«u8" -.i dus Nr. 21. Dienstag, de« 26. Iatmar 1886. III. Jahrg. cll cbn# �u�rttian»' ms um ii it nicht W unsere» nicht Hü triinnHoMlall Krgsn für die Intcrcffen der Arbeiter. 4 Das„Berliner Volksblatt" Erscheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. WonnementspreiS für Berlin frei br s Haus vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement Mark. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustrirter Beilage 10 Pfg. eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1886 unter Nr. 769.) beträgt für die 4 gespaltete usertionsgebühr Betitzeile oder deren Raum 40 Pfg. Arbeitsmarkt 10 Pfennige. ........ Inserate werden bis 4 Uhr von allen Annoncen» angenommen. Kf imKIion: Krxthstraß« 2.—«rprditio»: Zimmerstraße 44. Die Kllsiihkcheit des Ermnlis. Unsere Zustände find so zerfahren und verworren, daß nur sehr wenige Menschen sage« können, er» Erwftb, der f ihnen heute sicher ist, werde es bestimmt morgen auch»och sein. Ueber Nacht kann sich Alle« ändern. Ein Kaufmann kann heute mit einem Handelsartikel die glänzendste» De- schäfte machen, morgen kommt ihm ein Konkurrent mit einem neuen Artikel zuvor und er setzt von seinen Waare« nichts mehr ab, da das launische Publikum dem Neuen nach- läuft; heute kann noch ein Handwerker durch seine besondere Kunstfertigkeit mit seinen Arbeiten den Markt beherrsche», morgen kommt eine Maschine, die Alles besser, schöner, schneller und billiger liefert, als der Handwerker und der letztere muß in diesem Wettbewerb schmählich unterliegt». So könnte man noch tausend und aber tausend Beispiele anführe», wie fie sich täglich vor unsere« Augen vorfinden. Da» ist der„freie Wettbewerb der Kräfte", da« Ideal des Manchesterthums, das zu so unheilvollen Konsequenzen und so schwere» ökonomische» Krise« führt. Aber diese Unsicherheit der Existenz trifft nicht nur de» kleinen Mann; sie reicht weiter, sehr weit hinauf. In den armen und arbeitenden Klaffen verspürt man sie allerdings am empfindlichste». Der Arbeiter, der heute beschäftigungs- los wird, hat keine Mittel, um in der Zwischenzeit für sich «nd seine Familie zu sorgen; findet er nicht bald wieder Beschäftigung, so harrt seiner ein sehr schlimmes Schicksal. Die Angehörige» der besitzende» Klaffen, die der Unsicher- heit des Erwerb» zum Opfer fallen, haben sich meisten» etwa» vorgesehen; sie sind für so laoge gewöhnlich nothdürftig mit Mittel« versehe», bis sich ein neuer ErwerbSzweig für sie aufthut. Diese allgemeine Unsicherheit wirkt auch auf diejenige» zurück, die in de» Zeiten der Prosperität die behag- lichste Existenz führten, auf die Rentiers. Dre Rente war früh r die sicherste Grundlage der bürgerliche» Existenz; aber was ist heute daraus geworde«? Wer sich früher da» nöthize Kapital zusammenspekulrrt, oder sonstwie erworben hatte, der legte e» sicher an, war «» nun in Staatspapiere« oder sonstwie. Wer 150 000 bis 200 000 Mark hatte, konnte daraus eine reichliche Rente ziehe». Heute aber sehen wir überall de« Zinsfuß sinken; staatliche und private Kreditanstalten beeile» sich, die von ihnen zu zahlenden Renten zu konvertiren und mit dem Zinsfuß herabzugehen. Diese Erscheinung ist sehr erklärlich. Das Kapital ist zaghaft geworden, e« wagt sich bei der allgemeinen Unsicherheit de» Erwerbes in viele Unterneh- mungen und Spekulationen nicht mehr, die ihm früher eine sichere Prosperität und eine» reichliche» Ertrag boten und so ist denn da ein maffenhafteS Angebot von Kapitalien JeuilleLon. Dunkle Gestalten. Erzählung aus dem sozialen Leben der Gegenwart DW&nw: wrtdtcn,] von „0. Karl Zielte. I14 Zhre Tochter war fast ihr Ebenbild. Was bei der Mutter Weltklugheit und Erfahrenheit war, da» war bei ihr, so schien es wenigsten», vertrauensvoll« U»schuld. Sie war tief erröthet, al« der Kommerzienrath«»trat, sie hatte et«« schnelle» Blick nach der Thür geworfen, und als sie bemerkte, daß der Kommerzienrath allein gekommen war, hatte die aufsteigend« Roche einer tiefe« Bläffe Platz gemacht. Alle drei verfolgte» jetzt da» Spiel. Frau Wilson mit jener eleganten Ruhe, die sie nie verließ, der Kommerzien- rath unruhig und zerstreut, Regina i» einer nervösen Auf- regung, die bei einem so jungen Mädchen befremdlich erscheine» mußte. Nach dem Aktschluß fand eine Pause statt. Der Kom- Mttzienrath begleitete die Damen hinaus, sie bewegte» sich leise plaudernd unter dem promenirende» Publikum. Jtontttlttlitnvrt+ft ♦terttsoUS « so seh «»hafte «»barer Zerstreutheit beantwortet würde». Selbst Frau älson fiel da» sonderbme Benehme» ihrer Tochter auf, mit einiger Verwunderung richtete sie die Frage an sie: „Du fühlst Dich nicht wohl, Regina?" ,O doch, Mama," eutgegnete da» junge Mädchen,„aber ich glaube, e« ist hier ziemlich warm!"' Sie sah ihre Mutter ängstlich, fast erschreckt an, Frau Wilson schien den Grund de« veränderten Benehmens threr Tochter zu verstehe«, fie lächelte fei» und sagte dann: .Wenn es Dir zu warm ist, könne« wir ja vor Been« dtgung der Vorstellung nach Hause fahren!" »Ach nein, bleiben wir lieber hier." Der Kommerzienrath hatte während des kurze« Zwie» vorhanden, w» ei»e staatliche Garantie für die Zahlung der Zinsen stattfi»det. We»» ein Staat Geld braucht, so ermöglicht e« ihm da» massenhafte A»gebot, solche» zu sehr niedrigen Zinse» zu bekomme». Die«eueste«gpptische Anleihe, die sich u»ttr europäischer Kontrole und u»ter der Leitung des Herr» von Rothschild befindet, zahlt z. B. nicht mehr als 3 Prozent Zinse». So billig könne» die Egypter schon das Geld haben, deren Finnnze« doch keineswegs sonderlich ver- trauenerweckend aussehe». Und e» ist vor auszusehen, daß der Zinsfuß noch mehr sinke» wird. Ja» die behagliche Zeit, wo da« Kapital eine solch' große Hecktrast hatte, daß es seinem Besitzer, i» Staatspapiere« angelegt 5 oder 6 Prozent gewährte, ohne daß der glückliche Rentier eine ander« Arbeit, als da« Abschneide» der Koupon« zu verrichte» hatte, ist vorüber. Einfältige Leute, die nichts von ökonomischen Dinge» verstanden, pflegte» früher mit abergläubischer Miene zu sage«: Wen» der Zinsfuß sinkt, da«» giebt'S Krieg!— Sie können sich heute damit tröste», daß der Krieg da ist und immer da war, nämlich der große wirthfchaftliche Krieg, der die auze Gesellschaft verwüstet, und der auch den Zinsfuß jinabdrückt. Wir habe» natürlich keine» Grund, über den Abbruch zu klage«, de» der arbeitslose Erwerb erleidet. Wir halten rm Gegentheil diese Art de».Erwerbs" für eine» der größten Krebsschäden der moderne« Gesellschaft. Aber wir wolle« nur darauf hinweise», wie es sich in der moderne» Gesellschaft rächt, daß man de« Preis der Arbeit, der doch allein da» todt« Kapital zu beftuchte« im Stande ist, mehr u»d mehr hinabdrückt. Durch die Unterschätzuug und schlechte Bezahlung der Arbeit entsteht die U«ficherheit de« Erwerbs u»d durch die Unsicherheit de» Erwerbs wird der Zinsfuß hinabgedrückt. Ob das wohl die Herr«» begreifen, die jahrelang nichts Andere« getha« al« Koupon« abaefchnitte« und sich dabei die Anfchauuug gebildet habe», der Rentier fei ei» vo» der Natur bevorzugte» Wese», während Andere de« Lebens Last und Mühsal zu tragen hätte»? So ist heutzutage die Rente fast ebenso unsicher geworde», wie die Ep ek ulati o«. E« giebt noch eine Menge vo» Kapitalanlage«, die sicher u»d gewinnbringend sind, aber auch sie sind demselben Schicksal verfalle« wie Staatspapiere u. dgl, denn da« massenhaft sich anbietende Kapital muß«ach und«ach überall de» Zinsfuß hinab- drücken. Wo man i» de« herrschenden Kreisen die Schuld a» diese» Zustä»de» suchen wird? Bei der Goldwährung, beim Schutzzoll, beim Freihandel oder am Mangel an Zünfte» und Innungen? Nun, unseretwegea mögen sie im Nebel umhertappe» so viel fie wolle», für u»« ist die Gewißheit da, daß der gespräch« mehrere Male ungeduldig die Achsel» gezuckt, seinem energische» Wese« waren die Empfindsamkeiten de» zarte« Geschlecht« äußerst zuwider, er ertrug nur die Laune» der Frau Wilson, die ihm unter alle» Umstände« anbeten«- werth erschien, ihrer Tochter gegenüber nahm er sich jedoch nicht einmal die Mühe, sei« Mißfalle« zu verbergen. .Junge Dame» si»d immer unberechenbar," sagte er mit ironischem Lächeln,.sie leide» öfter an Zufälle», die sich kein Mensch erklären kann. Ich bin überzeugt, mein Fräulein, daß, wen» ich Sie nach dem Grunde Ihrer Miß- stimmung ftage« würde, Sie kaum im Stand« wären, mir denselben anzugebe» I" „Sie beliebe« zu scherzen," entgegnete da» junge Mäd- che« etwa« unmuthig,„ich glaube mir stet» im Klare« dar- über zu sei«,«a» mich bewegt." „Würde e» unbescheiden sei«, wenn ich mich nach dieser Erklärung also»ach dem Grunde Ihrer JndiSpofitio» er- kundigte? Mir scheint dieselbe mehr geistiger oder seelischer Natur wie körperlicher zu sein," fügte er wieder lächelnd hinzu. Da« junge Mädchen warf ihrer Muttrr einen Hilfe- suchenden Blick zu, der auch sofort verstanden wurde. „Aber, Hm Kommerzienrath," nahm Frau Wilson jetzt da« Wort,„Sie stelle» ja ein förmliches Examen mit meiner Tochter an. Sie wisse», daß es für Dame», namentlich für junge, unendlich viel Dinge giebt, vo» dene» man am allerwenigsten in. Herre»g«sillschast spricht. Es ist doch leicht möglich, daß meine Tochter Ihnen etwa» zu verschweige« gezwungen ist, wa» sie mir vielleicht ohne Weitere« eingestehe» würde. Frau Wilson hatte in jener halb ironische» balb Humor« vollen Weise gesprochen, die ihr so gut stand, unv da« Auge de« Kommerzienrathes ruhte auch mrt»»geheuchelter Bewun- derung auf ihrem mteressante» Geficht. „Verzeihung, g»ädige Frau", e»tgeg»ete er, sich galant verbeugend,„ich muß mich ganz entschieden entschuldigen, ich wußte i» der That nicht, daß ich hier auf einer Jndis- kretion ertappt werden konnte. Rechnen Sie meine Unschick- lichkeit der vollständigen Ur er fahren heit zu Gute, deren ich arbeitslos« Erwerb eine Einrichtung ist, die an sich selbst zu Grunde gehe» wird._ PolMfche Ueberstcht. Der Bund«rath hat sich am Lonnabenv mit dem Reichs« tagsdeschluß über die Ausweisungen beschäftigt; der offizielle Bericht darüber lautet: In der am Sonnabend abgehaltenen Plenarfitzung dcS BundesrathS legte der Vorfiyende, StaatSminister v. Boetticher, ein Schreiben des Präsidenten de» Reichstags vor, nach welchem der letzterr in der Eiyung vom 16. d. Mt8. bei Berathuvg der von dem Abgeordneten Liebknecht und Genoffen, Dr. v. JazdzewSki und Genoffen, sowie AuSfeld und Genossen, eingebrachten Anträge, betreffend die von der preußischen Re- aierung veranlaßten Ausweisungen fremder Staatsangehöriger, deschloffen hat;„Die Ueberzeugung auszusprechen, daß die von der königlich preußischen Regrerung verfügten Ausweisunzen rusfischer und österreichischer Unterihanen nach ihrem Umfange und nach ihrer Art nicht gerechtfertigt erscheinen unv mit dem Interesse ver Reichsangehörigen nicht vereinbar find." Der Vorfitzende knüpfte an diese Mittheilung folgende Erklärung: „Die königlich preußische Regierung hält die m der Rcsolulioir vom 13. d. M. ausgesprochene Anficht der Mehrheit des Reichs» � A 4 r—--» rt.— y i-f.-.» u. t y,.— 1 1 L_. c w. r~ der deutschen Nationalität zweckmäßig und nothwendig waren." Es wurde einstimmig deschloffen;„Der Bundekraty lehnt «sab, die vom Reichstag am 16. Januar 1886 beschlossine Resolutton in Berathung zu ziehen, da die Kompe- tenz der preußischen Regierung zu den in der Resolution erwähnten Auswetsungsmaßregeln eine zweifellose und aus» schließlich« ist." Die Kommunalverwaltunge« in Deutschland akzeptiren jetzt vielfach das vom Reiche inaug«ritte indirekte Steuersystem. Sn zahlreichen Städten geht man mit der Besteuerung von �tränken vor; so plant auch Leipzig eine neue Kommunal- abgabt auf Bier, Wein und Branntwein. Die Einwobner» schast ist davon garnicht erbaut und es wirv gegen diesen Steuerplan wohl noch energisch agitirt werden. Doch man desürchtet, daß trotzdem die neuen Steuern angenommen werden, da mm von der naiionallrberalen Stadtverordnete versamm« lung leinen ernstlichen Widerstand erwartet. So wird nicht allem vom Reiche, sondern auch von den Kommunen das Volk in ungerechter und ungleicher Weise immer mehr bclastet. Die Wahlausstchte« der Sozialdemokraten für die am 3. März stattfindende Nachwahl im 19. sächsischen Wahlkreise gestalten sich günstig. Biö jetzt hatten fich dort die verschiedenen sogenannten„Ordnungsparteien" immer auf einen Kandidaten getnigt und in oen letzten Jahren ver- einigt die Sozialdemokraten, wenn auch nur mit geringer Ma- jorität, defiegt. Diesmal scheint aber eine Spaltung unter den „Ordnungsparteien" einzutreten. Von einer Seite ist der Veutschlmfinnige Herr Uylmann, von anderer Seite der natio- nalliberale Herr Niethammer aufgestellt worden. Das national- mich i» B zug auf den Umgang mit junge» Dame» ui be« dingt schuldig bekenne« muß." Wieder verbeugte er sich. Frau Wilson sah ihn lachend an und berührte ihn leicht mit ihrem Fächer. „Herr Kommerzienrath", sagte sie,„was Sie da von Ihrer U»«rfahre»heit sagen, ist nicht»eu; da« sagen die Männer stets, wenn Sie sich aus der Schlinge ziehen und sich obenein noch mit dem Nimbus reiner Unschuld umgebe» wollen. Mir imponirt da« zwar nicht, indessen— es fei Ihnen verziehen!" Sie machte eine herablassende Bewegung mit dem Fächer und neigte ihr s J ö»(* Haupt. Der Komme, zienra.q lachte ebenfalls, er war glücklich. Vergesse» war die unwüid'ge Szene vo» heute Morge«, wo er gegen seinen blasirten Sohn eine vollständige Niederlage erliiti» hatte, vergessen wäre» Kummer uud Sorge, er war ,n ihrer Nähe, in der Näh« der Frau, die fein Herz anbetete, er durfte sie betrachte», er schwelgte in dem silbcr« helle» To« ihrer Rede, er athmete de» ferne« Parfüm ei», der wie eine leise verschwimmende Ahnung von ihr aus- strömte, dieser Dust berauschte ih«, schon die Nähe dieser Frau machte den genußsüchtige», rücksichtslose«, hartherzige« Man» zum harmlose» Schwärmer, ohne diese Frau erschien ihm das Leben werthlos, sei« ganzes Thun und Lassen dürftig und ohne Inhalt. Die Zwischenpause war zu Ende, das Publikum strömle wieder in den Saal, um der Vorstellung bi» zu Ende bei- zuwohnen. Der Kommerzienrath hatte der Frau Wilson de» Arm gemcht, sie hatte ihre Hand leise in denselben ge» legt. Die Tochter schritt dem Paare voraus. „Ich finde es unverantwortlich vo» Ihrem Sohne," flüsterte Frau Wiifo» dem Kommerzienrath zu,„daß er meimr Tochter nicht einmal eine» Gruß sage» läßt, wen» er es selbst nicht der Mühe für werth hält, hier zu erscheinen. Sie sehe», wie das arme Kind leidet." Der Kommerzienrath antwortete nicht, er runzelte die Stirn, Frau Wilson fühlte, wie fein Arm unwillkürlich zuckie. „Auch Sie vetschweigkn mir etwas," sagte fie vorwmss» in den deutschen Reichstag gewählt werde. Darob ist nun das Dresdener FortschriitSbla» ganz aus dem Häuschen und nennt das Verhallen des„Leipziger Tageblatts" unqualtfizirbar und — nationaUrberal. Das letztere Blatt bleibt aber bei seiner Anficht und deruft fich auf daS Verhalten der deutschfreifinni- gen Partei in der Polenfrage im deutschen Reichstage, welcht die tiefe Kluft zwischen derselben und der nationallideralen Partei noch vergrößert habe.— Co kann der Wahlkampf ein recht heiterer werven; doch ausgeschlossen ist noch nicht, daß kurz vor der Wahl die Natronalliberalen und Deutsch» freifinnigen nach dem bekannten Cprichwort fich wieder ver- tragen. Wie soll der Staatsanwalt seine Kunktioneu ans- sasseu? Beim Bearädmfie des sächsischen Generalftaatsanrralts a. D. Dr. von Schwarze hielt dessen Nachfolger, der Generalstaatsanwalt Held eine Rede, der wir solaende Stelle entnehmen:„Sicherlich wird Diancher, der den Verhältniffen ferner steht, fich die Frage aufgeworfen haben, wie ein Mann von solcher Herzensbildung, ja ich darf wohl sagen, von solcher Herzmsweichheit in dem Berufe der Staatsanwauschaft hat Be» friedigung finden können. Wir wissen eS. Nicht deshalb allein, weil er, gleich ausgezeichnet in der Abstraktion wie in der Beurtheilung konkreter Thatgestaltungen, die durchdringenden__ W im Amte reiche Gelegenheit fand, aus der Praxis immer neue Nabrung für die Wissenschaft zu ziehen und hinwieder mit der Wissenschaft die Praxi» zu befruchten, sondern vornehmlich darum chefriedigte ihn sein Beruf in so hohem Maße, weil er Herz zu demselben mitbrachte. Wohl erscheint der Staat»« anwalt. wenn er in die Leffentlichkeit tritt, in der Regel als der Verfolger. Aber blickt nur hinein in seine Werkstatt, und ihr weidet erkennen, daß es nicht der geringere und nicht der unwichtigere Theil seiner Thätigkeit ist, ungerechte Be« schuldtgungen abzuwehren, die schützende Hand über dem Unschuldigen zu hatten, den böswilligen Frevler, welcher unier daS Gesetz gezwungen werden muß, zu unter» scheiden von dem Unglücklichen, der Verirrung die Rettung, dem Elende die Linderung zu bereiten. Gerade von dieser Serte her erfaßte der Verewigte seinen Beruf mit derjenigen Liebe, welche seiner Humaniräl und seinem klaren Verständnisse der wahren staatlichen Interessen entsprang."