) wird fch Ihr wurdi l s devi W Chürrn Ii# Flammen 7 Es war d t, daß ei pflegte, v arten, an«. z in der 2) m hrend er. j M hätte\ und Fi sttagcn. iübcnnementspreis für Berlin stet «Z�vauS vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement Einzelne Nummer 5 Pf. Sonntags Nummer mit illustrirter Beilage 10 Pf. (Eingetragen in der Poftzeitungspr«sliste für 1886 unter Nr. 769.) Jnsertionsgebühr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile� oder deren Raum 40 Pf._ Arbcitsmartt 10 iTi Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Ucbereinkunft. Inserate werden bis Nachmittags in der Expedition. Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen« Bureaux, ohne Erhöbung des Preises, angenommen. Redaktion: Kenthstraße 2.— Expedition: Zimmerstraße 44. nlung ugkg� . ö m. wße immisfi� ifaffungj? Serlin L en TöM ission mann» !0.___ zur W* 61 >?). � roW ß- 3l ) 3R«r' ______ � i lnd l taust' Mark- 1%% i-lst' « «l 48, Zur WuhuuWftugr. mehr Menschen sich an einem Platze zusammen« desto mehr wächst auch die WoKnungSkala» «tu« Preise für erträgliche Wohnungen nehmen z. Puhe an, die im Stande ist, den Unbemittelten einen dti einzuflößen. Wer von seiner Hände Arbeit lebt, entweder in dumpfigen, finsteren und engen Löcher» tiuttT�eder er muß eine größere Wohnung nehmen, um «in«TT davon an Aftermiether abzugeben. Daun bleibt & armen Familie oft nur die Küche übrig, in der , wohnen und schlafen muß. Das ist hier am �'kider nur zu viel der Fall. fetjjt verschiedenen Seiten sind in dltse» Tagen wieder »yi k ausgeheckt worden, um billige Arbeiter« «06 i?ßeti zu beschaffen. Datei taucht immer W, die alte spießbürgerliche Idee auf, man zunächst dem Arbeiter sein eigenes Heim Z' d. h. ihm die Möglichkeit gebe», sich ein »M*«ohnhaus durch Abzahlung als Eigenthum zu er» inj. Das wäre gewiß ganzL gut und angenehm, wenn «»"""�ausfetzt.«vre«onjuniiureu rönnen yeure zeoen t'lrfi ick an einem bestimmten Platze für den Arbeiter so und ungenügend werden, daß er sich anderwärts �Müstigung umsehen muß, wo mehr Nachfrage nach �"«räften ist. In diesem Fall wird ihm ein eigenes k-ja einer beschwerlichen Last. Wen» es ganz ijj �.genthum ist, so muß er, wenn er fort will, L kwpfindlichem Schaden das Haus verkaufe»; ff e« aber erst eine» Shell des Kaufpreises abbezahlt, so noch übler dran. Man darf nur beobachte», wie daß ./mit sjeim* an einzelnen Stellen von den Unternehmern aus» worden ist. Sie habe» den Arbeitern kleine Häuser die durch Abzahlung»ach und nach rrworbeir wer« .'anmen. Aber gerieihen die Arbeiter dadurch nicht in m doppelte Abhängigkeit? Sie müffen sich dem Unter» Kl k* in allen S'.ücken fügen, denn wrnn er sie»UN eilt» (,/ so verlieren sie nicht nur ihre Beschäftigung, sonder» (h Wommen auch noch die Schwierigkeiten mit dem Hau», sie ihre Ersparniffe verwendet habe». In ein» ttt? legenden. namentlich in den Zuckerrübendistrikte» �kovinz Sachsen, sind die Unternehmer noch weiter L Ben. Es ist vorgekommen, daß die Unternehmer ihren chh-u" �k>ne Wohnungen bauten und das so hergestellte kt Erdorf" mit einer Mauer umfriedigten. Morgens hSu09 �beiter auf die Rübenfelder hinaus und