It 30. Freitag, den 3. Februar 1886. HL Iatzrg. ifffen, en! üüfgenBi e;t" und fer in das cs et den Zivahl die e nur zu! znert im A m Referat e> jefunden, l®' Drgan für die Interessen der Arbeiter. olksblatt" »gen. AbonnementSpreiS für Berlin frei en AdaeorW �. Da«„Berliner VUut tZMch Morgens außer nach Eonn- und � x- sw# � vierteljährlich 4 Mar!, monatlich 1,35 Marl, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement iL s Ute' Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustrirter Beilage 10 Pfg lg ob�-ri-�(Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1886 unter Nr. 769.) 0 II Iii � J»sertion«gebühr beträgt für die 4 gespaltete Petttzeile oder deren Raum 40 Pfg. Arbeitsmarkt 10 Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen- Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. en, dir mL in#*" Redaktion: Keuthstraße Ä.— Erpedition: Zimmerstraße 44. ZW So 38 705 I Em ranltt Rade. 18 i"$ t f.. ,nnt, ist es und von uns oft schon betont, daß die 51 A Arbeitshäusern und Zuchthäusern, die be- st üfKnßt mehr und«ehr verhärten, den letzten 654 74!>!i�W�"'"�>uastlnge mehr und«ehr verharren, ven letzten fDtJi i®"' und Selbstachtung in ihnen ertödten, und iL.'(h nach ihrer Entlassung zu neuen Verbrechen 647[oWi 18 76 IS»U 93 1''7 45 96 512 32 57 69 71 ' 82 84 1 -r'- 57 8. 88 355 K ist e« und auch von unS schon erwähnt, daß Msttttn wJ.* 0 P f e n mit Bibelsprüchen und inb z.r��chen und religiösen Phrasen die Züchtlinge W.,»acht»/s"säusler zu Heuchlern und Augenverdrehern '"'cht zu ihrer Besserung, sondern zur sittlichen Dae �iührt. ![300) 89% links ,�,�ttd natürlich von den meisten Strafanstaltsbe» (tststm 5t Priestern Tin* rtinb in ienen 5 703 1W 130*556*'"'....,.......... ;' m"nte, durch menschliche Behandlung könne man Verbrecher den Menschen erhalten, selbst ihn "nie» u" bestritten. Doch auch m ienen «.ichttnt die Erkenntniß sich Bahn zu brechen. » N kürzlich der Strafanstaltsdirektor . iltiten 1,*' Herr Krahne, einer größeren Anzahl Stu- 703]�'4i Monhf«[.ch6 auf der Berliner Universität Vorlesungen 30001.w-i k über da« Straftecht hören, gegenüber erklärt, � � Prügelstrafe, auch dienoch in beschränkter estn." Zuchthäusern zulässige, verurtheile. Der .* lltPtttEd Vv.tv-Ti M4«v*r�Fvf teft# rt fnMM#«ttrttt 130 556 t-OT.l.O 46jL ■> eine bestialische Natur aber könne man auch r'4 die brutalste Behandlung bessern. %%%'"- solche Aeußerung ist besonders in einer Zeit oots®' m der die Reaktion und Brutalität gerade in den oo; 322 1#'' fc,süttn bessern Ständen und vorzugsweise bei der 23»Nden?luaend einae.oaen stnd. 650 87 W [3001 87 1- [st N SL" �ugeno eingezogen pno. 's,< M Li aber der andere der besuchenden Studenten mag M r den Worten des humanen und verständigen Straf» ----' �direktors persönlich getroffen gefühlt haben. s o-i 9)7.1 Prügelstrafe wird jetzt überall geschrien, selbst. 5o 265 � �J�.'ch am meisten von denen, bei denen Herz und Geist sonderbar ertönt in den öffent- rechtsstehenddn Parteien 60 265»"L ü«,°uch am meisten von denen, bei denen is k ln�tergeordnete Rolle spielen— und si > 86 11500/: lij nach solcher Brutalität sehr häufig i »2 is � i! ii Preßorganen der rechtsstehe 769 97- �MT�sten. Sonderbar sagen wir, weil die Presse daS *8 wo � ��tfehren soll durch Aufklärung und nicht mit dem 500) Stock deS Büttels aber erscheint dieser Preßge» ..r J w richtiger Selbsterkenntniß bedeutungsvoller, als Nte, i«ne Feder, denn sonst könnten sie nimmer die Prügel» �»fehlen. tV/ �trafanstaltSdircktorKrohne will auch nicht viel von A i�lebreiteten Lektüre religiöser Schriften WL.'öesangenen wissen. Eine allzu eingehende Be- wit derartigen Schriften führe gerade bei Ge- 1 16 940 16 95 6'3 #; 00) 37 45 JeuMeton.. Tochter des Kankrotteurs. Roman auS der Gegenwart von Gustav Lössel. . fr o ---?kÄ?,.Ko'nmerzienrath trat mit dem Kouvert zum dS st-.»?'. �nen Augenblick hielt er e» zögernd zwischen ihrer •™«ii«..�ternden Händen, al« wenn er eS sich nicht zu ?Ne ss�°ue. Dann setzte er sich wieder. Seme Hand *4ki Mb über den mit allen möglichen Requisiten be» --��reibtisch. K zög„te ich?- Ach waS!" murmelte er da» _ ix � kann ja ein neues Siegel anlegen."� herzförmig gestaltetes Radirmesser er- " � � aun mit der ihm eigenen geschäftsmäßigen a!*4 unb Li-08 alte Siegel ab. Dann öffnete er das Kou» r-i d.°bi>nem» te den Inhalt auf die grüne Platte. Einige rjin and viele große Bankbillett fielen heraus. �tten.(s �ahte gierig und mit Wohlgefallen auf den frlitd.„Eis* zählte sie durch. . 41 f>»i nettes Sümmchen!" murmelte er.„Genug, Auch;"Ichen eine sorgenlose Zukunft zu sichern." ,">n ths« anderen Papiere warf er einen Blick. 'iber»s>, f" Alles in da« Kouvert zurück, versiegelte diese« * b«,.�öte lächelnd:„Nun, mehr brauche ich wohl nicht. nicht i�tzt in mein Privatdepot. Ich will den entis,,' wo mir auch darüber das DiSpositions» Ek. Jp wird." i sn!°h weiter etwa« that, warf er einen fast d?6"«her. Ei war, al« wolle er sich ver- p:kie J'un erf? i" auch von keiner Seite belauscht werde. bemerkte er mit sichtlichem Erschrecken, daß — ÄulN �Nieren �tmen Fenstern Nicht herabgelassen und m D.- Km»-. 4stiftrn Rüdfin'w hingen nach dem PUs. Zvas Zimmer , 8'1; be« Hauptgebäudes und stieß an den Sei- war groß und luftig. Da» Fenster, an fangenen leicht zu religiösem Wahnsinn. Dann aber werde dadurch die Heuchelei unter den Gesänge- nen geradezu gezüchtet und man könne den mit Bibel- sprächen um sich werfenden Gefangenen meisten« am wenig- sten trauen.——— Wenn die« ein Strafanstalttdirektor sagt, so kann man an der Richtigkeit solcher Behauptung nicht zweifeln, um so weniger, als dieselben keineswegs neu sind. Hält man diese Behauptungen eben für richtig, so ist eS Pflicht deS Staats, Aenderungen eintreten zu lassen und zwar im Interesse des Volke« und de» Staate« und im Namen des Menschenthums. Ferner aber ist eS Pflicht, die leibliche und geistige Prügelstrafe fern zu halten au« allen Anstalten, die neu gegründet sind. Deshalb haben wir bei den Einrichtungen m den modernen Arbeiterkolonien immer geeifert gegen die Einführung brutaler Strafmittel und gegen Ueber- handnahme von kirchlichen Gebräuchen und religiösen Uebungen, gegen GebetSplappern und kirchlichen Sing-Sang. So etwa« ist allen verständigen Leuten ein Gräuel! Und die verständigen Menschen werden doch nach und nach in der Mehrzahl sein. Ein weißer Rabe! Ob derselbe wohl der schwarzen Reaktion gefällt? Ob die Vorgesetzten solche freimüthigen, humanen Aeußcrungen mit Wohlwollen an- gehört haben werden? Wir glauben nicht, wenigsten« nicht Alle. Doch findet ein freie«, humanes Wort, wenn auch nicht nach oben, so immer doch nach unten, beim Volke, eine heimische, fruchtbare Stätte und pflanzt sich weiter und immer weiter fort. In der Zeit aber, wo am politischen Himmel weithin der schwarzen Raben laute« Gekreisch erklingt, wo da« schwarze Rabengeflügel das Licht der Freiheit und Humani- tat verhüllt, da erfreut es doppelt, wenn einmal dazwischen auftaucht ein weißer Rabe. PolMsche Uebersicht. Zur Zuckersteuerfraae. Bei keiner Frage tritt der prinzipielle Unterschied der Anstauungen mehr zu Tage, als in der Frage der Zuckerbesteuerung. Die Zuckerbesttuerung findet heute in d e r Weise statt, daß die Steuer von den ver- arbeiteten Rüben erhoben wird, und zwar von jedem Doppel- »entner Rüben gegenwärtig 1 M. 60 Pf. Man nahm im Jahre 1869, wo das gegenwärtige Gesetz in Kraft tiat, an, daß 12 Doppelzentner Rüben nolhig seien, um 1 Doppelzentner Zucker herzustellen. Man gewährte also den Zucker- fabrikanten für denjenigen Zucker, welter ms Ausland vers-ndet wurde, eine Steueroergütigung von 18 M. 80 Pf. per Doppelzentner. welchem er vor seinem Schreibtisch saß, war das zweite vom Flügel. Seine Besorgniß, von draußen beobachtet worden zu sein, war deshalb nicht ungerechtfertigt. Er trat jetzt an diese« Fenster und blickte hinau«. Wenn Jemand vor einem ferneren Fenster de» tief in den Gar- ten hineinragenden Fenstertrakt« stand und das Gesicht gegen die Scheiben drückte, konnte er wohl auch hier her- ein blicken. Mit einer so leichten Beweglichkeit de« Gemüth«, wie sie dem Kommerzienrath eigenthümlich war, mußte natür- lich auch eine lebhafte Einbildungskraft Hand in Hand gehen, und vielleicht war e» nur diese, welche ihm beim ersten raschen Hinblicken am äußersten Fenster des Seitenflügels ein solche« Gesicht zeigte. Denn al« er gleich darauf genauer hinsah, war die Erscheinung verschwunden. � � Kommerzienrath dadurch sehr beun- ruhigt Jene» äußerste Zimmer war in der rauhen Jahres- zeit nicht bewohnt. E» war ein. nach der Kurzsette de« Flügels mit drei GlaSthüren versehener Salon, von dem «an auf einen großen, von Säulen getragenen Balkon ge- lanate DaS HauS war zweistöckig; die Zimmer, von denen hier die Rede ist, befanden sich im ersten Stock Wer konnte jetzt ,n jene« Zimmer se,n? E» war doch wohl nur eine Täuschung seiner Augen gewesen? Er zog nun beide Rouleaux herab und die Portieren E« blieb dort nicht haften; sogleich war es w.eder ver- Äsassaß darin." Seitdem hat fich aber dieses Veihältnlß durch Veib-sseruna der Technik der Fabrikation, der beffiren AuSwabl der Zucker- rübenforten und durch die E: findung der Melaffeen'zuckeiung, d. h die Gewinnung von Zucker auS denjenigen syrupartigen Rückständen des FadrikationSbetriebes, welchen im einfachen Verfahren kein Zucker mehr zu entziehen war, derart geändert, daß je nach den günstigen oder ungünstigen Bodenverhält- niffen nur 8 biS 10 Doppelzentner(statt 12 D.-Ztr. früher) Rüben nöchig find, um 1 Doppel-Zentner Zucker zu erzeugen. dennoch erhalten die Zuckerfabrikanten noch heule 18 Mark Exportbonifikation für jeden auSgefüblten Doppelzentner Zucker; obgleich doch im günstigsten Falle 8 Doppelzentner Rüben mit M. 1,60— M. 12,80 in jedem Dopoelzentner Zucker versteuert worden find, waS somit für jeden Doppelzentner ein Geschenk von M. 5,20 ausmache, welche daS Deutsch- Reich den Zuckerfabrikanten, welche Zucker ins Ausland schicken, aus der Tasche der Steuerzahler gewährt. Hierdurch ist eS gekommen, daß die Reinerträge dieser Steuer von 56V: Millionen Mark im Jahre 1875/76 auf SSV: Mill. 1883/84 gesunken find, während die Menge der verarbeiteten Rüb.n in diesem Jahre von 41 auf 87 Millionen Doppelzentner(1884/85 gar auf 104 Millionen) gestiegen ist. Um diesem Schaden nachzukommen, ist nun von der Regierung eine höhere Rübensteuer(von M. 1,60 auf M. 1,80 per Doppelzentner Rüben) unter entsprechender Erhöhung der Cxvottdonifikation ausgearbeitet und dem Reichstage vorgelegt worden. Schon bei der Be- Handlung im Plenum ist von dem Abgeordneten Heine(Mag- dedurg) aus die Uebelstände und Ungerechtigkeiten der heutigen Zuckeroesteuerung hingewiesen, und unter Wahrung des Prin» zips der sozialdemokratischen Partei(Aufhebung aller in» diretten Steuern), die Abschaffung der Besteuerung auf Rüben und Einführung einer Steuer auf fertiges Fabrikat vorgeschlagen worden. Dieser Heine'sche Vorschlag wird von der Londoner „Produce MarketS' Reoille" als derjenige bezeichnet, wodurch alle Schwierigkeiten dieser Frage mit einem Male beseitigt würden. In der ReichstagSkommisston, an welche die Re- gierungsvorlagc verwiesen worden ist, wurde von den Mit- gliedern derfelben Heine und Bock(Gotha) folgender Antrag gestellt: »Die Kommission wolle erklären: Die Reicksregierung wird aufgefo. dert, eine Gesetzvorlage, welche die Zuckeisteuer durch eine Fabrikatsteuer regelt, auszuarbeiten und dem R-ichs« tage baldmöglichst vorzulegen, während die Kommisfion die von der Regierung verlangte, auf einer Rohmaterialsteuer beruhende, eine Mehrbelastung de« Volkes einjchließende Steuererhöhung ablehnt." Dieser Antrag hat in der Kommisfion keine Aussicht auf Erfolg, denn die Kommisfion, welche zu Zweidrittel aus Zucker» fabrikanten desteht, steht in ihrer Mehrheit auf dem Stand- punkt, welchen Gwtt Chamare am ungenirtesten ausgesprochen: „Wir Zackerfabrikanten müssen aus der Tasche der Steuer- zahier unterstützt werden, wenn wir im Aullande den ersten Platz behaupten wollen." Diese Unterstützung läßt fich am besten in der jetzigen Weise„verschleiern", denn diele Unterstützung muß„verschleiert" werden, um andere Fadrikalions- zweige nicht neidisch zu machen. Diese Unterstützung beträgt Er verließ da« Zimmer durch eine Außenthür. Ein herumgehender, matt erleuchteter Korridor verband den Haupt- mit dem Seitenflügel. In der ersten Etage be- fanden sich die Pracht- und Wohnräume de« Hause«. Da« vordere Parterre füllten die Bureaux. Da» Parterre de« Seitenflügel» war nur in dem im Garten belegenen Theil herrschaftlich möblirt: soweit die Fenster auf den Hof gingen, enthielt e« Zimmer für da« HauSpersonal. Von der Gartenwohnung, deren Räume man sonst al« Besuchs» zimmer benutzte, gelangte man am Schmalende auf einen Altan, von dem eine Treppe in den Garten hinabführte; den Altan überwölbte der Balkon der ersten Etage. Dem Seitenflügel gegenüber dehnte die fensterlose Seitenwand eines mächtigen Hauses sich aus; dieselbe war biS zur Höhe der ersten Etage mit einem Spalier versehen, an welchem wilde« Weinlaub sich emporrankte. Gleich hinter der Ab- zweigung de« Seitenflügel« führte eine gewundene, teppich- belegte Treppe in da« Parterre hinab; durch ein prächtiges Treppenhaus von weißem Marmor, welche« mit Gemälden, Bildwerken und Skulpturen geschmückt war, gelangte man im Vorderhause in die hohe, nicht minder reiche Einfahrts- Halle, deren Thor von einem Portier bewacht wurde. Die WirthschaftSräume befanden sich im Souterrain, andere Dienerzimmer unter dem Dach. Das waren die räumlichen Verhältnisse de« Eschenbach'schen Palais. Der Kommerzienrath ging jetzt den langen Korridor hinunter, an der zum Parterre hinabführenden Hinter- treppe vorüber nach dem am äußersten Ende gelegenen Balkonzimmer. Der Schlüssel steckte in der zu diesem füh- renben Thür— sie war verschlossen. Es konnte also Nie- mand darinnen sein Beruhigt kehrte er nach seinem Privatkabinet zurück. Er war auf seiner einsamen Wanderung Niemandem be» gegnet, und die weichen Teppiche, welche hier jeden Zoll- breit Boden« bedeckten, dämpften seinen Schritt bi« zur UnHörbarkeit. Kaum war er fort, so öffnete sich geräuschlos eine Seitenthür. Au« derselben trat verstohlen ein hochge» wachsener, noch junger Mann. Die Bläffe seine« Gesicht« wurde noch gehoben durch daS rabenschwarze Haar, welche« für jede der 408 Zuckerfabriken Deutschlands etwa 100 100 Mark, wahrend fich die Lage der Zuckerarbeiter alle Jahre verschlechtert hat. Zur Verlängerung de» Sozialistengesetze» schreibt d,e „ftreis. Ztg.":„Dre Hauptfrage, die jetzt im Vordergrund steht, geht dahin, od im Reichstag sür die Verlängerung des So» zialistengesetzes fich wiederum eine Mehrheit finden wird. Am 10. März 1884 wrude die Verlängerung mit 183 gegen 158 Stimmen ausgesprochen. Damals stimmten 26 Mitglieder der freisinnigen Partei für das Sozialistengesetz. ES waren dieS fast ausschliehlich solche Abgeordnete, welche früher der libera» ten Vereinigung angehört hatten. Letztere hatte bekanntlich 1878 und 1880 für das Sozialistengesetz gestimmt. Nunmehr aber muß daS Fustonsprogramm der freifinnigen Partei(Gleich- heil vor dem Gesetz ohne Ansehen der Person und der Partei) ausnahmslos zur Geltung kommen. Niemand kann fich mehr wre 1884 auf ein Ucbergangsverhältniß berufen. Alle freifin- nigen Stimmen werden daher diesmal gegen das Sozialisten- gesetz abgegeben werden."— Wer weiß, ob das geschehen wird? Vorausstchilich wird es auch diesmal wieder verschiedene „Drückeberger" geben. Die„VolkS-Ztg." beschäftigt fich in ihrem gestrigen Lest- artikel ebenfalls mit dem Sozialistengesetz. Sie schreibt:„Der von der preußischen Regierung beim BundeSrath eingebrachte Antrag, das am 30. September dieses JahreS ablaufende Sozialistengesetz auf weitere fünf Jahre zu verlängern, enthält für keinen wirklichen Kenner unserer Heuligen Zustände irgend eine Ucberraschung. An offiziösen Fühlern, welche de- Hufs Gewinnung der arbeitenden Klaffen mit der Aufhebung des Sozialistengesetzes kokettiiten, bat es zwar auch in letzter Zeit nicht gefehlt, aber nur politische Gimpel konnten fich durch diese lieblich tönenden Lockpfeifen belhören lassen. Wer Augen hatte zu sehen und Ohren zu hören, ist fich längst darüber klar geworden, das die Karlsbader Beschlüsse gegen die arbeitenden Klaffen, welche schon Rodbertus vorahnend sür das denkbar größte Unglück des Deutschen Reichs erklärte, den Eck- und Grundstein der herrschenden Reaktion bilden; eine Politik der LebenSurittelsteuern und Monopole kann mit einiger Ausficht auf Erfolg nur getrieben werden, wenn die breiten Massen deS Volkes politisch geknebelt find.— Und nachdem daS Blatt dann im Weiteren den Werth und daS Wesen des Ausnahme- gesetz, s besprochen, kritifirt eS das Bestreben der National- liberalen, das Gesetz zu„mildern", folgendermaßen:„Man darf fich über die Sachlage nicht täuschen. DaS Sozialisten- gesetz ist ein Prinzip, ein höchst verwerfliche« Prinzip zwar, aber doch immer ein Prinzip, und mit einem Prinztpe läßt fich nicht feilschen. Hat die Mehrheit des Reichstages nicht die Kraft und den Much, dies Prinzip rücksichtslos zu ver- werfen, so ist es besser, daß die Reaktion fich ganz und voll auslebt, als daß ihr durch ei» halbe« Entgegenkommen der Weg zur allgemeinen Versumpfung unserer nationalen Zustände vollends geebnet wird." Ei« zutreffendes Urtheil. Bei einem Besuche deS Moabiter Zellen gefängnisjes durch Studenten, Zuhörer des Strastechtsprofeffors Bemer, sprach fich, der„Freis. Ztg." zufolge, der Strafanstaltsdirektor Krahne auch über die Wahl der Zuchtmittel aus. Die ja heute, wenn auch nur in be- schränkter Weise noch zuläsfige Prügelstrafe verurtheilte er gänzlich. Ein Mensch muß vor allen Dingen mensch- liche Behandlung erfahren. Zeigt der Verbrecher fich als unverbesserliche Bestie, so wird selbst die brutalste Behandlung keine Wendung zur Besserung herbeiführen können. Sehr vernünftig äußerte fich auch der Strafanstaltsdirektor über eine zu ausgedehnte Lektüre der Gefangenen in religiösen Schrift-n. Denn die Erfahrung lehre, daß einerseits eine zu eingehende Beschäftigung leicht zu religiösem Wahnsinn führt, und daß andererseits dre Leute oft die Seite der Heuchelei hervorkehren und eine Besserung stmuliren, die fich nach ihrer Aussage infolge ihrer Beschäftigung mit religiösen Büchern bei ihnen vollzogen babe.