durch nur evölkermi« tri Kunkel* wenn »isse Klafft tz Casprian» erheben, inn oeifi »ürde.— [qc6 Hanl »Kr. 18. Freitag, de« AT. Januar 1886. HI. Jahrg. g angenoi angen nie lnötif1 rle, den& wie uns' jterfüllung J- erlinetHolbslilall Krgan für die Interessen der Arbeiter. 4 soweit Kminj Seiten aU�JJ dagegen,*»" und [in hielt j ZrunnenA-' lem halbledt st Eure ich sogt Habt I! Hoffnung, mer die organifirt c viele W tionen zu» Vir find» «m zumaS» -mer des � die Versa« Tischen W Jnferenäd in Krilg im, wenn» würden, ta Sodtc, Sil» Das„Berliner VoIISl»Iatt" [en. Abonnementspreis für Berlin frei ...-----------,.... wöchentlich 35 Pf. Postabonnement niweine Stummer o Pfg. Sonntags- Nummer mit illustrirter Beilagt 10 Pfg. (Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1886 unter Nr. 769.) JnsertionSgebühr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg. Arbeitsmarkt 10 Pfennig«. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition. Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen- Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Kenthstraße S.— Expedition: Zimmerstraße 44. ®5 defiziltttt! KU. stricht in, rekiot einen. öchentlich l iben ist Sie uni t in k-U m mW-». > r»"� la«0� Ä« löst b»' tzt ma» i M e Su» ist 00" lalit"' Zur Zeit ist das Defizit in Preußen chronisch. Man hat fich so sehr an dasselbe gewöhnt, daß da« Defizit, wenn auch als ein ungeraihene», so doch als legitime« Kind der preußische» Finanzverwalmug angesehen wird. Zn den letzten Jahren wurde aber wiederholt darauf hingewiesen, daß der unliedsame Balg in die Verbannung geschickt werden solle auf Nemmetw edersehn. Die pteuß sche Finanzverwaltung wie» auf die Finanzpolitik des R.iche» hin, und der Reichskanzler erklärte, daß nach Bewilligung der Zölle und indirekten Steurrn die Ernzelstaaten so günstig g' stellt würden, daß ei« Defizit nicht mehr in denselben vor» komme» dürste. Trotz dieser Reichihilfe, die im vorigen Zahre 93 Mil» lione« betrug, debürirt j'tzt schon wiever der preußische Finanzmiuister mit einem Defizit von 14 Millionen. Da« Wunderbarste aber ist, daß das preußische Defizit dazu dienen soll, de» Beweis zu erbringen, daß für oa« Deutsche Reich da« Branntweinmonopol nothwendig sei. Daß die Einzelstaatcn fich meist mit Freuden für eine Reichs- ! teuer erklären, deren Ueberschüsse ihren Finanzen zu Gute omme», ist erklärlich, aber daß der Reichstag, um da« Defizit in den Einzelstaaten zu linder», mehr und mehr indirekte, gerade die große Volksmasse besonoer» drückende Steuern bewilligt, daß er Zöllen und Steuern auf die noth» wendigsten Nahrungsmittel zustimmt, dies ist nur deshalb erklärlich, weil die Majorität der Mitglieder des Reichstags keine Volksvertreter, sonder« Vertreter einzelnen Klassen der Bevölkerung und deren Zut-resse» find. So werden die Einzelregierungev im Bundetrathe auch freudig dem Branntweinmonopol zustimmen. Der Reichs» tag würde in seiner Majorität auch wohl den Bundesrath gern folgen, wen» ein großer Theil der Abgeordneten nicht durch die Vertretung der Interesse» der kleineren Brenner und der Fabrikanten davon abgehalten würde. Da« Sonderinteresse ist in solchen Fälle« immer noch mächtiger, als der Trieb, die Regierung in ihre« Plänm zu unterstützen. Man redet natürlich auch von einem Volks» i n t e r e s s e, welche« durch das Branntweinmonopol ge- schädigt würde. Insofern dies von Personen und Parteien geschieht, welche fich gegen die indirekte» Steuer» und Zölle auf Nahrungsmittel und andere nothwendige Gebrauchs- gegenstände bis jetzt gewandt habe«, kann man annehmen, daß fie es mit ihren Reden von de» Volksintereffen ernst meinen; wen» aber solche Personen und Parteien, welche die Getreidezölle votirt haben, durch Ablehnung des Branntwein» Monopol« da« Volksinteresse zu wahren vorgeben, dann muß man erst näher hinsehe», ob nicht ein Sonderinteresse dahinter steckt. MeisteutheilS wird man dasselbe schon leicht auffinden.— Unser gegenwärtig herrschendes Steuersystem im Reiche IleuMetoru Dunkle Gestalte«. E rzählung aus dem sozialen Leben der Gegenwart von «arl Zielte.|ll Der Kommerzienrath blieb nicht lange in dieser Stel- lung. Sein energischer Charakter ließ es nicht zu, sich un- thättg lange einem Kummer hinzugeben. Er sprang auf, aber doch blieb er wie gelähmt stehe«. „Das also," rief er bitter au«,„das also ist die Frucht «ewer Erziehung, das ist vie Sprache, welche der Sohn gegen seinen Vater führt! Und es geschieht mir recht. Habe ich diesem Lasse» nicht Alles erlaubt, habe ich mich nicht «unüfirt über feine Thorheite«, ja, habe ich nicht gelacht Aber seine Schlechtigkeiten? Heute ist es zu spät, was hilft das Klage», heute muß ich mich ihm beugen I" Er lachte— doch diese» Lache» klang wie eine Selbst- anklage, es kam aus einem gepreßten, tödtlich beleidigte» Herze«. Seinen intimsten Herzenswunsch sah er den ftivolen Launen seine« Sohne« preisgegeben, und er kannte diesen genau, um zu wissen, daß er von ahm niemals eine Nach» giebigkert zu erwarten habe. Und doch lag ihm Alles daran, sei» Ziel zu erreiche«, mit Freude« hätte er die Hälfte seines Vermögen« hingegeben, nur um jene Frau sein eigen nennen zu dürfe». E< ist etwas Eigenartiges um die Liebe älterer Männer. Der Kommerzienrath liebte jetzt zum ersten Mal in seinem Leben. Da« Bild seiner erste« Frau mar längst in seinem Heizen verblaßt, er hatte dieselbe damals nur deshalb geheirathet, um in den Besitz ihre« kleinen Vermögen« zu g-4a»g'n, mit welchem « de, Grundstein zu seinem jetzigen Reich'hum legen konnte. Geliebt hatte er thatsächlich niemals. Seine spätere« Ver- Hältnisse zu Frauen trugen stet« den Charafter vorübergehen- ist für das Volk viel drückender, als die Steuersysteme in de» Einzelstaate». In diesen werden die Wohlhabenden und Reiche«, wenn auch nur in ganz ungenügender Pro- gressio» schärfer zur Steuer herangezogen, wie die Besitz- losen: fie leiste« mindestens positiv höhere Beiträge. Zm Reiche aber, bei dem lediglich indirekten Steuer- system, zahle« alle Reichsangehörigen ungefähr die gleiche Steuer— der Anne so viel wie der Reiche. Diese« un- gerechte System aber wird gegenwärtig immer mehr kulti- virt, während das doch etwa« gerechtere System in den Einzel» staaten nach und nach zerbröckelt. Aber schlimmer noch ist es, daß im Reiche die viel ungerechtere Steuerschraube auch»och viel schärfer angezogen wird, als in den Einzelstaate» und nicht nur im Interesse de« Reich«, sondern auch im Interesse der Einzelstaate«. Dadurch wird da» Reichssteuersystem noch ungerechter und die ärmeren Volktklassea werde« zu Gunsten der wohl» Habenderen immer mehr gedrückt. Durch die Ealzsteuer, durch Petroleum-, Schweinefett» und Getteidezölle, durch Kaffeezölle, durch Branntwein- und Biersteuern, kurzum durch alle diejenigen Steuern und Zölle, welche auf«othwendige Bedürfnisse gelegt werden und 'omit das ärmere Volk, die Aroeiterklasse be- anders hart treffe», also durch die Reichssteuer« ollen die Defizit« in de« Einzelstaate« au« der Welt ge- chafft werden! Da» ist eine schwere Ungerechtigkeit. Die Arme« sollen dem Reich helfen I Weshalb führt man nicht wenigsten« in den Einzel- staaten eine durchschlagende progressive Ernkommensteuer ei«, um die Defizits zu decken? Weshalb sollen die Wohlhaben- de«, denen der Staat doch die meisten Dienste leistet, nicht dem Siaat die nöthigen Gegendienste leiste«? Weshalb will man die Armen immer mehr belaste»? Ein rationelle« Verfahre« liegt wahrlich nicht in solchen Steuersysteme». Und.staatsmännisch" handelt man auch nicht, wenn man dem Volk ungerechte Bürde« auflegt. Staatsmän»isch ist eS, wenn man die Volkskraft auf- recht zu erhalten fich bemüht— doch wir wissen, daß wir taube» Ohre« predige«, da man e« gegenwärtig für genügend hält, wen» man es nur so weit bringt, von der Hand in de« Mund zu leben. An die Zukunft wird nicht gedacht. Da» pr-ußische Defizit wird sicher auf die eine oder die andere Weis« für drese« Jahr gedeckt werde«. Geht« nicht mit dem Branntweinmonopol, so findet sich ein andere« Mittel und schließlich liegt ja der Weg z« einer Anleihe offen; aber da« steht fest, daß, wenn nicht da» Steuersystem in Preuße» und im Reich geändert wird, das Defizit alljähr- lich wiederkehrt und das Volk«och mehr verarmt, so daß auch die indirekte» Steuern nicht mehr das»öthige Erträg- niß liefer«. Für da» Wohl de« Staates, des Reiche« und de« Vol- kes ist eS in gleichem Maße erforderlich, daß diejenige» der Liebschaften, er hatte sich niemals ei« Gewisse« daraus gemacht, ein weibliche« Wesen, dessen er überdrüssig gewor- den war, schnöde im Stich zu lasse«.• Jetzt zum erste« Mal in semem Lebe« überkam th, da« Gefühl einer bisher unbekannte» Leidenschaft mit seiner ganze» Gewalt. ES war nicht das stürmische Feuer der Zugend, welche« mit frohem KampfeSmuth alle Hindernisse überwinde« zu könne» glaubt, da« aber häufig ebenso schnell erkaltet, wie es kommt, es war vielmehr jene starke, sich immer gleich bleibende Gluth, die ihn beinahe aufrieb, ihn verzehrte. Sie erfüllte sein ganze« Liben, oh»« fie erschien ihm dasselbe schaal und kalt, er wäre gestorben, we»» er hätte annehme» müsse», daß diese Leidenschaft niemals be- friedigt werden sollte. Die E«tdeckung, daß sein Soh» sei« Geheimniß kannte und vollständig durchschaute, schmetterte ihn förmlich nieder. De«halb batte er auch auf die ironische» Aeußeru«gen de« junge» Mannes nicht« erwidern können, ei« Moment trost- loser Schwäche hatte sich seiner bemächtigt, er wußte, daß sein Sohn unberechenbar war,«od daß er so leicht nicht» thu» würde, was mit den Pläne» seine« Vater« überein- stimmte.� � Ttolz bäumt« sich gegen da» unwürdige Verhältviß auf, in welches er zu seinem Sohne gerathe» war aber er fühlt« seine Kraft erlahmen, wenn er daran dachte, sich vo« dem Joch ftei zu machen. Nur das Eine stand mit unerschütterlrcher Sicherheit bei ihm fest, er wollte siegreich au« dem Kampfe hervorgehen, dm er mit seinem eigenen Soh» begonnen hatte, er durfte nicht u»terliegen, e« mochte koste» was e« wollte. Wilde Gedanken zuckten durch sei« Hir» und krampfhaft ballte sich seine Faust. Wer ihn gesehen hätte, de« emsaml« Mann in dem reich ausgestattete» Gemach, der hätte ihn bemitleidet; er sah heute nicht au» wie der sonst so ruhige, äußerlich stet« höfliche Millionär, er hatte viel- mehr da« Aussehen eine« Mörder«, der vor der Ausführung einer Gewaltthat steht. Staat«- und RciihSbürger, welche vo» de« Staat?- und Reichsinstitutionen ven meiste» Vortheil ziehen oder gezogen habe», auch danach besteuert werde». Und das geschi eht durch eine energische Progressivsteuer in Staat und Reich. Dann wird et auch nicht mehr weiter defizitter«. PolMsche Ueverstcht. Auf den Phtltppinen-Jnseln soll einer in Madrid ein» getroffenen Nachricht zufolge ein Strett zwischen Deutschen und Eingeborenen ausgebrochen sein. Die Deutschen hätten fich einer der Inseln bemächtigen wollen, obwohl dieselben nach dem Karolinm-Protokoll unter spanischem Schutze steben. Die Insulaner hätten Widerstand entgegengesetzt und erklärt, daß fie die spanische Souveränetät anerkenn«». Da die Deutschen indessen auf ihrem Vorhaben bestanden, so hätten die Einge» borenen ihnen einige Leute getödtet und fich alSdann in das Innere der Insel zurückgezogen. Berufung in Strafsachen. Aus dem Bericht über die Verhandlungen der Kommisfion wegen Einführung der Berufung ist erne bisher wenigstens in weiteren Kreisen nicht be» könnt gewordene Erklärung des Staatssekretärs v. Schilling von Interesse, welche fich gegen die Einrichtung von BerufungS» kammern bei den Landgerichten wendet. Dieses System der Berufung sei im vorigen Jahre Gegenstand der Beraihung im BundeSrath gewesen. Die überwiegende Mehizahl habe fich I vy&v, wt»w vsv«/«lU�sv* v» UllvgtVvUvV Instant, fallS fie demselben Gericht angehören, fich in derselben geistigen Atmosphäre bewegten, die Berufunaskammer also der erforderlichen höheren Autorität entbehre. Man darf zunächst gespannt sein, wie daS Plenum des Reichstages fich über diese Frage entscheiden wird. Auf Grund der Borschrift deS§ 50 des Reichs-Pretz- gesetzes ist der Postordnung in§ 13, welcher„Drucksachen" dehandelt, in Absatz vii hinter den Worten„Es soll jedoch gestattet sein" am Schluß als neue Nummer 10 hinzugefügt worden:„bei Drucksachen, welche von Berufsgenossen- s ch a f t'e n oder deren Organe auf Grund deS Unfalloer# sicherungSgesetzes vom 6. Juli 1834 und der dasselbe ergänzenden Reichsgesetze abgesandt werden und auf der Außen- feite mit dem Namen der LerufSgenossenschast bezerchnet find» Zahlen oder Namen handschrifllich oder auf mechanischem Wege einzutragen oder abzuändern, und den Vordruck ganz oder theilweise zu durchstreichen." Hierin liegt wohl«ine nicht un- erhebliche pekuniäre Erleichterung für den, Postverkehr der Berutsgenoffenschaften. In Betreff der Ausweisungen wird von einem Mit- gliede des Reichstages der„Lio. Corr." ein an dessen Adresse eingegangenes Schreiben der Firma„Max Gutmann, Hof- lieferant, Weingroßhandlung in Mainz" mitgetheilt, das also lautet: f Mit großem Interesse lese ich die Verhandlungen im Reichstage mit Bezug auf die AuSweifungSmaßregeln. Ge- statten Sie mir, hochverehrter Herr, Ihnen durch den einliegen- den Originalbrtef einen Bewers zu liefern, welche Nachcheile dem deutschen Handel durch diese Maßregeln schon erwachsen Er fuhr sich mit der Hand über die Stirn, auf welcher einige dicke Schweißtropfen perlten. Wie um sich selbst zu beruhigen, gnss er nach dem Glase Wasser, welches stet« auf seinem Schreibtisch stand. Er trank nur einige Tropfen, das Glas klirrte, als er e« auf den silbernen Untersatz niedersetzte, er merkte jetzt erst, daß seine Hand vor innerer Aufregung zitterte. Trotzdem ließ er fich an seinem Schreib- tisch nieder und vertiefte sich fast gewaltsam in seine Arbeit._ De» Sohn de« Kommerzienrathes hatte der Auftritt äußerlich wenigste»« in viel geringerem Maße alterirt. Gr hatte mit jenem kalten, blasirte» Lächeln, welche» er stets zur Schau trug, da« Kabinet feine« Vater« verlasse», er war durch die vordere» Räumlichkeiten de« Geschäftslokal«, wo die Komtoiristen emsig mit Schreiben beschäfttgt waren, ohne irgend Jemand auch nur eines Blicke« zu würdige», geschritten, und war dann auf die Straße getreten. Unschlüssig, wohin er sich wende« sollt«, war er eine Zeltlang planlo« dahingegangen, schließlich rief er eine leere Droschke an und fuhr nach eiuem der elegan- testen Restaurant« Unter de» Li»dsn. Er wurde hier offenbar erwartet, den» der Oberkellner, tadellos«»gekleidet wie ei» Gesandtschafts-Attachä, öffnete ihm in sehr devoter Haltung die Thür eines separate» Zimmer«. In diesem mit raffi«irt«m Luxu« ausgestatteten Räume befanden fich bereit« mehrere Altersgenosse« des junge« ManueS...... „Ah, guten Morgen, Julius, ruf ihm Einer derselbe» entgegen,„kommst verteufelt spät, vielleicht schon ei« Rendez- von» gehabt?' »Im Degenthiil,' erwiderte der Angeredete,»achde« er die übrigen leicht begrüßt hatte,„der Alte hat die ver- rückte Idee, fich zu verheirathrn." „Nun, und wa« kümmert Dich da«?' sind und welche weitkttn nachlheillgen Folgen noch daraui entstehen fönnen. M i der Inhaberin der Firma deS ein« liegenden B ires stehe ich fHt Jahren in r-g�m Verkehr und machte einen jährlichen Umsatz von ca. 20000 M. Machen Sie fich gütigst ein Bild von derartigen Vorkommnissen und Tie werden zu der U-berzeugung gelangen, daß analoge Fälle noch viele vorgekommen find und noch vorkommen werden. Der beigefügt� Originalbrief lautet wörtlich: Kiew, den 9./ 21. September 1885. Herm Max Gutmann, Mainz. Hieemii habe ich die Ehre, Inen mitzuiheilen, ob- wohl eS mir persönlich recht unangenehm ist, daß wir mit Deutschiand keine Handelsverbindungen mehr haben können w gen der letzten grausamen Maßregeln» die vom Fürsten Bismarck an die P.Uen zu Posen angewandt werden, als Mit- glied tiestr Nrtionilirät. Mit Hochachtung L. Kunderewitsch (in Firma: Marie Kunderewitsch.) — Betrefis eines von H-rrn Rickert bei der Autweisungs- debotte im Reichtiog am Sonnabend erwähnten Danzizer Falles, wo durch die Ausweisung der Bankerott eines bisher zt- ml'ch g it fitu rten GeichäfismanncS herbcigefühtt worden, therlt die„Danz. Ztg." folgendes Nähere mit:„Es handelt fich um den Jichaber eine» Garderobe- und Tchnittwaarm- aeschätts, d?r seu einer Reihe von Jahren in Danzig lebt und fich mit einer Danzigerin verheirathet Hai. Als der Be- treffende im Sommer die erste vuiwelsungiordre erhielt, drangen ferne Gläubiger, die er bisher prompt befriedigt hat, aus»ofortige Zahli ng ihrer Forderungen; es kam zum Konkurs und heute ist die aus dem Ehepaare und drei Kindern im zaitrstin Alter destehende Familie witthschastlich rutnirt. Sie gehört zu derjenigen, welche in voriger Woche die Ordre er- hikltrn, daß fie nunmehr definitiv bis 1. April den preußischen Staat zu verlassen haben. Mann und Frau beabstchtigen, mit ihren drei kleinen Kindern d e Reise über dm Ozean zu machen, um in Amerika eine neue Heimath zu suchen, nachdem ihnen durch öffentliche Mildtcäitakeit, die sie bisher niemals in Anspruch genommen, die Mittel dazu in Autficht gestellt find. Eines Komm ntarS bedarf dieser Fall wohl nicht. Hoffen w r(fügt die„Dan,. Ztg." hinzu), daß in einem andern Falle, wo die in diesen Tagen verfügte Ausweisung eines La- enacschoftsinhaderS ähnlich schwere Folgen zu haben droht, dirff'ben abzuwenden gelingen wird." Zur Frankfurter Friedhots-Affatre. In der Straf. fache gegen den HerauSgeb-r und R.dakteur der„Demokr. Blätter" treien angeblicher Beleidigung von Beamtm des Fiank'urter Polizeiprästdiums ist Termin vor der Strafkam- mer de» Landgerichts auf Freitag den 22. Januar anberaumt wv'd-n. Da Nachrichten aus F>antfurt zufolge jetzt erst, also gleich«eit'g mit dieser Beleidigungsklage, die der Mißhandlung urd des Mißbrauchs der Am-Sgewalt auf dem Frankfurter Kirchhof verdäckttgen Poltzeibeamtea vor Gericht gestellt wor- den find, hat Herr Rechtsanwalt Lenzmonn, der die Per- thetdigung des angeklagten Redakteurs übernommen hat, sofort die Be taguna der Verhandlung