stumme, f« l Bewohner sprangen,# ! geboren.) ntag Abend me grau» rr. Sie {jte fieb an imener% auf dem trotz der ;m Ereigniß UmftinScn &nabc ist fll ericht über :n flaitzek� lücftcr 28» Mittwochs deu 3. Februar 1886. HI. Jahrg. erlimWksblM Kraan siir die Interessen der Arbeiter. 4 bltliN wir iNliosscaven"~ wögen. , di- PM ne AuZku»?1 rir uns bftscfafii i'i Bei offen' im gi Jnsertionsgebühr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg. Arbeitsmarlt 10 Pfennig«. Bei gröheren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 lehr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen» Burcaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Keuthstraße Ä.— Erpedition: Zimmerstraße 44. Die Nzeizstenn. 5 450 7B 1 SffÄ , 80 85 Di So ist auf den Ausschank von und den Kleinhandel mit geisti- eine ziemlich hohe Erlaubnißsteuer ..ii�Mtuer heißt eigentlich die Steuer, welche Jemand W für die Erlaubniß irgend ein Gewerbe trei-I m■' 1 ■■ retnl Ii iion{ Erhöhung de« Schnapses beim Au»- ?7 s»o«Zj!»°rde» � ist vom Reichskanzler angekündigt 3.66 74 war für da« Königreich Preußen, wenn der W43gS4> yW; � �tag da» Schnapsmonopol ablehnt. Da dies ooi74 90�%i5|;�,.. ,1 ganz sicher ist. so wird die preußische� Be> Sg70 7-'� Unb l t•ben deutschen Reichstag büßen müssen. TG 9« Tiiijbet aü(f. iaB m einer dreifachen Erhöhung der Lizenzsteuer t« 8? b«."ur der Ausschankssteuer auf SchnapS eine Buße 40�8 ÄÄ 33011 lie0t' ba8 bütft< niäit � �"er Äiifeüen will man die Wirthe mit solcher Maßregel »1(�66 78|MiI b0M5 und auch nicht den Schnapskonsum beschränken, Uder Zweck der Steuererhöhung nicht erfüllt würde. n. ama ver sreuereryoyung mcyl ersuur wuroe. � MM))! Regierung braucht Geld, immer«ehr Geld, ; iSiooi 97# zWistener soll nun aber die Geldquelle sein. � 1 fe* mu6 also schonend verfahren. Würde der Wirth ) 6 63G 7/li:# 11?n?')8 beim Ausschank der erhöhten Lizenzsteuer ge» bouis�ZL rii mT b?8 Dreifache vertheuern, so würde sein Kunden- >50 82 1%. K viel geringerer werden, damit wäre ihm und auch i? �T'- � ��uerfisku» nicht gedient. Was würde nun ge- - der Schnaps wird verschlechtert werden! Zusätze :>| 439 91 rf � mfi5.lif|� ..... f 5.2 620 m 8 58 59 EiEMf «ä 'VI ml m w « und allerlei Säuren— in Rußland nimmt klne solch« Vergiftung einschreiten. �»in aber wird diese Schnapssteuer übrigen Getränke. al�Vilh5«lock �waS Scheidewasser, um den Schnaps kräftig .97 yis SejjM Vj"— wird man zur Schnapsverfälschung gebrauchen, � hß,' Regierung kann in ihrem eigenen Interesse kaum fM« solche Vergiftung einschreiten. Schnapssteuer auch abgewälzt Das Bier wird verwässert, die mitvertheuert und verschlecht�rt.j Die meisten kleineren " verdienen aber nicht«ehr, al» sie nothwendig ge- ,"i und diesen Verdienst können sie sich durch eine Ä« Lizenzsteuer nicht schmälern lassen. „J�8 ist nun die weitere Folge? Diejenigen Arbeiter, Kty J ben WirthShauSbesuch angewiesen sind, werden noch l�/�oralisirt wie jetzt durch vergifteten Schnaps, durch o Joint und ungenügende Speise. diejenigen Arbeiter, welche Familie haben und ij)& und zu einen Schnaps im Wirthshause tunken } W�bet Geselligkeit wegen? Wenn sie merken, daß � Mrthschaften und im Kleinbetrieb der SchnapS verschlechtertem Zustande zu haben ist, so liegt es � 8«ine Anzahl von ihnen sich zusammenthun und 8 81 Im ä«? i i601 9 61 10. Feuilleton- Dunkle Gestalte«. "Ung dem sozialen Leben der Gegenwart ,,, von OSl j Karl Zielte.>21 Vw�werzienrath war niedergeschmettert durch den �vviw" Schlag: am Endpunkt seiner Wünsch« w. Ä..Ä orp daß sie mit ihrer Tochter nach Italien ab. >kt. X*o sie ihren dauernden Wohnsitz zu nehmen ge- °sfnet, ,�beglühtnden Entschuldigungsbriefe waren �ichibr� gekommen, er kam sich trotz seiner immen- So fo6 1 orw und verlassen vor. ßefolfl? et autb an dem Morgen, welcher auf den Gtoff® at' an welchem Martha durch die entsetz- ßtifti». J»®tn be» Direktor» Weber in jene unheil- ftir.»v,.?�nkheit verfallen war, in seinem Privat- .sein enui! �°iken lagen auf seiner Stirn, er dachte ."ndenes Glück, an seinen verlorenen und @.;r? �vhn. Sein vergangene« Leben zog an wit 1; r00�*1' und dieser stolze, unerbittliche Mann wn war Wehmuth längst vergangener Tage. Sein It�ssttihrit an'.** kam ein Gefühl trostloser, bitterer " dachte daran, wie er vor vielen �»..�atte t. 4* Stunden mit einem armen Mädchen ver- Und die aus diesem Verhältniß entstanden zu« ersten Mal in seine« Leben überkam ihn �.seinen"v�Ä�ortlichkeit, er sah ein, daß ihn �it®fV» le'n tigene« Verhalten ereilt hatte. "anken wurden immer trüber, er bemerkte ein größere« Faß Branntwein gemeinsam erwerben. Bei den Kasernenwohnungen, wie sie jetzt überall existiren, ist eine solche Schnapsverbindung ein leichtes. Und hier wiederum die Folge? In die Kneipen geht der Mann nicht mehr, aber der Branntwein wird ein ständige« Haus- und Familiengetränk. Die Frau kommt in Versuchung und die Kinder erhalten ab und zu auch ihren Schluck. Schaudert es den Anhängern der Erhöhung der Lizenz- steuer nicht bei solchen Konsequenzen? Da« Monopol ist nicht zu erlangen— es wäre auch schlimm, wenn der Reaktion durch dasselbe noch mehr Machtmittel in die Hände gegeben würden.— Die Lizenzsteuer wirkt demoralisirend.— So könnte vielleicht eine Fabrikatsteuer noch am leichtesten eingeführt werden. Dagegen aber sträuben sich die hoch- und edelgeborenen Schnapsbrenner, da sie die Steuer selbst nicht tragen, son« dern auf das Volk abwälzen wollen. Am besten aber wäre es, wenn die Regierung eine weise Beschränkung der Ausgaben vornähme. Daß ins- besondere der Militäretat wesentlich herabgemindert würde. Dann brauchte man wegen neuer Steuern und Steuerer- höhungen nicht in Verlegenheit zu sein. Wie aber gestaltet sich die Frage der Lizenzsteuer in Preußen mit Bezug auf da« Branntweinmonopol und auf das Verhältniß der Einzelstaaten zum Reiche? Der Reichskanzler hat oft genug betont, daß er durch ausreichende Reichssteuern das Reich völlig unabhängig machen wolle von den Einzelstaaten. Darauf zielte auch die Einbringung de« Tabaktmonopls und jetzt deS Brannt- weinmonopol» hin. Schafft der Kanzler aber für Preußen durch eine Lizenzsteuer sich die nöthigen Mittel, ungestört und mit Glanz weiter regieren zu können, dann macht er die Einzelstaaten noch unabhängiger vom Reiche, als sie jetzt sind. Schon die Polendebatte im preußischen Abgeordneten« Hause hat gezeigt, daß von der preußischen Regierung und von den konservativen und nationalliberalen Parteien der Reichsaedanke mehr oder weniger zurückgedrängt wurde. Ein merkwürdiges Schauspiel, daß derselbe von der Majorität des Reichstag« trotz deS Bundesrathi im Reichstage aufrecht erhalten werden mußte, von der Majorität, die sich auS sogenannten„Reichsfeinden" zu- sammensetzte. Arme« Deutsche» Reich! Aber mehr noch, al» durch die Haltung des Bundes» raths und der konservativen und nationalliberalen Parteien in der preußischen Ausweisungsfrage wird der Reichs- gedanke geschädigt durch die angedrohte Lizenzsteuer in Preußen. Wir glauben, daß diese Drohung zunächst dem e» nicht, daß sein Bureaudiener eingetreten war, der angen- scheinlich mit ihm zu sprechen wünschte. „Herr Kommerzienrath," begann derselbe. „Was giebt's?" „Es ist ein Herr draußen mit eine« Knaben, er giebt an, Sie in einer durchaus dringlichen, persönlichen Ange- legenheit sprechen zu müssen!" „Ich bin heut' nicht zu sprechen," entgegnete der Kommerzienrath kurz. „Ganz recht, auch ich habe den Herrn bereit» darauf aufmerksam gemacht, er läßt sich jedoch nicht ab- ""�»Run, dann lasse« Sie ihn eintreten." „Sehr wohl, Herr Kommerzienrath." Der Kommerzienrath blickte gespannt nach der Thür, er verfärbte sich, als der Direktor Weber mit Louis „Guten Morgen, Herr Winkler," sagte der Direktor ver�Gut'en Morgen, Weber,»o« giebt*?" „Ich habe m»t Ihnen zu sprechen, Sie wisse« za, daß ich«ich nicht gerne mit vielen Redensarten aufhalte. Zu- "���Er�ttgnff Voui» �am�Arm und schob ihn seinem Vater zu Der Kommerzienrath machte eine Bewegung, al» wollte er sich a f den Knaben stürzen. In seinem Herzen reale sich plötzlich da» Vatergefühl ganz mächtig, er fühlte sich Ä.«Ä JÄÄmÄ da« zu bemerken, er machte eine abwehrende Handbewcgung ""k RichMo" eilig. Ich habe Ihnen noch einige Mit- wollen!" Reichstage gilt, um ihn doch noch für das Monopol günstig zu stimmen. Mit Erfolg wohl kaum.— Also her mit der Lizenzsteuer, wie sie geplant wird, her damit, um die unteren Schichten der preußischen Be» völkerung noch mehr zu bedrängen! Aber zum Schlüsse noch die eine Frage: Weshalb geht man mit den Steuerplänen so vorsichtig an den Großgrundbesitzern, an den Großschnapsbrennern vorbei I Auf eine ehrliche Antwort wäre» wir gespannt. Politische Uekerstcht. Da da» Sozialistengesetz und zwar auf die Dauer vsn 5 Jahren wieder v-rlänaert werden soll, die Entscheidung aber bei den Liberalm liegt, io dürite es am Platze sein, eine hoch« geachtete liberale Preßstimme, die„Allgemeine Zeitung"(früher in Auasburg, jetzt in München) zu zittien, um zu hören, wie früher Ver gemäßigte Liberalismus sich über das Sozialistengesetz ausgesprocher. hat. Als 1378 nach dem Hödclattentate der Reichstag daS vorgelegte Sozialiften- gesetz kurzer Hand ablehnte, meinte die„Allg. Zig.", daß die im Laufe der Jah.e sehr herabgeminderte Bedeutung des Reichs» tagS durch jenen verwerfenden Beschluß mit einem Schlage er« freulich gehoben worden sei. Nachdem das Altentat Nodiling stattgefunden hatte und eine zweite Vorlage deS Sozialisten- gesetzeS in Aussicht stand, da schrieb in Nr. 159 vom 8. Juni 1878 da» genannte Blatt folgendes:„Poltznliche Vorfichts- maßregeln, welche gegen kein Gesetz verstoßen, sondern viel- mehr im Gciste der Gesetzgebung auszuführen sind, dürfen nicht mit jenen Maßregeln verwechselt werden, welche, wie bei allm ähnlichen Katastrophen, so auch jetzt wieder, von der feigen Scharr der B-dirntenseelen gefordert werden... und welche nicht» Geringeres anstreben, als eine vollständige Umkehr der Gesetzgebung. Als ob man, wenn ein Mensch verrückt geworden ist und in seinem Wahnsinn ein Verbrechen begangen hat, nun dafür alle Menschen in die Zwangsjacke stecken müßte! Man hat es schon versucht, weil ein Hund wüthend geworden war, allen Hu id-n Maulkörbe anlegen zu lassen. Aber Menschen sind keine Hunde. Und selbst bei den Hunden hat, nach der Ansicht der Sachoerstän- drgen, das Zwangsmittel mehr geschadet wie genützt. Wenn daher jetzt schon wieder die feilen Stimmen von Wohldien! rir den Beschluß des Reichstages über das(erste) Ausnahm, grsttz gegen die Sozialisten beklagen und nach neuen Ausnahmege- setzen rufen, so haben wir Mühe in dieser ernsten Stunde» den Ausdruck der Verachtung gegen dieses feige und kopflose Verlangen zurückzuhalten. Uni liegt da» Wohl des Reichs- oberhaupteS uneigennütziger am Heizen als jenen Trabanten; allein wir wollen nicht, daß um eines Verbrechers willen die Unschuldigen aesttaft werden sollen, daß dir Nation entmannt und entehrt werden soll..." Solche wirk- lich liberale Stimme verhallt natürlich bei den Pseudoliberalen im Winde. Die Gtltigkeitsdauer des Sozialistengesetzes soll nach dem dem Bundeirath zugegangenen Antrage Preußens bis zum Der Direktor schickte den Knaben hinaus und setzte sich dann ungenirt auf einm Stuhl. „Hören Sie, Herr Winkler," sagte er dann,„es ist ein entsetzliche« Unglück geschehen. Ihre Tochter, die durch unsere unglücklichen Zustände auf den Weg der Schande und de» Laster» gedrängt wurde, ist gestern wahnsinnig geworden, al« sie erfuhr, daß ihr Verführer und Verderbe« Ihr Sohn, d. h. ihr eigener Bruder war." „Mein Sohn hat auch mit jenem Mädchen ein Ver» hältniß unterhalten?" rief der Kommerzienrath entsetzt,„o, ich unglücklicher Mensch!" Er sank auf seinen Stuhl nieder und fing an bitter« lich zu weinen. E« war ein erschütternder Anblick, dem sich selbst der Direktor Weber nicht zu entziehen vermochte diesen Mann der mit Härte und Grausamkeit sich ein enormes Vermögen zu verschaffen gewußt hatte, unter der Gewalt de« tragischen Schicksal» zusammen brechen zu sehen. Der Ausbruch der Gefühle dauerte nicht allzulange. Der Kommerzienrath richtete sich auf, trat auf den Direktor zu und sagte dann: „Weber, ich danke Ihnen herzlich für die Mitthei- lungen, die Sie mir gemacht haben. Ich weiß, daß ich Ihnen keinen besseren Gefallen thun kann, als wenn ich �hnen pekuniärer Weife unter die Arme greife. Seien Sie versichert, daß da» in ausgiebigem Maße geschehen wird. Mein Sohn bleibt von jetzt ab hier bei mir, ich verspreche Ihnen, daß ich denselben zu einem nützlichen Mitglied« der«enschlichen Gesellschaft machen werde. Für meine unglückliche Tochter wird natürlich ebenfall« gesorgt «erden. Haben Sie sonst noch etwas, womit ich mich Ihnen gefällig zeigen könnte." „Ja," sagte der Direktor nach einigem Besinnen,„ich habe vor einigen Jahren auch einen schlechten Streich be- gangen. Ich habe auf einem meiner Streifzüge einer armen Tischlerfamilie ein Kind, sozusagen, abgekauft. Es ist ein liebe«, herzige» Wesen, nehmen Sie sich seiner an, und wenn Sie dann noch etwas thun wollen, unter» stützen Sie auch die Familie. Sie ist es werth. Weiter möchte ich nichts." 30. September 1891 verlängert werden. In der kurzen Be- gründung wird dargelegt, wie durch die zweimalige Ver- läng.-rung des Gesetzes von den gesetzgebenden Gewalten dei Rercts anerkannt wurde, daß das Gesetz einerseits seinem Zwecke erfolgreich gedient hat, und andererseits, daß seine Fort- dauer eine Notbwrndiakeit ist. Die Sachlage sei seit dem 30. September 1884 dieselbe geblieben. Den Gegnern des Gesetzes sei es nicht gelungen, in der Nation den Glauben an die er« spneßlichen Wertungen desselben zu erschüttern, und es ließe sich auch nicht beharpten, daß diese Wirkungen bereits derart dauernd fühlbar seien, daß auf den Fortbestand des Gesetzes verzichtet«erden könnte. Die erhebltche Vermehrung der Reichsiagsabgeordneten, die der sozialdemokratischen Fraktion ang> hören, sowie die Ermordung de» Polizeiralhs Rumpff seien Momente, welche für den Fortbestand des Gesetzes sprächen. Der Eir wand, daß diese Momente gerade zeigten, daß das Sozialistengesetz weder da» Anschwellen der sozialdemokra« tischen Bewegung noch die anarchistischen Attentate zu verhindern vermocht habe, sei nicht stichhaltig; man könne ein Gesetz nicht verwerfen, weil es den von ihm erwarteten Erfolg nicht vollständig erzielt hat, und müffe daneben auch erwägen, daß gegenüber den Zu» ständen, in welche Deutschland ohne den Erlaß des Gesetzes vom 21. Oktober 1878 durch die ungehinderte Entfaltung der Um sturzdeftrebun gen gerathen sein würde, die heutige durch dieses Gesetz und seine energisch« Handhabung geschaffene Lage ungeachtet deS nur thcilweise erreichten Zieles immerhin als eine sehr hoch anzuschlagende Verbesserung betrachtet werden müffe. Man werde nicht fehlgehen, wenn man annehme, daß, was die sozialdemokratische Bewegung an Breite gewonnen, sie an Intensität und revolutionärer Energie, wenigstens zum Theil, eingebüßt habe. Die soz-elvcmokratischcn Wähler ver- langten von ihren Vertretern die ernsthafte Betheiligung an den Aufgaben der legislativen Gewalt- n, namentlich die zur gesetzgeberischen Lösung der sozialpolitischen Probleme. Man müffe die Hoffnung festhalten, daß vor dem Ernste dieser Auf- gaben die revolutionären Tendenzen auch bei der Parteileitung in den Hinter gmnd treten, oder, wenn dies nickt geschehe, die den Führern blindlings folgenden Maffen zur Einficht gelangen würden, daß auf dem Wege der gewaltsamen Aenderung der destehrnden staatlichen und gesellschaftlichen Einrichtungen kein Heil für sie zu erwarten sei. Noch sei aber dieser Zeilpunkt nicht gekommen, und die verbündeten Regie- rungen könnten die Verantwortung dafür nicht über- nehmen, jetzt durch den Verzicht auf die Fortdauer des Ge- setzeS den Agitationen der Umsturzpartei wieder die Wege frei zu machen. Diese Begründung bewegt sich ganz in dem Geleise der früheren. Das Gesetz hat danach seinem Zwecke erfolgreich gedient, folglich ist seine Fortdauer eine Nothwendigkcit. Die „Sachlage" hat sich zwar nicht verändert, aber der Glaube an die e-sprießlichen Wirkungen ist nicht erschüttert worden. Der erste Satz wird vom zweiten abgethan, wie denn überhaupt die ganze Begründung voller Widersprüche ist. Hat daS Gesetz seinen Zweck erreicht, so muß eS verlängert werden, weil die gute Wirkung erwiesen ist, hat es seinen Zweck nicht erreicht, so muß es verlängert werden, weil der Zweck noch nicht erreicht ist. Also Verläng'rung immer, gleichviel was damit bis jetzt erreicht wurde! Eine sonderbare Logik. Auf eine weitere Kritik der Begründung können wir wohl verzichten, nur sei r och bemerkt, daß die Ermordung des Polizeiraths Rumpff am allerwenigsten geeignet ist, die weitere Nothwendigkeit des Soiialistengesetze« zu beweisen, da gerade dieser Fall als eine Folge dieses Gesetzes betrachtet werden kann. Mit der preutzische« tirchenpolitischcn Vorlage ist der Papst, wie der„Germania" auS Rom lelegraphirt wird, durchaus unzusriedrn. Infolge derselben hat in vati« kanischen Kreiken die pessimistische Stimmung sehr überhand genommen. Einzelheiten der Vorlage sind noch unbekannt. Die Sozialdemokraten tn der HeereSfolge der Kon« servattven. Unter dieser Ueberschrift schreibt der„Hamb. Korresp.": Sehr gut dient der(Züricher)„Sozialdemokrat" den,, wie er sich ausdrückt„fortschrittlichen Gernaescheidt", Herrn B a u m b a ch, welcher den in Sachen des PostumbaueS zu Werdau mir den Konservativen stimmenden Eozialdemo- traten bekanntlich vorgeworfen hat, daß sie der konservativen Partei HeereSfolge leisteten.