läfft W Schal' WS und U» a'm es H-rr-l? 4. fttagetaft* Gäste r.# Mittwochs len, Koi immlung r von der Diskussto»-- ach oder : aufgeno! iott. rigliche Po» Nr. 29. Donverstag, de« 4. Februar 1886. III. Jahrg. im; WM 32 743 61 »1 mf Brgan für die Interessen der Arbeiter. Das «to,!.„Berliner Volksblatt" Jfe'e fs?6>uh Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei M vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement *wtL Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustrirtcr Beilage 10 Pfg. in der Postzeitungspreisliste für 1886 unter Nr. 769.) Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Kenthstraße 2.— Expedition: Zimmerstraße 44. ■I 6 621 761 «Oi>73■ 0 89 9l> 67 77 I 6" 15501 69L75 31 68 71-y 38 743 M fl SM AK-Ä m na Polllisches. Ü, t�{t Reichskanzler hat bei den verschiedenen Reden, suck„ � Polendebatte gehalten hat, mehrfach den Bcr- jniir**t, die T h e i l u n g Polens für politisch gerecht» ist für einen sehr klugen Streich zu erklären. Das lchr eh'lieressant, als ein solcher Versuch bisher nur it\t% stowacht worden ist. Man weiß, daß seiner tbe. i�bri ch n. von Preußen und Maria UitenW1 fi nur Widerstreben sich dem Rathe ihrer fü«ien„MX �(männer, sowie dem Drängen Rußlands rinersei» L bie Thciluug Polens willigten. Sie sahen lic Ted»,,»®Q<$e für gefährlich an; andererseits trugen fpringt»& nach russischen Maximen mit Polen umzu- "'ird heute nicht leicht als eine kluge und die'on dargestellt werden können, wenn man nicht -� lochen völlig verkennen will. «inx Reichskanzler hat die„Polenschwärmerei" für »lerei und für kindisch erklärt. Nun, eine Schwär» lo»d 2 I Polen ist heute wohl bei Niemanden in Deutsch- Mick"fanden. Man hat alles Mitgefühl mit dem Un- selch. �«an bedauert, daß ein so großes Volk mit einer slöiOii». �kangenheit darauf verzichten muß, ein selbst- - Staatswesen zu bilden. Daß es seiner Zeit ßnj, ROD, welche während des Heldenkampfes der Polen im hch,j eine gewisse Polenschwärmerei verfielen, ist dh§'~ ollein ein Unglück war das gerade nicht und iz �°?pfer von Warschau und von Ostrolenka verdienten dt, t /�hat bewundert zu werden. Hatten doch einige % /ßw* deutschen Dichter das unglückliche, für seine aus russischen Fesseln kämpfende Polen Hit. 18 in ihren Liedern verherrlicht! Hoffeittlich k. fs noch gestattet sein, sich an jene Zeiten zu erinnern, "" von Polen gesprochen wird. Den Standpunkt des Reichskanzlers begreifen wir ivhl. Ein Staatsmann, dem die Freundschaft mit �nd von Werth ist, kann keine polensreundliche Politik |i tn/ denn in diefem Punkt ist Rußland sehr empfind» 1». Der Reichskanzler sagt, wenn Polen noch bestände, V t os seine Zuverlässigkeit erst beweisen. Das mag Zuverlässigkeit Rußlands dürfte denn doch kix v"°ch nicht erwiesen sein. Da, wo die russische und % �fche Grenze zusammenstoßen, sind an beiden Seiten H we Befestigungen errichtet worden, woraus man er- W.aB man weder hüben noch drüben die Möglichkeit % Algerischen Verwickelung alt ausgeschlossen betrachtet. \ T sogar der unmaßgeblichen Meinung, daß die Zu- fllf �"en Krieg zwischen Rußland und Deutschland brin- JeuMeton« Tochter des Bankrotteurs. Roman aus der Gegenwart von e, Gustav Lössel. ■"fletlth ttQt ein naßkalter Herbstabend. Rauch und stiebe! ouf den Straßen der Weltstadt, frühe Dunkelheit ($' feenlne schlanke, dichtverschleierte Mädchengestalt schlüpfte °r.l8 dem Seitenflügel eine« palastartigen Hause» * unX-r. v•.... r..n;--- it— ti:-» sicher ja".-------.. "hin. gonze Tiefe des umfänglichen Grundstückes ein- ouf die Gartenthür zuschritt, wurde die iiil„ Dunffr»o« einem Manne angerufen, welcher so lange uswao,! 8"% Jeojdft Ätallthür gestanden und ihre Bewegungen a. hatte. „"Uen, e zusammen und beeilte sich, vom Hof in den "d, Ki»it �«en. Aber schon die Gitterthür in der ige t*. inne. Von ihrem Rücken her ertönten & Schritte. y> Ei»» 8e7,d«? Antwort!" rief der Mann wieder. K4ä!;„ä�. .nenstr»�. Billig8 ouf�' e'n Mann im Kutscheranzug, blickte ver- .„D e Sprecherin. i,m Verzeihung, gnädiges Fräulein!" stammelte u.«»klich keine Ahnung, daß Sie RXinn,"iickte ihm fest in» Gesicht und da» ließ ihn ver- �«inen, v datte, als er sie erkannte, die Mütze abge- 'eijgin 5- drehte dieselbe nun verlegen zwischen den Wenn noch ein selbstständiges Polen vorhanden wäre, so käme Rußland für Deutschland nicht mehr in Betracht, als etwa die Türkei. Und daS wäre für uns jedenfalls eine angenehmere Situation als heute. Polen als Staat dürste so niedrig stehen, als es wollte, niedriger wie daS heutige Rußland würde e» sicher nicht stehen. Polen würde nicht nur für Deutschland, sondern für ganz Europa eine Garantie des Friedens bilden, denn es hielte Ruß- land im Schach und die ewige Bedrohung des europäische» Friedens durch Rußland würde dann, wenn nicht beseitigt, so doch auf ein anderes Maß zurückgeführt. Wir halten den Gedanken einer Wiederherstellung Polens für keine Utopie; es erscheint uns deshalb so schwierig, weil man eben nicht gewohnt ist, Gebiete, die man einmal besetzt hat, wieder herauszugeben, und weil Rußland sich dem mit aller Macht widersetzen würde. Ge- legenheit zu einer Wiederaufrichtung des polnischen Staates hatte Napoleon 1.; er versäumte dies und beging damit einen sehr verhängnißvollen Fehler, den er schwer zu büßen hatte. Sein Rückzug aus Rußland wäre wohl nicht so verlustvoll geworden, hätte er ein befreundetes Polen im Rücken gehabt. Aber Napoleon hatte die Polen zu oft getäuscht und so blieben sie auch gegenüber seinem Unglück unthätig. Merkwürdig ist, daß alle diejenigen, die sonst bei jeder Gelegenheit von der deutschen Nationalität sprechen, die nationalen Bestrebungen der Polen nicht als berechtigt anerkennen wollen. Das wäre doch eigentlich nicht mehr als billig. Aber die Sache erscheint unS eben hauptsächlich so, daß die Theilung Polens ein Werk Ruß- land» ist. und gegen russische Politik muß sich immer und überall Alles erklären, was freiheitlich und demokratisch denkt. Wir Deutschen sind wahrhaitig nicht dazu berufen, die Leistungen von Katharina und der Czaren Nikolaus und Alexander l. zu preisen und für ihre Aufrechterhaltung zu wirken; unter diesen Leistungen steht aber gerade die Theilung Polens obenan, die ein Fehler war und bleiben wird. Das sagt uns die immerwährende Bedrohung de» europäischen Frieden» durch Rußland deutlich genug. Politische Ueverstcht. Im deutschen Reichstage fand gestern vor sehr leeren Bänken die Berathung der Ausdehnung der Unfallverficherung auf die land. und forstwirthschaftlichen Arbeiter statt. ES ist über die Unfallverficherung selbst so viel geschneben und ge- redet worden, daß in der That von keiner Seite ein neuer Ge- danke hervorgebracht wurde. Der Standpunkt der RegierungS- vorläge, welche Staatssekretär von Bötticher vertheidigte, ent- „Schon gut, Friedrich!" sagte sie mit herablassender Güte.„Ihr seid entschuldigt. Aber ich glaube, man ver- langt nach Euch im Hause." Der Diener verstand den Wink. Mit einer noch- maligen Entschuldigung wegen seine« unberufenen Ein- spruchs entschwand er nach de« Palais, dessen Umrisse durch Nacht und Rebel nur undeutlich erkennbar waren. „Wie unangenehm!" murmelte da» junge Mädchen. Sie zog den Schleier wieder über da« ungewöhnlich schöne Gesicht, au« welchem ein paar große dunkle Augen hervor- schauten, und setzte dann mit vermehrter Eile ihre heimliche Wanderung fort. Der Jahreszeit entsprechend war sie mit einem gefütter- ten Radmantel bekleidet und unter diesem barg sie eine kleine lederne Handtasche, welche der Diener nicht hatte sehen können. Wäre sie nicht die einzige Tochter de« stolzen Patrizierhause» gewesen, welchem sie soeben den Rücken kehrte,«an hätte glauben können, sie sei auf der Flucht begriffen. Das dachte auch auf einen Augenblick der Diener, welcher sie aufgehalten. Aber Erna Eschenbach und auf der Flucht! Der Gedanke schien selbst ihm zu albern, um sich noch weiter damit zu beschäftigen.„Sie wird auf ein Rendezvous gehen", murmelte er.„Nun, von mir hat sie Ruhe. Ich werde sie gewiß nicht verrathen." Er ging in» Hau». Indessen eilt« Erna— so wollen wir von jetzt an die junge Dame nennen— unter den düsteren, halb ent- laubten Bäumen dem fernere» Ende de» Garten« zu. Ihre Schleppe fegte dabei die raschelnden welken Blätter zusammen, mit welchen der knirschende Kiesweg bestreut war.,.,, Auf beiden Seiten von fensterlosen HauSwanden und hohen Mauern umschlossen, an denen sich allerhand Schling- pflanzen emporrankten, fand der Garten seinen Abschluß in einem wenig befahrenen düsteren Kanal, zu welchem eine breite Steintreppe hinabführte. Am Fuße derselben ruhte an einen Pflock befestigt, eine Gondel. Das Kanal- I ufer war zu beiden Seiten der Treppe mit einer lebenden ! Hecke umzogen. fernt sich nicht weit von dem in der Vorlage vom vorigen Jahre eingenommenen. Die damalige Vorlage wurde einer Kommission überwiesen, die sie durcharbeitete. Der Entwurf gelangte aber nicht mehr an daS Plenum zurück. Die meisten Redner erkannten die Nothwendigkeit der Ausdehnung an, auch der Redner der SozialdemokraUe, Herr Frohme, der erklärte, daß schon bei der ersten Berathung des Unfall- verficherungsgesctzeS gerade die Sozialdemokraten diese Aus» dehnung auf land« und forstwirthschafiliche Arbeiter gefordert hätten. Daß die Verquickung des Unfallgesetzes mit dem Krankenkassengesetz, daß auch hier die 13 wöchentliche Karrenz» zeit wieder«ingeführt werden solle, sei sehr zu bedauern. Gut wäre es, wenn im allgemeinen Unfallverficherungsgesetz die be» treffende Bestimmung geändert würde.— Das Gesetz wurde einer Kommission überwiesen. Der Hering ist bekanntlich eins der nützlichsten Thiere; er ist zu einem fast unentbehrlichen Nahrungsmittel der minder begüterten Klassen der Gesellschaft geworden und man begegnet ihm in den verschiedensten Gestalten fast, auf dem ganzen Erdenrund. Sein Korpus erduldet die verschiedensten Mani- pulationen, er wird gesalzen, geröstet, gesäuert, geräuchert und gekocht, kurzum: man kann ihn in der verschiedenartigsten Weise frultifiziren. Aber trotz alledem bat selbst die kühnste Herings- seele wohl niemals auch nur zu träumen gewagt, daß sein Ge« schlicht vereinst berufen sei, den Beweis für den steigenden Volkswohlstand zu liefern. Und dennoch ist es so gekommen. Vor einigen Tagen verkündete Herr Staatssekretär v. Burchard im Reich! tage, daß der Wohlstand der Massen gestiegen sei; zum Beweise hierfür berief er sich u. A. auf vie Zunahme des Imports von—Salzheringen. Derselbe habe 1870—1874 2'/, Kg., 1880—1884 aber bereits 2,85 Kg. pro Kopf betragen. Wie der Herr Staatssekretär aus dem gestiegenen HcringStmport eine Zunahme deS Volkswohlstandes folgern kann, ist für jeven, der sich in Vollikreisen bewegt bat, ganz unerklärlich. Vielleicht schwebten ihm Bilder auö seiner Stu- dienzett vor, während der er wohl Gelegenheit hatte, zu sehen, wie seine Kommilitonen nach lustig durchkneipten Nächten den „Harung" als eine Delikatesse betrachteten. Ander« liegt die Sache aber bei der ärmeren Bevölkerung. Für diese ist der Salzhering die ultim» ratio, das letzte Mittel, zu welchem sie in der Regel nur dann greift, wenn es ihr unmöglich gewor» den ist, ein Stückchen Fleisch herbeizuschaffen. Deshalb wird auch der Salzhering in jenen Gegenden(sächsischen und schle- fischen Weberdifirikren)«n maase konsumirt, wo die Armulh sich in ganz besonderem Maße geltend macht und daher ist die Zunahme deS Konsums von Salzheringen daS sicherste Zeichen, daß die Lebenshaltung der großen Masse des Volkes eine schlechtere geworven ist. Ein netter Peter scheint Herr Peter Schwuchow» seines Zeichens Reoafteur der nationalliberalen„Badischen Landeszri.ung" zu sein. Dieser findige Kopf hat eine N o« velle zum Reichspreßgesetz entworfen und sie einer Erna wendete sich rechts von derselben zu einer Stelle, wo die Gartenmauer von einer niedrigen Thür durchbrochen war. Diese bestand aus starken Holzplanken und war mit Eisen beschlagen. Sie hatte den Schlüssel zu der Thür schon in der Hand gehabt und steckte denselben hastig in» Schloß. Sie konnte ihn aber nur mit großer Anstrengung herumdrehen, ein Beweis, wie selten die Gartenpforte von den HauS- angehörigen benutzt wurde. Es gab einen häßlichen kreischen- den Laut, als Erna sie öffnete. Eine menschenleere, gewundene Gasse zeigte sich jetzt ihren Blicken. Dieselbe führte an der Mauer entlang zum Wasser hinab. Sie war mit alten baufälligen Häusern dicht besetzt und äuße'st mangelhaft beleuchtet. Durch die kleinen schlecht beglasten und zum Theil mit Papier ver» klebten Fenster drang auch wenig Licht. ES war eine ver- rufene Gasse. An die Palastmauern lehnten sich hier die Hütten der Aermsten unten den Armen an. In einer Weltstadt sind ja oft daS tiefste Elend und der üppigste Luxus nur durch eine— Wand geschieden. Nachdem Erna die Schwelle überschritten und die Gartenpforte hinter sich verschlossen hatte, steckte sie den Schlüssel zu sich. Dann hastete sie die stille Gasse entlang, in welcher ihre leisen eiligen Schritte ein schallende« Echo erweckten. Die» ängstigte sie; denn jeden Augenblick konnte sich eine der verschlossenen Thüren öffnen, um einen der frechen Unholde hervorzulasseu, die hier mit den Armen gemeinschaftlich hausten. Sie schlug den Schleier zurück, um besser sehen zu können, und erst, wo da« Gäßchen in eine belebte Straße mündete, ließ sie ihn wieder fallen. Hier hielt sie einen Augenblick ihren Schritt an, um Athem zu schöpfen und noch einmal nach allen Seiten zu spähen. Dann bog sie hastig in die helle Straße ein. Nach kurzer Wanderung begegnete sie einem leeren Miethswagen, der im Schritt vorbeifuhr. Sie rief ihn an. „Nach dem Nordbahnhof— rasch!" flüsterte sie dem zum Trottoir herangefaarenen Kutscher zu. Em großes Silberstück, welches sie ihm in die Hand drückte, machte Reiht von Reichstag?mitgliedern zugehen lassen. Der Ber« faffer gebt von der Anstcht auS,„daß die Redakteure politischer Blätter keineswegs ausnahmslos geistig, sittlich und beruflich befähigt find, ihres für die VollSvildung so wichtigen Amtes geeügend zu walten." Er will diesem Uebelstande durch obligatorische Einführung eines BefähigungS« Nachweises abhelfen, der vor einer aus drei Redakteuren und einem RegierungSlommiffar mit berathender Stimme be- flehenden journalistischen PrüfungS-Kommisfion abgelegt wer« den muß. Di« gleichfall« nationalliberale„Wormser Ztg." bemerkt zu der Nachricht:„Von dieser Seite(d. h. von Herrn Schwuchow) hätten wir dergleichen am allerwenigsten erwar- tet." Nun, die„Wormscr Ztg." möge fich beruhigen: Herr Schwuchow ist ja nicht so unvorfichttg gewesen, rück« wirkende Kraft für seine Prctzgesctznovelle zu beantragen. — Welche herrliche Perspektive würde flch den Redakteuren der ovoofitioncllen Presse eröffnen! Ihre Opposition wäre ja schon der deutlichste Beweis von ihrer Unfähigkeit. Bezüglich der Verlängerung des Sozialistengesetze« meint die„Franks. Ztg.":„DaS Zentrum giebt dies Mal wie daS letzte Mal für die Verlängerung des Sozialistengesetzes den Ausschlag. Stimmen wieder ungefähr 50 Mitglieder für die Freistnnigen, die Sozialdemokraten, die Volkspartei, die Welsen und Polen. Daß da« Gesetz wirklich auf 5 Jahre verlängert werden sollte, ist kaum anzunehmen, dafür wird da« Zentrum nicht zu haben sein. Bi« vor Kurzem hielt man es in par» l«mentaiischen Kreisen für unwahrscheinlich, daß fich für die Verlängerung wieder eine Majorität finden werde. Seitdem aber das Verhältniß des Zentrum« zum Reichskanzler fich so scharf zugespitzt hat, nimmt auf Grund von Aeußerungen der Zentcumsmitglieder die Anficht überhand, die Verlängerung werde abgeleynt werden. Die Majorität für die letzte Ver- längerung ist hauptsächlich durch die Furcht vor einer Auf» lösuna de« Reichstage« zu Stande gekommen. Dieimal liegt die Situation günstiger. Die Ovvofitionsparteien dürsten Neuwahlen, die fich unter der Parole des Branntweinmono- pols und de« Sozialistengesetzes vollziehen, gewiß nicht zu scheuen haben." Die neue Börsenfteuer scheint die hohe Einnahme, welche man auf konservativer Seite von derselben erwartet hatte, bei Weitem nicht bringen zu wollen. Bei Berathung der Novelle war der au§ der Besteuerung der Kauf, und sonstigen Anschaffungsgeschäfte zu erwartende Ertrag auf min« dcstenS 12 Millionen Mark jährlich geschätzt worden. Diese Summe ist auch in den Reichsetat für 1886/87 eingestellt. In den drei ersten Monat, n seit dem Inkrafttreten des Gesetzes tOktober-Dezember 1885) find jedoch nach der„Ueberstcht der Einnahmen an Reichssteuern für die Monate April bis ein« schließlich Dezember 1885" für die bezeichneten Geschäfte nur 2 050 000 M. aufgekommen. Nach diesem Resultat wird auf eine Jahreseinnahme von 82OOO0O M. au« der Börsenfteuer gerechnet werden dürfen. Bringt man davon noch die 2 300000M. in Abzug, welche schon bisher im Durchschnitt jährlich auS der Besteuerung der Schlußnoten vereinnahmt worden find, so ver» bleibt für die Retchskaffe eine Mehreinnahme von noch nicht einmal 6 Millionen jährlich.