Ur. 18. Dienstag, den 19. Jannar 1886. III. Jahrg. brt« J! MmWäkW Drgan für die Jnlereffen der Arbeiter. Das„Berliner VulkSblatt" erscheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei in'S Haus vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement 4 Marl. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustrirter Beilage 10 Pfg. (Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1886 unter Nr. 769.) JnsertionSgebühr beträgt für die 4 gespaltete Pctitzcile oder deren Raum 40 Pfg. Arbeitsmarkt 10 Pfennige. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Ucbcreinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition» Berlin SW.» Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen» Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Kenthstraste Ä.— Erpedition: Zimmerstraste 44. 490, Kilmhituii im JMrii. Es ist nicht das erstemal, daß wir über diese» Gegen- stand schreiben. Aber immer und immer wieder drängt sich diese Frage in den Vordergrund, da sie innig verwachsen mit de» wirthschaftlichen Verhältnisse» des Vaterlandes und auch in Bezug auf die Arbeiterfrage von großer Be- deutunjj ist. Drese Kolonisatiovtfrage taucht wieder auf bei den Kanalvorlage«, welche dem Reichstage gemacht und in der Thronrede dem preußisch.« Landtage in Aussicht gestellt worden find. Dieser äußere Anlaß schon bestimmt uns, noch einmal generell auf die Angelegenheit einzugehen, selbst auf die Gefahr hin, nichts Neues vorzubringen. Wir haben schon mehrfach die Worte:„Kolonisirt im Znnern!' besonders im Gegensätze zu der überseeischen Kolo- »isationSschwärmerei ausgerufen und sind oft genug mißver- standen worden. Viele dachten bei solchem Ausrufe lediglich an die sogenannten Arbeiterkolonien a la Wilhelmsdorf, die ja auch, obgleich nur in s«hr geringem Grade, der Kolonisation im Inner» dienen, die aber, wenn sie in den Reichsbesitz über- gingen und nach Reichegesetzen geleitet würden, gewiß erheblich segensreicher wirken könnten. Natürlich müßten diese Kolonien dann zweckentsprechend vermehrt und nicht etwa— was allerdings eine drohende Gefahr wäre— zu Strafanstalten degradwt werden. Auch müßte alles ortho- doxe und pfäffifche Wesen fern gehalten werde«. Durch solche Anstalten würden dann sicherlich große Strecke» Haide, Sumpf und Oedland der Kultur erworben. Aber wir haben in Deutschland noch eine derartig große Fläche von Oedländereien, daß solche Ardeiterkolonien dieselbe» nur in sehr geringem Grade zu kultivire» ver» mögen; dazu ist„freie Arbeit' erforderlich. Diese Arbett aber hätte sich hauptsächlich nach zwei Richtungen hin zu bethätigeu: inBewaldung vonHochebenen und Abhängen und in der Kanalisation der norddeutschen Tiefebene. Die rationelle Bewaldung erst noch zu empfehlen, hieße Eulen»ach Athen tragen. Zcdermann'kennt die Kul- turelle Bedeutung derselbe» und weiß, daß vie Bewaldung kahler Abhänge der beste Damm gegen Ueberschwemmungen, der beste Schutz gegen Ausdörrung des Fruchtlande« und der beste Gesundheitiförderer für die Menschen ist. Bezüglich der Kanalisation aber erheben sich von vielen Seiten Bedenken. Dieselbe sei viel zu kostspielig und schädige die Eisenbahnen. Der zweite Einwand wird schon dadurch widerlegt, daß jetzt noch überall Konkurrenzbahnen entstehen, die nach Anlage eines Kanalnetze« füglich unterbleiben dürften. Dann aber befördern die Kanäle lediglich Massengüter, bei denen es nicht anf die Schnellig« keit der Beförderung, sondern auf die Billigkeit ankommt. Gegenwärtig muß zum Beispiel im deutschen Norden die westfälische Steinkohle noch der englischen weichen. Nach Jeuilleton. Dunkle Gestalten. Erzählung aus dem sozialen Leben der Gegenwart von lno**«.«rtoien.] Karl stelle.[8 — Der Direktor Weber hatte sein Kunstreitergeschäft aufgegeben. Es war ihm seit dem letzten Vorfall zu ge» fährlich erschienen, mit den liebenswürdigen Eifersüchteleien seiner Frau rechnen zu müssen, denn trotz seiner brutalen Rücksichtslosigkeit, trotz seiner unersättlichen Gewinnsucht war er doch viel zu vorsichtig, etwa« selbst zu begehe« oder auch»ur geschehen zu lassen, was ihn irgendwie mit den Gesetzen in Konflikt bringen konnte. Er kannte den Charakter seiner Frau sehr genau. Er wußte, daß sie ihm eine Treulosigkeit, auch wenn sie eine solche nur vermuthete, niemal« verzeihen würde, daß sie kein Mittel uvversucht lasse« würde, sich an ihrer Nebenbuhlerin zu rächen. Sie war eine zu fürchtende Feindin; wenn eS ihr auch an dem nöthige» Scharfsinn gebrach, durch langsame Zntnguen einen Gegner zu vernichte», so war sie doch bei einem Wuthausbruch vermöge ihrer unbezähmbaren Körperkraft von unberechenbarer Gefährlichkeit. Hierzu kam»och, daß sie allabendlich in einem Zu» stände regelrechter Trunkenheit sich befand der häufig bis zur Besinnungslosigkeit ausartete. Die Kuvstreiterei war also an den Nagel gehängt und der Direktor Weber hatte sich bereits nach einem andere«, weniger gefährlichen Erwerbszweige umgesehen. Er hatte die Absicht, sich eine kleine Truppe von Sängerinnen zu enaagiren, um mit diesen in einem Berliner Lokal Vor- stellungcn zu geben. Er war bereits mit dem Besitzer dieses Lokals in Verbindung gelreten, es fehlte ihm zur Ver- wirklichung seines Planes nur noch da« nölhige Per« fonal. Anlegung von genügenden Kanäle» aber wird Norddeutsch- land die westfälische Steinkohle billiger, al« die englische, ja die Steinkohle überhaupt billiger erlange». Dadurch aber wird die gesammte wirthschaftliche Thätigkett gesteigert werden, von der dann wiederum die Eisenbahnen den Löwenantheil erhalten. Wie mit den Kohle«, so mit dem Eisen und wie bei diesen Einzelheiten, so auch in der Ge- sammtheit. Wenn man nun aber behauptet, daß die Anlage von Kanälen, zu denen man natürlich auch die viel billigeren Flußregulirungen zu rechne» hat, allzu kostspielig ser, so läßt man eine» und wohl den wichtigsten Faktor außer Be» tracht, nämlich den ungemein günstige« Einfluß, den ein ausgedehnte« Netz von Wasserzügen auf die L a n d w i r t h» f ch a f t ausübt. Von Holland weiß man, daß wüste, fast ertraglose, nur äußerst gering bevölkerte Moor» gegenden in blühendes Acker« und Weideland umgewandelt worden sind mit einer dichten und verhältnißmäßig wohlhabenden Bevölkerung; und diese« Wunder ist lediglich durch den Bau von Kanäle» bewirkt worden. Die Kanäle biete» nicht nur die Mittel zu einem billi» geren und leichteren Transport der landwirthschaftlichen Pro- oukte und zur Beschaffung von Dünger, sonder« Vorzug«- weise auch zur Herstellung eine» Systems von Entwässerung»- und BewässetungSanlagev. Die» möge besonder« da« preußische Abgeordnetenhaus bei der Berathung der Kanal» vorlagen nicht aus dem Auge lassen. Beim Baue des Nord-Ostseekanals kommt ja diese Frage auch in Betracht, aber doch nur in geringem Maße. Wir haben in Deutschland ncch großen Mangel an einer gute« WafferauSvutzung und Wasserabführuvg zu land- wirthschaftlichen Zwecke»; die Landwirlhfchaft könnte durch Be» seitigung dieses Mangels um viele» ergiebiger gemacht werden. Durch Eutwässerung würde mehr Raum für die Besudelung gewonnen, durch Bewässerung aber würden ge« rinawerthige Länderstrecken fruchtbarer und die Erzeugung»» kraft unseres Bodens im Allgemeinen bedeutend gefördert werden. Die Erfahrungen, die man in Frankreich gerade über diese Funktion der Kanäle gemacht hat, sind ungemein günstige; die Erhöhung de« Bodenwerthe» überstieg im Durchschnitt die Anlagekoste« um das Doppelte— und dasselbe würde auch wohl in Deutschland der Fall sein. Wie man da von allzugroßer Kostspieligkeit bei An- läge der Kanäle spreche« kann, ist un» unerfindlich! Bewaldung kahler Hochebene» und Abhänge, Erleichte- rung des Verkehr« und Bewässerung resp. Entwässerung der Oedländereien durch Anlage von Kanäle»— da« sollte die nächste Aufgabe Deutschland» in Beziehung auf die Hebung der wirthschaftlichen Verhältnisse sein. Da« Zwar hatten ihm verschiedene Agenten und Kommissio- näre, an die er sich gewandt hatte, Sängerinne» in Hülle und Fülle nachgewiesen, dem Direktor, der bei dieser Ge- legenheit sich außerordentlich wählerisch zeigte, hatte» die- selben jedoch in keiner Weise genügt. Er hatte sich daher vorgenommen, sich selbst das nöthige Material heranzubilden, und deshalb besuchte er so eiftia die Berliner Nacht. Cafö'S, um hier unter den Damen sich stimmbegabte junge Mädchm auszusuchen. Wen» da« Engagement von Martha perfekt wurde, so hatte er die genügende Anzahl von Damen bei- sammen, es fehlte dann«ur noch an dem nöthige« Unterricht und an dir Schulung, um die Vorstellungen de- ginnen zu können. Auch hierfür hatte de, Direktor bereits gesorgt, er hatte eine« jener Klavierspieler engagirt, wie sie ,a einer Großstadt wie Berlin zu Dutzende« zu jeder Zeit zu haben sind, und dieser musikalische Herr sollte den zu» künftigen Sängermne« da« zur Ausübung ihre« Berufe« »ab sich redliche Mühe, seinen theilweise recht ungeschickten Schülerinnen die Grundzüge der Gesaagskunst beizubringen, und mehr wie einmal rang er in de» Unterrichtsstande« verzweifelt seine großen mageren Hände. Der Direktor Weber bezahlte diesen junae« Menschen'natürlich jämmerlich, er wußte daß er solchen Leuten eben Alles bieten konnte, er ttöstete ihn jedoch damit, daß er-fein Gehalt erhöhen würde, wenn erst die ganz« Sache im Gange wäre. Die beiden Kinder hatte der Direktor vorläufig außer seinem Häuft untergebracht, Louis sollte in die Lehre kom- nun dder sich al» Laufbursche sei» Brod verdienen, während Pauline, für welche der Direktor immer noch eine ganz besonders liebevolle Zärtlichkeit bewahrt hatte, in einer Gemeindeschule untergebracht war. Zn der Wohnurg de« Direktor« befand sich außer der Mutter Weber nur noch der ehemalige Klown, der ohne eine feste Bezahlung für seine vielfachen Dienstleistungen Vagabundenthum und die übergroße Auswanderung— beide würden nach und nach verschwinden. Natürlich wird dabei angenommen, daß ein gleich rationelles Verfahre» in Be» zieyung auf wirthschaftliche Distribution damit Hand in Hand gehe. Auf die Kolonisation im Znnern sollte sich deshalb das Reich werfen; das wäre besser, als den Utopie« jea« seit« de« Meeres nachzujagen. Wen» da« Deutsche Reich diese Sache energisch in die Hand nähme— ganz abgesehen von dem Nord-Ostfeekanal— und in der nächste» ReichstagSsesfion unter Abstrich voa 100 Millionen Mark am Militäretat eine Kolonisattons» vorläge machte, so würde gewiß der Reichstag die disponibel gewordenen 100 Millionen zu Waldaufforstungen und Kanal- bauten mit Freuden btwillige». Doch werden wir wohl noch sehr lange auf eine solche ReichSthat warten müssen I Politische Ueberstcht. Der preußische Etat pro 1886 balanürt in seinen Ein- nahmen und Ausgaben mit 1 302 828 442 M. und besiffcrt den <�.�»>..1— der Einnahmen über die Ausgaben auf 14 154 OOO Die staatlichen Betriebsverwaltungen ergaben einen Mehr» Überschuß von 15805611 M., wovon 10 290268 M. auf die Eisenbahnverwaltung entfallen. Die Forsten ergaben einen Mehrüberschuß von 2 682 800 M. infolge der Mehiemnahme aus dem Holzabsatz, der Mehrüderschuß der duckten Steuern betrug 2 504 123 M., der indirekten Steuern 1 707 520 Mark. Die ordentlichm Ausgaben betragen 2 370 689 M. mehr in Folge der Mehrvcrainsung der erhöhten Staatsschuld. Der Au»gade-Etat des Kultusministeriums ist um 3 108 361 Mark höher, darunter 1 800 000 M. zur Erhöhung der Pmstonen der Lehrer und Lehrerinnen auf Grund des Gesetzes vom 6. Juli 1885. Die außerordentlichen Ausgaben find um 90 641 Mark geringer als im Vorjahre. Die"Rational.Zeitung", welche ohnehin schon lange im Fahrwaffer de» Dämmerungs-LiberalismuS segelt, hat grlegent» lrch der Polendebatte noch eine Extraschwenkung nach rechts vollzogen, indem sie gegen„die Majorität unter dem Abgeord» netm Liebknecht" loswettet. Merkwürdig ist nun, daß sich jetzt in die Verantwortung für den politischen Theil zwei Redakteure theilen. Während Herr Dernburg als verantwortlicher Redak» tcur zeichnet, hat fich, dem Blatte zufolge, die Verantwortlich» keit für die auf die deutschen polmschen Angelegenheiten bezüglichen Dheile auf Herrn Köbner abgezweigt. Die Sache ist zwar etwas eigenthümltch, aber bei einem Organ, das nicht Fisch noch Vogel ist, sehr erklärlich. Von Herrn ReichStaaSabgeordnete« Liebknecht er- ha» die„Franks. Ztg." folgende Zuschrift:„In Ihrem gestrigen Abendblatt schreiben Sie anläßlich der Entscheidung des Reichstage« in Sachen der Gottburgsen'schen Wahl:„Herr Liebknecht geht zu weit, wenn er die Kassation jeder Wahl verlangt, in deren Vorbereitung die Auflösung einer Versamm» lung fallt." Ein solches Verlangen ist nie von mir auSge» sprachen worden. Wie Ihnen der stenographische Bericht zeigen wird, habe ich genau den Standpunkt vertreten, welcher zur zu erhalte«, sich mit dem Unterkommen und der Kost bä dem Direktor Weber begnügte oder begnüge» mußte.-- Die Toilette des Direktors war endlich zu Ende, er enfernte sich ohne Gruß oder ohne überhaupt»och Notiz von der Anwesenheit seiner Gattin zu nehmen, aus der Wohnung, um sich zu dem Klavierspieler zu begeben. Von der Küche, in welcher Mutter Weber herum hon« Irrte, ging eine Treppe nach der obere» Etage der Wohnung Unter dieser Treppe, in dem dunklen Winkel, befand sich die Lagerstatt der Herrin de« Hause». Kaum war die Thür hinter dem Direktor in'« Schloß gefallen, al« die Mutter Weber an die Treppe eilte und mit kreischender Stimme nach oben rief: „Ist oben Alles in Ordnung, Fritz?