e'ne': bestimmten Zeit mußten sie innerhalb der «�iedigung sein, worauf man dieselbe verschloß. JeuiLLeton.. Die Tochter des Kankrotteurs. %l Roman auS der Gegenwart von %t fiat Pfiff Gustav Lössel. ertönte, der Zug setzte sich in Bewegung. „eW l.lV- Pf- %% � Hoffnung vorhanden, daß sie»och vor Entdeck»« Nieich die Stadt erreichte. Wenn jeae aber auc � SauI0 0'6' s° war doch anzunehmen, daß man zunächst tJNtavKi« und in der Umgegend suchte. Wurde dann b», tt,'"« so verging auch noch etwas über eine Stusde, �'omtte man de» nächsten Stationspunkt nicht er» ' arrsizz�'schen Furcht und Hoffen blickte Erna dem Kt« �wern de« Tage« entgegen, welcher für ihre ganze . Di,» unst entscheidend werden sollte. Mr fip t!"'1"8 Winter saß beim Morgenkaffee oder viel- Uürft. Vicht beim Morgenkaffee, denn Frau Winter ,.�en Kakao, Fräulein Hedwig ihren Th?e und M war itank von Zeit zu Zeit einen Schluck Wasser. m, �ste Frühstück der Winter'«. Diesen ver- -7'nter.»Geschmacksrichtungen entsprechend, war Frau �wj.■ 8 stattliche, voll entwickelte Dame, Fräulein Ir'kiti»«1 m,�e Blondine mit den Allüren einer Eng« u!4*' Winter senior so kalt und nüchtern, wie das et. wit geschäftsmäßiger Präzision in bestimm» bekannten Exportfirma ..lii�et. hatte die Morgenzeitung vor sich auf» «vi den � fivdjrte emsig und mit sehr grtheilten Ge- ih..ein sl Eschenbach". Als.einen schlauen Fuchs" »»»,?li'«t"„„w118 vorsichtiges Männchen" hatte Wilhelm fy,. der, daß dieser halbe Naturmensch da so ziemlich Lriotff ki, I gezeichnet halte, bewies schon ein flüchtiger fchty, �d. gh � des hager»» kleine» Herrn. Kalt und 'kn g;" � NN gewinnende» Lächeln auf den 4)%, wn�0 betrachtete Winter senior die Menschen Mtt derselben kaftea Höflichkeit empfing Natürlich betrieb der Herr Unternehmer innerhalb der Mauern einen Handel mit de» nothwendigstev Lebensmitteln u»d eine Gastwirthschast, so daß er ihnen als Zwischen- Händler wieder einen Theil d-« Lohnes abnahm, den er ihnen ausbezahlt hatte. Da hören die Vorzüge des.eigenen Heim" vollständig auf, denn man ist nicht mehr weit von der heutigen „A r b e i t e r k o l o« i e" entfer»t. Das.eigene Heim" wird nicht nur zur Phrase, sonder« geradezu zur Falle für den Arbeiter. Praktischer find schon jene Unternehmungen angelegt, die darauf abzielen, den Arbeiter« b.llige Mieths- wo h nu n ge n zu verschaffen. Sie kündigen wenigstens an, daß man mit der alten Täuschung vom.eigenen Heim" gebrochen hat. Allein die Vortheile dieser Untern ehmunzea bleiben immer sehr problematisch und meistens illusorisch. Wenn man dillige Wohnungen herstellen w'll, so muß man dazu in großen Städten den Platz auf der äußrrstea Perlphetie, weil von brlrbtea Vierteln entfernt, aussuchen, weil sonst die Grundstücke zu theuer sind. Die Ent- fernung von den Geschäftsgegenden aber macht die Sache schon für den Arbeiter theurer. Er maß Pferdebahn und Omnibus benutzen, kann nicht zum Mittagfbrod nach Hauke kommen, luiniri viel Schuhwerk, wenn er bei schönem Wetter zu Fuß geht und ist auf diese Weise genöthigt, sich die billige Miethe wieder zu vertheuern. Auch für seine Gesundheit wird er nicht viel gewinne», denn man wird in