t der Hut« ll.gtbn.«, ienftr. 3-5. ig VeS vo» ivung etne» � eben SR"1") M Nalksbl-tt'�W Nr. S7. Dienstag, de« S. Februar 1886. III. Jahrg. Volksbü n d5mstldttl n 3ab« W ©ttiaitaf!« [att hterm» eral ig obi nklik'-ck Mielt»! Ul m* dMoIb Brgan für die Interessen der Arbeiter. Das„Berliner Bolksblatt" r ßmlenM täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei c Gmtenow, �°us vierteljährlich 4 Mark� mo"�'--------- ■Ken aus# v«ncijuj)imo•» anuii, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement ■wart. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustrirtcr Beilage 10 Pfg. Dffilierlran#_ entliche D» Itirtt) auip in einem � der Exel� ingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1886 unter Nr. 769.) I n s e rtionsaebühr Burcaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redabtion: Ke«thstratze 2.— Grpedition: Zimmerstraße 44. Uomarts! i,,,;®"ne uralte griechisch-egyptische Sage erzählt von de« Dundervogel Phönix, der nach Ablauf gewisser ftff. r.f: M.«.AaMAv. WaM« Mch» lunn C" W selbst verbrenne im eigenen Neste, dem er �tgeih st � seiner Verjüngung und Wiedergebärung itvrprr aus den schmerzlichen Flammen, die seinen 1 Mb. 9 Vi' »Ib. pb. sli lualitäll Ü kauf n. iuo»«ki Jtt Asche zerstörten, erhebe er sich dann in neuer über z." Kraft und Schönheit, fliege in weite Fernen iu litth ünb Meer, um abermal« zu leben, zu altern, all, rsw, ünd verjüngt aufzuerstehen, und so fort bis in wM.r'Mt. Gewiß eine herrliche Versinnbildlichung der Sstcz.* Zeitabschnitte,— der Menschheit in ihrem ihrew Ringen nach immer höherer Vollkommenheit, »j bldcn in läuternder Widerwärtigkeit. Alick? Mythe werden wir erinnert, wenn wir unsere n schweifen lassen über die weite, oft gekrümmte Bahn, bei, n-.n ber sich entwickelnden Menschheit durchmessen wor- fpiel v®'e S�währt ein wunderbar ergreifende« Schau- (Ui, b'ese Revue der Todten; alle die verschwundenen schlun auf deren Gräbern wir wandeln, ziehen in ver- toinf. nfn Zeichen vor unserm geistigen Auge vorüber und tR"ns die Mahnung zu:„Machet e« besser al« wir I sok„ e Schulden der Menschheit! Bringet ihr die Ver- 's? und Erlösung jj,''?trföhnung der Menschheit,"— wie ein Evangelium LJ.Mt« Wort aus den vergangenen Zeitaltern zu un« doch leider wird et nur von Wenigen vei�tanden noch Wenigern geglaubt. Leben wir doch in einer >!'» der da« Ringen feindlicher Kräfte einen so hohen b erreicht und einen so intensiven Charakter angenom- hat, wie in keiner vorhergehenden Epoche der Ge- jj,'1*. Daß über diesem Ringen im unausgesetzten, auf- „ebben Kampfe um« Dasein ein großer, wo nicht der ?«te Theil der Menschen unempfänglich wird für die ge- J'Üßen Lehren der Geschichte, an der Zukunft verzweifelt RH die hohe sittliche Idee der Versöhnung belächelt und spöttelt al«„Ausgeburt krankhafter Philanthropie",— -tl' der die Schwächen und Irrungen des unter der m tii, 1 a«.riurannjcii oc» mcniiyuiycn viiciiyieiyi». itt wurde stets nur dann gewürdigt, wenn sie sich jssaxis unterwarf.— uitt aber möchte wohl ernstlich, bei gesundem Ver- ünd Herzen, leugnen, daß die Menschheit fortschreitet? Jb, so blind und blöd, ihre eigene Entwicklung im spflonSzustande, nachdem sie der Wildheit und dem Hüthum entronnen, nicht zu sehen?! Eben so fest, wie thematischen Regeln, eben so fest und sicher stehen JsetulXeloNo t Dnnkle Gestalte«. '�lung aus dem sozialen Leben der Gegenwart von enstl s lUls Karl Zielte.>20 itn tüi'j Frau erhob sich schwerfällig, kramte lange unter bpchew verstaubten Kleinigkeiten, die auf den Spinden ilUn D�en und brachte schließlich eine zerbrochene Flasche miiss.., schein, in welcher sich ein Rest einer zähen, schwarzen m befand. Auch eine Feder und ein schmutziger �Papirt wurden vorgefunden. ftttia"�0'_! tagte der Direktor, indem er sich zum Schreiben r"Nun liegt e« an Ihnen, Fräulein, ob Sie uhüen An' Ihrem Glück die Hand zu bieten. Ich habe »och* auseinander gesetzt. Nun warten Sie nur . �Augenblick!" �»>vs. hörte koumZrvaS ihr der Mann erzählte. Die "üchd-w r kratzte über daS Papier, der Direktor la«, "och Cm Wit dem Schreiben fertig war, sein Schriftstück bot UnWu aufmerksam durch, nahm einige Korrekturen , 9,1"seichte dann dasselbe dem jungen Mädchen. später«i*! selbst, Fräulein," sagte er,„damit Sie mir 1 �terslb.?� uachsagen können, ich hätte Sie einen Rever« ,/i) 1 Kenntnis„? lassen, von dessen Inhalt Sie gar keine '.Jrmhrf Da« f'haht haben." «n unv lange Mädchen nahm da« Schriftstück mechanisch �»«. in' fintn flüchtigen Blick in dasselbe. *?« Si. l sagte sie,„ich verstehe da« doch nicht, J?11«an. a Niedergeschrieben haben. Außerdem wäre e» d>äte."' öleichgiltig, auch wenn e« mein Todeturtheil llnterschrift, wenn ich bitten darf," drängte der iLföm suh an den Tisch und schrieb mit flüchtiger I.Seb" �"ney auf da« Papier. �icht � w«agte der Direktor fteundlich,„das ist die Gesetze und Ordnungen de« lebendigen Menschen- wesen«! Lassen wir un« doch nicht täuschen und nicht stören im heiligen Vertrauen zum Fortschritt durch jene Wissenschaft- lichen Kretin«, die mit der Miene der Allweisheit un« predigen, wa« wir un» längst an den Kinderschuhen abge- laufen haben: daß e« zu allen Zeiten Unterdrücker und Unterdrückte gegeben; daß die Masse immer nur zum Beten und Anbeten, zum Dulden und Gehorchen dagewesen und daß alle Idealisten stets in der Praxis schmählich Schiff- bruch gelitten hätten. Wir verstehen die Geschichte besser, al» diese Pfuscher; wir wissen, gestützt auf die Erfahrung«- thatsache, daß da« tausendfältige Mißlingen dessen, da« endlich doch werden soll, nur einen wohlbekannten Grund zug de« Schaffen« und Vernichten« in einer besondern Form darstellt. Wir wissen aber auch, daß alle« Große in der Geschichte stet» von Trägern einer Idee auiging, die weit über die seitherige Erfahrung hinausgriff. Wir wissen, daß auch daS Ringen der Vorzeit nicht vergeben« ist, und daß wir uns auch im schlimmsten Falle mit unserem Eifer für eine bessere Zukunft der Menschheit einer würdi- Sen Reihe von Vorgängern anschließen und glücklichere lachfolger haben werden. Wir wissen aber endlich auch, daß niemals, wie seit den Anfängen der Geschichte, die Ge- sammtheit der geistigen und materiellen Bedingungeu deS Völterlebens eine so große innere Umwandlung unter der schwachen Hülle der bestehenden Formen erlitten hat, als in den letzten hundert Jahren. Wie könnte e« dem geringsten Zweifel unterliegen, daß früher oder später diese Umwandlung der Geister"sich auch ihr Recht in den Gestaltungen de« Lebens erringen wird? I Unsere Zeit ist mehr al« irgend eine bisherige dazu angethan, hohen Jveolen Geltung im Leben zu ver- schaffen nach dem Worte Kam'«:„WaS in der Theorie richtig ist, da» paßt alle Zeit auch für die Praxis!"— Man möge von„Thorheiten" reden, daS darf uns nicht abhalten, au« den seitherigen Resultaten der sozialen Dasein»- und Jnteressenkämpfe logische Schlüsse auf die Zukunft zu ziehen. Die„Thorheit" von heute ist viel- leicht schon die Weisheit von morgen! Ein SokrateS kam und stellte Lehren der sittlichen Denkart auf; seine Mitbürger verstanden ihn nicht, sie überlieferten den Denker dem Tode. Trotzdem drang die neue Denkart durch. Ein Christus kam und predigte die Gleichheit vor der Idee der Gottheit. Und diese Lehre hat eine Welt umgestaltet, trotzdem Ver- folgung, Beleidigung und Verleumdung sich gegen sie erhob. I« 15, und 16. Jahrhundert trat eine Reihe von Denkern auf und lehrte die Gleichheit vor der Vernunft. Die Unvernünftigen nannten diese Lehre ein Er faltete da« Papier zusammen und steckte es dann in seine Rocktasche. „Nun wäre da» Geschäftliche geregelt," fuhr er fort, „jetzt können wir also in Ruhe den andern Theil der Sache besprechen. Sie werden heute Abend noch Ihren Bruder sehen, wenn Sie e» wünschen." „Meinen Bruder, und wo befindet jer sich?" fragte Martha gespannt. Ihrem Vater die Weisung, den Jungen an mich zu nehmen, ich habe dafür gesorgt, daß er ein tüchtiger Akrobat ge- worden ist. Indessen die Sache hat sich ja nun geändert; nachdem der Zufall sein merkwürdige« Spiel so getrieben ier in meinem Hause, er befindet sich seit de« Tode Ihrer Tante unter«einer Obhut. Ich erhielt damals von hatl daß auch Sie mit mir in Berührung kamen, halte ich e« nicht mehr für nothwendig, daß Sie beide ein unstäte», ruhelose« Leben führen. Sie können ebensogut die An- nehmlichkeiten einer gesicherten Existenz genießen, wie Ihr anderer Bruder." „Ich habe noch einen Bruder?" fragte Martha er- staunt. � vergaß gänzlich, hiervon mit Ihnen zu sprechen. Ihr Vater hat allerdings noch einen Sohn, der au« seiner rechtmäßigen Ehe stammt. Er ist einige Jahre älter al« Sie.".. Und wer ist denn nun eigentlich mein Vater?" 'Der Kommerzienrath Winkler, wenn Ihnen—" Der Direktor konnte nicht vollenden. Mit einem lauten Aufschrei war Martha zu Boden gesunken. Donnerwetter," sagte der Direktor erschreckt,„ob Königin oder Bettlerin, die Weiber sind Alle schreckhafter Natur! Geh' Alte," rief er seiner Frau zu.„hole etwa« Wasser, ich glaubte gar nicht, daß diese Leute auch Nerven �"seoor Mutter Weber noch mit dem Glase Wasser „Verbrechen" und behandelten die Denker danach; aber die Gleichheit vor der Vernunft wurde zur Wahrheit.— Die Stürme der großen Revolution kamen und gebaren die Gleich- heii vor dem Gesetz. Und hat nicht bereits unser Jahrhundert eine neue Gleichheit geboren, das allgemeine Wahlrecht, oder die Gleichheit vor dem Staate!? Und sind sie auf Grund dieser Gleichheiten nicht alle gefallen, jene„erworbenen Rechte", welche die Unterdrückung der Masse zum Gegenstande hatten? Ja, sie sind gefallen, diese Rechte, trotzdem an ihrer Spitze der Satz stand:„An diesen Rechten darf nicht gerüttelt werden!" Alle Zeit wandelte da« Recht des Stärkeren logisch die Wege der Selbstvernichtung. Und jetzt sollte die Menschheit plötzlich für immer Halt Bahn, daß alle die„Gleichheiten"" welche die Menschheit bis jetzt errungen hat, sinnlos wären und in sich selbst zu- sammenbrächen, wenn sie etwas anderes bedeuten könnten, al« Etappen auf dem Wege zu einem Zustande, in welchem gleiche Existenzbedingung und-Berechtigung leitendes Prinzip ist, auf dem Wege zur ökonomischen Gleichheit. Für eine Verewigung der herrschenden ökonomischen Zustände kann nur der eintreten, der die Gesetze der Zivili- sation nicht kennt oder verkennt. Geistig blmd muß sein, wer nicht gewahrt, daß der Begriff des erworbenen Rechts wieder einmal streitig geworden ist, und daß dieser Streit eS ist, der daS Herz der Gesellschaft durchzittert biS in seine innersten Tiefen. Daß dieser Streit enden möge, der Kultur zu ewigem Lob und Preis, ohne Einmischung brutaler Gewalt, mit der Versöhnung der Macht und des Interesses einerseits und de« Vernunftrechte« andererseits, da« ist unser auf- richtiger Wunsch. Denn Macht und Interesse ohne Recht wäre ein Leben ohne Ideal,— daS Recht ohne Macht und Interesse aber ein Ideal ohne Leben. DaS�ewige Sterben und Wiederaufstehen des Phönix ist eine Sage,— der Läuterungsprozeß der Menschheit aber, ihr unablässiges Ringen nach höherer Kultur, Ge- fittung und G erechtigkeit, daS ist die ewige lebendige Wahr- heit, der Inbegriff ihre« natürlichen Berufes. Im Lebens- geschick der Staaten ist es wie in der Natur, für die, nach dem sinnvollen Ausspruch Goethes, es im Bewegen und Wirken kein Bleiben giebt, denn: die Natur hat ihren Fluch gehänat an's Stillestehen. „Vorwärts" ist der Weltgeschichte ewiges LosungS- wort, das über den großen Ozean der Zellen von einem Gestade zum anderen schallt; wer'S überhört, der ist ge- richtet! die Arme sinken lassen, eS schien, al« ob jede Lebensfähig- keit auS ihrem jugendlichen Körper entflohen wäre. „Sie dürfen sich nicht so von der Freude übermannen lassen, Fräulein," sagte der Direktor zu ihr,„es ist ja allerdings ein unerwartetes Glück, da« Sie betroffen Hut, der Mensch muß aber im Glück wie im Unglück immer den Kopf oben behalten. Kommen Sie doch zu sich, Fräulein, hier, trinken Sie doch einmal einen Tropfen Wasser." Er hielt ihr das GlaS vor, sie schien eS jedoch gar nicht zu bemerken. Er schüttelte sie sanft, dann heftiger. „Na, da hast Du waS Schönes angerichtet," sagte die Frau ängstlich,„sie wird noch sterben. Dann haben wir die Bescheerung auf dem Halse!" „Rede nicht solchen Unsinn, Weib," entgegnete der Direktor wüthend,„an der Freude ist noch kein Mensch gestorben. DaS habe ich allerdings auch nicht gedacht, daß das solche Zuckerpuppe wäre. Fräulein Martha," rief er dem jungen Mädchen in'S Ohr,„geben Sie mir doch wenig- stens Antwort!" Sie schlug die Augen auf und richtete sich dann empor. „Julius Winkler ist mein Bruder, mein Geliebter," lachte sie plötzlich gellend auf,„mein Kind, mein armer, herziger, kleiner Junge, der draußen auf dem Armenkirchhof liegt, ist—" Wieder lachte sie kreischend. Sie sprang plötzlich auf, umfaßte den Direktor und versuchte ihn in dem Zimmer umher zu ziehen. „Komm', mein Schatz," schrie sie,„komm', wir wollen tanzen, fröhlich sein, es ist so schön hier, so frei!" Dann stieß sie den Direktor wieder von sich, daß er weit zurücktaumelte. Sie schlug sich selbst mit beiden Händen in da« Gesicht, dann warf sie sich auf den Erd- boden und begann mit Händen und Füßen um sich zu schlagen. „Halte sie fest," schrie Mutter Weber in tödtlicher Angst,„sie schlägt sich ja Alle« entzwei, sie ist verrückt geworden. Ach, daß so etwas hier bei mir passiren muß!, Wir wollen ihr folgen, dieser Losung, freudig und unermüdlich Tag für Tag und jede Stunde in unsere« Denken, Fühlen und Handeln- Und Herold wollen wir sein, ein Herold der Zeitgeister; de« heiligen Rechte« der Liebe und der Wahrheit immer rege Streiter. Und die Hoffnung wollen wir neu entzünden in den Herzen der Verzweifelnden und allezeit die Schlafenden zu wecken und die Träger anzuspornen, soll unser Ruf ertönen: „Vorwärt»!"_ Politische lieber(t cht. Ais» tei« H.ndel mit dem Zentrum? Die offiziöse „Nordd. Allg. Zig." bringt in ihrer Sonntaginummer folgende Erklärung:„Der„Moniteur de Rome" schreibt, bajj der Reichskanzler fich zu einer erweiterten Revifion der Mai- gesetzt entschlossen habe, um in der Frage de« Branntwein- Monopol« die Unterstützung des Zentrums fich zu fiebern; beide, die Revifion der Maizesetze und da« Branntwein- Monopol, würden gleichzeitig in Berathung genommen werden. Wir find in der Lage, diese Mittheilung d« römischen Blatte« als eine irrthümliche zu bezeichnen. Da« Branntweinmonopol und die Revifion der Kirchengesetze stehen in gar keinem Konnex zu einander. Elfteres gehört vor das Forum des Reichstag«, die Revifion der Maigesetze muß von dem Landtage berathen werden, und e« liegt nicht in der Abstcht der Regierung, beide Vorlagen in irgend welche Abhängigkeit von einander zu dringen. Sie wird weder die Konzessionen, die fie auf dem Gebiete der Maigesetze machen kann, den katholischen Unter- thanen de« König« für Retchttagßvoten verkaufen, noch auch, um die Reichsfinanzen zu verbessern, irgendwelche unentbehrlichen Rechte preisgeben. Da«, was fie glaubt auf kirchen- politischem Gebiete nachgeben zu können, wird fie freiwillig geben und hätte es schon seit Jahren gegeben, wenn nicht die aggresfive Haltung der Zentrumsftaktion stets derart gewesen war tionale Fahne hoch zu halten, so wir? die Nation schließlich dafür sorgen, daß die Gestnaung ihrer Mehrheit auch in den Kundgebungen der Mehrh-it des Reichstages den richtigen Ausdruck finde, v. Bismarck."