„Wenn daS wahr wäre, Herr Baumboch", sogt das Blatt,„wenn wir mit den Konservativen einen„Handel" abschließen wollten, so würden Sie, Herr Baumbach, nebst drei Vietteln Ihrer Frattionskollegen dei der nächsten Neuwahl weggefegt werden, wie Spreu vor dem Sturmwind. Begriffen, Herr Baumbach?" Das Blatt hat's gei offen. Für Hebung der Seefischerei sind in den preußischen Etat der landwirthschaftlichcn Verwaltung alS erste Rate 100000 M. ausgebracht. Jrsgesammt werden zu diesem Zweck 185 000 M gefordert. Die über 100 Kilometer lange östliche Strecke der hrnterpommerschen Küste zwischen Stolpmünde und der Tai z ger Buch! bietet keine Zufluchtsstelle für auf den Kiel gebaute Boote, die nicht auf den Strand gezogen werden können. In die Leba-Miindung, die etwa in der Mitte dieser „Gut denn," sagte der Kommerzienrath,„bringen Sie das Kind zu mir, meinem Jungen wird eS gewiß nicht unangenehm sein, wenn er seinen Spielkameraden bei sich hat." „Na," meinte der Direktor,„heute habe ich eine der wenigen guten Thaten meines Lebens zu verzeichnen." Der Kommerzienrath schrieb einige Zeilen auf ein Blatt Papier und überreichte daflelbe dem Direktor. Der- selbe warf einen befriedigten Blick auf die stattliche Zahl, die auf dem Papier stand, dann eilte er hinweg. Als Louis wenige Augenblicke später in daS Zimmer trat, umarmte ihn sein Vater stürmisch, heute erhielt er den ersten väterlichen Kuß. LouiS und Pauline, die ihre erste Bekanntschaft in dem Kunstreiterwagen geschloffen hatten, waren zehn Jahre später eines der vielbeneidetsten Brautpaare von Berlin. Von Julius Winkler hat man nie wieder etwa« ver- nommen, wahrscheinlich ist er in Amerika untergegangen. Ans Kunst und Zeven. Pantk im Theater. Bei der ersten Aufführung der italienischkN Operngesellschaft im Viktona Theater zu Lodz, so schreibt die„Lodz. Ztg.", erlebten wir vor einigen Tagen den ersten Fall einer Theaterpanik in unserer Stadt. Es war ge- rade nach einem Aktschluß, al« sich im Theater ein intenfioer Brandgeruch demerklich machte, und von den Ein- resp. Aus- gä-igen ein beunruhigender Lärm und der Ruf„ES brennt" vernommen wurde. In demselben Moment, als sich Referent von seinem, in den oberen Bänken befindlichen Sitze erhob uns nach den Ausgängen sah. wurde eine Thür geöffnet und der Blick fiel in das mit dichtem Rauck gefüllte Vestibüle: dem Luftzug« folgend, drang im selben Moment der Qualm in den Zuschauerraum, und nun folgte eine schwer beschreib- liehe Szene. Ein furchtbares Schreien und Drängen nach den Ausgängen wurde demerklich, und aller beruhigenden Zurufe un- geachtet, stürzte Alles wirr durcheinander nach den Ausgängen, auffallend.r Weise daS Vorhandensein der Noththüren gänzlich ignoriicnd: die Bänke im Parquet waren im Nu verschoben und umgestürzt und an mehreren Stellen lagen bereits Frauen und höchst überflüssiger Weise mitgebrachte kleine Kinder hilflos zwischen den Bänken und dem drängenden Publikum am Strecke liegt, ist bei schwerem Wetter nickt hineinzukommen. Deshalb soll die Mündung al» Zufluchtistelle für Fischerboote geeignet gemacht werden. Der RetchSetat ist in Einrahme und AuSgade in zweiter Lesung aus 696 482 437 M. festgestellt werden, so daß also von der im Etatscniwuri vorgeschlagenen Summe von 705 882344 M. jetzt 9 399 907 M abgesetzt find. Der AuSgadeetat beziffert sich auf 621 117 361 M. an fortdauernden und auf 75 365 076 M. an einmaligen Ausgaben, von denen 282 170 856 M. durch Anleihe aufgebracht werden. Im Etats- entwurf war die Anleihe mit 32 428 457 M. eingesetzt, eS sind also hier 3 717 601 M. abgestrichen. Die deutschen Koloutalbeamten. Bezüglich der An- rcchnung der Dienstzeit zu Gunsten der Reichsbeamien in Ost» und Westaftika hat der Bundesrath deschloffen, daß den besol- deten, mit konsularischen Befugniffen angestellten kaiserlichen Beamten, welch« in außereuropäischen Ländern eine längere alS einjährige Verwendung gefunden haben, die daselbst zuge- brachte Dienstzeit bei Verwendung in' den unter deutschem Schutz stehenden Gebieten von Togo, Kamerun und Südwest- asrika, sowie in Sansibar bei der Pensionirung doppell in An- rechnung gebracht werde. Dem Bundesrathe ist vom Reichskanzler ein Gesetzent- wurf vorgelegt worden, welcher die Ausprägung eines Z w a n zigpfennigstückes in Nickelleairung bezweckt. In der Begründung deS Gesetzentwurfes ist darauf hingewiesen, daß an Zwanzigvfennigstücken, welche nach dem Münzgesetze vom 9. Juli 1873 b öher nur in Silber auszuprägen waren, bis Ende 1876 im Ganzen 35 717 923 M. hergestellt find, daß aber von der Fortsetzung dieser Ausprägung abgesehen ist, weil sich schon damals herausstellte, daß die Unterbringung dieser Eilbermünze in den Verkehr, namentlich in Norddeutschland erheblichen Schwierigkeiten begegnete. Bei der Reichsbank sammelte sich von diesen Münzen eine für den Verkehr nicht verwendbare Reserve von erheblichem Betrage an und auch bei den öffentlichen Kaffen zeigte sich ein Anwachsen der Bestände dieser Münzsorte. Die neue Nickelmünze wird in Bezug auf Gewicht, Durchmesser und Gepräge derart zu gestalten sein, daß sie sich thunlichst leicht von den Eilbermünzen und den anderen Nickelmünzen, also namentlich von den Einmarkstücken, Fünfzig- und Zehnpfennigfiücken, unterscheiden läßt. Im Ueb- rigen finden auf dieselbe die hinsichtlich der Nickelmünze be« stehenden Bestimmungen deS Münzgesetzes, insbesondere die Vorschriften der Artikel 5 und 9 deS letzteren, gleichmäßige An- wendung. In Betreff deS projektirte» neuen Abgeordneten« Hauses ist von einer Anzahl Abgeordneten ein Antrag einge« bracht worden, welcher bezweckt, einen früher gefaßten Beschluß rückgängig zu machen. Man einigte sich bekanntlich seiner Zeit dahin, daß dort, wo heute da« provisorische Reichstags« gebäude steht, daS neue Abgeordnetenhaus enichtel werden soll, sobald der Reichstag in fem definitives Heim übersiedelt sein wird. So lange, meinte man, würde das provisorische Ge« bäuve am Dönhofsplatz trotz seiner faulen Balken noch halten; nachdem daS Provisorium achtunddreißig Jahre gedauert, würde eS wohl noch weitere acht Jahre sich ertragen lassen. Inzwischen ist aber ein schweres Bedenken aufgetaucht. Der in Ausficht genommene Platz— wo jetzt der Reichstag unterge- bracht ist— bietet kernen hinreichenden Raum für das Abge- ordnetenhauS, namentlich nicht, wenn man verlangt, daß dessen Räume einige Bequemlichkeiten bieten sollen. Dies festzustellen, ist der Zweck des obenerwähnten Antrages, welcher eine tech- nische Untersuchung der Raumverhättntsse verlangt. Die An« tragsteller nahmen an, daß die Untersuchung die Unzulänglich- keit des Raumes ergeben wird, falls man nicht beabsichtigt, die Landes-Vertretung so zu loairen, daß sie gleich von An« gel r beginn wieder mit Raummangel kämpft.— Wir wollen hoffen, daß es neue Abgeordnetenhaus auch«in neuer Geist einzieht, und daS kann geschehen, indem endlich da« längst veraltete Dreiklaffen Wahlsystem beseitigt und das gleicht, direkte Wahl- recht mit geheimer Abstimmung auch für die Landtagswahlen eingeführt wird. Dann wird auch das V o l k sich für diese Jnstttution interesfiren, während die Monologe, welche heute dort geHallen werden, kaum noch beachtet werden. Hademiis papam! Sie haben endlich ihren Papst gefunden— nämlich die„Ordnungsparteien" im 19. sächsischen Reichstags> Wahlkreise. Zuerst tauchte die Kandidatur deS deutsch. freisinnigen Baumeisters Uhlmann auf, der ablehnte, vermuthlich well ihm die Trauben zu hoch hingen. bergab zu dem nationalliberalen Fadri- kanten Niethammer, der gleichfalls die Kandidatur ablehnte. Nunmehr ist man defini-iv auf den konservativen Herrn Zschierlich gekommen. Sollte da nicht doch daS Wort von der „reaktionären Maffe" seine Berechtigung haben? Al» man end« lich auf den Herrn Zschierlich gekommen war, der auch die Güte hatte, die Kandidatur anzunehmen, erhielt in einer Wähler- Versammlung zu Zwönitz das Zenttal-Wahlkomitee des Kreises den Dank der Wähler, weil es ihm gelungen sei, überhaupt einen Ordnungskandivaten gefunden zu haben. Man trennte sich in der Hoffnung, daß man in dem Zeichen Zschierling siegen werde. Wohl bekomm's! Boden. Inzwischen war die Ungefährlichkeit deS in der Gar- derobe beim Eingange dadurch zum Ausbruch gekommenen Feuers, daß ein in vie Tasche eines Paletots gefleckter noch glimmender Zigarrenstummel das Kleidungsstück entzündet hatte, erkannt worden, und das Publikum beruhigte sich langsam wieder, so daß nach einer etwaS verlängeit-n Zwischenpause die Vorstellung ihren Fortgang nahm. Es zeigte sich bei dieser Gelegenheit auch hier, daß das Publ'lum durch Kopflosigkeit und blinde Furcht dir Gefahr unendlich vergrößerte, und es kann daher nur wiederholt werden, waS von der Presse schon so oft betont wurde, daß Ruhe und Besonnenheit im Falle irgend eines VorkommniffeS die besten Hilfsmittel find. Abhilfe gegen Blindheit. Die A-adsmie de msdicine in Paris befaßt sich gegenrcärtig eingehend mit der Prüfung einer höchst wichtigen Entdeckung deS Dr. Emil Martin, Mit- gliedes der medizinischen Fakultät in Marseille, welche nichts Geringeres ermöglichen würde, als Blinden das Sehvermögen künstlich zu verschaffen, und zwar mittelst eines Platina- ApparateS, dazu bestimmt, die Wirkungen zu ersetzen, welche das Licht aus die camera ebsenra der Augen hervorbringt. Da das fast schmerzlose Einsetzen deS Apparates auf rein chirurgischem Wege vor sich geht, so glaubt man, sich einen günstigen Erfolg der angestellten Versuche versprechen zu dürfen. Die bedrängten„Werkelmänuer" Wiens. Der Roth gehorchend, nicht dem eigenen Triebe, haben sich nun auch die Werkelmänner(Drehorgelspieler) in Wien zur Wahrung ihrer materiellen Interessen zusammengefunden. Da sie leine Steuern zahlen und naturgemäß auch ihre Lizenzen taxfrei erhalten, konnten sie nicht in eine Genoffenschott vereinigt werden, aber eine„freie Versammlung" in ihrem Vereinslokal, einem Gast- hause in Hernals, haben sie doch zu Stande gebracht. Gegen- stand der Berathuna bildete die neue Handhabung des§ 2 deS österreichischen Vagadundengesetzes, wonach daS Absammeln von Geld auf der Straße den Begleitern deS„Werkel»" als Bettel angerechnet und tn zahlreichen Fällen zu ihrer Abstrafung gefühtt hat. Zwar hat der Appellsenat jünaft eine Entschei- oung gefällt, die da» Absammeln nicht als Bettel qualifiziit, sondern eS dei„nicht undescherbenem Verhalten" dei Kasfirers straffrei erklärt. Da aber die Polizeiorgane noch immer ange- wiesen find, das Absammeln als Bettel zur Anzeige zu bringen, so erwächst den Werkelmännern daraus mancherlei Verdrießlich. keit und Zeitveilust, obgleich die BezirkSgettchte fast regelmäßig freisprechende Uttheile fällen. Aus diesem Grunde beschloß die Versammlung eine Eingabe an die Stadthalterei, dahingehend, Da« Reichiverficheruugtamt hat dem Reidjlto seinen Geschäftsbericht für die Zeit bis zum 3I.Dezemdtt> überreicht. Aus demselben ist folgendes zu entnehmen: Zur Zeit bestehen 51 genehmigte und 6 errichtete% genossen schasten. Düse 57 Berufsgenosscnschatten veri? sich folgendermaßen: C« bestehen 24 Reickiberustgen« schatten mit 36 879 Betrieben und 1392133 Arbeitewi andere Berufigenoffenschaften, welche fich über die eines Bundesstaates hinaus erstrecken, mit 67 456 Bebt und 981 085 Arbeitern, zusammen also 46 größere Beer. nossenschaften mit 154 335 Betrieben und 2373 223>rbtU Ferner bestehen 5 Berufsgenofinschaften, welche innerhal« preußischen Staatsgebietes bleiben, mit 14033 Betriebe»> 229 864 Arbeitern. 2 Berufsgenossensckaften desgleW, Bayern mit 10 985 Betrieben und 47 782 Arbeitern, rufsgenoffenschaften desgleichen in Sachsen mu Betrieben und 123 438 Arbeitern, 1 Berrffsgenosseff- desgleichen in Württemberg mit 4311 Betrieben und", Aroeitern und 1 Beruf» genoffenschatt desgleichen in.® Lothringen mit 247 Betrieben und 56 745 tii heitern; zu«� also 11 Landesberufsgenossenschaften mit 32632 Bestieg 470 996 Arbeitem. Jnsqesammt bestehen milbin 57 ff" genossenschaften mit 186 967 Betrieben und 2 844 219 Der Bericht betont, daß die Industrie die Neuordnu»« Dinge, welche ihr eine berufsgenoffenschaftliche Organs und Vie Befreiung von den Haftpfl-chtgesetzen brachte,% aufgenommen habe. Fast alle Industrien stellten Anträge auf Berufung von Generalversammlungen zum> der freiwilligen Bildung von Berufsgenoffenschafien, unbijj 90 pCt. aller versicherungspflichtigen Betriebe. In all«? in«:j iD(»3 #3 Z-ein, w den I werden, obenan. oenvaltuv diesen W s-H wäre, so geschafft i S5Ö! 5 ja*5 Grubmdi d-»„Erl Mine'Ä gedenken, und die L werksamlei neraloersammlungen wurden auf" Anregung des Re# ficherungsanttes die Statutenfrage sofort erörtert un» bedeutungsvolles Material für Aufstellung des Ni gewonnen. Rasch konnten die Eiatutenentwürfe in Vorrevifionen erledigt werden. Am 10. Juli wurde das letzte Statut genehmigt. Proteste oder_____ Betreff der Giftigkeit der in den General- und Genö : das Das s siegen «ZK sS,8' vtv vamuijitu uii in wn vs/encuu« utiü vycuuii*"> tnmip»» Versammlungen gefaßten Beschlüsse find nicht erhöbe» JfJ a»? Vor Ende September 1885 war die innere Orgams� hinam! allen Beiussgenoffemchaften durchgeführt. Dinelbt 57 Genoffenschaflsvoistände mft 696 Mitgliedern, 313 vorstände mit 1818 Mitgliedern und 5269 Vertra Auf die Wiederverwendung der infolge der neuere». gebung stellenlos gewordenen Privat- Unfallverficherunj wurde besonders Bedacht genommen. Soweit bekam von diesen Beamten bei den BemfSgenoffenschasten schäftsführer jc. angestellt worden. Zur Z-it find n malige Pttvat-UnfallverficherungSdeamte im R eichener amte beschäftigt, nachvem mehrere andere aus dem ReichSoersicherungsamtes heraus bei dm Berufsgenoff«»' eine Anstellung gefunden haben, M den, SPMw «( 1 w K? t in- Oesterreich Ungarn. Im österreichischen Abgeordnetenhause brachte da? rung den Entwurf deS Sozialistengesetzes, 1»� Gesetzentwurf betreffend die Krankenversiche r»» l. Arbeiter ein. Die Lorbeeren, welche fich die deutsche SM e mft dem Ausnahmegesetz errungen hat, find auch der' reichischen ein Sporn, solche zu erringen. Franrreich. In Belreff der Amnestiefrage schreibt man der,,' «JCUCM uti«iuiiii|tK|iUHe uii-u uci //y-zuji»!??,�0lsteb aus Paris, daß der Minister dem Amnestie-Ausschuffe N'Utenf noch wegen politischer Vergehen im Gefängniß beff» Mesack m Personen folgende Miti Heilungen machte: Zehn@ � für ihn verurtheitt waren, weil fie der„Internationale" alS, sfigt in angehörte� wurdm am 14. Januar begnadigt; edensi/'«mnAti uiiu«vvuvü{»•»\juiiuui vcHiiuvtj)«, w*"" �dachst von acht Personen, die wegen Preßvergehen in Haft ,7!,„"be gkw der achte war blot übersehen worden und ist nun v"»'-?ttn klein- zum Ui ebenfalls begnadigt._ Dynamitausschreitungen Von den zehn Personen, dt« Montceau les-Mnes ß" K i --S in __________________ wurden, haben zwei eine Umwandeluvg ihrer Zwangs»�'; �gewöhn Hast, fünf die Verminderung ihrer Strafe auf die befind Nungzu langt; drei find mit keiner Gnadenmaßregel bedacht lt 1 Erb, Sonst giebt es an politischen Verbrechern noch �inzene achtzehnjähriger Bursche den General BeSa e«»� c zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verunheut- dt— nack fttft 38 iahten— nock immer 1848 als und dafür W_ H Er ist jetzt— nach fast 38 Jahren— noch immer Galeeren. Dasselbe Schicksal hat Berezowski, dtt der 1867 auf den Zaren Alexander II. schoß, w* die Pariser Weltausstellung besuchte. Zu ihnen fich Millet, der im vergangenen Jahre wegen fuchs an einem Polizei- Beamten verurtheilt wurde man also von den Leuten absieht, die wegen Wähl# fluffung bei den jüngstm Wahlen zu kleinen Strafe� Geldbußen und kurzer Polizeihaft, verurtheilt bleiben im Ganzm dreizehn Personen übrig gnadigung dieser 13 Personen kann steh „Republik" nicht entschließen, trotzdem einige Wagen, 1 Mch kann M atbme W' Die 2* und ei Aw Liter ien Straft�,! lheilt wutWj! g.