— Wir haben schon bei Berathung des Börsensteuergesetze« darauf hingewiesen, daß die Börfianer Mittel und Wege finden würden, die Steuer zri umgehen. Und wo sie dieselbe zahlen müssen, wird es ihnen nicht schwer fallen, den Betrag auf die weniger rapitalkräftigen Elemente abzuwälzen; schließlich wird e« rmmer die brate Masse de« Volkes sein, welche auch diese Last auf seine Schultern nehmen muß. Dem Züricher„Sozialdemokrat" entnimmt die„Etber- felder Ztg." folgende interessante Mittheilung:„In der Streitsache der Genossen Viereck und Schönlank hat auf An- trag des letzteren in München ein Schiedsgericht stattgehabt, zu welchem auf Wunsch Münchener Parteigenossen der Frak« tionsoo: stand der sozialdemokratischen Partei im Reichstage eines seiner Mitglieder als Obmann delegirt hatte. Das Schiedsgericht wurde außerdem aus vier Münchener Parteize. nosscn, von denen die Parteien je zwei ernannt hatten, gebil- del. Genosse Viereck stellte den Antrag, Schönlank av.S der Partei auszuschließen, während Schönlank sänerseits bean tragte, Viereck zu veranlassen, die von demselben gegen ihn in der Leffentlichkeit ausgesprochenen Beschuldigungen öffent« lieh wieder zurückzunehmen. Nach Anhörung der Parteien, die ihre Antröge begründeten, und nach Vernehmung der Zeugen lehnte das Schiedsgericht beide Anträge ab, da die gegen Schönlank gerichteten Anklagen eineStheils nicht erwiesen, an- dermheils nicht schwerwiegend genug seien, und da ferner Vierecks Beschuldigungen gegen Schönlank durch eine Reihe von zusammenwirkenden Umständen und durch gewisse, von Schönlank nicht bestrittene Leichtfertigkeiten seinerseits erklärlich seien. Dann wurde noch ausdrücklich bemerkt, daß in dem Verhalten Schönlanls, die erwirkten Strafen„abzusitzen", eine die Ehre schädigende„Finanzpolitik", wie fie ihm von Viereck vorgeworfen ist, nicht erblickt werden könne. Da« Schiedsge- ihm und seinem dürren Klepper Lust, ihrem Wunsche nach besten Kräften nachzukommen. Das Pferd zog rasch an, und nach einem letzten flüch- tigen Umblick auf beiden Seiten, wobei sie offenbar nicht« Verdächtige« bemerkte, drückte sich Erna mit einem erleich- terten Aufathmen in die Wagenkissen und schloß die Augen. Etwa eine Stunde nach dem eben geschilderten Vor» gange ging der Kommerzienrath Eschenbach in heftiger Er- regung in seinem Privatkabinet auf und nieder. Er war ein Mann in der Mitte der Vierziger, groß, korpulent und cholerischen Temperaments. Das etwa« gallige Gesicht spiegelte neben großem Selbstbewußtsein auch sehr viel Stolz. Man sah es dem Kommerzienrath an, er war auch einer von Jenen, welche sich gern an die Brust schlagen und sagen:„Ich danke Dir Gott, daß ich nicht bin wie andere Leute." Und da« konnte er wohl mit eini» gem Rechte von sich sagen, er, der„große" Bankier Eschen- bach, zu welchem man mit Neid und Bewunderung auf- blickte. Man sprach viel von seiner Wohlthätigkeit, da er seine Gaben wie der Pharisäer öffentlich spendet«; dagegen tadelte man ebenso laut seine Ungeselligkeit. Er empfing in seinem großen, prächtigen Hause niemals Gesellschaft und besuchte auch keine solche. Die Einen nannten ihn einen Geizhals, die Anderen einen Menschenfeind, und Beides stand doch im Widerspruch mit seinen reichen Spenden an die Armen. Diese nannten ihn ihren Wohlthäter. Die vielen Falten und Furchen in dem Antlitz deS Genannten aber sprachen von einem geheimen Kummer oder Aerger, der ihn verzehrte. Sein spärliches Haar war schon vollständig ergraut. Der Hausarzt hatte ihm wegen ferner apoplektrschen Neigungen jede Aufregung verboten. Aber er war immer aufgeregt und heute mehr denn je. Seine Hände hatte er auf dem Rücken gekreuzt; seine ärgerlich blitzenden Augen studirten eifrig das Teppichmuster, al« wenn sie darin nach kleinen Webefehlern suchten._ f, „Pah! Mag sie geh'n und thun wa« sie für recht hält," brummte er.„Ich werde sie gewiß nicht aufhalten, nicht zurückrufen. Ich weiß auch, was ich zu thun habe richt erklärte sodann noch, daß es den beiden Parteien unter- sagt werden müsse, fernerhin Beschuldigungen in der Oeffent- lichkeit gegeneinander auszusprechen." Die offizielle Propaganda für da« Branntwein- Monopol verlegt fich jetzl darauf, den Gastwirthen da« Mono- pol als da« kleinere, die Lizenzfleuer al« daS weit größere Uebel darzustellen. Die„Verl. Pol. Nachr." schreiben: „Wir haben neulich bereits darauf aufmerksam gemacht, welche schwerwiegende Folgen die Ablehnung der Branntwein- Monopol« Vorlage für die Schankwirthe haben würde. Die Rede des Reichskanzlers im Abgeordneienhaufe bestätigt die Richtigkeit unserer Diagnose; Jürst Bismarck hat in derselben ausdrück.ich havorgehoben,„es werde für die Schankwirthe nützlich kein, zu erwägen, daß, wenn eS gelänge, den Monopol« ström aufzuhalten, man sich naturgemäß in Preußen gegen fie wenden werde, und zwar nicht nur gegen diejenigen, die Branntwein ausschänken, sondern gegen das Gewerbe im All- gemeinen." Die damit in Aussicht gestellte Lizenzsteuer wird den Bierwirth mit betreffen und den Branntwewschänker jedenfalls dedeutend schlechter stellen, als da« Monopol es thun würde. Bei Einführung deS letzteren steht eine Entschädigung für diejenigen, welche bisher im Schankgeweide beschäftigt waren, in sicherer AuSficht. Die Einführung einer Lizenzsteuer würde selbstredend keine derartigen Entschädigungen gewähren, wohl aber zu einer sehr erheblichen Herabminderung deS Gewinns im Echankgewerbe führen. Der im Jahre 1882 dem preußischen Landtage vorgelegte Gesetzentwurf wegen Besteuerung des Vertriebs von geistigen Getränken hatte eine Abgabe nach Maßgabe des Werihes des Absatzes in Vorschlag gebracht. Der muthmaß- liche Gesammtertrog berechnete fich danach auf zirka 4'/» Ml« lionen Mark. Soll eine Lizenzsteuer einen Ersatz des Mono- polS schaffen, so wird man die Abgabe mehr wie verzehn- fachen, also etwa auf 100 M. per Hektoliter hinauffetzen müssen. Unter der Herrschaft der Branntwein- Monopolvorlage würde das Liter Branntwein den Konsumenten zwei bis drei Mark kosten; die Einführung einer Lizenzsteuer würde den Preis des Branntweins zu einer annähernd gleichen Höhe schon in der Hand des SchankwirthS heraufschrauben. Bei dieser Androhung ist zunächst nicht zu übersehen, daß Art. 35 der Reichsoerfassung bestimmt:„daß Reich ausschließ« lich hat die Gesetzgebung über.... die Besteuerung des im Bundesgebiete gewonnenen Tabaks, bereiteten Branntwein? und Bieres ac." Auf Grund dieser Bestimmung wurde schon 1832 die VelfassungsnMigkeit einer preußischen Besteuerung von nur zwei bis drei Prozent des Umsatzes in den genannten Artikeln bezweifelt. E« bedürfte daher zuvor erst näherer Prüfung, ob es ohne Verfassungsverletzung überhaupt möglich ist, mit Hilfe deS Abgeordnetenhauses dem Branntweinmo- nopol durch eine hohe Lizenzsteuer vorzuarbeiten. Ueber die Härten der Ausweisungen wurde bekannt« lich im Adgeordnetenhause lebhaft Klage geführt. Während die RegieninaSverireter diese Härten bestritten, hielten die Gegner der Maßregeln ibre Bebauptungen in den meisten Jällen aufrecht. Der„BreSl. Morgenztg." wird jetzt aus Berlin folginder Fall berichtet, für den der Einsender die Bürgschaft übernimmt: Vor 23 Jahren starb hier in Berlin ein Russe(Jude) und hinterließ Frau und mehrere Kinder. Wohlthätiae Leute nahmen fich der Verlassenen an. Die älteste Tochter, ein Mädchen von drei Jahren, wurde in einer Familie erzogen, und ernährt fich seit einer Reihe von Jahren als Ver« käufcrin in einem Weißwaarengeschäft. Ich kann für den musterhaften Lebenswandel der jungen Dam; eintreten. Diese nun ist ausgewiesen worden. Man ließ ihr zuerst 48 Stunden Zeit, dann wurde die Frist auf 4 Tage ausgedehnt— daS war alles; Knall und Frll brachten ihre Freunde, der Prinzipal an der Spitze, die Mitlel auf, um die Uederfahrt nach Amerika zu ermöglichen, und dort fitzt fie nun w hl jetzt schon in ftemdem Lande, den Zufälligkeiten preisgegeben, die fie nicht vorher zu berechne, i vermag. Sie hat fich von ihrer Mutter trennen müssen, ober wohl nicht auf lanae; denn auch diese hat schon die Äuswasungsmdre— obwohl fie niemandem zur Last fällt— und hat nur Ausstand erhalten, weil ste ärztlicher- seits bezeugen lassen konnte, daß ihr noch verbliebenes Kind krank ist und nicht reisen kann.— Das Blatt fügt hinzu: In ,Xinkel Toms Hütte" ist bekanntlich die ergreifendste Seite der Schilderungen, die Härle, mit der die unglücklichen Sklrven von einande: gerissen werden: da« Weib vom Manne, die Kinder von der Mutter. Auf Grund de« Sozialistengesetze« macht der„Reichs« anzeiger" folgendes bekannt: Nachdem da« auf Grund des Reichsgesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 seitens des Großherzoglich Badischen LandeSkommiffar« unter dem 19. August 1885 erlassene Verbot der„Vereinigung der Metallardeiter Deutschlands", welche« sich auch auf 1) die Mitgliedichaft Berlin I, 2) die Mitgiievjchaft Berlin, im Osten, 3) die Mitgliedschaft Berlin, im Süden, und 4) die Freie Vereinigung der Former Berlins und Um« liegend erstreckt, endgilttg geworden ist, wird daS Liquidationsverfahren und was ich mir und der Welt schuldig bin. WaS sie mir heute bot, war ihr AergsteS, und ich will doch einmal sehen, wer al« Sieger aus dem Kampfe hervorgeht I" Er kniff die Lippen fest zusammen und wanderte eine Weile schweigend weiter. „Aber halt!" sagte er plötzlich— wobei er gleichzeitig stillstand—„:« ist vielleicht doch besser, auch das noch——" Er brach kurz ab und schritt zu seinem großen, ge- schnitzten Schreibtisch, dessen Aufsatz bi« zur halben Wand- höhe emporragte. Nachdem er Pipier genommen und fich gesetzt hatte, begann er eifrig zu schreiben. „Man kann nicht wissen" murmelte er zwischendurch —„und jetzt, wo noch alle ihre Worte frisch in meinem Gedächtnisse find, will ich zu Papier bringen, wa« noch ein- mal ein unschätzbarer Bewei» für mich und gegen sie wer- den kann. Die Entdeckung ist nun unvermeidlich. Aber ich will sie noch so lange al« möglich hinau«schieben und mir inzwischen eine papierne Rüstung bauen, die jedem auf mich gerichteten Giftpfeil die Spitze brechen soll." Er schrieb etwa eine Viertelstunde lang und zwar mit einem Eifer, der ein neuer Bewei« für seine heftige innere Erregung war. Nachdem er dann da« Geschriebene noch einmal durchgelesen und mehre kleine Korrekturen gemacht hatte, erhob er stch und nickte befriedigt. „Das spricht ihr da« Urtheil!" sagte er. Neben seinem Schreibtisch stand ein großer, feuer- fester Geldschrank, in welchem die Schlüssel steckten. Er öffnete diesen und entnahm dem dunklen Innern mit kundi- gem Griff ein wohlgefüllte« Pergament-Kouvert. Dasselbe war lang und schmal, nur an dem einen Ende zu öffnen und hier mit einem Siegel geschlossen. Es enthielt offenbar groß« Werthe, denn da« kaum ge- hauchte Wort:„Unschätzbar!" entschlüpfte, indem er e« hervornahm, den Lippen des Kommerzienrath«. (Fortsetzung folgt.) üfi'r die genannten Mitgliedschaften und Vereinigung«»! wngen" de öffnet, uno in Gemäßheit des§ 7 genannten ReuhiM all solche c hierdurch zur öffentliches Kenntniß gebracht, daß zum w Einem dator der unter 1, 2, 3, 4 genannten Mitgiiedschaften'• Dienstag n freien Vereiniau-'g der Königliche Kiiminalkonw", nommen. von Raumer, Moltenmarkt 1, Zimmer 18 Hierselbst«p worden ist. Gegen Hierauf Bezug nehmend, werden diejenigen, welch« � die Brünne verbotenen Mitgliedschaften und Vereinigungen gegenüb-r v Wülfte binvlichkeiten zu erfüllen oder Vermögensodjekte dersclt� die Tudfind Bewahrsam haben, oder Forderungen an diesilben zu M ttiaii- � q vermeinen, hierdurch aufgefordert, ihre Verpflichtungen,' durch g.»*, ziehungSweise Ansprüche�brnnen 14 Tagen bei dem Liq� träft« einen rli w flotter 5 »afte aus> Bttifen gel, Durchaus n Fabrikai jung des A S? anstünde{ Kriminalkommissar von Räumer, anzumelden. � Die innerhalb obiger Frist sich nicht meldenden Ttofl...„ werden aller etwaigen Vorrechte verlustig erklärt, un»° Arbester vo ihren Forderungen nur an dasjenige, was nack LestW; nehmer ene: der fich meldenden Gläubiger von der Maffe noch ss Zeit des S bleiben sollte, verwiesen werden. Berlin, dm 27. Januar-" Königliches Polizei-Präfidtum. von Richthofen. Württemberg wird also vor der Hand keinen lieferungs vertrag mit Rußland schließen, will der Stuttgarter„Beobachter" aus zuoerläsfizer Oucl» fahren haben, daß an solcher Vertrag bis jetzt nicht.«? scdlossen ist und auch keine Verhandlungen darüber � Schwede find. Bisher wurde es als ziemlich sicher 0% men, daß Württemberg in dieser Frage dem Beispiele Befolgen werde. Dresden, 31. Januar. Die der zweiten Kammer hat jetzt Bericht Entwurf eine« Gesetzes, betreffend die p o l i z. Ausweisungen, über den wir seiner Zeit berichtet Da Entwurf war mittlerweile zur Berathung an d«Ä Kammer gegangen, wo derselbe nach einer sehr oba(% Vorberathung einer Deputation überwiesen wurde, W, selben bald darnach noch mit einer Verschlechte, des Regierunasmtwmfes wieder vor dai Plenum brwL dort ohne Widerspruch zur Annahme gelangte. 2W« schleckterung bestand darin, daß die erste Kammer besW mss 5s künftig auch diejenigen ausgewiesen sollten werden kijwC .................. Von der ersten Stammfl innerhalb da letzten fünf Jahre wiedaholt mit Frei! also ohne Rückficht auf ihre Dauer und den Grund rn strafung, verurtheilt wurden. die so abgeänderte Vorlage zweite Kammer, wo fie direl Öf überwiesen wurde. Letztae hat Kamma zugestimmt insofern, daß die Ausweisung der Gesetzgedungs s der Aenderung K i « aller FreihKtsstraten erfolgen kann, die wegen 21% oder Vergehen innerhalb der letzten fünf Jahre ss, wurden. Wegen Verbrechen, Vergehen oder P, tretungen soll fie stattfinden können, wenn � einem Jahre wiederholt, und zwar wenigstens eirn� Freiheitsstrafe bestraft wurden. Besteht die zweite B«? in einer Geldstrafe, so zählt ste mit, wird fie in(%' oder Haftstrafe, weil die Geldstrafe nicht beizutreiben gewandelt, so soll fie nur der Haftsttafe gleich zu Wichtiger find die Aenderungen, welche die Deputats dem§ 3 der Vorlage vorgenommen hat. Nach letzter«� von ver Ausweisung auf dmjmigen Ort kein Geb!" macht werden, an welchem da Bestrafte nach vollende Lebensjahr 2 Jahre lang, von der Bestrafung zurückg« seinen gewöhnlichen Wohnste gehabt habe, sofern va- enthalisoerbot die Vernichtung seiner wirthschaftliche« zur unmittelbaren Folge haben würde. Darin sollte eingerechnet werden d e Zeit, während welcher der Bessin össenilichen oder privaten Mitteln unterstützt worden eine Freiheitsstrafe verbüßt, oder fich in der VawahH# Korremonsanstalt befunden hat. Die Deputation fem daß von der Ausweisung aus dem Orte deS vor?' strafung inneaehabtt n AufentbalteS abgesehen werden r.i a) bei Ehefrauen, die mit ihren Ehemännern in' Gemeinschaft stehen, dann, wenn die Ausweisung die dieser Gemeinschaft zur Folge haben würde; b) bei Personen, welche am Orte in ehrbarer vfj Gemeinschaft mit anderen Personen stehen und von t Unterhalt oder Pflege ganz oder theilweise unentgw''» hallen, dann, wenn fie durch die Ausweisung dies«« stützung verlustig gehen würden; � » ZS. vi o) bei allen destraften Personen dann, wenn der halt am Orte zwei Jahre oder longa ununterbrochen ß hat und mit einem ständigen ehrbaren Erwerb verbuk wescn ist. In der unter c. gedachten zweijährigen Frist soll« n'cht eingerechnet werden, während deren die bestraft«� öffentliche Armenunterstützung bezogen oder eine Freih«� lucuuuuifiu�ung vcguHcn uvci cuic verbüßt oder fich in der Verwahrung einer Korrektion? befunden habe. Endlich wurde von der Deputation � Ü en 5 «r nah! «ordnun ».'ÄS teft8« ter W SÄä daß, wenn der Aufenthalt an dem neuen Orte von dej� mindesten« 15 Kilometer entfant sei, eine neue A%% i?'(nS ---- nicht eine neue BestrafA dej� bis nicht stattfinden dürfe, § 2 hinzugetrcten sei. wenn Diese Bestimmungen Aus Kunst und Zede% fc&ft Im Walhalla-Theater steht heute Donnerstags. �0 "en », 1 Ä" Angot", am Freitag�„Don Cesär" und am Sonntag � seitrgeS Begehren„Nanon" in Szene. Im Ostend Theater findet die bereits angekünbH '' Mti-lfiud-nt von Berlin" nm malige Aufführung„Der Bittelstudrnt Weiß als Kiapphorn definitiv Freitag, den 5... DaS Stück ist mit neuen KouoletS und Klapph versehen und dürfte stcher wieder seine bewährte Zug' üben. d Der Einzug der Operette in daS B.-lleall-ance� ist von der Pr.ss; unv dem Publikum freundlichst word.'N; auch die Reprise von„OrpheuS in der 1-." � war von einer zahlreichen beifallslustigen Zuhörecschal� Hrute und die folgenden Tage stnat Irl. Koch Vtc P „Euryvice". Eine Engelmacherin. Die Neupester Polizei � Person da auS Uj« Erdöfalu gebürtigen Marie Engelmacherin der gefährlichsten Sorte ausgeforscht- z betrieb die„Engelmacherei" als regelmäßigen J erhielt die Kinder zumeist aus Budapest von Fischer in Am nrnschaft geliefert. Die Vermittlerin!'� das Ableben der Kinder sozar bestimmte Gelvp�� Ausficht. Das Geschäft de? KindeSmordcS scheint florirt zu haben. Die Hoivath gestand jüngsten Zeit sieben Kinder aus der!" Durch Vi- Inhaftnahme der Horoath fingt Frl. Koch die*miri i � einer gSTi S.h Ri 0! Ue! Unbnt'"elchei rn %###! licheS Kind dem sschaen Tdde entrissen. da« Ableben dieser Kinda der Honmth an- 50 Gulden zugesagt worden. Fiüha wohnte die L.. i der Hauptstadt, vor �~" nach Neupest, wo ste..... zu können glaubte. Die Horoath wird nach abg« die, Untersuchung dem Strafgerichte übergeben werden.. M-WoZ,'. 4.(J Trockenlegunst dt« Zuidersee«. In Holla" a#ni�_ Erbest tigt man fich� jeyl erfrig mit dem wichtigen Plan �""fii legung des Zuidersee«." Aus Amsterdam nrfrd�b.� gcndes geschrieben:„Die Trockenlegung deS%%?tz bei In kanntlich schon 1348 zur Sprache gebracht und l8o �|'«ttn ß,,. Ingenieur Beyserinck in einem Plane bearbeitet, vi dem der Ingenieur Stieltjes einen anderen P a» m■' worfen, 1877 unter dem Ministerium Heemskerk Aj stände eines Gesetzentwurfes gemacht. Die Reg'e«»* r Rechts zß zum»Z iiedschaftea' imtnaltowl ierselbft Min des R-gierungkcntwurfs: ste charakteristren aber gerade beschl«. Wiche Blatt dem Anschein nach glaubt. 8m, r. Die Maßregeln des französischen KrieaSministerS lornir fn1 hoben zu einer längeren Debatte in der Deputirten- Veranlasiuna aeaeben. Die revublikanischen Blätter zte. «er den kSi»� tFrev Grund n Kai smäß rngS mng s« -°°"Ä wenn d? ms eine», veite e in Gr treiben i zu aA f Depula� -ch letzter� i G-bra� vollendr� ; zurück� ofern dal, aftlichenM sollte der Besttf vorden W ierwah/w!', ttion ««anlaffung gegeben." Die republikanischen Blätter «im.!,» besondere darauf aufmerksam gemacht, daß in den Re- ?.""NNelN.«..T*. 1« W SRirnrM« ir ein«« welche in der Normandie ' S» des Miettl l'N, weitm Umkreise ' von Paris stehen, läßig große Anzahl unter denen der Einfluß und Picardie in von den Besitzungen die OffizierkorvS eine von adligen Offizieren der orleanischen Prinzen »esltf.l zunehme und Neigungen und Gesinnungen Wurzel Krix.-N chatten, die gegen die Republik gerichtet seien. Der sehte �nister ließ diese Mahnungen nicht unbeachtet und ver» S vor dl uwtoni'ji ein m it j mg die 2� 'd von � uncntgeluf ng dieser enn der ein»»-»' brachen ß i verbünd" rist solle %% sett«»»er ließ diese Mahnungen nicht unbeachtet und ver» Und Loschst zwer Kavallerieregimenter, die in Tours standen ."deren Auftreten auch der Präfett des Departements und»ill�re wiederholt Klage geführt hatte, nach Nantes DnuNlrvy. Wegen dieser Versetzung kam eS nun in der von Wm a,nmet infolge einer Anfrage des Deputirten Gaudin von."l'L»ummer rnfotge einer Anfrage oes �couirrien rsauorn gond.. t, achten zu einer lebhasten Debatte, über welche fol« s fz dtiff.'»aran. zweifeln, wenn man daS Heecesoberhaupt ange- L% W*. weil es eine Maßregel durchgeführt hat, welche iinK�udlik Achtung sichern soll. Ich werde unbedingt ver« daß sich im Heere gewiffe OisizierSkliquen bilden, hJr llch ihrer Feindseligkeit gegen die Republik rühmen, sich einen gewiffm Anstrich von Vornehmheit aeben wollen Allste Verachtung unserer Einrichtungen durch feindselige Sio gPß gegen die Staatsbeamten bekunden, und all das, weil ßZmen sich auf Dienste berufen, welche ihre Ahnen geleistet �„"nd weil die Anderen den Namen chrer �Värer mit stlichen Anhängseln verballhornen."