Mtell-n.l-» H. III■ S-i nann, 9W Vimelstr. � gnoaliDtflfc Blumen� -il's�Bltthck jefoften. g.* «il'Z Bierth. Ziele der � lieferen! R-s Dienstak � Kr. 40. Mittwoch, den 17. Februar 1886. HI. Jlchrg. ScllmrBMkII 4 Krgan für die Interessen der Arbeiter. imd/ x % Da»„Berliner Bolksblatt" täglich Morgens außer nach Honn- unv ZVsttogi-n. �bvnnementspreiS für Berlin frei 7« Hau» vierteljährlich 4 Mach--------------------- *"iKOTl l? M 1# f M A Ä i monatlich 1,135 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement warf. S'mtlnc Nummer 5 Pr. Sonntags Nummer mit illustrirter Beilage 10 Pf. (Eingetragen in der Pvnzeitun�LpreiSliste für 1886 unter Nr. 769.) Jnsertionsgebuhr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pfennige Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uht Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen- Bureaux, ohne Erhöhung des Preise», angenommen. Redabtio«: Keuthstraße 2.— Grxeditio«: Zimmerstraße 44. "sin� J Uttliigkwaz iits Sizialilleiizksch« 8u�cb Wünsche» der Regieruig ist nunmehr sicher. Ob k' IM Jahr« oder auf zwei oder drei, da» verschlügt a» " selbst«i(ht«. wird Herr Dr. W i n d t h o r st in der Korn« (JM, an w-lche da« Gesetz wahrscheinlich verwiesen«:rd. � � Ä'änderungßanträge vorschlage». Zum Be, spiel, daß' "'chergthtabe Verbot von Versammlung»» nicht mehr * werden und vaß der Be!agerung»zusta»d sich auf o, �ch.z.ken soll, aber beso.ders ernst nimmt der sei, � Führer solche Vorschläge selbst nicht mehr. Mit (fe M'.fe wird sich eine genügende Anzahl von Mit- S.,!?.aui dem Zentrum finden, um auch d«< unveränderte "�'steng, setz durchzubrmge». ausgehobene Ausnahme» Gesetz die Katholiken ist gleich der Ver- bi.�'ung de» Auinahme.Tesetze» gegen i* r d e i t« r. Debn.»Maigesetze", gegen welche Dr. Windthorst so oft »j'"krt, si,d vo» der preußischen Regierung unter Zu- ü,""M de» Papste» preitgegeben worden. Im Herren- 'st eine«esetz�vorlage eingebracht worden, welche die Sanktion de» kürzlich in dieses Hau« berufene» von Fulda erhalten und dan» erst gewiffermaßen «tk. �(i chbchen Siegel versehe», dem preußische» Abge- etenhauie zugehen soll. liow« Vorlage aber bedeutet nicht» andere» ei» völ- A» Aufgeben de» kirchenpolitijchen Kampfe» seitei» der »Mrung, au« welchem nunmehr die römische Krrche al» % gestärkt für la»g« Zeiten hervorgeht. Wir sind««hrlich fei«« Freunde der römischen Kirche ,[* der hierarchische» Gelüste de« rönnsche» Priesterthum», den Kampf, de» der preußische Staat und d«» Deutsche ffch g-ge» dieselben geführt habe», konnte» wir niemal» ijHeu. Auinahmezesetzgebung, äußere Machtmittel, Po- Ausweisungen u. s. w. sind nicht geeignet, eine Idee Mnterd ücken. Ideen könne»»ur durch Ideen, Aber« °�de, kann nur durch gerstige Arbeit besiegt«erde». H. Freier unentgeltlicher Schulunterricht in alle» Lehran- ik* gesunde Volk»erzieh«»g, Autbreitung der Bildung (L%B, völlig freie» Verein»- und VersiNtmIung»recht, volle «j'ofreiheit—I d»« sind die Mittel, die Macht der tzMchie zu breche», die da spottet über äußere Gewalt- % kirchenpolitischen Gesetze i» Preußen und im Reiche 1�'. d'.bm da« Ansehe» der katholischen Kirche, da« An» der Großwürdeattäger derselben, ja selbst da« An- .°ei Jesuitenorden» erhöht, die Au»nahmegesetze gegen e habe» bei de« katholischen Volke Mitleiden er- t IeuMeton. Die Tochter des Kankrotteurs. Roman au» der Gegenwart Ü] von Gustav Lössel. Allem lag dieselbe hohe Staubschicht, derselbe (w/ Spinnegeweben wie i» de« angrenzende» Ahnen- » Mnkwürdig l % T** irtte weiter, Alle» da» nur flüchtig bemerkend. dtlck. ��'itt»och mehrere Verblichene Prunkgemächer, Mnfall» vom Staub der Jahre beschüttet waren. On- vvm vuxauo 9ZI � dort« sie hinter de»»ur»och lose befestigte« »Kit au,**®0' regenartig h-rabriesel»,— da« unverkenn- daß Winde und Decken gefährliche Risse »„ ße Huden, welch« nur die Nacht und die Tapeten SBÄter- fo MeZkf« dieser gänzliche Verfall, � � Reft...�at0,,in Mittel Jo beschränkt waren, daß 1 2 ionutM.uration de« alten Schlosse nicht bewerkstellt. ti. des,,�. j!0�! Pt doch zum Mindesten die Einrichtung ullisien 001 btm ll*tet90B9e bewahre» �. Alle« zerfiel mit den Räumen, die jetzt kdewahrung diente». Man«andelte hier,«le weckt; VerfolgUAge» sind immer geeignet, die Verfolgten mit de« Schimmer de« Märtyrerthums zu umgeben. Diese» Märtyrerthum wird jetzt bald schwinden, wenn die Verfolgungen aufhören, aber e« hat sich seit den letzten 15 Jahren da» Ansehe« der katholischen Kirche in Deutschland derart befestigt, daß es nunmehr unge- mein schwer fallt, seiest für die Würdenträger dieser Kirche, das Ansehen derselben wieder zu erschüttern. E» ist nämlich eine alt bekannte Thalsache, daß alle veralteten Institutionen, wen» man sie vollständig in Ruh« läßt, nach und nach vermodern. So betheiligten sich in der That vor dem„Zkulturkampf" bei den zahlreichen katholischen Pro- zessio»en die Gebildeten wenig oder aar nicht, während sie nach Eröffnung de»„Knltmkampfe«, um dem Volk« mll gutem Beispiel voranzugehen, die„bedrohte Kirche" durch Fahnenschwenken, Gebetemurmeln, Liederfingen und Niederknien zu retten suchten. Außerdem haben dujenigen, welche den �Kulturkampf" eingerührt haben, auch da» Zentrum geschaffen. Möglich, daß man diese Partei wieder lo« wird, wenn die letzten Artikel der kirchenpolitische» Gesetze gefallen sein werden. Vorläufig aber besteht da» Zentrum noch und giebt wenigsten» im deutschen Reich»t»g den Au»schlag. Bei der Verlängerung de» Sozialistengesetze» wird dieser Ausschlag, wie wir schon sagten, zu Gunsten der Re- gierungsvorlage ausfalle»; vielleicht auch beim Branntwein- Monopol. Eme Auflösung de» Reichttage» wird also nicht erfolgen— wir waren davon überzeugt auch schon vor der neuen Wendung im.Kulturkampf". Jetzt ist diese Ueberzeuguna zur thatsächlichen Gewißheit geworden. Guten Mu'he» können nunmehr auch die Deutsch-Frer- finnigen gegen die Verlängerung de« Sozialistengesetze« stimmen— angenommen wird e» doch! B i« zum 15. Februar konnte man gespannt sein auf die ReichStaaSverhandlungen in Bezua auf da» Ausnahme« gesetz, besonder» aber auf die Entwickelung der Angelegen« heit in den Kommisfiontberathunaen, seit dem 15. Februar ist die Frage thatsächlich entschieden. Einige mehr oder weniger schöne und schneidige Reden, einige Worte de« Be- dauern» für die Familien der Ausgewiesenen, einige juristische Spitzsindigkeiten und Kniffeleien werden wir zu hören be- kommen, und dann— bleibt Alle» beim Alte«. Wie schon gesagt: DteAufhebung eine» Ausnahmegesetze» hat da« Schicksal eine» anderenAu»nahme- gefetze« nunmehr völlig besiegelt. durch eine vielkammerige Gruft, von Modergerüchen ange- weht und von gespenstischen Schatten umhüpft. Unter anderen kam Erna in ei» Zimmer, welche» sie durch seine reiche Auistatwng ganz besonder» fesselte. E« »ar dem Anscheine nach em Herren-Arbesttzimmer gewesen; aber eben jene Ausstattung verrieth, daß sein Inhaber kein ernster Ardeiter gewesen. Hier war nicht» antik. In den Möbelstücken verbanden sich Leichtigkeit mit Eleganz, in den Bildern und überreichen Nippe« spiegelte sich ein sorgloser. leichtlebiger Charakter; Alle» athmete die voll« Dasein»« ftende, den schwelgenden Genuß. Und auch hier dieselbe Oed«, dieselbe Zerfallenheit wie überall und jene Finsterniß, die wie ein riefiger Trauerflor auf allen Theilen dieses alten Schlosse« ruhte! Wieder stand Erna kopfschüttelnd still; trotz aller eige- nen Bedränoniß konnte sie diesem ebenso merkwürdigen wie traurigen Verfall gegenüber nicht gleichgiltig bleiben. Warum? fragte sie sich immer wieder— warum, Zwar fand sie darauf auch in diesem Zimmer koioe AnWort, wohl aber einen Aihait für da«.mann" der Zeit, in«elcher diese» Uhrwerk still gestanden, ans einmal nnd �Auf�dem Schreibtisch nämlich stand unter Anderem ein drehbarer Kalender, der schon durch da« Originelle seine« Figurenschmncke» auffiel. D,e durchbrochene Kalendettafel wurde von zwei Figuren gestützt; die eine, ein Narr mit Schellenkappe,»elcher mit nachlässiger Attitüde gegen dre Tafel sich lehnte und ,n sagen schien:„W.e leicht fließt doch dre Zeit dahin!*— die andere ein Sensenmana«rt Swve der mit dem Kaochtnfiager auf die Kalenbertafel wie» und scheinbar mahaend sagte: �llBie schnell!" «„„äist war e» nur dte origiaelle Gruppe, welche dieser kleinen Welt so schwarz umzogen, wle er» noch �«i?'batte kaum einen Blick auf die Tafel geworfen. ää Politische Ueberstcht. „Aach Kauossa gehe« wir«tcht, aber das Gesetz welches dte Falfschen Gesetze demolitt, wird in Rom von den Kardinälen mitberarhen und gutaehnßen!"— so schließt die nationalliberale„Maad. Ztg." wehmüthiaen ToncS eine kurze Betrachtung über die kirchenpolitische Vorlage. Die armen natiovalliberelen„Kulwrlämpfer!" Mit dem Ende dieses Kampfes ist ihnen nun auch der letzte Flitter einstiger Herrlich- keit abgerissen. Und nun aar die Zukunft, wie wird fich diese für die armen Jasager gestatten, wenn der„große Staats- mann" ihrer nicht mehr dedals, wenn er aus dem einnigen Zentrum Unterstützung genug findet zur Durchführung seiner Pläne? Wclch eine traurige Persvektioe für ein national liberales Gemüth. Ja, daS ist entsetzlich und erklärt zur Ge- nüge daS de- und wehmuthSvollc Gewinsel, welches die Presse dieser Gesellschaft anstimmt. Aber sie werden sich trösten, die Braven, ste»erden muth'g die Konkurrenz mit dem nunmehr bald befriedigten Zentrum aufnehmen, ste werden auch über den jetzt hinaehallenen Stock springen, mit der Motivirung, daß der Sprung eigentlich eine muthige „nationale" That sei.— Die klerikale Presse verlangt bekannt- lich Ausrottung der Maigefetzgedung mit Stumpf und Stiel; 5t ist in Folge dessen von der Vorlage nicht defrievigt, weil iese noch immer einige winzige Brocken bestehen läßt. In Wirklichkeit hat aber da» wenig zu bedeuten, das Zentrum hat auf der ganzen Linie gesiegt und wenn die Vorlage auch jetzt noch ver dem Schloßhof von Kanossa stehen bleibt, so wird eS doch keiner großen Anstrengung mehr bedürfen, sie in Bälde ganz hinein zu bugstren. Di« Rudimente der Ausnahmegesetze gegen den Klerus stnd zu winzig und haltlos, um auf die Dauer den Angriffen de« Ze. trumS zum Trotz bestehen zu können, und man hat fie stcher auch nur bestehen lassen, um noch ein Weilchen da» Scheingefecht fortzuführen, um der nationalliberalen Pattei dm schwachen Trost zulassen, daß noch immer ein bischen„Kulturkampf" getrieben weiden kann. Alt prinzipielle Gegner jeder Rutnahmegesetzgebung haben wir un» von vornherein gegen die sog. Moigesetze erklärt und zugleich darauf»ingewiesen, daß zwei Gewalten, welche sich gegenieittg ergänzen, auf längere Zeit hinaus keinen Kampf init einander führen könnten, da durch das Unterliegen der einen, auch die andere in Mitleidenschaft gezogen werde. Jetzt ist nun äugen- scheinltch der Anfang des Endes gekommm. die endgiltige Einigung wird ficher nicht lange ausbleiben. Ist diese aber erst vollzogen, so wird die Macht de» Zentrum« allmälig zu zer- bröckeln beginnen. Der Kulturkampf war der Kitt zur Etäike und Einigkeit dieser Pattei und jene katholischen Elemente, welche früher freieren Anschauungen zugänglich waren, werden sich nicht blindling» in» Heerlager der Regierung de- geben, sondem die Rethen der oppositionellen Kräfte verstalken helfen, und darum ist die endliche Beilegung de» leidigen Kul. turkampfe» in gewisser Beziehung mit Freuden zu begrüßen. An» dem Königreich Sachsen erhalten wir folgende Zuschrift: Die konservativen Blätter erheben ein Jubelgesckrei über die Einigung der„Ordnungt»alteien" im 19. sächsischen Wahlkreis zu Gunsten de» konservativen Kandidaten Zschierlich. zwei Rubinen glühten, da« sie so entsetzte, e» war vielmehr da» Datum, ans da» die Knochenhand wie«: der Todestag ihrer Mutter! Erna griff in einer träumerischen Weise nach ihrer Stirn und blickte nochmal« zweifelnd auf die ganze düstere Umgebung. War kat Zufall— war da ei» Zusammen- hang? Der Tag, an dem die Verödung hier anbrach, war der Tode«lag ihrer Mutter!..... Sie war, al« diese starb, zwei Jahre alt gewesen, sie bewahrte deshalb keine Erinnerung au» jener Zeit. Dennoch liebte sie ou» einem natürlichen Triebe ihre unbekannte Mutter nnd liebte sie um so heißer, je mehr�sie dieselbe vermißte und je weniger sie von ihr wußte. Die Baronin hatte sie nicht gekannt, ihr Vater war zu sehr Geschäftsmann, um dem längst ver- schmerzten Verluste noch viele und zärtliche Worte zu widmen, und ein Bild war von ihr niemal« angefertigt wor- be». S« hatte Erna wenigsten« da« eine»issen wollen, ihren Todestag, und al« solchen hatte ihr der Vater diesen Tag genannt! Aber sicher war da« nur ein Spiel de« Zu- fall«. Sie irrte weiter, bi» sie am Ende eine« finsteren Gange» eine gleich dunkle Treppe fand. E» war eine steinerne Wendeltreppe und offenbar für da» Hausprrsonal bestimmt. Erna» Erwartung, daß sie zu einer in» Freie münden- den Thür führen werde, bestätigte fich; ja mehr al« da», in dieser Thür steckte auch der Schlüssel! Run stand sie am Ziel ihrer Wanderung. Da« alte Schloß barg gewiß noch viel de» Geheimniß. vollen in seinem finster« Schoost, und neben ihr winkten die Thüren zu den Räumen des Erdgeschosse», von unten herauf die Gewölbe.... aber Erna hegte kein Verlangen, sitzt noch mehr zu erfahren. Sie sehnte fich vielmehr hinweg au« dieser Welt de» modernde« Genufies, hinau« zu Licht und Lust und dem fteien Anblick de« Himmel». Sie war auch nicht hier herein gekommen, um den Geheimnissen eine« alten Schlosse« nachzuspüren, sie war gekommen, um einen Weg in'« Freie ,u finden und der zeigte sich ihr jetzt I Die kleine niedrige Thür, vor der fie stand, war nur durch da» Schloß gesichert, dessen Schlüssel sie jetzt mit An- Ali dik Kunde kam, daß eine solche Einigung stattfinden sollte, da erkärte die in Berlin erscheinende„Areis. Ztg." es für un- möglich, daß die Deutsch Freifinnigen diesen Wahlkreis so obne Wciteret einem Konservativen oder Nationallibcralen überantworten wollten. Darauf red-te man auch kurze Zeit von einer deuiich freistnnigen Kandidatur Uhlmann. doch verschwand dieselbe ebenso schnell wieder, wie ste auftauchte. Wie man nun hört, hat die deutsch'freisinnige Landtags- f r a k t i o n den Ausschlag zu Gunsten deS ksnseroativen Kan» didaten gegebrn; ste Hai eine deutsch ftei finnige Kandidatur einfach untersagt.„Dieses Verhalten der Land taaSfraktion der Fortschiitttvartei verdient alle Anerkennung'— so erklärt ein konservatives Blatt unserer LandeSbauxtstadt. Ob Herr Eugen Richter in seiner Seitung auch wohl von dieser„Anerkennung" Notiz nimmt? r zeichnet ja sonst so gewissenhaft jede noch so kleine Aner- kennung, die seine Partei erhält, in seinem Moniteur auf.— Sm Uevrigen glaubt man aber doch, daß die sozialdemokratische artet bei der Wahl die vereinigten d r. i„OrdnunaSparteuii" befik�en wird.— Ein heivori agendeS Mitglied der ,. Ordnung»- härteren", der konservatise frühere Rechtsanwalt und Landtags- abgeordnete Dr. Robert Schmitt, der daß„beilige Eigenthum" -immer so mergisch gegen die„Theiler" veithcidigte, wurde am 12. d. M. in DreSden wegen Unterschkagung zu fünf Jahren Gefängniß und fünf Jahren Ehrverlust verurtheilt Derselbe ist dem nationalliberalen„OrdnungSmann", Prozessor Dr. Birnbaum recht rasch nachgefolgt. Sonderbare Ordnung»- schwärmer, sonderbare E gen'h- mSverth erdiger das! Von unseren Fieberko tonten liegt wieder eine Todes- Nachricht vor. Die„Nordd. Allg..Z'a." enthält näml ch folgen- det Inserat: Gestern Nachmittag 6 Uhr starb hierseldst der als AmtSdiener für daß Togogeliet tommandirte Sergeant im Kaiser Alexander Garde. Grenadier- Regiment Nr. 1 Herr Emil Bilke. Er war ein außergewöhnlich tüchtiger Beamter und wegen seiner vortrefflichen Charaktereigenschaften bei W'ißen wie Schwarzen gleich beliebt. Sein Andenken wird im Schutz- gebiete unvergessen sein. Bagida, den 23. Dezember 1885. Der Kaiserliche Kommissar für Togo. Falkcnthal. Krantfnrt a. M. Die hiefiae Stadtverordneten- Versammlung hat einmüthig beschlossen, beim BundeSrath und Reichs tage gegen das Branntweinmonopol vorstellig zu werden. Die Stadtverordnelen haben ihren Beschluß dem Magistrate mitgetheilt und denttlden e! sucht, sich anzuschließen. Der Magistrat hat aber erwidert, die städtischen Kollegien seien nicht berufen, in Fragen der allgemeinen Politik, der Finanzgesetzgebung und der Wirthschasts Politik des Reiches und de» Staates, wenn solck« nicht eine örtliche Bedeutung, wie z. B. die Börsentteuer, haben, sich zu äußern. In der Zeit veS allgemeinen SiimmrechiS, d r freien Presse und d-S fteien Versammlungsrechts könne die öffentliche Meinung fich ohne Hilfe der Gemeindevertretung äußern.— Oberbürgermeister ist der bekannte Hrrr Miquel.