von Puttkamer sich auch über die zu- nehmende Auswanderung von Militärpflichtigen beklagte, so wolle« wir ihn ein sehr einfaches Mittel angeben, das voll» auf genügt, um da Wandel zu schaffen— er sorge nur da» für, daß die Dienstzeit abgekürzt wird. Wenn die Dienst- zeit nicht länger wäre, als zu den Zeiten von Scharnhorst und Gneisenau, würde man keine solche Massenflucht von Militärpflichtigen sehen. Wer möchte überhaupt die Massenauswanderungen anders auffassen als soziale Erscheinungen, die mit de« jeweilige» soziale» Erscheinungen in Wechselwirkung stehen? Dagegen helfe» keine Polizeimaßregela, wie sie Herr von Puttkamer-Plauth verlangt. Da war sein Parteigenosse, der ältere Minister Euleaburg, doch ein weit einsichtigerer Mann. Dieser erfaßte das Wesen und die wahren Ursachen der Auswanderung. Auch er war konservativ, allein er sah die Vergeblichkeit von Polizeimaßregeln gegenüber der massen» haften Auswanderung ein.„Wenn man das Volk von der Auswanderung abhalten will", sagte er,„so m u ß m a n ihm seine Heimath lieb mache n." Ein wahres Wort. Allerdings sind die Puttkamer» Plauth und Genossen nicht geeignet, dem Volke die Heimath lieb zu machen; sie bewirken, wie sie selbst eingestehe», das Gegentheil. DaS ist bezeichnend genug. Polttifche Weberstcht. Der Reichstag wird sich nach Ansicht deS Präsidiums am Donnerstag bis zum 8. Januar 1886 vertagen. Auf die Tagesordnung der ersten Sitzung nach den Ferien wird vor- oussichtlich die erste Berathung der Vorlage betreffend den Nordostseekanal gesetzt werden. ich in dem umfassende» Zeuzenverhör zu finde», welche« ich nach einigen Tagen anordnen werde." Der Polizeipräsident hatte gedankenvoll seine Hand- schuhe angezogen, er nahm jetzt seinen Hut, und auch Sieg- ftied traf Anstalten, das Bureau zu verlassen. „Noch Ein«," sagte der Präsident, rasch das Haupt er» hebend,.darüber, ob Rabe Gift besessen hat, und wie er in den Besitz desselben gekommen ist, habe ich nichts erfah- ren können. Rabe soll in früheren Jahre» sich viel mit chemischen Experimenten beschäftigt, auch ei» kleines Labora« torium besessen haben,— Sie wisse« ja, daß er Medizin studiren wollte, und da mag die Chemie ihn besonders angezogen haben. Wie weit seine Kenntnisse auf diesem Felde gediehe» sind, und ob er auch in der jüngste» Zeit noch experimentirt hat, weiß ich freilich nicht." „Es genügt, daß er chemische Kennwisse besitzt und selbst Präparate mache« kann." „Sie habe» die Seznung der Leiche nicht beantragt?" „Nein, ich wollte den Wunsch der Generali» ehren, da» Gutachten des Arztes genügte mir, die Richtigkeit desselben werden die Richter auch später nicht bezweifeln." Der Präsident entfernte sich, bald»ach ihm verließ auch Siegfried das Gerichtsgebäude. Er war seit einige» Tagen nicht mehr in der rothen Traube gewesen, heute zog eS ihn hin, er hoffte Bekannte dort zu finden, mit denen er eine Stunde verplaudern konnte. Er fühlte da» Bedürfniß, seinen Gedanken eine andere Richtung zu geben, sich zu zerstreue« und zu erheitern, und da» konnte er am besten, wen» er vor einem Glase Wein saß. Wie er e» erwartet hatte, traf er den Justizrath Walther bereits in der Gaststube, und der alte Herr schien sehr erfteut, ihn wieder einmal zu sehen. „Haben sich lange nicht sehen lassen," sagte er, während er dem Assessor die Hand drückte,„wohl bei der künstigen Gemahlin gewesen, wie?" „Nein, da» nicht!" lachte Siegftied.„So weit find wir noch nicht, und wer weiß, ob wir auch bald dazu kommen! Es war eben viel zu thu»: ein Raubmord, zwei Einbrüche, ein betrügerischer Bankerott und eine schwere Die feindliche Stellung zu dem allgemeinen gleiche» Wahlrecht, welche der konservative Herr v. Helldorff im Reichstape einnahm, hat in der Presse eine lebhafte Diskussion wachgerufen. Während einige konservative Organe den Ad- eordneten von Helldorff wegen seiner Stellungnahme zu der Trage des allgemeinen Stimmrechts geradezu zu verleugnen suchen und ausdrücklich konstatiren, daß Herr von Helldorff bezüglich dieses Punktes nicht im Namen der konservativen Partei gesprochen, während die„N. Ä. Z." im Namen deS Herrn von Helldorff selbst seine Aeußcrungen zurück» deutelt, fehlt eS im Lager der Konservativen auch nicht an Etimnien, welche sich offen zu der Anficht deS Herrn von Helldoiff bekennen und deffen Ausspruch zu dem ihrigen machen; nur dagegen glauben sie sich verwahren zu müssen, daß es in der Absicht der Konservativen läge, schon alsbald gegen das allgemeine, gleiche Wahlrecht Sturm zu laufen. So erklärt die konservative Wahl-Korrespondenz ganz offen, daß die Konservativen ohne Ausnahme keine Freunde dieses demokratischen Wahlrechts find, nur bei der gegen- wältigen Lage der Dinge denken sie nicht daran, die Ersetzung desselben durch ein anderes Verfahren vorzuschlagen. DaS heißt doch mit anderen Worten nichts anderes, alS, so lange wir der Majorität deS Reichstags für eine Beseitigung dieses unsympathischen Wahlrechts nicht sicher sind, werden wir an demselben nicht rütteln. Eine Berufsvertretung sei das eigent- liche Ideal der Konservativen, lieber das, was diese Herren wollen, kann wohl kaum noch ein Zweifel obwalten. in Bezug auf die freien Kassen in Form einer Petition vorzu- legen, insbesondere aber, um Beschwerde über daS Verhalten der sächsischen Behörden den freien Kassen gegenüber zu führen» Bekannllich wollen die Ortskassen in Dresden die freien Kassen nicht anerkennen, die Behörden, welche diese Kassen in Dresden verwalten, verlangen von den Mitgliedern der freien Kassen, daß sie auch in die Ortskassen zahlen sollen und drohen im Weigerungsfalle mit Exekution. Nach Angabc der Deputation % � der Herr Minister hierzu folgendermaßen geäußert: „Die Mitglieder der fteien Kassen in Dresden brauchten nicht die zu Unrecht von ihnen verlangten Beiträge zur Ortskaffe zu zahlen: sie sollten, wenn sie bei den sächsischen Behörden kein Recht bekommen könnten, es allenfalls auf Exekution ankommen lassen und mit gerichtlichen Klagen vorgehen; die abgepreßten Beitrage müßten ihnen schließlich(natürlich sammt den Unkosten) zurückerstattet werden, einerlei, ob sie inzwischen Unterstützung der Orts Krankenkasse erhalten hätten oder nickt." aus unangenehm und der Vorfitzende des Veib'a'ndes Ter"' Orts! folgende Antwort erfolgt ist: „Berlin, 8. Dezember 1885. Dem Vorstande erwidere ich auf die gefällige Eingabe vom 3. d. M., betreffend das dem Mißhandlung, ich denke, daS waren Sache» genug für die wenigen Tage." „Hm, eigentlich zu viel. Verbreche« und Rohhnte« nehmen überhand, Kerle aufhängen, wäre das Beste!' „Wenn sie alle gehangen würden, verdienten Sie gar nichts!" „Unsinn, außerdem«och Prozesse genug!" „Dann müßte der Amerikaner auch schon baumeln!" „Der?" erwiderte der Justizrath ärgerlich.„Können sagen, was Sie wollen, er ist schuldlos. Wolle» uns nicht aufrege», Assessor, Endresultat abwarten. Oberst jetzt mit der Generalin ausgesöhnt?" „--Es scheint, daß er sogar sehr mit ihr befreundet rst," sagte Siegftied, während er sei« Glas erhob, um die Farbe des Weines zu prüfen;„seitdem er in sei» Stammschloß übergefiedelt ist, habe ich ihn nicht wieder ae» sehen. Er fehlte sonst nie auf der Parade—" „Verwaltungsgeschäfte I" »Zch kann nicht wohl glauben, daß er ihnen de» ganze» Tag widme« wird, überdies steht ihm ein Verwalter zur Seite." „Hat einen brauchbare» Mann gesunden?" „Ja, wenigstens glaube ich, daß der Mann in seinem Fache tüchtig rst!" „Uebernahme der Verwaltung glatt abgelaufen?" forschte der Justizrath. � „Da- weiß ich nicht, wie gesagt, ich habe meine» Vaier seitdem mcht mehr gesprochen. Haben Sie nichts mehr über de» Wechsel gehört, den die Generalin von Ihnen reklamwte?"' „Nein, Generalin seitdem nicht mehr gesehen. Wird sich Mit ihrem Bruder wohl auseinander gesetzt haben." „In einer Weise, die zum Bruch geführt hat!" er» widerte Siegfried mit gedämpfter Stimme.„Der Bruch ist eine Thatsache, es war vorauszusehen, daß e« so weit kommen würde." Mit den Lossows wird's auch nicht lange Stand „Glaube ich auch nicht." „Haben Sie Näheres gehört?" „Nein— Teufel, was will Der hier?" „Sachs. Wochenblatt" Nr. 48 vom 28. November d. I. bei« gegebene Extrablatt,(dai„Sachs. Wochenblatt" batte die Ant- wart des Ministers auf die Beschwerde der Deputation in einer Extrabeilage mitgetheilt) das Folgende ergebenst: Die mir von den Vorständen mehrerer eingeschriebenen HilfSkaffen überreichte Eingabe, in welcher über die Heranziehung von Mitgliedern dieser Kasten zu Ortskrankenkaffm in Dresden Klage geführt wird, ist der königlich sächstschen und der könig- lich preußischen Regierung mit dem Ersuchen um Prüfung der Beschwerdepunkte und um eine Aeußerung über daS Ergebnist dieser Prüfung mitgetheilt worden. Diese Aeusterungen find bisher noch nicht hier eingegangen. Es liegt in der Natur der Sache, vast ich ohne Kenntnist diesen Aeusterungen über die Begründung oder Nichtbegründung der erhobenen Beschwerden mich nicht aussprechen kann. Auch der Deputation gegenüber, von welcher mir die bezeichnete Eingabe überreicht wurde, habe ich eine solche Aussprache über den Grund oder Ungrund ihrer Beschwerden vermieden und mich namentlich auch in der in dem Extrablatt angegebenen Weise nicht ausgesprochen, mich vielmehr auf die Zusage einer wohlwollenden Prüfung der Eingabe und auf den Hinweis beschräntt, dost denjenigen Personen, welche ihrer Meinung nach zu Unrecht zu Beiträgen an die Ortskaffen herangezogen seien, der im KrankenverficherungS- ftt setze zugelassene Rechtsweg offenstehe. Der Staatssekretär des Innern v. Bötticher." Wem soll man nun Glauben schenken, der Deputation oder dem Herrn Minister?— Auf den Ausgang der Sache kann man einigermasten gespannt sein. Au« Thüringen wird unterm 12. Dezember gemeldet: Bei einer in Salzungen vorgenommenen Ersatzwahl zum Gemeinderath, bei welcher zwei Mitglieder zu wählen waren, hatten alle politischen Parteien Kandidaten aufgestellt. Das Ergebniß war, dast ein schon bisher dem Gemeinderathe Ange- hörender nationallideraler Richtung wiedergewählt und ein Sozialdemokrat neugewählt wurde. Zum Branntweinmonopol. Als ganz pofitiv kann jetzt der Münchener Korrespondent der„Frkf. Z." mittheilen, dast der preußische Finanzminister Scholz in München war, mit dem Ministerium in Sachen des Äranntweinverkaufs- Monopols unterhandelte und dastelbe für die Pläne Preustens gewonnen bat. Die bairischen Minister(fügt der Korrespondent hinzu) find schon lange daran gewöhnt, die Berliner Wünsche getreu zu erfüllen. Auch in Neu-Guinea und den benachbarten Insel- grnppen scheint die deutsche Kolonial-Politik nicht vom Glücke begünstigt zu sein. Fast jeder der deutschen Dampfer, welche die Gegend besuchten, hat Unfälle durch Auffahren und Leckwerden an Korallenriffen erlitten, wie fich dies ja auch vor der Karolineninsel Aap ereignete. Wie der„Hamburgischen Börsenhalle" aus Sidnra vom heutigen Tage gemeldet wird, ist nun auch der nach Neu-Gvinea entsandte neue Dampfer der Neu- Guinea» Gesellschaft„Papua" in der TorreS-Straste auf dem Osprey-Riff verunglückt. Glücklicherweise ist die ge- sammte Mannschaft gerettet worden.— Es ist ausfällig, dast diese Unfälle in neuerer Zeit der deutschen Marine so oft zu- stoßen, während dergleichen von englischen und ftanzöfischen Schiffen ungleich seltener bekannt wird. Magdeburg, 15. Dezember. Die auf gestern Abend in der Flora anberaumte öffentliche Versammlung, in wel« cher der sozialdemokratische ReichstagSabgeordmte Schu- macher aus Solingen über das„UnfallverficherungSgesetz" und„GewerbeschiedSgerichte" sprechen sollte, auf Grund deS Gesetzes über die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozial- demokratie verboten worden.— Daß eine Versammlung, welche fich mit den Werken der„posttiven" Sozialreform be- schäftigen wollte, verboten wird, ist recht bezeichnend. Oesterreich-Ungar«. Aus Pest, 14. Dezember, wird telegraphirt: DaS un- garische Unterhaus nahm mit 215 gegen 130 Stimmen den Gksetzentwurf betreffend die Verlängerung der Mandatsdauer auf 5 Jahre an.. — In Agram(Kroatien) wurde am Eonnabend der Kandidat der Oppofition, Derencin, mit einer Majorität von 9 Stimmen in den Landtag gewählt. Der Gewaltatt, mit dem die kroatische Regierung vor 14 Tagen noch in letzter Stunde den Wahltermin hinausschob, um für ihren Kandidaten noch gründlicher agittren zu laffen, hat also keinen Nutzen gebracht. Derencin war unter dem vorigen Banus Seftionschef, gehörte also zu den höchsten Regierungsbeamten. Als er von seinen Wählern begrüstt wurde, hiett er eine Ansprache, in welcher er hervorhob, dast er die Wahl nicht seiner Person, sondern den oppofitionellen Prinzipien verdanke. Durch diese Wahl protestire die Nation dagegen, daß Kroatim das Paschalik eines Fremden werde. Belgien. Die endlich erfolgte Erledigung der Frage, betreffend den Anlegehafen für die subventionirten Postdampfer, hat in Bel« gien große Befriedigung hervorgerufen. DaS offizielle„Jour- nal de Bruxelles" feiette, einer Privatdepesche der„Post' zufolge, die Wahl Antwerpens als einen Akt besonderer Freund- Siegftred warf einen Blick auf die Thüre, auch er war unangenehm überrascht, als er in dem Eintretende« Rabe erkannte. Herr von Barnekow begleitete ihn, die Biidr» traten auf den Tisch zu. an welchem der Justizrath saß, Rabe stellte seinen Freund vcr und nahm gegenüber dem Assesior Platz. Siegfried hätte sich am liebsten sofort entfernt, aber sein Stolz erlaubte ihm auch nicht, dem Gegner das Feld zu räumen, er fürchtete, dadurch de« Vorwurf der Feigheit auf sich zu lade«. Daß Rabe absichtlich gekommen war, um sich an ihm zu reibe«, ging schon aus seine« ersten Worten hervor. „Zst da« räthselhaste Verbrechen Ihne« jetzt auch klar geworden, Justizrath?" fragte er in spöttischem Tone. Der Justizrath zog die buschige« Braue« zusammen. .Welches Verbrechen?" erwiderte er. „Sie haben ja die Vertheidigung übernommen! Anderen Leute« ist e« längst klar, daß der Amerikaner die That begangen haben muß, e« ist immer so gewesen, daS Gericht muß einen Thäter haben, und sollte eS ihn an den Haare« herber- Derartige Redensarten glaube ich mir verbitten zu müffen," sagte Siegfried ernst.