ÄtS»«. s;. s.— Gästt F—-- ntt icher Hodlcr, W Schnitts er, am 6 Keller's_ und Ziel« zlusston. 3. »er Fabrik- iale Berlin in Pasti'iä »er-Versam> swahl. 3. ittungsbuch* �aler Vorst« l- Versammle 1. JMcnte- 4. Fragest»� Dottnerstag, de« 28. Januar 1886. HI. Jahrg. Lrgan für die Interessen der Arbeiter. MittelstrajeL,.«-»»»«�»? Gäste fln) Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Monnementspreis� für Berlin ftei DaS„Berliuer ValkSülatt" ic|Hiv J.--o.iw JUIUIUCIIB UUBCI. Imm f irnu- uiiu ncinui �rteliäßrU 4 Btark, monatlich 1,35 Mark, i Mitgli«� ar'- Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Numn JBHI wöchentlich 35 Pf. Postabonnement itliche Mitgl� Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustrirter Beilage 10 Pfg. vräzise ß1'"!(Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1886 unter Nr. 769.) irr AußerordelA Januar, . s-wett R-u-l aenheiten ig dagege», Jnsertionsgebühr betragt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg. Arbeitsmarkt 10 Pfennige. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunst. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Erpedrtion, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen« Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Kenthstraße 2.— Expedition: Zimmerstraße 44. u Wisch«„ fiA""V W Alt.England ein große» und reiche» Laad s»iisch�7 Lechen; da» Königreich Birma ist von den eng- ift"ppen besetzt worden. Die Kunde, die von dort» polizeilich-'.�� u�drivgt, ist nicht geeignet, die so sehr schwankend »etter woch»�-»e Achtung vor den Zivilisationtbistr. Hungen Eng» flichtet w«Mt«ft�?..ebtn so prahlerisch ihrer konstitutionellen F�re� lung den% Natio�. � �bntaanieo rühmen, al» sie gegen halbzivilisirte ntziehen.» g. �rbarisch und brutal aufzutreten pflege». äi»'.Mt» I-*-- uhigen Vl — was dl ließ er es lolhj»"'' voen bei Beurtheilung der englischen Kolonial« isse«??/ jene„zarten" Rücksichten zu nehmen, wie ge. WMÄVW Die SuKWr das Auftrete« der Engländer in Birma oder vielleicht ab und zu eine Noliz siadet. Unserer Ansicht l»s>w J"19 Auftrete» ihren Hab«,» Adelnde Berichte od hatten und�'«ttne, versteck-e tadelnde verpflichtet Ärmlich g' vortrefflich.----.| Die Anerst l. � vorgehen" in der massenhaften und grausamen Abi n Falle i0* a.f 9 gefangener Birmanen besteht. der Krieg gegen Birma begann, konnte man ergerstr.»3. ß mmei erwarten. Die dort regierende Dynastie hat sich va! durch Grausamkeit ausgezeichnet: ei stand also zu »*.» daß sie an den in Birma lebenden Europäern sich aiaM � ei« großes Blutvergießen für den englischen Einfall 1" � werde. Allein da« geschah nicht und der englische Feldzug � Birma wurde zu einem sehr wohlfeilen Siege, da die Bir« ms besteht �.�Unter ihrem letzten König keinen ernsthaften Widerstand zu ann im �lt��thmen wagten. Das ganze Reich fiel in die Hände it Frieden"Engländer. Da gab es denn unter den Birmanen, ,., o,n#Se ifl01;!« schmählichen Niederlage, doch auch noch Leute, +fs m.fnVtytf Saterland nicht ohne Widerstand an den Feind aus« in her Best««el» fochten. Sie handelten damit genau so wie jene Zahlstelle� einst Alt.England nicht ohne Widerstand den in den I°ber de« Normanen ausliefern wollten, oder wie Wrangelstc- Dk��ssche», die sich nicht ohne weiteres drr Gewalt- '■)*** ersten Napoleon unterwerfen mochten. Ob die e auf alle aus Haß gegen die Europäer oder aus Unab« lasse vorit«etr,�'»gefühl so handelte», kommt hier nicht weiter in �''•(Bnbo fönnen daß st- W<»itmonat »crobe IeuillNon. Dunkle Gestalten. n8 aus dem sozialen Leben der Gegenwart von -"°�i Karl Ztelke. 116 > stand sie auf. Ihr liebreizende« Gesicht sah der Tod, aber au« den sonst so sanften MnKW eine wilde Entschlossenheit. Sie hatte ihr tzint,.� ileworfen, ihre Hände zerknitterten ihr feine« er» n?'®ie sah wunderbar schön au«, aber doch ganz >tt.'e gewöhnlich. Ihre Nasenflügel bebte» vor mäch- Erregung, ihre sonst so zarte melodische itm-"uh und hart. *' y. ich f.? Q'lch liebe den Mann gar nicht, ich verabscheue, . I 0 t ihn!" lität.. Kind, woher dieser plötzliche Umschwung, ich _ JA ItlnsiastA aße 4, Hot% on. 25£ kanisckier 'aficiß, »denerstr. n UltreN' ,, loldwaart» MMSSm Du mich nicht verstehst, e« ist mehr, e» ist um wahn« 'dre Tochter mit zweifelnde« Blick f», J, grglaubt,«tu* mirffirfi» k,>«««,«-»!k>.» ..... ,... �.. daß eine wirkliche Zuneigung ihre in —** mir �?rte �5?! ruhig wie möglich,„Du Wich daß Jch Deinen Worten gegenüber hattest Dich so bestimmt ge- InxtUW ßktt�n5°�lo« dastehe. Du mmm Mama, Du hast zu einer Unwürdigen von dem auf ihnen lastende« despotische» Regiment habe« befrei:n wolle«. Schön, wen» das aber wirklich allein der Fall war, so mußte man de» Birmane« selbst die Ordnung ihrer inneren Angelegenheiten überlasse». Statt dessen haben die edlen Briten in Birma ein SchreckenSregi» ment eingeführt, da» dem gestürzte» deSpottschen Regiment wohl so ziemlich gleichkommt. Sie habe» e« genau so ge- macht wie in Afghanistan, wo sie nach der Eroberung der Hauptstadt Kabul sich mit den unerhörteste» Greuelthate» befleckten und wochenlang unbarmherzig gefangene Afghanen mordeten. Die Birmanen, welche an dem„Wahne" leiden, daß Birma nicht den Engländern, sondern den Birmanen ge- höre, werden von de« Engländern, wen« sie in deren Hände fallen, durch Pulver und Blei hingeschlachtet. Dabei wer» den die Hinrichwngen mit raffinitter Grausamkeit ausgeführt. Wurde doch dieser Tage benchtet, daß die Engländer da« Vergnüge« haben wollten, die zum Erschieße« verurtheiltea Birmanen gerade in dem Moment photographirt zu haben, in dem sie von den Kugeln getroffen wurden. Die Todesangst der Unglücklichen wurde sonach um die Zeit ver« längert, die der Photograph nothwendig hatte, um seine» Apparat entsprechend zu richten. Wahrscheinlich mußte», um da«„Vergnügen" der Engländer voll zu mache», die Opfer auch in diejenige Positur gebracht werde«, die dem Photo- graphen passend erschien. So zieht die englische„Zivilisation" in Birma ein und so geht sie mit Leute» um, die da« Verbrechen begange« habe«, ihr Vaterland gegen einen Einfall von Fremde» mit den Waffe» in der Hand verthcidigt zu haben! Man kann nicht sagen, daß solch' ei« Verfahren klug ist. E« wird in den Herzen der birmanische» Bevölkerung einen Stachel zurücklassen, der nach Generationen noch fühl- bar sein wird. Uad die Engländer könnte» gewarnt sein, gewarnt an dem Beispiel Indiens. Die Grausamkeiten und Hätten, die englische Beamte dott ausübten, mußten bei dem großen Aufstande die unschuldigen Frauen und Kinder der Engländer büßen und die glänzendste» Siege der englischen Truppen, die nachher kamen, konnte» da» nicht mehr gut machen, so wenig wie die blutige Revanche, welche die Engländer an den Gefangenen nahmen. Wie nahe der Zusammenstoß zwischen Rußland und England in Mittelasien ist, das hat die letzte Affaire in Afghanistan bewiesen. Dieser Zusammenstoß, der eine« ungeheuren Ktteg in Asien entzünden wird, ist nur noch eine Frage der Zeit. Die Engländer werden in diesem Kttege von vornherein im Nachtheil sein, denn sie können sich auf ihre asiatischen Bundesgenossen schwerlich verlasse». Indiek, Birmanen uad Afghane« werden sich daran erinner«, wie gesprochm, ich bin nicht werth, daß ich«ich Deine Tochter nenne." Sie sagte diese Motte«it dumpfem To«, sie hatte ihr Haupt sinken lassen, und wie geistesabwesend starrte sie vor sich hin. „Regina!" rief Frau Wilson angstvoll. „Jawohl, Mama," fuhr Regina«it eisiger Ruhe fort, „ich bin eine Unwürdige. Du glaubtest zu Deiner reinen, unberührten Tochter zu sprechen, die Zeiten sind dahin. Ich bin kein Mädchen«ehr, de« Du Deine wohlgemein- ten mütterlichen Rathschläge geben darfst, e» ist vorbei. Ich habe Dir ein Geständniß zu machen, ein Geständniß so schwer, so entsetzlich, daß ich»« nicht«ehr zu ertragen vermag. Juliu» Winkler hat mich verführt. Nun weißt Du Alle«!" Mit einer wilde», leidenschaftlichen Zättlichkeit warf sie sich ihrer Mutter zu Füßen, krampfhaft umklammert» sie die Knie derselben. „Er hat mich verführt, Mama, ich habe seine» gleiß« nerischen Motten geglaubt, ich befand mich damals in einem Taumel de« Entzücken«, ich verstand ihn nicht, ich wußte nicht wa« er wollte, so geschah da» Unglück. O, heute fluche ich dieser unglückliche« Stunde, ich wollte, daß ich nie geboren wäre, die Schande erdrückt mich, ich wäre gestorben, erstickt an meinem Geheimniß, wenn ich dasselbe nicht hätte offen- bare« können. Ich Hab- nicht» gewußt von den Ge- fahren, ich kannte die Schlingen nicht, denen �ausgesetzt war al» ich jenem Mann eine Zusammenkunft bewilligte, heute ist e« zu spät, ich bin da, Werkzeug der geme.nen .... iT>. sie von de« Engländern behandelt worden sind und sie wer- den die erste Gelegenheit, den Engländern in den Rücken zu fallen, mit Freude» ergreifen, wenn der große Kampf erst entbrannt ist. Die von den Engländern unterdrückten und mißhandelte» Völkerschafte« werden die Russen al»„Befreie r" be- grüße». Traurig genug, wen« e» so weit komme» kann: aber man muß doch zugestehen, daß Rußland sich bei der Behandlung ftemoer unterjochter Volksflämme vorsichtiger benimmt als England. Schamyl und seine Tscherkessen sind nach ihrem langen Widerstand nicht ent- fernt so grausam von den Russen behandelt wordm, wie die Indiek von de« Engländern, von welch letztere« die ge- fanaenea Zndier bekanntlich an blind geladene Kanone« ge« bunde« und„weggeblasen" wurden. Man sieht, England thut Alle», wa» nöthig ist, um den Sturz seiner Weltherrschaft genügend vorzubereite». Darin ist der.energischs" S a l i« b u rn genau so eifrig, wie der„nachsichtige" G l a d st o n e. Wir werden sehe«. Politische Ueverstcht. Während die neue WirthschaftSpolttik von den Re- gierunaSvettretem im Reichstag in allen möglichen Tonarten gefeiert wird, mehren sich in gewerblichen Kreisen die Stimmen, welche dieselbe als eine verfehlte bezeichnen. So lauten die Urtheile über da« abgelaufene Jahr sowohl in den jetzt er- scheinenden Berichten einzelner Handelskammern, wie der Ham- durgrr und Kieler, als auch in den Geschäftsberichten der Vor« stände von Akttenaesellschaften fast durchweg ungünstig. Die Direktion der Waaren-Kreditanstalt in Hamburg, einer daS Waaren« und Getreidegeschäft betreibenden Aktiengesellschaft, Sußett fich nun in ihrem Jahresbericht, trotzdem ftt für das Institut erfolgreich gearbeitet hat, über die allgemeine Lage wie folgt:„Die rückgängige Preisbewegung hat bei den meisten Waaren weitere Fortfchtttte gemacht und die ohnehin schon so gettnae Unternehmungslust noch mehr eingeschränkt. Einen nicht unwesentlichen, ja vielleicht den größten Anlhril an diesem Niedergänge de» Geschäft» wird man auf Rechnung der Un« ruhe und Unsicherheit setzen müssen, in welcher der gesammte Handel nun schon seit Jahren durch die noch immer nicht zum Abschluß gekommene Gesetzgebung erhalten wird. Macht die häufiae Veränderung der Zölle die Kalkulation jede» weiter aussehenden Geschältes gefährlich, wenn nicht gar unmöglich, so wird die durch Stempel- und Börsmsteuer dem Handel auf« erlegte, an und für sich schon genug drückende Last durch die große Unklarheit der betreffenden Gesetze noch sehr wesentlich erschwert und der Mangel an der dem Handel unentbehrlichen Ruhe und Sicherheit erzeugt nach und nach eine Mißstimmung in der Kaufmannschaft, welche eine rechte Unternehmungslust nicht aufkommen läßt."— Die„Magd. Ztg." knüpft hieran folgende Bemerkung:„Hier ist also ohne jede Absicht einer Tendenzmacherei in wenigen Worten die Summe der für den Handel und da« gesammte wirthschaftliche Leben maßgebenden übermannte sie, sie schlug ihre beiden Hände vor da» Ge- ficht und ließ ihren Thränen freien Lauf. „Mein Kind, meine Regina, Du hast mir sehr wehe gethan," schluchzte sie,„ich habe da« wahrhaftig nicht um Dich verdient!" „Mama, verzeihe mit!" Da» war Alle», wa» da« junge Mädchen in angster- füllte«, flehendem Tone ausrufen konnte. E« war ein anderes Bild, welche» sich hier abspielte, in dem hochelegant und doch so wohnlich ausgestatteten Zimmer, al« e« damals war, wo derselbe genußsüchtige junge Mann Martha die fleißige Näherin, mit seinen ver- führenschen Worten umstrickt hatte. Hier war eine Mutter, welche mit schonender Sorgfalt die schützende Hand über die gefallene Tochter hielt, auch hier war ein Fehltritt geschehen, und schon jetzt sann die Mutter nach, wie sie die Folgen desselben von der Tochter abwenden konnte. Damals in dem kleinen Dachstübchen lag ein junge« Mädchen allein, ganz allein, einsam und ver- lassen, und wie sehr e» auch sann und sich da» Gehirn zermattette, dunkel und hoffnungslos lag eine trübselige Zukunft vor ihr, nirgends zeigte sich ein Schimmer von Aussicht auf eine bessere Zeit. Da war keine Mutter, welche«it den vielseitigen Hilfsmitteln des Reichthums ihre Tochter beschützte; mit unabwendbarer Konsequenz wurde ein junge», blühende« Menschenkind auf den Weg der Schande gedrängt, e» wurde unerbittlich ausgestoßen au» den Reihen der wohlanständigen Menschen, es sank von Stufe zu Stufe. Auch Martha hatte nur dasselbe ge» than, wa» diese» reiche junge Mädchen hier gethan hatte, die Schuld, soweit von einer solchen die Rede sein konnte, war dieselbe,«ur die Folgen waren andere. Der Instinkt der Frauen vereinigte hier Mutter und Tochter sofort zu gemeinschaftlichem Handeln. Frau Wilson hatte noch kein Wort gesprochen, und wie tief sie auch be- lümmett war, wie sehr ihr Frauenstolz unter der Mit- theilung ihrer Tochter verletzt war, nur der eine Gedanke bewegte sie jetzt: Rettung vor dem üble» Gerede der vielen guten Freunde, ihre heiß und innig geliebte Tochter sollte A Faktoren von einer Seite gezogen worden,»eMe inmitten dei letzteren steht und alle daffelve beeinfluffenden Elemente wohl zu beurtheilen vermag. Alle von den prinzipiellen Gegnern der herrschenden WtrthschaftSpolllik erhobenen schweren Bedenken erhallen somit wieder einmal aui�der praktischen Erfahrung beraui ihre volle Bestätigung."— Wa< aber nun? Mit dem Freihandel ging ei nicht, mit dem Schutzzoll noch weniger; die Herren find also mit ihrem Latein fertig und et wird ihnen wohl oder Übel nichts änderet übrig bleiben, alt endlich wirk- liche Sozialreformen anzubahnen. Der«eichttagtbefchluß t« Sachen der Massen« autweisungen veranlagt die offiziösen Organe zu den posfir« lichsten Sprüngen. Die„Norddeutsche", deren Chef der„Ge- Heime Kommisfiontrach" Pindter ist, veröffentlicht jetzt lang- athmige Aktenstücke über die polnische Erhebung von 1863 und das Verhalten— Napoleons zu derselben. Wa» damit eigent- lich bezweckt werden soll, ist selbst den Nationallideralen noch nicht elfichtlich. So demerkt die„Magd. Ztg.":„Der Zw ck dieser Veröffentlichungen ist nicht ganz klar. Wenn Napoleon die Opvofifion gegen seine innere Politik als eine Schwächung seiner äußeren Politik betrachtete, so hätte er eben eine bessere innere Verwaltung einrichten sollen. Solche Klagen werden von jedem Diktator erhoben."— Die„Ge-mania" erlaubt fich, bei dieser Gelegenheit darauf hinzuweisen, daß Herr Pindter jene polnische Erhebung selbst mitgemacht habe. Er soll ehe- malt österre chischer Offizier gewesen sein und an den Revolutionskämpfen des Jähret 1863 in den Reihen der Aufstän» dischen ihätigen Antheil genommen haben. Nun kritifirt fich Herr Pindter selbst und im Verein mit dem Oesterreicher Schweinburg(Redakteur der offiziösen„8. P. N") untersucht er deutsche Politiker auf ihre Reichtfeindschaft I Solche Zustände wrrfcn ein grelle? Schlaglicht auf die„Moralilät" offiziöser Publizistik. Zur internationale« Anstellung im Parit hat der Vcrem deutscher Eisen- und Stahlindustneüer in seiner diet« jährigen Generalversammlung einstimmig die Erklärung ab gegeben, daß„die Veranstaltung einer neuen internationalen Ausstellung in Paris im Jahre 1889 nicht den Wünschen der deutschen Eisenindustrie entspreche."— Hoffentlich wird die Betheiligung von Seiten der sonstigen Industriellen desto energischer betrieben. Bei der Reichttagtnachwahl im Kreise R atibor ist Dejanicz von GliSzcynski(Zentrum) gewählt worden. Der Kreis hat seit 1877 stets klerikal gewählt. Ueber die jüngsten Vorgänge auf de« Tamoa-Jnselu meldet eine Depesche auS London folgendet: Der frühere eng- tische Konsul auf Samoa, Churchwaro, ist in San FranziSko eingetroffen und berichtet über die jüngsten Vorgänge auf Sa- moa folgendes: Mullin Point in City Avia war fest lange der Sitz der Regierung von Samoa und war in den Best» des früheren deutschen Konsuls Weber gelangt, welcher der Regierung von Samoa dat mit ihr auf Ländereien ge- machte Pfandgeschäft kündigte. Der König hatte zuvor ein Preisangebot für diese Länvereien gemacht, welches jedoch von Weber abgelehnt worden war. Der König war infolge dessen genöihißi. an einem anderen Orte in Apia seinen Wohnfitz zu nehmen. Weber wurde von dem deutschen Konsul Dr. Stübel unterstützt, welcher darauf in Folge einer Jnsultirung Deutsch- landS dem König untersagte, die Samoaflagge irgendwo in Apia zu entfalten� Der König weigerte fich, die Flagge �in- offne � zuziehen, worauf Dr. Stübel an der Spitze bewaffneter Ma- iiosen eines deutschen Kanonenbootes die Samoaflagge unge- achtet des Protestes dei britischen und amerikanischen Konsuls herunterzog.— Dieser Bericht Churchward't, so wird zu dem Berichte osfiziö» bemerkt, bethätiat die gleich anfangt gegenüber übertriebenen Darstellungen der Vorgänge auf Samoa geäußerte Veimuthung, daß et fich bei denselben ledigüch um Wieder- Herstellung der vom Könige widerrechllich rückgängig gemachten Pfandnahme handeln könne und daß alle Berichte, welche von einer Annexion sprachen, selbstverständlich völlig grundlot waren. Ueber dat Kamerungebiet hielt dieser Tage Herr v. Hammerstein, ein Forstmann, der sich einige Zeit in Kamerun aufgehalten, in Uelzen einen Vortrag. Auch er erklärte� daß für den kleinen deutschen Landwtrth dort keinerlei Autficht auf Erfolg sei, daß dat Klima die eigene Arbeit det Europäers völlig auischließe. Die einzige Hoffnung setzt, räch der„Freil. Zettung", Herr v. Hammerstein daher auf den Plantagenbau, der aber nur dadurch möglich sei, daß man die Eingeborenen durch „einen gelinden Zwang" zur Arbeit anhalte. Die portugiesische Regierung habe auf ihren von ihm ebenfalls de- suchten Kolonien diese Frage in durchaus befriedigender Weife durch Freikauf von Sklaven gegen die Verpflichtung, auf eine bestimmte Reihe von Jahren bestimmte Arbeiten zu leisten, gelöst: Herr v. Hammerstein hat„bereit* an zuständiger Stelle in einer eingehenden Denkschrift diese Verhältnisse klar gelegt und die Regelung der Arbeiterfrage im angedeuteten Sinne anheimgegeben."