Nr. 39. Dienstag» de« 13. Februar 1883. HL Jahrg. erlinerllotep Drgan für die Intcrefskn der Arbeiter. 4 Im Kiiideriirdeit. » Die dem heutigen ProduktionSwesen innewohnende Ua 3' Arbeitskräfte überflüssig zu machen und mit mög- sa??. billigen Arbeitskräften zu arbeiten, drängt sich immer g�Wte* hervor. So nimmt auch die Eiustelluag von : Frauen und„jugendlichen Arbeiter»- in die Wa�en Betriebe zu; desgleichen wächst die Heranziehung ftnn 81 zur Hausarbeit. Die Herren von St. Manchester » � diese Dinge natürlich nicht ernst nehmen. Hur ja"to 6 a dh spöttelte, als im Reichstage von de» schäd- Wirkungen der Hausarbeit die Rede war, und Herr ki' f,$ n e t b e t behauptete in der Arbeiterschutzkommission, . Kinderarbeit sei in der Abnahme begriffen. Dieser � Mnige" Herr hat sich offenbar nicht die Mühe gevom» «toA Berichte der Fabriken-Zaspektoren zu lesen und auch j» der Kommission gebührend bedient. uw V' deutsche Presse könnte mehr thun, al« sie bisher gethan, Schäden du Kinderarbeit in du Industrie darzulegen und o j* die Uebuzeugung beizubringen, daß wir es in du �."»erarbeit mit einer Sache zu thun haben, die geeignet ta, a! bbysische und moralische Entwickelung des arbeiten« l>? Volkes auf Generationen hinaus auf's Höchste zu ge- L�den. Wenn die gesammte deutsche Presse oder nur die .'ihrhiit derselben in diesem Punkt ihre Pflicht thun wollte, I� en die Herren Baumbach und Schneid« den Ver« J9 nicht mehr wagen, die öffentliche Meinung in der der Kinderarbeit hint« das Licht zu führe«. Allein wr den Arbcitttblättern thun in dies« Sache nur sehr e ihre Schuldigkeit und die eigentlichen Arbeiterblätt« im Btthältniß zur gesammten Presse nur von ge» kb Sr&chL , Da muß man dem gegenüber die schweizer Presse ,%n, bei der es Orgaue giebt, die keineswegs als aus- Aiießliche Arbeiterorgane gelten können, die aber ??sichtsloS die Schäden de» gegenwärtigen indu« Pillen System» aufdecken und angreife«. So .ben wir in dem demokratischen„Landboten' --*** WM» � Wmterthur eine interesiante Darstellung der Verhältnisie ? der S t i ck e r« i- Z n d u st r i e. Zv schwch«ischen Übungen war kürzlich mit besonder« Betonung gemeldet !�tden, daß der Stickerei-Export au» dem Kanton St. Galle« i den Monat Zanuar �allein eine« Werth von 6 Millionen i, repräsentire. Der„Landbote" führt nun au», daß l,,n deshalb nicht glauben dürfe, daß die Stick«ei-Arbeit« foD w stut daran seien. D« Löwenavtheil im Gewinn den große« Kaufleuten, de» Fabrikanten und den WoÜ. zu; dann kommen die Komptoiriste» und wa« damrt de» h�häugt und dann erst die Arbeiter. Die Stellung �towploiristen wird freilich in den meisten Fällen eben Jeuitceton-- Nie Tochter des Bankrotteurs. Roman aus der Gegenwart von Gustav Lössel. Als Erna heute zum ersten Mal heraufkam, hatte sie "'cht weiter umgesehen. Zetzt war ihr da« Zimmer wttto«** geworden, und nachdem sie ihre erste heftigste de«»„ � bemeiü-rt hatte, musterte sie e« genau. Da sah sie '»Hern � da» Bild wieder u»d traumhaft kam ihr die Er- zrveis","L an die erste Betrachtung desselben. Dennoch iz a.» ste an dn Wahrheit ihr« damalige« Entdeckung, ' QQib hnFK AsFittrYtotipn Pnfitlf noA Us vig er r'*" VVV VUIIIU» «i» J',' halb widerstrebend, den bald gesunde»en Knopf noch So �drehte und nun die Thür sich wieder öffnete. ihre® sie rine kindliche Spielerei in den Besitz eine» für gebrach�"U'ürtigen V«hält»iss« unschätzbaren Geheimnisse» Eh« g. Lkeich«wachte in Erna der Gedanke an Flucht. Wab Un.le�,ibe aber i»« Werk setzte, lauschte sie flüchtig »»Ne-, �''"au«, um zu hören, ob man da» v«dächtige »Enrn* ri,.�hüt auch wohl im Haus« vernommen habt. »o»'chäef. da» veniethe« seine tiefe» Athemzüge, aber »S drang ein G«äusch herauf. Da» bestimmte sie, dst vorläufig wieder in seine Lage zu brmgen und gteick v d» zu löschen. Nun ging unten die Thür, und r,j, I_ betrat der Kommissar da« Vorzimm«. Sie —, vta s .-jjj;..? za bringen. >cho« y: dr«sir Absicht trat sie wieder vor das Bild. Ab« w bietpii�anb»ach d« geheimen Feder ausstreckend, zog v was'■"«ch einmal zurück. Ehe sie die Thür öffnete ?">hte g» �cht die Beamten wieder nach oben rief— Jjttioc« t-�'v'gstenS einen schwachen Schutz gegen ihr so« �ache f ingen haben; auch konnte sie sich auf das ''nblicht als Leuchte allein nicht verlassen. In so wenig eine glänzende sei», wie bei uv» in Deutschland. Die Stickerei-Arbeiter aber befinden sich in Folge der stet» wachsenden Verwendung von Maschinen beinahe in ähnlich« Lage, wie die Web« in Sachsen und i« Thüringen, und welch« Art diese Lage ist, brauchen wir unseren Lesern nicht weit« auteinand« zu setzen. Unt« den Mittheilungen de» schweizerischen BletieS befindet sich auch ei» Passus üb« die Wirkungen d« Kmderarbeit in der StickereiZndustrie. Es heißt dort: .Die Schattenjeiten der Stickereiindustrie sind indessen nicht bloß auf»ationalökonomischem Gebiete»u suche». Die sanitarische Untersuchung der Rekruten wird in de» Siickneizentren üb« kurz oder lang eine nicht u n- wesentliche Abnahme der vhysischenVolk»- kraft zu konflatire« im Falle sein. Ganz abzesthea da- von, daß daS Arbeiten in geschlossenem Räume und in fitzend« Stellung ei» Hemmoiß für die gesunde Eatwick- lung und die Ausbildung voller Manneskraft ist, erwächst noch befond«« Schaden durch die Verwendung kleiner, 10»— 14jährig er Kinder für die Arbeit veS FädelnS, der diese bedauernswürdigen Opfer der Habgier, die mit zwei Kindern eine erwachsene Fädl«in zu ersparen sucht, von Morgen» früh bis Abends spät in jeder schulfreien Stunde obliege« müssen. Natür- lich kommt dies in den Fabriken, wo da» Fabrikgesetz der- artiger Versündigung wehrt, nicht vor, wohl aber in den Häus«n d« nicht kontrolirbaren Einzelsticker. Den Lehrern «zählen die matten, oft entzü»deten Augen, daS blutlose, bleiche Gesicht, die dünne Stimme und die müde Schläfrig- keit vieler Schüler von derartiger Miß- Handlung, welche sie um ihre Jugend, ihre Gesundheit und ihr Lebensglück betrügt, d« gegenüber aber das Gesetz leider machtlos ist.— Auch erwachsene und geübte Fädle- rinnen stimme« darin überein, daß da» Fädeln eine mit der Zeit nervös«regende Thätigkeit ist, welche namentlich die Augen in hohem Grade anstrengt und oft Entzündungen diese» edeln OrganeS h«vorruft, die sich dann Dank den Bemühungen schurkisch« Quacksalber zu gefährliche« Krank» heiten entwickeln."— Wir wolle» dabei nur bemerken, daß man eS wohl nicht imm« al«„Habgier" bezeichnen kann, wmu Kind« zu sol- che« Handleistungen in der Hausarbeit verwendet werde». Sehr oft ist e« nur die äußerste Roth, welche die Eltern dazu treibt. Auch ist e« richtig, daß mit der Fabrikgesetz- gebung schwer dagegen etwa» auszurichten ist. Da« hört erst auf, wenn mehr Arbeitsgelegenheit beschafft und besserer Lohn gezahlt wird. Wer dann noch Kind« zu HauS- da» angrenzende Zimm« schien die geheime Thür nicht zu führen; dann hätte sie ja auch keinen eigentlichen Zweck gehabt, wo dicht daneben eine Thür sich schon befand. Erna zog leise eine« Riegel vor die Vorzimmerthür, um den Beamten den Gedanken zu«wecken, daß sie mit einem Nachschlüssel durch die andere Thür entkommen sei. Dann zündete sie einen auf ihrem Nachttisch stehenden Wachtstock an und näherte sich«och einmal dem Bilde. Dasselbe v«deckte die geheime Thür vollständig. Sie öff- «ete diese jetzt unter Anwendung d« größten Vorsichr ge- räuschlo». Eine hohle Wand zeigte sich ihr; dieselbe verlief seit« wärtS, also parallel mit der Zunmerwand. Hineinblickend, gewahrte Erna ein wenig zur Linken eine aufwärts führende schmale Stufentreppe. Die Thür hatte auf der Innenseite ein leicht bewegliche« Drückttschloß und zu mehr«em Schutz Sjei schwere breite Riegel, Diese dewirkten, daß der pparat während der heimlichen Abwesenheit des Zimm«- bewohn«»»«entdeckt, respektive nicht in Thätigkeit gesetzt werde« konnte. Erna schwang sich«un in die etwa» erhöhte Oessnung und zog die Thür hehutsam hinter sich zu. Mit einiger Anstrengung gelang c» ihr auch, die beiden cingerostren Riegel vorzuschieben. Wen«»un auch das Geräusch der zugezogenen Thür ihre Wächt« noch einmal ins Zimmer rief und sie den geheimen Ausgang entdeckten,«brechen konatea sie die starke Thür denn doch nicht so leicht und inzwischen hatte sie vielleicht schon einen Ausgang au« dem Schlosse gefunden. Noch einen Augenblick stand sie lauschend still, dann erstieg sie hastig die steile Treppe. Oben betrat sie einen dunkle» Gang, der auf d« einen Seite eine gemauerte, auf der anderen aber eine bloße Bretterwand hatte. Treppe und Gang schnitten sich im rechten Winkel. Offenbar war die Mauer zur Linken die Bodenwanb.|päter rechtwinklig ab und mündete wied« auf eine Treppe. Diese war aber«ine eiserne Wendeltreppe, so schmal und so sie«, daß, wer den geheimen Gang nicht kannte, von ihrer Eristenz auch sich« keine Ahnung haben konnte. arbeit heranzöge, könnte eS allerdings nur aus Habsucht thun. Aber wir sind eben noch nicht so weit. DaS Bild, welches von dem schweizer Blatt in Bezug auf die Zustände in St. Gallen entworfen wird, paßt völlig auf die deutschen Zustände. In Sachsen. Schlesien, Thüringen ist es bei der Stickerei und Weberei nicht and«S; die Kinder müssen dort karten und spulen, um wenige Groschen täglich zu verdienen. Der Vorwurf, den der Abg. Auer in der Arbeiter» schutz-Kommission erhob, daß man nämlich seitens der Regierung die Kinderarbeit noch nicht genügend untersucht habe, ist vollständig begründet. Wenn wir nun auch zu» geben, daß eS für die Fabrikgesetzgebung sehr schwierig, in manchen Fällen unmöglich ist, die Verhältnisse in der Hausarbeit nach den Grundsätzen der Humanität zu regeln, so bestreiten wir doch, daß damit alle Mittel erschöpft seien und daß man der Sache über- Haupt nicht beikommen könne. Die Schule hat unser« Ansicht nach das Recht und die Pflicht, d:e Jugend den gierigen Händen der Industrie zu entreißen, um die zarten Körper vor stühzeiiigem Siech- thum, den Geist vor Verdumpfung und Versumpfung zu bewahren. Aber die Schule in ihr« heutigen Gestalt hat nicht die Macht dazu; sie müßte eben bedeutend umge- staltet w«de«. Man hätte unseres Erachtens schon längst die Errichtung von staatliche« Kindergärten, fast ganz nach A:t der jetzt schon so vielfach bestehenden betreibe» sollen, in denen die Kinder wie gegenwärtig ren Tag über u»t«gebrocht werden und Abends zu ihren Eltern zurückkehren. Das würde die Ausnutzung d« kleinen noch nicht schulpflichtigen Kinder schon bedeutend einschränken. Die meiste« Leute schicken ohnehin heute ihre Kinder in den Kindergarten; eS müßte das eben zur Pflicht gemacht werden und unentgeltlich sein. Wir behalten unS vor, diesen Kedankm einmal dcS Näheren auszuführen und dann auch hinzuzufügen, was die Schule für die schulpflichtigen Kinder zu thun hätte, um sie von d« Industrie fernzuhalten. Dabei wollen w r ausdrücklich betonen, daß wir in dieser Frage keineswegs zu Extravaganzen hinneigen. Wieder ein Zwang! werden Baumbach und Genossen sagen. Nun, was heute drei Viertel der Eltern freiwillig thun, wo sie Gelegenheit dazu haben, das kann morgen doch kein so schlrmmer Zwang sein! Die„Freiheit", wie sie Baumbach und Genossen meinen, ist für die Arbeiter der allerschlimmste Zwang. Offenbar stammte diese Anlage aus der Zeit der Er- bauung dieses Hauses, au» ein« Zeit, in der das Spiel mit dem Geheimnißoollen und die Sucht nach galanten Abenteuern zur Manie ausgeartet war. Da« sorglose Da- hinlebe« jener Tage liest wenigsten« kaum vermuthen, daß diese Vorrich ung zum Schutz d« persönlichen Sicherheit der Schloßbewohner getroffen worden. Erna war natürlich zu earegt, um sich Gedanken hierüber zu machen; ihr genügte das Vorhandensein des geheimen Gange», um sie mit Dank gegen den unbekannten Urheber desselben zu«'füllen. Am Fuße der Wendeltreppe befand sich wieder eine solche Thür wie die, durch welche sie de« Gang betreten hatte. Ohne Zweifel stand sie hier am Ende desselben. Auf dieser Seite waren sämmtliche Riegel vorgeschobcen, ei» Beweis, daß sich zuletzt Jemand von hier aus nach dem Zimmer begeben hatte, in welchem sie bis jetzt eingeschlossen gewesen. Erna öffnete die Thür und trat von einer steilen Stufe auf das Parquet eine« hohen gewölbten Saale« herab. Auch hier verdeckte ein Gemälde die geheime Thür, und zwar ein noch größeres als das auf der anderen Seite. Das- selbe stellte einen Ritter in voller Rüstung, offenbar einen Ahnherrn de« Hauses dar. Seine Rüstung war schwarz, sein Gesicht bleich und finster blickend, sein breeteS Schwert gezogen. So stand er wie ei» Wächter an der ge» Heimen Thür, und wahrlich, keinen bessere» hätte man dort- hin stellen können. Das düster gehaltene Gemälde, aus welchem das tiefblasse Gesicht mit den großen schwarzen Augen gespenstisch hervorleuchtete, wirkte in seiner W.ise erschütternd. Wer dasselbe sah, fand sich nichr verludst, ganz nahe heran zu gehen. Man mußte et v elmehr aus einer gewissen Entfernung betrachten, um den vollen Eindruck davon zu haben. Das bemerkte auch Erna, als sie ne.ch langsamem Vorwärtsschreiten wieder stehen blieb, um ei cn on nür enden Blick umher zu roerftn. Beim flackernde» Schein des hin und her bewegte» Wachslichtes gesehen, schien der schwarze Ritter Gestalt und Leben zu gewinnen Es war, als wenn er aus seinem düsteren Rahmen h roortreten und Erna folgen wolle durch die lange Reihe derer von Selchow, Politische lieber ficht. Im St.taislage wird im Laufe diefer Woche voraus' fichtlich die Debatte über die Verlängerung des Sozialisten- gefetze« beginnen. Vorher wird jedoch die Denlschnft betreffend den Belagerungszustand in Berlin, Hamburg-Altona und Leipzig zur Erörterung gelangen. Die sozialdemokratische Frak- tion hat dem Vernehmen nach bereits über ihr Verhalten zu den bewerten Vorlagen beschloffen. Zu der BelagerungS- zustands Denkschrift werden die Abgeordneten der BelagerungS- gebiete, Viereck, Frohme und Einger, in der Generaldebatte zum Verlängerung« antrage Bebel, Geiser und Liebknecht Na- mens der Fraktion sprechen. In der Epezialdebatte werden zu den einzelnen Paragraphen deS Gesetzes sämmtliche Mitglieder der sozialdemokratifchen Fraktion, nach Maßgabe getroffener Bestimmung, das Wort ergreifen. Wie verlautet, wird das Zentrum den Antrag stellen, das Ges-tz einer Kommisfion zur Berathung zu überweisen. Die sozialdemo.rattsche Fraktion wird gegen die kommiffarischc Behandlung stimmen, und auch kein Mitglied in die Kommisston entsenden. Der Diätenprozefi gegen de« Reichstagsabgeordneten Hasenelever, welcher am Sonnabend vor dem Oberlandes« gerichtr Hofe zu Naumburg stattfinden sollte, ist bis zum 10. April oertagt worden.— In dem Diätenprozesse gegen den deutsch- frerstnnigen Abgeordneten Lerche hat das Naumburger Ober- landesgericht auf Beweisaufnahme erkannt. Die Beweisauf- nabme soll fich darauf erstrecken, ob der Abgeordnete Lerche D äten empfangen hat. Bekanntlich hat der Abgeordnete Lerche den Diätenbezug bestritten.(Siehe Gerichtsverhandlung.) Ausnahmegesetz für die polnische Presse. Der Chef- Redakteur des„Run) er Pozn.", der Geistliche Dr. Kantecki, und der verantwortliche Redakteur dieses Blattes standen am 12. d. MS- wegen eines der„Revue deS deux Monde!" entnommenen Artikels über die Ausweisungen, sowie wegen der daran geknüpften redaktionellen Bemerkungen vor der Straf- kammcr deS Posen« Landgerichts. Der verantwortliche Re« dakteur wurde zu sechs Monaten Gefängniß verurlheilt, der Chef Redakteur Dr. Kanteckt jedoch freigesprochen, da er weder als Cbeff Redakteur(nach§ 47), noch a!S Anstifter(nach§ 48 des Strafgesetzbuches) für strafbar crach'et werden konnte. Nach Mittheilung des„Kuiyer Pozn." erklärte der Vettreter der Staatsanwaltschaft bei der Verhandlung: er werde, fall! das Gericht den Dr. Kantecki freispreche, bei der Regierung einen Antrag auf Abänderung der Preßgesetz« gebung für die dortigen Verhältnisse stellen.— ES wird also imm« herrlicher! Wenn einem diensteifrigen Staatsanwalt da! Gesetz nicht mehr ausreichend erscheint, so fordert er schnell Ausnahmegesetze. Woher solche Leutchen wohl den Muth zu solchem Thatendrang nehmen? Sollten fie den- selben auS der Voraussetzung schöpfen, daß dergleichen An- träge an gewisser Stelle nicht ungern gesehen wcrven? Die Armee deS Minister« Maybach. Der Chef der öffentlichen Arbeiten in Preußen beschäftigt allein an B e- amten in den Effenbahnbetrtebsoerwaltungen 79 851, von denen 63 285 etatSmäßig und 16 606 oußeretatSmäßig angestellt find. Die Gesammtzah! der in den Betriebsverwaltungen be° schädigten Arbeiter be läuft stch auf 65 475, hierzu kommen noch 38 484 Streckenarbeiter. Die Werkstättenverwaltung beschä'tigi insgesammt 1963 Beamte und 32 844 Arbeiter, bei den Gas- anstalten wann 22 Beamte und 219 Arbeiter thätig und bei der Neubau-Verwaltung 1431 Beamte. Endlich waren in den Werlstätten 1468 Lehrlinge untergebracht. Die Beamten- und Aibeitnarmee also aller Grade, welche insgesammt den Be« fehlen ihreS obersten Cheks und Führers zu folgen hat, beträgt nicht weniger als 220 756 Köpfe.(!) Die Eisenbahnverwaltungs- Armee ist demnach mehr als halb so stark, wie das deutsche Heer in Friedenszeiten!