- Uvd K h die M ein Menschenalter sich auf der Galeere befinden!?.. — In Paris haben soeben zehn Wahlen für% meinderath stattgefunden. Von diesen Wahlen r) w zu erzielenden angewiesen sei. Die Lizenz, welche trüppelhastm und erwerbsunfähigm Werkelmänner würde auS einer Wohlthat zum Unglück, wenn jeveS»»' als Bettel erachtet und bestraft würde. Diese Peft' j siebzehn Lizenzbefitzern unterzeichnet, ist der Strtthab� reicht worden und man hofft von ihr in den d theilig'� den besten Erfolg. Die beiden teleskopischen Kometen, w leb« lick nur als Sterne zehnter Grös stehen, werden beide, so wird der der letzten Hälfte des April und m vci ri,»» interessanten Erscheinungen fich heranbilden. Entvem i diese beiden Fremdlinge im Sonnensystem, der ein« � 3,[ j W, zember v. I. von Mr. Fabry mjßariü, der anver«���.- zemder von Mr. Barnard in Tenneffee(Vereinigt» � �riteg% von Amerika). Beide Gestirne find in großer Entfernu� M(|%&ribe 5 Sonne aufaefunden worden, doch vermindert sich Dtsi e t; H Nch �. nung von Tag zu Tag, während fie zugleich aua((- n(fW)s, � h#«(tftpn SfTZölUll*" Jmi L"*« üIAa ,.v auck 1 ,...■ den oben angegebenen Monab�� nicht*' daher die Kometen zu glänzenden E- scheinungen hj. und man wird das seltene Schauspiel genießen, JM Iz2»e näher rücken. zwei größere dieser Gestirne dicht neben einander berest, Begünstigt wird die Erscheinung dadmch, daß der..1' � i 5.»sauf> dieser nicht störend durch seinen überstrahlenden E v u fleib�. wirkt, und daß außerdem der erste Komet Fabn».� m i(u.fn Geb« bis Anfang Mai zirkumpolar wird, d. h. er geht � ßt Breite nicht mehr unter, sondern ist fortwahrend i Jiti, t)of Dieser Komet verfolgt aber einen sehr raschen Lau! 5$& Ur liehen Himmel, so daß seine Sichtbarkeit für Halbkugel nicht lange dauern wird. Auf der fl kugel wird er fich bis Ende Juli verfolgen lassen- Barnard'sche, Komet wird länger sschtbar sein.- v«, varnard'sche, Komet wird länger fichtbar setrn'ou''0't_ nungen, auf welche diese Vmaussagungen stck''VFL Ne Y�N.Ta jedoch noch nicht endgiftig abgeschloffen, da das Be �/ Material, welches die verschiedmen Sternwarten eryo noch gering ist. Sollten die bis'' r................ I jetzt erhaltene»"JM ftib als richtig erweisen, so ist sogar die Möglich'»� �er i,?> geschlossen, daß der Komet Fabry am 26. oder 27- der Sonnenscheibe projizirt erscheinen wird. �'gllickl R-Ichi! eztinda IS'1 rit i'-'j ilUstgtU» ib«itttn> iß&g nnerhB Jetriebtni (*akW| rSi "tf 119 Sl";i1 loröfli ijne«n rndziltizri Ergkbniß; gewählt wurde ein Nutonomist. M den mun anderen Bezirken, wo Stichwahlen erforderlich werden, stehen mit einer Ausnahme überall Autonomisten »drnan.(Die Autonomisten erstreben die vollständige Selbst- Verwaltung der Kommune.) Die Konservativen hatten zu die,en Wahlen wieder recht tüchtig gearbritet. — DaS Begräbnih des von den Minenarbeitem erschlage- v»n Unterdirektort Watrin fand am 30. v. M. in Decazeville Mt. Wenn es nach dem Sinne dei Präfekten gegangen so hätte man die Leiche nächtlicher Weile zur Eisenbahn geschafft und in die Heimath Watrin'i gebracht. Die Zentral- Verwaltung war aber anderer Meinung und telegraphrrte, die Vestattung müffe den Lokalbehördm zum Trotz in Decazeville vor sich gehen, wenn man nicht den Schein der Furcht auf Nch laden wolle.— Mit dem Abg. Basiy, dem Agitator deS Gruderrdistrittei Nnzrn, ist auch der sozialistische Mitarbeiter « r"S# 6u peuple", Duc-Quercy, in Decazeville. Das Jour gg!„Ratin" dringt einen Brief des Devutirten(ilüheren wilncnarbeiter) Basly, welcher folgendeimahcn lautet:„Die Mche ist noch nicht zu Ende und wahrscheinlich wird der iVi vei der nächsten vterzchntägigen Zahlung fich wieder- nfn- In diesem Falle stelle ich mrch zur Verfügung der Ar- °;"er. Gegenwärtig unternehme ich gar nichts in Decazeville, f.??nmal einen großen öffentlichen Vortrag; dagegen ver- 'chre ich bäufig mit den Delegirten. Meine Freunde und ich °�nken, die ganze Thalschlucht deS Aveyron zu durchstreifen wÄc ie Lage gründlich zu studiren, denn fie scheint unS Auf- werksamleit zu verdienen." Dänemark. .�aS Kopenhagener Blast„Politiken" schreibt:„Am Sonn- >,.nd, den 23. Januar, Abend», empfing der Präsident Folkething», Herr Berg, die Mittheilunz, daß g,, kegen ihn gefällte Unheil am Sonntag zwischen 7 und fi irt»ur Ausführung gelangen werde. Etwa gegen fwi.1 Morgens am 24. Januar hielt ein Wiener Wagen vor SS1 Berg'» Wohnung am Fcedertlsholmkanal. Demselben Meg mit dem Polizeischild auf dem Ueb-rzieher der Polizei» Meuor Karsten Petersen. In Herrn Berg's Wohnung Aufgegangen, wurde er in deffen Ardeiiszimmer geführt und denselben m Gegenwart eines seiner Söhne. Herr Zersen sagte:„Herr Folkething»-Präfident Berg, ich komme, m„U am 1l. Januar in der Holstebrosache vor dem höchsten «etin? gefällte Urtheil zum Vollzug zu bringen. Hierauf »J® er das Urtheil und überreichte Herm Berg dasselbe. Herr M,? verlas«inen Protest. Im Hinblick auf§ 57 de» Grund« thiiwz �osestirte er als FolkethingS-Mitglied wie als Folke- di>, Vlaff�ent gegen den UrtheilSvollzug alt einen Verstoß gegen auf s�lrecht seiner Wähler, gegen das Recht det Folkething» sein 5' von demselben gewünschte Präsidentschaft und gegen Recht al» Folkethingsmitglied. Er behielt sich Ds..me das Urtheil vollziehenden Behörden Strafantrag vor. dem m'uann von Herm Berg unterzeichnete Protest wurde von teg-�olize�Jnspeklor entgegen genommen und sein Empfang m0';. Eine praktische W»rkung hatte derselbe aber nicht. ÖJ �°ntg°chen'�ektor wollte weder seinen� Direktor noch den M seinen ai... cht«, g :en sn zu« en. un» r*.! M in vurde Ä Ä iclbe 313 ;au(i euere# :runi [am alten id n wer m* enol W il-'A ich dck ä k n "'.K feinen u?"}.�ogt" zu Rathe ziehen. Herr Berg sandte hierauf Brvlest an den ersten Vizeprästdenten de» Folkethings, verlr»«,. Högtbro, mit der gleichzeitigen Bitte um Stell- «vn ri ll j? dem FolkethingS- Präfidium. Sodann nahm er »vn c. ,.?. Familie Abschied; um den Behörden den Verbrecher AfeH. i'.' bro vollständig zu überliefem, nahm er als damalige '.Ulenfilien feinen Plaid, seinen Regenschirm und seinen ZÄckmtt und stieg mit Herm Petersen in die Droschke. es nlz bestimmte Gefängniß ist„Nordre BezirkSarresthauS"; iuJ'ßt In der Vorstadt, an BlegdamSvejen. Herr Berg wurde er»i?" n ein allgemeines Zimmer gesetzt- am Montag erhielt ein�°.?eweißte Doppelzelle von ca. 1500 Kubikfuß Inhalt mit W'leinen hoch oben angebrachten Gitterfenster. Dem Be- 'gm edachl? RorW SÄ.? sA ihnen. Lählei" U"d r le fr"! ■ l>um UrtheilSvollzug war von entscheidender Stelle die An- ng zu unnachfichtllcher Jnnehaltung de» Zellmsystems wie x,.. Slf hnn a mtlEIrten unli«U MI d-i(SelänanlS. nfc®en wie Profeffor Panum haben diese Kost als zur Er Zi�ung eineö erwachimen Menschm ungenügend bezeichnet. L vuf Zeugniß de» Gefängnißarztes indeß von dem gefähr �. Gesundheitszustand dei Gefanaenm kann dieselbe geän- täjJJetben. Herr Berg empfing sofort den Besuch de« Ge- bsMarzte» Dr. Fontenay; behuf» Ordnung seiner privaten In, �nheiten wurde später sein ältester Sohn zu ihm ge- lW'Jeder Gefangenen Besuchende bat fich bei dem »% sechdirektor Kanzleirath Schouw zu melden. Seine Fa- täglichen Zutritt erhalten, seine Freunde zu be- ve CchreckenSthat, wie fie gräßlicher kaum gedacht gegmwärtig die Bewohner von Döoa Di« dorttge Hedamme' '0 V--V(- WI ii«. v«r-'Vfcn*l V**VÖV4V»»fvv W—■»■W bc dte Ä sckwebt. ueber die VerzweiflungSthat liegen änner.A% jr,®e,Q'l4 vor: Frau Ferninger übersiedelte erst vor veS Ä», IN, innaten mit ihrer Ikjähngen Tochter Adele auS Hatßeg man, it. Hier mtbrannte ein Hutmachergehllfe Namen.S A-lühi, in heftiger Liebe zu dem Mädchen, welches die ?ie hü,J%e» jungm Manne» jedoch nicht erwiderte. Obgleich Mf. unverhohlm ihrer Abneigung gegen ihn Au»- J r'Wff Ofn.i7ul1 unverhohlm ihrer Avnergung gegen ihn Au,- lche?iralh,ß�en hatte, mußte fie ihn vor zwei Monaten trotzdem -iichenÄ S Al- Die Eh« war selbstredmd keine glückliche. Nach ..lÄWS fei An,f, be'ente btA RH»m n.rfuAt hatten, tbten Streit bei � K«.' Die-'Leute-ledten'w WÄtchen Verhält» Lchter f...-�n Grund mehr war, daß fich Mutler und Melles.vchvhrmd Vorwürfe machten. Während eines solchen UNb b. vi» cr.rk(fmn.V' fntl»n i inigieV war leiofneorr.o ,eini W vi au« % Ä?ro«, fübrt,- Sie machten fich auch auf dm'—„... WWM�. vergiften. Nacheine Phoiphor- Deziliter trank und Mutter wusch, fristrte brachte fie zu Bette, le, d..»'n zun.v�.°uf vre«ruft und nachdem ste ihr die ■"»•» I» v WI» W« 1 � � �. blieb, nahm fie eine zweite und » in � w r i».ix je.__ r_# i auch ich schon tobt sein/ durch die herbeigeholtm stimmten Wochentagen und Tagesstunden. Herr Berg war sehr frohen Muthes und hoffte von dem sechsmonatiichen Ge- sängniß Befferunz seiner Gesundheit, wie namentlich von der schmalen Kost einer Baniingtur. Von seinem Sonntagmittag» essen sparte er einen Tbeil für dm Abend, am Montag Mor» gen frühstückte er sein halbe» Liter Bier und ttocknes Rogen- orod. Von Zeit zu Zeit will er fich wiegen lasten; findet er fich sehr abgefallen, wird er bei Dr. Fontenay das für die Aenderung der Gefängnißkost nothwendige Zeugniß«ach- suchen." GrokbritaAUie«. Gladstone ist nunmehr offiziell zur Königin berufen wor« den. um die Neubildung des KabinetS zu übernehmen. Wie verlautet, beadstchtigt Gladstone zunächst im Parlament die Landankaufs di ll einzudringm, durch welche die Be- seitigung der mglischm Landlords auS Irland herbeigeführt werden soll. Erst wenn dieseS Gesetz unter Dach gebracht ist, heabfichtigt er, die vielgenannte Homeruledill in Angriff zu nehmen. Die Irland« sollen mit diesem Versahren einver- standen sein. Bemerkenswerth ist, daß Gladstone da» entgegm- gesetzte Verfahren wie Fürst Bismarck einschlägt. Währmd nämlich der letztere die deutschfeindlichen Polen durch Anlauf ihrer Güter unschädlich machen will, versucht der erste« die loyalen englischen Landlords aus Irland zu entfernen. — Da» Auftreten des Fürst en B is ma r ck im preußi- schen Landtage anläßlich der polnischen Frage giebt den leitenden englischen Journalen Stoff zu spaltenlangen Artikeln. So meinen die„TimeS" u. A., daß die Rede deS Fürsten am Donnerstag die Grenzen dei unmittelbar unter Erörterung be- findlichen Punktes weit überschritten habe. Ebenso sei die Sprache, die in dem letzten Theile seines Programms gebraucht worden sei, sowie der Ton im Allgemeinen, deffm er fich bei der Erläuterung seiner Ansichten bedient habe, so unnöthig scharf, daß ein Zweifel gerechtferttgt sei, ob das Ganze nicht mehr bedeute, al» sein gewöhnliche» Trotzbieten gegen seine parlamentarischen Gegner. Seine zweite Rede trage viel dazu dei, diesen Zweifel zu bestätigen. Der„Standard" ist derselben Meinung, indem er nach eingehender Darlegung de« Sach- verhaltS sagt:„Wir find geneigt zu glauben, daß Fürst Bismarck nicht so wild mit seinem Säbel geraffelt haben würde, wenn er nur Geldbewilligungen im Sinne hatte. Jedenfalls haben sich die Dinge fett 1863 geändert." Amerika« Ueber den Zusammenstoß zwischen amerikanischen und mexikanischen Truppen hat der amerikanische General Crook fol» gende Einzelheiten nach Washington berichtet: Das Treffen fand am 11. Januar an der Grenze von Arizona zwischen einer Abtheilung amerikanischer Kavallerie unter Kapitän Crawford und einigen mexikanischen Truppen statt. Kapitän Crawford hatte einige feindselige Indianer an- Segriffen, die er schon seit geraumer Zeit verfolgte. Als die Indianer schließlich mit vielen Verwundeten dai Weite suchten, dezogen die Truppen ein Lager, um das Ergebniß der Unter- Handlungen abzuwarten. Während fie von dm Mühen deS Tage» ausruhten, wurden fie plötzlich von einer Abtbeilung mexikanischer Truppen angegriffen. Man bemühte fich, den Angreifem klar zu machen, daß da» Lager ein amerikanisches und daher sreundliches sei. Zu diesem Zweck schritt Kapitän Crawford mit einem Dolmetscher unter einer Parlamentär flagge vor, um die Sache zu erklären. Die Mexikaner empfingen aber die Näherlommmden mit einer Salve, wobei Crawford tödtlich verwundet stürzte und der Dolmetscher einen Schuß in den Arm erhielt. Die Vorhut der amerikanischen Stteitkraft erwiderte daS Feuer, um die Mexikaner fem zu halten, und hierbei wurde der mexikanische Befehlshaber erschossen. Das Feuern wurde eine halbe Stunde fortgesetzt, bis e» endlich gelang, sich mit dem Offizier der Mexikaner zu verständigen, der den erstm Angriff damit entschuldigte, daß die Ameri» laner für eine feindliche Stteitkraft angesehen worden seien. Beide Streitträste warm in der Verfolgung der Indianer begriffen. Die Amerikaner verloren in dem Gefecht ihren Kapitän und hatten 6 Verwundete, während die Mexikaner 6 Todte, darunter ihren Befehlshaber, und 4 Verwundete hatten. — Die bereits im letzten Jahre begonnene A u S w a n- derung der Neger aus dem Süden, namentlich au» Georgia, North- und South- Karolina, nach dem Südwesten und Westen der Vereinigtm Staaten beginnt immer größere Dimmfionen anzunehmen. Aus North-»arolina find tn den letzten Monaten allein ca. 3000 farbige Arbeiter fortgezogen und haben fich dieselben zum größten Theile nach den Staaten Arkansas und Kansa» gewendet. Aber auch nach den Pazifik« Staaten, vornehmlich nach Kalifornia,«andern viele der süd- lichen Neger auS. In letzterem Staate findm dieselben zum größtm Theile Beschäftigung in dm Weingärtm, während fie in Arkansas Niederlassungen gründen und sich der Landwirth- schast und Viehzucht widmen- Die Ursache für diese Maffen» auiwandemng deS farbigen Elemente» aus den genannten Süd- staaten dürfte darin zu suchen sein, daß daselbst weiße Ar» heiter und Anstedler dm Negern vorgezogen werden. Man Aerztt Gegenmittel verabreicht, doch schwebt fie zwischen Tod und �eden. TW kleines, in Thüringen vorgekommene« Ge» schliche« ist»ielleicht eqahlenswertb. Bei L. wurde im Gehol, eines Tage» dre Lerche eines erschaffenen Waldwärters entdeckt. Die Untersuchung wurde eingeleitet, und eS begab Sh die Staatsanwaltschaft an den Thatort. Nach genauer ntersuchung fand fich ein Blatt aus einem Schreibhefte, tn welches augmscheinltch ein Frühstück vor kurzer Zeit einge» wickelt war. Allen Lehrem der Umgegend wurde dies eorvas delicti zur Rekognossirung vorgelegt, bis endlich ein Lehrer in Gotha die Schnft als die einer seiner Schülerinnen erkannte. Dieselbe wird vorgeführt zur Vernehmung.„Hast Du da» ge» schrieben?"—„Ja!"—„Wem hast Du das Papier gegeben V —„Meiner Schwester!"— Diese wird vorgeladen, da die Jndizim fich mehren, weil man in der Zwischenzeit in Er- fahrung bringt, daß in dem Hause ein bestrafter Wilddieb wohnt. Gefragt, ob fie das Papier kenne, bejahte fie dieses. Od ste wisse, was mit dem Papier geschehen sei, erklärte die- selbe, daß fie ihrem Vater das Frühstück hineingewickelt habe. Dieser wird vorgeführt.„Kennen Sie die» Papier?" fragte der Staatianwalt.„Da habe ich mein Frühstück drin einge- wickelt gehabt>"—„Wo waren Sie an diesem Tage?"— „Um B.-dera"(dem Thatorte).—„Wie kommen Sie in diese abgelegene Gegmd?" Alles schaut gespannt«uf den oermeint- lichen Uebetthäter.„Ich habe an dem Tage den Herm Staat»« anwalt htngefahrm!" verwechselte„Kopfzettel. Ein eigmthümlicher Fall ereignete fich dieser Tage im Rochusspital zu Pest. Am 7. d. wurden zwei Schwerkranke, der Maschinist Franz Wenzel und der Kutscher Dionys Matheideß ins Spital aufgenommen. Sie kamen in denselben Saal und wurden Bettnachbarn. Matheideß' Zustand verschlimmerte fich zusehend» und erlag er auch seiner Krankheit am jüngsten Freitag. Der Todte wurde in die Leichenkammer übertragen und laut dem über jedem Bett befindlichen.Fkops�ttel" al« Franz Wenzel in die Todten- liste eingetragen. Zugleich wurde die Gattin de» Dahinge- sehtedenen von dem Ableben chrei Mannes verständigt. Die Frau traf die nöthigen Verfügungen zu dem Leichenbegängnisse und erschien in der Todtmkammer, um ihren Gatten nochmals zu sehen. Wie erstaunte fie aber, als sie statt ihre« Manne» einen ihr fremden Mann in dem Sarge erblickte. Von dieser Wahmehmung wurde der der Sprtal-Drrettion sofort die An» zeige erstattet, und wurde auf Grund der eingeleiteten Unter« suchung konstattrt, daß eine Verwechslung der beiden Kopfzettel behauptet, daß in dem Maße, in welchem die Auswandemng der Neger aus dem Süden zunimmt, die Einwaaderuug weißer Personen sowohl au» dem Norden des Landes wie aus Europa daselbst wächst. ES bleibt übrigen» abzuwarten, ob fich nicht bald in Kalifomia eine starke Opposition gegen diese Neger- Einwanderung geltend machen wird, da die„Schwarzen" zu ebenso billigen Löhnen arbeiten wie die„Gelben"(Chinesen), gegen welche die weißen Arbeiter bekanntermaßen in Folge dessen einen ausgesprochenen Haß hegen. Kommunales. Die Ersatzwahlen zur Stadtverordneten» versamm» lung betreffend, erläßt der Magrstrai folgende Bekanntmachung: Die Herren Dr. med. Sttnßm-mn und Schulvorsteber Böhm, welche von der ill. Abtbeilung im 27. bezw. 39. Kommunal» Wahlbezirk biS Ende 1889 als Stadtverordnete gewählt waren, sind gestorben. Zur Ausführung der dadurch nothwendig ge« wordenen Ersatzwahlen baden wir einen Termin auf Dienstag, den 23. Februar d. I., von Vormittags 9 Uhr bi» Nachmittags 6 Uhr, und zwar: u) für den 27. Wahlbezirk im Wahllokale: 23. Gemeindeschule, Ettaußderaerstr. 