heiung W rau stnd B jenehmiM den Ke# ld erwachs VemiW e nicht w erfordeil i- Z-hlM ,g des%%' in de urti«; lentioB gab«. für 4'/,# ndlung Hf' Nr. Bis Sonnabend, den 6. Februar 1886. IH. Jahrg. llr die . w»h-iZ -züglich M »nw«>>A hadenel!«' Brgan für die Interessen der Arbeiter. w,__ Da«„Berliner Voirsblatt" .>a>evu taglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei t vierteljährlich 4 Marl, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement G"- Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustrirter Beilage 10 Pfg. (Eingetragen in der PostzeitungspreiSliste für 1886 unter Nr. 769.) Jnsertio»«gebühr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg. Arbeitsmarkt 10 Pfennige. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 llyr Nachmittags in der Crpedition. Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen» Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redabtion: Keuthstraße 2.— Expedition: Zimmerstraße 44. b. 3*2 tnficht 10 tt Zm Sizialistkilzrseh. tz.,!��end die Reichsregierung da« letzte Mal da« ltengesetz nur auf zwei Jahre verlängert haben warum nicht gleich bis zum Jahre 1900? "egiirnng macht sich die Begründung deS Gesetze« gkstik� �'ch leicht. Sie hat dafür eine stehende Formel �.di« in ihrer Elastizität sich auf alle Fälle an- �ewiniii, Wenn man glaubt, die sozialistische Arbeiter- viün an Ausdehnung gewonnen, so sagt«an, z» l- Mr da« Gesetz haben, um die weitere Ausdehnung lii Nwr' glaubt man aber, die Bewegung habe svnkeit Ä verloren, so ist da« ein Grund für die Wirk» die zw- Sozialistengesetze« und man kann abermal« ein, fnu ßmm0 beantragen. So lange der Majorität GoJri?' Begründung genügt, werden wir sonach da» Vengesetz haben. WHm" der neuesten Begründung find zwei Thatsachen an- LZT' welche hauptsächlich da« Verlangen nach einer Ver- «M�ng de« Gesetze« auf 5 Jahre stützen sollen. Zu- hm die Ermordung de» Polizeiraths Rumpff in Frank- �,i..Mit dieser That haben diejenigen, die den - u» wissenschaftlich auffassen, eben so wenig zu sih wie der al« Mörder Hingerichtete Anarchist Lie»ke Ab», Repräsentanten de« wissenschaftlichen Sozialismus IMb? Dennoch ist diese Angelegenheit in der Be- � g vg mit einer anderen Thatsache, mit der Vermehrung WjWhl der sozialistischen ReichStagimandate, welche wr' gleichfalls eine Verlängerung begründen soll, Ac �gestellt. Diese Zusammenstellung macht einen son» v�en Eindruck, um so mehr, al« ja die Erzielung von U�tagSmandaten ein ganz legaler Akt ist; die Beschlüsse n, s/l«ichstag» in Bezug auf WahlversammlungSverbote stehen hier der in der Beschränkung enthaltenen "Mng diametral entgegen. �r. �aminfeuer, obwohl da« Zimmer schon sehr warm Ww/T'N Antlitz glühte, aber seine vorgestreckten Hände (t» ein innerer Frost schüttelte seine Glieder. Ab J-kW da» Gla«, da« Jean ihm brachte, hastig au« , v?un zu den Zeitungen.. mfT ein« Stunde, Jean," sagte er zu dem seine» Be- ?«torV�den Diener. Dieser verneigte sich und ging. % au«. � einmal allein. Todtenstille breitete sich um tojftl' uur da« leise Ticken de« Holzwurme« im Wand» e» val�"°ch von Zeit zu Zeit hörbar. �, i ®ein'or. entsank die Zeitung der Hand de« Lesenden. ü�Ains,, bohrte sich finster sinnend in da« verglimmende Undfc' welchem unheimliche blaue Flämmchm � stanzten. Er dachte nach. Stil bedanken waren offenbar keine erfreulichen. t" IVUWII.V..� I v#•• igen umdüstnte sich mehr und mehr, während seine fnV°HIich funkelten. Plötzlich sprang er, wie von ftt?, sQtfn Vifion erschreckt, empor. Aug' 4% 9;*. t,n Kaminsim« starrte sein eigene«, umglühte« Antlitz ihn an. na* stm jähen Aufschrei taumelte er rückwärts. Er t*tt etft Skhne eine« Sessels, um sich zu halten. " erst«b" �eyne eme« Seffet«, um sich zu yairen. ka�?u"nte er, daß nur sein Spiegelbild ihn so er» nnn 5�.®r sank mit dumpfem E" � sch�g die Hände vor'» Gesicht. Er sank mit dumpfem Stöhnen in den .. Ii»» ��8 die Hände vor'» Gesicht. rn�sall« ��ar im Vorzimmer geblieben. Er hatte sich »-.einen, f m Kamin in einen Sessel gestreckt und las n>.% ie».�nzöfischen Roman-- er war Franzose. n�ng �Schrei seine« Herrn und eine polt«"de Be- eilt,„.�benzimmn vernahm, erhob auch er sich rasch " angst«füllt« Miene nach der Thür. Der haben. Ander« liegt die Sache beim Zentrum. Herr Windthorst wird wied« seinen bekannten Eiertanz auf- führen;« selbst und eine Anzahl der bekannteren Führer werden gegen da« Gesetz sprechen und stimmen, während die Masse d« Mitglieder dafür stimmen wird, soweit e« ihre Wahlkreise ertragen Die V-rtreter d« aufgeklärten und theilweise demokratischen Bevölkerung de« Rheinland« z. B. werden e« nicht wagen, für da« Gesetz zu stimmen, weil sie ganz gut wissen, daß die rheinländische Beoölke« rung nur mit dem Zentrum geht, solange diese« als eine Oppositionspartei aufzufassen ist. Dagegen können sich die Barone und die Pfarr« beim Zentrum, welche oberbaye- rische, oberschlefische oder oberschwäbische Bauern vertreten, schon eher gestatten, für da« Gesetz zu stimmen; da in ihren Wahlkreisen unbedingt geglaubt wird, wa« der Herr Graf, der Herr Baron oder der Herr Pfarrer sagt, so wird man dort den Wähl«n auch eintrichtern können, da«„Heil der katholischen Kirche" erfordere den Fortbestand de« Sozialistengesetze». Die nationallrberale Fraktion wird geschlossen für da« Gesetz stimmen. Sie braucht dazu keine andere Bearün- dung, al« weil e« die Regi«ung so haben will. Wenn Herr Gneist im Reichstage säße, so würde er haarscharf „beweisen", daß er zwar eigentlich der Meinung sei, man brauche das Sozialistengesetz nicht, daß man aber doch besser thue, e«„einstweilen" fortbestehen zu lassen. Die Elsässer und Polen werden theil« für, theil» egen da« Gesetz sein. Bleiben noch die Freisinnigen. Ob der„Um fall" wiederholen wird, wie beim letzten Mal? Run, e« ist nicht ausgeschlossen, daß Einige au« dies« Partei ihre Meinung über da« Sozialistengesetz ab«- mal« geändert haben; sie können sich dazu noch auf da« Beispiel de« al« Jurist in hohem Rufe stehenden Herrn Peter ReichenSperger berufen, der seine Meinung über da« Sozialistengesetz binnen sieben Jahren nun zum dritten M a l geänd«t hat. Einstimmig wird das Votum d« Freisinnigen auch diesmal nicht sein, denn bei Vielen ist die Abneigung gegen die Sozialisten größer, al« die Furcht vor dem Zorn des H«rn Eugen Richter. So werden denn ein ganze Reihe von ihnen„umfallen". Namentlich die von Herrn v. Forckenbeck reprälentirte Richtung wird für da« Gesetz sein. Für den Spott von Seiten aller an- deren Parteien««den die Freisinnigen nicht zu sorgen haben, wenn dann Herr Richter den„Umgefallenen" die Leviten liest. Vielleicht macht Herr Windthorst den Versuch, die V«längerung nur auf 2 od« 3 Jahre zu bewirken. Wenn« die« thut, thut er e« nur zum Schein und wirst mit d« Wurst nach der Speckseite. Teppich dämpfte seinen Schritt und« lüftete die Portiere nur genügend, um zu sehen, wa« in dem Zimmer vor- ging. Der Komm«zienrath bem«kte den Lauscher hint« der Gardine nicht. „Welch' eine schreckliche Vifion!" sprach er, dem Ohr de« Diener« verständlich, für sich.„Mein Gott, sie wird e« doch nicht wagen, mir— Gift zu geben?" Er schüttelte sich vor innerem Frost und blickte wild umh«. Jean trat mit einem Ausdruck jähen Entsetzen« von der Porti«e wied« zurück. D« Kommerzienrath erhob sich mit Anstrengung und machte, wie imm« in Augenblicken heftigst« Erregung, einen raschen Gang durch's Zimmer. „E« hat mich doch mehr angegriffen al« ich glaubte," murmelte er,„od« ich bin wirklich krank." Er klingelte noch einmal nach seinem Diener und ging zu Bett. Eine Viertelstunde spät« schloß ein unruhiger Schlummer die Augen de« erregten Mannes. E« war am anderen Morgen. Der Komm«zienrath hatte eine schlechte Nacht gehabt. Dennoch war« bald nach dem Morgenkaffee, den« stet« in seinem Zimmer allein einnahm, nach dem Komtoir hinabgegangen. Er schien heut wied« von ein« wahren ArbeitSwuth beseelt, wa« dem Bankpersonal immer einen gelinden Schrecken einjagte. Aufregung war dem Kommerzienrath, wie gesagt, Bebürkniß, und V«anlassung dazu fand« bei seinem vielköpfigen Bureaupersonal die Menge. Der einzige, der seinen Nörgeleien, Vorstellungen und Vorwürfen stet» und immer entging, war sein jugendlich« Prokurist, der mit ihm zusammen auf einem Zimmer Gontard war sein erklärter Liebling. Er hatte ihn au« dem Nicht« hnvorgezogen und zu dem gemacht, wa« er war. Er wollte nur einen Menschen zum Ver- trauten haben, der ihm Alles verdankte, aus dessen Treue und Ergebenheit er deshalb unbedingt rechnen konnte. Daß Gontard seines Vertrauens nicht würdig sein könne, daran dachte er keinen Augenblick. � Nachdem« an diesem Morgen seinem Aerger Üb« Nolttische Zteberstcht. I« der gestrigen Sitzung des Reichstags wurde eine große Anzahl von Wahlen geprüft und meist ohne Diskus stoi» für giltig erklärt Nur d-i der Wahl des Abg. Eugen Richter erhob sich eine längere D-datte. Die WahlprüfungS» kommilston hat die Wahl deanstandet, weil die Polizeibehörde mehrere soz'aldemokrattsche Wahlveisammlungen in Hagen und Haspe verboten hatte. T>e Kommisston beantragte, den Reichs« kanzler zu veranlassen, Erhebungen anzustellen, auS welchen Gründ-n die Versammlungsverbote erfolgt seien. Im Laufe d« Debatte stellte der Abg. Hasenclever klar, daß e« fich in diesem Falle nicht lediglich um Veibote öffentlicher Ver» sammlungin gehandelt habe, sondern da« Arbeiterwahl» k o m i t e e resp. Velsen Versammlungen(Sitzungen) v«- boten seien. Dadurch aber würde eine Partei in der Wahlagitation völlig gelähmt, Stimmzettel, Flugblätter u. s. w. könnten nicht ordentlich verl heilt werden, sodass durch solche Verbote, die übrigens auch im übrigen Deutsch» land schon vorgekommen seien, die Wahlfreiheit völlig zerstört werde, sogar eine Wahlbeeinflussung zu Gunsten anderer Par» tcien stattfinde. Der Abg. von Köller bekämpfte die An« sichten Hasenclever« und me nie, das Wählen könne auch ganz gut ohne Wahlkomitees stattfinden. Bei ihm in Pommern kenne man solche Einrichtungen nicht.(Rufe. Landräthe! Die find persönlich die Wahlkomitees! Große Heiterkeit.) D« Abgeordnete H ä n e l stellte fich in dieser Frage im Wesent» lichcn auf den Standpunkt des Abg. Hasencleoer, desgleichen der Abg. Einger, der dem Abg. v. Köller g-genüber be» merkte, daß die Landräthe ihre Wahlagitationen mit Hilfe von Gendarmen und G metndebeamten machten, die dann zum land» räthlichen Wahlkomitee gehörten. Schließlich wurde der Kom« misssonSantrag mit einem AntragHa'enclever, der von derRegierung Auskunft darüb« verlangt, welcher Art die in dem Pro- test erwähnten Versammlungen gewesen seien, mit großer Ma- jorität angenommen. Von dem Ausfall der Erhebungen» welche die Regierung anstellt, wird die Gilligkeit der Wahl deS Abg. Richter abhängig sein. Herrenhausdiäten. In der letzten geheimen Sitzung de« Stadtoeroidnetenkollegiums zu Krefeld wurden nach länge.« Debatte dem Vertreter der Stadt im Herrenhause als Diäten 18 Mark pro Tag gegen eine Minorität von acht Stimmen dewilligt.— Es ist gewiß doch recht merkwürdig, daß unsere StaatSweisen gegen diese Diäten nichts einzuwenden haben» während fie den Mitgltedem der höchsten und angesehensten Körperschaft deS Reiches, den Mitgliedern des Reichstags, der Kleinigkeiten genug gethan, kehrte« aus den Bureaux der Schreiber in sein Privatkomtoir zurück, um mit Gontard eine interne Angelegenheit zu besprechen. Dieser war eben damit beschäftigt, die eingegangene reichliche Morgenpost durchzusehen. «Hat fich Luckhardt wieder gemeldet?" fragte der Komm«zitnrath. „Nein," entgegnete Gontard. D« Kommerzienrath, welcher einen Augenblick neben seinem Pult stehen geblieben war, trat befriedigt an seinen eigenen eleganten Schreibsekretär, wo er sich setzte. „Er wird sich also bei dem Bescheide begnüge»— wie?" fragte er in halber Bestätigung. Er hatte seinen Drehstuhl nach dem Fenst« herum» gewendet und hielt sein Auge auf Gontard« Antlitz ge- richtet. Dieser schien weniger vertrauensvoll. „Ich denke im Gegenthell, daß er un« noch größne Schwierigkeiten bereiten wird," sagte er. „Wenn er da« kann!" „Warum nicht? Er vertritt kein gute» Recht." „Und Sie vertreten ihn," sagte der Komm«zienrath mit einem«sten leisen Anflug von Unwillen. In die Augen de« Prokuristen trat wieder d« kalte Demantglanz, welcher da« Schlangenauge so fruchtbar macht; er wurde um eine Schattirung bleicher. Aber er besaß trotz seiner Jugend eine seltene Selbstbe» herrschung. Er vertieft« seinen Blick in einen Brief und sagte gleichsam obenhin:„Ich spreche nur im In» teresse Ihre« Geschäft«; nicht Sie und mcht die Welt wird Luckhardt verhindern, da« Seine wieder zu ver» „Kann er ja auch, soll er ja auch," erwiderte frostig d« Komm«zienrath.«Will ich e« ihm denn vorenthalten? Aber er kann doch etwa« warten." Er zündete sich eine Zigarre an. Gontard zuckte die Achseln. „Nach dem Gesetz—" begann«. „Ach, kommen Sie mir nicht mit dem Gesetz!" rief unwirsch der Kommerzienrath.„Oder glauben Sie, daß doch für 99 pCt. der Einwohner Teutschlands mehr Werth hat, als einige Dutzend Hcrrenhäuser, keine Diäten zugestehen wollen. Das Volt muß, wenn es seine Interessen im RnchS« tage vertreten sehen will, Männer aus setner Mitte wählen unv folglich auf jene Leute, d-iren«S auf dieser Welt an nichts gebricht, und die daher oft auch nicht das notwendige Verständnis von seiner Lage haben, v-rzickten. Wer stch also gegen Diäten tü? die Reichstagsmitglieder erklärt, der will nicht, daß die Stimme des Volkes in der Gesetzgebung un- versällcht zum Ausdruck gelangen soll. Wer war der Vater des bekannten„nationa- len" Antrags Achenbach? Der nationalliberale Pro- feffor Ma:quardsen hat in Görlitz, wo er am Abend deS 30. Januar als»lustiger Heidelberger" im nationalliberalen Vereine gastirte, offenherzig zugestanden, die Initiative zu dem Antrag Achenbach sei von der nationalliberalen Fraktion auS- gegangen und unter Mitwirkung nicht allein Miquels, sondern auch von Bennigsens sei derselbe entstanden. Vor seiner Einbringung sei der Antrag dem Reichskanzler unterbreitet worden. Recht lehrreich! Der Verlängerung de« Sozialistengesetzes hat, wie das nicht anders zu erwarten war, der BundeSrath seine Zu- stimmung gegeben.— Ferner ist dem Bundesrath der schon früher angekündigte Gesetzentwurf betr. Abänderung der Ge- wcrbeordnung zugegangen, welcher in sieben Paragraphen (§§ 104h— 104o) Zusätze zu§ 104 der Gewerbeordnung enthaltend, die Bekugniß des Bunvesraibes betrifft, Jnnungs- verbänden die Rechte einer juristischen Person zu verleihen. Der frühere Abgeordnete v. Unruh ist am Donnerstag gesto ben. Derselbe zählte in den sogenannten KonfliktSjahren zur Fortschrittspartei im preußischen Abgeordnetenhause und stimmte mit für Steuerverweigerung. Später schwenkte er ins Lager der natiovallideralen Klique. Mehr Militär, das ist ja seit Langem die Parole in Preußen-Deuttchland, und eS ist deshalb nicht zu verwundern, wenn neue Ansprüche in dieser Richtung an die Volksvertretung herantreten. Und dies wird jetzt einmal wieder geschehen. Das Eisenbahnregiment, welches bisher zwei Bataillone um- faßte, soll zu einer Brigade von vier Bataillonen ergänzt wer- den. Der hierzu nöthtge NachtragS-Etat ist, wie vie„Voff. Ztg." meldet, bereits aumestelll und wird in kurier Frist dem Bundesrath und dem Reichstag zugeben. Daß dieser letztere die Posttion bewilligen wird, darüber ist gar k-in Zweifel. Au» Sachsen, 3. F-bruar, schreibt man der„Voss Ztg.": Der Gesetzenlwurf, betreffend die Befugniß der Polizeibehörden zum Erlaß von AufenthaltSverdoten b strasten Personen gegen- über ist am 2. d. M. im sächstschen Landtage gegen die fünf Stimmen der Sozialdemokraten angenommen worden. WäH rend das in Rede stehende Gesetz die Ausweisung auch auf Grund gerivglügiger Vergehen und Uebertretungen gestattet, verlangten die Sozialdemokraten, daß die Ausweisung nur in solchen Fällen verhängt werden dürfe, wo der Richter auf Zu- lässtgleit der PolizciauPcht erkannt habe. Die freifinnigen Landtagsadgeordneten, die für das Gesetz stimmten, hatten ihre Zustimmung hauptsächlich von einem die Prrßfreiheit wahren- den Passus abhängig gemacht, der bereit? von der vorberathen- den Kommisfion genehmigt wurde, und demzufolge Best afun> gen wegen Preßvergehcn"die Ausweisung nicht nach fich ziehen können. Der Abgeordnete Bebel, der Vre ganze Angelegenheit am liebsten auf dem Wege der Reichsgesetzgebung geregelt ha- den möchte, stellte in Ausficht, daß er einen diesbezüglichen Antrag oder eine Interpellation im Reichstage einbringen werde. Der Minister des Innern behauptete zwar, daß das Gesetz keineswegs speziell gegen die Soziald-mokralie gerichtet sei, und wenn Herr Bebel daS annehme, dann überschätze er fich, dennoch gestand er aber zu, daß die säcdfische Regierung da, wo daS Sozialistengesetz nicht ausreiche, auch daS ÄuSwei- sungsgesctz gegen sozialistische Agitatoren anwenden werde.— Wozu also noch ein Reichsgcsetz gegen die gemeingefährlichen ic., wenn jedes Ländchen im geeinten Deutschland fich noch ein kleines Extra AuSnahme-Dingelchen zulegen kann? Ans SchleSwig-Holstetn, 1. Februar. Den von der Insel Föhr ausgewiesenen amerikanischen Unterthancn ist, nach dem„Franks. Journ.", auf ihr an den Minister von Puttkamer geritteteS Gesuch, noch bis zum 1. April in der Hetmath verbleiben zu dürfen, ein abschlägiger Bescheid ertheilt worden. Die Ausgewiesenen haben, telegraphischer Mitiheilung zufolge, gestern die Insel Föhr verlassen und fich vorläufig nach Hamburg begeben.— In Flensburg waren zwei Ameri- kaner, Thielemann und Petersen, ausgewiesen. Der Ausweisungsbefehl gegen den Eistgmarnten ist wieder ausgehoben, nachdem derselbe wieder in den preußischen Eraatsvcrband auf- genommen worden. Die Angelegenbeil des Petersen, der auch seine Naturalisaiion beantragt hat, befindet stch noch in der Schwebe.