Sotmabeitd» den Ä3. Januar 1886. III. Jahrg. mrVMlall 4 levbon 7480, 'gstr. Tele»� Brgan für die Interessen der Arbeiter. Das„Berliner Volksblatt" pt tuglid) Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei JnsertionSgebühr bettägt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg. Arbeitsmarkt 10 Pfennige. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunst. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen» Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. ge Redaktion: Kenthstraße 2.— Expedition: Zimmerstraße 44. Sie fmti hankceolt! 40 Rf M Scit*fcl' Tagen schleppt sich im Reichstag eine eben 45 VI- W als la-gwettize Debatte zwischen den F r e i h ä n d. f.%\i und S ch u tz z o l l n.e r n Hin. Das Resultat der« DU Vi'»st nicht unintereffant; es zeigt, daß beide Systeme QA llf-bo,ntet.ott stnd. OU$r|'5o lange in Deutschland der Freihandel und mit ihm QS Itifl stavchestecthum obenauf waren, hörten die wirthschast- � �isen nicht mehr auf; es entstand Mangel an Be- 45 flir die Arbeiter, die sogenannte.UÄerprodul» tr; und eire überall sich fühlbar machend- Unsicherheit werbs und der Existenz. Nun haben wir in Deutsch- Schutzzölle und und siehe da, die gleichen Erscheinun- 'r.d noch ur.nut vorhanden; die wirthschaftliche Kala» ist genau dieselbe gebliebe». ., Venn die Sache nicht an sich so ernst wäre, so würde t ss 0 �in'®'e. stch die beiden feindliche« Richtungen, 'Ichutzzöllner und Freihändler, gegenseitig für die wirth- 45A Vilichs Missr« verantwortlich machen A V$Fr, vre Schutzzöllner sagen: 1 = 12 ..,„»Seht, die Tetrndepreise womöglich noch niedriger alt vor der letzten Zoll- ., ging; die Freihändler haben somit Unr-cht gehabt, alt ?j!n'lhaupieten, durch die Getreidezölle würden die Preise ~ �treibe und Brod in die Höhe getrieben!" 1 Darauf antworten die Freihändler: x®'4 Getreidepreise sind nicht in die Höhe gegange»; ö\3 yr nd vielmehr noch mehrfach gefallen. Wir habe» also O llt b, gehabt, als wir sagte», daß die Getreidezölle ganz � W* s feie« JA Vi Der hat nu« Recht? .«1 sstun, Beide haben Recht insofern, al« mit diesen A Vlsi. men en allerdings nachgewiesen ist, daß die beiden 3Y./ Ichaftlichen Systeme, Schutzzoll und Freihandel, nicht et sind, uns au» unserer wirthschaftliche« Misere zu . Da» zeigt sich nunmehr deutlich genug. her was jetzt thun? :» giebt immer noch gescheidte Leute, welche gleich wissen. Da kommt Herr von Kardorff, der .Volktwirth", und behauptet, alle» Uebel käme nur an höre und staune I— von der Goldwährung, das Silber entwerthe. Man brauche nur die pelwährung einzuführen und dann fei allen n der Bevölkerung sofort geholfen. Schön gesagt! Wenn aber Herr von Kardorff meint, »an so etwas ernst nehme» werde, so täuscht er sich Da» »raucht Arbeit, lohnenden Verdienst und Schutz gegen die äßige Ausnutzung seiner Kräfte. Kommt Verdienst unter «itenden Klaffen und erhöht sich deren Ko»sumtion«fähig« 'o gehen alle Geschäfte Keffer und die ganze Gesell- profitirt davon. Das ist sehr einfach einzusehen; für ttSt'irftr* �ardorff und Genoffen freilich nicht. Sie tappe« llClUr in dem Nebel der Währungsfrage herum. in, laschm Ml. st-- ß,/ und viel lii«� Jeuilleloru Dunkle Gestalten. hlung aus dem sozialen Leben der Gegenwart von if* Karl Zielte.>12 ,Nun, denn vorwärts!" Offenbar empfand er das Be" ß, sich selbst MutH zuspreche» zu müssen. Hastig faßte ch bem KltNftelzug und gleich darauf ertönte»er - Klang der Glocke. »eich darauf wurde die Korridorchür ei» wenig ge- rm Znuern schren eine Sicherheitskette augebracht urch fsi'. t(glc«b I. [icQtn. f* che (N von ädli»« && »P-l-e- tM Gute» Abend," sagte der Außenstehende. Buten Abend, Sie wünschen?" Zch möchte Fräulei» Martha sprechen." r hörte, wie die Sicherheittkette entfernt wurde. Wollen Sie nicht näher treten," sagte Martha, sie '!». ä" f008 �Tet GesangSprobe bei dem Direktor nach Hause zurückgekehrt, sie hatte ihren Besucher a» EäÄÄÄM1"6 jo«, 5o mttn Herr, wolle« Sie recht» eintreten, ich mache �Lrcht. Ich wohne hier ganz allein, Sie müffe» ,«reise �0" entschuldigen, ich war heute fast den ganzen Tag 1* u Hause." lim« trat in da» Zimmer, während Martha nach der ..sle, um die Lampe anzuzünden. Zn dem Zimmer »läufig«och nicht» zu erkenne», Auliu« trat an Ilster und blickte vo» oben auf die Gaslaterne» s-- etzt kam da« ju»ge Mädche» mit der Lampe zurück. Dana stritten sich die Herren Schutzzöllner und Frei« Händler über die„Ueberproduktion". Die Betonung dieser Sache war den Freihändlern offenbar sehr unangenehm; deshalb ritten die Schutzzöllner auch mit besonderem Be- Hagen auf der„Ueberprodukrion" herum. Aber habe» un» die Schutzzölle vor der sogenannte» Ueberproduktion bewah- re» könne»? Mit Nichten! Stellte man ein Budget auf, in dem enthalten wäre, wieviel unser Volk intgesammt ungefähr brauchte, um«in den Anforderungen der Humanität entsprechende« Dasein zu führe», so würde man finden, daß für diese» Zweck noch lange nicht genug produzirt wird. Das steht eben so fest, wie, daß sich die Produktion durch zweckentsprechende Ein- richtungen und Umänderungen sehr bedeutend steigern ließe, aber der vielgerühmte Hebel unserer wirthschaftliche« Thä« tigkeit, die angebliche Seele aller Betriebsamkeit, das Privatinteresse, vermag nicht so viel zu leisten, daß der eigentliche Bedarf der Gesellschaft gedeckt werden könnte. Wenn nun auch die Leistungen der heutige« Produktion be- schränkt sind, so bleiben doch eine Menge vo» aufgestapelte« Waare» liegen infolge der gesunkenen Aonsumtionikraft der Maffen. DaS ist die sogenannte Ueberproduktion, die fonach nur ein sehr rela'iver Begriff ist. Sie würde sofort aufhören bei der Erhöhung des Volkseinkommen». Der gegen- wältigen Produktionsform wohnt aber offenbar die Tendenz inne, die Löhne hinabzudrücke» und Arbeitskräfte überflüssig zu machen. So kommt man aus dem Unheil nicht heraus. Der Weg zum Kampfe gegen die wirthschaftliche Miss« zeichnet sich demnach ganz vo» selbst vor. Erhöhung de« Volkseinkommen» durch Verkürzung der Arbeitszeit und Schaffung von Arbeitsgelegenheit auf die in diesen Blätter« so häufig schon dargelegte Weise— da« wäre ei» Mittel, nicht um das Uebel zu beseitige», aber doch um einiger- maffen Abhilfe zu schaffen. Wir glauben auch, daß die Schutzzöllner die« begreife», so gut wie die Freihändler. Aber sie scheuen sich vor de« Konsequenzen solcher Reformen; sie fürchten, damit ihr eigene» Zntereffe zu beeinträchtigen. Und da« ist für sie ein Kräutlein rühr' mich nicht an. So streite» sie sich denn, statt nach einem gesunde» neuen Gedanken zu suche«, über die alten abgeschmackten Gemeinplätze herum und beschuldige» sich gegenseitig, die wirthschaftliche Miftre herbeigeführt zu habe«. Wir habe» nichts dagegen, wenn sie sich gegenseitig krittsch vernrchten und wir glauben ihnen recht gerne, daß beide Richtungen völlig bankerott sind. Das Volk glaubt'« ihnen auch. Politische«eberstcht. von Herrn Reichstagsabgeordneten Heine erhalten wir noch folgende Zuscdrift:„Hinzufügend zu meiner Erklä- g in der gesttigen Nummer des„Berliner Vollsblatt" weise ich den Vorwurf, während meiner Haft falsche tun Angaben unter Der volle Lichtschein fiel auf Zuliu«, der sich hastig um- wandte. „Sie find e», Herr Winkler?" fragte sie mehr ent- rüstet al» erstaunt,.was wünschen Sie von mir?" Sie blieb mit der Lampe an der Thür stehe». „Nun, ich wollte Dich besuche», ist vielleicht etwa« Schlimme« dabei?",, Sie sah ihn mrt thren große« Augen verächtlich an, dann setzte sie, einer plötzlich-n Eingebung folgend, die Lampe auf de« Tisch. Nehme« Sie Platz, Herr Winkler," sagte sie schein- bar nrbia,„ich möchte Sie aber darauf aufmerksam mache«, daß meine Zeit ziemlich gemeffe« ist." So?" entgegnet« er, indem er sich auf einem Stuhl «iederließ,„ich finde da« nicht hübsch von Dir, e» gab eine Zeit, wo Du mich mit Sehnsucht erwartetest, wo ich solange bei Dir bleiben konnte, wie ich wollte!" Er sagt« diese Worte mit ungeheuchelter Bitterkeit, und e» schien ein Gefühl wahrhafter, aufrichtiger Traurigkeit zu sein, die ihn Übermannte. Sie sah ihn prüfend an, und ein Strahl heimlicher, dämonischer Freude blitzte in ihrem dunklen Auge auf. „Spreche» wir nicht mehr davon, Herr Winkler," ent- gegnete sie mit sanfter Stimme,.die Zeiten sind ja doch vottlber, weshalb wollen w,r un» gegenseitig das Herz schwer '""�.Martha, Du magst es mir glaube« oder«'cht, ich habe Dich stets geliebt und werde Dich immer liebe«. Wie sonderbar Dir das auch ers-b-i»«« mag. ich fühle es aber, daß ich ohne Deinen Besitz stets unglücklich bleibe« WeTbe Sie wolle« mich zum Beste« haben, Herr Winkler," entgegnete sie resignirt,.bedenken Sie den gewaltigen Unter- schied zwischen uns Beide«, denke« Sie an meine Ver- gangenhett, denken Sie an mein beflecktes Leben, was kann ich gefallenes Mädche« Ihnen fein, es ist das Beste, wir Verpfändung meines Ehrenwortes gemacht zu baden, mit Ent- rüstung zurück. Dies mein letztes Wo;t in dieser Sache. Rnsstsche Repressalien in Sicht. Die„Kreuiztg." läßt stch merkwürdigerweise aus Pari» melden:„Die Nachricht, daß die rusfische Regierung eine Massenauswetsung von Deutschen nicht russischer Staatsangehörigkeit aus Rußland verfügt habe, hat darin ihren Grund, daß von Petersburg Nachforschungen in den Gouvernement» angeordner worden find, um zu ermitteln, ob ausländische Familien seit Generationen in Rußland wohnen, ohne da» Untrrthanenrecht nachgesucht zu haben. Dieser Gewohnheit soll mit der Zeit durch Androhung von Ausweisungen der betreffenden Personen gesteuert werden." Mit anderen Worten, die rufst- fche Regierung ist mit der Anfertigung der Liste der auSzu- weisenden Deutschen beschäftigt. Die Ungiltigkeitserklärnng der Wahl de» Herr« Gottburgsen scheint in gewissen Kreisen sehr verschnuvtt zu haben. So läßt stch die„Nordd. Allg. Ztg." aus dem Wahl« kreise Flensburg, dessen Vertreter genannter Herr war, folgendes schreiben:„ES hat in deutschen Kreisen auf da» Peinlichste berührt, daß der Reichstag, nachdem ca. 1% Jahre seit der Wahl unsere» ReichStagsadgeordneten, GerichtSrath Gottburgsen, verflossen, zu dem überraschenden Resultat ge- langte, dessen Mandat als ungiltig zu erklären. Die deutschen Wähler find wohl ohne Ausnahme und ohne Unterschied der Parteirichtung darüber einig, daß daS von der Flensburg« Polizeibehörde angewandte Verfahren gelegentlich ver Abhal- tung einer Wahlversammlung von ein paar hundert Sozial- demokraten, möge daffelbe nun gegen das Vereinsgesetz ver- stoßen oder nicht, auf dm Gesammtverlaus der Wabl irgend welchen Einfluß auszuüben nicht vermochte. Tie Wahl deS Herrn Gottburgsen galt bei allen Wählern deutscher Nationa- lttät als gesetzlich zu Stande gekommen, deshalb erregt die Entscheidung der ReichStagSmajorität, die stch zusammensetzt aus den Gegnern einer wahrhaft nationalen Poliiik, hier im Kreise mancherlei Bitterkeit. Die Vorbereitungen für eine noch anzuberaumende neue Wahl werden von der dänisch gesonnmen Partei mit großer Rührigkeit schon jetzt getroffen. Zweifellos wird von den Dänen der frühere ReichstaaSabgeordnete und spätere Neben- buhler deS GerichtSrath Gottburgsen, Generalagent Gustav Johannsen, aufS Neu« aufgestellt werden. CS ist von mir schon früher darauf hingewiesen, daß die dänische Protest. partei üher eine musterhaft« Organisation veriügt. Ter Kampf für die deuische Sache, der uns nun bevorsteht, wird daher kein leichter sein; vor Allem erscheint es geboten, daß die Ge- mäßigtkonservativen und die Liberalen ein festes Bündniß schließen, welches die Wiederwahl des GerichtSrath Gottburgsen, der sich nach seiner gesammten Haltung im Reichstage ein durchaus tüchtiger Parlamentarier und als Kompromißkanvidat der Deutschen in des Wortes bester Bcdentur.g ausgewiesen hat, fichert. DaS Zusammengehen der beiden Richtungen wird. weil der extreme Fortschritt im Kreise selber nur wenig ein- flußreiche Anhänger findet, mit Bestimmtheit erwartet werden können. Wenn die Kasstrung deS Mandats den ruhebedürf- tiaen Politikern auch einzelne Ungemüthlichkeiten bereitet, da rrfahrungSmäßig die Wahlkämpfe tn den Grenzdistrikten einen schärferen Charatter anzunehmen pflegen, so wird daS Pflicht- gefühl über die allgemeine Wahlmüdigkeit hinweg helfen." szhen und nie wieder, Sie überlassen mich meinem Schick- sal, ich würde doch nur ei« Fluch für Sie sein." „Und wenn ich da» Alle» nicht wollte, wen» ich nach meinem eigenen Linn handeln würde, wa» würdest Du dann sagen?" „Es ist alle» Thorhcit!" „Za, Thorheit mag es sein, wenigsten« die Mensche« mögen es Thorheit nennen, was bezeichnen Sie nicht Alle» mit diesem Name«! Ich habe gelitte», Martha. Seitdem ich Dich gestern«ach langer Zeit wiedeisah, da kam mir die Erinnerung an jene lieblichen Stunde», die wir mit ein- ander verlebte», hast Du nie an jene Stunde« zurück««- dacht?" .O, ja," sagte sie seufzend, und ein Blick voll kalten Hohn«, voll glühenden Haffe» traf ihr Gegenüber.„Gewiß Hab, ich an jene Stunde« zurückgedacht, und ich glaube, wir sprachen sogar noch gestern Abend davon!" „Weshalb kommst Du gerade auf gestern Abend zu sprechen? Gestehe«S mir ein, Du zürnst mir, Du hassest mich?" Er sah sie mit seinem wilde», verzehrenden Blick so sehnsüchtig an, sein sonst so matte», abgespannte» Gesicht glühte förmlich. Sie bemerkte die Veränderung mit unsäg- licher Freude, so konnte sich kein Mensch verstelle», er mußte ei» tiefe, wahrhafte Zuneigung zu ihr gefaßt haben. Wa» kümmerte e» sie, ob da» räthselhaft, unerklärlich war, sie zerbrach sich den Kopf nicht darüber, sie sah die vollendete, wirkliche Thatsache vor sich, und da» genügte ihr. Sie hätte ausjauchzen möge« vor Zubel, wild pochte ihr das Herz im Busen, aber nicht vor Freude über die Liebe, e» war ein ganz anderes Gefühl, welche» sie beseelte.. t_ Rache schrie ihr jeder Nerv, jede Fiber zu, Rache für ihre geraubte Jugend, Rache für ihr gemordetes Kwd, Rache für ihren entehrten, ruinirten Bräutigam. Sie war blaß geworden im Gesicht, ihre große« dunklen Augen blickte« -PMZM-M sffirrÄÄ IS""""1* a «WWW «rltdigt; auf Zuiückweisung oder Verwerfung der Reoiston ist in 1352 Sachen erkannt. Von Strafsachen waren 3881 ««hängig. Davon 3437 erledigt, und zwar durch Verzicht oder sonst ohne Gerichtsbeschluß 39, durch Beschluß, in welchem die Reoiston für uniulässtg erachtet ist, 404; durch Beschluß, welcher die Unnuständigkett de< Reichsgerichts ausspricht, 5; durch Ur- thell 2989. Es bleiben unerledigt 244. Die Zahl der Urtheile, ergangen auf Revisionen gegen Urtheile, betragt 2790. Die ReichsanwaUschafr halte zu bearbeiten Strafsachen(Revifioncn, Register v.) 6429, ehrengerichtliche Sachen gegen Rechtsanwälte 25, Disziplinarsachen 11, Ehesachen 86, Entmündigungssachen 2, Leschaerden über Beschlüste des Unte:suchungtrichterS in Hoch- verrothSsachen 3, Anträge auf Entscheidung deS Revifionlgerichts (§ 386 2 der Strafprozeßordnung) 104, Gesuche um Wiedereinsetzung in den vorigen Stand 19, Vortraaistücke überhaupt 4760. Ve, Handlungen haben stattgefunden 3027, darunter in Strafsachen 2994. Aus der dem Landtage vorgelegten Nachweisung Lber die Einschätzung zur Klastenstener und Etnkom- mensteuer für 13:5/86 entnimmt die„Freisinn. Ztg.", daß von der Bevölkerung Berlin« gerade'/»(66,80 pCt.) von be den Steuern befreit find, während 25,05 pCt. der Klaffen- steuer und 8,15 pCt. der klasfifizirten Einkommensteuer unter- liegen. Von 202082 Personen, welche in Preußen zur klasst- fizirten Einkommensteuer eingeschätzt worden find, kommen allein auf Berlin 32 625 Personen, darunter 3158, welche im vorigen Jahre noch zur Klassrnsteuer veranlagt waren. An klasfifizirter Einkommensteuer kommt in Berlin auf nicht we> Niger als 8 773 254 M. Unter den Etnkommensteuerpflichtigen Berlins find 770 Personen veranlagt mit einem Emkommen von 32400 bis 60000 M, 212 Personen mit einem Einkom- men von 60 900 bis 96000 3)(., 144 mit einem Einkommen von 96 000 bis 204000 ist. Dann kommen aber 55 Personen mit noch größerem Einkommen, und zwar 26 mit einem Ein kommen von 204 000 dt« 300 000 M., 18 Personen mit 300 000 vis 540000 M. Einkommen, 7 Personen von 540—660 000 M. Einkommen. Heber diesen thronen vier noch reichere Per fönen, nämlich ein Steuerpflichtiger, veranlagt mit einem Ein- kommen von 840—900 000 M., darüber ein Steuerpflichtiger mit einem Einkommen von 1 020 000 bis 1 080 000 M. Dieser wird übertroffen von einem Manne, welcher 1 140 000 bis 1 200 000 M. bezieht. An der Spitze aller Einkommensteuer- Pflichtigen Berlins steht aber eine Person mit einem Einkom. wen von 2 100 000 bis 2 160 000 M., was bei 4 pCt. Zinsen ein Vermögen von über 50 Millionen darstellt. In ganz Preußen find nur 8 Personen über ein« Million Einkommen veranschlagt, darunter obige drei Berliner. Der reichste Ber- liner wird in Preußen nur von drei noch reicheren Personen üdertroffen. Zwei davon wohnen im Regierungsbezirk Wies- baden, darunter einer von 2520000 brS 2580 000 M. Einkommen, der andere mit 2640000 bis 2700 000 M Einkommen. Der reichste steuerpflichtige Mann in Preußen wohnt dagegen im Regierungsbezirk Düffeldorf, veranschlagt mit einem Einkommen von 3 120000 bis 3 180000 M., wovon er 93 600 M. Einkommensteuer zu zahlen hat. DaS ist also ein achtzig- facher Mrllionär. Ausgewiesen aus dem preußrschen Staatsgebiete, weil lästig gefallen, wurde der Schriftsteller Gruber, der vor ca. einem halben Jahre von Rio de Janeiro nach Berlin mit Fa» milie Lbergestedelt war. Gmber war in Rio Redakteur der dem schweizer Konsul Schmidt gehörigen, nunmehr eingegan- genen„Deutsch-Brafilianischen Warte". Er führte fich hier in kolonialpolitischen Kreisen als Delegirter einer auS Deutschen und Eingeborenen bestehenden Einwandemngsgesellschaft in Rio ein, versuchte dann auch— vergeblich— für einen Kalo- uisationsplan in Südbrafilien Interesse zu finden. Er ist bra- 5 Iranischer Staatsangehöriger. Von anderer Seite wird noch ehauptet, der Ausgcwresene habe es fich zur Aufgabe gemacht, jür die Auswanderung nach Brafilien zu agiliren. Der Bundesrath hat in seiner Plenarfitzung am Donnerstag dem AuSschußantrag über den Antrag Hamburgs wegen Abänderung deS§ 802 der Zivilprozeßordnung, beireffend die Zustellung von Arrestbefehlen an den Schuldner rc. zugestimmt und auch dem mündlichen Ausschußberichte, betreffend den Entwurf eines Gesetzes wegen Abänderung des§ 137 deS Ge- richtsver faffungSge setze«(Verweisung zur Verhandlung und Entscheidung vor die vereinigten Senate des Reichsgerichts) seine Zustimmung eitheilt. Ueber einen Vorschlag zur Abänderung des sozial» demokratische« Parteiprogramms berichtet der„Hamb. Corresp.:„Zur Vorbereitung der Aufgaben deS diesjährigen tarteikongrefie« stellte daS offiziell« Organ der deutschen ozialdemokratie vor Monaten schon die Frage einer Abände- rung des,. Parteiprogramms zur Diskussion. Der erste Vor« gespensterhaft in da« Leere, sie schien die ganze Uaermeß. lichkeit ihrer Entdeckung noch garnicht erfaßt zu habe«. An der Liebe zu ihr sollte der Räuber ihrer Ehre und ihrer Unschuld zu Grunde gehe«, sie selbst konnte bei dem Spiel »icht« verlieren, aber alle» gewinnen, wenigstens alle« da», was für sie im Leben noch Werth hatte. Sie sehnte sich nicht, wie die meisten ihresgleichen, nach Vergessenheit, nach rauschenden Vergnügungen, durch welche sie die Oeds ihre« Leben» hinwegtäuschen konnte«, sie trank nicht, wie es manche anderen thaten, um interessant zu sein, das Gefühl, welche« sie einzig und allein bewegte, war da« der Rache für ihr zerstörtes LebenSglück. Heute stand sie am Ziel ihrer Wünsche, denn wen« diese, Mann, der hier vor ihr am Tische saß,«icht log, so fiel er unzweifelhaft ihrer Rache zum Opfer. Er log «icht, das fühlte sie, es mußte wahr sein, was er sagte, den» so hatte Niemand seine Mienen in der Gewalt, und wiederum fühlte fie de« wilden Zubel in ihr Herz ein- ziehen, fie preßte unwillkürlich ihr« feinen, schmalen Hände vor de« klopfenden Busen,— liebte er sie wirklich, so wollte st« ihn elend, unglücklich machen, unter ihren Füße» __ L«--«——!—— 1-.——.—' t i!-—_ � Atn—.