Ur. 9. Dienstag, den IS. Januar 1886. III. Jahrg. crliimVMdlM Brgan für die Interessen der Arbeiter. 4 DaS„BerlinerValkSblatt" erscheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement 4 Mark. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustrirter Beilage 10 Pfg. (Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1886 unter Nr. 769.) Jnsertionsgebühr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg. Arbeitsmarkt 10 Pfennige. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunst. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Erpedition. Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen» Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Ich« sei» bi« un> Witt S» rchtt oeg» Redaktion: Kenthstraße S. Expedition: Zimmerstraße 44. Ins grmtmm-BlmnpiiI, Das Projekt, das schon seit Wochen der Gegenstand einer aufgeregten Diskussion in der Presse bildet, liegt nun in greifbarer Gestalt vor uns; der Entwurf des Branntwein- Monopols ist da. Wen» der Beweis geliefert werden sollte, daß eS bei diese» MonopolSprojekien sich um weiter nicht» handelt, als um fiskalische Maßnahme», be- stimmt, die Einkünfte de» Reiches zu erhöhe«, so konnte er nicht bester erbracht werden, al» durch die Branntwein- Monopolvorlage. Denn ein Prinzip tritt in diese« Be- strebungen nicht zu Tage, wenn man den dringenden Wunsch, die Kaste des Reiche» bis zum Rand zu füllen, nicht auch al» ein„Prinzip" bezeichnen will. Beim Tabaksmonopol wollte man Produktion und Konsumtion in die Hände de» Staates überführe», beim Branntweinmonopol handelt e» sich nur um die Verstaatlichuna de« Branntwein-Vertrieb». Da» ist ei» wesentlicher Unterschied und e« mag wohl sein, daß man gehofft hat, damit dem Projekte jene tief ein« ''neidende Schärfe, die ein so charakteristischer Zug de« äbaksmonopol» war, wenigstens äußerlich zu benehmen. Sieht man sich die Grundzüge des Branntweinmonopol« aber genauer an. so findet man, daß seine Wirkungen von denen de» Tabaksmonopols nicht sonderlich verschieden sind. Dieselben Gründe, au» denen wir heute un» gegen jenes TabakSmonopol-Projekr erklären würden, sind daher für un» auch maßgebend, sobald da» Branntweinmonopol in Frage kommt. DaS Monopol wird also den Branntweinhandel groß und klein, in welcher Form er auch betrieben wird, in die Hände des Staates überführe«. Wir haben schon einmal an dieser Stelle gesagt, daß wir gegen eme solche Verstaat« lichung a» s i ch nicht» einzuwenden hätten, ja daß un« eine solche unter Umstände» sehr sympathisch erscheinen könnte, dann müßte aber eine genügende parlamentarische Kontrole über die Erträgnisse des Monopols bestehe« und e« müßte dafür' gesorgt sei«, daß diejenigen Leute, denen bi»her der Branntweinhandel ihre Existenz gewährleistete, nicht um ihre wirthschaftliche Existenz kämen. Aber gerade nach dieser Richtung hin tritt die Branntwein« Monopolvorlage eben so schroff auf, wie einst da» Tabaks« Monopol. Der Reinertrag des Branntweinmonopol» soll siti stai den Einzelstaaten nach ihrer Kopfzabl überwiesen werden, wodurch man der immer wachsende« Ausdehnung der Matrikularbeiträge eine Grenze zu stecken und somit auch die Finanzen de« Reiche» zu kräfttge« hofft.') Die oppo« *) Damit wäre also daS von un» im Leitartikel der Eonn« tagSnummer behandelte Versprechen de» Reichstagsabgeordneten Dr. Delbrück, der Ertrag deS Branntweinmonopol» solle ein Ieuilleton. Die Hand der Uemest». Roma» 74! von »wsld August«»utg. (Fortsetzung.) orc �«seliger!" rief die Generali« entsetzt..Ist e» Deine Absicht, in der letzte« Stunde noch—" $ on sage die Wahrheit, Zeit und Lust fehlen mir, �ügen zu ersinne». Dein eigene« Kind war todt geboren, ei« andere» Kind mußte untergeschoben werde«, damit die Hlnterlasteuschast de» General» Dir zufiel. Dein lieben«. würdiger Schwager würde auf Dich wahrhastig keine Rück- ficht genommen haben, er hätte von Allem Besitz ..»Du lügst!' rief Frau vonSwckman«, in deren Auge« d,e Gluth de» Zorne« zäh aufloderte. .Erscheint Dir das wirklich so ganz unmöglich? Die Frau Halm war zw«» oder drei Tage vorher in Wochen Sekommen, die Leute waren arm, sie verkauften da» Kind pausend Thaler und wanderten au». Die Wärterin war rasch gewonnen, Du wirst»un auch wissen, we»halb fie die *51°°«mpfing. Der Doktor Wieland war allein hal»« starrig, er wollte meine Gründe nicht anerkennen." ftch"" S*1'" Stitmrw" � Doktor ermordet!" sagte fie mit bebender ' f''— �»T HHV V/lvUv UvVVUUy» z�uvvo». 3Be«h«Ib mußte Halm zurückkehre»? Er hatte versprochen, �uben zu bleibe«, e« war eine Bedingung, die er erfülle» auk k?n M*« Büchse benutzt, der Verdacht mußte ionellen Blätter behaupte», daß man dadurch die Einzel- aaten bewegen wolle, auf ihre Reseroattechte Verzicht zu leisten. Wenn fie dies thun— und da» muß sich ja erst in der nächsten Zeit entscheiöen, so würden diejenigen Recht behalte», die seiner Zeit e» offen ausgesprochen haben, daß die Reservatrechte von keiner allzulange» Dauer sei» dürfte«. Un» erscheint der Plan, durch eine solche Verstaatlichung den etwas schwächer gewordenen Finanzen de« Reichs neue Kräfte zuzuführe», etwa« sehr eigenthümlich; wir begreife» aber, daß man auf diesen Ausweg verfällt, nachdem so ziem- lich alle anderen Finanzprojekte gescheitert find. Auch hoffte man wohl, indem man de» Branntwein al« eine Geldquelle in Angriff nahm, der Unterstützung aller Derer sicher zu sei», die seit Zahren die bekannte Weisheit verzapfen, daß da» Ur- und Grundübel der Weltgeschichte der SchnapS sei- Und doch ist bekannt, daß Viele von denen, die jahrau«, jahrein über die„Schnapspest" sich in Deklamationen er- gingen, selbst eifrige Schnapsbrenner und Schnapshändler waren. Diese Elemente mögen dem Monopolprojekt allerding» zustimmen, den große» Brenner« würde das Monopol eine» goldene» Rege« in de« Schooß träufeln. Die Mono» polverwaltung, also da» Reich, würde ihnen ihre Produkte zu ungleich höheren Preise» abnehme», al« sie bi»her auf dem Markte bezahlt wurde» und man berechnet— ob mit Recht oder Unrecht, wissen wir nicht— daß dm Kartoffel- brmnern, die da» Monopol besonder» bevorzugt, ein Mehr- ewin» von 24 Million» zufallm würde. Diese Herr» ißtte» dann allerdings Ursache, dem Monopol jubelnd zu- Imme«, und sie werden eS auch sicherlich thun. Die egeiflerung der großen SchnapSbrenner für da« Monopol wird förmliche Purzelbäume schlage»; man weiß allerdings auch warum. Dem gegenüber steht«un die große Masse derjenige«, die sich bisher durch de« Detailverkauf von Branntwein im Klein» ernährt Haltens; diese werden au» ihrem Beruf gedrängt und erhalte» dafür eine ziemlich gering abgeschätzte Entschädigung. Ueber de» Werth solcher Entschädigung» habe» wir un» schon des Oester» au»gesproch»' sie bedeuten bei der Unsicherheit der heutigen ErwerbSverbältnisse manch- mal so viel wie gar nichts. Was soll ein Mann,»am»!« lich ein solcher, der eine Familie hat, mit einer solch» ge- ring» Entschädigung ansang»? Soll er auswandern? Oder nationallideralen, sondern der freikonservativen Partei angehört. Der Unterschied ist allerdings nicht groß. ausgeplaudert. Wie die Dinge hier sich jetzt gestalten werden, ist mir gleichgiltig, Du wirst wohl einseh», daß e« in Deinem«igen» Interesse liegt, mir die Flucht zu ermöa- lich». Oder wäre e« Dir lieber, d» Bruder im Zuchthause zu wisse«?" Starr ruhte der fieberglühmde Blick der schön» Frau auf dem fahl» Gesicht de« ruchlose» Verbrecher». „Zch könnte Dir darauf antworte», daß jedes Ver- brechen gesühnt werd» müsse," sagte sie,„und daß ich an Allem, was Du verbrochen hast, kein» Antheil habe. Du hast mir«och nicht Alles gestand», ew zweiter Mord be« lastet Dein Gewiss», Georg hat nicht selbst sich da« Leb» g»ommen!" „Wa« kümmert'» Dich!' erwiderte Rabe, die Aua» niederschlag»d.„Girb mir da» Geld, ehe e« zu spät ist.' „Das Geld?" erwiderte der Oberst eintretend.„Mit welchem Recht beanspruchen Sie es? Wäre noch ein Funke von Ehrgefühl m Ihn», so ging» Sie an eine» einsam» Ort und schöss» sich eine Kugel vor dm Kopf, um wenig« stenS Ihrer Familie die Schmach und Schande diese« Kri« minalprozesse« zu erspar»!' Zm erst» Auamblick war Rabe bestürzt zurückgettet», jetzt aber umzuckte bolhaft» Hohn seine Lipp». „Von Zhn» habe ich kein Geld gefordert," erwiderte er trotzig,„mit blödsinnig» Rathschläg» bitte ich mich zu verschon»." Der Oberst griff nach dem Glock»zuge, Frau von Stuck« man» legte rasch ihre Hand auf seinen Arm. .Lass» Sie ihn flieh»," bat sie,.»tgeht er auch dem Arm der irdisch» Gerechtigkeit, sein Gewisse», dieser unbe« stechliche Richter, wird ihn verfolg» bi» an sei» Ende. Möge Gott ihm vergeb»!" Erschöpft sank fie in d» Sessel nieder, die Kräfte ver« ließ» sie, zu gewaltig hatte dieser Schlag sie getroffm. Arabella sank zu ihr» Füß» nieder, und Thrän» stürzt» au« ihr» schönen Aug», die flehmd zu der G»e« ralin empor schaut». „Mama, süße, thmre Mama, verstoße mich nicht,' flüsterte sie,„laß' mich Dein Kind bleib»!' I Mit leidenschaftlicher Gluth umarmt« Frau von Stuck« soll er sich auf einen anderen Zweig de» Zwischenhandel» werf», da doch in allen Zweigen die Ueberfüllunq eine ge- radezu kolossale ist? Da wird guter Rath theuer siin. An die Stelle der biSher-g» Verkäufer und Wirthe, die den Branntwein ver trieben haben, sollen»un Monopol- agentea und Branntweinverschleißer treten, die vom Reiche angestellt sind. Die Verschleißer erhalten die Besugniß zum Ausschank; fie werden widerruflich angestellt. Wir werd» also Branntweinschmkm im R-.ichtbetrieb haben. Der Preis des reinen Branntwein» wird durch da» Monopol um ein sehr bedeutendes, um mehr al» das Dreifache erhöht; der Arbeiter, dem seine Mittel bisher nicht gestatteten, sich ein andere» Stärkungsmittel als etwa ein SchnäpSchen während der Ar- beit anzuschaffen, wird dies SchnäpSchen entweder bedeutend theurer bezahlen oder sehr verdünnt trink» müssen. Die frommen Leute, die im Branntwein den Urgrund aller sozial» Uebel sehen, werden di-S als einen„bedeuten« d» Fortschritt zum Besseren" bezeichn». Bei alledem find wir der Anschauung, daß daS Mono- pol vom Reichstage nicht ang»o>nmen werden wird. Herr Windthorst hat zwar dabei wieder die Entscheidung; er wird es aber kaum wage» könn», bei seiner„Schacherpolitik' da« Branntweinmonopol einzutauschen. wir Politische Ueberstcht. Vom Reichstagsabgeordneten Herrn Hei« in Be»ua auf die Refirfcfiakina d-a irW*« eine erhalten "'taatSanwalt» begangen, oder nur versucht und wegen derselben disztplina- risch bestraft worden wäre. Ich erwarte vom Herrn Staats- anmalt Schöne den Beweis für seine Angaben. Mir ist nur bekamrt, daß ich— weil ich von meiner mich besuchenden Frau ein Stückchen Wurst ohne Wissen des Herrn Staatsanwalts oder eine» Gefananrßbeamten angenommen(dies nennt der Herr Staatsanwalt Durchfiel'""~ « i«« t s og en a jü e n Ä'r" est T« l I'«(§£ 6) u�rkngen fÄ'Mfa'A Tisch, Bett ,c. aufgestellt waren, keine drei Schritt gehen darin gehen konnte. Erst auf Anordnung de» Herrn Gefängnißarzte« Dr. Hunecke, welcher diesen Ausenthalt mit meinem Gesund- heitszustande für unvereinbar erklärte, wurde ich darau» be- "ÄW'nS Ä! Entlieouna h»r Jtr»«»!.- T age E rden und sieben zu thun. ES klingt geradezu sonderbar, wenn der Herr Staatsanwatt mann da» bebende Mädchen, fest und innig drückte fie e« an ihr» Bus», da» schöne Antlitz mtt Küssen bedeckend. „Keine Macht der Erde soll Dich mir»treiß»,' sagte sie,„nur der Tod kann un» tr»nen. Mag mir Alle« ge» nomm» werd». Dich müsse» fie mir lass», Du liebe». gute», thmre» Kind I" Tief bewegt zog auch der Oberst Arabella an seine Brust. „Du bleibst unser Kind," sagte er,„und daß Sieg. fried nicht ander« d»kt wie wir, wirst Du gewiß nicht be« zweifeln.' „Ich glaube, bei dieser Komödie bi» ich überflüssig." spottete Rabe,.e» läge im Interesse aller Betheiligten, w»n man meinem Verlange« ohne Verzug nachkäme' _-Sie find noch hier?" fuhr der Oberst enttüstet auf. „Ihr Schicksal kann un« außerordentlich gleichgiltig sei», mit einem solche» Verbrecher würde man un« nur dann in Verbintmng bringen, wen« wir seine Flucht begünstigten. Hinaus?* Draußen im Korridor wurden Schritte laut, erschreckt blickte Rabe auf die Thüre, die fteche Antwort, die er geben wollte, erstarb ihm auf den Lipp». „Geb» Sie ihm das Geld," bat die Generali», „zehntaus»d Thaler, ich will auch diese» Opfer»och bring»." Der Oberst zeigte auf die Thüre. „Zu spät!' erwiderte er. Die Thüre war geöffnet worden, von William geführt, trat ei« Polizeikommissär ein, zwei Beamte stand» draußen im Korridor. „So rasch hat man die Spur gesund»?" fragte Rabe höhnisch, der sofort erkannte, daß jeder Widerstand hier fruchtlos war. „Zch verhafte Sie im Namen de» Gesetze»,' sagte der Kommissär ruhig.„Sie werden mir ohne Verzug folg», ein Wag» erwartet un« unt».' Er trat auf de« Verhaftet» zu, Rabe kreuzte die Arme auf der Brust, al« ob er ihm zeigen wolle, daß er an Widerstand nicht denke. „Ich füge mich der Gewalt,' erwiderte er,„beweis» Schöne mir gegenüber von der Gefangenenbtbliothek spricht, da dieselbe, so viel ich davon gesehen habe, aus einigen Dutzend Traktätchen des rauhen Hausei und einigen Jugend« schrtften besteht Die Werke von Shakespeare und Goethe halle ich bereits(selbstredend wiederHoll) vor der Zurückweisung dkS Buches aus der ReichStaasdidliothek durckgelesen. Die Bücher von Beyschlag und Stackes populäre Weltgeschichte, welche der Herr AnstaltSgeistliche so freundlich war, mir unaus- gefoivelt zu dringen, habe ich von demselben erst nach dem Zg. August, wo die Verfügung des Herrn Justizministeri be« reits eingetroffen war, erhallen.(Beweis Zeugnijj des Herrn Pastor Koch.) Jndiffen habe ich diese Bücher als für mich zum Lesen ungeeignet zurückgestellt, umsomehr, da der Herr Staatsanwalt Schöne nach jener ministeriellen Veriügung die vorzüglichen sozialdemokiatiichen Bücher in slamöfischer Sprache(z. B. das Chri renthum und der Sozialismus), welche mir geschickt wor- den und welche er natürlich durchgesehen, unbcanstandrl in meine Hände hatte gelangen lassen. Das, ick auch während jener langweiligen fünf Wochen Stöcker'schc Predigten u. s. w. erhalten habe, ist ja schon in dem berichtigten Bericht zu lesen. Aus Schwert«, den 7. Januar, wird der Hamburger „Bürger Zeitung" geschrieben: Manchem Leser mag es wunder« bar vorgekommen sein, daß so ganz anders, wie man daS von anderen Orten zu hören gewohnt rst, gelegentlich des Begrab- «iffeS von Demmler die Schweriner Polizei sich, mit AuS- nähme eines kleinen Zwischenfalles, vollständig in Reserve ge> halten und weder an den rothen Schleifen, noch an den gleich farbigen Blumen im Knopfloche der Leidtragenden Anstoß ge« nommen hat. Wer indeß daraui schließen wollte, daß das Btg-.äbmß gar keine Nachwehen gehabt, der befände fich im J'Nhum. Zunächst freilich hat ein vollständig Unschuldiger den Aerger zu fühlen bekommen, den in den„oberen Schichten" das pompöse Brgrädniß, daS die Schweriner Arbeiter ihrem alten F.eunde beratet haben, anrichten mußte. Der Stabs« trompeter der hiefigen Artillerie- Adtheilung nämlich, welcher mit seiner Kapelle die Trauermustk cxclutirte, wurde, obwohl er vorher selbstverständlich die dienstliche Erlaubniß eingeholt hatte, zu sieben Tagen Mtttelarrest verdonnert! Da wäre nun freilich die Frage am Platze, wenn der Herr Major, der die Erlaubniß gegeben hatte, nicht wußte, wer Demmler war, wie kann man denn den armen Stabstrompeter deswegen bestrafen, daß er fich der gleichen Unwissenheit in Bezug auf DemmlerS politische Parteistellung, wie sein Vorgesetzter erfreute? Dem Bundesrath ist. wie dem„B. T." mitgetheilt wird, vom Etaatsselretär des Innern, v. Bötticher, in Vertretung des Reichskanzlers, eine Reihe von Fragen zur Beschlußfassung unterbreitet worden, welche die Prüsungtvorschri'ten für Aerzte, Zahnärzte, Thierärzte und Apotheker betreffen. Unter Anderem wird die Ein'ühiung zweier Prüfungsperioden für die Kandidaten der Zahnheiltunde empfohlen, deren Beginn auf den 1. November und 1. April jeden Jahres festzusetzen sein würde. — Nach den geltenden Bestimmungen für die Prüfungen der Thierärzte ist ferner eine mehr als einmalige Wiederholung der Fachprüfung nur mit ausdrücklicher Genehmigung der zustän- digen Zentralbehörde statthaft. Da Zweifel darüber entstanden waren, ob jede vollständige oder theilweise Wiederholung eines Prüfungsabschnittes eine Wiederholung der Fachprüfuna sei, so empfiehlt der preußische Landwirthschattiminister zur Besei- tigung der bisherigen verschiedenartigen Praxis zu bestimmen, daß eine mehr als einmalige Wiederholung eines und desselben Prüfungsabschnittes oder Prüfungsfaches nur mit auidrück« licher Genehmigung der Zentralbehörde statthaft sei. Erdlich werden noch Vorschläge wegen der Prüfungsgebühren gemacht. Auch diesmal scheint, wie wir noch hören, eine Verschärfung der P'.üsungSbedingungen für die genannten Kategorien in Aussicht genommen zu sein. Der deutschfreistnntae Antrag wegen der Auswei« snngen ist, wie wir schon hervorgehoben, nicht von allen Mit» gliedern der Fraktion unterschrieben worden. Es fehlen die Unterschriften der Abgeordneten Dr. Horwitz, Schlüter, von Winckelmann, von Staufenberg, welche Mitglieder der Fmk- tion sind, und. des Abg. Behn, der Hospitant derselben ist. Die schwäbische Voltspartei hielt am 6. Januar in Stuttgart ihre Landesversammlung ab, die von etw 300 Personen besucht war. Zum Vorsitzenden wurde der Landtags- abgeordnete Schnaidt gewählt. Herr Payer erstattete den f arteibericht und sprach bezüglich des noch nicht beigelegten wiespalts innerhalb der Volkspartei die Hoffnung aus, daß man sich bei der nächsten Generalversammlung wieder auf dem gemeinsamen Boden zusammenfinden werde. Hierauf be- richtet Herr Karl Mayer über die Tbätigkeit im Reichstage. Die Versammlung nahm weiter den Bericht des Abgeordneten Tafel über die Thätigkeit des Landtages und den Stand der Verfaffungsrevision entgegen und beschloß eine Resolution gegen einen württembergisch-russischen Auslieserungs-Vertrag, gegen das Branntweinmonopol und gcgen den Wollzoll. Der 19. sächsische Retchstagswahlkreis, in welchem demnächst eine Nachwahl stattfinden muß, war von 1867 bis kann man mir»ichtS. Geben Sie voran, ich folge! Und was Sie betrifft, Herr Obecst, so werde ich später mit Ihnen und Ihrem Sohve abrechnen." Die Thüre schloß sich hinter ihm, Arabella hielt die Mutter umschlungen, der Oberst ttat an das Fenster. Zn der nächsten Minute hörte man den Wagen von dannen rollen. „Ohne Katastrophe!* sagte der Oberst verächtlrch.„Er ist ein Feigling; ein Leben voll Schmach und Schande in der Gesellschaft von Zuchthaussträflingen zieht er dem Tode vor." „Entsetzlich!*»ahm die Generalin mit bebender Stimme das Wort.„Ist es denn Wahrheit, wa» er mir ge- sagt hat?" � „Wir können nicht daran zweifeln, Adelaide, die That« fachen selbst empören mich weniger, wie die zynische Offen« Heu, mit der er seine Verbrechen eingestand." „Sei es," erwiderte Frau von Stuckmavn.