— Es hat Aufsehen erregt, daß der polizeilich über die Grenze nach Dänemark transportirte Fabrikant Jessen zwei Tage später nach Notburg zurückkehrte und sofort oerheftet wurde. Der Ausgewiesene welcher fich seit mehreren Jahren wieder in der Heimath befindet, stützt fich auf den Bancroft- Vertrag, nach welchem der zweijährige Aufenthalt eines in Amerika naturalifirten Deutschen hier im Lande als Verzicht ich daS Gesetz nicht im Kopfe hätte? Die Sache ist ganz einfach die: die offen hinterlegten zweimalhunderttausend Mark Luckhardt» waren ein irreguläres Depositum. Ich hatte also Verbrauchsbefugniß. Er forderte Herausgabe in gleichen Werthen und als Antwort theilten Sie ihm mit, daß ich Effekten in diesem Betrage für ihn angekauft und in Depot genommen hätte. Die Frage ist nun: Bin ich verpflichtet, ihm statt des eingezahlten haaren Gelde» diese Effekten auszuliefern, respektive sie ohne seine besondere Zustimmung nicht wieder zu veräußern?— Nein.— Entscheidung des Reichsoberhandelsgerichts! Luckhardt wird also wohl warten können, bi« ich diese Effekten wieder um-- gesetzt habe und in der Lage bin. ihm das Depositum in Form der hinterlegten Werthe zurückzugeben. Dadurch ge- winncn wir Zeit und die Mittel zur Deckung. Glatte Rech- nung!" Gontard drehte höhnisch lächelnd die Spitzen semes Schnurbarts.„Ganz schön!" sagte er.„Wenn daS nur auch AlleS so wäre! Aber wir haben keine Effekten für Luckhardt gekauft." „Braucht er ja nicht zu wissen. Er muß es doch glauben," beharrte der Kommerzicnrath. „Glauben!" erwiderte Gontard geringschätzig.„Sehen heißt glauben. Und dann haben Sie auch bei der zitirten Reichsgerichtsentscheidung das Wichtigste, den Schlußsatz, vergessen." „DaS wäre?" brummte der Kommerzienrath. Gontard griff nach einem Buch, das auf seinem Pulte stand, schlug eS auf und la«:„DaS ReichSoberhandelS- gericht hat entschieden, daß in jener Veräußerung des Kom- Missionärs(also der betreffenden Effekten) eine Vertrags- Verletzung nicht gefunden werden könne, so lange der Kom- missionär in der Lage bleibe, dem Kommittenten in dem Zeitpunkte, in welchem dieser zur Erstattung der Kosten und Zahlung der Provision bereit ist, ebenso viele gleich- werthlge Sachen zu übergeben. Das," sagte Gontard triumphirend,„ist Luckharvis Fall. Er hat sich seit meiner Antwort wegen der angekauften Effekten zur Zahlung der Provision unv Erstattung der Kosten bereit erklärt; aber wir sind nicht im Stande—" auf die amerikanisckie Naturalisation angesehen werden soll. Seine jetzige Rückkehr, nachdem er polizeilich entfernt, be- zweckt einfach, die Angelegenheit zur gerichtlichen Entscheidung zu bringen. Wider den Ausgewiesenen rst jetzt Anklage erhoben worden wegen unbefugter Rückkehr(§ 361 Nr. 2 des Strafgesetzbuches.) Die Nachricht von der Entlassung aller Deutsche« a«S dem chtueflschen Staatsdienst ist dem englischen „Manchester Guarvia," entnommen unv lautet wö-tlich:„Die Ehinesen entlassen viele der Deutschen aus ihren Diensten aus irgend einem Grunde, der nicht ganz klar ist. Während deS französisch- chinefischenKricgesst md eine aroßeAn,ahl von deutschen Marine Offizieren unter Admiral Sebel' elin; außer diesen waren nahezu 100 andere in verschiedenen militärischen Stellungen angestellt. Kipitän Lang, der englische O'stzier. weicher die Flotte Li Hung ChangS befehligte, hielt fich für verbunden, während des KiiegeS zurückzutieten, und seine Stelle wurde durch Sebelin besetzt. Aber jetzt ist der Befehl ertheilt worden, daß die Deutschen in Li's Flotte, der Admiral mit inbegriffen, in ihre Heimath geschickt, und ihre Posten durch Engländer besetzt werden sollen. Es ist ganz ficher, daß der Vizekönig hierzu durch Befehle von der Zenlial-Regierunz gezwungen wurde, da sein eigener vertraulicher Rathgeber ein Deutscher ist, der stet« die Gelegenheit wahrnimmt, um die Inten ssen seiner_ Landsleute zu fördern. Der„Voss. Ztg." geht aus Kiel folgendes Telegramm zu, welches obige Nachricht in Abrede stellt:„Nach den neuesten hier eingegangenen Pcivatnachrichten auS China ist Admiral Sebelin in der neudegründeten Admiralität in Peking mit der Organisation der chinestschen Marine beschäftigt und hat erst neuerding» den Austrag zur Abstellung eines Flottengrün- dungSpla-.s erhalten. Die in Deutschland erwordenen Panzer- schiffe haben nach ihrer Ankunst in China chinefirche Besatzung und chinesische Kommandanten erhalten, Deutsche fungircn nur als Instrukteure auf den Schiffen, welche von allen in China vertretenen Nationen» auch von Engländern, als vorzüglich ge- baut anerkannt werden. Anlaß ,u dem Gerüchte von der Unbrauch- barkeit der Sch ffe hat vielleicht der Umstand gegeben, daß der „Chen-Duen" unter Führung deS Kap tävs Meller in Folge einer unbedeutenden Reparatur eine kurze Zttt in Hongkong im Dock gewesen ist. Das Eck ff ll-gt jetzt wohlbehalten in einem chinestschen Haien.„T-ng Auen" ist in Shanghai stationirt. Gerade nach Ü bernahme der G bisse hat Cyina mit außeroidentlichem Esser Deutsche als Instrukteure gewonnen, Entlassungen find nicht vorgekommen. Aomiral Sebelin wurde sogar eine Veilängtruna feines Kontraktes angetragen."— Es wird fich wohl bald herausstellen, was Wahres an der Sache ist. Oesterreich Ungarn. In dem soeben im Abgeordnetenhause eingebrachten Gesetz über die Krankenverficherurg der Arbeiter ist, wie bei dem UnfallverficherungSgesetz, der Grundsatz drr obltgatoiischen V«r- stcherung ausgesprochen. DaS Gesetz spricht auS, daß alle Ar- beiter, welche der Unfalloerficherung unterliegen, auch gegen Krankheit versichert werden müssen. Aber dag Krankenoerfiche- rungsäesetz geht noch weiter, indem es auch alle Arbeiter und Betrievsdeamten(die letzte? en. sofrrnc ihr JahreSverdienst 800 fl. nicht übersteigt), welche in Bergwerken over in einer unter die Gewerbeordnung fallenden, od-r einer sonstigen gewerbsmäßig betriebenen Unternehmung, sowie beim Eisrnbahnbetriede be- schästigt find, dem VerstcherungSzwange unterwirft. Als Arbeiter find auch Lehrlinge Volar täre, Praktikanten zu betrachten. Die landwirthschaft.ichm Arbeiter genießen auch in diesem Gesetz eine Ausn ehmsdehandlung. Es ist der Verordnung des Ministeriums deS Jnnem überlassen, . od in einzelnen Ländern oder Landeslh-ilcn für diese Kategorie von Arbeitern die Ver- ficherungspflicht festgesetzt w.-rden soll. Den Gegenstand der Verstcherung bildet die Gewährung von Krankenunterstützungen: 1. freie ärztliche Behandlung und Heilmittel, 2. vom dritten Tage nach Eintritt der Krankheit ein Krankengeld in der Höh« der Hälfte des ortsüblichen TaglohveS, 3. für den Todesrall ein Sterbegeld im zwanzigfachen Betrage des ortsüblichen Taalohnes. Eine Erhöhung der Krankenunterstlltzung ist im G- setze auch vorges-hen.— Demnach hat man fich das in Deutschland eingeführte diesbezügliche Gesetz durchweg zum Muster genommen. Holland. Aus dem Haag, 29, Januar, schreibt man der„A. Ztg.": In der ersten Kämmer wurde gestern die Regierung gefragt, ob fie keine Schrute bei dem preußi-chen Gouvernement getan habe, um zu erwirken, daß die in Preußen geltenden Bestim- mungcn rückstchtlich der Ausweisungen von F emdcn eine mil- dere Anwendung fänden, worauf der Minister erwiderte, es seien bereits Verhanolung-n über diesen Gegenstand mit Preußen angeknüpft. Endlich richteten die Abi Heilungen die Frage an die Regierung: ob dieselbe nicht versucht habe, die deutsche Reichsregicrung zu veranlassen, ihre transatlantischen Dampfer in irgend einen niederländiichen Hafen einlaufen zu lassen. Der Minister deS Auswärtigen beantwortete diese Frage mit der Erklärung: Das vtesseittge Gouvernement sei in der Tbat bestrebt gewesen, die Vonherle heivo zuhebrn, doch habe die Der Kommerzienrath winkte Gontard, zu schweigen. „Lassen wir das!" sagte er ärgerlich.„Heute sind wir es nicht im Stande; morgen haben wir wieder mehr Geld als Forderungen. UebrigenS hat Luckhardt fich nicht ge« meldet, und das macht jede Erörterung überflüssig." „Wenn er sich nur nicht an anderer Stelle meldet—" wandte Gontard ein. Der Kommerzienrath fuhr blitzschnell herum, er ver- stand den versteckten Sinn dieser Worte. „Sie meinen, daß Luckhardt sich an das— Gericht..." stammelte er schreckensbleich.„Ach, Unsinn, Gontard! Da« ist Ihr Ernst doch nicht. Die Firma Eschen- dach verdächtigen? Unsinn, sage ich, lächerlich!" Gontard richtete einen halbverschleierten, lauernden Blick auf seinen Chef. „Man ist jetzt sehr rasch mit dem Staatsanwalt bei der Hand," sagte er,„seitdem einige gewissenlose Bankiers sich haben verleiten lassen, die ihnen verschlossen übergebe- nen Depositen zu bestehlen, um ihren anderweiten Ver- pflichtungen nachzukommen, oder auch nur, um daS verschwenderische Leben noch weiter fortführen zu können, welches ihnen ihre Einkünfte längst nicht mehr gestatteten. Sie meinen, die Firma Eschenbach stehe über dem Ver- dacht? Fragen Sie einmal in der Stadt an. Man ver- dächtigt uns da gerade genug, um unsere Lage zu er- schütiern." Der Kommerzienrath hatte diesen Worten mit de« Ausdruck vagen Entsetzens gelauscht. -La, ja," bestätigle Gontard mit kaltem Lächeln,„man spricht e» schon ganz offen aus, daß unsere Lage keine be- neidenswerthe sei." Der Kommerzienrath machte einen raschen Gang durchs Zimmer— sein wirksamstes AbkühlungSmittel.„Keine be- neidenswerthe I" sagte er schon halb besänftigt.„Wenn man weiter nichts sagt! Wessen Lage ist heute benerdens- werth? Wir leben in der Zeit des wirthschaftlichen Nieder- gange». Täglich verschwinden neue und manchmal die besten Namen von der Liste der solventen Firmen. Alte Einlagen werden eingefordert, neue werden nicht ge- macht. Da kann man wohl in die Lage kommen, in Regierung'gemeint, nicht weiter geben können, um einem niederländischen Hafen der deutschen Rachsregierung zu sichern. zu dürfen otot den Vorzug Frankreich._ w In der Deputittenkammer brachte der sozialistische 1 putirte Basly eine Interpellation bezüglich der Vorgangs dm Minmdezirken von Decazeville ein. Die Beralhung� selben wurde auf nächsten Donnerstag festgesetzt.— Berathung einer Petition, welche den Verkauf der jai diamanten verlangt, um auS dem Erlös eine% versorgungskasse für Arbeiter zu stillen, fich de Lanjuinais von der Rechten gegen die Petition»i und äußerte stch dabei, er sehe voraus, daß fich Franneia- nicht zu ferner Zeit von der Republik losgemacht haben LanjuinaiS wurde wegen dieser Aeußerung zur Ordnung? rufen, die Linke vei langte jedoch unter großem Tumultes temporäre Ausschließung, der Präsident gab dem VerlasS der Linken aber nicht nach und t at für die Freiheit oup Rednertribüne ein.„ - Der Senat beschäftigte fich am 2. d. M- Gesetzentwurf, betr. die Organificung des PrimaiunterrM Bei Art. 12 kam es zu einer lebhaften Debatte. � lautet: In den öffentlichen Schulen jeder Art ist der Unb ausschließlich einem weltlichen Personal anruvertrauen. Dagegen brachte der fromme Senator Chesnelong p Fassung in Vorschlag:.,„J In den öffentlichen Schulen kann das Lehrpersonal sei ei aus Mrigliedein der Weltgeistlichkeit, sei rS auS«A hörigen der gesetzlich anerkannten geistlichen GenossenM- sei es aus Dienern der verschiedenen vom Staate an««� Kulte, sei eS aus Laien. Cbesnelong vcrtheidigte seinen Antrag in einer oj lichen Rede und nannte die Ausschließung der aneli geistlichen Genossenschaften eine Unterdrückung, eiitfii schnöder Tyrannei. Neutrale Schu'lehrer, wie der Unttfl minister meine, gebe eS überhaupt nicht; nur seien die � bigcn gezwungen, ihre religiösen Uederzeuguvgen gleiibl� einen Makel zu verheimlichen, während die Änderen ihn lostgkcit frech zur Schau tragen und den Kindern btizfc suchen, für deren Seelen die Eltern in beständiger� schweben. Besser wäre es. gar keine, als eine Gott Wfcj Schule, und die Republik werde eS eines Tages stjkj büßen� f-aben, daß fie den Eltern die bisherige Wahlküt den Staatrschulen und den freien Anstalten"entzieht-� er nun schade man zugleich dm ersteren, deren Wetteifer nun werde. Daß in der katholischm Schule der moderne Geists und die Republik angereindet werde, gab Cheinelong nichlr;, Weltgeistlichen wie die OcdenSgeistlrchen hätten genug L zu thun, fich selbst und ihre Rechte zu vertheidigcn. D«1.™ sollte, wenn nicht aus Gerechtigkeitssinn, so doch au? pok, Rücksichten den Art. 12 verwerfen. Nehmen Sie fich$■ Acht, rief er, während Sie der äußersten Linken z"' rückt das Land rechts, und wenn ich Republikaner würde ich um der Republik willen der Ebristenverfolgu�� Bangigkeit zusehen.— Die Debatte wird Donnerstag werden. � — In der Sitzung der Deputirtenkammer am l-J, verlas der Kriegsmir. ister folgendes Zirkular, welches p Korpsführer besummt ist:_ „An die Herren Militärgouverneurs von Paris und � An die Herren Oberbefehlshaber der Armeekorps. lied des KadmetS und Kriegsminister habe ich die >re ganze Aufmerksamkeit auf die Haltung zu lenken,-z �----- �-——-'Ym Jedermann in der Armee der ministenellen Erklärung ist. Dem Heere liegt die strenge Pflicht ob, der ftemd zu bleiben. Es scheint mir jedoch nothwendlg. zu bestimmen, was man unter der Bezeichnung ,,M Heere" ju verstehen hat, und diesem Ausdrucke seinen£ K�rt. deren Sinn, seine wahre Tragweite wieder zu geben. hat man den Vorwurf, Politik zu machen, für die auß welche fich nicht scheuten, ihre Sympathien für die btt Ordnung laut zu äußern; niemals aber hat man dieses wurf ernstlich denjenigen gemacht, welche eine feindßw, finnung zur Schau trugen. Ich wünsche diesem der der anderen unwürdigen Mißoerstänvniß ein Ziel lU In der Armee soll keine Politik gemacht werden; soll fich damit befassen. Sre haben von den Offizi�.j Militärbeamtcn nicht nur für ihre Beziehungen zu Hörden, sondern für alle Fälle jene würdige loyale»>" erbietige Haltung zu forden,, wie fie in der ErklärrW geschrieben ist, uns mir beizustellen, wenn es gilt, welche eS vergessen sollten, in Erinnerung zu dringen," der Landesregierung schuldig find."(Beifall linkS.) v, Vom Deputtrten Letellier wurde folgende Tagest eingebracht: � „Die Kammer pflichtet den Erklärungen des- � Ministers bei und geht, seiner Energie und seifly gebung an die Republik verstauend, zur Tagest über"./ »i____________________________ der wir unS momentan Luckhardt gegenüV sö finden. UebrigenS hoffe ich von seinem Schweis Beste." „Wenn nicht die zweite Post noch einen Brief° meinte Gontard. „Das glaube ich nicht," entgegnete der rath zuversichtlich.„Und waS den Stadtklatsch so ist das nichts als Verleumdung derjenigen denen wir in gerechter Würdigung der schwierigen ew- Hältnisse den Diskont versagten. Weil wir ihnen% jjf verweigerten, wollen sie uns diskreditiren. Pah!.-�'' ihrer I Ist Luckhardt erst befriedigt, dann soll mick mehr schrecken!" w, Er fuhr mit seinem feinen Battisttuch über dtt> volle Stirn. � „Aber reden wir von etwas Anderem," fuhr Und nun erzählte er mit erzwungener Heiterkeit Gesicht, das er gestern Abend an dem Fenster de» salons gesehen zu haben wähnte. Gontard zuckte mit keiner Wimper. Während dieser Vorgänge im Komptoir war', fl eine lebhafte Bewegung entstanden. Man hatte entdeckt, daß Erna, die man schlafend in rhrew� � wähnte, weder in diesem, noch Uberhaupt i« vfl Sie mußte schon die Nacht außerhalb desselben i a, haben, denn ihr Bett war unberührt.,.{„aj1, Hand in Hand mit der Bestürzung hierüber g f peinliche Gefühl, dem Vater von dem Vorgef«»«; f theilung machen zu müssen. Der Kommerzren Wirtwer, er hatte nur dieses eine Kind. Woher' jj? da den Muth nehmen, ihm zu sagen, daß st'" schl»"', ihm verloren sei. Denn ein Unglück schien auSg 'Wes; ffint* Mand,. �eA Friedrich hatte, waü er erst jetzt erzählte, wU 9 jj fliehend das Elternha ap Augen gesehen, wie Erna fliehend das Elteritt)«" Man munkelte wohl, eS bestehe keine rechte g»us � Es JÄi i/iuii muiutiit ivvyr, r» ucncyc«uie iny—~ g, Vater und Tochter; aber von einem so ernsten 3> war man unter der Dienerschaft doch nichts L Hier erlitt die Unterhaltung eine unliebst� lle brechung durch den Wiedereintritt der eneigw" L enüV Ä di« (/ Diese Tagesordnung wurde mit 337 gegen 174 Stimmen •«genommen. � � Rußland. In der Stadt Lublin ist eS zu Unruhen in größerem Um- lange gekommen. Der Polizeimeister Normandzkt, welcher vor Kurzem von Kalisch nach Lublin geschickt worden war. hatte vom Gouverneur den Auftrag erhalten, aus Lublin drei Do- mmuaner, deren Ausweisung von oben her verfügt worden war, zu verhasten und nach einem anderen Gouverniment zu Wen. Sonntag, dm 31. Januar, wurde nun Zwecks Aus- Irrung dieses Austrages das Dominikanerkloster zu Lublin «urch Polizeideamte und Gendarmen besetzt. DaS aus der Kirche kommende Volk, welche? von der Sache erfahren hatte, Mann sich um Kirche und Kloster anzuhäufen, verhielt sich stdoch bis 11 Uhr Abends ruhig. Als jedoch später der Poli- «iimeister die Volksmenge durch verschiedene Redensarten reizte, Twoe er von der Volksmenge aus dem Schlitten ge-og-n und «jatlrch insultirt. Aehnlich erging es den Polireibeamten und Gendarmen; auch eine Rotte Militär, die auf dem Schauplatz ,, Unruh« erschien, vermochte nicht viel auszurichten, so daß w.