— Die Agitation unserer Kolonialschwärmer für Einführung einer verschämten Sklaverei in den deutschen Schutzgebieten wird immer zudringlicher. nicht de» Gespött der malitiösen Zungen der vornehmen Gesellschaft autgeseht«erden. „Mama, verzeche mir," so rief Regina«och einmal in wilder Verzweiflung; hastig griff sie nach den Händen ihrer Mutter und zog dieselben von ihrem Gesicht weg. „Mein Kind," sagte Frau Wilson endlich mit ge- brochener Stimme,„mein Kind, Du hast mich schwer ve- trübt. Wa» soll ich Dir jetzt noch Vorwürfe machen, jetzt läßt sich an der vollendeten Thatsache nicht»«ehr ändern. Ich bedaure Dich mehr, wie ich Dir zürne, und ich selbst kan« mich von einem gewissen Theil der Schuld nicht frei- sprechen. Vor alle» Dingen muß Deine Ehre wieder» hergestellt werden. Niemand darf erfahren, wa» ge« fchehen ist." „Mama," schluchzte Regina,„hättest Du mir heute nicht verziehen, so wäre ich morgen nicht mehr unter den Lebende» gewesen. Heute hatte ich jene« Manne geschrie» den, ich hatte ihm meinen verzweifelten Zustand offenbart, ich hatte bestimmt geglaubt, ihn heute im Theater zu treffen. Er ist nicht gekommen, er hat kein Lebenszeichen von sich gegeben, vielleicht treibt er schon wieder mit einer Anderen sein freche» Spiel." „Er wird Dich heirathen, mein Kind", entgegnete Frau Wilson entschlossen,„verlaß Dich darauf. Er wird Dich heirathen, um Dich sofort wieder zu verlieren, noch heute werde ich dai Nöthige veranlassen. Morgen wird er hzer sein, um bei mir um Deine Hand anzuhalten, und dann«erden wir ihm die Bedingungen vorschreiben." Sie sprach mit stolzer Zuversicht, eine drohende Falte hatte sich auf ihre weiße Stirn gelegt. Sie selbst fühlte sich in ihrem Mutterstolz tief gekränkt, sie hatte die feste, unumstößliche Absicht, Alle» daranzusetzen, um die Ehre ihrer Tochter wiederherzustellen. Jetzt durfte sie sich nicht al» schwache«, unschlüssiges Weib zeigen, sie mußte festen, unerschütterlichen Willen besitzen, wenn sie da» erringen wollte, wa« ihr unumgänglich nothwendig erschien. „Geh' jetzt zur Ruhe,«ein Kind," sagte sie zu ihre» Tochter,„Du wirst derselben bedürfen. Ich selbst«erde heute Abend noch die nöthigen Schritte thun." J» Bezug ans da« Branntweinmonopol wird der »Voss. Zeit." au» München geschrieben: Die Sielluna, welche da» bayerische Ministerium dem Branntweinmonopol gegenüber im BundeSrath einzunehmen gedenkt, scheint einen ganz plausiblen Grund zu haben, den, eS mit Niemandem zu verderben. Stimmt das Ministerium dafür, so macht es seine Stellung gegenüber dem Landtage schwierig; stimmt e» dagegen, so würde eS vielleicht mit dem Fürsten Bismarck eine kleine Karambolage erleiden, wrs(I vor allem vermeiden will. Enthält fich die R'gierung abrr der Abstimmung, so hat ste es weder mit dem Emen, noch mit dem Andern verdorben. Nach der Verfassung de« Reiche? würde übrigens, wie man die Sache hier in parlamentarischen Kreisen ausfaßt, diese Stellung der bayerischen Regierung ihren späteren Stand« punst nrcht präjudiziren, und man glaubt hier, daß ei selbst möglich wäre, daß die bayerischen Vertreter im Bundesrath gegen das Monopol stimmen könnten— indem sie einer Presfion det Landtages nach dieser Richtung hin folgten— und daß das Ministerium nach Annahme det Monopols durch den BundeSrath und den Reichstag, welch letztere ja allerdings kaum zu erwartrn ist, dann doch in der bayerischen Kammer für Aufgabe deS Reservatiechts plaidiren würde.— Auch von Sellen der sächfischen Regierung dürste dem Monopol Oppo- stlion gemacht werden. Die„Dresd. Nachrichten", das ver- brettetste konservative Blatt in Sachsen, behaupten ganz positiv, daß die Regierung der Fabcikatsteuer den Vorzug gebe. Dem- nach wird daS Monopol schon im BundeSrathe eine größere Gegnerschaft finden. Kür die Preußische« Staattbahnen find vom Arbeits- minister folgende Bestimmungen getroffen worden: Entsprechend der im§ 48 des Bahn Polizei-Reglements für di: Eisenbahnen Deutschlands gegebenen Vorschriften ist zur Verständigung de» WagenpersonalS mit dem Lokomotivpersonal bei allen Zügen die Anbringung einer mit der Dampfpfeife der Lokomotive oder mit einem Wecker an der letzteren verbundene Zugleine vorzu- sehen, welche bei Personenzügen über den ganzen Zug, bei ge> mischten Zügen, Militär- und Güterzügen bis zum wacht- habenden Fahrbeamten geführt werden muß. Bei Personen- zügen darf von Einlegura von Nochleinen nur Abstand genommen werden, wenn dieselben mit durchgehenden Bremsen ausgerüstet find, welche bei einer Zuztrennung selbstthätig in Winsamkett treten und es außer dem Lokomotivführer auch dem rrachthadendrn Fahrbeamten und Reisenden ermöglichen, den Zug zum Stehen zu bringen. Bei den mit Zugleinen versehenen Zügen find in den Koupt's Anschläge folgenden Jnhalls an, Urningen:„Auf der in der Fahrtrichtung rechts gelegenen Seite des Zuges ist außerhalb unter den Fenstern eine Zugleine angebracht, an welcher in Fällen dringender Ge- fahr so lange zu ziehen ist, biS die Lofomotivpfei'e ertönt." In Zügen mit seldstthäligen Brems n find in den Koupö's fol- Sende Anschläge anzudrrngen:„Um sofortiget Halten des uzei zu veranlassen, ist m Fällen dringender Gttahr der Hebel in der P'eilrichtung zu drehen." In beiden Fällen folgt dann noch die Strafandrohung bei mißbräuchlicher Benutzung dieser Einrirttungen. Die angedrohte Strafe ist von 30 auf 100 M. erhöbt. Die Aufschrifien der Anschläge sollen in lateinischen Buchstaben in rother Farbe hergestellt werden, die Ueberschriften groß und fett gedruckt. Dem BundeSrath ist vor längerer Zeit der Entwurf einer kaiserlichen Verordnung betreffend die Verwendung von Blei u n d Z i n k bei der Herstellung von Nahrungs- Mitteln, Genußmitteln und Verbrauchtgegenständen vorgelegt worden. Die Ausschüsse für Handel und Verkehr und Justiz- wesen haben jetzt an Stelle der Verordnung einen Gesetz- entwurf beantragt, dessen Hauptbestimmungen wie folgt lauten: § 1. Eß, Trink- und Kochgeschirre, sowie Flüsfigketttmaße nicht 1) ganz oder thettweis auS Blei oder einer in dürfen_,_. 100 Gewichtstheilen mehr als 10 Gewichtstheile Blei enthal tenden MetaUlegirung verfertigt, 2) mit einer in 100 Gewichtstheilen mehr als einen GewichtStheil Blei enthaltenden Metall- legirung verzinnt oder mit einer in 100 Gewichtstheilen mehr al« 10 Gewichtstheile Blei enthaltenden Metalllegirung gelöthet, 3) mit Er, att oder Glasur versehen sein, welche bei haldstün- digem Kochen mit einem in 100 Gewichtstheilen 4 Gewicktt- theile Ejfigsäuie enthaltenden Essig an den letzteren Blei abgeben. Zur Verfertigung von Bierdruckooirichtungen sowie von Siphons für kohlensaurehaltige Getränke dürfen nur Metalllegirungen verwendet werden, welche in 100 Gewichtstheilen mcht mehr als einen Gewichtttbeii Blei enthalten.— ~ 2. Zur Herstellung von Mundstücken für Saugflaschen, von iarzenhütchen und Trinkbechern darf blei- oder Zinkhaltiger Kautschuck nicht verwendet sein.— Das gleiche Verbot findet auf Schläuche für Bie-leitungen mit der Maßgabe Anwendung, daß zinkhaltiger Kautsckuck nur bei Schläuchen für Bierdruck- Vorrichtungen ausgeschloffen ist.— Zur Herstellung von Epielwaaren darf bleihaltiger Kautschuck überhaupt nicht, »inthaltiger Kaulschuck in solchen Fällen nicht verwendet sein, in welchen nach Größe oder Gestalt der Epielwaaren zu besorgen ist, daß dieselben von den Kindern in den Mund genommen werden. Ausgenommen von dem dann „Mama, Du verzeihst mir wirklich?" ftagte Regina noch einmal. „Jawohl, gute Nacht!" „Gute Nacht, Mama." Mutter und Tochter küßten fich leidenschaftlich, suchte Regina ihr Lager auf. Frau Wilson saß noch bit tief in die Nacht an ihrem Schreibtisch. Lange Zeit saß sie in tiefe«, schmerzliche« Sinnen versunken, dann ergriff sie hastig die Feder und warf einige Zeilen für den Kommerzienrath Winkler auf daS Papier. (Fortsetzung folgt.) Aus Kunst und Kebeu» Nachdem„Don Cesar" heute im Walhalla-Theater daS Jubiläum seiner 75. Auffühlung gefeiert hat, werden am Freitag„Die Glocken von Cormv.lle" ihre melodischen Klänge wieder ertönen lassen. DaS Sonntags- Regiment führt dann wieder die resolute„Mamsell Angot. Für den„Zigeunerbaron" ist daS Friedrick- Wilhelm- städtische Theater in der Lage, dem Komponisten mehrere Original-Ungarn zur Verfügung zu stellen. Reinhold Wellhok, welcher hier die in Wien von Girardi kreirte Rolle deS Schweinemagnaten Zoupau spielt, bewegt fich am„Orte der Handlung", auf heimathlrchem Boden; Jini Szika hat seine ersten schauspielerisch-n Sporen auf der Bühne seine» Vater« landet erworben; Herr Steinberger ist ein Bud-pester Kind urd Zerline Drucker, sowie Fräulein Stein find durch mehr- jähriget Engagement an dem Pester deutschen Theater in ungarische« Leben ebenfalls eingedrungen. Im Alhrmbra» Theater wird das vierastige Charakter- Gemäloe von E ml Gallert,„Die beiden Harsenmädchen", mit V5/v»*.v»»Vv wv., w vvwvn V"M t-IIUlUVU/Cll, UlU §roßem Erfolg gegeben. Das Stück ist von Herrn Eeefeld mit flerß und Sorg'alr in Szene gesetzt. Im Alhambra-Theater gelangt am nächsten Sonnabend zum Bernfi» des beliebten Komiker» Th. Betz das VolkSftück „Krndestiebe, oder der Brandstifter" zur einmaligen Aufführuna. DaS S-ück ist»war nicht neu, aber eines der»ngkräfttgsten Schauipielt, so daß ein ausverkauftes Haus zu erwarten ist Der Vorverkauf der Billets findet an der Theaterkasse, sowie Unt h.cks Beach i Unterdrückun gnigungen i< x«athung d «e Landdill msch« Pacht, «n Konser ia - Chamberl sei, dc « SWiffiS geg« "öurlf eiwii RM derartix Aurke ersu. IfittQuf Dtputit . rvur Putitte Co m das Be i°ug auf Vnken gewä 5% Verbote zinkhaltiger Kaut Schucks b'eiben Spielbälle.- gtfefces und Nadrungs- und Genußmtttel dü-.fen nicht unter Lern»'»it 70 geg? solcher Gr chirre oder Gemäße hergestellt, verpackt öden diesen Fall wahrt sein, welche gon, oder th il c-eis aus Metalilegi� hatte. Da der im§ 1 Absatz 1 Nr. 1 beze chneten A.t mrferist, kennt, so war auf der Innenseite mit einem Metallüderz ig oder 8% Telegramm der im I 1 Ab atz 1 N. 2 bezei�neten Art oder? solmion ergo oder Glasur der im Z 1 Ads tz 1 Nr. 3 bezeichneten 1W wird, die lar sehen find. Jnqleichen dürfen zur Aufbewahrung url' packunz von Nahmnzs- und Genußm'bela nicht blei- oder z'nlhalrigen Kaurschukaerschluffen oder Gstäp welchen fich Rückstände von blrihalligem Schrote befindeir solche Metallsolien verwendet sein, welche in 100©(• theilen mehr als einen G wichtSrhett Blei enthalten. bot erstreckt fich jedoch nicht auf die Ve Wendung von! sollen zm Heistellung von Kapseln und verschloffenen w' -§ 4. Mit Gndsttaf- bis z r 150 M. oder mit Hs besttaft: 1) wer Gegenstände ve: in den§§ 1 bis 3jj neicn Art den daselbst gei offenen B st mmungen werbsmäßig beistellt; 2) wer Gegenstände, welche den v mungen der§§ 1 WS 3 zuwider herg stellt, aufbewahn verpackt find, gewerbsmäßrg verkauft oder feilhält; 3) n*' drucksoorrichturgen der im§ 1 Absatz 2 und§ 2 beje» Art zur Leitung von Bier verwendet.—§ 5. G eich' trifft Denjenigen, welcher zur Herstellung von NabnrM Genußmitteln bestimmte Müh steine an der MahiM, Blei oder bleihaltigen Stoffen ausbessert oder derartig� besserte Müh steine zur Heistellung von Nahrungs- o%'. nusmiiteln verwendet.— Ferner soll neben Viesen � auch auf Einziehung der vorschrifiswirrig hergestellten A stände, sowie benutzten Mühlsteine erkannt werden.—™ züglicken Vorschriften des sogenannten NahrungSmö von 1879 finden bei Zuwiderhandlungen gegen diese» Anwendung.— Der Zeitpunkt de« Inkrafttreten« des ist vorbrhalten. � � In den valkauländer« hat sich die Situation/ geändert. Die Erklärung des englischen Gesandten,-er Majo Regierung im Bunde mit den übrigen Mächten einen» auf die Türlei verhindern würde, hat insofern Erfolg als die schon geplante Allion vor der Hand noch unt ist. Inzwischen haben nun auch die Vertreter der Mächte dem griechischen Minister Delyannes eine Kol überreicht, in welcher et heißt, daß die Mäebte, da land keine legitimen Motive zu einem Angriffe auf di habe, kein Borgehen Griechenlands zur See gestatten>? da ein solches die Interessen des Friedens gefährde. offiziöse„Norddeutsche" nimmt auch Veranlaffung, den scheu Heißspornen einen deutlichen Wink in folgenden� zugeben:„Wir auch die übrigen_ kleineren Mächte, welche lediglich durch ibre Verm schaffen worden find, eine brandstistende Politik eins den Frieden Europas gefährde. Ein Krieg zwischen% und Griechenland würde ein Ereigniß sein, dessen fich gar nicht absehen ließe, und im Jntereffe des e-- Frieveni werden die G.oßmächte fich daher verpflichtet England bei seinem Vorgehen in Griechenland energisch x. stützen."— Im englischenUnterhause ließ dieRegieeung# Mittheilung machen, daß auf Antrag Englands die(e@* mächte in A.hen eine Kollekiionole überreicht hätten,? chcr erklärt wird, daß ein Flottenangiiff gegen die 3% gestattet werden würde; die Antwort Griechenlands nicht eingelaufen.— Die griechischen Kriegssreunde t ihre Hoffnung nunmehr auf den baldigen Regierung� England»u setzen. Ein Telegramm auS Athen vom s« meldet: Auf ein an Gladstone gerichtetes Telegramm de' der hiestgen Stadtverwaltuno, in welchem die Hoffm™ gesprochen war, Griechenland werde in Gladstone müthigen Verlheidiger finden, hat letzterer telegraphi!» � er hoffe ledhaft, Griechenland werde sich bedenken, in Konflikt mit den wohl erwogenen Rathschlägen der ten Mächte setze. Die Weisen Griechenlands werden? auf Gladstone vergeblich rechnen müssen und es 0% nichts übrig bleiben, als den Säbel wieder in die t?» stecken. Dä»e«ark. Kopenhagen, 24. Januar. Das gerichtliche UtttP. den Buchdrucker Julius Rasmuffen wegen des von am 21. Oktober v. I. begangenen Mordversuchs ßW Etaatsminister Estrup ist gestern veröffentlicht wo� lautet auf vierzehn Jahre Zuchthausstrafe und ZaM Gerichtskosten. Als Milderungsgrund ward der UmM genommen, �daß der sonst wohlgefinnte Angeklagt j* Streitigkeiten in Ttfinpmnrf errent imh mr W* II vi- n KZ iir%' der W 'äugen W dicht genug st Mvon mög xsse Parochi M-r einer phchhos ein stutzt werd« fpbttngräbc) .--"«ugrauti M gestalte f�enhous k. rü�au: fe Ä politischen Etlkitigkeiten in Dänemark erregt und zur seiner T�at angettieden worden sei.___ M J»r'm — Das Folkelhing weicht trotz aller Maßregeln dem Standpunkte ab, den et zur Vettheivigung faffung eingenommen hat. Nachdem et in der omy Sitzung gegen die verfassungswidrige Verhaftung%%% "orlschen- L testirt harte, trat es in die Berathung des proviso in der Wohnung de« Benefizianten, Langestr. 23 Alle ausgegebenen Bon» haben zu dieser Vorstew» tigleit. i » tei«? ermu Wie gegen Zola, so ist auch gegen vntm» den Roman„Germmal" dramatistrte, von der P', klagebehürde die Anklage wegen Verlchung der Er>u hoben. Gleichzeitig wurde die Konfiskation jener< BucheS verfügt, in welcher die inkriminitten Stellen find. Bekanntlich wurde seinerzeit auch das Drama doch nicht aus Gründen der Sittlichkeit, sondern artt sozialpolitischer Natur. Die Affaire macht viel von 1 und die Buchhändler gehen eben daran, eine neue von„Germinal" zu drucken. Ueber Runge, de« Eatdecker der«««"%{.""J als«7» cheilt einer seiner Freunde und Verehrer, welcher � Mt au? 1,7 Mitte der sechziger Jahre in Oranienburg kennen' ,) joften, gy- der„Neuen Apotheker-Ztg." mancherlei Jnterefs-W N in oben eigener Anschauung oder nach Runge's Wortm m«-. wot tn■ nehmen diesen Mittheilungen folgende«: In Jena, Chemie studirte, hatte er kurz vor Kotzebue'S Tob kennen gelernt, war sogar Burschenschaster gewesen dem nie al«„Demagoge" verhört worden. Wie rv» er selbst die» später fernem damaligen Spitznamen, zugeschrieb.», der ihm wegen seiner Unter suau-�j 1. Er meinte P »Uch LT. Antli-Ä% ,uge,«rreo.n, ver rym wegen ferner Pflanzengifte beigelegt worden war. Er meinte � P'btnheit man ihn in ganz Jena nur als„Dr. Gift" kannte,°Wen, b unter dresem Namen in die ProskriptionSliste«A M der Bern WlWS« VÄÄ Ä?.."" dann später umsonst gesucht worden blieben. Wir möchten, so hübsch da»___. vermuthen, daß Runge letzteres seiner Brkanntsch verdankte, die wir an dieser Stelle auch erwäh' selbst hat da« Nähere in seinen„chemischen Brief.- �, beschrieben, die aber längst vergriffen und außernL« von Fackleuten aelesen mmd-n find Diele riP,! ,,„1 & .................## von Fachleuten gelesen worden find. Diese . ritn wohl gänzlich unbekannt« zi Interesse erregen. Runge hatte mit Katzen Versu»��; �flank S' deshaio den Meeren en. oiunge hatte mit Katzen] " fcwrÄ»"M ds« II W durch welche vermochte, und fahren, wollte fich von dem jungen Sache zeigen lassen. So lieh fich denn f,feari.e,n„ Fr°ck nrbst Philisterhut und* licktst, die Katze unter den Arm, Nachmittag« aememet Aufstand erhob fich aber auf dem W. die alarmirt durch den Ruf„Dr. Bist"'�,� dm Weg und ließen ihn erst ziehen, al« er sein» iclbälle.- ifer Stntw: >ackt ober« M-talll-gk! mrftriit oder»mtn; od» mti» chnetm*i't SÄ der QkW te iefinde» n 100®(' alten. %% \tS Ret zu-A lche den V aufbewahll 1% @(W Nabrr Mah!.. : derarnS ungä» Dielen zestellten rden.- Ä tenS VeZ und verwarf dieses, wie die anderen Finanzvorlagen -'0J!fßtn I7 Stimmen, obwohl der Ftnanzminister für ? weitere außerordentliche Maßregeln angekündigt hatte. Da Herr Estrux das Schicksal seiner Borlagen schon mint, so waren diese Maßregeln schon längst vorberettet. Ein �«egramm meldet auch bereits, daß eine königliche Re> �unon ergangen ist. durch welche die Regierung ermächtigt Wid, die laufenden Ausgaben bis auf Weiteres zu leisten. Ftnanzminister _ betreffend die .——— y vn tuiv gefährlicher löer» «nigungen in Irland einbringen und die Dringlichkeit für die ««aihung derselben beantragen werde. Auf drese Bill werde .�anddill folgen, durch welche das Gesetz über den Ankauf mscher Pachtgüter erweitert werden solle.(Anhaltender Beifall �nser?ativen, Heiterkeit auf den Bänken der Parnclliten.) Z" Ehamberlain richtete die Anfrage an die Regierung, ob es ?°hr sei, daß der englische Gesandte in Athen erkiäit habe, me englische Regierung sei bereit, eine Flotte in die griechischen Akwasser zu entsenden, um die Möglichkeit eines Flotten- ungnffz gegen die Türkei zu verhindem. Unterstaatisetretär erwiderte, eine derartige Instruktion sei nicht ertheitt wOrbgn. CTtöIifc�C we derartige Andeutung gemacht habe. Unterstaatssekretär fri,r t �Ucht um vorherige N"°uf wurde..... �tfll um vorherige Ankündigung dieser Anftage. die Adreßdebatte fortgesetzt, bei welcher der ...... Zs einen Zusatz zur Adrcffe beantragt, in wel- gm das Bedauern ausgesprochen wird, daß den Bauern in auf die Erlangung kleiner Pachtgüter keine Erleichte- 3"! gewäh't würden. Das Mitglied Chaplin bekämpft das .