— c. e st wollte fie ihn zertrete» wie eine« giftigen Wurm, und~däim mochte ihr geschehen, wa« da wollte,— die Fluthen der Spree hatten schon so manche unbekannte und unerkannte Leiche an das Ufer gespült, das sollte auch ihr letzter Zu» fiuchtsort sein. Wie fie das Alle« bewerkstelligen wollte, wußte sie vorläufig noch»icht, es war ihr gleichgiliig, sie hatte die Gewißheit, daß ihr im gegebene» Augenblick da» passende Mittel einfallen würde, und das war ihr äugen- blicklich genügend. Ein kalter Schauer überlief ihre» Körper, fie wußte e« jetzt, daß sie Mitleid und Erbarme« nicht kennen würde, auch wenn er bettelnd und winselnd fich zu ihren Füßen krümmen würde. Mit Wollust hätte fie jetzt schon ihre Häude in sein warmes Herzblut getaucht, aber dennoch wollte sie warten, das Gefühl, daß sie mit Sicher« heit Rache an dem' Manne nehme» konnte, der fie kalt und unbewegt unglücklich gemacht, hatte etwas Berauschendes für fie schlag, der nunmehr erfolgt, betrifft unerwarteter Weise eine» bisher als ein Noll me tavgere gänzlich außerhalb deS Pro» grammS gebliebenen Gegenstand— die Religion. Die Er- klämng derselben zur Privatsache wird eine„nicht zu recht» fertigende Schwäche" genannt, und mit der Motivirung, daß dieses„schwächliche Mänielchen" die frommen Gegner doch nicht davon abhalten könne, die Sozialdemokraten als„Genoffen deS Teufels" hinzustellen, statt der Erklärung der Religion zur Privatsache inskünftige der Programmsatz vorgeschlagen:„Die Sozialdemokratte betrachtet es als ihre Pflicht, Aufklärung auf allen Gebieten des Wissen«, einschließlich der Religion, im Volke zu verbreiten und den Aberglauben in jeder Form und nach jeder Richtung hin zu bekämpfen." Es wird erzählt, wie in der letzten Wahlkampagne in Westfalen rwei sozialdemokra- tischen Agitatoren von einem Pfarrer mit Erfolg daS Terrain streitig gemacht worden sei, um damit zu deweisen,„daß es nöthig ist, daß wir die Kirche und den christlichen Aberglaubm offen und unumwunden angreifen und den Jahrtausende alten Bau einzureißen versuchen— erst dann dü>fen wir hoffen, dem Volke auch Verständniß für seine irdische Lage beibringen zu können."— Wir glauben nicht, daß der in AuSficht ge- nommene Kongreß an der bisherigen Toleranz des Programms etwas ändern wird. Zu ber gegen bns Domkapitel zu Gnesen wegen Nichtbeachtung des kaiserlichen Jubiläums von der„Norvd. Allg. Ztg." erhobenen Beschwede bemerkt der„Kur. Pozn": Er wiffe nicht, ob und in wie fern die Angaben deS Berlinerioffi- ziösen BlatteS auf Wahrheit beruhen, insbesondere» ob daS Domkapital direkt zur Begehung der Feier aufgefordert worden und eine so formulirte ablehnende Antwort ertheilt habe. Ver» hielte fich indessen die Sache wirklich so, dann müßte die Be- schlußfassung des Domkapitel« durchaus begründet erscheinen, denn so lange jede Amtslhätigkeit Sr. Eminenz gerichtlich ver- folgt und geahndet werde, so lange könne auch„Sr. Eminenz" keine öffentliche Verfügungen erlassen, und es sei doch genug» sam bekannt, daß nur der Erzbischof befugt sei, außerordentliche gotteSdienstltche Feierlichkeiten in der Diözese anzuordnen und nicht die Herren Oberpräfidenten oder die königlichen Regie» rungen, Ueberall dort übrigens,'wo man bezüglich der Feier keine Winke und überhaupt nichts habe zu veistehcn gegeben, sei auch das königliche Jubiläum in den Domen übergangen worden. Der Artikel, welchen der„Kur." der Sache widmet, trägt die Ueberschrift:„ES fängt schon an" und bezeichnet den ganzen Vorgang alS„erste gegen die Mitglieder de« Gnesener Domkapitels gerichtete Attacke." Der Kamburger Kaufmann Robertson, welcher von offiziösen Blättern dafür verantworttich gemacht wurde, daß die Regierung nicht energischer in der Karolinenfrage gehandelt habe, veröffentlicht im„Hamb. Korresp." ein längeres Schreiben, das recht interessante Einzelheiten enthält. Nach dem Inhalt dieser Rechtfertigung treffen die Anschuldigungen der Offiziösen in keiner Weise zu, vielmehr dürft« darnach anzunehmen sein, daß der Entschluß des Reichskanzlers, die Karolinen auf- zugeben, schon gefaßt war, bevor er mit dem genannten Kauf» mann eine Unterredung über die dortigen Verhältnisse hatte.— Herr Robertson wurde im Laufe der Unterredung auch ver- anlaßt, fich über die Verhältnisse im Gebiete der so oft ge» nannten„Neu- Guinea- Kompagnie" zu äußern. Nach seiner Anficht ist e« unmöglich, auf den Süvsee- Inseln Schutzherrschaften zu errichten nach dem vom leichskanzler angezogenen Muster der Englisch: Ostindi» schen, der Holländisch- Ostindischen und Nord-Borneo- Kompagnie.„Jene Kaufleute hätten das Recht der Oberhoheit in Ländern verliehen erhalten, in welchen bereits eine gewiffe Zioilisation bestand, in denen reiche und einflußreiche RadjahS und Sultane herrschten, welche selbst große Befitzthümer an kultivirtem Lande, an dienstbaren Bevölkerungsklaffen u. s. w. u. f. w. besaßen. Diesen Gesetze vorzuschreiben und fie zur Zahlung der Verwaltungtkosten heranzuziehen, ihnen im Fall der Uederttetung von VerwaltungSoorschriften Strafen an Geld, Land und pfandbaren Objekten aufzuerlegen, sei veihältniß« mäßig leicht gewesm. In der Südsee gab« es nichts der- gleichen, sondern nur besitzlos« und nackte Wilde mit kleinen Häuptlingen, ganz oder fast ohne Einfluß auf die Bevölkerung und ohne irgend welchen Besitz, der von Europäern an Zahlungsstatt genommen weiden könnte."— Bemerkenswerch ist noch, daß Herr Robertson erklärt, erst auf Grund ausdrücklicher Aufforderung seitens des auswärtigen AmteS den Antrag auf Proklamirung der deutschen Oberhoheit auf den Karolinen gestellt zu haben. Im weimartschen Landtag, welcher am vorigen Sonn- tag eröffnet wurde, gestaltete sich die zweite Sitzung zu einer recht interessanten durch zehn Interpellationen, welche der Abgeordnete Jungheinrich einbrachte. Von allgemeinem Interesse ist die neunte dieser Interpellationen, welche nach der„Volks- Zeitung" folgenden Wortlaut hat:„Es ist tramig, aber wahr: da« Streberthum sammt den damit Hand in Hand gehen- den Ausschreitungen greift unter unseren jüngeren Beamten immer mehr um sich. Nicht auein die Nichtdeamten erblicken darin eine große Gefahr, auch unseren älteren, gediegenen Be amten ist dreses Treiben widerwärtig. So hat fich z. B. ein junger, strebsamer Beamter bei Gelegenheit der Reic in O st h e i m folgendes geleistet, nachdem ihm der' Wahl am Platz oekannt geworden war: stagSwahl usfall der „Sage e» mir offen, Martha, ohne Scheu", fragte er mit bebenden Lippen,„ob Du Haß aege« mich hegst. Zch weiß es, daß ich gefehlt habe, Geschehenes läßt sich nicht ändern, und die Vergangenheit gehört un»»icht mehr. Aber über die Zukunft könne« wir frei verfügen, und es liegt an uns, wie wir uns zu derselbe« stelle« werde». Sage eS mir, ob Du mich jemals wieder liebe» kannst, fühlst Du garnicht« mehr für mich?" Martha antwortete»icht sogleich. Sie sah ihn mit einem jener verführerischen, halb Glück verheißenden, halb zurückweisenden Blicke lange und durchdringend an, da«» schlug fie die Augen nieder. „Zch weiß nicht, wa« ich Ihnen antworten soll", sagte fie langsam und mit schwacher Stimme.„Das, was ich Zhnen zu sagen hatte, glaube ich Ihnen bereits mitgetheilt zu haben, weshalb wolle» wir alte Wunden wieder aufreißen?" Sie blickte immernoch auf ihre gefaltete» Hände nieder, sie hatte in ihre Stimme einen leise vibrirende« To» gelegt, der wie von verhaltenem Kummer, von ungestillter Sehnsucht sprach. Und al» fie ihre Auge» aufschlug, und, wie von geheimer Angst getrieben,«ach ihrem Gegenüber hinschaute, da sah fie mrt wilder Freude, daß fie da« errercht hatte, wa« sie wollte. Sie sah in ein Paar Augen, die gespannt an ihrem Mund hinge», al« wollte» sie die Worte ablesen, er fuhr mtt der Hand ein paar Mal über seine kahle Stirn, dann stand er plötzlich auf. „Also es rührt Dich nicht," sagte er stoßweise und ab» gebrochen,„es rührt Dich nicht, wen» ich vor Dir stehe, und um Deine Liebe bettele, ich, den man in ganz Berlin beneidet, auf den so viele Mädchen blicke«, die durch Reich» tbum und Schönheit ausgezeichnet sind, ich stehe hier vor Dir, wie ei» Schulknabe, und Du bleibst kalt, ja, ich glaube, Du verhöhnst mich noch!" „Herr Winkler—" „Ah, immer Herr Winkler, es gab eine Zeit, wo Du „Dieses fortschrittliche Nest müßte mm Ecken anzünden und die ganze fortschrittliche» verbrennen, wa« davon stehen bliebe mit Do# Luft sprengen Dabei wollte ich jedem# noch eine Extra-Dynamitpatrone...... damit er höher flöge. Ich habe diese Ballt« immer anständig behandelt, wenn fie zu mir« rieht gekommen find. Aber von jetzt ab gortschrittsbande, wenn fie zu mir auf« En» handeln, wie fie es verdient-" Auf Vorhalt anständiger Leute, daß ein solche!»j ungebührlich sei, schrie der fragliche Beamte ferner d erhole jedes Wort und werde es auch verant»»»» dieses GlaS voll Gift, ich würde die ganze hiestge partei damtt vergiften, ich thäte es..." Der gn Staatsregierung ist dieser Vorfall nicht unbekal Sie ist im Gegentheil auch öffentlich darauf aus macht worden, gleichwohl ist aber nicht bekannt ge» und wie solche Rohhett bestraft worden ist. Nach' man hofft, prahlerischen Behauptungen des erwähl» ten habe derselbe einen leichten Verweis erhallen, l tig sei ihm eine Zulage von 200 Mark gemol» selbst stehe der mit FortschrittSbande bezeichneten% und hielt mich deshalb berechtigt, die großherzogli» rung zu fragen: Welche Strafe ist dem mehrfach ß Beamten für solche Rohheit zuerkannt worden? Der Landgerichtsprästdent Dr. Fries, zugleich des Landtages, hielt es für angezeigt, dem Abgeord» Heinrich zu bemerken, daß er, wenn er Beschul digul das Beamtenthum ausspreche, es seine Sache sei, Fälle namhaft zu machen und die Beamten nicht W nen zu verdächtigen; er rief auch den Abg. Jungh' nung. Gegen diesen Ordnungsruf erklärte Ab, an den Landtag appelliren zu wollen, was nach d« ordnung zuläsfig, und bezüglich des von ihm enväl erklärte der Abg. Jungheinrich, s. Z. schon sehr bei gaben machen zu wollen. Die zehnte Interpellation aber lautete:, „In einer am 19. Nooemder v. IS. stattgeh» Handlung vor dem Landgericht Eisenach ist seilen! herzoglichen Staatsanwaltschaft die ungeheuerliche** aufgestellt worden: Wenn zwei Personen vor Ami sagen abgeben, bezüglich beschwören, wovon die eiM> die andere Nichlbeamter ist, so wäre allemal. � letztere noch so ehrenhaft sei, dem Beamten mehr Gz schenken. Wegen der auS solcher Auffassung fich höchst bedenklichen, ja sogar gefährlichen Konsequl von allseitigem Interesse, zu erfahren, wie die i Staatsregierung über den Fall denkt. Die letzte x,-. bezieht fich auf einen Beleidizungsprozeß, der Ms Abg. Jungheinrich und einem Beamten in EißJ Kurzem spielte. Den Beantwortungen der Jnlelff wird mit allem Interesse entgegen gesehen. Ü Die sozialdemokratische Partei agitirt in Vers» für die Einführung des allgemeinen, gleichen unl Wahlrechts für den weimarischen Landtag. Hoffe"? aber auch auS dem Landtage selbst in dieser- heit die Initiative ergriffen werden. Es giebt kem Vertretung in ganz Deutschland, deren Wahl so wem» und Theilnahme bei den Wählern erregt, weimarischen Landtages, und daran ist einzig und' reaktionäre Wahlgesetz schuld! Au« Sachse» meldet die Hamburger„Vitt vorigen Sonntag wurde im 19. sächfischen Wahl zahlreich besuchte sozialdemokratische Konferenz a welcher mit allen gegen sechs Stimmen der Landtai Geyer in Großenhain als Kandidat für die R Reichstag aufgestellt wurde. Die Wahl wird vor kaum stattfinden können, da die Wahllisten neu vier Wochen vor dem Wahltermin öffentlich zur ausgelegt werden müssen. In sozialvemokratesch-.. trachtet man die Wahl Geyer's als sicher, da% Mal der bisherige Abgeordnete Ebert nur mit jorität gegen Liebknecht— der früher den D ' ahre vertrat— steate. DaS Ergebniß der Untei Jtunb gegen die Wahl Ebert'S vorliegender' wesentlich bestimmend auf ihn gewirkt haben, da« derzulegen. Dresden, 18. Januar. In der zweiten K, heute die letzte noch ausstehende W a h l p r ü nJi nommen und die Wahl mit allen gegen die Sozialdemokraten für ailtig ei klärt. ES handelte Wahlprüfung im Leipziger Landkreis, wo der' stand M ü h l i g in Lmvenau über den ReichStagsl r\' r m ex— IX Orr«?X!---- CTTl k.�!X!>X CZ...4« Liebknecht mit 37 Stimmen Majorität siegte.- ~ it der Wahl lag ein Protest vor, der sich ori Slltigkett----- I„.........W.. fache stützte, daß der Gemeindevorstand in Kog gesetzlich vorgeschriebenen Bekanntmachung die richtrg angegeben und in einer Reihe von Ortsl nau, Plagwitz, Gohlis) hunderte von Wählern, � der Mittagsstunde, hätten wieder umlehren mün'lj bei dem einzigen vorhandenen Wahllokal im Drkjr wählen können. Außerdem wurde noch festgeste�. Konnewitzer Gemeindevorstand auch übersehen hatte-, � lokal rechtzeitig bekannt zu machen. Die Dep»� mich ander« nanntest, damals kanntest Du meine? � heute scheint er Dir entfallen zü sein." „Sie wissen, wa« inzwischen geschah!" Er lachte bitter vor sich hin. „Zo, freilich weiß ich ich da», aber kan« ändern? Soll ich diesen Vorwurf ewig mit schleppen? Du schienst doch vorhin Deine» zu wollen, bist Du denn uaerbtttlich? Komm sei wieder gut!" Er versuchte ihre Hand zu ergreifen, fie«# - t c r?* r-i... B Ministers selb«, indem sie aufstand und" sich hinter ihre»»Jl. .. tmßrtSj ruhig aber bestimmt,„wenn Ihne« überhaupt� meiner Person gelegen ist» so will ich Zhnen» nung nehme«. Es wäre unklug, alber» von � welche Vertraulichkeiten Ihrerseits muß ich jedo� zurückweisen. Noch bi» gester« durfte mv rühren, heute ist das anders. Heute habe k »öthig. Am allerwenigsten aber würde ich �0?, i, die ich von jetzt ab überhaupt ZederM»" (Fortsetzung folgt.) gestatten, Aus Kunst und KedA e Delegtrteu-Versammlung deS allgem �. i iiD k A l) TC V zufällige Snt Seenebeln ii von großem! kenen Richtw aus der Rich antreibt. De den Eisberg tonfiruir», de| von D Die Delegirteu-Versammlung Chorsänger-Verbandes findet m dusem Iah.« 18. bis 20. Februar in Frankfurt a. M. stau- � v der vereinigten Bühnen Berlins haben wleve Rosenthal vom Loutsenstädttschen Theater ai �«vnm gewählt.„ rin Lecher von w Mit Frl. Aerliue Drucker ist HWzZder Posaune Stande gekommen, welcher die auSgezer»i»> l�F>>chwlngunge bedeutend erhöhten Bedingungen bis£"' W/�Mnd zu m Friedrich- Wilhelmstädtische Theater verpfl-»'"� � wahrt und ist dieser Bühne, in welches im August d.J- 8 �Nordamerika■ ist dadurch eine sehr werthvolle Kraft erhalt � Louisenstädtisches Theater. Als dri»� r>- vttät der Lpernsaison wird heute, Sonn iin Mi ZV ••* i C San». Ä solch-» ctnet:� intwro® «WÄ x flto�W «lannt» ' oufaj "ÄZ 'NvaM % erjoglw -Hrs-Ä" i? 1 uflltichj georvn» ll «wen auf bkhSrdliche Erhebungen gi stützten Bericht vorgelegt, in dem dir Beschwerde theils als ungenau und übertrieben, theilS als auf da« Resultat der Wahl ohne Wirkung bleibend dargeslelli wurde. Tier sozialdemokratische Abgeordnete Geyer, der zunächst das Wort nahm, griff die Deputation heftra an. Dieselbe sei nur zu dem Resultat gekommen, weil ihr die Wabl «ineS Sozialdemokraten verhaßt sei. Der-Bcricht sei oberfläch- lich und voller Widersprüche. Ter Redner endete nach länge- ren Ausfährungen und nachdem er zwei Ordnungsrufe deS Prästdenten erngeheimst hatte, mit der Befürwortung der Un- giltigkettSerlläruna drr Wahl. Der Deputationsberrcht wurde von den Adgg. Böhnisch und Ackermann vertheidiat, wohingegen der Abg. Bebel die Ungiltigkeit der Wahl be> süiwortele. Darauf wurde der Schluß der Debatte angenom- wen uns nachdem der Referent noch einmal die Giltigleit der Wahl Mühligt befürwortet hatte, von der Kammer beschloffen, wie im Eingang erwähnt. Aiit dieser ca. 1'/: Stunde duucrn» den Verhandlung war die Tagesordnung erledigt. Münch««, 21. Januar. Der Referent der ReichSraths- kammer über den Auslieferungsvertrag m t Rußland, Dr. von Neumayr, beantragt, dem von der Kammer der Abgeordneten angenommenen Kopp'schen Antrage auf Kündigung diese» Ver tfni SSj hr befW* Itain,. seit««» Iii«® »i Aa» die eine. mehr@3 fich lsequei Sie gri etzte Jnt«s 3 n s«tM dieser» liebt leb» |ig un»» m wa 1 j M w-.....— r r I—/....•-... p" �■ 1" trage« wegen Inkompetenz des Landtages nicht zuzustimmen. Frankreich. In der Deputirtenkammer brachte Rochefort den An- trag auf Erlaß einer Amnestie ein und bemerkte»u dessen Begründung, Präsioent Grevy habe ein Dutzend Personen, die wegen polirischer Verbrechen verurt heilt worden seien, de- gnadigl und damit seine Pflicht ge'.han, die Kammer müffe nunmehr ibie Schuldigkeit thun und für die übrigen Verur- theisten eine Amnestte beschließen. Rochefort verlangte für seinen Antrag die Dringlichkeit. Minister Goblet erklärte, die Regierung lehne jedcn Amnestieantrag ad und könne daher auch die Dringlichkeit n'cht akzeptiren. ES handle stch nur noch um Personen, die auf Grund des gemeinen Strafrechts verurtheilt worden seien, die Regierung könne in einem Augen- blick, wo die Kammer eine gewrfie Anzahl' von Wahlen zur Deputirtenkammer für ungillig habe erklären müffen. einer Am« nestie für solche, die wegen Wahlvergehen verurtheilt seien, nicht zustimmen. Caffagnac erwiderte unter dem Beifall« der Rechten, die Sprache Goblet's, der die Ungiltigerklärung der, Wahlen gebilligt habe, weide die Rechte bestimmen, für die Dringlichkeit zu vottrey. Die Dringlichkeit des Antrags Roche« fort s wurde hierauf mit 251 gegen 243 Stimmen beschlossen. Die Regierung hat somit schon die erste Niederlage zu ver zeich ren. Aus Paris, 20. Januar, wird der„Magdeb. Zeitung" berichtet: ltoui,e Michel soll heute Abend in einem Meeting vor ihren Pariser Freunden dai Wort ergnifen und eS beißt, Fürst K r a p o t k i n werde nach ihr dasselbe thun. Beide wollen morgen der Sitzung der Kammer beiwohnen, in der Henri Rochefort den Amnestteantrag einbringen wird.(DaS ist inzwiichen bereits geschehen!) Louise Michel nimmt fich vor, von der Tribüne herab ihre Freunde von der äußersten Linken, denen fie nicht mehr traut, scharf zu Ü1 erwachen. Sie ist noch immer erbittert gegen Rochefort, Clämcnceau, ClovtS, Hugue« und Laauerre, die so feige waren, daS Dekret Greoy'S Nicht um jeden Preis rückgängig zu machen, und will von nichts hören, was einer Aussöhnung mit den heutigen Ver- bältniffen gleicht. Fürst Krapotkin ist minder schroff und freut stch in Paris mit seiner Frau ohne falsche Scham der wieder- gewonnenen Freiheit. Er frühstückte gestern mit seinem Standes- genossen Henri Rochefort in dessen elegantem Hotel und sehnte fich bei dem leckern Mahle gar nicht nach der Gefängnißkost von Clairvaux zurück. Während er im Gesängniß saß, stu- dtrte die Fürstin Sophie Krapotkin in Paris Medizin und erwarb den Doktorgrad; daneben be« schäfiigte fit fich mit nihilistischer Belletristik und der„In- transigeant" wird übermorgen den Druck eines Erzeugnisses ihrer Feder:„La Temme du Nr. 4237" beginnen. Dänemark. Aus Kopenhagen wird der„Voss. Ztg." unterm 19. Januar geschri-ben: Der Geschäftsordnung«-Ausschuß de« Folkethings, dem daS Urlaubsgesuch des verhafteten Abgeordneten Ravn überwiesen war, hat gestern dem Thinge seinen Bericht er- stattet. Darin wird von Neuem die Willkür gekennzeichnet, mit der gegenwärrig die Verfassung gehandhabt wird. Der i 57 der Verfassung lautet:„So lange der Reichstag ver« ammelt ist, kann lein ReichStagSabgcordneter ohne die Zu- timmung deS Thinges, welchem er angehört, wegen Schuld n Arrest genommen, auch nicht verhaftet oder angeklagt wer- den. es sei denn, daß er auf frischer That ergnffcn w'rd." Auf Grund dieses Paragraphen hatte der Abgeordnete Ravn gegen seine Verhaftung Protest erhoben. Der genannte AuS- schuß richtete nun am 12. d. ein Schreiben an den Justizminister Nellemann, in welchem derselbe gefragt wurde, ob er„die nöthigen Schritte zu thun gedenke, um vas den Abgeordneten nach§ 57 der Verfassung zustehendc Recht zu wahren", und im verneinenden Falle anzugeben, auf welche Gründe seine Handlungsweise fich in diesem Falle stütze. Die Antwort des M, nisters ging zwei Tage später ein; in derselben heißt eS: 8 daß das Justizministerium e» sür klar erachte, daß§ 57 der Zerfassung nach richtigen Jnterpretationsregeln die Reichstags- abgeordneten nicht von der Verpflichtung befteie, die ihnen durch Schlußurtheil zuerkannten Gefängnißstrafen zu ver- büßen." Da der Minister die Verhaftung für ganz gerechtfertigt hält, so hat er dem Amtmann im Amte Viborg milgetheilt, daß da» Ministerium die Beschwerde de» Abg. Ravn für unbefugt erachtet. Der Geschäftsordnung»- Autschuß hält dm Wortlaut de» zitirten Paragraphen für durchaus klar und bettachtet die Verhastung des Abg. Ravn für einen Bruch deS Schutzes, den die Verfassung den Wählern und dem Foliethinge zugefichert habe. Auf Grund der That- fache, daß die Regierung unterlassm habe, die verfassungsmäßige Zustimmung de» FolkethingS ,u der Verhaftung einzuholen, müffe der Ausschuß den mtschiedensten Protest gegen das ver- faffunzSwidrige Vorgehen der Regierung erheben und schlage er deshalb dem Thing folgende motioirte Tagesordnung vor: „Indem d-S Folkething Protest erhebt gegen die Kränkung de» Rechts der Wähler und de» ThingeS, die dadurch geschehen ist, daß ein Folkethingsabgeordneter im Widerspruch mit§ 57 der Verfassung zu einer Zeit verhastet worden ist, wo der Reichstag versammelt war, und ohne die Zustimmung de» Thinge» einzuholen, geht daS Thing zur Tagetordnung über." Die Gerichtshöfe deS Herrn Estcup thun auf Wunsch ihre „Schuldigkeit". So verurtheitte das Oberlandeszericht am Sonnabmd den Chefredatteur Limtenant Jordan, den Redak- teur Slengerik und den Redattionssekretär Lyngbye der, �oll.