emerfen, b Antrag Et großer erler, fonder, 38 ter man au verfteht. C ches Inter effen auch einschaftlich tige Beschlü elle- Alliance 011. Gegner Sie die Ri langen. m Gegner e der elterlich Sonntag, den 14. Februar 1886. III. Jahrg. Berliner Volksblaff. Ein 25 jabrig Shres Kind einer gerid Rind als ba desregifter a Organ für die Interessen der Arbeiter. Das„ Berliner Volksblatt" Em Standes richeint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei Shrer früber Den vormund ringen. ablier Steue lung erfolgen eführte Alfo Sie berettig von Ihnen angemeffen en begutachte pal angebote annehmen 2. Di Denn Sie ni pollen. 21 ingemiet Bujam Defen en zu ung vorli Ver den schuldig m eigenen on Shrer res Vermög 4 Matt. Einzelne Nummer 5 Br. Sonntags Nummer mit illuftritter Beilage 10 Pf. ( Eingetragen in der Ponzeitungspreisliste für 1886 unter Nr. 769.) Staatshilfe. Insertionsgebühr beträgt für die 4 gespaltete Betitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pfennige. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 lihe Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Benthstraße 2. Expedition: Expedition: Zimmerstraße 44. 100 Millionen fordert die preußische Regierung vom Landtaue, um deutsche Bauern und Arbeiter in den Pro- fleinbäuerlichen Besitz zur Assoziation führt, welche den Dingen Westpreußen und Posen anzusiedeln. Man will die deutschen Elemente dadurch in jenen schaffen wird. Brovinzen ftärfen, um der Polonifirung Einhalt zu thun. bin, aber ber Großbetrieb auch in der Landwirthschaft den Vorzug hat vor dem Kleinbetrieb, so wissen wir doch, daß schließ lich erst die Auflösung des Großgrundbesizes in unhaltbaren Kleinbauern und Landarbeitern erst eine erträgliche Existenz In den weiteren Gefeßesvorlagen, die dem preußischen Abgeordnetenhause zugegangen find in der sogenannten als Staatshilfe" aufgefaßt werden kann: nämlich die Maßregeln, welche in Betreff der Volksschule beans tragt werden. In der That find dieselben sehr drastisch und tönnen unsere Buftimmung nicht erhalten. Aber im Prinzip der Verstaatlichung der Volks. Die Verstaat hatten, wegen Verbrechen zu Buchthausstrafen Dets urtheilt. Diese Ordnungsmänner hatten nämlich ihren Ordnungsfinn dadurch befundete, daß sie kleine, unschul dige Kinder mißbrauchten. Doch Straßburger hatte Geld, viel Geld, und so gelang es ihm, gegen Hinterlegung einer Raution in Höhe von 15 000 t. seine vorläufige Ente laffung aus dem Gefängniß zu bewirken. Natürlich ist der saubere Herr sofort verduftet und die Polizei hat das Nachlehen. Die Leipziger Polizei trifft teine Schuld an dem Gelingen der vom Gericht gar feinen Auftrag zur Ueberwachung des Ver brechers erhalten, fie hat wohl auch mit Ueberwachung der Arbeiterwegung ohnedies viel zu thun. handelt sich also hier nur um Staatshilfe in befarantierim Sinne und in einer ganz bestimmten Richtung Polenfrage, treffen wir noch auf einen Punkt, der gleichfalls Fluch, denn fte hatte, wie die Leipz. Ger 8tg." mitbeilt, fo dürfte eine solche Staatshilfe doch verallgemeinert wers wenn einmal bas Steinchen ins Rollen kommt, ben müffen. Grundstücke sollen von der Regierung fäuflich erworben er Gericht und dann an einzelne Personen verpachtet werden, auch Shre Frau idverlangen wird die Gelegenheit den Pächtern gegeben, die Grundschulen ist ein großer Schritt gethan. Ride als Eigenthum zu erstehen. Daß somit der Par lichung der Volksschulen aber wäre deshalb besonders in lieb, wenn ellenwirthschaft die Wege geebnet werden, ist selbst- den östlichen Provinzen des Königreichs Preußen von hohem irde. Dert wurde b r den Sta mg für Be Loos Loftet verständlich. bens mit einer rationellea Bewirthschaftung des Grund und Bo Ob sich dies, besonders im Osten Deutschlands, überhaupt dazu tom dere Gründe angegeben, weshalb man das Verfahren der empelabgab mmen 168 el. 4. Für em Lotterie Staat Бер t den Neft päteren Riafic doch sind ja Nußen, weil dann die Schulaufsicht und die Gerechtsame der Gutsherrschaften aufhören würden, die jetzt die ihnen unterstellten Schulen als Verdummungsanstalten betrachten und einrichten. Diese Staatsintervention, so reaktionär fie auch in dem Das nothleidende Kapital! In der General- Versamm lung des Vereins zur Wahrung der gemeinsamen wirthschaft lichen Interessen in Rheinland und Westfalen, in welcher die Schußzöllner den Agrariern fürzlich eine ernste Verwarnung ertheilten, hat der Landtagsabg. Dr. Natorv nach vorliegen den Berichten folgendes gesagt: Es könne nicht scharf genug betont werden, daß das Rapital in der Industrie Noth leide, has fet aber bis jezt bei den Arbeitern noch nicht der Fall Die Arbeiter in der Kohlen- Industrie und den verwandten Ge schäftszweigen hätten sich bisher noch nicht schlecht geftanden. Es sei teine oder doch nur eine geringe Verminderung verträgt, das muß bestritten werden. Barzellerung der Güter in Westpreußen und Posen beliebt. betreffenden Falle sein mag, ist doch der Anfang eines Deshalb wollen wir nicht näher untersuchen, weshalb die gefunden Systems, und nicht umsonst stößt in der Freis. vermehrt und der Preisstand der Lebensmittel sei so niedrig, Bebauung im Großen gerade in jenen Provinzen den Vor- 3tg." Herr Eugen Richter den Seufzer aus: Die Ron g vor der Parzellenwirthschaft hat. Das bann in Pofen und Westpreußen der„ drohenden Polos Früheren Klung" wegen billig gewesen ist, das wird am Ende aus Jedoch wir sagten, das Steinchen fäme ins rollen. Und ficht. bel Dik n Namen so bindet einer Wohn en, ist nur gen Mietho Rine Flichtet. Dan Sterbekal f. w. ot). Berlin Abends 8 mmlung rinenstraße Ericheinen erfucht Daß aber bas " sequenz der vorgeschlagenen Maßregel drängt zur Verstaats lichung der Volksschule hin." Ja wohl! Die Volksschule muß Staatsinstitution werden; aber der Staat selbst muß natürHöhen der Freiheit emporgehoben werben. wie lange nicht. Wenn aber die Sache so fortgehe, dann werde auch die Rückwirkung auf gößere Arbeitertreise nicht vermieden werden können, denn jetzt erft fange die Krifts an, bedenklich zu werden, der Konsum der Kohlen habe in den letzten Wochen ganz erheblich abgenommen. Die Folge davon seien Ent wenn jezt die Krifts thre Schärfe bekomme. anderen Gründen recht werden in den übrigen Provinzen. lich aus den bunklen Tiefen der Reaktion zu den lichten laffungen und Freischichten auf den 3 chen, und es scheine, als Parzellirungssystem eine wirth. Saftlich liberale Forderung ist, das dürfte doch wohl atismus Stads preußischen Regierung bekannt sein. Der Kons stützt sich vorzugsweise auf den be. ftigten Großgrundbesitz, der Liberalismus auf die mobilen Kapitals. Das mobile Kapital Miefer ort des Politische Uebersicht. Das gleiche Recht für Alle wird illusorisch, wenn man die vorläufige Haftentlassung von einer Rautionstellung abhängig macht. Uns find die Vorschriften, welche diesbezüg lich in unseren verschiedenen Baterländern maßgebend find, her tommt immer mehr zur Geltung und zur Macht, wenn auch mit dem Grundbesitz Handel treiben kann. Und heilt in vielen Händen ist, als beim Großgrundbesitz und Sandel blüht natürlich mehr, wenn der Grundbesitz That die konservative preußische Regierung die Geschäfte urtheilten die Entlaffang gewährte, welche in der glücklichen ganz auf beim befestigten Grundbesit. So beforgt in bewirthschaftlichen Liberalismus. Ob der preußische Ministerpräsident dies wohl bedenkt? Unb wenn auch eine weitere Expropriirung und Par rung unter der heutigen Regierung nicht vorkommen mi, o dürften aber einer liberalen Regierung, die doch ebnet fein. Soll man darüber lachen oder weinen? Hoffentlich laffen fich die in allen erdenklichen Genüffen schwelgenden Arbeiter der Rheinprovinzen hierdurch derart erweichen, daß fie von ihrem Ueberfluß nun auch den armen, nothleidenden Kapitalisten etwas zukommen laffen. Immer das Sozialistengeset! In Schwerin an der Warthe wollten die Maurer einen Fachverein gründen und zu diesem Bwed hatten sie bei der dortigen Polizeiverwaltung eine Versammlung angemeldet. Indeß der Mensch denkt, und nicht bekannt, wohl aber wissen wir, daß in vielen Fällen die Die Polizei vorläufige Entlaffung aus der Untersuchungs- oder Strafbaft nun, fte wußte sicherlich nur zu gut, daß in der abgelehnt wurde, weil der Antragsteller die geforderte Kaution Bersammlung nur der Umsturz der bestehenden Gesellschafts nicht erlegen fonnte, während man jenen Angeklagten oder Verordnung" gefördert werden sollte, denn fie eriteß bevor noch der verhängnißvolle Umstura beginnen tonnte folgendes Verbot: Die auf den 14. d. M., Nachmittags 3 Uhr, im dem Lokale des Schanfwirths Paul hierselbst in der Berliner Chauffe angemeldete Versammlung wird hiermit auf Grund des§ 9 des Gesetzes gegen die gemeingefährlichen Beftres bungen der Sozialdemokratie vom 21. Oftober 1878 verboten, weil der als Redner gemeldete Maurer Heinrich Bock aus Berlin der Sozialdemokratie angehört und durch Diese Thatsache die Annahme gerechtfertigt wird, daß die Vers Lage waren, die verlangten Summen deponiren zu können. Mag man nun die Sache drehen und wenden, wie man will, immer wird man schließlich zu dem Resultat tommen müffen, daß dem Reichthum durch solche Bestimmungen ein großer Vorzug erwächst. Wie leicht aber das allgemeine Rechtsbe mußtsein dabei gefchädigt werden fann, zeigt folgende That und ein Herr Richter, welche fich als Agitatoren für die Ordnungspartei" in Sachsen besonders hervorgethan auch einmal wieder an die Reihe kommt, die Wege ge fache. Vor Kurzem wurde in Leipzig ein gewiffer Straßburger 4. Duartal 188 sverwaltung terperlichaftli illig in unfer geftanden baben ften Dant un daß der Strell endet ist. Lederzuricht Flins. Borfieber icht pelten Lauf ung men abge pelten Buch Lehrer der ft. f. 44 Uns it's schon recht. Wenngleich wir glauben, daß Feuilleton. die Tochter des Bankrotteurs. Roman aus der Gegenwart Don Gustav Löffel. Weil Ihnen das Mädchen unglaubwürdig erscheint" " ,, Das tam von oben!" rief jetzt der Kommissär, auf seine Füße springend. Möller machte eine rasche Bewegung gegen die Thür. Halt!" raunte der Andere ihm zu. Bermeiden Sie jedes Geräusch. Lassen Sie uns im Dunkeln hinauf gehen!" " Er erhob sich nun ebenfalls leise und Möller sette die aufgegriffene Lampe auf den Tisch wieder nieder. Während dem öffnete Romberg vorsichtig die nach Strafe für Pflichtversäumniß werden wir uns später sprechen. Hier oben ging soeben eine Thür. Natürlich wissen Sie von nichts?" Der Beamte verneinte. Wie sollten Sie auch?" fuhr der Andere indignirt aber immer leise sprechend, fort. Man hätte einen Re volver neben Ihnen abschießen müssen, um Sie an Ihre Aufgabe der höchsten Wachsamkeit zu erinnern. Sollte durch Ihre Unachtsamkeit die Gefangene jetzt entkommen mir entheben. Ihre anderweite Entlassung aus dem Staats dienste würde bem auf dem Fuße folgen." Gollnow stand noch immer ferzengerade, die Hände an el Ser Rommiffär eifrig ein. Und ich glaube umgekehrt der Vorhalle führende Thür und dann schlüpften Beide sein, so würde ich Sie auf der Stelle Ihres Dienstes bet em Mädchen, weil der Diener nach meiner Ansicht die hinaus. Babrheit spricht. Hier liegt ein Geheimniß zu Grunde; Die große prächtige Vorhalle, aus welcher man über ie Dienerin fennt es, sie hat wenigstens etwas belauscht. eine Treppe nach oben gelangte, war in dämmeriges Halbund malte eine vielfarbige Mosaik auf den Estrich. an aber herausstellte, daß ihre junge Herrin eine halbe führenden gewölbten Glasthür fiel das Mondlicht herein wesen, als Unteroffizier aus der Armee geschieben, und Anfang war sie geneigt, es auszuplaudern; als es sich licht gehüllt. Durch die bunten Scheiben der zur Estrade den Hosensäumen, vor seinem Chef. Er war Soldat ge Billion hat mitgehen heißen, befann fie fich eines Besseren. Gielleicht tonnte sie des Fräuleins Reiseziel und nun bes dchtigte fich ihrer die Habgier. Wenn sie jetzt Erna Drientirung erforderlich war. Sie glitten geräuschlos durch sich der Rommissär an die innere Thür, an die er lauschend on ihr fordern, denn soviel ist das Verschweigen eines versehene Haupttreppe. Dieselbe theilte sich in der halben Gollnow Schweigen gebot. die Halle und über die mit einem reichen Figurenschmud olden Geheimniffes wohl werth, und die Besizerin einer Höhe der ersten Etage und verlief in zwei Emporen, welche abchen haben manchmal verwegene Wünsche, und welches poren mündeten wie im Parterre die Thüren des oberen Marden, fei fie wer fie wolle, möchte nicht gern eine roße Dame fein! Fräulein Jenny aber ist hübsch, lokett Berliner merstraße zu beiden Seiten der Vorhalle hinliefen. Auf diese Em Stockwertes. Durch eine derselben betrat jetzt der Rommiffär allein das Vorzimmer zu demjenigen, in welchem Erna gefangen wußte, was es heißt, Drbre pariren. Mit der Haltung des Mannes zufrieden, schlich fein Ohr drückte, während er mit der vorgestreckten Linken Er hörte da die tiefen, regelmäßigen Athemzüge einer ruhig Schlafenden, sonst war ein Geräusch nirgends ver nehmbar. sid Gott sei Dank!" murmelte er, noch ist sie darinnen. Seien Sie nun doppelt wachsam, Gollnow, bann soll Ihnen Ihre Pflichtverlegung verziehen sein. Jedenfalls hat hier it ihr und laffe sie heimlich beobachten. Vielleicht weiß faß. Möller war auf der Galerie als Wache zurück- oben eine Thür geknarrt. Es kann aber auch drüben ges auch, wie das Gift in das Glas gekommen, was mir geblieben. pe. 9.bings, da Erna Eschenaach schon am Abend vorher ab11. 96. anorama Das fubli ng durch bo Raroline Bf., Rinber reift ift, noch ein Räthfel... " Er fuhr plöglich lauschend empor, auch Möller blickte etroffen nach der Thür. Was war das" flüsterte sein Chef. Benn ich nicht irre, das Knarren einer Thür," entfind. bauen Bri Bnete er ebenso. So schien es auch mir." Leichert, be hielten laufchend den Athem an. Aus dem Vorzimmer brangen die unverkennbaren Töne des Schnarchens, womit Gollnow seine tiefe Ruhe weithin verkündete. dwesen sein, wo sich die Zimmer der Baronin befinden. Ich traue dieser Dame alles Böse zu und mache Sie dafür verantwortlich, daß die Gefangene aus ihrem Zimmer nicht entkommt und auch keinen Besuch von drüben empfängt." Leise, aber mit der Röthe des Unmuths auf dem vom Feuerscheine erhellten Gesichte, weckte der Kommissär den schlafenden Beamten. „ Wenn sie noch darinnen ist, soll sie mir auch nicht Theraus," sagte Gollnow mit Eifer. Nur bitte, laffen Sie uns auch ganz ficher gehen und nocheinen Blid ins Zimmer werfen. Man kann nicht vorsichtig genug sein." Dieser hatte taum seinen Vorgesezten erkannt, als er ferzengerade in die Höhe schnellte und so in militärischer Romberg brachte sich zunächst in eine sigende Stellung; Haltung verharrte, bis Jener Zeit fand, seiner Entrüftung Rod einmal ein dumpfer Zon zu ihnen. Gine ganze Weile hörten sie nichts, dann aber brang| Worte zu leihen. Aber Romberg wollte kein Geräusch. ,, Was meinen Sie?" fragte Romberg beunruhigt. ,, Daß sich vielleicht die Baronin schon in das Zimmer eingeschlichen hat und nun die Rolle der Gefangenen spielt, " Schon gut," murmelte er, über die Sie treffende während diese entflieht." famtrlung zur �örderunq sozialdlmo!ratisch«r Bestrebungen te- stimmt ist." Nim« unleserlich. So, vorläufig ist das Unheil von Schwerin abgc« wendet! Eine recht eigenthümliche Haltung verfolgen die Mit» Zentrumepartei in der Arberterschutz» glieder d'r... k o m m i s s i o n. Die Partei bat bekanntlich neben anderem auch den Antrag eingebracht, die Kinderarbeit unter 14 Jahren in Fabriken zn verbieten. In der letzten Woche stand nun die Kinderarbeit in sämmtlichen Sitzungen der Kommisfion auf der Tagesordnung und ist es nur dem Zufall zu verdanken, daß eS noch nicht zur Abstimmung kam. Jetzt steht die Sache aber so, daß eine Annahme der ZentrumSantiäge sehr wahrscheinlich ist, vorausgesetzt, daß sämmrltche Kommisnonsmitglieder bei der Abstimmung anwesend find. Nun haben aber wäh» rend der ganzen letzten Woche in den Rom» missionSsitzungen ganz regelmäßig 3 oder 4, der Zentrumspartei angehörige Abgeordnete gefehlt, sodaß, wenn es zur Abstimmung gekommen wäre, der Zentrumsanirag und damit j»de Beschränkung der Kinder- arbril aeialten wäre. Sollten etwa die Herren auS dem Zen- trum Angst vor ihren eigenen Anträgen bekommen haben, oder waren dieselben überhaupt nur gestellt weil man wußte, daß fie nicht zur Annahme gelangen werden. In Betreff der Verlängerung de« Sozialistengesetze« läßt stch die n-ilionallrderale„Magved. Z g." au» Berlin mel» den:„Der Ausgang der Reichstag'debatle über Verlängerung des Eo,ialistengesttzis ist mit ziemlicher Gewißheit vorauszu sehen. Nach der Siimmung in den Fraktionen wird fich ohne große Schwierigkeit eine Mehrheit für Verlängerung auf zwei Jahre finden. Die Regierung wird ohne Zweifel mit dieser Thalsache rechnen."— Natürlich kennt dt, Regierung ihre Pappenheimer! Sie wird fich ja gerne die drei Jahre abhan dein lasten, fintemalen die„Gummimänner" nach Ablauf der zwei Jahre mit Freuden bereit sein werden zur weiteren Ver- längerung. Wollte die Regierung ernstlich die Verlänge« rung auf 10 Jahre und noch länger fordern, so würde fie selbst in diesem Falle von den dekannten Eunuchen vulgo„Volks"- Vertretern keinen nennenswerthcn Widerstand zu erwarten haben. Das interessanteste an der Sache ist jedenfalls, daß diese Jammergestalten fich noch einbilden, dem Reichskanzler imponiren zu können, als ob dieser nicht ganz genau wüßte, wie sehr eS stch diese Gesellen zur Ehre anrechnen, wenn er ihnen gestattet, das dekannte„Ja" auszusprechen. Wenn die Reichsregierung nur mit solcher„Ovvofition" zu rechnen hätte, dann dürfte fie nur mit dem klein, n Finger drohen und sofort würde selbst der größte dieser Helden ins Mauseloch kriechen. Die Schankgewerbesteuer, von welcher der Reichskanzler kürzlich erklärte, daß dieselde in Preußen in entsprechendem Maße erhöht werden würde, um die Einnahmen zu decken, welche durch das Schnapem onopol in Aui ficht ständen, durch dessen Ablehnung aber ausblieben, wird vorausfichtlich zu staats- rechtlichen Kontroversen führen. Der Artikel 35 der d kutschen Reichsverfassung bestimmt nämlich, daß aus, schließlich das Reich da« Rechtder Gesetzgebung über Da« gesammte Zollwesen, über die Besteuerung des im Bundesgebiete g wonnenen Salzes und Tabaks, bereiteten Branntwein» und BiereS und auS Rüben oder anderen Er eugnissen bereiteten Zuckers u. s. w. habe. Nur tür Bayern, Württemberg und Baden behält die Verfassung die Besteuerung deS inländischen Branntweins und Bieres der LandeSgesetzgedung vor. Somit wil de jeder Staat, außer den drei genannten, gegen die Reichsverfassung verstoßen, wenn er Gesetze erläßt, welche daS im Bundesgebiet bereitete Bier und den dort hergestellten Schnapt besteuern. Eine Brannt- wein- und Biersteuer hat das R,ich schon erlassen und es läuft auf die Schädigung der Reichstntereffen hinaus, wenn irgend ein Partikularstaar eine besondere Steuer noch auf die ge- nannten Produkte legen würde. Nun wird ja die vom Reichs- kanzler geplante Steuer nicht den N a m e n„SchnapSsteuer" haben, sondern die schon vorhandene Schankgewerbesteuer(Li- zcnzsteue) soll in einem Umfange erhöht werden, daß die Schankwrrthe und Kleinhändler mit Bra-ntwern gezwungen find, den Preis de« Schnapses und des Bieres wesentlich zu erhöhen, woraus folgt, daß Branntwein und Bier nur noch rn erheblich geringeren Qualitäten konsumirt, also auch produzirt werden rann. Dadurch wird natürlich di- RelchSeinnahme empfindlich geschädigt. Schon jetzt wird in Preußen die Höbe der Schankgewerbesteuer nicht etwa nach der Größe deS Lokals oder nach irgend welchen andern G-fichtspunltcn bemessen, son- dern lediglich nach dem Umsatz von Bier und Branntwein. Dadurch ist diese Gewerbe- oder Ltzcnzsteuer nicht Andere«, als eine Bier- und Branntwe nsteuer. In solcher Weise dürfte fie nach der ReichSoerfaffung überhaupt gar nicht von einem Parttkularftaate eingesüdrt werden. Bei der zehnfachen Erhöhung einer solchen Steuer aber tritt ihr Wesen völlig deutlich hervor. Doch der Reichskanzler hat dieses Wesen auch gar nicht im preußischen Abzeordnetenhauie geleugnet. Er sprach bei Androhung der Lizenzsteuer für Preußen, im Falle der Reichstag daS Brannt- weinmonopol ablehne, ausdrücklich davon, daß mit dieser Steuer eine Erhöhung des BranntweivpreiseS und eine Ver- „Welch ein Gedanke!" Der Kommissär hatte die Schlüssel zu Erna« Zimmer bei sich. Er öffnete sofort die Thür mit aller Behut- samkeit. „Vorsicht!" murmelte er.