jtr. 83. Sotttttag» de» 7. Februar 1886. HI. Jahrg. trtorWKsWL Brgan für die Interessen der Arbeiter. Da«„Berliner Volksblatt" {tf&int täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementsprcis für Berlin frei ?�,HauS vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement "iarl. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustrirter Beilage 10 Pfg. (Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1886 unter Nr. 769.) Jusertionsgebühr betragt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg. Arbeitsmarkt 10 Pfennige. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunst. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen« Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: KeuthKraße 3.— Gepedition: Zimmerstraße 44. nWrbii»zrii in der Slndinernrilneten- Nrrsnmmlnnz." ,. bekanntlich ist die Majorität unserer Stadtverord- .�'Versammlung.sehr liberal" und alle Tugenden de» L�nnns" konzeniriren sich in den Äiännern, die im Rath- das„große Wort' führen. Nutz und Frommen unserer Leser wollen wir zwei die" erzählen, die wieder einmal beweisen, wie e« 9*«*" treiben, wenn es sich darum handelt,„unbe- »etoif � � l e m e n t e", die man au» dem Stadtverord- nicht mebr vertreiben kann, von der Arbeit in Gallonen und AuSschüfien fern zu halten. N,e�'e Etadtverordneten-Versammlunq ist gesetzlich be- der N � Ehrlich diejenigen Männer au» den Mitgliedern jj,(5;'Fjammlung und der Bürgerschaft zu wählen, welche «ink„ Atzung in die klassifizirte Einkommensteuer, also da» »ebw uon 3000 Mark aufwärts betreffend, vorzu- £ dadtn. "U dieser Kommission arbeitete der Stadtv. Singer, L' tt seine Kcnntniß der Verhältnisse und Personen sel>. �nutzte, um die vielfach zu niedrig eingeschätzten, meist � wohlhabenden Leute, in die ihrem wirklichen Ein- «*3* entsprechende Steuerst usen zu bringen, nicht wieder- w«urde, weil die Herren de» Ausschüsse», in ge» �Mter Weise nur von Mitgliedern der Majorität ge« ' der Ansicht waren, der Stadtverordnete Singer jD y zu hoch ein. Daß diese Ansicht thatsächlich unrichtig sich am besten au» dem Umstände, daß nur ein stois Theil der von den höheren Einschätzungen Be- s«d � oorn dem Remonstration»- und Reklamation»ver» qftti Gebrauch machte und von den Instanzen meist L�ttiesen werden mußte, woraus zur Genüge hervorgeht, u» nie Erhöhungen, welche der Stadtverordnete Singer Uöthi« hielt, vollkommen gerechtfertigt und den Ein- �Verhältnissen entsprechend waren. L.„Väter unserer Stadt", überwiegend natürlich zu z�.?"lassen, deren Einkommen über 3000 Mark beträgt, teto*' Bwklen nicht, daß richtige Einschätzungen vor« �rn werden. �"3a wenn durch eine höhere Heranziehung der Besitzen- � eine Entlastung der Unbemittelten herbeigeführt "st/ so äußerte sich ein bekannter Wortführer, in mix � grrn mehr Steuern zahlen." \j!%Iich in diesem Ausspruch paart sich Heuchelei mit �fiz�d, denn die Stadt nimmt ja doch in der„Ge- Einkommensteuer' genau denselben Betrag Staat, und wenn Berlin bei der Gemeinde» wie -rst-"� Ng Keuilleton. k Tochter des Kankrotteurs. Roman au» der Gegenwart von Gustav Lössel. ttum 7" fragte der Andere lächelnd.„Komme ich . gelegen 7" A ist"ein." erwiderte der Kommerzienrath hastig. weil Sie doch sagten, daß da« Geschäft, zu t». Äov � Sie von England herübergekommen, vor kaum zu Stande kommen dürfte, und eher T lld«,. i der mir zur Konvertirung und Aufbewah» „Ebenen Werth- nicht." »tfitij,? wuß ich meine Bitte wiederholen, einem leisen Anflug von Unruhe. »Nl sagte ............ mächtiger erwiesen als unsere Kon« "d Geschäft ist so gut wie abgeschlossen und Ä�'.da» ää/k i 4td Erregung kaum mehr bemeistern zu können. ' wa»...?kete verstohlen jede seiner Bewegungen und ostitut. n di. l»"' Herr Gontard, Sie ber« L Provision und die Au»lagen. �«�°n dabei," entgegnete dieser. Ga«tS«. �er»ienratb„in» b,na,ia ."»«»»»Uly ging hinaus. stellte alsbald seine Berechnungen ein, um zu ' er a�rkuation hat sich mit einem Schlage geändert," S ÄiT«."dieser Engländer fällt mit seiner Forderung nnbt t." ln# Pulverfaß. E» freut mich nur, daß °davk. d«zitirt habe. Gestern Abend kam mir sogar kW.'dn durch einen anonymen Brief zu warnen. er ungerufen. Oder doch nicht? Wmn Einkommensteuer durch richtige, und um nichts weiter handelt es sich, Einschätzungen zu größeren Einnahmen au» den durch Besitz und Erwerb bevorzugten Klassen kommt, dann braucht man nicht, so wie jetzt, 100 pCt. zu erheben, und dadurch wird auch dm Mitbürgern, die in der Klassen« steuer sind, die Steuerlast erleichtert und ein, soweit e» sich in dem Rahmen der jetzigen Steuergesetzgebung ermög« lichen läßt, einigermaßen gerechter Zustand geschaffen. Ader da»„ K l a s s e n i n t e r e s s e" der B e s i tz e n« den verbietet, daß richtig eingeschätzt wird, man will ben jenen Millionen, die ja doch nicht« haben, da» Zahlen überlassm, und die Leute, welche jenen Standpunkt nicht theilen, müssen au» den Einschätzungskommissionen herau», man wählt die„Mamelucken der FraktionSführer" und der „alte Ring" schließt sich wieder fest zusammen. Und da» Alle« feierlich drapirt mit dem Tugendmantel sittlicher Entrüstung, die in der Redensart gipfelt, man darf in den schlechten Zeiten die Steuerschraube nicht zu fest anziehen. Die Tugendbolde vergessen nur dabei, daß die schlechten Zeiten bei denen, welche für die„oberen Zehntausend" zahlen müssen, erst recht Einkehr haltm und daß der Arbeiter, Handwerker, Lehrer, Beamte und kleine Geschäftsmann unter der Steuerlast mehr seufzt al» die Herren Rentier», Großindustriellen und durch Erbschaft reich gewordenen Leute, deren Geldbeutel ungerechter Weise dadurch geschont wird, daß die Stadtverordneten-Versamm» lung diejenigen Männer, die nach Recht und Pflicht, nach bestem Wissen, in voller Kenntniß und richtigen Würdigung der Verhältnisse einschätzen, von dieser Arbeit a b s i ch t- l i ch ausschließt. So macht man'» im„rothen Hau«" auf diesem Ge« biet, und al» weiterer Belag der„vornehmen und noblen Art" mit der die Majorität der Stadtverordneten-Ver- sammlung die Geschäfte führt, mag folgende» Vorkommniß dienen. Die Mitglieder der ständigen Ausschüsse und der Kura- tonen sowie der VerwaltungS-Deputationen werden in der ersten Sitzung jeden Jahre» neu gewählt und ein Au»schuß mit den vorbereitenden Arberten hierzu beauftragt. Den Ausschuß macht dann unter Berücksichtigung der ihm mitgetheilten Wünsche der Mitglieder der Versammlung seine Vorschläge, und meist werden dieselben ohne jede Aenderung gutgeheißen. In diesem Jahr hatte sich nun allerding» mit weniger Hoffnung auf Erfolg der Arbeiter-Stadtverordneten der Stadtv. Singer zum Eintritt in die Schuldeputation ge- meldet, weil die Arbeiterpartei in der Stadtverordneten- Versammlung der Ansicht ist, daß auf dem Gebiete de» Volksschulwesen» ihre Thätigkeit erforderlich und nutz- bringend sein wird. ich Luckhardt» Brief, sein Erscheinen und viele« Andere, wa» wir jüngsthin erlebten, in Zusammenhang bringe, so kann ich mich dem Gedanken nicht verschließen, daß hier irgend eine mächtige Hand zum Ruin unsere» Hause» thätig sein muß. Aber wer— wer kann da« sein?... Gleich- viel! Ich kann eS ruhig mit ansehen. Wenn da» Hau« Bankrott macht, stehe ich am Ziel meiner Wünsche. E» bedarf so schwerer Lasten, um Erna» stolzen Nacken zu beugen. Ihr Vater bestraft, sie bettelarm— dann kommt wohl auch die Zeit, wo meine Hand nicht zu schlecht ist, sie aufzurichten! Aber vielleicht entgeht er noch dem Zucht- hau» durch eine Kugel oder die Flucht. Nun, an mir soll e» nicht liegen, wenn er keine Zeit zum Entkommen findet. Wenn nur Erna hier bleibt, und da» müßte sie in diesem Falle doch.. Er warf einen Seitenblick auf den wartenden Eng« länder, welcher Platz genomnien hatte und mit dem Gleich« muth seiner Landsleute in» Leere starrte. Er war ja nun überzeugt, daß er sein Geld bekommen würde. Gontard theilte diese Ueberzeugung nicht. Eine Viertelstunde verging und der Kommerzienrath war noch nicht zurück. Wa» konnte ihn abhalten? Er brauchte ja nur da» verschlossene Depositum au» dem Schrank- zu nehmen, alle» Schriftliche wurde hier erledigt. E« war sehr merkwürdig, daß er so lange blieb. Jeden« fall« hatte er sich zu einem Fluchtversuch aufgerafft. „Wie viel Provision?' fragte Homefield. Gontard überreichte die Rechnung. Der Andere nahm ein Notizbuch hervor und begann zu rechnen. Gontard aber berechnete, wie weit der Kam« merzienrath schon sein könne, wenn er nach Zusammen« raffung alle« Mitnehmen«werthen sofort da« Wette gesucht hatte. Eine zweite Viettelstunde verging. „Der Herr Kommerzienrath bt-lbt lange,' meinte Homefield. Er zog seine Uhr. „O nein," erwidette Gontard kühl.„E««fordert immer einige Zeit, um eine Angelegenheit von solcher Wichtigkeit zu ordnen. Wenn Sie vielleicht noch emen Wir behalten un» vor, diese« Thema einmal ein- gehend zu besprechen, für heut ist e» unsre Aufgabe, die an diese Meldung sich knüpfenden Ereignisse zum Ruhme der herrschenden Majorität unseren Lesern nicht vorzuent- halten. Der Stadtv. Singer erfuhr bei seiner sehr zeitig im Bureau angebrachten Meldung, daß außer ihm nur noch ein der Majorität angehörende» neu eingetretene« Mitglied auf den Eintritt in die Schuldeputation reflektire und fand bei einer diesen Gegenstand behandelnden Unterredung mit dem Vorsitzenden de» Ausschusses, daß sein Vorhaben von diesem„allmächtigen Ober- Stadtverordneten" gebilligt wurde. DaS Unerwartete geschah. Unter den für die Schul- Deputation Vorgeschlagenen befand sich auch der Stadt- verordnete Singer, und e» schien, al» ob in der Stadt- verordneten-Versammlung der Sinn für Gerechtigkeit noch nicht gänzlich erloschen sei. Aber der hinkende Bote kam nach. Inzwischen hatte sich eine so lustige Komödie ab- gespielt, daß es sich wohl lohnt, dieselbe der Bürgerschaft al» Beispiel der„Schiebungen" in der Stadtverordneten- Versammlung mitzutheilen. Nachdem der Ausschuß stolz auf die hohe Gerechtigkeit, die ihn bei seinen Berathungen geleitet, seine Arbeiten beendet hatte, begaben sich die Mitglieder desselben in ihre resp. Fraktionen und da wurde denn fein säuberlich berath- schlagt, wie man da» Unglück, einen„Sozialdemokraten" in der Schuldeputation zu haben, abwenden könne; denn, sagte man, der Ausschuß konnte, ohne sich dem Vorwurf der Parteilichkeit auszusetzen, nicht ander» handeln, er mußte Singer empfehlen, wir aber, die souveräne Versammlung, wir werden, dem Winke„unserer Vorsehung' folgend, d« Sache schon besorgen. „W ie können wir denn," so tönte die Stimme eine» der leitenden Ausschußmitglieder,„den Mann, der sich zum Organ der unzufriedenen Lehrer machen wird, in die Schuldeputation hinein- lassen?' Vielleicht sinv die„stets unzufriedenen Lehrer" gar nicht so im Unrecht: vielleicht ist der Geschäftsgang in der Schuldeputation auch sonst derartig, daß dieser„wür- dige Stadtvater" Ursache hat zu verhindern, daß dieser Verwaltung neue, die Interessen der Arbeiter im Auge habenden Kräfte zugeführt werden. Jedenfalls ist die Furcht vor dem Eintritt Singer'» in die Schuldeputation, ausgesprochen von einem lang- jährigen Mitgliede der Versammlung sehr befremdlich und findet durch das Echo, welche» sich an dieselbe knüpfte, eine eigenthümliche Beleuchtung. DaS gäbe einen„schönen Radau", wenn der da hinein käme, sagte nämlich ein an den Rockschößen des„Olympiers" nothwendigen Gang haben, so kommen Sie doch auf dem Rückwege mit heran." Mister Homefield hatte keinen solchen, er wollte warten. Um weiteren Fragen au» dem Wege zu gehen, begab sich Gontard in da« angrenzende Kassenzimmer. Er hatte sich„auf einen Augenblick" entschuldigt. E« dauerte aber eine ganze Viettelstunde, ehe er wieder her« au»kam. Jetzt mußte nach seiner Berechnung der Kommer- zienrath schon auf der Bahn sein. Homesield war inzwischen ungeduldig geworden. „Der Herr Kommerzienrath noch nicht hier?" fragte Gontard mit geheucheltem Erstaunen. sehr. «tt gi,. „Nein," knurrte der Engländer.„Ich wundere mich „O, leicht erklärlich," entgegnete Gontard mit bo»- haftem Lächeln.„Da« Pnvatkabinet de» Herrn Kommer- zienrath», in welchem wegen seine» daran stoßenden Schlaf« S«mache» alle Haupt- und Bardepofiten aufbewahrt wer- en, steht in unmittelbarer Verbindung mit den Besuch«- zimmern. E» wird nun Jemand gekommen sein, den der Herr Kommerzienrath nicht abweisen konnte, und das ver« hindert ihn, sogleich wieder herunterzukommen." „So werde ich hinaufgehen," sagte Homefield. „Ich bedauere," erwiderte Gontard entschiede«.„Sie würden nicht vorgelassen werden. Der Herr Kommerzien- rath ist in seinen Privatgemächern für Niemand geschäftlich zu sprechen. Uebrigen» erlaube ich mir, daran zu erinnern, daß Sie selbst die konvertirten Werthe Jiier in Empfang nahmen und nach Prüfung ihrer Giltig- eit in eine» unserer GeschäftSkouverte thaten und die» un» versiegelt zur Aufbewahrung übergaben. Ich darf wohl annehmen, daß Ihnen alle diese Momente noch gegen- wättig sind, und mich überzeugt halten, daß Ihnen die Unverletzlichkeit solcher verschlossen übergebenen Depositen bekannt ist. Sie können deihalb ganz beruhigt sein. Ihr Depositum ruht in feuer» und diebessicherer Verwahrung im Schranke oben, wo ich es selbst gestern Mittag noch gesehen habe. Ich habe auch nicht gehört, daß inzwischen bei un» ein Einbruch verübt worden wäre." HSngendrS Fraktiontmitglied, und kurz und gut, man de» schloß die Sache„fein' zu schieben. Al« nun der große Moment herankam, da war ein Antrag eingelaufen, die Mitglieder der„Schuldeputation', und damit die Sache nicht gar so plump aussehen sollte, auch diejenigen der Kanalisationß-Deputution durch Stimm- zettel zu wählen. Erst wollte man auch noch die Mitglieder des Kurs» torium« für den Viehhof durch Stimmzettel wählen, u« auf diese Weise heimlich einen Kollegen, von dem man be- hauptet, daß er die Futterbedürfnisse des Viehhofs auf hiesiger Börse einkaufe, zu beseitige», man ließ eS aber; ist doch dem Armen erst kürzlich der Einkauf für einen an« deren Verwaltungszweig entzogen worden." Nach der Geschäftsordnung mußte nach diesem Antrage verfahren werden und in der letzten Sitzung hat nun die Versammlung diese» im Dunkeln schleichende Verfahren sanktionirt, indem sie mit großer Majorität an Stelle de« vorgeschlagenen Stadtverordneten Singer den Stadtverordneten Samm in die Schuldeputation gewählt hat. Diese Wahl, sowie die vorhergegangenen Jntriguen kenn- zeichnen wieder einmal so recht da« Verhalten der„fort- schrittlich-nationalliberal-konservativen' Majorität der Stadt- verordneten-Versammlung. Fest zu einem Ringe zusammengeschlossen, unter der Herrschaft einiger Streber stehend, werden die Geschäfte in Rücksicht auf politische und gesellschaftliche Zusammen- geHörigkeit geführt und die oppositionellen Elemente einfach ausgeschlossen, um sich nicht in die Karten sehen zu lassen. Nicht muthig genug, um dieses Spiel offen zu treiben, benutzt man die Geschäfts-Ordnung, um durch die Anwen- dung derselben vor der Oeffcntlichkeit unangenehme Debat- ten zu vermeiden, was allerding« nicht immer gelingt, und wir werden mit besonderer Freude jede Gelegenheit be- nutzen, um Fälle, wie vorstehend erzählt, vor der Bürger- schaft öffentlich festzunageln. Politische Ueberstcht. Die„Kreis. Ztg." kann es nun einmal nicht unterlassen, uns anzurempeln. In unserer Mittwoch-Nummer reproduzir- ten wir eine kurze Notiz, welche der„Hamb. Korr." dem „Eozialdemolrat" entnommen hatte. In dieser wird der lächer- lichen Behauptung deS Abgeordneten Baumdach entgegengctrc« ten, daß die Sozialisten bei Berathung des Postetats mit den Konservativen Hand in Hand gegangen seien, weil fie für die Errichtung eines neuen Postgebaude« in Werdau gestimmt J allen. Es heißt da:„Wenn das wahr märe, He: r Baum« ach, wenn wir mit den Konservativen einen„Handel" ab- schließen wollten, so würden Sic, Herr Baumbach, nebst drei Vierteln ihrer Fraktionskollegen bei der nächsten Neuwahl weg- gefegt werden, wie Spreu vor dem Sturmwind. Begriffen Herr Baumdach k"— Der„Hamb. Korisp." bemerkt hierzu: „DaS Blatt(der„Sozialdemokrat") bat's getroffen."— Obgleich wir nun diese Zeilen ohne rrgend einen Kommentar brachten, stößt daS Organ deS Herrn Richter folgendermaßen in die Posaune: „Renommisterei. DaS„Verl. VolkSbl." renommirt, daß, wenn die Sozialisten mit den Konservativen einen Handel abschließen, drei Viertel der freifinnigen Partei bei den nächsten Neuwahlen weggefegt weiden.