— Und diele Ziffer würde einen kolossalen Zuwachs erhalten, wenn weitere Industrien in die Hände deS Staates übergingen, wenn z. B. Branntwein oder Tabaks- Monopol vom Reichstage bewilligt würden. Die Beratbung des NetchShauShaltsetat« für das Finanzjahr 1886/87 ist jetzt zu Ende. Nach dem nunmehr definitiv angenommenen EtatSgesctz find die Einnahmen und Ausgaben im Ordinarium auf M. 621 152 433 und rm Extra- ordinarium auf M- 75 463 076 festgestellt worden. Der ge- sammte Etat umfaßt hiernach M. 696 615 000, gegen Marl 612 325 592 im Vorjahre. ES hat somit gegen das Vorjahr eine Steigerung der Einnahmen und Ausgaben von 84,3 Mill. stattgefunden. Von der Zunahme kommen auf die durch die Novellen zum Zolltarife und zum Stempelgesetz erzielten Mehr. einnahmen 54,6 Millionen. Dieselben bilden inso ern einen durchlaufenden Posten, als die gleiche Summe mehr an die Emzelftaaten veitheilt wird. Den Rest des Zuwachses bilden Mehrausgaben, die stch auf das Reichsheer, die Marine, das Reichsamt des Innern und das Reichsschatzamt vertheilen. Gedeckt werden diese Mehrausgaben zum Theil durch die Er» Höhung der Matrikularumlagen, welche M. 138 443060 betragen und fich gegen das Vorjahr um M- 16 007 642 erhöht haben. Der Reichstag hat im Vergleiche zum Vorjahr nur mäßige Abstriche am Etat gemacht. Er hat das Ordinarium welche zu beiden Seiten des Saales mit gleich ernsten Mienen auf die Störeiin ihrer vielhundertjährigen Ruhe h-rabblickten. Das Bild nahm die Mitte der oberen Schmalwand ein; von ihm führte ein breit« Teppichstreife« durch den parquetirte» Saal»ach dessen anderem Ende. Porträts in große» und kleinen Rahmen be- deckten die Wände, läng« denen antik geschnitzte, mit bunt- bedrucktem Leder überzogene Sessel aufgestellt waren. Diese und am ferneren Ende ein gefchnitzer Eichentisch bildeten das ganze Ameublement de« Saales. Die LängSwand war auf der Innenseite von vielen Thüren durchschnitten, auf der anderen wölbten sich mehre hohe Fensterbögen. Diese waren aber mit dunklen schweren Portisren verhangen, so daß der Saal ganz finster war. Stellenweise hatten sich aber doch die düsteren Draperien verschohen, hie und da hatten auch rie Ernas Licht um» flatternden Motten ein Loch hineingefressen, und durch diese runden oder schmalen Oeff«ungen drang überall das ge- spenstische Mondlicht. Motten und Staubatome stiegen in demselben auf und nieder, und wo e« auf Parquet oder Wand fiel, beleuchte'e et dicke Lagen von Staub und Spinnengeweben, welche sich nur im Laufe vieler Jahre hier angehäuft haben konnten. Erna blickte mit leisem verwunderten Kopfschüttel« umher. Sie hatte bither f%»( Ahnung von dem Vorhan- densein diese« Saale« gehabt. Die Baronin hatte ihr ge- sag», daß der alte Theil de» Schlosses ganz verödet und so baufällig sei, daß ihn Niemand ohne Gefahr betreten könne. Datum waren alle dorthin führenden Thüren verschlossen und die Baronin selbst bewahte die Schlüssel zu den- selben. Erna wollte zuerst seitwärt» abschwenken, um au» dem düsteren Saal herau« in lichtere Räume zu komme«; ab« dann überlegte sie, daß e« besser wäre, wenn sie au» der nächsten Umgebung der geheimen Thür spurlos ver- schwand, und da« konnte sie nicht, wenn sie da« mitsein« dicken Staublage bedeckte Saalparquet betrat. M tsSich«- hett durchsuchten dre sie ve: folgenden Beamten auch da« a lt e Schloß, und dann konnten ihnen die bestimmt be- grenzten Fußabdrücki nicht entgehen. Gelang es ihr, üb«- um Mark 2 527 000, das Extraordinarium um M. 6 740 000, demnach den G-sammtetat um M. 9 267000 vermindert. Ein Bubenstück— so schreibt man uns von geschätzter Hand— ist von der deutschen R-ptilienpresse mit Bezug auf die jüngsten Vorkommnisse in London verübt worden. Ein Bubenstück! Wir können keinen milderen Ausdruck gebrauchen. Lügen und Fälschen in der Abficht, eine Partei zu verdächtigen, womöglich zu verderben— das ist unter allen Umständen ein niederstächt ig« Streich. Und ein solcher Streich ist in diesem Falle verübt worden. Fassen wir die Thatsachen zusammen. Montag, den 8. d. Mt9., Nachmittags, blitzte der T-legraph die Nachricht von London, es habe dort„ein sozialistisch- anarchistischer Aufruhr" stattgefunden— dem erfien Telegramm folgten weit««, alle in demselben Sinne, auf dasselbe Ziel hin- strebend. Die Reptilienpresse kolportirte und kommenlirte diese Telegramme mit Wollust und am Morgen des 9. Februar gab es in Deutschland wenig Leute, die es nicht„schwarz auf weiß" hatten, daß England der Schauplatz eines sozialistisch. anarchistischen Revolutiontausbruches gewesen sei. Zwei Tage lang hatte das Schauermärchen freien Kurs. Die englischen Blatter von Dienstag, welche die ersten Berichte über die Montagsvorkommniffe enthalten konnten, trafen erst DonnerS- tag in Deutschland ein. Und waS enthielten fie? Von sozia- listisch-anarchistischer Putscherel kein Wort. Berichte üb« Ver- sammlungen Arbeitsloser. Und Berichte üb« Exzesse und Spitzbübereien, welche nach jenen Versammlungen ein Haufe Eongba und Pickpockete(rohes Gesindel und Taschendiebe) verübt hatte! Vonk„AnarchiSmus" und„SozialrtmuS" kein Wort— auch nicht die leiseste Andeutung, daß die Exzesse einen„anarchistisch-sozialistischen"— überhaupt einen politilchen Charakter gehabt hätten. Im Gegentheil,— alle Londoner Blätter betonen ausdrücklich den unpolitischen Charakt« der Exzesse, die beiläufig, wie e« scheint, kolossal über- trieben worden find. Der ganze Schaden wird auf höchstens 50 000 Lstrl.— eine Million Mark— geschätzt. Was die Arbeitcrversammlungen de! kritischen Montag angeht, so waren fie dreierlei verschiedenen Ursprungs. Es tagten nämlich nahe nebeneinander auf dem Trafalgar Square eine Gewerkschafts. Versammlung(mit bürgerlich-liberalen Leitern), eine fair trade (Freihändler) Versammlung,(mit verschämt konservatio piotek- ttonistisch« Leitug). und endlich eine Versammlung, einberufen von der Socialdemocratic fcderation, einer kleinen, fich sozialdemokratisch nennenden, nicht leben und sterben könnenden Or- ganisation, deren Führer Hyndman bei den— noch sehr spär- lichen— Sozialdemokraten Englands dadurch vollständig in Mißkredit gekommen ist, daß er bei der letzten Wahl von den T o r i e S(Konservativen) Geld nahm und für fie agi- tirte. Die sämmtlichen drei Versammlungen waren also nichts weniger als revolutionär, und fie find auch durchaus ruhig verlaufen. DaS wird von allen englischen Zeitungen aner- kannt. Daß Hvndman und etliche sein« Freunde fich den Luxus eine» Mundvoll aufreizend« Tiraden erlaubten, ist richtig; aber das Freireden ist eben in England, wo man nur verbrecherische Handlungen straft, unbestrittenes Recht eines Jeden. Nach den letzten Berichten bleiben die Herren Hyndman und Kompagnie auch vollständig unbehelligt. Kurz, der„anarchistisch-soziale Aufruhr" in London ist eine Lüge; und diese Lüge ist ein Bubenstück. Auf die Motive etnzu- gehen, ist hi« nicht nöthig. DaS Sozialistengesetz soll nächstens erneuert werden— und welches Reptil flickt nickt gerne dem parlamentarischen, liberalen England etwas am Zeuge? Konservative Fechtbrüder. Vor einigen Wochen for- derte das„Schlestsche Morgendlatt" seine Leser auf, Adressen von Männern einzusenden, welche konservativ seien, oder kon- servatio gewählt hätten. Welchen Zweck diese Auffordnung von einem im Oktober v. I. in Berlin gegründeten„Verein zur Vnbreitung konservativer Blätter" aus. Die oppofittonellen Blätter werden darin natürlich in der hergebrachten Art ver- arbeitet, weil fie das Gift der Auflehnung gegen die göttliche und menschliche Ordnung in die Herzen des VolkeS fließen lassen. ES thue Roth, durch Verbreitung konservativer Zei- tungen diesen Gefahren vorzubeugen. Der Aufruf«achtet in erster Linie jeden Offizier für verpflichtet, in diesem Sinne zu wirken. Die größte Gefahr liege in dem Beispiel, welche« Anderen gegeben werde. Der Offizier werde in Folge deS An- sehenS, welche« sein Stand seit Jahrhunderten in Preußen ge- nieße, vom Publikum mit ganz besonderer Aufmerksamkeit be- trachtet. Wie es für ein Gasthaus, ein Restaurant, ein Ver- gnügungslokal als höchste Empfehlung gelte, wenn man in demselben Offizieren in Uniform begegne, so müßten L e» t e, welche ein eigenes politisches Urtheil nicht besitzen— und diese bilden bekanntlich die überwiegende Mehrzahl— eine von Offizieren gehaltene Zeitung für unbedingt königStteu erachten und, was fie darin lesen, für richtig halten. Das steht wötlich im Aufruf zu lesen. Reiner und schön« ist die Theorie von dem beschränkten Verstände der Zivilunter- thanen wohl noch niemals verkündet und vertreten werden! Haupt keine Spur ihrer Wanderung zu hinterlassen, so war das für die Verfolgung sehr erschwerend. Man suchte dann nach einem Versteck, während sie längst im Freien schwärmte. Darum blieb sie auf dem Teppich; derselbe war sehr weich und der Staub darin zu tief eingenistet, um eine erkennbare Spur zurückzulassen. Sie durchschritt den Saal und sah sich nun dem Haupteirgang desselben gegeaüb«, ein« hohen weiße» Flügelthür mit reicher Vergoldung, diese war natürlich ver- blaßt, da« Weiß ergraut. Sie warf von hi« noch einen scheue« Blick zurück, und als die Augen de« unheimliche« schwarzen Ritter« auch jetzt«och auf ihr ruhten, ging sie rasch hinau«. In dem zunächst betretene» Zimmer her>scht«eine große Unordnung. Ein Tisch und mehre Stühle waren umge- stoßen, Scherben von Vasen bedeckten den Fußboden, Bil- der und Wände zeigten nur zu deutlich die Spuren eines Kampfes, welcher hier getobt hatte. Und man hatte Alle» so belasse«, wie e« war. (Fortsetzung folgt.) Aus Kunst und geben. Alhambra-Theater. Vor auSoerkauftem Hause und zum Benefiz für die Damen Wilse und Waloen gelangte hin am Sonnabend Arthur Müllers fünfaltigeS historisches Luftspiel: „Die Verschwörung der Frauen", mit großem Beifall zur Auf- führung Bei der Sonntagsaufführung war daS Haus eben- falls total ausverkauft, so daß Hunverte an der Kasse unver- richtet« Sache wieder umkehren mußten. Die soeben erschienene neueste Nummer von„Mode und Hau»", praktische illustiitte Frauen, eitung(John Schwerins Verlag, Aktiengesellschaft Berlin, AbonnemevtspreiS 1 Mark pro Quartal) hat im Mode- und Handarbeiteniheil folgenden Inhalt: Ärauttoiletten von Emmy Heine(mit Text und Illustration). Klerv auS schwarzen Spitzen(mit Text und Illustration), Kleid auS rosa»atm rnerveillenx(mit Text und Illustration), Kleid auS stahlblauem Lodenftoff(mit Text und Illustration), Kleid aus hellblauem saun rnerveillenx(mit Text und Illustration), Hut aus Spitze und Blumen(mit Text und Illustration), Hut auS Spitze und Band(mit Text und Jllu- station), 2 Kinderfigmen(mit Text und Illustration), 2 Aermel- Mit zudringlicher Dreistigkeit wiederholt der Aufruf. W* Offizier verpflichtet sei, spätestens„vom nächsten VietteW ab" durch Abonnement auf eine konservative Zeitung ein ß leuchtendes" gutes B-ispicl zu geben. Der Aufruf oetlffl fern« von den Herren Offizieren, daß fie die Gastwirthe, R-M rateure und Konditoren veranlassen, auf konservatioe Bbu» zu abonniren: auch sollen fie nur in den Geschäften k# welche in konservativen Zeitungen inseriren. Schließlich f' um eine„mildere B e u r t h e t l u n g" der konservatl». Presse gebeten— fie könne die Redakteure nicht so gut W len als die oppoMionelle— und der Veficherung Worte k liehen, daß der Verein zur Verbreitung konservativer ZeilW ten auch„milde Geldbeiträge" nicht verschmäbt. 9 dem BeHufe werden den konservativen Personen, welche w Verein in den Wurf gekommen find, b«eits adresfirte»wj Weisungen mitgeschickt.— Da» ist in der That ein recht tereffanter" Aufruf. Jene Herren aber, welche darin um Beiträge" bitten, haben blos eins übersehen, daß nämlich die Olfiziere noch auch die Leute,„welche ein eigene! wW befitzen" heute noch den ihnen zugeschriebenen Einflu«' fitzen. In der sächsischen Kammer hat am Donnerstags Abg. von Vollmar einen Fall zur Sprache gedraw"? eine Amtshauptmannschaft gegen junge Eheleute mit 0" strafen vorgegangen sei, weil dieselben nach der bÜrqeiwJ" Eheschließung unterlassen hätten, die kirchliche Trauung""J zuholen. EtaatSminister von Nostitz-Wallwltz«klärte dan� „Der Regierung fei von dem Falle nichts bekannt. Er nicht annehmen, daß ein Amtshauptmann nicht berechtig'.� sollte, irgend Jemand den guten Rath zu«(hellen, der P»; zu geben, waS ihr gebührt. Die Strafe liege wo dl auf"L anderen Gebiete." Der konservative Abg. von Polenz � an, daß der Amtshauptmann in seiner Eigenschaft als � liche« Mitglied der Kircheninfpektion gebandelt und die tenten, wie es gewöhnlich geschehe, bei 5 M. Strafe vorg»� habe, um der Vorladung ernen größeren Nachdruck zu verlas Von ein« Strafe wegen unterlassen« Trauung könne y Rede sein.— Es ist ab« gewiß doch reckt merkwürdig� ein Staatsbeamter, wenn auch in seiner Eigenschaft aM glied der Kircheninspektion, Strafen androht, obwohl eijg daß solche Strafen vor dem Gesetz keine Glltigkell C- Scharnier ui M-tzgei) M wirarbeitn). Un- und ss {-Wer. und fe» mMf «te" , � Stimm worden. -M N der Vo Meiner,, pSK fe»l: W k: stehenden Stichwahl absehe, da fich derselbe nrn-m WW». WM.'"f bleibe. Nun, da diese Voraussetzung sich als irrig eflj der Voraussetzung zur Annahme eines solchen bereit habe, daß dadurch seinem Bezirk ein heißer Wahikampf% hfpilh# Vi/* Vltofe» STJiM*e*it3f#4sitM ofä irft/* ckkÄ''. trete er lieber zurück.— Unsere Leser"haben den„Demo� Merkel schon aus der Korrespondenz in unserer Sonne� nummer kennen gelernt. Der Herr glaubt die Blamage" sein Zurücktreten zu verringern, darin dürfte er fich in' verrechnet haben. Rußland... Nach einem Berichte des„Journal de St. Pster!�. wurde dieser Tage eine neue nihilistische VerschwörM� deckt. Die Verschwörer bewohnten ein Haus auf der Ulica. Die von der Polizei eingeleitete Untersuchung en� viele kompromittirende Dokumente und revolutionäre 6®PU Bisher wurden zweiundzwanzig Personen verhastet, un? j hofft, noch mehrer« Verschwörer habhaft zu werden, p'« deckte Verschwörung übte angeblich einen besonders tiefe» v druck auf die Mitglieder des kaiserlichen HauseS aus, sn° � Kaiser lehnte die Bitte, nach Gatschina zuriickzukehle% Man glaubt, daß die Stellung des Polizei- Präfioenteg jU neral Orjowski, erschüttert sei, da die Verschwörung em entdeckt wurde. Amerika. j lieber Panama wird unterm 24. Januar gemeldet, Guatemala etwa 50 Personen, darunter mehrere OberF� Armee, wegen eines Komplotts zum Umstur, der Rw y verhaftet worden. Es lag im Plane der Veischwörcv» G:and Hotel und das Theater während der Vorsteß�J Brand zu stecken, während der dadurch hervorgerufenen � fich der Militärlas«nen zu bemächtigen und den Prän° i Barillos nebst Famlie zu ermorden. Sobald dies gF J sollten die Ausländer überfallen und die Stadt gF werden. m %%% Parlamentarisches.., D i e XV. Kommission deS Reichstag f',) xjit av. nuinniiiiiun Urs ureiajBiuH j; Vorberathung deS Antrages über den Befähigung�-/ weis der Handwerksgesellen und Meist« setzte am M abend Vormittag ihre Verhandlungen bei Absatz II v. j erster Lesung fort. Zunächst wird der Verbesserung;'?/ Habnland von diesem zurückgezogen. Für Konditoren, vy küchler und Lebküchler, Drechsler, Färber, Feilenhaucs-/ ffutf ii nb Nerrückenmacker wird der Reibe nack ie seure und Perrückenmacher wird der Reihe nach je ws/ Stimme Majorität der Befähigungsnachweis angen�/ garnituren(mit Text und Illustration), Latz mit@1*1 2 Arrangements(mit Text und Illustration), G:ldbol>, Text und Illustration). 2 Bordüren zu Decken(mit Illustration), 2 Spitzen(mit Text und Illustration),. � tasche(mit Text und Illustration), ArbeitSlorb mit# Text und Illustration), Schmuckbehälter(mit Text ufW stration), Nadelkissen(mit Text und Illustration), 2 desfins(mit Tex- und Illustration). Der Hrusthe» nachstehende Aufsätze: Aus dem Tagebuch einer Unvcnn � lieber den Geist der Kochkunst. Ein Mahnwort ------<- M-h'rtsr ueo« oen ucr«umm'iu. uun nm.muw- Zimmereinrichtungen, Goldene Dichtnworte, Lebrnsregc# ztehungtwesen, Küchenzettel, Haarpflege, Hausmittel, VPmA zteyungtlveien» Huccfujenei, jpaarpjicgf, q)ausmiurs, menfreunde. Aus dem Meinungsaustausch der AdonN'!� p beben wir folgende Artikel hervor: Wirthschaftsbuck'. rf Weib soll Bücher schreiben, Tuckrest, Eine gute Tan# olzwurm in Möbeln, Rezept zur Apfelstnenmermelade»(J itirtfnnbfrtti- ßctnnöfeln des Ärfarafinefleifrbeä von tine fl,. ingländerin, Einpökeln des Schweinefleisches von , chen Hausfrau ac. Die belletristische Beilage von Hau» weist an Illustrationen auf: das Porträt von Scheffel(Onginalzeichnung), Mufikalisches Allerlei(j-jW Zeichnung), Aus dem Leben der Brieftauben, mit v Text und eine rätselhafte Inschrift, Textuell� Frieda Schanz: Der Hermes des Praxiteles, Indiskretion aus unserem Redaktionsbüreau, von Dr. Foltecineans, V k or von Scheffels Biozrapv�-,h>i> und Literatur von Dr. Rassak und eine Füll« von Die Exirabeilage enthält neben der Ankündigung ve' nisses o« P ämienziehung mit einer Prämie im W w, 300 Mark unter Anderem in der Rubrik tzerzenstta�-/ Gedichte:„Verlorene Liebe" und„Huldigung der Fm einen reichhaltigen Briefkasten.__„ C uuiyttyw"' YifV den blilcrn Kelch seines Gebräues zu 30 Zentimes � Auf den mit Ruß und Blut bemalten Fenft_ Flammen und schwarz« Qualm hervor; der tnn r � eine ganze Folge zack ger Felienklüfte; aus den rocher Widerschein; au! Höhlen und R'tzen grinst � gestopftes Gethiec heroor; in Hintergrund zu-(ine� ein von Dämonen devachteS Thor den Anblick t zstjck friedliche Landschaft. Di- Teufel tragen Uniform uno.�i deS nordischen P hantons und zerfallen, was emen tuf, daß i» in Viertel!� ung ein ß BM &äften laust Hlitßlich : konseroall»' so gut bW tiv�er Z«iis< >rjchmäbt> :r>li>m»u>. /n Ostler, und Ziegeldecker, Schloffcr, Schmiede, sämmilich aus >, welche%"�■ootlofle gestrichen werden, also keinen Befähigungsnachweis esfirte$oF."wmgen haben. Schleifer wurden von den Antragstellern ein recht stn um m einem yiengen soiau mu„zunnrgem wtaier uno nämlich�wtt �flotbei" titulirt worden sei und verlangt Auskunft, ob die» eigene? Ur>� i Einfluß W Vonnerstag er bürgeilute Lrauung M rklärte 5% ss® 33# afe voig-l� ick zu oetKg ng könne � rkwllrdig.1 chaft al� wohl ee� »igkeit K „FranM tee irr', erkel ttZ) bei elbe nirt�i bereit zlkampf-ae inig "Dem-A ;i Sonna� Blamage fich in> � erscheint noch ein Mitglied der linken Seite, was zur fii.T)a'' daß die Branchen Gelb« und Rolhgießer, Zinn-, N' und Metallgießer, Gerber, Glaser. Glasschleifer, Glocken- °A�®oId-, Silber- und Juwelenarbeiter, Gold-, Silber- ��uetallschläger, Graveure, Gürtler und Bronzearbefter, '°udschuhmacher und Beutler(Säckler), Hutmacher, Kamm- S(r' Klempner, Korbmacher, Kürschner, Kupferschmiede, ttfi"i. Lithographen, Maler und Anstreicher, Maurer, Maniler und Optiker, Messer- und Zeugschmiede, Fleischer �bgei). Müller, Mühlenbauer, Nadler. Siebmacher(Fili- «�'uberter). Nogelschmiede, Posamentiere und Knopfmacher, est! st* und Regenschirmmacher, Saftler(Riemer und Täschner), zurückgezogen. Der Antragsteller Haberland"beklagt, „"b« von einem hiefigen Blatt mit„zünftigem Maler und erne schwere Beleidigung für ihn sei. Inzwischen ist W c.f ueues Mitglied der rechten Seite angekommen und «tlmmenverhälmiß dadurch wieder der Vorlage günstig - Es entsteht eine längere Diskusfion über die Frage, .,, uu»r„Schneider" auch Damenlleidermacher und Schneiderinnen ..�(stchen seim. Die Mehrheit ist für Annahme bei Antrages (ft*.er Belage, und ebenso der folgenden Gewerbe: Tischler Sa"*""' Kistler, Stuhlmacher), Töpfer(Hafner, Ofenbauer), �urnstemfeger, Schuhmacher, Schiffsbauer, Seifenfleder, »wzirher und WachSzieher, Seiler, Etetnmetze, Stuckateure, (3««(Dekorateure), Tuchmacher, Tuchscheerer, Wagner und Stellmacher), Weber und Wirker, Zimmerleute. ,? diese Gewerbe sollen also wieder den Befähigungsnachweis trugen! Abgelehnt wurden Schwertfeger und Waffenschmiede, .1,5!" und Vergolder. Der§ 14a der Vorlage war damit Ions,.» vertagte fich die Kommisfion bis Dienstag. So Itlfiftiu'v* Antrag der Abgg. Äckermann und Genossen fialt-t v0 konfuS hat fich auch die Kommisstonsberathung ge- bi, c Awar wird man fich bemühen, bei der zweiten Lesung wieder einzurenlen, aber köstlich ist es, daß durch in n!.«" verschiedener Mitglieder der Anhänger des Antrags " Kommisston solche tolle Widersprüche fich ergeben konnten. %, � Der schon lange angekündigte kirchenpolilische e n t w u r f ist nunmehr dem Herrenhause zugegangen. „i,»Ysftbm wird ein guter Schritt auf dem Wege nach % r Un Ä' zurückgelegt. Die wichtigsten Bestimmungen enthal- 1 und 6. Elfterer lautet: Zur Bekleidung eines Amtes ist fortan die Ablegung bdj 'meldet, "ÄA A Ii utoren, m- v.v einer Wissenschaft- Staatsprüfung nicht erforderlich. Die skd,°, �stehenden Bestimmungen in den§§ 4 und 8 des Ge- Zl-A» 11. Mai 1873, sowie im Artikel 3 des Gesetze« vom den an'1882 werden aufgehoben. Artikel 6 hat folgen- k""*' Der Königliche Gerichtshof für kirch- 12. Vi?""elegenhe»ten(Abschnitt IV des Gesetzes vom 1873) wird aufgehoben. Kommunales. «et»« außerordentliche Sitzung der Etadtverord- klu,'Versammlung findet heute, Dienstag, Nachmittags 5 Uhr Sh.« Tagesordnung dieser Siyung ist folgende: Einige jL�f'ungs-, Anstellungs- und Unterstützungssachen— einige Ktin. W*o"igesuche— Vorlage, betr. die Verleihung eines gJ�Wums— Berichterstattung über den§ 5 der für den �»nvftücks. Erwerbungsfonds zu erlassenden Bestimmungen iü. M. des AusschuffeS für Rechnungssachen— Vorlage, Penfions-Zuschußkaffe für die Berliner besoldeten �.'"deb-amten und deren Ehefrauen— Vorlagen, betr. die ßl,"°ung des von den Grundstücken Waffergafsc 22—27 und �ft-�.N'nstraße 3, 4 zur Straßenverbreiterung erforderlichen rarnz— desgl., betr. die Erwerbung des von dem Grund- Gstschinerstraße 92 zur Bürgersteigregulirung erforderlichen bü"?s"s— Antrag von Mitgliedern der Versammlung, betr. C vn, anlegen in den städtischen Schulen— Vorlage, betr. C Ankauf des Grundstücks Bauhofstraße 11— desgl., betr. »J Verkauf von Parzellen des Grundstücks Frankfurter ky 115— desgl., betr. den Verkauf des auf dem Grund ,. Alexanderstraße 7 vorhandenen Gebäudes zum Abbruch betr. die Erwerbung de« von dem Grundstücke Acker- " 101 zur Straßenregulimng erforderlichen Terrains— 8f, betr. die Zahlung eine« GnadenquartalgehaltS— -un«"'stattung über die Vorlage, betr. die Wahl von Schieds- für die Kommission zur Abschätzung seuchenkranker ilir Vorlage, betr. die Bewilligung von Gratifikationen Mannschaften der Feuerwehr aus Anlaß zurückgelegter Dienstzeit. Ij?