„Ob andere Leute an die Schuld eines Untersuchungsgefangenen glauben oder»rcht, hat auf die Untersuchung selbst durchaus keine« Einfluß, die Sache kann unerwartet eine andere Wendung nehmen." Eine lauernde, tückische BoShett lag in dem stechende« Blick, den Rabe dem Affesior zuwarf." Diese andere Wendung könnte auch ern FraSko zur Folge haben," erwiderte er.„Wenn man de« Karren ver- fahren hat, so ist e««ach meinem Dafürhalte» am besten, daß man dies ehrlich eingesteht."......,. „Das wäre eS allerdings," versetzte Siegfried, seine« Gegner fest anblickend,„schließlich kommt die Wahrheit doch an den Tag, trotz aller Machmatione« und Winkelzüge!" „Soll dieser Vorwurf mir gelten?" „Ich habe kein Recht, Ihnen eine« Vorwurf zu mache», aber wen» ich angegriffen werde, wehre ich mich meiner Haut." Rabe zuckte verächtlich die Achseln. schast der deutschen Regierung und als einen vorläufigen Be- weis intimer Annäherung Belgiens an Deutschland. Das belgische Ministerium hat fich nach einer anderen Meldung bei der Wahl Antwerpens ausdrücklich dazu verpflichtet, die deut- schen Dampferlinien von sämmtlichen Hafen, Lootsen- und son- stigen Abgaben freizulassen. Dänemark. Vor einiger Zeit wurde gemeldet, dast ein Kirchspielrath im nördlichen Jütland beim Amtsrath(Kreistag) angrfragt habe, ob die Kommune verpflichtet wäre, unter dem provisori- schen Finanzgesetze Steuern zu zahlen. Mit 6 gegen 4 Stimmen hat nun der Amtsrath die Frage bejaht und hinzugefügt, dast etwaige Weigerer zur Verantwortung gezogen werden können. Die gleiche Antwort ist mit 5 gegen 3 Stimmen einigen Kirch- spielräthen der Insel Langeland vom Amtsrath in Swendborg geworden mit dem Zusätze, dast, wenn die Kirchspielräthe ihre Pflicht nicht erfüllen und Unkosten durch Auspfändung und Prozesse entstehen, diese Unkosten nicht in die Rechnungen der Kommune gesetzt werden dürfen. G r o h b r i t a»« i e«. Parnell ist der Held des Tages. Er soll fich vor einiger Zeit, als seine Vorschläge in Bezug auf eine Selbstregierung Irlands von der englischen Regierung zurückgewiesen wurden, dahin geäußert haben:„Wenn die Herren nicht wollen, daß wir uns regieren, gut, dann werden wir fie regieren." Parnell hat Recht gehabt, der Moment, wo die Jrländer ausschlag- gebend find, ist da. Von beiden Seilen, von liberaler sowohl als von konservativer, buhlt man um seine Gunst. So wird aus London gemeldet:„Zwischen Gladstone und Parnell schweben Unterhandlungen, welche bezwecken, ein Amendement zur Adresse zu Gunsten der Homerule für Irland zu beantragen, das die liberale Oppofition und die Parnelliten gegen die Regierung vereinigen würde. Sollte eine solche Vereinigung bewerkstelligt und die Regierung dadurch ge- schlagen werden, so dürfte Salisdury nicht demcsstoniren, son- dern daS Parlament auflösen, und zwar auS dem Grunde, weil das gegenwärtige Parlament ohne ein Mandat in Bezug auf. irische Homerule gewählt worden ist."— Was die Parnelliten unter„Homerule" in Irland verstehen, hat Mr. T. P. O'Connor, der als die rechte Hand Parnell's gilt, neulich einen Interviewer von der„Pall Mall Gazette" er- läutert. Irland soll wie Kanada sein. Im ReichZparlament sollen keine irischen Mitglieder fitzen. Ferner soll Irland keine Beittäge zu den ReichsauSgaben liefern und leinen An- theil an der Nationalschuld haben.— Es läßt fich kaum an- nehmen, dast durch eine Pariamentsauflösung ein wesentlich andere« Resultat erzielt wird, die irische Paitei wird ficher nach wie vor ausschlaggebend sein und man wird wohl oder übel mit derselben rechnen müffm. Egypten. Die kriegerischen Unruhen an der Südgrenze von Egypten dauern fort. Aus Kairo wird von gestern ge chrieben: Am Sonnabend griff eine aus etwa 3000 Mann bestehende Schaar Aufständischer das zwei Meilen nördlich von Koshay gelegene Mograkeh an: die aus 200 Egyptem bestehende, von einem englischen Offizier befehligte Besatzung warf aber den Feind mit beträchtlichem Verluste zurück, die Egypter hatten 4 Todle und Verwundete. Das Gerücht, dast wegen der bedenklichen Lage der Dinge eine Räumrng von Wavyhalfa möglich sei, erscheint durchaus unbegründet, vielmehr ist von der Möglich- keit einer Wiederbesetzung von Dongola die Rede.— Man darf nicht vergessen, dast diese Siegesnachricht aus englischer Quelle stammt. Amerika. AuS New- Nor!, 2. Dezember, läßt fich die„Nordd. Allg. Ztg." schreiben:„Unbekümmert um die Trauer, in welche das Land durch daS urplötzliche Hinscheiden des V'zevräfidentcn. Hendricks gestürzt worden, setzen die Ardeiter-Organi/� sationen der Vereinigten Staaten mit Eifer die Vorberei- tungen für den giosten Schlag fort, den fie am nächsten ersten Mai zu führen gedenken. Allem Anschein nach wird an dem gedachten Tage ein Kampf zwischen Arbeit und Kapital ent- brennen, wie er gewaltiger nie zuvor auSgefochten wurde. Es handelt fich um nichts Geringeres, als um einen allgemeinen Arbeiterausstand in der ganzen Republik behufs Erzwingung deS a ch t st ü n d i g e n A r b e i t s t a g e S. Die Gewerkschaf- ten(Trades Unions), die Knights of Labor(Ritter der Arbeit), eine Geheimorganisation, welcher über 100000 Mann angehören, die Sozialisten und auch die Anarchisten agitiren in ihrer Weise für den General-Streik. Bis auf die Anarchisten wollen fich Alle darauf beschränken, so lange zu feiern, bis die Arbeitgeber den achtstündigen Arbeitstag einführen. Die An« archisten dagegen predigen in ihren Organen, man müsse am 1. Mai bewaffnet in die Straßen steigen, um für alle Even- tualitäten vorbereitet und namentlich im Stande zu sein, den Fottbetrieb der Fabriken, Eisenbahnen u. s. w. mit Hilfe von Leuten, die der Acht-Stunden-Beweaung fich nicht anschließen mögen, gewaltsam zu verhindern. Die Folgen eines General- Streiks laffen fich gar nicht absehen. Das Kapital wird fich entschieden weigern, die am 1. Mai zu stellende Forderung zu „Was käme dabei heraus, wenn ich Sie angreifen wollte!" erwiderte er.„Ich habe damals mir erlaubt, Sie vor Uebereilung zu warne», Sie hörten nicht auf die War- nung, weil Sie Karriere machen wollte«, jetzt kümmere ich mich nicht weiter darum, ich habe kein Interesse an der Sache." „Wirklich nicht?" fragte Siegfried, dem da« Blut heiß in die Stirne stieg,„vielleicht weiß ich das besser." „Was wollten und könnten Sie wisse»?' entgegnete Rabe. „Das werde ich Ihnen nicht verrathen!" „Pah, Vermuthunge«, die aus der Luft gegriffen find! Die al e Feindschaft sollte man endlich vergessen, sie hat keine Berechtigung mehr, seitdem der Herr Oberst die Erb- schaft seines Bruder« angetreten hat." „Ich glaude, wenn Sie diese Mahnung an die eigene Adresse richten wollten, so wäre das richtiger." „Anch diesen Vorwurf weise ich zurück!" „Das ist allerdings das kürzeste Verfahren, aber widerlegt wird dadurch nichts," sagte Siegfried. „WaS verpflichtet mich denn, ihn zu widerlegen?" brauste Rabe auf.„Ich erinnere mich nicht, Ihnen ei« böses Wort gesagt zu haben, wohl aber haben Sie mir gegenüber stets da« Bestrebe« gezeigt, meiner Schwester Mißtrauen gegen mich einzuflößen. Sie verlangen, daß ich Ihnen da« gerade heraus sage, und ich sebe nicht ein, weshalb ich ein Blatt vor den Mund nehmen soll. Die unschuldigsten Er- eignisse mußte« einer gerichtlichen Untersuchung unterzogen werden, ein Zeugenverhör folgte dem andern, und an lede« Zeuge wurden Fragen gerichtet, die auf meine Person Bezug nahmen." „Sie werden mir erlauben, das als eine Unwahrheit zu bezeichnen," erwiderte Siegfried de« Kopf zurückwerfend, „ich habe mich stets streng an meine Amtspflicht gehalten, und Niemand hat das Recht, mir daraus einen Vorwurf zu machen. Haben Sie nachträglich die einzelnen Zeugen über meine Fragen und ihre Antworten ausgeforscht, so muß ich das seltsam finde», Sie hatten ja, wie Sie selbst behaupten, mit der Sache nichts zu schaffen." erfüllen. Legen dann die organistrten Arbeiter, einige Hunderttausend, die Arbeit nieder, so wird man, wie gelegent- lich anderer Ausstände, versuchen, den Betneb der Fabriken mit Hilfe der(weit zahlreicheren) nicht organifitten und ferner der jetzt beschäftigungslosen Leute aufrechtzuerhalten. Da Hunderttausende augenblicklich ohne Arbeit find, gelingt dieser Versuch, falls die Autstän?igen bei ihrer Abficht, ruhig zu feiern, stehen bleiben. Das werden fie aber nicht thun. Vielmehr ist zu befürchten, dast fie, namentlich wenn die An- archisten mit„gutem Bcispiel" vorangehen, eS g-nau so machen, wie die Streiter während des großen Eisenbahnstreiis im Jahre 1877. Wenn nicht geeignete Vorkehrungen getroffen werden, dürften die Ausständigen, wenn fie von einer Niederlage be- droht werden, die fast unausbleiblich ist, zur Gewalt ihre Zuflucht nehmen. Es kann leicht zu dem von den Anarchisten „Herbeigesehnten" blutigen Maireigen lommen, bei welchem die Mulattin Parsons, eine anarchistische Rednerin, mit ver die amerikanische Presse fich neuerdings recht häufig beschäftigt, die Rolle der Mailönigin spielen könnte."— Die„Nordd. Allg. Ztg." hatte noch vor einigen Tagen den traungen Muth, in ihren Spalten zu behaupten, daß die Einführung des Maximalarveitstages die„Freiheit" der Arbeiter beschränken unv ihren Lohn' gewallig schmälern werde. Merkwürdig ist es nun doch gewiß, dast die Arbeiter auf dem ganzen Erdenrund, soweit fie als organifirte und aufgeklärte Arbeiter in Betracht kommen, durchweg den gesetzlich fixirten Arbeitstag fordern und ihn mit aller Energie zu erreichen suchen. Mit der„Freiheit", welche da? gouvernementale Organ meint, muß es somit doch einen Haken hab-n. parlamentarisches. — Die Arbeiterschutz-Kommission trat gestern in eine allgemeine Debatte der von den Sozialdemokraten beantragten gewerblichen Vertretung ein. Der Antrag Auer theilt Deutschland in Bezirke von 200 000—400 000 Einwohner. Für jeden dieser Bezirke wird eine Arbeitskammer gebildet und zwar zur Hältte aus den Arbeitgebern und zur Hälfte aus den Arbeitern. Aus dieser Ardeitskammer geht daS Arbeitsamt hervor. Ueber allen Arbeitsämtern steht das vom Bundesrathe zu organifirende Reichs- Arbeitsamt. Edenfalls aus der Arbeits- kammer heraus wird das Schiedsgericht gebildet. Die Befug- nist des Arbeitsamts besteht im Wesentlichen in der Ueber« wachung der Arbeiterschutzbestimmungen. Die ArbeitskammerN haben die Arbeitsämter in jeder Beziehung zu unterstützen, fit stellen Untersuchungen über alle gewerblichen Interessen an, fie setzen auf Antrag Betheiligter Äinimallöhne fest, fie find die Berufungsinstanzen gegen die Urtheile des Schiedsgerichts. Die sozialdemokratischen Mitglieder der Kommisston betonten, daß eine anderweitige Füisorge für die durch die von ihnen vor- geschlagene Organisation zu erreichenden Zwecke bisher über- Haupt doch nicht oder doch nicht irgendwie ausreichend vor- banden ist. Die Gegner beliebten wieder, auf die UnaussM- barkeit der vorgeschlagenen Mastregel hinzuweisen. Sie meinte»' man werde besser zum Ziele kommen, wenn man spezialifirend Einrichtungen zur Wahrnehmung der Interessen der Arbeiter treffe, wie dies z. B. in den Bestimmungen des Unfallgesetzes über die Vertretung der Arbeiter bereits geschehen sei. Z>ver sächfische Redner destritten die Kompetenz des Reiches zu einer derartigen einheitlichen Regelung der Uederwachung deS Arbeiter- schutzeS, nre Jpp sozialdemokratische Anttag dies wolle. Em Beschluß wWM nicht gefaßt. Kokales. �Sine Anzahl Umwohner und Adjazente« des Mag- urger Platzes haben an den Magistrat einen„Protest caen die Errichtung einer Markthalle auf dem Magdeburger Platz" gerichtet, in dessen Begründung es beißt:„1. Mittels Allerhöchster Kabinetsordre vom 26. Juli 1862 ist der Magdeburger Platz in Abtheilung IV. des Bebauungsplanes mit dem Buchstaben A. für immer als ein öffentlicher Platz bestimmt worden, und nur auf Grund dieser Kabinetsoidre ist derselbe vom Magisttat im Wege der Expropriation erworden und frei« gelegt worden. 2. Bei dieser Expropriation ist diese) Terrain aber auch nicht als Bauterrain, sondern als Straßen- res». Platztenain taxirt und bezahlt worden. Wohllöblicher Magistrat hat also ohnehin kein Recht, der in der Kabinetsordre enthalte- nen Bestimmung entgegen, Strastenterrain in Bauterrain ZU verwandeln, und würde dies auch eventuell zur Folge haben. die Vordefitzer nachträglich entschädigen zu müssen. 3. Nach unserem Ermessen kann daS Gesetz vom 2. Juli 1875 auf den vorliegenden Fall in keiner Weise in Anwendung kommen, denn, da der Magdeburger Platz überhaupt keine Baufluchten hat, so kann auch nicht von Festsetzung von Baufluchten die Rede sein! Es wäre hier Zssk obigen Umwandlung des freien Platzes in Bauterrain auch eine Neuschaffung von Baufluchten erforderlich, wogegen wir aber insbesondere protestiren! 4. Sollte aber dieser Platz schon von Hause aus seitens dcs Wohllöblichen Magistrats zum Bau einer Markthalle bestimmt gewesen sein, was indest der Rabe preßte die Lippe» auf einander, diesen Vorwurf hatte er sich durch seine eigene Unklugheit zugezogen. „Unnütze Aufregung!" warf der Justizrath unwillig ein.„Ende abwarten, werde« sehen wer Recht hat." „Aber um was handelt es sich denn eigentlich?" Barnekow, der dem Wortwechsel mit sichtbarem Erstaun- zugehört hatte.„Ich glaubte, zwischen de« Familien vo Stuckmann und Rabe herrsche jetzt Friede und EiaigWtz und nun—", „Sieh sehen ja, Barnekow, daß man den Friede««'j will!" unterbrach ihn Rabe ärgerlich.„Ich biete gern m Hand zur Versöhnung, aber wenn sie zurückgestoßen wiro, dann werde ich doch der Narr nicht sein, de» Frieden um jede» Preis zu erzwingen!"