oen 12. d. M icher Eieinstp lirrstraße Nr. tt: AUgestll«« der Invalid« tirten»ur 3? m. 5. cheiter und >s. Mt«.. 5 el-Straße 9 edern des r den mit reins der ostm am< Tagtsordnuu Ä Sergnür" -rbreitet der, und im AnsO ijahr ntelnäherti LohnkammM 's Talon, IlSi der Maler s 4 im. tag) in jkr. 37. Souttabend, de« 13. Februar 1886. HI. Iahrg Krgsn für die Jnterrsstn der Arbeiter. Ä- Das„Berliner Volksblatt" iglich Morgens außer nach Tonn- und Festtag, n. tchonnementSpreis für Berlin frei vierteljährlich 4 Mark, rr.onat.ich 1,33 Ätark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement Einzelne Nummer 5 Pf. Sonntags Nummer mit illustrirter Beilage 10 Pf. (Eingetragen in der Ponzeitun�sprerslistc für!8St5 unter Nr. 769.) fnsertionsgebühr etitzcile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pfennige Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmcrstraße 44, sowie von allen Annoncen» Bureaux, ohne Erhöhung des Preise», angenommen. - ten staffl wird jedem betreffs den hat. m ffrer ersucht; 3t, Alte 3-� lien in Em?W erlin N. :, im Res ung, Redaktion: Keuthstraße 3.— Expedition: Zimmerstraße 44. Las biirzttliche Geschliuch. « �'t nahezu zwölf Jahren brütet eine Kommission iniiiip"n<.m bürgerlichen Gesetzbuch und beschäftigt sich noch mrt dem erst,» Entwurf. Da ist es ganz natürlich, im. dnd zu Anfragen kommen, wie weit denn.da« h«, Werk de« Jahrhundert«" endlich gediehen sei, und »an> � Fragen ist in jüngster Zeit die Antwort erfolgt, ton ose'n etwa zwei Jahren mit der Sache fertig zu lehr t.i 8.fertig" ist in diesem Falle allerdings ein ist."er Begriff. Denn wenn die Kommission fertig b'n»glicht die Sache erst an den Bundesrath und an dann beginnen die Kämpfe der Staat«- und ßdj.Juristen und die Sache wird sich wohl noch geraume «Wwj schleppen, ehe es zu einem positiven Resultat gi wen« ein solches überhaupt erreicht wird. knoe x ern barf man sich freilich nicht, wenn die Arbeit Die Kommission muß all den vielhundert- IQ V|«|(iittCl'h n Wust umgraben, der sich in Gestalt von Rechts- alf I kl auf dem historischen Deutschland abgelagert lO y! 1 lau». boä ist eine Arbeit, von der man sich wundern !l4A llf lUifU?0' f,e sich nicht ebenso lange hinauszieht, wie die >" f* Ii 1� des weiland Reichskammergerichts zu Wetz- iff,||Sü4, H uns pressirt'S ohnehin nicht sonderlich mit der *|| g. Wir wollen sagen, warum nicht. 15# IM SM K 10# f5# II K il Qual'ta� rkam en Itmul1 einheitliches bürgerliches Gesetzbuch wäre für L j�Ianb eine Wohlthat gegenüber dem jetzigen Zustande «�Verworrenheit, das noch ein Erbstück ist auS jener fyii, t8 urehrere hundert deutsche„Vaterländer" gab. " kommt auch darauf an, mit welchem Geist ein solches »buch nfüllt ist. Welcher in das künftige deutsche «gliche Gesetzbuch unter den obwaltenden Umständen getragen werden wird, läßt sich unschwer voraus- der Geist des BureaukratiSmuS. Und sagen wir, daß eS uns mit dem bürgerlichen uch nicht so sehr Eile hat. trotz deS gegenwärtig so Irenen Zustandes. «ie moderne Juristerei hat für un« überhaupt nicht« "lenbe«. Man sieht es dem Stande dieser Wiffen- »n, daß zene« alte Liedchen recht hat, in dem es mittags s4; A „Da« viele, viele Sitzen i j,. Ist des Juristen Fluch!* Vi, könnte meinen, diese Wissenschaft wäre stille ge- (k n- Da pulsiren keine meuen, frischen und originellen �; mit erstaunlicher Schwerfälligkeit schleppt sich V,, 4 daher, nur dürftig verhüllt durch ein modern ge- X.�Wantelchen. Jener frische Zug, der einmal in der V. wchen Juristenwelt auftauchte, al« man den alten Jeuilletorr. Sit Tochter des Bankrotteurs. Roman au« der Gegenwart •l von � Gustav Lössel. H« Gruße ging sie in aufrechter Haltung llt wi. Kommissär folgte ihrer entschwebende« Ge- Stelle setzte, ist seitdem nicht wiedergekehrt. Die Juristerei bewegt sich nun einmal in einer vielhundertjährigen Scha- blone und ihre Repräsentanten sind zum größten Theil gewohnt, sich darein als in etwa« Unvermeidliches zu fügen. Da darf kein frischer Zug au« dem Leben und der Ge- dankenwelt des Volke« hineinwehen, und gewissen Gelehrten wäre e« gar nicht unangenehm, wenn auch die Recht«- Wissenschaft dem Volke immerdar ein Buch mit sieben Siegeln bleiben würde. So kommt es denn auch, daß die«eisten Neuerungen in unserem Rechtileben dem Geist der Zeit nicht entsprechen. Namentlich wa« in der jüngsten Zi,t Neue« erfchienen ist, kann nur in den wenigsten Fällen den An- spruch machen, den Anforderungen zu genügen, die da« Gesammtinteresse in solchen Dingen zu stellen berechtigt ist. Wie schwer sich die Ju- ristenwelt von dem einmal Hergebrachten trennt, konnte man am besten erfahren aus den Verhandlungen über die Entschädigung für unschuldig Verhaftete und Verurt heilte. Kein Mensch wagt mehr zu leugnen, daß hier eine Reform dringend Roth thut und I Niemand wagt e» zu rechtfertigen, daß ein unschuldig Ver- s urtheilter und Verhafteter ohne Entschädigung bleibt. | Aber al« die Herren Juristen veranlaßt wurden, dem Ge- ( danken eine praktische Fassung zu geben, da zeigte sich, wie ; sehr sie ihm widerstrebten. Jeder behauptete, die Sache I sei gerade ihm besonder« sympathisch und doch ist man | heute noch nicht dazu gelangt, daß unschuldig Verhaftete i oder Verurtheilte entschädigt werden, ja man hat sich noch | nicht einmal über die Form eines bezüglichen Gesetze« | einigen können. Man hat keine Ursache anzunehmen, daß die Zustände in der juristischen Welt, wie wir sie geschildert, sich so bald ändern würden. Schon bei den jüngsten VerHand- lungen über die Wiedereinführung der Berufung konnte man dies sehen. Endlose« Geschwätz, vor welchem dem Nicht-Juristen graut, bewirkt bei solchen Angelegenheiten, daß da« Interesse an der Sache erstirbt an der Oede und Langweiligkeit der BeHandlungsweise. Wir sind Anhänger der Forderung einer völlig unent- geltlichen Rechtspflege und möchten, daß Leute au« dem Volk selbst auch mitrathen und mitthat en könnten in den Gerichten, die über Leute au« dem Volk abzuurtheilen haben. Aber ist da» Schwurgericht von heute in seiner Zusammensetzung eine demokratische Institution? Keine«- weg«. Man kann sagen, daß die alten und eingefleischten Juristen sich der Einführung volktthümlicher Gerichte weit hartnäckiger widersetzt haben, al« die Regierungen selbst; jene glaubten sich damit ein Stück ihrer Privi- legien entzogen. E« wäre interessant, wenn einmal der V m';,.vumwi||u. V»V Ls twem bewundernden Blick. H't5°Ute sie wirklich nicht wissen, daß der Kommerzien- K f-. und der Bankschatz um eine halbe Million beraubt Vett« g?elte" gedankenvoll und dann verlsank er in \'i E, Smnen.--- Äö;*« gegen Mitternacht und Alle» still im Schloß. 1? Si*',?r Wächter Erna«, hatte sich im Vollgefühl ».. seiner Gefangenen im Vorzimmer auf einem . gestreckt, welche« er zum Kamin herangerollt � e« behaglich warm und da« Lager bequem N(Li- � ihn, ket schon auf den Pritschen der Pennen .te$et geschlafen hatte, wenn e« galt,«inen Ver- Mie bflv Uern oder ihm ein Geständniß zu entlocken. Er Mih, o Und an manche andere tolle Erlebnisse au« S'Mtte»„"A�Ien, gl» er jetzt behaglich den Rauch einer fftin Uch hinblies. In solchen Stunden und vor «x�RenhS. ofkrnen Kaminfeuer tritt gewöhnlich die «l. � fdw rmit der ganzen Lebendigkeit der Gegenwart lano??!?n,en Träumer heran sie kommt wie in dl'Uderj"' gesehener Freund, setzt sich neben un» hJtVg ünh �"mmung. oaio aoer wiro ,ir»r- zuseht„ M so ermüdender, je weiter sie in der Zeit «l» �"UUen in sie bei den Tagen der ersten Kindheit S�en when wir so sicher in Morpheu« Armen, � ch � einmal von unserer Amme hineingelegt war es mit Gollnow. Nach längere« «innen warf er die Zigarre in da« brennende Kaminfeuer, dann streckte er sich auf dem Rücken au», legte die Hände unter den Kopf und starrte an die Decke. E« war ein arbeittreicher Tag gewesen und die» die erste Ruhe, die er genoß. E» war auch zweifelhaft, ob die Nacht so stille verlaufen würde, wie sie begonnen, und so schloß er„nur auf einen Augenblick" die Augen, um dald in einen festen, tiefen Schlaf zu versinken. Der Kommissär kam nicht mehr herauf. Er und Möller verblieben in dem Zimmer, in welchem sie bi« jetzt gewesen waren. Jener streckte sich ebenfall« auf einem opha au«, während Möller in einem Sessel am Kamin Platz nahm. „Nach zwei Stunden«ecken Sie mich," sagte Rom- berg.„Ich übernehme dann die Wache und Sie können schlafen. Einer aber muß munter bleiben, Gollnow oben und wir hier unten. Die Baronin ist eine vollendete Komödiantin, e« ist nicht unmöglich, daß sie noch einen letzten verzweifelten Versuch macht, un« die Schuldige, deren vertraute Genossin sie ist, zu entreißen." .Da« sollte chr doch wohl schwer werden," memte Möller„da Sie eigenhändig da» Zimmer de« Fräulein» abgeschlossen und die Schlüssel in der Tasche haben; auch iß Gollnow oben." Allerding», ausführbar scheint ein etwaiger Befteiung«- versuch kaum," bestätigte der Kommissär mit zufriedenem Lächeln,.und da« Zimmer liegt gerade über de« unsrigen. Wir hören also auch, und um so deutlicher, i- weiter die 3 das Fenster gerichtet. Ei wäre»och da« Einzige, daß sie WWW andere Meinung gewonnen? "u?d" ich �ftlbst° war durch ihre Sicherheit getäuscht," ganze Einfluß der verknöcherten Juristerei auf die Eni- Wickelung unserer nationalen Verhältnisse dargelegt und wenn einmal die Wirkungen de« uns von den Juristen gewaltsam über den Kopf gestülpten römischen Rechts ohne Schonung enthüllt würden in einer Form, die auch da« Volk verstehen könnte. Dann würden uns so ziemlich Alle zustimmen, wenn wir sagen, wir erwarteten von dem bürger- lichen Gesetzbuch, das die Herren Juristen gegenwärtig aus- brüten, nicht besonders viel. Sie werden nicht geneigt sein, volksthümliche Institutionen zu schaffen; wollen sie da« aber nicht, dann sehen wir nicht ein, warum wir da« neue bürgerliche Gesetzbuch, wenn e« kommt, bejubeln sollen. UolMsche Ueverstcht. Angesicht« der bevorstehenden Berathung über die Verlängerung de« Soziattsteugesetze« halten wir es für angezeigt, an ein Tchriitstück zu erinnern, welches im„Atten- tatSjahre" großes Aufsehen machte, seitdem aber vergiss-n zu sein scheint. Als bikannt wurde, daß der Entwurf ,u einem Ausnahmegesetze gegen die Sozialdemokratie fertig gest-llt sei, spielte dem„liber«len" Berliner„Börsen» Kurter" der Zufall ein Schreiben einer politischen Persönlichkeit in die dände. DaS Blatt fügte seiner Mittheilung damals die Worte hinzu: „Eingeweihte werden vielleicht den Echreider und vielleicht auch den Adressaten sehr leicht errathen. Beide find sehr bekannt in der politischen W-lt. Der Name des Schreibers hat unter den konservativen Ultras einen ganz be'onveren Klang. Man nannte damals verschiedene Namen. Es ist uns indessen nicht bekannt, od über die Person des Verfassers etwas ZuocrläsfigeS, Nachweisbares in die P esse gekommen ist. Ebenso wenig ist jedoch, unseres Wissens, der Brief als eine Fälschung erwi-sen worden. Ueber die Gründe mancher Leute für das So- zialistengesetz giebt er jedenfalls gute Auskunft. Der Bitef lautet: „53— g. 13. 5. 78. „Ew. k.»c. „Besten Dank für übersandte Abschritt deS Entwurfs. Sie habm ganz Recht, die liberalen Hunde müssen gehauen werden, daß fie Blut spucken. Es wäre ein Jammer, wenn wir un« auch diese Gelegenheit vorüber- gehen ließen. Das Uebel muß mit der Wurzel ausge- rottet weiden. Wenn es gelingt, nur einen Theil des Grs-tzeS durchzupeitschen, dann adreu ihr liberalen„Errungenschaften". Vor allem muß die Presse und das Vereins- gesetz für alleZeit unschädlich gemacht wer- den. Haben wir das erreicht, so findet sich alleS Uebrige von selbst. Ihre privatim geäußert: Idee, sämmtliche Parlamente ein für alle mal oder doch für so lange, als irgend mözl'ch, nach Hause zu jagen, bis wir eine neue Verfassung oklroyirt haben, ist mir einstweilen noch nicht klar. In Preußen wäre das recht gut möglich, mindestens würde fichS durchsetzen lassen, denn—„die Flinte schießt und der Säbel haut'. Etwas an- ab der Kommissär zu.„Aber bemerken Sie denn nicht en auffälligen Umstand, daß sie alle Briefe vernichtet hat, welche fie je von dem Kommerzienrath und seiner Tochter erhalten? Und ebenso wenig fanden wir einen Brief von ihr unter der Privatkorrespondenz des Kommerzienrath«. Niemand in seinem Hause wußte, wo das Kind bis zu seinem vierzehnten Jahre gewesen. In den Büchern stand nicht« verzeichnet, denn ErziehungSgeloer waren nicht ge- zahlt worden— und da« stimmt mit ihren Angaben überein. E< hätte also nur noch ein Brief von ihr Aus- fünft über den früheren Verbleib Ernas geben können. Kein solcher fand sich vor, nicht eine einzige Zeile von seiner oder ihrer Hand, welche einen Hinweis darauf ent- hielt. Und daraus, meine ich, leuchtet denn doch das Be- streben zu sehr hervor, die Spur der Flüchtigen zu ver- wischen. Diese Erna sagte sich: Wenn die Polizei erfährt, wo ich zehn Jahre gewesen, wird sie sicher auf den Ge- danken kommen, daß ich da wieder sein könnte, oder doch meine Erzieherin einem Verhör unterwerfen. Und so be- nutzte sie den Umstand, daß Niemand im Hause Kenntniß »on ihrem früheren Aufenthaltsort hatte, um spurlos zu verschwinden. Zum Glück lagen nur sechzehn Stunden zwischen ihrer Flucht und unserer Entdeckung derselben. Der Kutscher Friedrich gab un* das genaue Signalement, und so wurde die von mir»eranlaßte Nachfrage auf sämmt- lichen Bahnhöfen der Residenz von Erfolg gekrönt. Daß sie in Neustrelitz die Bahn rerließ, wurde ihr verbängniß- voll. Sie hatte die Rechnung ohne meinen Spürsinn ge- macht, der mich bestimmte, auf der ganzen Linie his nach Stralsund hinauf telegraphisch anzufragen." „Gewiß, die rasche Ergreifung der Flüchtigen ist ein neue« Blatt in Ihrem Ruhmeskranz!" sagte Möller be- scheiden.„Wenn wir nur auch wüßten, wo sie die halbe Million deS armen Homefield gelassen, die sie aus ihre« Vaters privatem Geldschrank entwendet hat. Die Briefe und da« Geld— Beide« ist spurlos verschwunden. „Gerade das reizt wieder meinen Spürsinn," sagte Romberg selbstgefällig.„Habe Erna Elchenbach gesunden und werde auch das Geld zur Stelle bringen! Solch' ein altes Schloß bietet ja tausend Verstecke, über die ein ge- drrs lieqt die Sache im Reich. Da laufen wir Gefahr, daß die südveutschen Lünten es varcheilhaft finden, lideralc Mufi! zu machen... Einige Jahre später ließe stch vielleicht auch diese? vurchdringen. Urbn�en« möchte ich nich', wenn irgend ei an- derS geht, Ihnen Gewalt anrathcn. Sie we-den sehe?:, unsere die eren Nationallideralen werden in richtiger Würdigung der Thatsache, daß-- sie wegpusten kann, w;nn er nur einmal den Mund auftbut. AllcS thun, was Sie wünsch n, au? Furcht, ihre Litze im Parlamente und in den Verwaltungsräthen zu verlieren, so lange ihnen die Hoffnung bleibt, nur einigerv aßen sich vor ihren Wählern mit mehr oder weniger Anstand herauszulügen. Freistch. der linke Flügel wird schwer ju haben sein. Das ist schließlich einfach eine Rechnungssache. Der rothe Lappen muß so lange vor dem libe. »alen Philister hin- und hergeschwenkt werden, bis er glaubt, ei sei der Feuerschein der brennenden Städte..." Der durch das Sozialistengesetz erzielte Erfolg bat einen großen Theil der Wünsche des«riefes e füllt. Die Liberalen find„gehauen" oder, wie ein früherer AuSdruck lautet,„an die Wand gedrückt" worden. Sie baden stch gelpalien und ihre Zahl wie ihr Einfluß ist seit 1878 stetig reißend abwärts ge- gongen. Da? gegen die Sozialvemok aste gegebene G.sttz bat in der That die Li'oe'alcn getroff.n. Und die Liberalen haben in ihrer Verblerdung die gegen ste gerichtete W ff- selbst schmieden helfen. Dt« Sozialdemokratie ab�r ist unter dem Zl-iinabmegtsetze auf das Doppelte ihrer Zahl und auf daS Werfache ihrer Kraft gewachsen. Getre-dezölle. Der Durchschnitt der in den letzten Jahren bis 1885 er hodenen Getreivezölle belief stch auf 19V, Mill. Nach der nunmehr abgescklofirncn Ueberficht der Ein- und Ausfuhr der wichtigeren Wearenartikel find im Jahre 1885, weichet eine Erhöhung der Zölle auf W uzen von 1 auf 3. auf Roggen von 1 auf 3, auf Hafer von 1 auf 1,50, auf Buchweizen von 0,50 auf 1, auf Gerste von 0,50 auf 1,50, auf MaiS von 0,50 auf 1 M. u. f. w. brockte, an Z �einnahmen out Westen 6142750 M., aus Roggen 12 519 459 M., aus Hafer 2477153 M., aul Buchweizen 133 908 M., au? Hülfen» flüchten 527 887 M., aus Guste 4 520034 M., aus Raus 273 401 M., aus Mais 1 273 226 M., au« Malz 1290 223 M., zusammen an Getreidezöllen 29 158052 M., mithin zirka 10 Millionen Mark mehr als in den Vorjahren eingegangen. Et wurden ringe ührt von Weizen 5723 933 Doppel Zmtner <1 617 860 zum alten, 841 630 zum r euen Zollsatz, 1264 439 für Müdlenlaaer), von Roggen 7 697 304 D.-Z.(8710766 um alten, 2136 231 zum neuen Zollsatz), Hafer 2 130 827 D.-Z. (1 585 027 zum alten, 594751 zum neuen Zollsatz). G rste 4 330359 D.-Z.(1 772727 zum Zollsatz von 150M, 1166124 zu 1 M., 1 89 942 zu 0,50 M.). Gegen die Vorjahre ist die Einfuhr erheblt» zurück.,-ga gen, bei Weizen um beinahe 2 Millionen D.'Z., bei Roggen um 2 Millonen D.-Z., bei Hafer um IV, Millionen D.rt sei, waZ zu der Lohnheradsttzung Anlaß gegeben habe. Der Minister betonte die Einigkeit, die zwischen Kapital und Arbeit drstthn müsse, und den Wunsch und Willen der Regierung, allen Bürgern des Staate« Schutz anze Zeihen zu lassen.— Hierauf würze mit 301 gegen 188 Stimmen eine von der Regierung akzepiirte TageSo dnung angenommen, welche besagt, die Kammer billige die E llarungen der Regierung und vertraue auf deren Sorge für die Jntereffen der Arbetier und auf ihre Encrgi- zum Schutze der Sickte heit aller Bürger. Die Kammer vertagte stch iodann bis zum Montag. — Das Kriegsgericht hat den vic'genannten Oberst Her- binger, welcher Schuld an dem unheilvollen Rückzug von Longsona fein sollte, von der Schuld freigeiprochen. — U-ber eine neue U-terreiung, weiche vier Unterzeichner des Antrage?, betr. die Ausweisung der Prinzen, mit dem Konseill Präsidenten von Freycinet hatten, berichtet der ministerielle„Rappel". Man gelangte zu keinem Resul- „Das heißt, Sie sind einer Meinung«it den Aerzten, Möller," sagte er gelassen.