?— Die Deputtrten- S'iwier nahm schließlich mit 357 gegen 174 Stimmen eine MSordnunz an, welche die Erklärung des Ministers billigt '4 RC.bem Vertrauen zu seiner Energie und seiner Ergebenheit rbarer bie Republik Ausdruck giedt. Spanien. ..Das Dekret, durch welches die spanischen KortcS aufgelöst Jwrn, soll laut einer dem„Tempi" aus Madrid zugehenden «I&ischen Mittheilung gegen den 10. Februar zur Ver« «?llichung gelangen. Dre Wahlen selbst werden dann Ende stattsinden und die Kortes zum 1. Mai einberufen wer- bL, Inzwischen finden in Madrid wiederholt Arbttterkund- statt, die jedoch bisher ohne ernsthafte Folgen blie> hierüber wird telegraphisch gemeldet: �iadrid, 1. Februar, AdendS. Heute fand hier aber« üne Arbeiter- Kundgebung statt, eine Schaar von etwa Arbeitern zog vor daS Ministerium des Innern und ... Beschäftigung. Der Minister richtete eine Ansprache «V Menge und forderte dieselbe zum Auseinandergehen auf. bis 12 der Theilnehmer an der Kundgebung wurden *�2''— Hoffentlich wird man es bei dem Auseinander« JHHif ner'iag Sonntag »ngeküni rltn" w.. 5. Febojjj WapphlfS :le Zug! i d äretl J) die % den Entwurf bald wieder zurückzuziehen, doch J« ig Wt die einmal angeregte Frage keineswegs adgethan, Niib,,M begreiflicherweise um vitale Jntereffen der Holländer 'ke»(!•„ Seit Jahrhunderten hat die See ein leichtes Spiel, jMöMen bis weit in das Innere deS festen Landes hinein- Ihre u�rn, die Flüsse an den Mündungen zu stauen, über sich isc. steten zu lassen und einen Schaden anzurichten, der Irlich �f Millionen beläuft. "S 5.!,, �ebelstände, sowie namentlich auch der Umstand, �ival �nd durch die Trockenlegung ein Stück Land ge« »Hb' welche,, wenn man auch den für die neuen Flußläufe gÄ schall � baden es bewirkt, daß die Hollander, vre sie W Mröß?�bei der«ache interesfirt find. thrrlS auch nur eine ■■rA Ä'z on einsig,! ÄÄ ein »hres Landes wünschen, immer wieder thren Blrck lÄsiage in 2?™»uwmdeten. Trotzdem wurde nach 1877 eine Wgfc V.Ä'steff einer Konzession von der Regierung ad« na h.i m?"1- örtzl aber, wo den Holländern zur AuS« i, tot Planes Gelder in hinreichendem Maße zu Gebot ir Ii tu..-S«»v.«... oifrmrn §§ilihen8 wieder, und zwar besonders infolge deS eifrigen sisis« d-l���kn Buma und van Dippelen, das gespannte » m Trockmlegungsplane zugewcndei. . Fn llltio"" der letzten Wochen hat in Amsterdam eine Ver- e'n, � b! Freundnr des Unternehmens stattgefunden, bei schafft""„ir hm Provinzial- und Gemeinde> Vorstände, sowie d'S i-oL®.0" Korporationen des Handels, der Schifffahrt �.[J�daueS zugegen waren. Dabei gelangten die fol- RZMB%' Ä f> abg� defin�a. die lAlersuchung übernimmt diese Vereinigung. rven.»! li-W si- 4 Cfä'"stnschen, ist der Eintritt in diese Vereinigung ver« Litr Prämien gezahlt. Iii Im Jahre 1885 hat der Amtsbezirk für 8543 eingelieferte Sperlinge jagen nicht bewenden lassen, sondern ernsthaft Mittel in Vor« schlag bringen, welche geeignet find, die zunehmenve Arbeits« lofigkeit zu beseitigen. Oder sollte die spanische Regierung auch mit ihrem Latein zu Ende sein? Jt al»ei». AuS Rom, den 25. Januar wird dem„Hamb. Korresp." folgender sonderbarer Bericht geschrieben:„Der Parlaments» deputtrte Costa, ein berüchtigter sozialdemokratischer Agitator, wohnte gestern einem Bankette an, daß 100 romagnolischc Arbeiter in dem Restaurant„Zum Röschen" veranstrltet hatten. Hier hielt er beim Nachtisch eine Rede, hetzie die Tischaenossen gegen die„Privilegien" auf und bediente sich dabei der Werte: „Mögen drese nun Vatikan, Bismarck oder Quirinal heißen." Kaum hatte er diei Wort gesprochen, so erreichte ihn auch schon die rächende Nemesis in der Person-ineS Poli,ei- Inspektors, welcher mit 4 Delegirten aus einem Nebenzimmer hereinstürzte und die Versammlung auflöste. Costa, auf einem Stuhle stehend, und mehrere seiner Freunde protestirten dagegen Man drohte, die Wächter der Gesetze tohtzuschlagen, wenn sie das Lokal nicht verließen. Es kamen aber Gendarmen herbei, welche die Beamten aus dieser peinlichen Lage' be« freiten. Die beiden Eigenthümer deS Wirthshauses, welche! geschloffen ist, wurden verhaftet und auf der Ouästur verhört. Costa entging der Verhaftung nur dadurch, daß er seine Le- gitimation al! Deputirter vorzeigte." R u h l a« d. Warschau, 29. Januar. Da! Todesurtheil an den vier Nihiiisten ist gestern vollstreckt worden. Man schreibt darüber der„N. Pr. Ztg.": Ja der vorhergehenden Nacht wurden die Vorbereitungen hierzu auf dem Hofe der Zitadelle durch eine Abtheilung Gendarmen getroffen. Ebenso begaben sich in derselben Nacht drei römisch-katholische und ein griechi« scher orthodoxer Geistlicher nach den Gesängnißzellen, um die Verurtheilten zum Tode vorzuberetten. Alle vier beichteten, nahmen die Ermahnungen der Geistlichen mit Ruhe entgegen, und empfingen das Abenvmahl. Um 8 Uhr früh des 28. Ja« nuar erfolgte auf dem Hofe der Zitadelle die Hinrichtung. Mit der Leitung dieses Aktes war die Staatsanwaltschaft de! Bezirksgerichtes, nämlich Ver Staatsanwalt Postowski, beauf« tragt. Da! TodeSurtheil wurde durch den Bezirks- Sekretär Rudnitzki verlesen. Anwesend waren Gendarmen, Beamte der Staatsanwaltschaft und die erwähnten vier Geistlichen. Die Verurtheilten verhielten sich sehr ruhig. Die Aufmerksamkeit der Anwesenden lenkte besonders der Schuhmacher OffowSli auS Warschau, verurtheilt wegen Ermordung eines Geheim« Polizisten in der Person eineS PferdcbahnschaffnerS, auf sich. Er ging unter den Galgen langsamen Schritte! mit emporge« richtetem Haupte und herausforderndem Blicke. Aehnlich ver- hielten sich PietrufinSki, Weber auS Zgierz, und der Student Kunicke. Ein fieberhaftes Zittern zeigte nur Friedensrichter Bardowski. AlS den Verurtheilten der Strang angelegt wurde, schrien ste einstimmig:„ES lebe die soziale Revolution!" Die Ausführung des UrtheilS war geheim gehalten worden, so daß hiervon fast gar nichts in der Stadt bekannt war. Die Leichname der Hingenchteten wurden in der Zitadelle beerdigt.— Ob dieser Bericht in allen Punkten wahr- hettSgetreu ist, muß freilich dahingestellt bleiben. Dänemark. Dem Folkething lag am gestrigen Tage die einmalige Be« rathung de! Protestes gegen die vom Könige unterm 26. Jan. erlassene Resolution vor, nach welcher das Ministerium berech- tigt sein sollte, die nothwendigen Ausgaben„einstweilen" zu bestreiten, da bekanntlich das Folkething sich nicht veranlaßt fühlte, das ihm von der Regierung vorgelegte Budget zu ge- nehmigen. Der Abg. Graf Holstein-Ledreborg theilte in der Sitzung mit, daß der Finanz-Ausschuß eine Abschrift der Re« solution verlangt uud solche auch vom Finanzminister erhalten habe. Diese Abschrist sei aber weder vom Könige unterschrieben, noch von irgendwelchem Minister gegengezeichnet; da das Mi- nisterium nun nicht im Hause erschienen sei, so erkenne eS wohl selbst, daß eS einen ungesetzlichen Schritt gethan habe. ES sei dieS eine offene Proklamation des Absolutismus. Nach längerer Debatte zwischen Vertretern beider Parteien des Thing! Anken gelangte letztere! zu dem Beschlüsse, den Antrag der L dem Finanzausschüsse zu überweisen, ein Beschluß, der deshalb besonder! überrascht hat, weil demselben auch die Vertreter der Rechten zustimmten. G»f o tz b r i t a n« i e»». Im Hydepark fand vorgestern Nachmittag ein Massen« Meeting von Arbeitslosen statt, welches den Zweck hatte, die Aufmerksamkeit deS Publikums auf den Nothstand der arbeitslosen Bevölkerung der Metropole zu lenken. Viele der Theilnebmer an der Kundgebung trugen Fahnen mit der Inschrift„Gebt uns Arbeit oder Brod". Auf dem Rückmarsch vom Park machten die Demonstranten, gegen 3000 an der Zahl, vor dem Carltoa- und Reformklub Halt und sangen daS dekannte Klagelied der Beschäftigungslosen„Wir haben keine Arbeit". Dann zogen sie nach Carlton House Terrace und ver- anstalteten vor dem Hause, welches Gladstone dewohnt, eine ähnliche Kundgebung. Die Potizei ließ die Demonstranten ruhig gewähren und die Ruhe wurde nirgends gestört.— Die Haltung der Polizei war jedenfalls der Sachlage entsprechend; nachgerade weiß auch der Einfältigste, daß durch daS sogenannte„Einschreilen" in den weitaus meisten Fällen nur Ruhestörungen herausbeschworen werden. Ader das„Gehen- lassen" allein thut'S nicht, wichtiger als alle anderen ist die soziale Frag« und John Bull wird wohl oder übel sich sehr bald mit derselben beschäftigen müssen. Amerika. Vor Kurzem brachte die englische Presse haarsträubende Details über eine angebliche Anarchisten- Verschwörung in Chikago. Die deutschen Preßkosaken nahmen natürlich pflicht- schuldigst von dieser schauerlichen Mähr Notiz und manchem Birrphtltster mag beim Lesen dieser Nachricht etwa! schwül zu Mutbe geworden sein. Die ganze Geschichte war, wie da« gewöhnlich der Fall, vollständig erfunden. In Chikago selbst bat man von der ganzen Sache nichts gewußt. Ein sensation!« lustiges Blatt, die„Daily NewS" in Chikago, hatte die Ge- schichte auSgeheckt, um den Straßenoerkauf um ein paar tausend Nummern zu erhöhen. — Die neue Regierung Peru's, an deren Spitze der sieareiche General Caceres steht, ist nun von fast allen Machten, so auch von der deutschen Regierung anerkannt worden. Asien. Böse Nachrichten kommen aus China. Die deutsche Vetersb Zt". welche nicht im Verdachte stehen kann, in bös- tämmm unter deutscher Führung, sehr schadhaft geworden find. WLKSzNMW lo«, daß man in chinesischen RegienmgSkeisen sehr�tndignirt «iB« Preise zahlen müssen. In Deutschland wurden sebr viel gün- stigere Offerten in Bezug auf den Preis gemach! nov Li-Fong- Pao soll seinen ganzen Einfluß zu Gunsten DirttchlandS, resp. de!„Vulkan" geltend gemacht haben. Mai hat ihn sogar be» schuldigt, daß er fich habe bestechen lassm. Dem„Nord- China Daily-News" zufolge ist Li-Fong Pao verschwunden und der„Manchester Guardin" will wissen, daß alle Deutschen auf Li Hung TschangS Flotts(jeder Vizekönig hat einen Theil der Flotte unter sich), den Admtral einbegriffen, auf Befehl der chinesischen Regierung en tl asse n worden seien.— Wenn die in Deutschland gebauten Panzerschiffe wirklich unbrauchbar find, so wird man den A erger der Chinesen ganz begreiflich finden. Es hätte demnach noch deute daS alte Sprüchwort deS Professor Reuleaux:„Schund und billig" feine Berechtigung. "«s Schl'mmste ist natürlich die dadurch entstandene Deutschen« etz; die Chinesen wollen— nach großen Beispielen— ihre kation bei dieser Gelegenheit auch von den„Ausländem" reinigen._ % lokale«. g. liebet die Eröffnung der für Berlin bestimmte« sämmtliwen Marktballe« ist seitens des Magistrars folgen« des bestimmt. Nach Eröffnung der Zentral-Marlthalle, Neue Friedrichstraße 24/27, welche al« Markthalle I bezeichnet zu wer» den pflegt, der Mark« hall« u, Lindenstraße 97/98 und Fciedrich- straße 18, in Zimmerstraße 89 91 und Mauerftraße 82, sowie IV Dorotheenstr. 28/30 und Reichstagsufer, welche am 1. April erfolgen soll, gedenkt man die projettirten Markthallen V auf dem Magdeburger Platz und VI Ackerstraße 23/26 und In« validenstraße 158 in Angriff zu nehmen und dieselben noch bis zum 1. April 1887 zu vollenden. Weiter find für die nächste Zeit eine Markthalle in der Louisenstadt und eine Markthalle im Stralauer Viertel deabstchtigt. Dieselben sollen-innerhalb der nächsten drei Jahre erbaut und eröffnet werden. Für diese sämmtlichen acht Markthallen find bekanntlich 17 228 030 Mk. in Anschlag gebracht werden. t.„Mutter, der Mann mit dem Koaks ist da!" Wo immer eine fivele Berliner Gesellschaft beisammen ist und die Klänge des GaSparonewalzers ertönen, da darf man stcher sein, die reizende Melodie nach dem geradezu verblüffenden Texie fingen zu hören: Mutter, der Mann mit dem Korks ist da! Man könnte geneigt sein, diese Erscheinung einfach als eine Verirrung des guten Geschmackes in da« Gebiet deS höheren Blödsinns zu verweisen, allein bei tieferer Beobachtung st. fich doch eine sehr beachtenswetthe Seite der Sache. ....» Un- wuttürlich vergegenwärtigen wir uns eine jung: Berlinerin, die zu Hause in fröhlicher Aufgereimtheit ihrer Beschäftigung nachgeht und vergnügt die schöne Walzermelodie vor fich hin- summt; aber das:„Er soll Dein Herr sein, wie stolz das klingt" und gar erst:„Der Ehemann fitzt draußen vor der Thür, der Crcitboa ist drin bei ihr," find Gedankengänge, die auch mit der verlockendsten Melodie nicht in das nredliche Köpfchen hineinwollen und wie immer in solchen Konflikten findet der gesundeSinn einenAusweg. Singend ist dasMädchen zurThür gesprungen, wo det Kohlenmann mit der großen Kiepe Posta gefaßt hat, und singend macht sie der Mutter die Meldung: Mutler, der Mann mit dem Koaks ist da! Die Mutter lacht, die übrigen Geschwister lachen über den neuen Text zur Me- lodie deS GaSparone-WalzerS, man erzählt den lustigen Scherz weiter und stehe da, überall gefällt der leichte Scherz besser, als der finnlich anregende Originaltext, dem er nach kurzer Zeit in den weitesten K-. eisen vorgezogen wird.— ES ist das gewiß eine ebenso ersteuliche, wre für unsere jungen Ber- linerinnen ehrenvolle Erscheinung, wenn ihr gesunder Sinn fich sträubt, solche zu einem näheren Nachdenken wenig geeig- neten Worte unter dem Mantel einer einschmeichelnoen Me- lodie in ihr Gedächtniß aufzunehmen. Lieder Unsinn als Doppelsinn 1 Das ist ein guter Grundsatz für ehrbare Mädchen und Frauen einer Großstavt, der hier in ursprünglichster und anerkennenSwerthcster Weise zur Geltung kommt, und das ist der tiefere Sinn des anscheinenden UnfinnS: Mutler, der Mann mit dem KoakS ist da! b. Die Gastwirthe find durch die Monopolrede des Reichskanzlers tief deprimirt. Denn die Androhung von Kon« zesfions-Repressalien hat ste an ihre ganze Hilflostgkeit der Polizei gegenüber erinnert. Sie können jederzeit auf die Polizei« stunde gesetzt werden und ein Wohnungswechsel, eine geringe bauliche Veränderung kann ste ihre Konzession kosten. Die Polizei hat die Macht, den Stand allmälig zu dezimiren. Der Bezug von Pettiionen gegen das Monopol au! dem Zentral- bmeau des deutschen GaftwirthLverdande! ist denn auch seit der Rede des Reichskanzlers wie abgeschnitten. Das Organ deS Verbandes,„Das, Gastbaus", lehnt deshalb auch ängstlich den Vorwurf ab, daß der Verband„weder in dieser noch sonst in einer Frage irgend welche Gemeinschaft mit politischen Parteiführern gepflogen habe.,. Das Zentralbureaus sei bemüht gewesen, seinen rein gewerblichen Slanv zu wahren; noch nielhabe sich ver Verband der deutschen Gastwirthe in einer solchen Zwangslage befunden, wie gegenwärtig. Monopol oder Schanisteuer, i ein Dritte« gebe es nicht mehr Eine Schanksteuer würde den ganzen Gewerbebetrieb tributpflichtig machen, vielleicht diS zur Erschöpfung ausbeuten. Und doch entkleide hinwiederum daS Monopol die Gastwirthe thatsächlich einer Eigenschaft, die ihnen bisher unter allen Bedrängnissen, wenn auch nur küm- merlich, gewahrt blieb: die bürgerliche und rechtliche Gleich- stellung mit anderen Gewerben. b. Was alles dementirt wird. Vor einiger Zeit gaben wir ein Bild von dem Betriebe der neuen Bierhallen- Gesell« fchaft, welche die Braten ttanchirt von der Zentralstelle aus versendet, nur alle 3 Tage die übrig gebliebenen Speisen um- tauscht u. vgl. mehr. Dre Direktion destritt dieS schlankweg. Uns liegt nun folgende! Schreiben vor:„Herrn Dobberke, Karlstraße(Halle 8). Auf Ihre gestrig« Beschwerde zur Er« widrung, daß Sie alle Enten nur gethellt erhalten können laut Bestimmung de! Direktoriums, da es viele Unregelmäßig- leiten gegeben hat. Die ruinirten Sachen können Ste um- tausch n, überhaupt werden alle drei Tage nicht verkaufte Sachen umgetauscht, l./l. 86. Maximil. Hopffe, Chef der Zenttal-Küche." Die außerordeuiltch zahlreiche« Unglücksfälle, welche in Berlin durch Ueberfahrrn herbeigeführt werden, legen die Frage nahe, od nicht wenigsten« denjenigen unglücklichen Er- eigmffen, welche durch das Durchbrennen auffichisloser Gespann« entstehen, vorzubeugen ist. Oft verliert allerdings während der Fahrt ein Kutscher die Kontrole und die G-wali über seine Pferde, ebenso häufig aber kommt e! vo', daß Gespanne, die in Abwesenheit des Kutschers fich selbst Überlassen bleiben, durch irgend welche unberechenbare Vorkommnisse scheuen und nun unaufgehatten die Straßen entlang rasen. Zwar verbietet eine Polizeiverordnuna ven Kutschern, ihre Wagen zu ver« lassen, aber dieses Verbot wird umgangen, weil eS umgangen werden muß. Wer Waaie von seinem Wagen in die Häuser zu tragen und abzuliefern hat, kann nicht immer eine zweite Person bei fich haben, die inzwischen auf die Pferde achtet. Zumeist wird von den Kutschern die Vorflcht gebraucht, das Pferd von der einen Seite abzusträngen, aber vollständig ver« hütet diese Vmfichtsmaßregel das Durchbrennen doch nicht. E! dürste stch empfehlen, in dieser Beziehung eine amerikanische Einrichtung einzuführen, die fich jen leite des Ozeans sehr be« währt hat. Sie besteht einfach darin, daß vor jedem Hause fich in der Bordschwelle ein einfacher, kleiner eiserner Ring be- findet, an den, während der Kutscher fich entfernt, vermittelst eines einfachen, an beiden Serien mit Haken versehenen Riemens das Pferd festgelegt wird. Berliner Asyl-Berein für Obdachlose. Im ver. flössen«« Monat Januar nachtigten im Männer- Asyl 9300 Personen,.davon badeten 1907 Personen, im Frauen-Asyl 1525 ' Personen, davon badcten 131 Personen. Der Vorstand macht darauf aufmerksam, daß derselbe einen Zirbeiti-Nachweii ein- xertchtet hat und bittet dringend, von Vakanzen jeder«rt, männliche Arbeiter betr., dem Hausvater des Männer-Asyls, B. schinastraße 4, weibliche Arbeiter betr., der Hausmutter des Frauen-AsylS, Füfilierstraße 5,«enntniß zu geben, damit eine Zusendung der qualifizirten Personen unverzüglich erfolgen kann. Gerichts-Ieiwng. Der Mitinhaber der bekannte« Firma Moritz Lewln am HauSvoigteiplatz, Kaufmann Hugo Lewin, hatte stch g-stern auf eine Anklagt wegen fahrlässtger Körperverletzung durch Nichtbeleuchtung der Treppcnflure des großen Geschäftshauses vor der ersten Strafkammer hiefiaen Landgericht» i zu vcrant' warten. Am Abend des 20. August v. I. zwischen'/« und 8 Uhr verließ die 61 Jahre alte F-au Volkmann daS im Hin- te: hause 4 Treppen hoch belegene Annahmczimmer deS Lewin- schcn Geschäfts und stürzte auf der Treppe von der dritten zur zweiten Etage durch einen Fehltritt bis auf den Absatz hinunter und erlitt dabei außer diversen schmeribaften Kontufionen einen doppelten Bruch des rechten ArmeS. Die Anklage macht nun den Angeklagten für diesen Unfall verantwortlich, weil er Unterlasten hat, die Anordnung zur Beleuchtung der Treppen- flure zu ertheilen. Durch die Vernehmung der Frau Volkmann wurde festgestellt, daß dieselbe sehr schwachfichtig ist, in der einen Hand einen Karton, in der anderen eine Tasche hatte, so daß ste das Treppengeländer nicht anfaffen konnte, die übrigen Zeugen bekundeten, daß es um die fragliche Zeil noch keineswegs so dunkel war, um Geländer und Treppen nicht zu sehen. Der Staatsanwalt ließ aus diesem Grunde die Anklage fallen, und der Gerichtshof erkannte, ohne die längeren Aus« fühiungen des Vertheidigers Rechtsanwalts Simson über die rechtlichen Seiten der Frage einer Prüfung zu unterziehen, auf Freisprechung deS Angeklagten. Soziales und Arbeitervemegima« An die Korbmacher Deutschlands. Kollegen! Wir Gesellen der Werkstatt von Anton Schmidt, Andreasstr. 