— Das Urtheil des Herrn Krahne ist vollständig zutreffend, waS wird aber der„berühmte" Kollege S t r o s s e r dazu sagen? Ausgewiesen auf Grund de» Sozialistengesetze» wurden aus Hamburg und Umgegend die Tischlergesellen G. Koch und A. Byar. Beide sollen den Züricher„Sozialdemo- krat" verbreitet haben. Die Frist, während der fie das„Be- lagerungS gebiet" verlassen sollten, war auf drei mal 24 Etun« den bemessen worden. Die Sozialdemokraten gaben am Montag Abend den Scheidenden in großer Zahl das Geleit. Ter Zug, welcher auf dem Holstenplatz Aufstellung genommen, durchzog folgende Straßen: Poolstraße, Kohlhöfen, Tbielbeck, Wexstraße, Gr. Bleichen, Jungfernstieg, Bergstraße, Speers- ort, Steinstraße, klosterthorwall, Berliner Bahnho', woselbst eine Anzahl Konstabler aufgestellt war, welche der Menge den Zutritt zum Bahnhof wehrt«. ES sollen auf dem Platz vor dem Bahnhof zwei Personen wegen„Lärmen!" verhaftet sein. — Aus Ottensen wird die Ausweisung des Korbmachers E. Dieckmann gemeldet. Etwa 100 Sozialdemokraten holten Dieckmann aus seiner Wohnung ad und degleiteten ihn nach dem Venloer Bahnhofe. Unterwegs gesellten fich immer mehr Gesinnungsgenossen hinzu, so daß schließlich mehrere hundert in Schlangenringeln auf seine breite weiße Stirn fiel. Seine pechschwarzen Augen leuchteten in jenem kalten De- mantglanz, den man an Schlangenaugen beobachtet. Seine kühn gebogene Nase senkte sich auf ein keckes schwarze» Schnurrbärtchen, welches die sinnlich vollen Lippen be- schattete. In seiner Stirn lag eine einzige, aber eine tiefe Falte, seinen Mund umspielte jener Zug von Stolz und Weltverachtung, welche für diejenigen, die sich aus Niedrigkeit zur Höhe emporgearbeitet haben, charakte- ristisch ist. Ein schwarzer Havelock umhüllte die schlanke Gestalt, die behandschuhte kleine Hand hielt einen breiten Rem- brandt. Diesen aufstülpend, murmelte der junge Mann: „Es war Zeit, daß ich mich hier hinein flüchtete. Ich wußte, daß er mich gesehen hatte. Nun, ich habe ihn auch gesehen, und dieser eine Blick genügt für alle. Ich ahnte eS längst— er bestiehlt die Depositen, um seine laufenden Ausgaben zu decken. DaS schien mir daS ihm verschlossen übergebene Depositum des Engländers Homefield, was er da vor hatte. E« sind für morgen wieder bedeutende Zah- lungen angemeldet; wer weiß, waS er nun daraus wieder genommen hat, um sich die Wölfe vom Halse zu halten. O, daß ich ihm da« nachweisen könnte!" Die letzten Worte waren zischend hervorgestoßen. Seine Augen funkelten, seine Wangen glühten, seine Hände ballten sich. „Wie ich sie demüthigen wollte, die stolze Patrizier- tochter!* knirschte er.„Wie ich e« ihr wett machen wollte, daß sie stets mit solchem Hochmuth auf mich herabgeblickt, so scheu vor mir zurückgewichen und meinem heißen Werben um ihre Gunst und Hand nur kalte Verachtung entgegen- gesetzt hat... Aber," fügte er gleich darauf mit einem kalten Lächeln hinzu,„ich dedarf de« offenen Auftretens gegen ihn, der sich so hochfahrend meinen„Wohlthäter" nennt, ja gar nicht, um ihr zu beweisen, daß fich daS Blatt gewendet hat. Ein einfacher Konkur«, wie er uns jetzt bedroht, genügt, um dem Leben der Tochter de« Bankrotteur« einen bleibenden Makel anzuheften. Ob sie mich wohl erhören wird, wenn ihr der junge Winter den Rücken wendet? Ich glaube selbst! Nun, vorgearbeitet Mann im Zuge waren, welche die Arbeiter-Marseillaise sangen. Am Bahnhof wurde ein Schneider, welcher fich den Polizei- liehen Anordnungen nicht fügen wollte, verhaftet. Zur Polensrage. Fürst Bismarck stellte kürzlich im Abgeordnetcnhause für die Provinz Posen die Rückkehr zu der Flottwcll'schen Politik in Ausficht. Der Oberpräfident v. Flott- well stand in den Jahren 1830—1840 an der Spitze der Ver- waltung der Provinz Posen, und die von ihm befolgten Grund- sätze find in seiner anläßlich seines Rücktritts verfaßten Denk- schritt dargelegt worden. Die letztere beginnt mit dem Satze: „Während meiner Wirksamkeit habe ich die der Verwaltung dieser Provinz gestellten Aufgaben dahin verstehen zu müssen geglaubt, ihre innige Verbindung mit dem preußischen Staate dadurch zu befördern und zu befestigen, daß die ihren polnischen Einwohnern eigenthümlichen Richtungen, Gewohnheilen und Neigungen, die einer solchen Verbindung widerstreben, allmälig beseitigt, dagegen die Elemente des deutschen Lebens in seinen materiellen und geistigen Beziehungen immer mehr in ihr ver- breitet würden, damit endlich die Vereinigung beider Natio- nalitäten als der Schluß dieser Aufgabe durch das entschiedene Hervortreten deutscher Kultur erlangt werden mögen. — Als ein Pendant zu den Anfichten des Reichkanzlers über die Polinnen kann man eine Annonze im„Westphälischen Merkur" betrachten. Nach derselben sucht ein Kaufmann, 33 Jahre alt, mit großem Geschäft und großem Vermögen, „angeregt durch die letzten Kammerdebatte n", sich mit einer Polin zu verehelichen,„da sämmtliche Redner, besonders auch Se. Durchlaucht der Herr Reichskanzler, die Ueberlegenheitder Polinnen anerkannt" hätten. Die wetmartsche Regterung hat die Jnterpe llatton des Abg. Jungheinrich im weimartschen Landtag rasch beant- wortet. Bezüglich der Interpellation über das Benehmen eines jungen Beamten in Oftbeim bei der Wahl des fort- schrittlichen Kandidaten zum Reichstag- erklärte fie, daß eine Disziplinaruntersuchung gegen den betreffenden Beamten ein- geleitet worden. Danach erscheine das Benehmen desselbeo zwar nicht so grell, wie Interpellant behaupte, aber im Ällge- meinen scheint der Abg. Jungheinrich doch den Vorgang richtig geschildert zu haben, denn die Regierung hat dem fortschritt- fetndlichen Beamten wegen seiner unpassenden Reden nicht nur einen ernsten Verweis gegeben, sondern ihm auch eine Gehalts- zubilligung, die er erhalten hatte, zeitweilig entzogen. Im Uebrigen verwahrt fich die Regierung ernstlich gegm die Ver- unglimpfung, welche der Interpellant gegen das jüngere Be- amtenthum ausgestoßen habe, indem er es eines widerwärtigen StrederthumS beschuldige. Weniger befriedigend erscheint die Beantwortung der Jnteepellation desselben Abgeordneten über die Aeußerung deS Eisenacher Staatsanwalts in einer Beleidi« aunassache vor der Strafkammer des dortigen Landgerichts Dieselbe ging bekanntlich in ihrem wesentsichen Tbeile, nach der Interpellation Jungheinrich's, dahin, daß er, der S aatkanwalt, einem Beamten bei seiner Aussage immer mehr Glauben schenken werde, als einem Nicht beamten. Die Regierung er- klärte, daß fie keine Veranlassung habe, über diese Aeußerung nähere Erkundigungen einzuzieden. Die Würdigung einer solchen Aeußerung sei lediglich Sache des Gerichtshofes. Au Zöllen und gemeinschaftlichen Verbrauchssteuern sowie anderen Einnahmen find im Reich für die Zeit vom 1. April 1885 bis zum Schlüsse deS Monats Dezember 1885 einschließlich der kreditirlen Beträge(und verglichen mit der Einnahme in demselben Zeiträume des Vorjahies) zur An- schreibung gelangt: Zölle 178116108 M.(+ 10042 709 M.), Tabaksteuer 5 931 489!H.(+ 655 961 M), Rüdenzuckersteuer 31 118392 M.(— lä 896 182 M.). Salzsteuer 29 794 248 M. l+ 117 211 331.), Branntweinsteuer 24 920187 Mark (— 1 141 947 M). IXebergangäausgaben von Branntwein 78463 M.(- 16 924 M), Brausteuer 14153140 Mark (+ 361 398 M), UedergangsauSgaben von Bier 1 446 786 M. (+ 137 985 3)1.); Summe 223 322020 M.(- 8012786 M.), — Spielkartenstemvel 801 035 M.(+ 15513 M.), Wechsel- stcmpelfteuer 5005556 M.(— 80 661 M), Stempelabgabe a) für Werthpapiere, 2 128 668 M.(- 1349 204 M). d) Schluß- noten und Rechnungen 707 380 M, c) Kauf- und sonstige Anschaffungsgeschäfte 2054783 M.(+ 1 065 949 M), ä) Loose zu Privatlotterien 467 798 M.(4- 87 418 Iii.), Staatslotterien 3 767 542 M.(+ 13 893 M). Post- und Telegraphenverwal- tung 129 431 075 M.(+ 4793 467 M), Reich seisendahnver- waltung 35225200 M.(- 278 400 M.). Die zur Reichs- kaffe gelangt« Ist-Ein nähme, abzüglich der Ausfuhr- Ver- gütungen und Verwaltungskosten, beträgt bei den räch bezeichneten Einnahmen bis Ende Dezember 1835: Zölle 155 450 771 Mark(+ 10895 052 M.). Tabaksteuer 8771 249 Mark (+ 1 341 579 Mark), Rüben, uckertteuer 17532 669 Mark (+ 1 160029 M). Salzsteuer 27 099 384 M.(4- 138 813 M), Branntweinsteuer und Uebergangeabgabe von Branmwein 27 156611 M.(- 2 704 858 M.). Brausteuer und Ueber- gangSabgabe von Bier 13 223 713 M.(4- 429 944 M.); Summe 249 234 397 M.(4- 11260 558 M.).- Epielkartenstempel 709040 M.(4- 10386 M.). Die Milttär-Konventton mit Braunschweig kann der „Kreuzztg." zufolge im Wesentlichen als abgeschloffen detrachtet habe ich auch in dieser Richtung. Seine letzten Briese sind in meine statt in ihre Tasche gewandert, und meine Hand war'S, die sie trennte. Ach, ich habe Grund, sie zu hassen. Und doch— wenn ich mir ihr holdes Bild ver- gegenwärtige, so hoheitsvoll und doch so jugendlich und schön...! Nein, nein, ich kann es nicht; es reißt mich zu ihr hin, es zwingt mich ihr zu Füßen; ich muß sie lieben und ihre Gegenliebe mir erringen um jeden Preis!" Er drückte leise die Thür hinter sich in« Schloß und verschwand schattengleich über die Hintertreppe nach der Einfahrtshalle. Dort trat ihm der Portier mit höflichem Gruß ent- gegen.„Um Verzeihung, Herr Prokurist," sagte er,„wenn ich Sie bitte, auf einen Augenblick in mein bescheidene« Logi« einzutreten. Eine Frage..." Der Andere schien von dieser Anmaßung des schlichten Manne« beleidigt.„Sie wollen Auskunft?" fragte er von obenher.„Das können Sie mich auch wohl hier fragen." „Es betrifft die Bank, Herr Gontard." „Die Bank? Was Sie sagen!" Das klang recht ironisch. Trotzdem folgte der Prokurist dem bequemen alten Herrn in seine gut durch- wärmte Stube. Auf's neue befragt, sagte Wißmann:„Kommt da heute der höhnische Mensch, der Mahnke, an mich beran, wie ich ein wenig vor der Thür stehe, und sagt: Na, Alterchen, bald ausgedient?— Ausgedient? wie so? frage ich grob, denn ich weiß, der Kerl neidet mir meine schöne bequeme Stellung schon lange.— Na, von wegen.... grinst er von Ohr zu Ohr und macht eine nicht mißzuverstehende Bewegung mit Daumen und Zeigefinger— in der Stadt heißt es doch, Ihr hättet bald ausbezahlt, und wo nicht« ist, hat der Kaiser sein Recht verloren, und wie viel mehr so ein armer, halbverhungerter Bankportier, in der es nächstens gründlich krachen wird I— Krachen? Wo denn? sage ich so ganz gemüthlich, und schwapp dich, hat er eine. Natürlich muß der Kerl belangt werden, denn ungeahndet kann doch eine solche Verleumdung nicht bleiben. Aber werden, da die Unterhandlungen sich glatt abgcwickclt Es waren nur einige für den endlichen Abschiuz nedem Wünsche— wie die Uiriformfrage— welche die der Angelegenheit verursachten; in der Hauptsache_tf vollständige Uebereinstimmang. Die Ueberfiedelung dtts schweigischcn Jnfanterie-Regiments von Metz nach Braust wird wahrscheinlich erst im April 1887 erfolgen, und 1» dem Grunde, weil ein Garnisonwechsel mitten im E>°w dem Verpflegungsetat u. s. w. erhebliche Störungen«ip würde. Danzig, 1. Februar. Von der frischen Nehrung „Dan,. Ztg." mitgeteilt, daß unter den Bewohnern» schalten Narmeln, Neukrug und Voegler«, welche die« Grenze deS hiesigen Landkreises bilden, in diesem 3P N o t h st a n d eingetreten ist. In Folge der vorher:'' milden Witterung ist das frische Haff Wochen lang F bedeckt, welches indeß meistens so schwach war, daßl'i« Fischern behufs Ausführung ihres Gewerbes nicht* werden konnte. Dazu war die See lange Zeit so's daß die Fischer in dem Kirchspiel Neukrug, welche Ww Fischfang angewiesen find, Wochen lang unthätig sein® Größere Vorräthe im Herbste fich anzuschaffen, gw® meisten'hre Armut nicht. Kartoffeln bauen nur W. selbst, da das Sandland fich hierzu nicht eignet, und w; die meisten Bewohner daher ihre Bedürfnisse au« den!- belegenen Städten derbeischaffen. Da daS Haff nicht f war, waren fie gezwungen, ihren Bedarf an Kartoffeln. u- s. w. in Pillau resp. Kahlberg zu kaufen und Schultern 3 bis 4 Meilen weit nach Hause zu toxp Kirchspiel Pobbemau ist die Roth nicht so sühlbar,** Leute ihre eigenen Kartoffeln bauen und manche""ll beim Holzfällen Beschäftigung finden. In Rarmel» � Roth am größten, dort befürchtete man eine förmliche JJ? noth.— Man würde fehl gehen, wollte man ennerj nur in den hier genannten Gegenden ein Notstand sei. Es giebl vielmehr nur äußerst wenige Orte Vaterlande in welchen kein Nothstand herrscht. Die � Ministerreden von dem gestiegenen„Volkswohlstände durch solche Thatsachen�dic beste Illustration. Im Orient kriselt eS sachte weiter. Die gri«� gierung läßt fich von den Mächten nicht ins BockälÄjJ fie erklärt jetzt rund heraus, daß fie fich nicht an dit?> note lehren wird. Tie bezügliche Erwiderung besaM Behinderung der freien Verfügung über die Cf Streitkräfte Griechenlands als unverernbar mit MW gigkett Griechenlands erschein-, und daß die griechiijo:' rung jede Verantwortlichkeit für einen eventuellen lehnen müsse.— Was nun? Werden die 3%; Standpunkt, jeden Angriff auf die Türkei zu verhÄ recht erhalten, oder werden fie muthiz vor den — RegstrM? uir eint l"! weichen? Jedenfalls muß die griechische rechnen, daß die Einigkeit der Mächte nur... k„ ist, und daß dieselbe bei der ersten Gelegenheit in d' gehen wird. Während also die Katzbalgerei zwischen Türken dennoch beginnen wird, kommt auS eine Fri-densnachricht. Zwischen dem Sultan und garensürsten ist endlich eine Einigung zu Stande und zwar auf folgender Grundlage: Beide Parteien Berliner Vertrag als zu Kraft bestehend an, ausr), wo er durch die neue Abmachung modifizift ist. Das& Statut wird revidnt. Gewisse türkische Dörfer in Off'�- bleiben der Pforte unterthänig. Fürst Alexander Gouverneur von Ost-Rumelien für fünf Jahre ern� Ernennung wird nach Belieben deS Sultans erneA die Norhwendigkeit einer weiteren Berufung an Der Fürst verpflichtet fich, die Türkei zu vertbQ Endlich ist noch zu berichten, daß auch zwischen 6% Bulgarien ernste Friedensverhandlungen im Gange% deiderjeits ernannten Bevollmächtigten find bereit» j eingetroffen, wo die Verhandlungen zum Abschluß 6 werden sollen. Griechenland bleibt somit der einzig' stiel). OefterreichUngar«. A a r a m, 1. Februar. Im kroatischen Landtaf. heute Sensation das Vorgehen des Abg. Dr. „Enthüllungen" machte. Herausfordernden Tone- erhobener Stimme sagte er:„Ich Nage den Bartui«r das Nationalgut vergeudet!" Nachdem blas auf dsi, fitionsdänken Bewegung entstand, die Rechte aber sagte er zur Recht?»:„Ihr moralisches Gefühl% gebieten, mich herauszufordern, meine schwere Am'®,. weisen. Nachdem Sie dieses nicht thun und keine tarische Kommission zur Prüfung meiner BehaupüH/ den, will ich'S hier öffentlich vorbringen: Die KonA künde für die Eisendahn Vinkooce-Bercska, unterfM Minister Kemeny, bestimmt im§ 21, daß da»% 1700000 Gulden, respektive 1550000 Gulden, fakti chen Kosten dloS 800000 Gulden betragen, 5 eine auf der Reckten ftNende iR-rfnn. di» im vO!™/ Gülden, i% betragen, eine auf der Rechten fitzende Person, die ich vomv % Sie wissen ja selber am besten, wie der Herr rath ist, und daß sich Unsereins gewissermaßen. etwa« zu sagen. Sie, Herr Gontard. find ja derer Mann, so ruhig und verständig, und darn? fl daß ich Sie ablauern und befragen wollte, was zur Wiederherstellung unserer angegriffenen ßM' zu thun habe, ob selbst klagbar werden oder y „Um keinen Prei«, Mann!" fiel der Ander' stark abwehrenden Bewegung ein. t „Nicht wahr?" sprach Wißmann treuhM#� auch meine Meinung. DaS Haus muß die Hand nehmen und den Verleumdern..."_„wf „Aber, lieber Freund," unterbrach ihn f einem überlegenen Lächeln,„wie können von der Bedeutung der Firma Eschenbach X* eS auf jede zufällige Aeußerung einer sonst S Persönlichkeit reagiren und sich dieser gegenüber ausweisen soll. Kommen Sie dem Kommer�>„ nicht mit einem Prozeß Eschenbach contra M""'j4 oder wie Ihr Todfeind sonst noch heißen niag�.�p wäre eine Beleidigung für unser HauS, die er verzeihen würde. Guten Abend!"..n hst Mit leichtem Gruß verließ der Prokurtt gtji Loge, den Portier mit einer Miene dumme darin zurücklassend.. ft „Nun weiß der auch schon, wa« die®l„A? geschlagen hat!" murmelte er im Hinausgehe' wenn e« Stadtgespräch ist! Nun er hat sich 1;», unser verehrter Chef. Wenn e« soweu jä ich ihm den Preis nennen, um den 0 und ihn ungehindert entkommen lassen-'.Li# heute Abend sah, genügt zu fe'"« JS Falle einet Konkurses, und auf betrüglichen Zuchthau«. Ich glaube wohl, daß er w«, keuien Widerstand entgegensetzen wird. j --Hm, hm/' brummte gleichzeitig fallt mir nicht. Sollte Mahnke doch �-4 Dann wäre es ja höchste Zeit, mich nach e" ,.c Hj" umzusehen. Schade, schade, um das stolze, «K Di« gfij Ä ijtnne, im K o mmunikations- Ministnium überzeugte." Ein der« antger Sckwindel sei noch bei keinem Eisenbahnbau betrieben «otben. Prästvent: Ich habe bithec den Redner nicht unter« damit man die Redefreiheit nicht in Zweifel ziehe. Ich geftane aber weiter nicht, da der Genenstand in keinem Zu« iammenhange mit der Epeziai-Dedalle steht, daß von dem -�edner Verdächtigungen ausgesprochen werden. Weitere v�dritre stehen ihm in ein-r zu stellenden Interpellation frei. ». v*r®0,iu8 erklärte, auf die Anklage zu antworten, sobald .»hm vre Worte Frank's aus dem stenographischen Berichte be« rannt werden, da er während der Rede des genannten Abge» ordneten abwesend war. Fra«rreich. Paris, 2. Februar. Der heutige Ministerrath geneh- mtgte zwei vom Handels« und Jndustrieminister Lockroy aus» gearbeitete Vorlagen, die in der Kammer eingebracht werden: den Entwurf eines Haftpflichtgesetzes und eine Reform «er gewerblichen Schiedsgerichte, deren Befugnisse aus« dehnend. Einige Minister brachten die Mißstände im Kohlen» oeztrke von D e c a z e v i l l e zur Sprache, welche die dortige muheslörung hervorgerufm haben. Die Berichte des Präfekten M* der Gendarmerie bestätigen, daß die Gesell« 'chaft durch willkürliche Aenderungen der ddgeschlosssen Akkorde, sowie durch ein ausgedehntes '' f r u ck". E y st e m zu allgemeinem Mißvergnügen Anlaß gkde. Der Bautenminister Baihaut wurde ermächtigt, mit den Ingenieuren der BergwerkSgesellschaft über die Abstellung der oorhanvenen Mißbräuche zu verhandeln. Endlich beschäftigte V der Rath auch mit der griechischen Angelegenheit. Frank» das seit dem Bestehen des hellenischen KSnigthums dem« nr besonderes Wohlwollen gezeigt hat und bei der Aus- i?.u"0 seines Schutzrechts über Vre kleinafiatischen Christen Mg auf die Mitwirkung der Griechen angewiesen ist, trägt ??dmktn, sich dem energischen Vorgehen der Mächte in Athen anzuschließen, möchte aber auch nicht gerne allein bei Seite J**en. Man wartet deshalb hier mit Ungeduld auf die Bil« des Ministeriums Gladstone, überzeugt, daß dasselbe die Kwk#, die das vorige englische Kadinet gegenüber Griechen« and eingeschlagen hat, ändern wird. Rußland. m.ün Rußland bat, wie vorauszusehen war, Bismarck's xmenrede großen Beifall gefunden. Run darf, meint man, deutsche Presse doch nicht mehr über Russifizimng der Ost« tnn« v�en klagen. Jedoch noch eine andere Hoffnung schöpft � n daraus. Dies verräth besonders Katkow'S�Blatt rn Mos- schliß 'ibetn«S lseine Betrachtungen über die Rede wie folgt �ahreiPl?" �a8 polnische Element in Preußen in den letzten tzS"" Oesterreichs? Chronologisch nachweisbar und richtig .