bis nach der Erledigung des Pro,'ff s in Frank'urt b ant agt. CS ist ja zweifellos, daß der Ausgang des letzteren Prozeff s von wesentlichem Einfluß auf die Beu'tteilung der angeblich beleidigenden Redewendungen in dem Artikel der„Demokr. Blätter" sein müsse. Schwerin 19. Januar. Die Bestrafung des StavstrompeterS, der zu dem Begräbniß des Hof- bauratbs Temmler die Mufik gestellt hatte, wird in einer Zuschntt an die„Kreu, Ztg." wie folgt motivirt:.So viel wir baden in E-fah unz dringen können, hatte der Stadsttompeter Erlaubn'ß erbeten und erhallen, daS Maurergewerk, welches an dem Begräbnisse Theil zu nehmen beabfichttgte, mit seiner Mufik(Choral und Trauermarsch) zu begleiten. Außer dem Maurer�cw-rke waren aber bei der Leichenfolge viele Ein- beimische und Fremde, und eine große Anzahl derselben trug rothe Blumen im Knopfloch, rothe Schleifen, rothe Halsbinden. Dafür, daß er dies nicht bemerkt und folgeweise von der Leichenbegleitung zurückgetreten, ist der Stabstrompeter bestraft worden. Auch der Oifi.ier, der zunächst die Erlaubniß er- theiltc, soll einige Tage Stubenarrest erhalten haben, vermuth- lick, weil doch mit Sicherheit zu erwarten stand, daß bei der fraglichen Bestattung demokratische Manifestationen erfolgen würden W e die Lipper 1848 dem Branntweinmonopol ein Ende machten erzählt die«Frrts. Ztg." folgendermaßen: Es hat chon eir mal in Deutschland ein Branntweinmonopol be- stand.'n und»war im Fürstenthum Schaumburg. Lippe bis zum Jahre 1848. Die Regierung durste dort allein Brann wein brennen und verkaufen. Ebenso hatte die Re- gierung allein das Recht, Ziegeln und Kalk zu brennen. Der Lfppefch: Monopolbranntwein zeichnete fich durch starken Fusel« geholt aus. Die Lwpeschen Gendarmen und Grenzbeamten rrv.ditten in den Bauernhäusern, od anderer als Monopol» dianntwein dort vorräthig gehalten wurde. Tic Revision war mitunter recht leicht. Denn dm Fuselschnaps des Monopols konnte man schon bei dem Eintreten in das Haus riechen. Fehlte aber dieser Fuselgeruch und wurde ein anverer als der Monopolschnavi bei den Bauern gefunden, so war Gefängniß- strafe die Folge. Aber am 13. März 1848 rückten fast alle Einwohner von Schaumdurg-Lippe mit allen möglichen Dingen bewaffnet nach Bückeburg vor das Schloß. Es wurde eine Pc ition an den Fürsten gesandt, und Nachmittags ließ der „Mehr als man denken sollte," entgegnete er,„ich soll mich ebenfall« deswegen verheirattzea." „Das ist interessant. Darf man erfahren mit wem?" „Nun, da« kann doch kein Geheimniß mehr sein i" „Also wirklich die Familie Wilson?" „Ich traf gestern Abend die kleine Wilson im Theater, fie war in Begleitung ihrer Mutter,"»ah-, jetzt ei« Anderer da« Wort,.man könnte die be den Damen für ein paar Schwestern halten. Beide sind wirklich ganz nett, und mir ist es nur räthsslhoft, wie sich die kleine Regina in Dich so ver« llebm konnte, Zulius!" „Jnwieke-n?" fragte der junge Winkl« etwas pikirt. „Nun, sie erkundigte fich so lebhaft nach Dir, sie sprach nur von Dir, kurz sie war ganz hin." „Sie wird wohl ihre«ründe hierfür habe«!" Er lachte selbstgefällig bei diesen Worten und sah seine Freunde d« R.ihe nach herau«ford«vd an. „Donnerwetter,' platzte Ein« derselben heraus,„da» wäre stark." „Za, man«lebt Vieles auf d« Welt." Der junge Winkler, sagte da« so zweideuttg und mit vielsagendem Lächeln, daß die Neugierde der Arw-senden auf das Höchste gespannt wurde. Er wie» jedoch alle Frage« achselzuckend ab. „Ah bah, Du schneidest auf, Julius," sagte schließlich einer d« jungen Mäon«,„außerdem finde ich e» sonderbar, daß ein Mann von Ehre sich in dies« Weise üb« eine Dame äußert!" „Ich möchte Dich darauf aufmerksam machen," ent- gegnete d« Angeredete in seinem gewöhnlichen matten Ton,„daß ich es nicht liebe, daß man eine HardlunaSweise sonderbar findet, wen» man sie mit Derjenigen eine« Mannes von Ehre in Verbindung bringt. Zch darf wohl um eine Erklärung bitten?" „Aber, meine Hnren", beschwichiigte« die Anderen, „wir wollen doch uns« Beisammensein hier nicht stören, Fürst vom Rathhause eine Proklamation„an unsere lieben ge treuen Unterthanen" verlesen, in der rS unter and«tm heißt: „Das Bram twein-, Kalk« und Ziegelregal«klären Wir für aufgeboben." I« Hamburg fand am 20. d. MtS. eine Konferenz iur Herbeiführung eine» einheitlichen Sommerfahrplans tatt, an welcher 93 Vertreter verschieden« Eisenbahnverwal- ungen und DampfschiUahrtSgesellschastcn theilnabmen. Den Vorfitz führte Prästoent Krahn ans Altona. Deutschland und Oefterreich-Ungarn haben staatliche Vertreter delegirt. Nach Beschluß der Konferenz tritt der Sommerfahrplan am 1. Juni in Kraft. Der Antrag der Gotthardbahn auf eine einheitliche Bezeichnung der Nachtzeiten auf den Fahrplänen wurde ange- nommen. Die Konferenz für dm Winterfahrplan 1886/87 findet am 17. Juni in Amsterdam statt. Bon Herrn Reichstagsabgeordneten Heine erhalten wir folgend« Zuschrift:„Ich bestteite, dem Herrn Gefangenen-Inspektor zu ein« Zeit, wo ich Geld bei mir hatte, ver« sichert zu daben, nicht im Besitz von Geldmitteln zu sein. Ich bestreite femer, daß man einen Mitgefangenen zu Pflichtwidrigkeiten verleiten kann. Pflichtwidrigkeiten kann nur ein verpflichteter Beamter»c. begehen. Schweiz. Als einen„seltenen AuilieferungSfall" bezeichnet die „N. Zürich. Ztg." ein Vorkommniß, welches sich soeben in Bern zugetragen hat unv binnen Kurzem den Bundesrath, bep. das Bundesgericht beschäfttgen wird. Es handelt fich da- be! um folgendes: D« Russe K. stand in ruffifchem Staats- dienst, wobei er eine Art Notar war und als solcher öffentliche Urkunden anzufertigen hatte. Nach den Akten suchte er stch mittelst gefälschter Dokumente in mehreren Fällen sogenannter liegender Vulassmschaftm, wo beim Tod des Erblassers die Erben nicht leicht und rasch zu ermitteln waren, zu bemächtigen. In einem Fall, wo ihm dies gelang, behielt« das Geld für fich und verlebte damit ftöhliche Tage. Als gegen ihn polt, ei- «che Schritte angeordnet wurden, flüchtete der Russe in die Schweiz. Die rusfifche Regierung sandte einm Verhaftsbefehl an die schweizerischen Behörden und verlangte die AuS- lieferung K.'S. Derselbe wurde dann in Bern verhaftet. Dem rusfischen AuSli-ferunaibegehren fetzt nun ab« K. die Einrede entgegen, er fei Nchifift, mit anderen Worten ein politisch« Verbrecher und beanspruche deshalb die v»n der Schweiz solchen Personen gewährten Privilegien. Er habe jene Vergehen im Interesse des Nihilismus begangen und durch Fälschung und Betrug fich der Erbschastm zu bemächtigen gesucht, um der Partei der Nihilisten Mittel für ihre revolutionären Zwecke zu verschaffen. Diese Behauptungen sucht K. durch allerlei Nachweise zu erhärten. Die mit der Untersuchung betrauten Beamten nehmen die gedachten Einreden mit aller Vorficht auf. Sehr zu Ungunsten K.'S spricht nach der Anficht des oben zitirten Blattes der Umstand, daß er nicht den rusfischen Staat, sondem Privatpersonen um ihre Erbansprüche zu bringen ge- sucht und daß« daS Geld, in dessen Äefitz er in einem Fall gelangte, der nihilistischen Partei nicht abgeliefert, sondem für sich gebraucht hat. Immerhin wird jeder solcher Fälle genau untersucht werden müssen und so wird sehr wahrscheinlich auch das Äundesgericht zu entscheiden haben, ob daS Vergehen K.'s als politisches od« gemeines Vergehen zu betrachten sei. Siegt die letztere Auffassung, so wird K. ausgeliefert werden müssen. Frankreich. Clemenceau und andere Deputirte der äußersten Linken haben stch angeblich geweigert, den Antrag für die Amnestie zu unterzeichnen, da ste denselben nicht für zeitgemäß hatten. Rocheforr und Clovis Hugues w«den denselben nun auf eigene Faust einreichen. Die Regierung wird sich, wie verlautet, in dies« Frage vollständig neutral verhallen. — AuS Parts wird gemeldet, daß die auswärtigen Regierungen zu der Weltausstellung im Jahre 1889 mittels ZirkularS eingeladen wurden. Die Antworten stehen noch auS; es findet zuvor ein Gedankenaustausch unter den Kadi- neten statt. Von Deutschland wird leine Ablehnung erwartet. Italien. Sbarbaro hat Pavia, d« Stadt, die ihn zum Ab- geordneten gewählt hat, einen Besuch abgestattet und glänzende Äufnabme gefunden. Der München«„A. Z." wird darüber berichtet: Sbarbaro hielt im Teatro FraSchini vor eingeladenen Wählern seine Programmrede, welche die Hörer ziemlich lühl ließ, b-s er gegen das Ende stch als Apostel der Landfrage aufspielte und einige Ausfälle gegen den Minister Depretis machle. An das Wort Franz' C von Frankreich nach der Schlacht von Pavia erinnemo und seinen Wahlsieg als einm Triumph der Moralilät und des Gerechtigkeitsgefühls, sowie als eine Niederlage der Reaiemng interprenrend, gab er der Meinung Ausdruck, Depretis habe nach dies« Wahl ausrufen müssen:„Alles verloren, nur das Portefeuille nicht." Er, Sbarbaro, werde im Parlamente dafür sorgen, daß Ehre, Sittlichkeit und Gerechtigkeit weitere Eroberungen machten. Seine Parole sei:„Gerechtigkeit od« Barrikaden nach den Neuwahlen dürfe dem Ministeipräfidenten auch das Portefeuille nicht bleiben. Diese Tiraden riefen stürmischen Beifall hervor. Die Menge begleitete den Apostel vom Thealer bis zum Hotel der„Croce Bianca", wo ihm am Nachmiilag ein Bankett ge« Julius hat außerdem eigentlich garnichtS behauptet, w«wird gleich jedes Wort auf die Goldwage legen!" Die Gesellschaft täuschte fich gegenseitig. Jeder der Anwesenden war üb«zeugt, daß eS zwischen den beiden Streitenden niemals zu einem ernstliche« Konflikt gekommen wäre, sie glaubten aber Alle»«mittel» zu müssen, nur um ihrer eigenen Feigheit ein Kompliment zu machen. „Nun, dann ist e« gut", sagte Julius endlich, nachdem et. sich eine Zeitlang hatte zünden lassen,„wir wollen die Sache begraben sein lasse». Trinke« wir ein Glas auf da» Wohl-" „Des Fräulein Regine Wilson", rief Derjenige, welch« de« Zwischenfall provozirt hatte. „Meinetwegen. Jean, bringen Sie Sekt!" Der Kelln« stürzte diensteifrig h«bei und brachte das Gewünschte. Die kleine Gesellschaft v«gnügte sich üb« die glückliche Beilegung de« drohenden Streite», man erzählte Haarsträubeade Duellgeschichtm, dann kam man auf Skandal« geschichien, die in verschiedenen Familien passirt waren; ei war spät am Nachmittage, als man fich schließlich mit er- hitzten Köpfe» in weinseliger Laune trnnte. Die jungen Leute eilten in Droschke» nach ihren Woh- nungen, nur Julius blieb noch zurück. Er mußte den Aufenthalt in dem rauchigen Zimm« angenehm finde»; er hatte sich noch Wein bestellt und schaute stnnend in das funkelnde Gla». Seine Gedanken mußten ihn gänzlich in Anspruch nehme», et wußte kaum, daß eS allmälig ziemlich finst« geworden war, auf die Frage des Kellaers, ob er Licht an« zünden solle, hatte er ableh,e»d das Haupt geschüttelt. Wa» ihn eigentlich bewegte, war schw« zu errathe«. Zuerst hatte er gelächelt, dann war sei» Geficht allmälig «nst« geworden, mit zusammengezogene« Brauen sah« finst« vor sich hin. Plötzlich stand« auf, griff nach seinem U«b«jieher und verließ da« Restaurant. Er warf sich in eine Droschke und nannte dem Kutsch« geben wurde. An demselben nahmen die—... Wahlkomitecs, eine Anz hl Freunde und Wäbln wil Journalisten Theil. Gcg-n das Ende deS M#'',' erwanete, daß Sbarbaro auf die zablreicben TrfttjW warten werde, erschienen andere nickt eingeladene W im Saale, unter ihn>n einige tekanme Gegner v» weshalb einige T sckgäste den Ruf„Hinaus! tiM Dies rief Proteste sertens der Ande en hervor, und V eine kurze Prügelei. In den Läkm stimmte das o** versammelte Publckum ein, welches glaubte, daß versuche, sich Eba-baro's zu bemächttgen. Erst ali» auf dem Balkon zeigte und eine Ansprache hielt,• Ruhe wieder hergestellt. Spanien. Aus Madrid wird dem französischen Blatte ßf meldet: Die Regierung hat den Behörden an der? grenze, sowie den Konsuln und Konsular- Agenten' reich die eingehendsten Anweisungen zur Hebend republikanischen Flüchtlinge erlheilt, unter denen 8« gung herrscht. Um die Karlisten bekümmert man m obwohl dieselben offen erklär- n. daß fie für das jähr eine Massenerhebung vorder. i!en.— Der Zustl» dem Putsch von Äariagena schwer verwunSelejß Fajardo hat stch sehr verschlimmert. Man lürchtst' die Amputation des zweiten Beines erforderl-ch»#* — Auf den Philippinen werden seit dem Karolinen>> Befestigungswerke erweitert und andere Rüstunge»' etwaigen Kriegsfall gettoffen. In Madrrd fand vorgestern eine Demonffratils schäftiguvgsiosen Arbeiter statt. Dieselben dun» Straßen und verlangten Arbeit und Brod. Es'% schiedene Verhaftungen statt, jedoch wurden später� Verhasteten wieder entlassen. R n ß l a n d. Das neue russische Paßreglement, ist am r publizirt und ein Auszug daraus ist bereits in! blättern der preußischen Gcenzbezirke veröffentlicht. Z selben müssen Ausländer, welche nach Rußla»� fich im Befitz eines von rulstschen Gesandschaften• fulaten vifirten NationalpasseS befinden; mit ein» Visum müssen auch solche Nationalpässe versehen stj den Auiläundern während ihreS Aufenthaltes in dm dortigen ausländischen Konsulaten»ugeschickt w� Visum bat für die ganze, im Naiionalpaß angeg»? dauer Giftigkeit. Mit nicht vifi ten Auslandspaß Ausländer die rusfifche Grenze nur dann überschltii? dieselben nach dem Königreich Polen mit besonderer« gung deS Geneialgouverneurs und nach Polen üdw Grund einer von dem russischen Minister des JnnW Genehmigung reisen. Auf Grund eines nach vorstep ordnungsmäßigen Paffes darf jeder Ausländer fW. sechs Monaten in Rußland aufhalten; verbleibt ttn a« daselbst, so muß ec fich bei dem Gouverneur seiß haltSortes einen rusfischen Paß, ruski wid, auswir«' jenigen Ausländer, welche in Rußland nicht länflrt! Monate verbleiben und ungehindert in da» Auslas kehren wollm, haben, wenn fie fich in Städten auf« Oberpolizeimeister, resp. Polizeimeist«, wenn fie ins wo keine Polizeimeister find, von der örtlichen Polls ein Attest beizubringen, wodurch bescheinigt wird, dr reise des Ausländers kein Hindemiß entgegmsteht. stellung dieses Attestes ist ein Stempel von 60. KoA wenden. Wenn ein Ausländ« läng« als sechs» seinen Paß in Rußland zugebracht hat, so kann er A Grenze bei der Rückkehr nur dann ungehindert# wenn« fich im Besitze eines von dem Gouvernt*. Nationalpaß ausgefertigten Attestes oder eines ebenfalls von dem Gouverneur zu verabfolgendaf Auslandspasses befindet. Großbritannien, j Die Tage des jetzigm Ministeriums dürsten K „Daily Telegraph" meldet, die Regierung werde ment angehen, daß ganze frühere VnbrechenverM wieder in Kraft zu setzen mit Ausnahme der 3W*, die Richter ermächtigen, Prozesse ohne HinzuziehU� schworenen zu erledigen. Die Reform der Lokairegtl? zurückgestellt werden, bis die Macht der RationalW.! sei. Wenn das Parlament das neue ZwangSgesetz r■ werde das Ministerium seine Entlassung nehmen. « g y p t e n..j Trotz der englischen„Siege" scheinen fich die W, Rebellen im Sudan recht wohl zu befinden. Ein/, aus E u a k i m vom 17. d. meldet, daß die Reb«»' rührig find und hin und wieder auf die britischen M Patrouillen feuern. Zwischen Tamai und HoNy! augeblich 2200 Insurgenten. Eine Abtheilung sich nach Sinkat begeben.' ES heißt, daß den JnsuD Jassala acht Kanonen, hundert Kameelladungen sowie eine Anzahl Gewehre zugegangen find. In von Tamai wurde Kanonendonner vernommen.% son, der bisherige Befehlshaber d« englischen% Euakim,? hat ein Brigade- Kommando in Indien Dem�Daily�hrmick��kd�i������)��) W In: dem To! wenige Z Meucheln fidentscha stdent pli als imme über Best wen, voni unerwatt, «ahre h, regeln, r Neuem i tantenhao SM Tag Leihnach Vorlage genehmig wurden t tretenden folge für Staatssek Sekretär und der i fidentenai Amtsterw oder Vize has in sei lcsenen V der in l darf also setzeskraft die Adresse, die er gestern Abend von dem f Wiener CafS's erfahren hatte. „Es ist ganz egal," sagte« vor sich hin,»; es mein Unglück ist; ob es Liebe ist, was mich y ich nicht, jedenfalls kann ich gegen das Gefühl, kämpfen, mag der Alte thun oder lassen, was er ihm werde ich später abrechnen.". Der Wagen hielt schließlich vor einer% MieihSkasernen, an denen die Vorstädte vo» reich sind. J Julius Winkl« achtete nicht auf de» sich ihm so plötzlich fast unonmittelt zeigte. �,,1 wenige« Minuten noch in dem raffinirt auSg«!/, 1 staurant gesessen, sei« Blick hatte mit Wohlgefaü� eleganten Holztäfelung der Wände geruht, das® A so traulich eingttichtet, daß es kaum»och de» y eines öffentlichen Lokals trug; schwellende Soph�js Stühle von ausgezeichnet« Arbeit hatte« zum.i gelade»— jetzt stand« vor ein« ausgetreten � die nur spärlich von ein« flackernden GatflainiN wurde. mit Er stieg langsam mehr«; Treppen hinaus, j Etage war nicht erleuchtet. Er holte sein kostv� zeug hervor und leuchtete. An der einen ThÜ* f ein kleine» Porzellaaschild mit dem Namen d«, welches« suchte. (Fortsetzung folgt.) Ans Kunst«nd lejrtjv LoutsenstädttscheS Theater. ES wttd M in großen Lettern an den Säulen prangende lav» „Abracadabra" aufgefallen sein. Tasselbe ist W pr Novität, welche am 3. Februar nach Schluß der a im Louisenstädtischen Theater in Szene gehe» Stück dürfte das einzige in seiner Art und hier �# n't gesehen worden sein. In Abracadabra ist n«" r gefügten Handlung dem Gesang und einem grov it— Säbln B , M-M isr| Kl ■äS W* ilattc Ä an dn f Maenten« Uebtio* i»ntn gj man% da» :r Znsts hä l'ch. nx» itolintfl listung«« onlrttfa t du fpatnP t am% itS in S itlifftt. WkM -haften» nlt«in» !KÄ chicktw«» aagegun landspann bersch-ii� sonderet' len üdq sJ-n«M h vorstv' ider% tibi er ncur b ouöi t lonflft, it Ausl len o st- w tn$ol wird, k n steht. GO.