dcnm jlr. 34 Am-rik» tum für> UäiStl' W. eine# Mittwoch» de« 10. Februar 1880. IN. Jahrg. 13 120 109 611 16070 21343 22350 6 073 10138 8612 11409 4433 tf offen«| Dampfet«1' T'-aM l m in M ! ßapita"' Matrose« anischut�l SerliimVoUiSblM Krgsn für die Interessen der Arbeiter. 4 Da«„Berliner VolkSblatt" fftchemt täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei 4»D*2uä vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Marl, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement 'Watt. Einzelne Nummer 5 �~~----- Ti' ingetragen in der�istz . 1,35.... Sonntags- Nummer mit illustrirter Beilage 10 Mmgspreisliste für 1886 unter Nr. 769.) Pfg. beträgt für die 4 gespaltete Bei größeren Aufträgen hoher Nachmittags in der nsertionsgebühr etitzeile oder deren Raum 40 Pfg. Arbeitsmarkt 10 Pfennig Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uh. Spedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen« Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Keuthstraße 2.— Crpedition: Zimmerstraße 44. Jß Ursen des llntmrljinmpinnts" das Thema, welches den„Verein für Volks» Hb«!?u Leipzig an einem seiner letzten DiskussionS- beschäftigte. Ein Zeitungsbericht fsgt darüber: lick �esen deS Unternehmergewinnes, welcher »ich?, Lohn für eine besonders geartete, Faselten mitgroßerVerantwortung und 'de», n! verbundene Arbeit darstellt, fand nj.r'/ hingehende Besprechung; eS wurde darauf hinge- »iklin' � man bei Beurtheilung der Höhe deffelben die karf..�glückten Unternehmungen nicht außer Acht lassen wenn in einem Geschäftszweige der Gewinn dafür i doch ist, die Konkurrenz in der Regel bald decken 0t�' au? das gewöhnliche Maß herabzu- �ir daS lasen, haben wir kaum unseren Augen z» DaS„Wesen des Unternehmergewinnes" s o 0«. blich. in Gt» % der jf t Be-b« :r best» ob un> ibige, nfleii«- > beßCU cn stcu-Ä immten »enn Sd .Lo.�ln, in der behaupteten Absicht, damit daS »»t,;,-' 8 fcohl" zu fördern, daS zeigt von einer geradezu kt*&.nin Gedankenlosigkeit, von einer totalen Unkenntniß (Kl g,"" vyronnicnioitgieti, von einer roxaien uniennrniy '"«ii•*'®'e*bei nur solchen Leuten eigen sein IfL' Ie"n blöden papageiartigen Nachplappern der »owi,. schiefen und falschen Lehrsätze der Bourgeois-! den höchsten Grad"....... ['ea W ver- Lehrsätze der Bourgeois-Oeko- volkswirthschaftlicher Bildung" ....? Hxn Schulze-Delitzsch vor 25 Jahren »,/ ,°uf alle diese Lehrsätze schwörend und dieselben Wt»"er Art„weiter entwickelnd", die kuriose Weisheit bsx.:„Das Kapital sei in allen Fällen dai unmittel- Ziy, �Sebniß des Sparens; eS entstehe nur, wenn k,J,d nicht seinen ganzen Arbeits»Ertrag zu un- i„,"'ven Ausgaben verwende, sondern einen Theil davon Lh i*0*"~ io war da» in Rücksicht auf den Um- bd' daß die national- ökonomische Wissenschaft damals Sßn, noch in den Kinderschuhen steckte, zu verzeihen. Jini nber heute, nachdem diese Wissenschaft— in erster ' Dank dem Wirken LassalleS— so bedeutende Leitung gefunden hat. Jemand al» Frucht seiner na- �»ökonomischen„Studien" die Behauptung aufstellt: j �SBefen des Unternehmergewinnei stellt sich als >J.N für besonders geartete Arbeit dar,"— so »„�nte er, öffentlich der Lächerlichkeit preisgegeben zu � 1$°* ganze Geheimniß der Produktivität des Kapitals d damit auch das Geheimniß des WesenS des iio J.* Nehmergewinns— erklärt sich nämlich ein- d(i, allein auS der Unproduktivität der Ar- v den Arbeiter selbst. DaS Kapital und ü-Ä lehrer' '0 unte' H. 5. lofftUWfffl hsberg- W 2?�dere der als„Ünternehmergewinn" bezeichnete Theil Ieuillvton- k Tochter des Kankrotteurs. �«r Zji Satte keine Zeit mehr, den Schlüssel herauszuziehen &n fc,7 nur einen Riegel vor die Pforte zu schieben. 'Ion, waten ja Leute, Roman aus der Gegenwart von Gustav Lössel. . 5it"te sich gewiß nicht heranwagen! '' Sa■ 0U Kollegium an den hohen Reichstag die ergebenste Bitte, die Spiritus-Monopol-Vorlage abzulehnen." Unter Berufung auf§ 83 der rheinischen Städleordnung hat nun die Regierung zu Köln verfügt, daß dieser Beschluß der Stadtverordneten vorläufig zu deanstanden sei.— Der § 83 giebt der Regierung das Recht, dann einzuschreiten, wenn die Sadtvertretung ihre Befugnisse überschreitet, wenn ste Be- schlüffe faßt, welche gesetz- oder rechtswidrig find oder das Staatswohl verletzen. In wieweit der vorstehende Beschluß mit diesen Besttmmungen kollidiren sollte, ist nicht erfichtlich. Dieser Fall ist analog jenem, der seiner Zeit tn der Berliner Stadtvertretung so viel Staub aufwirbelte, wir meinen den Anttag Singer, welcher die Etadtväter aufforderte, fich zu Gunsten einer gerechteren Eintheilung der Berliner Wahlkreise auszusprechen. Der Anttag fand durch das Verhalten der Berliner Stadtvätcr damals ein recht unrühmliche« Ende und ein ähnliche» dürste auch dem obigen Beschlüsse au» gleichen Gründen beschieden sein. Ueber da» Gebahren de»„schwarzen" Erenter schreibt die„Germania":„Don Cristobal Cremer wird, scheint eS, all- mälig von den Berlinern als die lustige Person der sogen. „Berliner Bewegung" erkannt. Am Freitag Abend tagten Berliner Gouvernementale in der Tonhalle, um fich darüber zu entrüsten, daß ste weder im Lande noch in Berlin zur Majo« rität gelangen können, um die„Reicksfeinde" und Potenfreunde mit Erfolg bekämpfen zu können. In der„Post" finden wir darüber einen Bericht, rn welchem wir lesen: Nachdem Rechtsanwalt Stein die Verhandlungen mit einem Hoch auf Se. Majestät den Kaiser eröffnet hatte, ergriff zunächst der Abg. Cremer das Wort zur Besprechung der Polendebatte. Der Redner gab seiner Entrüstung Ausdruck über da» Ver- halten der Minorität dem Fürsten Bismarck gegenüber.„Wenn ich nicht Abgeordneter gewesen, der Himmel weiß, waS ge- schehen.(Heiterkeit.) WaS Bismarck für Deutschland gethan hat, da» steht so groß da, daß. wenn man fich nicht selbst inS Geficht spucken will, man den Mann nicht mehr anzischen darf. (Beifall.) Man hat Bismarck in der That ausgezischt(Zuruf: „Pfui, Juden!"), aber daS wird anders werden, dafür sorgt unsere Jugend.(Beifall.) Man beachte, daß die Versammlung in Heiterkeit ausbrach, als Herr Cremer so fürchterlich drohend und im höchsten Pa- thoS rief:„Wenn ich nicht Abgeordneter gewesen, der Himmel weiß, was geschehen."„DaS läßt tief blicken", würde Herr Sador sagen, in der That so tief, daß man über die anderen speichelleckerischen Sätze des Herrn Cremer absolut kein Wort zu verlieren braucht." Eine Ausweisung au» Rußland. Die„Danziger Ztg." schreibt: Daß da« Vorgehen der preußischen Regieiung auch in Rußland Nachahmung findet, zeigt folgender, hier soeben be- kannt gewordene Fall, bei deffen Schilderung wir allerdings auf die von dem Betroffenen selbst gemachten Angaben ange- wiesen find, deren Richtigkeit also vorausgesetzt werden muß. Der Zimmergeselle Johannes Haast verließ im Jahre 1860 seinen Heimathsort Günterrode in Sachsen und wanderte nach Rußland aus, woselbst er fich nach einer dreimonatlichen Wan- derzeit bei Novertzerkaski im südlichen Rußland anfiedclte und mit einer Russin verheirathete. Bei seiner Ver- heirathung erwarb er eine Windmühle nebst Wohn- hau» und lebte dort 25 Jahre glücklich und zufrieden mit seiner Familie. Ende des Jahres 1885 erhielt er ohne jeden Grund von der russtschen Regierung die Aufforde- rung, binnen 24 Stunden den Ort zu verlassen. Bei dieser kurzen Frist war er gezwungen, seiner Familie sein mühsam erworbenes Eigenthum zu übergeben. Nach Ablauf der AuS- weisungsfrist wurde er ohne Weiteres eingesperrt und wie ein Verbrecher nach der Grenze ttansportirt. Bei seiner Verhaftung wurde ihm von der russtschen Polizei sein Reisegeld von 5 Rubeln mit dem Bemerken abgenommen, daß ihm daffelbe an der Grenz« wieder ausgehändigt würde. An der Grenze ange- kommen, wurde ihm jedoch da» Geld nichr eingehändigt. Auf preußischem Gebiete war er nun gezwungen, die Armenpflege in Anspruch zu nehmen. Durch Unterstützungen von einigen Ge- meindm und Privatleuten ist es ihm gelungen, am 4. d. Mti, Danzig zu erreichen, wo er in der Herberge zur Heimath freies Logis erhielt. Von hier auS will er nun nach seinem früheren HeimathSotte Günterrode in Sachsen zu gelangen suchen. Au« Sachsen. 7. Februar, schreibt man der„Voss. Ztg.": Bei der Berathung des Etats der Landessttafanstalten im sächfischen Landlage hat der sozialdemokratische Abgeordnete Geyer Gelegenheit genommen, fich über die ihm zu Theil mir lieber die Hand zur raschesten Erledigung dieser sehr peinlichen Angelegenheit; um so eher werden Sie un» lo» und wieder Herr in ihrem Hause!' Diese Aussicht stimmte die Baronin um. Sie winkte dem Kastellan befehlend zu. Derselbe verließ mit dem Beamten Möller zusammen das Zimmer. „Gollnow, nehmen Sie ein Verzeichniß de» Dienst- personal» auf, sagte Romberg zu dem anderen Beamten und dann trat er rasch zu den Damen, angeblich, um sich wegen seine« energischen Vorgehen» noch weiter zu entschul- digen, in Wahrheit aber, um Jene an jeder vertraulichen Mittheilung zu verhindern. Seine Höflichkeiten blieben unerwidert. Gollnow reichte ihm da» angefertigte Verzeichniß. Er sah e» flüchtig durch und nickte befriedigt. „Führen Sie die Leute nach de« Dienerzimmer," sagte er dann.„Niemand darf es, bi« er aufgerufen wird, verlassen." Der Beamte verließ mit dem Personal da» Zimmer. Romberg und die beiden Damen blieben allein. „Und nun, mein Herr," wandte sich jetzt die Baronin an den letzteren,„auf eine offene Frage eine ebenso offene Antwort! Wen und wa» suchen Sie?" Der Gefragte zuckte die Achseln. „Wenn Sie da» nicht wissen," sagte er mit einem Seitenblick auf Erna, die in einen Sessel gesunken war, „dann werden Sie mich auch nicht verstehen, wenn ich e» Ihnen sage. Ich habe aber allen Grunv, anzunehmen, daß Sie meine Mission ganz genau kennen, und daß Ihre Ueberraschung bei unserem Eindringen hier nicht ganz— natürlich war. Sie verzeihen da» harte Wort!" (Fortsetzung folgt.) Ans Kunst nnd Zeven. Walhalla- Theater. Die humoristische Revue„Da» lachende Benin" von Ed. Jacobson und H. Willen, welche im Laufe dieser Woche im Walhalla-Theater in Szene geht, bietet gewordene Behandlung im Zwickauer Gefäncnisse zu ren. Obwohl er wegen eine» politischen Vergehens worden sei, bade man ihn in der ersten Nacht in einer rimSzelle mit zwei gemeinen Verbrechern zusammengei Am nächsten Morgen habe er stch'cheeren und baden l- müssen, und alsdann sei er dem Gesängnißdirettor d K vorgeführt worden, der ihn in einer Weise behandelt ganz im Widerspruch stehe mit dem Rufe, den jener M wegen seiner Humanität genieße. Anschließend an diese verlangte der Abgeordnete Geyer die Aufhebung der 81% und die Einrichtung einer besonderen Äbtheilung für r«® Verbrecher und solche, die nur wegen geringer Vergeh«. sttast worden sei-n. Die Erwiderung des Ministers von M Wallwitz beschränkte fich auf die Bemerkung, daß auch W" Gefangene kein Anrecht darauf hätten, ander« dehanden werden, als e» die HauSordnung vorschreibe; sollte das«I- nicht geschehen fein, so stehe dem Abgeordneten Geyer st der Beschwerdeweg offen. Eine Petition zahlreicher Gel vereine und Innungen wegen Beseitigung rcsp. Verringn des Gewerbebetriebes in den Strafanstalten, ließ tnan■ längerer Debatte auf fich beruhen. Ein Anttag, diese der Regieiung zur Kenntnißnahme zu überweisen, wurde F 30 Stimmen abgelehnt. Frankreich. �.. Der Amnestieantraa wird in der Presse und in Ve« lungen auf« lebhafteste kommentirt. Währmd die oopon� schen und konservativen Organe ihre Freude über die sung desselben ausdrücken, überhäufen die radikalen Blinf' Ministerium mit Vorwürfen strengster Art. Sogar das W des Ministers Lockroy, der„Rappel", ist von dem Erfolgs unzufrieden, denn er schreibt:„Wir find dem Pstn'M nicht feindlich, können aber seinen Sieg nicht verherrlicht. konnte einen besseren erringen. Wenn es die Amnip'� bekämpft, sondern vertheidigt hätte, so hätte es Stimmen des linken Zentrums verloren, aber die der oiip Linken gewonnen. Es hätte eine arößere Mehrheit ß#'., sein Sieg wäre der der Menschlichkeit und Großmuth Der erste Redner in der Kammer über den Amnefl war Clovi» Hugues. Derselbe drückte sein E darüber aus, daß die Regierung die Amnestie b«%| wolle. Die Rrpublik sei nicht bedroht; anM«i man fich ihrer entledige, werde fie fich vielk»', Thronbewerber entledigen. Die Republikaner sollten einer Frage der Menschlichkeit und Gerechtigkeit einig Wkl Erneuerung der Gewalt des Präsidenten der RepM> einen herrlichen Anlaß für eine Amnestie geboten,»y 1 armen Leute, die in den Kerkern schmachteten, seien die schrecklichen Leiden, die sie z. B. in dm Bergwerks�! detm, zum Aufstand getrieben worden. Bevor man% die Vorgänge von Decazeoille berufe und über fie K/s im----- Arbeits.� „.. berufe müsse man fich fragen, was jene unglücklichen ...„.._ WlOMPgW hätten, bevor fie jenes Verbrechen beginam. Habe mand das Recht, den Lobn unter daS Maß deS zur Nothwendigen herabzudrücken? Steckten nicht vielle Sache Agenten, die im Einvernehmen mit der Polizei gehandelt hättm? In Montceau-leS-Mines artiges bewiesen. Cydoct sei nur wegen Preßvergtss, urtheilt. Die Schriftstellerei befasse stch aber heutzr" dem Elend und beweise, daß es wirklich vorhanden der Frage der Wahlvergehen bestehe kein Bündniß z®'ffi äußersten Linken und der Rechten. Zwei feindliche könnten in einer Frage zusammenstimmen unter der Frankreichs. Die Amnestie der Araber endlich sei von des rälen, die den Aufstand niederschlugen, versprochen, � aber noch nicht gehalten worden. Abg. Sabatier eine Amnestie der Araber würde in Algerien dosts f machen. Herr Rochefort hätte für ihre Begnadigusss� öffentlich und auf der Tribüne, sondern privatim wirke»,. Berichterstatter Monis erklärte, man müsse der WL es überlassen, den paffenden Zeitpunkt für eine bestimmen, da ste allein für die Aufrechthaltung der& J verantwortlich sei. Es sei Niemand vorhanden, den% nesttren könne. Rochefort ging auf die VerurthessJ™ Bergleute von Montceau- le»> Mine» zurück, die vur» ü dezahlten Polizeiagenten, Brenin, aufgereizt wo'* Bemdard Lavergne bekämpfte die Amnestie. minister de Freycinet antwortete, die Regierung durch die von ihr vorgenommenen Begnadigungen � daß fie zur Milde geneigt sei. Noch weitere Gnaden®' den folgen; zu einem Amnrstiegesetz liege jedoch lew vor, da ein solches nur wenigen Vermtheilten zu men könnte. Die Untersuchungen von Wahlvergehen meist noch; im Voraus begnadigen, ehe noch der SK'®« Urtheil getällt habe, hieße der Gerechtigkeit tn den und ihr Schweigen auferlegen. Nach der Rede des Jv wmde von der Kammer mit 347 gegen 116 schloffen, nicht in die Einzelderathung des Antrags womit der Antrag verworfen war. Rußland.,«s Ueber die Verhaftung des angeblichen Ssergei�J, schreibt man aus Petersburg: Iwanow, ein einflußw� in einem lustigen Rahmen hauptsächlich eine Entwil i'W schichte unserer Posse seit Anfang diese« Jahrhun- dühnengewandten Autoren bringen in dieser Revue e�f der Hertel sten Berliner Theater> Reminiszenzen. der einzelnen Stücke stehen nicht völlig unabhängig sv,' ander, sondern greifen zum größten Theil in einand® find in einen gewissen Zusammenhang gebracht- Autoren und Komponisten kommen zum Wort. Ein „Das Jubiläum" leitet die Reoue ein. Der erste Berlin) umfaßt die Zeit von 1800—1830 und folgend gg „Der Slralauer Fisch zug" von Julius v. Voß; chen vor dem Potk damer Thor" von Carl Blum; Nante im Verhör" von GlaSbrenner und Beckn®, Wiener in Berlin" von Carl v. Holtet:„Das Fest werker" von Angely. Der zweite Akt(Reu-Berlin)'}(■: beginnt mit dem Altvater der neuen Berliner v«ss ,§■- und bringt Szenen au«„Einer von unsere Leu»' z,,. dann Salingre mit„Berliner Kinder", Jacoben, jüngste Lieutenant" und W-irauch mit„Maichinenv« �, dritte Akt endlich ist den neuesten Erscheinungen«%((((/ bitte der Posse und Operette gewidmet.— Trotz• fassenden Inhaltsangabe ist e« kaum möglich, stellung von dem Verlaufe des Stücke» zu machen- Viktoria-Theater. Auf vielfaches Begebren das Viktoria-Theater, da der„Däumling" mit se» Kinde, szenen, seiner Wandel Dekoration durch, land und besonders durch seine originellen Kinder- �1? der Liliputanerstadt allabendlich nich nur daS � gl, y Großen, sondern vor Allem auch unserer Klernen Mittwoch, eine Kinder- Vorstellung, bei der je»®, fti das Recht bat, auf den numerirten Plätzen ein k Theater mitzubringen..# a Loutsenstädttsche« Theater. Der SViM cadob a" ist„hinter den Erwartungen" W � gtss ß' Nachdem die Wochentags- Vorstellungen stets rt«' ,�7% Häuser brachien, mußte am Sonntag bereits un> Kasse geschlossen werden und dichle Schaar«» vo» v mußten umkehren. Eine lange Rkp.'rtoicedauci „Adracadabra" ist somit gefichert._, W. ,, Alhambra- Theater. Zum Bin fit und Gustl Waldcn g-bt am Sonnabend, dm 1'• Jj.f sünfaktige historische Schauspiel von Arthur Mü Si» schwörung der Frauen" in Szene- Bei der groß m & "hMr BIqui K Und et-" girt der Partei„Norodnaja Wolja" wurde seiner Zeit nach v'virien verschickt, entfloh aber und kam glücklich nach Frank- »>ch, von wo er seit Kurzem nach hier zurückkam. Die Polizei jwe unausgesetzt seinen Spuren und verhaftete ihn in dem «ugenblick, als er ein Restaurant auf dem NewS« Prospekt ***4- Ein vor der Thür haltender Wagen mit Gendarmen 'nüührte den überrasckten Nihilisten in die Geheimpolizei.— L�ie. Unruhen in Lublin hört man noch folgendes: Die w.»I» yvt* KIUU IIUU� fUtzyiUVt». Ä/IV ��niinikaner, um deren Verhaftung es fich handelte, waren «r Agitation im Sinne der römisch-katholischen Propaganda unter den Unitm deschuldigt. Die drei Dominikaner find auch anhaftet und nach Warschau in die Zimdelle abgeführt worden. . Dänemark. ...