— Demnach hofft der Reichs- kanzler von dem Wirken der Landtage einen proßm Einfluß auf die Sinnesänderung des Reichstages. Ob diese Hoffnung eine zutreffende lein wird? Die Zukunft wird eS lehren! Daß die Schnapsbrenuer unter den Landwirthen nur einen winzigen Äruchtheil bilden, beweisen folgende statistische Berechnungen: Es giebt 4 969 843 Landwirthe mit einem Be- fitzthum dii zu 20 Hektaren. Auf je 10000 dieser Landwirthe kommen nur 3 Brenner. Der Prozentantheil der Brenner unter den Landwirthen von 20- 50 Hektar beträgt nur V, pCt., von 50—100 Hettar l1/» vCi., von 100—200 Hettar 64/» vCt., von 200—500 Hektar 10 pCt., von 500—1000 Hektar 22»/, o pC., von 1000 und mehr Hektar 36'/,»Ct. zugleich Branntwein- brenn«. Also auch hier find es wenige Großgrunddefitzer, welche fich mit dem Reiche in den Gewinn aus dem Monopole theilen würden, während die immense Mchrhett dn übrigen Landwirche ganz oder fast leer ausginge und hunderttausende Gewndetreibender, die fich jetzt mtt der weiteren Veiar- bettuna de« RohsplrituS, mit dem Kaufe und Verkaufe des Branntweins ernähren, ihrer gestchnten Existenz beraubt würden. Zum vrauntweinmonopol- Projekt. Wenn fich die Mittheilungen über die Haltung der süddeutschen Regierungen dem Anttage PreußenS gegenüber als richtig erweisen, so ist an einer Annahme deSProjekis im Bundesrath nicht mehr zu zweifeln. Um die Bedeutung der Ankündigung des Reichs- kanzlerS in der Polendebatte, daß. im Falle der Reichstag das Monopol ablehnen sollte, eine Lizenzsteuer auf das Echank gewerde überhaupt vorgeschlagen werden würde, klar zu stellen, ist von Jntereffe, zu«fahren, an welchen Gesich'.svunktm die Regierung in Bezug auf die Eoiritusst u« unbedingt ftstzu- halten entschlossen ist. Dem„Hamb. Konesp." schreibt man üb« die Auffassung in Regierungskreis- n:„Die Fabrikatsteuer sei unannehmbar, well fie eine Umwälzung in der Spiritus- Industrie, wie fie fich einmal unter der Maischraumsteuer entwickelt hat, heraoorbringen müßte, welche noch viel be- denllich« wäre»als der durch das Monopol bedingte Eingriff in die private Ecwerdtthättgkeit und weil trotzdem nach den deutschen Verhällnissen ein finan- zielln Ertrag von mehreren hundert Millionen kaum erwartet werden könnte. Der Branntwein habe da die größte Steuer- fähigkeit, wo er in den Konsum übe.gehe, und wo sein Werth setzt vielfach durch die Schänker um 500 bis 1000 pCt. gesteigert werde. Der Staat müsse daher den Ausschank mit Ausschluß der Gewinne de« Zwischenhandels in die Hand de- kommen, und er wäre dann unzweifelhaft am besten in der Lage, zugleich seine Pflichten gegen die durch die Branntwein- pest gefährdete Gesundheit und Moral seiner Unterthanen durch Lieferung nur suselfreien Schnapses uud Einschränkung der Trinkstätten zu erfüllen. Diese Gründe seien auch auS- schlaggebend gegen daS Rohspiritus- Monopol. Der Plan, den SchnapSkonsum durch eine Lizenzsteuer zu treffen, würde wegen der Gefahr, den Branntwein bis zu einem für die brette» Massen unerschwinglichen Preise zu vertheuern. den verlangten finanziellen Enrag nicht liefern können. Daher müßte der Bier- und WeinauSschank evenwell mit bluten." Daß im Kamerungebiete ein Deutsch« keine land« «irthschaftlichen Arbeiten aus die Dauer verrichten kann, be- stätigt jetzt auch ein Forstmann, He« von Hammerstein, der einige Zeit dort war. Er entscheidet fich für den Plantagen- bau, zu dem man die Eingeborenen durch gelinden Zwang anhalten könne. Also doch! Die Sklaverei soll ein- geführt werden— zur höheren Ehre des Deutschen Reichs, des eutschen Namens! OesterreichUttgarn. Der deutsche Reichskanzler äußerte fich gelegentlich der AusweisungSdebatten dahin, daß die Maßregeln gegen die Polen im Einverständntß mit den Nachbarmächten gettoffen seien. Im ungarischen Reichstag wird nunmehr eine Jnter- pellation eingebracht w«d«n, um die ungarische Regierung zu einer Aeußerung zu veranlassen. Franrreich« Die„Repudlique franeaise" rügt wieder, wie schon kürz- lich einmal, die Ansammlung von adeligen Offizieren in gewissen GarnisonSstädten, die Mittelpunkt,, der Reaktion find, und bringt dafür eine Reihe ziffermäßige Belege. So finden fich in den Garnisonen von Tour«, Cöambny, Eoreux, Limoges, Compiegne und Fontainedleau in einzelnen Re- gimentern unt« zirka 40 Offizieren durchschnittlrch 15—25 adelige. wiesen hatte— sie sollte e« nicht wiedersehe», sie war uu- heilbar geisteskrank. Im Hause deS Kommerzienrath« Winkler war eine seltsame V«änderung vor sich gegangen. Niemand wußte, was eigentlich geschehen war, da» aber ein Ereigniß von tief einschneidend« Bedeutung vorgekommen war, da« merlte ein Jeder. Obwohl man ein Geheimniß mit d« größten Sorg» falt zu hüten und zu bewahren bestrebt war, so war es doch dem letzten Laufburschen de« großartigen Geschäft« bekannt geworden, daß d« junge Herr unter Mitnahme einer bedeutenden Summe v«schwunden war. Man raunte sich diese Thatsache in die Ohren, die Summe wurde durch daS vielzüngiae G«ücht noch bedeutend erhöht. Niemand, außer dem ersten Buchhalt« de» Geschäft«, bekam den Chef zu sehen oder zu sprechen. Dies« wußte allerding« sehr genau, wo sein Sohn ge- blieben aar. Er hatte von Hamburg einen Brief des- selben erhalten, und in diesem Brief war das Schreiben der Frau Wilson enthalten, welches dem leichtsinnigen jungen Mann zufällig mit der einlaufenden Post in die Hände gefallen war. Er hatte kein Bedenken getragen, dasselbe zu unterschlagen, und au« feig« Furcht vor den Folgen seiner schmählichen Handlungsweise hatte er e« vor- gezogen, die Flucht zu«greifen. Mit herzlosen, höhnischen Worten hatte er seine« Bat« angezeigt, daß er nach Amerika zu gehen beschlossen habe!;« wünschte ihm viel Glück zu sein« V«bindung mit der Frau Wilson. (Schluß folgt.) Aus Kunst und Zeden- Die Premiere de«„Ztgeunerbaron" findet wieder alle jene Kräfte vereint, welche dem Fnedrich-Wilhelmstädtischm Theater schon manchen künstlerischen Sieg«fochten haben. Für die Titelrolle find die Herren Stein« und Weidmann bestimmt, welch letzterer jedoch in der Premiere die einig«, maßen zurücktretende Partie des Ottokar übernommen hat, um Das Blatt hofft, der neue Kriegsminist« wttde diese Ans«» Land ist s> lang künftig hindern. j und d — Die Minenarbeiter in Dceazeville baden t den Antra Arbeit wieder aufgenommen, der Streik ist zu Ende. gestellt zu Arbeiter verzichteten auf Erhöhung deS Lohnes und rw. Arbeitszeit, während die Administiation die verlangte wöchentliche Zahlung und mehrere andere nebenfttffllg Forderungen bewilligt hat. Nach zuverlässigen Meldungen> „Frankfurt« Zeitung" soll die Hauptursache deS Streiks m in der Lohnfrag-, sondern in der Ecbitterung klein« 5° Kaufleute zu suchen sein, welche durch den mit Hilst s Watrin geschaffenen dortigen Konsumverein in ihren Ilster!» geschädigt worden find. Der Konsumo«ein lieferte die Led» mittel den Ardeitern zu billigerem Preise und deshalb W die Händler diese gegen die Minenverwaltung aufzureizen,' dem fie ihnen voispiegelten, dieselbe habe die Gründung Konsumvereini nur begünstigt, um ihre Gewalt über Arbeiter noch weiter auszuvehnen. Fünf Männer und tl vie Frau wurden wegen der Erschlagung Watrin'« verhaftet-$ r-er Anficht der Einwohnn von Deeazeoille soll übrigem Unb« liedtheit WatrinS bei allen Arbeitern der Hauptgrund> Krawalls gewesen sein. Im Amnestie- Ausschuß d« ftanzöfischen Deputirtentonj «klärte Freyemet u. A. auch, daß eine Begnadig» Berezowski's, d« im Jahre 1867 ein Attentat gck den Zaren beging, zur Zeit u n t h u n l i ch sei.„, — Paul Bert't Gehalt als Generalrefident von - T "udgelkom Wstnen Pe Äeichftaoe fie verbüi ? welcher «nneffen welche viel as jlst spätere, «ienstjahre — Di sung der ,'eridji ■klonen c so iß edevproto — PUU« OCH 9\9�yuii ui»\öKTKumtfiucni Ulm" ytvit und Tongking wird 150000 Franken betragen. Eine recht»? Mch mü ständiae" Summe, stttenn die frien-cn mnm Nie uiederelt"!?wll den> ständige" Summe. Wenn die Herren gegen die niedere» amten nur halb so nobel wären! Spanien. � Der bei dem Putsch von Kartagena schw« verivll»» General Fajardo ist seinen Wunden erlegen. Großbritannien. Bezüglich der neuesten Situation im vereinigten M reiche äußert fich der konservative„Globe":„D«„eigst! liche Sieger ist Mr. P a r n e l l- Durch die Ausä 5 seiner parlamentarischen Macht in einem gelegenen Äugt»? ist eine Regietung, welche das Reich mit seltener Fähig««/! dem größten Erfolge(?) verwaltete, gestürzt worden. A sein Thun.find unsere Geschicke wiederum dem ehrg und Unheil anrichtenden Mann anvertraut, deffen Se götterung ihn unfähig macht, seine Untauglichkeit für dl gäbe einzusehen(Gladstone). Das sind große Enungens� und Mr. Paraell hat jedes Recht, sich zu einem solch ßk den Erfolge zu beglückwünschen. Er rechnet zweiso? darauf, daß er stets in der Lage sein werde, Mr. Gstf, seinem Willen unterthänig zu machen, indem er ihm drotz aus dem Amte zu stoßen.":it — Dem Kommandanten deS englischen Mittelmeer-G!� deis, Admiral Hay, ist der Befehl erth-ilt worden, nöt? fallS Gewalt gegen die Griechen anzuwenden, wenn dW die Türkei angreifen sollten. wS �"g-sch, i m i Amerika. Wie New-Dorker Journale becichien, erklärte O'D Rossa den Befehl erhalten zu haben, seine Thällgkcit stellen, bis es augenscheinlich wird, d.ß das englische ment und die Regierung„ihre Krallen an die Gurgel zu halten gedenken." Er wünscht nicht, den Krieg zu er»' aber er wird eS thun, wenn nicht etwaS für Irland ge» Auch verkündet« die Entdeckung etneS neuen Spreng von erstaunlicher Gewalt und bequem« Handhabung. sagt er, daß« vollauf mit Geld versehen sei.,. — New. N ork, 28. Januar. Der„New Uork veröffentlicht«n Telegramm aus St. Paul, demzufol«' Minncapolis eine irische Piienfabrik entdeckt worden ff» wird hinzugefügt, daß die Waffen im nordwestlichen im Falle ein« Erhebung in Verwendung kommen — Rio Janeiro(Brasilien), 27. Januar. Bs» jetzt im Lande stattfindenden Neuwahlen zum haben die Konservativen bis jetzt 83, die Liberalen 1� erhalten; von 29 Wahlkreisen find die Ergebnisse nock bekannt. Afrika. Aus Kairo meldet man, daß zwei Bataillone eg# Truppen Ordre«hielten, nach Suakin zu marschiren,»f, die„Rebellen" wieder recht rührig zeigen. Der läng? geglaubte Osman Digma soll wiederum mit eine» organistrten Schaar im Vorrücken begriffen sein. Au« anderen Orten wird berichtet, daß vie Sudanesi». Offenstoe übngehen. Die englischen„Siege" find also weit her gewesen. %d)m, & für di! W m �enzimi Ute ohne MS ,tä t.Bon m WÄ % «Unterst — Ueber den neuen Staat Upingtonia in 6%� -------.....- w on W SWo wird gemeldet, daß derselbe zwischen dem 18, grade und 15. und 20. Längegrade und in von 200 Meilen von Walfiich-Bai gelegen ist wird jils prächtig geschildert und eignet fich für und 20.«A ein« Entsiä Der A -„....... deiW von Wolle, Weizen und Wein. Die Hctuf«_ find fc«<7 «er baut, und die Bodenkulinr macht reißende Fortschritte- "4 «K, I# auch seinerseits zum Gelingen des Werkes deizutrag, weiblichen Hauptrollen, das Zigeunertinv(Saffi) hat Druck« inne, in den anderen größeren Partien s Schmidt(Mftabella), Hanna Wrada(Artura Zsuvau's Frl. Stein(Czipra Safsi's Mutter) beschäftigt. Den@1 sür sten Zsupau spielt He« Wellhof, den Grafen Homo»� Sztka, den Sittenkommissar Conte Camera Hnr Etttt Dieselbe Sorgfalt, welche He« Direktor Fritzsche der der einzelnen Rollen und der von ihm geleiteten Jnsb�z-«n zugewendet hat— Chor und Orchester find wesentlich%» Mim worden— erstreckt fich auch aus dekorative Ausstattung. W Ifte sttzloolle Pracht der Dekorationen bürgen uns die M Burghardt, Brioseki und Kautsky. Die Ausstattung K/ Kfe, yfa1 so weit sie die im Stücke vorkommenden Sereschafi?,� /iphez- Zigeun« betrifft, direkt aus Pest dezogen und läßt an ßfj fttk-' nichts zu wünschen übrig. Kurz, eS find alle Voibebi»».� ifin, erfüllt, um dem„Zigeunerbaron" im Friedrich Wilhelms»� kZ Theater eine freundliche Aufnahme zu sichern...F Äen«f* Deutsches Theater. Für daß Trauerspiel„Die Ar. hZlap von L'Arronge hat He« Philipp Scharwenka ZU Ä �> Szenen der Handlung die eigen, dazu �' ponirt. Albambratheater. gehörige iW' H«r Theodor Betz, d« hier f Die sehr M gesehene Darsteller, erntete bei seinem Benefiz am Achllch� ...............'" reichen Beifall und viele Blumcnspenden. des Schauspiels„Die Brandstiftn" gefiel....-. lnnM total auSoerkauftem Hause statt.„ nmil Keiex M Velle-Alliaaee-Theater. Die AbschiedS-Vorstell��in� Herrn Direktor Lebrun am Sonntag gestaltete ftö JÜ(eiüfcj;'- wi. � großartigen Triumph für den verdienten Künstl«. ersten Auftreten jubelnd empfangen, stellung bei jeder paffenden' zMMMS wollten am Schlüsse derselben die Hervonufe kein Euve. K v»Neitw Prachtvolle Kränze mit Schleifen, die mit entsprechen�zl�veri��� mungen versehen, wurden dem Meister der Da in groß« Anzahl gespendet. Tief gerührt sprach--. Worte des Abschieds und der Vorhang sentte fich 1 ist kam all« Male. Nr. 3 von„Mode und Hau«".... Frauenzeitung(John Schwnin's Vnlag Aktien Berlin, Adonnememspreis pro Quar-al 1 M.) ist„D0.. melen geschmackvollen, praktischen Mode- und Neuheiten einer interessanten, reich illustrirten beue� TS0 4: m Beiloge letztere bringt unter Anderem in einen»�-!* Holzstock das sprechend ähnliche Portrait und die I diest Ansav Land ist seinen Eigentdümern in legaler Weise abgekauft war« �. f?n und bis jktzl von Buren und Engländern bevölkert, welche ille haben'«n Antrag gestellt haben, unter die Herrschast der Kap-skolonic zu Ende. I«-stellt zu werden. und redüF- '"LKs-L Parlamentarisches. ZNetdungen b— Der nationalliberale Abg. Dr. Sattler hat in der s Streiks n» �udgetkominisfion dei Reich«tages(jmn Etat über den allge- kleiner do'l» weinen P�stynjfonds) folgenden-Antrag eingebracht:„Dem mit Hche" �-lchktage die Annahme folgender Resolution vorzuschlagen: hren Inte«? wt verbündeten Regierungen zu ersuchen, zu erwägen, od und irCr �2wse unter gleiiieitiger Wahrung der berechtigten deshalb(uljj der Kommunen diejenigen Härten zu beseitigen find, aufzureizen.� �-iche vielfach daraus entstehen, daß ven venfionirten Offizieren oerhaftet ibiigc. � eauptgtun»* zründunfl i® � Mtlstärpersonen der Unter klaffen(tstilitäranwäner) nach walt Ob#!% in den Zivildienst die Zltilitärpmston verkürzt wird ,ner und b urd inviclen Fällen vollständig verloren geht, und daß ihnen oerhastet.*.* iwlttct Penfionirung im Kommunaldienste die Militär« ll übrigen» Iwenstjahre nicht angerechnet werden." späterer P-nfionirun »jähre nicht angerech.... T Die ReichetagSlommijfion für den Antrag auf Einfüh- be» tung der p o l n i f ch e n S v r a ch e im Gerichtsverfahren m.tt,.1° RWn S Stimm ���uerfaffunpSgesctzes...„_ Sn? /n uw handelt, welche der deutschen Svrach« nicht mächtig �-'n Dolmetscher zuzuziehen. Die Führung eines von � �Protokolls in der fremden Sprache findet nicht statt. putirtenk-o� �vß mit 10 gegen' 3 Stimmen folgende Faffung des§ 187 zi�-?-htsverfaffungSgesctzes:„Wird unter Bctheiligung von nt von-u? A�-bprotokollt in der stemoen Sprache findet nicht statt. Eine recht � müssen, insoweit nach Vorschrift der Gesetze das Pro« e niedere» �den Betheivgten vorzulesen oder zur Durchficht vorzulegen »er ven die Au .�?dtrage. Erklärungen und Aussagen in stemder Sprache „J? in fremder Sprache in das Protokoll oder in einer Anlage �»-igischueben werden. Daffelbe gilt von Parteieiden der »„„«tschen Sprache nicht Mächtigen und endlich, wenn der ki'ni Rte der deutschen Sprache nicht mächtig ist, von den hn»iijzestagten aus den Schlußvorträgen bekannt zu machen« Jinkagen der Staatsanwaltschaft und d«S VerthcidigerS. bn, geeigneten Fällen soll dem Protokoll eine durch ben F'Melscher zu beglaubigende Uebersetzung beigefügt»er« ren Aua-«»? ftrm, �ie Zustchung eines Dolmetschers kann unterbleiben, »ÄrtüT fÄ Siotl* burch den GerichtSschreider dewirkt. Die obigen s.�?iitten finden keine Anwendung, wenn ein zu der Nieder« Ww�igter Dolmetscher im Bezirk des Gerichts nicht vor« werten Dieser Umstand muß im Protokoll festgestellt aorden. >em eh lffen it für d rtungensl r solch ßk et zroeiW Mr.@lf, c ihm droit stmeer-ltz rden, no wenn irte O'D°� INZ r Spreng labung.(r v VotW demzufM morden � nuar. >um Pastl- eralen »niffe no» Jone egh� cschiren, f* )er lang» mit ein# ein. W Sudanese» find also" a in est' und 20 iner öntrea st. Der 5 für den find bnch ortschritte-, Kommunales. lutio' �-satzwuhlen zur Stadtverordneten« versamm- verfio-L Der Termin zur Ausführung der Ersatzwahlen für die boifkti*« Stadtverordneten Dr. Straßmann und Schul« be>irf° ü. Dohm im 27. beziehungsweise 39. Kommunalwahl« biz»J??uf Dienstag, den 23. Februar d. I., von Vormittags 9 achmrttags 6 Uhr angesetzt war. bat f,",: städtische Desinfektion»-Anstalt. Der Magistrat iffn,.?% am 1. April er. in der Reichenb-rgerstraße zu er» stell» DeSinfektions« Anstalt einen vorläufigen Erat aufge- iur wird denselben der Swdtveroldneten- Versammlung daß�ttehmigung unterbreiten. Nach demselben ist eine Ein« von 21 000 M. und eine Ausgabe von 34 400 M. an« worden. ES ist hierbei gerechnet worden, daß in» durchschnittlich die Sachen von 12 Familien zur Desin« zj �.g-langm, und daß diese Sachen einen Rauminhalt von »-O-tdumeter einnebmen, so daß pro Jahr bei 300 angenom« «rbeitStagen 7200 Kubikmeter Sachen zur Desinfektion läUn,?m würden. In Bezug auf die Reinigung von Wohn« stlan».�t eine Desinfektion von durchschnittlich täglich 4 iC/enümmem gegen Bezahlung und 8 Wohnungen armer Üu« vhve Bezablung vorgesehen. An Gthühren fi>rd vor« >,. 8 festgesetzt für 1 Kubikmeter Sachen 3 M., für den �?tlstpoit derselben 1 M., für Desinfektion eines Kranken« üt» ,.rs reip. einer Wohnung von Stube, Kammer und Küche t.S0 M. aus dem er« �?lins im Jahre 1883/84 mtt den Verhältnissen vor 10'/« Jahren� iit /�iitenD die Zioilbevölkerunzszahl um 3ü8pCt. gewachsen Sohl der Almosenemvfänger stch um 79,1 pCt., der an tk Kahlte Betrag um 93,0 pCt., die Zahl der Pflegekinder �■nu h b'- b-r Pflegegelder um 95,4 pCt., die Zahl der �teistützungen um 146,0»Ct., deren Betrag um 144,1 oht hatte. Rechnet man die Portionen bei den Extra« , Bungen, abzüglich der an 7054(1873: 3757) Almoserr« 8-- und an 3406(1873: 1979) Pflegeaeldempfänger ' als Personen(was jedoch nicht zutrifft), so betrug der drei Kategorien in den letzten 10'/« Jahren » DaS Verhällniß der Zahl der Unterstützten zur - IZvlkrungszahl stand bei den Alirwsennnpfängern dem 'Jahren gegenüber um 3,0 per Mille, bei den Pflege- Wichen Dichters Albert Lindner— und einer von dem lüv-ibfRz? der bewährten Unterrichtsbriefe für praftische Zu- ?i!llv.. dnst, H. Suhr, gezeichneten und redigft ten Schnittmuster« M �--schienm. Aus»iner redaktionellen Ankündigung in ?l-blit...Meinungsaustausch" der Abonnenten gewidmeten Jr'stlhliO wir, daß, zufolge der wachsenden Auflage der «tn iß">«ne weitere Bereicherung derselben möglich aewoc- �slerh.'vdem in diesem Quartal noch ein»weiter Schnitt- ,%8en und in dem kommenden deren drei den Leser« "■stellt und Haus" ohne Preiserhöhung zur Verfügung ' M M 2:wlcn- Der dem Haus, und Erziehungswesen gewid- : Li ,%tn ff.�von„Mode und Haus" enthält wiederum den prak- J- we- D»?-"ll-u entlehnt« lehrreiche und unterhaltende Auf- —.-'Li/%-? fachkundige Modedrief von der Redaktrige des SUhelrnl��Jß. y��UHfchfnjBhjl dopp« Uen ÄeÄ eizutragl >sfi) hat rticn supau's .err ew) »e der f-A sten Jnft-A -sentlich tattung n« die itwng % -»«o, aus "*oZrb& durch weiche er streng wiffrnschaftllche so f! is,"kein der Seele nachzuweisen vermöge. ifeil l I durch welche er streng wiffenschastlicherweis« '"'--" e. Mr. envollem Lehre, daß die kmO T-r Ziinverpari oe»»orper» sei, austecht. Mr. �um Beweise dieser Lehre, auf den Gedanken, wäre, durch eine geeignete Zusammenstellung oikope die Seele auch dem stumpfen Auge fichtdar �»ffen. Seine Aufmerksamkeit richtete stch in erster der Frage zu, als er einen Mann über iPÜSS 0mm lindern um 1,8, dei den Extraunterstützungen um 12,0 per Mille der letzteren höher; der Jahresbeitrag der Kosten pro Kopf aber hatte stch bei den Almosenemp'ängern um 9,55 M., bei den Pflegekindern um 7,1 M. erhöht und bei den Extra Unterstützungen pro Portion um 0,16 M. vermindert. Die regelmäßigen Almosenempfänger(ohne die Pflegekinder) machten 7,1»Ct., der in den Steuerliften aufae-ührten 196 697 Personen mit einem Einkommen unter 420 M. aus. Lei der Miethi« steuer ist die Zahl aller wegen Armuth ganz Befreiten auf 17 394 angegeben, die der theilweise Befreiten, die nicht Almoseir- oder Pflegegeldempfänger sind, auf 3333.