— D e AuSrede, daß die Börsen- struer(zu dieser hat fich nämlich der wohlweise Magistrat seiner Zeit geäußert) eine örtliche Bedeutung habe, ist nun zwar zu abgeschmackt, um geglaubt zu werben, da in demselben Sinne auch dat Monopol eine örtliche Bedeutung hat. Aber so ganz Unreckt haben die Herren Miquel und Genossen nicht, wenn ste die Stadtväter auf die Bedeutung der Presse und de» Versammlungsrechtes hinweisen. Für die Frankfurter Stadtverordneien cxistirt ja noch kein Ausnahmegesetz. ES wackt einen mehr alS kläglichen Eindruck daß solche Leute wie unmündige Kinder immer hinter ihren Vorgesetzten herlaufen, wenn ste ihr Etaatsbürgcrrecht geltend machen wollen. Ueder einen eigenartigen Verstost Segen daS Vereins» resp. Versammlungsrecht wird der„Germania" von der Mosel folgendes berichtet i Am 11. d. MtS. wurde vor dem Schöffengericht zu Wittlich verhandelt gegen Herrn Definitor(Geistlicher) Zimmer zu Kroev. Derselbe war de- schuldigt, gegen dat VcreinSgesetz dadurch gekehlt zu haben, daß er ohne vorherige polizeiliche Anzeige und Genehmigung «inen öffentlichen Aufzug veranstaltet habe. Derselbe hatte nämlich etwa am ersten Sonntag des Monatt Okrober von der Kanzel verkündet, am kommenden Fre tag werde der neue Kreuzweg, der auf einem Weg den Weinberg hinauf neu er- richtet war, feierlich eingesegnet. Der Herr Bürgermeister Hahn daselbst fand in diesem Vorhaben einen Venioß gegen daS Wereinsgesetz und ließ dem Herrn Definitor die Verwarnung zugehen, daß er ohne polizeiliche Ettaubniß nicht dazu befugt sei. Tarauf wurden die Etationelr-uze in der Pfarrkirche eingesegnet und die Gläub'gin trugen dieselben den einzelnen Stationen zu, ohne fich zu einer Prozesston zu ordnen. Der Herr Definitor Zimmer ging auch mit, aber nicht in seiner kircklichen Amtstmcht, sondern als Privatmann. Auf solche Weis« glaubten er und die Gemeinde nicht gegen das Gesetz zu verstoßen. Anders faßte der Bürgermeister die Sache auf, der selbst und durch seine Po'izei diesen Gang auseinander trieb und die Sache zur öffentlichen Anklage brachte. Daß Schöffengericht erkannte in dem vorgeschilderten Vorgang eine Verletzung des Vereinsgesetzc», venntheilte den Angeklagten zu 15 M. Strafe und in die Kosten. strengung herumdrehte. Wenn sie jene also von außen wieder verschloß und den Schlüssel irgendwo verbarg, konnte mau kaum ahnen, daß sie hier hindurch gegangen tvar, und so lange man sie noch im Schloß suchte, war sie vor Ver- folgung außerhalb desselben sicher. Ehe Erna die Thür öffnete, löschte sie da» tief herab- zzebrannte Licht; dann hob sie jene ein wenig, während sie sie behutsam in ihren Angel« bewegte. Sie hatte diese Vor- stcht bei der geheimen Thür bewährt gefunden, und sie war auch hier am Platz. Wat wußte sie, cb nicht draußen auch Wächter ausgestellt waren, wenn auch der Kommissär der- gleiche« unerwähnt gelassen. Zum Glück lag die Wand, an der sie heraustrat, im Schatte»; die Thür war von der Farbe der düsteren Mauern und ihr Gewand schwarz. Außerdem war sie, wa» sie jetzt erst erkannte, in einen Seitenflügel de« alten Schlosses gerathen, dessen größerer Theil in Trümmern lag. Zn den Schutz dieser Ruinen begab sich Erna zunächst, um auszuruhen und den Schlüssel zu verber>en, de» man bei einer möglichen Verhafiung bei ihr nicht finden sollte. Sie war entschlossen, das Geheim», ß ihrer Flucht zu wahren, wußte sie doch nicht, wie sie ihre Kennmiß von dem ge- Heimen Gange noch einmal würde verwerche» müssen, um unpesehen zur Baroni« zu gelangen, mtt der sie dringend zu spreche» hatte. Seit ihrem letzten Beisammensein hatte« sie, wie schon erwähnt, kein vertrautes Wort mehr tauschen können. Man hatte sie zu genau beobachtet und später unter einem nichtigen Vorwand getrennt. Erna sollte sich von ihrem gehabten Schrecke» erhole», sich ausruhen und ihre Gedanken samm ln zu dem Verhör, welche« sie nach der Baronin bestehen sollte. Eben die'em Verhör hatte sie sich «un durch die Flucht entzogen. Sie hatte gehofft, auf d.m teheimen Wege in den anderen Flügel, also ungesch-n zur iaroni« gelangen zu könne«; dennoch fühlte sie sich sicherer hier, brauchte nun doch nicht erst die Hilfe der letzteren zu ihrer Flucht aus dem Schlosse in Ansp uch zu nehmen. Sie hatte es nun sehr bequem; der Wald drängte bi« zur Ruine heran. Sie konnte also nach auSieicheader Rast und genügender Versicherung, daß keine Beamten weiter um Gstha, 11. Februar. Die AuSwei sungSmaß- nabmen haben hi.i zu einem Nachsviel geführt. Im Juli beantragte der Ziga rengändler Samu l Stein aus Patschtau — ein russisch polnischer J'raelit— beim hiestqen® aM ath seine Ratmaltsation nachdem er die Abficht zu erkennen gezeden, hier einen Zigairenhanvel zu betreiben. D-r Stadtrath fertigte die Naturalisationtmkunde au«. Als d inn im Gep-emder Stein au» Preußen ausgewiesen wurde, machte er seine SlaatSanae- Hörigkeit nach Gotha g-ltenv. Seitens der preuß fchen Regie- rung»urve drschwecVefKhrend bei der herzsglilSen S-aats- regieruna geltend gemocht, daß Stein, nur um der Aut-veisunz zu entgehen, fich in Gotha habe naturalifiren laffen, und nur zum Zweck der Täuschung vorgegeben hai-e. fich in Goch« nieder lassen zu wollen. Dat StaatSmintsterium bestimmte nach Festst'llung deS Tbatbestandes, daß, da es fich um ein Scheingeschä-t handle, Me durchst ichenr Urkunve zu den Akren zu nehmen sei. Dacaut klagte Stein gegen den Stadtrath auf Herausgabe der Urkunde oder Zustellung einer begiaudiglen Ab'chntt. Dieser Prozeß sch-nebt noch. Inzwischen hat, der „Magd. Z g." zu'o'qe. da« StaatSministerium die Zuständigkeit der städtrichen B vt den zur'iiuS'enigung der Naturalisation»- Urkunden aufgehoben und selbst übernommen. Frankreich. Der Abg. Laur wird in der Deputirtenkammer mtt Zu- stimmung der Regierung ein Bergwerlsgesetz ein« bringen, w-lcheS den Bergleuten einen Atthett an der von Urnen geiäcderten Ausdeute und volle EyndilatSfreiheit fichcrn soll. — Die ftanzöstsch« Regierung wird nach den jüngsten Meldungen auf das Projekt veizichten. zur Sätularseier der großen französischen Revolution in Paris eine Weltaus- stellung zu ve' an stallen. DaS Mi'-isterium hatte bekannt- bei den fremden Regierungen vertraulich an'ragen lassen, ob dieselben geneigt leien, an der Ausstellung Tb-il zu nehmen. Die Antwort soll jedoch in den meisten Fällen ganz unbe- friedigt ausgefallen sein. Man glaubt, daß die ablehnende Haltung einiger Regier, mgin aus dem Umstände resultire, daß mit der Ausst-.llung zugleich das Jubiläum der Revolution gefeiert werden soll. — Da«„Journal oissciel" bat kürzlich die oenauer sestge- stellten Ergebnisse der Finanzvirwaltung für 1885 mitgetheilt. Danach betiug der Ausfall gegen den Bmanschlag an den di- rekten Sievern 14'/«- an den indirekten 36»/«, an der Abgabe von Einkünften aui Aktien, Obligationen u. s. w. rund 3 Millionen, an den indirekten Steuern in Algier 1 135 000 Fant», im Ganzen über 55 Million: n.— Der Kriegsrnwister hat die Aufstellung s.ines Budgets für 1887 beendet Dasselbe v crmin d rt die Ausgaben um 20 Millionen, während der frühere Kliegsminister Ermvenon 2'/« Millionen mehr bean- spruchle, als für das lautende Jahr. Auch der Marrneminister Aude hat durch B rminderung der Truppen auf Madagaskar und des Encltivdestandct der Marinrtruppen überhaupt be- deutende Ersparnisse erzielt. — D-e Nachwahlen zur Deputirtenkammer, welche am Sonntag in 4 Drpartem/nts statlfand-rn, find zu Gunsten der Republ kaner ausgefallen. In den Departements Ardeche und Landes wurden ausschließlich Republikaner gewählt, während bei den allgemeinen Wahlen im Okroder vorigen Jahres dort nur Konscroative gewählt wurden. Im Departement Lozire wurde, soweit bisher bilrnnt, ein Rrpudiikarrer und ein Kon- servattver gewäblt. Auch Lozöre war nach den allgemeinen Wahlen ausschiießlich lonservaiiv vertreten. Bei den Ersatz- waqlrn aus Korsika wurde" 3 Republikaner und 1 Bon apartist gewählt. Di« UngtltiakeitSerkiärungen dieser Wahlen erfolgten vekannliich wegen fanet Wahlbeeir fluffungcn durch die Geist- lichkcit und mona.cbisch gestante Beamte. — Paris, 15, Fcb uar. Der Munizipolrath von Pari« hat fich mit 39 gegen 8 Stimmen zu Gunsten einer voll- ständigen Amnestie für alle wegen politischer Verbrechen Ber- utlhcilte ausgesprochen. Rußland. Rußland wild für Polen noch einige neue Rrisfifizirungs- maßr geln in Anwendung bringen. Besonder« soll daS Tüea'-er m.d die Presse russtsch gemacht werden. Die Rusfi- fizirung der Presse soll, wie der„Pos. Ztg." geschrieben wird, durch die Be-pflichlung der Herausgeber erreicht werden, ihre Zeiichriften in beiden Sprachen, der polnischen und russischen, erscheinen zu laffen, nach dem Muster ver amtlichen Veröffentlichung n, bei welchem daS zweisprachige System schon längst durcdgetüqrt ist. Ohne Zwettel würde die Verwirk- lichüng dieser Maßregel die Entwickelung der polnischen Presse nicht allein hemmen, sondern ihr geradezu den Todesstoß ver- setzen, da di- aU-rdinas zahlreichen polnischen Zeitschriften eine noch westlichen Begriffen nicht bedeutende Verbreitung haben, so daß eine dermaßen noihwendige Vergrößerung der Unkosten die Existenz einer größeren Anzahl Blätt-r in Frage stellen wür/e. Für die also geplante Vernichtung der polnischen Presse soll dem Publikum durch Gründung rein russischer Zeitungen ein Ersatz geboten werben, wobei man namentlich daS Landvolk im»uze hat, welches für die„Bekehrung" zu- daS Schloß stanonrrt wa.k», ihr« Flucht ungehindert und mit aller Eile fortsetzen. Der gewöhnliche Weg von Selchow nach Neu-Etrelitz, der nächsten Bahnstation, war der über Mirow, Wesenberg und Groß Ouassow. Zene Orte waren mittelst Landstraße und Post verbunden; von Mrrow gab e< eine wenig be» fahren« Skaße am Ufer de« S«S herauf»ach Selchow, die aber nur von de» Gutsleute» benutzt wurde, da nach Selchow bekanntlich ein Fremder niemals kam. Wen» Erna diesen W-g benutzte, brauch'« sie nur bi« nach Mirow zu wansern und dann mit der Frühpost»ach Reu-Strelitz zu zu fahren. Da« hatte aber doch sein Bedenkliche«. Viel- leicht hatten die Beamten in Mirrw sckon Arußerungen getha», die dort zn ihrer sofortige» Wiederverhaftung führ,«». Außer diesem gab e< aber noch eine«»weite« Weg nach Neu Strelrtz, kurzer, aber auch weniger sicher und ohne Fahrgelegenheit. Dieser ging über Babke. CS bedurfte kerner lange» Ueberlegung für Erna, um sich für den kürzeren Weg zu entscheiden. Er war zwar sehr beschwerlich und führte durch Wald, Sumpf und Haide, aber et bot auch einen großen Vortherl. Sie wurde wen» sie Babke umging, vorauSfichrlich von Niemanden auf der ganzen Strecke gesehen und wenn sie tüchtig ausschritt, konnte sie noch den Schnellzug erreichen, der in den ersten Morgen stunden N dringend nöthig ist, daß für die Erhebung ver Steuern* Abgaben und v-n Staatshaushalt in dem übrigen Theiü» lautenden Finanzjahre« eine gesetzliche Berechtigung bei# wird so baben wir eS für nöthig erachtet, mit Bezug am§/? der Verfassung durch vorläusigeS Gesetz die für die Beduffnis .............'" Wir besep» ä Sic Suda der zur gehörigen Leitung des Staates nöthigen Ausgaben"§ l. darunter diejenigen, welche von beiden Abthe hingen des Aw snftalten tage« bei der letzten Behandlung der EtaiSoorlage angenomM wurden; jedoch dir fen die in Ver R'gierungSvorlage nedftlF fätzen(für April 1885 bis März 1886) enthaltenen H-u?M men und Nrdenpoften nicht überschritten werden." Großbritauuie«. Die Ruhestörungen in Leicester find deenaet. 27 wurden verhattet. Die Ardertg-ber haben den Arbeitern Konzessionen gemacht und schlagen vor, andere streitige v*' einem Schiedsrichter zu unterbreiten.— Dre vom Lordms? von London angeregten Sammlungen für die b(fchösttß% losen Arbeiter in London haben bis jetzt 20 000 Lflr ergw — Einem Telegramm zufolge find Hyndman. Bunt«, und Williams, welche A laß zu dem Straßenkraroall g'W haben sollen, zum Mittwoch vor daS Polizeigericht in vorgeladen, um fich wegen Aufwiegelung, Haß gegen* gierung, Aufruhr und Vergewaltigung zu verantworten-, � — Daß P a r n e l l n-cht der Mann ist, welcher — t/uß v u i. u t 1 1 II'UJI uci wann in, Dauer den Jrländern imponiren kann, hat fich erst recht deutlich gezeigt. In Galway(Irland) soll!« näml!«„ Nachwahl für das Unterhaus stattfinden und Parnell BÜL, Kanttdatcn den Kapitän O'Shea vorgeschlagen. Die � wollten jedoch nicht diesen, sondern einen gewissen Parnell tand es für gerathen. fich selbst nach vcm""" zu bemühen, um seine Autorität zu defestigen. Am in Galwa? hatte fich eine große Volksmenge welche Hochs auf Ly'ch, den Gegenkandidalen, ausbrM schrie:„In die Hölle mit O'Shea und Parnell!" altdann zwischen den Anhängern Lynch's und O'S�- einer Schlägerei, die nicht ohne blutige Köpfe ablief, Einfluß Parnell'S dewog schließlich Lynch, von seiner K> zurückzutrelen, so daß O'Sh-a jetzt während seine Gegner auf Parnell's Verwenden verIK°° fich bei der Wahl neutral zu verhalten.— Diesmal ist T, also noch mit> einem Willen durchgedrungen, ob ihm das I' noch öfter gelingen wird, ist jedenfalls sehr zweifelhaft. � — Die Vertreter der sozialdemokratischen Föderation� Gladstone in einem Schreiben angezeigt, daß ste am«Jn Sonntag ein Massenmeeting im Hydepark veranstalten wu> um eine Aufforderung zur Ergreifung von AbHUfenrnffv gegen den unter der arbeitslosen Bevölkerung herrs»� Nothstand an die Regierung zu richten.. jrf — In Birmingham ist e« am Montag nach- Londoner Nachricht ebenfalls zu Ruhestörungen ge'»' welche angeblich von deschäftigslosen Arbeitern vei� w rudxn. Auch in G eath Barmouth kam eS zu einer lundgebuna. In beiden Fällen wurden die Theilnehmn der Polizei zerstreut. t J London, 15. Februar- Eine große Anzahl von/�, leuten von Piccadrlly, Oxtordstreet, Regentftteet. Rori»� ig vom /.-ii fc % thitete. 2«fcn gr schenden 1" fiel chlalten siogebrack fea CS" -v. 3, Mnaatl te, erne % itaa %i6i e Uocn F % ? ßßA South-AuSleyslreet, deren Läden vorigen Moniag geplündert wu- den, Frachten dem Richter des Polrzeigen� Marldoroughsireel, Mr. ManSffeld, ihre Aufwartung,""l if ihm zu ermitteln, ob sie Ansprüche auf SchadloSbalwA« die von ihnen erlittenen Verluste besäßen. Der Poli��» erklärte, daß in Gemäßheit einer Parlamentsakte aus DfU gierungszeit des /Königs Georg IV. Entschädigung für Vf*# eine« Aufruhrs zertrümmerte Fenster und Lokale, zerbrochene oder beschädigte Waaren, aber nicht für gesiA oder in verbrecherischer Absicht beseitigte Waa.en werden könnte. Er emvfahl den Beschädigten, schädigungsansprüche binnen wenigen Tagen in Form anzumelden. G g y p t e n. Im Sudan gehen die„Rebellen" trotz der „Siege" wieder flott zum Angriff über. So wird VewA Chronicle" aus Kairo vom II. v. gemeldet:„Große i-A von Rebellen find bei Suakin tonzenttirt, welcher Ol«?' noch Vreitägiaem unregelmäßigem Beschießen von � f trächtlrchen Streitkraft von Sudanesen angegriffen wu:� Kampf hatte die übliche verzweifelte Natur, und der 1- eNsA Sie hätte ihre Zeit nicht besser wählen' Der Mond hatte sich leicht mit Wolken umzogen, aber»och immer hell genug, um sie von ihrem N'W abirren zu lassen, während da« Waldesdunkel sie ö � verbarg, um sie gegen eine etwaige Ueberrsfch� schütze«. ,.F! Auf der Haide hatte sie noch weniger eine zu fürchten, und hier schritt sie rascher fort, da V. Fuß und ihren Blick mehr hemmte. Sehr vorsia)� gegen mußte sie bei Durchwanderung des Su"" fern; hier wurde sie mehrfach durch Verschwinden d'k, spuren unter der trügerischen grünen Decke auf««') ,-,& :ti uniet ö« uu�ciiivvcu yiuiun xvcvtt uui»-v � � Diese zeitweiligen Verzögerungen brachte i trockenem Boden wieder durch schnelleres Fortsch�' Nur selten gönnte sie sich an geschützten Stellen, ,i' Rast. Babke wurde in wertem Bogm umgangen» p hier führte ein besserer und unfehlbarer Weg nav Strelitz. Den letzten Ort erreichte Erna noch vor dem p- de« Schnellzuge«. Sie hatte ihre Uhr bei si4� � dem sie sich vor der Stadt eine letzte Rast h L hatte, betrat sie dieselbe mit aller Vorsicht und Bangen. Pick Ihre Lokalkenntnrß leistete ihr hier besonder jj znr Vermeidung unangenehmer Begegnungen., .»r-l..r:�..» rn.k.. r„n.-„k.,«-8«.;+ dem y I fe '"tina � H'rr h nicht i n 0 b%tan p W % 58 �sine Ii «ti. dS Eric % gefährlichen Boden sollte sie aber erst mit dem �-�- treten, wohin sie� fich� deshalb nur kurz vor Em� Zuge« begab. Die Schnelligkeit, mit welcher bre A sie nach Selchow verfolgt hatten, während ihr r ihrem Hauspersonal ganz unbekannt geblrevev, � muthen, daß man auf der ganzen Fluchtlinie p- seit« den Telegraph in Anspruch genommen, um,- d spüren. Dann mußte ihr Signalement aber au? s Bahnhof bekannt gegeben worden sein, von w�.y,,. graphisch ihre Ankunft nach der Hauptstadt 0e'-, a» den. Erna durfte eS also nicht wagen, htrr os, trete«.„ ach% Zum Glück für sie kam gerade, als ste t( p klopfenden Herzens dem Bahnhof näherte, ern kt �3" fei $ 5t.!'.?», �1' rd. Der» den Ge«»� .listen W«® mV den roß ffunaskoni� nzgcs-»cs' doi| ml teuern Theile ort !S .7.S »ÄS 1% tanz den«lten Geist beim Vorrücken zum Anoriff. Da» ZM'! war verhältnismäßig kurz, doch wurde der Feind zu« Mgeschlazen und schließlich mit beträchtlichem Verlust von Unionen Infanterie zeisprengt, die auch eine Kanone er- jJWrti. Unser Verlust war unerheblich, aber die Feinse de- L?>m große Stetigkeit. Man erwartet morgen einen weiteren 3nff, da, wie gemeldet wird, der Feind Veistärkung-m an «ulen und Munition erhalten hat."— Da» wäre also wieder erglischer„Sieg", der aber gleich den vora" gegangenen, Sudanesen nur zu weiterem Widerstand« ermuntern wird. alten eilnehw® i für mm in Parlamentarisches. ..."T Der»ig. Dr. Krogatscheck hat im Abgeordnetenhause Menden Gesetzentwurf, detreffend die Gleichstellung ,�hrer an den nittstaatlichen höheren Lehr Mrbrachb�*>tntn on �"stalten staatlichen Patronate», § 1- Die Lehrer an den nicht staatlichen höheren Lehr» galten werden hinsichtlich de» Ranges und de» Gehalte» «n Lehrern an den entsprechenden Anstalten staailichen r"�» Mch-est-lll. Die gesetzlichen Bestimmungen über den Wohnung»- «.Mschuß, über die Penstonirung, über die Zahlung der ��i/ngebälter und über da» Gnadenquartal, über die Für» L'� mr WUtwm und Waisen finden auch auf die Lehrer oen nichtstaatlichen Lehranstalten finngemäße Anwendung. .;,,2 3-. In denjenigen Fallen, wo das Fortbestehen einer I�n°?tlichen Höberen Lehranstalt im öffentlichen Interesse eS'r* eigenen Einnahmen der Anstalt und die Mittel der ..�Uierhaltungsxflichligen ober zur Erhaltung derselben «ii??naßgab« der§§ 1 und 2 nachweitbar nicht ausreichen, a erne Subvention au» staatlichen Fonds ein. *. Alle sechs Jahre findet eine Neuregulirung der SsMen vuboentienen nach Maßgabe der im Z 3 auf- R � Eriorverniffe statt. k« tp- Subventionen, welche auf rechtlichen Verpflichtungen Staates beruhen, werden durch die« Gesetz nicht berührt. I®er*r®®t'®f�e diesem Gesetz zuwiderlaufen, find ~ Eine weitere Petition um Einführung der fakul- «e�? Feuerbestattung ist soeb n dem Reichstage zu- Dieselbe enthält au» 52 Stählen des Reiches, T�.,?nen nach Berlin die Städte Hagen, Braunschweig, a« iM, Köln, Elberfeld Barmen und Brieg Ö. Schl. fich �aiun« besten betheiligt haben, fernere 5558 Unterschriften, die von 241 Aerzten. „»�.Die Kommission zur Berathung de» Gesetzent- iofl Uder die Unfallversicherung der land- und irth schaftlichen Arbeiter trat in ihrer letzten fittifi«".V die Verhandlung über die Organisation der Berufs» Stt.ff»schzsten ein. Die Generaldebatte über die Organisation die S�sgenoffenschaften, die Einschätzung der Betriebe und der Beiträge bewegte fich vorzuaiweise in der den v in wie weit die Regelung dieser Angelegenheiten Iii!-« deSregierungen bezw. den Landesgesetzgebungcn über» n> 01 werden könne und solle. Die Abgg. v. Maltzahn und WJ l»viMsv miiv|vv«v« ftv rv � vöö* v' miiv b« � haben Anlräge eingebracht, wonach die Organisation t7?,�utsgenoffenschasten be»w. die Regelung der Umlage der ölÄ«iifrfcrrtrt Mir hfn �n«h«*Ärrrr4<*rif rm�n der einjl d vew�N m ;-Ä ihlen** M i pithi? # ! «« s>» "Ä? t vwka' i r.& ivt' Beide Illntragsteller beantragen, eine Subkommisfion ein- @ welche Vorschläge über die etwaige Abänderung de» „ der angegebenen Richtung ausai besten solle. Nach �'chloffe Debatte wurde die Einsetzung dieser Subkommisfion Unter den Reich»tagSabgeordneten ist ein �«eratabdruck der„Weser-Zettung" vertheilt worden, in wel- m? Herr Zahn gegen die letzte Reichstagsrebe de» Herrn h°rmann polemistrt. In Bezug auf die Qualität de» von >«»burg nach Westafrika auügcführtei Branntwein« �H'rr Zahn:„Meine Hauptzeugen in dieser Sache find i n nicht Misfionare. Selbst Lieferanten hier in Deutschland li'n, ste würden»en Tod davon haben, wenn fie das Gr- selbst tränken. Die Kapitäne sagen so. welche die Fracht Mm gen, die Kaufleute, welche ihn vei kaufen, die Reisenden, fich davon erzählen lassen." Er habe vor kurzem einen Söm? �neS Mtlstonar» bekommen, welcher innerhalb weniger b,i%n an dem Sterbebette dreier Neger gestanden hat. die M, Branntwein in frühen Tod gebracht. Herr Zahn ist der bJjnig' daß Herr Wörtmann dee Ausfuhrzölle an Stelle iii �nfuhrzölle in Kamerun und Togo nur zur Erleichterung ��""twein- Einfuhr befürwortet. Aus dem deutschen �i.Vbl«t würden nach Aussage eines Misfionar» jetzt große kJ!" billigen Branntwein» ,n das englische Hinterland ge- �>e,?.' um dm mglischm Einfuhrzoll zu umgehen. uauregen Spuren davon srim überall zu sehen gewesm." ei»»,.