« Falster Folke-Tid." wegen ihres Auftretens gegen daS provi- sorische Riffelgesetz, die beiden ersten zu je 6 Monaten und letzteren zu 4 Monaten Gesängniß; die vom Untergericht zuer« kannte Strafe wurde durch dieses Urtheil verdoppelt. G r o tz b r i t a» u i e u. Im englischen Parlament gelangte gestern die Thronrede zur Verlesung. In derselben wird die Nothwendigkett der AuSnahmegesesgebung sür Irland besonder» betont, während der sonstige Theil derselben nur förmliche Redewendungen enthält. ES heißt bezüglich der irischen Frage: die Regierung werde die legiSlatroe Union entschlossen ausrecht er« halten, fie wird ferner die Erwartung aussprechen, das Parka- ment werde der Regierung die Ausnahmegewalien zur Auf« rechterhaltung der Ordnung in Irland nicht verweigern, falls die ordentlichen Gesetze unzureichend seien. In der Thronrede werdm ferner Vorlagm zur Reform der Lokalregierung in England, Schottland und Irland, zur Regelung der Ver- Hältnisse der schoMschen Kleinbauern, zur Verhütung von Grubenunfällen und zur Reform der Geschäftsordnung des Parlament» verheißm. — In London dürfte fich demnächst ein Hochver« raths prozeß abspielen, wmn fich ein Gerücht der„United Service Gazette" als wahr bestätigt, nach welchem eine könig- liche Kommisfion«ingesetzt werden soll, um daS Verhalten ge- wiffer Beamten eines der Armee« Departements,„die ver- «tMuh über den ganzen Kontinent aul. Heute befitzen wir in Deutschland schon zahlreiche Fabriken von Kunstbulter. Es zahlen die Regierungsbezirke Düffeldorf 12. Osnabrück 7, Köln 3. ftS 3*ÄÄ Stettin je eine Kunstbutter- Fabrik. Emen ganz hervorragenden Platz in der Kun bestehen 4 große' dächtig find, fich im Verkehr mit auswärtigen Regiemngen eines ernsten Vertrauensbruches schuldig gemacht haben," zu untersuchen._ Parlamentarisches. — Die sozialdemokratische Fraktion deS Reichstage? hat soeben einen Antrag eingebracht, das sog. Dynamttgesetz, da» Gesetz gegen den verbrecherischen und gemeingefährlichen Gebrauch von Sprengstoffen, auszu« heben. — Dem Abgeordnetenhause ist, abgesehen vom Etat nebst Zubehör, noch keine Vorlage zugegangen.— Die „Post" erfährt, daß eine kirchenpolitische Vorlage im Herrenhause eingebracht werden soll. — Im Herrenhause ist die Krei»« und Provinzial« Ordnung für Westfalen eingegangen. meint» K kan» Ä ■xVt in % l «,% U komische Oper„Die KarabinierS deS Königs", Text und Mufik von Emil Kaiser, in Szene gehen. Der Komponist hat mit seiner Oper„Der Trompeter von Säckingen", die bekanntlich in der Kroll'schen Opcrnstagionel dei vorigen SommerS einige dreißig Mal mit bestem Erfolg gegeben worden ist, fich beim Berliner Publikum aufs Beste eingeführt, welches auch daS neue Werk des jungen Maestro theilnahmsvoll aufnehmen dürfte. Da« Stehlen von Elektrizität wird in New-Bork als neueste Tiebesart zum Schaden der Edison'schen BeleuchtungS« gesellschaft emfig verübt. Die Leute zapfen einfach die unter« irdischen Lichtkabel mittelst unterirdisch angelegter Gänge an. lenlen den Strom in ihre Häuser ab und verschaffen fich aus diese Weise Beleuchtung oder auch BetriebSkraft gratis. DaS Schlimme dabei ist, daß die Stelle, wo die Anzapfung vor fich gegangen, nicht leicht zu entdecken ist. Man merkt den Diebstahl wohl an der verminderten Leuchtkraft der gespeisten Lampe, weiß aber nicht, mo man zur Beseitigung deS UebelstandeS und Herbeiführung der Bestrafung der Schuldigen einzugreifen hat, zumal da die Lichtverminderung ebenso gut von einer chadhasten Stelle in der Leitung hmührm kann. Nordatlantische Eisberge. Um daS verderbliche Zusammentreffen seitens der Schiffe mit denselben zu vermeiden, an n. �finderischer Kopf von Seemann auf folgendes einfache Mittel verfallen. Man hat nämlich die Bemerkung gemacht, daß, wenn man gegen einen schwimmenden Eisberg hinschrett oder einen Schuß abfeuert, derselbe ein Echo giebt, waS bei «"Iv 0fffntt See niemals der Fall. Auf diese zufällige Entdeckung hin ist nun probirt worden, bei starken Seenebeln mnerbald de» Gürtels der Eisberge ein Gewehr von großem Kaliber in kurzen Zwischenräumen nach verschie- denen Richtungen hin abzufeuern und auf das etwaige Echo aus der Richtung her zu horchen, aus welcher ein Eisberg her« antreibt. Der Versuch gelarg und daS Echo hat jeden nahen« den Eiiberg venathen. Darauf wurde ein Hinterladergewehr konstruirt, dessen Mündung mit einem trichterförmigen Schall« Ibecher von Meffingblech, ahnlich demjenigen einer Trompete ootr Posaune, umgeben wurde, um die vom Schall erzeugten »d-lvwingungen noch zu vermehren und fie lauter und weiter «ragend zu machen. Dieses Gewehr hat fich vollkommen de« vahrt und ist nun beinahe auf allen zwischen Europa und cordamerika fahrenden Schiffen eingeführt. Lokales. g. In der Angelegenheit, betreffend da» Verbot de« Betreten« der Gericht«säle deS königlichen Landgerichts l, wurde die Nachricht verbreitet, daß die Berliner Anwälte auf ihre Vorstellung wegen Aufhebung dieses Verbotes vom Prä- Sienten deS Landgericht» l, v. Bardeleben, einen ablehnenden escheid erhalten hätten. Wir find in der Lage, mittheilen zu können, daß bis heute ein derartiger Bescheid an den Vor- stand der hiesigen Anwaltskammer nicht gelangt ist, mithin die Erledigung der Angelegenheit noch aussteht. Ferner erfahren wir, daß einige Amtsrichter nach wie vor den Anwälten da» Betreten der inneren Gerichtsräume gestatten. Sollte endlich die Demonstration der Rechtsanwälte gegen die mehrerwähnte Verfügung deS Landgerichts-Prästdenten nicht den erwünschten Erfolg haben, so wird man feiten» der Anwälte eS nicht bei diesem Bescheide belassen, sondern die Angelegenheit weiter verfolgen, um da» Verbot rückgängig zu machen. o. k. Die Kuustbutter« Fabrikation Deutschland« nimmt zum großen Leidwesen der Landwirthschaft immer größere Dimenfionen an. JenesProdukt wurde im Auftrage Napoleons M. im Jahre 1869 von dem französischen Chemiker F. Möge« Mouriez erfunden und zwar um speziell für die ftanzüstsche Marine und den„Onvrier" ein geeignetes, billiges und doch schmack« und dauerhaftes Nährfett herzustellen. Rasch breitete fich dle Fabrikatton von Frankreich nach England, Amerika und dutter-Fabrikation nimmt Berlin ein. Hier Fabriken und 10 Filialgeschäfte auswärtiger Fabriken. Die 12 Fabriken deS RegierunasbezirkS Düsseldorf produziren jährlich ca. 45 000 Zentner im Werthe 2 700 000 M. Die größte Berliner Fadiik produzirte im letzten Jahre 5000 Zentner, die anderen täglich 3000 Kilo. Aver die in» ländischen Fabriken decken keineswegs den deutschen Bedarf. Auch Amerika, England, Holland, Oesterreich tmportiren nach Deutschland diese„Butter". Die Kunst-oder Magarinbutter, deren hauptsächlichste B-standtheile Rtnverfett, Talg, Baumöl, Erd» nußöl. Schweinefett, Rüb-, Kokusnuß-, Palm-, Mohn- und Leinöl find, unterscheidet fich in ihrem Auslehen in keiner W.ise von der wirklichen Sahnenbutter. Aber selbst dei Ge» schmackS der geübtesten Butterkenner bedarf eS, um Kunst- von natürlicher Milchbutter zu unterscheiden. Obwohl nun selbst» verständlich all' die zur Fabrikation von Kunstbutter verwen« Veten Materialien in ihrem absoluten Nährwerth unter dem Milchfett, d. zur natürlichen Butter stehen, so ist doch nicht zu verkennen, daß die reine Kunstbutter ein billiges Volktnahrunas» mittel ist. Drese„Butter" kommt unter den manigfatttgsten Na- men in den Handel.„Kunst oder Magarinbutter",„Schmalz» butter",„Süßrahmbutteiian",„amerikanisch-kanadisch garantirt reine Naturdutter", ist da» Aushängeschild dieses Fabrikats. Um die Täuschung der Käufer voll zu machen, ist die Ver» Packung rc. genau dieselbe wie bei der natürlichen Butter. Ader auch in der Weise wird der Konsument betrogen als Kunstbutter vielfach mit natürlicher Butter vermengt und durch eine„Milchwäsche" schmackhafter gemacht wird. In Folge der Fabrikation von Kunstbutter est ver Export von Dauerbuter Deutschland» sehr zurückgegangen. Der auf'« rapideste stch entwickelnden Kunstbutter-Fabrikation Holland» ist es gelungen, in England der deutschen Naturdutter voll» ständig dm Rang abzulaufen. Ganz besonders wird die Kunst» butter in England in Folge ihre» weit dilligeren Preises wie Naturdutter zur Verprovianttrung der Seeschisse benutzt. Aber nicht nur die Molkerei- Produktion Deutschlands leidet durch diese Fabrikation, sondem sämmtliche Miichwlrthschaft ttcldenden Staaten werden dadurch geschädigt. Wenn nun auch diesem einmal fast»um Bedürsniß gewordenen Jndusttiezwcig nicht mehr da» Lebenslicht auszublasen ist, so muß doch energische Front gegen diejmige Butteifadrikation gemacht werden, und h'er soll stch ganz besonders die amerikanische die, wie die Gesundheitsbehörde von St. statirte, zur Fabrikation von Kunstbutter krepirter Pferde, Schweine, Hunde»c. Wenn man die peinliche Konttole beobachtet, deutschen Gesundheitsbehörden anderen Stoffen Konsums zuwenden, und berückstchtigt, wieviel Krankheitserreger in der Kunst- und Mischbutter oder dem Rohmaterial derselben in Deutschland anstandslos eingeführt werden, so kann man stch des Eindruckes eine» hierin liegenden krassen Widerspruchs nicht erwehrm. Diesen Widerspruch zu deseitigm, ist eine Pflicht de» ReichSgesundheitSamteS und zwar umsomehr, als der schon ohnedi-S fich schlecht nähren könnende deutsche Ar» beiter der Hauptkonsument dieses Surrogates ist. Darum strenge Ueberwachung aller Kunstbutter-Fadrilen und Verkaufs- Stellen. Der Begriff de» geistigen Eigenthum» ist noch neu und man macht mit ihm noch überraschende Erfahrungm. Man wird mtschieden verblüfft dadurch, daß geisttgeS Ergenthum ge» pfändet werden kann. Und doch sollte gestern dergleichen sogar vom Gerichtsvollzieher versteigert werden. Im Bureau deS Gerichtsvollziehers Guensch, in der Markgrafenstraße 24, sollte gestern Auktion der Urheber- und Verlagsrechte von 4 Romanen abgehaltm werden, die im Manuskript vorlagm. Sie waren dem Verfasser Schulden halber abgepfändet worden. Einer der Romane, dessen Manuskript erkennm ließ, daß es schon manche Wanderungen hinter stch hatte, trug den Titel„Kopf oder Münz' und war vom„dankbaren Verfasser", wie eine Auf« schrift besagte„dem Großherzog von Hessen und bei Rhein ge« widmet." Ein zweiter Roman betitelt fich„Der Herr Kasstrer", der dritte, für den der Verfasser sogar Drucker gefunden hatte, „Kampf mit Frauenherzen" und der vierte, der aus dem Lebm eines RedafteurS entnommen sein soll,„Meine kleine böse Frau". Außer dem Drucker deS dritten Roman», der noch heute der Bezahlung harrt, warm zur Versteigerung nur drei Personen erschienen, von denen zwei gleichfalls Interessenten waren, währmd den Dritten die Neugierde angelockt hatte. Unter diesen Umständen konnte selbstverständlich die Ver- steigerung nicht stattfinden. Zu den nicht gerade seltene« Ursache« von Brände« gehören in Berlin die Explosionen von Petroleumlampen, deren lahl— so weit fie bekannt werden— jährlich etwa 100 be» tragen mag. Die Veranlassung zu den Explofionen. die in der Entzündung von Petroleumdämpfen, nicht aber, wie viel- fach geglaubt wird, in dem direkten Anbrennen des schwer zu entflammenden Petroleums ihren Grund haben, giebt meist die schlechte Pflege und Reinigung der Lampen, die durch Ver« stopfung und durch Ansetzen verbrannter Theil« an den Docht- auszeichnen, LoutS kon- das Fett verarbeitet. welche die menschlichen 3 von Erdbeben im südliche« Norwegen. AuS Christiansund wird unter dem 16. Januar folgendes gemeldet: Heute Morgen en 4 Uhr hatten wir hier ein nicht unbedeutendes Öftd- m; dasselbe äußerte fich durch einen starken Stoß, welcher ...» einem dröhnenden Geräusch begleitet war, ähnlich dem Herunterfallen großer kompatter Schncemaffm von einem Dach bei Thauwetter. Einige Leute haben den Eindruck ge- habt, al» ob ihnen der Boden unter dm Füßen wiche, andere wollen wieder eine wellenförmige Bewegung deS ErddodmS wahrgenommen haben. An einigm Stellm wurden die Häufer fo stark gerüttelt, daß die Möbel fich bewegten und knacktm, Thüren aufsprangen, Gläser klirrten u. s. w., so daß die Bewohner voll Entsetzm aus den Betten sprangen und in ihrer Angst keinen Rath wußten. Bei der LandungSbrücke an der Westseite der Stadt zeigte fich daS Waffer fchr bewegt, trotzdem nur der eine vorstehend deschriebene Stoß stattgefunden zu haben scheint, wenn auch einzelne Personen mit Bestimmt« beit drei Stöße demerkt hadm wollen. Die Richtung de» Stoßes ist ebenfalls verschieden aufgefaßt, wie Einige meinen von Nord nach Süd, Anderer Meinung nach von Nordost nach Südwest. Unmittelbar nach dem Erdstoß erfolgten zwei starke Blitze. AuS der Umgegend, ,. B. von Lundfivcn, VaagSbygden, Sögne wird gemeldet, daß der Stoß auch dort bemerk worden ist und ist somit anzunehmen, daß fich der- selbe über einen größeren Theil de» südlichen Norwegen erstreckt hat. In Eloerum, ebenfalls einem norwegischen Ort, hat man bereits am 1. Januar 11 Uhr Abends ein ziemlich starkes Erd- beben verspürt, welche» stch nach Aussage eine» Augenzeugen in der Weise äußerte, daß zuerst im Nordm ein rollendes Gedröhne wie ferner Donner gehört wurde. Diese» Geräusch wurde stärker und stärker» bis e» dm Ort erreichte. Die Häufer wurden hiemach stark geschüttelt, so daß alle Gegenstände in den Zimmern fich hin und her bewegten,— in einem Fall sprang sogar durch die Bewegung ein Ofenrohr au» einer. Wand hervor— und ein unbeschreibliche» Getöse entstand. Die Bewegung dauerte mehrere Sekunden und verschwand dann in südlicher Richtung. Die Angst, welche während de» Phänomens und nach demselben unter Mmschm und Thieren herrschte, war unbeschreiblich. Transatlantische Millionenerbschaften. In englischen und amerikanischen Zeitungen befinden fich von Zeit zu Zeit Aufrufe an Personen, welche als Erden eines vor längerer Zeit Gestorbenen zu bedeutenden Hinterlassenschaften berechtigt sein sollen. Diese Artikel find gewöhnlich auf Betrug berechnet und in der Adficht veröffentlicht, von leichtgläubigen Personen Geldbeträge herauszulocken. Z. B. eS erscheint eine Annonze: Die Erben von Johann Miller oder Müller, 1825 in London gestorben, werden aufgefort, ihre Ansprüche an eine Hinter» lassenschaft von 150000 Pfd. Sterl. geltend zu machen. Daraufhin gehen nun Briefe in großer Anzahl, sogar zu Hunderten, aus Deutschland k. ein. Die Absender erhallen zur Antwort, daß ste zu der betreffenden Erbschaft berechttgt seien, doch sei zur E. Hebung deS Geldes nöthig, 3 bis 4 Pfd. Sterl. einzusenden, um die Ausgaben für Schreibereien, Stempelgebühr ,c. bewirken zu können. In der Hoffnung, eine unerwartete Erbschaft zu machen, säumen Viele nicht lange und senden die verlangten Bettäge ein, um die fie allerdings bettogen find. Diese betrügerischen Manipulattonen haben m letzter Zeit derart überhand genommen, daß die amerikanische Regierung durch ihren Gesanoten in London eingehende Nach« for,chungen hat anstellen lassen, deren Resultat der amerikanische LegationSsekretär dahin berichtet hat, daß nach Ausweis de» Archivs der Botschaft in London ein großer Theil der fremdm Korrespondenz aus Briefen bestehe, deren Inhalt auf Erb» schaften in England abziele, von denen in Wirklichkeit keine einzige existirt. Die angeblichm Hinterlassenschaften in Eng- land, worauf in Amerika wohnhaste Personm allein Ansprüche zu haben vorgeben, bestehen in 50—80 Mist. Dollars. In einigen Fällen haben fich fogar Syndikate gebildet, die durch Agenten im Auslände Recherchen anstellen ließen, und auf Grund der erweckten Hoffnungen große Geldkontridutionen ausführten. Mit den Erbschaften ist es jedoch immer Schwindel gewesen. Die Chase Townley Erbschaftsberechtigten haben vor einem Monat in St. LouiS ein Meeting abgehalten, wobei ihnen verfichert worden sein soll, daß das englische Parlament am 4. August 1885 dahin Resolution gefaßt habe, daß fich Vi« Erbschaft auf 800000000 Dollars belaufe und zur Auszahlung gelangen werde. Aehnliche Artikel oder Annonzen werden von englischen Zei'ungen ohne Garantie aufgenommen und im Ausland mit Gier gelesen. ES erscheint daher geboten, vor diesem Schwindel zu warnen. Halter die Gefahr eirer Er.tMdurg vergrößern. Ebenso birgt die schlechte Unierbaltung des Dochtes den Keim der Gefahr, indem daS nochläsfiqe und ungleiche Abschneiden oft lose Theile sich festsetzen läßt, die sich am Abende beim Gebrauche e«t« zünden und dann in Folge irgend emer Erschütterung in daS zufällig vielleicht im oberen Theile mit Dämpfen gefüllte Basfin hinadfallcn. Dieses Uebel wird durch eine sehr böse Angewohnheit begünstigt, da man namentlich bei Küchenlampen den Docht oft nur mit den Fingern abgleicht und dadurch im Innern der Tülle ein ganzer Kranz von schwarzen Docht iheilchen fich ansetzt. Man kann mcht scharf genug gegen diese Unstlte vorgehen. Uebrigens giedt eS Bestimmungen über die Beschaffenheit des Petroleums, die von der Gewerbe- polizei überwacht werden. Das Erdöl darf beispielsweise bei weniger, wie 21 Grad Wärme brennbare Dämpfe nicht er zeugen, was sich vermöge des Abel'schen Apparate» leicht fest stellen läßt. Explostonen erfolgen nun meist bei einer Temperatur von etwa 24 Grad, auch schon von 23 Grad, eine Wärme, die bei stark gehetzten Stuben und ungünstig kon« struirten Lampen sehr bald erreicht wird. Das Publikum wird Sut thun, bei etwaigen Explostonen die Lampentheile, soweit e noch erhallen find, sorgrältig aufzubewahren und womöglich mit einer Probe deS g' brauchten OeleS der Polizei zur Unter- suchung zu überweisen, damit unter Umständen der Lieferant einer schlechten Woare entdeckt werden kann. Bemerkt sei noch daß die häufigere Selbstentzündung von Hängelampen daraus zurückzuführen ist, daß die Reinigung derselben schwieriger er- scheint oder nicht so regelmäßig vorgenommen zu werden pflegt; dann aber, daß ste— wie leicht zu beobachten— durch die Befestigung an der Decke mehr der direkten Erschütterung au» der oberen Etage ausgesetzt ist. Versuche, ähnlich den ex. plofionistcheren Kesseln auch nicht explodirbare Petroleumlampen iu konstruiren, find vielfach schon gemacht worden, haben aber n der Praxis wenigstens keinen andauernden Erfolg aufzu- weisen. g. Eine verhiinanißvolle Hochzeitsreise, welche mit einer Anllage wegen Störung einer Telegraphenleitung endete, hat ein hiefiper Einwohner gemacht. Derselbe hatte fich im verflossenen Sommer verhetralhet und beschlossen, die ersten Tage seiner jungen Ehe in dem Seebad- Dievenow zu ver- bringen. Das junge Ehepaar erhielt ein Zimmer in jenem Hause, in welchem fich die Telegraphenanstalt defindet. Ueber dem Brite dieses Zimmers bemerkte der junge Ehegatte einen Telegraphcndraht von oben aui der Wand herunterhängen, welcher seine allerdings unterbrochene Fortsetzung in einem aus i: dem Fußboden deS Zimmers Hervorstehenden Tclegraphendraht fand. Hier war also eine Leitung vorhanden, welche man ab- fichtlich unterbrochen hatte. Der junge Ehegatte bemerkte daS Kritische der Situation und um nicht durch einen tückischen Blitzschlag in feinem wonnigen Eheglück unerwartet gestört zu werden, verband er, ohne Jemandem im Hause hiervon Kennt- niß zu geben, den Draht, weil er fich sagte, daß nunmehr ein eventueller Blitzschlag nach dem Erdboden abgeleitet werden würde. Diese weise Vorficht stellte st» als überflüsfig heraus, denn es kam kein Gewitter herauf. Dagegen gerieth bald ganz Dievenow in helle Aufregung, weil der Telegraph nicht funk tionirte, waS bisher nicht eingetteten war. Man untersuchte die ganze Leitung, Alles vergeblich. Da endlich entdeckte man die Ursache und die Folge war eine in allernächster Zett vor dem Berliner Straflichter zur öffentlichen Verhandlung kam- wende Anklage der Staatsanwaltschaft aus Grund deS§ 318 des Str-G�-B., wonach derjenige mit Gefänaniß diS zu 1 Jahr oder mit Geldstrafe JMS zu 900 Mk. bestraft wird, wer gegen eine zu öffentlichen Zwecken dienende Telegrapben- Anstalt fahr- ler Weise Handlungen begeht, welche die Benutzung dieser ILsfiger__________„____.. Anstalt verhindern oder stören. Der desagte abgestellte Tele- graphendraht dient nämlich im Winter zur Telephonleitung und hebt die Fortführung deS Telegraphen auf, wenn der Draht in jenem Zimmer nicht verbunden ist. Der Buchhalter Hermann Scholz, dessen spurloses Ver- Ichwinden wir vor mehreren Tagen meldeten, hat bis zum irutigen Tage k in Lebenszeichen von fich gegeben, es ist somit nur anzunehmen, daß er verunglückt ist, oder fich freiwillig daS Leben genommen hat. Es verdient hervorgehoben zu werden, daß seine Privatoerhältniffe durchaus geordnet waren, und auch nichts darauf deutet, daß er fich auS Liebesgram den Tod ge- Sehen haben könnte. Vielmehr dürste die Ursache in einem forgange liegen, der den ohnehin pesfimistischen Mann schwer« müthig machte. Man hatte ihm zum Zweck der Heilung seiner Augenrntzündung in bester Abficht einen„Urlaub auf unde- stimmte Zeit" gegeben; er faßte daS falsch auf, sah fich schon im Grifte nach dreizehnjähriger gewissenhafter Thätigkeit stellungslos, glaubte die Lasten des Lebens nicht mehr ertragen zu können und— verschwand. Seine Freunde glauben, daß er in den Fluthen der Havel die letzte Ruhestätte gesucht habe, "o daß wohl noch einige Zeit vergehen wird, btS die Leiche zum "orschein kommt. Der Inhaber eines Cafö'S in der Kransenstraße i gegen einen hiefigen Studenten der Medizin D. einm 'trasantrag wegen Sachbeschädigung und Belüdigung gestellt. D. hatte in der Nacht vom 12. zum 13. d. M. gegen 3 Uhr mit geschwärztem Geficht und mit einer auf dem Rücken hängenden Tafel mit der Aufschrift:„Hier ist die dritte Etage zu vermteshen" in daS Cafü einzutreten versucht. Seitens de» Portiers war ihm jedoch der Eintritt versagt worden. Hier- über ergrimmt, zirschlug D. mit einem Schlüssel die Spiegelscheibe der Thür und überhäufte den Inhaber des Lokals mit Gchimpfworten.