— Ali Ursache der Unterstützungsdedürflilfleit fübrt der Bericht der Armendirektion für 1383/84 an. in 7652 Fällen(50,22 pCt.) hohes Alter, in 4943 Fällen(32,44 pCt) anvauernde Krankheit und Siechthum, in 2641 Fällen(17,34 pCt.) nicht zureichenden Erwerb.— Die Almosenempfänger erhalten für stch hezw. ihre Familien monatlich: bis bis bis bis bis bis bis bis bis bis über im Jahr 3 6 9 12 15 18 21 24 27 30 30 M. einschließlich 1879 67 1968 2535 3095 3553 267 133 29 12 17 3 1880 79 2205 2865 3294 3691 865 145 41 17 18 3 1881/82 74 2351 2919 3620 3721 1066 194 65 17 16 6 1882/83 74 2497 3046 3820 3975 964 151 46 18 16 3 1883/84 63 2481 3084 4124 4183 1035 181 50 18 12 5 für Pflege. linder bis 4 M. 4,50 M. 5 u. 5,50 M. 6 M- 7-10 M.überlOM. 1879 80 768 529 3821 343 58 1880 125 719 723 3979 416 66 1881/82 162 673 840 4300 446 49 1882/83 188 581 934 4580 430 44 1883/84 193 473 1024 4774 434 44 Von den regelmäßig Unterstützten standen im Alter: bis 90 u. 20 Jahre 20/40 40 50 50/60 60/70 70/80 80/90 darüber 1879 25 622 1072 2555 4660 2943 488 14 1880 20 646 1176 2682 4966 3123 562 17 1881/82 30 696 1118 2552 5402 3374 674 23 1882/83 40 767 1149 2687 5904 3368 679 16 1883/84 49 737 1134 2574 6323 3766 637 16 Die Männer waren nach ihrem bisherigen Beruf und Ge« werbe: 1879: 21 Beamte Lehrer, 15 Gelehrte. Künstler, 101 Handeltreibende, 2786 gewerbliche Handwerker, 67 Dienstboten, Handarbeiter, Überhaupt 2990; 1880: 16 Beamte, Lehrer, 12 Gelehrte, Küastlcr, 128 Handeltreit»ndc, 2954 gewerbliche Handwerker, 121 Dienstboten, Handarbeiter, überhaupt 3231; 1881/82; 40 Beamte, Lehrer, 12 Gelehrte, Künstler, 127 Handeltreibende, 2687 gewerbliche Handwerker, 660 Dienstboten, Hand« ardeiter, überhaupt 3526; 1882/83: 24 Beamte, Lebrer, 22 Gelehrte, Künstler, 152 Handeltreibende, 2021 gewerbliche Handwerker, 1387 Dienstdoten, Handarbeiter, überhaupt 3606; 1883/84: 19 Beamte, Lehrer, 19 Gelehrte, Künstler, 119 Handeltreibende, 2106 gewerbliche Handwerker, 1503 Dienstboten, Handarbeiter, überhaupt 3766. Die unterstützten Frauen waren nach dem Familienstande: 1379: 103 Eheftauen, 428 Geschiedene, 7641 Wittwen, 1217 Unverehelichte, überhaupt 9389; 1880: 144 Ehefrauen, 474 Geschieden«. 8076 Wittwen, 1269 Unverehelichte, über« Haupt 9963; 1881/82: 142 Ehefrauen, 470 Geschiedene, 8490 Wittwen, 1351 Unverehelichte, überhaupt 10553; 1882/83: 134 Ehefrauen, 707 Geschiedene, 8800 Wittwen, 1525 Unverehelichte, 29 ohne Angehörige, überhaupt 11 470. w. Die Einnahmen der Großen Berliner Pferde» EisenbahN'AktteN'Gesellschaft für daS Jahr 1885 aus dem Personenverkehr belaufen ftck nach dem vorläufigen Adschluffe der Gesellschaft auf 9 391 774,76 M. Von dieser Summe hat die Gesellschaft vertragsmäßig eine Abgabe von 6 pCt. an die Stadtgemeinde zu zahlen, so daß letztere 563 506,49 M für da» veifloffene Rechnungsjahr erhält.— Leider viel zu wenig. Lokales. &r. Bei der Einführung der«analtfation wurde der Gedanke vielfach erwogen und besprochen, od es nicht zweck» mäßig wäre, wenn die Kommune, wie in anderen großen Stäbten, die tägliche Abfuhr des Mülls gegen Entschädigung von Seiten der Hausbefitzer übernehmen würde. Dieser Vor- schlag kam nicht zur Ausführung, doch wurden auS gefundheit lichen Rücksichten auf Veranlassung der Polizeibehörde die Müllgruben beseitigt und eiserne Kästen angelegt. Die Größe derselben war indeß nur auf einen Tag berechnet, da die Privatuntermhmer stch verpflichteten, die Abfuhr des Mülls täglich zu besorgen. Die Polizeibehörde schrenet nun»war streng ein, so wie an den Kästen auch nur eine kleine Oeff- nung fichtbar ist, oft kommt es jedoch vor, daß die Abfuhr nur alle 3—4 Tage erfolgt, so daß daS Müll in gesundhcitfchäd- licher Menge stch ansammelt und wegen des kleinen Umfangcs der Kästen frei auf dem Hofe herumliegt. Es liegt auf der Hand, daß unter diesen Umständen die im Interesse der Ge- sundheit getroffene Einrichtung vollständig nutzlos wird. Da- her ist es dringend geboten, daß nach oieser Richtung eine strengere Kontrole eintritt. mit den(ihn selbst) unfichtbaren Fingern zu malen Er that so, und zu meinem Erstaunen konnte ich den Sinn dessen ent- ziffrrn, waö er geschrieben. Das Experiment mar für mich von entscheidender Beweiskraft," so schließt Mr. Holland seinen Bericht. Und. fügen wir hinzu, die Dummen weiden nie alle. Die größte« Brücke« der Welt. Rastlos ist der mensch- liche Geist bestrebt, alle H nderniffe zu überwinden, welche die Natur seinem immer wachsenden Bedürfniß nach Verkedr ent« Segensctzt. Davon legen namentlich die großartigen Bauten ieugniß ad, welche Flüsse und Meeresbuchten übe', brücken, um dem keuchenden Dampfroß sowie dem Wagen- und Personen- verkehr immer neue bequeme Verbindungen zu bieten. Di« nachstehende Uederficht enthält die 45 größten Bauwerke dieser Art. nach ihrer Länge geordnet. Es find dieS: die Ersenbahn- diückr zu Venedig 3603 w, die Eisendahnbrücke über den Tay tEnalanv) 3155 m, die Brücke zu Montreal über den St. Loren, ström 2637 m, die Brücke zu ParkerSburg(Vereinigte Staaten) 2147 w. die Brücke zu St. Louii über den Miffomi 1993 m. die Brücke zu Brooklyn über den East River 1826 m, die Brücke bei Louisville über den Ohio 1625«, die Brücke ,u RavverSwyl über den Zürcher See 1600 m, die Brücke über den Förth(Englonv) 1500 w. die»rücke zu Philad-lvhia über den Delaware 1500 w, die Viktoriabrücke über den St. Lorenz 1500 rn die Brücke zu SySran über die Wolza 1484«, die arraßs äsä ÄS1 tt% ÄS m r. Die WohnnngSverhSltnisse unserer Stadt zeige« augenblicklich ein für die Miether wenig befriedigendes Bild. Die weitere Ausdehnung des Gebäude-Komplexes macht stch fast ausschließlich nach Westen hin bemerkbar. Alles, was Berlin gegenwärtig an leeren Wohnungen aufzuweisen hat, befindet stch in den Neubauten jener Stadtgegend und die Art, wie die Herstellung der Wohnaebäud« Von betrieben wird, beginnt bereits, den Technikern ernstlich Kopfzerbrechen zu-/er- Ursachen. Bei dem hohen Preise der Baustellen ist man ge- nölbiat, das sogenannte Hinterland möglichst auszunutzen; so entstehen Wohngebäude mit geringer Straßenfront und sehr tiefen Höfen und in Folge davon Wohnungen mit zahlreichen Gemächem, von denen aber nur ein, höchstens zwei Zimmer nach der Straße zu belegen find. Daß diese Verhältnisse stch früher oder später zum Nachtheil der vesttzer geltend machen werden und nur durch die augenblickliche, sehr schwunghaste Spekulation erzeugt werden konnten, liegt auf der Hand. Im Gegensatz hierzu lugt das Baugeschäft im Osten der Stadt fast ganz darnieder und die Befitzer haben zu Neujahr für sämmtliche kleinen Wohnungen, sowett ihnen die bestehenden Kontrakte dazu die Äöglicklnt gaben, MiethSsteigerungen vor» genommen, die von den Miethern, dei der vussschtslosigkeit auf billigere Miethen. rast ohne Ausnahme geduldet werden mußten. Hier im Osten dürste stch der WohnungSmangel am ersten und empfindlichsten fühlbar machen, namentlich nach Fertigstellung deS neuen Polizei-Präfidial- Gebäudes, welche» vorausfichtlich zahlreiche Beamte der betreffenden Behörde ver« anlassen wird, in jener Gegend Wohnung zu suchen. Es ver« dient deshalb wohl die Baulust auf diese in Bezug auf Ver» tehrsgelegenheiten und andere Vortheile für Neubauten keines« wegs vernachlässigte Stadtzegend hingewiesen zu werden. r. O du himmelblaner See! kennst nicht mein Herzeleid. stillst nicht daS Weh! Der Alte mit dem Stelzfuß und dem Leierkasten, der öfter die Höfe am Kottbufer Thor Eheim» sucht, sang es mit tiefer Empfindung, indem er mit der linken Hand das Blatt hielt, von dem er durch die auf dem äußersten Punst seiner Nasenspitze balanzirenden Brille den Text ablas, während die Rechte die mustkalische Kurbel in Bewegung erhielt. Mittm„mang den Versch" trat ein junger Mensch an den Kasten und stimmte mit klangvollem Organ in den himmelblauen See ein. Bald darauf sammelten stch auch mehrere Neugierige in der Hofthür, darunter ein Schuhmacher mit aufgekrämpten A-rmeln, den man eistig mit den andern sprechen sah. Als der bimmelblaue See zu Ende war, fragte der«ufgekrämpte den Stelzfuß, ob der junge Mann zu ihm gehöre, was der Alte nach einem prüfenden Blick über seine Brille hinweg entschieden verneinte. Sofort ergriffen die beiden aufgekramvten Arme den jungen Menschen, der dei dem Schuh- mach« soeb-n einen Diebstahl an einem Paar Stiefeln ver- sucht hatte, und als dies« mißglückie, mit viel« Geistesgegen« wart seine Zuflucht zu dem himmelblauen See nahm. Mit dem üblichen Halloh ging es zur Wache, und d« letzte Ort des Schauspiels dürfte stch in dn bekannten Gegend am Himmel- blauen Plötzens« abspielen, der fteilich auch med« das Herze» leid noch das Weh des Betroffenen stillen wird. Großer Jubel berrscht unter den Mitgliedern des Mu- fikchorS des Walhalla Op«etten-Tbeat«S. Sechszehn derselben spielten nämlich ein Loo» der preußischen Klaffen- Lotterie, w-lches vorgestern mit einem Gewinn von 6000 M. gezogen worden ist. Man kann stch denken, daß die Glücklichen nun mit noch einmal so fröhlicher Laune ihre Mustkinstrumente Hantiren. de. Ausweisung. Der Buchbinder Konstantin Juni- szewsli, Kandidat dn sozialdemokratischen Partei dei den ReichstagSwahlen 1884 für Posen, ist von d« Regierung in Potsdam aus Lichtenberg, Friedrichsberg ,e. ausgewiesen wor- den. Die Verfügung hat folgenden Wortlaut: Potsdam, dm 14. Januar 1886. Aus reisuch der mir vorliegenden Alten find Sie durch Erkenntniß des königlichen Landgerichts I zu Posen vom 20. Februar 1882 wegen eines Vergehens gegen die öffmtliche Ordnung in drei Fallen, Abhaltung einer Ver- sammlung unter freiem Himmel ohne polizeiliche Erlaubniß. MajestätSbeleidiguna und Bedrohung mit einem Verbrechen (Prozeß Mendelssohn) mit zwei Jahren drei Mo/.aien Ge- fängniß bestraft und daher eine für die öffentliche Sicherheit gefährliche Person. Es wird Ihnen deshalb auf Grund des § 2, Nr. 2 des Gesetzes über die Aufnahme von an- ziehenden Personer vom 31. Dezember 1842 und deS § 3 deS G-fetzes über die Freizügigkeit vom 1. November 1867 der Aufenthalt in Lichtenberg von Landes« polizeiwegen untersagt. Für den Fall Ihrer Nied«laffung in ein« der folgenden um Berlin belegenen Ortschaften Friedrichs- berg, Boxaagm-Rummelsburg. Stralau, Weißens«, Rixdorf u. s. w. haben Sie Ihre Ausweisung von dort ebenfalls zu gewärtigen. Ich fordere Sie in Folge dessen auf, Lichtenberg sofort und spätestens innerhald acht Tagen zu verlassen, widrigenfalls Sie die Festsetzung einer Geldstrafe von 50 Nl, an deren Stelle im Unvermöqensfalle eine Haft von 10 Tagen tritt, zu erwarten haben. Der Regierungspräsident— Herr Janiszewski hat sich, wie wir hörm. beschwerdeführend an den Minist« des Innern gewendet. Auf Grund d«selben Be- (Frankreich) 600 rn, die Brücke zu Garabit Trugs«(Frankreich) 564 w, die Brücke über die Meermge von Mcnat(England) 557 w, die Brücke zu Cubpac über die Dordogne(Frankreich) 545 w, die Brücke zu Duduque über dm Misfisstppi 533 m, die Eisenbahnbrücke der Durance(Frankreich) 533 rn, die Brücke über den Gorai(Indien) 529 m, die Brücke zu War- schau über die Weichsel 508 rn, die Eisenbrücke zu Bordeaux 501 rn. Folgende rührende Geschichte weiß daß„Frkf. Int, Bl." zu erzählen: Em« kleine Schülerin einer höhnen Lebr- anstatt wollt- ihrem Vater zum Geburtstag eine unverhoffte Freude bereiten und übte heimlich den Festmarfch aus dem „Propheten" ein. Der Geburtstag kam, ab« die kleine Klavier- spielertn lag krank im Bett. Es that ihr im Herzen weh, dem geliebten Vater dir zugedachte Freude nichr bereiten zu sollen; leise stand sie au« rhrem Bette auf. kleidete fich halb an. und mäh. rend die Elt-m beim Mittagsmahl saß-n, schlich sie in das so« genannte gute Zimmer und intonirte dm Marsch. Die Eltern eilten herzu, der Vater lauschte entzückt dm Tönm, beim letzten Taft schloß« fem Kmd in die Arme, drückte eS ans Herz, und alS er es auf dm Stuhl zurücksetzte, that eS einen Seufzer- em Herzschlag hatte seinem jungen Leben ein Ende gern« cht. Spleen. Man schreibt au« Pari«:„In der großen Dp« erregten vor«nigen.tagen zwei Engländer allgemeines Miß. fallen, welche währenv ves Zwischenaktes auf ihren Zylinvern eine Partie Whist spietten. Ja selbst alS der Vorhang aufgezogen war, fetztm sie das Spiel fort, bis die letzte Karte gefallen. Da die H.ren den Aufforderunam der Nachbarn und selbst dem Einschreiten der Polizei keine Folge leisteten, bracht« man ste auf die Präfettur. Der diensthabende Beamte war gnade mit em« anderm Angelegenheit beschäftigt. und während die Beiden im Wartesaale saßen, vertrieben st- fich gleichfalls zum Aeranniß d« Agenten die Zeit mit Kartenspiel. Dem Kommissär vorgeführt, sagte der Eine. Mr Cooper. Besitzer ein« Kohlmmine in Etaffordshire:„Ich ijebe daS Whist so sehr, daß ich, während ich zu meiner Trauung aefahim, mtt meinem Brautführer spulte; ja, alS nrck im Nonemb« das fürchterliche Unglück traf, daß mein gute- Vater starb, wäre ich vor Schmerz vergangen, wenn ich nicht auf dem Wege zum Friedhof rn der Trauerkutsche Whist gespielt hätte!* Der Kommissär sagte:„Entfernen Sie fich. mein Herr. Ihr Fall gehört vor einen Irrenarzt und nicht vor eine Ge» richtsprtson!" stimmungen ist et s. Z. aul Posen und dann aus Breslau aus« gewesen worden. Daß w Berlin mancherlei verschwindet, wowr kein Ersatz geschaffen wird, hat an fich nichts UeberraschendeS, daß aber in einem Straßenzuge drei Häuser resp. drei Hausnummern verschwinden können, ohne daß dafür Ersatz geschaffen wird, daS muß zum mindesten doch überraschen. Und dieS ist in der Kochstraße der Fall. Dieselbe schließt auf der einen Seite mit Nr. 39 ab und fängt auf der anderen Seite mit Nr. 43 wieder an. Die Nummem 40, 41, 42 fehlen. Die drei Häuser, welche ehemals diese Nummern trugen, stehen noch beute und zwar zwischen der Jerusalemer. und Lindenstraße. Nach dem Umbau der Kirche erhielt aber dieser Straßentbeil die beson- dere Bezeichnung:„An der Jerusalemer Kirche" und die drei Häuser die Nummern 1, 2, 3. Hierdurch entstand in der Kochstraße die sonverbare Lücke und dauert dieser Zustand nun bereits eine Reihe von Jahren. „Unter Ausschluß jeglicheu Gründergewinne»". Die Spandauerberg-Brauerei, seither Eigenthum der Gebrüder Bechmann, ist durch Ankauf in den Befitz der Bankier» Jaquier u. S'curius, Jos. Stern u. L. Friedmann mit allem lebenden und todten Inventar sowie allen Beständen an Pro- dukten und Fabrikaten sowie allen sonstigen Aktivas für den Preis von 3 861 000 Mark übergegangen. Diesen Preis haben die Käufer bezahlt, indem fie 3 000000 Mark baar Hingaben und für eine auf der Brauerei lastende Hypothek von 861 000 Mark die Zahlungsverpflichtung übernahmen. Diese Braueret haben die neuen Eiaenthümer in eine Aktiengesellschaft„unter Ausschluß jeglichen Gründergewinnes"(wie der Prospekt sagt) umgewandelt und bringen einen Theil des Aktienkapitals, welches 3 000000 Mark deträgt, zum Kour» von 118'/»(für 100) zur öffentlichen Zeichnung. Rechnen wir nun au», wai dieses Konsortium bei diesem einen Geschäft„unter Ausschluß jeglichen 3 000 000 V 118 5 GründergewinneS" profitirt!- �--= 3 555 000 M 100 Der Profit beträgt also 555 000 M. Doch daS ist nicht Alle»! Inzwischen find die Aktien, bevor fie noch unter daS Publikum gelangt find, an der Börse zu steigenden Koursen: 123 ja 130(für 100 M) gehandelt worden. DaS ist dem Gründer. Konsortium nicht unbekannt geblieben und ei giebt den Zeichnern keine Aktien, sondern verkauft fle selbst an der Börse. Rechnen wir nun au», wie fich der Profit deS Kon« sortiums stellt, indem wir den KourS von nur 125 zu Gnmde legen: 3000000 100 Also ein Profit von 750000 M., verdient, man möchte sagen im Handumdrehen. Unsere Leser werden weder die beneiden, die die Summen„verdient" haben, noch die bemitleiden, die bei dem Krach, der zweifellos in diese Aktien kommen wird, ihr Geld verlieren. Muffen eS aber nicht ganz ungesunde Ver« Hältnisse sein, wo arbeitS- und mühelose Verdienste in solch' von 40—50 Pf. bringen kann. Die Verkehrsmittel der Reichshauptstadt stehen— daS zeigten die Tage de» starken Schneefall»— nicht ganz auf der Höhe der Zeit. Während die Züge der Stadtbahn ebenso regelmäßig dahinsausten, al» wäre gar nicht» vorge« fallen, während die von auswärts kommenden Züge der Schneehinderniffe spotteten, versagte der großartige Apparat der Pferdebahn trotz allen Aufwandes an Arbeitskräften zum guten Theil und gerade in dem Augenblick, wo das Publikum eine Fchrgelegrnheit am nöthigsten hat. Da» Uebel liegt, wie ein Techniker der„Tägl. Rundschau" schretvt, einmal an der Zug« kraft, die nicht elastisch genug ist und fich nicht den Anforde« rungen gemäß steigem läßt, well die Pfcrdedabngesellschast im Hinblick auf die Sommersonntage, wo die Pferdebahn auch versagt, und auf die seltenen Tage eine» auSgieblgen Schnee« fall?-inen Reservebestand von einigen tausend Pferden nicht unterhalten kann. Schon aus diesem Grunde wäre die baldige Einführung des Akkumulatorenbetriebes sehr zu wünschen. Reserve-Akkumulatoren fressen zwar auch Zinsen, wie die Pferde, nicht aber zugleich auch Hafer. Auch find fle wohlfeiler unter« zubringen und emer gan, anderen Krastleistunz fähig. Läßt fich ja, wie auS den letzten Versuchen hervorgeht, die Leistung eines Aklumulato.enwaaenS auf 16 Pfertzekräfte steigern. Damit würd.n die Alkumulatorcnwagen auch den tiefsten Schnee ficherllch überwinden. Da» Uebel steckt aber auch, so führt der Fachmann des genannten Blatte» weiter auS, in der Anlage der Pferdebahnen selbst, darin, daß ihre Schienen in der Höhe de« Pflasters liegen, und daß die Rtnste, in welcher die Radflanschen laufen, von Schnee und Schmutz niemals rein zu halten sein wird. Da aber die erhöhten Schienen der Dampfeisenbahnen mit den Anforderungen de» sonstigen Straßenverkehrs sich nicht vereinigen laffen, so bleibt wohl für Großstädte schließlich nichts anderes übrig, als die durchgreifende Ernftihrung von leichten Hochbahnen, wie fie in New-Uork bereits erfolgt ist. Vor einigen Jahren reichte Dr. Werner Siemens bei den Stadt« dchorven einen Vorschlag zum Bau einer Anzahl solcher Hoch- bahnen ein. die er mit Elektrizität zu betreiben«dachte. Er fand jedoch keine Gegenliebe, obwohl seine, den Bürgerst. igen entlang fich liinziehenven, leichten Viadukte den Verkehr nicht nur nicht gestört, sondern im Gegenthell entlastet hätten, und so schlief die Sache wieder ein. Wir wollen hoffen, daß fie in Folge der unerttäglichen Zustände, die fich in jedem Winter, sowie an jedem Sommer-Sonntage wiederholen, wieder auflebt, und daß man auch in Berlin dem Bau leichter Hochdahnen, wenigstens für die verkehrsreichsten Straßen, in nicht allzu ferner Zell wieder näher tritt. Eine aufregende Szene spielte fich gestern Nachmittag in der Burgstraße an der Königstraße ab. Daselbst wollte ein mit Kehl beladener Wagen über die Kursiustenbrücke fahren, die Pferde schwenkten aber ad und rannten auf daS die Spree einfassende eiserne Gllter zu, welches fich längs der Burgstraße befindet. Im nächsten Augenblick wäre die leichte Barriere'durchbrochen gewesen� und ein«oßeö Unglück ge schehen, wenn nicht im letzten Moment ein Mann den Pferden in die Zügel gefallen wäre und fie zurückgeriffen hätte. Augen« zeugen warm vor Schreck momentan sprachlos. Wafferstand der Spree in der Woche vom 17. bis 23. Januar 1886.