ü.? lAtcmg, die Dominikaner zu verhaften. Um zwei Uhr rückten jedoch noch drei Rotten Militär an; und es SSv nun wieder, den diese auf der Straße antiafen, ver- h.l'?,"ü> vielfach von der Waffe Gebrauch gemacht. Von umliegenden Dörfern kamen Bauein mit Keulen herbei- geströmt: da aber die Wege nach Lublin mit Militär besetzt of??' so wurden sie nicht in die Stadt aelaffen. Um 3 Uhr irffsn �lte endlich das Schießen auf. Es sollen im Ganzen Personen verhastet worden sein, von denen jedoch am J�lften Morgen etwa die Hälfte wieder entlaffen wurde. nnX 8ro�c Anzahl derselben ist durch Bajonette verwundet Miosen. ,n,e* t,ur� Schußwaffen Verletzungen davon- Dänemark. b»» ml'8 dänische Höchstegericht verhanvelte vorgestern gegen s>?L!ir?räfidentm des Folketkmg, Hörup, wegen MajestätS- „ vigung. Der Prozeß enoigte mit Freisprechung des An- w,!.!' dem jedoch die Kosten des Verfahrens auferlegt ?' Vorgeschichte dieses Prozeffcs wird vom„B. T." s.!W°?rmaßen erzählt: In dem dem Angeklagten gehörigen, dÜ.. ,sch angehauchten Journal„Politiken" war im Laufe . Sommers, zur Zeit, du der König soeben die afienge besucht und dort gele�ntlich eines GastmahlS " rverazer ein mir„zur seu �aagenae" unrei viel.l"?8 die Frage aufgeworfen hatte, ob Jemand,„gleich- ttwffu�'ch uder Niedrig", der sich hinter seine Unverant- verfz?> t verschanze und daraufhin einen Treubruch begehe, ' daß man ihn durchprügele. Die Redaktion hatte ."""e dahin beantwortet, daß dem Treubrüchigen wohl moralischen . W. verdiene. Das erhob in Folge dessen bei dem Untergericht in die Anklage gegen Hörup wegen Majestäts- "0 und fußte darauf, daß, obgleich der König nicht lUHliJfi ÖV VUß VMII A,ituuiut Stnnl beizukommen sei, daß er jedoch vom ZBi-üiJpunlte aus eine solche Züchtigung wohl verd g.ÜWkium erhob in Folge dessen bei dem Un ziefifü11' n5ar' die Bezeichnung„Tirafienpe" nur als eine Bc 9,,,% auf den König gedeutet werden könnte. Das Gericht hj. Asilte den Anaellaaten zu sechs Monaten Gefängniß. Auf x.,?�rufung des Angeklagten fällte indessen daS Höchstcaericht tbi„.�'s°«ch-nde Urtheil.— Bekanntlich wurde der Folke« .'Mvräftdcnt Berg vor Kurzem von diesem Gericht zu 6 Mo- 'Mi Gefängniß wegen Majcstätsbeleidigung verurtheilt. Großbritauuie«. .�«em Herrn Gladstone ist eS nunmehr gelungen, ein f., �'.liberales" Kabinet zu konstruiren. Dasselbe wird aus Versonen bestehen: Gladstone, erster Lord des Farrer Herschell, Lordkanzler; Lord Spencer, f.**™' �—***.-_ S1»*._ rw. L'aftdent des Geheimen RatheS; ChilderS, JnnerrS; Rosebery, Auswärtiges; Kimberley. Staatssekretär für Indien; Banner- %"i, Kriegsminister; Harcourt, Schatzkanzler; Ripon, Marine» Nnister; Chamdirlain, Prästdent de« Local- Government Mrd; Trevelyan, Staatssekretär für Schottland; Mundella, Mstdent des Handelsamtes' John Morley, Staats sekretär für Mand, und Charles Ruffel, Staatsanwalt.— Die größte Deutung hat unstreitig die Ernennung des Staatssekretärs �Irland. John Morley. der diesen Posten erhalten hat, s'd als ein Gegner jeder Zwangsoolitik geschildert und seine Innung gilt als ein Zeichen, daß Gladstone bereit ist, den Gerungen der Jrländer bis zu einer gewissen Grenze nach- '"nimen. >.— Im Auktionslokale der City von London wurde dieser z�se Grundeigenthum in Transvaal im Umfange von 31 806 «.,?>ien meistbietend versteigert. Das Land wurve als werlh. kl und ergiebig geschildert und ist in den goldrcich-.n Di- UM Ruschtendura und Waterburg, etwa in gleicher Ent- >»«0 von Port Natal und dem Endpunkte der Kapeisenbabn h/Unberley gelegen. Das Eiaenthum brachte nur 490 Pfd. Il�udir etwa 2'/, Per.ce per Morgen, wofür der neue Be- Noch vag Recht erhält, das zahlreiche Wild auf dem 3? Ol,"i;. Stresow, welche die Frühstückstafel aufhob und Jeden M Arbeit verwies. �«ii x stlben Zeit wurde in das Komptoir die zweite Qua.�'eingereicht, welche, weniger umfänglich als die erste, Ichireller durchgesehen war. b, 'Ml fragte der Kommerzienrath gespannt, "Ntard reichte ihm statt jeder Antwort einen Brief, "tttovi. �stig erbrach. Seine Hand zitterte, sein Gesicht ß?, während er las. Uuz'�'unen drei Tragen," sagte er dumpf.„Lassen Sie m?!*'k0en, Gontard, es muß Rath geschafft werden." der weiteren Besprechung dieses heiklen «leld� wurde„Mister Homefield" durch Wilhelm ge- klfc''�0jJe bitten," entgegnete der Kommerzienrath. Und SB«,®ontarb gewendet sagte er erregt:„Homefield? m- W denn der schon wieder wollen?" �udkr«-ard« Antwort wurde durch den Eintritt des Eng- Tan, schnitten. Der Kommerzienrath schien nicht �.�.M�angen. als er diesem mit einem sehr höflichen: entgegentrat. entgegnete Homefield mit bitten um mein Depo- kommerzienrath wurde um eine Schattirung .So** Un�®ontotb wechselten einen raschen Blick. � schon?" sagte er gedehnt. (Fortsetzung folgt.) Kunst und Lebe«. s. K KS K js$ werden sehr willkommen geheißen. Territorium, hauptsächlich auS Löwen, T'gcrn und Leoparden de stehend, zu jagen._ Parlamentarisches. — In der X. Kommission(Ardeiterschutzgesetz) begann heute(Freitag) die Debatte über die von verschiedenen Seiten vorgeschlagenen Aenverungen in Bezug auf die Be- stimmunoen unserer Gewerbeordnung, betr. die Kinderarbeit. In der Diskussion seld't, welche fast ausschließlich von den Antragstellern Lieber, Halben und Auer geführt wurde(nur der Vertreter für Plauen, Abgeordneter Hartmann und Adge- ordneter Grohö kamen noch zum Wort), trat Uedereinstimmung des Unheils über die Schädlichkeit der zu frühen Verwendung der Kinder zu industrieller Thäiigleit hervor. Während aber der Red' ec oes Zentrums sich nur ausschließlich gegen die Verwendung der Kinder zur Fabrikardeit wandte, wurde von dem Abgeordneten Auer besonders auf die Schäden, die in der Hausindustrie auf diesem Gebiete zu Tage treten hingewiesen. Ein Hinweis des letzteren R-dnerö darauf, baß auch beim Rüdenzuckerbau zum Ausziehen der übe- flüssigen jungen Pflan- zen schulpflichtige Kinder verwandt werden, gab dem Regie- lungsrommissac Anlaß zu der Erklärung, daß eS sich hier nur um eine periodische etwa 14 Tage bis 4 Wochen andauernde Beschäftigung handle, zu der aber Kinder unbedingt nöthig seien, da nur ihre zarten Finger geeignet wären, die enge nebeneinander stehenden zarten Pflänzchen zu erfassen und aus der Eide zu ziehen. Nach sehr eingehenden Dar- stellungen der industriellen Verhältnisse deS sächsischen Vogtlandes, soweit dieselben mit der Kinderarbeit in Verbindung stehen, durch den Abgeordneten Hurtmann, und nachdem der Abgeordnete Grohe sich noch für die Anträge Auer und Gen. ausgesprochen batte, wurde die Sitzung vertagt. — Dem Reichstage ist ein„Weißbuch" zugegangen. Es enthält dasselbe eine Sammlung von diplomatischen Akten- stücken, welche auf die zwischen Frankreich und Deutschland gepflogenen Verhandlungen über die gegenseitigen Besitz oer« hältniffe an der westafrikanischen Küste Bezug haben. — Di« Kommission des Reichstages zur Vorbera- tbuna der Anträge Ackermann, Biehl und Genoffen (Befähigungsnachweis) und v. Behr-Behrenhoff, Lohren be- steht auS folgenden Mitgliedern: Ackermann(Vorsitzender), v. Kehler(Zentrum), Stellvertreter des Vorfitzenden, Freiherr v. Buol-Berenberg und Gerlich(Schriftführer), Baumback, Die- den, Gebhard, Graf, Haberland, v. Koller, Kräcker, Letocha, Löwe, Loyren, Lucius, Meyer'Jena, Papellier, v. Reinbaben, Rödiger, Graf Schlieffen, Schneider. — Es liegt jetzt der Bericht der Wahlprüfungskommisston des Reichstages über die Wahl deS Abg. E. Richter im 4. ArnSderger Wthlsbezirke dem Reichstage vor. Bekannilich hat Herr Richter über die absolute Mehrheit von 9873 Stimmen nur ein Mehr von 435 Stimmen erhalten. Die Kommission beantragt beim Plenum des Reichstages:„Den Beschluß über die Giltigkeit oder Ungiltigkeit der Wahl auszusetzen und den Kanzler zu ersuchen, amtlichen Bericht darüber veranlassen zu wollen, aus welchen Gründen die in dem Wahlvrotest be- zeichneten Verbote von Wahlversammlungen er- gangen find." Dieser Antrag wurde in der Kommission mit sechs gegen 4 Stimmen angenommen. Es ist näm- lich folgender Protest gegen die Wahl Richter's einge« gangen: Die unterzeichneten ReichStagSwahler des Wahlkreises Hagen in Westfalen erheben hiermit Protest gegen die Giltig» keit der Wahl des Heim Eugen Richter zum Vertreter des ge- nannten Wahlkreises und beantragen die Beanstandung bezw. Ungiltigkeitserklärung dieser Wahl. Die Thatsachen, auf welche die Unterzelchneien ihren Protest stützen, find folgende: 1) Am 26. Oktober d. I. war für die Ortschaft HaSpe im hiesigen Wahlkreise eine öffentliche Wählerversammlung anbe« räumt und vorschriftsmäßig bei der Polizeibehörde zu Haspe angemeldet, in welcher Versammlung der von Theilcn der ReichstagSwähler des Kreises als Kandidat aufgestellte Kauf- mann Friedrich Harm aus Elberfeld sein Programm entwickeln wollte. Die Versammlung wurde von dem Bürgermeister Petzvld zu Hasve auf Grund des§ 9 des Reichsgesetzes vom 21. Oktober 1878 verboten, weshalb die Versammlung gar nicht stattsinden konnte. 2) Nack Ausweis der beiden Anlagen find auch von der hiesigen Polizeibehörde die bei derselben angemeldeten Ver- sammlungen eines Arbeiter-WablkomiteeS, welches für die Wahl des Kandidaten Harm wirken wollt«, im Voraus ver- boten und die gegen das Verbot beim künigl. LandrathSamte hierselbst und bei der königl. Regierung zu Amiberg erhobenen Beschwerden zurückgewiesen worden. Nach f. üheren Beschlüssen des Hohen Reichstages find diese während der Wahlperiode erfolgten Verbote ungerechtfertigt, weShald unser gegenwärtiger Protest ohne Zweifel völlig begründet ist." Es liegt also hier derselbe Fall vor, wie bei der Wahl deS nationalliberalm Abg. Gottburglen, welche ebenfalls wegen Verbotes sozialdemokraitscher Versammlungen erst beanstandet, dann für ungiltig erklärt wurde. Man ist unter diesen Um- Die Gabelsbergerfeier. die am 6. Februar bei R. Domack, Johannisstr. 20, stattfindet, verspricht, nach dem Pro' gramm zu urtheilen, recht interessant zu werden. Die Fest- anspräche wird der Vorfitzende des„Berliner ZeniralvereinS für GadelSderger'sche Stenographie", Herr Karl Hempel halten. Mehrere hervo:ragknde mufikaltschc und Gesangskräfte wirken an der Feier mit und find Billets bei Herm H. Marquardt. Großbeerenstraße 31 und Herm C. Pein, Lindenstrqße 43 zu haben. Ein Mode-Gegner. Einen seltsamen Utas hat soeben ein Fabrikant in Burnley erlassen. Derselbe hat nämlich dm bei ihm beschäftigten Mädchen unter Strafe sofortiger Ent- lassung da» Tragen der sogenannten Pony-Frisur verboten; ste sollen in Zukunft ihr Haar gescheitelt tragen, mag eS nun lang genug fein oder nicht. Ein Bradlaugh-Fall im englischen Oberhause. Man schreibt der„N fr. Pr." auS London unterm 31. Januar: Bei Eröffnung des Parlaments tmg sich cin biS« ber nicht in die hiesige Presse gedrungener Vorfall zu. der mehr dem Theater als der politischen Bühne anzugehören scheint, aber wörtlich wahr ist Der Marquis of Queensberrh, welcher bis zum Jahre 1880 einer der sogenannten „repräsentativen" ode. erwählten Peers von Schottland war, aber seit damals wegen feiner religiösen Freidenkerei von seinen Standesgenoffcn ausgeschlossen wurde, begab fich am Tage der Eröffnung inS Oberhaus. Die aufgestellte Polizei- linie that fich für ihn auf, und mit vollkommener Würde langte er am„Allcrheiligsten" an. Sein Name genügte ihm bis da- hin als Paß; als er jedoch das goldene Thürchen erreichte, kielt ihn der Thürhüter an. Dieser Beamte theilte dem Marqui» mit. daß er alS schottischer Peer auS eigenem Rechte zwar keinen Zutritt habe, beharre er jedoch darauf, so müsse er wenigstens fein PeerSgewand anlegen. Von den Tagen her, wo der Marquis of Queen Sherry noch ein erwählter Vertreter deS Adels seineS Landes war, hatte er nun im Oder- Hause ein solches Gewand hangen lassen. Begleitet von einem Diener, trat er in daS betreffende Zimmer, um fich mit Schar- lach und Hermelin zu schmücken. Kaum war er drinnen, so drehte der vom Thürbüter dafür voi berettete Diener den Schlüssel um und hielt den Grafen als Gefangenen, WS die Zeremonie der ParlamentS-E.öffnung vorüber unv die Königin wieder abgefahren war. In welcher Weife nun eine Klage vorzubringen sei, darüber zerbricht sich der Marquis den Kopf. Gewitter, Sturm und Regen. Am 31. v. M. hat in Deutschland von Sachsen WS nach dem Rhein ein Gewitter ständen auf die Verhandlung und Entschließung deS Plenums d«S in der fieilonkrcatuen Partei über einen Antrag behuft Vermehrung Ter W�twloofe gar nicht verhandelt worden.— Vielleicht ist> ie Nachricht von einem spekulativen Lotterielolletteur ausgegangen. ZoKale». Bezüglich der an die Ersatz-Kommisfion zu richte»« de« Reklamationen um Zurückuellung von der viesjährigm Aushebung in Berückfichbgung bürgerlicher Verhältnisse machen wir darauf aufmerksam, daß öle obengenannte Behörde immer nur Nack eingehender Prüfung der Verhältnisse entscheidet. Es haben also nur solche Reklamationsgesuche Aussicht auf Berück- sichtigung, die thatfächlich begründet find. Sind die Reklama» tionSgrüude durch freie Entschließung des Militärpflichtigen oder seiner Angehörigen herdeig'führt, z. B. durch A kaut, Ec- Pachtung, Uebertragung eines Aefitzthums re., so werden sie in der Rezcl verworfeu. Das Vorhandensein von vecheiratbeten Brüdern, welche mindestens 26 Jahre alt und durch ihren eigenen Hausstand außer Stand Jusetzt find, reklamirende Eltern zu unterstützen, wird als Grund zur Verwerfung der Reklamation nicht angesehen. Desgleichen daS Vorhandensein eines älteren Bruders, der im Heere oder in der Marine als Unteroffizier dient, insofern derselbe mit dem Truppmtheile auch fernerbin zu kapituliren g'.denkt. Wird die Zurückstellung eines Militärpflichtigen in Antrat gebracht, weil dieser als die einzige Stütze seiner Eltern oder Angehörigen zu betrachten ist, indem ein anderer zur Unterstützung derselben Verpflichteter fich dieser Pflicht entzieht oder wegen strafbarer Handlungen eine längrre Freiheitsstrafe zu verbüßen haf, so wird der An« trag auf Zurückstellung des erstecen in der Regel als begründet nicht bet: achtet, besonders dann nicht, wenn jener an- oere zur Unterstützung Verpflichtete etwa selbst schon zu diesem BeHufe von der aktiven Dienstpflicht entbunden worden ist. Auch wird in der Regel daraus ein Reklamationsgrund nicht hergeleitet, daß ein zur Unterstützung Verpflichteter dieser Ver- vflichtung nur unter besonderen Opfern nachkommen kann, in- dem er z. B. sein lohnendes Gewerbe zeitweise aufgiedt, um dem arbeitsunfähigen Vater unmittelbar Hilfteiche Hand zu leisten, hat eine Familie ic. neuerdings erhebliche Unterstützungen aus Armenfonds bezogen, so tritt eine Berücksichtigung des Reklamirten in der Regel nicht ein. Handett eS fich darum, festzustellen, ob die Person, zu deren Gunsten reklamirt wird, noch arbeits- bezw. auffichtSfahig ist oder nicht, so entscheiden hierüber die Eefatzbehörden nach Anhörung des Gutachtens deS denselben betgegebenen Arztes, weshalb in derartigen Fällen die gedachte Person fich den Ersatzbehörden in der Regel persönlich vorstellen muß. Diese Bestimmungen finden auch auf Stiefsöhne und Adoptivsöhne, sowie auf uneheliche Söhne gegenüber ihrer Mutter Anwendung, wogegen ste auf Pflegesöhne, welche nicht durch gerichtliche Urkunden an KindeS- statt angenommen find, nicht ausgedehnt werden. Oberhalb der Moltkebrücke haben feit einer Woche die Bauarbeiten zu der neuen Nothbrücke, über welche während deS Neubaues der Berkehr geleitet werden soll, begonnen. Auf der Ladestraße am Friedrich Karl Ufer ist ein geräumiger Bau- platz abgegrenzt, aus welchem die zum Brückenbau angefahrenen Hölzer zugerichtet werden. Zur Zeit ist man damit beschäftigt, die Grundpsähle, welche die Brücke tragen sollen, mit einer Dampftamme in den Baugrund einzutreiben; gleichzeitig läßt die städtische Parkdeputation die Bäume an den Uferprom:- naden beseitigen, soweit dieselben dem Neubau im Wege stehen. Die Brücke soll bis zum 1. April fertig sein, damit der erhebliche Lastenverkehr, der nach der Eröffnung des Pack- Hofes zu dem jetzt schon bedeutenden Verkehr unzweifelhaft noch hinzukommen wird, weder über die alt« Moltkebrücke noch über die oberhalb derselben gelegene Alsenbrücke geleitet zu werden braucht. Gleich nach der Vollendung der Nothbrücke soll mit dem Abbruch der alten Moltkebrücke begonnen werden. Die Gesammtardeiten für die Holzbrücke find dem Rathsjim» mermeister Tetzlaff übertragen. Eine Lotalkorrespondenz meldete unlängst, daß wieder, und zwar diesmal in DreSden, zwei Angriffe auf Geldbrief« träger verübt worden feien. Von der Ober- Postvtrektion sei in Folge dessen für Berlin der Befehl ertheilt worden, daß die Gelddneftrager den Chambregarnisten nur in Gegenwart deS Vermiethers ihre Geldsendungen abliefern dürften. Sei der Vermiether nicht anwesend, so solle der HauSwirth zugezogen werdm. Die dieferbalb angestellten amtlichen Nachfragen haben ergeben, daß diese Nachricht unrichtig ist. Seit der im Monat Februar v. I. verübten Ermordung der Wittwe Müller, deren Mörder eingeräumt hatte, die Ermordung eines Geldbrief- ftägers beabfichtigt zu haben, hat in Dresden ein Angriff auf einen Geldbriefträaer oder sonstiges Postdienstpersonal nicht stattgefunden. Es lag somit kein Grund vor, die schon seit langer Zeit bestehende Vvi schritt, daß die Briefträger Geld- deträge:c. an ihnen unbekannte Bewohner mödlirter Zimmer nur in Gegenwart der betreffenden Vermiether aushändigen sollen, erst jetzt neu zu erlassen, vielmehr wird jene alte Be- geherrscht.— Windstürme von ganz außerordentlicher Heftig- teit werden auch aus der Mrtzer Gegend gemeldet. In Folge der sie begleitenden schweren Regengüsse find die Moiel und ihre Zuflüsse neuerdings stark im Steigen. Auch aus Trarbach wird Steigen der Mosel gemeldet. Vom Sonntag zum Mon- tag stieg dieselbe in Trier um 5 Fuß. Es fleht zu befürchten, daß der im Hundsrück und in der Essel liegende Schnee bei bei der gegenwärtigen sehr gelinden, regnerischen Witterung weggeht, was jedenfalls Hochwasser bringen würde.— Aus dem Osten Deutschlands kommen Nachrichten über das Steigen der Oder.— In Siid-Rußland ist Kälte eingetreten. Die Rhede von Kertsch ist zugefroren.— Die algerische Provinz Konstan- ttne wurde von einem furchtbaren Eturmwetter belmgesucht. Auch die Ebenen von Philippeoille in der Provinz Algier wurden überschwemmt.