„.u „Sie haben ihn nie angeboten und nie ge«011'' erwiderte Siegfried,„und hätten Sie es gethan, und 0 Hand wäre zurückgestoßen worden, so würden 39» auch die Gründe, auS denen eS geschah, bekannt geweft sein." „Herr Assessor von Stuckmano, diese Worte— � „Kann und werde ich jederzeit vertreten, und wen«» es foroer» auch beweisen! Aber Sie werde» selbst wünsch' daß dies nicht in einem öffentlichen Restaurationslokal g Eine flammende Gluth überzog da« leidenschafil� verzente Gesicht Rabe'», auS de« glühenden Auge« tückische Blitze._„ u-< „WaS Sie damit sagen wolle«, muß Jedem klar geworden sein," erwiderte er;„ich hoffe Sie w mir die Genugthuuog nicht verweigern, die ich von% Ehrenmanne nach solcher Beleidigung fordern dort Damit erhob er fich, dem Freunde einen Wink g-ben� der ebenfalls von seinem Stuhle aufstand und hast'ö GlaS leerte. ,« rief „Die verweigere ich Ihnen ganz entschieden- � näher motivire, so kann das zu jeder Stunde und a Ort vor Zeuge» geschehen!" RaHneilotbre wegen nicht möglich ist, so muhten, um die Um« wohner des Platzes vor Täuschung und Schaven zu bewahren, auch die Baufluchten zur Zeit gleich festgesetzt und publtzirt werden. Eine nachträgliche Aufhebung oder Einschränkung duseS öffentlichen Platzes ist aber nach den Bestimmungen des § 78 Tit. 8 Th- I. des Allg. L. R. unzuläsfig und auf die vorhergehenden Paragraphen ff. l. v. nicht zu begründen, da hier ein öffentliches Jntereffe in diesem Sinne nicht berührt wird. 5. Das Markihallenwesen ist genau so wie das Schlacht« Hauswesen vom Magistrat als ein selbstständiges und fich selbst rcntirendes Unternehmen berechnet und ausgeführt worden, wie denn auch thatsächlich bis jetzt für alle Markthallen eigene Grundstücke erworben find. Die eventuell seitens des Wohl- löblichen Magistrats in finanzieller Hinstcht zu machenden Ein- Wendungen find aber umsomehr hinfällig, als das Untemehmen Nach den eigenen Aufstellungen der Magistrats-Kommiffarien nne solche Rentabilität aufweist, daß es auch hier den Ankauf eines eigenen Grundstücks sehr wohl ertragen kann. 3. Mit Rückstcht auf die oben angeführte Allerhöchste Rabinets Ordre und in Folge der Anlage und faktischen Exi- stenz des öffentlichen Platzes, haben die Adjazenten deffelben ihre Grundstücke und Baustellen theurer bezahlen müssen, waS selbstverständlich wiederum die Errichtung herrschaftlicher Häuser mit großen theuren Wohnungen involvirte. Da nun aber Niemand behaupten wird, daß man einer schon bestehen- den Markthalle gegenüber herrschaftliche Wohnungen für Ge> neräle, Senats« Präsidenten und Geheim« Räthe bauen würde —(find denn diese Leute aus anderem holz geschnitzt, wie gewöhnliche Sterbliche?)—, so wäre es auch andererseits unerhört, wenn man solchen schon bestehenden herrschaftlichen Wohnungen gegenüber nachträglich eine Markthalle bauen würde. Heute schon erklären einzelne Miether, daß fie einer Markthalle gegenüber und mit eingeschränkter Ausficht ihre Wohnungen dann nicht länger behalten können. Die Eigen« rhümer selbst bemühen fich schon jetzt, ihre Häuser noch bei Zeiten zu veräußern. Es steht elso zur Evidenz fest, daß die Errichtung einer Markthalle uns tief schädigen würde! 7. Die Anficht des Magistrats, daß die Markthalle, in schöner archi« lektonischer Form errichtet und mit Gartenanlagen versehen, dem Plap zur Zierde gereichen würde, muß umsomehr als un- zutreffend erklärt werden, weil Wohllöblicher Magistrat auch nicht einen einzigen Platz in der Stadt mit einer Markthalle «verziert" bat. Eine schön kolorirte Zeichnung giebt noch kei» nen Beweis ihrer Richtigkeit, so lange das Gegenstück, d- h. dasselbe Bild des Platzes ohne Markthalle, dabei fehlt. 8. In ästhetischer wie sanitärer Hinficht ist es auch ganz gleich« gilttg. in welcher Form und Größe die Halle errichtet wird. Der Name und das Faktum allein genügt schon, um unfern �9�« herbeizuführen, da statt des freien Platzes die Markt» lle, ein Herd der Verwesung von thierischen und vegetabi» chen Stoffen, eine Quelle zur Erzeugung ungesunder Lust vn seine Stelle treten würde.(Anderen Leuten wie Generälen, venatS' Präfidenten und Geheimräthen schadet daS Alles wahr» peinlich nichts.) Der mitten durch den Keller der projcktirten Halle führende Hauptkanal mst seinem Unrath von sechzig bis achtzigtausend Menschen macht das Projekt in ästhetischer wie >n sanitärer Hinstcht in hohem Grade bedenklich, indem der- stlde auf die neben und über ihm lagernden Lebensmittel kemesfalls ohne Einfluß bleibm kann! Die Lage deS qu. Kanals dürfte auch Einfahrten in die Halle nicht gestatten. 8- Die Markthallen in Paris, Frankfurt a. M. u. s. w. stefem den Beweis, daß der Geruch derselben schon auf 800 Schritt wahmehmbar ist. Ebenso werden die Um- wohner durch die An- und Abfuhr der Waaren theil- weise in ihrer nächtlichen Ruhe gestört. Die Umgebung dieser Hallen besteht dort denn auch nicht auS Herrschaft« «chen Wohnungen, sondern meistens aus kleinen Geschäften, sGtdiken u. s. w.(Aha!) Hierzu find unsere Häuser aber zu und nicht mehr einzurichten. 10. Wir Adjazenten des latzes fühlen uns auch durch die beharrliche Verfolgung dieses rojekteS umsomehr»etränkt und in der Parität verletzt, als gerade dreser ausbluhendste Staditheil Berlins allein unter diesem Vorhaben des Magistrats leiden soll! Weshalb soll denn nun gerade dieser Platz allein eine Ausnahme machen? Haben wir weniger Rechte, oder zahlen wir unsere Steuern nicht ebenso pünktlich als die Umwohner aller übrigen Plätze Berlins? Oeffentliche Plätze find doch eine Zierde der Stadt, Und der Westen von Berlin hat wahrlich kein n Ueberfluß an öffentlichen Plätzen!"— Trotz dieser Jeremiaden werden es nch die Herren Generäle, Senats-Präfidenten und Geheim- Räthe, die den Magdeburger Platz umgeben, gefallen lassen Müssen, daß, wenn die Nothwendigkett einer Markthalle da« selbst erkannt ist, ihnen wie den anderen Leuten eine solche vor die Nase hingcbaut wird. Wenn eine Markthalle wirklich auf 300 Schritte stinkt, so können jene Herrschaften ebensogut Mitriechen wie die Bewohner anderer Stadttheile. . Mit der„Freiwilligkeit" bei der Heraabe von Geld« veiträgen, welche in Beamtenkreisen zu dem Zwecke gesammelt werden, um einem Vorgesetzten zu seinem Dienfijubilaum oder »us anderer festlicher Veranlassung ein Andenken zu überreichen, 'st eS oft ein eigen Ding. Da werden kostbare Geschenke ge« „Sie werden mir Genugthuung geben!" erwiderte Rabe, wild auffahrend,„Sie werden nicht den Muth habe», fie iu verweigern.* Er stürmte hinaus, ohne eine Antwort abzuwarten. Barnekow grüßte höflich und folgte ihm. Draußen blieb er stehen, er athmrte einige Mal tief Und schwer auf, dann schob er seinen Arm in den des meundes.„Poltron!" sagte er mit bebender Stimme.„Ich Werde ihn nieverschieße«!* .Wissen Sie das so sicher?" fragte Barnekow in Zweifelndem Tone..Nimmt er die Herausforderung an, so hat er den ersten Schuß „Gleichviel, ich weiß, daß ich mein Ziel nicht fehle!" „Und wenn er nun, wie er das bereits erklärt hat, sie Vicht annimmt?" .„Er muß! Barnekow, ich begreise nicht, daß sie diese» Zweifel hege» können. Sie sind doch auch Edelmann, als solcher müsse« Sie die Gesetze der Ehre kennen." ..Hm, die Anschauungen über das Du-ll sind sehr ver- schiede», wir lebe» nicht mehr im Zeitalter Ludwigs des vierzehnten." Gut, wer das Duell fürchtet oder aus anderen Gründen �"e Herausforderung nicht annehme« will, der soll sich auch Beleidigungen hüten." „Haben Sie denn nicht zuerst das Feld persönlicher Beleidigung betrete»?" erwiderte Herr von Barnekow vor» ?.urfsvoll.„Zch gestehe Ihnen offen, Rabe, die ganze Jache erscheint mir wie eine Provokation von Ihrer Seite. wollten de» Asseffor zu einer Beleidigung zwingen, die 14 zu einer Herausforderung berechttgte." ,.Nehme» Sie an, es sei so, wird dadurch die Sach- "ge geändert?" entgegnete Rabe spöttisch. v.«Das behaupte ich nicht, aber Zhr Verfahre« erhalt -durch etwas Gehässiges—" r t i.«Ich akzeptire diese Bezeichnung, gebe Ihnen aber da- zu bedenke», daß mein Haß herausgefordert und bei ».her Gelegenheit genährt wurde. Zch möchte wiffen, was w thäten, wenn Sie fortwährend gereizt würden!" h,«Sch würde Denen, die mich reizen wollen, einfach aus m Wege gehen, Sie aber suchen den Gegner auf." macht und es wird dann die Freudigkett und Opferwilligkeit gerühmt, mit der die unterstellten Beamten dem hochverehrten Vorgesetzten ihre Liebe und Verehrung zu erkennm gegeben habm. Man muß aber nur wissen, wie die„freiwilligen" Bei- träge der Beamten oft zusammengebracht werden. Zuerst aller» dings giebt man den Beamten anHeim, freiwillig zu einem Ge- schenke beizutragen. Stellt fich dann herau?, daß die fteiwilligm Beittäge nicht ergiebig genug für ein„würdiges" Geschenk fließen, so nimmt ein Vorgesetzter die Sache in die Hand und weist in einem Zirkular an die unterstellten Beamten darauf hin, daß das Dekorum doch ein anständiges Geschenk erheische, zu dem mindestens so und so viel, sagen wir 3000 M.(!), erforderlich sei, und daß diese Summe sich am besten aufbringen lasse, daß jeder Beamte fich daran mtt einem bestimmten Pro- zentsatz seiner nächsten Gehaltsbezüge, mit'/«, Vi oder wohl gar V, pCt„ betheilige. Es bedarf keiner Ausführung, daß eine solche Sammlungsmethode, bei welcher auf die betreffenden Beamten geradezu ein Zwang ausgeübt wird, durchaus unzu- läsfig ist' denn wieviel Beamte find unabhängig genug, um nach solcher Aufforderung eines Vorgesetzten noch ihre Bethel- ligung abzulehnen! Die beizuttagenden Anrheile find für viele der Betheiligien, besonders für solche mtt niedrigem Gehalt und zahlreicher Familie, keineswegs unerheblich, zumal wmn dieselben zu einer Zeit gefordert werden, wo diesen Beamten auf Anordnung des betreffenden Ressortministers die bis jetzt üblich gewesenen Weihnachtsgratifikationen zum ersten Male entzogen werden sollen. Es wird nur dieser Anregung bedürfen, um die detreffenden Instanzen zu veranlassen, darauf aufmerksam zu machen, wie unangebracht eine solche Presfion auf die„fteiwillige" Opferfteudigkeit der unterstellten Beamtm für Jubiläumsgeschenke Vorgesetzter ist. Zum Thett wird diesen Rückfichten schon Rechnung getragen. Wenigstens ist uns bekannt, daß der Chef einer großen Behörde hier in Berlin eS grundsätzlich ablehnt, Aufforderungen zu Beiträgen, zu welchem Zwecke auch immer, bei seinen Angestellten ztrku- liren zu lassen und auch nicht zuläßt, daß solche Sammellisten von anderer Seite unter den Beamten seiner Zuständigkeit in Umlauf gesetzt werden. Dies Verfahren verdient zweifellos allgemeine Billigung und Nachfolge.— So schreibt die„Voss. Zeitung". Wir find mit ihr in dieser Beziehung vollkommen einverstanden, nur finden wir es sonderbar, daß in ihren Aus- führungen nur auf die Beamten Rückstcht genommen wird. Uns find verschiedene„feierliche" Gelegenheiten bekannt, bei welchen auch Arbeiter von Seiten ihrer Fabrikherren in ganz ähnlicher Weise zu„freiwilligen" Beiträgen gepreßt wurden. Diese feierlichen Gelegenheiten find noch zu frisch in aller Gedächtniß, als daß an fie besonders erinnert zu werden brauchte. Zur Päpke'schen Mordaffaire schreibt man der„Voss. Ztg.": Der Kellner Kreuzberger ist bereits auf Requifition des Landgerichts I im Amtsgefängniß zu Duderstadt vernommen worden. Sein Verhör erfolgte durch den Kriminal- Inspektor von Meerscheidt- Hülleffem. Ueber die Aussage Kreuzberger's verlautet noch nichts Bestimmtes. Von der ursprünglichen Ab- ficht, denselben von Hannover nach hier zum Zwecke einer Kon» rontation mit Kowalski überzuführen, scheint man Abstand ge« nommen zu haben. Daraus würde folgen, daß Kreuzberger's Angaben für die Uebersührung des vermuthlichen ThäterS keines« wegs erheblich find. DaS Verbrecher-Album ist jetzt um die Photographie einer Erzgaunerin, der berüchttgten Schauspielerin— Tänzerin — Juliane Gries, die fich auch unter den Namen Elsa von Holleben Baumgarten und anderen sowie dem Schauspieler- namen Grieger-Morini seit mehr denn einem Jahre hoch- stapelnd umhcrgetrieben hat, bereichert worden. Nachdem wegen verschiedener Schwindeleien Steckbriefe von den Staatsanwalt- schaften in Bremen, Lübeck, Hannover, Berlin und jetzt auch von Koblenz hinter der abgefeimten Gaunerin erlassen find, ist ihre Photographie durch die letzte Nummer deS hier erscheinen« dm Zenttal-Polizeidlatts vervielfältigt wordm und sämnttlichen Polizeibebördm zugeschickt. Es scheint hiemach die Angabe, fie sei in Paris ergriffen, unrichtig zu sein. Im übrigen können wir dem noch hinzufügen, daß die GrieS in letzter Zeit mehrfach in Gesellschaft eines MustldirettorS Hartenstein aus SonderShausen gesehen worden ist. In einer üble« Lage befinden fich die Vereine, welche es bisher versäumt haben, geeignete Lokalitärm für ihre Win« tervergnügungen zu akquiriren, denn die Terminkalender der Lokalbefitzer weisen nur noch eine ganz geringe Anzahl von freien Tagen auf. Es ist fast unglaublich, wie vorsichtig manche Vereine zu Werke gehen, fich günstige Tage für ihre Winter- Arrangements zu sichern. Der Sonnabend ist ohne Zweifel der zur Abhaltung von Vergnügungen geeignetste Tag. Man giebt sich mit einer doppellen Lust den Fettesfreuden hm, wenn man die süße Gewißheit hat, am andern Morgen unumschränk- ter Herr seiner Zeit zu sein und recht lange von den Strapazen der vorhergegangenen Nacht ausruhen zu können. Nach den Erfahrungen aller Leute, welche jemals einem Festkomitee anzu« gehören die Ehre hatten, find die Bälle, Kränzchen rc., welche deS Sonnabends arrangirt werden, bei Weitem die besuchtesten. Das lebhaste Bestreben aller Vereine geht deshalb dahin, sich „Um dm ewigen Reibereien ein Ende zu machm." „Der Grund scheint mir doch tiefer zu liegen," sagte Barnekow kopfschüttelnd,„ich glaube. Ihr Haß gilt mehr dem Untersuchungsrichter, als dem Neffen Ihrer Schwester." „Was berechtigt Sie zu dieser kühnen Schlußfolgerung?" „Der Wortwechsel, den Sie mit ihm hatten." „Sie Urtheilm sehr rasch, aber ich nehme Ihnen das nicht übel," erwiderte Rabe achselzuckend.