�.jedem Falle das, daß. je enger die deutsche und öster- aitJ Politik fich aneinander schlössen, desto händelsüchtiger �sa die Polen wurden, in beiden Staaten, und desto offen« auch ihr Bestreben, und gar ihre Versuche. Oesterreich unv Deutschland mit Rußland zu entzweien, wie dieses letztere M«zeit alle deutschen Blätter und darunter auch das Organ «u-Marcks konstatirt hatten." „. Eine recht weitgehende Polenverfolgung ist demnach so recht aach dem Herzen der russischen Staatsmänner, weil sie dann '"ihr wie sonst ungestört ihren dunklen Pfaden folgen können. Amerika. «. 8m Lande de? Sternenbanners beherrscht bekanntlich der -«-?"r Alles, und somit natürlich auch die Wahlen, hei denen ■pistechungen ctwaS ganz Gewöhnliches sind. Kürzlich hatte "Un ein demokratischer Politiker und ZeitunaSredakteur in i-lhio, Namens Donavin, den Bundes- Senator Payne öffent« "ch beschuldigt, seine Erwählung zum letzteren Amte durch die Bestechung einer Anzahl Mitglieder der Ohioer Legislatur lLandes Vertretung) durchgesetzt zu haben. Donavin behauptete, Bayne habe zwölf Mitglieder der Legislatur für deren Stim« "ten zusammen die Summe von Doll. 32 KlX) gezahlt, indessen ?vch mehrere andere Gesetzgeber mit geringen Geldbeträgen ge« hjust. Senator Payne hat auf diese Anschuldigung bis jetzt Ms weiter erwidert, als daß er versucht hat, die Persönlich- -�seines Anklägers zu verdächtigen. Die von Donavin nam« �enl -s' gemachten, angeblich bestochenen LegiSlaturmitglieder, sechs sSujL und ebenso viele Repräsentanten, haben die An- iS»!�ng auf das Entschiedenste in Abredt gestellt und eine ,'«»luckung der Angelegenheit seitens ihrer Kollegen bean- Ü#' Diesem Antrage ist Folge gegeben und seitens VeS .�'--herS der Assembly ein derartiger Untersuchungsausschuß r> iwnt worden. Was Wahres an der Geschichte ist, bemertt jo" die„N. S). H.-Z.", vermag außer den Betheiligten vor- '-"'l Niemand zu sagen, doch ist anzunehmen, daß die An» Jürgen Donavin's nicht ganz aus der Luft gegriffen die auS der letzten Wahl resulttienden gegenwärtigen ' t 2? i>n so gemächliches Leben hier, und ich glaubte, eS kj eine Altersversorgung." Er ließ fich mit einem Seufzer in seinen Sorgenstuhl gleiten, um Daumen- ' tn zu drehen und an die Decke zu starren. tr�-s �"dessen hatte der Kommerzienrath alle Maßregeln ge- u v"' um ferner unbelauscht zu bleiben. Er kehrte nun cheiü?" Schreibtische zurück. Die Umdrehung einer un- 'Iben• n �rrzierung öffnete ihm ein Geheimfach des- ' ln welchem er das versiegelte Kouvert deponirte. Zks"So, das wäre geborgen!" sprach er mit erleichtertem „Und nun, Verderben, gehe deinen Lauf!" sich �"«schloß Schreibtisch und Geldschrank und begab »lach'"N anstoßendes, luxuriös ausgestattetes Schlafge- "Bald nachher klingelte-r|aftte er zu Gla« Glühwein und die Zeitungen. (Fortsetzung folgt.) Ans Kunst und Zeven. MSNKsDM �andlun. aeegesseneS aber sehr gutes Schauspiel mrt rttlher Zstrn. iuoßer szenischer Wirkung. Die Darsteller wett« >srau bestes zu leisten. Unter den letzteren obenan steht ilickend-r«» den IS jäh, igen Waisenknaben„Felix" mit ent« Und iatürlichkeit und liebenswürdiger Naivität spielt. S»e iuhey �skel als„Amelie von Clairville" find die etgent« Cbctfi„„fl'tmnen des Stüdes. Herr Gericke als„Husaren- Mbn St. Val" und Herr Betz als„Wachtmeister JaqueS" ßst da« Km" erstgenannten Darstellern würdig an. Daneben IUWcfatn iahlrciche Evisodemollen. theils ernsten, theilS � X,uaraktirs, so daß es vem ganzen Ensemble möglich Geltung zu lommen. Besonders find hier zu er- i,S?rt Regisseur Secseld als„Jerome", Herr Z wenger lte> Herr Eiobbe als„Bettler Lauptz", F-.äulein ' Vorgänge in der Ohioer Legislatur zur Genüge beweisen, daß Betrug und Bestechungen bei den dortigen Wahlen an der Tagesordnung find. Von dem Ergebniß der Untersuchung der Anschuldigungen gegen Payne wird es abhängen, od stch der Bundessenat mit der schmutzigen Angelegenheit beschäftigen wird, denn wenn die Bestechung nachgewiesen werden sollte, würde Payne seines Eitzes für verlustig erklärt werden müssen. — Ja wenn! Ader wenn die Geschichte just pasfirt, steht Nie- mand als Zeuge dabei, und die Betheiligten werden in ihrem eigenen Interesse schweigen. «fielt. In Birma haben die englischen Eindringlinge fortwährend schwere Kämpfe mit den Eingeborenen zu bestehen. AuS Manvalay berichtet der Korrespondent der„Times" unterm 21. d.:„Ein erfolgreiches Treffen mit den Insurgenten fand am 16. d. bei Kadol statt. Die Rebellen waren ungefähr 1500 Mann stark, von denen 500 mit Gewehren und etwa 1000 mir Specren bewaffnet waren. Die englrfche Streitmacht bestand auS etwa 250 Mann. Der Femd hatte eine starke Stellung in einer Pagode(Tempel) inne, und leistete, gedeckt durch erne fünf Fuß hohe Mauer, hartnäckigen Widerstand. Aus dieser Stellung vertrieben, suchten die Insurgenten Schutz in dem dichten Gebüsch. Der feindliche Verlust ist nicht mit Sicherhett festgestellt worden, aber man glaubt, daß einige Dreißig getödtet wurden, darunter Thaung, der General der Insurgenten in jen-m Distrikt.— Die englischen Großkrämer werden aller Vorausficht nach noch lange warten müssen, bevor es ihnen gelingt, eine reiche Ausdeute in Birma zu er« zielen._ Parlamentarisches. — Das sechste Verzeichniß der dem Reichstage zuge- gangenen Petitionen enthält gegen 150 Petitionen zu Gunsten der Anträge Ackermann und Biehl, betreffend Abän- derung der Gewerbeordnung(Befähigungsnachweis der Hand- werler und Gewerbtreibenden). Diese Petitionen gehen natür- lich sämmtlich von Innungen aus. Eine Anzahl von Petitio» nen beschästigen fich mit der Bereitung von Bier und Wein, tbeil» im streng juristischem Sinne, theilS von weniger strengen Grundsätzen ausgehend. Für die Doppelwährung find diesmal nur 23 Petitionen eingegangen. Dagegen wird ein gesetzliches Verbot deS HaustrhanvelS bezw. Abänderung der betreffenden Paragraphen der Gewerde-Ordnung von mehr als 100 Petitionen auS Handwerkerkreisen beantragt. Obligatorische Legitima- tionspflicht für alle gewerblichm Arbefter beantragen ebenfalls über 100, besonders von Innungen ausgehende Petitionen. Gegen Einführung deS Branntweinmonopols find über 150 Perttisnen eingelaufen, namentlich von Gastwirthen, Destilla« teuren und Handelskammern. — Im Abgeordnetenhause haben die Freikonser- vativen ihre Adficht angekündigt, den im vorigen Jahre abge- lehnten Antrag wegen Verdoppelung der Loose der preußischen StaatSlotterien wieder einzubringen. Der Antrag wird zunächst in der Buvgekommisston zur Berathung gelangen. — Die X. Kommission(Arbeiterschutz) nahm gestern ihre Verhandlungen wieder auf. Es kam zu- nächst der von dem Abgeordneten Lohren verfaßte Bericht über die bisher in der Kommisston gefaßten Beschlüsse bezüglich der Organisation, betreffend die Ueberwachung und Durchführung der Arbeiterschutzgesetze zur Verlesung. Der Bericht fand mit Ausnahme einzelner redaktioneller Korrekturen und der Aen- derung dahin, daß der Verzicht auf die Einführung der Mini- mallöhne, von dem Abgeordneten Pfannkuch, nichr im Namen der Partei, sondern nur als seine persönliche Anficht ausge« sprochm wurde, die Zustimmung der Kommisfion. Die Kam« mtsston ging nun zur Berathung der Anträge, welche stch auf die Frauen- und Ktnder-Ardeit beziehen, über. Der Geheim- rath Lohmann theilte zunächst die Ergebnisse der auf An« regung der Reichsregierung von den einzelnen LandeSregierun- gen vorgenommenen Anfragen bezüglich der Ausdehnung und eS UmfangeS der Nachtarbeit der Frauen mit. Diese Anfta- aen, welche übrigens nicht den Charakter einer Enquete hatten, sondern stch nur an die Behörden richteten, von denen auch die Antworten eingingen, haben ergeben, daß die Heranziehung der Frauen zur Nachtarbeit nur in einem beschiänften Kreis von Industrien vorkomme, daß aber die Tendenz fich bemerklich mache, mehr und mehr auch Frauen während der Nachtzeit zu beschäftigen. Da die Mit« theilungen deS Reaierungskommissars, aus Beschluß der Kom- Mission, dem Drucke übergeben und demnächst zur Vertheilung gelangen, deHalten wir uns vor. dieselben in ihrem vollen Won- laut unseren Lesern miizutheilen. Für heute sei nur bemerkt, daß die Zucker- und Textilindustrien daS größte Kontingent der zur Nachtarbeft herangezogenen Frauen aufweisen. In Ober« schlesten weiden die Frauen auch in den Eisen» und Zinkstatlen häufig zur Arbeit während der Nacht verwendet und tollen dort fich auch in Folge dessen empfindliche soziale und stttliche Schä« den bemerkllch machen. Trotzdem sprechen fich alle der Reichs- regierung zugegangenen Berichte gegen ein allgemeines Verbot der Frauen- Nachtarbeit aus und speziell in Bezug auf die s. w. Leider kann halber nur noch Waiden als„Gesellschafterin Joscphine" u. das zugkrastige Stück anderer Dispofitionen kurze Zeit auf dem Reportoir bleiben. �. s« d" beutige« Premiere des„Ztgeunerbarons" im Friedlich-Wrlheimstädtlschen Thealer macht stch ein solcher An« drang nach Billeis geltend, daß die Direktion, wie fie unS miizutheilen ersucht, darauf besonders aufmerksam macht, daß die reservirten Billrts bi» heute. Vormittags 11 Uhr, ad« geholt werden müssen, da sonst über dieselben verfügt werden müßte. Dt« Sefahren der Großstadt. Der Studnende der Medizin Georg Jovanooic» war kürzlich aus seiner serbischen Heimath zur weiteren Autbildung nach Wien gekommen. Hier machte er die Bekanntschaft deS Friseurs Peter Wehn, welcher der serbischen Sprache vollkommen mächtig ist und dem fremden Studenten mit Rath und That an die Hand zu gehen ver- sprach. Insbesondere fand stch Wehn veranlaßt, den jungen Mann vor den Gefahren der Großstadt und vor allzu großer Vertrauensseligkeit zu warnen. JooanovicS nahm fich den Rath so zu Herzen, daß er den Friseur bat, fünfzig Gulden, die er momentan nicht brauchte, m Verwahrung zu nehmen. Wehn übernahm bereitwilligst dieses Vertrauensamt. Als der Student nach einiger Zeit jedoch das Geld benöthigte, machte er die unangenehme Wahrnehmung, daß er vor Allem gegen den Rathgeber zu vertrauensselig gewesen war. Wehn hatte daS anvertraute Geld für fich verwendet und wurde hierfür vom Bezirksgerichte zu sechs Tagen strengen Arrests ver« urtheilt. Schändlich mißbrauchter Aberglaube. Dem„Kur. Warsz." wird folgende fast unglaublich klingende Geschichte erzählt. Es ist im Wolhynrschen ebenso wie anderswo der Glaube verbreitet, der Strick, mit dem fich Jemand erhängt hat, sei ein TalrSman und bringe dem Besitzer Glück. ES kommt daher vor, daß abergläubische Leute Stücke solcher Schnüre oder Stricke mit schwerem Geld bezahlen. Ein ge« wiffer Timösei Griz machte sich diesen Aberglauben zu Nutze, indem er Stücke zollweise zu 2, 3 auch 5 Rubel pro Zoll ver. kaufte. Um seine Kunden zu versichern, daß die betreffenden Talismane wirklich von Erhängten herrühren, führte er fie in den Wald, wo er ihnen von Feme einen Erhängten zeigte. Man machte die Polizei auf den Anfug aufmerksam und da stellte es sich heraus, daß der g-nannte Gri, eine nieder« trächtige Schändung von Leichen betrieb, welche er aus ihren auf dem im Walde belegenen Friedhos befindlichen Gräbern Rübenzucker-Jndustric wird heroorgehoben, daß dHelbe weder die Frauenarbeit überhaupt noch auch d-r Fraucnnuchtarbeit entbehren könne. Die Sitzung wurde noch Verlesung dieser Mittheilungen geschlossen. Zokales. Der Witterung des Monats Januar läßt stch schwer ein einheitliche« Prädikat ertheilen. Strenge Kälte wechselte mehrfach mit lauem feuchten Wette ab; rasch und unvermittelt schlug das Wetter um, und manch malS traten in kurzen Etun» den Temveratulveränoerungen ein, wie fie in unserem Klima zu den größten Seltenhelten gehören; so fiel am 21. in wenigen Nachmittrgistunven das Thermometir um 8 Gr., stieg am 23. von Margens Iis Mittags um 13 Gr.. fiel in der folgenden Nacht voi IG Uhr Abends bis zu einem nicht konstatirten Z-Uvunkt um ü�er 13 Gr., um am nächsten Morgen um 6 Uhr bereits w.cder 7 G'. höher zu st-hen. DaS find Schwan» lungen, die lehr beachtensweith find Rechnet man dazu den abnormen Schneefall am 21. und 22. und ganz eigenthümliche Barometersct wrnlun gen, sowie ungewöhnliche Windverhältnisse, so wird man annehmen können, daß der verflossene Monat. besonders in seinem zweiten Theile, für die Fachmeteorologen sehr interessant sein mußte. Für die gewöhnlichen Menschen» linder, zumal wenn fie nicht dem Eis» oder Schlittensport huldig'cn, konnte das Wetter nur insofern von Interesse sein, als eS ihnen die an Gewißheit grenzende Möglichkeit bot, stch in den Schneebrei einmal einen recht gründlichen Schnup'en zu holen. Zuerst war das Wetter klar, und mehrere Tage, insde» sondere der 7., 8., 13. und 14., gehörten zu den schönsten Wintertagen, die man bei unS erlebt. Während in den Nächten das Thermometer recht tief sank, hob es fich am Tage bis nahe an den Gefrierpunkt, ohne denselben biS zum 15. zu überschreiten. Nach kurzem Thauwetter mtt Schnee trat am 17. die Kälte von neuem ein, doch begann nun da« Wetter unruhig und in der oben geschilderten Weise abnorm zu werden. Na« den ergiebigen Schneefällen am 20., 21. und 22. hielt die Kälte nur noch kurze Zell an; am 25. trat entschiedenes Thauwetter ein, daS bis zum Ende des Monats andauerte. Der 31. brachte noch in seiner letzten Stunde ein ganz abnormen Absturz des Barometers, das vom Morgen zum Abend 16 Mm., davon 12 Mm. in den neun Stunden von 1 bis 10 Uhr fiel. Starker Südsturm begleitete den Vorüdergang dieses tiefen Minimums. Die mittlere Monatötemveratur betrug— 1,3 Gr., d. i. 0,9 Gr. weniger als dem Januar zukommt. Das Maximum mit 8,0 Gr. fiel auf den 4., daS Minimum mit — 14,5 Gr. auf den 24. g. Pitt dem nunmehr begonnenen Abbruch einiger Häuser am Neuen Markt ist endlich der erste Schritt ge« than worden, diesem uralten Platz Berlin« eine andere Gestal« tung zu geben. Ursprünglich wurde derselbe von der Svan« dauer-, Kloster«, Bischofs- und Papenstraße begrenzt. Noch im 14. Jahrhundert und später hatte er diese Ausdehnung, weil damatS die Häuser in der Klosterstraße bei der KalandS« gasie„Auf dem Neuen Markt" und„Gegen die Kirche" hießen und die Svandauer Straße am Markt wenig bebaut war. Von den Ueberlieferungen alter Chronisten über das Leben auf diesem Markt find jene von Ludwig Rellstab die gewiß inter« esiantesten. Zur Zeit Friedrich WilbelmS l. und Friedrichs II. sagt er, bewegte fich hier da« Leben der Stadt am regsamsten. Der große Platz sah(wie auch jetzt noch, damals hatte er aber daS Monopol) alle Woche zweimal die Landleute der Um- gegend ihre Erzeugnisse hier feil bieten. Wie in kleinen Städten der Markt auch das öffentliche Thun und Tret- den bezeichnet, so auch hier. Zwar das RathyauS hatte hier nichts zu schaffen, wie in kleinen Etädtm; gefällt wurden die Urtheile hier nicht, aber manchmal vollstreckt. Der Markt hatte kein Gericht, aber ein Hochgericht. Einen Galgen, zugleich Schandpfahl, vor der Wache, die vor der Mitte einer der Häuserreihen steht, gegen den Markt vorsvringend. Es war die Hauptwache jener Zeit, hierher wurden alle zuchtlosen Tauge« Nichte und Vagabunden gebracht, um von anderen unter strenger Zucht stehenden Taugen, chten bewacht zu werden. Denn eS waren die Soldatm jener Zeit zumeist. In gewisser Beziehung verübten fie die Studentenstreiche Berlins, allein nicht so harmlos, wie echte Studentenstreiche, sondern stets mit einer starken Dosts Gaunerei versetzt. Der Eigennutz, der echten Burschenstreichen nie beigewohnt, mischte stch arg hinein. Hier stahlen fie(die Soldateska) den Bauern die Gänse oder den Tabak vom Wagm, indem fie fie mit allerlei HokuSpokus davon weglockten. Und der Unglückliche, welcher Lärm erhob, wurde w»hl gar noch als döslicher Querulant ergriffen, in das Wachtgebäude gebracht, und erharrte, seufzend unter die Pritsche gesteckt, in diesem finsteren, staubigen, heißen, nur 2V> Fuß hohen Gesängniß den Tag der Gerechtigkeit und Befreiung, der ihm schwerlich eher anbrach, als er ihn durch ein Lösegeld Heraufförde: te. So lange verblieb er in der nie« drigen Wohnung gemeinsam mit Dieben und unnützen Gesellen, welche von den Patrouillen aufgegriffen wurden, und die nicht selten unmittelbar von hier aus in die Rethen der Kriegerein« traten, falls fie nur die nöthige„Bilvungshöhe" hatten, d. h. herausscharrte und dann auskaüpfte, um auf diese Art aus der Dummheit und Leichtgläubigkeit der Menschen Kapital zu schlagen. Ein kurioser Prozeß. Die„Nowosti" wissen von einem kuriosen Prozeß zu berichten, welcher dieser Tage vor einem Pttersvurger Friedensrichter verhanvelt wurde. In demselben spielt nämlich ein Gespenst die Hauptrolle. Ter Sachoerhalt ist folgender: Der Riga'sche Bürger G'lin, welcher von der Kleinbürgeiin Puwlow ein möbttrtes Zimmer gemiethet hat, kam eines Abends spät in sehr heiterer Stimmung nach Hause und schickte fich an. fich zur Ruhe zu begeben. Als er eben im Begriff war, sein Bett zu besteigen, bemerkte er in demselben eine Eischcinung, die mit einem schlafenden weiblichen Jndi- viduum sehr viel Aehnlichkett hatte.„Meine Zunge blieb am Gaumen kleben,"— erzählte Galin vor dem Friedensrichter —„vor Schrecken zitterte ich, als hätte ich das Fieber, und konnte keinen Laut von mir geben." Unterdessen erwachte daS Gesvenst und richtete fich in die Höhe. Noch immer zitternd blickte Galin plötzlich in die weit geöffneten Augen eines jungen Mädchens, welches ihn starr anblickte.„Das lst ein Gespenst," entschied Galin und ohne weiter zu überlegen, ergriff er den ersten besten Gegenstand— es waren zufällig seine eigenen Bnn- kleider— und begann damit ausdasGefpenst loszuschlagen.„Apage SatanaS!" rief er aus,„mit mir ist die heilige Kraft! Heilig! Heilig!" In demselben Augenblick stieß das Gespenst einen schrecklichen Schrei und Hilferuf aus, auf welchen bin die Wirthin Pawlow erschien.„WaS thun Sie hier, Bogdan Trifonowitsch?" rief fie Galin an.„Wie? WaS?" entgegnete dieser,„sehen Sie denn nicht das Gespenst in meinem Bett?" „Was für ein Gesvenst? Das ist ja Rosa M."„Wie kam denn Ihre Rosa M in mein Bett?"