__ Die Farbe der Krauen. Die Frauen, sagt H-rr Oktav« Eully, haben öfter als die Männer braune Augen, obg'eich ihr Teint im Allgemeinen heller ist. Unter 100 Frauen haben 80 die Augen nach ihrem Vater oder ihrer Mutter, oder nach dem Großvarer und der Großmutter. Wenn die Augen der Eltern verschieden von Farbe find, haben die Töchter bei Weitem öfter schwarze als blaue Augen; dadurch geschieht es, daß die Zahl der Schwarzäugigen fich mit jeder Generalion vermehrt. Dasselbe gilt von den Haaren. Die Brünetten vermehren fich in demselben Verhältniß, wie die Blondinen abnehmen. Et» Theil des Damdftrahns, welcher auf dem Neubau des Grundstücks an der Ecke der Taubenstraße und des Haus- Voigteiplatzes zum Emporwtndm von Baumaterialien verwendet wird, stürzte gestern Nachmittag in Folge eines Bruches der Schrauben, mit welchen das Kettengewinde defestigt ist, herunter. Hierdurch gerielh der daselbst beschäftigte Stetnträgec B., welcher fich gerade mit einer Mulde Mauersteinen auf einer zur eisten Etage führenden Letter befand, in solche Bestürzung, daß er wn der Leiter stürzte und von den Mauersteinen am Kopfe nicht unbedeutend verletzt wurde.- Die Mörderfamtlie Maruuge soll vorgestern ein Ge- der Mutter vorgehalten wurde, warf er die Beschuldigung auf die Mutier zurück. Bei der daiauf erfo'gten Konfrontation be zichtigten fie fich gegenseitig, und alS dann vorgestern die An gescküldiftten einzeln vor dem Untersuchungsrichter am Land- öcricht II, LandgerichtSrath Asch», standen, bequemten fie fich sämmtlich zum Geständntß. Die Sache wäre somit spruchreif, indessen kann die Hauptverhandlung noch nicht in der nächsten Schwurgerichtsperiode, die am 25. d. M. beginnt. stattfinden, well die ganze Periode mll Terminen bereits be � Polizei» Bericht. Am 20. d. M. Nachmittag« stürzte der Ardeiter ZelinSky in dem Neubau der Markthalle in der Neuen Friedrichöstraße von einem unter dem Dach angedrachien G-rüst bis auf den Fußboden herab und erlitt dadurch leben». gefährliche Verletzungen. Er wurde nach der Charit� gebracht. — Air demselben Tage Abends wurde auf dim Flur deS HauseS Neue Königstraße 24 ein unbekannter, etwa 40 Jahre alier Mann in finnlo» trunkenem Zustande aufgefur dcn und nach der Wache de» 19. Polizei Revier» gebracht, wo er in der folgenden Nacht verstarb.— Am 21. d. M. Nachmittag» rang der Arbeiter Berger fich mit einem anderen Arbeiter auf dem Bürgersteig vor dem Hause Müllerstraße 47, fiel dabei zur Erde und brach ein Bein. Cr wurde nach der Charit« ge« bracht— An demselben Tage Nachmittags wurde der Arbeiter Just auf einem Neubau der Ka'ser-Wilhelmstraße von einer umfallenden schweren Leiter in den Rücken getroffen und so schwer verletzt, daß er nach dem Katholrschen Kranke, bauie ge- bracht werden mußte.— Am 22 d. M. Morgens entstand in der Neue Grünstraße 11 eine Treppe hoch belegenen Garn- Handlung von Nötzolv u. Stellmacher Feuer, durch welches die Balkenlage und die Decke zerstört und an den dort lagernden Waarcn ziemlich bedeutender Schaden ar gerichtet wurde. Das Feuer wurde durch die Feuerwehr gelöscht. Gerichts-Zeitung. Der Schunkelwalzer vor dem Reichsgericht. Eine interessante Nechdrucktgeschichte beschäftigte am 14. und 21. Januar den dritten Strafsenat deS Reichsgerichts und zwar Handelle es fich um die Frage, ob die Notenscheiben der sog. AristonS alS mechanische Vervielfältigung von Mufilstücken anzusehen seien. DaS Ariston ist eine Art Drehorgel, doch kann man darauf jedes beliebige Stück spielen, wenn man die betreffende Notenscheibe, auf welcher die einzelnen Noten durch verschiedenartig ausgestanzte viereckige Löcher angegeben find, auf daS Instrument legt. Wenn man an der Kurbel dreht, während keine Notenschetbe aufgelegt ist. so erheben fich alle tonerzeugenden Hebel und sömmttiche Töne des Instruments erklingen gleichzeitig, während beim Aufliegen einer Noten- scheide nur diejenigen Hebel in Wirksamkeit treten können, für welche in der Scheibe ein Loch ausgestanzt ist. Ohne Noten« scheide ist also das Instrument nicht zu gebrauchen. Die Direktoren der Leipziger Mustlwerke in Gohlis- Leipzig, Frtdr. Ernst Paul Ehrlich und und Friedrich Max Dude, hatten zu denen von ihnen hergestellten AristonS auch Nctenschelben anfertigen lassen, welch« die Walzerkompofition von Ludolf Wald- mann, früher in Breslau, jetzt in Berlin, die unt-r dem Namen„Schunkelwolzer" bekannt ist, darstellt und waren von Herrn Waldmann. dessm Erlaubniß ste nicht eingeholt hatten, w-gm Nachdrucks angezeigt worden. Die Sache wurde am 13. und 20. Oktober v. I. vor dem Leipziger Landgerichte verhandelt. DaS Gericht sprach zwar die Arge« schulviaten frei aus subjekttven Gründen, erachtete aber objektiv einen Nachdruck für vorliegend. Auf Einziehung der an Ge- richtSstelle befindlichen Apparate war nicht erkannt worden.— Gegen dieses Urthetl halten der Staatsanwalt und die Ange- klagten Revifion eingelegt. Ersterer rügte, daß nicht auf Em- ziehung der J„strum,nte und Notenschriben erkannt sei, die letzteren dagegen fochten die RechtSanficht deS Landgericht» an, daß in der Herstellung der Note- schoben objektiv ein Nachdruck zu erblicken sei. Der Vertheidiger der Angeklagten vor dem Reichsgerichte, Rechtsanwalt Dr. Seelig, wieS zunächst darauf hin, daß die Angeklagten, obwohl freigesprochen, ein wesentliches Interesse daran hätten, daß ihre Notenscheiden nicht alS Nach- dmcksexemplare angesehen würden, da hiervon die ganze Existenz der betreffenden Industrie abhänge. Im Uebrigen suchte er nachzuweisen, daß die Notenscheiben kein Schriftwerk und kern Produkt mechai iicher Vervielfältigung seien. Der Reichsanwalt beanstandete zunächst die Zulässtgkeit der Revifion der Ange- klagten, da st- durch ein freisprechendes Urtheil nicht bc« schwert würden. Wenn, so führte er auS, ihrem Antrage gemäß daS Urlh-il aufgehoben würde, so könnten fie auch nicht m.hr alS freigesprochen werden. Sie wollen nur eine andere gün stigere Begründung de» UrtheilS, und in dieser Richtung ist eine Revifion nicht zulwfig. Daß>m Sinne deS Gesetzes die Aufeinanderfolge von Tönen, welche, wenn auch mrchanisch, ein Musikstück wiedergeben, als Mufik anzusehen ist und daß das Gesetz in dieser R chtung Schutz g wäurt, scheint außer Zweifel zu sein, denn das Gesetz hat eS nur Mit den Vermögeninchten de» Verfassers zu thun, nicht mit den ästhetischen und lünst- lerischen Interessen. Es wird eingewendet, die Notenscheiben seien keine Schriftwerke und desha'b liege kein Nachdruck vor; das Gesetz spr'cht aber nur von de- Vervielsälttgung von must- kalischen Kompofitionen, von Schnsiwerie» ist gar nicht die Rede. Von einem Schutze der Melodie, wie er rn Frankreich bestebl, wird man n chi sprechen können, dafür gewährt bei unS daS Gesetz Schutz gegen unberechtigte Aufführungen. Wie die graphische Da-steiu-g erfolgt sein muß, davon sagt daS Gesetz gar nicht«. Wenn z. B. irgend ein Werk über praktische Tc!e graxhie in die Zeichen dcs Morse'schen Telegraphcnapparatcs übersetzt würde, so wäre daS ganz gewiß ein Echrl'tweii in dem gewöhnlichen Sinne, denn die Zeichen find für d e Intw effenten verständlich, und der Richter würde darin zweifellos einen Nachdruck erblicken. Denken wir unS, daß d e gewöhn' liche Notenschrift verlassen wird und eS würde z. B. das drei- Sestrichene o durch c* dargestellt. Aehnl ch liegt hier die Sache. jemand, der sowohl die gewöhnliche Nolenschrist als die filr- die Aristons nörhigen Zeichen kennt, nimmt daS Noten- blatt vor fich und zeichnet in die Pappscheide das Loch ein- V*-» welches der betreffenden Note entspricht. Das ist doch unzwei- felhaft eine Kopie deS Notenstückes, nur mit etwaS anderen Zeichen. Diese Kopie wird dann in der mechanischen Weist von der Welt(durch Lithographie und durch Ausstanzen dtt Löckrr) vervielfältigt. An einem solchen Instrumente ist über- Haupt alles meckanisch. Ick bin demnack der Anficht, daß ein Nachdruck vorliegt. Daß durch eine solche Rechisanschauunz eine Industrie getödtet wird, kann man vom national- ökonomischen Standpukte auS bedauern, aber vom rechtlichen Gcfichtspuntte auS kann man nur sagen: mögen fich die Herren Fabrikanten mit den Komponisten verständigen. Die Ange- klagten haben das ja auch schon in anderen Fällen getsM„„ Liegt eine Strafthat und eine Strafbarkeit vor, dann weiß i» in Folg, nicht, wie das Landgericht Leipzig, daS sonst so gut und sorg- bcit fich sättig gearbeitete Urcheile liefert, zu der Anficht kommen konnte, Arbeiter daß noch ein ganz spezieller Antrag auf Einziebung der Ii" Streike! strumente resp. Nachdruckscxemplare vorliegen müsse, wenn aw die z. 3 Einziehung erkannt werden solle. Ich beantrage auf Einziehung Lage d< zu erkennen und im Uebrigen die Revifion der Angeklagten i»».gs g verwerfen.— DaS Urtheil des ReickSgerichtS ging jedoch la- ebenso i hin, daß beide Revistonen zu verwerfen seien; speziell die dtt Landwi An Kommis Dir braus Angeklagten wurde als unzuläsfig bezeichnet. Mereine nnd Nersammlungen. die wir fteihän! währun «irthsck Landar die agr Aufruf! Unterzeichneter ersucht alle Vorstände und Korn- U| misfionen ver Bauhandwerker, Fachvereine rc.» als Tischt- Zölle Zimmerer, Maurer, Töpfer, Anschläger, Glaser», f. w., fernü das El alle Arbeiter deS Bauzewerks, am Sonntag, den 31. Januar- demokr keine Versammlung einzuberusen, resp. abhttien zu wollen, ir>- kolonie dem eine allgemeine Versammlung einberufen werden# die fü Die Wichtigkeit der Tagesordnung läßt eS wünschenswerth£ scheinen, duse Versammlung der Bauhandwerker und Arbeiter recht rege zu besuchen. Unterzeichneter bittet, dies in weitesten Kreisen bekannt zu machen. Die Einladung zu dieser Versawr»' iung wird noch besonders durch Annonzen und Plakate erfolgeir- Arnold Frigge, Tischler, Fürstenbergerstr. 11 Zentral-Kcaukeu- und Eterbe-Kasse der Drechsle! Bezirk D. Sonntag, den 24. Januar, Vormittags 10 W Mitglieder-Versammlung Lothringerstr. 59 bei Wollag. Verein zur Wahrung der Interesse« der Kiftel «ud Koffermacher. Am Montag, Den 25. d. M„ fällt Vereinsversammlung aus. Kranken« an das Rahrui nachthe zunehm Rezept. legendi Kaufttl Stand, wird i stumm ver Pi das s die La- unten««no Sterbe-Unterstützungskasse der Vft' x" golder und Berufsgenossen(E. tz. Nr. 19). Sonntag, b" 24. Januar, Vormittags 10 Uhr, Generälversammlun, oberen Saale des Herrn Keller, Andreakstr. 21. Tageso»- nung: 1. Kassenbericht. 2. Wahl de« Vorstandes. 3. M schiedenes. Eine Versammlung sämmtltcher in der Kartouasj* brauche beschäftigte« Arbeiter findet am Moniag, WJ 25. Januar, AbrndS 8 Uhr, in Eberbach's Lokal, Bluffs»' straße 56, statt. Tagesordnung;„Unsere Forderungen." Z reiches Erscheinen ist Pflicht aller Kollegm. Verein der Sattler und Kachgenosse«. Sonna den 23. Januar, Abends 8'/» Uhr, zweite Generalversammb in G.aiweirs Brerhallen, Kommandantensttaße 77/79. T» Ordnung: 1. Neuwah! des Vorstandes. 2. Bericht der Ar velmilteiungtkommisfion. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten. Mitgliedsbuch legttimirt. Zrntral'Kranken- und Sterbekasse der Fabrik-,. und ander.r gewerbl chrr Arbeiter beiderlei G-Ickleckts(T DreSdm), Filrale Berlin 8. und C. Sonntag, den 24. d Vo miilogb 10'/# Uhr, Mtgli-derverfammlung bei Prinzenstr. 106. Die alten Statuten werden umgctau!� OutttungSbuch legittmirt. Große öffentliche Versammlung der Glacer handsmuhurachec Berlins am Sonntag, den 24. J-rnU�. PormritagS 10 Uhr, im Universum, Brunnenstraße 29. D'ft „Die' Lohnfrage." Mitglieder aller Gewerlfchasten h»� Zutritt. Gesang- Verein„Harmouia". Uebungsstunde% Sonnaiend, Abend» 9 Uhr, im Restaurant Schumann, Jakobstraße 38. AI michn trächtii an dai das P unsere ob wir rode geordn sagte. schaft i züglich Herr r ausdrl (Hört nur Z zollpol Wollii Zoll v ich St reduzii wird l schein! Politik, nähme Oppoß Aber, Pflicht es nur 1. Ziehung d. 4. Klasie 173. Königl. Preuß. Lotterie. 3lc»umi vom 2». Januar 188». Rur»U Gewinne lider 210 Mark sind ben detrefsende» Nummer» I» Parenthe-e vetgefugl. (Otne Gewahr.) 22[300] 146 278 836 67 428[300] 639[300] 90 92[3001 715 18 826 52 79 943 46 72[5501 1006 37[3001 42[3001 62 79[5501 81 92 289[3001 «56 66 469 670 651 97 717 20 60 826 2017 48 66 87[3001 94 180 92 233 368 80 84 465 78 531 61 68 679 781 891 9-3[3001 29 69 U()03 87 38 73 9-1 92 142 74 250 456[15001 615 68 714[800] 947 71 4102 8 8 38 81 281 319 23 68 11600)» 420 68 86 520 66 619[300) 68 791 920 69 99 5010 56 120[3001 30 32 60[60001 212[5501 62 365 432 63 91 504 9 16 41 81 600 68 707 73 981«011 24 82(300] 144 94 254 68 837 8 M Ä 0 AU Ä«88 183 864 99 919(15001 8037 67 78 245 66[3001 97 397 431 91 98 525 8: 760 gi— 68 82 8148 68 209 ßOO) 21 44 431 659 617(3000) 88 «17 57 74[�9&%�66% 86-*1-- M.98 b6471 6b7 729 30.67 JöWJ 11018[5601 100(15001 87 87 249 369 472 763.76.77 8W 67 92 19023 46 113 70 210.31 68 360 [8 610 86 621 780 848 78 924 95 1 8065 66 96 100 47[3001 200 76 307 86 88 56 75 410 13--01 98 641 77 78 86 637 42 700 806 57 6t .............. 68(8001 97 14073 2o9 302 79 468 73 89 501 37 927 13000] 83 ...... 82 627 44 90 687 708 911 46 I«070 ........... 287 79T«%%%% 9?0 91 �)-1— 1-97 l? 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Folge dem i schaftl Ihre, man S« niedri p Leder und Verantwortlicher Redakteur St. Sroschei» le Druck und Verlag von Wt»r Babing in Berlin SW.t Beuthstraße 2. Hier»« eine 0t 'tlvttk tu >( Jnt-P Mtfcllot gewöh? das drei' ik©ord'' s die für l Noten- Loch tln, ) unzwtt« . anderes Beilage zum Berliner Bolksblatt. 19. Sonnabend» de« Ä3. Jannar 1886. III. JatzJK. Parlamentsberichte. cn W-'I- n,tn der ist über- . daß ein Deutscher Reichstag. rschauun» 3l.Sitzungvom22. Januar�lUhr. national' Um Tische des BundeSrarhes von Burchard und cechtstchtN jtommiffarien. steHene» Die Berathung des EtatS der Zölle und Ver« ie Ange- drauchssteuern wird fortgesetzt. n gethain Abg. Bock(Sozialdem.): Daß die Lage der Arbeiter sich : weiß w in Folgt der Schutzzollpolitik verbeffert oder die Arbeitsgelegen' unv sorg- heit fich vermehrt habe, bestreite ich entschieden. Die Lage der cn konnte, Ardeiter ist vielmehr wesentlich schlechter geworden, und die der In- Streikes sollten nur beabstchtigte Lohnherabsetzungen hindern, wenn a» die z. B. in Offenbach u. a. O. stattgefunden haben. Auch die mziehuntiLage der Landwirtschaft hat fich durch die Getreidezölle keines» klagten zl>«cgs gebcffert. Die Frage, od Schutzzoll oder Freihandel, ist, evcch C ebenso wie die Währungsfrage überhaupt, auf die Lage der ll die Vi« Landwirthschaft und Industrie ohne Einfluß. Es besteht jetzt «die wirlhschaftliche' Krifis ebenso in schutzzöllnerischcn, wie in j freihcindlerischen Ländern, bei Gold, oder Silber- oder Doppel- I Währung. Die Schutzzölle find nur ungerechte Eingriffe in daS «irthschaflliche Leben; und speziell dem kleinen Bauerund Landarbeiter nehmen Sie ja das, was Sie ihm vielleicht durch dre agrarischen Zolle zugewendet haben, reichlich durch andere Zölle, wieder auS der Tasche. Herr v. ttardorff hat gestern und flol»' Tis»l-r. b., feinü das Elend der Landarbeiter Keffer geschildert, als ein Sozial» . Janual,! demokrat—"—■';......-- ollen. K -den stll lwcrth ,,,.�verstanden hätte; schon reichrn auch die Arbeiter» kolonien nichtmehr auS, den Strom derArdeltslosen aufzunehmen, die tür 25 Pf. arbeiten wollen unter Verhaltniffen, die fast ..... an das Gefängniß erinnern. Die immer schlechter werdenden Arbeit* Nahrungsoerhältntsse des Aidciterstandes müssen schließlich auch weitest� nachthrilig für unser Heerwesen werden. Eine Beseitigung der Versami»' zunehmenden Noch läßt fich durch keinerlei Zoll-soder Währungs» c erfolge»' Rezepte herberführen, sondern nur durch eine wirkliche, grund- ■ legende Sozialreform in unserem Sinne! Heben Sie die Zrechtle» Kauflraft des Volkes, setzen Sie die unteren Klaffen in den 10 Uhk' Stand, fich lebhafter an der Konsumtion zu betheiligen, dann wird auch bald die Klage über die Ueberproduktion ver» stummen. Maßregeln aber, wie die besondere Verzollung der Petroleumsäffer, wodurch beispielsweise in meiner Heimach das Petroleum erheblich vertheuert ist, verschlechtern nur vre Lage des armen ManneS und erhöhen die Gefahren der xnsts. Abg. Gerlich(kons.): Mit dem Petroleumfaß befasse ich mich nrcht, lasse die Herren Barth, Broemil und v.Schalscha ein» trachtig auf ihm fitzen, und warte ab. was aus der Kommisston an da« Haus kommen wird. Als Agrarier stehen wir ein für das Wohl der Landwirthschaft, haben aber ebenso ein herz für unsere Industrie und werden uns vor Allem sehr überlegen, ob wir den Wollzoll«inführen oder nicht. Herr v. Minnige. rode hat keinen Antrag auf seine Einführung im Ab- gcordnetenhause angekündigt, wie der Abg. Barth gestern tagte, sondern nur gesagt, daß der Wollzoll der Landwirth- schast erwünscht sein würde, wenn ihre bedrängte Lage de- züglich der Epiiitussteuer keine Anerkennung finden sollte. Herr v. Minnigerode hat das nur referendo angeführt und ausdrücklich erklärt, daß er für diesen Wollzoll nicht eintrete. (Hört, hört! rechts.) Herr Barth wollte durch seine Anführung nur Zwietracht zwischen Leuten säen, die bisher in der Echu«. zoUpolitik zusammenstanden. Wir meinen es ehrlicher mit der Wollindustrie als Sie(links), die Sie diesem Gewerbe den Zoll verweigertm. den wir ihm gern gaben, und wenn Sie die Industrie besser schützen zu wollm behaupten, so frage ich ich Sie: Erklären Sie sich bereit, den Zoll auf Wollgewebe zu reduziren?