„Ich gebe zu, daß die zähe, verbissene Hartnäckigkeit, mit der dieser Affessor einem Schuldlosm ein schweres Verbrechen aufbür- de« will, mich im höchsten Grade empört. Die Motive lieam ja klar auf der Hand, er will sein Unrecht nicht ein- gestehe» und daneben diesen Fall benutze», um Karriere zu machm. Pah, lehren Sie mich diese Sorte nicht kennen, Barnekow, fie widert mich an." „Fürchtm Sie, in unliebsame Berührung mtt ihr kommm zu können?" spottete Herr von Barnekow. „Diese Besorgniß wäre kindisch." „Na, na, ich habe schon meine besonderen Gedankm darüber gehabt, wie Sie e« wohl ermöglicht haben möchtm, so rasch in dm Besitz von sechstausend Thalera zu kommm." „Wirklich?" erwiderte Rabe höhnisch.„Daß Sie darüber sich den Kopf zerbrochm haben, war sehr über- flüssig. Sie hatten die Gewogenheit, mir Daumschrauben auszusetzen, da mußte ich wohl dafür sorgen, daß Sie be- friedigt wurden." „Und woher nahmen Sie das Geld?" „Da« kann Sie im Grunde genommen wenig kümmer»; übrigens glaubm Sie nicht, daß ich gar keine Reserven habe! Zhven mag da« allerdings wunderbar scheinen—" „Durchaus nicht," fiel Barnekow ihm in'S Wort,„hat jeder General seine Reservetruppm, weshalb sollte fie nicht auch eine Gmeralin haben!" „Barnekow!" sagte Rabe warnend. „Denken Sie nicht gleich, daß ich Sie beleidigen wolle, Sonnabende für ihre Festlichketten zu sichern, und eS ist durch- auS nichts Seltenes, daß besonders vorsichtige Veranügungs» räthe bereits im Sommer Verträge für den kommenden Wm- ter mit Lokalbesttzem abschließe«. Glücklich die Vereine, welche so rührige und weitsehende Komiteemitglieder besitzen; ihre Kränzchen werden stets besucht sein und ihre Kasse wird nie ein Defizit aufweisen. DaS Interesse für Neubelebung des Badewesens tritt mehr und mehr hervor, seit durch die Anregung der Hygiene-Ausstellung die Bedeutung desselben wieder nahe gerückt war. Namentlich war es daS bekannte auf der AuS« stellung in Betrieb gehaltene Lassar'sche Volksbad, welches die Popularistrung der körperlichen Reinlichkeit unter den arbeiten- den Klassen anbahnen half. Es trat ein Komitee zusammen, um die Errichtung von Volksbrausebädern auf öffentlichen Plätzen anzustreben. Gleichzeitig hat der Verein für Volks- bäder bekanntlich in der Höchsten-Sttaße eine Badeanstalt ge» führt, welche zeigte, daß man bei einem Preise von 25 Pf. pro Wannenbad(mit Seife) das Institut seit 14 Jahren selbst er» halten konnte. Beiden Gesellschaften hat der Magistrat die unentgeltliche Benutzung städtische Plätze in Ausficht gestellt und kürzlich die Einsendung positiver Vorschläge gefordert, da die Errichtung von VolkSbadcanstalten für die Gemeindever» waltung immer dringlicher werde. Da nun bewe Vereini» gungen ganz gleich gerichtete Bestrebungen verfolgen, so haben dieselben beschloffen, gemeinsam vorzugehen, die Fusion ist in einer Versammlung tm Rathhause am Freitag erfolgt.— Besser wäre es jedenfalls, die städtischen Behörden würden der Lösung dieser Frage dadurch näher treten, daß die Errichtung von Volksbädern direkt durch die Kommune erfolgte. Leider aber scheint dazu, wie gewöhnlich daS richtige Verständniß zu fehlen. Auf eine bisher noch unaufgeklärte Art und Weise Snd am Sonntag einem Pferdedahn-Schaffner der Linie sioabil-Moritzplatz die sämmtlichen Reserve-Block-BilletS ge« stöhlen worden. Die Billets in Summa für etwa 150 Mark befanden fich in einem Leinwandbeutel unter einer der Sitz- hänke. Hier muß wohl ein Gauner den Beutel entdeckt und in der Annahme, daß Werthgegenstände darin verborgen, den- selben unbemerkt mit sich genommen haben. Die gestohlenen BilletS find für den Dieb ganz werlhlos, da dieselben seitens der Gesellschaft sofort kür ungiltig erklärt wurden. Bewegung der Bevölkerung Berlins nach den Ver- öffentlichungen des stattstischen Amts der Stadt. Die fortge» schriebene Bevölkerungszahl betrug am 21. November inkl. der nachträglichen An- und Abmeldungen 1 302 038, hat fich demnach gegen die Woche vorher um 970 Seelen vermehrt. In der Woche vom 22. bis 28. November wurden polizeilich ge» weidet 2398 zugezogene, 1705 fortgezogene Personen; standesamtlich wurden 274 Ehen geschlossen. Geboren wurden 838 Kinder, und zwar lebend: 389 männliche, 417 weibliche, zusammen 806(darunter 89 außereheliche), todt 15 männliche, 17 weibliche, zusammen 32(darunter 6 außereheliche) Kinder. Die Lebendgeborenen, aufs Jahr berechnet, brlden 32,3, die Todtgeborenen 1,3 pro Mille der Bevölkerung, die außerehelich Geborenen 11,34 pCt. aller in der Woche Gedormen, davon die bei den Lebendgeborenen 11,04, die bei den Todtgeborenen 18,76 pCt. In der kgl. Charitee und Entbindungsanstalt wurden 33 Kinder geboren. Gestorben(ohne Todtgeborene) find 537, nämlich 266 männliche, 271 weibliche Personen. Von diesen waren unter 1 Jahr alt 159(inkl. 35 außereheliche), 1 bis 5 Jahre 120(inkl. 9 außereheliche), 5-15 Jahre 31, 15 biS 20 Jahre 7. 20-30 Jahre 36, 30-40 Jahre 45. 40-60 Jahre 70, 60 bis 80 Jahre 63, über 80 Jahre 16. Die Sterbefälle beim Alter von 0 biS 5 Jahren machen 51,96 pCt- sämmt- licher in dieser Woche Gestorbenen aus. Von den im Alter unter 1 Jahr gestorbenen Kindern starben 52 im ersten, 23 im zweiten, 18 im dritten, 14 im vierten, 7 im fünften, 4 im sechsten, 41 im siebenten biszwölften Lebensmonate: von denselben waren ernährt 29 mit Muttermilch, 1 mit Ammenmilch, 84 mit Thiermilch, 1 mit Milchsurrogaten, 12 mit gemischter Nahrung, von 32 war eS unbekannt. Todesursachen waren besonders: Lungenschwindsucht(67), Lungenentzündung (44), Bronchialkatarrh(29), Kehlkopfentzündung(20), Krämpfe (40), Gehirnschlag(28), Gehlrn- und Gehirnhautentzündung(18), Krebs(13), Alterschwäche(16), Lebensschwäche(32), Abzehrung (17), Masern(14% Scharlach(12), Diphtherie(46), Typhus(2), Diarrhöe(7), Brechdurchfall(4), an anderen Krankheiten starben 125 und durch Selbstmord 3, davon durch Vergiftung 0, durch Erschießen 0, durch Erhängen 3, durch Erstechen 0. Die Sterblichkeit der Woche auf das Jahr berechnet, kommen durch- schnittlich auf 1000 Bewohner in Berlin 21,5, in Breslau 20,3, in Frankfurt a. M. 16,2, in Köln 24,1, in Dresden 21,1, in München 26,6, in Bremen 22,2, in Stuttgart 23,4, in Wien 23,3, in Paris 24,0, in London 20,6, in Liverpool 23,8. In der Woche wurden dem Polizeipräsidium gemeldet als erkrankt an Typhus 13, an Masern 120, an Scharlach 49, an Diphtherie 176, an Pocken 0. In den 9 größeren Krankenhäusem wurden in der Berichtswoche 770 Kranke aufgenommen, davon litten an Masern 8, an Scharlach 13, an Diphtherie 48, an Typhus 7, an Ruhr 6. Es starben 115 Personen oder 21,4 pCt. aller in der Woche Gestorbenen: als Bestand verblieben 3808 Kranke. wie könnte das überhaupt in meiner Absicht liege»! Zch wollte ja nur die Besorgniß aussprechen—" „Lassen wir da«! Sie haben Ihr Geld, damtt ist die Sache abgemacht. WaS würden Sie sagen, wenn ich zweifeln wollte?" „Zweifeln? Woran?" „Daran, ob das Glück in jener Nacht Zhne« wirklich so unverschämt günstig gewesen ist!" „Sie wolle« mir den Vorwurf machen, ich habe da» Glück korrigtrt?" „Golt bewahre! Aber steigen solche Zweifel nicht auch in Zhnen auf, wenn Sie ein solches Pech gehabt habe«?" „Niemals." „Pah, weshalb wollen Sie da« leugnen?" erwiderte Rabe ironisch.„Zch fürchte den Untersuchungsrichter nicht." „Zch habe ebenfalls keinen Grund dazu. Aber weshalb wollen Sie ihn niederschießen?" „Weil er mich beleidigt hat. Zch hätte das Geschäft gern Ihnen überlassen, Barnekow, aber Sie verstanden e» leider nicht, die Gunst Arabella'« von Etuckmann zu ge» Winnen. Ich hatte von der ersten Begegnung einen bessere« Erfolg erwartet." „Und wenn ich damals gewußt hätte, was ich heute weiß, würde ich keine Rolle in dieser Komödie übernommen haben," erwiderte Herr von Barnekow.„Daß Frau von Stuckmann den größere» Theil ihres Ver« mögen« ihrem Schwager abtreten mußte, verschwiegen Sie mir." „Weil es mir selbst damals noch nicht be« kannt war." „Und gesetzt nun, Sie schieße» den Assessor nieder, was wird au« dem schönen Projekt, von dem Sie eine glänzende Zukunft erwartete«? Sie werden sofort fliehe« müssen—" (Fortsetzung folgt.) Grosse Sirickgarn- und arei-Fabrlk £tamcnftr. 166 n v; n t. v w e a Orötttenflf. 1 66 Zarterre«. 1. Etage. Parterre«. 1. Etage. Etage. Parterre Filialen: 1. Alexanderstraße 69 am Alexander-Platz. 2. Jnvalidenstraße 112, Ecke Ehausseestraße. s Oranienstraße 297, vü-ä-TiB Manteuffelstraße. ä. Skalitzerstraste 198 Tücher in Zephyr, Castor, Plüsch, Shenille, Mohair, Mooswolle «d Velour in allergrößter Auswahl. Dam»«-«nd Kinderwest»« mit»nd ohne Aermel von 1 Mark a» bis pa den feinsten Qualitäten. Gehäkelte und gestrickt» Kleidch»«, ISckch»«, Dam»«-«. Ki«d»r.N«t»rrSck< in allen»lvdernen Farben. Verkälts nach Gewicht. Kittder-Tricots in Wolle, Vigogne und Baunnvolle von 60 Pf. an. Eamifols, Beinkleider und Kchweiß socke«, System Jäger, *a Original» Preise». 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Zta.", welcher folgendermaßen beginnt: „Die Sozialdemokraten sprechen die Anficht aus, daß die ganze Soztalreform, welche bisher theils bereits durch. gefichrt, theils weiter vorbereitet wird, nichts weiter be. deute als ein Geschenk, welches man den Arbeitern mache, indem man die Mittel dazu eben den Arbeitern aus den Taschen entnehme. Ganz begründet ist diese Anschauung nicht, da die Albeitgeber in einem starken Maße zur Unfallverficherung und Unfallentschä. die un g herangezogen werden. Aber wenn dt-selbe auch vollkommen begründet wäre, so würde man das der Geiehgebung zum Grunde liegende Prinzip nicht ver- werstich finden dürfen, sondern müßte es grade als einen Vorzug derselben betrachten, auch wenn man die Durchführung aus anderen Gründen für verfehlt er- achtete." Das Blatt führt nun weiter auS, daß der Grundsah nach welchem die Arbeiter die Verficherung ihres Lebens und ihrer Gesundheit auS eigenen Mitteln bewirken sollen, der »nzig richtige Weg sei, da die ökonomische„ E e l d st st a n- oigkeit" und die Sicherung gegen die demüthigende «rmenpflege dem Arbeiter verioren gehe, wenn er bei Unglücks- Men auf die Mildthätigkeit seiner Mitbürger angewiesen sei. diesem Grundsatze, rmint das Blatt, widerspreche es nicht, wenn die Unternehmer durch des Gesetz genöthigt wer» °en, für Unfälle aufzukommen, welche fich bei der Benutzung von ihnen aufgestellten, durch mechanische Kräfte in Be- wegung gt sitzten Maschinen ereignen. Der Arbeiter, wel> wer hier beschäftigt wird, hat es nicht immer in seiner Gewall, °i« Maschine so zu lenlm, wie daS Handwerkszeug, welches er mit der Hand regiert. Die Gefahr, welche er läuft, wenn er der die Maschine bewegenden mechanischen Kraft fich �paffen soll, rechtfertigt die Haftpflicht dessen, dem diese Kraft gehört und dient. In diesem jfolle ist eS nicht die Pflicht des Arbeiters, selbst für seine Sicherung zu sorgen, und zwar aus dem einfachen Grunde, Keil er dieS nicht vermag. Naturgemäß g,ht damit diese Pflicht auf den Unternehmer über, der das Rifiko zu wagen hat. Und nun jammert daS Organ der Großindustriellen dar« Uber, daß die Unfallverficherung eigentlich zu weit gehe, man hatte den Belheiligten überlassen sollen, fich da zu verfichern, wo'hnen die meisten Vorih-ile geboten würden, daS heißt also: Die staatliche Unfallversicherung hätte unterbleiben wüfien.„Man konnte— so heißt es wörtlich— den Belheiligten wohl überlaffen, die Verficherung gegen die Ge- fahren da zu suchen, wo eS für fie am vorilieilhastesten war, und waS die Verficherung der Ardeiter gegen Krankheit, Ar UtSunfSbigkeit und dergleichen detrifft, so hätte es genügt, da Me Versicherung drn Ardeitern überlaffen bleiben muß, die ."wernehmer dafür verantwortlich zu machen, daß fie keinen Ar- Detter beschäftigen, der nicht ordnungsmäßig und genügend v.lstchert ist." Im Weiteren wendet fich der Artikel auch gegen die For- verung deS Normalarbeitttages, den Minimallohn rc., welche, b» durch deren Einführung den Arbeitern auf Kosten Anderer Geschenke gemacht werden sollen, als Unsittlich bezeichnet werden. Eo kommt der Artikel zu bem Schluß: „Welcher Unterschied besteht ferner zwischen dem Arbeiier, der auf Kosten Anderer höheren Lohn er« preßt, und zwischen dem Feudalherrn, der seine Leid- eigenen und Fröhner für sich ardetten und steuern läßt, um gemülhlich auf ihre Kosten ein anspruchsvolles Leben führen zu können? Der sozialdemokrattsche Staat ist genau eben so unfittlich, wie es der Feudalstaat gr- wesen ist, und die Forderungen, welche jetzt von Seifen der Sozialdemokratie aufgestellt, von Anderen unterstützt werden aus allerlei Gründen, find dazu bestimmt, diesen unfittlichen Staat vorzubereiten, und darum find fie selbst ihrer Natur nach unsttttich und verderblich, abge« sehen davon, daß fie ohne eine völlige Zerstörung der Gesellschaft und deS Staates undurchführbar find. . Wir haben keine Veranlaffung, uns mtt dem Organ der ,*J°Mmerzienräthe in eine Diskussion über den sozialdemokrati- j&n Zukunftestaat einzulassen, wohl aber glauben wir. dem platte auf die sonstigen Ausfälle gegen dre«, berter eine Ant« geben zu müssen. Wir find auch der Anficht, daß daS {"ankenverficherungsgesetz einfacher und frerev geschaffen werden wnn,e, auf die Art, wie das geschehen mußte, rst o t genug ÄÄ» freieren Gestaltung des Krankcnkaffenwesens entgegen- brach/itet' unb fo Öaä iktzige Gesetz mit zu Stande ge- Wie nun das Blatt dazu kommt, zwischen den Arbeitern, °n Maschinen thätig find und jenen, welche das„Hand- Äeu« mit der Hand regieren", in Bezug auf dre Unfall- Mcherung einen Unterschied zu machen,'st uns unerfindlich. Abgesehen davon, daß bei den Maschmen doch auch die Thattg- ZU der Hand e.forderlich ist. wäre es Thorbeit behaupten zu 5°llen. daß Dachdecker. Maurer und Zrmmerleute nicht ebenso ä ä lein WM Auszuschließen . doch erflche- die«LW."» Maiwrnrii................. kein(«r y wicht überall eine gleiche sein, aber bas ist runa eine weniger gefahrvolle Branche von der Ve Zu."schließen. toinn,,, fianze Bosheit, welche in diesem Artikel zum Vorschein der, a'.