den meisten Fällen doch genöthigt sein, söge- nannte Miethskasernen zu bauen. Der Grund und Boden wird mit de» kleine« einstöckigen Wohnungen, die doch billig sein solle», nicht genügend ausgenutzt werden können, um da« ganze Uaternehmea rentabel zu macheu. Und wenn das Alles nicht wäre, so würden vie Wohnung«» preise doch wieder in die Höhe getrieben durch die immer sich vergrößernde Nachfrage nach billigen Wohnungen. Ohnehin wachsen ja die großen Städte so rasch, daß nach einigen Jahren die an der Peripherie erbauten Wohnungen wieder mitten im städtische» VerkehrS- lebe« sich befinden und dann erreichen die Wohnungspreise sofort die der Geschäftsgegend entsprechende Höhe. Man wird eS gern anerkeiinen, wenn philantcopische Gedanken in dem Bestreben hervortreten, den Arbeitern billige und gesusde Wohnungen zu beschaffe». Aber wir halten eS nicht für möglich, die««uf dem Wege der private» Unter» nehmung zu bewirken, möge ei nun genoffenschastlich oder von einzelne» Personen b�onne» werde«. Die Häuser, al« Produkte von privaten Unternehmungen, werden immer den gewöhnlichen und unvermeidliche« PreiSströmunge« folge« müssen. Hier könne» unseres Erachten« nur staatliche Maßnahmen helfen. er dm Mann, dessen Aufttäge ihm Taufende werth waren, und der, der ihm eben so viel auS der Tasche nahm. Sein wmig gefaltete«, glatt rasirtes Gesicht, dessen Auge« durch eine goldene Brille geschützt waren, verrieth überhaupt niemals, ob ein Besuch willkommen oder unwillkommen war. ES war kein Barometer für die Tageßstimmung, wie z. B. das des verstorbenen Kommerzienrath«; wie denn Winter senior in Allem das gerade Gegentheil von diesem Unglück- lichen Manne war. Auf ihn bezog er seine Worte, al« er jetzt sagte:„Also kein Mord! Die Obduktion hat den Sch'aganfall außer alle« Z Deisel gestellt." .O!" machte seine Gemahlin bedauernd. Sie liebte starke Effekte und der Fall Eschenbach war in diesem Punkte recht vielve, sprechend gewesen. Aber das Glas, welches seiner Hand entfallen war!" wandte sie ei».„Was hat denn dieses Glas enthalten?" .Wasser!" erwiderte er trocken. „Reines Waffer-.?" „So scheint e«. Die obduzirendea Aerzte stellen eine ebenso einfache wie bestimmte Diagnose. Der Komm?rziea- rath befand sich schon, als er sich an den Schrank begab, in einer hochgradige» Er.egung— Zeugen bestätigen, daß er an jenem Morgen überhaupt sehr erregt gewes-n;— er öffnete und vermißte das Depositum im Werths von einer halben Million, ei« Schwindel wandelte ihn an und sehr natürlich griff er nach einem Glase Waffer, da« er allem Anscheine nach nicht einmal mehr an die Lippen brachte. Zu dem Bluterguß in$ Gehirn gesellte sich ein* Herzlähmuag, die seinem Leben ein jähr» und schmerz. loses Ende bereitete." „Allerdings ebenso e nfach wie na-ürlich," bestätigte die sensationsbedürftige Dame.»Aber da« muß doch sehr schnell gegangen sein und dem Kommerzienrath kann wohl nicht so viel Zeit geblieben ftin, die Karaffe zu öffnen und das Glas ,u füll.». Viel annehmbarer ,st, daß dieses«las schon auSaeschärkt dagestanden. Wer aber hat das Waffer mS GlaS geschävkt— wann— und zu welchem Zwecke?" Wirter schüttelte den Kopf. AuS Di- spricht der Staatsanwalt," sagte er.