(Zurufe links: Mit Vergnügen! Sofort!) Dann wird die Wollindustrie wiffen, wo ihre Freunde fitzen, wahr- scheinlich bei den Agrariern.(Sehr gut! rechts.) Die Zoll» Politik, die hier bekämpft wird, schafft unS 245 Millionen Ein. vahmen; woher sie sonst nehmen? Eine dagegen gerichtete Ovvofition sollte im Reichstage eigentlich keine Stätte finden. Aber, wie es im Faust heißt:„Jetzt kenn' ich Eure wüld'gcn Pflichten, Ihr könnt im Großen nichts vernichten und fangt es nun im Kleinen an." Wir bestreiten sogar nickt, daß wir die Renten deS Kapitals und die Renten der Landwirthschaft steigern wollen(hört, hört! links), denn das G.undcigenthum und unser Kapital ist in unseren Augen alles ein National» kapital. Von dem Nationalkapital leben die Ar» v""™ c8 P* nicht darum» die Jnter- �beiter, dem ft-wn Man? mehr" AnEtt'an ch"rm Renten zu verschaffen, indem wir den befitzenden Klaffen Pflichten auf» der mtag, nlunfl„a touäßA »lag, � onnabei� 'samwll I. Tos erArb« ekasten- en I nde 1ann, M Z U % i # Ä- »i » U ?-Äl K K «ch fteue mich, daß Europa endlich Front macht gegen die Manöver gewisser Koalitionen von Großkapttalisten, die durch Attienmanöver, Frachtend uck-c. es bisher verstanden haben. Ge reibe vom Auslande, wo fie ihr Kapital angelegt haben, billiger hierher zu schicken. ,.,«bg. Meyer(Halle): Der Vorredner warnte unS davor. . übet das Branntweinmonopol zu sprechen, und um durch die That zu beweisen, wie unzweckmäßig daS sei, I s'nfcif"»ine Rede barüb t gehalten.(Heiterkeit.) Wir �"��genS. seitdem wir wissen, daß die Vorlage beim Bundesraib schwebt, ganz einverstanden damit, mit der De» datte dawider noch»u warten, und wir hatten unsere Resolution eingebracht, als wir noch nicht wußten, wann die Sache an uns herantteten würde. Wenn wir inzwischen nicht gerade davon. abrathen, daß man im Lande mit Petitionen gegen das Monopol vorgeht, so folgen wir darin nur dem Betspiel, Elches Sie(nach rechts) uns mit Ihrer Agitation liCIMSM mm Ma»r Öff?0!''0 Änt) ff» doch jedenfalls bei uns theurer, ni«d!?„ �v?dern, welche Handelsfreiheit haben. Die Zeiten SrÄn Preisstandes sollte man statt zur Einführung von Wn« ff»d»r dazu benutzen, die Konsumtion zu heben. kann an Ausgaben für die nöthigsten .dvS wendet es an zum Ankauf anderer Dinge, 'o entsteht eine naturgemäße Steigerung der Produttion; nicht, wie es jetzt geschieht, eine Ueberproduktton. Die Schutz» zöllner wollen die Produktion einseitig heben, während in der That Produktion und Konsumtion Hand in Hand gehen müssen. Dabei können den Schutzzöllnern naturgemäß dre Zölle nie hoch genug werden. Wenn Faust, der nie mit dem gegen» wältigen Augenblick zufrieden sein wollte, fich in in die heuti» gen wuthfchaftlichen Kämpfe gestürzt hätte, er wäre Schutzzöll» ner geworden. Da hätte er zu keinem einzigen Zolltanf ge» sagt:„Verweile doch, du bist so schön!" Man wirft uns vor. wir wollten die Grundrechte drücken. Wir wollm nur, daß der Preis vom Grund und Bodm wieder so weit zurückgeht, wie er künstlich gestiegen ist. UebrigenS danke ich Herrn von Kardorff, daß er uns so offen den Zusammenhang der Silber. Währung mit dem Import indi chen Weizens klargemacht hat; daß er uns offen sagte, der Weizm könne in Ländern mit Silberwährung deshalb billiger gebaut werden, alt in Gold» Währungsländern, weil fich in jenen Ländern die Arbeiter mit den schlechten entwertheten Silbermünzen begnügen müffen und k-ine Lohnerhöhung durchsetzen können. Die» ist also das Loos. daS Herr v. Kardorff auch unseren Arbeitern bereiten möchte.(Sehr richtig! links.) Die indischen Zustände möchte er bei uns einführen! Das ist dai ganze Geheimniß Ihrer Doppelwährung: das ist daS Geheimniß deS AgrarierthumS, und kurz ausgedrückt heißt es:„Stirb, damtt ich lebe I"(Leb- haster Beifall links! Widerspruch rechts.) Abg. v. K a r d o r f f: Ich bestreite dem Vorredner, daß wir bei uns indische oder russtsche Münzverhältniffe mit unterwerthigem Metall einführen wollen; wir wollen lediglich daS Mtßverhältniß zwischen Gold und Silber und das hohe Agio beseitigen. Sie sagen, dies sei nicht möglich. Nun, in Frankreich war es zur Zeit der Doppelwährung doch möglich, da überstieg dai Agio nicht die Transportkosten des Metalls zwischm London und Paris.(Widerspruch links.) Es find also keine egoistischen Motive bei den Bimetallisten vorhar den. Die Abschaffung des AgioS würde unserer ganzen gewerblichen Thätigkeit zu Gute kommen, namentlich der ärmerm Bevölkerung. Ist es denn ein gerechter Zustand, wenn, wie eS jetzt geschieht, den wenigen Millionen Wohlhabender das Gold zugewiesen wird, und die vielen Millionen Nicktbesttzmder auf den Verkehr mit Silber beschräntt find? Leider aber haben gerade die Führer der Ar» beiterdewegung für die Währungifrage aar kein Verständniß. Die Arbeiterverhältniffe werden durch Wiederherstellung der Vollwerthigkeit deS Silbers nicht gefährdet, sondern gehoben. Desgleichen muß die in unerträglicher Weise heruntergegangene Rente des Grund und BodenS gehobm werden, wenn das Land wieder wirthschaftlich prosperiren soll.(Beifall rechts.) Abg. Bamberger: Het v. Kardorff leugnete gestern die Ueberproduktion, und als man ihm die Thronrede entgegen- hielt, hatte er auf einmal n chls gehört. Tauben Ohren ist nicht gut predigm; man ignorirt die triftigsten Einwände und hält seine Reden weiter, ohne fich auS dem Konzept bringen zu laffen. Audftoom-inen Distinttion eines anderen Redners, daß es sich nicht um Ueberproduttion, sondem um Unterkonsumtion handle, kann ich nicht folgen. Die Wahrheit ist, daßdie Pro« duktton auS tausend bekannten Gründen in einer Weise ge- stiegen ist, daß die Konsumtion auf ganz erklärlich- Weise nicht rasch genug mit ihr Schritt halten konnte, und bis dieser Ausgleich fich vollzogen hat, werden wir an Schwierigleiten laboriren. Ganz ück-r leidet die Landwirthschaft nicht in dem Grade wie die I dustlie an Ueberproduktion, aber in der Zuckei Produktion, die auf der Grmze zwischen beiden steht, zeigt fich dasselbe Phänomen, dessen Natur und Ursprung am deutlichstln auf dem Gebiet wird, auf dem et am stärlsten auftritt, auf dem der Metallurgie, der Erzproduttion. Nicht nur die Technik ist enorm entwickelt, sondern die ganze Welt bildet ein Revier. Kein Artikel ist im Preise so gefallen wie die Erze, weil die ganze Erde von Minengräbern durch- wühlt wird in einer Weise, von der man noch vor einem Jahrzehnt keine Ahnung hatte. Unsere Eisen-, Blei-, Zinn» und Silbererzeugung nährt fich zum großen Theil von Erzen auS Australien und an den Seen Amerikas und am Troll- hältakanal in Schweden wird eine elektrische Kraftmaschine aufgestellt, mittelst der australische und amerikanische Erze ver» hüttet und verarbeitet werden sollen. Spanien wird an Hunderten von Stellen angebohrt, die bisher nicht angegriffen waren. Man rechnet in dieser Braach: nicht mehr mit dem heimischen Terrain, sondern mit der ganzen Welt; wie kann die Konsumtion dieser gesteigerten Produktion folgen? Dazu nehme man noch die entwickelte Technik, dm Verzicht auf großen Untemehme-gewinn bei entfesselter Konkurrenz. Auch unser Aktiengesetz hat dm Untemehmunasgeist»urückgedräagt, indem es von wichtigen moralischen Erwägungen ausgehend, aber über das Ziel schießend, den Effekt hatte, daß peinliche und gewissenhalte Leute die Verantwortlichkeit ablehnen und mit Aktien gesell� schaften nichts mehr zu thun haben wollm. Für unsere so sehr begünstigten Kolonialunternehmungen wollte Niemand als Dirigent, als Vorstand einer Aktimgesellschaft die Verantwort- lichkeit übernehmen, und man mußte juristtsche Personm schaffen, in denen ein anderes Regime gilt. Femer wird unsere Industrie außerordentlich belastet durch die Bildung der Berufs- penossenschaflen. Die Leiter großer Untemehmungen find während eines guten TheilS des Jahres blos mit den Ehren» ämtern beschäftigt, die ihnen dies Gesetz auslegt, fie find sehr viel unterwegs und es kostet ihnen eine Masse Geld. Jeden Augenblick tauchen neue Zollfragen, Monopolprojekte für Feuer- verstchanng, Branntwein u. A. auf; eine offiziöse Zeitung braucht nur einen Artikel loszulassen und alle Betroffenen fühlm sich it. Das Alles summirt alarmirt und zur Verthetdigun �, fich, wenn man es auch mit Ziffern nicht nachweisen kann, und wenn fie auch das Weltphänomen der Ueberproduktion nicht erklärt, so kann doch die Schuld an der Thatsache der bei un« eingetretenen Stagnation von unserer gesetzgeberischen Tendenz nicht ganz abgewälzt werden. Die bimetalltstische Schule hol ein Ruhmesmonopol angelegt für alle, die für den Bimetallis muS schreiben; fie find ungeheure Berühmtheiten; die Uebrigm find armselige, hinter der„neueren Wiffenschaft" zurückge- blieben« Leute. Wenn ich so die Herren von der neueien Wiffenschaft reden höre, dann fällt mir immer Mephisto ein, der von einem Schüler sagt:„Das ist Einer von den Neusten, er wird ffch grenzenlos erdreustm."(Heiterkeit.) Die neuest« Wissenschaft der Herren best-ht meist nur darin, daß fie die neueste Nummer der„Börsen Zeitung" gelesen haben. Danken Sie übrigens Gott, daß Sie die Ausrede noch haben, die Goldwährung allein sei daran schuld, daß�alle Ihre Rezepte zu Schanden geworden find; was wollten Sie uns sonst denn überhaupt noch Volbringen? Ihre Argumente mit dem indischen Weizen:c. weide ich widerlegen, wenn die Währungsfrage selbst zur Debatte steht;»unb dann werde ich Sie fragen, wie im März v. Js.:„Für welche Kinder halten Sie uns denn, daß Sie uns solch blaue Märchen wollen glauben machen, wie oie Geschichte von den 20 pCt. Exportprämie, die in Ostindien und Rußland auf den Weizen und Roggen gegeben werden?" Wenn zu Deutschlands Unglück wirklich eine Mehrheit rn einem Reichstage, oder gar eine Regierung fich finden würde, die mit Ihnen den»alto mortale macht, unsere feste, unangreifbare, stabile Währung, die Herr von Kardorff in seiner paradoxen Art eine Anarchie nennt, anzugreifen, in daS unbe« kannte Meer der interrationalen Doppelwährung zu treten, dann mögen Generationen darüber vergehen, ehe wir wieder auS dem entstehenden Elend herauskommen werden.(Lebhafter Beifall linkS.) Abg. Hermann: Die agrarischen Zölle wie auch die neue Zuckcrvorlage baden lediglich den Zweck, den Männern mit „historischen Namen", wie der Herr Reichskanzler fich ausdrückte, wieder einmal ein Geschenk zuzuwenden. Ich vertrete einen Wahlkreis mit vorwiegend bäuerlicher Bevölkerung, dieselbe hat es stets abgelehnt, an der Schutz, ollbewegung theilzunehmen, nicht weil fie fich in einem Ausnahmezustand b> findet, sondern weil fie eS versteht, ihre Bedürfnisse mit ihren E nnahren in Einklang zu bringen. Wenn Herr v. Echalscha nach dem Vor« gange des Herrn v. Kardorff uns deduzirt hat, daß fich eigent- Itch zwei Drittel der bäuerlichen Bevölkerung am Rande deS Bankerotts befänden, so muß ich sagen, daß seine Logik mit den Thatsachcn und der Mathematik Im Widerspruch steht. Ungeheuerlich war auch die Behauptung, daß wir ohne die Zölle schon längst die soziale Revolution gehabt hätten. Nein, so rasch laffen sich die Bauern nicht zur Revolution bestimmen. Sie wiffen ja, wie rasch dieselben die Zuchtruthe Ihrer Stan- desgenoffen ettragen haben. DaS find ganz andere Stände, welche die Revolution machen, unsere Bauern nicht.(Ruf: Sehr gut!) Herr Freae hat unS vorgehalten, daß unsere Haltung der Landwirthschaft gegcnüber unS allen Anhang auf dem Lande entziehen würde. Wenn er fich von der Wahrheit seiner Prophezeiung überzeugen will, so sollte er seinen Einfluß verwenden, daß wir eine Neuwahl bekommen. Unsere Bauern werden fich die Gelegenheit nicht entgehen laffen, dem Reichskanzler eine deutliche Antwort auf das Brannweinmonopol zu geben, daS wiederum den Herten mit den„historiichen Namen" ungezählte Millionen in den Schooß legen soll.(Beifall links.) Abg. W i l b r a n d t hält die Schilderung der landwirth- schaftlichrn Kalamität, wie fie der Abg. v. Kar orff gegehcn, für äußerst bedenklich, namentlich in Rückficht darauf, daß die Landwirthschaft doch vom Kapitalisten abhängig und deshalb jede Uebertteibung äußerst gefährlich sei. Einem Vergleiche deutscher Verhältn sse mit englischen widersprächen nicht nur die agrarischen, sondern auch die politischen Einrichtungen beider Länder, und von dem früher so gern gebrauchten Argument, daß der amerikanische Fai wer billiger produziren könne und deshalb ein gefährlicher Konkurrent des deutschen Land- wiith« sei, habe man vernünftiger Weise seit einige» Jahren Abstand genommen. Die Lage der deutschen Landwirthschaft — führt Redner aus— berechtigt gar nicht zu so intenfiven Klagen, dazu ist die Erfahrung lange noch nicht ausreichend genug. Vcm Jahre 1871 ab haben wir die höchsten Getreide- preise dieses Jahrhunderts gehabt, 1880 erreichte der Weizen. 1831 der Roggen die oberste Preisgrenze. Wenn siitdem die Preise heruntergegangen find, so liegt doch darin nicht ein Zeichen dauernder Kalamität der Landwirth. schasr. Die wirthschastliche Kalamität liegt in der Schutzzollpolitik und in der Art und Weise. wie die Zölle bezw. deren Echöhung durch wechselseitige Unterstützung d»r Interessenten zu Stande gekommen find. Das beweisen &%%% eÄ% und deshalb geben wir die Hoffnung noch lange nickt auf, daß! wmn die Klarheit ernmal hereinbricht, die Herren wieder völlige Freihändler werden.(Beifall links.) Abg. v. Kardorff: Der Herr Abg. Bamberger hat mir vorgeworfen, daß ich die Wähiungsanarchie prsklamiren wolle. ich habe nur von einer solchen in der ganzen Welt gesprochen. und diese besteht. In Amerika steht die Doppelwährung auf dem Papier, wie bei uns zum Theil die Goldwährung. Die jetzigen Ausführungen des Herrn Kollegen Bamderger lauten ganzandns als in seiner Broschüre, da es ihm darauf ankam. die Regierung zu Sstberverkäufen zu vermögen. Herr Bam- berger will mir vorwerfen, daß meine Propvezeihungen nicht in Erfüllung gehen? Sind denn die setnigen eingetroffen? Hat dennetwa das Silber immer den Preis gehalten, den es weiden würden, wenn nicht der Demonetifirung deS©.Ibers entgegengewirkt würde. ES wäre sehr leicht, die Vollwerthigkeit deS Silbers wieder herzustellen. Und Deutschland muß es thun. weil es durch seinen Uebergang zur Goldwährung Ver- anlaffung zu den jetzigen Verhältnissen gegeben hat. weil seine Münzverhältniffe denen anderer Staaten gegenüber relativ gesund find und weil es die nöthige Autorität befitzt. Abg. Leuschner kann es nicht»ugeben, daß der Rück. gang der Preise lediglrch Folge der Ueberproduktion sei, der- selbe sei vielmehr eine ganz allgemeine Eischeinung. Im Ueb- tigen ist Redner von den wohlthätigen Wirkungen der Sckuti. Zollpolitik, namentlich für den Arbei ctstand, überzeugt iüüü Abg. Dr. Bant berget: Herr v. Kardoiff sagte, er habe von einer allgemetnen Währungsanarchie gesprochen, nicht von einer deutschen. Ich denke in deutschen Berhältniffen zunächst an unsere eigenen Interessen und zerbreche mir nicht die Köpfe der Amerikaner und Franzosen. Wenn ich darauf bestanden habe, daß unser noch entbehrliches Silber verkauft werde, so ist da« kern Widerspruch. Ich habe immer behauptet, die 400 3m. S>lb:r die wir noch übrig haben, find allerdings kein gefähr. licher Umstand für uns, allein daß fie einen Verlust für uns mMbringen, brauche ich nicht mehr nachzuweisen, Wenn wir l�kü fortgefahren hätten, Silber zu verkauten, so hätten wir 40 am. weniger Verlast an die'em Silber gehabt. Ich mill im Uebrigen heute keine Währungsdebatte führen; bringen Sie Ihre Anträge sobald wie n öglich ein, dann werde ich gern mit Ihnen darüber debattiren. Nur rathe ich Ihnen, uns dann mit allgemeinen Zumutbunpen und Vorschlägen zu verschonen. und bitte Sie, uns lieber gleich den Entwurf des Vertrcges vorzulegen, d n Sie mit den anderen Staaten schließen wollen. Dann werden wir ihn debattiren und sehen, ob der Reichstag ihn annimmt.(Beifall links.) Abg. v. K ö l l e r; Der Abg. Hermann hat versucht, eine Hetzeret dadurch ins Lard zu tragen, daß er sagte, die Herren mit bistorischen Namen ließen fich Millionen vom Staate in den Sckooß wetten Die Großgrundbesitzer können noch am ersten schlechte Zeiten ertragen. Wenn aber Herr Hermann iaatf, der Bauer llcpfe ficb auf die Tasche mit Gold und Wertboapieren, und sei entrüstet über die Zumuthung der Aamier, so denkt er wohl nur an die altenburger Verhält« niste. Was den Bauer im AllA' meinen betrifft, so brauche ich Sie nur an die unaeheueren Steuerlasten, an den Rückgang der Preise, an die Vermehrung der Sudhastationen erwnem. um Ihnen zeigen, daß man einfach die Augen schließt, wenn man stck über die nationalen Schäden mit hochtrabenden RedenS« arten hi�w«täuschen will. Haben Sie doch mehr Verständniß und mehr Mitgefühl mit den kleinen Befttzern auf dem Lande. Weder Rodomontaden, noch hochagitatorische Reden(Glocke des Piäfidenten), welche außerhalb des Hauses, namentlich in der Puffe laut werden(große Heiterkeii), können uns auS der Kalamität heraushelfen.(Der Präfident bittet den Redner, Worte, wie Ravomontaden, zu vermeiden, selbst, wenn die« selben durch Zusätze, wie:„welche außerhalb deS Hauses. abgeschwächt würden.(Heiterkeit.) Die Diskusston wird geschlossen. Persönlich bemerkt Abg. Barth: Der Abg. Gerlich hat gemeint, Herr v. Minnigerode hätte im preußischen Abgeord« netendause keine Erklärung zu Gunsten der Einführung von Wollzoll abgegeben. Der stenographische Bericht wird entscheiden, od diese Behauptung richtiger ist, alS der Ein- druck, den meine Freunde von der Rede Minnigerodes ge- � Abg. v. Schalscha(zur Geschäftsordnung): Ich Ion« statire, daß auf meinen gestrigen Vorwurf, daß die Zollbehör« den eine Praxisiohne Anlaß aufgehoben haben, die fie früher geübt, der Bundeirathstisch nicht geantwortet hat. Schatzsekreiär v. Burchard: Ich habe garnicht ge- Staubt, daß der Vorredner eine Antwort erwarte. Ich kann >m nur empfehlen, den geordneten Jnstanzenzug in dieser Sache zu betretm. Wenn ich dem Herrn Abgeordneten nicht geantwortet habe, so geschah dies keineswegs aus Unhöf- lichkeit. Der Titel wird bewilligt. Die Tit. 2(TabakSfteuer), Tit. 3(Rübenzuckersteuer), Tit. 4(Salisteuer) werden ohne Debatte bewilligt. Zum Tit. 5 Branntweinsteuer und Uebergangsab- Sabe von Branntwein liegt folgende Resolution der deutich- -eifinnigcn Partei vor:. � Der Reichs'ag wolle beschließen, zu erklären:„Die Ern« führung des Branntweinmonopols ist in politischer, wirth« schaftlicher und finanzieller Beziehung verwerflich." Abg. Richter: Es ist nicht unsere Adficht, eine mate« rielle Debatte über die Frage des Branntweinmonopols zu veranlassen. Indessen muß»ch doch gegen eine Aeußerung Gerltchs protestiren, als ob es etwa ungehörig sei, hier über das Monopol zu sprechen, ehe die Vorlage an unS gelangt ist. Für das Monopol haben gerade seine Freunde im anderen Hause zu sprechen angefangen, obgleich das Monopol an daS- selbe nie gelangt ist, noch überhaupt gelangen wird, und Herr v. Scholz, der preußische �inanzminister, hat bei Einbringung des Etat« im Abgeordnctenhause«ine förmliche Rede für das Monopol gehalten. Der Zweck der Einbringung unserer Re- solution war, die Parteien und das Land scharf und bestimmt auf die D nge hinzuweisen, welche fich hinter den Koulissen vorbereiten. Anfangs wurde dem Antrag von den Gegenparteien ein gewisser Spott entgegengesetzt; man sprach blasen, von einem Kampf die man nicht kenne rc. von Seifen- tgen"Wrndmühlen, von Absichten, er am 24. Dezember, neun Tage nach der Einbringung der Resolution, gab die Regierung ohne Weiteres zu, daß fie fich mit einem solchen Plane beschäftige, und am 8. Januar bereits war ein förmlicher Entwurf an den Bundesrath gelangt und veröffentlicht. Es handelt fich jetzt nicht darum, daS beantragte Monopol für verwerflich zu er- klären. Jetzt handelt es fich um ein bestimmtes Projekt. So ist es fraglich, ob eS richtig ist, den Antrag materiell weiter S verfolgen, ganz abgesehen davon, daß nach unserer Ge- äflsoidnung eine Abstimmung über die Resolution erst in dritter Leiung möglich ist. Ich behalte mir vor, die Resolution bei der dritten Lesung wieder einzubringen. Am besten wäre es schon, wenn das Monopol schon vorher verworfen würde. Wir wünschen, daß bis dahin die Frage zur Abstimmung ge« langt ist und nichts im Lande versäumt wird, was geeignet wäre, die Opposttion im Lande gegen dieses verwerfliche Pro- elt zu verstärken. Herr Gerlich und andere Redner der Kon- ervativen haben versucht, diesen Antrag als Hetzerei hinzu- tellen, als verwerflich, daß Witthe in Zirkularen aufgefordert laden, Petnionen gegen das Monopol zu unterschreiben. Die Leute thun nichts anderes, als waS die Konservativen in ihren Kafinos in Bezug auf die Einführung des Wollzolls selbst thun. Der Unterschied ist nur der. daß diese ihre besonderen Interessen auf Kosten der Allgemeinheit vettreten, während jene nur ihren privaten Erwerb schützen wollen. Die Verstärkung der Opposttion yegen dieses Projekt ist um so nothwendiger, als es rnchi nur darauf ankommt, bei diesem Projekt den Reichskanzler überhaupt zu schlagen, nein, der Reichskanzler muß so geschlagen werden, daß es ihm für immer verleidet wird, mit ähnlichen Vionovol- Projekten wiederzukommen, welche große Kreiie der Bevölkerung beunruhigen und die allgemeinen wirthsckaftlichen Verhältnisse noch mehr verschlimmern.