„Ich nicht l Sie reden nur von den ruhigen Zügen de« Todten, lassen«ber da« Gla« unerwähnt, welche« er noch in der Rechten hielt und au« dem er offenbar getrunken hatte. Sein Inhalt hatte sich bei seinem Hinsinken über da« Kohlenfeuer de« Kamin« entleert, wa» ein theilweise« Erlöschen desselben zur Folge hatte." „Ueberhaupt war der Inhalt so unglücklich verschüttet, daß eine Analyse desselben nicht mehr vorgenommen werden konnte." . Ganz recht, der Tod war bereit« eine Stunde vor der Entdeckung eingetreten und inzwischen hatte der Par- quetboden, der allein noch bespritzt war, da« gifthaltige Wasser aufge ogen. Kleider und Teppiche waren leider nicht beschüttet, sonst hätte die Vergiftung nachgewiesen werden können." „Nun, die müßte doch noch sicherer die Obduktion er- geben haben, der wir nicht mehr beiwohnen konnten," wandte Möller ein.„Ich bin wirklich begierig zu wissen, wa« da noch herauskommen wird." „Wa* da»och herauskommen wird?" sagte der Kom- missär achselzuckend. Jedenfalls nur die Bestätigung de« ersten ärztlichen Gutachten«; den»»enn unsere großen Aerzte einmal ein Urtheil abgegeben haben, sind sie schwer- lich mehr zu einer anderen Ansicht zu gewinnen, die Be- «eise müßten denn klar auf der Hand liegen. Da« braucht hier aber nicht einmal der Fall zu sein. E« giebt auch solche Gifte, welche,«hne eine Spur zurückzulassen, tödten, und meine Ueberzeugung steht trotz aller ärztlichen Gut- achten unerschütterlich fest: hier ist ein solche« in Verwen« dung gekommen." „Allerdings," meinte Möller,„die Worte des Kommer» zienraths: ,Sie wird es doch nicht wagen, mir Gift zu geben!'— welche der Diener Jean am Abend vor seinem Tode aus seinem eigenen Munde gehört hat oder gehört haben will, deuten auf eine Vergiftung. Ist der Mensch aber auch ganz vertrauenswürdig? Diese Diener sprechen bald einmal in der Erregung etwas hin, waS sie nachher nur wiederholt behaupten, um sich nicht selbst Lügen strafen tat?. Der KonseilSprästdent brachte vergeblich seine früba Einwendungen vor; de vier AdgeorZncten ab-r wollten l den Antrag nur dann verzichten, wenn die Regirung ihn! zu eigen gemacht halt«. Sie gaben zu, die Initiative gf der Regierun i, meinten aber, dieselbe müsse innerhalb etfl b stimmten Frist g-üdt werden, in welchem Falle sie dne wären, alle Z ig ständnisse zu machen. Herr v. Fr ycintt V gegen wiedei hzltr, er sei bereit, vorkommenden Falles# regeln gegen die Primen zu ergreifen, die heutige Lage ibm aber nichts dergleichen, da die Republik nickt bevrohts So ging man unocrrichteter Ding? auseinander. In � Zusammenkunft, welche die Unterzeichner des Antrages o Laufe des Nachmittag- hatten, wurde sodann unwideiruflu besckloffcn, den Antrag aufrecht zu erhalten. Er ist schon � druckt, war aber, so lange die Unterhandlungen tvabrln zurückgehalten worden und soll nun zur Vertheiiung gelang« Die Regierung wird nun abermals ihr Gutachten darüber w vor dem Jnitiativausschuffe und dann in der Kammer alv geben haben. Es heißt, Ver Ausschuß werde die JiMrog nähme verweigern und dafür in einer Tagesordnung die ig vei ficht ausdrücken, daß die Regierung im Rothfalle gegen s» � Maßnahmen greifen um: de, die ihr im# K Mrnd. ds Prinzen zu den„,„. esse der Rupubltk unerläßlich schienen. — Der„Temps" schreibt, Freycinet habe bei. gestrigen diplomatischen Empfange den griechischen Gesaiü» DelyanniS energiich auf die Gefahren aufmerksam fiWjS denen fich Griechenland durch einen Angriff auf die 2"� aussetzen würde. Schweiz. ern, 9. Februar. Eine Versammlung»on v-il erkor ih MM Vertrei Uno verschieb! Mn schon] 3% w .- Der «uat nächst, Übergeben. "bftien letzte "W Wesen, lic «iui Der 2 u Sonbo ronn.-ls ol ("MJich a[ �nschenzru, Kauschen, z 150 Branntweinbrennern unb Lanowirihen des Kantons LM Iber dem Erlaß eines Ailobolg«!'� besprach heute die gegenüber vor-unehmenden Schritte. R'gierungsrath Steiger, Hß und andere sprachen fich für das Veikaufsmoi>-.-v.„ Bunde» aus, weil dergestalt wenigstens die inlan«� Echnavsfadrikation erhalten bleibe und die I iteceffeb Z Landwirthschack(Kattoffelvau) geschützt werden. Die ganjt� sammlung symvathisttte mit dem Veckauftmonopol und C keine Besorgnisse wegen der Vermehrung der Bundes�®, weil für die Schweiz zwanzig bis dreißig Depots uicu i ut VIC VWUJIVCIZ jumu�iy uio UiCifliH xjtpviv M' aw würden, wo die Konsumenten EchnapS dczi-hen könnte».? langt wurde ferner die Eihöyung deS Eingangs.. 40 Fr. für den Hektoliter Svrn. Die Jnkiafts yung drf L süh ung"geletz'S soll nicht vor 1890 stattfinden. Eine KoaA. zur Wahrung der Interessen mittelst Eingabe an den rath wurde ernannt. Italien.* Die der Konspiration angeklagten Republikaner fi'1' Asfisenhofe zu Rom sämwilich srckgesp ochen worden- Staatsanwalt hatte seine Rede aklerdingZ mi! den>. Worten geschloffen:„Eper als das Blut in den Straß'» R wie ei die Angellagten-ur Erieichung ihrer Jd ale wü«' muß das Gesetz seine Pflickt erfüllen. Ihr, Geichwor«»«' die Euttge l" Der Teputirte Fortio hatte zur P«tth«% erwisert:„Italien roub ob dieser Frei prechung keine laufen: die Gerechtigkeit würde jedoch Gefahr laufen. Ihr, Geschworene, ein verdammendes Uriheil sprächet!. u sreiiprechmde Urtheil wurde vom Publilum mit großem ß1"r fiasmui begrüßt. R u h l a n d. � � Die Petersburger Polizei ist noch immer der daß sie in de: Person des kürzlich verhafteten Nihilisten eine» oder vielleicht sogar das bedeutendste Haupt der s-» dingfest gemacht hat. Wie eifrig die Regierung ihn beweist u. A. der Umstand, daß man ihn in Paris und a», deren Orten beobachte, was der russischen Regierung ßh 100 000 Rubel gekostet haben soll. Die gtoße Beb'ü. welche man der geschickt und geräuschlos vollzogenen Verh«' � @'.bw« fc-'v fiarker % Itftiie iten fe SN gft' All» «gen d Htx in Regicrungslreisen zuschreibt— Iwanow wurde»JV Straße c gnff.n und in einen berei: stehenden Waq-n g u kibellt ferner daraus, d fi der Kaiser den, �kerfilirU?� erhellt ftrner daraus, d ß der Kaiser dem LbrlstluU'iu Ssekarincki, dem eigentlichen Nachfolger des rttn"1," Sudeikin, 3000 Rubel und den Wladimir O den diitiel (um den Hals) ertheilte(wobei zu erwägen ist. daß vm« ______________ j; L- diese« Ord.nS erdlichen Adel oerleiht), weil SiekurinSltfaZ Fenstei Ordnungen e« zuzuschreiben ist, daß man diesen Mar»»«Vy Ritt werden .-w.*-"■'"�M-stet. die IzQ' und L und festbckam. An die Agenten, welche zur Verhaftung js» tragen, find 1700 Rubel al« Belohnung ausgezahlt Es ist noch zu erwähnen, daß man dei Iwanow kein gefundin, aber sehr viele werrhoolle Echriltstücke, durck � angeblich die ganze Partei der Regierung aus worden äst. Grohbritaunien« jä Herr Gladstone hat nun auch einem früheren%!. I dem früheren Lteinhauer Mr. Äroadhurst einen vgw seinem Kadin-t eingeräumt. Derselbe ist Unterttaatsselr«m Ministerium des Innern geworden. Seit 1878 ist'' f Sekretär des ständigen varlamentarischen AusschaffeS ve« werkoereinSkonaresseS. 1880 wurde er zum Unterhaust»' für Sloke on Trent gewählt, und bei der letzten Parl»� »Ufer &i?JiOOC in -»rage au «dertreidr wurde. feöi bezeichm und ti r werden. gestern zu müssen. Auch Jenny, da« Stubenmädchen hatte l � sie könne etwas sagen, wenn sie nur molle; als«* zum Verhör kam, erklärte sie, nicht» zu wissen nur so gesagt zu haben. Ich glaube dem Bursche" nicht." (Fortsetzung folgt.) Aus Kunst nnd zeve«,„ Ein Streik der an de« beide« Stadtthea'�F Hamburg und Altona, sowie am Thalia-Theater a»g ü Musiler steht für di? nächste Saison in Ausstcht. waren nämlich, wie l «iro, die H-kren von W �"6 engaqttt und konzertnten « « die Theater geichloffen waren, für Rechnunr der Direlu»"»5 „eiden fashionadelsten Garten-Etadliffements Hamburgs, m dE halung" und im„FährhauL" auf der Uhlenhorsts l„ M?oi üXi«Ölung unu im„oumivuun uu, v»»'a cM&nH rn da» erstgenannte Etablissement jedoch im vorigen � Rc '■■■| r-—" brennt ist und ein Ersatz für dasselbe nickt i konnte, hat die Direktton Pollini den Musikern%L gkl- � t," nur einen Kontrakt aus neun Monale angeboten, den«t zulehnen fest entschlossen sind. Ein Komitö der Muff �'... deshalb an sämmtliche Kollegen Deutschland« vre B x# J�ur Engagem-nt bei den hiesigen Bühnen anzunehme», b s �°>> die Angelegerh-it geo dnet und macht namentlich �# merk, am, daß man sich nicht mit der Hoffnung»ut � �buß».' dienst schm-icheln möge, da in Hamburg-Altona» vnr Musiker roihaoden leien, daß daran kaum zn der* Mittheilung de« Komiis- hat Herr P.llini den bestehenden�Oichester Mttgliedern eine Entschävigun« L'VCt '-----' Letztere Mittheilung l gesammt 2000 M. angeboten. von Pollini vementirt und ktt, bei de.i bisher gen Sommer Konzerten 85 000 M. Mitteln zugelegt und nicht Lust habe, diese Verlust«% to«iget � � e t. fc.it,.n.>>1.„.ik„»i-irveri i".*, i"!.«ItWj u de S" ir & ä tragen. Ere habe deshalb die Musiker aufgetordert Rechnung zu kornertiren unb fich erboten,"-«lelv« � d e von den Konzert 25 000 M. zu ite,�AuÄlen-...-w.,f«ürdig�Ä��i� der„Osnadr. Ztg." ein östeneichisch».Freund�'w«» � schein eines Ul.ternchmens in Norvböhmen, richtung eines Kreuzweges auf dem Kaloarienbetgr l Ine fr# wolltt» j uätfl ihai atioe««i irrhalb w I- r ycm-t d» i?aUei W L°ge M beD.-olji st In# lntraffes iwidelruD ift SN wiM ifl ßrlo"? d-rüdtt-- immer adst : 3lbt|:0f mg Vte Z> 1t gegen ir im Jntn ie bei d- di-Nll- Ttfä TÄ teceffeN* t g-nji� «nllJS nM�Z °tS 8% irtnlfN. � Mi erkor ihn die BordeileH-Abtheilung für Birmingham zu Vertreter im Hause der Gemeinen.— Herr Broadhurst i.7i°?ichieZene andere„Führer" der englischen Gewerkvereine stgem schon lange im Fahrwasser der Regierung, fie haben ti "w-H stch„nützlich" zu machen und Herr Broadhurst Miet icg; den Lohn seiner Thätigkeit. Herr Gladstone weiß K°hl. warum er solchem Ardeiterorrtreter eine Stellung .- Der„Magdeb. 3ti nar nachstehender Berti geht aus London unterm 10. Fe- �.—„.v�v.w.i zu, den wir ohne Kommentar ~"°"gedm. Wir oerweisen mvetz auf die Ausführungen in "■Jktn letzten Nummern, nach welchen die ganze Angelegenheit wesknil'ch anderen Gesichtspunkten aus deurtherlt werden Der Bericht lautet: ...London, 10. Februar. Gestern hatte es ganz den An- als ob sich die vorgestrigen Aufruhtsszenen wiederholen ?�ben. Trotz dcs mit scharfem Froste gepaarten dichten Ne- M ber den Tag m Nacht verwandelte, sammelten fich de- w e �chaaren von Arbeitslosen in Trafalgar Square an, >I. �ch allerhand Gesindel aus den verrufensten Quartieren J? Ostendes anschlotz. Vitt j-der Stunde wuchsen die hengrup oen auf dem Platze, die stch schließlich in eine kompakte verwandelten, umdenNnsprachen«ehrererEozialittenführer gs-°lles, ß -'«o Zen %ri(ch(n. Die anwesenden zahlreichen Polizisten verhielten stch Bs.0 abwartend. Gegen 1'/» Uhr setzte stch ein wohl 500 "tit starker Pöbelhaufen in der Richtung nach Pall-mall in K?Wmg, wie c, hieß, mit d<.......~ Wi, te . der Abficht, die Personen zu be- N. die fich zu dem Empfange begaben, welchen der Prinz tri im St. James- Palast abhielt. Die Polizei zer» tndesi rasch die Menge. Gegen 3 Uhr Nachmittags iiiü{n ß* in Trafalgar Square wohl an 10 000 Personen J�nDiengtrottel, weiche augenschcinltch böswillige Abstchten iib--? i. und hier und da Ausschreitungen verübten. Vor- Weende Equwagen und Droschken wurden angehalten und Swfaffen ourch Zischen und H-ulen eingeschüchtert. Damen behelligt und Herren die Hüte eingetrieben. Ein �"agrn mit Lakaien in reicher Livree, angeblich der des er fi� oröen-> den% 1*1; iworcnr-. !sf| S- oßem« er ihn l und a». erung% M «fe ■BP dritter !A ir.n h*%ngorg, wurde mit furchtbarem Geheul umringt und von o�oßzei nur mit Noth und Mühe aus seiner gefahrvallen ».�•befreit. Endlich schritt die Polizei ein und nach meh- !!lrs fruchtlosen Versuchen gelang es ihr, gegen 4 Uhr den nollig von Menschen zu säubem, worauf fie einen starken im« um denselben zog und Jedermann dm Zutritt ver- wir?- Allmälia zerstreute fich die Volksmmge nach allen hangen der Windrose. Die Geschäftsstraßen im Westende wLlrftern ein seltsames Aussehen. Augenscheinlich au» ttalhL"or einer Wiederholung der vorgestrigen Ge- iq et, waren aegm 2'/, Uhr die meistm Läden keoi llttit. street, Oxford> street, Piccadelly, Charing- kd»« Strand, Bond street, Sackville street und in anderen de# iwfA' am rs!UNg«2 aW/'" lern? dura aus! _.. Westends geschlossen. Selbst in verschiedenen für Stadttyeilen hatten es die Pfandleiher und Juweliere de»,?Mtat erachtet, ihre Lädm zu schließen oder zum Min- fnbrt.e Schaufenster verdeckt zu halten. Der Tag verstrich Lllw.fJ'bne Ruhestörungen. Der durch die Plünderung der »�.„fchrittenster im Weflende verursachte Verlust wird auf Sm o?0 � Lstrl. veranschlagt. Der Juwelier Achard in bie m, ubltq street schätzt seinen Verlust auf 500 Lstrl. und Ittt« edsfirma Pickett in Oxford street, deren reich be- Im'• Schausmster gänzlich geleert wurde, beziffert ihren Ver- .V.nuf über 1000 Lstrl. Einen ähnlichen Verlust erlitt der dJ vier Webb, ebenfalls in Oxford street, dessen Sohn über- L. tn den. Versuche, die Aufrührer zurückzuhalten, schwer ver« winde. Ob die beraubten Kaufleute jemals entschädigt V Sen htt ft.» ia k.a. f—riu, Juristen find nicht einig verantwortlich ist. Unter den || tk»jW aufgeworfm, warum nicht lofort Kavaller �ni,.fr Kg der Aufrührer verwendet wurde. Gegen die n tlalistmführer, die man ali die Urheber uad Leiter des Ilm bezeichnet, ist polizeilich bis jetzt nicht eingeschritten war- Und es wird auch voraus fichtlrch in der Sache nichts ge werden. Dagegen hatten die hauptstäoitschen Polizeige- v-» gestern alle Hände voll zu thun, mit Jndioidum, die rflen FensteretnwerfenS und Beraubung der Schaufenster ver- »„.•t. Wersen warm. Verschicdene Personen wurden gestern Kostet, die im Begriff waren, bei Psandleihern Juwelen, Itolr Md Sildergeräthe zu versetzen, die aus den Juwelier- im Westend gestohlen worden fin». Die meisten der An- �Mstrn beSquare Theil gmom« tzin. Die Soz-altstmführer Burn», Champion, Hyndman und C�mns suchten gestern eine Unterredung mit Herrn Chamber- Vi«. Präfiventen des Gemeinde- Verwaltungsamtes, nach, V 1«JU bitten, Beschäftigung für die Tausenoe von brot- k,si.?ndrstem zu finden, und ihm die auf dem Meeting zu «"Square gefaßten Resolutionen zu unterbreiten. Herr !>ril. inin lehnte es jetzt ab, die Sozialisten zu empfangen, Jk"icht als Vertreter der Arbeitslosen anerkennen Gleichzeitig erklärte er, daß er Nachforschungen über �tottHkfchein bezweckt. Der Anthetlschein, der ganz in und Ausstattung einer industriellen Attie gleich!, lautet �»7 w�end auf... FI---- Kr. ö. W. zu Klii, Ä des Kreuzberges auf dem Kalvarienderg zu Maria- obengenannter Betrag auf dm Namen des p. t. �.5* N. N. in da» Gefchäftsjoumal(!) de» himmlischen Ue«n""«s richtig eingetragen worden ist und am Sterbe« ltrbm Gott, dem obersten Zahlmeister, mit hober ,nj>* im Himmel zurückgezahlt werden wird, bestätigt '%fl c'Lbe» göttlichen Heilandes mit Siegel und Unter« zv?1 Namen de» Komitee«.....(folgt der Name)." ""niifA%b( Bm Akiba zu dieser geschmackvollen Art tf'ilun«.% 23. v. M. entnehmen wir nachstehende Mit- ein Händler einem eine Quantität Eier WW Hühner Eier aus der TdSRMÖk£S?ia,\Nra.|)ort, seien. Die Eier sahm genau die$1 tf�mann„.v?? Eier aus und wurden deshalb auch von dem »iesr.u t.�I rvu-d«�- �>e angenommen. Als einige der Eier ge- «m" fand man, daß fich Eiweiß und Dotter nicht hatte S' j >lS es- en ursche» m L 10. fS$\ tg�inj g- t&i 5'Än, " Litte, Ä D,*ttr ju fjP;"- und entdeckte, daß man es mit künstlichen «lÄ K! i Ja-t'it!!>>»-!Ä-k"«-ch�d Nosk«-" � �nismde Ö brist Prschewolsky vor 5# 0 uff.'-ttirme«arre uno vrye ogne ueoergairg ob« Rroi.ffÜ L im südlichen Theile ist die Sommerhitze (st Wm, b« Winter gemäßigter, allein ntchtsdesto- tilx inn �Niederschlag ein so außerordentlicher, daß eine kann und daS Land keine Weide- t. Nur in den westlichen Distrikten ewachsene Flecken vor, Bäume und nt bagepm gänzlich. Trotz der mangelnden Sää» S isfe «Uftu*!1 �biere finden in den nördlichen ttbetanischm � und zeichnen fich durch ihre außerordentliche die Ausdehnung und Natur de» Nothstandei unter der arbeitk- losm Bevölkerung anstelle. Mittlerweile selen die Armenväter- Kollegten angewiesen worden, Abeitslosen, die fich alS Ar- beiter leaitimiren können, Unterstützungen auS der Armenkasse zu gewähren. Anterik«. Washinaton, 9. Februar. Die Einzelheiten über die anti- chinessjchen Ruhestörungen in Scatile, im Territorium Washington, ergeben, daß in Folge der Weigerung der Un- ruhcsttster, stch zu zerstreuen, daS Militär anqr.ff, wobei ein Mann gelödtet wurde und mehrere Andere Verletzungen davontrugen. 195 Chinesen haben den Ort verlassen und die Heimstätten der Zarückgedlred-nen stehen unter militärischem Schutz. Man befürchtet eine Erneuerung der Unruhen. — Eine Depesche aus Guavaqutl(Republik Ecuador) be- sagt, daß Präfident Caamano in der Nacht zum 6. d. M. in Naauachi von seinen politischen Gegnern angegriffen wurde, wobei einer seiner Adjutanten getödret ward. Dem Präfidenten selber gelang es, nach Guayaquil zu enkommen, wo ein neuer Kampf ausbrach, in welchem der Polizeichef und drei Mann ihren Tod fanden und mehrere andere Personen verwundet wurden.