— Wenn die Sozialisten mit den Konservaliven einen Handel ab- schließen, so würde ein großer Theil der Wähler, welche sozialistisch gestimmt haben und damit glaubten, dem Widerspruch gegen die Regierung und den Konservativen den schärfsten Ausdruck zu geben, überhaupt von der Sozialiftenpartei abfallen. Nur der geringste Theil der sozialistischen Wähler glaubt an das postlioe Programm der Sozialisten. Im übrigen ist leine Partei in ihrer Zusammensetzung mehr abhängig von dem Verhalten anderer Parteien bei der Stichwahl als gerade die So- zialistenpartei. Im Fahre 1881 brachten die Sozialisten keinen einzigen Abgeordneten srlbstständig, d. h. im ersten Wahlgana, durch." Wozu dieses Geschrei? Die„Freis. Ztg." fühlt äugen- scheinlich, daß Herr Baumdach Unfinn geschwätzt hat und oer- sucht nun, ihn durch dieses Geflunker wieder zu rehabilitiren. Denn daß die Sozialdemokraten nicht mtt den Konservativen handeln können und werden, weiß der Herr Baumbach sehr gut, er weiß aber auch, daß die Wähler nicht nur deshalb sozial- cmokratisch wählen, um n u r die Oppofition zu verstärken, sondern weil fie von dem ehrlichen Bestreben vet sozialdemokratischen Kan- didaten, ernstlich und überall für Gerechtigkeit einzutreten, überzeugt find. Daß nur der geringst» Thell der sozia- listischen Wähler an da« sozialistische Programm glaube, ist daher eine übliche Phrase des Manchefiertbums, welches in dem Herrn Baumbach einen so„unübertrefflichen" Vertreter Diese sarkastisch gemeinten Wort« blieben ganz ohne Eindruck auf den Engländer. „Sie würden mich dennoch verpflichten, wenn sie den Herrn Kommerzienrath an unser Geschäft erinnern wollten," sagte er.„Ich sehe da ein Telephon— da« leitet gewiß nach seinem Privatkabinet." E« war in der That so, aber Gontard versicherte den Anderen, daß e« nach der Börse leite. Jener konnte ja auf den Gedanken kommen, da« Telephon in Gebrauch zu nehmen und Jean oder sonst Jemand, der zufällig oben war, nach dem Verbleiben de« Kommerzienrathe« zu be- fragen. Ganz so früh sollte er dessen Verschwinden aber doch nicht erfahren. Gontard schloß Pult und Geldschrank ab.„Ich werde selbst hinaufgehen," sagte er während dem.„Nur noch wenige Minuten Geduld!" Er wollte sich nur vergewissern, daß der Kommerzienrath unbemerkt entkommen war, dann wollte er die Abwesenheit desselben mit einem nothwen- digen Gang entschuldigen und Homefield mit allerhand Ausflüchten hinhalten, bi» jener einen tüchtigen Vorsprung gewonnen hatte. Da« sicherte ihm dann einen ersten An- spruch auf Erna« Dankbarkeit, von deren Abwesenheit er noch ganz ahnungslos war. „Aber lassen Sie«ich nicht zu lange warten," mahnte der Engländer. „Ich bin kein Bote, mein Herr," entgegnete Gontard stolz,.und wenn ich gehe, so erweise ich Ihnen damit eine Gefälligkeit." Er wandte sich nach der Thür. Im gleichen Augenblick ging ein Klirren und Schwirren durch da« ganze Hau« wie von fallendem, brechendem Glase. In dem Kontor selbst rührte sich eine Alarmglocke mit furchtbarer Heftigkeit.,. „Was ist da«? fragte Homefield erschreckt. „Ich weiß e« nicht,' entgegnete Gontard ebenso. „Warten Sie noch l" Er eilte hinau« und über die Hintertreppe nach dem Privatkabinet de« Kommerzienrath«. auS welchem da« Alarmzeichen kam. DaS Hauipersonal folgte ihm. Oben an der Treppe kam ihm Jean mit verstörter Miene.ent- gegen. gefunden hat. Freilich ist ein solches Diltum erklärlich wenn man in Erwägung zieht, daß es von dem Verteter einer Prrtei ausgeht, deren einziges Prinzch sich mit dem Worte„Oppo- stiion bezeichnen läßt. Herr Baumbach schließt von fich und seinen Frakliontgenossen auf Andere, wobei er natürlich vergißt, daß die Sozialdemokraten nicht im Reichstag fitzen, um nur zu opponirm, sondern um praktisch Theil zu nehmen an der Gesetzgebung und überall, wo fich ihnen die Gelegenheit bietet, da« Gute und Nützliche zu fördem. Was nun die Wahlen vom Jahre 1881 detrifft, so weiß Jedermann, unter welchen Verhältntffen diese stattgefunden haben. Würde die Partei des Herrn vaumdach unter solchem Druck zur Wahl schreiten müssen, ja dann wären von der„freifinnigen" Partei nicht einmal die geringsten Rudimente mehr vmbandcn; fie würde einfach„ver- düster" sein. Unter dem Druck des Ausnahmegesetzes waren die beregten Wahlen fichcr ein großartiger Erfolg und es ist nirgends bekannt geworden, daß fich die Soiialdemok:aten bei den Stichwahlen auf irgend eine andere Partei als auf fich selbst gestützt hätten. Und fie werden auch stcher in der Zu- kunft weder mit den Konservativen, noch aber auch mit den Deutschfreistnniqen pattiren. Zur Aufhebung de» Dhnamitgesetze». welche bekannt- lich von den Sozialdemokraten beantragt wird, nimmt die „Freis. Ztg." in einem längeren Artikel Stellung. Nachdem daS Blatt konstatirt, daß das Gesetz den Erwartungen nicht entsprochen, wohl aber harmlose Bergleute und andere, täglich mit Eprengmaterial chantirende Leute, mit schweren Strafen belegt habe, kommt es zu dem Schluß, der sozialdemokratische Antrag sei zu weitgehend, eS genüge, wenn die drakonischen Härten des Gesetze« beseitigt würden. Demnach wird der „Freifinn" bei der bevorstehenden Berathung das Gesetz zu „mildern" versuchen, wobei voraussichtlich nichts weiter erzielt wird, alS eine gehörige Vcrballhornifirung desselben. Im preußischen Etat ist eine Summe von rund 71 358 Mark zu Unterstützungen für die Hinterbliebenen der am 18. März 1885 auf der Grube Campbausen zu Tode gekommenen Beraleute vorgesehen. Man hält es nun für kon sequent, gleiche Unterstützungen auch den Hinterbliebenen der zwischen dem bezeichneten Tage und dem 1. Ottober 1885 zu Tode gekommenen Bergleute der übrigen Eaarreviere zuzuwen- den und zu dem Zwecke den Etatsansatz um 23 642 M., mithin von 1 741 172 M. auf 1 769 814 M. zu erhöhen. Der Antrag ist nunmehr von Mitgliedern der verschiedensten Parteien im Abgeordnetenhaus eingebracht worden. Die schnelle Erledigung, welche die Vorlage wegen Verlängerung des Sozialistengesetzes im Bun- desrathe gefunden, hat allgemein überrascht. Die„Lib. Corr." ist der Anficht, daß, nachdem die Volksbewegung in Folge der Polendebaüe mangels jeden zureichenden Grunoes auSgeblie- den, und daS Branntwein- Monopol als ungeeignet für Ersielung einer besseren Regierungsmehrheit im Reichstage erkannt wor- den ist, der Reichskanzler nur deshalb so schnell auf das So zialistengesetz zurückgegriffen hat, weil eine etwaige Ablehnung der V rlängerung drffelden die Ausfichten der Regierung bei den Neuwahlen verstärken könnte. Aus Hamburg wird wieder eine Ausweisung auf Grund des SozioliftenacsetzeS gemeldet. Ausgewiesen wurde der Tape- jir.-r E. Grünbaum. Da der Polizei bekannt geworden, daß viele Sozialdemokraten den Auegewiesenen zum Bahnhof ge- leiten wollien. so veranlaßt« ste denselben, schon Mittags ab- zurcisen, obgleich die Frrst erst am Abend(Donnerstag) ablief. T-otzdem hatte fich AdendS auf dem Venloer Bahnhof eine große Menge eingefunden, und ebenso waren alle Organe der Polizei in Thättgkeit: doch ging es, dem„Hamb. Korresp." zufolge, ohne jeden Zusammenstoß und ohne irgendwelche Un ordnung ab. Reisesttapazen hier krank damiederliegt, hat einen überraschen, den Verlauf genommen. Es ist nämlich von höherer Stelle die Weisung eingetroffen, auf Staatskosten den Unterhalt der Frau bis zu ihrem Tode zu übernehmen. Eine große Aus- gab« wird dem Staate dadurch freilich nicht erwachsen, da die arme Frau allem Anscheine nach wohl nicht mehr lange leben wird.— Es scheint also doch an maßgebender Stelle an, erkannt zu werden, daß dieser AuSweisungSfall eine Remedur dringend erheischte. Die deutsche überseeische Auswanderung über deutsche Hären und Antwerpen betrug, nach der Mrttheilunz des kaiserlichen strtistischen Amte« im Dezemberheft seiner Zeit- schrift, im Jahre 1885: 103657 Personen. ES ist dies fast genau dieselbe Ziffer, welche für daS Jahr 1873 nachgewiesen war(103 638). In din auf diese? folgenden Jahren bis 1879 hielt fich die Zahl auf einem verhältnißmäßia niedrigen Stande- am geringsten war fie im Jahre 1877, nämlich 21 964 Personen, wuch« aber seitdem, stieg von 33 327 im Jahre 1879 im Jahre 1830 auf 106 190, drnn im Jahre 1881 auf 210 547 und ist seitdem ans jrne oben bezeichnete Zahl für das abgelaufene Jahr heruntergegangen. „Mein Gott, Jean!" rief Gontard, von seinem Anblick erschreckt.„WaS giebt's? Wart Ihr e«, der da klingelte? Der Andere nickte nur stumm und deutete in der Richtung de« Kabinet«. Dann griff er, wie um sich zu stützen, nach dem Treppengeländer. Gontard stürmte an ihm vorüber inS Zimmer. Mit einem raschen Doppelblick hatte er da« ganze Unglück erfaßt. Vor dem geöffneten Geldschrank lag der Kommerzren- rath entseelt auf dem Teppich; die Stelle, wo noch gestern da« Depositum de« Eng anders gelegen, war leer! Der Todte trug kein Zeichen einer äußeren Verletzung; dagegen sprach da« seiner Hand entfallene Gla« am Boden eine eigene stumme, beredte Sprache, welche Gontard wohl zu verstehen glaubte. „Ich habe eS kommen sehen,' murmelte er stolz für sich. ,E« ist der gewöhnliche Gang>' Dann schloß er mit aller Kaltblütigkeit die Thüren de« Todtenzimmeri ab und ertheilte den laut jam- mernden Leuten mit ruhiger Stimme die erforderlichen Be- fehle. Man lief nach Arzt und Polizei. „Wo ist die Tochter?" fragte er mit der Absicht, sich zu ihr zu begeben. Die Nachricht von Ernas heimliche« Verlassen de» Vaterhaus«« traf ihn wie ein vernichtenser Schlag; er sank gebrochen auf einen Stuhl, nun selbst ein Bild der trostlosen Entsetzen«, da» sich im ganzen Hause verbreitete,—————— Aus Kunst und Zeven- Im Deutsch-» Theater findet beute, Sonntag, die erste Wiederholung d.s Trauerspiels„D'e Lorelei" von A. L'Arionge statt. Morgen, Montag, wird„Nathan der Weise" gegeben. Ferner bringt das Repertoir dieser Woche außer Wiever- bolungen von„Die Lorele vorgcregr. suai erpc i---: ..„ ngsvorlaae, womit Bestimmungen gC* L»' gemeinfähcliche sozialistische Bestrebungen getroffen werdet. �epubl da« zweite:„Regierungsvorlage, womit Bestimmungen��« � �.®a® die Gerichtsbarkeit in Strafsachen, welchen gemiingefährtafr w sozialistische Bestrebungen zu G-unde liegen, und über da Mveiten Vollzug der in solchen Fällen verhängten Freiheitsstrafen 0 lassen werden.",.. Stunde"' Das erstere�Gcsetz enthätt folgende wesentlich� LeAA ein. Eini' wungen: Die Bildung von Vereinen, bezüglich welcher dm» ZuSwei That achcn die Annahme gerechtfertigt ist, daß fie sozialun'®?»nd ein T auf den Umsturz der bestehenden Staats- oder Gesellschaft NM, Ordnung gerichteten Bestrebungen dienen werden, ist zu«wt.Mrtvrert sagen. Unterstützungsoereine, welche sozialistischen Zw«*' die Auswei dienen, find unter staatliche Kontrole zu stellen. Die fiomr»! kluSlanöe i umfaßt die Befugniß der Regierung, ru allen Sitzungen eiW ift Vertteter zu entsenden, welcher vre Sitzungen zu leiten 9» Weg ,u{ ferner dm Vorstand des Veieins aufzulösen und auf ist und we des Vereins geeignete Personen mit der Verwaliung zu �«uich Dekr trauen. Wenn eine Gcwerbs. G mossenschaft den soziaUsttW_ Bestrebungen dienen sollte, ist dieselbe aufzulösen un*«J Linien flai neue Wahl anzuordnen.„Wer als Mitglied eines Jäaöln in j welcher in Gemäßheit der bestehenden gesetzlichen MM soluiion B mungen gebildet worden ist, jedoch sozialistischen BestttM gttl etliäH gen dient, wiffentlich an diesen Bestrebungen Wicke, nimmt, macht fich eine« Vergehens schuldig und»st 3 Wut detei strengem Arrest von drei Monaten biS zu zwei Jahren, V' m> bereit, Geldstrafe von 100 Fl. bis zu 500 Fl. verbunden werden M zu bestrafen." Die Strafe des Veigehens der TheilnabaU? einer geheimen Gesellschaft(§§ 285 und 286 St.-G.-Bl� wenn die Verbindung den im§ 1 angeführten Bcstr'b®? dient, strenger Arrest von sechs Monaten bis zu drei W, womit Geldstrafe von 100 Fl. bis zu 500 Fl. verbunden? den kann, Ausländer können ausgewiesen werden.'JJ weiteren Bestimmungen des Gesetzes betreffen die AuD? von sozialistischen Versammlungen und Strafsanttionen W Tdeilnahme an gesetzwivrrgen Versammlungen. Die sozial Preffe wird durch folgende Bestimmungen de? Gesetze getroffen: Bei periodr chen Dmckschriften, welche sozial.� Bestrebungen dienen, kann nebst dem Verbote der Wej* dreitung auf die Einstellung des weiteren Erscheinens erkannt werden, wenn rückfichtlich einzelner Blätter der% schrist bereits zweimal das Verbot ver Weiterverbreituiit gesprochen worden ist, Das zweite Gesetz ist eine Skafprozeß-Ordnung für% es die Anklage wegen einer baren Handlung dann den Geschworenen entzieht„wen", chistische Verbrechen, indem an den Geschworenen entzieht _____. sozialistiiche. auf dea gewaltsamen U??; der bestehenden Staats- oder Gesellschaftsordnung g' Bestrebungen zu Grunde liegen." Dies gilt auch von k-u dieser strafbaren Handlung zusammentreffenden Sirasi� In diesem Falle finden die Bestimmungm der§§ 9 des Gesetzes vom 23. Mai 1873, betreffend die zeilweise J stellung oer Geschwornengerichte Anwendung. Endlich> den Anarchisten die Begünstigung, als politische Verdra« handelt zu werden, entzogen,— Die österreichische Regj« scheint bei der Abfassung dieser Werke nur eins oergeM baden, nämlich daß auch in Oesterreich nach der mo»« Zeitrechnung das Jahr 1886 bereits angebrochen ist. Frankreich. In der Stadt St. Ouentin ist-ein Weberstreik Krochen, der größere Dimenfionen anzunehmen droht, vt gierung sandte ein Dragonerregiment nach Vor: hin. späteren Telegramme zwolge fanden in der Nacht vom � woch zum Donnerstag und am Freitag Nachmiitag Aus!� tungen statt, indem die Streikenden Fenster und TäüreW Werkstätten resp. Fabriken zertrümmerten. Die G»1® titeben die Menge auseinander.— Wie traurig es fü[*»L beiter in dem von der Natur so reich ausgestatteten aussteht, zeigt die Thattache, daß in Calais und Untfl'i allein über 6000 Spitzenaibeiter brodlos find. Mehrere Firmen haben ihre Zahlungen eingestellt, andere werden- folgen und die Ardetlslofigkeit wrrd fich somit noch � ausdehmen. — In der vorgestrigen Kammerfitzung kam eS bei hatte über die Kronjuwelen, wie schon kurz gemeldet, zu � argen Skandal. Der monarchistische Graf Lanjuinais fich folgendermaßen:„Wenn, wie ich hoffe, Frantt�i naher Zukunft stch der Republik wird entledigen könnm« Präfident Floquet:„Ich gestatte Ihnen nicht, auf% f büne eine aufrührerische Rede zu führen. Ich rufe Ordnung. Geschrei link«:„Das genügt nickst• f% tt j Zen ur!" RSvillon mitten im Getöse:„Wir Redner, der die Republik deschimpft hat,?nicht"V' Sjw Herunter von ver Tribüne I" Rufe links:„Er muß"ty H zeihung�bittcn�ßräfiden� vi-lli,, '°delst iUoe im Aladin; Dienstag den 9.: Die Stumm: von Pottici: den 10.: Siegfried; Donnerstag den 11.: Der reisende«;,!'! Km märker und Pikarde, Wiener Walzer: Freitag den A»; tcophet(Herr Niemann); Eonnabend den 13., auf armen; Sonntag den 14.: Die ZauberfliLe. Im«W» s p i e l h a u s e. Sonntag den 7.: Der Störenfried: ZM den 8.: zum 1. Male wiederholt: Treu dem Herrn: zjfi. den 9.: Tilli; Mittwoch den 10.: Treu dem Herrn; �«f' tag den 11.: Othello; Freitag den 12.: Treu dem �> Sonnabend den 13.: Kabale und Lieb«; Sonntag, Tilli..Jt DaS Kaiser-Panorama„Passage" mit seine»«JW Natur-Aufnahmen dringt in dieser Woche neben der»? Abtheilung Frankreich eine Reise durch Holland zur W J Der Besuch ist lohnend.% Vom Wetter.. Tauwetter, Regen und Steig' n v wird aus fast allen Theilen Deutschlands gemeldet. bej�üd Henau schreibt man:„Vom Lüdbenauer Thurm betta»'�,. der Epreewald mit seinen laudlofen Bäumen d-n yiA ist j eims großen Sees. Sogar die Fußpfade beginnen v".»eftt;, ü betfluchet zu werden. Es ist auch nicht Äutficlst m v,#[«« Waffer schnell abfließen werde, da daS noch fest« C Dazu ergießen fich von der Landseite immer die weite Niederung."— Ferner liegen Nachnchte»„ Sieigen von Weser und Over vor.— In Oder-*», gm italien fanden in letzter Woche starte Regengüffe f!aJf'u.n bi�icce maffen schmolzen in Folge dessen und von allen nun die Nacheilten von drohenden oder bereits. a?(got seirSö'€ --■- 0arieie der C un) w iiui» Vit-auui.ia.4tu vvvt vv*'v ctfilft � ftf Uebettchwimmungen. So hat bei Kaoarzere der tt', � die Üferhöhe erreicht, die Flüsse Brcnta und BacÄ'ü� M ��ssir die über getreten, bei Este arbeiten 600 Menschen,»m durch Dämme Schranken zu ziehen. Die Umgegen z,;, dena und die Stadt selbst steht unter Waffer; sahl��hn» stürzen ein, mehr als hundert Familien mußten»hre veriaffen. In Padua stehen die Keller voll Waist- � M lua, das ohnehin tief und iumpftg gelegen ist,„ oo»'"iftenx" kein Haus, dessen Jnnenräumc ausreichenden SÄ-hste�l% durch Dachstühle und Gebäike rinnenden Regen g AuS Pest wird gemeldet, daß auf der?'