„Ich möchte nicht, daß sie erwacht. Bleiben Sie zurück!" Ernas Zimmer, welche« wie da« untere zwei hohe breite Fenster hatte, die aber nur mit weißen Rouleaux und Gardinen versehen waren, wurde durch das hereindrin- gende Mondlicht ziemlich hell erleuchtet, Romberg konnte alle Theile desselben mit einem Umblick in sich auf- nehmen. , Erna lag angekleidet auf dem Sopha, scheinbar in festem Schlaf. Ihre Athemzüge kamen voll und schwer, daS dem Monde zugekehrte Antlitz war sehr blaß, das aufgelöste blauschwarze Haar umschlang Brust und Nacken wie mit einem Schleier. „Die junge Thörin!" murmelte Romberg.„Keinen besseren Gebrauch von«einer Erlaubniß des Verbleiben« in ihrem Zimmer zu machen! Sie hätte sich noch einmal die Wohlthat einer vollen Nachtruhe gönnen sollen. Ver- wöhnt, wie sie ist, wird sie in der düsteren Gefängnißzelle und auf Stroh gebettet kaum die Ruhe finden, die sie heute verschmäht." Die Beamten verließen das Zimmer wieder. Gollnow versprach größere Wachsamkeit und der Kommissär kehrte nach einem letzten flüchtigen Umblick mit Möller in da« Parterre zurück. Kaum hatte sich die Thür hinter den Beamte« wieder geschlossen, so schnellte Er a von ihrem Lager empor. In den Auge«, welche so träumerisch in die sinkende Sonne geblickt hatten, au« denen seit dem ersten Emdringen der Beamten nur Furcht und rührende Biite gesprochen, loderte jetzt die Flamme de« Hasse«. Starrer Trotz und eine fast männliche Energie gäbe» dem Köi per Haltung und Kraft. Die leicht geöffneten Lippen, von geringschätzender Verach- tuag gekräuselt, ließen die jetzt sestgeschlosseae«, blenden» weißen Zähne durchblicken. Die Hände waren geballt. Mit einem stolzen Emporwerfen ihre» Haupte« schüttelte Er-ra die sie umwogende Haarfluth in den Nacken zurück. So Minderung des Verbrauchs erzwungen würde! Wo bleibt da bei dem Herrn Reichskanzler der RerchSgevanke? D-r Reichs- kanzler, um seinen Gedanken noch klarer zu stellen, führte ferner auS, daß die Steuer so hoch bemessen werden müßte, daß Preußen anstatt de» Betr ges von 14 Millionen Mark, der bei der geringen Lirenzsteuer in Preußen vor 10 Jahren berechnet worden sei, vielleicht den zehnfachen Betrag erwarten könne. Wer eine solche Schankgewerbesteuer oder Lizenzsteuer als eine Branntweinsteuer nicht anerkennt, bei dem muß man allerdings zweifeln, od er bis 10 zählen kann. Dir jenigen also, welche die Reichsverfassung hochhalten, dürfen unter keinen Umständen einem Part kularstaat das Recht einräumen, eine derartige Steuer zu erheben, ur d am allerwenigsten dem größten Einzelstaate Preußen, welches fich dadurch noch unad- hängiger vom Reiche macht. Der Streit in der klerikalen Presse dauert fort. Im „Badiscken Beobachter"(und gleichlauteno auch in der Ber- liner„Germania") erläßt der Dekan Lender folgende Er- klärung: „Die von mir in der 2. badischen Kammer gesprochenen Worte:„Es ist überhaupt eine meiner schmerzlichsten Er- faarungen, die ich gemacht habe, daß gerade die Presse, welche fich die katholische zu nennen in Anspruch nrmmt, so häufig die Wabrhett und die Nächstenliebe in schreiend« ster Weise verletzt," werden in einer Weise verwerthet, gegen die ich Einsprache erheben muß. Ich soll dadurch die „gesammte katholische Presse Deutschlands, selbst Oesterreichs und sogar Nordamerikas" verurtheilt haben. Dagegen erkläre ich: Ich habe weder die„gelammt« katholische Presse" Deutsch- land«, noch„alle" einzelnen Organe beurtheilt. Ich hatte viel- mehr bestimmte Blätter im Auge. Es geht dies aus dem Wo tlaute und dem Zusammenhang des Gesprochenen hervor. Ich sprach von meinen„E fahrungen." Blätter also, die ich teeilweise nicht einmal dem Namen, noch weniger dem Inhalte nach kenne, tonnte und wollte ich nicht treffen; eben so wenig diejenigen, bezüglich deren ich die schmerzliche Erfah-ung nicht gemacht habe. Ick habe nicht von der„deutschen" Presse ge« sprochen. Die Diskussion, innerhalb welcher obige Worte fielen, drehte fich um die dadischen AmtSveJündiger, die inländische Presse, den„Badischen Beobachter." Ick berufe mich hier auf den stenographischen unkorrigirten Bericht, die Berichterstattung der„Karlsruh-r Zeitung," die von allen Parteien als objektiv anerkannt wird, auf Vre Auffassung der„Franks. Z!g."(Nr. 35), welche die mehr erwähnten Worte„gegen die ultramontane Presse Badens" gerichtet steht." Die„Germania" erach et diese Erklärung für einen theil- weisen Widerruf der ursprünglichen Worte deS Herrn Lender und fordert denselben auf, die„bestimmten" Blätter zu nennen und den Beweis der Wahrheit für seine Behauptungen an- zutreten. Wieder ein kolonialpolttischer Konflikt? Wie die „Elberfeloer Zeitung" meldet hätte ein unter der Führung des Generalvertreters der deutsch-ostafrikanijchen Ge- s e l l s ch a f t, Assessor Lukas abgegangener Dampfer in Gazi, südlich von Mombat, welche« als der Schlüssel des Kilimandjora- gebiets zu betrachten sei, die F'agge der deuilch-ostalrikanischen Gesellschaft gehißt. Der Sultan von Sanstbar habe jedoch Truppen abgesandt und die Flagge wieder entfernen lassen. Es scheint, als ob diese Gesrllschaft es darauf anlegte, dem Deutschen Reiche Verlegenheiten zu bereiten. Kaum find die mit dem Sultan von Sanstbar angesponnenen Zwistizkelten durch die Interventionen de« deutschen Geschwaders beigelegt, entspinnt fich ein neuer Streitpunkt, der möglicherweise aber- malS die Entscheidung eineS Geschwaders nothwcndig macht. Im Dienste jener Gesellschast befinden fich zahlreiche ehemalige Offiziere, die ihren Thatendurst auf afrikanischem Boden de« friedigen möchten. Worin liegt der Werth de« Sozialistengesetze« daS„liberale" Bürgerthum aller Schattirungen? „Thüring. Waldpost" giedl hierauf folgende Antwort: liegt darin, daß durch polizeiliche Maßnahmen der in deutschen Gewerbeordnung eingeräumten K o a l i t t o n S frei hell der industriellen Aroeitei(für Landarbeiter und Dienstboten gelten in den meisten deutschen Vaterländern noch mittelalterliche Rechtstatzunaen, zwangsweise Zurücksührung zur Arbeit und ähnliche Schönheiten) Fesseln undZügrln angelegt werden können, indem'"' S Es der die Vield-utigkeit des Sozialistengesetzes die Verqmckung poliiischer Umsturz destrebunzen mit der Ar- beiteragitation für bessere Lohn- und ArdeitSoerhällniffe leicht ermöglich«. Für die bürgerlichen Interessen ist dies ver süße Kern deS Ausnahmegesetzes Ein entschiedener grundsätz- licher Widerstand gegen dessen Verlängerung ist deSvalb von dieser Seite nicht z- erwarten. In dieser Auffassung darf man fich durch geleaeniliche scharfe Ovvofition gegen die Zwangsatte von 1878 in fortsch ittlichen Blättern nicht ine machen lasse«. Die eigene Bewegung der Arbeilerkaffe für wirthschaftliche und soziale Hebung ist dem„liberalen" Bürgerthum fatal und höchst zuwider. Ist diese Bewegung erfolgreich und wird bei engerer Verbindung zwischen Beschäftigten nnd Arbeitslosen durch Fachvereine und Ardeiterschutz oereine daS freie Spiel des Gesetzes vou Angebot und Nachfrage eingeschränkt, Lohn» stand sie hochaufgenchtrt mitten>m Zimmer, da« flammende Auge herausfordernd auf die Thür gerichtet. „Zn'» Gefängviß!?" zischte sie, indem sie die geballte Rechte gegen da« stürmisch pochende Herz drückte.„Zn den Tod eher! Aber noch zeigt sich mir ja era Weg au« diesem Zimmer, aus dem unmittelbare» Bereich Eurer Gewalt. Wohin er führt— ich weiß eS nicht. Aber ich werde ihn geh n und meine Flucht au« dem Schloß mit allen mir zu Gebote stehende» Mitteln und Kräften zu bewerkstelligen suchen." Mit wenige« raschen Griffen ordnete fie da« Haar auf ihrem Haupte, dann setzie fie ihren zur Hand hängenden Hut auf, warf den Mantel um, denselben, welchen sie beim Vtrlassea de« Vaterhause« getragen, und zog ein paar warmgefütterte Glaceehandschuhe über di« schmalen werße» Hände. Während sie die« that, glitt fie lauilo« über de« da« Zimmer bedeckenden weiche» Teppich zum Fenster. Sie schob die undurchsichtige Zuggardme ein wenig zurück und spähte hivau«. Still, wie ein lichtumflossene« Traumbild, breitete der Garten zu ihren Füßen sich au«. Der Mond schien hell auf seine verwitterten Urnen u»d Statue», welche jetzt ge- spenstisch da« düstere Laubwerk durchleuchteten. De» Tannen- waid erfüllte rabenschwarze Nachr. Nur weit, weit drüben trat ein Stück vom See darau« hervor. Da« aber war ein Blinke» und ein Wi.ken wie von Nymphen, die im Wald- grund ihren Reigen schlangen. Der süße Hauch de« Frie- den« lag auf der Narur, und wie ein Gruß, ein Abschied«» grüß an sie, die Scheidende, ertönte jetzt vom Garte« her der Schlag der Nachtigall. AUmälig schwanden Haß und Zorn au« Erna« Züge». Diisrlben wurden wieder sanft und milde wie zu- vor. Um ihre Lippen zuckte et verräihreisch und ihr« Augen füllten fich mit Thränen, und plötzlich, gleichsam von dem Schmerz de« Scheiden« übermannt, schlug sie mir einem halbste stickren Ausschrei die Hände vor'« Gesicht und weinte bitterlich. Was sie in tiefster Brust bewegte, ob nur das Frie- denSbild zu ihre« Fuße«, da« jähe Scheiden au« der Welt, und Verkürzung der Arbeitszeit durchgcsetzi, so»» mit mit! den die Gewinnresultatc entsprechend abnehmen. Die sei'." vei man a Heuchelei gestattet natürlich nicht, dieser Antipathie emii»num mai offenen Ausdruck durch GesetzeSparagraphen zu geben. M PWßssetz kann heute nickt mehr in die Geweroeordnung setzen:{Misset, so beiteroeretne, die den Zweck haben, den Lohn der Arbeiter» ftmäßige i eeböhen, die Arbeitszeit zu veikürzen, find zu verbieten. ta schloffst Mi glieder solcher Vereine werden mit Gefängniß biS Wfter»,: 6 Monaten bestraft." Dagegen würde fich ein Entrüstung itchtlich ver stürm auch der nicht„aufgehetzten" Arbeitervereine erhe»» J%r Pro. Nicht« kann also den bürgerlichen Interessen erwünschter W als wenn durch ein besonderes Zusammentreffen von ug ständen ein Gesetz zur Welt gebracht werden kann, da« in � Vieldeutigkeit(einer„Grundbestimmung" di e still ersehn' ten Vortheile bietet. Indessen sorgt eine. Kontrole der Abstimmungen dafür, daß die«"J Wickelung deS Wunderkindes bis zum ZeugunM für Zeitgenossen und Nachwett bloßgelegt Daß die„Gmndbestimmungen" des Sozialistengesetzes von n» Auffichtsorganen ganz im Sinne der„liberalen" UnterneM häufig gedeuiet werden, dafür haben wir seit 1878 eine w» Erfahrung gesammelt. Zu diesen immer zeitgemäßen C runaen veranlaßt unS die Min Heilung aus Braunschweig,™ dort ein neugegründeter F a ch v e r e i n der M e t a l l beiter durch Vre Polizei- Direktion verboten wurde. Auf Anmeldung des VemneS erging nämlich folgender BeschetS- „Auf die Eingabe vom 30. d. M. eröffne ich � und den Mitunterzeichneten folgendes: Der neubegiünvete„Metallardeiter- Verein schweig" will nach den vorgelegten Statuten dim� Ziele verfolgen, welche der frühere hiesige, als WA schaft der„Vereinigung der Metallarbeiter Deutschl�A- auf Grund des Reichsgesetzes vom 21. Oktober 1°.. mitoerbotene„Fachverein der Metallarbeiter" hat. Derselbe stellt stch daher alS eine Fortsetzung� Metallaideiter-FachvereinS" dar, dessen Verbot Absatz 3 des angezogenen Gesetzes auch den ardeiterveretn Braunschweig" umfaßt. Zugleich weise ich hin auf die Strafbestimi»»� im§ 17 des angezogenen Gesetz:«. Braunschweig, den 1. Februar 1886. Herzogliche Polizei- Direttion. Orth. Da nun die braunschweiger Metallarbeiter doch corpore auswandern können, so kann ihnen auf Gni#� vorzüglichen Ausnahmegesetzes bis an ihr Lebensende"Tj, das Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen� lange bestände— jede Vereinigung so recht bequem>' werden. Durch daS Sozialistengesetz werden somit die erstchtlich wehrlos gemacht gegen die event. Bestrebung� Unternehmer, ihren LedenSstandpunkt noch tiefer heradzuv'� Und das geschieht unter den Augen einer Regierun"-'%■ Organe täglich von„Wohlwollen" für die arbeitende rung überfließen. � Ausweisungen von Deutsch- Amerikanern. Ag, Nischen Blättern zufolge soll das auswärtige Amt zu � den amerikarischen Gesandten Mr. Pendleton da#,., Kenntniß gesetzt haben, daß es beschlossen sei, alle DeU'� Amerikaner auszuweisen, welche, ehe ste militärprA geworden, nach den Vereinigten Staaten ausgewandert ,, später, nachdem fie in den Vereinigten Staaten Bürgen� erworben, nach EchleSwig-Holstein zurückgekehrt u Von unsere» Fieberkolonien. Aus Ottensen» ein zivilderechtigter Unteroffizier als Polizist nach Kame#� meldet und war auch angenommen worden. Nach'V vierteljährigem Aufenthalt in Afrika iß# J treffende jetzt in einem erbarmungswürdigen Zustande � Hause zurückgekehrt. Derselbe leidet derartig an Klinw�t daß sein ganzer Körper und sogar die Haare gelb g#� find. Der Bedauernswerthe, an dessen Auskommen � zweifelt, wurde, wie die„Hamb. Reform" milch cilt, not» Seemanns-Krankenhau« in Hamburg befördert. Au« dem sächsischen Landtag. In der Sitztwß, j 8. d. M. führten die Ab gg. Schreck(angeblich„fress-' � Opitz(kons.) lebhafte Klage über die AuSschlachtuol � ~......... reffe. Dam» A, Gerichtsverhandlungen durch eine gewisse Presse. der Unfitllichkeit Vorschub geleistet. Die Oeffentlichkeit v{ � Handlungen bei Privatklagen sei von zweifelhaftem � solle der Justizminister versuchen, zu verhindern, doi J Zettunasrepottern bezügliche Miltheilungen zugingen"''W dedenlliche Preßerzeugnisse, die fich namentlich auch � liebe mit der Schilderung von Hinrichtungen befaßw» � Straßen und Plätzen feilgeboten wurden, wo ste die v" Volk« mit Gier lese. ntJ Abg. Bebel konstatirt, daß diese Preßerzeugnisse � der herrschenden Parteien und Säulen der Ordnung wenn unter der„Hefe" des Volks alle diejenigen i seien, die mit Vorliebe solche Klatschdlätter lesen, L jf damit einverstanden; diese Blätter finde man aber eben f im Boudoir der feinen Dame wie im Arbeits, i nmer Df beimiekretärs oder Gebeimen RatbS: die chroniane in der sie Kind gewesen Wort, feii -- ßd» ungesagt ft' sie ließ eS ein Name bebte über ihre Lippen. Still we� gewiß der tiefste Schmerz! ,, u»1 Doch was war das.... Noch einmal Schn � Stimmen vor ihrer Thür! Sie flog dorthin. neigtem Oberkörper stand sie lauschend still. Kehrten die Beamten zurück, um fie schon.1?, dem Verhör abzuholen, mit dem ihr der Komv»!! � droht hatte? Dun» war es vielleicht für immer zur Flucht! owow j Aber nein..... eS war nur Gollnow, ihr � f der draußen mit starken Schritten auf- und abging" � sich selber sprach. Er war offenbar übermüdet p nun solche verzweifelte» Anstrengungen, um sich � erhalten... „Zch glaube, nur die Wärme hier macht. zst- schläfrig," Höne sie ihn sage».„Ich werde Rundgang um die Galerie machen, da weht eine' w Luft. Meine Gefangene ist mir sicher genug. Aber �„ höre ich drüben etwa» Verdächtiges bei de« Zimm Frau Baronin." Damit verließ er das Vorzimmer. Erna athmete erleichtert auf. � r „Fort!" hauchte sie.„Nu» rasch ans Werk endet, wa« ich vorhin so erfolgreich begonnen!' Sie schritt quer durch'« Zimmer nach einer ei» reich geschnitzter großer Goldrahmea die& durchschimmerte®err......" Erna kannte dasselbe vor gestanden, allerding« vor dreizehn Bilde gemacht, welche ihr heute nutzbar werden I r balle fich nämlich. no» kindlicher Reuaicr 8e'11, w#, hatte sich nämlich, von kindlicher Neugier Tage« nach dem ihr verbotene»� linken Schloßflug � �11 geschlichen und war so in da« Zimmer gekommen, � Da sah sie das«ild m, sie sich jetzt befand. Da sah sie das Bild«n � siu vollen Rahmen, und nicht minder als dies» T.Ire«®' Gegenstand der Darstellung— zwei im Walve der. Im gedankenlose« Spielen mit de» v 1 J• Zierathen de« Rahmens hatte fie auch einen* dS 9nli il t t, so we werde mit Vorliebe in den höheren Gesellschaftskreisen kultivirt. ie foglal Set man aber gar so moralisch, dann frage er abermals an, hie eine warum man die Inhaber der öffentlichen Häufer nicht nach dem en. Ma Strafgeset projeſfire. Die Polizei dulde und reglementire die en: äufer, so daß man glauben müsse, ihre Existenz sei eine ge cbeitermäßige und im öffentlichen Intereffe. Diese Duldung ftebe ten. Dim fchroffften Widerspruch mit dem Verfahren des Justiz bis ministers, der jede Gelegenheit ergreife, Sozialdemokraten ge früftungsrichtlich verfolgen zu lassen, wie das sich im bekannten Chem erheber niger Brozeß gezeigt habe. Nachdem der Justizminifter in chter fein Leipzig nicht habe antommen tönnen, fet er nach Chemnis von Umgegangen, um die Klage anhängig zu bekommen. as in ber Abgeordneter Vollmar spricht fich in demselben Sinne rfehn aus; er fet verwundert, daß der Justisminister schweige, da es genau doch offenfundig sei, daß der Prozeß auf sein Betreiben stattbie Gn gefunden habe. ugungsa sönliche Nache."( Unruhe; Ruf: Bur Didnung!) Basly bleibt bei seiner Behauptung, in diesem Falle müffe der Voltsjuftiz ihr Gang gelaffen werden. Der Präfident: Redner ist kein Ausleger des Voltsgefühls, er giebt bloß persönliche Ansichten fund." Basly beruft fich auf den 14. Juli, der durch die Thaten der Boltsrache verherrlicht worden, und dies habe nicht Thaten der Volksrache verherrlicht worden, und dies habe nicht verhindert, daß dieser Tag ein Nationalfeft geworden sei. Hierauf beantragt Basly eine Tagesordnung, in welcher die Regierung aufgefordert wird, der Gesellschaft von Décazeville ein Minimum des Lohnes vorzuschreiben, die verhafteten Leute in Freiheit zu fegen und eine Untersuchung einzuleiten, um nachzuforschen, ob die Unruhen nicht durch strafbare Aufreizungen der Gesellschaft hervorgerufen worden seien.( Bewe gung in verschiedenem Sinne.)- Der Arbeitsminister: Die Sprache des Herrn Basly läßt sich durch seine Laufbahn er tären, durch die er auf parlamentarische Gewohnheiten nicht vorbereitet wurde; aber es bleibt dabei, daß die Ermordung Watrins ein Verbrechen war." Der Minifter giebt nach dieser Bemerkung Aufschlüsse über die Arbeitseinstellung in Decazeville, die in unerwarteter Weise ausgebrochen sei: als Das Verbrechen geschehen, habe die Regierung nicht die ganze Bevölkerung verantwortlich machen können. Der Handels. Don der Bergwerksgefeßgebung Der Juftigminister v. Abelen bestritt dies; er habe leine werde Berfügung der Leipziger Staatsanwaltschaft zugeben laffen, die 8 von be in diesem Falle gar nicht die Erhebung der Anflage hätte abiternehme weisen tönnen. Es sei dies eine vom„ Sozialdemokrat" in eine reiche Bürich gebrachte Behauptung. Deffentliche Häuser dulde die en Erörte Bolizei nicht, es würden eine Anzahl derselben, die im Ver weig, da dacht ständen, solche zu sein, observirt.