(Angabe in Metern.) Polizei-vericht. Am 29. v. M. fiel einem 3 Jahre alten Knaben beim Spielen in einer Remise auf dem Grundstück Fruchtstr. 54 ein dort aufgestapelter Haufen Bretter auf den Leib und erlitt er dadurch einen Bruch beider Oberschenkel. Er wmde nach dem Kranlmhause im Friedrichshain gebracht. — In der Nacht zum 30. v. M. vergiftete fich in seiner Wohnung in der Bellealliancestraße ein Ehepaar mittelst PhoS- phorS. Die Leiche de» Manne» wurde nach dem Leichenschau« Hause, die noch lebende Frau nach der Charllee gebracht.— Am 30. v. M. Abends entstand in der GipSfadrik der Ge« brüder Dankberp, Torfstr. 7, Feuer, durch welche» da» Ge« bäude zum größten Thell zerstört wurde. Beim Einsturz einer Seiten wand wurden von den Trümmern drei Feuerwehrleute getroffen, von denen zwei unverletzt blieben, der dritte jedoch derartige Verletzungen erlitt, daß er nach dem Augusta- Hospital gebracht werden mußte.— In der Nacht zum 31. v. M. erhängte fich ein Mann in seiner Wohnung in der Schwedterstiaße.— Arn 31. v. M. Nachmittags wurde ein Mann in der Landtbergerstraße vor dem Haus: Nr. 35 vom Herzschlage getroffen und verstarb kurze Zeit darauf. Die Leiche wurde nach dem Leichenschauhause geschafft.— An demselben Tage Nachmittags wurde ein Mann auf der Treppe vor dem hause Weißenduraerstr. 1 fitzend und aus einer Wunde am Handgelenk stark blutend angetroffen und nach der Wache des 50. Polizeirevier» gebracht. Derselbe gab an, fich in selbst« mörderischer Abficht mittelst eineS Küchmmeffers die Pulsadern geöffnet zu haben. Er wurde nach Anlegung eines No!h- Verbandes nach dem Krankenhause im Friedrichshain gebracht. — An demselben Tage AbeudS wurde auf dem Bahnhof Friedrichstraße ein unbekannter, etwa 35 Jahre alter, anscheinend dem Arbeiterstande angehörender Mann, als er während der Fahrt von einem Eisenbahrzuge sprang, überfahren und auf ver Stelle getödtet. Die Leiche wurde nach dem Leichenschau- Hause geschafft.— Am 31. v. M., Nachmittag», gericth im Hause Liebenwalderstr. 51 der Fußboden unter der Kochmaschine in Brand. DaS Feuer wurde von der Feuerwehr in kurzer Zeit gelöscht.— Am Abend desselben Tages entstand Belle« alliancestr. 30 in einem Materialwaaren-Laden Feuer, durch welche» der Inhalt des Ladens völlig vernichtet wurde. Die Feuerwehr war zur Stelle und längere Zeit in Thätigkeit. — Später wurde die Feuerwehr nach Blücherstr. 66 gerufen, wo Gardinen und Betten in Brand aerathen waren.— Am 1. d. M. Morgens entstand auf dem Grundstück Schmidstr. 37 Feuer, durch welche» ein Theil deS DachstuhlS eine» Quer« gebäudes zerstört wurde. Das Feuer wurde von der Feuer- wehr mittelst der GaS> und Dampfspritze gelöscht. Oerichts-Zeitung. Die Verantwortlichkeit der Bauhandwerker für vor. kommende Unglücksfälle wird von den Gerichten in immer engere Grenze»' gezogen. DieS hat gestern der Dachdecker« meister Berthold Bodreck, welcher fich vor der zweiten Straf« kammer hiefigen Landgerichts I auf eine Anklage wegen fahr« läsfiger Körperverletzung mit Uebertretung der BerufSpflicht zu verantworten hatte, an fich erfahren müssen. Am 10. Oktober pr. führte der Angeklagte auf dem Dache de» HauseS Christinen- straße 23 eine geringere Reparatur aui, und kurz nach Beendi« gung der Arbetten stürzte in der Entfernung von 2 Metern davon eine Konsole am Gefim» auf daS Trottoir und beschä« diäte die gerade daffelbe pasfirende lOjährige Tochter deS Arbeiter» Lorenz in nicht unerheblichem Maße. Die Anklage legt dem B. für diesen Unfall die Schuld insosem bei, als er vor Beginn seiner Arbeiten die Anbringung eineS Warnungszetchens unterlassen habe. Nach vem Gut« achten deS BautnspettorS Soenderop hätte der Angeklagte fich bei dem Vorhandensein de» Gefimse» an einem alten Hause sagen müssen, daß bei den Hämmern an den Dachsparren die dadurch hervorgerufene Erschütterung sehr leicht ein Herab« stürzen des Eefimses hätte herbeiführen können. Mit Sicher« heit lasse fich nickt behaupten, daß da» Konsol durch die Er« schütterung zum Stürzen gekommen sei, aber mit hoher Wahr« scheinlichkeft sei dies anzunehmen. Der Dachdeckermeister Keller hält dieS nach seiner Sachverständigm-Erfahrung für ausgeschlossen und begutachtet, daß bei derartigen geringen Re- paraturen auch die Anbringung eineS WarnungSzeickenS nicht erforderlich sei. Nur wenn daS Herabfallen von Arbeitsmaterial zu befürchten, müsse die Straße durch ein Zeichen abgesperrt werden. Der Gerichtshof schloß fich aber der Auffassung der Anklage an und verurtheilte den Angeklagten mtt Rückfichr auf den großen Leichtstnn und die Frivolität der Handwerksmeister zu vierzehn Tagen Gefänaniß. Dt« Berliner Rostschlächter Otto, Brock, Friedrich, Meyer, Feldhahn, Schumacher, Seyler und Lange hatten fich durch einen in der„Allg. Fleischer« Ztg." vom 15. Juni v. I. veröffentlichten Artikel beleioigt gefühlt und deshalb gegen den Redakteur des betreffenden Blatte», Heinrich Horwitz, Privat« klage erhoben. In dem inkriminirten Artikel war nämlich be« hauptet, daß auf dem Zentralroßschlachthofe in neuerer Zeit weniger Pferde zur Untersuchung kommen und dieses Faktum darauf zurückgeführt, daß die Roßschlächter in den um Berlin belegenen Dörfern schlachteten, um fich der lästigen Kontrole in Berlin zu entziehen. Am Schlüsse wurde die Polizeibehörde auf diesen Kniff besonders aufmerksam gemacht. Das Schöffen» «licht hatte zwar dem Angeklagten die Vertheidigung dercch tigter Umstände zu Gute geHallen, aber au» der Form auf die beleidigende Adficht geschloffen. In dem auf die von dem Verurtbeilten eingelegte Berufung zu heute vor der sechsten Saas kammer hiesigen Landgericht' 1 anberaumten Termin bestritt der Vertbeidiger Rechtsanwatt Dr. F. Fried« mann den Klägern die Legitimation zur Anstrengung der Klage, denn e» sei der Kreis ver Roßschiächier nicht so bezeichnet, daß fich die Pttvatkläger hätten gettoffen fühlen können. Im Gegentheil beweisen fle ja durch die Anstrengung ihrer Klage, daß fie zu den Gemeinten nicht gehören. Rechtsanwalt Rosen« thal plädirte für Bestätigung de» ersten UrtheilS, da fich jeder Berliner Roßschlächter, also auch die Kläger, durch den Artikel getroffen fühlen mußten. Der Gerichtshof adopttrte aber die Auffassung de» Veitheidigers umsomehr, als in dem Artikel hervorgehoben sei, daß nicht alle Roßschlächter fich der lästigen Kontrole entziehen, und erkannte daher unter Aufhebung des ersten Urtheil» auf Freisprechung der Angeklagten. Wegen Beleidigung de» Obersten Grafen von Herz« berg und de» Hauptmann» Rochlitz vom Oldenburgischcn Jnfanterie-Regimcnt Nr. 91 mittels der Presse hatte fich gestern der Redakteur der„Berliner Presse", Hermann Bemharvt, vor der zweitm Ettaflammer hiefigen Landgericht» l zu verant- warten. An die Mittheilung eine» Vorfall», betreffend die Mißhandlung des MuslerierS Eile» durch Kameraden auf Geheiß deS Vi .._ orgesetzten, war im„Westfäl. Courier" derichtet worden, daß die Sacke eingehend untersucht worvm und in Folge dessen Hauptmann Rochlitz mit 45 Tagen Stubenarrest und der Oberst Graf von H. seinen Abschied erhalten hat. Diesen Artikel, der vielfach reproduzirt worden ist, hat auch die angeklagte Zeitung nachgedruckt und ist gegen diese der Straf. antrag gestellt worden. Durch die kommissarisch erfolgte Ver« nehmung stellte fich heraus, daß der Abgang de» Obersten von seinem Regiment auf seinen Wunsch erfolgt ist und mit dieser Affaire in keiner Beziehung steht! daß die Mißhandlung des Eile» nicht auf Ver anlassung de» Hauptmann» R-, sondern auS freien Stücken der Soldaten erfolgt ist und daß der 45tägige Stubenarrest des Hauptmanns R. mit dieser Mißhandlung in keinem Zusammenhange steht. Der Staatsanwalt Weichert beantragte 300 Mark, ver Gerichtshof erkannte auf 250 Mark ev. 25 Tage Gesängniß. Vereine und Versammlungen. Bezirksverein de» werkthätigen Volke» der Schönhauser Vorstadt. In der letzten Versammlung des Vereins sprach der ReichStagSabgeordnele Heine in ausführlicher Weise über„Erziehung". Revner erläuterte zunächst teS Näheren den Begriff der Erziehung des Menschen und beleuchtete be« sonder» die Periode der Erziehung, in welcher der eigentliche „Kampf um» Dasein" beginne. DaS hauptsächlichste Werk über Erziehung sei I. I. Rouffeau's„Emile"; ein Theil der hierin enthaltenen Grundsätze sei allerdings schon veraltet, ein anderer bis heute aber noch nicht erreicht. Die Erziehung des Kindes lasse fich in zwei Abfchnitte theilen, 1. bi» zum schulpflichtigen Alter, 2. diS zum Eintritt in den Kampf umS Da- sein. Redner weist nunmehr auf die durch die heutigen f >(. 3 Di. 0 Unt Leitung" Beiern er »itlen Fi j« rege ?>» und mitleidige sozialen Verhältnisse bedingte schlechte Ernährungsweise d« Kinder hin. Durch die Arbett der Frauen in den Fabriken trete ein großer Nochstand zu Tage. Die Statistik beweise daß von 100 im ersten Lebensjahre gestorbenen Kindern 95 Kinder von Arbeitein gewesen seien unter diesen seien wiedemm 80, deren Mütter in Fabriken beschäftigt wurden. Redner zeigt weiter an der Etn- tistik der Militärpflichtigen, daß fich auch die Zahl der zuni Militärdienst Unbrauchbaren jährlich vermehre. Hauptaufgabe deS Staates müßte es sein, dafür einzutreten, daß der Aol!s> körper derartig gekräftigt werde, daß er nicht bloß in mililan' scher, sondern auch in industrieller Hinficht konkurrenzfähig sn Der arbeitende Mann allein müsse im Stande sein, seine ftp mitte so zu ernähren, daß die Frau fich ganz ihren häuslich«! Pflichten widmen könne. Redner kommt nunmehr spe.iell aÄ die Krancheiten der Kinder zu sprechen und erläutert die A« und Weise derselben, speziell nennt er die Skropheln.>>>• Krankhett der Armen, hervorgerufen durch schlechte ErnähniW schlechte Luft re. Redner spricht fich im Weiteren dahin ort daß der Arbeiter, wenn man da» Durchschnittsaller desselW mit 45 Jahren rechne, schon früher Heirathen müsse, als 25 Jahren. Nunmehr geht Redner auf die„Erziehung% Geistes" des, Näheren ein und zeigt durch Beispiele, daß derAWJ nur das Produkt der Verhältnisse ist, unter denen er sei und lebe. E« zieme sich durchaus nicht, auf solch- Mensen r mit Verachtung herabzublicken, welche durch die h-utigen 5?al« hällniffe in ihrer geistigen Entwickelung zurückgeblieben#.vNrnwt, Eine Strafe dürfe diese Unglücklichen nicht treffen. Ter ß'3' fluß deS elterlichen Beispiels, das moralische Verhalte» b«' selben, sei die erste Grundlage aller und jeder EizieW. Redner geht nunmehr auf die Schulfrage deS Näheren ein gy befürwortet, die schweizer Schulen als mustergillig anzuW Er fordert unentgeltlichen Unterricht sowie unentgeltliche 8? gäbe sämmtlicher Schulutenfitten. Al» Lehrgegenstände Ja"'?811 langt Redner außer dem nothwendigen Rechnen, L se A fe Tagesordnung: 1. Wahl eine» Wahlkomitee zu der stehenden Generalversammlung. 2. Anttäae zur Gen sammlung(Stawtenderathung). 3. Nachwahl für den V 4. Wahl der Abgeordneten zur Generalversammlung. schiedeneS. Der Vorfitzende drückte den Wunsch aus, w. die Mitglieder treu und gewissenhaft zur Seite stehen w> um die Kasse lebensfähig zu erhalten. Gewählt das Wahlkomitee Frau Äeseler, Frau Jost, Frl. Jagert, GraS und Fräul. Stobt. Die Statutenberathung wart*. gesetzt, um in der nächsten Versammlung zu Ende gesü»� werden. ES wurde jedoch deschloffen, die wöchentlich.» träge um 5 Vf. zu erhöhen und 9 M. Krankengeld ff 1. Klaffe, 6 M. für die 2. Klaffe zu zahlen, für weil# Beitrag 20 Pf. betragen soll. DaS Sterbegeld wurde und 50 M. festgesetzt. Ferner wurde beschlossen für% fähige, welche mediztniren, pro Woche 3 Mk- Medü'" schädigung zu zahlen. E« wurde der Antrag stellt, von nun an die Mitgliederversammlungen>" Woche abzuhalten und nur in dem Arbetterorgan, Volksblatt bekannt zu machen; der Antra? mit großer Majorität angenommen. Als Volstands-M� wurden gewählt: Frau Marx, Frau Frankanzani und. Ottilie Schneider. Auch die vom Vorstand provifonf® richteten Zahlstellen wurden anerkannt. Dieselben befindet bei Frau Grottmann, Wolgasterstr. 8; Frau SE, Blumenstr. 29- Frau Schneider, Naunynstr.fiO; Herrn Wafferthorsti. 69- Frau Strauß, Mehnerstr. 6 und berw fitzenden, Herrn Bielefeld, Gitschinerstr. 94. Krankemnel dürfen nur bei dem Vorsttzenden stattfinden. Schluß der sammlung 8 Uhr Abend». Die Mitglied er der Freireligiösen Gemeinde veranlaßt durch einen Aufruf von Seiten mehrerer MiU welche mit der GeschästSleitung de» hisherigen Vorstand.' einverstanden waren, am 29. d. M. eine Versamml«� Auf der Tagesordnung stand: Vorbesprechung zu dtt Neue stattfindenden Wahl deS Vorstandes und Auf«. einer Kandidatenliste für dieselbe." Herr Nt-tzner 1% längeren Ausführungen die Gründe, welche die Mitgl"� dieser Versammlung veranlaßt hatten, klar, und betont' y besonder», daß nicht etwa irgenv welche Parteirückstcht'«� gebend waren, sondern lediglich die Art und Weise drt� Hebung der Geschäfte, namentlich im verflossenen Iahst' Seiten des b.sherigen Vorstände» und g'vg dann auf y- liebsamen Vorkommnisse näher ein. Las Wort H�', stehe an der Spitze der Bestrebungen der GemftUAk manchen Handlungen de» Vorstande», war aber nichts jr al» Humanität maßgebend. Der Sprecher der Gemein�/ Schäfer, ergriff zunächst da» Wort und vertheidiate fv die Ausführungen de» Referenten, indem er behaupt e! größte Theil der Vorwürfe gegen den Vorstand sei n>L, seine Person gerichtet und man trachte nur da-nach> �.-uns, seinem Posten zu entfernen. Die nachfolgenden R'yif L 9%% auch Herr Mesner wiesen die Ansichten de» Herrn Sa f �veem i <\ku WI Herrn u."ftQlie man wolle ihn bei Seite schieben, alS nur von ihm%««. gehend zurück, gedacht. Die (Schäfer») Person nur in so weit ttcffen, Vorstandsmitglied allen Beschlüssen de"" S? fi.Ht-s denn noch habe Niemand an etwas �'»»% Vorwürfe gegen den Vorstand könnte ht|L ....ustimmt-Ä tbeidigte, trotzdem et, wie er selbst zugiebt, auch nichts IL;,/' et einverstanden war. Besonders wurde der Wunsch gea««,> iL 8'»; Schäfer möchte dieJdeen, welche er in seinenVorttägen leb' yj.i�srb, in den Gemeindeangelegenheiten mit durchführen h.« � fc,% it hätten derartige snhumane Vorkommnisse überhaupt«|p( areifen können. Die von dieser Versammlung®( Kandidatenliste ist folgende: Die Herren Frirdertct erl zweiter Vorfitzender, Schartiger erster, Tamm zweiter � als Beifitzer die Herren Bremer, Nimke, Rubenow, Schubert, Winden. E» wurde jedoch beschlossen�,..� — welcher noch nicht definitiv r»!, Amt anzunehmen bereit sei— adlcb,� Herr Suter zum ersten und Herr Frtederici zum Herr Frtederici,— welcher ob er event. da» soll. Die Wahlversamw�'s am Dienstag, �den 2. Februar, Abends pünkllick" � fitzenden aufgestellt werden t 'QU SÄ* S an d fei**1 di. im großen"Saale . 15, statt. Nr des Handwerker- Verein» * Der Steinbrucker Adolf Franke, wohnhast, ersucht�unS miizutheilen, daß Sop» A'SÄj wü. drucket gleichen Namen», wekcher auS"dem Steindrucker identisch und Lithographen auszeschloffen W »sch ist. zM Wa*|ie? fSÄ'aÄÄ Ä"; den 3. Februar, Abend» 3'/, Uhr, im„Loutsenstl zerthause", Alte""~ gaben der neugnv.,.—---------------... von der Firma Simon Grätz, und wie bezahlt- Simon, Oranienstraße, arbeitende JnnungSmerster Jakobstr. 75) seine Arbeiter. Verantwortlicher Redakteur«. Sronhetm in Berlin. Druck und Verlag von Max»ading in Berlin SW., Beuthstraße 2. darf Hier»» est" iSweise dü m Fabrilm stik b-M'l«' aestorbent» kn m Ulütt« 1" m der Sv hl der zum-- ÄÄl»>«*»7. in militäu' mzlähig jf- , feine»' i häuslM zpheln tili' etnfijnm» dahin«» »r desseM se. als g ätefiuM t" Beilage zum Berliner Bolksblntt. Dienstag, de« S. Februar 1886. III. JatzrA Die Frnuennrbeit in der Industrie. Leser« llnter obigem Titel finden wir in der„Allgemeinen ]" einen Artikel, der manche« Interesse bei unseren . erregen wird. Zurächst spricht der Artikel von den Wen Fraue nversammlungen in Berlin, dann weist er auf e>e rege Agitation wegen B-schränkuna der Frauenarbeit M Und meint, daß vielen diese ganze Bewegung nur ein "ewiges oder ironisches Lächeln abg lockt habe, d' a/iu..-,»"ber", so fährt der Artikel dann fort,„das Urtbeil utigen 3?''' ip?a' der Menge wird so sehr durch äußerliche Eindrücke lieben# t0„ ,,n'' daß schon, weil die diesem Zwecke dienenden Ver- Ter Cr IMlunge« von Frauen berufen und geleitet waren und der Flauen mancherlei komische Zwischenfälle .9«n uiti läAi'i Sache fi lber nicht ernst genommen wurde. That- ...im aber liegt vielmehr mannigfach begründeter Anlaß a?'. die betreffs der Frauenarbeit zu Tage tretenden Be- Sa l081 um ihrer selbst willen und mit Rücksicht auf ihre �U'ung für das Allgemeinwohl mit Aufmerksamkeit zu jj. allem ist es von Znte>esse zu untersuchen, aus n IM.�uistänten es sich erklärt, daß die Bewegung sich » lir-V Wj- L t und gleich mrt solcher Hestigkest geltend macht. � tw» WS brt V*u betrachten. Nicht die Thatsache an sich, duftei. k8 moderne Phase der kapitalistischen In- ivnick 18 Frauenarbeit in umfassendem Maßstabe in An- �rezv�Uit, erklärt die Agitation, die wir heute mit solcher ItaSu.