®nDau �- Bruck Wien wegen Schneesturmes der Verkehr M g.iA mittag eingestellt wurde.— In Kleoeland o' Nord- Amenka fand vor einigen Wochen ein Wiff-rleitungSröhren� statt, daß fämmtliche Bewohner Schnee schmelzen abzuhelfen. mußten, um dew 40 at Vit S(g» chen «n om"" i erste nungen 0<»"1; ffen wer»««. Sfa md übet W »eitsstrafe»» ""i was meines Amtes war. Die Eaalpolizei bahe bioS . W üben. Sind Sie mit mir unzufrieden, so richten Sie wich." Fortzesetzte» Geschrei:„Zensur! Zensur! Lan- Mais will weiter reden, Gebrüll übertönt seine Stimme. Der Mstdent bittet und beschwört die Kammer, ihrer Würde ein- w Dekret ausweisen kann, wenn sie gefährlich werden. ,«m■*. o. uc. iano eine«triammiung orr augeriren gnien statt, in welcher über die Haltung zu der von dem Abg. Mi) w Betreff der Vorgänge in Decazeville eingebrachte Re- Fusion Beschluß gefaßt werden soll. Der Vorsißende Canta- Ä�ürte stch vorerst von dem ihm mit seinen Kollegen Bas lg ?n® 3Sitltr$beimer durch die Minister de Frrycinet und Bar- tu i breiteten Empfang sehr befriedigt; die Minister haben «.wreit gezeigt, die Arbeiter zu beschützen und den von der LUettion der Grubenwerke in Decazeville dem Präfekten des Mron gegenüber eingegangen Verpflichtungen deren Durch- RrJu 0 zu sichern. Abg. WickerShcimer hatte ihnen als Mittel, � Gesellschaft zum Nachgeben zu zwingen, angedeutet, daß dre jwfljtiung über die Submiifionsbedingungen des Bergwerks ugen könne. Die Versammlung beschloß sodann, abzuwar- i!V bis das Resultat der angebahnten Unrerhandlungen be- »..�.wäre. In diesem Augenolick erschien Herr Basiy und ' baß neue Verhaftungen in Decazeville vorgenommen bim.«,.... ,(g Gruben» eineS neuen 'A e« ÜÄ Ä S'"-t orchin. cht vomM ttag Auss� 'd Thür-« Mehrere bir.«».-biären, daß weitere auf Verlangen deS erfolgen dürften und daß der Ausbruch hau.!, bevorstehe. Herr Basiy bat, seine Rede, vre er zu bestJiiebenke. verlesen zu dürfen. Diese Rede schildert in den bie 6� Ausdrücken die Roth der Arbeiter, bezeichnet wörtlich w t-Mbung Watrin's alt Urtheilsoollstreckung und schließt U,>>,® Tagesordnung, in welcher die Regierung aufgefordert Hintsl?n ber Grubengescllschaft zu erheischen: 1) die vier- öeiser?� Zahlung, 2) die Abschaffung der jedem neuen Ar- oiuu Z-wachren Lohnabzüge, 3) die Abschaffung deS Oekono- 6)%-in Lohnminimum, 5) die Freilaffung der Verhafteten, Zw.-�-l-tzung der Direktoren und Verwaltungsräthe von btobrnS' in Anklagezustand. Gegen diese Tagesordnung tob!».?'" Rochefort, Clömenceau und Maret. ClSmenccau bir unverblümte Verherrlichung des begangenen Mordes, Sie 1.« kommunistische Festletzung eines LohnminimumS und ®!sb.l!?. rte Freilaffung. Rochefort fürchtete für seinen Am« iL»,"g und endlich wurve der Vorschlag CamSlinat'S, die i»«.- l l a t i o n bis nach der Berathung über die Amnestie "tagen, genehmigt. erbien. revoltirt es beständig. Kaum ..—..wv.. � iv ist auch schon wieder eine an- Td-ir. v®or Kurzem meldete der Telegraph, daß in manchen des Landes die Truppen stch geweigert hättm, die auszuführen und es wurde hinzugefügt, die «oelsführer" seien erschaffen worden. Heute liegt nun die ?'cht.vor, daß bei der jüngst erfolgten Einberufung des ini.in Aufgebotes die Mannschaften zweier Bataillone des vfarevacer Kreises, Bezirk Ran und Groß-Gradistje, die Ein- Z,"lg zum Ergänzungsbezirks-Kommando verweigerte. Die i�'-rung ließ gegen die Renitenten mit möglichster Schonung q m S erb ist.�Reiche König Mtlan'S L. Revolte unterdrückt, so i ik*v nn CYi..____ vw-.* m; mittlerweile die Einrückung des zweiten Aufgebotes JJ-t verschoben wurde.— Man scheint demnach in Serbien Einsicht gelangt zu sein, daß das sofortige Todtschicßen � das probateste Mittel ist, die Rmitenz auszurotten. Großbritannien. XiiuiT?8 neue Kabinet ist nun zwar lerlig, allein die KabinetS- ? A" müffen sich, soweit fie Mitglieder des Unterhauses einer Neuwahl unterziehen. Acht von den neuen Ministem Müglieder des Unterhauses. Gladstone hat bereits ein «l-st an seine Wähler erlaffen, worin er die Haltung, "«in Bezug auf die irische Frage einnehmen wird, darlegt. Wrl sollen zuvörderst die sozialen Zustände Irlands geordnet V-wnächst die Bodenfrage gelöst werden. Echlirßlich soll --in Ministerkomitee, bestehend aus Gladstone, Spencer des ein Kirschbaum Werth ist. Bei der Erweiterung >veik,«»nhofes in Niederlahnstein mußte ein Acker angekauft worauf stch ein Kirschbaum befand, der nothwenvta zu ichiito?" war. Der Etgenlhümer verlangte eine einmalige Ent- «de»!?.?? von rund 3600 Mark und machte durch Zeugen und onntag einen L sM ü r-l-Iii"•Se Nachweise glaubhast, daß er auS dem einen Baum jjitifjJj'«ne Ernte habe, welche im Durchschnitt genommen den Kapitals an Werth gleichstehe. Nach langen 3 V-dlungm find jetzt, wie das„Frkf. Journal" schreibt, kiirfai,*"wdefiiKr 2400 Mark als Entschädigung für den � tkiA ausbezahlt worden. ''Aew,.". schwtmmeuder HetrathSautrag. Der Dan "beim'.welcher vor einigen Tagen in Southampton (»flu. sti bat au8 hvm riivnn eine madlverkorkte sblasck>e bei Dampfer ße- Stit-n i W m cJi O/lUWU/Vll», VUO VVfc vS»»VWVVr QW Nt, stt s. vier find lauter Ungeheuer; wai menschlich aus- drefi.. l?on vergriffen. Ashford in den Vereinigten Staaten. v �ugby, Postbeamter. dt- rci�-WDotf wird geschrieben: Es stellt sich herau», i'ker fei*0 fton des Floodrock in der Einfahrt zum New- Me, iZ:]*1}' ,die vergangenen Oktober so großes Aussehen er- K'. bie«'"fvfetn gelang, als der Felsen selbst verschwunden ki.ß-fnimvl« muß indeffen wieder von vorne beginnen, weil üffberiiift"tffw FelSstücke so groß find, daß fie der Lchifffahrt i.!-nge können. Das Herausfischen einer solchen I i1' und beinahe ebenso schwierig, als die Sprengung m blestr ebenso lange dauern, als die Vorbereitungen bi. �ibeit nämlich etwa 10 Jahre. Außerdem ist trl<««Wenk.» ungefährlich, weil man nicht wissen kann, ob K'n Art sink v47 000 Dynamitpatronen wirklich sämmtltch "be iy 1%' und ob nicht noch welche in unverbranntem Zu- s<.Kurtos» �svrrngten Felsstücken stccken. f??iii>chen'g,?UiktNbeletdigung. An den staatsanwalt- tus?,'"be Zv.f�'umtm eines Wiener Bezirksgerichts gelangte am i,"ß-ines Sicherheitswachmannes:„Unter Be- btttT'-lh A ne" Diensteid erstatte ich die Meldung, daß der faii.bie poÖ®-' al« ich ihn darauf aufmerksam machte. Hui,%n Sperrstunde da wäre und er das Lokal V.. Frau mir zurief: Ihnen möcht' ich wünschen, daß tvlir.!�au' Schwiegermutter und mei' Schwiegermutter « gan. k»''v bann wären's nimmer so aufgeblasen, dann mni stad(still)." und Trevelyan, geprüft werden, welches Maß von Selbstregie- rung Irland gewährt werden solle. Die Jrländer nehmen nunmehr auch Stellung. In der am Dienstag in Dublin abgehaltenen Sitzung der National- Liga hielt der irische Abg. Sexton, welcher den Vorfitz führte, eine Ansprache, in welcher er den Wunsch aussprach, daß es Herrn Gladstone gelingen möge, daS irische Problem zu lösen. Sexton sagte u. A.: Das größte Ergebniß der Thätigkeit der irischen Partei sei die Rückkehr eines Staatsmannes zur höchsten Gewalt, der durch seine öffentlichen Erklärungen im Lande und im Parlament verpflichtet sei, daS durch die Stimmen der Mehrheit seiner Vertreter ausgedrückte konstitutionelle Ver- langen Irlands zu berückfichtigen. Gladstone sei unter allen lebenden Männern der Mann zur Uebernahme der Aufgabe, weil er deren Dringlichkeit anerkenne. Wenn es ihm gelingen sollte, dem englischen Volke die Ueberzeugung beizubringen, die er stch selber gebildet, werde der schlimmste und schwierigste Theil des Wegei zurückgelegt sein. Im Weiteren drückte Sexton die Hoffnung aus, daß kein Feind Irlands es in seiner Macht haben werde, während diese Frage schwebe, auf irgend eine Zunahme der Verbrechen hin- zuweisen. Die Liga sei ein Freund der Ruhe, Gesetzlichkeit und guten Ordnung. Die wirkliche Einschüchterung gehe von den Gutsherrn aus. Was daS Boykotten bet.effe, so sei das Publikum berechtigt, solche Leute zu meiden, die fich wie öffentliche Feinde benehmen._ Parlamentarisches. — Die Wahlprüfungskommisfion des Reichstags beschloß, die Wahl des Abg. Dr. M e y e r- H a l l e zu beanstanden mit Rückfichr auf die geringe Majorität und auf den einem Wahl- Protest zu Grunde liegenden Umstand, daß in einem Wahlbe- zirk der Stadt Halle ein Professor als Wahlvorsteher fungirt hat. ES soll zunächst festgestellt werden, ob ein solcher als un« mittelbarer Staatsbeamter anzusehen, also von dem Vorsteher- aml auszuschließen ist._ Lokales. Ueber die beiden Hauptzengen im Saranw'schen LandeSverrathSprozetz wird der„Franks. Ztg." berichtet: Der LandeSverrathsprozeß gegen den dänischen Kapitän von Sarauw und den Literaten Rötger aus Mainz ist nun so weit vorgeschritten, daß alle Zeugen mit Ausnahme der beiden Hauptbelastungszeugen entlaffen find. Das Jnleresse konzen- trirt fich denn auch hauptsächlich auf diese beiden Zeugen, odne welche der ganze Prozeß kaum denkbar sein würde. Der schwerste Moment in der Anklage gegen Sarauw ist in den Briefen enthalten, welche er auS Kopenhagen geschrieben und an daS Erkundigungibureau in Paris gesandt haben soll, in denen Erklärungen und Mittheilungen über militärische Unter- nehmunaen in Deutschland gegeben werden, deren strenges Geheimhalten der preußischen Regierung von größtem Interesse sein mußte. Die Anklage sucht zu beweisen, daß von Sarauw diese militärischen Nachrichten von den vielen von ihm gelohnten, in verschiedenen deutschen Städten thätigen Korresponoenten er- halten, die Mittheilungen bei dem Pariser Erlundigungsbureau verwerthet und dadurch den LandeSverrath verübt habe. Diese Briese, die Sarauw unter dem Pseudonym Madsen aus Kopen- Hagen geschrieben haben soll, find von einem der früheren Pariser Mitarbeiter des ErkundigungsbureauS, einem gewiffen Boninger, in die Hände der deutschen Geheimpolizei gespielt worden. Boninger, von Geburt El äffer, tritt selbst als Haupt- belastungszeuge gegen Sarauw in dem Prozesse auf. Der Zeuge beeidigt, daß der einzige Beweggrund, welcher ihn dazu trieb, Sarauw zu denunziren, die Gewiffensbiffe waren, daß er als Elsäffer und deut'cher Unterthan durch seine Thätigkeit im Dienste des E.kundigungsdurcaus zum Schaden seines Vater- landes handle. Als Boninger den festen Entschluß gefaßt hatte, Sarauw zu denunziren, suchte er in den Besitz der Briefe zu gelangen, die Sarauw aus Kopenhagen an daS Erkundigungibureau in Paris sandte. Wo es ihm nickt ge- lingen wollte, fich Originalbriefe zu verschaffe', begnügte er fich, dieselben aus den Journalbüchern des Bureaus zu ko- piren. AIS Boninger meinte, genügendes Material zu befitzen, um die Schuld Sarauw's(alits Madsen's) zu beweisen, wandte er fich zunächst an die deutsche Botschaft in PariS und übergab hier seine Briefe, welche dann später nach Berlin ge schickt wurden. Bald darauf verließ Boninaer Paris und reiste nach Deutschland. Boninger ist klein von Wachs, tief brünett, von dunkler Gefichtsfarbe und hat dunkle, unruhig blickende Augen. Er ist sehr elegant und sorgfältig gekleidet und kann höchstens im Anfang der Zwanziger stehen. Die in franzöfischer Sprache geschriebenen Briefe werden im GerichtSsaal von einem Gymnafial-Oberlehrer ins Deutsche übe: setzt und dann einzeln vorgelesen. Bevor dies geschieht, frägt der P'äfident den Zeugen Boninger, ob der zu verlesende Brief derselbe sei, den der Zeuge im Erkundigungibureau vorgefunden, waS der Zeuge bestätigt, während der Angeklagte Sarauw, vom Präst denten befragt, ob er der Briefschreiber sei, dies in den meisten Fällen entschieden leugnet. Der zweite HauptbelastungS- zeuge ist kaum weniger interessant. Unter den Korrespon- denten, deren Sarauw fich bediente, war ein gewisser Jakobs, welcher, obgleich Nichtmilitär und jung von Jahren, fich be- sonders für die Stellung zu eignen schien, um die er stch bei Sarauw beworben hatte. In seinen Berichten an Sarauw zeigte dieser Korrespondent erstaunliche Kenntnisse von den militärischen Institutionen Deutschlands und der Militär- Verwaltung, außerdem bemühte er fich besonders eifrig, die von Earauw verlangten Mittheilungen pünktlich und aus an« geblich«guter Quelle" zu ertheilen. Die Sache war nämlich die. daß Jakobs alle Briefe Sarauw's an das Kriegsministerum in Berlin sandte; hier wurden dieselben gelesen und dann an Jakobs zurückgesandt, ebenso wurden die von Jakobs an Sarauw abgesandten und..werthvolle Mittheilungen" enthalten- den Berichte vorerst im Kriegsmtnisterium korrigirt. Daß die „werthvollen Mittheilurgen" nur Mystifikationen waren, ist selbstverständlich. AuS den Prozeßvcrhrndlungen geht hervor. daß Sarauw seit 1863 von der Geheimpolizei scharf beobachtet worden ist. R. Ein hartherziger Hausherr hat in diesen Tagen in der Wrangelstraße große Entrüstung erregt und verdient das herzlose Verfahren desselben wohl an den Pranger gestellt zu werden. Den Namen deS jeder Nächstenliebe baren HauS- Herrn können wir verschweigen, seine Nachbaclcha't kennt ihn zur Genüge. Wegen 10 M. 50 Pf. rückständiger Mielhe exmittirte der Hauityrann eine arme Arbeiterfamilie, welche bei ihm ein jammervolles Stübchen bewohnte. Es find acht Kinder vorhanden, daS jüngste 14 Tage alt, alle kaum mit den nothwendigsten Kleidern bedeckt, und die arme Wöchnerin hat noch dazu an der Brust einen bösen Schaden. Den ganzen Besitzstand der Familie bildete noch ein Bett, daS kaum diesen Namen verdient. Der Mann ist seit Monaten arbeitslos und weinte wie ein Kind am Grabe seiner Habe. Eine andere arme Familie im Hause hat vorläufig die Unglücklichen auf- �en°Dte"ech«eiderin und die Schaushtelerin— so betitelt fich ein kleines Büchlein, in welchem der unbefangene Leser vielleicht ein lustigen Einakter oder den Text zu einem heiteren Singspiel vermuthen könnte. Oder enthält das Werkchen den interessanten und pikanten Lebensweg einer bis zur Schau spielerin emporgeschwungenen Schneiderin, die flüher fich kümmerlich mit der Nadel ernährte? Nickts von alledem.„In Nordamerika", so beginnt das auf der Straße an Jedermann verschenkte Traktätlein(Berlin 1885)„libte eine fromme Jung- frau, die fich durch Schneidern kümmerlich ernährte. Eims AbendS fitzt fie in ihrer Kammer, fie hat wieder seit mehreren Tagen keine Arbeit, es wird immer knapper, da klopft eZ an der Thür. Herein tritt ein junges sehr weltlich gekleidetes Mädchen, welche frägt: Können Sie für mich nähen? Ich habe Arbeit, die dringend ist und kann gut bezahlen. Dann fährt fie in großer Lebhaftigkeit weiter fort: Ich bin eine Schau- spielettn, ich habe mich bei einem Direttor in Philadelphia ver« düngen und da müssen meine Kleider geändert werden, aber geschwind. Die„liebe Jungfrau", die Schneiderin, welche fich anfangs freute, etwas zu verdienen, hat bei der Erklärung einen Schreck bekommen und antwottet auf die Frage der Be- stellettn: Nun waS denken Sie zu thun? Ich bin mir nicht klar, ob ich ihre Arbeit annehmen darf. Es will mir scheinen, als würde ich dem Teufel Vorschub leisten, wenn ich solche Ar» beit machte. Im weiteren gelingt es der Echneidettn, di« Schauspielerin zu überzeugen, daß fie(die Echauspielettn) stch in„Teufels Stricken" befinde.„Nie mehr", so mft endlich die Belehrte aus.„sollen meine Füße die Bühne betreten, die ich so leidenschaftlich seit fünf Jahren geliebt habe."— Mit Hilfe der Mod.stin, die in ihrer Frömmigkeit auf die Arbeit und den Verdienst verzichtet, reißt fich die Bühnenheldin los von der Welt und ihrer Eitelkeit und wird eine neue Kreatur; alS solche ist ihre erste.That, zwei andere junge Mädchen von dem Wege des Verderbens und der Bühne zurückzuziehen: eine Ballettänzerin und eine Sängerin.