— Aus Tunesten werden gleichfalls Ueberfchwemmunge» gemeldet: zwei Eisenbahnbrücken wurden zerstört und die Telearaphenlinien schwer beschädigt. AlS Folge der in der Polendedatte gerühmten Schön« heit der Polinnen bringt der ultramontane„Westf. Merkur" das nachstehende Heirathsinserat:„Ein Kaufmann von statt- lichem Aeußeren, 33 Jahre alt, mit großem Geschäfte unv großem Vermögen, sucht, angeregt durch die letzten Kammer- debatten, fich zu verehelichen. Da sämmtliche Redner, besonders auch Ee. Durchlaucht der Herr Reichskanzler, die Ueberlegenheit der Polinnen anerkannten, so refleftirt Suchender nur auf eine Polin. Dieselbe braucht kein Vermögen zu befitzen, muß aber eine schöne Figur haben und im Alter von 17—20 Jahren stehen. Gef. Offerten sud A. W. 100 besorgt die Exo. v. Bl. Die Bevölkerung Indiens. Ja einem dieser Tage offiziell in Bombay pudlizirten Werke üb« die„Kasten und Rassen in den Provinzen unter d« Botmäßigkeit deS indischen Kaiserreichs"(Birma nicht mitgerechnet) finven fich folgende interessante Daten: Das hindostanifche Reich ist von viel mehr Völkerschaften und Stämmen bewohnt als Europa; es zählt 855 pofitiv verschiedene Kasten und Stämme, ungerechnet eine große Anzahl kleiner und im Aussterben begriffener soezieller Volksschichten. Fünfzig der verschiedenen N ittonali- täten haben von 1-14 Millionen Angehörige. Die indischen Unterthanen der britischen Königin südlich des Htwalaya erreichen an Zahl die gigantische Ziffer von 240 Millionen, also gleich drei Vierteln der gesammten Einwohnerzahl Europas, und kein Terntorium von gleicher Größe auf der ganzen Erde weist solche Verschiedenheiten auf in der Körper- dilvung. Sprache, Religion und Bildung, als dies in Indien der Fall ist. Kimmung lediglich behufS dauernder Sicherstellung der noth- wendigen Vorstcht bei Ausübung des Bestelldienstes dem de- theiltgien Personal in regelmäßigen Zwischenräumen von drei Monaten in Erinnerung gebracht.„ �, Die Simeonstratze ist eine in dai öffentlrche Straßen- netz der Stadt nicht aufgenommene Privatstraße. Die Reini« gui g der Straße wird von der Stadt gegen ein jährliches pränumerando zu zahlende? Pauschquantum besorgt, welches von den Adjazenten geleistet wird. Da die Straße vom 9. Sep. tember bis 6. November pr. gepflastert wurde, fiel die Straßen- reinigung weg und die Hausbefiser hatten die Rückzahlung der Reinigungskosten für diese Zeit beantragt, find aber ab- schläglich deschieden worden. Die Hausbesttzer deabficht-gen, ihre Ansprüche nicht fallen zu laffen, sondern an kompetenter Stelle geltend zu machen...„ Eine Vorstellung in der Schwarzkunst,_ wie sie vorgestern stattfand, dürste wohl selten dagewesen sein. Während sonst die Zauberer im Theater oder Salon vor zahlreichem Publikum ihre Kunst zeigen, dedutirte gestern ein Zauber- kllnstler vor einem Parterre von Irrsinnigen. Auf Aufforderung des Magistrats gab Herr Meunier in Dalldorf eine Vor stellung in der höheren Magie. Da saßen in langen Reihen die Unglücklichen beiderlei Geschlechts, durch zahlreiche Wärter und Wärterinnen getrennt und beauffichtigt, das starre, tief- liegende Auge ununterbrochen auf den Gast gerichtet; nur von Zeit zu Zeit irrten die Blick auf die zahlreich erschienenen Merzte und Wärterinnen, deren Anordnungen die Kranken jedoch fast immer willig Folge leisteten. Als erste Produktion ließ Herr M. ein Geldstück verschwinden und wieder zum Vor- schein kommen. Dumpf ertönte da plötzlich eine Stimme: „Wir dürfen hier kein Geld haben!" RegeS Interesse zeigten die Kranken, als der Künstler in seiner Zauber-Kanne Punsch braute und herumreichte. Jeder wollte Punsch haben, und erst, als Herr M. diejenigen, die keinen erhallen hatten, tröstete, er würde morgen wiederkommen und fie würden dann die doppelte Portion erhalten, waren fie ruhig. Mit einem Kranken unterhielt fich der Zauberkünstler, dem er eine Zigarre anbot, dieselbe aber dann nicht gab. Sofort trat ein anderer Kranker zu Herrn M. Jener meinte:„Sprechen Sie doch nicht mit dem, der ist ja verrückt." Seltsame Kontraste konnte man, wie der„B. C." schreibt, in den Phystognomien der ver- {chiedenen Kranken beobachten; ein Theil brütet dumpf vor fich im, während andere mit großer Epannima die Produktionen deS Zauderers verfolgen. Der Berliner Magistrat scheint mit dieser Vorstellung dem Beispiel der Pariser Stadtoerwaltung gefolgt zu sein, welche alljährlich in den großen Irrenhäusern Saint. Anne und Charenton, sowie in der Irren Abtheilung deS Frauen. Gefängnisses von St. Lazare große MatinSm, bei welchen die ersten Künstler der Großen Oper und deS„ThSllre Ftanoais" mitwirken, veranstaltet. Reue Kraukenhäuser i« Berli«. Die Stadt Berlin wird folgende Neubauten ausführen laffen: 1) ein Krankenhaus im Süden, 2) ein Hospital und SiechenhauS für alte Männer, 3) eine Anstalt für 600 Epileptische in nächster Nähe der Stadt »nd 4) eine Irrenanstalt für 600 Geisteskranke. 13. Ziehung d. 4. Klasse 173. Känigl. Preuss. Lotterie. Zievun« vom i. Februar rww. Bar dl» aetvlmit Uder 210 Marl ft»d neu betreff«»!«» Nu««er» in Pareathe» beigefügt. (Olm« Bewähr.) 170 250 382 417 656 636 50 90 7X0 79815 62 75 965 1 068 93 99 208 85 90 390 685[3001 606 38 713(30001 32 34 66 86>24 74 910 91(800) 2041 205 48 86 3; 3 42 130001 422 37 553 54 685 715 74 78 99[300] 933 (3001 3009 272 492 672 62u 39 734 76 1300) 960 4086 113 560) 208 19 32 92 309(1500) 508 628 45 86(30001 715(1600).'28 97 927 86[30001 5003 26 87 139 88 221 24 63 3 ,7 34 53 130001 404 5 19 28 39 79 514 15 27 61 74(15001 617 51 74 80 705 90 820[560] 50(3000) 909 16 (5501 70 94 6064 190 246 300 69 412 36 67 517 84(300) 664(3000) 721 839 40 68 93 97 98 908 9 20 38(1500) 77 82 86 7003 81 158(650) 79 84 211 31 383 402 7 61 554 694[3001 724 35 39 41 819 29 34 90 920 8015 39 41 72 85 128(300) 88 254 70[5501 96 344 72 643 7.8 81 90 635 92 801 33 54 68-2 971»133 207 18 93307 23 481 525 42 93(300) 619 20 62 79(30 O) 769 93 815 63 66 74 8( 90 952 60 10096 l o 58(560) 71 269 336 408 47 61 69 689 606 89 703 8 57 814 115001 26 917 1300] 1 1067(300) 186 313(3001 63(1500) 76(300) 93 437 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[55") 94 910(3000) 13 93 9*000 12 93 95 97 137 43[1500! 78 337 4jJ 54 345(300) 435 87 669(650) 712 65 821(16001 24 46(5501 9: 51 299 387(560) 513 24(3001 36 616 54 64 702 3 8 42 76 81 »4035(5601 44 274(300) 303 31 36 78 404 89 667 602 32 819 46 931(6000) 43 48 90 s.»! verde�stcr k#; PROSPECTIIS. Aktien der Dänischen Landmannshank Hypothek- und Wechseibank in Kopenhagen IDlt m liHll ASlOll 1886* Subskription auf lMMN 11 600 000 Skiiiul. Währ.=(llilili 13 050 000 Deutsche RelcW# (Gesammtkapital jetzt Kronen 24 000 000.—— Mark 27 000 000.—) Auf Grund der von der Generalversammlung der Aktionäre vom 20. Januar 1886 ertbeilten Er> äch'igung emnrirt die Däiikche LanbmannSdanl Hypothek- und Wechseibank Kr. 13 OO« OO«— Mark 13 50« OOO.— neue Aktien, welch« vom 1. Januar 1886 in derselben Weise wie die alten Aktien an den Erträgniffen ver Bank des Jahr S 1886 und der folgenden Jabr« vadizipiren. jt Di« neuen Äkiten find wie die alten i» Kr»«»« Klland. Währung»nd Mar« Deutscher Reichswährung als einfache h Kronen 400.—-°- Mark 450.— un» fünffache, also ck Kronen 2000.—--- Mark 2250.— ausgestellt. Die DividendenkouponS der neuen Aklten sowohl, als die der allen Emission, werden außer in Kopenhagen Hamburg bei dem Bankhause L. Behrens u.Sohne in und in Berlin Job. Berenberg Gossler u. Co., S. Bleichroder und„„ F. W. Krause u zahlbar gestellt.— Die Dividend« der Dänische« jandmannsbank Hypothek-«nd Wechsetkank betrui für 1879... 7 pCt. für 1881... 6'/, pCt. Co», Bankgeschäft, i Jll fe&Ä iÄngSanl Henfabril > 4. te in Mark Deutscher Reichswährung zum Pari- kursr 8 Kronen= 9 Mt. c JO W f lt fin ,tert,: � In und 1882 für 1883 1834 1880... 7'/» und werden für 1886 ebenfalls 7 pCt. zur Vertheilung gelangen. ju Der durch die neue Ällien. Emission von der Dänischen LandmannSbank Hypothek- und Wechselbank erzielte Agiogcwinn wird ungelrbmälert dem Reservefond zugeführt, � dadurch inklusive der auS dem Jahre 1885 ihm zuzuführenden Verstärkung und einschließlich des Dclcredere-FondS auf mindestens Kr. 2 000 000— fich belaufen wird. o' Von obigen Kronen 12000 000.—--» M. 13 500 000.— Aktien behält die Dänische LandmannSbank Hypothek- und Wechseldank nom. Krone» 400 000.—= Ist. 4500' m die noch ausstehenden Gründerrechte, deren Inhaber sich deS Rechtes, die neuen Aktien al pari zu beliehen, mdjt entäußert baden. Mefibntoß... Kronen II 600 000.= Mark 13 050 000.— ist von einem Konsortium fest übernommen worden. Die Subsrklption auf den vorbezeichneten Betrag der Aktien der Dänischen LandmannSbauk Hypothek- und Wechseibank findet *• In W 5.%ste zur Lieferung�egen Dienstag, den 9. Fedrnar d. I., bis inkl. Konnadend» den 13. Fedrnar d. I., in Hamburg bei drm Bankhause j. Kehren» St Kähne, und„„„ Höh. K-renberg Gossler St G».. w Berlin„„ 8. Blelchröder, »nd„„„ F. W. Krause o. Co., Bankgeschäft. in H-penhage«„ der Dänische« Zandmannsbank Hypothek»«nb Mechsetbank während der bei jeder Stelle üblichen GeschäftSstunden stall. Den Inhabern alter Aktien ist bei der Subekription das Vorrecht eingeräumt, zum Subekriptionpreiee Kronen 2000.— Mark 2250. alte Aktien■ Kronen 1200.= Mark 1350. neue Aktien, ZU fordern, beziehungsweise auf je Kronen 1600.— Mark 1000. alte Aktien i Kronen 800.---- Mark 900. neue Aktien, Kronen 1200.= Mark 1350. alte Aktien i Kronen 400.— Mark 450. neue Aktien, Kronen 800.--- Mark 900. alte Aktien■ Kronen 400.---- Mark 450. neue Aktien. Den Inhabern von nm einer allen Aktie a Kronen 400 steht kein BezugSrecht zu. Durch Stempelausdruck auf die alten Attien wird die erfolgte Ausübung des BezugSrcchteS konstatirt, und unterliegm die Grund der alten Mien nach obigem fnbskribilten Beträge keiner Reduktion. Für die deutschen Sudskriptions-Stellm gelten im Uebrigen folgende Bedingungen: 1) Die Sudskription erfolgt auf Grund der zu diesem Prosveklui gehöligen AnmelvungS Formulare, welche auch von den vorgenannten Stellen bezogen werden )«k«n AnmeldungS-Stclle ist die Befugniß vorbehallen, nach ihrem Ermessen die Höhe deß Betrages jeder einzelnen Zutheilung zu bestimmen, in sofern eS stch nicht um Ausübung erwähnten Bezugrechtes handelt. uiM Subskriptionspreis ist festgesetzt auf 112 Mark für 100 Marl nominal der Aklien zuzüglich Siückzinsen a 4 pCt. p. a. bis zum Tage der Abnahme. der Sudskriptton«r"" �----------. �......-------.... �n g Seit Sah ViMäni # f5SS 3) Bei muß eine Kaution von fünf Prozent deS Nominalbetrages hinterlegt werden. nrd. fßÄ'! veranschlagenden Effekten zu hinterlegen, welche die betreffende Subskriptionistelle als zuläsfig erachten w 4) Die Zuthellung auf Zeichnungen, welche nicht auf Grund deS erwähnten Bezugrechts gemacht Im Falle die Dieselbe ist entweder in Baar," ober in solchen nach dem &R hhiS(ob.lö wie möglich nach Schluß der Subslrt---- � 5) Die Ab ________._.......,..___________________ worden find, weniger als die Anmelvung beträgt, wird die überschießende Kaution unoer, üglich zurückgegeben. 'me der zugethellten Aktien kann vom 23. Febrnar d. I. ab gegen Zahlung des Betrages(2) aeichehen. Der Subskribent ist jedoch verpflichtet: V: deS Nominalbetrages der Aktien spätestens bis einschließlich 31. März 1886 Vi«» /zu rt tf n 30� April 1886 abzunehmen. Nach vollständiger Abnahme wird die auf dmzugetheilten Betrag hinterlegte Kaution verrechnet," bezw. zurückgegeben. Für zugetheilte Beträge unter 11 250 Mark IW*",°oi stckzesfive Abnahme gestaltet, und find solche bis zum 81. Marz 1886 ungetrennt zu reguliren.»Sfnb 6) Bis zur Fertigstellung der definttiven Stücke geben die SudskriptionSstellen Jnterimischetne aus, welche kostenfrei gegen die von der Dänische« Zandmannsba«� zl'" ongefertigim Aktie« in Gcmagheit weuerer Bekanntmachung umgetauscht werten. Die von den deutschen SubskriptionSstellen auszuhändigenden JnterimSschein«»» iy Mgep ist'" s m ««d Mechselbank angef find mll deutschem Reichsstempel versehen. L. Behrens F. W. Krause& Co., Hamburg. Kerlin. Kopenhagen, Februar 1886. te» i& Sohne. S. Bleichröder. Joh. Berenberg Gossler& Co. b �°or� Bankgeschäft. Dänische Landmannsbank Hypothek- und Wechselbanj� � -___—————'—-—■"--------------— Verantwuni ckier Redakteur R. i und Nachtarbeit betrieben werden, ndustiiezwelge, welche der Regel nach nur mit Dagesardeit betlieben weroen, in a- misten regelmäßig wiederkehrenden Zeiten(Saison) Nachtarbeit zu Hilfe nehmen, Industriezweige, welche der Regel nach nur mit Tagesarbeit betrieben werden, in unregelmäßig ein- tretenden eilig n Zeiten aber Nachtarbeit zu Hilfe nehmen. .°'n unter 1 und 2 bezeichneten Industriezweigen �NihmsloS eine Eintheilung der Arbeit in Tag- und . vu, n statt, und zwar mit vereinzelten Ausnahmen, regelmäßiger, meist wöchentlicher Schichtenwechsel Echtch-!' In den vereinzelten Fällen, in welchen die eine schästj.. Nim«! bei Nacht, die andere immer bei Tage be< lichir«J�fd, beruht dies auf der Mitverwendung jugenv- Verben.-"terinnen, welche gesetzlich bei Nacht nicht beschäftigt ?!n x En! r...unter 3 bezeichneten Industriezweigen werden in JtcjjiDi;-Sn theils die sonst üblichen TageSschichten durch regel- bliich und Nachtschichten ersetzt, rhells wird der Betrieb "tbeiW � Überstunden ver in der Tagessebicht beschäftigten verstärkt. In den unter 4 bezeichneten Industrie- »ür wi�lgt die Verstärkung des Betriebes in eiligen Zeiten v w.Hinzunabme nächtlicher Ueberstunden. ieit.,-' Die Industriezweige, in welchen Nachtarbeit der Ar- PPlew vulkommt, find folgende: 1. Zu A. 1: Glashütten, "ufalluttn, Brtquettfadliken, Z mentfabriken, Eisen- slnde, In »rt, 450 O*' Sau« Z nkhüttcn, Porzellanknovftabrtken, Papier- und W �nfrn, Holzschleifereien, Spinnereien und Webereien, !ztri»,�l> Flanellfabliken, Wollwäscherei und Kämmerei, Netz- .«hrmische Fabriken, Zuckcrrasfinerien, Stärkefabriken, Druckereien(für Zeitungen). totiv*«A- 2: Rüdenzuckersabrikcn, Krautfabriken, Zichorien- �'L'-ft-I-i-n. Steingutfadriken. toi,■ Zu A. 3: Bleiwaarenfabriken, Spielwaarenfabriken, ftZ rinö Echnitzstoffoerardeitung, Tepptchfadriken, Strumpf« t�rwsabliken, Echirmfabriken, einzelne Zweige der Beklei- �Industrie, Färbereien und Appreturanstalten, Bettfedcr- �ungsanstalten, Chokoladc- und Zuckerwaarenfadriken, .uienfadriken, Konserven- und Fleischwaarenfabriken. W" B. 4. Diese Art der zeitweiligen Nachtarbeit kommt W, Atehrzahl aller Industriezweige vor, am meisten in der , o'Ad Papierindustrie. kkü.Dte Zahl der Albeiterinnen, sind, beträgt annähernd l- In den Jndustriezwetgen mit regelmäßiger und Nachtarbeit das ganze Jahr hindurch: „ in 222 Betrieben mit 4080 A beiterinnen. In dm Kampagneindustrien: a) In Zuckerfabriken: in 306 Betneben mit 7796 Arbeitetinnen. 4 und 2 kommen noch hinzu die ungetrennt angege« li'Llt» Königreich Sachsen 28 Betriebe mit 1100 Ar- Demnach ad 1 und 2 Summa: 565 Betriebe mit ifweiterinnen. ' vn Sarsonindustrien: Hier ist die Zahl der Betriebe Und der Arbeiterinnen nur hin und wieder ermittelt. Aufgeführt find Preußen, Gera und Württemberg i wit 44 Betrieben und 2115 Arbeiterinnen. Zahl der Betriebe, welche unregelmäßig in eiligen Zeiten Arbeiterinnen bei Nacht belchäfliaen, und die Zahl der so beschäfttgten Ardeiterinnen hat nicht fest- - ü&'M'llt werden können. fcflnn'n b i tc..ttn Jndustiiezweigen, welche überhaupt Arbei- «Ä? welche mit Nacharbeit in den verschiedenen Tag. bü H Nacht bcschästigen, giebt es. soweit sich hat ermit ...um,. nur einen. in welchem die? mit verschwindenden »Aeftf. v;,von sämmtlichcn dems.lden angehörenden Betrieben 1» � die«V Üdenzucker-Jndustrie, in welcher zu- i„�?bl der bei Nacht beschäftigten Arbeiterinnen größer "'g Ardlo?�lichen übrigen Jndustiiezreigm, welche regel- alle» bei Nacht beschästigen, zusammen. K'w ubnzen Industriezweigen, in denen eine regel- 'rftlbe„Ii, rwn Arbeiterinnen vorkommt, beschränkt vj. uf einzelne mehr oder weniger zahlreiche Betriede, »Iz Äusnns. ��°ße Maffe der Betriebe dieselbe nicht kmnt. k machen die Buchdruckereien insofern, Utlchtn ä m mt lich e Z e i t u n g s d r u ck er e i« n, � im OviiunHül'iuuttticiip ltsn�n au� ��."blätter hergestellt werdm, Arbeiterinnen """— u"r � -MK pn nc wtist nur in geringer Zahl— bei Nacht be. scheint bei einigen verhältnißmäßtg neue- sweigen, wie bei den Briquettfabrrken und den i« ev' bie Nachtarbeit von Ardetterinnen von i«er RebrAahl der Betriebe eingeführt zu sein. achtarbeit ist, namentlich soweit es „.es Betriedes durch nächtliche Ueber- £.»i.■ in verschiedenen Zweigen der Textilindustrie der Nachtarbeit für die Gesundheit �lch-.'n bei Arbeitet liegen destimmte Erfahrungen nicht "nb bon�« Bezirken die Ätachtarbeit eine so spora- pW Urachs noch niv.n noch so neue ist, daß sichere Beobachtungen SK jn b|(t wt gemacht werden konnten. Eine Ausnahme .kA' Vb®°n bet Ziehung die Rübenzuckeriniusttie, für welche Hyp-K" Mehrzahl aller Behörden'' am- ist' Z) ��bütten, welche übrigens nur in Oder« »enb-r6""!'