„Du bleibst mein Kind, Arabella, haben Deine Eltern Dich um schnöde» Geld verkauft, so können sie nun auch keine Rechte mehr an Dich geltend machen. Jever Mann, der jetzt noch Dich seine Tochter zu nennen wagt, wird seine Hoffnungen nicht erfüllt finden, er mag nach Amerika zurückkehre«, uns ist er ein Fremder." Wir müssen zuvor hören, was über diese« Punkt da» Gesetz bestimmt," sagte der Oberst, während er langsam auf uad ab wanderte.„Verheimlicht kann nun die Sache«'cht mehr weiden, der Prozeß gegen den Mörder des Doktor W.eland muß die Wahrheit an'» Licht bringen. Siegfried wird un« darüber aufklären können, die Schntte, die dann geschehen müsse», sollen sofort getho» werden.". „ES war wohl der Haß gegen Sre, der ,hn zu diesem Verbrechen verleitete," versetzte dre Generali», wie au» einem Traum erwachend,„Sie sollten um daS Erbe betrogen � JDa« war wohl Nebensache. Adelaide, in der Haupt« fache dachte er an sich selbst. Ziel der ganze Nachlaß nicht Ihnen zu, dann hatte sein bequemes, sorgenfreies Leben ein (S�luß folgt) 1871 und von 1874—1881 durch einen Sozialdemokraten, Herm Liebknecht, vertreten. 1881 und 1884 unterlag Liebknecht dem konservativen Ebert in den Stichwahlen. 1884 erhielt Liebknecht in der Stichwahl 6065, während Ebert mit 7692 Stimmen siegte. Bei tec bevorstehenden Nachwahl dürfte auch von den Deutschfreifinnigen ein Kandidat aufgestellt werden. Zn nnserer Koloninlpolitik. Ueber die Gesundheit»- Verhältnisse von Neu. Guinea, von welcher Insel wir einen Theil in Besitz genommen haden, liegen reckt trübe Nachrichten vor. An der Südküste, die in englischem Besitz ist, wurde eine aus Austtalien herübergekommene Äegierungikommisfion vom Sumpffleber deztmirt; der Führer der Expedition selbst starb. Von einem Mitglied der Expedition liegt ein Bericht vor, in dem es heißt:„Die größte Schwierigkeit für irgend welche Anfiedlung Weißer in Guinea besteht in dem Fieder, das vor allem auf der ganzen Küstenlinie herrscht. Eine Zone, in der gefährliche Ausdünstungen vorhenschend find, muß durchkreuzt werden, bevor gesündere Gegenden erreicht werden können. Das Fieber dezimirt die Missionare, tödtet die Händler und verödet selbst die Dörfer der Eingeborenen. Die Wirkung des FiederS tritt plötzlich und überwältigend ein." Unter Umständen genügt eine Viertelstunde Aufenthalt am Ufer, um einem kräftigen Seemann da» Fieber auf den Hals zu bringen. Ebenso ungünstig lauten die Nachrichten aus dem deutschen Küstendezirk. Der Kommandant der französischen Korvette „Fabert" berichtete über diese Gegenden Aehnliches. Der bekannte sozialdemokratische Antrag im sächsi- schen Landtage, die Reform des Schulwesens betrcncnd, ist gleich in der ersten Sitzung, in welcher derselbe zur Vcrhand« lung kam, vollständig abgethan worden. Nachdem der Antrag« steller, der Abg. Bebel, den Anttag eingehend begründet hatte und nach Erwiderungen seitens eines Konservativen, eines Liberalen und eines Regierungsvertreter», denen Bebel ent- gegnete, schritt der Piästvmt zur Abstimmung. Der Antrag, den Gesetzentwurf an eine Kommission(im sächsischen Landtag« heißt eS Deputation) zu verweisen, wurde mit 44 gegen 26 Stimmen abgelehnt. Darauf ließ der Präsident abstrmmen darüber, ob überhaupt der Gegenstand noch zu wetterer Ver- Handlung und Abstimmung gelangen sollte. E» wurde nun unter Protest der Antragsteller mit 56 gegen 15 Stimmen der Beschluß gesaßt, den Antrag nicht weiter zur Schlußberathung und Beschlußfassung zu stellen. Auf den Protest erwiderte der Präsident, daß er genau nach der Geschäftsordnung verfahren sei. Darnach ist die Geschäftsordnung im sächsischen Landtage eine wesentlich andere, als im deutschen Reichstage, in welchem jeder Gesetzentwurf drei Lesungen passtren muß, ob er in eine Kommission verwiesen wird oder nicht. So würden die An« tragsteller nunmehr wohl daran thun, wenn sie demnächst gegen die reaktionäre Geschäftsordnung deS sächsische« Land- tags Etmm liefen. Der Retchstagsabgeordnete Mnnckel, der Vertheidiger im Chemnitzer Sozialistenprozcß, veröffentlicht in der jüngsten Nummer der„Nation" eine eingehende Kritik des bezüglichen ReichSgerichtSurtheilS mit Rückficht auf die Gefahren, denen unser gan>es Parteileden ausgesetzt ist, wenn die Auffassung des Reichsgerichts von dem, waS als Partei und was als Verbindung anzusehen ist, praktisch verwerthet wird. Herr Munckel schließt seine Erörterung mit den Worten:„Die liberalen Parteien-sind zur entscheidenden Zeit für die Er« baltung des höchsten deutschen Gerichts in Leipzig eingetreten. Plan glaubte dadurch das Gericht unabhängiger von der jeweilig herrschenden politischen Strömung hinzu« stellen. Sollte eS nicht zu sehr abseit» von jeder politischen Strö mung gestellt sein?" „Nat.-Ztg." mitthrilt— nicht ohne Erfolg geblieben. Eo kamen auS Hamburg im Dezember 2500 Marl, Großenhain 100, Forst 100, München 200, Nürnberg 100, Stuttgart 300, Braunschweig 200 u. s. w. Der im Januar ver« storbene Demmler hat zwei Mal 40 Mark gesendet. Auch für den UnterstützungSsond, auS dem besonders die AuS« gewiesenen unterstützt wurden, find die Sammlungen fleißig fortgesetzt worden. Zur SpirituSfrage. Nach der amtlichen Statistik find im Jahre 1883/84 Kartoffeln zu Sp irttuS verarbeitet worden 23 104 302 Doppelzentner und außerdem 2 567 531 Hektoliter. Wt» sehr stck diese Kartoffeldrennerei nur auf«in« zelne Thelle" Es wurden L tbeilen: Bicmdenburg 3 714 206, Pommern 2710287, Westpreußen 1998860, Sachsen 1764500, Ostpreußen 1203 298, Anhalt 371524, Hessen 209 723, Thüringen 165 904, Hessen-Nassau 138 903, Braunschwcig 124784, Hannover 52 394, Rheinland 46484, Schleswig-Holstein 27 531, Elsaß Lothringen 25 878, Westfalen 488 Doppelzentner. Dazu kommt noch eine nicht in Gewicht berechnete Verwendung von 2 216 167 Hettoliter Kartoffeln im Königreich Sachsen und 351 364 Hektoliter Kartoffeln in Dunkle Gestalten. Erzählung aus dem sozialen Leben der Gegenwart lNachdruck«erboten.] von Karl Ztelke. j2 „Streng Dich nur nicht an, Pauline," flüsterte der Knabe dem Mädchen zu,„laß sie sich nur selbst quäle«, u«S kann e» ja ganz gleichgilttg sein, wo wir kampiren, und erreichen wir da» Nest nicht(ich weiß nicht einmal, wie e» eigentlich heißt), nun dann desto besser für un», dann brauchen wir nicht aufzutrete», und brechen un» da» Genick vielleicht erst einen Tag später!" DaS Mädchen antwortete nicht«, e» zitterte immer«och vor Frost, ihre Zähne klapperten hörbar. Der Knabe bückte fich uad warf eine« Blick unter de« Wagen hindurch»ach vorn. „Wie dieser Tyrann auf die armen Thier« losschlägt," sagte er bitter,„nun, e» ist immer noch besser, al» wen« er seine Wuth an un» ausläßt, wir find ,hm auch«icht mehr als das Vieh. Hast Du noch Schmerze« ra de« Gelenken?" „O, ich kann meine Arme kaum bewege«," entgegnete da» kleine Mädchen;.Du weißt ja selbst, wie wehe mir die Alte mit ihren großen Fäusten thut; heute preßte sie mir die Schultern wieder zusammen, daß rch glaubte, ich müßte die Besinnung verlieren, uad doch hatte ich heute Morgen erst die Probe mit den Gewichte« a» den Füßen!" „Ja, e« ist schwer. Alles da» zu erlernen, wa« man von un» verlangt. Ich kann ja jetzt glücklicher Wesse Alles, wa» man wünscht, aber auch meine Lehrzeit war eine bittere. Merkwürdiger Weise hat mich die Alte nie« malS so grausam behandelt, wie Dich. Weißt Du, ich glaube, dre Alte ist eifersüchtig auf Dich!" „Erfersüchttg auf mich? Wa» ist va» überhaupt?" Die Pferde machten mit dem letzten Rest ihrer Kräfte eine gewaltige Anstrengung, sie bäumten sich hoch empor, dann zogen sie beide mit mächtigem Ruck an,— daS Fuhrwerk bewegte sich. Mecklenburg. Es ergiebt fich aus dieser Zusammensiellunt daß allein auf die Provinzen Brandenburg und Posen nahep die Hälfte der gesammten Kartoffeldrennerei in Norddeutschla» entfällt. ki«e Petition betr. Verbot aller Surrogate iu dn Bierinduftite wird der deutsche Brauerbund in den nächste» Tazen an den Reichskanzler und daS Reichsgesundheitsnfi senden. Die Petenten verlangen, daß zur Bierbereitung künstit in der Norddeutschen Braugemeinschaft nur Hopfen, Nah Hefe und Waffer angewendet werden darf. Durch ein d« artige» Gesetz soll dem Inhalt der Petition zufolge das 9# trauen gegen norddeutsche Biere im In- und Auslande l» seitigt und der Beweis geführt werden, daß die Brauer Nock drusscklands ebenso arbeiten wie diejenigen in Bayern, Bad« und Württemberg. Schweiz. Auch in Genf denkt man allen Ernstes daran, für 18# eine internationale Ausstellung zu veranstalten und es s» die einleitenden Schritte bereits gethan worden. Das Projc! begegnet aber großen Schwierigkeiten, namentlich wegen W für 1889 geplanten Panier Ausstellung. Spanten. Auch in Madrid wird eine Weltausstellung geplant Wahrscheinlich soll das Jahr 1891 in Aussicht genomn' werden. Der neue Minister des Auswärtigen hat die Sa in die Hand genommen. Aus den Verhandlungen geht ü gens hervor, daß man fich in Madrid die letzten Ausstellun von Amsterdam und Antwerpen zu Vorbildem genommen So würde fich die spanische Weltausstellung immerhin in scheidenen Grenzen bewegen und den bekannten Ausspr nicht rechtfertigen:„Stolz will ich den Spanier!" Amerika. In der Union ist ein neues Kanalvrojekt aufgetaut AuS Akron, Ohio, wird nämlich unterm 18. Dezember gem« bei: Großes Aufsehen hat der Plan hervorragender Kanallnst und Ingenieurs gemacht, den Ohiokanal zu vertiefen und i> erweitern, um einen Wasserweg von New-Uork na« N e w- O r l« a n s via Eriekanal, Eriesee, Ohiokanal, Ohio und Misfissippifluß herzustellen. Mehrere Ingenieurs, we auf Grund einer vom letzten Kongresse pasfirten Resob eine Vermessung der Muskingumabtheilung des Ohiokanl vorgenommen, haben erklärt, die Muskingumabtheilung 1 Kanals könne mit verhältnißmäßig geringen Kosten in eine» SchiffSkanal umgewandelt werden; die Schleusen seien laitz und breit genug, doch müßten dieselben vertieft werden. Vo« Trenton, O.. bis Cleveland, eine Entfernung von 106 Meilen müßte der Ohiokanal vertieft und erweitert werden. Alle die!« Arbeiten würden große Kosten verursachen, doch ständen Vi» selben in keinem Vergleiche zu den immensen Vortheilen, webtt dem Handelsverkehr aus dem Projekt erwachsen würden. Dj Angelegenheit wird dem Kongresse in Kurzem unterbreick werden. — Washington, 9. Januar. Die Bill Edmunds g die Vielweiberei ist vom Senate angenommen worden. Bill stellt die mormonische Sekte unter Kuratoren, welche vo« Präfidenten ernannt werden.— Mit solchen Gewaltmittel» wird man wenig erreichen. Wenn die Vereinigte Staa Regierung keine anderen Maßnahmen treffen kann, stellt sie ein jämmerliches Armuthözeugniß auS. Kommunales. t« Friedrich WilhelmS-Hospital, einschließlich* Filial-Anstalt befanden sich ultimo September 1885 o» nitaliten: 230 Männer und 321 Frauen. In der Zeit va» cktober bi» 31. Dezember 1885 wurden aufgenommt«' 16 Männer und 15 Frauen. Durch Tod und EntlaffU-s schaden in demselben Zeitraum aus: 15 Männer und 17 Frau» so daß sich am 31. Dezember 1885 Abends in beid-n«nftpÄ ein Bestand von 231 männlichen und 319 weidttchen Hospii? W ergab. An Domestiken defanden fich am 31. Dezembers beiden Anstalten: 21 Männer und 30 Frauen. Demnach" fanden sich am 31. Dezember 1885 in beiden Anstalten f sammen 601 Personen. In der Männer« Siechen» Anstalt befanden sich 4 1. Ottober 1885 84 Sieche. Aufgenommen wurden in der J': vom 1. Ottober bi» 31. Dezember 1885 13, während durch T»; und Enttaffung in demselben Zeiträume 16 Sieche ausschied« ES defanden sich demnach ult. Dezembr 1885 81 Sieche in# Anstalt. An Domestiken befinden fich in der Anstalt 12 Ä# ner und 6 Frauen, ergiebt demnach am 31. Dezember(W Bestand von 99 Personen in der Anstalt. I» der Frauen- Siechen-Anstalt war am 1. Ottober 1Z ein Bestand von 157 Siechen. Zugekommen find in der o? vom 1. Ottober bis 31. Dezember 1885 25; durch Tod v? Entlassung in demselben Zeittaum ausgeschieden 34 Sie? Der Bestand am 31. Dezember betrug also 148 Sieche. SHfj» net man die in der Anstalt befindlichen 18 DomestZ (3 Männer, 15 Frauen) hinzu, so ergiebt fich am 31. Dez. 1°* ein Bestand von 166 Personen. Da» Gespräch der beiden Kinder wurde hierdurch unck brochen, sie schlössen sich der übrige» Gesellschaft an, die je? um bei einem ähnlichen Unfall sofort bei der Hand( sein, gemeinschaftlich neben dem Wagen herging. Mürrisch, ohne eine Wort zu sprechen, setzte man* Resse fort, oft stieß der Eine oder Andere mit dem Fuß s eine« Stein oder eine Wurzel— ei» unterdrückter Fli» dann hörte man wieder nur da» stöhnende Schnauben» Pferde und das kresschende Knarren der Räder. Plötzlich blieb der Direktor stehen. Sein scharfe»£ hatte einen Laut vernommen, gespannt horchte er in' Finsterniß hinau». „Soeben schlug ein Hund an," sagte er mehr zu selbst,„wir können also nicht sehr weit von unserem siimmuogSort entfernt fein. Ei» einzelne« Gehöft soll e der Gegend nicht geben, wir haben also glücklicher 2B* gegründete Aussicht, daß diese verdammte Fahrt bald/ Ende nimmt. Vorwärt«, Kinder," fuhr er mit einem* fluge von guter Laune fort,„vorwärts, wir sind bald k Ort und Stelle, dann ruht Ihr Euch ordentlich aus morgen geht e« frssch an die Arbeit!" Trotz der trostlosen Umgebung schien die frohe M nung eine belebende Wirkung auf die müden Gestalten zuübe«. Loui» ergriff den Arm der kleinen Pauline, die? nach Kräfte« unterstützte; jetzt wurde das Hundegebell licher, und an dem dunklen Horizont tauchten auch nuniNfl die erste« weißen Häuschen eine« kleinen Flecken» auf; jj Pferde, welche die Nähe des warmen Stalles witterten, n doppelten ihre Schritte, und nach kaum zehn Minute« Wj sich die Gesellschaft vor dem Thore eine« weitläufige» Hofe«, bei dem sich zugleich eine Ausspannung befand. � Li einige verspätete Gäste befanden. u Der Direktor der herumziehende» Akrobateatrupp�a grüßte de« Wirth, der schläftia hinter dem Schenktisch L m devot-freundschaftlicher Weise, er klimperte verlockend. einigen Geldstücken in der Tasche und verstand es hie#' die Aufmerksamkett des Gasthofbesitzers i« viel regerer sagte e wich,„ »inen hoben) fordern saß u» verwa» „5 Pause daß Je unumgl Absicht. zu vers S unbesch Frau c »»gehör i Im Depot für a«K hiefiaen Heilanstalte« entlassene Obdachlose befanden fich am 1. Oklode? 1885 28 Sieche. Bm Quartal Okloder bis 31. Dezember wurden 37 Sieche auf. Senommen. Durch Tod und Entlassung schieden in derselben >eit ebenfall» 37 Steche aus, so daß stch ult. Dezember 28 Sieche in dem Depot befanden. Die Zahl der Domestiken daS Devot beträgt 2.(1 Mann, 1 Frau). Das rädtische Asyl für nächtlich» Obdachtlose de. nutzten im Laufe dei Monats Dezember 13 291 Personen und zwar 12 545 Männer und 746 Frauen. Von diesen Personen wurden 98 dem Krankenhause„Moabit", 4 dem Krankcnbause „Friedrichsbain" überwiesen und 411 der Polizei vorgeführt. Im Arbeitthause befanden stch am 30. September 1885 Detmirte, Obdachlose, Kranke, Polizeigefangene ic. 997 Personen. Der Zugang betrug in der Zeit vom 1. Oktober bis 81. Dezember 1885 527 Personen; der Abgang in demselben Zeitraum betrug 366 Personen, so daß am 31. Dezember 1885 ein Bestand von 1158 in der Anstalt verblieb. Fm Lazareth der Anstalt wurden am 31. Dezember 1885 132 Personen verpflegt und in der Schule erhielten an demselben Tage 27 jugendliche HLuSlinge Unterricht.— Zur Beschaffung von Kleidungsstücken und Bezahlung der ersten Miethe wurden bei ihrer Entlassung in der Zeit vom 1. Oktober bis 31. Dezember 1885 161 Personen mit 1084.51 M. und 238 Familien, aus 859 Personen bestehend, mit 3134,60 M. unterstützt, so daß hierfür an Unterstützung überhaupt 4219,11 M. gezahlt worden Snd.— Im HoSpitale eeS Arbeitshause» befanden fich am 1. Dezember 1885 388 und im Asyl für obdachlose Familim 212 Personen. Bei der Stadtverordnete«» Versammlung find fol- gende Petitionen eingegangen: 1. betreffend Regulirung der Bergmannstraße von dem neuerdauten Schulhause bis zur Hasenhatde. 2. betreffend Durchlegung der FriedrichSberger- straße von der Pallisadenstraße nach der Gr. Franklurterstraße. 3. betreffend Einführung eines einheitlichen Satzes bei Berech- nung der Kosten für den Anschluß an die Kanalisation. 4. be- treffend Asphaltirung der Regentenstraße. 5. betreffend Er» Werbung der von dem Grundstück Lothringerstxaße 94 zur Straßenregulirung erforderlichen Parzelle seitens der Stadt. w. Eine amtliche Zusammenstellung der durch den in der Nacht vom 8. zum 9. und vom 9. zum 10. Dezember er- folgtn ersten Schneefall stattgehabten extraordinären Arbeiten und Kosten hat ergeben, daß 10 815 Fuhren Schnee im Ganzen abgefahren worden find. Nach Abzug von 1330 Fuhren Keh. richt bleiben 9485 Fuhren Schnee zu bezahlen. Dieselben er- forderten für die Abfuhr 19 093,25 M., für Lohn 6589 M., mithin kostete der erste Schneefall der Etadtgemeinde Berlin 25632,25 M. w. De« Standmiethen-Tarif nvd die Organisation der städtischen Markthallen, deren wesentlichen Inhalt wir bereits mitgetheilt haben, hat der Magistrat nunmehr der StadtverordneteN'Versammlung zur Beschlußfassung zugesandt. Wir fügen dem noch hinzu, daß in den Tarif nicht einbegriffen find und besonderer vertragsmäßiger Vereinbarung vorbehalten bleiben: a) die Sätze für Benutzung von Kellerräumen zur Lagerung von Waaren, b) für die Benutzung größerer Flächen für den Großverkehr, v) für die Benutzung von ladenartig aus- gebauten Anlagen in den Hallen zu nicht eigentlichen Markt- zwecken, d) für Benutzung von Komtoirs, e) für die Benutzung von Restaurattons- und andern öffentlichen Zwecken gewidmeten Lokalitäten(Thee-, Selterbuden, Waschzimmer, Korrespondenz- AbrechnungSzimmer, Zeitung»« und Ännonzen-Ktoske und der- gleichen mehr). Lokales. Die Probefahrten mit dem elektrischen Straßenbahn- wagen(Patent Reckenzaun) haben am Eonnabend Nachmittag auf der Strecke der Pferdebahn Thurmstraße-Brandenburger Thor stattgefunden und haben ein sehr günstiges Resultat er- geben. Der Straßenbahnwagen begann seine Fahrten von dem Ausstellungsparke an, wo provisorisch eine Ladestation einge- richtet ist. Hier werden die 30 Akkumulatoren mit der Elektrizität gespeist, die als Triebkraft für den Wagen dient. Die Akkumulatoren präsentiren stch als nebeneinanvergereihte Kästchen von Eisenbolz, die mittelst Brettern auf Rollen unter die Sitzbank dei Wagens geschoben weiden, ein Vorgang, der kaum längere Zeit in Anspruch nimmt als der Wechsel der Pferde. Obwohl in den AÜumulatoren Elekttizität für 4 Etun- den aufgespeichert ist, sollen die elfteren doch alle 2 Stunden §ewechstlt werden, da fich diese Maßnahme wegen schnellerer Durchführung der Ladung, die etwas über eine Stunde in Anspruch nimmt, empfiehlt. Sobald die Akkumulatoren plazirt Snd, werden ste durch isolirte Drähte mit zwei kleinen nach em Patent Reckenzaun in der Fabrik der„Power Storage Kompany" in London erbauten Dynamomaschinen, die unter dem Wagengestelle angebracht find, in Verbindung gebracht; diese Maschinen setzen mittelst einer einfachen Transmission die 4 Achsen(8 Räder), auf welchen der Wagen läuft, in Be- wegung. Dieser kann von einer Person ohne große Hebung leicht und sicher dirigirt werden. Fe nachdem die Motoren y anzufachen, als durch seine verbrauchten, abgestandene» Re- densarten. „Lassen Sie uns etwas Abendessen anrichten," sagte er endlich,„und wenn eS möglich ist, auch noch einige Gläser Grogk, Sie brauchen den Rum nicht zu sparen." Der Wurth erhob sich mürrisch, brummte etwa» von „herumziehenden Vagabunden" in den Bart und schob dann seine vierschrötige Gestalt mühsam zur Küche hinaus, wo man ihn bald mit einem verschlafenen Dienstmädchen zanken hörte. .»Nun, Kinder", meinte der Direktor dann, indem er Moereibend an den großen. Tisch trat, an welchem seine Schutzbefohlene» Platz genommen hatte»,„vorläufig ist die ocoth überstanden, macht e< Euch nur bequem." ""uqte sich an da» kleine Mädchen Hera«, ließ sich lächelnd auf einem Stuhl nieder und fuhr dem Kinde mit ferner Faust über das wellige, seidenweiche Haar. „Sei nur mcht so ängstlich, ich thue Dir nicht» weh", sagte er, al» er merkte, daß das Kind scheu vor ihm znrück- �4,„es soll Dir überhaupt Niemand mehr wehe thun, als tjl!" Während er sich zuerst bemüht hatte, seiner Stimme «lnen etwas fteundlichere» Klang zu geben, war sie zuletzt »ÄS.' Zornig geworden. Er warf eine,« heraus- *06 d°uf seine Frau, die ihm gegenüber am Tische »H?