„DaS ist ihr nicht ein- gefallen. In Ihrer Trunkenheit find Sie selbst in ein fremdes Zimmer gegangen und machen nun Spektakel. Gehen Sie schleunigst hinaus!" Anstatt stch zu entschuldigen, fuhr Galin fort, zu protestiren, und suchte zu bewerscn. daß Jemand ihn zum Narren gehalten oder behext habe, drs es endlich mit genauer Noth gelang, ihn zu entfernen. Fräulein Rosa M. reichte am folgenden Tage eine Klage beim Frieoenrichter ein, und beide Parteien erschienen zum festgesetzten Termin. Alle Ver. suche des Richlets, die Parteien zu einem gütlichen Ausgleich zu btwegen, waren vergeblich, und so sah er sich schließlich veranlaßt, Galin zu einem dreiwöchentlichen Arrest zu ver- url heilen. SJtlbeMänße. Der Soldat selbst fand inzwischen hier auf dem alten Zteuen Markt auch sein strenges Gericht. Der Galgen vor der Wache war sein; Privatdomäne! Man mußte die Waffen tragen für das Vaterland, um dai Recht zu gewinnen. hier für daffelbe zu fallen, d. h. zu hängen: obwohl diese Be> rechtioung nur den Gemeinen und Unterosfizieren zustand Die Osfiziere(Deserteure unter denselben), wurden nur in effige gehangen und ihr Name an den Galgenschaft geschlagen, und dieser dadurch zum Echandpiahl mit- gestempelt. Auch für andere militärische Exekutionen war hier der VollstreckungSplatz. Wenn Mitternachts hier die G» ister der, hier einst sowohl Erschlagenen als Geschlagenen, die hier Gassen gelaufen find, oder sonst unzählige Fuchtel em- pfangen haben, fich versammelten: der Markt würde von Mit- ternockt vielleicht so von Menschen wimmeln, wie damals an den Wochentagen. Eine Epezialgeschichte dieser Oertlichkett würde von so manchem, nach der Barbarei deS damaligen Ver- fahrens unschuldig hier Gefangenen berichten. Leider ist unsere Chronik nicht arm an solchen Beispielen, wo die Heftigkeit deS Monarchen, ja blos ein Mistoerftändniß, eine Namensver- wcchselung ein Menschenleben kostete- Hierbei führt Rellstab folgende humoristisch schauerliche Anekdote an: Auf einem Bau entstand eine Schlägerei und Aufruhr. Unter den bezüglichen Bericht deS Kommandanten schrieb der König:„Der Rädler soll gehangen werden!" Der gute Kommandant kannte oder verstand daS vielleicht selbstgebildete Wort deS Königs nicht, er nahm seine Regimentsliste zur Hand, entdeckte hier einen Grenadier Namens Rävlcr und obgleich dieser mit dem Vor« gange in gar keinem Zusammenhange stand, wurde er trotz seines FammernS und seiner Unlchuldsbetheuerungen gehangen. i. Daß viele VerftcherungSgefellschafte« um allerlei Einwendungen nicht verlegen find, wenn eine größere Ver- ficherungssumme fällig wird, ist leider eine häufig zu beobach« tende Tyatsache, und in den weitaus meisten Fällen bildet jene bekannte Bestimmung, die fich so ziemlich übereinstimmend in allen VerfichcrungSstatuten defindet und wonach die unrich. tige Beantwortung der bei der Verficherungkaufnahme vorge» legten Fragen den Anspruch auf die Verficherungssumme hin- fällig macht, die Grundlage solcher Einwendungen. So wurde den Erben eines biefigen Kaufmanns gegenüber, der fich mit einigen Tausend Mark verfichert hatte, von der betreffenden Gesellschaft der Einwand erhoben, der Verstorbene habe in dem Aufnahme-Gesuch eine der zu beantwortenden Fragen falsch beantwortet, indem er den zur Beantwortung bestimmten Raum durchsttichen hatte, statt denselben auszufüllen; in dem be- treffenden Striche wollte die Gesellschaft eine Verneinung der §rage erblicken und da diese unrichtig war, so weigerte ste die ahlung der Verficherungssumme, und trieb den gegm ihr Di- rekiorium deswegen angestrengte Prozeß durch alle Instanzen, um fich schließlich vom höchsten Gerichtshöfe belehren zu laffen, daß der betreffende Strich nicht nothwendig„Nein" zu heißen braucht. Es sei Sache der Gesellschaft, nachzuweisen, daß die betreffende Frage unrichtig beantwortet sei; zu sdiesem Zwecke mußte fie auch nachweisen, daß dieser Strich„Nein" bedeute. Er kann möglicher Weise„Nein" bedeuten, ist aber auch mög- lich, daß damit zum Ausdruck gebracht werden sollte, daß der Antragsteller die Frage nicht beantworten könne oder wolle, oder aber, daß er deren Beantwortung für überflüsfig erachtete, z. B. weil er glaubte, daß die Frage auf ihn keine Anwen- dung finde, oder weil er der Anficht ist, daß fie durch eine frühere Frage erledigt sei.— Für diese allerdings sehr zu- treffende Belehrung übir das Wesen und die Bedeutung des Striches zahlt die Gesellschaft die Gerichts- und AnwaltSkostcn für drei Instanzen. Ja, ja! Prozeffe müffen sein! Nach einer von der Polizeidirektton zu Bremen erlassenen Bekann.machung hat am 1. d. M. Morgens ein unbekannter Mann, welcher fich„Ardeiter" Herrmann Zwiebel- mann auS Dortmund oder aus der Nahe von Dortmund ge- nannt hat, und am 30. v. M. mit dem Dampfer„Fulda" von New- Bork in Bremen angelangt ist, in einer dortigen Herberge einen Raubmorboecsuch gemacht, und fich dabei mehrere Hundert Mark angeeignet. Derselbe ist bald darauf von dort entflohen. Der Thärer rst etwa 28 Jahre alt, von schlanker Statur, hat dunkles Haar, volles Gesicht mit starkem Unterkinn, geröthete Gestchtsfarbe, kleinen hellblonden Schnurrbart, und spricht neben westfälischem Dialekt auch englisch. Er war bekleidet mit einem schwarz und weiß gestreiften wollenen Unterhemde, araugesprenkelter Joppe, schwarzer Hose und kleinem schwarzen steifen Hut. Als besonderes Kennzeichen ist eine starke Narbe zwischen Unterlippe und Kinn angegeben. Al« am 1. d. M. Abend« die Wittwe Z. in ihre Wohnung Saardiückerftr. 33 zurückkehrte, die ste, um Einkäufe zu machen, auf eine Stunde anlassen und verschloffen hatte, fand fie dieselbe geöffnet und erleuchtet, und darin zwei mit dem Zusammenbinden der Betten beschäftigte Männer- Mehrere Behältn waren durchwühlt und lag deren Inhalt auf den Dielen umher. Auf den Hilferuf der Frau ergriffen die Diebe die Flucht und einn von ihnen stieß die Z. mit solcher Gewalt bei Seite, daß fie die Treppe herunterfiel. Ein den Dieben begegnender Hausbewohner erhielt mit einem Brecheisen einen heftigen Schlag auf den Kopf, verfolgte aber trotzdem die Diebe und nahm einen derselben auf dem Hofe deS Grundstücks Saarbrückerstr. 27 fest, während der Komplize am folgenden Tage verhaftet wurde. Beide find bereits mehrfach bestraft. r. Ein Unfall, der zur Warnung für Viele mitgetheilt zu werden verdimt. trug fich am Mittwoch Vormittag in der großen Friedrichstraße, nahe der Franzöfischen Straße, ,u. Ein junger Mann eilte im schnellsten Laufe hinter einem in voller Fahrt befindlichen OmniduS; als er denselben eingeholt hatte und noch immer im vollen Laufe auf das Trittbrett springen wollte, verfehlte der Fuß daffelbe. Der junge Mann stürzte und schlug in voller Wucht mit dem Gestcht erst auf das Tritt. brett und glitt dann von dort ab auf den Straßenvamm. Er Sien nicht unerhebliche Verletzungen davongettagen zu haben, nn Vorübergehende mußten ihn aufbeben und fich seiner an- nehmen. Diese gefährliche Art, auf dm fahrenden Omnibus zu springen, ist leider nicht selten.... Ein schwerer Unglücksfall wäre vorgestern beinahe auf dem Hofe des städtischen Krankenhauses zu Spandau pasfirt. Gegen Morgen war auf der Frauenstation eine Patientin ge- storben, und zwei Schwestern untemahmen eS, den Leichnam nach der Lcichcnkammer zu tragen. Als fie, dem„An,. f.d. H." zufolge, mit ihrer Bürde den Hof überschreiten wollten, sah die vorangehende Schwester in der Dämmerung plötzlich eine Oeffnung im Erdboden. Sie hemmte sofott ihre Schritte, sonst wäre fie unfehlbar in die Tiefe gestürzt. Wie fich bei näherer Befichtigung ergab, war nämlich in der Nacht die Decke eineS allen sehr tiefrn und mit Waffer angefüllten BrunnenS ein- ÜÄÄf der letzteren an Scharlach erkrantt wären. Der jüngste Knabe des Bahnbeamten erbielt den Umschlag des Bttefes zum Spielen. Nach sechs Tagen erkrankte das Kind gefahrlich an Scharlach und kurz nach ihm noch zwei seiner Geschwister. Da in dem Hause kein derartiger Krankher Sfall vorgekommen, die Kinder auch sonst mtt Niemandem in Bettihruna gewesen warm, gewinnt nach Aussage de» DollorS die Übertragung der Krankheit durch den erwähnten Brief an Wahrscheinlrchkeit. Alle drei Erkrankungen haben glücklicherweise jetzt ernen milden Verlauf genommen. Bei dieser Gelegenheit mag gleichzeitig darauf hingewiesen werden, daß derartige UebenragungSfalle auch>chon durch Hunde und Katzm erwiesenermaßen vor- gekommen stnd�»ngemüthliche Weise wurde am Sonnabend Abend das Kränzchen des Vereins„Gemüthlich- keit" in Zehlendorf gestört. Um etwa V,t2 Uhr, als vre Mit- glieder deS Vereins fich allgemeiner Heiterkeit hingaben, er- schien plötzlich eine unbekannle, etwa 40 Jahre alte Frau mit einem aufgespannten Regenschirm in dem Saal und verlangte nach ihren Kintern. Aus dem Gebahren derselben wurde bald erkannt, daß man eS mit einer Jrrfinnizen zu thun habe. Die- selbe wurde vorläufig mit gioßer Schonung im Amtsbureau untergebracht und beruhigt. Sie eriählte dann, nachdem fie ihren Namen genannt und ihre Wohnung angegeben, daß fie So am Sonnabend aus Berlin gegangen sei. Am Sonntag wurde fie hier ibrer Familie wieder zugeführt. Die Unglückliche ist seit dem Tode ihres Mannes gerstig leidend, hatte fich aber noch niemals heimlich entfernt, so daß fie unbeauffichtigt ge- laffen worden war. Eine unangenehme Geschichte, die auch uns Berliner angebt, ist der Rüdcrsdorfer Dampfschiffs-Gesellschaft pasfirt. Der Gesellschaft ist nämlich aufgegeben worden, binnen acht Wochen ihre Anlegebrücke an der viel besuchten WotterSdorfer Schleuse abzubrechen. Und ein anderer Anlegeplatz ist in dem engen Kanal nicht vorhanden. Als vor zwei Jahren die neue Schleuse fertig war und die alte zugeschüttet wurde, ging«ine Petition der Einwohner, Grundoefitzer und Sommergäste an die königliche Regierung ab, in welcher dieselben um Ver- Pachtung des gewonnenen TenainS zur Henichtung von An- lag'.n baten. Die Antwott lautete, eS liege zur Zeit keine Ab- ficht zur Verpachtung vor. Jetzt aber hat das Terrain der Echlcusenmeister plötzlich in Pacht erhallen, daffelbe mit Zäunen umzogen, die den Verkehr hemmen, und der Dampfer- Gesellschaft ihre Anlegestelle gekündigt. Der„Niederbarntmer Anzeiger" nennt die Affaire für die WotterSdorfer Schleuse, dieses von der Natur so reich bedachte Stückchen Erde, geradezu ein Unglück. Die Revision des vorläufigen Resultat« der Volks» zählung in Berlin ist jetzt beendigt: es hat sich nur eine ganz kterne Veränderung nothwendig gemacht. Die Bevölke- rung Berlins am 1. Dezember 1885 betrug 1 315 541 Köpfe, davon 631 939 männliche, 683 608 weibliche Personen. Sehr bemcrkcnswerth ist, daß mir jeder Volkszählung daS weibliche Geschlecht über das männliche mehr überwiegt. Früher war das nicht der Fall. Die Zunahme seit der Volkszäbl-mg von 1880 beträgt 193217. denn damals wurden rund 1 122330 Per- sonen(542 829 männliche, 579 501 weibliche) gezählt. Die Zahl der Wohngebäude ist auf 25 744 bewohnte, 459 unbewohnte festgestellt; außerdem find noch 1175 andere bewohnie Bau- lichleiten, 137 andere feststehende und 835 bewegliche Wohn stätten vorhanden. Letztere gehören der Schiffsbevölkerung, find also Schiffe. Die Zahl der Haushaltungen ist 304641; es kommen also fast 4'/, Köpfe auf die Haushaltung. dieser Schilderung ist die Gefahr einer wir'samen Untew nehmerkoalinon doch wohl nicht so groß, daß fie die Bauar« beiter ernstlich zu fürchten haben. Die Kolonialpolttik, wie fie jetzt in Deutschland beliebt wird, erfährt sogar von einer Seite Widerspruch, von der man es nicht erwarten sollte. Professor Dr. Böhmett fingt nämlich in seiner„Eoz. Korr." der Auswanderung nach Süd« a m e r i k a ein Loblied und fordert indirekt auf, wenn man auswandern wolle, nach jenem Erdtheil zu ziehen, weil dort nicht nur die Auswanderer selbst ein gutes Fortkommen halten, sondern auch in Verbindung mit dem Mutterlande blieben. Dabei heißt es wmllich;„So sehr man aber auch für die neueste, d utsche Kolonialpolttik eingenommen sein mag, so er- scheint es immerhin wodlgethan, die öffentliche Meinung vor Ucderscvätzang dieier Polttil und schwärmeiischen Hoffnunzen zu warnen."— Daduich könnten, so meint die„Soz. Korre'p. weiter, andere leichter zu lösende, wichtigere sozial' politische Aufgaben vernachlässigt weiden. Diese letztere Anficht hat schon im vorigen Jahre bei einer Kolonial« debatre der Abg. Hasenclever im Reichstage ausgesprochen und es ist erfreulich, daß fich jetzt Männer, wie der Geh. Regie« rungsrath und Pro'effor Böhmett solchen Ansichten anschließen. Dazu möchten wir aber noch bemerken, daß auch die Kolon!- sation in Südamerika entgiltig keinen sonderlichen Nutzen für da» deutsche Volk hat. Also: kolonistren wir im Innern! Aus Sachsen wird der„Volks-Zeitung" geschrieben: Meeraner Stadtrath leugnet den auch von uns vielfach er- wähnten Nothstand in einem offiziellen Schriftstück. Aus dein« seiden aber erfahren wir,„daß ein Theil der dortigen Weber, und zwar sowohl in Fabriken, wie in der HausinSustiie, ein« Rückgang im Verdienste zu beklagen hat". Wie gioß vieler „Theil" ist, sagt der wohllöbliche Stadtratb nicht. Nach(&' str. Rotnmi Hebungen aus Ärdetterlie'iscn beträgt dieser Theil Vu, �egen'/>» Soziales und Arbeiterbewegung- In der„Baugewerkzeitung", dem O-gan der Bau- Unternehmer, macht ein Zimmermeister den Vorschlag, die Meister müßten gegen die Streikagitationen der Gesellen einen größeren Fonds zusammenbringen und jeden partiellen Streik seitens der Arbeiter mit einer Arbeitseinstellur g in der be- treffenden Stadt beantwotten. Die Bauunternehmer, welche Konventionalstrafen bei nicht rechtzeitiger Herstellung deS Baue? zu zahlen haben, sollen aus dem detreffenden Fonds enttchädigt werden. Nun find aber glücklicherweise für die Arbeiter die Unternehmer und Bauherren gar nicht einig. S e theilen fich in vier verschiedene Klaffen, wie der„Bauband- werker" mittheilt. Derselbe dringt über diese Klaffen folgende drastische Schilderung:„Ein kleiner Haufe in den Uederliefe« rungen der verstorbenen Zunft verbissener JnnungSfanatiker mit ziemlich geringen VerstandeSkräften. aber vielem Haß gegen Alles, waS„neue Zeit" heißt, gefühtt von ehrgeizigen und habsüchtigen Schreiern, die die„Innung" ausnutzen'— ein größerer Haufe mit den Jnnungsmänn-m im Arbttteihaß ver- Kunden, aber sonst ihnen spinnefeind und selbst vollständig ohne gewerkschaftliche Organisation, da diese von ihnen ver- motten wird: ein Hause vornehmer„Volks!reunbe", billig den- lende Männer, in engherzigen Standesvoruttheilen befangen und zur wirklich zähen Arbeit in Sachen, die nicht zum Geschäft gehören, wenig geneigt; die große Mehrheit, ein Haufe ohne Ordnung, ohne gemeinsame Ziele, einzig und allein dem hatten Bedürfniß des Tages lebend, nur für die Jagd nach einigen Mark Verdienst intercsfirt— da bilden die«rsteren, so sehr fie in der Minderzahl find, den Kern der Truppe, deshalb müffen wir unsere Angriffe gegen fie richten, weil wir fie überall in erster Linie finden, wo eS gilt, die Rechte der Ar- beiter zu verkürzen, die Gesellen zu vergewaltigen."— Nach bei dem der Verdienst in den letzten Jahren keinen Rückgang erlitten bat.— Von besonderem Interesse ift ein Engeständnit des Stadtraths. Derselbe erklätt, daß in Meerane überhaupt die Zahl derjenigen Einwohner, welche auf ein minimales Ei»« kommen angewiesen find, eine ungemein große sei. Von d.« gesammten staatseinkommensteuerpflichiigen Einwohnern Haitis im Jahre 1882 3274 ein Einkommen von 300-400%- 1020 Steuerpflichtige besaßen ein Einkommen von 400—500" Diejenigen Personen, die unter 300 Mark Einkommen(jatW find gar nicht in dem Bericht angefühlt. Der Stadtrath ettl» bei diesen Angaben ausdrücklich, daß fich diese Einkommen A* bältniffe in den letzten Jahren nicht wesentlich verändert hält* Wir können hingegen mtt eincr gewissen Kenntniß der Mecrai* Verhällniffe behaupten, daß die dortigen Lohnoerhältniffe» den letzten drei bis vier Jahren sich erheblich ve-schlcchtert ha� Und da soll noch lein Nothstand vorherrschend sein?— Ardeiter in dem politisch vorgeschrittenen Meerane wehren W bis zum Neußersten gegen Armenunterstützung: fie kennen Makel, der daran hängt, und wissen auch, daß ihnen dann DJJ Wahlrecht verloren geht. Um die verpfändeten BttteN r Arbeiterfamilien— nicht der Almosenempfänger— wieder euu zulösen, haben vor einigen Tagen Leipziger Arbeiter die SumA von 500 M- dem Reichstagsabgeo dneten Stolle, der dicht da Meerane wohnt, überwiesen. Schon dies beweist, daß stW Verpfändungen in hohem Maße vorgekommen sein müß�' Mag es nun auch wahr sein, daß die frübeien auf AeußerunfP von Fachvereinsmitgliedei n bafirten Nachrichten etwas zu schiv�« gematt haben, ficher aber ist eS, daß der Stadtralhsbesch!� durchaus nicht geeignet ist, jene Berichte abzuschwächen. � Hoffen wir, daß den armen Meeraner Webern auf eine ovo die andere Weise geholfen werde. stand zweiten jgjb L-nftur wnsior ES .«fc'; ,ew HUI St V St � Kofi »S i I fe Kriefkasten der Redaktion. F. W. Nur wenn Sie den Nachweis führen, daß 8M Verunglückung durch die Schuld eines Anderm herbcigesw' ist, können Sie diesen Schuldigen auf Schadenersatz belang� Weitere Ansprüche haben Sie, da der Uniall fich vor Jnkralb treten des Unsall-VerficherungSgesetzes ereignete, nicht.. Pücklerstraße. Der Aufforderung eines Schutzmanns mal nach der Polizeiwache hinzukommen, braucht man stetS Folge zu leisten. Es kommt darauf an, ob Sie als»5 schulvigier oder als Zeuge daselbst vernommen werden\<>ürl A. B. Nr. 33. Wenn die Ihnen ausorücklich als tro° vermictheten Kellen äumlichkeiten nach PhystkatS- Attest«'"L Nässe unbewohnbar find, so muß der Vermicther Ihnen hierdurch veru.sachien Schaden, also auch die Kosten eine» zugeS erseven. 12. Ziehung d. 4. Klasse 173. König!. Preuh. Lotterie. Zikhuna vom 4. Februar 188«. Nur dt» tttDlnut uder 210 Marl find den derreffeude» Nummer» In Parentheie betgefiizt. «Ohne«-währ.) _ 49 IST fi4(5501 205 860 76 86(550) 476 581 92 682 83 745 47 61 98 836 47 68 1046 15601 145 86 202 74 13001 78 306(30001 66>-4 87 95 423 49 77(3001 86 90 663 626 66 88 93 706 82 98 706 116001 27 72(360) 88 904 2013 73 78 115 47 70(650� 215(650) 83(3000) 386 404 300) 35 28 1 3(550) 530 78 83 97 636 727 61 72 79 818 lu50l Ii 22 67 561, 942(3000) 66(6000) 96 8016 67 148 67 81 214 77 91 461(300) 99 629 32 130001 49 54 723 67 92 836 63 82 918 64 88 99 4000 17 61 136 44 95 286 318 24[30001 66 92 422 28 48 97 634(300) 77 88 94 748 69 831 49 76 946 77(660) 97 __»175 230 48 84 400 40 75 507 16 611 37 706 35 38 74 803[300] «073 76 123 455 554(660) 94(560) 606 34 73(300) 720 39 42 70 817 20 957 69 7u23 31 79 168 203 460 584(5501 92 697 701 837 918(550) 68 8171 80 87 313 537 641 717[3001 34 66 85(1600) 923 42(300) 66 897*910 66 72 200 31 70 00 820 o6 423(300) 74 660 663 67 724 26(650) »»0)2 14 38(300) 53 97(1500) 120 36 264 68(300) 373 467 568 761 156) 844(300) 69 946 1800) 86 11053 11500) 54 63 84 126 28 60 62 211 19 60 434 41 80 632(300) 760 811(1600) 67 74 919 1300) 23 35 81 12032 (3000) 177 97 202 39 307 23 465 84(650 511 26 77 629 716 64 879 97 919 57 96 1300) 18010 17(560) 45 63(300) 104 22 256 32n 462 557 608 79(300) 714 807 9 27 43 66 14010 125(550) 45 99 249 82 83 832 [l500] 94 98 569 80 86 95 641 79 718 88 99 805 38>30») 84 928 0 16044 77 124(3000) 65 78 268 88 347 442 510[3001 60346 55(3000) 711 1550' 831 65 997>«061 101 30 44 219 63 99 326 30 49(300) 65 «Ä V« WÄ Z 23 34 52o 42 604 14 29 62(5601 737 66(3001 91 806 23 64 973 92 I*002 17 73 102 6 20(3000) 212 68 83 340 60 68 85 575 89 608 64 1500) 816 60(1300) 960 1300) 92 1 0036 127 ,300) 69 264 87 93 384 1300) 402(15001 51 96 534 89 K) 694(3001 738 60 1300) 803 13001 910 26. 2 7"8 836�3 y 61 219 66 67 13091 84 317 408 32I1500J 555 613 64 66 MMMM 7,»ÄMÄWr'.M ffli WW ät M SS««i».mi»»s« m a M s m ss su«s)-i°wM ÄäwifiSS"i (650) 67 99 13001 425 601 8 89 608[5501 61 764 88 824 943 46 13001 77 »«034 42 104 föoOJ 20 66 232 77 97 308 60 480(300) 87 732 39 1560) 1 IMliO:.«$7 AA r.�no1 nJ. 