- Zur Reform der Miethssteuer. Die gemischte De- " zur Vorberathung der Frage wegen anderwetter Auf« auttkL? der Kosten der? städtischen Wasserwerke und der Ka« (Stryck'jche Anträge), welche neuerdings auch die il%hl städtischen Steuern in den Bereich ihrer Berathungen !(ig,bat, hielt am Freitag Abend unter Vorfitz des Herrn >ermeister v. Forckenbeck eine Sitzung ab, in welcher «Hb macht, in warme und kalte Teufel, je nachdem Wämser «er roch oder blau gefärbt find. Ein besonders reizen« ititer• fler Teufellmit Barett und Hammelsnase macht den Thür« «UftrA"ach den Blicken zu schließen, mit denen die ein- oder Mo," Pariserinnen diesen gefährlichen jungen Teufel «ich.'„.würde manche derselben eine ewige Verdammniß in „'stllschaft nicht ohne einigen Reiz finden.' Und so tsil �"Wdlicklich ganz Paris zur Hölle, gafft die Herrlich- iL an. trottet weiter und ist so klug wie zuvor. ßchz Grunde genommen find es dumme Teufel, die fich "Rtzen. bunte Gerüst verlassen und nicht Geist genug Anziehungskraft mit täglich neuen Reizen auf- ß oon Xtt(i läge doch so nahe, aus einer Stadt, die ?ich.i.,.°iienUlchen Sündern und Sünderinnen wimmelt, M der Politik, der Presse, des Theaters, Tag für � Schuldige herauszugreifen und im Konterfei in den , Ki«."hl»u werfen. N doli?«».-"5 Krankheit de» Tabaks wird in neuerer Zeit 5« beobachtet, and da fie nur hier auftritt, wo diese ßkut �"während auf demselben Boden, ohne Fruchtwechsel Sita».,.' so dürfte die Annahme wohl begründet sein, daß «'»n au*.mW dieser Erzeugungsmethode in irgend einem, i"«theit ri ber unbekannten Zusammenhange stehe. Die Uder der" de 5 , Iz.ll-.-y.,......."II-—------.—,-----— I-—.—— Fall,'br oder weniger zu beschädigen und im schlimm, 8U orrnichten, bald werden weite Felder von ihr Wfien»! ohne daß fie eigentlich ansteckend zu sein scheint. Nlien deren Veranlassung die Versuchsstation Wage« Jr'« hat a�"be Versuche anstellt, tritt sehr unregelmäßig auf. K dies, L��ne Pflanzen ergriffen und beschränkt fich da Juni dadurch bemerkbar, daß > mo'Ä st« st» Anfang_.. Stj'slat. n? u8' Echattirung die Blätter einzelner Pflanzen, «Sickte St.n�"bt, an denen man bei genauerer Bestchtigung erblickt, welche sich stets als benachbart den L," TbeU x P'm 9n späterem Stadium stirbt der Heller ge- befau,. bes BlattparenchymS ab. Da die von der Krank- >>"",Dabclk« stanzen niemal« gesunden, so ist der i«*be verursacht, ein sehr bedeutender. «>itk Molt tragischer Vorfall ereignete fich, den.Liuffk. " Kr-is""längst im Dorfe Pogrebischtschij im Wladi« deb«"nmädA. AbendS saßen in einer Hütte sieben «tr vu" Di.«n.,?"sommelt, als ein Bauernbursche Einlaß be» % Mädchen ließen ihn anfangs nicht hinein, da aber &&13% '«ür, bedeckten die Oeffnung mit einem Teppi, über das Reskript des Herrn Oberpräfidenten StaatSminister Dr. Achenbach, welches derselbe in Bezug auf die von den Kommunalbehörden geplante Reform der Miethssteuer an den Magistrat gerichtet hat, berathen wurde. Letzteres weist darauf hin, daß ein bestimmter Gemeindebeschluß noch nicht vorliege, daher auch die betreffenden Minister keine Stellung in dieser Frage nehmen könnten, fie würden aber auch den Versuch, eine Reform, wie fie bei der Miethssteuer»orge- schlagen, einzuführen, ihre Unterstützung versagen müssen, well dieselbe eine höhere Besteuerung der mittleren BevölkerungS« klaffe herbeiführen würde, welche in noch schwierigerer Lage sei als die unteren Klassen, vielmehr gebe er anHeim, die Auf- Hebung der Miethssteuer in Erwägung zu ziehen. Die Deputation hat beschlossen, den Magistrat zu ersuchen, er möge die Bedenken, die gegen die Aufhebung der Mrelhssteuer vorliegen dem Herrn Ober Präfidenten noch einmal gründlich darlegen und demselben mittheilen, daß eine Reform der Miethssteuer nur auf dem Boden der Miethssteuer erfolgen könne, daß eine Aufhebung der Miethssteuer in Rück- ficht auf die finanzielle Lage der Stadt und die Schwierigkeit, einen Ersatz für den Ausfall der Steuern zu finden, nicht in Betracht kommen könne. Es ist doch sonderbar, daß fich die Deputation so sehr gegen die gänzliche Beseitigung der Miethssteuer sträubt. Wir halten die Aushebung dieser Steuer für die beste Reform der« selben. Man führe eine progresfive Einkommensteuer ein, welche eine gerechtere Verkeilung der Lasten der Kommune auf die hiefigen Einwohner nach Maßgabe des Einkommens ermöglicht. w. Die Irrenanstalt zu Dalldorf reicht bereits seit langer Zeit nicht mehr aus, um den Ansprüchen zu genügen, welche an dieselbe gestellt werden. Es werden geaenwärtig über 2000 Geisteskranke auf Kosten der Stadt verpflegt, von denen nur etwa 1250 Aufnahme in Dalldorf finden können, während 750 Kranke in Privatanstalten untergebracht find. Die Zahl der Irren steigt aber von Jahr zu Jahr, und ist anzunehmen, daß in ca. 4 Jahren dieselben auf ca. 2500 bis 2600 Köpfe gestiegen sein wird. Das Kuratorium hat daher beim Magistrat beantragt, eine zweite Anstalt zur Aufnahme von 600 Kranken zu bauen, außerdem schlägt dasselbe die Er- bauung einer Anstalt für Epilepttsche vor, in der ebenfalls 600 Kranke untergebracht werden sollen, und außerdem beab- fichtigt daS Kuratorium die Erbauung zweier besonderer Ge- bäude auf dem Gutshofe zu Dalldorf zur Unterbringung von 50 geisteskranken Männern und 20 desgleichen Frauen, welche versuchsweise mit Land- und Viehwirthschast beschäftigt werden sollen. Hierzu ist noch die Errichtung einer Äufnaymeanstalt innerhalb der Stadt geplant um demnächst die für Rechnung der Stadt in der Charitee untergebrachten Irren in eigene Verpflegung nehmen zu können. Die Errichtung einer besonderen Anstalt für epileptische Kranke, welche jetzt ebenfalls in Dalldorf untergebracht find, hat fich bereits seit längerer Zeit als nothwendig erwiesen, deren Bau auf 2 700 000 M. veranschlagt ist, während der Bau der neuen Irrenanstalt� 2400000 M. kosten soll. Die Mehrkosten für elftere Anstalt erklären fich aus den besonderen Einrichtungen, welche in Bezug auf Behandlung. Beschäftigung und Unter- richt Epileptischer zu treffen find. Der Magistrat hat beschlossen, den Antrag auf Errichtung einer Aufnahmestation in Berlin einer Subkommisston zur Vorberathung zu überweisen, da eS fich hierbei auch um etwaige Neugestaltung de« zwischen dem Magistrat und der Chariteeverwaltung bestehenden Verhält- nisseS wegen der Aufnahme städtischer Kranken handelt. Dem Antrage auf Errichtung einer neuen Jvenanstalt hat der Ma- aistrat mit der Maßgabe zugestimmt, daß dieselbe nicht für 600 sondem für 1000 Kranke berechnet, und daß die Anstalt nicht nur alS Armenanstalt eingerichtet werde, sondern daß auch Geisteskranke der„wohlhabenderen Stände" Aufnahme in der- selben gegen Bezahlung finden. Unter denselben Aenderungcn hat auch der Magistret dem Antrage wegen Enichtung einer Anstalt für Epileptische zugestimmt. Beide Anträge werden vom Magistrat der Deputatton für öffentliche Gesundheitspflege zur Aufstellung des Programms für den Bau und die innere Einrichtung der Anstalten überwiesen werden. Nach Mittheiluna deS Etatistischen Amt» der Stadt Berlin find bei den hiefigen Standesämtern in der Woche vom 24. bis inkl. 30. v. M. zur Anmeldung gekommen: 191 Eheschließungen, 961 Lebendgeborene, 37 Todtgeborene, 547 Sterbefälle._ Gerichts-Zeiwng. B. C. Zu der Verhandlung de» Diätenprozesse» gegen die Neich»tagSabgeordneten Lerche und Hasen- clever, welche in zweiter Instanz vor dem e sten Zivilsenat dei OberlandeSgerichtS Naumburg unter dem Vorfitz des Präfidenten Breithaupt stattfand, war keiner der Beklagten erschienen. Der Gerichtshof beschloß zunächst, beide Klagesachen gemeinsam zu verhandeln, wogegen aber Rechtsanwalt Folkemit als Vertreter für den Abg. Lerche— für Hasenclever war Niemand erschienen — Protest einlegte. Justlzrath Benecke(Naumburg) alS Ver- treter des FiSlus beantragte hierauf bezüglich der Lerche'schen und ließen den Burschen hinein. Beim Eintritt ins Gemach fiel dieser natürlich durch und zwar so unglücklich, daß er fich das Genick brach und sofort verschied. Die aufs Aeußerste erschreckten Mädchen beschloffen, die Leiche zu verbrennen und warfen fie zu diesem Zweck in den Ofen. Ein entsetzlicher Qualm, welcher von der schmorenden Leiche aufstieg und die ganze Umgegend erfüllte, lenkte die Aufmerksamkeit des Nacht« wäditerS auf fich; er weckte die Nachbaren, welche, alS ihnen der Einlaß verweigert wurde, die Thür einschlugen und im Ofen die Ueberreste der Leiche des Burschen vorfanden. Die fieben Mädchen wurden arretirt. Gerettet. In Lerwick(England) ging dieser Tage die frohe Nachricht ein, daß die als verloren aufgegebene Schmacke „Columbine" auf der Höhe von Norwegen angehalten und in Sicherheit gebracht worden sei. Wie s. Z. gemeldet wurde, ward vor länger als acht Tagen die Schmacke, nur mit einer alten Frau an Bord, in die offene See getrieben, während die zu dem Schiffchen gehörenden beiden Matrosen das Boot aus« gesetzt hatten, um ihren über Bord gespülten Kapitän zu retten. Mehrere auf die Suche auSgesandte Dampfer kehrten unoer« richteter Sache zurück, und hatte man alle Hoffnung auf die Rettung der alten Frau aufgegeben. Jetzt telegraphirt der britische Konsul:„Echmack„Columbine", mit einer Frau, in Lepsoe unweit Aalesund(Norwegen) in Sicherheit gebracht." — Also quer über die Nordsee wurde daS Schiff getrieben! Ueber die längste beobachtete Sturmbahn bringt der „Naturforscher" Nr. 6 folgende Mittheilung: Am 18. November 1885 wurde in ver Royal meteorological Society in London eine Abhandlung von Herrn Henry Harries verlesen, in welcher er die Bahn eines Taifun über einen großen Theil der nörd« lichen Halbkugel hinweg verfolgt. Der Herd des in seinen Wirkungen ungemein verderblichen Sturmes wurde am 27. Sep- tember rm SO. von Manila beobachtet. Er zog die gewöhn- liche Bahn nach NW, wendete fich am 30. September in der Nähe der südöstlichen Küste von Japan nach NO. und erreichte zwischen dem 2. und 3. Oktober nach dem Verlassen der Küste Japans(eine größte Fortpflanzunasg�chwindigkeit(51 Meilen in der Stunde). Den Aleuttschen Archipel pasfifte er langsam, erreichte am 10. Oktober Oregon, überschritt ohne Verminderung s ar ä in seinen Bereich, an H-ftigkett langsam abnehmend: seine Sache die Vernehmung der Mitglieder des deutsckfceifinnigen Zentralwahlkomitees zu Berlin, speziell der Abgg. Langerbans, Vtrchow, Zelle, Richter, Paristus, Hänel und Hermes, sowie des Bankiers Schönfeldt und de« Justizralhs Löbnitz zu Nordhausen als Mitglieder des dortigen deutich'reifinnigen Wahl- komitees zum Beweise dafür, daß dem Abg. Lerche vor der Wahl eine Enttchädung aus Parteimiteln versprochen worden sei und daß er dieselbe, indem er fich auf daS Patteiprogramm verpflichtete, auch angenommen habe. In Bezug auf tzasenclever sei der von demselben herauszu« zahlende Diätendetrag auf 2400 M. festgestellt worden, und habe Hasenclever den Emp'ang von Diäten in dieser Höhe auch selbst zugeben, eventuell würden die anderen sozialdemo- kratischen Abgeordneten in dieser Beziehung als Zeugen zu vernehmen sein.— Der Gerichtshof trat hierauf zunächst wegen des Protestes des R.-A. Tollemit gegen die gemeinsame Ver« Handlung in Berathung und verkündete dann dahin, daß die Sache gegen Hasenclever vertagt und vorläufig nur die gegen Lerche verhandelt werden solle.— Justizrath Beneke entwickelte nun noch des Weiteren den Inhalt der Berufungsschrift, welche im Wesentlichen auszuführen versucht, daß die Reichs- Verfassung D.äten ausschließe und daß daher ein Abgeordneter durch deren Annahme ein Geschäft mache, welches wider ein Verbotsgesetz läuft und wider die Ehrbarkeit verstößt und den Fiskus berechtigt, die betr. Bettäge zu konfisziren. Der Abg. Lerche— so führte der Vertreter des Fiskus weiter auS— stand unter Einwirkung eines„Vertrages" und ging nicht im Interesse des Reichs, sondem in Erfüllung interner Versprechungen und al» Vertreter der Parteiinteressen nach Berlin. Die Diäten seien ihm aus dem von der früheren Fortschrittspartei auf die deutschfteifinnige Partei übergegangenen DiätenfondS gezahlt werden.— Rechtsanwalt Tolkemit crwiverte zunächst, vaß die deutschfreifinnige Partei gar keinen Diätenfonds habe. Bon wem seien denn dem Abg. Lerche Diäten versprochen und bezahlt, wo der„Vertrag" ab- geschlossen worden? Was soll denn überhaupt unter das„Ver- bot" fallen? Soll es etwa auch darunter fallen, wenn eine alte Tante ihren Neffen, so lange dieser Reichstagsabgeordneter ist, unterstützt? Und wenn z. B. 350 Bauernvereine dem Abg. Herm von Karvorff ein Geschenk überreichen,— ist das auch verboten? Nun hat aber im vorliegenden Falle der Verklagte überhaupt gar keine Diäten: er hält die Annahme zwar durch- aus nicht für verwerflich, hat fich aber, obwohl er nicht in brillanten Verhältnissen lebt, gegen die Annahme aus dem Grunde erklärt, weil er Beamter sei und die Regierung fich bekanntlich gegen die Annahme von Diäten seitens der Beamten erklärt habe.— Jm Uebrigen sei ein Geschenk keine„Zahlung", und der fiskalischerseits aufgestellte Gestchtspunkt eines Verstoßes gegen die Ehrbarkeit erledige fich schon durch den Umstand, daß sogar viele HerrenhauSmitglieder, die ohne StaatSdiäten find, au« freier und selbst durch die Regierung gebilligter und geförderten Initiative der Kommunen Diäten von letzteren erhalten. Die Erklärungen des Fürsten Bismarck und von Bennigsen» in der Diätenftage seien authentisch. Nur Diäten aus Staatsmitteln seien abgelehnt worden, alle übrigen Ver- hältniffe gehörten nicht in die Reichlverfassung. Hätte man private Diäten verbieten wollen, so hätte man fie verbieten können. Die Klage sei also abzuweisen.— Präfident(zum Vertreter des Fisku«): Sie behaupten also, daß der Partei- fonds der ehemaligen Fortschrittspartei auf die deutschfreifinnige Partei übergegangen sei? G-Rath Beneke: Jawohl, in Höhe von 150 000 M. R.-Ä. Tolkemit bestreitet dies.— Der Gerichtshof vertagt hierauf beide Prozesse bis zum April, indem er in der Lerche'schen Sache die Vernehmung der vom Vertreter deS Klägers genannten Zeugen darüber beschließt, ob der Ver« klagte überhaupt Diäten erhalten.— Die Verhandlung, welcher nur zwei Vertreter der Presse und— mit Ausnahme von zwei Offizieren— keine weiteren Neugierigen oder Interessenten beiwohnten, hatte etwa vier Stunden in Anspruch genommen. Die Verunglückung de» RathSmaurermetster» Sattig al» Mitgliedes der Bau Kommisston bei Abnahme eines Roh- baue» bildete die Unterlage der gegen den Maurerpolier Stach erhobenen Anklage wegen fahrlässtger Körperverletzung mit Uebertretung der GeweroSpflicht, welche gestern vor der dritten Strafkammer hiefigen Landgerichts I zur Verhandlung gelangte. Zum 18. September v. I. war die Rohbauadnahme dei Grund- stücks Kl. Älexanderstraße 13 anberaumt. Am Tage vorher war aber erst eine sogenannte Spitzkappe über dem Kellerae- wölbe ausgemauert und, da bei der Abnahme die Gerüste be« seitigt sein müssen, die untere Rüstung abgenommen worden. Dadurch war aber die Tragfähigkeit der Kappe bei dem noch nicht gebundenen Mauerwerk in Frage gestellt. Zur Verhütung ves Betretens derselben hatte der Angeklagte einen Bohlenbelag anbringen lassen. Herr Sattig, dem die Kavpe bedenklich erschien, wollte fich von deren Tragfähigkeit überzeugen und trat in etwas energischer Weise auf Dieselbe auf. Hierbei stürzte aber das Mauerwerk ein und der Sachverständige fiel mit demselben durch. Zu seinem Glück wurde er von einigen Arbeitern festgehalten und kam deswegen mit einer ganz unerheblichen Verletzung davon. Die Fahr- läsfigkeit des Angeklagten wird in der zu frühzeitigen Weg« letzten Spuren wurden in der Ostsee am 1. November beobachtet. Der Etuim durchzog in den 36 Tagen seines Bestehens einen Weg von 14000 Seemeilen— bis jetzt die auSgedehn« teste Sturmbahn, die man durch tägliche Beobachtungen hat verfolgen können. Zwei Annonzen. Der Pariser„Matin" veröffentlicht in seinem redattionellen Theile zwei Annonzen mit folgenden ein« leitenden Worten: Die hier folgenden Annonzen verdanken keineswegs der Phantafie ihre Entstehung. Die Namen der betreffenden Einsender, die wir kennen und die unsere volle Sympathien befitzen, stellen wir jedem zur Verfügung, der sich ernstlich für dieselben interesfirt: 1.„Eine Person mit histo- rischem Namen und die einer königlichen Familie angehört, wünscht in Folge von Vermögensverlusten diesen Namen einer Fabrik, einer Aktiengesellschaft oder irgend einem großen kom- merziellen oder finanziellen Unternehmen gegen eine ange« messene Summe zur Verfügung zu stellen." 2.„Ein Edel« mann, der mit einer Dame aus königlicher Familie verhetrathet ist, wünscht mit seiner Frau Unterkommen in einem und dem- selben Hause. Er würde am liebsten eine Gutsverwaltung oder die DirektionSstelle in einem industriellen Etablissement übernehmen; auch würde dem Ehepaare mit einer guten Haus- Hofmeisterstellung in Deutschland oder Amerika gedient sein." Die Tödtung eine» Eleptianten fand dieser Tage in Hamburg im Hagenbeck'schen Tyierpark am Neuen Pferdemartt statt. Seit längerer Zeit hatte man an dem einen der von den Singhalesen mitgebrachten Riesen- Elephanten Spuren von Tobsucht bemerkt, die fich derart steigerten, daß nichts anderes übrig blieb, als das Thier zu tönten. Ein Engländer, der früher einmal 1000 Mark geboten hatte, wenn ihm von Herrn Hagenbeck gestattet würve, einen kranken Elephanten durch Er- schießen zu tödten, wurde telegraphisch von der in AuSstcht stehenden Exekution benachrichtigt, hielt sein früheres Gebot ielegraphisch aufrecht und machte fich sofort auf die Reise. Angestchts deS kolossalen ThiereS, daS obwohl mit eisernen Ketten stark gefesselt, Doch in seiner Wildheit einen Anblick bot, der selbst einen muthigen Mann in Schrecken setzen konnte. stand der Engländer jedoch von seinem Vorhaben ab. Es wurde nun beschloffen, da» Thier zu erdrosseln. Mit armdicken Tauen und Ketten gefesselt, wurden dem Riese athier zwei Ketten um den Hals gelegt und diese dann in entgegengesetzter Richtung vermittels Flaschenzügen allmälig angezogen. Nach einem Todeskampf von zirka zehn Minuten Dauer hatte der Delinquent sein Leben ausgehaucht. Der Werth des Elephanten betrug zirka 12000 Mark. nahm! der Untetiüfiuna gefunden. Mit Rücksicht auf die Vor« sorglichkeit deS Angeklagten durch Anbringung deS Bohlen- Mag« und die Geringfügigkeit der Verletzung verurtheilte ihn der Gerichtshof zu nur 50 Mark eventuell 5 Tagen Ge fängnitz. I« der am Sonnabend verhandelten Privatklage- fache de« Schriftsteller« Dr. Nathanfon gegen Simon May erschien der letztere gestern vor dem Gerichtsschreiber der 6. Strafkammer, um gegen da« gefällte Urtheil die Reviston zu Protokoll zu erklären. SieichsgerichtS-Entschetdnng. Die Zurückforderung de« im falschen Spiel einem Spieler abgenommenen Geldes unter Drohung oder Anwendung von Gewalt ist nach einem Urtheil des Reichsgericht«, U. Strafsenat, vom 10. November v. I, nicht als Erpressung oder Erpressungsversuch zu bestrafen. Ein verurthetlter Pfarrer. Agram, 9. Fedmar. Die Septemviraltafel fällte das endgiltige urtheil gegen den Pfarrer Schirmer und erkannte auf schuldig de« Verbrechens der Stö- rung der öffentlichen Ruhe und Ordnung, weil derselbe an- läßlich der Abgeordnetenwahl in Brod durch hetzerische Reden, Ausdrücke:„Lösen wir unS von Ungarn los, die Magyaren find unsere bittersten Feinde, Magyaren stehlen unsere Wälder, baden mit unserem Gelde Ezegedin erbaut und werden ein ParlamentShauS bauen; die Steuern seien gesetzwidrig, die Beamten find Leuteschinder u. s. w." den Vorsatz hatte, da« Volk gegen dai gesetzliche staatsrechtliche Verhältnis) aufzuwiegeln und Haß und Verachtung gegen