* „Zawobl,* tönte es von oben herab. „Nun denn, komm' einmal herunter. Du kannst mir eine» Gefallen thun," rief die Frau hinauf und machte sich zugleich an ihrem Herd zu schaffen, von wo sie schließlich unter vielem alten Gerümpel eine ziemlich umfangreiche Flasche hervorhöbe. „Hier, Fritz," sagte fie, nachdem der ehemalige Klown hinabzekommen war,„für dreißig Pfennige; wenn sich der Meister den ganzen Tag in den Kneipen herumdrückt, brauchen wir hier wahrhaftig auch nicht zu dursten." „Ganz recht, Mutter Weber, Sie treffen doch immer da« Richtige," entgegnete Fritz mit vergnügtem Schmunzeln, Zch habe schon den ganze» Morgen eme«nwiederstehliche Sehnsucht nach eimr ordentlichen Herzstärkuag gehabt. Ich bin im Augenblick zurück." Der lange Mensch stürmte die Treppen hinab. Dicht bei dem Thorweg de« Hause« befand sich ein Budikerkeller, in welchem er mtt der Flasche verschwand. Mutter Weber machte es sich inzwischen bequem. Sie setzte fich«eben den Ofen an den großen eichene« Tisch, holte aus der Schublade ein Spiel Karten, deren Zeich» vungen vor Schmutz und Fett kaum noch zu erkenne» waren, und fing an dieselben eiftig zu mischen. Kasfirung der Wahl führle und die Frage der Relevanz der Verbote(denn um Verbote, nicht um Auflösungen handelt eS stch) für daS Bekammtwahlresultat scharf de» tont. In meinem vor Fahretfrist verfaßten schriftlichen Referat über die Wahl tzänel'S führte ich de» Näheren aus, welche bedenk« lichen Konsequenzen eS haben würde, wenn die Thatsache einei un« berechtigten Versammlunasvcrbots an sich in jedem Falle die Kassation einer Wahl'nach fich zöge. Ihr Jrrthum ist wahrscheinlich durch eine Aeußerung des Herrn Marquardsen entstanden, die ich nicht snfort richtig stellm konnte, weil ich in Folge des unerwartet raschen EwluffeS der Debatte mich zu spät zu einer persönlichen Bemerkung gemeldet hatte— ein Mißgeschick, daS beiläufig aus dem gleichen Grund auch Andere detraf." Der Papst hat wieder einmal eine Enzyklika(Rund- schreiben) an die preußischen Bischöfe erlafien. Dasselbe be« -bandelt die geaenwärtige Lage der katholischen Kirch« in Deutschland. Heiligkeit" spricht den Dienern und Anhängern der Kirche für ihre Treue und Hingebung in den rraurigen Zeiten des Kulturkampfes seine Anerkennung auS und betont dann, daß auch in Zukunft kein Mittel unversucht bleiben werde, um die Zurücknahme der Gesetze, welche die Lebensader der Kirche unterbinden und den Gläubigen somit Kummer verursachen, herbeizuführen. Die in der Thronrede angekündigten gesetzgeberischen Maßnahmen zum Schutze des Deutschthums in den polnischen Provinzen sollen nach offizieller Ankündt« gung sehr umfassender Art sein und hauptsächlich die Verhin» oerung von Zuständen betreffen,„wie fie in Folge der auf Grund des bekannten Antrags Spahn gemachten Erhebung zu Tage getreten find." ES scheint danach in erster Linie daS Gebiet der Schule ins Auge aefaßt zu sein, wodurch indeß — so meinen verschiedene Blätter— nicht ausgeschlossen scheint, daß auch die Heranziehung deutscher Ansiedler in jene Gegenden in Betracht gezogen wird. Der frühere Reichstagsabgeordnete Generalstaats« anwalt a. D. Dr. von Schwarze ist gestern früh in Dresden gestorben. Im Reichstag gehörte er der freikonservatioen Partei an. Ueber den Reichstagsbeschluß in Bezug auf die Polenauswetsunge« find die nationalltberalen Blätter voll- ständig aus dem HäuSchen. Allen voran aber läßt nochmals Kassandra> Böttcher in der„Nationalliberalen Korrespondenz" ihre manchmal wehmuthsvolle, manchmal keifende Stimme ver« nehmen. Hören wir diesen Unkenruf an:„Der traurigste Tag, den der deutscheReichitag in seiner ganzen Geschichte gesehen, ist zu Ende. Einer Maßregel der preußi- schen Regierung, die zur Abwendung einer deutschnationalen Gefahr de stimmt war, ist, wie der Sozialdemokrat Liebknecht sagt,„das verdiente Brandmal" aufgedrückt worden. Es giebt keine Milderungsgründe für diese unheilvolle That unserer Volksvertretung. Man mochte die Art, wie die Ausweisungen von Polen im Einzelnen bewerkstelligt worden, bemängeln, man mochte Zweifel über die Nothwendigkeit des großen Um- fanges, welchen man den Ausweisungen gegeben, aussprechen — wiewohl auch dies gerechter Werse zu vermeiden gewesen wäre, so lange die preußische Regierung nicht die vom Fürsten Bismarck für daS Abgeordnetenhaus in AuSficht gestellten Auf- schlüsse gegeben hat. Aber man hat mit der Annahme deS Antrags Windthorst unendlich viel mehr gethan: man hat daS Vorgehen der preußischen Regierung, welches vom Reichskanzler am l. Dezember mit größter Entichiedenheit als ein Akt der deutschnationalen Politik gekennzeichnet war, in seiner Gesammt- heit als dem..Interesse der Reichiangehöriqen". d. h. dem nationalen Wohle zuwiderlaufend, verurtheitt. Wir furchten, dieser Tag wird in der parlamentarischen Geschichte deS Deutschen Reiches eine verhängnißvolle Be« d e u t u n g gewinnen. Die künftige Betrachtung wird sagen, daß an diesem Tage zum ersten Male die Gegner des neuen Deutschen Reiches in einer klaren nationalen Frage im Reichs- tage endgiliig die Oberhand erlangten und daß ihnen dieS er« möglicht worden einzig und allein durch die Schuld der deutschfreifinnigen Partei. Was immer die alte Fortschritts« partet seit 1867.gesündigt haben mag, in Fragen von so sonnenklar nationaler Bedeutung, wie die Zurückweisung deS vordrängenden Polenthums e'ne ist. hatte fie bisher noch immer, wenn auch oft erst nach langen Irrungen, schließlich doch den rechten Weg gefunden. Heute hat fie und haben mehr noch die ehemaligen Nationalliberalen in ihren Reihen mit ihrer Vergangenheit gebrochen: die deutsch« freifinnige Partei ist nunmehr auch in Fragen der rein nationalen Politik eingetreten in die volnisch-welfisch-sozial- demokratische Gefolgschaft des Herrn Windthorst. Das Volk wird ihr diesen Tag nicht vergessen!"— Wir haben zu diesen Expettorationen nur zu bemerken, daß dieser nattonalliberale Schmerzensrus der beste Beweis ist, daß der Reichstag das Richtige getroffen hat. Auf derjenigen Seite, wo die Nationalllberalen stehen, steht auch immer das Unrecht. Die Begründung der Branntweinmonopol-Borlage, welche nunmehr ebenfalls dem Bundesrath vorliegt, detont in ihrem allgemeinen Theil zunächst, daß die verbündeten Regie- rungen„ungeachtet aller Schwierigkeiten und Hemmnisse, vie Mißverständniß hier und Feindschaft dort zu beretten oder zu vermehren unabläsfig bemüht gewesen find," an der vor acht Nachdem sie aus der neben ihr stehenden Horndose eine be» deutende Prise genommen hatte, legte sie die Karten in ver- schiedenen Reihen offen vor fich hin, indem fie mtt ge« spannter Aufmerksamkeit die Reihenfolge der einzelne» Blätter verfolgte. .Der Teufel soll mich holen," brummte sie vor sich hin, .wenn er mich nicht dennoch hintergeht, aber ich werde auch in dem neue« Singsang-Znstitut ein wachsames Auge auf ihn habe», und wehe ihm, wen» ich ih» auf falscher Fährte erwische. Dann soll eS die kleine Kröte mit ihren UafchuldS- auge» dennoch büßen. Na, endlich—" unterbrach fie sich selbst, als Fritz mit der gefüllten Branntweinflasche in daS Zimmer trat. .Prosit, Mutter Weber,' sagte er, indem er die Flasche gegen das Licht hielt. .Halt, erst komme ich, Du hast wahrscheinlich doch schon auf der Treppe gestunken!" Fritz konnte nur durch einen bittenden, schwermüthige» Blick den abscheulichen Verdacht von fich ablenke«; wie, um zu beweisen, wie sehr ihn ein solcher Vorwurf auch körper« (ich schmerze, legte er, ordentlich zusammenknickend, seine Rechte auf's Herz. Mutter Weder nahm einen herzhaften Zug, der ihre« unförmlichen Körper schüttelte, wischte sich dann mit dem Rücken ihrer breite» Hand den Mund und übergab Fritz die Flasche._ „Nun, Mutter Weber,' sagte er, nachdem auch er einen nicht minder ergiebige« Schluck gethan hatte,„der Nordhäuser ist in Berlin doch bester, als auf den Dörfern. Aber wa» sage» die Karten?" Er beugte fich neugierig über die schmierige« Blätter. „Ihr Mannsleute versteht doch nicht« von der Sprache der Karten," sagte die Frau unwstsch,„baS müßt Ihr uns schon überlasten. Bis jetzt ist noch Alles eingestoffen, was ich prophezett habe." „Natürlich bis auf das, was eben nicht eingestoffen ist,' entgegnete Fritz nicht ohne Ironie. Er beeilte fich jedoch, Jahren unternommenen Reichistkuerrrform festhalte. DaS Ziel sei ein durch die Existenz des Reichs selbst dergestalt unmittel- bar gegebenes, notbwendigeS, seine Erreichung«in so eminentes und unersetzliches Mittel zur Festigung deS Reiches gegen alle Gefahren und zur dauernden Zusammenhaltung aller seiner Glieder, daß die verbündeten Regierungen von demselben nicht ablassen könnten und dürsten, daß fie vielmehr, bis es endlich ganz und voll erreicht sein werde, immer erneute Bemühungen, es zu erreichen, würden machen müssen. Was nun daS gegen- wältig ins Auge gefaßte Steuerobjekt betrifft, so werde fast allseitig anerkannt, daß der Branntwein wirklich hohe Erträge zu liefern vermöge, aber über die Wege, welche die Gesetzgebung einzuschlagen habe, beständen weitgehende MeinungSverschieden- heiten. Im Wege deS Monopols und nur im Wege deS Monopol« sei eS jedoch möglich, wenn auch nicht ohne alle, so doch zweifellos ohne überwiegende Härten und Nachtheile, dem Reich die erforderlichen, seyr bestächtlichen Mehreinnahmen vom Branntwem zuzuführen und zugleich im Interesse der Moralität und der Gesundheit deS Volkes auf eine Ein- schränkung des übermäßigen Branntw-ingenuffes, sowie auf Fernbaltung aller an fich schädlichen Branntweinsorten mit Erfolg hinzuwirken. Von diesen GefichtSpunkten aus sei der Entwurf eines Gesetzes aufgestellt, und zwar für den Umfang deS ganzen Reiches, indem der Voraussetzung gefolgt sei, daß die süddeutschen Staaten mit einer auf den Branntwein be« schränst bleibenden Aufgabe deS entgegenstehenden Sonderrechts auS Art. 35 der Verfassung stch einverstanden erklären werden. Nachdem die Begründüng dann speziell auf die einzelnen Paragraphen des Gesetzentwurfs eingegangen, schließt fie folgendermaßen:„Ungeachtet der Verminderung des Branntweinkonsums, welche die Erhöhung des Preises und die Beschränkung der Schankstätten zur Folge haben werden, ist von dem Monopol eine hohe Einnahme zu erwarten, eine höhere, als fie durch eine andere Steuerreform erreicht werden könnte. Die Veranschlagung des Ettrages beruht zwar der Natur der Sache nach in vielen Einzcih-iten auf unsicheren Grundlagen, zum Theil auf bloßen Schätzungen. Aber es ist im Großen und Ganzen doch mit Sicherheit anzunehmen, daß ein Ertrag von 300 Millionen Mark sehr wohl damit zu er« reichen ist. ES bleibt vorbehalten, für die Verhandlungen im BundeSrathe eine spezielle Ettragsderechnung vorzulegen." Die Handelskammer zu Nordhausen hat fich in einer Eingabe an den Reichskanzler und den Reichstag mit der Bitte gewandt, daS Branntweinmonopol in jeder Form und für immer abzuwenden. Die Handelskammer hat diesen Schritt einstimmig beschloffen und degründet ihre Eingabe mit einer Reihe thatsächlicher Anführungen. Sie sagt dann, daß fie als berufene Vertreterin der gewerblichen Interessen der rn ihrem Lebensnerv aufs Aeußerste bedrohten Stadt Nordhausen et als ihre unabweisbare Pflicht erachte, gegen daS Branntweinmonopol auf das Entschiedenste Stellung zu nehmen. Nordhausen mit seinen 72 Brennereien, in welchen ca. 50 Millionen Liter Branntwein jährlich, also nahezu ein Zehntel des ganzen Verbrauchs im Reiche, fabrizirt werde und zum Versandt gelange, werde durch das Monopol dem Ruin entqegengcführt, da durch das Schwinden des geschäftlichen Verkehrs und die Entwetthung aller Grundstücke eine allgemeine Verarmung die unauSbleid- liche Folge sei. Kaum jemals habe Nordhausen vor einer solchen Krifis gestanden, wie in diesem Augenblicke. Ueber die bayrische Miuisterkrifi« bringt die„Franks. _" aus München folgende von ihr als zuverlässtg bezeichnete ngaben: König Ludwig legte dem Ministerium nahe, dem Landtage eine Kreditvmlage bis zu 20 bezw. 30 Mill. zu machen, behufs Fortsetzung seiner Schloßbauten. Am 6. d.M. antwortete daS Gesammt- Ministerium hierauf mit einer Vor- stellung an den König, welche in der Bitte gipfelte, derselbe wolle im Hinblick auf die prekäre Lage des Landes die Bauten einstellen. Am 10. d. Mt«. erfolgte die Antwort des Königs, durch welche diese Vorstellung'zurückgewiesen wurde. Am 11. d. M. beriet daS Gesammt-Ministerium über die Ange« legenheit; eine Minorität war für Demisfion, es behielt indeß die Anficht die Oderhand, daß das Ministeiium keinen Grund habe zurückzutteten. Die Ausweisung des Schriftstellers Bang hat, nach dänischen Blättern, in seiner Heimath großes Aufsehen gemacht. Bang hat fich von hier nach Meimngen begeben. Was den Grund der gegen ihn ergriffenen Maßregel bettifft, so wird einem Wiener Blatte von hier gemeldet, Minister von Putt- kamer habe dem beschwerdeführenden dänischen Gesandten einen Artikel eineS in Bergen(in Norwegen) erscheinenden Blattes aezetgl, in welchem angeblich von Bang herrührende unpassende Aeußerungen über Bildnisse der kaiserlichen Familie enthalten waren. Eine Ermittelung des Ernteertrages findet auf Be« schluß deS BundeSrathcS auch für 1885 statt. Die Ermittelung bat den Zweck, durch unmittelbare Umfrage möglichst zuver- lässtge Angaben über die 1885 wirklich aeerntete Menge von Bodenerzeugnissen zu gewinnen. Die Ermtttelung wird in der zweiten Hälfte deS kommenden Monats vorgenommen werden. Ju München hielt der demokra tische Verein eine gut desuchte öffentliche Versammlung im Cass Viktoria ab. Auf der Tagesordnung stand: Die bisherige Thätigkeit deS Reichstages und die zu erwartenden Dorlagen. ReichStagSab» sei» ungläubiges Lächeln sofort verschwinden zu lassen, al« Mutter Weber mit erner energisch-abweisende» Geberde die Flasche ergriff, und dieselbe vor sich unter den Tisch stellte. „Oho", meinte er begütigend,„so war eS ja nicht ge- meint, Sie wiffea doch, Frau Weber, daß ich stets der Einzige war, der fest und unweigerlich an die unumstößliche Wahrheit Ihrer Aussprüche glaubte. Also«ick ts für ungut. Wie steht es dann mtt de» neuen Geschäftsunternehmungen des Meisters, wird er Glück habe«? Wie liegt die Brot« karte?" Das dicke Weib warf einen mißtrauischen Blick auf sein Gegenüber, dann holte sie langsam wieder die Flasche hervor, nahm wieder einen gehörigen Zug, schob die Flasche über den Tisch dem durstigen Klown zu, der dieselbe be» gierig ergriff, und sagte dann: �Zch werde einmal zusehen.' Sie mischte die Karten von Neuem, und obgleich sie beretts fett längerer Zeit täglich mehrere Stunden mit Kartenlege« gerade über diesen Gegenstand verbrachte, und sie jedesmal zu einem andere« Resultat gelangte, so ge- währte es ihr doch ei« unendliches Vergnüge», immer und immer wieder da« trügerische Orakel zu beftage«. Der Klown leistete ihr stettjbei diesem wichtigen Geschäft Ge> ellschaft, nicht etwa, werl ihm ver unverfländlicheBlödsin», l . den Mutter Weber, namentlich wenn sie angetrunken war, züsammenfaselte, be- sonders interesfirte, sonder« weil dieselbe, da sie die Wirth« schastskaffe verwaltete, beim Kartenlegen besonders freigiebig mtt Nordhäuser war. Fritz hatte ebenso wie Frau Weber eine ungemeine Vorliebe für diese« Getränk, nur war er weniger unmäßig, weil er fürchtete, daß, wenn es fich einmal sinnlos betrinken würde, ihn der„Meister, wie der Direktor genannt wurde, einfach auf die Straß« werfe» würde. „Erst«och einmal trinken," ermunterte er die Frau Direktorin,„bevor Sie mit dem Erklären anfangen, dann geht e« viel besser.' geordneter Kröber erstattete Bericht über seine t# Thätigkeit und erklärte fich gegen Erneuenmz Septennats und des Eozialtstengesetzet,>> gegen das Branntweinmonopol. Es ward einD folgende Resolution angenommen: „Die heutige Versammlung erblickt mtt tiefem B'd- sowohl in dem seitherigen Verlaufe der gegenwärtigen fie tagSsesston, alS in der in Aussicht stehenden Vc' Anzeichen der immer kühner das�Haiipt erhebenden� '......'