___ Kommunales. Stadtverordneten-Versammlung. Sitzung vom Donnerstag, den ll. Februar. Der Stadtverordnetm-Vorsteher Herr Büchtemann eröffnet die Sitzung um 5'/, Uhr mit geschäftlichen Mitthei- hingen. Die Abtheilungen haben die Wahl von 15 Mitgliedern für den Ausschuß zur Vorberathung der Neuwahl von 8 unbesoldeten Stadträthen vollzogen. Herr Fabrikdrsstzer Dietmar hat die auf ihn in voriger Sitzung gefallene Wahl zum unbe- soldeten Siadtrath dankend unter Hinweis darauf abgelehnt, daß seine Wahl gegen eine starke Minorität und einige Form fehlern erfolgt ist. Die Vorbereitungen zur Ersatzwahl werden auf Antrag drs Stadto. Spinola dem eben gewählten AuS- schuß überwiesen. Nach Eintritt in die Tagesordnung werden eine An- zahl NaturaltsationSgesuche geschäftsordnungsmäßig erledigt. Standmiethen-Tarif und die Organisation der Marlthallen.(Fortsetzung der in voriger Sitzung abgebrochenen Berathung.) Berichterstatter Stadv. Löwe bespricht die Hauptpunkte der Magistratsvorlage. Antrag Hl. der Vorlage will dem Dt- rektor des städtischen Zcntral-Lichhofc», Herrn Hausburg die kommissarische Verwattung der Stelle ein-i D rigenten der städtischen Märkte übertragen. G-gen diese Personalunion find in der Kommisston ernstliche Bedenken geltend gemacht worden. Man könne aus keinen Fall einen Mann von einem Posten nehmen, auf dem er absolut nöthig sei. Von dies-m Gestchts- punkt aus stelle die Kommisfion den Ant-aq, den Magistrat zu eis rchen, durch öffentliches Ausschreiben einen Direltor für die Verwaltung der städtischen Markthallen mit einem Gehalt von 10000 Mail zu suchen und demselben diejenigen amtlichen tanktionen zu übertragen, welche aus de- Begründung der orlage ersschtlich gemacht find.— Dies sei der Hauptpunkt der Abänderungsvorschläze der Kommisston. Die aus der Mitte der Kommisfion gestellten Abänderungsvor- schlüge seien unwesentlicher, meisten» redaktioneller Natur. Die Kommisfion ersuche dieselben abzulehnen. Es wird in die Spezialberathung eingetreten, nachdem gegen die von dem Stadv. Spinola vorgeschlagene Enblokan- nähme der in der Kommisfion abgeänderten Magistratsoorlage Protest erhoben wird. Nr. I. der Magistrats Antrage lautet folgendermaßen: Die Stadtverordneten Versammlung ermächtigt das Kura- torium für die städtischen Markthallen, unter Genehmigung de» Magistrats, nach dem als Anlage C dieser Vorlage beigefügten Tarif in den neu zu eröffnenden Markthallen die Standmierhen zu erheben. Auch ist das vorbezeichnete Kuratorium— unter Genehmigung des Magistrats— ermächtigt, nach Befinden der Um- stände die Sätze deS Tarifs zu ermaßigen oder Rabattbcwilli- pur gen auf die von Einzelnen zu zahlenden Standmiethen eintreten zu lassen. Stadtv. Einger und Genossen deantragen die Etteichung des Absatzes 2. Stadtv. Singer: Bereits bei der ersten Berathuna habe ich ausgesprochen, daß ich der Vorlage im Allge- meinen zustimme. Es handelt fich hier vorläufig um ein Provisorium, und es ist schwer, jetzt schon Kritik zu üben. Nun die Ausflucht, die der Ausschuß darin getroffen hat, daß er dem Magistrat die Verantwortung für die Wahl eines geeigneten Dirigenten übertragen hat, erscheint mir schwächlich. Der Ausschuß hätte dem Magistrat einen größeren Gefallen gethan, wenn er eine bestimmte Siellung eingenom- men hätte. Er wollte fich aber vor einer Entscheidung retten, weil er in setner Mitte über diese Frage nicht einig war. Die Größe aus; daS wichtigste derselben ist der Uak, eine Art wilder Rinder, die in großen Heelden vorkommen und wenig gefährlich find. Ferner kommen Antilopen, Schare und wilde Esel vor, auch sah die Expedition zahlreiche Bären, Wölke und Füchse. Im östlichen Theil von Tibet find zwei Flüsse und mehrere Seen reich mit Fischin besetzt, die aber nur in wenigen Arten vorkommen. Die ver mongolischen Rece angehörenden Eingeborenen erinnern durch ihre Sitten und Gebräuche lebhaft an ihre wilde vbstam- mung. DaS an China grenzende Land Kaltt'u bietet dagegen ein andere« Ausüben' dasselbe befitzt eine ausgezeichnete Be- Wässerung unb in Folge dessen eine höchst interessante Vege- tation. Prschewaltkn fand dort einmal eine Wurzel im Gewicht von 26 Pfund. Die Einwohner sind Tunguten, gehören der buddhistischen Religion an und haben große Aehnlichkeit mit Zigeunern; während die Tibetaner in Frlzjurten Hausen, leben die Tunguten in Hütten. Ein anderer Voiksstamm, den Prsche- walsky hier angetroffen hat, find die Dalvy, welche fich tn manchen Beziehungen von den Chinesen unterscheiden und Handel treiben. In der ganzen Gegend kommen nur zwei Glaubensbekenntnisse vor, Buddhismus und MohamedaniSmu», jedoch nimmt die Zahl der Anhänger de» erstercn immer mehr ab, da die primitiven Leute die Lehren desselben nicht zu de- greifen vermögen.— Prschemalsky machte seine erste Reise während der Jahre 1871 bis 1873, blieb mit nur sehr geringen Mitteln zwei Iah e in Tiber und gelangte bis zu den Quellen des Blauen Flusses oder Yangtse-Krang; er war der erst?, drr die ö rliche Hälfte von Zentralafien erforscht hat. Die Jahre 1874 und 1875 verbrachte er mir dem Studium und der Be- ardettung des von ihm gesammelten wissenschaftlichen Ma- tertals. sowie den Voibereitunaen für die zweite Reise, zu welcher Alexander H. 24000 Rubel ausgesetzt hatte. Auch wurden dem Reisenden ö Kosaken zur Verfügung g.sttllt- Die Expedition begab fich im Jahre 1876 nach dem Tyran-Schan und Tarim. mußte jedoch im folgenden Jahre durch das westliche Turkestan wieder nach Rußland zurückkehren. Die ffÄÄÄ' äs SÄ«®; mmmm Geschäfte der Stadtverordneten- Versammlung werden besser geführt, wenn fie unter voller Uebernahme der Verantwortung ihrer Beschlüsse selbst zu Beschlüssen kommt.— Was meinen Antrag anbelangt, so halte ich ihn keineswegs wie der Stadt- verordnete Löwe Mi nebensächlich. Wenngleich ei fich äugen- blicklich um ein Provisorium handelt, muß doch sofort daü Prinzip der Rabattirung größerer Unternehmer zurückgewiesen werden- Das Martthallenweien kann nur dann prosperiren, wenn es auf die breiteste Bast« gestellt wird und diese Bast« wird verletzt, wenn man Großhändler begünstigt und die Klein- Händler schädigt. Viel angemessener wäre es, wenn dm kleine« Leuten, die an und für fich schon wegen ihrer geringen Kapi- talkrast dm Großhändlern gegenüber bmachtheiligt find, ein Rabatt gewährt wäre. Ich verwerfe aber den Rabatt grund- sätzlich. Eine Begründung der vorgeschlagenen Rabattirung bade ich»eder von dem Referenten noch vom Magistrat gehört. Der Ausschuß sagt nur, daß es stch um ein Provisorium handle und daß erst im Laufe der Zeit plastische Erfahrungen gemacht werden können. Aber gerade darin liegt die Gefahr. Ist erst einmal die Einrichtung getroffen, für die Vermietbung größerer Räume in den Marsthallm Rabatt zu gewähren, wird fie später nicht mehr auS der Organisation herauSzu- schaffm sein. Die prinzipielle Frage muß entschieden sein, de- vor daS Unternehmen ins Leben tritt. Die Frage ist von der arößt-n Wichtigkeit. Ein Unternehmen, das für die ganze Bürgerschaft bestimmt ist, muß alle Unterschiede ausschließen. Die Stadt darf stch nicht auf ein Niveau mit Aktiengesell- schaften stellen. Eine Bevorzugung der Großindustriellen hat die Stadt unter allen Umständen zu vermeiden. Ich ersuche Sie, meinem Antrag, Absatz 2 zu streichen, zuzustimmen. Stadtsyndikus Eberty erwidert, daß es den Traditionen der Stadt widerst)' eche, einzelne Klaffen der Bürger zu bevor- zugen. Die Rebattirung sei jedoch nothwendig im Interesse des Verkehrs. Nur dem Stamm von HZnd- lern solle zur Hilfe gekommen werden, die stch verpflichten, auf 6 Monate mindestens einen Raum zu miethen. Das sei keine Beeinträchtigung der Klein- Händler. Stadv. Heilmann erklärt fich gleichfall» gegen den Singer'schen Antrag. Ein Schlußanttag wird angenommen und der Antrag Singer abgelehnt. Die übrigen Besttmmungen werden nach den Anträgen der Kommisfion festgesetzt und sodann die ganze Vorlage ge- nehmigt. Stadtbaushalt-Etat pro 1886/87. Ueberweisung an den Etat. Ausschuß ist beantragt. Die Berathung wird eröffnet durch di: Erklärung des Stadllämmerers R u n g e, daß er dem Ausschuß jede ver- langte Auskunft ertheilen werde. Stadtv. de N � v e find-t in langer, detaillirter Rede, daß die Kredit- und Finanzoerhältniffe Berlin« günstig liegen und daß die Stadt auf dem Wege der Entwickelung vorwärts schreite. Stadtv. G ö r ck i: Die wachsenden Ausgaben, welche die Entwicklung Berlin» dedingt, können nicht beängstigen. Nur dürfen die nothwendigcn Summen nicht durck Anleihen, welche die Zukunft belasten, aufgebracht werben. Wenn man— gestatten Sie mir den Ausdruck— nach„Singer'schen Grund- sätzcn" bei der Einschätzung zur Einkommensteuer ocrfad-en wür»e, ließen sich aus dieser Steuer bedeu'end höhere Ein- nahmen erzielen. Das Schmerzenskind der Stadt istdieMiethS- steuer, deren Reform durch die Verfügung der Regierung Z. aufgehalten wurde. Auch jetzt kann die nun getroffene Präst. dialentscheidung keine besonderen Hoffnungen erregen. Das, was gegen die Steuern so sehr erbittert, ist die schreiende Un- aerechttgkett, daß fie 6Vi pCt. für die Reichsten wie für die Aermsten beträgt. Wir wollen die arbeitende Bevölkerung nicht länger unter der ungeheuren Last der Miethssteuer seufzen lassen, welche die nothwendigsten Lebensbedingungen, Licht und Lust desteuert. Eine Versammlung, die fich rühmt, steheilliche In« stirutionen zu stärken und zu stützen, muß solche Steuern beseitigen. Wir hoffen, daß jetzt, wo die Hindernisse beseitigt find, die ge- mischte Devutattoi, tn etwas rascherer Weis- arbeiten wir?, als bisher.(Unruhe.) So lange wir hier find, haben wir höhere Löhne für die städtischen Arbeiter gefordert. Unsere Wünsche find auch in diesem Etat unberückfichtiqt geblieben. Man prunkt so gern mit der vorzüglichen Eiraßmretnizung der Stadt. Möge man dann aber auch der Leute gedenken, die in Wind und Wetter in der Nacht die Straßen reinigen müssen. Sie erhal- ten 2 M. bis 2,50 M. Das ist ein unwürdiger Lohn. Ein Minimallohn von 3 M. ist das mindeste, was ihnen gewährt werden muß.(Unruhe.) Wir haben g'ößere Ausgaben be- willigt, wir haben die Gehälter d«r MagistratSmitqlieder be» deutend erböht. Wenn zu solchen Auegad'N das Geld da ist, muß es auch für die städtischen Arbeiter zu haben sein. WaS die Vcrwaltunzsmaximen der Sttaßenreinigung anbe- langt, so hat der letzte Schneefall bewiesen, daß noch manches zu bessern ist. Möge vor Allem mehr Sorgfait auf die äußeren Viertel der Stadt verwendet der Wüst« zugebracht hatte, wo das Queckstlber im Thermometer wrede. holt gefror, erreichte er im Süden eine mehr gemäßigte Regipn, wo die T-mperatur aber oft um 40 Grade an einem Tage schwankte. Beispielsweise maß er im Januar Nacht« 20 Grad Kälte und bei Tage 20 Grad Hitze. Den Februar 1884 verbrachte er in dem gebirgigen Theile von Tibet, wo er seine ornttholozischen Sammlungen vervollständigte. Im Mai erreichte die Expedition da« sü'ttche Saidam, dessen Beherrscher ihrem weiteren Vordringen Widerstand entgegensetzte, jedoch gezwungen wurde, ihr einen Führer und einige Kameele zu besorgen. Seine Borräthe unter der Obhut von 6 Kosakm zurüalaffend, begab Prsch-waltky fich nach den Quellen de« Bechen FlusseS und von dort nach denen des Blauen Flusses. Stach einem Marsche von 150 Werst begegnete dem Reisenden ein Trupp fttt.dseltg gesinnter Tungut- n. welche den Russen den Uedergang über den Blauen Fluß nicht gestatteten, sodaß die Sxp-dition umkehren mußte. Beständig von den Tunguten belästigt, setzte der Reitende mehrere Wochen den Rückmarsch nach den Quellen deS Gelben Flusses und von dort nach dem südlichen Earvam fort, von wo er stch mit setner 13 Personen zählenden Expedition nach dem west- lichen Theile des LandeS wandte, dessen Boden so armselig ist, daß keine Th ere von der Vegetation zu lebm vermögen. Nach einem Marsche von 800 Werft traf er an dem Rande eines unpa strdaren Snmpfes ein, der von ganzen Schwärmen von Fasanen bevölkert war. Ja dem Orte Gaz verblieb die Expe- dirion 3 Monate' von dort aus durchzog sie noch weitere 800 Werst des westlichen Tibet, wo ste drei neue Gebirgsketten enideckre. Nach der Rückkehr nach Gaz wandte fie stch über einige Gebirgspässe nach Soto, wo ste von der türkischen Be- völkerung freundlich aufgenommen wurde. Ein ähnlicher Empfang wurde ihr in den an das östliche Turkestan grenzen- den w striche. r chinefitchen Besitzungen berettet. Letztere find ein fruchtbares warmes Land ohne Winter, wo jährlich zwei Ernten(im Februar und Juli) eingeheimst werden uno das ganz? Jahr Früchte reifen. Die B'völkerung besteht auS Chinesen, Mongolen, Arabern, Buchariolen und Hindus. Auf dem weiteren Ma sche kam die Expedition in eine große W iste mit nur wenigen Oasen, von denen die beiden ersten 900 Werst von einander entfernt waren. In der Nähe der Oase von Cherchen fand der Reisende eine bisher noch unbekannte Gedtrgskct e. Nachdem die Expedition den von Prschewalsky z/ erst erforschten 150 Werst l naen Potam und den Tarim- Fluß überschritten, wandte dieselbe fich dem Thian Echan zu, um auf diesem W g; nach Rußland zurückzukehren. twrte«! Noch vor wenigen Tagen war ein Schneehaufen vom letzten Schneefall her am Kottbuser Platz vorhanden. Die Kinder der Armen, die in jenen Vierteln wohnen, haben oft nicht einmal ganzes Schuhwerk.(Unruhe.)— Dai Kanali« fationSweik haben wir niemals bekämpft. Wenn aber auch augenblicklich kein besseres System bekannt ist, so müssen doch alle Versuche, ein solches zu finden, unterstützt werden, sonst gehen wir einer trüben Zukunft entgegen; wir wissen bei wachsender Ausdehnung der Stadt nicht, wo die Spülwasser zu lassen find. Man sollte allen Versuchen möglichsten Voischub leisten Wir vermissen eine bestimmte Summe zu diesen Zwecken im Etat.— Eine Reorganisation des WesenS und der Ein« richtungen der städtischen Klankenhäuser wird immer mehr zur gebiete- ischen Pflicht. Ein dirigirender Arzt kann unmöglich den Anforderungen genügen. Ernzelne Fächer müffm ein, einen Spezialä-jten überwiesen werden.— Die Garten« und Park- Deputation beansprucht einen doppcft so hohen Zuschuß als im vorjährigen Etat. Wir haben UNS emstlich zu fragen, od ein so erhöhter Zuschuß geleistet werde» kann, so« I nge die Löhne für die städtischen Arbeiter noch so gering find. (Unruhe.) Die Leistungen der Volksschule find hervorragend. Biilin kann stolz darauf sein. Die Resultate weiden aber hauptsächlich auch dadurch erzielt, daß dir Familienväter die Lehren der Schule ihren Kindern einprägen. Möge die Stadt« veroidneten-VersammIung stch also die Verdienste um die Schule nicht allein zuschieiben.(Umuhe und Lachen.) Wenn wir hier unsere Ausstellungen machen, so baden Sie, meine Herren, eS selbst veranlaßt, weil Sie eS nicht geduldet haben, daß Einer der Unseren in die Lchuldeputation hineinkam, weil Sie nicht volle Gerechtigkeit haben walten lassen.(Unrube.) 476 847 M werden im vorliegenden Etat mebr für das Ge- meindeschulwesen gefordert, als im vorigen. Diese Summe ist aber klein im Vergleich zu der Aufbesserung für die höheren Lehranst'lten. Man soll die Ausgaben für höheres und nie- driges Schulwesen in ein richtiges Verhältniß bringen! Ein Schüler der höheren Lcheanstallen kostet daS Doppelte als ein Gemeir.deschüler. Was find das für Zustände!(Unruhe.) Die Wissenschaft und ihre Lehre ist frei; daS soll aber nicht bloß heißen, fie soll vor dem Strafrichter geschützt sein, sondem auch str darf nicht gebunden sein an den Befitz! Die Frei« stellen an unseren höheren Schulen find durchaus unzureichend. Mögen dem Freischüler auch die Mittel zum Unterhalt gewährt werden. Wir haben aus der lei Hucne Einnahmen zu er« waiten. Diese Einnahmen werden hauptsächlich aufgebracht durch die ärmere Bcvölkerung, fie sollen auch der ärmeren Be» völkemng wieder zu Gute kommm. Das ist am besten hier beim Schulelat zu thun. Auch eine VerwaltunaSmaßregel müssen wir hier öffentlich zur Sprache bringen. Wir achten jede Ueberzeugung. Dieses P.inzip ist aber in einigen Schulen verletzt worden. Drei Fälle(aus dem Köpnicker Felde und am Halleschen Thor) find uns bekannt, wo die Lehrer die Knaben ausstehen ließen, die noch nicht getauft find. Der« attiges muß künftig unterbleiben.— Wir halten die Vorschul- klaffen für kein nothwcndigeS Requifit der höheren Lehr- anstalten. Die Volksschule soll zur Vorbereitung dienen. DaS würde auch den sittlichen Zweck erfüllen, daß das Gesühl tcS Klassengegensatzes nicht so frühzeitig in den Herzen dir Kinder erwachle. Die Vorschulklaffen müssen deshalb aufgehoben werden.— Ernsthaft muß erwogen werden, ob die Verschiedenartigkeit der Ferien für die beiden Arten der Lehranstalten nicht zu beseitiaen ist und ebenso, od es paffend ist, daß die Schulzeit des Mittags bis 1 Uhr dauert. Der Zuschuß zum Armenwcsen ist nach dem Etat geringer alS im Vorjahr. Hieraus ist aber durchaus nicht auf bessere Erwerbs« Verhältnisse zu schließen und deshalb etwa gar ein Loblied auf die Schutzzölle zu fingen. Es ist überdies durchaus nicht sicher, ob das Armenbudaet nicht bedeutend überschritten wird. Gerade jetzt ist ein Wendepunkt in unserem politischen Leben nahe. Wenn das Sozialistengesetz verlängert wird, können hunderte von Familienvätern ausgewiesen werden und wir müssen dann die Familien unterstützen!