!? die Uttheile über die Folgen der 8" auf der Beobachtung von Thalsachen als auf den Ech'üffen, welche auS der Natur der Beschästigung gezogen werden, und gehen deshalb vielfach auseinander. Auch von denjenigen, welche ein ungünstiges Urtheil sällm, wird anerkannt, daß es sich weniger um gegenwänig vorhan- dcne Uebelstände handle als um solche, welche bei einer wei- teren Verbreitung der Nachtarbeit möglicherweise eintreten können. F. Auch über die Frage, ob daS Verbot der Nacht- arbeit der Ardeiterinnen ohne Schädigung gewichtiger In- tereffen durchführbar sei, gehen die urtheile auseinander. Gegen daS Verbot wird das Bedenken erhoben, daß da- durch nicht nur die Produktionskosten der Industrie er- höht, sondern auch viele Ardeiterfamillen in ihrem Einkommen geschädigt werden würden. In letzterer Beziehung wird nament- lich darauf hingewiesen, daß das Verbot der Nachtarbeit der Frauen für die betieffenden Industriezweige entweder die Be- seitigung der Nachtarbeit überhaupt, oder die gänzliche Aus- schlicßung der Arbeiterinnen von der Beschästigung zur Folge haben müsse, und daß letzteres überall da eint.rten müsse, wo die Eigenthümiichkeit der Industrie den regelmäßigen Tag- und Nachtbetrieb erfordere. Für das Ver- bot wird von anderer Seite geltend gemacht, daß in den meisten Industriezweigen, in welchen überhauvt nächtliche Beschäftigung von Ardeiterinnen vorkomme, diese keine ent- scheidende Rolle spiele, weil sie nicht bei allen Betrieben deS betreffenden Industriezweiges, sondern nur sporadisch vorkomme, und demnach aus dem Verbote im Allgemeinen weder für die Industrie noch iü: die Aibriterbevölkerung erhebliche wtrth- schastliche Nochtheile hervorgehen könnten. ' Ein ausnahmsloses Verbot wird übrigens von keiner Seite befürwortet. Zunächst herrscht E'nverfländniß darüber, daß für den wichtrasten in Betracht kommenden Industriezweig, die Rüben- zuckeefabrikation, in welcher die Nachtarbeit von Arbeiterin- nen von jeder und ganz allgemein üblich, auch für die Folge nicht abgestellt werden könne, weil in derselben weder die Nachtarbeit noch die Beschäftigung von Arbeite- rinnen entbehrlich sei, und weil es stch daneben um eine Beschästigung handle, welche für zahlreiche weibliche Arbeits kr äste, welche in den Sommermonaten mit landwirthschaftlichen Arbeiten beschästigt seien, die einzige Gelegenheit biete, auch in den Wintermonaten einen Verdienst zu finden. Ebenso wird eS ziemlich allgemein für unihunlich gehalten, die Nachtarbeit für die sogenannten Saisonindustrien abzustellen. Es handelt sich für diese Industriezweige um die Notbwendig- keit, in gewissen, meist nur kurzen Perioden den regelmäßigen Betrieb zu verstäiken, um den erhöhten Anforderungen des Marktes, welche in Folge deS regelmäßigen Wechsels der Mode oder durch daS außerordentliche Bevürfniß in gewissen Jahreszeiten dedingt find, genügen zu können. Dazu reichen weder die auf den regelmäßigen Umfang deS Betriebes derech- neten Betriebs anlagen, noch die für die Beschäftigung verfüg- baren Arbeitskräfte, namentlich soweit eS fick um eingearbeitete Arbeiterinnen handelt, aus, wenn nicht die während der übrigen Zeit des JahreS ausschließlich übliche Tagesarbeit durch Nachl- arbeit ergänzt werden kann. Endlich wird eS auch ziemlich allgemein für unausführbar aehalten, durch ein allgemeines Vervot der Nachtarbeit die Verstärkung des TagesdetriebeS durch Hinzunahme nächtlicher Uedersturden in eiligen Zeiten unmöglich zu machen, weil da- durch namentlich verschiedenen Zweigen der Textilindustrie die Möglichkeit entzogen werden würde, günstige Konjunkturen durch rasche Vermehrung der Produstion ausnutzen zu können. Von besonderer Bedeutung ist diese Rückstcht in solchen Industrie- zweigen, welche für den Export arbeiten, weil dieselben, wenn sie außer Eland gesetzt werden, die häufig plötzlich an fie her« antretenden eiligen Bestellungen anzunehmen, dadurch leicht auch den regelmäßigen Absatz auf dem Weltmärkte an auswärtige Konkurrenten verlieren. Die Folge davon würde dann eine dauernde Einschränkung der Produktion in diesem Industrie- zweige sei, welche für die darin deschästigtm Arbeiter meist noch bedenklicher sein würde, als für den Unternehmer. Narlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 40. Sitzung vom 5. Februar, 1 Uhr. Am Tische des BundeSrathS: v. Boetticher, von S ch e l l t n g und Kommiffarien. In erster und zweiter Beratbung wird der Gesetzentwurf, betr. die Bürgschaft deS RerchS für die Zinsen einer egyptischen Staatsanleihe, genehmigt. Die Abstimmung bezieht fich, wie der Präsident ausdrücklich kon- statirt, nur über den Gesetzentwurf selbst, nicht über die Ueber- einkunst der sechs Großmächte und der Türkei vom 18. März 1885. Dem Reichstag blieb es unbenommen, auch die letztere in den Kreis seiner Disiusston zu ziehen, wenn überhaupt eine solche stattgefunden hätte. Damit ist seitens der Reichsregie- rung dem Art. 7 der Uebereinkunft genügt, durch welchen die Regierungen der sechs Großmächte fich verpflichten, die Geneh. migung ihrer Parlamente zur gemeinsamen und solidarischen Garanti für die regelmäßige Zahlung von 315 000 Pfo. Sterl. Zinsen der höchstens mit 3", pCi. zu verzinsenden egyptischen Anleihe von 9 Millionen Pfd. Steil, einzuholen. Es folgt darauf die erste Bera'hung deS Gesetzentwurfs, betreffend die Abänderung deS§ 137 des Gerichts- Verfassungsgesetzes, der durch nachstehende Vorschrift ersetzt werden soll. „Will in einer Rechtsfrage ein Zivilsenat von der Ent- scheidung eines anderen Zivilsenats oder der vereinigten Zivil- senate, oder ein Strafsenat von der Entscheidung eineS anderen Strafsenats oder der vereinigten Strafsenate abweichen, so ist über die streitige Rechtsfrage im ersteren Fall eine Entscheidung der oei einigten Zivilsenate, im letzteren Fall eine solche der ver- einigten Slrafsenate einzuholen. � v, mr Einer Entscheidung der Rechtsfrage durch daS Plenum bedarf e«, wenn ein Zivilsenat von der Entscheidung eineS Strafsenats oder der vereinigten Strafsenate, oder ein Straf. senat von der Entscheidung eineS Zivilsenats oder der vereinig- tm Zivisenate, oder ein Senat von der früher eingeholten Ent- scheidung deS Plenums abweichen will. Die Entscheidung der Rechtsfrage durch die vereinigten Senate oder daS Plenum ist in der zu entscheidenden Sache bindend. Sie erfolgt in allen Fallen ohne vorgangrge münd- "��Sowe?die �Entscheidung der Sache-ine vorgängige S'SSäää«: artigkeit der Judikatur in den unteren Instanzen, gleich miß- lich für die Interessen deS Publikums wie für die Entwickelung einer allgemeinen RechtSanschauung, findet ihr Korrektiv in den höheren I stanzen. Anders liegt die Sache bei fciffmrenden Rechsent'cheidungen der obersten Instanz, deS Reichsgerichts, wo die Bearbeitung der Fälle in mehreren Zivil- und Straf- senaten unabweisbar ist. Zur Verhütung einer differirenden Rechtsprechung harte der§ 137 Vorsorge getroffen für die Fälle, in denen ein Zivilsenat von der Entscheidung eines anderen oder der vereinigten Zinlsenaie, oder ein Strafsenat von der früheren Entscheidung eines anderen oder vereinigten Straf- senate abweichen null, dagegen nicht für den Fall, daß eine Verschiedenheit in der Rechtsprechung der Zivilsenate gegenüber denjmigen der Strafsenate stattfindet. Die Annahme, daß solche Widersprüche voraussichtlich selten oder gar nicht vor- kommen würden, hat die Praxis widerlegt. Die Vorlage statuirt deshalb für den letzteren Fall eine Entscheidung der Rechtsfrage durch das Plenum des Reichsgerichts als die autoritative Einheit für die gesammte Judikatur des Reichsgerichts. Die Ent- scheidung über den Thatdestand bleibt füglich den einzelnen Senaten überlassen, diese aber bleiben in ih-en Entscheidungen gebundin an die Entscheidungen des Plenum?. Eine kommissarische Behandlung der Vorlage erscheint mir bei ihrer Ein- fachheit und Klarheit überflüsfig. Abg. v. C uny(nat. lid.) empfiehlt Vorberathung in einer freien Kommiffion unter Theilnahme von Vertretern der Reichs- regierung. Die Sonderung der Rechtsfrage von der Gesammt- hett des Falles ist eine etwas künstliche und vielleicht auch für die Entwickelung unseres Rechtsledens nachtheilige Einrichtung. Wir haben tm Gebiete des französischen Rechts die Erfahrung gemacht, daß häufig die Entscheidung der Rechtsfrage durch die Lage deS Einzelfalles durchaus bedingt ist. Abg. v. Grävenitz(R.-P): Daß fich bei den einzelnen Senaten des Reichsgerichts eine seldstständige Rechtsübung her- ausbildet, est an fich kein Unglück, sondern eine einlache Konsequenz der richterlichen Freiheit und Unabhängigkeit. Es muß aber ein Mittel gefunden werden, um völlige Uebereinstimmung in der Rechtsprechung herbeizuführen, wissenschaftliche und praktische. Der Entwurf schließt fich überall dem Gutachten des Reichsgerichts an. Das ist ein erfreulicher Vorgang, der auch in anderen wichti- gen Angelegenheiten der Rechtspflege Nachahmung verdiente. Ich bin erfreut darüber, daß die Entscheidung der Rechtsfrage im Plenum ohne vorgärgige mündliche Verhandlung erfolgen soll- Eine eingehende Diskusston in einem solchen Kolleg um von etwa 80 Mitgliedern wäre unmöglich oder doch erfolglos. Auch darf ein solches Kollegium nicht mit Rechtsfragen des einzelnen Falles befaßt werden, die in der Judikatur gar nicht streitig find. Es handelt fich hier auch gar nicht um Urtheile. fondern um Gutachten, und insofern um ein Jnternum deS Kollegiums. Diese Gutachten find doch wesentlicher als der mündliche Vortrag deS Referenten und Korreferenten, die doch außer Stande sein würden, die wiffenschaftliche Seite der Frage vollständig zu erschöpfen. Nur in einem Punkte wünsche ich eine Aenderung der Vorlage, daß die Entscheidung der Rechtsfrage im Plenum erfolgt„nach schriftlicher Anhörung der Staatsanwaltschaft." Ein etwaiger politischer Einfluß ist von dieser Mitwirkung nicht zu befürchten, wohl aber eine materielle Förderung der Entscheidung zu erhoffen. Ich bin für Be> rathung der Vorlage im Plenum. Abg. R i n t e l e n(Zentrum) empfiehlt kommissarische Vorberathung in der Kommission, welche die Antrage auf Wiedereinführung der Berufung bearbeite'. Denn reiflichster Ueberlegung bedürfe die Trennung der Rechts- von der That- frage, die Mitwirkung der Staatsanwaltschaft für die im Gesetz vorgesehenen Fälle und die Entscheidung bezw. Prüfung von Beschwerden. Die kommissarische Vorberathung wird abgelehnt, es wird die zweite Berathung also im Plenum stattfinden. Es folgen Wahlprüfungen. Die Wahlen der Abgg- Virchow, Prinz Handjery, Noppel, Delbrück und Kropatschcck werden für giltig erklärt. Bezüglich der letzteren wird der Reichskanzler ersucht, die eidliche Vernehmung von Zeugen zu veranlassen, sowie ermitteln zu lassen, wo und durch wen die Verschlüsse der verfiegelten Wahlzettel verletzt worden find. In Betreff der Wahl des Abg. Eberl wird die Anstellung weiterer Ermittelungen durch die Mandatsniederlegung des Abg. Edert für erledigt erklärt. ES folgt die Prüfung der Wahl deS Abg. Richter. In einem Proteste von ReichstagSwählern deS Wahl kreises Hagen wird behauptet, daß eine Wählerversammlung in Haspe, sowie Versammlungen eineS Arbeiter- Wahlkomitees widerrechtlich verboten seien. Die Kommission beantragt, den Beschluß über die Giltig- keit oder Ungiltigkeit der Wahl auszusetzen und den Reichs- kanzler um einen amtlichen Bericht darüber zu ersuchen, aus welchen Gründen die im Wahlprot-st bezeichneten Verbote von Wahlversammlungen ergangen find. Abg. HasencleZver(Sozialdem) tritt für diesen An- trag ein. Das Hauptgewicht wird auf Klarstellung des zweiten Punktes deS Wahlprotestes zu legen sein. Verbote von Ver- sammlungen sozialdemokratischer Wahlkomitees müssen viel ein- schneidender wirken, als Verbote öffentlicher Wählerveisamm- lungen. Es wird damit im Volke der Glaube erweckt, daß den Sozialdemokraten nicht einmal erlaubt sein solle, Vor- bereitungen für die Wahlen durch die Errichtung von Wahl- komitees zu treffen. Abg. v. Köller(kons.): Herrn Haserclesers Bemerkungen passen nicht recht auf den vorliegenden Fall. Um Verbote von Wahl- komitees handelt es fich hier ntchr.(Ruf: Doch! Kommisstonsbericht!) ES werden Wählerversammlungen sein, die vom Wahlkomitee einberufen worden. Die Bildung von Wahlkomitees verhindern zu wollen, wäre ein döser Eingriff in die Wahlfrethert. In Bezug auf den Antrag der Kommission sind wir der Anficht, daß der Beschluß über dielGiltigkeit der Wahl nicht weiter auSgesext zu werden braucht. Der Ermittelungen, um welche der Reichskanzler ersucht wird, bedarf es nicht; fie find, wie der Bericht ergiebt, vom Landrathsamt in Hagen und der Re- gierung in Arnsberg angestellt worden. Bei der Wahl des Abg. Gottburgsen erklärten Rickeit und Windthorst, daß eine Wahl für giltig zu erklären sei wenn die Majorität des Ge- wähllm durch die Zahl der Wähler, welche bei der Wahl nicht erschienen, nicht alterirt werden könne. Ich würde die Aurstellung eineS solchen Grundsatzes bedauern, aber immerhin würde mir das noch lieber sein, als wenn, wir bisher, von Fall zu Fall entschieden werden sollte. Abg. Richter ist gewählt mit einer absoluten Majorität von 435 Stimmen. Nicht g wählt Hahen im Ganzen 1374. Nach Ihrem(der Linken) Prinzip müßte die Wahl Richters ebenso gut kasfirt werden, wie die von Gottburgsen. Aber wir halten dieses Prinzip für falsch unv finden in dieier Auffassung bereits Unterstützung auf Ihrer Seite, wie ein Artikel der„Freifinnigen Zeitung" beweist, in dem Stimmung Wir (Ruf für die Giltigkcitselklarung der Wabl gemacht wird. find bereit, schon heute für die Giltigkeit zu stimmen. rrchts: Mehr tonnen Sie doch nicht verlangen!) Abg. H ä n e l(deutsch- freis.) wird für den KommisfionS brschluß stimmen. Herr v. Köller habe zwar theoretisch für die Giltigleit der Wahl plaidirt, praktisch aber Stimmung für die Urgilligkeiteertiärurg gemacht, namentlich dadurch, dost er keinen Antrag auf Giltigleit stellte. Herr v. Köller babe die Anerkennung' des Prinzips gewünscht, daß eine Wahl stetS für ungiltig erklärt weiden müsie, wenn die Zahl derjenigen, die bei startgehabten Versammlungsverboten an der Wahl nicht thcilgenommen haben, und zwar unter Berücksichtigung aller an dem betreffenden Orte vorhandenen Wähler, geeignet sei, das Ergrbniß zu altertren. Dies Prinzip ist aber nicht absolut anzuerkennen; sondern eS ist stets auf die Tesamm.fiiuation Rücksicht zu nehmen. Abg. von Köller ist erfreut, daß auch Hänel dieS Prinzip nicht anerkennen wolle; ein anderes Mitglied seiner Partei habe fia> im entgegengesetzten Sinne ausge- sprochen. Er ist bereit, sofort für die Giltigkeit zu stimmen, sofern fie von der Majorität deantragt wird. Abg. Singer(Svzialdem.): DaS Verbot der Sitzungen des Arbciter-Wahlkomitees war um so ungerechter, als fie aus Vorstcht angemeldet waren, wozu man gesetzlich garnicht vir- pflichtet war. Prinzipiell richtig würde es ja sein, wenn der Reichstag ein für allemal Wahlen, bei denen Versammlungen verboten wurden, kasfirte, für jetzt wird Redner dem Kommisstons- antrag zustimmen. Abg. Rickcrt(deutsch-freis.) will fich nicht auf einen all- gemeinen Katechismus einschwören laffen, sondern wie bisher die Entscheidung von Fall zu Fall treffen. Wenn die Sache so liege, wie im Gottburgsen'schen Fall, so würden er und seine Freunde auch zur Ungüliigkeitserklärung kommen. Eine Gifahr liege in der strengen srufrechterhaltung des P inzips allerdings, abcr nur dann, wenn man annehmen könnte, daß die höheren Behörden in bewußt pflichtwidriger Wei'e Versammlungen ver- bieten würden, um dadurch den Reichstag zur Kasstrung von Wahlen mißliebiger Adgeordnelen zu zwingin. Es handle fich hier nicht nur um verbotene Wahlversammlungen, sondern um verbotene Sitzun- gen eines Wahlkomitees. Von einem Wahlkomitee scheine Herr v. Köller allerdings keine rechte Vorstellung zu haben; auf dem Boden, wo er gewachsen ist, in Pommern, habe man ja bis jetzt auch keine Komitees gebraucht, Landrätbe und Gendarmen hätten dort alles allein gemacht. In näch ster Zukunft werde man aber auch dort vielleicht Komitees brauchen. Abg. F r a n ck e(nat. lib.) erklärt, in der Kommission mit Abg. v. Köller für die Giltigkeit der Wahl gestimmt zu haben, weil er die Relevanz der qu. VersammlungSverdote nicht habe anerkennen können. Abg. v. H e e r e m aZn(Zentrum) stellt fich auf die Seite der KommisfionS> Majorität und pflichtet den Ausführungen HänelS bei; in jedem Falle müsse die Gesamn tfituation der Wahlvorbereitungen und deS WahlatteS sorgfältig in Betracht gerogen werden. Ueber die Gründe, auS welchen die Verbote erfolgt seien, wiffe der Reichstag immer noch nichts Genaues; Erhebungen darüber seien auch deshalb um so nothwendiger, als man nur auf diesem Wege, wie daS Beispiel der sächfisch-n Regierung zeige, die Regierungen und Behörden zu einer sorg« fältigeren Beachtung der bestehenden Vorschriften veranlassen könne. Der KommisfionS« Antrag gelangt hierauf mit ver von Hasenclever vorgeschlagenen Modifikation zur Annahme, daß statt„Wahl- Versammlungen" gesetzt wird:„Bersamm- lungen". Schluß 4 Uhr. Nächste Sitzung Montag 1 Uhr. (Dritte Lesung des Etats, vorher dritte Lesung des Gesetzent- wurfs, betr. die Garantie für die egyptische Anleihe.) Kokales. Durch miutsteriellt Anordnung ist zwar Vorsorge ge- troffen, daß zu den standesamtlichen Listen nur solche Papier« sotten verwendet werden dürfen, deren Dauerhaftigkeit außer Zweifel steht, dagegen hören, wie eine Lokalkorrespondenz be> richtet, die Klagen über schlechte Beschaffenheit des PapierS, welches von den Standesämtern zur Ausstellung von Gedutts-, Trau- oder Todtenscheinen rc. verwendet wird, nicht aut. Diese Bescheinigungen, welche zweifellos den Charakter einer Urkunde an fich tragen, find zum Theil auf so schlechtem Papier auS- gtterligt, daß fie schon nach Verlauf! weniger Jahr« völlig zer« fallen. Aehnliche Klagen werden laut über die Ausfettrgung gerichtlicher E kenntniffe, die in den meisten Fällen auch schon nach kurzer Zeit für die Partcien wetthloS werden, obgleich deren Dauerhaftigkeit oft erwünscht wäre. Eine neue Form der Zeugenvernehmung, von der hauptsächlich Arbeiter und Ardeiterinnen betroffen werden, ist du'ch die neue Unfallversicherung geschaffen worden. In diesem Gesetzt ist den Ottspolizeibedördcn die Verpflichtung aufgelegt, bei schweren Unfällen die Ursachen derselben so schnitt wie möglich zu untersuchen; naturgemäß hat die OrtSpolizeibehörde zu diesem Zwecke Zeug-n zu vernehmen. Beim Reichsverfiche« runxsamt ist nun mehrfach angefragt, ob diesen Zeugen für den durch ihre Vernehmung entgangenen Arbeitevervienst von den Berufsgenossenschaften, in deren Ressort der Uniall statt« fand, Ersatz zu leisten sei. Diese Frage hat daS Reichsver- ficherungeamt verneint, da das Gesetz eine derattige Erlatzver« bindlichkeit nur für die hinzuzuziehenden Bevollmächtiaten der K-anker.kaffen festsetzt, und die Genossenschaften zur Tragung werterer Kosten dieser Art nur für den Fall verpflichtet, wenn auf ihren Antrag Zeugen oder Sachverständige bei der Unter« suchung zugezogen werden.