-0« Reichstag ist am Montag von dem Ministerium Estrup kl 0"L �kiteres nach Hause geschickt word n, nachdem fich VuSftellte, daß derselbe nicht geneigt war, sein vertaffungs- waziges Recht preiszugeben. Herr Estrup wirthschaftet nach 8'??, Hüter Manier weiter und er wird sein Treiben voraus- Much noch eine Zeit lang fortsetzen können. Allein wenn das Ä»thing konsequent an seinem Rechte festhält, so wird fich i.5 q9? Zeigen, daß der unverhüllte Absolutismus in der Mgen Zeit fich nicht mehr dauernd aufrecht erhalten läßt. «il» �ute StaatSmaschine beginnt bereits recht bedenklich zu noaen sogar in der ersten Kammer, welche eine dem Herrn 7.»?; ergebene Mehrheit ausweist, mehren fich die Bedenken Uendie weitere Verfolgung des eingeschlagenen Weges; die �raioritat wurde täglich kleinlauter und die Sitzungen waren j�rbwach besucht, daß kaum noch Beschlüffe gefaßt werden G r o h b r i t a«« i e»« D'V? London meldet ein Telegramm vom 8. d. M.: Heute LMiittag fand auf Trafalgar Sc iuiiu K°sl'gungsloser °nw°hntm: dies, quare eine Kundgebung be- rsonen Ardeiter statt, welcher gegen 10 000 Pe, „......, dieselbe war von der sozialdemokratischen Vereint Hwg organifirt worden. Es wurden mehrere Resolutionen an- Mommen, in welchen auf die Nothwendigkeit hingewiesen 5?'. unverzüglich Schritte zu thun, um dem unter der Ar- bi» aa �lkerung herrschenden Elend abzuhelfen. Ferner sollen Parlamentsveputirten für London aufgefordert werden, widere parlamentarische Arbeit zu verhindern, bis ein Ge- Miwurf angenommen ist, durch welchen das ArbeUs- J,..wm ermächiigt wird, dm Bau von Arbeiterwohnungen umnehmen. Sodann wird in den Resolutionen eine Herad> der Arbeitszeit auf acht Stunden verlangt. Es wurden irnü v J�iige und aufreizendeReden gegen die besttzendenKlaflen Kapital gehiltm, in denm die Arbeiter aufgefordert Kapital gehaltm, fich zu organifirenl \ Redner, Namens Bmns, entfaltete eine rothe Fahne und aufgefordert eine soziale Revolution zu — die Arbeiter auf, der sozialen Föderation zu de,».. ÜKlche ihnen das Zeichen zum Angriff und zur Plün- fuß.;, der westlichen Stadtt heile von London geben würde, Art-i. Regierung nicht ein Heilmirtel gegm daS Elend der "kr finden fnllte. tAene.n 4 Uhr tmren die Neden m 6niiV'"w �"den sollte. Gegen 4 Uhr waren die Reden zu ?- doch blieb die Menschenmaffe noch eine Zeit lan� auf 'am«lBot®1ua« versammelt und beginnt erst jetzt fich lang- -.Einstreuen.— Ein späteres� T« legramm berichtet von E» ll??ulgen, welche von der Volksmenge verübt sein sollen. bUri!® da: Ali die Volksmenge Trafalgar Square verließ, fwA?8 fie Pall Mall, Saint James Street, Piccadilly, Street und Regent Street, wobei Fensterscheiben ein- Hbi-x und sonstiger Unfug verübt wurde. Auch in ver- i. ue Läden brachen die Tumultuanten ein, so namentlich Ülimn Weinladen, sowie auch in Damenkonfektions Geschäfte; «au wurden Verwüstungen angerichtet und Gegenstände _'rwerke angehalten und letztere mehrfach Nachdem die Polizei hinreichende (i,m&"lurden Verwüstungen angettchtel und v s.�5«>am fortgenommen. Femer wurden mehrere !v»i'-ahlreiche Fußgänger----—-- erthsachen beraubt. Ab» k°'"iu nur bemerken, daß der Unfug— denn so kann Känk, F«nstereinwerfen und das Demoliren anderer Gegen- mit Recht dezeichnm— sicher nicht von Sozialdemokraten bi. uder begangen wurde. Von solchen Streichen kann mn vernünftiger Mensch eine Besserung der Vllhältniffe er- Mlen. Daß der offiziöse Draht den Tumult dennoch in Kfler Weise fruktiflzirt, ist recht bezeichnend. Der Zweck helligt die Mittel. Kommunales. TagtSordnuug für die Sitzung der Stadtverord« �«»Versammlung am Donnerstag, den 11. iäa-'iiags ö llhr._ Sechs Naturalisationsgesul am Donnerstag, den 11. Februar d.J., w„. Lechs Naturalisationsgesuche.— Vor- des Ausschusses für die Wahlen von unbesoldeten Ge> Ä�ndebeamten.— Zwei Anstellungssachen.— Fortsetzung der ollitin» über die Vorlage, betr. den Standmiethen- Tarif >W I Mung des Stadthaushaltsetats pro 1. April 1886/87.- bai7*' chink'n Seimann ut to seien."— Zwischen Leipzig »u«.„Hungen:„Hört zu, säht I's gung ä mal a Siämann * mal 5®"-"- Voigtland: horcht auf un läßt euch söge, »hört 8.a®Quet nauS zen sä'n."— Sachsen-Meiningen: "6att Jsch, es gieng ä Sämoh os zu sää."— Ansbach: chehlt' es gtrng ä Soamä aufs Soa auS."— Kassel: "Äid,.o"'.. Kch, et ging en Sehmann us ze sän."— Köln: io> iMst ä Zremann us zu zien."— Bonn:„Hört 8®ftt äni rlui8 ene Säer eruui zo säen."— An der Eifel: 7- Aus»''>?' 41 geng aemal enne Sämann uS äm za säen." Fei>,„�drücken:„Horcht zu.'S ischt e mal e Bauer neus tjch vor ze säe."— Speyer:„Härt e mal zu, seht, t'n iiJrm0ttn nausgange säe."— Im Allgau unweit !S>eaied Nesselwang im bayrischen Ober- Donaulreise: z'ülig�t-> flwg,'s ischt a Säema nasg' gange z' säed."— sä-."'-Eichstädt Jza' schau,'ä iul"2ii.'Ji ül.d r AeeiaUnce publique in Paris, wie man feff ÄÄSÄÄhÄ 0 hatlm sich an 1500 Studenten der Wellhin %% �hatten fW«m 1500 Studenten" der Mdizin " � Ä'Ä IS — DeSgl., betr. die Erwerbung des von den Grundstücken Dresvenersttaße 107—110 zur Straßen-Verbreiterung erforderlichen Tenains.— Desgl„ betr. die Ablösung der zu dem Prediger« und Küstergehalt deS Heiligengeist Hospitals, refp. der böhmisch- reformirten Kirche zu zahlenden städtischen Zu» schüsse.— Desgl., betr. die Anfrage von Mitgliedern der Ver- sammlung wegen Ausstellung der Vokationen für die beiden neuangestellten Diakonen der St. Markuskirche.— Desgl., betr. die Pflasterung der Brücken- Allee von der Spree bis rur Stadteisenbahn.— Desgl., betr. die Abänderung des Ge- meinde-Einkommensteuer-Regulativs.— DeSgl. betr. die Preisliste sür die durch die Aktiengesellschaft„Städtische Eleltrizitä'.s- werke" auszuführenden Einrichtungen elektrischer BeleuchtungS« anlagen.— Vier Rechnungen.— Berichterstattung über die Vorlage, betr. die Errichtung eines städtischen Erziehungshauses für verwahrloste Knaben.— DeSgl. über den§ 5 der für den Grundstück-ErwerdungSfondS zu erlassenden Bestimmungen.— Desgl. des Ausschusses für Rechnungssachen.— Vorlage, betr. die PenfionS-Zuschußiasse für die Berliner besoldeten Gemeinde- beamten und deren Ehefrauen.— Vorlagen, betr. die Erwer- bung der von den Grundstücken Waffergaffe 22 bis 27 und Alexandrinenstraße 3/4 zur Straßenverbreiterung erforderlichen Terrains.— Desgl., betr. die Erwerbung deS von dem Grundstücke Gitkchinerstraße 92 zur Bürgelsteig. Regulirung erforder- lichcn TerrainS.— Antrag von Mitgliedern der V rsammlung betr. die Heizanlagen in den städtischen Schulen.— Etats für die Kanalisationswerke und die Verwaltung der Rieselfelder, für die Verwaltung der Gasanstalten und für die Petroleum- Erleuchtung, für die Verwaltung der Wasserwerke, sowie für den Zenlral-Viehmarkt, den Zenlral-Schlachthof und die Fleisch- schau pro I. April 1886/87.— Vorlage, betr. den Ankauf des Grundstücks Bauhofstr. 11.— Desgl., betr. den Verkauf von Parzellen des Grundstücks Frankfurter Allee 115.— DeSgl.. betr. den Verkauf des auf dem Grundstücke Alexanderstraße 7 vorhandenen Gebäudes zum Abbruch.—_ Desgl., betr. die Er rb Werbung des von dem Grundstücke Ackerstr. 1 II zur Straßen- Regulirung erforderlichen Terrains.— Vorlage, betr. die Zah lung eines GnadenquartalgehaltS.— Eine Unterstützungssache. — Berichterstattung über die Vorlage, betr. die Wahl von Schiedsmännern für die Kommisfion zur Abschätzung seuchen- kranker Thiere.— Vorlage, betr. die Bewilligung von Grati- fikationen für Mannschaften der Feuerwehr auS Anlaß zurück« gelegter 26jähriger Dienstzeit. Lokales. Heraldische Preisfrage. Wir lasen in der Tager post", dem Organ der Nürnberger Arbeiter: seres BlatteS schrieh unseres BlatteS schr „Heute trete ich mit einer Fach der Heraldik gehört. jiumucm«.«tiucuci.„I»in Freund unS vor einigen Tagen aus Berlin: r Frage an Sie heran, welche in das as bayrische Wappen enthält nämlich seit undenklichen Zeiten als Schtldhalter zwei Löwen, llen und' die von einander nichts wissen wollen und daher ihre Köpfe nach rechts und nach links drehen, vide Freimarken. Auf den Postkarten(wir zitiren verboteuus) haben se aber mit eenmal den Kopp derart'umjeschmissen, det et aussteht, ali wenn die deeden Biester fich jegmseittg uffressen wollten. Woher kommt nu det? Jlotzen se sich vielleicht auS Aerjer dadriber an, daß det-- Defizit so soll gewachsen find? Jbrijens find et so'ne Jammerjerippe, det et eenen wirklich jammern kann." Als unser Entsetzen über den kodderijen Berliner fich in etwas gelegt hatte, griffen wir zu Freimarken und Postkarte und richtig, auf den Marken steht daS bayrische Wappen so und auf den Karten anders gezeichnet. Wir waren rathloS; Nie- mand von uns war im Stande, das Räthsel zu lösen, auch unsere Freunde und Bekannten nicht, welche wir deS Abends am Bierttsch befragten. Das Schnurrigste für uns war, daß weder uns selbst, noch irgend einem der Befragten, damnter sogar ein sehr scharfstchtiger Postbeamter, auch nur je die Verschiedenheit der Wappenzeichnung aufgefallen war, trotzdem wir sämmtlich hundert- und tausendmal die betreffen- den Postwerthzeichen in den Händen gehabt. Noch blieb uns ein Orakel zu befragen übrig, der Eulzbacher Kalender, aber auch dieser klärte unS nicht auf, denn er bringt nur ein bayerisches Wappen, als Schildhalter die Löwen mit adge- wendeten Köpfen. Ganz besonders ärgerlich war uns, daß die Löwen auf der Postkarte— alle unsere Bekannten waren mit uns darüber einig— wirkliche Jammerbilder find, unser Ber- liner Freund also eine gewisse Berechtigung zu seinen Witzen hatte. Anstatt der königlichen Thiere in dem bayerischen Wappen find da wahre Karrikaturen gezeichnet: von kraftvoll gedrungenem Körperbau keine Spur; statt mächtiger Hinter- pranken erblickt man Bocksbeine, behaart und ruppig, und man muß fich wirklich geradezu schämen, daß solche Sudelei Tag»ür Tag in Tausenden von Exemplaren als Probe vaterländischen KunstfinneS in die Welt hinaus geht, zum Glück allerdings nur im deutsch-österreichischen Postverrehr. Es ist aber auch daS genug und man sollte doch meinen, daß, wer in diesen Dingen der maßgebende Zensor war, eine so jammervolle Zeichnung des bayerischen Wavpens nicht pasfiren lassen durfte. Diese Expektorationen klären unS aber immer noch nicht darüber auf, warum die bayerischen Löwen auf zu kurzen Ansprache erhoben, als fich ein ohrenbetäubender Lärm erhob und den Redner verstummen machte. Direktor Peyron und die übrigen Prüfunngsärzte zozen sich in einen anstoßen Si den Saal zurück. Viele Studenten eilten ihnen nach, und da sie im Korridor einige Besenstiele, Stangen und Schaufeln fanden, ergriffen sie dieselben und kehtten damit zu ihren Kol« legen zurück, die fic zu einem Aufmarsch über die Boulevards nach der„Ecole de rnsdeciue" aufforderten, was mit großem Beifall aufgenommen wuide. Auf der Straße ran- girten fich die Studenten im Gänsemarsch; voran mar�chirte der Führer, der an einer Stange einen Myrthenkran, schwang, hinter ihm zwei Andere mit Besenstielen und ein Vierter tma ein Plakat mit der Aufschrift:„Ein Zimmer zu vermiethen!" Hinter dieser Gruppe folgten die übrigen Studenten, welche im Takte schrieen:„Pfui Peyron, Pfui!" Eine riesige Menschenmenge gab dieser Erpedition bis zur„Ecole" das Geleite. Vor der Fakultät angelangt, deren Thore offen "' wo sie vor dem standen, drangen die Studenten in den Hof, Denkmal deS Prof. Bichat ihre Stangen, Fahnen, Besenstiele ste die und Trophäen niederlegten. Und indem ste die Hüte abzogen, riefen fie Alle im Chor:„Heiliger Geist, erleuchte un«!" Dann folgte ein ohrenbetäubende«:„Nieder mit Peyron!" Di« Demonstration war gegen den Direttor Peyron wegen seiner angeblichen parteiischen Verwaltung deS obengenannten Svitals in Szene gesetzt worden. Ein neuer Fernsprech« Apparat. In Philadelphia wurden neulich Versuche mit einem neuen Telephon, dem sogen. Kundlon- Telephon gemacht, worüber dem„Bund" folgende« berichtet wird: DieseS Telephon ist ein rein akustischer Apparat. Aeußerlich ist eS einem Uhrgehäuse ähnlich. An Stelle deS Zifferblattes sieht man eine durchlöcherte Nickelscheibe von etwa 'ärt. vt y feu« Kr« «nirrÄ», tm'K wöhnlicher Wei e auf die Nickelscheibe sprechen, braucht aber da- WIMM gleicher Zeit ausgegebenen Postwefthzeichen' daS eine Mal so, das andere Mal anders ausschauen. Wer löst uns VieS heral» dtsche Räthsel?" Uns interesfiren die Löwen auf den bayrischen Postkarten nur wenig, und wenn uns auch jeder PartikulariS« muS fem liegt, so freut eS unS doch, daß es gerade ein Ber- liner war, der unsere bayrischm Freunde auf die„Jammer» jerippe" autmerksam machen mußte. Wir theilten vor etnige« Tagen mit, daß der Rüder«« dorfer Dampfschifffahrtsgesellschaft aufgezeben worden sei, die Anlegedrücke an der WotterSdorfer Schleuse abzubrechen, ohne daß ein anderer Anlegeplatz in dem engen Kanal vorhanden sei. Mit Bezug auf die Mirtheilung wird geschrieben: Seitens der königlichen Regierung zu Potsdam ist der Rüdersdorfer Dampfschifffahtts-Aktienge'ellschaft aufgegeben worden, die im Obirwaffer der Schleuse zu Woltersdorf stehend« Landungs« brücke zu beseitigen; wegen Anweisung einer anderweitigen Landungsstelle steht die Gesellschaft zur Zeit mit der könig» lichen Wafferbouoerwaltung noch in Unterhandlung. Hier» durch wird aber die unterhalb der Schleuse befindliche Landung Zbrücke, welche den Berkehr zwischen Erkner und Wollersdorftr Schleuse vermittelt, in keiner Weise berührt und die Dl-mpfdootverbindung bleibt auf dieser Strecke in gleichem Umfange, wie früher, auch in diesem Jahre de« stehen. Aach de« Ergebnissen der Volkszählung vom 1. Dezember deträgt die Zahl der Wohngedäude in Berlin jetzt 25 744, von denen 459 unbewohnt waren. Die festgestellte Be« völkerungsziffer Berlins ist 1 315 547. Im Vergleich zu der Vorzählung ergiebt fich ein Anwachsen der Bevölkerung um 193 217 Personen in fünf Jahren' um 89 110 hat das männliche, um 104 107 das weibliche Geschlecht zugenommen; die Differenz beider Geschlechter ist bis auf 51 669 oder 3,93 pCt. der Bevölkerung gestiegen. DaS Gesammt-Zunahmeverhältniß der Berliner Bevölkerung von 17,22 pCt. steht über demjenigen der vorigen fünfjährigen Periode(16,08); es ist dies um so bedeutsamer, als in Folge des Anwachsen« über die Grenzen deS Weichbildes hinaus und des Rückganges der Bevölkerung im Mittelpunkte der Stadt unter sonst gleichen Verhältnissen der Prozentsatz der Zunahme herabgehen müßte. Eine Ab« nähme zeigt im erheblichen Maße das alt« Berlin, im geringeren die Friedrichstadt' das stärkste Zunahmeverhältniß zeigen die« jenigen äußeren Theile, welche nach Westen und Süden den Rand der großen Agglomeration bilden, wie Moabit(42,35), der östlichste Theil der Louisenstadt(38,7), der Wedving(31,6), die Tempelhofer Vorstadt(31,4), sowie die mit den anarenzen- (T % mit�inrechnung der Anstalten ist von den Gemeinden (31,9), wogegen mäßige Zunahme rze Schöneberger Vorstadt Vorstädre nur eii der Haushaltungen, nur eine zusammenhängende nur die nordöstlichen aufweisen. Die Zahl ...'. an 257 100 auf 304 641' gestiegen, also um 18,5 pCt., so daß die Durchschnsttizahl de» auf eine Haushallung kommenden Einwohner von 4,36 auf 4,32 herabgegangen ist. DaS alle« Berliner Sommerfrischlern bekannte ehe- malige Rittergut Schulzendorf ist vom Forstfiskus angekauft und bis auf ein Wohnhaus, welches einem Förster zur Dienst« wohnung bestimmt ist, völlig vom Erdboden verschwunden. Den Berlinem, welche im Sommer dort im Walde Erholung suchen, steht nur noch eine Restauration zur Benutzung offen. WaS von den Waldpromenaden noch bleiben wird, daS wird die Zukunft lehren. Dem Vernehmen nach wird beabfichtigt, die Waldpartien an den und in den Bergen nicht mebr zur Benutzung für das Publikum freizugeben. Selbst der Name Schulzendorf soll eingehen und die amtliche Bezeichnung für Schulzendorf soll„Forsthaus Tegel" sein.— Wahrscheinlich ist eS nothwendia, daß der schöne Wald dort für das Wild allein reservirt bleibt. Wer sechs Tage Staub geschluckt hat, kann es am fiebenten auch thun, dann kommt er wenigstens nicht auS der Uebung. 9 Tage»«beerdigt. AlS Beispiel, wie oft leere For lelt orma« litäten bei Leichenbefunden die Bestattung auf lange Zeit hin ausschieben, wird uns folgendes mitgetheilt: Am25. Jan. d.J Abends, fand der Arbeiter B. zwischen den Schienen auf Bahn- Hof Lichtenderg-FriedrichSfelde dm Arbeiter Mai als Leiche auf. Derselbe war r'............... von um«iuiucl aaui u« ütiujc uuj. elbe war bekanntlich beim Rangiren beschäftigt gewesen und den Puffern einer Maschine erfaßt worden. Nachdem der Nachdem der für Kranke benutzt werden. Am Sonntag, den 31. Januar, sollte die Leiche der Erde übergeben werden, doch zog fich dieser Akt abermals zwei Tage hin, da erst am 1. und 2. Februar die Besichtigung und die Obduktion stattfand. Im Ganzen find also neun Tage vergangen, bis die Beerdigung erfolgte, ein Umstand, über den sich dortige Anwohner mit Recht ent« rüstet zeigten. loltj Poltzei-Bericht. Am 8. d. MS., Vormittags, fiel ein mittelst Droschke nach werden mußte.