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Srouhetm in Beriin. Druck und Verlag vo»«ar.BadWg w Bettin SW., Beuthstraße 2. Hierzu eine tw ir« ebt ian iich d« ian »ort ten, jcn. di» er» vor l.s-Z Ziest nial» und e«it» cßen. lioni» i für ;W d ei» veM» Jebrti einen dieier 6 6" n Vi» a rhaup zKiv » FÄ iOO� W st % ,ren f nen Z ann»' tten** etere# Suw«» % ßerung� k t&M belanB? : Jnkrast' U » s 9 106, Beilage zum Berliner Volksblatt. >». 30. Freitag, de» 5. Februar 1886. III. Parlamentsberichte. Deutscher Retchdtaa. 39. Sitzung vom 4. Februar, 1 Uhr. So �rs BundeSraths; o. B oetticher und -..Dem Hause liegt der Gesetzentnurf, betr. die Fürsorge ».„�samte und Personen des Soldaten- von Betriebsunfällen, (Referent Gedhard.) ................... v der Vorlage destimmt, daß ReicdsKeomte und Personen x,«oldatenstandes, die durch einen Betriebsunfall dauernd «.�unfähig geworden find, zwei Drittel ihres Gehilts als erhalten sollten, soweit ste nickt nach anderweiter rdchs- wnne Vorschrift einen höheren Anspiuch geltend machen �....Die K o m m i s s i o n fügt dem hinzu, daß Beamte u. s. w, d'm dauernd dienstunfähig geworden find, aber trotz- dem Dienste entlassen werden, bei gänzlicher Erwerbs» b-w � Zwei Drittel ihres G ha!ts, bei theilweiser eine nach jjß derselben zu bomessinde Penfion erhalten sollen. bw P! r u A m a n n und Buhl(nat.-lib.) wollen auch Ersatz ' �os'en des Heilverfahrens gewährt wissen. ort Hund Gen.(deuischt'r.) beantragen, den Reichs- m., Ben bei Unfällen die Kosten des Heilverfahrens und den m„.l?n Diensteir kommcn zu ersetzen, sowie ihnen eine Penston welche der völliger Erwerbsunfähigkeit gleich dem Diensteinkommen, bei theilweiser gleich der Hälfte bis solle» �(ein soll. Die Personen des Soldatenstandes nüj,, diesem Antrage in der gegenwärtigen Vorlage noch Ar. �t werden. Beav-,� �tr uckmann: Die Vorlage hält daran fest, den Penfbm Entschädigung bei Unfällen in Form einer auch j, Zu gewähren. Die Kommisfion geht weiter, fie will oerR*..«eamlen die Bezüge im Smne des großen Unfall» sie twi-�sgeseyes gewähren. Rur in einem Punkt, in dem Porst I Prinzip nicht treu blieb, will mein Antrag ihre Kosten x. ergänzen. Es handelt fich um Gewährung der schleckt». � Heilverfahrens. Warum sollen die Beamten hier Sbeiim �stellt sein, als die unter die allgemeine Unfallver» Nnob« Eilenden Personen? Umsomehr empfiehlt fich die Zur q?,, �reines Antrags, als zahlreiche Beamtenkategorien »iise»», bereits einen Anspruch au' Ersatz der Heilkosten haben, lbbin„ Spruches aber durch die Kommisfionsvorlage verlustig auch V, jedenfalls sehr unzufrieden sein wll.den. Es liegt ÄlelAft ,, ött geringste Grund vor, die von mir befürwortete Stftcr. r,.,nfl der Beamien mit allen anderen reichegesctzlich Unfälle versicherten Personen abzulehnen. Schräder(deulschfn): Es ist uns in der Kom- Ich, nur in ganz geringem Maße gelungen, in daS unS kiu.il?°'lpalhilche Gesetz die Erfüllung einer alten Forderung ily-?. Zutragen, daß nämlich für die Beamten bei dienstlichen ousreichend gefo-gt werde. Auch durch den Antrag >»>t ir�onn wird das Gesetz nicht erheblich verbefiert, daher ri»! ,, unseriaen(Barth) eingebracht haben, für den zwar �itu» Bh leohafte Stimmung im Haute vorbanden ist, aber ich Abneigung der Regierungen, an ihren Vorlagen selbst LzWen Gegengründen etwa« ändern zu laffen, kaum eine auf Zustimmung der Mehrheit. Durch daS Gesetz »bliM �i{ Beamtenklaffen, die bisher überhaupt keine Unfall' tijÄe hatten, besser gestellt, andere aber erheblich schlechter: L � die, welche dem Hafipflichtgesetz unterstellt find(das t» JBumentlich die Eisenbahndeamien), und die, welche bereits %i,° siühere Unfall oerficherungsgesetz aufgenommen waren. Kes�a» jetzt einen Theil der letzteren wieder in das neue Vk"übernimmt, beweist, wie wenig sicher man seines orn® auf diesem Gebiet ist. Die nicht mit festem Gehalt "'abn.r n. angestellten Beamten wurden auS dem ersten U in das zweite hinüber geschoben, und im zweiten Ae» M warm geworden, jetzt in das Dritte, das £1111, Verschlechterung ihrer Lage bringt. Laffen 2%,'n diese Gesetzgebung ein, und wir thun es mit "B"1 kann es nur in der Annahme geschehen, daß Kunst und Leven. Ad Loutsenstädlischen Theater ging vorgestern x großes phantastisch-komischeS Schaustück mit dem �B datkü-�amen„Adracadabra" in Szene. Ein Schaustüet 08 56 81 j b�>e/?.üeschicht cs nicht deshalb, weil er unsympath de» l!.$I>riift L�n weil bei dergleichen Effektstücken die eigentliche hi»""o-n"'beutend hinter die eigentlich zur Schau gestellten h,, Uno Kraft, Geschicklichkeit und D.koration zurück- ifBiih u'f-bektteten muß. Wer fich besonders für ganz uner- ' Bin SBef'�ode Kunststücke der Zauberkunst interesfirt, dem k�'ibtiiR?Bs Theater« entschieden anzuratden. Er wi d «Sf%nh., n acnug sehen. Einsach imponirend find die 8? offen x»5,B?0anefischen Kunstreiteriruppe. Wir müssen aller- B«. Ö6ia q, �tn/ daß für alle Nerven derartige Uedungen nicht sooi�i% w v�tife b�BBtöm wirken. Ein japanestsches Kind balanzrrt bei« >i>„ B SÖtuft,° ,n auf einer Leiter, die ein Siammeegmoffe sein kdn und Sehnen scheinen von Stahl zu .rkoiik�Sen ,|Ü/B bewahrt auch bei den unerhörtesten An» 79 O'>, iA u,"ften der»javanestsche" Gelassenheit. Auch die " M'1' �[tteS Fonnu n«aranesen fanden rauschenden Beifall. f Mlr-n jÄ.B'B« der auf einem papierenen japanefischen lejsjAwn aniänüi�Ü' einen Thaler, ein Ei u- f. w. tanzen ffe«, k Wie.�üch das elektrische Licht etwas zu geniren. L. w».» auch nicht an recht heftigen Kalauern. In »ifMä; K ||6i %or die bbOlÄMl»' Uangii�BlSswttung im Allgemeinen eine glänzende. H �'j Hungen TOMiywoienmi T""u'»en waren sogar recht annehmbarer ! 47 II gfrftti Snl? kang Fräulein Schwartze ein Lied mit sehr the b,ß(g.Auch die übrigen mitwirkenden Künstler lt,ö»et E�. Es.st dem Louisenstädtischen Theater ein z 8S d" 4 8 ZU wünschen. m m !tfl« Ktil' & Mittheiwttge«. �nung Nr. 154, woher der Ruf kam und für alle Beamten ausreichend gesorgt wird. Daher bezwecken unsere Anträge, die Fürsorge nicht auf die Unfälle in ver» ficherungspflichtigen Betrieben zu beschränken, sondern fie allge« mein auszudehnen, da der Beamte von allen ohne Unterschied schwer betroffen wird. Der Einwand, daß damit eine nickt übersehbare finanzielle Belastung verbunden wäre, ist nicht stichhaltig, da wir wissen, daß bei Weitem der größte Theil sämmtlicher Unfälle im Reichsdienst auf die Verficherungs- Pflichtigen entfallen wird. Es kann sich also hier nur um ein Minimum, jedenfalls um viel weniger handeln, als wir jetzt auf die Eckultern des Reichs legen. Auch der zweite Einwand ist nicht zutreffend, daß man mit den Arbeitern pari paasu gehen müsse; denn warum soll man nicht mit den Beamten etwas schneller gehen? Der wahre Grund dagegen ist nach meiner Auffassung ein ganz anderer, der uns leider in der Reicksgesetzgebung jetzt so oft, offen und versteckt, entgegen- tritt: die einzelnen Landesregierungen wünschen die Unfall- süi sorge für die Benmten möglichst deschränkt zu sehen, weil sse die finanziellen Lasten, die ihnen daraus erwachsen, nicht zu übernehmen wünschen. Anders ist die Zurückhaltung ihrer Vertreter dem offen eingestandenen Bedürfnisse gegenüber nicht zu erklären. Unser Antrag spricht wiederholt und destimmt die Forderung aus, daß man jetzt die Unfallsür- sorge allgemein gewähren, ganze Arbeit machen und nicht immer stückweise voraehen möge. Man sagt, daß man doch nicht all- gemein für die Beamten durch solche Gesetze sorgen könne, weil die Krankheiten nicht darunter fielen. Aber Krankheiten und Betriebsunfälle find sehr vcrschievene Dinge; bei der Krankheit ist die Verbindung mit dem Dienst nur in sehr wenigen Fällen nachzuweisen, bei dem Unfall immer. Wir# thun also nichts Unreckt-s, wenn wir nur für den Unfall und nicht für die Krankheit sorgen, für die letztere vielleicht nur in dem Umfang des MilitärpenfionsgesetzeS. Allerdings wünschen wir eine Be- schränkung ves Gesetzes; unser Antrag schließt die Personen des SoldatenstandeS aus, nicht als ob wir ihnen nicht dasselbe gewähren möchten, wie den Ziviibeamten, sondern weit die Militärpersonen in daS System dieses Gesetzes sehr schlecht hineinpassen. Für fie ist bereits, wenn auch in sehr schlechtem Maß, aber nach einem ganz anderen System, bei Unfällen durch das bestehende Militärpenfionsgesetz gesorgt, und wir wünschen, daß in einer Novelle zu demselben die Unfallfürsorge nach dem System der Vorlage auch für die Militärpersonen eingeführt werbe- Wir hielten es serner für bedenklich, nur für Betriebsunfälle der Militärpersonen Fürsorge zu treffen und gerade in der Armee und der Marine zwischen Betrieben und dem eigentlichen Militärdienst einen Unterschied zu machen. Auch der Dienst ist nothwendig mit Unfällen verbunden, und cs würde einen wunderlichen Eindruck machen, wenn ein in eine Militäilabrik versetzter Soldat oder Otfizier besser behmv deit würde, al« wenn er im eigentlichen Dienst, im Kriege verletzt wird. Wir wollen also allgemeine Fürsorge auch für die Militärpersonen auch bei Unfällen im Dienst, aber auf Grundlage des MilitäipensionZgeseyes, wodurch die Gesetzgebung fich den Verhältnissen besser anpaffen würde. Direktor im Reichsamt deS Innern Bosse: Wir haben hier die Beamten hineingenommen, welche nicht mit festem Ge- halt angestellt find, weil die verbündeten Regierungen von vornherein die gesetzgeberische Behandlung dieser Materie nur bei einem schrittweisen Prozeduren für möglich gehalten haben. Sonst kämen wir zu gar nichts. Der Abg. Schräder verlangt auch eine Entschädigung für vorübergehende Dienstunfähigknt. Es giedt in der That Fälle, in denen dies außerordentlich wünschenswerth wäre, dafür bestehen besondere Unstützungs- fonds. Vor ollen Dingen ist doch hier zu beachten, daß der Beamte in solchen Fällen sein vollständiges Gehalt behält und damit wesentlich anders steht, als der Ar- bester, diff.n Bezüge wegfallen. Ich kann nur bitten, innerhalb der vom Unfallverficherungs- und Penfionsgesetz gezogenen Grenzen zu bleiben, nur dann läßt fich etwas Gedeihliches zu Stande dringen. Abg. v. Maitz ahn(kons.) ist der Anficht, daß, wenn man das Geieg zur Verabschiedung bringen wolle, man jetzt nicht mehr Detailrogen diskutiren, sondern auf dem Boden der stießen im Gange auf einen etwa fünfzigjährigen, sehr elegant gekleideten Mann, der über und über mit Blut dedeckt war und ihnen zurief:„Beschützen Sie mich! Man hat versucht, mich zu tödten, der Mörder ist in diesem Zimmer, bis an die Zähne bewaffnet, eingeschlossen." Diese Worte verursachten eine wahre Panik unter den Bediensteten, und erst der Gerant des Hotels wagte es. die Thür zu öffnen. Bei seinem Eintritt befanv er sich einem vterzigjabrigen kleinen Manne gegenüber, der, ganz bleich, einen mit Blut befleckten Revolver starken Kalibers in der Hand hielt.„Ich begreife nichts; es ist ein Moment völliger GeisteSadaesenheit, ich bin doch nicht verrückt", brachte das Individuum hervor, als der Gerant auf ihn losging. Tie herbeigerufenen Agenten entwaffneten den Attentäter ohne Mühe, der zwei Revolver und ein kurzes Jagdmesser bei fich trug, und führten ihn auf daS Polizeitommissariat, wo derselbe Graf v. Treodirneß zu heißen, Offizier der Ehrenlegion und ehema- liaer Präfekt des Landes unter dmr Kaiserrcrch zu sein vorgab. Das Opfer beißt A. G. de Montauzan und wohnt in Paris, 31, Avenue Kleber. Folgende Umstände gingen dem Attentat voran und führten dies herbei. Herr de Montauzan, Besitzer eines großen Vermögens, wollte fich vor Kurzem mit Finanz. angeleaenheiten beschäftigen und trat deshalb mit dem angeb- lichen Grafen von TreverneS in Beziehungen, der ihm von seiner in Cannes weilenden Frau sehr warm empfohlen worden war. Vor acht Tagen schlug nun der letztere ein Geschäft vor, das in Nantes zu machen wäre, und machte Herrn de Montauzan den Vorschlag, mit ihm nach Nantes ,u reisen und stck selbst von der Einträglichkeit deS Handels zu überzeugen. Die Reise dahin wurde in der Nacht unternommen und der angebliche Graf machte große Anstrengungm. seinen Reise- s.Är r&'W,% tauson lehnte jedoch energisch ab. Die beiden ■■ Vorlage bleiben solle. Deshalb würden er und seine politischen Freunde den Antrag Schräder ablehnen, dagegen den des Abg. Struckmann, vorbehaltlich einiger in dritter Lesung zu bewirkender Aenderungen, annehmen. Abg. Schräder: Die Antwort des Herrn Vertreters der verbündeten Regierungen schien die Sache so darzustellen, als gehörten die nicht mit festem Gehalt angestellten Beamten nicht unter die durch das zweite Unfallgesetz Betroffenen. Sie fallen aber thalsächlich heute noch darunter und sollen durch das vorliegende herausgenommen werden. Damals hat man also etwas Anderes für zulässig erachtet, als heute. Innerhalb eines JahreS erleben wir diesen Wechsel und beklagen diese Unfickerhett. Gründe find mir nicht entgegengehalten worden. Es ist einmal die Meinung der verbündeten Regierungen, dieses Gesetz nicht wesentlich ändern zu laffen, und deshalb wird mein Vorschlag unberückstchtigt bleiben, auch wenn fich Viele meiner Auffassung zuneigen sollten. Direktor im Reichsamt des Innern Bosse: DaS ist ja ganz richtig, daß die nicht fest angestellten Beamten unter daS zweite Unfallverstcherungsgesetz fallen. Der G und für die Aenderung scheint mir aber doch leicht zu finden. Damals wollte man wenigstens für die nicht fest angestellten Beamten eine gewisse Fürsorge treffen, jetzt, wo wir die Hoffnung haben, überhaupt für Beamte ein solches Gesetz zu bekommen, nehmen wir jene hier aus. Ich glaube, daß meine Antwort ganz ge< rechtfertigt ist, daß das schrittweise Prozeviren nothwendig und konsequent zu einer Behandlung der Sache, wie geschehen, führen mußte. Der§ 1 wird hierauf unter Ablehnung des Antrages Schräder mit der vom Abg. Struckmann vorgeschlagenen Aende- rung nach dem Kommisfionsantrage angenommen. § 2 sichert den Hinterbliebenen der in Folge eines Betriebsunfalles verstorbenen Beamten ein Sterbegeld, eine Rente für die Wittwe, für jedes Kind, sowie für Aszendenten des Verstorbenen, wenn dieser ihr einziger Ernährer war. So weit den Hinterbliebenen nach reichsqesetzlicher Vorschrift ein höherer Betrag, als der in diesem Gesetz ausgeworfene, zusteht, erkal- ten fie diesen höheren. Derselbe wird mit einer vom Abg. Etruckmann vorgeschlagenen Ergänzung angenommen, daß daS Sterbegeld dem einmonatlichen Dienst- Over Penfionseinkom- men entsprechen, mindestens aber 30 M. betragen muß, nach- dem seitens der verbündeten Regierungen die Erktäruna ab- gegeben war, daß ihrerseits keine Bedenken dagegen erhoben würden. § 3 wird ohne Debatte genehmigt. Nach§ 4 soll der Bezug der Penfion, bezw. sollen die sonstigen Bezüge mit dem Wegfall des DiensteinkommenS de- ginnen. Gehört der Verletzte einer Krankenkasse an, so soll bis zum Ablauf der 13. Woche die Pension um den Betrag des Krankengeldes gekürzt werden. Abg. F r o h m e(Sozialdemokrat) hält die letztere Be- stimmung süe ungerecht, da dem einer Krankenkasse angehörigen Beamten für seine Beiträge auch Bezüge zustehen müßten; man solle ihn also nicht um die ihm aus dem Unfallgesetz zu- stehende Penfion schädigen oder kürzen. Geheimer Ober-Regierunasrath v. W o e d t k e begründet die Besiimmung mit dem Hinweis auf die in den früheren Unfallgesetzen aufgenommenen konformen Festsetzungen und fügt hinzu, daß die Belastung der Krankenkassen dadurch nur eine ganz minimale werden könne, da die durch Unfälle herdeige- führte Inanspruchnahme der Krankenkassen nur V i- aller übrigen Fälle ausmache. Abg. Schräder(deutsckfreifinnig) kann dem Abg. Frohme nur zustimmen. Von einer Ueberstcht über die Belastung der Krankenkassen könne jetzt noch gar nickt gesprochen werden, dazu sei die Erfahrung, wie man den Einwendungen seiner Freunde ja seitens der Regierung auch gern entgegenhalte, noch viel zu kurz. Erst nach einigen Jahren und wenn die Unfall- verstcherung im vollen Gange sei, könne ein Urtheil denkbar sein. Geh. Posirath S y d o w: Bei den ReichZpost- und Tele- graphenbeamten, welche hier ein Hauptkontingent liefem wür- den, stellt sich die Sache so, daß die älteren Beamten, welche einer Krankenkasse nicht angehören, auf 13 Wochen ihr Gehalt Präsidenten der Gesellschaft, Herrn DemiSreS, ehemaligen Prä. fidenten des Handelsgerichts in Nantes, niederzuschreiben. Herr de Montanzan that dies und hatte kaum die Worte:„Paris, 2. Fevrier" zu Papier gebracht, als er plötzlich einen schweren Schlag auf das Hinterbaupl erhielt, und mit dem Gesteht auf den Tisch fiel: Herr de TreSernes hatte ihm mit der Pendeluhr den Kopf einzuschlagen versucht. Der Angrgriffene wendete fich um und bemeikie. daß sein Attentäter nunmehr ten Revolver nach Ihm gerichtet habe. Nach langem Ringen, während dessen er aus der starken Wunde am Kopfe reichlich Blut verlor, ge- lang es ihm. die Waffe zu erfassen, sah aber, wie Trödcrnrs nach einem zweiten Revolver griff. Nunmehr stürzte er nach der Thür und rUf um Hilfe, indeß der Mörver einen Sckuß nach ibm abfeuerte, der aber glücklicher Weise fehl ging. Auf dem Polizeikommiffariat gab der Verhastete an, der Name Trevernes sei der eines seiner Freunde und er heiße Aitaud- Haußmann und sei ein Schwestersodn des früheren Seine« präfekten, dessen Namen er fich seit 1864 beilegen durfte. Er bätte unter dem Kaiserreich mehrere höhere Stellen bekleidet, Orientreisen unternommen und einige deutsche Dichtungen übersetzt. Er ist Eiaenthümer zweier Häuser in Paris und wohnte seit Kurzem in der Nähe seines Opfers; er entschuldigt seine That durch momentane Geistesabwesenheit, hatte aber dre Leitungsdrähte der pneumatischen Uhr durchschnitten, um Herrn de Montauzan anzugreifen. Literarisches. Bon dem illustrirten Untertialtungsblatt„Die Neue «elt", Hamburg, Verlag von I. H. W. Dietz, ist soeben Heft 10 des elften Jahrgangs erschienen. Inhalt: Vom Stamm gerissen. Roman von E. Langer.(Schluß.)— Die Urzeit des Germanentbums. Von Dr. Albert Dulk.(Schluß.)— Ein Beitrag zur Frage, wie die allgemeine Wehrhaftigkeit erreicht wird. Von W. Lieb- knecht.— Ueber Leichenverbrennung. Von E. Bilharz.— Der Hohentwiel. Von Vrktor Rewall.(Mit Illustration.)— Proben deutscher VolkSpoeste der Gegenwart: Warum du weinst. Von Wenzel Breuer.— Die Camona in Neapel.— Neujahr. Eine Geschichte aus dem Leben. Von Hans Eckardt. — Die Landstehlerei in Kalifornien. Von O. von Briefen.— Er sucht eine Frau, fie sucht einen Mann. Eu e Sonntags« Plauderei von D- Colonlus.— Unsere Illustrationen: Der Stephansdom in Wien. Der Hohentwiel. Beim Auswande« rungsagenten. Beim Fischhandel.— Für unsere Hausfrauen. — Vermischtes.— Aerztlicher Rathgeber.— Revaktions» Korrespondenz.— Das chinesische Reich.— Humoristisches.