— Daß an den Unkosten der Be« russgenossenschaften möglichst gespaart werden soll, kann man j-denrallS nur billigen; aber andererseits ist es ebenso noth« wendig, daß ein als Zeuge vernommener Arbeiter für den ihm dadurch entgangenen Arbeitsverdienst entschädigt werde; will oder kann man diese Entschädigung nicht aus dem Säckel der Berufsgenossenschaft gewähren, so müsse dazu Vie Ortspolizei herangezogen werden, welche ja auch eigentlich die Untersuchung führende Behörde ist. Ueber die in der Luft liegende Witterung' än derung schreibt der Hamburger Meteorologe der„Voss. Ztg." ä. d. 4. Februar:„Auch in der ganzen vergangenen Woche war trübe Witterung vorherschend. Stürmische W-stwinde� drangen in Begleitung des im norwegischen Meere gegen Skandinavien fortschreitenden Minimums vi« an die russische Ostsceküste vor. Hamburg wurde zumal am Sonntag von unruhigem Wetter, Schnee und Rcgenfällen h imgesucht. Das Frostgediet halte fich bis zur östltchen Ostsee zurückgezogen; seit dem 3. Februar giedt sich aber eine Umgestaltung der Wetterlage zu erkennen. Es entwickelt fich in der Nordsee hoher Druck, indem das De» presstonsgediet nicht fortzieht, sondern durch daS Steigen deS Drucket am Orte selbst verschwunden ist. Nördliche Winde wehen aus diesem neuen Truckmarimum nach Deutschland hin« «in. unter deren Einfluß bei aufklärendem Himmel seit dem Ab-nd des 4. Februar die Temperatur zu fallen beginnt. In Hamburg t at die Wendung des Windes nach Nord am Don- nerstag Mittag, die Abnahme der B-wölkung kann um 5 Uhr Nachmittags ein. weshalb sich um 9 Uhr Abends schon 3 Grad Frost eingestellt halten. Da daS Zcntium des neu fich bildenden Druckmaximums in unserer Nähe und.zwar im Norden zur Ausbildung zu gelangen verspricht, so ist für die folgenden Tage vorwiegend heitere« Frostwttter bei nordöstlichem Winde zu erwarten" ■in Berlin entstehen und m f Kosten--------, den diese„Adzahlungs. Geschäfte" angeblich zur„Erleichterung Wie dte sogcnannteu Waaren-Abzahlungkgeschäfte " Kosten deS armen Mannes, für errichtet wrrden, ihre Existenz fristen, legte der Konkurs Ver- walier Dielitz in klarer Weise in dem am Sonnabend stattge- habten Konkurstermin des„Abzablungs-Waaren Geschäfts tz. Gräfner u. Ko." dar. Die„Siaatsbürger Ztg." ist in der Lage, hierüber folgende Mittheilungcn machen zu können. Dies in Konkurs geratbene Waaren-Abzahlungs G-schäft gehörte den Frauen: Hulda Gräfner geb. Hirsch und Julie G äfner geb. Hcrtzderg, deren beide Ehemänner als Kommis im Geschäft thätig waren, und zwar Moiitz Gräfner für das„Haus" in Berlin, Julius Grämer für Köpnick. Hulda war allein zur Zeichnung der Firma berechtigt, Moritz alleiniger Prokurist. Das„Betriebskapital" dieser„Handelsgesellschaft" bestand aus nur 3000 M., welches Frau Hulda von einem Bruder ihres VaterS geerbt hatte und womit im Oktober 1333 dieies Waaren- Adzablungs Geschäft begründet wurde. Dies„Bctriebkapital" von 3000 M. sollte den beidrn Famiiien, dte zusamm-n 14 Köpfe zählen, Brot und Nahrung geben. Substverständlich wurde auch der Bedarf beider Familien, wie vorauszusehen war, ein bedeutend größerer, als der Geschäflsgewinn, drr aus solchem „Anlaaekaprral" erwachsen konnte; trotzdem haben es die Äe- theiligten verstanden, fich einen Kredit von 63 000 M. zu verschaffen, welche Summe nun die Gläubiger ohne Vorrecht an die Gemeinschulvner zu fordern haben. Moritz G äfner ist eigentlich Tapezirer und ein geborener Ungar. Er betrieb bis 1870 sein Gewerbe, später 1872 begann er eine Putzsederfabrik dann von dem Gründungs- und Äauichwindel erfaßt, unter« nahm er Häuserbauten in der FttedrichSfelder- und Metzerstraße. Hierbei gerietb er jedoch in Schulden, die Grundstücke mußten subhastirt werden und die Schuldenlast von damals ist die Ursache, weshalb daS„WaacemAbzahlungs-Geschäft" auf den Namen der Frau ging.— Julius Gräfner, der früher bereits unter der Firma PiricuS und Gräfner in Konkurs gerieth, war in daS jetzige Geschäft nur in Anbetracht seiner zahlreichen Verbindungen aufgenommen, trotzdem deffen Frau kein Kapital in die„Handlung" einzulegen vermochte.— Mit den gedachten 3000 M. wurde also zunächst ein Laden in der Prinzen» Allee mit der stolzen Firma:„Maaren- Abjahlurgs- Geschäft" eröffnet; dann die„Filiale" in Köpnick und endlich, da dieS nock> nicht genug war, ein zweiter Laden in Berlin in der Badfiraße, Ecke der Strttinerstraße, eröffnet. In diesem Laden wurden nur„Kassageschäfte", hauptsächlich in Damenmänteln betrieben. Der Konkursmassenverwaller giebt die Zahl der „Debitoren" dieser Handelsgesellschaft auf etwa 600 an, fast ausnahmslos Arbeiter resp. Arbeiterinnen, auf welche das Ge« sckäft allein angewiesen war. Die Kridare geben zwar als Ursache des Ver-alleS tbreS Geschäftes die Streiks der ver- schiedenen Bauhandwerker im letzten Jahre an, wodurch die ihre Kundschaft bildenden Arbeiter weder Abschlagszahlungen leisten, noch neue Waaien kaufen konnten. Der Verwalter rechnet jedoch andere Faktoren als die Ursache des Sturzes der Firma an, und zwar erstens da« geringe BetttedSkavital, dem ein kolossaler Gebrauch gegenüberstand, dann die Arreste, die gegen die Firma ausaedracht wurden, endlich die hohen Preist, dte diese selbst für Waaren hat zahlen müssen, um fich Kredit zu erhalten. Im Juni 1834 reiste Moritz Gräfner nach Karlsbad. Einen Tag nach dessen Abreise brachte schon ein biestoeS Haus Israel Behrendt einen schl unigen Arrest wegen 900 M- aus. Schon damals wurden die Gläubiger stutzig, der Echwieger« vater flellie aber schnell bei dem Hauptgläubiger eine Kaulion von 6000 M., worauf der Arrest aufgehoben wurde und die anderen Gläubiger von weiteren Arresten gegen die Firma Abstand nahmen. Dieses Vorkommniß schadete aber dem Ge- schüft derart, daß dasselbe, um weitere Kredite zu erhalten, so hohe Preise für Waaren bewilligen mußte, daß es schwer wurde, für fich noch einen Verdienst dabei herauszuschlagen.(Weiche Preise werden daher wohl die armen„Abzahler" haben anl gen müssen, und was für Waare werden dieselben erhallen haben?) Trotz alle« dem zahlte die Firma bis zum letzten Tage ihre Schulden, waS fie durch„Pattieverkäufe" aus ihrem Waarenlager, wofür allein vom 13. Dezember v. I. bis 9. Januar d. I. 7513 M. vereinnahmt wurden, ermöglichte. Den Beweis dafür, wie diise „Parlirwaarcn" verschleudcit wurden, liefert auch der Umstand, daß es den Kndaren bisher nicht gelungen ist, den Nachweis zu liefern, wo Waaren im Betrage von 19 068 M. verblieben find. Wiewohl durch diese fttamxuiationen die„Gesellschaft" anzustellen wußte, daß eS bis zu ihrem Sturze zu keiner ein- zigcn Klage und zu keinem einzigen Wechselprotest kam, da bis zum legten Tage bezahlt wurde, kamen plötzlich auf Grund eines eidesstattlichen Attestes eines wegen Träzheit gekündigten Kommis unerwartet drei Akzepte heraus, in Folg« dessen daS gesammte Waarenlager in Köpenick und ein großer Theil des Inha l« des Ladens in der Badstraße gepfändet und sofott von den G'rich'.svoUziebern mitgenommen wurde. In Folge dessen bat die Gemeinschu dnerin selbst um Konkurseröffnung, die auch erfolgte. Befremden, meint der V rwalter, muß es allerdings, daß das Gericht in allen drei Airestsachen den Arrest anordnete, obwohl die Arrestklägcr selbst erkläften, daß ihre Forderungcn aus Wechseln Herrübren, Vie im Umlauf, also fich nicht mehr in ihrem B-sttze b< fänden und noch gar nicht fällig waren.— Soweit der Thatbestan", den wir dem Publikum zur eigenen Nueanwendung unterbreiten. Zwar hat die Presse ihre war- nende St mmc schon genug gegen diese Ab«ahlungsgeschäfte er- Hoden, welche unter dem Deckmantel der Menschenfreundlichkeit in den meisten Fällen ein wahres Raubsystcm am Beutel des kleinen Mannes ausüben; aber leider vergeblich. Vielleicht wirkt diese gerichtliche Klarlegung besser. Wünschen wollen wir's, abcr glauben können wir's leider nicht. Der Verein der Polinnen in Berlin, so bettchtet die »Pos. Ztg." nach polnischen Blättern, welcher im Anfange vorigen JabreS 60 ordentliche und 2 Ehrenmitglieder zählte, hat deren gegenwärtig nur 52. Der Verein hielt in seinem Lokale, Niederwallstr. 11, im vorigen Jahre Sonntag AbendS im Ganzen 43 regelmäßige, außerdem 3 außergewöhnliche Sitzungen ab. in denen Votträge gehalten wurden, unter An- derem von dem Geistlichen Enn und dem Baron v. Gräve. Von Vergnügungen fanden statt: ein Maskenball, ein AuS« flug, das SltftungSfest und ein Tanzvergnügen. Von dem Verein wird ein volmfcher Journal- und Zernrngs Lesezirkel unterhalten. Der Vorstand destebt nur aus Damen; Kuratoren des Verftns str-d zwei Herren. Da ein so gewichtiger Zeuge wie der Abg. Windthorst erklärt hat, die Polinnen seien sehr liebenswürdige Frauen, so empfiehlt fich der Berliner„Verein der Polinnen" von selbst der heiralhtlustigen Männ-rwelt. Dte Kleidermoden in der Schule. Einer urserer modernen höheren Töchterschule enteilt eine Mädchcnschaar. Mehrere kurzstcht ge Jünglinge, in den Trubel geralhen, glätten den Schnur bart, fühlen nach der Kraoaite, nehmen Stellung. Aber das Pincenez belehrt sie über ihren Jirthum. Ach, wie schade! Nur daS Maß läßt zu wünschen übrig, sonst aber auch absolut Alles wie bei den„Großen". Die Feder schwankt über dem stegeSaewiffen Köpfchen, daS behandschuhte Händchen greift nach der Uhrkette, ob fie stylgerecht fitze, der Hals reckt sich, um die Broche zur Geltung kommen zu laffen, da» Auge blickt neidisch auf das„Hinterpö'.stcrchen" der Freundin. Es ist schon entwickelter als daS eigene und in rebischer Noth eilt das Töchterlein nach Hause, stnnend, wie eS„durch Matter- Flickkasten wende die schmähliche Schmach." So etwas steht man doch alle Tage bei uns. Allerdings wird davon wenig und namentlich in den Kieisen, die es besonders angeht, ge» sprochen. In anderen Städten fällt die Unsitte mehr auf. So finden wir in einem schweizerischen Blatt einen Veriammlung. berichk der fich mit d-.esem U-belstande beschäftigt. Im Schul- verein der Stadt Züttcd wurde von ver übergroßen Putzsucht, die den jungen Mädchen der„besseren" Stände förmlich anerzogen wird, gesprochen und wir lassen hier die bemerkenS- werthesten Stellen der Verhandlungen folgen. Was resuliirt nun aus der Sucht, dte Kinder mit dem äfstschen Tand zu behängen? fragte der Referent. Man erzieht fie zur ärmere Liute opfern den Obolus auf dem Modealtar, dn besserer Ernährung bitter nothwendig wäre; das fühl der Etandesu-fterschiede wird gehätschelt; Stelle natüilicher Bewegung tritt ekelhafte 3'«® in den Schulst undm kämpft der Lehrer verg!» gegen Zerstreutheit. Wo un? wie Abhilfe schaffen? v leicht könnten einsichtige Eltern einen Protestverein bilden.! Lehrer sollte einmal an einem Beispiel den Unfinn der»'■ demonstriren und Bilder edler schlichter Frauen dagegen d ten. Auch die Hygiene hätte ihr Wott zu sprechen rinv- Behörden könnten Einspruch erheben, unsinnig gekleidet nicht„gehörig gekleidet". Und das Schlimmste— gerabev mögenslose puyen oft ihre Kinder viel mebr heraus als Begütetten!(Na, nu! R. d. V.) Abcr Alles schon dagenw scdloß der Reeercnt. Vor Jahren— bei B'schaffunz»n Schulbänke für die Mädchen— war die WahrnchmMi machen, daß die Toumüre anrückte; man mußte Konz W machen, und die untere Lehne wich. Und welche Kämpft- um das Korsett seit Alters gefochten worden, weil die M den Apparat für gisundheitsföcdernd ansehen! Man wem\ Sinn für Einfachheit und Gediegenheit. Direkt können■ Lehrer wen g thun, darüber herrschte kein Zazeifel in der � sammlung und in erster Linie empfing dann die P esse, � ja allemal zum KurtiuS-Sprunz dereit ist. wenn Keiner% an den Schlund heran will, die„hehre Milston", fich ber blendeten Mütter anzunehmen. Ausnahmsweise also j»" ihren Bericht schließen, ohne die Wahl einer RommifW registriren, etwa für Bericht und Antrag über ein liches Tournüren- Mandat. J ,iivi> Eine Umgehung des Kraukenkassengesetzes Haupt möa eine große Anzahl Berliner Gastwirthe zu Schulden*% lammet sei- lassen, die in ihrem Schankbetriebe weibliche Bedienung« �- wenden. Um die vorschriftsmäßige Anmeldung und zahlung zu vermeiden, hatten fie die Kellnerinnen im«« auf einen Tag angestellt und den Vettrag täglich Dieser Tage find, der„Voss. Ztg." zufolge, wiederholt I liehe Vcrurtheilungcn in dieserAnaelegenheit erfolgt. Verloosnng. Am 4. d. Ms. fand� in notatteller Beau fichiigung die öffentliche Prämienziehu� is" statt. Frau Baamiister Sievett in „Mode und Haus" war G-winnrrin der Prämie rm Weithe von 300 M. j nachträglich verlautet, ist am 27. Jantf, lOna fe V 'S. «1,___ Rentier S. aus Berlin auf der Jagd in dem Dorfe bei Lübbenau von einem seiner Jagdgefährten, ebenfal Berliner, auf der Anstandsjagd schwer verletzt worden.'» S-, der auf der Erde saß, wurde von seinem Freu"� volle Schrotlavung in die linke Seite geschossen. DL letzung, welche S dadurch davontrug, war so schwer, wenige Schrotkörner ans dem Körper entfernt werden% Der Verunglückte wurde mit aller Vorsicht in Begleltunz Jagdgefährten, dcr den verhängnißvollen Schuß ab»' nach Berlin transportttt, und befindet fich in seiner 2% in ärztlicher Behandlung. Leider soll aber wenig vorhanden sein, daß der Verletzte, wenn er überhaupt n"1 Leben davonkommt, ohne bleioende Nachtheile für st#" sundheit wieder hergestellt wird._ Eine Näthertn kränkelte schon längere Zeit, und� zuletzt auch eine Entzündung des MundeS und de» dazu gesellte und die Kranie immer hinfälliger wur� man iroy deren Widerstreden einen Arzt zu Rache. Der». fand Symptome von Quecksilbervergiftung, und ieine D1» zeigte sich als richtig. D:e Nähmaschine der Frau R einer Fensternische, an deren briven Seiten seh: alte i Spiegel hingen. AuS einrm dieser Spiegel war ew' Glas herausgr brachen, so daß die Zimmerluit, mit demi filderbelag in Berührung kam, und nach Entfernung der Verschalung zeigte sich der Belag in so hohem Grade* daß er fich durch fluchtiges Darüber streichen ganzlich ließ. Durch die Ausdünstung der Quecksilbrrfläche, wel� unzählbaren k einen Oucckstlderperlen bedeckt war,(Ä Nätherin Quecksitberlheile beim Athmen in stch auftt,"1" und so den Grund zu einer gefährlich'n Krankheit geleg� Ueber einen eigenihümlichen Vorfall wird Der Zimmermann E. lebte von seiner Ehefrau seit«% Jahren getrennt, inveß sahen fich die Ehegatten nicht'L der Wohnung der Frau, insbesondere wenn fich E."L Verlegenheit befand und von seiner als fleißig und st allgemein bcz-icbneten Frau Unterstützungen eibeitei''- dem wegen bös icher Verlaffung angestrengten Ehesdtf', prozeß stand am 2. d. Mts. vor dem Amtsgericht Eühnetermin an, welcher indeß erfolglos blieb, weil si® E. weigerte, zu ihrem Ehegatten zurückzukehren, od-r'r stch aufzunehmen. Hieiülier wurde E. to wülhend, dal- Abend in einem Droguengeschäft Lchmeseisäure kaufte K damit in die Wohnung seiner Ehefrau begab, um der die giftige Substanz beizubringen. E: ließ stch eint/ schwarzen Kaffee bereiten, trank einen Tbeil des SWii goß dann heimlich die Schwefelsäure in die Tasse% zu seiner Frau:„Donnerwetter, den Kaffee kann ja-v genießen, trinke Du doch«inmal!" Die Frau tram If au« der ihr gereichten Tasse, merkte aber sofort, daß V .... genommen und rief die Nachbarn zu ihrem Beistan Es wurde ihr Milch in größeren Quantitäten eingef«. da schnell Erbrechen erfolgte, ging die Gefahr vm"»' hatte fich während deS Tumultes plötzlich entfernt gestern ergriffen und wegen Verbrechens wider§ 239% 01 der königlichen Staatsanwaltschaft vorgefüzrl � Er stellt in Avrede, daß er die Abficht gehabt habe, zu tödten, und will ihr nur haben zeigen wollrn, energisch handeln könne und wolle, wenn fie es wieder mit ihm zusammen zu leben. Frau E. hat st®. gert, eine ihren Ehemann delastende Aussage zu in£® ,i' Nach Mittheilungen de« Statisttsche« V Stadt Berlin find bei den hiesigen Standes- Aemlkw«» Woche vom 24. Januar bis inkl. 30. Januar er. dung gekommen: 189 Eheschließungen, 990 LebenvS 27 Todtgeborene, 583 Sterbefälle. Oerichts-Zeitnng..j P. Drei Pferdewurst-Fabritauten,— Karl und Franz Breul und der Handelsmann Friedn« jr fämmtlich aus Rixdorf— verunheilte im November j Schöffengericht ihres Wobnfitzes zu 2 Wochen dezw naten Gefängniß wegen Vergehens gegen daS Nahrune�z gesctz. Die Veruttheilten gehören zu der Klaffe jener l W Wursthändler, welche zur Nachtzett mit dem dekannt-N find fie noch l" die Straßen Berlins unfichec ebenso auf einem Parade- oder Manöverfeld sta. bilden. Aus dem Publikum, besonders aber aut verschiedener Berliner Schlächter waren gegen We drei Personen bei der Litsvolizeidehöcde in Rrxöor �- eingelaufen, in welchen behauptet wurde, daß Liejg Franz Breul zu Rixdorf, im Hause Herrmannstr. 17. 0. M Keller außer von Pferdefleisch auch Wurste aus-- Hunden oder Katzen herrüh'» cs unter daS konjumirende P" sorten, vielleicht von tigt und von dort aus bracht wurden. Daraufhin w-,m Venn»'w'Ä ar'%# einer Haussuchung adgeordert und Dieselben hatten zeichnrten Räumen ein bedeutendes t fleisch, sowie einen Posten von lerwr Fleürbstücken unbekannter Herkunft mit Beschlag wft MllVVlUlllirtV u»»»«V/M-T'-O Schöffengericht hatte die genannten Personen at» �n> minel Fälscher angeschen und vermtheiU. Gegen �% lrgt.n fie Berufung ein u-d zwar mft Erfolg; den � kommet des Landge ichts II, welche stch gestern m.