ßoi sechS «emeldet, daß der todtgeglaubte Jnsuraertenchef OSman )igma, nachdem er den AI Geden-Stamm unweit Keren aus Rache für die Rolle, die er in der Schlacht spielte, die den Entsatz don Kassala ficherte, gänzlich oeinichtet, in östlicher Richtung marschire, um den adeffynischen General Ras Alula aniugreisen. Osman soll auch die Abficht baden, Mastauah «nzuareifen, und mit den Rebellen in der Nachbarschaft von Suattm gegen die Garnison dieses Platzes zu operlren. Aus diesem Grund«, sowie auch in Folge der verdächtigen Hallung der Einwohner, soll die Besatzung von Suaktm verstärkt wer« den. Zwei sudanestsche Delegirte find in Kairo mit Briefen von den Führern der Mahdistenbewegung angekommen. Der Zweck ihres Besuches ist, gewisse Vorschläge zu machen. Amerika. In den Vereinigten Staaten von Ameiika hat fich seit dem Tode deS Präfidenten Garfield, der im Fahre 1881 wenige Monate nach seinem Amtsantritt das Opfer eines Meuchelmordes wurde, die Regelung der Nachfolge in der Prä« fid< nischast für den Fall, daß der Präsident und der Vizepräsident plötzlich sterben oder untauglich zur Verwaltung werden, alS immer dringlicher herausstellt. Eine Grsttzvorloge, die dar- über Bestimmungen traf, wurde zwar vom Senate angenom- men, vom Repräsentantenhause aber abgelehnt. Der ebenfalls unerwartete Tod des Vizepräfidenlen Hendricks!m vorigen Jahre hat die Nothwendigkeit, jene Angelegenheit besser zu regeln, wie dies durch die Verfassung geschehen ist, von Neuem erwiesen, und diesmal hat fich das Repräsen« tantenhaus willfähriger erwiesen. Dasselbe hat vor eini- gen Tagen mit 183 gegen 77 Stimmen die bereits vor Weihnachten vorigen Jahres vom Ee-ate angenommene Vorlage über die Nachfolge in der Pröfidentschast ebenfalls genehmigt. Alle dam eingebiachien Abänderungsvorschläge wurden verworfen. Nach der Vorloge werden in Zukunft ein- tretenden Falle? die KabinetSminister nach bestimmter Reihen« folge für das Ptajibtnltnaml berufen, und zwar zuerst der Staatssekretär(Minister de« Auswärtigen), noch ihm der ™ Schatzamts(Finanzminister), der Kriegsminister und der Generalanwalt. Derjenige Minister, welcher daS Pia- fldentenamt übernimmt, soll dasselbe bis zum Schlüsse deS AmtSterminS bekleiden, für weichen der verstorbene Präfident oder Vtzeprästdent gewählt worden war. Präfident Clcveland Hai in feiner bei Eröffnung des gegenwärtigen Kongresses ver- lesenen Botschaft die Nothwendigkeit der gesetzlichen Regelung der in Rede stehenden Angelegenheit gleichfalls betont' man darf also annehmen, daß er der Vorlage, damit dtefelve Ge- setzcskrast erlange, seine Zustimmung geben wird. Parlamentarisches. nnntV .9 idert iL ouvern«? ein-i � ilgend« Wien werde" isgese» I hmen. 14 Ä t R-belH ung«Q nS-g Halben— welches die jährliche einmalige Revifion herheiführen wollte, angenommen. Ebenso wurde noch Ablehnung der von nationalliberaler Seite beantragten Abänderung, statt Gewerbe- gnichte nur geweibliche Schiedsgericht« zu verlangen, die 2. Resolution Dr. LüberS mit einer von demselben akzeptirten Modifikation mit allen gegen 1 Stimme(Dr. Hartmann) an- genommen. Die Resolutionen lauten: L Der Reichstag wolle beschließen: Den Herrn Reicht kanzler aufzufordern, die Vermeh- rung der Zahl der mit der Beauffichtigung der Fabriken betrauten Beamten(§ 139b) unter gleichzeitiger Verkleinerung der Aufstchttbezille überall da herbeizuführen, wo fich daS Bcdürfniß einer solchen Vermehrung zur voll- kommenen Erreichung der Auffichtszwecke bereits heraus- gestellt hat oder noch herausstellen wird. Ii. Der Reichstag wolle beschließen: Den Herrn Reichskanzler aufzufordern, dem Reichstag den Entwurf«ine» Gesetz, betreffend die obligatorische Einführung von Gewerbegerichten, mit der Maßgab« baldthunlichst vorzulegen, daß die Beifitzer derselben zu gleichen Theilen von den Arbeitgebern und von den Arbeitern in getrennten Wahlkörpem und in unmittel- barer gleicher und geheimer Abstimmung gewählt werden. In der Kanalkommission hat gestern der Abg. Hasenclever folgende Resolution eingebracht: Der Reichstag wolle beschließen: Die Verbündeten Regierungen aufzufordern, bei Ueber« trugung de« Kanalbaus an den preußischen Staat bie Bedingung zu stellen, daß die an dem Bau beschästig- ten Arbeiter mindestens den in der Provinz Hol- stein üblichen durchschnittlichen Tagelohn erhalten. Zakales. ngen fchen Jj Indien unten« was Uolge mehrfacher Inkorrektheiten bei Ausstellung H? 5-> Attesten und Gutachten von Medizinalbeamten UZNMMM g&a&'&jr ä sää '*»• ä; studiren gement unter Cicimera's »m dasselbe gebraucht, und der Behörde, welcher es vorgelegt werden soll: 2) die etwaigen Angaben deS Kranken oder der Angehörigen desselben über seinen Zustand; 3) bestimmt ge- sondert von den Angaben zu 2. die eigenen thatsachlichen Wahrnehmungen deS Beamten über den Zustand des Kranken; 4) die aufgefundenen wirklichen Krankheitserscheinungen; 5) da» thatsSchlich und wissenschaftlich motivirte Urtheil über die Krankheit, üb.r die Zulässigkeit eines Transport« oder einer Haft, oder über die sonstgestellten Fragen; 6) Vre drensteidliche Versicherung, daß die Miltheilungm des Kronken od-r seiner Angehörigen ad 2 richtig in da» Attest aufgenommen find, daß die eigenen Wahrnehmungen deS Ausstellers(ad 3 und 4) überall der Wahrheit gemäß find und daß da» Gutachtrn auf Grund der eigenen Wahrnehmungen des Ausstellers nach dessen bestem Wissen abgeaeben ist. Außerdem müssen die Atteste mit vollständigem Datum, vollständiger NamenSunt-rschrift. insbesondere mit dem AmtScharakter des Auiftlleis und mit einem Abdruck des Dienststegels versehen sein, ferner müssen die Atteste auch den Ort und den Tag der stattgefundenen ärztlichen Unt.rsuchungen erthaiten. Diese Bestimmungen finden auch auf diejenigen Atteste der Medizinalbeamten An- Wendung, welche von ihnen in ihrer Eigenschaft als praktisch« Aerzte zum Gebrauch vor Gerichtsbehörden ausgestellt werden. Hierbei ist zu bemerken, daß bei Ausstellung von Zeugnissen in Hastangclegenhellen die Wahrscheinlichkeit einer Veftchlimme- rung de« Zustande« eineS Arrestanten bei sofortiger FrerheitS- entziehung kein genügenender Grund ist, die einstweilrge Aus- setzung der Strafvollstreckung als nothwendig zu bezeichnen. Es müssen vielmehr die Medizinalbeamten selbst überzeugt sein und nach den Grundsätzen der Wissenschaft durch die selbst wahrgenommenen Krankheitserscheinungen motiviren können, daß von der Haltoollstreckung eine nahe, bedeutende und nicht wieder gut zu machende Gefahr für Leben und Gesundheit zu ��in�sehr merkwürdiger Fund ist bei den Ausschach tungen zum neuen Eckgebäude der Kaiser Wilhelrnstraßr, an der Burgstraße auf dem Grunde des früheren Hotel de Sare Tage gekommen. In einer Ti-se von 7 Metern wurde ein ..: altes Bollwerk bloßgelegt und neben demselben weiter unten lag ein vollständiges Fahrzeug von der Breit« eines aroßen Spreekahnes(3 Meter), die Bordtheile jedoch nur 0,60 hoch, also ähnlich wie ein sogenannter Prahm. Es ist ganz aui Eichenholz, die Rippenbalken sowohl wie die Wandbretter und der Verband ist durch hölzerne Nagel bewirkt, doch find auch einzelne sehr rohe eiserne Klammern angebracht, die Fugen mit Waldmoos ausgestopft. Die Länge Hot noch nicht fest- gestellt werden können, bis jetzt find 4 Meter freigelegt. Mehr Interesse, als daS Fahrzeug selbst, erregt die Stelle, an welcher eS liegt. 30 Meter vom Ufer der Spree und noch um 10 Meter innerhalb der alten um 1280 gebauten Stadtmauer konnte doch nach dem Bau der Letzteren die Spree nicht mehr reichen, ein Schiff also hier nicht so tief verfinken. Die Ausbreitung der Spree bis an diese Stelle lann höchsten? bis zur Erbauung der Stadtmauer angedauert haben und wenn jetzt dort in einer Tiefe, die dem Grunde der Spree gleichkommt, ein solches Schiff gefunden wird, so kan» dasselbe spätestens in der Zeit versunren sein, in welcher die Stadt Berlin daS Terrain der damaligen Neustadt zwischen Königs- und Neue Friedrichstraße bebauen und mit der erweiterten Stadtmauer umziehen ließ. DaS Schiff wäre also in der ersten Zeit de» Bestehens der Stadt Berlin, vielleicht aber auch noch in der wendischen Zeit im Gebrauch gewesm und da man aus jener Zeit nur kleine Kähne, �genannte Einbäume, gefunden hat, so wirst dieser Fund ein neues Licht auf die Perkehrsverhält- niffe zu Waffer vor 6—700 Jahren. Man bemüht fich, daS Fahrzeug möglichst sorgfältig herauszugraben und seine Länge und Form noch genau zu bestimmen. Ein wettere« Stuck vom alten Berlin, daS in weite. sten Kreijen bekannte WirthSdau«„Zum ThÜrmchen" und die angrenzenden anderen allen Gaitenloiale m der Kreuzbergstraße, dürfte demnächst von der Bildfläche verschwinden. Wie eine Lokalkorrespondenz wissen will, sollen diese Grundstücke von einer hiestgen Firma angekauft worden sein und demnächst parzellirt werden. Die Wirthe sollen jedoch immerhin noch auf ein Jahr Kontrakt haben. Daß i« Geldsachen nicht nur die Gemüthlichkeit aufhört, sondern auch eng verwandtschaftliche Bande wie ZwirnSfäden zerreißen, ist in unserer materiellen und realistischm Zeit nichts Neues. Einen sehr drastischen Beillag hierzu theilt die„Allgem. Fleischer-Ztg.' ingFolgendem mit: Ein in in Schlächterkreisen bekannter Mann, der Lederhändler N., war Vormund einer sehr reichen, jungen Dame. Wenn sein Spe- kulationsftnn ihn nun auf die Idee brachte, besagtes Mündel für seinen heirathStähigen Sohn zu akquiriren, so konnte man es ihm als Vater eigentlich nicht verdenken, weniger natürlich aber wird man es finden, daß er fich von seinem Sohne, der gern auf daS HeirathSprojekt einging, eine Provtfion von 10000 M ausbedana. Es wurde die Abmachung getroffen, daß der Sohn diese Summe am Hochzeitstage in einem Blanko- Akzepte beim Vater deponiren, und dies Werthpapier ihm bei der dereinstigen Erbschafts-Regulirung in Anrechnung gebracht werden sollte. Da die Neigung der jungen Leute eine gegen- seitige war, so machte eS keine Schwierigkeiten, die Partie zu Stande zu bringen. Bald darauf entstanden zwischen Vater und Sohn Differenzen, der letztere gründete ern eigenes Ge- M 0 v -- R schäft, und Konkurrenzneid bewirkte schließlich einen völligen Bruch zwischen beiden. Da griff der Vater N zu einem recht unedlen Mittel, seinen Sohn in Verlegenheit zu bringen. Aller Vereinbarung Hohn sprechend, ließ er demselben eine« Tagei den von ihm akzeptirten Wechsel über 10000 M. zur Zahlung präfentiren. Herr N. jun. wollte oder konnte nicht zahlen� und sofort ging der Vate mit einer Wechseltlage gegen ihn vor, auS welcher er als Sieger hervorging. Schon wollte der GerichSvollzieher seines Amte» wallen und zur Pfändung schreiten, da erschien als Retter in der Roth ein dem Bedrängten befreundeter Schlächtermeister, der die 10000 M. vorstreckte und dadurch die Anschläge de« freundlichen Papa verettelle. Ein grober Exzeß wurde am Montag Nachmittag vor dem Moabiter Kriminalgericht verübt. Drei junge Burschen, augenscheinlich der Zunft der Zuhälter angehörig, betrugen fich im Vestibül so lärmend, daß fie der Botenmeister zur Ruhe und zum Verlassen des Gebäude» auffordern mußte. Da diese Aufforderung nichts ftuchtete, ergriff er den einen der Burschen, um ihn hinauszuwerfen; er hatte aber dessen Kraft unterschätzt; denn der Bursche griff den bejahrten Botenmeister bei der Kehle, würgte ihn und riß ihm den Rock entzwei. Der Portier sprang zwar zur Hilfe, aber nun legten fich die anderen beiden Bur- schen ein. Da die Gerichtsstunden schon vorüber waren» konnten die Beamten von ihren Kollegen keine Hilfe bekommen; es gelang ihnen jedoch, die Exzrdcnten bis auf die Straße zu drängen. Endlich kam ein reitender Schutzmann herbei. Doch auch diesem wurde eS schwer, die wüsten Gesellen zum Rück- zuge zu zwingen. Wiederholl mußte er auf daS Trottoir und in das Kleeolatr hineinreiten, bt» fie e« endlich gerathen fanden, ihr Heil in der Flucht zu suchen. Die Entstehung deS Chenille-Affen. Der Feuilletonist der„Hamb. Nachr." erzählt nach den Mtttheilungen eines Pariser Gewährsmannes: In der Rue St. Denis befindet fich in einem der alten Häuser, im Hof drei Treppen, die ärmliche Wohnung einer alten Frau, deren Tochter Kunstblumen und allerlei Trödel, wie ihn gerade die Mode verlangt, fabrizirt. Die Tochter ist hübsch und hat einen Geliebten, der als Elfen- belli- und Bernsteinbildhauer bei einem Zigarrenspitzenfabrikanten thätig ist. Er bringt fich schlecht und recht durch, aber mit den Heirathsausfichten hatte es gute Wege. Die kleine Blumen- macherin aber liebt daS Leben und die Freude, und es war schon ein paar mal vorgekommen, daß der brave Elsässer nach Feierabend nach dem Hause in der Rue Et. Denis kam und die Geliebte nicht vorfand, ohne daß die Mutter einen glaub- würdigen Grund für die Abwesenheit der Tochter anzugeben wußte. Sie hatte fich eims Abends wieder gclangwetit und irgend ein Vergnügen aufgesucht, als der Liebhaber erschien, um die kleine Blumenmacheiin zu einem Spaziergang abzu» holen. Die Mutter, die im Nebenzimmer kräntelnv im Bette lag. ricf ihm zu, er möge fich nur gedulden. Und er setzte fich an den Arbeitstisch, der mit Perlen, leichten Stoffen, ge- färbten Mousselinläppchen und Gaze bedeckt war— und wartete. Sie kam nicht; er begann im Stillen zu zürnen. Dabei zerzupfte er kleine Feder- und Etoffabschnitzel, die hei Umlagen, er wickelte die bunte Draht. Chenillc, au» der die Ränder zierlicher Chenille- Blumen gemacht werden, in nervöser Erregung um die Finger, und wie er fie so bog und drückte, entstand ein vierveimgeS Miniaturwesen, dessen Abstammung vom Affengeschlecht auf den ersten Blick erkennbar war. Der Schöpfer dieser ZufallSkreatgr lächelte boshaft. Wenn man von seiner Geliebten an der Nase herum- geführt wird, verlernt man endlich die Galanterie, und wer widersteht schließlich der Versuchung, fich zu rächen. Der Meerschaumschnitzer formte etwa ein Dutzend solcher phantasti- scher Geschöpfe mit gelben Leibern und larminrotben Glieoern, er stellte fie auf, räumte den übrigen Kram bei Seite, daß die ironische Huldigung den Blicken der Ungelleuen nicht entgehen möge, und schlich fich davon. Die Blumenmacherin hatte den Abend in Gesellschaft einiger Freundinnen und deren Verehrer zugebracht; als fie in der Rue St. Denis ankam, huschte fie in die Schlafkammer. Der Streich des Liebhabers mißlang. Der nächste Morgen fand die Alle schon früh auf den Beinen, fie besorgte die Ablieferung der Arbeit ihrer Tochter; während da» leichtblütige Geschöpf noch von dm Freuden de« vergange- nen AbendS träumte, raffte fie Alle» zutammen, wai fie an fertiger Waare auf dem Tische in der ArbettSstube fand und trat die Wanderung nach einem weitabgelegenen Boulevard an, wo fich das Geschäft ihres Abnehmers befindet. Der Kaufmann kontrolirte den Inhalt der Schachtrln, mit einem überraschten Lächeln zog er die Kette der bunten Affen heroor: „Ah. charmant, daS ist eine Idee— o fie hat Witz, Ihre Kleine l" rief er,„ich denke, davon werde ich erwaS verkaufen. Sie soll mit nur gleich ein paar Hundert liefern. Eilen Sie! Die Alte fuhr mit dem Omnibus, um ihrer geliebten Kleinen die Bestellung zu überbringen. Die Tochter glaubte, die Mutter träume noch, denn fie wußte ja nichts von dem Zeitvertreib ihres Bräutigam», und da fie ohnedies nicht auf- gelegt war, zu arbeiten, ließ fie die Mutter reden, ohne fich daran zu kehre«. In den Nachmittagistunden erschien der Liebhaber im Hause der Blumenmacherin.„Ich komme vom Boulevard!" rief er in zorniger Erregung.„Ich habe dort nnen Mann gesehen, der Affen verkauf,, kleine Affen, wie ich fie gestern hier an diesem Tisch gemacht habe, Ihnen zum Spott— man reißt fich förmlich um vi: Geschöpfe meines ge- rechten Zornes— Sie haben fie verkauft?".... Die Eni- legentlich seines 40jährigen KünstlerjubiläumS(1870) zu theil. Im Jahre 1880, gelegentlich feines 50jährigen KünstlerjubiläumS, brachte auch Richard Wagner dim Sänger ein Ovationsschreiben in poetischer Form dar, welches damals die Runde tn der ganzen Presse machte. Frommer Rummel tn Trieft. AuS Trieft von 17. d. wird geschrieben: In unserer Stadt spielt fich seit einiger äeit, den Augen der intelligenten Bevölkerung verborgen, eine omödie ab, die man füglich als lächerlich bezeichnen könnte, wenn fie nicht schon einen Theil des VolkeS exaltirt hätte und immer weitere Kreise zu erlassen drohte. In einem Hause der Via bei Monte wohnt nämlich bei einer Wiltwe ein junger Mann aus Laibach, ein schmächtiger, krankhaft aussehender Mensch. Derselbe hatte schon bei den im August verflossenen Jahre» im Karstdörfchen Pliskovizza vorgefallenen„Wundern", wegen deren bekanntlich drei Personen abgestraft wurden, eine Rolle gespielt. Seitdem behauptet er, die Mutter Gottes be- gnade ihn häufig mit ihrer Nähe. Sie sei ihm vor einigen Monaten in Pliskovizza erschienen und habe ihm, auf ein schwär/ und graues Gewand deutend, be- fohlen, nach Trieft zu gehen und daselbst einen neuen Orden, den der unbefleckten Empsängniß Mariä, zu gründen.— Nach langem Suchen habe er daS von der Mutter GotteS zur Ordensgründung angegebene Zimmer, eben daS von ihm bewohnte gefunden. Der Fllisterzbischof v. Görz habe ihm nach einigen Einwänden gestattet, die vorbereitenden Schritte einzuleiten. Hierauf wurde die Komödie inlzenirt. Der Anblick, der fich dem Beschauer beim Eintritte in das von Gläubigen, namentlich weiblichen Geschlechtes, niemals leer- werdende«heilige Gemach" bietet, ist ein lächerlicher und ab« stoßender zugleich.— Die eine Ecke des Zimmers nimmt ein armseliger Altar ein, auS einem weißverhangenen Tisch, einem mitKotrUonorden behangeneNWachSbilve und zwei rohgezimmerten Betstühlen beflehend.