�ndement CollingS und betrachtet oaffelde als em Mißtrauens« Tladstonc unterstützt das Amendement der Opvofitton ?Ü2lt' er übernehme die B-rantwortlichkeit, welche die desselben involvire und hoffe, daß die Annahme mit Majorität erfolgen werde. telt�B zum Schutze der linschl� cn m fen 2 t eu« ßregeln j liflUNg Der volS? Person des Prinzen von WaleS ....... sind lediglich durch den Umstand worden, daß mehrere Individuen, die ihrem Aus- und Dialekt nach amerikanische Jrländer zu sein schienen, dia».? �bester angelegentlich nach der Eisenbahnstation erkun- halb?''„gilbst der Thronfolger absteigen würde. Vorfichts- man den Prinzen in Waverton aussteigen und den Min� Eaton ball, der Besitzung des Herzogs von West- für ml'"J Wagen zurückzulegen. Obwohl kein wetterer Grund des Umhegten Bcsorgniffe, daß ein Attentat auf die Person siche-Tl�nfolgers oder de» Herzogs von Westminster, beab- wette, vorliegt, strotzt ei in der Umgebung von Eaton wiw?" Polizeimannschatten. F-des Thor und jeder Zugang welck.s? Konstablern bewacht. Während des Lallfestes, (Saft, Herzog am Sonnabend Abend seinen königlichen Na?? Ehren gab, entwickelte die Polizei außerordentliche si-j.�wkeit. Fast sämmtliche Gäste mußten sich»or dem Aus- rar,.? tbrer Equipage durch Vorzeigung ihrer Einladungs- legüimiren und die Kutscher und Lakaien wurden mit �saugen gemustert._ Kommunales. Dt. Der Magistrat erläßt folgende Bekanntmachung: �./imutzung der hiesigen Leichenhäuser zur Beisetzung der L' ttorbenen bis zu deren Beerdigung kann im Interesse des r-slUndheitszustandeS der Bewohner unserer Stadt, namentlich ril?« Ver vorhandenen großen Zahl beschränkter Wohnungen, n, i» e-nug empfohlen werden. Um diese Benutzung möglichst Sii.l."N' bringen wir in Betreff derselben folgendes hierdurch «derholt zur öffentlichen Kenntniß: a) wird die Einstellung Leiche in ein Leichenhaui von den Hinterbliebenen beab- so muß von denselbm dem Küster derjenigen Parochie, deren Begräbnißplatz die Beerdigung stattfinden soll, Mvon möglichst zeitig Anzeige gemacht werden; b) besitzt Alle Parochie kein Leichenhaus, so muß die Anzeige an den •Jtister einer anderen Parochie gemacht werden, auf deren iwchhos ein Leicherhaus vorhanden ist, welches zur Einstellung Nutzt werden soll; c) der Küster fertigt einen Schein an den ?°dtengräder aus, nach welchem die Aufnahme in daS Leichen- W gestattet wird; el) der Transport der Leiche nach dem httchenhauS kann durch Leichenwagen oder durch jede andere, .� Publikum paffend erscheinend« Weise bewirft werden; tt,,°re Benutzung der Leichmhäuser zur Aufstellung der to!. J? erfolgt theilS und namentlich für Aermere fast «Sjfl unentgeltlich, theils nach den für die verschiedenen ftt8KÜn sestgestellten und in den Amtszimmern der Todten> zu Jedermanns Einficht ausgehängten Gebübrentaxen Vir emt geringe, bei Benutzung der Kirchenutenfllien»c. t> betrage der baaren Auslagen entsprechende Gebühr; Lei? Mr Zeit auf den hiesigen Begräbnißoläyen vorhandenen TvMSuser find unter Angabe der betreffenden Küster und �"Väb,' nachstehend aufgeführt: Auf den Begräbniß- «-tli-'S» welcher U 'm m ji"» zu Goethe.„Wie unser Willkommen gewesen, Wir?? nicht sagen. Die schöne, hohe, mächtige Gestalt trat ihui% seinem ft> übeiwältigenden Eindruck entgegen, daß ich b-lmi«. nd die Katze hinreichte, gleichsam, als wollte ich mich tige �lheidigen.»Ach so", sagte er,„das ist also der künf. iehj, isfrecken der Giftmischer? Zeigen Sie doch." Runae we'rfjbw nun, wie sich an dem einen Auge der Katze, in boa�i{! Saft von Bttsenkraut geträufelt, die ganze Regen- ßoltlfc.? zurückgezogen und d?e Pupille eiwettert hatte. fragte darauf, ob außer Bilsenkraut, Tollkirsche und libjx? Niel auch noch andere Pflan>en dieselbe Wirkung aus- »Uch'.«Munterte ihn dann zu weiteren Versuchen, besonder» d°ch bem entgegengesetzten Eisenhut, und fraate hierauf JSlo A" Ursprung der Entdeckung. Runge erzahlte, daß er dort, Lehiling in die Raths apotheke zu Lübeck gekommen, �siev,». Unvor fichtigtett sich einst einen Tropfen von aufge- sich!„ �rlsenkrautsaft in das Auge spritzte u d dieses darauf «s tön? in beschriebener Weise auf mehrere Tage veränderte. eines im � seiner Sehkraft geschwächt und sah aus wie das der am schwarzen Staar leidet. Durch diese» r* er da?n�b Inspektor Schließer, Kleine Rosenthalerstr. 3. Garnison- IKlstet Wendt, Neue Fricdrichstr. 46, Divisiontküster Baltzer, Linienstt. 67; 4. der St. Georgenkirche an der GreifSwalder- straße, sowie Landsberger Allee 21/23 und bei Weißen see, zu- gleich Begräbnlßplätze: der St. Bartholomäuskirche, Todten- gräber Schulz, Landsberger Allee 21/23, Küster Müller, Lands- bergerstr. 60; 5. der Sophiem Kirche: a) Berastr. Nr. 32, Todlenaräber Zernicz daselbst, d) am Ende der Freienwalder- st aße, Todtengräber Apel daselbst, Küster Torner, Sophienstr. 23/29, zugleich Begräbnißplatz der St. JohanneS-Evangelistm- Kirche, Küster Frievrich», Auguststr. 90; ad b zugleich Begräbnißplatz der Invalid enhau»- Zivilgemetnde: Küßer Löchner, Scharnhorstskaße, im Jnvalidenhaus, und der Dankeskirche: Küster Dolgner, Gerich? stt. 28; 6. der Domkirche: a) in der Liesenstr. 6 und b) Müllerstr. 72/73, Todtengräber Schade, Müllerstr. 72/73, Küster Ambrosy, Lustgarten 5a(Dombaustätte); 7. der St. Petrikirche, Friedenstr. 82, Todtengräber Döring, daselbst, Küster Leschke, Petriplotz 2; 3. der Luisen stadttirche: a) in der Beramannstr. Nr. 48/50, an der Hascnhaide; b) an der Britzer Chaussee, Todtengräber Ehrlich, Beramannstr. Nr. 48/50, Kützer Boeck, Eebasiianstr. 44; 9) der Friedrich» Werderschen Kirch« in der Bergmannstr. 42 44: Todtengräber Donatt, daselbst, Küster Alandt, Oberwallstr. 21; 10. der Do rotheenstädtischen Kirche, in der Liesmstr. 9, Todtengräber Möbius, daselbst, Küster PulS, Mtttelstr. 28; II. der Jerusalem»- und der Neuen Kirche: a) an der Belle- Alliancestr. 97, b) Platz am Halle'schen Thor, Eingang zur Leichenballe von der Barutherstraße, c) an der Britzcr Chaussee, Todtengräber Roloff. Kirchhof am Halleschen Thor, Küster bei der Jerusalvnskirche, Fuhrmann. Sakristei der Jerusalemikirche, Küster bei der Neuen Kirche, Jagst, Kronen- straße 70; 12. der Dreifaltigkeitskirche: a) in der Bergmann- straße 39/41, b) in der Pionier straße(Eingang in der Bamther- sttaße), Todtengräber Rhode, daselbst, Küster Schneider, Kano- nleritr. 5; 13. der St. Jakodikirche: a) am Rollkrug bei Rixdork, b) an der Britzer Chauffee, Todtengräber Winktet in Rixdorf. Berliner str. 96, Küster Laudmeyer, Oranienstr. 134, zugleich Begrädnißplätze a) der Heiligen Kreuzkirche: Küster SchAt, Planufer 25, b) der Simionikirche: Küster Schnürpel, Prinzenstr. 103 L; 14. der Französischen Kirche; a) in der Liesenstr. 7, b) Chauffeestr. 120 und c) in der Prinzen-Allee, Todtengräber Nicola«, Liesenstr. 7, Küster Nicolas, im Fran- zöstschen Dom am Gendarmenmartt, Küster Rouvel, Großer Jüvenhof 8, Küster Nest, Kommandanteostr. 5: 15. der Zwölf Apostelkirche: a) Schöneberg, Kolonnenstr. 17/18, b) Schöne- berg, Wilmertdorfer Weg, Todtengräber Kloß, Kolonnen« straße 17/18, Schöneberg, Küster Fischer, an der Apostel- kirchc 2; 16. auf dem Weddinzkirchhos in der Gericht- straße 37/40: Todtengräber Geuder, daselbst; 17. der St. Philippus Apostellirehe in der Müllerstr. 44/45: Todtengräber Tornow, daselbst, Küster Morgenroth, Philtppstr. 9; 18. der St. Thomaskirche, Herrmannstr. 134, in Rixvorf: Todtengräber Wutschke, daselbst, Küster Obermann, Mariannen- Ufer 1; 19. der St. Hedwiqskirche, Liesenstr., bei Weißensee und an der Dalldorfer Chauffee bei Reinickendorf: Todtengräber Elmer, Liesenstr. 8, Küster Petrasch, Hinter der katholischen Kirche 5; 20. der St. Michaelskirche, Herrmannstr. 138, in Rixdorf: Todtengräber Simon, daselbst, Küster Lange, Michael- kirchstr- 3, zugleich Begräbnißplatz für die Mathiasgemeinde: Küster Weber, Potsdamerstr. 37; 21. der St. Elisadethkirche a) in der Primen-Allee(Pankow), b) in der Ackerstr. 37, Todtengräber Wobschal. Ackerstr. 37, Küster Stegemann, In- valioenstr. 4, zugleich Begräbnißplatz für die Et. Golgatha- kirche: Küster Petermann, Borsiastraße 6; 22. der Zionskirche in Neu-Weißensee: Todtengräber Berthold, daselbst, Küster Beyer, Zionskireh-Platz 14; 23. der Nazaretbkirche am Plötzcnsee: Todtengräber Stüber, daselbst, Küster DombrowSky, Nazarethkirchstr. 1, zugleich: a) für die St. Johannesgemeinde: Küster Schultz, Alt-Moabit 24, b) für die St. PaulS-Gemeinde: Küster Berendt, Srettiner« straße 50b; 24. der St. Matthaikirche an der Großgörschen- straße: Todtengräber Otto, daselbst, Küster Lück, Matthäikirch« straße 22a, zugleich Begräbnißplatz der St. Lukasgemeinde: Küster Laube, Bernbuigerstraße 4; 25. der Bethlehems- (Böhmische) Kirche, am Platz vor dem Halleschen Thore; Todtengräber Petraneck. Planufer 21, Küster Kluth l lutherische Gemeinde), Lützowftr. 43, Küster Lindner(reformirte Gemeinde), Wtlhelmstr. 124; 26. der St. AndreaS- und der St. Markus- kirche am Wilhelmsberg bei Hohen- Schönhausen: Todten- gröber Franzke, Gürtelstr. 8 bei Wilhelmsberg; Küster bri St. Andreas Heese, AndreaSstr. 79; Küster bei St. Marcus, Weißenborn, Weberstcaße 56/57• 27. der evangelisch-mährischen Brüoergemeinde, Platz vor dem Halleschen Thor: Todtengräber Kahlfrost ein und so weit das Auge die Steppe übersehen konnte, war der Boden mit einer festen Eiskruste überdeckt. Die Pferde sahen durch da« klare Et« ihre lockend« Nahrung und konnten sie nicht erlangen, sie hatten nicht die Kraft, mit ihren Hufen das Eis zu durchbrechen und fortzuscharren, und doch, von furchtbarem Hunger ge- peinigt, scharrten und schabten sie ihre Hufen wund und blutig, bis sie ermüdet hinstürzten und dem gräßlichen Hungertode ver- fielen. Wie Muffa die Schreckentkunde hört, schickt er seinen Schwiegersohn au« in die Steppe, nachzusehen, ob nicht der Kern seiner Heerde, seine besten Pferde, die in dem frucht- barsten Thale untergebracht sind, vor diesem Unglück bewahrt sei. nach zwei Tagen solle er wieder heim sein mit der Ant- wort. Die Zeit ist um, der Schwiegersohn ist nicht zurück. Muffa schiekt seinen Sohn aus— doch auch der kehrt nicht zu- rück, da erfaßt ihn namenlose Angst, er jagt hinaus in die Steppe, kommt an den Ort, wo er vor wenigen Wochen noch seine stolze Heerde in der vollsten Gesundheit sich tummeln ge- sehen hat und wo er jetzt noch Leben und Belebung hofft, und find-t Alles— todt—, die ganze Heerde, nicht ein lebender Hauch. Auf dem Leithengst liegen ausgestreckt die Leichen seines Schwiegersohnes und Sohnes, sie hatten ihm die Bot- dasselbe Wort g-draucht-- Hungn,� Pest. „«erheirathet�mit amüsanten I...» ist der Titel einer lu,.«.", welche in spiritistischen Blättern mam SSrÄSSHÄ Lincke, Wilhelmstr. 136; 28) der jüdischen Gemeinde, an d«a Schönhauser Allee 22 25 und bei Weißenfee. Auf dem Gebtete de» Brückenbaues bat die städtische Verwaltung in den letzten Jahren ungeheure Aufgaben zu er« füllen gehabt. Eine vom Kämmerer Runge angefertigte Zu» sammenstellung enthält u. A. folgende größere Brücken bauten; Die Bärwald- Brücke mit einer Baukostensumme von 482409 Mark, die Louisenbrücke 361 997 M., die Micha» lbrücke 929262 Mark. Umbau der Brücke über die Panke 61 473 M.. Verbrei. terung der Weidendammer Brücke 51 600 M., die UnterdaumS» brücke(Kronprinzenbrücke> 988 300 M., die Badbrücke über de« Schifffahrtskanal 396 500 M., der Umbau der Sandkrugbrück» 443 640 M., die Jannowitzbrücke mit allen Nebenkosten 1 158 984 M., die Marschallbrücke 768526 M., die Pankebrücke in der Dalldorferstraße 45 700 M., der Umbau der Panke« brücke in der Dalldorferstraße 45700 M., der Umbau der Königin» brücke 36 312 M., die Zuschüttung des Königsgrabens 348000 M-, ferner mehrere Fußgängerbrücken. Ganz nahe bevorstehend sind, abgesehen von dem Umbau anderer Brücken, der von der Senkung des Hochwasserspiegel» der Spree ab« hängt, zwei größere Brückenbauten: der.Neubau der Albrechts« hofer Brücke und der Bau der Moltkebrücke, welcher allei« etwa 800 000 M. kosten wird. Die neue Brücke über die Spree im Zuge der Kaiser- Wilhelmstraße, welche bereits begonnen ist, wird 1 500 000 M. kosten. Zokales. Ueber die Stempelpflichtigkeit der Wohnung»« Riethsverträge herrscht noch vielfach Unkenntniß und werden Stempel- Kontraventionen bekanntlich hart geahndet. Um etwaigen Unterlassungssünden vorzubeugen, möge zur Auf» ktärung folgendes dienen: Miethsverträge über einen Gesammt» bettag der Kontrakisdauer bis 150 M. bedürfen keine» Stempels: von 150 M. eines 50 Pf.,Stempels; über 150 SR. bis 300 M. eines Stempels von IM.; von 300 M. di» 450 M. einschließlich eines Stempels von 1,50 M. u. s. w. dergestalt, daß je 150 M. mehr Miethe 50 Pf. mehr Stempel erfo dem; stillschweigende Verlängerungen find ebenfalls stempelpfl'chtig und muß Mielher seinen Kontrakt innerhalb 14 Tagen vom Kündigungsterm ne an von neuem stempeln laffen.— Namentlich die letztere Bestimmung ist von größter Wichtigkett und der allgemeinsten Beachtung dringend zu empfehlen. Die Kaiser Wilhelmbrücke im Zuge der Kaiser Wilhelm« straße wird, nach Mittheilung hiesiger Blätter, ganz in Marmor ausgefüh.t. Die Brückendogen werden mit belgischem schwarzen Marmor bekleidet, der durch Körnung ein Sildergrau erhätt. Die Abdeckung derselben wird in Hellem Kärntner Marmor ausgeführt und der obere Theil in rothem Salzburger Marmor. Die Brücke wird in eigenthümlicher Weise mit Obelisken als Laternenträgcm geschmückt. Sie wird der luxuriöseste Brücken- bau, welchen Berlin bis jetzt kennt. Daß die Veranlassung zu Duellen manchmal rein vom Zaune gebrochen wird, zeigt eine Szene, die sich in der Nacht von Montag zu Dienstag in einem belebten Cafs der Friedrichstadt Metragen hat. Gegen 1 Uhr Nachts betraten zwei junge Männer, an ihren zerhauenen Gesichtern als Studenten kenntlich, daS Lokal und nahmen nicht weit von zwei Gästen Platz, die anscheinend in tiefem Gespräch begriffen waren. Einer dieser Herten mußte sich wohl von den Neu an« gekommenen in auffälliger Weise fixirt glauben, denn plötzlich ttat er auf dieselben zu und forderte wegen des„unqualifizir- baren Betragens" Aufklärung. Die Studenten gaben zu, daß das„Fixiren" stattgefunden habe, jedoch nur auf die eigen- thümlichen Blicke hin, mit welchen sie von den anderen Herren gemessen worden seien. Eine andere Erklärung seien fie nicht geneigt abzugeben und wenn fie den Herren nicht genügte, ständ« es ihnen ja ftei, zu thun, was fie nicht laffen könnten. Ein Wort gab das andere, man hörte den Ausruf„Dummer Junge", darauf einen schallenden Schlag und das Ende vom Liede war der übliche Kartenwechsel. Was nun weiter folgt, ist kurz gesagt: Nach einigen Tagen wird einer der kämpf- lustigen Herren mit einem oder einigen Schmissen mehr im Geficht umherlaufen, denn hoffentlich werden fie nicht unoer- nünstiger sein als wir glauben und stch mit Pistolen zu Leibe gehen. Wegen welch geringfügiger Ursachen wird doch manch- mal Gesundheit und Leben aufs Spiel gesetzt! Verirrte Kinder. Der in Steglitz wohnende Inspektor St. demerkte am Eonnabend, Abends gegen 6 Uhr, als er fich nach seiner Wohnung begeben wollte, auf der Chauffee in der Nähe von Albrechtshof zwei niedliche kleine Mädchen im Alter von 4 und etwa 6 Jahr/n, die ihm durch ihr trauriges und ängstliche« Wesen ausfielen. Er fragte die Kinder, welche nach Lichterfelde zu liefen, wohin fie gingen, und fie erzählten, daß fie ,u ihren Ettern nach der Naunynftraße in Berlin wollten; auf die weitere Frage, wie fie denn nach Steglitz gekommen, konnten fie keine Angaben machen. Da die Mittheilungen der Kinder in Betreff ihrer Eltem durch den Adreßkalender be» slätigt wurden, so begab stch Herr St. unverzüglich mit seinen Schützlingen nach dem Bahnhof, ließ ihnen Kaffee geben und Wittwe gab weiterS an, daß schon mehrere Monate nach dem Tode ihres ersten Gatten, als sie in New-Uo-k einer Materia- ltsations-Sitzung des berühmten Mediums Foster beigewohnt, der Geist ihres ManneS erschienen sei und fie getröstet habe. Bald darauf machte fie die Bekanntschast jenes F. Sterling, welchen fie, da er ihrem ersten Gemahl sehr ähnlich war, rasch liebgewonnen und endlich gegen den Rath ihrer Verwandten heirathete. Als da» neuvermählte Paar nach der Trauung im Hotel anlangte, verschwand der Gatte plötzlich an der Zimmer» thüre von ver Seite seiner lieben Frau und blieb fortan unsichtbar. Daraus schloß die zum zweiten Male und unter so seltsamen Umständen Wittwe gewordene Mrs. Sterling, daß ihr erster Gatte aus dem Geisterreiche auf kurzen Urlaub gekommen sei und fich verkörpert habe, um seiner ehemaligen Frau ein Zeichen seiner Treue und Liebe zu geben. hatte, fich zur zweiten Ehe zu entschließen. Auf Veranlassung de? Hotelier« wurde zwar sogar Polizei aufgeboten, um des verschwundenen Gatten Aufenthalt zu eruiren; doch vergeben». Die zwiefache Wittwe hatte auch kein günstigeres Resultat er- wartet, da fie bei ihrer genauen Bekannischafl mit den Bewoh- nern deS Geisterreiches offenbar davon Kenntniß hatte, daß.die zur Auftechterhaltung der öffentlichen Ruhe und Sicherheit bei den Seligen(?) berufenen Organe weder in telMaphischer, noch telephonischer Verbindung mit den irdischen Polizeidirek- tionen stehen und auch die steckbriefliche Verfolgung auf Schmie- rigkeiten stoßen würde, da das Reich der Körperlosen in keinem Verzeichnisse der dem Weltpostvereine angehörigen Länder zu finden ist. Der sehr ehrenwerthe Richter W. A. Pos schien jedoch bezüglich der irdischen oder überirdischen Herkunft deS M. Sterling seine eigenen Ansichten zu haben und dedeulete ter ob ihrer Verbindung mit dem Aufenthalte der Verstorbenen nicht wenig stolzen Wittwe, daß sie offenbar von einem feigen Taugenichts aus besonderm unbekannten Gründen dupirt wor« den zei. Mitleidig lächelnd erwiderte Mrs. Sterling:„Nein. laffen Sie ssch sagen, ein Mensch von Fleisch und Blut hätte in dem kurzen Zeittaum von fünf Sekunden unmöglich einen zweihundert Fuß langen Gang pas fiten können, außerdem lichen rückgekehrt ist." fuhr mit ihnen nach Berlin zu den Eltem. Diese waren schon in der glotzten Sorge um ihre Kinder und höchst erstaunt, als fte erfuhren, datz man die Kleinen in Steglitz gefunden habe. Ter Vater, ein Tischlermeister, hatte nämlich Nachmittags gegen 2 Uhr seine Kinder aus dem Oranienplatz dem Schaffner eine? nach Rtxdorf fahrenden PferdebahnwagenS mit dem Auf» trage übergehen, dieselben auf dem Hermannsplatz in Rixdorf abzusetzen, von wo fte dann den Weg zu ihren Verwandten, die sie besuchen wollten, allein finden tonnten. Wie die Kinder, statt zu den Verwandten, von Rixdorf nach Steglitz gekommen find, ist noch nicht aufgeklärt, fie geben an, fie seien immer geradeaus gegangen und haben danach also in 4 Stunden den Weg von Rixdorf nach Steglitz bei der herrschenden Kälte zurückgelegt, für so kleine Mädchen eine ganz respettable � Spätabend de« Neujahrstaget ist, wie bereits früher gemeldet, der am 6. Oktober 1867 zu Berlin geborene Tischlcrlehrling Wilhelm Heugas, Sohn der hier in der Jakobikirchstr. 