�1 beschäftigte, stellte sich in rechtlicher Beziehung Ä u O M-Z-it' ?'r! L Sitfj öfitten Standpunkt als der erste Ricktcr. Die Strafkammer Lins von der Annahme aus, daß das Publikum bei Entnahme der Würste von den Angeklagten nicht getäuscht worden sei— da durch die Beweisaufnahme keineswegs erwiesen war, daß die Käuier bei Entnahme der Würste, dieselben als Rind- oder Tchweinflcischwurst gekauft. Das Urtheil lautete unter Aufhebung der ersten Entscheidung aus Freisprechung der Ange- klagten bezüglich des Ve.'gehenS gegen das Nahrungsmittel- gese». Die Lotteriefrage, soweit sie die Presse betrifft, ist vorgestern in der Berufungsinstanz zu Ungunsten der letzt-ren endchi'dm und damit festgestellt worden, daß die Zeitungen mcht berechtigt find, die Gewinnlisten auswä tiger Lotterien zu dudliziren. Der Redakteur der„Berliner Zeitung", Dr. Lang. mann, war s. Z. wegen Perstoßes gegen§ 3 des neuen i-oiteriegesetzes vom Jahre 1885 angeklagt worden, weil die «'Nannte Zeitung die Gewinnlitte der braunschweigischen wtterie veröffentlicht hatte. Das Schöffengericht hatte auf Misprechung erkannt, weil es mit der PrtKeidigung annahm, b-ß das qn. Verbot dem§ 1 des deutschen Reichs Pr -— i" � �. v.... g* v.*.— v... i w...->-�rßgrsedes widerspreche und daß Reichsgesetz über Landcsaesetz gehe. Der Gerichtshof erwog dabei, daß nach§ 1 des PreßgesttzeS die 'Freiheit der Presse nur denjenigen Beschränkungen unterliegen toll?, welche durch das Pießgesctz selbst vorgeschrieben oder zu- 'i äffen und daß letztere in den§§ 15 und 16 genau fixirt 'ffd.— Gegen das Erkenntniß halte die Staatsanwaltschast �Berufung eingelegt, welche durch den Staatsanwalt Wogner Misteten wuide. D-r�clbe führte aus: Es sei unbestreildar, daß das Reichsrecht dem Landesrecht vorgehe, die Gesetze muffen aber so interpretirt werden, daß ihre Anwendung über- Haupt möglich erscheint und es werde Aufgabe der Berufungs- wmmer sein. Wege zu finden, welche die Auswhrbark-it deS 9 3 des Lottiriegesktzrs fichern. Ter§ 1 des Preßgesetzes habe nur die Beschrär langen prcßpolizeilicher Natur im Auge, unad' davon stehe der§ 20 des Preßges-tzeS, welcher be- Verantwortlichkeit für Handlungen, deren Straf- ftlmli l™* kfon Inhalt einer D.uckschrift begründet wird, de- w. nch nach den bestehenden allgem inrn Strafgesetzen." Zu sei einen Verboten, die stch auf den Inhalt beziehen, an'd Landcsgesetzgebung kompetent'dieselbe sei in der Lage, ganz abgesthen von t er Presse— zu best mmen:„Die rt,». ttlchung der Gewinnlisten auswärtiger Lotte- Lott-ri.m ve- boten"; es würde daher der§ 3 der SiVnn-Verordnung an stch schon ein giltiges Landesgesttz sein man aber auch dem§ 1 des Preßgesetzes die denl'a man... �....... ...war wiiteste Bedeutung beilege, so gebe es doch noch ernen ~ �« rm /T* ri zu nJL UM dem§ 3 der Lotterie Verordnung Geltung be» ri. �'n. Durch jenen§ B solle zweifellos getroffen wer» wärw"rubere Art der Beförderung des„Spulens in aus- reii. � Lotterien." Die Veröffentlichung der Gewinnlisten stii s„u.m Loosverkauf und erleichtere es dem Käufer, stch auf ei,:, w Geschäft einzulassen und deshalb stelle fie stch als tote»?, �berung bes durch das b-stehende Strafgesetz ver- a ÄriAe" Umlaufes von Loosen auswärtiger Lotterien" dar. DaS �j� A.r.'cht habe im fünften Bande stincr Entscheidungen, b.',"a es ausgelprorben, daß als eine solche Beförderung Loosankaufei jede Vermittelung einer Mitthe-lring über ?, betreffende Lotterie zu betrachten ist. Dies se, hier der Der 8 3 d-r au Verordnung sei auch led'.glich als ein �-matorischer Zulay zu§ 2 aufzufassen. Sei vre Veröffent- r.ung der qu. G winnlrsten aber nicht» werter, als eine Be- o°berung des verbotenen Loosoerkaufs. so greife zwerfellos der 1 4) des Preßgesetzes Platz und deshalb rcchtferttge fich die sUfbebung des ersten ErkenntniffrS und Veruttherlung zu a? Mark Geldbuße svent. 2 Tagen Haft.— Der Vertherdiger, Rechtsanwalt Ullstein, trat diesen Ausführungen in allen Punk- , entgegen und beantragte aus den vom Vorderrichter geltend {(Machten Gründen die Verwerfung der Berufung. ES handle hier lim hi, ftrnn» nh dl» W-l-fitn-rfnHunft d-r VlI«mi>nSim« jw hier um die Frage, ob die Reichsverfassung der Anwendung * h 3 der Lotterieverordnung entgegenstehe und (.hne brjaht werden. ES sei falsch, daß der au Kttbindung mit dem Z 2 zu denken sei. Se diese Frage _____... lu.§ 3 nur in Mdindüng mit dem§ 2 zu denken sei. Selbst wenn die ?möfftnlliwung der Gewinnlisten als eine„Beförderung" ver- Lienen Lotteriespiels aufzufassen wäre, wüßte doch nachge- ?«srn werden, daß Jemand wirklich durch d ese Listen veran« sei, in einer auswärtigen Lotterie zu spielen. Durch§ 1 S,s Preßgesetzes seien der Beschränkung der Preffe durch die Md«zg«sttzgedung bestimmte Grenz-n gezogen; wie weit solche Nchräntungen hinficktl ch des Inhalts einer Druckschrift zu- �mg, sei durch die§§ 16 und 17 des Preßgesetzes ganz klar Gedrückt. Es handle fich hier um die Frage, welche Be- l&tfungen die Landesgcsetzgebung aussprechen kann, während des PießgeseyeS nur darauf antwortet, wer verantwort- -CJM für Handlungen, deren Slralbarkcit durch den Inhalt hfl Druckschrift begründet wird. Ter§ 20 habe deshalb iL- vorliegenden Sache nichts zu thun.— Der Gerichtehof i,M"t ganz im Sinne der Auffaffung des Staatsanwalts. .'»n auch§ 1 des Reickspreßges-tzes für die Freiheit der M nur gewisse Beschränkungen zuläßt, so bestimme doch der ■{daß die Verantwortlichkeil für den Inhalt fich nach den „.Ji'toen allgemeinen Strafgesetzen regulire. Das Reichs- bit hßber die Presse habe einen rein preßpolizeilichen Charakter, No-Nierieverordnung betreffe aber nicht eine prcßpolizeilich« sondern den Inhalt der Druckschrift. Der LandeS- meff-�bung bleibe es vorbehalten, dermtige Vero.dnungen zu liitsn ,mnd es sei nicht abzusehen, wieso dieselbe der Reichs» «i ung zuwiderlaufe. m,.�1 i k«dam, 5. Januar. Wegen öffentlicher Beleidigung deS RotJSl Achendach, zur Zeit in H-idelberg und Mitglied des Är�«oxo-Borussta, Sohn deS Odei-P-ästVenten der Provinz 3- tragen wäre unpassend gewesen. Herr Hiischberg als Chef deS GeichäftS brauchte es nicht zu dulden, daß seine Damen in dieser Weise belästigt wurden, noch dazu, da er die Erfahrung gemacht hatte, daß schon wiederholt halberwachsene und un- reife junge Leute fich Ungebührlichkeiten erlaubt hatten. Er vermöge überhaupt nicht einzusehen, wo hier ein öffentliches Interesse verletzt sei. Das Urtheil de» Gericht» lautete nach dem Antrage und wesentlich auch nach den Begründungen des Vertheidigers des Angeklagten zu 5 M. Geldstrafe ev. 1 Tag Haft, spricht auch dem Beleidigten Studiosus Achenbach die Publikationsdefugniß des Eikenntnißtenors zu. ReichSgertchts-Enlscheidung. Leipzig, den 4. Februar. �Künstlicher Wein.) Die Chemie hat in der Neuzeit ungeheure Fortschritte gemacht, und schon steht man im Geiste den Zeit- punkt erreicht, an welchem die Erdbewohnergattung„homo sapiens" vollständig unabhängig von der Natur und rhren Launen sein wird. Man wird dann nicht mehr nöthig haben, wegen deS Ausbleibens des Krast und Leben spendenden Sonnen- schcins oder des befruchtenden Regens fich banger Sorgen hin- zugeben, daß etwa die zum Leben bisher für nothwendig er- achteten Früchte nicht gedeihen möchten; man wird am Nordpol so gut und bequem leben können, als in den gemäßigten Zonen und am Aequator, denn die Chemie und der mensch- lrche Erfindungsgeist werden schon für alles Nöthige sorgen. Bis auf das kleinste Atom können uns die Chemiftr nachweisen, aus welchen Grundstoffen unsere Nahrung und Gc< nußmittel bestehen, und diese Grundstoffe, fie find so bequem zu haben, fie find so b llig. rein und schön, und da sollte man fich ein Gewissen daraus machen, fie nach den bekannten Formeln sorgsam zusammenzustellen und das Produkt der schmachtenden Menschheit darzubieten? So denken nämlich viele Jndust-ielle, die vor lauter Wissenschaftlichkeit und nicht in letzter Reihe Gelddurst den Pfad der Natur aus den Augen verloren haben und die Existenz des Nahrunzsmittelgesetzes für einen Anach onismus hatten.„Wie perlt er im Glase, wie glänzt er so hold!" fingt die Dichterin des preisgekrönten Studerrtenliedes vom Rhein- weine, aber ach! nur eitel Schein und Täuschung ist es, was uns als„edler Rebensaft" kredenzt wird, eine Kompofition von Sprit, Glyzerin, Galläpfeln, Wcinsteinsäure u. s. w. Aber selbst die größte Wisscnschastlichkeit bei Anfertigung von Kunst- weinen kann die Fabrikanten nicht vor der rächenden Nemcfis beichützen. Schließlich werden die edlen Menschenfreunde, welche der fimplen Natur durch ihre Kunst nachzuhelfen be- strebt waren, gar inS Gesängniß ge' rächt und das Gericht macht ihnen den Prozeß. Au« dem Elsaß lag jüngst dem Reichs- gericht ein solcher Fall zur Prüfung vor. Der Wcinhändler Ntthart jun. in Mülhausen hatte, nachdem im Jahre 1882 sein Vater wegen Weinfälschung verurtheilt und dann später ins Ausland gegangen war, von jener Zeit an Wein, dessen Naturechtheit er den Käufern regelmäßig garantirte, aus den obenerwähnten Stoffen fabrizrrt und war dafür vom Landge- richte in Mülhausen, welches mindestens 50 einzelne Fälle als erwiesen annahm, zu 18 Monaten Gesängniß und 60000 M. Geldstrafe eventuell weitere 2 Jahre Gesängniß verurtheilt worden und hatte nun Revision eingelegt. Er machte hauptsächlich prozessuale Beschwerden geltend und bestritt u. A. die Zulänglichkett der Annahme von 50 einzelnen Fällen, da der strafbare Beschluß, Wein zu fälschen, nicht jedesmal von neuem gefaßt sei. Das R-ichsgeiicht(erster Strafsenat) verwarf jedoch die Revifion, da die Festst-llung des Landgerichts bezüglich der Zahl der Einzelfälle einen Rechttirrthum nicht erkennen lasse und die übrigen prozessualen Beschwerden unbegründet seien. m,■u-,f'bLUu- /Das Modell.) Die jetzt 16jährige Marie Schwrhalek hatte schon in ihrem dreizehnten Lebens- jache eine derartig vorgeschrittene körperliche Entwickelung ge- zeigt, daß sie vom Schuldesuche dispenfitt werden mußte. DaS Mädchen war schon zu dieser Zeit elternlos und die frühere Wirthschafterin ihreS Vater«, Antonia Treu, hatte es als Pflegekind übernommen und spekulirte auf dessen Schönheit. Am 22. Dezember v. I. erhielt der Polizeirath Haide ein ano- nymes Schreiben, in welchem eine Dame mittheilte, daß die Antonia Treu ausschließlich vom Mäbchenhandel lebe und ihre eigene Ziehtochter Marie Schwihalek der Schande preisgegeben habe. Die Polizei ordnete Recherchen an und der Zivilficher- heitswachmann Markus Popper fand die Angaben der ano- nymm Dame insoweit bestätigt, als die Ziehtowter der Antonia Treu thatsächlich gestand. fie müsse auf Geheiß ihrer Pflege- mutier seit mehreren Monaten Prostitution treiben.— Gestem wurde die Tieu dem Strafrichter Dr. Kilhof vorgeführt. Die Anklage konnte ihr diesmal nur die Heber- tretung des§ 5 des Vagabanden- Gesetzes zur Last legen, indem fie, wie die Vorerhebungen ergaben, in dem Schand- lohne ihrer Ziehtochter ihren ausschließlichen Unterhalt suchte. Die Angeklagte leugnete hartnäckig. Dagegen erzählte die als Zeugin vernomaene Ziehtochter Marie Schwihalek unter Tbränen folgendes dem Richter:„Bis zum dreizehnten Lebens- jähre hat mich die Treu ordentlich erzogen und in die Schule geschickt. Kaum daß ich fünfzehn Jahre alt wurde, trat sie mit dem Vorwurfe an mich heran, daß ich nichts verdiene. DaS müsse ein Ende nebmen. Sie bat mich darauf zu einem Photographen in der Josefstadt geschickt und dort bin ich ge- zwungen worden, in einem Kostüm und in einer Stellung mich photographiren zu lassen, die mir die Schamröthe inS Gestcht getrieben. Von jetzt an wirst Du viel Geld verdienen, liebes Kind, hat dann die„SRütter" gesagt. Ich konnte nicht begieifen. wieso diese abscheuliche Photographie, welche meine Mutier an mehrere Maler Wiens»ersandte, dazu beilragen sollte, mir einen Unterhalt zu verschaffen." Die Zeugin theilt nun mit, wie fie ,u einzelnen Malern geschickt worden und daselbst genö'.higt worden sei, in jenem Kostüm— von einem solchen habe übrigens öfters nicht einmal die Rede sein können— stundenlang zu verharren; fie war Modell für OdaliSken, Nymphen oder Bacchantinnen. Es sei aber noch ärger gekommen. Die Zieh- mutter habe fie zur Prostitution genöthigt und ihr wöchentlich acht Gulden abgenommen. Die Angeklagte stürzte, kaum daß das Mädchen die Erzählung geendet hatte, auf fie los. faßte fie an den Haaren und rief ihr zu:„Undankbare! Ist das der Dank für meine Pflege, für die Erziehung. Saß Du jetzt erlogenes Zeug über mich voibnngst?" Nur das Einschreiten des Justizwachmannes vermochte das Mädchen vor Mißband- lungen zu schükcn.„Pflege, Erziehung?" schrie das Mädchen wild aul„So füttert man ein Tbier, wenn man es dann mit größerem Vortdeil zur Schlachtbank führen will." Ter al» Zeuge vernommene Vormund der Waise gab an, von dem Treiben der Antonia Treu bisher keine Kenntniß gehabt zu haben Die übrigen Zeugen destätigen die Aus agen des Mädchens. Der Richter verurthetlte Antonra Treu zu vierzehn Tagen strengen Arrests, verschärft mit zwei Fasttagen. Marie Schwihalek wurde ih:em Vormunde übergeben. Nerewr«nd Versammlungen. bf«. Im Verein zur Wahrung der Interesse« der Beritner Maurer hielt am 2. d. M., Alte Jakodstraße 37, Herr Dr. Gerlach einen interessanten Vortrag über Hygiene mit besonderer Berücksichtigung der Arbeiterverhältniffe. So- dann erstatteten die Herren Breitzke und Braun den RevifionS- becicht, wonach fie Kasse und Bücher in Ordnung befunden haben. Hieran reihte fich die Wahl einer aus 10 Mitgliedern bestehenden Bcerdigunas Kommisfion. In der darauffolgenden Diskussion über die Gewerkschaftsbewegung überbrachte Herr Behrend, welcher soeben von einer Agitationsreise zurückgekehrt ist, den Gruß der Stettiner Maurer an ihre Berliner Kameraden. Herr Scheel gab der Meinung Ausdruck, daß, wenn die jetzige Agitation in den Provinzen schon früher unternommen worden wäre, der Zuzug nach Berlin ein weit geringerer gewesen sein würde. Herr Grotbmann konstatirte, daß die von der Kam» misfion versandten Flugblätter in den Provinzen schon jetzt eine beträchtliche Wirkung nicht verkennen laffen. Durch die Macht einer großen, starten Organisation werde allen Streiks am besten vorgebeugt werden. Schließlich erledigte die Ver» sammlung noch innere Vereinsangekegenheiten. * Im veztrkSverein der arbeitenden Bevölkerung des Südwesten Berlins hielt am 1. d. M. im Restaurant „Kaiser- Hallen", Alte Jakobstr. 120, Herr Michelsen einen sehr beifällig aufgenommenen Vortrag über:„Die Tendenzen der Gesellschaft." An den Vortrag schloß fich eine sehr lebhafte Diskusfion, an der fich die Herren Apelt und ÄilScke im Sinne des Referenten detheiligten. Bei Beginn der Sitzung hatte der Vo.fitzende, Herr Krohm, die Namen de: 42 Ver» trauensleute verlesen.(Nach§ 7 des Vereinsstatuts ist für jeden Distrikt des VcreinSbezirks ein Vertrauensmann vom Vorstande vorzuschlagen). Die Vorgeschlagenen wurden von der Versammlung bestätigt. Herr Greifenberg beantragte, den Vorstand zu beauftragen, eine Petition auszuarbeiten, dahin gehend, daß der Marheinite Platz in einen Park nebst Spiel« platz umgewandelt werde, und diese Petition dem Magistrat zu übermitteln. Dieser Antrag rief eine sehr lebhaste Auseinander« setzung hervor und wurde schließlich angenommen. Ferner wurde der Vorstand beaustragt, für die Mitglieder Billets zu PiSuscher's Museum zum halben Kassenpreise zu beschaffen. Auch wurde beschlossen, eine Bibliothek zu begründen. Das Nähere hierüber soll in der nächsten Sitzung, welche am 15. d.M. in demselben Lokale stattfindet, beschlossen werden. Nach Er» ledigung des Fragekastens wurde darauf hingewiesen, daß Bei» träge jeden Sonnabend Abend von 8 Uhr ab bei Lindenborn, Solms- und Gneisenaustraßen Ecke, vom Kasstrer entgegen« genommen wtrden.— Die Mitglieder werden hierdurch drin- gend ersucht, stets zahlreich zu erscheinen und stch that- kräftig durch Heranziehung neuer Mitglieder zu betheiligen. Eine öffentliche Versammlung der Kürschner und Bemisg'nossen B-rlinS fand am Montag, den 1. Februar, in in Seefeld's Restaurant, Grenadierstr. 33, statt. Nachdem Herr Schmidt den Revistonsdericht über die Kassenverhältniffe in eingehender Weise erstattet, entspann stch darüber eine äußerst lebhaste Debatte, an der fich die Herren Haase, Vierow, Grunert und Berger betheiligten. Auf Antrag der Revifionskommisfion wurde den Herren JarauS und Schönfeld Decharge eitheilt. Beim zweiten Punkt der Tagesordnung:„Soll die Lohnkommission fortbestehen?" nahm zunächst Herr Vierow das Wort und betonte, daß der Fachoercin wenig oder gar nichts gethan hätte, was eine Beseitigung der Lohn kommisfion empfehlen könnte; er(Redner) rathe vorläufig entschieden davon ab. Dieser Anficht traten die Herren Schmidt, Bergcr, Grunert, Levin und Stein ganz entschieden entgegen; sie wiesen namentlich darauf hin daß der Fachverein durch die öffentliche Lohnkommisfion bedeutend gelitten hätte. Auch wurde demerkt, daß die Kürschner nicht im Stande seien, zwei Organisationen zugleich anzugehören, und wurde schließlich ein Antrag auf Uedergang der Lohnkommisfion in den Fachverein einstimmig angenommen. Der Fonds der Lohnkommisfion wurde einem Kuratorium von 3 Personen überwiesen, und darauf die Ver- sammlung um 1 Uhr Nachts g-schlossen. Nächste Fachvereins- Versammlung Montag, den 8. Februar, AbendS 8V, Uhr, in Seefeld's Restaurant, Grenadierstr. 33. Zentral-Kranken- und Srerbekaffe der deutsche« Wagenbauer(E. H. Nr. 8, Hamburg). Montag, den 8. Februar, Abends 8'/, Uhr im„Hobenzollerngarten", Steg- litzerstr. 27, Versammlung der Mitglieder der örtlichen Ver- waltungSstelle Berlin 5(Westen), umfassend: Friedrichstraße südlich der Linden bis zur Kochstraße; Kochstraße von der Friedrichstraße bis Wilhelmstraße, Anhaltstiaße, Askanischer Platz und die Straßen rechts von der Anhalter Bahn bis zur Weichbildgrenze und Echöneberg. * Zentral Kranken- und Sterbt Kasse der Drechsler und Berufsgenossen Dcutschiands.