%%%%*%# Ä fcusz Jemand der klerae» Pauline mehr zu leide thut, als unumgänglich nothwendig ist, und ich habe die unumstößliche Absicht meinen Anordnungen in jeder Beziehung Geltung zu verschaffen.". . Seine grünlichen, katzenartigen Auge« waren mit einem «nbeschretblrch bösartige» Ausdruck auf das Gesicht seiner Frau geheftet, die ihm, ohne eine Miene zu verziehe», ruhig »ugehort hatte. Dich ganz unnöthig," erwiderte sie phleg- nnf. L'1� thue nur meine Pflicht, wir müssen von unsere« stsiilcken lebe«. Uebrigens," fügte sie mit unverkenn« elektrischer Weise hinter- und nebeneinander oder einfach geschaltet werden, wird die motorische Kraft der zu leistenden Arbeit mittelst einfacher Handhabung eines Hebel» angepaßt, so daß der Wagen- lenker die Geschwindigkeit nach Bedürfntß ändern kann. Die Kraft läßt sich bis auf die von 16 Pferden steigern, so daß Steigerungen von 1:15 überwunden werden können; die Schnelligkeit kann bi» zu der doppelten eines von Pferden ge- zogenen Wagens gesteigert werden; durch Ausschaltung des elettrischen Strome» und Anwendung der Handbremse wird der Wagen zum Stehen gebracht. Da» Anfahren erfolgt ohne Stoß, Vre Bewegung ist eine gleichmäßige, nicht geräuschvolle. Die schärfsten Kurven, an denen die befahrene Strecke sehr reich ist. wurden passtrt, infolge der fich der Kurve anpaffenden Achsenstellung ohne jenes unangenehme Stoßen, daS fich sonst, zumaftfür Stehende, so unangenehm fühlbar macht. Der von der Waggonfabrik von Herbrandt u. Co. in Ehrenfeld bei Köln er- bauten Wagen, für deren Beleuchtung 4 ebenfalls von den Akkumulatoren gespeiste Brush- Glühlampen verwendet werden, unterscheiden sich kaum von den gewöhnlichen Pferdebahn- wagen, so daß die letzteren fich leicht dem elektrischen Betriebe anpassen lassen. Wie mitgetbeilt wird, betragen die Kosten de» Betriebe» eines elektrischen Wagens weniger als die Halste eines Pferdebahnwagens, so daß also sehr bald die Kosten der ersten Anlage hereingebracht wären. Die Pferde der gegen den Wagen heranfahrenden Kutschen, Droschen und Lastwagen wurden nicht unruhig, nur die Pferde der Pferdebahn stutzten und gingen zur Seite, fie vermißten ihre Kollegen. Da» kgl. HanVelSamt in London hat die Inbetriebsetzung des Reckenzaun- schm WagenS auf den Londoner Tramway- Linien bereits ge- � Skala des Segens. So überschreibt die„Staatsb..Ztg." eine Zusammenstellung nüchterner statistischer Daten über die Geburten im Fahre 1884 in Berlin, welche die Vertheilung des Kindersegens auf die einzelnen Familien zum Ausdruck bringen.„Die Stattsttk", diese strenge Wissenschaft, ist der größte Dichter wider Willen. Sie umfaßt alle Gattungen der Dichtkunst, ist Romantiker, Epiker, Lyriker, Dramatiker, Humo- rist, ja ste erzahlt Possen und Burlesken. Schon die kleine Tabelle der Grburtenfolge mit wenigen Zahlen überzeugt uns. Wir haben diesen kleinen Artikel„Die Skala des Eegm»" überschrieben, und der verehrte Leser wird verständnißinntg nicken, wenn er erfährt, daß der Segen der Ehe vom ersten bis zum zwanzigsten Kinde klasfifizirt ist. Doch vertiefen wir uns etwas in diese Skala. Fm Fahre 1884 find in Berlin 40090 eheliche Kinder geboren. Als erste Kinder find 8453 geboren. Gewiß find dei diesem ersten Eieigniß Vater und Mutter überglücklich gewesen. Nach bangem Hoffen und Harren halten die Eltern daS erste Pfand des Segens in der Hand. Dieser Zustand ist der Siedepunkt in unserer Skala, auch beim zweiten Pfände, daS in 7457 Exemplaien der Himmel verschenkte, find die Eltern sehr glücklich. Sehr glücklich sein, ist immer noch ein angenehmer Zustand, der vurch daS dritte Pfand der Liebe 6260 mal in einen reckt glücklichen verwandelt wird. Doch der Himmel ist noch gnädig, 5091 mal beschenkt er die Familie mit dem vierten Kinde, die stch dadurch glücklich fühlt. Mit dieser Periode hat aber auch das Romantische sein Ende, mit dem fünften Sprößling, den jetzt an Stelle de» Himmels das Schicksal schenkt, und der 3994 Familienhäupter angenehm überrascht, deginnt das Lyrische. Dieses beherrscht auch beim sechsten Knaben qjoer Mädchen, die nur noch überraschend ein- treffen, in 2358 Fällen da» Feld. Ebenso erscheinen unverhofft die siebenten in 2120, die achten unerwartet in 1411 Ereignissen. Vom neunten bis zwölften Kinde beherrscht das dra- mattsche Element den Plan in den betroffenen Familien. Die Vorsehung verleiht demnach 875 Familien das neunte Ret», Bestimmung ist es, daß 556 Mal das zehnte Engelchen zu Sterblichen herniederfleigt. Da» Schicksall will 342 Väter und Mütter erinnern, den§ 11 der Ehe ja nicht zu vergessen, das Fatum beglückt 223 nette Familienkreise, um daS Dutzenp voll zu machen. Vom dreizehnten bi» zum zwanzigsten Kinde herrscht Humor, Posse und Burleske. Es ist hier nicht mehr möglich, charatteristtsche Unterscheidungsmerkmale für jede einzelne Klasse zu erkennen. Wir geben daher nur die Zahlen, und die' Phan- taste deS LeserS mag dann die Dekoration der Ereignisse an- gemessen ausmalen. Es wurden als dreizehntes Kino geboren 132, alS vierzehntes 82, als fünfzehntes 37, als sechSzehntes 17, als fiedenzchnteS 7, als achtzehntes 6, alS neunzehntes 4, als zwanzigstes 6. Nun, daS letztere genügt, und wenn eine neu- gierige Leserin noch fragt: Was herrscht denn nach dem zwanzigsten Kinde für eine Dichtungsgattung? so antworten wir: Da hört schließlich alles auf l" Der bedrängteste Mensch und der' Sündenbock für alle ist der Schuhmacher. Einerseits materiell äußerst dürf- tig fituirt, nimmt er auf der anderen Seite eine untergeordnete soziale Stellung ein und jeder langbeohrte Dummkopf ver- meint in seiner maßlosen Arroganz auf den„Schufte," verächt- lich herabblicken und da» Füllhorn seiner schlechten Witze über ihn ausschütten zu dürfen. Um alledem die Krone aufzusetzen, wird noch verlangt, der Schuhmacher solle es fich als Ehre anrechnen, wenn man ihn würdig befindet, als Spottobjekt zu gelten. Dieser Auffassung, fich mit dem Schuhmacher alle» erbarem Hohn hinzu,„sobald mir die Geschichte nicht mehr paßt, brauche ich ja nur zur rechte« Zeit zu husten, dan» ist e» aus!" Sie stemmte ihre beiden mächtige» Arme auf den Tisch, legte ihren Kopf darauf und sah ihrem Gatte» dreist fin'S Gesicht. Dieser machte zuerst eine Bewegung, als wollte er auf die Frau stürzen. Doch hielt er an sich, beugte dann heftig über den Tisch hinüber und au» de» zu- sammengepreßte» Zähnen kamen nur mühsam die Worte hervor: „Thue da», wen« Du es magst, aber hüte Dich dann vor mir!" Sie zuckte geringschätzig die Achseln und sah spöttisch nach dem Mädchen hinüber, da» sich ängstlich an de» Knaben angeschmiegt hatte. Die Klerne schien mehr zu ahnen, al« daß fie es wirklich verstand, daß hier von ihr die Rede war, sie war schon bei der ersten Anrede des Direktors erschreckt zusammengefahren, vor ihm empfand sie eine geheime, innere Abneigung, die stärker und ganz anderer Art war al» die, welche ihr die Frau einflößte. Dennoch hatte die Frau fast ausschließlich mit ihr zu thun. Sie brachte ihr alle d,e schwierige« und gefährlichen Kunststücke bei, die zur Au». Übung ihres halsbrecherischen Berufes gehörten. Stundenlang mußte sie manchmal sitzen mit schwere« Gewichte« an Händen und Füßen, fie mußte, obgleich e» entsetzlich schmerzhaft war, diese Gliedmaßen bewegen, die- selben im Kreise drehen, bi» ihr die Gelenke anschwolle«; dann bog ihr die„Mutter" Weber da» Kreuz zurück und die Schulterblätter zusammen; ihr jugendlicher Körper hatte auf diese Weise eine außerordentliche Geschmeidigkeit erlangt. Der Knabe dagegen war dem Gespräch mit wachsender Spannung gefolgt. Die Falte auf seiner Stirne war drohender und ttefer geworden und sei« haßerfüllter Blick bohrte sich förmlich in das dicke, aufgedunsene Gesicht seiner Herrin ein. Als sie von dem Husten sprach, preßte er die Kleine in jäher Angst an sich, er verstand, wa» die lauben zu dürfen, entspringt auch da» nur zum Theil berech- tigte Unternehmen, den Schuhmacher für alle Fußliiden der Menschen verantwortlich zu machen. Wir sagen nur zum Theil, denn die meisten Menschen versündigen fich selbst an ihren Füßen in wahrhaft unverantwortlicher Weise. Da ist zunächst das Kapitel vom Fußwaschen und«reinigen. ES werden viele schon an fich selbst erfahren haben, wenn ste z. B. auf irgend einer Reise deS Morgen» nicht Gelegenheit hatten, fich Hände, Gestcht und Kopf zu waschen, daß fie stch den ganzen Tag über unbehaglich fühtten, e» fehlte ihnen einfach etwas— die Be- friedigung einer Gewohnheit, die für den ztvilistrten Menschen Bedürfniß ist. Diese» ist also für da» körperliche Wohlbefinden unerläßlich; wie steht eS nun mit dem Waschen der Füße? ES giebt Menschen— und deren nicht wenige— die ihren Füßen die Wohlthat deS Bade» ein bis zweimal de» FahreS gönnen, andere glauben, genug gethan zu haben, wenn fie ihre Füße zu den hohen Feiertagen baden, die wenigsten aber nehmen täglich ein Fuß- bad, und das find dieselben Menschen, die al» erste Arbeit an jedem Morgen daS Waschen von Geficht k. betrachten und auch verrichten. Wa» haben denn die armen Füße, die un» in der ganzen Welt herumtragen, verbrochen, daß ihnen keine Aufmerksamkeit und Pflege gewidmet wird? Da» ist so eine eigene Undankbarkeit de» Menschen gegen fich selbst, gegen seine eigenen Glieder, die aber auch nicht ungestraft bleibt. denn die Natur rächt stch gegen jede ihr angrthane Unbill. Die auf der Haut fich lagernde Schmutzschicht verdichtet die Poren, dehindert die Ausdünstung und stört so den natür- lichen Zirkulationsprozeß. Würde ein anderer Körpertheil ebenso dehandelt oder besser gesagt, nicht behandelt werden, so stellten fich ebenfalls Lewen ein. die naturgemäß beim Fuße nicht ausbleiben können. Die Haut entzündet sich, ihre Em- pfindlichkeit wird dadurch gesteigert und nicht selten leidet so- gar die Knochenpartte de» Fußes unter dieser natut- widrigen Vernachlässigung. Ist dann der Besitzer der- artig verdorbener Füße noch von verrückten Kaprizen besessen und findet gerade an den extremsten Ausartungen einer unvernünftigen Mode Gefallen, dann ist die Kette einer langen Reihe von Leiden vollendet. Aber weit entfernt, nach dem Sokratei'schen Worte„Erkenne dich selbst" zu handeln» wird die ganze Schuld davon auf den Sündendock„Schub- macher" abgewälzt. Er ist es. auf dessen Kerbholz di- Ent- stehung von Hornhaut, von Erweichung und Entzündung ge° schrieben wird, er ist es. der überhaupt alle Leiden der mensch» lichen Füße verschuldet habey muß. Wir wollten durch vor« stehende Zeilen versuchen, darzuthun, daß der dem Schuhmacher immer entgegengeschleuderte Vnrwurf, er verkrüppele und ver- derbe die Füße, nicht in seiner Totalität haltbar ist, denn ist auch in vielen Fällen der Schuhmacher die dirette Ursache von Fußkrankheiten, so darf nicht verkant werden, daß viele Leute eS gar nicht anders haben wollen. Trotzdem ste ein Ungeheuer von Fuß haben, möchten fie doch ein nette» Füß- chen und wohl oder übel ist der Schuhmacher gezwungm, einen „Schraubstock" zu machen, damit das Elephantenfüßchen recht nett zusammengepreßt werden kann und dazu noch die Schmutz- schickt- unter solchm Umständen müßte selbst der Teufel kranke Füße bekommen. . �»erttner Dtchterelend. Das Loos des unglücklichen Schriftstellers Lindner, welche» wieder einmal das bekannte Dichterelend recht traurig illustrirt, weckt die Erinnerung an Mein Mangel steigt mit jedem Tage— Dem Sterben nah ist meine Lage, Gott gebe, daß e» nicht mehr lange währt, Da mich da» Elend doch verzehrt!— Verlaßt mich nickt in meinem letzten Leiden, Gott und mein Dank ersetzen'S Euch mit Freudm. Treu und dankbar verbindlichster Diener Dichter Burmann Wohnhaft in der Mittelstr. 18 pari" Bunnann. dem zwar in Bezug auf seine LebenSw-ise mancherlei #:#### geschrieben, und dann den Redattionen zugesandt, die fie gratis aufnahmen. Aber am 5. Januar, als der Nothschrei des hun- gernden DichterS in der Stadt gelesen wurde und zahlreiche Mrtlerdige zum Geben veranlaßte, befrette ihn der Tod bereit» von aller Roth. Die einlaufenden Gaben wurden für sein Begrabniß verwandt. *■ Die Zahl der alte« Ladenhüter pflegt fich gegen- wartig nach der vollendeten GeschästSinventur in den einzelnen Fadnkaüons' und Verkaufsgeschäften manchmal nicht unerheb- lick zu vermehren und gewöhnlich räumt der Geschäftsinhaber mit diesen unliebsamen Restdeständen durch einen billigen Au». Frau meinte, während e» dem Mädchen glücklicher Weise entging. De« Schlußeffekt der künstlerischen Vorstellungen der Truppe bildete nämlich immer die sogenannte Menschen- Pyramide. Mutter Weber gab mit ihrem massiven Körper das Fundament her, während Louis sich mit der Gewandheit eines Eichhörnchens auf ihre Schultern schwingen muhte, um das Piedesial für die kleine Pauline zu bilden. Da« arme Kind stand dann mit einer Fußspitze auf der Schulter ihres Gefährten, sie mußte lächelnden Antlitzes Kußhände in das Publikum werfe». Rasender Beifall lohnte jede» Mal diese Parforceleistung, und wenn der Klown dann mtt seine« entsetzlichen Grimmasse» und dem Teller in der Hand durch da« Publikum ging, so gab es bisweilen nicht nur Kupfer- und Nickelmünzen, sondern<» fanden sich auch etmge Silberflücke auf dem Teller vor. ... Direktors wußte, daß nur eine unmerk- liche Bewegung ihres Körpers dazu gehörte, um die Pyra- «nde zum Falle« zu brmae», der unvermuthete Sturz au» solcher Höhe konnte für die kleme Pauline von unberechen- bar verhängnißvollen Folgen sei«. Der Wirth hatte inzwische« das bestellte Abendeffe« gebracht, schweigend hatte die Gesellschaft dasselbe einge- nomme» und man saß jetzt sinnend und trübselig vor den dampfenden Grogkgläser«. Zeder hing seinen Gedanken nach, dieselbe« schiene« durchaus nicht erfteulrcher Natur zu sei». Nur bei der Mutter Weber machte fich«ach und»ach eine boshafte Lustigkett bemerkbar. Die kleine Pauline war eingeschlummert, fie lehnt« ihre« Kopf auf den Arm ihres Kameraden, der in ttefeS Sinne» versunke«, mit einer ihrer lange« Locke« spielte. „Ein reizendes Kind, wahrhaftig," sagte die Frau, in- dem sie ihr GlaS erhob und einen tiefen Zug that,„ein reizendes Kind, fie soll uns«och manchen Thaler ein- bringe«, wen» sie gesund bleibt und ich nicht de« Huste« bekomme." (Fortsetzung folgi) Ott» «erkauf. Indessen solche Ladenhüter, für welche in den schied»nen Eeschästen die intereffantestm Bezeichnungen ae- braucht werden, machen mitunter noch in der vornehmen Welt Furore, wie in folgendem unS mitgetheilten Falle. Kommt da neulich die Frau Kommerzienräthin in ein große» htefige» Manu- fakturwaarengefchäft um ein gute» und natürlich vor allen Dingen recht moderne» Ehawltuch zu kaufen. Der die Dame bedienende junge Mann schleppt ganze Berge von EhawlS herbei, keiner finvct Gnade in den Augen der gnädigm Frau. Da naht sich lächelnd der Chef, der da» vergebliche Bemühen feine» jungen Manne» bemerst hat, erkundigt stch nach dm Wünschm der Dame und meint nachdenklich: „Fch hätte da wohl noch einen Ehawl, aber nur in einem Exemplar und allerdings sehr thmer. Der gleiche Ehawl ist vor einiger Zeit an dm Hofstaat der Frau Prinzcsstn von Eoundso geliefert worden; wenn da» Tuch der Frau Kom» merzicnräthin nicht zu thcuer wäre—?" Man bedenke: Der Frau Kommerzienräthin etwa» zu theuer! ein einziges Exemplar und da» zweite im Besitz der Plinzesfin von Eoundso i daß dieser Befitzübergang vor reichlich fünf Jahren stattfand, wird im Augenblicke nicht weiter e. örtert; wohl aber wird au» einem mtlegenen Regal ein alter Karton hervorgeholt und sorgfältig abgestäubt, der bald darauf mit seinem Inhalt in da» Boudoir der Frau Kommerzienräthin gebracht wird. Am nächsten Tage aber erregt der aste Ladmhüter auf der Promenade allgemeine» Aufsehm, denn alle West weiß, daß da» zweite Exemplar diese» Echawl» stch im Befitze der Prinzessin Eoundso be« findet. Di« Frau Kommerzimräthin ist sehr zufrieden mit ihrem Kauf und der Chef des betreffenden Handelshauses ist e» auch. r. Eine„gelungene" Ausrede wußte ein etwa elf. jähriaer Junge am Sonnabend dem Schutzmann gegenüber, der ihn au» einem ganzm Ruv-l Knaben herausgeriffen hatte, welche auf dem Trottoir der Rcichendergerstraße dem eben so beliebten, wie für die Paffantm gefährlichen Kindersport de» Echlittems huldigten. Als der Schutzmann Mime machte, mit dem Jungm nach dem Revierbureau zu gehen, richtete dieser stch stolz auf und rief:„Ihr Junge hat zuerst ge- schlittert!" und eifrig stimmten alle umstehenden Altersgenossen bei. War da» auch keine Rechtfertigung, so war die Ausrede doch„gelungen", denn der Mann deZ Gesetzes ließ den Jungen laufen und veranlaßtc dm betreffmden Hauswirth, die glotlen Stellen zu bestreum, waS denn auch bald unter großem Be- dauern der Jungen stattfand. Der Berliner Arbeiterverein, eine Gründung von Schulze-Delttzsch, die stch nun schon seit Jahrm vegeiirend durch» Lebm geschleppt hat, zählt jetzt ganze 199 Mitglieder. Um den alten abgestorbenen Geist wieder aufzufrischen, hat der Verein deschloffen, daß die Mitglieder fortan bei festlichen Gelegenheitm die alt-ehrwürdigcn deutschen Farben schwarz. roth gold in Form von Schleifen tragen sollen. Wir babu wahrlich nichts gtgen die schönm Farben, obgleich sie auch A LandeSfardm von Reuß Greiz find, aber eS ist doch bedenklich wenn ein ernster Arbeiterverein durch derartige Spielereien W Hevorthun will. Die CanitätSwache Blumenstratze 59 behandelte« vierten Quartal 1885 139 Fälle gegen 116 Fälle im gleich« Zeittaum 1884. Im Ganzen 1885 504 Fälle gegen 479 b 1884. Bei den 139 Fällen tntfallen 58 auf die Stadtbezick 102—106, 81 auf angrenzende Bezirke. In 10 Fällen ist' fort Honorar bezahlt, auf der Wache find 57 Fälle behack Bei 77 innere Krankheiten, 6 Mal Entzündung edler Orgl 3 Mal Brechdurchfall, 10 Mal Diphhteritis. Bei 63 äufi Krankheiten mußten 6 Mal Operationen vorgenommen wer! 4 Mal Geburtshilfe. Die„Tegenschluckcr". jene oft bewunderte und oft mitleidet« Kategorie von„Artisten", denen'.man in früh Jahren auf allen Märkten und Messen begegnete, haben, durch ein anatomisch in Wachs präparirtes Modell, welches Präuschers Museum im Rothen Schlosse Aufstellung gefuck hat, eine sehr originelle und sehenswerthe Jllusttation crhal Man kann an diesem höchst sauber und naturgetreu geai teten„Wachsartisten" die durchaus nicht gefahrlose Proze! sehr genau beobachten. Das Präuscher'sche Museum hat d wiederum eine interessante Bereicherung erhalten. Die über das Die Gewerbe Prem. Zcntral-Bodciikrcilif-A ItlienpscIkliaK Gesetz bc Ausloosimg und Konvertirung sümmtlicher noch im Verkehr befindlichen Kpro- zentigen zum Nennwerth rückzahlbaren Pfand- briefe der Preußischen Zentral- Bodenkredit-Aktien- Gesellschaft(Emissionen vom Oktober 1879, Dezember 1873, Dezember 1874 und Juli 1876) in 4prozentige Pfandbriefe. Nach Verständigung mit den betreffenden Darlehnsnehmern find die sämmtlichm noch im Umlaufe befindlichen 5prozentigen zum Nennwertbe rückzahlbaren Pfandbriefe(Emissionen vom Oktober 1872, Dezember 1873, Dezember 1874 und Juli 1876) unter dem 22. Dezember ct. behufs Rückzahlung am 1. Juli 1886 zur Ausloosung gebracht worden. Indem wir die» bekannt machen, bieten wir hiermit für die am 22. Dezember er. ausgelosten Stücke im Betrage von 13 610 150 M. und gleichzeitig für die in regelmäßiger Aui- loofung am 2. Dezember er. gezogenen, schon bekannt gemachten Stücke im Bettage von 119 200 M.