die Nation, gegen die Organe der gemeinsamen Regierung anzureizen. Das Urtheil lautet auf drei Monate strengen Arrests im Franziskaner- Kloster._ Soziales«nd Arveitervemegnng« Hohe Dividende««nd Lohnreduktione«. Als wir vor einigen Tagen mittheilten, daß die sächfische Webstuhlfabrik in Chemnitz bedeutende Lohnreduttionen habe eintreten lassen, da wußten wir nicht, daß dasselbe Etablissement einige Wochen vorher noch seinen Akttonären 10 Prozent Dividende abgeworfen batte! Diese Thatsache, welche wieder einmal ein grelles Licht auf die vielgepriesene„Harmonie zwischen Ka- pttal und Arbeil" wirft, dürfte der weitesten Verbreitung wertb sein. Auf dem Eisenwerke Lauchhammer bei Liebenwerda haben zirka 500 Former die Arbeiter niedergelegt, weil ihnen am letzten Lohntage ungerechte Lohnadzüge gemacht worden find. Daraufdin bat die Direktion nunmehr auch die übrigen Werkstätten geschloffen, so daß zirka ö00 Arbeiter ausgeflossen find. E« wird nur noch in der Maschinenfabrik Oberhammer, in der Ziselirwerkstaft und in der Schneidemühle gearbeitet. In der mechanischen Weberet zu«reiz find in der »ergangenen Woche 40 Arbeiter entlassen worden. Differenzen mit einem neuangestellten Waarenschauer sollen den Grund zu dieser Maßregel abgegeben haben. Die Nachtarbeit ist in der königlichen Gewehrfabrik zu Erfurt nunmehr eingestellt worden. Zu gleicher Zeit wurde 120 Büchsenmachern gekündigt. Also erst Nachtarbeit, dann Arbeiterentlassungen und zwar in einer StaatSwerkstätte. Eo lange der Staat solche Bourgeoisgewohnheiten nicht abstraft, braucht er fich nicht zu wundern, wenn die Arbeiter kein großes Vertrauen auf den StaatSbettieb haben. Die deutsche Teppichweberei ist eine noch ziemlich neue Industrie, die aber doch schon in verhältnißmäßig kurzer Zeit die englische Konkurrenz, die in Deutschland ein bedeutendes Absatzgebiet besaß, so ziemlich lahmgelegt hat. Die Ausfuhr englischer Tepp che nach Deutschland hatte im Jahre 1*85 nur noch einen Werth von einer Million Mark, während fich in früheren Jahren die Einfuhr auf 5 und 6 Millionen Mark be« lief. Die deutsche Tepptchfabttkation hat ihren Sitz in Berlin, Düren, Barmen, Chemnitz, Görlitz, KottbuS, Würzen, sowie in einigen Städten des sächfischen Voatlande«. Auch in Reuß j. L. besteht, nach den Fadriltnsvcktorenbcrichten, eine Teppichfabrik, die fich mit Erfolg der Herstellung der werthvolleren sogen. Brüsseler und Veloursteppiche zugewandt hat. Wer aber deutsche Arbeiteroerhältniffe kennt, der werß auck, daß die Lohn- verbältuisse der Textilarbeiter weder in der ReichShauptstadt, noch aar in Barmen oder in den sächfischen vungergegendcn günstige find. Ein neuer Beweis dafür, daß der Satz:„Geht es dem Untemehmer gu', so befindet fich auch der Arbeiter wohl," nichts weiter ist. als eine manchesterliche Erfindung zu Ehren des HarmoniehumbugS. Aber die Herren Fabrikanten find mit ihren Erfolgen auf dem Weltmarkte nicht zufrieden. Die„Deutsche Industrie- Zeitung", Organ der Handels, und Gewerbekawmern zu Chemnitz, Dresden, Plauen und Zittau, äußert fich folgendermaßen:„Das durchschlagendste Mittel zur Vergrößerung des Absatzes im Auslande wäre allerdings die Rückvergütung deS Zolles auf für die zum Erport bestimmten G�rne. Da unsere Regierung einer solchen Maßregel gegenüber fich ablehnend verhall, so wollen wir hoffen, vaß, wie oben schon erwähnt, unsere Spinner durch Her- stellung nöthiger preishalt-nder Materialien, dann aber die sehr thätigm, intelligenten Fabrikanten durch Ausnutzung von Vortheilen in der Fabrikation selbst, der Teppichweberei die- ienige Unterstützung gebm werden, welche nöthig ist, um dieser im Emporblühen begriffenen Industrie den ungeschmälerten Absatz auf dem Weltmarlte zu verschaffen."— Dieselben Leute, die nicht genug gegen die StaatShilfe eifern können, wenn die Arbeiter fie reklamiren, wollen trotz der steigenden Rentabilität ihres Geschäfts noch eine Ertrabelohnung dafür, daß fie Pro- fite über Profite machen. Sie verlangen eine Ausfuhrprämie, dieses herrliche Mittel zur Beförderung der tollsten Uederpro- duktton(vergl. die Zuckcrexvortbontfikation und Aehnliches!). Sollte oder die Regierung hartherzig sein(bei der AWm yz/>2 f rtM if mung über das SHnavsmonopo» können ja die Herren Spin' nerbärone ein ernstes Wort mit den Feudaljunkem reden!), so empfiehlt die„Drsch. Jnd.-Ztg." Verbesserung der technischen ----.." rw» r« ai r r nvi t Mittel. Nun, es liegt in der Natur unserer wirtbschafrlichen Entwickelung, daß die Konkurrenzmöglichteit auf stetig fich ver- vollkommender Technil beruht. Die Maschine deherrscht die Industrie; unter den jetzigen Verhältnissen wird jeder maschi- nelle Fortschritt in der Teppichfabrikation zahlreiche Arbeiter auf die Straße werfen, fie überflüssig machen. Dies Alles aber drängt auf eine rationellere Regelung der Produktions- weise hin, bei der die Maschine nicht mehr wie jetzt ein Fluch, sondern ein Segen für die Menschheit ist. Der Staat al< Unternehmer. Vor einigen Tagen wurde ein Weichensteller in Bayern, durch dessen Schuld zwei Züge aneinanderrannten und dabei eine Lokomotive und ein Güterwagen beschädigt wurden— Gesammtschaden 3000 M.—, zu einer Woche Gefangniß und zum Schadenersatz verurtheilt. Das Gericht hat mildernde Umstände angenommen, weil der Weichensteller, als daS Unglück pasfirte, achtzehn Stunden ununterhrochen im Dienste war. Aus dieser Thatsache geht deutlich hervor, wie die„Hamb. Bürgerztg." bemerkt, daß der Staat im modernen Wtrthschaftsleden auf demselben Boden steht, wie irgend ein beliebiger kapitalistischer Privatunternehmer. Ja, die bayerische Etaatseisenbahnverwaltung hat fich zu einer Höhe der— Arbeitszeit aufgeschwungen, die in nickt allzuviel Fabriken üblich ist. Ein Arbeitstag von achtzehn Stunden ist erne Leistung, die den Körper auf die Dauer zerrütten muß. Der Fabrikarbeiter, der auf solche Weise ausgenutzt wird, liefert vielleicht, wenn ihn die Müdigkeit übermannt, ein mangelhaftes Produtt, er verzögert den Arbeitsprozeß. Welche Folgen aber kann es haben, wenn ein Angestelller im Eisen- bahndettieb nicht im Stande ist, seinen Dienst zu versehen? Das kann zu Katastrophen führen, die nicht blos Hunderttausende Zstark, sondern, was unendlich werthvoller, Menschenleben von kosten können. Wen aber trifft die Verantwortüchkeit? Ist etwa der Arbeiter, der Tag für Tag fich abrackert, der durch Ucbrr- arbeit geschwächt ist, der, wie ein bayerischer Wechselwärter, einen Monatslohn von 70—100 Mark hat, ist etwa dieser schuldig, wenn er, ermattet durch achtzehnstündtge anhaltende Dienstzeit, Uebermenschliche« nicht zu leisten vermag, wenn er zusammenbricht, wenn er schläft, und daS Eisenbahunglück Opfer über Opfer fordert? Nein, dieser Mann ist nicht schuldig. Er ist ein Opfer deS Systems, das nach oben reich dotirte Stellen schafft, um unten mit peinlicher Sorgfalt zu sparen. Zu sparen mit Arbeitslrästen, zu sparen am Gehalt! Ein System, das eine achtzehnstündige Dienstperiode für solch ge- fährlichen, solch verantwortungsreichen Dienst zuläßt, ist ficher- ltch kein autcS. Aber der Wechselwärter ist dafür, daß er der Natur fernen Tribut zahlte, weil er es mußte, zu einer Woche Gefängniß und zum Schadenersatz verurtheilt worder. Die Auffassung, die unier Rechtswesen deherrscht, steht nur den Ein- zelnen, daS Individuum, fie atomistct die Gesellschaft und ver- gißt, daß dieser Einzelne nur ein Produkt der Gesellschaft ist, bedingt durch die Zustände, die Lebenibedingungen, unter welchen er exiftirt- Allein, mag auch nach dem Buch- staben der arme Wechselwärter der„Schuldige" sein, das Er- kenntniß des Gerichtshofes trifft doch die Eisenbahnverwaltung. —„Achtzebnstündige Dienstperiode", das sagt Alles. Der Unterstützungtverei» deutscher Buchdrucker gilt mit Recht als die beste deutsche Gewerkschaftsorganisation. Um so auffallender ist e«, wenn in einer offiziellen Publikation, den„Amtlichen Mittherlungen aus den Jahresberichten der mit Beauffichtigung der Fabriken betrauten Beamten. 1884" ver Fabrikinspektor für Merseburg und Erfurt folgende« in Sachen eines BuchdruckerftreikS mittheilte(a. a. O. S. 87): „Der Befitzer entließ ohne Zaudern seine sämmtlichen Arbeiter und stellte neue zu den alten Akkordpreisen ein, bei welchen sich die Arbeiter auf etwa 20 M. wöchentlich standen; be- merkenSwertb war hierbei, daß ein großer Theil dieser Neu» eintretenden dem Buchdruckerverbande angehörte, dessen Vorschriften sonach doch nur theilweise von seinen Mit- gliedern als bindend anerkannt und befolgt zu werden scheinen." Wir setzen voraus, daß diese Mittheilungen auf einem Jrr> thum des Herrn Gewerbcraths beruhen. Denn es ist doch nicht anzunehmen, daß fich selbst unter den organistrten Buch- druckern und Schriftsetzern noch solche Elemmte definden. (Anm. d. Setzers: Mitglieder des Unterstützungsverein«, welche in ein Geschäft eintreten, wo wegen Differenzen mit dem Befitzer die Arbeit niedergelegt werden mußte, werden sofort ausgeschlossen und verlieren mithin alle bei dem Verein erwor- denen Rechte.) „Tag und Nacht beschäftigt" find 400 Arbeiter in der großen Metallfabrik von Baffe u. Selve bei Altena in West- Talen; die ganze Fabrik wird durch elettrisches Licht beleuchtet — so melden triumphirend die Blätter und sprechen von den großen Fortschritten der Technik, von den Triumphen, welche die deutsche Industrie feiert. Auch wir find mit der elektrischen Beleuchtung einverstanden in den Morgen- und Abendstunden; aber mit der fortwährenden Nachtarbeit durchaus nicht. Wozu wird diese Ueberanstrengung der Arbeitskräfte führen? Zur Ueberproduktion! Wohin diese? Zur Anhäufung der Produkte! Daraus aber entsteht selbstverständlich Ardeitslofig- keit und mit der Nachtarbeit verschwindet auch die Arbeit am Tage. Und solche Produktionsweise ist ein Hauptpfeiler der beute bestehenden gesellschaftlichen„Ordnung!" Da möchten wir doch wissen, wcs eimntlich Unordnung ist? Antwort er- beten von irgend einem Gcoßfabrikanten. Die arbeitslose Zeit macht fich jetzt überall ungemein fühlbar. Die Arbeiterkolonien find überfüllt; die Zahl der Wandergesellen wächst fortwährend und die„Vagabondennoth" mehrt fia, wieder trotz der vielen Verpflegungestationen. Auch lieset man täglich besonders in sächfischen und thüringischen Zeitungen, daß arme Reisende in einem Strohhaufen ver- froren find. Dies ist eine stehende Rubrik in den Spalten vieler Lokalblätter geworden. Und dabei hat man noch vielfach die freche Stirn, die Roth im Volke zu leugnen! Ein trauriges Zeichen der Zeit. Unter dieser Spitz- marke erhält das„Norddeutsche Wochenblatt" folgendes„Ein- gesandt" aus Bremerhaven: Mit der Bitte um Frei- quartier kam vorige Woche ein Arbeiter zur Polizei; da dieselbe nun nicht die Ausgabe hat, solche Bitten zu erfüllen, so wurde der Bittsteller abgewiesen. Zu derselben Zeit nun brachte ein Schutzmann einen Arrestanten vom Polizeigewahrsam nach dem Ämtsgefängniß. Der vorerwähnte Bittsteller wartete, bis der Schutzniann wieder herauskam, nahm dann einen an der auS dem Riesengrdirge" so schrecklich Uebrigens werde ich später noch Gelegenheit haben, ort® B dem„Boten auS dem Rtesengedirge" zu beschäftigen, du ff beiter wollen sich blos der letzten ReichStagSwahien rnrurz Lege man doch derartige Blätter lieber bei Seite, denn so wir Arbeiter Blätter, welche daS Interesse der Bvurgeoist! � treten, durch Abonnement unterstützen, so lan� OÜW�I auch nicht auf Besserung unserer Lage rechnen.—-, Petersdo-f- Schreiberhau eine große Glasindustrie, adn. moderne Arbererbewegung will da auch nicht vorwärts. � der in unserem Kreise so ausgedehnten Papierinduftri« a. ein wirksames Arbeiterschutzgesetz sehr nothwendig.%% vor, daß Arbeiter in der Hitze, welche in diesen f beirscht, mitunter 36 Stunden in einer Tour deschäfttgt st In vierzehn Tagen ist es immer regelmäßig, daß' Schicht Arbeiter 24 Stunden hintereinander otbtlfcn® Man muß dann die schwankenden Gestalten, welchen die%% ruhe fehlt, aus der Fabrik gänzlich abgespannt herausko®r 3 ßr. 39 It-V", VVV guugiius wvut y-wu«»— cnuAll sehen. Die Ablösung von 8 Stunden wäre da sehr JJ" gx.Pl. 2 Es kommt ferner vor. daß brauen erst Nachts 1 Uhr.,1 1 J* n 4 Frauen erst Nachts Es kommt femer vor, Hause gehen und um 4 Uhr schon also drei Stunden für Erholung, Erziehuna der-famu.. Nachtruhe! Wohin soll das führen? Eine Einwirkuna �. diese Uedelstände könnte ganz gut ein Verein zur 0g der Interessen der werkrhätigen Bevölkerung von Hill® ausüoen. Wie man hört, soll ein solcher binnen Kurze® J gründet werden, möchten fich dafür auch die Lehr Blattes speziell von Hirschberg und Umgegend interesfireN- kann dann Alles der Oeffentlichkeit übergeben werden, i unser Blatt, die„Breslauer Volksstimme könnte tragen.__ es H Vereine und Uersamminng� be. In der Generalversammlung der Mänttt�I rinnen Berlin«, welche am Freitag, den 12. d. M- mann'« Salon, Gr. Frankfurterstr. 117, unter Bmfitz Büge stattfand, und zu der fich ca. 1000 Personen, ruf ,ll(, und Schneidermeister eingefunden��-« rinnen, Kaufleute___________________.... wurde die Wahl einer Lohnkommisfion volltogen.% wies darauf hin, daß fie lange gezögert haben, zu ernsten Mitteln zu rathen. Die monatelangen Verh�jjs,«, mit dm Meistern und Kauflmten hätten aber zu führt, ja sogar für einige der zur Verständigung 6: "'"............ ntM ! 47. Am �issari. M letzten Eitz- &F MZ Wanken" ü Wehmtgt. JeffWÖ bk i % %(§ i >W> de Echneideruieister nur da« Resultat gehabt, daß geschädigt worden seien. Nützen können un«, so f#% die gutgemeinten Bestrebungen der vereinzelten Meifiel � die große Mehrheit der Arbeitgeber muß es sein. Fw, J den vergehen, wenn wir uns länger mit Hoffnungen a® v- liche Verständigung trügen. Einen Streit können- BT« „„ S/••»Vit»VIIIM-*».rttlV noch nicht proklamiren, wohl aber muß eine Lohnkg-.- gewählt werden, deren Hauptregel e« sein soll, Gelder>. HVM/uyt*«vvvvvif vv-t-vu«fezuu+ilitHtl tp(CHI füU, menzubringen. Ist ein genügender Fonds vorbanden, �> wir unverzüglich zu etncm partiellm Streik schreite» � in kaum vierzehn Tagen entschieden wäre. Sorgen und Mühen stehen in Ausficht, aber die Ardeiterinnen einig find, ist der Sieg ficher!(®® iy Beifall.)— In die Lohnkommisfion wurden gewäb»•"-«J Büge als 1. Vorfitzende, Frau Kra ckemann, 2. W Frau Herrmann, 1. Kasfirerin Frau Wagner, 2. Schriftführerinnen Fräulein Christel und Fräulein ür B ifitzerlnnm Frau Perske und Frau Panten Die Näherinnen sollen nach Möglichkeit unterstützt, die Kom®"�? Mitglieder für ihre Mühewaltung entschädigt werden. auf wurde zu einer allgemeinen Diskusston über die näherinnendewegung geschritten, die durch das wiederhau' � greifen des ReichstagSabgeordneten Herrn Rö bizer(w' J,?' erhöhtes Interesse erhielt. In seinen Ausführungen Her Rödiger vor unüberlegten Schritten und wres a">; Schicksal der unorganifirten Arbeiter hin, die- Streik unternommen hättrn. Partielle Streiks , an Mauer stehend«» Besen, mit welchem Gefangene das Trottoir von Schnee reinigten, und ze-trümmerte damit in Gegenwart._____, des Schutzmannes eine der Spiegelscheiben im Amtsgebäude.> Herrn R. unter allgemeinem Beifall auf «4 iß. we »f. 1 5*8 W K« en. «fui unternommen hättrn. Partielle Streiks ü"rnr zu e den Nachtbeil. daß die Arbeitgeber fHj.%.a".n# fertig mit Arbeitskräften auShilfm. Wenn die M&s$'■ k®'e rinnen aber geeint und zu Tausenden organiffrt wären, sei schließlich ein Streik mit Aufsicht auf Erfolg- l,ntfn nehmen. Man solle fich nicht soviel mit der Frage tigen, wer Schuld an den gedrückten Löhnen habe, die/ meister oder die Kaufleute, sondern konsequent da« 5%/ Orgarisction zu schaffen, verfolgen. Die Lodstfs welche einige Schneidermeister in der Wg � auf das Jnnungsvesen gesungen hatten, wu&W ......—..............-------------„--------. Herrn R. unter allgemeinem Beifall auf ihrerr w h%�; Daraufhin mußte allerdings fein Wunsch erfüllt werden, und zurückgeführt. Zum Schluß detonte Redner fand er nunmehr ein Unterkommen im Gefangniß.— Die Zahl> Nolhrvendigkeit und Wichtigkeit eines ger-g'lten% der Bettler hat in Fnlge der ungünstigen Wittelur.g hierorts; weises.— An der Diskaiston betheiligten sich nock ungeheuer zugenommen: der Polizeigewahrsam ist, wie die hie-« Cantius, Panien, Kranckemann u. A.. sowie die ssae Presse schreibt, von denselben überfüllt, da dieselben, ge-. meister ElSner, Schäfer und Locherxs'y; fern'r die trieben von Frost und Hunger, häufig direkt un'ec den Augen Z Hirschmann und Martin Meyer. Letzterer vcrfickcrte, anständigen Arbeitgeber, Meister und Kaufleute, am der stteikenden Mäntelnähcrinnen stehen würden. 6"� w der Frau CantiuS Arbeitsstubeninhaberinnen, wie Kranckemann, nicht in die Lohnkommisfion aufzunchwe® abgelehnt..ijOT Verein znr Wahrung der Jnteiessen der �i-n w. r.A-A.— cm?..»f w r- e t x. C&wf v** über Vit VUMWII ut»-UUIIVC» VCl VtUtILUCII. Jl leben von Frost und Hunger, häufig direkt unk: den Augen der Poliz-ibeamten betteln, um von diesen gesehen und arretirt zu werden und so ein Unterkommen zu finden; 8—10 solcher Verhaftungen an einem Tage find gegenwärtig nichts Seltenes. In der Nacht vom Freitag auf Sonnabend wurden in Geeste»- darf 7 Personen verhaftet; dieselben hattm in einer Scheune ein Unterkommen gesucht.— Es find dies Zustände, so jammert die„Prooinzial Zettung", deren Abhilfe dringend wünschens- werth ist.— Mit dem Jammern ist aber nichts geholfen, eben- sowenig wie mit christlichen Herdergen, Vereinen gegen Bettelei, Arbeiierkolonien und ähnlichen Palliativmittelchen. Möchten doch lieber alle diejenigen, welche einsehen, daß solche grauen- hafte Zustände eines Kulturvolkes unwürdig find, mit uns ein- treten für eine wirklich durchgreifende Sozialreform, das heißt, für wirksame Arbeiterschutz gesetze und eine vernünftige Umän- derung der jetzigen planlosen kapitalistischen Produktionsweise. Das find die einzigen Radikalmittel, um die„200000 Vagabunden" von der Landstraße wegzubringen und Jedem, der arbeiten will, auch Verdienst und Brot zu fichem. Hirschberg i. Schl. Hier und im Hirschberger Kreise geht die moderne Arbeiterbewegung sehr langsam vor fich, einestheils find die schlechten Erwerdsverhältnisse, größien» theilS aber der JndifferentiSmuS der Rassen daran schuld; überall in den detreffenden Kretsm herrscht eine große Lauheit, da man die eigene Klaffenlage nicht erkennen w'" man fortwährend über schlechte Erwerbsverhältniffe der letzten Milgliederversammlung referirte Hfrr ---- die Petition deS Bundes der deutschen Tifcb'f' At um Einführung der odligatorischen Arbeitsbücher r*„«a% tersilaffen der Arbeiter. Redner hob hervor, daß dadurch den„goldenen « eller n dah 30 % w # teli UWMMRM'A fie klagt. Nie- ü setzgeber nv« beabstchttgt haben kann. _ cn-»-i»- rr-------- ß abüchtiflt haben kann. R-�erenr %%%%%% .