10 wohnhaften Arbeiter HeugaS' sehen Eheleute, welcher bei dem Tischlermeister G. Böttcher in Lychen in der Lehre fich befand, in Lychen auf dem Nachhausewege unweit deS Kirchhofes ermordet und seine Leiche in den Lychener See geworfen worden, wo fie am 4. Januar gefunden wurde. Nach einer an die Eltern des Ermordeten gerichteten amtlichen Benachrichtigung deS Untersuchungsrichter« in Lychen vom 23. Januar er. ist festgestellt, datz Wilhelm HeugaS, als er am 1. Januar Abends 10'/, Uhr die unverehelichte Anna Sichert auS Lychen nach Hause begleitete, erdroffett worden, und datz, als der That verdächtig die Schiffer Schröder und Hermann Köhler aus Lychen wegen Morde» in Haft genommen worden find. Ein Geständnitz haben dieselben noch nicht ab- gelegt. verschwundene Geisteskranke. Als am 25. d. Mi»., AbendS, der Zugführer Joel auS Charlottenburg mit seiner geisteskranken Ehefrau auf der Stadtbahn nach Hause fahren wollte, ist die letztere, während der Ehemann fie nur auf einige Augenblicke autzer Acht gelaffen hatte, vom Bahnhofs- Vestibül verschwunden, ohne daß es bis jetzt gelungen ist, ihren Aufenthalt zu ermitteln. Die Kranke ist 45 Jahre alt, mittelgrotz, hat blonde« Haar und war bekleidet mit braunem Kleid, schwarzem Mantel mtt Plüschbesatz und brauner Kapotte mit rothem Besatz. Heimkehr vom Maskenball. Am 24. d. M. Mittag», begegnete ein Schlächtergeselle an der Ecke der Krautstratze und des Grünen Weges einem jungen Manne im MaSken« anzuge und machte zu seinem Begleiter eine Bemerkung über die späte Rückkehr vom Maskenballe. Hierüber ergrimmt, zog der Masktrte seinen Degen und versetzte dem Schlächter einen Hieb über den Kopf, so datz derselbe eine 7 Zenttmeter lange, stark blutende Wunde davonttug. b. Sanitättwachen find doch recht nothwendia. Am Dienstag Abend fiel ein Herr auf dem Flur eines Restaurants in der Belle-Alliancestraße in epileptifchm Krämpfen nieder. Passanten, welche den Fall hörten, eilten hinzu, standen aber rathloS, woher fie so schnell Hilfe schaffen sollten, bis ein Anwesender auf den Gedanken kam, in dem Restaurant nach einem Arzte zu fragen. Hier warm glücklicher Weise zwei Aerzte anwesmd, aber das war doch immer nur ein Zufall. »r. Gin sehr bemerkenswerthes Urthetl hat dieser Tage da» Kammergericht in der Berufungsinstanz ausgesprochen. ES handelte fich um eine Scheidungsllage: die Ehefrau wurde in dem Erkenntnitz für den allein schuldigen Theil erklärt. Neben den vermögenSrechtlichm Nachtheilen, die damit eo ipso verbunden find, erkannte aber der Senat auch für Recht, datz die Verurtheitte eine neue Ehe nur mtt Zustimmung deS bis- herigm Manne» eingehen dürfe. Dieser unsere» Wiffen» zum ersten Male auigesprochene Grundsatz erregt, so weit er be- kannt geworden, in juristtschen Kreisen Aufsehen� und man ist dort auf da» sch'iftlicke Erkmntnitz gespannt, dessen Zustellung aber erst in einigen Wochen erwartet wird. g. Tiefes Mitgefühl unter seinen Bekannten findet der auf der Börse thätige Herr A., welcher fich vor etwa 8 Tagm stark erkältet hatte und vollständig den Gebrauch seiner Sprache verlor. Die Stimmung des Betreffenden, welcher in seinem Beruf viel sprechen mutz, ist eine geradezu oerzweifette, um so mehr, al« seit dem Verlust der Sprache auch nicht die geringste Befferung eingetreten ist. Polizetbericht. Am 26. d. MtS. Morgen» entstand im Hause Kurstratze 30 in einer von dem Kravatten-Fabrikanten Elfeld al» Packraum benutzten Küche Feuer. Daffelde wurde von der Feuerwehr in kurzer Zeit gelöscht.— An demseldm Tage Vormittag» stürzte ein 3 Jahre alter Knabe au» einem Fenster der im vierten Stock deS HauseS Louisenufer 3b belegenen elterlichen Wohnung auf den Bürgersteig hinab und erlitt lebensgefährliche Verletzungen, so datz er nach dem Krankenhause Bethanien gebracht werden mutzte. Soziale»««d Arveiterbewegung. � An die Metallschleifer und verwandten BerufSgmossen Berlin». Kollegen! Schon ist über eine Woche verfloffen, und noch ist der Streik in der Wollher'schen Werkstatt nicht beendet, da Herr Wolther, begünstigt durch die schlechte Ge- schästSkonjunktur, stritt auf seinen Forderungen: Lohnreduttion von 20 pEi. und NichtWiederaufnahme seiner sämmtlichm alten Arbeiter(somit eine dirette Matzregelung) beharrt. ES war dem Herrn Meister in der vorigen Woche gelungen, zwei Arbeiter zu finden und einzustellm, wodurch unsere gerechte Sache leicht illusorisch gemacht werden konnte. Beide Kollegen haben fich jedoch am Montag mit un» solidarisch erklärt und die Arbeit ebenfalls niedergelegt. Darum, Kollegen, haltet den Zuzug fern und unterstützt die Streikenden nach Kräften in ihrer gerechten Sache im Jntereffe Aller. Unterliegen dieselben in diesem Lohnkampfe, so folgen die übrigen Meister diesem Beispiel und eine Verschlechterung unserer wirthschaftlichm Lage wäre die Folge. Auch von der Werkstatt Schuster u. Behr, Prinzesfinnenstr. 18, bitten wir wegen Matzregelung eines Kollegen den Zuzug fern zu halten. Zur näheren jUorlegung und Berichtigung findet am Sonntag oder Montag(worüber da» Nähere noch bekannt gemacht wird) eine öffentlrche Versammlung sämmtlicher Metallschleifer und verwandten Berufsgenoffen statt und legen wir es jedem Kol« legen an's Herz, dort zu erscheinen. Die Lohnkommisfion. Fei'e, ihm, erstreit. Eett voriger Woche befinden fich die Feilenhauer der Firma Waldmann u. Schotte zu Reudnitz bei Leipzig im Streik. Nach Angaben der Arbeiter haben fie deshalb die Arbeit eingestellt, weil ihnen von der Firma zuge- muthet wurde, datz fortan 33 Stück große Feilen pro Zenwer gehauen werden müffen, statt wie bisher als höchste Leistung 30 Stück. Diese Höhere Stückzahl soll eine Lohnverringerung veiter, fich irgend einen Abzug nicht gefallen laffen zu können und haben alS Gegenforderung einen Minimallohn von 18 M. bei lO ttündtger Arbeitszeit aufgestellt. Kohlenbergbau im Herzogthum Alteuburg. Die Kopszahl der Bergarbeiter ist in Folge dw Maschinenverooll lommnung von 1433 im Jahre 1874, auf 1274 im letzten Jahre zurückgegangen. Davon hatten damals 573 Personen Nacht- schicht und 860 Tagschicht, jetzt arbeiten 536 zur Nachtzeit und 738 am Tage; zu letzteren find auch 129 Frauen zugehörig. und die BergwerkSfamilien weisen jetzt eine Zahl von 2632 Köpfen auf, woraus fich augenscheinlich ergiebt, datz die Berg. arbeiter sich vornehmlich aus dem jüngeren Alter rekrutiren. Zum Nothstaud w Meerane. Ein rühmenSwertheS Beilviel von Oofermilligkett gaben die Leipziger Ardeiter. Die- selben sandten 500 Mark an den ReichStagSabgeordnetm H?rrn Stolle zur Auslösung der von den Meeraner Webern versetzten Gegenstände. Ein Bravo! den braven Leipziger »rbeitem! Mädchenhandel. Noch einem Bericht de» österreichisch- ungarischen Konsulat» in Bombay wird daselbst von öst-rrei- chischen Staatsangehörigen ein schwunghafter Mädchenhandel betrieben. Die betreffenden Individuen, von welchen insbesondere drei der Behörde namhaft gemacht wurden, verfügen über grotzartige Geldmittel, bedienen fich in der österreichisch- ungarischen Monarchie angeblich ständiger Agenten und hatten fich Reisende, welche in ihren Paffen al» Hand- werker oder Tagelöhner bezeichnet werden und fortwährend unterweg» find. Außer in Bombay wird der Mädchenhandel auch in Alexandrien, Port Said, Kalkutta, Madra» und Sin- gapore in größerem Maßstäbe betrieben. Um die Wachsamkett der Behörden zu täuschen, ver chaffen die Händler bezw. deren Agenten den bett. Mädchen Päffe nach der Schweiz, Italien, England oder nach Hamburg und verschiffen fie auf Dampfern ftemder Flaggen. ES wurden bereits nothwendige Maßnahmen gettoffen, um den eayplisch indischen Mädchenhändlern, wie s. Z. den südamerikanischen, daS schändliche Handwerl im Be- reiche Oesterreich UngamS zu legen. Ausfuhr«ach Nordamerika. Während in früherer Zeit Frankreich unter den nach der nordamerikanischen Union exportirenden Staaten die zweite Stelle einnahm, ist eS im vergangenen Jahre von Deutschland oerdrängt. Ei betrug nämlich die Einfuhr in den Vereinig'en Staaten von 1882 1883 1884 1885 Großbritannien 195,6 188,6 162,5 136,7 Deutschland 56,4 57,4 65,0 63,2 Frankreich 88,9 98,0 70,8 56,9 Deutschland ist sonach da» einzige Land unter den dreien, deffen Einfuhr zugenommen hat, während die Englands um 30 Prozent und die Frankreichs um 36 Prozent zurückgegangen ist. E« ist bemerleniwerth, datz auch die Ausfuhr der Per- einigten Staaten der drei Länder im Allgemeinen daffelbe Verhältnitz aufweist, indem die nach Deutschland seit 1882 von 52,7 auf 60,8 Millionen Dollar» gestiegen ist, während die nach England von 404,2 auf 394.9 und die nach Frankreich von 47,4 auf 44,6 zurückgegangen ist. Vereine nnd Versammlungen. Die„Freireligiöse Gemeinde" hielt am 25. Januar eine beschließende Mitalieder-Versammlung ab, welche einen sehr stürmischen Charakter annahm. Der Vorfitzende, Herr May, eröffnete die Versammlung mit einer ernsten Vermahnung an die Mitglieder, fich streng an die Geschäftsordnung zu halten, die Beifall», sowie MitzfallS Bezeugungen zu unter- laffen u. s. w. und betonte zum Schluß, daß er im Fall der Nichtbefolgung dieser Vorschriften gezwungen sei, von dem ihm Slstchenden HauSrecht Gebrauch zu machen eventuell polizeiliche ilfe in Anspruch zu nehmen. Sodann ehrten die Anwesenden da» Andenken an den kürzlich verstorbenen Sprecher der freien Gemeinde in Magdeburg, Herrn Hofferichter, durch Erheben von den Eitzen; hierauf wurde in die TugcSotdrning eingetreten. In der vorhergehenden Mitglieder- Veisammlung hatte die statutenmäßige Neuwahl dei Vorstandes stattgefunden; ein Theil der Mitglieder hatte hierzu eine eigene Kandidatenliste aufgestellt und dieselbe auch vollständig durchgebracht, da die- selben, wie auS den Ausführungen der einzelnen Redner hervor- ging, einerseits mit der diltatorischen GcschäftSIeitung de» bis ycrigen Vorstandes nicht einverstanden waren, andererseits eS ihnen aber auch darum zu thun war, druch Zuführung ge- ergneter Kräfte zum Vorstand neue» Leben in die Gemeinde Iu bringen. Nach Mittheilung von Seiten des Vorstandes »atten nun an dieser Neuwahl mehreie Anwesende Theil ge- nommen, welche nicht stimmberechtigt waren und sah'fich die Hälfte der Vorstandsmitglieder hurc-urch veranlaßt, ihr Mandat niederzulegen, die übrigen Mttgliedcr waren dadurch laut Statut gezwungen, ein Gleiche» zu thun. Bei der Verlesung der Namen dieser angeblich nicht Stimmberechtigten schrumpfte die Zahl derselben zum Theil dadurch, datz die Namen derselben in der Präsenzliste falsch geschrieben und daher mit der Stammrolle nicht übereinstimmten, zum Theil dadurch, datz dieselben in der Stammrolle bereits gestrichen, die Quittungen für dieselben fich aber troydem noch in den Händen der Helfer zum Einkasstren der Betlräge befanden ic.. auf ein Minimum zusammen, welche» ffch nach der Anficht ein- zelner Redner bei der nöthigen Autklärung auch noch bedeutend verringern ließe. Thatsächlich konstatirt wurde nur ein Fall, wo ein Nichtberechtigter an der Abstimmung Theil genommen hatte. Der Sprecher der Gemeinde, Herr Schäfer, gab ein W Referat über diese Angelegenheit, an welches fich eine länflN! Diskussion mit sehr scharfer Replik und Duplik von deün Seiten schloß. ES ereigneten fich unliebsame ZwischenM z. B.: einem Redner wurde, nachdem er fich einen OrdmwS» ruf zugezogen, bei seinen weiteren Ausführungen vom fitzenden da» Wort sofoft entzogen, ohne datz derselbe hiem> selbst die in diesem Falle einschlägigen Bestimmungen der M schäftSordnung beachtet hätte. Die Verhandlung artete schlitz lich in eine sehr heftige GeschästSordnungS-Debatte ouj Mehrere gestellte Anträge kamen gar nicht mehr zur Verhai» lung. ES wurde schließlich der Beschlutz gefaßt, in kürzeste Zeit eine neue Mitgl-ederversammlung mtt der Tages ordnm>l Neuwahl des Vorstande», einzuberufen und sämmtliche# glieder hierzu per Karte einzuladen. im. Ter Verein der Mäntelnäherinnen hielt am Dien! Rosenthalersttatze 4 seine erste Generalversammlung ab.■ Vorsitzende Frau Büge leitete die Wahl des definitiven standeS mit dem Hinweise auf die Aufgaben ein, die der M stand in nächster Zeit zu lösen haben werde. Um die rung der Erhöhung der Löhne um 33'/, pCt. durchzub� werde eS wahrscheinlich nöthig sein, in der jetzt bald eintnM den Saison, die eine stärkere Nachfrage nach Arbeitskräften mit!» bringt, mtt partiellen Streiks vorzugehen. Rur durch ein Sischei Vorgehen könne eine bessere Lage der Arbeiten� erbeigeführt werden. ZDer bisherige provisorische Vorsts habe opferfreudig gearbeitet. Die Generalversammlung nun zu entscheiden, ob ein anderer definitiver Vorstand e wählt werden oder ob der bisherige provisorische Vorstands definitiver anerkannt werden soll. Die Versammlung enisE fich einstimmig für da» letztere. Zu Revisortnnen wurden ir Leist und Frau Hermann gewählt. Weiter wurde eine misfion eingesetzt mit der Aufgabe. Beschwerden und SW von Mäntclnähcrinnen in Betreff ihrer Lohn- und Arbeits häl niffe entgegen zu nehmen, zu piüfen und, falls fie begf det find, dem Vorstande zur Kenntnitz zu bringen. Zu£■ gliedern dieser Kommisfion wurden Fr. Kranckemann, Dechend und Frau Ponten gewählt.— Ein Antrag, gehend, daß eine desondere UnterfiützungSkaffe aus f«' und nach Belieben gegebenen Beiträgen für httfsbedw. Vereinsmitglieder gegründet werden möge, wurde nach W Debatte einstimmig angenommen. Die Gaben, die für die» terstützungSkaffe eingingen, betrugen am Schluß der Ver!» lung 4,50 Mark. E» wurde beschloffen, daß Mitte Fedru» geselliges VereinSvergnügen stattfinden soll.— Beschw rte« Betteff des unzulänglichen Ardcttsnachweises, da die biS für dm Arbeitsnachweis thätigen Damen, Fr. Büge und Kranckemann, beide im Norden der Stadt wohnen, füg dazu, daß der Arbeitsnachweis für den Südosten der L. der Fr. Perske, Waffefthorfir. 59, übertragen wurde. 7.'. Kassenbericht wie» für die Zeit de» Bestehens der LoW misfion(seit dem 29. September) 259,53 Mark Einnahmen» 254,61 Mark Ausgaben nach. Den Restbestand, wie v Bücher und Utensilien, hat die Lohnkommisfion dem Vereis' Mäntelnäh'.rinnen überwiesen. Die General-Kranken- und vegräbnißkasse der« ler und Berufsgenoffen(E. H 64)„Hoffnung" hielt am tag, den 25. Januar, in Gratweil's Bierhallen, dantenstratze 77-79, eine Mitgliederversammlung ab. beP Neuwahl des gesammten Vorstands der Lrtiverwaltunfl?! lin. Gewählt wurden zum Vorfitzenden Chapeau. zum führer Leister, zum Kasfirer Schwarz, zum 1. Revisor A zum 2. Revisor Reh. Zu Beifitzern: Beck, ÄatsZ7 Damann und Rusdühl. Die Zahlstellen find geöffnet abend von 8—9'/, Uhr Abends an folgenden Stellen: bergerstr. 10 in der �Destillation NeumannSgasse 9"■'- bei""" m' stra sttatze 19, vorn 4 ration) und Neue Aufnahme neuer Mitglieder finden statt beim VorsttPta Neue Jacobstr. 11, täglich Abends 7—9 Uhr. Außerdew.3 der Zentral Vorstand den Jahresabschluß der Kaffe P# bekannt machen. Die Einnahmen betrugen: Mark 22 UL; Die Ausgaben Mark 16 973,33. Bleibt ein Bestand von*' 50:9,49 Pf. J Die vollberechtigten Mitglieder der Fretrelig'!, Gemeinde, welche mit dem Verfahren des bisherigen � h. , Am wgte Z baruber die Erla »»'den, figietur «nzlet i fei1" der«vn den.® & «xfdrtufl % W im engl i wtewett 'hieben «fil Von au" in s-fSl Ä" vwi» v Kß fM Uli 1 Viutnuiil Wltutll. �0 7; ergerstr. 10 in der Destillation; NeumannSgasse 9 v.- ei M-Hlert; Neustädtische Kirchstr. 15(Restauration); iratze 7(Restauration); Schwedterstr. 8(Destillation)!.� edaktem es. 1 Zegierunj Vagen G ?enreten "> Behan "ehm. Z der Artiti Niemand jelegt" rr '4m kanl _ Kch lag stände» nicht zufrieden find, werden eingeladen, zu' ,| Bundes rc besprechung der aufs Neue stattfindenden Vorstands�) am F.eitag, den 29. v. M., AdendS 8 Uhr, NiederwallP- recht zahlreich zu erscheinen. aber 6. Ziehung d. 4. Klaffe 178. König!. Preuß. Lotterie. Licvun» vom»7. 3 antrat ras*. Rut He•etvlnnc übte je 10 Mark find rrni bcttelTcnbea Nummer» In Parentheie beigefügt. (Ohne«ewähr.j „ M!»[300] 38 64 71 100 12 32 212 16(5501 27 833 66 84 89 91 96 [3001 442 5H8 633 53 63 1560) 726 70 80(5.0) 88 810 66 iSoij 85 915 66 8ü 91 1028 104 79 299 324 115(0) 49 76 407 17 11600) 18 88 68 686 89 614 754 867 98«002 24 88 128 26 65 220 18001 36(8001 66 95 1300) %#%%% K navi« t? 64 520 49 65 69 642 745«2(150o) 800 7 38(150001 916(300) 17 60 83 4069[3001 106 9 25(30001 248 93 491 509 43 59 Ü60) 724(300, 804 18 22 35 67 69(300) 72 915 »031 62 68 76 80(3001 116 84(8001 208(600) 304 429 669(3000) 739[300] 46 54 802«< 01 45 79 80 108 215 33 30.5 6 63 88 445 98 694 1300) 723 79 800 958[6000] 67 88 7113 86 1300) 378 512 16 38 41 611(300) 62 726 89 987 88 8008|300u] 52 88 III 230 316 519 44(07 18 44 799(8000) 840 916 51 99[3001»078 135 39 60 13001 87(30000) 216 15501 36 65 73 434 43 73 531(300) 45 46 649 705 17 19 37 45 801 41 903 32 41 100U6 67 90 110[300] 207 61 307(300) 7 76(550) 433 56 508 60 644 46 66 701[560] 12 853 73 913 11066 65 216 77 342 449 58 698 628 41 68 96 701 14[SU;) 19 55 826 45 12061 78 110 203 15 84358[5501 470 1300] 89 96 600 8 33 13001 619 70 702 34 69 86 814»flOj 22 62 98 952 92 IS'.ll 41 70 117 96 201 7 325 430 67 524 611(3000) 27 31 711 25 92 814 82 919 22 1 4001 37 163 87 203[300] 38 354 471 80 633(SOv! 45 673 709 30 809[3001 43 62 924 65 » 15047 78 109 18 77(3001 266(1-000) 81 314 73(300) 84 479 94 639 621 I30O0) 84 726 65 13001 910 1300] 25 10004'5501 50(300) 105 47 52 74 75 79 84 284 366 484 90 553 618 26 79 701 26 6689 91 807 813000) 40 76 933 53 1 7018 46(SOOT 82 83 102 75 13001 256 66 73(300) 76 300[1600) 40 42 422 47 83 88 602 89 603 10 13 82 96 711 808 33 46 86(5501<34 50 99 18031(300) 71 215(5501 34 81 368(3001 60 414 46 518 29 37 719 26 993 l»001 33 59 98 132[3001 248[300 849 96 414 45 72 613 19 38 49 862 936 61 63 *0080(300) 103 91 251 341 85 412 91 518 50 62 53 603(650) 721 40 61(300) 806 965 67«1016 17 49 50 64[46 000) 82(5:0] 94 102 21 90 278 320 46 523 86 766 802 25 64 906 33 84(300)««086 228 64 3-7 suwawfeSM?'»