— An ein Mann auf dem dem Krankenhaus: in Moabit gebracht demselben Tage, Nachmittags, wurde Bürgersteige vor dem Hause Neue strument nur auf etwa'/« Stunden Entfemung gebrauchen Sein Vorzug besteht darin, daß keine Elektrizität erforderlich und seine Herstellung billig ist; auch geräth es nur sehr schwer außer Ordnung. Die Ebolera in Battaglta. Au» Padua, 1. d., schreibt man: Die Cholera scheint auch dieses Jahr noch nicht definitiv Abschied von un« nehmen zu wollen. Von Zeit zu Zeit kommen bald au« diesem, bald auS jenem Orte Italiens Nachrichten von Cholerafällen, die, wenngleich bisher vereinzelt bleibend, doch die Furcht erwecken, die Emche könne mit Anbruch der dieselbe begünstigenden wärmeren Jahreszeit festm Fuß fassen. Am 26. verflossenen Monats wurden zwei verdächtige Krank« hettSfälle auS� dem Orte Battaglta bei Padua(im Distrikte von Monselice) gemeldet, die jedoch anfänglich für Cholera noatrav erklärt wurden. Am 27. folgten fünf, am 28. drei, bis zum 31. zwei weitere Fälle. Von den fünf lethal ver- laufenen wurden drei al« Cholera aaiatica konstatirt, während die zwei anderm für choleraverdächtiz erklärt wurden. Battaglta, der wegen seiner warmen Schwefelquellen bekannte Badeort, ist ein reines, freundliches Städtchen von tausend Einwohnem, das bisher von der Cholera stets verschont blieb. - Eine vom Ministerium des Innern entsandle Kommisfion ordnete energische Handhabung der für choleraverdächtigt Orte bestehenden VorfichtS- und Kontumaz-Maßregeln an. Eine sch. eckliche Tragödie spielte fich am Sonnabend Abend im Ostende Londons ab. Al« der ü2jährige Daniel Smith Abends nach Hause kam, begann er einen Zank mit seinem Weibe, der bald in eine Schlägerei ausartete, in wel- cher Smith die brennende Paraffinlampe ergriff und setner Frau an den Kopf warf. Die Lampe traf die Unglückliche mit großer Gewalt und explodirte sofort. In einem Augenblick war ste in Flammen gehüllt und ihr herzzerreißendes Geschrei brachte bald Beistand. Die Flammen wurden zwar so schnell als möglich gelöscht, doch war die Frau im Geficht und am ganzen Körper mit Brandwunden bedeckt, denen ste im Lon« donener Hospital heute ftüh erlegen ist. Smith wurde bald er sterbenden Frau mußten im Hospital vom Richter entgegen» Mommen werden, und noch in ihren letzten Augenblicken uchte fie den Unmenschen, ihren Ehemann, zu schützen, indem fie mit kaum vernehmbarer Stimme sagte:„Ich glaube, es war ein Zufall." Nr. 41/42 liegend und aus e'ner Kopfwunde Sarl blutend vorgefunden, so daß er mittelst KranlenwagenS nach der(Sharitee gebracht werden mußte. Derselbe gab an, mit Gewalt auS dem im genannten Hause befindlichen Echank« lokal entfemt und dabei verletzt worden zu sein, während der« selbe nach Aussage von Zeugen in der Trunkenheit gefallen ist und dabei fich die Wunde zugezogen hat.— Am 8. dieses MonatS, Nachmittags, wurde die Feuerwehr zur Löschung eines Gardinenbrandes nach der Wilbelmstiaße Nr. 82 und etwas später nach der Breslauerstraße Nr. 28 gerufen, wo im Lager- räum eines Materialwaarenhändlers Feuer ausgebrochen war. — AbendS entstand im Hause Pallisadenstraße Nr. 16 Feuer, indem die Balkenlage unter einer Kochmaschine in Brand ge« rieth. Die Feuerwehr war auch hier, jedoch nur kurze Zeit in Thätigkeit.— An der Nacht zum 9. d. Mts. machte eine Dame in ihrer Wohnung in der Charlottenstraße den Versuch, fich zu vergiften. E!e wurde auf ärztliche Anordnung nach der Egarrtee gebracht._ Soziales nnb Arveitervemegang« Der Bau de» Nord-Ostfeekanal» spornt die alte Hanse« adt Lübeck an, da fie die Wirkungen dieses Kanals für Lübeck rchtet und um den Schwerpunkt des Binnenhandels in der ' ee zu behalten, den Trave-Elbkanal recht rasch zur Ausführung zu bringen. Die Herstellung dieses Kanals wäre für das Königreich und die Provinz Sachsen, auch für Bran- venburg von Bedeutung. Tie Verbindung Müteldeutschlands mit der Ostsee ist bis jetzt keine besondere gewesen: die Massengüter konnten nur sehr schwer und zu hohem Preise dorthin befördert werden, sodaß die baldige Ausführung dieses Kancls von großem Vortheil auch für die obengenannten Landesthelle ist. Durch den projeltirten Nord- Ostseekanal ist endlich der Stein ins Rollen gekommen und wird Norddeutschland nun wohl bald ein ausgedehntes rationelles Kanalnetz erhalten. An der Enneperstraße, so nennt man die ungemein ge- werbrriche Gegend zwischen Elberfeld« Barmen und Hagen, geht es jetzt in der einst so blühenden Werkzeugvroduktion recht schlecht. So verdienen die Handschloßarbeiter nur 7 bis 9 M- gegen 20—25 im Jahre 1879. Die klingenschmiede erhalten jetzt 12—15 M. gegen 21—28 M. im oben genannten Jahre. Eine große Zahl von Arbeitern ist arbeitslos. Früher destell ten die Amerikaner eine Unmasse sogenannter Hauer, um das Zuckerrohr zu ernten. Diese Bestellungen haben aufgrhört, da die Klingen allzu schlecht ausfielen. Als man fich nunmehr befleißigte, gut gestählte Klingen zu liefern, kam das Verbot der Einfuhr des amerikanischen Schweinefleisches. Und nun kaufen die Amerikaner dort ihre Klingen, wohin fie ihr Fleisch ausführen. So Du mir, so ich Dir! Die Arberter aber müssen bei solchen Kämpfen immer am meisten leiden. Die metallurgische Krise ist eine internationale. Der Rückgang tritt am drastischsten in dem Hauptfitz der Eisen- industcie, in England hervor. Im Januar 1886 wurden in M iddlesbrough nur 46,371 Tonnen Clevfländer Roh« eisen verschifft. Es ist oreS die kleinste Ouantität, die exportirt, wurde, seitdem Middlesbrough das Zentrum für die Versor- gung der Welt mit billigen, Roheisen geworden. Etwa 70000 Tonnen ist die Durchschnitls-Ouantität gewesen, die seit einer langen Reihe von Jahren monatlich verschifft wurde. Die einzige Ausnahme hatte bisher nur der Monat Dezember von 1885 gemacht» in welchem Monat der Export nur 57 421 Tonnen erreichte. Die Zeche zahlen bei solchen Stockungen der Produktion immerdar die Arbeiter, die als ihren Ent- behrungslohn ansttengendere Arbeit, niedrigere Löhne, Arbeits« lofigkeit zu ernten pflegen. Zu den Weltausstellunge». Während bei uns die Zeit oerstreicht, ohne daß ernstliche Anstrengungen in Bezug auf die nationale Ausstellung in Berlin gemacht werden, ist in Paris der Plan für die allgemeine Ausstellung im Jahre 1889 schon auf der Grundlage der Mitwirkung einer Garantlegcsell- schast festgestellt worden. Von dem auf 40 Millionen Franks bemessenen Garantiekapital werden 20 Millionen von dieser Gesellschaft, 12 Millionen vom Staat und 8 Millionen von der Stadt Paris beigesteuert. Die Lage der Montanindustrie in Preußen hat fich im letzten Jahre wesentlich verschlechtert. Von 1880 bis 1884 fand eine AufwärtSbewegung der Bergarbeiterlöhne statt. Dieselbe ist 1884 zum Stillstand gekommen und befindet fich seit vorigem Jahre in einer rückläufigen Bewegung. Da» Wort de» Fürsten Bismarck von der Berstaat- lichung von Grund und Boden hat fruchtbaren Boden ge« sunden. So find seitdem schon mehrere Broschüren erschimen, welche fich mit der Frage beschäftigen. Unter denselben befindet fich eine mit der Ueberschuft:„Der Untergang der Landwirth« schast"(Mosche in Glogau), welche pofitive Vorschläge macht. Ter Verfasser steht die einzige Hilfe für die Landwinhschaft in der Verstaatlichung des GrundbefitzeS durch Verstaatlichung des RealtreditS. Sei es durch Bepfandbriefung des Grund« befitzes bis zum wirklichen Werth des jetzt geltenden niedrigen Zinsfußes, fei eS durch Verwandlung deS bisher freien Eigen- thumS in staatSrentenpflichtigeS, veräußerbares Eigenthum, nicht mehr gefährdet durch Hypothek! nkündiaungen und ihre unver« 'ältnißmäßigen Kosten und nicht mehr gefährdet durch dem läubiger zu Gebote stehende Erhöhung des Zinsfußes. Die Kosten de» Verfahrens könnten gedeckt werden durch den von den Landschaften aufgesammelten, nach Lage der Gesetze un« verwendbaren eigenthümlichen Fond». Ueber da» Lebensalter der verschiedenen Stände find in Bezug auf Berlin die Forschungen von KaSperS von großem Interesse. Dieser ermttielte daS von 2000 Siadtarmen erreichte Durchschnittsalter und verglich es mit der mittleren Lebensdauer von 713 Mitgliedern fürstticher und gräflicher Fa- Milien zu Berlin. Diese Zahlen reduzirte er auf 1000 und fand: Von 1000 Mitgliedern der fürstlichen und gräflichen Fa« Milien lebten bis zum 5. Lebensjahre 943,— von den Stadtarmen 655, » ,, 20.» 886,—„„„ 566, "" SO-„ 557,-„„„ 338, „„ 70.„ 235,—„„ ii 117, und über das 90. Jahr hinaus lebten von den Adelsfamilien noch 15 Mitglieder, während von Stadtarmm nur noch vier ihr Leben dahinschleppten. Zur inneren Kolonisation. Unsere Leser wissen, daß gerade die Sozialdemokraten der inneren Kolonisation das Wort immer schon geredet haben, als alle übrigen Parteien darüber fich noch recht gründlich ausschwiegen. Natürlich bil« den die„Arbeiterkolonien" nur einen unbedeutenden Theil von dem, was man innere Kolonisation nennt; auch wird in den jetzigen Arbeiterkolonien viel zu viel in Orthodoxie ge» macht und die dortigen Insassen in einsettiger Weise geistig beeinflußt, als daß man ein besonderes Wohlgefallen an Kolonisation haben könnte. Wir verstehen ür solcher inneren... unter innerer Kolonisation die Urbarmachung des Oedlands, die Aufforstung von Abhängen, von allerlei LandeSmelioratio« nen, und zwar dies Alles durch den Staat unter Gewährung eines auskömmlichen Lohnes an die dabei beschäftigten Ar« beiter. ES würde dadurch ein Theil der Vagabundenfrage gelöst und auch die Lobnfrage günstig beeinflußt.— Nun Isen wir, daß auf der Generaloersamnilung des Allg. beut« schen Baueinvereins, der eine deutsch-freistnnige Gründung ist, am letzten Freitag in Berlin über innere Kolonisation der be« kannte Bauernapostel und Gutsbesitzer W i f> o r einen lange« ren Vortrag gehatten hat, der in einer Resolution zusammen- gefaßt wurde. In dieser Resolution heißt es:„Die endliche Beschrettung deS Weges der einheimischen Kolonisatton ist im wirthschaillichen, sozialen und politischen Interesse verdeutschen Nation, hauptsächlich zur Bekämpfung oer durch sozialistische und anarchistische Agitationen drohenden Gefahren, dringend erforderlich. Die Ausdehnung dieser Kolonisations« Bestrebungen muß fich auf alle Theile deS Vaterlandes ei strecken, welche Raum für diese Zwecke darbieten."— Die Sozialdemokratie soll also bekämpft werden durch eine Idee, die sie selbst anstrebt. Damit kann dieselbe fich einverstanden erklären. Dem deutsch- freisinnigen Herrn Wisser geben wir überhaupt d-n Rath, aller Roth, allem Elend im Lande ein Ende zu bereiten, dazu noch den Men« schen„Freiheit und Gleichheil" zu schaffen, dann noch etwa« Brüderlichkeit dabei zu thun und dergleichen mehr, dann hat er die Welt von den Eozialsemokraten gründlich lurirt. Die Spartheorte und die Sparpraxi». AuS Königs« berg erhält d 9„Recht auf Arbeit" folgende interessante Zu« schritt:„Die Piennigsvarkaffen bieten Each Gclegenbeit, jeven üherflüsfigen Pfennig für Zeiten der Roth anzulegen" u. s. w. Diese und ähnliche Aufforderungen kann man seit ungefähr 2 Jahren als ständige Ännonze im hiefigen Straßenanzeiger lesen. Hin und wieder bringen auch die hiefigen Zeitungen QuaftalS« und Jahresberichte über den finanziellen Stand ver Pfennigsparkassen, welche regelmäßig mit dem Appell an die „wohlgefinnten" Herrschaften und Arbeitgeber schließen, ihre Diensto ten und Arbeiter beständig dazu anzuhalten, von der segensreichen Einrichtung Gebrauch zu machen und die Tugend des Eparens stets zu üben. An den Herrn Direktor einer ver größten Maschinenfabriken am hiefigen Orte trat unlängst einer seiner Arbeiter(ein junger Maschinenbauer) mit der Bitte heran, ihm ein Führungsattest auszustellen, welches er zur Er» reichung von Stipendien, zum Besuche eines Technikums brauchte.„Mit 50 Mark monatlicher Stipendien können Sie doch nicht leben und Ihr Studium durchführen," erwiderte der Direktor.—„Ich habe mir etwas gespart," war die freudige Antwort deS Arbeiters,„2000 Mark!"-„2000 M,rk?"- Jedenfalls erwartete der Tugendbold auf dem Gebiete der Sparvraxis, der Herr Direktor als Spaftbeorctiker würde vor Freuden einen Purzeldaum schlagen und ihm zum Mindesten ein goldgerändertes Anerkennungsschreiben des hiesigen Pfennig- sparkassen-Kurato.iumS bei nächster passender Gelegenheit feier- lichst überreichen lassen. Nichts von alledem.—„2000 Mark und in welcher Zeit?—„In vier Jahren l"—„Und in der Zeit find Sie noch ein halbes Jahr krank gewesen? Rechnen wir also rund 3 Jahre! Unerhört!---- In der bald darauf folgenden Konferenz der Meister auS besagter Fabrik machte der Direktor den Meistern die heftigsten Vorwürfe, indem er bemerkt haben soll, er habe als Techniker, also Lohn- arbeiter nicht sparen können, wenn ein Arbeiter fich in kurzer Zeit ein Vermögen erspart habe, sei daS ein Beweis, daß die Meister zu hohe Löhne und Akkordpreise anrechnen, die Löhne müssen herabgesetzt werden. Man kann fich die Stimmung in den betheiligten Arbeiterlretten nach diesem Austritt denken. Lohnreduktionen bei Durchschnittslöhnen von 2,50 M. für die Schlosser und 1,80 M. für die Hilfsarbeiter pro Tag. Und weshalb? Weil ein Ardeiter sagt, er habe 2000 M. gespart. Gehetzten Falles, dieS beruhe auf Wahrheit, der Arbeiter habe wirklich in der angegebenen Zeit fich 2000 M. erspart, so hätte er, um seine Kovegen nickt zu schädigen, einfach hinzufügen müssen, unter welchen Umständen eS ihm möglich gewesen sei, solch' große Ersparnisse zu machen: l) daß er, da er ja auch unbestritten ein geschickter Ardeiter ist, den höchsten Lohn und, weil er auf die Maschinensetle. welche er fertigt, fich Jahre lang eingearbeitet hat. den höchsten Aktordpreis(z rka 30 Ml. pro Woche) erzielt; 2) daß er unverheirathet ist und Essen nebst Logis entweder umsonst oder um ein Geringes von den Eltern erhält. Nun sei dem, wie ihm sei, ob„gespart" oder, um sich in ein gutes Licht zu setzen, geflunkert, unser Spar- theoretiler und seine Mttarbetter wissen jetzt jedenfalls, wozu eS führen würde, wenn alle Arbeiter im Stande wären, zu sparen, was unter dem modernen Lohnsystem(unter dessen Herrschaft der Lohn stets um den ortsüblichen Betrag, welcher zur Einährung einer Arbeiterfamilie nothwendig ist, schwankt) nur dann möglich wäre, wenn die Arbeiter eine Stufe tiefer in der Kultur herabsteigen würden. Dann also, wenn dieser Fall eingetreten wäre, wenn wir unsere Bedürfnisse ungefähr auf das Maß deS Bedürfnisses eines Wittinnen oder Wasser« polacken im grauen Kittel und Bastichuhe an den Füßen her- abgeschraubt und in Folge dessen Ersparnisse gemackt hätten, dann hieße eS:„Die Löhne müssen herabgesetzt werden!"— Nun, im vorliegenden Falle scheint der Herr Direktor von der harten Maßtcgel der Lohnherabsetzung Abstand genommen zu haben, jedenfalls haben ihm die Meister, von denen einige in der Fabrik grau geworden find, den Sachverhalt klargelegt und bewiesen, daß,, ollen stc gute und solide Arbeit, wie sie die Fabrik thatsäcklich liefert, auch fernerhin sckaffcn, eine Herabsetzung der Löhne und Akkordpreise nicht möglich sei.— Diese Mittheilungen auS Königsberg sprechen nicht allein gegen die Sparlheorie, sondern auch gegen die Akkordarbeit. Kr. Rohleder'» Bureau in München, Heßstraße 31. Die Arbeiter-Fachvercine werden ersucht, fich an ver Arbeiter- statistik ununterbrochen zu betheiligen und regelmäßig alle Vierteljahre Berichte nach folgendem Frage-Echrma an das Bureau für Arbeiterstatiftik einzusenden: 1. Wie viel Mitglieder zählt der Verein? 2. Wie viel Berufsgenossen find am Oft a) männliche, b) weibliche, c) jugendliche(Lehrlinge)? 3. Wie viel zur Zeit arbeitslos? 4. Wochenlohn a) der höchste, b) der niedrigste, c) der Durchschnittslohn? 5. Wie viel Berufsgenossen arbeiten zum Durchschnittslohn? Wie viel verdienen mehr? Wie viel weniger als den Durchschnittslohn? 6. Arbeitszeit») die höchste, b) die niedrigste, c) Durchschnitts-(übliche) Wochenarbeitszeit? 7. Wie viele arbeiten a) die übliche, b) mehr c) weniger als die übliche ArbeitSzett? Bemerkungen über Sonntags-, Nacht- und Ueberarbeit, Preise der Lebensmittel und Wohnungen(JahreShaushaltS« budgets), Unternehmergewinn u. a. find stets erwünscht und werden benützt. Tie Ergebnisse dieser Berichte werden, wie bisher, in den in Arbeiterkreisen gelesensten Zeitungen veröffentlicht. Die Fachvereine handeln rm eigensten Interesse, wenn fie fich möglichst vollzählig bethetligen! Besondere Werkstallfragedogen find, daS Hunderl zu 4 M. nach wie vor durch das Bureau, sowie alle Filialen und Kol« porteure zu beziehen. Der statistische QuaftalSbeitrag ist auf 3 Mark festgesetzt. Nürnberg, 8. Februar.(Prioatmitiheilung deS„Berliner Voltsdlatt.") Streik der Zwicker.— Bauhandwerker» beweaung. In der Mar Bruft'fchen Schuhfabrik haben die sammtlichen Zwicker, 17 an der Zahl, am 6. Fe» druar wegen 40rrozentiger Lohnreduttionen die Arbeit eingestellt. Für 1 Dutzend Filz« oder Lederschube, daS bisher mit 1 Mark bezahlt wurde, sollen jetzt z. B. dlos 60 Pfennig gegeben werden. Bor 3 Jahren bereits fand eine Lohnherabsetzung von 1,30 Mark auf 1 Mark statt. Wollten also die Arbeiter nur annähernd wieder dasselbe verdienen, so müßten fie entsprechend mehr Arbeit leisten. Nun ist aber die Arbeitsexploitation bereits eine solch intenfioe, daß die» eine bare Unmöglichkett ist. Es gehöft eine geradezu aufteibende Anstrengung dazu, 30 Dutzend Schuhe wöchentlich zu„zwicken. Anstrengung dazu, 30 Dutzend Schuhe wochenttrch zu„zwicken." Viele Arbeiter dieses Musterunternehmers find an den Folgen der Ueberaroeit erkrankt! Bei einer räglichen Arbeitszeit h>E«i __________. � von Morgens 6, auch 5 Uhr bis Abends 9, 10 Uhr im Sommer, und Sonntag» bis Mitlag, bei einer 96 stündigen„Arbeit»» it pro Woche"(thatsächlich find eS ein und eine halbe Woche), ~"--- fleißigsten Ar» Auslagen(Stifte rc.) noch etwa 4 Mark abgehen. Während der Wintcrmonate, jetzt ,. B. schon seit 6 Wochen vor Weihnachten deläust fich der Wochen« zeit pro Wocke" slhalfackltch find eS deträgt der Durchschntttswochenlohn b eil er 26—30 Mark, wovon für? verdienst bei verkürzter Arbeitszeit auf nicht mehr als 8-11 Mark, sodaß fich ein wöchentliches Durchschnittseinkommen, für doS ganze Jahr gerechnet, von 19 Mark ergnbt: davon find aber die Auslagen noch in Abzug zu dringen. Den Arbeiterri, die fich weigern, auf solche Weise den Entbebrungslohn de» Herrn Brust noch zu steigern, drohte man mtt der Etnstellurg von„Buben", die für 4 Mark pro Woche arbeiten würden. Die Streikenden bitten lediglich um Fern« Haltung deS Zuzug».