___ ort n. rtt t. x*. aA fl UUf � � V. �achvereinSbestrebungen ist doch in tzirfchberg unter Tischlern, beitcrinnen vertreten find, findet fich außer der Mitgliedschaft Anirl Niemand, der Hand an die Gründung von Mitgliedschaften deS deutschen Manufatturardeiter-Lrreins in Gera legt. Mögen doch die Betreffenden nicht schlaff werden, spüren dieselben denn nicht, wie gesunken die Erwerbsverhältniffe find. Welches Ge- fühl überkommt uns, wenn die Direktion der Erdmannsdorfer Fabrik durch Anschlag bekannt giebt, daß diejenigen, welche einem Fachverein angehören, dai sogenannte Jahrgelv verlieren! Von der„Arbeitsprämie" gar nicht zu sprechen. Wo bleibt da das Koalitionsrecht der Ardeiter, vom Versammlungsrecht noch, jianö". BTa-'jggas: I Beuthstraße 2. M aazMft&Ms ssMZ jSssj« aufgegeben und dem Ardetter ein genügende �llner.z werven; man w!rd< vamit erre chea, daß P�� nung, wenn die leisten will, so so�r v.eieioe m einet% 5 daß die gegebenen B.stunmungen drs gesetzt« Sinn, w ihren Kreisen zur Ausführung j�eutet�' A weroen; man werde damit erre-chea, daß � A. ttaktbruck nickt v»rkomm«n und neue Gesetze v nicht nöthig find. Eine im» gefaßte Resolution wa.de einfiimmig angeno � ein, um Schritte können. Näheres Anschlag-Säulen M die de au «tn »ii < Verantworttich« RedaUeur tzt. Crouhetm tn Berlin..»Druck und Verlag von War Badtug in Berlin äW. Beilage zum Berliner Volksblatt. Dr. 39. Dienstag, de« 16. Februar 1886. III. f i d Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 47. Sitzung vom IS. Februar, 1 Uhr. e*ni Tische des Bundesraths: v. Bo-tticher, von Schilling, Graf Lerchenfeld, Versmann und «om�iffarien. � Präsident: Ich habe dem Hause die erschütternde «Mherlung zu macken, daß der Abg. v. Rcdecker(lonservativ), Mrrter des 7. Gumdinner Wahlkreises, unmittelbar nach der «sien Sitzung, der er noch bis zum Schluß beigewohnt M, veischikdkn ist. Ich fordere das Haus auf, fein Ichieht") Our# Erhebung von den Sitzen zu ehren.(Ge- .....Der Antrag der Kommisston, die Ermächtigung zur straf» Muben Verfolgung der Redakteure des„Jauerschen Stadt- «Sv. der„Malchiner Zeitung" wegen eines„Pfingst- « danken" üderschriedenen Leitartikels nicht zu ertheUen, wird genehmigt. ,,..Es folgt die erste Berathung des Gesetz. Entwurf?, be» effend die Ergänzung des§ 809 der Zivilvrozeß- J u n g. dessen einziger Artikel lautet:„Dem§ 809 der ?.'"rrojchordnung tritt als dritter Absatz folgende Bestimmung S'eUc der Zustellung des Arrestbefehls an den «quldner(§ 671) genügt es, wenn die Post um Bewirtung win �ellung ersucht(§§ 177, 179) oder, sofern eine Zustellung Eriultens anderer Behörden oder Beamten oder eine -.Mirche Zustellung erforderlich ist, das Gesuch um die Zu- 5,8(§ 190) überreicht ist." m-n-N dem jetzigen Zustande der Gesetzgebung würde die sein �ng eines Arrestdefehls in allen Fällen unausführbar >n welchen der Aufenthalt des ArrestschuldnerS unbe« X Nill' 5%! eSbevollmächtigter für Hamburg Dr. Versmann: Wil!» 8 Piainier uno �.yeoreiuer, mrcyrer uno mewisan- stell». � der einen Seite, Kommentatoren und gelehrte Schrift- Ä-n. JU' der anderen Seite haben fich bemüht, ste auf dem den V» Interpretation zu lösen. Ich beschränke mich darauf, L,m.'an9tl hervorzuheben, dessen Heilung dieser Gesetzentwurf aas h' und die Nolhwendigkeit zu begründen, die Heilung Wege des Einschreitens durch die Gesetzgebung vor- Lh; ohne hier auf daS Heilmittel einzugehen, daS Sach» bm"m0»* Ihrer Mitte ohne Zweifel eingehend prüfen wer- z>j' Praktisch aufgefaßt ist die Sache nämlich die folgende: jJUond führt gern Prozesse im Auslände, am wenigsten im Li entfernten überseeischen Ausland, weil ja der Kultuczu- fttm« n,cdt überall der gleiche ist, auch die sonstigen Voraus- Zungen einer befriedigenden Rechtsprechung nicht dedingungs- k. ausnahmslos überall vorhanden find. Es ist deshalb Itai daß ein inländischer Gläubiger, der an einen h.„�"schtn Schuldner Forderungen hat, eigentlich nur K ,? uuf den Weg der Rechtsversolgung sich bcgiebt, wenn möglich ist, durch den Arrestschlag auf ein»m Jnlande «.�dlicheS Vermögensobjekt die schließliche Vollstreckung des fo, Hm zu erwartcnden günstigen Erkenntnisses zu stchem. Er I8 bann außerdem den Voithcil, daß unsere einheimischen Ge- -Ate die Entscheidung der Frage in Folge deS Arrestes an N, stehen. Der jetzt bestehende Zustand ist der, daß die Be- Mgten auf den Rath ihrer Rechtsanwalt« seit Jahren be« in weitem Maße von der Nachsuchung solcher Arreste u«and nehmen; man darf sagen, es ist auf diesem Gebiete ,L. wirklicher theilweiser Rcchtsstillstand eingetreten, und ich Hi«..»die Gesetzgebung wird fich schwerlich der Aufgabe ent- »N können, hier Wandel zu schaffen. Natürlich läßt fich der % Spaden nicht ziffernmäßig berechnen; aber daß er »heblich sein muß, wird aus ven in den ersten Jahren iiw�«*rt«hung der Zivilprozeßordnung hervorgetretenen That- klar ergeben. Interessant ist. daß gerade der neueste lö�.k'stkller auf diesem Gebiet geglaubt hat, nachweisen zu W«1 daß es eines gesetzgeberischen Einschreitens in diesem MügBot nicht bedürfe, sondern daß fich Alles von selbst Vi i r hat aber gerade diese Schritt von bestätigt, daß ohne gesetzgeberischen Eingriff -',t Frage nicht zu helfen ist. Wenn es ein Mittel gäbe, Kniiiitt Thraker. . Walluer-Theater. 9- Seit langer Zeit ging am Sonntag Abend �all.��nrnal ei» Zug herzlicher Fröhlichkeit durch da« ' Theater. Die Zeiten sind längst dahin, als da« >«» v �'Theater einen Weltruf hatte durch seine Darstellung «pe,! J-'pielen, von Schwänke» und der ihm ureigenen der Berliner Posse. Es läßt fich darüber h»ve.r-,.°° ai heute überhaupt»och möglich ist, eine richtige, ?%non?te berliner Posse zu schreibe». Die typischen SeKp 9Uten verschwinden immer mehr von der Bildfläche toeii»" soweit dieselben noch vorhanden find, sind sie % n-„..?ucht und das hastige, sich überstürzende Lebe« � mehr aufkomme». S« g>e* �wsen Verhältnissen ist cS außerordentlich schwer, . öu schaffen; die Hauptaufgabe de« Dichters �ssialt"u bestehe», dem vorhandenen Stoff eine neue M ni*. ssjde», und bei einem Schwank braucht er sich K Leb?.« äU ängstlich an die thatsächlichen Möglichkeiten .�e». j..?u halten. Allerdings hat e« seine Schwierig« keifte*, w Beziehung den Geschmack eine« Zede» zu v!. � o« jedoch möglich ist, da« bewie« die Auf- tzSma«« Schwank«.Alfred'- Briefe' vo» M-Theat" Brentano am Sonntag Abend im rein Zug liebenswürdigen Humor« durch den di» sul belustigende, aber nicht verletzende Zug, h»,'.'i. if'ien von Fritz Brentano überhaupt au«- n-L<'U'Ptfn de« Stücke» sind nicht neu; ei» t»»i �ker �-homann, der die Tyranneien einer musik« eit.�ber, e;B' ,m Lebe» allerdings vollständig unmöglicher ei»i,�der. verzögere Tochter, halbverdrehte Ver« die�' Wit R*. kompromittirende Liebetkorrespondenz, und je Ä � ** die B JrV0"111�«eschickt arrangirt, namentlich Verfasser verstanden, die Aktschlüsse zu äußerst die Richter zu veranlassen, eine vermeintlich richtige Auslegung, d. h. die Auslegung eines Einzelnen, fich anzueignen, vann wäre die Sache ja recht gut; aber auch declaratoria können nur auf dem W-ge der Geletzgebung in« Leben geiufen wer- den. Die Mitwi.kung de' Gesetzgebung wird also wohl nicht entbehrt werden können; Praxis und Wissenschaft haben bis jetzt vergeblich nach einer Lösung gerungen. Ich empfehle Ihnen deshalb die wohlwollende Jndetrachtnahme des Ent- wurfs. Abg. v. B u o l. Die Vorprüfung in einer besonderen Kommission ist um so mehr geboten, vts vielfache Zweifel in wissenschaftlich.juristischen Kreisen darüber bestrhen, od dem zweifellos auf diesem Gebiete vorhandenen Nothstande nicht durch eine zweckentsprechende Interpretation der Zivilprozeß- ordnung abgeholfen werden könne. E« find denn auch von verschiedenen wissenschaftlichen Autoritäten darauf abzielende Vorschläge gemacht worden. Aber selbst, wenn man fich zu einer Aendcrung der Zivilprozeßordnung entschlösse, würde man zu prüfen haben, od die Form der Aenderung auch eine rich- tige ist. Mir scheint daS Interesse des Schuldners nur dann gewahrt zu sein, wenn ihm wirklich die Zustellung deS Ärrestschlages eingehändigt ist. Die bloße Zustellung an die Post oder daS Gesuch um Zustellung an eine Behöidc scheint mir nur ein Versuch der Zustellung zu sein. Man darf ja zu der exakten Exoedition der Post das größte Vertrauen haben. Wie aber, wenn der Schuldner fich gar nicht an dem Orte auf- hält, wohin das Schriftstück gerrchtet ist, oder die Adieffe mangelhaft angegeben tst k Die Kommisfion muß diese Be» denken beseitigen. Abg. Klemm schließt fich aus denselben Gründen dem Antrage auf Kommisfionsberatbung an. Abg Meyer(Halle): Einer unserer vo züglichsten Pro- zcffualisten, der Prof. Fitting in Halle, hat nachgewiesen, daß die Zioilprozcßorvnung die Sache nicht allein vollständig be- friedigend, sondern sogar mit außerordentlicher Feinheit geregelt habe, ued daß es nur darauf ankomme, ihre Intentionen zu verstehen. Nun sehe ich eine sehr große Gefahr darin, wenn an einem so sorgfältig vorbereiteten Gesetz, wie eS die Zivil- Prozeßordnung ist, gerüttelt wird, ohne die sorgfältigste Vor- vrükung darüber, od eine Aenderung wirklich erforderlich ist. Es würde mit einer solchen Aenderung ein bedenkliches Prä- zedenz geschaffen. Man sollte erst abwarten, ob die sachvcr- ständigen Ausführungen eine Widerlegung finden, und, wenn nicht, ob die Pioxis fich denselben nicht anbequemt. Zu glauben, daß die Praxis bei einem gut redigirten Gesetz den richtigen Weg verfehlen oder ihn nicht in Zukunft finden werde, hieße auf den Verfall juristi'cher Eleganz in unserem Richterstanve spekuliren. Diese schwerwiegenden Bedenken bestimmen mich gleichfalls für Verweisung der Vorlage an eine Kommisfion. Abg. v. C u n y(nat.-lib.) kann e« auch nur für höchst be- denklich halten, in das durchdachte System unserer Zivilprozeß- ordnung eine Aenderung hineinzubringen. Er erkennt aber das Bedürfniß nach Abhilfe vollständig an und empfiehlt deS- halb die Vorberathung des Entwurfs in einer besonderen Rom* misfion von 14 Mitgliedern.— DaS Hau« beschließt diesem Antrage gemäß. Es folgt die erste Berathung de« Gesetzentwurfs, betreffend die Unzulässigkeit der Pfändung von Eisen- bahnfahrbetriebsmitteln. KommiffariuS Geh. Rath Hägens: Auf den pünktlichen fahrplanmäßigen Betrieb der Eisenbahnen find die wichtigsten öffentlichen Interessen angewiesen. Der Entwurf bezweckt, ihn dagegen sicher ,u stillen, daß von einem Privatgläubiger der Eisenbahn im Wege der Exekution oder gar des Arrestes eine Lokomotive vor dem Zuge oder Wagen aus dem Zuge ge- pfändet werden und dadurch der ganze Bahnbetrieb in Unord- nung kommt. Der Gedanke, daß letzteres überhaupt nur vor- kommen könnte, ist an sich schon ungeheuerlich, hat aber dennoch praktische Bedeutung. In der Gesetzgebung der Schweiz, Italiens, Rußland«, Englands und anderer Länder ist die Pfändung von Eisenbahnfahrbetriebsmiiteln für unzulässtg erklärt worden, weil solche Pfändungen mehrfach vorgekommen waren; und auch in Deutschland hat man der- gleichen Fälle erlebt. Schon 1856 wurde in Elberfeld eine bereits angehängte Lokomotive der Bergisch-Märkischen Bahn durch einen Privatgläubiger gepfändet, so daß der Zug nicht ftappilendea zu machen. Allerding« könne» sie nicht ganz vo» dem Fehler freigesprochen werde», in welchen sie noih- wendiger Weise verfalle» mußten, daß sie allzu kühn darauf lo» fabulire» mußten, um ihre« glücklichen Treffer mit vollem Eklat ausspiele« zu können. Einzelne Figuren sind trefflich gelungen. Man kennt jene halb aufdringlichen, halb gemüthlichen Leute, die Alle« könne». Alle« wissen, Alle« verstehen, die ewig in Geld- Verlegenheit sind und fortwährend Appetit habe». Ein solche« Individuum repräsentirt Lehman», der als„Herr Lehman» von der Kölnischen" eingeführt und natürlich von der überaus eitlen Frau de« Hause« für einen Bericht» erstatter von der.Kölnische« Zeitung" gehalten wird, bi« er sich schließlich al« Agent der Kölnische« Feuer- Versicherung entpuppt. Mit Freuden vermißten wir die in Schwänke» so überaus häufigen, landesüblichen blutige» Kalauer. Die Verfasser haben e« taktvoller Weife verstanden, diese ge- fährliche Klippe zn umgehen; die einzelnen etwa« gewagten Witze nahm da« Publikum in ftöhlicher Laune mtt in den Kauf. Zu dem unzweifelhaften Erfolg, de» da« Stück errang, trag nicht wenig da» vorzügliche, frische Spiel der mit- wirkenden Künstler bei. Herr Guthery und Frau Carlsen waren ausgezeichnet wie immer; nur hätten die Dichter e« vermeide« solle», in der Entrüstung«sze»e den Rentier Berner(Gutheiy) seine Frau mit.Madame" und mit Sie" anreve« zu lasse». E« ist da« in Deutschland und namentlich in den Kreise» eine« Rentier Berner nicht Brauch und weshalb da« Anlehne» an französisch- Sitten, die für' un« doch immer unverständlich bleibe» werden? Da« Anlehnen an französische Vorbilder hat gerade im Wallner- Theater bei dem vorigen Stück doch r-cht dose Früchte ge- zeitigt. Herr Meistner al«.Zourval.sten Lehmann"»ahm sich M�WV etwas zurücktretende Rolle nicht ohne Geschick. abfahren konnte; ebenso ist 1872 in OelS im Bezirk der Breslau Warschauer Eisenbahn eine bereit? angehängte Lokomotive für die Forderung eires Herrn Cz choS von 616 Thalern gepfändet worden; und eben dort später noch ein anderer Wagen oder eine Lokomotive wegen einer zweiten Forderung. Der diesem Ge ctzernwurf zu Grunde liegende Gedanke, daß solche Fälle, wie die erwähnten, zu verhindern seien, ist schon bei Berathung der Zivilprozeßordnung erwogen und zum ersten Mal prakriiches Recht geworb-n durch Auf- nähme in den deutsch-öfterreichtschen Handelsvertrag. Den Schutz deS Privatinteresses hat die Regierung niemals ver» schränken wollen, sondern das Jhng« getha um den Privat« gläubiger» fördernd zur Seite zu stehen. Man hielt damals dafür, daß der Streit am besten beigrlegt werden körne du ch einen Vergleich der Gläubiger mit den Geflllschaftrn. Die österreich sche Elisabeth-Bahn war zunächst mit diesem Ge- danken hervorgetreten, die all-in mit einem Prioritäten- kapital von 83 Millionen partizipirie. Es ist in keiner Weise aber von der Regierung der Versuch gemacht wo. dm, einen Druck auszuüben, daß die Gläubiger auf einen solchen Aus- gleich eingehen sollten; vielmehr hat ste es nur als ihre Auf- gäbe betrachtet, die Gläubiger zu unterstützen falls ste fich bei dem Ausgleich betheiligerr wollten. Die Bei Heiligung war aber so gering, daß er zu Wasser wurde. Lange Jahre find seit diesem Versuche vergangen; die Regierung hat abgewartet, wie fich die Gläubiger wohl helfen würden. Der Kampf hat» wie Sie wissen, zu einer Niederlage der Gläubiger geführt. Die Lage derselben ist jey! auSfichtelos. Tie allermeisten und zwar die größten österreichischen Bahnen haben im Laufe der Zeit Konoertiiungen vorgenommen. Die Böhmische Westbahn mit etwa 15 Millionen wird fich jetzt dieser Konoertirung noch anschließen. Konvertirt hat schon die Kaiserin- Elisadelh. Bahn mit 83 Millionen, die Kaiser- Franz Josef-Bahn mit 53 Mi iL die Vorarlbergbahn mit 74 Millionen, die Graz-Köflrcher Bahn mtt 6 Millionen, die Kronprinz-Rudolf Bahn mit 53MUl., die Galizischc Karl-Ludwizsbahn mit 40 Millionen u. s w. Ich habe die Bahnen nicht alle aufgeführt, glaube aber, man wird nicht fehl gehen in der Annahme, daß das ganze Pnoiitäten kapital j tzt auf ein Drittel, vielleicht auf ein Mittel herabgesunken ist. Man wü-de ftcherlich fehl geben, n o ite man glauben, daß eS die Kapitalisten, welche b i der Cmiifion d,r Papiere auf drut» schem Markte ibr G-ld>» wiche» Papüren angelegt haben, wären, w'lche jetzi sie Koupo i mp. die Obligationen oerfolgten. Es ha"?» sich ge rnffe G Uppen gebildet, z. B. in Breslau, Frankfurl a. M., aelche fich der Aufgabe widmen, diese Oblrga ion.n und Kouoons bestmöglich zu verwettben, und es Hai fich gez igt. daß hiirbei durchaus nicht in der Mehrzahl die u spiünglaven Besitzer oder auch nur etwa deutsche Interessen en beih iligt find. Mit einem Wort, die Sachlage hat fich bezüglich deS am Kouvonstreit bethiiligten Prioatkapi- tals gegen damals ganz erheblich geändert, und nun tritt al« entschcidrndcs Moment ein, daß bei der fidr energischen Ver» werthung di-ser Interessen des Privatkapitals fich eine voll» ständig« Nothlage iür ven öffentlichen Verkenr gebildet hat. Diese hat fich namentlich ,n Bayern gezeigt, wie es ganz naturgemäß ist, daß der Eiser bahnoerkehr Bay rnS durch die Verhältnisse der österreichischen Bahnen am nächsten in Mitleidenschaft gerathen ist. In ähnlicher Weise ist die Nothlage auch in Preußen eingetreten und kann jeder Zeit eintreten, wenn es nicht schon geschehen ist, in Sachsen. ES ist daher notwendig das öffentliche Jnter- esse zur Geltung zu bringen und gegen dieS den Schutz der Privatintereffm zurücktreten zu lassen. In den Motiven ist darauf hingedeutet, daß es fich hier um keine Bevormundung ausländischer Gesellschaften, nicht einmal darum handelt, dam Material ausländi cher Bahnen eine Immunität zu gewähren. Die nöthige Jmmuni'ät soll ihm im Interesse deS deutschen Verkehrs werden, denn das Material der ausländischen Bahnen, welches gefichert werden soll.— und nur insoweit soll es gegen die Pfändungen einzelner Gläubiger gefichert werden— befindet fich auf deutschen B ihnen im deutschen B-triede und daher ebenso gut wi' daS Material inländischer Gesell chaften im Dienste de« inländischen Verkehrs. Ich glaube daher, daS einzige Bedenken gegen die Vorlage muß bei näherer Betrach» tung der Verhältnisse schwinden, ick darf Sic daher wohl bitten, Ihr Woblwollen auch diesem Entwürfe zuzuwenden. Bayrischer Bundcsbcvollmächtigter Graf Lerchenfeldt Die Uedelstände, welche der Mangel einer gesetzlichen Rege- Im Allgemeinen kann man sage», daß Dichter und Schauspieler dem Publikum einen genußreiche«, fröhliche» Abend verschafft habe«, und eS wäre wohl zu wünschen, daß .Alfred« Briefe" recht lange dem schwergeprüfte« Wallner» Theater volle Häuser brächten. Kleine Mittheilungen. * AuS Nordhausen. 