30, haben am 30. Januar einstimmig beschloffen, die Arbeit nieder- zulegen, da wir bei einer Lohmevuftion von 17 pCt. nicht weiter arbeiten konnten. Unser Durchschnittslohn beträgt 12,50 M. pro Woche. Durch obige Reduttion hätten wir einen Ausfall von 2 M. bis 2,50 M., mitbin würde unser Durch- schnittslohn nur 10 M. bis 10,50 M. betragen. Kollegen! Da unser bisheriger Verdimst zu einem menschenwürdigen Dasein nicht ausreichte und der Lebensunterhalt immer theurcr wird, so ist es wohl zu rechtferttgen, winn wir zum Aeußersten, zu einer Arbeitseinstellung geschritten find. Die Zahl der Streikenden beträgt 14, davon find 13 Familenväter, doch ist eS nicht unmöglich, daß durch Ausschluß von Seiten anderer Arbeitgeber stch die Zahl erheblich vermehren kann. Darum, Kollegen, bitten wir Euch, unS mit Geldsendungen zu unter- stützen, damit wir in diesem Kampfe nicht unterliegen. Vor Zuzug wird gewamt. Briefe und Geldsendungen find zu richten an: August Reddemann, Kasfirer, Wrangelstraße 109. Arbeit erfreundliche Blätter werden um Abdruck gebeten. Die große sächsische Webstuhlfabrik zu Chemnitz hat ihren Arbeitern erne Lohnreduktion von zehn Prozent angekündigt, da die Lage der Industrie eine ungemein schlechte sei. Die hohen EingangSzölle(Kampfzölle!), welche das Au»« land jetzt fordere, wirtten verderblich auf den Export. Ein christlich- soziales Urthetl über da« Arbeiter- schutzgesetz. Der bekannte katholische Sozialreformer, Freiherr von Vogelsang in Wien läßt im Rovemberheft(1885) der„Monatsschrift für christliche Sozialreform" stch folgender- maßen vernehmen, nachdem er über daS Kranken kästen- und Unfallaesetz stch kühl geäußert: „Nothwendig erscheint es vor Allem, daß(im deutschen Reichstage) durch ein wirksames Arbeiterschutzgesetz den llr- fachen der Erkrankungen, der fnihzettigen Jnvalididät und den Unfällen der Arbeiter zu Leibe gegangen wir», und allem Anscheine nach wird es im Reichstage an entsp echenden An- regungen hierzu nicht fehlen, wenn auch die Regierung stch nach wie vor dahinter verschanzt, daß durch weitere(?) Arbeiter« schutzmaßregeln die Konkurrenz unserer Industrie auf dem Weltmarkt gefährdet werde." Die Anregung von Seiten der Arbeiterpartei fehlt ficherlich nicht, nur das ist die Frage, ob die reaklionärr Reich Stagsmchrheit ihr Ohr den gerechten For- derungen deS deutschen Proletariats leihen wird. Wir werden ja sehen. Den Arbeiter« auf dem Borsigwerk in Ober« s ch l e s i e n geht eS jetzt ungemein schlecht. Aus dem offiziellen Bericht genannten Werkes heben wir nur folgende Stelle her« „Die jetzigen Verdienste find im Verhältniß zu denen vor der verfloffenen Jahre so tief herabgesunken, daß der Arbeiter viel Mark erhält, als er früher Thaler jetzt kaum so v erhalten hat. Dazu kommen die Ablösungen, die den Arbeiter zwingen, nur die Hälfte seiner Tagesardeit verrichten zu dürfen. Die diesjährige I anuar-Löhnung war eine recht traurige. Nach Abrechnung der verschiedenen Abzüge, wozu auch die Wintertartoffeln gehörm, die den Ar- bettern geliefert wurden, trug mancher Familienvater als Löhnung 15 Pf. heim."— Und dabei wagt man noch immer die herrschend« Roth zu leugnen! Wie die maschinelle Technik eine Industrie zu revo« luttoniren vermag, zeigt das Beispiel der nordamerikani« schen Baumwollenindustrie. Die ganze Zahl der Spindeln in Fabriken betrug: 1805....... 4 500 Spindeln 1807....... 8 000 1809....... 31 000 1810....... 87000„ 1815....... 130000 1820....... 220 000 1821....... 230000 1825....... 800 000„ In dem Zeitraum von 20 Jahren hat fich industrielle Betrieb, der mit mechanischen Srühlen arbeitete, der die Ma« schine an Stelle der Handarbeit setzt, eine Umwälzung voll« zogen, die für die damaligen Zustände geradezu imposant ist. Und wie klein find diese Ziffern im Vergleich mit heute! Ans de« Vereinigten Staaten. Die Zahl der Ein« wanderer in dm Veeeinigtm Staaten während deS Jahres 1885 belief fich auf 326.411, wovon Deutschland dm größten Dh-il, 106,920, stellt. Darauf folgt Irland mit 49 356, Enzland mit 45,385, Schottland mit 10,163, Schweden und Norwegen mit 31,591. Rußland. Polen und Finnland mit 20.151, Lesterreick mit 10.602, Böhmen und Ungarn mit 14,752 und Italien mit 15,689. vereine und Uersammlungr«. * te. Die freireligiöse Gemeinde hielt am Dimstag Abend eine beschließende Mitgliederversammlung im Saale de« Berliner Handwerkervereins in der Sophienstraße ab. Be- kanntlich hatte der in der letztm Versammlung gewählte Vor- Sand deshalb sein Mandat niedergelegt, weil angeblrch mehrere nberechttgte stch an der Wahl betheiligt haben sollten. Um eine größere Betheiligung der Mitglieder an der Wahl herbei- Sführm, hatte der alte Vorstand sämmttrche wahlberechtigten Mitglieder brieflich zu dieser Versammlung eingeladen. Am Eingänge des Lokals wurde jeder Eintretende scharf kontrolirt' w-r stch nicht durch Vorzeigung seiner Beitrag? Quittung legi- timircn konnte, deffen Identität mußte durch die ausliegende Stammrolle festgestellt werden.— Der seitherige Vorfitzende Herr Moy eröffnete die Versammlung und bemerkte, daß noch nie eine Versammlung der Gemeinde unter so zahlreicher Betheiligung der Mirglieder stattgefunden Hab«. (Durch die geführte Präsenzliste wurde die Anwesenheit von 404 Mitgliedern lonstatirt). Er drückte sein Bedauern aus, daß in Folge der vorgekommenen„Unregelmäßigkeiten" eine nochmalige Wahl nöthig geworden sei. Als er die Weigerung deS in der letzlen Versammlung gewählten Vorstandes, daS Mandat anzunehmen, d. mit molivirte, daß eine„größere An- zahl" Nichtwahlbercchtigter stch an der Wahl betheiligt habe, wurde ihm von vielen Mitgliedern zugerufen, daß nur ein einziger Urbewgtir thatsächlich mitgen ählt habe. Herr May erwiderte, daß auch dies schon genüge, um die vollzogene Wahl für ungillig zu erklären. Hierauf sah fich der Herr Vorfitzcnde gemüßigt, die Thätigkeit der bisherigen Vorstandsmitglieder den Anwesenden in ein möglichst günstiges Licht zu stellen; unter großer Unruhe der Versammlung, oft durch Zurufe (Zur Wahl! Zur Wahl!) unterbrochen, hielt er der Reihe nach den einzelnen alten Vorstandsmitgliedern eine Lobrede für ihre der Gemeinde geleisteten Dienste; nur eins der alten Vorstandsmitglieder, Herr Nimke, hatte fich die Gunst deS Herrn May nicht zu erringen verstanden und mußte daher auf die Empfehlung des letzteren vcrzicbten, was er auch recht gern that. Auf eine harte Probe wurde die Geduld der Ver- sammlung gestellt, als Herr May— durch fortgesetzte Zwischenrufe(„Zur Wahl!" und..Zur Geschäftsordnung!') unterbrochen — einige Eäye deS in Nr- 27 dcs„Berliner Volks blatt" ent- haltenen Artikels vorlas, welcde, wie er bemerkie,„widerlegt" werden müßten. Hierauf meldeten fich einige Mitglieder„zur Geschäft; Ordnung", ohne daß der„tolerante" Vorsttzende indeß davon Notiz nahm, wodurch begreiflicher Weise die Gcmüther noch mehr aufgeregt wurden. Durch stürmische Zurufe wurde nunmehr, da eben zur Geschäftsordnung Niemand daS Wort erhielt, auch die Verlesung der in der fkrnntagsnummer der„Volks Zeitung" enthaltenen gehässigen Noliz verlangt, mit welcher wir uns schon in unserer Dienstagsnummer de» schäftigt haben. Diesem stürmischen Verlangen konnte fich Herr Mar nicht widersetzen, die Verlesung der betreffenden Notiz übernahm er selbst. Als fich darauf Herr Werner und mehrere andere Mitglieder abermals„zur Geschäftsordnung" meldeten, erkläfte der Vorfitzende rundweg, er ertheile über- Haupt Niemanden das Wort zur Geschäftsordnung, er würde jetzt den Beginn der eigentlichen Wahlhandlung oeranlaffen. Damit hatte er aber dem Faffe vollends den Boden ausze- stoßen. Ein Sturm der Entrüstung ging durch den Saal ob dieser praktischen Anwendung der in der freireligiösen Gemeinde so oft gepredigten„Humanität und Toleranz". Durch diese Handlungsweise hatte Herr May die Zahl der mit seiner Geschäftsleitung unzufriedenen Mitglieder um ein Erkleckliches vermehrt. Nachdem endlich die Ruhe einigermaßen wieder hergestellt war, wurden vom Vorsitzenden die Stimmzähler ernannt und der Wahlakt konnte endlich de- ginnen. Zunächst wurde die Wahl deS ersten Vorfitzenden vollzogen. Abgegeben wurden hierbei 402 Stimmzettel, davon waren 4 unbeschrieben. Von den giltigen Stimmen fielen auf den bisherigen Vorfiyenden Henn May 198, auf Herrn Friederici ebenfalls 198 und auf Herrn Euter 2 Stimmen. Demnach mußte eine Stichwahl zwischen den beben Erstgenannten vollzogen werden. Das Resultat derselben war fol- aendes: Herr Friedcrei erhielt 203, Herr May 198 Stimmen. Nachdem Herr May die Wahl des H.rrn Fiiet-er-ci zum ersten Vorsttzendcn unter dem Beifall der Versammlung verkündigt hatte, übergab er diesem kofort den Vor fitz. Leicht mag ihm dies nach seiner 17jährigtn Thättgkett nicht geworden sein. Zum Zwesten Vorfitzenden wuide alSdann Herr Gast mit 203 Stimmen wiedergewählt, während für Herrn Euter 193 Stimmen a l> gegegeben wurden. Wiedergewählt wurden ferner zum ersten Rendantm H>rr Schartiger mit 393 Stimmen, während Herr Euter mit 197 Stimmen zum zweiten Rendanten an Stelle dcs Herrn L'vvold neugewählt wurde. Zu Beifitzern wurden die He ren Nimke. Schulze und Rüben ow wieder-, Brehmer, Schubert und Winden neugewählt. Das Gesammtrcsultat der Wahl war. daß mit Ausnahme des zweiten Vorsitzenden, alle von der Opposition— die man bekanntlich eine„sozialdemokratische Koterie" genannt hatte— aufgestellten Kandidaten gewählt wurden. Gewiß eine heilsame Lehre für die Zukunft. * be. Zwei Versammlungen arbeitsloser Arbeiter fanden am Dienstag, den 2. d. M., Nachmittags, im Osten und im Westen Berlins statt. Beide wurden nach kurzer Tauer auf Grund des§ 9 des Sozialistengesetzes aufgelöst. ~ llet's Salon, AndrcaSstraße 21, In der Versammlung in Keller_ die von dem Maurer Herrn Grothmann geleitet wurde, refe, rirte der Buchbinder Herr Michelsen über die augenblickliche ArbeitSlosigkest, ihre Ursachen und die Mittel, sie zu deseittgen. Er wieS darauf hin, daß die heutige Produktionsweise als nothwendige Voraussetzung eine Reservearmee von Arbeitslosen habe, die nur durch Uebrrftihrung der bestehenden ProduktionS» weise in eine gemeinwifthschaftliche beseitigt werden könne. AlS Mittel, die augenblickliche Roth zu lindern, bezeichnete er die sofortige Inangriffnahme aller öffentlichen Bauten durch Staat und Kommune und die Ueberweisung der Ausführung dieser Arbeiten an die in Fochoercinen korporirle Arbeiterschaft. Schließlich verlangte er die Aufhebung aller die politische Freiheit der Ardeiter hindernden Bestim- mungen, inbesondere deS Sozialisten-Gesetzes.(Stürmischer Beifall.) Hieraus wurde sofort eme Resolution verlesen, welche diese Forderungen formulirt enthielt. Bei der Verlesung dieser Resolution löste der überwachende Beamte bei der Stelle auf, welche die Aufhebung des Sozialistengesetzes verlangt. Ruhig entfernte fich die an 1500 Köpfe zahlende Menge. Die Versammlung in der Viltoriabrauerei, Lützow- straße, die ebenfalls äußerst zahlreich besucht war,(Vorfitzender Herr Dr. Lütgenau), wurde während des Referates des Stadt« verordneten Herrn Görcki aufgelöst, alS der Redner politische Freiheiten für den Arbeiter reklamtrte. Die Kranken- nnd»epräbnitzkasse de» Verein« sämmtlicher Berufsklassen(eingeschriebene HtlfSkafie) hatte Einnahme von 9709 M. 62 Pf., eine im Jahre 1885 eine Ausgabe von 8174 M. 62 Pf., mitbin einer Ueberschuß von 1535 M., so daß das Vermögen der Kaffe am 1. Januar 1886 11214 M. 76 Pf. betrug. Die Kasse ist vollständig un- abhängig und entspricht dem§ 75 deS Krankenversicherungs- Gesetzes. Es bestehen mehrere UnterstüyungSklaffen, so daß ein Jeder fich nach seinen Verhältnissen verfichem kann. Neue Mitglieder werden jederzeit aufgenommen und zwar ohne Unterschied des Berufes und Geschlechtes im Alter von 14 bis zu 45 Jahren. ES bestehen 4 Verwaltungsstellen in Berlin; für C., NO. und 0. Berlin 1, Kasfirer Schilling, Koppenstraße Nr. 48; für SO. und S. Berlin II. Kasfirer Schumacher, Laufitzerstraße 1; für NW. und N. Berlin in. Kasfirer Heise, Ackerstraße 61; für SW. und W. Berlin IV. Kasfirer Zeisig, Teltowerstraße 45. Außerdem ertheilt der Hauptkasstrer Küh- nelt, Kreuzbergstraße 63, jede gewünschte Auskunft. * Zentral-Kranken- und Begräbnißkasse der Frauen und Mädchen in Deutschland. Donnerstag. Abends 8 Uhr, bei Niest, Kcmmandantenstraße 71/72, Hauptversammlung. Tagesordnung: Wahl der Delegirten und Statutenberathung. Da fich viele auswärtige Verwaltungsstellen durch Berliner Mitglieder vertreten lassen, ist zahlreiches Erscheinen dringend nothwendig. Der Verein der Metallschleifer feiert am Sonnabend, dm 6. Februar, zum Besten seiner UnterstützungSkaffe, in Mundt's Salon, Köpnickerstr. 100, seinen diesjährigen Maskenball und ladet Freunde und Gönner deS Vereins ergedenst ein. BilletS» 50 Pf. find bei F. Möhler, Adalbertstr. 19 Ii zu haben. • Berichtigung. In dem Versammlungsbericht des Att- eins zur Wahrung der Interessen der Klavierarbeiter in Nu» mer 27 deS„Berlmer VolkSdlatt" ist auf Zeile 36 der 9W des Fabrikanten nicht richtig angegeben. Derselbe heißt nicht Weidcnschlaucher, sondem WeidenSlaufer- Kleine Mittheilnngen. Nach dem vorläufigen Ergebnisse der letz en volkl' Zählung hatten, der„Etat. Eon." zufolge, am 1. De-em?« v. I. 196 preußische Städte mehr als 10000 EinwosM während fich die orlsanwesende Bevöllerung dieser Städte m 7 006 220 Personen stellte. Das endgiltige Efgebniß M VoltSziblung vom 1. Dezember 1880 mies 176 solcher Etä� mit 6074533 ortsanwesenden Bewohnern nach, rmd die oiw anwesende Bevölkerung jener 196 Städte betrug daviim 6 260382 Personen. Während der letzten fünf Jahre lp% >*♦ 2 somit im preußischen Staate 20 Städte die Zahl von 100* benklich m Diese Einwohnern erreicht dezw. überschritten, und die der jetzt dieser Größenklaffe zugehörigen Städte fich während dieses Zeitraumes um 745 338 Perstn* oder jährlich im Durchschnitte um 228 pCt. W anfänglichen Bestandes verwehst. Die Volkszunabme indessen auch diesmal keine allgemeine und gleichmäßige ff wesen, sondern hat namentlich die großen Verkehrszentren id troffen- bei nmn Städten(Stralsund, Celle, Memcl, Ed# wig, Sarau N-L-, Rendsburg, Torgau, Spremberg"W BraunSberg i. Ostpr.) liegt sogar ein thatsächlicher Rülkg»l der Bevölkerungszahl vor. Von diesen Siädtm zeigten (Celle und Memel) schon 1880 eine Verminderuig der ty völkerung gegen 1875, wo Memel 19 796 und Celle 18 163 O»! anwesende zählte._ Gruppist man die Städte mit mehr als 10 000»j?, wohnem nach dem vorläufigen Ergcbniffe der letzten zädlung in gewisse Größenklassen und vergleicht für jede Klaffen die jetzige Volkszadl mit der vor fünf 3»»?: ermittelten, so ergiebt fich folgende Ueberficht über die''; solute und relative Bevölkerungszunahme dieser GnE grnpfen, ii »leg der Ith. Jr'nWn, u bldrückt'ü . Aor S ternn sch r d" Mens! Znregu Mein �iregung, 'L »u Städte nach Größen- klaffen. Ueder 1 Million Ein wohner... Ueber 100000 bis zu 500000 Einwohner Ueber 50000 bis zu 100000 Estiwohner Ueber 20 000 bis zu 50000 Einwohner Ueder 10000 bis zu 20 000 Einwohner Zusammen über 10 000 Einwohner Zahl der Städte OstSanwesende Bevöllerung am 1. Dezbr. 1885 am 1. Dezbr. 1880 11 14 56 114 196 1315412 1 563 577 969 135 1 574 564 1 583 532 1 122 330 1400 329 867 141 1414 461 1 456 121 7 006 220 6 260382 Ab- solute Zunahme Ii .1 193082 163 248 101994 160 103 127411 745 838 i if is® pE I Der 1? f Die jetzige Bevölkerunaszu- b-zw.-Abnahme'der einA' Städte mit 10000 und mehr Bewohnein bewegt sich J" Grenzen von+ 39,01(Charlottenburg) bis— 6,75 (Braunsberg i. Ostpr�). Eine Zunahme von über Edbre vop To! von 1880 in Betracht Zeigten � der ostsanwesenden Bevölkerung Haupt 90, d. h. 45,9 pCt. der hier Städte. Einer beigefügten Ueberficht der Städte......... mehr Bewohnern nebst AnaaK« der Bevölkerung nocd Zählung vom 1. Dezember 1885(vorläufige Ermittelung) k glichen mit der Bevölkerung von 1880 entnehmen wti Zahlen für die S'aPte von m-br als 50000 Einwol nerv� gezogcncn" mit 10 000 � Namen der Städte. 1) B-rlin S umrne a 2) Breslau 3) Köln Ostsanwesende 1885 1315 412 1880 1 122330 in Personen j qW ni 1315 412 193 0821 4) Frankfurt o. ält. 5) Königsberg i.Pr. 6) Hannoort. 7) Düsseldorf. 8) Danzig.. 9) Magdeburg 0) Elberfeld. 1) Altona.. 2) Bannen Summe b 13) Stettin 14) Aachen 15( Krefeld 16) Halle a. Dortmund.. Posen... Essen.... Kassel.... Erfurt... 22) Görlitz... 23) Wiesbaden.. 24) Frankfust a.O. Potsdam.. 25) 26) Summe c 298 893 161 260 154504 151 157 139 330 115183 114 822 114 052 106492 104719 103165 1 563 577 99 550 95321 90 255 81946 78 435 68 318 65074 64088 58385 55 705 65 457 54017 51707 50874 1 1223301 193082 272 912! 144 772! 136 819: 140 909|i 122 843 95 458 108 551 97 539- 93 538 91 0479 95941" 25981 16 488 17 685 10248 16 487 19725 6271 16513 1295-1 13 672 7 224 I.V. K'u-r Sa und tmn-att, deu gte «K i iSifl »"a sich •Wf -des >W3° II % bei 14003291 163 248 91 756(1 85 551 73 872« 71 484 66 544. 65 713 56 944. 58 290 53 254- 50307 50238 51 147 43 594J 48 4471 7 794 9 770 16 383 10465 11891 2 605 8130 5 798 5 131 5 398 5 219 2 870 8>13 2 969 1351 867 140 101 994 i-# t Wte», 30. Januar.