— Diese Auf» fassung von der Stellung der Staatsanwälte ist gewiß die richtige, jedoch wird dies lbe nur von wenigen Staatsanwälten anerkannt. Die meisten glauben, daß jede Vermtheilung, die sie erzielen, eine Etappe auf dem Wege zu ihrem weiteren Fort« kommen sei, wie eine Freisprechung ein Hinderniß. Die Staati» anwälte find eben nicht unabhängig wie die Richter und eS bildet fich schon deshalb ein gewisses Strebetthum aus. Besonders zu erkennen ist das bei polttischen Prozessen. Die Auf« fassung des verstorbenen Dr. von Schwarze von der Stellung der StaatSanwätte wird deshalb wohl wenig Beachtung finden. Der Antrag betreff» der Mahregel«»um Schutz de» Deutschthum» in den Ostprovtnzen, welcher im Ad« geordnetenhause eingebracht worden, hat 246 Unter« schristen auS der nationalliberalen, freikonservativen und kon« servattven Fraktion, die alphabetisch geordnet find. Tie erste Unterschrift ist danach die de» Abg. Dr. Achenbach, dessen Namen der Antrag daher in den Verhandlungen wohl führen wird. Von den Konservativen fehlen eine Anzahl Vertreter der äußersten Rechten, wie v. Hammerstein, Kropatscheck, Stöcker, Reck rc.— ohne Zweifel auS Rückficht auf da» Zentrum. Da» vranutweinmonopol hat nun an einer Stelle eine Niederlage erlitten, wo man eine Befürwortung seiner Ein« führung mit Sicherheit erwartete. Am Sonnabend tagte hier in Berlin eine Generalversammlung der Spiritusindustriellen Deutschland», in welcher trotz fünfstündiger Diskusston kein dem Monopol zustimmender Beschluß zu Stande kam. Dai Ergebntß der Versammlung ist der Beschluß, die Entscheidung bis zur ordentlichen Generalversammlung zu vertagen und inzwischen eine Kommisfion die Frage weiter studiren zu lassen — d. h. die Aktion, auf welche für das Monopol die meisten Hoffnungen gesetzt wurden, ist fehlgeschlagen.— Daß da» Monopol unter solchen Umständen nicht die geringste Aussicht auf Annahme haben kann, dürfte nunmehr auch wohl den Osfiziösen klar geworden sein. Von anderer Seite verlautet noch, daß die bayerische Regierung nicht gewillt sei. ihr Reservat- recht aufzugeben. Sie werde sich im BundeSrath der Ab« stimmung enthalten, und fich erst, wenn das Monopol in den übrigen Bundesstaaten eingeführt sei, endgiltig entscheiden. Die Hauptverwaltung der Staatsschulden bat, wie die offiziöse Presse derichtet, Veranlassung genommen, in einem Schreiben zu erklären, daß der Hauptverwaltung von der Ab- ficht dcr Konvertirung der 4 pEt. Konsol» in 3'/, pEt. nicht entfernt etwas bekannt geworden, und daß die Staat«- regicrung im Landtag seiner Zeit erklärt habe, daß die 4 pEt. Anleihe als der Hauptstock der Staatsschuld vorauSfichtlich längere Zeit ungekündigt bleiben werde. voll,„eS ist wahrlich»icht angenehm, fortdauernd in Uvge« wißheit zu leben." „Ich bitte Sie, gnädige Frau," sagte er,„ersparen Sie mir wenigsten» Vorwürfe, auch ich fühl« mich ziemlich un« behaglich." Sie sah ihn erstaunt an. „Wie können Sie sich unbehaglich fühle«?" fragte sie erstaunt,„ich verstehe Sie nicht." „Gestatten Sie mir, gnädige Frau," sagte er fast btt- tend,„Sie darauf aufmerksam zu machen, daß hier wohl kaum Zeit und Gelegenheit ist, über derartige wichtige, mich ungemein interesfirende Gegenstände zu spieche». Ich glaube auch nicht, daß die Anwesenheit Jh. ü Fräulein Tochter derartigen Auseinandersetzungen besonder» günstig ist." „Vielleicht haben Sie Recht," entgegnete Frau Wilson lakonisch. Sie waren bei ihrer Loge angelangt, der Kommerziearath öffnete die Thür. Die drei Personen saßen zerstreut und unaufmersam in ihre» Sammetfauteuil», für sie schien die Vorstellung jeden Reiz verloren zu habe«. Al» der Vorbang endlich zum letzten Male fiel, ath- meten namentlich die beiden Damen erleichtert auf. Der Kommerzienrath bot ihnen galant seine« Wagen an, Frau Wilson lehnte denselben höflich aber entschieden ab. Der Kommerziearath kannte die zwar nicht verletzende aber auch keinen weiteren Widerspruch zulassende Manier der Frau Wilson, eine angebotene Gefälligkett zurückzuweisen;»u jeder anderen Zeit hätte er ihr Benehmen erklärlich gefunden, er hätte es vielleicht sogar entschuldigt, heute berührte e» ihn peinlich, e» verwundete ihn tief im Herzen, er war jede«. mal glücklich, wenn er dieser Frau auch einen noch so un« bedeutenden Dienst leisten konnte, er fand esZhart, fich gerade heute zurückgesetzt zu sehen. Trotzdem ließ er seine Gemüthsstimmung nicht erkennen, er gelittete die Dame» zu einer Droschke und lange»och sah er dem schwankenden Wagen»ach. Dann warf er fich in den seinig««. Er fühlte fich tief unglücklich, tief verstimmt, und immer drohender wurde die Falte auf seiner Stirn. Er dachte an seinen Sohn, daß er e» nur sei, der seinem Oberschlefie«. In Kattowltz ist am 8. d. M. mit der ZwangS Abschiebung der mit AusweisungS-Ordre versebtnen Ausländer begonnen worden. Der erste war ein Werkarbeitcr, der, auS Galizien gebüttig, seit Jahren in Kattowitz in Arbeit gestanden. Mann, Frau und Ktiüxr wurden sammt dem dürf- ligen HauSgeräth auf einen Schlitten gepackt und dann unter Affisten, eines städtischen Pollzei-Sergeanten nach Myslowitz geschafft, wo fie dem dortigen AuswcisungS- KommiffariuS, Herrn Bürgermeister Sklarzyk übergeben werden sollen, der fie über die Grenze dringen wird. In den valkauläudern kriselt es flott weiter. Während Serbien und Bulgarien fich anscheinend den Forderungen der Mächte fügen wollen, erklätt die griechische Regierung rund heraus, daß fie nicht abrüsten wird. Wie verlautet, hat der englische Gesandte in Athen vorgestern dem griechischen Minister- Präsidenten Delyanni» ein Telegramm des Marquis von Sali»« dury überreicht, in welchem erklärt wird, daß, falls Griechen- land die Türkei ohne Rechtsgrund angreifen sollte, England im Einverständniß mit den anderen Mächten daS Vorgeben Griechenlands zur See verhindern werde. Die im Piräu» be- findlichen griechischen Kriegsschiffe find bereits mit verfiegelten OrdreS in See gegangen, ihr Bestimmungsort ist nicht b-kannt. — In Athen fand vor dem königlichen Palai» eine Kund- gebung statt. Die Wortführer der Menge überreichten dem Mtnisterpräfidenten Delyanni» einen Protest gegen das Vor« gehen Englands, in welchem diese» al» ein Angriff auf die nationale Selbstständigkeit Griechenlands bezeichnet und erklärt wird, Griechenland«erde jedes Opfer für die Vertheidigung der Rechte de» HelleniSmu» bringen. Delyanni« erwiderte, die Regierung werde da» nationale Programm den in der Kammer abgegebenen Erklärungen gemäß zur Ausführung bringen.— Da» heißt mit anderm Worten: Die griechische Regierung hält dm Zeitpunkt für geeignet, der Türkei den Be- fitzstand etwa» zu Gunsten Griechenland» zu kürzen. Es ist demnach noch gar nicht abzusehen, wa» fich in der nächsten Zett in ßdm Balkaastaaten entwickeln wird. — Nach einer Depesche au» WllhelmShafen soll daS Panzer- schiff„Prinz Friedrich Carl" schleunigst ausgerüstet werden, um in den nächstm Tagen nach dem Piräu» abzugehen. OesterreichU u a a r n. Die Arbeitslosen zogen am 22. d. M. wieder zum Rathhause, um dort Arbeit zu verlangen. ES mochten sich ungefähr 800 Personen angesammelt haben, welche von der SicherheitS« wache fottgettieden wurden. Dieselben zogen dann in einzelnen Abtheilungen vor die Polizeidireltion, wo fie von der Polizei zerstreut wurden. Mehrere Theilnehmer wurden verhaftet. T p a n i e«. Wie behauptet wird, befitzt die Regierung beständig gmaueste Kmntniß von den Plänen Zorilla'S, die auf den Versuch einer Jnsurgirung der festen Plätze hinausgehen sollen. Man verfichert indeß in offiziösen Kreisen, daß diese Pläne vertagt seien. Die Verhaftung des Direktors des Zorillistischen „Progreso" ist auf Grund eineS von diesem Journal verössent« lichten Attikels erfolgt, in welchem gegen die bestehenden flaat- lichen Einrichtungen opponirt wurde. DaS Gericht verweigerte die Haftentlassung gegen eine angebotene bedeutende Kaution. — Die Karlisten sollen fich, wie der spanischen Regierung nach einer Mittheilung deS„Resumen" ficher bekannt geworden, augenblicklich wieder einmal im Lesttze von Geld befinden und Einkäufe von Waffen und Uniformen in England und Deutsch« land(!) machen. Allzuviel Geld wird eS wohl nicht sein, worüber man verfügt, und mit dem Waffcnkaus in Deutsch- land dürfte ei fich auch wohl nicht ganz so verhalten, wie behauptet wird. Rußland. Ueber die schon telegrapytsch gemeldeten Verhaftungen von Nihilistm in Petersburg werden jetzt noch folgende Einzel- heilen bekannt:„Gegenüber dem Anitschkow- Palais am Newskq(eS ist daS Palais, welches der jetzige Kaiser als Thron« folger bewohnte und in welchem er fich auch jetzt noch am liebsten aufhält) defand fich ein photographischei Atelier eine» gewissen Butrimowttsch, welches vor einiger Zeit, da das Ge- schäft schlecht ging, von einem rusfischen Kaufmann erworbm wurde. In om letzten Tagen de» Dezember wurde da» Etablissement, welche» schon seit mehreren Wochen der geheimen Polizei verdächttg erschien, von letzterer scharf beobachtet und in der Nacht vom 29. Dezember eine plötzliche Haussuchung vorgenommen, welche ganz überraschende Resultate ergab. Man fand in dem Lokal verschiedene» Sprengmaterial, Bomben, eine geheime Druckerei und viele sehr gravirende Schriftstücke vor. Mehrere dort Anwesende, welche Alle der nihilistischen Partei angehören, wurden verhaftet, da» Lokal geschloffen und eine strenge, ganz geheime Untersuchung angeordnet. Später wurden an 17 verschiedenen Orte» im Zusammenhange mit dieser Ent« deckung Verhaftungen vorgenommen."— Der Kaiser soll fich dem Minister de» Innern gegenüber sehr ungnädig gezeigt haben und dringt man hiermit die Abwesenhett des Ministers beim Neujahrsempfang in Zusammenhang. reine» Glück im Wege stehe, der ein unlautere», frivole» Spiel mit den reinsten Regungen seine» Herze rj trieb. Fast verzweifelt saß er in seinem Wagen, eine« Fluch im Herzen und auf den Lippen für seinen Sohn, der im Grunde genommen fich eigentlich nur so verhielt, wie es nach den Prinzipien, die ihm der Kommerzienrath von Jugend auf eingeimpft hatte, gar»icht ander« zu erwarten war. Von Jugend auf hatte er ib« gelehrt, daß alle Menschen nur seinetwegen da seien, daß er über dieselbe« verfügen könne »ach freiem Willen. Wenn sein Sohn ihn jetzt selbst nicht ander« behandelte, als alle die anderen Lewe, so konnte er fich eigentlich hierüber gar nicht so sehr verwundern. Da« fiel dem stolze« Seldmanne jedoch nicht ew, er fühlte nur die Fessel, er merkte, daß er moralisch abhängig war von einem Andere». Sein Selbstgefühl bäumte fich dagegen auss; wa« er aber in fast zwanzig Jahren an Unterlassungssünden begangen hatte, da« ließ sich in einem Augenblick«icht ungeschehen machen. Er erinnerte sich jetzt genau, daß e» ihm früher heimliche Freude gemacht hatte, wen» er erfuhr, daß sein Sohn herrisch und brutal gegen Untergebene, Dienst« boten und Arbetter gewtsen war. E» schien ihm da» ein Zeiche« besonderer Veranlagung zu geschäftlicher Thätigkeit zu sein, und später, al« man ihm dre ersten lüderlichen Streiche seine« Sohne» hinterbrachte, so entschuldigte und begünstigte er dieselben in jeder Weise. Ja, er hatte e» nicht ver- schmäht, seinen damals kaum in da« Jünglingsalter getrete- nen Sohn auf seine« nächtliche« Irrfahrten zu begleite«, er hatte— er machte eine heftige Bewegung, wie um seine Gedanken gewaltsam zu unterbreche«. Der Wage» hielt»or seinem Hause. Der Kommer- zienrath stieg au» und begab fich sofort auf sein Zimmer. (Fortsetzung folgt.)" tns Kunst und jeden. alhalla-Theater gebt heute, Dienstag,„MaScotte", welch« bei ihrer jüngsten Wiederholung so lebhaft«« Beifall erzielte, und am Mittwoch dann wieder die luftige„Mamsell Angot" in Szene. Belle-Alliance- Theater. Am Sonntag stellte Herr Direftor Lebrun bei fast auSverkaustem Hause seinen unüder« Dänemar?. Die Verhandlungen über die von dem Ministeriu« � beantragte Aenderung der Verfassung gestM zu einer Generalabrechnung mit dem Premierminister.. der Vorlage soll, wie früher erwähnt wurde, im M Uneinigkeit beider Häuser des Reichstags in Beanlltjp fragen ein Ausschuß aus je zehn Mitglredern beider P eingesetzt werden, um einen definitiven Beschluß zu/ Wird dieser Ausschuß� ebenso wenig einig, dann soll" kgend etr Gegenwar deren Eck Bei seiner °n diesel worden rr und attb schritt der Du nicht L°°S entscheiden Wie der Folkethings. Präsident»<£ N-ss-n." stützung d nun weis üommand Aussage( einen hoc „Times" noch niem in den sucht. Älilj'j Ä' te erhalten s. — P Knetenhc 15* einer vortrefflichen Rede, mit einem Rückblick auf du Jahre, nachwies, ist diese kaum ernst gemeinte llWe* vorläge eine Verhöhnung des FollethingS. Das GrM sagte Berg, sei zwar lückenhaft genug, doch besonders n» man— vertrauend auf die Versvrechungen der Konseu» daß niemals ein provisorisches Finanzgesetz eingebracht* � soll, und daß das Folkethina unter allen Umständen»y} gewicht in Finanzsachen behalten würde—. dult �rrdrmale Aenderung des Wahlgesetzes im Jahre 1866 daS W*• den Gutioefitzern überliefert hätte. Dennoch m#, Regierung, welche nicht geflissentlich den Zwist r den beiden Häusern nährte, sehr wohl mit 2 Grundgesetz regieren können; nicht dieses, sondem � — der Stein, welcher in die Gesetzesmaschine gtl» sei— müsse beseitigt oder geändert werden. Alle■ weise und Widerlegungen nützen aber nichts geger.M � halsstarrigen Regierung, die fich in den Kopf gefetzt, Lpposttion durch„Agitatoren" und Hetzredner" werde und deren Beschlüsse im Folkething die. Presse als bloße„Meinungsäußerungen" bezeichnet, aut' man keine Rücksicht zu nehmen braucht. Das„Lotten# wie die Vorlage der Regie, ung genannt wird, ist die Vernichtung eines jeden Bewilligungrechtes der V tretung gerichtet. Von den anderen Rednern gegen f läge zeichneten fich besonders auS Bischof Monrad' Estrup nach dem Verbleib deS Provisoriums f tagte' Graf Holstein, dessen Darlegungen darin gipfelten, M GutSbefitzer, in Unterschätzung des PolkeS, die alt«- wieder an fich reißen wollten, die Regierung aber% Bankerott stehe.— Das Folkething wird gegen vie V«? seines Mitgliedes Ravn, weil währ.nd der Session des* tage* erfolgt, energischm Protest erheben, wa« jedm Justizminister nicht hindern dürfte, den Abgeordnete» ss faffungSwidriger Weife im Gefängniß zu halten. D» von diesem Minister noch nicht gesänglich eingezogen A angeblich von dem Bestteben der Regierung her,# obiger Verhandlungen, zu denen Berg«ls Redner eing» war, fich tattvoll(!) zu zeigen.(Die Regierungsvon« mittlerweile abgelehnt worden und Berg hat seine Sltt' getreten.) Großbritannien. Der„Kölnischen Zeitung" wird auS London sr Januar gemeldet: Die Parnelliten find hoffnungiftf' Gladstone vollständig für die Sache des Home Rule ist und ihre Verwirtlichung als Endziel seiner üaufMj trachtet. An einer stillschweigenden Uebereinlunft n Gladstone und Parnell ist nichr mehr zu zweifeln, der« vorläufig daS Kabinet nicht gestürzt werden soll, daB. Areu>i>..�'I Zeit gewinne, bis Gladstone seine Partei und das% Wohnt-£ den Gedanken des Home Rule erzogen und ein eigenes? Dag«J'" vorbereitet habe. Im letzteren Falle würden Hartings, tUr Chamberlatn wahlscheinlich fehlen. Gladstone ist% nöthigensalls auf einen Bruch in der liberalen Par� kommen zu lassen.— Gegen den Prinzen von Wales ss der Königin) soll ein Attentat geplant worden seifl.� Eisenbahnzug. mit welchem der Pnnz fich am 6<*5 Abend über Ehester nach Eaton Hall zum Besuch deS Pj von Westminster zu begeben gedachte, ist, tele---- ftimmun wollen >> Freii l#| parz-llitter ,.-thuf U Jjf* Grun *4 der sur «fie dal« anfi Die.» töfte« ein KM dung aus London zufolge, auf polizeiliche Veranl#Jb Nutzung f..i Folge von Anzeigen über ein beabsichtrgteS Attentat be«9' ftöt.nt)6 der Station Waverton vor Ehester angehalten wordes., ano. IJJ Prinz, anstatt die Stadt Ehester zu pasfiren, welche f#3 betteln veri liucktet war und arosie Vorbmälunaen»u einem ala»? b-s».