®«8"* den Frauen betrieben sehen, sondern die un- Ws Ältliche y .stände«J Lese««J hast ndtM�i 1« Analst wirken iufübten' ten sich' iebi... für Asij Rachn»� ammkfL, ab. ffl»■ der (Sem en® tlunfl.. us, dal. % agert. ö ..Ätz ntlich-a« i'Ü 7°.°Ä jJicbtFji Antrag igen m IN*• itraa vs-Ä'-h ovisonsä btsindÄ tiben o f*8(, in der sich zahlreiche Zweige unsere« gcwerb- .*{beni eben jetzt befinden und die, wie nicht ohne . � WV». Jlvy* V»|»»» v%• C-. www--------y---,--- hieieiT lor6t wird, manchen anderen wirthschaftlichtn Ge- Zeit ober minder bald bevorsteht. Zn ein« solchen ira�i. ,8U« Theil mit elementar« Gewalt auf jede nur to»brs Mögliche Einschränkung d« Produktionskosten hin« dies».«' w der auf den einzelnen Gewerbetreibende« in , vtostcht Einflüsse einwirken, denen er sich nicht zu fäbia.% vermag, wenn« sich in der Konkurrenz leben«» die« �lten will, kann eS nicht Wund« nehmen, wenn fojf t'on mehr noch als sonst zu d« Anwendung von „fj�beit hmgedrärgt wird, urd and««seitS die Frauen« 9.;, 2 mS minder wid rstandsfähig unt« dem Druck dtt m, sonders zu leiden hat. tton," hierin die eine Erklärung dafür zu suchen ist, eiacf gerade jetzt auf Gesten der weiblichen Arbnieriunen A,. r, heflige Bewegung zu Tage tritt, so verweist unS dir v» Punkt zugleich auf die and«e Quelle, aus d« , Agitation abzuleiten haben. ES ist kaum daran zu ein.' baß die sozialdemokratische Partei an derselben «iifa unwesentlichen Antheil hat. Für sie liege« zu- ./rss ökonomische Gründe vor, einer Bewegung Vorschub i? Wen, die gegen den Druck auf den Arbeitslohn und I urbestsbedin gungen d« Frau Stellung nimmt, da sie von Beeinträchtigung dies« auch eine Schädigung der Lebens- u Zhiltniffe d« männlichen Arbeit« befürchten zu sollen meint. M � bie sozialdemokratische Partei hat die Agitation d« Frau« y sozialdemokratische Partei hat die Agitation d« Frauen w£®uch noch die politische Bedeutung, daß dieselbe in der gegen- Jrßen Zeit, wo die Partei sich in d« Freihest ihr« Be« triJ, g, burch da« Sozialistengesetz beschränkt steht, dazu bei- M' tn b« Ar best«weit für eine Zdeennchtung Prcpa- wache«, die dnjenigen d« Sozialdemokraten, wen« &!h' nicht völlig identisch ist, doch sehr nahe steht. Hch�szialbemokratie hat eim großes Interesse daran, solche � �"gen zu förd«o, und die Bahn, innnhalb d«en bewegen, spricht denn auch dafür, daß die Be- % 8 von den Führ«« d« Sozialdemokratie inspirirt k-s Ä m '«tont« rA ckst-bten/' -Iii Kemiel�F MtsL Ii SA «< f�e von den Frauen betreff« der Frauenarbeit Agitation richtet sich nicht auf(gänzliche) Ab« d« Frauenarbeit, sondern auf eine Ein« T."8 übermäßig« Anforderungen an dieselbe. Iii Sozialdemokratie, will nicht etwa die Frauen- Ii»« z.vderhaupt beseitigt sehen. D« sogenannte posi- . ktiot des Gotha« Programms fordert nur da« b«u»""Ret die Gesundheit und Sittlichkeit schädigen- SC�arbest." Ab« nicht bloß, weil die Sozial- mL„„8 tn b'esnn Theile de« Gotha« ProqrammS nur solche ftt f,.!,.?08* stellt, welche sich nach ihr« Auffassung innnhalb 0en Gesellschaft duichführen lassen, sieht die Sozial- °er von der prinzipiellen Forderung der Beseitigung j'wg jj.:, uv. So nahe«3 liegen mag, anzunehmen, Jet z? Rücksicht auf die davon zu«wartende Bessnuna was, rfJl m smusm;«•"tow h8'!) At S äfURffSfÖffC A?-- 'Wie d« Mann« mit der übnhaupt nicht die Rede sein könnte, es "''..... ch an, daß die weil sie nur an den bisher dem Manne «w«ben könne. Friedrich Engels hat ikji J»"»mli, in seiner Schrift„D« Ursprung d« ? �ll�.7 l�tnaoa J®rnoa:eißenchutn« und dt« Staate"(Zürich, Ber- �dleh�tz�Wckflt»v°r nicht gar lang« Zeit«st de« Speziell«« l�jic»!�??bem ab« die Sozialdemokratie, weil sie im amo�V' k'totLeii• 8 Befestigung d« Frauenarbeit, sondern im ick vVyfP"tbeit.mue umfallende Tbeilnabme d« Frau an d« Eoph'8. SWWKUN«« Münk»»' umsasseiide"Theilnahme d« Frau an d« j/schaft, �hi. gegen die Frauenarbeit in d« heutigen Ge- �'«ttt insoweit sie die Gesundheit und Sittlichkest tragen gnade in Bezug ans die " imokraten Charakter an «Ä"»arb?it v'wmt,„ Men« bie Beflredungen d« Sozialdemokraten we» b« di? �vin''-'" nach einen positiven Aufmerksamkest verdient. *.u|iuCTi|uuue« vrroienr. scheint. ellung d« Sozialdemokratie zur Frauenarbeit Wvtlde». Vvt« mehr ai« einem Gesichtspunkt al« ein 884------ Sache üb«ha in politischer------ darf V"W zu denke« giebt, ist hin nicht zu«örtern. st auch an dies« Stelle nicht üb«sehen werden, daß die Vorstellungen, welche in d« Sozialdemokratie be« treffi dn heute durchzuführenden Aenderunge« in d«Loh«- arbeit übnhaupt bestehen, ihatsächlich doch eine Modifikation der wirthschaftlichen Verhältnisse im Sinne ein« gemein- wirthschastlichen Ordnung h-rde, führen müßten. Ein so großes Jntnesse hienach diejenigen Parteien, dinen an einer Erhaltung d« gegenwärtigen Gesellschaftsordnung gelegen ist, aus politischen und ökonomischen Gründen daran haben müßten, einen Einfluß auf die Eni- Wicklung der Frauena'.beitSftage zu gewinnen, sehen wir doch die Behandlung der Frage in ihrer neuesten Phase aus- schließlich solchen Kreisen überlassen, die von den Znspirationen der Fühier der L>czialdemok> aste beherrscht werden. Der Vor- wurf der Gleichgiltigkeit trifft die Liberalen nicht wenig« als die Kons«vaüven. Und doch wird auf diesem Gebiete am allerwenigsten d« Grundsatz vom Gehen- und Geschehen- lassen gelten dürfen. Wer selbst die Eingriffe de« Staates in da» wirthschaftliche Leben sonst pnhorreSzirt, wird in einer Frage, in der rS ftch zugleich um die höchsten ethischen Güter, um die Grundlage» de« Familien leben«, um die «sten Voraussetzungen der allgemeinen Wohlfahrt handelt, die Berechtigung de« Staates, die erforderliche Abhilfe zu leisten, nicht bestreiten wollen. Vom Staate ist auch am ehestm die Berücksichtigung all« hierbei in Betracht kom- wenden Znt«essen, am ehesten eine, soweit ei angeht, ersprießliche Ueberwindunz der großen Schwierigkeit zu«- warten, die darin liegt, daß d« Ruf«ach Hilfe am drin- gendste« gerade in der Zeit ist, wo die wirthschaftliche Lage die Rücksicht auf die Arbeitgeber um so düngender macht, schon damit nicht deren Schädigung die arbeitenden Klasse« und die weiblichen Arbeit« selb« mehr benachtheiligt als förd«e." So der Artikel d«„Allgemeinen Zeitung".— Uns«e Leser werden selbst zu urtheilen wissen üb« da» Gemisch von Richtigem und Unrichtigem, welches in dem übrigen« int«essante» Artikel sich zeigt. dorff, Uarlamentsberichte. Abgeordnetenhaus. 11. Sitzung vom 1. Februar, 11 Uhi Am Ministerttsche Br on s art n. Schellen Dr. Lucius, v. Scholz und Kommissorien. Auf der Tagisordnung steht zunächst die Veretdi- ung der Mitglild«, welche den Eiv noch nicht geleistet abcn. Präsident v. K ö l l e r: Ehe wir nun in die Tagesordnung eintreten, habe ich dem Haust noch eine Mittheilung zu machen in Bezug auf die Geschäftsordnungsvedatte vom vergangenen Sonnabend am Schlüsse der Sitzung— eine ein« fache Mittheilung, über welche ich eine Diskussion nicht zu« lassen kann. Al« der§ 27 unser« Geschä tSordnung am 25. Oktober 1872 vom Ada. LaSker beantragt wurde, sagle der« selbe tn der Rede, in welcher er ihn empfahl:„ES müssen deshalb Ausgabe-Anträge, welche mit dem Budget in Verbin- dung stehen, der Budgeikowmisftcn zur Berathung überwiesen werden." Darauf wurde§ 27 der Geschäftsordnung ohne Debatte angenommen, und« ist stets so ausgelegt worden, daß, wern es stch um eine Ausgabebewilligung handelte, die auf das Budget Bezug hatte, eine Verweisung an die Budget. kommisfion stattfand. ES liegt aber eine ganze Menge von Fällen vor seit 1872, In denen, wenn es sich um selbstsländige Anträge bandelte, welche direkt eine Ausgabebewilligung enthielten od« h«beizuführen bestimmt waren, eine lieber. Weisung an die Budgetkommisfion nicht stattgefunden hat. Am 16. Januar 1878 wurde unter dem Präsidium deS da» maligen Vizepräsidenten Klotz über den Antrag Bachem u. Gen., betreffend den Ersatz von 4000 M. an die Gemeinde Marzingen, KreiS St. Wendel, für eine außerordentliche zwangsweise erhobene Umlage abgestimmt, dieser Antrag aber nicht drr Kommisfion überwresen. Im Gegentheil wurde ein Antrag Schorlemer auf Uebnweisung desselben an die Ge» meindekommisston abgelehnt. Am 19. Januar 1881 wurde der Antrag Tiedemann(Bomst), brf fernerer Begebung von An- leihen auch Staattpapiere auf Namen auszugeben, ohne vorherige KommisfionSberathuna der Regierung überwiesen.(Abg. Richter:„Paßt nicht!'"— Ruf rechts: Ruhe!) Am 2. März 1882 wurde der Antrag des GesammtvorstandeS, de« treffmd den Bau eines neuen Geschäftsgebäudes für da» Ab- geoidnetenhauS, wo es stch also um Millionen handelte, ohne vorh« d« Kommisfion zugewiesen worden zusein, angenommen. (Hört! hört! rechts.— Abz. Richter:„Paßt nicht!"— Ruf rechtS: Ruhe!) Dagegen wurde gleichzeitig ein Antrag an demselben Tage auf Einstellung von 14 000 M. in den zur Berathung stehenden Etat unter Hinweis auf die Geschäfts. Ordnung der Äudgettommisfion überwiesen. D« Herr Abg. welch« diese Antrüge veit.'at, sagte bezüglich des daß die Ueberwersung stattstnven müsse, weil Geldbewilligung enthielte; bezüglich des ersten sagte« nichts. Eo ist auch verfahren _________ Am 27. Februar 1834 wurde der Antrag Thileniu» wegen Errichtung eines hydrographischen Instituts ohne vorherige Kommisstonsberathung angenommen. Am 2. April 1884 wurde üb« den Antrag Stöck«, betreffend Ab« stellung drS lirchlichen NothstandeS event. durch Bewilligung von SraalSmittetn. ohne Kommisstonsberathung abgestimmt. Am 28. Januar 1885«folgte die Abstimmung üb« den An« trag Huene-Lieb«, betreffend die Erhebung der Kommunal« steucr, nach vorheriger Ablehnung kommissarischer Berathung. Endlich am 15. Januar 1883 wurde der Antrag Prinz Aren- berg wegen Rothftandtabhilfe tn einigen Eifelkreisen ohne kommissarische Vorbnathung angenommen. Ich habe dem Hause einfach diese Mittheilung machen wollen. Abg. Frhr. v. Schorlemer« Alst(zur GeschastSord« nuna)- Ich möchte an den Herrn Präsidenten— wenn ich recht verstanden habe. daß« weitere Diskussion und Erörte« rung nicht zulassen will- Vre Frage richten. ob es mir ge« WUNMWKSM DeiiuS, letzteren, er eine Antrags worden. J'uriy hicsiutdii» www*.... r ZUMMZ«- zuwenven. MMSMWM mein« Freunde abgegebene Erklärung stch lediglich gegen daS Votum der Majorität des Hauses gerichtet hat, nicht gegen den Herrn Präsidenten. Abg. Richter: Ueber das Verhalten des Herrn Präst- denten haben wir keine Veranlassung, weder billigend noch mißbilligend uns zu äußern. Wir sind in einer ganz eigen- thümlichen Lage. Der Herr Präsident macht Ausführungen gegen die Ansichten der Minorität vom vergangenen Sonnabend und hat die Diskussion ausgeschlossen. Dte Minorität ist also in ein« ähnl-chen Lage, als wenn ein Minister einen Gesetz- entwurf einbringt und wir nickt Gegen Ausführungen daran knüpfen können.(Sehr gut links. Widerspruch recktZ.) Ich hätte gewünscht und erlaube mir nachträglich diesen Wunsch auszusprechen, daß der Herr Präst:ent in irgend einer Form dieses Material dem Haufe unter breite, damit wir in der Lage find, Gegenanträge zu stellen. Heute will ich mich nur dm auf beschränken, zu bemerken, daß es keinen Fall in den Akten giebt — und darauf kommt es an— wo auf erhobenen Anspruch aus der Mitte des HauscS die Mehrheit eS abgelehnt hätte, dem§ 27 der Gcschättsordnung gerecht zu werden.(Sehr richtig! links.) Die angeführten Fälle treffen zum Theil gar nicht zu, dagegen trifft eS stets zu. daß, wenn der An- spruch erhoben wurde, jeder Zeit der Pläfident und die Mehr« heii demselben Folge gegeben baden. Abg. von Minnigerode(kons.) bittet um genau«e Formulirung der Frage, welche der Geschäftsordnungskommisston überwiesen werden soll. Abg. Bachem(Zentrum) schlägt die Fassung vor:§ 27 der Geschäftsordnung an die Geschäftsordnungskommisston zu überweisen behufs Berichterstattung bezw. Formulirung einer alle Zweifel ausschließenden Fassung. Abg. v. Schorlemer akzeptirt diesen Antrag unter Hin- zufügung der Worte:„mit allem zugehörigen Material." Abg. Enneccerus wünscht für den Fall der-nnahme eines solchen Antrages die Geschäftsordnungskommisston um 7 Mitglieder veistärkl zu sehen. Damit ist der Gegenstand erledigt. Das Haus wendet stch zur Etatsberathung, und zwar zum Militäcetat. In demselben werden u. a. als erste Rate 30000 Ma:k verlangt zur In- standsetzung sämmllicher Fronten VeS Zeug- hauleS in Berlin. Referent Abg. Hartmann befürwortet namens der Kommission die Forderung. Die Sandsteinarchitektrutheile sämmtlicher Fronten bedürften in Folge starker Verwitterung- des Materials einer gründlichen Instandsetzung, und da bereits einzelne Sandsteinstücke von erheblichem Gewichte herabgestürzt seien, so«scheine ein Ersatz nickt länger aufschiedbar.'Die Ausführung fei auf 3 Jalne in AuSficht genommen und des- halb die Summe von 80000 Mark als muthmaß sicher Bedarf eingestellt worden. Abg. v. Schorlemer rügt den Mangel jeden Anhalts- Punktes und Kostenvoranschlages, an der Hand dessen man sich ein Bild von dem Gesammterforderniß machen tonn«. Die Forderung eines„muthmaßlichen" Bedarfs von 30000 Marl im ersten Jahre könne bei drei in Aussicht genommenen Bau» raten schließlich weit mehr als dreimal 30000 Mk. betragen. Auf so unbestimmte Begründungen solle man stch doch nicht einlassen. Die Position wird sonst nicht beanstandet. Es folgt d« Etat der landwirthschaftlichen Berwaltung. Bet- dem Kapitel Thierarzneischuke und Veterlnärwesm regt der Abg. Schläger die Frag« an, ob eS nicht an der Zeit fei, an Stelle des bisherigen Dircktortalsystcms in den Thierarzneischulen das auch in den landwirthschaftlich n und polytechnischen Hochschulen mit Erfolg durchgeführte Rektorat- system treten zu lassen. Für Berlin sei die Frage um so dring- ltcher, als sitzt gerade die Direktoüalstrlle vakant sei. Abg. Dr. L i r ch o w hat schon früher seine Sympathien mit diesem Wunsche ausgesprochen. Da an der Thierarznet« schule die Hauptfächer durch eine Reihe gleichbefähigtcr Lehrer besetzt werden, so führt es zu großen Unzu'räalichkeiten, wenn einer derselben nicht Mos die Dirrltorialgeschäste führt, sondern auch über die Gelder für die wissenschaftlichen Zwecke der ein« zelnen Lebrer zu verfügen hat. Die Erfahrungen beim letzten Berlin« Direktorat weisen dringend auf einen Systemwechsel hin. Das Veterinärwesen hat unter der Leitung des land- wirthschaftlichen Ministeriums entschiedene Fortschritte gkmackt. Ich wünschte nur, daß man dem VersuchSwcsen auf den Vete- rinärschulen gerade im Interesse der Landwirthschaft mehr Aufmerlsamkeit schenken möchte. Die Thierarznetsckulc in Han- nover wird sich nur dadurch auf der bisherigen Höhe«hatten können. Minist« Dr. L u c i u s: Nach meinen persönlichen Er« fahrungen möchte ich dem Direktorialsystcm den Vorzug geben, unter ihm hat daS Vetcrinäraresin erhebliche Forlschritte ge» macht. Sollte man aber zu dem Rektoratsystem übergehen, so würde es stch empfehlen, das Rektorat nicht alljährlich, sondern alle 3 Jahre zu wechseln im Interesse der Administration. Auch mich hat mit Betrübniß erfüllt der Mangel an Pietät und vornehm« Gesinnung, welche stch in den Fachkreisen kund- gegeben hat über die amtliche Thätigkeit eines so oerdienstvollen und ausgezeichneten Mannes, wie des verstorbenen Direktor« der hiesigen Thierarzneischule. Beim Kapitel„Ford- rung der Viehzucht" bittet Abg. v. Below-SaleSke den Minister, dem Lande? Oelonomic- kollegrum die Frage zur Prüfung vorzulegen, ob nicht eine Aendemng deS Prämiirungswesens nach der Richtung geboten sei, bei der PreiSvertheilung das bisherige individuelle mit dem sogenannten Pointsystem zu verbinden, die Preisrichter nicht aus den Ausstellungskreisen selbst, sondern au? Nachbarbeziiken heranzuziehen und auf den Lokalschauen nur die kleinen Besitzer zu prämiiren und die Großgrundbesitzer mit Ehrenprämten abzufinden. Minister LuciuS: DaS Ministeilum hat in dieser Be- ziehung der Autonomie der Zentralvereine den weitesten Spiel- räum gelassen und stch auf eine Ueberwachung der zweckent- sprechenden Verwendung der bewilligten Mittel beschränkt. DaS halte ich auch für das allein Richtige und möchte den Vor- redn« mit seinen Wünschen an die Provinzialvereine verweisen. Od Pointsystem od« individuelles u. s. w. ist nebensächlicher, als daS Vertrauen, welches die Preisrichter in den beireffenden Distrikten genießen. Die Abgg. Seer und Di richtet bestätigen, daß die Zentralorganiiation in Verbindung mit der Lolalorganisation im Prämiilungsrvesen stch durchaus bewährt hat. Beim Kapitel„Mschereiwesen" rügt Abg. Cremer die rigorose Ausführung deS Fischereigeseyes in Bezug auf die Jmrchaliung der Schonzeit. Abg. Fritzen fragt den Minister, wie eS mit dem Ber- trage mit der holländischen Regierung in Bezug auf den Schutz der rheinischen Lachsfischerei stehe. Minister Lucius: Darüber kann ich keine positive Er- klärung abgeben. Im vorigen Sommer ist ein solcher Vertrag mit Holland abgeschlossen worden. Dieser Vertrag bedarf aber zunächst der Bestätigung der hollandischen Genrralstaaten, über deren Entscheidung noch nichts belannt ist. WaS die Frage de» Herrn El em er betrefft, so dürfte e» fich weniger um eine Revision dis Gesetzes, als um eine Modifikation der Aussührungiver- ordnungen in den einzelnen Provinzen handeln. Abg. Mooren bittet um Echutzmaßregeln für die rhei- nische Fischerei gegen die Schädigung durch die am Rhein liegenden industrrellen Etablissements. Bei Kap. 107 des Ordinariums Allgemeine Ausgaben, Tit. 1„Zur Unterstützung der landwirthschaftlichen Ver« «ine k." dringt Abg. Pleß wiederum die Nachtheile zur Sprache, welche dem landwirthschaftlichen Betriebe und Befitze in Folge der Ver» unreinigung der Flüsse und Bäche durch die Industrieanlagen erwachsen, und bittet den Minister, auf die Herbeiführung wirksameren gesetzlichen Schutzes der in Betracht kommenden landwirthschaftlichen und Fischereiinteressen Bedacht zu nehmen. Abg.»iotichius erklärt die Verbesserung des Kosten« wesenS bei den Konsolidationen im Regierungsbezirk Wies« baden für dringend geboten; die erforderlichen Aenderungen seien durchführbar, ohne das Eigenthümliche der Nassauischen Konsoltdalionsordnung zu alteriren. Minister L u c i u S: ES definden fich Gesetzentwürfe, die der lctz'eren Anregung entsprechen, bereits in der Vorbereitung. Die Verunreinigung der öffentlichen Wasserläufe durch die Ad« wäffer zahlreicher Industriebetriebe ist in einigen Landestheilen fast eine öffentliche Kalamität geworden, eine gänzliche Ab« stellung der daraus erwachsenden Schäden resp. die Ermög- lichung wirksamerer gesetzgeberischer Schutzmaßregeln ist eine zur Zeil noch ungelöste Frage. Indessen hat fich doch bisher eine hinreichende Entschädigung der betroffenen Grunddefitzer für die Deteriorirung ihrer Grunöstücke erreichen laffm. Titel 1 wird bewilligt. In Titel 2 find zur Förde« rung deS Wein« und Obstbaues 60000 M., 18000 Marl mehr als im Vorjahre, ausgeworfen. Abg. Gerltch(Schwetz, freikons.) bittet um größere Be« rückfichtlgung auch des Ostens hinfichtlich der staatlichen Für« sorge auf diesem Gebiete. Der Obstbau sei namentlich in der Weichselniederung sehr zurückgegangen, wozu die Erschwerung der Konkurrenz durch den steigenden Import eingemachter Früchte au« Amerika über Hamburg und Danzig erheblich bei- getragen habe. Zur Hebung dieses wichtigen Nahrungszweiges der Bewohner der Weichseldisttikte sei bei der räumlichen Ent» fernung von ProSkau und Geisenheim event. die Errichtung eines eigenen pomologischen Instituts in dieser Gegend in Ausficht zu nehmen. Wenigstens sollte die Erhöhung deS StatStitels möglichst schon im nächsten Etat erfolgen. Nach kurzen Bemerkunnge der Abgg. Seelig und Schmidt(Stettin) wird der Titel bewilligt. In Titel 7 find 16000 M.