(E. H. 48.) Verwaltungsstelle Berlin A. Die Zahlstellen: Köpenickerstr. 171 und Große Frankfmtcrftr. 1 find des schwachen Besuches wegen wieder aufgehoben, und werden Beiträge daher Sonnabends 3 bis 10 Uhr Abends nur noch in folgenden Lokalen entgegengenom- men: 1 Naunynstr. 78 bei Krone. 2. Langestr. 34 bei Blüth- gen. 3. Weberstr. 34 bei Guide; außerdem zu jeder Tages- zeit: Alexanderstr. 25 im Lokale deS Herrn Aug. Mönch und beim Kasstrer Alfr. Moench. Adalbertstr. 26 N. Aufnahm n finden an den vorbenannten Stellen und(mit Ausnahme Sonn- tags) Mittags zwischen 12 und 1 Uhr beim Bevollmächtigten Fr. Schräder, Franzstr. 5 N., statt. Die Mitglieder werden auf§ 9 Abs. 4 de« Statuts aufmerksam gemacht und aufgefordert, die rückständigen Beiträge schleunigst abzuführen. Die Zahlstellen-Jnhaber find angewiesen, die Quittungsdücher der- jenigen Mitglieder, welche mit Beiträgen im Rückstände blei- den, bis zur vollständigen Regelung zurückzuhalten. Kranken- Unterstützungen werden Sonntags Vormittags von 10 bis 12 Uhr und Mittwochs AbendS von 8 bis 10 Uhr im Lokale, Naunynstr. 78, ausgezahlt. In der letzten Mitglieder-Versammlung find die Herren Adolph Gerlach, August Thomas, Ludwig Schultze und Paul Schneider zu außerordentlichen Krankenkontr oleuren gewählt wurden. * Fachverein der Tischler. Montag, den 8. Februar, AbendS 8V, Uhr, in Jordan'S Salon, Neue Grünstraße 28, außerordentliche Generalversammlung. T.-O.: 1. Antrag Vogt. 2. Antrag Clemann. 3. Wichtige Vereinsangelenheiten. Dutt» tungsbuch legitimirt. Reue Mitglieder werden aufgenommen. BilletS zum Maskenball find in der Versammlung zu haben. Die Mitglieder, welche die Handwerkerschule besuchen, werden hierdurch besonders zu dieser Versammlung eingeladen. Die Zahlstellen des Vereins find jeden Sonnabend Abend geöffnet und befinden fich: Blumenstr- 56(Tischlerherberge): Belle- Alliancc-Platz 6 bei Hilscher; Skaliyerstr. 18 bei Mann; Zionsktrchplatz 11 bei Hohn und Müllerstr. 184 bei Hähring. Die nächste Vereinsversammlung im Osten Berlins findet am Montag, den 15. d. M., bei Säger, Grüner Weg 29, statt. Große öffentliche Versammlung der Ttschlergeselleu Berlin« am Sonntag, den 7. d. M, Vormittags 10'/, Uhr, in Keller's Lokal, Andreasstr 21. T. O.: 1. Die Lohnfrage; Zweck und Zrele der Fachkommisston. Referent: Herr W. Schmitz. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. * Verein der Sattler«nd Fachgenosse«. Sonnabend. den 6. Februar, AbendS 8'/, Ubr. Versammlung in Gratweil'« Bierhallen, Kommant'antenstr.77-79. Tagesordnung: 1. Vor» trag deS Herrn Dr. Gerlach über:„Arbeiterhygiene". 2. Tis» kussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten.— Gäste will» kommen. * Oeffentliche Versammlung der Klempnergeselle». Sonntag, den 7. Februar. Vormittag» IOV2 Ubr, im Louisen- städtischen Konzerthaus, Alte Jakodstraße 37. Tagesordnung: Wahl eines GesellenauSichusseS für daS Lehrlings- und Her» bagswesen. Ref. Herr Obermeister Langenbucher. * Ja d«r freireligiösen Gemeinde spricht am nächsten Sonntag. Vonmttags 10 Uhr, Rosenlhalerstr. 38, Herr Schäfer über Herder'» religiöse Prinzipien und Abend» 7 Uhr daselbst Herr Bartels über Land und Leute in Tirol.— Dienstag, den 9. Fibruar c., findet Abends 8 Uhr Eophienstr. 15 eine ' beschliehende Versammlung statt. * Kachverein der Posameutirer und Seidenknopf- mache». Montag, 8. Februar, Abends 9 Uhr, Versammlung, Holzmarktstr. 72 im Königstadt-Kastno. * Aachverein der Steinmetzen. Sonntag, den 7. Febr, Vormittage 10 Uhr, Versammlung bei Ahlgrtmm, Sophien- strafie 34. * Verein der Berliner Bananschläger. Sonntag, den 7. Februar, Vormittags 10 Uhr, VerernSversammlung bei Preuß, Oranienstr. 51. Tagesordnung: 1. Krankenunterstützungsfrage. 2. Beschlußfassung über die Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Besprechung über Vertheilung der Ehrenämter. 4. Fragekasten. * Der Gauverei« Berliner Bildhauer veranstaltet am Sonntag eine Exkurfion nach dem Zoologischen Museum. Die Theilnehmer versammeln fich Vormmittag Punkt 9 Uhr in den Akademischen Bierhallen. Kachverein der Former und verwandten Berufsgenoffen Montag, den 8. dS. Ml»., Abends 8 Uhr, in Krieger'» Salon, Wasserthorstiaße 68, Mitgliederversammlung, wozu sämmtliche Kollegen eingeladen find. * Gesang- Verein„Harmoni." Jeden Sonnabend, Abends 9 Uhr, im Restaurant Schuhmann, Alte Jakobstr. 38. Verein der Taubenfrennde im Restaurant Klemann, Laufiverstr. 41, jeden Sonnabend. Abends 8 Uhr. Jntertfseu.Verein der Kisten- und Koffermacher. Montag, den 8. Februar, Abends 8V* Uhr, Kommandantenstraße 20, Mitglieder Versammlung. 1. Vortrag de» Herrn Michelsen. 2. Abrechnung vom 4. Quartal. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Die neuen Statuten können in Empfang genommen werden. * Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metall- arbeite»(E. H. 29, Hamburg), Filiale Berlin lll(äußere Louisenstadt) Versammlung Sonntag, den 7. d. M., Vormit> tags 10'/, Uhr, Mantcuffelstr. 90, Louisenstädtische Ressource. Bcvollmächtigtenwahl und Statutenberathung. Billets zu dem am 13. ds. Mts. stattfindenden Stiftungsfest find in der Ver- sammlung zu haben. Die Zahlstellen bleiben am 13. Februar geschlossen: jedoch werden am Sonntag, den 14. d. M., Vormittags von 11—1 Uhr Beitränge in den Zahlstellm entgegen- genommen. * Zentral-Kranken- und Sterbekasse der Fabrik', Hand- und anderer Arbeiter b. G.(E. H.-K. Dresden). Sonntag, den 7. Februar, Varmittag 10 Uhr, im Lokole deS Herrn Rieft, Kommandantenstraße 71—72, Versammlung der Mitglieder sämmtlicher Berliner Filialen. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 3. Wahl einer Beschwerdekommisfion. 3. Verschiedene». Mit- gliedibuch legitimirt. * Be,irk»vesei« de» werkthätige« Volk» der Schön- hauser Vorstadt. Versammlung am Dienstag, den 9. d. M., Abend» 8'/, Uhr, Prenzlauer Allee 195, Ecke der Danzigerstraße. Tagesordnung: 1. Die Berliner Frauenbewegung. Referent: ReichStagSabgeordneter Kräcker. 2. Stellung de» Vereins zu den Stadtverordnetenwahlen. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten. Gäste willkommen. Reue Mitglieder werden aufgenommm. Die Mitglieder werden auf§ 5 des Statuts aufmerksam ge- macht. * Oeffentliche Versammlung sämmtlicher in der Hut- fabrikation beschäftigten iArbeiter. Montag, den 8. Februar, Abends 8 Uhr, in Weick's Lokal, Alexanderstraße 31. Tagesordnung: 1. Berathung des Statut» zur Gründung eineS FachvereinS. 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten. * Fachverrtn der Putzer. Sonntag, den7. d.M.. Vorm. 11 Uhr, Mitgliederversammlung im Vereinslokal, Jnselstr. 10. Tagesordnung: 1. VereinSangelegerrheiten. 2. Verschiedenes. Mittwoch, den 17. Febr., Abends 8'/, Uhr, hält Herr Dr. Gerlach einen Vortrag über:„Die Ernährung und Krank« heitserscheinungen de» Arbeiterstandes". * Verein zur Wahrung der Interesse« der Tischler. Montag, den 8. Februar, Abend» 8'/, Uhr, Raunynstr. 44, Versammlung. Tagesordnung: 1. Stellungnahme gegen die Petition des von Herrn Brandes geleiteten deutschen Tischler- JnnungSbundeS. 2. Verschiedenes.— Der Vereins Maskenball findet am Eonnabend, den 13. Februar. in Renz' Salon, Raunynstr. 27, statt. BilletS a 50 und 25 Pf. find bei den Herren Lackur, Oranienstr. 203, Sticgelmcier, Gitschinerstr. 93, und Lerche, Fruchtstr. 35, zu haben. * Berichtigung. Herr G. Baars, Kirchbachstr. 9, ersucht unS bezüglich des von uns gebrachten Berichts über die am letzten Sonntag abgehaltene Versammlung der Bauhandwerker um Aufnahme des Nachstehenden: 1) Es ist in der Versamm- lung von keiner Seite gewünscht worden, daß die Fachvereine in Verbindung treten sollen. 2) Es ist unrichtig, daß der Reuner-Kommisfion die Mittel zur Einberufung eine größeren Versammlung gewährt worde.: find. Es stehen der Kommisfion nur die paar Mark zur Verfügung, die als Ueberschuß der in dieser Versammlung vorgenommenen Tellersammlung verblieben find. Ferner theilt uns Herr B. mit, daß die vorgenommene Sammlung für die Streikenden den Betrag von 24 M. ergab, wovon je die Hälfte an die Steinmetzen und an die Handschuhmacher abgeliefert worden ist. Kleine Mittheilnngen. London, 2. Februar. Unter den Zöglingen der Besse- rungSanstalt an Bord deS in der Merfey unmrit Liverpool vor Anker liegenden Schiffes„Clarence" brach gestern eine Meuterei aus, durch welche eine Zeit lang die Sicherheit de» Schiffes und das Leben der Offiziere bed'oht war. Die Jungen hatten fich les Schiffes bemächtigt, die Waffenkawwer erbrochen und sich mit Schußwaffen versehen. Sie gnften den Kapitän und die übrigen Offiziere mit Knütteln und anderen Waffen an. Einige Jungen ließen die Boote hn°°' um dieFlucht zu ergreifen. Als sie daran verhindert wurden, machten fit von ihren Schußwaffen Gebrauch, wodurch zwei OfssM verwundet wurden. Der Kapitän oersuchte mit einem Reoolott in jeder Hand von der Brücke aus die Ordnung aukecktzu' halten, allein vergebens, und schließlich mußten fich die OffiM in ihre Kajüten flüchten, um nicht niedergeschossen zu werben Durch Rothfignale wurden schließlich Polizeimannschasten r«' quirirt, welche die Jungen bewältigten und, etwa 18 an Zahl, fesselten und nach Liverpool brachten wo sie eingesperrt wurd«> und heute dem Polizeigericht vorgeführt werden dürften. D» verwundeten Offiziere wurden nach dem Krankenhaus« in pool geschafft._ Kriefkasten der Redaktion. Alter Abonnent B. 75. Darüber konnten wir Genaueres erfahren. K 43. Rußland hat eine reguläre Armee von 23f>*> Offizieren, 662 070 Kombattanten und 97 330Nichtkombatt M Hierzu kommt im Kriege eine irreguläre Armee von 3505 Li#' zieren und 131 290 Soldaten... P. I 100. Großbritannien und Irland(nebst Kffomtf --- 20135547 Q- Kilometer, Rußland= 21 759 659 Q-# meter. O. G. Der Gedanke, den Medizinalwaarenverkauf k monopolifiren, ist nicht neu. Wir haben un» erst vor acnB Tagen in ganz ähnlicher Weise ausgesprochen. A. W. Zunächst wollen Sie aus Ihrer Anonyo� heraustreten. Theater. Sonnabend, den 6. Februar. Opernhaus. Der Widerspänstigen Zähmung. Komische Oper in 3 Asten, nach Shakespeare s gleichnamigem Lustspiele frei bearbeitet von toseph Vittor Äidmann. Musik von enmann Götz. «chausptelbans. Treu dem Herrn. Schau- spiel in 5 Arten, nach einer Erzählung von Friederike Lohmann, von Richard Voß. Dentsche» Tbeuter. Die Lorelei. Trauer. spiel in 5 Aufzügen von A. L'Arronge. Wallner-Theater. Sammet und Seide, Lust- spiel in 4 Akten von OSkar Blumenthal. vtestden-- Theater. Denise, Schauspiel in 4 Akten von A. Dumas(Sohn). Belle-Alltance-Theater. Orpheus in der Unterwelt. Burleske Oper in 4 Bildern von Offenbach. Uriedrtch- Wilhelmstädtische» Tdeater. Der Zigeunerbaron, von Joh. Strauß. Walhalla- Theater. Mamsell Angot, die Tochter der Halle, Operette in 3 Akten von Clairoille, Siraudin und Koning. Deutsch von E. Dohm. Mustk von Ch. Lecocq. Souisenftädtische» Theater Gastspiel des Direktors Ch. Arbr», sowie des kaiserlichen Original-Japanesen Torikatta. Zum 5. Male: Abracadabra. Tentral-Theater. Der Stabs- Trompeter. Wittorta-Theater. Däumling. Ostend- Theater Das Loos der Armen. »«eriean- Theater. Große Spezialttätm- Vorstellung. Theater der Reichshallen. Große Spezialt- täten- Vorstellung. »aafma««'» Variete. Große Spezialttätm- Vorstellung. «onkordia. Große Spezialitätm-Vorstellung. Alhambra-Theater. Wallnertheaterstraße 15. Zum 1. Male: Madame Potiphar. Charastergemälde mit Gesang in 6 Bildern von Herrn. Charte» Duchow. Mustk von L. Brandt. Vor der Vorstellung: Gr. Rouzert der Hauskapelle. Anfang de» Konzerts Wochentag» 7 Uhr, der Vorstellung 7V« Uhr. Anfang de» Konzerts Sonntag» 6 Uhr, oer Vomellung 7'/, Uhr. Bon» hadm Wochemagi Äilttgkeil und find im Theaterbureau(12—1 Uhr) gratis zu haben. Arb.-Bez.-Vereiu der Orauien- burger Vorstadt u. d. Wedding. Montag, den 8. Februar, Abends 8 Uhr, Versammlung i« Wedding-Park Wüllrrstrahe Mr. 178. Tagesordnung: 1. Vortrag de« Mitgliedes Wilhelm Boy über:„Die Entwickelung der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung seit 1860". 2. Diskusfion. 3. Verschiedene». 4. Fragekasten.— Gäste willkommen.— Reue Mit- glieder werden aufgenommen.— Der wichtigen Tagesordnung wegm werden die Mitglieder sowohl als auch die dem Vereine noch Fern- stehenden ersucht, recht zahlreich zu dieser Ver- sammlung zu erscheinen.[627 Der V o r st a n o. OMiMlltliIl.!>.KItlMtt. Am Sonntag, den 14. Februar d. I., Vor- mittag» 10'/, Uhr, findet Kaiser Franf-Crr- nadierplatz Mr. 7 im Lokal eine Versammlung der Arbeitgeber u. Arbeitnehmer unserer Kasse statt. TageS-Ordnung: Aenderungen der§§ 21, 28 und 29 und Zusatzantrag zum§ 67 de» Statuts. Verschiedenes.— Ferner: Zum 1. März d. I. ist die Stelle eines 2. KasfirerS bei unserer Kasse zu besetzen. Sich dazu qualifizirende Mitglieder der Kasse, welche 500 M. Kaution zu stellen haben und 120 M. Gehalt monatlich erhallen, mögen Offerten mit selbstgeschriebenem LebenS- lauf und der Aufschrist:„Kasflrerangelegenheit" bis 16. Februar an Herrn Weftpkal, Reue Jakobstr. 12, 8., einsenden. Weitere Bedingungen find im Kaffenlokal, Reue Friedrichstr. 7, l. bei Rcndant L. Steuer zu erfahren. 634 Der Vorstand. Passage l�Trep�e. �9 U. Morg. Kaiser-Panorama. In dieser Woche: Thüringen. Zum ersten Male: Da» südl. Frankreich. vertha-Reise. Karo linen- Inseln w. Mine Reise 20 Pf., Kinder nur 10 Pf. Abonnem. Meine Destillation»-, Bier-, Frühstücks- und Billardstubc, sowie Patzenhofer u. Helles Lager- hier a Glas 10 Pf. empfiehlt bestens 382 A. Barttael, Kottbuser Damm 58(Herrmann-Platz 4). Selbstunterricht in der einfachen und doppellen kauf. männischen Buchführung und Darstellung eines neue« abge- kürzte« System» zur doppelten Buch- Methode von«. Schmidt, Lehrer der Handelswissenschaft. Vrti» 1 M. 50 pf.-Wm lu beziehen d. d. Exped. d.„Kerlwrr lolstsdiatt", Berlin, Zimmerstraße 44 Gr. öffentl. General-Versamml. sämmtlicher Klavier-, Mechaniken- und Klaviatnrarbeiter am Sonntag, den 7. d. M., Vorm. 10'/, Uhr, m GratweU's vierhallt«, Kommandanten- Straße 77/79(untere Säle). Tagesordnung: 1. Die moderne ProduttionSweise und die Lage unserer Industrie. Referent: Herr Reichs- tagSabgeordneier Heinrich Meister aus Han- nover. Oeffentliche Abrechnung des Streiks bei Klingmann u. Ko.— Sämmtliche Kollegen werden ersucht, in dieser Versammlung zu er- scheinen.[533s Der Einberufer. 628| Staatlich concessionirte Deutsche Kunstgewerbe» Lotterie. Ziehung in Berlin am 24., 26., 26. Februar 1886. _ 5000 Gewinne im Gesammtwerlhe von W 03.000 Mark."W Erster Hauptgewinn: Salsa, Speisezimmer, Schlafstmmer. Zweiter Hauptgewinn: Wohnzimmer, Schlafzimmer. Dritter Hauptgewinn: Rococo Salon. Vierter Hauptgewinn: Altdeutsche Trinkstube u. s. w. Loose ä 1 Mark ü. Schumacher, Berlin 0., Königstr. 14a. Wiedernerkänfer erhalten beste Kedingnnge«. Ausstellung der Gewinne Leipzigelftr. 107. Jedes Loos berechtigt zum freien Eintritt. Cigarren- n. Tabak-Handlung von Hoker# Kunkel (früher Pfannkuch) Chanssee-Straße Rr. 36|37. l-hr Wöhlert'scheS Grundstück. r Lager aller Wöh'ert'schcS Grundstück. � Arten Cigaretten, Kauch-, Kau- und Schnupf- Tabake. � Spezialität: G. A. Kanewacker Kautabak. Grosse Mitglieder- Versammlung des Facht) erms der Former und verm. Kernfsgenosten am Montag, den 8. d. Art«., Abends 8 Uhr, in Krieger» Kalo«, Wasserthorstr. 68. TageS-Ordnung: 1. Wahl zweier Schriftführer. 2. Vortrag, Diskusfion. 3. Verschiedenes. Fragekasten. Gäste haben Zutritt und find willkommen. 629 Der Vorstand. "kl Zentralkranken- u. Begräbniß- kasse für Frauen u. Mädchen in Deutschland(«. K. Gffenbach a. M.). Sonntag, den 7. Februar, Smipt-NtchMlMs in Gratweii'» Sierhalle«, Kommandanten- Straße 77—79. Wahl der Deleginen zur Gmeralversamm- lung und Verschiedenes. Der Vorstand. Volks- Versammlung für Fcittlruksberg n. Umgegeml Montag, den 8. Febuar, Abends 8 Uhr, in Friedrichsberg im Saale deS Herrn Spitzig, Frankfurter Allee 193 TageS«Ordnung: „Branntwein- Monopol". Referent: Herr Reichstagsabgeordneter Frohme.[630 Herr ReichStagSabgeordneter Lohren ist persönlich eingeladen. Vereinigung der deutschen Schmiede. Vers ammlung Eonnabend, den 6. Februar, Abends oV, Uhr, in Gratweil'« Kierhalle«, Kommandanten- Straße 77/79. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Wahl eines 1. und 2. Vorfixeirden. 3. Wahl eines HauptkasfirerS. 4. Vorschläge zu einer örtlichen Geschäftsleitung. Rur Mitglieder und solche Kollegen, welche der Vereinigung beitreten, haben Zutritt.— Mitgliedsbuch legitimirt. 621 Der Vor st and. Zentral-Kranken- u. Sterdekaste der Tischler. Oertlichc Verwaltungsstelle Berlin A. Montag, den 8. Februar. Abends 8 Uhr, in Mohlhaupt'» Lokal, Manteuffelsttaße 9, Mitglieder-Vers ammlung. Tag etordnung: 1. Rechnungslegung vom 4. Quartal. 2. Wahl eines Krankenkontroleur». Mitgliedsbuch muß vorgezeigt werden.[626 Gewerkschaft der Metallarbei� Kerlin»«n> Umgegend. Mitglieder-Versammlung„ Sonntag, d. 7- Febr. 1685, Vormittags lO'/o, der Maschinenbauer, Schloffer, Gürtler, Kleiw' Hobler, Former, Stoßer, Dreher, Gießo> Schleifer, Putzer, Schnittarbeiter, sowie 1#� licher Hilfsarbeiter„a im Wedding Park, Müllerstraße l%fi Tagesordnung: 1. Vortrag deS Christensen. 2. Diskusfion. 3. Vertchl�W 4. Fragekasten.— Gäste haben Zutritt."% Mitglieder werden aufgenommen. L Der Vorsta�> General-Versammlung Zimmerleute Berlik kD ».ü? fÄ. im Konzerihause„Hanafouri, Kottdusirl S 1. Die R�thwendikttit Veä" Äbeitert�� Referent wird in der Versammlung�� � kannt gemacht. �' 2. Abrechnung deS GeneralfondS. 3. Verschiedenes i Zum Schneider« und pfiehlt fich Anna«allwer Rr. 33, lll. bei Otto. Verantwortlicher Sievatteu» U. T»««tzti« i» Berti«. Druck und Verlag von Mar Babing K Berlin SW, Beulhstraße 2