— Dies der Inhalt des Traktates, das bereits in vierter Auflage erschienen ist. Man darf begierig sein, ob der Theaterhesuch datunter leiden wird. Die„schwarze Bande"— das ist der technische Aus» druck für die Echwinvelfirmen, welche ohne irgend welche Kapitalien durch alle erdenkliche Manipulationen fich große Kredite zu verschaffen suchen und die Gläubiger dann systematisch betrügen— muß eine weit größere Ausdehnung haben, als man gewöhnlich annimmt. Der letzterschienene „Reichsanzeiger" entnimmt dem„Moniteur officiel du commerce" vom 31. Detember 1885 eine Liste von 136 Echwinvelfirmen allein in Rotterdam. Die Liste ist von der Polizeibehörde in Rotterdam dem ftanzöfischen Konsul offiziell mitgetheilt worden, also durchaus glaubwürdig. Den Namen nach befinden stch nur wenige Deutsche darunter. b. WaS der Mensch alles werden kann. Dem Nestau» rateur Peters, Besttzer deS Cafe Bellevue in Rummelsburg, ist aufgrgeben worden, der Unfalloerstcherang für Gas- und Wasserwerke mit seinem gesammten Personal beizutreten, weil er auf seinem Grundstück einen klein n Gatmotor zum Auf« pumpen deS in seiner Wirthschaft nöthigen Waffers im Be» triebe hat. Diese Erhebung eines Gastwirthes zu einem Unter- nehmer von GaS- und Wasserwerken erinnert an berühmte Zollmuster: Zähne als Bauholz u. vgl. Die Sache hat nur die ernste Seite, daß fie dem Betroffenden sehr theuer werden kann. b. Dalldorf'S geistige Atmosphäre erstreckt fich weit über den Rayon der berühmten Jrren-Anstalt hinaus bis auf die Restaurationen am Wege. Hier begegnet man ungefähr- lichen Kranken, welche die Erlaubniß zum Ausgehen haben. Da fitzt ein ehemaliger Lehrer am Klavier und fingt und spiett, nur muß er im Nebenzimmer allein sein. Andere plaudern mit den Gästen und geben oft recht konfuses Zeug zum Besten. Und dann hött man wieder die kräftigen Wärter von ihren oft gefährlichen Abenteuern mit Kranken und deren tausendfachen Listen und Ränken erzählen. Kurz, die große Kranken Anstalt bildet, trotzdem fie für Geisteskranke bestimmt ist, den geistigen Mit» telpunkt der Gegend._ Gerichts-Zeittmg. Eine Anklage wegen wissentlich falscher Anschuldigung, wiederholten Widerstands gegen die Staatsgewalt und wegen groben Unfugs von allgemeinerem Interesse gelangte gestern gegen den Töpfergesellen Emil Adolph Erbe vor der zweiten Strafkammer zur Verhandlung. Eine Anzahl junger Leute hatte am 15. September vorigen JahreS in einem in der Echwedterstraße belegenen Lokale den Geburtstag eines Kameraden gefeiert und dabei ein Achtel Bier auflegen lassen. Als die Polizeistunde geboten wurde, war dasselbe noch nicht ausgetrunken: die ganze Gesellschaft begab stch daher unter Mitnahme des Fäßchens nach dem an der Oderbergerstraße belegenen freien Platze und brachte dort ihre FesteSstimmung durch lauten Gesang zum Ausdruck. Der in der Gesellschaft befindliche Angeklagte soll fich an dem Ge» sang besonders lebhaft betheiligt haben und wurde deshalb von dem Schutzmann Neunett und dem Nachtwächter Müller zur Wache gebracht. Nach der Bekundung dieser und anderer Beamten hat stch der Angeklagte seiner Abführung entgegen- gestemmt und fich auf der Wache so renitent benommen, daß er gefesselt in die Detentionszelle geschafft werden mußte. In der unterm 17. September vottgen JahreS beim Polizeiprästdium erstatteten Anzeige behauptete der Angeklagte, ohne Grund zur Wache gebracht und unterwegs von dem Schutzmann Neunett einen Faustschlag ins Geficht erhalten zu haben, welcher zur Folge hatte, daß ihm da« Blut nur so heruntcrtropf. Neunett stellt dies eidlich in Abrede und Müller will von einem solchen Schlage nichts gesehen haben, obgleich er ihn hätte sehen müssen. Auch bekunden beide «eugen, daß der Anaeklagte auf dem Transpott nicht geblutet abe; erst vor der Wache habe er stch durch Niederfallen mit dem Gesicht auf die Steinschwelle> ine blutende Verletzung zugezogen. Eine große Anzahl von Zioilzeugen bekundet dem» gegenüber mit voller Bestimmtheit, daß das Blut dem Ange- klagten schon unterwegs über daS G-ficht gerannt ist. Der SiaatSanwalt beantragte eine Gesammrstrafe von 6 Monaten Gesängniß und 14 Tage Haft, während R.-A. Freudenthal die Glaubwüidigkeit der Beamten angreist und für die Frei- sprechung seines Klienten pläditte. Der Gerichtshof sprach den Angek agten wegen der falschen Anschuldigung frtt und vermtherl'.e ihn wegen der übrigen Thaten zu 6 Wochen Ge- sängniß und 3 Tagen Haft. Ein Beritner Eitteubilb zeigte eine Verhandlung. welche gestern gegen drei halbwüchfige Burschen, die„Arbeiter" Klapper, Koch und Eiuck vor der 90. Abtheilung des hiesigen Schöffengerichts wegen Beleidigung, Widerstands gegen Be- amte und wegen Beilegung eines falschen NamenS verhandelt wurde. Am Nachmittag des 13. Januar cr. fielen die drei Angeklagten in der W-instraße ohne jede Veranlassung über einen jüdisch ausscheiden Mann her, beschimpften ihn und trieben ihn vor fich her. An der Gollnowsttaße gelang es dem Verfolgten, der nicht ermittelt iit, zu entkommen. An Stelle desselben liefen die drei Burschen auf den des WegeS daberkommenven Kürschnermeister Hoppe mit den Worten zu: „Man steht gleich, waS ein Jude ist, Du verfluchter Jude!" Einer der drei Burschen versetzte auch dem Koppe einen hef» tigen Schlag auf den rechten Arm; leider vermochte derselbe aber nicht anzugeben, welcher von den Dreien dies gewesen ist. Ihrer Adführung zur Wache widersetzten stch alle drei dem her» zugekommenen Schatzmann und Klapper und Koch legten stch daselbst einen falschen Namen bei. Da der als Zeuge geladene Schutzmann erkrankt ist und die Angeklagten auf die Frage de« Präfidenten, ob fie den Widerstand einräumen, antwottelrn: „I wo!" mußte die Verhandlung diese« TheilS der Anklage ausgesetzt werden. Für die Beleidigu' g beleg e der Gerichtshof die drei Angeklagten mit nur je einer Woche Gefängniß und für die Urbertreiung diktirte er ihnen je eine Woche Haft zu, welche als durch die erlittene Untersuchungshaft verbüßt er- achtet wurde., � Rudolstadt, 3. Februar. Ein Dynamit-Prozeß kam in der gest. igen Sitzung der Strafkammer des hiesigen Land» gettchls zur Verhandlung.— Der G. schirr Halter Christian Metbfeffel, 53 Jahre alt, noch nickt bestraft, aus Unterloquitz; der Handarbeiter Karl Bergner, 45 Jahre alt, noch nicht be straft, auS Mttrlloquitz; der Handarbeiter statt Meinhard, 43 Jahre alt, noch nicht bestraft, auS Oberloquitz waren sämmtlich eines Vergehens gegen daS ReichSgesetzvom 9. Juni 1884 beschuldigt: außerdem waren noch stark Meinhard und Christ. Bergner der Hehlerei angeklagt.— Dem Angeklagten Methfessel waren im April v. I. fünf Pfund Dynamit ge- stöhlen worden. Er machte der Polizei eine Anzeige von dem 'uchung stellte eS Diebstahl und in Folge stattgefundener Unters 'tagte im Best! verlangte polizeiliche Erlaub sich heraus, daß sämmtliche Angeklagte im Besitze von Dynamit gewesen, ohne dazu die gesetzlich verlangte polizeiliche Erlaub« niß gehabt zu haben. Der Angeklagte Karl Bergner war vor ca. 10 Jahren mit Wegebauten beschäftigt gewesen und waren ihm zu diesem Zwecke von seinem Herrn die nüthtgen Spreng» stoffe geliefert worden. Von den letzteren waren ihm noch 10 Pfd. Dynamit übrig geblieben, die aber bei der stattaefundenen Ab> rechnung verrechnet worden waren. Diese zehn Pfund Dynamit hatte er nun im Januar 1885 an Karl Meinhard und Karl Christ. Bewner für 14 Mark— verkauft und von jedem der Käufer 7 Mark erhalten, in Folge dessen wider diese Beiden eine Anklage wegen Hehlerei erhoben wurde, weil sie gewußt hätten, daß der Verkäufer Bergner da? Dynamit auf eine un« rechtmäßrgc '' 1 Vi Weise erworben habe. Da sich aber auS der heutigen Verhandlung herausstellte» daß diese Annahme un- begründet sei, so wurde von Seiten der Staatsanwaltschaft die Anklage wegen Hehlerei zurückgezogen. In Bezug auf den Besitz von Dynamit entschuldigten sich sämmtliche Angeklagte, daß sie von dem bestehenden Gesetze keine Kenntnitz gehabt Hätten. Die Vertheidiger der Angeklagten, die Herren Rechts» anwalt Grosser und Rechtsanwalt Hercher, beantragten die Freisprechung ihrer Klienten und begründeten ihren Antrag dadurch, daß keiner der Angeklagten mehr im Befitze von Dynamit gewesen, als die Anzeige wider sie gemacht worden sei. Die Staatsanwaltschaft beantragte wider sämmtliche Angeklagte die geringste zulässtge Strafe von 3 Monaten Ge fängniß, außerdem noch wider Karl Bergner von Dynamit 1 Monat Gefängniß. Der urtheilte diesem Antrage gemäß Christian Meinhard und Karl Christ. Bergner zu je 14. Ziehang d. 4. Klasse 173. KSnigl. Preuß. Lotterie. Zithuna vom«. Ftiruar lew. eine die Etwinne itdee XIO Mark stnd Den DehrelTeibcn Kummen in Varcnedeie beigefügt. (Ddne fflewätir.) ,74 90[3001 138 64 246 69(300J 302 445 70 500 28 29 623 29 68 UtfJB ISS-«w~ .(3001 86 1300! 95 130001 131[3000] 76 265 350 58 62 63(3001 466 71 551 13001 71 689 768 1300] 72 830 86 95 905[650] 18 56 92»008 109 89 ÄA.„. 230 16501 311 49 448 68 501 22 43 46 19[550] 99 780 957 8« oü 825 11500] 61 71 924 62 7%%%T«Ma >005 147 94 217 61 311[1500] 58 444[550] 77 99 658 770 74 823 56 87 970 UObO 117[1500] 50 250 69 314 38 420 503 13 21 62 62 95 615 30 762 58 314 37 74 443 54 86 87 552[300] 628 781 93[6601. 95 889 909(31 0] 13016 20 30[550] 44[3000] 102 28 236[300] 331 423 71 564 677 79t ......... 14027[1500] 4088 13000]------------ 835[300] 902 1300] 98 786 818 960 89 15097 176 88[1500] 97 208 143 75 244 303 61 554 [1500] 613[300151 640 46 794 807 198 130001 210 36 39 33[1500] 38 43 61 62 344 460 11 88 920 23 24 56 73 I«018 72 UMNWUMMDM 751(5501 41[1500] 96 807 31 947 68 4 7010 84 102 7 215 92% 36 69 91 611 53 84 744 900 53 4*055 67[550] 102 20[15001 23 6SS 48 86 302 414 17 38 50[550] 57 521 29 63 I3o00| 640 77 70t 22« 830[300] 42 80 49004 13[550] 19 77[300] 101 364 412 27 39 576 87[550] 616 21 712 23 36 803 9 14 53 94 928 94 13001 96 ,, 50075(16001 119[15001 38[300] 52[30001 96 209 55 67 75 92 J» 346 440 54 504 664[300] 715 862 76[5501 939 51..1132[5701 72 Ii 98 206 irsTlne 468 587' 669l)7[300]%! 52 887 91 904 43 85 Wj 32030 88 178 212 34 52 73 335 37(~'----------------------- _______________ 487 502 23 32 83[3001�-- 96[30001 815 42 56[1500] 98 904 14[3000] 50 5 3028 140 50 97- 338 74 412[550] 67 572 79 92[3001 610 55 66 92 749«33(5601 J 34025 86 98 122 26 96 270[300] 98 346 463 87 525 42 54 83 6» 733[550] 74«43 57 908 35i ll 47 53[3000] III[550] 46 64 325(300] 26 49 93 406 325?' 64 67 72 744 845 72 85[300] 901 10 79[5501 56042 174 271 K 66(55o] 526[550] 66 62 73[300] 647 715 97 8uO 20 902 15 16(». 92 1300] 57007 49 117 415 34 562 630 45 76 90 774 802 12 29'» 66 70 58015 31[300] 116 48 412 19 46[3001 62 98 538 54 63 9 704 38 49[3001 55 87 95 8ü4 943 98 5«U39[300] 43 227 339 53 1" 99 462[1500] 508 83 648 52[3001 717 23 76[30001 887 923 57, «0Ü13(300) 40 49 74[3001 103 1300] 6 86 99 228 54 6- 3231 79 96 487 515 41 87 627 38 68 98 702 8 26[1500] 27[3001 820 76? 95«1053 132 371 419[550] 42 88[15001 502 6 16 18 84 650700 33 78 83 851«2013 14 28 33 137 53 80 201 13 24 32 3<4 553 83« 66 89 737 45 63 821 29 85 924 60[300] 63074 114 68 98 2«» 415 613 33 85 622 60 90 789 810 71 81 914[300] 96«401« 1%, 158 246 48 63 82 97 304 600 6 726 91 801[3001 6 11 22 3067 72% «5051 77 90 260 87 310 26 30 77 97 464 520 45 633 44 47 74 m 894[3001 919 92[300]«6007 38 74 84 137 71 88 99[3001 205« ---...--------------- Slooyi» IOUV1 o] 8.1.416 45 70 513.14 71 659 747 50 63 68 90 96 wegen Vertriebs Gerichtshof ver« Methfessel, Karl 3 Monaten und Karl Bergner zu 4 Monaten Gefängn-ß und Alle zu den Kosten. Köln, 3. Februar. Ein ganz eigenthümlicher Fall am 29. Januar vor der hiesigen Strafkammer verhandelt. Ein wurde Gasthofbefitzer Peter Joseph Ech. war wegen Kuppelei zu vier Wochen Gefängniß verurtheilt worden, ein Anderer aber bat für ihn als Peter Joseph Sch. die Strafe abgesessen. Der erstere wurde in Folge dessen mit vier Monaten bestraft, well er eine nicht ermittelte Person durch Geschmke destimmt habe, für ihn die Strafe zu verbüßen. Der Verurtheilte aber dean» kragte Wiederaufnahme deS Verfahrens, weil derjenige, welcher für ihn die Strafe abgesessen, sein Bruder sei, der auch die Namen Peter Joseph trage. Da der§ 257 des Strafgesetzbuches besagt:„Die Begünstigung ist straflos, wenn dieselbe dem Thäter oder Theilnehmer von einem Angehörigen gewährt worden ist. um ihn der Bestrafung zu entziehen", so mußte im heutigen Termin auf Frei'prechung erkannt werden, was auch geschah. 809 45 48 78 923 15501 47 77[300] 94[300] 817»««# W«' K 617 66 90 614 22 746 70 88 812 68 79 966 87 27031[550] 42 93 127 fas,i»j6ÄWW8SR-S«�75«,!-3!9-6S'1 I 607 36 927 26[3000] 66 77»8053 63 71 133 99 218 64[1500] 404 7 49 534 73 625 31 92'736 877 80[300] 89 907»0033 41 137 40-----"......................."— [300] 506 13 65 94 603 97 7ÄÖ 60 72 889|55ü) 922 66[3000] 85 3O005 74 117[560] 33 213 62 66 346 69 469 576 609 19 42 785 99 [550] 807 11[650] 20 25 81049 91 93 116 74(300] 257 425 63 534(3001 80 604 24 69 815 23 83 917 76 88 8 2037 116 17 292 419 83 669 738 61 72 79[300] 812 90 96 907 61 77[1600]«8008 27 70 115 35[3001 249 322 70(3001 406 49 73 90 609[300] 637 45(16001 705[5501 21 809 64 81 961 66 69 84000[300] 17 87[1500] 221 92 413 67 64 629 90 97 708 89 9o 821[6000] 937 97 85089 114 300] 18[16001 51 76 78.(300] 269[300] 88 347(.30001 56 592 608 49.726.877 93[3001 ,908 3«009 30 66 104! 420 371 [16001 92 417 38 607 64[3000] 64 734 822[300] 37 87017 113[1600] 87 216 34 67[550] 78 305 89 666 86 606..........."------- 134 36 63 206 14 311[650] 37 31 77 88 416[1600] 683 737 38.52.66.86 1300] 823 65 914 21(160uJ [300] 54 367 68 90 1300] 421 46 621 770 74 801[3000] 83 96 743 80 839 91 8*039 82(6601 661[300] 79 89028[300] 67 219 [660] 67 81[1500] 637[300] 59 88 4O036 96 1300] 120 200 11 71 327 45 72[300] 78[300] 429 83 87 92(3001 612[650] 22 620 ff? 708 27 87.63[300] 56 73 970.76. 41028 29 37 74 97 173 76 77 95 226 62 83 449 70[16001 641 616 25 85 742[300] ----- 42000 23 28 59 101 18 94 205 40.89 309.87 93 522 29 13001 82 992 48 75 718 32 60 7 1 849 904 900 10(30001 67 94[6501 98 43099 9 73 447 65 73 678.79 601.77[1600] 713 j300].49 85 806.(3001 [300] 110_____________________ 75[5501 44010 162 90 94 227 69 328 3' 420 31 35 36 709 63 73 904 11 75 4 5012 44 115 36 74 217 29 42 330 426 62 635 41 740 839 79 964 f300l 77 85 40Ü08 19 23 138[560] 87[300] 258 72 433 574 89[1600] den Um Ii» f»wo»I»2 VI 122 Ol 2Ui»!>!> OOl 12 Ol OUO(UW-J,! 2| 89 717 40 57[300] 96[300] 800 60 73023[300] 25 110 26 36% 76 84[300] 99 11600] 207 62 1300) 303[3000] 24 404 28 503 20 z° 716 28 77 803 962 74 7 4004 36(550) 73 82 106 200 1300] 8 99% 921 29 ßOü| 40 506 60 61 l300] 729 43 827[300] 33[550] 52...... 821-.«i- itiwwu! m» m» Lg* 88. 79059 96 162 85 211 31 47[300] 397 447 83[1600] 91 W* 615 48 763 96[310] 872 971 86 *0005 19 44(660" 1 66~ ____ J') 74 94 131 66 69 203[300] 37[1500] 68»«j 63(3000) 90 432 66 72 90 556[3000] 72 644 733 38 47 61 65 80 908(300) 48 61 73 81 89*1049 138 49 70 73 95 200 345 W 636 706 28 48 834 93[300] 970*»014 76 96 101 258 86 362,% 81 610[5501 63 85 89 606 9 13[300] 86 63 96 711 94 814 34 5?K 621300] 89[300] 916[300] 39[560] 40*8166 81 210 69 308 16 M 48 53 827300] 447 63 74[300] 96 547[3000] 70[3000] 96 601 M 734 62[1500] 900 14 66 81«4095[650] 198 99 309[3000] 230 408 15 636 94 600 6 21 62 709 22 36 39 48 79 84[560] 828 9>„ 63 81--------------------------...... 4 % *5068 115 31[300] 228 38 412 74! 903 99 Ä061 571 74 719 86012 20 109 308 14 411 35 45 60 678 737 64 883 87002 7 23 86 100 9 20 27 47 86 210 36 69 83 393 4% 83 80 97 755 96 855 92(15001 913 14 67 88057 103 369 402 18 88 675(300) 86 639 69 115001 85 751(«OOlSjJl ......" 545 97 644 61™, *9072 81 237 63[1500] 69 306 65 468 30 65 946 98 ,<»« »«053(1600) 66 78 89 210 97 418 26 75 98[3000] 517 616-, [300] 87»1008 32 216 46 303 57 529 35 78 611 70 714 83 805& 62»»026[30001 76 1550] 110 40 62[1500] 255 80 306 71[SOÖl 11500] 62 515 24 701[3000] 77 842 906 90»8022 97 140 6a [1500] 334 455 90 512 63 1,13 52 66 82 720 48 804 69 937 90 T# 183 218 51 66[550] 80[300] 325 426 38 70 80 86[1500] 508 48 27 35 63[300] 744 838 97 ta Ut NNl ■ Wir hoben eine ganze Menge Leinen- und Baumwoll-Waaren zu außer» I gewöhnlich billigen Preisen angekauft und offeriren demzufolge solche jetzt sehr viel billiger I Hemdrntuche"> CÄtb1'* Mtr. 80—40 Pf Kanforce Mtr. 40—45 Pf. 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Fedruar 1886. in. W I 400) 99 1 t 73 93 600« 550 98 Uarlamentsberichte. AbgeordneteNhau». itz un g vom 6. Februar, 11 Uhr. arien �ertische v. Putllamer, Dr. Fliedberg und Kom- �ingkgangm ist: 1. ein G.-E., betr. die Aufhebung des >>»»«! ichts � Neustadt. Magdeburg, 2. die Nachweisung eingestellten Leistungen aus Staatsmitteln iür römisch- Wche Bisthümer und Geistliche, und 3. ein Antrag des j-llrah, betr. die Busdehnung der Bestimmungen über ..