■•»•»**-*"»»•« 60 80 680 873 920 28«4001 119 786 876 911 38 «5103 264 348 58 68 491 610 4679 86615941300)96 780(300)94.. 836 46 911 13[16001«6066[8001 224 325 84 426 66 68 585 621 71.. 713 47 72 814 907 64«7022 63 94 132 40 49(3000) 61 204 61 90 304 39 63 63 96 405 20 5f>3 42 98 643 734 63 90 840 94«8115(30001 264 s/WMFKMsiMMWW II Kr&S 0 (037 75 83 109 36 46 234(300) 77 83 321(l ----------------- M~ 45 64 237 90 426 46 30 660 65 67 463[3001 87 98 526 698 7(4 28(300] 45 64 884 «WWW» 56 9 1 571 610 11 21 49 59 62 7(4 18 42(l50of 90 936 13000) 44122 36(30001 39 43 45 70 77 89 228 44 60 302 92(550) 445 47 73$/, 517 34 56 77 610 20 64 85 97 775 860(1500) 86[550) 967 81 Äf ■45009 18 29 32 63(300) 136 82 92 224 480 92 506 66 81 83 116 218 77(300) 306 416 59 546 625 52'V 846 963 88 4«011 83 116 218 77(300) 306 415 59 545 625 62 88 932 70 4 7053 56 68 78 127 70 348 71 40" 13001 44 61 609«V 86(650) 603 19 49 750 867 74 921 4«084 110 69 71 209 22«.St AM 71Q QA-> AR 7R 7R 97A.#17 78 i 424 66 631 661 749 874 76 962 65 75 49174 76 274 30? 78 674 82(300) 715 83 15501 816 84 972[650) M 60128 46(3001 59 67(550) 309 11 73 80(3000] 462 621 69% 932 65 63»1079(300) 113 71 216 322 88 482 86 88 662 607 22� 64 965 96 58006> 300) 71 14" 213 72 1550) 94 356 83 84 416 f-F 63 69[1600) 570 670 81 825 7300) 62 1300) 5 3022 113(3001 7? 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Druck und«erlag von Max«abiug in verlin 8W„ Beuthstratze 2. Hieria ein W' n« läiwff Vellage zum Berliner Volksblatt. Zlr. 23. ischeaM Drdnimsi- >om Ibe Kinde n der flf cte schliß latte oii I rütjef1 V? TS tivcn% > der. ,v!"i umcrqauie niu'ce ucr uu;i wem«w». w»..- die Forde wgte Zusatz zur«drefse, in w-lchcm das Bedauern dcS Hause» :chzusis»««Uder auSgesvrochen wi:d, das, den Bauern in Bezug auf i tinlK» bk Erlanzuna Heiner Packt,-ü! er leine Eil-rchterungen gewahrt ten mit M �»rden. mit 3A gegen 250 Stimmen angenommen. Die , ein-n- Legierung ha, somit eine Niederlage erlitten. Der Schatz- beiterW! M-r hicks Brach hatte erklärt. daS Amendement bezwecke r" Sturz der Regierung, um die ron derselben in Bezug auf Irland angekündigte Politik zu vereiteln, es möchten daher Donnerstag, de« 28. Jannar 1886. HL IahHHo PolMsche Keverstcht. Nro hbrttaauien. Fm Unterhause wu-de der von dem Abg. Collini bean- Ml S :8beb 3 ;? rlung(P -rstand K »ßaia- g entW ourden o' eine "slf mnn, rc -Z nach wl N >ie bU £f| der 6 de. r iioW. rahmen� ,S?J Stovm ab. b« A % öorstl�Z «de-z �wnb angekündigte Politik zu------------- v-. Wenigen, die auf die legielative Urion zwischen England und «lland Werth legten. die ernsten Folgen bedenk-n, die auS Annahme des Amendements für das Reich entstehen wür. Gleichwohl murre das Amendement angenommen. Bei Kr Abstimmung st mmten 76 Parnelliten mit der Majorität Beach wieS nach der Abstimmung auf die Tragweite dcS «'»luffes des Hauses hin und beantragte die Vertagung des "JW bis Donnerstag. Das Haus erklärte stch damit ernver. 6. ,�uem späteren Telegramm zufolge wird das Kabinet wi.� bury seine Demission geben, Gludstone 5''d ein neues Ministerium bilden. Das Pro- «clches vor etwa fünf Wochen in England bekannt W Kladstone zugeschrieben wurde, tritt nun von Neuem ,n "Ä Ä«Ä„Ä im; 3. die ilischen Deputirten werden auch f-rnerhm legitime Recht der Grundbefitzer gewährleisten. In- .,,Mt Parnell gewillt ist. sich mit vorstehenden Konzesstonen ttteden zu geben, wird sich bald zeigen muffen. . T ch w e i z. Der Butidesrath hat soeben einen prinzipiell wichtigen Ml entschieden: Kurz nack der Aufhebung der römrsch-katho- Men Schulen in Basel- Stadt erschien in einem dortigen S�te ein Feuilleton„ReUebriefe von der schönen blauen 0%, i®!'0«", worin einige mit dem römischen Kultus verbundene ig v cktUB«ilicti!fiten(Rosenkranzbeten, Reiiquienhandel und dergl.) W 2'ine. Weise besprochen wurden, die den wegen der Schulen. Aushebung erbitterten Vorstand der römisch-katholischen Kuchen. «Heinde von Basel veran laste, Klage wegen„Kultusb-lerdi. N?»" gegen die Redaktion zu erheben. Verantwortlrchcr Zcbakteur war Dr. Wackernagel, zur Zeit Prastdent des Großen Mikes, und ein anerkannter Führer der antirömisch gefinnien Regierungspartei. Die Gerichte verurtheilten diesen zu drei l~aWn Gesängniß, wogegen er am BundeSrath und Bundes- Zeicht Berufung einlegte, dort wegen Verletzung der Glaubens- JPW Gewiffenesreihett, hier wegen Verletzung der Preßtretheit. Bundesratb, in welchem verschiedene politische Richtungen Knieten find, kam das ganz« letzte Jahr nicht dazu, die Sache «> Behandlung zu nehmen, sie war ihm offenbar nlcht ange. Nehm. Zwar laffen stch Präzedenzfälle anführen, in welchen ber Artirel 49 der BundeSvcrfaffung, worin es heißt, daß niemand„wegen Glavbensanfichten mit irgend welcher Strafe belegt" werden dürfe, den engeren Grundsätzen der frerburgi- "Ken kantonalen Verfassung gegenüber siegreich geblieben war, Kch lag vom Vorsteher der schweizerischen Justizdepartemenls, �undesrath Ruchonnet, ein dem Rekurs günstiges Gutachten J*, aber man zauderte in Bern, und in Lausanne wartete 2*0 auf Bern. Endlich hat der Bundekrath am 22. d. M. �eingehender Berathung beschloffen, die Berufung de? ey- Wackernagel gegen die Urtheile der Baseler Gerichte für bandet zu erklären und daS Baseler Erkenntnis vom ' mbruar 1885 als verfassungswidrig»ufzuheben. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. » Z4. Sitzung vom 27. Januar, 1 Uhr. 5°.? tische des BundeSraihes von Boetticher, von s°i, von Burckard und Kommiffarien. kan�f Et a t für den R e t ch s k a n z l e r und die R ei ch D�usentalionskosten, außerdem freie Dienstwohnung in dem trelt» er ige» CNJOllP' 8 •7 78 % mW i 94» Hl Sott's Ntoxhtzkihoiig. s.®: sM :& Nvvellette von B. Herwi. »«d-u-n.) ZA- »t #lly-.Geben Sie Ihrer Madame, ich meine die junge Frau, tai! 5°� heut den Brief, liebe Dore. und bringen Sie sab e?rtwort"— ja, so sagte er, Madame und dabei (*, wich so traurig an, so traurig mit den wunderhüb- es n raunen Augen; wissen Sie Madamchen, rch glaube 5>v'was wie'ne Thräne drin,— na den netten Ii.... verlieren wir, das sollen Sie sehen, den ver- Hinaug~ und kopfschüttelnd ging Dore in die Küche Sink,"�un Sophiechen," sagte die alte liebenswürdige Frau j*.'n* J« ihrer sinnend dreinschauenden Tochter, die noch n von dem alten Faktotum überbrachten Brief h.,,°"vet in der Hand hielt, nun Sophiechen, bist Du W nicht neugierig? Weshalb öffnest Du denn nicht Ok«» e'' �rr die alte Dore zur Prophetin gemacht hat; in ,*Qn« der Herr Assessor Marwitz denn so Wichtiges ören� ren haben? Nun, mein Kind, darf ichs s> treffenden Petitionen, welche jene Erhöhung verlangen, an dm Bundesrath zur Kenntnißr.ahn,e aus. Ref. B ü r k l i n bündeten Regierungen zur K-nntnißnahme zu überreichen beschloß, Pctitronen des Deutschen Fischereivercins, der Vereine zu Rendsburg, Wmzdurg, Hattenheim und der lönigl. Land- wirthschastsgcstll'chast zu Hannover. Alle würdigen die großen Verdienste dcS D.utschen Fi'chereivereinS um die Hebung der Fischzucht im Reich und wüntchen ihm Erhöhung der unzu- länglrch gewährten Mittel. Sein Zweck ist, die maffenhaste Produkiion von Fischen, namentlich auch von Edelfischen, die em allgemeines und billiges Nahrungsmittel werden sollen, durch Belebung verödeter Binnengewässer mittelst maffm- haster Brut, die messt durch lünstliche Fischzucht gewonnen war. Der Verein bemüht sich fernrr, durch Uebcrführung der Fisckarten des einen Stromgebietes in ein anderes eine gewisse Mannigfaltigkeit der Arten herbeizuführen, wo- durch der Aal in der Donau, die pommersche Maräne in den subalpinen Seen von Bayern aküiiv atifirt worden ist, der aalizische Zander, die amerikanische Maräne und edle Sorlen von Salmoniden find bei uns eingepflanzt und kommen gut fort. Der Verein sorgt für Verbreitung der technischen Hilfsmittel des Fischfanges und vertheilt Prämien an das Aussichtspersonal, um den Fischereifrevel zu rennindem, durch das ganze Reich und selbst bei den Uferstaatm des Bodersees Hai er es, wie eS in einer Petition heißt, dahin gebracht, den Fischen dieses SceS„ein stschwüidiges Dasein" zu geben und durch Regulirung der F.schpolizci seinen ge- fähtdetm Fischbrstand für die Zukunft zu sichern. Er will auch am Bodensee die F-lchen« und LachSforellenzucht im Gr oßen weiter betreiben, zum Vortheil für den ganzen deutschen Markt, denn diese Fische find ebenso schmackhaft alS gesund. Die Kommission wre die RegicrungSverireter haben für alle diese werth' oltm Bestrebungen warme Sympathie, für den ihr Antrag der volle AuCdruck ist. Abg. v. M a s s o w: Ich hätte wohl einen anderen Vor- schlag seitens der Budgetkommijston erwartet. Die konstitutio« nelle Regel, daß das Haus nicht aus eigener Initiative Budgettrhöhunge.". vornehmen solle, ist durchaus nicht immer vom Haufe starr festgehalten worden; man hat mehrfach Aus- nahmen gemacht, und gerade der deutsche Fischereioerein hatjdas, was er vom Reiche erhält, einem solchen Initiativanträge zu verdanken. Eutschieden verwahren muß ich mich gegen eine Aeußerung, die Herr Rickert in der Kommission gechan bat, als ob ich mit dem Antrage peisönliche Interessen verträte. Es handelt sich hier weder um Jntereffen der F-schzüchter, noch um Interessen Derer, die jetzt schon Fisck essen, sondern lediglich um die Interessen Derjenigen, die jetzt noch keine Fische essen können: der ärmeren Klassen der Nation. Ver- schaffen Sie auch ihnen durch Annahme meines An rages ein gesundes Nahrungsmittel. Abg. B a u m b a ch erklärt, er habe keine sachlichen Be- denken gegen den Antrag Massow, werde aber deshalb da- gegen stimmen, weil man auch hier dm bisher stets festge- haltenen Standpunkt wahren müsse, wonach es nicht Sache der Volksvertretung ist, aus eigener Initiative EtatSerhöhungen eintreten zu lassen. Staaissekretär v. Boettrcher: Damit über die Stellung der verbündeten Regierungen kein Zweifel entstehe, konstatire dem Herzensgute und Klugheit ihren Stempel aufgedrückt �Sie hatte sich langsam am Tisch niedergelassm; die zarten Hände waren mit einer Stickerei beschäftigt, aber weit ab irrten die Gedanken und wie erschreckt fuhr sie auf, als die Mutter ihr den Brief zurückgab und sie er- suchte, den jungen Mann nach dem Grund seines Fort- gangs zu fragen;„oder weißt Du, Kind." fuhr sie fort, e« wird noch besser fein, wenn Dein Verlobter, der Doktor, es mit ihm bespricht; er in seiner einfachen, liebe- vollen Art wird da» am besten thun können, vielleicht findet doch noch eine Einigung statt; nur ungern möchte ich den jungen Mann verlierm, ich kann's wohl sagen, seit Dein lieber seliger Mann, der gute Konrad, von uns ging, Hab ich Keinen so gern gehabt, wie den Marwitz— schade, schade.�• g0�je �„1�«och immer.„Mutterchen, Mutterchen, bist Du zu Hause," tönte eine frische Stimme, Ä K PMÄfÄ' M ich war schon drin bei Herrn Marwitz, Mutterchen, aber verändelt, Mütterchen:... sieh doch emmal, i und n ��'Ach der"- meinte Hans, grade nicht sehr erbaut MKMKMs ich, daß das Interesse der Regierungen kür die Bestrebungen deS FilchereivereinS nicht gevnger ist, als daS des Reichstags. Die Regierunzen werden deshalb den Antrag Massow auch nicht b!oS„zur Kenntnißnahme" nehmen, sondern eingehe d prüfen, ob es nicht möglich sein wird, in das nächste BuSget einm erhöhten Betrag im Sinne des Antrages einzustellen. Abg. v. Maltzahn-Gültz: Ich halte allerdings dm Standpunkt der Budgetkommission an sich für richtig, möchte aber persönlich meine eatschiedrn sie Sympathie mit den Wünschen des Herne o. Massow und des FlschercioereinS aussprechen. Ich glaube, daß dieser Verein unter Leitung seines dochoer- dienten und unendlich eifrigen Vorfitzenden für unser Land so viel Gutes schafft, daß ich nur wünschen kann, die Regierung möchte im nächstm Jahr die Position erhöhen. Abg. Rickert bestreitet, daß er in der Kommission dem Abg. Massow die Vertretung persönlicher Interessen vor» geworfen habe. Man möge doch nicht auch den Fischereioerein in den politischm Parteikampf hineinziehen. Auch die konser- vative Partei habe früher stets den von der Budgetkommission eingenommenen Standpunkt gewahrt. Für die Sache selbst stehe das Wohlwollen des Hauses, sowie auch das der Re« gierungen ja fest; waS man da eigentlich noch mehr ver- tanzen wolle? UebrigcnS frage sich noch sehr, ob nicht die Interessenten bei ctwaS mehr Lpferwillig'eit ihrerseits die Hilfe deS Reiches für den Verein entbehrlich machen könnten. Der Antrag v. Massow wird abgelehnt; daS Haus beschließt nach dem KommisfionSvorschlage. Im Uebrigm bleibt dieser Etat unverändert. ES folgt die Wiederholung der gestern wegen Beschluß- Unfähigkeit Des Hauses resultatlos verlaufenen Abstimmung über den Antrag der Bndgetkommiffion, die im Extraordinarium dcS Marine-EtaU für einen neuen Aoiso geforderten 800000 M. zu streichen. Die Position wird nach dem Antrag der Kommission mit 105 gegen 100 Stimmen gestrichen. Den Etat deS Allgemeinen Penfionsfonds bewilligt daS HauS unverändert; ebenso den Etat des Reichs» Jnvalidenfonds. Zu dem letztgenannten Etat liegen Petitionen der Städte Beutben, Krefeld, Bromberg, Kaarstadt, Uerdingen, Würzen, Kempen, Krimmitschau, Darkchmen, Rasten- bürg, Düsseldorf und Reutlingen vor, sämmtlich dahin oehcnd, daß der Zinsfuß der diesen Kommunen aus dem Reichs Jnvalidenfond« gewährten Darlehne von 4'/, pCt. min.» destens auf 4 pCt. ermäßigt werde. Abg. Rickert: Diese Frage habe ein besonderes Jnter- esse durch daS Verhalten der Regierung. Als in der Budget» kommission die Verhandlung eine Zeit lang gedauert hat und von den Rednern aller Patteien Bedenken gegen die Petitionen geäußert, als dagegen auch der formale, aber ins Gewicht fallende Grund geltend gemacht war, daß von den 131 Millionen Echuldkapital nur die Kommunen, die 40 Millionen aufgenommen haben, prtittonirt haben, und daß man der Ma- jorität, die es nicht gethan, nicht Wohlthaten gewähren könne, die darum nicht gebeten, gab der Schetzsekretär eine Erklärung ab, die voll Wohlwollen für die Kommunen war, auf der anderen Seile ein-ge Bedenken Hervorbob, so daß man nicht wußte, waS die Regierung wollte. Ich fragte den Herrn Schatzfelretär. was dieselbe eigentlich denke— aber ick erhielt keinerlei bestimmte Autwoit. Bei dieser Gelegenheit wurde ich auf die in der Petition enthaltene Antwort des Reichskanzlers aufmetksam gemacht, die mir daS Verhalten des Staa'ssekre- tärS vollständig erklärte. In dieser Antwort sagt der Reichs- kanzler, daß der Petition erhebliche Gründe die Billigkeit zur Seite stehen, daß aber die allgemeine Finanzlage und die ab- lehnende Haltung des Reichstags gegenüber dringender finanzieller Forderungen ihn bisher abgehalten haben, die Zack- zu erwägen. Da« fei doch eine eigenthümliche Sache. Nach Außen hin wird der Reichstag mit alS Grund angefühtt. daß man eine an sich billige Forderung nicht in Erwägung„ehe. Demgegenüber werden wir doch zu- nächst hier nock einmal fingen müssen, welche Stellung die Finanzverwaltung in fachlicher Beziehung zu der Forderung der Kommunen nimmt. Wir werden dann erst weiter Stellung nehmen können. Reichsschatzsekretär v. Burchard: Ich kann nur die Erklärung, fcte ich m der Kommisfion abgegeben habe, wieder- holen; nämlich, daß der Bundesratb bisher mit der Frage noch garnicht beschäftigt worden isü Wohl aber hat dem Rerchitcg bereits in der vorigen Sesfior. eine ganz gl, ichlautet de Petition vorgelegen, die denn auch in der Kommission in Gegenwart eines Kommiffats eingehend erörteit wurde. Derselbe heb damals schon hervor, daß den Kommunen BilligkeitSgründe zur der will sich immer nur gelehrt mit Dir unterhalten,— und da bist Du nie die Haupiperfon, wie sonst, wenn der Herr Assessor bei unS ist,— da ist immer der Herr Doktor selbst die Hauptperson, der wird mir keine Exempel rechnen, nein Mutterchen, da» thut er nicht." „Geh, mein Kind, versuch es nur allein, wir wollen dann nachher sehen, ob es nicht gut war,— arbeite nur fleißig, mein lieber Hans!" Und träumerisch schauten der Mutter Augen ihm nach. That sie den schweren Schritt, ohne Liebe sich zum zweiten Male zu vermählen, nicht seinetwegen? Wollte sie dem heißgeliebten Kinde, dem einzigen Vermächtniß ihr-S theuren, so früh verstorbenen Manne« nicht in der Person deS allgemein verehrten Doktor Falk einen trefflichen Er- zieher geben? Konnte sie nicht, wie alle ihre Verwandten und Freunde es behaupteten, dem Himmel auf den Knien danken, daß dieser Mann sie auS der mittellosen Existenz, in der sie seit de« Tode des Gatten gelebt, erretten und sie zu einem behaglichen Leben führen wollte? Durfte sie daran mäkeln, daß er alt, oft leidend, mit vielen lästigen Eigenthümlichkeiten eines älteren Junggesellen behaftet war? Wäre es nicht eine Rücksichtslosigkeit gegen ihre alte Mutter gewesen, der sie in anderen Verhältnissen den Lebensabend zu einem angenehmen hätte machen können? So hatten sie Alle gesprochen, und so hatte auch ihre Vernunft gesprochen, dagegen pochte ei in threm Innern t nein, nein, nein, und da« arme Herz rief laut dazwischen: aber ohne Liebe, ohne Liebe! oder, fragte es weiter, suhlst Du doch Liebe, ist da» längst gestorben gewähnte Gefühl wieder zu frische« Leben erwacht? WaS war's denn, das sie magnetisch zu dem Manne zog, der seit Monden unter einem Dache mit chr weilte, dessen unergründliche braune Augen fie oft so sehnsuchtsvoll angestarrt hatten, der die neuesten Ltteraturschätze ihr zu eigen gemacht, und der nur Seite zu stehen scheinen, daß man ab r von weiteren Schritten neben anderen sachlich, n Gründen auch deshalb absehen müsse, w il d r R-.ichitag sich gegen dringende finanzielle Forderun- gen ablehnend verhallen habe Die Kcmmisstan hat deSbald die Petition damals für nicht geeignet zur Berathung im Ple- num erklärt- Lediglich dasselbe rst auch der Inhalt des Be- scheideS nach Blomberg, und das Wort„nur", welches der Abgeordnete Richert, alS in dem Bescheid stehend, vorgelesen Hai, ist nur durch ein Versehen hineingekommen. Der Bescheid stützt fich nicht„nur" auf d,e Haltung des Reichstags, sondern vornehmlich auf den Beschluß der Petition slommisfion. Der