14. Februar, wird dem„Berliner Tageblatt" gemeldet: Ein höchst betrübender Vorfall hat fich gestern Abend hiir ereignet. Im SchützenhauSsaale fand eine sozialdemokratische Versammlung statt, in welcher der Stadt» verordnete Görcki aus Berlin referirte. Dieser Versammlung wobnten auch Mitglieder anderer Parteien, namentlich dir deutschfreifinntgen Partei bei. darunter das Vorstandsmitglied de» liberalen Vereins, Herr Banquier Fritz Schönfeld(in Firma Greiling u. Schövfcld), der fich an der Tiekusston über den Gö.'ckr'schen Vortrag betheiligte. Als ein Redner in der Debatte Herrn Schönfeld angriff, verfärbte derselbe sich plötzlich, brach zusammen und sank todt dem neben ihm fitzenden Herrn Dr. med. Kollosser«en, in die Arme. Es trat eine allgemeine Belegung ein; die sofott erschienenen weiteren Aerzte, als Dr. Haffe, Dr. Stern, Dr. Mit m-yer, konnten nur noch den eingetretenen Tod in Folge Herzschlags konstatiren. Nordhausen 10. Februar. Ein bedeutende« Unglück ist gestern Abend in der zu Germode im Kreise Worbis gelegenen Dampfweberei und Bleicherei der hiestgen Firma I. F. Nie» mann vorg> kommen. Der Gasometer war nicht in Ordnung und es sollte die Ursache der Störung ermittelt werden. Da- bei kam ein Arbeiter mit dem Lichte zu nahe, es>rsolgte eine Explosion, durch welche zwei Arbeiter sofort getödtet und ein dritter so stark verletzt wurde, daß er eine Stunde später eben- falls verstarb. London, 11. Februar. Auf dem Bahnhof« FinSburu- Park tanv heute früh während eiaes dichten NedelS ein Eilen- bahn Zusammenstoß stttt, d-r die mehr oder weniger ernste Verletzung van 25 bis 30 Paffa greren zur Folge hatte. Al« der Great- Northern- Zug langsam auS dem B-hnhofe dampfte, stürmte der North London� Zug mit großer Fahr- gcschwindigkett in den Bahnhof und fuhr in d-n abgehenden Zug hinein. Beide Züge waien überfüllt. Die Hauptschuld dei Zusammenstoßes wird dem Nebel zugeschrieben, der die Signale nicht erkennen ließ. luna auf diesem Gebiete mit sich bringt, haben sich besonders in Bayern geltend aemacht, was mit den zahlreichen Bahn- anschlüffen, die in Bayern an Oesterreich bestehen, zusammen- hängt. Meine Regierung hat daraus die Veranlaffang genom- men, ihrerseits die Initiative m diesem G. E. beim Bundes- rath zu ergreifen. Nach dem Bericht der Generaldirektion der BcrkehrSanstalten vom 28. Oktober 1885 haben vom 24. bis 30. Juli 1884 67 Wagen der böhmischen Westbahn eine Be- schlagnahme erfahren, am 7. Oktober 4 Wagen der österreichi- schen Eüdbahn, am 6. Oktober 1884 14 Wagen der österreichischen Eitvbahn v. s. w., in Summa vom 30. Juli bis rum Oktober, wo der Bericht abschließt, find 154 österreichische Waggons in bayrischen Bahnhöfen der Pfändung unterwarf n worden. Darauf wurden am 13. Juni 1885 im Bahnhof Fürth 14 Kohlenwagen, 1 Bier- und 2 Per onenwagen der böhmischen Westbahn gepfändet. Da die böhmische Westbahn erllärte, sie würde überhaupt kein Material auf bayrisches Gebiet überführen lasten, war die bayrische Regierung gezwungen, eine ziemlich heträchtliche Anzahl Waggons und Maichinen zur Verfügung zu stellen, weil sonst der Betrieb von Pilsen nach Fürth nicht hätte forigeführt werden können. Es unter- liegt keinem Zweifel, daß dieser Eingriff in den Betrieb einer Bahn die bedauerlichsten Folgen haben kann. Abge- sehen von der lästigen Korrespondenz der Eisenbahnen muß der Beirieb selbst in der bedauerlichsten Weise leiden. Diese Waggons find nirgends stcher; fie können nicht dlos an der Grenzstation gepfändet, sondern auch mitten im Lande aus fertigen Zügen Herausgeriffen werden und überfüllen dann die Bahnhöfe. Beispielsweise haben 54 Wagen der böhmischen Westbahn, welche gepfändet waren, 939 Tage auf bayrischem Gebiet zugebracht. Der Ostbahnhof in München war eine Zeit lang so mit gepfändeten Wagen gefüllt, daß dieselben nach anderen Stationen übergeführt werden mußten. Daß nun in weiterer Konsequenz die Bahnen, deren Material in Gefahr ist, dahin kommen, daß fie womöglich den Verkehr nach anderen als deutschen Linien leiten, ist natürlich. Es stehen hier die wesentlichsten Interessen auf dem Spiel. Ada. v. Cuny(naMib.): Wenn ich auch den Weg eines Gelegenheitsgesetzes nicht für einen glücklichen halte, so will ich doch dem Gesetz nicht entgegentreten, da es die Verkehrsintereffen gegen Beeinträchtigungen Privater zu schützen bestimmt ist. Der BundeSrath hat schon einmal einen Anlauf genommen, die Sache zu regeln. In deffen war damals der Entwurf über das Pfandrecht an Eisenbahnen zu komplizirt. Es ist auch einm-l zu einer kommiffarischen Berothung, leidcr aber nicht zu einem wirklichen Resultat gekommen, und eS dürfte ernstlich zu erwägen sein, ob nicht die Reichsregiemng zweckentsprechend auf diesen Weg zurückkommen sollte. Bedauerlich ist e« immerhin, daß in diesem Gesetze nur eine Beschränkung für die Gläubiger ausg« sprechen ist, daß aber nicht positiv gesagt wird, in wel- cher Weise die Voraussetzung, der Umfang, überhaupt posttiv die Verfolgung ihres Rechtes ker Zwangsvollsteckung möglich sei- Der Gesetzentwurf birgt die große Gefahr, daß man einem bestimmten Jntereffe eine zu weit gehende Berücksichtigung zu Theil werden läßt. Es wird daher sehr wichtig sein, für die kommiffarische Vorberathung nicht nur juristische Mitglieder, sondern auch E.sendahnsachverständige auszuwählen. Ich em- pfehle Ihnen also auch hier, die Vorlage an eine Kommission von 14 Mi gliedern»u verweisen, und zwar an diejenige, die daS vorhergehende Gesetz zu Herathen haben wird. Abg. S t r o m b e ck(Zentrum): Ich tann mich im Wesent- lichen diesen Ausführungen anschließen. ES wird allerdings eine gewisse Ausnahmestellung für daS rollende Material der Eisenbahnen hier herbeigeführt, während sonst jeder Theil des Vermögens eines Schuldners der Beschlagnahme unterliegt. Indessen bin ich der Meinung, daß sich das Eisen- bahnvermögen in gewisser Beziehung wesentlich vom Privat« vermögen unterscheidet, denn das erstere, besondeiS das rol- lende Material, ist dazu bestimmt, dem öffentlichen Jntereffe zu dienen. Ich schließt mich daher auch dem Wunsche, die Vorlage an eine Kommission von 14 Mitgliedern zu verweisen, an. Abg. Schräder erklärt sich ebenfalls mit kommiffarischer Vorberathung einverstanden, obwohl er eine dringende Veran- lassung für die vorgeschlagene Regelung nicht anerkennen kann. Namentlich würde eS, wenn das rollende Material auSgenom- men wird, auch nothwendig sein, gewisse andere Mittel, welche zum Betriebe erforderlich find, z. B. Kohlen, einzu- begreifen. Abg. K r o e b e r(Volkspartei): Als bayrischer Kauf- mann kann ich bestätigen, daß die vom bayerischen Bevoll« mächtigten geschilderten Zustände auch vom bayerischen Han- dclsstande schwer empfunden werden. Es leidet darunter nicht nur unser Verkehr mit Oesterreich, sondern auch der interne, da das bayrische Fahrmaterial den österreichischen Bahnen geliehen und so dem bayrischen Handel entzogen wird. Unser in Getreide und Holz sehr bedeutender Handel mit Oesterreich- Ungarn bat durch die neue Zollgesetzgebung ohnehin schwer gelitten, durch die Beschlagnahme der österreichischen Güter« wagen wird er noch weiter benachtheiligt. Es ist für die Em« pfänger der Ladungen dieser Wagen durchaus nicht gleichgiltig, ob ihnen diese promps oder erst nach Wochen zugehen, nachdem sie zuvor umgeladen, vielleicht auch deschädigt find. Auf die Kouponprozesse, die wesentliche Veranlassung zu diesen Vorlagen, gehe ich nicht näher ein, ich glaube, daß durch diplomatische Verhandlungen oder auch auf andere Weise die Rechte der deutschen Gläubiger gewahrt werden können. Ich habe hier weder daS Interesse der Gläubiger, noch das der österreichisch- ungar ischenKahncn zu wahren, wohl aber die des bayrischen Handels. Ich empfehle Ihnen gleichfalls die Verweisung der Vorlage an eine Kommission und erkläre gleichzeitig, daß ich für das Gesetz stimmen werde. Abg. Klemm erklärt sich mit v. Cuny für Verweisung der Vorlage an die besondere Kommission, die vorhin beschlossen wurde, und in diesem Sinne entscheidet sich auch das Haus. Es folgt die dritte Berathung des Entwurfs, betreffend die Fürsorge für Beamte und Personen des Soldatenstande» in Folge von Betriebs« Unfällen. Abg. Struckmann befürwortet eine Reih: redaktioneller Anträge, welche die Beschlüsse zweiter Lesung formell in Uebercinstimmung bringen sollen mit der Terminologie des � �&bg. Schräder: Unsere in zweiter Lesung abgelehnten Amendements wiederholen wir als aussichtslos nicht. Wir halten daS Gesetz in seiner jetzigen Fassung für unzureichend, indem es nicht alle Beamte einschließt, nicht alle Unrälle trifft, und nur ungenügende Fürsorge einführt. Gleichwohl werden wir für das Gesetz stimmen, weil es immerhin den Beamten, die seiner Zeit zu Unrecht vom großen UnsalloerficherungSgesetz ausgeschloffen wurden, wichiige Vorrheile gewährt, und weil es ausdrücklich den Grundsatz aufstellt und anerkennl, daß das Reich für seine Betriebsunfälle sorgen muß. Wir behalten uns aber vor, bald wieder auf das Gesetz zurückzukommen und eS besser zu gestalten, wozu sich die Gelegenheit hoffentlich bald bieten wird. Darauf werden die§§ 1 bis 11 in der Redaktion Struck- manns angenommen. In§ 12 ist deschlosstn worden, daß das Haftpflichtgesetz den Staats- und Kommunalbeamten� gegenüber, .......""■ftni für welche durch Landesgesetz oder statutarische Bestimmung „die in den Vorschriften dieses G.setz-S angeordnete Fürsorge" getroffen ist, außer Kraft gesetzt werden soll, wenn für diese Beamten„eine den Vorschrifien deS gegenwärtigen Gesetzes mindestens gleichkommende Fürsorge" getroffen ist. Staatssekretär v. B o e t t t ch e r bittet um Wiederherstellung der letzteren Fassung, wenn man nicht große praktische Un« zulräglichkeiten herbeiführen will. Namentlich würde daS Fest« halten an dem Beschlüsse zweiter Lesung die Folge haben, daß die sämmtlichen LandeSgesetzgedungen, auch da, wo sie bereits eine diesem Gesetz völlig gleichkommende Fürsorge pewäbren, wie ,. B. in Bayern, abgeändert und ihrem Wortlaut nach in Uebereinstimn ung gebracht werden müßten mit den§§ 1—5 dieses Gesetzes. Diese unnüthige Arbeit, durch welche garnichts gewonnen wird, würde man sich besser ersparen. Abg. Struck mann bittet um Beibehalung der Be- schlüsse zweit-r Lesung. Allerdings werde in Bayern den Be« amten sogar ein höherer An'hcil ihreS DiensteinkommenS an Pension bei Dienstunfällen gewährt, als nach diesem G-setz: aber daS Plenum deS Reichstags bade namentlich mit Rücksicht darauf, daß die Kosten des Heilverfahrens, wenn dasselbe länger alS 13 Wochen dnuere, oft serr bedeutend seien und mit dem G'halt deS Beamten in gar keinem Verhällniß stehen könnten, dem Verletzten die Kosten deS Heilverfahrens ausdrücklich er- setzen wollen. Abg. v. Franckenstein beantragt formell die vom Staatssekretär v. Boelticher gewünschte Wiederherstellung der Regierungsvorlage. Abg. Schräder weist darauf hin, daß die Entscheidung, ob die Fürsorge auS der Landesgesetzgebung oder der statuta« rischen Feitsetzurg der des gegenwärtigen Gesetzes gleichkomme, eine schwierige, ja unmögliche sei, da die Kosten des Heil- Verfahrens inkommensurabel seien und auch der Richter nicht absehen könne, wie hoch sich dieselben in jedem einzelnen Falle belaufen würden. Jedenfalls sei es unmöglich, die Kosten des Heilverfahrens einem bestimmten Prozentsatz der Pension gleich- zustellen. Da die Aenderung nur gewünscht werde mit Ä-zug auf Bayern, deffen PenfionSgesetzgebung, fo wohlthätig dieselbe für die bayrischen Beamten sein möge, sich schon öfter ver« hängnißvoll für die Reichsgesetzgcbung erwiesen habe, so sei eS nicht unbillig, zu»erlangen, daß in diesem Punkte Bayern sich der Reichsgesetzgebung füge. Nachdem noch Abg. Sttuckmann sich in gleichem Sinne ausgesprochen, wird der Antrag v. Franckenstetn mit den Stimmen de» Zentrum» der Konservativen und eines TheilS der Nationalltderalen angenommen. DaS Gesetz wird darauf mit einer an Einstimmigkeit grenzenden Majorität im Ganzen angenommen. Schluß 3V« Uhr. Nächste Sitzung: Mittwoch 1 Uhr (Antrag des Grafen Moltke, betr. die Abänderung des Militär- penfionsgesetz-S; Antiag Hasenclever, betr. die Gewährung von Diäten an Reichstagsadgeordnete). Iokale». Da» königl. Poltzeiprästdtum erläßt folgende Bekannt» machung: Ueder die bezüglich des W'ldhanvels sü' I WWW tM>WW. ür den Polizei- bezirk Berlin geltenden gesetzlichen Vorschrift, n ist anscheinend in den betbeiligten Kreisen nicht die erforderliche Klarheit vor- Händen. ES wiid deshalb Nachstehendes hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht: Nach 8 7 deS Ges-tz-S über die Schon- zelten d S Wildes vom 26. Februar 1870(Ges.-Sammlung Seite 120 ff.) wird die Verkaufszeit des WildeS durch die Schonzeit desselben in der Weife destimmt, daß der Verkauf, da» Feilhalten rc. 14 Tage nach eingetretener Schonzeit der betreffenden Wildart virboten ist. Von diesem Verbote findet nur eine Ausnahme bezüglich deS nach Maßgabe deS§ 3 des vorangefübrten Gesetzes zum Schutze gegen Wildschaden abge- schoffenen WildeS statt, zu dessen Verkauf ,c. eS jedoch des im §7 a. a. O. bezeichneten Atlistes bedarf.— Alles andere Wild, mag dasselbe im Jnlande an einem Orte, wo die be« treffende Jagdart bereits eröffnet ist, erlegt oder aus dem Aus« lande bezogen sein, darf während der bezüglichen für den Po- lizeibezirk Berlin gelt-nven Schonzeit zur Vermeidung der im § 7 a. a. O. angedrohten Strafen nicht feilgehalten zc. werden. — Die Schon eiien deS WildeS, nach dmen sich, wie bemerkt, die Verkaufszeit richtet, find für den Polizeibezirk Berlin die gesetzlichen des§ 1 a. a. O. Nur bezüglich der Rebhühner ist von der Befugniß zur anderweiten Festsetzung des Anfanges und des Schlusses der Schonzeit(§ 2 a. a. O.) in der Weise bisher Gebrauch gemacht worden, daß der Her Oberpräsident der Provinz B andendurg für diese Wildart denselben Jagd- eröffnungstermin festsetzt, wie dieS für den Regierungsbezirk Potsdam geschieht.— Die bezügliche Bekanntmachung wird alljährlich im August rechtzeitig zur öffentlichen Kenntniß ge- bracht.— Hinsichtlich des Verkaufs»c. des weidlichen Roth-, Dam- und RehwilveS bleibt die Polizeioerordnung vom 25. März 1873 zu beachten. Die Unzuträgltchkeiten zwischen der Polizei und de« Tanitätetvame», wegen der Uederfühmng von betrunkenen Personen nach den Sanitälswachen haben bereits begonnen und drohen zu einem lebhaften Streit auszuatten, wenn nicht noch ein Ausweg gefunden wrrden sollte. In der vergangenen Nacht wurden Berliner Saniiäiswachen durch Schutzleute auf« gefundene Betrunkene zugeführt, deren Aufnahme man aber ganz entschieden verweigerte, weshalb jene Personen nach den Polizeircvterwachen befördert werden mußten. Welche Schritte die Polizei nunmehr thun wird, um ihrer Anordnung Geltung zu ver chrffen, bleibt abzuwarten. Wie uns mitgelheilt wird, werden einzelne Sanitäts wachen- Inhaber an daS Kgl. Polizei- Präsidium einen Protest gegen die ihnen aufokiroy te Anord- nung erh-ben und sich eher bereit erklären, die Eanitätswachen abzugeben, als jedem beliebigen Betrunkenen in den von ihnen gemretheten und bezahlten Räumen Aufnahme zu gewähren und ihnen unentgeltliche Bebandlung angedeiben zu lassen- Die SanitätSwnche„Görlitzer Bahnhof" wurde im Lause des Januar in 196 Fällen in Anspruch genommen. Dieselbe hat mit dieser Zahl den stärtst-n Zuspruch während eines MonatS erreicht, doch muß koastatirt werden, daß die Frequenz von Monat zu Monat rm Stetgen begriffen ist. Von diesen 196 Fällen sind 92 in der Wache und 104 im Hause der Patienten erledigt. Dieselben vertherlen sich auf 76 chirurgische, 12 gedurtvhilslichc und 108 innerliche Behandlungen� Erstere betreffen zumeist Verunglückungen, durch Unfall bei der' Arbeit, Fall, Sturz oder theils Hunde- theils Pierdrbiß hervor- gerufen. Auch Ueberfabrurgen und schwere Verlrtzungen in einer Schlägerei sind als Ursache zu verzeichnen. Bei den geburtshilflichen Fällen handelte es sich in allen Fällen um gefahrdrohende Blutungen; bei den innerlichen um die erste Hilfeleistung bei aluten Krankheiten, oder um Bekämpfung geiahrdrohender Zustände bei chronischen Leiden. Mit dem Jahrekbericht der über die außerordentlichen Erfolge dieser Sanitätswache einen übersichtlichen Rechenschaftsbericht ver- dindet, ist eine Ansprache an Freunde und Gönner dieser nütz- lichen Institute gerichtet, worin um Beiträge zur Deckung der nicht unbedeutend n Koten gebeten wird. Innerhalb 4 Monate hat die Wache für diese Zwecke 4762 M. 83 Pf. au gegeben. — Zum Besten derielben findet am Dienstag, den 23. Februar, im Konzerthause„Sanssouci" in der Kottouierstraße ein großer Maskendall statt, auf den wir deS guten Zweckes wegen ganz besonders aufmerklam machen. Zur Trtnkgeldfrage. Wie so viele brennenden TageS- fragen, ist auch vre Trmkgeldfrag« eine solche, über welche viel und erbittert hin und hergesttilten wird, deren wirkliche Be- deutung aber im Grunde genommen nur wenige zu würdigen verstehen. Wirthe aller Art, Gäste und Kellner bilden hier drei große Parteien, deren Interessen alle unter einen Hut zu dringen Manchem so unmöglich erscheint, wie die Erfindung deS lenkbaren Luftschiffes. Das Trinkgeld geben ist zur Ge- wohnheit geworden, und wie lästig eine Gewohnheit auch immer sein mag, so ist fie doch sehr schwer aus der Welt zu schaffen. Schon der Svrachgebiauch deS großen Publikums wirkt hier verwirrend. Während das Trinkgeld ein Mittelding zwischen Lohn und Geichenl ist, redet ,. B. irgend ein Reisen- der von einem Trinkgeld, wenn er aus Furcht, den Zug zu versäumen, den Kutscher dafür über die Taxe bezahlt, weil dti> selbe ihn schneller, alS das Polizeireglcment es erforderte, vcch dem Bahnhof fuhr. Hier kann von einem Trinkgeld nur in sofew dieRcde sein, als dieMrhrzahIung dasjenige überstieg. woibilliKst weile für die Mehrleistung hätte gefordeit werde n können. Die Natur desTrinkgeldeserhelltam besten aus derBeschreibung seiner Entstehung. Stammgäste, welche einzeln oder in Gesellschaft ein Lokal besuchen, verlangen stillschweigend von dem Kellner allerlei Vergünstigungen, wofür ein eigentlicher Lohn nickt wolp beansprucht werden kann, z. B. ein besonder« freundliche» Geficht beim Empfang, eine reichlichere Portion, ein volles Gm» Bier rc. Die hierfür gespendete Gabe ist das eigentliche Tunk' geld. daS sich dann von den Stammgästen auf die Gäste üdrr- Haupt gewohnheitsmäßig verbreitet hat. AlS diese Sitte einmal eingerissen war, wurde sie bald von den Wirthen und Kellnrin zu einem Gesetz erhoben. Die Wirthe zahlten ihren Kellnerir und ande.en Bediensteten keinen Lohn mehr oder einen P geringfügigen, daß dieselben nicht mehr davon leben konnten. Ja, einige Hotel-Äirthe gingen sogar soweit, daß sie außetde« noch von den Gästen ein Extra- Service erhoben, ein Unfug, dem aus den besseren Kreisen der Hoteliers in letzter Zen an vielen Orten ein Ende gemacht worden ist. Die Kellner sw wie bemerkt, heute noch auf daS Trinkgeld angewiesen. Da» Publikum kennt da» Verhältniß und schämt sich, eine Zugatt vorzuenthalten, welche eigentlich ein Aufschlag deS WirtbeS auf dm gewöhnlichm P'.eis des von ihm den Gästen Gebotene» ist. Das Publikum grollt darob im Geheimen dem WHH un° behandelt die auf jene astatische Sitte angewiesmcn Kellner au mit einer Verachtung, welche der Reisende im Orient den naa einem Bakdschisch Haschenden zu Theil werden läßt. wird daS Ehrgefühl der meist noch jüngeren Leute eitob» Auf der andcrm Seile stellt, ganz abgesehen von der der Mietben, Abgaben u. s. w. das Publikum an den des Holels und Restaurants so hohe Anforderungen, ei � eine so gewandte, elegante Bedienung, daß mancher Sv�j arg ins Gedränge käme, wenn er auch noch seine Kellners sonstiges Dienstpersonal besolden müßte und zwar so daß dieselben äußerlich und innerlich— moralisch—»>» einbüßten. Hier könnte durch ein gegenseitiges Nachgeben?. Holsen werden. Wozu der übertriebene Luxus, da» oft dtfjf kleinste Detail gehende Raffinement, das gerade in den% Jahren immer mehr um sich gegriffm hat? Das begnüge sich mit einem anständigen Komtort und der% steigere um ein Mäßiges seine Preise. Dann ist er der Lage, feine Leute besolden zu können. Viele Wirthe�.,, neuerdings in Zeitungm und Versammlungen law � erkannt, daß eS mit dem heutigen Trinkgeldwesen nickt � so weiter gehen könne. So schreibt z. B. ein Gastwirth 3 Köln:„Ist das nicht d-schämend, mit ansehen zu müsset--j bei der Abreise von Gästen, zumal von solchen, weliw L längere Zeit im Hotel aufgehalten haben, Bedienstete'> Kategorien sich aufpflanzen oder dem Abreisenden den kreuzen suchen, in der nur allzumerkiichen Abficht, ein geld zu erhaschen, und gar keine Ahnung haben, DQB& unter solchen Umständen empfangene Gabe entehrend t»'<� sein muß, weil der Geber �nichts Anderes darin sieht Almosen oder Bettelgeld? Muß da dem Gaste nicht g«*' selbst der Gedanke kommen, wir bezahlen unsere Leun schlecht oder garnicht, und diese seien deshalb auf daS%% angewiesen? Ja jedem Fall erscheint ihm ein Gewerbebew" deffen Inhaber in der Mehrzahl noch fortwährend dehaw� fie könnten ohne Beibehaltung eine» solchen UnfugS nicht ex|w� als ein qualitativ niedriger und wir dürfen uni so lange aua beschweren, dem entsprechend angesehen zu werden. Es wu I, sich sogar meiner festen Ueberzeugung nach Leute von schnittlich bessere: Ausbildung unserem Gewerbe zuw*�, sobald diese dem Ehrgefühl eines guteriogenen Menschen wTz strebende Gewohnheit des Trinkgeldgebens resp.-Nehmen» ,7, den Hotels ausgemerzt sein wird." Wie dies ganz natw« haben zu der brennenden Frage auch die Kellner in SMLp Schrift Stellung genommen. Die Einen wollen f#",.„ac« oder Gehalt von Seiten der Wirthe, die andern aber ven» � eine prozentuale Beth-iligung an dem Reingewinn- � Wrrihe jemals auf die letztere Forderung eingehen dürfte zweifelhaft sein. Das große Publikum muß abwartende Stellung einnehmen. Ist aber einmw�i eine»—---------------------...------u,........ Entscheidung in diesem oder jenem Sinne getroffen, 1°. pji es fest bei derselben beharren und darf sich nicht dm» � Gebahren von Leuten irre machen lassen, welche einer gehenden Mode oie letzten Opfer bringen. ,W' I« Spandau ist einS der neuen Repetirgewehre verfv Ä den, mit denen daS Elisabeth Regiment probeweise wuide. Nach dem„Anz. f. H.", dem wir die Verantivw. � feit für diese Nachricht überlassen müssen, ist daS®e®;„ji Fiankreich auSaeltefett worden. Der Vorgang spielte den Jnformatronen des genannten Blattes folgendes»� ad: Am Abend des 28. Januar d. I., d- s Tages, an# � im Berliner Schloß die auch von vielen Offizieren ü. t Garnison desuchte Kouc der Königin stattfand, erschien J hiesigen Schloßkaserne um die neunte Stunde, also PL* Zeit, wo selten ein Offizier außer dem dujourhabenden � Kaserne anzutreffen rst, eine Persönlichkelt in der UniforMö» sächsischen Otfizieis, in einen auffallend langen Mantel« Mi» und erkundigte sich bei den ihm begegnenden Soldawj! dem zunächst belegenen Kompagnierevier. In den v z n treten, machte sich der„Osfizi-r" an einer der 6%# schaffen und nahm ein Gewehr heraus. In diesem ging die Thür einer MannschaftSstude auf, und ein# trat heraus. Der„Ossizier" herrschte den Soldaten hieß ihn weitergehen. AlS dieser sich entfernt batte,« V' das Gewehr u- ter seinem Mantel verstickt, die KaseZ;�% Posten erwies ihm pflichtschuldigst die Honneurs, Tage nachher, am 5. Februar, kam aus Pa. an das Ministerium und demnächst an das Regm�zgi mando die Nachricht, daß sich in französischen M r neuen Gewehre befinde, daS den Stempel vcr�..,�s. eines der pagnie des 3 Garde- Grenadier'Regiment? KömMN "~ie ReaimentS Kommandeur, dem bis? trage. Der hiesige Regiments Kommandeur, dem � Meldung von dem Verschwinden deS Grwehrs"1® ,,W an. Jedenfalls � war, stellte sofort Nachforschungen _.. iu�uiimunBtn au. B'-rf Vorgang wieder, wie ausgebildet und umfangreich.»s ei den Militärstaaten ist. JK imrarttaaren tu- von einem mit dem tr> Generalstad in Verbindung stehenden Nachricht«" hr% seitige Spionirdienst bei an die Enthüllungen, die der Danach wurde bereits 1882 Generalstad in Verbindung Paris bei Sarauw Auskunft langt. Die von dem Landesver. damals im wesentlichen unrichl über die Einführungszeit traf keine Auskunft über das neue>»-— besitzen durch den oben geschilderten Diebstahl%% uuv UM*. Ii ............. Original. Auch über die Fest rng Spandau und i8 � Sarauw dem französischen Generalstab Pläne und übermittelt. Ein etgenthümlicher Unfall ist am einem armen Famrlicnvater, dem Arbeiter Magdeburgerstr. 16, widerfahren. Derselbe war giifs. v-n z�irvamm von 0,, Slurnt nftiafic-a-b straße zu überschreiten� als er plötzlich da« angerannt wurde, daß er stürzte. Da Bchrend in der eine Gegenstand trug, so siel er so unglücklich, längere Zeit arbeitsunfähig bleiben n cl inneren Verletzungen erlitt er auch eine totale � Zeigefingers der linken Hand. Als er sich..„«üt eine« r ookl bleiben wird. --»«> Zeigeyngers der linken Hand. Als er sich«*= naiürlW(1< Weile wieder erbeben konnte, waren die Hunde verschwunden. Ein hinzugekommener Schutznw« 10' (moh, & # ts- »en ■ U «ichd L g x sffi««»tata tMte sich«»> IH-uw-N-r » I» 3%' imn — o z.___ a.�nw. iMrwv* w_______..�.��...�-0 �K�lftuS' �rruZwoiten«rschienen in Hamburg nur vor Nicht �heblichtn Sinken« des Barometers, respektive Cache nichts thun zu können, weil er den Eigenthumer der �INen nicht kenne. Da nun aber der Kranke sich in keines- günstigen Verhältnissen defindet, der ihm entstandene . � aber recht bedeutend ist, so richtet er hiermit die Bitte i""t« Paffanten, welche den Vorfall mit angesehen haben, ihm u Ermittelung des EigenthümerS der Hunde behilflich und ihm event. deren Adreffe zusenden zu wollen. tu J8" wa« in Rußland hängt— das hat zu seinem ? In der Stacht»um Sonntag haben Diebe bei dem Melier, Paul Lindner, Oranienstr. 51, einen Einbruch ver- J,°' orr in seiner ganzen Ausführung dem vor acht Jahren ZfUdten großen Einbruch bei den Hofjuwelieren Fiitze und M», am Schloßplatz 3, zur Seite gestellt werden kann. In Hause Oranienstr. 51 hat Herr Lindner im Parterrege- ian. n einem großen Schaufenster versehenen Laden l?' en welchen sich noch zwei kleine, nach dem Hofe hinaus i. We Räume anschließen. Am Sonnabend Abend gegen hatte Herr Lindner seine Geschäftsräume in gewohnter belli"krschloffen und fich nach seiner in der Prinzesstnnenstr. Privatwohnung begeben. Als nun Sonntag früh L' llbr Herr Lindner sein GeschäftSlokal aufschloß, fand er ..Mammte Waarenlager bis auf einige geringfügige Gegen- tele., ausgeräumt. Die sofort benachrichtigte Revierpolizei l»,i°?vhirte an die Kriminalpolizei, und bald darauf waren »i�Uaiinspektor von Meerscheidt' Hüllessem und Kriminalkom« Ei.nl™�en sowie eine Anzahl Kriminalschutzmänner zur "le darüber einig waren, daß hier die„schweren siLS?"(eine kriminalistische Bezeichnung für die Auisill? Einbrecher, die vor keinem Hinderniß bei der Miig ihrer Diebstähle zurücklchrecken)„gearbeitet" hatten. sich Lecher, vermuthlich find ei ihrer zwei gewesen, hatten i'ifn.. � Oeffnung eines unter dem Lindei'schen Laden Waschkellers mittelst eineS Nachschlüssels, den fie im de» o„ stecken lassen, vom Hofe aus Eingang zunächst zu uellerraum verschafft. Von hier auS haben fie dann die des Kellers durchbrochen und find durch die hierdurch Ioiai«'u,t.ne Oeffnung in den hinteren Raum deS Geschäfts- fsin' Selangt. Die Beute, welche den Einbrechern hier in die "tl, repräsentiit nach oberflächlicher Schätzung einen btft'd"OR 8-10000 Mark. Um die gestohlenen Werthsachen jUss"anspottiren zu können, zerschnitten die Einbrecher eine dem Laden und dem hinteren Räume angebrachte dann �ivs.Portiere, packten die Waare in diese ein und haben L,. Sonntag früh, wahrscheinlich kurz vor 6 Ubr, wo das I°Isw 8Ä�uet zu werden pflegt, dasselbe mit der Beute ver Lf»| �_ VifiviL®tt Diebstahl selbst"muß in der Zeit zwischen 2 und liüh.$!:. krsth verübt worden sein, denn bis zu dieser Zeit find «?. fk in dem auf dem Hofe dicht hinter dem Waschkeller Preußischen Weißdierloral gewesen, auch war der i ms dahin durch eine Laterne erleuchtet. Wahrscheinlich ist Wrf,:0? ssanze gestohlene Waarenlager von ihnen sofort ein- .»»nolzen worden. Auf die bloße Ermittelung der Diebe hat bi- nn/stohlene eine Belohnung von 100 Mark gesetzt, auf Wieder herbeischaffung deS gestohlenen GuteS, je nach An- -, ber wieder herbeigeschafften Gegenstände, eine solche biS löOO Mark. Bis jetzt fehlt noch jede Spur von den Ein- * Ueber Schatten» und Lichtseiten im Berliner Volks- Ukakter hat Pastor Baumann aus Berlin dieser Tage in nMkmt a. O. einen Vorttag gehalten, welcher mit großer Herzigkeit den Nachweis führte, daß der Berliner besser C* ttm Ruf, indessen doch auch von dem Berliner Volks- H-Wer nach der sanguinischen Snte hin ein interessantes m S entwarf, in welchem allerdings der Schatten manchmal �'ark vorwaltete. Herr Baumann gab folgendes Bild von Berliner:„Der Berliner ist leichtblütig, mager und Ca"on Gestalt, er ißt nicht viel, weil er nicht im ueberfluß fjitrfPnb et ißt schlecht, weil die Nahrungsmittel vielfach ver- VtSytod. Er ist blutarm. Die Frauen im Berliner Volke »cht." frühzeitig, die blasse Gefichtsfarbe ist allgemein, daS »toi"* Lebensalter ist außerordentlich niedrig und finkt fort« Der Berliner ist, wo er nur Sanguiniker ist, de»,"berig", klatschsüchtig und kleinigteitskrämerisch. Für Witz hat er daS Wort„Kalauer" erfunden, aber spricht Erfinder dieser Witze. Dieses Volk, das so barbarisch ' charakteriffrt fich als neugierig und sehr vergnügungS- %uli'®.er"n ist die Heimath der Kremser, beijfchrecklichem Bier- und Zigarrengenuß, schlechten Witzen und «toni. Fahrt bleibt der Berliner vergnügt. Henn Pastor Kilian, erscheint bei dem frenetischen Jubel, in welchen der W1" im Walde ausbricht, dieser entweiht. Bezieht der �_________ pMH "llbci.iiroße Toilette bei fich, in der fie auf der Promenade '"en und f''''---- '».stch Klangt u»d k" rine Sommerwohnung, so nimmt er sein Klavier mit anruhigt durch sein Spiel die Nachbarschaft; die Damen "schein, h* Toilette bei fich, in der fie auf der Promenade und sich überlaut begrüßen. Die Vergnügungssucht mit dlafittem Wesen. Jeder Provinziale erscheint "u*r dumm; er wundert fich über nicht? ui"" i1 Bewundcning für seine„schnodderigen" S ,�azu kommt hämische Spottsucht, er befitzt ferner kil, und doch Redensen. . auch fehlt ihm die Ehrfurckt vor historischen ..Las„gute Herz", das man den Berlinern vindizirt, Ae nH-�stachlich, und seine Wohlthätigkett währt nicht länger schaf! ,,4,, al}ei immerhin kann man auf Grund dieser Eigen- lavl./.l Wn. Daher ist Berlin ein gutes Feld für Unt"'. L, diese Berliner! Weißt d,r et** Ueberschrtft„Depressionen im Westen" N°nta„ Hamburger Meteorologe der„Boss. Ztg.":„Seit putsch,'..?*" 8- Februar, ist das Barometer in Nordwest- Q?,nxr?' Millimeter gefallen, weil fich daS Gebiet Hohen k?'h°nen �h*st8 nach Rußland entfernte, während De- den n??st nordwestlich von Schottland und seit Frei- � U- über ganz England erschienen find. miH' Seit Mitt- in Mitteldeutschland vor- war der Frost nicht mehr .......____#L ter jetzt Sonntag Schnee oder Regen find in der vergangenen entraleuropa fast gar nicht gefallen, weil der % � Fentratturova faft gar nicht gefallen! weil d�r ifist- wie(„u,"umer zu hoch war, um ein Emporsteigen von '."miaff«» oP1 Erzeugung schwerer Wolken nolhwendig Tm de« fast also still ein stand, unent- DMIAZUDsM: unter den Namen: Schwenke, Winkler, Römer, Riedel, Grund- mann u. m. a. in den verschiedensten Städten umher und ver- übt in frechster Weise Diebstähle und Schwindeleien dadurch, daß er, indem er fich als Bahn- und Telegraphen asfifient aus- giebt, als solcher Zimmer micthet, den Vermieihern Darlehen zur Auslösung seiner Effekten aboerlangt und sodann verschwindet. Außer von hier find bereits wegen dieser lSchwind leien Steck- driefe auS Koblenz, Guben, Dresden, Plauen, Zwickau und Altenburg erlassen, ohne dieses überaus gewiegten Gauners habhaft zu werden. Derselbe hat dunkelbraunes Haar, etwas schiefe Nase und blaugraue Augen, ron denen das rechte nach außen steht und erblindet ist. Die Obduktion der Leiche der von ihrem Liebhaber, dem Arbeirer Taubert, ermordeten Marie Langnick bat vorgestern Vormittag in Reinickendorf stattgefunden. Der Mörder wurde gefesselt und, von einem Gerichtsviener begleitet, der Leiche gegenüber gestellt. Die Frechheit, die der Mörder vor und während der Verhaftung an den Tag legte, hat ihn vollständig verlassen. Er weint unaufhörlich, zittert am ganzen Körper und that dies auch bei der Konfrontation mit der Leiche. Noch während der jüngstverflossenen Schwurgerichtsperiode am Land- aericht il erschien Taubert als Zeuge vor Gerichr, und zwar in einem P-ozeffe wegen Nothzucht, der mit der Verurtheilung der beiden Angeklagten zu je anderthalb Jahren Zuchthaus endete. Taubert erschien damals als Entlastungszeuge, aber er erschien dringend der Theilnahme an dem Verbrechen ver- dächlig, nnd machte auch von dem Rechte Gebrauch, seine AuS- sage unter dem GefichtSpunkte der Selbstdezichtigung zu ver- weigern. Polizei-Bericht. Am 13. d. M-, früh zwischen 4 und 5 Uhr, war ein Mann vom Nachtwächter in den Anlagen an der Weißenburgerstraße, anscheinend trunken, auf einer Bank fitzend vorgefunden und nach der nächsten Polizeiwache gebracht worden. Als er fich dort erholt und gegen Mittag die Wache verlassen wollte, setzte er fich noch einmal auf die Bank nieder und schien einzuschlafen. Als man deshalb noch eine Frage an ihn richtete, gab er keine Antwort und ergab sich, daß er eben am Herzschlage gestorben war.— An demselben Tage Nach- mittags wurde der Bierfahrer Stüwer dadurch, daß seine P'erde unvermuthet anzogen, vom Wagen gerissen, so daß er unter ein Rad gerieth und eine Quetschung der Kopfhaut er- litt. Er mußte nach Bethanien gebracht werden.— Zu derselben Zeit wurde ein Mann auf dem Boden eines Hauses in der Bellealliancestraße erhängt vorgefunden.— Am Abend desselben Tage? erlitt der Steinträger Hampel durch einen leeren ArbeitSwagen eine bedeutende Quetschung des linken Unter- Unterschenkels, so daß seine Ueberführung nach dem Städtischen Krankenhause am Friedrichkhain erforderlich wurde.— Am 14. d. M., Vormittags wurde in einem Zimmer des Neubaues Birken- straße 11 der Bauwächter Söhndel, anscheinend durch Gase aus einem dort zum Trockenheizen aufgestellten Koaksofen be- täubt, befinnungSlos aufgefunden und mittelst Droschke nach dem Krankenhause in Moabit gebracht, wo er, ohne wieder zum Bewußtsein gelangt zu sein, alSdald verstarb.— An demselben Tage wurde an der Ecke der Wall- und Neuen Roß- straße ein etwa 45 Jahre alter Mann krank und bewußtlos angetroffen und mittelst Droschke nach der Sanitätswache in der Brüderstraße gebracht, wo derselbe bald darauf verstarb. — An demselben Tage Abend? entstand in einer Wohnung Bülowstr. 18 dadurch Feuer, daß die über dem Tische hän- gende, brennende Petroleumlampe plötzlich herabfiel, wobei daS Basstn zersprang und das brennende Petroleum fich über die Tischdecke und den Teppich ergoß. Die Feuerwehr war zur Stelle, jedoch nur kurze Zeit in Thätigkeit.— In der Nacht zum 15. d. M. machte in Pankow auf dem Grundstücke Wollankftr. 62 ein Herr den Versuch, fich mittelst eines Re« voloerS zu erschießen. Er brachte fich jedoch nur an der linken Brustseite eine anscheinend nicht schwere Verletzung bei und wurde zunächst nach der Wache deS 9. Polizei Reviers und so- dann mittelst Droschke nach seiner Wohnung gebracht. Uereine nnd Versammlungen. Im„Verein für Reform der Schule und Er» Ziehung" hielt am Freitag Abend Herr Schriftsteller E. Burschü einen beifällig aufgenommenen Vortrag über die„Geschichte deS gelehrten Unterrichtiwesens in Deutschland". Ausgehend von ver im Jahre 1528 vonLuther im Bunde mit Melanchthon für die protestantischen Schulen Sachsens erlassenen Schul- ordnung, die als Muster für die meisten kurz nach der Refor- mation erlassenen Ordnungen genommen wurde, und wonach der Schw-rpunkt auf die vollständige Behenschung des Lateins in Prosa und Poefie biS zum Gebrauch im täglichen Verkehr gelegt wurde, kam Redner zu dem Schluß, daß bis zu dem beutigen Tag, oder besser, biS zu dem am 31. März 1882 ver- öffenliichten Normallehrplan Preußens im wesentlichen der Geist deS höheren Schulwesen« derselbe sei, wenn man auch nach uud nach, den Forderungen des Zeitgeistes nach« gebend, den Naturwissenschaften, der Mathematik, der Geschichte und Geographie u. s. w. Aufnahme in den Lehr« plan gewährt hätte. Das Betonen des Antiken gegenüber dem Modernen sei im ganzen Verlauf der geschi-btlichcn Entwick- hing unsers gelehrten UnterrichtSwesens demerkbar, so wurde ,. B. daS Franzöfische erst in diesem Jahrhundert unter dem Ministerium Alienstein Lehrgeaenstand der Gymnasien; ebenso gewahre man eine sonderbare Hinneigung zum philologischen ScholastiztsmuS, zur Verehrung der Form gegenüber dem In« halt, und der Idee gegenüber den praktischen Interessen der Menschen. Daraus folge einerseits das gehätschelte Studium der Grammatik und andererseits die selbst auf den Realgym- nassen bewiesene Vorliebe für das Latein gegenüber den Natur« Wissenschaften. Der alte Geist unseres Schulwesens wehrt fich mächtig gegen den modernen Geist, das beweise die Thatsache, daß die Realgymnafien zu Gunsten des Lateins in Bezug auf die Naturwissenschaften hätten Konzessionen machen müssen. Wie lange soll eS noch dauern, brS die moderne Zeit zum Siege gelangt! Sind doch alle Gebildeten der Anficht des Professor Paulsen, daß unser höheres Unterrichtswesen niemals von seiner Aufgabe weiter entfernt gewesen sei als gerade heute, und doch glaubten wir, es so herrlich weit gebracht zu haben im Ratbe der Völker groß da zu stehen durch unser höheres Unterrichtswesen!— Die ganze Grundlage desselben müsse eine andre werden, so lange aber Philologen und Theologen das Steuer de« Schulschiffs in Händen hätten, werde es wohl kaum anders werden. Nicht einseitiges Studium der Gram- matik, Hinweis auf verschwundene Zeiten, sondern praktische Verwertdung der Sprachen, Eindringen in den Inhalt der Schriftsteller, Studium der Elemente der GeschichtS-, Natur- und Gesellschaftswissenschaften schaffe wahrhaft gebildete, mo- dem« Menschen, die im Stande find, thätig in daS Leben der Jetztzeit einzugreifen und ihren schwächern Mitmenschen eres blos Dressur im Auge, so müßte endlich das tief gefühlte Be- dürkniß nach einer radikalen Aenderunq beftiedigt werden. th Die Putzer Berlin« und Umgegem» hielten am 14 d Mts. bei Niest eine zahlreich besuchte Generalversamm« luna ab. um sich mit der Lohnftage und der letzten Beschluß. fassung der BaugewerkSmeister zu beschästigen. Referent Herr Dietrich alaubte für den Sommer eine günstige Baukoniunktur ssm steigen. Deshalb suchten fich die Arbeitgeber bei Zelten mit den Arbeitnehmern zu verständigen, ein Erfolg, der nur der Organisation der Arbeiter zuzurechnen sei. In Melsterkreism kälte bereits der Wunsch verlautbart, daß auch die Putzer speziell für fich eine Kommission wählen möchten, um mit der bereits eingesetzten Kommission der Meister einen Lohntarif, wenn auch nur für ein Jahr, zu vereinbaren. Referent war nun der Anficht, daß, wenn den Maurern eine Lohnst-igerung von 40 auf 50 Pf., also ein Lohnzuschlag von 10 Pf. pro Stunde von den Meistern, wie abzunehmen, zugebilligt werden würde, die Putzer nicht auf dem alten Standpunkte stehen bleiben dürften, sondern ebenfalls einen Lohnzuschlag von 10 Pf., mithin eine Lohnforderung von 70 Pf. pro Stunde zu stellen berechtigt wären. Nachdem die Meister die Organisation der Gesellen einmal anerkannt hätten, würde der Fachoerein nur gewinnen, denn in richtiger E.kenntniß der Sachlage würden sich schließlich Alle dem Fachverein anschließen und dieser dadurch stets an Macht gewinnen. Unbegreiflich sei da- her das jetzt zu Tage tretende Bestreben, die Organisation der Fachverctne zu zerstören durch eine Zentralisation sämmt« sicher Baugewerkschaften. Sollte die neue Bauo dnung eingeführt werden, so würde naturgemäß die Baukonjunktur auf Jahre hinaus eine günstige sein; Hauptaufgabe der Putzer wäre es daher, den Fachverein zu stärken durch tluge AuS« Nutzung des jetzigen Entgegenkommens der Meister, um da» durch in die Lage zu kommen, auch fernerhin die Lohnfrage in friedlicher Weise zu lösen. Der von dem Referenten gege» denen Anregung, die Forderung eineS Stundenlohnes von 70 Pf. betreffend, wurde von den Herrn Krödel, Bachholtz, Volkert, Henning u. A. durchaus widersprochen unter Hinweis darauf, daß der jetzige Lohntarif mit einem Lohnsatze von 60 Pf. pro Stunde in keiner Weise bezahlt worden sei. Wenn dieS erreicht würde, könnten die Putzer ganz zufrieden sein. Ueberdiei lasse daS Recht der freien Vereinbamng jederzeit eine Erhöhung des Lohnsatzes zu. Eine Verkürzung der Ar- beitszeit würde vortheilhafter sein, alS eine Lohnerhöhung. terr Dietrich erklärte in seinem Schlußworte, daß er nur die nregung gegeben habe, um die Meinung der Versammlung zu erforschen. Auch er stehe auf dem Standpunkte der allsetti- gen Durchführung deS alten Tarifs, sowie einer Verkürzung der Arbeitszeit, halte aber dennoch eine Revifion des Tarifs, ohne die Lohnsätze hinaufzuschrauben, für wünschenswerth. Eine besondere Tarifkommisfion zu wählen, lehnte die Versamm- lung ad, beauftragte vielmehr die bestehende Lohnkommisston, mit den Meistern in Verhandlung zu treten, sofern von der Meisterkommisfion eine dieibez. Aufforderung an dieselbe er- gehen sollte und ermächtigte dieselbe nur, den jetzt bestehenden Tarif vorzulegen und dessen allseitige Jnnebaltung zu fordern. — Dem Ansuchen der Stuckateure, die Putzer möchten fich verpflichten, bei einem event. Streik der Stuckateure keinerlei Stuckateurarbeit zu übernehmen, wurde bereitwilligst durch An» nähme eines diesbez. Antrages entsprochen; die Fiage, ob der Kongreß der Maurer Deutschlands zu beschicken!sei, rief eine längere Diskussion hervor und waren die Meinungen sehr ge- theilt. Herr Dietrich machle hauptsächlich als Grund zur Nichtbeschickung geltend, daß der Kongreß über die Be- seitigung der Akkordarbeit beschließen solle, die Putzer könnten fich aber mit einer Beseitigung der Akkord» arbeit nicht einverstanden erklären. Würde aber der Kongreß dieselbe beschließen, so hätte fich die Minorität der Majorität zu fügen. Herr Däne bemerfte, daß dasselbe auch bei Nichtbeschickung des Kongresses der Fall sein würde. sofern fich die Maurer und Putzer solidarisch erklären. Auch die Herren Schmidt und Siebke sprachen fich aus anderen Gründen für die Beschickung deS Kongresses aus und beschloß die Versammlung auch demgemäß. Für die streikenden Hand- schuhmacher wurden schließlich 50 Mark aus dem Fonds der Lohnkommisfion dewilligt. BezirkSverein de« werkthätiaen Volke« der Schön» hauser Vorstadt. In der letzten Versammlung de« Vereins hielt Herr Dr. Gerlach einen interessanten Vortrag über„Ar« b-iterhygiene". Zum zweiten Punkt der Tagesordnung refe» rtrte Herr Bremer über die Stellung des Vereins zu den Stadtverordnetenwahlen und empfiehlt aus praftischen Grün» den die Betheiligung an diesen Wahlen in den Bezirken, in denen Vertreter der Arbeiterpartei gewählt find. Im Nebligen ist Redner aber der Meinung, fich auf eine Wahl in weiteren Bezirken nicht einlassen. Zur DiSkusston spricht Herr Flatow als Gast den Wunsch auS, bei Aufstellung der Kandidaten nur solche Vertteter zu derückfichtigen, die wirthschaftlich unabhängig dastehen. Herr Schindler kritifitte das Verhalten mehrer Ar- beiterstadtverordneten den Wählern gegenüber und ist im Wei- teren der Meinung, fich an diesen Wahlen überhaupt nicht mehr zu beth-iligen. Nachdem fich noch mehrere Redner an deisDebaite betheiligt, gelangte folgender Antrag zur Annahme: „Der Bezirksverein beschließt, für eine Wiederwahl der Arbeiter» ftadtoerordneten einzutreten, jedoch in den Bezirken, in denen keine Ausficht auf Erfolg ist, von der Aufstellung eineS Kan- didaten Abstand zu nehmen." Hierauf wurde beschloffen, zum Besten eines arbeitslosen Mitgliedes deS Verein« eine Tellcr- sammlung zu veranstalten. Nach Erledigung deS F.