9, b) für den 39. Wahl« bezirk im Wahllokale: Friedrichs» Real- Gymnasium, AlbrechtSsttaße 21, angesetzt und laden dazu die Wahl« berechtigten der betreffenden Kommunal« Wahlbezirke der III. Abtheilung— umfassend die Stadtbezirke 152. bis i56. und 159. bezw. 216., 217., 279. bi» 283. und 285.— behuf» Abgabe ihrer Stimmen hierdurch ein. Denjenigen Wählern, welche ihre Wohnungen seit Ostern v. I. nicht gewechselt haben, Stimmen vorzuzeigen, während denjenigen Wahlberechtigten, welche seitdem verzogen find, anheimgegeben wird, die für fie bestimmten Karten an einem der beiden letzten Wochentage vor der Wahl aus unserem Wahlbüreau(Köllnisches Rathhaus, Breitesttaße No. 20a. 2 Tr.) während der gewöhnlichen Büreaustunden abzuholen.— Die ohne Karten erscheinenden Wähler müssen für ihre Legitimation Sorge tragen, fich auch bei der Zulassung zur Stimmabgabe eine Zurückstellung hinter die mit Karten Erschienenen gefallen lassen. Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten» Versammlung am Donnerstag, den 4. Februar d. I., Nach« mittags 5 Uhr. Zwei NaturalisationSgesuche— Wabl je eincS Mitgliedes für die Schuldeputatton und für die Deputation zur Verwaltung der Kanalisationswerke— Berichterstattung über die Vorlage, betr. die Beschaffung von zwei neuen Lösch- zügen für die Feuerwehr— deSgl. über die Vorlage, betr. den Standmiethen-Tarif und die Organisation der Markthallen— Vorlage, betr. die Festsetzung de» Stadthaushaltsetats pro 1. April 1886/87— deSgl., betr. die Schulferien an den höheren Lehranstalten für da» Jahr 1886— desgl., betr. die Gewäh» rung eines städttschm Ehrenpreises für die Ausstellung de» deutschen Vereins für Vogelzucht und Aktlimatisatton„Aegmtha" — dsgl., betr. die Sperrung des Fußgängerverkehrs in der Uorkstraße zwischen Bülow- und Möckemstraße— deSgl., betr. die Erwerbung deS von den Grundstücken Dresdenerstt. 107—110 zur Sttaßenverbreiterung erforderlichen Terrain»— desgl., betr. die Ablösung der zu dem Prediger- und Küstergehalt de» Heiligen Geist-Hospitals, resp. der böhmisch-reformirten Kirche zu zahlenden städtischen Zuschüsse— deSgl., betr. die Anfrage von Mitgliedern der Versammlung wegen Ausstellung von Vokationen für die beiden neuangestellten Diakonen der St. Markuikirche— desgl., betr. die Pflasterung der Brücken-Allee von der Spree bis zur Stadteiscnbahn— desgl., betr. die Ab« änderung des Gemeinde- Einkommensteuer-Regulativs— desgl., betr. die Preisliste für die durch die Aktiengesellschaft„Städtische ElekttizitätSwerke" auszuführenden Einrichtungen elektrischer Beleuchtung»anlagen— einige Rechnungen— Vorlage, betr. die Zahlung eines Gnadenquartalgehalts— eine Unterftützungs» fache— eine Anstellungisache.— Außerdem, und zwar um 6 Uhr, findet unter dem Vorfitze des Herrn Oberbürgermeisters Dr. von Forckenbeck eine gemeinschaftliche Setzung beider Ge» meindebehörden statt bebufS der Wahl der Mitglieder in die BezirkSkommisfion für die klasstfizirte Einkommensteuer. Bei dem städtischen Wahlbureau find im Laufe de» Jahre« 1885 an An« und Abmeldungen au» den Revier« Polizei-Bureaus eingegangen 663720 Anmeldungen, 573 684 Abmeldungen, 9434 Anmeldungen über Gestorbene, zusammen 1246 838 Meldungen. Der Vorschlag de» Markthalleu-Kuratorium» und de» Magistrats, dem Direktor des Zentral Vieh- und Schlacht» Hof», Oekonomierath Hauiburg, kommissarisch neben seinem jetzigen Amt die Organisation und Leitung der Markthallen zu übertragen, ist, wie die„Voff. Ztg." schreibt, von dem Prü» sungtauSschuß der Stadtverordnetenversammlung mit 7 gegen 7 Stimmen abgelehnt worden. Die Gegner sind der Meinung, daß das Amt eines Direktors deS städtischen Marktwesens zu wichtig sei, um alS Nebenamt verwaltet werden zu können, und daß der Leitung de« Zentral-Viehhofes andererseits durch dieses Arrangement zu viel entzogen werde. Die Magistratsoorlage Matheideß und Wenzel stattgefunden hatte, in Folge dessen der verstorbene Matheideß an Stelle de» noch immer krank dar« ntederliegenden Wenzel al» todt gemeldet wurde. Ferner wurde erhoben, daß diese Verwechslung von einer Krankenwärterin ouigeführt wurde, bei welcher plötzlich der KopftyphuS zum Ausbruch gekommen war. Die betreffende Wärterin kam in» Barackenspital, wo ste auch am 14. d. ihren Leiden erlegen ist. Literarisches. Von der„Neuen Zeit", Stuttgart, Verlag von I. H. W. Dietz, ist soeben das zweite Heft de» 4. Jahrgang» er- Inhalt: Abhandlungen: Da»„Elend der Philosophie" und„Da» Kapital". I. Von Karl KautSky.— Florian Geier. Lebens« und Charakterbild aus dem großen Bauernkrieg. Von Wilhelm Bloi.— Die Thierwelt des MeereSstrandes.— Gott« sricd Keller. Von I. Zadel-— Der internationale Lehrerkongreß in Havre.— Die„faulen" Bulgaren.— Literarische Rundschau: Dr. Georg Adler. Die Geschichte der ersten sozialpolitischen Arbeiterbewegung in Deutschland.— RedaktionS- R0m&„Recht auf Arbeit", sozialpolitische Wochenschrift. herausgegeben von L. V i e r e ck in München, ist soeben Nr. 88 - eTM-f-rt- c i p v- �" erschienen. Dieselbe hat folgenden Inhalt: Zur internationalen Ardeiterschutzgesetzgcbung.— Bevötterungsstatistik.— Zur Lohnstatistik.— EituationSbericht au» Düsseldorf.—�Kapital mm die Baumwollfabriken tn England.— Der Fadrikinspektor.— Krankenkaffenwesen.— Freie HUsikaffen.— Vereine und Versammlungen: Korrespondenzen au» Berlin, Werder, Kottbus, Hannover, Limmer, Celle, Burgdorf.— Vermischte« it. spricht auZ,„daß die Vertretung deS Direktors in dm Geschäften deS Vtehmarttes möglich ist und ohne die Vermal tung geordnet werden kann, und daß dieser Umstand dem zei tigm Direktor die Möglichkeit de» Komm'fforiumS ohne Echä Ä . der Viehhofs Verwaltung offen läßt." Die Entscheidung ei der Etabtoerordnetenoersammlung. Lokales. r. DaS versiegeln der Pfandobjekte hat in der Praxis einen Charakter angenommen, der vor der Gehtzgebung ficher- lich nicht beabstchtlgt und jedenfalls auch nicht vorausgesehen ist. Daß durch die Siegelung der Pfandstßcke der betreffende Gläubiger die Rechte eine» Faustpfandgläudiger» erlangt, ist bekannt: nun kann aber auch der Gläubiger ganz nach ve- lieben die Fortsetzung de» Zwangsverfahren«, also namentlich die Abholung und Versteigerung der Pfandstücke aussetzen, und so human diese» Recht auch gehandhabt werden tarn, so be- denkliche Folgen hat e» auf der anderen Veite gezeigt, und so- gar das vielgeiürchtete Zurückbehaltungsrecht der Wirthe wird durch solche yeimlichm Pfändungen gefährdet. Vor anderthalb Jahren bezog ein Kaufmann eine Wohnung in der Ritterstraße und stattete daS Quartier mit einem sehr eleganten Mobiliar auS, blieb aber in letzter Zeit die Mtelhe schuldig, so daß der Wirth mehrere Möbel zurückbehalten genölhigt war. Run mehr aber stellt sich heraus, daß diese Möbel bereit» vor zwei § ahren von einem Gerichtsvollzieher versiegelt warm und die iegelmarken an dm einzelnm Sachen sich allerdings bei einiger Aufmerksamkeit noch erkennen laffen. Der Hausbesitzer hat unter Vorbehalt seiner Rechte in den Verlauf der Sachen gewilligt, indeffm liegm die Folgm der beliebigen Aussetzung der Zwangsvollstreckung zum Nachtheile Dritter sehr klar und wer künftig die Kreditfähigkeit einet Andem nach deffm häuS> sicher Einrichtung bcurtheiien will, der wird gut thun, auch die unterm und Hinteren Frontm der einzelnen Möbelstücke auf daS etwaige Vorhandensein deS bekannten zu prüfen. Dm Herren Hautwirthm ten preußischen Wappen» aber dürfte der bekannte versichert, daß die in sein Eigmthum sind", PaffuS im MiethSkontrakt„Miether die Wohnung eingebrachten Sachen wenig nutzm. ES muß eine„seine Familie" gewesen sei», die vor wenigen Ta»en daS GebmtStagsfest der HauSfrau in einem hiesigen bekannten Austemkeller deging. Beim Sekt kam man auf die verschiedenartigen Delikateffm zu sprechen und ein Mitglied der Familie behauptete, eS gehe nicht» üb-r—..Fliegen". Er ging eine Wette um 300 Man ein, daß er 50 Fliegen verspeisen würde. So schwer eS auch war, diese Zahl um diese Jahreszeit aufzutreibm, e» gelang schließlich. Auf silbernem räsmttrteller wurdm sie ihm vorgesetzt..... doch yenu�, er hat die Wette gewonnen und spülte daS leckere Mahl mit einem Glase Hedste'ck herunter. Die Sache wird der„Nat..Ztg.' mit allen Namen und Einzelheiten berichtet, so daß ein Zweifel daran nicht bestehen kann. Die Schnerabfuhr in de« Straße« wird gegen Ende dieser Woche durchgeführt sein, vorauSaesetzt, daß die Witterung günstig bleibt. B,» zum Sonntag Abmd waren über 50000 Fuhren Schnee au» der Stadt abgefahren worden. Die ganze Absuhr wird wohl auf 80000 Fuhren» 2 Kubikmeter kommen. Eine gmaue Kostmaufftellung läßt sich erst nach Be- mdigung aller Arbeitm aufstellen und mittheilm. Die Gefahr, welche durch Ansammlung von Gasen unter dem Asphaltpflaster durch eine zufällige Explosion entstehen kann und welche Veranlaffung zu der Bestimmung gewesm ist, daß in derartig befestigten Straßm die Bürgersterae längs der Bordschwellen mit einem Momikstreifen gepflastert werden müffen, hat auch dm Rath zu Dresom veranlaßt, dieser Frage näher zu tretm. Derselbe hat den hirstgen Magistrat gebeten, ihm von den hierortt getroffenen Bestimmungen Mittheilung zu machen. Auf der Havel zwischen Pichelswcrder und Sckilbhorn liegt, wie dem„Lnz. f. d. H." mitgelbeckt wird, im Eise fest« gefroren die Leiche einer FrauinSperson. Die Krähen sollen derselbm schon daS Geficht zerhackt haben. Eine Arrettrung mit Lebensgefahr. Am Freitag Abend wurde in Rixdorf der vom Strafrichter gesuchte Ar- better Hönicke, der schon 17 Mal vorbestraft worden ist, von zwei Gendarmen in einer bereit» seit längerer Zeit bewachten Vrivatdehausung entdeckt, wo er mit zwei eben erst auS dem Gefängniß entlassenen Dirnen ein Trinkgelage abhielt. Beim Eintteten der Beamten stürzte sich der kräftige und durch den Trunk in Raserei gerathene Verbrecher auf dieselbm, worauf ich ein wüthender Kampf entsvann, in deffm Verlauf der um ich schlagende, stoßmde und beißende H. schließlich die Treppe »inuntergestoßen und nach heftiger Gegmwehr, wobei einer der Gendarmen eine erhebliche Bißwunde an der Hand und eine Verletzung am Schienbein davontrug, überwälttgt. Mit Hilfe von Zivilpersonen wurde der Tobende auf einem Handwagen nach dem Amtsburcau geschafft. Nur mit Mühe gelang e», denselben in die Detennonszelle zu schaffen. Die Nachricht von H.'S Ve- Haftung hatte eine Anzahl von zweifelhastm Existenzen alarmitt, welche nicht Übel Lust zeigten, ehren Spieß« gesellen mit Gewalt zu befteim. B. Eine gefährliche Weiße. Die Weiße war nicht etwa auS schädlichm Surrogatm komponirt, sondern auS gutem Mal,, Hopfen, Hefe und Wasser hergestellt und eben, weil sie so gut war, richtete sie Unheil an. Die zehnjährige Tochter de» Schaffner Lieder, ein schwache», kränkliche» und blaffe» Kind kam am Sonnabend zum Gastwirth GanSberg in der An« klamerstraße, um für ihren Vater eine Weiße zu Holm. Der Wirth kam dem Verlangen nach und machte sich daran, dem am SchmMsche stehenden Mädchen die Weiße in da« mitge« brachte GlaS zu gießm. Er löste den Pfropfen und neigte die Flasche dem Glase zu, die stark autströmmde Kohlensäure aber trieb mit lautem Knall dem zusehenden Mädchm dm Kork und einen Strahl deS schäumenden Bier» in da» Gesicht. Hierüber erschrak da» schwächliche Mädchm so heftig, daß r» sofort, von epileptische« Krämpfen ergriffen, zu Boden stürzte. DaS de- dauernswetthe Kind wurde von dem Wirth zu den ihm zum Glück drkanntm und nahe wohnmdm Eltern gettaam, aber die Krämpfe ließen nicht nach, sondern wurdm vulrnehr so be« denklicher Art, daß ein Arzt herbeigeholt wcrdm mußte. Der- selbe erklärte den Zustand de» Mädchm» für lebensgefährlich. Bewegung der Bevölkerung verlin» nach dm Ver« vffenllichungm ve» statistischen Amt» der Stadt. Die fottge- schriebene Bevölkerungszahl betrug am 9. Januar inkl. der nachträglichen An« mU> Abmeldungen 1 316 183; hat sich dem- vorher bis 16. um 492 Seelen Januar wurden vermehrt. polizeilich nachtraglichm nach gegm die Woche In der Zeit vom 10..._ gemeldet 2696 zugezogene, 1636 fortgezogme Personen; standesamtlich wurdm 145 Ehm geschloffen. Geboren wurden 926 Kinder, und zwar lebend: 461 männliche, 418 weiblich«, zusammen 879(darunter 119 außerehelich«), todt 23 männliche, 24 weMiche, zusammm 47(darunter 3 außereheliche) Kinder. Die Lebendgeborenen, au» Jahr berechnet, bilden 34,8, die Todtgeborenm 1,9 pro Mille der Bevölkerung, die außerehelich Geborenen 13,71 pCt. aller in der Woche Geborenen, davon die bei dm Lebendgebormen 13,54, die bei dm Todtgeborenm 17,02 pCt. Gestörben(ohne Todtgeborme) find 545, nämlich 280 männliche, 265 weibliche Personen. Von diesen waren unter 1 Jahr alt 146(inkl. 33 außereheliche), 1-5 Jahre heim Alter von 0 bi» 5 Jahren mächen 47.52 pSt. sammt« sicher in dieser Woche Gestorbenen auS. Von den im Atter unter 1 Jahr gestorbenen Rindern starben 44 im ersten, 15 im zweiten, 9 im dritten, 13 im vierten, 11 im fünften, 8 im sechsten, 46 im siebenten bi» zwölften LebenSmonate; von denselben waren ernährt 35 mit Muttermilch, 1 mit Ammenmilch, 64 mit Tbiermilch, 1 mit Milchsurrogaten, 22 mit gemischter Nahrung, von 23 war eS unbekannt. Todesursachen warm besonder»: Lungenschwindsucht(96), Lungenentzündung (4l), Lronchialkatarrh(17), Kehlkopfentzündung(10), Krämpfe [35), Gehirnschlag(14), Gehirn- und Gehrn, Hautentzündung(20), KrebS(19), Altersckwäche(12), Lebensschwäche(30). Abzehrung (9), Masern(12), Scharlach(7), Diphtherie(31), Typhu»(2), Diarrhöe(8), Brechdurchfall(7), an anderen Krankheiten starben 167 unv durch Selbstmord 8, durch Erschießen 2, durch Erhängen 3, durch Vergiftung 3. Die Sterblichkeit der Woche auf daS Jahr b-r.'chnet, kommen durchschnittlich auf 1000 Bewoh ner in Berlin 21,6, in Breslau 24,9, in Frank-urt a. M. 20,7, in Köln 26,5, in Dresden 22 7, in München 27,0, in Bi einen 26,2, in Stuttgart 16,5, in Wien 26 6. in Paris 26,4, in London 23,9 in Liverpool 23,8, In der Woche werden dem Polt- zeiprästdium gemeldet als erkrantt an Typbus 19, an Masern 99, an Scharlach 43, an Diphtherie 143. In den 9 größeren Krankenhäusem wurden in der Berichtswoche 926 Kranke auf« genommen, davon litten an Masemi, an Scharlach 9, an Diphtherie 3.7, an Typhus 3, an Rose 6. Es starben 141 Personen oder 25,9 pCt. aller in der Woche Gestorbenen; als Bestand verblieben 4138 Kranke. Polizeibericht. Am 31. v. M. Nachmittag» fiel eine 71 Jahre alte Frau im Hause Greifkwaldeistraße 62 in Folge eines Fehltritts von der Treppe und brach den rechten Arm. — Am 1. d. M. Morgens brach tn einem Speicher auf dem Grundstück Grenadierstraße 35 Feuer aus. Dasselbe wurde von der Feuirwehr in kurzer Zeit gelöscht.— An demselben Tage Vonui.tags wurde der auf dem Neubau der Maaren- börse in de: Burgsttaße beschäftigte Maurer Hiart von einem herabfallenden Brett in den Rücken getroffen und so schwer verletzt, daß er mittelst Droschke nach dem St. Hedwigs- Krankenhause gebracht werden mußte.— An demselben Tage Nachmittags stürzte der Zimmerpolier Domke auf dem Neubau WilSnackerstraße 13a aus einer Höhe von ungefähr 10 Metern in den Hof hinab und erlitt außer einer Verletzung am Kopfe eine Verstauchung des Fuße», so daß er mittelst Droschke nach dem Krankenhause in Moabit gebracht werden mußte.— Zu gleicher Zeit ffcl der Maurergeselle Micheldach auf einem Neu« bau in der Sellerstraße in Folge Ausgletten» von der Leiter und erlitt so schwere Verletzungen,.daß er nach dem Et. HedwigS-Krankenhause gebracht werden mußte.— Zu derselben Zeit fiel ein Mann in der Trunkenheit in der Nähe deS FriedrichShains zur Erde und brach daS Bein. Er wurde nach dem städtischen Krankenhause gebracht. Soziales«nd Arveiterkewegung« An sämmtliche Buchdruckergehilfe« Berlin»! Die unterzeichnete Kommission dringt hiermit der Kolleaenschaft Berlins zur Kcnntniß, daß die am 10. Januar d. I. ,m Kon« zerthause, Leipzigerstr 43, stattgehabte und von ca. UOOTheil« nehmern besuchte allgemeine Buchdruckerversammlung den Antrag auf Abänderung des Tarifs einstimmig zum Beschluß erhoben hat. Auf Grund dieses Beschlusses unv der Bekannt« machung des Gehilfen- Vorsitzenden der Tarif RevifionS-Kom« Mission vom 16. Januar d. I. in Nr. 9 des„Correspondent" vom 22. d. M. fordern wir alle diejenigen Kollegen Berlins, die unserer ersten Aufforde.unz auf Besprechung de» Tarif» bisher nicht nachgekommen sind, nochmal» auf, schleunigst Druckereiversammlungen zu veranstatten, in die Spezialbera- thung des Tarifs einzutreten und etwaige gewünschte Abände- rungen zum Tarif der Tarif« UeberwachungS> Kommiision schriftlich— zu Händen des Vorfitzenden, Herrn Hugo Besteck, 8W. Zossenerstr. 