�ege».«elcher demselben Ziel zusteuerte. E» war tlej�uer, äußerst starker Herr im Pelz, in der Hand einen b« s? Neisekoffer. Ein rascher Seitenblick auf da» Antlitz licht /rübelwollmde» versicherte Erna, daß sie ei hier k,*Ul«st eine« anständigen, sondern auch mit eine« % �tmüthigen Manne zu thu» habe. Sie redete ö�?J �»zeihnng,«ei» Herr," sagte fie,.komme ich am nächste» zur Bahn?" Herr Bah»? Za— ja wohl, Fräulein!- sagte der «a hni, lt freundlichem Gruße seinen Hut lüftend..Aber diiq".wir ja eine» Weg. Darf ich Zhnm mei«e Füh- »»n biete»?- tae» � verneigte fich stumm und schritt nebe» dem An- ieg�ch denke doch, daß wir noch zurecht kommen werden?" , g®,eie* wieder. Mb � 9 antwortete. So gab ein Wort da» andere und OliiQe ste so befreundet, al» man e» eben nur im _ Vu] der Reise werde» kann. sagte, e» sei sehr kalt und ob er nicht die d«« Eel��würde, ihr ei» Billet zu lösen, wozu sie ihm &* 'stich war der Herr dazu sofort bereit, erklärte �?vr thu» zu können, wenn Erna auch ihm eine r?Ulle. Sie möge ihm gestatten, ihr seinen Pelz, der i E»«S? wann sei, umzuhänge«. ..edarf wohl nicht der Erwähnung, daß diese» lie- «�>Nen J!1 äffest»ach einigem Sträuben dankbarst ange- ?aten. ß, 9�d(, worauf Beide zusammen den Bahnhof be» i.�wtqr?"9 fühlte sich»u« schon bedeutend sicherer. Der �e». d..?k�elzma,tel gab ihr ei» ganz veränderte« Au»- hü? der% vhie Schleier verhüllte ihr Gesicht; außerdem 2 das«Mhof zu dieser Stunde nur schlecht beleuchtet lil'd! ein?>"l sehr verschlafe». Der Tag graute de- ?»alt. net Nebel rieselte hernieder und es war wirk» a�k�sttige» Minuten saßen Erna und ihr freundlicher " in einem gut erwärmte« Koupee zweiter Gerichts-Zeitung. Prozeß Bergschmidt. Die so viel besprochenen Scpres- sungen, welche fich der Redakteur de» früher hier erscheinenden „Neuen Berliner Montagiblattei" Karl Gustav Adolf Berg- schmidt hat zu Scbulten kommen laffen, unterlagen heute der Prüfung der 2. Strafkammer hiefizen Landgerichts I. Den Vorfitz führt Landgerichttdirrktvr Lüty, die Anklage vertritt Staatsanwalt Wagener, als Vertheidiger fungiren die Rechts- anwälte Wronker und Dr. Halle. Der bisher njr wegen Bo- leidigung mittels der Presse vorbestrafte Angeklagte war hinter- einander der Herausgeber dreier Blätlchen, die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit erschienen; fie nannten fich:„Die Börsenlaterne",„Der Vollswohlstand" und das„Reue Berliner Mon- tag»dlatt". Die Abonnentenzahl der drei Blättchen war eine so geringe, daß fie den Herausgeber unmöglich emähren konnte. Nach den Ermittelungen der Staatsanwaltschaft hat der An- ßeklazte da» Metier de» Revolverjournaltsten bestieben und dabei sein Au«enmerk inibesondere auf Börsenmäaner und Verficherung»« Gefellschaften gerichtet. Sein Vorgehen war gewöhnlich folgendes: er theilte seinen„Opfern" mit, daß er gehört habe, in ihren Geschäft« verhMniff.'n sei manches faul und e» sei deihalb seine publizistische Pflicht, das Publikum vor den Praktiken der Herren in seinem Blatte zu warnen. Er ließ duichblickm, d»ß er Material in Hülle und Fülle be- fitze, eoent. aber auch schweigen könne, wenn ihm dafür ein Aequioalent geboten würde. Interessante Enthüllungen stellte er dann auch in sehr durchfichtigen Notizen in seinen Blättern in Aussicht, schickte die Notizen zur gefalligen Kenntnißnahme den Bedrohten direkt zu und veröffentlichst, wenn er mit diesen Avtstn keinen Erfolg hatte, thatsächlich die anzekünvigten Schmäbartikel. In vielen Fällen reusfirle er mit diesen Din- gen. So unbcgttinvet die angedrohten Angriffe auch sein mochten, so s-hen fich die Betroffenen in vielen Fällen doch veranlaßt, den Ptesstonen des Angeklagten nachzugeben. Neben diesen gelungenen Koup» laufen einige Bemühungen de» An- geklagten, die über daZ Stadium de» Versuchs nicht hinauige- kommen find. Die Anklage führt 21 Fälle drr vollendeten und 5 Fälle der versuchten Erpressung auf. Wa» die p?rsönlichen Verhältnisse des Angeklagten bestifft, so ist er nach seinen An- Serben früher G-richtSsekretär gewesen, ist dann in der Preußi- hen Hypotheken-Verfichrrungsgesellschaft thättg gewesen, hat dort Nationalökonomie studrn und dann selbst ein Bank- geschäft degründet, welches aber nicht ging. Der Preffe gehört er erst seit 1881 an. Nach seinen Angaben war er früher volkswirthschaftlicher Mitarbeiter de» „Reichsboten". Seine Blättchen hatten keine große Ver« dreiwng, erschienen viclmebr in einer Auflage von zirka 1500; finanziell ging'S drm Angeklagten daher nicht gut. In seiner „Neuen MontagSzeitung" habe Dr. Minoprio das Börienwesen und ein Dr. Runge in Karlsruhe daS Versicherungswesen be- arbeitet. Zunächst nahm fich Berqschmidt den Bankier S. auf» „Kam". Er begann mit kleinen Notizen, in denen er mit Ent« hüllungen über die finanziellen Unternehmungen defielben drohte und schickte diese Notizen, dlau angestrichen, dem Betreffend n zu. Es begann dann ein vollständig-.»„Petnigungssystem", welches nur dann zeitweilig unterbrochen wurde, wenn außer größeren Annonzen auch noch Dailebne gegeben wurden. Der „Angezapfte", dem eS auf alle Fälle nicht angenehm sein konnte, daß da» Blatt d-s Angeklagten fich mit seiner Person beschäftigte, ließ sich auf wiederholte Unterhandlungen mit demselben ein und gab drm Angeklagten, der immer wir der zu verstehen gab, daß cs ihm sehr schwer werde, die abfälligen Artikel zu unterdrücken, daß er nach Karlsbad reisen müsse k. wiederholt Geld— insgesammt ca. 1000 M. Eine Zeit lang suchte der Bedrohte den lästigen Mann auch dadurch los zu werden, daß er ihm eine Anstellung gab. Der Angeklagte, welcher hier wie in allen Fällen seine Schuld bestreitet, behauptet, daß Herr S. ihm einen Theil de» qu. Gelde» aus eigenem Antriebe gegeben und daß der andere TbrtI das Aequivalent für legittme Leistungen darstellte.— Ein»weite» Opier de» Angeklagten war der Lieutenant a. D. v. W., welcher für mehrere auswärtige Banken Hypotheken- gcschäfte vermittelte. Nachdem dieser die Propofition des An« geklagten, fich gegen Au»stellung eine» Reverse« über 6000 M. an der Gründung einer Hypo'hekenbanr zu betheiligen, abge- lehnt hatte, begannen gleich wieder die Veröffentlichungen un- angenehmer Artikel über die von Herrn v. W. vertretenen Ge- seüschaften. Schließlich kam als Vertrauensmann des Ange- klagten ein Herr Dr. Heymann zu Herrn v. W-, dem er in Ausficht stellte, daß gegen Zahl ana von 2000 M. die gehässtgen Artikel fortfallen würden. Eine Einigung kam in der Weise zu Stande, daß v. W. pro forma auf 250 Exemplare de»„Neuen Berliner Monlazsdlaites" abonnirte und dafür 500 Mark zahlte. Herr v. W. wurde dann mit dem Angeklagten näher bekannt, doch wurde ihm diese Bekannt- schaft sehr theuer, denn v. W hat dem Angeklagten nach und nach 3700 Mark geopfert. Trotzdem ließ Bergschmidt sein Opfer nicht lo». Er fand fich eine» Tage» wieder bei v. W. ein und präsentirte ihm das Manuskript eine» Artikels über die„Kaiser- Wilhelmstraße" und über die„Rochstraße", in .Da» wird ein trüber Tag werden," sagte Erna halb traurig, rnde« sie das entschleierte Gesicht zum Fenster wandte. „O, ganz im Gegentheil," versicherte der Fremde. „Nur wenn der Nebel steigt, bekomme« wir Regen; aber er fällt, u»d so werden die ersten goldene» Sonae»strahlen der Weltstadt Zhre Ankunft siz»alisiiea. Ich bedauere nur, Sie nicht bi» dorthin begleiten zu können." „Sie reisen nicht so weit?" fragte Erna. „Rem, mein Fräulein, Geschäfte nöthrge» mich, Sie schon in Oranienburg zu verlassen." Erna fragte etwa» über diesen Ort, im Grunde ihres Herzen« recht erleichtert, in der Hauptstadt unbeachtet ihre» eigene» Weg gehen zu können. (Fortsetzung folgt.) Aus Kuust uud f tben. Da» Telephon im Dienste der Leuchtschiffe. Ein Experiment von nicht zu unterschätzender Wichtigkeit für die Handelsschifffahrt ist kürzlich an der Ostküste England» von der Telegraph and Maintenance Kompany auZgeftlhrt worden. Während der acht letzten Monate hatte die genannte Gesell- schaft mehrere ihrer betten Leute in der Umgegend von Nace vertheilt, in deren Häfen fich die gefährlichsten Unttefen von England befinden. Diese Leute stehen stündlich durch eine Televhonleitung mit einem Leuchtschiff in Verbindung welches 10 Seemeilen außerhalb in der Nähe der Swinpassaae verankert ist. Von Walton on the Nace ist nach dem Sunkleuchtschiff ein ge- wöhnliches Telegravhenkabel gelegt, an dessen beiden Enden ein Telephon und ein Telegraphenapparat angebracht ist. Es wurde für unwahrscheinlich gehalten, daß die menschliche Stimme, namentlich bei stürmischen Wetter, 10 Meilen weit geleitet werden könne; eS hat sich j-doch herausaestellt, daß dies durchaus mög- lich ist. Es wurde von einem Mitglied« ver Gesellschaft, wel- che» fich an Bord des LeuchlschiffeS befand, mittelst de» Tele pbons eine ziemlich lange Unterhaltung geführt. Ein Mr. Stephenson defand fich einen Monat lang auk dem Fahrzeuge, während 2 andere Herren fich am Ufer auihielten und vom Bord auS über den Stand des Wetter», Bewegung der See, pasfirenve Schiffe. Wetterprognosen u. s. w. deständig unter. richtet wurden. Mit diesen Erfolgen sehr zufrieden gestellt und welchem Angriffe gegen ein Institut enthalten waren, welche? mit Herrn v. W. in Beziehungen stand. Es wurden dafür 300 Mark Sch veigegtlder gegeben, trotzdem erschien der Ar» trkel später in der Zettung de» Angeklagten und e< wmde für möglichste Verbreitung der betreffenden Nummer gesorgt. Eine Bericht'gung wurde erst nach abermaliger Geldzahlung erreicht. Von einem in demselben Artikel gletchzetttg angegriffenen Bau- meister erhielt der Angeklagte ein Schrneigegeld von 500 Mark. Daffelbe sollte in Raten gezahlt werden und Bergschmtdt er» zwang fich die Jnnehaltung der Ratentermine durch fort» gesetzte Drohungen mit abermaliam Schmähartikeln. Selbst noch kurz vor seiner Verhaftung schickte Bergschmidt demkelden zwei Akz-p'.e über 350 und 550 Mark und stellte anHeim, eine» derselben zu disrontiren. Er hatte aber »rit diesem Versuch kein Glück. Ein drittes Opfer sollte die Leben«- verficherung»- Gesellschaft„Germania" in Stettin werden. Er schrie»»er Direltion, e» hätte ihm ein Herr Krüger, dessen Brief er beilege, mitgetheilt, daß die Geschäftsführung der Gesellschaft-zu Klagen Veranlassung gebe und einer Besprechung in dem„Neuen MontagSdlatt" bedürfe. Die Direktion ließ de« beigelegten Brief de» angeblichen Krüger und den de» An» geklagten durch einen Schreibsachoerständrgen begutachten und da» Votum ging dahin, daß beide Briefe von derselben Hand geschrieb> n snen. Die Direktion machte Bergschmidt Mittheilung davon, dieser aber wollte nicht» davon wrffen. Dann erhielt die Direklion vier Nummern mit deftigen Angriffen zugeschickt, doch lag auch gleichzeitig eine Einladung zum Abonnement auf da»„Neue Berliner MontazSWatt" bei.— Ganz ähnliche EnnrffungSversuche wurden dann noch gegen die Allge- meine Lei ficherungtgrsellschatt„Viktoria" und gegen die Ge» sellschaft„Friedrich Wilhelm" ohne Glück versucht. Der Ange« klagte wurde schließlich zu drei Jahre» Gefängniß und zu Ehr» verlust von gleicher Dauer vermrhcilt. Der Mainzer Mord vor dem Reichsgerichte. Leipzig, 15. Fcbruar. Der grausige Mord, verübt am 26. August v. I. an dem Schuhmacher Joyann Baptist Wothe und dessen Ehe« ttau Margarethe Wothe geb. Kettler in Mainz, wird auS den Verhandlungen vor dem Schwurgerichte in Mainz vom 18 De- zemder v. I. noch in aller E.innerung sein. Der Mörder, welcher von dem genannten Gerichte zum Tode und zu leben»- länglicher Zuchthausstrafe vemrtheilt worden ist, der Schuh« wacher Grora Friedrich Herbst aus Mainz, batte gegen da« Unheil Revlfion eingelegt, welche am 15. d. M vor dem ersten Strafsenate des Reichsgerichts zur Verhandlung kam. Er de» schwerte fich zunächst darüber, daß die Fragen, welche an die Geschworenen gestellt worden find, unklar gewesen seien. ES waren im Ganzen sech» Fragen gestellt, von denen drei den E»emann und drei die Ehefrau Wothe betrafen. Die erste laui-te au' Mord(vorsätzliche Tödtung mrt Ueberlegung, § 211 Sr.-G-B.), begangen an Wothe. Für den Fall der Verneinung dieser Frage war die zweite gestellt, welche auf Tobtschlag(vorsätzliche Tödtung ohne Urberlegung,§ 212) lautete. Die dritte Frage war aus§ 214 gestellt und bezog fich auf Frage 2, wenn diese bejaht wurde. In gleicher Weise waren die drei anderen Fragen bezüglich der Eyeftau Wothe formulirt. Die Geschworenen hatten nur Frage 1 und 5 mit ja und Frage 4 mit«ein beantwortet, so daß die übrigen Fragen entfielen; der Angeklagte war also de» Mordes an Wothe und de» Todtschlage« an seiner Frau schuldig gesprochen. Jetzt behauptete er nun, die einzelnen ThatbestandSmerkmale gingen nicht mit genügender Klarhett auS den Fragen hervor, es hätte nur eine Hauptfrage wegen Tödtung und eine Eoentual- ftage gestellt werden müffen, od die Tödtung mit Ueberlegung ausgeführt sei. In der Gegenerklärung der Staatsanwaltschaft wird jedoch diese Anficht alt unbegründet bezeichnet. Die erste Frage sei unbedingt korrekt nach§ 211 gestellt, und nachdem diese von dm Geschworenen bejaht worden sei, wären die Fragen 2 und 3 gar nicht mehr G-genstand der Berathung S wesen, die Geschworenen hätten also über dieselben nicht in nklarheit kommen können. Bezüglich der Ehefrau Wothe hätten die Geschworenen nm den Tobttchlag bejaht, der An» geklagte könne fich also nicht darüber beschweren, daß nicht auch hier die Mordftaze bejaht ist. Eine zweite Beschwerde des Angeklagten ging dahin, daß der als Sachverständige ge- ladene Dr. Egger nicht auch als Zeuge vernommen worden sei. Dieser Herr war zwar in der Anklageschrift als Zeuge genannt, aber noch vor der Hauptverhandlung durch den Slaaisanwalt benachrichtigt worden, daß er al« Sachverständiger ei scheinen solle. Ein Antrag des Vertbeidigers, Herrn Dr. E. als Zeuge zu vemedmen, war durch Gerichtsbeschluß abgelehnt worden, da der Sachoerständigeneid nicht blos da» Gutachten, sondern auch die von dem Genannten bei seiner sachverständigen Unter- suchung wahrgenommenen Thatsachen und die zu dem Zwecke, um da» Gutachten abgeben zu können, vorgenommenen Hand- lung-.n decke und weil seine Aussagen sonstige Wahrnehmungen nicht enthielten. Mit Bezug hierauf erklärte die Staatsanwalt- schaft auch die»wette Beschwerde für unbegründet. Die dritte Beschwerde bezog fich darauf, daß einem Zeugen zur Unter« stützung seine» Gedächtnisse» nicht seine eigene frühere Aussage, sondern unzulänglicherweise die eines andern Zeugen vorgelesen sei. Da da» Protokoll jedoch über diesen Vorgang gar nicht» überzeugt von der Wichtigkeit und dem Vortheile dieser Ein« richtung hat Mr. Stephenson seine Experimente mit steigende« Erfolg fortgesetzt. In einem Zimmer deS PosthauseS von Walton befinden sich Maschinen zur Nutzbarmachung magnetischer Ströme jeder Art. Es wird nun mittelst eines Knopfes zum Schließen de» Stromes eine Glocke an Bord des zehn Meilen entfernten Sunkleuchtschiffes zum Klingeln gebracht und man hört kurz daraus die Frage, wa» gewünscht wird. Durch» schnittlich pafften 90 Schiffe am Tage und wenn eS bekannt wäre, daß eine Nachricht auf diese Weise an Land gesendet werden kann, so würden ohne Zweifel die meisten Gebrauch davon machen. Von noch wett größerem Werth ist der Ge« brauch des Telephons im Sturme oder im Falle ein Schiff in Ge- fahr ist. Im vorigen Jahre gerieth während der Nacht ein Schiff bei schwerer See auf eine Sandbank und soso t wurde seine genaue Lage durch das Telephon nach Wallon berichtet. Der Wacht» habende an Land weckte sofort die Rrttungsdootmannschast und telegraphirte nach Ramsgate und Hanoicv, wo ebenfalls die Rettungsboote klar gemacht wurden. Serade alS die drei Böte im Begriff waren, in See zu gehen, kam vom Leuchtschiff die Telephonnachricht, daß das gefährdete Schiff wieder von der Sandbank frei gekommen sei und die RettunaSböte daher nicht auSlausex sollten. Wenn daher alle Leuchtschiffe an den Küsten ganz Europas dies Kommunikattonsmittel hätten, um die gmaue Lage eine» in Gefahr befindlichen Schiffes stgnalifiren zu können, so würde manche» Menschenleben gerettet werden können, da die Lage eines strandenden oder sinkenden Schiffes mit den gewöhnlichen Raketenffgnalen keineswegs genau bezeichnet werden rann. Außer diesen Vortheilen, welche die Anwendung de» Telephon» aus Leuchtschiffen gewährt, ist auch noch der zu nennen, daß alle Schiffe, welche einen Lootsen haben wollen, ihre Wünsche auf diesem Wege sehr leicht zur Küste gelangen laffen können. Das Sunkleuchtschiff ist nur 150 TonS groß und doch ist es nur ein einziges Mal vorgekommen, daß, währenv es bei einem heftigen Sturme stark hin und hergetrieben wurde, das Kabel zum Ufer brach. Die beiden Enden wurden jedoch wieder ausgefischt und innerhalb 24 Stunden bereits gesplißt. Die Verbindung wird Tag und Nacht unterhalten. Da» Trirty Board bringt der Sache bereit» große» Interesse entgegen und man hofft, daß diese Einrichtung auf allen Hauptleuchtschiffen getioffen wird. Die Erfinder behaupten, daß das Telephon noch sehr gut aus 20 Seemeilen Entfernung wirft, und es ist thatsächlich kein Grund vorhanden. zu bezweifeln, daß es der Wissenschast und Praxis gelingt, vereinst über den Ozean zu telephoniren. enftSIt, so mtisjte diese Beschwerde entfoUen. In vierter Reihe wurde endlich noch gerügt» daß der Angeklagte nicht auf den oeränderten rechlichen Gesichtspunkt hingewiesen sei, insofern die Anklage, die Anfang« nur auf Mord an der ver- «hel. Wothe gelaur-t, auf Todtschlag ausgedehnt worden sei. — Herr Reichsanwalt Hofinger beantragte die Nerwertring der Resistan. ES fei, so führte er auS, mchit d«gegen einzuwenden, daß gekennte Fragen wegen Mordes und Todtschlage« gestellt werden können» aver im voiliegenden Falle wäre eS grsetz- widrig gewesen, wenn der Todtschlag vorangestellt worden wäre, da nach S 293 der Etr.