— Die Bauhandwerker Nürnbergs beabfichttgen, mit Eintritt der günstigen Jahrft« zeit eine Bewegung zu Gunsten einer zehnstündigen Arbeitszeit und einer fünfzehnprozentigen Lohnerhöhung zu inszeniren. Die AuSfichten find günfn?, da die Bauthätigkeit in diesem Jahre eine bedeutenve zu wen den oerspftcht.— Alle wdeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Krankenverstcheeung der Arbeiter in Oesterreich« Der Gesetzentwurf über die krankenverstcherung ver Arbeiter, welchen die Regierung im Abgeordnetenhause eingebracht W, liegt nun vor. Derselbe ist mit Ausnahme einer einzigen E>n« schaltung im Z 1 wörtlich gleichlautend mit dem Entwürfe, welchen die Regierung in der früheren Session des Abgeordmteii« hauseS vorgelegt hatte. Im Zusammenhange mit dem Unfall« verstchcrungs Gesetze wird der Grundsatz ausgesprochen, daß alle Arbeiter und Betriebsbeamten, welche gegen die Folgen von Unfällen beim Betriebe verficheft werden, auch gegen Kranu hciten verficheft werden. Es gilt alfo auch hier der Grundsa» der obligatorischen Versicherung. Die Krankenverstcherung aber nicht auf jene Arbeiter, für welche die Unfallverfickerung eingefühft wird, beschränkt, sondern auf die Ardeiter und»e» triebsbeamten ausgedehnt werden, welche in einer unter me Gewerbe-Ordnung fallenden oder in einer sonstigen gerne# mäßig betriebenen Unternehmung, ferner be m Eisenbado' und Binnen- DampfschifffahftSbetftebe beschäftigt Die land« und fofttwirthschastlichen Arbeüä find von der Krankenversicherung ebenso ausgenommen mir von der Unfallverficherung. Die Organisation der Kranua' vcrficherungs-V rbände ist anders geregelt als bei der UnM' verstcherung. Die auf Grund der Gewerbenovelle eingerichtet Krankenkassen, ferner die Bruderladen und KnappschastilM werden vom Gesetze ausgenommen, d. h. die Mitglieder di'<■ Kassen find nicht verpflichtet, dm neu zu erftchtenden Kran»»' kaffm anzugehörm. Auch die Mitglieder der frei erti#" Krankenkassen find ausgenommen, unter der Voraussetzet daß diese Kassen wenigstens die gesetzliche Minimalleistuvjr währen. Unter den neu zu erftchtenden Kassen stehen in Reihe die Betriebs Krankenkassen, welche für die in de»? treffenden Betticbe verstcherungSpflichtigen Personen bef:� find. Die bestehenden Fabftk-Rrankenkaffen haben fick? Bestimmungen de« neuen Gesetzes anzupassen. Für aller verncherungipflichtigen Personen, welche bei keiner der* erwähnten Kassen gegen Krankheit verstckert find, sollen«! zirks Krankenkassen(in der Regel am Sitze jedes aerichteS) errichtet werden. Für alle Kassen gilt der Grun°> der Selbstverwaltung durch die Verficheften und je nacd"r, Beiträgen auch durch die Arbettgeber. Alle Kassen stehen staatlicher Aufsicht. Ein recht verständiae» Urtheil über die gegenwäk»!, Lage in Frankreich fallt das„Lftpz. Tagedl", eine ft rechts stehende nationalliberale Zeilunz. Aus dieser lassen k hier die Schlußsätze fokgm:„ES ist unzweifelhaft, daß Dinge so nicht weiter gehen könnten, wie bisher, daß Vre � publik ftft von allen beengenden Schranken und Rückfi� gegen alle Ueberlieferungen der Vergangenheit, ihre, kraft erweisen oder der Monarchie wieder das Feld rau�; tnu�i(Rknr*«am f nta I hatte zu der Zeit, als es gesprochen wurd, seine volle gung, aber nach 15 Jahren muß eine Staatsform von entweder auf fester Grundlage errichtet sein oder ihre W-. kraft geht zu Ende. Die Republikaner spottm seit 15 3� über die �rniihFtf nhttE �Wf-rmKrirnrer• A# nlfö � -------. I j--------- MMN fie endlich Hand anlegen, um die letzten Spuren der Mow auszulöschen und dadurch die Hoffnungen der Monan für nichtig zu erklären, so handeln fie nur quent. ES ist doch gewiß eine Anomalie, wenn in Republik die monarchistischen Bcstandtheile der Armer, größter Rückficht behandelt und gehegt werden. Das htt* Sinn, so lange die Etaatsform noch neu ist: aber rvkfl»* "-------"'----- in W, dann« i ein halbes Menschmalter hindurch bestanden auch die Armee Farbe bekennen, und die O-fiziere, welcfa> Hoffnungen auf Wiederherstellung der Monarchie nid)' � geben wollen, müssen ihre Chargen quittiren. Aber � Abficht unter republikanischem Kommando weiter dienen, � Geleamhctt zur Wiederherstellung der Monarchie zu ben% ist kein ehrliches Spiel. DaS gehört in dieftlbf», tegorie, wie die Aufführung von Gefangenen, die am wort, nicht weiter zu kämpfen, in die Heimath entlasse" den und dann doch die Waffen au's Neue ergreifen.$ Boulanger setzt fich durch sein energisches Vorgehen fttge" y monarchistischm Bestrebungen in der Armee in direkte"� gensatz mit der Handlungsweise ftneS Thibaudin und* er verlangt als republikanischer Minister, daß die../I ziere entweder der Republik dienen, oder ihre F(% zf gegen diese StaatSfo-m offen bekennm. DaS ist ganz Ordnung."_ Kleine Mittheilnngen. j Wien, 5. Februar. Ein schrecklicher Unglücksfall gestern halbst Uhr, AbendS, im Hause, Siistsgasse 4, W nalS zu. Um die genannte Stunde waren nämlich ,, ir Töchter deS Graveurs I. Gellhar, der in jenem W"# Parterrewohnung innehat, im Wohnzimmer mit R«®. j#. beschäftigt. Da cxplodifte plötzlich die auf der NaU.aF stehende Petroleumlampe und die brennende ergoß fich über dm Fußboden. Auf dem Boden M gerade Gellhar'S Enkelin, der 2'/, jährige Gusti, seiner verheirateten Tochter Frau Auguste Nechi. T{ifl1, zweite Tochter, die 26jährige Marie sprang darauf#!', jK markerschütternden Schrei von ihrem Sitz auf. um zu retten, allein dieses war bereits von seiner Mutter W und aus dem Bereich der Flammen gebracht worden- �iK die unglückliche Marie noch zurück konnte, hatte die Flaw.« Kinder ergriffen und im nächsten Augenblicke schon. R, bedauernSwerthe Mädchen einer lebenden Fackel® jflflK bis zu den Füßen war fie in Flammen gehüllt. 3&r Schwester, die achtzehnjährige Emilie stürzte nun auf die Kleider vom Leide zu reißen, aber ihr Opf-rmutHwarc�$ fie konnte der unglücklichen Schwester nicht mehr»e brachte fich selbst in die höchste Gefabr, so daß ss(r(1Ä selbst an den Händen schwer verletzt, Ma ie ihrem,„yj Schicksale überlassen mußte. Als endlich Hilfe kam,* mit schrecklich entstelltem Antlitze und den ganzen% gräßlichen Brandwunden bedeckt, bewußtlos auf � MA/ fift r Brand wurde von dm Fmerwebren nach kurze ng gelöscht und Mafte Gellhar von der RettungM i Allgemeine Krankenhaus transpoftirt. Kriefkaste« der M W. Ueber eine Versammlung können®„y Berichte bringen. Jedenfalls hat Ihr Kollege, o tt p) ersten Bericht schickte, Ihre Aeußerungen nicht f« gehalten, um fte in den Beftcht mtt aufzunehmen. baden wir wohl oft genug darauf hingewiesen, gn» sowie alles für dm Druck Bestimmte, nur auf e Papier» geschrtebm werden darf. Bu «iss de» Verantwoftltcher Redakteur R. Crsnhetm in Berlin. Druck und Verlag vo» Max»erdiag in Berlin 8W., Beuthstraß« 2. Hterz» � age zum »r. 34. Mittwoch, de« 13. Februar 1883. III. JatzrK» Pariameutsverichte. Deutscher Reichstag. 42. Eijsung vom 9. Februar, 1 Uhr. _ Am Tische des BundeSraths: v. Boetticher, von Burchard, v. Bronsart, v. Caprivi und Kom- «issarien. .. In dritter Lesung werden die Etats des Bundesraths, M Reichstags, des Reichskanzlers, der Reichskanzlei und des Auswärtigen Amtes unverändert genehmigt. Beim Etat bemntt'tI'8am*e8 deS Innern(Auswanderungswesen) Abg. L i n g e n s(Zentr.): Man hat mir vorgeworfen, ich hatte die Bremer Schiff« bei einer früheren Berathung zu sehr gelobt, und dem Herrn Staatssekretär v. Boetticher, seine «eusjerung, daß die deutschen Schiffe für den Transvort von Auswanderern entschieden Keffer seien, als die anderer Nationen, m unrichtig. Es wurde mir insbesondere mitgetheilt, bei der Einschiffig in Liverpool würden die weiblichen Passagiere nach dem Raum auf dem Hmthertheil, die männlichen nach ?em Vordertheil gewiesen, die Auswanderer logirten dann n> Abtheiluneen, welche 4—20 Bettstellen enthalten und M vielen Schiffen durch Segelluch getrennt würden. jtnf vielen Schiffen befinde fich eine Bibliothek, die Bettstellen nun auf beiden Seiten des Schiffes angebracht, in der Mitte Mche und Bänke, wo die Auswanderer fich am Tage auf Mn und ihre Mahlzeiten einnehmen; es gebe ferner getrennte Waschräume für Männer und Frauen. Allerdings ist den �rutschen Auswanderern die Fahrt über Livervool, wenn fie zy Familie reisen, nicht anzurathen, weil die Reise von Ant- Kerpen oder Hamburg nach Hull oder Grimsby und von da 5�«ahn nach Lrverpool sehr beschwerlich ist. Dazu kommt, °a» die englischen Schiffe, die von Hamburg diesen Transport Margen, keine Ordnung und keine Absonderung für die weih« .Aen Paffagiere haben. Mein und meiner Freunde Bestreben � nur daraus gerichtet, Uebelstände zur Sprache zu bringen, «iL sie finden, damit auch Besserung inrrete. Davon wird sich nachgerade hoffentlich auch in Hamburg über» lMn. Ich wünsche sehr, daß unsere deutschen Schiffe wie zyklischen in allen Beziehungen gleich vortrcff.ich ausgc- werden. a oum„Statistisch- n Amt" liegt die Resolution von Mumbach und Schräder zur Beschlußfassung vor: Regierungen zu ersuchen, dem Reichstage eine Denkschrift die Durchführung und Wirksamkeit des Gesetzes über die wmenvcrficherung vorzulegen. Staatssekretär v. Bötticher: Ohne der Beschluß. foffuno der verbündeten Regierungen vorgreifen zu wollen, ich mich mit dem Antrag einverstanden erklären, indem 5 voraussetze, daß es doch dazu kommen wird, dem Reichstag uoer die Ausführung deS KrankenkassengesetzeS eine Mitrhei- �"Ng zugehen zu laffen. Die Resolution wird einstimmig angenommen. Beim Reichs- Gesundheitsamt bittet Abg. Koller darum, die Pofitionen in Zukunft eingehender zu �Mifiren, insbesondere die Forderung für Hilfsarbeiter und .Staatssekretär v. B ö t t i ch e r: Ich kann dem Vorredner !»cht»n Ausficht stellen, daß die Pofition, zu der er gesprochen, ? Den nächsten Jahren in getheilter Form erscheinen wird. Ä'Uher hat man die einzelnen Bedürfnisse, welche durch diese Posttion gedeckt werden, aus sehr guten Gründen zusammen- piaßt, und ich habe kein dringendes Motiv vernommen, davon ST abzugehen. Das schließt natürlich nicht aus, daß man auf Wunsch eine Ueberficht darüber giebt, welche Beträge auf die nnzelnen Bedürfnisse verwendet worden find, und diesem Wunsche wäre man schon jetzt gerecht geworden, wenn wir eine Ahnung davon gehabt hätten, daß der Vorredner darüber un- Errichtet zu weiden wünschte. Abg. Linaens wiederholt seine schon in zweiter Lesung gesprochene Bitte, das Reichs-Gesundheitsamt möchte doch Mersuchungen darüber anstellen, ob die Anlage von Kirch- Uen in der Nähe bewohnter Ortschaften wi.klich so gesund- Msschädliche Folgen habe, wie dies von manchen Serien be- Uuptet werde; und ob man nicht den Kommunen die großen lijogaben, die fie vielfach in Folge der Verlegung von Kirch- Hofen hätten, künftig ersparen könnte. &. Beim ReichS-Versicherungsamt beschwert fich K r o e b e r(VolkSp.) über unklare Antworten desselben, die Frage des Vorstandes der Holzindustrie Genossen- �?f>. ob die Arbeiter auf den Holzplätzen an der Eisenbahn »�Ländeplätzen ihrer Genossenschaft oder der für Speicheret bij Lnlen seien. Möchte fich endlich auch der Staatssekretär des Unern bei St-vhan für Portofreiheit der Zusendungen "'ntes an die Vorstände verwenden. Die Hoffnung, daß mit gutem Beispiel in Portoerleichterungcn vorangehen h�De, h� der bayerifche Minister mit der Antwort durchkreuzt, fich nach der Verwaltung der Reichspost richten werde. ».in Bayern schicken Bezirksämter selbst die Anmeldungen Noglirt an die Vorstände. »oi, ��atosekretär v. Boetticher: Ich dedauere, daß ich einzelnen Beschwerden über die Geschäftsführung und worf.?VS Reichs-Verficherungsamtes nicht vorher unterrichtet de», m Dm; ich würde dann besser orientirt sein und vielleicht tob«..Redner einen ihn mehr zufriedenstellenden Bescheid der m l°nnen. Was schließlich den Wunsch nach Erweiterung so brt°�günstigungen der BerufSgenoffenschaften anlangt, vell�.°u-« ich. daß innerhalb des destehenden Postgesetzes &eri�te Begünstigungen, als durch daS jüngst« Zirkular deS Itch a.�matssekrelärS des Reichspostamts gegeben find, unmög- hörd,„ Dagegen aber ist nichts zu erinnem, daß die Be- der Korrespondenz mit den Berufsgenossenschaften unter dieser m.?.„portopflichtige Dienstsache" ergehen lassen. In Ne stehen die Berufsgenossenschaften nicht anders wnsot«! BciDot«, der auch in Korrespondenzen mit Behörden kcht".Darauf hat, durch den Vermerk„portopflichtige Dienst- dey,«ui-Drm an ihn gerichteten behördlichen Schreiben von Sollte vi orto für unsrankirte Briefe defreit zu werden. wäßia II?" m dieser Beziehung im Reiche nicht überall gleich- on dt-„„ß'D,6"' so glaube ich, bedürfte es nur einer Anzeige . Ak? F?setzte Behörde, um Remedur eintreten zu laffen. DeS a u m b a ch hält die Zeit für eine eingehende K itik für gs».�Drficherungsamts und seiner Thätigkril noch nicht Die JDen, konstatirt aber, daß auch ihm ähnliche Fälle wie ..m-w. elDgsamt? Mitiheilung des Berichts, den daS Reichsverfiche- «... k°. über die Geschäfte bis zum 31. Dezember 1885 er- Dt/s. Den Reichstag irgend ein Bedenken entgegen- ?i?DrIich, m?£rcht ist übriamS nicht mit dem identisch, d-ffen M g an Reichstag der§77 des Unfall» IZebniff.?®e!Del. ausdrücklich vorsteht, und der die Richnungs- üdt Ig». LineS Rechnungsjahres zusammenstellt. Dieser Be "ch selbstverständlich noch nicht ausstellen, weil der BundeSrath beschlossen hat, die Erhebung der Umlagen für 1886 stattfinden zu laffen. Der Inhalt des Berichts, der jetzt vorli-gt, bietet gar keinen Anlaß, ihn der Oeffentlichkeit vorzu- entha ren. Was die Wahl dir Vertreter der Arbeiter anlangt, io steht§ 90 den Fall vor, daß, w nn nicht rechtzeitig die Wahl der Vertreter der Arbeit- r resp. der Vertreter der Unternebmer erfolgt ist, das Reichsverficherungsamt auch ohne diese Ver- treter die in der Regel mit ihrer Zuziehung zutreffenden Entscheidungen erlassen darf. Verlegenheiten können also nicht entstehen, inzwischen ist die Wahl der Vertreter im besten Gange, und wenn ich nicht irre, werden im Laufe dieseS Monats die letzten Wahstn abgehalten werden, so daß anzu- nehmen ist, daß etwa vom Monat April ab das Reichs- VerficherungSamt auch nach der Richtung der Vertreter der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer kompletirt sein wird. Den Beamten eine besondere Entschädigung m gewähren dafür, daß fie in Folge des Unkallverficherungs> G.setzes außer Thätigkctt gekommen, hat der Bundesrath obgelcbnt, und ich meine, daß die Parallele mit den Spiritus Interessenten, welche durch das Branntweinmonopol außer Thätigkeit gesetzt werden, doch nicht so ganz paßt, denn bei diesen Interessenten handelt es fich darum, daß ein bestimmter Grschäftszweig ausschließlich vom Staate übernommen wird, und daß er also in toto auS der freien Tbäiigkeit der Privaten herausfällt. Anders liegt die Sache hier. DaS UnfallverstcherungSwesen ist keineswegs vollständig lahmgelegt, im Gegentheil, wir haben die Gründung von neuen Unfallverficherungs- Unternehmungen auch nack unserem Gesetz erlebt. Unter solchen Um- ständen ist ein Anspruch, durch den Staat entschädigt zu werden, nicht ar zuerkennen. Es wird dem einzelnen Beamten in vielen Fällen unschwer gelingen, anderwärts unterzukommen, und so weil wir ihm dabei b- hilflich sein können, werden wir es nach wie vor thun. Der Etat wird bewilligt. Beim Militäretat wird ein Antrag K ru g v. Nidda, die in zweiter Lesung gestrichene Forderung von 30 950 Mark zur Erhöhung der Z chlmeister-Gehälter in den Etat wieder ein- zustellen, angenommen, nachdem v. Huene, Hänel und Kalle den Antrag aus Billigkeitsgründen empfohlen haben. Abg. v. Saldern-Ablimb äußert sein lebhaftes Be- dauern über die in zweiter Lesung abgesetzte Forderung zur Erhöhung der Rationen für die Militärdienstpferde. Zwar wolle er nicht einen Antrag auf Wiederherstellung der Pofition einbringen, da derselbe doch keine Majorität finden würde; doch hoffe er, das Haus werde wen-gstens im nächsten Jahre eine analoge Forderung anstandslos dewilligen. Abg. von Wöllwarth spricht fich in gleichem Sinne auS. Kliegsminister Bronsart v. Schellendorff: Die Regierungen fordern allerdings nur das, was fie nach ihrer gewissenhaften Ueberzeugung zur Fortsetzung einer guten Ver- waltung für nöthig halten. Die Regierung wird allerdings im nächsten J.hr ihre Forderung wiede.yolen. Das Haus bewilligt die ordentlichen Ausgaben des Mili- täretats im Uebdgen nach den Beschlüssen der zweiten Lesung; ebenso die des Marine- und des I u st i z e t a t s. Beim Etat des Reichsschatzamts haben zum Titel „Münzwesen" v. Huene, v. Schalscha, v. Kar- dortf und Genoffen beantragt, die R. gierungen zu ersuchen, der Währungsfrage erneut die eingehendste Prüfung zu Theil werden zu laffen und dem Reichstage von dem Resultate dieser Prüfung Kiltheilung zu machen. Abg. v. Huene weist darauf hin, daß die Entwickelung der Währungsfrage es zur dringendsten Nothwendigkcit für den Reichstag mache, Stellung dazu zu nehmen. Abg. Leuschner: Ich hoffe, selbst der Abg. Bamberger wird der Resolution zustimmen können. Sollte dieselbe aber gleichwohl nicht angenommen werden, so würden wir fie immer von Neuem hier wiederholen müssen. Ich bin überzeugt, das Resultat der anzustellenden Ermittelungen wird im Sinne der Doppelwährung aus allen. Die Resolution, die wir vorgeschlagen haben, engagirt nach keiner Seite. Es werden deshalb auch die Anhänger der Goldwährung und die, welche fich über diese Frage noch nicht schlüsfig gemacht, derselben zustimmen können. Staatssekretär v. Burchard: Der Reichskanzler wird, wenn die Resolutton beschloffen wird, dieselbe zur Kenntniß der verbündeten Regierungen bringen. Was mich veranlaßt hat, zu diesem Initiativanträge überhaupt das Wort zu ergreifen, ist, daß der Antrag von einer nicht ganz zutreffenden Voraus- setzung ausgeht. Ich glaube verfichern zu können, daß bei keiner der größeren Bundesregierungen diese hochwichtige Frage der Währung je von der Tagesordnung verschwunden ist. Wenn das Haus es für richtig hält, eine besondere Aufforderung an die verbündeten Regierungen zu richren, so muß ich das lediglich der Entscheidung des Hauses anheim geben. Abg. Woermann: Nach der Erklärung, welche Herr v. Burchard abgegeben, braucht ich wohl kaum zu sagen, daß wir der Resolution trotz ihres harmlosen Wortlautes nicht zu- stimmen werden. Wir ballen es für richtig, daß daS Land fich beruhigt. Durch die beständige Agitatron der Bimetal- listen ist eine Unruhe entstanden, unter welcher der Handels- fiand schwer leidet. Nach der Erklärung des Herrn v. Scholz waren wir der Meinung, daß nun eine Beruhigung Platz greifen werde, und daraus erklärt fich die große Befriedigung, die jene Rede hervorrief.