27, II— bi» spätesten» den 20. März d. I. zugehen zu laffm. Bei der Spezialberathung deS Tarifs find hauptsächlich folgende Punkte inS Auge zu fassen: 1. Verkürzung oder ti'ribihaltuna der zehnstündigen Arbeitszeit, sowie Festsetzung derselben; 2. Höhe des Lokalzuschlags für Beilin unter Be- rückfichtigung der Wohnungs- und Lebensmittelpreise! 3. Entschädigung der Ueberstundcn, sowie der Nacht, Feiertag!« und Eonniagrarbeit; 4. Aufstellung einer Lehrtingsskala.— Wir hoffen, daß alle Kollegen Berlins dieser unserer Aufforderung ungesäumt nachkommen werden, umsomehr, da die Gehilfen« Mitglieder der Tarif. Revifions- Kommission Gewicht darauf legen müffen, die Wünsche der Kollegen kennen zu lernen, um so einen Tarif zu schaffen, bei von dem Willen deS größten Theils der Gehilfenschaft Deutschlands getragen wird. Berlin, dm 30. Januar 1886. Die Tarif-UeberwachungS Kommission. Die Sperre über die Genossenschaft„Selbsthilfe" ist nach dm Auslassungen deS Leiter» der Gmoffmschaft gegenüber dem Lommisfionsmitgliede Herrn I. Kratzsch al» aufgehoben zu betrachten. Wir bitten die Kollegen dringend, die Listen und Gelder bis zum Sonnabend, 6. d. Tl., an die Zahlstellen einzusmdm, da wir noch Kollegen zu unterstützen haben. Die Kommission deS Verbands der Mödelpolirer. M. Richter, Echristfüh.er. Zur Harmonie zwischen Kapital und Arbeit. Fünf lbeiter in der Hentschel'schen Eismaießerei in Arbeiter in der Hentschel'schen Eismaießerei in Grimma forderten mehr Lohn, da sie wußtm, daß die Fabrikanten gegm Konventionalstrafe eine dringliche Arbeit übernommen hattm und stellten die Arbeit ein, al» ihnen die Lohnerhöhung abge- schlagm wurde. Ob die Forderung an sich gerecht war, daS können wir nicht beurtheilen. Eine gewisse A.iiregung hatte sich tn Folge diese» kleinen Streiks der ca. 100 Arbeiter in der Fabrik wohl bemächtigt, doch kam e» zu keiner Ruhestörung. Nach zwei Tagen erschienm die fünf Streikmdm wieder und griffm mit aller Kraft in die Arbett ein; man war recht ftoh über die Mithilfe, da nunmehr der Guß zur rechten Zeit fertig wurde. Nach erfolgter Prüfung de« Gusses, der sich al» äußerst tauglich erwies, entließ Herr Hmtichel die fünf Arbeiter 'ofort.— Haben die Arbeiter gesündigt, so sündigte der Fadrikherr noch viel mehr. Doch ist un» wieder einmal die wundersame Harmonie zwischen Kapital und Arbeit recht drastisch vor die Augen geführt worden. Deutsche Waare« unter französischer Marke. Wir lesm in einem rheinischen Blatte: Die alte Klage, daß unsere deutschen Gewerbetreibenden und Kaufleute sich mit Vorliebe französischer Aushängeschilder auf ihren Waarm bedienen, hat viel von ihrer IBerechiigung eingebüßt, seit unsere Industrie ihrer Ebmbürtigkeit mit der auSländischm sich bewußt ge« wordm ist. Ganz verschwunden aber find die Fälle noch nicht, tn welchm deutsche Fabrikanten zu der heuchlerischm Angabe „Nonvsavts de Paria" oder dergleichen ihre Zuflucht nehmen. Ein dieser Tage von der Pariser Presse mitgetheilter Fall, der auf die Barmer Knopffabrik Bergmann und Bellingroth sich bezieht, hat sogar zu einer empstndlichm Bestrafung der deutschen Firma durch da» Lyoner Gericht geführt. Die Klä- aertn, die Pariser Knooffabrik Parmte u. Co., klagte, nach AuSwei» der beidm recht wmig ähnlichm Fabrckmarlm in allerdings etwas robuster Weise, wegm angeblicher Marken. fälschung, berief sich nebmher aber auch darauf, daß die Barmer Firma ihre Knopfkarte auch noch mit„Pari»" bezeichnet hatte, und erstritt gerade wegm de« letzteren Punkte» das obstegmde Erkenntniß, durch welches die vermtheilte Firma gehaltm ist, der Klägerm 3000 Frks. Entschädigung zu zahlm. Die Herrm Bergmann«. Bellingroth nennen rn einer öffentlichen Erklärung vom 21. Januar dm Zusatz„Pari»"„vielleicht unzuge- hörig", aber„höchst nebensächlich, und glauben im übrigm dm UrtheilSspruch auf Deuttckmhaß zurücktührm zu sollen. Wir find im Gegertheil der Meinung, daß der Firma ihr Recht geschehen ist. Die Barmer Knopiindustrie hat nicht nöthig, mit fremden Federn sich zu schmückm, thut ein einzelner ihrer Vertreter es dennach, so mag er, wmn nicht anders, die Folgen trogen; vielleicht wird er durch Schadm klug. Auf eine Milliarde stebenhnndertelf Millionen Mark beziffert sich im Deutschen Reich der jährliche Aufwand für geistige Getränke. Der Verbrauch an Wein de trägt jährl. 1 998 000 hl»120 3M— 239 760 000 M. vier„„ 58 829 000„„ 25„=970 725 000„ Branntwein„„ 7156000,,„ 70„=500 920 000„ Zusammen 47 983 000 hl für 1711 405 000 M. Eine Milliarde stebenhundertelf Millionen: das ist 37,50 Mark auf den Kopf der Bevölkerung; eS dedeutet 10— 12xCt. des muihmaßlichm Nationaleinkommens.— Verth eilt man obige Sumnen unter die Zahl der Trinker, so kommt auf die einzelnm Biertrinker da» größte Quantum, auf die einzelnen Weint-incker die höchste Summe und auf die einzelnen Brannt« weintrinker die geringste Summe. Obige Zahlen deweisen so« mit sehr wenig gegen den Branntweingenuß, obwohl nicht ge« leugnet werden soll, daß derselbe großes Verderben unter daS Volk bringt. vtereinfuhr«ach Frankreich. Im Jabre 1869 war die Einfuhr auf mehr als 200 000 Hektoliter gestiegen, siel aber in Folge der Kriegsereigniffe sehr oft ächllich. Von 1875 an stieg die Einfuhr wieder und erreichte im Jabre 1876 270,020 Hettoliter. 1880 wurden 334,000 Hektoliter einführt. 1885 schon über 400,000. Die Einfuhr österreichischen BiereS ist dabei von nahezu 100,000 auf 10,000 Hektoliter zurück» �gangen. Die Einfuhr desteht fast zur hälft« au« Künchener Uereine und Uersammlnuge«. Die Bereinigung deutscher Stellmacher(Mitgliedschaft Berlin) dielt ihre Mitglieder- Versaemrlung am 30. Januar i» Gratweil't Bierhallen, Kommandantmstt. 77—79 ad. Heck Michelsm hielt einen Vortrag über den Niedergang und die Zukunft de» Handwerks. Weiter stand auf derTmj«Ordnung] Kaffenbericht, Verschiedenes und Fragekastm. Der Refeiei» führte in seinem Vortrage etwa folgende« auS:„Du» heutige Handwerk könne durch die kapitalistische Prnduttionsweise gc zwungen, bei weitem nicht daS leisten, wa« in der Vergangea» beit geleistet wordm ist. Eine Hebun» deS Handwerk» erdlZ Redner nur in der genoffenschaftlichm Produttionsweise. W» sei naturgemäß, daß mtt dm Fortschritten der Kultur auch dl« Bedürfnisse de» Mmschm fich steigem müffen. Ja früheres Zeiten hielt«» der Handwerksmeister für eine ganz befondF Ehre, aus dem Lehrling einm tüchtigen Gelellen zu mache» für eine Schande hielt man e», schlechte Arbeit zu liefeck- Alsdann kam Redner auf die Maschine zu sprechen. Dieses habe wohl ursprünglich dm Beruf gehabt, segensreich als V meingut für dm Mmschm zu wirkm, heute sei die Maschifl« aber durch dm Egoismus Einzelner zum Fluche der ArdciW geworden. ES müsse daher ancestredt werdm, die IRafdji f' wie die Arbeitsmittel überhaupt, zum Gemeingut der Gese� schaft zu machen." Bei diesen Worten erhob fich der Ü&et» wachende Polizei Limtmant und erklärte die Versammlung o« Grund deS§ 9 des Sozialistengesetzes für aufgelöst. hfa. Dte öffentliche Versammlung der Drechsler uv» Beruf» gen offen, welche am Sonntag im Konzerchau» „Sanssouci" stattfand, hatte fich eineS zahlreichen Besuches Pj erfreuen und beschäftigte sich hauptsächlich mit dem Prografl� für die diesjährige Lohnbewegung und den Vorbereitungen P derselbm. Herr Sündermann erläuterte daS von der Mission vorgeschlagene Programm der nächstm Bewegung' Dasselbe enthält folgende vier Forderungm: 1. Tagst®; MeximalardeitSzeit von 10 Stunden. 2. Wöchmuiack Minimal Verdien st von 18 Mark für den„soamannie» schwachen Arbeiter"; für dm leistungsfähigcim de� entsprechend«ehr. 3. Gänzliche Einstellung der SonniagS-# Nach- Feierabend. Arbeit. 4. Möglichst« Einschränkung ck«' Beseitigung der Akkordarbeit. Die Veisammlung e■i0,l von jedweder Diskussi« Abstand nehmend, stimmig eine Resolution zu» Beschluß, durch welche sie st: mit den Ausführungen de» Referenten einrerstanden erjWjj und fich verpflichtete, für dte Durchführung jenes Prograin»? energisch einzutreten. Hierauf begründete derselbe RiM, die Nothwmdigkeit, ohne Aufschub in allen Werkstätten st. Wahl von Delegirtm vorzunehmm, da in lürzester Zeit% WerlstättM'Delegirtm-Versammlung stattfinden müsse, um[st. Materialien zur Ausstellung von Lohntarifen zu liefern, deren Durchführung die üblich«„Schrnutzkorckurrenz" nicht kämpft werden könne. Auch sollen die Werkstätten-Delegirtt« st freiwiliiam Beiträge zum GmeralunterstützungSfond» einM� Die Delegirtm seien jedoch nicht kompetent, endailtigi stst. schlüsie zu fassen; die» seim allein die öffentlichen Genera�- sammlungen, denen alle Delegirtm Beschlüsse zur Bestätigt? oder Verwerfung unterliegen. Nach einer ledhaften DiskU'V an der fich die Herren Schmaedicke, Tyri. Eiemer, Mat'UQ« --—---— Zindrie, Buchmann, Hildebrandt und Lütz in zustimmen� inne beiheilizlerr, gelangte eine Resolution zur AnnA wodurch die Versammlung die Nothwmdiakftt der Wecklij, Delegirten anerkennt und die Lohnlommisston beauftragt, j nerhald 14 Tagen eine Delegirtenversammlung im Zmtw«� Stadt einzuberufm; ferner alle GewerkS» u verw. BerufgevI ersucht, schlmnigst in allm Werkstätten die Wahl der*a girtm vorzunehmm und letztere mtt den betreffenden Mam> und Maierialien zu versehm. Hierauf überwies die Verft� lung da» Gesuch eine» GewerkSgmossm um Bewill'.gunl Kosten« Vorschuß behuf» gerichtlicher Geltendmc einer Lohnforderung,«n die Lohnkommisston jj» forderte Herr Sündermann alle noch nicht dem Fadbo%, angehörenden GewerkSgmossm auf. demselbm beizutretm durch eine erfolgreiche Durchführung der Lohnbewegung möglichen und sicherzustellen. Auch empfahl er allen D'�y�i und Berufßgmossm angelegentlichst da» Abonnement* „Berliner VolkSdlatt" und der im Biereck'ichen Verla» fcheinendm Zeitschriften. " Der„Demokratische verein" hielt am DonnsA 28. Januar, tn dm Armtnhallm seine regelmäßige vierzehn Versammlung ad. Nach Eröffnung der Sitzung geva?„jf Vorsitzende, Herr Lcchebour, de» Verluste», der dm%%%[ die Demokratie durch dm Hintritt de» Dr. Adolf PbÄ ßü* troffen hat. Bei aller Herbheit diese« Schlage» zeig« hier, daß der Tod einm versöhnmdm Einfluß besitz''„ac* mtt un», die wir politifdj dem Verstorbenen am nächsten i» �i), haben sich auch solche Männer tn der Trauer um ihn die zwar häufig auf anderm Wegen, doch den nömlwKfotr heilSidealm zustreben. Um der Verehrung für den� � auch äußerlich Ausdruck zu verleihm. erbob fich ajj Versammlung von ihren»itzm. Herr Schiegintz dcricks. An dann über das Projett de» Branntweinmonopols, fühnma er entschieden vermtheilte. In der Diskuifia"� sich alle Redner zustimmend zu diesen Ausführungen � t? auf einm Gast, der vom hygienischen Standpunkte au« u � Monopol eintrat, da er glaubte, e» laffe sich dad�ft's Konsumbeschränkung erzielm. Auch der tn der Sfy', anwesende Abgeordnete Kays« erklärte, daß et und zwar nicht alle Monopole �nmdsächlich. ad« doch doo � F gende Resolution angenommen:„Die Becsammlung v kratischen Verein» vom 28. Januar verurtheilt da! weinmonopol au» wirthschastlichm, politischm und � Gründm unbedingt und spricht die zuversichtliche y au», daß der Reichttag dem Projekte seine Zustimmung � werde." Im Anschluß daran wurde durch Verein«*!®� » zwoiiun vu,,»iwym, u/n.«,-v vuiu, vw—»"— Monopol an dm Reichstag zu richten. Verantwortlicher Redakteur tzt Grönheim in Berlin. Druck und V«lag von Max Vadtvg in Berlin SW..»euthstraße 2. Hterza eine L Bälage zum Berliner Volksblatt. 28. Mittwoch, den 3. Februar 1886. III.|ichf& Di« Der AMg des Abzeirduetell Horm M Gtliijsell. „ Aar Kurzem brachten wir einen Leitartikel mit der Ueber- I«nft:„Ein Erfolg der Sozialdemokraten im deutschen Reichs- «afle, der den Antrag Harm und Genossen, den Familien der an �ung eingezogenen Reservisten und Landwehrleute Unter- Mtzung zu gewäbren, des Räbmn besprach und besonders vas Schicksal desselben in der Budgetkommiiston mitlheilte. 0 Inzwischen hat der Antrag im Hause selbst die zweite Mng pasfirt. Darüber aber har die Berichterstattung fich ziem- M ausgeschwiegen, weil fich die ganze Aufmerksamkeit der Messe auf die ziemlich unfruchtbaren Debatten im preußischen �dzeordnetenhause gerichtet hatte. . Und doch dürste es die Albeiter mindester s so sehr inter- Mrcn, zu wissen, welche weitere Aussicht auf Erfolg der An« W Harm hat, das heißt die Anregung, welche die So- Zialdemolratrn im Reichstage bei einer so volks thümlichen M�elegenheit gegeben haben, als die gegenseitigen Spekulationen Kraftausdrücke. die im Abeor dnctenhausc zur Geltung Gedacht wurden. Wir lassen deshalb die kurze Verhandlung wch dem stenographischen Bericht hier folgen: . Präsident: Wir gelangen nunmehr zu dem An- ""Seder Abgeordneten Harm und Genossen, welcher gestellt war zu Kap. 31 Tit. 1a des Etat für die V e r- Wach"g'es Rcichsheeres.— Bericht Nr. 114 der �«ichterstatter ist der Herr Abgeordnete von Köller. Ich °"i>we demselben das Wort. K.i 5�chterftatter Abgeordneter v. Köller: Meine Herren, Etatsbeiathung in der zweiten Lesung wurde von dem Geordneten Harm und Genoffen zum Kap. 31 des fortlaufen« der Antrag gestellt, einen Tit. 1a einzufügen: 'ur die Familien der zur Uebung einberufenen Reservisten M Landwehrleute, für Preußen 2 Mill. Mark, für Sachsen 100000 Mark, für Württemberg 50 000 Mark, .und 0) unter Titel 1 a folgende Anmerkung aufzunehmen: Anm. Das Gels wird als Bercchnunasgcld bewilligt. Die KriegZministerien haben auf Ansuchen der Betheiligten noch Zahl der Familienglieder und nach der Vermögenslage auS diesen Fonds einen auS- reichenden Unterstützungsbeitrag zu leisten, dem der Verdienst der zu den Truppen� eingezogenen Reser- visten oder Landwehrleute zu Grunde zu legen ist. dieser Antrag wurde nach kurzer Diskusston, theilwriscr ?erampfung und thcilrvener Befürwortung, in die Budget« rur Berichterstattung verwiesen. Ihre Budgetkom- ?Won hat sich mit dieser Angelegenheit in der gestrigen Sitzung � eingehenden befaßt. *..Es wurde zunächst in der Budgetkowmisston von erner 3v».e von mir selbst— klar gestellt, daß bei der ersten �'tiujstcn über den Antrag insowett ein Jrrthum obge- „Met hatte, als angenommen worden sei, daß fich der Antrag nicht auf die Angehörigen der Reservisten und Landwehr - Ute bezöge, sondern daß die Zubußen, welcke hier in Aus ."cht genommen find, als Unterstützungen für Angehörige der iogenannten Ersatzreservisten gemeint gewesen seien, und daß sin Theil der Entgegnungen und der Bekämpfungen jenei An- ttags auf diesen Jrrthum zurückzuführen gewesen sei. Es wurde dann die prinzipielle Frage einer eingehenden »roitcrung unterworfen, und wurde von allen Seiten "Nerkannt, daß eS wohl denkbar sei, wie ein Bedürfniß zu >iner solchen Unterstützung vorliegen könne, und— daS wurde Jon ein er Seite besonders detont— es entschieden wünschens- sei, über das Maß des Bedürfnisses geeignete Er- ""ttelungen anzustellen und darüber Klarheit und Gewißheit r«langen, in wie hohem Maße Reservisten und Landwehr« isitte, welche zu den Uebungen einberufen find, hilfsbedürftige "uen oder Kinder zu Hause lassen, und in wie J, Maße eS deshalb nöthig sei, solchen zu Hause Wenen Familim während der Abwesenheit ihrer zn?untr eine Unterstützung angedeihen zu lassen. ejorenb von Mitgliedern der Kommission aus dm ver- .Ebensten Gegenden des Deutschm Reich» die Mittheilung rjWjt wurde, daß ja wohl allerdings hier und da Rerservisten llngislel. Humoreske von Paul Lindenberg. Mtdoun.) thut mir leid, Ihnen nochmals wiederholen zu 3ttr, Sie bekommen nun einmal meine Tochter nicht!" fcj? ver korpulente Kalkulator Hänichen sprang von seinem hin dem er während der letzten Minuten unruhig W Ü.nb her gerutscht war, empor und lief einige Male in Stube auf und ab. '-«der bester Herr Kanzleirath..." --Bin kein Kanzleirath, bin nur Kalkulator und ver« i�mein Ohr gegen alle Schmeicheleien." Z).,,--Nun denn, Herr Kalkulator", begann der junge vm!