�fuutrt daraus, daß die Unternehmer einen Thetl zu '------ L. innen. DaS ist .RM msz �sigen o" r ch" verunglückten Kollegen aufbringen, dadurch f'ler Örnn ch« ökonomische Selbstständigkeit sals ob von I" könn».!? �'" Selbstständigkeit der Arbeiter die Rede lk:&en ss'. und die Unterstützten entgehen dem demüthi« die qä/übl der Armenpflege, weil fie dann nicht dthätigkeit" ihrer Mitglieder angewiesen c. wn eck?,»'»herrliches Gedanke, wie er auch wohl nur !?°we mit». alliberalen Gemüth entspringen kann. Die u?erkun. 5?�. dem Ganzen aufgesetzt durch die Schluß. auf OnA L das Streben der Arbeiter nach höherem �sd. DantT�" derer als Erpressung bezeichnet einer Stufe stehen, weil fie auf Kosten„Anderer" ein anspruchS- volles Leben führen wollen. Es ist zwar nach Ben Akiba schon Alles dagewesen, aber schwerlich schon einmal eine solche Logik. Bis jetzt war man selbst in Unternehmerkreisen darin einig, daß der Arbeiter feiern Arbeitgeber du'ch seine Leistung erst zu dem Profit verhilft, mithin also niemals der Arbeiter auf Kosten An- derer, wohl aber Andere auf Kosten der Arbetter leben können. Welcher Unterschied besteht aber zwischen dem Arbeiter, der da« hin strebt, sich und seine Familie ehrlich durch die Welt zu bringen und daher eine zeitgemäße Arbeitszeit sowie einen auskömmlichen Lohn ve langt, und einem Unternehmer, welcher aus der Arbeitskraft seines Arbeiters Profit schlägt, fich aber weigert, für den seinen Retchthum Mehrenden im Falle deS Unglücks einzutreten? Auf welcher Seite liegt die Unfitt- lichkeit? Hier kann kein Zweifel obwalten; der Unternehmer, welcher den Nutzen aus der Arbeitskraft des Arbeiters zieht, hat mindestens auch die Pflicht, für den in seinem Dienst Ver- unglückten die Kosten und zwar vollständig zu tragen. Von Mildthätigkeit kann nirgends die Rede sein, da daS Geld, welches der Unternehmer zahlt, doch nur in der auSge- nutzten Arbeitskraft seinen Ursprung hat. Der Artikel der „Magd. Ztg" zeugt angestchtS der Wirklichkeit von einer grenzenlosen Rohheit, die glücklicherweise immer seltener zu werden beginnt._ Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 18. Sitzung vom 15. Dezember, 12 Uhr. Am Tische des BundesratheS Kriegsminister B r o n s a r t v. Echellendorff und Kommiffarien. Das Haus genehmigt zunächst in erster und zweiter Lesung den Gesetzentwurf, betr. die Konttole des ReichshauS- haUSetats und deginnt dann die Berathung deS Etats der Verwaltung des ReichSheeres. Referent v. Kölker. Kap. 14 der fortdauernden Ausgaben(Kriegsministerium) wird mtt folgenden zwei Aenderungen bewilligt: die 900 M. Dienstzulage für den Generalstabsarzt der Armee werden ge- strichen und statt der geforderten 9 neuen Kanzleisekretärstellen nur 5 bewilligt, beides den Anträgen der Budgetkommisfion gemäß. Die Dienstzulage von 900 M. für den Generalstabsarzt bat der Kriegsmini st erBronsartvonSchellen« d o r f f, entgegen dem Antrage des Referenten, zu de- willigen. Das HauS entscheidet fich gegen die Bewilligung. Kap. 17(Militärgelstlichkeit) wird bewilligt. Bei Kap. 19(höhere Truppen befehlshaber) beantragt die Kommission, statt der verlangten 3 Landwehr Jnsvetteure nur 2 zu bewilligen und den betr. Titel um 10 548 Mark zu kürzen. KriegSminister Bronsart v. Echellendorf bittet, diese Position entgegen dem Antrage der Kommisston anzu- nehmen. DaS Haus, mit Ausnahme der Konservativen und Siational liberalen, lehnt die Mehrforderung nach dem Kom- misstonSvorschlaae ab. Im Kapitel 22(Generalstab und LandeSvermessungswesen) werden für 52 Offiziere im Nebenetat für wissenschaftliche Zwecke(darunter 7 neu beantragte Stellen) 1 002 345 M. verlangt. Die Kommisston beantragt, nur 2 von den 7 neuen Stellen zu bewilligen und demgemäß jene Summe um 10800 M. zu ermäßigen. Kriegminister Bronsart v. Echellendorf: So dankbar ich auch das Entgegenkommen der Kommisston gerade Vielem Kapitel gegenüber anerkenne, so bin ich doch verpflichtet, hier nochmals die Bitte auszusprechen, die geforderten Mittel für diese fünf Rekognoszenten zu de- willigen. Die Mehrfordeiuag wird gegen die Stimmen der Konser- vativen und Nationalliberalen abgelehnt. Bei Kap. 24(Gildverpflegung der Truppen) bringt Abg. Fthr. v. Buol wie im vorigen Jahre die Quartier- und Lebens- mittelentschädigung während der Manöver zur Sprache. Die Preise der Lebensmittel in den einzelnen LandeStheilen find sehr verschieden und die Entschädigungen für die gebotenen Leistun- gen in Folge dessen häufig ganz unangemeffen. Es bestättgt fich, daß selbst kleinere Gemeinden ihr Budget ganz bedeutend belastet haben, um ihre Quartiergedcr zu entschädigen für das Manko an Vcrpflegun asgeldern. Es ist eine Unbilligkeit, daß die wegen ihrer geographischen Lage zu Manöver vorzugsweise de- nutzten Gegenden die Hauptkosten tragen. Die Kosten müßten von der Gesammtbeit getragen werden. Tit. 1 wird mit einem Abstrich von 900 Mf. für einen Sekondelieutenant(in Konse- quenz der Ablehnung deS dritten Landwehr- Inspektors) be« ""�m Tit. 3 flguriren 605 Z a h l m e i st e r mit einem Ge- halt von 1650 bis 2700 Mark, dmchschnittlich 2044,46 Mark, 300 M. mehr als im vorigen Etat. Die Kommission beantragt, diese Erhöhung des MinimalgehaltS abzulehnen und den Durch- schnittsgehalt auf 2000 M. zu normiren. Die Mehrfordeiung wird gegen die Stimmen der Konser« vativen, Nationalliberalen und des Abgeordneten Lipke ab- �Tit. 8 enthält unter Anderem die für Kommandozulagen beantragte Mehrforderung der Regierung von 684 252 Mark. Die Kommission beantragt 479 000 Mark, d.h. die Vermehrung der Kommandomlagen für die höheren Chargen zu strichen ,U Der Antrag der Kommission wird mit großer Mehrheit - nur einzelne Konservative stimmen dagegen- angenommen; ß»ri' Kap. 25(Naturalverpflegung) erwidert auf die vorhin bei Kap. 24 vom Abg. von Buol angeregte �KriegSminister B r o n s a r t v onEch e l l e n d o r f f daß er die Klagen nicht für gerechtfertigt halte, doch sei er dereit, die Frage von Neuem in Erwägung zu ziehen. Es befindet fich ferner in diesem Kapttel bei Titel 4 (Brod- und Fourageverpflegung) zur Erhöhung der täglichen ISSa&'üSS ftreieben will. Außerdem hat die Kommisston die RationS- erböhung für sämmtliche Offizier-, Militärarzt« und Militär- beamten Pferde gleichfalls gestrichen. Der Antrag der Kommission wird gegen die Stimmen der Konservativen angenommen; in Konsequenz davon werden im sächfischen Etat 67305 Mark und im württembergischen 45 121 M. gestrichen. Bei Kapitel 26 Titel 6(Beschaffung deS Bedürfnisses an Tuch für die Truppen) werden 431000 M. weniger gefordert» alS im Vorjabre. Das Kapitel wird bewilligt. Zu Kap. 31„Verpflegung der Ersatz- und Reservemann- schaften auf dem Marsche" beantragen dre sozialdemokratischm Abgeordneten: &) als Titel la einzufügen:„für die Familien der zur Uebung einberufenen Reservisten und Landwehr« leute: für Preußen 2000000 M., für Sachsen 100000 M., für Württemberg 50 000 M.; b) unter Titel 1 a folgende Anmerkung aufzunehmen: „Anm. Das Geld wird als Berechnungsgeld be» willigt. Die Kriegsministerien haben auf Ansuchen der Betheiligten nach Zahl der FamUienglieder und nach der Vermögenslage aus diesen Fonds einen ausreichenden Unterstützungsdeilrag zu leisten, dem der Verdienst der zu den Truppen eingezogenen Reservisten oder Land- wehrleute zu Grunde zu legen ist." Abg. Harm: Der von uns eingebrachte Antrag entspringt einer dringenden Nothwendigkeit. Ich bin verwundert, daß er nicht längst von Seiten der Rechten gestellt worden ist, die fortwährend auf die Schlagfertigkeit des Heeres und die Ge» fahren einer Verminderung hinweist Nach Absolvirung der dreijährigen Dienstzeit mtt der größte Theil der Wehr- Pflichtigen, vor Allem die Arbeiter, in geregelle Verhältnisse, und die Einziehung zu den 12tägigen Uebungen bringt einen Ausfall an ihrem Albeitsverdimst mit fich, den fie ihrer Familien willen durchaus nicht ertragen können. Müssen fie 12 Tage ihre ErwerbSthätigkeit ganz und gar dem Staate opfern, so ist der letztere auch verpflichtet, fie einigermaßen dafür zu entschädigen. Ebenso steht es mit den Geschäftsleuten, die für dieselbe Zeit aus ihrem WirkungS- kreise herausgerissen werden. Wir müssen den Reservisten und Landleuten wenigstens die Berechtigung geben, diese Entschädt- gung zu fordern. Wenn sie auS PatnotiSmuS darauf Verzicht leisten, so steht dem ja nichts im Wege. Wenn Sie dem An- trage beistimmen, so werden Sie(nach rechts) sowohl bei dem Arveiterstande als bei den Geschäftsleuten im Kredit entschieden steigen. Die Mittel für die Durchführung des Antrages könnten sehr leicht durch Ersparung von anderen Stellen des MilttairetatS, z. B. durch Reduktion der Rationenzahl bei den Offijierpferden, aufgebracht werden. Kriegsminister Bronsart v. Echellendorff: Dieser Antrag, ob er nun angenommen wird oder nicht, kann nach meiner Meinung niemals zu einer Belastung des Militäretat« führen. Denn die Frauen, die Familien der zur Ueduug ein- gezogenen Mannschaften stehen in gar keinen Beziehungen zur Milttärverwaltung, und zwar aus einem sehr einfachen Grunde. Wir sorgen(und eS ist ja sogar in diesem Etat eine besondere For- derung dafür eingestellt und ihr auch von Ihnen zugestimmt) für die Frauen der aktiven Militärs, und zwar auS dem sehr guten Grunde, weil wir es in der Hand haben, durch Genehmigung oder Verweigerung des Konsenses diese Sache in einer ge- wissen Grenze zu halten. Jeder Mann des Beurlaubtenstan- des ist vollständig frei in der Eheschließung, und eS ist also eine Verbindung mit dem Militäretat meiner Meinung nach absolut nicht anzuerkennen. Sollte dem Antrage überhaupt eine Folge gegeben werden— ich bin garnicht in der Lage, mich für oder gegen ihn auszusprechen; mir find die Verhält« niffe garnicht bekannt, ich habe mich um die Frauen der Mann- schaften deS Beurlaubtenstandes, denen ich ja selbst- verständlich alles Gute wünsche, nicht zu bekümmern. In d-n Militäretat gehört die Sache meiner Meinung nach absolut nicht. Abg. v. Kölker: Dieser Antrag hat der Kommisston nicht vorgelegen, ich kann mich deshalb in meiner Eigenschaft als Referent über denselben nicht äußern. Der Antrag, der wohl auf den Beifall der Massen berechnet ist, geht für diesen Zweck eigentlich nicht weit genug. Jeder Mensch weiß, daß 90 bis 95 pCt. der Ersatzreservisten weder Frau noch Kinder hat. Auf dem Lande heiratbet mit 22 Jahren nur ein verschwin- dend kleiner Theil und mll 23 Jahren nur 15 pCt. Die Landwehrleute aber werden auf etwa 14 Tage, also eine so kurze Zeit eingezogen, daß bei ihnen ein wirklicher Nothstand gar nicht vorliegt. Man könnte höchstens eine Resolution an« nehmen, in der ein solcher Wunsch für daS nächste EtatSjahr ausgesprochen wird. Möchten die Herren fich doch lieber an der Kommisston betheiligen, damit würden fie der Sache einen größeren Dienst leisten, als mit solchen Platzpatronen, die fie in die Lust schießen. Abg. Haupt: Der Herr Abg. Köller scheint den Antrag nicht verstanden zu haben. Auch meine Partei ist allerdings nicht für den Antrag in der vorliegenden Form. Eine Ent- schädigung nicht für die Ersatzreservisten, wohl aber für die Reservemannschaften, die schon außer Dienst find, halten auch wir für geboten. ES ist ja auch von der Reichs- regierung ein Gesetz verheißen worden zur Unterstützung der zur Fahne einberufenen Mannschaften des Beurlaubten» standeS; dazu gehören auch die, welche zur Uebung eingezogen werden. Wenn die Reservisten zu achtwöchentlichen Uebungen eingezogen werden, so find fie, soweit fie den ärmeren Ständen angehören, außer Stande, während der Zeit ihre Familien zu ernähren, die dann der Armenpflege zur Last fallen. Ich de» antrage Namens meiner Frattion, den Antrag an die Budget« kommisfion zu verweisen. Abg. Richter: Ich glaube auch mit dem Abg. v. Köller, daß in dem Verhalten der sozialistischen Partei ein Widerspruch liegt, wenn fie in der ersten Berathung des Etats erklärt, daß fie den ganzen Etat ablehnt und nachher einen Antrag stellt, der Regrerung noch mehr Geld, als fie selbst gefordert hat, zu bewilligen. Entweder— oder! Entweder müssen Sie(zu den Sozialdemokraten) den Standpunkt der Ablehnung konse» quent durchführen, oder, wie andere Parteien, einzelnen For- derungen zustimmen, andere ablehnen. Diese Frage gehört vor das Reich und den Reichstag, wie irgend eine andere; es wird eine Entschädigung verlangt, weil die Leute dem Reiche Dienste geleistet haben. Wenn fie diese Dienste dem Reiche leisten, so müssen st« auch«ine Entschädigung lvom Reiche bekommen. eS fragt stch nur, aus welcher Kasse. Da das preußische Gesetz vom Jahre 1850 über die Unterstützung der Familien der Landwehrmänner und Reservisten im Kriegsfälle durch die Verfassung zum Reichsgesetz geworden ist, so ist dadurch ein Rechtsanspruch nach einer Richtung schon anerkannt. Unsere Reichsgesetzgebung nimmt ja auch gegenwärtig schon Rückstcht auf die Familien der zu Uebungen Eingezogenen, indem es gewisse Ausnahmen zuläßt. Dieser Antrag ist keineswegs dem sozialistischen Programm allein entsprungen, eS können viel- mehr alle anderen Parteim eine gleich unbefangene Stellung zu demselben einnehmen. Um Ersatzreservisten handelt eS fich Sar nicht, wie Herr v. Köller annimmt. Wir haben alle rsache, daß die schweren Lasten der allgemeinen Wehrpflicht nach Möglichkett erleichtert werden.(Beifall links.) Abg. Harm: Den Beifall der Mafien bat Herr von Kölln nöthian, als wir Sozialdemokraten. Er hat in fernem bekannten schulmeistnlichen Tone uns unsere Nichtbetheiligung an den Budget-Kom- misstonsderathungen vorgeworfen. Warum macht man uns diese Betheiligung und überhaupt den längeren Ausenthalt in Berlin durch Nichtgewährung von Diäten unmöglich? Wenn die Reservisten ihre Familien nicht ernähren können, fallen ste der Armenpflege an heim und gehen ihres Wahlrechts verlustig.