-»I__ Empfange getroffen hatte, begab fich von der Station> zu Wagen direkt nach Eaton Hall. »sie«. j Die Engländer hausen in Birma nicht minder bar°si wie weiland in Indien. Nachdem sie das Land einfach"q haben, find fie nun damit beschäftigt, jede Regung ß(ß% GewaltSakt blutig zu unterdrücken. AuS Mandaley bände dazi Regenwette «urch denk "n Innern ttrtwcder d ? i?,°ber s'ldst die 5 „Times" folgeräer Vorfall gemeldet*" Mnf�FreitAI W�auch'v dezeichnet man die Eingeborenen, welche sich geg n%'asienllapv« schaft der Engländer auslehnen) wurden am"l8. d. * erschossen. Am vorhergehenden Tage Namen» Wugnet, verhastet, weil er Alompra-Prärendenten zu unterstützen. wmde ein wrrden�dei verdächiig n#, Er wurde Freibeutern nach dem Richtplatze gelührt. Man glaubte�? (e liefern, welche die Schuld gewisser bin#! Minister darlhun würden; als er aber von den UnM5 ÜSifi6. könne Beweise des Provost-Mruschalls darüber defragt wurde, dar. Ü �pyialitiö Hierte8, � geft trefflichen„Dr. Klaus" zum vorletzten Male oar. Leistung rauschenden Beifall fand, ist selbstvett� Dienstag. Mittwoch und Donnerstag giebt er«un dci>£ merzienrath Schlegel" in„Ultimo", während er als-A Birkenstock" im.Hypochonder" sich vom Berliner W verabschiedet.-f Für die Operetten- Saison im Belle-AlliancZß hat gestern Herr Direktor Fritzsche Fräulein Helene 3*2 gewonnen. Der Lffenbach> Zyklus und die Stfjr Operetten werden der graziösen Spielweise und symp?s GesangSmanier der liedensmürdigen Künstlerin, mfsAt Berliner Publikum ungern vermißt hat, volle L... getrabten. ,t L. allen Zh Der„Zigeunerbaron" ist am Sonntag zum Fft Dam auf der Büvne deS Friedetch-WilhelmSstädtischen«-s Hftmer's j Fall sein kann, als„Rafaela" bis zur Premiere des"Ä.imete das nerdarons" fich, wie bisher, durch ihre einschmeichelnd�. Ptolof dien und durch das jeder Zweideutigkeit baee S.uiet'J Mrruch Gunst deS Publikums erhalt,» dürfte. Als künftiges gjwjngen für die Premiere wurden die telegraphischen Nachri«�»? g.nommen, welche den kolossalen Erfolg meldeten. „Zigeunerdaron" Eonnadend an den Operetten«? Hamburg, Hannover und Magdeburg errungen.,, Kaufmann» Barists. Die Direktion dieses$ Epe, ralnätew TheaterS versteht eS in der frappanten� � die berühmtesten Künstler zu gewinnen und dura'„ uno.jj(hp» führung neuer Kräfte dem Publikum neue Abwechseln™) Eb.-5 A« Uederraschungen zu bieten. Wiederum find, wie � die weiigehendften Engagements. Abschlüsse vollzo�� � �rektor 5 -MDW im das Audttorium in Erstaunen setzen werden. u. A. das englische Gesangs- und Ta Mr. Paulo und W,ß NeUy genannt, welches der 2 bat großartig in seinen Vorträgen dasteht- jiti" wird Mß Nelly durch ihre vielfachen Kostüm- K gy," d das Publikum in Erstaunen setzen. Ferner ist die° d Gymnastiker- Truppe Sylvester. Schäffer, die vom Vereins e. hierorts hinlänglich bekannt, so daß es wohl«««<_ Hinweises betresis der Kunstfähigkeiten der berühmte, 8 Wieder' Meiiiw® 10 rminM. i briWf SB ■\U Aend»' :ns Gnu« sondtrt n» c KonM qe bracht� mdtn n"/ -. 5� das L-n» ch mW* :aiA sondna.� "X?L ttr"■ Sie mii m s dir m qegen W' Honrod" fragt«' selten,.� Irgend etwas zu wiffen. Nachdem die Freideuter in Wugnet S Gegenwart erschaffen worden waren, sagte man chm, vag er deren Schicksal tkeilen werde, wenn er mcht Znrgniß ablege. « war&k ÄST» g«; vsmst sucht. Parlamentarisches. MM-WNU« otbn»r.«v, deutsch« freisinnige Partei hat ,m Adge« SttouIL�e folgenden Antrag eingebracht: D.,ie königliche Vorlan�'�S M ersuchen, im Laufe der gegenwärtigen Session die alte Bnn Veit* �ben�n� �ien, hrtch welche unter Abänderung der be- abgäbe K?-'etlichen Bestimmungen die ö ff entliche Stimm» flon W) >0« jed-a ordneten» en. m zoM KZ ier etnflff ungsvorla eine Htm ZaKales. ndon S«"4 c Lausi ikunft In, deti Jabr? i? die Tempelhofer Baucrn im Anfange der sechs, iger Ck..i_____ rtr.r--- w— cu.rr. ornr:---- a— c- Waenirl Hutungen zur Anlage der Belle- Alliancestraße imeLnh»rrkausten sie die Quadratruthe mit siebenzehn biS dzwanzig Thalern. Heut gilt hier die Ouadratruthe Haler. Stadtrath H. bezahlte um dieselbe Zeit sein viekl»«L�purr gegenüber dem Anhalter Bahnhofe mit einigen bff(ft/rbalein pro Quadratruthe; heut bekommt man sie in tigenaW •art, len Puffi Walö � Jen sein-« im 6% Ä eranWa rtat bew" worden s« em gl elche fej 8 der'ö-u.�aiern pro Quadratruthe; heut belomml man sie im Rteii.i, ßfl�Öerflrafie nicht unter achthundert Thalern. Am woknt. A u>°r Berlin in jener Ze t ganz zu Ende; man tiaa m s'et noch Sommer und kochte beim Invaliden Kaffee. strai. �dsillck, welches die Stadt gegenüber der Großbeeren- der LÜ" Anlage de« KreuzbergparkeS angekauft hat, kaufte Zj.."sie Besitzer für neunundvierzig Thaler und eine ilinr. Alan umging damit den Stempel, der bei fünfzig �.anfing. Nachricht, daß in Berlin demnächst neue Brief» der« eingeführt Werden solle«, veranlaßt einen Leser zu künn��rkung, daß es wünschenswerth wäre, bei der ange» nuiT 0 1 Neuerung die Hauptfehler der gegenwärtig in Be- ftK. s0 befindlichen großen Kasten vermieden zu sehen. Sehr üf�nd ist ei, daß die Schlitzen, die übrigens vorn bequemer ation S ""gebracht wären als an den Seiten, mit'beweglichen Schräg- Mein versehen find, die es nothwendig machen, daß man beim Einwerfen die Klappe noch hochhält, also immer zwei Hände dazu verwendet- Empfindlich wird dieser Mangel bei Regenwetter oder Schnee, wenn man alsdann eine Hand schon durch den Schirm desetzt hat. Man muß dann, weil der Kasten "" Innern noch einmal mit einem Drahtgestell versichert ist, entweder den Schirm schließen, was doch nicht angenehm ist, ?der aber in sehr unbequemer Haltung mit dem Echirmgriff sitdst die Klappe des Kastens zu heben versuchen. Ein zweiter Mer Fehler ist der, daß von der Oberseile dcS KastenS her, �„ vi« 1 Uu a.u$ von außen direkt bei Regenwetter die Näffe die Brief« 'i? v st1 Zuklappe trifft und an der unteren Kante abtropft. Dadurch 10' n hfim Cfrinn hfß ll«h(JrtH#« ffotd rtllf fiflff oder infacb m «üi«"d«n beim Einwerfen die Briefe und Karten stets auf einer Iii nial.. ftnin"a& und theilen im Innern dann den dort bereits be- , mglr �NbUchcn Sendungen von dieser Feuchtigkeit mit. Tropft aber » OH-r*" l— nrr\ i-r r\Z«cw—" dtig "llnWf �"iefti., �endlich" Hochgehobm wird, durch"den vorhandenen Je, bef*!'"— 2� direkt in daS Innere des Briefkastens, wodurch ;un den r als liner ist Herr Segommer, der unüber« zagirt. Derselbe bringt ein welches das Interesse des ar. trefflich�N, Am Weileren ist Herr Seg '.wl. alten 9j?.0 vollsten Maße auf sich lenken wird. Von dem KomjQ, veibleibt im Engagement der vorzügliche Salon- Sp,.i5s,..herr Meinhold. Die neuen oben angeführten bo- o? n treten mit dem 1. Februar in Aktion. stielte Echäfer'sche Männeraesanaverein der„Elfer" Daw, S st-rn Abend im Kreise semer Mitglieder und deren Bali«jJ'in 10. Stiftungsfest durch Konz-rt, Abcndtisch und �ßiünwt��rrein, welcher vor 10 Jahren mit„elf" Mitgliedern jähtennui ,?r>rde, zählt heute 52 Sänger, 10 passive und 5 in allen Das Fest war reizend arrangirt und gelang Ichd"rrlen vortrefflich- Am Eingang des SaaleS wurden Wuik5��-,von zwei niedlichen kleinen Mädchen Blumen« Darnei?" überreicht und zwar in so stnniger Art, daß die reich m.w'SL vornhein für das Fest gewonnen wurden Eine m�rve» Q theilmK �Üustrationen ausgestattete Festzeitung, welche jeder IS 1*v)CriPt». Zly' l»i»»WWI»MV«I» y ZZ � P binden ,5> de» Konzert. e(m3mfknb�Iieb_(Herr@�) hesti.df 64«! sprach. Hierauf sangen die Sänger den Vereins- . und Beschnitt's herrlichen Chor„Osstan". Die S a»ü.'"»"»ei,, tei-verein rann nyon qcuie oen oezien zMnergesangvereinen Berlin's an die Seite gestellt werden. «�.eigentliche Festrede, von dem Vorsitzenden Herrn Felix ur» E' in., wieder) drum redlich hütet. Rein fingt und lebt wie Er L'S a IfcÄs s ':rt und dann durch eine junge, bildhübsche Ehren- ...... silbernen Ehrenzeichen dekorirt. Herr Handwerg **— WUU "b dem mete hmte»* uSzeichnung aus und nun Lorbeerkranz folgenden Vortrag deS Schäfer'jchen Verein Die Damen des m,.. id. Der Dirigent Widmung geehrt. Durch flotten Quartetts„RilluS, -eaammac in den verschiedenen industriellen Instituten und Fabriken, um die Unfallgefahr von den dort beschäftigten Arbeitern möglichst abzuwenden, wurde allerseits al« eine dringende Nothwendig- keil bei der Berathung des UnfallverstcherungsgesetzeS betont. Namentlich wurde vor einer Vernachlässigung dieser Schutz- Vorrichtungen gewarnt und die Befürchtung ausgesprochen, daß der Versicherungszwang lohnend auf die Fürsorge der Betriebs- Unternehmer einwirken möchte, und eS wurde den Vorständen der einzelnen Berussgenoffenschaften die Befugniß beigelegt, die Schutzvorrichtungen zu überwachen und erforderliche Vor- läge für Neueinrichtungen den zuständige schlage für Neueinrichtungen den zuständigen Behörden zu unterbreiten. Den ersten einleitenden Schritt auf diesem Ge- biete hat nun die BerufSgenoffenschaft der BekleidungS Industrie gethan, indem sie sich an den Verein„Berliner Wäsche- fabrilanten" gewendet hat, mit dem Ersuchen, ihr Mitthellung zu machen über die an großen Wäsche. Wring-Maschinen zum Schutze der Ardeiter angebrachten Vorrichtungen. Der genannte Verein hat sofort eine Kommission eingesetzt, um die zur Ver- " � it-»„ jn-evrr—.____ iJLi_____ hütung von Unglücksfällen gebräuchlichen Schutzvoirichtnngen alle Fabrikanten ersucht, von den bei dieser Art zu prüfen und„... ihnen gebräuchlichen Vorrichtungen Modelle oder Zeichnungen an den Vorsitzenden der Kommisston schleunigst einzusenden.— ES ist daS ein erster Schritt auf dem Gebiet der Unfallsver« hütung, von dem nicht nur zu wünschen ist, daß er ein erfolg- reicher sein möge, da die Unfälle bei diesem speziellen Betriebe besonders zahlreich zu sein pflegen, sondern daß auch weitere Schritte von anderen Beruftgenossenschaften nach der gleichen Richtung hin gethan werden mögen. Die Stadt verlin im Winter bietet uns manches über- raschend hübsche Bild,«m frühen Morgen liegen die Straßen da, mit einer blendend weißen, sammetweichen Decke bezogen, deren kleinen Krystalle in der Sonne festlich schimmern. Der Wagenoerkehr ist gering; jedes laute Geräusch ist verschwunden; wie Friedensglocken klingen so lusttg die Schellen der Pferde. Zuweilen ein widerhallender Peitschenknall durch die reine Winterluft; hier und da ein fleißiges Weib, das vor dem Thorweg her den schmalen Steg zur Straße ebnet. Der Schnee lastet schwer auf den Dächern der Häuser, deren Fenster überall ängstlich geschloffen bleiben. Die Flocken gleiten die hohen Faqaden entlang und finden hier und da ans den Vorsprüngen der Gesimse und auf dem Schutzdach der Fenster und Portale ein ruhige? Plätzchen. Dort sammelt sich nun der Schnee und läßt die durchgehenden Glieder der Architektur und die seit- samen Formen der Erker in dellschimmernden Linien hervor- treten, die sonst nur bei festlicher Beleuchtung in gleicher Schön- heit und in gleicher Wirkung sichtbar werden. Dort, wo kunst- volle Gitter die riefigen Gartenportale verschließen, setzen die wolkengeborenen KrvsiaUe sich fest an den zierlichen Blumen und Ranken. Die scharfen Umrisse gehen verloren und der Mensch, dessen Haupthaar von Schnee durchzogen, dessen Hut und Gewandung damit bedeckt ist, verliert AlleS, was an seiner Gestalt charatteristisch. Auch die Todten auf dem Friedhofe verlieren Alle», was sie da oben noch haben— ihre Namen, die der Schnee unbarmherzig verdeckt. Die Gesammtlänge der gepflasterte«, innerhalb des Weichbildes der Stadt belegenen Straßen beträgt nach einer von der Direttion der städtischen Straßenreinigung aufgestellten Berechnung etwa 43—49 deutsche Meilen. Die heute zu reinigende Straßenfläche beträgt inklusive der Bürgersteige rund 7 400 000 Quadratmeter. Da nun zwischm 30—40 Ztm. Schnee gefallen sind, so liegen allein auf den Straßen Ber« lins rund 1 466 666 Kubilmeter Schnee, welche zu beseitigen find. Ein Wagen ladet 2 Kubikmeter, man mache sich also ein Bild von der Aufgabe, die hier zu bewälttgen ist. Die städtische Sttaßen- Reinigung hatte vorgestern 1080 Hilfsarbeiter und 880 Wagen in Thatigkeit. Letztere brachten vor« gestern ca. 10 300 Kdm. Schnee aus der Stadt. Gestern find 1000 Wagen in Thätiakeit gewesen, die ein noch größeres Quantum Schnee beseitigt haben. Es ist selbstverständlich, daß die frequentesten Straßen zuerst entlastet werden, namentlich die mst Pferdebahnen versehenen, um allen Verkehrsstörungen vorzubeugen. So bot gestern Morgen schon die Leipsigerstraße einen ganz freundlichen Anblick. Auch in der Charlotten-, Behren-, Königs- und Friedrichstraße wie Unter den Linden ist mit dem Schn.e schon tüchtig aufgeräumt worden, trotzdem wird es noch einige Tage dauern, bis die weniger frequentirten Sttaßen an die Reihe kommen können. vor einigen Tagen machte« wir daraus aufmerksam, daß augenblicklich eine kleine Aneahl von Möven mitten in der Stadt auf der Spree, zwischen der Börse und der Stadt- bahnbrücke am Schiffbauerdamm, ihre eleganten Flugkünste zeigt. Es sind Sturmmöven(Lama canna), gar seltene Gäste m unserer Mark, die hier unseres WiffenS m diesem Winter zum ersten Male beobachtet werden. Ihre Heimath liegt weit nördlicher an de« Ufern der Nord- und Ostsee, wie sie denn ;. B. am Sund zahlreich brüten. Vereinzelt kommen sie in edem Winter in vaS Innere von Deutschland, selbst in der ähe von Berlin find bereits mehrmals Exemplare erlegt wor- Rallui! von Wilh. Handwerg, welches tadellos gesungen wurde, war da» Zeichen zur FidelitaS gegeben, der Ball wurde eröffnet und zwischm d-n einzelnen Tänzm folgte nun ein komischer Vortrag nach dem andern. Eine höchst gelungene Szene:„Ein Abend im Gesangverein zu BummelSdorf" von C. Kuntze, eröffnete dm Reigen und waren wtt über die vor- zügliche Vorführung hoch erfreut. Unterdessen war es 2 Uhr Nachts geworden und wir verließen den Saal mit dem Be- wußtsein, einige recht genußreiche und fröhliche Stunden verlebt zu habm. �»us dem«isaß ist der Monatsschrift„Da, humoristische Dmttchland" daS Auftuhrung»r-cht de, nachstehmden Dramas zur Verfügung gestellt worden. Pott und Medizin. Ein bürgerliches Schauspiel in vier Aften. Ausgeführt mtt großem Erfolge in jüngster Zeit i» ein.r süd- deutschen Haupt- und Uniaersttätsstadt. 1. Akt: Postsekretär Müller wird krank. 2. Akt: Stabsarzt Dr. Feld, Privatdozent an der Universität. stellt ihm folgmdeS Zeugniß aus: „Postsekretär Müller leidet an Eryaipelaa und ist einige Tage dienstunfähig. Dr. Feld." 3. Akt: Oberpostdirektor Männchen, ein„strammer" Herr und Jünger Stephan'», sendet daS Zeugniß zurück mit dem Vermerk:_ Er. w. dem Militärarzt Dr. Feld zur Aufklärung. Die Krankheit Eryaipelaa ist der Postbehörde nicht bekannt. Der Kaiserliche Oderpostdirektor, Geh. Oderpostrath Männchen, Hauptmann der Landwehr. 