Reichskanzler mußte so oer» fahien, da der BundeSrath fich mit Sachen, die nicht direkt an ihn herantreten, auch nicht beschäftigen kann, die Petition aber weder an den BundeSrath direkt gerichtet war, noch auch ein Beschluß deS Hauses darüber vorlag. Mg. v. K ö l l e r: Ich schlage Ihnen vor, zu beschließen, über diese Petition zur Tagesordnung überzugehen. Der Grund, der mich hierzu bestimmt, ist der, daß ich nicht wünsche, daß in der Zwischenzeit bis zur dritten Lesung bei den Scrulvnem deS ReichS-Jnvalidenfonds Hoffnungen erweckt werden, die in keiner Weise begründet weisen können. Von den 155 Schuldnern hat fich nur ein Drittel in Petitionen für eine Ermäßigung deS Zinsfüße? von 4'/» auf 4 pCt. auSge« sprachen. In der Budgetkommtsfion waren alle Parteien dar« über einig, daß diese Ge uche abzulehnen seien. Der Grund, weshalb Herr Rickert die Angelegenheit hier noch einmal zur Sprache dringt, ist lediglich darin zu suchen, daß er wünscht, die Stellung, welche der Herr Reichskanzler in dieser Ange« legenheit anläßlich einer ihm auS Bromberg zugegangenen Pe« tition eingenommen hat, auch nach außen hin klar zu legen. Nun hat der Herr Staatssekretär festgestellt, daß das Schrerben des Herrn Reichskanzlers an die Bcomberger Petenten gänzlich mißverstanden sei. Es heißt in demselben.nur der Umstand, daß der Reichstag fich mit dieser Angelegenheit nicht befassen will, veranlaßt mrch, da? Anfinnen abzulehnen". DaS Wort „nur" ist in der Publikation des Schreidens ausgelassen worden. Der Herr Staatssekretär hat weiter erklärt, daß der BundeSrath bisher noch leine Veranlassung gehabt habe, zu dem vorliegenden Petitum Stellung zu nehmen. Diese Pflicht liegt vielmehr uns ob, an welche die Petenten fich gewendet haben, und da alle Parteien über die Antwort auf die Petitionen einig find, haben wir gar kein Interesse daran, die Anficht deS Bundesraths kennen zu lernen. Es mögen BilligkettSgründe für eine Herabsetzung des Zinsfüße« sprechen, aber die finan« ziellen Bedenken gegen eine solche Maßregel Überwiegen die« selben. Ich bitte Sie daher, meinem Antrage zuzustimmen. Abg. Dr. B a m b e r g e r: Ich stimme mit dem Vorredner in der Sache, aber nicht in der Form üderein und Herrn Rickerts Bemerkungen waren nicht ganz ohne Grund. Fnwie- weit die Bundetregrerungen fich in der Petitionskommisfion über diese Sache auszusprechen Veranlassung hatten, darüber werden wir in der dritten Lesung des Etats verbandeln. In- zwischen wird Jeder bei der Antwort des Reichskanzlers auf die Bromderger Petition den Eindruck haben, daß er dabei die Stellung des„guten Prinzen" eingenommen hat, die er Anderen zuweilen zum Vorwurf gemacht hat:„Ich wäre einigermaßen wenigstens geneigt, ich sehe die Billigkeit ein, aber der böse Reichstag!" Od das„nur" dabei stcht oder nicht, ändert nichts daran, daß er mit seinem Gutachten einen Stand einnimmt, auf den dieses HauS ihm nicht folgen kann. Ganz besonders falsch erscheint in seiner Antwort der Bezug auf die Lage der Finanzen, als ob von ihr die Entscheidung darüber abhinge, od hier diesen Gemeinden nachzugeben sei, d. h. ihnen ein Geschenk gemacht werden solle. Der Reichstag hat ein wohlerworbenes Recht, die Gemeinden haben eine wohlkontrahirte Pflicht. Jeder Erlaß ist ein Geschenk, wobei«S nicht darauf ankommt, wie reich oder arm daS Reich in der Stunde ist, in der es einer Kommune das Geschenk machen soll. Da mußte doch zuvor gefragt werden, wer den nächsten Anspruch auf daS Ge- schenk hat und für welchen Zweck überflüsfige Gelder verschenkt werden sollen? Der Hinwers darauf, daß der Relchstag ge« wisse Ausgaben verweigert hat, bezeichnet die Tendenz, ihn in ein ungünstiges Licht zu stellen und fich selbst den Kommunen gegenüber alS den„guten Prinzen" auszuspielen. Dagegen baben wir Grund, unS zu verwahren. Wie die Dinge wrrlltch stehen, darüber kann kein Zweifel sein. AlS der JnvaitdenfondS begründet wurde, beriethen wir darüber, wer ein Recht habe, aus ihm Anleihen zu erhalten, nach denen man fich wie nach einem Benefizium drängte. Jetzt verlangen Gemeinden aus Billigkeitsgründen einen Erlaß von dem, was damals für fit eine WohUhat war. Hätte man fie ihnen damals nicht erwiesen, so hätte man das G-ld in anderer Weise angelegt, bei der man keine unvorhergesehene Einbuße zu erleiden nöthig hatte. Sie können also nicht einmal irgend einen Rechtsgrund angeben. Wäre der hätten dann wohl die Gemeinden unS verpflichtet, mehr zu zahlen? In also kein Zweifel darüber bestehen, wie verhalten hat, und jede Kritik, die uns auffordert, pflichtgemäi darauf einzugehen, erhebt einen ganz ungerechtfertigten Tadel, möge fie herkommen, woher fie will. Abg. v. K a r d o r f f: Ich muß anerkennen, daß die Ge- fichtspunkte, die Herr Bambcrgcr aufgestellt hat, korrekt find; aber er hat fich doch wohl zu sehr auf den Standpunkt des Bankier? gestellt.(Widerspruch links.) Es sprechen doch Zinsfuß gestiegen, gesagt: wir fühlen der Sache selbst kann fich der R'ichstag zu rührende Fürsorge für die alte Mutter, nur freundliche Worte für den wilden Knaben hatte! Thörichte Gedanken— taucht unter—, aber immert kamen sie wieder, immer aufs Neue bestürmten sie die junge Frau; das Herz, das widerspänstige, mußte zu« Schweigen gebracht werden; die Mutter hatte Recht, und die Ber- wandten auch, und dann war sie die geachtete Frau Dok« torin Falk und brauchte nicht mehr die Nachtstunden zu Hilfe zu nehmen, die feinen Stickereien zu vollenden, die doch nur so armselig bezahlt wurden. So ward sie die Braut deS Doktors und in wenigen Wochen sollte die Vermählung sein. An jenem Sonntag Morgen, als sie ihr Wort gegeben, hatte fie e« selbst dem jungen Freunde sagen wollen, welche Wandlung ihr bevorstand; er kam zum gemeinsamen Frühstück— aber wie bebte seine Hand, wie ward er leichenblaß, als sie die inhaltsschweren Worte aussprach. Da wußte fie, wie es um sein, wie es um ihr Herz stand;— und doch, mit welcher Grausamkeit wühlte sie seitdem in der eigenen Wunde, und malte sich ihr liebe« leeres, nur der Rücksicht gewidmete« Leben au«, ohne den Muth zum Rücktritt zu haben. Längst war die Stickerei ihren Händen entfallen, dunkel war e« im Gemach ge- worden; die alte Dore kam mit der brennenden Lampe und sah kopfschüttelnd auf ihre junge Herrin; o wie gern hätte sie gewußt, waS in dem ommösen Brief gestanden; sie ahnte gleich, daß e« etwa« unsäglich Traurige« gewesen sein mußte; erst der liebe Herr Assessor so traurig und nun die junge Wittwe ebenso, konnte denn so eine glück- liche Braut aussehen? Dreimal hatte fie schon die Kuppel der Lampe abgewischt und den Docht geschraubt,— nun leuchtete die Lampe so traulich; da schlug eS auch schon "„Mein Gott", fuhr Frau Sophie auf,„wo ist denn Han«, arbeitet er denn noch, Dore, sehen Sie doch nach ihm." Billigkeitsgi ünde dafür, die Angelegenheit ernsthaft in Erwä« gung zu ziehen. Abg. Dr. B a m b c r g e r: Es ist genau da? Gegentheil des Richtigen, wenn Hr. v. Kaldorff meint, ich hätte mich auf den Standpunkt de! Bankiels gestellt. Gerade ein Piivater, ein Bankier kann sein Herz sprechen, und lassen, wenn«in von einer Last gedrückter Schuldner zu ihm kommt, menschliche Rück- sichten nehmen. Wir aber find für das öffentliche Wohl, für die Steuerzahler hier und haben nicht das Recht, Generofi ät zu üben und zu prüfen, ob gewisse Städte das nächste Anrecht auf Spenden aus dem allgemeinen Sacket haben. Herrn v. Kardorffs Vergleich ist absolut falsch. Ueder den Antrag Köller wird in dritter Lesung abgestimmt werden. Schluß 3 Uhr. Nächste Sitzung Donnerstag 1 Uhr. (Anträge Junggreen, Ackermann, Graf Behr.) Abgeordnetenhaus. 7. Sitzung vom 27. Januar, 12 Uhr. Am Ministertische v. Puttkamer und Kommissarien. Auf der Tagesordnung steht lediglich die Berathung deS Antrags Uhlendortf, der von der gesammtm freistnnigcn Partei unterstützt ist:„Die königl. Elaatsregierungzu ersuchen, im Laufe der gegenwärtigen Sesfion Vorlagcn zu machen, durch welche unter Abänderung der bestehenden gesetzlichen Bestim- mungen die öffentliche Stimmabgabe bei den Wahlen zum Ab- geordnetenhause und zu den Kommunalvertretungen beseitigt und durch geheime Abstimmung ersetzt wiid." Das Wort erhält zunächst der Antragsteller Ada. U h l e n d o r f f(veutschfr.): Der Antrag ist für die meisten Mitglieder deS hohen Hauses ein alter Bekannter, denn namentlich während der beiden letzten Legislaturperioden find zahlreiche Petitionen«ingegangen, welche die Abschaffung der önentlichen Stimmabgibe fordern, weil durch dieselbe nur Wahlbedrückung und Beeinflussung gefördert würden. Vor- nehmlich deschweren fich Arbeiter über den Druck ihrer Vor- gesetzten, wie z. B. Arbeiter auf den königl. Werften, daß fie wegen ihrer Haltung, ohne höhere Löhne zu bekommen, länger arbeiten müssen oder wohl gar entlassen werden. In«irrer anderen Reihe von Petitionen bellagen fich Beamte, daß sie nur unter Kontrole abstimmen rönnen und von den Vorgesetzten gezwungen werden, gegen ihre Heber- zeuaung zu stimmen. Ebenso wird der kleine Ge- wcrvtreibende verhindert, seine Meinung zum Aus« druck zu bringen. Wir meinen nicht, daß mit der Annahme dei Antrags Alles sofort gut sein werde, aber wir zweifeln nicht, daß, wenn er auch jetzt nicht angenommen wird, er uns doch später einmal in gesetzmäßiger Fmm wird vorgelegt werden. Wollen Sie aber, daß unsere Zustände anfangen zu ge« sunden, so stimmen Sie für unfern Antrag, er ist der erste Schritt zur B.ffcrung.(Ledhafter, wiederholter Beifall link« und im Zentrum: Zischen rechts.) Abg. von Eynern(natltb.): Nach der zweitägigen DiSkusfion des Ant ages Stern im Jahre 1883 halte ich geglaubt, daß eine Wiederholung desselben nicht stattfinden würde. Da es doch geschehen, so müssen wir Stellung nehmen. Heute wie damals hält die nationallrberale Partei cme Reoifion der Verfassung, wie fie der Antrag bezweckt, in diesem Augenblicke nicht für opportun. Wir haben damals ausgeführt, daß die bezweckte größere fteiheiiliche Entwicklung wahrscheinlich fich ins Gegentheil verkehren würde, und die Auffassung des Herrn Mi« nifterS de« Innern hat uns Recht gegeben. Der Antrag ist dei seiner AuSstchtSlofigkeit auf eine Majorität lediglich ÄaitalionS« mittel.(Zustimmung rechts; Widerspruch link«.) Wir thun besser, praktisch zu arbeiten, als uns mit derarligen AgitationS- antrügen zu beschäftigen.(Lachen links und im Zentrum; leb« hafte Zustimmung rechtS.) Die Anficht des Sternschen Antrages ging dahin, die nationalliberale Partei zu vernichten oder an Die Wand zu drücken. Der Erfolg ist die Reduzirung der Fort- schrtttkpartei auf 43 Mitglieder gewesen, und Herr Stern ist nicht mehr Mitglied des HauseS, sondern durch cWn National- liberalen ersetzt.(Sehr gut' bei den Nationalliberalen; Heiterkeit.) Keine Frage ist in konstitutionellen Staaten schwieriger zu regeln, als die Konstitution des Wahlrechts England, die älteste Nation mit R>präsentattvverfaffung, hat darüber eine reiche Literatur. Glauben die Männer, ern gutes Wahlsystem zu haben, so kommen die Frauen mit ihren Forderungen. Die Erfahrung zeigt, daß die unterliegende Partei ihren Mißerfolg stets dem Wahlsystem in die Schuhe schiebt, deshalb kamen die Gambettlsten mit dem Listenskmtinium und, wenn die Whigs gegen die Tor'eS unterlagen, griffen fie das Wahl« softem an. Deshalb hat auch der Abg. Rickert bei seiner Etatsrede das Dreiklassen- Wahlsystem angegriffen und sich da- bei auf die trüh-ren Aeußerungen deS Herrn Reichskanzlers über dieses Wahljystem gestützt. Jener Ausdruck des Herrn Reichskanzlers— nun, er ist auch ein Mensch und menschlichen Leidenschaften zugänglich(Oho! im Zentrum und link«; Heiter- kei>)—, er ist gefallen, als hier eine sehr kleine konservative Minorität befindlich war(Sehr mar! rechts), und Herr Richter meinte, fie könnten ihre Fraktionsoerhandlurgen in einer Droschke abhalten.(Heiterkeit.) Wir find der Uederzeugung, daß wir den Liberalismus am besten vertreten, indem wir die Arbeiten und Aufgaben des Landes zu erfüllen be- strebt find. Wir halten es für einen Fehler, die Arbeiten des HauseS mit Doktorfragen aufzuhalten.(Oho! lebhafter Wider- spruch links; Sehr gut! rechts.) Nur dudurch können wir den „I bewahre. Madamchen, der Hans ist schon lange in seinem Zimmer; er weinte so bitterlich, er konnte da« x vom n nicht unterscheiden; da« hörte der Herr Assessor, da ging er gleich zu unserm Jungen und nun sitzen die Beiden zusammen wie alte Freunde, kommen Sie nur her und sehen sie durch die Glatthür/' Frau Sophie stand willig auf und folgte der eilenden Alten.— Leise traten sie auf den Korridor, in den Heller Lichtschein aus HänSchens Zimmer fiel; behutsam näherte sich Sophie, den Athem anhalten, beide Hände auf da« klopfende Herz gepreßt, starrte fu auf da» Bild, das sich ihr darbot. Eng an den älteren Freund geschmiegt saß HanS,— leuchtenden Auge« den Blick zu ihm erhoben. Eben schien die schwere Aufgabe gelöst zu sein und dank« erfüllt schlang der Knabe seine Arme um den Hals de» gütige« Helfers. Aber stürmisch zog dieser das Kind an sein Herz und bedeckte sein Gesicht mit innigen Küssen." „Haft Du mich denn lieb", hörte Sophie den Assessor ftagen. „O wie sehr", sagte der Knabe„erst kommt die Mama, dann Du,— nein erst die Großmama, dann aber bestimmt Du—." Leise war Frau Sophie eingetreten— bestürzt ließ Marwitz den Knaben hinabgleiten und stand erregt vor der holden Frau. „Und was wird der Papa dazu sagen", fragte diese m selbstquälerischem Empfinden. „Aq Mama", sagte übermüthig da« Kind, ,.sei'mal ganz aufnchtig, hast Du nicht auch Herrn Marwitz lieber wie den Doktor Falk?" Heftig zitternd, keine» Worte» mächtig, stand die junge Frau;— Marwitz trat nahe an fie heran.„Sophie," flüsterte er erregt;„ um de« Kinde« willen," und sah ihr tief in« Auge. durch die deutsch freifinnige Partei aufs Hö st- geschädiM� ttner! Liberalismus wicdcr zu Ehren bringen.(Ledhafter Zedlitz, spruch links; Zustimmung recbls.) Wenn wir uns exprof«»»™ haben mit der Frage werden zu befassen haben, drnn weidn stall noch weüer g hen, als der Antrag empfiehll, jetzt ist dcrs'�Paviei nur bkstimml, agitatorisch nach außen zu wir'cn. Dazu isl'«utrag der preußische Volksvertretung nicht da. wir glauben, die GilKM ihre V welche die LandeSveriretung dem Lande lostet, find besser cMNingen j zuwendem(Oho! und Gelächter links. Sehr gut! relbtS u«Pm scheiiu dei den Nalionalliteralen.) In unserer Heideiberger Erkläieserf man a haben wir grsagt, daß wir für Beibehaliung des allgemein?» ihut„ ■---" M~ fi»»hastigkei Ö (Sehr gut! Heiterkeit rechts.) Wir halten also%# Biahlsy lntrag für nutzlos und zwecklos und in seinem materie»«gen her Inhalt für viel zu oberflächlich abgefaßt, um uns auf die» N Ums Flugsandboden zu stellen.(Heiterkeit.) Wir weiden 4 Malten. gegen den Antrag stimmen und überlassen es Ihnen,: Mischen Ihrer Presse und Ihren Volksversammlungen damit 0 die unS zu machen, was Ihnen beliebt.(Lebhafter � Wahl, rricderholter Bestall rechts und bei den Nationallibel�Mstn« jh wiederholtes Zischen links und im Zentrum.). MA bei Abg. Fuchs(Zentrum): In den Ausführungen ��brgunc Herrn v. Eynern war nur der eine Satz neu, daß er jefl%%®«tl fängt, auch den Reichskanzler dloS für einen Menschen vWen. z noch dazu für einen Menschen mit Leidenschaften zu L�eifc (Sehr richtig! im Zentrum; Heiterkeit). In einem sefr�°.-MieprS giücklichen Augenblick kam er auf die Heidelberaerei; die verger Beschlüsse haben für unS denselben Werth, wie � JWt d« früheren Beschlüsse der Herren Nationalliberalen; fie sinbss I dazu da, um vergessen und gebrochen zu werden. Das fif-, ,«43«n berget Programm erklärt ganz direkt: wir find für das 8«% � Wahlrecht, und Herr v. Eynern sagt heute: wir stimmen dagegen. Wo bleibt da die Konsequenz? Herr v. 8%.«in% unh feg % «tniifl, vir en sagt zwar, der Antrag nützt Minorität, die Regierung ist wir stets immer nur dann wenn wir die Regierung für beruhigen sollten, da ja doch nur alles Makulatur sei. nicht von der Regierung gebilligt werde, dann könnt, wir mit ihm gegen den Antrag stimmen. Die N, liberalen haben die Empfindung, daß fie mit der A des Antrages ihrem Aufschwünge schaden könnten, Herr v. Eynem mit so großer Emphase verkündet hat, rend er doch alle Ursache hätte, den Mund nicht so nehmen, denn wenn man verstärkt um zwei Mann hier! rückkehrt, kann doch von einem Aufschwünge nicht die sein, und wenn Sie so fortfahren, wird aus dem Aufs, noch ein Riesenabschwung werden.(Heiterkeit.) Es köi Zeit kommen, wo der Herr Reichskanzler diese Partei mehr stützt, wo selbst die Herren v. Eynern und Enne., nicht mehr wissen werden, wohin fie fich wenden sollen% fie dann auch die Stütze im Volke nicht mehr wird, so dürfte ihr der Boden unter den Füßen we, sein.(Beifall im Zentrum, Gelächter bei den liberalen.) A�g. v. Z e d l i tz: Die freikonservative Partei den Grundsatz festgehalten, in den Verhandlungen Hauses lediglich praktische, posttive Ziele zu verfolgen; e« stets ablehnen, bei solchen Verhandlungen mitzr welche nur auf Ziele hinausgeben, die außerhalb dieses liegen. Der Antrag Uhlendorff kann praktische, pofitiv« für die Gesetzgebung nicht verfolgen; er ist mit dem 9% Jahren in zweitägiger Debatte der schließlich auf eine Erklärr...� abgelehnt wurde, wonach fie es mit ihrer Berantwor.�. verträglich fände, die gegenwärtige öffentliche zu®- der geHelmen Stimmabgabe abzuändern. Wenn v«.., Parteigenossen für zu feig erachten, ihrer Ueberzeugw'�-.-rung bei der öffentlichen Stimmabgabe Ausdruck zu geben, brnwa Sie das mit ihnen ausmachen; wir aber hasten unsere P w 5 genossen für stark und mutbig genug, frei ihre in Ln «1»«t«*S OwX" Olt*. «Äi leben.(Lebhafter Beifall rechts.) lbg. Windthor st: Ich habe vor Allem die dem Herrn v. Eynem meine Glückwünsche auszusprechen ersten Male hat er heute als Führer der großen Mlsti gesprochen.(Große Heiterkeit.) Das frenetische Beifal von allen Bänken, die zu dieser Armee gehören, bezeug man seine Befitzergreifung mit ganz besonderer Befrirj gH; Mne 1 würdi Debatte verhandelten Antrag® Ms�, Erklärung der Staatiregierus� M�, fie es mit ibrer Verantwortt« k h Ä-. nicht. Sind es Ziele, die materiell im Geldbeutel fi« Jsi ..._ I m Hause geheimst werden können, oder solche, welche gewisse ho»'? •) Na»,? machen, oder solche, die augenblicklich hier im Hause Ä defriedigen?