(Abg. v. Kardorff: Das glaube ich!) Sie werden von mir nicht eine lange wissenschaftliche Ausein- andersetzung erwarten, die muß ich den Männern überlassen, die fich gründlich mit der Währungsfrage beschäftigen. Ich bin nur im Stande, diese Frage von der Seite des praktisch rn Lebens zu behandeln, nach der Erfahrung, die mir das tägliche Leben geboten hat. England wünscht allerdings, daß alle Kontinentalstaaten fich zur Doppelwährung bekebren möchten, aber nur aus dem G-uade, weil dann ihm allein die Vortheile aus dieser Aende- rung im Münzwesen zufallen würden, weil eS selbst nicht daran denkt, die Goldwährung aufzugeben. England will auf diesem Wege die Stellung auf dem Weltmarkt zurückerobern, welche eS vor der Einkühtung der Goldwährung bei uns be- seffen. ES wird jetzt viel geredet von der Gründung einer überseeischen Bank. Aber eine solche ist gar nicht möglich ohne die Goldwährung und ohne dieselbe werden wir uns auch nie- mals vom Londoner Geldmarkt emanzipiren können. Deshalb werden wir gegen die Resolution stimmen.____ Gegen 5 Uhr wird die Berathung vertagt bis Mitt- woch 1 Uhr.__ Abgeordnetenhaus. 16. Sitzung vom 9. Februar, 11 Uhr. Am Ministertische o. P u t t k a m e r, F r i e d b e r g und Kommiffarien. Die Spezialderathung deS Etats deS Ministerium deS Innern wird fortgesetzt mit dem Kap. 94: Landgendarmerie". Abg. Wehr(Deutsch Krone, freikons.) empfiehlt NamenS der Kommisfion die Vermehrung der Gendarmerie um 28 de« ritten« und 56 Fußgendarmen in den Ostdistrillen der Mon- archie, d. h. um je einen berittenen und zwei Fußgendarmen für die 28 östlichen Grenzkreise. Abg. I a e ck e l(Landrath des westpreußischen KreiseS Strasburg, freikons.): Die Ueberwachung der östlich« n Grenze erheischt dringend eine Vermehrung deS Ueberwachungsperso- nals, um drm Anwachsen der Ueberläufer aus Rusfisch- Polen gewachsen zu sein. Die Verhältnisse des Kreises Strasburg haben mir die dringende lltothwendigkeit derjenigen Maßregeln bewiesen, welche uns in den Debatten der letzten Zeit beson- ders lebhast beschäftigt haben, ja sogar den Reichstag, obwohl derselbe doch hätte etwas zurückhaltender sein sollen. Die Pflichten der Ortspolizci find in den Grenzdistrikten ganz besonders gesteigert, namentlich in sanitäts- und veterinärpolizeUicher Hin« ficht und zur Verhinderung des Schmuggels. Da langen die vorhandenen Kräfte nicht auS, und schon seit Jahren wird mit gutem Grunde wegen steigender Ueberbürdung ge» klagt. Bedenken S e: salrrs puolica anprema lex! und bewilligen Sie die Vermehrung!(Beifall rechts.) Abg. Windt Horst(Zintrum): Wenn uns die verheiße« neu Polenvorlagen beschästigen werden, wird es auch an der Zeit sein, dem Vorredner zu antworten. Das aber zeigt fich als unumgänglich nöthig, daß uns die Regierung ein voUstän» diges statistisches Material zugehen läßt über Zahl:c. der Ausgewiesenen, namentlich auch darüber, welcher Religion die Aus- gewiesenen und deren Angehörigen find. Dadurch komm.n wir erst aus dem Bereich allgemeiner Behauptungen auf kon» lretcs Gebiet. So lange die Statistik nicht gegcbrn wird, finde ich, daß etwas zu verheimlichen ist.(Widerspruch recht?.) Wenn die Polizei nicht genügt, so muß fie vermehrt werden, und wir werden dafür stimmen, aber es fehlt auch hier der Nachweis. Daß in den detreffenden Gegenden nicht das genügende„Ma« terial", wie der Herr die zur Selbstverwaltung berufenen Or« gane zu bezeichnen beliebte, vorhanden sei, ist mir neu; sollte dies der Fall sein, so hätten wir die Organisation der Selbst- Verwaltung nicht zur richtigen Zeit dort eingeführt. Soll der Gendarm den Amtsvorsteher e'gänzen, so wäie dies eine weitere Permthellung der für jene Gegenden geschaffenen Selbstver» waltung; das werden wir uns für die Provinzen, wo fie noch eingerichtet werden soll, ad notam nehmen. Wir wollen den Nachweis, ob Gendarmen nöthig find, um den Zuzug zu ver- hindern; aber zu Ausweisungen b willigen wir fie nicht.(Betfall im Zentrum.) Abg. v. Meyer-Arnswalde(kons.): Die Gen- darmen find die nothwendige Ergänzung der Selbstverwaltung, da ihr die Exekutive fehlt, ohne welche das Laienregiment gar nichts auszurichten im Stande ist. Nach und nach ist nun die Erkenntniß durchgedrungen, daß die Gendarmen vermehrt wer» den müssen. Ihre Zahl ist überhaupt gar keine so erschreckende, besonders wenn man fie, 4048 im ganzen Staate, den 3000 Schutzleuten, welche Berlin allein nöthig hat. gegenüberstellt. Der Herr Abg. Windthorst verlangt nun erst eine fiatifiische Aufstellung, um die NothwendigkeU der Bewilligung einzusehen, aber wie soll diese denn beschaffen sein? Möge er uns dies angeben. Die Vermehrung ist einmal nach der Erkennt- niß der V-rwaltungsbehörden nothwendig, weil fie sonst nicht durchkommen. Abg. K a n t a k(Pole) hält eS nicht für angezeigt, auf die Polendebatte zurückzugreifen und namentlich bei einer Etals« pofirion auf die ganze Politik des Ministerpräfivent-n in Bezug auf die Ausweisung einzugehen. Dazu werde fich noch hin- reichend Gelegenheit bieten. Seiner Anficht nach sei aber doch die Sache Kamst nicht abgethan, daß die Regierung die Ver« mebrung der Gendarmen!« äste für nöthig halte, zum Mindesten müsse man mit Windthorst eine zahlenmäßige Begründung verlangen. Die Gendarmvermchrung bedeute nur: wir wollen Euch Polen nicht haben, und alle BegründungSversuche für die Ausweisungen gipfelten nur in Behauptungen von pol- nischen Agitationen und dergleichen, waren von Haß und Ironie durchtränkt, brachten aber keine Spur eines Nachweises von der Gefährlichkeit der 30- bis 40 000 Ausgewiesenen. Der Minister v. Puttkamer müsse einen besonderen, neuen Begriff von Humanität haben, wenn er die Ausweisungsmaßregel nicht für inhuman zu erkennen vermöge. Hier stehe das U-theil des Ministers v. Puttkamer dem der ganzen ziviiifirten Welt gegenüber.(Gelächter rechts.) Herr von Minnigerode kennt wohl nicht die auswärtigen Preßstimmen, nicht das Urtheil der „Provinztal-Korrespondenz" vom Jahre 1870 nach den Pariser Ausweisungen� Ein Märchen seien auch die angeblichen pol- nischen Bestrebungen des Bischofs von Kulm und Alles, waS der Kultusminister über die katbolisch« Adtheilung gesagt habe. Er bleibe dabei, daß einige Tausend Polen die Ruhe und Sicherheit des preußischen Staates nicht gefährden können. Abg. Szmula spricht sein Befremden darüber aus, daß trotz der Erklärung des Reichskanzlers über die immerhin deutsch, fteundliche Haltung Oderschlefiens noch immer mit den Aus« Weisungen oberschlcstscher polnischer Aibeiter zum Schaden der darnirderliegenden Industrie fortgefahren werde. Gegen die Behauptung des Reichskanzlers, daß es in Ober« schlefien eine polnische Agitation gebe, müsse er im Namen dieses schwer angeklagten LanveStbcileS protestiren. Was dann, wenn die rusfische Regierung Repressalien übte? Womit könne man die Polenhetze rechlfertigen? Seit 1863 sei nichts Illegales vorgekommen. Die Polen dächten an keine Revolution mehr.(Widerspruch rechts.) Gründung polnischer Zeitungen und Theater seien doch keine Agitation. Er bitte die Regierung, nur diejenigen Arbeiter ausweisen zu lassen, welche wirklich Agitation getrieben haben, diejenigen aber au?- zunehmen, welchen von ihren Arbeitgebern ein Leumundszeugniß ausgestellt werde.(Beifall.) Abg. R i ck e r t: Wir werden die Mittel zur Vermehrung der Landgendarmerie bewilligen, weil wir fie zur Bewachung der Grenze für nothwendig haltm. Herr Jaeckel hat meine Berichte aus Strasburg und Thom lediglich bestätigt. In Bezug auf diese ländlichen Bezirke ist diese Maßregel sofort zurückgezogen worden- Dagegen ist man in den Städten, wo gar keine Gefahr der Polonistrung vorhanden war, mit der größten Strenge vorgegangen Also wo das Interesse der GutSbesttzer in Frage ft.-ht, zieht man die Maßregel zurück, ob vohl eS fich hier um den gefährlichsten Punkt in Bezug auf die Polonistrung handelt. Schließlich noch ein Wort über die Reden des Reichskanzlers. Nach der„Vosfischen Z-itung" werden auf Kosten des Preßfonds die Reden des Reichs- kanzlers in soundsoviel Hunderltausenden von Exemplaren ver- breitet und den amtlichen Kreisblättern beigelegr. In welcher Fmm die Veröffentlichung erfolgt, zeigen folgende Uebcr- schriften:„Die preußische und ausländische Demokratie ver- bindet fich mit den Polen gegen P-eußen. Fürst Bismarck verfolgt als Ziel die Entwicklung der deutschm Nationalität, IDUU UUCl uull VW lichtia! rechts.) Die Fortschrittspartei bekämpfte 1863 die nationale Politil der Regierung und stärkte dadurch die Stellung Napoleon Iii.(Heiterkeit.) Abg. Windthorst tritt im Reichstage für die Bestrebungen auf Wiederherstellung des Königreichs Polen auf.(Heiterkeit! Hört! hört 1) Begünstigung der polnischen Bestrebungen durch die OpposttionSparteien. Blick in die Zukunft. Gefährdung des Reichs durch die Obstruktion�- Politik des Reichstag«.(Sehr wahr! rechts.) Windthost be- ünstigt die Zersetzung des Reichs. Aehnlichkeit unserer Ver- ältnifse mit den englischen. Die Parnclliten und die Polen. as Zentrum und der Fortschritt dienen den Polen als Pie- destal." In dieser jämmerlichen, eibärmlichen Weise werden die R'den dieses hervorragenden Staatsmannes in die Welt ge- bracht. Fühlt der Minister nicht, daß das kein Kampf ist, wie ihn die Regierung in Anwendung dringen kann? Ich habe nicht nöthig, irgend ein Wort darüber zusagen. DaS preußische Voik wird wissen, was es von einer derartigen Macht zu halten hat.(Beifall links.) Minister von Puttkamer: Die Vermehrung der Gendarmerie ist nicht nur nöthig, um den künftigen Zuzug polnischer Unterthanen zu verhindern, sondern auch die be« treffenden Leute durch Anwendung unmittelbaren Zwangs in ihre Heimath zurückzuschicken. Dieser letztere Zweck ist natürlich nur ein vorübergehender. Ich freue mich, daß der Abg. Rickert diese Forderung bewilligen will. Wenn er aber meint, daß die Regierung in der Ausweisungsfrage unverkennbar Stellung nehme zu Gunsten der landwirthschaftlichen Jntcr- essen gegenüber denen des Handels, so muß ich dies entschieden zurückweisen. Die Schlußbemerkungen des Herrn Vorredners find charakteristisch. Er spricht mit einem Wort der Regierung das Recht ad, Aeußerungcn hervorragender Staatsmänner durch die Organe, die ihr zu Gebote stehen, oder fich ihr an- biete 1, in die O-ffentlichkeit zu bringen. Was die Art und Weise der Veröffentlichung betrifft, so möchte ich doch die Herren dringend bitten, ein klein Bischen vor ihrer eigenen Thü' zu kehren. Was freifinnige Zeitungen über Regie- rungsmaßregeln geben, dagegen ist das, was Herr Rickert hier vorgelesen, ein wahres Kinderspiel. Der„Reichs- freund" bringt fast in jeder Nummer Artikel, deren bloße Ueberschrift eine solche Masse von Gehässtgkeit und Verunglimpfung zu Tage führen, daß ich immer wieder mein Erstaunen darüber ausdrücken muß. daß eine Partei, welche auf diesem Gebiete am schwersten sündigt, fich darüber entrüstet, daß die Regierung sich herausnimmt, solche Reden zu verbreiten. Seiner Partei scheint Hcrr Rickert Alles durch die Finger zu sehen. Er kann aber nicht sagen, ich perhorreszire das, daS geht mich gar nichts an. Darauf kommt es nicht an, sondern auf die notorische organische Verbindung der betr. politischen Partei mit den bezügllchen Parteidlättern. Beim Reichsfrcund ist darüber kein Zweifel, er trägt an der Stirn„g- gründet von Eugen Richter". Mögen doch die Herren in ihien eigenen Basen greisen und fich prüfen, ob innerhalb ihrer Partei nicht viel schlimmere Dinge vorkommen, als fie uns vorwerfen. Abg. Rickert: In der Erklärung des Ministers berechtigt mich eine Aueführung zu der Hoffnung, daß er in Bezug auf einzelne Fälle doch eine mildere Praxis eintreten lassen wird; ich spreche dem Minister meine Befriedigung darüber aus. Zu meinen Darlegungen hat mich ja lediglich das Gefühl getrieben, daß hier rn der That unverantwortliche Härten vorgelegen haben, und ich werde eS stets rückhaltSIoS anerkennen, wenn der Minister sich bemüht, solche wieder gut zu machen. Der letzte Theil seiner Rede ist nun wieder eine ganz ausgezeichnete Illustration unserer inneren Verhältnisse.„Ihr kämpft in den Zeitungen mit solchen Waffen, da müssen wir dasselbe thun!" Mit diesen Worten tritt er ganz direkt als Parteimann hier auf. Uns kann man doch nicht für jeden Artikel unserer Presse verantwortlich machen; finden wir wirk- lich derartige schmähliche Angriffe in ihnen vor oder ist der in ihnen angejchlagent Ton ein solcher, wie er mehrfach charakteri- stet wurde, so legen Sie mir doch solche Artikel vor, dann desavouire ich fie. Thut aber der Minister etwa? Aehnlichcs? Nein, er antwortet ganz einfach:„Eure Presse hat eben solche Dinge getrieben"— und das soll er uns erst beweisen. (Zwischenruf des Abg. v. Eynern.) Herrn v. Eyncrn kann ich jetzt auch den Beweis dafür liefern, daß die Nationalliberalen um die Stimmen des Zentrums in Mainz gebettelt haben; ein Brief des ReichstagSabgeordneten Racke auS Mainz hat mir die Thatfache bestätigt. Wenn die Rede des Kanzlers mit derartigen infamen, große Theile der Bevölkerung und ihrer Vertretung verdächtigenden Ueberschriften verbreitet wird, so halte ich ein solches Vorgehen auch selbst vom Standpunkte deS Partciregiments v. Puttkamer für unerlaubt und unerhört. (Beijall links.) Minister v. Puttkamer. Es ist wie der Abg. Rickert schon wieder einmal führungen das Vorhandensein eines Paiteir« hergeleitet hat. Versteht Herr Rickert den tivem Sinn, daß die Regierung gegen eine bestimmte Partei im Lande dauernd und nachhaltig auftritt, so akzeptire ich ihn. Das will er aber nicht. Er kämpft dagegen an. daß die Re- gierung fick durch die Presse gegen Angriffe wahrt. Er macht mit einer kolossalen fittltchen Entrüstung einen Vorstoß gegen die Regierung, und wenn man ihn dann fragt, wie macht Zhr es denn(Abg. Rickert: wir machen es eben nicht!), so ant- wartet er, er sei nicht betheiligt, würde aber derartige unmoti- virte Angriffe gern desaoouiren. Ich glaube ja gern, daß er persönlich eine so scharfe und anstößige ZeitungSvolemik des- aoouiren würde. DaS hilft ihm aber in diesem Falle nichts. Hier spricht er im Namen seiner Partei, und von dieser de- Haupte ich wiederholr, daß keine Partei mehr Veranlassung hat, in dieser Beziehung Stillschweigen zu beobachten, als die Fortschrittspartei. Ich fordere jeden zivili- firten Deutschen auf, zu sagen, ob je etwas Unerhörteres in Bezug auf Mangel an AnstandSgetühl in der drutlchen Presse geleistet worden, als von diesen Blättem. Der„Reichsfreund" schiebt tagtäglich hochgestellten Staatsbeamten, nament ich dem Reichskanzler, niederen Egoismus u. dgl. als Triebfeder ihrer Maßregeln unter. Ich will auch die offiziöse Presse nicht ver- treten, aber man darf fich nicht wundern, daß es aus dem Walde herausschallt, wie man in ihn hineinschreit. Abg. v. E y n e r n: Ich habe mit meinem Zwischenruf vorhin keine Billigung, weder nach der einen, noch nach der anderen Seite ausgesprochen. Mißbilligt Herr Rickert wirklich den gemeinen und niederträchtigen Ton der fortschrittlichen Presse, so sollte er doch endlich seinen Einfluß in der Partei dahin geltend machen. Was nun die Behauptung, die nationallrberale Partei habe um die Stimmen deS Zentrums gebettelt, betrifft, so erkläre ich dieselbe nach wie vor für un- richtig; ein Privatdrief eines einzelnen Mannes kann unmöglich genügen, eine derartige Beschuldigung gegen eine ganze Partei aufrecht zu erhalten. Abg. Rickert verliest hierauf den Brief deS Abg. Racke, in welchem behauptet wird, die Nationalliberalen im Kreise Bingen- Alzey hätten fich um die Zentrumsstimmen für ihren Kandidaten v. Echauß beworben und dafür die Unterstützung der Kandidatur Racke in Mainz angeboten, auch schriftliche Garantien für daS Verhalten deS Herrn v. Schauß in den Kultur kampfiragen gegeben.(Hört! hört! links und im Zentrum.) Wie die nationalliberale Partei dazu kommt, fich über den Ton der liberalen Presse zu entrüsten, kann ich mir unverständlich aus meinen Aus- giments in Preußen 'uSdruck in nega- schl-chterdinas nicht begreifen. Was hat nicht besonders die jüddeutsche Presse dieser Partei an Unfläthrgkeit uns gegenüber geleistet!(Lachen rechts.) Hat fie nicht gegen mich jenes Bündel Briefe veröffentlicht, jene Sammlung gemeinster und niedrigster Erfindungen? Hat fie fie nicht sogar, wie das «Frankfurter Journal" und andere Blätter, unter der Ueber- (Gelächter recht?.) Der Minister" springt' jetzt immer den Nationalliberalen bei. Ich glaubte nicht, daß es schon so weit wäre. Ich kann wirklich nicht alle Organe meiner Partei lesen. Der Redakteur deS„Reichsfreund" ist vollkommen seldstständig. Gewiß kommen auch in diesem Blatte Dinge vor, die ich durch- aus nicht billigen kann, aber die Verantwortlichkeit lehne ich ein für alle Mal ab. Der Vorgänger des Ministers hat uns feierlich verfichert, auf einen anderen Ton in der offiziösen Presse hinwirken zu wollen. Wie anders der Parteimann Herr v. Puttkamer. Ich überlasse jedem Unbefangenen das Urtheil darüber, daß ein Minister fich dazu bergiedt, diese Schmäh- ungen und Verleumdungen durch die Autorität seines Namens zu decken.