4. Akt: Der Arzt schreibt darunter: Er. w. dem Postbeamten Männchen mit der Aufklärung zurück, daß der Postbehörde wahrscheinlich noch viele andere Krankheiten unbekannt sind. Der Stabsarzt Dr. Feld, praktischer Arzt, Wundarzt und Geburtshelfer, Privatdozent an der Universität. Ehescheidung bei de« alten Hebräer». Bei den oiientalischm Völkern ist die Ehescheidung ungemein leicht; die geringe Achtung des WeibeS giebt dem Gatten daS Recht, sich nach Belieben von der Frau zu trennen. Man hat dies Mo- hammed zuschreiben wollen; jedoch schon in dem ältesten Ge- setzbuche, dem Pentateuch, finden wir(6. MoseS, Kap. 24 V. 1) eine ungemein leichte Aufgabe, der Ehe v-rrrdnet. Es ereig- dm, bei Spandau, Moabit und Charlottenbura find sie fast alljährlich einzeln gesehen worden. Seit einigen Wochen treiben wohl 8 bis 10 Stück ihr Wesen in der inneren Stadt, und es gewährt einen prachtvollen Anblick, wenn diese geschickten Segler der Lüfte meist paarweise in kühnem Bogenfluge über dem Spreelaufe dahinschwebm. Die Vermuthurg, daß sie in den Ruinen des Doms ihre Brutstätten haben möchten, ist allerdings nicht ernst zu nehmm. Die Sturmmöven sind Meeresbewohner und brüten auf offenem Strande, möglichst weit von jeder menschlichen Ansiedelung. Auffällig ist es, daß sich der kleinere Vetter der Sturmmöoe, unsere Lachmöoe, in diesem Jahre fast vollständig von Berlin fern hält. Während im Herbst des vergangenm Jahres stets mehrere dieser Vögel sich an der eisernen Brücke aufhielten, haben sie jetzt den giö» ßeren Sturmmöven daS Feld geräumt. Noch im Jahre 1871 wurde das Antreffen einer Lachmöoe in Berlin als ganz ad» norme Erscheinung erwähnt. Seit 1878 kommt diese an dm meisten selbst kleinerm, mit Binsen und Schilf bestandenen Landseen der Mark in großer Menge brütende Möwe alljährlich bis mitten nach Berlin hinein. p. Die„Tournüre im Schnee" war jedenfalls eine dir interessantesten und amüsantestm Erscheinungen der letzten Tage während deS großen Schneefalles. Wo immer sich der hori» zontale Fortsatz nach rückwärts auf der Straße blicken ließ, da war er in wmigm Minuten mit einem ganz respektablen Schneehaufen versehen, der auch die leiseste Bewegung in ver Gaugart seiner Trägerin mitmachte. Die wirbelnden Schnee» flocken waren boshaft genug, auch unter den größten Regen» schirm zu fliegen und sich unter deffem Schutze gemüthlich auf dem erwähnlm Garderoben-Vorsprung abzulagern. Einer jungen Dame, welche mit einem solchen Schneehaufen den Platz an der Jerusalemerkirche passtite, rief ein dort mtt Schneeschippen beschäftigter Arbeiter zu:„Na nu, Fräulein, fahren Sie ooch Schnee?" und stieß mit dem Stiel seiner Schaufel an das luftige Gebäude, das sich zwar in Folge dessen seiner Last entledigte, aber auch sofort durch ein Av- weichen nach der Seite seiner Trägerin eine höchst bedenkliche Gestalt verliehen hatte. von großem Interesse für die Bewohner Berlin» ist es, die Vogelarten zusammen zu stellm, welche in der Stadt Berlin innerhalb des durch die früheren Stadtmauern begrmz» ten Raumes vorkommen. ES mag nicht wenig Leute geben, die außer dem HauSspatz, der Rebelkrähe, außer Tauben und Schwalben, sowie dem unvermeidlichen Kanarienvogel über» Haupt keinen Vogel das ganze Jahr hindurch in Berlin sehen. Und doch besitzt unsere Stadt einen Reichthum an Vogelarten, der wahrhaft erstaunlich ist. Nicht weniger als 70 verschiedene Arten find für Berlin nachgewiesen, und zwar ohne den Thier» garten und dm Friedrichshain, sowie die übrigen großartigen Anlagen der Außenstadt zu berücksichtigen. Wer sollte es wohl für möglich haltm, daß acht Raubvogelarten im Innern o-n Berlin ihre Beute finden. Häufig beobachtet man in Berlin dm Wanderfalken beim Jagen der Taubenschwärme' Hühner« Habicht und Sperber unternehmen in d-r ganzen Stadt mit derselben Dreifliakeit ihre Raubzüge wie auf dem Lande, eine Gabelweihe wurde vor einigen Jahren in der Hollmannstraße ergriffen und lange im Käfig dort gehalten; ein schönes alteS Weibchen de» Schlangmadlers, welche, von dem Jäger Dobert im Garten des Kri-gsministeriumS geschossen wurde, steht im Zoologischen Museum der Universität. Schleiereulen bewohnen viele Kirchthürme unserer Stadt, dem Geschrei der Ohreule konnte man noch im vorigen Jahre in den Gärten der Wll- Helmstraße lauschen und ein Steinkauz flog vor etwa zehn Jahren durch ein offenstehmdes Fmster in das Zimmer eines am Leip- ziger Platz gelegenen HauseS und wurde daselbst ergriffen. Der Wiedehopf gehört zu den B.uivözeln der inneren Stadt und soll z. V. im Garten des Kriegsministerlum« in der Leipziger Straße brüten, die klagenden Töne deS Wendehalses kann man oft noch in den an den Grenzen unsere, BeobacktungS»- gebietes gelegenen Gärten vernehmm. Baumläufer und Specht� meise beobachteten wir im UniverfitätSgarten. Als ein inier« effantes Vorkommen inmitten der Stadt dürste wohl das de» Eisvogels in der Burgstraße, an der Spree, zu bezeichnen sein. Von Spechtarten find drei beobachtet, von dmen der große Buntspecht in allen in der Nähe deS Thiergarten? liegenden Gärten manchmal häusiger, manchmal seltener gttunvcn wird. Der geschwätzige Staar brütet alljährlich in mehreren Paaren im Kastanier Wäldchen. Kernbeißer beobachteten wir in ziem- licher Menge auf den Kirchhöfen der Linie nstraße. Giünling» Stieglitz, Zeisig, Hänfling fleht man in jedem Frühjahr in d;n Gärten. Die Haubenlerche ist überall auf der Stadtbahn zu finden, den Ruf des PirolS vernimmt man noch in jedem Jabre in allen größeren Gärten. Neun echte Sänger kommen in Berlin vor. Meisen kann man überall, selbst in den klein- sten Gärten antreffen. Die Rauchschwalbe wird von Jahr zu J»br häufiger, während die Hausschwalbe nur in gewissen Gegenden, so am Lustgarten, in größerer Aniahl gcttoffen wird. Beide aber übertiifft weit an Anzahl der Mauersegler, der in kleinen Gesellschaften mit gellendem Geschrei in vielen Straßen, doch an den Dächern oder weit oben in der Lust pfeilschnellen Fluges dahinjagt. Halb verwildert brüten Taub:» in den in nete sich sehr häufig, daß eine Frau„-im einer Unlust willen" leiner jämmerlichen Kleinigkeit wegen) verstoßen wurde. Der Herr Gemahl gab ihr den Scheivebrief. Die Formel war: „Siehe, ich habe Dich verstoßen, ich habe Dich verlassen, zwi» schen Dir und mir steht dieser Scheidebrief. Durch ihn gebe ich Dir die Freiheit, daß jeder Mann um Dich freien kann und Du nach Belieben heirathen magst." Et« araustaer Kund wuroe vor einiger Zeit in Nowat- scher las l(Dong, biet) gemacht. Man fand dort in der Senk- grübe des Hauses Wlassow einen, nach der späteren Aussage der Experten, vor kurzer Zeit erst oe, mittelst eines scharfen Ja« strumenteS vom Rumpf abgetrennten Frauenkopf. Die Ge- fichtSzüge sind regelmäßig, die Person ist jedenfalls noch sehr jung gewesen. In den Haarm waren noch Reste biäutltchen Schmuck« fichtbar, ein Kranz und Stück de, Brautschleier,; in den Ohren steckten goldene Ohrringe. Der Kopf befand sich, alS man ihn entdeckte, in einem irsenen Gefäß und ist, nach» dem er einen Tag lang behufs RekognoZz!rung"(ftdöch" vergeh» vis, Hauses ausgestellt gewesen, nunmehr photo- lich) im Hofe. WW.. WW graphirt; die Bäder werden überall hm versandt, um die Personalien der Ermordeten zu konstatiren. Der zum Kopf gehörende Rumpf ist trotz der eifttgsten Nachforschungen nicht aufgefunden; man nimmt jetzt an, daß der Mord an einem anderen Ort verübt und der Kopf nach NowotscherkaSk gebracht worden. HtnrichtnnaS- Photographien. Zu Mandalay, der Hauptstadt von Birma, wird von Engländern fleißig erschossen Dabei haben fich nun, wie man nach London berichtet, Szenen zugetragen, die eines„zivilistrten Volkes" unwürdig find. Der „Prooost-Marschall"(Exekuiionskommandant) ist nämlich ein eifriger Dilettant in der Phatographie und wünscht Photo- graphien von den Hingerichteten Personen genau in demselben Augenblick zu erzielen wenn fie von den Kugeln getroffen werven. Um dieses Resultat zu erreichen, richttt der„Prooost- Marschall" nach dem Kommandowort„Fertig!" seine Camera auf die Verurtheilten, die zuweilen Minutenlang in dieser wartenden Stellung verbleiben müssen. Der Offizier, welcher die Schützen kommandirt, wird dann von dem„Prooost- Marschall" angewiesen, in dem Augenblick den Befehl zum Feuern ,u geben, in welchnn er seine Platte blosstellt. BiS letzt rst kein befriedigendes Bild erzielt worden, weshalb schändlichen Versuche fortgesetzt werden sollen. Dagegen haben aber diese„photographischen Experimente" an armen Denn- quenien bei den nichteingeborenen Zuschauern sehr gemischt« Empflndungen wachgerufen. Ifct Spree errichteten Etadtbahnbogen, die Ringeltaube Haien wir wiederholt im Kastaniewäldchen gefunden. Die Waldschnepfe ist zwei Mal in Berlin gefunden worden. Ueber da» Vorkommen von Möwm auf der Spree ist besonder» berichtet worden. So sehen wir, daß der» jenige, welcher Auge und Ohr offen hält für unsere ge» fiederten Freunde, wer auf den Straßen und auf den Plätzen, in den Gärtm und an der Spree aufmerksam auischaut, stet» durch manche intereffante Beobachtung belohnt werden wird. Bewegung der Bevölkerung Berlin« nach den Ver Lffentlichuwgen des statistischen Amts der Stadt. Die fortge» schrieben« Bevölkerungszahl betrug am 31. Dezember inkl. der nachträglichen An- und Abmeldungen 1 315 691; hat fich demnach gegen die Woche vorher um 222 Seelen vermehrt. In der Woche vom 1. bi» 9. Januar wurden polizeilich gemeldet 2969 zugezogene, 2658 fortgezogene Personen; standes amtlich wurden 236 Ehen geschlossen. Geboren wurden 1203 Kinder, und zwar lebend: 509 männliche, 562 weibliche, zusammen 1171(darunter 133 außereheliche), todt 25 männliche, 17 weibliche, zusammen 42(darunter 7 außereheliche) Kinder. Die Lebendgeborenen, auf» Jahr berechnet, bilden 36,1, die Todtgeborenen 1,3 pro Mille der Bevölkerung, die außerehelich Geborenen 11,64 pCt. aller in der Woche Geborenen, davon die bei den Lebendgeborenen 11,34, die bei den Todtgeborenen 16,67 pCt. In der kgl. Charitee und Entbindungsanstalt wurden 45 Kinder geboren. Gestorben(ohne Todtgeborene) find 778, nämlich 421 männliche, 357 weibliche Personen. Von diesen waren unter 1 Jahr alt 228(inkl. 42 außereheliche), 1—5 Jahre 141(inkl. 7 außereheliche), 5-10 Jahre 22, 10-15 Jahre 7. 15-20 Jahre 14, 20—30 Jahre 56, 30-40 Jahre 77, 40-60 Jahre 110, 60-80 Jahre 105, über 80 Jahre 17. Die Sterbefälle beim Alter von 0 bi» 5 Jahren machen 47,43 pCt- sämmt- licher in dieser Woche Gestorbenen au». Von den im Alter unter 1 Jahr gestorbenen Kindern starben 72 im ersten, 12 im zweiten, 23 im dritten, 8 im vierten, 16 im fünften, 25 im sechsten, 72 im stebenten bis zwölften Lebensmonate; von denselben waren ernährt 47 mit Muttermilch, 2 mit Ammen« milch, 91 mit Thiermilch, 5 mit Milchsurrogaten, 29 mit ae« mischter Nahrung, von 54 war e» unbekannt. Todesursachen waren besonder»: Lungenschwindsucht(117), Lungenentzündung j5lj, Bronchialkatarrh(20), Kehlkopfentzündung(16), Krämpfe 51), Gehirnschlag(40), Gehirn» und Gehrrnhautentzündung(31), lrebs(23), Altersckwäche(22), Lebensschwache(34), Abzehrung (17), Masern(6), Scharlach(12), Diphtherie(50), Typhu,(6), Diarrhöe(12), Brechdurchfall(7), an anderen Krankheiten starben 232 und durch Selbstmord 8, durch Erschießen 2, durch Erhängen 4, durch Ertrinken 2. Die Sterblichkeit der Woche auf da» Jahr berechnet, kommen durchschnittlich auf 1000 Bewoh- ner in Berlin 24,0, in Breslau 24,4, in Frankfurt a. M. 21,6, in Köln 28,4, in Dresden 23,5, in München 25,0, in Bremen 20.0, in Stuttgart 23,3, in Wien 30,2. in Paris 26,1, in Lon« don 22,4 in Liverpool 24,2, In der Woche wurden dem Poli« zeipräfidium gemeldet als erkrantt an Typhus 19, an Masern 97, an Scharlach 38, an Diphtherie 134. In den 9 größeren Krankenhäusern wurden in der BerichtSwoche 1030 Kranke aufgenommen, davon litten an Malern 5, an Scharlach 5, an Diphtherie 36, an Typhus 17, an Rose 11. E» starben 169 Personen oder 21,7 pCt. aller in der Woche Gestorbenen; als Bestand verblieben 3998 Kranke. 16. Wasserstand Januar 1886. Tage Am Oberbaum Dammmühle, Oberwasser. Dammmiihle, Unterwasser. der Spree in der Woche vom 10. bi» (Angabe in Metern.) 10./1. 2,54 2,50 1,23 IIA. 2,54 2,49 1,22 12/1. 2,53 2,45 1,19 13/1. 2,52 2,44 1,20 14/1. 2,52 2,44 1,21 15./1. 2,50 2,44 1,18 16/1. 2,48 2,44 1,16 Poltzet-Bericht. Am 22. d. M. Abends hatte der Glaser- geselle Schöpke auf dem Neubau Cbauffeestr. 24 fich mittelst eines übergelegten Brette» von einem Fenster im fünften Stock- werk de» Vorderhauses au» nach einem gleich hohen Fenster des Seitengebäudes einm Uebergana hergestellt. Al» er da» Brett bettat, kippte dasselbe um und Schopte fiel in dm Hof hinab. Er wurde, befinnung»lo» und innerlich anscheinend schwer verletzt, nach dem Krankenhause im FriedrichShain ge- bracht.— AIS am 23. d. M. Vormittag« eine Dame in Gesell- schaft ihre» Gemahl» in der Rettbahn de» Tattersall» in der Georgenstraße ritt, scheute vlötzlich ihr Pferd und warf sie ab. Dieselbe erlitt dabei einm Bruch deS rechten ArmeS, so daß fie mittelst WagenS nach ihrer Wohnung gebracht werden mußte. — Am 23. d. M. Nachmittag» verstarb ein Baumeister, welcher mit RenooirungSarbeiten im Wallner-Theater beschäftigt war, auf dem Kloset plötzlich am Herzschlag Die Leiche wurde nach dem ObdukttonShause gescharrt.— Al» an demselben Tage Nachmittags ein Herr mtt seinem zweispännigm Jagd- schlitten die Straße am Louism-Ufer pasfirte, gingen die Pferde plötzlich durch und überranntm einen»on einem Dienstmädchen geführtm Kinderschlittm, in welchem fich ein sechs Jahre altes Mädchen defand. Da» Kind fiel aus dem Schlitten und mit dem Kopf gegen die Bordschwelle, so daß e» bewußtlos liegen blieb. ES hat anscheinend schwere Ver- letzungen erlitten.— An demselben Tage, AbendS, entstand in dem CafS„Zur Oper", Unter dm Landen, Feuer, indem durch die schadhaft gewordene Dampf.FeuerungS. Anlage der Fußboden in einem Parterrezimmer in Brand gerieth. Da» Feuer wurde durch die Fmerwehr gelöscht.— Am 24. d. M. Morgens entstand im Hause Aleranderstraße 17 Feuer. Ei brannte eine zu einer drei Treppm hoch belegenen Hofwohnung gehörige Küche aus. Die Feuerwehr war zur Stelle und län« gere Zeit in Thätiakeit.— An demselben Tage, Mittag«, wurde ein Mann in seiner Schlafkammer in der Krautstraße erhängt vorgefunden.— Am 24. d. M., Nachmittag», fiel ein Herr auf dem Bürgersteige an der Neum Prommade in der Nähe der HertuleSdrücke in Folge AuSgleitenS auf dem Trottoir und brach dm linken Oberschenkel. Der Verletzte wurde mittelst Droschke nach der königlichm Klinik gebracht— An demselben Tage, Nachmittag», machte ein Mädchen in seiner Wohnung tn der Papenstraße dm Versuch, fich mittelst Oleum zu vergiften. Nach Anwendung von Gegenmitteln wurde e» nach der Charitee gebracht._ Gerichts-Zeikmg. Eine bedeutsame Entscheidung bezüglich etwaiger Etempelpflichttgkeit von übertragenen Mtethskontrakte« fällte gestern die dritte Sttafkammer hiefigm Landgerichts I in der Strafsache gegm dm Kommerzimrath Solomon Speyer wegen Stempelsteuer-zkonttavmtion. Der Angeklagte hatte dem Lehmann mittel» MtethSvettrage» vom Sept. 1883 Nnwiitafenr______ eine Anzahl Räume in seinem Jägerstraße 14 beleamen Hause auf 5 Jahre vermiethet und hat inv vorigen Jahre gestattet, daß die Aktimbrauerei Münchmer Schwaige, vertretm durch dm Restaurateur WtSbeck, in dessen Vertrag eintrete. Infolge dessen wurde bezüglich der Ueberlaffung an WiSbeck, der Entlassung de« Lehmann und der Uebertragung de» Hauptver« traae» an W. ein neuer Vertrag errichtet, welcher mit dem ZesfionSstempel von 1 M. 50 Pf. versehen wurde. Die Stempelung der beidm Nedmexemplare für Lehmann und W'sbeck war von Beidm unterlassm wordm. Die Steuerbehörde, welche die Meinung vertritt, daß durch die Ueberttagung de» Miethsrecht» auf W. eine stempelpflichtige Novatton geschaffen sei, nahm die Kontrahentm in die Strafe des vierfachen Betrages de» hinterzogmen MielhSver- tragSstempelS in Höhe von 700 Mark. Hiergegen hat der jetzige Angeklagte richterliche Entscheidung beantragt, auf wel« chm Antrag der heutige Termin anberaumt ist. EaatSanwatt Dr. Stephan beantragte Verurtheilung de» Angeklagten nach Maßgabe de» Steuerresoluts, während der Gerichtshof dm Ausführungen des Vettheidigers Rechtsanwalt Dr. Stem folgte und annahm, daß hier nur e ne Expromikfion vorliegt, welche nicht als eine Novation anzusehen ist. Er sprach daher den Angeklagten von diesen Tbeil der Anklage frei und verurtheilte ihn nur wegen der unterlassenen Stempelung der Nedenexem- plare zu 12 Mark._ Soziales und Arbeiterveweglmg- Der Kongreß der Maurer Deutschland« soll vom 29. bi» 31. Mär, in Dresden stattfinden. Auf demselben wird über die bevorstehenden Streiks verhandelt werden. ES wird vom Ausschuß vorläufig vor Arbeitseinstellungen gewamt. Die Berliner Maurer treffen schon Vorbereitungen, indem fie in den kleinen Städten, au» denen im vorigen Jahre besonders Zuzug nach Berlin erfolgte, Flugblätter v-rbreitm, um die dortigen Maurergesellm aufzuklären und zu bewirken, daß die- selben bei einer Wiederholung de» Streiks von Berlin fern- bleidm. Zum Weberelend. Aus Plauen kommt die schlimme Nachricht, daß eine große mechanische Weberei ihrem gesammtm Arbeiterpersonal gekündigr hat, da fie den Bettieb einstellt. Zu diesem Schritte will der Fabnkherr gedrängt worden sein, well in den mechanischen Wevereim der kleinerm voigtländischen Städte(Falkmstein u. s. w.) viel geringere Ardeirslöhne ge- zahlt würden, so daß er Nicht konkurriren könne. Für die näm- liche Waare zahle er 1,40 vkark bi» 1,60 Mark, für welche in Falkenstein 80 Pfennig bezahlt werde. Da nun in Plauen die Ardeitilöhne in den mechanischen Webereien im Durchschnitt ca. 9 Mark wöchentlich betrogen, so muß es in dm übrigm Gegmden des Voigtlandes geradezu erschrecklich aussehen bei einem Durchschnittslohn von ca. 4'/, Mark l Der Jahresbericht der Kieler Handelskammer wirft ein wenig erfreuliches Licht auf die dorttgen wirthschaftlichen Verhältnisse. In dm mcistm Bianchm liegen die ungünstig. fien Resultate vor, nammtlich in dem für Kiel besonders wich- tigen Rhederei-, Schiffbau- und Eisenbetried. Die Verhältnisse gestalteten fich beim Schiffbau noch ungünstiger alS im Vorjahre, da nme Bestellungen fast gar nicht vorlagm und die auf eigme Rechnung gebauten Fahrwuge fich als schwer ver« käuflich erwiesen. Das Rhedereigeschäst lag vollkommen darnieder. Die Schiffe fahren entweder mit gar keinem oder nur sehr geringem Nutzen. Einm ungemein schädlichen Einfluß haben die Viehzölle auf die Viehzufuhr aus Dänemark geübt, welche dazu enorm zurückgegangm ist und viele Jnteressenkreise geschädigt hat. Der Konflikt mit Spanien hat namentlich daS Buttergeschäft und die Bierbrauereien in nachth iltger Weise beeinflußt. Zum Schluß deS Berichts wird auf die Ueberpro- duttion hinaewiekm, an welcher unser WtrthschaftSlebm krankt. — Man steht also überall dieselben traurigen Zustände, unter denm natürlich die Arbeiter am meisten leiden. Wiederholte Lohnredvktion kann auch die geduldigstm Arbeiter zum Streik bringen. So haben dieserhald, wie wir schon erwähntm, die Maschinmarbeiter in der Fabrik von Körting zu Barmen die Arbeit eingestellt. Eine Einigung ist noch nicht erzielt, und es droht die Arbeitseinstellung eine langwierige zu werdm. An» Nordamerika. Von der Arbeitssperre in W Dort er Zigarrenf abriken find im Ganzen(mit F:» Iß 000 3ttriimen bf troffen.