* �'chard Wolff von Neuem,„so sagen Sie mir bali. den Grund der Abneigung gegen mich. Wes- verweigern Sie mir die Hand Ihrer Tochter?" iftn« Hänichen hielt in seinem Marsche durch das Zimmer .Sw m MM unmittelbar vor dem jungen Arzte stehen. wollen Si« auch noch wissen?" knurrte er Ii*„Nun, kurz heraus, ich Hab' einen unwidersteh- ins m�bsch-u gegen die Doktoren; meine Frau haben sie gebracht,«eine Schwester elend und siech ge- heidats, soll auch meine Tochter noch einen Doktor luriuw' bnwit der womöglich an ihr herumstudiren und Und er? a0' nein, ich leid'S nicht, ich leid'« nicht," sein?. ps� mit dem Fuß auf den Boden und nahm Wanderung wieder auf. bnteÄ nröchte Sie doch ersuchen, die Personen zu Unttäi&?". sagte Doktor Wolff, dem die Röthe de« flua? 1'n da« Gesicht gestiegen war, mit eine« An- Welchen und Nachdruck,„weiß der Himmel, fielen? Medizmpfuschern die Ihrigen in die Hände , Medizinpfuschern," rief ergrimmt der Kalku- -»UV? iJL r'O T 11��----/-»v, vv«- 0louben v i te bo suchen, baldmöglichst dem R ichstagc einen Gesetzentwurf vorzulegen, welcher vre Unterstützung d-r Familien der zur Uebung einbe« rufenen Reservisten und Landnehueute regelt,— werden meine politischen Freunde und ich zustimmen. Ich kann et unterlaffen, die hierfür sprechenden Gründe ausküh'l'cher anzugeben, denn an der Annahme der Resolution zweifle ich keinen Augenblick. Auch hoffe ich, daß die verbün« beten Regierungen nicht nur der Resolutton Folge geben, sondern auch den in derselben ausgesprochenen Wunsch, bald- möglichst den Gesetzentwurf vorzulegen, beherzigen werden. träsident: Das Wort hat der Herr Abgeordnete rombcck. Abgeordneter.von S�rombeck(Zentrum): Meine Herren, meine Fraktionsgenossen stehen der Resolution ebenfalls rus freundlich gegenüber. Ei gehört die Vorsorge für die Armen zu den proklamirten Aufgaben dcS Zentrums. Wir werden aber bei dem Wortlaut der Resolution Schräder stehen bleiben und werden dem gestellten Unterantrage nicht zustimmen. ES geschieht das einfach auS der Erwägung, da' ja, fallt der Unlerantrag angenommen werden sollte, dadur ein Zwang gegen die verbündeten Regierungen nicht aus Papier gewickelt, diverse Semmeln hervor, die sich Schulze für den Rückweg mitgenommen hatte?!—„Rache ist süß," dachte der Kalkulator, und unter irgend einem Vorwande erhob er sich und schritt mit einem kleinen Umwege zur Thür hinaus, draußen die Brödchen, welche er beim Vor- übergehen gewandt au» dem Rock genommen, in aller Eile verspeisend. I« Geist malte er sich den Aerger seine« Freundes au», der auf der Heimfahrt hungrig wird, die Semmeln sucht und nicht« findet. Mit unbefangenem Ge- ficht nahm er an dem Tisch seinen alten Platz wieder ei«. Der Steuerinspektor hatte jedoch den Dieb durch einen an der Wand hängenden Spiegel bemerkt und vergnügt kicherte er im Stillen:„Warte, Freundchen, da« sollst Du tüchtig büßen!" Alsbald dachte man an den Aufbruch, der Kalkulator mahnte zuerst daran. Schulze war damit einverstanden. „Du mußt aber noch einen Augenblick hier bleiben," sagte er zu dem sich erhebenden Hänichen,„ich muß noch rasch «inen kleinen Gang machen, nur bi« zu meinem Vetter nebenan. Ich will ihm die Semmeln mit Strychnin bringen, um die er mich, da er so viel Ratten im Hau« hat, gebeten." Der Kalkulator stand leichenblaß da und stierte de« freunde nach. Sein Gesicht war aschfahl geworden, die ände und Füße zitterten und an» allen Poren drang der Angstschweiß hervor. In diesem Moment kam der Steuerinspektor mit scheinbar entsetzten Mienen zurück.„Um Gotteswillen," jammerte er,„um Gotte»willen— ich Unglücklicher! Die Semmeln sind fort, die Semmeln, dick mit Sttychnin bestreut— wer sie findet und verzehrt, ist ein Krnd de« Tode». O, ich Unglücklicher, wenn es die Polizei er- fährt..." �. Der Kalkulator vermochte sich mcht mehr aufrecht zu erhalten, seine Beine glitten unter seinem Körper fort und schwerfällig fiel er auf den Stuhl nieder. Str.— Strpch. nin— Gift— ge— gegessen"— stammelte er mit ge- brochener Stimme. geübt werden kann; es bleibt gleichwohl dem Ermessen der verbündeten Regierungen überlassen, wann ste einen solchen Gesetzentwurf vorlegen wollen. Insofern glauben wir, daß der Unterantrag gegenüber dem Wottlaut des Antrages Schräder, gegenüber dem Worte„baldmöglichst" in diesem Antrage, eine Verbesserung nicht enlhait. Würde eine solche Verbefferung unserer Anficht nach darin liegen, dann würden wir mit Freuden im Interesse der Nolhleidenden auch dem Unterar.tcage zustimmen. Präsident: Das Wort hat der Herr Abgeordnete Schräder. Abgeordneter Schräder(deutsch- freifinnig): Meine Herren, ich hätte wohl gewünscht, daß die Bcrathung dieser wichtigen Frage bei einem reicher besetzten Hause staufinde, als es heute der Fall ist. Wir find heute durch die Verhandl.mgrn im preußischen Abgeordnctenhause einer großen Anzabl unserer wnthvollsten Kollegen beraubt, und unseren Debatten üver diesen Gegenstand können wir nicht die Tiefe geben, welche derselbe wohl verdient. Ich will mich nicht einlassen auf eine spezielle Begründung des Antrages, der ja sicher Jbre Zustimmung finten wird. Wir haben nicht nöthig, den Beifall der Maffen dadurch zu suchen, daß wir noch besonders mit längeren AuS- führungen für eine Sache eintreten, die alle billigen werden. Ich möchte deshalb Sie nicht weiter damit aushallen, daß ich auf einzelnes eingehe. Wir können es den Herren Eozialdemokralen nurDank wissen, daß sie diesen Geaenstand unserer Aufmcrkiamkeit entgegen- {edracht haben. Wir find bereit, meine Herren, hier zu clfen, weil wir einsehen, daß eS in der Thal nö.hia ist. und darum hat auch die Budgetkommissson denjenigen Antrag ge- stellt, welcher am schnellsten zum Ziele fühtt. Wenn die Herren Sozialdemokraten der Meinung find, daß der Ausdruck„baldmöglichst" nicht genügcnv sei, so will ich ihnen darin nicht gerade Unrecht geben. Meine Herren, eS ist ja möglich, daß der BunVeSrath die Sache nicht so schnell erledigt, wie wir daS mit dem Ausdruck „baldmöglichst" ausdrücken wollen. Viel anders wird aber, wie der Herr Vorredner, Abg. von SIrombeck, eben aus. aesühtt hat, eS nickt werden, wenn wir statt..baldmöglichst" setzen:„bis zur nächsten Session". Für mich find beide Aus- drücke ziemlich gleichgMig; ob wir sagen:„baldmöglichst oder „bis zur nächsten Jpesfioir", darauf kommt wenig an. Wenn die verbündeten Regierungen bereit find, unserem Wunsche zu entsprechen, so werden fie auch bald etwa» dazu thun. Nachdem so viel gerade von Seiten der verbündeten Regierungen von dem Nothstande die Rede gewesen ist, der im Allgemeinen unter den Ärberlern herrscht und gerade in dieser Zeit besonders herrschen soll, desto mehr werden fie Ver« anlaffung finden, die Sache in diesem Falle so sehr zu beschlcu »igen, wie eS irgend möglich ist. Ich glaube, die verbündeten Regierungen hätten alle Ver- anlaffung gehabt, da ihnen die Ucbelstände doch näher bekannt m sein müssen, welche gerade auf diesem Gebiete h-rvortreten, als den Antragstellern und diesem Hause,— ich alaude, sie hätten viel besser daran gelhan, ihrerseits diesen Antrag selbst zu bringen. Sie werden das �hoffentlich erkennen und werden nun auch eine möglichste Be chlcunigung walte�lassen bei Vorlage des von unS gewünschten Gesetzentwurfs, �jch nehme auch an, daß der Gesetzentwurf den verbündeten Regierungen nicht sehr große Schwierigkeiten machen wird, und die Schwierigkeiten dem Hause noch gennger sein werden. Ich freue mich, daß hier im Hause keiner fich bis jetzt ausge- sprachen hat gegen den Antrag, der von der Budg-tkom- misston gestellt ist, und ich empfehle Ihnen einstimmige An nähme desselben. Präsident: Das Wort hat der Herr Abgeordnete Graf von Bchr Behrenhoff. Abgeordneter Gras von Behr-Behrenhoff(frei- lonseroaliv): Meine Herren, nur einige Torte. Ich habe mich in der ersten Lesung bereits für die Tendenz deS An- trags ausgesprochen, und in Folge dessen haben wir für die Ueberweisuna an die Kommisfion gestimmt; wir werden auch heute für Vre Resolution stimmen, da wir da« Gute und Wünschenswerthe darin ganz und voll anerkennen. Meine Herren, der letzte Herr Redner hat nun bemängelt, daß hier bei einem nicht so stark besetzten Hause die Sache dc- dattitt werde, und er hat damit geschlossen, daß er sagte, er hoffe, wir würden den Antrag einstimmig annehmen. Diesen Wunsch habe ich auch, und bei einer so großen Ucbereinslim- mung im Hause glaube ich, ist es gleichgiltig, od da« Haus voll oder etwas geringer besetzt ist. (Sehr richtig! rechts.) Präsident: Das Wott hat der Herr Abgeordnete von Saldem-Ahlimb. Abgeordneter vonEaldern-Ahlimb(deutsch-k»nser- vativ): Meine Herren, als der Antrag von den Herren Sozialdemokraten zuerst gestellt wurde, schlich fich auf dieser Veite deS Hauses(recht«) ein gewisses Miß v e r st ä n d n i ß ein: man glaubte, daß nicht bloß die Reserve- und Landwehrleute damit gemeint wären, sondern auch die Ersatzreserve. Die Ersatzreserven find ja aber in einem ganz anderen Verhältniß, als die Landwehr- „Unglückseliger— Du?"— rief Schulze. „Gift,— Strychnin—" hauchte der Kalkulator. „Herr Wirth, rasch ein Glas Wasser, mein Freund..." „Einen A— Arzt,— schnell einen..." Hänichen konnte vor Aufregung keinen Laut mehr hervorbringen, wie tobt schloß er die Augen. Die wenigen Gäste hatten sich um die Gruppe versam- melt.„Einen Arzt, holt einen Arzt", riefen sie durch- einander. „Wir haben ja keinen Arzt in unsere« Flecken" warf der Witth kleinlaut ein. „Doch ist ein Arzt da", unterbrach ihn seine Gattin, „drüben bei Pastor« fuhr vor einer Viertelstunde der junge Doktor Wolff aus Neustadt vor, das kleine Lieschen ist ja krank." Der Steuerinspektor stürzte zur Thür hinau»; ihm selbst that jetzt der Scherz leid, aber nun durfte er auch nicht seine Schuld eingestehen. Beim Pastor fand er noch den Arzt vor, unterweg« erzählte er ihm den Vorfall und mußte ernste Worte dafür hören; dann nahm aber Doktor Wolff da« Ganze al« lustigen Studentenstreich auf, aber plötzlich durch- zuckte ihn ein Gedanke:— wat hatte doch Hänichen zu ihm beim Abschied gesagt von Lebensrettung und dergleichen?— und ein freudige« Lächeln überflog fern Antlitz. Mit desto ernsterem Gesicht trat er zu dem Kalkulator, der sich be- rejtS dem Tode nahe fühlte, hin, und der ihm wehmüthig die Hand entgegenstreckte. „Mit mir— geht« zu Ende— lieber— Doktor—" stöhnte er angstvoll,„ist denn— Strych— Stry— Strychnin"— ein Schütteln überfiel ihn bei dem Namen— „unbe— unbedingt tödtlich?" „D nein", erwiederte Doktor Wolff, der selbst innerlich über seinen Ausspruch lachte,„wenn sogleich von einem tüch- tigen Arzte", er betonte absichtlich diese» Wort,„die nörhi- gen Mittel angewendet werden, ist noch Rettung möglich. Rasch, Frau Wirthin, eine Schüssel Milch, und die« Rezept (es war die Forderung eines Brausepulvers) lassen Sie sofort in der Apotheke bereiten." leute; fie haben eine kürzere Zeit abzudienen, als diejeirst« die ihre 3 Jahre abdienen müssen, und fie find größtrW nicht verheirathet. Deshalb konnten wir nicht analst» daß für diese Klaffe von Soldaten die beantragte lln» fiüyung nothwendig wäre. Von dem Augenblicke an a» als fich daS Mißv-rständniß geklärt hatte, als fich h'14* stellte, daß der Artrag nur auf die Reserve und Lanvw:? leute fich beziehe, ist er auch von unserer Seite mit den i» Hastesten Sywpath.cn entgegengenommen worden, und* haben auch in der Kommisfion diesen Sympathien AasdlN gegeben. Wir wollen den Famrlien der ReseroisteN und wehr leute diese Unterstützung, wenn ste derselben bedürt» gern gewähren... Bedenklich war es uns nur, die Sache so schnell 4 Werk zu setzen, wie die Herren es wünschen, weil junin |vVv».f w»v»»»V V» wv*» 0- yer doch auch die stnamielle Seite hier klargestellt we.den w einem Hr und zweitens klargestellt werden müßte, wer denn eig«� verpflichtet werden sollte, die Unterstützungen zu gewap Bei den diesbezüglichen Besprechungen erichien eS am»P daß ein Grsetz darüber erlassen we den solle, und aulM würden eS sehr freudig anerkennen, wenn dieses Gesetz so* als möglich erlassen werden könnte. Wir glauben, daß � die Regierung, wenn fie fich davon überzeugt hat, daß W Unterstützungen nvtbwendrg find, und wenn ste über die? dalitäten behufs Feststellung des Bedürsnisies, über Vei> l der Auszahlung u. s. w. klar geworden ist, sehr bald(W" solchen Gesetz zustimmen wird. «ut' N Ve neu eine .»ua «ondern q dieses sim. F. welches i Unteihalt «iige auf d«. Schlä -oeiuch a{| �rauiigar und führ, derSchllic sich der A Wir werden diesem Kvmmisfionsbeschluß jedenfalls tteten.., Präsident: Das Wott wird nicht mehr verlangt!� Dikku ston ist geschloffen. Der Herr Referent hat das Schlußwort. Berichterstatter Abgeordneter v. Köller: Meine eS ist ja eine sehr angenehme Aufgabe, einen KommK beschluß zu verrheidigen, der gar nicht angegriffen ist.* Kommisfionsbeschluß wird wahrscheinlich nach den 9� gen, die wir gehört baden, einstimmig angenommen da j a alle Redner sich mit dem An der Herren Sozialdemokraten voll st ä4� einverstanden erklärt haben. Ich baNj so I ravontrrg verletzten wache m 1 , Von trugen, ver Samt «n in der Jon Schur klaffenden toffm. z, Mrnevd vu-ch er fi sines Nvti widert. das Wort noch einmal genommen, um auf die Be> de« Herrn Abgeordneten Haarmann zurückzukommen,«-vi sagte, daß in erster Lesung der Abgeordnete von köller'' bin ich nämlich— tör Rußrc.1 eä ZT von t-° am «o nn gesagt habe, lionSantrag (Heiterkeit) daß dieser Anlrag gewissermaßen nur ein gewesen wäre. Ich habe heute schon in! % «väflfMchlt. mererar rirvayni— rcy werg nnyr, oo es ver»OJ� Haar mann überhört hat—, daß ich bei meinen AusfüM — auch mein Freund Herr von Saldern hat das soeben� erklärt— von gan, falschen Voraussetzungen aus�egan DaS habe ich g-stern in der Kommrsston erllart,«l' Ha ercleoer mir bc eugen wird, und ich bin sehr war* den Antrag eingetreten, wie es meine Pflicht und Schult und wie ei bei un?, die wir Immer für die Relervlstt4 Landwehrleute eintreten, auch nicht ande S sein tonnte. Ich bitte, den Antrag Harm, welcher zurückgezog4?, nicht mehr anzunehmen, sondern den Antrag der Kou«� Präsident: Zu einer persönlichen Bemerkung w"« zug aus die Ausführungen be« Herr Referenten hat das F der Herr Abgeordnete Dr. Haarmann. ,i Abgeordneter Dr. Haarmann: Ich bedauere� 1 ö- tm Haute anwesend gewesen zu sein, als Herr von Kaller Erklärung hier abgegeben hat. Präsident: Meine Herren, der Antrag der Adgeordn-ten Harm und Genossen ist zurückgezogen l Abstimmung über denselben bedarf es daher nicht.- die Resolution und über den zu derselben gestellte» trag des Herrn Abgeordneten Haser cleoer wr.d, stehenden Gebrauche gemäß, in der dritten Lesung a werden. Lokales. Eins der seltensten Fene. da« 50 jährige Gest jubiläum begirg am Sonnabend der bei dem Töpser� Ruhm in Kondition stehende Geselle«uchwald. Am» Morgen erschien in der Wohnung be« Jubilars es» 30 Mann bestedendes Musikchor und brachte dem QM, ein Ständchen dar. A sdann erschieren die Kollegen u»' reichten ein Sparkassenbuch üb r 150 Mark, wahres Me ster, Herr Rudm. seinem treuen Arbeiter ein-n»J Seidel mit filbemem Deckel, sowie ein namhaftes Gelbgs? überreichre. Ferner gab Herr Rahm zu Ehren des Tag> Vormittag ein Festessen, an welchem auch iämmtltche? Kollegen deS B. theilnabmen. Am Nachmittag übe, reil»�' j.« Jnnungsmeister dem Jubilar eine Erinnerungsmedaille iai los, wodurch Buchwalv wieder� � 28. Iis "'liinoce fc'Ä IS 0i«ffen de chdurckfö •••ifn a? ä Ket. 63 W i$s sprachen ihn noch einmal geselle wurde. Am Ad-nd hasten Vre Kollegen dem in b-m Festsaale des JnnungSbauses, Landwehrftraße% Festessen mit darauffolgendem Tanz arrangirt, welcher fy li�irsb, Ster iS >on-stag Morgen fein Ende fand. Der Jubilar seit langen Jahren erblindete Frau befinden fich i» H IN Die Milch wurde gebracht und begierig, wie tjf seinem Leben, trank der Kalkulator die ganze' mit wenigen hastigen Zügen aus. J „Nicht wahr, das thut wohl?— Fühle« Sie r schon etwas besser?" fragte der Arzt. JÜ K R. rg. Bs JD ja,— der Krampf hat— nachgelassen, 4' Schwere— au« den Füßen— ist schon etwas ver schwunden." „Nehmen Sie nun die« Pulver", er schütte� au» der Apotheke geholte Brausepulver in ein Glas' und reichte es dem Kalkulator. „O wie da» lindert!— Herr Doktor,— lieber Doktor,— wie soll ich Ihnen danken!" och Noch\ fc IM°us d. §sS •£» im Zimmer auf und ab. Hänichen that, wie ihm der Arzt befohlen; der inspektor unterstützte ihn. Nach einigen Minuten.-Hcn- der Kalkulator im Stuhl wieder nieder. Der v4"« tzr*1 fühlte von Neuem den Pul«.„Na", meinte er ber»» Zahl „die Krisi« war' ja glücklich überwunden." a\d ff. M�V'ent Der Kalkulator blickte ihn feuchten Auges an- I' JJttkl15- Ii lieber Doktor", sagte er mit bewegter Stimme, ,-�if aus) wie kann ich Ihnen danken— Sie sind mein Leb*. enez< aber das Liebste, was ich habe, sollen Sie dafür erh jy. «eine Tochter, machen Sie sie glücklich!" gerühr». er dem jungen Arzt die Hand entgegen.. 1 Ph. Der schlug freudig ein und frohlockend rref f n Wirth, zehn Flaschen vom Besten, meine Herren, M M die; trinken wohl mit ein GlaS auf da« Wohl des 3. Zj Brautpaares."-- äK» Der Kalkulator hat bi« heute noch nicht de«.