(Oho! rechts, Beifall links.) Minister von Puttkamer: Ich weiß nichts von der offiziösen Presse, von der Herr Rickert immerfort spricht, und ich bitte, erst den Nachweis zu führen, daß diese Veröffentlichungen kein offiziöses Blatt mehr. offiziös find. Die Regierung hat gar. Nicht meine Amtsvorgänger, sondern ich selbst habe jenes Versprechen damals abgegeben und es redlich eingelöst. Die „Provtnzial- Korrespondenz" ist eingegangen. Wir haben unS des Hilfsmittels eines eigenen PreßorganS im politischen Kampf begeben und find nur für den„Reichs- und StaatS-Anzeiger" verantworllich. Abg. v. Schorlemer- A Ist: Die letzten Angaben haben wir schon oft gehört, aber es gehört ein stärkerer Glaube dazu, als mir gegeben ist, um zu glauben, daß die„Nord- deutsche Allgemeine" und die Kreit vlälter etwa nicht von der Regierung abhängig find. Wollte einmal ein Landrath fich ein erzultramonianes Blatt zu seinen amtlichen Publikationen aus- suchen, ihm würden von Berlin aus gründlich die Wege ge- wiesen werden.(Zustimmung links und im Zentrum.) Man sollte also in dieser Beziehung doch lieber offen, klar und red- lich fich aussprechen; das gehört dazu, wenn wir zu gesunden Zuständen kommen sollen.(Ledhafter Beifall links) Wenn Hcrr v. Eynern vorhin dem Abg. Rickert zurief, die offiziöse habe von der fonschrittlichen Presse gelernt, so gesteht er zu» daß die Regierungspresse in Bezug auf Gemeines und Niederträchtiges eine gelehrige Schülerin gewesen ist.(Heiterkeit.) Der Streit dreht fich hier nur darum, od jene Blältee zur Verbreitung solcher unwahren Verleum- düngen berechtigt find; die Entgegnung des Ministers weist der eigenen Presse einen ganz unmoralischen Standpunkt an. Eine der Ueberschriften kehrt ihre Spitze gegen den Abg. Windthorst und besagt, daß er im Reichetag für die auf dre Wiederherstellung Polens gerichtete Bestrebungen eintrete. Bekanntlich hat der Abg. Windthorst fich in ganz entgegen- gesetztem Sinne ausgesprochen. Daß der Minister nicht ein radelndeS Wort gegen solche Verleumdungen und Unwahrheiten gehabt hat, ist mir unfaßbar. Ich muß einen solchen Angriff aus den Abg. Windthorst in den Regierungsblättern für eine niederträchtige Verleumdung halten.(Beifall im Zentrum und links.) Abg. Dirichlet: Als Hcrr v. Bennigsen vor zwei oder drei Jahren die Forderung stellte, der Minister möge auf die Einführung eines vornehmeren Tons in Ver offiziösen Presse hinwirken, habe ich bemerkt, daß, wenn man Vornehmheit nicht befitze, man fie fich auch nicht geben könne(sehr richtig! rechls. Heiterkeit), daß man aber wohl die Wahrung des bürger- lichen AnstandeS verlangen und durchsetzen könne. In jed?r- Parteiprcssc und in jeder Partei giebt es gemeine und anstän- dige Menschen, darüber ist kein Str-it. Thatsächlich aber verr fügt der Minister über ein Quantum von Staatsmitteln zu- Bekämpfung d-s Königs Georg und seiner Agenten, und noto- lisch wird die Regierungspresse aus diesen Staatsmitteln unter- stützt. DaS ist der ganz erhebliche Unterschied, und eine Re- gicrung, die so verfährt, ist eine Parteiregierung im vollsten Sinne des Wortes. Abg. v. Eynern: Ich habe mein Urtheil über die fort- schrittliche Presse nicht auf die Regierungspresse übertragen wollen. Letztere ste� thurmboch über de- elfteren erhaben da. äe nationalliberale Partei kann für den (Heiterkeit rechts.'. Ton ihrer Presse nur dann verantwortlich gemacht werden, so- bald wir unsererseits eine Billigung dies-s Tones aussprechen. Ein hervorragender Führer der nationalliberalen Partei hat einmal im Reichstage gesagt: wir«erden unS niemals scheuen, mit den Konservativen diejenigen Gesetze zu beschließen, welche wir zum Wohl des deutschen Vaterlandes für geboten halten. Der hervonagende Parteiführer, der am 9. April 1880 diese Worte sprrch, war der Abg. Rickert. (Stürmische Heiterkeit.) Ich beklage tief, daß gerade dieser Hcrr, der bis vor wenigen Jahren ein hervorragendes Mit- glied der nationallideralen Partei war, es nicht seinen jetzigen Parteifreunden überläßt, solche Angriffe auf uns zu machen. (Sehr gut! rechts, Heitel keit.) Der Herr Minister hat unS garnicht in Schutz genommen. Das haben wir garnicht nöthig. Ich habe in seinen Worten die Entrüstung eines ehrlichen Mannes gesehen.(Gelächter links.) In dieser Beziihung sagte ein Führer der nationallibecalen Partei einmal im Reichs- tage, gegen den Abg. Richter gewendet: Glauben Sie, ich Halle es für eine Schande, die Meinung zu veitrcten, welche die Herren am Regieiungsiisch haben, wenn diese Meinung auch die meinige ist? Und das war wiederum der Abgeordnete Rickert.(Große Heiterkeit rechts.) Abg. Dirichlet: Es ist sehr mißlich die Sache eines Abwesenden zu führen, dcr w'nn anwesend, fich viel besser ver- theidigen würde. Die Heuen Nationalliberalen find so voll- kommen unverbesserlich, daß wir uns weitere Veisache, fie zu überzeugen, sparen könnten.(Sehr richtig! bei den National- liberalen.) Das, was der frügere herrorragevde Führer der Nationalliberalen gesagt hat, unterschreibe ich Wort für Wort. (Sehr richtig I links.) Nur daß es fich hierbei um die nationalliberale Partei von vor 4 Jahren handelt, während Herr v. Eynern die nationalliberale Paitei von heute vertritt. (Unterbrechungen bei den Nationalliberalen.) Niemand hat mehr Veranlassung, als der Abg. Rickert, fich gegen die nalionalliderale Partei zu wenden, er, der von Ihnen im Wahl'.ampf und in Ihrer Presse mit solcher Heftigkeit angegriffen worden ist. Herr Rickert bat selbst hervorgehoben, wie die jetzige Parteileilung s-ine nur zu begründeten Beschwerden unbeachtet gelassen hat. Wenn Jemand auf ein Blatt schreibt: Beg. ündet ron dem und dem, so liegt ja darin eine gewisse Verantwortlichkeit; viel schlimmer aber ist es, wenn Jemand ständiger Korrespondent einer Zeitung ist, welche ständig solche Angriffe dringt, während vielleicht der Muth fehlt, diese Angriffe mit seinem Namen zu decken.(Sehr gut! links.) Ein provinzieller Parteich>f der Nationalliberalen hat laut und vernehmlich erklärt, beim Wahl- kämpf komme es nicht bloZ darauf an, die Wahl deS GegnerS zu verhindern, sondern auch darauf, ihn zu van ästen, sei es auch unter der öffentlichen Aussprache bewußter Unwahrheiten. Das ist neonalionalliderale Doktrin!(Sehr wahr! links; Unruhe bei den Nationallrbcral n.) Abg. C r e m e r: Ich will natürlich auch nicht über die Land- gendarmen sprechen(Große Heiterkeit), so dein fahre nach be- rühmten Mustern fort, über die Presse zu reden. Noch nie habe ich einer Versammlung beigewohnt, wo man fich mit solchem Erfolg bemüht hätte, die Presse der gegenwärtigen Parteien au's Ingrimmigste herunterzureißen. Gemein, infam, nieder- trächtig— das waren so sie mildesten Ausdrücke sür die Charakleristik. Mit etwas weniger Fraklionsgetst und etwas mehr Patriotismus in der Presse wäre allen Parteien geholfen! (Beifall rechts) Abg. v. Eynern: Herr Rickett hätte vorher besser ge- than, nicht in den Reichstag zu gehen, sondern fick seltst zu vertheidigen. Herr Dirichlet hat ihm sicher keinen Dienst er- wiesen. Derselbe hat gesagt, er würde das, waS Herr Rickert daß n Sendungen Wochen für V deson) »u f so werden die Herren von der Rechten Nuä) einmal daS Vergnügen haben, mit Herrn Dirichlet zusammen z» arbeiten.(Heiterkeit.) Herr Rickert soll derselbe geblieben sein, nur die nationalliberale Partei soll fich geändert haben, dann bätte also vor 4 Jahren auch Herr Richter der nationalliberale« Partei angehört, bei dem jetzt Herr Rickert fitzt. Herr Richter aber hat fich, wie hier wohl von allen Seiten anerkannt werden wird, gewiß nicht geändert.(Große Heiterkeit.) Die Debarte wird geschlossen. Die Vermehrung der Lanvgendarmerie wird in besonder« Abstimmung gegen die Stimmen des Zentrums, und ein» Theiles der Freifinnigen dewilligt. nr. Ueber den Diepofilitionsfonds für allgemeine Aus- gaben im Interesse der Polizei wird auf Anlraz des Abg. Büchtemann besonders abgestimmt. Dasselbe wir» gegen die Stimmen eines TheileS des Zentrums und der Freifinnigen genehmigt. ,, Beim Kapitel Strafanstaltsverwaltung lenu Abg. v. Schenckendorff die Aufmerksamkeit auf einigt dringend der Abhilfe bedürftige Verhältnisse der Straianstalts- lehrcr. Denselben sällt eine außerordentlich wichtige Aufgatt zu, weshalb nur hervorragend tüchtige und bewährte Lehw hierzu Verwendung finden können. Dieselben haben deshatf immer schon eine länge Dienstzeit im Volksschuldienst hw« fich, durchschnittlich nicht unter 15, tbeilS aber bis 35 Iaht.[?%n Aeußc Diese Lehrer haben aber z. Z. kein Recht darauf, daß ihi««?M«t Komr bei ihrer Penstonimng diese Drenstjahre auch angerechnet wer- wievi den. Es kann dies nur auf dem Gnadenwege geschehen. Raa' dem der Staat aber durch das Lehrerpenstonsgesetz die Gs- meinden verpflichtet hat, den L'hrern die früheren im öffeniliast» Schuldienst zugebrachten Dienstjahre im PenfionSfalle an- zurechnen, so erscheint eS nicht mehr wie dillig und daß der Staat diesen Bestimmungen auch bei seinen eigene» Lehrern nachkommt. Nachdem fich noch die Abgg. K n ö r ck e und E r ernt> in gleichem Sinne ausgesprochen, wird daS Kapitel bewilW' ebenso der Rest des Ordinariums, sowie daS Extre o rdinarium. J* MdUschm wenn �werne um h'-hzeitig aus Mens unter feZ w&en müßten . Die St», Zbaale der Mersemesteri S'nn so wir M" schlies Haus In erster und zweiter Lesung genehmigte hierauf v? s den Gesetzentwurf, detreffend dre Aufhebung»' Amtsgerichts zu Neustadt-M a a d e b u r g. Schluß 3'/, Uhr. Nächste Sitzung Mittwoch U% . in?-fv»*- w u,— fa Anträge v. S ck o r l e m e r und v. Dztem dowSki, � Nm; das 5 «nit u Ä? §3% treffend den§ 27 der Geschäftsordnung und Petitio»''' St«"■« # k# i ÄJ P! II -n hatt. S m es der Parlamentarisches. — I n der XV. Kommission( An t r ä g e A m a n n- B i e h l) wurde gestern die Diskussion über VL Absatz 2, welcher die einzelnen Gewerbe aufzählt, für OL Zukunft der Befähigungsnachweis verlangt wird, fortg(% Vor- den Gegnern der Anträge wurden alle Gründe, im Plenum und in der Kommisston bereits wiederholt führt wurden, noch einmal ins Treffen gefüh't, aber an v 11 Stimmen, über welche die Zünftler, unter Führung v.% Rctzow's und des katholischen Kaplans Hitze verfügen, scheiß alle auch noch so deweiskräitigen Gegengründe. Da nach Erklärung deS Herrn von Kleist Retzow auch Frauen, ein selbstständiges Gewerbe treiben wollen, in Zukunft% Befähigungsnachweis zu führen haben werden, dieser ab« L geführt werden kann, wenn der oder die zu Prüfende 3% als Lehrling und ebenso lange als Geselle gearbeitet Wu werden wir in Zukunft auch Näherinnen-Gesellen und-Leh»� haben. Angenommen wurde der Befähigungsnachweis. dieser Sitzung für die Gerwerbe der Barbiere(Rafi«J3 Bäcker und Bandagistcn. Die Bader, für welche ursprüni der Befähigungsnachweis auch verlangt wurde, wurden. strichen, weil dieselben unter den Begriff Heilgehilfen das ärztliche Gewerbe aber von den geplanten Vorw% nicht derührt werden soll. Zur Heilung eines Beindr� zum Aderlässen oder Blutegelsetzen bedarfS also keines � fähigunasnachweiscs wohl aber zum Haarschnetden oder Ran?- Diese Tdatsache mag zur Jllustrtrung deS WertheS sozialpolitischen Gesetzgebung i la Ackermann genügen. Zucker st euerkommisston. In der Sitzung �5 l wlffe. 8. d. M. wurde von der Kommisston der Antrag Heines I iL über der eine Steuer auf fettiges Fabrikat einzuführen, mit allen S'M J%'t£�niert gegen die der Antragsteller abgelehnt. Hierauf wurde der I � Roland, die Zuckerrübenfieuer von 1,60 M. per Doppels�|„1 auszu auf 1,20 M. zu ermäßigen, mit 12 gegen 10 StwJJ (Zentrum, Deutsch Freifinnige, Volkspartei, Sozialdem.) nommen und damit die Regierungsvorlage, welche die®. von 1,60 M. auf 1,80 M. per Doppelzentner Rüben erb wollte, abgelehnt. In Bezug auf die Höhe der Au? � vergütigung konnte keine Mehrheit erzielt werden, weu�, Sozialdemokraten der Satz der Vergütigung im Roland'sibsU F trag zu hoch erschien.— Derselbe will für 1 Zentner fiia'Ll 12 M. Ausfuhrbonistkation gewähren(10 Zentner Rüben � Zentner Zucker), während die Sozialdemokraten den 9 Zentner Rüben— 1 Zentner Rohzucker zu®--j legen und einen diesbezüglichen Antrag einbringen wollen. Der diesbezügliche Theil schen Antrages fiel danach mit 11 gegen Mit Annahme des Roland'schen Antrages fielen liche Anträge auf Melaffebesteuerung. Bei v. Widell-Malebow auf steuerfreie Lager,— bei welches dort gelagerte Zucker einstweilen gegen Herausgabe der � fa? M 12 auch dem welckÄ sgave der>» bonifikatiön an die Einleger 2 Jahre lagern kann—.5 -alben, i der Heine'sche Antrag, die Dauer der Lagerfreihett von--. auf 1 Jahr herabzusetzen, abgelehnt, der Antrag o. fU» Malchow angenommen. Die Frist des Stcuerk-edits sukM von 6 Monat auf 12 Monat zu verlängern, wurde UjiW Der übrige Theil der Regierungsvorlage, eine FaWy statistik zu veranstalt e, ebenso die Slrafbestimmungen, � V in der Sitzung vom 9. im Allgemeinen angenommen u« mit die erste Lesung zu Ende geführt._ - Die Unfall-Kommission deS tage« hielt ihre erste Sitzung am 6. Februar und' F in die erste Lesung des Gesetzentwurfes über die Unw P, Krankenversicherung der land- und forstwirthschafti>« bester. Die Debatte war eine recht ani mitte. Es lag» ein Antrag des Abg. Buhl vor, welcher in der v�-M bezweckte, die Beittäge der BerulSgenoffen�chaft als 3 � f zur Grundsteuer zu erheben und in Folge davon auw M r#tn nt"-tat" Kerttltröfl'. j.(W triebsuntermhmer einzuschließen. Ferner dr antragt �!i> Maltzahn-Gültz: die Bildung der BerufA«'� v schatten den Landesregierung e� zu üwrwgg Abg. Struckmann: den Berufsgenoss-nschaften o die Beschädigten auch gegen ihren W p ju geben,*.- v>�...* mmu,% � w � einem Krankenhause o-rpfl'grn zu lasse». Gegen w trag wendet fich insbesondere der Abg. Frochine- auch, wie schon im Plenum, G-legenheit nahm, die» lz v-wi DM M Vto »Ä Wal» BÄ lOfhl$ von »(ä &.tS S . ttegenheit torische Krankenverficherung für die land- und schaftlichen Arbeiter m verlangen. Sämmtlicke Antrag ,(j s abgelehnt.— Am 8. Februar wurde die Bersthun« �' welcher u. A. den Krankenkassen und den Genie 13wöchin>liche Verpflegung Verletzter ambücden null,-.„r#. Die Abg. Frohme und Schräder wendeten d®., sk' gegen diese Best ob das g e s e tz l vcrstcherung ein r e ty n» ch z i S i vvviiusvvwittt vt«» � V Uf 4&» u/«uiUsfiytia ssp Kritik und kam dabei zu dem Schluß, daß dieses Nicki.�ffe.� vielmehr rechtlich die Kranlenkassen zu Leistungen im o t, Unfalloerficherung nicht herangezogen werden lon Wendungen gegen diese Ausführungen wurden von gemacht; doch beschloß die Majorität im Sinne der-n K b(7n' «'ttden. h einmc Btnmen Z» ieben sein, »den, dann allid'raleN err Richte anerkaniu it.) besonder« und eiaei ne Aus- ms Antra« selbe wild und der rng lenlt ruf einige ca'anstalls' ■t Aufgabe daß ihnen ÄS ■ daß nach der ganzen Tendenz der VerficherungSgesetze «Wendungen, welche Gemeinden für die ersten dreizehn -roaien für Verletzte zu machen haben, nicht als Armenunter- 'ung. besonders im Sinne des Wahlgesetzes für den deutschen »«tag, zu erachten seien. Lokale». ..Da« königliche Polizei, Präsidium hat dem Kuratorium städtischen Zentral-ViehhofS miig-theilt, daß rs n-cht ge> Ä wenn am Sonntag da? Schlachten(Stechen) der um 9 Uhr Morgens eingestellt werde; eS müsse Wältig auch das Ausnehmen der Schweine nach 9 Uhr Mgens untersagt und so der ganze Schlachtdetrieb auf dem Schlachthof von dieser Stund« ab beseitigt werden, da die Fleischbeschaucr noch bis 19'/, Uhr in Thäligkeit '"«n müßten. , Die Studenten der Medizin feierten vorgestern Abend «Lt?'* der Kaiserhallen mit ihren Lehrern zum Schluß deS Miuersemesters einen Kommers. Es wäre da? an und für lc Tt («fB'r igen-» krJy' einen»ommeis. res wäre va» an uno im w Inn so wichtiges Vorkommniß, daß wir davon besonders M. nehmen müßten, indessen glauben wir unsern Lesern > dder doch eine Mittheilung machen zu müssen. Das„Verl. ogebl. schließt seinen Festbericht mit folgender bemerkenS- M fori®: nde, 0% holt n# i nach"L % 0 Beinbr-«. keines� iderWd sjerthcs gen. j »tzung � Aeußerung:„Als ein fremdländischer Arzt, dem die mifir in KommerSgebräuche völlig unbekannt waren, die Frage wieviel wohl an einem solchen Abend im Durchschnitt er,«inke, antwortete ihm ein junger Fuchs:„etwa zehn Mi- Darauf warf ihm ein Kommilitone einen Blick des 1««, Md deS Vorwurfs zu, und meinte:..Das wird nicht ' Ä(n: das Durchschnittsmaß dürsten doch 25 Schoppen sein, B't,nn< etliche, die heute Abend sich ihre 40 Schoppen leisten «ySJ, DaS wäre wahrscheinlich mehr, wie ein Pferdeeimer «J™ hat, und viehisch ist eine solche Leistung auch. Es ist "°ch ein Zeichen der Zeit, daß solche Vorkommnisse von .Gewissen Presse zu förmlichen Heldenthaten gestempelt j Wenn bei der jetzigen Kälte ein armer Teufel einen tte mtJlt trinkt, als er wirklich ertragen kann, dann schreit ta Welt über die EchnapSpest, den Moralphilister über- bnid. �lter Schauer,— wenn er an den schleckten Fusel ui' wenn aber die Bourgeoissöhnchen vierzig GlaS Bier ferfjw Gemüthe führen, dann findet man daS reizend, >n � Soviel ist ficher, daß man fich vor einem Arzt, der tonw.