(Vor- sitzender bittet, bei der Sache zu bleiben.) Das Sozialisten« gesey greift in unsere Armenverwaltung ein; et ist ein Requisit der Selbstverwaltung, hierüder zu sprechen. Wenn Sie die von unS bezeichneten Wege beschreiten, werden Sie stets unsere UnlerstützU'-g finden. Nach einer kurzen Erwiderung des Stadtv. Dr. Kürten, der findet, daß der Vorredner von der Redefreiheit einen sehr weiten Gebrauch gemacht habe, und daß eS unmöglich sei, auf alle Punkte eingehend zu erwidern, wird ein Antrag auf Schluß der Debatte angenommen. Der Etat wird dem Etatausschuß überwiesen. In einer persönlichen Bemerkung fragt Stadtv. Dr. Jr« m er an, wieviel Tage vorher man sich zu melden habe, wenn man zur Etatberaihung das Wort erkalten wolle. Einige unwesentliche Vorlagen werden de« battelos nledigt. Abänderungen deS Gemeinde- Etnkom» mensteuer-RegulativS. Dasselbe soll nach der Vor« lagt deS Magistrats dahin abgeändert werden,„1. daß gemäß § 1 des Gesetzes vom 27. Juli 1885 neben den bisher in Ber- Un der Gemeinde Einkommensteuer unterworfenen pbyfischen und juristischen Personen vom 1. April er. ab auch die Kom. manditgesellschaften auf Attien, Berggewerkschaften und einge- tragenen Genossenschaften, deren Geschäftsbetrieb über den Kreis ihrer Mitglieder hinausgeht, dieser Steuer unterliegen sollen; 2. daß vom 1. April er. ab die hier wohnhaften, dezw. sich länger alS drei Monate hier aufhaltenden Abgabepflichtigen rückfichilich ihres Einkommens auS auswärtigem Grundbesitz, Pacht oder Gewerbebettied mit einem Vierttheil ihre« Gesammt« einkommenS zur Besteuerung für die Stadt Btrlin herangezogen werden." Stadtv. Singer beantragt, zwischen die Motte „hier" und„aufhaltenden" die Motte„zu rein privaten Zwecken" einzufügen und begründet seinen Antrag mit dem Hinweis darauf, daß unmöglich die diätenlosen ReichstagZabgeordneten sowie die Beamten, die kommissattsch in Ausübung ihreS Amtes längere Zeit sich hier aushallen müßten und die Auiwättigen, die durch Krankheit in hiesigen Krankenhäusern zurückgehalten würden, zur Steuer herangezogen werden dürften. Nach einer Erwiderung deS Stadtraths Hagen wird dieser Zusatzantrag abgelehnt und die MagtstraiSvorlage un« verändett angenommen. Eine Anzahl Rech nun gen werden dem RechnungS- ausschuß überwiesen. Errichtung eines städtischen ErziehungS« Hauses für verwahrloste Knaben, vettchterstatter deS AuS« schuffeS ist der Stadls. Singer, der die unoerändette An» nähme der Magistrativorlage empfiehlt. Mit der vorgeschlagenen öttlichen Lage der Anstalt könne man einverstanden sein, da daS Grundstück des Arbeitshause» in der vorgeschlagenen ..................... � Stadtv. Rechtsanwalt Hoffmann U wiederholt seine übertragen worden sei._ Diese Angriffe werden vom Schulrath Dr. B e r t r a m und vom Referenten in gebührender Wttse zurückgewiesen. Der letztere erwidett, daß trotz de» Aushängeschildes der Reli- zicn die Humanität, in welche sich der Stadtv. Hoffmann wie n einen Tugendmantel gehüllt habe, sehr wohlfeiler Art sei. Die Partei des Stadtv. Hoffmann habe am allerwenigsten das Recht, sich als Vettreter wahrer Bildung, wahrer Freiheit und wahrer Humanität auszuspielen. Die Magistratsvorlage wird angenommen. kr Nach einer Reihe perlönlicher Bemerkungen wird ein Ler- tagungSantrag angenommen. Schluß 10 Uj Gerichts-Zeitimg. Das Urtheil in dem Landesverrath« Prozeß Sarauw- Röttger. Leipzig, 11. Februar. Unt-r großem Andränge des Publikums wurde heute Mittag 12 Uhr vom Pröfidenten Dr. Drenkmann das Utthell verkündet. Es lautete: Der Angeklagte Sarauw wird wegen LandesverrathS zu 12 Jahren Zuchihaus und 10 Jahren Ehrverlust veruttbeilt; der Ange- klagte Rötiacr wird von der Anklage der Beihilfe zum Lan- desverrath freigesprochen. Die Beschlagnahme der Vermögen der Angeklagten wird aufgehoben. Die U'theilsgründe waren im Wesentlichen folgende. In PattS besteht ein Nachrichtcnbureau, welches es stch zur Auf- gäbe gemacht hat, Auskunft über geheim zu haltende wichiige Dinge des Auslandes, besonders aus Deutschland, nach Paris zu defördern. An der Spitze desselben stand resp. steht ein ge« wiffer Kosolowski und ein Schriftsteller Hanseu. K. foimu« litte die Fragen, die dem Bureau gestellt wurden, trug fie in ein besonderes Buch ein und schickte fie an die auswättigen Korrespondenten unter verschiedenen Deckadressen. Nachdem die Antwotten eingegangen waren, wurden dieselben kopi-.t in ein Korrespondenzbuch eingetragen und an den fran- zöfischen Generalftad geliefert. In dem Korrespondenzbuche wurde nicht der Ort angegeben, woher die Bttefe kamen, son- dem nur das Da'um der Absendung seitens deS Korrefpon- deuten. Korrespondenten waren für das östliche Deutschland KraSzewski, für das westliche Janffens, für da» übrige Deutsch« land und Oesterreich der Angeklagte Sarauw. Dieser sühtte die Bezeichnung A, bezw. A5; er hatte verschiedene Unter- korrespondenten, so in Danzig, Kiel, Stettin, Wilhelmshaven, Berlin. München, u. s. w. Die Anfragen an Sarauw wurden unter Deckadressen(u. a. auch der seiner Frau) abgelassen, und er selbst sandte auf ähnliche Weise die Bettchte, welche er von seinen Unterkorrespondenten erhielt, in Abschttst an das Bureau. Sarauw hatte ein festes Gehalt von monatlich 5—6000 Ftc*., welche? angeblich aus einem sekreten Fonds gezahlt wurde. Der Angeklagte hat geleugnet, mit dem Bureau in Verbin- dung gestanden zu haben, giebt aber zu, daß er Nachrichten nach PattS befördett hat. Er behauptet, er habe im Jahre 1882 von einem französischen General den Auftrag er« halten, Nachttchten militärischen Inhalts für die Ztttschttst „Avenir militair". zu liefern und habe dieselben nur auS Zettschttsten entnommen. Er giebt zu, jährlich 4000 Franks aui Paris erhalten zu haben, behauptet aber aeglaubt zu haben, J)aS Geld komme von der Redaktion des„Avenir militair". Die? erscheint um deswillen unglaud« hast, weil er zugestehen mußte, niemals einen seiner Attikel in jenem Blatte gelesen, und auch niemals das Blatt erhalten zu haben. Die? ist durch einen Zeugen bewiesen. Dieser Zeuge ist der Elsässer Boninger, welcher den Sarauw denunzitt hat. Der Zeuge hat die Existenz des Bureaus und die Verbindung Sarauws mit demselben bestätigt; er hat geleugnet, daß der „Avenir mil." in irgend welcher Verbindung mit dem Bureau gestanden hat. Nur ein Fall ist bekannt geworden, der auf eine solche Verbindung hindeutet. ES wurde nämlich von dem Uebersender eines Berichte? aus Oesterreich der Wunsch ausge- sprachen, es möchte der Bettcht auch im„Avenir" abgedruckt werden, damit es wahrscheinlich werde, daß er nur für diese» Blatt bestimmt gewesen sei. Der Zeuge hat gesagt, der Ange- klagte habe sein Gehalt in Bttefm bekommen, in welchen sich immer ein Schrttben Hansens befand, er konnte also über die Herkunst deS Geldes keine Zweifel haben. Der An- geklagte ist früher in Paris gewesm und hat dort mit dem leugen, mit Kosolowski und den Offizieren deS franzöfijchen Generalstabes in Verbindung gestanden. Ist diese Angabe de» Zeugen ttchtig, so ist kein Zweifel, daß Sarauw mit dem Bureau m Verbindung gestanden hat. Der Zeuge ist aller« ding» nicht vei eidigt, er ist im Elsaß als Franzose geboren und hat von 1879 bis Ende 1885 im Bureau gearbeitet. Ec wollte sick in Frankreich zum M litärdienst stellen und sollte erst sttne Naturalisation nachwttse». Dies geschah im Sommer 1884. Er hat angegeben, daß er im Februar und Mai 1884, wo er eimr deutschen Behörde den ersten Aufschluß über daS Bureau gegeben hat, im Zweifel war, ob er Deutscher oder Franzose s«, da er erst später ettubr, daß für ihn cptttt sei. Sanach ist er wenigstens verdächlig, an dem Landesverrath tbei'genommen zu haben, und dieser Verdacht schloß die Vrr- ttdigung auS. DaS Gettcht hat ihm aber vollen Glauben ge- schenkt. Dem Zeugen ist nichts nachgewiesen hinfichtltch des Grundes, weihald er der deutschen Behörde Anzeige ge« macht, wenn auch daS Motiv dunkel geblieben ist. Er behauptet, daß er die Anzeige freiwillig gemacht habe, daß Versprechungen ihm nickt geworden stten und daß er nur gettvgfüaige Auslagen erfetzt bekommen habe. öS kommt hinzu, daß die Aussagen dieses Zeugen durch andere Momente unterstützt werden. Er hat eine Äbichttft des Fragebuches und der üdttgcn Korrelonvenz, welche seit 1882 geführt ist, soweit e» sich»m militärische Dinge auS Deutschland handelt, der deutschen Behörde übermittelt. Ei ist festgestellt, daß darunter wottaetreue und sinngemäße Abschttften sekreten Materials fick befinden. Daß man eS etwa mit eigenen Fabrikaten des Zeugen zu thun habe, ist positiv ausgeschlossen. Von Juli 1884 an hat er von Sarauws Eingängen Abschriften angefettigt und diese oder Auszüge darau» der deutschen Behörde über- reicht, serner auch ein Originalschreiben des Kosolowiki. Alles diese» ergiebt die behauptete Existenz de» Bureau? und die Verbindung Sarauwi mit demselben. Anderweitig wird die B>hauptung deS Zeugen unterstützt durch die Reisen, die der Angeklagte Sarauw rm Jahre 1884 gemacht bat. Der Zeuge bekundet, daß Earanw im Juni 1884 über München, wo er mit Hansen zusammenkommen wollte, nach Oesterreich gereist ist. Im September hat er eine Rhttnreise gemacht und auf dem Rückwege Berlin berühtt. Während Sarauw die' letzte Reise zugeftanden, hat er die erste besttttten. Beide Reisen find aber vom PolOeidirekwr Krüger bestätigt, auf beiden Reisen ist der Angeklagte beobachtet worden. Im Dezember 1884 ist er noch einmal in Berlin gewesen, wie von dem Zeugen in Uederttnstimmung mit dem Polizeidirektor Krüger bekundet wurde. In einem Bttefe an das Bureau«klärte der Angeklagte die Rttse für nothwendig, um geeignete Kräfte zu werden und fordett dazu eine Honottrung. Nach der Ryeinrttse hat Sarauw Briefe geschrieben, die in einer von Kosolowski ae- fettiatm Uebersetzung vorliegen, in welchen er über die Erfolg- lofigteii seiner Reise dettchlet; man hätte, sagt er dattn, enorme Bedingungen gestellt und immer den Spion in ihm gewittert. Ferner ist dem Sarauw die Verbindung mit dem bereits ver- uttheilten Hauptmann a. D. Hentsch nachgewiesen. Hentsch hat damals erklärt, daß er ungefähr dieselben Sachen, die er dem Adler in Wien angeboten, auch einem A. Madson in Kopenhagen angeboten habe. Dieser Madson ist nachgewiesen«- maßen der Angeklagte Sarauw. Es liegt ein Vttef an Hentsch ,or, der von der Frau des Angeklagten geschrieben ist. Es wird dattn für ttne Zusendung gedankt und der Wunsch aus- gesprochen, die Verbindung möge auch während des SommerS fortdauern; auch wird darin namentlich Auskunft üb« Wil- helmShaven ett ordert. Erwiesen ist, daß die Fi au Hentsch, nachdem ihr Mann verhaftet worden war, fortdauernd UnterftützungS- gelder erhalten hat, welche nach d«en Bekundung aus Kopenhagen kamen und mit Madson oder M. gezttchnet waren. Sarauw war stets bemüht, deutsche Staatsangehöttge zu bestimmen, ihm Mittheilungen über militättsche Dinge zu machen. Mit dem Bureaugehtlfen JakobS stand er in Vnbindung. Dieser hat mit Genehmigung der Polizei ihm«inen von ihm ge« fettigten Plan von den Sperttotts von Neuß geschickt. Mit dem Odetteuerwerker ThomaS vom 11. Fußartillerieregimett l in Jüterbog! setzte Sarauw sich im Jahre 1882 in Verbindung I und erhielt von ihm fortwährend die Erlasse des Mmiffettuw» I über die Schießversuche in Jütnbogk. In einer ähnlichen Vei- 1 bindung hat n mit dem Angeklagten Röt per gestanden, w'lckei ihm Miltheilungen über die Festung Mainz gemacht bat. Den Premierlieutenant von Wittken in Flensburg hat er aufgt' fordert, ihm Mittheilungen über Versuche mit dem Rep'l'o gewehr„für militättsche Blätter" zu machen. Emen dänischen Kapitän Namens Bohnfiedt fordette Earauw auf, die thüttnger Gewehrfabttken zu besuchen und nackzufo scken, ob dott oder sonst imendwo in Deutschland Repetirgeweh-e an i<> fertigt würden. Es kommt in Bettacht, daß diese ganze Veo bindung auf Originalschrttben Sarauw'S beruht, die von ihm unter Anerkenntniß dieser Schreiben eingestanden wird. Sarauw hl" behauptet, er habe alle diese Mittherlungen nur benutzen wollen für ein Werk, betreffend die LandeSveithttdigurg von Däne« mark, oder zu dem Zwecke, einen Einfluß auf die Einführung eines anderen Gewehres in Dänemark auszuüben. E wiesen ist aber, daß er dem Bureau geaenüb« davon Gebrauch ge % tE. V' lm«. 6i r|i ao«, oog er oem«ruieau geaenuoer oavon rscorauw v utAnrs macht hat. Es ist ein Bttef an Hanken in dänisch« Sprilfce» 3, geschrieben worden, der von dem Angeklagten herrühren tr# V- In demselben werden die Miltheilungen deS Jakobs an den, 9 Angeklagten über Neuß ang- boten. AuS der groß.n Reihe von � m Mittheilungen, welche Sarauw dem Bureau gemacht hat un?»aeunofJ9?5 die stch auS dem Fragenbucke bezw. dem Korrespondenzen- journale deS Bureaus und den vorgelegten Btttten ergeben, ist eine Anzahl einzeln« Fälle besonders' hervorzuheben. Jj; erste Fall aus dem Jahre 1880 oder 1881 betrifft die M' theilung über ein von der obersten deutschen Militärbehoroi erfundenes Sturmg«äth. Der Angeklagte M be schuldigt, dj* Zeichnung desselben der französtlcken Behörde ü zu haben. Es ist erwiesen, daß er von Kopenbagw durch seinen Unterkorrespondenten i» Berlin die MitiftttW befördert hat. Was| diese Zeichnung angeht, so ist f. legcntlich der Verhanolun� gegen Hentsch nörtert worden, der Photograph Coßmann eine Zeichnung über d iS S geräth aufgenommen hat, welche oon Hentsch dem Adler& geblich angeboten wurde. Da Hent-ch bekundet hat. doi s; die meisten Sachen auch an„Madkon" geliefert hat, so iolg� die Anklage, daß diese Zeichnung die von Sarauw nack z geschickte gewesen ist. AuS den Aussagen deS Zeugen hervor, daß Sarauw einen Mobilmachungsplan für 10' Franks in Patts angeboten hat. Man«widerte ibm, habe ihn schon und bedürfe nur noch zwei« Kapitel, wj bei dem Neudrucke des Planes von Seiten der Behörde Ii che Aenderuagen«litcn hatten. Für Ucberlendung% beiden Kapitel wurden dem Sarauw 1000 Franks gel»; und nach einer Notiz im Korrekponvenzjournale des Bw ist kein Zweifel, daß sie eingere-chl worden stnd. Wi' stellt, ist die Abschrift eine fast wörtliche gewesen.~a MobiunachungSplan ist ein Gehttmniß ersten und auch die Preisgabe nur«neS Theiles dess»� ist nn Landesverrath. Fern« stnd Dokumente"3 Pulver dem Bureau angeboten und angenommen. Der A gebotene Preis oon 1200 Fr. wurde von dem Bureau auf 1600 Fr.«höht. Diele Dokumente be-iehm fick auf für Deutschland sehr wichtige Frage; fie waren als ManujujJ «orten mit SU M vom 3 & 6a! fE in zw Kr" K For W icyv wujjiHit Tjiuyc, fic lötttcn Ui» anui»»«:« für Offiziere gedruckt und sind da« ttnzige sekrete Werf*"2, Art. Ein semer« Punkt d« Anklage bezieht sich auf Verrath von Ergebnissen der Versuche deutscher Milrtärbel)� Te"f»o ftthtitA C üb« den Gebrauch der Geschütze, welche durchaus g-b«?' halten sind. Erheb! ch ist auch d« Verrath an den der Attillerieprüfungskommisfion. Die von dieser B'höw*« daS KriegSministerium gelieferten Bettchte hat d« AngejfJJJ abgeschrieben. In den Jahren 1832—84 hat d« AngeM fortgesetzt diese Berichte geschickt; er hat sich anfangs Originale, nachher die Abschttften verschafft» um dieselben getreu zu kopiren. Auf Grund eines Erl»ffes vom 21.- 1881 wurde in Deutschland ttne 21 Zentimeter-Kanone«"T, m führt. Durch denselben Erlaß wurde der Druck ttner vvu grapbie der Artillerie Prüfungskommission genehmigt, welche® W i s m Hiupu« v««luuciic v'"|U"goiumaniiiun grnrymrgr, mciur die Leistungsfähigkeit der G' schütze u s. w. Hansell. Diese mrj bedingt geheim zu halten. Sie giebt u. A. Aufschluß wie viel Mauerwerk durch jeden Schuß zerstört wird. Monographie hat Sarauw auch verratym, wie aui seinem richte über seine Reise im Jahre 1884 hervorgeht. Auch,� mit ist ein Stück de? geh-imzuhaltenden Wissens d« deutf� Militärbehörde der französischen überliefert. D« sollte den Plan von Spandau überreichen und zwar mit? wie er ihn bertttS für Kelberg geliefert hat, ebenso, � denselben zurückgefordert hat, um ttne Aenderung daran p nehmen. Bei Festungsplänen kommt ei gar nicht darau' � sekret stnd; ihre Ueberliefeiung an eine fremde-®.� u. daß a machen m fcft, y* mvyv ui» ytwcius flu muitnvcu« /jyvr um war deShalb eine Vnurthttl'ing Röttg"®„rf schloffen. Bei Sarauw ist ttn fortgesetztes Verbreck�Ü»»de W « eubaut ""ei Schli ' Öt .'8l wurd rauw wurde in Haft behalten. Er zttgte bei nj, UrtheilSverkündung kttne bemntenswerlbe äußere schttnt ab« seit Beginn der Verhandlungen an dedeutend verloren zu hadm. Kriefkasten der Redaktw». � August Heiur. Sie wüßten, um gegen Sck- ö nachweisen, daß ste dems-lden 3 Mark zur Bezahiu übergeben Jobcn. Da kttne Zeugen vorhanden ff"' W da rl- 8?«inVk,t4 YA VÄiÄ- isS«"' O. nicht vnbieten, können Sie auch mehreren Kassen 2. Wenden Sie sich an das Kuratorium dn stavrti» 1». 1. Nur der überlebende Ehegatte Bnanlworllich« Redakteur R. öronhetm in B«l«.»Druck und Vntag von Max Badwg in Bertin 8W., Beuthstraße 2. hallen. 5000. der Kur bilden diese Kosten erne aur oem welche der Erbe nur ebenso wie andere Rachlaßsch/ >nnß. 2. Unverständlich._— Hier»« ei«« � 1 ■titrfßitneirf I LerbindM Itntritriuml ,lichen ZW' im, w'l-b« bat. Den| er autflf', :m Repitr- n. Emen I- "ißr. 8V. Vellage zum Berliner Volksblutt. tzuto scheNi och:e onic ganze Ve» m ihm unter girau» pol lyen wolle» von Däne» C'nfahning , E wiese« jebrauch V rbren ibs an de» '.»«IIK Ä» litärbehir» rldigt. ein- üderre»»' lkovenbogen lliillbetlun« W MM oorden, M Iis©««"' Avler«P naeb% !Ä ihm, r Ittel,| itde Sung-. tks qebp, es Wi'l °n"«! i bejwS »mte eau nie Lr? a r S>, v. Bronsart, v. Caprioi und Rom« rbren müj. P st"d die Vereinbarungen deS PoMongreffeS ,...—itn,? 1885, � DOn l,tn deutschen Bevollmäch' ht bet unO L,» �b-hllltliid der Ratiffkation mitunterzeiltmet iinv. ,ur spondenze»' ��.. LSmahigen Veschlußnahme zugegangen� cn ergeben ßCi-jy zum Wtllpostvertrage vom 1. Ju •■* r. 1 v___ «0'brhllltItch der Ratifikation mitunterieichnct finv, zur ''----" im. 1) die Zusatz- lt, zum-Uiitiponvertrage vom i. Juni 1878, zum kl ommen vom 1. Juni 1878, betr. den Austausch von lini!..?.""it Werihangabe und Postenweilungen, zur Ueber- i'»?««m 3. November 1880, betr. den Austausch von Bost- jw1 3 2) das Ucdereinkommen, deir. den Postaubtragsdienst. desrath hat diesen Vereinbarungen seine Zustimmung ertheilt. a*-,c Beraihung des ExtraordinariumS der Schtzi ün1> Telegraphenverwaltung wird fort« 5l,i� in zweiter Beraihung adgelehntrn 136 000 Mark zum htoa.u«ines Postgebäudes in B rie g beantiagt Abg. v. >i!,„�brand zu bewilligen und bofft auf Ertolg, nachdem triSV&r Allen stein die frühere Ablehnung ebenfalls umge- j. ,, Umgekehrt hofft Abg. Meyer(Halle), daß die Übereilung fich heut nicht wiederholen werde, ssrellick Forderung noch nicht genügend geprüft sei. Naiick, afr das Branntweinmonopol dewilligen wolle, mit%*"h diese Ausgabe nickt zu scheuen.