(Ein Selbstmord mit Leuu.-�„, beim Kaufmanne E., Dieuthorgaffe 7, bedienstete' mit Dttrichen auffand. DaS Mädchen belbrueste, J"„k, � bei ihr.",.«« Kr««. m> habe die Ditstche von ihrem Geliebten, einem Besitz durchaus keine schltmmm Absichten V*« vvh«vwm wtwtv&w», t. Aufbewahrung erhalten. Die mißtrauisch. dieser'........ künd daS Haus verlassen. brennender Kerze die Küche, blies ober, ölf » wa K «SUII J\uui iuuiiiii w.,-.le-mguiyune ,, vcvkiiiu»- Od Nft,- Böhm wurde vor einigen Tagen von ihrer DiensiSV� w"- Cj Rede gestellt, weil diel« auf dem Küchenkasten eine� '"»Ä, Ä d i I v, 0P Dd M »te «JJlfiS- * ür-wnei Küche lag Elise Böhm in den letzten Zügen. war abgeschraubt und lag mit dem offenen Ev". Schaff Waffer. Elise Böhm hatte, den Schlauch daS Leuchtgar. eingeathmet und als fie zu Boden Am Morgen betreu die Gou-e».� 1, jv& ttut Küche, blies aber, rasch 8 fi' aus, alS st« Gasgeruch verspürte. Auf dem i 'tfl siel. oit Schlauch ihrem Munde entglitten und ins das allerdings eine weitere Gasausströmung webt konnte, aber doch einen Theil des ausst-ömevden � sorbttte. In einem zurückgelaffemn Hch">ben„w Elise Böhm einen Schloffer im„Englischen Hof"V.rch" der ihr die Dittiche gegeben halte. Ehe nock die (amen, war das erst zwanzigjährige, unglücklich« Die Leiche wurde zur Obduktion in das Allgemeine gebracht. A' Ä Sl'l Myhl Verantwostlicher Redattem 9t. Crvnhetm in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin SW., Beuchstraße 2. Hierzn eine t d-Z V-v : in Nu»- der NlM> heißt nildt Beilage M Berliner Volksblatt. Ar. SS. Kid die Zritm schlecht? M JU die Möglichkeit geben, gegen das Schwere rüstig anzu- Mfen, und weil fie die Ausstchl auf den vollsten schönsten «leg der Freiheit und Wab'beit eröffnen tn«-l» . De�mda Sintoohnft Störte auf d die oiiij iq__,, ihre hate« Diese Frage wird heut zu Tage von den Meisten ui:be> von 10 OW»«mich mit Ja beantwortet. Wir verwahren uns dagegen. jwölkeuM � iten sind schwer, sehr schwer, ader fie find doch gut, gädte a» Person-« ßt. iW.. �.________. -nähme'Im. Worin besteht das Schwer:, welches uns diese Zeiten mäßige ßCt mngen, und durch dessen Last stch Jeder mehr oder weniger izentrenk-»»lütft-ühlt? -el, SA'1?■«or Allem besteht es darin, daß es für den Einzelnen aderg u?» M« schwierig-r wird, flch und die Seinen mi! Ehren und r Rückrt Hagen durch's Leben zu bringen. Frühere Zeiten boten zeigten i®" Menschen nicht so mancherlei Genüsse, nicht so vielerlei ig De: � J�flung, nicht so leichte Gelegenheit, fich in Diesem und 8 163 Mnn zu versuchen. Alles war eingeengter, beschränkter, .umpfiger. niedriger. Es ist gewiß gut, daß dieser Zustand oer-vunden wurde; aber der Fortschritt, weicher hierin oi, lat auch ungeheure Gefahren zur Folge. Mit den ,«chranten des G'werbes, gefehlltben Schran'en und Mltrchen Schrarke--, ist auch die alle G.eichmäßigkeit, die JA«l-t-erheit, das alte Vemaurn geschwunden. Es ist ein Kampf Aller gegen Alle einzetr-ien. Die wilde Konkurrenz zeigt Jedem dm goldenen Apfel des Donnerstag, den 4. Fedrnar 1886. III. r« der d-t* ■ GnA Ab.; oluie Ä Zu- D ahme f «ttfeis-lto N«ne?elt- B3 24fl 01994 60 103 27 411 45838 fich.ia� 3 zogencn ber 10000 «.-rf« ttelung) y itn»i« lobneW nr 61 88 185 f-n m'?4" 3 als locke:. des Ziel: Alle— die Proletarier und; InR f i' fctä MitleiftanCes in Stadt und Land abgerechnet—- ,J2 sich btthöten und halchen danach. Aber nur sehr Wemge{ telhn m tä: die Uebrigm stürzen in den Abgrund und werden| ,u m Vtolttarfer. S'e richten damit aber nicht nur fich selbst j UloTii.- sondern sie bringen auch die Kleinbürger und Pro»! SÄ v.?!»e mit von ihrer Existenz gelebt Häven, an den| i der wirklichen Welt ist eben ein, fl6o.""?!"m für seine eigenen Sünden und Dummheiten ito.'andern auch tür die seiner Mitmmschcn. Der Un. Nun,,»'?l'h mit leiden für die Schuldigen. Das ist die Ord- Natur. Der Mensch soll das andern durch eine neffere Ordnung, die Ordnung der Vernunft und der Genü' 2,6er U 5,111~0U 618'cet no� Ieiniä' t)et rJ liegt �in�dstsem wilden Kampfe Aller gegen Alle? der Sittlichere, der geistig Hölierstehende? Nein, bero.,. nicht! Eö fiept der Geriebenere, der Gewissenlosere, Tick-jN almächtipcre. Es gilt von diesem Zustande, was der W vom Thierreiche sagt: Und der Große frißt den Kleinen, Und'cer Größte frißt den Großen, Also löst in der Natur , Leicht sich die soziale Frage. Und was ist das Nesuliat? » idet eine immer schärfere Scheidung der ganzen Nation -w/'N, R-iche und Arme, während der Mittellose allmälig »»Ä�mdet. Die kleinen B-fitz-hümer werden durch die großen ii.C�Ugt, die(Urnen B fiier können die blaue Vlouse an« und für Tagelohn arbeiten. Das est die Loosung der fw?urt, und weder Klage, noch Troß, noch Kopf-in den« �-stecken beseitigt diesm Verlauf der Dinge. -»Ii i m deutlichsten sehen wir die Bestätigung dieses Gedankens fcj.'stt durch die Tdatsachen in E> gland, dem Lande, wo die zjQi-Klistlichi En-w'ckelung am weitsten vorgeschr-tten ist. 3. eigentliche Mittelstand ist dor bereits so gut wie ganz M-vundm. Wir in Deutschland find noch nicht so weit Critien. aber wir find aus dem besten Wege dahin zu SSUM. Nach den Aufstellungen der Dortmunder Handels- vermehrten stch in den sieden Jabren 1877 bis 1884 in J»4$rn die dürftigen Einkommen(bis M. 660) um mehr als liÄnö'nt. während die kleinen E-nkommen(M. 660 bis toJ sied um 10 Prozent verminderten, die mittleren Ein- ,31(M. 1500 bis 9600) einen kleinen relativen Rückgang ' die großen Einkommen aber zunahmen. Das ist ein e! Als Seitenstück sei nock an-- Provinz Schlesten von 1850 bis �auernstellen mit 194 855 Hektaren Lanv durch den aufgesaugt wurden; die früheren Besitzer find in bei des Geschäfts hinein gerissen und natürlich sämmt» 8 W'l »I toÄÄ S S Piltnn's Hund. von Adam Mllller.Guttinbrvnn. oben auf der Wiener Mölkerbastei, im vierten ich mein Junggesellen-Nest gebaut. Die war ganz nett, die Aussicht prächtig und die Msch eine dunkeläugige Magyarin, über alle Maßen «i* hatte in ber Zeitung angekündigt, daß sie ein d»»>j.,.«iw>ncr mit Ringstraßen-AuSsicht an einen Herrn & o Jtn möchte, und da sie nicht ausdrücklich sagte, daß "lelb�",""! für einen„soliden" Herrn zu haben sei, k«''" __. ich mich. H bo» Hochsommer und sie trug ein luftiges Haus- / dem Beschauer neidlos die schönen Formen seiner alJ*� Auch plauderte sie sogleich wie mit es Scannten mit mir, stellte nicht die geringste «0 i'"Uat■"tQ8t an mich, forderte aber mit der größten war ProiS für das Zimmer, der noch einmal so '" jttn.&" �et» den ich bisher zu zahlen gewohnt ge- h�flennJ6 mu6te den Eindruck, den dies auf mich machte, 3)Km'n. haben, denn sie verzog ihren hübschen nstg-Z eine�- � � � t bej"�'>' Mtte. � in einer Weise, die mich empfindlich de- " mit .bestreiten. Er will sich im Raum einschränken, i'?" Budget entlastet, und Sie sollen eS recht SAG "nen Monat. M.—- um Zögern nach meiner Börse nnd bezahlte haben— aber„handeln" dürfen Sie nicht! 5 I nk-n'�di fi«« ßfsi1 1 ,Zch f' 5°L' später zog ich ein. �ser.Berge von Staub auf den Kästen und Un- «" rin,-. e den Bilderrahmen, der Schreibtisch hatte 1-8*0%, baf,.?chiiissel, da« Lavoir des Waschtisches war letj�fche rirf.1� �nselben nicht schließen konnte und— J�chet HqÜ? e Möbelgarnitur, mit der ich da» Zimmer Ick vertauscht worden gegen eine schäbige -n5ündl?ck."F.d.it Magd, sagte ihr Alles, verlangte it �ch*eibtir�*s!?'8una de» Zimmers und Schlüssel für „fflnlw-" Möbel-Garnitur wegen wollte ich lgon" sprechen, die nicht zu Hause— war. lich— entweder schon ganz verarmt oder in voller Ver» armung begossen. Das ist nur ein Beispiel. Es stebt überoll tn Deutschland so aus und Gleiches steht uns allen bevor, so- weit wir nicht schon Proletarier stnv. Wahrlich, es find schwere Zeiten! Und es ist nicht genug daran, daß der sogenannte „Nat-onalwohlstand" sich immer ausschließlich.'r in den Händen einer verschwindend kleinen Majorimt ansammelt, dieser Wohlstand selbst-rird geringer. Das anarchisch- Wesen unserer Zustände hat die Folge, daß der Topf selbst, aus welchem Alle schöpfen, leerer wird, oder wenigstens nicht in dem Maße voller, wie die Zahl Derer wächst, die auS ihm gespeist werden sollen. Der angeführte Bericht der Dortmunder Handelskammer beweist u. A. auch, drß in den sieben Jahren von 1877 biS 1884 das Durchschnittseinkommen in Preußen von 21t. 855 auf M. 822 zurückgegangen ist. Dabei find aber die Preise immer höher gestiegen, so daß in Wirti'chkeit der Rückgang deS Wohlstandes ein noch schärferer ist, als d-ese Zahlen es zeigen. Außerhalb Deutschlands ergeben fich ebenso erschreckemde Anzeichen des Rückgangs. England selbst, daS Musterland der modernen W-rtoschast, hat am eigenen Leibe die empfindlichsten Schäden zu erfahren. Nach emer kürzlich erfolgten Kundgebung der Handelskammer zu Dundee ist die Ausfuhr dieses kleinen HaUnvlatzes nach Deutschland, Rußland und Oesterreich in vier Jahren um mehr als M. 28 000 000 zurückgegangen. Aehnliche Rückschritte sind so allgemein, daß die eng- tische Regierung e-ne besondere Untersuchung zur Ermittelung der Ursachen angestellt hat. Dieselbe Erscheinung ficht man am anderen Ende, wenn man fragt, wievi-l ein weimtitch empfangendes Land, Rußland, einführt. Die Waareneinftlor des Zarenreichs ist in den ersten sieben Monaten diesis Jahres 79 000000 Rubel geringer gewesen-216 gegen 295 Mill. Rudel), als in den entsprechenden Monaten des Votjahres. Natürlich kann Rußland nun auch entsprechend wen-ger verkaufen, denn eine Handels- stockung ist natürlich rmmer zweiseittg. Das Resultat ist Verarmung, und die U:sache selbst schon winhschaftlicher Rückgang. Man wird einwerfen: An diesen Handelsstockungen find die künstlichen Handelserfchwerungen durch die Zollerhöhunaen schuldig. Zum Theil find fie das gewiß. Aber weshalb hat man zu dielen ZoUerhöbungen seine Zuflucht genommen? Aus- gesprochenermaßen nicht zum Vergnügen, sondern weil man meint, aus diesem Wege den schon vorhandenen wirthschafttichen Ruin steuern zu kö-nen, und zwar nicht dem schon längst ge- wohnheiremäßig hingenommenen dauernden Ruin der Armen, sondern dem jetzt erst hereinbrechenden unerhörten Ruin der Besitzenden. Was also die Schutzzölle wirken, das ist auch eine Wirkung der allgemeinen wirthschastlichen Entwicklung, nur eine indirekte, vermirtefte. Und wenn vre sogenannte„freie wirihschaftliche Vereini- gung", der große Millronärverein, der in der letzten Reichs- ragssesfion das enischrioende Won führte, uns nächstens Brot und Schmalz und Petroleum, und was wir sonst noch brauchen, bis in'S Aschgraue veitteueri— die Henen meinen dann viel- leicht, fie schieden, aber fie werden geschoben. WaS fie zu diesem Vorgehen drängt, ist der Selbsterhaltungstrieb: denn auch ihnen Allen tritt das drohende Gespenst deS Unterliegens im Kampfe Aller gegen Alle immer schrecklicher vor Augen. Jawohl, es find schwere Zeiten! Aber betrachten wir auch die andere Seite des BlldeS! Diese ganze still und sicher fortwüdlende Zersetzung unserer Verhältnisse geht eben doch nicht im Dunkeln und Verborgenen vor sich, sondern am hellen Lichte der Oeffentiichkeit. Der Spießbürger freilich merkt nichts davon, weil er nicht über dm engen Kreis seiner Alltazspflich- ten und Sonntagslustbarkeiten hinaus steht. Aber zweierlei Leute merken sehr viel dauon: die Arbeiter, denen stch die schärfsten Wirkungen dieses Vorganges mit brutaler Deutlichkeit beständig aufdrängen, und die Männer des Staates, welche — soweit sie nur irgend ihrer Stellung gewachsen find— durch da?, was sich ihren Augen darstellt, gezwungen werden, fich um diese Dinge zu kümmern und nach rettenden Auswegen zu suchen. Und was ergiebt fich hieraus? Daß von zwei Seiten eine Als ich gegen Abend ausging, mforrnirte ich mich über die Hausordnung und verlangte einen Thürschlüssel. Es war keiner für mich vorhanden; den einen hatte der Herr, den anderen die Frau und Beide waren ausgegangen. Ich solle nur läuten, sagte da» Mädchen, sie würde schon aufstehen und öffnen. Ich kam um halb Elf nach Hause und läutete eine halbe Stunde lang, aber es öffnete Niemand. Ich schritt ärgerlich auf und nieder, die Nachbarn auf dem Gange steckten die Köpfe zu den Thuren heraus und glotzten mich an, brummten wohl gar, denn sie kannten mich noch nicht und verschwanden wieder. Endlich ging auch ich. Ich ließ mir da« Hauithor öffnen, prome- nirte in denkbar heiterster Stimmung eine Stunde in der sternenhellen Nacht auf der Ringstraße, dann kam ich wieder. „Sind meine Quartiersleute schon heimgekommen?" fragte ich sogleich den Hausmeister. Er bejahte e» und ich kam ohne weitere Hindernisse in meine Wohnung. Am nächsten Morgen wollte ich ziemlich ernst mit meiner schönen Hausfrau sprechen, doch sie trug wieder jenes verführerische Hauskleid und sie lächelte so eigen. E« war kein ernstes Wort mit ihr zu reden, sie wiegte daS Köpfchen und trällerte eine Melodie aus der Operette, welche sie am Norabend gehört hatte. Plötzlich sagte sie: Den Schlüssel sollen Sie haben. Wenn mich daS Mädchen wieder einmal aus dem Theater abholt, wie gestern, können Sie ja nicht herein. Auch daß Sie Ihren Schreib- tisch versperren wollen, begreife ich, Sie haben wohl recht interessante Briefe ,u verschließen? Aber d,e lichte Gar- nitur bekommen Sie nicht wieder. Ich brauche sie selbst recht fo?" Dabei streckte fie""die Hand entgegen und SM s;«ä™ zrsi LMÄKZ-- eifrige, kräftige Thätigkeit zur Beseitigung des Hebels eintreten muß: von Seilen des Volkes und von Seiten des Staates. Diese Thätigkeit muß zunächst ein Kampf sein g-aen die hem- Menden polnischen Richtungen, die des baren Unverstandes, welcher das vorhandene Hebel leugnet, und die der schnöden Feigkeit, welche es wohl nicht leugnet, aber an der Möglichkeit der Abhilfe verzagt— al-o gegen den Liberalismus in allen seinen Spielarten. Zweitens muß diese Thätigkeit ein rastloses Versuchen sein, positiv Neue» zu schaffen, um eine Grundlage zu gewinnen für bessere Zustände, deren Charakter darin de- stehen wi d- daß an die Stelle des Kammes Aller gegen Alle die brüdrrlrche Verständigung über die Interessen Aller tritt, und die gemeinsame Arbeit m Sinne dieser Interessen. Diese doppelte Thätigkeit drängt fich heute mehr oder weniger jedem Denkenden auf. Darum werden alle Denkenden fich mehr und mehr an ihr belheiliaen, und darum ist der Er- folg ficher— ein Erfola, wie er schöner und stolzer gar nicht gedacht werden kann. Und diese Belheiligung ist eS welche uns Allen Gelegenheit aiebt, uns über das Elend der Zeit zu erheben. Um dieser Allen zugänglichen Erhebung willen können wir die Zeiten wohl schwere nennen, aber nicht schlechte. Blicken wir in die Länder hinaus, so finden wir, daß überall ein Kampf entbrannt ist, der zu dem, wovon bier die Rede war, in engster Beziehung steht. In Deutschland ist das legte größere politische Ereigniß die Landtagswahl in Sachsen. Das Haupiergebniß der- selben zwar: Zunahme der Stimmen der Arbeiterpartei, Zu- nähme der Stimmen der Regierungspartei, Rückgang der nationalliberalen und deulschfieistnnigen Stimmen— also Be- stäiigung dafür, daß der gebotene Vernichlungskampf gegen den LibecalismuS seinen guten Fortgang nimmt. Dte demnächst erfolgenden preußischen Landtagiwahlen tönnen freilich kaum ein gleiches Resultat liefern, weil die Vethetligung für dir Menge vei Volkes dort zu schwer ist. Aber, daß auch in Preußen ein Schwinden der Mittelpartei auf der Tagesoid- nung steht, bewerft Herr v. Bennigsen, der stch kürzlich mit Haut und Haar der Regierungspartei hingegeben hat. Hnd braucht man denn noch zu fragen nach Anzeichen, daß die Ent- wick.lung im ganzen Reiche sich in der oben angedeuteten Richtung vollzieht? Am 1. Oktober ist das Hnfall- veestcherunglgesetz in Kraft getreten, und damit ein wesentliches Stück der staatssozialistischen Reform durch- geführt, die von der Zentralstelle deS Reiches ausgeht. Aller- dingi ist das, was hier geboten wird, nur ein Ge ingcS im Vergleich zu dem, um was es fich handelt; aber eine entschiedene Besserung bedeutet dies Gesetz, trotz seiner großen Mängel, unfraglich, und daß die betretene Bahn der Sozialreform nicht wieder verlassen, sondern immer ernstlicher betreten wird, das steht fest. Durch Maffenpetitionen an den Reichstag bezeugen die deutschen Arbeiter, daß fie ein Arbeiter« schutzgrsetz tn dem Sinn» des vorliegenden Entwurfes haben wollen. Diese Volkserklärung kann aus die Dauer nicht igno- ritt werden. Mit Geduld und Zähigkeit muß daS gute Werk fortgeführt werden; dann ist zu hoffen, daß die Brücke sich baue, die unS ohne krampfhafte Zuckungen hinüberführt in daS Land der Freiheit»und Gerechtigkeit. Allerdings fehlt es nicht an düstern Wolken. Die Reaktion ist mächtig und erschwert vielfach den gedeihlichen Aufbau. Wir erinnern an die bekannten Klagen des preußischen Fiskus gegen die Reichstagsabgeordneten, welche Diäten empfangen haben, und an die von der Chemnitzer Slaatsanwalt'chaft gegen eine Anzahl Sozialdemokraten erhobene Anklage wegen Geheimbündelei— eine Anklage, von welcher der Ver- the'.viger Munckel sehr richtig bemerkte, sie suche daS Strafgesetzbuch zur Hnterdrückung politischer Opvofition zu miß- brauchen. Das stnd nur zwei Tropfen aus einem Meere! Ader lassen wir uns dadurch nicht irre machen. Wie auch der juristische Ausgang der erwähnten Prozesse sein wird, der mo- raiiiche steht fest. Derselbe ist bei allen solchen Anläufen der reaktionären Mächte immer derselbe gewesen: der Sache des Lichtes find neue Ehren erworben und neue Freunde. England ist uns in der Lösung der größten Zeitfrage da- durch voraus, daß es bereits seit Jahiz-ynlm ein leistung�- fähiges Arbeiterschutzgesetz mit dem zehnstündigen Normal- seine Frau, doch führte er einen serbischen Namen und sprach korrekt Deutsch. Seine Stellung bei der Bahn zwinge ihn leider, in Wien zu leben. Am krebsten wäre er inHngar n, denn dort sei es viel lustiger. In Wien finde er gar keine rechte Gesellschaft. Als ich diese Worte vernahm und ( sein verwüstetes Gesicht sah, wußte ich augenblicklich, mit wem ich es zu thun hatte. Die Männerwelt des Mittelstandes in den ungarischen Städten ist gar häufig verroht und verlottert, sie huldigt den niedrigsten Vergnügungen, bringt ihre Nächte am Spieltisch oder in leichter Gesell- schaft zu, sie säuft und rauft und wer verheirathet ist, der prügelt seine Frau, wenn sie es wagt, gegen ein solches Leben Einspruch zu erheben. Die nächsten Tage verliefen ganz glatt. Wenn meine schöne kleine Hausfrau nebenan nicht manchmal ein schwer- rnüthiges ungarisches Lied gesungen hätte, wurde mich nichts bei der Arbeit gestört haben. Daß mein Schreibtisch nach wie vor unversperrt blieb, war erträglich, aber daß meine Briefschaften häufig aussahen, als ob eine kleine Hand darin gewühlt hätte, war eS nicht. Auch fand ich auf manchem Blatt in meiner Mappe den Namen„Vilma" gekritzelt. Ich mochte das kindische Frauchen nicht in Ver- legenheit versetzen und die Sache zur Sprache bringen. Ich ließ mir nun selbst die Schlüsseln machen, zu ihrem Namen aber, wo ich ihn in meinen Papieren fand, machte ich verliebte Glossen. EineS TageS waren die betreffenden Blätter verschwunden, nur eine« lag noch da. Ich hatte auf diesem Blatte über ihren Namen die Frage geschrie- ben.