( Große Bewegung in minister spricht sodann talla de Rammer.) Auf die Der Abg. Vollmar antwortet, daß auch ohne eine Bescheid: dirette Verfügung des Justisministeriums man habe den Prozeß ich Ihnen einleiten tönnen, seine Behauptung sei damit noch nicht wider. n Braun hen Häuser in der Kammer beimeffe, habe er wohl aus der diefelben Bewegung derselben ersehen. Mitglied tichlands tober 1878 verfolgt egung be nach§6 Metall immungen 5 night in Brund des Tent gen unterfag te Arbeite ungen be bauorden ng, ben e Bevöll Amerill zu Berlin davon Deuti itärpfli nbert und 、 麵 Sürgerred Tebit fin batte merun ft der ande ich faun Bu nad limafiebe geworden men ma nach bem DOM Bung reif.") un Stung amit we it ber Werth und baj be ober ba Smit Bo e Sefe aften fe Dig ung feien en geme fo fei ben fog er des G candaleuse agt. Rein weinte fie britte und Mit vorge on jest miffar er ju fp Wächte unb mi nb madh munter mid mal eine e frifq vielleid mern b und vol Stelle, ämmeru Gemäl b male nu nberb g an be йte. Sen, ein Herb In weld em pra Ite fie M rende ringen opf um bd Abg. Hartwig greift sehr heftig den„ Sozialdemokrat" an, der Lügen und Verleumdungen, auch schwere Beleidigungen gegen den Kaiser bringe, die er hier nicht wiederholen könne, Der Sozialdemokrat" fel ein elendes Blatt. ba da Abg. Hartwig gegen den Sozialdemokrat" sehr erklärlich sei, Der Abg. Bebel antwortet, daß der Widerwille des " 1 vom Jahre 1810 und weist auf die Schwierigkeiten hin, diese zu ändern. Diese zu ändern. Widersheimer erklärt trop einer Theil nabme für die Arbeiterklaffen sei er vollständig anderer Ansicht als jene, welche Watrins Ermordung als eine Hinrichtung beseichneten; er verlange aber eine Umgestaltung der Gesetzgebung. öftlichen Vorstädte gingen Polizisten von Laden zu Laden, die Befizer vor möglichen Angriffen des Pöbels warnend, und bald war faft jedes Gewölbe gefchloffen oder verbarriladirt. Die Sicherheitsbehörden entwidelten, im scharfen Kontraft mit ihrer Unthätigkeit am Montag, eine fieberbafte Thätigkeit. Auf ihre Anordnung wurden besondere Vorsichtsmaßregeln zum Schuß der öffentlichen Gebäude gegen einen plöglichen Angriff getroffen. Die Eingänge zum Westminsterpalast und zu dem großen Viered in Downingstreet wurden geschloffen und inner balb dieser Gebäude starte Polizeiabtheilungen in Bereitschaft gehalten. Die Gardetruppen waren in den Kasernen tonfig nirt, um nöthigenfalls sofort anzurüden. Friedensrichter wurs den in Bereitschaft gehalten, um die Aufruhratte zu verlesen. Jm Often, Süden und Westen der Metropole bildeten fich allenthalben dichte Menschengruppen in banger Erwartung der Dinge, die geschehen sollten. Die erwarteten Aufrührermassen liegen fich aber nicht bliden und es stellte sich schließlich heraus, daß Alles blinder Lärm gewefen. In der Stadt Leicester fanden am 11. b. M. ebenfalls Rundgebungen beschäftigungsloser Arbeiter statt. Die Volts menge griff schließlich mehrere Strumpfwaaren- Fabriken an, welche wegen Streits ihrer Arbeiter feiern. Die Fenster wurden zertrümmert und die Maschinen zerstört. Die Polizei stellte die Ruhe wieder her. Nach weiteren Meldungen aus Leicester begannen die streifenden Arbeiter aus den Strumpf waarenfabriken, die Maschinen in einzelnen Fabriken zu zer balt zu thun, die Behörden haben sich an die benachbarten Städte um Beistand gewendet. Raoul Duval( Bonapartist und Mitglied des Verwaltungs. raths der Gesellschaft von Decazeville) wirft dem Arbeitsminister vor, daß er das in Gegenwart der Behörde vollführte minister vor, daß er das in Gegenwart der Behörde vollführte schändliche Verbrechen nicht gebrandmart: habe; eine Regierung, die nicht wage, Maßregeln gegen Gewalt zu ergreifen, verfalle dem Gesetz und müffe aus der Bahl der Regierungen ausge strichen werden.( Beifall auf der Rechten. Unruhe auf der Linken. Clemenceau: Redner hegt die Regierung zum Blutvergießen!" Raoul Duval fragt, ob die Regierung etwa mit fich jedenfalls hier nicht feststellen; daß ihm( Hartwig) als untergeschlagenenen Armen dem Morde beiwohnen solle. Raoul Parlamentarisches. Duval nun die der Watrins, Loyalem Bürgermeister das Blatt mißfalle, sei selbstverständlich. den er sehr lobt, während er die Schwäche der Behörden tadelt. Mergere man fich über das Blatt, dann solle man das Sozialistengeset beseitigen. Der Minister des Innern bedauert das abscheuliche Ver brechen, tabelt Diejenigen, welche den Mord verherrlichten, und Gegen den Abg. Bollmar giebt der Justisminister noch die behauptet, die Angriffe auf die Regierung seien in keiner Weise Erklärung ab, daß er gar feine Schritte in Leipzig beim Land- begründet; die Behörden hätten ihre Schuldigkeit gethan. Die gericht geiban, auch nicht in Chemniß, das Antlage Urheber des Mordes würden gerichtlich verfolgt. Nach einigen material fet von anderer Seite nach dort ge leider verschwiegen. Frankreich. Der Hamb. Korresp." bringt einen längeren Auszug von den Reben, welche bei Berathung der Interpellation über die Vorgänge in Decazeville in der Deputirtenfammer gehalten wurden. Bunächst nahm der frühere Grubenarbeiter, Deputirter Basly das Wort. Derselbe begann: Die Grubengesellschaft die verlangten Genugthuungen nicht giebt. Ein neuer Beweis dafür ist der befürchtete Aufstand im Dften. Die Arbeit wird unter dem Schuße der Bajonette der Gesellschaft fortgesezt, wie Räuber mit bewaffneten Händen mentarischen Sprache". Basly: Ich habe in der Schule die Rein Mensch kann für das stehen, was geschieht, wenn " Der Präfident: Bleiben Sie bei der parla Bemertungen des Kriegsministers entwickelt der Konseilspräs fident Freycinet, das Ereignis set mit einer solchen Blöglichkeit erfolgt, daß es unmöglich gewesen, ihm vorzubeugen; in wenigen Minuten sei die Voltsmenge drohend geworden. Freycinet be hauptet, die Behörden hätten ihre Pflicht gethan und die Sta tion mit ihren Leibern gedeckt. Voyer spricht für Verbesse rungen zu Gunsten der Grubenarbeiter. Sieben Tagesordnungen wurden beantragt: Freycinet nimmt diejenige an, welche die Erklärungen der Regierung gut heißt und Vertrauen zu ihrer Fürsorge für das Wohl der Arbeiter sowie ihre Entschlossenheit zum Schuße der öffentlichen Freiheit ausspricht. Diese gelangte denn auch mit 301 gegen 188 Stimmen zur Annahme. Großbritannien. Aus London, 11. Februar, wird geschrieben: London bat einen Tag der größten Aufregung und Panil hinter sich. Im Westende brach der Tag ruhig an; der Trafalgar Square nahm seine gewöhnliche Phyftognomie wieder an. Die Läden in der Nachbarschaft, die vorgestern geschloffen gewesen, waren mit wenigen Ausnahmen offen, und die Bestürzung der zwei Rammer wird der Unerfahrenheit Rechnung tragen, aber den borbebachten Standal nicht dulden". Basly:„ Die Regierung it für Alles verantwortlich, weil sie den erhaltenen Warnungen nicht Rechnung getragen hat." Redner schildert hierauf die Be schwerben der Grubenarbeiter, beschuldigt Watrin der Spitz weniger waren mehr Polizeimannschaften als üblich in den buberei und behauptet: Was Watrin geschehen, ist daher voll lommen berechtigt."( Unruhe.) Redner geht sodann auf die Ur fache der Ruheftörungen ein, die er in der Noth eines schlechten Sabres findet. Die haben; ,, Aber", fährt er fort, die Arbeiter sollen nicht Es - Der frühere Minister im Kabinet Gladstone, Sir Charles Dilte, stand in Gemeinschaft mit einer Frau Crawford vor dem Londoner Kriminalgericht unter der Anklage des Ehebruchs. Beide Angeklagten erklärten fich für nicht schuldig. Die Klage wurde schließlich zurückgezogen, was einer Freisprechung der Angeklagten gleichkommt. - Die X. Rommission( Arbeiterschus) brachte in ihrer legten Sigung die Debatte über die Frage der Kinder arbeit noch nicht zum Abschluß. Von d utschfreifinniger Seite Beschränkung der Kinder Hausarbeit vorgegangen. Bugleich wurde mit aller Macht gegen die Möglichkeit einer gefeßlichen wurden aber von dieser Seite alle die alten bekannten Gründe, selbst und der dadurch erzielte Verdienst eine unentbehrliche nach welchen die Kinderarbeit eine Wohlthat für die Kinder Beigabe zu dem Familienbudget ſet, wieder vorgebracht. Herr Brömel meinte außerdem, daß es außerordentlich schwer sei, dem Arbeiter beizubringen, daß das Arbeiten über eine bestimmte Stundenzahl hinaus eine strafbare Handlung sein fönne. Der Herr meinte schließlich, daß eine solche Art der Gesetzgebung, Verbot der Kinderarbeit und Marimalarbeitstag, bie Arbeiter selbst schädige. Merkwürdigerweise hat Herrn Brömel ein eingehendes Studium der Folgen der schweizer Fabritgesetzgebung an Ort und Stelle noch in dieser Ansicht besonders bestärkt. Herr Pfannt uch vertheidigte den sozial demokratischen Antrag und bezeichnete den freifinnigen Antrag auf Vornahme einer Enquete als ein Verschleppungsmanöver. Dieses energische Vorgehen reizte Herrn Baumbach derart, daß er alle Faffung verlor und seine sonst so oftentativ zur Schau getragene Arbeiterfreundlichkeit ganz und gar vergaß. So belam man benn zu hören, daß die Kome mission noch im Dunkeln tappe, daß die Sache über haupt noch nicht spruchreif sei. Die Arbeiter theilen die sozialdemokratische Anficht in Bezug auf das Verbot der Kinderarbeit nicht, sondern stehen ihrer erdrückenden Mehrzahl nach mit ihren Ansichten auf seiner( Baumbachs) Seite. An dem schlimmen Gesundheitszustand, der theilweise unter den Arberterkindern in der Hausindustrie herrsche, set richt die Be schäftigung der Kinder, sondern in viel höherem" Maße die manches Mal ganz unglaubliche Unreinlichkeit der Arbeiterfrauen schuld. Die sozialdemokratischen Agitatoren sollten den Arbeitern rathen, die Wohnungen reinlich zu halten und zu lüften, dadurch würden fte den Ars beitern mehr nügen, als daß fie denselben unerreichbare Bus funftsbilder vormalen. Er will nicht schonungslos, fon dern schonend gegen die Uebelstände in der Industrie vors geben. Diesen sehr erregt vorgetragenen Anschauungen trat nun der Fraktionsgenoffe des Herrn Baumbach, der Abgeord nete alben entgegen, der für seine bekannten Anträge eine Lanze einlegte. Nachdem noch der Abgeordnete Meerbach feine Anficht dahin ausgesprochen, daß auf die 300 000 Unter schriften unter den Petitionen für ein Arbeiterschußgeses nichts zu geben sei, weil den Arbeitern nicht die Kehrseite der Wir fungen eines solchen Gefeßes gezeigt sei, wurden die Verhand lungen bis zum nächsten Mittwoch vertagt. Straßen, während in Scotlandyard eine starke Reservemacht in Bereitschaft für irgend eine Eventualität gehalten wurde. hatte indeß den Anschein, als ob das Schlimmste vorüber set und der Geschäftsverkehr wieder feinen normalen Aspekt an. nehmen würde. Gegen 3 Uhr Nachmittags verbreitete fich in deß die Schreckenstunde, daß gewaltige Pöbelmaffen, man sprach von 50 000 Mann, von Deptford und Greenwich im Anmarsche gegen London sein und unterwegs allerlei grobe Aus schreitungen verüben, Fenster einschlagen und Läden plündern. Ein anderes Böbellontingent sei vom Oftende im Anzuge und e Berlufte tragen, well fie an den Gewinnsten leinen Theil Die Gesellschaft, welche diese Menschenklasse nöthigt, on ihrer Hände Arbeit zu leben, muß ihr auch das Minimum thres Lebensunterhaltes fichern. Ein Mensch, der den Haß der angen Bevölkerung auf fich geladen, wurde getödtet..." Der Präsident ruft dem Redner zu, er lönne eine Be urtheilung der Thatsache vorbringen, aber Watrins Erwährend dasselbe bereits die Hopfenbörse in den Borough ermorbung sei ein schändliches Verbrechen." Basly ent gegnet: Die unbarmherzigen Ausbeuter haben geraume Seit viele Arbeiter gemordet. Der Arbeiter, der mit seinen bilfsmitteln zu Ende ist und vor die Gerichte gestellt wird, ist nicht für die vollführte That verantwortlich. Er muß fich felber fein Recht verschaffen, aber unter der Bedingung, daß Rechtspflege besteht. Nun zeigte fich aber feine solche, und die Bollsjuftiz hat ihr Werk geübt." tuft Basly zu Ordnung. Basly beruft sich auf Frau Clovis Sugues. Diese habe sich selber Recht verschafft und Niemand Die Beschworenen getadelt, welche dieselbe für unschuldig erMärt haben. Der Born der hungrigen Volksmenge ist nicht weniger gefeßlich, als die von dem Gerichte freigesprochene per breht. Da aber trat mit dumpfem Knarren das Bild von war bas Bild rasch wieder aus bem in die Wand gedrückt und Bimmer geeilt. glaubte reicht habe, sei der Pöbelhaufen von Deptford bis zu der bes fannten Taverne Elephant u. Cafte" vorgedrungen und habe Das große Möbelmagazin der Herren Tarn u. Co. demolirt und beraubt. Der eilige Abmarsch starter Polizeiabtheilungen zu Fuß und zu Pferde nach den angeblich bedrohten Punkten gab den beunruhigenden Gerüchten ein Gepräge der Wahrheit und die Banit wurde allgemein. Südlich und öftlich von Charing- croß wurden wohl sämmtliche Läben geschloffen. Viele Ladenbefizer thaten ein Uebriges und ließen in aller Eile vor ihren Ge schäftslotalen hobe Bretterverschläge aufführen. Die Juweliere und Goldschmiede in Cheapfide, Ludgate hill und im Strand räumten ihre Schaufenster aus und trafen andere Vorsichts. maßregeln. In den Hauptgeschäftsstraßen der südlichen und Gerichts- Zeitung. Fabrikbefizer Otto Kühnemann hatte fich gestern wegen Beleidigung des früheren Mitdirektors der in Berlin domizi ber Wand zurüd und sie blickte in eine dahinter gelegene Chor und das Orchester gaben unter der umsichtigen Leitung Schattenpartien effektvoll zu zeigen, überhaupt einige Tonstufen finflere Deffnung. Von jähem Schreck erfasst, hatte fie des Kapellmeisters Federmann das Beste. Die Ausstattung ist einen großen Schaden angerichtet zu haben und vers barg ber Baronin ihre Entdeckung, die ihrem Gedächtniß lang anhaltender Erfolg das Wert frönen. mit der Zeit wieder vollständig entschwand. Sie tam benn welche immer unbenutt blieben. in jeder Beziehung eine glänzende. Die Finale der ersten beiden Alte, welche überaus groß angelegt und durchgeführt find, haben uns am meisten imponiri, fie wirken großartig, man glaubt fich ins Opernhaus verfest. Möge ein recht großer, Louisenstädtisches Theater. Was die Dper nicht verauch nie mehr nach diesen, den sogenannten Fremdenzimmern, mochte, ist dem phantastischen Schauftüd Abracadabra" vor worden sein, wenn nicht drüben erft jüngst die Wände neu tapezirt und die Fußböden gestrichen worden wären. Sie der Baronin, und sie würde auch heute nicht umquartiert im Wachsen, und namentlich erregen die Japaner durch die er Ihre Zimmer lagen auf der anderen Seite, neben denen plat des eleganteften Publikums Berlins zu machen. Der des Südländers am angenehmsten war, auch für schön gelten. behalten gewesen, nämlich das Theater täglich zum SammelBeifall, den die Spezialkünstler davontragen, ist noch immer ftaunliche Kühnheit ihrer Produktionen das lebhaftefte Intereffe. Das Inftitut der optischen Reisen, das Kaiser war aber sehr empfindlich gegen Farbegeruch, und so hatte Panorama, Baffage, mit seinen herrlichen Naturaufnahmen, thr die Baronin dieses Zimmer zum Schlafzimmer einrichten wird alltäglich viel besucht. Die Meisterschaft der Anfertigung ( Fortsetzung folgt.) Ans Kunst und Leben. Im Deutschen Theater wird heute, Sonntag, Die Loreley" und morgen, Montag, Das Käthchen von Heilbronn" gegeben. Am nächsten Sonnabend, 20. d. M., geht das vier. aftige Luftspiel Die armen Reichen" von Hugo Lubliner zum ersten Mal in Szene. Ferner bringt das Repertoire dieser Woche außer Wiederholungen von Die Loreley" noch Auf Dieser Kunstwerke spricht fich in jedem Bilde aus und viele Photographen verfolgen jede Woche diese interessanten Reisen. Gerade diejenigen, welche das Schwierige mancher Aufnahmen tennen, faffen ihr Urtheil dahin zusammen, daß diese Kunsts Ausstellung das höchste Lob verdient. * Eine Reform der Mattechnik strebt der Architektur maler Bechboldt an, berfelbe hat dem Kultusminister den Vorschlag gemacht, durch Gründung einer Unterrichtsschule eine neue Kunstrichtung in der Malerei herbeizuführen und jene Technit der alten Meister wiederzugewinnen, welche unserem Jahrhundert verloren gegangen sei. In den Technischen Mittheilungen" veröffentlicht Bechboldt eine Abhandlung über alte und neue Maltechnik, der wir folgendes entnehmen: Die alten Meister besaßen eine gediegene Farbentechnik, welche fich durch die Anschauung über die Möglichkeit der Strauß neue breiaftige Operette Der Bigeunerbaron" fand haben scheint. -bg. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Jobann Auffassung und Darstellung des Sonnenlichts herausgestellt au einfach aber fauber so daß dieselbe auch nichts An Man fühlte wohl, daß, wenn man auch alles malen buntler gemalt werden, als die Natur vorschrieb. Damit erflärt es fich zugleich, weshalb alle alten Bilder dunkel erscheinen. Die Beit lonnte sie wohl schmugig, aber nicht dunkler machen, fie find nicht nachgedunkelt, sondern mit Bewußtsein buntel gemalt, eine Darstellungsweise, zu welcher jegt ein Malart zurüdgefehrt ist. Da die Kunst im Süden geboren, wo bas grelle Sonnenlicht gleich der unheimlichen Nacht gemieden wird, mochte außerdem in Anschauung der Lichtstala diejenige Stufe derselben, welche dem Auge Mit anderen Worten: Es fonnte ein Bild poetisch schön sein ohne grelles Licht; dies lettere erschien dem Auge des Südländers sogar als ein Fehler, wie er ja auch den glühenden Mittag verschläft, während fich das gesellschaftliche Leben vor und nach demselben schön und angenehm gestaltet. Wenn einerseits dieses vielleicht nur instinktive Gefühl den Italiener, in richtiger Mitte, gleich weit vom Pole wie vom Aequator wohnend, zum kompetenten Beobachter machte und zur Wahr beit leitete, so mag andererseits die spezifische Natur des Nordländers, der näher dem Pole mit seiner langen Nacht, mit dem Gefühl der Sehnsucht nach mehr Sonne als ihm zu Theil witb, begabt ist, das unnatürliche Verlangen gezeitigt haben, in der Kunst wenigstens das grelle Licht zur Geltung zu brin gen. Kann das aber die eble Dezenz der Kunst gestatten? Grelles Licht, schreiende, bunte Farbe ist alles gleich vers werflich, mit der Runft in den Sartophagen längst begraben. Die alten Meister aber begnügten sich mit ihrer festgestellten, Tonventionellen Lichtstala und hatten dafür den Vortheil er rungen, daß fie damit die zauberhafte Wirkung warmen gol benen Sonnenscheins auch über ihre Lichtpartien ausgießen Tonnten. Ihr technisches Verfahren war sehr einfach und so allgemein befannt und im Gebrauch, daß, eine turge Bemer zung im Sandrart" ausgenommen, nicht einmal eine historische Mittheilung darüber eriftirt. Bis zu Anfang dieses Jahrhun Das Stadt, welches in Ungarn spielt, bringt treffend gezeichnete lönne, das Licht selber fich der Künstlerischen Wiedergabe derts ist diese Technit auch noch im Gebrauch gewesen, und Bilder aus dem ungarischen Voltsleben. Die Handlung ist entziehe und solche nicht einmal bei der höchften Abstufung Melodien verwebte, recht charakteristische Mufit geliefert, welche an die Ausführenden die höchsten Forderungen stellt. Die Aufführung der Operette war eine äußerst gelungene; die Damen Drucker, Wrada, Stein, E. Schmidt, die Herren Steiner, Weidmann, Wellhof und Steinberger ernteten i feines Refleres dem Mondschein möglich sei. Aus eben dieser Ueberzeugung bedient man fich neuestens zu Theater belorationen des wirflichen elektrischen Lichtes. Weiße Farbe ift immer noch fein Licht. Die Ueberzeugung muß die Alten zur berstellung einer bewußten, feststehenden Lichtstala und zu dem Verzicht auf die Darstellung und Verwendung von grellem, reinem Weiß gebracht haben. In natürlicher Konsequenz scheinen erst die franzöfifchen Kriege darin eine Aenderung ber vorgebracht zu haben. Bechboldt erörtert nun die Frage, wie diese alte Technit entstanden sei, und beleuchtet dann die neue Farbentechnit, daß in manchen Bildern fich die Farben binnen lurzer Zeit unter einander zerstören. Es wird dies seit anderthalb Jahren in der oben erwähnten Zeitschrift nachges wiesen. Bechdoldt giebt dann Winte, wie die Maltechnik der Alten wieder zu erlangen set. Dr. Richard Nathanson wieder den Dr. philad. Simon| May, in welcher der Angeklagte freigesprochen worden ist, weil seine Verfasserschaft des beleidigenden Artikels im Reichs. boten" nicht als erwiesen erachtet wurde, gelangte gestern auf die Berufung des Privatklägets vor der sechsten Straflammer hiengen Landgerichts I zur Verhandlung. Der Redak eur des " Reichsboten" Bastor Engel ist wegen dieses Artilels rechtsfängnißftrafe von 6 Monaten. Rechtsanwalt Freudenthal fräftig zu 100 m. verurtheilt worden. Es handelte fich um den dem Privattläger gemachten Vorwurf, daß er sein Vaterland in italienischen Blättern herabseße. Der Berufungs gerichtshof verurtheilte den Angeklagten zu 200 m. event. 