— Literarisches. fortbeziehm würden, die jünzeren würden aus der Betriebs- krankenkaffe ihre Bezüge haben. Streichen Sie nun die Be- ftimmung, daß die Kranlenkassenbezüze beim Unfall in den erüen 13 Wochen zur Verrechnung kommen, so erhalten g-rade die jüngeren Beamten zwei Drittel des DienfteinlommenS aus der Betriebs krankenkaffe und zwei Drittel auf Grund dieses G.setzes, d. h. also ein Drittel mehr, als das volle G.halt. Zu solchen Bedenklichkeiten dürften Sie Veranlassung geben »vollen. Nachdem ncch die Abgg. F r o h m e und Schräder her- «orgehoben, daß man doch nicht einen Fehler, der in den früheren Unfallgesetzen enthalten sei, bier wieder begehen müsse, »vas den Vertreter der verbündeten Regierungen zu der Ent- aegnung veranlaßt, daß hier von keinem Fehler die Rede sein könne wird§ 4 angenommen. § 5 besagt, daß ein Anspruch auf Pension, Sterbegeld und Renten dem Verletzten nicht zustehen soll, der den Unfall vor- sätzlich oder durch ein Verschulden herbeigeführt hat, wegen dessen auf Dtentrentlaffung oder auf Verlust deS Titels und Penfionsanspruchs erkannt worden ist. Abg. E y s o l d t legt Werth darauf, zu konstatiren, daß hiernach die Ünfallcntschädigung gezahlt werden müsse, wenn die Dienstentlassung nicht lediglich wegen der den Unfall her- beiführenden Fahrlässigkeit, sondern gleichzeitig aus anderen Gründen erfolgt ist. § 5 wird in der Kommisfionsfaffung angenommen, deSgl. §§ 6—9 obne Debatte. Nach§ 10 gehen die dem Verletzten oder dessen Hinter- iliedencn auf Grund des Haftpflichtgesetz! s gegen Eisenbahn- untemehmer zustehenden Ansprüche auf die zur Uniallentschä- digung resp. Penfions� und Rentenzahlung verpflichtete Betriebs- Verwaltung über. Weitergehende Ansprüche als auf diese P nstonen oder Renten stehen dem Verletzten und dessen Hinterbliebenen gegen das Reich und die Bundesstaaten nicht zu. Auf eine Anfrage deS Abg. Schräder erläutert Staats- sekrctär v. B o e t t i ch e r die letztere Bestimmung dahin, daß die Entschädigung dem Verletzten nur einmal und zwar eben nach Maßgabe der Vorschriften dieses Gesetzes gewährt werden soll. Wenn z. B ein Postbeamter auf einer dem Reiche oder einem Bundesstaate gehörenden Bahn verunglückt und von der Postverwaltung nach Maßgabe dieses Gesetzes abgefunden wor- den ist, soll ihm kein weilerer Anspruch gegen die resp. Bahn- Verwaltung zustehen. Abg. Schräder fü'.chtet, daß in Folge dieser Auslegung des§ 11 eine Ungleichheit insofern eintreten werde, als hier- nach Privatbahnen ander? als Staats- oder Reichsbahnen behandelt würven; die Prioatbahnen würden schließlich für den Rcichsfiskus milbezahlen. Redner behält sich die Stellung besonderer Amendements bis zur dritten Lesung vor. § 11 Wied darauf mit einigen unwesentlichen von Struck- rnann beantragten redaktionellen Verbesserungen angenommen. § 12 setzt für die Staats- und Kommunalbeamten, für welche durch die Landesgeseygebung oder durch Kommunal« ftatuten eine gleiche Fürsorge wie in dem vorliegenden Ge- setz für die Reichsbeamten getroffen wird, das Hastpflicht außer Kraft. Abg. Barth: Der Antrag auf Streichung des§ 12 soll unseren Standpunkt marliren. Durch das vo liegende Gesetz wird die Situation für die unter das Haftpflichtgesetz fallende Kategorie von Reichsdeamien verschlechtert. Unser Antrag soll verhüten, daß die Beamten der Einzelstaaten und Kommunen in die gleiche Lage geralhen. Auch in formaler B ziehung lie- gen schwere Bedenken gegen§ 12 vor. Die Fassung, welche derselbe jetzt erha ten hat, ist noch unglücklicher, als die der ur. sprünglichen Regierungsvorlage. Es heißt jetzt, daß für die Beamten der Ein elstaaten und Kommunen„mindestens die in den Vorschriften der§§ 1 bis 5 des gegenwärtigen Gesetze! angeordnete Fürsorge" getroffen werden müsse. Aber wer soll bterüder entscheiden? Dem Richter dürfte damit eine zu schwere Last aufgebürdet werden. Eä müßte also weiter bestimmt wer- den, daß die landesgesetzlichen resp. kommunalstatutarischen Fest- stellungen dem BundeSrath und dem Reichstag zur Beschluß saffung darüber unterbreitet werden müßten, ob jene Feststel« lungen auch allen Bestimmungen des gegenwärtigen Gesetzes entsprechen. So ohne Weiteres, wie das hier im§ 12 geschieht, kann den Einzelflaaten oder Kominunen nicht die An- ordnung dieser Fürsorge überlassen werden. Deshalb haben wir eine Streichung des Paragraphen vorgeschlagen. Staatssekretär v. Boetticher: Der§ 12 giebt den Einzelstaaten oder Kommunen nicht daS Recht, ein Reichsgesetz außer Krait zu setzen, sondern er destimmt nur, daß. wenn Einzelstaaten oder Kommunen für ihre Beamten eine Fürsorge nach den Grundsätzen des gegenwärtigen Gesetzes angeordnet, ipso jare folgen soll, daß oiese Beamten Ansprüche nicht auS dem tzaftpflichtgesetz, sondern auS jenen landlsgesetzlichen resp. kommunalstatutarischen Festietzungen haben sollen. Die Ent- scheidung, ob dieselben ein Aequivalent bieten für die Bestim- mungcn oes gegenwärtigen Gesetzes ist für den R cht« keineswegs schwierig. Derselbe hat nur die Höhe der Rente zu kon« troliren, ein einfaches Subtraktionsexempel vorzunehmen. Da voraussichtlich eine große Zahl von Emzelstaaten und Kommunen eine derartige Fürsorge anordnen werden, so wird eS nicht an- aänglich sein, den Bundesrath und den Reichstag mit dieser Angelegenheit zu befassen, weil die Dienstpragmatil der Einzel- staaten sich der Einwirkung der Reichsgesctzgebung entzieht. Der Paragraph ist nützlich, nothwendig und giebt zu keinen Bedenken Veranlassung. Abg. Schräder: Die freisinnige Partei hat schon bei der Berathung des ersten Unfallverstchcrungsges.-tzes darauf aufmerksam gemacht, daß das Reich und die Einzelfiaaten nothwendig dazu kommen wüßten, daS Gesetz auf ih:e Beamten auszudehnen. Damals hat man dem freiflnnigen Antrag, aus welchen Gründen, we ß ick nicht, wwersprochen und jetzt sucht man indirekt daS damals Abgelehnte für die partikularen Beamten herbeizuführen. Wenn dieser Paragraph nicht angenommen würde, so würde allerdings eine unbequeme Situation entstehen; aber daran find nicht diejenigen schuld, die von vornherein auf die Nothwendigkeit, diese Materie zu regeln, hingewiesen haben, sondern diejenigen, welche sich d es« Aufgabe zwrst entzog, n haben und sie jetzt nur theilwei'e erfüllen. Wenn ein Ernzelstaat die Frage für seine Beamten regeln will, lo bietet es keine großen Schwierig« ketten, wenn er mit der Bitte an den Bundesrath herantritt, für die Beamten nunmehr daS Haftpflichtgesetz außer Kraft ÄU � Abg. Cy soldt: Die Entscheidung darüber, ob ein Partitulargesetz bezw. Kommunalstatut dieselbe Fürsorge trifft, wie das j tzige Re'chsgesetz, ist doch nicht so leicht, wie eS von drm Regieru rgsoertreter hingestellt wird. Im Hillskassengesetz ist die Bestimmung enthalten, daß den freien Hilfstaffen die Bescheinigung erthetlt werden muß, daß ihre Leistunzen den im Krankenverstcherungsgr setz geforderten vollständig entsprechen. Diese Bescheinigung ist von einzelnen Landesdehörden ertheilt worden, andere Landesbehörden aber haben bistri.ten daß die Kassen den gesttzlichcn Anforde, ungen entsprechen In Fo'ge d ssen haben sich jetzt schon die G.richte mir der Frage befassen v üssen. Ebenso schwierig würde die Ent'cheidung in diesem F�lle stin. Staatssekretär v Boetticher: Dies kann rch keineswegs zugeben. Wenn eine Kommune z. B. eine Fürsmgc für ihre Beamten trifft, und diese finden, daß sie dabei ihre Rechnung nichi finden, so können fle den Rechtsweg betreten. Eme Kon. troli des Reich-tags oder Bundesraths wüide nur eine zweck lose Belastung der Gesetzgebung herbiiführen. Abg. Struck mann: Die landesgesetzlichen und statuta- rischcn Festsetzungen sollen nur dann gelten, wenn sie die grund- legenden Bestimmungen dieses Gesetzes im Wortlaut enthalten. Deshalb sei§ 12 nicht bedenklich. Abg. Schräder hebt hervor, daß§ 12 für die Landesbehörde kein Sporn sein werde, den Beamten die Unfalloerfichcrung zu ge- währen. Dai Haftpflichtgesttz sei allerdings in seiner Ausführung ein schlechtes gewesen, weil namentlich die Eisenbahndrhörden sich vielfach auf P-ozeffe mit ihren Beamten eing-laffen hätlen. Wenn die Oberbehörden Sorge tragen, daß die Unlerbehörden im Sinne d« im Reich eingeschlagenen Sozialreform verfahren, so würde man auch mit dem Haftpflichtgesetz auskommen können. § 12 wird nach dem Vorschlage der Kommission ange- nommen. Auch der Schlußparagraph, nach welchem das Gesetz mit dem Tage der Verkündigung in Kraft treten soll, wird genehmigt. Schluß 4'/« Uhr. Nächste Sitzung Freitag 1 Uhr. (Bürgschaft des Reich» für die epyptische Staatsanleihe; Aenderung deS GerichtsverfaffungSgesetzeS; Wah'prüfungen.) Abgeordnetenhaus. 13. Sitzung vom 4.Februar, 11 Uhr. Am Ministertischc Kommissarien VcS Finrnzminister». Zunächst werden die Verhandlungen des Landes Eisen- bahnrathS in 1885 auf den Antrag des Abg. v. M i n n i g e- rode an eine besondwe Kommission von 14 Mitgliedern verwiesen, während die Berichte über die Ergebnisse des Bet'icbes der für Rechnung des preußischen Staates verwalteten Eisen- bahnen, sowie über die Bauausiührungen und Leichaffungen der Eisenbahnverwaltung an die Budzetkammission gehen. Bei G legenheit des letzterwähnten Berichts bitten die Abgg. B i e s e n b a ch und von der Acht um möglichste Beschleu- nigung der Bahnhofsbauten in Düffeldorf bezw. Köln, die auch seitens der Staatsregierung durch Ministerialdirektor Schneider zugesagt wird. Hinauf wird die Budzetberathung beim Etat der Ein- nahmen aus den indirekten Steuern fortgesetzt. Abg. Graf K a n i tz(kons.) beklagt die vom l.iscrlichen statistischen Amte für die Berechnung der Ein- und Ausfuhr- werthe beobachtete Methode, vre elfteren weit niedriger als die letzteren anzunehmen. Auf diese Weise ergebe sich ein falsches Resultat, und dn» Einsuhrmehr betrage in Wahrheit statt der angegebenen 55 mehrere hundert Millionen Mark, wenn man nur allein die wichiiasten landwirthschattlichen Pro- dukte, Wolle und Getreide, berücksichtige. Die Differenz zwischen Ein- und Ausfuhr ergebe sich hauplsäch ich dadurch, daß der Handelsgewinn des deutschen Kaufmanns vom Werthe der eingeführten Waaren ab-, dem der ausgeführten dagegen zugerechnet werde. Nackte En- und Ausfuhrzahlen ohne Werthderücksichtigung würden weit werlhvoller sein. Damit das Mißverhältniß nicht noch gefährlichere Dimensionen annehme, muß die Produkriaität der Land' wirthschaft noch weiter gehoben und in den Stand gesetzt werden, sich vom Auslände noch unabhängiger zu machen. Abg. Rickert: Die Sache gehört ihrer Natur nach in den Reichstag, sollte indessen hier die R-gierung sich bereit erklären, das kaiserlich statrstrsche Amt in dieser Sache zu ver. treten, so werde ich gern näher darauf eingehrn. De: Handels' biianz sollte man doch nicht solchen Werth beilegen, daß man aus ihr allein auk einen Keim des Verderbens von Handel und Wandel schließt. Wir haben ihr immer nur einen minimalen Werth beigelegt. Wollen Sie die Kaufkraft auf dem einheimi- schcn Markte stärken, so müssen Sie dafür sv'gen, daß der ar- bertenden Bevölkerung, den Abnehmern der Massenartikel, nicht Lasten aufgebürdet werden, welche die Kauftraft vermindern. Sie rufen immer nach Staatshilfe, denken Sie lieber daran, wie es Ihnen kürzlich einer Ihrer G.finnungsgenossen gesagt hat, den landwirthschaftlichen Betried rationeller zu machen. (Oho! recht«.) Geb. Ober-Finanzrath v. Pommer-Esche erklärt, nicht in der Lage zu sein, diese Sache hier zu vertreten. Abg. Graf Könitz erwidert, daß man neuerdings in England beginne, die Handelsunterbilanzen als bedrohliches Symptom anzus-hen. Abg. Büchtemann weist dem Vorredner nach, daß die Ein und Ausfuhrwerihe nothwendig wegen der verschieden-n Waarenqualitäten verschieden sein müssen, Wolle werde z. B. ungewaschen ein-, dagegen gewaschen ausgeführt. Nach den Schlüssen aus der Handelsbilanz müsse Rußland wirthschaftlich besser stehen, als England. Wollte man den Werth einer Handelsbilanz bemthetlen, so müßte man wissen, wie viel Pa- piere und andere Werthe auS- und eingegangen find. Die nächstliegende Frage nach dem Erfolg unserer neuen Wirth« schaftspolitik habe sich der Vorredner gar nickt vo gelegt, sonst müßte« zu der Antwort kommen, daß sie sich nrcht bewährt habe. Dagegen lasse die Schlußfolgerung, daß der Lan�wirih- scha't noch weiter geholfen werden müsse, jede Logik ver- missen. Abg. Graf K a n i tz ist nicht der Anficht, daß die Zollpolitik und namentlich der Getrftdezoll an sich, sondern daß er, weil zu niedrig, wirkungslos sei. Abg. Frhr. v. Minnigerode vettritt dieselbe Anficht und we st den Rath des Abg. Rickert, die Landwiithschaft solle flch selbst helfen, zurück- Dieselbe befinde stch der fremden Ueberfluthung gegenüber in Wahrheit in der Lage eines Er- trinkenden, und deshalb sei ein solcher Rath die reine Ironie. (Beifall reckts.) Abg. M i t h o f f erklärt, daß die wissenschaftliche National» ökonomie der Handelsbilanz nur eine relattv geringe Bedeutung beilege. Daß eine U' terbilanz an stch gar nicht« Besorgniß- erregendes habe, beweise England, daS seit einer langen Reihe von Jahren solche Handels- Unterbilanzen zeige, dessen Handel jedoch, wenn er auch augenblicklich aus anderen Gründen Stockungen erleide, darum keinerlei Besorgniß hervorzurufen geeignet sei. Abg. Rickert: Es lag mir fern, in die Führerschaft de» Herrn v. Mtnnigerode einzugreifen, der noch gestern wie ein Hero« auftrat und seine beiden FraktionSgenoffen des avouitte. Edenio wenig wollte ich die rechte Seite belehren. Meine Rathschläge würden doch nur auf unfruchtbaren Boden fallen. Abg. v. B e l o w glaubt, daß die Nolhlage des kleinen Grundbefitzes in England, speziell in Irland, gerade mit der in Folge der ind schen Konkurren, gesunkenen Weizenpieise in Zusammenhang stehe. Abg. v. Minnigerode bestreitet, seine Parteigenossen deSavouirt zu haben. Er habe nur betont, dieselben hätten nm für ihre eigene Person gesprochen. Bei dem Titel: Antheil Preußens an den Reichs-Stem- pelabgaden, fragt Abg. Sattler die Regierung, ob auf Grund d« bisher gemachten Erfahrungen die von der Reichs finanzveiwaltung angenommenen Mehrertiäge in Folge deS neuen Böisensteucrgesetzes auch im künftigen Jahre nrcht«- reicht werden würden. Geh.-Ratb v. Pommer-Esche bemerkt, daß die bis- herigen Anschläge mit der größten Vorsicht aufgestellt seien. EtwaS Bestimmte» lasse fich über die ar- usfichtlichen Eigeb- niffe des nächsten JahreS noch nicht ana:oen. Bei dn Stempelsteutt wümchi der Abg. v. Below eine Beseitigung oder wenigste, s Ermäßigung des Immobilien- stemp-ls im Interesse de»leinen Grundbefitzes. Ein Ersatz für den Einnabm-- Ausfall würde fich In der E ntührung der Doppelwäbruna finden lassen, jedenfalls auch in den Erträgen des Bran tweinmonopolS. Daß dasselbe kommen werde, sei fich«; die ProtsgS's des Herrn Rickert möchten fich über- legen, ob ste nicht diese Steuerform der Lizenzsteuer vorziehen sollten. Abg. Tannen wünscht ebenfalls enr Ermäßigung de- JmmobtlienstempelS. Dem lle nen Grundbesitz ,'e. mit den bi*. herigen Erleichterungen wie Abschaffung de? Chaussetgeldes wemz gedient, ebensowenig wie die Aufhebung des ZeitungSstempels dahi« geführt habe, die Zeitungen billiger zu machen. Tie Disserenz dätten einfach die Redakteure oder Zeitungsottleger in die Tasche gesteckt.(Oho! links.) Abg. Rickert betont, daß er mit seinen Freunden stet» für diese gerechte Forderung der Landwirthschaft eingetreten fei. Die Lanowirthe schienen aber selbst auf die Beseilizung de? J-nmobilienstempels kein großes Gewicht gelegt zu haben. 1879 hätte ihm Herr v Mirbach im Reichstage gefaßt, diese Lache sei gegenüber dem Zolltarif viel zu untergeordnet. W« den Ersatz aus dem Monopol anbetreffe, so sage er, daS M»' nopol werde nicht kommen und dürfe nicht kommen., Der Etat der indirekten Steuern wird darauf genehmigt und ebenso der Etat des Finanzministeriums ohne «hebliche Debatte. � Schluß IVi Uhr. Nächste Sitzung Eonnabend U (Etat des Ministeriums des Innern). Kommunales. Stadtverordneten-Verfammlung. Sitzung vom Donnerstag, den 4. Februar- Der Stadtverordneten-Vorsteher Herr Büchteman» «öffnet die Sitzung um 5'/« Uhr mit geschäftlichen MWW' lungen. Die Ausschüsse haben die Wahl von 15 Mitgliedern W den Ausschuß zur Vorberaihung der Vorlage, betreffend W Aufnahme einer neuen Anleihe, und von 15 Mitgliedern P" Vorberaihung der Vorlage, betreffend die Skizzen zum Neu™ von zwei Gemeinde Doppelschulen und einer katholischen®«' meindeschule, vollzogen. In den Anleihe-Ausschuß ist u. Stadt veordnete Singer gewählt. Nach Eintritt in die Tagesordnung wird ein W* turalisattonSgesuck geschästsoidnungsmäßig erledigt. Engere Wahl zwischen den Stadtverordneten SaM� und Singer, von denen kein« bei der Wahl der MifiF der fü' tue Schuldeputation die absolute Mehrheit e.hmf hat. Abgegeben werden 93 Stimmsetiel, davon fi t) schrieben 2, 1 ist ungilrig, die absolute Majorität beträgt ß* hin 48. Es erhalten Stadtvero-dneter Singer 30 Stimg Stadtverordneter Gamm 65 Stimmen. Gewählt ist trfr der Sradtoerordnete Sa m m, d« die Wahl annimmt. Die Fortsetzung d« Berathung der TagesorWj® wird hier ausgesetzt und unter Vorsitz des% Oberbürgermeister Dr. von Forckcnbeck findet eine gemeint! liche Sitzung beider Gemeindebehörden statt, behuts% der Mitglüder in die Bezirkskommisfion für die llasfiW� Einkommensteuer. Der Oberbürgermeister giebt die aeschäftsordnungsmäWl Erläuterungen. Zu wählen find 6 Personen aus der der Ernkommensteuerpflichtigen und 3 Personen aus � Zahl der Klassensteucrpflich-igen und 6 Stellvertreter. ,r G-wäblt werden: a. Stadtrath Kochhann, Kommerzienr«» Frentzel. Stadtv. Liebermann, Stadtv. Schm-dt, Banq»� tzeifft, Mühlenbefltzer Schüft; b. Buchdruckereibefitzer GeelhaA Golvarbeiter Pleß, Fabrikant Bennezet; c.(S!elloertr«>? Stadtv. Wienstruck, Sladto. Kreitling. Banquirr Bcend? Kommerzienrath Pringsheim, Echlsssermerster Heinrich, Fabrik� Wiese. a Wahl eines Mitgliedes für die Deputation r Verwaltung der Kanalisations werke. Gewählt wird der Mm" Salge mit 73 Stimmen gegen den Stadtv. Limprecht, � 6 Stimmen und den Stadtv. Dopp, der 2 Stimmen«hiw�. Be schaffung von 2 neuen Löschzügen filr„ Feuerwehr. Beiichterstatter des Ausschuffes rst der Stm? Reichnow. Durch Beschluß vom 24. September vom o. hat die Stadtverordneten-Versammlung den Antrag des AW strats auf Beschaffung von 4 neuen Löschzügen abgelehnt uf hat denselben um eine neue Vorlage«sucht, welche die& schaffung durch Ausschreidung einer ösfentlichen Konkuflv in Aueflcht nimmt. Diesem Ersuchen ist der Magistrat gekommen. Da die Vorbereitungen zu dieser Konrurrenz(�5 veiständige sollen in nächster Zett gehört werden) eine 0«% Zeit in Anspruch nehmen wnd, und hierdurch nach Anstedt. Magistrats und des Polizeipräsidiums Verlegenheiten fofta, Feuerwehr entstehen können, beantragt der Mogistrat die ift bänZige Beschaffung von zwei neuen Löschzügen nai-fft Movell deS in Dienst gestellten Versuchslölchzuges für&&H&, 40000 M. Die Berlin Anhaltische Masch ne-bau Aktie" � sellschaft bat eine Gasspritze seit September 1883 ohne gung der Feuerwehr überwiesen und die Verwaltung d«,-'« bat bereits einen zweiten Löschzug bei dieser Fabrik Der Ausschuß beantragt, die Bewilligung dieses zweiten Wy bestellten Löschzuges abzulehnen, dagegen den Ankam � bereits in Gebrauch genommenen Löschzuges| dewilligen, ohne jedoch dadurch einer Umzestm�- der bestehenden Organisation deS Feuerlöschwesens stimmen..j Hrermit erklärt fich noch längern Diskussion die VeM lung einverstanden und steht einer Vorlage deS Magistrat Grund der in Ausficht genommenen Gutachten und»»s schreibungen in Bezug auf die Beschaffung von Lös»" entgegen., jl; In der Diskussion spielte fich folgender Zwisckenst J4 Stadtv. Moses kam auf eine Stelle der Rede i, g »r f»i»t h/ffrlh�r» ,».lill rn /% k f." Der .4? w i 'S,&*i die er bei der letzten Beratdung desselben Gegenftan°-.M halten und in welcher der Magistrat eine Beleidigung nawft»» erblickt hat. Er gab die Eiklä.ung, diß ihm eine solch«.»»tf fein gelegen habe.