„Bzeretez te engernet?"(„Liebst Du mich'?") und es sah aus, alS ob sie diese Frage an mich gerichtet hätte. Darunter stand jetzt von ihrer Hand geschrieben:„Sie sin ain gecker Mensch! Vilma Savi«? Ich lachte herzlich und beseitigte das Blatt. Wenn xA sie durch diesen Streich von meinem Schreibtische verscheücht�hatte, konnte ich damit zufrieden sein. Sie wich mir einige�Tage lang aus und hienach verkehrten wir wieder in der harmlosen Weise wie früher. Den Frieden meiner Studirsiube brach sie für Augen- blicke fast jeden Tag. Sie brauchte alles Mögliche von mir. Sie borgte sich häufig kleine Geldbeträge, bis sie gewechselt hatte, selbst Zucker, Thee und Rum entlieh sie aus meiner Junggesellen-Wirthschaft. Dafür brachte sie mir dann gegen «rbeitZtagc besitzt und in Folge desien die großartigsten ge- werlschaNlichen Organisationen. Dagegen hatten dre englischm Zirbriter es bitz jetzt vnsZumt, sich yolrtisch ganz vom Lideraritz« muS unabhängig zu machen. Im Uebrigen machen die Herr« schenden„PaNeren" der Whig» und Tovriet ei den Leuten durch ihre Thaten täglich kiarer, daß fie weniger P rteien sind als große Kriterien. Eine eigentliche Rco-erungspartei kann in Englano, Dank der staatsrechtlichen Zustande, nicht vorhanden sein, da dkiRsgierung ja bald dieser, bald jener Partei zufällt Ei vereinfacht das nur die Entwicklung, da um so schneller' eine wirft che Velkspartei zur Herrschaft kommen kann, wenn eine solche erst einmal auilritt. Die wird dann zugleich Rc« gierungipartri sein und Voll selbst, und damit«ird die De« mokrane in England lriumphiren. In Frankreich liegt die Sache in mancher Vtji hung ähn« lich, nur daß die Arbeirerklaffe ali wirth'chaftliche Macht der englischen durchaui nicht ebenditrtia ist, in politischer Hinsicht aber so zu sagen an Uebeneife lctvrt, während in Enz!and noch eine ge Visse kindliche Unreife herrscht. Die franjöstschen Arbeiter sind in Sekten und Fraktiönchen gespalten und von leidiger Revolutionsmythologie und Revolutionsphra�e vielfach verwirrt. Das Bestreben nach Beseitigung dieser Mißstände ist vorhanden, und eS ist möglich, daß eine Einigung»u be« sonnenem, energischem Vor gehen herbeigeführt wird. Doch wird daS jedenfalls eine schwierige Aufgabe sein. Die politische Zacfahrenheit in den übrigen Bevolkerungsschichten ist womöglich noch gtößw als die der Ardeiter. In den Nicde! landen ist kürzlich ein ziemlich heftiges Per« langen laut geworden durch Einkührung des allgemeinen Stimmrechts einer gefunden Fortbildung der Zustande die Wege zu bahnen. In Belgien spielt der Gegensatz der Kon« sesfionen störend in die politische Entwicklung hinein, doch ist die Erstarkung der freiheitlichen Elemente unoerkennbar. Die Schweiz erfreut sich einer verhältnißn.äßig vorge- schrittcnen Gestaltung drr politischen und wirthschaft« lichen Zustände und hat namrntlich in chrer demokra« tischen Verfassung dai sicherste MiU-l, dringend geworSenm Volktbedürfn.ffen ohne schwere Krisen genügen zu können. In den drei skandinavischen Reichen ist ein lebhaftes An» dringen der Demokratie gegen die herrschenden Schichten be- merkbar. Die wirthschaftlichen Verhältnisse sind hbr im Ganzen noch zu unentwicklt, als daß der Kampf— mit Ausnahme Kopenhagens— schon die Fcrmrn zeigen könnte, die ihm in den bisher genanntere Ländern eigen find. Arbnliches gilt für Italien, wo namentlich der Pau- perismuS der Volksmenge weniger eine Folge der neuen in- dustriellen Entwicklung ist, als ein altererdtes Uebel. In Folge davon fehlte daS Material zu einer wahren Bolktpartei. Doch wirken die wirthschaftlich weiter gelangten Nachbarländer natür- lich fördernd ein. Von Spanien und Portugal gilt dasselbe in noch höherem Grade, und— so sehr das Land ein anderes Gesicht zeigt— auch von Rußland. Zuletzt sei hier noch Oesterreichs erwähnt, das eigentlich ein großes Anhängsel zu Deutschland bildet, und in seiner politischen Entwicklung d�rch ähnliche Bahnen geht. So sehen wir ganz Europa von einer Bewegung durch- zittert, deren innerster bewegender Trieb das Streben ist, die Uebei dieser schwerm Zeit überwinden. Was sich diesem Elreben gegenüber träge und hemmend verhalt, das verliert an Bedeutung — so die allen Parteien in England und Frankreich, wie die Liberalen in Deutschland; was in naturwüchsiger Weise diesem Streben dient, da#' nimmt stetig an Kraft zu— so die Arbeiter- Parteien in Deurschland und England', was ihm zu dienen sucht, ohne die rechte Fühlung mit dem Volksleben erlangt zu haben, vai spielt zwar eine Rolle mit im Spiele der Gegen- wart, aber ohne durchschlagende Wirkung— so die ardeiter» freundlichen Journalistenfraktionen in Paris. Mit Hoffnung dürfen wir auf dies Bild blicken und, speziell al« Deutsche, mit Stolz' denn, wie die Sachen liegen, ist Aussicht vorhanden, daß arave unserer Nation ein desonberS ehrenvoller Antpeil am Werke der Zukunft beschieden ist. Aber tin drohendet Unwetter steht allerdings im Hintergrunde: der europäische Krieg. Die Staaten sind mehr und mehr geschievtn in zwei Gruppen, eine wef-i.che— England, Frankreich, Spanten und Portugal, Italien, Griechenland, Türkei, Schweiz, Belgien, Nieder- lande und vielleicht Nord-Amertka— und rine östliche— Deutschland, Oesterreich, Bclkanstaaten, Rußland und vi-lleicht Chma. Wird eS zwischen beiden Gruppen nicht ftüher oder später zum Vernichtskampfe kommen? Der Konflikt»wischen Deutschland und Spanien ist, sonderbar genug, durch SchiedS- spmcb des Papstes— den Deutschland angerufen hat— be- settigi. Ader die Bulgaren haben sich Ostrumeltent bemächtigt, der Berliner Friede von 1878 ist zerrissen, und die orientalische Frage hetzt wieder die Interessen aneinander. Wird daraus nicht ein Weltdranv erstehen und mtt seinen Flammen die fleune friedlicher Kuiturförderung vernichten? Wir hoffen, daS wird sobald nicht geschehen. Und zwar deshalb nicht, weil ein allgemeiner Krieg(und Mittag, wenn fie sah, daß ich la»ge nicht ausging, stet« eine Schale Suppe. Dabei glühte fie iprmer vom Herd« feuer, denn sie kochte selbst. Doch that sie die» nur, wenn es ihr Spaß machte. Sehr häufig ließ sie für sich und ihre» Mann de» Mittagesse» au« dem Gasthaus holen. Dan» hörte ich immer, daß es eine Szene gab. Einmal flog ein Teller in da« Vorzimmer und die Scherbe» davon splitterten an meine Tdüre. Auch Natschte es dabei eigen- thümlich und Frau Vilm« ging drei Tage lang mit eine« »erbundenen Gesicht umher. In den letzten Tagen de» Monat» beehrte mich Herr Savic wieder mit seine« Besuche. Ich hatte einen tiefen Widerwillen gegen den brutalen Mensche» gefaßt und er war ziemlich verlegen, al» ich sein Bekehren, ihm zehn Gulden zu leihen, die ich am Ersten»o« Zins abziehen möchte, barsch ablehnte. Ich hatte ba« Zimmer von seiner Frau gemiethet und sie dedurfte de» Geldes, da« wußte ich, und ich sagte e» ihm. Er lächelte und sprach: morgen sei der Geburtstag seiner Frau, und er»»lle ihr eine Freude machen, zufällig sei ihm aber da» Geld ausgegangen. Auf da« hin zögerte ich nicht länger und gab ihm da» Verlangte. Al« ich die kleine Frau am nächsten Morgen zu ihr'« Geburtstag beglückwünschte, machte fie große Augen und ich wurde darüber so verlegen, daß sie zu ahnen begann, wa« vorgefallen war. Am Ersten legt« ich ihr den vollen Be- trag für da« Zimmer auf den Tisch, sie aber fragte kurz: „Wieviel hat er sich von Ihnen autgeliehrn?" In der Nacht vom Eisten auf den Zweiten wurde ich vor Tugetanbruch dmch einen Lärm geweckt. Ich hörte die Stimme Savic'« und erkannte, daß der Mann betrunken war. Dumpfe Schläge folgten seinen wüsten Reden, in denen auch mein Name vorkam, und plötzlich vernahm ich, wie ein« Thüre aufgerissen und zugeschlagen wurde. Gleich darauf öffnete sich die meine und heremhastete, nur mit einem weißen Nachtkleid angethan, Frau Vilm«. Tief er- schrecken erhob ich mich, sie aber bat mich flehend, ruhiq zu bleiben und schloß die Thür hinter sich ad. Lauschend und händeringend blieb sie an der Thüre stehen. Ihr Mann folgte ihr nicht. Sie zitterte am ganzen Leibe und schien unschlüssig zu sein, ob fie bleiben oder gehen solle. jeder Krieg wird j-tzt leicht zum allgemeinen) eine so furchtbare Störung aller Verhältnisse zur Folge haben müßte, daß ein allgemeine« Zusammenkrachen zu erwarten wäre. Nehmen wir nur den Fall, Dru schland« Außenhandel stöckle «imnal plötzlich— wie die« beim Ausbruch de« großen Kriege« im Wesentlichen geschehen würde— was müßte die Folge sein? D.utschland führt jährlich(34) mehr ein als au«: Rohstoffe für Gewebe und Filz- industrie....... M. 48800000 Vieh........... 31 000 000 Getreide........„ 370 500 000 Fletsch, Schmalz u. f. w...„ 79000000 Kolonialwaarcn....... 130 800000 Tabak.........„ 50900000 Summa. M. 711000000 Da« find Engro«- Preise, zum Tbeil nur Rohstoffprrise! Nehmen wir unsere gewöhnlichen Detailpreise, so kommt min- destens da« Doppelte heraus. Danach hätte jeder Hausstand in Deutschland allein von den eben aufgeführten Artikeln im Falle der vollständigen Handelsstockung läglich für etwa 30 Pfennige(Detallpreise) weniger zu konsumiren als heute— auch fallS die inneren gewerblichen Verhältnisse ungestört blieben. Ader diese blieben eben nicht ungestört, sondern in Folge der allgemeinen Kreditsiönmg würden fie der vollstän- digsten Auflösung verfallen, und die Menge deS Volles stände vor der Wahl: dtlett verhungern, oder stch selbst helfen, so gut es eben geht. Da» ist die furchtbar düstere Aussicht, die ein euro- päifchrr Krieg eröffnet. Die anderen europäischen Länder wären nicht so schlimm daran wie Deutschland; furchtbar aber wäre die KnfU für sie alle. Dai wissen unsere Etaattlmker. Darum werden sie uns einen Weltkrieg ersparen, so lange es irgend geht— und warum sollte ei nicht gehen, da die Interessen Atter sich in diesem Punkte begegnen? Die gegenseitige Verständigung wird hier friededringend wirken; sie wird es auch in anderer Beziehung thun. Hoffen wir, daß es uns vergönnt sei, ohne verzweifelte Durch- gangspuntte, die Morgenröthe einer schöneren Zeit zu er- blicken._ Parlamentsberichte. Deutscher«etchstag. 38. Sitzung vom 3. Februar, 1 Uhr. Am Tische des Lundetraths: v. Boetticher und Kommiffarien. Eingegangen ist die Abschrift eines Protokolls vom 24. Dvemorr vorigen Jahres, betreffend die deutschen und französischen Besitzungen an der Westtüste von Afrika und in der Südsee. Das Hau? tritt in die erste Berathung des G.-E., betr. die Unfall« und Krankenversicherung der in land« und forstwirthschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen. Abg. v. Francken st ein(Zentr.): Die Borlage ist der 1886 kommissarisch, abrr nicht im Plenum burchbirathenen, wesentlich nachgebildet und ttägt auch einigen Wünschen der Kommisston Rechnung, namentlich daiin, daß die Versicherung wurf wesenttich dieselben Bedenken, wie gegen den vorjährt- gen. Für Ostdeutschland mag daS Gesetz im Wesentlichen passen; für den Westen und Süden ist es impraküsch Es zentralifirt die neue Organisation viel zu sehr und schafft dadurch einen viel zu kompliziitrn, schwerfällig wirkenden Appai at. Der Reickstag soll« nur die allgemeinen Grundsätze ausstellen, nach denen die Unfallversicherung organistit werden soll und den Landes- gesetzgebungen überlassen im Rahmen derselben das Gesetz je nach den lokalen Verhältnissen fertigzustellen.(Beifall im Zentrum.) Abg. Schräder(dtsch.-freis.): Hätte doch der Vor- redner seine interessanten Aulführungen dama's gemacht, als wir anfing n, Unfaüverficherung zu machen; denn was er von der Landwirthschaft sagi, trifft auch auf die bisherige Verstche- rung. namentlich der lleinen Gewerbe zu, und diese seine und auch wohl deS ganzen Zentrums Anficht wird wah scheinlich all- mälig auch in wettere Kreise eindringen. Die Erfahrung hat gereigt, daß der bisher mit der Saziaireform beschritten« Weg außerordenlliche Schwierigkeiten bietet, und nun trägt man Bedenken, weiter vorwäns zu geben. Die erste und wichtigste Frage ist die: wie weit soll die Versicherung ausgedehnt werden? Die vorige Vorlage wollte fie ausdehnen auf alle ln-rdwirthschaftkichen Betriebe, auf alle in ihnen beschäftigten Arbeiter mit Einschluß der Familienangehörigen, ausgenommen allein die Eheftau, was richttg ist, weil die Ehefrau nicht als Arbeiter des Ehemanns betrachtet werden kann, son dein gewissermaßen Mitunternehmer im Betriebe ist. Eine Weile sah ich da« Alle« schweigend, endlich aber konnte ich e« nicht ertragen, da» zitternde Weib mit bloßen Füßen in dem kalten Zimmer stehen zu sehen, und ich sagte ihr leise, daß auf de« Sopha mein Plaid liege und dort im Kasten nebe» ihr eine»arme Decke sei. Nach einigem Besinnen nahm fie die Decke, hüllte sich in die- selbe und legte sich auf da« Sopha. Dabei schluchzte sie leise und ihre Thränen flössen unaufhörlich. Doch sie sprack nicht und ich wollte sie nicht einmal durch«eine Therlnahme an ihre Lage erinnern... Ich erwachte spät au» seltsamen Träumen und al« mein Blick auf da« Sopha siel, sah ich nicht«, da» an den Vorfall der Nacht erinnert hätte. Auch die Decke lag wie unberührt an ihrem Platze. Hatte ich geträumt? Tagtüber bekam ich Frau Vilma nicht zu Geficht, spät Nacht« aber hörte ich denselben unheimlichen Lärm, und da« wiederholte sich noch zweimal. Am Fünften oder Sechsten de« Monat« sah ich die Bedauernswerthe zum ersten Mal«ieder und da sagte fie mir ganz heiter: „Heut' ist er»ieder vernünftig. Da« für'« Hau« Röthige Hab' ich ihm am Ersten au« der Brieftasche genommen und alle« Andere hat er»«putzt. Jetzt ist Ruh' bi» zum Ersten." Ich drückte ihr mein Bedauern au» über das Borgefallene und«ein Erstaune» üb« ihre Fassung, sie aber entgegnete, da« sei sie längst gewöhnt und sie wisse sehr wohl, daß die Männer alle so sind, wie der ihre, vielleicht noch schlimmer. Ich fühlte mich nicht berufen, die arme Frau über uns« Geschlecht aufzuklären,»nd es war mir ganz ange- nehm, daß fie«ein Mitleid nicht in Anspruch nah«. Und dennoch schenkte ich e« ihr. Ich hatte nicht da» Herz, die Wohnung aufzugeben, trotzdem ich mich täglich unbehaglich« fühlte. Wenn ich Savic sah. erfüllte mich stet« ein tief« Ekel und er ertrug meinen Blick nicht, denn er war, wie alle brutalen Naturen, ein Feigling. Einige Tage nach meinem Gespräch mit Bilma wurde ich, spat Abends heimkehrend im dunklen Vorzimmer von einem Hunde angefallen. Da ich nie einen solchen im Hause gesehen, erschrak ich tödtlich. Die schöne Frau kam auf mein Geschrei mit einem Lichte herbei und lachte mich aus. Der niedliche Pudel sei ein Geschen ..I W„ ES würde 3 M. pro eine große Schwierigkeit ergedin, wenn man die gesar.mvnl ffc fcer Zj Diese Vorlage macht eine Einsch:äakung. . ilW. Landwiithschaft in die Unfallö«sicherung aufnähme, ohne•jJjWkesten st, Betiiebe nach ihrer Größe zu trennen und die kleinen ist, lt scheiden, da selbst die kleinsten, die nur mtt Familrenanaebönimiiiicht, das genösse aschaften einzuschließen unmöglich ist. Die Haupts« bei dieser ganzen Art der Unfallaeifiterung ist ja, daß der» better nicht blas ein Recht auf Ent chäoigung hat, sondern� die Sichechett gegeben wird, es auch geltend gemacht zu ie» Nun find im Kleinbetriebe bie>rbetter außer Stande, ding milirnangehörigen das zu leisten, was nach diesem Gefts? Arbeitern geleistet werden soll, und ebenso wenig werden m' selbst versichern. Die Berufs renossenfchasten werden auchr darauf dringen, gerade diese Mttglttder aufzunehmen, im< gentheil: durch ihre Ausschließung'chließen fie, worauf est ankommt, die kleinen Befriede aus die ihren unoerhältnW große Mühe und Kosten verursachen. Um der Land a in W die Arbeit mit diesem Apparat zu erleichtern, schlägt die* lag« zu meinem Bedauern vor, den Berufsg-nossenschast«� Recht zu aeben, die ganze Verwaltung, die Grschäfte, die 1 Vorstand m den Sektionen tte: dies ist. mit »e Herren, b-mng ke »esagt. d -n 13 3Bod Dahlen, al Rücksicht o , Kommissi jungen Nmvendu , ZStletzgel 'die land- den sollte. ttnt. es lie sie der Entt lnungauizul �SdesBedü �allverstcherr ....................lionen obliegen, abzutrennen und 9" Organe der Selbstverwaltung abwgcben, die doch ebenso k» oreane find, wie die übrigen Staatsbehörden; das heit> nichts weiter, als ihnen das Recht geben, ihre Verwall'' an den Staat zu übertragen und ist allo eine offene Banl erklärung der ganzen Idee der Berufsgenoffenschaften; der U�.-. erklärt sich bereit ihnen die Unfallversicherung abzunebmei ff�m könnten brächte die Selbstaerwaltungsdehörden durch Uedernahw JjPyereS dteS gedehnter Privatgeschäfte in schwere Kon stifte. Wir stebtn�?«ull im «W andern r v-mnie Hnten, n»«ien-n"■ feht naöe einer Ueberbürdung der Behörden und der in erste mit politischer Arbeit und sollten unS hüten, das 0#? vor ihrer Arbeit noch zu vermehren, wie es durch dieses L�stverwal! schehen würde. Di« hier in Ausficht genommene 1% Mn nicht fürsorge ferner ist unzureichend. Der Landes-&S � gebung die Einführung dieser Organisationen zu? lassen, halte ich für sehr dedcnUich; eS 4 durch eine große Unfichnheit entstehen, und die Land aebung vielfach zögein, das Reichsgesetz zur Aussüh bringen. Das Reich muß lieber die Frage voll und p handeln und sich auch klar werden, ob der eingeschlagen� der richtige ist. Ich komme immer mehr zu der Ueber daß dieS nicht der Fall ist; wir haben der Unwllofr eine Form gegeben, welche möglicher Weise tür die brauchbar sein kann, für weitere Kreise aber nicht. Ich II 20% dai. denn ich wünschte wohl eine allgemeine Ausdehn Unfallfüi sorge. Vielleicht wird die Kommisston einen Weg hierfür finden.