— Auf einem der letzteren kniet gewöhn- lich der„Begnadete", in die von einer Modonna anbefohlene Tracht, eine grau-schwarze Tunika, gehüllt; der eine Sohn der Witwe leistet ihm Mcßnerdienstc. Von Zeit zu Zeit durchläuft den Körper dcS..Stifter«" krampfhaftes Zucken; mitunter fällt er ohnmächtig hin. Bei seinem Erwachen erzählt er den andächtig Zuhörenden, waS die Mutter Gottes ihm geoffenbart habe. An eincm Tische desselben Zimmers fitzt vor einem großen Buche der ältere Sohn der Wittwe und notirt emfig die Namen der trommen, die fich in den neuen Orden aufnehmen lassen; die ahl derselben beträgt schon über 1200. An einem anderen Tische fitzen zwei Frauen, die unablSsfia beschäftigt find, aus grauen und schwarzen Bändern und kleinen Medaillen Amulete zu verfertigen, die an die Frommen verkauft werden. Der Ordensstiftcr ist gestern mit dem Register der in den neuen Orden Aufzunehmenden nach Görz gereist, um vom Fürst. erzbischof die definitive Erlaubniß zur Gründung deS Ordens zu erlangen. Inzwischen scheint fich die Polizei, durch die Be- wohncr des„begnadeten" Hauses aufmerksam gemacht, der Sache bemachtrgen zu wollen. Vorläufig hat die Wittwe Colombo, rn deren Haus die Komödie fich abfpielte, ein Verhör zu bestehen gehabt. Meteor und Erdbeben. Aus Tschembar in Sibirien wird von wunderbaren Naturerscheinungen berichtet, die in , Ä. iu? 4. Januar beobachtet wurden. Um 1 Uhr NachtS strich ber plötzlich aufkommendem Winde niedrig über der Stadt ein Meteor hin, welches außerhalb der Stadt. beim großen Wege, unter Donnergetöse zerplatzte. Hierbei wurde einem deS Weges fahrenden Bauer daS Peerd auf dem Fleck erschlagen. Der Mann war leider so bestürzt, daß er nichts Näheres anzugeben wußte und nur zu sagen verstand. ein„feuriger Drache" sei dahergekommen und habe das Pferd erschlagen- Z-hn Minuten später wurde ein starker an eine Explofion erinnernder Knall gehört, so daß der Garnisonchcf eine Patrouille zum Pulverkeller schickte, weil er annahm, daß derselbe in die Lust geflogen sei. Kaum hatte er jedoch de r Befehl«theilt, als das Getöse fich wiederholte und ein he f. tige« Schwanken des Erdreichs verspürt wurde, welches etwa V» Minute anhielt. Während der Erschütterung stürzte das Dach des Haufes Plaßttn ein und an einem anderen Hause stürzten die Schornsteine um. Hängelampen in den Hauser.c geriethen inS Schwanken; auf dem See barst da» Eis und die Schollen thürmten fich übereinand« auf. Die Erschütterung wmde in d« Stadt in verschiedener Stärke verspürt; während fie im Stadttheil„Polltenki" kaum bemerkbar war, konnte man auf dem Marktplatz kaum noch auf den Beinen stehen. Zu derselben Stunde wurden Erdstöße und unterirdisches Getöse auch in den 20 Werst von der Stadt entfernten Spizvni Chutora empfunden. tflftarg de» ElsaffnS legte fiS. al» man ihm die Worte de» Kaufmann» wiederholte.— Noch am selben Abend setzten stch die drei Leute hin, bi» tief in die Nacht hinein verarbeiteten sie die Sbenille; ein Heer bunter Urwalddewohner hüpfte am anderen Morgen au» dem Geburtehau» der neuesten Spiel. zeugmode hinau», und Pari» fand Wohlgefallen daran— gleich unS. Die Bestellungen des Kaufmanns, der eine Menge fliegender Händler in Nah ung setzte und gleich viele Tausende Dutzend auf den Markt werfen wollte, überstiegen die Lerstungs. fühigkeit der drei Leute, ste improvifirten eine förmliche Fabrik. Die Leute in der Rue St. DcntS sollen dadurch inne-halb vier Wochen ein Vermögen verdient haben. Man übertreibt bei solchen Gelegenheiten gern ein wenig, aber nach meiner Mei- nung ist eS genug, wenn die Leute so viel verdient haben, daß die Blumenmacherin und der Spitzenschneider einen Hausstand begründen und einigermaßen flott leben können. Der Affe hat ferne Schuldigkeit gethan- er kann gehen. Ein grauenvoller Fund, nämlich der rrne» vollständigen Gerippe» einer menschlichen Leiche, wurde vor einigen Wochen in einer Schonung der königlichen Forst bei Köpenick in der Nähe der IFörsterei Canne gemacht. Herr Förster CaSver machte damals von dem Funde Anjeigc. das Gerippe wurde befichtigt, und auS dem Zustande desselben,— die Knochen hingen nur noch theilweise an einzelnen, noch nicht verwesten Sehnen zusammen.— der Schluß gezogen, daß die Leiche min. destenS dereit» zwei Jahre an dem Pfundorte gelegen haben müsse. Der Förster erhielt behördlicherseits den Auftrag, die Knochen in Verwahr zu nehmen; bis jetzt ist aber noch keine Verfügung über die Beerdigung der traurigen Ueberbleibsel ge- Kossen worden. c„... Mittheilunge« über die Bewegung der Bevölkerung der Etadt Berlin. In der Woche vom 25. v. M. bis 31. v. M. fanden 211 Eheschließungen statt. Lebendgeboren wur. den 619 Kinder, darunter 70 außerehelich. Todtge boren waren 27 mit 7 außerehelichen. Die Zahl der Sterbefalle betrug 37S. Von dm Gestorbenen erlagen an Masern 8, Scharlach 3, Rose 2, DiphtherttiS 23, Bräune 1, Keuchhusten 11, kKindbettfieber 1, Typhus 4, Ruhr—, Syphilis—. Altersschwäche 14, Gehirn. schlag 14, Lungenentzündung 25, Lungenschwindsucht 50, Diarrhöe 6, Brechdurchfall 2, Magendarmkatarrh 6. Durch Vergiftung kam 1 Person um, und zwar durch Alkoholver. giftung(Delirinm tiemena). Eines gewaltsamen Todes star» den 7 Personen, und zwar durch Verbrennung 1, Ueber» fahren 1, Sturz oder Schlag 2, Erhängen 1, Ertrinken 2. Hierunter find 4 Todesfälle durch Unglücksfälle, 3 durch Selbstmord herbeigeführt. Unter den Gestorbenen find 162 inkl. 25 außereheliche Kinder unter 5 Jahren, also, 43,2 pCt. Im Alter von 5 bis 15 Jahren starben 25, 15 biS 20 Jabren 4, 20 bis 30 Jahren 22, 30 bi» 40 Jahren 38, 40 bis 60 Jahrm 65, 60 bis 80 Jahren 51, über 80 Jahre 8 Personen. Im ersten LedmSjahre starben 96 eheliche, 16 uneheliche, zusammen 112 Kinder, and zwar im 1. Monat 81, 2. Monat 11, 3. Monat 9, 4. Monat 13. 5. Monat 7, 6. Monat 4, 7. Monat 7, 8. Monat 6, 9. Monat 5, 10. bis 12. Monat 19. Davon waren ernährt mit Muttermilch 22, Ammmmilch 2, Thiermilch 59, Milch. surrogaten-, gemischter Nahrung 14, nicht angegebener Nah. rung 15. In hiesigen Krankenhäusern starben 103, einschließ. lich 12 Auswärtige, welche zur Behandlung hierhergebracht warm, und zwar: im Elisabeth> Krankenhaus 6, Elisabeth. Kinderhospital—, Bethanien 7, Friediicheba n 26, Hedwigs« Krankenhaus 11, Jüdisches Krankenhaus 1, Klinikum 7, Univer- fitäts. Frauenklinik 1, Augusta- Hospital 5, LazaruS-Krankm. haus 5, Mtlitär Lazareth 1, Städtisches Krankenhaus Moabit 16, Charit 17. Auf die 13 Standesämter vertheilen sich die Todesfälle folgmdeimaßen: Berlin. Köln» Dorotheenstadt 17, Fricdrichstadt 11, Friedrich, und Schöneberger Vorstadt 14. Friedrich, und Tcrnpelhofer Vorstadt 29, Louisenstadt jm« seits 43, Louismstadt diesseit» und Neu. Kölln 39, Stralauer Viertel 53, Königstadt 22, Spandauer Viertel 27, Rosenthaler Vorstadt 45, Oranienburger Vorstadt 27, Friedrich. Wilhelm. stobt und Moabit 15, Wedding 33. Die Lebendgeborenen find 34,3, die Todtgeborenm 1,5, die Sterbefälle 20,8 pro Mille der fortgeschriebenen Bevölkerungszahl(1 315 913). ES wurden 1106 Zugezogene, 1473 Weggezogene gemeldet, so daß sich die Bevölkerung mit Einrechnung der nachträglich gemcl. vetm Geborenen um 222 vermindert hat; die Bevölkerungs- zahl beziffert sich sonach am Schlüsse der BerichtSwoche auf 1 315 691. Die Zahl der in der Woche vom 3. bis 9. d.M. zur Meldung gekommenm JnseklionS-Erkrankungsfälle betrug an Typhus 19, Masem 97, Scharlach 38, Diphtheritis 134, Kindbetlfieber 6. Die größten Zahlen unter diesm Erkran. kungen entfallm auf EtandeSamt VII mit 72, XHl mit 29, X mit 28, IV mit 23 Fällen. Gerichts-Zeitung. Breslau. Du sollst Vater und Mutter ehren u. s. w. — Dieses Gebot hat der Stellenbefitzer Karl Stolke auS Tannenwald und dessen Ehefrau gewiß frühzettig vergessen, wenn ihnen dasselbe überhaupt jemals beigebracht ist, und und hatten fich Beide am 14. d. M., der„B. M. Z." zufolge, vor der Strafkammer l beim hiefigm Landgericht zu verant« wortm. Beide find beschuldigt, am 4. Juli vorigen JahreS die Mutter des Stolke, Frau Amalie Stolke, gemeinschaftlich mittelst eineS gefährlichen Werkzeuges mißhandelt zu haben. Der angellagtm Ehefrau wird außerdem»ur Last gelegt, an demselben Tage ihre Schwiegermutter mit dem Verbrechen de« TodlschlageS bedroht zu haben.„Sie find schon vorbesttaft?" hebt der Vorfitzende, fich an Stolke wendend, an.—„Jaja", entgegnete Stolke leichthin,„wegen a dtffel Hulz."— Die hierauf folgende Verlesung der Vorstrafen ergiedt, daß es mehr als„a bissel Hulz" gewesen sein muß, wa» Stolke im Laufe ?lahrzt' und darum nehmenSwerth gewn. eine» Jahrzehnts befitzenS. den. Der Angeklagte ist viermal wegen Diebstahl, daS letzte Mal mit sechs Monaten, bestraft. Auf die Frage, od daS so richtig sei, bestnnt fich Stolke einige Augenblicke und erwidert dann:„Jaja, ganz recht, ich had's auch abgemacht I" Gefragt, «aS er auf die heutige Anklage zu erwidern habe, beginnt Stolke sehr lebhaft:„Meine Herren, ich denke, eS ist da» Beste, ich erzählt Ihnen die ganze Beschichte von Anfang bis zu Ende so, wie fie fich zuaetrage hat. A bissel schuldig bin ich ja. DaS stimmt und ich will'S auch gar nicht leugnen, Zeugen brauchen wir nicht, weine Mutier kann auch nicht mehr sagen—„Fangen Sie nur an zu erzählen, ober bleiben Sie bei der Sache," spricht der Vorfitzende, den Wortschwall des Angeklagten unierdrechmd.— ,�ch habe nämlich ein Stück Wiese," hebt Stolke nunmehr an,„und da« wollte ich gern verkaufen, weil ich nothwendig Geld brauchte. Ich war auch schon mft einem einig, der wollte mir 450 Thlr. ficben AlS wir nun die Sache fest machen wollten, lief meine Mutter zu dem Käufer'nüber und schwärzte mich da so sehr an. daß aus dem Geschäft nichts wurde. Ich mußte abn Geld haben und die Sache kam a so wert, daß»ch 175 Thaler weniger kriegte. Darüber war ich nu ganz verzweifett. Ich wollt« inS Waffer gehen, ich hatte schon meinen Knüppel in die Stube geschmissen und mein« Frau und meinen« ndem „adje" gesagt. Wie ich da auf dem Wege zum Wasser tn den Hof trete, kommt mcine Mutter daher. Wilde wie ich war. kriegt' ich eine Gerte, nicht dicker al»«ine dünne Sende, zu packen und gab damit der Alten a paar. Ich Hab fie dabei auch tur, und lang geschimpft, daS stimmt. So rst Vre Sache gewesen, meine Herren, ich sag's Ihnen ja balde!— �Wrr find noch lange nicht fertig", bemerkt der Vorfitzende.„Sie haben unS ja bis jetzt gar nicht» von dem Verhalten Ihrer Frau anjenem Tage er.ählr. Ihre Frau soll Fhnen, als Sie Ihre Mutter schlugen, zuzeiufen haben: ,£au ju, hau gu, schlag hnÄ A todt!" Auch soll Ihre Frau die Mutter daS A den Haaren er- griffen, mit dem Kopf gegen die Eide gestoßen und dann mit Schlägen über die Straße getrieben haben.„Stimmt das auch?"—„Nee, nee, a su schlimm war'S nicht", entgegnete Stolke.„Meine Frau hatte die Mutter a Bissel bei den Haaren, da» war aber auch alleS!"— Der alsdann al» Zeuge gehörte Stellenbefitzer Karl Weinert bestätigt dm Jnhaft der Anklage vollauf. Weinert, der Stolke gegenüber gewohnt, erzähtt, er habe gehört und gesehen, wie Stolke unter den gröblichsten Schimpfreden seine Mutter mit einem mehrere Fuß langen Knüppel, der so stark wie ein dicker Daumen gewesm, mehr- malS über den Kopf gehauen und wie Frau Stolle durch dm erwährten Zuruf ihren Mann angefeuert. Bald darauf sei Frau Stolke über ihre Schwiegermutter hergefallm, habe fie zuerst mit dem Knüppel geschlagen, dann zu Boden geworfm und fie mit den Fäusten traktirt. Hierauf habe Frau Stolke ihre Schwiegermutter auf die Straße gestoßen und immer weiter auf fie losgeschlagen. Die derart Gemißhandelte sei schließlich zu ihm— Weinert — geflohen und er habe der nacheilendm Frau Stolle energisch bedeuten müssen, die alte Mutter nicht weiter zu behelligen. Der Vorsttzende will hiermit die BeweiSauf- nähme schlteßm. Stolke verlangt jedoch, daß seine Mutter ver« nommen werde. Dir» geschieht. Frau Amalie Stolke, eine anscheinmd geistig nicht ganz gesunoe Frau, die auf die Frage, wie all fie sei, antwortete:„In den 60ern, ich weiß nicht genau!" erklärt unter Thränen: ,�ch will nicht, daß die auf der Bank da Strafe kriegm. Sie haben mich ja sehr schlecht behandelt, aber eS find doch einmal meine Kinder!" Der Vorfitzende bemerkte hierzu, daS Vergehen der Angeklagten sei ein solches, daß eine Zurückziehung deS Strafantrages nicht» nütze. Der Staatsanwalt deantragt darauf. Stolke zu 3 Monaten und Frau Stolle zu 6 Wochen Gesängniß zu verur- thcilen. Stolke bittet dagegen um eine bedeutend mildere Strafe, indem er geltend macht, daß er mehrere Kinder habe und in schlechten Vermögmsvelhältnissen sei. Der Gerichtshof verurthcitt die Angeklagten zu je 3 Monaten Gefängniß.„DaS Vergehen der Angeklagten ist ein schweres, es schreit zum Himmel," erklärt der Vorfitzende.„ES mußte deshalb eine empfind! che Strafe verhängt werden." An seinen schlechten VermögenSveihältnissen ist Stolke jedmfallS selber schuld. Er hat wiederholt gestohlen und ist deSbalb wiederholt bestraft worden. Kein Wunder, daß sein Wohlstand zerrüttet wordm ist. Mildernde Umstände konnten darin eben so wmig gefun» den werden, wie in der Zurückziehung deS Strafanirages. Bon etuem schwäbtschen Ponllon, welcher auf seinem „Ehren-Posthom" lustige Weisen geblasen, berichteten wir vor Kurz'M, daß er vom Schöffen gaicht Krumbach zu 34 Mark Geldstrafe event. 34 Tage Haft veruttheilt wordm. Die Sache hat damals gerechtes Aufsehen erregt und kam in der badischen Kammer der Abgeordneten zur Sprache. Die Angelegenheit Verhandlung. kam nun auch vor der Berufungsinstanz zur Der Beschuldigte wurde den„N. N" zufolge auf Antrag deS Staatsanwalts kostenlos fteigespröchen, weil daS Gericht die Anficht vertrat, daß daS Blasen des Postillons ebensowenig als rubestörender Lärm angenommen werden könne, wie das Geräusch eines Eisenbahnzuges. In dm Gründen des Er- kmntniffes heißt eS weiter:.Leuten, welche d csen Lärm nicht ertragen können, kann nur anheimgestellt we.den, den betref- senden Ort zu verlassen und einen solchen aufzusuchen, wo weder Post noch Eisenbahn e�istirt." Wie«, 15. Januar.(Mordversuch an einem Gendarmen.) Zwischm dem Hutmacker Ferdinand Odwöger und dem Wirth- schaftSknechte Paul Feiner in Himberg herrscht seit Jahrm ein Streit bitterster Art. Der Haß der Beiden führte dazu, daß fie fick deschimpften, gegenseitig schlvgm und vor drei Jahren einmal fich sogar gegenseitig mit dem Messer anfielen, wobei beide von den Messern so lange Gebrauch machten, bis Feiner durch sechszehn, Odwöger durch fünfzehn Stiche kampfunfähig Seworden war. Beide wurden damals wegen gegenseitiger hwerer Körperverletzung verurtheilt, und zwar Feiner zu sechs, Lbwöger, der bereits früher bestraft war, zu 15 Monaten schweren Kerkers. Seitdem nun Odwöger auS der Strafansta t nach Himburg zurückgekehrt ist, ließ er. fortwährend Drohungen laut werden, daß er Feiner ermorden werde. Am 20. September v. I. ging Obwögrr, mit einer Flinte bewaffnet, wie er den Leuten erzählte,„seinm Feind Feiner suchen". Er sagte, daß er nicht eher ruben wolle, biS er denselben ge- Kossen und niedergeschossm haben werde- Feiner wurde hier- von verständigt und avifirte die Gendarmerie, da er berechtigten Grund hatte, zu fürchten, daß Odwöger sein Vorhaben auS- führm könnte. Der Gendarmerie. Wachtmeister Franz SpmzioS begab fich sofort mit dem Gemeindedimer von Himberg auf die Suche nach Odwöger. Sie trafen ilm bereit» außer dem Orte, worauf Spmzio» ihn wegen deS WaffmtragenS zur Rede stellte. Die Antwort ObwögerS lautete:„Geh'n Sie mir nur au» dem Wege, sonst schieße ich Sie nieder!"—„Sie werden nicht schießen, sondern ruhig Ihrer Wege gehen." erwiderte der Gmdarm. Odwöger schien der Aufforderung deS Gendarmen Folge leisten zu wollen und ging einige Schritte vorwärts. Gmdarm und Gemeindediener folgten ihm. Plötzlich wandte fich Odwöger um und rief dem Gmdarmm zu:„Zurück, sage ich Ihnen noch einmal; machen Sie keinen Schritt mehr, sonst schieße ich Sie nieder!"— Spenzios erklärte ihn für arretirt und verlangte daS Gewehr. Odwöger sprang einen Schritt zurück, legte an und, als der Gendarm da» Knacken des Hahnes hörte, warf er fich zu Boden und der Schuß ging über ihn hinweg, ohne ihn zu beschädigen. Einm Moment später hatte SpenzioS fich auf Odwöger geworfm und ihn entwaffnet. Jm Befitze des Entwaffnetm fand man ein Fläsch- chen Pulver und ein Packet Brot. Heute war Odwöger vor einem Ausnahmsgerichte unter Vorst« de» L.-G. m. Dr. von Holzinger wegm Mordversuchs, gesährlicher ArrettrungS- Vereitelung und verbotenen WaffmtragenS angeklagt- Er verant- wartete fich dahin, daß der Schuß nur den Gmdarmm von seiner Verhaftung abschrecken sollte. Er habe nicht die Abficht gehabt, dm Gendarmen zu ermorden oder auch nur zu verletzen. Er wurde jedoch im Sinne der vom St.-A.-Sbst. Edeikuty ver- ttetmen Anllage schuldig erkannt und zu 7 Jahren schweren Kerkers verurtheilt._ Vereine und Versammlungen. Wa. Die veneralverfammlung der Zimmerleute des Norden» von Berlin und Umgegend, welche am 17. d. MtS. Badstr. 5 unter Vorsitz deS Herrn Seitzt tagte und äußerst zahlreich besucht war. beschäftigte fich hauptsächlich mit der Stellungnahme der Zimmerlmte im Norven Berlins zu dem Beschlüsse der am 3. d. Mts. in der„Tonhalle" stattgehabten Versammlung der Berliner Ztmmerleute, welcher alS Forderung derselben im nächsten Frühjahr einm Stundenlohn von 50 Pf. und eine neunstündige Arbeitszeit aufstellt und die zur Zeit von der Gesammcheit der Gesellen gl wählte Lohnkommisfion einzig und allein al» kompetmt anerkennt, über die Lohn- und ArbertSbedingungm mft den Melfiem zu verhandeln. Herr Meißner refrrirte und empfahl die Zustimmungserklärung zu dem Beschluffe vom 3. d. Mti. Nach einer lebhaftm Dt»- kusfion, in welcher fich alle Redner im Sinne deS Referate» aus sprachen, nahm die Versammlung einstimmig eine Resolution an, durch welche fie fich dem Beschlüsse der Tonhallm-Versamm. lung vollständig anschloß und fich verpflichtete, für die Auf« rechthaltuna der Einigkeit und des Solivarilätsbewußtseint aller Berliner Zimmerlmte meraisch einzutreten.— Sodann referirte der Rcdattmr deS VerhandS-OrganS der dmtschen Zimmerleute über die Nothwmdigkeit einer eigenen Verband»- Filiale der Zimmerlmte des Norden von Berlin und Umgebung. Der Redner empfahl und mottvirte die Errichtung eines solchen nördlichen Berliner Lokalverbandes mit dem Hinweis auf die beständig zunehmende räumliche Ausdehnung der Stadt und die dadurch bedingte Verlegung zahlreicher AibeiternuW an die äußersten Grenzen Berlins. Wenn jedem ewS mäßiger Besuch der VerdandSoersammlungm möglich** werden solle, müsse dafür Sorge gettagm werden, vaß# Versammlungslokal in nicht allzu großer Entfernung betreffenden Arbeiterquartieren befinde. Es sei fem«' der Hauptaufgaben des Verbände», die A*— Einführung einer höchsten» zehnstündigen ardeitizeit auch in dm Städtm der Proech bewirken. ES sei eine dringliche Aufgabe de» Verband» 8 och weit ungünstiger fituirten ÄewerkSgmoffen der ädte nach allm Richtungen hin zu unterstützen. dürfe fich kein Berliner Zimmerer von der Betheiligung� Verbandsmitgliedschaft autschließen. Den Berliner 3 18, leuten gebiete schon ihr eigenstes Interesse diese Rückst�<*._ auf die Verhältnisse der auswärtigen Kollegm des T. da die Ardeitslofigkeit der letzterm und mit ifc wecyi ihre der massenhafte Zuzug von billigm Arbeits'rästm nach«rf gemach nur mit der Verkürzung der AibeitSzeit fich vermindern stron", ihre Der Redner verlas hierauf einen an ihn gerichteter he�de Stre eineS Geweiktamoffen in Bcomberg, der die dortigen �erunaen ,, Lohn, und Arbeitsbedingungen darlegt und dring'ich"�erschmette bittet, wie denselben einigermaßen abgeholfen werden � Nach kurzer Diskusfion beschloß darauf die VersammlunS.