20 Tagen Haft. Hirten Ritterschaftlichen Kur- und Neumaitischen Darlehnskaffe| Rommissionsraths Bolt vor der 90. Abtheilung des biefigen Schöffengerichts zu verantworten. Bereits im Juni 1883 mar Dem Ritterschaftsrath v. Kranach von dem Kaufmann Karl Lange hier, in Gegenwart des demselben befreundeten Ange flagten, die Mittheilung gemacht, daß den Leitern der genannten Darlehnskaffe für die Einräumung eines übermäßigen WechselTredits an den Kommerzienrath Cruson in Buckau bei Magde burg ein Geschent von 30 000 M. gemacht worden ist. Als eine Untersuchung wegen dieses Falles unterblieb, erneuerte der Angeklagte die diesbezügliche Angabe. Herr v. Cranach hatte von der Direktion eine Untersuchung des Falles verlangt, Lonnte aber, da diese den Angaben des Lange leinen Werth beilegte, das erwünschte Resultat nicht erreichen. Infolge deffen wandte er fich im vorigen Jahre an den Landwirth schaftsminister Dr. Lucius, und auf deffen Anregung ftellte die Direktion einen Strafantrag gegen Lange und Stühnemann, welchem bezüglich des ersteren wegen Ablaufs Der Rügefrist feine Folge gegeben werden konnte. In einem früheren Termin erbot fich der Angeklagte zum Beweise der Wahrheit, und im heutigen wurden in Folge deffen die Herren Lange und Cruson vernommen. Ersterer bekundete, daß er die Geschäfte zwischen Cruson und der Dahrlehnskaffe vermittelt und daß er zugegen gewesen sei, wie dieser den beiden Direl toren je 1 Rouvert mit 15 000 Mart in die hand gesteckt habe. Kommerzienrath Cruson bestätigt, daß er den Direktoren ein Gefchent gemacht habe, doch wife er die Summe nicht mehr. 30 000 Dtart seien mit Rücksicht auf die gemachten Geschäfte eine Bigarre gewefen. Rechtsanwalt Geschfe als Vertheidiger meint, tak hier die erwiesene Sachlage für seinen Mandanten Spreche. Er beantrage deffen Freisprechung und Auferlegung auch der Kosten der Vertheidigung auf die Staatskaffe. Der Gerichtshof entsprach diesem Antrage, dem auch der Staats. anwalt fich angeschloffen hate. Die bekannte Privatklagesache des Schriftstellers laftungszeugen bestätigten, daß der Angeklagte fich in bem genannten Sinne geäußert habe und daß na ihrer Auffaffung der Angeklagte lediglich die Einladung bes christlich- sozialen Redners, mit seiner Bartei zusammenzugeben, zurüdgewiesen hätte. Die tgl. Staatsanwaltschaft hielt die Antlage im vollen Umfange aufrecht und beantragte eine Bes beantragte die Freisprechung, indem er auseinanderseßte, daß felbst, wenn man der Auffaffung wäre, der Angeklagte hätte fich gegen die chriftliche Religion mit seiner Auslaffung ge wendet, doch eine Beschimpfung einer Einrichtung der chrift lichen Religion nicht vorliege, da seine beschimpfende Arußerung nur dahin gegangen sei, er glaube nicht, daß ein Meffias its mals tommen wird. Ein Messias, der kommen soll, ift aber feine Einrichtung der christlichen Religion, sondern nach beren Lehrfäßen ein Meffias, der gekommen ist. In Uebrigen fehlte es auch an jedem Anhalt, daß der Angeklagte die Religion habe angreifen wollen, er babe lediglich eine Paraphrase ge braucht und gegenüber dem chriftlich- sozialen Redner betonen wollen, daß nicht von der Regierung, sondern vom Volle selbst deffen Heil und Bukunft begründet werden wird. Der Gericht hof gab dem Antrage des Rechtsanwalts Freudenthal statt und sprach den Angeklagten frei. Wegen Beschimpfung einer Einrichtung der christlichen Kirche hatte der Riftenfabrikant Müller vor der Straf fammer IV des Landgerichts I fich am 13. d. M. zu verant worten. In der Kommunal Wählerversammlung, die am 4. Oftober 1885 in der Dorotheenstr. 36 tagte, griff ein christ, lich sozialer Redner die Arbeiterpartei an, und machte ihr zum Vorwurfe, daß fie das Programm seiner Partei abgeschrieben, daß ihre Führer, insbesondere der Jude" Singer, die Grundfäße der Partei nicht im Leben bethätigen, daß die Arbeiter nur etwas erringen fönnten, wenn fie auf monarchischen Boden fich stellen und den Chriftlich Sozialen fich anschließen würden. Der Riftenfabrikant Müller wies die Angriffe des Redners zus rüd, vertheidigte den Abgeordneten Singer, indem er nach den Betundungen des überwachenden Polizeilieutenants Rau fich dahin äußerte: Wir glauben nicht, daß der Meffias von oben tommt, das ist vorbei. Wenn wir ihn nicht schon auf Erden fehen, so ist es uns egal. Alles Uebrige ist Schwindel. Das Wort Schwindel bezoa der überwachende Beamte auf den Meffias und löfte die Versammlung auf. Auf Befragen des Vertheidigers Rechtsanwalt Freudenthal gab der Bolizeilieutenant zu, daß die Aeußerung des Angeklagten auch dahin gefallen fein fönne: Wir glauben nicht, daß der Meffias von oben kommt, sondern von unten. Mehrere Ent Briefkasten der Redaktion. Böttcher der Faßfabrit. Es kommt darauf an, ob ba durch, daß das Spulrad über Ihrer Wohnung von früh 5 bis Nachts 12 Uhr in Gang ist, die von Ihnen gemietheten Räume zum Bewohnen untauglich geworden sind, ob insbe sondere bas dadurch verursachte Geräusch Sie am Schlafen hindert. Ist dies der Fall, so muß der Hauswirth, wenn er nicht anderweit Abhilfe schafft. Sie ohne vorherige Kündigung aus der Wohnung ziehen lassen. Perl- Mocca- Kaffee, pr. Pfd. 55 Pf., derselbe gebrannt pr. Pfd. 70 P Kaffee- Lagerei O. E. Arndt& Co., 104 Köpnickerstraße 104, Ecke der Neanderstraße. Die von Mitgliedern des Fachvereins der Schneider gegründete Produktiv- u. Rohstoffgenossenschaft der Schneider zu Berlin( E. G.) No. 30. Zimmer- Strasse No. 30. empfiehlt ihr Lager fertiger Herren- Garderobe, sowie ihr reichhaltiges Lager in und ausländischer Stoffe, ebenfalls Futter, Borte und Knöpfe. Serren- Garderoben Felle Breife. jeder Art werden nach Maaß angefertigt. Danerhafte Stoffe. Reelle Arbeit. Der Vorstand und Verwaltungsrath. August Herold Berlin SO., 112 Skalitzerstrasse 112. Möbel-, Spiegel- u. Polterw.- Magazin. Eigene Fabrik. Solide Preise, Prompte Bedienung. Von heute ab verkaufen wir Gemahlene Raffinade, fein und körnig, 2 Pfd. 55 Pf., Würfel- Zucker 1 Bfd. 30 Bf. Täglich frisch gerösteten affee a Bfb. 80 Bf., gutschmeckend. ff. Mocca- Melange, träftig und von sehr feinem Aroma, a Pfund M. 1,00, M. 1,20 und M. 1,40, bei 5 Bfd. a 5 Pf. billiger. Bruch- Kaffee( fein Surrogat), a Pfd. M. 0,60. Thee, Cacao, Chokolade billigst. Gebrüder Maass Berlin, Admiralstr. 40, am Kottbuser Thor. G. Richter's Restaurant, Prinzenstr. 53. 43] Rottbuserstraße 2, empfiehlt der geehrten Nachbarschaft seine Lokalitäten zum geneigten Besuch. Sonntags und Mittwoch 3 Frei- Konzert. Ausschank von Weiß- und Bairisch Bier, Speisen a la carte zu billigen Preisen. Bu gleicher Beit empfehle ich meinen Saal den geehrten Vereinen zur Abhaltung von FestHichkeiten, Versammlungen u. s. w. Vereins gimmer mit und ohne Bianino, zu 25-30 Ber fonen, geeignet für Rauchklubs oder Gesangver eine, 5 Meter hoch. Um geneigten Zuspruch bittet Achtungsvoll Georg Richter. Neu Neu 490 490 WinterPaletots!! Herren- und Knabenanzüge sowie Damen Neider u. Mäntel im Tuchgeschäft Prinzenr.53, gegen. b. Turnhalle Theilzahlungen gestattet! r. 38 46. Am Ti Bur eif len, folge fellen: Ein welder ine Drutichen Wahl oder beit entfäßt May epeln naten und An St Abg. W trag der Gefeß und Derbieitet, Rommunaln binfichtlich wären. Daß der wenn fte ei bei den W beeir flufun Bräventiobe Sea Strafge ift eing bra gefeBaebung beff rungef empfehlen Abg ordnete Mi bei der Ver einen feined vertreten. ftimmung f Wahlen zei tum bisb beginnen brigens Wir haben eine ganze Menge Leinen und Baumwoll. Waaren zu außer gewöhnlich billigen Preisen angekauft und offeriren demzufolge solche jest sehr viel billiger Prinzenstr. 53. Appretur, Hemdentuche inter Oural, obre jebe Mtr. 30-40 Ranforcé eine feinfädige Waare, hübsch dicht Mtr. 40-45 gewebt, breit als auch in d. Wäsche ganz vorzügl. aber auch schon sehr gut für f. f. f. f. Cretonne fort fein u. rundfäd., fow. i. d. altbart. Mtr. 50 Shirting in allen Qualitäten aber auch Mtr. 25 u. 30 Pf. Chiffons better Mtr. 30 u. 35 f. Gutes Hausmacherleinen ist Mtr. 40 n. 45 Gutes breit. Hausmacherleinen für Laken Mt. 1 Mk. Gute Küchen- Handtücher on me, 2 Mk. Gute Stuben- Handtücher 2, 3, 3, Mk. Echtes gut. Bettzeug Muster, br. Neueste Berl. Mtr. 35 u. 40 Pf. Wo speisen Sie? In der alten Bommerschen Küche b. Klein, jest Oranienftr. 181, Sof p. Gebieg. Mittagstisch m. Bier 50 Bf. Abendtisch ingr.Auswahl v.30 f an. Angenehmer Auf enthalt mit Billard. Die am 31. Dezember vom Brand leicht beschädigt. Herren- Garderoben werden fortges. enorm billig ausverkauft. Winter- u. Sommer- Paletots 5 Mark. Beinkleider von 3 Mart, Einsegnungs[ 605 Anzüge 10 Mart sc. L. Prinz, Prinzentr. 41, neben Rudolf Mone. Verkaufsstelle: Flur rechts. Momiralftr. 38 G. Sodtke. bmiralfir. 38 Kräftige Bouillon von 10 Uhr ab& 15 f. Mittagstisch( Hausmannsloft) a 50 Bf. mit Bier. Abendtisch nach Belieben. Billig und fräftig.[ 347 473 Elegante jegt 1 DBd. Padung Badung Mtr. 50 u. 60 f. Mtr. 75 f. Rosa und gestreifte Inlets... Drilliche, ganze Betibreite Tischgedecke mit 12 Servietten, mit 6 Servietten Einzelne Tischtücher für Einzelne Servietten für Masken. Garderobe Fr. Panknin, Drantenstr. 178, v. II. Ede Adalbertstr. • Deb. Packung .. 412 Mk. 1 Mk. 30 Pf. Leinene Taschentücher 125, 150, 1.75, 2 k. Möbel- Cattune, vollständig waschecht, Mtr. 30 u. 40 Pf. Teppiche in allen Qualitäten und größere 4, 5, 6, 10 k. Waschechte Hauskleiderstoffe Mtr. 30.40Pf. in febr gr. Mtr. 35 u. 45 f. Wollene Kleiderstoffe in febr großer Schwarze rein wollene Cachemirs ſehr relle Qualitäten Mtr. 1, 1,25, 150, 1,80, 2 k. Regen- Mäntel for 10, 12, 15, 18 k. Jeden Montag Vormittag Ausverkauf von Nesten und einzelnen Noben. Auswahl, Sielmann& Rosenberg, 1 Seite ftebe Bergewalti beeinfluffn Wollten wi machen, so gefeggebung bineinbring Barteien Die Blutol Drohungen Arge über Ueberzeugu fist eine S Theil ihrer Berlin, Kommandantenstr., Ecke Lindenstr. Ridert) rechts; Cigarren- u. Tabak- Handlung en gros en détail Fritz Goercki 25 Bartel beei umtrieben Huer: ST beeinfluffur Der Güter worden apitalifti fannlich in einer nabme De Banzlich la Den Sozial beeinfluffur unfere Bra fluffung be lichen Aut beitebende völlig aus Rautelen Emanirung Don der V Autoritäter B R. C der tomm lich, wenn und freht idhen bara Man fönn Liege fich ber Klein Mann. S Anjehen gewöhnlid Berlin SO., Admiralstraße 40( frühere ,, Linde"). Import echter Havanna, Lager aller Sorten Rauch- und Schnupf- Tabake. und amerikanischer Cigaretten u. Tabake. Echt Nordhauser Kantabale.[ 286 Reich affortirtes Lager echt türkischer, russcher Masken- Garderobe Fr. Alberts, Reidenberger fraße 164, Ede der Mariannenstraße. Elegante Kostüme. Billige Preise. Vereine Ermäßigung. ante Masken- Garderobe Gle[ 603 C. Tietz, Dresdenerstraße 37. Geschmackvolle Roftüme von 1 bis 30 Mart Vereine besondere Begünstigungen. Verantwortlicher Redakteur R. Cronheim in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu eine Bellage fenfter un tein Men Augensche Fün Morgen Reichshall chiebene fafter ftel frad, bi leines Leute bl Tothen N Ofen fäß fich garni Begenftär Sin Im Gru burch die es ber S anderer hatte. Bublifum Reffer u eine läng : fich in Daß nach bung bel enzugeben, bielt die eine Be Dentbal este, bak lagte hätte ffung ge Der chrift Urußerung Reffias j ift aber tach beren igen fehlte Religion phrase ge rbetonen folle felbft : Gerichts ftatt und n, ob ba früb 5 emietheten ob insbes Schlafen wenn er ündigung Pf. it. ger If. If. If. k. k. k. Jf. f. Jf. k. k. f. k. k. If. ten k. 3. f r. g bake. [ 286 obe 37. Mart etlage Beilage zum Berliner Volksblatt. Nr. 38. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 46. Sizung vom 13. Februar, 2 Uhr. Am Tische des Bundesraths Niemand. Bur eiften Berathurg steht der Antrag des Abg. Ninte len, folgenden neuen§ 109a in das Strafgesetzbuch einzu welcher einen als Arbeitnehmer im Lohn desselben stehenden Deutichen wegen Ausübung oder Nichiausübung öffentlicher beit en: lägt oder im Arbeitsve dienst verkürzt, oder mit solchen Maß exeln bedroht, wird mit Gefängniß nicht unter drei Mo naten und Verlust der bürgerlichen Ehrenr die bestraft." Un Stelle des beurlaubten Antragstellers motivirt den Antrag ber Abg. Windthorst: Leider ist die Achtung vor dem Gesetz und dem Recht bei den Arbeitgebern n cht allgemein genug Derbieitet, als daß nicht häufig bei allen Wahlen, selbst bei Rommunalwahlen, die größten Vergemaltigungen der Arbeiter binfichtlich der Ausübung ihres Wabirechts vorgekommen wären. Wir haben sogar den Saß hier aussprechen hören, wenn fie eine ihm bedenklich scheinende politische Ueberzeugung beeir fluffungen fehlte es bisher an genügenden strafrechtlichen Braventtobeftimmungen; der sogenannte Röthigune sparagiaph daß Sonntag, den 14. Februar 1886. pinis nis 910 stets bei der Wahl zur vollen Wirkung lommen würden. Wenn Sie diese Autoritäten lähmen, führen Sie die Wählerschaft der Demagogie in die A me( fehr richtig! rechts). und das allge meine Wahlrecht würde sich dann dueft gegen das monarchisme Prinzip richten, das wesentlich auf Autorität beruht. Wir find zwar nicht ängstlich, wer den Sieg davon tragen würde, wenn es einmal zum Kampfe kommen sollte zwischen der mon archischen Autorität und dem allgeme nen Wahlrecht; aber diese Kraftprobe wollen wir dem Vaterlande lieber ersparen.( Abg. v. Vollmar: Recht brave Leute!) Auch wirthschaftlich würde der Antrag Rintelen verbängnißvoll wirten; er würde den Arbeitgeber in seinem natürlichsten Recht, fich seine Ge bilfen fret auszuwählen, beschränken; das Verhältniß zwischen Arbeitgeber und Arbeiter würde durch ein heimtüdisches De nunziantenthum geraden vergiftet und so das ganze wirth schaftliche Leben lahm gelegt werden. Der Arbeiter würde dann lein besseres Mittel haben, seine Arbeitsstelle zu be haupten, als daß er sich fortwährend mit seinem Arbeitgeber politisch in Widerspruch seste. Einen solchen Arbeiter würde tein Arbeitgeber entlaffen fönnen, ohne die Gefahr, fich einen hochnothpeinlichen Kriminalprozeß auf den Hals AU laden. Auch Die juristische Konstruktion Des Antrags bat fi der Abgeordnete Rintelen, obwohl gelehrter Jurift, recht leicht gemacht. Ein Kriminalrichter würde wegen der Allgemeinheit und Unbestimmtheit der Fassung nicht leicht eine feste Interpretation des Antrags finden tönnen. Der Beugen beweis würde meist schwer zu liefern sein und jeder einigermaßen vorsichtige Arbeitgeber fich den Konsequenzen Antrag stimmen, weil er nur finguläre Fälle von Wahlbeein fluffungen willkürlich herausgreift, die für unser Volisleben nöthige Achtung vor der Autorität erschüttert, dem allgemeinen Wahlrecht, statt es zu stüßen, ein frühes Grab gräbt, wirthschaftliche Intonveniensen herbeiführt und auch juristisch voll. tommen ungenügend ist.( Beifall rechts.) des Strafges#buchs ist jedenfalls unzureichend. Unser Antrag dieses Gesetzes entjieben fönnen. Wir werden also gegen den ift eing bracht, um eine wesentliche Lücke in unserer Kriminal gefeßaebung auszufüllen. Formell ist er vielleicht noch vers beff rungefähig, weshalb wohl eine lommissarische Prüfung fich empfehlen möchte. ordnete bg. v. Butttamer Blauth( fonf.): Der AbgeWindtho ft hat bei früheren Gelegenheiten, z. B. noch bei der Verhandlung über eine Wahlprüfung im Jahre 1882, einen seinem heutigen diametral entgegengefeßen Standpunti Abg. Nintelen, seinen Antrag selbst zu motiviren, und noch vertreten. Der Antrag ist aber wohl aus einer gewiffen Mig ftimmung feiner Partei entsprungen, als fich bei den legten Wahlen zeigte, daß in manchen Gebieten, in denen das Bentum bisher gewohnt war zu herrschen, andere Mächte beginnen fich geltend zu machen. ( Dho! im Zentrum.) Ubrigens in gerade das Zentrum durch die bekannte ihm zur Seite stebende Autorität in der Lage, bei den Wahlen eine Bergewaltigung der Wähler auszuüben, die den Wahlbeeinfluffnngen durch Arbeitgeber durchaus nichts nachgiebt. Wollten wir ein besonderes Gefeß gegen Wahlbeeinflussungen machen, so müßten wir naturgemäß die ganze preußische Mai gefeggebung, soweit fte vom Mißbrauch der Amtsgewalt handelt, bineinbringen.( Widerspruch im Zentrum.) Aber auch andere Barteien üben Wahlbeeinflussungen aus, man denke nur an Die Blutokratie in den Großstädten; an die häufigen Be drohungen mit Entziehung der Kundschaft und des Kredits rge über folchen, welche eine den Herren migliebige politische Ueberzeugung bei der Wahl bethätigen wollen. Hier im Hause fist eine Partei, die gerade diesen Einflüssen einen großen Theil ihrer Mandate zu verdanken hat.( 3vischenruf des Abg. Ridert) Das ist die Partei des Abg. Rickert!( Sehr wahr! techts: Widerspruch links.) Auch die sozialdemokratische Bartel beeinflußt ihre Wähler in einer Weise, die den Wahlmtrieben mancher Arbeitgeber sicherlich gleichkommt.