„i L-ichterten Aboeikauf kleinerer Grundstücke auf die Mnz Echleswig-Holstein. m tritt in die Tagesordnung ein und setzt die S01 M??? verathung des Budgets beim Etat des Ministe- '"%* b(8 3nne:n fon 28�03�20, ben Einnahmen aus der StrafanstaltS- Mo�RK�waltung bittet Abg. Sattler den Minister 15501 bZSl�J�ver um Auskunft, ob die Erwägungen, in wie weit Nutzbarmachung der Strafanstalisarbeit im Jnter� Kyll Heeresverwaltung einer Schädigung ,££*on°a'M Wdit und der Ättorm noch weisere Ausdehnung gewinnen wird. VoriT�.P l e ß(Zentrum) dankt dem Minister für diese Ant- für den Handwerkerstand ganz außerordentlich r 140 55 N 937<*>™ � ultl X W«6IU/4. IllV�eVUf VVW.V, VVMKtMMfl« ■ mrhr erstarkten Innungen derartige Verträge ab- >7 dd zi»«lingsn das eigentliche Handwerk mehr zur Hebung zu «1 508 43* bieÄ Es dürften sicherlich wie beim Militär auch nach J&rei ß Erfolge erzielt werden können. x nahmen werden unbeanstandet bewilligt. ScntiP Posten der Ausgaden ist das 36 000 M. be- M-" e Gehalt des Mini st et 8. Hierbei wiederholt zu- UNL heil der �ta8e. behält sich im Uebrigen aber vor, bei Gelegen- Ptlilj� Besprechung zahlreicher dieselbe Frage berührender «otouf näher einzugehen. «et iipg'"• Minnigerode[kons.): Auch wir freuen uns Ii � /w Cltf A n � � 3—... S. a CIT 4 � 4. 'ttt®.e. �igegenkommei de Antwort: ich wollte aber hier noch «äch anregen, ob eS nicht möglich rväre� demnächst . m lw' �ht. v. Schorlemer-Alst(Zentrum) seine Ü: js �igen Jahre am 12. März vorgebrachten Beschwer- bie Lage, in welche die im Kreise Hamm gelegene k' Gemeinde Mettler dadurch gerathen ist, daß Wt, ber Zeche Kurl eine Kolonie von 94 Wohnungen &ii>,„6.Qbe 500 Einwohnern errichtet worden ist, isiiihZ" irgend welche Erlaubniß dazu ertheilt gewesen. Ganz % S, brückend empfinde die Gemeinde Mettler die durch tos ho.-______ er____ ä: j-..r__ r.n__ . sJtK® ber Kolonie gewachsenen Schul- und Kirchenlasten pi"' aD Mi-,, bte Bauten rechtzeitig inhibtrt worden, dann wären dii »niffe gar nicht so unerträglich geworden. tabalrt. keider eidtt die HC"""1 gar maji 10 uneriraguw geworoen. Er bitte den Kk wiederholt dringend um Abhilfe. Mister v. P u t t k a m e r: Wie die Sache jetzt einmal W>?u6 erst eine feste BafiS der Entscheidungen abgewartet 11*3, lo lange muß die Thä.igkeit der Verwaltungsbehörde bleiben. Die Schwierigkeiten auf dem Gebiete des JtLr'fnä find mir nicht bekannt, ste fallen auck außerhalb «tu, Icffarts; ich stelle anHeim, diese Seite der Frage beim Kultusminister anzuregen. 'W 9iAD ir ich l et(d-utschfr.): AIS ich vor einigen Jahren IW-m ni6 der Aufsichtsbehörde zu den Kommunen und % kl Korporationen beleuchtete, sagte der Herr Minister, nt, gerade an diesem Punkte von mir angegriffen rn-t an ihn sei fast keine einzige BestättgungSbeschwerde >�.unb er habe bis dahin das Glück gehabt, mit allen |S>a'£n Selbstverwaltungen im tiefsten Frieden zu leben. jetzt wieder Ihnen auS den zahlreich zu meiner Kclangten Fällen einige Proben— schantillons Lager �erliuer Sonntagsplauderei. � Der Matkenverleiher ist heute eine der be- >* cKft»(vt i|i cuit uev vc» jJ beit-Persönlichkeiten Berlins. Ueberall erblickt man aßen die mehr oder weniger geschmackvollen ki of' unb Jedermann, der nur irgendwie Sinn W Poesie' .nie e, vuene der Verkleidung, beeilt sich, auch einmal ei».-�ben in der Tracht eineü spanischen Ritter« » t%8 T tn der-Lracht eine« spanischen sttttter« l!.»lick.Deutschen Edelknaben« zu verbringen. Wes- ! Das Leben bietet der Enttäuschungen und l'llC.f!«'."------ fÄ abäste 7«ein t,"—9' und wohl dem, der sich den frohen Jifiit.�rt, dieselben während einer Nacht zu vergessen. Oedings auch böse Skeptiker, die sich nie dazu "iessLo!,. ihr Haupt mit einem goldverbrämten, ai'dbes smn Barett zu bedecken, ihren Körper in ein * W*»u /Lamms zu stecken und ihre Beine in dralle Trotzdem aber bleibt ein Maskenball 2 stets k,, Vergnügen, und der harmlose Zuschauer uS« uuy. /�enheit, seine Kenntnisse in Bezug auf {ett&'häi*, gs u�ben Geschmack der einzelnen Masken zu Ponttü j(A. M bei �"e�tfte ist vielfach unberechenbar. � ioi Saison scheinen für Herren weiße MWUWW WBWMW ####:# YßA-s-'Uhu's»errrfiilc. t"Iche,,,en rönnen, und unsere Be- .37, jzutz�v""'cht, denn- Alle« wissen macht Kopf. 1 würde es der Herr Reichskanzler bei seinem tiefen Widerwillen gegen alles Fremde nennen(Heiterkeit)— antühre, so muß ich abwarten, ob der Herr Minister auch hier den politischen Cbarakter der Nichtbestätigungen in Abrede stellen und die Gründe als auf persönlichem Gebiete liegend bezeichnen wird So hat man es ja immer darzustellen stch bemüht, als ob es im Interesse der betreffenden Person läge, wenn Schweigen über die Gründe beobachtet würde. Dann wurde Alles aufgeboten, einen sogenannten„dunklen Punkt" herauszufinden, sei es mit Hilfe einer liebedienerischen Presse oder solcher Ehrenmänner, welche das Denunziantenamt über- nahmen. Im schlimmsten Falle giedt eS nur einen Beleidi- gungsprozeß. Der erste Fall betrifft Tilfit, wo der an Stelle des hochbetagten Bürgermeisters einstimmig zum Nachfolger gewählte Rechtsanwall Brinkmann, der als ehrenhafter Cha- raktcr und tüchtiger Jurist geschätzt wurde, die Bestätigung nicht erhielt. Man zerbrach stch lange vergeblich den Kopf über die Gründe, bis man in einem Organ der Berliner Bürger- partei, in einem Organ, welches nicht nur in intellektueller, sondern auch finanzieller Ve bindung mit der Etaatsregierung steht, einem Attikel begegnete, der es, gestützt auf einen Brief aus Tilfit, unternahm, die Nichtbestättgung zu rechtfertigen. Auf Grund der in dem Briefe enthaltenen groben Beleidigungen wurde ein Prozeß gegen den Heim Redakteur deS„Berliner Fremdenblatt" eingeleitet, später aber wieder zurückgezogen, weil derselbe in einem Schreiben an den Beleidigten zugab, erfahren zu haben, daß der Inhalt des Briefes nicht auf Wahr. heit beruhe. In derselben Z-iiscdrift fühtte er seine Kenntniß auf eine metallographttte Korrespondenz zurück, von der er sagte, daß dieselbe ja b.kannilich aus den Alten der Behörden schöpfe, resp. sogenannte Informationen erhalte(hört, hört!); wahrscheinlich bätte das Material aus amtlichen Schriftstücken hergerührt. Er erbot stch mit vollendeter Naivetät, nunmehr einen Artikel entgegengesetzten Sinnes zu bringen, von dem er ihm auch glaubte zustchern zu können, daß er zu den Atten kommen und auf den Minister einen günstigen Einfluß üben werde. Der zweite Fall betrifft Jnsterburg und die versagte Bestätigung deS dort ein- stimmig wiedergewählten zweiten Bürgermeisters, der uneigen- nützig die Geschäfte ohne Remune- ation besorgte. Hier wurden die Gründe alS nichtpolitischer Natur ausdrücklich bezeichnet; und doch erfuhr man auf höchst eigenthümliche Art und Weise das Gegentheil. Es erhielt nämlich ein ReichstagSabgeordneter, als er stch ein frugales Abendbrot bei einem Schlächter holte, daffelbe eingewickelt in das Schreiben eines Regierungspräsidenten an den Minister des Innern, in welchem fich jener über einen Bürgermeister- Kandidaten und seine politische Stellung äußerte. Der dritte Fall hat fich in Posen ab- gespielt. Der dortige Bürgermeister Heise wurde, obwohl er nach langer Amtsthätigkeit das Vertrauen der ganzen Bürger- schaft genoß und einstimmig zum Oderbürgermeister gewählt war, nickt bestätigt; ebensowenig demnächst tn seiner Stellung atö zweiter Bürgermeister nach seiner Wiederwahl. Ein national- liberaler Abgeordneter hat in der Polendedatte gesagt, die Posener sreiftnnige Stadtverwaltung sei hierdurch endlich mürbe geworden und habe den vom Minister deS Innern gesandten Kommissar gewählt. So wird dieS traurige Resultat der Drang'alirung einer großen Kommune von einem National- liberalen als beachtenswerther Erfolg bezeichnet! Dahin find wir bereits gekommen! Die Nationalliberalen sollten doch nicht ihre Anstchten über kommunale Selbstständigkeit jeder Strömung, die oben gerade henscht, anpaffen. Wenn man nach einem geflügelten Wort„die Auflösung des Staat« in kleine kommunale Republiken" verhindern will, wie solche unter dem Vorganze des Ministers Grafen Eulenburg so leichifertig vor fich gegangen sein soll(Oho! rechts), so kommt man zu Vergewaltigungen deS kommunalen Selbstdestim- mungsrechts, für welche daS formale Recht leider nicht be- stritten werden kann, welche aber mit dem Geiste der Selbst- Verwaltung schroff im Widerspruch stehen.(Zustimmung links.) Minister des Innern von Puttkamer: Wenn man die Herren von jener Seite über das Verhältniß der Staatsaufstcht zum kommunalen Leben reden hört, dann sollte man glauben, in der Städteordnung stände etwa fol- gendeS:„Die Aufsicht über die Kommunen steht dem Staate zu, fie darf aber bei Strafe der Nichtigkeit nicht ausgeübt wer- schmerzen. Jedenfalls ist auf den Maskenbällen der Ar- beiter kein Mangel an zierlichen Formen, an schneeigen Armen, glänzenden, fröhlichen Augen und das ist und bleibt doch die Hauptsache; wer sich über kostbare Stoffe, reiche Kleider, Brillantenschmuck u. s. w. mehr interessirt, der braucht ja nur vor den Schaufenstern der großen Mode- magazine und Juweliere Posto zu fassen, dort sieht er Alles, was sein Herz erfreut. Ohne Zweifel hat Berlin keinen Mangel an höchst nothwendigen und wichtigen Vereinigungen. Zu unserem Erstaunen machten wir kürzlich eine ganz neue Entdeckung. Um einem wahrscheinlich tief gefühlten Bedürfniß zu ent- sprechen, haben sich hier in Berlin eine ganze Anzahl junger und alter Herren zusammengefunden, die alle höchst wahrscheinlich an einem chronischen Katzenjammer leiden. Der Name des Vereins besagt das nämlich. Zweck und Ziele dieses interessanten Vereins sind uns leider unbekannt. Aber ein erfreuliches Zeichen der Zeit ist eS entschieden, wenn sich bedächtige Männer finden, die tiesfinnige Betrach- hingen über die Wirkungen eine» sauren Hörings auf einen indiSponirten Magen anstellen, und die selbstlos genug sind, ihre freien Abende diesem nothwendigen Studium zu widmen. Man nennt uns Deutsche nicht umsonst daS Volk der Denker, wir dürfen beruhigt in die Zukunft schauen, datz wir Männer unter uns haben, die sich an die tiefsten Probleme der Wissenschaft mit einer geradezu un- erhörten Verwegenheit heranwagen. Aber was ein richtiger Verein ist, feiert natürlich auch zur richtigen Zeit sein Stiftungsfest. Es müssen tiefe Geheimnisse sein, welche diese Herren bei ihrem Stiftung«- fest verhandeln._.,,.._ Vor der Thür de« VernnSlokalS hatte em riesiger Landsknecht mit Glaeeehandfchuheo und Gummizugstiefeln Posto gefäßt, und jeder neue Ankömmling wurde mit ge- fällter, silberpapierbeklebter Lanze empfangen. Halt, werda! Jene Zeiten, wo man mit nassen Beinen auf den Kasernenhöfen Feldwachen aussetzte und sich mit anderen schönen Sachen d,e Zeit vertrieb, kamen uns unwillkürlich bei der Betrachtung dieses militärischen den.(Oho! links. Bravo! rechts.) Ja, meine Herren, genau auf diesem Boden steht die Argumentation des Herrn Vorred- nerS, und da komme ich gerade auf den Puntt mit der Politik. Ich möchte in der That wissen, auS welcher meiner Aeußerun- gen in irgmd einem der voi hergegangenen Jahre oder bei irgend einer der iiüheren Deda ten der Herr Vorredner das Recht herleitet, mir zu importiren» als sei meine Aeußerung, politische Gefichtspunkte würden bei den Entschließungen, die ich in Beziehung auf die Bestätigung kommunaler Wahl-n entweder selbst zu treffen oder an allerhöch- ster Stelle vo- zubereiten habe, niemals mit in Er- wägung gekommen. Ich glaube, ich habe in der von ihm zitirten Aeußerung gerade das Gegeniheil gesagt, ich habe aus« drückiich erklärt, die Thalsache konstatirt, daß bis zu dem Mo- ment, wo ich die Ehre hatte, diese Aeußerung zu thun, zu meiner Freude Konfliktsfälle nicht vorgekommen seien; aber ich habe dann hinzugefügt: ich will durchaus nicht sagen, daß ich im Nothfall. und wenn ich das Slaatsintereffe dabei betheiltgt finde, nicht im Rechte sei, die Bestätigung zu versagen. Wieder- holt möchte ich betonen, daß die StaatSregierung fich dieses Recht niemals wird b-streiten lassen können. W rler bin ich der Me nung, daß kommunale Wahlen, die als agitatorische Demonstrationen gegen die Staaisregierung zu erachten find, mit vollem Recht der Nichtbestättgung unterliegen, und ich kann mich des Rechts nicht begeb-n, so lange ich die Ehre habe, mein Amt zu führen, in diesem Sinne auch ferner meine Vor- schlüge zu machen resp. zu verfahren-(Hött, hött! links. Bravo! rechts.) Nun hat der Herr Abg. Dirichlet mit un» endlich viel Behagen und gewiß auch mit sehr viel Witz hier eine Reihe von Thatlachen angeführt, die angeblich in Zu- sammenhang stehen sollen mit meiner Amtsführung. Ader wenn nun der Herr Abgeordnete in dem Tilfiter Fall hier eine wunderhübsche Geschichte erzählt hat von dem Verhältniß eines Tilfiter Denunzianten, wie er fich aus- drückte, mit einem hiefigen Blatte, welches in Beziehung zur Regierung stehen soll, so muß ich sagen, diese ganze Geschichte ist dem Herrn Abgeordneten ja natürlich erzählt worden, wie er fie uns mitgetheilt hat. aber daß ste irgend einen Schatten von reeller Begründung habe, wenigstens im Ve'hältntß zu meiner amtlichen Stellung, daS muß ich ganz entschieden de- streiten. Tie Gründe, welche zur Mchthestätigung des Herrn Brinckmann in Tilfit geführt haben, find ganz anderer Natur, als diejenigen, auf die stch hier der Herr Abg. Dirichlet deruit, und die mit einem Jnjurienprozeß, von dem ich nichts weiß, in Verbindung stehen sollen. Nun, meine Herren, die An- gelegenheit mit Posen soll ja noch, wie wir vom Herrn Abg. Dirichlet hören, weiter zur Sprache kommen. Ich glaube, vre Etadtverordneten-Versammlung in Posen ist der Meinung ge- wesen, daß fie in dem bishengen Landrath Müller einen sedr tüchtigen ersten Bürgermeister gewonnen habe, und ich be- zweifle auch keinen Augenblick, daß fie das Richtige getroffen hat.(Sehr richtig! rechts.) Der Abg. Dirichlet hat gesagt: die Breslauer haben einen Herrn Ellwanger gewählt. Das ist nicht ein Herr Ellwanger; HerrEllwanger ist ein in der preußischen Staatsverwaltung als hervorragender Beamter bekannter und mit ihr in vortheilhaftester Weise ver- wachsener Mann, und ich kann in dem wegwerfenden Ton (hött! hött! rechts, Widerspruch lines), in dem wegwerfenden Ton, den der Herr Abg. Dirichlet in Bezug auf diesen ver- storbenen Ehrenmann anwandt«, nichts Geschmackvolles finden. Abg. Dr. Wehr(Dt. Crone): Was hat denn Herr Dirichlet nach einer vielversprechenden Einleitung avzu ühren gewußt! Nur drei Fälle. Es muß also mit der Vcrgewalti- gung und Drangsalirung der Kommunen doch nicht so schlimm stehen. Ich möchte bei dieser Gelegenh'it den Herrn Minister fragen, od die Regierung gewillt ist, das Ges-tz dahin abzu- ändern, daß gewissenlose Familienväter, die vollständig in der Lage wären, ihre Familien zu unterhalten, dies aber nicht thun, zu ihrer Pflicht angehalten werden, und schließlich ein Gisetz vorzulegen, noch welchem Vagabunden unter Verzicht auf die Strafhaft, die doch nicht abschreckend wirkt, sofort in eine Kor- rigendenanstalt gebracht werden können. Minister v. Puttkamer: Es ist keine Frage, daß durch die reich sgesetzliche Aushebung unserer Armennovelle von 1855 in gewisser Beziehung große Uebelftände entstanden find. Jene Novelle gab das Mittel in die Hand, pflichtvergessene Familien- Folgen übermäßigen Biergenusses oder in späteren Zeiten die Kopfschmerzen, welche uns wahrscheinlich das Monopol- Feuerwasser verursachen wird, wenn nicht gänzlich zu be- fettigen, so doch erheblich abzuschwächen. Feuerwafler! Richtig, dazu gehören eigentlich auch Rothhäute, denn diese haben, glaube ich. zuerst den poeti- schen Namen für ein recht prosaisches Getränk aufgebracht. Wir sind jetzt gerade wieder einmal so glücklich, fremde Gäste aus den nordamerikanischen Prairien bei uns zu be- Herbergen. Natürlich haben die Leuchten der Wissenschaft ihre berühmten Messungen an den kupferrothen Herrschaften vorgenommen, mit dem nöthigen Klimbim sind verschiedene Reden vom Stapel gelassen worden, und die tausend- stimmige Presse nahm Mund und beide Backen voll, um der staunenden Mitwelt das unverdiente Glück de« Be- suches deS Herrn Häuptlings von So und So zu ver- künden. Eins ist un« aufgefallen. Man hat, unserer Ansicht nach, viel zu sehr die ethymologische Seite des SkalpirenS außer Acht gelassen. Wir möchten an die Herren Unternehmer die Frage richten, wer ist gefährlicher als Sklapirer, der Indianer, der mit schar- fem Messer für den Erwerb der Perrückenmacher sorgt, oder derjenige, der den armen Teufeln, vie hierher gelockt werden, gleich daS ganze Fell über die Ohren zieht? Selbstverständlich ist auch die obligate Liebschaft nicht ausgeblieben. Diesmal soll es eine sehr reiche Russin sein, die sich in einen, ich weiß nicht, ob im Panoptikum oder bei Kroll, der braunen Jünglinge vergafft haben soll. In solchen Fällen ist eS der Ueberlieferung nach geboten, daß die Dame von grenzenloser Liebe getrieben, dem Indianer in seine Heimath folgt, denselben Wigwam mit ihm bezieht und ihn durch ihren zarten Einfluß nach und nach zu einem halbwegS anständigen Menschen macht! Hierbei ist nur der eine Umstand befremdlich, daß sich gerade eine Russin dem zivilisatorischen Werke unterziehen will Höchst- wahrscheinlich wird der HerrJndianer die Segnungen russischer Kultur überhaupt noch gar nicht kennen, im anderen Fülle gehört wirklich die ganze todesmuthige, erhabene Ent- schlossenheit seiner Rasse dazu, den doch jedenfalls ernst gemeinten Antrag nicht sofort von der Hand zu weisen.