„Zur Beachtung der Waffer- stände:c." neu ausgebracht. Der Titel wird genehmigt, nach- dem Abg Wüsten die Ausdehnung des Nachrichtendienstes für die von Hochwasser bedrohten Bezirke auch auf die Neben« flüffe befürwortet hat. Zum Extraordinarium des landwirthschaftlichen Etats liegt ein Antrag der Abgg. Boediker und Genossen vor, eine Summe von 300000 M zur Förderung der Kanalbauten im mittleren Cmsgebiet, insbesondere zur Fertigstellung deS Süd- fftord« Kanals neu in den Etat einzustellen. Abg. Boediker: Die Vollendung deS großen Kanal« netzeS zur Entwässerung uvd Urbarmachung deS Hochmoors er« folgt seit einigen Jahren in viel zu langsamem Tempo. 9'/, diS 10 Millionen find bereits in dieses MeliorationSunter« nehmen gesteckt worden, ohne daß die hauptadficht deS Projekts verwirklicht worden wäre, denn der Eüd-Nord-Kanal ist erst bis auf eme Strecke von 17 Kilom. fertig gestellt. Wenn nach unserem Anttag verfahren wird, kann die Fertigstellung des «inen Theils und des ganzen Kanalnetzes in 5—8 Jahren erfolgen. Ich bitte dringend, den Anttag in der Budgetkom- misfion wohlwollend zu behandeln. RegierungSkommiffar Geh. Finanzrath Schmidt: Die Verhandlungen unter den dethciligten Refforts über diese Frage haben zu dem Beschluß geführt, daß in diesen Etar eine extraordinäre Forderung nicht aufzunehmen sei. Die Nützlich« keit der linksrheinischen Kanäle ist auch nach Anficht der Staats« regierung zweifellos, und ihre Ausführung wird Programm« mäßig fortgesetzt. Ein beschleunigtes Tempo würde mtt den maßgebenden finanziellen Grundsätzen nicht übereinstimmen. Schon 1880 ist festgestellt worden, daß wirthschaftlich und finanziell die stückweise Fortführung der Arbeit in einer längeren Reihe von Jahren das Richtige ist. Der Prooinzial« Verwaltung von Hannover wird die Regierung selbstver stand« lich alles Entgegenkommen zeigen, indessen war bis zum Ab« schluß der Etatsverhandlung innerhalb Ver Regierung nicht be- lannt, daß der Provinziallandtag bereits den Beschluß gefaßt hätte, dort ein Korrigendenhaus zu errichten. Abg. W i n d t h o r st: Im vorigen Jahre ist das Einschlagen «ineS langsameren TempoS mit dem Mangel an Mitteln motivirt worden. Nach so erheblichen Anfängen und nach Auf« wendung so erheblicher Mittel sollte doch die große Arbeit schleunigst zu Ende geführt werden, damit dai Uniernehinen rentabel wird. Denn die bisher aufgewendeten Mittel liegen noch immer unverzinst und todt da, und die fertiggestellten Arbeiten verfallen. Ein Beschluß ist im Provinziallandtage von Hannover allerdings noch nicht gefaßt, indessen hat diese Angelegenheit mit dem Kanal nichts zu thun, wie denn auch bei den Verhandlungen in Hannover Niemand an die Kanal« frage auch nur gedacht hat. Abg. I a c o b i(Bentheim) befürwortet gleichfalls den Anttag; die Vollendung deS Kanals sei für die ganze Gegend in wirthschaftlicher Beziehung eine Lebensfrage. Auch die Abg. Sattler, von Minnigerode, Zäunen, Graf Limburg(Etirum) und Spangen- berg tteten für den Anttag ein. Bei einem so hochwichtigen Meliorationsunternehmen müßten die finanziellen Rückfichten JUEÜtf ttftc tl. Minister LuciuS: Bei der Beschlußfassung über die In« angriffnahme deS ganzen MiliorationSwerkes war man aller- Vings der Meinung, daß eS fich darum handle, eine dünn bevölkerte Wüstenei allmälig auf die Fruchtbarkeit zu bringen, wie fie die angrenzenden holländischen Kolonieen auf- weisen. Die Ausführung deS ursprünglichen Planes bat dann mehrfache Modifikationen erlitten; im Allgemeinen ist indeß svstemattsch vorgegangen worden, und die Hoffnung begründet, daß die an daS Projett geknüpften Erwmtungen erfüllt werden. Bei Beginn des Werkes 1870 wurden die ersten Arbeiten sehr beschleunigt, um die zahlreichen ttanzöstsche» Kri-gSgefanaenen zu beschäftigen, so daß der Ems>Vechte Kanal größ.re Drmen« fronen angenommen und höhere Kosten verursacht hat, alS vielleicht zweckmäßig war. Der Anschluß an daS holländische Kanalnetz ist aber andererseits erreicht, ebenso die nöihige Vor« fluth zur Abmäfferung deS Hochmoor» geschaffen. Der AuS> bau deS Süd Nord-Kanal» ist immer als daS letzte Stück des ganzen Werkes angesehen worden. Sollte eine Beschleunigung des Baues für zweckmäßig befunden werden, so ist eine Ver« stärkung des Fonds nothwendig. In den Plänen des hannoverschen Provinziallandtages liegt allerdings in dieser Bezuhung ein Novum. m... Darauf geht der Antrag an die Budgetkommisfion. Zur Förderung der Land« und Forftwirth« schaft im Eifelgebiet werden als dritte Rate 300 000 M. �Abm Wehr bittet, die Forderung zu bewilligen, ersucht zualeich aber auch den Minister, der nicht minder als das Eifelgebiet, bedürftigen Distritte in den östlichen Provinzen zu gedenken. Minister LuciuS erwidert, daß daS bisher bereits ge- schehcn sei. Wenn für dieselben die Mittel durch ein beson deres Gesetz nicht gefordert seien, so erkläre fich das darau», daß bi» jetzt die ordinären Fonds genügende Mittel für diesen Zweck gegeben hätten. Die Staate regierung ist fich immer be- wüßt gewesen, daß fie die gleichen Rückfichten wie auf den Westen auf den Osten zu verwenden habe. Abg. B e r g e r zweifelt nicht, daß die Regierung bei ihrer Unterstützung nothleidender Gebiete mit ausgleichender Gerech- tigkeit verfahrt, wünscht aber, daß auch die Hochländer deS HundSrückens und des Westerwald-« verückfichttgung erfahren, und zwar richtet er diese Bitte vor Allem an den Minister für öffentliche Arbeiten. Den landwirthschaftlichen Meliorationen müssen Eisenbahndauten zur Seite gehen. Man sprich! immer von den gesegneten Rheinlanden, aber so viele sterile Länder« striche wie in der Rdeinprovinz giebt es anderwärts kaum. WH Abg. Wehr lichtet nochmals die Aufmirlsamkeit des Ministers auf die kassubtschcn Höhenkreise und ersucht zugleich, im nächsten Jahre eine Nachweisung darüber vorzulegen, wie fich die für Aufforstung von Ledländeuien ausgeworfenen Gelder auf die einzelnen Provinzen vertheilen. Der Titel wird bewillrgt, ebenso der Rest des Extraordinarium Z. Beim Etat der Gestütverwaltung regt Abg. von Busse(Zschortau) die Rückverlegung deS Hengstdepot» von Neustadt a. D. in die Provinz Sachsen an. Minister L u c i u» erwidert, daß er fich früher, wo drin- gendere Bedürsniffe vorlagen, gegen die Rückverlegung des Hengstdepots erklärt habe. Jetzt, wo diese Bedürfnisse be« friedigt seien, würde die Rückverlegung auf eine Domain« in der Nähe von Halle in Erwägung gezogen werden. Der Etat der GestütSoerwaltung wird unverändert ge- nehmigt. Schluß 3'/4 Uhr. Nächste Sitzung Mittwoch, 12 Uhr. (Etat.)_ Lokales. er. I« der freireligiösen Gemeinde findet heute Abend die Wahlversammlung für den neuen Vorstand statt. Wir verweisen unsere Leser, welche Mitglieder der freireligiösen Ge- meinde find, auf den in der heutigen Nummer enthaltenen Bericht über die letzte Versammlung derjenigen Mitglieder, die mit der GeschästSsühruug des bisherigen Vorstandes nicht ein- verstanden waren. Ei geht auS dem eiben hervor, daß in der Leitung der Gemeinde entschieden nicht AlleS so ist, wie es sein sollte, und daß die Opposttion eine nach jeder Richtung hin berechtigte ist. Die Opposttion stützt fich auf ihr guteS Recht, daß fie da mitrathen will, wo fie mitthaten muß. ES handelt fich, soweit wir unterrichtet find, hauptsächlich um die Verwaltung des nicht unbeträchtlichen Gemeindevermögens. Unter allen Umständen muß den Mitgliedern die unbestrittene, ausgiebigste Möglichkeit geboten werden, in alle Verwaltungs« angelegenheitcn einen unbeschränkten Einblick zu nehmen. So- bald dies nicht geschieht, entsteht folgerichtig der Verdacht, daß von den mit der Verwaltung der Gelder detrauten Personen Dinge vorgenommen werden, welche das Licht der Oeffentlichkeit zu scheuen haben. In ihrem eigenen Interesse hätten daher die bisherigen Mitglieder deS Vorstandes dafür sorgen müssen, daß auch der Gegenpartei die Möglichkeit gege« ben wird, fich thatsächlich an der Geschäftsveiwaltung der Ge- meinde betheiligen zu können. Um so befremdlicher muß daher die Notiz erscheinen, die wir in der Sonntagsnummer der „Volkszeitung" fanden. Dieselbe lautet: .Freireligiöse Gemeinde. Von glaubwürdiger Seite geht uns über die Vorgänge in der Gemeinde folgende Notiz zu:„ES hat fich eine sozialdemokratische Koterie gebildet, welche die Vermögensverwaltung an fich reißen will; am 18. d. haben erwiesenermaßen eme größere An- zahl Unberechtigter an der VorstandSwahl mitgewirkt, daher die Ungiltigkeits Erklärung; der Bericht im„Berk. VolkSblatt" über die Versammlung am 25. d. M. enthält thatsächlich Unrichtigkeiten und Uebertreibungen; die besonnenen Mitglieder empfehlen die Wiederwahl deS bisherigen Vorsta'-des mit Ausnahme eines der Koterie angehöiigen Sozialisten als Bibliothekar Herrn Borcherdt. Die Wahlen finden am 2. und 9. Febr. pünktlich 8 Uhr Abends im Saale des Handwerker-Vereins, Sophien« straße 15, statt. Nach dieser objektiven Darstellung wer« den die stimmberechtigten Mitglieder wohl wissen, waS auf dem Spiele steht." Bevor wir auf die Sache selbst eingehen, wollen wir un« seren fremdwörterunkundtgen Lesern mittheilen, daß das Wort Koterie fich mit den besser verständlichen deutschen Ausdrücken „Klatschgesellschaft, Sippschaft" deckt.— Abgesehen von den Denunziationen, die in den obigen Zeilen enthalten find, und die wenig mtt den Prinzipien der Humanität und Toleranz, welche doch in einer frerreligiösen Gemeinde herrschen soften, in Einklang zu bringen find, scheint es der Verfasser der Notiz mit der Wahrheit nicht ganz genau zu nehmen. Un» wird von mindestens ebenso glaubwürdiger Seite mttgetheilt, daß bisher nur eine einzige Person ermittelt ist, die nicht mit voller Be- rechtigung an der Vorstandswahl mitgewirkt hat. Weshalb daher in der Notiz die Mehrzahl angewendet wird, ist nicht ver- ständlich, jedenfalls aber spricht men nicht nur deshalb im Plural, damit eS fich schöner anhört.„Die sozialdemokratische Koterie", von welcher in so liebenswürdiger Weise gesprochen wird, han« delt einlach wie eS fich für klardenkende, zielbewußte Mitglieder irgend einer Körperschaft ziemt. Ob fie die ganze Vermögen»« Verwaltung an fich reißen will, wissen wir nicht, wenn fie es aber thäte und wenn eS ihr gelänge, würde fich diej Gemeinde aller Wahrscheinlichkeit nach nicht schlechter dabei stehen.'Jeden- fall« wollen die sozialdemokratischen Mitglieder der Gemeinde Theil nehmen an der Handhabung der Kaffengeschäste, und haben dieselben nicht alle Berechtigung hierzu? Sie bezahlen ihre Beiträge doch ebenso gut wie die Mitglieder der fteireli« giösen Gemeinde, welche anderen politischen Parteien angehören. und eS ist ein ziemlich starkes Stück, daß man gerade die Sozialdemokraten in einer nahezu despotischen Weise unter« drücken will, f Die Verhältnisse liegen in der freireligiösen Gemeinde augenblicklich nicht so, daß man zum allgemeinen Austritt auffordem könnte, eS ist im Gegentheil ge« rade jetzt durchau» geboten, daß Männer mit prüfen- dem, kritischem Blick fich in derselben befinden. Daßl in der fteireligiösen Gemeinde Zustände herrschttn, die zu berechtigter Unzufriedenheit Veranlassung gaben, ist un» seit langer Zeit bekannt; man bat z. B. langjährige Mitglieder, die nur einen Schein von Opposttion zeigren, einfach ausge- stoßen. Auch in dieser Beziehung wird die„sozialdemottattsche Koterie" Wandel zu schaffen beschloffen haben, und fie thut sehr recht daran. ES kann deshalb nur gewünscht werden, daß die Agitation gegen die intoleranten Fattoren von recht " ilnt reichem Erfolge begleitet sei, und hoffen wir, daß man in Zu« kunft weder in der freireligiösen Gemeinde noch sonst irgend- wo von einer„sozialdemokratischen Koterie" zu sprechen wagen wird. Eine sehr angestrengte Thättgkett hatte die Feuerwehr in der Nacht zum Sonntag auf dem Grundstück Torfstraße 7 zu entfalten. Von einem hervorragend günstigen Löscherfolge begleitet, fehlte jedoch bedauerlicherweise auch die Echaltensefte nicht. Der Oberfeuermann Hannebohm ist von einer einstür« zenden Giebelwand getroffen worden und hat außer Verwun« düngen im Geficht und an den Händen einen Bruch des linken Oberschenkels erlitten; der Verunglückte wurde in das Augusta- tzosvital übergeführt.— Ueder den Brand selbst ist folgendes zu berichten: Das Grundstück, der Aktiengesellschaft für Ofen« fabrikation— vormals Gebrüder Danlberg— gehörig, dient vor viegrnd industriellen Zwecken und b finden sich auf bt® �lien kann, selben neben einem kleinen Wohnhause eine Anzahl einstöckz«(chiicßt mit- Baulichketten, von welchen die größere eine Gipsmühle, deM> tn Dtbnung, Betrieb durch Dampf erfolgt, und das Kesselhaus entgalt.»ei»„tteuet dieser Mühle war da» Feuer entstanden; eS ist erst spät irap Wächter, der genommen worden und da wegen der weiten Entfernung W lassen mottet Brandstätte von der nächsten Mel'estele auch noch eine weNs rittet zu eim stenS für hiestge Verhältnisse beträchtliche Zeit verstrich,!' Kachspi langten die ersten Löschzüge ver um 10 ein halb Uhr aUtmttlö ttttmarn u- Feuerwehr erst an, als das Mühlengebäude ber.its in(rW Stellmacher, gesammten Umfange in Flammen stand. Bei dieser Saaiw J-mbau in„■ hatten die Miether deS nahe angrenzenden WM hat, nicht ein U'Ä Wtn laffm. 7$0n vorh-i K""»° des P ,,"•«in toter dem N totnefcmm@ tes Hauses es für gerathen oehalten, ihre Wohnungen zu verlalsi und die weithvollsten Sachen in's Freie zu schaffen; auft Aeußerste gefährdet waren außerdem einige in unmitteldaw Nachbarschaft liegende Lagerräume. Diese sämmtlichen VB lichkeiten find jedoch erhalten geblieben, während die Nul- sammt dem Keffelhause in einen Trümmerhaufen verwaM worden ist. An dem Löschgeschäst waren eine DampffM*%be. und zwei Hanvspritzen bethe-ligt: dasselbe war gegen 1 w früh im Wesentlichen beendet; ÄusräumungSarbelten erfmdo ten jedoch noch bis zum Sonntag Vo mittag gegen 9 Uhrjj Thätigknt mehrerer Adtbeilungen. Die Entstehungiatt � Feuers ist unaufgeklärt geblieben. Ein zweiter größerer 6«langte gestern Morgen gegen 7'/, Uhr zur Melduvl atte seine Stätte auf dem Dachboden deS Qaergebl-.... u,C|tn Schmidstraße 37 und ist erst wahrgenommen worden, als Mb«n entle Flammen fich bereits durch das Dach Bahn gebrochen mit Beim Eintreffen der Feuerwehr sah es deshalo schon recht?»«d» habse! denklich au». Trotzdem gestaltete fich im Verlaute der W J�tn Einzug, arbeiten die Sache nicht so schlimm, al» eS anfänglich 0'% auffall nen, da die Wirkungen der GaS« und Dampfsonye, nK'®°°M, ihre K von zwei Handdruckspritzen asfistirt wurde, ausreichten,® 2" ongefebr in etwa 1'/, stündiger Tyätigkeit das Feuer zum Erliege»« platten dal bringen. N» der S Eisenbahnunglück. Zwischen Brandenburg und«J? W es witz trug fich am Freitag Vormittag ein schreckliches Eis' hj.' Unglück zu. Drei do t auf dem Schien- ngeleise beschM g�togeblrch, Streckenarbeiter sahen einen Güterzug, von Brandenburg mend, herannahen und begaben fich, ihm ausweichend, a% andere Geleise. Der Güterzug brauste vorüber und Detrffljl einen starken Dampf, so daß die drei Arbeiter, welchen nC dem durch eine an dieser Stelle befindliche Kurve die Ae?! beschränkt war, den von Magdeburg kommenden Kour der Vormittags 10 Uhr 44 Minuten in Berlin eintrifft, herannahen sahen, von diesem überfahren und alle drei tet wurden.