— Die RabI der in den 15 000 Perronen betroffen.— Die Zahl der in den � stallten beschäftigten Arbeller in dm verschiedenen Wjf zweigen hat sich seit dem Winter 1880, wo fie 24504'- trug, um 350 000 verringert trotz der starken Zunahme% völkerung. Von 272 Baumwollmfaktoreien find 36 IN schlössen, von 187 Wollfaktoreim feiern 55. Die Wollfau- der Nmmglandstaatm haben 51 000 Arbeiter entlassea der Textilbranche wird jetzt nur dreiviertel der Zeit. Allein im Staate New-Dork Riebt es 14 000 beschäftig Weber. Die Löhne find dort um 20 bis 25 Prozent Nicht besser fleht es in Kanada aus.— Die Zahl der in dm Vereinigten Staaten dürste kaum unter 50 betragen. DaS Gewicht der jährlich in dm Vereinigten geschlachietm Schweine beträgt 5000 Millionen Pfund, Werth fich etwa auf 400 Millionen Dollars beläuft- Einsuhrverbote Deutschlands und Frankreichs habt» Schweinehandel einen ganz bedeutendm Schaden denn die Ausfuhr von Schweinefleisch ist seit 1 850000 000 auf 400000000 Pfund gefallen. % Kr. 21. nue . Die Eon: .»«S Kereine mib Verlammlu«»- Der Kachverein der Etetudrucker und Lithoi Jielt am 21. d. M. eine Generaloersammlung im iafino", Holzmarttstc. 72, unter dem Vorfitz des Sie ««, der in lUptsächlich v ''te auffaßt. I iy vvu»-«jwftßp w»>✓*»» ,, ,, Schulz ab. Der Kasfirer erstattete den Kassenbericht u»i Da der st demselben Decharge erthellt. Darauf hielt Herr vt Uche Gebiet fi einen mit Beifall aufgenommenen Vortrag über gwmotck in mus". Der Vortragende schauung, die Welt Gebiet "u# in suchte nachzuweisen,� daß& gtab bricht, sei in sechs Tagen geschaffen,(K I°ttrag' sei, dieselbe habe stck. wie die Wissenschaft lehrte, nach>2?Mct)üre brii ........ Die Lehre, daß* Nachdem r ä K%% TM, Vrhrf. dah* Nathh-m' gebildet. Es gebe kein„Nicht«." Der wichtigste verbreitete Stoff sei Eisen, alle Sterne, bestehm au» Theilm dieses Stoffes. D..... durch Götter entstandene Welt auch wiederum£ TstMw Entv „Nichts" zerfallen werde, sei ebmfall» irrig,„du F den( ewig", fie ist stets gewesen und wird auch in alle j-J S0I«t aber,% weiter sein und bleiben. Refermt meinte, die Obersts!???..unterein '-" leit nur mit Waffer bedeckt!� �»Wnden Erde war in der ältesten Zeit Die oberschlestsche Moutauindustrie liegt bekanntlich schwer darnieder. Aber auch au» Waldenburg(Nieder- schlefim) kommt die trübe Kunde, daß in dm dortigen Grubm zablreiche Arbeiter entlassen worden find und noch weitere mt- lassen werdm. Doppelt schlimm find solche Entlassungen, wenn fie mittm im Winter stattfinden. Der Duxer Streit hat ein schnelles Ende erreicht. Beide Theile haben in einigm Punkten nachgegeben. Die vaumwo�sptnnerei i« der Schweiz befindet fich tn trostloser Lage. Ein besonders schlagmder Beweis dafür ist der jüngst stattgehabte Verkauf der Spinnerei Baden. Dieselbe zählt etwas über 30000 Spindeln, ist trefflich eingerichtet und verfügt über eine prächtige Wasserkraft. Die Herstellungskosten betrugen mindestens 100 FrcS. für die Spindel und noch vor zwei Jahren wurde der Spindelwerlh anläßlich d.S Auttritti eine» der Gesellschafter gerichll'ch auf 45 Frcs. angesetzt. Der Verkauf der Fabrik hat nunmehr zum Prerse von rund 30 Fr. für die Spindel stattgefundm. In Neapel ist ein Kutscher st reik auSgedrochm. Der- selbe dehnt fich auf die Pferdebahnwag.-n, Omnibus- und Last» wagen aus. Man sah am 20. d. M. auf den Straßen nur Privatequipagen und Hotelwagen, sonst keinerlei Fuhrwerk. sei zu entnehmen, daß die ersten Lebewesen Pflanzen seien, und au« diesen haben fich die anderen Wesen( Wenn wir tiefer in die Entwickelunz hinein blicken, II wir auf dem Scheidewege Geschöfe, welche zum {%»% Pflanze, zum anderen Theil dem Thiere ähnlich sehen� �."nd Aeii Geschöpfe, von denen man nicht weiß, ob## zu o-i&Z oder Stein einem find. anderen So gäbe' es%% Geschöpfe, welche ei»? °uf de» l ▼VV QU m lü Pflanze am von einem zum anverm iNerchopse, werae' sammmhang aller organischen Lebewesm nachweisen. v fe.? sächliche Zusammenhang aller organischen Wesen sei«.M.«auf schafttichen Büchern nachaewiesm.— Bei„Verschieden� baim l•■umet vom Vorsitzenden die Arbeitseinstellung von Priest�.' �aher- angeregt und betont, daß e» leider immer noch A-be!» welche da, wo andere Kollegen gezwungm find, die% zustellen, dieselbe wieder aufnehmen. Ein Redner trat Ausschluß solcher Mitglieder ein, welche auf diese We«� die Interessen des Fachvereins gehandelt haben. auf Beschluß der Versammlung die Herren Ne Baurath, Charia, Möhl, Lobiu», Franke, Graue, Schneider und Frohmann au» dem Fachverein aui Außerdem wurden für die Streikenden au« der- 100 M. Unterstützung bewilligt. Eine TellersammlurS,,. o». streikenden Handschuhmacher wurde veranstaltet. HieriU» ho, Eo mit dem Hinweis, daß am Donnerstag, den 18. F™~ lt demselbm Lokale eine Vereintversammlung statisinvcl donnernden Hoch auf die gerechte Sache die von ca. gliedem desuchte Versammlung aeschloffm. ArbeiterbezirkSvereiu„Unverzagt". D 26. Januar, Abends 8'/, Uhr, Versammlung im Herrn Jacoby, LandSbergerstr. 82. Tagesordnung � stellt fich der Verein zur fernerm Betheiligung an munalwahlrn. 2. DiSkusfion. 3. Verschiedenes. kastm. fl Große öffentliche Arbeiterinnen-VersamA Dimstag, den 26. Januar, Abend» 8'/, Uhr, in Ke� AndreaSstr. 21. Tagesordnung: 1. Vortrag de» stellrrS Herrn Hans Land über:„Die Weithscbäl Leben» in unserer Zeit". 2. Diskussion. 3. Verfehl Gäste haben Zuttitl. Gauverein Berliner Bildhauer. Dienstags, Januar, Vortrag de» Zeichenlehrer» Herrn 5lwul „Reliespnspcktive ficht f® ,eIb T so übe . Nun geht 6Ae% /«weit, währ st Sonntag»! Etlichen Ges und geistl ntagsruhe «elung des, Der Sonn 3.ßWchoiel ■ bringen für m 3. Ziehung d. 4. Klasse 173. Königl. Preuß. Lotterie. Zlehunli«cm*5. Januar 1386. Sur dt- E-Wtnn- Uder il 1 0 Warf ftnd den b-lr-ft-ad-» Nummern in Par-utheie txigefnat lOhue>«ewädr.) 28 128(S501 60 72 81[300J 268 5.11(5501 50 95 631 51 52(30O(.l 802 67 924 69 75 1550) 78 93 95 1 011 61(3001 75 159 6S 221 64 71 315 32 7177I30O0)495 65 i 69 73 13001 834 932 33"408:1 49 113 1630 33 57 82 244 75 82 325 70 466(30001 76 83 614 20 13001 58 91 730 75 94 96c 93 »022 52 169 245 308 41 70 416 16501 18 73 538 64 87 16000) 667 60 67 (30-001 75 727 49 933 42 66 4044 75 121 30 71 94 261 64 633 1550i 62 ßOOl 602 7 731 72 910 19 5002 20 23(300) 60 130001 88(30001 92 99 171 72 273 389 484 533 57 77 (3001 97 697 749 804 7 18001 27 43 914 44 6056 65 122 36 66 217 302 452 676 733 808 32 940 7047 66 83 1 31 41 94 222 65 320 462 92 633 37 603 40(300) 762 78 846 47[3001 74 8009 11 33 56 I80OJ 92 210(150001 83[5601 300 56 659 91 722 913 16»021[3001 34 46 13o00| 92 266 92 366 439 69 97 15501 624 30 36 38[5601 68 72 642 45 770 864 77 949 XO021 44 70 83 131(60001 79 203 33 887 401 620 622 711 93 821 11076(30001 94 103 221 99(300) 350[550] 471 79 96 507 22 64 70 9t (3001 651 78 796 15601 819 925(1500) 60 1S141 57 220 26 66 346 90 91 96 477 79 593 682 704 13 891 997 130001 1» 29 34 42 46 68[15001 233 77 312 17 27(5501 39 57 486 511 28 635(3001 65 70 706 57 73 76[15001 82 810 29 49 55 3001 911[6501 30 65 92 1 4142 65 80 217 36 439 45 50 64 72 506 1300) 19 49 609 30 61 84 704 813[1600] 42 15019 48 65 83(3001 139 42 820 21 37 45|3oO] 50 471[16001 72 [3001 97 601 44 74(300) 737 945 76 90 I«042 122 29 99 215 308 41 411 29 94 510 12 24(3001 38 66 68 70 77 82 95 687 702 32 98 844 947 l 7016 35 60 116 204 53 57(1600) 315|300) 20 63 407 8 36 586 88 606 15 99 701 25 811 15 27 28 69 71 908 20 21(3001 82 89 I«' 22 27(550! 40 53 54 95141 97 246 333 413 69567 61 86 693 711 817 901 14 40(3001 67 1V048 81 113 15 21 87[300] 48 77(3001 78[660] 213 45(16001 339 63 80 544 637 84 766 89 876 77 86(300) 904(3001 »0017 21 28 79 147 210 44 399(300] 470 9 t 689 606 7 13001 33. 73 882 937 69 13001»1019 66[5501 110 1300] 44 213 32 34 318 61 439 7t 686 56 75 96 602 48 73 767 847 927 36 45 52 57 92(3001»»022 31 11 65 87 112 231 66 317 418 866 606 94 97 676 720 75(90000) 8» 824(550) 49 947»»013 141 219 48 84 348 80 617 19(3001 66 82 614 25 46 84 [3001 787 809 975»4013 47 62 80 81 162 216 36 44(30001 47 87 36: 90 489 684 672 761 828 31 913 22 »5146 63 78 207 130001 57(15001 319 64 446 556 760 95 829(30001 35 86 900 35 59"46039 72 75 115 23(15001 236 54 74 386 404 20 71 651 87[5601 94 629 83 719 96 817 69 96 934» 7025 60 188 92 211 8o 322 28 70 94 411 24 28[3001 46 55 618(15001 78 620 36[16001 39 67 702[300] 46 70(15001 806 28(300] 64 929»8006 29 75 110 26 81[3001 230 71 3.13 49 52 453 549 624 66 819 967»»006 66 178 217 314 300J 03 428 67 97 662 729 67 886 938 »•K 21 66 84 151 57 220 28 73 327(3001 66 402[8001 23 26 46 71 --------- o---- 41 3I003 514 97 600 28 __ 44 866 461 506 37 39 63(3üOO{_672 88 726 66 859 64 71 927»»012 44 48(3001 64 113 234 38 67 71 72(3001 91(1600! 96 99 302 83(1500] 99 410 64 681 6S 65 863 968,»4049 160(SOoj 71 84 97 266 76 94 307 412 46 617 36 76 675 768 842 938 56 »5033 139(3001 70 227 321 41 419(15001 34 528 58 654 726 93 94 911»0004 208(300] 10 80 84 322 65(30001 69 79 439 70 672 886 88 »«031 118 27 221 27 40 332(300) 38 464 88(3000) 636 90 763(650] 814 60(3001 903 30(550) 38»«012 46 131 301 88 93 454 69(1500) 79 633 40 60 625(550) 92 784 846 944»»031 93 109 32(3001 35 201 62 423 32 82 522(3001 77 93 628 48 701 43(300) 96(3000) 819 63(3000) 89(3001 40106 68 70 72 130 88[6601 71 77 245 11500] 318 36 38[300O1 66 411 39[3001 66 57 86 636 657 1300] 82[30001 747 86 87 846 74 933 61 66 67 94 41080 266 306 96 408 39 520 83 88 730 60 874 961 61 83 565 616 68(3000) 733 66(6 860 900 56 70 44011 14 i88 202" 11*62 67 SÄ �ol W�44%f«i% 220 07 79 346 470 512 64 74 88(1500] 602 18' 704 843 81 936 86 1» 24 45 90 170(1500) 88| 368 65 97 463 95 5�2[3000] 44 47 56 645 852 1 "m i! 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Dr. Heinrich Rocholl zu Köln über die Sonntags- im KSiiik bauni(n*rj" Broschürenform erschirnen ist und diese Frage rs v'ieindS Leite auffaßt�" �°°lischer, hyg enischer und wirlhschaftlicher E Z gAw > hrtt d» Stab kLJS?®eäu0 auf die Sonntagsruhe rückstchtsloS den ."*1, so lohnt es fich wohl der Mühe, näher auf den W«äs««»« rtl p « nlle ö» Partei ab»? �urnd des fortwährenden Anwachsens dieser H pfer« schen unt,«trotI�e die uralte Idee des Gleichseins aller Men- M fj: �'«nfchtnTfif»"''diißfctt und Treue, in der Ausbeutung der i funben bot r-ti1 der Inhumanität und Unbarmherzigkett ge« Arm und u wörtlich fort:„Die soziale Kluft zwischen "'—* s..c�.rl� /»II« färotiittt• ift |tab Broschüre' jffcn,% tinzutzehm. Daß in den Z iaten� die wir aus der Beien Bicken, zum ich' den Klassenkampf auS (44U übersteigt äußerlich schon alle Grenzen; fie ist eS0bW W ,u'L& geworden: fie droht> eiche reisen. Dt"*""'"' Zuß auf ben°«.�5�blt der„inneren Misfion", daß fie Ein. Der die Sonntagsfrage ein. meint, daß er bli der Unsumme ron Reden Bfeubett Graue, n aus] der amwiuWj . Hiev 18. F tfindet, i ion ca.' Dk#' i im dnung= g an f i mes.» ifg® ig des AK r» und iw„t'2»0mr meint, daß er ve» oer uniumme von meoen und(»ulj l en, welche übet diesen Gegenstand schon gehalten wo frieden worden seien, in eine gewisse Verlegenheit komme, »Die n.?"-!'den solle. Doch wolle er mitten hineingreifen. Öchnlii« n Menschen haben den Sinn für eine geordnete nicht ir, k0 l"'0"": üe kennen den wohlthuendenWechselvonRuhe teibUÄl' daher die Abspannung oderVergeudung der geistigen und baber„i, �äfte, daher die Hast, da« Leben allzuschnell zu genießen, der an auch der Niederschlag der widernatürlichen Aufregung, Ischl,» J�el an Hoffnung- PesfimismuS überall.— Da« daz Noll" �unntagSruhe ist eine wahre VerderbcnSquelle für dem hofft, daß eine SonntagSsehnsucht einmal aus -Bolke selbst herauskomme, damit diese in fittlich. sozialer umt so überaus wichitge Frage zur Volksfrage werde. «.l,/iun geht der Verfasser auf die seitherige parlamentarische telioi"? st. dieser Frage über. Er gesteht offen ein. daß die �'Wofen Gesichtspunkte die Berathenden in der Kommrsfion '«weit, während die sanitären und sozialen fie geeint hätien. 'e Sonntagsruhe sei auch in der That eine Forderung der tätlichen Gesundheitspflege(Bravo I) und bedinge die leib» und geistige Tüchiigteit der Bevölkerung; ferner sei die ntagSruhe?mi unendlich wichtigem Einfluß für die Ent- ««lung des Familienlebens.(Gewiß!) Der Sonntag als der fiebente Tag der Woche müsse frei i~Ü.gleichviel in welcher Weise der Arbeiter seinen Tag zu bringen für gut finde.(Sehr vernünftig!) „ vn Bezug auf die bekannten Reichstagsreden de« Fürsten i,„r � r fl der Redner aus:„Wir können unS nicht ver« ■ n, daß es in der ganzen Christenheit schmerzlich berührt 'N«aß dieser gewaltige Mann so wenig sympathisch %% ganze SonntagSsache fich geäußert hat, zumal er stet« ,, 20 27 Tt für Z»We SonntagSsache sich geäußert hat,. oi 2!>s, J ftüi«. n Freund der Sonntagsruhe gegolten und in einer feines Lebens ein warmer 9 13 536» ,00 % s M gewesen ist. Während wir Vertheidiger der unS bewußt find, wenn wir ihr i/jfö, die Ruh��lt die größte Wohllhat zu erweisen, wenn wir ihr 9. 7 Sonntag gesetzlich garantiren, behandelte der »FW S'ffl1 » , Dir mbiltiit Frucht gleich b�t ist eine echt türkische Speise und, sage« wir es Aber iZ?u*' sie rangirt unter den verbotrnen Früchte». vtro-b".°en Speiseoerboten de« Propheten wird man sie auch nuf dem Index suchen und in dem Alkora» steckt köfii�"" Sterbenswörtlein davon. Trotzdem ist'« ein« gar Sto. Jpprise und für den MoSlim hat sie eine« eigene« «sset v Ehrlich auch mit Recht! Denn je mehr Zhr davon feü',?to wehr behagt sie Eurem Gaumen und Ahr werdet i°hne befürchten zu müssen, daß Ahr Eoch sse»» Wagen verderbt. Freilich muß man de» Ruschat zu veit �"stehen, sonst kommt man zwar nicht in« Kranke«. »rii e*n— auf Numero Sicher. Der Ruschat ist it Ti"?"ne Speise, die nur figürlich gegessen wird, den» Borftil',, Teschwisterkind des dem Okzident mundgelSufigere» !i>>k» ch' lst der Terminna technicus für da« Anerbiete» �"beliebigen Bestechungssumme.„Ruschat essen" heißt er?».« Anerbiete» akzrptiren. Ruschat speist der Pascha, � Uber eine Lieft tu«« zu verfügen hat, der Richter, der verzwickren Fall urtheilen soll, Ruschat speist auch «1,« t? Rottes, der Kadi, wenn ihm eine heikliche An« ört hi t bie Quere kommt. In der ganzen Türkei ge- uewußte verbotene Frucht zu den Hauptkonsum. Xt„ türkischer Funktionäre und sie hat ihnen fast immer i�SLyi Rundet, mit Ausnahme einiger Ungeschickter, welche ß,. �.uschat nicht zu essen verstanden und deshalb auf Boi» sie» Quartier erhielten, wenn ihnen nicht gar er e n solides hänfenes Haltband um den Nacken ge« wurd». �luch m Bosnien ward Ruschat gespeist, aber Keiner »s cvT"«.»