- fügend vierzig GlaS Bier in einer Nacht trinken tii»*! ithr in Acht nehmen muß, denn das Menschenkuriren »ll solchen Umständen eine gefährliche Sache. Lckmi??. kin Arbeitgeber. Eine ganz neue Art von irÄ [zfl� " fs % Rüben 2, | uxlAJ/ ; der G 1- A i 91 Ä i I �»der�?4rauen auf dem Gesundbmnnen zugeschnittene fetiu Wchen, welche die Damen zu einem bestimmten Tage «me möchten- die Kleidchen seien zur Bescheerung für «ohgNer in der St. Elisabethgemeinde bestimmt. Bei dem bracht Ln Zweck waren die Damm bereit, die ihnen über- liltt,„Sachen zu übernehmen. So hatte auch Frau I. ein >l>cket erhalten nebst einem Zettel, auf welchem als §. PacketS drei zugeschnittene Kleidchen standen. Frau few„®as Packet in ihre Kommode. Als fie nach wenigen oie Arbeit vornabm, befanden fich nur zwei zuge- N-?*J"est>chen in dem Packet. Frau I. nähte dieselben «>1«°. bemerkte dem alten Manne, der fich zur Abholung iileib-, eingestellt hatte, daß fie statt der verzeichneten drei (Wf,?niir Zwei vorgefunden habe, es müsse also wohl ein beim Einpacken geschehen sein. Der Alte nahm die Sachen und entfernte fich dankend. Vor wenigen �det nun Frau I. das vermißte dritte Kleid in ihrer �?°de. das fich wahrscheinlich aus jenem Packet heraus- fe., in hatte. Frau F. machte eS sogleich fertig und über- SLjL 9s dem Prediger Baumannn unter Miitheilung des ÜI-Mrungsgrundes. Bald aber kommt der Bote mit dem 'HeM« wieder zurück und theilt ihr mit, daß der Prediger annehmen könne, da er von jenen Aufträgen gar U,? wisse. Die getäuschten Damen sind nicht wenig ent« I den Schwindel.— Hauptsächlich wohl deshalb, weil �.fromme Thätigleit nunmehr nicht genügend anerkannt a Der Gedanke, den Wohlthätigleittmuth frömmelnder "Im auszunützen, entbehrt jedenfalls nicht der Originalität. Kerr H. Speckhuhn in Emden, Neuthorstr. 30, verfolgendes Inserat:„Gut geschossene Silbermöven, oen, Sturmmöven, Mantelmöven, Schmarotzermöven, hdi�olben, Austernfischer, Lummen, Bergenten, Sturmvögel, V»"dereS Geflügel kaufe ich zu den höchsten Preisen." Wn,„Geflügel" prangt dann auf den Hüten unserer iitJfy» Bauernfängerei mittels Kümmelblättchenspiels ist außer Gebrauch gekommen, weil fie fich nicht mehr %l(.7 erweist. Nur der wegen gewerbsmäßigen Glücksspiels ? und empfindlich bestrafte„Arbeiter" Dabergott kann st»,'wt entschließen, auf diese Erwerbsquelle zu verzichten. ", o-rschlepvte er einen im Wartesaal vierter Klasse des (wen Bahnhofes fich aufhaltenden Arbeiter aus der Pro« tJÖÜ1 uach einem Restaurationskeller in der Breslauer- rupfte ihn in Gemeinschaft mit zwei dott das Opfer � de?!? unbekannten Genossen in der bekannten Weise. I W O S" � Arbeiter "ivrnri seine Baarschast von 20 M. verloren httte, Spieler verschwunden. Nach der gegebenen Beschrei- . sofort der Verdacht auf Dabergott, den auch der Än. b- stimmt als den Schlepper wieder erkannt hat. Still«,?* Jinigen Wochen brachte der„B. B.-C." die Mit- Sj-chiz?' M gegen einen hiesigen, früher sehr beschäftigten kSoltef beim Landgericht I bei dem Vorstande der r bari«!.. wmer eine Beschwerde eingegangen war, in welcher »de ail und unter Beweis gestellt wurde, der Rechtsanwalt »UiUt, einem wegen Betruges angeklagten Banquier eine J-Hleln Summe, angeblich zur Unterdrückung von Zeitungs- L«rspie'a°i" soffen und in Wirklichkeit das durch so schimpfliche M-................. Mden»ZUR gegen den Rechtsanwalt noch nicht vorgegangen ?�lsan�?.!�w9il erst der Ausgang eines gegen denselben ?tden in,,. sSwedenden anderweitigen Verfahrens abgewartet �r ��"9. Nunmehr hat der Vorfitzrnde der Anwaltskammer, 4. Justizrath Laue, dem Beschwerdeführer unter »Ä�räfii? 9 er. die weit re Anzeige gemacht, daß dur !.,�tian�s,�9wordene Erkenntniß des Ehrengertchtshofes der I�vve iv,Z-du Leipzig vom 14. Januar d.& der in Rede J;9'(n Disu.i��utt in dem bereit« früher gegen ihn einge- I?Men wn lp£na,r»9tfahten von der R-chtSanwaltschast ausge- d».1?>irt in yl ist und die Anwalts kammer jetzt nicht mehr swrAnwaliz', iibor die geführte Beschwerde zu befinden. DaS m"en An�T.wer voigelegene Beschwerdematerial gegen den iJ9ia an h?» � wird jetzt auf den Antrag deS Beschwerde- weitex..'9 königliche Staatsanwaltschaft beim Landgericht I W �Ur B.»�?.s°ssung abgesandt werden. M-"ach Niil�sung des Schwindel« mit Pferdewurst «tt N°tiifiÄun?°�ng des„Berl. Fremdenbl.", das königliche b-s �Ung nn?, brm Magistrat den Entwurf einer Polizei- �leii�outtKi..* Danach darf das Schlachten eines Pfer- in k., 98 oder Esels zum Feilbieten oder Verkaufen des Werden I! na� Berlin einzuführen, soll überhaupt ver- ' Der Verkauf von Pferdefleisch und der betref« steischwaare ist als solche durch Tafeln mit deutlicher Inschrift von mindestens 15 Zentimeter Buchstabenhöhe zu kennzeichnen. Ueber die Untersuchung der bezüglichen Echlachttdiere, über die Einführung polizeilich zu konttolirender Schlachtbücher find genaue Vorschriften vorgesehen. Nur Schweinefett, aber durch- aus kein fremdes Fleisch(von Schwein, Rind oder dergl.) darf der Pferde- oder Eselswurst zugesetzt weiden. Der als Substitut bei etuem vereidete« Makler be> schäftigte Kausmann F. wurde gestern wegen wiederholter Unterschlagung zur Haft gebracht. Ein Dienstmädchen hatte fich während einer zwölfjährigen Dienstzeit bei dem Vater deS Beschuldigten, einem hiefigen Makler, 1000 M. erspart und diese Summe zum Ankauf von Werthvapieren ihrem Dienst Herrn übergeben. Letzterer hatte den Auftrag ausgeführt und die angekauften Effekten in Verwahrung genommen. Nach seinem Tode kam T. in den Befitz der Werthpaviere und ver- wendete dieselben in seinem Nutzen. Außerdem hat er einer Verwandten die ihm anverttauten über 7000 Mark lautenden Papiere unterschlagen. Gerichts-Ieiwng. ReichSgerichts-Entscheiduva. Leipzig, den 8. Februar. (Arzt und Polizeiprästdent.) In Wiesbaden trat im Juli v. I. die TyphuS-Krankheit in so erheblichem Grade auf, daß fie als Epidemie bezeichnet werden konnte. Der Polizeiprästdent von Wiesbaden, Herr v. Strauß, ließ daher verschiedene Vorfichts- maßregeln treffen und ordnete auch die Veröffentlichung der täglichen Erkrankungen bezw- Todesfälle in den Zeitungen an. Mit diesen Vorkehrungen war der praklische Arzt Dr. med. Oswald Ziehmsen deshalb nicht einverstanden, weil er be« fürchtete, der Zuzug von Kurgästen werde in Folge jener Be- lanntmachungen aufhören, wodurch wieder seine Praxis und sein Erwerb Einbuße erleiden würden. Er fertigte daher ein „Eingesandt" an, in welchem er die Maßnahmen des Polizei- vräfidenten kritifirte und veröffentlichte dasselbe in der am 23. Juli erschienenen Nummer deS„Rheinischen Kuriers". In einer späteren Nummer erschien sodann eine Ant- wort des Polizeivrästdenten, worin derselbe mittheilte, jene Anordnungen seim auf Weisung der Regierung getroffen; Dr. Z. könne nähere Auskunft über die in letzter Zeit ge- schehenen gesundheitlichen Aenderungen(Verbesserung der ge- sundheitlichen Kloaken u. s. w.) jederzeit bei ihm erhalten. Am 5. August erschien wieder eine Mittheilung deS Dr. Z. in jenem Blatte. Er habe, sagte er, auf einen an den Polizeipräfidenten gerichteten Brief, in welchem er um Auskunst über eine Reibe die Typhusepidemie betreffende Fragen gebeten hatte, keine Antwort erhalten, trotzdem jener ihn auf den Korrespondenzweg gewiesen habe. Jetzt erfahre er nun, daß der Polizeiprästdent auf Urlaub nach Tirol gereist sei. Er habe einer Antwort nun nicht mehr entgegengesehen in der Annahme, daß der Polizei- präfident erkrankt sei, denn er habe noch nicht gehört, daß ein preußischer Offizier, wenn er nicht schwer krank oder verwundet sei, im Moment der Gefahr seinen Posten verlasse. Den Schluß dieser öffentlichen Diskussion bildete ein aus Tirol datirtes Ein« gesandt des Polizeipräfidenten, worin er die Jnfinuation des Dr. Z. zurückgewies. Gleichzeitig stellte er aber Strafantrag gegen Dr. Z. wegen öffentlicher Beleidigung. Das Landgericht in Wiesbaden, welches am 20. November v. I. gegen Dr. Z.(und den in der Revifionsinstanz nicht in Betracht kommenden Redakteur deS betr. Blattei) verhandelte, erkannte zwar an, daß der Anae- klagte in der Wahrnehmung berechtigter Interessen jene Artikel veröffentlicht habe, erachtete aber den Umständen nach eine Be- leidigung deS Polizeipräfidenten für vorliegend, die darin zu finden sei, daß demselben vorgeworfen ist, er entziehe fich der Gefahr durch seine Abreise. Eine Gefahr, welcher er hätte entgegentreten müssen, wurde vom Gerichte nicht für erwiesen angenommen. Das Urtheil lautete auf 1000 M. Gelbstrafe. Die Revision deS Angeklagten gegen dieses Urtheil wurde am 8. Februar vom ersten Strafsenat des Reichsgerichts verworfen. In den Gründen wurde ausgeführt, die Annahme des Land- gerichts, die vom Angeklagten behauptete Thatsache sei geeignet, den Polizeipräfidenten in der öffentlichen Achtung berabzusetzen, sei wohldegründet, eine Verkennung des§ 193(Wahrung berechtigter Interessen) habe nicht stattgefunden und eine unzu- lässige BeweiSlast sei dem Angeklagten nicht aufgebürdet worden. Eine anonyme Postkarte bildete die Unterlage einer Erpressungs-Anklage, welche gestern gegen den Holzhändler Max Abbe vor der zweiten Straskammer hiefigen Landgerichts I verhandelt wurde. Der Angeklagte hatte von seinem Schwager Kaufmann Seemann zum Betriebe seines G-schäfts größere Darlehen erhalten, die dieser energisch zurückforderte, als der Angeklagte fich in seinem Haushalte einigen Luxus gestattete. Da letzterer nichts zahlen konnte, wurde er von seinem Schwager verklagt, ausgepfändet und auch eine Forderung von ihm an die hiefige Garnisonverwaltung für geliefette Kohlen mit Arrest belegt. Dies geschah am lt. Oktober pr., am folgenden Tage erhielt Seemann folgende Post- karte:„Vitriol soll ein gutes Verschönerungsmittel für daS Geficht sein, eine gute ultima ratio." Der Empfänger brachte diese Karte mit der am Tage vorher be- wirkten Pfändung in Verbindung und erstattete gegen seinen Schwager als den vermeinlichen Verfasser und Absender An- zeige. Derselbe stellte seine Thäterschaft in Abrede und brachte den Inhalt der Karte auf Anordnung des UntersuchungS- richterS behufs Handschriftenvergleichs zu Papier. Der Sach- verständige, Kanzleirath Seegel, behauptete, daß der Angellagte die inkriminirte Karte geschrieben hat, während dieser bemerkte, daß er fich allerdings Mühe gegeben habe, die Karte möglichst getreu nachzuschreiben. Staatsanwalt Dr. Otto erachtete das Gutachten nicht als einen ausreichenden Beweis für die Schuld des Angeklagten und beantragte deshalb dessen Freisprechung, auf welche der Gerichtshof auch erkannte. Eine Dienstherrin, welche ihre verschiedenen Dienst. mädchen bestoblen hat. stand in der Person der Ehefrau deS Ingenieurs WeSberg vor den Schranken der fünften Straf- kammer hiefigen Landgerichts I. Zuvörderst ging aus der Beweisaufnahme hervor, daß die Angeklagte schon seit sehr langer Zeit mit ihren Dienstboten in den denkbar kürzesten Zeiträumen gewechselt hat. Manche Mädchen waren nicht länger als 12 Stunden bei der Angeklagten, in den günstigsten Fällen dauerte der Dienst einige Wochen. Am 2. April v. I. war bei Frau W. die unverehelichte Louise Fünfstück zuge- zogen, und schon am andern Morgen hatte fie den Dienst wieder verlassen. Den am Abend vorher mitgebrachten Reisekorb hatte die Louise F. bei Frau L. stehen lassen. Als fie denselben einige Tage später von dort abholte, ver- mißte fie daraus diverse Kleidungsstücke. Auf die bei der Polizeibehörde erstattete Anzeige macht Frau W. allerhand auffallende Einwände, welche den vernehmenden Kriminal- Kommissar Kuntzen veranlassten, nach dem Verbleib der Vor- gängerin der Fünfstück zu rechergiren. Vier derselben beklagten fich merkwürdiger Weise ebenfalls über das Verschwinden ein- , einer Gegenstände beim Fortzuge auS dem Dienst der Ange- klagten Bei der bei derselben vorgenommenen Haussuchung mm strafe von einer Woche Gefängniß. gerichts, IV. Strassinali vom 4. Dezember 1885 als eine Beleidigung des verantwort« lichen Redakteurs, wenn er zugleich leitender den Geist der Zeitung bestimmender Redakteur ist, betrachtet werden, und ein» tretenden Falles ist der verantwortliche und leitende Redafteur zur Stellung des Strafantrages berechtigt. Richtet flch die Be- schimpfung gegen einen bestimmten Zeitungsartikel, so fehlt dem leitenden Redafteur das Recht zur Stellung des Straf« antrageS, wenn er in keiner ursächlichen Beziehung zur Auf» nähme gerade dieses Artikels gestanden hat. Vereine mh Versammlungen. * Die große Volksversammlung, welche am Montag, den 7. d. M., in Habel'« Brauerei, Bergmannstraße, stattfand, war ungemein zahlreich besucht. Vor Einttitt in die TageS« ordnurg theiite der Vorsitzende mit, daß an Stelle des Herrn ReichstagsadgeorZneten Singer drr Herr Reichstagsabgeordnete Pfannkuch das Referat über„das Branntweinmonopol" über- nommen habe. Nachdem der Herr Refirent etwa 15 Minuten gesprochen, mußte die Versammlung wegm steigender Ueber« füllung des Saales auf 10 Minuten vertagt werden. Nachdem sämmtliche Tische aus dem Saale entfe nt waren, konnte nunmehr der Herr Referent in seinem mit großem Bei« fall aufgenommenen Vortrag fortfahren. Redner erklärte, daß das Branntweinmonopol für die Kleinindustriellen und hauptsäch- lich für die große Masse deS arbeitenden Volkes nicht gerecht« fertigt, sondern zu verwerfen sei. Die durch das Monopol entstehende Vertheuerung, würde wiederum der kleine Mann zu tragen haben, wogegen dem GroßschnapSdrenner ein bedeuten- der Mehroerdienst in die Tasche fließen würde.— Für dm klaren und schneidigen Vortrag erntete d-r Referent auch am Schlüsse desselben stürmischen Beifall. Da fich auf wieder- Höstes Anfragen des Vorfitzenden kein Gegner zum Wort meldete, wurde einstimmig folgende Resolution angenommen: 1.„Die heutige große Volksversammlung in Habel'« Brauerei erklärt fich mit den Ausführungen des Referentm über das Branntwein-Monopol ganz einverstanden, indem fie anerkennt: A. Daß durch Einführung des Branntweinmonopols die Klein« industriellen in dieser Branche geschädigt und dadurch dem Ruin entgegen gehen. B. Daß der Konsument(die große Mehrheit deS Volkes) am meisten geschädigt wird, indem durch Einführung des Monopols dieser Konsumartikel bedeutend ver- theuert wird und diese Vertheuerung nur das Volk zu tragen hat. Ii. Wird in der Versammlung anerkannt: A. Daß jede Steuer, welche indirekt ist, nur auf den Konsumenten lastet hier als eine Lizenzsteuer angesehen wird, und verwerflich ist. B. ES wird anerkannt, daß das Monopol auf den Ausschank von SchnapS und den Kleinhandel mit geistigen Getränken, die Großgrundbesitzer und GroßschnapSdrenner entlastet und die Kleingewerbetreibenden noch mehr belastet. Aus diesen anae» führten Gründen erkenntdie Versammlung: daß das Branntwein- monovol verwerflich ist, und verpflichtet fich, mit allen ihr zu Ge« böte stehenden Mitteln, einen energischen Protest dagegen zu erheben. Nachdem der Referent zum Schluß noch mehrere Er- läuterungen zur Monopolfrage gegeben und einige Bemerkun- gen über seine Vergangenheit und Thätiakeit in der Arbeiter« bewegung gethan, schloß der Vorfitzende die so würdevoll ver« laufene Versammlung. Unter Hochmfen auf Herrn Pfannkuch und die Sozialdemokratie verließen die Versammelten den Saal. * Kranken« und Bearäbntßkasse der Berliner Gürtler und Bronzeure(E. H. Nr. 60). Sonntag, den 14. Februar, Vormittags 10 Uhr, im großen Saale von„Sanssouci", Kost- buserstr. 4a, ordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Wahl des gesammten Vorstandes und der Ausschußmitglieder.— Es ist Pflicht aller Mitglieder, in dieser Versammlung zu erscheinen. Als Legitimation muß das Quittungsbuch am Eingange vorgezeigt werden. Ohne Quit« tungsbuch kein Einlaß.