—' tereffas und einer ebenso lurzfichtiaen als eigennützigen-Inte und erhofft endliche Besserung nur von cinmüthigG sammenwirkm deS wahrhaft freiheitlich gefinnten VÄlä seiner überzeugungstreuen Abgeordneten. Sie erwar» letzteren besonders energische Oppofition gegen daS% weinmonopol, das Eeptennat und die Verlängerung detv listengesetzeS." Ueber den Kongostaat läßt die Redaktion der ff vhischen Zeitschrift„Ausland" in einer Besprechung di«> sten Werkes H. Stanley's und der Entgegnung W Pechuel-Loesche auf dasselbe fich folg-ndermaßen vernehs „Wer Stanley'S Werk und Pechuel-Loesche'S Enlfl« aufmerksam gelesen hat, dem drängt stch gebieterisch k druck auf, daß der Kongostaat, trotz Kongreß und völl lichem Schutz und trotz der Millionen, welche der Kö» Belgien dafür hergegeben hat, doch vorerst nichts ist,# es unverroren zu sogen, ein großer H u m b u». ganze Gebiel ist zu ungeheuer, um in erfolgreicher M kultureller Hinficht in Angriff genommen werden zu\ Der Kongosttom ist zu wenig eme konttnuirliche Waff» um auf ihm Handel und Verkehr in das innerste Hai großen Kontinents hineinzuleiten. Die Völker deS fördern Begünf Im Au und G« kanal bi denen i dem oz strotzte bin ich ficher. In genomm Anzahl hatten, verlangt Bürge:» aber, na und dan werden 300 Mar Arbeit. aber die so ist gu bürgermi Wnigur find, soll den Best bietes find zu wenig an Arbeit gewöhnt, um einen Ui von Produkten zu erzielen, den fie in >... den Handel können, und zu arm, um Tauschwerlhe zur Erweibu« päischer Manufakte zu befitzen. Die Zustände unter«,. den Stämmen des Innern, wo die Häuptlinge einaribs. befehden, um Beute an Lebensmitteln, Tauschwerthff Sklaven zu machen, welche, mit der Beute beladen� Handelsplätzen getrieben und dann sammt der kaust werden, sind zu ungestchert, um die Gründfl Niederlassungen zu gestatt n und die Eingeborenen regeltet Arbeit zu erziehen. Die ganze Organisation nehmens, welches von Europa auS bureauiraiisch bis Herz des schwarzen Kontinents hinein von Männern werden soll, die nie in Afrika waren und von den Bedürfnissen eines solchen Kolonialunternehmens, von' wendigkeit eines geregelten Verkehr? dotthin und nügenven Einfuhr aller Lebensbedürfnisse keinen Bea ist eine verfehlte. Das Klima des ganzen Flußgeb l, als daß Europäer darin selbst bei I zu mörderisches, lichen Verpflegung gedeihen und durch längeren Erfahrungen sammeln könnten. Die ganze Arbeit Jahren hat trotz dem kolossalen Buswand an Geld der« schenkräften noch so wenig Gelungenes und Da» Zusammenhang, Verbindung und Verkehr\ wenig>W vermocht, daß man selbst in Jahren nicht auf eine» Erfolg wird rechnen dürfen. Die meisten Mitar' ihr Lehrgeld mit dem Leben bezahlt und die neuen linge gehen demselben Schicksal entgegen. Die gl Stationen und Niederlassungen zerfallen rasch wieder her, und ehe es zu den unabweisbaren Flußkorre'" der von Stanley befürwo:teten, unrentablen Eiser men kann, wird der Kongostaat ein ganz verfehl und verlassen geworden sein und nur noch auf der existiren." L'ssep« über den Panamakanal. Einem Bei deS„GauloiS" gab Lesseps über seine bevorstehend« reise folgende interessante Auskunft: Am 27. d. M über Boulogne nach Southampton reisen, wo ich m tretern der Handelskammern von Bordeaux, Paris. Ha vre, Lyon, Rouen, NanieS und den Zltigcsandfcii (Hartleyl, Deutschlands(Geh,. Rath Pescheck). Hol Vereinigten Staaten, zusammentteffe. Im Ganzen u™ 15 Reisende sein und 14 Tage auf Panama verweis will, daß der franzöfische Handel und die Abgesa»«- anderen Nationen fich persönlich von dem Stand vtt? Seekanal vollbrachten Arbeiten Überzeugen können. Landenge vom AUantischen bis jurn Stillen CstO»,] Pau Gambett, Tongkinx General fich im treten. Eine der äujj Brialou, Gruppe l ihr nicht meinsame - ü nicht ein diesbezügl Vorgange opportunil Bereitung einem S Tabak bei brachte ei, Weinfälsck - �1 Erklärung zunächst, herzustellei Ma randatS zuführen r Die Etm Das Prob kostspielige der versch klärung n sammenwii Im L nationale j Etgenthum der biSheri und um ei ÜÄ diesjährige aber, da L mußte von Am n KV 27 Unternehmern, die in mehrere Gruppen vertheilt stA gegenüber verfügt üder� ÄX) Mill., ein anderer rour einget Einer derselben_________________ Ich hielt stets daraus, die Interessen der Unternehmer nehmen, welche allzuoft von den Ingenieuren zu Gnint' werden. Von den 600 Mill. Fr., die für den Kanal find, habe ich 60 zu Preisen für die mit der Du« der Landenge beauftragten Unternehmer vorbehält� hindert mich nicht, eine sorgfältige Ueberwachung oA Jeder Unternehmer hat fich verpflichtet. seine Aufg«a vorgeschriebenen Fristen zu beenden. Der Kanal»% Ende 1888 vollendet fem und die Einweihung gleich nach Schluß der Regenzeit stattfinden. Die die wir dort befitzen, ermöglicht es, in drei Stunde» nama nach Aspinwall iColon) zu fahren. Unsere den die Arbeiten auS nächster Nähe beobachten.% Arbeiter find meist au« Jamaika und BardadoeS; daS Haus wurde der slußerdem davon ver, — Sßg Schärfste r Jungen zu t etwaige€ Hinderniß Strafbestir erhöht. I Pässe bcnr Die Frau hatte fich bereit« emsig in die fljj? tieft, sie griff ohne aufzusehen»ach der Flasche, � U«!*, Wim*- vet tflUfiyt/ y derselben und reichte fie ebenso Fritz hinüber, der£ de« Getränket wohlgefällig durch seine Kehle Dann setzte er die Flasche vorsichtig nieder, Weber nicht auf das vorzeitige Ende de» Getr�s merksam zu mache«. Sie stierte unausgesetzt auf A nahm eine Prise und begann dann in nachdenklickss de« gewöhnlichen Unsinn von einem unvermutheA fall, der eine große Summe in da« Hau« Wir u. s. w. hcrzubeten. Fritz hört« scheinbar aufmerksam zu, urd mj. lich aufhörte, schlug er wie von innerer Begei?? triebe«, mit der flachen Hand auf den Tisch un im Tone aufrichtiger Bewunderung: „Das muß Kartenlege« Wenn man die Lehne starrte die wahrschein Sich ständig de Genuß de .. tausendster Sohren ei, sie ihrer z Kostbarkeit setzt, um für ihre» Schnaps i plötzlich sc miß Ihnen der Neid lasse«, Mutter macht Ihnen der Teufel nicht Z Zhve» so zuhört, sollte man wirkl'� Sie können mehr als Brot esse». Mutter Weber lächelte� geschmeichelt und gtif j Flasche. Wohl stieg eine Wolke des UnmuthS tchwommeies Gesicht, al« sie bemerkte, daß der l' sich den Rest de« Inhalt« derselbe« zu GemW� hatte, sie konnte aber nicht gut der karte« � j gegenüber ihre« Zorn in Worten keine» Auch*« Sie griff daher in die Schublade und holte Pfennigstück au« derselben hervor. Eilfertig nach selbe in Empfang und verschwand mtt der FWL SRtlTk htO ftoiVve»«* k««•k««<9«> I Bald sasien die beide» wieder bei ihrer feit. Die Flasche war diesmal vollständig 0*,. und es dauerte nicht lange, so war sie � geleert. Bei der Muttcr Weber zeigten fich bereu» Symptome der beginnenden Trunkenheit. Sie>> ihren dicken Fingern auf dem Tisch, und sumtf* Melodie eines Zirkuimarfche« vor fich hia- hatte sich rittlings auf einen Stuhl gesetzt, dn MZ theater zur Belle. tigen Gesa fand, war Gästen v> „Frau Dil O c»ellti . Lebrun's C von Berlin leistungen W förderung räch Panama ist sehr leicht geworden, Dank den Begünstigungen, die mir die englische Regierung gewährt hat. Im Augenblick, wo der Kanal eröffnet wird, müffen Rheder und Geschäftsleute dereit sein, ihn zu benützen. Der Suez- kanal bildet einen Vorgarg. Die Handelsflotten der verschiet denen Länder werden fich also darauf vorbereiten müffen, von dem ozeanverbtndenden Seeweg Rutzen zu ziehen. In Suez strotzte das Untemehmen von Schwierigkeiten. Bei Panama bin ich nicht bloß voller Hoffnung, sondern dei Erfolges ficher. Oesterreich Ungar»u In Wien hat die ArbeitSlofigkelt schreckliche Dimenfionen an- genommen. Nachdem am vorigen Mittwoch bereits eine große Amahl Arbeitsloser fich vor dem neuen Rathhause eingefunden hatten, erschienen am Donnerstag wiederum gegen GOO und verlangten Arbeit als Schneeschaufler. Man sandte nach dem Bürgermeister, welcher noch sanft in Morpheus Armen lag, der aber, nachdem er geweckt worden, bald im Rathhause erschien und dann verfügte, daß die Arbeiter in den Bezirken verwendet werden sollen. Um 8 Uhr erschienen neue TruppS, ungefähr 300 Mann, zumeist aus den Vororten und verlangten ebenfalls Arbeit. Auch fie wurden in die Bezirke geschickt. Da nun aber die Arbeit des Echneeschaufelns nur kurze Zeit vorbält so ist guter Rath theuer. In einer Konferenz bei dem Ober- bürgermeister wegen der herrschenden Arbei-'snoth wurde be- schloffen, den beschäftigungslosen Arbeitem dei der Straßen- Reinigung Arbeit zuzuweisen. Wenn diese Arbeiten beendet find, sollen die Armenräthe in den Bezirken angewiesen werden, den Beschäftigungslosen Naturalien auszufolgen. Frankreich. Paul Bert, der frühere Unterrichtsminister im Ministerium Gamdetta, ist zum Generalrefidenten Frankreichs in Anam, Tongking»c. ernannt worden. Der jetzt dortseldst befindliche General Courcy wird abberufen werden. Herr Bert wird fich im Februar einschiffen und im März sein Amt an- treten. Eine Versammlung von 35 radikalen Deputirten, wobei der äußerste Flügel: Rochefort, Camelinat, Basly und Brialou, fehlte, beschloß einstimmig die Wiederherstellung der Gruppe der äußersten Linken: wenn der äußerste Flügel fich ihr nicht anschließt, soll derselbe bei wichtigen Fragen zu ge- meinsamen Berathungen eingeladen werden. — Louise Michel soll sehr ungehalten darüber sein, daß nicht eine allgemeine Amnestie stattgefunden hat. Sie soll diesbezüglich einen Protest an Grevy gerichtet haben.— Dem Vorgange des Fürsten Bismarck folgend, bereitet der opportunistische Abgeordnete JuleS Roche den Antrag vor, die Bereitung und den Verkauf von Spiritus in Frankreich zu einem StaatSmonopol, ähnlich dem bereits für den Tabak bestehenden, zu machen.— Der Deputirte Maillard brachte einen Amnestie-Gefetzentwurf ein, der fich auch auf die Weinfälscher erstreckt. — In der Deputirtenkammer wurde am Sonnabend eine Erklärung des neuen Ministeriums verlesen. Dieselbe betont zunächst, daß in der Verwaltung die gute Ordnung wieder« herzustellen, der KleruS in der stritten Ausübung seines Mandats zu erhalten, daS Gleichgewicht der Finanzen herbei- zuführen und mit den entfernten Expeditionen aufzuhören fei. Die Erklärung sagt: Keine Anleihe! Keine neuen Steuern! DaS Protektorat in Tongking werde auf einfachen und wenig kostspieligen Grundlagen organistrt werden. Nach Aufzählung der verschiedenen Vorlagen für die Kammer schließt die Er- klärung mit der Aufforderung zur Einttacht und zum Zu- sammenwirken an alle Freunde der Republik. Italien. Im Laufe deS Monats März wird in Rom eine inter nationale Konferenz betreffend den Schutz des gewerblichen Eigenthums stattfinden. Es handelt fich dabei um Feststellung der biShelizen Ergebnisse deS f. Z. abgeschlossenen Vertrage» und um einen Beschluß darüber, welche Schritte zu weiterer Ausführung derselben gethan werden sollen. Die Konvention selber wird weder in Frage gestellt, noch abgeändert. AIS diesjähriger Konferenzort war ursprünglich Wien ausersehen: aber, da Oesterreich der Konvention noch.nicht beigetreten ist, mußte von dieser Stadt abgesehen werden. Rußland. Am rusfischen Sylvesterabende gelang es, der„Franks. Zt zufolge, der Petersburger Polizei, einen lange gesuchten Nihi- listen zu verhaften. Die Verhaftung fand in einem Hause gegenüber dem Anitschkow-Palaste statt, den der zur Neujahrs- lour eingetroffene Kaiser bewohnte. Die Polizei hgtte zahlreich daS Haus umstellt. Bei der Absuchung des ersten Stockei wurde der Betreffende entdeckt und ohne Widerstand verhaftet. Außerdem wurden noch zwölf Personen verhaftet, die Mehrzahl davon vermuthlich nur als Zeugen. — Verschiedenen msstschen Regierungsbehörden ist auf daS Schärfste verboten worden, im Auslände irgend welche Bestel- lungen zu machen, welche in Rußland ausgeführt werden könnten; etwaige Schwie.igkeiten dei der Ausführung sollen als ein Hinderniß nicht dettachtet werden.— Der Staatsrath hat die Sttafttsttmmunaen gegen die Fälscher von Püffen bettächtlich «höht. In aleicher Weise sollen auch diejenigen, welche falsche Paffe bcnutzen, scharfer bestraft werden. Ueberall tritt Gesang a«! Butter 2� mb gttff ji Ä arten Au denen Brief aus Sidney entnehmen wir folgende Stelle: Unsere Geschäfte, welche sonst um diese Jahreszeit blühen, liegen ganz darnieder. Die Hauptursache ist die Dürre im Innern des Landes. Seit Monaten kein Regen, das GraS ist verdorrt und von der Gluthhitze verbrannt, das Vieh stirbt zu Tausenden, und mancher Gutsbcsttzer, der noch vor einem Jahre als ein reicher Mann galt, hat Hunderttausende ver- loren und ist heute ein Bettler. Unter diesen Umständen be- schränkt jeder seine Einkäufe auf das Nothwendigste, teilweise freiwillig, oft aber auch gezwungen, weil Banken und Grosfisten den Kredit überall verkürzen. Dre Folge davon ist wieder einmal die Anhäufung koloffaler Waarenlager aller Gattungen in Eidney und das Darniederliegen aller FabrikationS« zweige._ Lokales. Die königliche« Ersatzkommisstone» der Aushebung« Bezirke Berit« erlassen folgend« Bekanntmachung: Alle diejenigen jungen Männer, welche in einrm der zum Deutschen Reiche gehörigen Staaten heimathSberechtigt une 1) in dem Zeitraum vom 1. Januar bis einschließlich 31. Dezember 1866. geboren find, 2) dieses Alter bereit» überschritten, aber fich noch nicht bei einer Ersatz-Behörde zur Musterung gestellt, 3) fich zwar gestellt, über ihr Militärverhältniß aber noch keine endgiltige Entscheidung erhalten haben und gegenwärtig inner- halb deS Weichbildes diesiger Rrfidenz fich aufhalten, werden, soweit fie nicht von der persönlichen Gestellung in diesem Jahre entbunden find, hierdurch auf Grund deS§ 23 der Ersatz-Ordnung vom 28. September 1875 angewiesen: fich, dchu's ihrer Aufnahrne in die Rekruttrungs-Stammrolle, in der Zeit vom 15. Januar bis 1. Februar d. I. bei dem könig lichen Polizeilieutenant ihres Reo er« persönlich zu melden und ihre Geburtsscheine, sowie die etwaigen sonstigen Atteste, welche bereits ergangene Entscheidungen über ihr Militärverhältniß enthalten, mit zur Stelle zu bringen. Für diejenigen hiesigen Militärxflicktigen, welche zur Zeit abwesend find(auf der Reise begriffene Handlungsdiener, auf See befindliche See- leute:c.), haben die Eltern, Vormünder, Lehr-, Brod- und Fabritherren die Anmeldung in der vorbestimmten Art zu be wirken. Wer die vorgeschriebene Anmeldung o-rsäumt. wird nach$ 33 des ReichS-Militär-GesetzeS vom 2. Mai 1374 mit einer Geldbuße bis zu 30 Mark, oder mit Hast bi« zu drei Tagen destraft. Reklamationen find gemäß§ 1 Nr. 1 der Ei satz-Ordnung vor dem Musterungsgeschäst oder dei Gelegenheit desselben anzubringen; später angebracht« Reklamationen werden nur dann berückfichtigt, wenn die Veranlassung zu denselben erst nach Beendigung de» Musterungigeschästs ent- �'"'�Auffindung eine« Ertrunkenen. Einer der beiden am Sonntag vor acht Tagen auf der Oderspree an der sogenannten Rohrinsel Ertrunkenen ist in der Gegend der LiebeSinsel aus dem Waffer gezogen worden. In dem Verunglückten ist ein Maschinenbauer Lehrling, deffen Angehörige in der Frankfurter. straße w'hnen, erkannt worden. Die Leiche ist von dem Kauf- mann Roche in RummelSburg gelandet worden, der auch die de» Gefangenen-Aufseher Hackbarth'schen KindeS, welches kürz- lick auf dem RummelSburger See beim Schlittschuhlaufen ver unglückte, aefunden hat. Roche sah die Leiche am Mittwoch auf einer nrcht zugefrorenen Stelle auf dem Waffer treiben, schob einen Kahn vor fich her auf dem Eise diS zum offenen Wasser, wo er in denselben hineinsprang und die Leiche landtt«� traatsche Ende einer jungen Schanspieleri« erregt allgemeine Theilnahme. Vor wenigen Jahren, so be lichtet die„B- B. Z", machte eine Soubrette, Frl. E., zuerst am Wallner-, dann am Kroll'schen Theater durch ihre liebliche Erscheinung Aufsehen. Von hier ging fie nach Breslau, und im letzten Sommer war fie in Köln a. Rh. engagirt. Dort hatte ein Marineoffizier ein intimeS Verhältniß mit ihr ange knüpft. Vor einiger Zeit wurde derselbe auS dem Verbände der Armee entlassen, fie mußte ihn erhalten, bis er fie zuletzt aus ibrer eigenen Wohnung entfernte. Vor wenig Monaten kam fie an Geist und Seele gebrochen nach Berlin. Sie wohnte hier in einem kleinen Zimmer, bis fie in der vorigen Woche wegen mangelnder MiethSzahlung exmitlirt wurde. Nachdem ie mehrere Tage plan- und obdachlo» in Berlin umbergeirrt, äm fie am Dienstag nach dem Direktionsbureaa eine« Theater» in der Wallner-Theaterstraße, und zwar in einem hejawmerns- weichen Zustande. Sofort wurde eine Kollekte veranstaltet, an welcher fich das gesammte Personal betheiligte, um fie zu equipiren und elnzumiethen. DaS Einmicthen wurde aber nur für eine Nacht erforderlich. Aus jedem ihrer Worte leuchtete nämlich Geistesabwesenheit hervor. Am nächsten Tage wmde sie von zwei Aerzten untersucht, die unheilbare Geistesstörung in Folge von Gehirnerweichung konstattrten. Der Inspektor des betteffenden Theaters brachte fie in einer Droschke nach der Charit««. . Ueder die Organisation der städtische« Markthallen wird noch folgendes bekannt: Das Administrativ Personal in den drei jetzt im Bau begriffenen Tetall- Hallen im Westen. Norden, Osten und in der Louisenstadt soll so einfach, und knapp wie möglich gestaltet werden. Als genügend wird bezeichnet, daß, wenn neben dem erforderlichen Träger- und Arbeiterpersonal, bei welch letzterem soviel al« thunlich auf solche Personen bedacht genommen wird, welche unbescholten find und schon jetzt durch Arbeits, und Dienstleistungen auf den schon bestehenden Wochenwärkten ihren Verdienst gefunden haben, die Stelle eines Inspektors und eines bi« zwei Vertreter und Gehrlfen de« Inspektors besetzt wird. Der Inspektor soll die g�ammte innere Ordnung. Instandhaltung und Reinhaltnng der Markthalle überwachen und