— ratcr einet Besserungsanstalt zu übergeben. Eine Wiederher- st llung dieser Bestimmung, die ich für meine Petstm durchaus für nothwendig balte, rrürde nur im Wege der Reichsgesetz- gebung möglich sein, ebenso wie die Einführung der B-stim- mung, daß der Richter berechtigt sein soll, unter Abstandnahme von der Haft von vornherein auf Verweisung in eine Jtoirigen» denanstalt zu erkennen. Heber die Nathwendigleit einer solchen Maßregel bin ich mit dem Herrn Kultusminister einig. Das G'sammtministerium hat sich mit beiden Fragen noch nicht be- schäftigt. Adg. Hänel: Die Klangwellen, welche zu dem Minister fedrungen find, müssen irgendwo eine Verfälschung gefunden aben. Es ist auch nicht im Tonfall oder in dem Ausdruck etwas DespettiilicheS über Herrn Ellwanger gesagt wor den. Ich würde meinen Kollegen Dirichlet ohne Wei- feres desavouirt haben, wenn dies geschähen wäre. Herr v. Puttkamer hat die hohe Ehre, der Führer der konser« vativen Partei in Preußen zu sein. Er hat eS fich zur Aufgabe gemacht, diese konservativen Prinzipien, die er vertritt, um jeden Preis durchzusetzen. Herr v. Putlkamer hat die Ehre, ein strenges und absolutes Parteiregiment in Preußen aufzurichten.(Oho! rechts) Wie könnt! n wir denn beurtheileu, ob im Sinne und Geist der Verfassung regiert wird, wenn wir einzelnen Falle von der Regierung Rechenschaft nicht auch itn_,. darüber zu forde n hätten, ob fie auch diesem Geist entsprechend ihre Maßregeln getroffen hat. Uns, der Minorität, die selbst von den nächsten Freunden in dieser wichtigsten Frage ver- lassen wird, bleibt nichts Anderes übrig, als immer wieder zu »rotestiren gegen eine derartige Anschauung und die Gefahr imme. wieder klar zu stellen, die Preußen jetzt läuft, unter das Parteiregiment gepreßt zu werden. Minister v. Puttkamer: Heber den Ton, in dem über Jemand, in diesem Falle über einen Verstorbenen, gesprochen worden ist, kann man ja verschiedenen Geschmacks sein. Ich weiß nicht, ob ich mich irre, daß die Sp tze der Argumen- tation des Abgeordneten Hänel fich weniger gegen die Regierung und meine Person ali gegen eine Partei dieses Hauses richtete. Ich bin nicht berufen, der Wortführer jener Herren zu sein. Sie werden ihm die gebührende Antwort nicht schuldig bleiben. Vom Standpunkt der Regieiung bewundere ich die Kunst, mit welcher er wiederum versucht hat — gelungen ist es ihm nickt— meinen Standpunkt so umzu- deuten, als wollte ich die Wiederherstellung des reinen Absolutismus, die polnische Verantwortlichkeit der Regierung sei aufgehoben. Der Herr Abgeordnete hat meine Argumente doch in einer Weise erweit rt, die kaum mehr als zuläjfig er achtet werden kann. Ich habe keineswegs erklärt, daß ich die Verth-idigung, die politische V-rantwortlichkeit für irgend eine Maßregel, welche in meinem Ressort getroffen wird, ablehne, sondern mich darauf beschränkt, zu sagrn, bei der Frage der Bestätigung oder Nichthestätigung einzelner kommunaler Beamten kann die Regierung allerdings die Veipfltchiung nicht anerkennen, die inneren Gründe dieser Bestätigung oder Nicht- bestäiigung hier zu entwickeln, ich füge hinzu, lediglich im Interesse der einzelnen Personen selbst. Im Lande ist man der Heherzeugung, daß die Regierung ihre Amriführung richtet nach dem Maß deS Erkenninisses dessen, was fie din Be« dürfniff n und dem Wohl deS Landes entsprechend hält. Von Partstregiment kann gar keine Rede sein. Die Re- gierung kennt keine Partei, der fie besonders angehört, son- dem fie regiert im Sinne Seiner Majestät und zum Wohle deS Landes. Politische Gestchtspunkte durch meine Thärigkeit in die kommunalen Verwaltungen hineinzutragen, fällt mir gar nicht ein. Ich wünsche im Gegentheii durch meine Thä- tigkeit dazu beizutragen, daß politische Gefichtipunkie aus den kommunalen Verwaltungen ferngehalten werden. Dieser Ge> fichtsprmtt ist bei der Bestätigung oder Nichtbestätigung maßgebend. Es ist notorisch, daß fast alle Tage an fich frei- finnige L'ute, sowohl in der Regierungsinstanz, wie an aller- höchster Stelle in ihren kommunalen Stellen bestätigt werden. (Widerspruch links.) Abg. Kennemann(freikons.): Ich konstatire, daß der frühere Bürgermeister Heise in Polen dazu mitgewirkt hat, die Deutschen zu spalten und zu zersplittern. Er hat dadurch daS Polenthum gestärkt. Wenn der Bürgermeister Herse nicht be- stätigt worden ist, so hat ihn das Schicksal ereilt, was er als Deut'cher verdiente.(Oho! links, Zustimmung rechts.) Alle Deutschen, wenigstens die große Mehrheit der Deutschen, werden dem Herrn Minister dafür dankbar sein.(Lebhafter Beifall recktS.) Abg. Büchtemann: Der Bürgermeister Herse ist nach ILsähriger Dienstzeit einstimmig von einer Stadtverordneten- Versammlung zum Oberbürgermeister gewählt worden, in der neben liberalen auch konservative Mitglieder fitzen; wie sollen denn nun dieser einfachen Thatsache gegenüber alle Deutschen in Posen fich übet die Nichtbestätigung Heises gefreut haben? In der konservativen„Sckl? fischen Zeitung" fand fich die Meinung verlautbar, Herr Herse sei als Bürgermeister den Polen geneigter gewesen, als der deutschen Sache entsprochen habe, er habe nahe Verwandte in Warschau und dergleichen. Letz lereS ist richtig, aber die Behauptung, daß er nicht durch und durch ein deutscher Mann gewesen sei, ist unrichtig. Es bleibt nur Übrig, anzunehmen, daß der Minister ihm die Bestätigung versagt hat, weil er der deutschfreifinnigen Partei angehört, wenigstens ist dies die allgemeine Anschauung unter den Deut- scheu in Posen. Nun ist der entsandte Staatskommissar zum Ober-Bürg-rmeister gewählt worden. Ich bezweifle nicht die formelle Giitigkeit der Wahl, konstatire aber, daß von den 33 Stadtverordneten nur 15, darunter 3 Pole", an der Wahl theil- nahmen. Mehrere Stadtverordnete legten deshalb ihr Mandat nie- der, und der Versammlung bemächtigte fich eine gr oß eAufregun g und nicht etwa Freude. Den auSgeschredenen Mitgliedern hat dieselbe Versammlung dafür daß fie fich der Wahl widersetzt hatten, sogar eine wahre Ovation dargebracht. Solche Vorgänge, die der kommunalen Entwickelung Posen? an fich nur swaden können, find um so bidau-rlicher, alS Posen alS Vorposten des Deutschthums ist gegenüber dem polrischen Element. (Lachen rechts.) Daß hier und da auch Liberale bestätigt find, gebe ich zu, so ,. B in Berlm. Hier weiß aber der Mininer, daß die Berliner Kommunalverwallung fich durch etwaige Nichtbestätigung doch nicht einschüchtern lassen würde. Abg. v. Minnigerode: E« kann uns nur mit Be> friedigung erfüllen, wenn Herr Büchtemann bezeugt, daß die Städte für deutsches Wesen in der polnischen Ostmark einge- treten find; wir bedauern nur, daß er fich heute erst und lediglich, um dem Vorgehen dirOppofition ein Relief zugeben, damit bekannt gemacht hat, wahrer d wir uns freuen würden, wenn er flch mti uns zu posttiven Maßregeln vereinigen wollte. Herr Hänel hat seinerseits au»vrücklich erklärt, Minister von Putlkamer sei der eigentliche Chef ver konservativen Partei, daraus entspringe ein arges Parteiregiment. Es ist nun doch sehr begreiflich, oaß zwischen demMirnster und uns ein starkes geistiges Band besteht, da wir die Ehre und Freude hatten, ihn lange Zeit unmittelbar in unseren Reihen zu sehen; aber wenn Herr Hänel iym riefe Führer rolle attrrbuirt, so hat er wohl d epailaMen- tarischen Ideale unserer Nachbarn auf uns übertragen, weil er uns so stark im Hause steht und nun m int, weil der Minister urs und dem Hause angehört, wir hätten endlich daS unglückselige parlamentarische Regiment. In unserer Aktion find wir Sanz seldstständig.(Sehr richtig! recht«. Gelächter links. luruf: Antrag Miguel!) Wenn wir daneben ber.it find, auS unseren allgemeinen politischen Empfindungen heraus in erster Linie diesen Minifier der Krone zu unterstützen, so erklärt fich daS ganz von selbst.(Beifall reckts.) Abg. D i r i ch l e r: In den Konkurrenzstreit zwischen Minnigerode und dem Minister über die FuKrerschaft der kon servativen Partei will ick mich jetzt nicht einlassen. Herr von Minnigerode hat hier wohl noch einige Konkurrenz. Die Behauptung, daß die freisinnige Partei die eifrigste Gegnerin der Krone sei(Ruf rechts: Ganz gewiß!)— eine bekannte Hm schretbung des Vorwurfs der Reichsfeindschaft— ist mindestens unparlamentarisch.(Gelächter rechts.) Wir leisten an Staats und Königstreue ganz gewiß ebenso viel, wie Sie; vielleicht noch etwa? mehr.(Lachen rechts.) Von Herrn Ellwanger habe ich nicht gewußt, ob er OberMegierungs rath, RegierungSrath oder Assessor war, als er die Verwaltung Breslaus übernahm. Daher habe ich einen Titel nicht genannt. Sind denn der Minister und seine Anhänger so titelsüchtig, daß fie eS für despektirlich halten, wenn man einmal Jemen- den ohne Beifügung deS Titels einfach Herr nennt? Auf das Hnschöire eines solchen Verfahrens der Jmpietät würde ich übrigens schon durch das bloße Beispiel aufmerksam ge- macht worden sein, welches Fürst Bismarck seinerzeit gegen- über dem verstorbenen Abg. Lasker gab.(Sehr wahr! links.) Abg. K a n t a k: Daß Herr Kennemann, ein neues Mitglied des Hauses, schon in seiner ersten Rede mit solchen An- griffen unS entgegentritt, zeigt uns, was wir von unseren lieben deutschen Mitbürgern dieser Farbe zu erwarten haben. Herr Hagens hat neuirch von 7 oder 8 polnischen Stadtverordneten gesprochen, die für den Kommissar als Ober- Bürgermeister ge- stimmt haben sollen— und dabei fitzen s-ii Jahren nur 4, jetzt nur 3 Polen in der posenschen Vertretung! Tie Angriffe gegen H:rse hat Herr Kennemann auch ohne Beweis gelassen; Herse ist ein deutscher Mann, aber auch ein ehrlicher Mann, und eS ist allerdings manchem Herrn schon zu viel, wenn ein Deutscher bloS den Versuch macht, den Polen gegenüber gerecht zu sein. Abg. Zelle: Der Abg. v. Minnigerode verlangt von dem preußischen Staatsbürger, daß er der Krone keine Feindseligkeit entgegentrage und den Eid der Treue zu t einem Landesherrn nicht breche. Ich verlange von dieser Anschauung aus von Herrn von Minnigerode, daß er feinen Angriff gegen uns, wenn dieser nicht als ein verleumderischer dastehen soll (sehr richtig! links, große Hnruhe rechts), durch Thatsachen er- Härte. Schon früher einmal ist uns vom Fürsten Hohenlohe die Bezeichnung als foitschrittliche Republikaner zu Theil ge- worden. Ist es staatsmännisch klug von einem Herrn, der hier die Gefchä'te führt, in die Welt hinauszurufen, daß unser König in seiner eigenen Hauptstadt unter Gegnern und Republikanern fitze? Wir können freilich diesen Vorwurf schon mit dem einen Gedanken entkrä'ten: Se. Majestät weiß es besser! Wir leugnen nickt die Nolhwendigkeit staatlicher Auf- ficht über die Städte und wollen nicht, daß die Kommunen als kleine Republiken ihre eigenen Wege geben. Ich bitte die Konservativen, einmal in unsere Haut zu fahren(große Heiter« lett; Rufe rechts: Können wir nicht!) oder vielmehr in der Haut zu bleiben, welche fie als Dellaranten, Frei- Händler oder sonstige Reichsfeinde anhatten unv zu erwägen, waS muß ein gewählter Kommunalbeamter, der bereits die Gratulationen feiner Bekannten empfangen, fühlen, wenn er aus der Zeitung erfleht, daß ihm die Äestäii- gung versagt ist. Wenigstens sollte auf eine ausdrückliche Anfrage einer Stadtvertretung vom Minister oder Oberptäst- deuten eine Auskunft über die Gründe der Nichtbestätigung gegeben werden. Abg. Kennemann: Ich glaube, auch als neueS Mit- gli d des Hauses dasselbe Recht wie jeder Andere, möge er auch noch so alt sein, zu befitzen.(Sehr richtig! rechtsü) Ich halte es für meme Pflicht, für die Interessen der Provinz Posen überall einzutreten. Ich habe nicht gesagt, daß Herr Herse mit den Polen Hand in Hand gegangen sei, aber er hat dazu beigetragen, daß die Deutschen in Posen auseinandergegangen find, daß fie nicht mehr eine nationale Partei bilden. Herr Herse ist allerdings meh Selbst daS KonflHsministerium führte nickt ein so krasses Parteiregiment, wie Herr v. Pu'tkamer. Der Konflikts- minister Eulen bürg I hat ehelich die N-.chtbestätiguug kommunaler Beamten in der KonfliltSzeit als verfehlte Magregel bezeichnet und gefagt, die R aierung fei von dieser Praxis zurück- gekommen. Herr von Puttkamer proklamirt diese Praxis nun von Neuem auf's schärtste! So etwas ist selbst in Frankreich und Amerika trotz aller derartigen Korruption nicht als RegierungSgrundsatz proklamirt worden.(Großer Lärm rechts.) Es verlohnt fich nicht mehr, etwas darüber zu sagen.(Lebhafter Beifall rechts.) Wir haben ein Parteiregiment in schlimmster Form.(Be fall links.) Minister v. Puttkamer: Die Ausführungen des Vorredners ließen an Lebhaftigkeit nichts zu wünschen übrig (Heiterkeit rechts); fie waren offenbar ein Anklang an die dreitägige Debatte, wo seine Parti nicht eben eine glänzende Rolle ge spielt hat.(H-ruhe lints.) Ein geschlagener Feldherr sucht immer seinen Rückzug durch eine großartige Kanonade zu decken. Auf die AnSfübrungen des Parteiregiment« gehe ich nicht näher ein. E« heißt immer, Her». Puttkamer sucht seine Machtstellung im Interesse der konservativen Partei auszu- beuten; waS soll ge liehen, wenn ein liberaler Minister kommt, der wirds eben so machen. Meine Herren! der wirdS sehr schlimmer machen.(Sehr richtig und Heiterkeit rechts.) Herr Rickert hat ein sehr kurzes Gedächtniß. Wie oft habe ich ihn daran erinnert, daß grade die liberale Pa lei in der liberalen Aera die Minister auf das ungestümste dahindrängte, mit den konsercaliven Biamten aufzuräumen; fie hat sogar in einer Adresse die« Verlangen au« drück! ch auSgesp ochen- Abg. v. Minnigerode: Die frerstnnige Partei ist über eine von mir gebrauchte Redewendung entsetzt, derenForm ich nach dem Monitum des Piäfiventen preisgebe. Wenn aber Herr Rickert in demselben Athen von einem Parteiregiment Puttkamer spricht, dann muß mau doch zugeben, daß er gegen« über einem Min ster Sr. Majestät de« Königs nicht allzu zart« fühlend fich ausgedrückt hat. Abg. C z w a l i n a tritt nach seiner genauen Kenntniß der Posener Verhältnisse den Angriffen gegen den früheren Bürgermeister Herse energisch entg-gegm. Herr Herse habe fich stets alS guter Patriot und guter Deutscher erwiesen. Den Luxus politischer Parteidiveraenzen habe fich die deutsche Bevölkerung Posen«, wie es ihr Recht war, erst dann erlaubt, als es fest- stand, daß die deutschen Stimmen die Majorität nicht mehr hatten. Abg. H o b r e ch t: Die vom Abg. Kantak zitirte Aeußerung des Adg. Hag n« über die Bürgermeisterwahl in Posen hat mit der Beilä.igurtgsfroge keinen Zusammenhang g habt. Wenn es übrigem ein Gebret gebt, auf dem die liberalen Parteien drefelben Ziele vertol. en, um fich nicht gegenseitig schwächen sollt.n, so ist es auf dem Gebiet der kommunalen Selbstoer» waltung. Wir haben stets dahin gewillt, das Bestätigung«« J recht nach Möglichkeit einzuschränken. In dieser Thätigleit« Aufsichtsbehörde kann ich nur die Veranlassung erblicken, t» Agitation in die kommunale Verwaltung erst hineinzuln# (Sehr richtig! links.) Abg. W i n V t h o r st: Die Bestätigungsfrage hat& generelle Bedeutung und ist in der Praxis am schwierigsten k handhaben. Der Minister würde gewiß sehr geneigt% dieses Bestätigung«: eil gar nicht ausüben zu dürfen, eäj für ihn eine wahre Krux. Ohne Zweifel hat man sehr d dieses Recht zu sehr im Interesse der Par'eien gehifd! und es wäre eine Aufgabe für uns, auf Mittel zu finnen, so einzurichten, daß derartige Klagen nicht mehr vorkur# tonnen. Herr Kennemann, den ich nicht zu kennen die u» habe, hat mir mit seinem Urthril über den Bürgermeijtir hfij Eindruck gemacht. Ich kenne Herrn 9* einen peinlichen v>mviuu icimc nicht persönlich; heute jedenfalls ist hier nichts vorgebt® worden, was die Versagung der Bestätigung rechtfertigte. Herrn Kennemann aber haben wir schon früher gehört, M' durch seine Theilnahme am Kulturkämpfe sehr wesentlich � beigetragen hat, die Deutschen auseinanderzubringen. Eht v also Anderen Frieden predigen, halten Sie ihn zunächst (Beifall im Zentrum und links.) Abg. Hänel(deutschfr.): Es ist mir zunächst von tigkett, zu konstatiren, daß Herr Hobrecht namenS seiner den Herrn Minister v. Putlkamer hinstchtlich der grundsa»«� Auffassung des Bestätigungsrechtes desavouirt hat, um"r Gegensatz hervorzuheben, in welchem fich der Herr Ministers Majorität des Haufes befindet. Der Minister hätte am nigsten Ursache, uns zu imputiren, wir bedürsten wegen Sonnabernbeschluffes eines Rückzuges, wohl aber batn nö hig, den Beschiuß als ein scheinbares Vertrauensvoium fich darzustellen. Dadurch, daß er darauf zurückgekommen, giebt er uns das Recht, zu sagen, daß dieser Schein nM oberflächlich ist. Der erste Redner der Majorität vom Sonnabend, Herr von Rauchhaupt, erläuterte den Ant" eine g gen den Reichstag gerichtete Demonstration und gung der Ausweisungsmaßregel. Der andere Redn« Majorität, Herr Hobrecht, sagte, daß es feiner Partei Vings nicht darum zu thun sei, ein Mißtrauensvotum f®, Reichstag zu konstruiren, und stellte fest, daß ihm nichts C liege, als eine Billigung der Maffenausweisungen. 