(Gesammtbetrag 13729350 Mark) die Konvertirung in 4prozentige Stücke unter folgenden Bedingungen an: 1. Die Konvertirung erfolgt in der Zeit vom 4. bis einschließlich 20. Januar 1886 in Berlin bei der unterzeichneten Direktion, bei der Direktion der Diskonto- Gesellschaft, bei Herrn S. Bleichröder, in Frankfurt a. M. bei den Herren M. A. von Rothschild u. Söhne, in Köln bei den Herren Sal. Oppenheim jun. u. Komp. und zwar bei jeder Stelle in den bei derselben üblichen Geschäftsstunden. % An Stelle der zur Konvertirung angemeldeten Stücke werden 4 prozenttge Pfandbriefe ver durch Subskription im Februar 1885 begonnenen Emisfion von 1885 au»- 8. i)fe zur Konvertirung gelangenden 5 prozentigen Pfandbriefe müssen mit Koupon» über die vom 1. Januar 1886 ab laufenden Zinsen nebst Talons eingeliefert werden. Der Inhaber erhält den gleichen Nennwerth 4prozentiger Pfandbriefe mit Koupon» über die vom 1. Januar 1886 ab laufenden Zinsen nebst sofortiger baarer Zuzahlung von'/, pCt. für die Differenz der Stückzinsen vom 1. Januar bi» 1. Juli 1886. Bei der Einlieferung der 5prozentiaen Pfandbriefe muß der Bettaa der etwa fehlenden nach dem 1�2. Januar 1886 fällig werdenden Koupon» daar bei- gefügt werden. 4. Die zur Konvertirung eingelieferten Pfandbriefe werden mit dem Vermerke:„Konvertirt auf 4 pCt. vom 1. Januar 1886 ab" abgestempelt. Der Umtausch der abgestempelten Stücke gegen die neuen Tittl wird laut besonderer Betannrmachung erfolgen, wobei vorbehalten bleibt, dm ch Zusammenlegung den gleichen Bettag in neu ausgefertigten 4prozentigen Pfandbriefen zu gewähren, soweit gegen ein adge- stempellcs Stück nicht ein neuer Pfandbrief von ent- sprechendem Bettage umgetauscht werden kann. Stücke über 50 Thlr.(150 M.) können überhaupt nicht zum Umtausch angenommen werden, sondern es sind zwei solche Stücke einzureichen, um einen neuen Pfandbrief über 300 M. zu empfangen. 6. Den bprczentigen Pfandbriefen, welche zur Konvertirung eingereicht werden, ist ein doppelte» mit deutlicher Na- menSunterschrist und gmauer Wohnungsangabe de» Einsender» versehene», nach den Jahrgängen geordnete» Nummernverzeichniß beizufügen. Formulare hierzu können bei den unter Nr. 1 genannten Stellen kostenfrei in Smpfang genommen werden. 6. Die Pfandbriefe können behuf» der Anmeldung jeder der unter Nr. 1 genannten Stellen mit der Post ein- gesandt werden, und erfolgt die Gegenleistung unter voller Werthangabt. Da» Porto für die Einsendung und Rücksendung trägt die Preußische Zentral-Boden- kredit- Akliengeseüschafi. Berlin, den 28. Dezember 1885. Ausloosnitg und Konvertirung «ineS Betrages von 550950 Mark der 5 proz. mit 10 pEt. Zuschlag rückzahlbaren Pfandbriefe, Emission vom Jahre 1871, sowie eines Betrages von 3 553 500 M. der �/»prozentigen mit 10 pCt. Zuschlag rückzahlbaren Pfandbriefe, Emisfion vom Juni 1879 (Serie II) in 4prozentige Pfandbriefe —--**—----—*-t- r-ii—» t welche festen» der betreffen- den DarlehnSnehmer erfolgt find, hat am 21. und 22.De»br.cr. «ine verstärkte AuSloosung der �prozentigen mit 10 vCt. Zu- schlag rückzahlbaren Pfandbriefe, Emisfion vom Mai 1871, so- M*,•■. � III__~._-- A Da*. I ♦ 4,• A T k A In Folge von R t Darlehnsn ES find behus» Rückzahlung am 1. Juli 1886 die au» der Anlage ersichtlichen Stücke gezogen worden. Zuvor wurden in regelmäßiger Ausloosung am 2. und 8. Dezember k. gezogen die schon bekannt gemachten in der Anlage nochmals verzeichneten Stücke. 1. vom 3. Für diese sämmtlichm Stücke im Gesammtbettage von: a) 550950 Mark 5 pCt. Pfandbriefe von Mai 1871 und b) 3 553 500 Mark 4'/» pCt. Pfandbriefe vom Juni 1872(Serie n) bieten wir hiermst die Konvertirung in 4 prozenttge zum Nennwerlh rückzahlbare Stücke unter fol- gendm Bedingungen an: ' Die Konvertirung erfolgt in der Zeit 4. bis einschließlich 90. Januar 1886 in Berlin bei der unterzeichnetea Direktion, bei der Direktion der DtSkonto-Gesellschast, bei Herrn S. Bleichröder. in Frankfurt a�M. bei dm Herren M. A. von Roth- lchild und Söhne, in Köln bei den Herren Sal. Oppenheim jun. und Komp. und zwar bei jeder Stelle in den bei derselben üblichen Geschäfts-Stundm. An Stelle der zur Konvertirung angemeldeten Stücke werdm 4prozmttge Pfandbriefe der durch Subskription im Februar 1885 begonnenen Emisfion von 1885 ausgegeben. Die zur Konvertirung gelangenden Pfandbriefe müssen mit Koupons über die vom 1 Januar 1886 ab laufenden Zinsen nebst Talon» eingeliefert werden. Der Inhaber erhält den gleichen Nennwerth 4prozentioer Pfandbriefe mit Koupon» über die vom 1. Januar 1886 ab laufenden Zinsen nebst sofortiger baarer Zuzahlung von 10 pCt. Zuschlag und der Differenz der Stückzinsen vom 1. Januar bis 1. Juli 1886. Diese Differenz beträgt für die öprozentigen Pfandbriefe für die 4'/, prozentigen Pfandbriefe'/« pCt. Bei der Einlieferung der Pfandbriefe muß der Be- ttag der etwa fehlenden nach dem 1./2. Januar 1886 fällig werdenden Koupons baar beigefügt werden. 4. Die zur Konvertirung eingelieferten Pfandbriefe werdcn mit dem Vermerke, Konvertirt auf 4 Prozent vom 1. Januar 1886 ab" abgestempelt. Der Umtausch der abaefrempelren Stücke gegm die neuen Titel wird laut besonderer Bekannt- machung erfolgen, wobei vorbebaltm bleibt, durch Zusammenlegung dm gleichen Bettag in neu ausgefertigten 4 p ozenttgm Pfandbriefen zu gewähren, soweit gegen ein abgestempeltes Stück nicht ein neuer Pfanddries von entsprechendem Betrage umgetauscht werdm kann. Stücke über 50 Thlr.(150 Mark) können überhaupt nicht zum Umtausch angenommen werden, sondem es find zwei solche Stücke einzureichen, um einm neuen Pfandbrief über 300 Mark zu empfangen. 5. Den Pfandbriefen, welche zur Konvertirung eingerercht werden, ist ein doppelte» mit deutlicher Name s-Unter- schrift und gmauer WohnunaSangabe de» Einsenders versehene», nach Littera und Nummern geordnete» Ver- z-ichniß beizufügm. Formulare hierzu können bei den unter Nr. 1 genannten Stellen kostenfrei in Empfang genommen werden. 6. Die Pfandbriefe können behufs der Anmeldung jeder unter Nr. 1 genannten Stellen mit der Post eingesandt werdm, und erfolgt die Gegmleistung unter voller Werthangabe. DaS Porto für die Einsendung und Rücksendung trägt die Preußische Zenttal- Boden- Kredit- Ak.'iengesellschaft. Berlin, den 28. Dezember 1385. preatischeZeutralKodellkrtdit-Aktlellgesekschaft. Ose Direktion. Dr. Jalcobl. Bossart, Klinge nxaan. L In außerordentlicher Verloosung am 21. und 22. Dezember 1885 wurden gezogen: 5 pCt. Zmtral-Pfanvbriefe, Emstfion von 1871, rückzahlbar mit einem Zuschlag von 10 pCt.— 110 pCt. Lit A. über 1000 Thlr. Nr. 29 41 42 49 56 66 68 78 81 83 91 102 105 110 III 116 176 177 180 181 184 185 190 193 194 195 198 201 222 228 249 259 260 264 267 282 291 303 325 340 341 343 348 351 355 356 365 366 383 386 388 389 390 397 399 417 425 430 447 453 454 457 493 522 528 531 533 538 559 571 572 595 619 620 630 635 638 642 641 658 691 695 711 722 770 777 781 787 789 794 813 818 822 825 829 841 846 852 854 866. Litt. B. über 500 Rthlr. Nr. 23 28 45 189 229 242 249 268 328 332 357 360 400 511 514 529 530 555 609 620 707 744 761 794 801 818 820 839 846 988 1078 1145 1180 1190 1283 1324 1353 1360 1374 1381 1397 1432 1470 1488 1493 1565 1578 1580 1588 1619 1948 1676 1706 1720 1749 1755 1765 1796 1801 1830 1906 1912 1924 1955 2006 2041 2061 2082 2135 2171 2261 2262 2292 2353 2355 2365 2369 2411 2442 2475 2476 2507 2514 2534 2550 2559 2569 2578 2580 2594. Lit. C. über 200 Rlhir. Nr. 35 142 187 284 501 540 784 1060 1241 1266 1457 1481 1523 1558 1683 1817 1848 2302 2369 2518 2567 2863 2916 2994 3103 3135 3207 3273 3311 3362 3376 3385 3540 3656 3746 3913 4036 4118 4326 4455 4673 4954 5113 5146 5159 5259 5387 5512 5699 5705. Lit. D. über 100 Rthlr. Nr. 29 190 279 300 476 515 865 1101 li07 1337 1418 1731 1904 2239 2244 2290 2347 2388 2698 2836 2842 3022 3159 3226 3669 3767 4388 4389 4456 4735 5064 5469 5562 3245 5580 5684 5721 5766 5764 5980 6363 6630 6759 6761 7117 7194 7311 7386 7443 7464 7612 7662 8441 8645 8651 8979 8980 9003 9157 9229 9312 9659 9741 9761 9798 10123 1011 10473 10899 10979 11121 11467 11479 11502 11638 12 12286 12287 12351 12389 12600 12721 12744 12839 1 13161 13167 13188 13354 13462 13534 14002 14026 1411 14386 14548'4575 14586 14644 14970. Lit. E. übet 50 R No. 20 86 151 185 281 336 343 359 489 493 496 764 808 817 1160 1231 1270 1298 1363 1414 14*' 1531 1609 1637 1734 1858 1873 1923 1952. Der * von den I aus dem weitere S «eitere Ü diesem(S zu und t Monopol) Die Sieichskan Kaiser in 4'/, pro, entige Zenttal- Pfandbriefe. Emission Ser.ll. rückzahlbar mit einem Zuschlag von 10pCt. 2,» y™2" Für von löttAzenten. 110 pS Berschleij JtSTÄ iL l 94-97 103 104 107 108 110-113 115-119 121 123-1? 129 ISO 132-138 140-142 144-148 152 155-160'62 1« 168 170-173 175-178 183 185 186 189-192 194- 209 29 212 214 215 217 219 220 222 223 225-2» 230-234 236 238-242 2(6-249 251-253 255-!" 262 264- 270 272- 276 278 279 281- 295— 308 311-321 324- 330 332- 350 352- 356 358 360 362- 368 370 372-374 376 377 3? 383-388 392-394 396-399 401-405 408 410 411 413 41« 417-421 423-454 456 459-462 466 467 469 471-478(C/Xn 482-484 486 487 490-494 496-499 501-505 507- 511 513- 524 526 528-532 534-541 543-552 554 556-tfL(na.n 564-571 574 576-584 586 587 596-598 603- 609 611-6�»% w rtc\rt rtetn siftr nen nen nn»---— �ÄClIvlX 0C[ vernehme« Alle arm, d '«reiten, Liennerei fiellung Verhältnis 626 628-655 657 658 661 663-669 671-676, 679 681-691 693 695 697 698 700 701 703 704 706 708 71 712 713 715716 718-722 724-732736-738 769- 772 774-71 794-797 799 804- 808 812-817 819 824 826 828-1 839 841 843 846 847 849 853 854 857-862 865 873-876 879 880 875-890 892-894 896 901 902 906-912 915- 918 920 923 924 926-934 936 938-! 943 947 949-953 958 959 963-965 967 970- 972 975-! 980-995 997- 999 1001 1004 1006-1008 1010-1015 1 1020-1024 1026 1029 1030 1034-1040 1042-1044 1046-1 1050 1053 1054 1057 1059 1064 1066-1069 1071 U 1075 1079-1084 1086—1092 1094 1099-1102 1106— 1112-1115 1117-1126 1128-1131 1133 1134 1138-1140 1142-1145 1147-1149 1153 1154 1158-1160 1162 1164-1168 1170-1176 1179 1182-1185 1187-1193 1195 1196 1198 1199 1210-1215 1217 1218 1220 1223-1231 1245 1246 1250-1253 1255-1271 1273 1278 1283-1287 1290 1291 1293-1301 1312-1315 1317 1319-1321 1323 1324 1331 1332 1334— 1544 1347 1358 1360-1365 1371 1373-1384 1386 1387 1389 1391 1392 1394 des Guta als Vorfii drei Brem Weise fest ichtlichen lefüdrlm Für I ietrieb g lche fie 'irthschaf! setzt. Zur s sonderer Q ■ a t\j~, vitvvfrv» v; 1201—1" m landwi 1233-lÄandesreg! 1275 13»nd unter 1304-l3wr einzeln 1326 lAheilt wert # Gleich 13»ie Bereit, Der nntwei Iii. Vor 1397-1407 1410 1412-1421 1423 1425 1426 14W-Mtteffende 1437-1439 1441-1444 1446 1449 1450 1453-1468 iH-erden.| 1474 1476-1478 1484-1494 1496-1498 1502-1505 1 1510 1512 1514 1516-1520 1522 1525. Lit. B. 500 Rthlr. Nr. 41 48 90 172 213 279 306 365 366 401 435 444 449 467 472 501 521 584 634 640 651 739 760 802 846 899 915 1072 1082 1128 1138 1212 1 1235 1246 1258 1266 1269 1293 1321 1345 1395 1404 1 1570 1572 1575 1637 1657 1660 1801 1807 1818 1831 18731 1912 1920 1976 1985 1987 2004 2040 2150 2189 2234 2340 2402 2418 2447 2464 2584 2625 2628 2680 2732 2764 2807 2852 2896 3012 3013 3048 3138 3145 3146 3! Lit C. über 200 Rthlr. Nr. 53 101 237 302 361 414 758 762 843 1123 1303 1354 1399 15C5 1693 1771 1876 2393 2439 2455 2611 2683 2722 2726 2768 2773 2801 3723 3897 3924 4003 4115 4324 4339 4383 4396 4771 4949 4993 5037 5151 5265 5271 5649 5661 5676. Lit. D. 100 Rkhlr. Nr. 229 315 372 380 414 441 561 614 618 678 687 794 796 825 843 1001 1009 1032 1111 1155 1419 1454 1567 1574 1585 1726 1794 1796 H 1907 1944 1953 1954 1975 2064 2098 2119 2239 2490 2534 2676 2771 3018 3052 3102 3421 3433 3578 3683 3710 3779 3805 3842 4296 4?04 4389 4453 4519 4629 4656 1845 2133 3210 4116 4757 1878 2174 3224 4156 Die 31 ierfür zu onnenm ner Men er Emps Bet .____.... 4838 5019 6030 5095 5101 5256 5358 5479 5715 5742 5947 5963 5991 6000 6031 6048 6107 6130 6178 6296 6404 6423 6507. Lit. E. über 50 Rthlr. Nr. 82 114 160 177 288 309 319 324 361 438 484 513 515 545 559 609 639 654 676 821 881 914 922 933 904 996 1077. IL In ordentlicher Verloosuug am 2. und 3. Dezember I wurden gezogen � eburttort r bei sei ebles siä er Blitz dabei n,„U 9 zerstör lfi zu I fand mr a, einmo 5 pCt. Zeniral-Pfandbriefe. Emisfion von 1871, rückzah��aube, mit einem Zuschlag von 10 pCt.= 110 pCt. s®1' au» Lit A. über 1000 Rthlr. Nr. 163 224 269 803. L#-? Cholere über 500 Rtbr. Nr. 353 526 1522 1774 1860 2196. Llk»(t Neap s a s iss s w- 4722 5552 6098 6852 6941 6952 7120 7368 7630' 7876, 8110 8493 8811 8912 9353 9953 9954 10177 10568 j 10983 11081 11130 11398 11970 12234 12692 12999 i 13323 13994 14726 14746 14893. Lit E. über 50 vzttge v t einsah nur ________ � j SWjijtden» ro Nr. 170 479 842 958 1467' 1579 1642. Sorten ein «MM S& Z Ä™. Ä6» Verantwortlicher Stevakteu»«.»r-nhei« i» Berlin. Druck» und Verlag von Star»adtng in Balm aW, Beutdnraße a 6Ur«n eine S« Ämml ut ftanffiA jrewnlW delte i» idtbezÄ Beilage zum Berliner VolNlatt. Kr. S. Dienstag, de« 1% Januar 1886. III. IahrK» Das Kraalllmkia-Moiuipl� gewnd« Die bauptsächlich�en Bestimmungen deS Gesetzentwurfs - ritzalK' fibet das Branntwein-Monopol lauten: acarbß Prozed» I. Allgemeine Grundlagen. hat dam§ 1. Die Herstellung roden Branntweins bleibt der privaten GewerdStdätigkeit überlasten, unterliegt aber der in diesem Gesetz bestimmten Ordnung. ■A-�L§ 2. I Der Bezug sämmtlichen inländiscben rohen Branntweins i von den He, stellern, der Bezug von Branntweinen aller Art I Kl aus dem Auslande, die Reinigung des Branntweins und deffen i wettere Verarbeitung zu altoholr'chcn Getränten, sowie der „„...z weitere Verkauf von Branntweinen aller Art stehen mit den in � diesem Gesetze gemachten Auenahmen ausschließlich dem Reich >.5ö|U und werden für Rechnung desselben betrieben(Branntwein» Monopol). § 3. Die Verwaltung deS Branntweinmonopols führt daS dem Reichskanzler unterstellte Monopolamt, dessen Vorstand vom Kaiser im Einvernehmen mit dem Bundesrath ernannt wird. 139 15 )26 141« : 50 Rt 496 114 Ii Sür den Absatz im Großen wirden von dem Monopolamt 87, Agenten, für den Absatz im Kleinen von den Landesregierungen 110 pÄ Verschleißer angestellt. Die Agenten und Verschleißer werden ION 1 5 17-li?on j?en Organen sowohl der Monopolverwaltung, alS auch 4_gg Aver Zoll- und Eteuerverwaltung beautfichtigt und kontrolirt. 123-1� II. Vorschriften, betreffend die Herstellung des rohen >'62 IM Branntweins. -209 2t| 225-4 § 4. nfl Alle Brennereien, welche am 1. Oktober 1885 vorhanden oST Sparen, dürfen in Zukunft jährlich soviel roden Branntwein � � bereiten, als fie vorher regelmäßig hergestellt haben. 352— 377 3? .„„„______________ Alle Brennereien, welche am 1. Oltober 1885 erst in der Her- -•. �stellung begriffen waren, sollen in Zukunft jährlich zu einer .\o iZverhältnißmähig gleich großen Branntweinprodultion verstattet -473 4> zverden- iketi e�ür die einzelnen Brennereien weiden die Branntwein- : 556—g mengen, welche sie nach den vorstehenden Grundsätzen zu be- 1 Sir£ reiten befugt sein sollen, seitens der Landesregierung im Ein- 676 J vernehmen mit der Monopolverwaltung und nach Anhörung 96 708 7 des Gutachten» einer auS einem höheren Verwaltungsbeamten 2774—' fcls Vorsitzenden, zwei Oberbeamten der Steuerverwaltung und 828—» drei Brennereibesttzern zusammengesetzten Kommission in billiger 865—0 Weise festgesetzt. Die Kommission kann zum Zwecke ihrer gut- 902- achtlichen Aeußerung Einsicht in die über den Brennereibetricb 938-Jgesüdrten Bücher nehmen. 2 975—" Stüt kleine Brennerei 1015 1( 046-1' 071 II tT06 134( IM 179 1� 1201— f 1233-1 275 1 1304-1' 326 1 1365 1 1394 1: 1428-1' 1468 1 1505 1 ,. B. 5 366 0 651„ 1212 1 1404 I 1 187311 2234 2732 Für kleine Brennereien(§ 17), welche keinen regelmäßigen «trieb gehabt haben, wird die Menge rohen Branntweins. elche fie bereiten dürfen, unter billiger Berücksichtigung der irthschastlichen Verhältniffe, seitens der Landesregierung fest- § 5. Zur späteren Anlegung neuer Brennereien bedarf eS be- nderer Erlaudniß. Dieselbe kann, sofern daS Bedürfniß dazu i landwirthschaftlichen Interesse nachgewiesen ist, durch die iandesre gierung im Einvernehmen mit der Monopolverwaltung >d unter Festsetzung der Branntweinmenge, deren Bereitung r einzelnen Anstalt andauernd jährlich gestattet sein soll, er- eilt werden. Gleicherweise kann einer Brennerei in einzelnen Jahren e Bereitung einer größeren Branntweinmenge, als für die treffende Anstalt ein- für allemal festgesetzt ist, gestattet iben. § 21. Der Brennereibefitzer hat den gesammten gewonnenen «nntwein an die Monopolverwaltung abzuliefern. Iii. Vorschriften, betreffend den Betrieb deS Branntwein« Monopol?. § 22. Die Monopolverwaltung übernimmt nach Maßgabe der erfür zu erlassenden Kontrolvorschriften den gesammten ge« * �«onnenen Branntwein in der Brennerei unter Feststellung > 414 ir*ner �en0e' Stärke und Beschaffenheit und gegen Ertheilung ,�7ß#ner Empfangsbescheinigung an den Brennereibefitzer. Letzterer 2301 0#«ut Betheiligung bei der Abnahme aufzufordern. 4771 Lit D.iiJ 4 618» 1155 1 1878 1? 