�. � ,L,& Lokalverdand der Zimmerleute für den Norden gründen. Demselben traten sofort über 50 Mitglieds� Deutsch Als provisorischer Vorstand desselbm wurden die Jch bald wn Meißner zum Vorfitzmden und Schulze zum Kasfirer Wien und I — Eine ahnliche Versammlung wird wahrscheinlich k„Böse B nächsten Sonntag für die Zimmerleute de» Westen gen, denn s behuf» Gründung eines Lokalverbandes für Berlin> uns die Altermann'S Salon in der Dennewitzstraße stattfinde«, r zu Viele der BuchbiM Wa. Der Unterftützungsverei« der BuchbiM nunmehr I verwandten Bernfsgenossen hielt am Montag, den Leichtiak« in Fmerstein'S Salon, Alte Jakobstraße 75, eine stacht habe si reich besuchte Mitgliederversammlung ab, in der unter»n.»-- inuj uciua,»;muHucutiucMuimmung au, in oer unm-ju uttt R( auch die Gründung eines von der Verbands- Verwaltl»-,�., abhängigen Berliner GeneralunterstützungSfonds für»v,, � genossen, welche durch ArdeitSeinstellungm arbeitslos g'y 4». belachen werden sollte. Die Versammlung vertagte stR wt-iuyvii u/vt-wii«ütMuuuliiull� utiu»«**' r•' �, öffentlichen Verhandlungen über diese Angelegenheit j* I�ne Nac! einer in etwa 14 Tagen einzuberufenden Versammlung- oft gehü wurde über die dekannte, durch Einführung einer bßlk der Wel Fadrikordnung veranlaßte Arbeilseinstellung der 20'empfängt n dmcker und 3 Buchbinder der Luxuspapterfabrik von Gymnasie und Eyk(in der Dresdenerstraße) verhandelt. Nach �Astverstäiidli deS Sachverhalts faßte die Versammlung einstimmig solution, durch welche fie diesen Streik für völlig 8««£,(A-r, erklärte und fich verpflichtete, gemeinsam mit den und Lithographen die Stteikenden chatkräftig zu uni�""' und es Ergänzungswahlen zur Preß-Kommisston deS Verbardpgere Leute sowie andere interne geschäftliche Angelegenheiten biWfrtten. Schluß der Versammlung. Auch beauftragte dieselbe A Was nun Kommisston de» Vereins mtt dem Versuch einer Rftryden werden in der Älbumtabrik von Faehfig u. Ehrenstein dreviAen als wordenen Lohndisserenzen aus dem Wege gütlicher lungen mit den Fabirkinhabern. Der Streik ist> — nach dem Scheitern'der Verhandlungen— inzanl gebrochen. W. Für die Bersammlu«a de» Kachv> Schneider, die am Montag bei Gratweil tagte, erster Gegenstand auf der Tagesordnung:„Siel des Verein» zur Lohnftoge". Herr Täterow deschv darauf, darzulegen, daß der Fachverein die Pflicht inS Stocken gerathene Lohnbewegung wieder in dringen. Daß die vor zwei Jahren eingesetz'e Lohn mit Erfolg gearbeitet hat, könne nicht rn Abrede(" den. Sie habe wenigstens bewirkt, daß die niedii nicht weiter herabgedrückt wurden. Die Ertahruni gelehrt, daß es nicht gut gewesen, eine vom Fa trennte seldstständige Lohnkommiffion einzusetzen. der alten Lohnkommisfion müsse, um ein weiteres Löhne zu verhindern und um eine Blff> Loge der Arbeiter im Schneider- Gewerbe führen, der Fachverein eine neue unter der K Vorstande» de» Fachoereini stehende Lohnkommisfio« DaS Ergebniß der fich an da» Referat anschließt kusfion war, 3 daß mit allen gegen eine Stimm« wucde: 1. auf Grund des§ 1 des VerelnlstrtutS Mission zu wählen, welche die Aufgabe hat, die M»! Schäden im Schneidergewer be aufzudecken und M" Beseitigung derselben zu ergreifen; 2 daß di se unter die Aufficht d:S Vorstandes de» Fachm.. werde; 3. daß der Vorfitzende der Arbeits nach reis verpflichtet werde, Matenal zur Lohnstattstik zu der neugewählten Kommission zugehen zu lassen. bi.-iriit halten, dem der neuen Lohnkommisfion wurden die sofliNs�-d, für diel! gewählt: Ekelt, Jeschonek, Imme, Radnitz und&%chglich Antrag de» He rn Pfeiffer wurde auch in Stelle reren Monaten gewähllen RechtSschutz-Kommtsfion an ) immersor ierung darf t allein die te in Betrc mäßigen nem, und man um s! Mittelgut gebot die 5 nie Schuier nden aus Ken Theile 1 ten. Das 1 lten durch Vorbilder ste mit pn er mit Ba! «n Festlich r mit Lock -rzen Talar erscheinen dmitteln au sse und S illigt, sondc ildung all er und Bea t die Einri gewählt; zu Mitgliedern derselben wurden die Täterow, Stöger, Hensel, P. Frenzel wiederaeM� neugewähit. noch für elt, wenn und nähe te Wangen und macht iß» braune Herren Jeswonek und Kraft Schluß der Versammlung wurde kenden Glaceehandschuhmacher und eine Resolutton angenommen. fich mtt dem Vorgehen, derselben 1 verpflichten, dieselben materiell und finanziell zu u- � in � Eine öffentliche Bersammluna der fand am Sonntag, den 17. d. M-, im Lokale„rV statt. Auf der Tagesordnung stand:„Zwecke ufi«. Gewerkschaft der Metallarbetter Berlins". Da» Versammlung wurde von den Herrm Klein,, Fahrenwald gebildet, und hatte der erstere oucb übernommen. Referent sührte au», daß nur die v- mache, und die Organisation der Metallarbeiter erfüllte dr »um Ziele, daS heißt, zu besseren Lebensbeding" jkhnben sich kann. Redner erörtert an der Hand des Statur«»«prangender ardetter-Gewerk chaft die von der Organisation um derungen, daß bei einer zeitgemäßen Arbeitszeit, � eine« Lohnes für dm Unterhalt und die Lebensbedingung de» Arbeiter» und seiner Fawuu sei. Daß die Gewährung einer Reiseunterstützung Kollegen, ferner dei Rechtsschutzes, sowie vre der Verbreitung deS FachorganS der„Deutschen�. Zeitung" zu Nürnberg, Forderungen unerläßlich«' � keit find, leuchte wohl jedem denkendm Ar W»«'. ßm müßten alle eintreten in dm Kampf zur Cr«>"�Jh Vortrag. Zur Diskussion sprachen die&«M«M st#-. 9ram',c und Suckert im Sinne deS Refermten. DagtS c""rern"■ Heiren Tbilecke und Netzband für Fachverern«, �, Böses, kle mit ihrer Anficht keinen Anklang und wurden von zi�Mournal fäl und Günther widerlegt. Tarauf schloß der p je, wenn einem Hoch auf die Metallarbetter-Gewertlch«" stark besuchte Versammlung. Zentral-Kranke«-«nd Eterbekasse de» Sandarbeiter beiderlei Geschlechts. E- V- st. Freitag, den 22. d. M, Abends 8'/. Uhr. AndreaSstr. 26, Mitglieder Versammlung.. Kassenbericht von Ottoder bi» Dezember 1%; � s»j kenkonttoleuren. Verschiedenes. Mitglied.®.z-lm Berliner Turugenosseufchaft(S-Leb" A» jeden Dimstag und Freilag von 8—10 W Turnhalle, Zehdenickrrstr. 17. [Nun aber? nberhimme ht von sel ournal hat t Vergessl she klein ?'« drehi . in die fe ld.wrll nick kräftig lauleuchte, und Ebem Verantwortlicher Redatteur K.«r««htt» in Berlin. Druck und«erlag von Max»«di«« in Berlin 8W„ Beuthstraße 2, tittt* ,"g leitet' icöem. Ä« etnunn•w KV_ ""Ä. 18. VndaM Beilage zum Berliner Volksblalt. Freit«», br» SS. Januar 1886. in.:«w. der PlA lüden, l» "IS D'lsm Wh pw«. •n wä Si' Den Franzosen wurde früher recht oft und nicht mit mit ihre Selbstberäucherung(Chauvinismus) zum Vor- �sten noAktf gemacht, ihr„Marschiren an der Spitze der Zivili- �" i"/ ihre Anbetung des Ruhmes und daraus hervor- de Streitsucht, welche immerfort verleitete, nach Er- ngen zu streben. Der frevelhaft begonnene und so erschmetlernd beendigte Krieg von 1870 dämpfte ihre iegslust zwar gewaltig, aber nicht lange, denn wenn sie selbst bekannten, daß sie sich fernerhin hüten wollten, der Deutschland vorzugehen ohne Verbündete, so waren sie ch bald wieder auf dem Krieaspfade, um in Tunis, Hinter- nen und Madagaskar ihren Kriegsruhm aufzufrischen. va»Böse Beispiele verderben gute Sitten" dürfen auch wir Westen%en, denn seit dem glücklichen Feldzuge von 1870 hat auch c Berlin i uns die Ruhmsucht sich stark entwickelt, und es giebt attfindei�r zu Viele, welche glauben, dem deutschen Heldenmuthe guchbinw, nunmehr keine Aufgabe zu groß, und nicht nur, daß man denl»j Leichtigkeit anliegende Kleinstaaten aufzunehmen das rmindern gerildtete» dortigen ring'ich t weiden rsamml rden Z ' MitflH den die Kasstrer xinlilb %4t 10eine %% mds für leitslos gl -ertagte elegenhe» immlung j einer 1 der obril von . Nach. NsttwiMg habe, sondern auch in allen übrigen Erdtheilen dürfe bewohnte und unbewohnte Länder zum hme des Vaterlandes in Besitz nehmen, um ihnen einen % Zu verleihen, dessen sie bisher gänzlich entbehrten. -?uch das„Marschiren an der Spitze der Zivilisation" seme Nachahmung gefunden bei uns in der ungewöhn- of* gehörten Behauptung:„Wir sind das gebildetste W der Welt." Wenn man nach der Begründung fragt, empfängt man die Antwort, daß wir mehr Universitäten i Gymnasien besitzen, als irgend ein anderes Volk, also siverständlich auch weitaus überlegen seien an Zahl der fessoren und Lehrfächer, zudem viel mehr Nummern im v,n steiiw�chl'ls! der jährlich erscheinenden Bücher aufzuweisen tia ,u und es zu den Seltenheiten gehöre, in Deutschland Velbai�tzere Leute zu finden, die nicht fertig lesen und schreiben leiten bildestoten. dieselbe Was nun die genannten Angaben betrifft, so muß zuge- wen werden, daß wir mehr Universitäten und Gymnasien en als andere Völker, und daß die letzteren Anstalten immerfort zunehmen. Der daraus gezogenen Schluß- rung darf man aber sofort entgegenhalten, daß hierin it allein die Zahl den Ausschlag giebt, sondern auch die in Betracht zu ziehen ist, denn jedes Volk hat nur f�e" mäßigen Vorrath an gediegenen wissenschaftlichen . WelurfiMern, und wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt, >'w"deschl� man um sd weniger Auswahl und muß sich um so mehr Pflicht 0 Mittelgut behelfen, oder noch tiefer greifen, wo das der in Igebot die Nachfrage übersteigt. Dazu kommt, daß ge- j'e LohnlAmte Schuien zuweilen künstliche Erzeugnisse sind, nicht lbtede? �standen aus unverkennbaren Bedürfnissen, sondern zum lner Regeb lein btei Mlicher eil ist, — inzwil ie niedM/jlßen Theile aus ziemlich oberflächlichen Ansichten und Ab- fahiUN�Mxn. Das deutsche Volk war früher viel mehr als jetzt »m Fa«A�lten durch Kleinstaaterei, und die Kleinfürsten, welche Vorbilder aus Paris bezogen, wollten nicht nur schöne �oBläste mit prunkvollen Hoffesten besitzen, nebst einem Hof- 'Je � Gin kleines Hiw. Von L. Glaft. leitete* L-nittbe� mit Ballet, sondern auch eine Universität, so daß bei der Kothen Festlichkeiten auch eine„Maanificenz" im rothen ommisfi°�ar mit Lockenperrücke, sowie eine Reihe Professoren im anschließe>!J*>arzen Talar nebst Perücke unter den Statisten der Hof- Stirn#(.,e erscheinen konnten. Um das künstliche Hofinstitut mit «Ufi'k'Httt'lti auszurüsten, wurden nicht allein reichliche Zu- '..«n und Stiftungen„zur Förderung der Wissenschaft" > vi ie Willigt, sondern ihnen auch das Alleinrecht der höheren Fachveie�bildung aller Prediger, Richter, Advokaten, der höheren ,ach reis �rer und Beamten verliehen. Nothwendiger Weise mußte H zu sa�'t die Einrichtung von Vorschulen(Gymnasien) gleichen lassen. 3t»ritt halten, denen wiederum das Alleinrecht verliehen t fo'gOMd, für die Universitäten vorzubereiten, und da die Eltern uov«uv Fwgllch�schon im Knabenalter ihrer Söhne wissen konnten Z'Ä! iederaeloa»� r i« s Was waren das für sonnige Tage gewesen im arno- zer die-l�Ithrauschten Florenz!— Wie hatte damals dem jungen, den tru.Dächen Weibe, daß sich jetzt halb träumerisch, halb gelang- 'n �en Sessel schmiegt, die Welt geglänzt und das Herz »er, Hobelt, wenn plötzlich draußen ein wohlbekannter Schritt Lokale und näher klang; wie war ihm das Roth der Freude ""t is Wangen geströmt, wenn des Gatten geliebte Gestalt cn/in(ßßjt und mächtig in den Rahmen der Thüre trat, als wolle :ere a'uck d�pas �braune Gefüge zerbrechen. Dann zuckte es gleich ut bU& aden sich ohne ein einziges Wort und die Welt war langender Garten, in dem das Glück blühte, wie die um Zohanni. Nun aber? Grau, schwer und unfreundlich liegt der berhimmel draußen über der färb- und reizlosen Land- ! gr?u, schwer und unfreundlich liegt die Alltagslaune jVftfj-L Mißverständnisse auf dem jungen Ehepaar. utschen"«-"s~— r A- däßHA �...................... Arbe1..�Mburnal hat die junge Frau an vergessene Stunden mahnen Vergessene?— Nicht vergessen— weggeschoben hat Erinnerung an die Herrlichkeit, die sie damals um- e, weil sie in so bitterem Widerspruch steht zu den grämlichen Tagen der Gegenwart— sie hat sich innern wollen. , Böses, kleines Bild!"— Sie schiebt es hastig fort und ournal fällt zu Boden. Es ist ihr sehr unbehaglich zu i, wenn etwas auf der Erde liegt, denn sie ist eine Uche kleine Hausfrau, aber diesmal hebt sie es nicht S,e dreht ihm schmollend den Rücken zu und starrt m die feuchten Lindenwipfel, aber die Erinnerung ist nicht wieder weichen. Lie kräftig schwarzgrün hoben sich damals die Cypressen ioc»»«r achtenden Himmel ab, wie hell und lustig flimmerte xp Wtb jß# und Ebene, wie glänzend rauschte der Arno unter der Sbedin« Statu! »f? H ie die% das braune elektrischen Funken von ihm zu ihr, von ihr zu' ihm I erfüllte die Herzen mit süßer, köstlicher Wärme. Sie it Erteu »Vfe ,eteine.' ob diese für die Beamtenlaufbahn geeignet seien und be- stimmt werden könnten oder nicht, so zogen' sie es vor, sofern die Geldmittel es erlaubten, sie schon früzeitig dem Gymnasium zu übergeben, damit nichts versäumt werde, was möglicher Weise den Söhnen zum Glück verhelfen könnte. So füllten sich die Gymnasien mit Schülern ohne weitere Auswahl, zur großen Plage der Lehrer und zum Nachtheile der unbefähigten Schüler, denen durch einfacheren Unterricht viel besser hätte geholfen werden können. Zn diesem Zahr- hundert kam noch hinzu das Privilegium der Einjährig-Frei- willigen, welches in den Gymnasien am leichtesten erworben werden kann, und so steigert sich immerfort das künstlich er- zeugte Bedürfniß, zu dessen Befriedigung noch immer die Zahl der Gymnasien vermehrt wird. In den rasch an- wachsenden Städten kommt noch ein dringlicher Antrieb hinzu in Mitgliedern der Staats- und städtischen Behörden, welche ihre Söhne der höheren„wissenschaftlichen" Bildung widmen wollen mit möglichst geringen Kosten, und dies am leichte- sten ermöglichen, wenn sie ihre Stadt mit einem Gymnasium ausrüsten, wozu ihre vereinte Macht vollkommen ausreicht. Daß die Bürger der Stadt in so manchen Fällen durch die Zuschüsse ungebührlich belastet werden, obgleich den Söhnen der meisten durch die Höhe des Schulgeldes die Benutzung verwehrt ist, kommt nicht weiter in Betracht, denn angeblich ist jedes Opfer gerechtfertigt, welches man der„höheren klassischen" Ausbildung widmet, die ihren Glanz selbst auf Diejenigen zurückstrahlt, welche dazu beisteuern, aber mit der ärmlichsten Ausbildung ihrer Kinder sich begnügen müssen. Der zweite Beweis für die überragende Bildung des deutschen Volkes kann ebenso wenig genügen. Es ist aller- dings wahr, daß die Nummern unserer jährlich erscheinen- den Bücher viel höher sind als die der Engländer oder Franzosen. Aber hierbei wird zumal vergessen, daß die Literatur eines Volkes auch die Zeitschriften umfaßt, welche einen so wesentlichen Bestandtheil bilden, daß, wenn man die in den drei Ländern während eines Jahres gedruckten Bücher und Zeitschriften zusammenlegen könnte in getrennten Haufen, unsere Pyramide erschreckend zurückstehen müßte gegen die übrigen. Man braucht nur zu denken an die großen Tagesblätter jener Länder, deren Auflagen bis zu einer Viertelmillion hinanreichen, so daß jedes also etwa 75 Millionen Exemplare im Jahre liefert, die einer gleichen Zahl gewöhnlicher Oktavbände gleichkommen, um einen Be- griff von der Ueberlegenheit auf dieser Seite zu bekommen. Man braucht nur die reichen Lesezimmer in unseren Groß- städten und Hauptbadeorten zu durchforschen, um mit einiger Beschämung zu sehen, wie sehr unsere Tagesblätter und Zeitschriften an verhältnißmäßiger Zahl, Inhalt und äußerer Erscheinung zurückstehen. Weitsichtige Buchhändler wissen überdies, das die erste Verlagsfirma in Paris alljährlich ebenso viele Werke heraus- gibt, wie die fünf größten deutschen Firmen zusammenge- nommen, und man erfährt von ihnen noch nebenher, daß unsere Nummern an Werth verlieren dadurch, daß bei uns die Werke bis zu einfachen Oktavbänden herab in Heften erscheinen, wodurch die Nummern 6- oder 8fach vergrößert werden. Werke, die in England oder Frankreich in 10 oder 12 Ouartbänden erscheinen, werden bei uns in 200 oder gar 300 Heften herausgegeben, um den Ankauf zu ermöglichen. Dazu kommen noch die vielen Hunderte von Osterprogrammen und Abhandlungen auS denselben, sowie Schulbücher, der verschiedensten Art, welche lediglich geschrieben und veröffent- licht werden, um die Befähigung für eine Lehrerstellung in der bei uns Deutschen zweckdienlichsten Art zu erweisen. Die klassischen Schriftsteller bis zu den gehaltlosen und selbst un- züchtigen hinunter sind so oft übersetzt und mit Erläuterungen bedacht worden, wie bei keinem anderen Volke, ohne daß sich sagen ließe, daß wir in der Kenntniß des Älterthums be- wanderter seien, als andere Völker. In dieser Beziehung ist Palazzo Pitti Brücke hin, als sie, lachende, übermüthiae Kin- der, der hochwürdigen Kunst und dem altklugen Reisehand- buch ein Schnippchen schlugen und den Uffizzien, der Tribun» und dem geweihten Palazzo den Rücken kehrend, ihre Liebe dem Lause des Stromes nach, in die lachenden Thäler oder in die blauen Berge trugen. Es ist als hätte der Maler Alles ganz genau gewußt, just an dieser Stelle des Ufers hatten sie an jenem köstlichen Märzmorgen gestanden- sie springt empor, bückt sich nach dem Blatt, schlägt das Bild wieder auf und lacht leise und sonnig- jawohl hier, gerade hier hatten sie gestanden, den Blick auf das malerische Gewinkel der alten Brücke gerichtet und dem guten, landpartielustigen Onkel, der lhiien so un- vermuthet in die Hochzeitsreise geratheii war den Besuch der Gallerie vorgeredet, um dann selbander seligen, ubermuthl- gen Herzens hinüber nach Fiesole zu fahren. Und dort auf der Höhe der Abtei— Ilse erhebt sich und schreitet unruhig das Zimmer ent- lang; sie kann nicht stillsitzen, die Erinnerung gönnt ihr keine Ruhe Dort oben war es gewesen, wo sie trunken vom An- schauen der frühlinasprangenden Landschaft sich aneinander- geschmiegt und geflüstert:„Die Welt ist ein Paradies, ein himmlischschöner, friedensvoller Garten, der Mensch allem verwirrt und trübt das fteundl.che Dase.n- aber wir zwei wollen uns niemals das goldene Bild vom Werkeltagsgrau überziehen laffen." Und nun? Werkeltagsgrau uberall.