— Ein ebenso entsetzlicher Unglücksfall hat Sonntag Abend auf dem hiestgen Sladtdahnbofe f straße ereignet. Der in der Behrenstraße 33 wo! Dr. Goldschmidt hatte fich am Sonntag Abend � seinem Diener nach dem genannten Bahnhof beg dauer Havelbrücke der Hamburger Eisenbahn Vorrichw» angebracht worden, die nach dem Stationsgebäude aus schem Wege melden, wann der Zug auf der Brücke aw» und wann er dieselbe wieder verlä t. Zu demselben Zwe» die Betriebsverwaltung der Lehrter Eisenbahn auf der �'1 von Berlin bis hier für die Lokomotivführer besondere ßo», apparate anbringen lassen. Ein solcher besteht dem 1 H." zufolge auS einem kleinen, neben den Schienen angebro� eisernen Kasten, aus dem zwei Stäbe hervorragen. Auf" ruht in w' gerechter Lage ein dünner Eisenstreifen, der über die Schienen hinausragt und von jedem der vorbei� den Räder berührt wird So oft dies geschieht, wird s- Stationsgebäude markirt. Auf der Strecke von Berlin»''j sogenannten Blockstation bei der Abzweigung de» Geleise" Westend waren vor Jahr und Tag drei Kontrollapparau� von dort bis Spandau wieder drei namentlich in der M von Kurven angebracht. Da die Fahrgeschwindigkeit � einzelnen Züge genau vorgeschrieben ist, so müssen dufff motioführer darauf achten, daß sie die Kontrolstarionen"» stimmten Zeiträumen pasfiren. Einem neuen verbrecherischen JndustriezweM für die Geschädigten ganz unabsehbare Folgen nach P j kann, ist man, brestgen Blättern zufolge, vor Kurzem(T' fällig auf die Spur gekommen. Bekanntlich wurden n" Wiener Theaterdrande eine Menge Sicherheitsmaßre« Theater und öffentliche Gebäude angeordnet, die im 8V der Feuerstcherheit zum Theil auch von Privaten übern»®» wurden. Anter Anderem wurden verschärfte Maßreg'�f Kitwtn fick die Konttole des Wächterpersonals eingeführt. Die* i AerftDsißUfi verpflichtete jeden Theaterinhaber, den Wächter, weltf/" W Bewachung des TheaterS während der Nacht obliegt, �rin�ent Kontroluhr zu versehen. In der Uhr defindet fich ein* U�?iand, streifen, welcher fich mit dem Räderwerk langsam voriv�aL rtrft)o wezt. So oft nun die Uhr mit einem eigenS zu dieftCra Arüti destimmten Schlüssel geschlossen wird, so oft mrd Öft Mrl Mn..Pä streifen durchlöchert, und zwar je nach der Form deS & SS SS mit einem runden, oder drei« resp. viereckigen Loch, Vo'nfireck M auflrer mach auch in Buchstabenform. Zu jeder Uhr gehören Schlüssel. Letztere find mit eisernen Ketten an dir�r, T�PeiTwi festigt, fie können also von der gegebenen Stelle n# ck oft st vsrw handenen Sch üsseln aufzuziehen. sämmtliche■ des Theater» pasfiren muß. AuS den-V räumen zwischen den einzelnen Zeichen im streifen eraiebt fich nun die Zeit, in welcher die Ut einzelnen Schlüssel geschloffen, resp. in welcher der, der betreffenden Stelle war. Die Uhr wird an stdew mit einem neuen Papierstreifen versehen. Diese 5 in den am anderen Tage wieder herausgenommen,...(ii geklebt und allmonatlich der Polizei zur RevifioN f> Du Kontrole ist demnach eine amtliche, und die Stre'l■„ den Werth der Urkunde. Vor kurzer Zell stieg nun «fi« des dann Ig) Ii SS»; der Wächter unerlaubte Manipulationen mtt d* ,�,»y � min.- ss der Wächter unerlaubte Manipulationen mtt der£ m � rniu�j; vornehme. Um den Wächter auf die Probe zu P1 zltt� riefet, uuuiivuic. um um xuuemet aus vre Prooe V- u«), Ciri, der Inspektor einen der Schlüssel von der Kette>0'-, den >1. im, ,.xä_u____ t,,>> flA na»",' iMl s,., nächsten Tage die Uhr geöffnet deS fehlenden Schlüssel« im E hauptete, richtig geschlossen zu und Stelle überzeugen, daß der..... Enge getrieben, gestand er, daß er bei einem „Mechaniker" abonnitt sei. der daS Geschäft gewerd-w% treibt, den Privatwächtern die Konttoluhren*"%%%! ö Abonnement beträgt wöchentlich 2 M. Der WS»t« dieses„Abonnement" den Vs. theil, daß er sewe ler )en—. zu vttlaW cktn; unmittelbar vtraW?..- DalwfsM regen 1 p ten ecfo# n 9 Uhr� ingSart Btctt" lieUmti! � fei»"«, am Morgen kommt der betreffende Geschäftsmann, »(!) hl, J? M m't einem Nachjchlüffel die Uhr auf, bringt den Streifen iriiHIe, Vn'" Ordnung, schließt wieder zu, und der Wächter hat den Be. :nl„.Ja®|i,,",teu« Wachsamkeit" in der Tasche. Der betreffende : W wap W-chter. der seine Stelle Jahre lang bekleidete, ist sofort ent- ifernung° Wen worden, und man hofft, den noch unbekannten Industrie- eine wech titter zu ermitteln. verstrich l Nachspiel zum Prozeß Graes. Der Modellsteher Ham- � eapmir. �«mann und der ebenfalls aus dem G'aefe- Prozeß bekannte !« Ürt telt?ma�er Bühnte find mit der Darrullung, welche Paul �r Mau m„Nord und Süd" von den Verhandlungen gegeben ffi"'cht einverstanden gewesen, fie haben fich vielmehr oelei- .«PI und den Verfasser des Aufsatzes, wie die Wochen- Ml#.„Das Neue Berlin" mittheilt, vor den Schiedsmann "en lassen. Paul Lindau ist dieser Aufforderung nicht gefolgt. xjMd vorhrr hatte Hammermann an den Herausgeber von t,«» U' d Süd" eine Postkarte gerichtet, auf welcher dem Ver fcii�e Prozeß-Aufsatzes beieils mit einer Klage gedroht Eine überaus raffinirte Schwindlerin, welche t,n, 5m. Namen einer F au von Woluehagen auftritt, treibt iHttiTDartifl in Berlin 0. ihr unsauberes Handwerk. Die «»Ii0?'"'klche ihrem eleganten Aeußeren nach einen durchaus Eindruck macht, hat fich für ihre Brandschatzungen tewuyMi.[.«Pifachltth ärmere Zimmervermietherinnen ausersehen; fie jergebau, dt bieten nicht nur Wohnnngsmiethe ur.d Kostgeld schuldig, en, ws v?'rn entleiht von ihnen noch obendrein größere und kleinere ) che» ha. mit denen sie dann sp.wlos verschwindet. Irgend !0N recht,-'u,e Habseligkeiten befitzt diese Frauensperson nicht: fie weiß v!" Einzüge in die betreffende Wohnung die Wirrhin über ßst* ß(]X|) ,1{? auffallenden Mangel dadurch zu täuschen, daß fie vor- ' tB%(ig''�'e Koffer aus Königsberg zu erwarten wo ihr Vater 'ichiea-. Ji.y�'net hoher Beamter sei. Natürlich stellen fich diese Erlregi» bald als vollständig unwahr heraus. DaS letzte u Dinl l. Schwindlerin ist eine Frau W. in der Kurzestraße. und idun' ,ä hier jedenfalls wieder mit einer Abenteuerin zu 8 EistnlZ,* b(e L eine polizeiliche Meldung zu scheuen hat, denn e beschoß g.J��We Frau von Wolffshagen hat selten ihr jedesmaliges lenbmg lZ W länget als 8 Tage inne. enb,«% A.lv" da« allgemeine geheime Wahlrecht läßt im id verurl�j Tagdl." eine tonservative Stimme einen Unkenruf Ist unu' reckt bezeichnend für konservative Anschauungen Elnv«>°hl verdient etwas niedriger gehängt zu werden. Der wir Ii«, Pr betr. Abhandlung über die Frage:„Wem legen kommt 5- Schicksal, das Schicksal der Nation in die Hände?" 'ch ZU folgendem ergötzlichem Schlußpaffu«:„DaS tonne», Wteime Wahlrecht ist nicht abzuschaffen, aber wir das x�Meifen, unerfahrenen und abhängigen Leuten nicht heliebiÄ?t deS Reichs und vieler Millionen Einzelner zu wendi?? versuchen übergeben. Die Erfahrung, die heute noch tnue A!"/ wird kaum mit 50 Jahren erworben. Der Urwählei atkraft ilchen die A# Kourif "trifft,' : drei 1 hat fe > wohi-u Abend' -f bes'r inuten" tren. t war, sitte G g war, de er' riednib warfen fammtl� Ich'.en'ui w rch den � I beftanb% war, e'f* Hause. W tnufi fiJ'i ruird kaum mit 50 Jahren erworben. Der Urwähler ist im An reife oder ein höheres Alter Haben; die Tl tteil"Lemeinen am fruchtbarsten zwischen 50 und 60 Jahren, M.�ber Sicherheit der Erfahrung auSgerüfiet ist. Ist ein entsprechendes Zeugnis ■"«im.,.■ �,vH|,...n für dir Aenderung der .»leinen durch vorschreitende Erfahrung, daß im Allge- fpätei w., halbgebildete Mann in jungen Jahren Republikaner, Und ,nhrüartlt rler, dann konstitutionell, dann konservativ ivisz.,..,? gar reaktionär wird? Wir wünschen daS Mittel '�und 75, halten 50-60 Jahre für die Zeit der ge- Erfahrung des Urwählers und glauben, dies sei die &0 a.r unserer gesunkenen parlamentarischen Zustände. Unter Mittun!'«!" Urwähler!"— Etwas hinzuzufügen, hieße die "S abschwächen. ..rÄ >„!>»- ani Gerichts-Zeiwng. LandeSverrathsprozeß Sarauw-Röttger. üi � 0. Leipzig, 1. Februar. Vor dem vereinigten it. und �'Strafsenat des Reichsgerichts unter dem Vorfitz deS '"MSptaffDenten Drenkmann begann heute, am Montag, die c? etwa mene Wögige Dauer berechnete Verhandlung der auf rÜMverratb lautenden Anllaae aeaen den dänischen Kavitän ■m 'W erlin tfJ Z-leistsZ W¥ >""Jk 5.)'«luraten Eynstian Wny-im Muvowy mouger Lüchte alt, viermal wegen Beleidigung bestrast. ES hatten Äjrrrr wenige Zuschauer eingefunden, im Vorraum nahm der Mche Thronfolge: P.inz August von Sachsen Platz. Den di,% sm Gerichtshofe führt der SenatSpräfioent Drenkmann, bgb�rnbsnnmnttfehnft ist hiirrfi Nif tTt.iitiSnritnnst» ti Rlnlik b-blL'chsanwaltschaft .?rrplln vertreten. k ist durch die Reichsanwälte v. Wolff w,.„um.«.«». Sarauw wird von den Rechtsanwälten »>i.l?l und Wolfgram aus Berlin, Roettger von dem Rechts' k,'t Dr. Schmidt aus Mainz vertheidigt. Außer einer An- M Zeugen find 6 Offiziere vom Kriegsministerium und großen Generalstabe in Berlin als Sachverständige vor- Gleich nach Eröffnung der Verhandlung wurde auf ? ö« 8 Reichsanwalts beschlossen, die Oeffentlichkeit während W%tn Dauer der Verhandlung auszuschließen, da r Oeffentlichkeit der Verhandlung die öffentliche '"Wf gefährdet werden könnte. Die gegen Sarauw "ersten Anschuldigungen beziehen fich, wie anderweitig vaunir> vornehmlich auf seine Thätigkeit als "litl/ug�spondent bei dem französischen„Nochrichten- Ver- ästet,* �ure au", an dessen Spitze der Däne Hansen stand, stich.» hie militärische Abtheilung von dem Polen Kofilowiki aßttM Ndem irde. Beide standen wieder im laufenden Verkehr isÄ iÄ«?*,-"......... en ionen r 11 Ist lern 6' en nr ig« „Vulkan" u. s. w. Sarauw besorgte als Haupt. ts'pichl<"t die Geschäfte des Bureaus für daS mittlere MWerf.«."" und die Marineangelegenheiten, beschäftigte dabei Wilhelmshaven, Stettin, Berlin, im»j-'ut(r"hu utjug monatlich etwa 5 bis 6000 FrcS., i'ßfrit etfl�S die Unterkorrespondenten bezahlte. Seine Thä- eo'Ä m Jtopenk.. M übrigens auch auf das Ausland. Er hatte »lz KjMS!«NL»S e WHWSB �"b) bri.ofp......«>«",»»» veni«emto rn Verbindung .. r('(HentfAx � on Ihn um Mittheilungen gewandt habe, worauf zieh«": d l�bte. Ihm die gleichen Berichte wie die an Adler über- und Sarauw find aber, wie von der An- D» woe angenommen wird,°>i.-- identisch. Die Wittwe deS Hentsch erhielt übrigens von Sarauw eine Penstnn von etwa 125 Fr. monallich. Sarauw, der seit 12 Jahren mit dem ge- nannten Büreau in Verbindung steh', hat demselben, wie von der Anllagebehörde angenommen wird, fett 1881 über 300 Nachrichten, welche deutsche militärische Angelegenheiten betreffen und theilweise eine große Schädigung der militärischen Jnter- essen deS Deutschen Reichs enthielten, zugetragen. Dieselben bezogen fich auf Festungen, Landsturm, Schwartzkopff'sche Tor- vedoS, Munitionsfrchrparke, Belagerungstrain. Mobilmachung, Garnisonen an der Ostsee, Artilleristisches, prismatisches Pulver, Munitionslieferungen an China u. f. w. Ganz spezielle Fürsorge wurde dm VersuchSerg- bnissm der Artillerieprüfungs-Kom. misston, dm„geeigneten Landungsplätzen", den Küstenwerken von Cuxhaven, den Festungen Magdeburg, Ewinemünde, Spandau, Kolberg, sodann den Panzerkavonieren für Sperr- forts, dem der Schießvlatzverwaltung zu Jüterbog! aufaegebenm Bau de?„massiven FestungSziels", dem Sturmgeräth zur Er- stürmung von Festungen und den Details der geplanten Ein- sührung eines RepetirgewehrS zugewandt. Manche„Skizzen" wurden dem S. mit 1400— 2000 Franks honorirt. Das Er- gebniß der Untersuchung gegen Sarauw führte gegen denselben zu der Anklage, daß er Festungivläne und solche Nachrichten, von denen er wußte, daß ihre Geheimhaltung einer anderen Regierung gegenüber für daS Wohl deS Deutschen Reichs oder eines Bundesstaates erforderlich ist, dir französtschen Regierung mitgetheilt zu haben. 2) den Entschluß, dieses Verbrechen zu verüben, durch Handlungen bethätigt zu haben, welche einen Anfang der Ausübung des Verbrechens enthalten.(§§ 92 und 93 de« St. G-B.) DaS Vermögen deS S. wurde darauf vorläufig mit Beschlag delegt und derselbe in Haft genommm. Die Anschuldigungen gegen Röttger solle» fich im Allgemeinm darauf beziehen, daß er dem S. bei Begehung von dessen Venälhereien wissentlich Hilfe geleistet. Röttger war auf Grund einer Annor.ze, worin cm politisch-militärischer Zei- tungS> Korrespondent gesucht wurde, mit Sarauw in Verbin- dung gekommen und lieferte demselben seit 1884 gegen bestimmtes Honorar Korrespondenzen. Letztere enthielten na- mmllich Beschreibungen der Festung Mainz, Mittheilungm über Selbstverpflegnng der Truppen, Rekrutimng, Transport- wesen, Wachtdtenst, Bestrafung de« Majors Steinmann, neue Generale, Nachforschungen nach sozialistischen Schriften,, Behandlung der Soldaten Desertionen, Telegraphenverbindung mit Berlin und Mainz. Befestigung von Köln u. s. w. B. C. Der Strafsenat det Kammergerichts fällte am Donnerstag eine für die Frage, ob und inwieweit Hausbesitzer zur Beleuchtung der Häuser verpstichtet find, höchst wichtige Entscheidung, welcher folgender Thatbestand zu Grunde liegt. Unterm 1. April 1885 harte der Polizeipiäfident zu Maade- bürg eine Verordnung erlassen, welche bestimmte, daß mit Ein- ttitt der Dunkelheit bis 10 Uhr Abends alle zu den Wohnungen führenden Räume: Hausflur, Treppen und Korridore, mit hm- reichender Beleuchtung versehen sein müssen und oaß für Er- füllung dieser Vorschrift die Hauseigenthümer bei Strafe ver- antwottlich seien- Wegen Uedertretung dieser Verordnung war der Hausbesitzer Lange zu Magdeburg zu 3 Mk. Strafe ver- mtheilt worden. In der von ihm gegen die Ent'cheidung der dortigen Strafkammer beim Kammergericht als höchsten Land- gerichtkhof eingelegten Revifion führte sein Vertreter, Rechtsanwalt Kauffmann, auS, daß die gesetzliche Regelung der Be- leuchtungiftage gewiß sehr wünschenswerth sei, daß aber der von der Polizeiverwaltung eingeschlagene Weg doch wohl nicht als der richtige erscheine. Die betreffende Verordnung sei materiell ungiltig, da fie weder auf dai Reichsstrafgesetz- buch noch auf landesgesetzliche Vorschriften gestützt werden könne. In§ 367 Nr. 12 des StrWesetzbuchs sei nur der, welcher in Häusern Keller, Gruben, Oemnmgen und dergleichen unverdeckt läßt, mit Strafe bedroht. Diese Bestimmung könne doch nicht ohne Weiteres auf Hausflure und Treppenaufgänge ausgedehnt werden, und bedürfe eS hierzu einer Abänderung resp. Erwei- terung deS Gesetzes.— Das Kammergericht verwarf hierauf in Gemäßheit deS Antrags der Oberstaatsanwaltschaft mit der Be« gründung die Revision, daß die Bestimmungen des Reichs- Straf- gesetzbuchs über die Uebertretungen nicht erschöpfend seien, und oaß die Polizeibehörden daS Recht hätten, ergänzende Verord- nungen zu erlassen. Dieselben könnten unter Umständen auch in das Privateigentbum eingreifen, wie dieS z. B. in der Ofen- klappenfrage vom höchsten Gcrichtshof angenommen worden sei. Dies verstoße weder gegen das preußische Landrecht noch gegen die verfassungsmäßig garantirte Unabhängigkeit deS Eigen- thumS; solche allgemeine Normen würden durch daS öffentliche Sicherheitiinteresse eingeschränkt. Die betr. Polizeiverordnung sei also rechtsgiltig. Die bereit« zweimal vertagte Auklagesache gegen den Redakteur der„VolkS-Zeitung" Hermann Holdheim wegen Be- leid'gung des Reichskanzlers Fürsten Bismarck gelangte heute wiederum vor der ersten Strafkammer hiesigen Landgerichts I zur Verhandlung. Jnkriminirt ist der„AuS Anlaß der Diäten- llagen" überschnebene Leitartikel in Nr. 205 vom 3. September v. I., in welchem u. A. dem Empfang von Parteidiälen die dem Reichskanzler zu seinem 50 jährigen Jublläum gewährte Dotation gegenübergestellt und behauptet worden ist, daß es keinem Liberalen eingefallen sei, den§ 331 St. G-B. betreffs der Annahme von Geschenken für in sein Amt einschlagende nicht pflichtwidrige Handlungen etwa zur Anwendung gebracht sehen zu wollen. Im letzten Termine hatte der Vertheidiger Rechtsanwalt Cassel unter Berufung auf das Zeugniß des inzwischen verstorbenen Dr. Phillips unter Beweis gestellt, daß dieser und der Angeklagte den inkriminirten Artikel auf das Sorgfälttgste geprüft und zu dem Resultat gekommen seien, daß er eine Beleidigung des Fürsten Bismarck nicht enthalte. Daran« folgerte der Vertheidiger die Straffreiheit des Ange- klagten mangels des erforderlichen BewußiseinS für den Fall, daß der Gerichtshof eine objekive Beleidigung in dem Artikel finden sollte. Der Gerichtshof hatte damals die Erheblichkeit dieses Antrags anerkannt und deshalb die Sache dehufS Ladung deS Dr. Phillips vertagt. Zum gestrigen Ter- mine hatte der Vertheidiger als Ersatz für den verstorbenen Zeugen Dr. PH. den Dr. Otto Hermes und den Schriftsteller Franz Mehring laden lassen. Beide Zeugen bekundeten auch, daß der verstorbene Dr. PH. ihnen mitgetheilt hatte, daß er und Redakteur Holdheim den fraglichen Artikel auf daS Sorgfälttgste geprüft und die Aufnahme erst veranlaßt haben, nachdem sie von dessen Unverfänglichkeit völlig überzeugt ge- wesen seien. Staatsanwalt Heinemann erachtet die Beleivigung für ebenso unzweifelhaft als daS Bewußtsein de« Angeklagten von dem beleidigenden Charakter deS Artikels. Bei der Schwere der Beleidigung und der hohen Stellung deS Beleidigten be- antrage er eine Gefängnißstrafe vo» 3 Monaten.