2174 3224 4156 4838 5742 6296 12 114 15 545., i 996 1' Dkl Dnnnalo, Eine Gerichtsgeschichte aus Calabrie«. Eigentlich hieß er Vicenzo, aber in seinem calabresischkn eburtsort«, sowie in den Nachbardörfern nannte man ihn 't. Spitznamen„der Verdammte". Was immer ebles sich in Casole Bruzio zutrug, schrieb man ihm zu. . Wu0 in ei» HauS und das fetteste Schwein r dabei um; wer trug Schuld daran. Gott? der Zufall? n,„n Dannato"! Die Ernte fiel schlecht auS, die Reb» S zerstörte die Weinberge, der Wildbach, welcher der Ort. »st zu Füßen rauscht, trat aus seinen Bette und riß was fand mit sich fort; was war die Ursache?„II Dannato"! o, einmal entging Vicenzo nur mit knapper Roth der rückz-h��°ubendsten Lynchjustiz(mau wollte ihm nämlich daS it. aus dem Leibe reißen und es rösten), und zwar als 103. Edoltto im vergangenen Sommer mit rasender Wnth 96. L'W" herfiel und auch Cosenza einen Fußtritt ver- ) 1627 jß&t- Alle Aerzte hatten die Flucht ergriffen, und als die >ember I Irlich* in Cosenza einzug, fand fie nichts zu ihrem Em« vorbereitet, als daß man bei ihrem Herannahen die Eise«. i 7876 h�ge von Neapel in die Universitätsstadt(!) Calabr-eni 10568 1#* einfahren lassen wollte. Von Cosenza nach Casole ist 12999 l�|fr nur«in Sprung. Die dreihundert Einwohner deS . 50 � eckens rotteten sich auf dem Marktplatz zusammen und Zt.%�T)en einander entsetzt an.„Wo ist der„Dannato", damit rr mit r- c ,hm den GaurauS machen!" rief der Kühnste, und hatte -drit die Worte gesprochen, welche auf Aller Lippe» vebte». Denn daß nur Vicenzo die Choleraseuche herbei» ührt haben konnte, unterlag ja keinem Zweifel! Dieser * daite eine gute Nase gehabt und war bei Zeiten ver» runden. Auch dafür wollte man de» Grund wiffen:„Die 0!"UN0 hat ihn gezahlt, damit er unS sammt und sonders .giftet und sie von unseren Häusern und Felder» Besitz .fetten kann!" Man nickte einander verständnißinnig zu. » Neapel ist er, Gift zu hole»!" schrie der Redner in der «- % — ilomm'un0 und legte den Zeigefinger auf den Mund, zum tu"rächen, daß dieses Teheimniß nicht über den Marktplatz § 23. Der den Brennereibesttzern für den abgelieferten Brannt- wein zu zablende PreiS wird durch einen jeweilig von dem Bundesrath f»stzus«tzenden Tarif bestimmt. Mr d e Gestaltung dieses Tarifs soll bis auf Weiteres die Maßgabe gelten, daß bei Kartoff-lbianntwein ein Preis von mindestens 30 und höchstens 40 Mark für das Hektoliter reinen Alkohols, bei anderen Branntwetnarten aber ein auf der Grundlage deS jeweiligen Tarifsatzes für Kartoffelbrannt- wein angemessen berechneter Preis zu bestimmen ist. Der Bundesrath ist ermächtigt, bei Kartoffelbranntwein, welcher von einer täglich nicht mehr als 10'/» Hektoliter Bot- tigraum bemaischenden Brennerei abgeliefert wird, einen Zu- schlag bis zu 2 Mark für das Hektoliter reinen Alkohols zu gewädren... m.. Für Branntwein, welcher sich in Folge eines hohen MaßeS von Uareinigkeit oder aus sonstigen Giünden zur Herstellung alkoholischer Getränke nicht eignet, find in dem Tarif adge« minderte Preise anzusetzen. Sollte Branntwein unter Verwendung verbotener Stoffe hergestellt(§ 15), oder von solcher Beschaffenheit sein, daß er vorausfichtlich auch durch stattfindende Reinigung nicht gc- brauchs'ähig gemacht werden kann, so ist er ohne Gewährung eines Ersatzes unter amtlicher Aufficht zu vernichten. § 25. Die Monopolverwaltung stellt aus dem ihr gelieferten rohen Branntwein gereinigten Branntwein, sowie die dem Be» dürfniß der inländischen Konsumt on entsprechenden allotho- lischcn Getränke her und führt ausländische Branntweine, so» weit ein Bedürfniß dazu besteht, ein. Zu diesem Zweck werden seitens der Monopolverwaltung Branntweinmagazine und Anstalten zur Reinigung und zur weiteren Zubereitung des Branntweins errichtet. § 26. Der von der Monopolverwaltung beim Verkauf von Branntwein im Jnlande zu erhebende Preis wird durch einen vom BundeSrath jeweilig festzusetzenden Tarif mit der Maß- gäbe bestimmt, daß bei ordinärem Trinkbranntwein ein Preis von mindestens 2 Mark und höchstens 3 Mark für das Liter reinen Alkohols anzusetzen ist. Für gewerbliche Zwecke, einschließlich der Esfigbereitung, für Heizungs- und Beleuchtungszwecke verabfolgt die Monopol- Verwaltung Branntwein zu den jeweiligen mit Genehmigung des Bundesraths festzustellenden Selbstkostenpreisen. § 27. Der Verkauf von Branntweinen aller Art zum inländischen Verbrauch erfolgt für Rechnung der Monopolverwaltung aus- schließlich durch Die Branntweinagenten und Verschleißer. Tie- selben werden widerruflich und für bestimmte Oerilich leiten be- stellt, fie sollen stets die dem lokalen Bedürfniß emsprechenden Sorten vorräthig haben, dürfen die Branntweine nur von der Monopolverwaltung beziehen und müffen die Vorschriften der letztem, namentlich in Bezug auf die Verkaufspreise, die Maß- stöbe des Verkaufs und die Lieferung der Waare in der Ort- ginalverpackung an die Käufer genau befolgen. Die Feilbaltung darf seitens deS Verschleiß«? nur in dem der Steu«dehörde zuvor angemeldeten Verkaufs lokale«folgen; daffelbe muß durch ein vorschriftsmäßiges Schild kenntlich ge- macht sein, auch müssen in demselben die Ermächtigungsurkunde des Inhabers und ein amtlicher Verschleißtarif ausliegen. IV. Ausnahmestimmungen. § 28. Gastwirthen, Restaurateuren, Inhabern von Kaffees und Konditoreien, Vorständen von KafinoS, Ressourcen und der» gleichen kann nach den von d« Landespolizeidehörde im Ein- vemehmen mit der Monpolverwaltuna zu triffenden Bestim« mungen Yie Erlaubniß zum Ausschank von Branntwein ohne Beschränkung auf die von den Vcrschleißern innezuhaltenden Preise ertheilt werden. Dieselben dürfen ihren Bedarf nur von den von der Monopolverwaltung bestellten Agenten und Ver- schleißem beziehen. Mit denselben Maßgaben kann die Monopolverwaltung Kaufleuten die E.laubniß zum flaschenweisen Verkauf von Trink» branntwein in unvnletzter Originalverpackung der Monopol- Verwaltung und zum Verkaufe des im§ 23 Absatz 2 bezeichneten Branntweins ertheilen. hinaus dürfe.„Wer hat da« ausgekundschaftet?" fragte Einer. Niemand wollte Farbe bekenne«. Endlich platzie ein alteS Weib heraus:„Der Apotheker war's, aus Neid barübet, daß der„Dannato" da« Gift in Neapel lauft!" Die Cholera war einsichtsvoll genug, das ohnedies durch seine blutdürstige Bevölkerung hinlänglich heimgesuchte Cala- hrien leichten Kaufe« loSzulafse». Der„Dannato" kam wieder zum Vorschnn, allein e» mußten die Karabinieri ein- schrei e», um ihn vor der grausamen Gewaltthätigkcit feiner Mitbürger zu schützen. Am heftigste» verfolgte ihn die Geistlichkeit von Casole, welche au« drei Personen besteht und scherzweise nur die Dreieinigkeit genannt wird. Ter Dritte au« dieser Allegorie, welchcr nur ein Auge besitz', halte Vicenzo von jeher am meisten gehaßt und unteiließ es nie, wen» er konnte, ihn mit Schimpfworte» zu über» häufen, deren all«gelindestes und originellstes„blattet- narbiges Stachelschwem" war. Außerdem ab« pfleate der einäugige Seelcnhirt seine Heerde in und um Casole zu versichern, daß er jedesmal den S'ank der Hölle ver» spüre, sobald der.Dannato' in seine Nähe komme; der beste Beweis, daß der Teufel wirklich schon von seiner Seele Besitz ergriffen habe. Und so förderte der unwissende Seelsorger selbst mit rastlosem E.fer da« Werk deS Teufels. In der Apotheke, wo der unbeschäftigte Geistliche nach süditalienischem Brauche den größten Theil de« Tage» schwatzend, schlumwernd, oder vertieft in daS fettige, saltungSoolle Blatt„Lo Btndente cattolico" hinbrachte, wurde er nicht müde, jedem Bauer, der seinen Bedarf an Droguen einkaufte, oder sich hygienische Rathschläge bei dem Apotheker erholte, die Mähre zu«zähle», wie e« zu» �gangen, daß Vicenzo Seile und Leib dem Teufel verschrieben jabe. Borstig und blatternarbig, wie Vicenzo war, hatte da« WeibSvolk von Calole keinerlei Vorliebe für ihn, und am wenigsten eine gewisse Carmela Carbone, welche sich ganz besonderer physisch« Vorzüge«freute. Die schmucke Dirne wohnte weit draußen vor der Ortschaft, unf«n de« Walde«. Vicenzo scheute die Entfernung nicht. Sobald e« Abend wurde, griff er zu seiner Büchse und lief zu VII. EinführungS- und UedergangSbestimmungen. § 81. 1) Die mit dn Reinigung von Branntwein und Herstellung alkoholisch« Gelränke auS Branntwein deschättigten Gc» werdtreibenden, welche ihre gewerblichen Änstallen nicht an die Monopolverwaltung vnkaufen, 2) die Branntweinhändl« einschließlich der Schankwirtbe, 3) daS für die unter Ziffer 1 bezeichneten Arten der Ver» arbeitung von Brauntwein technisch ausgebildete HilfS- personal(Fabrikdirektoren, Inspektoren, Aufseher u. s. w.). 4) die für dieselben Zweckt technisch gebildeten Arbeit«, welche bei Publikation dieses Gesetze« das zwanzigste Lebensjahr bereits vollendet haben, 5) das für dm Handel mit Branntwein technisch ausge» bildete Hilfspersonal(Agenten, Makler, Reisende u. s.w.) erhalten in Rücksicht auf den Veilust oder die Schmälerung ihrer bisherigen Erwerbsthäligkeit eine Personalmtichädtgung, unter der Voraussetzung, daß das Geschäft der zu 1) und 2) Genannten mindestens während vier Jahren, vom Tage der Publikation dieses Gesetzes rückwärts gerechnet, unausgesetzt betrieben ist und die Bedeutung einer selbstständigen Nah» rungsquelle gehabt hat, oder daß die unter Ziff« 3 bis 5 be» zeichneten Personen die betreffende E-werbsth ttgkeit mind.-stenS während vi« Jahren, vom Tage der Publikation dieses Ge- setzes rückwärts gerechnet, unausgesetzt ausgeübt und ausjchlteß» lich oder überwiegend daraus ihren Erwerb gezogen haben. VIII. Schlußbestimmunaen. Der Bundesrath ist befugt, die Bestimmungen dieses Gesetzes für einzelne Theile des Retchsgedtets zeitweilig oder dauernd außer Kraft zu setzen. § 86. Der Reinertrag des Branntweinmonopols ist den einzelnen Bundesstaaten nach Maßgabe der watttkularmäßigen Bevöl« knung, mit welcher fie zum Monopolgebiete gehören, zu über« weisen. § 87. Die Gemeinden find befugt, im Falle des Bedürfnisses mit Genehmigung der Aufstchtsbebörde für die innerhalb ihres Bezirks zum Konsum gelangenden alkoholischen G.-tränke Zuschläge bis 50 Prozent des Monopolverkaufepreises(§ 26> nach den vom Bundesrath zu bestimmenden Normen zu er» heben. Soweit bisher von dm Kommunm Abgaben von Brannt- wein erHoden worden find, kommen dieselben mit dem 1. August 1888 in Wegfall. § 88. Der gesammie Betrieb der Monopolverwaltung ist von der Besteuerung durch Staat und Kommunaloer bände ausge» schloffen."_ Politische Ueberstcht. DaS Branntweinmonopol ist wohl geeignet, dm ver» bündeten Regierungen den Mund wäfferig zu machen, da der Reinertrag desselben noch den dem Bundesrath zugeoangeneti' Motiven auf jährlich 300 Millionen Mark geschätzt wild. Von ein«, Verwendung im Sinne des Prof. Dr. Delbrück, vn mit seiner Verheißung, die Erträge müßten zur Errichtung einer Alteroersorgung verwendet werden, die Arbeit« zu ködern hoffte, ist natürlich weder im Gesetzentwurf selbst, noch in den Molioen die Rede. Ueber das Branntweinmonopol-Gesetz bemertt die „Germania":„Dieser Entwurf des Branntweinmonopol- Gesetzes, wie er dem Bundesrath zugegangen ist, übertrifft auch die schlimmsten bisherigen Erwartungen und Ankündi- gungen. Der Entwurf ist ganz und gar nach dem Motto ab- gefaßt: Nur nicht zu bescheiden! Mit einziger Ausnahme der Herstellung des Rohspiritus, welche„der privaten H rstelluna überlassen'� bleibt, wird Alles verstaatlich: das Geschäft der Spiritusfabrikanten nicht nur, sondeni auch der Denillateure und Liqueurfabrikanten, und endlich soll sogar der gesammte Vertrieb des Branntweins, Großhandel wie Kleinhandel, durch staatliche Agenten und Verschleiß« geschehen. Es soll mehr verstaatlicht werden, als bisher irgendwo an einer Stelle gleichzeitig und zusammen angekündigt und angenommen wor- den, das ganze Geschäft in allen fernen Stadien wird ver- staatlicht, nur— die Rohspiritus-Vroduktion nicht! Warum, bei solcher Unverfrorenheit im Verstaatlichen, diese Ausnahme? Um einem Stande, insbesondere den 3—4000 großen Kartoffel» ihrem Häuschen, um Carmela ein S.ändchen zu bringen. Allein weder seine Worte, noch sein Gesang fanden den Weg zu ihrem Herzen. Ihr Fenster öffnete sich nie, und geschah es dennoch, so rief sie blo« zürnende Scheltworte hiaaus, worauf sie da« Fenster gleich wieder so heftig zuwarf, daß die Scheiben klirrten. Vicenzo, dem die Liebe arg mitspielte, brachte Tage und Nächte in fürchterliche» Nöthen zu. Verzehrendes Feuer schlängelte sich durch seine Ader« und fraß an seinem Herzen. Beständig schwebte ihm CarmelaS Gesichtchen, von dunklem Gelocke umrahmt, vor. Nur die Madonna in der Dorfkirche konnte sich mit ihr messen. Sein Herz hämmerte ohne Unterlaß, und bis» weilen mußte er beide Hände darauf drücken, um die quälenden Schläge einzudämmen. Balo umtanzte ihn da» Figürchen im Sonntagsstaate, den Kopf im Nacken, den Busen hoch geschnütt, die Wangen rosig angehaucht, mit ihrem flammend rothen Mieder, und sein Denken stand still. Ein anderes Mal umgaukelte sie ihn bis an die Kaöch.l im Mass«, vor der großen Cibbia(Wasserbassin), die Aermel aufgestülpt, die Röcke«ach Rückwärts gebunden, das Mieder gelockert, tief über de» glatten Stein g< beugt, waschend, lachend und singend. In einer Herbstnacht, in welcher ihn seine Leidenschaft für Carmela wie gewöhnlich zernühlte, lief er nach dem Walde und suebte dort ein Versteck, von dem aus er das Fenster de« Mädchens im Auge behalten konnte. Auf den Boden hingestreckt, lauernd wie ein Raubihier auf seine Beute, lag er stierend und sinnend da. Wie im Fieber jagten die wenigen Gedanke» einander im Kopse, bis« endlich wild aufschrie:„Teufel, Teufel, komm'! Ich verschreib' Dir meine Seele, jetzt und »ach meinem Tode, wenn Du es zuwege bringst, daß sie von Feminella läßt, und mich nimmt!" Feminella war der Begünstigte. Als der Teufel nicht erscheine» wollte, begann Vicenzo seine Beschwörungsformel von N-uem und setzie hinzu:„Nimm auch meinen Leib, wenn Du an meiner Seele nicht genug hast!' Bastiano, der Ziegenhirt, hatte All-« gehört und gesehen; den fernen Donner, das Aufleuchten des Blitzes, da« den ganzen Wald in helle Gluih tauchte, und die Stimme Sa» Brennern deS Nordosten? eine Staatsunterstützung zu gewähren, fie zu Reichspensionären, Reichskostgängern, oder wie man sonst sagen will, zu machen?— Da der Vorgang einer solchen Unterstützung eines einzelnen Gewerbes neu ist in Deutschland, muß man eben nach einem Namen für diese Art Sub- vention erst suchen. Den jetzigen Brennem wird nicht nur etwaige weitere Konkurrenz vom Leibe gehalten, indem da? Gewerbe geschloffen wird, sondern es soll ihnen auch„bis auf Weiteres in dem am 1. August 1888 in Kraft tretenden Gesetze ein steuerfreier Preis zwischen 30 und 40 Mark garam tirt werden. Die Hauptsache in dem Entwürfe ist: rn die Existenz von Hunderttausenden wird mit rauher Hand einge- griffen, fie werden direkt oder indirekt abhängig vom Staate, und so weit fie aus dem Erwerb herausgeworfen werden, er- halten fie thcils gar keine und theils eine Entschädigung, die den meisten von innen den Erwerb nicht ersetzen kann, obgleich trotzdem die Entschädigungssummen Hunderte von Millionen werden betragen muffen!"— So das ultramontane Blatt. Diese Aeußerungen find insofern recht bemerkenswerth, als aus ihnen hervorgeht, daß da« Zentrum dem Gesetze in der vor- liegenden Form nicht zustimmen wird. 600 Spirimsinteressenten aus der Stadt und der Provinz Posen haben in Sacken des Monopols eine Petition an den Reichstag abgesandt. Die Petenten gehören den ver> schiedensten Parteien an, auch eine Anzahl Landwirche(160) befinden stch darunier. In der Petition wird der Wunsch ausgesprochen:„Der Reichstag wolle«eneigtest beschließen, daß zunächst die Interessenten in Form einer Enquete über die vorzunehmende Retoim der Spiritus steuer defragt werden. Hierdurch wird der hohe Reichstag in die Lage versetzt, fich gestützt auf die Urtheile von Spirrtusproduzenten, Sprittabri- kanten und Spiritushändlern genau zu orientiren und eventuell allen Verhälinissen Rechnung zu tragen." D e überseeische Auswanderung aus dem Deutschen Reiche über deutsche Häfen und Antwe pen blieb, wie daS neueste Monatsheft zur Statistik des Reichs mittheilt, auch im November v. I. beträchtlich hinter der für den entsprechenden Monat der Vorjahre ermittelten Zahl zurück. ES find nämlich 4771 Personen ausgewandert gegen 5966 im November 1884, 8683 im November 1883, 10088 im November 1882 und 11 246 im November 1881. Von Beginn des Jabres 1885 bis zum Ende November haben im Ganzen 101 480 Personen auf dem angegebenen Wege das Vaterland verlassen gegen 141 056, 162 078, 189 531 und 206047 im gleichen Zeitraum der 4 Vorjahre. Die vorjährige Auswanderung wird stch ungefähr auf gleicher Höhe halten mit der der Jahre 1873 und 1880. AuS Preußen find im letzten Jahre bis Ende November 67 852 Personen ausgewandert, darunter 11 271 aus Pommern, 9543 aus Posen, 9496 aus Westpreußen und 8934 aus Hannover. Diese 4 Provinzen nehmen also allein 58 pCt. der gesammten preußischen Auswanderung für fich in An» spruch. Italien« In Italien steht augenblicklich die Neuregulirung der Grundsteuer im Vordergrunde des politischen Interesses. Es ist lehrreich, bei dieser Gelegenheit einmal einen Vergleich zwischen der preußischen Grundsteuer, über welche unsere deutschen Agrarier gewohnheitsmäßig Beschwerde führen, und der italienischen Grundsteuer anzustellen.„Die Nation" ent- hält hierüber folgende Angaben, welche ihr von einem italienischen Großgrundbefitzer zugegangen find:„In Preußen werden vom Lanvwirth ca. 3 pCt. des jährlichen Ertrage? alS staatliche Grundsteuer bezahlt, in Italien allein an den Staat 32 pCt. des katastrirten Nutzunpswerthes. Die Einschätzungen, welche in Italien lediglich von Staatsbeamten besorgt werden, find keineswegs niedrig, sondem oft höher, als der wahre Nutzungswerth.— Zu diesen 32 pCt. treten aber noch die Zu- schlüge hinzu, welche Provinz und Kommune zur Bestreitung der lokalen Bedürfnisse zu erheben berechtigt find.— Diese Zuschläge betrugen beispielsweise in den letzten Jabren in Algbero auf der Insel Sardinien noch weitere 20 vCt. des katast.nrten Nutzungswerthes, so daß im Gan er 52 pCt. dieses Nusungswerthrs zu zahlen waren.