„Wtr aber, die i Inn."!?."'cht ganz dazu entschloffen sind, wollen sparsam einmal„ tei feit.) Der Redner will die Pofition daher noch nachii-.? d'.e Budgetkommisston zurückverweisen, wie er selbst toiJoä i• 8' steht, um der Zufalleentscheivung durch ein Mt wktzl.s Haus vorzubeugen; da es stch inzwischen füllt, Weil«, Jr. Antrag später zurück, worauf ihn v. Heydebrandt Itiirjf,«'nimmt. Direktor im Reichspostamt Fischer de- Wh Neubau als unaufschiebbar; er war selbst in Btieg dort f, l irder das gemiethete Lokal, mit dem stch die Pou In uw... Jahren behelfrn muß. Die Beamten befänden stch mfangd motte ''% »er deM, # 0« W •A, m iÄ vypf w!-�v»» c/tUMUivii,»»» w»»» v.itvv v»« 1 1 �• i•»»— aLt�laieirt FlurS drängten stch zuweilen 40 Menschen, die !j sein wollten, in entsetzlichem Drangsal. Er hätte »n m,.\3lllJ Cll Vtycinil UIU(). XJ*. WfU.evv.» oder if; ben Räumen; in dem eines einsenstrigen Zimmers ' �»Wttttcbr rfc"-"JL----- ir— �rv am— f j--- S.1. f, bfutu"! Mr möglich gehalten, daß dergleichen im Gebiet der "i- � n Postoerwaltung vorkommen könne, am wenigsten in ustriereichen Etadt von 20000 Einwohnern. Dem tji'oßtOU m ba ch ist von dort mitgetheilt, daß der Preis slbk ü. M. für den Bauplatz, den der Herr Kommissar als Wf%" Postoerwaltung vorkommen lönn Dndustriereichen Stadt von 20 000 «oi i;r!« u m b a ch ist von dort milgelh o/dvtiOO M. für den Bauplatz, den der. ly.�'g dezeichnet hat, viel zu hoch sei, und daß der Ver- U l damit ein zu gutes Geschäft mache.— Schließlich lehnt Wt � ble Verweisung an die Kommisfion wie die Forde- ?°b. Sj 1 1 j, folgt das Extraordinarium des Etats der 'U'arverwaltung. Üjz�kgsminister Bronsart v. Schellendorff: Die �"ite in der nveiten Lesung, namentlich bei den Ersatz- vw1 auf dem Gebiete der Aarni'onverwaltung, des Kaserm- hf�wesens, haben mir doch die Frage nahe gelegt, ob mit k 2 Abstrichen, welche die der früheren Jahre wesentlich a.' ch eilen, die Garnisonbauoe, waltung fortzuführen sei. Die jgtt.rungm, welche von den mir nachgeordneten Organen auf ß'W Gebiet angestellt find, haben nun zu dem Resultate ge» $5' daß zwar leiner der abgesetzten BauauSfühiungrn im Mnen eine solche B-deutung beizulegen sei, um sagen zu b, daß aus dem Aufschub um ein Jahr eine nicht wieder « llt �«�4 1: � A-ft« m a. S*« s !Sfe Jt fi fidscm� t'y •« itf !?( idung teht no»i»i ot»V! läl i en konnte. ES tst ein allgemeiner Grundlatz in der liJJ5*n8«n könnte. ES ist ein allgemeiner Munoiay in oer bi,(.Un8. in dem Befitze derartig eingerichteter Wohngebäude, �unsere Kasernen find, daß man etwa 1 pCt. ihres Neu- w /J'Wf zur baulickm Unterhaltung verwenden muß, und Flott J1'0 der Privatbesitzer 1 pCt. etwa rechnet alS Amorti- kl,***? Anl gekapital«. Wenn ich nun die Summe zu Ätit ii ige, welche dm Intendanturen alljährlich zur bau- Iki Unterhaltung der Gebäude gegeben wird und diese «ist 100 multiplizire, so ergiebt stch, daß oSsgenblick! icher Besitzstand einen Kapitalwerth von >nen Mark repräsentirt. Von dem Gestchtspunkte daß 1 pCt. deS Kopitals zur Amortisation ver- .werden muß, daß ein Gebäude etwa 100 Jahre hält itt 0%%/ oinem ffteubau weichen muß, daß wir jährlich 1 pCt. a'"bffen für Ersatzbauten, damit wir nicht in einrn Ade r,°or Vernachläsfigung und Verschlechterung der Ge- tfft df»«oirgnathen, habe ich mir nun betrachtet: was haben Alerf?,.w den leytrn Jahren für Ersatzbauten gefordert? Ue«kotderungen habrn die eigentliche rechnungsmäßige Mckien?. �or reicht, fie bewegtrn stch von 1880/81 bis jetzt � fbftii*?000 und 2700 000 M. etwa. Sicher aber find .?or A,. Verhältniß zu den Forderungen gewachsrn in -bst[�' die mir die Befürchtung nahe legt, daß über kurz L�ttuno.* uolhwendlg sein wird, mit sehr viel höheren An« w?nl«trmL �"?chtlich der Ersatzbautrn an dm Reichstag lizk Es haben allerdings in dm letzten Jahren sehr .? ak-«Uten stattgefunden, eine große Zahl der Kasernen -" über 100 Iahe alt. ,. B. alte Klöster. Zucht UNv gu r«.'«" fit* 0 Miuz,% aus den Postetat gehörm. Sie entnehmen 0.a«otfu,! bie Militärvei waltung in ihren Anforderungen »mW hii? �»esen ist und daß trotzdem die Abstriche sich «en. Ith halte mich für verpflichtet, dies hier aus« tk�llfion namentlich die Herren, welche der Etats- � Nächst«Ä'hhen, in der Zwischenzeit bis zur Berathung 'ä wlttal tvtryv. r c?' wo ich auch weitläufigeres und besseres dt« Duofem können als heute, zu Grundsätzen kommen Seit...«it mzr— �iat8 Verfahren und dam" gewährleisten. Em des yr will ich gar nicht. A ein Verfahrrn gerathen, welches ».i-»««Ntznano de« Reichs schädigrn muß. Daß Wir find bereit, im nächsten Jahre in '» der Sache einzutreten.'" Ader auch eine Entschei- dung dieser grundlegenden Frage wird unS niemals davon entbinden, jeden einzelnen Fall besonders zu prüfen. Abg. v. Maltzahn-Gültz: Gmnß ist eS im Interesse des Reichs und des Reichstags, zu einem festen Prinzip über die in jedem Jahre zu Ersatz Hauten zu bewilligenden Summen zu gelangen. Der Kricgsminister rechnet stch zur Instand- Haltung der Kasernen und Gebäude und zur Ausfüllung ent« stehender Lücken im Durchschnitt der Jahre eine bestimmte pro- zmtuale Summe aus. ebenso wie der Gutsbesitzer eine gewisse Summe, z. B. zur Neubedachung seiner Gebäude, in regel mäßigem Turnus oerwendm muß. Auf seine Zahlen hin läßt fich eine definitive Bewilligung nicht aussprechen, aber wir müssen suchen, eine Grundlage für die Durschnitteberechnung zu gewinnen. Die Prüfung des Einzelfalles bleibt unS da- durch selbstverständlich nicht etspart, da die Finanzlage des Staates stets mit in Rücksicht zu ziehen ist. Ich hoffe, wir werden im nächsten Jahre zu einem Resultat gelangen. Abg. Richter: Ich halte den Grundsatz nicht für richtig. Der Vorschlag des KriegSministerS würde auch im Ertraordi- narium eine Art von Pauschalbewilligung herdei'ührm, und das Septennat deS Mtlitäretats auch aus sachliche Bewilli- gungen ausdehnen. Es bliebe dann noch weniger übrig für das Bewilligungstecht deS HauseS, als jetzt der Fall ist. Anders läge die Sache, wenn die Regierung fich entschließen würde, auf die Bewilligung der FriedenSpräsenzstärke über die Dauer eines Jahres hinaus zu verzichten: dann würde eher bei den sacklichm Kosten eine gewisse Durchschnitrsderecknung stattfinden tonnen. Nach meiner Erinnerung wurden zur Zeit des Militärpauschquan- tumS vom Kriegsminister selbst für Ersaybauten geringere Summen aufgew-ndet, als gegenwärtig, und daS Bedürsniß wird jetzt stärker erscheinen, weil man für Ersatzbautrn weniger verwendet hat, als zu jener Zeit gerechtfertigt war. Jm Uebri- gen hat diese Debatte ja lediglich eine« akademischen Werth, ich möchte nur dagegen Verwahrung einlegen, daß aus dem jetzigen Verhalten irgend welche Schlußfolgerung für die Partei« stellung im nächsten Jahre gezogen wird. Krieasminister Bronsart von Schellendorff: Ich glaube genügend hervorgehoben zu haben, daß eS nicht in meiner Abficht tage, ein Pauschquantum zu verlangen, sondern habe ausdrücklich erklärt, e« würde von mir nach wie vor für jede Forderung den Nachweis ihrer Notbwendigkeit geführt werden müssen. Ich habe pflichtmäßig die Aufmerksamkeit deS HauseS darauf lenken wollen, daß, wmn, wie bisher, Abstriche stattfänden, wir über kurz oder lang Verhältnissen entgegen- gehen müßten, welche erhebliche Mehrforderungen auf einmal zur Folge haben würden. Dagegen, daß in einem Jahre etwas weniger, in einem ande en etwas mehr gegeben werden soll, habe ich gar nichts einzuwenden. Der Herr Vorredner hat den Grund dafür, daß wir uns jetzt in nicht günstigen Verhältnissen befinden, darin erblickt, daß in den Jahren des Pauschquantums zu wenig ver« wandt worden wäre. Er sagte selbst: nach seiner Er« innerung. Ich kann dieS augenblicklich weder destätigen, noch bestreitrn, ad-r das kann ich sogen, daß in der Zeit des Pausch- quantums unser Gesammtbesttz soviel geringer war, als heute, daß die Zahlen von heute und damals t einen unmittelbaren Vergleich gar nicht zulassen. Wenn wir den Gesammtbefiy auf die Dauer erhalten wollen, werden wir unS über gewisse Grund« sätz: einigen müssen, gerade so, wie wir unS schon vlelfack über die Etataufstellung geeinigt haben, wie z. B. bei Kap. 27, wo durch den Zuwachs der Käset nementS bestimmte Summen jähr« lich mehr in den Etat eingestellt werden. Abg. Richter: Ick folgere so: gerade, da seit der Zeit dei PaufchquantumS, 1874, soviel neu gebaut worden ist, so ist das Bedürsniß von Ersatzbauten naturgemäß ein geringere«, als e« in einer entfernteren Periode hervortritt. Ich habe gar nicht angenommen, daß der Herr Kriegsminister ein formal gesetzlich limitirtes Pauschquantum, sondern vorschlag-n wollte, man solle fich auf eine prozentualische Summe von Bauwerth für Ersatzbauten einigen. Dann würden doch aber für daS Extraordinarium die allgemeinen finanzpolitischen Erwägungen ausscheiden, wie fie für daS Oidinarium ausgeschieden find. Daß dann noch ein gewisser Spielraum von Ansätzen im Detail übrig bleiben würde, habe ich nickt übersehen, aber die Hauptsache liegt weniger in der Untersuchung, ob ein Bau mehr oder weniger anaemeffrn ist, als darin, in welchem Verhältniß die Gesammtforderung zu den verfügbaren Mitteln ohne Sfeuererhödung steht. So lange die Tendenz vorhanden ist, den Militäretat im Ganzen zu erhöhrn, wird fich der Kriegsminister nicht wundern dürfen, wenn man an die Gesammtdewilligung auch der Ersatz« bauten strengere Anforderungen stellt, als sonst der Fall sein würde. Die ersten Titel der einmaligen Ausgaben werden nach den Beschlüssen zweiter Lesung dewilligt. In Titel 6(Magazinverwaltungswesen) find zur Projekt- dearbeitung für den Ncubau von Magazinetabliffements in Berlin als erste Rate 35000 Mark verlangt und auch in zweiter Lesung dewilligt. Hieran knüpften fich folgende Er« °��Abg. Barth: Inden hierzu gehörigen Erläuterungen findet fich die Bemerkung:„eS wird beadfichtigt, hier die zur Brodverpflegung der Garnison erforderderlichen Anlagen, wie Roggen- und Meblmagazine, Bäckerei und Mühle, mit dem daselbst bereits befindlichen Amts« und Dienstwohngebäude zu vereinigen." Soweit meine Informationen gehen, hat die Militärverwaltnng sonst solche Mühlen nicht errichtet, sondern hält fich an Privatinstitute. Berlin hat eine großartige Mühlmindustrie, wie keine andere Stadt, und e« liegt für die Armeeverwaltung gar kein Grund vor. eine Mühle zu errichten. Deshalb dürste auch das ProjeN, sobald eS diesen Plan einbegreift, bei unS aus Widerstand stoßen. Ich bitte um Auskunft darüber, was es mit dieser Mühle für eine Bewandtniß hat. Meine« ErachtenS würde es überhaupt viel vortheichaster sein, wenn man gleich Roggen- mebl kaufte, dadurch würde der Mehldedarf der Armee wesrntlich %««nAÄ«? r ä Maße in der Lage, nicht dloS aufs Prompteste der Militär« Verwaltung Mehl ,u liefern, sondern auch eine wirthschaftliche Garantie für die Dualität zu leisten. Krleasminister Bronsart v. Schellendorff: Wir SHWS Kriegsbedarfs Roggen liegen aaoen, m xm m,twil vw auffrischen und verwerthen, weil er sonst zu alt sein würde. Geh. Kriepsrath Gadow: Die Enichwng einer Müyie und die Vermahlung deS Roggens durch die Militärverwaltung elläA'zrSpTrtlostm bettra?em°°Däß die"Arme� Ersparung von Verwaltung keine Mühlen hätte, ist ein Jrrthum, fie befitzt deren z. B in Köln, Koblenz, Mainz und Magdeburg. Was das P-ojekt selbst betrifft, so dürfte angezeigt sein, erst bei dessen Vorlegung darauf näher einzugehen, bei rem jährlichen Bedarf von 66 000 Zentnern Mehl für die hiefige Garnison würde stch jedenfalls die Errichtung der Mühle empfehlm. Abg. Barth: Diesen Bedarf an Mehl von 66 000 Ztr. Roggen stellen die vier sehr leistungsfähigen hiefigen Mühlen» etadlissements, da jedcS von ihnen im Stande ist, täglich 18 000 Ztr. zu mahlen, in einem Tage her; fie find also in der Lage, ohne Schwierigkeit auch den weitestgehenden Wünschen der Kriegeverwaltung entgegenzukommen. Meiner Anficht nach müßte eS stch gerade in Rückficht aus einen mög« lichen Knegs'all empfehlen, in Form von L eferungskonirakten mit leistungsfähigen Firmen für alle Eventualitäten fich zu decken. Dadurch ließen fich ganz erhebliche Summen er- sparen. Friegs minister Bronsart von Schellendorff: Die Besorgniß, daß die Mili ärverwaltung für den Kriegsfall die erforderlichen Quantitäten Mehl vorräthig hielte, möchte ich hier ohne Weiteres bestreuen. Wir haben daS Mehl liegen Lieferungskonirakre könnten wir ja abschließen, find auch für Bedarfsartikel, die wir im Frieden nicht auffrischen können, im Kriege aber in Masse gebrauchen, dazu geschritten. Aber die Lieferungskontrakte entprechen nicht dem finanziellen Interesse, sondern daS vorräthiae Mehl und der Roggen wer- den für die Verwerthung im Momente des Krieges billiger sein als das, waS wir durch Kontrakte bekommen, abgeseben davon, daß der Preis im Moment des Krieges steigt, da fich die Spekulation darauf wirft. Jedes Verfahren der Militär« Verwaltung ist meine« Erachtens zu billigen, welches auch für den Kriegsfall bestrebt ist, die Sachen fo billig als möglich zu liefern und zu erhalten.(Sehr richtig! rechts). Alle die empfohlenen GlstchtSpunkre find uns nicht fremd, auch praktisch von uns schon verwerth« t, Kontrakte find abgeschloffen und Ii' gm da, wenn auch nicht in Bezug auf Mehl. Von dem Grundsatz, möglichst Alles selbst voiräthig zu halten, werde ich nicht abgeben, so lange ich dadurch eine billigere Verwaltung erziele.(Beifall rechts.) Abg. Barth(deutschst.): Ich verstehe den Herrn K-iegS- minister nicht; ich stelle postiiv auf Grund eingehender Untersuchung fest, daß, wenn, wie ich vorgeschlagen, verfahren wird, die ReichS-Krieosverwaltung fich erheblich dilliger stellen wird, ols nach dem Plane des Herrn KriegsministerS.(Ruf rechts: Nein!) Um Nein rufen zu dürfen, muß man doch die Dinge geprüft haben. AuS Allem geht mir hervor, daß die Sache genügend geprüft ist.(Widerspruch rechts.) Der Doppel- zenlner Mehl könnte zum Mindesten um 1 M. billiger hier bezogen werden, wenn man nicht Roggen ankaufen und den Mühlen zum Vermählen übergeben wollte. KciegSminister Bronsart v. Echellendorff: Auf welche Weise dieses Verfahren billiger sein soll kann ich nicht einsehen. Die große Mehrzahl der von uns abgeschlossenen Kontrakte zeigt ganz genau, daß wir den Leuten für die über« nommene Garantie auch etwas böhere Preise geben müssen. Wollten wir dies auf allen G-diefen thun, so würde ich meiner Meinung nach ganz entschieden finanziell nachtheilig wirthschaften. Ich sehe dazu keinen Grund.(Sehr richtig! rechts.) Lei Tit. 1 de« außerordentlichen Etats kommt Abgeordneter B ür kli n auf den in zweiter Lesung gestrichenen Titel 11, betreffend die Unteroffizier-Vorschule in Neu Breisach zurück und sucht das VerHalen der nätionallideralen Partei, welche einen Antrag auf Wiederherstellung der Forderung nicht gestellt hat. zu rechtfertigen. Der Prästdent bemerkt ihm aber, daß eine Diskussion über diese Frage bei diesem Titel nicht zulässig sei. Der außerordentliche Etat wird nach den Beschlüssen zweiter Lesung genehmigt. Im Exlraordiaarium de« Marineetats waren erste Raten für zwei Kreuzer gefordert, jedoch nur eine Rate für einen Kreuzer bewilligt. Abg. v. Wöllwarth(R.-P.): Der Abg. Windihorst hat bei der zweiten Lesung gesagt, daS Ziel der Kolonial- politik sei... Präsident». Wedell-Piesdorf bittet den Redner bei der Sache zu bleiben und nicht auf die Kolonialpoiik im Allgemeinen einmgehen. Abg. v. Wöllwarth(fortfahrend): Gestern sagte Herr Bamberger, die Begeisterung des Reichskanzlers für die Kolonialpolittk sei gewichen. Da« ist nickt der Fall. Im Gegentheil, er ist gewillt, die Kolonialpolitik weiter zu ver- folgen... Der Präsident macht den Redner nochmals darauf aufmerksam, daß es sich hler lediglich um den Kreuzer handle. Abg. v. Wöllwarth: Durch die Kolonialpolitik wird namentlich auch die württembergische Industrie Vorteile haben, namentlich die Korsetfabrikotion. ES werden von dort einige Tausend Hüte, 25000 Wanduhren exportirt.(Stürmische Heiterkeit.) Der Präsident ruft den Redner nochmals zur Sache, unter Hinweis auf die geschästsordnungSmäßiz« n Folgen. Abg. von Wöllwarth schließt: Der Chef der Admiralität hat diese Pofition hinreichend begründet. Sie dient dem Schutz der deutschen Flagge in den ausländischen Kolonien. Abg. Richter: Ich bestreite gar nicht den Aufschwung unserer Ausfuhr unter dem Schutz der Marine, aber gerade das beweist, daß sie bereits ihien Zweck vollständig erfüllt und daß wir durch nichts genöihigt find, in Bezug auf fie neue Bahnen einzuschlagen. Der Vorredner sagte, daß die Korset- sabritation sehr an diesem Kreuzer interesstrt sei. Ick erinnere ihn daran, daß der Kreuzer bestimmt ist, auf flachen Gewässern zu fahren(Heiterkeit), in Gegenden, wo daS Bedllrtniß nach KorsetS noch nicht besonders hervortritt.(Heiterkeit.) Der Prästdent b.ttet. die« Thema nicht weiter zu verfolgen, da er es bereits dem Vonedner als nicht zur Sache gehörig deteichnet hat. Ich beschränke mich nur noch auf die Bemerkung, daß ich ein- sehe, daß für Hüte in Kamerun ein gewisse« Bedüifniß vorhanden ist; ja, daß der König Bell sehr auf Hüte hält und seinen Unferthanm darin mit gutem Beispiel vorangeht. Ob eS gerade württembergische Hüte find, das weiß ich nicht.