(Sehr gut! im Zentrum.) ketzerischen Anschauung giebt es auch andere S1'" 17"" dich. VolkSieden, wie den Schutz der allgemeinen bürgll&8"Ung Freiheit, das find die ethischen Momente, die im& fllarig; pflegt werden wollen, wenn wir nicht in krassem �«e und Materialismus untergehen wollen. Die durch den. angeregte konstitutionelle Frage ist für jede VolksoN� tönte e« leise von ihren Lip� um meinetwillen— ich,— ich kann die Lüge .Nein, Marwitz, meinetwillen— mir so herumschleppen, eS erdrückt mich fast. UZ so SÄ Wen e, & Sich K „Sophie, Sophie," jauchzte der junge Man»'. lag an seiner Brust—„o Du mein längst verio. glaubteS Glück, nun Hab ich Dich, nun halt ich»JV Hänichen ward eS unheimlich still im Zimmer in � t zur Großmama gelaufen, aber da war ihm schon' J Nch 5,0 V vorgekommen,— da stand schon die alte Dore unv 9% laut vor Glückseligkeit. � 2m. Reicht „So mußte es ja kommen, Frau Rubens, oa*(j jJ'««in p leid war ja nicht mehr mit anzusehen,— die/ urt,. afüt ja der Himmel für einander bestimmt; der a»" re- Doktor paßt ja gar nicht für den Ehestand, der ZZ passen Sie nur auf." �< Und die alte Dore hat Recht behalten; pnitg vom Geschick gegönnt, im traulichen Heim des Re» hs/ lw�� Marwitz und der Frau Sophie, die zu neuer Jus �»toch«» """cht ist, zu walten. sirU�die Luc(j Liebe, die Wunderkraft, hatte der junge» �#' Lauf, h gegeben. Allem zu trotzen und fich em«�fle j Muth Glück zujtrnngen; Liebe�'di« Wunderkraft, heißgeliebten Knaben einen Platz am treuen f sie zog mit ihrem Odem durch da« HauS und zu einem Tempel de« Glücks und de« Friedens., enth�' <**:------ 1—," meinte dte I. Sif,. .. hab'S ja immer gesagt/ ..ich Hab s ja gesagt." P 1 'ÄÄ und VÄ.'«- � ,3 e»xkoie->r haben ja noch gar nicht abgestimmt. Es m<>rdlN Mriem>knll»„i** k;. anr)?;„:�i .i'aniiJ RA,:........ �u..nv». Woher wnß dcnn Herr »after Wl�ocoutz, daß der Änlrag nicht angenommen werden wird. war doch in gedruckt auf ind besser� ungen jener beiden maßgebenden Parteien— die Konserve 2%!? ia in der Arnsreaarde zu stehen(Heiterkeit)— get Erllouif' r man allerdings sicher eine Ablehnung erwarten. Indessen z allgeme�P ihut nichts. Ich werde ihn deshalb mit nicht geringerer erchslaz'.e., g�kl'eit befürworten. Der Antrag verfolgt auch das post- ahlern ge«M ötel. herz und Nieren ein wenig zu prüfen. Ich habe die =1 bat es �'�Jichf Meinung, daß es in der Abficht liegt, in Bezug rllen also> � Wahlsystem und Wahlverfahren sehr weitgehende Aende» rtÄ R'ÖSÄ«Ä Jt_ >s auf""E?.umständen das allgemeine Wahl- und Stimmrecht weiden Ich sage meinen Mitunterthancn in L Ihnen, g, Maien Landen: Laßt Euch nichts weismachen! , m«i ir n8e stehen, wie die Regierung sich bei �h°sta Wahlen benimmt, wie Großgrundbesitz und Groß- lonallider�k lue ,hre Machtstellung ausnutzen, habt Ihr nur dann iN Wahl, wenn sie eine geheime ist; und es ist keine RS&3Ä dieser Antrag gestellt wird, sondern daS -n zuJ�Wa« im Zentrum und links.) inem sehr M�ieprasident des EtaatsministeriumS v. Puttkamer: sr; die vei Ast o�?en>gen Aeußemngen, die ich zu machen habe, werden 'th,# HA hohen Hauses außerordentlich wenig in Anspruch '*, habe nur aus einem ganz bestimmten Gesichts- - Das«ntnakm 5 auS der Rede des Herrn Abg. Dr. Windthorst ilr das g«' das Bedürfniß gefühlt, hier überhaupt das Wort zu ' inttal";..�" übrigen muß ich bekennen, daß mir dieser rr v. E»?«in s«st."?.die Verhandlungen, die über ihn schweben, nur bleibt ifl iJuch AMßiges Interesse einflößen. Die Regierung hat vor �a'iM»tttifa,», durch meinen Mund, wie ich glaube, in aller fassen PJ �werthen Ausführlichkeit die Gründe auseinander» wir uns P für welchen sie glaubte, an der öffentlichen Stimmabgabe rtur sei,' Son-�u�u�fit Abgeordnetenhaus und für die preußischen könntrs« s>i>�.?>alwablen festhalten zu müssen, und fiejpat inzwischen lönni Die Notij der Aniss könnten,' »et hat,| 'cht so-l nn hiertt nicht diel n Aufschl Es kö : Partei nd Eni sollen mehr en wtj den , ngen gemacht, welche diesen Standpunkt zu tue% Gelegenheit gegeben hätten.(Bewegung.) k>r. die Frage an sich— das wird der Herr Abg. NnorW(wl£? mir zugeben— find in der Gesammtheit der hat sich Staatswesen noch lange nicht geschloffen. Er selbst abgäbe tttrl prinzipieller Anhänger der öffentlichen Stimm- genu�. W Und bat aesaat! wlr sind nur Nock nickt rei! Wir und hat gesagt: find noch nicht entwickelt find nur noch nicht reif genug dazu, es heute i l<'hÄfn' dai heißt also: unsere heutigen Zustände find SiitnmaiL iCn der Vollkommenheit, daß man die öffentliche mtU Wad« in die Hände der Nation legen könnte. Ich �>er»> utchj mit Ihnen polcmistren, ich will nur daran a kL 1° rs große Kulturstaaten giebt, von denen man .. aes.Ä' da# sie seit Einführung der Ballotte auf dem Wege baj m?* k Entwickelung keine Fortschritte gemacht haben; «»z., 8 der Herr Abg. Dr. Windthorst doch einigermaßen artei Der est' wenn er in diesen Dingen zu entscheiden berufen ist. 'lungen«stwooii,« illbg. Dr. Windthorst hat nun allerdings noch ilaen; ff' ÜA zv,.'. auf eine meiner Aeußerungen in meiner Rede vom i mitzU?. gtbabi �. 1883, die für ihn ein ganz besondere« Interesse dieses.haben muß. Ich habe damals allerdings, positive ausführte, daß meiner Auffassung nach die fsiNll! s «er dem Stimmabgabe eines freien und" Kulturvolks Antrag vMst�Aupdi� sei, provozirt auf Eifahrungen, die sreaierunll.i/ZLAi.'P. w-vc» gimuan zu yavrn oei orm geyeimen tnn Ost'.Ml,.,/ der Regierung in Preußen allerdings die Pflicht auf- erzeugtws Lyin*? würden, zu erwägen, ob fi- Initiativanträge zur Aende- ««infttfl kj&w m den inzwischen verflossenen zwei fahren auf dem Ge- ZM M /äuKää« ff R"A«?, Sri»».Fassung d:s geheimen Wahlrechts zu beantragen, nicht >m die Das ist das, was ich, um späteren Mißdeutungen und um aus meinem Schweigen für die Stellung _ sieruna keine unangenehmen Folgen herleiten zu lassen, beicu»� itali� u wir erlaubm wollte, um das ausorürtlich zu kon- c Bctric'� k u"; daß die preußische Regierung keine Schritte gethan iselben 6- Zu thun gedenkt, um im Reichstag die geheime .-�n am 5. Dezember 1883 zum Antrag Stern L. daß wir bis dahin, wo uns».Ideal lennt, tel sich« ig} koht? �eich, U korporative Organismen bafirten Wahlrechts Nick �®*ßfn% wird, an dem bestehenden Wahlsystem nicht rütteln lot-« Zsif' wir auf weitere Ausführungen heute verzichten, n bärgt; toittim auf die Angriffe des Abg. Windthorst eine Ent» im ictflän9. dd'hiß wäre. Der Abg. Windthorst hat auf die ffem ESÄ rd(, ,m Reichstag hingewiesen; der ganze Ton seiner «ck den% Mer v'0. nehme ich in seinem Interesse an- war ein nniUoC�j Ietcn M» an vielen Punkten mehr Scherz als Emst ge- "khpx.hat.(Lebhaftes Oho! im Zentrum.) Ich sage, ich Wollte ich das nicht, so daß Herr Windthorst (Stürmische Unter- Zentrum, Prästdent Ich habe' keine Veranlassung, den Redner zur ju rufen, denn er hat die Suppofition, daß der " wider besseres Wissen gesprochen, vorher aus- Herr Windthorst hat aus eine: Rede des z die deutschkonservative Partei gegen das geheime Wahliecht Mer SA?.' Windthorst müßte wissen, daß er fich mit (.ff um RtjÄ�v�lgerung mit den Thatsachen in Widerspruch setzt. S das sei ti??l0ße?b« hat er noch am 10. Dezember 1885 erklärt, >, Peit�V. 011 dafür drr öffentlichen Abstimmung, halte aber unser " für nn*„IA« r.if An dieser Auffassung und einen greifbaren Unterschied war also nicht berechtigt, der- en uns zu machen. wsgem nun Ä'-« •,äs;�w;!S-Ä:r:;. IIÄS fich nicht um eine bloße Demonstration, die Frage hat ein aktuelles Interesse, da alle Parteien das geheime Wahlrecht zum Gegenstande, sei es des Angriffs, sei es der Vertheidi- gung, machen. Herr von Hammerstein hat es versucht, die Stellungnahme der Konservativen ins Dunkle zu stellen, indem er gleickgiltige Dinge hervorzog. Es ist vollkommen Neben- fache, ob Herr v. Helldorff ohne Instruktion und nur für seine Person gesprochen hat, es ist gleichgiltig, welche Deckung die konservative Partei des Reichstags gegen diese kompromittirende Rede genommen hat, wir halten uns an die Aeußerung dei Herrn v. Hammerstein, daß dai Wahlrecht mangelhaft sei, und seine Partei zum Ziel und Ideal habe, an Stelle des geheimen direkten Wahlrechts ein Wahlrecht, auf korporativen Organen beruhend, zu setzen. Ist Herr v. Hammeistein ein PoMiker, ist die konservative Partei eine politische, dann heißt„Ideal und Ziel haben" nichts anderes, als Zeit und Stunde ad« wart-n, wo man mit einem entsprechenden Nachdruck für sein politisches Ideals eintreten kann. Ein Mißtrauensvotum für die Wähler bedeutet der Antrag nicht. Vor allen Dingen möchte ich sagen, mißbrauchen Sie solche Echlagworte nicht, welche nur vom Standpunkt des Geldsacks des Barons und Bureaukraten aus begreiflich find. Es ist recht schön, von Muth zu sprechen, wenn man den Säckel voll und eine gestcherte Stellung hat, wenn man Andere beeinflußt und nicht die Beeinflussung Änderer zu scheuen braucht. Diesen Muth in gedeckter Stellung können Sie von den ärmeren Klassen nicht verlangen, welchen man nicht zumuthen kann, für ihre Ueberzeugung auch noch materielle Opfer zu bringen. Das geheime Wahlrecht ist nicht die Appellation an die Muthlofig- keit, sondern an die Gleichheit des Rechtes. Der Antrag ist unvollständig, wir hätten die Beseitigung des Dreiklaffensystems fordem können. Ader wir haben diesen Punkr herausgegriffen, um die Gleichheit des Rechtes in den Vordergrund zu stellen. Daß eine Abänderung des indireften Wahlsystems notbwendig ist, darüber ist kein politisch denkender Mensch im Zweifel. Eine Verschiedenheit des Wahlrechtes im Reiche und in Preußen ist nicht mehr möglich. Im gegenwärtigen Augenblicke nimmt da« Abgeordnetenhaus eine in- leriore Stellung dem Reichstage gegenüber ein. Das Abgeordnetenhaus gegen den Reichstag ausspielen, kann ein Partei-Schackzug sein. Wenn man das Haus aber ernst- Haft gegen den Reichstag Hetzen will, dann wird man es noch weiter in der Meinung oeS Volkes degradiren. Die öffentliche Wahl in Preußen, die geheime Wahl im Reiche— ein solches System ist ein politischer Widerspruch, der nicht bestehen kann. (Beifall links.) Es folgt eine Reihe persönlicher Bemerkungen, in welchen die Abgg. S ch ü t t und Enneccerus die nationalliberale Partei gegen die Angriffe Hänels in Schutz zu nehmen suchen, was der Prästdent jedoch nicht zuläßt. Abg. v. E y n e r n: Der Antragsteller hat sein Schlußwort in ausgiebigem Maße zu Angriffen auf Personen benutzt, er will mich nicht cinslhaft nehmen und hat mein Auftreten als komisch und humoristisch dezeichnet. Wenn ich eine Unterrichts- stunde in schauspielerischem Pathos und in Hohn nehmen wollte, so würde ich mich an Herrn Hänel wenden. Um liberal zu sein, muß man nach seiner Anficht Reichsnörgler sein und in nationalen Fragen mit Polen und Protestlern gehen und fich vor dem Zentrum demülhigen.(Gelächter links.) Abg. Hänel hält es nicht der Mühe werth, Herrn Eynem mit einem Worte zu entgegnen. Abg. v. E y n e r n: Meine Ausführungen scheinen aller- dingS derartig gewesen zu sein, daß Herrn Hänel sein ganzer Verstand stille steht.(Heiterkeit links.) Abg. Hänel: Ich wollte nur bemerken, daß dies voll- ständig richtig ist.(Große Heiterkeit links.) Die Abstimmung ergiebt die Ablehnung des Antrages mit 241 gegen 148 Stimmen. Die Minderheit besteht aus den Freifinnigen mit welchen auch die Abgg. Spielberg und Berger stimmen, ven Polen und dem Zentrum; mit der aus den Na- tionalliberalen, den Freikonservativen und Konservativen de- stehenden Mehrheit stimmen die beiden Minister v. Bötticher und Maybach; Dr. Lucius fehlt, Cremer(Teltow) fehlte bei der Abstimmung. Schluß 4'/, Uhr. Nächste Sitzung Donner st ag 11 Uhr(Antrag Achenbach betreffend die AusweisungSftage). Parlamentarisches. — Die Reichstags- Baukommission hielt am Dienstag die angekündigte Sitzung im Reichstagsgebäude. Architett Wallot gab in derselben eine ausführliche Ueberstcht über den gegenwärtigen Stand deS Baues und legte verschie- dene Zeichnungen von Fassaden, Steinproben u A. vor. Seitens der Kommission wurde, wie die„N. Pr. Ztg." be- richtet, der Wunsch ausgesprochen, die Bauausführungen nicht ausschließlich Berliner Unternehmern zu überweisen. — Der Etat der R e i ch s s ch u l d auf das Etatsjahr 1886/87 enthält an fortdauernden AuZgabm 18 302 500 M., tegen das Vorjahr einen Mehrbedarf von 1 200 000 M. zur ierzinsung der 4prozentigen Reichsschuld. Laut der diesem Etat heigetügten Denkschrift werden durch die in Ausficht ge- nommene Deckung von einmaligen Ausgaben des Etats für 1886/87 aus Anlcihemitteln die bisherigen Anleihekredite fich um 39 428 457 M erhöhen. Die zu verzinsende Schuld wird fich am 1. April 1886 voraussichtlich auf 440000000 M-, am 1. Oktober 1886 auf 460 000000 M. belaufen. — Der M a r i n e- E t a t für das Etatsjahr 1886/87 enthalt an Einnahmen 514 050 M, 75 800 M. mehr als im Vor- jähr, an fortdauernden Ausgaben 37 398 928 M. an einmaligen Ausgaben 11073 900 M., das find gegen das Vorjahr mehr an ersteren 4 318 334 M. und an letzteren 1 814 500 M. Zolrales. w. Die Jury zur Entscheidung der PreiSvertheilnng für die eingesandten Entwürfe zur großen Wandmalerei für das Treppenhaus des Rathhausts Hute am Montag Mi tag eine mehrstündige Sitzung, in welcher der erste Preis von 15000 M. dem Maler Mühlenbruck, der zweite Preis von 10000 M. dem Maler Louis und der dritte Preis von SOOO M- dem Bildhauer Eberlein(sämmtlich aus Berlin) zu- "�"siu�SÖnrnung für Fuhrherren möge folgender Vor- fall dienen' Am 25. d. M., Vormittags, engagrrte ein in der Hochstraß" wohnhafter Fuhrherr den Heiter M-ttke alS Kut- scher für einen Arbeitswagen und gab ihm den Auftrag, eine WW iiiü kältere? Wetter geherrscht hatte als bei uns. Montag Mittag, zumal am Abend und Dienstag früh trat Regen und Thau- weiter ein. Diese Erwärmung, welche gleichzeitig in ganz Zentraleuropa'aufgetreten ist, kann durchaus nicht durch ven Wind hervorgerufen sein, da der Ostwind wohl eine Ver« schiebunq deS KSItegebieteS nach West, nicht aber ein völliges Verschwinden desselben hätte zur Folge haben können. Die Erwärmung ist vielmehr durch eine in hohen Schichten der Atmosphäre entstandene südwestliche Luftströmung zu erklären, welche warme Schicht nach unten erwärmend gewirkt hat und also die Temperatur auch hier steigerte. Erkennbar war diese obere westliche Strömung an dem Erscheinen der hohen Cirrus- wölken aus Westen. Gleichzeitig mit diefen Vorgängen in Deutschland fiel hier daS Barometer nur 4 mm, wahrend eine Depresston von 15 mm unter normal in Westfrankreich und Südengland auftrat; auch in Skandinavien hatte der Druck abgenommen. Dort und in Nordwest-Deutfchland ist heute jedoch der Luftdruck wieder um 4 mm gestiegen, so daß alsbald die obere warme Lustströmung wohl vorüber gezogen sein wird, und dürfte fich dann sofort wieder Frostwetter einstellen. Es sei noch erwähnt, daß in den letzten Wochen, wo ganz Zentral- europa wiederholt von strengem Frost betroffen wurde, über dem Meere in der südwestlichen Ostsee an keinem Tage die Temperatur unter den Gefrierpunkt sank. Eine gewaltige Aufregung bemächtigte fich Sonnabend Abend um 8 Uhr des Publikums Unter den Linden, als vlötz« lich ein Löschzug der Feuerwehr vor dem erst kürzlich eröffneten Cafs zur Oper Halt machte. Schnell stockte aller Verkehr auf dieser Seite der Straße, Hunderte von Zuschauern drängten sich heran, während herbeieilende Schutzleute prompt den ganzen Platz absperrten, und die Feuerwehrmannschaften von dm Wagen sprangen und unter persönlicher Leitung des Brand- direitorS Witte, der noch in Zivillleidung' auf die erste Kunde von dem Feuer herbeigeeilt war, in dai von dichtem Qualm erfüllte CafS drangen, welches Gäste und Kellner in eiliger Flucht verlassen hatten. Der Herd dei Feuers war, wie sich bald herausstellte, in dem hinterm Thcil der Parterreräume, unter welchem die Dampfheizungimaschine fich befindit. Ein Rohr der Dampfleitung, die schon seit längerer Zeit in pein- lich unzuverläsfigem Zustande fich befunden, war geplatzt, dei welcher Explofion einer der prachtvollm Spiegel des Cafs'S durch fortgeschleuderte Bruchstücke zertrümmert wurde, während eine mächtig« Dampfsäule fich in den Saal ergoß. Zugleich war die Balkenlage, wie der„B.-C." erfährt, unter dem Büffet in Biand gerath-n und der Rauch der schwelenden Balken mischte fich mit den Dampfwolken. Hier galt ei, zuerst Lust zu schaffen. Ein Theil der Mannschaften riß den kostbaren Fußboden auf, der erst kürzlich durch einen aus Italien hier- her berufenen Baumeister vollendet worden war, eine andere Abtheilung brach nach dem Hofe hinaus durch den Glasbau fich Bahn. Danach konnte man mittelst Eimer und Schläuchen die Wassermaffen fich gegen das glücklicher Weise erst im Ent« stehen begriffene Feuer ergießen lassen. Der mehr als ein- stündigen Arbeit der Feuerwehr gelang es, jede drohende Gefahr zu beseitigen. Der angerichtete Schaden ist ziemlich beveutmd, oa die Feuerwehr, wo die Umstände es geboten, das Inventar des Lokals nicht schonen durfte. Gegen 10 Uhr konnten die anderen Räume des Cafs's dem Publikum, das neugierig zu« strömte, wieder geöffnet werden. Die Nachricht von dem Feuer hatte sich schnell in der Stadt verbreitet und fich zu dem Ge« rücht, umgestaltet, es brenne im Opernhause, ein Gerücht, dai Manchen, der die Seinen dort wußte, in nicht geringen Schrecken versetzt haben mag. Nach einer aus Hadersleben dei Quedlinburg dier- her gelangten t-legraphischen Anzeige ist in der Nacht vom 25. zum 26. d. M. ein großer Diebstahl an Werth- papieren daselbst verübt worden. Der Gesammtbetrag der ge- ftohlenen Werthpapiere beläuft fich auf 60000 M., darunter befanden fich: 4proztntige Preußische Konsols mit Talon und Koupons vom 1. Juli: Int. A. 170 780—92 zu 5000 Mark, Int. B. 327 642 zu 2000 Mk.. Int. C. 524668 zu 1000 Mark. Int. D 558272-558 310, 39 zu 500 M., Bit. E. 786422, 786423 und 806001—10 zu 300 M., Bit. E. 69 074—69091. 