ist für dieselbe verantwortlich. Er hat dre Konespondenzen mit Behörden und Privatpersonen U führen. Sein Vertreter soll den Inspektor in allen diesen Geschäften unterstützen, daS Träger- und Arbeiterpersonal be- sonder« überwachen. Nimmt man an, daß die Detailhallen bereit» etwa von 2 oder 3 Uhr früh ab Zufuhren erhalten, der Dienst in de- selben aber etwa bis 7 oder 8 Uhr Abends dauern wird, so ergiebt dies 17— 18 Stunden Dienstes, mit 3-4 Stunden Nachtdienst. Die Verschung desselben erfordert gegenseitige Ablösung durch zwei Personen. Wesentlich ander, und nicht so einfach liegen die Verhältnisse bei der Zentral. Markthalle. Der Dienst in dieser wird wesentlich verschieden von demjenigm der übrigen Detailhallen zu ordnen sein. Neben dem Leiter des Markthallen- wcsenS bezw. dem Direttor der Zentralmarkthalle, Hern Hauck- wiy wird bei dem vorauSstchtlich großen Umfang der Geschäfte in dieser Halle die Anstellung von mindesten« 2 Asststenten er- forderlich sein. Auch wird dir Anstellung eine« KasstrerS zur Vereinnahmung der verschiedenen Gebühren sowie eine» Sekretärs für die in dieser Halle erforderlichen Korrespondenzen nrcht zu umgehen sein. In der Annahme, daß es- Unvor- hergeseheneS ausgenommen- möglich sein wird, die in Rede stehenden vier Markthallen am 1. April d. I. zu eröffnen. wird eS für erforderlich aehaltm, daß der Direktor des Markt- wesenS berertS am 1. Februar vom Viehmarkts-Direktorium be- urlaubt und in seine neue Stelle kommittirt werde; ebenso. daß spätestens 15. Februar hinsichtlich aller übrigen Stellen die nöthige Entscheidung vom Kuratorium getroffen werde und die defignirten Inspektoren und Asststenten demnächst sobald olS möglich auf chre Posten treten, um den Dienst vorzu- deretten. Daffelbe gilt von der sukzesfioen Einberufung deS Unterpersonals, wenn auch hier ein späterer Eintritt unv viel- leicht nur 14 Tage vor Eröffnung der Markthallen ausreichen wird. Wenn e« auch noch so d taktisch ist. Schuhwerk nach englischer Faoon zu tragen, so wird doch, namentlich von unseren Damen- diese Mode nicht kultioitt, fie ziehen es lieber vor, Schuhe mit möglichst hohen und spitzen Hacken, welche in welche in� einem NähmaschwÄglschäft' angestelIlt"U machtlg in eine Droschke getragen und dann nach der Charitee gefahren. Heber einen al« Manuskript gedruckten EinthetluugS- pla« der zoologischen Adtheilung des Märkischen MuseumS. welcher bezweckt, Frennde und Gönner des Museums anzu- regen, durch Mitth-ilung der Fundorte von selteneren Arten. durch Berichtigungen«. die Verbreitung und Lebensweise der Thier e unserer eng-ren Heimath zu fördern, berichtet die„Voss. Zeitung" folgendes: Schon jetzt zeigt ein Blick in die Bro- Uüren. wie reich unsere Berliner Fauna an eigenthümlichen Thleraestalten ist. Der Seebund wurde an den Zelten in der Unwspree beobachtet, wilde Kaninchen beleben die Sandhügel der Stadttheile Gesundbrunnen, Weddiog und Moabit. Die seit Mitte des vorigen Jahrhunderts durch die au» Asten ein- acwanoerte graue Wanderratte verdrängte schwarze Hausratte kommt in Berlin selbst noch hier und da vor, was ein junge» durch Dr. Otto Reinhardt dem Märkischen Museum 1880 über- Ü'�neS Exemplar beweist. Die Fischotter ist in Berlin gemein und übt rhr den Irschen üb, raus schädliche« Handwerk unge- scheut in dem zwifch-n der eisernen und Kurfürsten- Brücke ge- legenen Spicearme. Fuchsbauten kommen selbst im Welchdilde Berlins, z. B. recht« und links der Müllerstraße, vor, nicht weniger als 12 FledermauSarten find im Thiergarten nach- gewiesen worden. Ebenso lrhrreiche Ergebnisse zeigt die Liste der einhermrschen Fische; der Stör ist an der Kurfürstendrücke =%% täksää ä fongc.i. Von Lurchen und Kttechthieren weist Berlin und seine Umgebung 21 Arten auf. Der Zufall will eS. daß gerade in diesem Augenblick unsere Provinz. speziell die nächste Umgebung Berlins, die Augen der Forscher und Sammler au- fich zi.ht. weil hier innerhalb ganz Deutschlands und selbst für ernen großen Th-tl von Europa die einzige Oertlrchkett ist, wo nicht weniger als vier Frosch- arten vonommen; ja der größte aller europäischen Frösche, wU�r bis über V, Pftmd schwer gefangen wird, der See- srosch' ist br« jetzt nur von Berlin bekannt. Kreuzottern find bei Johannisthal häufig, Ringelnattem waren bis in die neueste Zert in Berlin nicht selten, die prachtvolle grüne Eidechse ist leider in den RüderSdorser Kalkbergen fast ganz ausgerotte, die Sumpfschildkröte ist auS vielen Seen der Umgegend, wu dem Tea-lcr See, dei Tempelhof, bei PichelSwerder, aui driir Müggelsee rc. bekannt. Schon in ftüheren Jahren ließen flu» ab und zu auf den breiten Flächen der Unrerspree bei der MarschallSbrücke Möven sehen. Jetzt haben fich seit einige.! Wochen diese eleganten Eeevözel als feste W.ntergäste etnge- funden und treiben ohne Scheu ihre Flug und Schwimm- künste auf der Spree zwischen der Friedrichsbrücke und dm Mühlen, wo man st- auch häufig auf den Pfählen der Fisch- täften fitzend sehen kann. Ihre Niststtllen, die fie auf flacht- Erde anzulegen pflegen, scheinen fie in dm Ruinen des„neuen Dom" zu haben. Berlin-Schwärmer prognosttziren daraus viel- leicht schon auf„Berlin als Seestadt"; Pessimisten werden i-r ihnen„Sturmvögel" sehen.— Freunde unserer Thierwelt werden fich ein Verdienst erwerben, wenn fie ihre Beobachtringeu und Erfahrungm über daS Leben und Treiben unserer mär- iischen Thierwelt zur Verfügung stellten, damit so daS Material "*u eincr vollständigen Naturgeschichte unserer Heimath zusam- mengedracht werden kann. A* de» regelmästig wiederkehrende« Wintergäste» verit«< gehören zwei Vögel, die sonst geflissentlich vas Treiben der Stadt meiden, die Haubenlerche und die Sturmmöoe. Elftere mischt sich unter die Sperlinge, wird von diesen wohl gelitten und' laust auf den belebtesten Strassen zwischen dm Spatzen geschäftig umher. Meistens verräth fie fich durch einen eigenthümlichen weithin schallenden Ruf und durch blitzschnelles Laufen, während ihre Wilthe bekanntlich hüpfen. Als Gesell« schafter der Schwäne zeigm stch auf der Spree zwischen der Marschall- und Friedrichs- Brücke eine Anzahl Sturmmöven. >uch diese Vögel habm fich an die Arossstavt vollständig gewöhnt, kommen nahe an die auf den Brücken versammelten und ihren Flug beobachtenden Menschen heran und ergötzen diese durch ihre Künste. In reizendem Spiel stürzen fich mehrere Möven auf ein in daS Wasser geworfenes Stück Semmel, daS g; entweder mit in die Lust nehmen oder schwimmend verzehren. emerkenswerth erscheint, wie die„Nat.-Ztg." schreibt, daß die gefiederten Gäste alle Scheu vor den Stadtbahnzügm, welche über fie hinwegsausen, verlorm haben. r. Ueber alles Mögliche schreiben die Zeitungen, Hol nicht über diesen verwünschtm Zaun! so schimpfte am Sonntag Vv! mittag ein korpulmter Herr, der beim Durchdrängm zwi- schm dem Eismgitter der Schlefischen Brücke und dem Holz« zäun, der dm Eingang zum Görlitzer Ufer dort absperrt, hän- gen geblieben war, und einige Mühe hatte, wieder auf dm Boden zu gelangen. Berechtigt ist diese Klage ja- aber diese ai Gegend mit ihren Uebelständen ist so vielfach Gegen« der Erörterung in der Presse gewesen, daß man ohne die Gefahr, langweilig zu werdm, nicht immer wieder darauf zurückkommm konnte. Seit Monaten ist die Uferbefestigung dort fertiggestellt-, während der Arbeiten wurde die Passage abgesperrt durch jenen Zaun, den man zu beseitigm vergessm zu baben scheint. Wer von der Görlitzer Bahn her kommt, findet die Passage plötzlich mtt Brettern vernagelt und muß zu halsbrecherischen Kunststücken seine Zuflucht nehmen, wenn er nicht umkehren und einen zeitraubendm Umweg von mindestmS 15 Minuten machen will. Unter den zahlreich'" —-'* k.*•—„!.r,.* jc. x\j*«» W»»»»»»-—------' u öttn am Sonntag sah man daher viele, I,-. 1« i i. 1 i._//-._.. Mf*. I A-?----. ,-----)M Spaziergän. welche über den ver- alteten»Eintritt verboten" muthig hinwegvolttgirten. r. Die Militär-Arrestanten-Trantporte in unsere« Straße« dauern noch immer in der alten, so vielfach Anstoß erregmden Weise fort, trotzdem bereUS vor einem Jahre der Herr KriegSminister im Reichstage erklärt hat, darauf Bedacht nehmen zu wollen, daß auch in diesem Stadium der militäri« schen SttafgerichtSdarkeit die Oeffentlichkeit deS Verfahrens abgestellt werde. In letzterer Zeit aber wollen die Adjazenten deS„Vater Philipp", wie daS Militär-Arrestgebäude in der Lmdenstrasse im Voltsmunde heißt, nun noch eine Beobachtung gemacht haben, die, wenn fie stch alS richtig erweist, doch auf weitere Beachtung Anspruch habm dürste. Danach sollen die Etnlieferungen von Milttär- Arrestanten, die ja meistens nur Strafen von wenigm Tagen, ja oft nur nach Etundm be« meffene Strafen zu verbüßen haben, besonders zahlreich an dem Abend des Sonnabend stattfindm und ganz auffallend zahl- reich sollen diese Einlieferungen am Weihnachtsheilig« abend und Sylvester stattgefunden haben.— Ganz abgesehen vom Standpunkte der militärischen Disziplin, würde dies Ver« fahren von einem anderen GestchtSpunkte aus bemerkenswerth sein. Im Reichstage haben die Herren vom Zentrum mit ihrer Forderung zu Gunsten der Sonntagsruhe und im Interesse der Eeelsorgen, sowie auch bei anderm Gelegenheiten, stets ein sehr bereitwilliges Entgegenkommen des Herrn Kriegsministers gefunden. Wenn aber die Einlieferung zur Verbüßung kurz- zeitiger Strafen an solchen, den Sonn- und Feiertagen vorher« gehenden Tagen etwa auf Abficht beruhen und als gewollte Strafschärfung zu betrachten sein sollte, so scheint es nach dem Angedeuteten doch mindestens zweifelhaft, od dies Verfahren den Adfichten des Krirgiministers entspricht. Diese Abficht im Wege der Beschwerde anläßlich eines Einzelfalles zu ermitteln, dürfte kaum ein aktiver Soldat bereit sein. Viel- leicht führt die öffentliche Erörterung dieser Anzilegenheit zu dem gewünschten Resultat. DaS Artedrich-Wthelmstädtische Theater hat seinen künstlerischen«esttzstand(vornehmlich mit Rücksicht auf die Belle-Alliance-Stagione) neuerdings vermehrt. Karl Swoboda kehrt vom 1. Februar wieder an da» Institut zurück, welche» sein Renommee begründet hat; auch Frl. Leovoldine Körner, zur Zeit Primadonna deS Hamburger Carl Sckulze-TbeaterS, tritt Ende März wieder in den Verband des Friedrich Wik» helmstädtischen Theaters, dem fie zur Zeit deS„Lustigen Krieg" alS stimmschöne und elegante„Violetta" angehört hat. Die Vorbereitungen zur Belle-Blliance-Theater-Saison können um so energischer betrieben werden, alS im Friedrich-Wilhelm« städttschen Theater„RafaSla" mit einem vollen Hause ihre S leite Repettoirwoche eröffnete, und eine ansehnliche Zahl von eprisen dieser Operette in Ausficht steht. DaS durchweg an« ständige Sujet ermöglicht ek, auch Töchtem den Besuch von „Rafaöla" zu gestatten. Eine Verordnung wider de« Aufwand. Wie groß im 14. Jahrhundert in der Mark die herrschende Ueppigkett und Schwelgerei sein mußte, geht aus einer vom Rathe zu Berlin im Jahre 1355 erlassenen Verordnung hervor, worin eS heißt, daß bei gemeinen Bürgerhochzetten nicht mehr als vier« jig Schüsseln und auf jede Schüssel nicht mehr als zwei Personen, als nicht mehr als achtzig Gäste geladen, den Auf« wärtem nicht über zehn Schüsseln und den erlaubten sechs Spielleuten nicht über drei vorgesetzt werden sollten. Wasserstand der Spree in der Woche vom 3. bis 9. Januar 1886.(Angabe in Metern.) Tage 3./1. 2,63 2,55 4/1. 2,64 2,58 5/1. 2,62 2,56 1,33 6/1. 2,61 2,53 1,35 7/1. 2.58 2,51 1,26| 1,33 II, 35| 1,30| 1,33| 1,32 Am 16. d. M. Vormittags wurde der 2,61 2,52 1,30 8/1. 2,61 2,55 1,33 9/1. Um Oberbaum Dammmühle, Oberwasser. Dammmühle, Untemasstf�� Ardeiter Ulrich bewußtlos auf dem Flur deS Hause« Christinen« »raße Nr. 15 liegend aufgefunden und zur Polizeiwache ge« bracht. Nach dem Befund deS herbeigerufenen ArzteS war jedoch" der Tod, wahrscheinlich in Folge eineS Herzschlags, be..j rettS eingetreten. Tie Leiche wurde nach dem ObdultionShause aebracht.- An demselben Tage Nachmittags wurde auf dem Hausflur Alexandttnenstraße Nr. 15 ein etwa 12-14 Iah« altes Mädchen krank und bewußtlos aufgefunden und mrttelft Droschke nach dem Krankenhaus gebracht.— Am Abend deS« «KäTiärTtHSaS im Friedrichshain gebracht werden, verstarb jedoch ST 17°d! M NachmitÄs fiel ein 12 Jahre alteAnabc %%%%% �... cm L w»t t__»*«&+«>•*>11« t*« frt fpäter....... �_ Kufe besorgen wollte, plötzlich vom Schlag bettoffen und ver« Sf."Ä'Ä ein Schutzmann zur Schlichtung eineS Streites in daS Randel- sche Tanzlokal, Jnvalidenstr. 1, gerufen und dort thätlich ange- griffen, wobei ihm ein Grenadier vom 2. Garde-Regiment zu Hilfe eilte. Letzterer mußte ebenfalls sein Seitengewehr ziehen und verletzte dann dm Arbeiter ÄillmannS durch einm Säbel- hieb an der Stirn, so daß dieser auf der Wache deS 46. Polizei-Reviers durch einen Arzt verbunden werden mußte. Soziales«ud Arbeiterbewegung. Der Verband der Möbelpolirer erläßt folgenden Auf. ruf: Möbelpolirer! Die Arbeitseinstellung der Polirer in der Genossmfchaft„Selbsthilfe" ist beendet und zwar zu unseren Gunsten. Der Sachverhalt ist in Kürze fo'gender. In der ersten Versammlung des Verbands der Möbelpolirer Berlins und Umgegend am 9. d. M. kam zur Epracbe, daß die Leiter der Genossenschaft„Selbsthilfe", Fmchtstr. 65, dem dortigen Unternehmer der Polirerarbeit einen zehnprozentigen Abzug gemacht haben und dieserhalb derselbe nicht mehr im Stande ist, den in unserem Beruf üblichen Lohn von 22,50 M. zu zahlm. Der Untemehmer erklärte seinm Gehllfen am 4. d. M., nur noch 20 M. Lohn geben zu können- dieselben arbeiteten bis zum 9. d. M. für diesen Lohn und fragten nun die Ver« sammlur.g, wie fie sich zu verhalten hätten. Nach kurzer Tis« kusfivn wurde ein Antrag mit Zustimmung der in der Ge- nossmschast beschäftigten Polirer angmommen, die Sperre über die Gmossenschaft„Selbsthilfe" zu verhängm, bis dieselbe den altm PreiS wieder zahle. Die Ausführung des Antrages ist bekannt. Am Montag und Dienstag gingen zwei Mitglieder deS Vorstandes respektive der Kommtsfion deS Verbandes nach der Genossenschast, um zu veisuchm, die Sache auszugleichen, jedoch kam man noch nicht zu einem festen Resultat; am Mittwoch aber nahm man die 10 pCt. Abzug zurück und die Ge« Hilfen tratm wieder zu dem asten Lohn von 22,50 M. in Arbeit. DieS ist in Kürze der Bericht. Hier, Kollegen, sehen wir wieder, was eS ausmacht, wmn die Ardeiter organifirt find. Man glaubte, dort die Organisation der Tischler sei zerrissen; man wollte erst mit den Möbelpolirern einen An- fang machen und dann wären die Tischler herangekommen, und so würde dann die endlose Kette der Lohnredunionen gar kein Ende erreicht haben. Wem nun noch nicht klar ist, daß jeder Beruf fest organisttt sein muß, dem wird eS nie klar werden, es sei denn, er käme in die Lage, wie die Polirer der Genossenschaft„Seldsthllfe". Der Verband der Möbelpolirer hat fich schon bei seiner ersten Versammlung am 9. d. M. bewährt und wird es auch femer thun, darum muß fich auch jeder Möbelpolirer dem Verbände anschließen. Ein Branchenunter» schied existirt in demselbm nicht. Die ausführliche Bericht« erstattung über diese Arbeitseinstellung findet in der nächsten Verbandsversammluna am 26. Januar, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Vettin, Brunnenstraße 34, statt, wo gleich« zeitig die Etatutendücher verausgabt werden. Erscheine jeder Möbelpolirer zu dieser Versammlung und lasse fich als Mit- alied aufnehmen. In dieser Versammlung wird es Jedem klar werden, wie nothwendig die Vereinigung aller Möbel- polirer ist. I« Leipzig droht ein neuer Streik. Die Feilenhauer- gesellen haben einen neuen Tarif beschlossen, nach welchem die gegenwärtige 12 stündige Arbeitszeit auf eine 10 stündige her- abgesetzt und eine