(Heiter- leit und Beifall.) Abg. Rickert: Herrn v. Ka dorff's irrige Behauptung, daß wir absichtlich mehr Abstriche am Marinertat vornehmen seit dem Rücktritt des Herrn v. Stosch. läßt fich leicht ziffern- mäßig widerlegen. Zunächst ist der Marineetat allein in ren letzten beiden Jahren um 10 Millionen in die Höhe gegangen, die wir dewilligt haben. In dem ganzm vordergegangenen Jahrzehnt zusammengenommen hat fich der'elbe Etat auch nur um 10 Millionen Mark vergrößert.(Hört! hört!) Redner bezieht stch sodann auf die einzelnen Etatsberatbungen seit 1877 und weist ziffernmäßig nach, daß die Summe, welche am. Malin« etat im Ordinarium und Extramdina tum in zweiter Lesung gestrichen wurde, vcrhälinißmäßig oiet geringer ist, alt manche Abstriche, die an diesem Erat zur Zeit des Herrn z>. Stosch vorgenommen wurden. Ader wir lennen ja dat L«orgth n d s Herrn v. Kardoisi zur Genüge. Es soll mit solche,'. Behauptungen nur Entrüstung gemacht werden.(Sehr gm! links.) Hierauf wird die Dislusiion geschloffen. Abg. Bamberger: Ich deda rre außerordentlich, daß der Abg. v. Wöllwa tt> nicht die sorgsältig vräparirte nationale Rcde, mii der er schwanger ging, zu Ende halten konnte. Hoffentlich wird es ihm ein ander Mal Keffer geringen, wer n er durch Korsets nicht ,u sehr genirt ist.(Heiterkeit.) Uebügers habe ich nicht behauptet, daß die Begeisterung des Reichskanzlers für Koloniacholitik abgenommen habe; ich glaube nrelmehr, daß fie nicht vorhanden wor- Der Rcichbkanzler v-rla gt von allen Andern sehr viel Begeisterung für seine Projekte; er selbst geht damit sehr viel vorffchtiger vor. Abg. v. EalocrN'AHIimd betürwortet seinen An« krag, die in zweiier Lesung gestrichenen 800 000 M. zum Bau eines Aviso zu bewilligen. Abj. v. Franckenstein empfiehlt seinen und Rt ckertS Antrag, zum Bau des Aviso als erste Rate 600 000 M. zu bewilligen, dagegen aber von den Forderungen für einen Echbppdampier, sowie für die Bauten bei den Marlneeta« bliffements zu Ellerbeck und Wilhelmshaven im Ganzen 572 000 M. abzusetzen. Der Redner führt auS, seine Partei ser nach eingehenver Prüfung zu der Anficht gelangt, daß es zweckmäßiger sei, nach vorstehendem Ant.aie zu verfahren, als den Aviso zu streichen Besonders maßgebend war die Erwä' oung, daß für den unte(-gegangenen„Großen Kurfürsten" immer noch kein Ersatzschiff existire. Abg. Rickert: Schon in zweiter Lesung hob ich als Re- ferent hervor, daß die Ablehnung des Avisos von der Budget« kvmmi'fion nur mir sehr geringer Majo.ität beschlossen worden sei. Neben dem vom Vorredner zuletzt Hervorgehobenen GcfichlS- punkt bestimmt mich zu meinem Antiaa namentlich der hohe Werth, den der Cyef der Admiralität gerade auf diesen Aviso legt. Chef der Admiraltät v. C a p r i v i: Den von mir stüher angeführten sachlichen Gründen habe ich nicht» hinzuz-fügen. Ich möchte wohl, daß der Aolso nach dem Antrage v Saldern ohne Abstrich dewilligt würde. Geschieht das aber nicht, so ziehe ich d e Annahme deS Antrags FranckensteiN'Rickert der vollständigen Ablehnung deS Avisos vor, weiche die Wehrkrast deS Reichs entschieden schädigen würde; die Abstriche, die Sie nach diesem Antrag an anderen Stellen meines Etats machen, schädigen zwar die Verwaltung und damit auch indirekt die Weh. kraft, aber doch nicht in einem ähnlichen Maße, wie dteS durch die Streichung de« Aoisos geschehen würde. Nachdem sich noch Abg. H a m m a ch e r für den Antrag Franckeastein Rickert erklärt hat, wird derselbe mit großer Mehr« heit angenommen. Gegen ihn stimmen nur die Sozial- demokraten und einige Deutschst-ifinnige. Im U-brigcn wrrd das Extcaordinarium ohne Debatte bewilligt. Das HauS geht sodann zu den Einnahme-Etats über. Beim Eiat der Zölle, Ve rbrauchSfteuern (., Brausteuer') b-merkl Abg. Meyer(Halle): Ich habe dem Antrage der Äbgg. Zeitz Ulrich für Ausschlreßunz der Surro- gate eine lebhafte Sympathie entgegengekrackt, weil ich ihre Motive würdige. Ich habe vor 1—2 Jahren einem Brauer» tongrcffe beigewohnl, da sah ich nur Männer mit hcroorragend germanischem Typus, große, kräftige Gestalten mit blondem Haar und treuen blauen Augen und BUnen, wie geschaffen für den Kavalleriedienst.(Heiterkeit.) Wenn alle diese Man- ner, in deren G selljchaft ich mich wohlfühlle, Giftmischer oder auch nur, wie Kollege Auer fich ausdrückte, Malefizkerle ge« wesen wären, wie bärte da das Märchen von deutscher Treue ersonnen werden können?(Heiterkeil.) Die Herren werden also wohl mit freundlichem Geficht meine Bedenken gegen ihren Antrag anhören. Gewiß soll man von der Bierbereitung Alle? fern halten, waS der Gesundhrit schädlich ist, aber dazu reicht die gegenwärtige Gesetzgebung schon auS und wo fie nicht aus« reicht, kann fie ergänzt weiden. WaS ich nicht zugeben Zusatz von mit solchem niederlegen, zeugen, daß ....... kann, ist, daß man lediglich gewissen Stimmungen zu Liebe die na- türliche E-lwickdung einer Industrie unierbrechen und Hand- lungen verbieten will, die gar nicht schädlich, sondern so- gar einen Fortschritt vorzubereiten geeignet find. Man spricht immer von Malzsurrogaren und versteht darunter ctwaS anderes, als Gersten- und Weizenmolz, Malz aus Reis und MaiS. Aber ist der Reis etwas Unavvetriliches? Er ist auS rd-nso vornehmer Familie wie die Gerste, ein menschliches Nahrungsmirtel von hervorragender Dignität. In Vossens Louise setzt die Hausfrau bei einem hervorragenden Fest- Reis« drei vor und als fie stch entschuldigen will, stagt der Haus- Herr, ist denn der Reisb ei angebrannt?(szeiterkeit.) Ich sehe nicht ein, warum man nicht auch auS Reis Bier brauen soll. Nun noch ein Wort von der Maltose; dagegen erhebt fich sofort Verdacht, das ist ctwaS, woraus Syrup gemacht wird. Aber Maltose hat eS von st hei g-geden, ehe man wußte, daß ein solcher Artikel existirtc. Sie rst ein gewöhnliches Brouprodukt und geht über in die Würzen. Die Neuerung besteht nur darin, daß die Malto-e als selbstständiger Amkel produzirt wird. Gegen die Maltosefadrikaiion lieg! kein Bedenken vor. Für die Venrnndung des Kartoffclzuckeri liegen bedeutsame Gründe vor. Die englischen Brauer tönnen nicht fertig werden ohne ihn, und bei allem Respett vor den deutschen Brauern, vom Brauen haben doch auch vre Engländer etwaS verstanden, und ihr Bier ist ihren Landsleuten gut bekommen. Ich habe dann weiter gehört, daß unsere Brauer stch nicht getrauen, ihr Bier zu exportiren, wenn sie ihm nicht einen kleinen Zucker gemacht. Ich könnte ein Fäßchen Exportbier hier auf den Trsch d s Haasts und Sie könnten fich dann selbst über- zeugen, daß der Keine Zuck-.rzusatz nicht schadet.(H-iter- reit!) Vor Allem ist der Kartoffelzucker nöthig für die ober« aäh igen Biere, welche von Kauen, und zwar auch nicht um ihrer selbst willen, getrunken werben, für dir sog. Ammenbiere. Auch für die Salizylsäure will ich ein Wort ein'eg n. Sie wird dem Biere in so geringen Quantitäten beigesetzt, daß ste auf den Geschmack keinen Eufluß hat, und fie soll daS Bier halibar machen. Man wird wieder sogen, die Freifinnigen be» " i fich für verfälschte Nahrungsmittel. Wer mir zutraut, Äfc'ftertt___......, daß ich verfälschtes Bi-r trinke,' der thut mir bitterei Ünrecht! (Heiterkeit.) Wir müssen uns trösten mit den Worten, die Weither in einem seiner letzten Briefe schreibt:„Siebst Du, Wilbelm, mißverstanden zu werden ist immer daS Schicksal von Un,«einem."(Große Heiicrkeit und Beifall.) Abg. Zeitz: Der Noiddeutscke Brauerdund fürchtet die bayrische Konkurrenz nicht im Mindesten, hält fie im Gegen« therl für durchaus heilsam zur Hebung des ganzen Brauerei- gewerb-s. Die norddeutschen Brauer haben aber den sehr er« klä-ltchen Wunsch, unter denselben gesetzlichen Bestimmungen wie ihre bayrischen Kollegen zu arbeiten. An Slärkezucker wird nur ein ganz geringes Quantum zur Bv rdereüung ve.werdet; ein Schoden tür Vre Landwirthschaft. wie er in zw-rter Lesung als wahrscheinlich hingestellt wurde, kann also aus dem Verbot dieses Surrogats nicht entstehen. Auch an RerS und Mars werden nur ganz«erschwindende Mengen zur Brcrfadrikatron verbraucht; so an Reis nur 6200 Zmlr er jahrl.ch. gegen 5 Mrll. Zentner Mal,. Em Fortschritt auf dem Gebiet des Brauerei« g-Mldis wird nur mit dem völligen Verbot all« Surrogate zu erreichen sein; außerdem aber kann den Mangeln deS Nah« rungsmittelgesttzes nur auf demselben Wege abgeholfen, nur dadurch eine genügende Richtsstcherheit herbeigeführt werden. Abg. tthden bemerkt, daß fich 1880 auch ein großer Theil der konservativen Partei für das unbe- dingte Verbot erwärmt und den damaligen Antrag v. Below eingebracht habe, der aber nicht mehr zur Verabsch-edung gelangt sei. Seit jener Zeit aber hätten fich die Vcrhäliniffe mit jedem Jahr g.-bessert. Die Quantität des bereiteten Bieres sei sehr erheblich, die der ve wendeten Surrogate fast gar nicht gestiegen, so daß die Nothwrndigkcrt eines Verbots jetzt ganz anders beurtheilt werden müsse. Der Etat der Zölle und Verbrauchssteuern wirb darauf aus den Reichsstempel- genehmigt, ebenso vie Einnahmen abgaben. Beim Etat der Po st« und Telrgraphenverwal- t u n g kommt Abg. Möller nochmals auf seine Ausführungen in zweiter Lesung über die weidlichen Telegraohenbeamtcn zurück und betont wiederholt, daß die englische Posto-rwaltung mit solchen Beamten die besten Erfahrungen gemacht habe. Dort seien 21 300 solche Beamte beschäftigt, und zahlreiche von ihnen auch ftst angestellt. Dies ergebe fich aus den vom englischen Genera'postmeister an das Par- lament erstatteten Jahresreports. Auch die deutschen weiblichen Beamten stehen hinter den englischen nicht zurück und verdienen wohl mehr Anerkennung und Berückstchtigung als ihnen die Poflverwaltung widerfahren laffe. Der Etat wird bew-lligt; ebenso ohne Debatte nach den Beschlüssen d.-r zweiten Lesung die Etats der Reichsbruckerei, der Etsenbahnverwaltung, des Bankwesens; femer das Anleihe- und das Etatsgesetz. Die Matrtkulardeiträge betragen dar ach 133443060 Mk. Der Etat balanzirt in Einnahme und Aus« gäbe mit 696 415 509 Ml. Die dauernden Ausgaben betragen 621 152 433 Mk.; die einmaligen 75463 076 Mk. Die Resolution Lingens wegen der Sonntagsruhe der Postbeamten wird gegen das Zentrum und die Sozial- demokraten, die Rcsolutton Möller wegen fester An- stellung der weiblichen Beamten gegen Freifinnige und Sozial» demokraten abgelehnt; desgleichen die Resolution Zeitz« Auer wegen Verbots von Mrl� und Hoptensmrogaten gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, Nationallioeralen und eines Theils des Zentrums. Angenommen wird nun folgende, von der Budget- kommisston vorgeschlagene Resolution:„Die verbündeten Re- gierungen zu ersuchen, baldmöglichst dem Reichstage einen Gesetzentwurf vorzulegen, welcher die Unterstützung der Famil en der zur Urdrmg einberufenen Reservisten und Lanvwrhrleute regelt." Damit ist die Etatsberathung erledigt. Schluß 5 Uhr. Nächste Sitzung Sonnabend 2 Uhr. Antrag Rintelen. betr-ffmd die Aenderung des S-ra-gesetz- buch-s: Bestrafung von Wahlbeeinflussungcn seitens der Arbeitgeber._ Zokaies. Die Klagen unserer kleiven Berliner Bauhand» werker über geschäftliche Verluste baden zum bei w.ilem größten Theile ihren Grund in den Manipulationen unreeller Bauunternchner, die rhi Gtbäude Nur nothdürftig soweit fertig stellen, daß die letz'e Baumle gezahlr wird, dann diese für stch behalten und es verstehen, denjenigen Handwerkern, welche die letzten Arbeiten an dem neuen Hause zu leisten haben, größere Summen schuldig zu bleiben. Tischler, Töpfer, Maler und Glaser find hierbei Leidensgesäh ten und mancher fleißige und früher gutfilurrte Handwerker ist an solchen Schwiiidclbauten zu Grunde gegangen. Aber auch in anderen Gegenden scheint man dieS Syttem zu lennen, denn wchl weniger alt 12 Pe- titionen aus Süd« und Westdeutschland find kür.lich beim Reichstage eingegangen von verschiedenen Handwerker- Ver- eirigunaen, welche um gesetzlichen Schutz gegen diese systema- tische B-schwindelung petirioniren. Sie verlangen für ihre Forderungen an solchen Bauten ein hypothekarisches Vorrecht, und dieser Anspruch ist vom Standpunkte der Billigkeit auS nicht unbegründet. Heute kommt die ganze Arbeit dieser geschädigten Handwerker dem Hypothekrngläubiger zu Gute, dessen Hypcrhek längst eingetragen war, the die Handwerker durch ihre Arbeiten den Wcrtb deS Gebäude« erböbten' es ist also billig, daß ibnen diese Werthserhöhung zu Gute komme. Freilich, das Ausfinden einer gesetzlichen Form für die Sicht« rr ng dieses Rcchres dürste Schwierigkeiten machen und unsere Beuiner Handwerker dürften gut tbun, wenn fie in dieser wichtigen Angelegenheit und zur Wahrung ihrer Interessen vielleicht nach gemeinsamer Berathung der vorerwähnten Pe- titionen geaenüber Stellung nähmen. Noch sind die Vorgänge aus dem bekannte« Charitee- Prozrh irr Auer Erinnerung, mlche grelle Streiftichter auf den Verkehr der Anstaltsbeamten und der hrlfs bedürftigen P-r- sonen, die um Ausnahme nachsuchen, warfen, Vorgänge, welche vom Richtertisch aus die schärfste Verurtheiluna fanden, und schon wieder erheben fich Stimmen, die schwere Anklagen gegen eine ganze Reihe von Angestellten derartiger Anstalten laut werden lassen. Verhält es stch wirklich so, wie nachstehend ge schildert, so ist es ein absolutes Erfvrderniß, daß die Vorfälle aufs Strengste untersucht werden. Die„Vereinigten Berliner Sargittchler" traten vor einigen Togen im Restaurant„Alt- BeMn" in der Stralauersttaße zu einer Sitzung zusammen, in welch« ver-chiedene interessante Angelegenheiten, unter diesen „daS Provifiontunwesen seitens gewrffer, in den Krankenhäusern angestellter Beamten" zur Sprache kamen. An fcrr Hand des Vereins-Piotokolls theilen wir aus der Sitzung folgendes mit: Es wurde hervorgehoben, daß die in den Krankenhäusern an- gestellten Wärter so weit in ihren Provifionsansprüchen gehen, daß fie selbst ihre Taxe ausstellen,». B. bei Tobten, welche in der ersten Klaffe des betreffenden Krankenhauses gelegen und deren Angehörige vorausfichllich einen besseren Sarg nahmen, 20 bis 30 Mark, bei einem Sarge im Preise von 45 Mark für fich eine Provifion von 4 bis 5 Mark verlangen. Diese Beamten betrieben also einen förmlichen Handel. Verweigert ein Eargfabrikant die Zahlung einer Provificn, so erklärt der AnstaltSbmmt« ganz kurz und bündig, daß er zu einem anderen Sargfadrikanten gehen würde, der die Prooiston ganz fich.r bewilligen würde. Die Leichenwäscheiin, Frau E. auS der Klinik in der Ziegelstraße, soll nach Ang.de des Sarg- tischlers Herrn Schulz die Sache so weit treiben, daß ste sogar schon aut die zu verdienende(!) Provifion hin die in der Nähe der Klinik wohnenden Sargtischler anborgt. Ein anderer Sarg- tischler B. derichtet Über eine Reihe von Uagelegerheiten, welche ihm bei Lieferung von Särgen an die Krankenanstalten seitens der Wärter und bei Ausführung der Beerdigungen seitens der Küster bereitet worden find, weil er fich auf die Provistons- Zahlungen nicht einlassen wollte. Recht charak eristisch ist auch folgender, von B. vorgetragener Fall. B. hatte eine Leiche von Bethanien aus zu deerdigen und ein Prediger war aus« drücklich destellt worden. Der Prediger war aber nicht an der Begräbmßstätte und nun stellte es fich h-rauS, daß diese Un> geleaenheit dem B. in Hinficht darauf bereitet warben war, weil der Sarg für die betreffende Leiche von B., und nicht von einem Sargti chler Z. bezogen worden, der mit den in Bethanien a- gestellten Beamten so off n daS ProvifionsgesckAt berreiben soll, daß Gchjlfen des Z. fich im Büreau der Anstatt zu jeder Z tt aufhalten, um sofort das Maß des Tobten zu nehmen. N cht selten soll es denn so kommen, daß die Angehörigen noch gar nickt einmal von dem Sterbr sall Nachricht haben und bei ihrem E. scheinen den gelieferten Sarg bereits vorfinden. Selbst die fromm'n Schwestern hätten den Anv-rwandien, die den hoffnungslosen Kranken besuchen,„ihren" Sargtischler empfoh- len! Vom OdduktionShause kamen edenfatts verschiedene, fast unglaublich klingende Geschichtchen zur Sprache. Der eine vorgetragene Fall ist folgender: In der Schönhauser Allee nahm fich vor nicht langer Zeit ein an Verfolgungiwahnfinn leidender Steinsetzer Malke das Leben. Derselbe wurde nach dem Lbduktionshause gebracht. Als der Bruder dei M. JJ jeBwe Zeit, nächsten Tage zur Rekognoszirung der Leiche bestellt wurl» � � veranlaßte man ibn, dei einem fich schon dort aurhaltenc»«lm-chlt fie s Sara Tischler den Sarg zu kaufen, und zwar betrug der Pres d«, tztraßendl 65 M. Ein Freund des M, der Sargtischler S., wäre ge»(berarmls-ui bereit gewesen, denselben für nur 40 M. zu liefern, ew pheden und i Leichen-chneiver sollen fich geschäftsmäßig an der VerkuppeM Schon w von Leichen insofern belheiligen, daß fie die AnvervanM � Mlrw direkt abrathen, da und dort zu kaufen und die Eatnahme» Diesem und Jenem nicht zu bewirken(wo ste keine ProaP» W:i£n � erhalten), inoem fie die Reellrlät oder die Preise st''? Sender m-br "'' Thema Frauen Lieferanten stark bemängeln. Heber dieses der Sargtischler manches drastische Stück zum BefWt ''--'" einigen.Sargtischlern, ler � Ein Hei r K. erwähnte noch, daß..........■....._.......... gegen der poiizeitichen Bestimmung, nach 6 Uhr Aden» k her Nähe t Lerchen aus dem städtischen Krankenhause ausgeliefert waron � seien, was anderen Sargtischlern verweigert morden. �Mersitchen I Durch Vorbringung weiterer inttressrnter Fälle, auf Vre®' ir}llen noch zurückkommen werden, gesanzte folgender, von ven» r:z wurden t Schulz(in Firma Schulz und Robert) gestellter und von tt» W � die z Vorfitzenden, Herrn Kaiser, unterstützter Antrag zur AniraMs- i /,%% g;ac „Die vereinigten Berl'ner Sargtischler wollen fich rm Jw �verehelichte der Petir on an die Vorstände und Direktionen der»arbeitet" M Krankenhäuser rc. um Abstellung des Proo-stonsunwesens sene»»irtüe fefbefte der Angestellten wenden, da ihnen hierdurch viele-'- und Unannehmlichkeiten entstehen, 2) das Publikum ia sch( ö» j Weise geschädigt, 3) die Pietät offen verletzt wird." Äußert'> soll das große Publikum vor dem Unwe en gewarnt weror», und beh»fs Wahrnehmung seiner Interessen in den Zeu-mS» ein Ver,eich'>iß der Namen der vereinigten Berliner, tischler zur V«öff'ntttchu"g gelangen, damit die AnrehW; Versto bener in die Lage kommen, fich eine prompte und d'U? y. a v y«•*«•*««>>«- � beiden„Herren" aber noch mehr in Wuth zu versetz:«-,. � fie nahmen jetzt die Leine zusammen und schlugen va«'Mt noch auf die Pferde ein Hierbei rerlor einer '«Jon d«z te �»Stchrn j-"" d-z j l daß Täu i ab«. .