— Wie war es nur gekommen? Was war Schuld daran? Ein verwüster Obstgarten, dessen Schlüssel sie stecken lassen- ein Spitzenshawl, den ihr sein Hund zerrissen— der zerbrochene Lieblingshumpen, mit dem lustige Studenten- erinnerungen zersprangen— eine versagte Landpartie— un- freundliche Mienen— böse Worte— d,eS und das—: lauter kleine, unscheinbare Nebelflöckchen, die sich allmälig verdichtet haben und nun unfreundlich und herbstlich das junge Paar umgeben. Ilse geht unruhig, sinnend und sehnsuchtsvoll im Zimmer auf und ab. Sie wirft jedesmal, wenn sie an dem runden Fenstertisch vorüberkommt, einen Blick auf das kleine Bild und seufzt recht aus Herzensgrund:„O, wenn es doch wieder namentlich hervorzuheben, daß die bezüglichen Lehrer an Gymnasien und auf Universitäten sich nicht selten auf sprach- liche Tifteleien beschränken, statt Inhalt und Geist der Schriften zu erläutern, und zu diesem Ende die werthvollsten derselben zu gebrauchen. Diese Beschränkung macht sich nur zu oft erkennbar kin der eignen mangelhaften Ausbildung, welche es nur dahin gebracht hat, einige der minder werth- vollen Autoren sprachlich zu erläutern, und sich deshalb nicht heranwagen darf an die unüberwindlichen Schwierigkeiten der gediegenen Autoren. Solche Bescheidenheit ist manchmal so aufrichtig, zu gestehen, daß der zum Unterricht benutzte Autor(Sallustius, Nepos und Ovid o. a.) keiy klassisches Latein geschrieben habe, wie Cicero, Horaz, Virgil u. a., daß er aber diese nicht zur Hand nehme, weil sie zu schwierig seien— für die Schüler. Unser vermeintliches Uebergewicht an Zahl ist nicht nur eine arge Täuschung, sondern auch in Bezug auf Güte der Schriften sind uns Franzosen und Engländer überlegen, namentlich in solchen, die von Werth sind für die große Menge des Volkes und für das praktische Leben. Wir haben allerdings in Folge der Ueberzahl unserer Universitäten und Gymnasien viel mehr nutzlose Schriften für die Gegenwart, viel mehr klassischen Dünkel, aber viel weniger Thatkraft im Leben. Sehr ungünstig steht es auch mit unserem so viel ge- priesenen Volksunterricht, und hierüber aufzuklären, erscheint ein Werk besonders geeignet, von dem das erste Heft vor- liegt, betitelt:„Schlaglichter zur Volksbildung von Eduard Sack."') Es verdient jedem Lehrer und jedem Familienvater warm empfohlen zu werden, denn es macht Zahlenangaben und gibt Nachweise über die Zustände des Volksunterrichtes, wie sie in den vergangenen Jahrzehnten sich entwickelt haben, und wird auch voraussichtlich nicht ermangeln, im weiteren Verlaufe zu erläutern, wie sehr wir uns täuschen, wenn wir glauben, wir hätten es bereits„herrlich weit" gebracht in der Ausbildung und Brauchbarkeit unseres Volkes. Es wird bewiesen aus militärischem Urtheile und behördlichen Schriften, wie täuschend die Zahlen sind, welche angeben sollen, wie Wenige noch der Schulkenntnisse ermangeln. Auch werden Belege gegeben, wie die Lehrer gedrückt wurden nicht nur durch Nahrungssorgen, sondern auch durch den Zwang der geistlichen und weltlichen Oberen, und das Buch wird wohl nicht verfehlen, nachzuweisen, wie sehr die mittlerweile be- wirkten Verbesserungen noch zurückstehen gegen das Maß und die Güte des Unterrichtes, welche man am Schlüsse des 19. Jahrhunderts zu erwarten als berechtigt erscheint. Die Fassung des Werkes ist recht knapp und deutlich gehalten, wie es seiner Reichhaltigkeit an Thatsachen angemessen ist, und da der Verfasser augenscheinlich schon Alles bereit hat, so darf die Herausgabe der 10 Hefte wohl in rascher Folge erwartet werden._ Uarlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 30. Sitzung vom 21. Januar, 2 Uhr. Am Tische des BundeSraiheS von Boetticher, von Burchard und Kommissarien. In dritter Berathung wird der Handelsvertrag mit San Domingo genehmigt und darauf die zweite Berathung de* Etats der Zölle und Verbrauchssteuern fort« gesetzt. Abg. B r o e m e l(deutschst.): Der Vertreter des Bundes. rathes hat gestern die Debatte über den Antrag Auifeld wie. der aufgenommen, welche der Reichstag bereits geschloffen hatte. Der Bundesrath hätte bei der ersten Berathung deffelden um so mehr hier zur Stelle sein müssen, als gleichzeitig auch der ♦)„Schlaglichter zur Volksbildung" von Eduard Sack, Ver- lag von Wörlem u. Comp., Nürnberg. Erscheint in 10 Lieferungen zu 5 Bogen& 60 Pf. Heft I und 2 bereits vorräthtg. würde, wie es damals war! Damals und während einer ganzen Reihe von guten Tagen danach." Sie wird den Gedanken nicht mehr los, er gleitet mit ihr über den weichen Teppich und stärkt sich bei jedem Blick nach dem Bildchen auf's Neue. Warum soll es denn nicht wieder werden, wie es ge- Wesen— braucht sie nicht nur zu wollen? Aber Er— wenn er die alten, schöney Tage, die alte, schöne Liebe vergessen hat, hat vergessen wollen— wenn er zufrieden ist, ungestört von ihr seinem Geschäfte nachzu- gehen und mit seinem verzogenen Hund durch den Wald zu lagen? Ein paar helle Thränen stehlen sich in Jlse's Augen: „O Heinz� es war doch so himmlischschön!" Horch, ist das nicht Pferdegetrappel?— Jetzt reitet er drüben aus dem Gehölz hervor und kommt gegen das Schloß zu, da bellt Harro vergnügt durch den stillen Park— wie behaglich das eigentlich klingt. Sie eilt ans Fenster und beugt sich hinaus: Gerade so sprengte er damals die durchsonnte Sttaße entlang, wenn er von seinem Morgenritt zurückkam, der einzigen Stunde, während der er sie verließ; aber da- mals hing sein Blick schon aus weiter Ferne verlangend an dem Altan, auf dem sie ihn zu erwarten pflegte, jetzt— hat er kein Auge für sie. Sie klirrt ein wenig mit den Scheiben— das muß er gehört haben; aber erhebt den Kopf nicht, erachtet nur auf den Hund, der heulend an ihm in die Höhe springt. „Ich hasse Harro," sagt die junge Frau, und tritt un- muthig vom Fenster zurück. Aber da liegt das Bild und sieht sie so unschuldig, so freundlich, so überredend an. Gewiß— wenn sie sich's recht überlegt, kann sie es Heinz verdenken? Es ist noch nicht lange her, daß er das letzte Mal von da unten heraufgenickt hat; damals hat sie den Kopf weggewendet, weil sie übler Laune war. Und Harro? nun, Harro ist ein sehr wilder Bursch, aber im Grunde, was thut'S, wenn er ihr einmal ein Kleid zer- reißt— sie kann sich ja, Gott fei Dank, leicht ein neues machen lassen. Draußen im Korridor klingen kräftige Schritte. Ilse wird dunkelroth und sieht schnell von dem Bilde weg, aber Antrag üter dm Rechtsweg in Zollsragen debattirt ward«. Die materielle Erörterung deS Antrages Ausseid ist jetzt Sache unserer Kommisston; dorthin mögen sich die Bundesrachsoer- treter verfügen, um tbre Einwendungen geltend zu machen. £ett von Burchard meinte gestern, die preußische Thronrede habe Vi- Zollpolitik gar nicht berührt. Sie sagt aber ausdrück- lich, daß die jetzige Stockung de» Absatzes eine Folge sei von der durcb die bisherigen Erfolge der gewerblichen Arbeit angereg» ten Steigerung ler Betriebsamkeit. Nun, diese Suig-rung der Betriebsamkeit pflegt doch sonst regierungSs-itig stets der jetzigen Zollpolitik aufs Konto geschrieben zu werden! Wenn gesagt wird, auS der Vermehrung der Spartaffeneinlagen sei die Verbesserung der Lage der Arbeiter erfichtlich, so ist da» ebenfalls nicht richtig, denn jene Vermehrung der Einlagen ist lediglich eine Folge d-r vielen wichtigen Reformen, die jüngst im Sparkaffcnwesen stattgefunden haben, und durch welche «S ermöglicht ist, daß jetzt auch die kleinsten Spareinlagen Aufnahme finden. Uebrigens freut et mich, vom Bundesraths» tisch sowohl wie von der„Norddeutschen Allgemeinen" jetzt das Lob der Sparsamkeit zu hören; der Sparsamkeit, die gerade meine Parteigcnofien als den Ausgangspunkt für eine gesunde Sozial- und Wirthschastspolitik ansehen. Es freute mich femer, gestern von Herrn v. Burchard zu hören, daß die niedrigen Lebensmittelpreise der Lage der Arbeiter günstig seien; der Reichskanzler hat sonst immer ausgeführt, daß ein Land gerade nur bei hohen Preisen prosperiren könne. Bei zahlreichen Artiteln ist seit 1879 d.r inländische Konsum zurück» gegangen, so beim Bier von 91'/, Lrter pro Kopf aus 85Vm Liter, beim Kaffee von 2,8 Kilogramm pro Kopf auf 2,35 Kilo» 8 ramm. Und wenn wir eine gute Branntweinkonsumstatistrk ätten, so würbe man daraus� wohl ersehen, wie die Bevölkerung durch schlechtere Ernährungsdetingungen Branntweinkonsum hingedrängt worden ist. zu einem stärkeren Auch Lohnherabsetzungen und Ärbeiterentlaffüngen haben, namentlich bei der Eisenindustrie, mehrfach stattgefunden; wenn Herr v. Burchard dies auch bestritten hat. WaS dann die Getreidezölle detrifft, so wird man j'tzt, wo die Stimmung in den Jntereffentenkrcisen allmälig fich demhigt, auch bei den Landwirthen mebr und mehr inne, daß der deutsche Getreide» bau leinen ernstlichen Vortheil davon gehabt hat. Herr v. Burchard deri s fich für seine Behauptung, daß der Zoll vom Auslände bezahlt werde, auf die New. Yorker Roggen preise. Die Produkiion der Vereinigten Staaten an Roggen ist aber verhälinißmäßiz minimal; und speziell nach Deutschland kommt so gut wie gar kein amerikanischer Roggen; im letzten Fahre ist tn Hamburg lein einziges Geschäft rn amerikanischem Rog- gen geschloffen worden. Herr von Burchard hätte lieber die Verhältniffe deS holländischen und russischen RoagenmartteS heranziehen sollen. Während vor Erhöhung der Getreidezölle der Roggen in Ldeffa pro Tonne nur um 19 M. billiger war, als in Berlin, ist er zur Z-it um 33 M. billiger, d. h. die Zollerböhung hat uns eine Preissterung von ca. 20 M. gebracht. (Hört! hört!) Während ferner in Berlin und Amsterdam btS 1879 die Rogg nvreise ungefähr gleich boch waren, war der Roggen in der Zeit von 1880 bis 1884 in Amsterdam um 8 tx. billiger, als in Berlin; und zur Zeit ist er in Amster- dam um 34 M. billiger.(Hört! hört!) Diese Differenz ist lediglich durch den Zoll hervorgerufen. Am meisten zeigt fich bei der Zuckerindustrie, daß mit Zöllen und Exportprämien, wenn fie zu hoch werden, dem Gewerbszweige, den man fördern will, nur geschadet werden kann. Die Zuckerindustriellen wünschen jetzt bereits mehr und mehr die Verwirkichung de» Herder tzscken Projektes, d. h. eine Herabsetzung der Export« Prämien. Wir freuen unS immer von Herzen, wenn seitens der höchsten C elle im Reiche der politische Frieden für gefichert erklärt wrrv; nrch schöner und stolzer würde es klingen, wenn dieselbe Stelle aussprechen könnte, daß auch der wirihicbaft- licht Frieden unter den Nationen angebahnt und für die Zu« fünft gesichert sei!(Beifall links.) Schatzsekretär v. Burchard: Der Vonedner hat be« mängelt, daß der Bundeerath bei der Verhandlung über den Fnialioantrag AuSfelv nicht vertreten gewesen sei. Nun weiß ich nicht, od er hier vertreten war oder nicht. Ich glaube sogar, daß einige Herren vom BundeSrath hier waren(Heiterkeit links). Geflissentlich ist er der Be» rathung nicht semgedlreben. Die Schlußfolgerungen deS BundeSrath dem Reichstag« gegen» Vorredners, daß der, über Mangel an Achtung an dm Tag gelegt habe, find völlig unbegründet; ebensowenig konnte nach dem Gesagten von einer Vertheidiguna des Verfahrms drs Bundesrathes bei mir die Rede sein. Bei der gestrigen Berathung des Etats der Zölle und Verbrauchssteuern war ich die Frage zu berühren ohne Weiteres berechtigt, da war der geeignete Ort dazu. Der Be- mängelung metner Bemerkungen zu dem auf die Ueberproduktion bezüglichen PaffuS der preußischen Thronrede stelle ich nur die Thalsache entgegen, daß die Uederpioduklion am stärksten ist tn England, dem Lande des absoluten Freihandels(Sehr richtig! rechts), und am schwächsten vielleicht in Rußland, dem Lande des größten Schutzzolls.(Hört, hört! rechts.) Bemerken»- werth waren dre AuSfühiungen des Vorredners über die Wohl» habenheitSverhälln sse und die Lage der Arbeiter; meine be» als der Mann eintritt und mit einem kurzen„Guten Morgen" daS feuchte, braune Haar aus dem Gesicht streichend, nach der neuen Zeitung greift, sagt sie leise:„Warum bringst Du Harro nicht mit; ich mag ihn recht gern im Zimmer leiden, wenn Du Freude daran hast." Heinz stutzt und sieht schnell zu Zlse hinüber, aber sie hat sich eben so schnell abgewendet und blickt angelegentlich zum Fenster hinaus; da zuckt er die Achseln und sagt kühl: „Bewahre, der Hund gehört nicht in den Salon, wie Du mehrfach sehr richtig bemerktest; Du hast nicht nöthig. Dich meinetwegen zu derangiren." Zlse wendet lebhaft ihr hübsches blondes Köpfchen nach ihm um, sie ist so böse! DaS ist die Antwort auf ihr freund: liches Entgegenkommen, sie hat eine sehr scharfe Erwiderung auf der Zunge; aber bei der hastigen Bewegung stößt sie an das Tischchen, das Journal fällt zu Boden und schlägt zu— Florenz ist verschwunden. Ilse erschrickt heftig: es soll nicht wieder verschwinden, nein, nein! sie hat eS sich fest vorgenommen, fie will sich be- herrschen und ihr Glück zurück erobern. Heinz ist übrigens ein viel zu höflicher Mann, um ein Buch, das seine Frau herabgestoßen hat, liegen zu lassen. Ehe Zlse ihre verwirrten Gedanken wieder in Ordnung gebracht hat, steht er vor ihr mit dem Blatt in der Hand. Er will eS stumm auf das Tischchen legen, Zlse aber greift danach und blickt erröthend und bittend zu ihm auf. Er vergißt, daß in der Zettung ein wichtiger Leitartikel steht und bleibt stehen.„Da drinnen— das Bild", stotterte sie und blättert mit bebenden Händen ein paarmal vergeblich.— Da ist's gefunden. „Siehst Du? Florenz! Gedenkst Du noch, wie golden unS damals die Welt war; wie warm, wie wonnig das Leben? — Kann es nicht wieder so werden?"— Sie legt bittend die Hand auf seinen Arm:„Ich will mir auch rechte Mühe geben." Da hat er sie stürmisch umfaßt und drückt ihr Köpfchen an seine Brust.„Zch auch," ruft er,„ich auch, mein Lieb- ling!" Und nun ist ihnen der graue Novembertag so hell wie florenttnischer Frühling.— züglichen Behauptungen über das Steigen der Spareinlagen und des SpaivermögenS muß ich durchaus aufrecht erkalten. Wenn er meint, daß die Verdefferungea in den Einrichtungen der Sparkaficn die Ursache davon seien, so vergißt er, daß, wenn dre Mittel zum Sparen nicht vorhanden wären, nicht gespart werden könnte, auch wenn die Einrichtungen noch so vorzüglich wären. Der Tabakskonsum rst aller» ding» zurückgegangen in Folge der Zoucrhöbung. Ader der Tabak gekört nicht zu den nothwendigsten Lebensmitteln. Dagegen hat fich der Gebrauch von Jmporranikcln, wie Salzheringen, erheblich vermehrt. Er betrug 1870-74 2'/, Kg. pro Kopf, 1875—79 235, und steigerte fich 1880—84 auf 2,85 Kg., also um Vi Kg. Das ist eine sehr beträchtliche Steigerung Die Selksteinschätzung zur Einkommensteuer rn Sachien von 1884 ergiebt eine Ve.meh.ung der Einkommen« steu> r um 800000 M. gegen da« Vorjahr aus Löhnen und Gehältern, wie eS in dem dortigen Etat heißt. Der Fleisch. gebrauch in Sachsen betrug 1878 für Rindfleisch 21,2 Pfund pro Kopf, 1882 28,8 Pfund.(Hört! hört! rech'»-) Diese Daten beweisen, daß die KonsumtionSfähigkeit fich erheblich ge» steigert hat. Eine Herabsetzung der Löhne mag. ja in der allerletzten Zeit vorgekommen sein, aber nur als AuSnahme. Daß nach 1879 überhaupt eine Lohnerböhrmg eingetreten ist, kann nicht bestritten werden. Auch ist z. Z. eine Arbeiter, Verminderung in den Arbeitsstellen nicht eingetreten. Der Vorredner hat meine Daten über die Roggenpreise in New» Dork bemängelt und hat fich auf Odeffa und Amsterdam bezogen. Mir find seine Preisnotizen nicht bekannt. Außerdem find die Verhältnisse in Rußland doch so variabcl ve möge deS RadelkmfeS, daß fich darüber sehr schwer ein Bild gewinnen läßt. Ter Kurs schwantt häufig um mehr, als der ganze Zoll b-ttägt. Wenn er behauptet, daß aus Amerila'ehr wenig Roggen noch Deutschland kommt, so vnst'he ich rhn nicht. 1884 betrug die game Roggen» Produktion in dm Vereinigten Staaten 23 Millionen Bu-bels. Davon wurde ungefähr ein Viertel exporiirt. die Hälfte hier» von nach Deutschland, wozu noch ein Theil desjenigen kommt, der nach Belgien nxvortut wird. W e kann man also be- kaupten. daß Amerika keinen Roggen nach Deut'chland'xvor» tift? Allerdings ist ja Rußlands Export nach Deutschland viel größer. Tie betreffenden Zahlen, die ich für zuverlälfig halte, find von mir der„New yorker Handelszeitung" ent nommm. Für Weizm bct ug in Berlin 1884 der Preis 153, im Fahre 1835 155 M.; in Newyork 1884 136, 1885 143 M.; er ist also in New-Uork mehr gelliegen als in Berlin, trotz der Zollerhöhung; er halte nicht st- igen, sondem fallen müffm, wenn es richiig wäre, daß der i-uändische Konsum die Zoll' erhöhung zu tragen habe. In diesem Falle wurde also zwei- fello« der Zoll vom Aus'ande get agen, und diese Thatsache kann durch die Ar griffe prinzipieller Gegner nicht au» der Welt geschafft werden. Avg. Dr. F r e g e(kons.): Der wirthsckastliche Friede de» Herrn Broemel scheint mir gleichbedeutend mit einem KirchhofSirieden. Wenn Herr Barth gestern gemeint hat, die Anhänger unserer W rthschaflspolitik hätten an Terrain rerloren, warum stellt er nicht Anträge auf Aufhebung der Getreidezölle? Er weiß allerdings, daß die M hrheit in Stadt und Land für die jetzige Zollpolitik ist. Bei der Gegenüber» stellung der amerikanischen und deutschen Bauern hat Herr Barth die wirthschaftrichen und kl'maiischen Verschiedenheiten ganz übersehen. Erwägen Sie doch die Ausgaben für Wirth- schaftSapparate. Gebäude Unlerhrltung und Steuern, die auf den deutschen Bauern lasten, Sie würden erstaunen über die Abzüge, die da entstehen, und Sie würden vielleicht begreifen, daß e» hohe Zeit war, diese Leute vor dem Verderben zu reiten. Von einer ungünstrgen Lage der Arbeiter kann man nicht reden. Ihnen find zuerst die Segnungen der Schutz, oll- politik zugefallen, und ich freue mich desir». Aber e» Wirdum so mehr angezeigt sein, nunmehr auch der Erhaltung des Bauernstandes unsere Äufmerksamkett zu widmen. Abg. Kalle: Ich wollte nur zu der Frage des Woll» zolle» das Wort ergreifen. Da zu meiner Freude indessen auch Herr Frege dieses Zollprojekt nicht auf seine Schultern bat nehmen wollen, so kann ich auf meinen Protest und die Be« gründung desselben verrichten. Abg. v. S ch a l s ch a(Zentrum): Schon im vorigen Jahre habe ich mit Rückficht auf die großen Interessen der Industrien, die mit dem Wollzoll verknüpft find, gegen Jniiiatioanträge in Bezug auf denselben proteftiri. Da» scheint vergessen oder miß- verstanden worden zu sein. Herr Barth wünscht, daß der Preis für Grund und Boden heruntergehen möge. D-rfilbe reprä- sentirt in Deutschland ungetähr einen Werth von 50 Milliarden. Sollte er in dem Verhältniß finken, wie in den letzten Jahren die Preise der Produkte gefallen find, so würde da» für unser Land einen Verlust von 30 M lliarden bedeuten, und an ihm parti, ipitte nicht nur der Großgrundbefitz, sondern auch der Bauer.