Erhöhung deS Lohnes um 20 pCt. verlangt wird. Die gegenwärtigen Lohnverhältnisse bei den Feilen- hauem find auch völlig ungenügend, da bei aufreibender Ar- beit nur ein Mittelverdienst von 14—15 Mark pro Woche er« ziest wird. Im Harze find die Erwerbsverhältniffe recht traurige. Der durchschnittliche Tagelohn eineS erwachsenen männlichen Landarbeiters beträgt eine Mark, der eineS EisenbahnarbelterS bei 12stündiger schweren Arbeit 1 M. 90 Pf. und dcr eines FormerS in den fiskalischen Eisenwerken 1 M. 50 Pf. bis 1 M. 80 Pf. Die Handschvhmacher ia Weimar virlangen eine Lohnerhöhung von 12—15 pCt. Wenn die Fabrikanten nicht auf diese Fordemng eingehen, so soll unverzüglich die Arbeit eingestellt werden. Die Roth in Wien ist gegenwärtig besonders groß. Täg- lich ziehen hunderte von Ardeitem vor daS Rathhaus und verlangen Arbeit. BiS jetzt wurden viele Arbeiier mit Schnee- slbaufeln beschäftigt. WaS nun aber werden soll, weiß man nicht. Die Gesibäfte gehen schleckt, daS Baugewerbe liezt im Winter brach, Arbeit ist in der That nicht vorhanden— der Hunger und die Kätte haben dagegen Einzug gehalten in die leichtlebige Hauptstadt an der blauen Donau. AuS Philadelphia wird gemeldet, daß die ThomsonS'schen Stahlwerke in Psttsburg in Folge eines Streiks der Feuer- arbciter geschlossen worden find; 3000 Arbeiter find dadurch beschäftigungslos geworden. Et« großer Ziaarreuarbeiterstreik ist inTemeSvar ausgedrochm.G.'gen3000Zigarrenarbeiter und Wickelmacherinnen haben die Arbeit eingestellt. Die Anhänger unserer überseeischen Kolontalpolitik suchen die wirthschastliche Bedeutung derselben mit dem Hin- blick auf die Geschäfte, welche England mit seinen Kolonien jährlich abschließt, zu beweisen. Das ist geradezu naiv. In- dien, Kanada und da» Kapland zu vergleichen mit Angra Peouena und Kamerun! Wenn dann mitgethcilt wird, daß Indien in einem Jahre für 2'/, Millionen Pfund Sterling Eisen aui England beziehe, und man- daran die Bemerkung knüpft, daß„angefichts solcher Erfahrungschatsachen die Oppo« fition nur Hohn, Spott und Mißachtung kür die Jnaugurirung einer felbstständigen Kolonialpolitik des Reiches habe," so ist daS mehr als naiv, so ist das lächerlich. Haben denn die Ko« lonialschwärmer keine Augen zu sehen, keine Ohren zu hören? Die in den Schutz Deutschlands genommenen Fieberkolonien werden niemals den deutschen Export auch nur in geringem Maße haben. Solche Vergleiche mit den alttn Kolonisationi« ländern habm nicht den geringsten Werth und da die Deut« schen nun einmal bei der Theilung der Welt zu spät gekommen find, sollten fie fich bescheiden und ihre ganze Kraft auf die Kolonisation im Jnvem werfen, das heißt, aus die Hebung der wirthschaftlichen Verhältnisse durch gesunde Eozialreformen. Die fremdgeborene« Einwohner in Nordamerika betragen 20.09 pCt. der Bevölkerung und verthellen stch auf die verschiedenm ErwrrbSzweige folgmd ermaßen: im Ackerbau: 89,20 pEt. Eingeborene und 10,80 pCt. Frcmdgeborene, in den Handwerken und persönlichen Dimstlelstungm 75,52 pCt. Elngetorene und 24,48 pCt. Fremdgeborme. im Handel und Transpott 74,67 pCt. Eingeborene und 25,33 pCt. Fremd- geborene, in Manufavur, mechanischm Gewerben und Berg- werken 68,05 pEt. Eingeborene und 31,95 pCt. Fremdgeborme. Hiemach find die Etngewandettm im Handwerk und in den persönlichen Diensten, in dem Verkehrs« und dem Fabnks- betneb zwei« bis dreimal so stark vettreten alS in der Land« wirthschast. DaS ist an fich nicht anders zu erwarten, da die Einwanderer der Mehrzahl nach ohne Kapital find; diese Thatsache wird fich eher steigern, nachdem daS Freiland bald vollends okkupitt sein und wenn mit der Grundrmte der BodenankaufSwetth fich steigem wird.— Die folgenden Ueberfichien zeigen, daß die Einwanderer auS Deutschland hauptsächlich angehörm: der Bäckerei(65 Prozent der fremd- geborenen Bäcker find Deutsche), dem Schreinerhandwerk (63 Prozent), dem Fleischergewerbe(62 Prozent), dem Schmiede« Handwerk, dem Küferhandwerk u. s. w. Weiter ergiebt fich, daß die in Deutschland aeborenm Einwanderer gewerblichen Berufes außer Maryland(Baltimore) und Texas mit besonderer Vorliebe die Nordmittelstaaten im oberen Mtsfisfippibecken auf« suckm, wie daS auch die bäuerlichen Einwanderer aus Deutsch« lar.d mit Vorliebe rhu». Andere Nationalitäten verhalten fich hierin anders; auf 5 deutsche Fleischer kommt ein irisbe� 12 deutsche Tischler 1 irischer, auf 14 deutsche Zizluren-e 1 ittscher, dagegen auf 1 deutschen Baumwollen-Jnvustrieaw 10 irische. Die Iren find daher auch weit stärker in der? mglandstaaten hangen geblieben. Mit Vorliebe wender die Deutschen nach ven Städten Baltimore, Buffalo, Gec» Louisoille, Äilwaulee, St. Louis, Ch ergo hin. Uereine und Nersammwnge» Fachverein der Tischler. Dienstag, den 19. ss® Abends 8Vi Uhr, Generalversammlung, Neue Griinp Tagesordnung: 1. Kassenbericht pro vierte« Quartal v 2. Bericht des Bibliothekars, de» SchnstführerS, der% mächtigren und Arbeitsoermittler. 3. Angelegenheit Linde« Schmidt. 4. Antrag der Arbeitsoermittler. 5. Erfotznw, Vorstandes, der Ärbeitsvermittlungskommisston, des- gnügungs-KomiteeS und der Fachkommisfion. 6. Antrag> i. Verschiedenes. Quittungsduch legitimiit. Neue MV werden aufgenommen. 1 Fachverein der Putzer. Mittwoch, den 20. 3' AbendS 8V» Uhr, Mitglieder-Versammlung in Sa Salon, Jnselstr. 10. Tagesordnung: Vottrag des> Dr. S t a h n über„Die Unvollkommenheitin der EW der Menschen. 2. Vereinsangelegenheiten. � BezirkSverei« deS werkthätigen Volkes der ff hauser Vorstadt. Dimstag, den 19. d. MS» Adeim Uhr, Versammlung Prenzlauer Allee 195, Ecke DanzrgA Tagrsordnung: 1. Vottrag deS Herrn Michelsen. schieveneS. 3. Fragelastm. Gäste willkommen. Neutt glieder werden aufgenommen._. Arbeiter. BeairlSverein für de» Osten S«Z Dienstag, den 19. Januar, Abends 8'/, Uhr, Generali)«IJ luna in Keller's Lokal. AndreaSstraße 21. Tagesord» 1. Kassenbericht. 2. Be-icht über die Thätigkest deS VertJ verflossenen Jahre. 3. Wahl des gesammten Vorstands Verschiedenes. 5. Fragekastcn. Nur Mitglieder haben A Neue Mitglieder werden aufgmommen.— Die Mitglied» für daS Jahr 1886 können in Empfang genommen wirJJ Billets zu PräuschettS Museum, welche zum Eintritt i» halben Kaffenpreri berechtigen, find in der Versammlm Kasfietttsch zu baden.* Louiseustädtischer BezirkSverei«„vorwärts".« Dienstag, den 19. d. M. Abends 3'/, Uhr. Generalve« lung bei Marquardt, Älexandrinenstr. 110. TageS Or°° 1. Jahresbericht. 2. Neuwahl deS Vorstandes und der soren. 3. Verschiedenes und Fragekasten.— Gaste, weis als Mitglieder aufnehmen lassen, haben Zutritt. Dresden, 14. Januar. Gestern Abend fand ss „Zenttalhalle" eine von mindestens 1500 Personen M Versammlung statt. Auf der Tagesordnung stand der Ko4 freien Hilf» lassen gegen die Dresdner OrtSttankenkasse>ss Referent fungitte der sozialdemokratische Reichstags�.» Max Käufer. Redner fand es vom Rechtsstandpunkte* fachen Manne» resp. Arbeiters bedauerlich, daß in$ zwei Gerichte auf dem von den freien HilfSkaffen ben> Klageweg gegen die OttSttanlenkasse total verschikdrnll nung seien. Den« während daS Amtsgettcht ein weiteS PrüstingSrecht der ÄuffichtSbehörde— im vorlüi Falle dem Dresdner Stadtrath— gegen die frühere Prüfung der HilfSkaffen und Gcnehmignng seitens der Verwaltungsbehörde zuerkannte und damit die bei Hilfskaffenmitglieder zur OrtSlrankmkaffe delogitt wil hielt das königl. Landgericht die Fordemng der Dt' lasse für unbegründet und fand die frühere Genehm Statuten seitens der oberen Verwaltungsbehö-de Senats zu Hamburg— als bindend. Es sei diese eine Mahnung, in Zukunft die Gesetze noch gründli ÄÄ' Ä-Öfetİu'K Fall die Arbeiter für die Kosten aufzukommen Schließlich gelangte eine Resolution deS Inhalts, den tag zu ersuchen, die entsprechenden Bestimmungen des verfichemngsgesetzes mit in daS Krankenkassengesetz M' resp. für Errichtung einer Zentralstelle al» Schied» Streitigkeiten zwischen den freien Hilfskassen und CXW' lassen zu petiren, zur Annahme. Kleine MittheUrntge«. Wien, 15. Januar. Die Ansammlungen vor dens hause. Heute Mittags findet beim Oberbürgermeist". eine Konferenz statt, zu welcher der MagistratSdirettck, mann, der Straßenreferent Rath Tachau. der Artrf, Rath Peyfuß, Baudirektor Berger eingeladen stnd. 3": Konferenz ist, die Maßregeln zu deratben, die a werden sollen, um beschästtgungslosen Wiener Arb den Fall, daß bei der Straßenreinigung keine Vev für selbe mehr gesunden«erde, Arbett oder zeitweilig stützung zu bieten. Hoffentlich wird diese humane- auch die Vocortegemeinden veranlassen, in ähnlicher Ihrer bedürftigen Gemrindeangehöttgen anzunehmen selben wenigstens für einige Tage Arbeit zu gebe»-, Morgens um halb 8 Uhr meldeten fich ttotz der Ist folgten Abmahnung zirka 150 Arbeiter im Rathb Beschäftigung bei der Sttaßenreinigung. Da vom Bezirke 50 und vom sechsten Bezirke 80 Arbeiter wurden, konnten fast sämmtliche Leute sofott Lew finden. 2 Würzburg, 12. Januar. Vom Militärbezw- wurden heut drei Sanitätssoldaten zu acht, sechs w' Monaten Gefängnißstrafe wegen erschwetter Körper««? und Mißbrauch« der Waffe veruttheitt. Es war die?* daß am Kaisers-Gebuttslag 1885 AbendS auf dem F von Höchberg verschiedene schwer angttmnkene SaM-?, Exzesse verübt hatten. EineS ihrer Opfer war ein ha� seinem Ojähttgen Knaben deS Wege« kommender hicfig� machermeister Memel geworden, der Hiebe über% Arm bekam; ein andere» war der hiestge Schirmfabw? der eine ernstliche K pfwunde erhrelt. in den Gra«� oder geworfen wurde und dabei den Fuß brach, wora« heute laborirt. Eine Zivil EnsschädigungSforderung 1000 Mark wurde auf den ZivilrechtSweg verwiesen- Brüssel, 11 Januar. Eine große Neuerung. Gebiete de» weiblichen UnterttchtSwesens, über deist? mistrung in der letzten Zeit wiederholt und mit 9%! geführt worden find, ist durch einen Beschluß uflstjj) munalrathS herbeigeführt word n. Es soll nämlich als obligatorischer Unterrichtsgegenstand für MädMss J Kommunalschulen eingeführt werdm. Ein theoretisch�� praktischer Kursus find in AuSficht genommm: besol>! wicht soll auf genaue Erörterung und Darlegung"„V Kr. i die zog, das vor mes den Aui 77 des EinkausmS" gelegt werdm. Auch die Kenntnis wettheS der zur Zudereüung der Speisen erfordert A duste, wie der verschiedenen Fleischsotten wird eiirenj� stand bilden; deSg führung für Mm" richt wird"■' tirufK-vtiitii tjitiiigiuucn iöuü (»ginchen soll auch die häusliche , rkt und Küche" gelehrt werdm. . gleichzeitig für die höheren Mädchens« führt; für die Zöglmge derselbm ist die Küche im?, Lehrettnnenseminar zu praktischen Hebungen hergerA-) und S wird daselbst auch die sog.„feine Kü« werden. Elfe« 0. b. Ruhr, 14. Januar, Die Verantwortlicher Revattev,«. Tr««tztt« t»«alt«,»ruck und Verlag von Utax BnStng in Betttn 8W,«euttzstraße 2 fälische Zeitung" meldet, daß auf der bei Langendreer gestern früh eine Exploston schlalrki1 stattgefunden habe und dadurch vier Bergleute ge schwer und zwei leicht verwundet worden seien. ifltSS Girc* Beilage zum Berliner Volksblatt. Kr. 15. Dienstag, de« 19. Ia««ar 1886. III. Iatzrg» Rom« Post nicht bei lon- Parlameutsberichte. Deutscher Reichstag. 27. Sitzung vom 18. Januar, 1 Uhr. Am Tisch des BundesracheS v. Stephan und «iffarien. Zur zweiten Berathung steht heute der Etat der. Soft« und Telegraphenverwaltung.(Refereut bg. Bürllin.)_._ Zu Kap. 3 der Ausgaben, Titel 1 Gehalt des Staatssekretärs 24 000 M!., verlangt dai Wort Abg. G a m p(kons.) Die mißverständliche Auffassung, welche meine Bemerkungen zum Postetat in der ersten Lesung sowohl in diesem Hause, von Seiten des Herrn Staatssekretärs, wie auch außerhalb deffelben in der Pnffe gefunden haben, nöthigen wich, den prinzipiellen Standpunkt meiner Freunde darzulegen. Ich hätte allerdings erwartet, daß eine Partei, die in der sorgsamen Pflege und Förderung aller Berkrhrsintereffen ihre besondere Ausgabe erblickt, und alle Bestrebungen, den Verkehr auf allen Gebieten zu heben, gern und energisch unterstützt hat und unterstützt, vor dem Vorwurf, berechtigte VerkehrSinteressen zu schädigen, unbedingt sicher gestellt sein sollte, und wenn der Herr Staatssekretär nur einen geringen Theil des Wohlwollens, das er für feine Vorlagen von uns wünscht und bis jetzt stets gefunden hat und finden wird, uns entgegengebracht hätte, so würde eine solche mißverständliche Auffassung nicht haben Platz greifen dürfen. Ebenso hätte es seiner Ver- wahrung gegen die Verkennuna der Leistungen der nrcht bedurft. Kann ich diese Leistungen auch mrt so deredten Worten schildem, wie er es v« ersten Lesung gethan hat, so kann ich doch ' vaß in der Anerkennung der hervorragenden Leistungen unserer Postvawaltung und seines großen Antheils an diesen Leistungen meine politischen Freunde(die Reichs- paitei) von keiner Partei übertroffen wird. Aber diese unbe- dingte Anerkennung konnte uns nicht hindern, die wichtige prinzipielle Frage, wie eS mit den finanziellen Erträgniffen der Post steht, insbesondere wie ste sich stellen, wenn die Leistungen der Eisenbahnverwaltung in Rechnung gestellt werden, hier zur Erörterung zu bringen. ES ist eine Ermäßigung der Stück- autsendungen für viele Transporte, sowie der Tarife sür Düngerfabrikate angeregt worden. Es kommt ferner in Frage die namentlich von dem landwirthschastlichen Kreisen der öst- lechen Provinzen gewünschte Ermäßigung für Getreidesendungen von Ölten nach dem Westen; eS wi d jetzt gerade an die preu- ßijche Eisenbahnverwaltung die wichtige Frage einer Ermäßigung der Ausnahmetarise für westfälische Kohle, um der englischen Kohle das Absatzgebiet an den Küsten der Nordsee fortzunebmen, herantreten. Meine politischen Freunde wünschten eine eingehende und sorgfältige Prüfung, um ein klares Bild zu bekommen, wie fich der Postetat gestalten würde, wenn diese finanziellen Leistungen der Eisendahnen in Berückstchtigung gezogen wür- den. Ich kann nicht sagen, daß durch die Ausführungen des Herrn Staatssekretärs eine größere Klarheit in diese Verhält- niffe gekommen ist. Der Herr Staatssekretär hat einen e'heb« lichen Ueberschnß der Postverwaltung herauSgerechnet. Er jagt: zu dem Ueberschuß, wie er fich nach Lage dcS Etats auf 23'/, Millionen stellt, treten eigentlich eine ganze Maffe AuS« gaben, die die Post gemacht hätte, Wvhnungsgeldzuschüffe, Be« amtenvermehrung, Gehaltserhöbungen, portofreie Beföidmmg der Reichskorrespondenz, Aufhebung deS Landbriefdestellgeldes. Der Herr Staatssekretär wird mir darin Recht geben müffen, daß, wenn man die finanziellen BetriebSergedntffe einer Ver- waltung einer Beurtheilung unterziehen will, man unmöglich diese nothwendigen und nützlichen Ausgaben gewiffermaßen in ihr Kredit schreiben kann; diese Ausgaben, wie Wohnungs- geldzuschüsse, Gehaltserhöhung, Vermehrung der etatsmäßigen Stellen, Wittwen» und Waisenfürsorge find ja keineswegs der Postverwaltung gegen ihren Willen oktroyrt worden, sondern die Postverwaltung— und wir haben ja bei der Etat- berathung gehört, daß die Postverwaltung bei allen Gehalts- eihöhungen nicht blos den Löwenantheil sür ihre Beamten ge- zogen hat— hat bei der Vertretung dieser Wünsche besonders daS Wort gefühlt. Nach den Bestimmungen deS Bundes« vathW....