-öerren" das Gleichgewicht und stürzte fast zwischen di«tt; Tin er der Umstehenden, ein s>he achldarer Mann, k»«« u iL! �.#« �», M* t«t» ST�ttM kt"#«* fi ffa_, Einer—----------------------.-------------., Bemerkung nicht unterdrücken:„Nun bricht er fick noch dat Genick!" Herr P. entgegnete hierauf: holten Sie Ihr M...!" Man kann es einem an«a � Menschen dock wirklich nicht verdenken, wenn er geg««$ Ehrentitel protestirt. Hiermit kam«Jedoch ffhön.««� � beiden„Herren" verließen sofort ihr Gefährt, stürzte« As den Mann, rissen ihm die Kleider vom Leide und bea. � ihn dermaßen mit dem Ochsenziemer, daß er in stückten mußte. Selbst hier wurve er noch von dem® � liUUCtv«» WVI VI* ysv* wuivt- Vi.«ivu» VV,,--. fWW- termetster verfolgt. Das Alles hatte sich so schnell abg.Js daß das Publikum dem Uederfallenen keine Hilfe lerst".«,� num oem rreoenauenen reine vure und als man zur Befinnung kam. hatten die beiden v« F Fuhrwerk wieder bestiegen, die Pferde zogen wieder a- � fort ging es in saufendem Galopp die LichlenbergerstMv j lang. Dem so übel Zugerichteten boten fich nun soi?)/ bestens zehn Perionen als Zeugen an und forderten. sich aus dem Polizeibureau Beistand zu erbitten.«J' qV ihm jedoch nur mitzUheitt werden, daß, da er genügen» habe, er die beiden �Herren" privatrechtlich belang««�,, ,j� m i i fe0S saftm gena S.VS"s Ai.° da -i»L werden !>br 3)1« l ;eirc Leider ist es nicht Jedermannes Sache, einen.. Proz-ß führen zu können, der von den reichen„OjL � inS Unendliche verschlepp-, werden kann. Jedenfalls a dieser Vorfall wieder ins Gedächtniß, welchen J die ger ade in jener Gegend so zahlreiche.Jugend Pferdebefitzer ausgesetzt ist. Im Frühjahr und im locken die herrlichen Spielplätze im FriedrichShain vre zu Hunderten hinaus, und e.mnert man fich nicht«o m bedauerlichen Unglücksfalles, wo an einem SonnM» g» mittag zwei Kinder von den wilv gewordenen Psero,� xä f ferdehändlers todtgefahren wurden? Hoff nllich"�giiar eilen dazu bei, daß in dieser Beziehung in jene«. Wandlung und Besserung geschaffen wirv...„,,«««.j Die Mehrzahl der die Pferdebahn b?« x F Damen ist leider mit diesem Verkehrsmittel noch%% soweit vertraut, um nicht jedes Mal beim Verlassen jjr ways in Gefahr zu schweben. Der Augenblick,»o � fich anschickt, vom Trittbrett hinunter auf den j ÄaÄ' Jetzt steigt fie ab- natürlich falsch- ste wird — plump«, da liegt fie schon! In der That legen»J hörigen des zarteren Geschlechts beim Adstetgen Pie.debahnwaggons einen unbegreifl-cken Letchln« �psffi Tag. Die Linke steckt gewöhnlich im Muff oder hast L ein Portemonnaie umschloff-n, ein Prcket jruf�ve iX* ein Portemonnaie umschloff-n, ein Packet am" juche ij« und ist dadurch zur Jnattivität verdammt. Dre««>« davon ober ist leider, da die Damen nicht nach» fahl«� «BSSSLMMISkD springen unv Vann natürlich in den mersten Graue auf dem Pflaster niederlassen. Die.«�ü»rrv>Äk Grazie auf dem Pflaster niederlassen Mahnung des Konduk.eurs oder eines Herrn fruchtet nichts, ja die Betreffenden dafür nicht selten aus holden Mündchen«i«e. hlei nichts weniger als liebenswürdige Replik, �r,?. podl, nicht immer bei kleinen fani pas, welche fAtt«Bl. die Heiterkeit schadenfroher Passanten erregen.„g-P« Unfall, welcher hoffentlich allen zu„schwungoollen,' g Damen zur Warnung dienen wird, hat fi», bern" � gitj j folge, vorgestern Mittag auf der Pferdebahn ere s � t der Auguststraße wohnende Frau Eck- wollte 1 iVw i unb% �nfta fc*: notg W er dkS M- Zcit...................„.öv. in Fahrt difindlichen Tramway vergaffen; bestellt wmtl Lm b» W stch in ihre Kleider und stürzte so unglücklich — g-- r/1 �lrahendamm, daß sie sich einen totnpliziren Bruch an der Ecke der Oranienburger- und KrauSnick- hierbei au' ntn ft.— üqb fit[HD einen Ivinpnzii'cn ioiuui dcS äViiiI ,,kkmt0 zuzog. Die Verunglückte wurde von Prffantcn auf. und in einer Droschke nach ihrer Wohnung geschafft. ä' Ä&%%% «;X iwBSn ,nJ!n ientm Abend»wischenl g und 10. �«!� �urrhrere Hilferufe, dem Klarae der Stimme nach von .»m Metok»�u.'�nmzimmcr herrührend, tz rbeieilende sahen eine zum«-Il!> L«*' Pkrson aus mehreren Wunden blutend mitten auf nS StUsth wlnt? iiegen. Di- selbe wurde aufgehoben und in eine krS MiWSSWA 1 wefei4, �e festgesiklit, daß die Langnick und der Täubert kurz zu- - Dn' flu..ai.— ersteren gekommen waren und durch iele W0 im in Ä � i." Außn«« varnt oeiWJ ren Zeit� Ä# lo wurde J erkSbefixtg er öffentlitlk Elben %% iner Straße»� nleden F, rA 7% l'.icht em-� unanze»� S-»S '"t Z«n der Mutter der. W Lrovimst-aße ihrer Wohnung, der Sandstraße 3 zugingen. >st wegen Gewaltthärigkeiten vorbestraft, weshalb fich �ngnick� die von ibm oft geprügelt wurde, von ihm ge> i,.r.',buite. Man vermuthet, Täubert bade eine Versöhnung L wollen. und da ihm dicS nicht gelungen, Zj��nbchin erstochen. Noch che die Polizei über die (Ii- 5.bes Thälers im klaren war, lief die Zkackricht baß Täurert sich auf Berliner Gebiet, im Pegler'schen Irfiffiürt' Landstraße 11, befinde und fich dort seiner Tbat lio» �ate- Thalsächlich hat fich Täubert sofort nach der seiner Schwester, der Frau des Handelsmanns .-nah begeben, hat dieser seine That erzählt und diese hat sjs? veranlaßt, im Pegler'tchen Lokale seine Verhaftung wH" zu laff-n.«Nach eineai anderen B.richt hat die i�ver selrst die Anzeige gemacht.) Dem Genbarmen, bit>1 b'e Verhaftung vollzog, gad der Thäter ohne W-itereS »und,.! ebenso bereitwillig iarge Küchenmeffer, daS noch M,', boß er fich dasselbe besond: A,? ein»... Ä?" gab er das zur Tdat ver- beblutet war. heraus und rs zu dem Zweck gekauft Braut zu erstechen. Auf eine Frage des od er betrunken fei, verwahrte er fich hiergegen Er wurde während der Nacht im Rein'ckem rt, int P-nW irÄ » i « m -R Ä '____________________. b't»�bgefängniffe untergebracht und gestern Mittag 1 Uhr bvwaltschaft am Landgericht ll zugeführt. Der t''" � Hf'ntr' �'bi-icht 5 Fuß großer Mensch mit ver- iiutinTa»� krättigem Körper, schmuyiggrauer G-stchtsfa.be, lch�gi�chenden Äugen, kleinem,� schwarzen Schnurbart und «ÄM« haar. Er stammt, wie seine Braut, aus eine: und ernährte fich damit, daß er seinen Ver- (Bö;,,!? als Ausschreier auf der Straße diente. Fn der llcheen«?>'. wohin man die Gelödlete gebracht hatte, hat zch-IIt"stag der Untersuchungsrichter den Thatbestand fest- z�blizei-vericht. Am 11. d. M. Morgens stürzte eine tiu„. P bcm Hause 21 cfa strafte 89 beim Verlaffen ihrer Wob- schalle einem Arbeiter ein Mauerstein und traf den im lj�baute niit einer technischen Arbeit beschäftigten Kupfer- W/b Memmert, so daß dieser eine schwere Verlttzung am k!:'Jlttt und nach Anlegung eines N othverbandeS nach (1, Wohnung gebracht werden mußte.— 2ln demselben k V'achmiltags wurde ein Mann am Hohensteinweg vor ßz�ause Nr. 4, auf dem Bürgersteige liegend und aus einer (5'" Wund« am Kop'e blutend, aufgefunden und mittelst k�eniragenS nach der Chariiee a-dlackt. Derselbe ist nack »ij�bigenen Angabe in" � gedeacht. der Tru, kinbeit Derselbe ist nach beim Herauktr-ten ß., i zur Erde und erlitt eine schwere Verletzung am Ober- Ci 1 so daß er mittels Droschke nach seiner Wohnung ge- werden mußte.— Im Laufe des 11. d. M. entsianden k/ft foonfartt ÜMnrRrtffrrtCif 3 listen .. v Häusern Borfigstraße 3 Floltivellstraße 15 und Blumen» (K 59 kleine Brände, welche die Alarmirung der Feuer- öj. biranlaßten, die Thätigkeit derselben an den genannten v!id?.?doch nur kurze Zeit in Anspruch nahmen.— Ade dS fiiirb auf dem Grundstück Linienstiaße 65 Feuer, indem Heu ir�v Boden über einem Kuhstalle in Brand aerieth. Die �ehr löschte daS Feuer nach etnstündiger Thätigkeit. S W 1 . Gerichts Jeiwng. k Die vernagelten Pferde. Vor der 1. Strafkammer to'Wv.B�djts II gelangte gestern folgende 2lnklagelache zur ?iibüAlung: Der Lmnibu» Besitzer M gtr in Kallderge- y jt.N bemerkte eines Tage« im Juli v. I., als er eben %, v«t von der Bahnstation zu unternehmen im Begriff 3tih.*. eins der vor dem Omnibus angeschirrten Pferde {% � vi« Nachforschungen ergaben, daß im rechten hinter �iley 1 3 Zoll langer Drahtnagel sich befand, welcher am {|fli j-.. ai'be oberhalb des Strahls eingedrungen war und MI 1%* erfichtltch Schmerzen verursachte. Nachdem jener t; ein.'lft einer Zange herausgeholt worden, zeigten fich M»t°� zweiten im Stalle stehenden Pferde dieselben Mich, einer eben eingetretenen Lähmung; auch bei diese« Uez?or fast genau an derselden Stelle des rechten Hinter- le �tnl>5.?s? wie dem Schimmel ein ca. IV, Zoll lon.er vifen j!..,""getrieben. Die Gleichartigkeit der den Pferden zuge- ?e.llrsal. Hungen erschien auffällig und glaubte dcr Eigenthümer ute.- v—'»-if tinen bos» glaubte fich cht an dem «,.7'gl«Kk v viicimiinm vvt wntloffung ange- b,. w®ot«rf'H ött aus den Hufen gezogenen Nagel kurze ».*Sionf££mb{n und als„Glücksnugel" auf da» Gesims t Oslers gelegt Haie. Nach der Meinung des fj-Ä'' die V?" Knecht, um ihm einen Schabernack zuzu- kh �ttr,„vernagelt." Das Schöffengericht in ZIlt> X�ve �.�chtete auf die gegen den Knecht dies-.rhald er- in Ölkanne- � wegen Sachbeschädigung denselben für schuldig Fnkln»."m Monate Gefängt iß. Hiergegen legte der il'lttn ne.??z�krurtheiltc das Rechtsmittel der Berufung ein w."hantii,.°��vor dasForum der genannten Strafkammer .St, gy un«, und Entscheidung. Behufs Erörterung der >1..' Aech,«»!?� oder Absicht, waren seitens des Verlhei- neu,..._ QNmnTf«v.: Eachoerständigi� Kreis- Heitmann, zum Audienz- Zungen erschien auffällig und glaubte der Ei N>kn v� derseiden weniger auf ernen Zufall als auf i vchtt U�QÖ zurückführen zu nüffen, hierzu gla b«*.1 wehr berechtigt, als er seinem Knecht �digt».1%" geschilderten Ereigniffei die Entlaffun 'ÄÄMBAKSÄK'K -SN m#4%=% Ä» 3enf«urt W S y�nkbeit auf dem Lande sehr bäustg vo. kommende Mz- ""'ff 6'' .«'(turnet fi* T" i., woaulyerrveiie waizrenv einer tfayn aus i"? das h;!!„H Hufe getreten: es sei vollständig aus- & KS'S SÄ» 4 �.ufewte� bit oom 3-lotötr' wurden der Staatskaffe auferlegt. Uereine mh Uersammwnge«. Eine öffentliche Versammlung der Möbelpolirer tagte am 8. d. M. im Lokale Grüner Weg 29 unter Vorfitz des Herrn Reuter. Zum ersten Punkt der Tagesordnung: ,.2üte stellen fich die Möbelpoltrer zu den B schlüffen der Tischler Jnnungcmeister", hatte Herr Reuteridas Referat über- nowmen. Derselbe führte aus, daß, seitdem sich Jnnungs- viotektor-n a I- Ackermann im Reichstage gefunden baden, vre Innungen ihre Köpfe wieder stolz emponccken und AlleS ver- suchen, um die tobten JnnungSb, strebungen wieder zum Leben anzufachen. So wollte z. B. die Tischlerinnung für die Möbelpolirer einen Minimal Lohntarif ausarbeiten und eine zu diesem Zweck in der letzten JnnungSversawmlung gewählte Kommission von 15 Mitgliedern sollte Vorschläge machen, auf welcheWeisediiMödilpolirer überhaupt abgeschafft werden können, damit die TiichlergeseUen wieder allein poliren und dadurch der Ueberprcduktion ein Damm entgegen gesetzt werde. Weiter erklärte der Referent, daß die Möbelpolirer vor diesen Be- schlüffen nicht bange zu sein brauchten. Immerhin sei es die größte Pflicht aller Möbelpolirer, fich zu orgamfiren und em- pfähl R:dner den Anwesenden den Anschluß an den„Verband der Möbelpolirer Billins und Umgigend." Die Ausführungen des Referenten fanden großen Beifall. Herr Webe: erklärte, daß der Beschluß der Tischlerinnungs-Mdster in Betreff des Tarifs ja noch diskuiirbar sei, es frage fich nur, ob die In- nungSmeister einen Tods ausarbeiten werden, welcher den Po- lirern einen Minimallohn vcn 24—27 M. pro Woche bei 3'/,- stündiger Arbeitszeit sichere, denn ein anderer, nirdiigerrr Tarif würde von den Kollegen unbedingt bekämpft und zurückge- wiesen wetden. Redner ging noch deS Wdteren auf den Jn- differentismus der Arbeiter im Allgemeinen ein: er zeigte als Beispiele, daß die Landwirihe, die Evsenindustriellen, die Zuckcrfabrikanten, die SchnapSbrenner, die HauZwirlhe u. s.w. weiter nichts als Jntereffengrupp.'n feien, aber auch oeistehen, ihre Interessen, wenn auch zum Schaden der andern Staatsbürger, wadrzunehiren. So wurden den Landwirthen Kornzölle, den Eisenindustriellen Schutzzölle, den Zucker- fabdkanten große P ämien gewährt, aber dcm Aibeiter, welcher ein Schutzgesetz verlange, wklchcs die planlose Produktion einigermaßen regele und ihn vor allzu großer Ausbeutung seiner Kräfte und Gesundheit schützen soll und zwar durch Regelung der Arbeitszeit. Abschaffung der Sonntags- und Kinderarbeit sowie Beschränkung der Frauen, und Getängniß- arbeit, diesem Arbeiter sagt man ganz ein'ach: Das geht nicht, die Industrie würde darunter le den, und der Slrbeirer? Er ziehe seine Schlafmütze noch etwas tiefer über die Ohren und träume weiter, anstatt einzutreten in eine Organisation, welche seine Jnt-ecffen vertritt. Die von den Jnnunzs- Tischle.mdstern proseltirte gänzliche Belseiteschoffung der Möbel» polirer sei nur ein Traum und die Polder hätten hierbei nichts zu befürchten; trotzdem müßten fich alle Kollegen der Organi- sation anschließen, um für alle Fälle gewappnet zu sein. Herr Kurt erklärte, daß die Jnnungibestrebungen wohl in früheren Jahr- bunderten Berechtigung harten, aber beute hätten fie fich überlebt. Redner erinnerie, daß man seiner Zeit auch in Polirer kreisen Anstrengungen für die Innungen machte und rheilweise noch macht, aber an dem gesunden Sinne der selbst ständigen Möbel- polirer sd dieses Projett gescheitert und er wünsche, daß dieses auch kündig geschieht. Es sprachen noch die Herren Brenne- kämm, Brockmann, Fink und Andere im Sinne der Vorredner und Herr Neumeister schwärmte für Innungen. Ueber den Streik der Genossenschaft„Selbsthilfe" berichtete Herr Weber, daß die Sperre über die Genosse�schad zurückgenommen ist, nachdem die Leiter derselben, die Herren Neubel und WegVrf, der Kommisston an Eidesstatt versicherten, den Abzug wieder zurückgenommen zu haben; mithin lag keine Veranl, ssung vor weiter zu streiken. Errungen sei der Sieg aber nur durch das Zusamm.cnhaltln der Kollegen. Der Kassteer der Fachkommisfion des Verbandes der Möbelpoli er erstattete Bericht über Aus- gaben und Einnahmen bei diesem Streik. Es waren durch Listen gesammelt 84 10 M.; ausgegeben wurden: an Unter- stützung 72 M., an D ucksachen, Annonzen und Porto 11 M., mithin verbleiben 1,40 M, welche zu dem UnterstützungSfondS gel°gt werden. Dem Kasfircr wurde einstimmig Decharge er- theitt. Tie nächste VerbarchSve-sammlung findet am 22. Febr., Abend? 8 Uhr, Köpnikerstr. 150, statt und an 6. März ein großer Maskenball in Bräuer'S Salon, Gr. Frankfurterstr. 74/75, wozu Billets in der nächsten Versammlung sowie in den Zahl- stellen ausgegeben werden. Vereinigung der deutschen Schmiede. Die Mitglied- schaft Berlin hielt am 6. Februar im Vereinslokal„Gratwerl'S Bierhallen" eine geschioffene Mitglieder. Versammlung ab mit der Tagesordnung: Kaffenbedcht, Ecsatzwabl deS Vorstandes und Wahl einer Ortsoerwaltung.— Der Kasfirer Herr Kibbect gab genauen Bedcht über Einnahme und Ausgabe, sowie über den Stand der Kasse am Schluß des IV. QuadalS 1865. Der Revisor Herr Hampel bestätigte, alles in bester Ordnung ge- funden zu haben. Sodann berichtet Herr Drewitz, daß er beim Po'izri Piästdium angefragt habe.jfob es erlaubt sei, für Berlin eine Ortsverwaltung einzusetzen, da die 2irbeit für den Vorstand zu groß sei, wenn er die zentrale und die lokale Ver- waltung zu besorgen habe. Darauf habe daS Polizei Präsidium erwidert, daß dies gestaltet fei, soweit nicht gegen§ 8 deS VeieinSgefetze« verstoßen wird. Redner thcilte ferner mit, daß ein erster Vorsttzender zu wählen sei, da er durch Verhältnisse gezwungen Berlin in nächster Zeit verlassen zu müsse, auch ein Hauptkasfirer sei zu wählen, welcher eine Kaution zustellen habe. Hieraus wurde der dishedge 2. Vor fitzende Herr Tempel zum ersten und Herr Hahn zum 2. Vorfitzenden, sowie Herr Heinrich Hoffmann zum Hauptkasfirer gewählt. Ferner wurden für die Orteverwallung gewählt: Die Herten Einike als Bevollmächtigter: Fallenderg, deffen Stellvertreter; Kidbert als Kalfirer; Sommerseld, Schriftführer und zu Revisoren die Herren: Echartow, Lindenbera und Bolt.— Nachdem aiebt Herr Drewitz einen kurzen Rückblick über die bishedae Thätigkeit de« Verein» und hebt hervor, daß fich seine Hoff- nun« m Bezug auf Berlin nicht ganz erfüllt habe, dies sei aber wohl den schlechten Arbeitiverhältniffen und der großen Bewegung im letzten Sommer, nach welcher ein gewisser Rück- schlag eingetreten, zuzuschreiben,«r hoffe aber, daß et sich in diesem Sommer beffern wird, die Arbeitive'hältniffe seien z.V. nicht nur in Berlln schlechte, sondern da» Handwerk liege überall darnieder. Es sei darum durchaus noihwendig, daß eine tüchlige Agitation für d e V reiniaung entfaltet werde, um alle Schmiede in allen Gauen des Deutsche» Reiche» zum Bcitdtt ,u bewegen, nur dadurch sei Abhtlie der Mißstände unseres Handwed« zu schaffen.