(Sehr richtig! rechts.) In dem P-trol-umfaßzoll liegt auch für mich eine Begün» ft'gung deS rusfischen Petroleums, für die sachliche Elünde ircht vorliegen. Ich selbst habe die Qualität deS rusfischen Pettoleum» schlechter alS die des amerikanischen be« künden. Wenn dennoch für das russtsche, daS in offenen Ge» faßen emgeführt wird und dem überdies noch der Voftheil der Baiuta zu statten kommt, thatsächlich Vergünstigungen gechaffen find, so möchten dahinter wohl noch andere Dinge stecken. Im BundeSrath ist man darüber gewiß nicht im Un- klaren. Abg. Barth(deutschfteifinnig): In dem Augenblicke, wo wir unS hier über den Woll, oll unterhalten, wo die Abgg. Mege und v. Schalscha die beruhigendsten Erklärungen darüber abgaben, daß die Einführung eines WollzolleS nicht deabfichtigt sei, hat Herr von Minnig-rode im Abgeordnetenbause das Verlangen nach einem Wouzolle al» ganz berechtigt anerkannt. Danach scheint«S also, daß der Wollzoll kein bloße« Schreck- gespenst ist. Uebrigen» würde er eine ebenso gute oder schlechte Berechtigung haben als die Gettetdezölle. Bei dem Vergleich deutscher und russischer Roggenprcise hat Herr v.Schalcha über» ist das �igumtnt deS gesunkenenRubelprei'e» nicht durchschlagend. Herrn von Burchard rst bei seinen Anführungen der New- entgangen, daß augenblicklich in Amerika WMKMMW MUMUM MMWM �dg. n�Kardorff(kons.): Herr Barth meines link».) wrrlh find, die Schuhsohlen zu lösen.(Große Heiterkeü Ruf: Schuhsohlen?) Wo ist denn in der LanowitthsB Ueberproduktion? Ich behaupte, daß seit Einkührung der zölle kein MorgenGe reibe wehr gebaut ist, alS früher.(*M Sehr werihvollei Zugeständriß!) W shalb haben wir b eingerichtet? Wenn die Ueberfla Huna unseres Land.. fremdem Getreide fortgedauert hätte, so wäre unsere wirtdschaft gezwungen gewesen, ihre Produktion übe-hiü zustellen. Wir aber sagten un», daß es eine polittiac wendigkeit sei, die ackerbautreibende Bevölkerung zu Ich habe zugleich herooi gehoben, daß die Zölle wi bleiben würden, wenn wir nicht zugleich d-e Wabrur»! beseitigten.(Hört! links) Abg. Barth hat geschickt such gemacht, von dem Satze abzukommen, daß eS erni windigk-tt sei, den Preis für Grund und Bodcn herab, (Abg. Barth: Habe ich nicht gesagt!) Ich halte mitd ZeitungSreferate. In der VoltSwirthschakt hat man M Emith immer an dem Satze festgehalten, daß eine dit# liche Bevölkerung steigender Werth für Grund und und steigende Löbre das Zeichen fortschreitender seien. Nun vergleiche man damit unsere Zustände licht» geger.ü Nichtnoli uen Gcuni erde den K gehalten wer' r die Zöglii Stadiv.' tadtv. Hoff, öre nicht, o junges% ebner deant siedern zu ü Ein Schi «inem Aussch Die Bi ummelsburg genehmigt. Wahl i zur Adschätzun 9°' le: Da ohen Kosten gliedern überr Borau ,*>01 au tzten � Etatsjahr 188 ffttbe'jheii der erfc Kreise Lels Ist fie seit der auf 1000 Seelen zurückgegangen. wird fich für ganz Deutlckland ergeben. Zwei er» rst gegeben wird ein fallender Werth für Grund und Boden. D't nächstjährigen Regieiung wird noch ganz anderes erledm, alS da» f Der Antr _"""......»i der Domänenpächier um Pachtermäßigungen. Wie« nommen, won land, werden auch wir eine Laiifundienwirthfchaft e bäuerliche Bevölkerung wird auf ein Drittel reduttn Das heißt nichts andere», als daß das wichtigste El deutschen H ereemacht vernichtet wird. Die Henev denken, dabei kann nur das liberale Element in den anwachsen. Das ist ein Jrrlbum, die Elemente 0** wachsen, w lche unter Most'» Führung stehe«-, Produktenpreise find gesunken, nicht dloS« der verbesserten Kommunikationen, auch nicht Verhältnisse find daran Schuld; es muß ein inte Grund sein: das ist die Demonetistrung de» (Aha! links.) Der beste Beweis ist die Zunahme der Weizeneinsuhr, kür welche der niedrige SilderpreiS«si prämie wirft. So ist ei mit allen Exporten der®,ir und der Länder mit unterwerthigen Valuten bis auf 500 0< Damit if Schluß 6 Es folgt Vezügli, «er im Falle mit tövtlichem § 231 Str.-G senat deS Kav scheidung getr des Gesetzes e uuu v« tuitu» uiu uiuciwcuvvHtu*>uiukii. 5!� Ursache der Ueberprodukrion, nicht die Schutz rollpolitit. Rebenllag lich war in einem englischen Berichte über indischen d«$ Bs IIUJ U)Ul ui Cliltul Cl'ötiiujtll ÄJCUIO« umi lesen, daß das verwerfliche �System der Expottprä«� M�a�rs!) Häger öffneten zu Ver Zucker in den konttnentalen Staaten seine geiechte in der Demonetistrung das Silbers gefunden habe, indischen Zucker wieder den europäischen Markt öffne. auSsagungen der Freihändler von der Steigerung der Lebe?> m C so g preise seien nicht eingetroffen. Das Syst-m der ExportH Wng"«Ml tn-Irfien iettt»in tfirmtirti»!- 5K tilnuf ftottfinael. stl!®? wriryrn itpi ein lorimiajet*j> uiauf nanrmoei, r a-. weifen: aber England h be dabei mit feinen Prämie«.> SpiiituSexpoft stet« in erster Linie gestanden. Eine tj«a«un„ i,at n, nnl» UlcrMnh.iruna Kir NW»» flfrämifN iv""'Ä T.-JV nale Vereinbarung zur Beseitigung dieser Prämien wünsch, nSweith, aber dazu gehörte in erster Linie Beseitigung der Prär ie, welche in der UilerwenJ Silbers und der Valuta überhaupt besteht. Die rvirthschaftlichen Mißstände ist die Währungsanaritwi in der ganzen Well herrscht.(Beifall rechts.) J Um SV« Uhr wird die weitere Berathung bis i> 1 Uhr vertagt. Abgeordnetenhaus. 3. Sitzung vom 21. Januar, 11 H?- Am Ministertische Maybach, Lucius, F«� v. Scholz und zahlreiche Kommtffarien. Auf der Tagesordnung steht die erste Etat». Abg. v. S ch o r l e m e r. Alst: Auch nach deS FinaniminisVrs erscheint unsere Finanzlage ai erfreuliche. Im Jah-e 1884/85 war ein Uedersch«» banden; das Jahr 1885/86 schließt ab mit einem Rück.rang gegen den Voranschlag in den Betriebs«' und kür 1886 87 haben wir ein Defizit mit einer 14 150 000 M. Daß die Ueberfichten fortan iasi«r Null aufgehen würden ohne Defizit und Uedersa«W nen Schluß auf eine bessere Finanzlage zu. UebugA den Etats und Rechnungen schon seit Jahren j aufgeführt, die tigenilich solche nicht find, sondem. leihen, Kriegskontrrbutionen und aus Kapitalbeiu« nommen find. Die Defizits find bei unS nich'V Außer den Anleihen, die in Preußen für desondei« � macht worden find, kommen noch solche im Reüb die auf unseren Etat zurückwirken. Ich erinnere«Z Mehrausgaben für Heer, Marine und die. ist unsere Lage al» Steuerzahler ni@V> i Jedenfalls W......—---------------- sondem eine schlechtere geworden.(ZustimMUnlbV sp-icht nun über das Branntweinmonopol und kämpf und spricht zum Schluß unter dem Beifall die Anficht aus, daß die gerechte Sache(des fiegen rmrde. Für den konserv. Abg. v. Minnigerod Defizit von 14 Millionen nichts Besorgniß findet in dem Ausfall der Landtagswahlen ein S der konservative Gedanke Fortschritte im Lande Abg. Rickert(deutschfreis.) hält eine IV« in welcher er dem Abg. v. Minnigerode J Auch er berührt da? SchnapSmonopol, kritifirt da'«', S'llc und bezeichnet die jetzige Zollpolitik als ntereffe der bevorzugten Stande. u» Schluß 3Vi Uhr, nächste Sitzung Freitag W 1 Kommunales. Stadtverordneten-Versammlung-�.�' Sitzung vom Donnerstag, den 21. �,i' Der Stadtverordneten. Vorsteher, Herr B eröffnet die Sitzung um 5'/. Uhr mit geschäftlichen v Die Abtheilungen baden die Wahl von 15 dm Ausschuß zur Vorberathung der Vorlage Erandmiethen-Tarif und die Organisation der vollzogen. Nach Eintritt in die Tagesordnung adoptirt:„Di, in allen Fäll unter dem Ve Verletzte zu v, des Stt..G-T Tode und dc schluffe ist m adfichtigt der schieiten. P. Der 6 teselle Paul i iefige Blätter dem„Ardeiter kämmet de» L angeklagt. D Bewohner Rei dem Tode beb aaß derselbe fi Dieses Vergehe Gericht zu ver Ilagesache betr Fall. Am 2 Mitangeklagte! aus einem Personen ar waffnet, ein geklagte Meth Verletzten wa gekommen; er de» linken Ar Ochsenziemer l gericht hatte c erkannt und 1 Landgerichts S der BeweiSau dem Antrage kammer auf ersten Urtheil Die bek May gegen 1 gistern auf d der sechsten$ lung. Ter s) der Provinz 1 sfers den zwischen mehr zu berü die Sache au Zwischen den & zweier jüdisch Nachweis zu verstände. Gefängnißstr- verbüßt hat. Federkrieg. turalisationS�esuch geschäftSordnungSmäßi�ttlevi�f V lung war, dc siei erklärt, r Die Berufun Äis Termine erst des Justtzrai lange Zeit ii runaen deS schuldig au», Beleidigung« urtheilte und der„Kreuzzt Die Rückgabe de» vom iNwao,»»- seiner Zeit abgegeben, jetzt zur Anlage elnes garten» bestimmten Straßenterrain» wrrv" S nehmigt..(»1 Errichtung eines städtischen ÖIS h a use s für verwahrloste Knaben.,( Der Magistrat deantragt:„Die Bersammlun» richtung eines städttschen ErziehungShausesfürver einveistanden. fie dilligt die Grundzüge deS aU'S' und wird über die Konen der Apttruna«ine» Arbeitshauses sowie der ersten Einrichtung. ihren Etat bei Gelegenheit der Feststellung de-( etat» weiteren Beschluß fassen.»...-„ve- Ä Etadto. Hof f mann H(Bürgerpartei) n glj'�___ Art die verschwommen, glaubt, daß nur eine religwi. � wahrloster Kinder retten könne und oertanfl�",„eO der Anstalt kein Rektor, sondem ein Ps)� ja, � Auch beklaat er, daß die«iffemngsansta» J untergebracht weiden soll..% Stadsichulrath Bertram betont,.�' pett�A solchen Anstalt ein mit dem Erziehungsfacb a(atW p der wtt dem Erwerbsleben tn Verdinoung S ständig sein. Die bloße Rahe de» Arbeitseinste der Arbettge Arbeiter dab «laubt Untei in der Lage haben, an» um die Roth, i« besonders MchtS effterübtr der Ecspaniiß von etwa 300000 M., die aus -mirtbiitP9" Nichtnolhwendigleit eines neuen Gebäudes und eines Useuen Grundstückes hervorgingen. Irgend ein Nachtheil �«erde den Kindern nicht erwachsen. Die Anstalt muh klein ?. mir wef polten werden, damit keine Ecziehunzikaserne entstehe, in �andti die Zöglinge kein« Individuen, sondern Nummern find. . jf Etadlv. Dr. Kürten protestirt gegen den Ausdruck des f,Q,,b«aiD�!dto. Hoffmann,„er wolle die Versammlung belehren". ES „' Ii,,;*,««höre nicht w den Gepflogenheiten der Versammlung, daß ein * Jo junges Mitglied derartige Bemerkungen mache.— Der ebnet beantragt, die Vorlage einem Ausschuß von 10 Mit» liedein zu überweisen. Ein Schlußantrag wird angenommen. Die Vorlage wird ernem Ausschuß überwiesen. D i e B i l d u n g einer selbstständigen Gemeinde Boxhagen« ummelsburg nach den Anerdietungen de» Magistrats wird enehmigt. Wahl von Schiedsmännern für die Kommisfion {ur Abschätzung seuchenkranker Thiere. In Anbetracht der event. lohen Kosten wird die Vorlage einem Ausschuß von 5 Mit» gliedern überwiesen. VorauSdestellung von Pflastersteinen sür daS •fl zu lle fflf äbrm flchickt 5 eS ein- i Herabi alle mit man, eine bi: ad uns eitend« Zustände, tzten Krsifi . Di- ilS das Wie its» gst- E Herrin den rente st-hen- loS m nicht i intel des W ten.W (ollpol- ldische» cport rechte habe, t öffne [der rxvortpn noet, f(I Prämien Eine rämien 'X Linie 'hu ig bis i Etatsjahr 1886/87. Der Magistrat beantragt, daß ein weiterer Theil der erforderlichen Pflastersteine schon jetzt rn Bestellung gegeben wird, mit der Maßgabe, daß die Kosten auS den nächstjährigen Etatsmitteln entnommen werden. Der Antrag wird mit dem Amendement Esmann ange- Nammen, wonach die Summe, welche verausgabt werden darf, diS auf 500000 M. festgesetzt wird. Damit ist die Tagesordnung erschöpst. Schluß 6-/« Uhr. Es folgt eine nichtöffentliche Sitzung. Gefichts-Jettmtg. Bezüglich der bisher noch niemals angeregten Frage, rrer rm Fallt des Vorliegens von voisätzlicher Körperverletzung mit tövtlichem Erfolge als der Verletzte anzusehen ist, dem nach f 231(ine Buße zuzusprechen ist, hat der Straf» senat des KammergerichtS gestern eine bemerkenswerthe Eni» scheidung getroffen. Diejenigen Personen, welche auf Grund veS Gesetzes eine Buße beanspruchen lönnrn, find nach§ 443 Str.'Pr.'O. berechtigt, fich der erhobenen öffentlichen Klage als Nebrnlläger anzuschließen. Auf Grund dieser Bestimmung halte der Vormund der Wittwe und der Kinder des im vorigen Frühjahr auf so eigenthümliche Weise verstorbenen Redakteurs Richard Jüterbock seine Zuziehung als Neben« klüger zu dem gegen den Steuerbeamten Maaß er« öffneten Verfahren wegen Körperverletzung mit tö?t< ltchem Erfolge deantragt, namenlltch um gegen den die Ein» stellung verfügenden Beschluß de» Landgerichts Beschwerde zu erheben. Die fünfte Strafkammer halte den Antrag zurück- gewiesen, weil die Erben nicht daS Recht haben, in die dem Verletzten eingeräumte Befugniß einzutreten, und diese Auf» faffung hat nun das Kammcrgericht mit folgender Motivirung adoptirt:.Die Berechtigung, als Nebenkläger aufzutreten, steht in allen Fällen der Körperverletzung dem„Verletzten" zu, unter dem Verletzten ist aber auch hier nur der körperlich Verletzte zu verstehen, wie dieS schon die Faffung des§ 231 des Str. lung. Ter Privatkläger hat auf Anralhen des KonststoriumS der Provinz kurz vor seiner Taufe die eingelegte Berufung zurückaezoaen, dagegen hat er fich geweigert, den von Professor Dr. Ettack zu dim gleichen Zweck ausgesprochenen Wunsch, den zwischen ihnen bestehenden Streitpunkt fernerhin nicht mehr zu berühren, zu willfahren. Aus diesem Grunde mußte die Sache auf die Berufung des Proi. S. verbandelt werden. Zwischen den beiden Parteien find über die Bedeutung deS lüvrschen FolnidreigebeteS Differenzen entstanden, und der Profeffor Dr. S. suchte unter Berufung auf das Zeugnlß zweier jüdischen Gelehrten, die den May genau kennen, den Nachweis zu führen, daß dieser vom Talmud absolut nichts verstände. Hierbei erwähnte er auch der vierwöchigen Gefänanißstrafe, welche May vor ca. 6—7 Jahren in Plötzensee verbüßt hat. Es entstand darauf zwischen den Parteien ein Federkrieg. Da» Resultat der schöffengerichtlichen VerHand» lung war, daß Prof. Dr. Strack zwar für schuldig, aber straf. fiel erklärt, während May zu 30 M. verurtheilt wor' cn ist. Die Berufung des Widerklägers geht nun dahin, daß er für nichtschuldig und in einigen Stellen seiner Widerklage eine Beleidigung gefunden werde. Die beiden Parteien find im ��nine erschienen, Professor Dr. S. außerdem im Beistande des Justtzraths Dr. Eeffe. Die Reden der Parteien nahmen lange Zeit in Anspruch, der Gerichtshof folgte den Aussüh« rungen de» Vertheidigers, sprach über Dr. S. da» Nickst» In V iJ?' n,äl)rfnl' er den May wegen zweier öffentticher Beleidigungen zu 100 Mark event. 20 Tagen Gefängniß ver» urtheilte und dem Wtdertläger die Pudlikationsbefugntß in der„Kreuzztg." und im„ReichSboten" zusprach. r«i"J Soziales«nd Arbeiterbewegung. An die Eteinträger Berlins. Kollegen I Da jetzt die "ttf Arbeitseinstellungen, hervorgerufen durch die Handlungsweise S'ffil Sf* Arbeitgeber, so vielfach vorkommen und die betreffenden "in Arbester dadurch in die traurigsten Verhältnisse gerathen, so «laubt Unterzeichneter eS allen Kollegen, welche fich noch heute in der Lage definden, bei der jetzigen Winterszeit Arbeit zu ,"A s e Bf ch dtt/. »S; einer». nebS- einer, i ianntl' erschu«! Uebl< ft-V *Sk SA rnere»g Ä 3 Tm ÄüL, wiesen, welche fich bereits seit dem 4. Jan. im Streik befinden. Es ist noch nicht vorauszusehen, warn derselbe zu Gunsten der Streikenden beendet sein wird. Kollegen, unter den Streiken- den befinden fich an 100 Familienväter, eS kann fich da ein jeder von un» einen Ueberschlag machen, wie mit der Zeit Elend und Roth bei den Streikenden ihren Einzug halten werden. Darum Kollegen, schnelle Hilfe ist doppelte Hilfe. Unter, eichneter ist gern bereit, fteiwillige Beiträge sür die Streikenden in Empfang zu nehmen und an die Kommisston der Glaceebandschuhmacher abzuliefern. Otto Rennthaler, 80., Pücklerstr. 10. Aufruf an die Ltthographtesteinschleifer und Berufs» genoffen. Kollegen! BerufSgen offen l Die Kommisfion hat ihre Thätigkeit bis auf den letzten Punkt entfaltet, denn das Statut ist vom Polizei-Präfidium genehmigt und eS liegt nun an Euch, in der Versammlung(stehe Inserat) zahlreich zu erscheinen, um Eure Mitgliedskarten in Empfang zu nehmen und dann einen Vorstand zu wählen. Erscheint Mann für Mann, um die rechten Personen herauszufinden, welche e» ver» stehen, den Verein zu leiten und zu fördern; sorge ein Jeder in seinem Kreise dafür, daß der Verein ein blühender werde. Streben wir nach einer immer höheren geistigen und fittlichen Bildung, so werden w'r auch im Stande sein, unsere soziale wie wirthschattliche Stellung zu verbessern. Diese» sei unser Streben im Verein, und wollen wir wirklich etwas erreichen, so muß der Jnd.fferentiSmuS fallen und an dessen Stelle die rege Betheiligung am Verein treten. Nun noch einmal, laßt diese Mahnung nicht wirkungslos verhallen und zeigt, daß Ihr ganze Männer seid. Der Revolver hat bei einem sogenannten„Arbeiter- tumulte" in Duisburg in der Brockhoffschm Zuckerfabrik eine Rolle gespielt. Die Arbeiter hatten eine Lohnforderung gestellt, wurden aber von einigen Angestellten der Fabrik in brüsker, unbesonnener Weise zurückgewiesen. Der herbeigeholten Polizei setzten die gereizten Ardeiter anfänglich Widerstand ent- gegen, worauf zwei der Angestellten mit Reooloern auf die Arbeiter schössen und einen derselben schwer verwundeten. Hoffentlich werden diese Feiglinge zur Rechenschaft gezogen. DaS ist ein Zeichen der so viel gerühmten Harmonie zwischen Kapital und Arbeit! Der schon angekündigte Streik der Handschuhmacher in Weimar ist nunmehr ausgebrochen. Die Fabrikanten find auf die Lohnerhöhung nicht eingegangen, welche ein von einer Lohnkommisston in d:n letzten Wochen ausgearbeiteter Tarif verlangte(2—2,50 Mark wöchentlich). fDie ledigen Gehilfen, 24 an der Zahl, sollen Weimar verlassen haben, die 26 ver« b-iraiheten werden auS einer GenoffenschaftSkaffe hier dem Verdienst entsprechend unterstützt werden. Der fleißigste Ar. d-iter einer hiesigen Fabrik habe, heißt es. im Jahre 1884 al» höchsten Verdienst 19 Mark 70 Pf.. 1885 19 Mark 67 pro Woche gehabt, dabei sei aber die Arbeitezeit auf mindestens 84 Stunden pro Woche zu berechnen. Nach dem Fachdlatt „Der Handschuhmacher" betrage der jetzige Verdienst eines Handschuhmachers bei normaler Arbeitszeit höchstens 15 Mark. Vereine und Versammlungen. Der Fachverein sämmtlicher im DrechSlergewerk beschäftigte« Gewerksgenossen hielt am Montag, den 18. Januar, in der Kommandantenstr. 