«« Koran eingeochst und jede Sure bi« auf riellb/«« auswendig wußte, ward ihm der Ehren« kää; Ii M Äli t 3� ReichSkantler dieses Verlangen nur wie einen Eingriff in die Rechte und das Vermögen derselben." Und nun zu dem Programm der inneren Misfion über. gehend, heißt eS in der Schii t wörtlich weiter: „Wir werden die vielfachin S'.immen urd For- derungen nach Sonntagsruhe nicht überhören, selbst wenn sie ihren Anfang nicht von unserem Grundprinzip aus hernehmen und mit unS in der Erzielung der evanselischen Eomrtagsheiligung nickt übereinstimmen. Christliche Männer können ja heut zu Tage nicht von vornherein für die die biblische Auffassung ein geneigtes Gehör finden; daher müssen wir uns zunächst auf den allgemiin menschlichen, humanen und hygieinischen Standpunkt stellen, zumal dieser dem christlichen ja nicht widerspricht. In der Gegenwart wird von Tausenden der Sonntag gefordert, indem das sanitäre oder hygienische Moment betont wird; sagen auch wir zunächst, selbst im Verein mit den Sozialdemokraten:„der Sonntag ist ein Postulat der menschlichen Natur"; das Volk und«in jeder einzelne muß schon um seiner Ge- sundbeit willen nach sechs Tcgen Arbeit im Schweiße deS Angeficht» einen Tag feiern. In der Sonntagsruhe beg'nnen wir Me eschen ein würdigeres Dasein zu ge> Winnen, als das eines LastthiereS oder des RadeS einer Maschine. Besonders nothwendig ist die Ruhe für den eigentlichen Arbeiter. Die gewöhnliche Nachtruhe ist allein auf die Dauer nicht genügend. Ohne SonntagS. ruhe verzehrt fich die Lebenskraft vor der Znt, Kränklich. keit und Siechthuin. nehmen überhand. Nach Dr. Muffay verlängere fich um Vr das menschliche Leben bei strenger Eonnlageruhe. Würde die Sonntagsruhe ganz abge» schafft, so verliert da« ganze Volk an Kraft, an Arbeits« fähigkeit und Wehrheftigkeit. Der Bischof von Hildes. heim sagte 1883 in einem vortrefflichen Hirtenbriefe: „Die Dampfmaschine kann ohne Rast und Ruhe im Be« triebe bleiben, bis fie abgenutzt ist; aber der an die Maschine gebundene Mensch bedarf der zur Erholung erforderlichin Freiheit, sonst verliert er seine Menschen- würde und reibt fich vor der Zeit auf. Es werden ja, und zwar mit Recht, die großen Vortheile gepriesen, die wir der Anwendung der Maschinen verdanken, es würde aber stcherlich kein Vortheil sein, es würde wenig der Würde des Menschen entsprechen, wenn Maschinen so kunstreich, daß fie beinahe Seelen haben, von Seelen bedient würden, die nur Maschinen find." Wenn Fürst Bismarck dem gesetzlichen Zwange abhold ist und die Sonntagsruhe auS innerm Antrieb der Arbeiter heraus gefordert haben will, so müssen wir in unserer Zeit unsere Stimme er- heben wie eine Posaune und zu einer Gemtinüberzeu« Sing zum öffentlichen Gewissen machen;„es ist eine anitätsordnung Gottes: am siebenten Tage Ruhe. Sie wird bestätigt durch die Postulate der menschlichen Natur, ja selbst durch die Natur des Thiere«, weshalb im mosai'chcn Gesetz das Vieh von der Ruhe nicht ausgenommen wird." Dann vernehmen wir noch au« der interessanten Schrift, wie die Sonntagsruhe auf dtm sozialen Gebiete, namentlich in den Gesellschaftskreisen, Segen und Heil verbreite, wie fie daS Familienleben segensreich beeinflusse. „Hören wir mit geschärftem Ohr den Nothschrei ganzer S-ände, wie fie fich nach dem glücklichen Fa» mtlienleben am Sonntag sehnen, welches ihnen durch die Pflichten, Arbeiten und unordentliche Sitten ge- nommen, wie fie zum Ersatz für da« verlorene Gut Lebensgenüsse aufsuchen, die ihnen, anstatt Ruhe und Erquickung zu bieten, nur ihre Lebenskräfte er trieben! Hi»r gilt es, die Wichtigkeit des Sonntags in sozialer Hinficht dem Volke als ein Sanatorium hinzustellen, vor Allem die guten Vollsfitten am Sonntag wieder einzuführen, wo fie verschwunden find und neue ins Leven zu rufen, wo fie nothwendig erscheinen!" Dr. Rocholl betont dann noch mit aller Schärfe, daß der Ruhetag aber ein gemeinsamer sein müsse und daß es nicht, wie einige Manchesterleute behaupteten, gleichgiltig sei, welchen Tag in der Woche der Arbeiter zum Ruhetag erhielte. In dem gemeinsamen Feiern des Sonntags gesunde daS Volk. Hadji und der Kadi benamste sich nun Hafiz Mustapha Hadsic« Ein ganz außerordentlicher Mensch, dieser Kadi. Kein AmtSkollege wußte, wie er, den Turban so flott zu fälteln, Keiner den Bart so würdevoll zu streichen und Ruschat konnte er essen mit einer geradezu beispiellosen Eleganz. Allerdings, das muß man ihm lassen, seine Klienten bestahl er nie, der würdige Mann. Gab so Einer Ruschat, aß ihn der Kadi, aber er vergaß dann auch nie, ein, nach Btfinde» alle zwei Augen zuzudrücken, oder falsche Gewichte in die Wagschale der Gerechtigkeit zu legen. DaS ging so lange Zeit und Niemand sah darin ein Arg. WarS doch im ganzen Türkenreich nicht anders und warum sollte man es den« dem armen Priester verarge« Der Staat blieb ihm mit Konsequenz von Monat zu Monat seine« Gehalt schuldig, nicht einmal m schmierigen Kaime'» zahlte er, und von der Luft kann der Mensch nicht lebe», da» sieht Zederman» ein. Da kam aber das Zahr 1878 und mit ihm die Oesterreicher. Sie zündeten keine Mosihee an, wie e« der Kadi prophezeit, warfen auch keine Minar.t» nieder, noch führten sie Türkenfrauen in die Sklaverei fort, aber sie gaben dem Kadi einen Gehalt von fünfundzwanzig Guide» monatlich und später gar vierzig per Monat; da« ist nun eine Summe, mit der man zwar i« Dubitza keine Equipage halten kann, sintemalen tS dort überhaupt keine giebt, aber leben kann ma» davon ganz prächtig und ein kleines Haremchen trägt e« auch. Jedenfalls hatte er nicht mehr nothwcnüiz, Ruschat zu essen und er that es nicht, wenigsten« nicht auf offenem Markte wie früher, denn die Oesttneicher bestraften diese Handlung mit so u'd so viel Jahren Kerker«. Ader man weiß eS ja, daß die am stretigsten verbotenen Früchte die arme« sündige« Menschenkinder am meisten lüstern mache«, zumal wen, der Versucher gar lockend au sie herantritt. Auch Hafiz Mustapha Hadjic» sollte der Versucher nicht fern bleiben. Der trat an ihn heran vor nicht allzu langer Zeit in der Gestalt de» Ibrahim Beg Zeric». Bemeldeter junger Hrrr war ei« etwa« windiger Patron, ein Großsprecher p&r excellence, der seine Goldfüchse auf die dümmste Art lo« wurde und sich während der Zeit, daß Dubitza die Ehre einer öfter. reichischen Garnison hatte, von den Ssldaien mit Vor» Dieser Satz verdient ganz besonderen Beifall. Daß die Pulverifliung der Gesellschaft in Beziehung auf Arbeit und Erwerb von Uebel ist, wird ja schon in weilen eisen zugestanden, daß aber auch die Pulrerifirung der Gesellschaft in Beziehung auf d n höheren Lebensgenuß und die geistige Er» Hebung ruinös wirkt, da ton haben noch die Wenigsten eine Ahnung. Dann liest der streitbare Pastor der StaatSregierung noch« malS den Tf Eine' Markthallen und Brücken und über die Ueberweisung ver Nachm leihe auf die einzelnen Anleihez-vecke vor. uiranspoitg Zu Zwecken der Armen-Unterftützung find bei Kutsche, Haupl-Strftungskasse im Monat Dezember 1885 eingegaiigsder Louis A. Vermächtnisse und Geschenke: 52412 M. 37 Pf. B.»Mähen Trot Kvllelten-Geldern: 852 M. 25 Pf. C. AuS schiedimänniMmer der b V-raleichen, Konzesstonen»c. 303 Mark 43 Pf. In Euw�von seinem 54073 M. 10 Pf. Mlichsten Petitionen find bei der Stadtoerordneten-Versamtri-ttMen Angl' eingegangen: Wegen Asvhaltirung der Krausenstraß« zuWom Wager der Jerusalemer- und Kommandantenstraße.— DeSgl. MDunmehr sc Asphaltirung der Schmidtstraße, dagegen petitionirt der gellen stand der Baptisten-Gemeinde wegen Herstellung eines gerö.' g# Geftai losen Pflasters nur vor der Kapelle der Baptisten- Gemein� N an dem derselben Straße. Ferner wird petitionirt wegen baldiger. i�«udleute angriffnahme der Kanalisation des VIII. Radial-Syl���gen Nie (Moabit).— Desgl. wegen Neupflasterung der SebastiaaMfvun eiligst Pflasterung der Straße Vlll.(Hinter den Zelten). ASph�Mge der der Prenzlauerstraße, der Neuen Grünstraße und bei rung Michaelkirchstraße vom Michaelkirchplatz bis zur KopnickerBk�arklwag-n und w'gen Regulirung und Beleuchtung deS Platzes zaW�°ululscher Kottbuser Damm, Bodo-, Schönlein- und Lachmannstraße., �ig« Zell Neue Gemeindeschule». Der Stadtverordneten-� leiten! Vorlage»! zugegangen, betreffend die€jfr«fizu er Gemeinde-Doppelschule in der Mühlrf-'. ver -''«Ä.MK sammlunz find zum Neubau einer___________ Nr. 49/50; zum Neubau einer Gemeinde-Z Grundstücke am Tempelhofer Ufer 2, und___ katholische Gemeindeschule und ein Rettorwohngedäude<�?�>nann dem Schulgrundftücke Bernauerstraße 89— Stralsu� jj� �it j straße 70. raubende 5 rot Lokale». Wie beim Militär alljährlich eiue Parade ¥ fo�%* findet, so find die Droschkenführer durch das Reglement* zroanu',./ 20. Januar 1873 ebenfalls verpflichtet, fich alljährlich i» S8* Zeit vom 2. Januar bis 50. Februar beim Kommissariat« besitW� I öffentliches Fuhrwesen zu gestellen, zwecks Abstempelung' ch», n Fahrscheine. Diese Vorstellung wird gewöhnlich— 0t'W Parade" genannt; denn jeder Kutscher muß mtt voll vorschriftsmäßiger Livree erscheinen; die Abstempelm.«, v,w Fahrscheine erfolgt nur dann, wenn die Livree der Kutscher' h,, s den Beamten geprüft ist. Die Livree muß vorschriftsm«„Lieber braucht aber nicht neu zu sein. Da nun viele Kutscher gW datz fie mit neuer Livree erscheinen müssen, so kommt es* öfters vor, daß solche von den Verleihern geliehen wird' die Beamten getäuscht werden. Es sprechen aber auch � andere Umstände für eine solche„Täuschung". Z. 8-, Kommissariat für öffentliches Fuhrwesen befindet sich i» Lindenstraß?, im Mittelpuntt der Stadt; die Kutscher Droschkenbefitzer wohnen nicht alle im Mittelpunkt der( sondern zum giößten Theil außerhalb derselben; hat nB Kutscher, welcher vielleicht in der„Müllerftraße" oder ,,i surter Allee" u. s. w. wohnt, die Verpflichtung, nach M>. der Bekanntmachung des königl. Polizei-PräfidiumS, fich Abstempelung seines Fahrscheines zu gestellen, so muß# seiner vollständigen Livree eine Meile und noch darüber bis er zum Kommissariat g? langt. Daß dies erstens sehr ftändlich, ja sogar beschwerlich ist. wird allseitig anerkannt den müssen und zweitens ist eS für einen Kutscher, n' solchem„Aufzuge" durch die Straßen der Refidenz nicht angenehm, ja wir möchten sagen, eS kommt ihm �MNann ob er„Spießruthen laufen müßte. ES ist zwischen einea»f. daten, welcher auf kurze Zeit den„Vater Philipp", W.., Militär-Arrestlokal in der Llndenstraße, zu besuchen � einem laufenden Droschkenkutscher, welcher mit seiner o6w', digen Livree d-m Kommissariat in der Llndenstraße zufi�lunr bald eine Parallele zu ziehen, nur mit dem Uoterschiede, der Soldat alS Arrestant stets einen Untero'fizier Gefreiten als Transporteur bei stch hat. Unsere liebe? macht fich über Beide lustig und giebt Beiden einige mit auf den Weg. Aus all' diesen Gründen ist eS se ständlich, daß nicht jeder Kutscher, auch wenn:s seine so im Stande hat, daß er mit derselben als vorsch ist»' erscheinen kann, mit seiner eigenen„Kluft" die Varste llufl Abstempelung seines Fahrscheines bewirkt, sondern in kleidern und wie er gewöhnlich zu sagen pflegt, als„ in die Nähe des Kommissariats geht und dort bei einem leihrr fich vorschriftsmäßig„einpupp/n" läßt. Es wirk.... � hier wohl von selbst die Frage auf: Was ist d-r heißt, Vorstellung der Droschkenkutscher mit vollständiger Li»#*, /«unter ftf ':r Fahrschiine? Diese Frage wird fcWi Ilittei» Parade" genannt; denn icder Kutscher muß mtt vollst«! ��chft�mWgerLioceeerscheinen�die�stemve�U� SeKß 0 fruchte 1«8 a SSI& fiSroetse oft an Ei Arbeite ? Mark v« «ts Lohne, N dieselbe � ihr Wo: �igen Ja U wert brau, Abstempelung der Fahrschiine? Diese Frage ' Ptiftelr beantwoften sein, ist dieselbe aber zu beantworten und UÄ Zweck damit verfolgt werden, so müssen wir konstati der Zweck ein verfehlter zu nennen ist. Will man „Verleiher" solcher Livreenücke vertreiben, um zu vertstMA u,. daß auf diese Weise der Behörde tein„Schnippchen" ß'W sg �,. Dar gen wird, so werden fich dieselben anderweitig etabliren. v vi:,,;'1 in selben gänzftch zu verbieten, Sachen resp. Livreestüch, k Droschkenkutscher»u verleihen, geht ebenfalls nickt, J dcm nach der Gewerdeordnung frei steht, ein GeschO betreiben, sobald er eine polizeil'che~ Steuer hierfür entrichtet. Da stch' Weise nrcht« ändern läßt, da der Zweck aber bei dem Verfahren und dem jetzt bestehenden System thatsächlich� lisch gemacht wird, ist eS wohl nicht fo Unrecht, wenn ßy Vorschlag machen:„eine Aendsrung in Bezug auf do�l ! WWWWWW l-iWei.... . Konzession befitzt und A Da stch alw vorauSstchtlich awLi a herige Verfahren", dahin zu ändern," daß die Fahrscheins 'tändiger LWg' Nrrri hf«, @*3 ohne das Erscheinen deS Inhabers mit vollst gestempett werden." Die Kontrole über voischritts Livree der Kutscher erfolgt tagtäglich durch die Beaww'. Kommissariats auf den Straßen und an den Haltepl« i_____ der Weise, daß wir dieselbe in Bezug auf die BekleidU� j mii vollständig ausreichend erachten. Und wir glauben„z�Zterlim zu behaupten, wenn wir sagen, daß, wenn unser Vors»',,/ Fr zuständiger Stelle akzeplirt würde, dieS ein Fortschritt h, 5«1), Gebiete des öffentlichen Fuhrwesens sei. Der Behörde � gen, ein Theil Arbeit abgenommen und diejenigen Kutscher, Jtm L/wen i sich zur Abstempelung der Fahrscheine der Verleiher dem* �"gunge, würden daS hierfür zu zahlende Geld schön in der Zürt bete halten. Denn Manchem mögen die 50 Pf. oder 1- sehr schwer werden, von seinem Verdienst und dem der Familie die Summe abzustreichen; er ist aber, oben schon angeführt worden, der Bequemlichkeit wegen� wiesen, es thun zu müssen, weil er in der THit mehr' würde, wenn er seine Livree 1 Meile und da-über tragfts� besonr gern Will man erstens den Beamten und zweiten« den °g eine Erleichterung verschaffen, so ist unser Vorschlag rin, zu unterschätzender Fingerzeig dazu und wir geben Uederzeugung hin, daß derselbe an zuständiger Stelle geneigte Erwägung gezogen wird.@0� Das neue polizetltche Leichen» Schanbaus auf dem Grundstück Kommunikation am Neuen Th# viz ist am letzten Freitag Mittag durch d e Mmtst:rla>, kommrsston offiziell dem Polizei- Prästdium übergeben n>„ Der Uebergabe wohnten bei Herr Inspektor KluthmanN' a dessen Aufftcht der Bau ausgeführt worden, der den v1, leitend« Bauinspektor Dilmar, ferner seitens d-s kom»� Po'izei PräfiviumS der Dingent der sechsten Abtherlun« Pückl-r, Geh. Medizinal- Rath Professor Dr. L'w�. Knminal-Kommissar Mühsam alS Dezernent für daS�pls Kommissariat. Bei der Uebernahmc wurden, wir � keinerlei Mängel konstalirt und steht daher zu hoffen, bereits vor 10 Jahren, im Jahre 1875, wegen der W Ä Ofleiotbnr Ä". l I behalt Kii>trschnckl,chen Zustande rweiierung auib ,» allnnächstir über b.e«veiden wird. ten, der n«', in der alten Morgue geplante Neubau Zeit seiner Bestimmung übergeben «r" kingegaiW« LouiS imgehörlges Individuum fiel, welches auf dem % � k?ir'*25 Dirne in gröblichster Weise mißhandelte. itdsmMNiMmer der b»den Kutscher versuchte den Schläger durch Zurufe In Hum-- vn snnem Vorhaben abzulenken, was ihm jedoch nicht nur die ra 0Srfti L �Q mn auä ktnem nahe gelegenen Keller stürzten und u-Gemein� � an�dem Gefechl betheiligten. Glückliche! weise trafen mehrere adial 4 x Bastian________ i_„w n). der Hauptschläger herauszulangen. D.r Änstitter raße unbMugel,» benahm fich jedoch so renitent, daß er, auf einen KopmckerM� rnwMen geladen, zur Wache geschafft werden mußte. Beide layes M�uwtschtt waren arg zerschlagen. Der eine soll sogar auf innstraße�j�fi« jS�arbettsunfahig sein. Die Louis, welche mit Roll� """"«Li„-8 JUO( Njjj Mühle»ß�,�.�� verhafteter Kinderfreund. wrdneten� �n seitens der Kutscher abgewehrt wurden, sollen übrigens Zugerichtet sein. Mühle»��. Lerhafttter Kinderfreund. Ziemlich großes Auf» "regt. H. hatte flch durch seine auffallende Ltebens. EtralsB Umaelni!.! �8«» Schulmädchen schon seit länaeier Zeit in der ziemlich verdächtig gemacht. Angestellte Recherchen iWki öS Po�zei und der Schüfe brachten geradezu haar> von zu Tage, infolgedessen H�sofo t in Hast ge- Zarade � ford�' Unglückliche Liebe hat wieder ein junges Opfer ge« AI 5%f f rmrssarrat[ beßätiar, �. schweren Vergiftung eingeliefert. Diese Annahme empelung'»lntc IX T bei der Untersuchung, die das Vorhandensein ch SSrnpim» Menge von Zuckersäure ergab. Eine AuS. »st vollst� Näd»«? bheb ohne Wirkung, und eS ist keine Hoffnung, daS empelung dem eViM?m Leben zu erhalten. Ueber die Veranlaffung ,u -r Kuti-bell der �versuche gab ein Zettel Aufschluß, den man in rschristsmi„Lieber � Kleides fand; darauf standen die Worte tscher gm» mmt es' v, lebe wohl, vergiß mein nicht!" :n wird' ber aud) f' Z. stch in Kutscher t der Gerichts-Jeiwng. hatte rn* 9'" Gefährdung eint« Eisenbahntransporte« Sanoirm Astern vor der Strafkammer des Landgerichts Ii der h«- CK y Hoffmann zu verantworten. Durch Ver- hXi null1! OftbahrB!.®cnannten war am 8. September v. I. auf der >hor einem f � in der Nähe von Lichtenberg ein Packwagen auf v,,,- Geleise stehend von einer Lokomotive erfaßt. f%er brnvuf erfolgten Zusammenstoß war ein Lokomotiv> �stallen ��5" jenem Packwagen geschlafen hatte, offonZ, w'"W«r tn jenem Packwagen gejchiajen yarre, heraus. i Lnf!" und körperlich beschädigt worden. Der Lokomotivführer tz.. w-uchte nun von der königlichen Eisenbahn-Direktion 1 bieä f'h8°uf Grund des Haftpflichtgesetzes Entschädigung und oder nach Mi uns, fili i muß er arüber itnK biesT'i8 uuf Grund des Haftpflichtgrsetzes Entschädigung und merkan« t � mhrte in weiterer Folge zur Erhebung der Anklage gegen y G-« girmeister wegen Vergehens gegen§ 316 R.-Etr.» btnj iW' XbJ"-— Der Gerichtehof erkannte gegen den Angeklagten ihm v��ffMann auf 2 W o ch e n G e f ä n g n t ß. n ernefl*� das buchen mer vi nße zul :rschiedt> % vziale««»d Arbeiterbewegung. die Schneider Berlin«. Kollegen! Die Hand. JifiSroetfe der Glaceehandschuhfabrikanten veranlaßt uns, ein svott an Euch zu richten. Die Fabrikanten hatten, nachdem ?k Arbeiter(welche bei 10, bis 12stündiger Arbeitszeit, kaum Mail verdienen konnten), im November v. I. Erhöhung � Lohnes verlangten, die Forderungen als gerecht anerkannr c i..