(Beifall links.) Staatssek-etär v. B ö t t i ch e r: Meine Herren, Abgeordnete Schiader hat gemeint, daß wir in die Lot''«eshm tf, men würden, die Unfallversicherung von Anfang zu än?� ju � dag an einem ganz anderen Euve anzufassen. Er hat gemoj feit un Ueberzeugung aussprechen zu dü fen, daß wir uns Wß'Mechi dem richtrgen Wege befunden haben, indem wir da» Un� F- 0 ficherungsgesey so aufgebaut haben wie zeige juy oiev oauv, oan etne Auvocynuna unseres � �.. sicherungsgesetzeS unmöglich fei auf den Kei« von bzi' wi dm die durch die gegenwärtige Vorlage erfaßt werden r wJSr11"1* die Ii um ua* � m�e sich dies darin, daß eine Ausdrhnun« uns«es 5lf«b« de und es ergebe sich"oa. au» für ihn und, wie n hoffe, Hd die demnächst zusammentretende Kommission die AusU'-• daß das bisher Eir.ichte korrigirt werden müsse, vo«, Boden, auf dem wft aufgebaut yaben, verlassen werven» und daß— er hat es zwar nicht ausdrücklich auSg-'sp'? ab« ich müßte mich sehr irren, wenn es nicht sein%««%„UsT"'' gewesen wäre—. daß wir �schließlich wieder auf die � VteS iuui«—, Inn nur Illinegnaz Wieoer nur-ij Versicherung zurückkommen. Meine Herren, der Herr Abg.\ 0& tnr(«sfhft trr CO.«*...w JL.**'An*.' nicht möglich fei, ein abschließendes Uttheil besond rs � �4#»V vs» /v tt«v* COilft. � Kostenfrage, die er.gestreift yat, zu gewinnen, der ft hschaftl Haren, w.nn das nicht möglich gewesen ist, dann, bin ich nicht im Unrecht, wenn rch dem Herm Abg. � es zum Vorwrfef mache, daß« gleichwohl schon die AK ausspricht, daß d>s System unseres Unfalloersichnung'i? � stch nicht bewährt hat.(Sehr richtig! recht«.) H«ren. ich komme bei der B ttachtung der di»herigen de» UnfallverficheiungSgesetzis nur nebei anck*(ine vie!b«edete Kostenftage. Es wird aus dieser �„ »»WMKostknttage. Es wird aus dieser Jbt„ J �e y außerordmtlich viel Kapital geschlagen, und es wird#3 H � und weis versucht, daß die Kosten des Unfallvnficheruni!� � nr AI wie es nach dem Unfalloerficherungsgesetz sich ßcf%l_ m weitaus höher seien, als bei der Versicherung durch®,u si Uschasten, auf welch« die Industrie früher angewttl�» Meine Herr«, das ist einfach nickt möglich. Wie ho�[f �i> �« av vor! ei- zelnen Berussgenoffenschaklen sich die K.sit n belauf? ' Jl den, kann heute noch kein Mensch wissen. Nur daS daß einzelne BnufSgenoffenschaften geglaubt haben, ihres Manne», sagte sie, und sie habe Hektar da« Vorzimmer gemachr. Ich«klärte ihr, daß ich de-» zertrete, wenn er mir noch einmal Nacht« unter tjj« käme, und ging in«ei» Zimmer. Der Hund Vord«zimmer, und er empfing mich am zweiten?.-».- � m am erste». Ich aber hatte mich mit Licht versehen J'jH t® ihn, al» er nach mir schnappte, auf die Schnauze, �(Fi ffij? steh, J winselnd die Thüre sein« Herrin suchte. Nun � d h«bei und jammerte, ich aber warf mich»ie ei»', /]*1%% b Held in die Brust und rief pathetisch:„Dtt Hu" ich I Einer von un« zieht nächsten« au« Ich war noch nicht fünf Minuten in«einewö! � al» da« schlaftrunkene Dienstmädchen mit einem®tl W Derselbe lautete: „Mein Herr! Da Sie mich durchaus zwingt'jil da» reitzende Tir au» dem Hauß zugebe«, so neM-� Kündigung an und fie kehnen in 14 Tage Achtungsvoll Vilma Savic." Da« Mädchen wollte eine Empfang de« Briefe« und ich gab ihr augenbl'U"" j w8a|( b solche. Sie lautete:- rin.�lt- v.< „Gnädige Frau! Sie hatten die Wahl zw'' � i* jelh�anben, und einem Hunde. Da Sie sich so rasch und�*K ß h�� zu h, erlesenem Geschmack für den Hund entschieden si{'die tu?, n' ich e» tief unt««ein« Würde erachten, noch j M bi« morgen unt« Ihrem Dache zu wohnen.".., W Am nächsten Morgen, al« die Magd nur F k* 6 Atig, stück brachte, flüsterte sie mir zu, sie habe soeben � 4 �»rf, Q(j trag erhalten, Hektar au« der Welt schaffen Su sie sei ermächtigt� worden, mir da«� zu sag� weifog Hekror, recht« grausam genug, darauf keine klare Antwort iüA(t c, mein Rivale, starb eine» wahrhaft trag'! Mine �rl Nicht« vermochte mich länger in dem Hause zu%„ r M meine Mensfs)enmnv>iB fn fi�f«priest � atliill"' oem meine ivcen�cyen wurde]o tief verleyi � voll Ingrimm und ohne Abschied griff ich 5um,, �? Unanne stabe. d,'? Nch in AI« ich ein Jahr später die schöne Fr"", tyrtj Wz" ftfceir Theater traf, lachten wir Beide herzlich über fy%0t'ncht mit dem Pudel. Nach ihrem Befinden fragt- rlt ¥ 5 denn es war gerade der Fünfte de« Monat« ein blaues Auge. "Stt war ütie Wjl«w 3 2R. pig£-pf«rhebcn und in Ansatz bringen zu müssen, >ie gesam«««! M tz« Meinung gewesen find, daß so koch die Verwal- (, ohne sich stellen wenden. Daß dieser Satz kein absolut iinen«uvi>Sllgtr tfi, keiner, der nothwendigerweise erschöpft zu werden < da? er(ficbt sich beispielsweise daraus, daß mir von e msgenoffenschaft bekannt ist— da8 ist die Knapp . oi tri?.,uifsgrnLffenschatt—, die für die Verwaltungskosten in ccw™ t osi P'. pro K»pf in Ansatz gebracht bat und daß, wie die e HaupsiWverwaltir dieser Berusigenoffenschast bestätigen, sie der Mei. t das>st, mit diesem Satze durchaus aufkommen zu können. •••ft fnE n.(L....--- i.<*0» Vt, m Geset werden ste len auch men, im orauf ei rhalwis anvarrth lägt die mschaften äne, die n und»n ebenso# das heißt Verwalte ene Banü "'-n' VWQ VIV\SfKUi\*j r r L � «n 13 Wochen die freie Arzner und ärztliche Behandlung s tahlen, als eine ihnen verbleibende Last. Wir haben setzt Rücksicht auf die Verhandlunzen, die im voriaen Jahre in Kommisston gepflogen worden find, geiviffc Normmro- Zmuogm dem Gesetze angefügt, welche bestimmt firw, Anwendung zu kommen für Den Fall, daß durch die >de»geietzzebung die Ausdehnung der Krankenocrstcketung � laich, und forstwirthschafllrchen Arbeiter beichlossen bm sollte. Der Herr Abg. Freiherr v. Franckenstein hat eS liege das Bedürfniß, eine so komolizirte Organrsatton, - sie der Entwurf enthält, für die landwirthschaftliche Unfallver» nung aufzubauen, um deswillen nicht vor. weil für die Befrievi- des BcdünniffeS, also für die Uebernahme der Geschäfte der �üversichiiung für die land- und forfiwirthschastlichen Arbeiter �» anderweitige Organisationen vorhanden wären. Ja, � v'rren, Organisationen, die ausschließlich diesem Zwecke m konnten, die in ihrer gegenwärtigen Verfassung ohne '"IlTiaskl» ,We Sache übernehmen können, find mir wenigstens nicht 'r L w tm Reiche bekannt. Ich kann wir sehr wohl denken, ,d der lI? ln«fter Instanz Geschäfle überwiesen worden, wie auch Ktf5?htn von wir zitirte§ 24 im Auge hat, an Organe der kin�l. tung. Aber auch diese Organ: der Eeldstverrvaltung nicht in den bisherigen Rahmen ihrer Geschäfte die bai.s, ehmen. Ich habe schon vorhin darauf hingewiesen, »zi,°"dothmendig sein wird, eine ganz gesonderte VerwaltungS- si''nzmichten, wenigstens die Kosten dieser Verwaltung Mich zu buchen auf das Konto der Interessenten, der Beooßerung. Noch weniger aber, wie dies ohne iTh�Mation in der ersten Instanz möglich ist, wird dies tst,ii,...h°henn Instanzen möglich sein. Der H ur Abgeordnete ."m und zu Franckenstein hat das Gesetz genannt un» Sur mit bin Westen und Süden, er hat gemeint, es sei das__ -ses Gtlß icne »nvei» en zu es ; Last lu»süh und !chlag> Uebe alloest die . Ich Zdehm einen hür ft.zC"' WH UHV WUVdlf V*. V4** v*» idmhi»« a11 Verhältnisse hin im Norden und im Osten zuge- lMion.kann mir denken, daß es eine einfachere Organi- * ÖTP h* Mio* V*» VMI*.» rw v r w »hfti, li.c ich kann mir denken, daß es ein einfachere« Ver kräge>« ,?!'.um die Entschädigung festzusetzen, um die Bei« »'ffir 8,2$""» und ich bin, wie gesagt, sehr gern dereit, in rren, de<� wich g, iuhung handeln zu lassen. Meine Herren, ich freue die Last z SchM v daß von den beiden Herren Vo.rednem in Ausficht zu änNji|u j"'«aS Gesttz der kommissarischen veratbung unterziehen it gemst�I Skit auiil. � indem ich nochmals meinerseits die Geneigt» Jf cchf, in die Berathung jedes Vorschlages einzu- da» Ün'f\, darauf gerichtet ist, eine Verbesserung unsere« fer Jl"1 wird Z. M ben, ir daß*/| .Iii päk eben UrtMl chebm ifel ll'gknm?.� Herbeizuführen, kann ich nur wünschen, daß die .-res ÜifrJ ftutj bevorstehende Berathung endlich»um Ziele führen von Pst' hzi' bin der Meinung, daß wir alle Ursache haben, und verden roQ, dv®"« die Landwirthe unter uns alle Ursache haben, zu hoffe, au» k/,, daß recht bald eine Gleichstellung der landwirth« ie Shku«? Arbeitern mit den industriellen Arbeitem auf diesem üsse, vo«(ich'" herbeigefühlt werde, und ich empfehle Ihrer gründ- werden � sorgfältigen Berathung den vorliegenden Entwurf. auSgesp'? Frhr. v. Maitz ahn(kons.): Ich kann dem vom Ö Staatssekretär ausgesprochenen G � fofL&bpten sei. die Unfallversicherung au -rr Abg-°Wscdaftlichen Arbeiter auszudehnen, nur in vollstem m,'O-ii j h„».�stimmen, und habe Namens meiner "�en, daß wir aus allen Kräf en bestrebt sein werden, etz in dieser Session zur Verabschiedung zu bringen. rfe wegen zu großer Kostspieligkeit und Schwer- r für die Industrie geschaffenen Organisation find Bedenken in ihrer Anwendbarkeit auf land- und Aba roeZztzv�chsckrnftliche Betriebe. Die Vorlage erkennt , nie MÄ d?..«ewissermaßen auch selbst an, da sie die land- üminH'O /Gastlichen Berufs- Genossenschaften räumlich ab- > Nun, fi lÄ1 will. Industrie und Landwirthschaft find zu AirtlH>/�>t.ich verschieden, als daß die für jene paffenden Einrich« schlechthin auf diese üvertragbar sein sollten. An dieser �« ßthe ich auf Einzelheiten nicht näher ein und erkläre btj,;W) unser« Zustimmung, daß die Vorlage an die von i,,— i*■ � r»' der für die '' ohne V Schräder empfohlene Kommission verwiesen schÄ- Buhl(nat. lib) erklärt, daß seine Partei gern mit- werde an der Fortführung der Kranken- und Unfall- aus die landwirthichaftlichen Arbeiter, daß fie aber vorliegenden Entwurf doch ernstliche Bedenken habe, fftt wütigen Aufgabe der Kommission sein werde. Dieselbe w nq/�rwüzung zu ziehen haben, od nicht der Gemeinde, Werder her Arbeiter beschäftigt wird, das Recht zuerkannt die Verpflegung fremder Arbeiter selbst zu über« 2 würde vielleicht angezeigt sein, einer derartigen ». bfii, 3 Rückwirkung auf die bestehenden Kassen zu oeb-n. Mstej �WUeßt mit der Versicherung, daß die nationalliberale M aufbieten werde, um daS Gesetz zu Stande zu .. der Tribüne fast unverständlich) . seine Partei auf dem Boden der sozialen Gesetz- «und darum gern bereit sei, ihre Kraft für die Ver- ----' f.---- tT\. JC._ 1_W Behr(auf Wn«. baß tffoj Partei an. Wi...______ d darum gern bereit sei, ihre Kraft ft ,,n,. f des vorliegenden Gesetze« einzusetzen. Doch wird Unll' daß die Vorlage in der Kommission einige Ab« »sn erfährt. , fKmmlliemokat) erkennt die Bedürfniß« und forstwirthschaftlichm Arbeiter endtgkeit einer völligen Trennung ienverficherung. Wenn man bei der beides miteinander verknüpft habe, c-»-ru-n-.....-..... ar geworden, zu wie großen Unge. • SaiJ?«P'»ntItch den Gemeinden gegenüber dies geführt .bvgereckt r- w�lte man nicht in dieser Vorlage von neuem aber Ü dm Gemeinden die Zahlung der Krankm« �Se��roh�me(Sozialdemokrat) erkennt die Bedürfniß� einew� h b�rsug auf die land«""" korllwirtkschattlickm Arbeite: .d F"fieetn vi?on �r Kranker ' *.... dtel ammlFoTwIi; hobst'«m(TötIn/ Namentlich sei eine größere Tezm« . hfll% bW.Vl Lehe wohl an bei der Industrie mit ihrm «rr v 6 Zvini"eben, nicht aber bei der Landwirthschaft mit 5 onen Betrieden. Gegm� den mehrfach erhobenen % eilS und in den Motiven zu der Vorlage selbst bemerkt "�'�Aba�S icphanuS(Linden) befürwortet den Uebergang zur Eelosieinschäyung, um den schweren Hätten und Ungleich. heiten abzuhelfen, die das heutige Einschätzungssystem mit sich '"�'älbo von der Reck führt aus, daß man aus den De- sizits nicht eher her.uskommen werde, als bis man zu den ge- sunden Pttnzipien de» Konsn vattvismus zurückkehre, die Re- gierung und Landtag in Steuettragen lader verlassen haben; werken körne. Ebenso..«. ,,-. fahre man auf diesem Wege fort, so komme man bald in äußerster Konsequenz nach link« bei dein allgemeinen gleichen Wahlrecht an, vor dem er doch emen gewissen Aba.°Rickert: Die Freude des Herrn Wolff. daß ich finnigen in der Polenfrage hingewiesen. Sie müssen sich wlrstich bessere Objekte suchen, als solche Kleinigketten. Mehrere Mit- glieder haben nicht unterschrieben, weil fie nicht anwesend waren. Eine sachliche Differenz existitte überhaupt nicht. Alle waren mit dem Inhalt einverstanden. Der Abg. Richter war nur der Meinung, daß es nach der Rede des Fürsten Bismarck nicht oppottun wäre, die Resolution einzubttnaen, weil fie leicht Mißverständnissen ausgesetzt sein könnte. Wir sollen für die gegenwättigm Finanzzustänoe mit verantwottlich stin? Seit wann bürdet man der Minorität eine solche Ver- antwortung auf? Die Steuererlaffe haben wir bewilligt, weil wir es für Pflicht hielten aezenüber den ärmsten Klassen, frier- liche Versprechungen der Regierung einzulösen. Die Regierung und die ihr willige Majorität trägt die volle Verantwottung für unsere jetzige Finanzpolitik.(Beifall links.) Minister v. Scholz: Diese Darstellung der Verhält- nisse, diese Schilderung des Finanzministers, der durch sein Verhalten die Mitschuld an Zuständen trage, die geartet seien» um fich die Haare auszuraufen(Heiterkeit rechts), muß ich immer und immer wieder bekämpfen. ES macht jedoch immer Eindruck im Lande, wenn es in den Zeitungsberichten heißt: „Der Minister saß nach dieser berühmten Rede vernichtet da" (Heilerleit), und das kann ich nicht zulassen. Die Lebhaftigkeit, der Aerger, so zu sagen, mit welchem gegen die Stellungnahme der Regierung zu den wichtigsten Fragen dnc Gegenwatt loS« gegangen wüo, erklärt sich wohl dadurch, daß die Herren, die früher in ihren Programmen dem Volke ein Paradies auf Erden versprachen,(Widerspruch links), fich dadurch gentrt fühlen, daß die Regierung ihre alte Taktik, von der Hand in den Mund zu leben, nicht mehr beibehält, sondem auch ein- mal sagt, welches Bild fie fich von der zukünftigen Umge» staltung der Zustände macht. Abg. v. Minnigerode(zur Geschäftsordnung): Mein« politischen Freunde haben an der voraufaegangenen Debatte fich nicht betheiligt, weil ste eine große GeneralviSlusfion bei diesen Titeln nicht wünschten. Abg. Crem er(Teltow): Alles Herumdoktern an den direkten Steuern wird uns nicht über die jetzige Kalamität hinweghelfen. Wir find dasjenige Land, das verhältnißmäßig die meisten direkten Steuern aufzubringen hat, während das indirekte Steuersystem lange nicht genügend nutzbar gemacht ist. Herr Rickert war einmal ein berühmter Führer der Mo» jotttät» während er jetzt kaum noch ein unberühmter Führer der Minorität ist.(Große Heiterkeit recktS.) Früher hieß es, man komme nicht vom Fleck, weil die Regierung kein Programm habe; jetzt hat fie eins, und nun taugt's wieder nichts! (Heiterkeit.) Die FottschnttSpartei hat ihrem Namen so weit Ehre gemacht, als ste stet« unentwegt auf ihrem Standpunkt süllgesianden hat.(Hefterkeit.) Abg. Sattler: Mit der Majotttät diese« Hauses und mit Herrn v. Benda werden wir einer weiteren Adbröckelung der Klassensteuer nicht zustimmen; dagegen die weitere Heran» ziehung der größeren, die weitere Emlastuna der kleineren Einkommen, erne bess re Einschätzung und die Erzielung höherer Etträge aus dem funditten Einkommen erstreben. Abg. Rickert: Für uns ist's schwer, unS an der Debatte zu betbeiligen. Sind wir von den verschiedensten Seiten angegriffen, dann macht die Majorität, wie vor« hin nach der Rede deS Finanzministers, Schluß der Debatte. Auf die Witze des Herrn Cremer einzugehen, erlasse ich mir, ich gönne den verschiedenen Herren, welche daran, wie ich gesehen, eine Freude haben, diese? Ver» anügen. Der Minister hat weder nachgewiesen, wie die 300 Millionen herauskommen sollen, noch die positiven Aus- führungsvorschläge genannt. Das find Versprechungen, vie er nicht halten kann; bei dieser Ueberzeugung muß ich bleiben. (Beifall links.) Minister v. Scholz: ES ist mir nicht eingefallen, über die Grenzen des parlamentarisch Erlaubten ein Wort zu ver- lieren; es ist aber ein großer Unterschied zwischen diesem und demjenigen, waS ein bestimmt angegriffener Minister persön« lich als die Grenze empfindet, die ihm gegenüber einzu- halten wäre. Abg. Meyer(Breslau): Herr v. Scholz wünscht also nicht, ledhaft avgeariffen zu werden.(Gelächter rechts.) Wir bedauern, diesem Wunsche nicht entsprechen»u können. Die Einnahmen werden bewilligt; die Ausgaben rufen leine erhebliche Debatte hervor. Schluß 3V« Uhr. Nächste Sitzung Donnerstag ll Uhr. (Verschiedene Ueber sichten und Berichte, Etat) Uerewe und Versammlungen. be. Im Arbeiter- Beztrksveret« für den Osten fand am Dienstag, den 2. d., in KeUerS Salon eine ungemein zahl» reich besuch« Versammlung statt. Vor Eintritt in die Tages- ordnung tbeilte der Vorfitzende mit, daß der Vorstand de»' schloffen bave, das unter dem Namen„Gürtler Mahlow" ver- zeichnete Mitglied au« dem Verein auszuschließen. Es hatte sich nämlich herausgestellt, daß dieser Herr nicht Mahlow, son« dern Jhring heiße und nicht Güttlcr, sondern, wie behauptet wurde. Mitglied der poliiischen Polizei sei. Die Versammlung genehmigte einstimmig den Beschluß des Vorstande». Hierauf hielt der ReichstagS-Abg. Singer einen Vortrag über„Sozial- leform und das allgemeine gleiche, direkte und geheime Wahlrecht." Die Angriffe gegen das allgemeine gleiche, dtrette und geheime Wahlrecht, so begann Redner, legen uns die Verpflichtung auf, daS einzige Palladium der Freiheit, welche« un« noch geblieben ist, festzudalten. Mit diesem Wahlrecht steht die Sozialreform in innigster Verbindung. Wir haben erst vor einigen Tagen Gclegenhctt gehabt, auf diese letztere im Re'chSiage de« Näheren einzugehen und zwar gelegentlich des Antraae» Ackermann. Diesem gemäß soll die Innung da« Recht haben, nur die- jenigen Handwnker in ihren Krei« aufzunehmen, welche die Berechtigung dazu durch ein Examen, durch einen Befähigungs. nachwei« dargelhan haben. Wir aber find der Anficht, daß das Handwerk doch von der Großindustrie ausgesaugt werde. Selbst die konserativen Schriftsteller geben zu, daß ihre Ver- suche zur Neudelebung de« Handwerk« erfolglo» sein müssen. Wenn et ein Mittel giedt, den Untergang de« Handwerls zu beschleunigen, so ift e« dieser Antrag Ackermann. Da wir aber keine Politik der Bosheit treiben, so müssen wir diesem Antrag unsere Zustimmung versagen. Emster find die Pläne de» Reichskanzlers zu nehmen, besonder« das Unfallverficherui-gS- gesetz. Es ist eines von denjenigen, denen wir im Prinzip zustimmen. Redner geht nun auf einzelne Punkte deS Arbeiiei- scbutzgesetzes ein und bespricht desondti« die Sonntagsruhe, den Maxtmalarbeirttag, den Minimallohn und die Organisa:ion der Arbeit Klammern und Arbeitsämter w. Von d eser letzteren Forderung sagte er, daß mit ihr der ganze Entwurf stehe und falle.