(Siehe Inserat am Donnerstag.) * Louisenstädtischer Bezirksverein„Vorwärts." In der letzten Vereinsversammlung hielt Herr Professor Dr. Petri einen Vorttag über„die Entwässerungsanlagen in Marien« felde". Referent legte klar, wie gerade diese Anlagen im Stande wären, eine große Steuererleichterung der Bevöikerung zu bewirken: deshalb sei eS Pflicht der städtischen Verwaltung Berlins, fich ernstlich mit dieser Sache zu beschästigen. Schon bei Ankauf des Gutes Hellersdorf habe man so recht die Antipathie der städtischen Verwaltung gegenüber der Anlage wahrgenommen. Die Herren, welche nicht zur liberalen Partei im rorhen Hause gehören, wurden als dieselben fich wohlwollend gegenüber der Anlage aussprachen, niedergeschrien. Die An« ige selbst sei im Stande, 4 Mal täglich eine Reinigung vor« zunehmen und können demnach ca. 4000000 Liter Jauche pro Tag gereinigt werden, und sei hierzu ein bedeutend kleinerer Raum nothwendig, als bei den Rieselfeldern. Die Anlagen selbst könnten mitten in der Stadt ohne Störung angebracht werden. Auch ver gelieferte Dung sei ein ausgezeichneter, die chemischen Untersuchungen hätten dies zur Genüge bewiesen. An der Dickusfion betheiligten fich mehrere Redner, um dem Vortragenden ihre Zustimmung auszudrücken. Ein Herr Gerich, welcher selbst Untersuchungen angestellt hat, meinte, es sei kein Zweifel, daß diese Anlagen doch einmal eingeführt werden müßten und stellte dies als sehr emofehlenswerth hin. Die Männer der Wissenschaft sollten einmal unparteiisch handeln, dann würden fie einsehen, wie nothwendig eine der- artige Einrichtung sei und w.'tche ungeheuren Geldsummen da« durch gespart werden könnten. Die nächste Versammlung findet am Mittwoch, den 17. dieses Monats in demselben Lokale statt. * hfs. Eine große Generalversammlung der Berliner Zimmerleute, welche die weiten Räume deS KonzerlhauseS „Sanssouci" vollständig füllte, tagte am Sonntag Vormittag unter Vorfitz des Herrn Seitzt. Vor Eintritt in die eigentliche Tagesordnung sprach der Reichstagsabgeordnete Frohme in einem etwa'instündigen, mit außerordentlichem Betfall aufge« nommenen Vortrage über Nothwendigleit und Bedeutung ge« setzlichen Arbeiterschutzes, in welchem er nach eingehender Mo- tivirung deS dem Reichstage vorliegenden Arderlerschutzgesetz« Entwurfes der sozialdemokratischen Fraktion die Arbeiter auf« forderte, hinter ihren Vertretern im Reichstage zu stehen und energisch für die Einführung resp. Annahme deS Arbeiterschutz« gesetzes einzutreten. Die Versammlung nahm hierauf unter Verzicht auf jede Diskusston einstimmig die nachstehende Reso- lution an:„Die heutige Generalversammlung der Berliner Zimmerleute erklärt fich mit den Ausführungen des Referenten Herrn Reichstagsabgeordneten Frohme voll und ganz einver» standen. Feiner spricht sie die Hoffnung und Erwartung auS» daß der deutsche Reichstag dem von der sozialdemokratischen Frattion eingebrachten Arbeiterschutzgesetz-Antrage, welcher ge« eignet ist, die Roth der arbeitenden Bevölkerung und den auf derselben lastenden Druck zu mildern, seine Zustimmung er« theilen werde. Zu den gewählten Vertretern der Arbeiter« partei im Reichstage hegt fie die zuversichtliche Ueber« zeugung, daß dieselben für die Annahme deS Arbeiter« schutzgesetzes mit aller Energie eintreten werden." Hierauf erstattete der Kasfirer für den Generalfonds, Herr Menzel, den Bericht über Einnahmen und Ausgaden desselben vom Juli bis ult. Dezember 1885. Hiernach wurden auf 173 Werkpläyen 6000 M. freiwillige Beiträge(ä 20 Pfg. wöchentlich) zum GeneraifondS gezahlt: von den hier vor- handenen 301 Plätzen find bis jetzt noch 128 an den Beitragszahlungen nicht detbeiligt. Die Versammlung ertheilte Herrn Menzel Decharge. Eingegangene Anträge auf Erhöhung der Beisteuer zum Fonds wurden theils bis auf Weiteres vertagt und rheilweise abgelehnt. Den 14 streikenden Korbmachem de- willigte die Versammlung 50 M. Unterstützung aus dem �cwwrüun-"yjjn\.vj kannte enigeqenlommcnde w_... »kommende Versammlung der Baugeschäfts inhater dei�Buggenhagm. In der Diskussion sprach man fich allenthalben dafür auS, volläufig eine abwartende Stellung zu beobachten. Schließlich theilte der Vorsitzende mit, daß am 14. d. MtS., eine Versammlung der Zimmerleute dcS Ostens von Berlin behufs Gründung eines neuen östlichen Berliner Lokalverbandes stattstndet. * Die Gewerkschaft der Metallarbeiter Berlin« hielt Sonntag, den 7. d. M.,_lm„Weddingpark", Müller j. lilM*' am straße 178 eine gut besuchte Mitgliederversammlung ab, in welcher Herr Christensen einen beifällig aufgenommenen Vor trag über„Vollswirthschaft" hielt. Redner gab einen Virhäl intrr- effänten Einblick in die rvirthschafllichen Virbältniffe des vorigen Jahrhunderts, er wies nach, daß durch die Erfindung der Maschine das mobile Kapital den bis dahin dominirenden Grundbefitz und der Geistlichkeit den Vorrang streitig machte, daS damalige feudale Königthum stürzte, aber ein Proletariai schuf, welches jetzt noch fortwährend in stetem Wachs- begriffen ist. Er wies an der Hand drastischer thur Bei' mm _ spiele treffend nach, daß der gepriesene Antrag Ackermann mit dem famosen Befähigungsnachweise in Wirklick« keit keinen Nutzen, sondern großen Schaden für das Hand verk im Gefolge habe. In der lebhaften Diskussion theilte Herr Gutheit mit, daß die Schwartzkopff'sche Maschinenfabrik einen Ukas in der Fabrik angeschlagen habe, wonach fie trotz der Lohnabzüge von 10 pCt. immer noch mit Verlust arbeite. Trotzdem im Jahre 1884 85 ein Reingewinn von 1 915 000 M. erzielt wurde, zog man den Arbeitern noch 15 pCt. ab. Angesichts dieser Tvatsachen, meint Redner, gehöre eine große Portion Dreistigkeit dazu, wenn man behaupte, die Firma arbeite mit Verlust. Nachdem Herr Klein noch das„Berliner Volksblatt" und die„Metallardeiter- Zeitung" als Arbeiter« Organe empfohlen hatte, wurde ein Antrag des Herrn Casprich, für die streikenden Handschuhmacher und Leder- »urichter eine Tellersammlung zu veranstalten, angenommen. Mit einem Hoch auf das Gedeihen der Gewerschaft schloß der Vorfitzende die Versammlung um!'/« Uhr. * Die Zentral-Kranken« und Sterbekasse für Frauen «nd Mädchen(E. H.) hielt am Sonntag Nachmittag tn dem oberen Saale der Gratweil'schen Bierhallen eine Hauptver- sammlung der hiefigen Mitglieder ab, welche fich mit der Wahl der Delegirten zur Generalversammlung der Kaffe, die be« kanntlich am 21. d. M. in Berlin stattfindet, und mit Anträgen auf Statutenberathung beschäftigte. AlS Delegirte der hiesigen Mitglieder wurden gewählt: Frl. Jagert, Frl. Gras, Frau Jost, Frau Schulz, Frau Eule, Frau Leibing und Frau Marie Schneider. Für auswärtige Verwaltungsstellen wurden ge- wählt: Frl. Kratz und Frl. Nix. Als Beiräthe für Berlin die Herren Bielefeld, Schieß! und Jost. Für AuSwärts: Schneider Kreutz und Freudenreich. ES wurde bekannt ge- macht, daß am Mittwoch, den 10. d. M., Abends punkt 8 Uhr, die Vorstandssttzung Kaiser Franz> Grenadierplatz Nr. 7 statt- findet. Tie Zahlstellen befinden fich bei Frau Grothmann, Wolgasterstr. 8; Frau Schneider, Blumenstr. 29; Frau Schneider, Naunynstr. 60; Frau Strauß, Mchncrstr. 6: Herr Schicßl, Wasserthorstr. 69, und beim Vorsitzenden Herrn Viele- feld, Gitschinerstr. 94. Krankenmeldungen dürfen nur bei letz- terem stattsinden. * th. Die hiesige Tischlertnnung hatte vor kurzem eine Kommisston von 15 Mitgliedern gewählt behufs Aufstellung rineS Lohntarifs für die Mitglieder, sowie den Beschluß gefaßt, dahin zu wirken, daß die Polirarbeiten künstig, um der lieber« Produktion im Tischlergewerbe etwas zu steuern, von den Tisch« lergesellen selber ausgeführt werden sollen. Behufs Stellung- nähme zu diesen, die Möbelpolircr, deren Zahl auf ca. 900 geschätzt wird, unmöglich machenden Beschlüssen fand am8. d. M. eine öffentliche Versammlung der Möbelpolirer statt. Die Versammlung beschloß nach kurzer Diskussion, über die Beschlüsse der Tischlerinnungzur Tagesordnung überzugehen.— An dem' essen der Tischler Stellung gegen die Petition deS deutschen Tisckler-Jnnungi-Bundes unter Leitung deS Herrn Brandes. Die Vereinigung der Lederzurichter und Lohgerber hielt am Sonntags den 7. d. JR, eine Versammlung ab, in l. Seegall, welcher der Streik in der Roßlederfabrik von A Jüdenfiraße 37, für beendet erklärt wurde; derselbe ist, wie mitgethcilt wurde, zu Gunsten der Arbeiter ausgefallen, da die von denselben gestellten Bedingungen größtentheils anerkannt wurden. Der Vorsitzende Herr Busse wies auf die Nützlichkett und Zweckmäßigkeit der Vereinigung hin, dieselbe habe,— so jung fie auch noch sei,— mit Hilfe anderer Gewerkschaften die ungerechte Forderung eines Arbeitgebers energisch zurückge- wiesen, fem hierauf folgenden Vortrage des Herrn Böttcher folgte die Versammlung mit größter Aufmerksamkeit.— Es ist ersteulick, daß auch die Ardeiter dieses Gewerks jetzt aus ihrer L-thargie erweckt find und fich zur Erreichung besserer Ar- beitsbedingungen organifiren Wir wünschen der Vereinigung den besten Erfolg. Eine in der Versammlung veranstaltete Tellersammlung zum Besten der streikenden Handschuhmacher ergab die Summe von 17 M. 60 Pf. Zentral« Kranken««nd Sterbekasse der Tischler und anderer gewerblicher Arbeiter(Ortsverwaltung Berlin 0.) (Hallescher Thor Bezirks Mittwoch, den 10. Februar, Abends 8 Uhr, Teltowerstr. 3 bei Rothrcker, Mitglieder-Versammlung. Tagts-Ordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1885. 2. Wahl von Krankenkonttoleuren. 3. Verschiedenes.— Sonnabend, den 20. Februar, findet in Habel's Brauerei, Berg- mannstr. 5—7, ein Wiener Maskenball statt. Der Ueberschuß ist für den Jnoalivenkonds destimmt. Billets a 50 Pf. find Bergmannstr. 11 Iii. bei Strehler, Bergmannstr. 14 Hof IV. bei Ertel, Johanniterstr. 10 Hof III. bei Böhm, ferner auf den Zahlstellen und in der Versammlung zu haben. br. Der Fachverein der Steinmetze berieth am Sonntag bei Ahlgrimm(Sophienstr.) über den neuen Lohntaril, den die Lobnkommi'fion mit den Meistern vereinbart hat. In Betreff der Sonntagsarbeit wird in dem neu-n Tarif die Forderung, daß dieselbe in der Regel nicht stattfinden soll, anerkannt' es sollen aber Ausnahmen nach Vereinbarung zwischen Meistern und Gesellen nicht ausgeschlossen sein. Der Tagelohn ist von 4,50 auf 5 M. erhöht. In entsprechendem Verhältnisse sind die Positionen für Akkordarbeiten erhöht. Der neue Tarif wurde fast unverändert angenommen. Als Termin für die Einführung des Tarifs wurde der 1. Mai d. I. festgesetzt.— Darauf verlas der Vorfitzende ein Schreiben des Vorstandes des Vereins der Bildhauer, in welchem dieser Beschwerde darüber führt, daß Herr Worm, Mitglied der Lohnkommisfion der Steinmetze, auf dem Steinmetzplatz Meyer u. Kopp(In- Haber Kindermannl Bildhauerarbeit, die wegen zu niedrigen Akkordlohns von Kollegen niedergelegt worden war, für einen bedeutend niedrigeren Lohn, als die Kollegen gefordert hatten, übernommen hat. Herr WormS führt zu seiner Entschuldiaung an, daß er die Arbeit, welche jene Kollegen niedergelegt, weil fie nur 70 M. bekommen sollten, für 80 M. übernommen. Die an- wesenden Bildhauer machten gegen Herrn W. geltend, daß derselbe gewußt habe, daß die Kollegen für die Arbeit 100 M. gefordert hatten. Nach langen Debatten wurde eine Resolu- tion angenommen, in welcher die Versammlung die Hand- lungswerse des Herrn Worm für unsolidarisch erklärt und fich verpflichtet, bei etwaigen Vorkommnissen mit aller Energie gegen derartige Mitglieder vorzugehen. Der Antrag, Herrn Worm aus der Mitgliederliste der Lohnkommisfion zu flreichen, wurde mit 59 gegen 22 Stimmen angenommen. Nach Erledigung interner Vereinsangelegenheiten wurde einem Kollegen, der infolge seines energischen Eintretens für die Interessen deS Fachoereins arbeitslos geworden, eine Unterstützung im Be- trage von 50 M. zuerkannt. Verein für Technik und Gewerbe. Mittelstraße 65. Jeden Mittwoch, Abends 3'/, Uhr, Vortrag. Gäste will- »ommen. _____________... Februar, Abends 8>,, Uhr, tn den hallen", Kommandantenstr. 20. Tagesordnung: 1 Diez theile und Nachtheile der Schwurgerichte. Referent: Rechtsanwalt Volkmar. 2. Vereinsangelegenheiten. I« Rathenow wurde eine Versammlung des Falb« der optischen Arbeiter, die zum Sonnabend einberufen> polizeilich verboten. >». 35, Kleine Mittheitnuge». * WeistenfelS. den 8. Februar. Am Sonntag, miltags 3 Uhr, fand hier ern oroßartiges Leichent>e( unter Betheiligung der ganzen Bevölkerung von Wc und Umgegend statt, wie es hier seit Menschcnd-nken n vorgekommen ist. Schon von früh wogte eine um« Menschenmenge durch die Straßen, überall sah man W welche theils aus Neugierde, zum größten Theil aber de gekommen waren, um den im Frühjahr 1884 aus Berlin gewiesenen Freund Richard Kunow die lebte Eh« 1 Geleit zu geben. Ter Zug leibst nahm seine AufsteW. einem größeren Restaurant, um von hier geordnet dem M Hause zuzumarschiren. Im Trauerhause selbst wurden f' Ansprachen gehalten. Von hier setzte fich drr Zug unw Klängen eines Trauermarsches nach dem Friedhofe wegung. Zuerst kam ein MufikkorpS von 20 Mann, vM von Palmenträgern, dann kam der mit unevdlirben»» und Bändern geschmückte Sarg; es war wohl keine£ welche nicht mit Blumen und Bändern bedeckt war. v» schien die Mutter des Verstorbenen auS Berlin und Frauen auS Weißenfels mit den kostbarsten Kränze«. Blumen; dann folgten die D-legirten verschiedener Vl unter ihnen Berlin, vertreten durch die BezirtSvereine ,,2% und Südost, die Gewerkschaft der Metallarbeiter, der der Former, dann wetter die Städte Erfurt, Halle, ZrW bürg. Leipzig, Gera. Apolda, Naumburg, Teuchern,»i« (Sachsen), Hohenmölsen, Grauschütz, Streckau, TrrbniS�. Hinterher Trauernde aus der Bevölkerung von 20# Am G abe angekommen, wurde der Sarg der Erde iid? wobei die Leidtragenden auswärtiger Vereinigungen W' dieser Kränze und Blumen mit einigen kurzen ÄnspWjfJl verlegten. So bemerkte man Kränze der sozialdemouf Fraktion des Reichstages, der Sozialdemokraten BerN. Arbeiter BeziikSvereine Berlins, der Metallarbeiter.% und Former, ferner Kränze aus Halle, Zeitz, EMZ rane u. s. w. Die Gränze und Blumen füllten die Gruft. Im Uebrigen vollzog fich die Brstattun» Ruhe und ohne jede Störung. IJI Nk « Sriefkasten der Redaktiot I. Nr. 21. Bestellen Sie die Arbeit% "~-n ArtS� -HZ ZU % soliden Tischler, auf Lager werden Sie diesen finden.... G. G. Dresdenerstraße. Die Forderung eines � w'rtheS für auf Borg gelieferte Speisen und Getränke': in zwei Jahren; die Frist beginnt mit dem 31. Dezei#. jenigen Jahres, in welchem die Speisen w. geliefert/! find. Durch jede» auch nur mündliche Anerlenntm.� durch Leistung von Theilzahlungen wird aber die Q? unterbrochen, und von der Unterbrechung an beginnt Verjährung.. I. S» Ackerstr. Wenn Sie aus der Ottskaffe aui� wollen, müssen Sie dies dem Vorstand ein Viertels Schluß des Rechnungsjahres anzeigen, dann nur köi#, beim Jahresschluß austreten, auch haben Sie nackig den!*®ra' daß Sie Mitglied einer anderen, d-n gesetzlichen Besti««'! aus> entsprechenden Kasse find. der( Vereinigung der L.derznrichter it. Sie' innere M Versammlungsbenchte künftig nur auf einer Seile des»«'genjsber»,{ beschreiben.' M *•«3 K en ai Theater. Mittwoch, den 8. Februar. vtzernhauS. Der Trompeter von Säkkinaen. Oper in 4 Akten nebst einem Vorspiel. Mit theilweiser Benutzung der Idee und einiger Lieder auS I. V. v. Schcffel'S Dichtung von R. Bunge. Rtufik von V. E. Neßler. Ballet von Charles Guillemin. Gchauspiel haus. Treu dem Herrn, Schauspiel in 4 Akten, nach einer Erzählung von Frie- derike Lohmann, von Richard Voß. Zdevtsches Theater. Der Probepfeil. Wallner-Theater. Sammet und Seide, Lust- spiel in 4 Asten von Oskar Blumenthal. Residenz« Theater. Denise, Schauspiel in 4 Asten von A. Dumas(Sohn). iSelle-Alliance-Theater. Orpheus in der Unterwelt. Burleske Oper in 4 Bildern von Offenbach. Friedrich« Wilhelmstädtisches Theater. Der Zigeunerbaron, von Joh. Strauß. Walhalla« Theater. Mamsell An got, Operette in 3 Akten von Clairville, Srraudrn und Koning. >»«ise«ftädtisches Theater Abrocadabra. Geutral-Theater. Der Stabs- Trompeter. «i,ktoria»Theater. Däumling. Vsievd- Theater. Hand und Herz. Trauer spiel in 5 Akten von F. Anzengruber. »«eriean« Theater. Große Spezialitäten- Vorstellung. Theater der Reichshalle«. Große Speziali« Kaasmann'�s�Var�ete. Große Lpezialitäten- Vorstellung. »«vkordia. Große Svezialitäten-Vorstellung. Alhambra-Theater. Wallnertheaterstraße 15. Heute und folgende Tage: Madame Potiphar. mit Gesang in 6 Bildern von Charles Duchow. Musik von L. Brandt. Vor der Vorstellung: Gr. Konzert der Hanskapelle. »nfang deS Konzerts Wochentags 7 Uhr, der Vorstellung 7'/« Uhr. Anfang des Konzert? Sonntag« 6 Uhr, der Vorstellung 7Vi Uhr. »ans haben Wochentags Gittigkeit und find im Tdeaterbureau(12—1 Uhr) gratis zu haben. Passage 1 Treppe. 9 U- Morg. bit 10 U. Ad. Kaifer-Panorarna Zum ersten Male: Das südliche Frankreich. Eine Wanderung durch Hol« land. Hertha« Reise. Karolinen» ?! n s i l n»c. tme Reis« 30 Pf., Kinder nur 0 Pf. Abonnements.____ Frdl. Schläfst f. H. Großbeerenstr 21, III.;.[672 D i e Buchdruckerei von Max Bading Berlin SW., Beuth-Strasse 2 empfiehlt sich zur Anfertigung von Druck-Arbeiten jeden Genres bei prompter und solider Bedienung. Kosten- Anschläge und Muster werden auf Wunsch gern übersandt. fo daß 4% Legen jegl t'dNtweinml »...Würden ar Irschen Bei P' •i" Fr« � e i t e r j n des jächli vielen M Augrust Herold I Zeutral-Kranken- u. Äter der Maler und verrv. Kerufsg-noss-n(G.§L Da die 4 Filialen Nord. Ost, Ti West mit dem 14. Februar(Sonntag) tion treten, so ist es nothwendig, M L liehe Mitglieder der Kasse sich so% möglich im alten Kassenlokale, Alte. Nc. 83, abmelden. Daselbst wird U l} des S «liebe bekannt gegeben, wo es fich is tatsächlich c betreffs Beitragzahl tng und Unlerst�� r»°'— Hebung hinzuwenden hat. Gleichzeitig die Bevollmächtigten und Kassirer erM Sonnabend, deir 13. Februar, WbcnWa Alte Jakobstr. 83 zu erscheinen, um bien Utensilien in Empfang zu nehmen- Ä Masken-Garde!? iÄv C. Tietz, DresdenerstraV Geschmackvolle Kostüme von 1 bis 3ö I dur Vereine besondere BegünstigunMl Wo speise« der alten Pom?? Küche b. Kle-! Oranieustr. 1» Gedirg. M die k (Irlich, Berlin 80., 113 Skalitzerstrasse 113. lilöfiet-, Spiegel- u.{)o[|letni.-üagap.{ Eigene Fabrik. Solide Preise, Prompte Bedienung, 490 I Nie 3 m. Bier 50 Pf. M ingr.Auswahl?,'■ an. AnaeneWSzi enthal�iit LH R Elegante Masl!cn-t>ZarPerobest> und Damen rn großer Auswahl � Preisen. Vereine Preisermäßigung- P. Cordt, Reich-nberarrst�. we Selbstnuterncht in der einfachen und doppelten kauf- männischen Bnchführnng und Darstellung eines neuen abgekürzte« System« zur doppelten Buch- merhode von C. Schmidt, Lehrer der Handelswrffenschaft. Vvti» 1 M. 50 Pf. "'' Erp«"' Zu beziehen d. d. Exped. d.„Keriiner Volksblatt". Berlin, Zimmerstraße 44 Arbeitsmarkt Eine« tüchtigen Korbmachergesellen auf Gematt verl. E. Voigt, Giischinerstr. 91. Einen Tischlergesellen auf Rohrlchnstüble oerl. Blumenthalstr. 23 in Friedrichs derg.[663 Masken-Garderobe Fr. Alberts, Reichrsibtrgerjkßße 164, Eck« der Mariannenstraße.[603 Elegante Kostüme. Billige Preise. Vereine Ermäßigung. (*. Richter s Restaurant, Koitbuserstrahe Ä, empfiehlt der geehrten Nachbarschaft seine Loka- litäten zum geneigten Besuch. Sonntags und Mittwochs Frei Konzert. Ausschank oon Weiß- und Bairisch Bier, Speisen& l» isrte zu billigen Preisen. Zu gleicher Zeil empfehle ich memen Saal den geehrten Vereinen zur Abhaltung von Fest- lichkciten, Versammlungen u. s. w. Vereins« »immer mit und ohne Pianino, zu 25—30 Per» sonen, geeignet für Rauchklubs oder Gesangver« eine, 5'/, Meter hoch. Um geneigten Zuspruch Achtungsvoll Georg Richter. Die am 31. Dezember vom 58� � leicht befchüdigt. Herren-Gard�' werden fortges. enorm billig aus»