«ckt. T dieselben bewill'gt. Aber wie lange die Herren Fabrikan» f"*1.. Ji"l ihr Mn.t Mellen beweist, das dieselben am 24. Dezember rsch ist rstellur im in als i einein Ii wirst. ur »stattreib� ihr Wort hielten, beweist, daß dieselben am 24. Dezember °%n Jahres den Arbeitern erklärten, nach dem neuen ?uf werde vom 2. Januar cr. nicht mehr bezahlt. sWlfm Verhalten der Arbeitgeber gegenüber haben die v.�Uer am 4. Januar cr. die Arbeit eingestellt. Unti?! Diese Thatsachen sprechen für steh selbst 'ii,,, brauchen wir weiter keine Worte zu verlieren. zubeißt es Handeln,! indem wir die zirka 100 Streikenden 80 Familienväter) mit allen uns zu Gebote stehen. m'In unterstützen. Kollegen! Wohl wissen wir, daß d-r � �lschäftslage selbst eine traurige ist, aber das Gefühl >5 •T,:% yv«m* ui Uns»,. Mn unterstützen. Kollegen l b-,«Tischäftslaae selbst eine trai...„........ nan'aÄ' �-j�uvarität gebietet uns, mit unseren schwachen Kräften l ver chen" bliren. % itzt un»» lich auf dem i ichlich uW der F�Irbeiter zu unterstützen, welche durch da? Verhalten W"egemU'nien veranlaßt, jetzt HA....... �ber'sq Gelder� an den Kasfirer des FachvereinS Herrn f T"'«t...........■ arbeitslos auf der Stiaße ' Sammlungen ■�"noih eldrr an den 5...!... � dllkg�Kenzel. Zimmcrstr. 86, Hof I gelangen zu lassen. Mit. 9. A. Acm Gruß der Vorstand deS Fachvereins der Schneider. '■ �ul Frenze!, Schriftführer. veranstalten und Dritte und Nersammlnngen. Eine Generalversammlung der Zimmerl-ute venn rff da %_ aXlUteii �°on Berlin fand am Sonntag Vormittag in rwä«'11!* 8>c>r a."lann« Salon", unter Vorfitz des Herrn Seitzt statt und »|«VÄ'%nÄanS uÄ&S % L A i, J!")' sowie die ausschließliche Kompetenz> Anerkennung 0$ von der Gesammtbeit der Berliner Zimmeraesellen heßiC'' �bino,,L Lohnkommisffon zu Verhandlungen über die Arbeits- aarAaA&a @,2 boaonnen hat. Dagegen konnten und können � nerdi'1", �ichtioe�? achinationen nicht aufkommen. Zum Beweise der , des Gesagten wieS der Redner auf eine während lCr"olhig und wünschenswerth erklärten, Ut der vnn„rr� mr von anwesenden Meistern amm ver � M-MMZ Außenbezirke der Etadt überzeugend motivirie und zum Anschluß an den Verband aufforderte. In der darauf- folgenden lebhaften Debatte erklärte man fich allgemein mit dem Referenten einverstanden. Der Maurer, Herr Behrend, welcher der Versammlung als Gast beiwohnte, ergriff die Ge- legenheit, um der Bestiedigung Ausdruck zu geben, deren das neueste Vorgehen der Berliner Zimmerleute auch in hiefigen Maurerkreisen stch zu erfreuen hat. Die Versammlung beschloß alsdann die Begründung des Lokalverbandes für Berlin W., dessen provisorische Konstituirung hierauf vorgenommen wurde und dem sofort über 100 Mitglieder beitraten. Schließlich wurde noch zu Gunsten der streikenden Lederzurichter und Loh- gerber eine Tellersammlung veranstaltet, welche 24 M. ergab. Auch theilte der Vorfitzende mit, daß die erste Versammlung des neuen Lokalverdands Berlind, am nächsten Freitag in Gründers Salon, Schwerinstr. 26, stattfindet und am nächsten Sonntag, den 31. ds., Ml?., im Bielefeld'schen Lokale in der Hasenhaide behufS Gründung eines Lokalverbandes für die Zimmerer des EüdcnS von Berlin eine Generalversammlung des betreffcndin Theils der Berliner Zimmerer abgehalten werden wird. Gauverei« der Maler. In der Versammlung, welche Dienstag, den 19. b. M.. Alte Jakobstr. 83, tagte, hielt, nachdem der Vorfitzende Herr Retzerau dem dahingeschiedenen Hofbaurath a. D. Demmler einen Nachruf gewidmet und die Anwesenden das Andenken an den Verstorbenen durch Erheben von den Sitzen geehrt hatte», Herr Schweitzer einen Vortrag üver„die Ucbervölleiunasfraxe". Redner legte der Versamm- lung dar, daß eS irrig sei, zu behaupten, es seien zuviel Men. schen auf der und Wrlt daher die Roth unter der Arbeiterklasse. Er suchte nachzuweisen, daß es bei richtiger Bewirthschastung der Erde auch an Nahrung nicht mangele, selbst wenn die Be- völkerung fich noch mehr vermehre. Er bezeichnete das südliche Rußland, Ungarn, Italien und Spanien als die fruchtbarsten Länder Europa?, in welchen trotzdem die größte Roth unter der arbeitenden Bevölkerung herrsche. Das liege daran, weil der G.undbefitz fich in den Händen Weniger befindet. Amerika könne ebenfalls noch einen enormen Zuwachs von Menschen ausnehmen und ernähren. Redner be» grüßt den von der sozialdemokratischen Fraktion einge- brachten Ardeiterschutz- Gesetz- Entwurf mit Freuden. Die Roth der Arbeiter könne nur durch eine gründliche soziale Reform beseitigt werden. Zur Diskusfion sprach Herr Retzerau und wieS nach, daß die große Ardeitslofigkeit nicht ein Zeichen der Uebervölkerung sei, sondern die Schuld liege daran, daß die Arbeitszeit und Produktion nicht geregelte seien. Die Maschine komme heute nur dem Kapitalisten zugute und mache den Arbeiter brodlos. Durch freie Vereinbarung könne der Arbeite! heute nichts erreichen, daher müffe er mit Hilfe der Gesetzgebung eine Besserung herbeizuführen suchen. Nach einem Schlußwort des Vortragenden, welcher seine Ausführungen unter großem Beifall der Versammlung schloß, wurde beschlossen, BilletS zu ermäßigten Preisen für Badeanstalten, Aquarium, Panoptikum ic. zu beschaffen, und dazu ein Komitee gewählt. AlSdann machte der Vorfitzende bekannt, daß der Vorstand des Verbandes eine Generaloersammlung zu Ostern nach Hannover einberufen will. Dies wurde von der Versammlung für zweck« mäßig anerkannt und beschloffen, zur Deckung der Reise- diäten der Delegirten und der weiteren Unkosten einm Extra- beitrag von 30 Pf. pro Mitglied im Monat März zu erheben. Ferner wurde bekannt gemacht, daß jetzt eine Fachzeitung vom Verbände gegründet worden ist, welches bis Ostem Monat- lich einmal, später alle 8 oder 14 Tage erscheinen wird. Zu beziehen ist die Zeitung vorläufig durch den Kasfirer des Gau- Vereins Herrn Kißner. Herausgegeben wird das Organ in München unter dem Namen„Maler Vereins Blatt". Hierauf wurde beschlossen, die Herberge nach dem Lokale von Sodtke, Ritterstraße 123, zu oerlegen und am 1. Februar auch mit dem Arbeitsnachweis nach dorthin überzufiedeln. Die Vereinsoer- sammlungen werden jetzt in den verschiedenen Stadtgegenden, die Generalversammlung aber im Zentrum der Stadt abge- halten. Ein Vergnügen des Vereins findet am 13. März in der„Urania", Wrangelstr. 9 und 10, statt. be. Eine Versammlung der Arbeitslosen tagte am Montag, den 25. d. M., Vormittags, unter Voifitz des Buch- binders Herrn Michelsen, in Sanssouci, Kottbuserfir. 4a. Ueber 1500 Männer waren erschienen. Alle Äcwerke waren vertreten, doch stellten die Bauhandwerker das stärkste Kontingent. Herr Stadtv. Görcki sprach über die zunehmende Albeitelofigkeit, ibie Ursachen und welche Mittel dagegen anzuwenden seien. Auf allen Gebieten klage man über Stockung des Absatzes, über eine gewaltige Ueberprodultion. Diese Üebcrproduktion sei aber nichts weitrr als die verminderte Konsumtionsfähtgkcit deS Volke? und finde ihren schlimmsten Aisdruck in dem schrecklichen Elend der Arbeitsiofigleit. Ueberproduktion und damit die Arbeitslosigkeit sei unvermeidlich bei der henschenden Produktionsweise. Die wilde Konlurrenzjagd zwinge einen jeden Unternehmer, so billig als möglich zu pro- duziren. Dies fühle zu einem beständigen Druck auf die Arbeitslöhne. Eine Einschränkung der Frauen- und Verbot der Kivderbeit würde die Zahl der Arbeitslosen vermindern. In derselben Richtung würden das Verbot der ZuchthausaibUt und ein Maximalarbeitstag wi-ken. Allerdings würden selbst solche gesetzlichen Eingriffe das Uebel der Arbeitslostgkeit nur mildern; zu beseitigen sei eS nur durch die genossenschaftliche Produktionsweise. Die Frage, wie der augenblicklichen Arbeits- lofiakeit abzuhelfen wäre, sei nur dadurch zu lösen, daß der Staat und die Kommune sofort öffentliche Arbeiten in Angriff nehm.nunddieAustühwng derselben nicht einzelnenUnternehwern, sondern der in Fachvereinen korporirten Arbeiterschaft übertragen. In diesem Sinne müffe eine Petition an den Reichstag ge richtet werden. Der Reichstag müßte ferner dafür sorgen, das die schwer drückenden indirekten Steuern, daß die Zölle au die Lebenimittel des VolkeS aufgehoben werden. Möge er endlich auch einmal das Hinderniß für die politische Bewegungs freiheit dep Arbeitels, das Sozialistengesetz, beseitigen. Die heutige Versammlung der Ardertslosen gebe Zeugniß davon, mit welcher Würde und Ruhe ficd selbst der beschafiigungklose Arbeiter nicht allein Verständniß für den Augenblick, sondern auch für die Zukunft bewahrt habe.(Stürmischer Beifall.) — Hierauf wurde sofort eine Resolution verlesen, zur Abstim- mung gebracht und einstimmung angenommen. Die- selbe lautet:„Mit den Ausführungen des Referenten vollständig einverstanden, beschließt die Versammlung: a. die Reichsregterurg aufzufordern alle geplanten Bauten und Un- ternehmungen tn der Restdenz sofort in Angriff nehmen lassen zu wollen; b. den Reichttag autzufordern, die Regierung zu veranlassen alle diese Arbeiten durch die Fachveretne und kor- porativen Ardeiterverbände mit Umgehung der Unternehmer durch die Arbeiter selbst ausführen ,u lassen; c. alle aus die Vertheuerung der Lebensmittel Einfluß habenden Zölle und Abgaben, sowie alle indirekten Steuern außer Kraft zu setzen; ä. alle die freiheitlichen Bewegungen der Arbeiter einschrän- kenden Bestimmungen, namentllch daS Soziallstengesetz s o f o r t aufzubeb n. zugleich aber auch die vollständige Organisatlon der Arbeit durch ein Arbeitet schutzgesetz zu beschleunigen; e. die ■1 zu begeistern, scheiterte kläglich an dem lebhaften Widerspruch der Versammlung und an den Ausführungen, mit denen Herr Görcki diese Anschauungen widerlegte. Herr Mitan wies darauf hin, daß die königlichen Pfandämter und Privatleihanstalten so überfüllt seien, daß sie keine Darlehen über 10 Mark gewähren.— Herr Dietrich macht auf die Schaaren von Arbeitslosen aufmerksam, die jeden Nachmittag in der Zimmerstraße stünden und aus die Ausgabe des In« telligenzdlattes warteten. Herr Berndt protesttrte gegen jeden etwaigen Versuch, dem Volke das allgemeine, direkte und ge» Heime Wahlrecht zu nehmen. Als nun Herr Retzerau in seinen Ausführungen auf das Gebiet der Religion überging, löste der überwachende Polizeibeamte die Versammlung auf Grund deS Sozialistengesetzes auf. br. Im Fachverein der Schlosser wurde in der Sitzung am Sonnabend(bei Gratweil) eine Kommisston beauftragt. einen Inhaber eines öffentlichen Lokals ausfindig zu machen» der geeignet dazu wäre, die Arbeitsvermittelung für Schloffer zu bewerkstelligen und stch bereit erkläit, zu jeder Tageszeit Adressen anzunehmen und Auskunft zu ertheilen.— Darauf wurden die Wahlen vollzogen. Herr Repke i wurde zum zweiten Kasfirer, die Herren Schwerdt, Schmidt und Feske zu Revisoren gewählt.- Nachdem dann der Bibliothekar über den Bestand der Bibliothek und über die Benutzung derselben während des verflossenen Jahres Bericht erstattet hatte, theilte Herr M ethe mit, daß der Redakteur der„Deutschen Metall«- arbeiter-Zeitung" fich bereit«klärt, den Mitgliedern des Fach' vereinS die Zeitung für den ermäßigten Abonnementspreis von 55 Pf,(statt 80 Pf.) zu liefern, wenn mindestens 30 Exemplare bestellt werden. Vor Schluß der Versammlung wurde noch ein Schreiben mitgetheilt, in welchem die„Freie Vereinigung der Lederzurichter und Lohgerber" um eine Unterstützung für die seit den 5. d. Mts. streikenden Arbeiter der Roßledersabrik von A. Seegall. Jüdenst-aße 37, bittet. Nach kurzer Dis» kusfion wurde für die Streikenden eine Tellersammlung ver» anstaltet. I« der öffentlichen Versammlung der Glaceehand» schuhmacher, die am Sonntag im„Universum" unter Vorfitz der Herren Wasnec und Kestner tagte, reserHe der Erstgenannte über dem Stand des Streiks der Berliner Glaceehandschuh- macher. Er sprach stch dahin aus, daß auf einen siegreichen Ausgang des Streiks zu hoffen sei, da die Zahl der zu unter- stützenden streikenden Kollegen dadarch, daß die Unverheiratheten Berlin verlassen haben, bedeutend verringert sei und andere Gewerkschaften der Streikkommisston Unterstützungsgelder zu- gehen lassen. Von der Mehrzahl der Fabrikanten sei der von den Gelellen aufgestellte Lohntarif ausdrücklich bewilligt wor- den. Keiner von ihnen habe gesagt, daß die Forderung eine» wöchentlichen Verdienstes von 18 M. bei einer lOstündigen Arbeitszeit eine unberechtigte sei. Daß die Löhne in Halber- stadt niedrig! re seien, sei richtig; aber eS sei ebenso richtig, daß in den meisten anderen Städten höhere Löhne bezahlt werden. als in Berlin. Am Schluß sprach Referent die Hoffnung aus, daß die Berliner Handschuhmacher von jetzt an mehr, als es bisher geschehen, zusammenhalten werden. An der Diskusfion bethciligten fich in hervorragender Weise die Herren Renn» tbaler(Steinträger), Dietrich(Putzer), Kunkel(Schriftsetzer). Michelsen(Buchbinder) und Krüger(Maurer). Alle gaben die Verficherung, daß die Gewerkschaften Berlins, denen ste ange» hören, bereit seien, die Handschuhmacher in ihrem be- rechtigten Kampfe gegen ih:e Arbeitgeber thatkcästig zu unterstützen und ihnen zum Siege zu verhelfen. Sie wiesen aber auch darauf hin, vaß das durch einen Streik Errungene nur dann für die Dauer errungen bleibe, wenn die Genossen der betreffenden Gewerlschaft in einer festen Organi- fation vereinigt seien. Die Handschuhmacher Berlins hätten demnach die Pflicht, das Versäumte nachzuholen, nämlich zu einem Fachverein zusammenzutreten und fich dem bestehenden Verbände der deutschen Handschuhmacher anzuschließen und außerdem auch an der allgemeinen Arbeiterbewegung, welche eine den beiechtigien Forderungen der arbeitenden Voiksklaffen Rechnung tragende Gesetzgebung herbeiführen will, fich zu de- theiligen. Als Hauptübelstande»m Gewerbe der Handschuh- macher, die durch eine starte Organisation zu beseitigen sein würden, wurden von mehreren Rednein die Hausarbeit, die Frauen- und Mädchenarbeit, die Akkordarbeit bezeichnet. Herr Krüger(Mauier) machte die Mittheilung, daß er und mehrere andere Kollegen im Austrage ihrer Gewerkschaft gekommen seien, um für dre streikenden Handschuhmacher eine Summe zu übergeben und um die Erklärung abzugeben, daß die Maurer gewillt sind,- durch weitere Unterstützungen den Handschuh- machen, in dem gegenwärtigen Kampfe gegen ihre Arbeitgeber zum Siege zu verhelfen. Das Eraebniß der Verhandlungen war die Annahme der folgenden Resolution:„Die Versamm- lung-rkart fich mit den Ausführungen des Referenten nicht bloß ernverstanden, sondern sie hält eS auch für ihre helligste Pflicht,»n dem emmal begonnenen Kampf- auszuhalten, bis der S»eg erfochten, st. Eingedenk der Unterstützung durch andere Gewerke, halt ste es für ihre Pflicht, in die große Ar- beiierbewegung einzutreten und zu dokumentiren, daß ste, nach RaKCS liRUite6 b"« Die Handlungsgehilfen aller Branchen werden durch ein Flugblatt zu einer am Freitag, den 29. Januar, Abends 8'/, Uhr, im Buggenhagen'schen Lokale am Moritzplatz statt» findenden großen öffentlichen-Versammlung eingeladen. Die Arbeiterschutzkommtjfion des Reichstags, die Abgeordneten von Berlin, sowie eine größere Anzahl kaufmännischer Korporationen und Vereine selbstständiger Kaufleute find eingeladen und haben ihr Erscheinen zugesagt. Da freieste Diskusfion gestattet ist. verspricht die Versammlung eine durchaus interessante zu wer» den. Die Tagesordnung lautet:„Was vnlangen die Hand- luvgsgehilfen vom Reichstage." Ueber die gesundheitliche Bedeutung der natur- gemäß-« LebenSwetse hält Herr Redakteur und Wander- redner M. Klein am Mittwoch, den 27. d. M., Abends 8 Uhr im großen Saale des CafS Feuerstein. Alte Jakobstr. 75. einen öffentlichen Vortrag. Zutritt für J-vermann frei. Zu diesem Vortrage find alle Arbeiter mit dem Bemerken eingeladen» vaß nach dem Vorttage freie Diskusfion über den Vegetarismus stattfindet. Nattonale Kranken- und Sterbekasse der Droschken» kutscher und verwandten Berufsgenoffen(E.H. 75). Dienstag, den 26. Januar, Abends 10 Uhr, im Saale des Berliner Hand' werker. Vereins. Sophienstr. 15, ordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Dechargeertheilung des Vorstände 2. Abänderung deS Statuts. 3. Wahl des Vorstandes, der Revisoren. 4. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt.(stehe Inserat.) Kranken-UnterstützunaS-Vund der Schneider(E.H.). Mittwoch, den 27. d. M., Abends 9 Uhr, Mitglieder- Versar. m- lung bei Gratwell, Kommandantenstr. 