— Mit dieser Erklä-ung allein fand ß« He« Oberbürgermeister nicht zufrieden und verlangte, � ip Stadtv. Moses ausdrücklich die Behau tung juiückncfrlzj« Magiftcat habe eine lonkurrirende Firma„Höchst behandelt und er habe der Versammlung gegenüber eN». yr"Sidu'Z"'* maßen unwahre Thalsachen über diese Firma unterb'-en. �»'J1 halb, weil die Firma mit ihrem Gesuch flch an die �# Neu„ü ordneten-Veriammlung und nicht an den Maatstrai ß,}#'"be« — Stadtv. Mose?«wideite, daß« seiner Auslassung JN aurf, hinzuzusetzen habe.— Der Oberbürgermeister legte nun m. �nbtat? des Magistrats Verwahrung ein.— Nun«klärte»-F Niseiy?»,. fitzende Herr Büchtemann, daß er das Recht einer � Jtw. auch in Herden Worten über eine Vorlage des"j Mitgliedern wahren werde. Dieser Anflcht trat«n«rs-«o Stadtv. Singer bei, der eine nachträgliche Kritik Magistrats an einer Rede eines Mitgliedes als dura x M zulässtg erachtete.— Oberbüigerrmist« und Vorsitzi" z f statirten hierauf, daß ste beide bemüht sein würden, p1 Einvernehmen zwischen Heiden Behörden aufrecht zu Damit war nie Sache erledigt. Stundmiethen-Tarif MaiUhaUen. Berichterstatter rst der Stadtv. L ö w giebt eine allgemeine Darstellung der Markthallen an��z! und erklärt nunmehr eine„ruhmreiche That" dcr; abgeschliffen, auf die Berlin stol, sein könne. � In der Generalviskusflon meint Stadtv. fll'll ein Avschluß insofern noch nicht eingetreten sein ovas Angelegenheit der Markthalle auf dem Magdeburg« immer nicht weiter gerückt sei.„ l« Dasselbe findet Stadtv. G ö r ck i hinfiAlMw..(pH litten Markthalle in der Louisenstadt; er wünscht o schleunigung. Stadtsyndikus Eberty erwidert, daß vom»> nichts verabsäumt sei noch««den würde, de» j Markthallen herbeizuführen. getßnt«� Zar SpezialdrSkusfion liegen eine große Anzahl anträge vor. iüv oroen auf«»1' � -ÄUikMSS � MS I beantragt, diese Anträge Diikusston auf die drucken nächste rddi« >5- W erblist', Ul'V m 4. ... Stadtv. Kürten und die ««tagen. 3fatö längerer GeschäftsordnunaSdebatte beschließt die Ver» !n??lung, überhaupt in Vertagung zu treten, nachdem der �erstcher darauf hingewiesen hatte, daß er sowie sein Stell« Sv' RF V»9 anwesend sein könnten, �ie Versammlung vertagt sich. Schluß v«9 Ubr. •ij,.*• Gewerbe-Ausstellung. U.ber die im Jahre 1888 be- ».il®!0te Veranstaltung einer Gewerbeausstcllung weiden be- S. Klgenwärtig in einer Magistrats Kommission Be- �Hungen gepflegt. In der letzten Sitzung dieser Kommisston beschlossen, mit Teputirtcn der iueltesten der hiesigen FFchaft Darüber in Brrathung zu treten, ob dieselbe im» fall«. Diese Konferenz soll am nächsten Sonnabend Rathhause stattsinden. ou« Zwecke tiniger Abänderungen des Ge- u/iT-j �"kommeustruer-Regulativs vom 29. September ««fUcn. ober 1874 ersucht der Magistrat die Stadtverord- i>«» m- �fa'vtttlung, beschließen zu wollen: 1. daß gemäß§ 1 bct m � vom 27. Juli 1885 neben den bisher in Berlin i»,!Mk�Rbe- Einkommensteuer unterworfenen physischen und «ei nM? Personen vom I.April 1886 ab auch die Kommandit- ».„�Dsten auf Aktien, Bergwerkschasten und eingetragenen M�vschasten, deren Geschäftsbetrieb über den Kreis ihrer 2 e.?t hinausgeht, dieser Steuer unterliegen sollen: SÄ00" Fr im§ 9 Abs. 2 und§ 11 Abs. 2 a. a. 0. den ö,» dezw. Aufenthaltsgemeinden ertheilten Ermächtigung hier �"rächt und demgemäß vom 1. Aprll 1886 ab die �.."svhn haften bezw. sich länger als drei Monate hier auf» aiiems F Rbaadepflrchtigen rückstchtltch ihres Einkommens aus � e t»r.�tn Grundbesitz, Pacht- oder G werbedctried mit einem Stih«. fafes Gesammteinkommens zur Besteuerung für die ' �tmeinde Berlin herangezogen werden. _ Gerichts-Delwng. bei ben Nestaurateur Herrn Tabbert war wegen die in??"0bdcücken Einsturzes bei„Tabbert's Waldschlößchen" l.«.. Fsuchung wegen fahrlässiger Tödtung eingeleitet. Die P°.-..°lkammcr deS Landgerichts Ii lehnte durch Beschluß die anwniiu"?. Fr Angelegenheit ab. Hie? gegen erhob die Staats- giüAti i Beschwerde, und ver Etralenat des Kammer» soweit!.'' wie der„B. B. C." meldet, folgenden, die Be- daß d.. iuiückweisenden Beschluß gefaßt:„In Erwägung, Schalt« ii geschult igte Restaurateur Tabbert noch den statt- Soch°»-i,..'Mittelungen, insbesondere nach dem Gutachten des dril Ji„. RFgen Wafferbau Jnspekiors Werner, bei Anlegung einer hallung der in Rede stihenden Landungsbrücke sich schuldia®fassl0ung der ihm obliegenden Pflichten nicht b"n«w. flacht, daß dem Angeschuldigten auch sonst, wie in Fahlizia�vchtenen Beschluffe deS weiteren ausgeführt ist, eine 'otfia-mw lw Sinne des§ 222 des StraigesetzbucheS nicht "»ival«�?. worden, ist die Beschwerde der königlichen Staats- bez�wet königlichen Landgericht II Hierselbst als UN- °«g�„°vrw-lftn. Hierselbst und find die Kosten der EtaatSkaffe iiim f,i Strafkammer des Kammergerichts hat gestern (dunl 2 fafa Die Rechtsfrage erörtert, ob das für die Er- diäten ner Prioatklage vorgeschriebene Sühneversahren eine Üiffr m Rechtsnorm oder eine solche über daS Verfahren be- i'li-n 8 380 der Strafprozeßordnung darf die Revision K(a,n.F der Berufungsinstanz erlassenes Urtheil des Land- wrt einer einzigen Ausnahme nicht auf Verletzung von solch,«""vn über das Verfahren, sondem nur auf einer jri...,, von materiellen Rechtsnormen gestützt werden. In der Lj�.'wgMache des Baumeisters Piater gegen den Gerichts- hdt�2' vr I. Francke halte das hiesige Schöffenge.icht den ''- 01 wegen Beleidigung des eiste' en, die in einem Ge> Ns-Dericht gesunden worden ist, zu 200 Mark eo. 20 Tagen chMniß verurtheilt, auf die von beiden Parteien ß,.°oiegte Berufung aber die sechste Strafkammer auf Ein- des Verfahrens auf Kosten de« Privatklägers erkannt, weil das Zcugntß des Schiedsmanns Hübncr nachgewiesen war, daß eine Sühne zwischen den Parteien gar nicht �hcht, sondem Privatkläger sich in unzulässiger Weise das Ijtooattest verschafft hatte. Gegen dieses Urtdeil richtete sich lem0m Vrioatklägcr eingelegte Revision. Sein Vertreter im lilli.w führte aus, daß die Bestimmung über die Nothwen- t�ts, FS Eühneverfahrtns(§4'20St..P.-O.) ebenso materiell- �uii,, Ratur sei, wie die Vorschriften über den Strafantrag. »w., vrst die Erfüllung beider Bedingungen lasse das Straf- "ußP" zu. Nun hätte der Bemfungsrichter zu unrecht das �fcinM�vin gestellt, da Kläger mit der Klage ein ordnungs Sühneattest überreicht harte, und beantrage er daher des UrtheilS Konstanz. Der S Semachten � Auffassung, daß es sich lediglich um die und Zuiückoerweisung der Sache in Der Senat folgte aber der von dem Beklagten _ m„ für die Erhebung der Klage, also um rein �»� Vorschriften, handle und erkannte deshalb auf Ver- m K Fr Revision. i!J der Etendaler Strafkammer davon einen er in Ge- in die Urne g*-v. HWH,W wurden der„Freis. l'h Kzfao wegen Wahlfälschung am Montag der Wahlvor- Füg ,.®ulze Grödler in Jerchel bei Gardelegen zu drei Mo- der Stellvertreter desselben, Ackermann Schulze, zu Sfl W.Voten Gtfängniß verurtheilt. Beide hatten gemeinsam ii�n!?«vn Reichstagswahl 15 bis 20 Stimmzettel auf den .ve o./fv konservativen Kandidaten von dem Knesebeck in die "00�1 und in der Wählerliste Wähler, die nicht Mdx»" waren, als Theilnehmer an der Wahlhandlung notirt. ®ui,,"0 ihr Kunststück am Wahltage dadurch, daß der Bauern aussorderte, auf dem Hofe sich zwei seiner [F®em.inlR Kempen(Zuchteber) anruschen und I ffvififdioH Fzwede auszuwählen, während dessen Fniu«.?, mtt dem Stellvertreter die Zettel in vre urne Qra; Bei der Gerichtsverhandlung erschienen 20 Wähler, |Fjtn unh if Wahl erseh enen in die Listen eingeschrieben FFn, d.?..F>chworen, an der Wahl nicht lheilgenommen zu » D auch F1"(in 34jäh.iger Mann, welcher seit langer Zeit pFFaiiz i Fr Wahlperiode das Bett nicht verlassen hatte. l.?favlltin. Gerlach, der Kreissekretär und viele andere als Entlastungszeugen für die Redlichkeit . orneherS geladen worden. . Uue und Versammlungen. kfadiatl,222�,�v Klavier-, sowie Mechaniken- und �""tog d.� Berlins. Ardeiter! Kollegen! Am Ii Fnhr-.x, Februar, Vormittags 10'/, Uhr, findet in E>«�e di.«.wdaUen. Kemmandantmstr. 77—79(untere Säle), ie�"ufer öffentliche Generalversammlung statt. Die ! �.J% Fn richten......' K-Wä"ä;?«äs* äs Sanj[i Fl ur,fc«n. Aufgabe ge- »SÄ" ätäÄ r -"-u'wUven. indem er dieselben bei Arbeitiein- Fabrikanten, sowie in Krank- i RÖ'S MM»»» " UnterBfikT 0 i.'Jt." uuwtuuuun, ivwre rn«ranr- größten Feinde jeder Organisation sind dem Verein fernblieben. Jeder Kollege müßte doch einsehen, daß die heutige Zeit gebieterisch verlangt, daß wir uns zur Wahrung unserer Interessen vereinigen. Die Erfahrung lehrt uns doch mit überzeugender Wahrheit, daß nur durch eine feste Organisation eine Besserung der materiellen Lage der Arbeiter auf die Dauer erreicht und festgehalten werden kann. Alle Kollegen müßten einsehen, daß unser Reichthum nur in unserer Arbeitskraft desteht, welche jeder Kollege so theuer wie möglich verkaufen sollte, um sowohl seiner Familie wie der ganzen Ge- sellschast gerecht werden zu können. Kollegen! Um dieses zu erreichen und um nicht immer tiefer herabzusinken, heißt die Parole: Organifirt Euch! Vereinigt Eucht, laßt jeden klein- lichen Hader und Zwist bei Seite, laßt uns eine feste Phalanx gegen die Uebergriffe des Großkapitals und der Fabrikanten bilden. Vergessen wir nicht, daß wir vereinzelt nichts, vereint aber alles erreichen. Noch einmal, Kollegen, erscheint zahlreich am Sonntag, den 7. d. Mls., in der öffentlichen Generalver- sammlung und tretet Mann für Mann dem Verein zur Wahrung der Interessen ver Klavierarbeiter als Mitglieder bei. Fr. Z. Der Aachverein der Drechsler, Knopfmacher und ver- wandten Berufsgenossen hielt am Dienstag, den 2 Februar, in Säger's Lokal, Grüner Weg 29, eine Mitgliederversammlung ab. Der Schloffer Herr Gerisch hielt einen Vortrag über: „Die Daseinspflicht der Menschheit". Referent schilderte, wie es noch heute Menschen gäbe, welche den Arbeitern dafür, daß diese sich hier auf Erven quälen und plagen, die„himmlische Glückseligkeit" versprechen. Er kritifirte das Verhalten des heutigen Manchesterthums gegenüber berechtigten Forderungen der Arbeiter, und ist dir Meinung, daß der Arbeiter schon auf Erden ein Recht zum Leben habe. AuchGöthe sagte schon in seinem„Aaust": „Von oben hofft nichts, sondern m euch selbst sucht das Glück". Weiter fortfahrend, meinte Referent, waS schon Dichter früherer Zeiten besungen, wäre heute in der Arbeiterschast rer- wirklicht. Die Arbeite--Vereinigungen besprechend, führte er an, daß es dem 19. Jahrhundert vorbehalten war, richtige Arbeitergründungen inS Leben zu rufen. Redner wandte sich dann denjenigen, die sich noch immer von den Arbeiter- Vereinigen fernhalten und fordert zu reger Betheiligung an den Frchoereinen auf. Hierauf kam die Entlassung eines Ver- trouensmannes aus der Fabrik von Schulz, Mariannenplatz 12, zur Sprache und wurde folgende Resolution angenommen: „Die heutige Mitgliederversammlung beauftragt den Vorstand des Vereins, mit Herrn Schulz sich in Verbindung und dem- selben davon in Kcnntniß zu setzen, daß eine Maßregelung der Vertrauensmänner des Vereins, sowie der VereinSmitzlieder unter allen Umständen mit einem Streik der Arbeiter seiner Fabrik, eventuell mit einer„Sperre" seiner Fabrik beantwortet wird." Die Festsetzung der Unterstützung, welche der gemäß- regelte Kollege erhält, wurde dem Vorstände überlassen. Nach- dem noch einige interne VereinS-Angelegeuheiten erledigt waren, wurde vre Versammlung um 10'/, Uhr geschlossen. * tb. Die Schneider hielten am 3. d. Mls. im Louisen- städtischen Konzerthause eine öffentliche Versammlung ab. Herr Pfeiffer, von der Versammlung zum Vorsitzenden gewählt, er- läuterte die Ausgaben, welche die neue Lohnkommisfion zu er- füllen habe, rieth, das Vergangene zu vergessen und mit ver- einten Kräften an der so nothwendigen Beseitigung der immer größer werdenden Mißstände zu arbeiten. Schließlich stimmte die Versammlung in einer Resolution den Ausführungen des Referenten zu und versprach, die Lohnkommisfion lhrnk: ästigst zu unterstützen. Auch diesmal diente der neuen Lohnkommisfion die Firma Simon Grätz, Ge'.traudtensttaße, als erstes Angriffs- odjekt. Die anzekündigren Enthüllungen aus diesem Geschäfte bezogen sich in der Hauptsache auf die dort gezahlten Preise. Herr Täterow beklagte, daß in der sogenannten schlechten Zeit, wo wenig zu thun ist, die tarifmäßigen Preise vom Geschäfte nicht inne gehalten würden, vielmehr die Schneider die einzelnen Stücke 4—5 M. unter dem Tarif bezahlt erhielten. Wer sich dem nicht füge, würde ohne Kündigung entlassen. Des- gleichen würden Klagen über die Werlstattsordnung geführt und eine Abhilfe als dringend nothwendig bezeichnet. Die weiteren Enthüllungen bezogen sich auf Herrn Loissin, Alte Jakobstraße 75, welcher für die Firma Simon, Oranienstraße, arbeite. Wie mitgetheilt wurde, zahle Herr Loissin z. B. für einen Sommerpaletot mit Billettasche rc. 3 Mk., für einen Oberrock mit seitener Borte 3,75 Ml. u. vgl. m., während Herr Jakob Simon das Drei- und Vierfache bezahlen soll. An diese Mitthcilungen knüpfte sich eine ausgedehnte Diskussion, welche durch die ausgesprochene Vermuthung, daß Herr Loissin Jnnungmeister sei, auch auf dieses Gebiet überführt wurde. Die Versammlung einigt« sich schließlich dahin, die Lohnlom- Mission zu beaustragen, im Namen der Schneider Berlins in Form einer Resolution Herrn Simon Grätz ein Mißtrauens- votum zu übermitteln und desql. Herrn Jakob Simon zu er- suchen, Herrn Loissin nicht mehr zu beschäftigen.— Für die streikenden GlacS Handschuhmacher wurde eine Tellersammluag veranstaltet. tb. Der Unterstützungsvereiu der Zigarren- und Tabakarbeiter Deutschlands hatte am 2. d.M. nach Kellers Salon eine öffentliche Versammlung einberufen, für welche ein .Vortrag des ReichStagsabgeordneten Meister in Aussicht ge- nommen war. Da derselbe jedoch nicht erschien, so übernahm Herr Etadto. Mitan den Vortrag über die Nothwendigkeit der gewerkichaftlichen Organisation der Arbeiter. Der Referent trat dem noch immer vielfach verbreiteten Glauben, daß der Arbeiter dem Kapital gegenüber durch Selbsthilfe etwas er- reichen könne, entgegen. In den Fachvereinen hätten sich die Arbeiter fest zusammen zu schließen; diese hätten die Aufgabe, die Arbeiter zu denkenden und zielbewußten Männern zu er- ziehen. Sie sollten den Arbeiter lehren, sein einziges Gut, seine Gesuntheit, nicht zu vergeuden, seine Arbeitskraft nicht zu verschwenden. Die Fachoereine sollten den Arbeiter bekannt machen mit der wichtigen Lehre der Nationalökonomie, damit er Schlagwörter, wie: Prämienristko, Unternchmergewinn, Geschäftskonjunklur verstehe. Ueberhaupt solle der Ardeiter in den Fachvereinen Anregung aus allen Gebieten finden. Ein jeder müffe einsehen, daß es Pflicht sei, den Fachvereinen bei zutr-ten. Diese würden mit der Zeit Streiks gänzlich überflüisig machen. Lohnkommisfioncn wären nur ein Nothbehelf. die jedoch mit festen Organisationen immer Fühlung haben müßten. So sollten auch die Zigarren- und Tabakarbeiter Mann für Mann dem Unterstützungsoerein deiireten, denn Einigkeit macht stark. Herr Benncr erläuterte die Aufgaben, die der Verein sich ge- stellt habe: Erreichung günstiger Arbeitsbedingungen, Vor- nähme statistischer Ermittelungen, Arbeitsoermittelung, Ge- Währung von Reiseunteistützung, Gewährung einer Unter- stüvung an solche Mitglieder, welche durch ihr Eintreten den Bestimmungen des Statuts entsprechend arbeitslos geworden sind Gewährung eines Unterstützungsbeitraoes für verheirathete Mitglieder beim Ableben ihrer Ehehälfte. Er konstatüte einen erf culichen Zuwachs an Mitgliedern, sowohl in Berlin, als auch in ganz Deutschland, und ermahnte dringend zum Beitritt zum Verein. Herr Ritter wies besonders die gesundheitsschäd- lich- Einwirkung der sogenannten englischen Arbeitszeit auf die Tabakarbeiter nach. Der Streik in Weißensee bildete zum Schluß den Gegenstand eingehendster Besprechung, da die An- ficht- n darüber, ob der Streik aus prattischen Gründen zu billigen sei. aetheilt waren.- Am Sonntoa findet Lands- dergerstraßc 37 eine Versammlung der Zentral-Kranken- k.ffe statt. tenversnmmlung der Berliner «WSWW vermeiden. Dasselbe fand allgemeine Zustimmung und die Versammlung beschloß einstimmig dessen weiteste Verbrettung durch die Kommisston. Hierauf wurde ein Leitartikel der„Bau» gewerks Zeitung" über die Organisation der Meister und Ba» Unternehmer dtskutirt und übereinstimmend der Ueberz-ugung Ausdruck gegeben, daß von Seiten der Zimmerleute AlleS auf- geboten werden müffe, durch ausnahmslosen Eintritt in die Verbandsorganisation das Bestreben der Bunde?- resp. In- nungi Meister zu vereiteln, das Koalitronsrecht der Zimmerleute zu beschränken oder illusorisch zu machen. Eine öffentliche Versammlung der Steindrucker und Lithographen fand am Sonntag, den 31. Januar, im Palmen» Saal, Neue Schönhauserstr. 20, unter Vorfitz des EteindruckerS Herrn Eplettstößer, statt. Auf der Tagesordnung stand:„Der Stteik von Priester u. Eick." Herr Tischlermeister Mitan» welcher daS Referat übernommen, legte die Ziele einer ge- schlossenen Organisation dar. Wenn alle Steindrucker und Lithographen als zielbewußte Männer dem Fachverein ange- hörten, sei es nicht möglich, daß die Firma Arbeiter bekomme. ES sei zu bedauern, daß eS immer noch Kollegen giebt, welche den Streik als nicht grrechtfetttgt hinzustellen suchen. Wenn sich ein Ardeitgeber anmaßt, seine freien Arbeiter gleich Sträf- tingen eine bestimmte Kleidung vorzuschreiben, und die Arbeiter im Weigerungsfalle mit 3 M. Strafe belegt, dann sind diese wohl ihren Mitmenschen gegenüber verpflichtet, die Arbeit niederzulegen. Jeder Mensch habe die Pflicht, seinen Mit- menschen»u helfen. Der Kastengeist müffe vor Allem beseitigt werden. Nur an der Uneinigkeit der Ardeiter selbst seien die meisten Unternehmungen gescheitert. Redner beleuchtete alsdann die Nothwendigkeit eines von EtaatSwegen geregelten Maximal- arbeitstages Die Abschaffung der Sonntagsarbcit sei dringend geboten, denn mit der Verbesserung der Maschinen müffe auch die Arbeitszeit vermindert werden. Die Maschine, welche der Menschheit zum Wohle gereichen soll, mache heut den Arbeiter immer mehr und mehr brodlos. Am Schluß forderte der Referent die Anwesenden auf, recht treu zur Sache zu halten und sich dem Fachoerein anzuschließen. Ein Jeder möge eingedenk des Spruches sein:„Immer streben zum Ganzen und kannst Du selber kein Ganzes sein, so schließe als dienendes Glied an ein Ganzes Dich an."