(Prästdent v. Wedel! rügt den Ausdruck„schul- meisterlichen Ton" als unvarlamentarisch.) Abg. o. K ö l l e r: Den Vorwurf des Abg. Haupt, ich hätte den Antrag nicht verstanden, weise ich zurück; Kap. 31 handell ausdrücklich nur von den Ersatzreservflten. Herr Richter sprach von einer Einziehung auf 8 Wochen, die Reserve- und Landwehr übt aber thatsächlich nur 14 Tage. Abg. Auer: Wir haben unseren Antrag zu Kop 31 auf ausdrücklichen Wunsch des Buraus gestellt. ES beißt in der Ueberschrift der Position: Verpflegung der Ersatz- und Reservemannschaften. Wir waren also zur Einbringung an dieser Stelle durchaus berechtigt. Nicht blos der Diätenmangel hindert uns, an den Kommisfionsberathungen theilzunehmen, sondern auch der Mangel an geeigneten Persönlichkeiten. Wir werden uns allerdings im nächsten Jahre an den VerHand- lungen der Budgetkommisfion betheiligen. Den Vorwurf der Kommisston, den auch der Abg. Richter, ein Freund des parla- mentartschen Lebens, uns macht, weise ich zurück. Wir lehnen den Etat nur deshalb im Ganzen ab, weil wir damit prinzipiell erklären wollen, daß wir mit dieser Regierung nicht einoer- standen find. Mit der Kominisfionsberathung deS Antrages bin ich einverstanden. Abg. Richter: Herr Auer scheint fast in seiner Be- scheidenheit zu glauben, daß Herr Köller in die Budgetverhältnisse eingedrungen sei. Herr Köller tritt allerdings mit einer Sicherheit auf, daß Mancher, der von den Sachen nichts versteht, glauben könnte, Herr Köller wisse sehr viel davon. Er weiß aber vom Militäretat sehr wenig, viel weniger vielleicht als Herr Auer selbst. Im Text des Etats steht ausdrücklich Verpflegung der Ersatz- und Reservemannschaften. Die Heiren lesen das nur nicht genau. Gestern hat Einer das Komma übersehen, heute ein Anderer das„und". Aus Seite 73 des Etats geht hervor, daß 15000 Reservisten 7 bis 3 Wochen zu dienen haben. Auch das hat Herr v. Köller nicht gelesen. Abg. Graf B e h r hält du dem Antrage Harm zu Grunde liegende Idee für eine richtige und wird deshalb für eine Be- rathung desselben in der Kommisston stimmen. Referent v. Köller: Herr Richter hat von dem be- scheidenen Standpunkte gesprochen, den Herr Auer in Etats- fragen einnehme. Es sollte fich ein Jeder bemühen, einen be- schertenen Standpunkt einzunehmen. Ich bin hie und da gefragt worden, ob wohl Herr Richter die bescheidene Haltung, die er bei der Elateberathung gezeigt, weiter detbätigen werde, und ich habe darauf gesogt, eS wäre wohl zu hoffen. Jetzt bedauere ich es, gesagt zu haben.(Heiterkeit.) Herr Richter hat mir, wie schon früher einmal, wieder vorgeworfen, ich hätte die Nase nicht' ins Buch gesteckt und den Etat nicht angesehen. Ich will Ihnen nur kurz sagen, wesdalb der Antrag Harm nicht hierher zu Kap. 31 gehöit: Derselbe giebt der Regierung die Mittel zum Transport der Er,atzreseroisten zum und vom Truppen- theil. Der Antrag gehört also gar nicht hierher. Abg. Richter: Man muß eben, um den Etat und dessen Pofiüonen zu verstehen, auch die Erläuterungen lesen. Herr v. Köller vergißt eben, daß ich ihm nachgewiesen habe, daß diese Position nicht von E-satz Reservisten, sondern von Reservisten handelt. In der Erlänterung steht ausdrücklich, daß im nächsten Jahre 15000 Reservisten auf 7 bis 8 Wochen für Uebung eingezogen werden. Deshalb ist die Behauptung alsch, daß der Antrag zur unrichtigen Position gestellt ir. Es giebt keine solche, welcher der Antrag seiner Natur nach näher stände.(Zustimmung links.) Der Antrag Harm wrrd hrerauf der Budget- kommission überwiesen, der Rest des Kapitel unbe- anstandet genehmigt._ Um 5 Uhr wirb die weitere Berathung des Militär- Etats bis Mittwoch 12 Uhr vertagt. Kommunales. Resultate der Stichwahlen. Die gestern vollzogenen Stichwahlen zur Stadtverord- neten- Versammlung haben folgendes Resultat ergeben: 8. Wahlbezirk: Vortmann(lib.) 1171, Pickenbach(B.-P.) 1042 Stimmen. Gewählt Vortmann. 10. Wahlbezirk: Mühlberger(lib) 657, Meyer(B.-P.) 643. Gewählt Mühlberger._._. 25 Wahlbezirk: Krampf(B.-P.) 611, Franke(Arbeiterpartei' 469. Gewählt Krampf.«... 26. Wahlbezirk: Limprecht(B.-P.) 917. Kohlert �Ä�W�hÄtrN� Hoffmann(58.. P.) 947. Fleischer � �4?WichIbe,trt�°H�e'gÄ(lib.) 671. Böhl(Arbeiter. �ÄHaAeÄ": UallF(B.-P.) 626. Bluth(lib.) 526. ®"*4(L Wahlbezirk: Gericke(lib.) 1221. Müller(B.-P.) 1029. Gewählt Gericke. �+ Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverord- neten-Versammlnng am Donnerstag, den 17. Dezember ct., Nachmittags 5 Uhr. Vorschläge des Ausschuffes iür Petitio- nen— ein Naturalisationsgesuch— Wahl des Stadtverordneten-Vorstehers— Berichie? stattvng über die Vorlage, betr. den Bau einer Jnterimsbrücke für den Neubau der Äoltke- brücke— Vorlage, betr. die erfolgte Bauabnahme der neuen Gemeinde Doppelschule in der Biiyerstraße- deSgl., betr. die Beschaffung von zwei neuen Loschzügen für die hufige Feuerwehr- desgl., betr. die Einsetzung einer gemischten D-pu- tation zur Vorberathung der Angelegenheit wegen Kreirung der Stelle eines städtischen besoldeten SamtatS- Beamten— desgl., betr. die erfolgte Bauabnahme der neuen Gemeinde- Dopvelschule in der Kulmstraße- Etat für die Verwaltung des Gr finde- BelohnungS- und Unteistützungs. Fonds pro 1. Äanuar 1886 bis ultimo Mär, 1887- Vorlagen, betr. den Ankaui einer Parzelle des Grundstücks vkalitzerstr. 55/56, so- wie des Grundstücks Derfflinaerstr. 18» zu Gemeindeschul. »wecken— 9 Rechnungen— Vorlage, betr. den Ablauf der Mahlzeit eines Bürger- Deputirten bei dem Kurarorium deS Zenlral-Viehbofs— Berichterstattung über einige Penfionirunai- fachen, sowie über eine AnsteUungssache- desgl. über die Vorlage, betr. den Ablauf der Mahlzeit von zwer Raths. Maurermeistern— drei UntcrstützungSsachen— Vorlage, betr. die Feier eines Jubiläums. zokales. ES scheint, das? die Universttätsbehörden esnicht gern sehen, wenn man von der Haufigkert der Diebstahle in den Auditorten spricht. Anders können wir uns wenigstens das Dementi nicht erklären, das jüngst einem unserer Bericht- erstatter gegeben wurde. Im Allgememen find wir geneigt. solwe Anstandsbedenken zu derückstchtigen. Folgendem B�ef, der uns von einem Studenten der Medizin unterm 10. De« lÄ�iirs «eher aus der Garderobe der Klinik in der Ziegelstraße wah- rend der Vorlesung Prof. v. Bergmann'? gestohlen worden. Diebstähle sind in diesem Winter bereits öfter vorgekommen und auch in früheren Jahren find ste nicht ausgeblieben. Schuld daran find die mangelhaften Garderobe-Einrichtungen sämmllicher medizinischen Institute, in denen die Kleidungs- stücke ohne jede Aufficht und ohne jeden Verschluß, auf Treppm und Korridoren(z. B. in der Charitee) herumliegen. Das ließe fich leicht ändern, wenn man von jedem Etudiren- den jedes Semesters einen kleinen Beitrag erheben wollte, um dafür einen Aufseher zu bezahlen. Sicher wäre jeder Stu- dirende zu- solcher Beisteuer bereit, wenn er darauf rechnen kör.nte, dafür sein Eigenthum unversehrt zu erhalten." Der Vorschlag scheint uns wohl ausführbar. Die Berliner Stu- dentenschast, die viel Gemeinstnn befitzt, würde die Sache auch ohne Hilfe ihrer Behörde ausführen können. Doch würden wir es für nicht zu viel halten, wenn die Behörde fich der Sache annähme. Solche Zustände find einer großen Anstalt nicht würdig. j. Verhaftung eines ital. Grafen. Die„Mailändische Lomdardia" erhält aus Berlin folgendes Telegramm vom 8. Dezember:„Die hiesige Polizei verhaftete im Zentral Hotel den ital. Grafen M. Derselbe hatte beim reichen Bankier F- in der T.-straße einen schweren Erpreffungsoersuch gemacht, nachdem er deffen Ehefrau in Rom verführt gehabt. Der Bankier F. beantragte die Ehescheidung, auf welche am 5. Januar 1886 vor der 13. Zivilkammer des Landgeiichts I erkannt werden dürfte. Man verfichert, der gräfliche Erpresser sei auS Mailand gebürtig." Die Italiener scheinen eine besondere An- ziehungskraft auf die„Damen" der Geldaristokratie auszuüben. In Plötzensee vergeht ihnen hoffentlich die Lust, geprellte Ehe- männer noch außerdem zu schröpfen. Aus dem reich illustrirten Mode-«nd?Handarbeiten- Theil der soeben, 30 Seiten stark, erschienen Zeitschrist„Mode und Haut" prattische illustrirte Frauenzeitung(John Schwerin'S Verla«, Aktien- Gesellschaft, Berlin W. 64. Abonnementspreis pro Quartal 1 M.) heben wir hervor: Modebrief von Emmy Heine, 3 Gescllfchaststoiletten, Morgenkleid auS blauem Flanell, Kleid auS Lodenstoff und Plüsch, 4 Knaben- und Mädchen- anzüge, 3 Kinderhüte, Häkelarbeit, Nähtifchdecke, Scheiben- Gar- dinen, Desstn zu einem Handschuhkasten ic., sämmtlich mit Abbildungen. Der Hauptheil enthält unter anderen sehr interessanten Mittheilungen: eine WeihnachtSidylle, Haushalts. Silhouetten, goldene Dichterworte, gut gewählte Lebensregeln, Aufsätze über Erziehungswcsen, die Gesundheitspflege, ferner Hausmittel, Küchenzettel und einen sehr vielseitigen Meinungsaustausch (Beiträge der Abonnentinnen). Die illustrirte belletristische Bei- läge von„Mode und Haus" bringt als Titelbild(nach einem vorzüglichen Photogramm für„Mode und Haus" auf Holz gezeichnet) die königlich preußische Opernsängerin Fräu« lein Lola Beeth, das durch eine mit einem Faksimils der hervorragenden Künstlerin versehene Selbstbiographie doppelt an Reiz gewinnt. Der anderweitige, das Weihnachsfest gleich- sam einläutende Text wirft besonders sympathisch durch zwei der Heiterkeit und dem Ernst gewidmete Illustrationen. Erstere eine Original Zeichnung für„Mode und Haus" mit lustigen WeihnachtSwünschen, letztere mit stimmungsvollem Gedicht, ein abendlicher Kirchgang mit Mondscheinbeleuchtung. Der Hinweis auf ein Prämienräthsel, daS ohne Einsatz Lotteriechancen bietet (Gewinn: ein elegantes Kostüm zum Einkaufspreise von 300 M.) wird die Zugkraft der beliebten Zeitschrift noch erhöhen. Polizei-vericht. In der Nacht zum 14. d. M. entstand in einem Schanktokal in der Großen Hamburgerstraße zwischen mehreren Personen Etteit, bei welchem der Kommis Güntzler dem Arbeiter Ehlert ein Glas Bier ins Gesicht goß. Letzterer ergriff hierauf sein BierglaS und warf es dem ersteren mit solcher Gewalt ins Geficht, daß dieser schwer verletzt wurde und nach dem jüdischen Krankenbause geschafft werden mußte. — Am 14. d. M. Morgens fiel eine Frau, als fie auf dem Hofe des Grundstücks Möckernstr. 120» mittelst einer Leiter auf einen Boden steigen wollte, mit der Leiter um und erlitt durch den Fall bedeutende Verletzungen.— An demselben Tage Mittags wurde der Viehlreiber Starke auf dem Zentral-Vieh. hofe von einem Stier derartig gegen das rechte Knie geschlagen, daß er, anscheinend schwer verletzt, nach seiner Wohnung ge- bracht werden mußte.— Einige Zeit später hatte der Kutscher Kutter, der vor dem Hause Gürtelstr. 36 in Friedrichsbelg da« mit beschäftigt war, Vieh abzuladen, einem Knaben einen Stier zum Führen übergebm. Der Stier riß sich los, durchrannte die Boxhagenerstraße, die Frankfurt-r Allee und die Große Frankfurterstraße und wurde schließlich auf dem Hofe des Hospitals dort wieder eingefangen. In der Frankfurterstraße wurde ein neun Jahre altes Mädchen von dem Stier über- rannt, erlitt jedoch nur leichte Verletzungen. Gerichts-Zeitung. Der Mainzer Doppelmord vor dem Schwurgericht. Mainz, den 15. Dezember 1885. Erster Tag der Verhandlung. v. k. Ein schauderhaftes Verbrechen, das in den Annale» der Kriminal. Justiz fast ohne Beispiel dasteht uud noch immer in ein gewisses Dunkel gehüllt ist, gelangte heute vor dem Forum des hiefiaen großherzogl-ch hesstschen Schwurgerichts zur Verhandlung. Es dürfte den Lesern noch erinnerlich sein, daß am Morgen des 27. August d. I, etwa gegen 6 Uhr, im Rheinstrome hierselbst, in der Nähe des Dampskrahnes der Taunus-Eisenbahn, ein vollständig entblößter männlicher Leichnam aufgefunden wurde. Kopf, Arme, Beine und Genitalien warm in höchst kunstgerechter Weise, anscheinend mit einer Säge, vonldem Rumpfe getrennt. Am Nachmittage desselben Tages durcheilte abermals eine Schreckensbotschaft Vre hiefige Stadt. In dem Hause Fürstendergerhof Nr. 3 war von mehreren Leuten die Wahrnehmung gemacht worden, daß auS der im ersten Stockwerk befindlichen Woche'schen Wohnung Blut herausfickere. Die hiervon benachrichttgle Polizei ließ die Wohnung von einem Schlosser öffnen und nun bot fich den Eintretenven ein furchtbarer Anblick dar. Der Fußboden deS Wothe'schen Wohnzimmers glich einer großen Blutlache. DaS ganze Zimmer war bis an die Decke mit Blut bespritzt, die Wände stanten vor Blut, so daß kein Zweifel war, die Stube habe die Stätte einer Mordthat gebildet, der ein heftiger Kampf zwischen den Mördern und dem Er- mordeten vorangegangen sein muß. Und in der That in einem ebenfalls vollständig mit Blut bespritzten Bette lab Frau Wothe in gräßlicher Weise ermordet da, der oder die Mörder hatten ihr anscheinend mit einem Hammer den Hinterkopf zer- �10� Kriminalpolizei entwickelte sofort eine geradezu fieber- haste Thätigkeit, um das Dunkel dieser beiden furchtbaren Per- brechen zu lichten, jedoch zunächst ohne Erfolg. Dagegen stellten die medizinischen Sachverständigen sehr bald fest, daß die im Rheinsttom gefundene verstümmelte Leiche nur wenige Stunden im Waffer gelegen und daß in dm Magen beider Ermorveten die gleichen Speisereste(grüne Bohnen) fich befanden, die, der Verdauung nach zu urtbeilen, zu gleicher Zeit genossen waren. ES gewann daher den Anschein, daß beide Mordthaten in der Wothe'schen Wohnung geschehen waren. Ja, die weitere Unter. suchung ergab, daß die ermordete Frau Wothe augenscheinlich zunächst dem Mörder Hilfe geleistet hat und daß alSdann fie selbst ebenfalls daS Opfer dieses Unmenschen geworden ist. Die Ermordete, die seit langer Zeit unter fittenpolizeilicher Kontwle stand und die„rothe Gothel" genannt wurde, war seil etwa 4 Wochen mit dem 31jährigen Schuhmacher Wothe. einem sehr übel beleumundeten Manne, verheirathet. Da Frau Wölbe trotz ihrer Verehelichung.noch immer ihrem unsauberen Ge- S.' TÄ und» die Haut der im Rheine aufgefundenen Leiche auf eine« Mann schließen