___ »wischen Rußland und der Provinz Schlefien unterbrochen. Ich richte ferner noch die Bitte an die Reichsoerwaltung, so- wohl bei Errichtung neuer Verkehrianstalten, als auch bei Verlegung destehender Anstalten die kommunalen Vertretungen der betreffenden Landestheile und nicht allein die Postdcamten zu Rathe zu ziehen. Die Postbeamten werden so viel hin- und berversetzt, daß fie nicht immer in der Lage find, die wirklichen Verkehrsmittel ihres RayonS genau zu taxiien. Abg. Meyer(Jena): In Betreff des Beamtenpenfions- gesetzes bitte ich den BundeSrath dringend, doch endlich feine Entscheidung gemäß dem einstimmigen Votum des Hauses zu treffen. Eine Erhöhung des Portos für Drucksachen halte ich für unthunlich, bin im Gegenthcil für eine Ermäßigung deffllben bei Drucksachen bis zum Gewicht von 100 Gramm auf 5 Pfennige, und glaube, daß dadurch nicht nur nicht ein finanzieller Ausfall, sondern im Gegentheil Mehreinnahmen entstehen weiden, da fich der Verkehr in sehr bedeutendem Umfange steigern wird. Auch ich meine ferner, daß die Post- Verwaltung in erster Linie die Interessen des Verkehr und erst in zweiter Linie die finanziellen Interessen berückfichiigen muß; ich kann eS Herrn Stephan nur danken, daß er die Verkehrs« interrffen Deutschlands so ausgezeichnet gefördert hat; Deutsch- land kann auf daS, was er für den deutschen und für den internationalen Berkehr geleistet hat, mit Recht stolz sein. (Beifall.) Abg. L i n g e n s(Zentrum): Wir werden der Postver« waltung unsere Anerkennung für ihre großartigen Leistungen nicht versagen. Dcch dürfen um der materiellen die höheren, ethischen Interessen nicht vergessen werden. Aus diesem Grunde bin ich schon vor Jahren für die Sonntagsruhe der Post- beamten eingetreten, und ich anerkenne, daß weder dieses HauS noch daS Publikum eS an Sympathien für dieses Vorgehen hat fehlen lassen. Auch die Postverwallung hat fich entgegenkommend gezeigt. Es fragt fich nur, ob da»,. was geschehen ist, genügt, und da de- dauere ich, mich mit der geleisteten Adschlagszahl mg nicht ein- verstanden' erklären zu können. In dieser Beziehung hat fich sogar die ReichSeisenbahnverwaltung viel mehr geneigt gezeigt, auf unsere Wünsche einzugehen, indem fie die Summe von 300 000 M. in den Etat einstellte, um für die Weichensteller u. s. w. eine genügende Sonntagsruhe zu ermöglichen. Ist das für die Eisenbahnoerwaltung möglich, so ist die Weigerung der Postverwaltrmg, auf unsere Vorschläge einzugehen, unver- ständlich. In weilen K: eisen ist daS Bedürfniß nach Sonntags« ruhe vorhanden. Ich habe mich gefreut, daß die evangelische Gcneralsy ode so energisch vorgegangen ist, wie dos geschehen ist. Wenn die„Nordd. Allgem. Ztg." und der Reichskanzler dagegen Einsvruch erhoben haben, so beruht daS auf einer sehr engherzigen Auffassung. Vielleicht ist die Generalsynrde mit ihren Wünschen zu weit gegangen; mir wenigstens würde ei genügen, wenn den Beamten immer der dritte Sonntag frei- gelassen würde. Allerdings dürfte dem freien Sonntag nicht Nachtdienst vorausgegangen sein. Auf eine strengere Sonntagiheiligung ist um so mehr zu halten, als wir wahr« nehmen, daß die fit) liehen Ideen überall im Niedergang be- griffen find. An GotteS Segen ist AlleS gelegen! Es ge» schieht zum Wohle des Vaterlandes, wenn wir auch den Be« amten die Sonntagsruhe sichern; aus diesem Grunde haben wir Ihnen die Resolution vorgeschlagen: die verbündeten Re- gieiunge« zu ersuchen, zu veranlassen, fottzuschieiten mit wirk« samen Anordnungen, damit den Post- und Telegraphenbeamten Sonntagsruhe und Sonntagsfeier ermöglicht bleibe. Abg. Schräder: Der Abg. Lingens hat in Bezug auf die Sonntaairuhe der Postbeamten seine Wünscht bedeut.nd ermäßigt. Zu dem, was er heut« vorschlägt, bedarf eS einer Resolution nicht; daS will die Postverwaltung, und daS wollen auch wir, daß den Beamten dieser Verwaltung die SonntagS- ruhe, soweit eS anaänglich ist, gefichert werde. Wir haben deehald kein Bedenken, der Resolution zuzustimmen. Die Heuligen Auslassungen dei Abg. Gamp hatten mehr einen deko- rativen Zweck. Die StaatSeisenbahnen tiefem längst nicht mehr die glänzenden Resultate. Es ist noch schlimmer geworden, alS ich gedacht, weil«S nicht möglich ist, daß die Zentraileitung der StaatSbahnen fich mit der Leichtigkeit den Wünschen der In- dustrie in Bezug auf Tariferleichterungen anbequemt, wie eö den Privatbahnen möglich gewesen ist. Auch zeigt fich Minister Maybach nicht geneigt, den Wünschen aus den industriellen und agrarischen K eisen ohne weilereS Rechnung zu tragen. Jetzt soll ihm daS Eingehen erleichtert werden auf Kostm deS Reichs. Herr Gamp will nickt, daß die Post Drucksachen unter dem Selbstkostenpreise b.föedert, ober er will, daß die Bahnen Güter so billig befördem zu Gunsten der Industrie. Von sehr autoritativer Stelle ist jetzt ausgesprochen worden, daß die Nothlage der Jndust'ie fich erkläre aus der Ueberproduktion, und nicht ohne Verschulden der Industrie entstanden sei, und daß als Mütel»ur Beseitigung de» NolhstandeS fich die Er- Mäßigung der Produttion empfehle. Jetzt wünscht die In- dustne Hill« auf dem Wege der Eilenbahn'arispolitik. Von hier auS soll ein Druck auf die preußischen Etaateeisenbahnen ausgeübt werden. Auf diesem Wege können wir Herrn Gamp mcht folgen. Abg. Gamp: Ich habe persönlich nur eine Anregung geben wollen und auf g-wisse destehendr Unbilligkeiten auf. merlsam gemacht. Ick habe diesen Zweck erreicht und bin auch in. mernen Ansichten durch die Borredner nicht irre geworden. Wenn gesagt wurde, der bisherige Zustand eristire schon seit 40 Jahren, so meine ich dagegen, wenn eine Aenderung noth- wend.g rft, vaß da» Gute nie zu spät kommt. Herr Rickert hat in der Budgetkomnmfion selbst anerkannt, daß. wenn die Promfionen dre die Zeitungen sür ihre Beförderung zahlen. die Selbstkosten mcht decken, eme Erhöhung nöthig sei. Ich habe ausdrücklich den Vorfitzendm der Kommisfion g-b-ten, diese Worte rns Protokoll aufzunehmen, um den Abg. Rickert darauf festzunageln. _ Ab?. R i ck e rt sdeutschfreis): Wenn Herr Gamp etwa mich alS Autorität für seine verunglückten Angriffe anführen will, so int er doch. Herr Stephan hat ihn ja schon in der Kommisfion ack abauräum geführt, indem er zeigte, daß durch die Zeitungiprovifion nicht nur die Selbstkosten der Post ge« deckt werden, sondern noch ein bedeutender Uederschuß fich er- %%&%%%: die Resolution LingenS�wftd° in�dritftr�w�g�dgestimmt WNoM. Bei Ttt. 20 und 21 der Ausgaben(Post, und Telegraphen« amttr) o Zu de» iang wird d tängt mit der lung kommen meist Voreingenommenheit und manchmal sogar falsche�s�in. Ba skandinavischer kommen, um i auch gleich na in Kopenhage wahrsch inlieh Bang soll fo( Sem sachen zu Grunde liegen. Die Trtel werden bewilligt. Zu Tit. 32(Postpcaktikanten und nicht festangestellt« und Telegraphen ajfistenten) 3 800000 M. befürwortet. Abg. Möller(dtsch.-frtis.) eine Resolution dahin verbündeten Regierungen zu empfehlen, den in der Rei» und Telegraphen-Bcrwaltung diätarisch beschäftigten weik, Beamten nach mehrjährigem tadellosen Dienste die feind gelangte I. erfolgte 1 aack im letzt« »dehnte und >r Vertheidig, Beamten. Ab. dern ste. lichen Beamten__. WH Leistungsfähigkeit unseres weiblichen Geschlechts dock derbares Zeugniß, wenn ihnen in einem derartige»» zweige ein so schlechtes Urtheil gegeben wird. Von einer Behörde, hinstchtlich der Penfionirung abhän. ist übrigens ein ganz anderes Ding, als fich aus stützen zu können. Ich habe meinerseits niemals daß diesen Beamtinnen beim Eintritt höhere Verss gemacht worden seien; fie haben fich allerdings d lassen, für den Verdienst von 2 M. pro Tag der ihre Dienste zu widmen, und find dann allmälig auf Jahreseinkommen gestiegen. Ich kann daS nach mehrjähriger Dienstzeit nicht für eine ausreichende ballen. UedrigmS find zahlreichen Gehilfinnen ihre Nebeneinnahmen an Tantiemen und Vergütungen f arbeit einfach wieder entzogen worden, so daß fich, kommenveihältniffe direkt verschlechtert haben. Direktor im Reichsamt Dr. Fischer entgeg Erfahrungen in anderen Ländern daS gleich'allS fahrung gewonnene Urtheil der ReichSpostoerwaltuB alteriren geeignet feien. Abg. Kayser(Sozialdem.): Wir find der. die ganze Strömung der Zeit darauf hinausgeht, du arbeit einzuschränken, und wünschten nur, daß auch JJ Vei waltungen dem Be. spiel der Postverwaltung b kämen, damit wir zum Beispiel nicht mehr Frauen steller beschäftigt sehen. Trotz dieser grundsätzlichen stimmen wir für den Antrag Möller, weil die wenn fie einmal Frauen anstellt, auch den berechtil derselben auf gleiche Bezahlung mit d.n Männer e Wir kennen die Ausrede, daß Frauen weniger st. allen Fabrikanten und Arbeitgebern, namentlich aus industric, zur Genüge. Wir stehen überhaupt auf � punkte, daß jeder Beamte, ob hoch oder niedrig, f" Militärdienst übernommen oder nicht, mit festem nach einer bestimmten Zeit angestellt werden sollte- gierung speicht immer von dem Wohlwollen, mtt S(ß. Beamten entgegentritt, wenn diese stch an fie wir haben diesem Wohlwollen immer mtt gegenübergestanden, und die heutige Beme Herrn von Stephan über diejenigen Beamte«» stch mit Eingaben an Abgeordnete wenve»� mir, daß die Beamten bei dem bloßen Wohlwollen� sten Instanz k-ineSwegS am besten aufgehoben t*_...______ die Resolution würden wir wenigstens vorweg da»-Zsiner Gesammts mißbilligen, daß man allein darum Frauen anstellt- Ehrverlust. Thett der Beamten überhaupt schlechter zu stellen, j Tit. 32 wird genehmigt; die Resolution wird � dritten Lesung zur Abstimmung gestellt werden.- Bei Titel 56(Miethe für auf Grund trägen für die Postverwaltung neu*»., P o st g e b S u d e) werft Abg. Haarmann « J!hill!ps e fich en Artikel! rr Ueberzeug igung darin »enden, weil Bewußtsein 1 IZuni heutigen geklagten die 9 ann über Aer nd Redatteur Krankheit am " en erfleren r amtirende« ung der Ankl« u wollen. Die >olten Antrag egen der berc dem der jetzt aS Beweisthei lich erachtete. . Der sehr tellung dei h in sechs| ort zuzucignl legister und B iandgerichts I, «stellt ward, ei in Folge sei, then war. T ildernde Umst ... Sentml. )ottchet. M mgliederversa! kirchm errichtet ist, nach dem Urtheil von Bergtechnü ficher sei. Direktor im ReichSpostamt Fischer erwies Postverwallung daS Bauterrain von Sachvcrsta untersuchen lassen, und daß von diesen Bedenken fmertsam gen hr. Bereit beiter. In t Gratweil ta der R« Ei folgen die einmaligen Ausgaben- 1—23 werden ohne weitere Debatte bewillegi. Davon die ersten 16 Tttel nur zweite und fernere Raten in früheren Jahren bewilligte Bauten. Neu«*; die ersten Raten für Küstrin, Stettin. Celle,»'"l nach, Wiimar und Stralsund., .. Gegen 5 Uhr beantragt Atg. D i r i ch l e t Vre dre Abstimmung darüber ist zweifelhaft und tnuB. lung entschieden, verden, welche die Anwesenheit Mitgliedern ergiebt; das Haus ist also nicht des»' der Schluß der Sitzung nothwendig.---- Nächste Sitzung Dienstag I Uhr(Etat.% mit der Dommtkanischen Republik und Geseventto«" Rechtspflege in den deutschen Schutzgebieten). ItzungSfonds, »ögen 1828,03 »6,05, die . ichte, welch, folgende»: T , Königsberg itzt, die Mau, ' Mark, die rbrik mit 8 .fit 48 Mm 17 Mitgliedern 17 Prozeffen fir »entschieden. tglieder, der Lokale». «rbeiter.Jubiläum. Am 9. Januar fei-*,,, Fnedlich Trouill in der Werkstatt des Zirnf S Wasseftho#. 42, sein 25. jährigeS«rbettSjuRW Arbeitsplatz hatten fleißige Hände schon den einer finnigen Inschrift und Guirlanden ges»«* '••»v vv* nterftützt. 21 auf 62! ÄS >6»dltail «boliSjfl biett einer seiner Kollegen eine zu Herzen gehende Ansprache. n seit 18 Darauf überreichten thm seine Kollegen einen w�rthvollen intlich e Etammseidel. Der Prinzipal, Zimmermeistcr Wolff, erfreute dcre Zehr in einer Unterredung mit dem Berichterstatter eines fran- fischen Blattes, daß sie gleich nach dem Verlaffen des Eisen- »hnzugeS nach dem Ministerium des Innern gebracht worden ei, wo man ihr daS Ausweisungsvekret zustellte. Auch be- eitet fie, daß man sie ihren Mann im Gefängniß hat sehen md sprechen laffen. f. Ueber das Verbleiben der Dtenstmagd Pachand Blumberg, welche von einem Unbekannten angeblich als agd für ein� Gut Neu-tzolland bei Bettin gemrethet sein oerdefsertfoll, ist dem Vernehmen nach noch nichts Genaueres ermittelt häufige» �worden. BiS gestern waren die� Recherchen der Kttminal- Winten ie, den daß beiges Pen aphistb i allen in anbei lizei ftuchtloS geblieben. DaS Mädchen hat auch noch nicht, otzdem fie das bei der Abieise noch besonders versprach, an ik hiefigen Bekannten geschrieben. Wenn eS auch kaum denk« it ist, daß eine erwachsene Person fich so ohne weiteres von erlin aus entführm laffen sollte von einem Unbekannten, so legt doch die Annahme nahe, daß fie einem Schwindler in ie Hände gefallen ist, der fie unter falschen Vorspiegelungen ielleicht ins Ausland verschleppt hat, um fie dort m einem ......., nrüchiaen Hause unterzubringen. Es haben in dieser myste- nigen delstiösen Angelegenheit bereits sehr lebhafte Erhebungen stattge- Slntelligskunden, die bei der Tüchtigkeit unserer Kriminalpolizei hoffent- ts doch kch bald zum Ziele führen werden. IS Gerichts- Zeitung. & nitTi Der Prozeß gegen den Redakteur de»„VolkSzeitnng" •Lei zckHermann Holdheim wegen Beleidigung des Reichskanzlers m�e«k Misten Bismarck stand gestem wiederum zur Verhandlung an ÄÄ«nb gelangte wiederum zur Vertagung. Am 30. Dezember *, I- erfolgte die Aufhebung des Termins, weil Staatsanwalt r„itf?aack im letzten Moment die Anklage auf§ 186 Str.-G.-B. « ausdehnte und der Vertheidiger Rechtsanwalt Caffel erstatte, � � eirtor m mgen ß stch, r Vertheidigung auf diesen rechtlichen ,i..r»urzen Frist zu bedürfen. Ein Antrag i "•■Dr. Phillips als Zeugen darüber zu agte fich mit ihm über en Attikels >geg' allS_, »altuflj1 der rg b uen lichcn die ichth Ä m.(k mtt veme eamte»' wende»' %stk Ben., 4 Gefichtspunkt einer aber, den Redasteur zu laden, daß der An- den Inhalt deS inkrimi« eingehend besprochen und daß Beide r Ueberzeugung gelangt waren, daß eine Belei- igtmg darin nicht enthalten sei, war abgelehnt orden, weil der Gerichtshof von dem strafwürdigen ewußtsein deS Angeklagten bereits über-eugt sei. Zum heutigen Termin waren vom Vertheidiger des An- geklagten die Reichstags- Abgeordneten Dr. Grrve und Lenz- ann über Aeußerungen deS Fürsten Bismarck im Reichstage nd Redakteur Dr. Phillips geladen. Letzterer war wegen lrankheit am Erscheinen verhindert. Auf daS Zeugniß der liden ersteren Zeugen verzichtete der Vertheidiger, nachdem er amtirende Staatsanwalt Heinemann erklätt, die Ausdeh« ung der Anklage auf§ 186 Etr.-G-B. nicht aufrecht halten iu wollen. Die abermalige Vertagung erfolgte auf den wieder« >olten Antrag deS Rechtsanwalts Caffel, den Dr. Phillips egen der bereits angegebenen Thatsache als Zeuge zu laden, dem der jetzige Gerichtshof im Gegensatz zu dem früheren aS Beweisthema zur Exkulpation des Angeklagten für erheb« lich erachtete. Der sehr jugendliche Postgehilfe Seidiger hat seine rellung bei Annahme von Postanweisungen dazu benutzt, in sechs Fällen von den vereinnahmten Beträgen 800 ark zuzueignen und zur Verdeckung dieses Defekts die egister und Bücher gefälscht. Vor dem Schwurgericht hiefigen ndgerichts l, vor welches er gestern wegen dieser Verbrechen gestellt ward, entschuldigte er fich mit der großen Roth, in die in Folge seine? geringen Einkommens ron 2 M. täglich ge- then war. Die Geschworenen bewilligten dem Angeklagten iidernde Umstände und der Gerichtshof veruttheilte ihn zu iner Gesammtstrafe von 3 Jahren Gefängniß und 3 Jahren irverlust. wirv-'Nereine mtfc Uersammlungen. i li ö«" fL!-�"�°�5ranken- und Cterbekafle der deutschen euelkMttcher. Mittwoch, den 20. Januar. Abends 8'/. Uhr. d-raul Mtgliederversammlung bei Heise. Lichtenbergerstr 21. TaaeS- däude}■ Vierteljährliche Abrechnung. 2. Wahl eines Be- .-�nollmachtiaten und zweier Stellvertreter zur Arbeiterkammer. !. Verschiedenes. Die Mitglieder werden auf§ 22 des Statuts fmerlsam gemacht. . dr. Verein zur Wahrung der Interessen der Klavier- better. In der Generalversammlung, welche am Eonnabend Gratweil tagte, � wurde zunächst der Kaffenbericht erstattet ' ÜR Einnahm------ M'-- technike' wiedes�! erstS enke» WWW weittl'�? 