- Hierauf wurde daS Reale- ment für den Aibeirsnachweis, welches nach langem Eträubcn in lktzter Stunde vom Obermeister der Innung unterschdeben, Mitglieder-Versammlung der„Verewigung der deutjchen SckmieV erklärt fich mit dem von der Kommisfion mit dem mm später eine Unter stützungskasse für wandernde und wenn mög» lich auch für arbeitslose Mitglieder errichtet werden, auch würden Fragen von allgemeiner Bedeutung gestellt werden, e« sei daher vo» höchster Wichtigkeit, daß sämmtliche Fragen genau beantwortet würden, um so eine möglichst klare Uebei ficht über die gewerkjchattliche Lage zu erzielen und die dchtigen Wege zur Abhilfe einschlagen zu können.— Die Zahlstellen des Ver- einS, an welchen Sonnabend« auch das VereinSorgan vertheilt wird, find folgende:(80) Otto Matthe«, Kottbuserstraße 10», Hof Patt.,(SW) W. Hasse, Nostitzstraße 5,(W) H. Hoffmann. Bimnenthalstraße 5, v. IV.,(NW) Karl JUnge, Lübeckerstraße 43, v. Part.,(N) Gaitein, Müllerstraße 1, IL Hof II, (NO) Engst, Neue Königstraße 72, Hof II. bei Pornow,(0) Orlofski, Koppenstr. 27, v. HL und H. Kibbert, Schwedter- straße 255 IV. Der Arbeiter-Bezirks-Verein der Oranienburger Vorstadt und deS Weddtng hielt am Montag, den 8. Febr., eine Mitgliederversammlung ab. Vor Eintritt in die Tages- ordnung widmete der Vorfitzende dem von hier ausgewiesenen und in Weißenfels verstorbenen Klempner R'charv Crmow einen Nachruf. Die Mitglieder ehrten SaS Andenken desselben durch Erheben von den Plätzen. DaS Mitglied Herr Boy sprach hierauf über:„Die Ardeiter- und Gewerkschaftsbewegung im Jahre 1843." Schon damals strebte man dahin, den söge- nannten Mittelstand auszurotten, um die Proletadfirung der Massen herbeizuführen. Die Bourgeoisie, durch das wachsende Proletariat bedroht, machte allerlei Versprechungen; so gab man ii. A. den Arbeitern sämmtliche Pfänder aus den Leihanstalten frei. Auch erließ man am 23. März einen Aufruf, Beiträge zu sammeln, um an die Arbeiter Brod vertheilen zu können. Redner verbreitete fich nunmehr über die damalige Pro- duttionsweise einerseits und daS Verhatten der Kaoitalsmacht andererseits, und hob hervor, daß die rheinländisckm Arbeiter stets mit die ersten waren, welche fich au? ihrer Lage zu be- freien suchten. An der DiSkusfion bethdltaten fich die Herren Christensen, Gleinert, Hofmann und Zachau. Zum zweiten Gegenstand der Tagesordnung:„Verschiedenes", wurde fol- genve Resolution gefaßt:„Die heutige Versammlung deS Ar» better-Bezirksvereins der Oranienburger Vorstadt uud deS Wevding spdcht der liberalen Mebiheit der Berliner Stadt- verordneten-Versammlung für ihre letzte Abstimmung bei der Wahl eines Mitgliedes der Schuldeoutation ihre vollste Mißachtung aus, da genannte Mehrheit hierdurch wiederum bewiesen hat, daß die Vertreter der Arbeiterpartei nicht als gleichberechtigte Kollegen angesehen und aus Kom» misstonen und Deputationen möglichst ferngehalten werden." Eine Tellersammlung, deren Ei trag zu gleichen Theilen den streikenden Korbmachern und Blaceehandschuhmachern zu Gute kam, wurde vorgenommen. Im Fragekasten befand steh u. A. eine an den Referenten gerichtete Frage, ob derselbe identisch sei mit dem Herrn, welcher s. Z. den Maurer Robert Conrad ongrgdffen hat. Der Referent erwiderte hierauf, daß jener Herr Bey heiße und Fortschdttler ist, während er Boy heiße und Sozialdemokrat sei. Hier erlläde der überwachende Beamte die Versammlung für aufgelöst. Nächste Versammlung am 22 Februar in: Wedding Park, Müllerstr. 173. Tazekordnung; Wie stellen wir uns zu den K mmunalwah'en? Eine«roste öffentliche Votkeversammlnng, von zirka 1200 P rionen besucht, tagte am Montag, den 8. Febr., in Friedrichtberg, im Lokale des Herrn Spitzig, Frankfurter Allee 193 unter Vo fitz des Herrn Elias. Der Herr Reichs- tagsahgeordnete Frohme hielt einen Vortrag über das Branvt- weinmonopol. Er fühde etwa folgendes aus: ES habe an der Vorlage überrascht, daß sie nicht fachmännischen Krdsen zur Vorbcrathung überwiesen worden sei, daß dir Regierung also den sonst so gern gewählten Weg unterlassen habe. Auch eine Eng ete sei nicht veranstaltet worden. Ali das Brannt- weinmonopol öffrr.tlich bekannt wurde, hätte fich sofort eine allgemeine Stimmung dagegen geltend gemacht. Es wäre nun behauptet worden, die sozialdemokratische Partei wüßte der Monopolvorlage günstig gestimmt sein, weil der Gesetzentwurf etwas soziaristischeZ an fich Hab-. Soweit nun in einem Monopol dieser sozialistische Gedanke enthalten sei, könne man ihm zustimmen, z. B. der Verstaatlichung der Eisenbahnen u. s. w. Die Thatsache, daß durch Einführung des M» opolS einer Anzahl von Brennern die Fabrikation des Schnarfts aus der Hand genommen würde, könne also nicht zurückschrecken und in dieser Auffassung weiche die Arbeiterpartei von den übrigen ad. Wer erinnere fich nicht noch der begeisterten Rede, die der H rr Reichskanzler im Reichstage zum Schutze der P'eife Tabak und des Gläschen Schnapses des armen Mannes gehalten habe. Die Großgrundbesttzer, welche Brennereien haben, erfahren eine Steigerung ihrer Einnahmen um 45 pCt. Die Reichekaffe will 300 Millionen Mark verdienen. Der ganze Mehrbetrag muß also von den Konsumenten getragen, d. h. größtentheils von den armen Leuten gezahlt werden. Durch das Branntweinmonopol, so schloß der Redner, erreicht man nur, daß man dem Reichsten der Reichen ein ungezählte» Geld in den Echooß wirft und der politischen Freiheit des Volkes ein Grad gräbt. Zu solchem Gesetz werben wir niemals unsere Zustimmung geben. SlürmischerBeifall lohnte dem Redner. Da fich auf wiederholte Aufforderung drS Vorfitzenden kein Gegner zum Wart meldete und auch der Reichstagsabgeordnete Herr Lohren trotz Einladung in der Versammlung nicht er- schienen war, so wurde folgende Resolution einstimmig ange« nommen:„Die heute tagende von ca. 1200 Personen besuchte Volksversammlung erklärt fich mit den Ausführungen deS Herrn ReichstagSabgeordneten Frohme in allen Punften einverstanden und gegen die Ein'ührung des Branniweinmonovols". DaS Bureau wurde beauftragt, vie Resolution demnächst dem Reichs- tage zu übersenden. An der Dirkusfion betheiligten fich hierauf die Herren Klinge:, Schulz und Bowlich. Heer Klinger hob besonders hervor, daß der Staat jetzt durch das Salzmonopol schon eine enorme Summe einnehme, wenn man bedenkt, daß dem Staate das Pfund Salz nur ca. 4 Pfg. kostet; der Kon- sument müsse also bier zirka 6 Pfg. indirekte Steuern zahlen. Ferner machte der Redner alsdann darauf aufmerksam, wie schwer es dem Arbeiterverein„Hoffnung" werde, ein Lokal zur Abhaltung von Vereinsoersammlunaen zu finden und gad den anwesenden Gastwirthen zu bedenken, Daß e» in geschäftlicher Hinficht nur schädlich für sie sein lönne, wenn fie dem Arbeiter« verein ihr Lokal zur Abhaltung von Vereinsversammlunaen verweigern. Sodann ertheilte der Vorsttzende dem tz-rrn Referenten da« Schlußwort. Eine Tellersammlung für die steei- kenden Ko.bmacher wurde einst-mmig angenommen und ergab 13,29 M. Unter Hochrufen auf den ReichstagSabgeordneten Herrn Frohme wurde die Versammlung geschloffen. * Fachveretu der Tischler. Montag, d-n 15. Februar, Abends 8'/, Uhr, in Säger's Lokal, Grüner Weg 29, Ver- sammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten Herrn Mltan über„Fachorganisotion". 2. Diskusfion. 8. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste willkommen. Billers zum Maskenball d:S Vereins in der„Berliner Ressource" am 13 Märe find in der Versammlung sowie bei den Mitgliedern Witte, Jnoalldenstr. 21, II; Grünwald, Prlnzenstr. 6, IV, bei Krause; Böhm, Johann iter straße 10, Hof in; Fest, Hollma-n- straße 1»; Schicht, Gartenstraße 40a, IV; Thumann, Nmi yn» firaße 77; Thierbach, Neue Königstr. 72 und RiSka, W encr« straße 42, zu haben, desgleichen jeden Abend auf der Tischler- berberge, Blumen.str. 56, bei den Arbeitsoermittlern. Die Zabl« stellen des Vereins find jeden Eonnabend Abend geöffnet und d- finden fich bei Hilschec, Belle AlliancepIatz 6; Stramm, Ska- liyerstr. 18; Hohn, Ziantkirchplatz 11; Hähring, Müllerstr. 184 und Bluwenstr. 56(Tischlerhrrberge). * Fachveretn der Marmor- und Gravitarbeiter. Sonntag, Vormittags 10'/, Uh-, in Deigmüller's Salon, Sitte Jakobst'aße 48a, Versammlung. Taget orbnung: Jahresbericht pr. 1885, Anträge. Verschiedenes und Fragekast-n. Bcgräbnißkasse der Berliner Gürtler und vronienre Versammlrmg im Lokal RoloffSburg, Fehrbcllinerstr. 98. TageS-Ordnung: 1. RechenschaftS-Bericht vom 4. Quattal. 2. Verschiedene Kassen- Angelegenheiten. QuittungSduch legttimirt. * Große öffentliche Versammlung sämmtlicher Bau» Handwerker und Arbeiter des Baugewerbes, als: Bautischler, Zimmerer, Maurer, Einsetzer, Bodcnlcger, Anschläger, Sckloffcr, Klempner, Maler, Glaser, Töpfer, Tapezirer, Dachdecker, Stein- metze, Vteinträger, Staker, sowie aller auf Bauten beschäftigten Personen, am Sonntag, den 14. d. M, Vorm. 10 Uhr, in der Tonhalle, Friedrichstr. 112. Tagesordnung; 1. Regelung der Streiks. Referent: Herr Michclsen. 2 Wahl einer Kommission. * Generalversammlung der Putzer Berli«» und Um« gegend am Sonntag, den 14. d M.. Vorm. 10 Uhr, in Niest'S Salon, Kommandantenstr. 71—72. Tagesordnung: Die dies« jähngen Bauaussschten und die letzte Beschlußfassung der Bau« gewerkSmeister. Referent Herr I. Dietrich. * Verein der arbeitenden Bevölkerung de» Süd- Westen Berlins. Montag, den 15. d.M., in den„Kaiserhallen", Alte Jakodstr. 120, Versammlung. Tagesordnung: I.Vortrag deS Professor Herrn Dr. Petri über die Entwässerungsanlagen in Marienfelde; 2. Die zu gründende VereinSbidliothek; 3. Ber- schiedeneS und Fragekasten. BilletS zu PräuscherS Museum zu halben Kostevpreisen find bei den Vorstandsmitgliedern zu haben. Gäste find stets willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Die Beiträge können außer in der Versamm- lung de» Sonnabends Abends im Lokal deS Herrn Linden« bom, Gneisenau- und Solmsstr. Ecke an den Kasfirer entttchtet werden. Sprechsaal. »U Rekofti«« stellt dt,»enutzun, be»«»rechs-,1»,«MI« W« allptgeltn ist, dem Publikum ,ur Bei?rechung von Angelegenheiten allgemeine» Jntereste»»ur Verfügung! ste»erwahrt fich aber gleich, eittg dagegen, mit de« Inhalt destelben tdenttstzirt ,u werden. In der Freitagsnummer de»„Berliner VolkSblall" be- findet fich eine Annonze zu einer Versammlung sämmtlicher B % tab ts? '-•fe; Hub H» um» uiiucu Hne iiaiu-'roamuiwt, künde Ihrer verstorbenen Frau und, wenn auS Ihrer stw'. Ehe ein minderjäbrigeS Kind am Leben ist, den vow>� schaftsgerichtlichen AuSeinanderfetzungsschein beidiingen.. G. D. I. Eine Exekution wegen nichtbezablter 6%* darf nur nach vorheriger Aufforderung zur Zahlung tt]or Beschweren Sie Eich über den Ottivorstcher. W. P. 1. Wenn für die von Ihnen ausgeführte arbeit ein Prers nicht vereinbart ist,«o find Sie bf*4! angemessene Bezahlung zu verlangen. Ob der von JW"» forderte oder vom Prinzipal bewilligte Preis angemeflsL müßten eventuell die genchtlichen Sachverständigen begvM� Sie dürfen jedenfalls die Ihnen vom Prinzipal angW'.z Zahlung nur unter ausdrücklichem Vorbehalt armehmfsA auch nur unter Vorbehalt schriftlich quittiren, wenn Ihrer etwaigen weiteren Rechte verluittg gehen wollen. ,i bloße Behauptung, Sie hätten ein Mädchen tingemir* noch keine Beleidigung. Et kommt auf�den Zusam! an, ob man darunter ein lüderliche? bat' dann würde allerdings eine 3. Wenn Ihre Frau bei der Ehescheidun Theil erklän wird, so brauchen Sie von Ihrem eigenen.., mögen nicht? herauszugeben, können vielmehr von Jhrel.jp Herausgabe des vierten oder sechsten Theil JhreS VerM verlangen. Für die Prozeßkosten hasten Sie der Gerilt» gegenüber stet», können dreselben aber, wenn Ihre Fr»« deren Tragung verurtheilt wird, von dieser zurückaerlavlP. Glacee-Handschuhmacher. ES wäre uns lieb, wen« ein Mitglied Ihrer Lohnkommisfion besuchen würde.« Ein Pole. 1. Schon im vorigen Jahrhundert wu�u Lotteriespielen als ergiebige Einnahmequelle für den. säckel benutzt und darum staatliche Genehmigung für staltung einer Lotterie verlangt. 2. Das ganze Laos w«� der preußischen Lotterie für jede Klasse 39 M, dazu k«� noch 1 M. Schreibgebühren und 2 M. Reichsstempelabst»� daß das ganze Laos für alle 4 Klaffen zusamm-n Ihf kostet. 3. ES find 80000 Stammloose im Spiel. 4. tPj. Etatsjahr 1884/85 war der Reinertrag aus dem Lotirtj�i auf 4 Millionen Mark veranschlagt. Der Staat« z 12'/, pCt. der Einsätze für fich und verwendet den A'!a Gewinnen. Außerdem spielt er die in den späteren%% zur AuSgabe kommenden Freiloose in den früheren selbst und bat dadurch noch weitere GewinnauSstcht. W. B« 1. Wenn der HauSwirth den Name« Mietber« selbst unter den MiethSkontralt setzt, so binbi' den Miether nicht. 2. Daß der Miether in seiner W»«! die kleine Wäsche hat waschen und trocknen lassen, ist Ki«®. ein Ermisfionsgrund, wenn die» in einem giltigen Mst>» trage so festgesetzt ist. V v F. Kntppel. Wir bitten um Ihre Adresse.„y de« N. 100. Wenn Sie für Ihr uneheliches Kind W*,'«Mmt i, zahlen, find Sie zu etwas Weiterem nicht verpflichtet. L mit b __ � *11„ 4Wt' 6% woll <>3 w >«°r st« � Theater. Sonnabnd.den 14. Februar. Vpsruhan«. Carmen, Oper in 4 Alten- Cit/zauspiettiaus. Faust, dramatisches Gedicht ,n 6 Akten von Goethe. Deutsche» Tveatee. Die Lorelei. Wallner-Theater. Sammet und Seide, Lust- spiel in 4 Akten von Oskar vlumenthal. //"'beuz» Theater Denise, Schauspiel in 4 Alten von A. DumaS(Sohn). SeLe-Alliauee-Theater. Die schöne Helena. Friedrich» WUhelmstäd tische» �Theater. Der Zigeunerbaron, von Joh. Strauß. Walhalla- Theater. Das lachende Berlin. Heitere» au» der Berliner Theatergeschichte mit Gesang und Tanz in einem Vorsviele und 3 Akten von Jakobson und Willen. Loaisenstädttsche» Theater Abracadabra- 'ütral-Theater. Der Stabs. Trompeter. B>ktoria»!bec»ter. Däumling. O'Zend- i he.'ter. Hano und Herz, Trauer- spiel in 5 Akten von Anzengruber. Ameriean- Theater. Große Spezialitäten« Vorstellung. Theater der Reichshalle«. Große Speziali- tätkN'Vorstelluna. Saasmanu'» Variete. Große Spezialttaten- Vorstellung. Konkordia. Große Svezialitäten-Vorstellung. I Dienstag Abend 6 Uhr entschlief sanft nach kurzem Leiden unser inniggeltebter Bruder, der frühere Ledertadrikant Da- »id Pertmh«. Diese Trauemachricht Verwandten und Freunden statt jeder besonderen Meldung von den tiefbe- trübten Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Sonnabend, den 13. Februar, Nachmittage 3 Uhr, vom Trauerhause, Küpnickerstr. 55 auS nach dem alten Louisen-Kirchhof, Berg- mannstraße, statt. Berlin, den 12. Februar 1886. Danksagung. Allen hiefigen und auswärtigen Freunden und Genossm, besonder» denen in We ßenfels, welche fich so aufopfernd meines Sohnes Richard angenommen haben, sage hiermit meinen herz» lichsten Dank. 702 Die tieftrauernde Mutter Fra« Kunow. Alhambra-Theater. Wallnertheaterstraße 16. Heute: Semfi) für Hedwig Wiese und Gustl. Waiden. Die Verschwörung der Frauen. Historisches Lustspiel in 6 Akten von Arthur Müller. Vor der Vorstellung: Gr. Konzert der Hauskapelle. Anfang des Konzert? Wochentags 7 Uhr, der Vorstellung 7'/« Uhr. Anfang de? Konzerts Sonntags 6 Uhr, der Vorstellung 7'/, Uyr. Don? baden Wochentag» Biltigkett und find im Theaterbureau(12—1 Uhr) gratis zu haben. /achmm der Tischler. Montag, den 15. Februar, AbendS 8 Uhr, Berfammlung in Kager'» Kalo«, Grüner Weg Nr. 29. TageS-Ordnung: 1. Vortrag über:„Fachorganifation". 2. DiS- kusfton. 3. Verschiedenes und Fragekasten.— Gäste willkommen. aufgenommen. 695 Neue Mitgliever werden Der Bevollmächiigte. Zentral-Kranken- u. Sterbekasse der Tischler und anderer gewerbl. TirKotlor(�ertliche Derwaitungastelle KerU»«.). Sonntag, den 14. d. M, Vormittags 10'/. Uhr, Mitglieder-Versammluug in Mnlf'« Lokal, Große Frankfurteistt. 117. Ta gesordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1885. 2. Wahl eines BkitragfammlerS. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legttimirt. Zahlreiches Erscheinen ist erwünscht. 698 Der Bevollmächtigte. Außerordentliche Versammlung der Zimmerlente des Ostens und Umgegend am Sonntag, den 14. d. M., Vorm. 10 Uhr, im Lokale Kenstädler Nolk«carten, ProS- kaue: straße 37/33. TageS-Ordnung: 1. Wie verhalten fich die Zimmerleute des OstcnS und Umgegend zu den Beschlüssen der Allgemeinheit betreffs der Verordnung im nächsten Frühjahr. 2. Gründung eines Lokaloer- bandeS. 3. Verschiedenes. ES ist Pflicht eines jeden Zimmermanns, in dieser Versammlung zu erscheinen. 697] Die Lohn-Kommisston. Von heule ab verkaufen wir Gemahlene Raffinade, fein und körnig, 2 Pfd. 55 Pf., Würfel-Zucker 1 Pfd. 30 Pf. Täglich frisch gerösteten Kaffee» Pfd. 80 Pf., gutschmeckend ff. Mocca-Melange, kräftig und von sehr seinem Aroma,» Pfund M. 1,00, M. 1,20 und M. 1,40, bei 5 Pfd. a 5 Pf. billiger. Sruch-Kassee(kein Surrogat), a Pfd. M. 0,60. Thee, Cilllia, ffhokolaiit billigst. Gebrüder Maass Berlin, Admiralstr. 40, am Kottbuser Thor. QAft ÖTSf-f werden von einem Geschäfts» «ZW mann gegen Sicherheit zu leihen gesucht. Offerten unter A. B. 37 in der Expedition dieses Blattei erbeten. 700 Zeutral-Krauken- u. Stet der Tischler u. s. w- Bvrtliche Verwattungvstelle Kerli« (Innere Louisenstavt). Montag, den 15. Fedmar, S liberc Kubisch Abend» 1 »lag, wen iti. �cuiuui, Mitglieder-Versammlung bei Marquardt, Alexandrinenstr». T. O.: 1. Abrechnung vom l.Oaaftv 2. Verschiedenes. Um zahlreiches Erschein« 694 Die Ditivenv�!� vb Si. Dank..... Den Fachvereinen und den gewerks- Genoffen, die uns so opfelwillig'« Etr-ikanaeleaenheit zur Seite gestanbe«, �- tagen wir hiermit unseren besten V»!!!'. mackm zugleich die Mittbetlung, daß. zu Gunsten der Streckenden beendet cv Sn» 0 dürf d '< in lauf' Selbstunterricht der einfachen und doppellen männischcn Bnchführniiß und Darstellung eine» nenen� Köpften Systems zur doppelten � Methode von®. Schmidt, HandelSwisscnschaft. 1 Zu beziehen d. d. Exped. d.»9 ct v-lksklatt«, Berlin, Zimmerstra« »um Ä» _______ Herth Inseln»c.«ine Reise 10 Pf. Abonnements. j Beschäft 25eian:»ortIl±K SiSeüatr SL SMistlla% Scßa. Druck und Verlag von Star Labina in Berltn 8W,«mihstraß» 3 W;