ließ, der den besseren Ständen angehörte. Allein am Spätabendc des 27. August wanderte in dem benachbarten Laubenbeim ein wild aussehender Mann die Dorfstraße entlang. Er kehtte in einer dortigen Gastwirthschaft ein und bat, ihm Nachtquartier zu gewährm. Die Kunde von den geschehenm Verbrechen war jedoch auch bereits nach Laubenheim gedrungen. Man mißtraute daher dem unheimlich aussehenden Menschen und benachrichtigte von seiner Anwesen« heit den Bürgermeister des Dorfes. Dieser erschien sehr bald in Begleitung eines Gendarmen. Da der Fremde, der fich Müller nannte, fich nicht legitimirm konnte, so wurde er in Hast genommen. Nun wurde festgestellt, daß der Verhaftete der Schuhmachergeselle Herbst aus Mainz war. Es wurde semer festgestellt, daß Herbst hei Wothe als Geselle gearbeitet und mit der ermordeten Frau Wothe ein intimes Liebesver- hältniß unterhalten hatte. Anläßlich deffen soll es sehr häufig zu argen Auftritten zwischen Wothe und Herbst gekommen sein. Femer waren die Kleider des Wothe vollauf mit Blut bespritzt und im Weiteren fand man im Arresthause zu Laubenheim, in dem Herbst in der Nackt vom 27. zum 28. August zugebracht hatte, in einem Versteck einen Schlüssel, der zu der Wothe'schen Wohnungsthür paßte, und einen den Wothe'schen Eheleuten gehörigen Trauring. Herbst hatte fich einige Tage vor dem Morde auf der hiefigen Messe eine Reise« taschc gekauft. Am Nachmittage des 27. August ist er mit dieser Tasche, die anscheinend mit schweren Gegenständen angefüllt war, ge- sehen worden. Diese Reisetasche, über derm Verbleib er jede Auskunft verweigerte, wurde nach längerer Zeit im Abort der Gastwirthschaft„zum Täubchen" ohne Inhalt aufgefunden. Des Weiteren ist festgestellt, daß am Abende deS 26. August Frau Wothe in der Nikolaischen Wirthschast anscheinend auf Herbst gemattet hat. Als Herbst erschien, unterhielten fich Beide sehr lebhaft im Flüstertöne. Bei dieser Gelegenheit wollen Leute gehört haben, daß Herbst zu der Wothe gesagt: „ES kann ja nicht heraus kommen." Erst gegen 8'/« Uhr soll Herbst mit der Woche fich in die Wohnung der letzteren be» geben haben. Gegen 9 Uhr Abends drang aus der Wothe« schen Wohnung ein furchtbares Geschrei und man hötte einen schweren Gegenstand zur Erde fallen. Derartige Vorkommnisse waren jedoch in der Wothe'schen Wohnung mchts Seltenes, und da bald darauf Todtenstille ein- trat, so wurde diesem Lärm von den übrigen Hausbewohnern keine Bedeutung beigelegt.— Während solchergestalt die Behörde alle Hebel in Bewegung setzte, um die Person deS MörverS festzustellen, entwickelte fie andererseits eine rastlose Thätigkeit, um die fehlenden Körpettbeile des im Rhein entdeckten Leich« nams aufzufinden. Der Rhein wurde wiederholt von geübten Tauchern, jedoch vergeblich, untersucht. Endlich am 12. Oktober fand man im Abott der Witth« schast„Zur Stadt Mainz" einen rechten Oberschenkel und am 20. Oktober in einem Abott der Witthschaft„Zum Tann«« bäum" einen linken Oberschenkel und— den Koos deS Woth� in entsetzlich verstümmelter Weise. Die Zunge hing weit zu« Halse herauS und die Schädeldecke war anscheinend mit eine« sehr scharfen Instrumente zettrümmett. Dagegen ist es bishtt noch nicht gelungen, die Unterschenkel, die Arme, die Genitalien und die Kleidung des Ermordeten aufzufinden. Trotzdem scheint eS keinem Zweifel zu unterliegen, daß der im Rhein aufgefundene Leichnam der des Wothe ist. Herbst, der fich nun heute wegen beider Mordthaten vm den Schranken Eingangs bezeichneten Gerichtshofes zu ver- antwotten hat, leugnet beharrlich, der Thäter gewesen zu sein- Als er gleich nach seiner Verhaftung zu der ermordeten Frau Wothe geführt wurde, soll er in lautes Wehklagen auSge» brachen sein und mehrfach„Arme Grethe" gerufen haben. Öerbst heißt mit Vornamen Georg Friedrich; er ist am 19. Mai 1835 zu Mainz geboren, katholischer Konfesfion, un- verheirathet und vielfach wegen schweren Diebstahls mit Ge- fängniß und Zuchthaus bestraft. (Fottsetzung folgt.) Uerewe und Versammlungen. Mit der Bitte um Veröffentlichung desselben erhielt« wir folgendes Schreiben: In dem Bericht der gestttgen Num« wer über die öffentliche Versammlung für Frauen und Mävck« steht; ich habe versucht, das Fehlen der Matten durch de« Masseneinttttt zu entschuldigen. Dies ist wohl von dem Bericht« erstatter irtthümlich aufgefaßt worden: ich habe ausdrücklich angefühtt, daß die unkorrekte Buchführung nickt durch meint Schuld entstanden ist. Es handelt sich um Nichteintragung von 1131 Quittungsmarken, für welche jedoch das Geld vor» Händen war. Dieser Fehler entstand dadurch, daß erstens der Kontroleur Möhring bei der Aufnahme angeblich List« verloren haben wollte und wir dann nicht wußten, auf welch« Slam« dieselben einget agen werden sollten. Ferner mußte ich zu Anfang des Monats Februar alle auf den Namen Günther lautende Bücher einziehen, weil ich ebenfalls nicht wußte, st» wen die Bezahlung einzutragen fei. Außerdem find mehrere Bücher' mit doppelt« Nummern und Namen vorhanden wesm. Daß also unter solchen Umständen von einem richtig« Eintragen nicht die Rede sein kann, liegt wohl klar und ebenso, daß mich keine Schuld tttfft, da von mir kein Buch und% ausgefüllt wurde. Durch das schlechte Schreiben kommen ftS» auch noch sehr viele Fehler vor, laut Bestätigung deS jetzig« Kasfirers. Auch find am Tage der Uebemahme, wo der fitzende Herr Richter und der jetzige Kasfirer nur allein � beitet haben, 68 Marken verkauft, aber nicht gebückt rvorv«' Ich bin nicht meines Amtes entsetzt, sondern habe laut P« tokoll der Hauptversammlung vom 12. April d.J. unter%« Verhältnissen mein Amt in dieser Kasse niedergelegt. 3«* Schluß will ich noch bemerken, daß nur 659 Marken(((% nicht 689. Am 4. und 5. April war Revision, da stiwwt Geld wie Beläge und Marken bis auf ein Manko von 4 w» 50 Pf. genau, welches ich sofort deckte, laut Unterschrift Vorfitzenden und Kontroleurs, und was wohl bei einer Em« nähme von 12243 M. 60 Pf. und einer Ausgabe von 10 907 M. 75 Pf. Pen Verhältnissen nach entschuldbar N- Am 6. und 7. Apttl war Ostern, die Kasse also geschlom Am Tage der Uebemahme wurden die innerhalb 5 Tag«., kauft« Marken. Beläge und Geld wieder geprüft und dies genau; als man nun zum Zählen der vorhandenen Acar Ii,' J'b'ten- nachdem ich alle außenstehmden Matt«, we fich in den Zahlstellen befanden, angegeben hatte und welche i�Bge Kasfirer laut seiner Bestäligung erhall« hat,, angeführte 659 Stück. Ich konnte mir nicht erklär«, w dieselben geblieb« find, und vermuthe, daß fie mrr g« b wurden. Auf wen ich Verdacht habe, ist meine%"„ werde ich drei vor Gettcht anführen. Oeffentlrche N-m« C nenn«, ohne direkte Beweise in Händen zu haben, wäre gefährlich. Paul Schneider, Buchbinder.««tttler br. In der öffentlichen Versammlung der�S'«� Fachvernn der Sattler vor einem Jahre eingesetzt« � Kommisston auf Grund sehr �rgfaltia angestellter d«, 2l"dis 24 Matt,"für Milüäratbciter nur W, 15%%##« zuaea-ngenen Fragebogen der Lohnkommisston ausgefüllt ,u- rückgesandt. Aus der Zusammenstellung mit Rückflcht auf oie Arbeitszeit entnehmen wir, daß nur für 18 und 53 Gesellen We Arbeitszeit weniger als 10 Stunden, nämlich 9 und 9Vi Stunden, betragen hake. 486 haben 10 Stunden, 37 bis 10'/, Stunden, 109 bis 11 Stunden, 69 bis Ii'/, Stunden, 47 bis 12 Stunden, 28 bis 13 Stunden und noch mehr Ar. beitszeit gehabt. Alle, die 10 Stunden und mehr gearbeitet baden, haben auch Sonntags gearbeitet. Bei der zehn» stündigen Arbeitszeit ist der Wochenvcrdienst 7 Mark(bei Kost und Logis) und 14 bis 27 Mark gewesen, bei der zwölf« Kündigen Arbeitszeit 9, 13 und 20 Mail, bei der Arbeitsz-it von 13 und mehr Stunden nur 3, 5'/, und 9 M.(bei Kost und Logis). Referent stellte eine Berechnung auf, nach welcher ein verhetralheter Arbeiter in Berlin zur Be- streitung der nothwendigsten Bedürfniffe mindestens 4 Mark täglich haben müsse. Auf der-Herberge habe der unverheirathete Geselle für LogiS und Beköstigung mindestens 2,35 Mark täglich zu bezahlen. Herr Achterbcrg gab eine Ueberficht über die Werkstätten mit Rückficht auf die in denselben übliche Arbeitszeit. Herr Wendt führte das Er- gcbniß der statistischen Erhebungen in Bezug auf die Löhne und die Arbeitszeit der in Brauerelen und Fuhrgeschästen an- gestell en Kollegen vor. Bei 11 bis 12stündiger Arbeitszeit verdienen auch diese, mit sehr wenigen Ausnahmen, nicht mehr als 15 bis 21 Mark wöchentlich.— Nach e.ner lebhaften Dis. tusfion, zu welcher von den wenigen anwesenden Meistern nur Herr Berg das Wort nahm, um in s-chr eingehrnder Weise die Nothlage der Gesellen und Kleinmeister im Sattlergewerbe zu schildern, wurde eine Resolution einstimmig angenommen, in welcher die Versammlung der Lohnkommission für ihre THStig« «tt Dank und die Erwartung ausspricht, daß es derse ben ge- ringen werde, den Mißständen im Satllergewerbe zu steuem und es für die Pflicht eines jeden Kollegen erklärt, sich dem bestihrnden Verein der Sattler und Berufsgenossen anzuschließen. — In Bezug darauf, daß die Sattler Innung die Einführung von Arbeitsbüchern für alle Gesellen beschlossen hat, wurde nach kurzer Dislusfion e'ne Resolution angenommen, in welcher die Versammlung fich entschieden gegen dieses Vorgehen der Innung ausspricht und„dedauert, daß dieselbe es fertig ge- , bracht, den Gesellenstand in solcher Weise zu dezradiren und f�in den Gestndestand zurückzuführen." . Ter Verein zur Vertretung der Interessen der Ar- beiterinnen hielt am 10. Dezember in Gratweil's Bitlhallen seine letzte diesjährige Mitglieder» Versammlung ab. Trotz ernster Berathungen beherrschte sämmtliche Anwesende eine so heitere Stimmung, und nie war wohl von jeder Einzelnen das Gefühl der Zusammengehörigkeit so lebhaft und angenehm empfunden worden, als an diesem letzten diesjährigen Vereins- abend-. Die 1. Vorfitzende berichtigte zunächst eine irrthüm- »che Zeitungsnotiz dahin, daß in dem Verein ein Maskenball bisher nicht projektirt worden sei, da doch zunächst am 29. die Weihnachtsfeier des Vereins allerlei Vergnügen und Freude biet-n werde und für Anfang des nächsten Jahres das Stiftungsfest bevorstehe. Nach Verlesung deS Pro- «okolls berichtete Frau Ncrrlich, daß Kasse und Bücher wvidirt und in Ordnung befunden worden seien. Von der Nätigkeit der provisorischen Näherinnen-Kommisfion berichtet Frl. Wabnitz, daß ein Buch angelegt sei, in welches alle Ar- beitsstubenbesttzer rvent. Befitzerinnen, gut- wie schlcchtgefinnte, eingetragen werden sollen, nebst den Löhnen, die fie zahlen und bcr dort üblichen Arbeitszeit. Es müßten aber auch die Ar- beiterinnen selbst mithelfen und z. B. nicht bei einer Firma in ber O.aniensttaßc arbeiten, die für ein fertiges Kostüm nur 2 M. 50 Pf. zahlt. Rcdnerin verliest einen ihr von einer Ar- Leiterin zugesandten Brief, der ganz gute Rathschläge für die »jnmisfion enthält. ES wurde dann der Versammlung an« �gestellt, od schon eine definitive Kommisfion« Wl stattfinden solle, diese wurde jedoch auf Ugemkinen Wunsch bis nach Weihnachten verschobm. esrau Gubela berichtet ebenfalls über die Thätigkeit der Kcm< Mission und führt aus, wie die Branche der Knabcnanzüge- Und Stoffhosennäberinnen noch weit mehr darnieder liege und baS Elend in dieser noch viel größer sei, als in der der Uäntelnäherinnen. Denn letztere könne immer noch 2 M. pro �qg verdienen, daS wäre aber bei Etoffhosen und Knaben- «nzüg-n ganz unmöglich, hierbei käme eine fleißige Arbeiterin, bei einer Arbeitszeit von 7 Uhr MorgenS bis 12 Uhr Nachts Nur auf 80 Pf. pro Tag. Wenn der Schneider für 1 Dutzend Knabenanzüge, die ganz sauder gearbeitet sein müssen, zu denen er Knöpfe, Z-virn und Seide zugeben muß- 12 M. erhält (für gkringere 10 M.), was soll er davon semer Nahenn ab- geben? Ein Knabenmantel mit eingefaßten Nähten und Knopflöchem wird mit 35 Pf. Arbeitslohn bezahlt: eine dito Jacke mit 15 Pf. Es sollten doch alle Arbeiterinnen Mithelfen, solche Schäden aufzudecken, damit Abhilfe geschafft werden könne: den einzelnen Kommisstons Mitgliedern sei eS »icht möglich, für Tausende zu arbeiten, jede Einzelne sollte b-ch Kräften mithelfen. Auch bei den öff-ntlrchen Versamm- '"igen sollten die Frauen lernen, ihre Angelegenheiten selbst ö besp echen. Frl. Jagert glaubt auch, daß die Kommisstcn "bon weiter wäre, hätten die Arbeitermnen fleißiger wahrhettS- Getreues Mateiial zugetragen: die eigenen Erfahrungen der Wo sveisen Sie? In der ersten alten Pomiaernchea Küche b. Klein, jetzt Oranienstraße 181, Hof Part. Gediegener Mittagstisch mit Bier 50 Pf. Abendtisch in großer Auswahl von 30 Pf. a«. Ange- ___ nedmer Aufenthalt mit Billard. Restaurant zur ersten �ommersliien Anltie, »"•1Ä.38. ö. Sodtke.»tartÄ. Kraft-Bouillon von 10 Uhr ad» 15 Pf. Mittagstisch(Hausmannskost) a 50 Pf. mit Bier. Abendtisch nach Belieben. Billig und kräftig. 38. eihhans Ausverkauf. 72 Jägerstrasse m. zwischen Kanonier- und Mauerstraße.•& •o 7vene hochelegante neu und wenig getragene Garderobe: 12000 Wmter-Ueberzieher, streng modern ff. Stoffe von 10—30 Mt. eoc«) compl. Rock- Krms».�"'Mantel, 3000 hochelea. Burschen- und Leihr A"!'' 5000 Röcke, ff. schwarze An,., Hosen, West. Uhren, div. Golds., Katsermäntel und reell!« wracken, sollen spottbillig für den 3. Theil des b-g»,-�Zhes ausverk. werd„ täglich, auch Sonntags, v. WmÄ Wunsch Theil, ahlg. Billigste Beleih, größerer tauf Man hüte fich vor falschem Leihhaus- Ausver- ändern ß* durch deren Anreißer nicht ine führen, * achte genau auf obige Firma. __ Polizeil. conc. Leihhaus.