4 Quartal haben die Einnahmen 616,50 Matt, die AuS. .Saben 924 60 betragen; der Bestand 1550,88 hat fich demnach SM 1242,78 verringert. Inklusive deS Bestandes deS Unter- ��vungsfonds beträgt am 1. Januar d. I. das Vereinsver- 1828.03 Mark. Die Einnahmen im Jahre 1885 haben GßS' die Ausgaben 2224,47 betragen. Dem Jahres' ichte, welchen der Vorfitzende erstattete, entnehmen wir v.Verein hat die streikenden Kollegen Königsberg und in Dresden mit 150 und 100 M. unter- «t. die Mauver und die Drechsler in Berlin mit 100 und t die i � heit besch ♦ Mitgliedern gewahtt hat. hat 163.15 M. gekostet. Von den iw»1'' 17 V»Men find 6 gewonnen. 7 verloren worden, 4 find noch unen schieden. AuS dem UnterstützungSfond« für kranke Vereins- nitglieder, der aus den Ueberschüffen gebildet wird, welche die Sereinsvergnügungen ergeben, find 16 Mitglieder mit 419 M. Merstützt worden. Die Mitgliederzahl deS Vereins ist von auf 623, daS Vereinsvermögen von 1170 auf 1828 Marl 'lert��'Mstn. Durch den Arbeitsnachweis deS Vereins haben ■tt0* ts nÄ. Kollegen, welche Arbeit gesucht, 40 Mitglieder und bild en �"chtmitglieder Arbeit erhalten. In der an den Jahresbericht Abc-I° f fich anschließenden Diskussion wurde der Wunsch ausgesprochen, daß im neuen Jahre für die Vergrößerung deS Vereins energischer agilirt werden möge, als im verflossenen Jahre.— Darauf machte der Vorfitzende Mittheilungen in Betreff der Arrange- ments, welche der Vorstand für einen Maskenball getroffen hat, der in den Sälen der Philharmonie am 6. März stattfinden soll. Nachdem die Versammlung dann ein Unterstützungsgesuch be- willigt hatte, wurde noch beschloffen, daß der Kassenbericht für das verflossene Jahr hettographisch vervielfältigt und jedem Biitgliede ein Exemplar zugestellt werden soll. tb. DnS Arbetter-Wahlkomitee für die Stadtverord- neten- Wahlen hatte dehuss Erstattung deS Rechenschaftsberichts und MandatSniederlegung der Mitglieder des Wahl- komitees am 17. d. M. eine allgemeine Kommunalwähler-Ver- sammlunz nach Keller's GesellschaftshauS, Andreasstraße, ein- berufen und auch an alle Stadtverordneten der Arbeiterpartei Einladungen ergehen lassen. DaS Bureau bildeten die Herren Voigt, Krause und Ballmüller. Herr Voigt erstattete in kurzen Zügen den Rechenschaftsbericht, Herr Schulz den Kaffenbericht. Darnach betrugen die Gelammt> Einnihmen 3108,56 M., die Gesammt-AuSgaben 3108,56 M. Da diese Angaben Namens der drei Revisoren von Herrn Fahrenwald bestätigt wurden, so wurde dem Kasfirer Decharge ertheilt. Als erster Redner in der DiSkusston nahm der Stadtverordnete Singer daS Wort. Er müsse anerkennen, daß daS Wahlkomitee in jeder Beziehung seine Schuldigkeit gethan habe. Wenn auch die Erfolge den Ermattungen nickt entsprochen hätten, so sei dies doch keines- falls Schuld deS Komitees. Dasselbe habe Alles gethan, um die Agitation in die weitesten Kreise zu tragen. Er sei erfreut, daß eS ihm gerade als Ersten vergönnt sei, dem Komitee den Dank für dessen Thätigkeit öffentlich aussprechen zu können. Auch vermöge er einen Mißerfolg der Wahlbewegung durchaus nicht zu erkennen. So sehr er bemüht ge- wesen sei, eine Vermehrung der Arbeiter- Stadtverordneten zu erreichen, so wenig vermöge er auszusprechen, daß in dieser Vermehrung allein der Erfolg liege. 3118 vor drei Jahren die Berliner Genossen den Beschluß faßten, an den Stadtver- ordnetenwahlen theilzunehmen, sei man mit Feuereifer in die Bewegung eingetreten und dieser sei durch die erzielten Erfolge belohnt worden. Diese Erfolge würden nutzdringend für alle Zukunft sein. Der Kampf- die Forderungen der Arbeiteipatt-i zu realifiren, sei in der Stadtverordneten- Versammlung ener- gisch geführt worden. Daß die Wähler mit der Thätigkeit der Stadtverordneten zufrieden seien, beweise die Wiedereroberung zweier Bezirke und der Zuwachs der Stimmenzahl. Allerdings habe auch er größere Erfolge ermattet von der Thätigkeit der Partei bei den letzten Wahlen. Die scheinbaren Mißerfolge seien ein Sporn zu erneuter Thätigkeit, die vorgestreckten Ziele zu erreichen. Wenn man auch vor der Thatsache stehe, daß fich die Zahl der Arbeiter-Etadtverordneten nicht vermehrt habe, so könne man fich doch mit der Thatsache trösten, daß die abgegebenen Stimmen fich bedeutend vermehtt haben. Diese Thatsache werde nicht ohne Einfluß auf die Stimmung in ver Stadtverordneten Versammlung bleiben. Diese leiden- schastslose und kühle Bettachtung der Bewegung sei um so mehr gerechtfettigt, als die Gegner geglaubt hatten, fie würden die Arbeiter gänzlich aus dem Felde schlagen können. Die Ar- beiterpartei sei in der Lage, mit ungeschwächten Kräften ihre Pttn- zipien in der Stadtverordneten- Versammlung vertreten zu können. Aufgabe der Vettreter der Arbeittrvattei werde es sein, Freiheit und Gerechtigkeit auch in der städtischen Verwaltung zu fordern und zu vettyeidigen. Die Thätigkeit der Arbeiter-Stadtverord- neten weide eine ftuchtbare und segensreiche sein aus den Ge- bieten der Steuerreform, des Schulwesens, der GewerbeschiedS gerichte, Sanitätswachen rc. Wenn eS auch erfreulich gewesen wäre, wenn die Arbeitslast auf mehr Schultern, als bisher hätte vertheilt werden können, so dürfe man doch die Hoffnung auf die Zukunft nicht aufgeben. Es sei nickt zu erwatten ge- wesen, daß in so kurzer Zeit bereits große Erfolge zu erzielen seien. Die geschossene Bresche werde aber erweitert, das In- tereffe für kommunale Angelegenheiten immer mehr geweckt werden. Keine Pattet vermöge mit so geringen Geldmitteln so große Anstrengungen zu machen, wie die Arbeitcrpattei,' weil es ihnen an der glühenden Begeisterung fehle, welche der letzteren innewohne. Bei kommenden Wahlen werde die Ar- beiterpartei mit derselben Rührigkeit und Begeisterung wiederum am Platze sein, die gemachten Erfahrungen würden ihr dann zur Seite stehen und auch die äußeren Erfolge dann nicht ausbleiben.(Lebhafter Beifall.) Herr Strackwitz sprach fich Landtagswahlen b-theiltgen müssen. In der Stadtverordneten- Versammlung sei eine Majorität nie zu erreichen. Die Stimmen- zahl habe fich deshalb vermehtt, weil jeder Demokrat verpflichtet sei. zu wählen, sobald ein Kandidat aufgestellt ist. In zwei Jahren seien Reichstaaswahlen und Stadtverordnetenwahlen. Wo solle daS hinaus? Er fei gegen Betheiligung an den Stadtverordnetenwahlen. Herr Ltschke suchte klarzulegen, daß Jeder mitarbeiten müsse und nicht die Hände in den Schoß legen und unthätig zusehen dürfe. Herr Behrendt gab zu be- denken, ob daS Programm der sozialdemokrarischen Partei in der städtischen Verwaltung verwirklicht werden könne. Die Massen würden nur irre geführt und daS Programm durch die Betheiligung am Dreiklassenwahlsystem immer mehr verwässett. Man habe bereits Lust gehabt, fich auch an den Landtags- wählen zu betheiligen, wenn dem nicht entgegengetreten worden wäre. Wo hätte das hinführen sollen? Mit dem Dreiklassen- Wahlsystem sei nichts zu erreichen. Weil dieses d'e öffentliche Volksmeinung fälsche, dürften fich die Arbeiter nicht dazu her- geben, an dieser Fälschung theilzunehmen. Ein Rückschlag würde durch die Wahleniyalturg nicht erfolgen, wobl aber durch die fernere Beiheiligung. Die Arbeiterentlaffungen redeten eine sehr deutliche Sprache. Eine Stählung der Ar- beiterpartei würde nur erfolgen wenn wirklich durchdachte Menschen erzogen würden, nicht aber Stimmvieh. Für die Stadtverordneten- Versammlung lasse fich kein Programm aufstellen, das mit dem politischen Programm der Arbeiterpartei übereinstimme. Stadtverordneter Görcki: Die bisher vorgebrachten Argumente find nicht stichhaltig.(Oho! Sehr wahr!) Wenn wir auch daS allgemeine gleiche, geheime und direlte Wahlrecht anstreben, so ist damit doch nicht gesagt, daß wir dieses einzig und allein alS Waffe gebrauchen müssen. Die öffentliche Meinung wird nur dadurch gefälscht, daß der Arbeiler nicht den Muty hat, zu wählen, wie er will. Wenn wir aber die Arbeiter dahin erziehm, dann treten wir einer Fälschung erfolgreich entgegen. Die Erziehung der Massen für unsere Prinzipien erfordett aber eine öffentliche Agitation.. So- bald wir die politische Agitation nicht benutzen, werden wir nie die Reife und Erkenntniß erzielen, welche für das allge- meine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht erforderlich ist. ES ist falsch, zu sagen, weil wtt nicht Alles erlangen können, wollen wir gar nichts. Schritt für Schritt muß da» Terrain erobett werden und wir haben jetzt eine Posttion errungen, von der aus es uns möglich ist, den arbeitenden Klaffen einige Erleichterungen zu verschaffen. Denn— wo Du nickt bist, Herr vozialrst, da geht eS mit dem Wohle der arbeitenden Klassen immer mehr zurück. Vor einer Verwässerung wird da» Programm dadurch geschützt, daß es zum Mittelpunft üffent- licher Diskusfion gemacht wird. Die Wahlagitation ist eineS der bedeutendsten Machtmittel. Wenn man jetzt wieder aufhören will, hätte man gar nicht erst anfangen sollen. Wir geben uns durchaus keinen Jllufionen hin. Wenn wir unS vor dem Dreillassenwahlsystem fürchten, dann werden wir unsere Gegner nur veranlassen, dasselbe überall einzuführen, denn dann wären fie unS los; wenn wir uns aber immermehr daran betheiligen, dann werden wir in gleichem Maße reaktionäre Bestrebungen vernichten. Eine Verwässe- rung des ProgammS hat nicht stattgefunden, auch find die Arbeiter mächtig genug, um dtcS zu verhüten. DaS System der Faulheit hat noch nie zum Siege geführt. Mit allen Mitteln«unsere Prinzipien zur Durchführung zu bringen suchen, das allein kann segensreich wirken. Herr Neumann: Die Stadtverordnetenwahlen fhaben nur eine Zersplitterung unter den Genoffen in Berlin herbeigeführt.(Lärm.) Wenn das noch einige Jahre so fortgeht, ist Alles vorbei. Wir schaffen unS eine Gegenpartei, die unzufriedene, nicht wähl- berechtigte erste Stcuerstufe. Die Stadver ordnetenwahlen find undemokratisch. Eine Volksmeinung unter einem Ausnähme- setz Herbeizuführen, ist überhaupt unmöglich, eine öffentliche einung unter Polizeiaufficht ist ein Unding. Bei diesen Watten erklätte der überwachende Polizeibeamte die Versamm- lung für aufgelöst. Große öffentliche Arbeiterinnen- Versammlung beute Abend 8 Uyr im Lokale„Wedding-Park", Müllerstr. 178. Männer haben Zutritt. Eine öffentliche Versammlung der Steindruck«» und ithographeu fand am 17. d. M., im Königstädtischen Kasino, olzmaiktstr. 72, unter dem Vorfitz deS SteindruckerS Herrn ichulz, statt. Dieselbe beschäftigte fich mit dem Streik der Arbeiter der Firma Priester u. Eick. Herr Obier erstattete Bericht über den Hergang der Sache, woraus zu ersehen, daß die Kollegen nicht so ohne weiteres die Arbeit niedergelegt, sondern daß die Arbeiter der Firma schon vor einem Viertel- ahr beschloffen hatten, falls die schon allgemein bekannte Fabrik Ordnung angeschlagen würde, die Arbeit niederzulegen. Da nun die Fabrik Ordnung am Mittwoch, den 16. d. M., angeschlagen wurde, so beschlossen die Kollegen(20 Steindrucker, 3 Buchbinder) die Arbeit niederzulegen. 5 Drucker hatten indeß die Arbeit wieder aufgenommen, obwohl fie ihr Ehren» wott gegeben hatten, ebenfalls die Arbeit niederzulegen. Die einzelnen Paragraphen der Fabrilordnung wurden in der Per- sammlung einer heftigen Kritik unterzogen, da, wie fich der Redner äußerte, es der Würde eineS jeden denkenden Arbeiters nicht entspreche, diese Fabrikordnung anzuerkennen. Alle Kollegen hätten die moralische Pflicht, wo immer eine derartige Fabrik- ordnung zum Vorschein käme, die Arbeit niederzulegen. In der Diskusston ergriffen die Herren A. Schulz, Vorfitzender des Fachvereins, Buchbinder Mehnert und andere Redner das Wort. Herr Schulz theilte der Versammlung mit, daß auch der Vorstand des Fachvereins fich schon vor'/« Jahr schlüsfig war, fall? diese Fabrikordnung in Kraft treten sollte, die Arbeit niederzu- legen sei; darauf habe fich eine Kommisfion gebildet, welche fich mit der Firma in Verbindung setzte und von der Firma die Streichung der 4 letzten Paragraphen verlangte. Es wurde derselben erklätt, daß überhaupt nichts gestrichen würde, daß vielmehr noch wettere strengere Bestimmungen in Kraft tretm würden. Erst nach dieser Erklärung sahen fich die Kollegen genöthigt, die Arbeit niederzulegen. Herr Buchbinder Mehnert drückte seine Zusttmmung gegenüber dem Vorgehen der Sttei- kenden au». Die Arbeiter von Priester u. Eick waren nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet, die Arbeit niederzulegen. In diesem Sinne sprachen noch die Herren Herrmann, Hoff- mann, Metzko, Sillier und Andere. Trotz mehrfacher Auffor- derung deS Vorfitzenden meldete fich kein Gegner zum Wott. Alsdann gelangte folgende Resolutton einstimmig zur Annahme: „Die heute tagende Versammlung der Steindrucker und Litho- graphen Berlins hält den bei der Firma Priester u. Eick aus« gebrochenen Streik für vollkommen gerechtfettigt, da die neue Fabrikordnung der Firma die Ehre eines jeden denkenden Ar- beiters verletzt, und beschließt, die Streikenden bis auf den letzten Mann zu unterstützen, damit die Ar- beiter siegreich aus dem Kampfe für ihre gerechte Sache hervorgehen. Ein Antrag. die 3 Buchbinder gleichzeitig mit zu unterstützen, wurde ebenfalls einstimmig an- Senommen. In die Fachkommisston wurden neu gewahtt die »erren Spldtstößer, Lohmann, Richter und Neumann. Die Herren Sitzmann undf Weide find ausgeschieden. Hierauf ergriff noch ein Redner daS Wort, um fich gegen den Streik zu erklären. Derselbe wurde aber von der Versammlung energisch zurecht gewiesen. Am Schluß theilte der Vorsttzende Kränzchen des Fachvereins statt BilletS find beim Vorstand zu haben. Mit einem donnernden Hoch auf den Sieg der ge- rechten Sache wurde die von zirka 600 Personen besuchte Versammlung geschloffen. be. Eine Generalversammlung der Putzer«erlius fand am Sonnabend, den 16. d. M., Nachmittags 4 Uhr, in Gratweils Biei hallen, Kommandantenstr. 77/79, unter Vorsitz des Herin Dietrich st«tt. Der Stadtv. Herr Görcki sprach über die Nothwendigkeit einer gewerkschaftlichen Organisation, die er speziell für die Putzer Berlins durch den Hinweis darauf begründete, daß allen Anzeichen nach in dem bevorstehenden Sommer eme äußerst starke Organisation für das Gewerk werde nothwendig werden. Gegenüber der Tendenz des«api- talS. st" L'gen den Arbeiter zu vereinigen, sei eine feste Koali- tion des Arderteis nothwendig. die fich am dauerhaftesten in den Fachvereinen darbiete.- Im Anschluß hieran wies Herr Dietrich auf die Ursachen hin, durch die am meisten eine ge- werlschaftliche Organisation zerüttelt werde. Er beklagte, daß die E-rungenschaften der vorjährigen Bewegung, trotzdem die Baukonjunktur noch günstiger geworden sei, durch eine Anzahl Kollegen, hauptsächlich inrer- Putzer, wieder gefährdet würden. Statt am Tarif sestzubalten, nehmen fie die Ausführung inneren Putz-s zu 2,25 M. pro Quadratruthe an. Arbeit sei in Menge vorhanden und irotzdem würden die Löhne gedrückt. Die Organisation der Putzer sei stark, aber lange noch nicht stark genug für daS, was fie leisten müsse. Anschluß eineS jeden an die Organisation und strikte Jnnehaltung des Tarifs sei Pflicht und Nothwendigkeit.