( Abg. Nanu! Heiterkeit.) Deer ist es nicht Wahl Auers beeinfluffung, wenn Sie Joren Wählern eine andere Vertheilung Der Güter versprechen? Seit Sie eine parlamentarische Bartet worden find, sagen Sie hier freilich, Sie wollten nur die lapitalistische Broduktionsweise ändern", und Aehnliches. Be fannilich reden Sie aber zu den Arbeitern bei den Wahlen in einer verständlicheren Sprache! Wollten wir durch An nahme des Antrags Rintelen die Autorität der Arbeitgeber gänzlich lahm legen, so trieben wir die breite Maffe der Wähler beeinfluffungen durch Beamte haben wir uns längst durch unfere Braris geſchüßt, indem wir in jedem Fall der Beein flufung der Wähler burch Beamte unter Einsetzung ihrer amt lichen Autorität die Ungiltigkeit der Wahl aussprechen. Die bestehende Gesetzgebung schüßt also die Rechte des Wählers in Döllig ausreichender Weise; eine weitere Ausdehnung solcher Rautelen wäre geradezu verderblich. Der Gesetzgeber ging bei von der Vorausseßung aus, daß die berechtigten, natürlichen Autoritäten, die sich auf der breiten Maffe der Wähler aufbauen, Berliner Sonntagsplauderei. R. C. Wer heute ein normal gewachsener Mensch ist, ber fommt nicht mehr zur Geltung. Man genirt sich ordentlich, wenn man heute bei einer Anschlagsaule vorübergeht . Abg. Traeger: Wir bedauern die Verhinderung des mehr die Ursache derselben( der Abg. tintelen ist wegen eines Todesfalles in seiner Familie beurlaubt), vermissen aber nicht, wie Herr v. Putikamer die Begründung nach der thatsächl chen Seite hin, weil jeder von uns fie aus den Beitungen und den Berichten unserer Wahlprüfungs Rommission Meine mitbringt. Freunde wünschen die Ueberwei sung Des Antrages an eine besondere Rommission von 14 Mitgliedern, nicht an die Arbeiterschuß Kommission, die wohl ein geborenes Recht auf ihn zu haben scheint, aber ibn in zu engen Grenzen zu behandeln genöthigt wäre. Uns ist er sehr sympathisch, aber mehr in Gedanken, als in seiner Sigularifirung, obwohl gerade auf dem beschränkten Gebiet, das getroffen werden soll, das Bedürfniß ein so brennendes ist, daß man fich unter Umständen auch mit der fingulären Befriedi gung begnügen fann, wenn mehr nicht zu erreichen ist. Aber man fann unmöglich eine ernsthafte und umfassende Prüfung umgehen, wenn ein besonderer Antrag diese wichtige und das Staatswesen so tief berührende Materie einmal anrührt. Denn die Freiheit der Wahl und die Suverlässigkeit ihres Resultats ficher zu stellen, ist nicht Sache Einzelner, sondern aller Parteien. Wenn eine herrschende Partei- ich spreche natürlich nicht von den Parteien des Hauses, weil ja teine formell fich zur Herr schaft bekennt alle ihre Machtmittel dazu benusen wollte, um auf die Wahlen zu wirken und zu drücken, daß fie immer in ihrem Sinne ausfallen müssen, dann muß diese Partei die Bürgschaft ihrer ewigen Dauer haben oder den Gegnern eine faft übermenschliche Anständigkeit zutrauen, um nicht befürchten au müffen, daß fte, ans Ruder gelangt, von ihr gelernt haben möchten. Ich bin und war immer bereit, solche Schußwehren nicht blos gegen gegnerische, sondern auch gegen meine eigene Bartei aufzurichten und auch sie zu verdammen, wenn man durch Thatsachen nachweiſen fann, daß von ihr in dieser Weise verfahren worden ist. Man tomme doch nur nicht mit so allgemeinen Verdächtigungen, wie Herr v. Buttkamer fte zunächst gegen das Benirum ausgesprochen hat, obwohl er eine gewiffe Sachverständigkeit in dieser Beziehung haben mag; denn er verdankt seine Wahl dem Zentrum und muß also wissen, ob es so begeistert für ihn war, um mit unzulässigen Mitteln für ihn zu agitiren. Dann tamen die Sozialdemokraten an die Reihe, die durch Vertheilung des Eigenthums so fräftig agitiren. Mir ist nicht bekannt, daß sie soon etwas vertheilt hätzen; wäre es geschehen, ihre Anzahl im Hause wäre größer. Ich hüte mich auch davor, ihnen auf den Kopf zuzusagen, daß die Vertheilung des Eigenthums auf ihrem Programm Gäste vor Verwunderung über diese Leistung fast von den Stühlen fielen, auf welchen sie doch nur saßen. Die Presse geht mit gutem Beispiel voran und die getreuen Leser gehen auf den Reklameleim. Angesichts solcher Thatsachen muß man sich doch men, als ob man eine Mißgeburt, denn etwas anderes ist wurden, so lag es eben an der Unerfahrenheit des Publiට tischen P кошоррек othe der III. Jahrge Und wenn stehe und als folche verkündigt werde. es dort stände und dafür in Versammlungen plädirt würde, wäre das unerlaubter, als wenn dem Schnapsmonopol nachgesagt wird, es bringe allgemeine Wohlhabenheit ins Land und es würde jeder in seinen Steuern um die Hälfte he abgemindert werden? Ich halte das Eine für gerade so zulässig wie das Andere, fa, die Sozialdemokraten find in der Agitation, im Verheißen und Versprechen, in der Er regung von Unzufriedenheit jest reine fleine Kinder gegen an dere Stellen, an denen das Geschäft mit virtuofer Gewandt beit gemacht wird. Uns wirft Herr v. Puttkamer vor, die Vertreter oder Geschöpfe der Plutokratie zu sein. Ach, wären wir es doch, Herr v. Butifamer, wir wären ganz zufrieden, im Hause und im Lande als ihre geborenen Vertreter au gelten. Gegen die erste und beste Garantie der Freiheit der Wahl, die geheime Wahl, treten Sie( rechts) überall auf mit hochtrabenDen Gründen, mit Mannesmuth und Manneswürde, die übers all frei und ungescheut für die eigene Ueberzeugung eintritt. Aber wo der Hunger anfängt, hört der Mannesmuth auf, und von der Unzahl der Schwachen und wirthschaftlich Abhängigen, die für Weib und Kind sorgen müssen, fann man tein Mar tyrium erwarten. Nur durch geheime Wahl kann die Freiheit ihrer Wahl geschützt werden. Herr D. Rauchhaupt fagte im es Abgeordnetenhause, entspreche dem Vertrauensverhältniß zwischen Arbeiter und Arbeitgeber, daß dieser die politische Stimmung seines Arbeitnehmers lenne. Ich bin nicht boshaft, es hätte aber nicht viel Boshaftigkeit dazu gehört, diesen Sat dahin zu ergänzen, um den Arbeiter fortzujagen, wenn er nicht im Sinne des Arbeitgebers ge ftimmt hat. Nach Ihren Weußerungen hier und Jbrer Preffe sch int mir Herr von Rauchhaupt wirklich diesen Nachsas im Sinne gehabt zu haben. Es handelt fich hier um eines der böchsten Güter des Menschen, die Freiheit seiner Ueberzeugung. Aber auch ein öffentliches Intereffe fommt hier in Frage, das der Wahl, an deren Zuverlässigkeit jeder Einzelne im Bolle und nicht zuletzt die Krone das allerwesentlichste Interesse hat. Wir haben der Krone und der Regierung gegenüber die Ver pflichtung, die Wahrheit zu sagen, schon aus dem Grunde, wel heute feine Regierung verblendet oder start genug sein dürfte, lange Bett gegen ausgesprochenen Mehrheitswillen des Volkes zu regieren.( Sehr wahr! links.) Wenn aber die Res gierung durch gefälschte Wahlresultate getäuscht wird über die wahre Stimmung im Volle, tann man dann die Regierung zur Verantwortung ziehen? Im Artikel 39 des fran öftschen Wahlgesetes Dom 2. Februar 1852 finde ich folgende Bestimmung: Diejenigen, welche welche durch Gewalt, durch oder Durch Tyätlichkeiten" durch Drobungen gegen einen Wähter, oder dadurch, daß fie in ihm die Furcht erregen, seine Anstellung zu verlieren, oder sich einer Beschädi gung an feiner Person, seiner Familie oder seinem Vermögen auszulegen, einen Wähler bestimmt haben, sich der Wahl zu enthalten oder seine Wahlstimmen beeinflußt haben, werden mit einer Gefängnißftrafe von 1 Monat bis 1 Jahr und mit Geldstrafe von 100 bis 1000 Frcs. bestraft. Die Strafe wird verdoppelt, wenn der Schuldige ein öffentlicher Beamter ist." ( hört, hört! lints.) Zu dieser Bestimmung macht ein sehr ge Schäßter Kommentator, Eugène Mouton, folgende Bemerkung: Das Gesez abndet wie man sieht, ohne Unterschied Gemalt thätigkeiten und Drohungen gegen einen Wähler. Bur Noth hätte es fich darauf beschränken fönnen, wenn ihn nicht die Ge schichte der Wahlen gelehrt hätte, daß es außerdem noch Mittel giebt, weniger gewaltthätige, aber ebenso mäch ige, um einen Wähler zu beeinflussen. Die Furcht, seine Anstellung zu vers Iteren oder sich einer Beschädigung seiner Person, seiner Fa milie oder seines Vermögens auszuseßen, vorsichtig einem Fa milienvater beigebracht mit der Miene und einem Tone, der geeignet ist, den gewünschten Effekt hervorzubringen, wiegen mindestens ebenso schwer, wie eine Drohung, die um so gefährlicher ist, Der Schuldige ein öffentlicher Beamter ist, weil diese Eigenschaft den Wähler fürchten laffen kann, laffen kann, daß der Betreffende um ihm zu schaden, sein Amt mißbrauchen wird, und deshalb ist die Strafe in diesem Falle verdoppelt." Das find doch teine französischen Phrasen. Das französische Wahlgefeß ging noch weiter. indem es bestraft: wenn ein Wähler beeinflugt wird, zu wählen, oder fich der Abstimmung zu enthalten durch falsche Neuigkeiten, verleumderische Gerüchte oder andere betrügerische Manöver". Es wäre doch wünschenswerth, wenn wir auch eine derartige Bestimmung hätten. Wegen Verleumdingen erklärt die Kommission feine Wahl für ungiltig. Die Beleidigung ist awar ein schweres Verbrechen, aber schwerer ist, daß eine Menge wenn Nun, wenn es Frühling wird, hört die Sache von selbst auf, dann kommen die Sportsleute von Geburt wieder zur Geltung. Dann auch wird der Magiftrat seine weiteren Berieselungsideen weiter ausführen. Bis nach Spandau, an bie idyllischen Gegenden kein Vergnügen mehr geben, höchstens Kohltöpfe von der Die Sandflächen bei Gatow, die feit Erschaffung der Welt öde und unfruchtbar waren, werben sich in blühende Gefilte verwandeln, wo heute fümmerlid Riedgras und eine vertrüppelte Riefer gebeihen, wird die Natur ihr üppiges schen darauf. Weshalb ist man nicht auch so klein geblieben! Jahrhunderts lebt. Uns ist es bisher immer so vorgekom hinausgeleitet werden, in den P- chelsbergen wird es dann ließe fich täglich einige Stunden für Geld sehen, und trok doch ein 3werg nicht, aus tiefstem Herzen bedauern müsse, Beschaffenheit der rühmlichst bekannten Osdorfer. der Kleinbeit würde man schließlich doch noch ein gemachter und wenn in früheren 3eiten auf Jahrmärkten, auf dem Mann. Aber fo? Wer über fünf Fuß groß ist, kann auf platten Lande solche unglücklichen Wesen zur Schau gestellt " Ansehen" in feiner Weise Anspruch erheben, und wenn ein gewöhnlicher Mensch seine Hose und Weste in das Schau kums, wenn ein Unternehmer bei solchem Geschäft auf seine fenster unter dem Portal der Reichshallen aufhängen würde, Rosten kam. fein Mensch bliebe stehen, um diese Sehenswürdigkeiten in Augenschein zu nehmen. Wir aufgeklärte Berliner leben freilich in der Metro pole der Intelligenz, und wir sind bekanntlich helle". Wir Fünf, sechs Grab Kälte haben wir jetzt fast jeden wissen Alles, wir kennen Alles, troßdem lassen wir uns Morgen zu verzeichnen, und weffen Weg zufällig bei den doch noch ziemlich häufig von den Schreihälsen auf den Reichshallen vorüberführt, der fann trotzdem immer ver fchiedene Männlein und Fräulein dort vor einem Glass großen Publikum heute nicht, die 3eiten sind auch so gut, laften stehen und mit verwunderten Blicken einen Miniatur frack, dito Hose und Weste, ein Hemd und ebenso und Fülle vorhanden. Niemand darbt, Niemand friert, fleines Mobiliar Merkwürdige Leim locken. Um andere Sachen fümmert man sich im der Verdienst ist ein ungemein hoher, Arbeit ist in Hulle fein Hauswirth denkt daran, einen Miether auf Ermission Leute bleiben die Menschen doch. Man sieht es ihren zu verklagen. tothen Nasenspißen an, daß sie viel lieber hinterm warmen Fast ebenso gut wie die 3werge haben es die Sport Ofen fäßen, aber hier müssen sie stehen bleiben und sie können verständigen auf dem Eife. Wer heute am besten Schlitts fich garnicht genug über die Kleinheit der ausgestellten schuhlaufen kann, dessen Name wird auspofaunt wie der Gegenstände wundern. Rann man es den Leuten verdenken? Im Grunde genommen nicht. eines Wohlthäters der Menschheit. Wem das Schlittschuh laufen nicht Selbstvergnügen ist, der sollte billiger Weise Bing boch vor einigen Tagen ein ellenlanger Bericht doch darauf verzichten, seinen Namen in allen Tagesblättern war burch die gesammte Berliner Presse, daß ein 3werg, es der General Mite oder ein anderer 3werg oder ein anderer General Gäfte bei sich gesehen und bewirthet gebruckt zu sehen. Ganz gewiß ist Rraft und Geschicklich feit eine Hauptzierbe des Masnes, aber diese Eigenschaften müssen Selbstzweck sein, fie dürfen nicht ausarten zur Rennberichte von den Eisbahnen in verschiedenen Zeitungen, hatte. Das allerdings ist Grund genug, daß dem Berliner Prahlerei gegen Mindergeschickte. Heute aber liest man Bublifum haartlein berichtet wird, wie der 3werg sich der Füllhorn ausgießen, und die Gatower Bauern werden Mund und Augen aufiperren, aber die Nasen werden sie sich zuhalten. Wie lange wird es dauern, und es befindet sich rings um Berlin überhaupt kein Fleckchen unberieseltes Land mehr; wenn es doch erst soweit wäre, dann hätte die liebe Seele wenigstens Ruh! Berliner Theater. Walhalla- Theater. R. C. Berlin ist Weltstadt und ein neuer Bug geht durch unser Leben. Man sab das so recht deutlich vorgestern Abend bei der Revue, welche im Walhalla Theater über die Erzeug niffe der Berliner Boffendichtung seit Beginn dieses Jahrhun Derts abgehalten wurde. " Vom Strahlower Fischzug" bis zu den modernsten Operetten, von den Beiten, als man noch mit der langen Pfeife und dem Tabaksbeutel in die Tabagie" ging, bis heute, wo der Frack und Chapeau claque nebst einem rothseidenen Tuch in der Wefte zu den unentbehrlichen Ausrüstung ftüden eines anständigen Aeußeren gehören, wurden Szenen aus Berlins Ver Meffer und Gabel bebient, daß er, auf einem Stuhl stehend, daß man fast glauben tönnte, man befindet sich in Hoppes gangenbeit vorgeführt. Allerdings muß man gestehen, daß der eine längere Rede vom Stapel ließ, und das alle seine garten oder in Charlottenburg. heutige Berliner, wenigstens der Berliner, welcher die Theater Wähler abgehalten werden, dem Manne ihrer Heber, engung ihre Stimme zu geben. 9(un sagt der Franzose:„Aber eS liegen schwere Bedenken peaen alle solche Bestimmungen vor. namentlich Das«ine des Beweises, eine Menge unbegründeter Anzeigen würden e ngehen." Das kann uns nicht abhalten, das Gesetz als Warnungstafel hinzustellen. Die Schwierigkeit der Beweisführung hat uns doch noch niemals davon adgehal» ten, irgend ein Stiaigesetz ,u geben. Nun könnte man tagen, die eigentliche Instanz für solche Sachrn. welche vielleicht den Straf- richter entbehrlich machen könnte, ist die Wahlprüfungekommiifion, aber VaS hieße dieser doch etwas ,u vi l zumuthcn. Jcv meine, eines Versuches ist die Sache weith, die Mißstände find drückend genug, darum wieder hole ich meinen Vorschlag, den Antrag Rmtelen einer besonderen Kommisston von 14 Mitgliedern zu Überweisen. (Beifall links und im Zentrum.) Abg. Graf Vehr(kons.): Ich wundere mich, daß dieser Antrag von einer so hoch ansehnlichen Partei, wie daS Zen- trum ist, eingebracht, eine so unzureichende Begründung ge- funden hat. Die Rede des Abg. Windthorst bewegte fich nur in allgemeinen Wendungen. Würde dieser Antrag angenom- wen, so würde von einer Gleichheit der Arbeitgeber und Ar- beiter nicht mehr die Rede sein. Der Arbeitgeber würde nicht mchr in der Lage sein, einen noch so unbrauchbaren und nach- läifigen Arbeiter während der Wahl zu entlassen. Er müßte ihn wenigstens so lange behalten, bis die Wahl erledigt ist. Ge- w>ß wollen auch wir die Freiheit der Wahl, aber nicht, daß der Arbeitgeber durch den Arbeiter vergewaltigt wird. Das Zentrum hat wohl das Bedürfniß gehabt, durch diesen Antrag fich in dir Gunst der Arbeiter zu setzen oder mit denselben Fühlung zu behalten. Geschieht denn den Arbeitern blos von Seiten der Arbeitgeber Unrecht? Ich nehme keinen Anstand, zu erklären, daß die Wablbeeinfluffung viel schlimmer und härter in d.-n katholischen Gegenden von katholischen Priestern und Kaplänen ausgeübt wird.(Oho! im Zentrum.) In mei- nem Wahlkreile, wo das Zentrum gar keine Ent- scheidung hat und wo früher die Katholiken vis auf ven letzten Mann konservativ wählten, wurde auf einmal die Parole auS- gegeben: die Katholiken wählen nicht wie bisher den Konser- oativen, sondern den Fortschritiler. Ein Katholik befitzt soviel Uiberzeugung und Energie, um zu sagen: ich bin konservativ, habe immer den Mann gewählt und werde auch diesmal für ihn stimmen. Da sagte man ihm: entweder Du wählst fort- schritilich, oder Du kommst aus dem kirchlichen Ehrenamt. Er wählte konservativ und wurde aus seinem Amt entfernt. (Rufe im Zentrum: Wer denn?) Bon Ven drastischen Fällen, wo durch die Frauen auf die Männer eingewirkt wird, will ich gar nicht reden. Solche Fälle enlsvrechen doch der ivealen Aussassung nicht, welche Herr Windthorst von der Menschen- würde der Arbeiter u. s. w. hier zum Besten gegeben hat. Herr Träger hat sich sehr in die Brust geworfen und gesagt: Freie Wahl! Folgt aber die Fortschriltspartei diesem Grund- satz? Von der schlimmen und mächtigen Theilnahme der Kommunalverwaltungen an der Wahlagitation habe ich schon früher gesprochen. Das mag noch Hingehen. Die Fortschrittspartei greift aber auch zu un»ulässtgen Mitteln. Da reist ein frei- finniger Kandivat im Wahlkreise von Ort zu Ort und drückt den Wirthen, bevor er in die Versammlung geht, 100 M. in die Hand, natürlich nur für die Bedienung u. s. w., aber thatsächlich geschieht das, um...(lebhafte Unterbrechungen links; Abg. Rickert ruft: Namen nennen!) Herr Abg. Rickert, Sie wissen ja, wer derjenige ist, der vor den Wahlen herum« reist.(Abg. Rickert: Namen nennen, sonst ist es eine Per- leumdung! Der Prästdcnt bittet, den Redner nicht zu unter- brechen.) Ich nehme an, daß der Abg. Rickert den Ausdruck Ve, leumdung nicht auf mich dezogen hat. Ich habe gar nicht behauptet, daß er Geld gegeben hat. Ich habe gesagt, es ge- schieht das im Lande von fteifinnigen Kandivaten, und Herr Rickert weiß, wie die Dinge zugeben. In der Sache selbst habe ich ihn nicht angeschuldigt. Ich e warte von seiner Ehr- lichkeit, daß er seine Aeußerung zurücknimmt, ich würde sonst einen anderen ÄuSdruck von ihm gebrauchen. Piäfident v. Wedell-PieSdorf: Ich habe vorhin nicht verstanden, wer jenen Zwischenruf gemacht. Nach den Wsiten des Vorredners muß ich annehmen, daß der Abg. Rickert gerufen hat: das ist eine Verleumdung. Abg. Rickert: Der Abg. Graf Vehr bat erklärt, ich müßte wissen, wer Derjenige ist, der vor den Wahlen herum- gereist ist und 100 M. in jedem Wirthshaus gegeben hat. Darauf rief ich: Das ist eine Verleumdung, denn ich weiß nichts von der Sache. Prästvent v. W e d e l l: Dann rufe ich den Abg. Rickert wegen dieses Zwischenrufs zur Ordnung. Abg. Graf B e h r(fortfahrend): Ich bin dereit. Herrn Rickert persönlich den Namen zu nennen.(Zuruf links.) Es handelt sich um einen Verstorbenen und ich glaube, daß e« nicht angebracht ist(aha! flinks). ihn hier im Hause ausdiück» lich zu nennen.(Rufe links: Namen nennen!) Wenn Sie mich aber provoziren, so braucht ich nicht damit zurückzuhalten. (Rufe: Bitte!) Es ist der frühere Abg. Hüter.(Bewegung.) Ich wiederhole, daß ich den Abg. Rickert nicht persönlich an- gegriffen habe. Sollte es der Fall sein, so nehme ich daS zurück. Daß Herr Rickert von dieser Sache etwas gewußt hat, habe ick nicht gesagt. ES ist daS ein beliebtes Manöver Ihrer Partei. Sie schlagen fich an die Brust, strömen über bevölkert, wenig Pietät und Anhänglichkeit für die Sitten, Ge- dräuche und Gewohnheiten seiner Ältvorderen besitzt. Die beiden ersten Bilder,„der Strahlower Ftschzug" und ein Stündchen vor dem Potsdamer Thor, welche„das lachende Berlin" einleiteten, ließen das Publikum ziemlich kalt. Wer freilich daS heulige Berlin mit d m vor fünfzig Jahren ver- gleicht, dem kommt das ganz erklärlich vor. Berlin trug da- mals noch vorwiegend den Charakter einer etwaS größeren Provinzialstadt, und darauf hin war auch die ganze Denk- und Empfindungsweise seiner Bewohner zugeschnitten. Man lacht heute über die verschrobenen Figuren aus ver damtlagen Zeit; die Letbröcke mit den blanken Knöpfen und den unmög- lichen Farben, die kurzen Nankinghosen, die vorsündfluthlicken Zylinderhüte bei den Männern, sie kommen unS heute komisch vor. Die ungeheuerlichen Hüte bei den Damen der damaligen Zeit— wenn wir nicht irren, nennt man dieselben heute„Schuten"— würden ohne Zweifel das Ent- setzen jeder modernen Putzmacherin erreaen, die yroßge« dlümten Kattunlleider, die mächtigen Puffen auf dem Aermeln, die sich eigentlich bis heute erhalten haben, reizen unsere Lachlust ebenso, wie unsere Nachkommen jedenfalls auch einmal über uns lachen werden,— ab r der gemüthliche, klein- städtische Humor, der über diesen Figuren ruht, ist uns heute nicht mehr ganz verständlich. Aus dem einstigen Berliner Humor hat sich der Berliner Witz mit seiner überlegenen, satirischen Skepsis entwickelt, das rasselnde Fabrikgetriebe der Großstadt uniformirt die Menschen unwillkürlich, es zieht unS alle hinein in den Strudel des ausschließlichen Erwerbslebens. Wenn daS die Signatur unserer heutigen Zeit ist, so liegt es auf der Hand, daß wir Scherze aus jener entschwundenen Zeit nur noch belächeln können, höchstens imponirt uns auch heute noch die geradezu phänomenale Urwüchfigkeit der unverfälschten Berliner Ausdrucksweise. Der Stralauer Fischzug ist heute ja überhaupt nur noch ein ganz matteS Schattenbild seiner ursprünglichen H-rrlich'eit. An den Stralauer Fischzug knüpften sich für den alten Berliner unzählige Anekdoten,— man denke nur an die berühmte Ge- schichte von den beiden Eckenstehern, die mit einem g-mein- schaftlich gekauften Fäßchen Kümmel und einem einzigen Sechser im Vermögen nach Stralau zieben, um du'ch den Verkauf deS Getränkes ihre Vermögensverdältniffe etwas aufzubessern. Auf dem beschwerlichen Marsch bekommen sie natürlich Durst, der von sittlicher Entrüstung und nehmen gar keinen Anstand, in stärkster Weise gegen die Gegner vorzugehen. Gewiß. freie Wahl, aber nrcht im Jnieiesse einer Parteirichtung? Der Antrag ist für die Kommission nicht rest, und wir werden deshalb gegen die KommifstonSberathung stimmen. Sollten Sie aber eine Kommisston belieben— Zentrum und Freistirn scheinen ja vereinigt zu sein— dann wählen Sie wenigstens eine besondere Kommission. Ich werde mit meinen Freuden gegen den Antrag stimmen.