— Auf den italienischen Grundbefitzern lastet aber nickt allein die hohe Grundsteuer, sondern hierzu tritt noch die Eicebezza mobiliare, eine Steuer, welche der Staat mit 13'/, pCt. von dem Einkommen aus Mobtliardcfitz, Renten, Forderungen erhebt. Den Grundbe- fitzern, welche Hypothekenschulden auf ihren Grundstücken haben, wird selbstverständlich von den Gläubigern stets die Bedingung auferlegt, daß fie von den zu entrichtenden Hyvothekenzinsen die hierfür den Gläubiger treffende ricchezza Mobiliars von 13'/, Prozent für denselben an den Staat zahlen müssen. Dänemark. In Dänemark hat der Reichstag am Donnerstag seine Sitzungen wieder aufgenommen, welche durch die WeihnachtS- ferien unterbrochen waren. Die bisherigen Verhandlungen boten nicht gar viel des Interessanten dar. In der letzten Sitzung des Folkethings thetlte der Finanzminister mit, daß er demnächst eine Vorlage über Einfuhrzölle einbringen werde. Das Gutachten des Ausschusses über das Gesetz, betreffend Abstellung der Arbeitslofigteit, wird vorausfichtltch am Montag vom Folkething berathen werden. tanS, welche deutlich rief:„Du bist erhört, Carmela wird Dein!" Und der Teufel hielt fern Wort. Das Fenster blieb nicht länger geschlossen, und während der milden Herbsttage konnte man de» zottigen Vicenzo und die schwarz- lockige Carmela kosend unter den Orangenbäume« lagern und die köstlichen Früchte um die Wette verzehren sehen. Bald darauf steckie ihnen der einäugige Pfarrer die Ringe an und sie waren Mann und Frau. So waren Alle zufriedengestellt, der Teufel miteinge- rechnet. Nur die Liebe CarmelaS verflüchtigte mit dem Sakrament der Ehe, indessen sie bei Vicenzo von Tag zu Tag zunahm. Er wich nicht von ihr�r Seite, ließ es ihr an nichs fehlen, pflückte die kaum gereiften F üchte für sie und betete sie an, wie eine Heilige. Sie hingegen wurde kalt wie Schnee, ärgerlich, gelangweilt und unzu- friede». Er war ihr zu Liebe Ochsentreiber geworden, um mehr zu verdienen, und seine Beschäftigung hielt ihn häufig Tage lang vom Hause fern. Während dessen sorgte Carmela für ander, n Zeitvertreib. Die Gevatterinnen des Ortes steckten die Köpfe zusammen und erzählten sich, daß der Teufel sein Werk begonnen habe. Feminella fing wieder dort an, wo er die Partie im Stiche gelassen hatte. Er brauchte die Asche nur zu schüren, und das Feuer der alte» L.ebe brannte von Neuem lichterloh. Der„Dannato" roch den Braten gar bald, aber anstatt seiner Carmela eine tüchtige Tracht Prügel zu gebe», haderte er mit dem Teufel, dem elende» Teufel, der an Allem schuld war!„Er hält seinen Vertrag nicht, aber er soll sich nur freuen, wenn tt'S so fortmacht, kriegt er meine Seele nicht! Dummkopf, der ich war, in meiner Eile vergaß ich, mir CarmelaS Treue zu sichern." Nun schrie man ihm nicht allein„II Dannato", sondern auch„II Cornnto"«ach, und er mußte es sich ge- fallen lasse», weil der Teufel es so wollte, daß er Horner trage. Spott und Hohn donnerten so lange in seinem Znnern, bis endlich der Blitz einschlug. Eines Abends ging„der Dannato" traurig und seinem Hause zu, als er im Firstern auf einen „DaS ist Feminella!" flüsterte der Satan. ann Schwede««nd Rorwege». Der schwedische Reichstag tritt am nächsten Freitag wieder zusammm. Die Verhandlungen desselben werden fich Haupt- sächlich mit wirthlchaftlichen Fragen beschäftigen, unter denen zuvörderst die Schutzzollfrage zu erwähnen ist. Von der Re- aierung ist eine Kommisston ernannt worden, welche einen Entwurf, betreffend gesetzliche Bestimmungen über Genossen- schasten und Aktiengesellschaften, ausarbeiten soll. Weiter werden die Druckfieiheit, die Reform de? Unterrichtswesens, die Behandlung diplomatischer Angelegenheiten und endlich die Revifion des Strafverfahrens dem Reichstage zur Berathung vorliegen. G r o tz b r i t a«« i e u« Die britische Armee hat den neuesten Ausweisen zukolge eine Effekiivstärke von ca. 250 000 Mann, von denen 205 000 Mann bei den Fahnen stehen, nahezu 40 000 Mann der Reserve ersten Aufgebots und ca. 7000 Mann der Reserve zweiten Aufgebots angehören. Die Miliz ist, einschließlich ihrer Re- serve, 144 000 Mann und die Landwehr Kavallerie ca. 11 500 Mann stark. Die Marine zählt, emschließlich der Küstenwacke, der Seeartillerie und Infanterie, gegen 60000 Mann. Die Freiwilligen- Bataillone im Jnlande umfassen 220 000 Mann, die indische Eepoy- Armee hat jetzt eine Äesammtstärke von 150000 Mann, und die kanadische aktive Miliz zählt über 45 000 Mann. Diesen Hilfsquellen reihen fich an mehrere Milizregimenter auf den Kanalinseln, sowie Freiwilligenkorps in Westindien, am Kap, in Ceylon, Hongkong, Malta, Natal, Neusüdwales(einschließlich eines KorpS regulärer Artillerie), Neuseeland, St. Helena, Singapore, Süd-Australien(einschließ- lick der permanenten Artillerie), Tasmanien, Viktoria, West- australien und Indien. Großbritanniens Staatseinkünfte vom 1. April bis 31. Dezember 1885 betrugen, einschließlich eines vorgetragenen Saldos von 4 993 207 Lstr., 58295 329 Lstr. gegen 58 671 395 Lstr. im entsprechenden Zeitabschnitt des vorhergehenden Fi- nanzjahres, das mit einem Saldo von 5 632 569 Lstr. begann. Die Ausgaben im gleichen Zeitraum beliefen stch auf 64 852 481 Lstr. gegen 60 087 490 Lstr. in den entsprechenden drei Dum« taten des vorigen Finanzjahre?. Das Guthaben des Schatz« amtes!in den Banken von England und Irland betrug am 31. Dezember 1 534 443 Lstr. Lokales. Ein Epilog zu den Landtagswahlen wird fich, wie dem„B. B.-C." mitgetheilt wird, in Form eines Prozesses wegen Vergehens gegen da« Preßgesetz, das dem Wahl' Komitee ises zur Sc' des dritten Landtagswahlkreises zur Last gelegt wird, noch vor dem Etrafrichter abspielen, denn nach den stattgehabten Vernehmungen einzelner Komitee- Mitglieder handelt es fich um ein Vorgehen gegen alle� Mitglieder deS aus vierzig Personen omrtl bestehenden Komrtees. Der Umstand nämlich, daß ein zu Ein- ladungen für vre Urwähler- Versammlungen hergestelltes Plakat nur die Unterschrift trägt:„Das Wahl- Komitee der liberalen Partei im dritten Landtagi-Wahlkreise" und daß außerdem die Angabe des Druckers auf dem Plakat fehlt, hat die Veran- lassung zunächst zur Vernehmung der Verbreiter desselben und des damaligen Vorfitzenden deS Komitees geführt, die Anklage soll aber auf alle Komitee-Mitglieder ausgedehnt werden, ob- gleich die große Mehrheit derselben weder Kenntniß von dem Wortlaut des Plakats, noch von dessen Verbreitung gehabt hat, da in den einzelnen, zum Wahlkreise gehörigen neun Stadt- theilen die Form für die Einladung zu den Wähleroersamm« lungen den einzelnen VorstandS-Mitgliedern überlassen war. Der Ankauf der Damm-Mühlen durch die Stadt- Gemeinde hat die Frage einer Pferdedahn vom Spittelmarkt durch die Gertraudtenstraße über den Mühlendawm nach dem Molkenmarkt in ein neues Stadium gerückt. Es haben über diese Frage in neuerer Zeit Besprechungen stattgefunden zwi- scben den Vertretern de? Ministeriums, des königl. Polizei- präfidiums, des Magistrats und der Großen Berliner Pferde- Eisenbahn-Aktiengesellschaft, welche letztere bekanntlich Vertrags- mäßig zum Bau dieser Strecke verpflichtet ist. Hierbei einigte man fich im Prinzip über ein vom Stadtbaurath Dr. Hobrecht vorgeschlagenes Projekt einer zweigeleifigm Bahn, deren eine! Geleise aber vom Molkenmarkt über den Mühlendamm durch die Gertraudtenstraße gelegt werden soll, deren zweites Geleise aber vom Molkenmarkt durch daS Dammmühlen-GrundstÜck(sog. Mühlenweg), die Scharrenstraße bei der Petiilirche vorbei in die Gertraudtenstraße führt. Es find demnach von der städti- schen Bau-Deputation die speziellen Bedingungen für dieses von allen Instanzen im Prinzipe genehmigte Projekt auSge« arbeitet, und der Großen Berliner Pferde-Eisenbahn- Aktien- Gesellschaft mtt der Genehmigung deS Magistrats übermittett worden, so daß vorausstchtlich der Bau der Pferdebahn noch im Laufe dieses Jahres hergestellt werden wird. Es wird diese Anlage selbstverständlich nur eine provisorische sein, da eine end« giltige Entscheidung auch über die Pferdebahnanlage erst getroffen werden kann, wenn die Frage über die lünftige Gestaltung des Müblendamms entschieden sein wird. Eine wie große Bedeutung die Anlage der Pferdebahn über den Mühlendamm für den öffentlichen Verkehr hat, kann man schon aus dem von der ge- nannten Pferdebahn-Gesellschaft beabstchtigten Betriebsplan für E.n Griff nach seinem Messer, ei« Stoß auf'? Geradewohl, und um den Unglücklichen war es geschehen. Wie die Windsbraut jagte er»ach Hause, um seine Wuth an ihr, der Urheberin all' seine» Jammers, auszulassen. Kaum stand er jedoch vor ihr, fiel er ihr zu Füßen und leckie ihre Kleider wie ein Lamm.„Diesmal Hai der Teufel wirklich meine Seele geholt." So gestand er es den Richtern, als man ihn festgenommen und vor Gericht geführt, denn nicht seine» Todfeind Feminella, sondern Bastians, den Ziegen- Hirten, den Zeugen sei«? Frevels, hatte er im Dunkel der Nacht niedergestoßen. Jetzt schmachtete er im Kerker, wäh- rend die Beiden ihrer verbrecherischen Liebe sröhnten. Aber der Teufel schläft nie. Feminella, dem cS zu wshl ging, bekam mit Einem Händel, dem er Geld schuldete. Erst kam e? zu Prügel, und diesen folgte in der Auf- regung deS Weines der gewohnte Messerstich. Diesmal hatte auch Feminella, wiewohl ec als Kaninchea verschrien war, tödtlich getroffen.„Weil," wie die L�ute behaup- teten,„der Teufel ihm den Arm geführt." Er wurde auf frischer Tyat ertappt, verurthnlt,.und gleich- falls WS Bagno geschickt. Der Erste, mit dem er dort zu- sammentraf, war Vicenzo.„11 Dannato". Die Flamme» deS HaffeS loderten von Neuem in dem Verdammten auf. Die Wächter merkten es, und hielten die Beiden so viel fie konnten auSeinauder. Aber Vicenzo glich der Hyäne, cr roch seine Beute, wen» er sie auch nicht sah. Mit unsäglicher Mühe gelang es ihm, aus einem eisernen Nagel eine Waffe, die kaum größer al« ein Taschevmesscr war, zu schmieden. Eines TaaeS trafen die Beiden in dem dunkle« Gange det Gefängnisses zusamme». Mit dem Gebrüll eines wilden ThiereS warf sich„der Daonato' auf Feminella, und stieß ihm das spitze Eisen inS Herz. TagS darauf er- hielt Carmela ein in Blut getauchtes Halstuch, mit der Votschaft:„DaS ist Feminella'S Blut!" Seiner Hin« richtung in Cosenza wohnte auch der einäugige Geistliche bei, und rief, als er ihn vom Leben zum Tode befördert sah: „Gelobt sei Jesu« Christa?, daß der Teufel endlich die Seele de?„Dannato" geholt hat!" diejenigen Linien ersehen, welche über den Mühlendamm ge-!so einfach führt werden sollen. Es sollen dies sein: 1. die Linie Schöne- jwird der s berg— Spittelmarkt nach dem Alexanderplay, 2. eine Linie sich täusch« Kreuzberg resp. Halle'sches Tbor via Dönhotsplatz— Alexander« als hinter platz, 3. die Linien Rixdorf— Spittelmarkt— Alexanderplay(diese war warn Linie soll möglichst vom Oranienplatz ab, sobald die Linie flüsterte Dresdenerstraße— Roßstraße fertiggestellt sein wird, durch diese That nicht Straßen geleitet werden), 4. die Linien der Neuen Berlin«- ehr. J Pferdeeisenbahn- Gesellschaft Lichtenderg— Molkenmarkt bis zum wurde am Spittelmarft respektive Dönhofsplatz und 5. nach Feriigstellunz glied des der Linie über den Grünen Weg und Blumenstraße eine I zur letzten Linie über diese Etraßenzüge durch die Alexander- und Stra> � fich stets c lauerstraße, Breite-, Französische- bis zur Kanonierfiraße. Die beiterinteri Wagen der Linien 1—3 müssen sämmtlich die Spandauerstraße gen offen e passiren, welche vor den Häusern 45- 47 nur eine ringeleifige Die Arbei Bahn enthält, über welche schon jetzt stündlich nach jek er R'lv Vorstadt> tung achtzig Pferdehahnwagen durchlaufen, so daß fich durch«! ebenso der schntttlich daselbst alle 45 Sekunden ein Wagen folgt. Eine Traueratt noch größere Belastung der Strecke, wie solche nothwendig wird, denen ihre bei der Inbetriebnahme der vo:erwähnten Linien 1, 2 und 3, und dabei erscheint aber nicht möglich, da dann fast ununterbrochen und Recht Wagen auf Wagen fich folgen würde. Die Pferdebahn- Gesell, Der folgei schaft beabstchtigt daher, für die Linie Molkenmarkt— Alexander»! dargebrach Platz e n Verbindungs-Doppel-Geleise durch die Jüden- nach>oellor der der Stralauelsttaße herzustellen und so die Spandauerstraße zu£�6«" zu entlasten. We.se IIa, Dem Berufe nach gab eS unter der Bevölkerung Berlin?'"ßUNf 4, am 1. Dezember 1885; 558 167 selbstthätige Personen, un» Puch die ,3 zwar 380196 männliche und 177 971 weibliche Personen. Nack verstandliö Bcrufsklassen zählte man u. A. 236 393 männliche und 59 308 proooziren weibliche Gewerbetreibende, 7051 männliche und 58 930 weit' u, ,dte€ licke Dienstboten, ferner 55 462 männliche und 25 553 weibliche! ebenfalls_ Arbeiter ohne besondere Angade überhaup:, 3006 männlich? 7°° der H und 2714 weibliche Lehrer, 720 männliche und 28 weibliche>��e,r Literaten und Schriftsteller, 1299 männliche und 11 weiblicht Q!ä®et® Korrespondenten, Schreiber jc.. ohne nähere Bezeichnung zu« Ei«! sammen in Literatur und Presse" 2019 männliche und 40 weib' 10 Uhr, a liche Personen. von drei' Vor dem Schaukaste« eines Photographen. Du. wst lokal trug wollen uns wieder eirmal photogravhiren lassen," sagte B:li< brachte de fisch Anna zu Backfisch Klara.„Gewiß," antwoitete dieseivrerwache „ich tbue es alle Vierteljahre. Papa brummt wohl darübers starb. An aber Mama meint, es würde uns Allen später Spaß machen, N.esserstich an den Photographien zu sehen, wie ich mich von Quartal Mrzllichem Quartal entwickelte. Ich hörte es jüngst, wie fie dem Papastrht De in's Ohr flüsterte:„„Sieh' nur, fie wird immer Hübscher.?rn aus s Nun habe ich erst recht Lust dazu; aber man rnuinn" paffende Stellungen auswählen; gehen wir zu einigen Schau« Auf fenstem, vielleicht fi-rdet fich waS Neues." Bald hatte fie eiaEonnaden Schaukasten gefesselt.„Sieh nur, das gefällt mir." rief Anna!dauecstlaß> „die zum Himmel gerichteten Augen, der halb geöffnete Munb.mn 18. v. aus dem die Zähne hervorschimmern, daS Haar aufgelöst, am Auftrage, der Seite herunterhänzend und die eine Hand bedeckend während die andere eine Rosenknospe hält; das ist dock eiw reizende Haftung." In diesem Augenblick schritten zwei Polt) tcchniker vorüber und der Eine bemerkte, indem er auf da' von den Mädchen bewunderte Bild deutete:„Nun, steh ma in welch' verrückter Pose die dumme Elsa Schratt stch photl graphiren ließ!" Lachend gingen die beiden Kunstrichter weitet Die Mädchen aber sahen fich bestürzt u d zornig an. Scha« war jedoch ein älteres Ehepaar herangetreteten.„Man steht doch wenig ansprechende Photographien", versetzte die Dan«" „fast alle haben den Ausdruck des Unnatürlichen und C zierten; so möchte ich einen mir lieben Menschen und nimmer abgebildet wissen." Die Mädchen bliä zu der Sprechenden auf und Klara erkannte in Paar den Präfidenten Korn und dessen Gattin, mit ihren Eltern besteundet waren. Nack der höflichen grüßung fragte Klara etwas kleinlaut:„Ihnen gesellen 1 Photographren nicht?"„Nur wenige haben meinen Bciti e: widerte die Dam-.„Und ick> mScdte verschiedene in's F---- werfen," rief der alte Herr,„diese mit dem verhimmelten blick, jene mit dem zur Seite geneigten Köpfchen und ewigen sentimentalen Lächeln; dort die, welche fich offerib nu' ihres Pelzwerkes wegen photozrapbiren ließ; die ältlst Kokette daneben, die ihre Spitzen und ihren Schmuck zur tung bringen möchte,— all' daS ist die pure Geschmack!. fett. Ich rathe dir, Kind, lass' dich nie zu einer drartifl F atz« verwenden; so Etwas bereitet nicht Freude und N» auf die Dauer unausstehlich." Fräulein Anna schien rerblÜ und geärgert. Der Herr Präsident aber fuhr lächelnd fK „Kinder, ich vermulhe, Ihr habt die schlechte Adficht, hier E lieben Gefichtchen verunstalten zu lassen; ich bitte, wartet!. mit noch eine Weile."—„Seht, ein jedes Bild soll ein ErW für eine bekannte abwesende Person sein, eine Erinneru an fie, oder eine Vorstellung von einer noch unbekannten geben. Im eisten Fall muß es dem Totaleindruck entspres den eine Person seiner Zeit in uns erweckte; eS hat dem Bil zu entsprechen, das wir von ihr behalten haben. Andernsi hat es ebenfalls den Totaleindruck zu gewähren, an dem eben das fremde Antlitz erkennen, wenn wir ihm degeg« Je mehr nun die Persönlichkeit ihrer gewohnten Art ohne. künstelten Liebreiz und ablenkendes Beiwerk dargestellt wird,« so mehr wird der Zweck erreicht und drs Bild uns vertraut, r auf Effekt berechneten Kostüme, alle Augendlicksposttionen fiel im vollen Widerspruch zu der Ruhe, die ein gutes Porträt Hab muß. Man kann sich den Dargestellten nach einem richtis Bild in alle möglichen Stellungen versetzen.„Pofltionen,' Ausdruck einer besonderen Stimmung, besondere Kleidung ü sonstige dekorative Zuthaten gehören auf ein figurenreiä Gemälde, das irgend einen wichtigen Moment, eine handln darstellt. Schon bei bloßen Gruppenbildern gilt es zwar>. diesem Zeuge sparsam umzugehen. Schaut dort"— er n>""" mel mit der Rechten nach der obem rechten Ecke des Kastens s L"« nicht „eine junge Dame, die mit der Pafttte in der Hand fich Künstlerin präsentirt. Man merkt die Absicht und man v verstimmt."—„Nun," fiel seine Gattin ein,„sei nicht strenge. Haben uns die Bilder unserer Söhne, der eine Student, der andere als Rekrut photographirt, nicht auch freut? Und hängt nicht das Bild Jda's mit ihrem Kind über deinem Schreibtisch?"—„Damit unterstützest du das von mir Vorgebrachte," brummte der Herr Präsid Der Studcntenrock, die Uniform find nichts Zufälliges, )iez that Nutzen. U and lehrt« demgegenü �berswald Ke ver ch KJ ar. B Die unS e des Eierhi tder Verur Pahen, zu vährend l Unte gegen 11 cinden, d jlich die D nen Ort d die nackle vier im L „Börf.- C -chreckrS lohnung litten. Uebe: ßeschrieb-v aeister fa Achtungen Küche vor ufene Ar- halb die: )as Mäd änigen T sie am dez porfichtiger die gericht Im! ?onntags vor ausve bieder eir den Haup den Herre fache Herr ., I« 'nächsten 3 j,, Odoardo' 'im Burg! Theater" l Da aber rjuvi,|Ulv mu�xi �U|UU,»UV suchtes; fie gehören gewistermaßen zum Wesen der Leute; fie find bei ihnen für längere Zeit etwas Bleiben� und helfen die Persönlichkeit vervollständigen. Ich ver!" es auch Niemand, wenn cr fich zum Äedächtniß in frohe inhalft eiche Stunden in dem dabei gebrauchten Anzug pd jHerr Dr. Loui die dramc >die Oper {zum erstei jWaibel. 1 lum erfre Hollei Ha Das reiaktize ir eisten ins stark tstigen S übt ist, graphiren läßt,— also auch ein sunges Mädchen"in d.Vber Iva- Kleide, das sie am Verlobu�gstage trug, in emem gcwand, das ihr prächtig stand. Allein auffallende. eine gespreizte Haltung, kurz alles Geschraubte, FoÄj das ist widerlich und beleidigt.—„Leider sünd'S ollsten C Damen in dieser Richtung oft und schwer; un. adurch ai softiWj te ander anriii« Inn a/uuivii in uuu berechtigte Wunsch zu gefallen, treibt zu dem verfehllen.8 um sich(d Aufseben tu erreaen. Der den itrouen nm-hn-m- ä cheta-Aderaus d Aufsehen zu erregen. Der den Frauen anqeborne ä cketv woraus d Sinn bedarf der Pflepe, damit er nicht in«inen Sinn tüf.,, barmomschen Schmuck, für Piunk und Velpuyur.g oufA. P]tfl0; der fich in Ka rikaturen kundaieb. Da? Schlickte, iß'L• Natürliche ist dem wahrhaft Schönen immer am nächsten!.�, von Natur keine Sckönbcit ist. mftd au* hunfi alle C'2.'Mbauj graphischen Arrangements kei-Vsolche. Mir ist schließlich,, Bild einer minder schönen Person viel lieber alS daS Lächeln und süß /che Grinsen und überladener Schmuck- kannte Gesichter erkennt man mcistenS in der Pbotogtu-� selten aber n.ch Photographien die Personen, die ma»> nie gesehen. Diejenigen, welche bei Anmeldungen aus Stelle ihre Photographie einser den, sollten wohl üdetle�c» änden d wcnger da Mül rung, e Koupi treichun latntn«e» e schöne» ne Linie llexander« la?