- Im gleichen Stnne sprachen Vre Herren Kroebel, Schilling und Dehne. Schließlich wurde folg-nde Resolution angenommen: De beute tagende General- Versammlung der Putzer Berlins und Umgegend erklärt fich den AuSfühningen sämmtlicher Redner einverstanden und beschlreßt. neue Arberten nur nach dem Tarif anzunehmen. seiner vollständigen Geltung zu bringen, ist es Pflicht jedeS einzelnen Putzers, Mitglied deS Fachvereins der Putzer zu werden. Femer erklätt die heutige Ve.samm- lung, Arbeit nicht unter 60 Pf. pro Stunde anzunehmen. MeJKelallsdileifer«erlin« erläßt die Lohnkom- mrsston dersklben folgenden Ausruf: Kollegen! Trotzdem wir uns augenblicklich in der schlechtesten Geschäftskonjunktur be- finden, wo die Metallschleifer kaum ihren nothwendigsten Le- benSunterhalt verdienen, wurde uns von dem Schleifereibcfitz.. Herrn Wolther, Dresdener str. 38, ein Lohnabzug von 20 pC'. und eine Verminderung der Arbeitskräfte angekündigt Kol- legen, unter diesen Bedingungen konnten wir nicht mehr weiter arbeiten. Wir wissen wohl, daß unter den heutigen Verhältnissen ein Lohnkampf schwer durchzuführen ist, veittaut n aber auf die Solidarität sämmtlicher Kollege«, und legten nach reiflicher Ueberlegung einmüthig die Arbeit nieder. Kol- legen, an Euch liegt es nun, die Betreffenden in ihrem ge- rechten Lohnkampfe zu unterstützen und jeden Zuzug femzv-- halten. Freiwillige Unterstützungkgelder werden d r Sodttt. Ritterstt 123, entgegengenommen. Kollegen, unterstützt un- soviel in Euren Kräften steht Zur Besprechung db ser Ange legenheit wird heute, Dienstag, eine öffentliche Matallschleiser« Versammlung in der Urania, Wrangelstr. 9—10, stattfinden, in welcher die näheren Verhältnisse klar gelegt werden sollen. „Deutscher Senefelder Bund/ Mitgliedschaft Berlin. Restaurant Weick, Alexanderfir. 31. Heute Abend 8 Uhr Versammlung. Die moderne Reichsgesttzgebung und der Handel»- »ehUfenstaud bildet daZ Thema der Tagesordnung einer öffentlichen Versammlung sämmtlicher Berliner Kaufleute, welche das Agitationikomitee der„freien Organisation junger Kauf« leute" am Donnerstag, den 28. d. MtS., Abends, im Buggen« bagenschen Elabliffement auf dem Moritzvlatz veranstalten wird. Zu dieser Versammlung find sämmtltche Mitglieder aller ftraliionen deS deutschen Reichstages und ganz besonders die Mitglieder der Arbeiierschutzgesetz-Kommisston speziell einge- laden worden. Auch haben bereits einige Mitglieder der Fraktion der deutschfteifinnigen Partei ihr Erscheinen dem ein« beruftnden Komitee zugesagt. hfg. An alle Ztmmerlente Berlin» und Umgegend erlästt die Lohnkommtsfion der Berliner Zimmerleute einen Aufruf, in welchem ste dieselbe vor den bedenllichen An« sti engungen und Versuchen der Zimmer meister der Innung „Bund der Bau-, Maurer, und Zimmermeister Berlins" warnt, die Gesellen zu bewegen, ihnen als Werkzeuge zum Zustande- kommen eines gefügigen Gesellen Ausschuffei zu drenen. Zu diesem Zwecke hätten, so verfichert der Ausruf, die Zrmmer. meister von den auf ihren Werkplätzen gewählten Platz- deputir.en der Gesellen jeweilig an verschiedenen Abenden einen kleinen Theil derselben nach dem Architekten- Hause resp. Amt deS Bundes der Meister(in der Wilhelmstraße) kommen lasten, um fie dort zur Wahl eineS Vertreters zu dem be« wußten GesellenauSschuß durch allerlei Lockmotrve zu über« reden. Dagegen erwarte die Lohnkommisficn von dem gesun« den Einn der Berliner Zimmerleute, daß fich dieselben auf solche Weise nickt gegen ihr eigenes Interesse wer« den gebrauchen lasten, sondem daß fie vielmehr den Herren JnnungS- Meistern auf das Bestimmteste erklärcn werden, zur Vertretung der Berliner Zimmerleute in allen Angelegen- hellen einzig und allein die von der Gesammtheit derselben 8«wählte �ohnkommisfion für kompetent zu erachten. Letztere ege, heißt eS ferner in dem Aufruf, die feste Ueberzeugung, daß fich die Berliner Zimmerleute nie und nimmer dazu der. geben werden, einer Institution nach Art deS besagten Ge- scllenauSschusseS zum Dasein zu verhelfen, nachdem bisher alle solchen Ausschüsse nur Zwietracht in den Gesellenkreisen er- zeugt hätten. In Hamburg, Altona, Magdeburg, Barmen, Leipzig und vielen aneeren Städten sei oiefGesellenauSschußwahl seit largen Jahren mit Entschiedenheit zurückgewiesen worden. So lange nicht die Gesammtheit der Berliner Zimmerleute ohne jegliche Ausnahme zur Wahl eines Gesellenausschuffes herangezogen werde, würoen dieselben den GesellenauSschuß niemals als kompetent zu ihrer Vertretung anerkennen. Literarisches. Rodbertu», Marx, Lassalle. Sozialwiffenschaftliche Studie von C. A. Schramm, ca. 6 Bogen Text. Verlag von L. Viereck in München. In der Vorrede dieser so- den erschienenen äußerst inter- effanten Schrift erklärt der Veifastcr, die Darstellung versuchen zu wollen,„von welchen geschichtiphilosophtschen G-fichtipunkten RoddertuS und Marx ausgehen, welche Stellung ste dem heutigen Staat und der heutigen Gesellschaft gegenüber ein- nehmen und in welcher Weise fie fich die Umgestaltung der wirthschastlichen Zustände denken. Daran wird fich ein Ver« gleich der Anfichten der beiden bedeutenden Gelehrten knüpfen und schließlich werde Verfaffer zeigen, daß— wie hoch auch Beide in wissenschaftlicher und theoretischer Beziehung dastehen — sie doch für den Arbeiterstand und die Arbeiterbewegung im Vergleich mit Ferd. Lassalle von geradezu untergeordneter Be« deutung sind." Nachdem der Verfaffer zu diesem Zweck über die Systeme der beiden Theoretiker Rodbertus und Marx in ihren Grundzügen rcferirt und dieselben zum Theil kritistrt hat, feiert er Lassalle als den Mann der That, der die Theorien dieser seiner beiden großen Vor« gänger auf seine Art in die Praxis umgesetzt hche, der in einem Jahre für daS Verständniß der sozialen F age, für daS Klassenbewußtsein der Arbeiter, für Bildung einer politischen, noch der Herrschaft im Staate strebenden Partei mehr gethan habe, als alle Doktrinäre zusammengenommen in einem Menschen- alter fertig kriegten. Als rother Faden zieht fich durch die ganze Schuft eine Polemik gegen gewisse Bestrebungen, welche die Lehren und Theorien dieser drei Männer zu einer Art Dogma für die deutsche Arbeiterpartei machen zu wollen scheinen, und in einer Nutzanwendung wahrt der Verfasser fich und der deutschen Arbeiterpartei dai Recht der freien Forschung, deren Ergebnisse fich immer von allerlei Seltirerei, pfäffischer Intoleranz und fanatischem Zelotenthum fernhalten werden. Es ist kein Zweifel, daß die Anschauungen deS Ver« fasserS in vielen Punkten Widerspruch er« fahren werden, indeß für die Sache selbst, für die soziale Bewegung der Gegenwart wirkt die Schrift entschieden an« regend, und die Entgegnungen, welche fie hervorrufen wird, werden nicht wenig zur allsertigen Aufklärung und Förderung der Arbeiterbewegung beitragen. Von dem illustrirten UnterhaltungSblatt„Die neue Welt", Hamburg, Verlag von I H. W. Dietz, ist soeben Hest 9 des elften Jahrgangs erschienen. Inhalt: Vom Stamm gerissen. Roman von E. Langer. (Forts.)— Die Urzeit des GermanentbumS. Van$'•' Dulk.(Fortsetzung.)— Die heilige Nacht vor 13000 Ein altgermanische» Kulturdild von Albert Li-dner-(? — Anleitung zum praktischen Seidenbau mit R# weniger milve Klimate. Von W. Eorka.(Schluß.) � Arberterwohnungsfrage und ihre Lösung durch vi Von Bautechniker Weberheinz.— Die Alten und Eine Plauderei von Bruno Geiser.— Unsere I! Em Kampf auf hoher A'p.— Der Schloßberg in Ohne Jagdschein.— Unruhige» Modell.— Für un! frauen.— Polytechnisches.— Elekt o Technisches.- rische Umschau.— Vermischtes.— Epigramme von Wernicke.— Rebus.— Redaklions Korrespondenz. licher Rathgeber.— Mannig altigeS.— Der L-uch PharuS. Kriefkasten der KedaKtto«. K. R. Waldemarstraße. Zur Zahlung der W Sie trotz der Gesundhettsgefährlichkelt des Wohnrw lange verpflichtet, als Sie denselben inne haben. B hat wegen des Zinses daS Retentionsrecht an ih.en v M. Bernau. Der Koustn ist verpflichtet, T«? tindungS-, Verpflegungskosten der Geschwängerten kür(- zahlen. Die Höhe* Ve- und Alimente für 6 Wochen zu bestimmt fich nach den örtlichen Verhältnissen. I. I. 1. Grünauerstraße. 1. Vor der können Sie durch die von Ihnen angegebene Maß und Kinder nicht schützen.— 2. Der angegebene' kein EhescheidungSgrund. Bernau. So'ern die Arbeit von Ihnen schleckt« ist, müssen Sie fich den Abzug gefallen lassen Katscher. Der Austritt aus einer Synagoge» Frnilv erfolgt dadurch, daß der Austretende in Person vor W# seines Domizils den Austritt untcr der Verfickerun daß solcher auf religiösen Bedenken beruh«. Der der Austlittserkläiung muß ein hierauf gerichteter Ai angeben. Die Aufnahme der AuStriitSerllärung si> vor Ablauf von 4 Wochen und spätestens innerhalb 1 x>ie franzöfisck nach Eingang deS Antrags zu gerichtlichem Prot�arrge Erklarui Die AuStrittseriläruna bewirkt bezüglich der Steuer«,. ig.„ lünstiaei Ausgetretene zu den Leistuiegen, welche auf der--■■ Angehörigkeit zur Synagogcngkineinde beruhen, durch Gesetz oder VerwaltungSoorschristm allgemein' eines bestimmten Bezirks auferlegt find, vom t täglich M. aus vierteljä rk. Einzelne inge die AuiUitisÄ'lärung folgenden Kalenderjahres ab deiner Kenner an muß die e sehr g e s ch der Ehef verpflichtet wird. Theater. Dienstag, den 19. Januar. vßeruhau». Margarethe, Over in 5 Akten, nach Goethes Faust von JuleS Barbier und Michel CarrS. Mufik von Gounod. Ballet von P. Taglioni. Schauspielhaus. Der Leibarzt, Lustsprel in 4 Alten, mit Einfügung einer Riehl'schen Idee, von Leopold Günther. Deutsche» Theater. Der Bureaukrat. «efidenz- Theater Denis«, Schauspiel in 4 Alten von A. Dumas(Sohn). Krtedrich- Wilhelmstädttsche« Theater. Rafaela, Operette in 3 Akten von Max Wolf. Walhalla- Operette«- Theater. MaScotie. Belle- Alliance- Theater. Kyritz-Pyritz. Teutral-Theater. Der Stabs Trompeter. Louisenstädtische» Theater. Lucrezia Borgta. Btttoria-Theater. Meffalina. Ostend- Theater. Wir Berliner. Mmeriean- Theater. Große Spezialitäten. Vorstellung._... Theater der Reichshallen. Große Spezrali« täten-Vorstellung. Kaufmann'» Variete. Große Spezialitäten« Vorstellung. Koukordia. Große Spezialitäten-Vorstellung. Alhambra-Theater. Wallnertheaterstraße 15. Triesel und Wiesel, Posse mit Gesang in 3 Akten(6 Bildern) von Ed. Jakobson. Mufik von G. Lehnhardt. Vor der Vorstellung: Er. Aouzert der Hauskapelle. Anfang deS Konzert» Wochentag» 7 Uhr, der Vorstellung 7'/« Uhr. Anfang de» Konzerts Sonntags 6 Uhr, der Vorstellung 7'/, Uhr/ Bon» haben Wochentags Giltigkeit und find im Tbeaterbureau(12—1 Uhr) gratis zu haben. Kaiser-Panorama. Eine interessante Wanderung durch Belgien. Eine bequeme Reise am schönen Rhein. Hertha-Reise. Karolinen« Inseln. Nap. Eine Reise 20 Pf., Kinder nur 10 Pf. Abonnements« und Vereinibillet». Den Mitgliedern des FachvereinS der Rohr- leger zur Nachricht, daß der Kollege Fritz Wertz am Sonnabend, den 16. d. M, nach ein- wöchenllichen Krankenlager verstorben ist. Die Beerdigung findet am Dienstag Nachmittag 2 Uhr vom Trauerhaust, Pallisadenstr. 28, aus statt.__[472]_ Der Vorstand. Elegante Masken- Garderobe Fr. Fanknin, 473 Oranieustr. 178, v. u. Ecke Adalbertstr. Die gegen Karl Petrik ausgesprochene Be- leidigung nehme ich hierdurch zu�lck. 474_ M Hohendorf. «ud Heute frische Klüt auch außer dem Hause. M. Kreutz, Kostbuserplotz. Leberwurst, 478 Metattschleifer! Warnung! Hierdurch theilen wir Euch mit, daß wir mit dem beutigen Datum(18.) die Arbeit, wegen 20 xCt. Lohnabzug und da entlassen werden sollten, Wir bitten Zuzug streng. mehrere Kollegen niedergelegt haben. stenS fernzuhalten. Unterstützungen ,. find im Restaurant von Eodtke, Ritterstr. 123, abzuliefern.[475 Di- streikenden Kollegen der Molter'schen Große össeutl. Versammlung der CiMtu- u. Tadakirbeiltr Berlins heute, Dienstag, den 19. d. M., Adds. 8 Ubr, in FrahmsGesellschaftshaus, Oranienstr.160. _ Vortrag des Herrn Kendziora. 477 Sanitäts-Velein für Arbeiter beiderlei Geschlechts(E.H. 85). Montag, den 25. Januar. Abnds 8 Uhr, Zweite ordentliche General-Versammlung in Weik'« Salon, Alexanderstraße 31. Tagesordnung: 1. Abrechnung der Kommisfton und Bericht des Ausschusses. 2. Statu'enberathung. 3. Event. Neuwahl des Vorstandes. 4. Verschiedene». Nur männliche großjährige Mitglieder haben Zutritt. Das Mitgliedsbuch l-gitimirt. 471 Der V o r st a n d. 3 Wichtig für Hansfrauen, Waschanstalten zc. nan reden mu d will. Er äuchlichen A lckung der E ;, schmucklose, will die in Seifenpulver Ä billigstes Wasch- und Reinigungsmittel, Anerkannt bestes_____ Wäsche blendend weist, enthält keine derselben schädlich- K-standth-il-, viel Z-it und Arbeit. Eignet fich auch sehr zum Peinigen von Fnfti Fenstern, Metallen re. Vi Pfd. des Dalvers ersetzt 2 Pfd. Keife. Probepackete 20 Pf. träge von 10 Pfd. an frei in's Haus. Respekt. Seifen-, Droguen- und Kolonialwaare«« Handlungen als werden gesucht. Mngo Jacobsolin& Co General-D ebitenre, Berlin S., girrrititt. Stnße 106...--_ V-rraufSst.llen: Mola, Skalitzerstraße 104. Deiman. Bakoweistraße � �mmister Vu mackt1 erforderlich st, " daß sie in ei en. Wenn m IHaft ein gro die Tovgking- den Fall de zugegeben we, ickt aus der A Dana besteht »ausgaben zr doch zu befri Attest. Auf Verlangen d-S Herrn Hugo Jacobsohn b-sch«t�la»deS gewiß demselben hiermit, daß m meiner Anstalt nur Srifenvulver der rheinischen Sohlst die Frage, d, in Gebrauch kommt und dasselbe fich vorzüglich bewährt. Frau So Täglich: Königsberger Fleck, k JJottifl« kann. Zwar irniß vo» 4( t, wird auch eS Spiel ho Die auiwär rung der S friedliö in Kkftllrallt Skallherstraße 18 bei Stramm. wenigen Aus. ----—-�tzun, wenn ste Serbien oder wollen den P che» nicht unt« ierung den er, Staatlich concessionirte Deutsche Kunstgewerbe- Lotter�fS*0'"'' wenig Mühe Ziehung in Berlin am 24., 25. 26. Februar unb f Ärbeitsmarkt Gürtler auf Kijouterie verl. Wigger», Waidemarstr. 40a._ 4€ Verberge n. Verkehrs- ' lokal sowie Zentrat-Ar- 1 �beitsnachwei» des Fachverein» der Tischler O Blumenstr. 56. Die Arbeits« Vermittelung geschicht unentgeltlich. Adressen ausgab« an Wochentagen von 8'/, bis 9'/, Ubr Abends. EonntagS von 9—11 Ubr Vormittags._ 476 Zur Beachtung. DaS Verkehrslokal, verbunden mit unent- gelllichem Arbeitsnachweis und solide einaerich« reter Heibergefür Klempner, Foimer. Schleifer und sonstige Metallarbeiter b-findet fich Rirtcr- straße 123, geöffnet bis Abends 12 Uhr. Zugereiste Former und Schleifer erhalten daselbst Reiseunterstützung. 479 _ 5000 Gewinne im Gesammtwer he von W 63,900 Mark. Erster Hauptgewinn: Salon, Speisezimmer, Schlaft Zweiler Hauptgewinn: Wohnzimmer, Schlahim Vritter Hauptgewinn: Nococo-Salou. Vierter Hauptgewinn: Altdeutsche Trinkstube u« Loose h 1 Mark%%%*" K. Schumacher, Wiedeeverkiinfer erhalte« beste Kedingnnge«.. Die Ausstellung der Gewinne begiitiu i '--- a-bMe e R gierung r blik des Frie Die Bonap> m zu Grunde daran ein Be l'' Dttl »ählung aus Berlin Königstr. Fritz, dem Der unentgeltliche Arbeits- Nachweis der Klavierarbeiter befindet sich Skalitzerstr. 18 bei Stramm. [572 An die Kommnnalwähler Berlins! Das unterzeichnete Arbeiter-Wahl-Komitee legt hiermit öffentlich sein Mandat nieder, da es am Sonntag durch die polizeiliche Auflösung nicht geschehen konnte. Voigt. Krause. Ballmüller. Schweitzer, Fahrenwald. Gottfried Schulz. Lehmann. Gutsohe. Pape. Boy. Bley. Strassburg. Kroll. Thoma. 48i 20. Januar er. in den dem Lotteriekomitee gehö�a«me« Bii Räumen Leipzigetstr. 107, Hof part. Kintrltt frei. allen der Frau Kr Zieh««0 20 Ianua- Unter dem Protektorat I. I. K. K. H. H. deS Kronprinzen und Kinderheilftätten-Lotterie. — Hospi« Zoppot.— Gewinne A 4000, 1000, 500, 200, 100, 50, 10 und 5 Mark 1" Loose a I Mark(II Loose für 10 Mark) za haben bei allen durch Plakate kenntlichen Verkanl«stellen und dem ö«»«1 Richard Schröder in Berlin W., Markgrafenstrasse 46, Gensd*��' n Mit ck. „Alle Wettei : pikfewe Dar „Es wird w ekiorin,„wird herern,«der von „Dann werd Er öffnete d „Ich wünsch Martha, d< chiSvolle« Gr Der Herr! __.et«, et m> Kgl. Preussische Klassen-Lotte�® '' Klajse: 22»------ � 1° Vm a �Äginate Antheile: 3'/. Mark. Januar. 72 Mark. a 60 ML trat Vs» 90 Ml, Vi» Porto und Liste 50 Pf. extra. Richard Schröder, Bankgeschäft, ßttli» W., Med! Cieudarmeiunarkt. ✓a u>» I Martha ti a 15 ML,'/»•* Mugslos'auf il »staule. auf die anz« Verantwortltcher Stedatu« X.»ronhet« te««tm. Druck«v«erlag von Vadivg in Berlin 8W„ Beuthstraz- 2.