(Beifall rechts.) Abg. v. V o l l m a r(Soz.): Meine Partei steht diesem Antrag symparbifch gegenüber. Stits find wir hier vergeblich für die gleiche Behandlung der ökonomischen, wie der voliti- schen reip. amtlichen Wahtbeeinfluffungen eingetreten. Wenn dem Arbeiter sein einziges Extftenz-nitiel, das ist die Arbeit für einen großen Theil deS Votkes, entzogen wird, so ist das ein ebenso sühlbarer Druck, wie die amtlichen Beeinflussungen der Bürger. Man hat hier immer die Beeinflussung der Arbeiter seitens der Arbeitgeber mißbilligt, aber ein staatliches Ein« greifen in diese Sache, als eine solche deS Privatüberein- lomment verworfen. Ich prell« den Zufall, daß gerade das Zentrum, bewogen durch die Wahlbeei,.fluffungen in Bochum, dem Wahlkreise des Abg. v. Echoclemer, diesen Antrag gestellt hat, Möchte es nun aber auch ernstlich seine Annahme bc< treiben! Mit Unrecht verstirechen fich die Freifinnigen nicht viel von diesem Antrage. Einzelne Fälle lassen sich allerdings selten fassen, bestimmt aber Maffenandrohungen der Arbeitgeber. ES ist wenigstens gut, wenn eine ökonomische Beeinflussung als den Grundsätzen der öffentlichen Moral widersprechend hinge- stellt wird. Ich wünsche, daß alle Beeinflussungen, mögen sie ökonomischer oder amtlicher Natur sein, gleich strafbar find. Die bestehende Gesetzgebung reicht keineswegs aus, wie die stetige Zunahme der Wahlbeeinfluffungen beweist. Zu den amtlichen Beeinflussungen rechne ich auch die der Geistlichen beider Konfessionen, die als Schulinspektoren, in der Armen- pflege u. f. w. eine große Autorität im Namen des Staates üben. Der Antrag ist um so nothwendiger, je mehr die Re- gierung, speziell die preußische, auf ihre Beamten einzuwirken sucht. Sie auf der äußersten Rechten wären nicht in so großer Anzahl hier, wenn die Beeinflussungen abgeschafft würben. Wenn der Abg. v. Puitkamer meint, die Annabme dieses An- trageS würde zu Ungunsten des allgemeinen Wahlrechts aus- fallen, so muß ich doch sagen, daß mir Rathschläge zu Gunsten des allgemeinen Wahlrechts von jener Serie sehr verdächtig vorkommen. Er meint, wir Sozialdemokraten sprächen nur hier ruhig und sachlich, im Lande aber stellten wir eine Vertheilung des Eigenthums in Aussicht. Wäre nicht eine Versammlung, in der solches gesagt worden, auf Grund des Sozialisteng-letzeS sofort aufgelöst worden! So etwas Lächerliches und Blöd- finniges bat ein Sozialdemokrat, der hier sitzt, niemals gesagt. Uebrigens bin ich Herrn v. Puttkamer dankoar für die Offenheit, mit der er sagte, daß der Arbeitgeber ein natürliche« Recht darauf habe, politischen Einfloß auf seine Arbeiter auszuüben. Um so nothwendiger ist dieser Antrag. Die Zentrumspartei, alS Minoritattpartei, ist stets für freie Wahl eingetreten. Die höhem Gesichtspunkte vom Schutze des freien Wahlrechts werden übrigens von der Zentrumsparlei nicht überall deachtet. In der bayrischen Kammer haben wir zu derselben Zeit einen Sturmlauf gegen da« freie Wahlrecht erlebt, wo hier der Antrag Rintelen eingebracht wurde.(Ruf: Hört I Hört!) Der ultramone Abg. Daller forderte die Regie- rung geradezu auf, die Ossiziere und Beamten zu maßregeln, welche für meine Wahl gestimmt. Wer für einen Sozialvemo« traten eintete, dürfe den königlichen bairischen Rock nicht tragen. In ähnlicher Weise äußerte sich ein anderer Abgeordneter. Beide Herren drängten die Regierung zu einer Untersuchung, und diese erklärte, daß der Beamte und O'fiäer, der einen Zettel für einen Sozialdemokraten in die Urne werfe, allerdings gegen seine Pflicht verstoße. Von der Linken und den Ratio« nalliberalen und auch von einigen Uliramontanen, die zugleich dem Reichstage angehören, wurde gegen eine derartige Anschauung Protest erhaben. Herr v. Stauffenberg erklärte, daß, wenn eine solche Untersuchung stattfände, das freie Wahlrecht auf« höre. AlleS was man Ver preußischen Regierung in dieser Be- ziehung zur Lafl gelegt, würde nur ein reines Kinderspiel sein gegen eine solche Untersuchung. Auch Herr v. Schauß ist da- malS für die Freiheit der Wahl eingetret-n, und ich hoffe, daß auch Herr Windihorst dieses Vorgehen seiner bayrischen Ge- finnungsgenossen desavoutren wird. Bezeichnend bleibt es freilich immer, daß ein solcher Vorgang fich in der bayrischen Kammer abspielte, wo die Ultramontancn die Mehrbeit haben, während sie hier mit Anträgen zum Schutze der Wahlfreiheit kommen. Ich mache übrigens die ZenirumSpartei darauf auf- merksam, daß, wenn sie den ökonomischen Einfluß mißbilligt, sie dahingehende Instruktionen auch in ihre Wahlkreise, insbe- sondere nach Bayern senden möge. Der Reichstag bat die Pflicht, dafür zu sorgen, daß da« Volk in möglichster Freiheit wählen kann. Er muß fich seineS Ursprungs um so mehr er- innern, je häufiger jetzt der Versuch gemacht wird, da« Volk in Gegensatz zum Reichstag zu setzen. Ich hoffe, daß das Zentrum ferne ganze Energie dafür einsetzt, ven Antrag auch zum Gesetz zu machen. DaS Parlament kann seine Macht nur durch die Wahlfreibeit behaupten, weil sie allein den Glauben deS Volks an das Parlament erhält.(Betfall bei den Sozial- demokraten.) Eine kauft von dem Andern für den Sechser einen Kümmel, dann kauft der Andere von dem Ersten für denselben Sechser wieder einen Kümmel, und als schließlich das Fäßchen auf diese Weise geleert ist und sie ihren Erlös nachzählen wollen, da ist das Erstaunen der beiden biederen Seelen darüber außerordent- lich groß, daß sie nur den einen Sechser und keinen Kümmel mehr haben. Alles, waS früher in Berlin an humoristischen Ereignissen vorfiel, daS passtrte natürlich auf dem Stralauer � Man sieht hieraus schon, baß der heutige Berliner denn doch ein etwas anderer Mensch geworden ist. Man hat beim Anhören dieser alten G, liefe doss Ibc Gefühl als wenn man alS Mann plötzlich die Spielsachen in die Hand bekommt, mit denen man fich als Kind die Zeit vertrieben hat. Das Spiel- zeug ist vielleicht dasselbe geblieben, während mi! uns selbst eine ungeheure Veränderung vor sich gegangen ist. Die Regie gab fich außerordentliche Mühe, Gestalten und Kostüme der damaligen Zeil möglichst getreu zu kopiren. Ohne Zw-ifcl ist ihr das auch gelungen; die Figuren waren durchaus typisch und charakteristisch. Dasselbe, was wir vom Stralauer Fischzug sagten, kann man auch vom„Ständchen vor dem Poisdamer Thor"' behaupten. Die Zeiten liegen lange hinter uns, wo vor dem Potsnamer Thor Familien Kaffee fochten Heute ist jene Gegend der Aufenthaltsw.t der Exzellenzen und Geh imräthe, und„eine Villa im Tdicrgartenoienel" ist der Traum eine« jeden an- gehenden Börsianers. Die eigentlichen Biergärten verschwin- den immer mehr auS Berlin, d. h. Bi-rgä ten, in denen dai wirkliche Volk verkehrt. In der Hasenbaive dominirt seit Jahrzehnten der Dragoner unv der Küiasster, und wo man sonst noch unter schartigen Bäumen saß, da starren heute graue Mieihskasernen zum Himmel. Es ergiebt fich dah-r wohl ganz von selbst, daß ein Publikum, welches das thatsächliche Volks- leben überhaupt wobl nur von der Bühne her kennt, sich auch diesem B'lve gegenüber ziemlich reservirt ve, hielt. Die Stimmung wurde erst beim.Aest der Handwerker" und „Wienerin Bcrlin"eine etwas belebtere. Einige hübsch vorget agene Lieder, die Gegensätze zwischen Wiener und Berliner Dialett, äußerst komische und drastyche Figuren und ein Spiel voller Verve unv Feuer rissen vas Publikum hin und b-elten e« bis zum Schluß in der besten Laune. Auch die Apothekcnszene aus„Einer von unsere Lcut" erhielt stürmischen Applaus, Abg. Meyer(Jena): Wir wünschen mit allen übriB Parteien, daß auch der Arbeiter ebenso wie jeder an rere«>»»»' bürger durchaus unbennfluß; seine Stimme abgebe: eS ist M bedingt moralisch verwerflich, wenn en Arbritgeder M Drohunzen und Einschüwterungen seine Arbeiter besti-nfl« will, in irgend einer pollii ch-n Richtung zu stimmen. M, nicht jeve derart verwerfliche Handlung eignet fich ohne teres dam, Gegenstand eines Strafgesetzes zu werden. der Abg. Traeger bat fich zwar dem Gedanken des oof schlagcnen Caiwurf«. keineswegs aber der Fo m syrrpaM» gegenübergestellt- Der Entwurf spricht von Arbeitgebern wr« Ängestellien. Der erftere Begriff ist für ein Sna'gcsetz in«» Thai sebr unbestimmt. Es scheint in erster Linie an W invustrielle gedacht zu sein; aber der Ausdruck würde in W selben Umfange Anwendung finden auf Lanvwirtbe, größten Grundbesttz-r bis herab zum kleinsten, nur mit tww Knecht arbeitenden Bauern, auf alle Handwerker, auch au'» nur einen Gesellen beschäftigenden, ja vielleicht sogar auf» Dienstherren bezüglich der Dienstboten. Die B-str« soll eintreten, wenn der Arbeiter aus der Arbeit enllaW im Lohn verkürzt oder sonst gemaßrcgelt wird; die WM des Antrag« fcheint zu sein, die Bestrafung auch dann rr o>z zu loffen, wenn die Maßregelung nicht nur als in Folge Abstimmung geschehen vom Arbeitgeber zugestanden wir?, l dern auch aus ander-n Gründen darauf geschloffen werben 1°° In welche Lage wird aber dadurch der Arbeitgeber Er ma-, aus ganz anderen Gründen den Arbeiter, vteUeW lüderliches, schlechtes Subjekt, entlassen haben; hat der Ard a bei der Wahl anders als der Arbeitgeber gestimmt,(" J0 letzterer stets Gefahr, nach Maßgabe dieses Gesetzes bestlost werden. Die Herabsetzung des Lohnes kann wegen unMN Geschasttkonjunkturen erfolgt sein: bei abweichender mung eröffnet fich auch in diesem Falle dieselbe unireunW� Ausfichfjür den Arbeitgeber. Wir wollen gewiß fik* rechten Interessen der Arbeiter eintreten, aber denselben�. spiuch auf Wahrung ihrer Interessen haben auch die w geder. Herr Windthorst hat fich vorzugsweise aut bezogen; nun find von doither geiaoe auch sehr Fr.iz Klagen über Wahlbeeinflussungen von anderer Seite, /fL von der katholischen Geistlichkett»u unS gedrungen. W*, Kreiie Äcoß-Slrehlitz wird berichtet, daß ein Herr l" � Kutscher vor der Wahl gesagt hat, er holst- werde den Grafen Renard wählen; der Kutscher erwWi� möchte das sehr gem, dürfe es aber nicht thun weg«« Frau, denn er habe vor dieser keine Ruhe, wenn er nW � Zentrumskandidaten wähle, da der Kaplan ihr die gebung verweig re und ihr mit Höllenstrafen gedroh!' wenn sie ihren Mann nicht verhindere, den Grafen wählen.(Große Heiterkeit.) Der K plan hat alio beitgeber an Beeti-flufsurg weit hinter fich gelassen.% richtig! rechts.) Andererseits liegt doch in unserer fW Abstimmung ein wesentlicher Schutz der W-hlfreih-ü man aber die Beeinflussung überhaupt treffen, dann'' nicht vor den Arbeitgebern stehen bleiben, die Beamte»- Gutsherren, welche die Pachtverträge, die Kapiialtnen," die Hypotheken kündigen, die Konsumenten, welche ihre schaft diesem oder jenem Gewerbetreibenden wegen* stimmung kündigen, ste Alle müssen unter Strafe gestellt. � den, ebenso wie die Geistlichen beider Konfesssoncn, ihnen Wahlbeeinfluffung nachzuweisen ist. D ftifche Maigesetz vom 13. Mai 1873, betreffend.. Grenzen der kirchlichen Straf- und Zuchtmittel ja allerdings beieils für diesen Fall Strafen a». z eS ist viel milder, als der Antrag Rintelen, de»», ordnet Geldstrafe, Haft oder Gefängnrß bis zum von einem Jahre an, während der Antrag Rintelen 3% im Minimum ansetzt und 5 Jahre al« Maximum best'L, Wäre dem Antragsteller vielleicht damit gedient, jene 3% wungen auf das ganze Reich zu übertragen und außerdefU Strafbesttmmungen in der beantragten Weise zu veis-Ä Die gleichen Bestimmungen im sranzöstschen und eng»» Recht haben die Wahllreiheit nicht geschützt; England ist RL Ii*, um einen wirklichen Schutz zu erlangen, zur(F'Li Abstimmung über gegangen. Für den Antrag, wie k L können wir nicht stimmen; gegen kommissarische Bew'™ haben wir nichts einzuwenden Abg. Le n z m a n n: Der Antrag als solcher ist Ä und wirihschaftltch unannehmbar. Daß aber die bru>o� Bergewalligungen der Arbeiter bei den Wahlen statl»f-> weiß ich am besten, der ich selbst einmal das Dpf�j so chen Vergewaltigung geworden bin. Im Wahlkreise � mund und wohl auch in Bochum find häufig gekennMA Stimmzettel»ertheilt worden. Die Aktiengesellschaft"'ß wunder Union" hat einen Arbeiter Sperling gleich»».\t Wahl als übe flüssig entlassen, gleichwohl abel fort einen Andein an setner Stelle ai Einen Arbeiter Müller, der 20 Jahre bei der beschäftigt gewesen war, hat fie entlassen, weil«ü Verkündigung des Wahlresullats den Abg. halte hoch eben lassen. Das Aktien- Stahlwerk Höfch(»Jy mund hat die Entlassung eines Arbeiters mit großer lofigkeit in einem Briefe an denselben damit motivirt, Ml» Thätigkeit dieses Arbeiters, well er nicht den nationall� jt8 Kandidaten gewählt hätte, schädlich für die Jnterepf weniger allerdings sprachen die Sachen auS„Der fcf Lieutenant" und„Hurrah Germania" an. Das wäre» ichon Eintagsfliegen, und man hätte fie auch jetzt ruh» Vergessenheit üderlass-n können. Der letzte Akt erhielt, obgleich er geschickter hätte i$ mengesetzt sein können, den meisten Applaus. Es Zusammenstellung aus den in letzter Zeit so überaus"W gewordenen Operetten:„Der lustige Krieg",„Nanon u'm parone",„Angot",„Beltelstudent",„Gillette",„S®" „Boccaccio",„Orpheus",„Don C-sar". Man kann sagen, daß die Herren Jacobson und die Verfuffrr deS Opus, dem Publikum im Großen und%# einen heiteren Theaterabend verschafft haben. Allerdi"»?�! man aus denjenigen Stücken, von denen Tbeile zur AuffU �zt gelangten, doch immerhin mehr populäre Episoden au»»' können., ,,„r Unbedingte Anerkennung verdienen die mu«» W Künstler. Namentlich war es Herr Link, der in den» w densten Rollen eine ungemeine Kunstfertigkeit zur Slb»» mo Als Prima Ballerina hätte er fich allerdings besser. jjl Herrenabend geeignet. Ebenso zeigte fich H:rr tzerrw° ü» ein Komiker von vielem Gefchick. Frl. BäckerS ist ein« J Soubrette. Die Herren Wo ms, Korschen. Bollmann. � bewundernsiverlh durch ihre fast unerschöpfliche Verwan fähigkeit Reichen Be'f.ll ernteten außerdem noch die Damen Ervösy, Seedold und Ziemaier. d Projoktirtes Repertoire der Königliche« vom 14 dio 21. Februar 1886. I m O p e r n b a u i tag. den 14.: Die Zaubcrflöte; Montag, den 15.: fäiütz: Dienstag, den 16.: Loheng, In(Herr Nie mann) je; woch, de» 17.: Coppelia, Toni's Schatz; Donnerstag,_ gj Siegfried; Freitag, den 19., neu einstudirt: OrpistuS. ,.,1 abend, den 20.: Der Trompeter von Säkkingen;®& den 21.: Der reisende Student, Kurmärker unv Ptkar. jj, ner Walz-r. Im Schauspielhause. Sonntag, ßp» Tilli; Montag, den 15.: Tartüffe, Die Dienstboten..-i tag, drn 16.: Der Kaufmann von Vmedig; M»tw 17.: Treu dem Herrn; Donnerstag, den 18.: Dre K. � Freitag, den 19: Tilli; Sonnabend, den 20.: Avn couvreur; Sonntag, den 21.; Faust. n übrige ere Staat es ift un ber burd beftimme men. Aba obne We Den. Aud Des vorge ympathlid ebern und fet in ber an Grof De in dem rthe, vom mit einem uch auf die rauf bi Beftrafung Fentlaffen Die Abficht in erfolgen • nicht nur eine Beeinflussung der Wähler verhindern, sondern auch einen Schuß der Wirthe gegen polizeiliche Chitanen her beiführen. In dieser Beziehung wird der Antrag zu erweitern fein. Aber unter dem jezigen Produktionssystem wird durch Diesen Antrag die Beeinflussung der Wablfreiheit der Arbeiter nicht gänzlich beseitigt werden können. Wir werden deshalb Ihnen in den nächsten Tagen einen Antrag auf Abänderung des Wahlaesezes und der Wahlordnung vorlegen, der hoffent lich demselben Wohlwollen begegnen wird, wie heute der An trag Rintelen. Werks fei. Die Union" hat auch das Halten der ultramon tanen Beitung Tremonia", welche ebenfalls gegen die Natio naliberalen aufgetreten war, ihren latholischen Arbeitern ver boten; es war eine förmliche Spionage organist t, und ein Gendarm a. D. ging in die Wohnungen, bat die Frauen der Arbeiter um einen Fidibus oder um die Beitung, in der er angeblich nur etwas nachsehen wolle; und webe dem Arbeiter, defen Frau dem Gendarmen zufällig die Tremonia" gegeben batte. Der vorliegende Antrag lann freilich leine Remedur diefer Uebelstände fchaffen; er ist furiflisch unhaltbar und be schränkt auch das freie Verfügungsrecht des Arbeitgebers zu sehr. Besonders aber möchte ich die Straforgane des Staats nicht noch mächtiger machen, so lange bei uns das Antlagemonopol der Staatsanwaltschaft besteht, welches viel schlimmer noch ist, als alle Tabals, Branntwein und sonstigen Monopole zusammen. Können wir denn das Vertrauen haben, daß die Staatsanwaltschaft gegen die nationalliberalen und fonfervativen Schornsteinbarone auf Grund dieses Gesetzes in gleicher Weise bei Wahlbeeinflussungen vorgehen würde, wie gegen Industrielle anderer Parteirichtung, so lange ein Staats anwalt bei einer Lappalie ein öffentliches Intereffe annimmt, wenn es fich um den Sohn eines hohen Beamten hundelt; und ein anderer Staatsanwalt erst auf Geheiß des Ministers die Anllage erhebt in einem Fall, wo man ein Mitglied dieses Hauses des Meineides beschuldigt batte? Ich glaube ferner, daß auch die Reform unseres Wahlsystems, die Her ftellung einer wirklich geheimen Wahl, nur hinausgeschoben und verzögert werden lann. Die Kommissionsberathuug dieses Antrags wünsche aber auch ich, damit durch die Verhandlungen Der Rommission gewisse Industrielle Westfalens und der Rheinproving an den Branger gestellt und schamroth werden, wie fie es nach ihren brutalen Wahlbeeinflussungen verdienen. Wenn diese nationalliberalen Herren fortfahren, so ihre Ar beiter zu vergewaltigen, so werden fie die legteren zu fanati freis Dortmund lieber in den Händen eines Sozialdemokraten, schen Sozialdemokraten machen. Ich würde freilich den Wahlals eines egoistischen Nationa lliberalen sehen, der in schamlofer Weise von seinen Arbeitern verlangt, fie sollten bei den politischen Wahlen nur an die materiellen Interessen des Folge der wird, fon werden fann gebracht! telleicht ein Der Arbeite t, fo läuft beftraft ju ungünftiger Der Abftim nfreundliche rür alle ge felben An Die Arbeit Oberfchleften zahlreiche te, nämlich Aus dem Serr feinem boffe, a cribere, er egen feiner night ben Sündenver Droht babe Renard ju fo den Ten.