(Beifall.) In der sehr lebhaften Diskussion äußerte ein Herr MatheS. daß diejenigen, welche heut dem Fachoerein noch nicht angehören» nicht gewillt wären, sich am Schlepptau ins sozialdemokratische Lager führen zu lassen. Dieser Redner wurde von den Herren Mrtan, Schulz. Sillier und Anderen treffend widerlegt. Fol- gende Resolution wurde einstimmig angenommen:„Die heute im Palmensaal versammelten S:eindrucker und Lithographen erklären sich mit den Ausführungen deS Referenten voll und ganz einverstanden und sind sich bewußt, daß nur in einer Vereinigung etwas Ersprießliches für die Arbeiter zu erzielen ist. Die Versammelten werden sich durch die Ausführungen Einzelner nicht beeinflussen lassen, verpflichten sich vielmehr, mit allen Kräften für die Streitenden einzutreten." Der Vorsitzende theilte noch mit, daß am 18. d. M. im Königstadt« Kasino, tzolzmarttstraße, eine Versammlung des FachoereinS stattfindet. Im Fachverein sämmtlicher im Drechslergewerbe beschäftigten Gewerksgenoffen, welcher am 1. Febiuar in Krteger's Salon, Wasserthorstr. 68, seine Versammlung abhielt» sprach Herr Friedrich Michelsen über daS Thema:„Wesen und Tendenz:n der Gesellschaft." Redner zitirte im Laufe seines Vortrags den Ausspruch eines großen Gelehrten:„Die Krank- heiten deS Körpers wie der ganzen Gesellschaft können nur durch öffentliche Diskussion geklärt werden"— und gab, anknüpfend hieran, ein treffendes Bild über den EntwickelungS- gang der Gesellschaft. Jetzt sei es Pflicht der Arbeiter, nun auch ihrerseits innerhalb ihrer Organisationen alleS dasjenige zu veranlassen, was zu ihrem Nutzen wie dem der Gesammt- heit geschehen muß. Nicht der Einzelne kann hier etwa? erreichen, sondern nur die vereinigte Macht einer großen Arbeiterorganisation. Pflicht eines jeden denkenden Arbeiters ist eS, sich der Fachvereinigung anzuschließen, um in gemein- samen Besprechungen die Schaven der Gesellschaft aufzudecken und dauernde Abhilfe zu schaffen. In der Diskussion ergriff der Vorfitzende des Vereins das Wort, um seinerseiig aus den Erfahrungen, welche der Verein in den Jahren seines Beste- hens gemacht hat, zu konstaliren, wie wenig gerade die Ar- bester von dem Gedanken durchdrungen sind, daß nur durch immer wiederholte Besprechungen ihrer so überaus traurigen Lage es möglich werde, für sie eine Besserung zu erzielen. Nicht das Schmollm des Einzelnen in der Werkstatt über sein trauriges Laos kann hier eine Besserung schaffen, sondern nur das gemeinsame Handeln kann uns zum Ziele führen. Fort mit der Gleichzilligkeit! Jeder Gewerksgenoffe werde Mit- glied deS Fachaereins! Dann werden derartige Vorträge wie der heutige für uns Werth erlangen. Sodann wurde unter „Verschiedenes" die Nothwendigkeit der Emchtung einer Verein Sbrbliothek besprochin. Im Weiteren ciörterte man in reger Diskussion die Vereinigung der beiden hier bestehenden Fach- vereine. Die endgiltige Regelung dieser Sache wird dem Vorstand überlassen. Die Feier des vierten Stiftungsfestes (an Stelle der verbotenen) findet am 27. März in Krteger's Salon, die nächste Versammlung am 15. Februar statt. * Eine öffentliche Versammlung der Metallarbeiter tagte am Soni tag, den 31. Januar, in Keller'S Salon, An- dreasstr. 21. Um 11'/, Uhr eröffnete Herr Fahrenwalvt die Versammlung, welche sehr schwach besucht war. Herr Klein wurde zum ersten, Herr Günther zum zweiten Vorsitzenden und Herr Fahren waldt zum Schriftführer gewählt. Der Referent, Herr Michels« n, jpiach über das Thema:„Zweck und Ziele der Gewerkschaftsbewegung". Ein jeder Berufsgenosse müffe sich entschieden der Zentraloerbindung der Metallarbeiter Berlins anschließen. In seinem Vottrage zititte Referent unter anderen Aussprüche Schall's und Johann Jacoby's. Ter Vortrag wurde mit großem Beifall aufgenommen. An der Diskussion betheiligten sich die Herren Baier und Benda im Sinne deS Referntcn; femer sp-ach Herr Kersten für und H::r Suck.tt gegen Fachvereine. Zu einem Volksfest im wahren Sinne des Wottes ge- staltete sich der von der Vereinigung der deutschen Sckmieoe am Sonnabend, den 30 Januar, in der„Berliner Ressource" arrangiite Wiener Maskenball. Bald nach 9 Uhr füllte sich daS geräumige Lokal vollständig, so daß alle Nebensäle, sowie auch die Logen fast überfüllt waren. Ais die übliche Taftl- pause eingetreten war, hieß Herr MattheS im Namen deS Komitees die Anwesenden willkommen und brachte«in Hoch auf die Gäste und auf die Vereinigung au?. Hierauf verlas Herr Lcchmann einen W-llkommengruß. Herr Maaß brachte ein Hoch auf die Damen aus, ohne welche ja ein solches Fest nicht möglich wäre. Alsdann verlas Herr Schlauditz einen von ihm selbst verfaßten beifällig aufgenommenen Festprolog. Nachdem danite der Vorfitzende Namens deS Vorstandes für die so zahlreiche Betheiligung, namentlich der Damen, und sorach die Bitte aus, nicht nur, wenn es der Freude und dem Vergnügen gelte, sondern auch, wenn es ernster Berathung oder der Ausbildung gelte, nämlich in den Vereinsversamm- lungm in so imposanter Zahl zu erscheinen: solle der Verein segensreich wirken, dann müßten die Mitglieder auch rrgel- mäßig die Versammlungen besuchen, um so von den Ptinzipicn und Idealen des Vereins mehr und mehr beseelt zu werden: nur dann, aber auch nur dann könne der Verein den gehegten Erwartungen entsprechen. Zum Schluß brachte er auf vas kräftige Emporblühen der Vereinigung ein dreimaliges Hoch aus. Hierauf wechselten noch launige Scherze und Vort.Lge, bis die Mustk wieder zun Tanze ausspielte. Erst Morgens nach 6 Uhr trennte sich die f öhliche Geiellsebaft. Fachvercin der Schneider. Die zu Montag Abend in Gratweils Bierhallen einberufene Versammlung, in welcher der Zuschtttidelchrer Herr Malwitz einen Vortrag über Fachwissen« schast halten wollte» konnte nicht stattfinden, da nach Anficht VeS zur Ueberwactung entsandten Poltzei-OsfizierS die gesetzlich vorgeschriebene Zeit von 1 Stunde verstrichen war. Die nächste Vereinsversammlung am 15. Februar fällt aus, weil der Wiener Maskenball»der Schneider, Kürschner, Posamentirer und Berufsgenossen an diesem Tage in der Berliner Ressource, Kommandant�nstraße 57, stattfindet. Die Versammlung des Verbandes der Möbelvolirer fällt am Montag, d,n 8. d. M., aus; dagegen findet Montag, den 8. d. M., Grüner Weg 29, Abends 8 Uhr, bei Säger's, «ine öffemliche Versammlung statt. Tagesordnung: 1. Wie teilen sich die Möbelpolirer zu den Beschlüssen der Fnnungs« 'ischlermeister. Referent: Herr Reuter. 2. Bericht und Ad. rechnung des Streiks und der Streikgelder. 3. Verschiedenes. Vereinigung der deutschen Schmiede. Sonnabend, den 6. Februar, Abends 8l/i Uhr, in den Gratweil'schen Bierhallen, Versammlung, zu welcher nur Mitglieder und solche Kollegen, welche der Vereinigung beitreten�wollen, Zutritt haben. Tage?» >em Freie»ereintgung der Lederzurichter und Lohgerber. Oeffentliche Versammlung am Sonntag, den 7. Fodmar, Vor. mittags 10 Uhr, im Restaurant Seefeldt, Grenadierstrasze 33. Handwerker anderer Branchen find willkommen. * Gewerkschaft der Metallarbeiter Berlins und Um. egend. Mitglieder« Versammlung Sonntag, den 7. Februar, ---------....----- ormittagS 10'/, Uhr, im Wedding-Park. Müll-rstr. 173. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn I. Christensen. 2. DiS« kusfion. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten.— Gäste haben Zutritt. Reue Mitglieder werden aufgenommen. * Kranke«• UuterstützungS« Bund der Schneider E. H.). Versammlung der kiesigen Mitglieder am Freitag, lldds. 3'/, Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandanten- straße 77/79(oberer Saal). Tagesordnung: 1. Besprechung S wichtiger Kaffenangelegenhetten. 2. Verschiedenes.— Mitglieds ordnurg: 1. Kassenbericht. 2. Wahl des ersten und zweiten Vorsitzenden und des HauptkasstererS. 3. Vorschlagswahl zu einer örtlichen Geschäftsleitung. 4. Verschiedenes und Frage» kästen. Das Mitgliedsbuch legitimirt. Die Zahlstellen deS Ver- eins, in welchen auch die„Metallarbeiter Zeitung" ausgegeben wird, find folgende: Karl Jünge, Lübeckerstr7 43, v7 patt.; Heinrich Hofman, Blumenthalstr. 5. v. IV.; W. Haffe, Nostitz- strajje 5; Otto Matches, Kotibuserstr. 10a, Hof patt.; Orlofski, Koppen str. 27, v. III; Engst, Neue Königstr. 72, Hof Ii bei Tornov und Gartein, Müllerstr. 1, zweiter Hof II. Zentral-Kranken» und Sterbrkasse der Drechsler und verwandten Berufsgenoffen Deutschlands(E. H. Nr. 48 Hamburg), örtliche Verwaltungsstelle Berlin B. Sonntag, den 7. Februar, Vormittags 10 Uhr, Mitgliederversammlung, Martanncnstr. 31/32. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Wahl eines Kasstrers.— Quittungsduch legitimirt. Verein der� Maschinisten und Heizer verlins. Ver- M.. Nachmittags 5 Uhr, sammlung am Sonntag, den 7. d._._____.____________ in Schultheiß, Brauerei-Ausschank, Neue Jakobstt. 24/25. Tagesordnung: 1. Vortrag deS Herrn Ingenieur Mittag über: � ag ü «Die Krattmäschinen auf"den Ausstellungen zu Görlitz und Nürnberg." 2. Berachung und Bcschluß'assung über das neue VereinSorgan.— Gäste find willkommen. * Allgemeine Kranken und Sterbekasse der Metall» arbetter(E. H. Nr. 27 Hamburg), Filiale 4 Berlin. Sonn- abend, den 6. Februar, Abends 8'/, Uhr. Versammlung, Andrcasstr. 21. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Delegirten- wahl. 3. Verschiedenes. buch legitimirt/ Für Maler. Die Herberge, Vereinslokal und das Ar- beitsnachweisebüreau des GauoereinS der Maler befindet sich vom 1. Februar ab Ritterstr. 123 bei Sodtke. Der Arbeits- Nachweis ist geöffnet Wochentags Abends von 7—3, Sonntags von 10- 12 Vormiitagi. Die nächste VereinSversammlung des Gauvereins findet im Osten Berlins statt. Am 14. Februar tagt bei Gratweil eine öffentliche Versammlung in Betreff der „Lohnftage". Fachverein der Schlosser und Berufsgenossen. Sonn- abend, den 6. d. MtS., Abends 8'/, Uhr, in Gratweil's Bier- hallen(unterer Saal), Kommandantenstr. 77/79, Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Pred. einer. Kendsiora über das Thema:„Werth und Mehrwerth". 2. Dtskusfion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Regelung des Arbeits- Nachweises. 5. Verschiedenes und Fragekasten. KrnfKitste« der Redaktion. 8i. S. Wenn der Aufenthalt Ihres Vaters dauernd unbekannt ist, und Sie dies dem Standesbeamten durch eine vom hiefigen Einwohner- Meldeamt zu ertheilende Bescheinigung nachweisen, so bedürfen Sie zu Ihrer Verheirathung der Zu- stimmung Ihrer Mutter, falls dieselbe noch am Leben ist. Wenn Sie das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, ist auch die Einwilligung eines zu bestellenden Vormundes er- forderlich. K. 132. Dir deutschfreifinnige Abgeordnete Dr. Baum- bach ist Landrath in Sonneberg.(Herzogthum Sachsen- Meiningen.) A. P. 28. Es liegt kein Grund zur Aufhebung W MiethSvertrageS vor.,, Neuer Abonnent. Weder Sie noch Ihre Frau find Zahlung verpflichtet. Letztere bedurfte Ihrer GenehmiM zur Eingehung des Leihvertrages. Abonnent» Potsdam. Ter Eche'n muß den grund, z. B. Kauf, Darlehn, aus welchem die Schuld errnMiß »st, enthalten, sonst ist derfelbe nicht rechtsgiltig. H. W, 100. Sie haben Erbansprüche an das Verrn> der verstorbenen Koufine, sofern nähere Verwandte nicht terblieden find. R. B. 350. Ein Entlassungsschein ist nicht erfordcil A. G. 1. Das ExmissionSrecht ist durch die ZahW nicht beseitigt. 2. Die zur persönlichen Ausübung des W rufes eines Handwerkers unentbehrlichen Gegenstände unl« liegen nicht der Zwangsvollstreckung, aber dem Retenliovsres des WirtdeS. R. 43. 1. Nicht strafbar. 2. Unverständlich. SB. Rixdorf. Di« Verjährungsfrist beträgt 4 Jahre-, S. HallescheS Thor. Sie haben nur Lohn für 4 /» � 5 Meter zu beanspruchen. st. Sch. W. 1. Es liegt keine strafbare Handlung»5 2. Sie müssen Klage erheben. Sie können hier klagen. Koppenstr. G. Eine Bel-idigung liegt vor. � Treuer Abonnent. Der Mann haftet nicht für die 1,5 ehelichen Schulden seine Ehefrau. Fachveretn der Putzer. D. hat keine Ansprüche.. Alter Abonnent L. Sie müssen uns angeben, woh«- Schuld stammt, sonst können wir keine Antwoit bezüM Verjährung ettheilen. R. S. 1) DaS Haftpflichtgesetz findet keine Anwevdaf' auf die landwtithschaftlichcn Ardeiter.— 2) Ein Schadenm� anspruch ist im vorliegenden Falle nicht gegeben.. i F. I. 30. Die Frau kann die Hälfte des dm Ehel� gemeinschaftlichen Vermögms beanspruchen. C. Marschner. Die Frage ist nicht verständlich. Beurtheilung der Angelegenheit ist es nothwendig, Einsicht � Testament zu nebmen.., i O. B. 8. Ja, sofern er ein Einkommen von 660 C. B. 136. 1. Sie müssen den Reisenden verklagen� die Zwangsvollstreckung an den bei Ihnen befindlichen 5% vornehmen lassen. 2. Der Wirth hat bezüglich des Vetf keine Vorschriften zu machen. Nr. 31 8Z-1 Theater. Freitag, den 6. Februar. D Hern Haus. Das goldene Kreuz. Oper in 2 Akte»», nach dem Franzöfischen von H. S. von Mosenthal. Schausptelvaus. Was ihr wollt. Lustspiel in 4 Alten von Sbakesveare. DsvtfcheS Theater. Der Bureaukcat. Wallner-Theater. Sammet und Seide, Lust- fpiel in 4 Atten von Oskar Blumenthal. Keftden�»Theater- Denise, Schauspiel in 4 Atten von A. Dumas(Sohn). Welle-Alltance-Theater. Orpheus in der Unterwelt. Friedrich» Wilhelmstädtisches Tdeater. Der Zigeunerbaron, von Joh. Strauß. Walhalla» Theater. Don Cesar, Operette in 3 Aktm von O. Walther. Mufik von R- Dellinger. Lrnisenftädtische« Theater Gastspiel des Direktors Ch. Arbrs. sowie des kaiserlichen Original-Japanesen Torikatta. Zum 4. Male: Abracadabra. Teutral-Theater. Der Stabs-Trompeter. Vtktoria»The«ter. Däumling. vkteud» Theater Gastspiel des Hrn. Eduard Weiß und deS Fräuleins Helene Lang. Der Bettclstudent von Berlin. American» Theater. Große Spezialitäten- Vorstellung. Theater der Reichshalleu. Große Spezial». tätm> Vorstellung. rle Kaufmann'» Barrett. Große Spezialitäten- Vorstellung. Konkordia. Große Spezialitäten-Vorstellung. Alharnbra-Theater. Wallnertheaterstraße 16. Zum 3. Male: Die Brandstifter. Schauspiel mit Gesang in 6 Adtheilungen nach dem Franzöfischen des vÄrdenne von H. Sebald. Vor der Vorstellung: Gr. Konzert der Hauskapelle. Anfang deS Konzerts Wochentag? 7 Uhr. der Vorstellung 7'/« Uhr. Anfang deS Konzerts Sonntag« 6 Uhr, der Vorstellung 7'/," Dons hoben Wochentags Giltigkeit und find im Theaterdureau(12—1 Uhr) gratis zu haben. Passage 1 Treppe. 9 U. Morg. bis 10 u. Ad. Kaiser-Panorama« In dieser Woche' Thüringen. gum ersten Male: Das südl. Frankreich. vertha-Reise. K ar o lin e n- In sein»c. kine Reise 20 Pf„ Kinder nur 10 Pf. Abonnent. Ausserordentliche General-Versammlung der Delegirten der Ortskrauken- kasse der Böttcher Berlins am 15. Februar, Abends 8 Uhr, bei Heist, Lrchtenberger- Straße Nr. 21. Tagesordnung: Besprechung über die Wahl eines Kassen- führers.— Das Erscheinen der Herren Tele- gittcn ist dringend nothwendig- Der Vorstand. Große öffentl. Versammlung der Tischlergesellen Berlins am Sonntag, den 7. d. M., Vorm. 10'/, Uhr, in Keller'» Lokal, Andreasstraße 21. Tages-Ordnung: "iRiel 1. Die Lohnfrage; Zweck und Ziele der Fach- kommisston. Referent: Kollege W. Schmitz. 2. DiSkussson. 3. Verschiedenes.— Um zahl- reichen Besuch bittet der Einderufer Paul Furchtbar, Mitglied der Fachkommisfion.>612 Verein der Sattler v. Fachgeu. Sonnabend, den 6. Februar, Abends 8'/, Uhr, Versammlung in Gratmril'« Kierhalle«, Kommandanten- Straße 77—79. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Gerlach über:„Arbeiterhygtene". 2. DrSkusfion. 3. Vei fchiedencs und Fragekasten.— Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder. 616 Der Vor st and. Wir haben eine ganze Menge Leinen- und Baumwoll-Waaren zu außen gewöhnlich billigen Preisen angekauft und offeriren demzufolge solche jetzt 1 sehr viel billige! Hemdentuche%% Fachverein der Putzer. Sonntag, den 7. d. M., Vorm. 11 Uhr, Mitgl ieder-Vers ammlung im Uereinvlokal, Justt- Strasse|tr. 10. TageS-Ordnung: 1. Verernsangelkgenbeiten. 2. Verschiedenes. Mittwoch, den 17. Febr., Abends 8'/, Uhr, hält Herr Dr. G e r l a ch einen Vortrag über: „Tic' Ernährung und Kranlheitseischeinungen .....' i". Die Mitglieder werden des Ardeiterstandes' ersucht, in dieser Versammlung zahlreich zu er- scheinen._[614]_ Der Vorstand Quittung. Für die in sehr be- orängter Lage befinv- liche Familie(Frau und 2 kleine Kinder) des Herrn Reichert, welcher sich zur Zeit in Rum- Todesnachricht. Den Mitgliedern des Fachvereins der Stein- träger Berlins zur Nachricht, daß unser Kollege und Mitglied Robert Dube am Donnerstag, den 28. Januar, Vormittags 9'/, Uhr, an seinen Verletzungen erlegen ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 7. Februar, Nachmittags 3 Uhr, von der Wohnung, Neue Königstraße 12, aus statt. Wir ersuchen dringend um recht rege Betheiligung. 613 Der Vorstand. Kranken-«nd Kegrabnisskalst der Kerl. «Lrtter»nd Krouzenre(E. K« 60). Die Beerdigung des Mitgliedes Karl Zim- merlrng findet am Freitag, den 5. Febr., Nach- mittags 4'/, Uhr. von der Leichenhalle deS St. Georgenkirchhofes(Weißensee) aus statt. Um rege Betheiligung bittet €18 Der Vor st and. mclsburg befindet, find bci mir 5 Mk. 80 Pfg abgegeben und duich mich der Gitschinerstr. 17 wohnenden Familie zugestellt worden _ Heinrich Müller. ö. ßicliter's Restaurant, Kottbustrstrasse», empfiehlt der geehrten Nachbarschaft seine Loka- litäten zum geneigten Besuch. Sonntags und Mittwochs Fcei'Konzert. Ausschank von Weiß- und Bairisch Bier, Speisen a la carte zu billigen Preisen. Zu gleicher Zeit empfehle ich meinen Saal den geehrten Vereincn zur Abhaltung von Fest- lichketten, Versammlungen u. s. w. Vereins- zimmer mit und ohne Pianino, zu 25—30 Personen, geeignet für Rauchklubs oder Gesangver- eine, 5'/, Meter hoch. Um geneigten Zuspruch bittet 490 Achtungsvoll Georg Richter. Mtr. 30—40 M Kantorcö'int Mtr, 40—45 Pf. Cretonne fort Mtr. 50 Pf. Stsirting K." Mtr. 25«. 30 Pf. Chiffons'%%%%? Mtr. 30«. 35 Pf. Gutes Hausmachrrtrirreir wMtr. 40 n. 45 Pf. Gutes breit. Hansmnchrrleinen" är'Mt. I IUI;. Gute KncheN'Haudtucher Z Mb. Gute Stuben-Handtücher 3. 3'!, Mk. Echtes gut. Kettzeug SS'. Mtr. 35«. 40 Pf. Kost»»«»«-<>«< Hütet«... Mtr, 50 u. 60 Pf. Drilliche,«-»>- b-«»--«-.......... Mtr. 75 Pf. mit 12 Servietten, mit 6 Servietten.. 4� Ullt» Ginzelue Tischtücher f r I Mk. Einzelne Servietten 80 Leinene Taschentücher%% 1% 1% I.75. 2 Mk. Mökei-Cattune, vollständig wwt, Mtr. 80 n. 40|lf. Teyyiche in aIItn Qualitäten und größere 4, 5, 0, 10 Lllk. 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Druck und Verlag von Max Beding w Berlin SW, Beuthstraß« 2 L