„Ueon- Politische Uebersicht. Offiziöses. Aus Berlin läßt sich die„Elbeifelder Zeitung" von ihrem Offiziösen schoeiben:„Den Arbeiter» unruhen in London wiro von hier aus eine kehr ernste Aufmerisan:k-it zugewendet unv man' ist geneigt, tn ibnen nicht blas, wie es etnitlne Z-itungtberichte darzustellen suchen, grobe Exzesse von Gestndel, wie eS fich in jeder GroßstaSt finvet» zu eidiicken. Man glaubt auch hier Ärueichen dafür zu baden, daß die Unruben einen extrem sozialistischen Cbarakier haben unv möglicherweise von langer Hand du ch eine Art Exekutiv» Komitee gevlant worden sind."— Diese Nachricht deutet darauf hin, daß man die„Ardeitcrunruhen in London" bei der Ver» längeiung de« Sozialistengcs-tzes benutzen will.— Das halte man auch vor mit den jüngsten Arbeiterbewegungen in Spanien. Doch lauten die Nachricht n aus lltadrid jetzt derart, daß man jene Bewegung in der Tbat nicht srullissziien kann. Diese Arbeiterkundgebungen find nicktt A ißerge r>öhn<» liebes und ein« natürliche Folge der durch die Choleia und die Erdbeben beschwmenen ökonomischen Krists, an welcher daS ganze Land leidet und welcke stck naturgemäß in der Havpt» stadt am meisten zusp tzt. Et find M chregein get offen worden. Tausenden von unbeschäftigten Armen an Gemeinde- und Slaarr bauten Arbeit zu vei schaffen Bet der Ersatzwahl im 19. sächsischen Wahlkreise wollen nun doch üd;r die Köpfe der d utsch rreifinn-gen säwfi- schen Landtagsabgeordneten binweg einige deuttch-tteifinnige Männer einen eigenen Kandidaten aufstellen. Da� ist nun viel zu spät. Die meisten deutsch fr-ifinr igen Wubttr richten fich nach dem Rrtbe der Landtagsabgeordneten, so voß der übrigens noch nicht einmal nominirle deutsch fre. finnige Kandidat nur eine sehr geringe Stimmeniahl auf fich vereinigen wird. Fast sollte man meinen, daß eS fich bei dieser Spätgeburt nur darum handele, den Schein zu wahren. Das Bemalten des deulsch freifinaigen Landtag»f:aklion ist aber nickt mehr gut zu machen uns so bleibt den Deutsche F-eifinnig-n in jenem Wabl» kreis der Vorwurf nicht erspart, dag ste den„Ocdnungeparieien" erheblichen Vorschub geleistet haben. Der Volkswohlstand ist in fortwährendem Steigen be» griffen, so verkünden die O>fiz-ösin papigaenarlig in allen Ton» arten, obgleich die nackten Tbatsachen dieses Geschwätz täglich Lügen strafen. Wie groß der Umfang des Elends an minche-r Orten schon ist, erhellt reckt deutlich aus einer Nachricht, wechs der„Germania" aus Westpreußen zuging. Es heißt da:„Bei uns wüthel der H u n g e r t y o b u s in erschreckender Weise. Im Berenter Kreise find manche Dörfer bisher auf drei Viertel ihrer Einwohnerzahl zusammengeschmolzen. Von einer krchlichen BrerSigung der Ventor bemn ist kein- Rede? nie Leichen werden gleich auf der Feldmark der betreffenden Dörfer begraben. In den ir. starten Orten find die Schulen geschloffen —«einzelne schon seit Mitte des Monats Dezember vorigen Jahres."