-Pr. O. die Hauvlftaae die unter Anklage gestellte That»u umfassen habe und diese hier auf Mord gerichtet war. Die Reviston sage, in der Frage auf Mord sei der Todtschlag mit einbegriffen. Wenn dieS wirklich der Fall wäre, so würde eS unzulässig sein, denn nach dem Gesetze dürfe eine Frage nicht komplizirt sein und zwei Tdat» bestände enthalten. Die« sei aber faktisch unrichtig. Die Reviston könne»ur meinen, daß durch Beantwortung der Mord- frage zu gleicher Zeit die Frage wegen Todtschlage« mit deant» wortet werde. In Wirklichkeit find« aber ganz genau da« Gegentheil statt, denn mmn die Geschworenen die Mordftage bejahten, so sei dadurch ein Todtschlag ausgeschlossen, und wmn sie die Mordfrage verneinten, so sei damit nicht au«- {eschlvss n, daß der Betreffend« einen Todtschlag begangen abe. Eine weitere Einwendung sei, daß der Mord nur als ein qualtfizirter Todtschlag angesehen werden müsse. Die« sei aber unvereinbar mit den bestehenden TKafbestimveungen. wo« nach beide Verbrechen gekennt behandelt find» in gekennten Paragraphen, und zwar derart, daß das höhere Verbrechen an die Spitz»(§ 211) gestellt ist, während da« geringere(§ 212, Todtschlag) nachfolgt. Er glaube nicht, fuhr der Reich«anwalt fort, daß die Anficht, der Mord sei ein qualifizirter Todtschlag, in der Rechtsw ssenschaft Anklang finden»erde. Wenn die Reviston fich auf ein Urtheil de« Ii. Strafsenats beruf«, so sei dies hier nicht maßgebend, weil S fich dort um eine ganz andere Lache handle, nämlich darum, od der Richter gezwungen werden könve, wenn eine Frage wegen Morde« gestellt ist, eine Unterfroge auf Todschlaa zuzulassen. Diese Frage könne verneint werden, schon mit Rüaficht darauf, daß die Geschworenen, wenn die Frage auf Mord gestellt ist, von der Befuzniß cheilweiser Beantwortung Gebrauch machen können und so dem Zwecke, welcher durch dt« Hilfsfragen er« reicht werden solle, vollständig Rechnung gekagm werde. Di« Todtschlagfrage sei überflüssig unter der Vorauisetzung, daß die Geschworenen da« Gesetz rennen resp. die Rechtsbelehrung richtig aufgefaßt haben und von ihrer Befugniß Gebrauch machen. DieS zu erzwingen, könne weder dem Staatsanwalt noch dem Angeklagten deikommen, deshalb»üffe man ihnen da« Recht, wenigstens die Fragestellung auf Todtschlag zu de« antragen, einräumen. Hier sei die Fragestellung zugelassen und ein Hinweis auf da« Urtheil de« U. Senate« vom 4. Januar 1884 nicht entscheidend. Selbst wenn im vorliegenden Falle die Frage auf Todtschlag als unzulässig bezeichnet wurde, so könne daS auf die Entscheidung selbst keinen E nfluß haben. Eine Unklarheit der Frage werde mit Unrecht behauptet und die übrigen Beschwerden seien ebenfalls unbegründet.— Da« Urtheil lautete: Die Reviston de« Angeklagten wird verworfen. In der Begillndung wurde gesagt, e« tönne dahingestellt blei« den, ob Mord und Todtschlag zwei selbstständige Reate bilden, oder od die vorsätzliche Tödtuna da« eigentliche Reat ist, wobei die überlegte Ausführung, von deren Vorhandensein e« abhängt, od Mord oder nur Todtschlag vorliegt, nur«inen erschwerenden Umstand bildet, denn wenn man da« eine oder da« andere annimmt, so ist der Angeklagte nicht durch die Fragestellung beschwert. DeS weiteren wird ausgeführt, daß die Fragestellung durchaus nicht unklar gewesen sei und daß den übrigen Be- schwerden der rechtlich« Boden fehle.— So wäre denn da« TodeSurthefl rechtikrästig geworden, wenn nicht der Landesherr d. S Verurtheilten von seinem Begnadigungsrechte Gebrauch macht. Lieutenant und Bursche. Vor dem Militärsckwur« gcrichte in Wmzburg ist unter Vorst» d«S Generalmajors von Gramich der Premrerlieutenant Hubert Hacker vom 2. Train« bataillon(41 Jahre alt) nach einem Berichte des„Würzdurger Journals� wegen Mißbrauche« der Dienstgewalt,„ohne jedoch Schmerzen zu enegen", zu fteben Tagen Stubenarrest verur» thellt, nachdem der Staatsanwalt vicizehn Tage beantragt hatte. Der Angeklagte hatte den ihm als Pferdewärter zu» gethellten Geftriten Heinrich Bauer nach dessen eidlicher AuS« sage einmal im November geschlagen und al» derselbe um Zurückoer setzung in die Kompagnie einkam, ei klärt:„Jetzt bleiben Sie b«t mir, bis Sie mager find, dann kriegen Sic «ine Tracht Prügel und dann erst können Sie fort." Am Abend desselben Tages will Hacker auf der OffizierSlegelbahn gehört haben. Bauer habe gesagt, er, Hacker, habe ihm mit em Erschießen gedroht. Am 31. Dezember log der Herr Premier um 3'/, Uhr noch im Bette, als er seinen Bedienten Bauer fragte, wann heute Reitschule sei. Bauer sagte:„Um */«9 Uhr". Darauf fuhr Hacker seinen Diener an, warum er ihn nicht früher geweckt bade. Beuer antwortete:„DaS muß Ihnen doch«xpedirt worden sein." So war el auch. Der Herr Premier hatten eS dlos vergessen und verschlafen. Dadurch zu noch größerem Zorn entflammt, sagte er zu Bauer: „DaS wird heute für Sie ein harter Teg. sperrte denselben in die Kück« ein und ging in die Reitschule. Als er fertig war mit dem Dienst, ging er heim, schloß die Küche auf und befahl dem Bauer, seinen Waffen: ock anzuziehen und ihm ins Zimmer zu folgen. Dort«ngelommen, vcrspente Hacker die Thüre und zog den Schlüssel ab. Dann konftruirte er für fich eine Art Vehmgericht, in welchem Anlläger, Richter und Zerae in einer Person vereinigt waren. Er la« dem Bauer eine Reih« Paragraphen aus dem Skafa> setzbuch vor, fragte ihn um Namen und Stand seiner Ekern und fuhr ihn schließlich an:«Jetzt ge- steh'«, hast Du mir das aui Dummheit oder Boeheit nachge- sagt, Ja oder Nein!" GWchzeilig langte er nach dem Reming- tongewehre, spannt« den Hahn und ging mit wüthenden Blicken im Anschlag auf Bauer zu. Bauer versetzte die Drohung in finnlose Angst. Brüllend sprang er an» Fenster, worauf der Lieutenant vos Gewehr wegwarf und die Thür« aufsperrte. Diesen Augenblick benutzte Bauer, um, immerfort schreiend, die Stiege hinunter und auf dm Hof zu stürzen, der Premier immer hinter ihm her. Dort jagten sie dreimal im Kreise herum big Bauer mit offenbarer Lebensgefahr über einen au» großen spitzen Eisenfianaen bestehenden Zaun in dm Nachbarsgartm entkam, wo er einm Baum erklettert« und von dort über die Mauer auf die SKaße gelangte. Ali Bauer glücklich auf die Straße gekommen, lief er auf die Kanzlei, um sein« Arneige zu machen. Auf dem Heimwege begegnete ihm Hacker. Derselbe nahm ihn liebevoll mit nach Hause, ließ ihn neben fich auf» Kanapee setzm und wollte ihm Nar machen,»aß man mit einem ungeladenen Gewehr doch niemand todtschicßm könne. Er hätte die Pattone mit Bleistift schwarz gev-.acht, damit man glauben könne, fie sei eine schmfe, blo««n Bauer etwa» Angst zu machen u. s. w. Dieser Vorgang wird noch vor dem Zivil« gertchte verhandelt werdm.� da�egm da«»Würzburger Jour. eryi nal" wegen Beleidigung des Lieutenant» Anklage erhoben ist. Koziales««d ArbeLterbeweanna. _** die Töpfer Deutschland« I Da die Scheibentöpfer Berlin» und Umgegend einen einheitlichen Lohvtanr aufgestellt und beschlossen haben, daß derselbe am 1. Mär, 1886 in«rast tceten soll, so ersucht Uitterzeichneter im Namen der Berliner Kollegen die auswärtigen Sckeibentöpfer, hiervon Kenntniß nehmen zu wollen. Wrtl in diesem Lohntarif manche Arbeiten. wie Blumentöpfe. Vasen u. f. w. nach Zollmaß berechnet find. so haben unsere Arbeitgeber, außer einer Firma, welche diesen Lohnsatz schon längere Zeit bezahlt, sich noch nicht dazu ent« schließen können, den Tarif anzuerkennen. Sollte bi» I. März d. I. keine Einigung zu Stande kommen, so find wir fest ent« schloffen, da wo der Tarif nicht bezahlt wird, die Arbeit am 1. März niederzulegen und alle Kollegen Deutschland» zu ersuchen, den Zuzug nach hier fem zu halten. Alle ardeiter» freundlichen Blätter werden höflichst um Nachdruck ersucht. Die Lohnkommisfion der Scheibentöpler Berlins und Umgegend. I. A.: W. Schöchert, Vorsitzender, Pallisadenstr 44 v. I. Die Lohnfrage tritt jetzt bei den Dachdeckern in Leipzig sidarf in den Vordergrund. Eine Gesellenkommisston hat einen Lohntarif ausgearbeitet. Nach demselben verlangt die Lohnkommisfion der Gesellen, daß bei zehnstündiger Ar« bettSzeit der Stundenlohn vom 1. April an auf 40 Pf. nor« mirt werde, für Ueberftunden aber 45 Pf., und Sonntags« arbeit pro Stunde mit 60 Pf. bezahlt werde. Al» Auslösung sollte bei Ardetten. die in einer Entfernung von 3—5 Kilometer von der Stadt ausgeführt werden, 50 Pf. pro Tag, bei 5—3 Kflometer 100 Pf, und über 8 Kilometer 150 Pf. gezahlt werden. Die Meister haben hierauf folgende Beschlüsse gefaßt: Es ist ein Minimallohn von 35 Pf. pro Stunve zu gewähren, während höhere Satze der Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer überlassen bleiben sollen. Für Ueberstunden kann»ine Erhöhung nicht gewährt werden. Wa» die Auslösung betrifft, so soll tolche bewilligt werden, wenn die Gesellen, welche die bekeffende Arbeit ausführen, an dem auswärtigen Orte übernachten müssen, doch soll die Höhe der Auslösung ebenfalls der freien Vereinbarung zwischen Arbeit» geber und Arbeitnehmer überlassen bleiben. DaS Gleiche soll der Fall sein hinfichtlich der Bezahlung der EonntagSarbeit, die übrigen« selten vorkommt. Der Tarif tritt mit dem 1. April d. I. in Kraft und befitzt Giltigkeit bis zum 31. Dezember d. I.— Im Falle keine Einigung erzielt wird, wollen die Ge» sellen noch vor dem 1. April die Arbeit einstellen. vo« Unterstützungsverein Deutscher vuchdrucker wird folgender Aufruf verbreitet:„8000 Lehrlin ._ ge werden zur Zeit in den Buchdruckereien Deutschland» beschäftigt, wäh- rend die Zahl der Gehilfen kaum 19 000 deträgt. ES kommen sonach auf 5 Gehilfen 2 Lehrlinge. Viele Geschäfte arbeiten nur mit Lehrlingen, um dieselben nach zurückgelegter Lehrzeit sofort zu entlassen urd immer aufl neue junge Leute in dem Buchbruck-rgewerbe nicht etwa auszubilden, sondern auszu- nützen. Mit kaum glaublicher Gewissenlofigkeii sucht eine große Anzahl Prinzipale auf diese Weise pekuniäre Voitheile zu er- reichen, ohne fich nur im geringsten darum au kümmern, ob die jungen Leute auch später im Stande find, auf ehrliche Weise ihr Fortkommen zu finden. Durch dieses Unwesen wird den auf Ordnuog im Berufe und ein richtiges Verhältniß zwischen Gehilfen und Lehrlingen haltenden Prinzipalen eine ungesunde Konkurrenz dedreitet, für die GeHufen aber ent- steht durch die Uederproduktton an Arbeitskräften der größte Nachlhetl, indem die unverhältnißmäßige Vermehrung der Ge« Hilten die kauriae Thatsache bewirkte, daß durchschnitt« Ii ch nahezu 2000 Luchdrucker gehilfen arb ei tS« l o« sind. Da viele dieser Gehilfen nicht einmal in der Lage waren, fich die Unterstützung de« GewertSvereinS der Buchdrucker zu erwerben und in Folg? der einseitigen Unterweisung während der Lehre stets nur Arbeit von kurzer Dauer erhalten, so sehen dieselben einem traurigin Schicksale entgegen. Ader auch selbst diejenigen, welche von der Organisation der vuchbruckergchilsen, dem UnterstützungSvcrein deutscher Buch- drucker, unterstützt werden, haben bei wiederholter Arbeits« lofigkeit mit der größten Roth zu kämpfen und müssen gleich den vorgenannten BerufSgenossen oft in sväteren Jahren fich einem andern Berufe zuwenden. Eltern, Vormünder, Lehrer und Erzieher mögen diese Aufklärung über die Verhältnisse im Buchdruckergewerve wohl beherzigen und bei Bestimmung eine« Beruf« für Söhne und Pfleg-rdefohlenen im Interesse der letzteren darnach handeln." Dieser Ausruf wird nur wenig oder gar nichts nützen, denn dicsUde Nothlage herrscht in vielen anderen Btlusszwergen. Auf der kaiserlichen Werst zu Dauzig werden in verschiedenen Werlsiänen jetzt Ueberstunden gemacht. Die Ardtiter, durch die Erfahrung gewitzigt, machen fich natürlich schon auf Lohnredukrtonen, Arbeittzeitverminderung und Ar« beiterentlassungen gefaßt. Wenn die betreffenden Schiffe im Frühjahr in Dienst gestellt wordm find, dann ist keine Arbett mehr»orhanden in dem Maße, um die säimntlichen Arbeiter ordnungsgemäß zu beschäftigen- WeShalb also jetzt Ueberstunden? E» droht doch kein Krieg, daß die beiden Klemer kor- vetten>chon im April oder Mar eingestellt werden müssen? Viel rattoneller wäre eS somit, jetzt»ie gebräuchliche Arbeits- zeit eimuhalten, damit die Arbeiter auch über den Frühling hinau» Beschäftigung fänden. Bei Ueberstunde-r wird gemeinig. lich auch nicht so exakt gearbeitet, wie die« beim Schiffsbau doch besonder« erforderlich ist. München, 12. Februar.(Mittheilung von Fr. Roh'eder» Bureau.) Bis Anfang Februar st»d«et Rohleder's Bureau für Arbeittr'Angelcgenhcilkn und Slanstik im Ganzen 1021 Fachverrine bekannt geworden mit einer Mitgliederzahl von ca. 58000— nach mäßiger Schützung. Auf die einzelnen größeren Verwaltungsbezirke und Staaten vertheilm fich diese Vereine folgendermaßen: Ostpreußen 8, Westpreußen 5, Brandenburg 72, Berlin 47, Pommern 10, Posen 2, Schlesten 67, Sachsen 91, Hannooer 73, Westfalen 44, Hessen-Nassau 37, Rheinprovinz 43, SchleSwig-Holftein 53, Eisaß-Lothringen 2, Baiern 73, Königreich Sachsen 98, Württemberg 42, Baden 38, Großherzoalhum Hessen 37. übrige Kleinstaaten 105, Lübeck 9, Bremen 13 und 46 auf Hamburg mit seinen Vororten-— Der Unterstützungsverein deutscher Schuhmacher zählt nach dem letzten Ausweis 93 Filialen, der der deutschen Hutmacher 39, die Organisation der deutschen Maurer zählt 59 Fachvereine. dre der Töpfer 32 und die der Steimnetze 28 Fachvereine, für t)tc deutschen Metallarbeiter find 54 Fachveretne vorhanden. Uereine und Nersummlunge«. am In der öffentliche» Versammlung der Töpfer, welche 11. d. M. Große Franksurl erstraße<7 tagte, wurden al« Delegirte zum deutschen Töpfer. Kongreß gewählt die Herren: Bormann, Thrcme, Pizttuschky und Prtt ch ali Setzer: Schmidt (in Vertretung: Jakodry) olt Wertstudenarb-.iter. Zu Proto- kollstihrern wurden die Herren Chemnitz und Wendschlag ge- wählt. Hierauf wurde zum zweit- n Punst der Tagesordnung Beschritten:„Berathung des Meister- und Gesellenlohntaftfe« Ir Berlin und Umgegend für das Jahr 1886 und darüber." Der neue Lohntaris der vereinigten Lohnkommisfion der Töpfer» Innung sowie der Osendaumeister Berlins wurde vom Vor» fitzenden Herrn Thieme unter großer Heiterkeit der Versammlung verlesen und dann zur DtSkusfion gestellt. Nachdem eS die Versammlung nicht der Mühe werth fand, darüber zu diS- kutirm, indem die Preise de« LobntanfS ca. 3 bis 4 pCt. unter dem alten vis 30. Juni 1886 geltenden Tarif stehen, wurde einstimmig beschlossen, den Meister- lacif»ä»et» zu legen und den Gesellenlohntarif, welcher gleichfalls vom Vorsitzenden vorgelesen wurde, zur DiS- kusfion zu stellen. Im Laufe der sehr regen Debatte wurde der Lohnkommisfion für die schwierige Arbett, welche die Auf- stellung diese« Tarif» verursacht habe, volle Anerkennung gezollt, da der neue Lohntarif nichts zu wünschen üdria lasse und hier am Orte dmchauS maßgebend sei. Daß die Meister ihr ge gebems Versprechen, einen besseren Lohntarif al« der jetzt gel- tende, auszuarbeiten, nicht eingelöst haben, sei kein Verschulden der Gesellen. Betont wmde, daß an dem neu aufgestellten Gesellenlohntarif keine Veränderung eintreten könne, sondem derselbe in seiner ganzen Fassung anzunehmen sei. Die Versammlung beschloß, in der nächsten Woche eine große öffent- liehe Versammlung der Töpfer Berlins und Umgegend anzu- beraumen, um einen endglltigen Beschluß darüber zu fassen, «ie der neu aufgestellte Lohntarif der Töpfer Berlin« Umgegend zum Durchbruch zu bringen sei. Nachdem mehrere Kollegen interessante Ausführungen über die Zufi»"' zu Tage gefördert, schloß der Vorfi»ende die gut besuchte � sammtung.— DaS Versammlungslokal wird durch Jnserei>■ „Berliner Volksblatt" und durch Säulenanschlag gemacht.,, dt». Die Zimmerleute de» Osten» von verft» � Umgegend hielten am Sonntag, den 14. d. MS., VormitM ProSkauerstraße 37 unter Leitung de« Herrn Seitzt eure f besuchte Vcrsnmmlung«b, um zu den B-schlüffen d« Generaloersammlungen der Berliner Zimmerleute SW"] zu nehmen, sowie einen BezirkS-Lokaloerdand der Zimmers de» Ostens von Berlin au gründen. Ueber die ersterwm>> Angelegenheil referirte Herr Seitzt, welcher in seinen führungen besonders betonte, daß die Forderung der% stundcnarbeit nicht fallen gelassen werden dürfe, da eiw einmal im Berliner Baugewerk damit der Anfang jstff werden müsse, man also auf bie Unterstützung ber übM Baugewerbe g-wiß werde zählen dürfen. Die Perküriun« täglichen Arbeitszeit, in Folge deren eine größere Anzahl Zimmerleuten werde beschäftigt werden können, al« die» möglich gewesen, sei eine ber größren Anlkenaungen w«° Forderung, ungleich wichtiger, al« jede weitere LohneibMA Für Fernhattung schädlichen Zuzuge« indissereruer «ui der Provinz werde der Verband zu sorgen wissen- o". lebhaften DtSkusfion sprachen sich alle Redner, mil AuW': eine« einzigen, welcher bezweifelle, daß man die nerinstünn ArdettSzeit erlangen könne, ganz im Sinne de« Reftrenten worauf die Versammlung eine dementsprechrnd« Resolution nahm, durch welche fie sich oerpflrchtet«, für die Jg sührung jener Forderungen mit allen gesetzlichen energisch einzutreten, lieber die LokaleerbandS-Eru'» � referirte Herr Nix, der au« denselben Gründen, wie bereits im Norden, Süden und Weste» Berlin« errichteten� zirkt verbänden, diosetbe emptahl. Er hob»aber die beso?�, gedrückte%--—~- mit, daß ar nun? man bei den rcduzirten Löhnen nicht"existiren körntt- Zillei wäre nicht möglich, wenn Jeder'~ Verbände, angehörte und dessen Schui Lohnabzuge in Anspruch nähme. H sammlung einstimmig, auch für Berlin 0 einen de« Verbände« deutscher Zimmerleute zu errichten, drs�'z übe: 40 neue Mitglieder beiKaten. Am Donnerstag, d. M„ findet in demselben Lokale die erste konstttutre»� sammlung und die Wahl de« Vorstandet statt. � h'o. verein zur Wahr«»« der Interesse« de»- liuer Dachdecker. Der am 24 Juni 1883 bearänbeü „«< ist N« Hqi Wen wo: Waldemo k Etliche L !'»en dabei Arl ».i'7' %% Wenn �.ent vu fchter w. /■' Ww nichsg .. Hebet K N hatte im ersten Jehre seine« veste»ent 75 Mitg�eber Einnahme von 119fl5 eine Ausgabe von 57,65 � fich damals ein Bestand von 62 M. ergab. Jn.� j Ve einSjahr gehörten dem Verein 127 GewerkSgenoN 3 Mitalieder an und betruaen die Einnahmen 270.95 i".«! Vereintjahr zählte der Verein 159 Mirglleder und veU'ch fich die Einnahmen auf 390,75 M., die«uigaben aui 275,'» j der Bestand auf 115 M.— Der Personenstand hat n'~», -V.« M,»* r wi m. mm,«>.VArfl. der drei Jahre stark gewechselt. Vo« de» 24 Mitgliedern-� -■-:(rrünJtttn( geK % \ W-' A«»W« W rw*-»»»«»/« I beitsnacowliseS für Berlin, die Veranstaltung von deckerkongressen in Berlin. Wäre die Betheuiaungder» � GewerkSgenoffen ewe nur einigermaßen zohtteichere S' � so würde leicht noch so manche» zu erreichen gewen"� Herr E. Matz, Oranienstraß« 106, wurde zum ersten den de» Vereins gewählt. Demselben wurde auch fcet�Jjz- nachweii de« Vereins übertragen. Sprechstunden iür suchende find an Wochenlagen von 7 bi« 8 Uhr. Sonntag« von 8 bi» 10 Uhr Vormittag» Oranienstr.. Zur Warvung für Aentralis»tip««t«ftige l«r dieser Spitzmarke bringt der„Bauhanbwerker" folgenden � richt au» Königsberg i. Pr.: Im Herbst« 1885 wurde b1(p Fochverein der Tischler und verwandten BerufSgenossen!� gegründet mit dem Zwecke„der Förderung der geim?' M gewerblichen Interessen so'-------"" polittschen und religiösyr dieser Venin dem Zentralv.................... und verwandter LerufSgenossenschasten bei, zu der Fachoerein Stuttgart gehöne. Am 22. April 19* w' der hiefige Verein vorläufig volizeilich geschloffen und � y standSmrtaliedern der Prozeß wegen Vergehen» 0*9' f. VereinSgesetz gemacht. Da« hiesig« Schöffengericht nach von ihm gepflogener umfangreicher Beweitousta- festgestellt und erwiesen an, daß sowohl der Etuttgattec/ hiesige Fachverein sich in ihren Versammlungen mtt örterung öffentlicher Angelegenheiten be'aßt haben WM"........ tln" 1� mo . u wird, beide al» solche Vereine anzusehen seien, welche öffentlicher Gegenstände in Da» Schöffengericht erkannte� gegen ÄX-Äa Strafen von reip. 40 und 20 M.,»her auch»eiler fl "fei ttve Schließung de« Fachvercin». Gegen dieses sämmttiche Angeklagte die Berufung eingelegt, vor der Sttafkammer de» hiefigen Landgericht»»Lj«! Die Strafkammer bestätigte jedoch daS Erkemttniß ot* gertcht« in allen Punkten. � Nach Z 3 de» preußischen VereinSgesetzeS.i/ welche bezwecken, politiich« Gegenstände in Vcrssaww erörtern, nicht mit anderen Vereinen gleicher Art» � samen Zwecken in Verbindung krten, wSbeso�x<'�t� Komttee'S, Ausschüsse, Zentralorgane oder ähnliche E'. oder durch gegenseitigen Schriftwechsel.— Im° � oer Falle muß also da» Gericht angenommen haben.» dotenc Verein bezweckte, volüisch« Gegenstände m � j hingen zu erörtern._Da eine bestimmte Grenze � j jpg» I bo K1! s® p SH um kjmen tretet Eterbl ache für g:: , besi Tlss» *> ch"'° HQ 4 tu»» »Ä ' S-.' 8 sskhe ".wir? wo wo Hort da» rew„Gewerkschaftliche" auf und�f.n c & ja schwert der Auflösung dieser PcreineV-de'n Auaensrr»� sausen und die mühsam aufgebauten Organisationen „Politische" ans wohl schwerlich zu finden ist, ei für da» Beste, von einer Zentralisation der�ge� Vereine durch Verbände gänzlich abzusehen, da va» kcbnxn-t her SuHiltinn h(«f«r i.k.n'lußtnbNss. ÄnLX" r If Vtz.il v-f-O t/i rnuiüg itf r; � � v+j. l ballen. Kommandantensk. 77/79, statt.. B'llet» � � a\vuiH«aiwamcnui. yiuiu Iv V,' b- M- ftatifiichenben Stiftungsfest fin» Aalfi folgenden Komttee-Rttgliednn zu haben: Dönng,., yi* strahe 90 H. p., Grunschel, Große Frankfurter#� �rd. m 5: Äi L' J&rktßm Restaurant(oberer Ca all Brunnenstraße � «ffiJW Äfeif A s.>• Große öffentliche woch, den 17. d. Mt». 1. Vortrag über den fähigungSnachweiS) Referent: Herr August Heine. 27 Der ArbeUSlohn daum, Molkenmarlt 6 der WS jeden MonatS. Abend» 9 Uhr. Sitzung im L-rm> Grenadier-PIa» 7. Gäste find wtllkommem��j/j Hierz» Verantwortlich« Redakteur 9t. Lroutzetm in Berlin.�.»Druck und Vertag von Max Badrttg in Betlm 8W„ Beuthftraß« 2. kerlin» w' achdnn r-Z besuchte Lcj ) 3nf«f lag sk Xuincfe' namftünW fttmla aill, (folMion m die W chen WM/ wie /ir niditeten-, die htjoriKd x, unS tM n»ch in* i batet wa*' W�m N >*♦ 40. Mittwoch» de« 17. Februar 1880. III. JchWe Är Friizr des Wiiiimsllohm null der Jltkitn-lnalitiiB, H �ktzter Zeit in der liberalen und konservativen e häufig auf die„MemungSverschieienheiten" hmae- ��t>en, welche betreffs de«„Minimalloh-es" in der Fraktioi» des Re'chstage« befiehtn..Eine Lohn-egulwung ist unmöglich"— so erkläre« die deS Manchesterthums und die konserva'iven OT f"... V �•- ,.r fiFie i.■tun�e" einstimmig i» allen Journalen. Sie über- vollständig die Thatsache, daß der sozialdrmo- �beitersch»tz Gesetzentwurf sowie die hinter demselben könnende Partei selbst weit davon entfernt ist, eine»staat * �°�«gulirung zu forder«. S«!. die Arbeiierkammer«, die leut Forderung de« Ment ourfs in Bezirken vo» je 200 000 Einwohnern j chtei werden sollen— und zwar unter Theilnahme dei �tnehmer und Arb-itgeber, also gleichmäßig zusammen hM st.■*•-«> yT» rf•. stt - die am besten bezahlten Arbeiter, die Elitetruppe «deinen Arbeiterbewegung bilden. B da« in Rede stehiude Arbeiters rschutzgesetz mit seinen ten, llsl r Lere-, Lohnn m Ii*. Hungen über Normalarbeitstag und Minimallohn un« �& m I%% nstc. i m m O immer mehr verschlimmernden und vcr- Knsen hinweghelfen und den immer größere Hj— iwnen annehmenden kapitalistischen Eateianungsgeist abhalten wird, ist für alle diejenige«, welche sich nur �gs mit dem Studium der soziale« Frage beschäftigt ?' durchaus selbstverständlich, wie e« auch selbstverständ- % daß durch überlange Arbeitszeit und karge« Lohn -rvte Arbeiter kei»e Energie und Kraft und Ausdauer um der Alle« nioellirenden Kapitalmacht enolgreich d'i. treten zu können. Da« heutige Maffenelend, die �Sterblichkeit unter den arbtite«den Klaffen, kurzum ' Mlsache, daß die Maffe« der arbeite»re« Bevölkerung «J die>noder«e Produktionsweise physisch und moralisch 2'� wird, ist a» sich selbst die dringendste aller Mah- Ito für eine« wirksamen gesetzlichen Arbeiterschutz. E« ! damit in erster Linie dem körperlichen und geistige« "der Massen entgegen zu wirke«. Hadder mit dem gesetzlichen Schutz in Bezug auf gewiffe griffe der Unternehmer ist'« allein nicht gethan. Es uS dazu, die unbeschränkte Koalitionsfreiheit für die iL.et-„Die Koalitionsfreiheit", so sagte einmal Ludwig ganz richtig,„ist die stärkste Waffe, welche der di Jif besitzt".— Leider haben die Arbeiter Deutschland« . 3"- it cm rr.. rc r.....? oe....•- rf« # #.—«eroer yaoen vre Aroeiicr ie)eultwianv« dieser Waffe»och lange nicht genügend erkannt; In, tr»ten ja auch die Regierungen dem Gebrauch dieser S o,»achdrücklich entgegen, indem sie die Zentralisa» � �tschaftlicher Bestrebungen zu hmoern suchen, wo- Koalitionsfreiheit natürlicher Weise illusorisch ge- ..Hier' �ise, sollen wir nun besonders auf die Thatsache hin- l�iirn'�ß die Koalitionsfreiheit, wen« sie von den Ar« ganzen Branche benutzt wird, nicht nur diese«, °«ch den Arbeitgebern, sofern sich dieselben nichi .'--" W»Wßw V V« f; V| www I �, w| �..."-• d>« i e Verfertigung von Schundwaare verlege«, zu s&K. » '"fei, e-l" V. die Arbeiter in der rheinischen Textil- " i!ant,„0�etett ober kürzere Arbeitszeit von den befa° ver langen, so kommen die letztere« sofort mit - iutn«\ und wir wollen zugeben— auch theil- -e» Dauben Argument:„Zn den sächsischen und schle- .'/'"(« find die Löhne niedriger, als in den Rhein- ütyn tBtr• auf die Forderung der Arbeiter ei«, so s fonfuJ�11' ic««n Dlstrck-en auf dem Weltmmkt nicht %en„Ä"-~ �"b die Arbeiter am Rhein und in allem die de« Werth der Koalitionsfreiheit dies� Würdigen wissen, sondein auch noch da, wo -ruv»'' vreiheit Gebrauch machen wollen, von der \ünb wi? ir werden, müssen sich wohl oder übel %«. oli t�len Familien weiter darben »«' X. nder« würde die Sack« lieae«. wärde die Sache liegen, wen« die betr. organisirt wären; sie könnten dann den sie(i.ba* erwähnte Argument sofort wegnehmen, ie. .«v-,„>« es in"uhntiiche« Loh,tarif ausarbeiteten, der sich ben Buchdruckergchilfen schon lange der >W... , P'�'e�'Ph'J'v�fte frtlen c�e Arbeiter Rezevige Einrichtung, die sie o'tstr- Wfb««ro-l' Minimallöhne zu erringen, selbstständig 15-#TMoi,0n»oiiui' �ostzusetzen und so der willkürlichen Lohn »»««ÄäL ibtefe Die Arbeitskammern hätten dann üb. stuchdruckergchilfen schon lange örtlichen Verhältnissen mit den ließe. wer a» einem der Solinger die Scheeren-, Messer- und UftA T � v»v w�vv«v.«V a/lC||Cl= UUU 2; SÄT1" e�VrgnL-�elangei, harten und schweren Kämpfen g�i�' neu in« Leben gerufen, die heme von tn Arbeitgeber« nicht allein al««ine Schutz- wehr gegen die Schundfabrikation, sonder« auch als eine Waffe anerkannt worden, womit es diesen A'beiigeb�n ge lunge» ist, den Konkurrenzkampf mit der englischen Stahl- waarenindustrie erfolgreich führen zu können. Doch lassen wir die Arbeitgeber, welche dwch die So- livger Handelskammer rep-äse«nrt werden, seibst sprechen. In einem Bericht der Handelskammer Hecht es unier der Rubrik„Echeere" wö.tlich: „lieber diese» Artikel berichten wir mit dem erhebenden Bewußtsem, daß in Um, was Oualnät und PreiSwürdigk-it anbetrifft, Soll» gen keme Konkunenz zu scheue« hat. Die Soli«ger Scheere hat das e-rglische Fabrikat anerkanntermaßen überflügelt und im Herzen der engltscheu Stahl- waarenindustrie in Eheifielv, siede» sich heute ganze Lager von Scheeren, die ohne Ausnahme i« Solinge» fabr-zirt worden si»d. Wir danken, dieses erfieuliche Resultat zum größte» Theile dem Umstände, daß die hohen Fabri- tationSpreise, bisonderS die dei wesentlichsten Ar- beitSfaktors, die Schleiferei, au« 1878 s i ch erhalten haben, wodurch es also möglich wurde, der Qualität deS Fabrikuts eine größere Aufmerksamkeit zuzuwenden, al« b'(« früher zum g-ohen Rachtheile seines RufeS gelchehen war. Es zeigt sich bei diesem Artikel s» recht unzweifelhaft, wie segensreiche Folgen das einige Zusammengehe« von Ar- beimehmern und Arbeitgebern mit sich führt, den« ohne diese Einigung zwischen den hier bestehende» Scheeren-F-brikanten- Vereinen eineiseits und dem Scheeren Schleifer-Verein andererseits würden die vor drei Jahren fest estzten Mini- mallöhne die ungemein st me Ge'chäftsperiode nicht überdauert haben, vielleicht unter den Preisen de« ZahreS 1871 angelangt fein. Die gleichzeitig mit diesen Vereinen i»s Lebe« gerufene Vergleichskammer hat sich bisher ebenfalls bewährt, so daß wir ähnliche Einrichtungen in allen Branchen unserer Industrie wünschen könne»; sie würde« eher als alles andere im Stande sein, das anhaltende Fallen der Preise dei fertigen Fabrikat« und damit das sehr bedauer- liche Sinken der AibeiiSlöhne zu verhindern".— So die Solinger Handelskammer. Sie hat mit diesen Ausführungen sich nicht allein zu einem bereite» Anwalt für Arbeiterkoalition aufgeworfen, sondern auch einen recht be- me.kenSwerthe« Kommentar zum Arbiiterschutzgefetzentwmf geliefert. Wer aber hat die Initiative zu den hier so sehr gelobten Einrichtungen ergriffe»? Es waren die Arbeiter, die unter unsäglichen Mühen und immense» Opfer«, trotz des fanatischen Widerstandes der Fabrikanten, die schließlich von diesen selbst alt segensreich erkannte Organisation ms Lebe» gerufen haben,— die so viel geschmähten und so oft verächtlich behandelten Arbeiter. Heute beichäftigen die Solinger Fabrikanten, mit wenizen Ausnahmen, keine Schleifer, die»cht Mitglieder der fach- gewerblichen Organisatio-e sind, denn»ur von solchen haben sie die Gewißheit, gute Arbeit zu bekommen, mit welcher sie im Konkurrenzkampf bestehen können. So gewinnen die Forderungen der Arbeiter durch die Wucht der Thatsache» immer mehr Bedeutung und ver- diente Anerkennung. Möchten nur erst die Arbeiter aller Branchen sich über ganz Deutschland organisirt haben, dann werden sie sehr Vieles zur Besserung ihrer wirtyschaftliche« Laae und demnach auch zur Lösung der großen allgemeinen soziale» Frage thun können.__ Karlamentsbertchte. Abgeordnetenhaus. 20. Sitzung vom 16. Februar, 11 Uhr. Am Ministertische: Minister Maybach und Kam- miffarien. Der Gesetzentwurs, betr. die Aufhebung deS Amts- g e r i ch t S zu Ncastavt-Magdebueg, wird ohne Debatte in diitter Lesung genehmigt. Es folgt der E t a t der B a u v e r w a I t u n g. Bei dem Gehalt de« Ministers kommt Abg. B e r g e r auf die von ihm bereit« beim Etat des Ministeriums deS Innern deiührtc F'age deS Erlasses einer neuen Bauordnung für Berlin zurück und bittet den M-ni-ier, über den gegenwärtigen Siana der Sache der Landesviitretung eine mögl'.chst klare Antwort zu geben. Der gegenwärtige Zu- stand unter der noch geltenden Bauordnung sei unhaltbar und unverständlich. Ueberall sehe man eine Ueberhastung der Bauten, daß sogar bei hoher Kälte in den höchsten Stock- werken gearbeitet werde. Komme nicht bald die neue med zwar strengere Bauordnung, dann sei ein neuer ernsterer Streit, al« im vorigen Jabre unausbleiblich. Ebenso wiederHoll Redner seine Anfrage bezüglich der Durch legung der Zimme straße von der Wilhelm- b« zur Königgrätzerstraße, der lediglich der Garten des Kricgsministeriums im Wege zu liegen scheine. So viel er erfahren, habe das Polizeivrästdtum dem Antrage des Magistrat« von Berlin auf ExvrovriationSge- nehmigung gegenüber dem MilitairfiSkuS nicht Folge gegeben, wie dagegen die Sache in der dann angerufenen höheren In- stanz stehe, darüber habe er nicht» a-hört. Di» Verbindung sei für die Hauplstadttheile von der höchsten Wichtigkeit, sodaß s-lbst die etwa zu fällenden Bäume kein allzu großes ��Minister Maybach: Der Mangel einer Bauordnung ist ein seit langem, seit Dezennien kann ich sagen, empfundenes B-dürfniß; indessm haben alle Anstrenaungen des jetzt zu einem genügereden Resultat nicht geführt. Ich meinerse.tS habe eS an energischen Bemühungen nicht feblen lassen, drcsem Mangel abzuhelfen. Eine solche Maßregel ist aber von eU-,chneidrnd,ter Wirkung auf die städtischen Grundbesitz zerhaltnissr. denn wenn mm werde jetzt noch alles Mögliche versucht unter Dach und Fach zu bringen, und es ist daher für dee Gef'jnöheii der Stadl und die Entwickelung ihres Bauwesens vor. grörester Wichtig- keet, daß wir Ordnung in die Sache bringen. Ich hoffe, w:e I- J I,\» LI*. /-V,*__' gesagt, vielleicht im Laufe dWeS Jahre« auch diese Sache zur defrievigenven Erledigung dringen zu können. Dann hat der Herr Avg. Berger als zweiten Punkt die Verlängerung der Zimme, straße erwähnt an der unsere großen Kunsttnstttute in de: Köntggräyerstraße liegen. Ich haltt dieselbe vom Stand- punkte drs Verkehrs und im Interesse einer rationellen Aus- fuhmng der Bebauung in hohem Grade wünschenswert� Ich bade es auch an M strengungen meinerseits nicht fehlen lassen, bin dabei aber an eine Barriere gekommen; es sind mir nämlich wichtige militärische Interessen entgegengesetzt worden.(Gelächter link».) lieber deren Bedeut mg steht mir kein Urtheil zu. ich habe aber vor dieser Barriere zurücktreten müssen; indessen habe ich doch die Hoffnung, nicht die Gewißheit, daß auf die Dauer der gegenwärtige Zustand nicht aufrecht erhalten werden kann, denn ich gestehe von meinem Standpunkt aus, daß ich den gezerwänigcn Zustand nicht tür richtig und vmtheilhast halte. Ich hoffe, daß wir auch hier dal" einer befriedigenden Erledigung gegerüve, sieben werden. An meiner Befürwortung soll eS nick! fehlen.(Bestall.) Abg. Dr. LangerhanS(deutschfreisinnia): Die Stadt- behö den fi- d nach Ansicht des Ministers v. Puttkamer nicht so streng, wie die Staatsbehörden. Das ist nicht der Fall; auch der Stadt l-egt eS an strengen, besonders sanitären Bau- bestimmungen. Aber eS wäre doch ungerecht wenn wir Besitzer davuecd schädigen wollten, daß wir sie hinderten, ihre kleinen Grundstücke im Innern der Stadt neu zu bebauen. Die Haup'.schwierigkri», zu einer Einigung zu kommen, liegt darin, daß die Hiniergebäude wegen der kleinen Höfe nicht so hoch wie bisher sollen bedaut werden können. Man bedenke, daß dieses Verbot, bei AuSdesseiung oder Erlatz von Hintergebäuden nicht so hoch wie b'.sher zu bauen, die Grundstücksbesitzer aufs Schwerste schädigt. Kollege Berger irrt, wenn er m int, daß die drohende strengere Bauordnung daS Bauen bri hober Kälte veranlaßt. DaS ist es nicht, sondern nur die Besorgniß, daß zum Frühjahr die Maurer wieder streiken. Uebrigens wird der noch bestehende Streitpunkt und dessen Entscheidung im Sinne der Regierung von einem Voriheit in sanitärer Hinficht nicht begleitet sein, denn hindern Sie die Erbauung höhrer Hinterqebäuoe, so zwingen Sie die Grundbefitzer zur bevorzugten Errichtung kascrnenartiger Gebäude. Abg. B e r g e r dankt dem Minister für seine Antwort. Was die entgegenstehenden militärischen Interessen dktrffl, so habe er erfahren, daß diese darin lägen, daß im Hintergrunde des Gatters ein Gebäude stehe, in welchem wichtige Akten auckcwahtt würden. Ein solches Gebäude habe er aber n'cht entdecken können(Heiterkeit), dagegen hänge daS HauS Wik- helwstr. 101, in welchem sich das Gemralauditoriat befinde, mit dem Garten zusammen und scheine den Haupthinderungs- arund zu bilden. Einen zwingenden Anlaß zu der fo tgesetzten W izcrung könne er für den MilitärfiikuS nicht daraus her- leiten. Abg. Eb erty(deutschst): Ich muß dem Gedanken entgegentreten, daß die Ardeiter hier in Berlin durchschnittlich weniger gesund und vottheilhatt wohnten alS in der Provinz. Der beste Beweis ist der Umstand, daß die Sterblichkeit in Berlin dauernd finkt. Außerdem läßt eS die städtische Verwaltung wahrlich nicht an Mitteln fehlen, wenn es grlt, die gesundheitlichen Verhältnisse der Stadt zu erhalten und zu verbessern. Die Vorwürfe dürfen doch nicht so leichthin aus. gesplochcn werden, w e hier geschehen ist; man bedenke doch nur, wie schwiettg die Sache gegenüber dem kolossalen in Haus- besitz niedergelegten Vermögen Berlins ist. Soll es denn mög- lich sein, durch eine Polizeiverordnung einfach die vettassungS- mäßig garamitte Unverletzlichkcit des EigenthumS in F.age zu stellen? Das find, wie Sie sehen, höchst prekäre Dinge. Die Anficht ist übrigens inig. daß die Zahl der leerstehenden Woh. nungen sehr hoch sei, 1870 waren es 20 000, jetzt etwa nur 7000. Demgegenüber ist doch auch sehr zu beachten, daß dei Ec- laß einer strengeren Bauordnung in Wahrheit Wohnungs- Mangel eintreten könnte. Für die Durchlegung der Zimmerstraße stricht ganz besonders noch der Umuand. daß nämlich mit Ei Öffnung der Markthalle in der Zimmerstraße der Markt am Potsdamerrhor eingeht und die HauSirauen eines großen TheileS des Westens gcnöthigl sein werden, nach d.r .»..... fx__... un..#5*....*1____ /tl.fJLl.LX!___ rr\ rr Zrmmei straße zu Markte zu gehen. Geschieht eine Du chlegung einzige Verbindung die Leipzigerstr..ß- mit nicht, so brlvtt die ihrem erheblichen Umwege. Adg. B e r g e r: Es ist ja bekannt, daß die Herren von SSnlin durch derartig» Anregungen stch unangenehm berührt fühlen. Es ist dirS aber keine Frage rein lokaler Natur, und ich werde mick nicht abhalten lassen, dieö zur Sprache zu dringen, was ich für Recht halte. Abg. Dr. L a n g e r h a n S: El kann der Berliner Ver. waltung nur angenedm fem. wenn das Abgeordnetenhaus stch btSweilen mit ih'.en Angelegenheiten beschäftigt. Der Titel wirb dewilligt. In Kap 65, Bauverwaltung, Titel 2 Bauinspektoren, ist eine Mcdttorderung eingestellt zur Gehaltsaufbesserung für die Bauinspektoren, denen künftighin eine Rebenbetchätliguag für Private gänzlich und für den Staat nur ausnahmsweise gestattet sein soll. Abg. v. G e r l a ch(Gardelegen) bittet den Minister, von dieser Maßreael Abstand zu nehmen Ebenso w'c die Kreis- phystci, du Regierunge-Medizinalbeamten, die Arckivbeamten nicht zum Schaven des öffentlichen Dienstes gegen Entgelt für Peivate thätig sind, ebenso könnten auch die Bauinspektoren für das Pudutum ardeilen. Hätte Michel Angelo, seinem amt- liehen Dienstinteresse entsprechend, sich lediglich mit der Be- festigung der Stadt beschäftigt, so würde er nicht die Peters- kOche erbaut haben. In Konsequenz dieser Maßregel dürften Bauinspektoren auch nicht in das Abgeordnetenhaus gewähtt werden, Venn damit sei auch eine Entschädigung verbunden. Adg Bachem findet die Gehallsaufvefferung der Bau- inspekiorm durchaus gerecht und angemessen und hätte nur gewünscht, daß diesen Beamten, welche eine so lange und kost- spielige Vorbildung und eine so große amtttche Verantwortlich- keit übernehmen, wie keine anderen Beamten, ein größeres Minimalaehalt gewähtt würde, mindestens ein ebenso hohes, wie den Ersenbaynbauinspeltoren. Abg. Lehmann schließt stch diesem Wunsche an. Eine Rebendeschäsiigung der Bauinspettoren fei doch nicht auszuschließen. Dies sei vielleicht am Vlaye bei älteren Baubeamtcn, nicht aber dei den jungen Bauinspettoren, die doch immer noch einen großen„Biereifer" entwickelten.