(Im ersten Termin hatte Staatsanwalt Haack 4 Monate beantragt.) Rechtsanwalt Cassel plaidirte aus objektiven und subjektiven Gründen für Freisprechung de« Angeklagten. Der Gerichtshof veruitheilte denselben zu sechs Wochen Gefängniß. Soziales»«> Arbeiterbewegung. � 9um Streik der Arbeiter der Wolther'schen Metall- db ä"«» N»V"ln te»ä fikation eines Metallschleifers besaß und jahrelang bei eineur andern Meister gearbeitet hat, stellte er für den Lohn von 12 M. wöchentlich ein. Da derselbe aber thatsächlich da« Doppelte verdiente, mußten wir befürchten, daß noch mehr solcher dilligen Arbeitskräfte eingestellt würden, wodurch wir vielleicht vollständig überfiüsstg geworden wären. Durch ein« solche„Musterkonkurrenz" wären aber auch andere Meister zu gleicher That gezwungen worden. Dem entgegenzutteten hielten wir uns im Interesse der Besammtheit für verpflichtet, und mußte demzufolge Herr Wolther dem Betreffenden 18 M. Lohn pro Woche zahlen. Nachträglich ließ er diesen eingeübten Ardeiter zur Charafteristik deS Jnnungs- wesen, in die Innung als Lehrling aufnehmen. Hatten wir nun schon dadurch den Zom de« Herrn Wolther auf unS geladen, so geschah dieS noch mehr, als wir uns wei- gerten, nach Feierabend zu arbeiten, was uns kein ehrlicher Mann verdenken kann, da die Schleiferei eine der allerunge» sundesten Berufsarten ist und außerdem viel Kollegen arbeuS» IoS auf der Straße lagen. Dafür suchte unS Herr Wolther uun dadurch zu maßregeln, daß er mehr Leute einstellte und den neuen Arbeitern die bestbezahlteste, den alten Arbeitern die schlechtbezahlteste Arbeit gab. Dem gegenüber verlangten wir nun am 9. November vor. I«. auf die schlechtbezahlte Arbeit 10 pCt. Zulage(die unS vor ca. zwei Jahren, wo wir noch unorganifttt waren, abgezogen wurden), waS uns bewilligt wurde. Obgleich Herr Wolther fich schnftltch auf Ehrenwort verpflichtete, keinen Arbeiter wegen Stellung der Forderung zu maßregeln, erklärte er schon im vorigen Jahre zu einigen Meistern, daß er in diesem Jahre seine sämmtlichen Arbeiter „rausschmeißen" würde. Was die Lohnverhältniffe im Allgemeinen anbetrifft, so wird allerdings in Anbetracht deS riefigen Schmutzes und der großen Gesundheitschädlichkeit der Arbeit in dieser Branche ein etwaS höherer Lohn erzielt, als in etlichen anderen Berufsarten. Bei Herrn Wolther betrug der Verdienst im vorigen Jahre biS nach Ostern ca. 15 M. bis im Spät- sommer abwechselnd ca. 20 bis 30 M. und im Winter zirka 6 Wochen lang für drei Arbeiter bei einer riesigen Ueberan- sttengung manchmal ca. 40 M. Es existirt kaum eine Schlei« feret, wo so anstrengend gearbeitet wird, wie bei Hrn. Wolther. In Anbetracht der jetzigen GeschäftSliise ist von Seiten der Streikenden alles»ersucht worden, um den Streik auf güt- lichem Wege beizulegen. So wollten dieselben auf die zuge- legten 10 pCt. verzichten und außerdem fich von sämmtlichen Arbeiten 5 pCt. abziehen lassen, was jedoch von Herrn Wolther nicht angenommen wurde. Ueberdies müssen wir uns sehr wundern, daß man uns der Unwahrheit bezichtigt und die Oeffentlichkeit in Anspruch nimmt, da doch die am 19 Januar in der„Urania" stattgefundene, sehr zahlreich besuchte Ver» sammlung der Metallschleiser Berlins, in welcher Herr Wolther seine Argumente ebenfalls vorbrachte, einstimmig den Streik für gerecht, und sich mit den Streikenden unter der Bedingung solidarisch erklärte, daß dieselben auf der alten Forderung be- harren, und die zugebilligte Lohnredukiion wieder zurückziehen. Die Lohnkommisfion der Metallschleifer Berlins. Zum Branntweinmonopol. Beim Auftauchen dcS Tabarmonopoli vor zwei Jahren war es Prof. Dr. Wagner, der erklärte, daß die Beträge desselben für die Arbeiter ver- wendet werden sollten. Aber in der Regierungsvorlage selbst stand kein Wort von solcher Verwendung. Auf verschiedene Anzapfungen schwiegen fich im Reichstage die Regierungs- verneter gründlich aus.— Bei dem Branntweinmonopol spielt Professor Dr. Dellbrück dieselbe Rolle, wie seiner Zeit Professor Wagner. Auch er deutete an, daß Erträgnisse aus dem Brannt- weinmonopol zur Errichtung einer Alterversorgung verwendet werden sollten. Davon steht aber in dem Gesetzentwurfe, der gegenwärtig dem BundeSrathe vorliegt, nichts. Beide Pro- fessoren der National- Oekonomie haben also eine keineswegs rühmliche Rolle gespielt, da fie, um daS Volk für ein Monopol zu interejstren, Dinge vorgebracht haben, welche in der Wirklichkeit gar nicht vorhanden find. Wir wollen annehmen unbewußt. Immerhin aber zeugt das von einer merkwürdigen Unwissenheit in Bezug auf reale Dinge und die Herren würden besser thun, fich nicht mit praktischer Sozial» Wissenschaft. und Politik zu befassen. Und welchen Unfug haben fie angerichtet! So liefet man in konservattven Flugblättern wörtlich:„Alte Arbeiter und deren Familien erhalten aus dem du ch daS Monopol zu gewinnenden Gelbe im Falle der Ar- beitsunfähigkeit der elfteren eine jährliche Penston bis an ihr Lebersende und bei plötzlichem Tode des Familien- ErnäbrerS für die Familien die Mittel, um die vaterlose Familie ernähren und erziehen zu können."— DaS ist nun die profefforale Phrase ins Vslksthümliche übersetzt.— Es ist nur gut, daß die Ar- beiler auf solchen Schwindel nicht anbeißen, so daß wir die» selben nicht erst ausdrücklich zu warnen brauchen. Dereine und Versammlungen. Verband deutscher Ztmmerleute.(Lokalverband Ber- lin W.) Die erste Versammlung. welche am 29. Januar in Gründet'« Salon, Schwerinstr. 26, unter Vorfitz des Herrn Laß tagte, war sehr gut besucht.— Zuerst referirte der Vor- fitzende über den Zweck und die Ziele be« Verbandes, welche dahin gehen, daß den Mitgliedern die nöthige Aufkläiung in Wort und Schrift gegeben wird, da jetzt noch immer viele Zimmerleute nicht an ihre gedrückte Lage, die sie in der mensch- lichen Gesellschaft einnehmen, glauben. Durch praktische Vor- träge in den Versammlungen und Erläuterungen, welche durch da« Verdandsorgan„Die Zimmerkunst" gegeben werden, sollen die Zimmerer zu tüchtigen Gesellen ausgebildet werden. Noch besonders machte Redner auf den Rechtsschutz aufmerksam, welcher den Mitgliedern durch den Verband gewährt wird.— Hierauf folgte die Wahl deS gesammten Vorstandes; die Herren Loß und Beyer wurden ,u Vorfitzenden, Gampe zum Kasfirer, König und Fiommelt zu Schriftführern, Goetze und Clieme zu Revisoren, Ulm und Lopzert zu Kontroleuren ge- wählt.— Zu„Verschiedenes" sprachen mehrere Redner über die Versammlung, welche mit den Jnnungsmelstern und@e» sellenvei tretern" stattgefunden hat, und riethen den Kameraden, fest zum Verband zu halten, dann würden auch die Ziele und Forderungen» welche die Gesellen aufgestellt haben, bald er- reicht werden. Die Versammlung beschloß, die Verbandsver« sammlungen jeden 1. und 3. Montag im Monat in Gründer's Salon, Schwerinstr. 26, abzuhalten, und dieselben stets einen Tag vorher im„Berliner Volksblatt" bekannt zu machen.— Mit einem dreifachen Hoch auf daS Gedeihen deS Verbandes und auf die gerechten Forderungen der Zimmergesellen schloß die Versammlung. tb. Eine Versammlung sämmtlicher vauhandwerker und im Baufach beschäftigten Arbeiter tagte unter Norfitz deS Tischler Frigge am 31. v. Ä. im Königstadt- Kafino, Holz- marktstraße 72, um über den prvjektiiten Zusammenschluß aller Bauhandwerker zu einer großen itemeinsamen Organisation zu berathen. Trotz der warmen Befürwortung des Referenten Herrn Kunkel fand diese« Projekt in der Persammlung keinen Anklang, wurde als verfrüht bezeichnet und sprachen sich namentlich die Herren Schmitz(Tischler), Dietrich(Putzer), Da-ge(Zimmerer). Kreutz(Tischler), Thieme(Töpfer), Renn- thaler(Sl einträger), Miethe(Schloffer), Wille(Maurer) und Andere dagegen aus. Die Nothnendigkeit»iner festen gemeinschaftlichen O-ganisation wurde allgemein anerkannt, doch wurde darauf hingewiesen, daß es vor Allein nothwendig sei, alle indifferenten Arbeiter in den Fachvereinen zu vereinigen. Erst wenn dies geschehen, wenn die verschiede- nen ileinen Vereine derselben Gewerkschaft in einen Verein verschmolzen wären, könne an eine Vereinigung Aller gedacht werden. So lange dies nicht geschehen, müsse an dem Ausbau der Fachvereine energisch gearbeitet werden und jeder Arbeiter deinem bttreffendtn �achverein bellreten. Wäre eine Gewerkschaft in Roth, so träten ohnehin die anderen für sie ein. So lange noch Lohn- und Akkordarbeit fich feindlich gegenüber« ständen, wäre an ein Zusammengehen nicht zu dmken. Hier heiße ti getrennt marschiren und vereint schlagen. Außerdem wm de darauf hingewiesen, daß die Behörde Echwieria« leiten in den Weg legen wüide, da dir Fach« vereine vielfach als politische Vereine angesehen würden und aus diesem Gmnde nicht, wie gewünscht wurde, mit einander in Verbindung treten dürften, daß somit die ganze Fachoraanisation Gefahr liefe. Es wurde an dm frühe- ren„Arbeiterbund" erinnert, der auch ein todt geborenes Kind gewesen sei. Tischler Voigt war anderer Meinung. Er stellte die Alternative: entweder— oder! Wenn Fachvereine bleidm solltm, dann sollten diese auch etwas leisten. Hier könne nur etwas Großes helfen. Er beantragte demzufolge, eine Kom« misfion aller Gewerkschaftm zu wählen betr. Ausarbeitung eines Statuts für dm Verband iämmtlicher Bauarbeiter. Dieser Antrag, sowie andere diesbezüglichen Anträge wurden jedoch abgelehnt. Herr Frigge betonte, daß die Versammlung keinm beschlreßendm, sondern nur einen berathenden Zweck habe, um die Meinung darüber zu hören, welche Wege einzu« schlagen find, um der Kapitalmacht wirksam entgegenzutreten. Zur Klärung dieser Angelegenheit wurde die bestehende Kom- Mission beauftragt, demnächst, da daß Kasino sich als viel zu klein erwiesen, in einem großen Lokale eine neue Versammlung für alle gewerkschastlichm Arbeiter einzuberufm und wurden ihr die Mittel hierzu gewährt. Zur Annahme gelangte fol» gende Resolution:„Die heutige Versammlung der Bauhand« werker>c. erklärt die Gründung eines Verbandes sämmtlichrr Bauardeiter für verfrüht, dagegen verpflichten fich sämmtliche Anwesende, dahin zu wirken, daß der Fachverein eincS jeden GewerkS immer mehr gekräftigt werde, sowie dm Anschluß an die Arbeiterbezirksvereine zu empfehlen."— Für die Hand- schuhmacher und Eteinmetzm wurde eine Tellersammlung ver« anstaltet. hf- Im. Verein zur Wahrung der Interessen der Klavierarbeiter hielt Herr Gerisch einen Vortrag über:„Die griechische Sage im Anschluß an unsere Zeit". Der Vortragende wies aus d m Inhalt der Prometheussage den Gedanken nach, daß das physische und moralische Elend des MenschheitslebcnS die naturgemäße Folge der die Menschen behenschenden selbst« süchtigen Triebe und Begierden, nur durch die in den Menschen mehr und mehr mächtig werdende, die Herrschaft der Gerechtlg« kert herbeiführende Vernunft überwunden werdm könne. In der Goethe'schen Faust-Dichtung sei der Gedanke der Selbst. erlösung vom Ucbel, des Sichemporarbeitens zu wahrem mensch. lrchen LcbenSglück in Bezug auf das individuelle Menschen« leben zur Anschauung gebracht. Nicht in thatmlosem Gedank.nleben, nicht im stnnlichm Gcnußleben, ni-fct im Besitze von Reichlhum, Macht und Ruhm finde Faust Befriedigung und wahres Glück, sondern erst in der Arbeit, mit welcher er dem Wohle der Menschheit dient. Der Vortragende machte dann ron seinm intereffanttn Ausführungen die Nutzanwendung auf die Bestrebungen der arbeitenden Volksklaffen in der heutigen Zeit und schloß mit dem Hinweise auf Jobann Jacobt'S Ausspruch, daß die Gründung des kleinsten Arbeiteroerrins illr die Förderung der Kultur und des Menschheit wohls mehr Werth habe, als große siegreiche Schlachten. Zur Diskussion nahm Herr Richter daS Wort, um darauf hinzuweisen, daß der Prometheus- Geist immer noch, auch in der Welt gefeffelt sei durch Intoleranz, Selbstsucht, Unwissenheit und JndifferentiSmuS. Wie Aristoteles in seiner Zeit sich die Existenz des Staates ohne die Sklaverei nicht denken konnte, so seien heutzut.'ge die sog. Gebildeten im Allgemeinen nicht im Stande, fich eine staatlrch organistrte Gesell- schast ohne die kapitalistischcProduklionSweisealsmöglich denken zu können. Redner schloß mit der Mahnung, daß jeder Arbeiter seine Schuldigkeit thun möge, damit die Gerechtigkeit im Menschenleben vollständia zur Herrschaft gelange.— Darauf folgte eine lange Diskussion in Bezug aus Lohnreduk- ttonen, die in der Wcidenschlauch'ichen Pianoforte Fabrik stattgefunden haben. Von den Arbeitern der Fabrik waren einige anwesend. Dieselben machten Mittheilungen über die Lohnabzüge. Von anderen Rednern wurde hervorgehoben, daß Herr Weidenschlauch die Praxis übe, zu Weihnachten unter die 10 ältesten Arbeiter 500 Mark als Gratifikation zu verth.ilen, um bald nach Weihnachten durch Lohn- reduktionen mehr als die 500 Mark wieder zu gewinnen. ES wurden dann zwei Krankenunterstützungsgcsuche und daß Gesuch eineS im vorigen Jahre wegen unkollegialischen Benehmens beim Streik in Dresden ausgeschlossenen Kollegen um Wieder- aufnähme in den Verein bewilligt. Schließlich sprach die Ver- sammlung dem Vorstande noch ihre Zustimmung dazu aus, daß derselbe einem Kollegen, der von seinem Arbeitgeber entlassen worden ist, weil er in einem Prozesse alS Zeuge zu Ungunsten deS Arbeitgebers die Wahrheit gesagt, für eine Woche, in der er ohne Arbeit gewesen, die für gemaßrexelte Kollegen festgesetzte Unterstützung gegeben hat. * Gauverein Berliner Bildhauer. Dienstag, den 2. Februar. 1. Delegirten-Versammlung. 2 Verschiedenes, Rauchklub„Zum Wrangel." Jeden Dienstag Abend 8'/, Uhr im Restaurant, Wrangelstr. 32. * Arbeiter-vezirksverein für de» Osten Berlins. Dienstag, den 2. Februar, Abends 3'/, Uhr, Versammlung in Keller'S Lokal, AndreaSfiraße 21. Tagesordnung: 1. Vortrag deS ReichStagsabgcordneten Herrn Paul Singer über:„Soziale Reform und das allgemeine gleiche, geheime und direkte Wahlrecht." 2. Diskusston. 3. Verschiedenes. 4, Fwgekast-n. — Gäste, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen.— Die neuen Statuten können gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte in Empfang ge- nommen werden.— BiUets zu Präuscher'S Museum, welche zum Eintritt für den Halden Kassenpreis berechtigen, find in der Versammlung am Kasfiertisch zu haben. * Oeffentliche Versammlung der Zigarren- und Tabakarbeiter heute, Dienstag, Abends 6'/, Uhr, in Keller'S Salon, Aodreasstr. 2l. Tagesordnung: Vortrag des Reichstags« abgeordneten Herrn Meister. * Fachveretn der Drechsler, Knopfarbeiter und ver- wandten BerufSgenosscn. Mitoliederversammlung heute, AbendS 8'/: Uhr, in Säaer's Lokal, Grüner Weg 29. Tagesordnung: I. Vortrag des Herrn Geiisch. 2. Verschiedenes und Frage- kästen. Gäste willkommen. Berliner Turngenossenschaft(6. Lehrling? Wth-ilung), jeden Dienstag und Freitag von 8—10 Uhr Abends in der Turnhalle, Zehdenickerstr. 17. * Zentral-Kranken- und Sterbekasse deS Deutschen Senefetder Bundes. Dienstag den 2. Februar, Abends 8 Uhr, Alexanderstr. 33, im Restaurant Weick, Mitglieder- und Ver- waltungs-Vcrsammlung. * UuterstützungSvereiu der Vergolder und Berufs« genossen. Hcuie, Dienstag, AbendS 8'/, Uhr, bei Seefcld, Grenadierfir. 33. Pcrsammlung. Da diese Versammlung die letzte vor der Vereinigung mit der„Freien Vereinigunp der Vergolder" ist, so ersucht der Vorstand die Mitglieder, sämmt- lich zu erscheinen. Kleine Mittheilungen. New- Bork, 29. Januar.(Vierzig Personen vcrbrann'.) In Jackson(Michigan) ist amj letzten Montag das große Armenhaus total niedergebrannt. Da das Feuer rasch um sich griff, war eS unmöglich, alle Insassen zu retten. Vierzig Per- sonen, darunter Irrsinnige, Blinde und Taubstumme. faiiVf. 28» den Tod in den Flammen. Mehr als dreißig Bewohner � Hauses, die aus den Fenstern auf die Straße sprangen, h» sich gefährlich verletzt. Neu-Raphi», 31. Januar.(Im Schnee geboren.) einer rech: üblen Lage be'and stch am Montag Aben&.s Eibau eine aus Nieder kunnersdorf gebürtige arme Frau, mit dem Zage von Odenvitz angekommen war. Sie von einem Uedelbefinven überkommen und meßte sich Haus anlehnen; ein kurz darauf hinzugekommener R« entdeckte, daß die Frau einem Knaben, welch w auf d m< lag und schrie, das Leben gegeb-n hat e. Trotz der i gewöhnlichen Situation, in wrlche: sie von dem Ereizmß t troffen wurde, befindet fich die Mutter den Umständen r sprechend wohl und der im Schnee geborene Knabe lst lr falls munter. Krieflmsten der Redaktion. I. K. Skalitzerstr. Wenn Sic den Bericht über Versammlung, die am Sonntag vor acht Tcgen stattgefu»' hat, glück, ich am Sonnabend in ziemiich vorgerückter w' stunde bei uns eintreffen lrssen, so halten wir es bei außerordentlich wichtigen und interessanten Par'amcirlstwS wirtlich für keine Todsünde, Ihren Berich? rnm Tag zu veröffentlich".?. Wenn Jhiun an d,r VtiöffenllichM Berichts soviel lag, haften Sie d.nselb.n gew�ß zar rer Zeit fertig stellen können. Im Ucbrigen aber bitien wir sehr darum, daß Sie Ihre verletzenden und unvasseaven merkungm in Zukunft hübsch für stch behalten mögen. 8. S. Wrangelstr. H?e find verpflichtet, die Polij! � zunehmen und zu bezahlen. „Fortschritt." Wir bedauern, Ihnen keine AuZku»?' ch eilen zu können., SUrfe. Um derartige Sachen kümmern wir uns r«' Alter Abonnent. Die Listen der sächsischni � werden von im*? gebrecht werden. Die Veiofseno eincS Kou.sbcrichtes der Börse liegt nicht im 0 unserer Leser. ■«S B. Ziehung d. 4. Klasse 173. KSnigl. Preuß. Lotterie. zieduna vom 1. Februar 188«. t.ur Mt Octvluni litte 21« Mari stnd Den betreffenden»kimmern in Parenthe,« beigefügt. üDbne Gewähr.) MWWM-b, WWLWW EMMS g&a ISSIwSSSlSSi 1 ff« MS, M«« SÄ« SfS« 85*5025«« 1lu300? 209 28 34 68 79 316 43 437 508 42 [300] 87 757 8u3 920«6003 101 61 78(3001 206 10 26 61 84[300] 316 39 61 402 22 56 90 671[1600] 682 711 60 936 42 86«7018 48 Ä% ü«% m% 99 163[300 223 305 81 456 78[SCO] 84(3001 602 71 654 85 l_____ 833 58 934 29015 49 147 88 2lfe 63 67 303 84 99 418 26 76 534[1500] 66 768[550] 880 93 978 :»«Ü0? 28 81 11500] 165 98 201[300] 76[3001 78 383 544 64 639 827 [Si.Ol 987»1007[3000] 80 126 281[3000] 32 80[30| 329 464 606 622 43 66 701 27 36 85 98 944 80»2061 67[300] 95 109 75 97 239 68 89 9i, 355 469 85 634 50(3001 680 707[I600j 867 917 28 71 93»»032 81 92 70(3001 164 73 204 76 445 86 608 17 94 747 96[1500] 836 944 63 99 84130[300] 202[300] 86[300] 338[300] 67 442 93 5o6[3000] 69 615 1 600] �120 47%�M?8837�442 77� 523�65 66 1560] 67 609 28 34 747 66 833 90 942 56 3 6063[550] 134 91 279 314 4vO|300| 77 1650] 98[1.500] 631 13001 793 937 49 53 37052 56 139 63 65 225 32 300 15 440 84 604 18 800 52 71 944 81(16001 96 38034 96[3001 133 79 204 332 39 54 98 403 10[300] 600 33 81 84 622(5501 52[550] 751 893 95 901 40 70 8U009 45 69 113 24 43[300] 69 2u4 29 57 71 353 98 406 626 80 618 74 779 808 20 28 62 926 89[3001 46061 87 99 115 255 61 69 330 39 1550] 400 42 61 90[3001 530 81 (300) 96 600 19 45 731 64 853 924 47 41034 38 81 99 160 256 360 440 1,9 84 609 41 86 812 69[300] 919 66 4«082 116 38 44 53 293 312 42 8S 404 15 56 510 16 89 713 34 804[3000] 23 40 4 3074 124 76 82 96 97 267 93 97 479 600 751 846 87(3001 9 ,7[55U| 25 77 44030[3001 32 (6001 39[1500] 69 84 106 234 83 361 415 23 24 25 61[300] 680[300] 611 77(30001 757 61[5501 89 815 912 53 45008(300) 19 112 95 236 49 63 67 81 306[1500159[3000] 402 513 [1500] 20[3001 27(3001 87 908 19 60 4 0021 99 107 32 61 24u(3001 370 4M in 03 503 616 774[3001 81 82 92 15501 815 52 61 914 15501 18 78 5501 32 300| 94 Ätr -I 52 32(30001 38 11600) 58 [5501 13 94 I ...[1500] 75 934____ I 449 82 540 653 75 723 44 861 65 08060 82 15%„ r"«l| ssmst�s% 7 0002[650] 13 94 115 16 62 267 80 347 86 96(559] 439 91% � Waffe, 52 72 708[1.500]. 75.934 82 96 71002 8 16 54 I3