18 zu 150 M. Ein Sächsischer Rentenbrief mit Koupon vom 1. April und Talon, sowie verschiedene 5prozentige Russische Anleihe von 1873 und öprozentige Russische Bodenkredit- Pfandbriefe. g. Ueber einen bedauerlichen Fall einer«ohlengas- Vergiftung, welcher speziell den Bauleitern zur Warnung dienen sollte, erhalten wir folgende Mittheilung: Als gestern früh gegen 6 Uhr mehrere Bauhandwerker den Neubau auf dem Grundstück Krausenstraße 48 betraten, fanden fie einen der hier beschäftigten Arberter, welcher die zum Trocknen der Raune aufgestellten Kohlenöfen zu beauffichtigen hatte, neben einem dieser Oefen brsinnungsloS auf dem Boden eines jener Räume liegen. Sie vermutheten sofort das Richtige, daß hier eine Kohlengasvergiftung vorliege, brachten den Bewußtlosen an die fnsche Lust und stellten die verschiedensten Wieder- delebungsversuche°n. aber alles vergeblich. Nachdem man noch nach arztlicher Hilfe herumgesucht hatte, ohne jedoch solche zu finden, erfolgte die Uebersührung des Arbeiters nach der Chantee. In dem vorliegenden Falle trägt der Aermsie allein die Schuld an seinem Unglück, denn der Maurerpolier hatte ihn wiederholt gewarnt, sich beim Sitzen am Kohlenfeuer vom Schlaf übermannen zu lassen. Der gedachte Arbeiter soll schon während des ganzen Tages beschäftigt gewesen sein, so daß seine große Müdigkeit zu entschuldigen wäre. Zwei kunstvolle Schneemänner wurden in diesen Tagen von den Charlottenburgern viel bewundert. Sie standen in dem Garten eines Restaurants an der Berlinerstraße und find von Polytechniker modcllirt worden. Das eine Bildwerk stellte einen fitzenden römischen Kaiser dar, dessen Haupt ein zierlicher Lorbeerkranz aus Schnee schmückte, das andere eine eaypti che Sphinx. Die beiden Bildwerke waren bis in die Einzelheiten ausgeführt und glänzten, da man fie mit Waffer übergössen batte, wie Marmor. ßmtm.'S Ä'Ä 'ch uck! In der Tbat machte ein Mann Miene, eine Schnaps- flasche zum Berthe, diger hinüber wandern zu lassen und wollte es nicht fassen, daß drese Huldigung verschmäht und er selbst zur Thür hinaus defördert wurde. Wege« Unterschlagung in etwa sechzig Fällen ist der Buchhalter K. verhaftet worden, welcher von den für einen Prinzipal vereinnahmten Summen iegelmäßia Theildeträge für fich zmückoehielt und zur Verdeckung dieser Veruntreuungen falsche Buchungen vornahm. Der Gesammtbetrag der unter« schlagenen Summen dürfte 2000 M. übersteigen und ist an« scheinend im Wesentlichm zum Unterhalt einer Modistin ver« wendet worden. Der Jägerianerveretn hielt vorgestern im„Augustiner" eine Versammlung ab, um den Anhängern des WollreaimeS und den durch die Neugierde noch zahlreicher angelockten „Hölzemen" eine der neuesten Enideckungen des Wollavostels a» A-K-a:' Junsten noch mehr verschlechtem würde. An die Stell« der Kriminalpolizei, der Untersuchungsrichter und der Staatsanwätte würde einfach der Mann mit der Wünschelmthe treten, der ohne Mühe den Schuldigen entdecken und der Bestrafung ent« gegmführm kann. Unsere Nerven werden nämlich, wie In. BtnUut März, der Redner de» MendS, erläuterte, von dunst» förmigen Substanzen beeinflußt, die schon in homöopathischen Mengen und aui weiten Entfeinungen auf uns wirken können. Sie veranlaffen ein Vidliren der Nerven, und dieses wird an- gezeigt durch �ie Bewegungen der Wllnschelluthe. Derartige astfs'— dunstförmige Substanzen werden einmal erzeugt durch die Nähe von Waffer, von Erzen u. Vgl., dann aber auch durch Gcmüthsaffekte, namentlich durch Angst und Furcht. Nähern wir uns einem schuldbewußten Verbrecher, so werken durch die von ihm ausgedünsteten Stoffe unsere Nerven erregt und die Ruche bewegt sich auf und nieder. Freilich hat die Sache einen Haken und deshalb dürfte man vielleicht doch noch Abstand nehmen, die Wünschelruche in unserer Justiz einzuführen. Der richtige Jägerianer riecht den Scbuldioen allerdings schon ohne Ruthe, es giebt nun aber auch Menschen— und zu dieser Art gehören, wre man gestern selbst zugab, die Meisten—, aus die derartige Ausdünstungen nicht wirken, bei denen vielmehr die eigenen Affekte allein maßgebind find. Diese würden, wenn fie fich dem nach der Wünschelruthentheorie umgestalteten Justizdienst zuwenden wollten, heillose Verwirrungen hervor- rufen können. Mindestens müßte fich der künftige Rechts- befl.ffene erst einer Prüfung unterwerfen, für die Prof. Jäger bereits die nöthigen Vorschriften aufgestellt hat. Es giebt näm- lich Mittel, um fich zu vergewiffern, wie derartige Dunststoffe auf das Individuum wirken, ja man kann diese Wirkung nach einem von Jäger aufgestellten Verfahren sogar graphisch dar- stellen und dann mit der Wirkung eines„NormaldunststoffeS" vergleichen. Als solchen hat Jäger den„Spiritus" gewählt. Man steht, wie die Ausdünstungen dieses die Nerven beein- fluffen und kann nun, indem man fich anderen Einflüffen aus- seyl, sehen,„ob es über oder unter dem Spiritus geht". Man kann auf diese Weise sogar ermitteln, wie man dem schnöden Mammon gegenüber gestnnt ist, denn auch das Gold scheidet Ausdünstungen aus. Auch die Wirkung eines„Katers" kann, wie Herr März konstatirte, in dieser Weise graphisch zur Dar- stellung gebracht werden. Der Vortrag hielt die Erschienenen bei bester Luine._ fich, nach Anhörung eine» beifällig aufgenommenen, intereffanten Vortrages von Dr. Gerlach über die Anforderungen der Wiffen« schaft und Praxis an eine zweckentspiechende Ernährung d«S Arbeiters, mit der jüngsten Freitags-Versammlung der Bun» des- rcsp. Jnnungsmrister im..Architektenhause" zu beschäftigen. Der über dieselbe referirende Vorfisende, Herr Grothmann, legte dabei ein besonderes Gewicht auf die nicht hinwegzuleugneiÄe Thatsache. daß fich unter den vielen zu jener Versammlung hin- gezogenen Platzdelegirten, welche fast ausschließlich aus jüngeren euten brstand, die man für die Sache der Meister leichter ge> Winnen zu können gedacht, nicht ein einziger befunden habe, der von den Gesellenforderungen und dem Festhalten an der zu den Unterhandlungen mit den Meistern allein kompetenten Lohnkommisfion der Berliner Zimmerleute auch nur um eines Haares Breite abgewichen wäre. Herr Bock berichtete über den auf einer soeben bcendelen AgitationSrcise allerwärtS von ihm beobach- teien guten Geist der Maurer in den umliegenden kleineren Pro- vinzialstädlen der Mark und Pommerns, woselbst fie alle im Begriffe seien, fich zu organistren, Versammlungen abzuhalten und Fachvcreine zu bilden. Da es jedoch mnst an gcübten Rednem oder geschäftsgewandten Kräften fehle, suche man solche auS Berlin zu erhalten. So lägen zu diesem Zwecke augenblicklich wieder über ein Dutzend solcher Gesuche um Ab- senvung gceign-ter agitatorischer Kräfte nach den Berlin näher gelegenen klemm Provinzstädten hier vor. Herr Robert Weber, Vorfitzendcr deS„Verband der Möbelpolirer" ersucht uns um Aufnahme folgender Berichti- gung:„In der Versammlung der Tischler, welche am Sonn» tag bei Bötzow tagte, habe ich weder eine Parallele zwischen Pereine nnd Versammlungen. Von de« beiden öffentlichen Arbeiterinnen- de. Versammlungen, welche am Dienstag, den 26. d. Mts., im Osten und Norden Berlins tagten, wurde die eine, die in Keller's Salon, Andreasstr. 21, unter Vorfitz der Frau Dr. Hofmann stattfand und die von ca. 1000 Personen besucht war, polizellich auf Grund deS§9 des Sozialistengesetzes aufgelöst. Dort hatte der Schriftsteller Herr Hans Land über die „Werthschätzung des Lebms in unserer Zeit" gesprochen. Nach einev« eingehmden Darstellung der Anschauungen der Völker deS Alterthums über den Werth des Lebens, wendete fich der Redner hauptsächlich gegm den modernen Pessimismus und gegen die philosophischen Vertreter deffelben, Schopenhauer und H. E. von Hartmann. Entrüstung ging durch die Versamm- lung, alS der Vottragmde Stellen aus Hartmann zitirte, welche die frivolen und spöttischm Anschauungen des Philosophen über Maffenarmuth und Massenelend enthüllen. Zum Schluß sprach der Redner unter lebhaftem Beifall seine Hoffnung auf baldige bessere Gestaltung deS sozialen, geistigen und ethischm Lebens aus.— In der lebhasten DiSkusfion sprach zunächst Frau Dr. Hofmann. Sie wamte vor einem unthätigen und bequemen Optimismus, der in behaglicher Eelbstgefälligkett ver- harre und meine, in„dieser schönen Welt werde alles schon von selbst gut werdm", und auf eigene energische Thätigkeit verzichte.— Sodann sprachm Fräulein Wabnitz, die Herren Ephraim und Berndt und Frau Kolbe. Die letztere führte die Auflösung herbei, als fie auf das Gebiet der Religion einging und die Lehren der Kirche abfällig beleuchtete. Unter Hoch. rufen auf die Arbeiterinnenbewegung ging die Versammlung auseinander. Die Versammlung im Norden fand unter Vorfitz der Frau Grothmann in Mryer's Vereinshaus, Ackerstr. 63, statt. Herr Saale sprach über die Stellung der Frau in der vorgeschicht- ltchen Zeit. Er erläuterte die verschiedenen Formen, welche die Ehe in der Geschichte angenommen hat und suchte den Nach- weis zu führen, daß die Monogamie durch die Entstehung des Privateigenthums hervorgerufen, die Ursache der untergeord- neten Stellung der Frau dem Manne gegenüber geworden sei.— In der Debatte sprachen die Herren Boy und Hoff- mann, sowie Frl. Beraer fich im Sinne des Referenten aus. — In beiden Versammlungen wurde die von Frau Guillauaie- Schack in Öffenbach herausgegebene, wöchentlich einmal erschei- Zeitung für Arbeiterinn.n:„Die Staatsbürgerin", em- nende_ pfohlen; in der Versammlung im Norden außerdem Unter- schriftm für die„Petition deutscher Frauen an den Reichstag gegen Einsührung der Sklaverei in den Kolonialgebieten des Reichs" gesammelt. hfa. Die Maurer waren am Dienstag Abend sehr zahl- reich im„Verein zur Wahrung der Interessen der Berliner Maurer", in der„Urania", Wrangelstr. 10, versammelt, um der Organisation der Mobelpolirer und Tischler gezog-n, noch '-.-—(iii habe ich gesagt: die Stadtoer o.dneten Herold, Görcki, Tutzauer u. s. w. find tür„unS" vollständig„toat meine"' ebenso wie die jetztige Lohnkommisfion. Gesagt habe ich:„Die Organi- sation der Tischler war noch vor einem Jahr ein Muster für alle anderen Gewerke, denn alle haben diese Organisation nach- gemacht, alle Zeitungen waren voll LobeS darüber, selbst die „Times" schrieb davon. Ich erinnerte an den Beifall, den Rödel erhielt, als das Programm der Tischler-Lohnkommisfion die Forderung aufstellte: 8 Stunden Arbeit, 8 Stunden Ruhe, 8 Stunden Schlaf und 24 M. Minimallohn. Ich erinnerte die Versammlung, wie man enthufiasmirt war, daß man als Endziel die Assoziation der Tischler Berlins, der Tischler ganz Deutschlands aufstellte. Und nun sei diese blühende Organisation»erstört. Ich erklärte:„Voll und ganz stehe ich auf dem Boden der Arbeiterpartei: aber es ist Pflicht eines jeden Arbeiters, zu erklären, daß diejenigen, welche eine so blühende und zu den besten Erwanungen bercch- tiaende Organisation zerstören, oerdammenswerth find. Od dieselben nun Herold, Görcki oder Tutzauer heißen, ist uns „toat mftme", ebenso wie die �Lohnkommisfion, welche gleich- falls Mitschuldige an der Zerstörung der Organisation ist, denn dieselbe hätte— als fie sah, daß die Majorität der Tischler nicht auf ihrer Seite stand— ihre Mandate niederlegen müffen, was sie nicht gethan bat. Zum Schluß sagte ich:„Beweisen Sie glaubhaft, daß Rödel fich Unterschlagungen zu Schulden kommen ließ» und ich will der erste sein, der den Stein auf- nimmt und ihn gegen Rödel wirst, aber ohne Beweise glaube ich die Anschuldigungen nicht." Der Aachverein der Ltthographiesteinschleifer und Berufsgenoffm hielt am Montag Abend bei Seefeld, Gcena- dierstr. 33, seine eiste Mitgliederversammlung ab. Nachdem die Mitglicdskarten ausgeg:b.'n und neue Mitglieder ausge- nommen waren, erstattete der provisorische Vorfitzende Bericht über die Thätigkeit sowie über die Ausgaben und Einnahmen der Kommisston. worüber aus der Versammlung heraus kein Widerspruch erlolgte. ES wurde hierauf zur Wahl des Vor- standes geschritten. Der zeitige Vorfitzende F. Rose unter- breitete der Versammlung die Kandidatenliste der Vorstands- Mitglieder, welche von der Versammlung sämmttich durch Stimmzettel gewählt wurden, obwohl es der Versammlung dringend ans Herz gelegt wurde, tbrersetts ungehindert Kan- didaien aufzustellen. Es wurden gewählt: Friedrich Rose, Prenzlau'rstr. 22, als erster Vo:fitzender: G- Haus, zweiter Vorfitzendcr; A. Burckardt, erster Schrifttührcr; Th. Kahm, zweiter Schriftführer; Friedrich Winkelmann, Ackerstraße 73, Kasfirer; A. Bischoff und O. Klei- nert als Beifitzer. Zu Revisoren wurden gewählt: G. Daniel, H. Zechert, E. Karge. Die monatlichen Vereins- Versammlungen finden regelmäßig jeden Montag nach dem 15. eines jeden Monats statt. Näheres zur Zeit im„Berliner Volkeblatt". Zum Schluß wurde noch der lebhafte Wunsch ausgesprochen, in dm Vereinsversammlungen wissenschaftliche und erziehliche Vorträge halten zu laffen und wurde es den Anwesenden auf das Wärmste ans Herz gelegt, die noch indifferenten Kollegen aufzuwecken und zu veranlaffen, dem Verein beizutreten, um durch Wrffenschaft und Bildung fich auf die Höhe hinaufzuschwingen, von der die Besserstellung der Arbeiter zu ermöglichen sei. Schließlich wurde noch auf die nächsten Versammlungen hingewiesm, welche zahlreich zu besuchen jedes Mitgliedes Pflicht sei. Die Mitglieder, welche Knn«' ihre Mitgliedskarten noch nickt abgehoben haben, selbm beim Vorfitzendm in Empfang nehmen. bt». Der verein zur Wahrung der Interesse« Berliner Tapezirer beschäftigt« sich in seiner Geneio sammlung am Montag in dm Gratweil'schen Bierhalm� nächst mit Berathung und Beschlußfaffung über die p» Beschlüssen des kürzlich stattgehabten allgemeinm der! Tapezirer-Kongreffes in Frankfurt a. M. für die Z&t Fachvereine fich ergebenden Statutenänderungm. Ten fitzende. Herr Wildderger, führte in seinem Referate o««, eS Pflicht jedes FachveremSmitgliedes der Tapezirer se« in Gemäßheit der Kongreßdeschlüsse vorzunehmenden 6« änderungen seine Zustimmung zu erthellen, auch"" Betreffende von den ftaglichen Beschlüssen nicht bis baut und völlig befriedigt sei. In ver darauf folgendeii kusston, an welcher fich viele Redner, theils in UeberN mung mtt dem Referenten, theils im Widerspruch p selben, betheiligten, sprachen sich namentlich die Herren dinger, Nicola« und Wolf dafür aus, die Zustimmung P\ Frankfurter Beschlüssen und daraus fich ergebenden v � änderungen für den BerlinerVerein die Zustimmung zu vern worauf oic Ve'sammlung durch ein Majoritätsootum in Sinne entschied. Demungeachtet nahm die Versal später die vom Schriftführer zur Verlesung gebrachten deS Vereinsvorstandes auf Annahme der von ihm in heit der Kongreßdeschlüsse sormulirten Stawtenänderungs Bner Zweidritt.lS-Majorität an, mit der Bedingung, W seiden vom 1. März d. I. an in Kraft tretm. Hiera«' fich die Erledigung verschiedener VereinsangelegenhcilS. mehr internem Interesse, Ergänzungtwahlen zur Zeit« misston, zum Vorstand»£., sowie die Erstattung des% schafts de richte« über die vom Verein herausgegebene ei schrift(Tapez-Ztg.) und die Vereinsverwalmng. Zum«? batter wurde Herr Faber gewählt. Dann forderte de:, sitzenve zur endlichen Wiederein'endung der zur AB ausgegebenen zwölfhundert statistischen" Fragedogen Li« Löhne nach den aufgestellten Tarifposttionm K. auf mit, daß bis jetzt«st 140 solcher Formulare dem M ausgefüllt wieder eingesandt wurden. Ferner gelai� Antrag deS Herrn Kulowski zur Annahme, wonach je" gliede des Verein«, welches ohne begründete Veihindei VereinSversammlungcn fernbleibt, eme Geldbuße voiis! (für eine Versammlung) aufzu« legen ist. verband deutscher Zimmerer, Lokalvnband R« Die erste Versammlung finöet Freitag,' den 29. Januar,* 8Vi Uhr in G.ünver's Salon, Schwerins«. 26, statt. I Die f""---- soinner 30. d. Mts______________________ i____________ straße 10, zum Besten für die Invaliden der Kasse. Zentral-Krauken- und Eterbekasse der Kab Handarbeiter beiderlei Geschlechts(E. H. 35 Dresd ttlbe Verwaltung Berlin 0, Freitag, d«n 29. d. Hit«... 8 Uhr, bei Maliitz, ArdreaSstr. 26, außerordentliche Müj Versammlung. Tagesordnung: 1. Wahl des Vorst' 2. Wahl des Kassenarztes; 3. Verschiedenes. Die ncB1 tuten werden umgetauscht., Zentral-Kranken- und Eterbekasse der de? Tapezirer. Freitag Aben� 8'/» Uhr Versammlung der Mitglied« in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstr-. Tagesordnung:„Die Ausführung der Beschlüsse der r fürtet Generaloersammlung".. Eine große Volksversammlung findet am i.. den 1. Februar, AbendS 8'/, Uhr im„Konzerthaus San«' Kottbuse. straße 4, statt. Tagesordnung:„DaS BriN« Monopol"., Eine öffentliche Versammlung der Saudluugsaest Berlins findet am Freitag, den 39. d. M., AöerD« im Kaistrsaale bei Buqgenhagen am Moritzplatz statt, wo über das Thema:„Was die Handlungsgehilfen vom A«" verlangen" debattirt werden soll. Zu derselben hadro� dm Mitgliedem der Arbnterschutzgese? Kommisfion ve«£ tages sämmtliche Berliner RtichSiagsabgeordncte EimBj erhalten. Das Erscheinen von Vertretern der verschob Parteien soll in Ausficht stehen. Demokrattscher verein zu Berlin. Versamm 28. Januar. Abends 81/« Uhr, in den den ArminhalW mandantenstr. 20. Tagesordnung: 1. Vortrag de« ReichStagsabgeordneten Lmzmann„üb« die politisch« 2. DaS Branntweinmonopol, Referent: Herr 3. VereinSangrl-genheiten. Kriefkasten der Redaktion. J E. St., Zimmerftr. Zu persönlichen Angriffen I wir Ihnen den Raum unseres Ep.echsaals nicht zw, gung stellen. Wenn Sie sachlich etwaS zu«widern lr f'ehen wir gern zur Verfügung. Theater. Theater. von Max Donerstag, den 23. Januar. Opernhaus. Keine Vorstellung. Gchauspielbans. Wallenstein'S Tod. Trauerspiel in 5 Alten von Schill«. Deutsches Theater. Nathan d« Weise. Wallner-Theater. Wieder-Eröffnung Sonn- abend, den 30. Januar 1886. Sammet und Seide, Lustspiel in 4 Atten von Oskar Blummthal. Nestden?» Theater. Denise, Schauspiel in 4 Atten von A. Dumas(Sohn). Belle-Alltanee-Theater. Ultimo! Lustspiel in 4 Atten von G. v. Mos«. Friedrich- WtlhelmstSdtische» Rafaela, Operette in 3 Atten Wolf. Walhalla- Operette«-sTheater. komische Operette in 3 Atten. C. Delling«. Tentral-Theater. Der Stabs- Trompet«. Lonisenstädtisches Theater Die C-rabinierS deS Königs, od«: Die Mönche. Biktoria-Theater. Zum 4. Male: Däumling. Oftend- Theater. Das Loa» der Armen, Lebensbild in 5 Atten von F. v. Stenglin. Amerika«- Theater. Große Epezialttätm Thmter�der�Reichshalle«. Große vpeziali- Kau�ann'« �Variete. Große Spezialitäten- «onkardia�Große Svezialitäten-Borstellung. Don Cesar, Mustk von Verein für Feuerbestattung. Allgemein» Nerfammlnng mit Dame«. Gäste willkommen. K-nt». Donnerstag, Abends 8 Uhr präzise. im Jndustriegedäude, Kommandantenstr. 77/79. Vorträge des Dr. med. Eh. Meyl, des Reichstagsabgeordneten Lenzmann und des CuxL phil. I. Steinschneider. Zu zahlreicher Bethciligung ladet ein[555 1 Der Voi stand. Alhambra-Theater. Wallnertbeaterstraße 16. Die Staatlich concessionirte beiden Harsenmädchen. 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Unan, al Verantworlttcher Redakteur K Crouijeim in B«iin. Druck und Vertag von Max Badtng tn Berlin SW., Beuthftraße 2.