(Heiterkeit.) Ebenso wünscht er, daß den Baubeamten, welche vor Gericht als Sachverständige funltionirrn sollen, nur dann ein Unabkömm- lichkeitsatlrst ettheilt werde, wenn daS dienstliche Interesse un- dedingt in Frage stehe. Ministerralotrektor Schultz: Die Verwaltung hat sich nach rerfllcher Erwägung entschlossen, zu brm Verbot der Re» bmbeschäftgung dcr Bauinspeltoren ,u schreite. Diei war notwendig im Jntcrkffe vks Dievst s. Die Baubeamten weiden dadurch materiell nicht aetchädigt, soudern ste bekommen im Gegentbeil erbebliche Mehreinnahmen. Die Nedenbeickäfti- Rungen für Private waren doch sehr ungleichmäßig. Uebrigeni können Sie überzeugt sein, daß der Herr Minister bei seinem Wohlwollen für alle seine Beamten auch den Bauinspckloren im gegebenen F�lle eine Nedenbeschatttgung gestalten wi.d, wenn dies irgend angeht. Damit erledigt sich auch der letzte Wunsch des Vorredners. Die hier gefordrne Gehaltsaufbeffe- rung soll nur eine vorübergehende sein. Bei der allgemeinen Beamten> Gehaltsaufbesserung wird man an die Baubeamten ganz besonders denken. Abg. Knebel wünscht, daß auch den Meliorationi» Bauinspektoren eine Gehaltsaufbesserung zu Th'il werde. Minister Maybach: Ich bin auch dafür, daß diesen Beamten nach und nach ein höheres M'nimalgehalt gegeben werde. Den Beamten soll keinerwegS die Nebenbeschäftigung gänzlich unteisaal sein, namentlich in denjenigen L mdestheilen, wo häufig Bauinspeltoren bei Privatbauten, an welchen auch der Staat ein Interesse hat, beschäftigt warm. Lachverständige Gutachten vor Gericht zu geben, kann den Baudeamt n schon nach der Zivil- und Kriminal-Prozeßordnung nur in dringenden Fällen untersagt werden. Ich betone, daß ich die Baubeamten mit der größtmöglichen Liberalität behandeln werde. Abg. B e r g e r bittet, es durchaus bei dem bisherigen HsuS zu belassen und bedauert ebenfalls, daß die Bauintpektoren gegenüber anderen Beamten, auch gegenüber den Eisenbahn- bau-Jnspektoren so ungünstig gestellt seien. Redner wünscht, daß die Regierungsbaumeister ihre Anziennetät vom Beginn des Affessorats berechnet erhalten, somit den Regierungsaffefforen im Range gleichgestellt würden. Der Titel wird bewilligt. Bei Titel 16, Unterhaltung der Binnenhäfen, tritt Abg. L o t i ch t u S für eine weitere Kanalistrung der Lahn im In- tcresse deS VeikehrS ein. Ministerialdirektor Schultz erklärt, daß die Vorarbeiten zu diesem Projekt bereits im Gange seien. Abg. Friedrichs bittet die Regierung, der Korrektion der Ilmenau eine wohlwollende Fürsorge angedeihcn zu lassen. Ministe, ialvirektor Schultz bemerkt, daß die Verhand- lungen mit der in Betracht kommenden Entwässerungsgenossen- schaft über diese? Projekt noch nicht abgeschloffen seien. Abg. Sattler tritt ebenfalls für einen staatlichen Zuschuß zu dieser Korrektion ein. Der Titel wird bewilligt, desgleichen der Rest des Ordi« nariumS. Im Extraordinarium der Bauverwaltung find in 36 TUeln im Ganzen 12 065 M. ausgebracht. Die einzelnen Forderungen für die Regulirung von Wasserstraßen und Förderung der Binnenschtfffahrt, für Seehäfen und Seeschifffabrtiverbindungen, sowie zum Bau von Straßen, Brücken und Dienstwohnungen werden mit einer Ausnahme ohne erhebliche Debatte bewilligt. Erste Raten find U.A. gefoidcrt zum Neubau eine« RegierungS- gebäudes in Münster(150 000 M.). Staatsbeihilfe zur Her- stellung einer festen Oderdrücke bei Krappitz(30000 M.), zur Erneuerung des UeberdaueS der Overbrücke in Ovpeln (70000 M.), zum Neubau der langen Brücke und U der- führung der Saarmunder Straße in Potsdam(600 000 M.) Die Forderung einer ersten Rate von 280000 M für den auf 550 000 M. veranschlagten Neubau der Brücke über den Vorgrabcn bei K o s e l, nebst Wchranlagc, wird nach längerer Debatte an die Budgetkommisfion zurückverwiesen. Es folgt die Berathung de« Etats der Verwaltung der fiskalischen Berg-, Hütten- und Salzmerke. Abg. Schmieding(nat.-lib.) weist darauf hin, daß die Montanrndustrie Westfalens fich immer noch gegenüber der- jenigen im Saargediet in sehr ungünstiger Lage befinde, daß die seitens der fiskalischen Verwaltung im Saarrevter erzielten Preise diejenigen im westfälrschen Bezirke erheblich übersteigen, während die Löhne in Westfalen ein höheres Niveau behaup« ten. Die relativ günstigen Ergebnisse des fiskalischen Berg- baucS seien zum guten Theil auf diese Tharsachen zurückzu- führen. Die auf diesem Gebiet namentlich in der Kohlenförve- rung eingetretene Ucberprovuktion der privaten Montanin- dustrie Westfalens habe das Ihrige zum Sinken der Preise bciaetragen. Hilfe müsse in erster Lin e von der Aus- breitung deS Welthandel« und von der energischeren Betheili. gurg deS deutschen Kapitals an derselben kommen, damit die jetzige Ueberproduktion unter günstigeren Konjunkturen zu einer normalen werde. In dieser Beziehung seien ja seitens der Reichiregierung die umfassendsten Maßregeln in Ausficht ge- nommen und zum Theil auch vom Reichstag gutgeheißen wor- den, sowohl auf dem Gebiet der Kolvnialpolitit, alS auf dem des KanalbaueS. Der Bau deS Nord Ostsrekanali sei ja jetzt fichergestellt, auch im Interesse der Montanindustrie müsse das Zustandekommen dieses großartigen Unternehmens m't Freuden begrüßt werden. Die in der Thronrede angekündigte Vorlage, betreffend den Bau deS Dortmund- Emst äsen-Kar als, werde hoffentlich dem Landtage in Kürze zugehen. Zum Schluß plaidirt Redner wiederum für eine Ermäßigung der Kohlenfrachttarife auf den Eisenbahnen zum Schutz des Ruhrkoylenrevters gegen die englische Konkurrenz; Mangel« jeglicher Tarife. Mäßigung könne die westfälische kohle nicht einmal in Hamburg und den sonstigen Nord- und Ostseehäfen mit der englischen konlurriren. Minister Maybach: Der Vorredner hat von Kolonial Politik, Wasserstraßen und anderen Dingen gesprochen, um schließlich Forderungen aufzustellen, die wohl richtiger beim Eisendahnctat oder bei der Berathung über die Verhandlungen deS Landesc senbahnraths hätten vorgebracht werden können. Gerade in dem Landeseisenbahnrath haben wir einen sachver- ständigen Betrath erhalten, der seine Aufgabe mit einer solchen Odjrklioität erfüllt, daß, wie ich glaube, hier im Plenum die Tari debatten allmälig vufcören werden. Dem Vorredner kann ich den Vorwurf der Einseitigkeit nicht ersparen. Er hat nur im Interesse des Ruhrbeztrks gesprochen. Wir aber haben noch andere Jnterstanden, dort eine Ermäßi« gung eintreten lassen, dir uns 3 Millionen Mark gekostet hat. Aber wenn wir jetzt neue Vergünstigungen für daS Ruhrgebiet eintreten lassen wollten, so würden wir dieselben auch dem Saargebiete und den übrigen Kohlenrevieren gewähren müssen. Mit so einseitigen Maßregeln würden wir zu großen Kalamitäten kommen. Die Herren aus dem Kohlen- revier verlangen Tarifermäßigungen in der Höhe von 22 V* Millionen Mark. Ich eile !enne an, daß die Lage der Montanindustrie eine bedauerliche ist, aber das ist nicht de: Weg, ihr zu helfen. Erleichterungen, die für fie eintreten können, find bereits in Erwägung gezogen. Ich hoffe, daß die Einführung einer zweiten Stückgutklasse zu Stande kommen wird, obwohl fie uns Millionen kosten wird. Weitere Er- leichterungen wüi den derselben dm ch die Ar schlußbahnen wer« den. DaS AlleS ist in Erwägung zu ziehen, aber so einschneidende Maßregeln, wie sie hier gefordert werken, verlangen eine gründliche Prüfung. Wir können den Sekundärbahndau nicht einschränken, um die Rente von Kohlenbergwerks Akliengescll- schaften zu erhöhen. Wir können das um io weniger, als gerade der Bau von Sekundärbahnen den Kohlenbergwerken und Eisenwerken sehr zu statten gekommen ist. Schlachten wir doch die Henne nicht, welche uns die goldenen Eier legt. Ich begreife den Wunsch nach Taiifermäßigungen aus jenen Kreisen wohl, weil ich weiß, daß unter den Privateisendahn< Gesellschaften geheime Tarife zu Gunsten gewisser Produktionszweige bestanden. Bei den Akten einer Gesellschaft haben wir 80 geheime Tarife dieser Art vorgefunden.(Hö t, hört!) Allen berechtigten Wünschen werden wir unsere Unterstützung leihen, die In- dustrie mag fich anstrengen, neue Allsatzgebiete zu gewinnen. Aber fie mag auch darauf bedacht sein, eine gut: Oekonomie auf ihren Gmben einzurichten. Abg. Dr. Natorp: Die Folge des Staatseisenbahn- systems muß naturgemäß eine Limitrruna der Tarife, ja so- gar eine Eistarrung sein, aber nur in dem Binnenverkehr. Dagegen dürste die Staatsregierung sehr wobl in der Lage sein, Begünstigungen des Verkehrs nach Rußen in Er- wägung zu zrehen, nach der Ostsee, Nordsee, nach Frankreich, Belgien, Holland u. s. w., nicht nur für die Bergwerksindustrie, sondern für das gesammte wirth- schaftliche Leben. Soviel über die Tariffrage. Was den Etat selbst betrifft, so weist er ja leider einen Rückgang der Rein« erttägniffe— bei einer Ge'ammthöhe von 16 Millionen Mark — von VI» Millionen Mark, einen erheblichen Aus'allposten. Wenn ich dagegen die Staatsindustrie auf dem Bergbaugediete mit der Privatindusttic und der Lage von Privatwerken ver« gleiche, so verwandelt fich daS„leider in ein Gefühl der Freude. Solche Erfolge, wie hier in Voranschlag gebracht find, hat der Privatbergbau seit Jahren nicht aufzuweisen. Nach gewissen- hafter Prüfung kann ich andererseits dahingehenden Bedenken gegenüber, daß der Voranschlag noch zu günstig ge macht sei, verstchern, daß er durchaus den Verhärt- niffen entspricht. Tie Lage unserer Bergbau- und Hütten- Industrie ist seit einem Jahrzehnt gedrückt, und die Krise scheint sogar noch schärfer geworden, gewissermaßen akut geworden zu sein. Immerhin ist die Situation nicht betorgnißetregend, auch die Ar- beiterlöhne find im Wesentlrchen nicht schlechter ge- worden. Sollte dagegen die Krise ernster werden, dann würden bedauerliche Wirkungen auch auf den Arbeiterstand nicht ausbleiben. Die in der Thronrede als Ursache der wirthschaft« lichen Kalamität hervorgehobene Ueberproduktion wird in allen Jndrustriezweigen, so auch im Beigbau, wohl beherzigt. Man ist zu dem Ende ja vielfach zu Konventionen übergegangen, welche die Einschränkung der Produttion bezwecken. DaS ist aber eine sehr zweischneidige Waffe, denn jede Einschränkung der Produktion steigert den Preis des Produkte?. Abg. Schmieding erwidert dem Minister in einer persönlicher Bemerkung, daß er ersten? so wenig ein Gegner der Entwickelung deS Nebenbahnsystems sei, daß er vielmehr als Hauptoorzua des Staatseisenbahnsystems die Möglichkeit, das Nebenbahnsystem auszuführen, hervorgehoben habe, sowie daß er zweitens nicht im Entferntesten eine Bevor mguna des Ruhr- Kohlenreviers auf Kosten der anderen Kohlendistrikte, sondern nur einen Akt ausgleichender Gerechtigkeit be- gehrt habe. Um 4 Uhr vertagt das Haus die weitere Berathung. Nächste Sitzung: Mittjwoch 11 Uhr.(Amräge und Wahl« Prüfungen.)_ Parlamentarisches. — In der heutigen Zuckersteuer-Kommission wurde der in erster Lesung gefaßte Beschluß umgestoßen und der Abändcrunas-Antrag des Herrn v. Wcdell-Malchow, dem § 1 deS Artilel 1 deS Gesetzentwurf? folgende Fassung zu geben: § 1 Die Rübensteuer wird von 100 Kilogramm • der zur Zuckergewinnung bestimmten rohen Rüben vom 1. August 1886 ad mit 1,60 Mark erhoben(statt 1,80 Mark der Regierungsvorlage). Von denjenigen Fabriken, welche selbstgewonnene Melasse entzuckern, oder bei der Zuckerbereitung den Zucker anders als durch Konzen« tration der gereinigten Rübensäste unv Ausscheiden aus demselben durch Krystallisation gewinnen, wird vom 1. August 1886 ab ein Steuerzuschlag von 10 Pf. für 100 Kilogramm der zu versteuemden Rüden erhoben. F briken, in denen ausschließlich oder zum Theil Me- lassen, Ablauftäfte oder aus Rüben bereitete Zucker« Massen zur Entzuckerung gelangen, welche in anderen Fabriken oder gewerblichen Anlagen gewonnen worden find, haben für 100 Kilogramm dieser eingeführten Pro- dukte vom 1. August 1886 ab«ine Steuer von 3,30 Mark zu entrichten. mit 16 gegen 8 Stimmen angenommen; ebenso wurde dessen Antrag Die Ausfuhrprämie für Rohzucker auf 16,80 Mark pro Doppelzentner; für Kandis auf 20,60 Mar! und für hochfeinen Zucker 19,30 Mark zu gewähren, mit 18 gegen 6 Stimmen. rgenommen. Damit fielen alle an« deren Anträge, auch der Antrag Heine, welcher statt 16,80 M. für Rohzucker nur 15,20 M. u. f. w. an Aussuhrvergütung ge- währen wollte. — Die durch Ableben deS ReichStagSabgeordneten Oeko- nomieraths Vissering für den zweiten hannoverschen Wahl- kreis eiforderlich gewordene Ersatzwahl ist auf den 30. März angesetzt._ Kommunales. Stadtverordneten-Versammlung. Außerordentliche Sitzung vom Dienstag, den 16. Februar- Stadtverordneten- Vorst-Her Herr Büchtemann die Sitzung um 5'/, Uyr mit geschäftlichen Mit« Der eröffnet theilungen. Der Stadtv. Wertheim hat sein Amt in Rückficht auf seinen Gesundheitszustand und seine Berufspflichten niederge- legt. Ter Vorsteher gedenkt seiner Thätigkeit in anerkennenden Worten und die Ve'sammlung erhebt fich zu seiner Ehre von den Plätzen. Die lV. Abtbcilung hat die Wahl eines Mit- gliedes für den Elats Ausschuß vollzogen. Nach Eintritt in die Tagesordnung werden eine Anzahl PenfionirungS, Anstellunrs-, Unlerstützungs- und Naturaltsationsgesuche geschäftsoidnungsmäßig erledigt. Der§ 5 der Bestimmungen des Grundstücks- erwerdungefondS wird nach den Vorschlägen des Ausschusses nach Berichterstattung seitens des Etadtv. Dr. Kürten in der Fassung genehmigt und ebenso der in den vorigen S!i gen berathene ganze G.'sctzentwurf angenommen. Berichterstattung deS Ausschusses für Ret- nungSsachen Tie einzelnen unwesentlichen Anträge des Ausschusses werden detattilos angenommen, ,«M««Ifairfeit d P fciftlichet „________ j«... J�ichnurg« P e n s i o n S- Z u s ch u ß k a s s e für die Berliner� besolde-»nrezung v« ten Gemcindebeamtcn und deren Ehefrauen. Die Versam»- luna erklärt fich damit einverstanden, daß 1. die Bureau uns Kassengeschäfte der neu errichteten Penfions Zasckußlasse vo» Beamten des Magistrats unentgeltlich besorgt werden, 2. d» Aufbewahrung von Hypothekendokumenten und Werthpapitrw der genannten Kasse in dem MagistratSdepofitorium erfolgt- 3. dre statutenmäßig erforderlichen Insertionen in di» Kommunaldlatt unentaeltltch Aufnahme finden, endll»... 4. der genannten Kasse der Erlös der reponrrte»%% Akten de? Bureaus der städtischen Werke zugewendet wrrd- Die Erwerbung des von dem Grundstücke Wass«' f~..v»uiy gaffe 22/27 zur Straßenverdreiterung erforderlichen Tenaiw Mt, für ih wird genehmigt.___ gn, daß ff rniii »vsvv a�sw-vuism. u L vaB|( Die Vorlage, beireffend die Erwerbung des»ai vihensch« f dem Grundstücke Alexandrinenstraße 3/4 zur Straßenvtt- Main ihn breiterung erforderlichen Terrains wird einem Ausschuß übtt- wiesen. Die Erwerbung des von dem Grundstücke Git'chtoet" straße 92 zur Bürgersteig- Regulirung erforderlichen Terra»» wird genehmigt. Heizanlagen in den städtischenSchulen. D» Stadto. Heller und Genossen beantragen: Magistrat wolle v» Untersuchung der zu Ausstellungen und vielfachen Klagen As- anlaffung gebenden Heizanlogen in der Charwltenfchule auch"« alle andern städtischen Lehranstalien, bei welchen fich diesdezflgWj Klagen erheben, namentlich aber auf die Sophienschule � dehnen, diese Prüfung baldigst vornehmen und der verordneten-Versammlung s. Z. Mittheilung von dem Rc## machen.„ In der Diskussion hebt der Stadto. Dr. Meysk hervor, daß die Mißstände in der Charlottenschule so wärm, daß die Lehrer selbst Sammlungen bei den zur Abhilfe der Uedelstände vorgenommen hätten.,. Stadiv- Lamm hält die Klagen für vielfach übertrM Die Unkenntniß der Handhabung der Ventilarion sei oft'' Ursache gewesen. Stadtv. HermeS schließt fich dieser Ansicht on.JJ Schuld-putation sei dc» Anficht, daß eine Abhilfe schon geschaffen werden könne, wenn die Lehrer Kenntniß oosjj, System der Heizungsanlagen nähmen. Betfla Sammlungen handle ei fich um wenige% J welche daS Kuratorium der Schule ohne# bewilligt hätte. Es sei eine Ungeschicklichkeit Ordinarius, der d'ese Sammlungen veranstaltet hätte., Stadtv. Dr. I r m e r klagt aus Erfahrung über die t Heizung. Bei längerem Aufenrhalt in den K-affen werde"L (Redner) als Lehrer das Sprechen schwer, schw rer als Saal«, wo eine vorzügliche Ventilation sei.(Heiterkeit) v Luftheizung bringe der Gesundheit schwere Nachtheile»»% oft ein Accidenz, welches dm Einttitt der Katastrophe Schwindsüchtigen beschleunige. Der Antrag Heller wird angmommen. j, Der Ankauf des Grundstücks Bauhofstraße 11 � beschlossen._j, Der Verkauf von Parzellen des Grundstücks% furter Allee 115 für dm Preis von 63,45 M. meter wird genehmigt. Ebenso der Verkauf deS auf dem Gmn Alexanderftr. 7 vorhandenen Gebäudes zum Abbruch. "Die Erwerbung des von dem Grundnücke rjx straße 101 zur Straßmreäulirung erforderlichen Terrains � nach kurzer Debatte genehmigt. Die Rechnung deS Schreibmaterialiendepot» April 1883/84 wird dem R- chnungi-Ausschuß überwiese»- Damit ifi die Tagesordnung erledigt. Schluß 6-/« Uhr. Es folgt eine nicht öffmtliche Sitzung.� w* B Mm Der Rechnungsausschuß der Etadtverord»�, Versammlung, welchem die Vorlage des Magistrats, betswA von dem verstorbenen Rendanten der vV die Deckung»er von dem verstoibenen Rendanten ver StiftungS'affe, Gabriel, unterschlagenen Geldbeträge*»* j# berathung überwiesen worden ifi, hat unter Voifitz des � � ver ordneten Schmidt s-ine Arbeiten beendet und febW � Versammlung vor, folgenden Beschluß zu fassen:„D» vf sammlung erklärt fich damit einverstanden, daß die vo» � veistordenen Rendanten der Haupt Stiftungskasse. terschlagmm Beträge von zusammen 120 785,18 M., if00?,rt y* summarische Ueber sichten über das Vorschußkonto"-»M Deposttenkonto der Hauptkaffe voizulegm; ck. die»»' pv besonderer Revisoren herbeizuführen, welche die Bü«�- as» tuinßen, Ir.1. Beläge»c. der städtischen Kassen eingehend haben; e. Anordnungen zu treffen, daß der der HouptmL# lasse bisher gewährte Betriebsfonds künftig in Wegfall Schließlich theilt ver Aulschuß der Versammlung ein v»y des KämmererS Runge mit, worin derselbe ihm kennt»°# daß vier Kassen- und Kalkulaturdeamten wegm ihr- � � Haltens, und zwar zweien von rhncn ein ernster Wr®. JJ den beiden anderen eine Mahnung und Rüg« st». P- Z Oberbürgermeisters v. Forckenbcck unterm 5. Febru» py er theilt morden sei und ersucht die Versammlung, Theil der Angelegenheit für erledigt zu halten. w. Für den Bau der Kußgäugerbrücke» Louismstäotisckim Kanal im Zuge der Melwic-rstras.� seitens der Stadtverordneten- Versammlung! 20 000 M- � worden. Wie die zur Vergebung der«forderliche».� t». K % i auSgrschriedmen Submissionen ergeben haben, i«.«! Summe zur Herstellungder Brücke indessen nicht..» vielmehr um ca. 3000 M. überschritten werden. Baudcputation hat de schloffen, bei den städtische» die Nachbewilligung die-er Summe zu beantragen- Zokale»._ Lucifer. DaS Ztoilstandsgesey war am 1- I» in Kraft getreten und wer fich jeneS ZettpunlteS no_,ratiF oem weroen aucv zayrrerrye zicomenre aus der tl; fi Oppofition im Gedächiniß sein, die sich damals geg � Einrichtung geltend machte. Einer jener Gegner nun seinem Arrger dadurch_L»'' Gesetzes einmal nicht umgeben konnte, den Vornamen rv-'g wählle, welcher Name denn auch richtig erngetr 0 Cjt( Trotz seines düsteren Vornamens war der»"»' gab' i�en Sitzu» > i für 9k» iflt d-t«US- [inet befottf iie Versamw BüreoU' un5 imfefaffe von irden, 2. W Letthp apier« rium erfolgt, n in dien, endlich revom -endet wird tückc Waff«' ien Ten» de» Wairltlt der Eliulbehörde, welche jedenfalls festhaltend an � christlichen Zluffaffung, in Lucifer den Beherrscher der Wrrnij begriff und von dieser Aussaffung aus den Namen 5, meinen Lucifer gleichbedeutend mit EatanaS oder ähnlichen ?trtchnungen und darum für anstößig hielt. Jedenfalls auf Jfefiung von dieser Veite her suchte nun LucifcrS Mutter die Gleichung deS anstößigen Vornamen S im vtandeSamtSregister �.