� jß ijui ui» mu« uuiv K? erfahren, den man ihm gespielt, denn al« kürzlich �fl�er denV ßrnfwte ms»*«ft%K ms»*» Uai' �*{1 t seines ersten Enkels war und man bei Tische stritt, waS einst der kleine Bursche werden solls mit der Stimme eines Dtktators:„Der Junge? der Junge wird natürlich— Arzt I" .-ri stützi iut n Ve hZliniffcn, so daß die ihnen bereiteten Ueberraschun- iZut 8tn eint dopoeit freudige Ausnahme fanden. Hui»,»ud) ni&t übel. Ziickt nur um seine Braut zu kommen, e uw» Indern auch noch von dein En�ührer gemißhandelt zu weiden r dieseS Malheu sollte dem LchlZchlcrgesellen F. beschteden .t, t™- S- hatte ein Liedesoerhältniß mit einem jungen Manchen. "- AtlldeS in der Kotibuse straße wohnt und für die er den unteihalt destritt. Der Wirth de« Mädchens hatte nun ein «uge auf die letzte-, e gcwmfen und sah eS daher ungern, wenn ver Schlächlergeselle seiner Braut in deren Wohnung einen Gesuch abstattete. Er hatte stch schließlich vorgenommen, dem Bräutigam den W und#- Wuüod bedtm» den -nell. »""7. !N BW -ig«!» im de?« auch« '» : die? rven ild ei-» ifallt M langt! � i ist. Er hatte sich schließlich vorgenommen . Zutritt zur Wohnung gänzlich zu verbieten, und führ-e auch dai Vorhaben am Sonntag Abend aus. Da der Schlächikrgeselle nicht gutwillig den Platz'räumte, so stürzte nch der Wirth des Mäachms auf F. und versetzte diesem•mit «mtm Stück starken Bretts mehrere wuchtige Hiebe auf den «ovf, so daß er unter anderen eine 9 Zentimeter lange Wunde tavontnlg, welche den Schädelknochen b oileate. Dem Schwer- »nletzten wmde die erforderliche ärztlich« Hilfe in der Sanitäts« «däche in der ltdalbertstraße zu Tbeil von zw« Schutzleuten und fünf Zivilpersonen ge- nagen, wurde gestern Mittag ein schwertranker Mann nach der Sanitälswache in der Adalbertstraße gebracht. Derselbe, -t" m der Naunynstr. 72 wohnender Gasarbeiter K., wurde von Schutzleuten vor einem Hause der Naunynstraße mit einer umenden Wunde am Hinterkovs definr.ungilo« liegend bc- "Olren. R, hatte die ganze Nacht durchgearbeitet und ist an- Bernend in einem K anlhcrttanfaUe zur Erde gestürzt, wo- °u-ch-I stch die Verletzungen zugezogen hat. Zisch Anlegung �«�Nothoerbandes wmde er nach dem Krankenhause de- Die hier erscheinende„volk<»Zeitung" wird, wie der ie htf? in««aschen Ztg." aus St. Petersburg mitgclheilt wird, auf L�'Uäung des Nimisters des Innern vom 1. April d. I. ab iur Rußranv verboten. Zwei ehrliche Findertnne». Dmch Säulen-Anschlag ?är seinerzeit müaetheilt worden, daß ein Kastenbote eines Leiwn Bankhauses einen Brief, 2800 M. enthaltend, auf dem Ae von der Börse zum Postamt auf dem Hackcschen Markt -lloren habe. Dieser Brief ist, wie uns berichtet wird, d-mts nagend Abend von zwei ZeitunzSf lauen(Frau Stack, n,�'enstr. 32 Frau Döhring, Letrranenstr. 2l) an der Ecke der Prafioentenstraße g-funden und dai Geld bereits im ist« Montags dem Verlierer zugestellt worden. Den wurde eine Belohnung von 200 M. ÄÄ babefl Be°-x n,«7 ter'' ein? in C 1 «4 chenJJ wist->' lornM ig Ji : das Siiufe den veröffenUichnngen de' Kaiserlichen Ibün sind in der Zeit vom 17. bis 23. Januar je 1000 Bewohnern, auf den Jahresdurchschnitt de- Köln 22,6, in Frankfurt a. M. 21,6, �-.Ästbera 30,7, in K....... h«tfl 9i �Ä«3,1� in Hannover 21,5, in Kastel 26,0, in Magde- f , not! Koller der gen!, cht- lell«« btn1. !% öpstt-z Am et«, teder tethr.*" le 1000 Bewohnern, auf den �aoresourcy'cynrir oc« in a- a'3 gestmb-n gemeldet: in Berlin 22,3, in Breslau 23,9, »Lx mmz.-------° 2;? in Stettin 20,4, in Altona 31,4, in Straß bürg in i in Metz 21,2, in München 23,8, in Nürnberg 25,1, flen e«9 25.2. in Dresden 27,7. in Leipzig 26,9, in Stull. bur«% in Karlsrube 17,0, in Braunschweig 25,0, in Ham- Xri?» d?' in Wien 27,1, in Budapest 32,5, in Prag 36,4, in to n, 3a, 9, in Krakau 25,3, in Basel 17,0, in Brüste! 31,1, Äo-Ä�am in Poris 27.3. in London 21.9. in Glas-- ]n% 28,9, in L verpool 26,3, in Dublin 29 6, in Edinburg 27p' sn Kopenhagen 16,2, in Stockholm 25,5, in Christiania in» ,n Petersburg 33,1, in Warschau 34,1, in Odessa 34,8, n$)m 28,9, in Turin 28,6, in Venedig 36 2 in Madrid-, bis» xandricn—. Ferner in der Zeit vom 27. Dezdr.». pr. »„.?• Januar er. in New-Bork 24,5, in Philadelphia 21,4, in Pwimore 17,2 in San Franzisko 23,1, in Kalkutta 32,8, i«ombap 24,6, in MadraS 39,8. Die Sterblichkeit ,1' ln der Berichtiwoche in deir meisten Großstädten Europas sift abgenommen. Von den deutschen Städten melden die um! Un� westdeutschen Städte meist etwas kleinere, die mittel. tv**t\nrt0ftort»fmnä Arntf f# »i'«m et e Abnahme der it,ove«saue an armen entzunvltchen Diesten der AthmungSorgane, während Darmkatarrhe und �chdurchfälle in etwa? vermehrter Zahl austraten. Im All- Meinen war die Theilnahme des Säugling« alters an der Sachlichkeit ein« geringere, wiewohl in Berlin ein« etwas . ,,i> Mre.(Von 10000 Leb.nden starb n hier, auf's Jahr de- , G'tst 63 Säuglinge, in der Vorwoche 54.)— Unter den � un5l Mchursacken baden von den Infektionskrankheiten Kindbett- ähr-Ä tfnM steldg» Xat Mchursachen haben von den Infektionskrankheiten Kindbett- ein wenig, Masern und Keuchhusten erbedlicher abge- �w>en, während Scharlach, Diphtherie, typhöse Fieder und n etwas mehr Todesfälle ali in der Vorwoche reranlaßten. s-f �.�«desälle an Masern warm in Berlin, Duisburg, Paris, ��än stl�ner, in Budapist, Liverpool, St. Petersburg, Wim A s ltt. In sehr bedeutender Ausdehnung herrschen Masern --m.... ungSbezirk Königsberg i. Pr., wo fie in der Berichts- % 1280 Erkrankungen und 77 Todesfälle hervorriefen. Das � Zächsteber hat in Altona, Hamburg, Dresden, Christiania. v�Mneburg etwa? mehr, in Berlin und London etwas Eterdefälle bedingt.— Die Sterblichleit an Diphtherie Jiüti.pvüp war in Berlin, Dortmund, Dresden, Leipzig, älich nr«. Paris. Warschau, Glasgow, Turin eine größere, Ml Bremen, Braunschweig, Hannover stieg die Opfer. während fie in Altona, Hamburg, Breslau, pt. München, Wien, Budapest, Ch ittianta, London, Mk�-rsdurq eine kleinere»urde.— Die Zahl der Sterbe« «mchhuften war in London, Dublin, Liverpool, War- btt m.mr etwas geringere, in Beilin eine größere als in Mstn,. auch in Hamdma find Sikrankungen an Keuch« 'k» m � immer zahlreich.— Todesfälle an typhösen Fie« Jbso« in Berlin, Liverpool. St. PeterSbmg, Warschau jb b», T�fifler, in Hamburg, London, PaiiS etwas seltener alS 'fUeiiuu.�woche; im Allgemeinen blieb daS Aufttaten des Un« - äi«.�buS in den deutschen Etädtm ein beschränktes.— M.„,7'n, Warschau und St. Petersburg wurde je ein TodeS« >« 4.„,,3 ben Regierungsbezirken Aachen und Marienwerder uv, Z-lbet 3 St. Petersburg 2 Erkrankungen an Flecktyphus ge« J rü*fan«ß? St. Petersburg waren auch Erkrankungen an noch I* län; g�st-bern nicht selten, die Zahl der Todesfälle daran '•'„7 l' JlÖQf. sttntCtl mifhfr mr?I2ittbeilunö UTlb «fi' t, r aer' ittÄ lieb- b-�i �."rde aus Berlin... etu9" j"- Zahl Pe,"Sbuto berichtet; in Wien und Budapest blieb »f»''än.«,. �Erkrankungen noch immer eine größere. Im „$'5?' Ms 15 1 NnislSie(Frankreich) zeigten sich in der Zeit vom «ic ü Serben«i,» vnuot noch immer Cholerafälle. Zivi Audierne >z«ns-"Uarnen., � angegebenen Zeit 8 Erkrankungen mit 1, au» ffc Erkrankungen mit 10 Todesfällen gemeldet. . p.« Gericht«- Zeitung. > Höchts i|"(P.0* dem Schwurgericht de» Köniqlichm Land« ( U'ng* bi«(?ten gestern wegen wissentlichen Meineide« an« Zv einem»ÄW�erjungfer von der Ahs au» Charlottenburg. i s>i�Schoti�>'Prozeß. der von einer bei der Frau Rentier , SinfJn's �gestellt gewesenen Kochftau wegen rück« "bi< � angestlengt. war die Angeklagte vor dem � i �'Ilen 9i!tbf rti 84t eine Autsage abgegeben, Mruch sich über die Kün- � Kochfrau, hatte Autsage abgegeben, welche im ge« zu dm Aussagen anderer Zeugen stand. die Anklage. Nach umfangreicher Beweis- aufnähme im gestrigen Audienz Termin gaben die Geschworenen ihr Verdilt auf„Nichtschuldig" lautend ab.— Das Urtheil bei Grrichtsbofes lautete daher auf Freisprechung. „Wie ick det finde, det Se mir in aller Herrjottsfriehe durch'n Schutzmann fistierm lasten", äußert sich der Drehorgel« spieler Emil Drcyfuß in unzufriedenem Tone von der Anklage- Hanl deS Schöffengerichts aus. Vors.: Dai haben Sie stch selbst zuzuschreiben. Sie find zum vorigen Termine nicht erschienen, trotzdem Sie rite geladen waren.— Angekl.: Rite? Was is Rite? Den Mann kenne ick nich. Vorl.: Sie find wieder einmal der vorsätzlichen Körper- Verletzung mittels eines gefährlichen Werkzeuges angetlazt; am 17. September sollen Sie dem Vizewirth Meyer mit der Kurbel Ihrer Drehorgel zwei Vorderzähne eingeschlagen haben. Er hat Sie vom Hofe gewiesm, auf dem daS Mufiziren verboten ist; ist es nicht so?— Anaekl.: Nee, int jeringste janich, det war janz anders. Wat so'n Vizepipcl fick heitzutage inbilden buhl, det iS nich uf'ne Kuh- haut zu schreiben; det kann nich lest» un nich beten un hat jenung mit ZJiillkutrnkiekm un Straßrnfejen zu dhun, wo er von 'n Wilth'n paar Jroschen vor kriejen dhut, und dabei spielt er den Bramfijen un will anständije Lette in ihren Broterwerb stören. Wenn't nach mir jinge... Vors.: Nun, hören Sie'mal, glauben Sie, daß Sie uns hier Vorlesungen über die Vizewirthe halten sollen? Bleiben Sie gefälligst bei der Sache, und eriählm Sie, wie stch nach Ihrer Idee der Vottall abgespielt hat. Die Wahrheit werden Sie uns natürlich nicht sagen; aber wir Haben ja Hier die Zeugen.— Angekl.: De Zeijen? Da wer« ick woll nich allzu oillc druf jeden; warum find denn meine Zeijen nich vorje- laden worden, wo ick elf Stück anjejeben Hatte, wat mehrschten- deelS anständije Köchinnen von de Herrschaften in detseldijte Haus find? Vors.: Wir haben außer dem Vizewirth einen gänzlich unparteiischen Zeugen, und daS genügt. Aber jetzt vorwärts, ober ich beginne gleich mit der Zeugenvernehmung.— Angekl.: Bei unfern fortgeschrittenen Zeitjeist muß det natrerlich allens mit'ne gewisse Wuptrizität jehn, hestzudage kann eener det sanz jut erleben, det er triehmorjens fisteriit, zum Frehstück verunheelt un denselbijten Mittag rejulär in- jespunnt wird. Ick muß mir hier doch veidiffendiren können? Natierlich,'n fiudirten Rechts- Anwalt, der fich mit allerlei Handbewejungen un Jesetzes- Parajcaphen in'i Zeig schweißen dhut, kann fich'n armer Oljelspieler nich leisten, ick muß det schönsten alleene de- sorgen. Vors.: Angeklagter, wrnn Sie fich hier unpassend benehmen. können Sie es allerdings erleben, daß ich Sie sofort in Hast nehmen lasse. Gewiß dürfen Sie fich vertheidigen; aber jetzt zum letzten Male, kommen Sie zur Sache.— Angekl.: Ick jehe also denseldichten Morst n mein Jewerbe nach un ärjere mir über de Vizewirth:, die ja weiter nischt können, als de Leite kujenieren. In bei Hau» in dc Solmsst aße hatte ick'ne jute Kundschaft; denn ick wußte, det da zwee Köchinnen zuje- zogen warm, die mir frieher immer wat in Papier jcwickelt un runterjeworfen hatten. Na, ick schiebe mir denn mit mein In- strummt ruf uf'n Hof un leje IoS, erst mit'n Nanonmalzer. Ick kieke ruf an de Fenster; ober keen Mensch ließ sich wat merken. Na, denke ick, denn wirste schon fingen müssen Un ick stelle ihr uf: Dir hat een scheener Stern jestrahlt! un leje mit'ne anständije Baßstimme lo«. Un det soll mir keen er nich streiten, det'n anständijer Baß besser i» al»'n dinner Tenor. Ick hatte den erschien Veri runner un war jrade bei'n zweetcn angefangen, da jungen ooch schon eenije Fenster uf, un de klemm PäckSken kommen uf'n Hof jeflogm. Ick ließ ihr aber natierlich alle liestn un dehielt ihr bloß in't Ooge, indem ick mir bei't Singen doch nich stören lassen kann. Mit een Mal jung et klapp, klapp die Treppe runner un uf'n Hof. Donnerwetter, denke ick so bei nuinm Jesang, nu wird de Jeschichte erst sengerig. Richtig, et war der Vizewirth.„Haben Se denn det Schild in'n Hausflur nich jelejm?" schreit er mir an. Ick schüttle natürlich bloß mit'n Kopp, indem ick mitten in'n VerS war.„Wollen Se fich sofort von Hof runner scheren?" ruft er wieder. Ick schüttle nochmal mit n' Kopp un finge derbe weiter. Vors.: Angeklagter, fassen Sie fich kürzer, oder ich mt- ziehe Ihnen dai Wort.— Angeklagter: Also mit een Mal kriegt er mir an'm Arm zu packen, wo ick mit drehen dhue, un wenn ick mir von so'n Kaffer nich will mein Jnstru ment vemnjmierm laffen, denn muß ick schon stille halten. Ich war aber emmal so in'n Schwung, det de olle Kurbel al» ick ihr loshatte, noch so'ne Schwenkung in de Luft machen dhat, un mit een Mal traf det eme Ende jejm wat Härtet, un wat mein Vizewirt iS, der jrcist fich mit beede Hände an seinen EprechanismuS un dhut, alS wenn ihn Wun- der wat jescheben wer«, wo doch bloß de Kurbel ihn een bisken det Jefichte jeschrammt hatte. Wat brauchte er de Näse ooch so dichte an't Ding ranzuhalten. Vors.: Sie haom ihm zwei Vorderzähne eingeschlagen.— Angekl.: Det will ick nich streiten, un det mag ja ooch nich sehre scheene jedhan haben; aber de- owejen, wenn er de andern man noch alle hat, da kann er noch jeniejend mit beißen. Ick muß mir mit weniger behelfen. Vors.: Wir werden Ihnen die Roheit schon eintränken. — Angekl.: Wer will mir denn Zeijen bringen, det ick ihn mit Willen jetroffen habe? Ick habe meine elf reelle Zeijen vor, det er mir zuerst an'n Arm jefaßt hat. Vors.: Das mag sein. Wie endete denn nun der Streit?— Angekl.: Mit det Singen war det natierlich vorbei, un ick blickte mir nu um un such uf'n Hof rum nach alle de kleenen Beiträje, un wie ick mir so bicke, kommt der Vizewirt so janz vertrauensvoll un ohne Ahnung un stößt mir von hinten in'n Rücken, det ick lang hinschlage un mir hier an't rechte Ooge beinahe lebenSjefährlich verletzt hätte. Un denn looft er noch schnell rau« un holt mir 'n Schutzmann, der mir arretieren sollte.— Der verletzte Vizewirth zeigt zwar ein tadellose» Vorder- gebiß, holt aber auf die Frage des Präfidenten, ob ihm denn nicht zwei Zähne ausgeschlagen worden wären, eine kleine Schachtel aus der Westentasche, öffnet dieselbe und zeigt mit vielsagendem Blick auf den Jnhatt:„Ich habe mir neue machen lassen müffen, die mir das Stück 4'/, Thaler kosten; aber übrr di« Natur geht doch nichts." Angekl.: Nu seh' eener so'n Vizewirth an, sojar so eener ��93%.: FOst haben Sie den Mund zu halten. Die Beweisaufnahme unterstützt den Einwand deS Singe- Nagten, daß hier ein Versehen vorliegt, keineswegs, und der Gerich!»Hof ahndet die grobe Handlung mit einer Gefängniß- strafe von sechD Wochen.(,/Eer.-3tg') vereine«nd Versammlungen. be Geaen da« Branntweinmonopol nahm die große ■i Abrede stellte. Seit Dezember v. I. sei die Sache offenkundig, sei die Vorlage bekannt geworden. Es wäre nun behauptet worden, die sozialdemokratische Partei müffe der Monopoloor» läge günstig gestimmt sein, weil der Gesetzentwurf etwa» sozialistisches an stch habe. Mit dem Gedanken sympathifire die Partei allerdings, daß der Staat in seiner G-sammtheit an die Stelle der Privatindustrie zu setzen sei. Soweit in einem Monopol dieser sozialistische Gedanke enthalten sei, könne man ihm zustimmen, z. B. der Verstaatlichung der Eisenbahnen. Die Thatsache, daß durch Eintüärung des Monopols einer An» zahl von Brennern die Fabrikation de? Schnapses aus der Hand genommen würde, könne also nicht zurück ichrccken und in dieser Auffassung weiche die Arbeiterpartei von den übrigen Gegnern des Monopols ab. Zu Gunsten der Gesammtdeit kann der Einzelne expropriirt werden. Der Herr Reichskanzler bade in der Polendedatte ja ein leuchtendes Beispiel für diesen Grundsatz aufgestellt, indem er die Expropriation eines ganzen Volksstammes vorschlug.(Heiterkeit.) Dem im Monopol lie« genden richtigen Prinzip würden die Sozialdemokraten nicht widersprechen, wenn die Erträge des Monopols zu AuS« gaben verwendet würden, deren Nothwendigieit längst erwie- sen sei. Aber nur rein fiskalischen Zwecken solle daS Branntweinmonopol dienen und wenn auch in den Motiven gesagt werde, daß die Erträge den Emielstaaten zur Eni» lastung der Kommunen überwiesen werden sollen, so sei dach ficher anzunehmen, daß die Erträge allein den Ausgaben für den die Kräfte deS Volkes immer mehr erschöpfenden vkilitarismu» dienen würden.