(Lebhafter Beifall links. Wider- spruck rechts.) Schayiekretär v. Burchard: Herr Richter hat mit er« hobener Stimme seinen Antrag selbst als einen agitatorischen bezeichnet. Ich beschästige mich aber nicht mit der Höflichkeit, die er last allen Parteien dieses Hauses, wenigstens den Na- tionalliberalen, gespendet hat. Ich habe mich nur mit den- jenigen Worten zu beschästigen, welche er in Bezug auf den Bundesrath geäußert hat. Er sagte, die Resolution seiner Partei hätte dazu beigetragen, die offenbare Abficht der Ueber- rumpelung aufzudecken. Das ist doch wirklich ein sehr schwerer und dazu grundloser Vorwurf gegen den Bundeirath, daS kennzeichnet so recht die Art und Weise, wie der Herr über den Bundcsraih spricht.(Lehr richtig! rechts.) Ich bin leider ge- wohnt, daß von jener Seite in dieser Beziehung das Aeußerste geleistet wtrv. Ein so großes Opus, wie dieses, bedurfte einer eingehenden Ausarbeitung. Es wurde am 8. Januar an den Bundesroth gebracht und an demselben Tage gegen die sonstige Gewohnheit veröffentlicht. Wir haben gerave dem Lande Ge- legenheit gegeben, fich möglichst früh mit dem Projekt zu be« schäftigen. Wie kann also der Abgeordnete Richter den Bundes- räch beschuldigen, er hätte daS Land überrumpeln wollen! Derartige agitatorische Reden— anders kann ich fie nicht de zeichnen— werden hoffentlich das Land nicht abhalten, die Sache ruhig zu prüfen, denn nur so ist ein gedeihlicher Erfolg ,u erwarten.(Beifall rechts.) Abg. Buhl: Ich weiß nicht, ob Herr Richter die Reso lution zurückgezogen hat oder fie nur nicht diSkutiren wrll. Ist fie nicht zurückgezogen, so habe ich im Namen meiner poli tischen Freunde die Erklärung abzugeben, daß wir gegen die fesolution AuSfeld stimmen werden, oh�e damit zu dem ma- rr.llen Inhalt derselben irgendwie Stellung zu nehmen. Nachdem deretts eine bezügliche Vorlage bei dem Bundesrath eingebracht ist, würde die Annahme der Resolution im gegen- wältigen Augenblicke die Ablehnung eingehender Erwägung eines betreffenden an den Reichstag gelangenden Gesetzentwurfs Heveuten, eine Ablehnung, welche auch nicht von den Gegnern des Entwurfs ausgesprochen weiden sollte, da fie ebenso wenig der großen Bedeutung der Frage als den konstitutionellen Uebungen entsp'.echen würde. Avg. v. K ö l I e r: Wenn Herr Richter angefühtt hat, daß der preußische Finanzminister die Frage des Monopols im preußischen Abgeordnetenhause ausfühiltch besprochm habe und daß auch der Abg. Geriich auf dieselbe eingegangen sei, so vergißt er, daß Herr Barth eS gewesen ist, der die Monopol frage zuerst in die Debatte gezogen hat. Ueberrascht hat unS die Einbringung der Resolution von der fteifinnigm Pattei nicht, wir find an ein derartiges agitatorisches Vorgeben gewöhnt. Tie Vorlage ist ja noch im Bundesrath. Beim Tabaks- Monopol waren Sie höflicher, di-s erklärten Sie nur für„un> gerechtfertigt": das Branntweinmonopol erklären Sie für verwerflich. Auch der Ton der fittlichen Entrüstung, den Herr Richter heut anschlug, entspricht dem durchaus. Aus Rücksicht auf den anderen Faktor der Gesetzgebung dursten wir auf die Sache, so lange fie noch im Bundesrath berathen wird, nicht eingehen. Wir können nur dasselbe erklären, wie der Graf Etoldeig gegenüber der Rickter'schen Resolution, betr. daS Tabaksmonopol im Jahre 1880:„Es ist eine unerfahrene Truppe, die ihre Gewehre abschießt, ehe fie den Gegner ge- sehen hat. Wenn dann die wirkliche Aktion kommt, mangelt die Munition."(Abg. Barth: Wir haben Patronen genug ge- habt!) Auch die jetzige Resolution war nur eine unberechtigte Agitation und Aufhetzung.(Abg. Braun: Ist Aufhetzung ein parlamentarischer Ausdruck?) Abg. v. Francken st ein: Ich kann mich auf die Er- klärung beschränken, daß, nachdem die Resolution zurückgezogen ist, wir keine besondere Veranlassung haben, zu der Frage des Monopols Stellung zu nehmen. Abg. Richter: Ich kann nur bedauern, daß die national- liberale Partei sachlich keine bestimmt erkennbare Stellung zu der Frage eingenommen hat. Wer das nicht thut, der ist mit verantwortlich für die große Beunruhigung, die über weite Kreise gebracht ist. Für die nationalliderale Partei lag eS um so näher, eine bestimmte Stellung zu ergreifen, als große Organe derselben bereits eingeschwenkt haben, während große Kreise Ihrer Wähler erklären, daß fie von dem Monopol nichts wissen wollen. Sie werfen uns Agitation vor. Der Meister der Agitation ist aber der Reichskanzler selber; ihn nehmen wir uns zum Muster, und folgen ihm, so weit uns das als unabhängigen Männern möglich ist. Herrn v. Burchard sage ich, daß ich vom Bundesrath gar nicht gesprochen habe, der kommt hier gar nicht in Frage; die Herren vom Bundeirath find auch übenumpelt worden, wenigstens die Kleineren. Wen ich angeklagt habe, das ist die preußische Regierung. DieS klarzustellen, war der Zweck unserer Resolution, die wir jetzt zurückziehen, aber bei der dritten Lesung wieder einbringen werden, wenn nicht dann schon das Monopol in die Brüche gegangen ist. (Brifall links.) Abg. Geiser erklärt, daß seine Partei gegen das Monopol stimmen werde. Abg. Graf B e h r: Meine Partei erachtet es nicht für opportun, im gegenwärtigen Augenblicke Stellung zu der Monopol-Frage zu nehmen. Abg. Buhl: Herr Richter hat gemeint, daß wir eine ganz besondere Veranlassung hätten, uns über das ültenop»! auszusprechen. Von keiner Partei ist entschieden Stellung zu demselben genommen worden, insbesondere ist daS von der ausschlaggebenden Partei des Zentrums bis jetzt nicht ge- schehen. Abg. Richter: Im Lande weiß ein Jeder, wie daS Zentrum über daS Monopol denkt; wenn Ihre Stellung so klar wäre, wie die deS Zentrums, so würden wir mit Jhnm vollständig zufrieden sein. Abg. Windthorst: Ich wollte den Abg. Buhl blos fragen, ob, wenn w r unsere Stellung noch deutlicher aus- drücken, auch er fich deutlich und bestimmt auslassen wird. Wir meinen, wir hätten über das, was wir denken, keinen Zweifel aufkommen lassen. Abg. Buhl: Wenn eS Zeit ist, werden auch wir nicht verfehlen, unsere Antwort zu geben. Abg. W i n d t h o r st: Ich sehe daS als eine Verneinung meiner Frage an. Abg. Buhl: Ich sehe nicht ein, wie wir im gegenwärtigen Augenblicke eine andere Haltung beobachten könnten. Der Titel wird bewilligt. Beim Titel 6(Brausteuer) empfiehlt Abg. Zeitz nach- stehende Resolution: Die verbündeten Regierungen um bald- mögliche Abänderung des Gesetzes wegen Eihebung der Brau- steuer vom 31. Mai 1872 in der Richtung zu ersuchen, daß bei der Bierdereitung zum Ersatz von Malz andere Stoffe nicht mehr verwendet werden dürfen. Um 5 Uhr vertagt das Haus die weitere Debatte bis Sonnabend 2 Uhr. Abgeordnetenhans. 4. Sitzung vom 22. Januar, 11 Uhr. Am Ministertische Maybach, Lucius, Friedberg, v. Scholz und Kommiffarien. Die erste Verathun g des Staatshaushalts- Etats für 1886/87 wird fortgesetzt. Abg. v. Z e d l i tz: Die Ausführungen des letzten Redners von gestem haben in mir bei ihrer unverkennbaren Abficht, der Opposttion eine möglichst gute Zensur zu crtheilen, nur den Eindruck hervorgerufen, den am prägnanteiten das Sprüch- wort bezeichnet: gut e'exoase s'aeouse.(Oho links. Sehr gut! rechts.) Der Etat kennzeichnet fich dadurch, daß er mit einem Defizit von 14 Millionen Mark abschließt, außerdem aber be- steht noch ein latentes Defizit, werl wir nach dem Konsolida- tionsgesetz verpflichtet find, mit 3'/, pCt. die Effenbahnschuld zu verzinsen. Herr Rickert hat mit dem ihm eigenen schönen Brustton der Urderzeugung fich selbst und seine Freunde als die Vertreter deS allen preußischen Staatsgedankens hinge- stellt, aber nicht dedacht, worin dieser alte preußische Staats- gedankt bestand, nämlich darin, daß mit Rückfichislostgkeit und Strenge an die Steuerkraft der Bürger app lliri wurde, so- bald die Kraft sonst nicht ausreichte. Diesem Prinzip, das Preußen groß gemacht hat, haben fich die Freunde des Herrn Rickert widersetzt und stets die Gewährung von Geldern hintertrieben.(Sehr wahr! rechts.) Jetzt wird gegen das Branntweinmonopol losgegangen, um die leere Kriegskasse zu füllen und um Abonmnten für die„Fiei- finnige Zeitung" zu schaffen.(Lachen links, Zustimmung rechts.) Die Behauptung, daß Deutschland durch seine Wirthschatts- Politik litte, ist vollkommen unzut.effend, gerade im Gegentheil S«stattet fie unserem Vaterlandc im vollen Umfange, die gün- igen Chancen des Weltmarktes auszunutzen und fich von den schlechten fern zu halten.(Zustimmung rechts.) Unsere Lage, so wenig rostg fie rst, ist doch immerhin besser, als die der- jenioen Länder, welche die gegnerische Richtung verfolgen, wie z. B. Englands. Die engliche Thronrede bestätigt es ja, ebenso, wie die Einsetzung einer parlamentarischen Enquete, welche die Ursachen der Unzufriedenbeit. die der Freihandel geschaffen, untersuchen soll. Herr Neumann-Epallart hat es ia nachgewiesen. Wäre es richtig, daß uns unsere Schutz. Politik gegenüber Amerika konkurrenzunfähig macht, dann müßte doch England gegenüber demseib.m Amerika mit größtem MÄTst..%%% jiää: ?(1)U1/J?'?.fla0ten™clntn Zuwachs ihres Außenhandels von 4 /» Milliarden Mark pro Jahr zu veizeichnen hab.'n.(Hört! rechts.) Herr Rickert warf Herrn von Minnigerode vor-" habe die Lage der Landwirthschaft zu schwarz geschildert, was baden denn ober er und seine Freunde getdan? Sie haben gesagt, der Schwächere muß seinen Platz räumen! Im Reichstage hat ein jüngeres und noch einigermaßen unerfahrenes Mitglied fich sogar dahin ausgesprochen:„Die Grundrente muß rücksichtslos heruntergchn." (Sehr gut! rechts.) Das ist wohl eine Radikalkur» la Dr. Ersenbart, wenn man sagt, alle Grundbefiyer müssen zum Teufel geben. adcr nicht der richtige W-g. um dem Landwirlh über die Kr.sts hinwegzuhelfen. Seit 1379 find die Löhne in dre Höhe gegangen und haben fich nur gegen 1882 um etwas verringert, bleiben aber immrr noch über d'm Stands' merksanket Ueberall sehen wir, daß die neue Wirihschastspolitik W* gegenübers theil von dem erwiesen hat, was ihre G-gner pro»? Antrage, l (Sehr gut! rechts.) WaS daS Mittel des Bcanntweinauo jst und anbelangt, so kann man keinrs'alls hier, an der Stelle,« die Verantwortlichkeit nicht trägt, ein Votum für% abgeben. ES ruft Bedenken der schwersten Art, wirlhW und soziale, hervor, und eS muß daher, ehe man evi» darüber fällt, nachgewiesen werde-', daß die Nachthemd Vortheilen überwogen werden.(Beifall rechts.) J '■ Die bisherige DiSkM daß unsere w.rthschastl# Herr v. Minnigerode)« Landwirthschaft entrollt haben uns die Mittels Abg. Windthorst: wenigstens soviel klar gestellt, eine keineswegs günstige ist. ein sehr düsteres Bild der weder er, noch Herr v. Zedlitz metallismr diesen bei In diesen nichts als nationalen Währung j sprochen n man sagt, gemeine T wähiung( sprechen, d und vor auf die Fr Doppilwäf Ganz ich bei der hingewiesen weder für: züglichen 2 Hilfe gezeigt. Der Finanzminister war konsequenter-' wartete Alles vom Branntweinmonopol. Es war w® fichtig vom Finanzminister, allen möglichen Volksklaffaf Berge zu versprechen, bevor er die Mittel in der v® Die Franckensteinsche Klausel und die lex Huene soA Finanzen in Konfufion gebracht haben? Die große> der Rechten hat für beide gestimmt. Und im deutsch� tage hat im vorigen Jahre bei der Berathung der«J Aenderung Niemand an der Franckenstein'schen lllck gehöre in rüttelt. Diese und die Huene'sche Klausel ist für darf das; tag«in ganz entschiedener Fingerzeig und ein ZwM ssroßer Gel! sparsam zu sein. Hä-ten wir daS Geld, was den Auf diese, überwiesen ist, noch, so würden wir einfach lustig W? nch bis jej wirthschaften. Dir Erklärungen der Rechten über de»! Finanzmini kämpf haben mich einigermaßen befriedigt. Ick' ßanl ff�im warten, welche Stellung fie zu praktischen Vorlag«* fie von uns oder von der Regierung ausgehen,� werden. Ich hoffe, daß dieser unselige«51 wirthschaftlich, sittlich und kultuicll die traurigsten habt hat, bald ein Ende finde, damit wir alle bi gemeinsamin Interessen des Vaterlandes dienen köi hast er Beifall im Zentrum.) Abg. H o b r e ch t: Es ist hier vielfach von% schaftspolitik des Reichskanzlers die Rede gewesen. haben aus dem vorliegenden Etat und der allgemA der wirthschaftlichen Vnhältnisse einen glänzenden«S Anderen einen völligen Mißerfolg herzuleiten gesucht. man unter WirthschäftSpolttit das Schutzzollsystem* satz zum Freihandel, so blicke« wir auf eine vi« 1 Periode zurück, um darüber ein Urtheil zu man aber unter Wirthschastkpolitik auch veri ewinn«*, dflj meine Auffc von den x rungen in' Tasche zu Weisung dei soldungen, 135 Milltoi hältniffen, i keit rechts), von 135 M seine Verw treibt, der i der einem( ist nicht zu gegenüber t ganzen Geb man aber unter Wirihschaftkpotitit auch versteht, vk merkung ei gierung die Ausgabe hat, für die Rentabilität ein»? Weniger r werbszweige einzutreten, so muß ich diese Anficht ernj bemerke ich Auch ich meine, daß die Franckenfteini� kämpfen. wesentlich fruchtbar zu machen _______ ich Mehrforden dazu beigetragen hat, die ÜeberweismM Bedarf in s u machen, wie es hätte sein können. Davq manfl( ich, daß wir uns mit der lex Huene zu einem Grv"-ige Hindert kannt haben, der zu einem dauernden Defizit führevst kann ich als Gegensatz zu dem Abgeordneten Windthorst, der" finde ü Sicherung der Sparsamkeit erblick», finde jl der Gerichts eine außerordentliche Verschwendung. Die ärmst«' dingt nicht hat für ihre Armen zu sorgen wie die reis? theure Rech ärmste Dorf in der Eifer muß ven Kindern den v? Prozesse au, richt geben lassen, den die Gesammtheit als daliiäten be nothwendig hält, und die reichste darf das Ziel de)% ich bemerke, schen Unterrichts nicht wesentlich heraustreiben. 8*, nicht vorlag u. s. w. ist es ebenso. Die Folge davon ist, daß rj große Final Lasten der Selbstverwaltung beinahe im umgekehrt� nitz stehen zu ihrer Leistungsfähigkeit in den«Z Landestheilen, daran finde ich allerdings eine prinM fertigung einer gewissen Mitwirkung des Staat» I tigung dieses ungleichen Drucks. Hier stehen zwei in einem gewissen Widerstreit: Selbsthilfe und Ueber die Grenzen beider müssen wir endlich Kim wenn wir sparsam wirthschaften wollen. Finanzminister Dr. v. Scholz: Nachdem ick Ftnanzmimster Dr. v.«Scholz: Nachdem t» ja sämmtlichen größeren Parteien des Hauses Redner möchte ich mir einige Bemer'ungen zunächst allchv�I und mir vorbehalten, mich dann nock � möchte ich erlauben... Rednem speziell abzufinden. Der PaffuS drt� welcher fich über unsere wirthschaftlichen Verhalt»� sprochen hat, sollte nach verschiedenen AeußerUw, Anfang einer Umkehr angesehen werden, al» iJJ eines Selbstbekenntnisses, daß es mit der �> polttik der Regierung doch seine üblen Seiten ha?'� die Lehre deS Freihandels der reinen Manchesters� lich doch wohl nächstens würde anerkennen. Nun,*** ich bin ja bei der Feststellung deS Wortlautes � auch betheiliqt gewesen und ich kann nur bezeug«'' z sehr argeS Mißverständniß ist dessen, wa» in?«> � hat ausgesprochen werden sollen, und daß wem.» Meinung auch dahin geht, daß keine gramM®!� i logische Interpretation auch im entferntesten rechtfertigt. Ich bin weit entfemt davon, die K-?« f die Lage der Landwirthschaft ausgesprochen als richtig anerkennen zu wollen; ich bin weiter» A dem vor est die Selbstv» schasten soll, Weisung der dies find ei erneut ein, oder aus eir überzugehen vom Finanz Abg. B deckt fich die Partei völl Reichstage, Reichslage z sei nicht ger ungünstige< im Eisen bah Miltheilunz! Aussall von gegenüber 1 fich nach de» Höhe von 6i jedenfalls A befferung& er sich; fie regiming je Einfluß auf habe man d mals habe< Ueberproduk u, 04. 44-4.44414, 414, bin weit, 4444,4 4 1» v 4, etwa bestreiten zu wollen, daß auf einigen JjW feststellen kö betrübende Erscheinungen hervortreten. Aber bosv#. find. Am wi die allgemeine Lage d-S ganzen Landes. Dabei si e nopol ausge ganze Menge anderer Faktoren mit in RechnuH„wenn es i auch nicht bioS das, waS schon der Herr Abg. J| etwas ableh gestern angebeutet, der da meinte, dem Wucherer-jj �es tzerrn r Meine Herren, es geht außer dem Wucherer dock. andern gut. Ich möchte dem letzten Herrn darin beipflichten, daß es nicht well wenn theoretische Reden pro und covtr wechsett werden, und ich will auch daiu. beitragen. Aber die Reden co tia fangen � f i und eS würde eine merkwürdige Lücke entsteh«"-� auch irgend eine pro gehalten würde. Jchwil! A /»J-a'öw&j g;..- s VJi gesagt worden ist, nur noch eine praktische Notst Ausführungen deS Herrn Abg. R" Abgeordnete ist für die Zustände scharfem Blick, wie es mir scheint—„w- r- denn ich kann nicht annehmen, daß er, was®# nicht sehen will. Aber nach dem Auslande i m sehr lebhafte und regelmäßige Notiz von allen � gängen. Eine besondere Seite der Wirthtch"„i® yerren, ist hier, wenn mich meine Erinnerung, zum ersten Male üdenhaupt in diesem Hause ich meine die WähningSfrote. Kein anderer � icy meine vre Wayrungsiraze. nein anvr»--(pm. ist heute gezwungen, seine Verbindlichkeiten, • i• yciwv uvgivuuHtu, feine trägen abgesehen, in Gold zu erfüllen. Ww 10 a r. Verbindlichkeilen nach innen und nach außen>' c, stücken begleichen. Frankreich und die arid,' j-.- lateinischen Union können mit den 5 Ftami"--.» Zahluvgsoerdindlichkeiten heute wie früher liches ist von Holland zu sagen, wo der* ch Bedeutung hat. Woran liegt es denn Ittel«,' Desta Wirkung der Weltthatsache, daß man eben' � Verkehr nur Gold haben will, daß kein' seinem Rechte, mit Silber zu bezahlen, w«.(, ist, woran kein Vertrag, kein Gesetz ihn machen, aus Furcht vor den sehr unang« s�v- allgemeinen Kredit, in der allgemeinen Obligos auf dem Weltmarkt. Wir haben, stV schen Aufgabe mitzuarbeiten, zu dechatig deß bin ich überzeugt— auch fernerhin Haltnissen, z kommen, so Kommunalst Gunsten ei könnten rief sozialen Fri das Biarnt zu schwach i Wirkung zu ltchstem Nm Minist» über den E eingehen u muihungen Reichitagsa und fich na dre Post sti Ä'V $yp schiede nheit Abg.(s die nattona Schleswig-! Kanbidaten Vings de» jede nationc und zum F auf einzelne daß die St zinsung der sehr bedeute °uch gar ni waltet werd °us für se der Land« >«eisle abr I Stand"«!'! Politik dai» ZN» nntmernnw» ift Stille,» m für ol ri wirlhl man eil- lichiheile!» % pa le Mittel» ,feqacni«J s war IM olUOaM in Hei«f utne soW e groU« n deutsch� fkt ein 3®'� s den*r lustig ,Üb4 Sotla# lUtgehAl -lige m rigstenZZ alle drill» men köiu«' h von d« mesem. � r allgeMZ ngesufflt' gsn» und im Interesse der Gesammiheit dieser Sache mit aller Auf« merksaailett und mit allem redlichen Bemühen zur Förderung gegenüberstehen. Aber zwischen diesem Etandtpunkt und dem Antrage, der in Tausenden von Petitionen jetzt gestellt worden «st uird der so einfach lautet: den internationalen Bimetallismus so schnell wie möglich einzuführen— zwischen diesen beiden Dingen ist eben ein himmelweiter Unterschied. 