� Kommisstons-Mitglieder reichten nicht aus, eine Lohnbewegung allein in Fluß zu halt-n. Frau Kreutz machte darauf auf- merlsam, daß eine anonyme Bescheerung ein besonderes Vergnügen für den 29. Dezember sein werde: wer fich daran de- theittgen will, hat sein Präsent mit einer Aufschrift aber ohne Unterschritt in einen bereit stehenden Korb zu werfen, woraus dann die Gaben vertheilt wurden- Frau Stägemann bittet, die Einigkeit und gehobene Stimmung, welche dieser letzten Jahresversammlung eine besondere Weihe geben, auch in die späteren Versammlungen zu übertragen. Immer solle auch im neuen Jahr im Verein darauf gesehen werden, Frieden zu halten; das alte Sprichwort beherzigend,„Fciede nährt, Un- friede verzehrt." Mag die Einzelne lieber einmal ein ihr an- gethanes Unrecht hinnehmen in dem Bewußtsein, dadurch der Allgemeinheit den Frieden erhalten zu haben, damit dann auch das zweile Vereinsjahr in Flieden geschloffen werden kann und die dann hoffentlich über ganz Deutschland verbreiteten Arbeiterinnenvereine sagen können, den an der Spitze stehenden Berliner Frauen gebührt Achtung und Ehre. Fr. Virreet brachte noch den Antrag ein, die Namen kranker Mitglieder zu veröffentlichen, um ste abwechselnd besuchen resp. unterstützen zu können. Dieser Antrag fand allgemein An- klang und wurde angenommen. Die Vorfitzende erwähnte noch, daß die erste Versammlung im neuen Jahre eine Ge- neralversammlung zur Neuwahl des aus 12 Mitgliedern bestehenden Vorstands sei und ersuchte, die Zwischenzeit zur reiflichen Ueberlegung zu denutzen; auch die Statuten und der Name des Vereins sollen verändert werden. hr. Mit polizeilicher Auflösung endete die Mitglieder- Versammlung, welche der Verein zur Wahrung der Interessen der Kisten- und Koffermacker am Montag, Kommandantenten- straße 20, abhielt. Nach Eröffnung der Versammlung wurde die Abrechnung über den am 26. Oktober beendeten Streik in der Erdmann'jchen und in der Fuhg'schen Kistenfabrik vorge- legt. Die Einnahmen(518,50 Mark von Berliner Kisten- favriken, 200 M. von Hamburg, 15 Mark von Leipzig. 15 M. vom Fachverein der Stellmacher, 5,55 M. von einer Tischler- Werkstatt in Berlin) haben 754,05 M. betragen, die Ausgaben 651,80 M.(600 M. an Streikende und 51,40 M. an Unkosten). Vom Restbetrage 102 25 M. find 100 Mt. nach Hamburg zurückgesendet worden. Der Antrag eines Vorstandsmitgliedes, dir 6 Mark, die im Falle des Todes eines Mitgliedes zur Be- schaffung eines Kranzes aus der Vereinskasse gegeben werden, vom 1. Januar an nicht mehr zu geben, wurde nach kurzer Diskusfion in Rückficht darauf, daß auf Grund deS neuen am 1. Januar in Kraft tretenden Statuts ein Begräbnißgeld von 25 M. aus der VereinSkasse gezahlt wird, einstimmig ange- nommen. Nachdem dann noch Mittheilung in Bezug auf den Maskendall des Vereins, der am 23. Januar stattfinden soll, und in Bezug auf die Vereinsdibliothek gemacht worden waren, vertagte der Vorfitzende die Versammlung, bis zum Erscheinen deS Herr Dr. Lütgenau, der einen Vortrag zugesagt hatte. Da dieser während einer Stunde nicht erschien (er hatte vorher in einem anderen Vereine einen Vortrag zu halten), und der Vorfitzcnde es verabsäumt hatte, zu rechter Zeit, d. h. vor Ablauf der Stunde, die Versammlung wieder zu eröffnen, so erklärte der überwachende Polizeibeamre auf Grund deS Vereinsgesetzes die Versammlung für aufgelöst. Verein ehem. Schüler der 102. Gemeinde Schule. Jeden Mittwoch nach dem eisten und dem 15. jeden Monats, Abends 9 Uhr, im Lokale, Kaiser Franz-Grenadier-Platz 7. Gäste willkommen. Verein ehemaliger Schüler der 52. Gemeindeschule, Gr. Frankfurterstr. 102, Restaurant Brunzlow. Heute Abend 9 Uhr Vortrag des Herrn Dr. Stahn über:„Die Geschichte des Menschen. Gäste willkommen. Kachverein der Drechsler,Knopfarbeiter und verwandten Berufsgenoffen. Letzte Vereinsoersammlung in diesem Jahre am Mittwoch, den 16. d. 311., Abends 8 Uhr, in Saegetts Lokal, Grüner Weg 29. Tagesordnung: 1. Der Arbeiter- schutzgesetzentwurf- 2. Der Brand in der Siegel'schen Knopf- fabrik und unsere Stellung dazu. 3. Verschiedenes. Kriefkasten der Redaktion. Spnhr. Soll geschehen. Mehrere Arbeiter, Fennstraße. Der Bäckerlehrling Corny wurde im Jahre 1865 auf dem Grützmacher, hinter der Gardefüselier-Kaserne, ermordet. A. S. Mittenwalderstraße. Der Zirkus Herzog- Schumann b:annte im Jahre 1874 nieder. Der Kaiserhof 1875. 1. Ziehung d. 3. Klaffe 173. Königl. Preuß. Lotterie. Ziehung vom 15. Dezember 1885. Nur die Gewinne über 155 Mark sind Den derreisenden Nummern in Parentheie beigefügt. 94 8024 38 47 60 189 265 94 326 57 446 618 23 68 73 87 91 93 862 81 12401 821 62 99 922 67»007 49 74 95 203 4 364 93 684 773 819 66 912 10008 11 242 96 314 56 458 600 29 79 628 37 71 776 88[200! 92 850 89 997 11027 28 122 27 70 74 88 201 66 72 81 311 18 94 410 170] 28 40 69 60 62 86 98 632[2401 42 67 86 600[1701 27 837 46 68[170] 910 12 12039 83 103 48 208 34 52 304 8 407 34 81 516 16 724 25 38 97 836 1 8047 161 73 204 72 490 540 56 675[1701 742[170] 46 68 844 465 87[170] 14026 49 50 95 183 215 65 84 336 52 73 75 83 89 402 88 500 1200)25 31[170] 605 26 37)170)727 841 49 85 98 903 84[170] 15032 42 87[170] 476 660 82 682 99 712 47 64 890 98 937 16095 166 63 93 226 94 371 602 836 47 48 67 936 46 1702691 III 13 21 207 40 87 755 67 73 464 609 29 64 676 93 755 820 47 72 979 97 18080 116 17 62 218 311 89 64 670 71 76 605 33 42 85 81425 988 89 1 9000 66 74 153 223 90 308 61 92 97 482 696 97 610 11[170] 710 65 811 945 73 86(240J 20123 220 99 333 9540221[170] 89 511 22 56[170] 719 64 96 830 38 915 74 2 1 012 101 262 76 322 432 524 48 70 674 91 744 54 95 851 62 72 74 94[170] 985 93 95 2 2030 53 100 11 99 270 322 66 426 34 60 607 29 91 604 17 49 84[2001 712 44 67 71 810[6000] 923 28 23010 130 80 83 256 99 1300J 416 89 94 95 666[1701 79 11701 728 83 840)240] «4027 75 76 159 74 291 99 801 427 35 63 66 634 59 643 60 78 16000] 756 822 38 82 89 945 25134 1900) 39 43 46 75 89 244 45 46 357 401 3 67 69 500 705 9 26[170] 79 879 915 19«6078 215 306(1701 64(170)85 436 67 638 99 6-1 48 69 8494744853 65 82 89912 16 26 2702173 79 81 226 62 59 81 480 96 534 37 46 743 64 91 866(170) 954 68 2 8057 80 82 89 229 84 325 29 73483 88 515 80(170] 60129 727 73 16000] 9184491795 99 29058 144 62 66 206 1200] 64 62 71 473 89 542[200] 44 706 38 47 70 77 810 25 37 927 31 87 »0079 94 114 16(2C01 66 227 373 97 443[200] 63 76 80 88 90 728 46 73 81»1017[170] 68 72 129 84(170] 88 258 304 42 86 674 611 1170) 79 98[170] 712[170] 41 851 62 90 913[150001 14 48 81(170) »2006 1240] 39 90 199 247 336 46 64 91 474 79 613 61 623 720 41 48 912»»024 60 87 96 118 87 223 1200] 51 362 474 653 91 99 629 74 738 846 905 75»4021 32 102 17 96 213 60 97 332 64[170] 468 633 76 745 61 1170] 86 802 906 24 »6058 129 42 98 221 387 96 400 517 91 762 66 827 87 92 94 913 18 64»«011 37 38 64 92 98 103 61 76 224 31 36 76 76 97 378 456 622 56 59 660 63 718[170] 46 56 87 830»7136 43 93[170] 223 82 864 417 24 92 661 719 42 813 925 69»80-5 76 178 219 341 97 411 44 517 46 56 636 744 46 814 91 96[170] 932 47 92»9070 88 116 49 217 23 306 48 69 99 440 571 76 77 638 767[170] 72 806 13 15 945 60 40060 90 104 7 246 91 312 66 69 96 422 99 541 79 646[170] 99 721 19.0] 22 834 51 62 914 71 90 41010 52 131 92 266 28 359 475 618 647 757 70 93 806 17 22 66 917 49 42173 76 79 262 68 317 26 407 37 41 72 78 715 86 921 4»027(300) 209 29 33 38 326 405 557[170] 99 617 1170] 720 855 921[170] 44083 89[170] 264 336 409 30 63 527 607 67(170) 95 733 49 970 450' 4 25[1701 59 65 79 98 103[170] 29 32 85 93 246 47 486(300) 609 80 90 719[200] 805 11 903 11 41 51 63 4 0001 66 67 71 119 22 41 Jfc i Oranien-Bad Jfc. 44 Dramen Elraße 44, zwischen Moritz Platz u. Oranten-Platz. Preitt: 1 Wannenbad 1. Kl. 75 Bf., Abonnement 5 St. 3 M. 1 Wannenbad II. Kl 50 Pf.. Abonnement 8 St. 3 M. Douchen, Salz u. Schwefelbäder.[250] Volkmar Welzer. Hierdurch zeige ich ergebenst an, daß ich in Ver- bindung mit meinem llhren-Gtaschäft Kieine Hambur« er- Straße Kr. 9 ein reichhaltig affortirtes GolckSilberwaaren- fteschäft «öffnet habe. Ich werde Gold- und Silberwaaren, ebenso wie Uhren stets nur in bester Qualität führen und verspreche, bei billigsten Preisen das Beste zu leisten. Langjährige Erfahrung auch in dieser Branche lassen mich hoffen, mir das geschätzte Vertrauen des mich beehrenden Publikums zu erwerben und zu er- hallen, und bitte ich, bei Einkäufen zu W eilmachtsgeschenken in Uhren, Gold- und Silberwaaren mich ge- fälligst berückstchtigen zy wollen. Hochachtungsvoll[203 Emil Hesse, Uhrmacher, Jnl. Emhof« JVaehrolgrer, Nr. 9. Kleine Hamburgerstraße Nr. 9. i 284 384 427[170] 633 86 681 90 755 72 88 4 7000 42 99 106 230 43 317 22 30 66 405 66 651 720[170] 34 41 42 84 87 888 92[170] 93 937 45 81[200] 4H068 89 92 185 200 454 79 83 513 60 91[170] 624 700 12 14 61 73[170] 93 817 26 87 97 933 4»o53 161 227 87 97 347 90 418 36 61 543 600 3 6 61 79 88 729 71 834 44 900 18 63 5O066 78 117 53 86 91 204 17 18 49 306 50 W 28 31 47 619 42 87[170] 769 60 71 89 864[170] 70 980 5 1013 61[200] 89 211 27 360 62 84 417 60 61 525 56 59 93 648[300] 68[170] 720 44 74 77 835 54 932 62 88[170] 52023 26[170] 37 41 80 121 28 43 201 54 11701 356 71 430 64 621[170] 602 7 768[170] 83 855 64 95 938 84 5 3001 50 96 106 33 53 72 472 96[200] 612 83 61 64(170) 845 46 9, 8 49 69 54023 61 57 62 140 70 90 230 65 80 89 822 23 70 508 68 88[240] 671 89 869[2001 911 76 55057 154 Gl 200 10[170) 27 63 300 36 91 630 92[170] 603 35 47 [170] 671170] 771 801 38 79 80 962 5Ö004 66 115[170] 17 79 91 388 [200] 427 77[240] 520 27[170] 41 74 90 762 68 76 907 8 25 38 57061 98 104 67 206 14 98 329 81 82 49 56[300] 62 82 402 21 41 71 72 89 648 67 81[170] 83 600 11 750 817 67 79 96 908 21 58002 47 66 86 161 78 217 20[170] 39 48 81 304 30 87 465 685 706 8(200) 61 82 846 955 61 67 70 73 69018 60 80 98 122 60 96 234 48 341 92 95 453 611 82 91 778 877 966 69 ««006 15[200] 61 130[170] 89[200] 242 47 367 411 79 642 76 88 99 742 809 34 77 901[170] 75 80 98«1006 23 62 142 208 340 495 606 8 607 11 52 96 789 867 79 924 32 91««054 68 94 100 17 25 235 62 69 310 24 27 62 77 87 438 86 95 611 69 740 41 43 99 805 34 48 (300191 93* 67 90«»157 87 362 412[170] 85 539 647 80 96 719 68 72 816 24 61 78 94 900 20 26 66«4064 79 267[1800] 316 12,0) 22 52 66 400 31 87 50 622 41 61 616[170] 69 794 890 95 937 77 «51 69 104 29 38 202 9 22[200] 39 314[170] 53 68 400 29 93 523 53 60 620 69 842 69 925««014 19 64 148 332 65[200] 422 24 27[170 94 704 12 61 66 71 1240] 842 61 82 97 951«7010 20 54 151<-271 99 307 45 92[170] 94 403 42 552 64 64 631 42 56 80 96 704 15 52 88 835 61 927 50 57«8023 68 93 124 224 52 96 358 98 400 20[200] 45 72 510 16 50 602 17 788 843 61 71 84 967«»157 59 73 1170] 222 67[170] 328 29 58 407 92 99 560 72 75 95 623 81[1701 718 47 85 826 9-5 21 7»047 62 121[300] 49 81 216 i200] 25 378 458 77 539 71 646 48 66 H 42 809 11 974 71134 37[3000] 249 65 60 343[170] 48 79 450 [170] 635 44 702 827 29 37 959 72096 130[1701 66 78 87 98 237 61 66 87 318[170J 56 419 27 601 20 630 96 776 861 79 903 22 39 740 46l%4 198 231 77(200) 99 344 58 462 97 562[240] 76 600 21 44 56 76 787 872 912 36 41 42 45 49 7«075 97 194 22 53 60 93 225 350 69 68 77 94 402 24 62 72 500 63 621 52 69 731 45 48 61 837 40(170] 87 88 987»7101[200] 60 92 99 238 315 22 32 34 569 672 86 722 61 53 817 31 37 83 88 996 78064 206 26 27 490 91 1200) 524[170] 29 68 -WRWRMMMMMB 924 42 81061 84[170] 114 248 95 314 601[200] 25 38 90 99 662 00 843 934 82028 90 119 76 221 31 36 324 33 89 413 52 613 66 720 33 «iTilM M I? 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Heute: Herr und Frau HypokrateS. Walballa-Operettea-Theater. Heute: Der Jagdjunker. Vtttoria-Theater. Heut«: Meffalina. Teutral-Theater. Alte Jakobstraße 32. Direktion: Adolph Ernst. Heute: Zum 134. Male: Die wilde Katze. Gesanpepofie'■* " Akten von W. Pkannstädt, Mufik von®. SieffmZ Morgen: Dieselbe Vorstellung. Louiseuftädtische« Theater. Direktion: Jos. FirmanS. Heut«: Der Troubadour. Ostend-Theater. Heute: Theodora. Theater der Reichshalle«. stlägllch: Auftiten sämmüicher Spezialitäten. Umerieau-Theater. Täglich: Austreten sämmtlicher Spezialitäten. Kaufmann'« Täglich: Große Svezialitäten-Vorstellung. Konkordia. Täglich: Austreten sämmtlicher Spezialitäten und theatralisch« _ Vorstellung. Alhauibra-Theater. Wallncrtheaterstraße 15. Dienstag, zum ersten Male: Die Gesängniffe des Louvre, oder: Der Thurm von Nesle. Drama in 5 Akten nach dem Franzöfischen deS Gaillardet. In Paris auf dem Thsätre de la Porte St. Martin über 250 Mal mit großartigem Erfolge gegeben. w„ ßoi der Vorstellung: Großes Homert der HauSkapelle. Anfang des Konzerts Wochentags 7 Uhr, der Vorstellung 8 Uhr» Anfang deS Konzerts SonntaaS 6 Uhr. der Vorstellung 7'/t Uhr. «onl baden Wochentags Giltigkett und find im Theaterbureau (12—1 Uhr) gratis zu haben. , Passage 1 Treppe. 9 IL Morg. bis 10 U. Ab. Kaiser-Panorama. J®* Eine Reise" durch' O b" r."J t'al t'en. P o m- peji. Eine Wanderung durch d. Berner Oberland. WeihnachtS.AuSstellung: Das Leben Jesu. Jerusalem. Hertha. Reise.- a Reife 20 P g, Kinder nur 10 Pf. Kranken- und KeKräbuißkajse d. berliner Gürtler und Sronzeure(G. H. 60). Die Beerdigung des Mitgliedes Robert P es chk e findet am Mittwoch, den 16. Dezember, Nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause Manteuffelftraße 7 aus statt. Um zahlreiche Betheiligung bittet_[245]_ Der Vorstand._ Warnung. Unterzeichnete warnt, in der Werkstatt von KempkeS, Schlefische Straße 42. in Arbeit zu treten, da die Kollegen dort wegen t.'ohnrcduktion die Arbett niedergelegt haben. 239_ Die Lohnkommission der Korbmacher. Gebrüder Maass, Admlralstr. 40, Ecke Skalitzerstr. (früher Alte Linde). empfehlen zum devorstehenden Weihnachtsfeste: !>:<.:;|«w Beste aus Broden gem. Poted. Raffinade. 35„ Bestes Heynauer 00 Weizenmehl..... 15» Deutsche« Kaiser-Auszug-Mehl..... 20„ Ungarische« do. do...... 25„ Neue Rosinen& Pfund 35 Pf.. 2 P und.. 65„ Neue Sultaninen....... 30 und 40„ ::;||: «poße neue Mandeln, süße und bittere.. 80„ Oacao, Thee, Ohokolade in größter Auswahl billigst.[242 ' Boh-Kaflee»«, frei von schwarzen Bobnen und vollständig rein im Ge-chmack, daS Pfund von 60 Pf. an. fein im G-fchmack a 70 und 80 Pf. diS zu ven alleneinstcn©oitett a 100 u. 120 Pf. Täglich frisch dtbramilt Kiffee s 0 a 60 Pf. 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