(diese die«inte so einfach und getreu wie möglich sich darstellen lasten; dann wird der fremde Beschauer in seiner Vorstellung am wenigsten sich täuschen und daS Original eher die Erwartung übertreffen, als hinter derselben zurückbleiben." Der Ton des alten Herrn war warm geworden. Die beiden entfernten sich und Alma � �..„.flüsterte ihrer Freundin zu:„Weißt du, heute mag ich in der urch dirse That nicht mehr zum Photographen geben." Berliner ehr. Auf dem Kirchhofe der Et. MarkuS-Gemeinde bis zum wurde am Sonntag Nachmittag 2'/, Uhr da» langjährige Mit« iastellung' glied des Arbeiterdezirksvereins im Osten, Herr Richard Hirsch, aße eine zur letzten Ruhe destattet. Zur Ehre des Entschlafenen, der nd Stra»' sich stets alS ein eitriger und einsichtsvoller Vertreter der Ar- aße. Tiq beiterintereffen bewährt hatte, waren etwa 450- 500 Gesinnung?« jueiftraficl genoffen erschienen, um an dem Leichenzug Theil zu nehmen. ingeletffae Die Arbeiterbezirfsvereine für den Osten, für die Rosenthaler eker R Vi Vorstadt und„Unverzagt" hatten prächtige Kränze gespendet, ich durÄ ebenso der 4. ReichstagSwahlkreiS. Leider verlief jedoch der gt Eine Trauerakt nicht ohne Störung. Als die Gattin des Verstor, idia wird, benen ihrem Manne einen Kranz auf den Sarg legen wollte 2 und 3, und dabei die Worte sprach:„Er kämpfte stets für Freiheit terbrocheN und Recht!" verbot der Kirchhofs-Jnspektoc alle„Ansprachen". an- Gesell« Der folgende Kranz wurde denn auch nur mit einer Widmung llerander» dargebracht. Nichtsdestoweniger faßte der Herr Kirchhofs, In. den. nach spektor den Kranz an und suchte ihn dem betreffenden Ge- rfttafie»U noffen zu entreißen. Man suchte dem Henn nun in ruhiger Weise klar zu machen, daß ein derartiges Vorgehen seine Be» a Berlins fugniffe überschreite, trotzdem aber versuchte er noch immer, nen und auch die Darreichung der andern Kränze zu verhindern. Selbst- ren' Na» verständlich ließ sich aber die Versammlung in keiner Weise nn Vn oq« proooziren. Die Kränze wurden mit Widmungm niedergelegt qon und die Schleifen, weiche die Anwesenden an der Brust trugen, ~i«ikli 40 weid' 10 Uhr, am Oftbahnhofe, wie der Schankwirth B. im Beistand von drei Personen einen unbekannten Mann auS seinem Keller- Du wir lokal trug und auf den Straßendamm legte. Der Wächter aate B-ch brachte den anscheinend stark Angetrunkenen zur nächsten Re- tete diesesvierwache in der Memelerstraße, wo derselbe bald darauf ver- l darüber, starb. An seinem Körper wurde eine anscheinend durch einen t machenM-fferstich Herrührende Verletzung gefunden, die indeß nach Quartal I» ärztlichem Gutachten in keinem Zusammenhange mit dem Tod dem Pau« st�l Der Schankwirth B. hat erklärt, daß er den Verstorbe- Hihsrfier"�n aus seinem Lokale wegen Verunreinigung deffelben giwalt- nin rr'uzsam habe entfernen müffen. en Schau- Auf Veranlaffung seiner Ehefrau wurde am vorigen tte sie eiakonnabend Nachmittag der in einem Geschäft in der Span- rief AnnaZdauecstraße angestellte Buchhalter B. verhaftet. Derselbe hatte cte Mund, am 18. v. Mts. von dem Kasfirer 3000 M. erhalten, mit dem zelöst, ousAuftrage. diese Summe an die Deutsche Bank abzuliefern. bedecket; WDies that er nicht, sondern verwandte das Geld in seinem doch eittspiutzen. B. verließ seine in der Joachimstraße wohnhaste Frau zwei Polq-mnd kehrte bei einem Restaurateur in der Eichendorsstraße ein, - � demgegenüber er sich für einen Getreidehändl-r Voigt aus 'berswalde ausgab und bei welchem B. unangemeldet wohnte. i« ver chwenderisch B. mit dem veruntreuten Gclde umge- Zangen, gebt daraus hervor, daß bei seiner Festnahme nur noch ,25 Marl gefunden wurden ar. Beim Schlittschuhlaufen find vorgestern Nachmittag, ie uns ein Berichterstatter meldet, auf der Spree in der Nähe res EierhäuschenS 4 Herren und eine Dame ertrunken. Zwei der Verunglückten wollten ihren Freunden, die sie in Gefahr sahen, zu Hilfe eilen, kamen dabei aber selbst ums Leben, ährend die Freunde gerettet wurden. Unter furchtbarem Getöse stürzte vorgestern Abend egen 11 Uhr in dem Hause des„Hotel Arnim", Unter den mden, belegenen Blumengeschäft von Ehrenbaum, Krug plötz- sich die Decke ein, so daß zwischen dem im Erdgeschoß gelegt- nen Ort der Katastrophe und dem Speisesaal des Hotels nur netten Är!- die nackten eisernen Träger der Decke stehen blieben. Von „„h uciii Biet im Laden anwesenden jungen Mädchen, wurde, dem "fk�ba�Börs.. Cour." zufolge, eins, eine Verkäuferin, in Folge des Ülsii-ftffechrrckeS ohnmächtig und mußte mittels Droschke nach ihrer -'�"ohnung geschafft-.werden', Verletzungen hat Niemand r auf , sieh m, ilch vhoi litt weit« m. Schl Man fiti die Daint und nschen :n blv : in attin, »stich en fallen n Beb tn'S die et« Ueber einen noch unaufgeklärten Todesfall wird uns .eschrieben: Ein in der DreSdenerstratze wohnhafter Schloffer- eister fand gestern früh sein Dienstmädchen, das seine Ver- ichtungen noch nicht aufgenommen hatte, halbangekleidet in der üche vor ihrem Bette liegend todt vor. Der sofort herbeige- fene Arft vermochte die Todesursache nicht festzustellen, wes- alb die Leiche zum Obduktionshause gebracht werden mußte. as Mädchen hatte zur Beseitigung von Halsschmerzen seit nigen Tagen mit Chorkali gegurgelt und ist es möglich, daß ,e am bezeichneten Morgen eine Quantität der Flüssigkeit un- . orfichiiger Weise verschluckt hat. Die Todesursache wird durch Ander nfal�ie gerichtliche Obduktion festgestellt werden. andern� Im Belle-Alliance-Theater fand vorgestern die sechste de- artig«!. und en rerblv chelnd fo t. hitt O wartet l ein Sri Erinneru är.nten Ä'fe n degegnl rt ohne llt wird,. rtraut., Ionen ste orträt Hai m richtl sitionen, lcidung} igurenrei e Handl! s zwar onntags-Aufführung der Gesangspoffe„Lucinde vom Theater" oc ausverkauftem Hause statt und erzielte auch dieses Mal icder einen Lach. Erfolg, der sich von Akt zu All steigerte und »en.Hauptdarstellern Frl. Teckmann und Frl. Bäcker, sowie en Herren Nicdt, TrsrkowSki, Göschkc und E. Achterberg viel- äche Hervorrufe bei offener Szene eintrug. I« der Aufführung von„Emilta Galotti" am nächsten Mittwoch, dm 13. d. M., wird Herr Dr. Förster den „Odoardo" spielen. Herr Dr. Förster hat diese Rolle früher im Burgthevter inne gehabt, dieselbe aber am„Dcutschm Hcatcr" seinem jüngeren Kollegen Herrn Rollet abgetreten. it Da aber Herr Rollet nach seiner kürzlichen Genesung von — er rv mehrwöchentlichen Krankheit für große Anstrengungen Kastens mcht �hinreichend gekräftigt ist, so wiid an diesem Abend md sich....... man' sei nicht »er eine cht auch m Kind» zest du : Piüji älliges, der ju Bleibe� Zch ver» n frohe nzug vW l'l chwer; Älta... ne ä thrt« Sinn iuk Z.'P, Schmuck- Kif« !M de ie, x Louisenvädtisches Theater. Fräulein Betty Waidel, d e dramatische Sängerin dieser Bühne, hat zu ihrem Benefiz die Oper„Luctezia Borgia" gewählt, welche am Mittwoch um ersten Male in dieser Saison in Szene gehen wird. Frl. ILaibel, welche sich emer allgemeinen Beliebtheit beim Pudli- um erfreut, können wir bei der Wahl dieser Oper wohl ein olleS HauS zustchem. Das Ostend-Thcater brachte am Sonnabend eine neue reiaitige Poffe:„Wir Berliner" von Ed. Kraft und Olthoff ur ersten Aufführung. Die Handlung dieser Novität erinnert m ftaiLan die Poffe:„Die Spree-Athener", und auch die Mgen Schnurren und Kalauer, mit denen die Poffe fast über- lüt ist. tragen nicht alle*•«„Datum des Poststempels." ber waL den Witzen an Neuheit und Güte mangelt, wird adurch aufgewogen, daß einer den andern, eine lustige Schnurre »ie andere jagt, so daß das Pudlitum gar nicht erst zur Be- mnung kommt. Dabei enthält das Stück eine Menge der »llsten Szenen, namentlich im 3. Bilde„Auf dem Spandauer lock" und im ö Bilde Uff die Bretter", bei denen das Publi. p sich schier todttachen könnte. Auch die einzelnen Figuren find beraus drollig. Obenan steht hier der gebildete Hausknecht Naucke 7; Hummel) der zum Impresario auf, und zum Leiertastenmann 'stk'gt, gleich daneben der„gesunde Berliner Junge"(Herr amsi) und der verliebte Wucherer„Rentier Geyer"(Herr rimm), dann die„Ehoristin Pamella Schmidt"(Fräul. Ber ngshausen). Die ernsteren Hauptrollen befinden sich in den anden des Herrn Wiese(„Fabrikant Warnicke"), des Herrn W vorigen„Neffen Emst Müller) und des Fräul. Tf �Oer(„Warnicke's Tochter Anna"). Bei der ersten Auf- lhrung zeigte sich das Publikum recht befti-digt— besonders � KoupletS gefielen sehr gut— doch schienen noch einige trerchungrn erforderlich und auch das Tempo des Spieles war nicht flott genug, aber schon bei der zweiten Aufführung ?<" dtesen Mängeln abgeholfen, so daß die Poffe stürmischen Beifall erweckte. Wafferstand der Spree in der Woche vom 27. De- zemder 1885 brs 2. Januar 1886.(Angabe in Metern.) Tage 27/12 2,64 2,61 0,93 28/12. 2,66 2,63 0,98 29/12. 2,66 2,59 1,10 30/12. 31/12. 2,65 2,60 1,16 2,65 2,59 1,20 1./1. 2,60 2,56 2./1. 2,61 2,54 1,22 Am Oberbaum Dammmühle, Oberwasser. Dammmühle, Unterwasser. Polizei. Bericht. Am 9. d.Mts., Mittags, fiel die un- verehelichte Echlese in der Wohnung eines Kaufmanns in der Junkerstraße beim Reinigen eines OfenS von der Leiter und erlitt hierbei einen Bruch des Knöchelgelenks am linken Fuß. Sie wurve mittelst Drosckke zunächst nach ihrer Wohnung und von dort nach dem Krankenhause Bethanien gebracht.— An demselben Tage, Abends, fiel in der Wrangelsttaße ein Mann in Folge von Trunkenheit zur Erde und erlitt dadurch eine so bedeutende Verletzung am Kopf, daß er nach der Charttee gebracht werden mußte.— Zu derselben Zeit verstarb auf dem Flur des Hauses Rheinsbergerstroße Nr. 15 ein unbekannter, etwa 40 Jahre alter Mann in Folge eines Schlaganfalls. Die Leiche wurde nach dem ObduktionShause gebracht.— Am 10. d. M. Morgens stürzte ein Mann, ver- muthlich in Folge von Geistesgestörtheit, sich aus den Küchen- fenster seiner im zweiten Stock des Ouergebäudes in der Koppenstraße belegenen Wohnung auf den Hof hinab und erlitt anscheinend schwere innere Verletzungen. Er wurde mittelst Krankenwagens nach der Charitee gebracht.— Am 10. d. M. Vormittags geriethen in der Küche eines Nestau- rants in der Charlottenstraße ein Koch-Lehrling und die Köchin in Streit, bei welchem ersterer mit einem Küchenmeffer nach der letzteren stach und ihr am linken Handgelenk eine schwere Ver- letzung beibrachte, so daß sie mittelst Droschke nach der Charitee ge- bracht werden muhte— Um dieselbe Zeit wurde ein Dienstmädchen in der Dresdenerstraße in seinem Bett liegend todt vorgefunden. Die Leiche wurde nach Feststellung der Todesursache nach dem Obduftionshause geschafft.— An demselben Vormittag verstarb ein obdachloser Mann in dem Geschäftskeller von Gehrke, Neue Friedrichstr. 33, wohin er Lumpen zum Verkauf gebracht hatte, plötzlich am Schlage. Die Leiche wurde ebenfalls nach dem Obdultionshause gebracht.— E-nige Zeit später bemerkte der Portier des Hauses Königarätzeistr. 8 in einer 3 Treppen hoch belegenen leerstehenden Wohnung starken Gasgeruch. Als er behufs Untersuchung der Gasleitung ein Licht an zündete, erfolgte plötzlich eine starke Explosion des aus- geströmten Gases, durch welche er einige leichte Verletzungen am Kopf und an den Händen erlitt und mehrere Fensterscheiben zertrümmert wurden. Die Gasleitung war erst am Tage zu- vor angeschlossen worden, und war dabei eine im Rohr befind- liche Oeffnung unbemerkt geblieben.— An demselben Tage AbendS wurde ein etwa 40 Jahre alter unbekannter Mann am Ostbahnhofe auf dem Straßendamm liegend vorgefunden und nach der Wache des 52. Polizei, Reviers gebracht, wo er kurze Zeit darauf verstarb. Wie testgestellt wurde, war der- selbe vorher auS einem Schanklokal am Ostbahnhof wegen finnloser Trunkenhett entfernt und auf den Straßendamm ge- legt worden. Die Leiche wurde zur weiteren Festellung nach dem Obdutiionshause gebracht. Gerichts- Zeiwng. Zum erstenmal seit der 16 jährigen Praxi« unsere» GerimtSreferenten wurde in der gestern eröffneten neuen Schwurgertchtsperiode in einer einfachen Anklagesache wegen wiederholter Fälschung einer öffentlichen Urkunde die Oeffent- lichkeit ausgeschloffen. Und zwar wurde der gefaßte Beschluß damit motivirt, daß die Verhandlung den jetzt vielfach gegen den PoslftSkus verübten Schwindeleren sehr leicht Vorschub leisten könnte. Der Angeklagte, Posthilfsbote Otto Strchl, hat zwei Postanweisungen mit einer fingirten Adreffe versehen, mit den betr. postalischen Vermerken versehen und die Beträge von 350 Mark und von 400 Mark an sich selbst gelangen lassen. Die Geschworenen billigien dem geständigen Angeklagten mildernde Umstände zu, und der Gerichtshof verurtheilte den- selben zu zwei Jabren G-fängniß und 2jährigem Eh.oeclust Wegen Veröffentlichung der sensationellen Artikel der„Pall Mall Gazette", in der die Anklageb.-Hörde die Verbreitung einer unzüchtigen Schrift erblickte, hatte sich gestern der Herausgeber und Redakteur deS„Kleinen Journals", Julius Spitz vor den Schranken der dritten Strafkammer hiesigen Landgerichts I zu verantworten. Die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattgehabte Verlesung dieser in eine: Extra- beil ge veröffmtlichten Artikel nahm über 3 Stunden in Anspruch und beantragte der Staatsanwalt eine Strafe von 300 Mark. Der Angeklagte berief sich in seiner Vertheidigung dar- auf, daß er mit der Publikation des inkriminirten Artikels lediglich den Zweck verfolgt habe, unsere sittlichen Zustände za heben und daß sonach nicht von einer Verbreitung von Unzüchtigkeiten die Rede sein könne. Der Gerichtshof führte in der Begründung des Urtheils aus, daß einzelne Stellen des Artikels ganz offerbar einen unzüchtigen Charakter haben, dessen sich der Angeklagte bewußt sein mußte und auch be- wüßt war. Die Publikation in einem englischen Blatte habe den Zweck, auf eine Abänderung der dortigen Gesetzgebung einzuwirken, die bisher zur Verhütung der Verführung junger Mädchen nicht ausreichte. Bei uns in Deutschland reichen aber die Geietze vollständig auS, und wenn der Angeklagte unter diesen Umständen eS unternahm, die qu. Artikel unver- ändert abzudrucken. so ist nicht unschwer zu erkennkn. daß er nur darauf bedacht war, seinen Lesem eine pikante sensationelle Lektüre zu verschaffen. Hierfür spricht auch die Einleitung zu der Extra- Beiloge. War hiernach das Schuldig auszu- sprechen, so liegt der Fall nicht besonders schwer, um auf die vom Staatsanwalt beanttagte Strafe zu erkennen. Eine solche von 50 M. ev. 5 Tage Gefängniß war vielmehr ausreichend. Gegen die bekannte Rednerin in den Frauen-Ver» fammlungen Frau Anna Pöiting stand heute Termin in der Privatklagesache der Kaufleute Heim und Posener wider sie vor der 99. Abcheilung des hiesigen Schöffengerichts an. Die Angeklagte hatte in der am 31. Juli v. I. stattgehabten öffent» lichen Versammlung von den Klägern behauptet, daß dieselben gefallene Mädchen unentgeltlich be, sich beschäftigen, um sie aus der polizeilichen Kontrole zu dringen. Im Termine gab sie die Erklärung ab, daß sie falsch berichtet worden sei und daß sie es daher bedaurc, die instiminirte Thatsache in jener Ver- sammlung vorgebracht zu haben. Sie erbot sich auch, in einer anderen Versammlung zu revoziren. Die persönlich erschienenen Privatkläger nahmen in Folge dieser Erklärung, und da die Angeklagte sich bereit fand, die gerichtlichen Kosten zu über nehmen, ihre Klage zurück, worauf das Verfahren eingestellt WUrlw. Ober VerwaltungS-Gertcht-Entscheidung. Beim Neubau der Pank? Brücke im Zuge der Gerichttstraße legte der Magistrat seiner ZUt, um ein Auftcißen des neuen Pflaster? auf der Brücke in kurzer Zeit zu verhüten, in daffelbe gleich die Schienen in einer Länge von 17 Meter für die von der Mülltrstraße nach dem Alexander-Platz projektirte Pferdebahn. Da« kgl. Polizei-Präfidium sah sich hierauf veranlaßt, den Magistrat unterm 14. Dezember 1884 im verkehr-polizeilichen Interesse aufzufordern, diese Schienen sofort wieder zu ent- fernen, da dieselben eine Erschwerniß deS Fuhrwerksvertehrs herbeizuführen geeignet seien. Gegen diese Verfügung hatte der Magistrat rechtzeitig Einspruch erHoden, und nachdem er mit demselben zurückgewiesen war, im VerwaltungS-Streitver» fahren die Klage eingereicht, in welcher derselbe ausführt, daß das Polizei Präsidium zum Erlaß der angefochtenen Ver- fügung unzuständig gewesen sei mit Rücksicht auf die Kabtnetsordre vom 28. Dezemher 1875 betreffend die Ueber» nähme der Straßen- und Brücken- Baulast durch die Etadtge- meinde und die Uebertragung der örtlichen Straßen- Bau Poli- zei auf den Magistrat. Zugleich war ausgefühtt, daß zwar daS Polizeipräsidium vom Standtpunkt der Verkehrspolizei für die Wegsamkeit auf dem Pflaster ebenfalls deffelben zu sorgen berechtigt und insofern auch berechtigt sei, eine Wege» polizei auszuüben, nicht aber Anordnungen»u treffen in Bezug auf die Gestaltung des Pflasters jc. Das Ober-Verwaltungs- Gericht hat sich jetzt in seinem Erkenntnisse vom 25. November 1885 den Ausführungen des Magistrats und des Bezirks-Ver- waltungs-Gerichts angeschloffen, ausführend, daß, wenn dem Oberbürgermeister von Berlin die Sittiche Straßenbaupolizei übertragen sei, darunter nichts anderes zu verstehen sei, als daß er die«Anlegung, Regulirung, Entwässerung und Unter- Haltung der Straßen und Brücken in Berlin" den Bedürf» niffen des öffentlichen Verkehrs entsprechend polizeilich zu über- wachen und»ahrzunehmen habe. Die beklagte Behörde könne daher nicht zuständig sein, eine Anordnung, welche lediglich durch die VerkebrSbedürfniffe sich als nothwendig herausstelle, zu treffen, sobald sie die Anlegung oder Entwäfferung oder Unterhaltung der dem öffentlichen Verkehr in Berlin dienen» den Straßen und Brücken durch den Wegebaupflichtigen zum Gegenstande habe. Eden dies sei ihr in jener KabinetSordre ausdrücklich genommen und auf die städtische Verwaltung übertragen. Wenn die beklagte Behörde hiergegen darauf Ge« wicht legt, daß ihr unbestritten die gesammte Verkehrspolizei verblieben sei, so begreife sie unter Worte„Ver- kehrspolizei" mehr als darunter verstanden werden kann, sobald dieser Begriff dem der Wege-Baupolizei entgegen ge- stellt wird, wie es nothwendig nach jener Ordre und zu deren Handhabung geschehen müsse- In dieser Gegen- Überstellung sei unter Verkehrspolizei die polizeiliche Aufficht über die fertiggestellten Straßen»c. über den Verkehr auf den- selben zu verstehen, nicht aber ihre Fertigstellung durch den Wegebaupflichtigen im Verkebrintereffe. Daß die hier in Frage stehende Umpflasterung der Panke- Brücke und der anstoßenden Straßentheile lediglich im Jnetercffe deS öffentlichen Verkehrs erfolgen solle und von der Stadt Berlin in Erfüllung der ihr obliegenden Wegebaupflicht gefordert werde, stehe nach den E-klämngen des königl. Polizei-PräsidiumS außer Zweifel. Es Folge daraus nach Vorstehendem die Unzuständigkeit des königlichen Polizei-Präsidiums als Ottspolizeibehörde zum Er- lasse der Verfügung vom 14. Dezember 1834. Solingen, 9. Januar. In Sachen der„Magdeburger Allgemeinen Verficherungs- Aktiengesellschaft" zu Magdeburg gegen Erdmann und Gcnoffen wurden vom königl. Oberlandes- gericht zu Köln folgende Rechtsgrundsätze ausgesprochen: 1. Die in einem Versicherungsverträge enthaltene Bestimmung, daß gewisse thatsächliche Fragen endgiltig durch Schiedsttchter ent» schieden werden sollen, ist gtltig, und der dem Vertrage ent» sprechend erfolgte Ausspruch der Schiedsrichter ist für den Richter bindend. 