3n diesen Petitionen— sie bestehen zum großen Theil aus nichts als aus diesen drei Zeilen, sie beantragen, den inter- natronalen BrmetalliSmuS oder die trteinanonale Doppel- Wahrung so schnell wie möglich einzuführen— wird davon gesprochen wie von einem bekannten, feststehenden Dinges wie man sagt, die allgemeine Schulpflicht einzuführen, oder die all- gemeine Dienstpflicht, so soll man die internationale Doppelwährung einführen. Ich habe aber noch keinen Menschin ge« iPioajen, der mir eine genügende, nur einigermaßen genügende und vor der Kritik nur einen Moment bestehende Antwort ou, die Frage hätte geben können: was ist die internationale Doppelwährung V(Sehr neblig! links.) Ganz entsprechend dem Gedankengang der Thronrede, habe ich bei der Einbringung deS Etats auf das Branntweinmonopol hingewiesen, aber so'ort hinzugefügt, daß hier im Landtage weder für die Begründung noch für die V rtheivigung der be« züglichen Vorlage der Ort sei, nur die eine Seite deS Projekts gehöre in die Etatsberathung des preußischen Landtags: Beda! f das Land heute noch, nach der Lage des Etats, so großer Geldmittel, wie dieses Projekt fie zu gewähren vermag? Auf diese Frage hat meiner Empfindung nach die Berathung stch bis jetzt nur in der Form von Vorwürfen gegen den Finanzminister erstreckt, und auch Herrn v. Zedlitz ift es nicht ganz gelungen, mich in dieser Richtung in Schutz zu nehmen; meine Ausfassung ist eine viel prinzipiellere. Herr Ricke? t sprach von den gewissenhasten Finanzministern, die keine Erleichte- rungen in AuSstcht stellten, ohne das Geld dazu bereit« in der Tasche zu haben. Uebernahme der halben Echullast, Ueber- Weisung der Grund- und Gebäudesteuer, Aufbesserung der Be- ln?Uc£?.cJi' �Cf0tm �kr Klaffen und Einkommensteuer erfordern Millionen; nun denken Sie sich unter den heutigen Ver» halt Nissen, wo die Goldmacherei nicht mehr bekannt ist(heiter- kett«cht«), emen Finanzminister, der erst heimlich ein PluS von 135 Millionen zusammenzählte und dann dem Landtage seine Verwendungsprojekte vorlegte! Wer solche Finanzpolitik treibt, der muß abdanken, der ist der wirthschaftlich Schwächere, iu Etälkeren Platz mach n muß; mit solchen Mitteln ist nicht zu kämpfen. Die Regierung wäre der Landesvertretung gegenüber direkt illoyal verfahren, hätte fie nicht ihre sollen, ganzen Gedanken vorgetragen, und deshalb trifft auch die Be« merkur g eines uns sonst wohlgeneigten hiefigen Blattes: „Weniger wäre hier mehr gewesen", nicht zu. Im Einzelnen bemerke ich den Abgg. o. Schor'emer und Windthorst, daß die Mehrforderung für die KreiS-Schulinspektoren dem gesteigerten Bedarf in sprachlich gemischten Bezirken entspringt. Den Vor« wurf mangelnder Friedensliebe der Regierung, worin das ein. eine' ewinnei- eht, lttat., nffchten- ckenfteifls» rweisuM en. DaM zige tzinderniß für den Abschluß des KÜiturkampses'liegen soi£ it führe«, kann ich alS orientirteS Mitglied der Regierung als unrichtig ß'_ i zurückweisen. Mit Herrn v. Minnigerode stimme ich bezüglich W®et«W8[osteneinnohmen überein, ihr Rückgang ist aller- Ving« nicht dlos ein günstiges Zeichen; die im Ganzen jetzt theure Rechtspflege hat auf die Verringerung der Zahl der Prozesse auch ihren Einfluß geübt. Herr Rickert hat die Mo- dalriäten bei der diesmaligen Einbringung des Etats kritifirt; ich bemerke, daß diesmal eine Beengung hinfichtlich der Zeit nicht vorlag und daß bei der früheren schriftlichen Einbringung große Finanzgesetzgedungspläne nicht vorlagen, daß wir außer- dem vor ein neue« Haus traten. Auch ich halte dafür, daß die Selbstverwaltung tbunlichst mit eigenen Mitteln wirth- schasten soll, gerade damit aber stimmt der Gedanke der Ueber- «cisunq der Grund- und Gebäudesteuer überein, denn eben dies sind eigene Mittel der Selbstverwaltung. Ich lade Sie erneut ein, nicht vornehm oder geringschätzig oder schüchtern oder aus einem anderen Grunde schweigend an der Frage vor- überzugehen: Bedarf Preußen nach der Etatslage der Ihnen vom Finanzminister bezeichneten Mittel? Abg. Büchtemann: Bezüglich der AuSweisungsfroge deckt sich die Anficht der LandtagSfraktton der deutfchfreifinnigen Partei völlig mit derjenigen ihrer Gesinnungsgenoffen im Reichstage, es handelt sich um eine deutsche Frage, die im Reichsiage zu verhandeln ist. Ein Defizit von 14 Millionen sei nicht gerade unbedeutend, aber auch nicht hoch genug, um ungünstige Schlüsse auf die allgemeine Lage zu gestatten. Der im Eisen bahnetat für daS laufende Jahr 1885,86 nach den Mittheilunzen de« Finanzministers in Autficht genommene Ausfall von 6 Millionen sei nicht weiter begründet worden; ffltz gegenüber dem Einnahmevoranschlag von 694 Millionen lasse stch nach den thatsächlichen Ergebnissen nur auf Einnahmen in r;.„-eii,% Höhe von 667 Millionen rechnen. Der Eisenbahnminister habe _ jedenfalls Anlaß, diese Differenz aufzuklären, lieber die Aufbesserung der Besoldungen mehrerer Beamtenkategorien freue er fich; fie sei nothwendig g-wesen. Wenn von der Staats- regierung jetzt anerkannt werde, daß die Gesetzgebung keinen Einfluß auf die Blüthe der Industrie ausüben könne, warum habe man dies dennoch in den fiebziger Jahren versucht? Da- mals habe es fich ebenso wie j-tzt um eine Krifis in Folge der Ueberpiodultion gehandelt. Wichtig wäre es, wenn man heute feststellen konnte, welche Parteien für das Branntweinmonopol find. Am wamsten habe fich Herr v. Minnigerode für das Mo- nopol ausgesprochen; Herr v. Zedlitz habe dasselbe nur akzeptirt, „wenn es n cht anders geht". Herr Hodrecht hat stch schon etwas ablehnend verhalten; noch schärser war die Ablehnung des Herrn v. Schorlemer-Alst. Zur Klarheit in den ElatSver- hältniffen, zu einer ruhigen Entwickelung könne man nicht kommen, so lange die Verquickung von Reichs-, Landes- und Kommunalfinanzen dauere, so lange man die Gesetzgebung zu Gunsten einzelner Klassen ausnutze. Die sozialen Wirren könnten nicht beseitigt werden, wenn man der Herstellung des l0JiOmn Friedens solche Hindernisse in den Weg stelle, wie das Branntweinmonopol. Seine, des Redners, Freunde seien zu schwach in diesem Hause vertreten, um eine entscheidende Wirkung zu üben; fie würden aber iyren Gedanken mit mög- "chstem Nachdruck vertreten.(Beifall links.) ... Minister Maybach will auf die Einzelheiten, welche über den Estenbabnetat vorgebracht seien, in der Kommisfion eingehen und erklärt nur. daß ihm daran liege, den Ver- mmbungen entgegenzutreten, welche sich an den Angriff eines Reichstagsabgeordneten auf die Postverwaltung geknüpft haben ü? namentlich auf die Leistungen der Eisenbahnen für Post stützten. Amtlich und per.önlich stehe ihm der de- �5 ��abgeordnete nicht nahe; es sei auch nicht auf diesem Wege Meinungsverschiedenheiten mit der finde�| e ärmst«? die reM L'Ä st. daß«? mzekehiffze ,e%a StaatS? n zweit fe und ;cb Ktarhss hdem töjjl Redner?? st allss®«? IN noch« tÄ ite?WJ chesterin»? Run, utes d«« ab M-Aj i Abg."• � Bu4er* x dock dazu/ W va« lade l3| •eret i?« i m % ige««? K'Ä&Ät»»Ä5 � WWNWW « e-* Liberalismus geschädigt, indem sie fast jede nationale Maßregel mit liberalen Scheingründen bekämpft und zum Fall zu bringen versucht hätten. Redner ging dann auf einzelne Etat« ein. Bnm Eisenbahn. Etat hob er hervor. daß die Staatsbahnen 40 Millionen Mark mehr als die Ver- zimung der gesammtm Staatsschuld eindringen. Das sei ein lehr bedeutender finanzieller Gewinn. Die Eisenbahnen sollten auch gar nicht fiskalisch und um der Finanzen willen ver- werden. Dem Finanzminister spreche er seinen Dank für seine Erklärung in der Wäh ungSfroge. Er stehe LI..�andwirth schast von jeher freundlich gegenüber, de« zweifle aber, daß die Doppelwährung ihr einen Vorthell dringen werde. Er hoffe, daß auch in anderen Fragen, wie in dieser, das nationale Jntereffc zur Herrschaft kommen werde. (Beifall bei den Nationalliberalen.) Darauf schließt die Diskussion. Abg. H ä n e l bedaunt, daß er durch den Schluß der Diskusfion, den die National- liberalen herbeigeführt haben, nicht im Stande sei, dem Vor- redner zu antworten. Abg. Schreiber- Nordhausen(freikonservativ) erklart, daß er gegen das Branntweinmonopol habe sprechen wollen, durch welcbes die Stadt Nordhausen vollständig ruinirt wurde. (Hört!) Da er nicht zum Worte gekommen, so sei der Rest Schweigen(Heiterkeit.) Ein sehr großer Theil deS Etats wird darauf, dem von fast allen Franionen unterstützten Antrage des Abg. v. Benda gemäß, in die Budgetkommisfion verwiesen. Schluß gegen 4 Uhr. Nächste Sitzung Montag 1 Uhr. (RechnungSvorlagen und zweite Lesung des EtatS.) Lokales. Goldene Hochzeit. Am Sonntag, den 14. Februar, feiert das Kofeler'sche Ehepaar, Jnvalidenstr. 132, das Fest der gol- denen Hochzeit. Der Mann, Modelltischler, ist 26 Jahre in der Wöhlert'schen Fabrik beschäftigt gewesen. Er ist jetzt leider durch Krankheit arbestSunsähig geworden. Er ist 75 und seine Ehefrau 80 Jahre alt. Das Jubelpaar lebt in ärmlichen Ver- hältntffen und haben edle Menschenfreunde hier Gelegenheit, durch freundliche Spenden den Ehrentag der alten Leute zu °��Der Hamburger Wetterkundtge der„Voss Ztg." schreibt über die von ihm schon vorher angekündigte Kälte:„Die Wetter- läge hat fich gänzlich gegen die vorausgehende Woche geändert, indem die mitgetheilte Zunahme des Druckes in der Ostsee und Nordsee weitere Entwickelung erfährt. Das Depresfionsgebiet rückte von England nach Frankreich, Mitteldeutschland und Italien; wobei mehrere Depresfionizentren unregelmäßige Be- wegungen in diesem Gebiet niederen Druckes ausführten. In Hamburg hatte die Veränderung der Druckoertheilung am 20. d. zunächst eine Wendung des Windes nach Ost und Noidost zur Folge. Nun fiel aber in der Nacht von Mittwoch auf Don- nerstag bei Windstille dichter Schnee, welcher heute Morgen eine prächtige Winteilandlchaft bot. Nochmals erreichte die Temperatur am Mittag 2 Grad Wärme, um dann aber bei g lerem Himmel gegen Abend schnell zu sinken. Als die olkendecke verschwand, zogen einige Zirruswolken aus Ost- Nordost über den Himmel. Jeyt zeigte fich so recht, wie schnell die Temperatur det heiterem Himmel stnit, wenn eine Decke frischgefallenen SckneeS bedeutenden Wärmeverlust herbriführt. Schon am Abend 8 Uhr hatte Hamburg 5'/, Grad Zelstus Frost. DaS Steigen deS Barometers, im Verein mit dem Vor- handensetn der Schneedecke, läßt erwarten, daß nun eine Periode kräftigen Frostwetteis begonnen hat." ar. Das große Laos der preußischen Klaffen-Lotterie ist gleich am>rsten Tage gezogen worden, die Glücksnummer lautet diesmal 25 063. Den Loosehändlern ist damit ein Haupt faklor für den gerade in diesen Tagen besonders schwunghaften Verkauf der Loose entcogen, und der KourS fiel feit gestern, wo man noch für ein Vrertel 60—70 Mark zahlen mußte, um nicht weniger alS 10—20 Mark. Bemerkenswerth ist übrigens, daß auch rn der letzten sächsischen Lotterie daS große Loos schon am ersten Tage herauskam. j. Die Dtenstmagd Marie Pachand aus Blumberg, die Stellenvermittlungsschwindlern zum Opfer gefallen sein sollte, hat fich wieder gefunden, und zwar auf einem Gute bei Segefeld. Sie hat an hiesige Bekannte geschrieben und auS- drücklich bestätigt, daß fie ohne ihren Willen dorthin verschleppt und ohne Dienstbuch gemicthe! worden sei. Auch gefällt ihr die Behandlung nicht und fie fragt an, auf welche Weise fie fich losmachen könne. Wie wir hören, ist der betreffende Brref der Polizei übergeben worden. Unter der Ueberschrift: Neu! Neu! Noch nie dage« Wesen! überschwemmt gegenwärtig eine hiefige Firma Berlin mit Prospekten, in denen stch dtrselbe erbietet, OeldruckgemSIde in Gold- Barockrahmen, das Paar(Pendants) für den Preis von 7,50 M. auf Abzahlung, bei einer Anzablung von 50 Pf. und einer wöchentlichen Theilzahlung von 25 Pf. zu liefern. Jeder Abnehmer von einem Paar Bilder erhält einen„hoch- inlereffanten Roman" gratis. Diese Manipulation ist eine „geniale" Umgehung der Gesetze. Während ftüher der Roman verbreitet und die Bilder als Prämie gegeben wurden, werden jetzt die Bilder verbreitet und der Roman als Prämie gegeben. Jenes ist verboten, dieses nicht. Die hiesige Kriminalpolizei stellt Nachforschungen nach zwei unbekannten Frauen an, welche mit Leinewand haufiren und ein in der Kön'gin Augusta- Straße wohnhaftes Dienst- mädchen beim Bei kauf eines Stückes Leinewand betrogen haben. Das oerkaufte Stück enthielt anstatt 60 nur 50 Ellen und hatte nur den halben Werth de« gezahlten Preises. Die eine der Frauin, welche das Mädchen durch Vorspiegelung falscher That- fachen und durch Beibringung der gefälschten Einwilligung der hier wohnhaften Mutter deffelben zum Kaufe veranlaßte, ist anscheinend Jüdin, von z emtich großer kräftiger Statur, hat frisches Geficht, dunkle Haare und war mit einem mit Plüsch besetzten schwarzen Mantel und schwarzer Kapotte belleidet. Der Schreiber Adolf Krüger, welcher zahllose Einbrüche im In- und Auslande vecübt hat, im August v. I. aus der Frohnfeste zu Olmütz entwich und im Oktober durch einen Kriminal-Lchutzmann hier wieder festgenommen wurde, als er den Laden eines Goldarbeiters betrat, hat von dem Gericht außer Verfolgung gefitzt werden müssen, nachdem der Gerichts- arzt ihn für geisteskrank erklärt hatte. Er ist in die städtische Irren Anstalt zu Dalldorf, aus welcher er früher bereits einmal entflohen war, zurückgebracht worden. Die Prämtenloos-Schwindle? haben einen neuen Kniff «r'unden, vor dem da« Publikum gewarnt werden muß, wenn auch gegen einen Theil der Biedermänner bereits eine Unter- suchung schwebt. DaS Verfahren deijelben ist folgendes: Di: Händler erklärten, gegen Abschlagszahlungen verkaufen zu wollen, bestimmten die Käufer indessen, zuvor einen so geschickt abgefaßten Kaufkontralt zu unterschreiben daß dem Hänvlrr dadurch das Recht gegeben wurde, das betreffende Werthpapier so lange im Depot zu behalten, bis die letzte Rate dafür ab- aezablt sein würde, und daß er außerdem bis dahin volle Verfüaung über daffeld« besäße. Zahlreiche Personen gingen auf das Geschäft ein. Als fie jedoch bei der letzten Rate oie Ueberg de deS mit schweren Opfern erstandenen Papiers ver- lanaten. stellte fich heraus, daß daffelbe von den Händlern oerpfändet war und daß diese angeblich nicht in der Lage waren, es rechtzeitig einzulösen. Da der unterschriebene Kauf Kontrakt den Händlern ausdrücklich volle Verfügung zufichert, ist es fraglich, od eine Veruriheilung der Loosschwindler möglich sein r�rlx � � weicht der Mensch der Götter Stärke konnte man gestern sagen. Alle Anstallen zur Beseitigung deS Echr.ee'S eiwtescn sich dem hartnackig herabfallenden Schnee neaenüb« als vergeblich. Nur der mit vier Pferden despannte «chneepfluginderFriedrichstraßeschafftc.Der Asphalt desSraßen- dammeS präsentirte fich ziemlich frei vom Schnee. DerSchutzmann, welcher am Tage zuvor grimmig umhergegangen war und zahlreiche HauSeigenthümer zur Anzeige notirt hatte, weil fie um 7 Uhr den Schnee von der Nacht noch nicht bewältigt hatten, war gestern unsichtbar geworden. Die Straßen waren öde; wer nicht hinaus mußte, blieb daheim. Nur die Schuljugend triumphirte. Als der Unterricht deendet war, führte fie die großaltigsten Schneeballkriege auf. In den Straßen herrscht: eine Art Faschingsstimmung. Ganz Unbekannte sprachen fich an und Scherze flogen herüber und hinüber. Etu Bäckermeister, welcher außer sein.'m Laden noch ein Kaufmannsgeschäft in der Oranienst:aße befitzt, welchem der Kommis L. vorstand, wurde seit längerer Zeit von einem seiner Gesellen bestohlen. Letzterer, der die Backwaare in das Zweig- geschäft abzutrag-n hatte, legte zu den täglichen Ablieferungen ohne Wissen des Meisters für 40 Pf. bis zu einer Mark Back- waare hin>u. welche der Kommis L. verkaufte und den Erlös mtt dem Gesellen theilte. Dies Kompagnie- Geschäft hatten Beide fett dem Monat Juni v.J. betrieben. L. wurde wegm fortgesetzter Hehlerei verhaftet. Gegen die Veranlagung der Klassensteuer in Berlin für das EtatSjahr 1882/83, bez. 1883/84 find in Berlin 25117(7pCt. der Eingeschätzten), bez. 25 185(6,9 pCt) Reklamationen erhoben worden, von denen 20874(5,8 pCt.), bez. 20 343(5 6 vCt.) Berücksichtigung fanden, und zwar: 1. Stufe 5112(3,7 pCt), be,. 5114(3,5 pEt); 2. St. 5826(5,1 pCt.), de,. 5329(5,1 pCt.): 3. St. 2361(3.4 pC'.). bez. 3606 (13,3 pEt); 4. St. 1543(7,5 pEt.), bez. 2193(10,6 pEt.); 5. St. 1013(9,0 pCt.). bez. 1625(13,3 pCt.); 6. St. 1451 (8 9 pCt.). be,. 2612(13,6 pCt.); 7. St. 556(10,2 pCt.). bez. 699(12,9 vCt.); 8. Et. 910(12,3 pCt.). be,. 1213(16,2 pCl.)' 9. St. 449(8,3 pCt), bez. 617(11,3 pCt.); 10. St. 692 (10,7 pCt.), bez. 998(14,1 pEt.; 11. St. 266(9,5 pEt.), bez. 308 (11,1 pCt.); 12. St. 695(Ih.l pCt.), bez. 671(21,9 pCt.). Abgewiesen wurden 503 bez. 6 17 Reklamationen. Die Zahl der berück- stckstigten Steuer Erlaß-Anträge betrug 2387(0,67 pCt), bez. 1163(0,61 pCt.), der abgewiesenen 336, bez. 155. Außerdem find 1882/83 und 1883/84 1392 bez. 1377 Reklamationen, weil zu spät eingebracht, zurückgegeben worden. An Rekursen wur- den b-rückfichtigt 128(0,04 pCl), bez. 226(0,06 pCt.), abgewiesen 508, bez. 627.— Bon den gegen die Veranlagung der SlaatSeinkommenstcuer pro 1882/83, bez. 1833 34 in Berlin eingelaufenen Remonstrationen und Reklamationen waren 2975 11,1 pCt.), be,. 3104(10,4 pCt.) von Erfolg, und zwar: L St. 494(10,0 pCt. der Eingeschätzten), bez. 461 401(3,3 vCt.).; 2. St. 330(9,5 pCt.), bez. 416(10,4 vCt.); 3. St. 286(9,9 vCt.), bez. 375(12,0 vCt.); 4. St. 237(9,9 pCt.). bei. 298(11,4 vCi.); 5 St. 220(10,6 pEt.). bez. 255(10.8 pCt.); 6. St. 318(12,7 pCt.), bez. 274(9,8 pCt.); 7. St. 175 (12,4 pCt.). b-z. 148(9,4 pCt.); 8 St. 152(10,9 pCt.), bez. 153(9,8 pCt.); 9 St. 102(11,3 oCt.), bez. 92 (9,2 pCt.)• 10. St. 139(13,8 pCt.), bez. 121(10,8 pCt.); 11. St. 54(6,9 pCt.). bez. 75(9,1 vCt.); 12. St. 116 (14,6 pCt.). bez. 81(8,7 pCt.); 13. St. 56(14,0 pCt.), bez. (13,3 vCt.): 14. St. 61(13,1 pCt.), be,. 50(9.8pCt.): 15 St. 57(14,0 pCt.), bez. 56(13,4 pCt.); 16. St. 37(12,5 pCt.), bez. 38(12,4 pCt.), 17. St. 28(13,1 pCt.), be, 30(12,2 pCt.); 18. St. 19(10,3 pCt.), bez. 20 ,9 8pCt.); 19. St. 14(9.8pCt.). bez. 9(6 2 pC:.); 20. St. 22(14,1 pCt.). bez. 24(13 5 pCt.); 21 St. 13(18 8 pCt.), bez. 10(9.9 pCt.); 22. St. 12(14,8 vCt.). bez. 8(9,9 pCt.), 23. St. 7(8,5 pW, b-z. 9(11,3 pCt.); 24. Et. 3(4,6 pCt.). bez. 11(20,0 pCt.); 25. St. 5(12,5 vCt.). b-z. 5(9.6 pCt.); 26. St.-, bez. 5(11,6 M.); 27. St. 7 <23.9 pCi). bez. 2(9,0 vCt.); 28. St. 2(15,4 pCt.). bez. 2 (7,4 pßtj; 29. St. 1(47 pCt.), bez. 2(10,5 pCfi); 30. St. 1(4,4 vCi.), bez. 2(8,7«Ei.); 31. Et. 1(14,3 pSt). bez. 3 (18,8 vCt.); 32. Et. 2(22,2 vCt.fi bez. 3(37,5 pCt); 53 Et. 1(12 5 pCt.), bez. 1(10,0 pCt.); 34. Et. 1(50,0 pCt.), bez.-, 35. St.-, bez. 1(100,0 pCt.,; 36. St. 1(20,0), bez.-; 37.®t. bez.-; 40. St.-, de,.-.41. St. 1(100 pEt.)* bez. 46. St. bez. 1(100 pCt.); 60. St bez.-. Gerichts-Zeiwng. Wegen Ueberlassens von Arzneimitteln hatte stch der be« kannte Naturarzt(?) William Becker vor der 94. Abtheilung des hiesigen Schöffengericht«. Vorfitzender Amtsrichter Dr. Fritzschcn zu verantworten. Der Anglklagte pflegt den fich an ihn wendenden Kranken ein detaillrrte Verhaltungsmaßregeln enthaltendes gedrucktes Zirkular und gleickzeilig ein Medikament zu übersenden, welches er aus der Flora Apotheke zu Char- lottenburg(Inhaber Herr Pichnow) dezieht. Bezüglich des zwischen dem Ängeklagien und p. Richnow bestehenden Ge» schästsveihältnisses ist folgendes ermittelt und vom Gericht festgestellt. Der Angeklagte händigt dem Richnow die p. Rezipte direkt ein, dieser fcrligt dre Medikamente an und giebt fie dem Geschäftsführer deS Angeklagten Herrn Friedrichs welcher fie demnächst an die ihm bezeichneten Adreffen versendet. Die Packetchen tragen als Absenderin die Adresse der Flora-Apotkcke. In der gegenwärtigen Anllagesache bandelt eS fich um ein gemischtes Arzneipulver für 1 M. 30 Pf., welches der Angeklagte auf die beschriebene Art an den Tage« löhner Vollmer in Stockheim gesandt hat. Trotz deS Em- wandes des schon wegen der gl-ichen Uebertretung vorbesttaften Angeklagten erachtete ver Gerichtshof für erwiesen, daß er daS Arzneipulver dem Vollmer überlaffen bat, was§ 367 Nr. 3 Etr.