1, einem so verschieden motivirten Beschluß gegenüber wir nöthig, uns zurückzuziehen?(Sehr gut! links.) y von Puttkamer warf uns sodann vor, wir noL, liberalen Partei würden, wenn wir am Ruder% , Minist weint, die 'lmipfes die ein G fe noch äs: Er*' Ute gegen fe«1' wie von de wen. Ich Herr Ricker tfäll bedaui wuß ich n>i tÄr L» den Namen strt i Tie D. Person l SS jjeflen mich* %% r a ebenso und noch schlimmer, natürlich im entgegeiffc das liberoy Diese Exemplifikation ist schlecht� Sinne, handeln, und exemplistzirte dabei auf baSliberi nisterium Schwerin."'_. falsch. Niemals ist von der damaligen liberalen Parin,'» Anwendung des Bestätigungsrechtes erlangt worden,*j, Herr v. Pütikamer ausdrücklich proklamirb;"das liberal� nisterium hat fich zu entgegengesetzten Grundsätzen t#� Allerdings durfte es nicht geduldet werden, daß der W 4 v. Puttkamer unter dem liberalen Ministerium Schwert» z konservativen Wahlen günstige Wahlgeometrie machte% ihn al« Beamten an sich schon unzuläsfige WahlbeeinfluA gegen den Willen feines Cbefs ausführte. Hier, wo st«-, gesetzlichkelt und Hnbolmäßigkeit die Hand boten, Hb». auch ich, einen solchen Landrath v. Puttkamer setze Knall und Fall ab.(Sehr gut! Große Heiterkeit linrn� für meinen Theil würde nichts dagegen haben, sondern � Freuden begrüßen, wenn ein Nationallibeialer das Minfr übernähme.(Beifall links; Heiterkeit.) � M nister v. Puttkamer: Ich beglückwünsche Herr»% zu der Harmlosigkeit, mit der er behauptete, seine Partei in der dreitägigen Debatte keine Niederlage erlttten.(Lachttm Sehr richtig! links.) In seinen Worten, glaube% er andeuten wollen, ich müßte mich eigentlich noch in wissen inneren Besorgniß befinden, ich hätte eigenjl�ifl Sonnabend nicht die Majorität gehabt. Auf die 3% stütze ich mich in meiner Stellung überhaupt nicht, ick) Kd frieden, wenn ich für die Maßregeln, welche ich vorFl habe, diejenige Mehrheit finde, welche nöthig ist, um('»- setz zu Stande zu bringen. Gerade das lideiale EM'Fv voloirt die Intoleranz gegen Beamte; denn das tarische Regime kann fich eben nur durch Beamte der' Partei hatten. Ein„System" der N chtbefiätigung' nicht: in den meisten Fällen ist die Bettätigang etfo lr Abg. Hobrecht bestreitet eine Differenz z wisch»».> und dem Abg. von Rauckbaupt bezüglich der Auffass»»� PolerranttagS. Der alte Gegensatz von liberal und W j beherrscht die jetzigen parlamentarischen Verhältnisse nW.,? Es hat fich eine dritte Partei, das Zentrum, gebildet, Grg-nsatz von liberal und konservativ negirt. Dies AnR.< des Zentrums hat mich seiner Zeit tief betrübt; denn J blickte in ihm den Wurm, der die gesunde Frucht rV �men übet würde.(Große Heilerkeit im Zentrum) Von diesem St»»- iVSSelt aus habeich es als Fortschrittder Entwickelung angesehen,% r-ien be-ah trum und Freisinn am Sonnabend zusammi rrgingen. Wir'D �~tien. liberalen werden vor dem Gedanken, mit den Konservative»�».» zurückschrecken, so lange uns eine(olarn•* JjSjtUat 1 1 und fc, da» Ii Sah; 4$ t, S» Minister 1 st geg. ....ne I ,3 ergeben Mrischer! C". Die 2 �schreit tetnt für c menzugehen, nie j Parteigruppirung gegenübersteht.(Lebhafter Beifall Nationalliberalen.) j/ Abg. Rickert: Der Minister hat versucht, die|r von der kommunalen Verwaltung auf da« politisaM»» hinüberzuspielen. In der liberalen Aera hatte fick%% Beamte vor der Verfolgung de« Ministeriums etwa zuUr sondern wie Herr Sänger selbst es sagte, es hatte den yr als ob daS Ministerium der verfolgte Theil sei. —".......... 1IW, W Erstaunen ist der Minister wieder auf die Ausweisun�ft»! zurückgekommen. Man hat auch diesmal versucht, eins�i», zu inszeni: en.(Rufe recht«:»»..n t lichen Entrüstungssturm zu rnszenrien.(AUfe rechts:""«t Nitmals habe ich so viele Zustimmungen und Adl3- allen Theilen Deutschlands bekommen(schallendes. � " Material'»'xf rechts), wie diesmal. Auch mit neuem dem Minister dienen. WaS hat er denn in Bezug»"L% Danziger Fall gesagt? Schon damals habe ich nm thettungerr des Ministers über eine achtbare bmlige? zurückgewiesen. Es ist der Fall Gudel. de: fünf Namen. Dieser Mann heißt Simon/ Jakob alias Gudel; der letzte Name ist(einem Vater mit»3�' Genehmigung gegeben worden. Deswegen nun? �. anrüchig und fragwürdig hinzustellen, dazu geh»"* r Dialetiik des Ministers von Puttkamer. Nun<■.{?. Worte zu meinem Nachbar, Herrn Hobrecht' derselbe heut wieder als in engster Liäson mit dem Zenltwit b ir( j ***** 4t**S /-•# tnt ff e»T r*t /*{*«♦*««• fe«**« tMai«-«*«**** r' um uns gewissermaßen zu denunziren, wir trieben �' Lande schädliche Politik. Wer hat denn die Reichskanzler die Wichtigste ist, die neue WiriMj von 1879, gemacht? Die nationalliberale Partei w und Konservalioen im Bunde.(Sehr gut! WWW.............|_ ttnks.)..Äj man uns dem Zentrum in die Arme treiben,«vi», nicht gönnt, daß eS für uns stimmt. Wir wären 14'»® shtre»1. wenn wir nicht, wie Fürst Bismarck, die Stimmen n„ wir sie bekommen. Hat denn Herr /gjiirt» uns je das Opfer des Intellekts verlangt.3� Heiterkeit im Zentrum.) Haben die Natto O, nicht um die Unterstützung des Zentrums S�bett Wahl ihres Kandidaten gegenüber meinem Freund foabfn Si- nickt als(Nea-nl«istuna das KentlUM m .�viizei »s« tei &Än" 1 i Haben Sie nicht als Gegenleistung das Zentrum| verlangt man noch eine Waffenbrüderschaft?(V""ibetif, Nationalliberalen?' MM« blicken, i« teinjultaj» « U m lachst , Minister v. P u t t k a m e r: Wenn der Herr Vorredner JMnrt, die nationalliberale Partei habe während des Wahl- lampfes die deutschfreistnnige schlecht behandelt, dann ist das «toch ein Grad von Harmlosigkeit, wie er naiver hier im hohen «ause noch nicht vorgekommen ist.?ch hatte den zweifelhaften Aenuß, all' diese Ergüsse jener Wahlzeit zu lesen, weil es für N: B:urtheilung der allgemeinen Siruation von Wichtigkeit ist. ich als unparteiischer Tritter mich äußern soll(Lachen i'M, so muß ich sagen, die deutschircistnniqe Partei hatte gegenüber der nationallibcralen alle Ursache, sich hier als Zöllner und nicht als Pharisäer auszuspielen(sehr gut! rechts; Heiterkeit), denn solche Beispiele von politischer Ehrabschneiderei, w>e von der freistnnigen Partei, find mir noch nicht vorgekom- min. Ich verwahre mich entschieden gegen die Methode, wie Hiw Rickert hier die Diskusfion führt. Auch beim Danziger «all bedauerte ich, zu Einzelheiten provozirt zu sein, und nun muß ich wieder zu meinem großen Bedauern sagen, das, was !Jj®on seinen Protegös gesagt hat. ist nicht wahr.(Heiter- nu) Das find ja Minutien. aber Sic werden zugeben, daß V Senöthigt bin, die Sache klar zu leaen Der betreffende Mann hat allerdings inzwischen einen Paß dargebracht auf «w Aamen Nachanowitsch alias Gudel, so lange er diesen Mt beigebracht hatte, hat er fich fünf verschiedener sauren bedient(Hört! Hört! Abgeordneter Rickert Ml„Wo trenn?"), und, was die Hauptsache ist, mir M«in amtlicher Bericht vor, wonach es außer Zweifel ist, M dieser Mann in die Hände der Staatsanwaltschaft fallen >- dieselbe in di: Nothwendigkeit versetzt ist, auf Grund breiten Konkursordnung gegen den Mann einzu- Die Debatte wird geschloffen. I. W i n d t h o r st konstatirt, daß ihm durch Schluß der 7,»•«rinuiouiii(un|iatui, uug ouiw cmiug wti b,, S,le �'e Möglichkeit entzogen sei, auf die Ausführungen Adg. Hodrecht und Rickert zu antworten. n ingen. Z, nübet W, links.) V '..A •rf! P« SA KÄ öckwen»» achtes eeinfluW wo# !N, hikl. lAÜ V 5% (Lachen/ O >t. ich ch vofi ... Persönlich demerkt Abg. Kennemann: Es bat mir fern die BerufStüchtigkeit oder die persönliche Ehrenhastig- 5(8 Herrn Herse anzuzweifeln. Was ick ihm vorgeworfen � war die rücksichtslose Verfolgung des Parteiintereffes. ... S ch üt t: Nicht zum ersten Male find Vorwürfe mich erhoben, wie fie heute Herr Rickert gegen mich vor- nick« /. In Ihrer(links) Presse, die ich grundsätzlich ui»i„(Abg. Richter: Schade!) soll schon zweimal auf N... Äußerungen hingewiesen seien. Ich nehme daher jetzt z>'/affung. dieselben richtig zu stellen. Nicht in öffentlicher W..?lurig, sondern in einer Vertrauensmänneroersammlung dai r� nal liberalen Partei habe ich erklärt, cS sei bekannt, rn Ä!�mstnnige Partei in gewissem Sinne eine republikanische b�l, im Sinne des Konv,rsationslexikon(Heiterkeit). Ich Dyn�Mals geglaubt, daß Sie(linke) bcabfichtigten, die drd s"!' Hohenzollern zu stürzen. Die paar Professoren lv„�eroten, die den Generalstab Ihrer Partei ausmachen, ((.(°j�/u nicht im Stande sein.(Stürmische Heiter- Rickert: Ich will nur feststellen, daß die Er- lauh jut �uaen, welche Herr Schütt seinen Ausführungen gegeben fv,i �och fast schlimmer find, als was ich vorgetragen habe. iCl'' liwuuiuivfc u*» ivu» lUf wviyrnuyvii tyuvv. SjniJst genau dieselbe Sprache, welche die R-ptilienpresse seit gegen unS geführt tat.(Beifall links.) ebenso der Rest des des 4 Uhr. Nächste Sitzung Montag II Uhr.(Etat Ministeriums deö Innern.) Lokale». Daß Belastungsmaterial gegen die berüchtigte Wucher- •"uerin Frau Vogel hat fich in letzter Zeit noch ganz erheb- �ei mehrt. Abgesehen davon, daß fich noch veischiedene «7»rimei tk.%en, meistenS'Offiziere, meldeten i welchen fie die Valuta «"iunen, m ./Akzepte vorenthalten hatte, hat fich nunmehr auch heraus- bi.-'�daß ste noch�großaitigen Heiiathsvermittlungsschwindel �'te't � diestm Gebiet Hai fie ebenfalls viel Unheil ange- : der« m und verschiedene Personen, welche mit ihrer Hilfe reiche Ruen zu finden hofften, gründlich hineingelegt. Die Unter- /ung gegen ihren früheren Verlobten von N. hat bis j-tzt '*4 keine konkrete Handhabe zu seiner strafrechtlichen Verfol- ergeben, weil fich nickt nachweisen ließ, daß er ihr in de- Mrischkl Abficht ihre Opfer aus Ljfizierskreisen zugeführt Ue- Die Militäraerichtsbehörde dürfte daher schwerlich gegen � einschreiten. Er befindet fich auch noch immer auf freiem ilvet,, y es AilstÄI |t Sine kürzlich verstorbene Rentnerin theilte auf dem i/be bette ihren Erben mit, fie habe aus Furcht vor Dieben Su.wtiberzeug im Werthe von etwa 12000 M. auf dem kgl. Mmt für 950 M. versetzt. Nach ihrem Tode machte sich % der Erben auf, die Pfandstücke einzulösen, mußte sich (i �en überzeugen, daß die Verblichene wohl vorstchtig, aber k/Well nicht recht bewandert gewesen war. Sie hatte nie bezahlt und der Schatz war schon vor Jahren versteigert Ü.Ätrrch Erkenutniß de« Bezirk«- Autschusse« vom gr�uar 1886 ist der bisherigen H bamme Raack, Louise, «rtojjte Bogen, auf Grund des§ 53 der Reichs Gewer be- iftz jjj das Piüfungszeugniß entzogen worden; Frau Raack % als Hebamme nicht mehr anzusehen. IW; Von einem traurigen Geschick ist eine hiesige in der Rosenthalerstraße betroffen worden. Nach %(l.btiget Ehe wurde im vorigen Jahre der heiße Wunsch Ieiv>.?wen Gattin erfüllt und die Ehe mit einem Kinde ge- • Vor etwa sechs Wochen begann dasselbe zu kränkeln Z« Ä» ■&ß\ nfall I die liHwa«1 KJAt m !!nb v.ww IVU,» �uvu,v.. wyv*ni» vu,|v.vv q«. zeiftfjir, Ußv�nrb trotz der aufopfernden ärztlichen Pflege und der ü,«i1) wÄ btt /ung der Eltern. Bei der dedauernswerthen Frau hat i:(Wfj des vergötterten Liedlings eine Zerrüttung des & bach.i�ur Folge gehabt, welche eine Ueberführung derselben , machen wird. Am 5. d. M- Vormittags fiel ein Herr 5�7 WUß ver Wagen um uns wuroen vre<;n- b�bunaen„ geschleudert, wobei Bornhagen und sein Kutscher Nft d„.n.n°.m Kopfe, erlitten,"'~' ei- um If während die Tochter unver. fcl"««! üi.»—«>» an demselben Tage Abends der IrWen beim Aufrichten eines am Lstbahnhof ge- H'n Vf."'* behilflich war. glitt er auS, gerieth dabei mit Ä�ichunn„ nnter den Leib des PferdeS und erlitt eine Ü �enW.r,? Knie, so daß er mittelst Droschke nach dem N �richSham gebracht werden mußte..- Am UMWD5M wußte. ».„Gerichts- Zeitung. JiaÄen. in».Änlank gegen den Redakteur deS fort- ti„»'r!1ben. Hronrscker Reutumvsuna>>». ««MWAWS l ».rJv.'""»"-»g tm« tmiawen und erner Beleidigung des Dr. Schönlank. Wegen der ersteren Bkleidizunz wurde Eberhard jedoch st.affrei erklärt, da einer Widerklage desselben stattgegeben wurde, nach wrlcher Dr. Schönlank in einer hier abgehaltenen Versammlung fich beleidigenden Aeußerungen gegen die Redaktion des„Fränk. Kurier" und gegen den volkswirthschaftlichen Kongreß, zu dessen Theilnehmern Dr. Eberhard gehöre, schuldig gemacht habe. In - 4* af-f a..... w.. JfT Jt t......-- Strafen entschädigen, lediglich eine gerechte Forderung zu er- Bezüglich der Kosten zahlt Dr. Schönlank V,,„»nd blicken sei. Dr. Eberhard In Sachen der„Finanzpolitik" wurde Eber. hard wegen Beleidigung auf Grund des§ 186 deS Strafgesetzbuchs zu 50 M. beza». 5 Tagen Gefängniß verurtheilt. Vereine mh Versammlungen« * Der Arbeiter• Beztrksverein„Südost" hielt am Dienstag, den 4. d. M., eine Mitgliederversammlung ab, um zu der Frage„Wie stellt fich der Verein zu den Kommunal- wählen?" Stellung zu nehmen. Vor Eintritt in die TagcS- ordnung theilte noch der Vorfitzende mit, daß der aus Berlin ausgewiesene Klempner Richard Kunow in Weißenfels verstor- ben ist und ehrten die Anwesenden daS Andenken des V-rstor- denen durch Erheben von den Sitzen. Zur Tagesordnung sprachen dann die Herren G. Schulz, Göicki, Werner, Zubeil, Liefländer und Lüttgenau. Sämmtlicke Redner erklärten fich für fernere Betheiligung an den Etadtverordnetenwahlen. Es wurde zu- gegeben, daß in gewissen Bezirken unter den beutigen Verhält- nissen die Ausstellung von Kandidaten unterbleiben könne, daß es andererseits aber mehr wie thöricht sei, wenn die Arbeiter den Gegnern daS Terrain unbestritten überlassen wollten. Fol- gcnde von Herrn Liefländer gestellte Resolution wurde schließ- lich fast einstimmig angenommen:„In Erwägung, daß die Wahlen zur Stadtvertrctung fich wesentlich von denen zum Abgeordnetenhaus« unterscheiden, indem bei ihnen jede Klasse für fich und dirett wählt: in ferner Erwägung, daß, wenn es auch unter dem jetzigen System nickt möglich sein wird, eine volkSthümliche Mehrheit zu erzielen, dennoch aber schon die Anwesenheit auch nur einiger Ver- treter des werkihätigen Volkes im städtischen Parlamente von großem Nutzen ist, indem dadurch neben einer besseren Kontrole der Handlungen und Beschlüsse dieser Körperschaft noch ganz besonders der wirthschaftlichcn und politischen Auf- klärung Bahn gebrochen wird, und in endlicher Erwägung, daß es Pflicht aller aufgeklärten Ardeiter ist, jede Gelegenheit zur weiteren Verbreitung ihrer Ideen zu benutzen, erklärt die heutige Versammlung des Ardeiter-Beziiksvereins„Südost", fich nach wie vor an den Wahlen zur Stad Vertretung mit laller Energie bctheiligen zu wollen." Hierauf nahm Herr 'Berr.dt aus dem Bezirksvirein„Osten" das Wort, um die An- wesenden auf einen Mann aufmerksam zu machen, der sich unter dem falschen Namen„Mahlow" in den BrzirkSveretn„Osten" eingeschlichen habe und ihn(Redner) veranlassen wollte, Be- richte aus der sozialdemokratischen Partei an die Polizei zu liefern. Nachdem alsdann Herr Schulz nochmals alle Theil nehmer an Ver Partie nach Marienfelde ersucht hatte, ihre Adressen beim Vorstand abzugeben und nachdem der Vor- fitzende die eingelaufenen Fragen erledigt hatte, schloß derselbe die Versammlung um II'/« Uhr. Die nächste Vereins-Ver- sammlung findet am Mittwoch, den 17. d. Mts., in der Urania statt. * Arbeiter« Bezirksverein der Oranienburger Vor« stadt und de« Wedding. Montag, den 8. Februar, Abds. >/»9 Uhr, Versammlung im Wedding- Park, Mullerstraße 178. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Boy über:„Die Eni- wicklung der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung seit 1860." 