„ Die Erfüllung dieser Forderungen," sei nur auf dem Wege des unbeschränkten, allgemeinen gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts möglich. Die sozialv-mokratische Fraktion arbeite darum auch gegen- wärtig an Anträgen, die auf eine Abänderung des jetzrgen Rcich«wahlg-s tzes abzielen. Besonders fordert fie Garantien für die wirkliche Geheimhaltung der Abstimmung, sowie das akiivc und pasfioe Wahlrecht für jeden Staatsbürger vom 21 Lebensjahr an. Diese Anträge würden jedoch dasselbe Schicksal erfahren, wie überhaupt alle Anträge der Arbeiter- partei. Wir müssen darum darnach streben, daß stch in immer neiieren Kreisen die Ueberzeugung Bahn breche, daß eS nur durch die Bestrebungen unserer Partei möglich ist, bessere Zustände Herbei, vsühren. Wmlrn Frattion, müssen uns verlassen auf Ihre Unterstützung und Su werden durch unsere Thärig- keil im Reichstage machen, daß Vie Moraenröthe einer besseren Zeit endlich anbricht.(Stürmischer Bei all.)- In da Diskussion sprachen die Herren Laake, Löschke, Sattelberg.. Berndt, Ehristensen und Sitzmann.— Veranlaßt durch eine Vorfrage des letzteren, ging Herr Singer in seinem Schluß' warte ausführlich auf die Stellung der Fraktion zum Nordost- see-Kanalprojekt ein und ergriff später gelegentlich einer an ihn gerichteten Frage noch einmal das Woit, um die neulichen Verhandlungen deS Landtages in der Polenftage einer ein« gehenden Kritik zu unterwerfen. Nach Erledigung deS Frage» kastenS schloß der Vorfitzende die Versammlung mit der Mit- theilung, daß die nächste Versammlung nicht am Dienstag, den 16., sondern am Mittwoch, den 17. d., in demselben Lokal stattfindet. * Eine öffentliche Versammlung der Rohrleger Berlins und Umgegend fand am Sonntag, den 31. v. M., in Niest's Salon, Kommandantenstr. 71/72, unter Vorfitz der Herren Becker und Reckner statt. Zum Schriftführer wurde Herr Krebs gewäblt. Herr Max Kreutz reterirte über die„Fachorganisation der Rohrleger den anderen Bauhandwerkern gegenüber". Re- ferent wies auf die Nothwendigkeit der Organisation hin und meinte, durch Streiks wäre in dieser Branche nichts zu erzielen. Die Rohrleger müßten fich fest oraanifiren, wie eS die Bau« Handwerker Berlins zum größten Theile schon gethan haben. Der Jndifferentismus der Kollegen sei viel Schuld an der un- günstigen Lage dieses BerufSzweiges. Viele wären derartig gleichgiltig, daß der Arbeitgeber mit ihnen machen könnte was er wolle: willig fügten fie fich allen Maßregeln der Arbeitgeber. Redner sprach ferner über die Nolbwendiqkcit der Errichtung eines Gewerbeschiedigerichts in Berlin. In Bezug auf das Unfallverstcherunasaesctz stehe der Arbeiter dem Arbeitgeber gegenüber ziemlich schutzlos da, weil fich der Arbeit- Scher die Schuld bei den Unfällen meisten« vom alse zu wälzen und dem Arbeiter aufzubürden sucht. Hierauf erhielt Herr Reckner das Wort. Derselbe detailirte, weshalb der Fachverein noch keine großen Errungen» schasten zu verzeichnen habe. Dieses liege nur an dem Mangel des Solldaritätsgefühls d.-r Kollegen. Dieselben wären viel zu gleichgiltig ihren materiellen Jntereffen gegenüber. Redner erläuterte feiner die ungünstigen Arbeitsverhaltnisse der Berufs» genossen, deren„großartige Löhne" in das Reich der Fabel gehören. Durchschnittlich verdiene der Rohrleger bei 10 stündiger Arbeitszeit 21 Mark pro Woche, bei einer Gesammt-Arbeitszeit von 34 Wochen im Jahre. Davon sollen Miethe, Lebens» unterhalt, Steuern«. bezahlt werden. Redner ermahnte die Anwesenden, aufzuwachen und mehr für ihr eigenes Wohl und Wehe zu thun; das könnte aber nur auf gesetzlichem Wege geschehen, und wäre dadurch möglich, daß fich alle Kommisston des Reichstags habe eine Mitglied der Zentrums- partei in Bezug auf die Zuckerfabrikamen erklärt:„Wir müssen die Interessen dieser Herren wahren." Hieran möchten fich die Arbeiter ein Beispiel nehmen und ihrerseits Leute ins Parlament senden, welche gewillt seien, die Interessen der Arbeiter zu vertreten. Redner verbreitete fich dann des Längeren über die Tradcs Unions in England und erklärte, obwohl die englischm Arbeiter eine starke Organisation besäßen, seien fie hinter den Deutschen doch weit zurück, weil fie fich um die Politik fast gar nicht kümmerten. Die ver« sckiedenen in England veranstalteten Enqueten hätten be» wiesen, daß die Unwissenheit der Arbeiter in politischen Dingen geradezu erstaunlich sei. Aus diesem Grunde könntm die Engländer trotz der starken Vereinigung einen dauernden Er- folg nicht erzielen.(Sehr richtig.) Die deutschen Fachvereine sollten daher vor Allem für Bildung und geistige Hebung ihrer Mitglieder Sorge tragen. Im Weiteren ging Herr Heine auf die Frauenarbeit in Fabriken ein und wies auf die traurigen Folgen derselben hin. Durch die Statistik sei bewiesen, daß von 100 todtgeborenen Kindern nur 5 pCt. der wohlhabenden Klasse angehören, während 93pCt. der arbeitenden Bevölkerung zufielen. 80— 84 pCt. aber kämen auf diejenigen Familien, in denen die Frau gezwungen sei, in der Fabrik zu arbeiten.(Hört! hört!) Redner streifte noch das heutige Schulwesen und be- tonte, daß auch auf diesem Gebiet bedeutende Reformen noth« wendig seien. Es müsse mehr Bedacht auf Gesundheitslehre, Gesetzeskunde und dergl. genommen werden. Indem der Re- ferent das Statut des Vereins zur Wahrung der materiellen Interessen der Fabrik- und Handarbeiter in längerer Rede erläuterte und die Anwesenden zum Eintritt in den Verein aufgefordert hatte, schloß er seinen Vortrag unter nicht endenwollendem stürmischen Beifall mit dem folgenden Zitat eines Freiligrath'schen Gedichtes: „Jedem Ehre, jedem Preis! Ehre jeder Hand voll Schwielen! Ehre jedem Tropfen Schweiß. Der in Hütten fällt»nd Mühlen! Ehre jeder nassen Etim Hinterm Pfluge!— Doch auch dessen, Der mit Schädel und mit Hirn Hungernd pflügt, sei nicht vergessen! In der Diskusfion schielt zunächst Herr Dr. Lütgenau Wort. Derselbe ermahnte die Versammelten, sich W stehenden Verein anzuschließen, beleuchtete sodann das Fürsten Bismarck proklamirte„Recht auf Arbest" und die Bestrebungen der.Herren Richter und Swcker in das tige Licht. Halten Sie die Augen offen, rief er den wesenden zu, damit bei der nächsten Reichjetagswahl die stadt des Deutschen Reichs unser ist. Herr Zubefl e sämmtliche Gewerkschaften ständen dem Verein der Fabrik'» Handarbeiter sympathisch gegenüber, weil fie nur zu' wüßten, daß gerade diejenigen, die keine Profession baden, den größten Wechselfällen ausgesetzt seien. ,5!™. fich die Herren G. Schultz, Paulikat und Mehaert>m i des Referenten ausgestochen und eine dem Restrai sprechende Resolution einstimmig Annahme gefunden,> der Vorfitzmde unter donnemden Hochs auf den Atgeom. 'Ä.%. Heine die Versammlung. * Verein zur Vertretung der Interessen der Marl. Eime terinaen. Donnerstag, den 4. Februar, Abends 8#(Ei Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstr. 77—79(oberer � Tagesordnung: Innere Ver-insangeleg-nheiten.%'L karte legitimst t. Gäste, welche fich als Mitglieder ei#, lassen, haben Zutritt. Kollegen rege an der bestehenden Fachorganisation betheiligen. Sydow, Schweitzer, Glawe und Breitholz sprachen Die Herren Sch in demselben Sinne aus; dann ertheilte der Vorfitzende errn Kreutz das Schlußwort. Derselbe detaillirte nochmals, daß fich der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer gegenüber seiner Stärke wohl bewußt sei, da die Konkurrenz der Arbeiter unter fich selbst eine so große wäre. Hierauf fand folgende Resolu- tion einstimmig Annahme:„Die öffentliche Versammlung sämmtlicher Rohrleger Berlins und Umgegend ist mit den Ausführunaen des Referenten voll und ganz einverstanden und verpflichtet fich. der Fachorganisation beizutreten. Die Versammelien erklären außerdem einstimmig, die Bauhand- werker in der nächsten Bauperiode bei ev. ausbrechenden Lohn- differenzen thatkrästig zu unterstützen." Nachdem verlas der Vorfitzende das Statut des Fachvereins und regte nochmals an, fich thatkräftig an dem Verein zu betheiligen. Mit einem dreimaligen Hoch schloß die Versammlung. Eine imposante, von über 1000 Personen besuchte Ver- Iammlung der Fabrik- und Handarbeiter Berlins fand am Sonn« ig, den 31. Januar, in der„Urania", Wrangelftr. 9—10, unter Vorsitz des Herrn Paulikat statt. Tie Tagesordnung lautete: Wie verhalten fich die Fabrik- und Handarbeiter gegenüber einer Organisation? DaS Referat hatte Herr Reichstagsadgeordneter Heine übernommen. Meine Freunde! Ganz besondere Freude bereitet eS mir— so begann Herr Heine— gerade zu derjenigen Bevölkerungsklasse zu sprechen, welche das größte Kon- tingent aller Arbeiter stellt. Die sogenannte Elite der Arbeiter, die etwas bessergestellte Klaffe der werklhätigen Bevölkerung, unter welcher er Werkmeister und dgl. verstehe, halte leider noch so vielfach am„Jndifferentismus" fest und glaube, fie sei de« deutend mehr und besser, als die gewöhnlichen Lohnarbeiter. Diese Leute sollten bedenken, daß auch fie unter den heutigen Verhältnissen jede Stunde arbeitslos werden könnten. (Sehr richtig!) Jeder Profesfionist, gleichviel welcher Branche er angehöre, müsse die Arbeiter in dem Vorhaben, ihre Lebenslage zu verbeffern, so viel wie möglich unterstützen. (Bravo!) Hierauf kritifirte der Vortragende die bekannten „Ärbeiterkolonien" in tresslicher und gebührender Weise und bemerkte, daß die Gegner der Arbeiterbewegung immer nur von der Anficht ausgingen, der Staat habe für nichts weiter zu sorgen, alS daß die Gesetze zur stiitten Durchführung gelangen. "" hrend diese Herren den Arbeitern jeden Schutz versagten, 11. Ziehung d. 4. Klasse 173. Königl. Preuß. Lotterie. Ziehunq vom 3. Februar U8«. Uur dl, a«wl»»««der S 10 Marl st», den delrelsend,- Htummer» in Parentheic beigefilgt. (Ohne Sewäbr.) SS[5501 131 41(16001 98 209 70 303 22 62 62 87 457(3001 67 520 43[30001 67 73 80 648(560) 762(16001 71 78 84 819 47 61 80 927 34 38 88 1 022 26 47 65(3000) 137 44 276 80 814[5501 69 85 90 404 93 621 47 646 68 71 702 25 876 903(15001 26 41 82«059[16001 70 106 [6501 11 67(5501 72 246 78 318 35[15001 685(3000) 641 13001 62 13001 93 808 953 8011 41 79 138 72 88 228 31 310 69(30O| 466 98 603 68 661 720[300] 69 84 864 952 87 4071 13001 128 34 61 98 260 79(5501 411 63 65 504 27 92 93 614 18 33(300] 67 70[560] 769 94(6501 807 16 5042 53 56 71 125 34 91 281 339 83 93(1600] 421 52 61 618 747 [3001 72 94 824(30000) 77 98 937 6166 68 210 17 66 66 321 39 87400 59 95 726 37 1300) 61 810 937 47 7013 68 161 237 62 313(300] 52 66 99 13000) 517 620 719 21 92 804 10 79(3001 84 911 40 75 8019 22 114 224 42(560) 64 332 43 408 539 57 69 74 79 652 57 713 31 33 906[30001 »026 96 13001 113[550] 26 286 321 406[30001 9[15001 54 85 601 59 82 781 84 852 900 44 51 16019 25 108 206 53 91 92 312 49 453 66(5501 647 63 681(3001 782 942 70 94 1 1041 123 38 52 66 76 235 45 1300) 60 89 335 92 13001 424 47 504'3001 45 81 87 620(16001 25 40 705(3001 36 13001 46 83 823 38 51 58 94 915 44 67 78(5501 12011 61 114 244 356 400(15000] 5 18 15501 502 61 64 66(300J 67 642 46 77 98 729(1600) 33 83 938 61 13051 61 126 210 16 1300] 3o2 15 65 88[310] 449 64 68 574 696 707 (3000) 43 944[3OO0J 62 63 14098 102 37 76 251 66 73(3001 435 517 667 701 81 97 883 964 15003[15001 12 144 53 83 92 240 392 438 64 566 91 656 62 719 24 48 78 84 860 906(16001 10116 28 55 265 11600) 389 651 92 15501 655 67 733 51 77[300] 79 860 95(550) 98 924 62 96(5501 99 1 7073(550) 93 161 81 316 39[3001 69 77 412 28[660] 36 45 90 98 592 601 48 58 97 710 59 68 829(550) 99 18029[3601 43 164[550] 82 208 32 58 479 676 79 722 35 73 813 15 79 94 933(1500) 98 10063 161 330(300] 52 475 513 53 84 622 72 82[30001 91 792 959 81 2,»018 76 85 152 206 18 74 1550] 319 47 62 443(5501 627 35 48 85 619 42(15001 43 64 702 9 43 58 76 88(16001 856 60 73 936 96 2 1 003 27 28 56(30001 162 76 88[15001 313 23[300] 44 55 434 41 1306] 545 668 772 805 36 42 76 962 79 22011 25(3001 69 136 225 41 45[550] 80 311 66 454 84 98 546 60 62 682 87 880 916 45 48 76 86 2-1024 159 [30001 258 341 82 454 607 24 27 63 70 791 836 72(3001 954 24024 (30001 104 58 81[5501 212 19 30 31(15001 86(16001 300 486 537[3000] seien fie besttebt, zu ihrem Vortheil immer mehr Schutzgesetze zu schaffen, das nennen fie dann„Vertretung materieller Jnter- essen."(Sehr gut!) Bei Berathung der Zuckersteuer in der 46 413 80 629 55 611 ______________.... 289 305 22 88 431 65 67 84 557 79 628 61[5501 97 737 67(3001 69[300] 824 90 927 62 69 (15001 27099 126 43 97 203 45 47 334 69 422 87 93(55") 634 701 3 12 41 47 62 68 818 24 27 28001 269[300] 80 302 18 408 40 70 634 78 707 25(550) 31 65(1500] 63 816 46 2*029 63 72 92 118 261 318 86 518 74 613(3001 27 95 838 49 912 64 81(550) «0080 163(300) 82 244 60 62 71 92 331[300] 78 85 500 605 83 792 864 911 24(5501 76(3001 8 1023 162[3001 215 54 412 35 36[560] 39(3001 46 608 18 30 68 761 884 936 47 51 72(300! 77«2025 27 29 267 86 301 89 620 80(650J 669 706 24(15001 62[30001 62(550) 97 874 77 970 73(30001«8030 171 86 284 394 446[300' 84(300J 624[30001 33 40 [300] 671 712 69 824 60 939 66 62 84030§6 146(30001 83 239 65 522 34(30001 62 64 68 74 633 37 89 720 823 38 936 «5005 7 42 60 77 78 93 131 261 84 306 10 402(1500) 53[550] 626 74 79 088 704 99 863 91 939 80 92[3001 95«6062 74 76(3001 106 225 62 66 380 494 606 42 80 85 617 62 703 5 64 801 14 960«7036 106 352(550) 60 68 403 7 511 90(3001 98 628(300] 56 63 81[3001 707(5501 11(5501 22 44 92 93 862 87 948 89««044 71 80 124 92 233 48 67 64 68 95 364 421 97 621 32 39(650) 61 66 609 14 27 31 32 74 727 39 83 801 922 58 71 87 91»»083 91 103 26 298 309[16001 84(3001 491 607 1550] 601 23(30001 91[300] 710 30 803 82 935[5501 40017 45 49 147 69 76(15001 81 281[1500] 394 602 8 766 817 71 985 96 41017 35 42 95 193 277 86 392 93 96 428 61(5501 72 559(550] 732(30001 35 802 36(6601 79(300) 971 42046(160001 52 69 72 142 60 [300] 204 16 13001 41 374 94 428 29[3000] 43 52 64 506 64[15001 619 38[15001 53 76 85 716(5501 28 96(3001 819 42 917 32 63 70 90 48045 70 89 107 64(3000) 226(550) 43 50 76 323 62 79 96 422 5 5 67(3001 81 538 44< 84 973 4 4058 66 87 204 18 43 76 91 300 29(3001 30 66(3001 412 27 37 38(300] 62 71 512 26 37 47 73 95 647 51 54(5501 700(650] 718 302 iowj yu tw uiw e i« ou« vz y» voo<« vw oy xuo � � 384 410 65 72(3001 74 619 761 828 966 4 8010 18(3001 19 6;'5 fc. 28 82 93 309 26 61 402 13 642 52 648 733 890 920 30 38%« 89 229 312 27 35 422 33 68 84 90 560 638 73 75 80 705 51 912 25 34 50( 02 3 10 49 160 225 445 85 92 511 61 78(550) 654 74% [30001 821 36 39 65 89 935 47(1500J 76 92»1015[5601 18 W 213 23 46 63 334 49[3000] 440 56 62 98 534 78 92 647[W# 11500) 71 786 810 934 5 2039 85 92[1500J 118 377 418 75 1300] 48 656 717 811 34 999 53012(15001 48(300) 93 1"7 343(3001 56[3001 69[300] 63 85 414 535 608 15 20 26 45 96! 54077 155 66 72 99 201 59 306 ilöoOl 39 59 455 60 512 32 28 728 79 800 96 55082 147 206 86 389 521 88(300) 96 649 81 737 57 69 73 98 823 28 34[30001 67 83 89 13000] 915 16 77 56050 82 84 1«, 583 641 90 710 71 78 853(3001 900|3Ü0| 6 9 18(3001»707»' 41 46 63 241 65 312 46 51 403 40 66 505 10 758 856 74 580* 64 245 345 424 1300] 37 93 502 51(550) 55 692 742 57 8J 80»' (3001 59004 56 13001 64(550) 67 93 106 97 206 45 80 88 355 72 627 43 701 7 56 61 71 802 10[300] 27 43 90 960 ««023 125 65 69 87(16001 266 t..... 1---- 49 840 09 70 1300] 97 941«1012 55 90 425 97 521 64 641 63 74 77 �...._„„ 36 445 552 57 780 816 59[3001 902 42 50 93 96««082 341% 97 130091 644 58 800 7 69 918(3001«1063 88 125(55'J| 46 230." 58 439 550 645 80 93 710 71 808- 3 79 983 84(15001 »<>003 13(3001 31 43 88 125 339 60 530 41 130001 43 628 ff 90 1300) 714 38(3001 46|3Ü0) 59 853 949 64 13001««"11 24 H.'.j 85 231 55 92 319 61 432 36 84 521 45 116001 60 607 75 703 18 H l 833 53[300] 937 15601 78«7164 259 95[5501 349 432|30O'l 5S/- 55 71 13000) 81 698 717 38[1001 65 73 811(300) 14 1 5 68 906» 53««196[3001 98 99 293 330 52(15001 54 13001 79 436 520 f., 660 786 941«»023 79 122 53 58 227 38 62 376 430 556 64" (300) 45 754(1600) 76 860(300] 67 912[15001 KS- M l!>,0öb-it' 29% 50 72 218 23 24 38 64 71[3Ö0[72 77 315 407 10 78 633 849 69 903[30O| 29 38 48 15601 7 1 097 138 42[5501 96.5 314 68 406 9 69 78 673 82 724 40[550] 66 69 87«73(3001<< v "A ß. scheint welche M dem V' 51 74 96(3001 72139 211 397 421 39 82 502 24 42 96 6Ö1 7«006 77 188 94 296[3000J 432 63 78 84(550) 505 7 62 62 82 ST 81 701[5501 87 863 911(3001 70 74002(30001 142 47 56 fflSl 81 23 34 MW 47 946[300] 70 72 76151 60 61(300] 71 213 60 86166 932 57—.......... 4?[650T67' 7 2-8(5601 350(1500] 4( 5 64 88 560 I ISSMfjl MMFUlUe UW SM. u> Sl 1%�» 3Bi 77008(300] 53 132 7 80 721 65 843(1600) 48 69 901 30 [3001 919 7*075 81 104 47 90 205[5501 29 80[154 OJ 89 625[300] 88(65] 708[300J 834 90 948 87 M\J\J J U-* tä\J IVWJ\ßxj\)6ä W» licivyvj OO l«JWJ XÖU yv 6U" ft 458.61 619(660) 47[1500] 66 J»« tu"i"uaz| 97 800 65J30001«56 714 40 SZ 831 949 55 57 70«4002 12 9»'' Ly h Pre [550) 821 39 13001 71 60 ßWÄl ÄÄ VCu!!*"f, 64 489 548.687.701.57 73 96[3001 927.30««002 105 86 IlMss Ij.' 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Der Stabs-Trompeter. ViZtoria-Theater. Däumling. Ostend* ächtrfter Das Loos der Armen. Riuertean- Theater. Große Spezialitäten- Vorstellung. Theater der Reichshalle«. Große Speziali- «au�a�'s Variete. Große Spezialitäten- «oukordia�Große Spezialitäten-Vorstellung. Ei« Zigarrengeschäft wird zu kaufen gesucht. Adressen unter B. 218 dieser Zeitung. in der Expedition 599 Nr. 25. des .Wahren Jakob" ist erschienen und in der Expedition, Zimmerstraße 44. zu haben. Albambra-Theater. Wallnertheatrrstraßc 16. Zum 3. Male: Die BrandMer. Schauspiel mit Gesang in 6 Adtheilungen nach dem Franzöfischen des oÄrdenne von H. Sebald. Vor der Vorstellung: Gr. Konzert der Hanskapelle. Anfang des Konzerts Wochentags 7 Uhr, Vorstellung 7»/« Übt. Anfang deS Konzerts Sonntag« 6 Uhr, der Vorstellung 7»/, Uhr. Einem geehrten Publikum empfehle mein Weiß- und ' IkirislK-fc-Mat Reickhalt. Abendtisch. Zu jeder Tageszeit KöniI«bergrr Flecks a Portion 25 Pf 427_ Arbeitsnachweis für Klavlerarbelter. 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