(Bravo.) Außerdem zahle der Staat in den» jenigen Etablissements, die er jetzt schon besäße, in den Eisen» bahnweikstätten, in den Gewehrfabriken, den Werften, dm Arbeitern durchaus nicht höhere Löhne, als die Privatindustrie, mit der er unter der herrschenden Produktionsweise konkurrtren müffe. Wirklichen Nutzen vom Monopol hätten allein die Großbrenner und Großgrundbesttzer«uf Kosten deS konsumirenden Publikums. Wer erinnere stch nicht noch der begeisterten und begeisternden Reden, die der Reichskanzler seiner Zeit im Reichstage zum Schutz der Pfeife Tabak und des GläSchen Schnaps deS armen Mannes gehalten habe. Bei der Agitation gegen daS Branntweinmonopol wird man die schwerwiegendsten Gründe gegen eine Vertheuerung des Schnapses in den damaligen Reden des Reichskanzlers finden. Die 3000 Großgrundbesitzer, die Brennereien haben, erfahren eine Steigerung ihrer Einnahmen um 45 pCtt, die Reichskasse will 300 Millionen M. verdienen, der ganze Mehrbetrag muß also von den Konsumenten, d. h. von den armen Leuten, gezahlt werden. An der Art, wie der Entwurf die Entschädigungen für die 230 000 Inhaber von Lchnavischenken und Wirtbschaften, in denen auch ScknapS geschenkt werde, festsetze, könne man lernen, wie der Staat Leute ent'chädige, denen er die Existenz vernichtet. Wenn wir einmal Expropriations-Gesetzent würfe einbringen werden, würden wir wohl höhere Entschädigungen zahlen." Wohl bade die Gesammtheit das Recht, von den Einzelnen Opfer zu verlangen, hier aber werde zu viel verlangt. Nicht neue Beschränkung de» Schnapsgenuffes, wie die Motive versprechen, sondern eine Vermehrung würde die Folge sein. Die kaiserlich deutschen Branntw.inverschleißer seien der Vorlage nach aus Tantiemen angewiesen, fie würden also ein begreifliches Interesse haben, viel Schnaps los zu werden. Ebenso würde die RelchSkaffe noch höhere Erträge ,u erzielen suchen. Die bedeuiungsvollstc Seite der Frage sei die politische. Der§ 28 des Entwurfes besage, daß die Landes- Polizeibehörden im Einvernehmen mit v-r Monopoirerwaltung den Gastwirthen den Verkauf von Branntwein ohne Be« schränkuna deS Preises gestatten können. Die Folge würde sein, daß fich soviel offizielle Wahlagirationibureaus im Deutschen Reiche bilden würden, als e» SchnapSschenken piedt. (Lebhafter B.ifall.) Man habe keine Veranlassung, das Heer der Abhängigen zu vermehren, wenn man wisse, mit welchem Hochdruck jetzt schon Landräihe und Gendarmen bei den Wahlen arbeiteten. Niemand, der für Erweiterung der Rechte des Volkes eintrete, könne dem Branntweinmonopol zustimmen.(Beifall.) Der Reichstag würde, wenn er zustimmte, sein eigenes TodeSurth-il schreiben, er könnte ruhig nach Hause gehen.(Lebhafter Beifall.) Man solle nicht meinen, daß da» Reich durch die 300 Millionen stch veranlaßt sehen würde, b'e direkten Eteu-rn zu ermäßigen; wolle man den Wohlstand des Volkes fördern, so schaffe man soziale Re onncn, man setze einen Noimalarbeitstag fest u. s. w. Durch das Branntweinmonopol aber, so etwa schloß der Redner, erreicht man nur, daß man den Reichsten der Reichen ungezähltes Gold in den Schooß wirft und der politischen Freiheit des Volkes das Grab gräbt. Zu einem solchen Gesetz, schließt Redner, werden wir niemals unsere Zustimmung geben.(Wiederholter stürmischer Beifall.) — In der Diskussion sprach der Tischler Herr Vollbert fich im Sinne des Referenten aus. Mit Hochrufen auf Herrn Singer wurde die Versammlung geschloffen.— Für die streikenden Korbmacher wurve eine T-llersammluna vorgenommen. bf«. Die Zimmerleute de» Süoens von Berlin und Umgebung hierrcn am Sonntag Vormittag bei Bielefeld, in der Hasenhaide 36b, unter dem Vorfitze de« Herrn Eeitzt, eine Generalversammlung ab, um auch für Berlin 8 einen Lokal- verband deS Verbandes deutscher Zimmerleute zu gründen. Die Versammlung war von ca. 300 Theilnehmern besucht und beschäftigte stch zunächst mit der Stellungnahme zu den de- kannten Beschlüssen der Berliner Zimmerleute, bezüglich ihrer Forderungen eines Stundenlohnes von 50 Pf. und einer neunstündigen Arbeitszeit. In seinem Referate wieg Herr Scitzt auf die unerläßlich gewordene Nothwenvigkeit eines all« gemeinen Anschlusses aller Berliner Zimmerleute an die Orga- nisation hin, nachvem in der bekannten jüngsten Metsteroer- sammlung im Architektenhause sogar die Meister dies als wünschenswerth und nothwendig bezeichnet hätten, daß alle Gesellen eine feste Organrsation bilden, um durch dieselbe den Bundesmeistern, welche die Gesellenforderungen bewilligen würden, eine G«rantie dafür zu biete--, daß auch die dem Bunde(der Innung) nicht angehörenden Meister und Arbeitgeber den Gesellenforderungen nachkommen. In der varouf folgenden Diskusston sprachen fich alle Redner für die Aufrechthaltuna und energiiche Durchführung jener Forderungen, gleichwie für den Bettritt aller Berliner Zimmerleute zur Organisation des Verbandes deutscher Zimmer« leute auS, worauf die Versammlung einstimmig eine Resolution annahm, durch welche fie fich mit den Beschlüssen der beiden großen Generalversammlungen der Berliner Zimmerleute(im Buggenhagen'schen Saale und in der„Tonhalle") einverstanden und an denselben festhatten zu wollen erklärte. Hierauf referirte Herr Nix üb-r die vorzunehmende Gründung eines Lokalver» bandes für Berlin 8., worauf die Versammlung nach einer kurzen, dem Referenten durchweg zustimmenden D'.Skusston dem» gemäß beschloß und die provisorische Konflituirung deS neum Lokalverbandes für Berlin 8. vornahm. Demselben traten so- fort über 60 Mitglieder bei. Seine erste Versammlung wird am nächsten Donnerstag, den 4. d. M., bei Ebertbach, Kott» buser Damm 60, stattfinden. Eine große Generalversammlung aller Berliner Zimmerleute wird am Sonntag, den 7. d. M, Vormittags abgehalten und Nähere» noch bekannt gemacht werden. br. Eine öffentliche Versammlung der Metallschietfer und verw. BerufSgenoffen fand am Montag im Louisen» städtischen KonzerthauS unter der Leitung des Herrn Knüppel statt. AlS erster Gegenstand stand auf der Tagesordnung:„Der Streik in der Wolther'schen Werkstatt." Nachdem der Vor- fitzende ein Schreiben des Herrn Wolther verlesen, ln welchem derselbe unter Hinweis auf seine in Nr. 26 des„Berliner Volksblatt" abgegebene Erklärung die an ihn ergangene Ein» ladung zu der gegenwärtigen Versammlung ablehnt, leitete. Gottfritd Schulz durch ein kurzes Referat die Diskusfion ein. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Metallschleifer bei der vor acht Tagen abgegebenen Erklärung, für die acht Kollegen, welche einmüthig die Arbeit niedergelegt, weil Herr Woliher ihnen einen Lohnabzug von 20 Prozent angekündigt, solidarisch eintreten zu wollen, stehen bleiben werden, und wies darauf hin. daß, wenn Herr Wolther den Lohnabzug durch« setzen würde, sämmtlickc Jnnungsmeister seinem Betspiele folgen würden. Die Masse der Berliner Metallarbeiter werde es an der etwa nöthig werdenden Unterstützung nicht fehlen lassen, um in diesem Streik den Arbeitern zum Siege zu ver- helfen. Nachdem Herr Quintern stch in gleichem Sinne aus» gesprochen, verlas der Vorsitzende die Erklärung des Herrn Wolther in Nr. 26 des„Berl. Volksblatt", und wteS nach, daß HerrWolther mit dieser Erklärung seinen Zweck, sich zu rechtfertigen und den Streik als ungerechtfertigt darzustellen, in keiner Weise erreicht habe. Es sei von ihm in der Erklärung zuge- geben, daß er seinen Ardeitem zugemuthet habe, stch einen Ab« zug von 20 Prozent gefallen zu lassen. Seine Behauptung, daß im November 1885, wo seine Arbeiter ihn gcnöthigt hätten, eine Lohnzulage von 10 Prozent zu gewähren, der Wochen- verdienst seiner Arbeiter stch auf 33 bis 45 M. und der Durch- schnittsverdienst der vier Arbeiter, die das ganze Aahr bei ihm gearbeitet haben, auf 32,25 bis 33,65 M. stch belaufen habe, sei unwahr. Der Wochenverdienst habe in der Zeit von Januar biS Juni 15 bis 17 M., vom Juni bis Oktober ca. 25 M., in den 6 Wochen vor Weihnachren ca. 30 M. b< tragen. Wenn Herr Wolther sage, er habe keinen Grund, die neu angenommenen Arbeiter wieder zu entlassen, so könne Jeder, der diese Arbeiter kenne, dies nicht ernst nehmen. Wenn er diesen Leuten, wie man sagt, 33, 30 und 27 M. wöchentlich gebe, so müsse er Geld zusetzen, und werde er die Werkstatt bald schließen müssen.— Nachdem dann ein Antrag, dahin« gehend, den Streck fallen zu lassen, die 8 Kollegen aber zu unterstützen, so lange ste keine Arbeit bekommen haben, ener» aisch zurückgewiesen worden war, wurde einstinmig eine Resolution angenommen, in welcher die Versamm- lung stch mit den Ausführungen des Referenten einverstanden, den Streik für gerechtfertigt erklärt und stch verpflichtet, voll und ganz für die streikenden Kollegen einzutreten.— In Be» zug auf solche Kollegen, welche Unterstützung von der Lohn» kommisston beanspruchen, weil ste sonst stch aenothigt sehen würden, bei Herrn Wolther einzutreten, wurde beschlossen, daß 8V% Uhr präzise, in der„Urania", Wrangelstraße 9 und 10. Tagesordnung: Wie stellen stch die Mitglieder des Vereins zu den Kommunalwahlen? Die Stadtverordneten der Arbeiter- partei find hierzu eingeladen. * Große Schneider-versammlung am Mittwoch, den 3. Februar, AdendS 8'/, Uhr, im Louiscnstädt. Konzerthaus, Alte Jakobstraße 37. Tagesordnung: 1. Die Aufgaben der neugewählten Lohnkommisfion. 2. Enthüllungen aus dem Simon Grätz'schen Geschäft, Gertraudtmstraßc, und wie be» zahlt Herr Loiffin, Alle Jakodstraße 75, welcher für. die Firma Jakob Simon, Oranimstraße, arbeitet, seine Arbeiter. * Kranken'Unterstützungs'Bund der Schneider.(E.H.) Versammlung der hiestgen Mirglieder am Freitag, den 5. d.M., Abend?'/*9 Uhr, in Gratweil's Bierballen(oberer Saal), Kommandantenstr. 77—79. Mitgliedsbuch legitimirt.(Siehe Inserat am Donnerstag.) * Verein für Technik und Gewerbe, Mittelstraße 65. Jeden Mittwoch, Abends 8Vi Uhr, Vortrag. Gäste will- kommen. * Zur Beachtung für Töpfer. Die Echcibentöpfer Berlins und Umgegend befinden stch wegen Lohndiffcrenzen mit ihren Meistern in Unterhandlung, eS wird somit vor Zu« und lW S i dw' l mm ... Herrn' 4. Frogetap Gäste' de» zug in dieser Branche gewarnt. I. A.: W 6# Pallisadenstr. 44, v. L * Gewerkschaft der Metallarbeiter Berlins gegend. Große Mitglieder- Versammlung Sonata Februar, Vormittags l0>/> Uhr, im Wedoing- Par! straße 178. Tagesordnung: 1. Vortrag Christensen. 2. Diskusfion. 3. Verschiedenes. — Neue Mitglieder werden aufgenommen. Zutritt. * Fachverein der Mechaniker, Optiker, Uhrm chirurgischer und anderer Jnstrumentenmacher. Mittwoch. 3. d. MtS., Abends 8 Uhr, Gratweil's Bierhallen, Kl» dantenstr. 77/79, außerordentliche Generalversammlung. eSordnung: 1. Abänderung deS§ 10 in der von der örde gewünschten Form. 2. Vorrrag. 3. Diskusfion� Verschiedenes. 5. Fragekasten.— Ouiltungsbuch oder nahmeschein legitimirt. Neue Mitglieder wcrv-n aufgeno - jtr. S< 10. Ziehung d. 4. Klasse 173. König!. Preuß. Lotterie. Lievunq vom». Februar i»«c. Nur die Eewiuue Uder SlU Mor! sind ocu belreffeudeu Nummer» tu Par-nIH-l« beigefügt (Ohne(Sewädr.i 175 82 244 65 94 386 400 566 600 11 88 714 19 50 851 992 1 013 ---------------------- 665(300] � 623 723 102 15 33 34 237 54 68 343 98 406 60[300)...WM W______ 13001 63 840 65(3000) 971 75 2100 88 210 16�330 60 442 98 518 58 84 9 19 91 116 die Streikenden in der Werkstatt Geld gesammelt, wurde ohne Debatte die für Gemaßregelte festgesetzte Unterstützung zuer» kannt. Schließlich legte Herr G. Schulz den Anwesenden dringend ans Herz, daß ste auf daS„Berliner Volksdlatt" abonniren und für dasselbe agitiren möchten. * In der Versammlung der Perlmutter-Arbeiter und Berufsgenoffen, welche am Sonntag Vormittag in Säger'S Lokal, Grünerweg 29 tagte, referirte Herr Hildebrandt über die schlechte Lage der Arbeiter dieser Branche und schlug Mittel und Wege vor, welche eine Verbesserung herbeizuführen geeignet find. An der Diskusston bcthciligten stch mehrere Redner und wurde beschlossen, eine Lohntarif-Kommisfion zu wählen. Ge« wählt wurden die H-rren Brussow, Behr, Endter, Ehlert und Speer(Ausschneide!); Bröckelmann und Pohle(Zusammen- setzer); Salzmann, Lüdtke und RördauS(Schleifer und Polirer); Neumann und May(Eindreher); Brandt(Muschelschleifcr); Gundau und Hocks(Steinschleifer); E. Schulz und Münch (Spiralmacher) und H. Jermer(Graveur). Während der Wahl wurde eine Tellersammlung zu Gunsten der streikenden GlacS« Handschuhmacher vorgenommen, welche den Ertrag von 4,70 M. ergab. Der Vorfitzende, Herr Behr, schloß die Versammlung um 2 Uhr. * Louisenftadtischer BezirkSverei«„Vorwärts". Mitt« woS, den 3. Februar�AbendS 8'/, Uhr, Vereins. Versammlung in Krüger's Salon, Wafferthorstraße 68. Tagesordnung: T. Vortrag des Herrn Prof. Dr. Petri. 2. Diskusston. 3. Ver« schiedeneS und Fragekasten.— Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. * Arbeiter-BezirkS-Vereio„Süd-Ost." Außerordentliche Versammlung am Donnerstag, den 4. Februar, Abendi 644 714 66 812 43 905 15 11500] 8063[300] 76 219 345 405 522 29 623 788 803[3001 15 17 28 99 905 31 91 4063[550] 1300) 79 215 68[300] 336 50 82 612 17 79 755(3001 877 86 902 6082 124 96(300| 98 217 87(3001 336 64 97 402 23[30001 641 766 68[1600) 76 828 32 924 64 6040 102 78 248(3000) 311 76[1500) 413 529 34 616 87 89 757 68 818 7032 58 87 99 163 334[5501 95 414 36 636 64 70 81 728 77 853 948(300) 61 95 8004 21 50 83 176 77 84 86 228 322 23 34 61 67(300) 81 486 87 640 70 723 40[1500) 66 76 844 46 foouo) 62 69 74[560J 77 931*018 100 2 90[300] 317 66 75 623 41 60 56[1. )) 62 69 74[5601 600] 62 70(300) IO063 68 135 56 716 99 985 13001 1O063 68 135 56[300] 226 98 316 ßOO] 490 91 680 605 42 49 ß600] 58 69 75[550] 92 752 53 810 912 54 62 11096 118 238 90 336 438 60 86 514 59 796 862[3601 18006 15[300] 22 55 153 54 69 228 81 339 75 448 95[300] 624[300] 29[300) 50 743[5501851 73 970 76 1 3019 214 50 67 340 11600) 79 86 92 418 20 54 77 542 49 86 636 78(6000) 741 60 808 85 906 27 39 41 42[5501 46 1 4045 233 58 362 78 84 443 83[550] 99 543 99 607 50 75 748(300) 80 891 908 21 33 15120 201 89 96 362 458 609 36 43 I300J 60 86 769[5?0) 832 89 934 62 66 IO002 25 49 53[300| 74 11500) 108(1500) 61 73 211(5501 28 72 358 416[3000) 83 625 66 99[300) 654(300) 716 801 5 32 83 987 17069 75 87 108 71 97 229 72 93(300) 326 90 438 71 528 82[550] 95 606 24 45 46 66 77 85 897[300] 945 1 8013 14 20[300] 90 166 78 89 (300) 259 98 367(300) 98 412 25 628 63 616 730 68 71 87 93 853 915 1300) 80 51 67 64 1*009 168 98[300] 240 58 304 18 56 62 573 99 636 76 80 716[1500] 73 96 800 96 97 900 «0277 88 377 456 69 567 87 97 60 46 98 786 92[550] 806 17 33 47 97 973 93«1016 65 109 11(3000) 35 68 96[300] 202 6 47 337 70 76 82 412 43 62 87 689 696 756[1510] 99 873 84 92 951 66««069 159 94 205 382 429 36 45 83 97 668 95 603 48 53 54 90 701 39 69 77 812 38 41 76 82(300) 97 942«3003 66 94 116 32 57 78 216[300] 60 86 1550) 313 74 417 29 72 93 586 620 46 85 737 878 86(1500) 929 38 43 70 83«4032 66 146(300) 96 208[3001 63 606 24 705 801 88[3000] «5072 83 129(300) 42 56[30 000) 69 9-' 238 341 71 76[550) 99 426 608 10 35 703 1550] 72 828 39[550) 976««005 61 147 60 59 85 90 212 57 92 423 631 703 79 99 801 27 61 931[300)«7145 90 202[30001 21 439 76 620 94 647 60 75 1550) 87 92 813 26 79 986 96«8056 106 71 257 76 82 362 403 29 61 696 677[3001 708(300) 811 13 31 59 79 986 Kriefkaste« der Redaktion. m W. 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Februar. Opernhaus. Die Jungfrau von Orleans. «chausptelvauS. Der Wildschütz, oder: Die Stimme der Natur. Deutsches Theater. Nathan der Weise. Wallner-Theater. Sammet und Seide, Lust- spiel in 4 Akten von OSlar Llumenthal. Slestden?» Theater Denise, Schauspiel in 4 Akten von A. Dumas(Sohn). Belle-Alltanee-Theater. Orpheus in der Unterwelt.__ Friedrich» WilhelmftädtischeS Theater. Lo��nÄdtUcheS�THeater Gastspiel des Direktors 6h. Arbie. sowie des kaiserlichen Original-Japanesm Torikatta. Zum 1. Male; Abracadadra. Teutral-Theater. Der Stabs- Trompeter. »iktoria-Theater. Däumling. Ostend. theater Da« Loos der Armen. ««ertean» Theater. Große Spezialitäten- Vorstellung.__, Theater der ReichShallen. Große Speziali» Verein zur Vertretung der Interessen der Arbeiterinnen. Februar, Abends 8 Uhr, in Donnerstag, den Gratweit'» Kierhallen, Kommandanten» 1 1 Straße 77—79(oberer Saal). Tagesordnung: Innere Vereinsangelegen- betten. Mitgliedskarte legitimirt. Gäste, welche stch als Mitglieder einschreiben lassen, haben Zutritt.|591] Der Vorstand. täten-Vorstellung. Kaufmann's Variete. Zorstellung. «onkordia. Große Große Spezialitäten» Spezialitäten-Vorstellung. Alhambra-Theater. Wallnertheaterstraße 16. Zum 2. Male: Die Brandstifter. Schauspiel mit Gesang in 6 Adtheilungen nach dem Franzöfischen des v'Ardenne von H. Sebald. Vor der Vorstellung: Sr. Komert der tzwwlwpdk. il baden Wochentag« Giltigkeit und find WO Kaiser» Pauora««. In dieser Woche(Thüringen. Zum ersten Male: DaS südl. Frankreich. Hertha-Reise. Karolinen-Jnseln»c. Eine Reis« 30 Pf., Kinder nur 10 Pf. Abonnem. Geschäfts-Eröffnung! Allen Freunden und Feinden, Gönnern und Neidern zur Nachricht, daß ich mit dem heutigen Tage in der Wienerstraße 20 ein Weist- und Bairifch- Bier-Lokal eröffne. Killard pro Stunde 40 pfg. UorziiLliche Speisen zu seder Tageszeit. lchtungsvoll Biesenthal. WWWPr khl von rtn. denn K- W 598 Aug. Ein Zigarrengeschäft wird zu kaufen gesucht. 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