( Se gebeime theft. Will follte ma camten, bi nen, weld en der thre Rumb geftellt wer nen, foball prew Die D16 reffend nittel bro 7an, 7, benn abe n Morimu en 3 Monate d Werles denten. Abg. v. Röller( lons.): Daß selbst Herr Lenzmann eine nugbringende Distuffton des Bauetats unter solchen Vers hältnissen nicht zu erwarten ist.( Beifall auf allen Seiten des Hauses.) Die Vertagung wurde mit großer Majorität beschloffen. Auf Anfrage des Abg. Dr. Mehr theilte der Prästs bent mit, daß in der nächsten Woche zweckmäßig die Etat berathung fortzuführen, in der darauf folgenden mit der ersten Lesung der auf die Dftprovinzen bezüglichen neuen Vorlagen zu beginnen sein würde. Schluß 2 Uhr.( Nächste Sigung Dienstag 11 Uhr. ( Etats der Bau, Berg, Hütten- und Salinenverwaltung.) Lokales. Aus der Wienerstraße geht uns folgender Nothschrei au: Für unsere städtische Straßenreinigung scheint die Wieners straße garnicht zu existiren. Bei uns hier draußen liegt der Schnee, der vor drei Wochen gefallen ist, immer noch. Man fann die glatte, festgefrorene Maße, welche unsere Straße in einer Stärke von 8 bis 10 3tm. bedeckt, eigentlich kaum noch Schnee nennen, es ist das reine Eisfeld. Allerdings hat man und den Gefallen gethan, daß man den Schnee aus der halben Stadt durch unsere Straße fuhr und durch die Tausende von Wagen, welche die Straße pasfirt haben, ist die Situation durchaus nicht besser geworden. Von den Trottoirs hat man ja den Schnee weggefegt, dafür ist er aber auf dem Fahrdamm liegen geblieben. Dit, wenn man eine Kolonne der Straßen reiniger erblickte, freute man sich schon und wartete gespannt, an welchem Ende der Straße fie anfangen würden. Leider aber schien es nöthiger, in anderen Straßen den trockenen Staub aufzuwirbeln. Wie viel Pferde hier täglich stürzen, davon wollen wir lieber schweigen. Die Wienerstraße ist eben für die Straßenreinigung wie verloren. Abg. Windthorft bestreitet, daß er bei einer frühren Wahlprüfung fich anders ausgesprochen als heute. Er habe nur damals wie heute anerkannt, daß es auf diesem Gebiete schwierig sei, eine Grenze des Erlaubten und Unerlaubten zu finden. Es gebe allerdings auch noch andere unzulässige Einflüffe, aber bei den Arbeitgebern seien die Mißstände am schreiendsten herangetreten. Auf Einzelnheiten könne man im Plenum nicht eingehen, sonst würde er seinen Fraktionsgenoffen Letocha bitten, fein großes Material vorzutragen. Uebrigens sei ja eine Detailbegründung nicht mehr nöthig, seitdem man im Abgeordnetenhanse Vorlagen mit ganz allgemeiner Be gründung vorlegt. Was von dem Einflusse der Geistlichen gefagt wird, sollte man doch etwas näher spezialistren. Wenn die Geistlichen einen Einfluß ausüben, so freue er fich, fie sollen nur teine unzulässigen Mittel anwenden. Ste haben daffelbe Recht, wie Herr v. Köller, über Land zu geben und zu erklären: ich wähle mich selber. In den Maigesezen ist die unzulässige Beeinflussung seitens der Geist lichen unter Strafe gestellt, wenn dieser Grundsatz ausgedehnt werden soll auf eine andere Kategorie, dann erhebt man ein Mordgeschrei. Alle Erzählungen von dem Einflusse der Getftlichen sind nicht bewiesen; die Geistlichen könnten sich übrigens nicht vertheidigen, denn fie find zum absolutesten Geheimniß bezüglich der Beichte verpflichtet. Alles was hier aus dem Beichtstuhl erzählt wird, ist erlogen.( Unruhe rechts.) Präfident v. Wedell will den Redner zur Drdnung rufen, weil er verstanden: Alles, was Sie aus dem Beichtstuhl u.s.w. Redner bemerkt, daß er von, Sie" nicht gesprochen habe. Der Miß. brauch der Autorität soll beschränkt werden, die wirkliche Autorität wolle er am allerwenigsten beschränken. Die Aeußerungen des Herrn von Buttkamer enthielten einen Augriff auf Das geheime Wahlrecht; wenn man Bedenten gegen daffelbe habe, hätte man früher daran denken follen; jest würden seine Freunde das geheime Wahlrecht vertheidigen. Gesichert sei das geheime Wablrecht noch nicht. Was ein bayrisches Zentrumsmitglied in München über das Wahlrecht von Beamten gesagt habe, fönne er nicht billigen. Bräfident v. Wedell fonstatirt aus den Niederschriften Der Stenographen, daß der eine verstanden: was hier erzählt ist", der andere: ,, was Sie erzählt haben". In beiden Fällen müffe die Aeußerung auf Mitglieder dieses Hauses bezogen werden, deshalb rufe er den Abg. Windthorft zur Drdnung! Abg. v. Helldorff( lons): Wenn Sie mit dem An mung noch auf andere Weise, als durch die jest geltenden Vor schriften zu fichern, so läßt sich darüber reden; wollen Sie aber damit den Versuch machen, die ganz natürlichen Einflüsse, die fich auf jede Wahl geltend machen, unter Strafe zu ftellen, dann betreten Sie ein Gebiet, das sich gefeßgeberisch nicht ver arbeiten läßt. Bieles aus den heutigen Reden der Abgg. Trager und Lenzmann über den schlimmen Einfluß der Parteiagitation auf die Sitten deckt sich durchaus mit dem, was ich vor einigen Wochen bei der Debatte über die Länge der Le gislaturperiode ausgesprochen, was aber damals vom Hause zum Theil mit Gelächter aufgenommen wurde. Mit dem Antrage würden wir einen Boden betreten, der mit allen Grundlagen unseres Strafrechts im Widerspruch steht; mit gegen den Antrag stimmen wird, ist charakteristisch. Freilich, wenn das Anklagemonopol durch die freie Anklage ersept würde, dann würde auch er für den Antrag sein, der ja dann als schönes politisches Machtmittel zu Parteizeizweden ver meribbar wäre. Herr v. Puttkamer hat übrigens nur das natürliche Bertrauensverhältniß zwischen Arbeitgeber und Ar beiter im Auge gehabt, und nicht wie v. Bollmar meint, ein bestimmtes Recht des Arbeitgebers. Hier in Berlin hat die freifinnige Bartei einen Aufruf erlaffen, die Hausbefizer möchten thren Einfluß für die Wahl des freifinnigen Kandidaten aus nuzen. Bei Gelegenheit der legten Stadtverordnetenwahlen wurde einem Arbeiter, der für Bidenbach gestimmt hatte, vom Babloorfizenden gesagt:" Sie werden entlassen." Nachher trage darauf hinaus wollen, die Geheimhaltung der Abftimhat dieser Vorsitzende das dahin gedeutet, daß er nur ent laffen aus dem Wahllokal" gemeint habe.( Au! rechts.) In der städtischen Wahlprüfungskommission hat Herr Ludwig Löwe, der dort den Vorfis führt, gesagt, solche Aeußerungen por der Annahme des Antrags Rintelen, der nur die Autorität des Arbeitgebers gegenüber dem Arbeiter untergraben kann. Abg. Mundel: Es mag sein, daß durch die Macht der Mutorität fich ein Bustand der Unschuld in den ländlichen weil fte das Böse nicht tennt. Diese Autorität wollen wir Babltreisen erhält, welcher nicht weiß, was gut und böse ist, nicht anfechten, wir freuen uns vielmehr, wenn fie uns noch lange Herrn v. Köller und seine Reden erhält.( Heiterkeit.) Wir wollen nur anlämpfen gegen den unittlichen Mißbrauch der Autorität. Den Antrag Nintelen ohne Weiteres zum Geset erheben, daran denkt Niemand. Ich gestehe ein, daß ich unferes Strafgesetzbuches theile; denn Gutes ist uns aus dem Jelben nicht viel gekommen. Aber darum handelt es sich hier nicht, sondern darum, ob der Reichstag den richtigen Ge Danten, der in dem Antrage liegt, von sich weisen oder fich mit ihm beschäftigen will. Da tann über die Bejahung doch ein Bweifel sein, und hätte ich noch einen Bweifel gehabt, wäre er durch die konservativen Redner beseitigt worden. Es ist richtig, daß man geglaubt hat beim Erlag De allgemeinen Wahlrechts, daß die Autorität sich dabei gelm beftimm ene Beftim ußerdem bit Defchärfen! englife to ift fchlich ir geheime bie er lieg Berathu ift politi e brutalis ftattfinde Opfer ein Treife Do lenngeid haft Do " aber ich nad ngenomm er Unio Deil et Lengm in Do Ber Scha nalliberalen frt, ba bie tereffen bes Der jünge paren Friber rubig ihre bätte aufam Es war ein raus belie ton"" Bal Fatiniga und Mille und Bang rbings bal Auffübru auswählen nitwirtenbe Den verfche tru Schau r für eine errmann eine الله friid tann wat bei Heben 10 bes olchen zu Einen bemerkenswerthen Bescheid, so besagt ein Eins gesandt der Volts- 3tg.", welcher für weitere Kreise von Inter effe sein dürfte, hat fürzlich der Herr Polizei- Praftdent v. Richthofen hierselbst einem Bädermeister ertheilt, der schon seit längerer Zeit in Berlin à la Bolle das öffentliche Ausflingeln von Broden betreibt und dieses nun auch in Char lottenburg vornehmen wollte; dasselbe ist ihm jedoch von der dortigen Bolizeidirektion untersagt worden, worauf er fich beschwerdeführend an den Herrn Minister des Innern wandte, fich auf Bolle und Genossen berufend, und nun folgenden Bescheid erhalten hat: Auf Ihre an den Herrn Minister des Innern gerichtete, von demselben an mich zur Verfügung ab gegebene Beschwerde vom 21. Dezember vorigen Jahres über Sie Verfügung der föniglichen Polizeidirektion in Charlottens burg vom 5. Dezember v. J., durch welche Ihnen das Ausflingeln von Badwaaren auf den Straßen von Charlottenburg untersagt worden ist, gereicht Ihnen zum Bescheide, daß ich mich nicht veranlaßt finde, die genannte Verfügung aufzu heben. Bisher ist die Erlaubniß zum Ausklingeln von Waaren nur zwei Gewerbetreibenden von Charlottenburg, den Milchhändlern Bolle und Eggert, ertheilt worden. Eine Bes schränkung erscheint im öffentlichen Interesse nothwendig, weil bas Austlingeln zu erheblichen Störungen und Belästigungen des Publikums führt und eine Genehmigung Ihres Gesuchs zur Folge haben würde, daß andere Gewerbetreibende ähnliche Anträge bei der föniglichen Polizeidirektion in Charlottenburg stellen. Der Polizei Präsident. gez. v. Richthofen." Dieser Be scheid lautet also sehr einfach und die abschlägige Motivirung läßt sich kurz in die Worte zusammenfassen: Da tönnte Jeder tommen und flingeln." Allerdings, wenn der Grundsas gelten foll: Was dem Einen recht ist, ist dem Andern billig." Unsere Feuerwehr und die Pferdebahn Klingeln freilich auch; Da dieses Klingeln aber im Intereffe der öffentlichen Sicher heit bei dem oft lebensgefährlichen großstädtischen Verkehr geschieht, während das Ausklingeln von Handelsartikeln nur als ein sehr geräuschvolles Reklamemittel zu betrachten ist, welches nach Andeutung jenes Bescheides sogar störend und belästigend erscheint, so dürfte wohl darauf Bedacht zu nehmen sein, ob dieses, sowie das öffentliche Ausschreien von Waaren, über haupt nicht gänzlich abzuschaffen wäre, zumal ja doch amtlicher feits ausdrücklich auf die Konsequenzen desselben hingewiesen ist, welche in einem Rechtsstaat auch ausnahmslos zu berück fichtigen find. Ferner find unsere großstädtischen Handelsver hältnisse in Berlin, wo fast Haus bei Haud aleichartige Ge schäfte, namentlich mit Lebensmitteln, dem Publilum ganz bequem liegen und durch koulante Bedienung in jeder Bes ziehung allen gerechten Ansprüchen zu genügen suchen, derart, Daß solche Volal- und Instrumental Ronzerte auf der Straße mindestens entbehrlich erscheinen. Dieselben erinnern aber lebbaft an Bustände wie in Kuhschnappel und Krähwinkel, woselbst außer dem autoritativen Gemeindeboten, welcher das öffentliche Austlingeln und Ausrufen mit gewichtiger Amtsmiene besorgt, nur noch von Zeit zu Zeit der landläufig be fannte Blundermaß erscheint, der seinen Antiquitätenhandel mit einer großen Pfeife à la Nachtwächter begleitet. Strafe wird hier bedroht, wer sein Recht ausübt. Jft denn ein Arbeitgeber verpflichtet, seine Arbeiter zu behalten? Und für den Verstoß gegen dieses Gebot soll er mit Gefängniß und mit dem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte bestraft werden? Ein derartiges monströses Beginnen ist hier noch nicht bagewesen, das muß doch jeder Jurist fühlen. Mit nüchternem Verstande fann ich an die Ausführbarkeit des Antrags nicht glauben. Sie betreiben damit nur die Geschäfte der Sozialdemokratie. Ich verstehe nicht, wie man verlangen fann, derartige unfinnige Gedanken in gesesgeberische Form zu bringen. ( Der Präsident ruft den Redner wegen der letteren Neuße rung zur Ordnung.) Die Debatte wird geschlossen. tend machen werde, aber mit Gesez und legitimen Mitteln, nicht mit denen, welche heute hier angeführt sind, und von daß der Thron ins Wanken gerathen würde, wenn sie beseitigt Graf Behr gesagt hat. Mich hat folgende Aeußerung empört: werden. Es ist jetzt Sitte der konservativen Seite, wenn von Dieser Seite eine Rüge erfolgt, uns die Legitimation zu einer bestreiten, weil wir es nicht viel beffer machten. So es in dem andern Hause gewesen, wo Herr v. Puttkamer bie Bäßlichkeiten seiner Preffe damit vertheidigte, daß unsere Breffe häglich und niedrig sei. Wohin aber soll ein solcher Sag führen? In Betreff der Beispiele, die Herr v. Köller angeführt hat, wird mir versichert, daß der Wähler, dem mit Entlañuna gedroht wurde, gar nicht in einem Dienst verhältniß zum Wahlvorsteher stand, ruf, in ibren wird dem Einfluß es in und jener AufDie Hausbeftzer aufgefordert werden, zu Gunsten freisinniger Wahlen auszu. Autorität Persönlich bemerkt Abg. Ridert: Ich unterwerfe mich durchaus dem Ordnungsruf des Präsidenten. Er wird aber meine Aeußerung milder beurtheilen, wenn er beachtet, was wenn überall in den Wahlkreisen von Drt zu Drt ber Kandidat Ihrer Partei herumgeht u. f. w." Graf Behr hat ja einen Namen genannt. Wie es damit aussieht, halten wir für eine Ehrenpflicht, weiter zu verfolgen und werden uns später mit Graf Behr persönlich darüber auseinandersezen. Abg. Haarmann( nationallib.) bemerkt, daß die demnächftigen amtlichen Ermittelungen über die Wahl in Bochum die Grundlosigkeit der Vorwürfe des Abg. Lenzmann darihun werden. In dem Schlußwort als Antragsteller bemerkt Abge ordnete Windthorst, daß es ihm ferngelegen habe, irgend Jemand hier im Hause anzuschuldigen. Er habe den Aus druck Lüge" nur von dem Bericht, den Herr Meyer vorgelesen, in objektivem Sinne gebraucht. Der Präsident erklärt, daß er dem Redner, hätte er selbst den Ausdrud in diesem Sinne verstanden, einen DrdAbg. Meyer( Sena) behält sich vor, auf den Fall später Der Antrag Rintelen wird darauf einer besonderen Kommiffion von 14 Mitgliedern überwiesen. Schluß 6%, Uhr. Nächste Situng Montag 1 Uhr. Abgeordnetenhaus. nugen, ist längst von unserer Partei desavouirt worden. Wenn bann weiter Herr Graf Behr sich noch gegen einen Ver forbenen gewendet hat, gegen Einen, der sich nicht mehr bertheidigen fann( hört! hört!), wenn er ihm Wahlbestechungen gröblichsten Art zum Vorwurf gemacht hat, so ist dies eine nungsruf nicht ertheilt haben würde. Beschuldigung, die ich, bis Beweis erbracht ist, als unwahr Burudweisen muß.( Sehr richtig! links.) Ich thue dies des zurüdzukommen. wegen, weil ich den Verstorbenen gelannt habe und ihn niedri Auftrage seines Freundes Dirichlet, der wenn er hier hätte ger Handlungen nicht für fähig halte, ich thue es aber auch im anwesend fein fönnen, wohl richtigere Worte der Erwiderung( Kleinere Vorlagen und Unfallversicherung der Beamten.) gefunden haben würde. Wenn wir aber noch erwägen, daß Der Verstorbene denselben Wahlkreis vertrat, der heute das Blud hat, durch den Grafen Behr vertreten zu sein, so muß ibis auf welteren Beweis behaupten, daß das sonst flare Urtheil des Grafen Behr getrübt ist durch persönliche Intereffen an dem Wahlkreise, der damals von Hüter erobert mar. Wir wollen den unfittlichen Mißbrauch der Des Arbeitgebers uuter das Strafgeset stellen; da nicht nur bei dem einen vom Antragsteller berührten Punkt zu bleiben. Wir haben hier gehört, trop eines solchen Strafparagraphen würde der Staatsanwalt nichts machen können. bg. Hänel: Nichts machen wollen!) Es freut mich übrigens, am Sch vor dem Denunziantenwesen jezt auch die Rechte Elel empfindet.( Abg. Hänel: Ganz etwas Neues!) Das mag neu lein; aber mit dem neuen Gefühl haben Sie recht, und halten Ste es feft. Entweder wird es uns gelingen, die Mängel Antrages Rintelen in der Kommission zu beseitigen, und Dann werben auch Sie( rechts) nicht umhin lönnen, dem ver. fegen, daß Sie die Unfittlichkeit vertheidigen wollen. Oder der Verfuch wird mißlingen, und dann müffen wir sagen: Wir baben gewünscht, aber es ging über unsere Kräfte. Den Ver fuch abzulehenen, haben wir jedenfalls feine Veranlassung.( Bu wandlung Schauspie fe. Con Der Wil nn); A. Mit Den 18 us; Son Sonnta farbe, g, den 14 en; Dien ittwoch Karoling brienne timmung lints.) der Kommission Darauf ankommen, 19. Sigung vom 13. Februar, 11 Uhr. Am Ministertische Maybach und Kommissarien. Eingegangen ist der Gesezentwurf, betreffend die Abände rung von Amtsgerichtsbezirlen. Auf der Tagesordnung steht zunächst die Wahl des Prä fidiums. Bei der Wahl des ersten Präsidenten, die unter dem Vorsiz des Abg. v. Heereman stattfand, wurden 333 Stimmen abgegeben, davon 27 unbeschrieben, also ungültig, von den 306 giltigen Stimmen erhielt der Abg. v. Köller 304, der Abg. v. Heereman 2. Präsident v. Köller: Ich danke Ihnen, meine Herren, und nehme die Wahl für die Dauer der Session bereitwilligst an.( Beifall rechts.) Bei der Wahl des ersten Vizepräsidenten wur den 340 Stimmzettel abgegeben, davon 118 unbeschrieben, also Windthorst, v. Benda, Zaruba und Janffen je 1 Stimme. Wir haben dem nichts hinzuzuseßen, es war von jeher un verständlich, weshalb nur Herr Bolle flingeln durfte, und die Kleinen Milchhändler nicht. Mit Bezug auf die am Mittwoch Abend in Reiniden dorf verübte Mordthat und den Mörder schreibt ein Bericht erstatter auf Grund der an Ort und Stelle von ihm eingezogenen Erkundigungen, daß die Gerichts- Kommission am Donnerstag den Thäter Täuber noch im Amtsbureau vernommen und daß derselbe, obgleich er bis dahin die größte Kaltblütigkeit, ja fogar Frechheit zur Schau getragen hatte, doch während der Vernehmung ohnmächtig geworden ist. Das zur That benugte Meffer war ein altes, fast bis auf den Rüden abgeschliffenes Schlachtmeffer, das Täuber heimlich aus dem Schlächtergeschäft seines Bruders entnommen hatte, um es zu dem Bwede der Tödtung der Langnick zu gebrauchen. Nach verübter That ließ der Mörder die Schwerverlegte ruhig liegen, entfernte fich, ohne fte weiter zu beachten, und begab fich in die Paeglow'sche Schankwirthschaft, wo er sich, ohne Widerstand zu leisten, verhaften ließ. Als ihm im Amts gefängniß die schweren Feffeln angelegt worden waren, fing er mit denselben an zu raffeln, so daß der dicht neben der Belle Schlafende Amtsdiener während der ganzen Nacht nicht schlafen fonnte. Einmal stand der Amtsdiener auf, begab sich in die Belle des Verbrechers und gebot Ruhe, erhielt aber die ironische Antwort: ,, Ach was, ich muß die Ketten pußen, die sind lange nicht gebraucht und ganz verrostet." Täuber war einer der be üchtigsten Laubdiebe, seine Spezialität war der Diebstahl von Lebensbaum, Luxus- und Dekorationslaub, das er aus Kirchhöfen, Schmuck- und Vorgärten holte. Nur wegen solcher Diebstähle ist er bisher, aber faft unzählige Male bestraft wor den. Am Donnerstag Nachmittag wurde er in das Unter fuchungsgefängniß nach Moabit gebracht. Außerdem veriautet noch, daß der Mörder Täubert feineswegs in der legten Zeit getrennt von seiner Kontubine gelebt hat, ein dieserhalb ent ftandener Streit also auch nicht die Ursache des Mordes ges wesen sein tann. Täubert soll vielmehr am Tage der That wegen versuchter Nothzucht zu einem Jahr Gefängniß verurtheilt worden sein und befand sich vielleicht hierüber in hochbefferten Antrag zuzuftimmen, ohne fich dem Verdacht auszu ungiltig. Von den 222 giltigen erhält v. Heereman 218, grabiger Aufregung, die noch durch die Vorwürfe seiner Abg. Heine: Wir werden für eine kommissarische Be rathung des Antrages stimmen. Wenn wir wirklich die Massen mit Berfprechungen der Art aufreizten, daß eine Bertheilung Der Güter erfolgen solle, so ist doch das noch nichts gegen die Agitation, die eine Belastung der großen Maffen mit Steuern Bunften fleiner Interessentenkreise bezweckt. Wir wollen Abg. v. Heereman: Ich nehme die Wahl dankend an. ( Beifall im Zentrum.) Bum zweiten Bizepräsidenten wurde Abg. v. Benda mit 276 von 279 giltigen Stimmen gewählt. 