«'wirken, allein die Regierung und der zuständige Ober- y>ent lehnten das Gesuch alS gesetzlich unzuläsfig ab und eine an den Minister deS Innern gerichtete Beschwerde j, i'e vor Kurzem ebenfalls ein ablehnmoer Bescheid, da nur ."»«lndeibeamte befugt sei, die Eintragung anstößiger oder �ständiger Namen abzulehnen, die nachträgliche Aenverung - eingetragenen NamenS aber angesichts der geltenden irtiii ksetz, aSschuß üb--' [e Git-chl-� en Terra«» hulen. T!- bule ottS j® diesdezügü? iem Res«� We%%n. f.Uc,fet ,UM HAthrinn, cht an.? schon tag Mß DO» t 11 der M zu E? der; D.' sein Anor S»Vö i iNNtw? fj)( # te st? n W Hebung nicht zulässig erscheinen. Der kleine Lucifer de- -uso seinen Namen und wenn er ein fleißiger Knabe ist, wrd auch der dunkele Schatten, der jetzt an seinem Namen für ihn schwinden, wenn er erst au« der Mythologie er» KT' baß sein NamenSpatron nicht immer als der unheimliche isbenscher der flstnsterntß galt, sondern daß Griechen und ohn der Morgenrölhe und als den Durch Nacht zum Licht, vom finsteren zum lichtdringenden Lucifer, da« wird für den kleinen eine danlcntwerthe Lebensaufaabe sein, zu deren Er- Ä'bn sein Vornamen zu jeder Zeit anregen mag. Die Fischottern in der Spree innerhalb unserer Stadt D-men immermehr Überhand zu nehmen, deon.die sonst ziem w Tuen Thiere find bereits von einer erstaunlichen Dreistig- ,?'• Ata Sonntag Vormittag vergnügte fich eine solche kleine in ausgelassenster Weise dicht an der Schillingsdrücke kik? an der linken Uferseite festgefrorenen Eise und lockte toi*,°on Neugierigen an. Kauten. Unwillkürlich hielt die dem Spielen des Thieres mehr als ein Vorübergehender die Backe und zielte nach dem Wild, 8h*. 55.Miltnißmäßioer Haft , Blaukehlchen, s en .n-a �.azierstock an. Zi Ä-ual duldet der kleine Belagerungszustand kein Gewehr �.Waffenschein und sodann ist das Schießen in der Näye �ahnter Gebäude untersagt durch eine Poltzeiverordnung, .„Oberen Schutz fich nun unser hauptstädtisches Fischottern- munter weiter tummeln darf. WM' an- aufeldstrafe dürfen nicht gefangen werden: Rothkchlchen, Rothschwanz, GraS- , Steinschwätzer, Wiesenschwätzer, Bachstelze, Prep«, Kiebitz, Rohrsänger, sämmtliche Drossel« ÄnJMumer. Meise, Lerche. Goldhähnchen, Dompfaff, Kleiber, Baumläufer, Wiedehopf, Schwalben(Ziegen- SW Ägschlafl, Staat, Dohle, Saalkrähe, Fliegenschnäpper, 'Specht, Wendehalt, wie auch Thurmfalke, Bussard, Trw ki gleiche Strafe trifft denjenigen, welcher Eier oder an m%(tr Vögel oder ihre Ziester, mit Ausnahme derjenigen In C�tien, zerstört.— Gleichzeitig erinnern wir daran, daß ,„1�/.'Arsten nur auf den öffentlichen Waldwegen und zwar Ben» weifen mit geschlossenem Deckel geraucht werden darf, T-it«, öffentlichen Wege nicht durch Gräben zu beiden dem Holzbestande abgegrenzt find. Hk vegetarische Konditorei, verbunden mit Mittags« K bnrd am 1. April, Ntederwallstr. 17, ihre Pforten auf- Ji Flugblatt, welche« den Bewohnem der Reichs. dieses wichtige Ereigniß verkündet, beginnt mit für unsere Restaurateure und Flei-chbeschauer wenig ästen Auslassungen:„Wie schädlich es ist, nach der «tma-.�vohnheit— fast nur v»n Fleisch meist kranker, fett- J%(r Hiusthiere— zu leben, haben beretti viele Aerzte L., Gleise autgesprochen. Während bei der sogenannten id,.?«nnSkost die jungen Leute bit zu ihren Studienjahren n,,.-- Zeit ihrer pranischen Auibildung fich oft nur in ge- Ri.? �rade von Fleischspeisen, hingegen weit mehr von Ge- 4,1 Hssb Zerealien nährten, befinden fie fich bei der gewöhn« RefiaurationSkost in der unglücklichen Lage, fast nur OApeisen zu fich nehmen zu müssen, denen gegenüber die Mse und rhr hoher Nährwerth in Wegfall kommen, da fie k. icharfen Gewürzen, zu vielem Salz und schädlichen Fetten jlchr verdorbm, ihre« schönen reinen Geschmackes beraubt Sjen, auch ist im Restaurant der Preis für Gemüse und Änstüchte, die nur alt nebensächliche Beilage betrachtet Mn. im Verhältniß so hoch normirt, daß leider vorgezogen >»?' den sonst so schnllckhasten, auf die Gesundheit wohl- CT! wirkenden Vegetabiiren zu entsagen, um fich dafür dem deS Fleisches hinzugeben, über dessen Ursprung man, gesagt, sehr oft im Zweifel sein kann. Ein weiterer �.ftand der meisten Restaurationen ist der Bier, und Wein- faMvHHig, der die Mahlzeiten einerseits unnöthig vertheuert, L, http it*>* RT*«. Zustand als einen glück- gern von Anderen erreicht ■ baß der Kä"»' aus« Jahr berechnet, bilden 37,0, die uro Mille der Bevölkerung, die außerehelich % b(i xZ. pEt. aller in der Woche Geborenen, davon eM vN. �-öenLgcborenen 13,28, die bei den Todtgeborenen h- flinb«,?? ber Kgl. Charitec und Entbindungsanstalt wurden �»lich v�Lkdmen. Gestorben(ohne Todtgedorene) find 572, qIen Untff wannliche- 270 weibliche Personen. Von diesen %(inf[ t 1 9abr alt 167(inkl. 41 außereheliche). 1-5 Jahre außereheliche). 5-10 Jahre 31, 10-15 Jahre 3, ufist ünlfr i'l?, Woche Gestorbenen aus. Von den im la M ütoJi.i �ahr gestorbenen Kindern fiarben 55 im ersten, W1"1 feift"'}?, im dritten, 10 im vierten, 12 im fünften, �''•ben lül!' 44 h" siebenten bi« zwölften Lebensmonate; von »« 5'% n.?/?>,�nährt 38 mit Muttermilch, 4 mit Ammen- d>Mr Thiermilch. 3 mit Mtlchsurrogaten, 24 mit ge- (5i\fn besoÄ von 29 war e« unbekannt. Todesursachen toi' i Lungenschwindsucht(95), Lungenentzündung ™ GtMİtarrh?I4). Kehlkopfentzündung z21), Krämpfe "fthtag(20), Gehirn- und Gehirnhautentzündung (29), KrebS(18), Alteischwache(22), Lebensschwäche(30), M. zebrung(12), Masern(8), Scharlach(4), Diphtherie(30), Typhut (4), Drarrhöe(9), Brechdurchfall(6), an anderen Krankheiten starben 162 und durch Selbstmord 5, davon durch Vergiftung 2, durch Erhängen 3. Die Sterblichkeit der Woche aus dai Jahr berechnet, kommen durchschnittlich auf 1000 Bewohner in Berlin 22,6, in Breslau 27,1, in Frankfurt a. Vt. 15,2, in Köln 24,9, in Dresden 20,1, in München 26 6, in Bremen 23,1, in Stuttgart 16,0, in Wien 29,8, in PariS 27,2, in London 22,2, in Liverpool 24,6. In der Woche wurden dem Polireipräfidium gemeldet als erkrantt an Typhus 19, an Masern 87, an Scharlach 25, an Diphtherie 115. In den 9 größeren Krankenhäusern wurden in der Berichtswoche 836 Kranke aufgenommen, davon litten an Masern 8, an Scharlach 3, an Diphtherie 34, an Typhus 9, an Rose 1. ES starben 131 Personen oder 22,9 pCt. aller in der Woche Gestorbenen; als Bestand verblieben 4171 Kranke. Polizetbertcht. Am 15. d.M., Abends, fiel der Sckl ächter- geselle Feld in einem Schlrchthause auf dem Zentral Viehhof auS eigener Unvorfichtigkeit beim Brühen in einen mit heißem Wasser gefüllten Bottich und erlitt dadurch schwere Brand« wunden an der linken Seite des Körpers, so daß er nach dem Krankenbause im Friedrichthain gebracht werden mußte.— In der Nacht zum 16. d. M. entstand in der königlichen UniverfitätS. Frauen Klinik in der Artilleriestraße im Zimmer eine« Ärzte« dadurch Feuer, daß beim Anstreichen eine« Zünd- holze« der brennende Zündstoff desselben absprang, auf die Fenstergardine fiel und diese in Brand setzte. DaS Feuer, weichet außerdem noch Möbel, Kleider und Bücher ergriff, wurde von der Feuerwehr gelöscht. Uerewe und Versammlungen. hfg. Eme öffentliche Versammlung aller Bauhand- werker und BaugewerbSarbetter fand am Sonntag, den 14. d. Mt«., Vormittags, in der„Tonhalle", Friedrichstt. 112, unter dem Vorfitze des Bautischler« Frigge statt. Dieselbe war von mehreren hundert Thellnehmern besucht und sollte, laut Tageioidnung, über die Regelung deS Streikwesens in Berlin berathen und eine mit dieser Aufgabe zu bettauende gemein« same Kommisfion wählen, lieber das ersterwähnte Thema referirte in sehr beifällig aufgenommener Weise Herr F. Michelse», welcher u. Ä. ausführte, daß die in den letzten Jahren in Berlin gemachten Erfahrungen eine methodische, organisatorische Regelung deS StreikwesenS am hiefigen Orte dringend geboten erscheinen lassen, wenn nicht fernerhin die durch die zweischneidige Waffe des Streiks im günstigen Falle zu erreichenden Zwecke beeinträchtigt oder gefährdet und die Arbeiterintereffen geschädigt werden sollen. Viele der oft in mehreren hiefigen Gewerken gleichzeitig unternommenen Streiks seien entweder von vornherein gescheitert oder hätten nur eine rasch vergängliche Wirkung erzielt, weil man ihre Errungenschaften in Er- mangelung der dazu benöihigten finanziellen Mittel nicht fest. zuhalten vermocht habe. Das gleichzeitige und planlose Streiken mehrer Gewerbe, zumal einer und derselben Hauptbranche, müsse künftig durchaus vermieden werden. Von ganz besonderer Nothwendigkeit und Wichtigkeit sei dies im Hinblick auf die bevorstehende Bausaison im kommenden Frühjahr zunächst für die gesammte hiestge Baubranche, für alle Bau Handwerker und Bau Arbeiter. Zu diesem Zwecke empfehle et fich, eine auS Vertretern aller den Baugewerben angehörenden Handwerker und Arbeiter zusammengesetzte, au« 21 Mitgliedern best hende Kommisston zu wählen, welche fich über alle in Autficht ge« nommenen größeren oder aufgebrochenen kleineren(partiellen) Streits zu informiren, deren Berechtigung zu prüfen und über alles Weite« zu entscheiden habe. An der darauffolgenden Diskussion bei heiligte fich eine große Anzahl von Rednern theils für, theil« gegen den Vorschlag deS Referenten, u. A besonders die Herren Sander(Tapezierer), Lost(Zimmerer) Miethe(Schlosser), Petruschke(Töpfer), Weise(Maurer) Winter(Tischler), Frigge(Tischler), W. Schmitz(Parketboden- leger), Stiller(Maler), Avelt(Tischler), Baartz(Zimmerer), Lehrend und Pankow(Maurer), Rennspieß(Anschläger), Baar«(Bautischler), Becker(Rohrleger), O. Rennthaler(Stein- träger) ac. Hierzu lagen folgende, von Herrn Baar«(Bau- tischler) und Miethe(Schloffer) eingebrachte Resolutionen vor: 1.„Die heutige Versammlung der Bauhandwcrker und Arbeiter erklärt fich mit den Aufführungen des Referenten voll und ganz einverstanden und verpflichtet fich, für die bestmögliche Organisation zu wirken und-o zur Verbesserung der Lage der Arbeiter beizutragen." 2.„Die heutige Versammlung erklärt fich mit dem Referenten völlig einverstanden und verpflichtet fich, die heute gewählte Kommisfion als maßgebend anzuer- kennen und derselben das nöthige statistische Mattrial zur ein- heitlichen Regelung der Streitangelegenheiten zu liefern, um die wirthschastliche Lage der Arbeiter zu verbessern." Au« der Ditkusfion heben wir hervor, daß im Prinzip fast sämmtliche Redner von der Nothwendigkeit einer einheitlichen Regelung der Stretkangelegenheilen durch irgend eine gesetzlich zulässige Form der Organisation überzeugt waren, wogegen jedoch ein Theil der Redner im Hinblick auf die derzeitige Handhabung unserer Vereintgesetze durch die Behörden die ganze Angelegenheit für noch„verfrüht" hielt und die Befürchtung hegte, e« möchte daraus eine Anklage wegen gesetzwidliger Ver- bindung der Kommisfion mit den verschiedenen, al« politische Vereine geltenden Fachvereinen oder der letzteren mit einander zu erheben versucht werden und den Fachvereinen eine Schädigung entstehen. Diesen Bedenken traten jedoch besonders die Herren Michelsen(in seinem Schlußworte als Referent), Frigge und W- Schmitz aufs Entschiedenste entgegen, indem fie u. A. namentlich darauf hinwiesen, daß eine solche Kontrol- kommisfion mit den Fachvereinen nicht da« Geringste zu schaffen und mithin in keinerlei Verbindung zu tteten hätte, fie also auch nicht beeinträchtigen könnte. Schließlich entschied die Ver- sammlung durch einstimmige Annahme Der ersterwähnten Baars- schen Resolution und Ablehnung der anderen. Damit war auch der zweite Punkt der Tagesordnung, die Kommisstonswahl, hinfällig resp. gegenstandslos geworden. Doch beschloß die Versammlung auf Anttag des Maurer« Herrn Behrend, die jetzige Neuner-Kommisfion fortbestehen zu lassen und mit der demnächstigen Einberufung einer neuen Versammlung aller Bauhandwerker und Arbeiter an einem Sonntag zu beauf- tragen, an welchem keine anderen Versammlungen abgehalten werden mögen. hf». Der Fachverein seimmtlicher im Drechtzlergewerk beschäftigten GewerkSgenosse» hielt am Montag, den 15. d. M., AbendS, in Keller's GesellschastSsälen, Andreas- straße 21, unter dem Vorfitze des Herrn Robert Sündermann eine gut besuchte Wanderversamlung ab, in welcher zunächst Herr Th. Metzner unter dem Beifall seiner Zuhörer über die Bestrebungen ver Innungen und den Antrag Ackermann und Gen. betreffend den Befähigungsnachweis sprach. Nach einer eingehenden, objektiv gehaltenen Darlegung der den Innungen vorgesteckten Zwecke und Ziele führte Redner unter Hinweit auf die konkreten Thatsachen der gegenwärtigen wirthschaftlichen Entwickelung und ihrer unabweitbaren Konsequenzen au«, daß die JnnungSbestrebungen schlechterdings ungeeignet seien, die materielle Lage Iber kleinen Handwerker und Lohnardeiter de« Handwerk« zu verbessern. Selbst der obligatorische„Besäht- aunasnachweiS" werde einen bereits tobten Kö.per nicht zu neuem Leben erwecken. Uedrigen« hätten die Arbeiter glück- licher Weise längst eingesehen und bewiesen, daß da« von den Innungen und ihren mehr oder minder reaktionären Schttm- Herren dem JnnungSprogramm umgehängte Mäntelchen der Arbeiterfreundlichleit fie, die Arberter, über da«, was ecgentlich dahinter steckt, nicht täuschen könne,«ergeben« wärm daher, wie bisher so auch in Zukunft, die Innungen und ihre hohen Protektoren bemüht, die Arbeiter aus dem mächtig vorwärts fluthenden Strome ihrer GewerkschaftS- und Fachvereins« Bewegung heraus in das versumpfte, in träger Stagnation rückläufige Fahrwasser der JnnungSbestrebungen zu ziehen. Mit Rückficht auf eine unausbleibliche bessere Zukunft und in richtigem Verständnisse ihrer und der gesummten Gesellschaft wirklrchen Jntereffen würden und müßten die Arbeiter nach wie vor da« reaktionäre Jnnungswesen welche« nur auf För« derung der kapitalistischen Jntereffen einer Hand voll Zunft« meister hinauslaufe, energisch bekämpfen.(Zustimmungsrufe und allgemeiner Beifall.) Ruch einer lebhaften Diikusston erhob die Versammlung folgende Resolutton zum Beschluß: „Die heutige Versammlung ic. erklärt, daß der von den JnnungSvertretern dem Reichstage vorgelegte Antrag, betreffend den„Befähigungsnachweis", selbst wenn er Gesetz würde, nicht im Stande wäre, dir heutige, so überaus traurige Lage des Handwerker- resp. Arbeiterstandes zu verbessern. Vielmehr ist, der heutigen Produktionsweise gegenüber, eine Hebung der Lage der Arbeiter nur möglich, wenn, wie zum Theil bereits geschehen, aus den Reihen der Arb-iterorganisationen, der Fach« vereine, heraus durch Forderung eines der Gesammtbeit dienenden ArbeiterschutzgesetzeS die Jniliatioe hierzu ergriffen wird." Beim darausfolgettven Punkt der Tageiordnui'g,„Verschiedenes", theilte der Vorfitzend- mit, daß in der Fabrik von Jakob Franke in Hannover-Ltnden die dort beschäftigten 26 Gewerksgenoffm, wegen Lohnabzügen in Höhe von 20 bis 45 pEt., insgesammt die Arbeit niedergelegt haben. Nach eingehender Erörterung der dabei in Betracht zu ziehenden Einzelheiten erklärte fich die Versammlung mit dem Verhalten der im Etretkj liegenden hannoverschen Kollegen völlig einverfianden und gewillt, die» selben nach besten Kräften zu unterstützen. Auch wurde be- schloffen, diese Stteikangelegenheit am nächsten Sonntag vor daS Forum einer öffentlichen Versammlung der Drechsler und verwandten BerufSaenoffen zu bringen. Ferner kam zur Sprache, daß daS Vorgehen de« Vereins in der bekannten Angelegenheit der Drechtlerwerlstätte in der Pfaff'schen Möbel« fabril unter Umständen zu einer Arbeitseinstellung führen kann, für welchen Fall man beschloß, für die Streikenden in jeder Hinstcht unterstützend einzutreten. Für die streikenden Korbmacher wurde eine Tellersammlung veranstaltet. Die nächste Vereinsversammlung findet am 1. k. M., die Feier des vierten Stiftungsfestes am 27. März statt. be. Die Etfenbahnarbeiter waren am Montag, den 15. d. M., im Loutsensiädttfchen Konzerthause, Alte Jakob- straße, unter Vorfitz des Herrn Zubeil versammelt, um über die Mittel zu derathen, ihre gebrückte Lage zu verbessern. Herr G Koerdel(früher Eisenbahnarbeiter) wieS als Referent darauf hin, daß alle Ardeiter die Löhne zu erhöhen und die Arbeitszeit zu verkürzen suchten. Nur die Eisenbahnaibeiter blieben ruhig, al« wenn ibre Verhältniffe glänzend wären, trotzdem daß fie mit am fchlechsten gestellt wären. Der Eisen- bahnarbeiter kenne keine Sonntagsruhe, nur der Sonntags« nachmittag gehöre ihm; allerdings werde der Sonntag al« voller Arbeitstag gerechnet und bezahlt. Aber die Löhne selber seien sehr gering, fie beirügen 2 Mark bi« 2,50 Marl. Mit einem solchen Lohne könne lein Ar- beiter ein menschenwürdiges Dasein führen. Durch die Verstaatlichung hätte fich die Lage der Eisenbahn« arbeitet eher verschlimmert, denn verbessert. Der Siaat zahle als Arbeitgeber vielfach geringere Löhne al« die früheren Privatverwaltunaen. So seien früher die Ueberstunden extra bezahlt worden, heute sei d»S rieht mehr der Fall. Ost hätten die Arbeiter von Morgens 6 bis Abends um V:9 Uhr zu arbeiten. Wem eö nicht gefalle, möge gehen, heiße eS immer. Selbst die so gerühmte Einheit in der Verwaltung bestehe bei den StaatSbahnen nicht. Die Berlin-Anhalter Bahnverwaltung und die Berlin- Görlitzer Bahnverwastung hätten verschiedene Lohnsätze für die Arbeiter. Bei der Anhalter Bahn bestehe die sonderbare Einrichtung monatlicher Lohnzahlung. Während den Beamten der Gehalt ein Vierteljahr im voraus be« zahlt werde, müsse der Arbeiter jeden Monat hindurch borgen gehen. Die Berlin-Görlitzer Bahnverwaltung ver« lange von dem Arbeiter eine Kaution von 30 M., die durch monatliche Lohnabzüge in Höhe von 3 M. aufgebracht werde. Diese Maßregel bestehe wieder bei den anderen Verwaltungen nicht. Gemeinsam sei ihnen allen nur der scharfe Druck und die politische Knebelung des Arbeiters, der deshalb fich oft nach den Zuständen vor der Verstaatlichung zurücksehne. Wer miß- liebig wähle, wer fich einem Fachverein anschließe, werde ent- lassen. So bestehe für den Eisenbahnardeiter weder Vereins- noch Versammlungsfreiheit, noch auch dai Koalitionsrecht. Man könne ihm deshalb kaum rathen, eine Organisation zur E> zielung befferer Arbeitsbedtngungtn zu bilden. So sei Ab- Hilfe nur auf dem Wege der Gesetzgebung zu schaffen. ES würde fich empfehlen, in einer Petition den Reichstag von den Wünschen und Klagen der Eisenbahtcarbeiter zu unterrichten. Da werde man die gerühmte Arbeiter« fteundlichkeit der Regierung und der konservativen to(eien einmal auf ihren wahren Gebalt prüfen können. Die nnahme und Durchführung de« Ardeiler-chutzgesetzes der sozialdemokratischen Fraftion deS Reichstages wäre grade für die staatlichen Eiienbahnarbeiter von höchster Bedeutung. Möge deshalb der Eisenbahnarbeiter bei allen geheimen Wahlen, vor allem bei der Wahl für den Reichstag leine Schuldigkeit thun!