20 seine Gmeralver- sammlung ab. AuS den von dem Schriftführer de» Verein» erstatteten Jahresbericht ging hervor, daß der Verein in dem vergangenen vierten Jahre seines Bestehen» eine mit Erfolg gekrönte Thätigkeit entwickelt hat. Die Mitglieder zahl de» Vereins wurde eine stetig größere. Redner schloß mit dem Mahnruf an die Vereinsgenossen, durch rege Agitation dahin zu wirken, daß der Verein, nachdem derselbe mit dem heutigen Tage in sein fünfte» Lebensjahr eintritt, nun durch die Thätig» keit seiner Mitglieder am Schusse diese» Jahres voll und ganz seinen Aufgaben gerecht geworden ist. Es gilt, mit aller Kraft den größten Feind au» unseren Reihen, die Gleickgiltigkett der Kollegen selbst an den Bestrebungen zur Verbesserung ihrer Lage zu verbannen: und wir werden und müssen zum Ziel gelangen. Hierauf erstattete der Kasstrer de» Verein» den Kassenbericht. Nachdem die Revisoren die Richtigkeit desselben bestätigt hatten, ertheilte die Versammlung dem Kasfirer Decharge. Die Neuwahl de» Vor» standes ergab folgendes Resultat. ES wurden gewählt zum ersten Vorfitzenden(der bisherige Vorfitzende lehnte die Wieder» wähl ab) Robert Eündermann; zum zweiten Vorfitzenden Jakob Ehlert; zum Rendanten Karl Buchmann; zum Schriftführer tau! Kollehn; als Beifitzer A. Schulz. H. Siemer, Max chröder, W. Gericke. Ä. Pietsch; als deren Stellvertreter: O. Fritsche, O. Guse, O. Schütze; zu Revisoren: W. Prause, F. Ptndrik, F. Wiike, W. Stehr. Unter Verschiedenes wurde ein Schreiben der streikenden Handschuhmacher verlesen; nach kurzer Diskusston wurde beschloffen, daffelb« der Lohnkommisston zu überweisen behuf» Veranlassung de» Weiteren. Von Herrn Pindrik wurden sodann die Verhaltnisse zur Sprache gebracht, welche in gesundheitlicher Beziehung in der DrechSler-Werkstatt der I. Pfaff'schen Möbelfabrik, Engelufer lc, herrschen. Dort arbeiten 14 Kollegen in einem ungenügend Luft und Licht zu» lassenden Räume(Enttesol): eS müssen von den dort arbeiten- den Kollegen acht beständig bei Lampenlicht arbeiten; außerdem ist der Raum sehr eng und niedrig, so daß, wie Redner ausführte, sehr häufig die betreffenden Ardeiter durch die in diesem Raum herrschende— Luft(?) von Unwohlsein befallen werden und bereits am Nachmittage die Arbeit verlassen müssen. Hier wäre eS endlich an der Zeit, daß die AuffichtSbehörden gegen derartige Zustände energisch vorgehen, da bisher von Seiten der betreffcndm Werkstattmeister trotz gemachter Vorstellungen keine Abhilfe geschaffen wordm ist. Anknüpfend hieran appel- lirte Redner»n das Solidaritätsgefühl der Kollegen, wenn e» eventuell bei derartigen Zuständen in der betreffenden Werkstatt ,u einem Streik kommen sollte. Nach reger DiSkusfion wurde be- schloffen, den Vo> stand zu beauftragen, dieseSache derOeffentlichkeit zu iibergeben, um so eine rasche Erledigung der betreffenden Sache ,u erlangen. Sodann wurde in brtr.ff deZ v/rbotenen Stiftungsfeste« der endgilttge Beschluß gefaßt: dem Vorstand anheimzustcllen, eine diesbezügliche Feier zu veranlassen oder nicht(Die Feier de» Stiftungsfeste« wurde verboten, wegen feueraefahlicher Anlage de« hierzu auSersehenen Lokal», Grat- weil'S Bierhallen, oberer Saal.) Mit einem dreimaligen Hoch auf daS weitere kräftige Gedeihen deS Vereins schloß der diS» berige Vorfitzende, W. Prause, die Versammlung.— Die liÄÄTi« Generalversammlung am Dienstag, den 19. Januar, Neue Grünstr. 28, in Jordan'» Salon, ab. Dieselbe nahm die Vierteliabrsberichte des Vorstande« und der v rschiedenen Kom» mtsfionen entgegen. Der Rendant des Vereins, Herr Merkel. Mattete den Rechenschaftsbericht des letzten Quartal» über Einnahme und Ausgabe. Nach demselben wurden vom 1 Oktober biS 1. Januar 102 neue Mitglieder aufgenommen. WA.« visoren bestätigten die Richtigkeit dieser Angaben und wurde dem Rendanten Decharge ertheilt. Der Bibliothekar berichtete über den Bestand, Werth und die Benutzung der Bibliothek. Hiemach besteht dieselbe auS 114 Werken mit 153 Bänden fachwissenschaftlichen, wissenschaftlichen und verschiedenen Inhalts und repräsentirt einen Werth von 462 M. Weiter berichteten noch die Bevollmächtigten de» Süd- Ost» und West»Bezirks sowie die ArdeitSvermtttelungS» kommisfion über ihre Thätigkeit und ist im Arbeitsnachweis ein erfreulicher Aufschwung zu verzeichnen. Hieran schlossm fich die Wahlen des VergnügungSkomiteeS, der ArbeitsvermittelungS« und Fachkommisston, sowie die eines zweiten Schriftführers. Die Stadtbeziiksversammlungen finden jeden Montag vor dem Ersten deS Monat» Elisabethstr. 6 statt. Daselbst wird zum 13. Februar ein Kränzchm ar.angirt. Sonntag, den 31. Januar» findet ein gesellige« Zusammensein in der Herberge, Blumen» straße 56, statt. Die Zahl und Aufnahmestellen des Vereins befinden fich Skalitzerstr. 18 bei Stramm, Belle-Allianceplatz 6 bei Hilscher, ZionSkirchplatz 11 bei Hohn, Müller str. 84 und in der Herberge. Der Fachverein der Metallarbeiter in Gas-, Waffer» und Dampf- Armaturen hielt am Montag, den 18. Januar� bei Seefeldt eine Versammlung ad mit der Tagesordnunz: 1 Vortrag deS Herrn E. Müller über Telegraphie und Tele» phonie mit Experimenten. 2 Wahl eine» Rendanten zur Ver» gnügungSkaffe. 3. Verschiedene». Herr Müller gab zunächst einen kurzen Rückblick auf die Geschichte der Elektrizität, dam auf die neueren Erfindungen auf diesem Gebiete eingehend» erklärte derselbe die Haustelegraphie und das Telephon, welche Ausführungen beifällig aufgenommen wurden. Einige daS Telephon betreffende Fragen beantwortete der Vortragend« ebenfalls. Zum Rendanten der Vergnügungskasse wurde Herr Ehlich gewählt. Ein Antrag der Fachkommifston, 2 Mitglieder» welche die Arbeit niederlegen, weil ihnen zu große Abzüge gemacht wurden, zu unterstützen, wurde einstimmig angenom» men. Der Vorfieende theilte mit, daß fich die Zahlstellen bei den Mitgliedern Krause, Solmsstr. 49; Müller, Landwehr» straße 9; Arndt, Zehdenickerstr. 7a, und Wieden, Brunnenstraße 146 befinden. Der Arbeitsnachweis ist Schlegelstr. 30- bei W. Eggert. Der diesjährige Maskenball findet am 20. März in den Bürger sälen, die nächste Versammlung am Sonn» abend, 13. Februar, bei Gratweil statt. Der Louisenstädttsche BezirkSverei«„Vorwärts" hielt am 19. d. M. seine statutenmäßige Generalversammlung ab. Zunächst widmete der erste Vorfitzende, Herr Krause, dem verstorbenen Hosbaurath Temmler einen kurzen Nachruf: die Anwesenden ehtten das Andenken an den Verstorbenen durch Erheben von den Sitzen. Aus dem Jahresberichte ging hervor» daß der Verein im vergangenen Jah.e 23 Versammlungen abgehalten, wovon vier Versammlungen auf Grund§ 9 veS Sozialistengesetze« polizeilich aufgelöst wurden. Die in den Versammlungen behanvelten Besprechungen und Vorträge er- streckten fich über alle Gebiete des Lebens; außerdem hat der Verein zu allen wichtigen TageSfragen entsprechend Stellung genommen. Der Kassenbericht ergab für daS verflossene Quartal eine Einnahme von 59,25 M, eine Ausgabe von 44 95 Mark, bleibt am Schluß des JahreS ein Bestand von 14,30 Mark. Auf Antrag der Revisoren wurde dem Kasstrer Decharge ertheilt. Bei der Neuwahl des Vorstandes wurden gewählt vre Herren W. Krause zum ersten, Kaufhold zum zweiten Vor« fitzenden, Sillier zum ersten, Herzog zum zweiten Schriftführer, Sündermann zum ersten, Stein zum zweiten Kasfirer, die Herren Pampe, Schäfer und Selig zu Beisttzern. Als Revisoren wurden die Herren Nieke und Hentschel gewählt. Es wurde beschloffen, am Sonntag, den 31. d. M., eine Herrenvartle nach Marienfelde zur Lefichtrgung der Prof. Petri'schm Anlagen zu veranstalten. Eine Tellersammlung für die streikenden Hand» schuhmacher ergab 3,30 M. Hierauf schloß der Verfitzende mit dem Hinweis, daß in der nächsten Versammlung Herr Prof. Petri einen Vorttag halten wird, die Versammlung. Verein„Gemeinschaft"«ur Währung der Interessen der Obst-» Gemüse-, Milch», Kohlen-, Korbwaaren» und Prodnkten-Händler Berlin«. Die Vorstände aller hier bestehenden Vereine der Branche hielten am 19. d. Mt». eine Sitzung ab, in welcher beschlossen wurde, die Leitung aller Vereine dem Zentral-Vorstand zu überttagen und monat« lich eine Vorstands-Sitzung abzuhalten. Herr C. Schulz, Prinzenstraße 46, wurde zum Bevollmächtigten ernannt. Heute, Freilag. Abends 8 Uhr, findet eine Vereinsversammlung in Orschel'S Salon, Eebastianstraße 39. statt, in welcher alle Händler als Gäste willkommen find. Tagesordnung: Vortrag und DiSkusfion. In nächster Zeit soll eine öffentliche Ver» sammlung aller Händler Berlin« einberufen werden. Nähere» durch Säulenanschlag und ZeitungS-Jnserate. In der Versammlung der Vergolder. welche am Dienstag Abend bei Gratweil, Kommandantenstr. 77/79, tagte. wurde nach fast 3stündiaer Debatte die Vereinigung der beiden bestehenden Vergolder- Organisationen einstimmig beschloffen. Der seit fast einem Jahre dauernde Streit ist dadurch beendet. Die Statuten de» UnterstützungSvereinS der Vergolder bleiben bestehen, nur der Beitrag wird auf 15 Pf. herabgesetzt. Vereinigung der deutschen Schmiede. Sonnabend, den 23. d. Mt»., findet in Gratweil's Bierhallen, Komman- dantcnstr. 77—79, eine Versammlung statt, zu der auch Frauen Zutritt haben. Tagesordnung: Vortrag des Chemiker» Herrn Besser über Verfälschung der Lebensmittel. Gäste find will» kommen. Zentral-Kranken- und Sterbekasse der Drechsler und verwandten BerufSgenoffen Deutschlands(E. H. Nr. 48, Ham» bürg) örtliche Verwaltungsstelle Berlin B. Sonntag, den 24. Januar, Vormittags 10 Uhr, Mitgliederversammlung, Mariannenstr. 31/32(Jndustriehallen). Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vierteljährlicher Kassenbericht. 3. Verschiedene». Pflicht jedes Mitgliedes ist es, zu erscheinen. QuittungSbuch legitimirt. Der Fachverein der Schlosser und Berufsgenossen hält morgen, Eonnabend, Abends 8'/, Uhr, in GratwetlS Bier- hallen, Kommandantenstraße 77/79, eine Versammlung ab. Tagesordnung: 1. Regelung des Arbeitsnachweise». 2. Wahl des 2. Kasstrer« und der Revisoren. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Bericht deS Bibliothekars. 5. Verschiedene». Kriefimsten der Redaktion. Müller. Die Bücher können Sie in jeder Buchhandlung bestellm. Weiteres in einer der nächsten Nummern. P. E. Wolltnerstraße. Schreiben Sie künftig die Namen deutlicher. Mehrere Abonnenten. Mit Bleistift geschriebene Ver. sammlungibenchte ,c. können wir tünftig nicht mehr berück» stchtigen, ebenso wenig Berichte, welche auf beiden Seiten de» PavrerS geschrieben find. ,. L. Sprechen Sie mit Herrn Rechtsanwalt Freuden. thal, Molk.nmarkt 11(Sprechstunde von 4 bis 7 Uhr Nachmittags). G. B. 16. 3. Sobald wir davon Kenntniß erhalten, wer» den wir Sie benachrichtigen. Leyser. Gegen die Maßregel können Sie nichts machen» dieselbe ist im landeSpolizeiltchen Jntereffe erfolgt und steht da» Recht der Ausweisung dem Polizeiprästdium auf Grund de»§ 123, 3 deS Gesetze» vom 31. Dezember 1842 zu. Müller. Strafe zu erwarten. P. 8. 16. Sie müssen bei dem Amtsgericht klagen, in dessen Bezirk fich daS BetttebSamt für Hermsdorf befindet. F. I. 11. Pastor smeritua d. t. Pastor außer Diensten. Tempelhof. Ja. Abonnent. Der angegebene Grund hebt den Vertrag nicht auf. Wenden Sie fich wegen der Feuergefährlichkeit an die Polizei. I.«.. S 11. Die Brüder der verstorbenen Schwester find erbberechtigt und haben den Antheil ihrer Mutter zu be» anspruchen. A. B. 200. Nein. Zwei weitgereiste HandwerkSburscheu. Wissen wir nicht. O.«. 21. Wenn vir Bürgschaft für oder von einem Kaufmann oder für ein Hanbciogeschäft erfolgt ist, so ist schriftliche Firirung nicht erforderlich, sonst ist die Schrift» form nothwendtg zur RechtSgiliigkest der Bürgschaftserklärung. Theater. Frettaa. den 22. Januar. tpernhaus. Die Afrikanerin. Oper in 5 Akten von E. Ecride. Echansptelvaut. Tartuffe, Lustspiel in 5 Akten von Moliere.._ Deutsche» Zsteater. Nathan der Weise. «estden,- Theater. Denise, Schauspeel in 4 Akten von 81. Duma»(Sohn). »riedrtch. Wilhelmstädttsche» Tdeater. Rafaela, Operette in Akten von Max «�halla- Operette«- Theater. Mamsell Velle-"«llianee. Theater. Kvritz-Pyritz. Tentr-l-Theater. Der Stabs Trompeter. Theater. Oberon, König General- Versammlung der Zimmerleute des Westens und deffen Umgegend am Sonntag, den 24. d. M., Vorm. 10 Uhr, in Attrrmann» Kaal, Dennewitzstrahe 13. TageS-Ordnung: 1. Wie verhalten sich d!e Zimmerleute der Umgegend deS Westens zu d-n Bcschlüffcn der 8lUgemiinheit. 2. Gründung eineS Lokal-Ver- banles. 3 Verschiedenes.— Es ist Pflechl eineS jeden Zimmei manns, in dieser Versamm- lung zu erscheinen. 500_ Die Lohn-Konmisston. «ouisenftädtische» der Elfen. Vtttorta- Theater. Oftend< Theater Ledensdild in 5 «merican« Theater. Vorstellung. Theater der Steichshalle«. Kauwraun'e�va�ete. Groß« Spezialitäten- Vorstellung. ttonkordta. Große Spezialitäten-Vmstellung. Geschloffen. DaS Loo» der Armen, Akten von F. v. Stengltn. Große Spezialitäten Große Speziali« Alhambra-Theater. Wallnertheaterstraße 15. Die beiden Harfenmädchen. Charaktergemälde mit Gesang in 4 Akten von Emil Gallert. Mustk von Ludw. Bußler. Vor der Vorstellung: Gr. Konzert der Hauskapelle. Anfang des Konzert» Wochentags 7 Uhr, der Vorstellunp 7'/« Uor. Anfang de» Konzert» Sonntags 6 Uhr, der Vorstellung 7'/, Uhr. Von» haben WocdentaaS Mltigkeit und find im Theaterdureau(12—1 Uhr) gratis zu haben. «atfer-Panorama. Eine intereffante Wanderung durch Belgien. Eine bequeme Reise am ichönen Rhein. Hertha-Retse. Karolinen. Inseln. Aap. Eine Reise 20 Pt., Sinder nur 10 Pf. Abonnements- und Vereinsdillets. ö. Richter's Restaurant, Kottbuserftrahe 2, empfiehlt der geehrten Nachdarschast seine Loka- litätrn zum geneigten Besuch. Sonntags und Mittwochs Frei Konzert. Ausschank von Weiß- und Bairisch Bier, Speisen» la carte zu billigen Preisen. Zu gleicher Zeit empfehle ich meinen Saal den geehrten Vereinen zur Abhaltung von Fest- lichkeiten, Versammlungen u. s. w. 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Mitglieder-Versammlung des FachvereinS der Lithographiesteiuschleifer ««d Kerufsgenossen am Montag, den 25. Januar, AbmdS 8 Ubr, in Keefeld'o Kalo«. Grcnadierstraße Nr. 33. Tagesordnung: Wahl des Vorstandes. Mit- gliederaufnahm e— Um zahlreiches Erscheinen ersucht 501 Der Einderufer. ©ffftnllidjt Quittung über eingegangene freiwillige Beiträge k«r Unterstützung der streikende« Arbeiter der Ktighan'schen Fabrik antikgefchnitzter Holzleiste«, Uitterftraffe 11. Von Ardeitem der Möbel-Fadrik von Psaff M. 8,15; Tischlerei Reichelt. Fchrbcllinerstr. 87, M 1,20; Lampentabrik von MoSler, Markus straße 28 M. 3,20; Werk u.«linike, Ritter straße, M- 1 10; GrunewaidS-Fab ik, Kloster straße, M. 3,15; Drechslerei A. Eulen, Ritter straße 115, M. 1; Bildhauer O. Brauer, Ritt-r- stiaße 15, M. 1,25; von einem Fraise-Kutscher aus verschiedenen Tischlerwrrkstcllen M. 7,95; Werkstatt von Neume'er Mark 3.50; Bad, Gitschinerstraße Mark 3,15; gesammelt fce' einer Geburtstagsfeier du-ch Herrn W. Noack M. 8,20; Mctallwaaren- Fabrik von Völskow M. 2; vom Bezirksverein des wcrtth. VolkeS der Schönhauser Vorstadt M. 15; Gäbert's Fabrik M. 11,35; Fabrik Vadd.rjahn M. 2,60; Lokaloerdand Berliner Z mmeileute M. 10; aus dem Grneralfonds der Berliner Zimmerl-ute M. 50; Tellersammlung in einer Versammlung der Berliner Zimmerieule auf dem Gesund brunnen M. 11,15' au» dem Generalfor.ds der Be liner Maurer M. 50- aus dem Zigarren eschätt Weinberasweg 15b durch A. Bremer 3 35. �m Ganzen stnd M. 390,55 einge gangen. Allen freundlichen Gebern hiermit unfern herrlichsten Dank. Leider ist der Streik durch die Handlungsweise einiger Kollegen als verlmen zu betrachten. Dadurch, daß dieselien die Arbeit wieder aufgenommen haben, ist der Fadnkart in die Lage gebracht, fich vorläufig zu halt n. Et beweist die», daß noch immer viele Ardeiter ihr eigenes Jntereffe nickt er kennen. Zu unterstütz-n find noch 5 Mann Die Lohnkommiifion. I. 8l.: W. Bensch Weiß nburgerstr. 74 Ho» I. Ä Knrea« für Rechts- und Hand-ls'ack-n «oppenstr. 20, IL v. 4 Uhr ab. I. Link.[502 Möbelpolirer! Die Sperre in der Genoffenschaft„Selbst- Hilfe" ist hierdurch von Neuem verhängt wegen erneuter Lohnreduktion. Bericht in der Ver- sammlung am Montag. 503 Die Kommission. S Möbeln, gebranchte, Kettstellen. Matratze« Ktahl»(Kehnstnhl mit Sacken). Kette« «denvlan etr., oerkau'e um damit zu räumen . Kommerfeld. Oranieustr. 199, im Kelle- Ardeitsmarkt. Gl« tüchttger erfahrener Kanfchlosser finret dauernde Bejchäfligung bei>500 I. Echeeder, Sckloffermeiste- _ Soandau, Picheledorferstr. 10. Sine« Möbelpolirer verlangt A. Schultz, Scharnho-ststr. 17, III. 504 Blnraenstr. 56 Die Arbeits. Vcrmittelur.a geschieht unentgelllich Adreffen rusgabe an Wochentagen von 8'/, 9'/t Uhr Abends. Sonntags von 9—11 Uär Vormittags. 476 Staatlich concessionirte Deutsche Kunstgewerbe- Lotterie, Ziehung in Berlin am 24, 25. 26. Fkbruar 1886. 5000 Gewinne im Gesammtwer he von «s,««« Mark. 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