-agekastenS schließt der Vorfitzende um 11»/« Uhr die Versammlung. Nächste Versammlung Dienstag, den 23. d. M. Lokal wird im Jnse- rateniheil dieses BlatteS zur Zeit bekannt gegeben. Der Unterstützung«- verein deutscher Schuhmacher (Filiale Berlin) hielt am 8. Februar in Rothacker's Saal, Belle Alliancestr. 5, eine Wanderversammlung ad. TageSord- nung: 1. Vortrag über Zweck und Ziele der Gewerkschaft)!. brwegung. 2. Verschiedenes. Der Vortragende, Herr Michelsen, wies darauf hin, daß es der Arbeiter heiligste Pflicht sein müsse, fich mit aller Energie an den Gewerkschaftsorganisationen zu betheiligen. Es sei nicht zu verkennen, daß die allgemeine schlechte Lage sämmilicher Arbeiter rückwirkenden Einfluß auf das Schuhmachergewcrbe ausübt. Durch die in den Sttafan» stalten angefertigten Schuhmacherarbeiten erwachse den freien Arbeitern eine schädigende Konturrenz, nehme man hierzu noch die bii den Schuhmachern übliche lange Arbeitszeit bei ge- ringem Lohn und ihre geringen Ansprüche aus LedcnSbedürf- niffe, so sei nicht zu leugnen, daß die Schuhmacher in der elendesten Lage fich befinden. Unter Viesen Verhältnissen müsse es Jedem klar werden, daß nur durch eine stramme Organi- sation die schlechte Lage der Arbeiter zu heben ist. Das Hann» werk habe den goldenen Boden verloren. Durch die immer mehr um fich greifende Produktionsweise nehme der Gegensatz »wischen Kapital und Arbeit immer größere Dimensionen an. Redner lritifirte hierauf den Antrag Ackermann und Genossen im Reichstage(Befähigungsnachweis) und wies nach, daß die Jnnunasschwärmer niemals im Stande sein werden, du ch mittelalterliche Traditionen die schlechte Lage des Handwerks zu heben Welter dedauert Redner, mit welcher Kühlheit der Arbeiterschutz' Gesetzentwurf von der Majorität deS Reichstages behandelt wird. Daher ist es Pflicht der Arbeiter, mit Kraft und Energie für die Wahl wirklicher Volksvertreter im Par« lamente einzutreten; solche Vertreter, die dem weiklhätigen Volke entsprossen sind, nur solche könnten segendringend für daS Genieinwohl wirken. Wenn alle Ardeiter in diesem Sinne handeln, dann würden wir bald einem Zeitalter der Wahrheit und Gerechtigkeit entgegegen- geben. In der Diskusfion empfahl ein Herr Seidel, unter heftigem Widerspruch und großer Heiterkeit der Versammlung, das Zusammengehen der Gesellen mit den Meistern, indem er die freien Vereine der Arbeiter nicht für heilbringend er- achtete. Als hierauf der Referent auf die errungenen Siege der freien Vereine hinwies, gab Herr Seidel dessen Aus- fühmngen seine Zustimmung. Hierzu bemerkte Herr Papke, daß man von Herrn Seidel Alles erwarten könne, denn dieser sei als Mitglied des Gesellen-AusschuffeS in einer Versamm- lung von 30 Mann, von denen sich nur 10 Personen an der Abstimmung bfiijtiligten gewählt worden. Beim 2. Punkt der Tagesordnung machte der Vorsitzende die Mtttheilung, dasi im Offenbacher Streik der Sieg der Arbeiter zu erwarten sei. je» doch wären die Streikenden der Unterstützung noch sehr de- dürftig. Nach Erledigung deS Fragekastens wurde bekannt ge« macht, daß die nächste Versammlung, welche am 22. Februar in Gratweil's Bierhallen, Kommanvantcnstr. 77—79, stallfindet, eine Generalversammlung ist. Im demokratischen Verein sprach am Donnerstag Herr Rechtsanwalt Volkmar über„Schwurgerichte." Redner per- breitete sich zunächst über die Entstehungsgeschichte der Schwur« gerichte, erörterte sodann eingehend die Vortheile und Nach« theile derselben und kam zu dem Resultat, daß aui Beamten und Laien gemischte Gericht den heutigen Schwurgerichten Vorzuziehen seien. Letztere Ansicht wurde in der Drikusfion energisch bekämpft, namentlich von den Herren Stadtverordneten Echiegnitz und Redakteur Ledebour. Herr Ledebour macht für die von dem Referenten gerügten Uebelstände der Schwur- gerichte in erster Reihe den Umstand verantwortlich, daß für eine Vrrurtheilung nicht Einstimmigkeit, sondem Majorität erforderlich und somit statt der Sicherheit eines vorliegenden V rgchens nur die Wahrscheinlichkeit«ineS solchen konstatirt wird. Allgemein wurde in der Versammlung betont, daß die Schwurgerichte vielleicht reformbedürftig, aber jedenfalls alt freiheitliche Errungenschaft anzusehen und demgemäß der Idee nach unbedingt berzubehalten seien. hr. Der Verein zur Wahrung der Interessen der Klavierarbeiter diskutirte am Sonnabend in einer sehr gut besuchten Versammlung(in den Gratweil'schen Sälen) die Frage, ob mit Aufstellung einer Statistik der Lohnverhältnisse der Klavierarbeiter vorgegangen werden solle. Herr Zubeil leitete die Diskussion mit dem Hinweise auf den praktischen Nutzen ein, welchen der Verein aus einer genauen Kenntniß der in den Klavierfabriken Berlins bestehenden Lohnverhältniffe würde ziehen können. Auf Grund einer die thatsächlichen Verhältniffe wahrheitsgetreu und unbestreitbar darstellenden Statistik würde der Verein mit besserem Erfolge als bis jetzt den Kampf gegen diejenigen Fabrikanten führen können, welche damit, daß sie ihren Arbeitern Hungerlöhne zahlen und billige schlechte Waare fabriziren, die reellen Fabrikanten und die solide Industrie schädigen. Bei der Mirgliederzahl von 700, die der Verein bereits habe, könne wohl darauf gerechnet werden, daß in jeder der Berliner Fabriken mindestens Einer sich finden werde, der bereit ist, Angaben über die Lohnverhältniffe der betreffenden Fabrik zu machen. In der Duskusston wurde auf die Schwierig« «iten hingewiesen, welche die große Mehrheit der Kollegen, die noch außerhalb deS Vereins steht, dem Unternehmen bereiten werde. Das Ergebniß der Diskussion, an welcher etwa zehn Redner sich betheiligten, war dies, daß die vom Vorfitzenden gestellte Frage:„Sind Sie gewillt, eine wahrheitsgetreue Lohn- statistik ausarbeiten zu helfen?" mit allen gegen zwei Stimmen bejaht wurde. Der Vofitzenve erklärte, daß der Vorstand baldigst einen zweckmäßigen Fragebogen herstellen und behufs Agitation für daS Unternehmen eine öffentliche Versammlung sämmtlicher Klavicrarbeiter Berlins einberufen werde.— Die„Vorbesprechung betreffend die Errichtung einer Kasse zur Unter« stützung arbeitsloser Kollegen" leitere der Vorfitzende mit der Bemerkung ein, daß eine solche„GegcnseitigkeitS-Verficherung der Arbeiter für den Fall pötzltch eintretender unverschuldeter Arbeitslosigkeit" die Konsequenz des Solidaritätsdewußtseins der Arbeiter eines jeden speziellen Berufs sein würde. ES frage sich nur, ob die Klavierarbeiter bei den gegenwärtigen Löhnen die verhältnißmäßig sehr hohm Beiträge, die gezahlt werden müßten, wenn eine solche Unterstützungkaffe für Arbeits- lose lebensfähig bleiben sollte, zu zahlen im Stande sein würden. In der sehr lebhaften Diskusfion wurde bervorgehoben, daß das Bestehen einer solchen Unterstützungskaffe die ardeilslosen Kollegen davon abhalten würde, ihre Arbrilskraft für Hunger« löhne herzugeben und dadurch ein allgemeines Sinken der Löhne zu erwirken. Ein Redner wieS darauf hin, daß die Schriftsetzer, die eine Unterstützungskaffe für arbeitslose Kollegen hoben, die Karenzzeit für die der Kaffe Bettretenden auf ISO Wochen haben ausdehnen müffen. ES wurde beschloffen, die Diskussion in der nächsten Versammlung fortzusetzen. Darauf wurden vier Krankenunterstützungsgesuche bewilligt, einem Kollegen, der in der Mechanikenfabrik von Wittkowski für die Interessen der Arbeiter eingetreten und fich genölhigt gesehen, die Arbeit nieder zu legen, und einem anderen Kollegen die für Gcmaßlegklte festgesetzte Unterstützuna zuerkannt. * Eämmtltche« Mitgliedern der Ortskrankenkusse der Tischler und Piano forte- Arbeiter Berlins zur Nachricht, daß am Sonntag, den 21. Februar, Vormiltegs 10 Vi Uhr, in Keller's Salon, Andreasstr. 21, eine Versammlung der Kassen- Mitglieder stattfindet. Tagesordnung: 1. Obermeister Brandes und Genoffen und deren Stellung zum§ 34 deS KaffenstatutS. 2. Die Antwort des Herrn Polizei- Präfidenten auf die Be« schwerde der neuen Vorstandsmitglieder. 3. Der Bescheid vom Bezirks« Ausschuß auf die Beschwerde. 4. Die jetzige Vcrwal« tung und Leitung der Kaffengeschäste durch den provisorischen Rendanten Herrn Witte. Referent W. Schmitz. Eämmtliche Mitglieder der Kasse, besonders die Dclegirtcn zur Gincral- Versammlung, ferner Herr Witte. die alten und die neuge- wählten Vorstandsmitglieder sowie Herr Obermeister Brandes find zu dieser Versammlung eingeladen. Auflagebuch resp. die Delcgirtrnkarte zur Geneialoersammlung legitimirt. Alles Nähere durch Annonzcn und Eäulenonschlag. W. Schm tz, Vorstandsmitglied der Kaffe, Höchftestr. 22. Arbeiter- vezirksverein für den Osten Berlins. Mittwoch, den 17. Februar, Abends 8'/, Uhr, Versammlung in Keller's Lokal. Andreasst'-. 21. Tagesordnung: 1. Vortrag des Reichstagsabgcordnrten Herrn Heine über:„Die Schulfrage." 2. Diskusfion. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten.— Gäste, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen.— Die neuen Statuten können gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte in Empfang genommen werden. BilletS zu Präuschcr's Museum, welche zum Eintritt für den halben KaffenpreiS berechtigen, find in der Versammlung am Kasstertisch zu haben. * Fachverei« der Mechaniker, Optiker, Uhrmacher, chirurgischer und anderer Jnstrumcnlenmacher. Mitglieder« Versammlung Mittwoch, den 17. d. M., Abends 8 UKr, bei Niest, Kommandantenstr. 71—72. Tagesordnung: Vortrag des Rechtsanwalts Herrn Dr. Reiche übe.„gewerbliche Rechts- fragen". Diskusfion, Fragebogen zur Statistik der Vecbäliniffe in unserem Gewerbe. Referent: Herr A. Bremer. Verschie« deneS. Fragekasten. Ausgabe der Fragebogen.— Diejenigen Kollegen, welche noch nicht ihre Mitgliedsbücher in Empiang genommen haben, werden ersucht, dieselben gegen Rückgabe der Aufnahmescheine einzufordern. Aufnahmeschcine, welche bis zum 3. März nicht umgetauscht werden, find nicht meqr giltig, Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. * Fachverein der Tischler. Der dicejährige Vereins- Maskenball findet am Sonnabmd, den 13.'xärz, m der Ber- liner Ressource, Kommandantenstraße 57, statt. BilletS find nur vorher in den Versammlungen, auf den Zahlstellen, bei den Mitgliedern Böhm, Johanniterstr. 10 H. in; 1 waldt, Prinzenstr. 6 IV bei Krause: Thumann, R» straße 79 III; Fest, Hollmannstr. la; RiSka, Wienerstc. 1-4 Thierbach, Neue Königstr. 72 H. HI; Witte, JnvalidenAl und jeden Abend bei den ArdestSvermistlern, Blumens«' (Tischlerherberge), zu haben. * Gauverein der Maler. Dienstag, den 16. d.. Abends 8'/: Uhr, Versammlung in Gratweil's Biech Kommandantenstr. 77/79. Tagesordnung: 1. Die vt« des Vereins zur Schundkonkurrenz und Lohne 2. Kaffendericht. 3. Verschiedenes und Fragekasten. haben Zutritt. Oeffenttiche Schuhmacherversammlung. Mm den 17. d. M, Abends 8 Uhr, in Gratweil's Bierh Kommandantenstr. 77/79 Tagesordnung: Die Ziele der, vereine und die Produktiogenossenschaften. Referent sm tagSabgcord eter Herr Schumacher. * Rauchklub„Zum Wränget". Jeden Dienstags 8'/, Uhr im Restaurant, Wrangelstr. 32. Krieflmste« der Redakt, om H. L. 1. Nur wenn ein Dienstmädchen sich dum Dienst oder bei Gelegenheit desselben eine Krankheit 10 muß die Herrschast für deffen Kur und Verpflegung W also auch die Kosten für das Krankenhaus bezahlen. bi.rvon muß die Herrschaft das Dienstmädchen währen« Dauer der Dienstzeit in Krankheitsfällen unterhalten, � daS Dienstmädchen keine zu deffen Verpflegung vrvm� und hierzu auch vermögende Verwandte hat. Im W'" Falle kann die Herrschaft aber den Betrag der KuikoüM dem Lohne des Dienstboten in Abzug bringen. 2. Das Si»� amt ist auch Sonntags geöffnet. Ihre weitere Anstag« erst beantwortet werden, wenn Sie uns mitlhetlen, tw H# auf dem Stand, samt anmelden wollen. H. R, alter Abonnent. Die Verpflichtung, eine wehrübung mitzumachen, dauert bis zum 1. Januar Kalendeljahres, in welchem der Wehrpflichtige daS 32. jähr vollendet. P. S Pankstraße. Auch wir glauben, daß daS der schwarz-roth- goldenen Fahne jetzt erlaubt ist. Fragt» zur Sicherheit noch auf dem Poliznbureau nach., W. S. in H. Die Vorsteher von Vereinen, Whi Einwirkung auf öffentliche Angelegenheiten bezweck»� nach§ 2 des preußischen Veceinsgesetzes verpflichtet, deS Vereins und das Verzcichniß der Mitglieder binne»* Tagen nach Stiftung des Vereins und jede Aenderu»».�» Staluten oder der Vereinsmitglieder binnen 3 Tagen,"».-j sie eingetreten ist, der Ortspoirzribehörve zur„Kenfl'»� nähme" einzureichen, derselben auch auf Erfordern darauf bezügliche Auskunft zu ertheiien.— Die CstW./i behörde hat über die er'olgte Einreichung der Statuten.< der Verzeichnisse oder Abänderungen derselben,„ s«' j eine Bescheinigung zu ertheilen.— Sie brauchen alst p auf die„Genehmigung" des Statuts zu mastm� eine solche eben nicht erforderlich ist.— Haben Sie m» xj scheinigung über die Emreichung des Statuts in HönWjy Ihnen„sofort" ausgestellt werden muß, so kann der 3* seine Thätigkeit entfalten, sobald kein Verbot desselben � F. in Katscher. Ihrer Bestimmung gemäß 6«% den eingesandten Betrag der exmittirten Familie überma�V Sit bat Theater. Monta g, den 15. Februar. Msmrhaus. Lohengrin, romantische Oper in 3 Akten v. R. Wagner. «chauspielhaus. Der Kaufmann von Venedig. Schauspiel in 5 Akten von Eheakespeare. �tatsche» Theater. Die Räuder. Wallner-Theater. Alfred'S Briefe. Kestdenz- Theater Denise, Schauspiel in 4 Men von A. Dumas(Sohn). -Selle-Alliance-Theater. Die schöne Helena. Drtedrtch- Wtlhelmstädttsche« Theater. Der Zigeunerbaron, von Joh. Strauß. Walhalla- Theater. Das lachende Berlin. Heiteres aus der Berliner Theatergeschichte mit Gesang und Tanz in einem Vorspiele und 3 Akten von Jakobson und Willen. ««ntsenstädtische» Theater Abracadabra. Kistral-Theater. Der Stabs« Trompeter. Mtkioria-Theater. Däumling. Vsteud» Theater. Das Laos der Armen, Lebensbild in 5 Akten von F. v. Stenglin. U«eriea«- Theater. Große Spezialitäten« Vorstellung. Theater der Reichshallen. Große Speziali- täten- Vorstellung. Knafmann'S Variete. Große Spezialitäten« Borstellung. Koakordia. Große Spezialitäten-Vorstellung. Alhambra-Theater. Wallnertbeaterstraße 16. Heute': Die Verschwörung der Frauen. Historisches Lustspiel in 5 Alten von Arthur Müller. Vor der Vorstellung: Gr. Aouzert der Hauskapelle. Anfang deS Konzert» Wochentags 7 Uhr, der Vorstellung 7»/« Uhr. Anfang des Konzerts Sonntag» 6 Uhr, der Vorstellung 7Vi Uhr. Bons haben Wochentags Giltigkeit und sind im Theaterbureau(12—1 Uhr) gratis zu haben. , Passage 1 Treppe. 9 U. Morg. bis 10 U. Ad. Katser-Panora««. In dieser Woche: Däne« mark, Schweden, Norwegen. Eine interessante Reise durch Holland. Neu! Hertha« Reise. Karo linen-Anseln jc. Mne Reise 20 Psi, Kinder nur 10 Pf. Ver einsbilletS. Fräulein Margarethe Klei« zu ihrem heutigen Wiegenfeste ein drei« mal donnerndes Hoch, daß die ganze pommerscke Küche wackelt. M. Kt.©., Oranienstr. 181. 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Vortrag des Stadt o. Herrn Goercki. 2. Diskusfion. 3. Verschiedenes u. Fragekasten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht _ Der V o r st a n d. 729 Bersiammlung des Verbandes deutscher Zimmerleute (Lokalverband Berlin-Süd) am Donnerstag, den 18. d. M., Abds. 8 Uhr, im Saale deS Heim Klose(Industrie- Hallen), Mariannenstr. 31/32. TageS» Ordnung: 1. Vortrag. 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten.— Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Vorstand. Grosse öffentliche Alhütidtl-Dtrsmiiiluilg am Mittwoch, den 17. d. M., Abds. 3V, Uhr, in Leitman»'» Restaurant(oberer Saal), Brunnenstraße 9(am Rosenthaler Thor). TageS-Ordnung: 1. Vortrag über den Antrag Äckermann und Genoffen.(BefähigungSnochweis). Referent: Herr ReichStagSabaeordnetcr August Heine. 2. Der A.deitelohn der Firma Rosenbaum, Molkenmarlt 6. Alle Schncrder, namentlich der Konfektionsbranche, ladet ein Di» Kohnkommissto« des Fachnerein« der Kchneider. NB.: Zur Deckung der Unkosten wird En- tree erhoben.[721 Eine Schläfst, f. 2 Herren. Pücklerstr. 59, Hof 4 Tr. r., b. Glatzel. Gewerkschaft der Metallarbeiter Keriin»«nd Umgegend. Am Mittwoch, den 17. d. M., Abends 8 Uhr, Mitglieder-Versammlung im Konzerthause„Kanssonri", Kottbuserstr. 4a. TageS-Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedene?, 4. Fragekasten.— Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder weiden aufgenommen. 722_ Der Vo r st a n d. Arb.-Ats.-Neniii8öa-()8t. Mittwoch, den 17. d. M.. Abends 8'/, Uhr. Mitglieder-Vers ammluug in der„Urania", Wrangel-Ltraße Nr. 9—10. TageS-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Gehrisch über:„Leifing". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes u. Fragekasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste baben Zutritt. 725_ Der Vorstand. Allen Kollegen die traurige � richt, daß unser Kollege, der Mß. schleifet Gmil Karrege am®on,;fl,'flft den 13. d. M., nach langem Leiden entschlaf m ist. Die B>erdiaung% heute, Dienstag, den 16., Nachntw 3 Uhr, vom Trauerhause, WiflierV-, aus nach dem ThomaSkirchhof chaussee, statt. Um recht zatzlrerch» tbeiltaung bittet Der Vorstand des Fachverern» Metallfchtelfer und verwandten» rnfagrnosten. ............ um.........' Von heute ab verlaufen wer l* Gemahlene Staffing fein und körnig. 2 Pfd. 55 ' Würfel-Zucker~ 1 Pfd. 30 Pf. Täglich frisch gerösteten Kaffee» ff. Mo%MeW Elegante Ha« keii- Garderobe Fr. Fanknin, Oranienstr. 178, v. n. Ecke Adalbertstr. Masten Garderobe oon W Martin. B.rgman n-Stieße Nr. 98, empfiehlt seine rerchhaltrgen Kostüme zur gefl. Benutzung. Heute großes vllurstesseu, frische Blut« und Ltberwmst auch außer dem Hause, sowie schönes Schmalz» Pfd. 80 Pf. yw Kreub. Kottduser Via«. Möbiittfä Zirnmet für 2 Herren a 9 Mark zu verm. Waldemarstr. 72 b. Mehnert. j7j7 Leranttoorttich« ü&itteui Ä. Seoechei« t» Lettia. 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