32 Bettel waren unbeschrieben; außerdem entfallen auf Richter, Schnatsmeier und Schmidt( Stettin) je eine Stimme. Abg. v. Benda nimmt die Wahl mit Dant an.( Beifall bei den Nationalliberalen.) Abg. Berger: Ich beantrage die Vertagung der Sizung. Die Luft ist heute im Saale so außerordentlich schlecht, daß Ronfubine gesteigert sein dürften. Wenigstens nimmt man an, daß die Verurtheilung die Veranlaffung zu dem Strette ge wesen, in deffen Folge Täubert schließlich zum Meffer griff, um die unselige That zu begehen. Die Ermordete soll übrigens in wenigen Wochen ihrer Niederkunft entgegengesehen haben. Spizbuben- Humor. Einem in der Klopstockstraße wohnenden Arzt wurde am 9. d. M., Abends, ein glatter brauner Winterüberzieher mit schwarzem Sammettragen vom Rorridor gestohlen. In den Taschen deffelben befand sich unter anderen Sachen ein Stadtbahn- Abonnementbillet, drei Loose des Archi tektenvereins und einige Visitenkarten. Diese Gegenstände erhielt am folgenden Tage der Bestohlene in einem Rouvert durch die Poft zugeschickt. Auf der Rückseite einer Karte fand fich der Vermerk: Sch will nicht schlecht sein. N. N." r. Ein eigenthümlicher Fall von Thierquälerei wird gegenwärtig auf eifriges Betreiben eines in der Naunynstraße wohnenden älteren Fräuleins von der Strafbehörde näher untersucht. Das Fräulein hatte, wie viele Genoffinnen thres Alters und unverebelichten Standes, das dringende Bedürfniß, ihre ganze Neigung einigen schmeichelnden und langgeschwänzten Hausthieren zuzuwenden, unter denen das ausgewachsene Exemplar eines fräftigen Raters den übrigen Hausbewohnern durch seine räuberischen Streifzüge besonders ärgerlich geworden war. Vor einiger Beit war eine in demselben Haufe wohnende junge Frau mit dem Ausbraten von Schmalz beschäftigt, wobei fie, um den fich entwickelnden Qualm abziehen zu laffen, die Küchen und Korridorthüre ein wenig öffnete; gerade als fte den Ziegel mit dem fledenden Fett in der Hand hält, schleicht fich der freche Stater in die Küche; Schred, Merger und Rache für diesen Hausfriedensbruch dirigiren im Moment den Arm der jungen Frau und eine Welle des fledenden Fettes ergießt fich über den Schwanz und die Hinterbeine des Katers, der fläglich miauend zu seiner Herrin lief. Daß ihm hier die forg fältigfte Pflege zu Theil wurde, läßt sich denken und die Haus bewohner hatten den hochintereffanten Anblick, daß der Kater dei seinem nächsten Ausgange an seinen Hinterbeinen, die in Folge der Verbrühung ihre Behaarung und stellenweise auch die Haut eingebüßt hatten, mit einem hofenartigen Gewande belleidet erschien, aus dem sich abenteuerlich genug der eben falls tabl gebrühte Schwanz emporringe Ite. Seit jener Beit Butritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Allg. Kranken- u. Sterbe- Kaffe der Metallarbeite ( E. H. 29 Hamburg, Filiale III, äußere Louisenstadt), Dienstag den 16. b. M., Abends 8 Ubr, Mitglieder Versammlung Manteuffelfir. 90. Statutenberathung. * Fachverein der Tischler. Montag, den 15. Februar Abends 8 Uhr, in Säger's Lotal, Grüner Weg 29, Be fammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Stadtverordnete Herrn Mitan über: ,, Fachorganisation". 2. Diskussion. 3. Be schiedenes und Fragefaften.- Gäste willkommen. Bille zum Maskenball des Vereins in der Berliner Ressource" an 13. März find in der Versammlung zu haben. r. Daß das fünftliche Färben des Kopfhaares schäd.| straße 31( Gartenfaal), Mitgliederversammlung. Gäste haben lich ist, wurde bereits mehrfach von Aerzten als Vermuthung ausgesprochen, doch fonnten genauere Ermittelungen gewöhnlich nicht stattfinden, da die Bestandtheile der Haarfärbemittel nicht mit Sicherbeit bekannt waren und von den Haarfärbekünstlern eifrig als Geschäftsgeheimniß bewahrt wurden. Neuerdings bat nun ein hiefiger Arst Gelegenheit gehabt in neuen Fällen die schädlichen Wirkungen dieser Färbemittel festzustellen und zwar bei fünf Frauen und vier Männern. Sämmtliche Personen flagten über Eingenommenheit des Kopfes, Schwerhörigkeit und Ohrensausen; eine Untersuchung des von ihnen gebrauchten Haarfärbemittels ergab, daß zu demselben eine Silbernitrat enthaltende Tinktur verwendet worden war. Daß die Gehör ftörungen von dem Haarfärbemittel herrührten, wurde dadurch zur Gewißheit, daß dieselben verschwanden, als der Gebrauch Dieses Färbemittels ausgesezt wurde, und fich bei einigen der beobachteten Personen sofort wieder einstellten, als dieselben tros Abrathens das verdächtige Haarfärbemittel neuerdings wieder anwendeten. Die Belohnung, welche die Behörde im vorigen Sommer auf die Entdeckung des Thäters in der Weber'schen Raubmordfache aussette, ist nunmehr, nachdem durch die Hinrichtung Schunichts die traurige Affäre ihren Abschluß gefunden, zur Auszahlung gelangt. Dieselbe erhielt jener Schreiber des Rechts anwalts Kaufmann, der in den Aften feines Prinzipals zufällig ein Schriftftüd fand, deffen Handschrift mit der des muthmaß lichen Mörders eine frappante Aehnlichkeit besaß und hierdurch Die Polizei auf die richtige Spur führte, unverkürzt. hat die Attentäterin auf Betreiben des alten Fräuleins mebr. Vereine und Versammlungen. fache polizeiliche Bernehmungen und sogar ein Verhör in Moabit zu bestehen gehabt, und war von diesem hochnotbpein lichen Verfahren bereits so geängftigt, daß fie vor einigen Tagen im Büreau eines hiesigen Rechtsanwalts erschien und deffen Beistand gegen die Anklagen des in ihrer Familienehre so schwer getränkten Fräuleins nachsuchte. Es wurde ihr dort der tröstliche Bescheid zu Theil, daß die Sache durchaus nicht so schlimm für ste stehe. Schon öfter ist davon die Rede gewesen, daß in Ber lin eine polnische Beitung erscheinen solle, und von einer Warschauer Beitung wurde Dr. Robinsli als Verleger derselben genannt. In einer Berliner Korrespondenz des" Dziennik Pon." wird, wie die Nat. Btg. berichtet, nun das Projekt ventilirt, ftatt einer polnischen Beitung in Berlin lieber eine deutsche Beitung zur Vertretung polnischer Interessen in Art der eingegangenen ,, Bolnischen Korrespondenz", welche in Bosen herausgegeben wurde, erscheinen zu laffen. Die Redaktion des ,, Dzien nit Pozn." ist mit diesem Projekt ganz einverstanden und meint; eine folche Beitung würde sehr nüßlich sein. Ob sie aber in Berlin bestehen lann, ist eine andere Frage. Theater. Sonntag, den 14. Februar. Opernhaus. Die Zauberflöte. Montag: Der Wildschüß, oder: Die Stimme Der Natur. Schauspielhaus. Tilli, Lustspiel in 4 Alten von Francis Stahl. Montag: Tattüffe, Lustspiel in 5 Atten von Molière. Deutsches Theater. Die Lorelei. Montag: Das Käthchen von Heilbronn. Ballner- Theater. Alfred's Briefe. Montag: Dieselbe Vorstellung. Refidenz Theater. Denise, Schauspiel 4 Atten von A. Dumas( Sohn). Montag: Dieselbe Vorstellung. * Außerordentliche Versammlung der Zimmerleute des Oftens und Umgegend am Sonntag, den 14. d. M., Vor mittags 10 Uhr, im volale Neustädter Boltsgarten, Prostauers ftraße 37/38. Tagesordnung: 1. Wie verhalten sich die Zim merleute des Dftens und Umgegend zu den Beschlüssen der Allgemeinheit hetreffs der Forderung im nächsten Frühjahr. 2. Gründung eines Lofalverbandes. 3. Verschiedenes. * Buchbinder. Zu der am Montag Abend ftatifinden. den Versammlung der Buchbinder und Fachgenoffen( fehe Inserat) werden sämmtliche Kollegen eingeladen. Unter Ber bandsnachrichten" liegen von Stuttgart für den Verein wichtige Beschlüffe vor, welche das Erscheinen aller Kollegen in der Versammlung erfordern. * Arbeiter- Bezirksverein der Rosenthaler Vorstadt. Die nächste Versammlung findet am Donnerstag, den 18. Febr., statt. Das Versammlungslokal wird am Mittwoch im Inseratentheil des Berl. Voltsblatt" bekannt gemacht. * Verein der Mäntelnäherinnen. Montag, den 15. d. Monats, Abends 8 Uhr, im Königstadt- Kafino, Alexander * Eine Versammlung sämmtlicher Eisenbahnarbeite findet am Montag, Abends 8 Uhr, im Louisenstädtiſchen Konzerthause, Alte Jalobftr. 37, statt. 21 * Ortskrantentasse der Böttcher Berlins. Außer ordentliche General Versammlung der Delegirten am 15. bruar, Abends 8 Uhr, bei Heise, Lichtenbergerstraße Tagesordnung: Besprechung über die Wahl eines Kaffen führers. * Berein der Modelltischler, Aderir. 63, Montag Abend 8 Uhr: Vortrag des Herrn Ingenieur 2. Wolfsberg übe ,, Kraftmaschinen". Gäste willkommen. // * Für die Mitglieder des Arbeiterinnen. Verein ( Nord. Verein) findet am Montag, den 15. Februar, Abend 8 Uhr, bei Gräz, Brunnenstr. 140, eine gesellige Abendunter haltung, verbunden mit Tanz und beflamatorischen Vorträg statt. Entree frei. Gäste willkommen. With Die öffentliche Versammlung der Studateure fin nicht Sonntag, den 14. b. M., sondern Montag, den 15. b. Abends 7 Uhr, in Gratweils Bierhallen, Kommandanten straße 77/79, statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Reichstag Abgeordneten Heine über den Arbeiterschuß- Gefeßentwu 2. Die Stellungnahme der Arbeitgeber zu dem neuen 20 tarif. 3. Fortsegung der Delegirtenwahl. 4. Verschieden * Große öffentliche Schneiderversammlung am Restaurant( oberer Saal), Brunnenstr. 9. Tagesordn 1. Vortrag über den Antrag Adermann und Genoffen fähigungsnachweis). 2. Die Arbeitslöhne der Konfektions Rosenbaum, Mollenmarkt 6. Näheres durch Säulena und Inserat am Dienstag. moch, den 17. b. M., Abends 8 Uhr, in Leitmann' Bentral Kranten und Sterbekaffe der Tischl Dertliche Verwaltungsstelle Berlin B( Innere Louiſenfi Montag, den 15. Februar, Abends 8 Uhr, Mitgliederversa lung bei Marquardt, Alexandrinenstraße 110. Tagesordn 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1885. 2. Verschiedenes. * Männergesangverein Schneeglöckchen" jeden tag Abend im Restaurant Naunynftr. 78. Arbeiter Bezirksverein für d. Often Berlins. Diesmal Mittwoch, den 17. Febr., Abds. 8 Uhr, Versammlung 2 Allen Freunden und Bekannten zur richt, daß ich it, bakin ber Waldemarstrasse 61 ( Eche des Mariannen- Platz), Weiß und Bairisch Bier Loka -= Gäfte, durch zeichneten Frühstück-, Mittag- u. Arendti 720] Achtungsvoll Carl Pfister ericheir in's 4 Ma Di Kendeng licht bi Fühlbare Rindern induftrie ber Rin wollen Baum lichen Dr. S Die Rin freifinn men, di wurde a Di um bies Allen b Rinbera if, die ben Vol fahrben. aut Mehrheit fo fonnt fuch nic Frage de außer b wenige il find im in Keller's Lokal, Andreasstraße Nr. 21. Tagesordnung: 1. Vortrag des Reichstagsabgeordneten Herrn Aug. Heine eröffnet habe. Ferner empfehle meinen über: Die Schulfrage." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 4. Fragelasten. Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Die neuen Statuten tönnen gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte in Empfang genommen werden. Billets zu Präuscher's Museum, welche zum Eintritt für den halben Kaffenpreis berechtigen, find in der in Versammlung am Rafftertisch zu haben. Da die am gebeten. [ 715] Mittwoch stattfindet, so werden die Mitglieder um möglich weiteße Verbreitung dieſer Weine Der Vorstand. Dele Alliance Theater. Die schöne Gelena. Bur Unterſtüßung d. Kreikenden Verein d. Parquetbodenleger Alliance- Theater. Montag: Dieselbe Friedrich Wilhelmstädtisches Theater. Der Zigeunerbaron, von Joh. Strauß. Montag: Dieselbe Vorstellung. Walhalla Theater. Das lachende Berlin. Heiteres aus der Berliner Theatergeschichte Glaceehandschuhmacher find folgende Gelder eingegangen: Vom Verband 1100,00 M., von Kollegen Berlins 552,20 Mart, von Kollegen in Brüffel 161,29 M., Kollegen Berlins. Montag, den 15. Februar, mit Geſang und Tanz in einem Borfviele Kollegen in Luxemburg 40 M., von Rougen Groß. Wiener Maskenball und 3 Akten von Jakobson und Wilken. Montag: Dieselbe Vorstellung. " Monisenstädtisches Theater. Abracadabra. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kentral- Theater. Der Stabs Trompeter. Montag: Dieselbe Vorstellung. ttoria- Theater. Däumling. Montag: Dieselbe Vorstellung. Drend Theater. Hand und Herz, Trauerspiel in 5 Atten von Anzengruber. Montag: Dieselbe Vorstellung. American- Theater. Große Spezialitäten Vorstellung. Theater der Reichshallen. Große Speziali täten Borstellung. Ranfmann's Variete. Große Spezialitäten Borstellung. Routordia. Große Spezialitäten- Borstellung. Alhambra- Theater. Wallnertheaterstraße 15. Heute: Die Verschwörung der Frauen. Historisches Lustspiel in 5 Atten von Arthur Müller. Vor der Vorstellung: Gr. Konzert der Hauskapelle. Anfang des Konzerts Wochentags 7 Uhr, der Borstellung 7% lor. Anfang des Konzerts Sonntags 6 Uhr, Der Vorstellung 7% Uhr. Bons baben Wochentags Biltigkeit und find im Theaterbureau( 12-1 Uhr) gratis zu haben. Baffage 1 Treppe. 9 U. Morg. bit 10 u. b. in Buffe's Salon, Gr. Frankfurterstr. 87. Billets find zu haben bet sämmtlichen Mit gliedern des Vorstandes und des Vergnügungs fomitees. Freunde und Gönner ladet ergebenst ein [ 707] Das Komitee. in Joh. Georgenst. 50 M., von der Weißgerberei in Joh. Georgenft. 30.85 M., von den Weißgerbern Berlins 178,75 M., von den Maurern Berlins 100 M., von den Steinträgern Berlins 55 M., von den Schirmmachern Berlins 11,40 Mart, von den Hutmachern Berlins 4 M., von den Bauanschlägern Berlins 2,70 M., von den Bentral- Kranken- u. Sterbekasse der Schuhmacher ( Oertliche Verwaltungsstelle Berlin). Sonntag, den 21. Februar, Abends 6 Uhr, Bädern Berlins 19,10 m, von den Sattlern und Berufsgenossen Berlins 20 M., von den Steindrudern und Lithographen Berlins 14 M, von den Schmieden Berlins 6,10 M., von den Klempnern Berlins 7 M., von den Bauhand wertern Berlins 12 M., von den Schneidern Großer Wiener Maskenball Berlins 15,30 M., von den Schneidern Berlins 13,13 M., von den Metallarbeitern 10,60 m., im Königstädtischen Kasino, Holzmarktstr. 72. vom Tischler Grabert 1.25 M., von der Naud Billets find noch bei Baple, Naunynftr. 36, schen Buchdruckerei 6,20 M., von der Möbel. Burisch, Markusstr. 38, und in den Zahlstellen fabrit Pfaff 6,60 m., sonstige Sammlungen zu haben. Um rege Betheiligung bittet 48,88 W.; Summa 2466,35 W. Da der Streit 711 Der Vorstand. leider noch nicht beendet ist, kann auch noch feine vollständige Abrechnung gemacht werden Fachverein der Puter. Mitglieder- Versammlung und theilen wir nur mit, daß dieselbe nach Be endigung des Streils öffentlich geschehen wird. Am Mittwoch, den 17. b. M., Abends 8/2 Uhr, Wir bitten, uns auch fernerhin zur Seite zu stehen und sagen allen Gebern im Namen der Kollegen den besten Dant. J. A.: Die Lohnkommission. Versammlung des Verbandes deutscher Zimmerleute ( Lokalverband Berlin) am Montag, den 15. d. Vt, Abends 8 Uhr, West und Umgegend in Gründer's Salon, Schwerinstraße Nr. 26. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Nig. 2. Verschiedenes. 3. Fragelaften. Pflicht eines jeden Bimmer manns ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Kaiser Panorama. In dieser Woche: Däne- 704 mart, Schweden, Norwegen. Eine in Scheffer's Salon, Inselstr. 10. Tagesordnung: Empfehle mein Weiß- und Bairis Bier- Lokal, be blind 40% Seidel 10 angenehmer Aufenthalt. Weiße 20 Pfg. Billard Stunde 638 Achtungsvoll Aug. Biesenthal Wienerftr. 20. 任 Allen meinen Freunden und Bekannten P Nachricht, daß ich Langestraße Nr. 9 ein Restaurant übernommen habe und bitte mich in mein Unternehmen gütigft unterstüßen zu wollen 705 Achtungsvoll H. Koch Roh- Tabak! Breiswerthe Sumatra und Java Umblatt- und Einlage- Tabade, empfehle 7091 Ded Bergemann& Donisch C.. Alexanderstraße 38 ringer 3 loben Da lieblich rudfichts Ariellen fanden Ju Winte in ber Beitunge worden, für ben Franken man bes befonberi falle ben genten Billardstube, sowie Papenhofer u. helles Lage Meine Destillations, Bier, Frübftüde un Kottbuser Damm 58( Herrmann- Play bier a Glas 10 Pf. empfehle bestens 382 bd I billigsten bis zu ben elegante Gesichtsmasken in der größten Auswahl Vortrag des Herrn Dr. Gerlach über: 5 f. an. Knallbonbons das D. va 35 Brillen Die Ernährung und Krankheitserscheinung im an. Lager von Bijouterien als: Brod Arbeiterstand."" Um zahlreiches Erscheinen ersucht Ohrringe, Kolliers, Armbänder, Haarpfeile, fo Uhrketten f. Damen und Herren in Slay Bezirksverein d. arbeitenden Bevölkerung 703 Der Vorstand. des SW. Berlins. Ordentliche Versammlung am Montag, den 15. Februar, Abends 8 Ubr, in den State ballen, Alte Jakobfir. 120. T.- D.: 1. Vortrag des Profeffor Gerrn Petri über: Die Ent wäfferungsanlagen in Marienfelde. 2. Die zu gründende Vereinsbibliothet. 3. Verschiedenes Säfte willkommen. 693 und 25 Pf. an empfiehlt das Schreib- und Leb Alb. Schwarzer Waaren Geschäft Skalizerstraße 137, Ede Rottbufer Blas Preisen. Vereine Preisermäßigung.14 und Fragetaften. Mitglieder zahlreich erwünscht. und Damen in großer Auswahl zu billi Der Borstand. Unterstüßungsverein der Buchintereffante teise durch Solland. Neu! Gauverein der Maler. Hertha Reife. Rarolinen 3nseln ac. Gine Steise 20 Bf., Rinder nur 10 Bf. Ver. einsbillets. Verspätet! P. Cordt, Reichenbergerftr. 140 Achtung! H. F. Dinstage Rottbuserstraße 4, Sof 1 Mart. Garantie rein amerilanischer Za Dienstag, den 16. d. M., Abends 8½ Uhr, Montag, den 15. Februar, Abends 82 Uhr, Kein Laden, nur eigene Fabrikation. 25 Biga Bersammlung in Gratweil's Bierhallen, Kommandanten Straße 77/79. Zages Ordnung: 1. Die Stellung des Vereins zur Schund. tonfurrenz und Lohnreduktion. 2. Kaffenbericht. 3. Verschiedenes und Fragelasten. Gäfte haben Butritt. [ 708] Der Vorstand. Vereins- Versammlung in Feuerstein's Salon, Alte Jakobstraße 75. Tages- Ordnung: Rippentabat 2 Bfd. 70 Bfg. Schlafftelle mit fep. Eing. f. 2 Germ 1. Vortrag über: Naturheillehre". 2. Ver. 1. März zu verm. Hagelsbergerftr. 48, bandsnachrichten. 3. Fragelasten. 716 9 Ein junger Mann, der sich dem Burea Möblirtes Zimmer für 2 Herren a 9 Mart widmen will, fann fich am 14. b. M. von [ 717 11 Uhr Vormittags im Gerichtsvollzieher. Bu zu verm. Waldemarfir. 72 b. Mehnert. Jüdenstraße 24, melden. Für die vielen herzlichen Beweise der Theil. nahme bei der Beerdigung meines lieben Man nes sage ich allen Verwandten, Belannten und Kollegen, namentlich den Vereinen, sowie Herrn Prediger Freidant für seine troftreichen Worte am Grabe meinen tiefgefühlteften Dant. Berlin, den 14. Februar 1886. 718 Frau Wittwe Dube. Berantwortlicher Nebatteus R. Crochet in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW, Beuthstraße 2 30 Mamsells auf Regenmäntel on [ 714 Single, Weinbergsweg 11b, Hof III. Ein Deckbett, 1 Unterbett, 2 Kopfkissen, neu, Für Gen. 1 frdl. Schlafft. b. Kördel, Forsterft. 53, 1. 24 M.. sofort zu verlaufen Reichenbergerstraße Für Gen. 1 frol. Schlafft. b. Papke, Naunynftr. 36. Nr. 183, im Riftengeschäft. aufamme Der Rom 11] Di AIS fich nich Jum Rer Erregung benn au innerung weifelte bis fie, 1 einmal u So batte ibre geg gebracht. So The Fie hinab un Rnarren Gollnow Don unt bas Bill bie Lam gleich be warf fid in welch nun im Ausführ Mi ihon bi fie biefe was mußte f fortiges j4wache