(Stürmischer Beifall.)— Die Diskussion, an der sich zahlreiche Redner detheiligten, bestätigte die Ausführunzen deS Referenten.— Schließlich wurde folgende Resoluiion angenom- wen: Die Versammlung der Eisenbahnarbeiter erklärt fich mit den Ausführungen de« Referenten einverstanden; ebenso erklärt fie sich für eine Petition an den Reichstag, um auf diesem Wrge eine Besserstellung ihrer Lage zu erzielen; auch verspricht sie, dieselbe mit zahlreichen Unterschlisten zu versehen. Die Petition soll ausgearbeitet und einer demnächstigen Per- sammlung vorgelegt werden; fie soll in ganz Deutschland zttkultten. � Werkstattdelegirten- Versammlung der Drechsler und verwandten Beruftgenoffen, welche am Sonn- tag. den 14. d. M., Vormittags, im Königstadt-Kastno, Holz- markrsttaße 72, stattfand, um unter Anderem über daS Programm der diesjährigen Lohnbewegung und die Rothwendig« feit der Ausarbeitung von Lohntarifen für sämmtliche Branchen zu derathen und zu beschließen, war verhältnißmäßig nur schwach besucht, wethalb dieselbe, auf Anrathen ihre« Vor« fitzenden, deS Vorfitzenden der Lohnkommisfion- Herrn Sünder« mann, laut einstimmigem Beschlaß der Versammlung auf Montag, den 22. d. M-,»er tagt wurde. Die Lohnkommisfion ersucht daher die Kollegen aller Werkstätten, dafür Sorge tragen zu wollen, daß diese Delegtttenversammlung so zahlreich wie möglich beschickt werden und in der Lage sein möge, bin« dende Beschlüffe von der Wichtigkeit und Tragweite fassen zu können, wie eS die dabei in Betracht kommenden find. Der Kachver-w znr Wahrung der Jnt ressen der chirurgtsche» Jnstrumentenmacher hielt am Sonntag, den 14. Februar, bei Eeefeld, Grenadierstr. 33, seine erste Mitglreder« Versammlung ab. Zu Vorstandsmitgliedern wurden gewählt die Herren Laden al« erster, Schuster als zweiter Vorsitzender, Sedode und W. Schmidt, Kasfirer; Davit und Gerlach, Schrift« führet: Schmödecke, Groß und Betosches, Ersatzmänner; Kurth und Mucks, Revisoren. Der Verein hat nach Abzug der Un- kosten einen Kaffendestand von 78 M. 95 Pf. Es wurde alsdann den Mitgliedern ans Herz gelegt, der guten Sache wegen die Kollegen, welche de« Verein noch nrcht angehören, heran« zuziehen. Die Vcreins»erfammlungen finden jeden Dienstag nach dem 15. jeven Monats fldt. Dresden, 14. Februar. Gestein Abend sprach, wie daS „Leipziger Tageblatt" berichtet, vor mindestens 2000 Personen in der„Zentralhallt" der sozialdemokratische ReichstagSab- geordnete Max Kayser über das Bcanntweinmonopol. Redner führte in seinem'/«stündigm Vortrag aus. daß seine Partei auS finanziellen und politischen Gründen ftefttn daS Monopol sei, obwohl er für seine Person im Einverständnis mit seinen parlamentarischen GefinnungSgenossen die Anficht habe, daß «ine Einschränlung des EchnapSkonsumS ebenso nöthig als daS Einschmtenaegen die Gewohnheitstrinker sei. Nachdem noch «ine Reihe Personen oft. in recht drastischer Form ihrer Anti« patbie gegen das Branntweinmonopol AuSdruck verliehen hatten, schloß die Versammlung NachtS gegen 11 Uhr unter Hochrufen auf den Referenten, und eS gelangte einstimmig eine Resolution zur Annahme, wonach der Reichstag davon benach- richtigt werden soll, daß 2000 Anwesende im vollen Einner» ständniß mit den Ausführungen Kayser't gegen daS Branntweinmonopol Protest einlegen und erwarten, daß Dresden künftighin aus'.ichtige Gegner deS Monopols in den Reichstag rntsenden werde. Arbeiter Bezirksverein der Rosenthaler Borstadt. Donnerstag, den 18. Februar, Abends 8 Uhr, Versammlung bei Golle, Linienstr. 30. Tagesordnung: 1. Vortrag. Referent wird am Donnerstag im redaktionellen Theil der Zeitung bekannt gemacht. 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten.— Die Mitglieder w-.rven ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. * Gewerkschaft der Metallarbeiter Berlin» und Um- gtgcnd. Mittwoch, den 17, d. MtS, Abend» 8 Uhr, Mitglieder Versammlung im Konzerthause„Sanssouci", Kottbuser« 4a. Tagesordnung: 1. Vottrag. 2. Diskusfion. 3. Ver- Neue straße______________ schiedeneS, 4. Fragekaslen.— Gäste haben Zutritt. Mitglieder werten aufgenommen. * Oeffcutliche Versammlung der Delegirte« der Schlosser und KerufSaenoffcn Berlins, am Freitag Abend, Slnncr.straße 16, bei Sahm; die Delegirtenkarten werden auS- gegeben. * Fachvereiu der Steindrucker und Lithographen, Donnerstag, den 18. d. M., Abends 8 Uhr, Versammlung im Königstadt Kafino, Holzmaritstr. 72. Tagesordnung: 1. Vor- trag deS Herrn Rechtsanwalt Freuder thal. 2. Diskusfion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste willkommen, neue Mitglieder weiden aufgenommen. * Louisenstädtischer Bezirksveret«„vorwärts". Mitt- woch, den 17. d. M., Abends 3'/, Uhr, Versammlung in Krie- ger's Salon, Waffertborstr. 68. Tagesordnung: 1. Vortrag des Etadto. HerrnZG o e r ck i. 2.�Diskusfion. 3. Verschte- denes und Fraxetasten. Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. * Ver band deutscher Zimmerleute(Lokalverband Ber- lin-Eüd). Donnerstag, den 18. d. M-, Abend» 8 Uhr, im Saale de? Herrn Klose(Industrie hallen), Marianncnstt. 31/32, Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten.— Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. * A beiter• Beztrksveretn Süd» Ost. Mittwoch, dm 17. d. M., Abends 8V: Uhr. Mitglieder. Versammlung in der «Urania", Wrangelstr. 9—10. TageS> Ordnung: 1. Vortrag dis Herrn Gehrisch über:„Lesfing". 2. Diskusfion. 3. Ver» schiedeneS und Fragekasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste haben Zutritt.— LilletS zu Präuscker'S Museum zum Preise von 25 Pf. find zu haben bei G. Schulz, Wienerstr. 11 v. 3 Tr.: K- Scholz, Pücklerstr. 51 H. 2 Tr., und K. König, Engel-Ufer 6» H. 1 Tr. * Verband deutscher Ztmmerlente(Lokalverband Berlin Ostm). Donnerstag, den 18. d. M-, AbenvS 8 Uhr, im Lokale des Herrn Bolle, Proskauerstr. 37/38, Versammlung. Tagesordnung: 1. Wahl deS Vorstandes. 2. Geschäftliches. 3. Verschiedenes. Neue Mttglteder werden ausgenommen. * Verein für Te«nik und Gewerbe, Mittelstraße 65. Mittwoch, Äbmvt 8'/, Uhr, Voitrag. Gäste willkommen. Kleine Mittheilnngen. Bochum, 12. Febmar. Ein schreckliches Unglück trug fich am Mittwoch Nachmittag auf Zeche„Constantin" bei Bochum Bei den AbteufungsarbeUen im Luftschachte hatte man in zu diesem über 70 Meter tiefen Lustkanal eine freischwrdmde Arbeitsbühne angebracht, auf welcher vier Leute beschäftigt waren. Urvlötzlich barst diese Bretterstellaoe, und die Arbeiter, mit Ausnahme eineS einzigen, der an einem vorspringenden Mauerspalt krampfhast fich festhielt, stürzten in Folge dessen in die Tiefe- Von den drei Gestürzten bliib einer direkt todt. Die beiden anderen find» im Verlauf des Tages noch gestorbm. AlS Ursache deS Unglücks wird vielfach die Ueberladung des Brettergerüstes mit Material angenommen. Oldenburg(Ungarn), 13. Februar. Große Sensation er- regt hier die Selbstanz-ige des hiestgen Haus- und Weingarten- befitzerS Ferdinand Drescher, der heute Morgen bei Stadt- Hauptmann Glozer erschien und erklärte: Ich bin der Möider des gestern unter eigenartigen Umständen plötzlich verstorbenen Kutschers Karl Lang. Der Stadthauptwann ließ sofort mit Drescher ein Protokoll aufnehmen und übergab dasselbe noch heute Vormittag sammt dem Mörder dem königlichen Gr- richtShofe. Drescher gab zu Protololl, daß der in Diensten des hiestgen WttthschastsdürgerS Rainer stehende 40 Jahre alte, ledige Kutscher Lang, als er vorgestern Abend auf dem aus Breimberg gebrachten Kohlenfuhrwerke bei ihm erschienen war, fich in total bettunkenein Zustande defand. Beim Verschieden des Wagen? hatte fich Lang linkisch und unbeholfen de? ommen, werüder er, Drescher in Auf- regung gerielh; hierbei vers tzte er dem Lang mit einer Schaufel einen Hieb, traf aber Lang derartig unglücklich auf den Kopf, daß der Getroffene noch im Lruie der Nacht am Gehirnerschütterr-ng verschied. Drescher giebt an, daß er nicht die Adficht hotte, Lang erheblich zu verletzen, leider sei aber der Schlag so unglücklich ausgefallen. Gestern Früh erfolgte die Obduktion des Verstorbenen, wobei konstatirt wurde, daß Lang in Folge äußerer Gewalttbätigket ums Leben kam. Drescher, welcher die Schaufel, mit welcher er den tödtlicken Hieb gegen Lang führte, noch am selbm Abende verbrannte, wurde vom Untersuchungsrichter auf freien Fuß gestellt. Pari?, 15. Februar. Aus MoulinS(Allierk) wird 'J deS telegraphirt: Borgestern Nacht gegen 10 Uhr wurde« ~' Valigny durch fürchterliches Geschrei auS dem Dmf...............______________ geweckt. Die Leute, die an die Fenster und Thüren li» sahen einen brennenden Menschen, über dem die Flammen jj zusammen schlugen, durch die Hau»tstr»ße rennen. Es ward ein gewisser Jean Bonneau, von dem man wußte, daß»J einigen Tagen seine junge, kranke Frau sorgfältig pflegte. B Feuer konnte gelöscht werden, aber die Aerzte erklärten, and Rettung sei nicht zu denken, und Bonneau starb in der» nach wenigen Stunden. Vorher erklärte er, während er, i Bette seiner Frau fitzend, eingeschlummert war, hätte Schwiegermutter ihn mit Petroleum übergössen und angez Diese aber, ihm gegenüber gestellt, behauptete, er Härle die Petroleumlampe mngeworirn Sie ist verhattet und Untersuchung ist eingeleitet worden. So viel ist ficher, das Frau mit ihrer Tochter und ihrem Schwiegersöhne im& gelebt und gegen letzteren Drohungen ausgestoßen hatte. Kriefkasten der Redaktion. W. L. Schneider. Gehen Sie schleunigst nach der � Meldestelle Neue Friedrichstr. und legen Sie dort gegen Versäumnißurtheil Einspruch ein. Wegen LettugeS können? nicht bestraft werden, da Sie stch falscher VorstriegeW nicht schuldig gemacht haben. Wenden Sie fich an Rechtsanwalt., Alter Parteigenosse I. S. Wir glauben nlcht,* das Altervertorgungsgcsetz noch in dieser Legis ialurperiove f iRcrafhunff fornnion mirh. Kn ffmn# mnit aerN � Berathung kommen wird. So etwas behält man gem Lockspeise für die Neuwahlen. A. Tr. Lassen Sie die von Ihnen vorgeschlagenen Ze� deren Vernehmung seitens des Vorfitzcnden der Strafkaew abgelehnt worden ist, durch einen beliebigen GetichtivollM zur Hauptverhandlung laden und tbeilen Sie, daß biet? schehen ist, der StaatSanwallschaft mit dem Bemeiken mit,« diese Zeugen Ihre Angetrunkenheit zur Zeit des betr. Vorf� bekunden sollen. H. B. 1. Sie können Ihre Kundin nur auf_ des KauwretseS verklagen; die Rückgabe der gelieferten@ können Sie nicht verlangen. 2. Sie können den Wechsel K Ihren Sohn einklagen und vollstrecken lassen. Nur Sie im Falle eines Konkurses, daß Sie Ihr Pfandrecht gepfändeten Möbeln wieder aufgeben müssen. S. S., Stromstratze. Ter schriftliche MiethZkon durch die erfolgte Kündigung seine GUtiokeit verloren. Sie mündlich auf ein Jahr gemiethrt haben, so crreicki, mündliche Vertrag mit Ablauf des einen Jahre» von� sein Ende. Sie können also am 1. April ohne vorherige digung auSziebcn. Ä. M., Waldemarstr. Sie wollen wiff-n, in. Jahre der Raubmörder Karl Masch zu Küstrin hing> worden ist. Vielleicht kann einer unserer Leser hierüber kunft ertheilen. ♦Stark. I t„S"» Theater. Mittwoch, den 17. Februar. NderubaaS. Toni'S Schatz, komische Over in 2 Akten v. Charles Monsclct(nach d'Allatn vay, deutsch von Friedrich Fremerev. Mustk von Ferdinand Poise. Tan, von Guillemin. Zum Schluß: Coppelia. phantastisches Ballet in 3 Aufzügen von Ch. Nuitter und A. Saint-Leon. Nch»«spielha«s. Treu dem Herrn,'Schau- spiel in 4 Akten nach einer Erzählung von Friederike Lohmann und Richard Voß. N ratsche» Xbe.tter. Die Lorelei. Wallni r-Theater. Aifred'S Briefe. Mpsidenz- Theater Denife, Schauspiel in 4 Akten von A. Dumas(Sohn). �elle-Allianee-Theater. Die schöne Helena. Krirdri»- Wilhetmstädttsche» Tdeater. Der Zigeui'.erdaron, von Joh. Strauß. Walhalla- Theater. Das lachende Berlin. Heitere» aus der Berliner Theateraeschichte mit Gesang und Tanz in einem Vorspiele und 3 Akten von Jakobson und Willen. 5»«istnstädtischeS Theater Abracavabra. « vtral-Theater. Der Stabs- Trompeter. T.zftorw-Tljeuter. Däumling. vstend- kheater Das Loo» der Armen, Lebensbild in 5 Akten von F. v. Stenalin. Ni«erican- Theater. Große SvezialttSlen- Vorstellung. xbeater der ReichShallen. Große Speziali- raten- Vorstellung. '- riet Große Epezialitäten- S.afmann'« Variete. Vorstellung. St�ntordia. Große Spezialttäten-Vorstellung. Alhambra-Theater. Wallnertheaterstraß« 16. Heute: Die Verschwörung der Frauen. Historische« Lustspiel in 5«tten von Arthur Müller. Vor der Vorstellung: Gr.. Konzert der Hauskapelle. P.rfang deS Konzert» Wochentags 7 Uhr, der VvrSelluna 7*/* Uhr Anfang de? Konzerts Sonntags 6 Uhr, der Vorstellung 7V, Uhr. WlonZ hab-n Wochentags GiltigkcÜ und find im Theaterdmsau(12—1 Uhr) gratis zu haben. Vassaat l Treppe. 9 u. Mörz. bis 10 U. Rd. Kaiser-Panora««. In dieser Woche: Däne« mark. Schweden, Norwegen. Eine interessante Reise durch Holland. Neu! Hertha-Reise. Karo linen-�n sein x. »ine Reise A Pf.. Kinder rm 10 Pf. Ver- «inibilletS. Allen meinen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß ich Lange strass» Ur. 0 ein übernommen habe und bitte mich in meinem Unternehmen gütigst unterstützen zu wollen. 705 Achtungsvoll H, KOCII. Arbeiter-Bezirksverem für d. Osten Berlins. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die heutige Vereins- Versammlung wegen Absaguug des Lokals nicht stattfinden kann. Der Vorstand. Ortskrankenkasse der Gürtler zu Berlin. Zweiter Machtrag zum Statut der Ortskraukenkasse der Gürtler zu Berlin vom 17. November 1884. Artikel I. An die Stelle der§§ 20, 27 und 48 d«S Statuts treten nachfolgende Bestimmungen: § 20. DaS Recht auf die Unterstützung beginnt für Diejenigen, welche der Kasse auf Grund des § 2 angehören, mit dem Tage deS Beginns der Mitgliedschaft. In UnterstützungSfällen, welche innerhalb der ersten 13 Wochen der Mitgliedschast ein« treten, wird die Krankenvnfcrstützung nur bis zur Dauer von 13 Wochen, das SlerbegelV nur im Betrage von 48 Mail bezw. im Beirage von 26 Mark gewährt. Mitglieder, weiche der Kasse zwar tSnger at» 13 Machen, jedoch«och nicht ei«»olle» Jahr angehören, erhalten die Krankenunterstütznug nur so lange, als ste zur Zeit de«»intritts des ZlnterstühnngsfaUes Mitglieder der Kasse sind. Diejenigen, welche aut Grund des � 4 Mi.'glieder der Kasse werden, haben keinen Unter- stützungsanspruch, wenn der Unterstützungifall eintritt, bevor sechs Wochen seit ihrer Anmeldung verstrichen find. § 27. Die wöchentlichen Beiträge betragen: I. für erwachsene Kassenmäglteder, ausschließlich der Lehrlinge, 86 Zlfg.; II. für Kaffenmitglieder unter 16 Jahren und für Lehrlinge Ä1 Pfg. § 48. Ter Vorsitzende des Vorstandes eröffnet, leitet und schließt die Verhandlungen der General- Versammlung. Befinden fich unter den Gegenständen derselben Beschwerden oder Anträge, welche die Geschäftsführung deS Vorstandes betreffen, so hat er sofort nach der Eröffnung die Wahl eines anderen Leiters der Versammlung herbeizuführen. Dieselbe erfolgt durch Abstimmung über die auS der Mitte der Versammlung Borge- schlagenm nach der Reihenfolge der Vorschläge mit Stimmenmehrheit der Anwesenden. Der LeZter der Versammluna beruft zu seiner Unterstützung ei« Kasse»mitglied z« seiner Stellvertrrtnng im Uorsttz, sowie einen Ardeitgeber und einen Arbeitnehmer als Beisitzer und ernennt einen Schriftführer. Der Leiter der Versammlung hat das Recht, Mitglieder der General-Versammlung, welche seinen zur Leitung der Versammlung oder zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung ge- troffenen Anordnungen nicht Folge leisten, auS dem Versammlungsraum zu verweisen. A r t i kr t Ii. Diese Bestimmungen treten mit dem ersten Montage in Kraft, nachdem dieser Nachttag von dem Bezirksausschüsse zu Berlin genehmigt worden ist. Ver Vorstand der Oltskrankeukaste der Gürtler zu Lerliu. S. Koffwan». G. N-Hr. Vorsitzender, Schnstfttbrer. Melchiorstraße 8. Plan- Ufer 30. Gr. öffentl. Versammlung der d Töpfer fiertins and llragrjP Donnerstag, den 18. d. M.. Abds. 3 Uhr,. im Restaurant„Königsbank", Große furter-Stteße Nu 117. Tages- Ordnung:,. Berichterstattung der Lokn-Kommisfi� 1%! dtt' «M. ausgestellten Sitzung. 2. Berathung und Brschlußsaffung � aufgestellten Gcsellenlohntarifes für Berlin< Umgegend.— ES ist Pflicht eines jeden Tö?st? der Wichtigkeit der Tages-Ordnung Haiders dieser Versammlung zu erscheinen. Die Lohn-KommissioN I. A.: Hermann Bormann,' _ Britzerstr. Nr. 10. Bekannten zur � "ssiii, I Allen Freunden richt, daß ich in der und Waldemarstr asse 61 (Ecke de» Mariannen- Platz), tis Weiß- und l Zairisch- Mer- Lokal eröffnet habe. Ferner emvfehle meinen a> zeichneten Frühstück-, Mittag- u. Aüeadtil 720] Achtungsvoll Carl P fister- --------------< Lorstehender Nachtrag wird hierdurch genehmigt. Berlin, den 8. Februar 1886] s. Der Bezirks-Ausschuß zu Berlin. Arbeiterinnen- Vereius-versammluuH am Donnerstag, den 18. d. MtS., Abends 8 Uhr, in Gratweil» Kierhallen. Kommandanten- Straße 77/79. 2 og«8«Ordnung: Vortrag deS Herr Schulz. Die VereinSversammlungen finden in diesem Jahr« wieder regelmäßig jeden 2. Donnerstag im genannten Lokal statt und find Gäste stets will- kommen. 733 Der Vorstand der 8 Uhr. Arbeiter- Sezirks- verein Nofeuthaler Vorstadt. Donnerstag, den 18. d. M., Abends Bersiammlnug in Galle'« Kalo«, Linien-Straße Nr. Tages- Ordnung: 1. Vortrag.(Referent wird noch bekannt macht.) 2. V-rschiedenes. Z. Fragelasten. Zahl- reiches Erscheinen der Mitglieder erwünscht. Neue Mitglieder werden aufgenommen.[739 30. Gm. f. fr. Schläfst, b. veher, Münchebergerstr. 22. Wo speisen Sie 7 der alten Pommers« Küche b. Klein, Oranie«str.181, 6' «-die». Mittag»» m. Bier 50 Pf. Abends in g?. Auswahl V.ZKA an. Angenehmer» mrhalt mit Biliar. ;ä .5« % Sigen! ewpfi rr aber noch Heil ' wor W, di. �tonntet '«oppe sr f ."Ss. Masken-Garderolif C. Tietz, Dresdenerstraße Geschmackvolle Kostüme von 1 bis 30 M"' Vereine besonder« Begünsiigungen.___/ «dmttaistt. 38 Q-. Sodtke. Krästize Bouillon von 10 Uhr ab« 15 mw. Mittagslisch(Hausmannskost)» 50 Pf. mit vdmdtisch nach Belieben. Billig und kraftig-l� wiv A Kb: Die Hl Die am 31. Dezember vom leicht hejchädigt. Kerren-Wardrrob� werden fortges. enorm billig ausoertauü- Winter- u. Kammer-palet-ts 5% Seinkleider von 8 Mar?, Einsegnung. nzüge 10 Mark x.' Ii. ITill*, Prtnzenstr. 41, neben Zlindalf' Verkaufsstelle: Ftar recht». Schlafstelle mit sep. Sing. f. 2 Herten 1. März zu vermiethen Hagelsbergerstr. 4 Trevven bei Weber. Ärbeitsmarkt � Mamsells auf Spitzen-DollmanS vei» 736] Müller. Kochftr. 52, "a % «her % »»»>- fe' h, w« Pcrl-flocca-Kaffee, pr. 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