2. Die in der Polize für die Erstatlung der Anzeige eines Unfalles bestimmte Frist ist in solchen Fällen, wo sich erst später nachtheilige Folgen eines Vorfalles heraus- stellen, von dem Tage an zu berechnen, wo der Betroffene Kenntniß von dem Zusammenhange der eingetretenen Folgen mit jenem Vorfalle erbätt.— Dieser für die gegen die Folgen körperlicher Unfälle Verfichetten äußerst wichtigen juridischen Auffaffung liegt in Kürze nachstehender Thatbestand zu Grunde: Erdmann war bei genannter Gesellschaft gegen die Folgen körperlicher Unfälle mit einer bedeutenden Summe ver- sichert. Derselbe erlitt am 28 August 1884 am linken Sprunggelenk eine Verletzung, die er anfänglich nicht als einen Unfall im Sinne der geschlossenen Versicherung hielt. Erst am 24. September desf. I. erachtete er es für rathsam. ärztliche Hilfe zuzuziehen. Nachdem der behandelnde Arzt die Fußverletzung als Folge des eingetretenen Unfalls bezeichnet, wurde der Gesellschaft hiervon und zwar am 29/9. de ff. I. Anzeige erstaltet. Am S./10. d. I. starb E. und beanspruchten dessen Rechtsnachfolger die Versicherungssumme. Nach§ 12 der Allgemeinen Verstcherungsbedingungen der betreffenden Polize hat über die Frage, ob der Tod oder die Invalidität und resp. in welchem Grade die letztere ic. bei mangelnder Einigung eine besondere Kommisston zu entscheiden. Dieselbe wird zu» sammengesetzt auS einem Mitgli-de, welches die Gesellschaft ernennt, einem zweiten Mitgltede, welches der Versicherte resp. dessen Rechtsnachfolger zu erwählen haben, und dem b'.treffen- den Kreisphysikus resp. Gcrichtsarzte als drittem Mitgliede. Die in solcher Att auch untergevens gebildete Kommission sprach mit 2 Stimmen dahin aus,„daß de: Tod des Erd- mann als eine unmittelbare Folge des Unfalls vom 28./8. 1884 anzusehen sei." Das dritte Mitglied war abweichender Anficht. Wenngleich nach§ 12 qu. Polize der Ausspruch der Kommission für beide Kontrahenten bindend sein soll, wu'.de derselbe dennoch von der genannten Gesellschaft nicht als maßgebend anerkannt, weshalb gerichtliche Klage erfolgen mußte, und ist dann auch dem Antrage der Erdmann'schen Rechtsnachfolger umfänglich stattgegeben und die Gesellschaft zur Zahlung der ganzen Versicherungssumme vermtheilt worden.__ Soziales nnd Arveitervemegung« Wie groß da« Elend unter den Arbeitern ist, geht aus folgendem Geschichtchen hervor, welches auS Gera ge- meldet wird: Dieser Tage kam ein Handwerksbursche, seineS Zeichens ein Maurer, in ein Hau« der hiesigen Steinstraße, um zu betteln. Da er in der von ihm betretenen Stube Nteman- den bemerkte, so nahm er ein auf dem Tische liegendes G e- l a n g b u ch mit sich, ging aber damit dttekt nach der Polizei« inspelnon, wo er sich untc: Vorzeigen deS Gesangbuches selbst als Dreb dcnunzirte und dem Amtsgericht überliefett wurde. Als der Anwatt beim Schöffengericht acht Wochen Gefängniß beantragte, sprach der Angeklagte zur große« Verwunderung der Richter den Wunsch auS, daß man ihn lieber zu zehir Wichen verurtheilen möchte. Diesis Strafmaß wurde ihm denn auch schließlich zuerkannt, und er ließ sich fichtlich befrie» digt in da« Gefängniß abführen.— Das klingt nun wohl recht '»umortsttsch, aber der Votfall ist dock recht bezeichnend sür die herrschende Arbeits lofigleit und die Demoralisation, welche die- selbe in ihrem Gefolge hat. Gewerkveretnlrche Weisheit. Herr Dr. Brumbach hat für seine antiarbriterschutzgesetzliche Rede, die er neulich im Reichstage hielt, eine Adreffe deS OrtsvereinS der Berliner Metallarbeiter erhalien, in welcher es heißt:„Wir wiffen, daß eS trotz dem Fortschritte der Kultur noch eine große Zahl von Erwerbenden giedr, die unauslömmlich leten, und es ist eine schöne, große, eminent christliche Aufgabe, sie alle zu erlösen. Aber wir wissen auch, daß die Besserung der Lage der Hand- arbeitenden Klaffe nicht erreicht werden rann durch betchlänkende Gesetze, sondern nur durch die Entwickelung der Fähigkeiten, durch geistige Gleichheit, durch Wiffen und durch eigene Thäligkeit."— Also die Befferung der Lage der(Hand.) Wrffen?— und durch geistige Gleichheit erreicht werden! Die Weber in Schlesien und Sachsen haben jähre- lang eine„eigene T h ä t i g k e i t" gezeigt, täglich 14-15 Stunden iairg, des Sonntags noch dazu, und Ihre Lage hat sich verschlechtert; ihr W i s s e n ist bedeutend größer, als daS» Wenige der Schreiber der Adreffe an Herrn Banmbach, was nicht erst bewiesen zu werden braucht, und dennoch leben die Weber in tiefem Elmd.— Nur stehen die Aermsten nicht auf gleicher geistiger Höhe mit Kant. Goethe, Darwin u. f. to., und wohl deshalb haben fie ihre Lage nicht oerbeffern lönnen! Das nennt man Hirsch'Duncker'sche Schule- Die Lage der oberschlestschen Montanindustrie ist eine„höchst unbefriedigende", so sagt der in Ratidor erscheinende JDbeischle fische Anzeiger". Derselbe schiebt die Schuld auf�die Kampfzölle, welche die beiden Nachbarstaaten Oesterreich und RuH< land errichtet haben. So erfahren wir also überall, daß der „Segen", den unsere neue deutsche Zoll- und Wirthschaftsvolitik oer deutschen Industrie bringen sollte, in das gerade Gegen- theil umgeschlagen ist. Bei der Zentralkommisfion der Maurer in Hamburg find gegenwärtig zwölf Maurerftreiks angemeldet worden, die im Laufe der nächsten drei Monate erfolgen sollen. Die Kam- misfion warnt mit Recht vor Ueberslürzung und ersucht die Genossen, vor Abhaltung des nächsten Kongresses fich in leine Arbeitseinstellungen einzulassen. Die Weigerung der SchtffSbauarbeiter in Sünder« land, die angekündigte Lohnheradsetzung voir 12'/, pCt. für Stückarbeit und 10 pCt. für die gewöhnliche Tagesarbeit anzu- nehmen, hat zu einem Massenstreik gesührt. Gegenwärtig feiern bereits 2000 Personen und ihre Zahl dürfte auf 9000 anschwellen. Fast sämmtliche Schiffsbauhöfe am Wear und am Tyne find in Folge der Streiks geschloffen worden. Uerewe und Uerfammlungen. Die allgemeine Buchdruckerversammlung, welche von der Tarif-UeberwachungS'Kommisfion zu Sonntag nach dem -KonzerthauS" einberufen war, erfteute fich eines zahlreichen esuchs. Zum ersten Punkt der Tagesordnung:„Bericht über den Stand der Tarifbewegung und Beschlußfassung über den geltenden Tarifs" referirte Antrag auf Abänderung des Herr Besteck in ausführlicher Weise über die Ergebnisse der "'''......'"""asa am 5. Dezember in Leipzig stattgefund-nen Zusammenkunft sämmtlicher Gehilfenvertreter Deutschlands. Uedereinstimmend sei man der Anficht gewesen, daß man mit dem jetzigen Tarif, der in der für die Gchllfen schlechtesten Zeit geschaffen worden sei, nicht weiter auskommen könne. Referent führte hierauf die Puntte des Tarifs an, welche von dem Hauptvorstand sowohl, wie von den Gehilfcnvertretern als besonders abänderungs. bedürftig vorgebracht worden waren, hinzufügend, daß außer dieser noch eine Anzahl anderer Paragraphen reformbedürftig seien. Er empfahl folgenden Antrag, welcher bereits in Leipzig "nnahme gefunden:„Me am 10. Januar 1886 im Konzerthaus. Leipzigerstr. 48, auf Grund der Ziffer 10 deS Anhangs deS Tarifs tagende Gehilfenschaft d«S Vororts des ersten Kreises(Berlin Brandenburg) stellt auf Grund der Ziffer 5 deS Anhanges des Tarifs bei der Tarif-RevifionS-Kommisfion den Antrag auf Abänderung des Tarifs." Nach längerer Debatte wird dieser Antrag einstimmig angenommen. Referent forderte die Anwesenden auf, aufklärend auf die min- der unterrichteten Kollegen zr wirken, damit man einig einer etwaigen Weigerung der Prinzipale entgegentreten könnte und einen Allen zu Gute kommenden besseren Tarif zur Durch« führung zu bringen. Hierauf trat die Versammlung in die Berathung des 2. Punktes der Tagesordnung:„Die Gelder find lediglich für die wegen Tarifstreitigkciten außer Konditon gekommenen Mitglieder zu verwenden" ein, und nahm den« selben nach kurzen Auseinandersetzungen an. Desgleichen wird Punkt 3, Remuneration der Tarif- Ueberwachungs- Kom- misfions-Mitglieder, in bisheriger Weise erledigt.— Der letzte Punkt der Tagesordnung:„Kassenbericht", mußte der vorge- rückten Zeit wegen bis zur nächsten allgemeinen Versammlung vertagt werden. Der Fachverein d,r Schlosser hielt am Sonnabend bei Gratweil die jährliche Generalversammlung ad. Dem Jahresberichte zufolge ist die Mitgltederzahl von 500 auf 245 zurückgegangen. Mit dem Arbeitsnachweis hat der Verein nur sehr geringe, dagegen mit dem Rechtsschutz sehr erfreuliche Re- sultate grhabt. Der Kassenbericht ergab für das 3. Quartal 426,29 M. Einnahmen und 329,90 M. Ausgaben, für das 4. Quartal(inklusive Bestand) 166,04 M. Einnahmen und 126,16 M. Ausgaben. Aus den dann vollzogenen Ersatzwahlen gingen die folgenden Herren hervor: Pactzoid, 1. Vorfitzender; Köckeritz. 1. Kafsirer; Goedel, 2. Schriftführer; Ploetz, 2. Bibliothekar. In Bezug aus den Rechtsschutz wurden die folgenden Bestimmungen angenommen: 1. Wer den Rechtsschutz beantragt, hat dem Vorfitzenden durch Vorlegung des Mitgliedsbuches zu beweisen, daß er Mitglied ist; 2. wem der Rechtsschutz gewährt wird, der bat schriftlich zu erklären, daß er fich verpflichte, das Resultat jedes Termins noch an dem- selben Tage dem Vo: fitzenden mitzutheilen, daß die von ihm zur Begründung der Klage gemachten Angaben auf Wahrheit beruhen, und daß er die Tragung der Kosten übernehme, die dem Vereine daraus erwachsen, daß er jener Verpflichtung nicht nachgekommen, oder daraus, daß seine Angaben unwahr gewesen. Die dann folgenden Debatten bezogen fich auf Miß- ände in der Handhabung deS Arbeitsnachweises. Herr Miel he theilte noch mft, daß die„Metallarbeiter-Zeitung" für die Mitglieder deS Vereins zu einem bedrutend ermäßigten Abonnementspreise zu haben sei. Gauverein Berliner Bildhauer. Dienstag, den 12. Jan., halbjährliche Generalversammlung. Tagesordnung: Rechen« schaftsbericht und Neuwahl des Vorstandes. M 4 Mo verband deutscher Zimmerleute(Lokalverdand Berlm am Dienstag, den 12. d. M, Abends 8 Uhr, in Gratweilt Bierhallen, Kommandantenstraße 77/79, Generalversammlung Tagesordnung: I.Wahl eines zwerten Vo: fitzenden. 2. A» rechnung pro 3 Quartal. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten. Fachverei» der Drechsler, Knopfarbeiter und Beruft genossen. General Versammlung Dienstag, den 12. d. Mft, Abends 8 Uhr, in Eäger's Salon, Grüner Weg 29. Ta Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Kassenbericht. 3. Bericht Vorstandes. 4. Neuwahl des Vorstandes. 5. Verschieden und Fragekasten.— Nur Mitglieder haben Zutritt. Gero genossen, welche dem Verein beizutreten wünschen, wen vor Beginn der Versammlung aufgenommen. Bezirksverein des wertthätigen Volkes der Schöll« Häuser Vorstadt. Dienstag, den 12. Januar, Aken' 8V, Uhr, Versammlung Echönbauser Allee 28, Brauerei sch nk von Gabriel u. Jäger. Tagesordnung: Vortrag, schiedenes und Fragekasten. Große öffentliche Arbeiterinnen-Versammlung heule Dienstag, Abends 8'/, Uhr, in der„Urania", Wnmgelstr. 1& TageS Ordnung: Vortrag des Herrn Stadtvero'.dneten Görst Diskussson. Männer haben Zutritt. Neuer Be.ltner Thterschutz- Verein. Ordentlich Generalversammlung am Dienstag, den 10. Januar, Abenbi 7 Uhr, im Garten-Saale des Leipziger Gartens, Leipziger« straße 132. Tages> Ordnung: Vorftandswahl ic. Nur M glicder haben Zutritt. Große öffentliche Versammlung sämmtlicher Metall« arbeiter Berlins und Umgegend, als Schlosser, Ma'chinev« dauer, Dreher, Gürtler, Klempner, Former, Schleifer, Drück* Gießer, Hobler, Schmiede sowie sämmtliche Hilfsarbeiter Sonn« tag, den 17. Januar 1886. Vormittags 10'/, Uhr, im große» Saale von Sanssouci, Kottbuserstraße 4a. Tagesordnung- 1. Zweck und Ziele der Gewerkschaft. 2. Diskussson. 3. Ben schiedeneS. Um recht zahlreiches Erscheinen bittet der Ein« berufer. Arbeiter-Bezirksvere!«„Süd-Ost". Generalversamn» lung. Mittwoch, den 13. Januar, präzise 8'/, Uhr«benM aber l Wrangelstr. 9 u. 10(Urania). Tagesordnung; 1. Rückblicks außerh auf die Thätigkeit des Vereins. 2. Kassenbericht. 3. Wahl gehen des Vorstandes. 4. Verschiedenes und Fragelasten.— Dö z Wichtigkeit der Tagesordnung wegen werben die Mitglied«« iQae„ ersucht, in dieser Versammlung recht zahlreich zu erscheinen, j 8] Kriefkasten der Redaktion. Abonnent tn Bremerhaven. Dies geschah in Ludwigt' forstwi Hafen.-Norl P. A. 108. Dazu ist die Erlaubniß deS HauSwirtjet wordei und der Polizeibehörde nöthig.| keinen 0 diskuti nicht? Z V Theater. Dienstag, den 12. Januar. Opernhaus. Der Prophet, Oper in 5 Aften nach dem Franzöfischen des Ecribe, deutsch bearbeitet von L. Rellstab. Musik von Meyer beer. Schauspielhaus. Tilli, Lustspiel in 4 Aften von Francis Stahl. m, Deutsche« Theater. Ein Tropfen Gift. Nefidenz-Theater Clara Soleil. Vorher: Die Echulreiterin. Friedrich« WilhelmstädtischeS Theater. Rafaela, Operette in 3 Akten von Max Wolf. Walhalla« Operette«• Theater. Mamsell Angot. Wallner-Theater. Frau Direftor Striese. ' Alliance- Theater. Lucinde vom Theater. Eentral-Theater. Der Stabs-Trommter. nftäd Louisenstädtisches Theater. Das Nachtlager von Granada. «iktoria.Theater. MeMina. Ostend«? he-ter. Wir Berliner. AönrgsrädtischeS Theater. Die Marionetten Amertcan�Theater. Große Spezialitäten- Theater �er�ReichShalle«. Große vpeziali- Kaufmann'« VaÄete. Große Spezialitäten- «onko?dia"."�Große Spezialitäten-Vorstellung. Alhambra-Theater. Wallnertheaterstraße 16. Friesel und Wiesel, Posse mit Gesang in 3 Akten(6 Bildern) von Ed. Jakobson. Mufik von G. Lehnhardr. Vor der Vorstellung: Er. Äonzerl der Hausdapelle. Anfang des Konzerts Wochentags 7 Uhr. der Vorstellung 7'/« Uhr. Anfang deS Konzert« Sonntags 6 Uhr, der Vorstellung 7'/, Uhr. Bon« haben Wochentag« BMgkeit und find im Theaterdureau(12—1 Uhr) gratis zu haben. Passage 1 Treppe. 9 U. Morg. '.iL 10 U. Ab. «aiser-Pauorama. Eine interessante Rheinr eise. Amerika. Kalifornien. Mond. Nur noch diese Woche: Weihnacht«-Ausstellung: DaSLebev Je�u. Jerusalem, Bethlehem jc. I I Am 9. d.M. starb an den Folgen schwerer Verletzungen, die er in Aus- übung seines BeruleS erlitten, mein Hausdiener Friedrich Kath. Sein Fleiß, verbunden mit Eyrlichkeit und Treue, fichern ihm ein dauerndes An- denken bei mir. 403 Eduard Iarobsoh«. Täglich: Kssnigsberger Fleck, k jjotfom 25 Pf. Im Ktstlmravl MUHtrstraße 18 bei Stramm. 2588 i Wichtig für Hausfrauen, Waschanstalten zc. Seifenpulver Todes-Anzeige. n verschied Nach kurzem Leiden verschied unser Kollege Oswald Schwerdtner. Die Beerdigung fin- det am Dienstag, den 12. Januar, von der Leichenhalle des St. Tbomaski-chhofeS aus statt. Die Kollege« der piauoforte-Fadrist von Krause n. Komp. 409 Anerkannt beste» und billigstes Wasch, und Reinigungsmittel, macht die Wäsche blendend weiß, enthalt keine dei selben schädliche Kestandthrile. erspart viel Zeit und Arbeit. 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Auf Verlangen deS Herrn Hugo Jacobsohn bischnnige ich demselben hiermit, daß in meiner Anstalt nur Seifenpulver der rheinischen Sodafabrik in Gebrauch kommt und dieselbe fich vorzüglich bewährt. Frau Salberg. gese r efo I hinan «' nehme müsse, „warn Wahl K-'l than I Krß.-Kt].-Ntrtin Süd Ost. Mittwoch, den 13. Januar, Abends 3'/, Uhr, General-Versammlung in der„Urania", Wrangelstiaße 9 und 10. TageS-Ordnung: 1. Rückblicke auf die Thätigkeit deS Vereins. 2. Kassenbericht. 3. Wahl des Vorstände«. 4. Verschiedene« und Fragekasten. NB. Die Mitglieder werden ersucht, in dieser Versammlung recht zahlreich zu erscheinen, der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen. Legitimation erforderlich. Der Vorstand. Eine Reise 20 Pf., Kinder nur 10 Pf. Abonnem. Heute großes Wurstesseu, «°°." wiM.«ei»" Zur EinrahwuuS aller Arten KUder empfehle ich mich meinen werthm Vereins- und Bezirks-Genossen. lenonen. �__ Karl Scholz, j.... 4% TT PLckterstr. 51, 6- 11 Admiralstr. 38 CK SodtkC. Admiralstr. 38 Kräfttge Bouillon von 10 Uhr ab» 15 Vf- MittagStisch(Hausmannskost)»60 Pf. mit Bier. Abendtisch nach Belieben. Billig und ftäftig.>347 Große öffentl. Versammlung der Drechsler und verw. Berutsgenossen am Mittwoch, den 13. Januar, Abends 8 Uhr, in Vratweil's Kierhallrn, Kommandanten- Straße 77—79(unterer Saal). TageS-Ordnung: 1. Unsere Lohnbewegung im vorigen Jahre und die Äiothwendigkeit der Wiederaufnahme derselben in diesem Jahre. 2. Verschiedenes. Ausgabe der Quittungskarten zum General- fonds. Sämmtliche Branchen des GewerlS find zu dieser Versammlung eingeladen. Zur Beachtung I Alle diejenigen, welche Sammellisten in Händen haben, werden ersucht, dieselben in der Versammlung abzuliefern. 410 Die Lohnkommisfion. I. A.: Mob. SLndermann, Gttschinerstr. 61, L Der unentgeltliche Arbeits- Nachweis der Klavierarbeiter befindet sich Skalitzerstr. 18 bei Stramm. [672 AihtUNg! Kottbusnstr?ße�"h�art. «ein Laden, nur eigene Fabrikation. 25 Zigarren 1 Mark. Garantie rein amerikanischer Tabak. Rippentabak 2 Pfd. 70 Pfg. 348 Sophas und Matratzen, sowie Polsterwaaren werden gut und aufS Billigste hergettellfi__ �[411 Staatlich concessionirte Deutsche Kunstgewerbe-Lotterie. Ziehung in Berlin am 24., 25., 26. Februar 1886. _ 5000 Gewinne im Gefammtwerche von w 63,900 Mark.-ME Erster Hauptgewinn: Salon, Speisezimmer, Schlafzimmer. Zweiler Hauptgewinn: Wohnzimmer, Schlastimmer. Vriiter Hauptgewinn: Rococo Salon. Vierter Hauptgewinn: Ältdeutsche Trinkstube u. s. w. Loose b 1 Mark ». Schumacher, Berlin C., Königstr. 14a. Miedeeverkänfer erhalten beste Kedingnngen. AM* Die Ausstellung der Gewinne beginnt am 29. Januar er. in den dem Lotteriekomitee gehörigen Räumen Leipzigeistr. 107, Hof part. Eintritt frei. geergr oder 74. der i( Auge daß i den 3 ei« h dieser haßte den reinix von mache K. Krämer, Lindenstraße Unter dem Proteftorat I. I. K. K. H. H. des Kronprinzen und der Frau Kronprinzesfi» Kinderheilstätten-Lotterie.««'ÄTsse. — Hospiz Zoppot-— Gewinne ä 4000, 1000, 500, 200, 100, 50, 10 und 5 Mark in Silber- Loose ä I Mark(II Loose für 10 Mark) zn haben bei allen durch Plakate kenntlichen Verkaufsstellen und dem General-Debi» von Richard Schröder in Berlin W., Markgrafenstrasse 46, Qensdarmenmarkt- KgL Preussische Klassen-Lotterie« Klasse: 22. Januar. Origiual«>/«: 72 Mark. [370 '/u a 3' i Äatr' 1/4 a 60 V8 a 30 Mk'« 15 Mi.. a 7'/. Porto und Liste 50 Pf. extra. Richard Schröder, Bankgeschäft, Kerlta w., Markßnfe-str.# Gensdarmenmarkt. em e fütchi führt geänl Bar« Gegr -ichl an il im Q Verantwortlicher Redakteur«.«ronhetm in Belltn. Druck und Veclag von Max Budina in Berlin 8W., Beuthstraße 2.