77—79(oberer Saal). Näheres am Mittwoch im Jnseratentheil. Auch können in der Versammlung Beiträge bezahlt werden, da die Zahlstelle Annenstraße geschloffen ist. Der Maskenball des Kranken. Unter» stützungs- Bundes findet am 15. Februar in der Berüner Ressource, Kommandantenstr. 57, statt.(Näheres flehe Inserat in der heutigen Nummer.) Oeffentltche Arbeiterinnen-Versammlung am Dienstag. den 26. d. M., Abends 8 Uhr, in Meyer's VneinShaus, Acker» straße 63. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Echriststeller Baake. 2. Diskusfion. 3. Verschiedenes.— Männer haben Zutritt. Berliner Turngenossenschaft(6. Lehrling,. Abtheilung). jeden Dienstag und Freitag von 8—10 Uhr Abends in der Turnballe, Zehdenickerstr. 17. sv. srfiVÄ iä&""" � Abend Uermischtes. Die mangelhafte Lüftung de» Mont-CeniS Tunnels hat mehrere Unfälle heibeigeführt, welche leicht die schrick- ltchsten Folgen hätte haben können. Vor einigen Tagen blieb ein Zug im Tunnel stecken, und alle Beamten desselben wurden auf ihren Posten beinahe erstickt gesunden. Das Gleiche ist bereits vor etlichen Wochen vorgekommen, und damals war bereits«in Zug in entgegengesetzter Richtung in den Tunnel eingelaufen, konnte aber glücklicher Weise durch auf die Schienen gelegte Knallfignale gewarnt werden. Ei« fideler Kaiser. Als Kaiser Siegmund 1414 den Rhein hinab nach Straßdurg kam, nahm er seine Wohnung im Lohnherrnhof in der Brandgaffe. Ein gleichzeitiger Chronist emhlt von seinem Aufenchalte daselbst:„In der Früh zur Mettzeit kamen die Weiber in diesen tzoi; und als der König Solches gewahr geworden, ist er ufgestandcn, einen Mantel um ich geworfen und barfuß mit den Weidern durch die Stadt getanzt. Und da er in die Kordengaffe gekommen, haben fie ihm ein Paar Schug um sieben Creutzern gekauft, ihm solche angethan, und hat der König als weiser, schimpflicher(galanter) Herr zugelassen wie die Werber mit ihm gehandelt, kam zum Hohenstege, tanzte und fügte sich in seine Herberg und rügte (ruhte). Am ZinStag(Dienstag) nach St. Margarethen Tag, als der König war sechs Tag zu Straßburg gewesen, da gab er dm Edlen Weiber auf güldene Ring, deren zweyer auch anderthalb Gülden Wert war und fure rm Schiff hinweg den Rhein hinab. Und die Frauen füren mit, wohl eine halbe Meyll Wegs in einem Wördt, und zereten mit einander." Auch eine Tournüre. Als der Paukenschläger des HoftheaterS in K. am vergangenen Sonntag nach dem Orte seiner Thätigkeit eilen wollte, suchte er vergebens nach seinem Instrumente. Man kann sich seine Aufregung vorst-llm, und als feine Frau von ihrer Nachmittagsgesellschaft heimkehrte, da fand sie ihren Mann in einem schrecklichm Zustande.„Meine Pauke, meine Pauke!" jammerte der Unglückselige; da er» röthete die Frau und hieß das Dienstmädchen auS dem Zimmer gehen. Dann strich fie ihm schmeichelnd um den Bart und sagte bittend:„Karlchen, sei nicht böse— aber Du hättest fie nur sehen sollen— diesen Neid! Deine Pauke ist da, da!" und damit wieS fie erröthend auf eine Stelle des Körpers, die wir nur anzudeuten wagen.... Es war das erste und letzte Mal, daß sie auf diese Weise den Neid ihrer Freun- Vinnen zu erregen vermochte, denn der Paukist wußte von nun an sein Instrument vor jeder Entweihung zu schützm. Zur Frage der Arbeiterwohnungen. Unter dem Namen Improved Indnstrial Dwelling's Company hat filb, wie dig tapezirt; jede Küche hat elnm kupfernen Waschkessel und einen Bratenrost, jeder Raum seinen eieganten Kamin. Die Fenster haben statt zwei, drei Flügel, deren unterster— um kleine Kinder vor Unglück zu schützen— für sich allein geschloffen bleiben kann. Außerdem befindet fich über jeder Thür eine halbkreisförmige Glasscheibe, die fich heben und senken läßt, so daß man, in einer Höh- von acht Fuß, einen Luftzug rm Zimmer herstellen kann. DaS Ventilationssystem mit doppeltem Zug des HerdeS schützt die Räume vor Rauch und hindert zugleich die zu starke Rußan- setzung im Raum; jedes einzelne Kaminrohr ist zudem diS über das Dach hinaufgeführt. Ein Beweis für die Nützlichkeit dieser horizontalen Ventilation ist die Thatsache, daß noch in keinem Falle ansteckende Krankheiten von einer Etage dieser neuen Wohnungen zur anderen übertragen worden find. Trotz- dem der Preis der Grundstücke in jener Gegend sehr hoch ist, hat doch j der Miether seinen eigenen Abort und einen kleinen Spazier- und Spielplatz. Der einzige gemeinsame Raum ist eine Badevorrichtung auf dem Dach des Hauses, über dem 6. Stockwerk. Um alle diese nützlichen Einrichtungen noch voll- kommener zu machen, bewohnt ein Direktor der Gesellschaft eins dieser Quartiere und überzeugt fich täglich, ob die Aus gußröhren, Adflußlanäle u. f. w. in gutem Zustande find. wir dem„Eentralbl. für allgemeine Gesundheitspflege"(4 Jahrg eine Gesellschaft ge 11 u. 12. Heft) entnehmen, in London... bildet zu dem rühmenswerthen Zwecke der Errichtung einer neuen Stadt in dem Londoner DistrM Joho, bestehend aus großen Gebäuden, die in 2, 3 und 4 zimmerige Wohnungen zerfallen. Ende August 1884 waren bereits 124 derselben fertig, zu denen fich 400 Mtether meldeten. Jede Wohnung — selbst solche mit nur zwei Zimmern— ist mit allem Nöthi- gem versehen: eine mit eigenem Schellenzug und Briefkasten versehene Außenthür führt von der Wohnung auf einen ge- meinsamen Hausflur. Der Raum zwischen der äußeren und inneren Thür enthält eine kleine Ausgußeinrichtung, einen Wandschrank, einen Herd und einen sehr praktischen Aschen- behälter, der, da er nur feine Asche aufnehmen kann, die Benutzer zwingt, keine schlecht verkohlenden Substanzen zu verbrennen. Die Wände der Zimmer find anstän- Kleine Mittheilnnge«. Lübbe», 23. Januar. Zwischen Ragow und Etrinkirchen bot fich am letzten Sonnabend den Schlittschuhläufern Gele- genheit, einen im Eise steckenden und immer tiefer finkenden Heuwagen zu sehen. Derselbe war beim Transport über die schwach zugefrorene Hauptspree durchgebrochen, hatte fich nach der linken Seite umgelegt, wobei es dem Kutscher nur durch seine Gewandtheit, über den Wagen wegzuklettern, gelang, fich vor dem stcheren Tode zu retten, und sank nun umsomehr. als das Heu vom Waffer durchzogen immer schwerer wurde. Jetzt sieht man von dem ganzen Wagen nur noch das Hinterrad. Das Heu ist selbstverständlich verloren, und mit der Bergung des Wagens wird man bis zum Eintritt von Thauwetter war- ten müssen. Eschweiler, 19. Januar. Die ,,K. Vztg." erhält von hier die sensationelle Nachricht, daß Holzhauer gestern Morgen im Walde auf einem Echeiterhause die angebrannte Leiche eines 23jährigen B iefträgers fanden. Der Schädel war zerschmettert, außerdem fand fich in der Brust ein Stich vor. Die Leiche war beraubt. Von den Thätem fehlt jede Spur. Eschweiler. 20. Jan. Der Mord an dem Posthilfsboten aus Eschweiler-Aue scheint, so schreibt man dem„Echo", weniger ein Raubmord als ein Racheakt zu sein. Der so schrecklich um's Leben Gekommene stand nahe vor seiner Hochzeit. Die Obduktion hat ergeben, daß außer mehreren tödtlichen Schlägen am Kopfe auch noch ein Stich mit dem Messer in eine Seite ausgeführt worden ist. Hierauf ist der Todte auf einen Reifia- Haufen geschleppt, seine Kleidung mit Petroleum getränkt und in Brand gesteckt worden, um so jede Spur von demselben zu vernichten. Dem Vernehmen nach find 2 Personen, ein jüngerer und ein älterer Mann, als der That verdächtig eingezogen worden. Sohra« O. S., 18. Januar. Ein schwerer Unglücksfall ereignete fich beute bier. Eine Abtheilung Rekruten, 12 Mann, hielt in der Reitbahn unter drm Kommando eines Unter- Oifiziers Reitübungen. Da stürzt plötzlich das ganze Dach— ein Hängewerk auf Gußeisenstäbm— unter furchtbarem Krach herab und begräbt unter Balken und Eisenstäben Reiter Kf» 2 v, Pferde. Der Unteroffizier und acht Ulanen erlitten r�-�-— oder minder schwere Verletzungen. Auch fast alle Pferde den vei letzt. Von einer herabstürzenden Lawine wurden W Nähe der Ortschaft Revucza im Liptauer Komltate am l Sonntag acht Bauern gelödtet. Am Montag beg' Gerichtopersonen, Aerzte und viele Bewohner der L auf den Unglücksschauplatz, konnten jedoch absolut nichts« richten, denn es log«ine ungeheure Sckneemaffe aufs« unter der die verunglückten Bauern begraben find. Die< name müssen dort bleiben, bis der Schnee schmilzt. AuS Sommerach in Unterfranken wird folgender tn Vorfall gemeldet: Ein junges Mädchen, das vor Kurzem k Geldbörse mit 10 M. Inhalt fand und diese sofort zuri wurde beschuldigt, aus der Börse 5 Pfennige genoir baden und wurde auch vom Amtsgericht zu einem laßd verurtheilt. DaS Mädchen bat sich aus Gram üb« Strafe entfernt und man glaubt, daß es den Tod gesucht gefunden hat. Fiddtchow, 23. Januar. Mehrere Kinder, die von W. wiese hierher zum Unterricht kamen, fanden in einem einen Revolver. Während fie fich um den Fund stritten,� der Revolver los und die Kugel drang einem'Itthdirt die Hand. Die Waffe war noch mit fünf Schüssen gelad'z's s$aili Karlsruhe, 23. Jan. Ein Bahnhofsarbeiter wurde � Mark. früh, als er bei Einfahrt des Pariser Schnellzugs das überschreiten wollte, von der Maschine erfaßt und ihm � Füße abgefahren. Wien, 23. Januar.(Ein verunglückter Arbeiter.)*] Stürza, Klempnerg-hilfe, glitt heute ftüh um 9 Uhr, a# er die Dachrinne am Hause des Baron Albert Roih'child� gaffe 22. ausbefiem wollte, von der Leiter in der Höh«; wenigstens 12 Meiern und stürzte auf das Eteinpflast«, den Füßen auf; hierbei erlitt er eine Gehirn-.rschütiecunz- beide Unterschenkel wurden geradezu zermalmt. Die®v, splitter drangen durch die Wunden nach außen. Ter'an'an glückte wurde verbunden und sodann mittels Ambulanz«'.:, war auf die Klinik des Prof. Mosetig gebracht." �sunb�, Paris. 22. Jan� Gestern Abend brach in einer°°" Ateliers des Hauses N-. 42 der Rue drs trois Couron»� � wollen welchem Dampfkraft an kieiae Handwerker veimiethet V Auch beti Feuer auS urd griff, da eS überaus zahlreiche Nahrung müßten noch dazu das so feuergefährliche Celluloid fand, mtt"«iren—% Schnelligkeit um fich, daß bald die angrenzenden Werkst Auch und die einzige, nur 1,20 Meter breite Treppe des Hausdurch Bera„ hellen Flammen standen. Trotz der raschen und tbittrash� �" Hilfe von Seiten der Löschmannschaft und der Sich«sso daß W o agenten find 4 Menschen dabei umgekommen und 1«..-r wundet worden, darunter mehrere s.hr schwer. Eck r%" Wott zehn Uhr konnte das Feuer gedämpft werden. D« r«®ch hör gelichtete materielle Schaden ist ein sehr bedeutend« �ttqjagden '...................... UM Clever mehr alö dreihundert Arbeiter find durch vaS Unglück geworden. Kriefkasten der Redaktiott. b A. K.. Breme st.ahe. Die„Volksstimme" kost--�' �'e Alt Quartal 1 M. monatlich 35 Pf. anl Wochenabonnent R. H. Darüber ist uns bis jetz'*.«chon nichts Näheres bekannt.!,t1Wnem Tag '"•gemordet »erss Theater. D i e n st a a, den 26. Ja vhernhanS.. Die Walküre, in i a n u a r 8 Akten von Richard Wagner EchanfpielhanS. Tilli, Lustspiel tn 4 Akten von Francis Stahl. Deutsches Theater. Nathan der Weise. Wallner-Theater. Wieder-Eröffnung Sonn- abend, den 30. Januar 1886. Sammet und Seide, Lustspiel in 4 Asten von OSkar Blumenthal. Aestdeu?- Theater. Denife, Schauspiel in 4 Asten von A. Dumas(Sohn). Belle-Allianee-Theater. Ultimo! Lustspiel in 4 Asten von G. v. Moser. Friedrich» WilhelmstädttscheS Rafaela, Operette in 3 Asten Wolf. Walhalla- Operette«<- Theater. Theater. von Max MaScotte, burleske Operette in 3 Asten von H. Duru und A. Chivot. Teutral-Theater. Der Stabs- Trompeter. Louisenstädtische« Theater Die CarabinierS des Königs.(Novität.) Stttoria-Theater. Zum 3. Male: Däumling. Ostend» Theater. Das LooS der Armen, Lebensbild in 5 Akten von F. v. Stenglin. American• Theater. Große Spezialitäten- Vorstellung. Theater der Reichshalle«. Große Speziali- täten-Vorstellung. Kanfman»'« Variete. Große Spezialitäten- Vorstellung. Konkordia. Große Spezialitäten-Vorstellung. Alhambra-Theater. Wallnertheaterstraße 15. Die beiden Harfenmädchen. Charaktergemälde mit Gesang in 4 Akten von Emst Gallert. Mufik von Ludw. Bußler. Vor der Vorstellung: Er. Konzert der Hauskapelte. Anfang de« Konzert» Wochentag« 7 Uhr, der Vorstellung 7'/« Uhr. Anfang de« Konzert« Sonntags 6 Uhr, der Vorstellung 7'/, Uhr. Todes-Anzeige. Gestern, am 24., Morgens 3 Uhr, verschied nach langem, schweren Leidrn unsere gute Frau und Mutter Wilhelmiue Franske geb. Otto. Alle, welche fie gekannt haben, werden wissen, was wir in ihr verloren. Die Beerdigung findet am 27., Nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause Oranienstraße 4 aus nach dem neuen Tbomaskirchhofe statt.[542 Di« tiefdetrnbten Hinterbliebenen. Staatlich coiicessionirte Deutsche Kunstgewerbe- Lotterie. Danksagung. Allen, welche meinem verstorbenen Sohn bei der Beerdigung so innige Theilnahme gezeigt, insbesondere dem Herrn Meister Hukowitz mit seinen Arbeitern der Hoppe'schen Fabrik, sage ich im Namen aller Hinterbliebenen den auf- richtigsten Dank. 546 Mittn»« Löhde. «wtoMmkf* nl StnbeKiffe der Fabrik- � Hand- und anderer gewerblicher Arbeiter b. G. (E. H. D r e S d e u). Dienstag, den 26. Januar, AbdS. 8 Uhr, Mitglieder-Versammlung Manteuffelstr. 90. Tages-Ordnung: 1. Kassenbericht pro Monat Dezember. 2. Wahl des Kassenarztes und des gesammten Vorstandes(§ 20 Abs. 8). 3. Verschiedenes. Alle stimmberechtigten Mitglieder(auch weib- liche) Haien Zutritt. Neue Statuten können eingetauscht werden. 539 Der Vorstand. Ziehung in Berlin am 24-., 25., 26. Februar 1886 _ 5000 Gewinne im Gesammtwer he von flark. Erster Hauptgewinn; Salon, Speisezimmer, Schlaftimmer. Zweiker Hauptgewina: Wohnzimmer, Schlafzimmer. vritter HauptZewinu: Rococo-Salou. Vierter Hauptgewinu: Altdeutsche Trinkstube u. s.# Loose ä 1 Mark lt. Sctanmactaer, �etlüt 0., Königstr. 14a. Miedernerkaufer erhalt«« beste Kedingungen. Ausstellung der Gewinne Leipzigelstr. 107. Jedes Loos berechtigt zum freien Eintritt Täglich: KSnigsberger Fleck, ä{lottiou 25fb'«iiu.B i» Kestlwriit SkaUhnstrahe 18 bei Stramm. Ortskrankenkasse der Korbmacher. von» baden Wochentags Silttglett und find im Tbealerdureau(12—1 Uhr) gratis zu haben. , Passage 1 Treppe. 9 U- Morg. bis 10 U. Ab. Katser-Panora««. Eine Wanderung durch Florenz und Venedig. Eine malerische Rhein. Rette. Karolinen. In seln»c.«tne Reise «Pf.. Kinder nur 10 M. VereinSdilletS. Elegante Masken. Garderobe Fr. Panknin, Oranienstr. 178, t>. u. Ecke Adaldertstr. Heute, Dienstag, Abend» 10 Uhr, findet im«aale des Berliner Handwerker-VereinS die ordentliche General-Verfammlung der Nationalen Kranken- und Kterbekaste der Droschkenüntsther«nd verwandten He- rnfssenoste«(G. H. 75) statt. Tagesord- nung: 1. Rechnungslegung und Dccharge Er- theitung aus der Zeit vom 1. Juli bis ultimo Dezember 1885. 2. Abänderung des Statuts. 3. Wahl des Vorstandes und der Revisoren. 4. Verschiedenes. DaS Mitgliedsbuch legitimirt. 547 Der Vorstand. Der Maskenball des Kranken- Unterstützungsbundes der Schneider und verwandten Berufsgenossen findet am 15. Februar d. I. in der Berliner Nestonree, Kommandantenstraße Nr. 57, stctt. BilletS a 50 Pf. sind zu haben Zimmerstr. 30 (Genoffenschaft); Krausenstraße 11(Herberge); Bache, Annenstr. 11; Ekelt, Jannowitzbrücke 1; Mllnzstraße 2 im Zigarren geschäft und auf dm Zahlstellen bei Seefeld und Baum. 540 Das Komitee. Krankenmeldung, sowie An- und Anmeldung zur Kasse findet nur bei Herrn Scheele, Könige grätzerstraße 25, statt.— Gleichzeitig wird be- daß)'"' merkt, daß die§§ 14 und 61 nach Fassung der Generalversammlung genehmigt find. 545 Der Vorstand. lJ 1 w am Mittwoch, den 27. Jan., Abend« /shdj.-5� W „Zur Königsbanl". Frankfurtrrstraße W'ä tten C trag von Herrn Rechtsanwalt Hermdach#®nrr'eWe wl ...... willkommen- eines Mit Irtz.-Kkz.-Nttei» Süd-Ost. AT*""' �------------, SS Kz? 1 Febr. z. v Hof Ii. links. Mittwoch, den 27. Januar, Abends 8V» Uhr, Qdei-tltche Mitglieder-Versammlung in der„Urania", Wrangel-Straße Nr. 9—10. TaaeS-Orvnung: 1. Vortrag, z. D-Skufston. 3. Verschiedenes und Fragekasten.— Gäste haben Zutritt.— Reue Mitglieder werden aufgenommen. 543 DerVorstand. Arbeitsmarkt. Einen tüchtige« Horbmncherzest� auf Gcmatt verl. E. Voigt, Er fling Oeffeutliche Üetfammlit».-, desKultnrbnndr'b s" imet Flezirksver. d. werkty. Wollles der Schönyauser Dorstadt. Dienstag, den 26. Jan., Ab-nds 8'/, Uhr, Bersammlu«a Prenzlavee Allee 195,«che Danzigerftr. Blumenstr. ch- .«■ 9�1 Dcr uncntgeltliche»« Nachweis der"• Klavierarbeiter ..a. r.x.".'cht ei - I b-fi»det sich Sk-litzerstr. � aufgenommen. bei Stramm. v ein, Verantwortlicher Redakteur N Crouhetm in Berlin. Druck und Verlag von«at.Badwg in Berlin äW., Beuthstraß« 2