>G»B. mit Geldstrafe bis 150 M, oder mit Haft bis zu 6 Wochen bedroht. Mit Rückficht aus die Gemeingefährlichkeit dieses Treibens verurtheilte der Gerichtshof den Angeklagten zu einer Haftstraf« von einer Woche. Uerewe mh Versammlungen. hks. Im Verein zur Wahrung der Interesse« der Berliner Maurer setzte in der gut besuchten Mitglieder« Versammlung am 19. d, M. Regierunzs-Baurneister Keßler sein-n Zyk.us von Vorträgen über die Geschichte der Baukunst fort. Dem ebenso lehn eiche», als leicht faßlichen Vortrage wurde reicher Beifall zu Theil. Hie auf geißelte der Vorfitz/nde Grothmann einen Artikel ver neuesten Nummer der zünftleri- schen„Baugewerks-Zeitung" über angebliche, vor dreißig Jahren in Hamburg üblich gewesene Zunftgepflogenheit in Betreff der Vereinbarung der Lohnsätze und Arbeitsbedingungen zwischen derMeisterschast und einem Theile der Geiellenschaft u. vgl. m. Ein angeblicher Zimm:rmeist;rH. ist es, der in dem genannten Blatte über besagte Einrichtungen jener Zeit und Oertlichkeit die merkwürdigsten Dinge zu berichten weiß und damals in Hamburg als„Fre nd�efclle" gearbeitet haben will. Dabei paifirt e« ihm aber trotzdem, daß ec über nie fraglichen Verhältnisse die ungeh-ueclichsten, der Wirklichkeit nicht im Geringsten entsprechenden, nur von seiner Un- kcnntniß zeugenden Behauptungen ausstellt. Das Inter- effanteste an der ganzen Geschichte j doch ist. daß der biedere Zünftler der„Baugewerks-Zeitung", am Schlüsse des famosen Artikels eine von ihm ersonnene ordre de bataille gegen den voraussichtlichen Streik der Zimmerleute im nächsten Sommer zum Besten giebt. Der zünftlerische Stratege und angebliche Zimmermeister spricht bei dieser Gelegenheit die be« stimmte Ueberzeugung aus, daß die organistrten streikenden Berliner Zimmerleute unfehlbar den Sieg erringen werden, „wenn nicht zu gleicher Zeit die Maurermeister Berlins ih.e Gesellen von der Arbeit ausschließen und gleich darauf tue Maurer- und Zimmermeister aller großen Städte in Nord. deutschland daffelbe thun."„Sollten aber"— meint fetner der Zunftmeister—„die Zimmerleute Berlins dieses Mal fiepen, so ist die Niederlage sämmtlicher Ardeitgeber deS Baugewerbes geschehen." Di« Versammlung nahm den genialen Kriegsplan der„Baugewerks-Zeitung" und threS Strategen mit dem g- bührenden Beifall auf und aab durch den Mund einiger ihie: Redner der Versicherung Ausdruck, daß die Bauhandrverk.r aller.Branchen es verstehen werden, die ihnen gegeben.» ichätzenswerthen Winke nicht unbenutzt zu lassen. Herr Behren» übermittelte der Versammlung die Grüße der Gewerksgenosi- in Pyritz, wo die Herren Meister gleichfalls bestens bemüht sein sollen, den allen Zunftzopf wieder hochzubringen. vezirksvmtn deS werkthätigen Volte« der Echön- hauser Vorstadt. In der letzten Versammlung des Vereins widmete der Vorfitzende dem verstorbenen Hofdaurath Demmler »Irtn kurzen Nachruf, worauf fich die Versammlung zu Ehren dei Verftoibenen von den Plätzen erhob. Räch dem hierauf erflatteten Jahresbericht zählt der Verein z. Z. 168 Mitglieder. Versammlungen wurden im Jahre 1885 25 abgehalten, wovon eine polizeilich aufgelöst und eine vorher verboten wurde. Von den in diesen Versammlungen gehaltenen Vorträgen warm 8 politischen, 6 wiffenschaftlichen. 3 kommunalen, 2 geschicht« lichen und je 1 juristischen und literarischen Inhalts. Hierauf sprach Herr Michelsen in ausführlicher Weise über das Thema:„Die feindlichen Tendenzm der Gesell« sehest". Zum dritten Punkt der Tages. Ordnung machte der Vorsitzende auf die Schwierigkeit ber Auffindung eines paffenden Vereinslokals aufmerksam, da in den meisten Fällen die Wirthe zusagen, aber kurz vor dem Tage, an welchem die Versammlung stattfinden soll, die Zusage zurückziehen. Da- durch erwachsen dem Vereine große Kosten und ist Redner der Meinung, daß es Pflicht eines jeden Mitgliedes sein müsse, in solchen Lokale» nicht mehr zu verkehren. Im weiteren Verlauf der Versammlung wird auf den Mangel der Kanalisation sowie auf die ungenügmde Beleuchtung mehrerer Straßen (Franseckistr.) im Schönhauser-Thorbezirk hingewiesen und der Vorstand ersucht, diese Angelegenheit im Auge zu behalten, um bei nächster Gelegenheit beim Magistrat um Acnderung dieser Zustände zu petitionirm. Die nächste Versammlung findet am Dienstag, dm 26. d. M., Abends SVi Uhr, in demselben Lokale statt. Näheres im Jnseratentheil dieses BlatteS. Zur Organisation der Vergolder. Am Dienstag, den 19. Januar, waren die Mitglieder der beiden gewerkschaftlichen Vereine„Unterstützungsverein der Vergolder" und»Freie Ver« einiguna der Vergolder und Fachgenoffen" in dm Gratweil» schm Bierhallen(ob-rer Saal) unter Vorfitz des Herrn Böhl versammelt, um definitiven Beschluß zu fassen über die Ver- schmelzung der benannten �beiden Vereine zu eine m Lach- verein. Da in der letzten Mitgliederversammlung der„Freien Vereinigung" mehrere Beschlüffe gefaßt wurden, entgegen dm« jenigen in der vorhergegangenm Delegirten- Versammlung beider Vereine gefaßten, so entspann fich eine sehr erregte Debatte, in welcher schließlich verr Böhl dm Vorschlag machte: die Streitpunkte der Freien Vereinigung zu akzeptiren, um ....."""' erzielen, was Herr Reuß (Mitglied der Freien Ve eimgung) ebenfalls der Versammlung warm ans Herz legte, worauf die Versammlung mit allen gegen eine Stimme die Verschmelzung der beiden Vereine be« schloß. Der wöchentliche Beitrag ist vorläufig auf 15 Pf. festgesetzt worden. Alsdann wurde beschloffen, am 21. Februar eine Versammlung einzuberufen, in welcher der neue Vorstand gewählt werden soll. Herr Böhl machte noch bekannt, daß am 6. Februar ein Kränzchen in Keller'S Salon, Andreaistr. 21, stattfindet, und forderte auf, dasselbe recht zahlreich zu be« ��Arnstadt, 21. Januar. Gestem Abend sprach in einer großen Versammlung Dr. Bruno Schoenlank aus München über dm deutschen Reichstag und vre Sozral- reform. Seine Kritik der herrschenden politischen Reaktion, seine entschiedene Verwerfung deS fiskalisch- agranschen Lnter- «tlen dienenden Branntweinmonopols fand aUgemcinm Beifall. Ein nationalliberaler Fabrikant, der mit aller Gewalt zeigen wollte, daß er in politrschen und sozialwirthsckaftlichen Dingen einen durch Sachkenntniß nicht getrübten Blick befitzt, holte sich die gebührmde— Blamage. Der überwachende Bürger- meister unterbrach den Referenten mehrere Male in einer Weise, die an jme Katholikenversammlung auf dem HunSrück erinnert, wo von„Thema" nicht gesprochen werden dmste. Kranken-Unterstützungs-Kasie der E. Methlow'schen »abrikarbeiter(G. H. 43). Sonntag, den 24. d. M., Vormittags 11'/, Uhr, Gmeral« Versammlung in Woblhaupt« vokal. Manteuffelstraße 9. Tagesordnung: Rechenschaftsbericht Lokal, Manteuffelstraße 9. Tagesordnung und Ertheilung der Techarge. Festsetzung der Jnsertionm. Aenderung der§§ 4, 7, 21. Wahl des Vorstandes und Aus« sch�Verein der Taubenfreunde„Süd-Ost" im Restaurant «lemann, Laufitzerstraße 41. Versammlung jeden Sonnabend Ubend 8 Uhr. O.ffentliche Versammlung der Metallschleifer Sonn- tag, den 24. Januar, Vormittags 10 Uhr, in Niefr'S Salon, Kommandantenstr. 71/72. Tagesordnung: 1. Berichterstattung der Statuten berathungS-Kommisfion. 2. Wahl deS Vorstandes deS Fachvereins. 3. Bericht über die Wolter'sche Streik- Angelegenheit. Freiwillige Beiträge werdm im Restaurant Sovtke, Rrtterstr. 123, enigegengenommm. Oeffeurlicke Tischlerversammluug am Sonntag, den 24. Januar, Vormittags 10 Uhr, in Bötzow's Brauerei, Prenzlauer Allee(Eingang Saarbrückcrstraßm Ecke). Tages- ordnung: Die Lohnabzüge in verschiedenen Werkstätten und das geplante Vorgehen der Arbestgeber gegen den Minimal- Tarif, und welche Schritte haben wir zu thun, um dem Ein alt zu gebieten. Pflicht eines jeden Kollegen ist es, in der 'ersammlung zu erscheinen. Fachverein der Tischler. Montag, den 25. Januar, AbenvS 8V, Uhr, Versammlung im Restaurant Kilian, Elisa- bethlirchstr. 6(nicht Elisate hstraße, wie gestern trrthümlich 13. Fe angegeben war). Am 13. Februar findet in| demselben Lokale ein Kränzchen statt. Billcts find in der Ver« sammlung zu haben. Die Mitglieder werden ersucht, die am Sonntag Vormittag in Bötzow's Brauerei, Prenzlauer Allee, stattfindende öffentliche Tischlerrersammlung zahlreich zu be- fuchen.— Die Zahlstellen des Vereins befinden fich: Blumenstraße 56(Tischlerherberge); Belle-Alliancevlatz 6, bei Hilscher; Ekalitzerstr. 18, bei Stramm, und Zionskirchplay 11, bei Hohn. Daselbst werden jeden Eonnabend von 8'/» bis 10 Uhr Äbenvs Beiträge in Empfang genommen und neue Mitglieder aufgenommen. Zentral- Krauken- und Sterbekasse der DreckSler (E. H. 48. Bezirk C.) Montag, den 25. Januar, Abends 8 Uhr, in den Arnimhallen, Kommandantenstr. 20: Viertjährliche Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. ErgänzungSwahl des Vorstandes. 3. Verschiedenes. Kleine Mittheilttngen. Stuttgart, 20. Januar, Gestern, kurz nach*/«5 Uhr Nachmittag?— so meldet das„Neue Tgbl."— vernahmen wir in der Gegend der LegionSkasrrne einen schweren, dumpfen Knall. Jung und Alt drängle in eiligem Lauf nach der _......— � Marienstraße, welche ein Bild schrecklicher Verwüstung bot; die Folgen einer gewaltigen Explofion im Keller des Kolonial- waarenhändleri Hugo Klinger. Vor dessen Hause, Nt. 18 der Marienstraße, wälzten fich zwei Droschkenpferde auf dem Pflaster, Blut drang aus ihren Nüstern; fie waren zu Boden geschleudert und der Kutscher vom Bock Herabgeriffen worden. Männer, Frauen und Kinder erhoben fich zitternd vom Boden und setzten taumelnd ihren Weg fort; auch fie hatte eine gewaltige Kraft zu Boden geworfen oder an die Häuserreihe gedrängt. Erst beim Näberlommen gewahrten wir die Verheerung in ihrer ganzen Schrecklichkeit. Auf Jber Fahrstraße wie dem iürgersteig zerstreut lagen Mobiliar, Ladenartikel und Bretlerstücke in buntem Chaos durcheinander. Dichter Qualm hüllte das Hau? ganz ein. Augcnblich waren Feuer- wehrleute am Platze, welche rasch und entschlossm daS Feuer auf seinen Herd beschränkten- Die Zerstörung war das Werk einer unheilvollen Sekunde gewesen- Ein Knecht Klingner's hatte ein V« Eimer haltendes Kognak-Fäßchcn in den Kellerraum schaffen sollen. In diesem stand am unteren Ende der Trevvenstufen ein brennendes Licht, während oben auf einem Aufsatze des Kellerhalses eine 30 Kilo Benzin enthaltende Korbflasche aufgestellt war. Der Knecht ließ nun daS Kog nalfäßcken die Stufen hinunter rollen, die Benzinflasche wurde im Rollen mitgerissen und der Inhalt ergoß sich auf die Stufen hinab, und zwar mit solcher Schnelligkeit, daß, ehe noch der in voller Kaltblütigkeit und Geistesgegenwart die Stufen hinabeilende Mann das Licht zu löschen vermochte, be« reits die Detonation erfolgte. Da das Gewölbe den Gasen erheblichen Widerstand zu leisten vermochte, so erfolgte der Druck auf den durch ein etwa 1,20 m hohes Souterrain unterhöhlten Raum, in welchem fick die Friseurstuke des Herrn fand. Die ganze Stube wurde nun buchstäblich>n r gehoben und sammt Boden und Zimmerinvenw Straße hinausgeworfen. Gleichzeitig wurde ein 0%, Heu. welches daS Kellerloch verstopfte, wüt in den hinausgeschleudert und die Fensterscheiben bis in Stock hinauf eingedrückt, ja sogar in den gegenüber Läden. Sobald die Friteurstube in welcher fich Katastrophe glücklicher Weise Niemand befand, war, schlugen die Flammen aus dem Keller herau* fährdeten das Leben der im Hinteren Zimmer sich Bewohner. Die Lein-rt'schen Eheleute erlitten säiwen wunden, die beiden Gehilfen aber kamen mit dem davon. Inzwischen stürzte der arme Knecht lichterloh auSj dem Keller heraus und rctt.te fich in dm wo ihn Schlossermeister Kempter durch fortgesetztes mit Waffer zu retten vermochte. Em schauerliches fich beim Eintritt in den Hauseinaang, wo zwei M' hier kurz kurz zuvor noch im Spiele fich vergnügten, nun® schrecklichsten Schmerzen fich am Boden krümmten. Kleinen waren durch die Ervlofion grausam im gestört worden: der gewaltige Luftdiuck hatte sie m«. Kraft gegen die Wand geschleudert, daß fie neben« drüchen auch fürchterliche mechanische Verletzungen� Neben den Kleinen lag eine Dienstmagd, welche klopfen Überrai cht und zu Bodm geschleudert woi Der Fall erregt in der Stadt in allen Kreisen leb! leid; die Thrill ahme mit den vom Unglück Betroff« allgemeine, derr Leinert hat den Verlust seines n Knaben zu beklagen, welcher schon gestern Abend 6 der erlittenen schweren Verletzungen starb. Gleickzem auch Weinwirth Gut'cher sein lOjähriges Söhn che», spielen des ersteren. Die Magd hofft man noch am täglich M viertelst Einzelne ing< erhalten, der Knecht jedoch wird kaum die nächsten I' leben können. Beide befinden fich im Spital. D» der Leinert'schen Eheleute ist den Umständen entspr« Lebensgefahr ist für beide ausgeschlossen. Florenz, 17. Januar.(Mord im Eisendahnwa�xiten zum Dn S find seh Praxi« al ternehmern ist der Mörder nicht entdeckt, welcher in der vorigen- auf der Rückreise von Paris begriffenen Präfeltea Departements in einem Eisendahn-Koupee ermordete,. 9 und auf die Schienen warf, und bereits wird ein 1�" und de licher Fall gemeldet, der stch in der Nacht vom 14 Arbeiter, aus einem von Florenz nach Bologna fahrenden? et» solches eignete, mit dem Unterschiede jedoch, daß diesmal bffeich ihnen de nicht entkam. Auf dem genannten Bahnzuge wuschen Gründe Etation Vergato im Apennin ein leeres Kouv« brj bestimmen, bemerkt, dessen Thür offen stand und dessen Boden fyj Zither WWWW".... um einen neuen Fahrplan JJLj und je w /er fallen di leinmal eine ante da« m z evr dort auf der dem Bahnhofe entgeqengesehtK» in de» P ein Paffagier unter verdächtigen Umstände"/ stiegen sei. Er war angehalten worden, zeigte w, die Fahrt nach Bologna vor und wollte den lassen, was ihm aber wegen seines verdächtigen nicht gestattet wurde. Als nun bald darauf gato Vre telegraphische Nachricht von dem ol Befunde eintraf, schickte man um die Gendarmerie, Verdächtige vorläufig übergeben wurde. Am näÄ fand ein Bahnwächter im Tunnelkanale eine mäi mit drei Schußwunden. Aus verschiedenen P daß es die Leiche eines Kaufmannes Rl . adova auS Anguillara im Venetianifchcn sei. Vergato Verhafteten fanden fich zwei Portemonnl Uhren, wovon die eine den Namen Pietro Padova Revolver, aus welchem drei ilhafte Wirku Müh Pa't Revolver, aus welchem drei Patronen abgeschossen Verhastete wurde nach Bologna gebracht. Er Armondo Dolci aus Fano, war in Pistoja mit P°?lrbeiter müsse, Koup« gestiegen und hatte denselben während �. ermordet.*- 8W-' hlbar sein er erste Ei« g von Bedii ernehmergei dicht zu leugr Sewendet w a»n dies m ie Regierung ausgestattet vor den A, Theater. Sonnabend, den 23. Januar. v>er«ha«s. Der Wildschütz, oder: die Stimme Tcha«sVielvaus. Narziß, Trauerspiel in 5 Akt. von A- E- Brachvogel. Deutsches Theater. Ein Tropfen Grft. «efidenz- Theater. Denise, Schausprel in 4 Akten von A. DumaS(Sohn). »riedrich"-"«ilhelmstädttsche« Theater. Rafaela, Operette in 3 Akten Wolf. von Max «alhalla- Operette«- Theater. Die Glocken von Corneville. kSelle-Alliauce-Theater. Doctor Klau«, Lust- spiel in 5 Atten von L'Arronge. Teutral-Theater. Der Stabs-Tronweter. L»«ise«ftädtischeS Theater. Die CarabinierS deS Königs.(Novität.) «tttorta-Theater. Geschlossm. Ostend- Theater Das Loos der � Armen, Ledensdild in 5 Akten von F. v. Etenglin. »meriea«- Theater. Große Spezialttäten- Vorstellung. Theater der Reichshalle«. Große Speziali- Kau�anÄ Variete. Große Spezialitäten- Vorstellung. m, Konkordia. Große Spezialitäten-Vorstellung. Alhambra-Theater. Wallnettheaterstraße 15. Die beiden Harfenmädchen. ■»r... mx_____"rs� In 4 9ITf�n nrm Große öffentl. Versammlung der wollen, so müßte die durch ih Metallschleifer Berlins am Sonntag, den 24. d. M., Vorm. 10 Uhr, in Mieft'» Salon, Kommandantenstr. 71—72. TageS-Ordnung: 1. Bericht der EtatutenberathungS- Kommission. 2. Wahl deS Borstandes zum Fach- verein. 3. Bericht über den Streik in der Werkstelle von H. Wolther, DreSdenersttaße 38. NB.: Es ist die heiligste Vfiicht eines jeden Metallschleifer«, in dieser Versammlung zu er- scheinen. Eingesammelte Gelder für die streikenden Kollegen werden bei S o d t k e, Ritter- straße 123, entgegengenommen.[514 tie Fachkommisston erliner Metallschteifer. r die Arbei etcn und I auf. "it welch soi eien Konkuri »ehmern bei i F. F. I-eloel, Mühlheim am Rhein. AÄu» Dasselbe ist anerkannt da« beste, billigste«nd begnemste Wasch�ollanschluß mi und hat stch in Hunderten von Haushaltungen ganz unentbehrlich gemacht, d Bürgerschaft Man erzielt damit blendend«eiste Wasche, auch ohne Bleiche,»>>» �rbeite« dem 1 Wichtig für Hausfrauen, Waschanstalten zc-� W Seifenpulver"H ftutriMniikr* nd Swbektffe der Fabrik-, Hand- und anderer gewerblicher Arbeiter b. G. (E. H. Dresden) Filiale Berlin S. und 0. Den Mitgliedem zur Nachricht, daß am Sonntag, den 24. Januar, eine Ver&ammliiii£ stattfindet, und zwar Pttnzenstr. 106 bei Gerth. Vormittags 10'/, Uhr. Die alten Statuten werden umgetauscht. Ouittungsbuch legilimirt. 512 Der Vorstand. Zeit und Geld bei--------„ Das viele Reiben der Wäsche wirv vermieden und bleibt dieselbe viel in gutem Znstande, als bei allen anderen Waschmethoden. Dl« Ali wenelnug: ist ganz einfach: Man löst'/« Pfund Seifenpulver in etwas kochendem Waffer durch Herumrühren vollständig auf und vermischt diese Lösung mit 25—30 Liter bis 3 Eimer) lauwarmem Wasser. Zierin weicht man die Wäsche ein und läßt ste über Nacht darin we der zu Bürgerschch m folgenden Tage wirv die Wäsche in warmem Wasser ausgewas Man wird dabei finden, daß fich der Schmutz von selbst vollständ' ü«« -hlung aus 1 unv ver utajietn Wiewen sogleich verfchwtnver. Beim Kochen der Wäi. dem Kessel eine Hand voll Puloer zu. p« ntttotog Dieses Seifenpulver eignet fich auch vortrefflich zum RnnmacheN, böden, Thören und Fenster«, sowie zum Reinigen von Geschirre«. z'dennoch schädl# »ei gewls Emil gemälde mit Gesang in 4 Akten von Gallert. Mufft von Ludw. Bußler. Vor der Vorstellung: Er. Konzert der Hauskapelle. «Ä* 7 Anfang de« KonzettS Sonntag» 6 Uhr, 3onB babtn- Theaterdureau(12 ; oev äStiÄtsÄ!" 'M Treppe. 9 U. Morg. >ii 10 U. Ad. Katfer-Pavorama. Eine interessante Wanderung durch Belgien. Eine bequeme Reift am schönen Rhein. Herth a- Reise. Karo linen- Inseln. Vap. Sine Reise 20 Pf.. Kinder nur 10 Pf. Abonnements« und VereinSdilltt«._ Pivno(hochschwarz) 25 Thlr. Oranienstr.411. l. Zentral-Kranken- u. Sterbekasse der Tischler und anderer gewerblicher Arbeiter (O ertliche Verwaltung Berlin E.). Montag, den 25. Januar, Abends 8 Uhr, Mitglieder-Vers ammlung im Medding-Park Müller strastr Mr. 178. TageS-Ordnung: 1. Abrechnung. 2. Wahl eines Kasfirers, eines Revisors und eines BeittagsammlerS. 3. Verfchftoene».[505 Fachmeiu dn Tischler. Montag, den 25. Januar, Abends 8'/, Uhr, Berfammlupg Elisabethkirch-Straße Nr. 6 bei Herrn Kilian. Tages-Ördnung: 1. WaS bezweckt der Fachveretn und wie ist derselbe am besten zu fördern. 2. Verschftdenel und Fragekasten.— Gäste willkommen.[si« Laut Analyse enthält dieses Seifenpuloer keinc der Wäsche schäW'� etne stanzen, sondern konservirt dieselbe..J1!, erregter so Jeder selbst angestellte Versuch wird ergeben, daß Leisel'» Kelfeitt�allabendlich p behaupteten Eigenschaften wirklich befitzt.-.-.Füssen, auch i Dasselbe ist zu haben in Packeten von zirka Pfund Inhalt zum �:m Weh, ich 20 Pfennig pro Stück.«bliebt ausstber V-naufsstellen haben dft Herren Keim«»«, Bukowerstraße 10, JA***[flii;* tcß 1 ' Ungo Jacobsohn A CO'&X'll Generals inr«. Berlin 8., giestttn• 3tn|( Aufforderung! Alle Diejenigen, welche in der Versammlung des Arbeiter-Berzirlsverein„Unverzagt" am 29. September 1885 in Arndl's Saal, Neue Frftdtichstnße 44. anwesend waren, und Genaueres über die Verhaftung deS Unterzeich- neten aussagen können, mögen ihre Adresse an Kotiert Schnitze, Veteranenstraße 6, Hof I., abgeben. Sonntag Vormittag 10'/, Uhr, V ersammlmiff sämmtlicher Branchen deS Buchbinder- Gewerbes im Lokale„Kansfonei", Kottbuserstt. 4a. Tagesordnung fiehe Anschlagsäulen.[506 Die Mitgl. der freireligiösen � werden gut thun, da die W"*, nicht vollendet wurde, sondern 25. Januar, Abends 8 fottgesetzt wird, alle zu thekar muß Herr Wieden�ss� Ärdeitsa»�, Ansorücken unter P. s- 1 enn eS Si, Zusammen! fie engagirt %% e problematis für dieselbe( Das werden i hne Zweifel 5 ab?" a»z entschie! Martha," sag sei nicht sc Dein heutil versuchte s gewandte, »er ger '�s ist gut, td Ansprüchen unter dieses Blattes. Sine« MSbetpolirer Scharnhorftstl. 17, Hl Aber ich r Z- vorläufig fi W»ach � innsche Blick. Verantwortticher Redakteur«. Cronhetm in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin SW., Beuchstraße 2.