2. Diskusfion. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten.— Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen.— Man hö.t von allen Seiten Klagen über den geringen Lohn und über die schlechte Lage der Arbeiter und doch begreifen es Viele noch nicht, daß Jeder danach zu streben hat, eine Veibesserung herbetzusührcn. Die Mittel dazu find geboten durch die Fachvercine und Arbeiter- Bezirksveretne. Wenn auch obengenannter Verein bedeutende Fortschritte im vergan- genen Jahre gemacht hat, so steht die Mitgliedermhl desselben doch in keinem Vei hältniß zu der großen Masse von Arbeitern, welche in jenen Bezirkenwohnen. Die Arbeiter BezirkSvereine haben es fich zur Aufgabe g> macht, Belehrung und Aufklärung zu schaffen; die wirtbichastlichen wie politischen Mißstände zu beleuchten und Mttel und Wege anzugeben, wie diese Zustände geändert werden können. Ter Betttag, monatlich 20 Pfg., ist ein so geringer, daß er wohl Keinem zu hoch ersche'nen wird. Nur dadurch, daß jeder Einzelne mit Hand ar.'S Werk legt, können bessere Verhältnisse gelchaffen werden. Darum, Ihr Arbeiter und Handwerker der Oranienburger Vorstadt und des Wed- ding, die ihr dem Verein biS jetzt noch fern gestanden habt, erscheint morgen Abend zur Versammlung; werdet Mitglieder und helft eine Verbesserung der Verhältnisse berdeizuführen. — Der Vorstand deS Arbeiter- Bezirksveretns der Oranienburger Vorstadt und deS Wedding. * Aufruf! Unterzeichneter ersucht die Vorstände der Fach vereine und Kommisfionen der Arbeiter aller Bau-Branchen, desgleichen alle Arbeiter deS BaugewerkS am Sonntag, den 14. Februar, keine Versammlung einzuberufen, indem wieder eine allgemeine Versammlung der sämmtlichen Arbeiter der Bauge- werbe einberufen werden soll. Zu dieser Versammlung ist eines der größten Lokale Berlins in Ausficht genommen und wird dasselbe in der Dienstag- Nummer deS„Berliner Volksblatt" publizlit werden. Die Tagesordnung soll auf Antrag der Versammlung vom 31. Januar lauten: 1. Regelung der Streiks. 2. Wahl einer Kommisston. Unterzeichneter bittet, dies in weitesten Kreisen bekannt zu machen. Die E nladung zu dieser Versammlung wird noch besonders am Freitag durch eine größere Annonze und am Sonnabend durch Plakate an den Anschlagsäulen erfolgen. Arnold Frlgge, Tiichler, Fürsten» bergerstr. No. 11. * An die Mitglieder de« Arbeiter-Bezirksvereiu« der Friedrichstadt, sowie an sämmtltche in diesem Stadttheil wohnenden Arbeiter! Schon bei der Begründung deS Vereins halten wir mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen(ich erinnere hier an die in der„Flora" stattgefundene Versammlung, in welcher uns sogar von Gesinnungsgenossen Opposition gemacht wurde) und leider müssen wir konftatiren, daß wir auch jetzt noch große Hindernisse zu überwinden haben. Wir wollen uns dadurch nicht abhalten lassen, weiter zu wirken, vergessen aber wir die Vergangenheit und wirken vereint dahin, daß die zum Dienstag, den 9 Februar. Abends 8'/, Uhr, in Ntefts Salon, Kommandantenstraße 71—72, stattfindende Versammlung recht zahlreich besucht werde, damit neues Leben in unseren Verein einziehen kann. Ueberall find die Arbeiter thätig, nur in der Friedrichstadt fehlt eS an der Eneraie. welche nöthia ist, wenn etwaS erreicht werden soll Darum muß jedeS Mitglied auf dem Posten sein und SÄÄM S AÄS ÄÄSr• msmssmsm Tages Ordnung:„Branntwein. Monopol". Referent: Herr R-ichstagsabgeordneter Frohme. Herr Reichstagsabgeordneter Lohren ist persönlich eingeladen. * Arbeiter« Bezirksverein für den Westen Berlin«. Montag, den 8. Februar, Abends 3'/, Uhr, Versammlung in Gründer'« Salon, Schweiinstraße 26. Tagesordnung: 1. Vortrag des Reichstag«- Abgeordneten Herrn Kräcker über: „Arbeiterbewegung und Frauen-Emanzipation". 2. Wahl von Vertrauensmännern. 3. Verschiedenes und Fragckasten.— Die Vereinsbibliothek befindet fich von jetzt ab im„Restaurant Schmarr", Blummthalstr. 5. Dieselbe ist wiederum bedeutend vergrößert worden und werden die Mitglieder ersucht, dieselbe recht zahlreich zu benutzen, namentlich diejenigen, welche dem Verein erst jetzt beigetreten und der Ardeiterbewegung bisher noch ferngestanden haben. Die Ausgabe resp. der Umtausch der Bücher findet daselbst jeden Sonntag von 10—12 Uhr Vormittags statt. * Unterstützungsverein deutscher Schuhmacher. Ver» sammlung Montag, den 8. Febr., AbendS 8'/- Uhr, in Roth« acker'S Saal, Belle- Alliancestr. 5. Tagesordnung: Zweck und Ziel der Gewerkschaftsbewegung. Referent: Herr Michelsen. * Gauveretn Berliner Bildhauer. Dienstag, den 9. Februar: Dramatische Vorstellung auS Schillei's„Räuber. * Freie Vereinigung der Graveure, Ziseleure u. Montag, den 8. Februar, Abends 8'/, Uhr, Annenstraße 16: Außer» dcntliche Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Ge» schäftliches. 2. Revifion der Statuten. 3. Verschiedenes. ♦ Berliner Stuckateur-Verein. Montag, d.-n 8. d. M, Versammlung im Nüst" Lokal, Kommandantenstraße 71—72, Rechenschafts- Bericht. * General-Versammlung sämmtlicher Klavier«, Me- chanik-«nd Klaviaturarbetter am Sonntag, dm 7. d. M, Vormittags IOVj Uhr, in G atweil's Bierhallen, Komman- dantenstr. 77/79(untere Säle). Tagesordnung: 1. Die moderne Produktionsweise und die Lage unserer Industrie. Referent: Herr Reichstagsabgeordneler Meister. 2. Oeffentliche Abrechnung des Streiks bei Kiingmann u. Ko. * Zentralkranken- und Begräbnißkaffe für Franen und Mädchen in Deutschland(E. H. Offenbach a. M)Sonn- tag, den 7. Februar, Hauptversammlung in Gratweil'S Bier- hallen, Kommandantenstraße 77—79. Wahl der Delegirten zur Generalversammlung und Verschiedenes. * Große öffentliche Versammlung der Tischlergeselle« Berlin« am Sonntag, den 7. d. M, Vormittags 10'/, Uhr, in Kellei's Lokal, Andreasstr. 21. T.-O.: 1. Die Lohnfrage; Zweck und Zrele der Fachkommission. Referent: Herr W.Schmitz. 2. Diskusfion. 3. Verschiedenes. * General-Versammlung der Zimmerleute Berlins und Umgegend Sonntag, den 7. d. M., Vormittags präz. 10 Uhr, im Konzerihause„Sanssouci", Kottbuserstr. 4». Tagesordnung: 1. Tie Nothwendigkeit des Ärbeiterschutzes. 2. Abrechnung des Generalfonds. 3. Verschiedenes. Zentral-Kranken- und Sterbekasse der Tischler. (Oeril'che Verwaltungsstelle Berlin A.) Montag, den 8. Febr., AbenbS 8 Uhr, in Wohlhaupl'S Lokal, Manteuffelstr. 9, Mit« glieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Rechnungslegung vom 4. Quartal. 2, Wahl eines Krankenkontroleurs. Mitglieds« buch legittmirt. * Gewerkschaft der Metallarbeiter Berlins und Um- geaend. Mitglieder-Veesammlung Sonntag, den 7. Februar 1886, Vormittags 10'/, Uhr, im Weddina Park, Müller« straße 178. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Christensen. 2. Diskusston. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten.— Gäste hoben Zutritt.— Neue Mitglieder werden aufgenommen. * Verein der Parquettbodenleger Montag, den 8. Februar. Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Pieper, Mauerstr.86, Versammlung. Tagesordnung: 1. Vierteljahres« Abrechnung. Verschiedenes. 3. Fragekasten.— Montag, dm 15. Februar, Wiener Masken- Ball in«Busse'S Salon", Gr. Fe. Fcankfurterstr. 87. * Aachverein der Luxu«- Papier-Präger«nd Papier« Schläger. Montag, den 8. d. M., Abends 8 Uhr, in Seeseld'S Lokal, Grenadierstr. 33 V rsammlung. Mitgliedshücher werden ausgegeben. Gäste haben Zutritt. * Männergesangveretn„Schneeglöckchen" jeden Mon» tag Abend im Restaurant Naunyistraße 78. * Zitherklub„Amphion". Jeden Montag Abend U-bunzS« stunde im„Kurfürstenkeller"» Poststraße 5. Gäste willkommen. Kleine Mittheilnngen. Graudenz, 4. Februar. In dem Briefkasten des hiestgen Geri»tSgebäudes fand man vor einigen Tagen in der Zeit von 9— 10'/, Uhr ein Päckchen mit 20 Gramm Pulverinhalt, an dem ein Zündschwamm befestigt war. Glücklicher Weise ist der Zündsckwamm, der brennend mit dem Pulverpäckchen in den Briefkasten gelegt war, durch Zufall in seiner Gluth erstickt und somit Unglück verhütet wordm. Kriefkaste« der Redaktion. R. Brandt. Ihren Gewerbebetrieb müssen Sie selbstver- ständl'ch polizeilich anmelden. Zur Zahlung von Gewerbesteuer find Sie dagegen nicht verpflichtet, falls Sie nur auf Bestellung arbeiten und nicht mehr als einen Gesellen und einen Lehr- ling halten. W. H. Da Ihre Thätigkeit eine wesentlich kaufmännische ist, gelten Sie als Handlungsgehilfe und haben auf sechswöchent» liehe Kündigung Anspruch. Daß Sie nicht gelernter Kaufmann find und Ihr Gehalt wöchentlich erhalten, macht hierbei keinen Unterschied. Im Falle Ihrer plötzlichen Entlassung können Sie Ihren Chef auf Schadenersatz verklagen. N. Grün-r Weg. Wir haben dem Berichterstatter Ihr Schreiben übermittelt. E. L. in Burg. 1. In dieser Session. 2. Als Adresse genügt: Heren Reichstagsavgeordneten N. N. in Berlin W., Deutscher Reichstag. H. S. Bürgel. Wir können Ihnen die Adresse deS Vorfitzenden des hiesigen FachvereinS der Töpfer nicht mit- theilen, da uns dieselbe trotz unserer diesbezüglichen Auf- forderung im Briefkasten der Nr. 25 unseres Blattes nicht ein« gesandt wurde. Pücklerst-'. Wenn die Frau nicht der Erbschaft ihres verstorbenen Mannes entsagt hat, so ist fie an den MiethS- kontrakt ihres Mannes gebunden ein halheS Jahr lang vom Ablauf desjenigen Quartals ad, in welchem der Mann ge» starben ist. Starb also der Mann im Januar oder Februar, so dauert ihre Verpflichtung bis zum 30. September, falls nicht in dem Mielhskonttakle ekne kürzere FriN vereinbart ist. Wenn die Frau dagegen der Eibschaft entsagt, so ist fie an den Kon- trakt nicht gebunden, falls fie den letzteren nicht etwa mit unterschrieben hat. S. Hallesche« Thor. 1. Wenn Ihr Arbeitgeber se-nen Kunden weniger Holz liefert, als er ihnen berechnet, so macht _ mjt«**,» �--» er fich dabei möglicherweise eines Betruges schuldig; Sie kön» -"■"' Der Miethskontrakt nen aber daraus leine Rechte Herletten. & Tl! mit» tag: Treu dem Herrn Schauspiel in 4 Akten von Richard Boß. Deutsches Thearer. Die Lorelei. Trauer spiel in 5 Aufzügen von A. L'Arronge.— Montag: Nathan der Weise. WaKner-Theater. Sammet und Seide, Lust. flrfel in 4 Akten von Oskar Blummthal. Montag: Dieselbe Vorstellung. Hefide«'- Theater Denise, Schauspiel in 4 Akten von A. DumaS(Sohn).— Montag: Dieselbe Vorstellung. Belle-Alltauce-Theater. Orpheus in der Unterwelt. Burleske Oper in 4 Bildern von Offenbach.— Montag: Dieselbe Vor. stellung. iedrich» WilhelmftädtischeS Theater. Der Zigeunerbaron, von Joh. Strauß.— Montag: Dieselbe Vorstellung. Walhalla» Theater. Don Cekar, Operette in 3 Akten von O. Walther. Mufik von Rud. Dellinger.— Montag: Gilette von Nar. banne. AantseustädtischeS Theater Gastspiel des Direktors Ch. Arbr6, sowie des kaiserlichen Original-Japanesen Torikatta. Zum 6. Male; Abracadadra.— Montag; Dieselbe Vor. stellung. leutral-Theater. Der Stabs> Trompeter.— Montag: Dieselbe Vorstellung. WUtoria- Theater. Däumling.— Montag: Dieselbe Vorstellung. vfteud>> Theater Das Laos der Armen.— Montag: Tieselbe Vorstellung. Nmeriean» Theater. Große Spezialitäten- Vorstellung. Theater der ReichShallen. Große Speziali- täten- Vorstellung. Azufmann'S Variete. Große Spezialitäten- Vorstellung. ttoukordia. Große Spezialitäten-Vorstellung. Alhambra-Theater. Wallnertheaterstraße 15. Zum 1. Male: Die Brandstifter. Schauspiel mit Gesang in 6 Abtheilungen nach dem Franzöfischen des d'Ardenne von H. Sebald. Vor der Vorstellung: Er. KouM der Hauskapelle. Anfang de? Konzerts Wochentag? 7 Uhr, der Vorsteliunc, 7'/« Uhr. Anfang des Konzerts Sonntag« 6 Uhr, der Vorstellung 7'/» Uhr. DonS haben Wochentag» Gilttgleit und find im Theaterbureau(12—1 Uhr) gratis zu haben. »fe.... Passage 1 Treppe. 9 II. Morg. bil 10 U. Ad. Kaiser-Panorama. Zum ersten Male: Das südliche Frankreich. Eine Wanderung durch Hol- land. Hertha- Reise. Karolinen- J Infein jc. iir.c Reis« 20 Pf., Kinder nur 0 Pf. Abonnements._ Ö. Richter's Restaurant, empfiehlt der geehrte/ I�chdarschast seine Lokalitäten zum geneigten Besuch. Sonntags und Mittwochs Frei Konzert. Ausschank von Weiß- und Batrisch Bier, Speisen a la carte zu billigen Preisen. Zu gleicher Zeit empfehle ich meinen Saal den geehrten Vereinen zur Abhaltung von Fest- Itchkeiten, Versammlungen u. s. w. Vereins- »immer mit und ohne Pianino, zu 26—30 Personen, geeignet für Rauchklubs oder Gesangver- eine, 6'/» Meter hoch. Um geneigten Zuspruch bittet 490 _ Achtungsvoll Georg Kichter. Bdmiralstr. 38 0. Sodtke. Admiralstr. 38 Kräftige Bouillon von 10 Uhr ab a 16 Pf. Mittagstisch(Hausmannskost) a 50 Pf. mit Bier. Abendtisch nach Belieben. 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Elegamie Masken. Garderobe Fr. Panknin, Orantenstr. 178, v. IL Ecke Adaldertstr. Verein zur Wahrung der In tereffen der Tischler. Montag, den 8. Februar, Abends 8Vi Uhr, Veraammlmif? zlaunyustr. 44. Tages. Ordnung: 1. Stellungnahme gegen die Petition des deutschen Tischler-Jnnungs-Bundes unter Lei- tung des Herrn Brandes. 2. Verschiedenes. Am 13. Februar feiert der Verein seinen diesjährigen Maskenball im Lokale des Herrn Reno, Naunynstraße 27. Billets a 5o und 25 Pf. find zu haben bei Herrn Lackur, Oranien- traße 203, Stiegelmeier, Gitschinerstraße Nr. 93, Lerche, Muchtstr. 35.[639 Zilezirksver. d. werkly. Walkes der Schönhauser Worstadt. Dienstag, den 9. d. M, Abends 8'/, Uhr, Versammlung preuslane» Allee 193, Ecke Danzigerstr. Tagesordnung: 1. Die Berliner Frauenbewegung. Referent: ReichStagsabgeordneter Hr. Kräcker. 2. Stellung des Vereins zu den Stadtverordnerenwahlen. 3. Verschiedenes und Fragekasten.— Gäste willkommm. Neue Mit- gliever werden aufgenommen._ 654 Unterstützungsoereiu deutscher Tabakarbeiter. Dienstag, den 9. Februar, Abends 8 Uhr, Versammlung in Krefeld'» Kalo«, Grenadierstraße Nr. 33. Tages-Ordnung: 1 Abrechnung pro 4. Quartal. 2. Bericht deS Vorstandes über die gefaßten Beschlüsse der letzten Mitglieder- Versammlung. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Er- cheinen ersuchi 636 Der Vorstand. Ordentl. Generalversammlung der Kraikea. nl Kegrilbuizkaffe der Sold- schmiede osd Keuftgewsse»(& K. 12) am Montag, den 15. d. M., Abends 8 Uhr, Niest» Kalo«, Kommandantenstr. 71—72 Tagesordnung' 1. Rechenschaftsbericht. 2. Eithetlung der Decharge. 3. Neuwahl deS Gc- sammtoorstandes. 4. Verschiedenes.— Das Kaffenbuch dient als Legitimation. Um zahl- reiches Erscheinen ersucht 641 Der Vorstand. in Arbeiter-Aezirksverem„Vuverzagt" im 5. Wahlkreis. Dienstag, den 9. d. M., Abends 3'/, Uhr, Versammlung im Lokale d. Herrn Iaeodi, Landsbergerstr. 82. Tag eSordnung: l. Vortrag des Herrn Prcd. ewsr. Kerdziora. Diskusston. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten. Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder. 650 D t r Borstand. verein)nr Wahrung d. Interessen der Tapezirer. den 8. Februar, AdendS 8V2 Uhr, "ammluug Gratmeil's Kierhallen, Kommandanten- Straße 77—79. Ta gesordnung: 1. Vortrag des Reichstagsabgeordneten Herrn Frohme. 2. Vereinsangelegenheiten.— Auch müffen alle biS jetzt noch nicht eingelaufenen Formulare der BemfSstatistik bis spätestens Montag Abend abgeliefert sein. 649 Monta in Arbeiter- Lezirks. Verein der Rosenthaler Vorstadt. Den Mitgliedern die Mtttheilung, daß die nächste Vcreinsversammlung am Montag, den 15. Februar, stattfindet. Die Versammlung am 8. Februar fällt wegen Lokalschwierigkeitm aus. /achntttw der Tischler. Montag, den 8. d. Mts., Abends 8'/, Uhr, General-Versammlung in Jorda«'« Kalo«, Neue Grünstr. 28. Tagesordnung: 1. Antrag Vogt. 2. Antrag Clemann. 3. Wichtige Vereinsanaelegenheiten. 4. Ver- schieden S und Fragekasten. Ouittungibuch legitimirt. Neue Mttglieder werden aufgenommen. 643 Der Vorstand. WWWWI Staatlich concessionirte Deutsche Kunstgewerbe- Lotterie. Ziehung in Berlin am 24., 25., 26. Februar 1886. _ 5000 Gewinne im Gefammtwerrhe von W«s see Mark. Loose ä 1 Mark BteÄÄt'n ». Schumacher, Berlin C., Königstr. 14a. Wiederverkäufer erhalte« beste Kediugunge«. Ausstellung der Gewinne Leipzigerftr. 107, Hof pari. August Herold Berlin SO., 113 Skalitzerstrasse 113. stöbel-, Spiegel- u. Polsterw.-Magazm.I Eigene Fabrik. Solide Preise, Prompte Bedienung. 490 Freireligiöse Gemeinde. Vorm. 10 Uhr, Rosenthalerstr. 38, Vortrag des Heirn Schäfer:„Herder's religiöse Prin« zipien", und AbendS 8 Uhr daselbst Herr Ba-.- telS über:„Land und Leute in Tyrol".>644 Aoh-Habak. Größte Auswahl sämmtlicher in- und auSländi scher Sorten, sowie guten[516 Samatra-Scliiifttl; zu billigsten Preisen Vruuuenstraßc 1411142, Heinrich Franck. 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