— Thnt aber Anes nichts, die Offiziösen werden auf Kommando weiter lügen. Nattonalliberate Taktik. Als im Jahre 1878 der Ruck» tritt de« liberalen Kultusministers Falk drohte, schieb das glvße rhe.nische Rrpttl, die„Köln. Zig.", in einem Leitartikel gerS ist das ein dunkler Punkt, der wohl nie auf eklärt werden wird— der wegen de« Wassers im Glase. Jean, der Kammerdiener, der den Kommerzienrath da« Wort „Gift" aussprechen gehört, will schon am Tage vorher ei» GlaS Wasser auf dem Settentisch gesehen haben, während Jenny, da« Stubenmädchen, welchem die Reinigung des Ka« binets oblaa, behauptete, daß am Morgen des Todestag z kein Glas Wasser da gewesen und daß sie selbst die Karaffe an diesem Morgen neu gefüllt habe. Das ist Zcugniß gegen Zeugniß, kommt aber gar nicht mehr in Betracht, seitdem ärztlich festgestellt ist, daß eine Herzlähmung die wahre Todesursache gewesen." .Eine Herzlähmung, herbeigeführt durch den Genuß eine» rasch wirkende» Gifte«!' beharrte Frau Winter..Die Herren Aerzte kennen dies Gift nicht, sie können eS nicht »achweisen, und folglich ist gar kein Gift zur Verwendung gekommen. Man kennt daS I Aber weiter! Hat man noch keine Spur von der flüchtigen Tochter?" „Die Zeltungen wisse» davon nicht«, und die polizci» lichen Recherchen werden, wie immer bei solchen Vorfolgungen, geheim gehalten," sagte Winter mit einem Seufzer.„Ich muß gestehen, da« ich Bernhards wegen—* Ein strafender Blick«uS dm Augen seiner Gattin ließ ihn verstummen. Jener sollte ihn an die Anwesenheit seiner Tochter erinneln. Fräulein Hedwig hatte während dem ruhig ihren Thee geschlürft. „Von wo datirt Bruder Bernhards letzter Brief?" ftagt- sie jetzt. Die beiden Gatten tauschten einen rasche» Blick. „Von Rio de Janeiro, Kind. Warum? Frau Winter fragte da« und löffelte dabei mit schein« barem Gle chmuth ihre Chokolade. „Kennt die Polizei seinen Aufenthalt?" forschte Hedwig weiter. „Warum?" fragte nun ihr Vater, allerdings schon etwa« strenger. Sie bl ckte gedankenvoll in ihr G'aß. »Ich merne vur!" entgegnete sie g eichmüthig."„Es wäre doch seh? unangenehm, wenn man Erna Eschenbach m folzendes:....„Die Maigksetze in erste? Linie, was man auch im Einzelnen an ihnen glaubt tadeln zu können, find zum Pharus geworden in den aufgelegten Fluchen kirchlicher An- svrüche und ultramontaner Demagogie. Und nun, wo der Segen der Zliaigesetze immer llarer zu Tage tritt, wo selbst die Kurie die Hoffnungtlosigkelt ein-S ferneren Kampfes g'gcn j ne Burg des modernen StaaleS erkennt und die Hand zum Frieden, wenigstens zu Berbandlungcn über denselben bietet, da soll der Mann im Wege stehen, der in dem siegre ck durch» g führten K impfe der Führer war Y Haben denn Bismarck und Mollk? abtreten müssen, als man in den Kricg-n von 1866 und 1870/71 den Feind zu Boden geschmettert hatte? Waren sie beim Abschlüsse des Friedens hinderlich? Wie schon gesagt, die Kurie schlicht nicht Frieden mit de?;„protestrntiichen" Kaiserthum um dcS Frieden willen. Ein Herz sür d-n modernen Staat hat auch Papst Leo XIII. schwerlich. Auch kennt der das Wesen der Hierarchie nicht, der da wähnt, die Kurie denke im Ernste daran, sich auf immer unier die Hoheii des Ltaalei zu beugen.... MuH ferner, wenn Falk um des Fricdens willen gehen soll, nicht auch. Bismarck gehen? Der hat doch noch ganz andere Keulenschläge gegen den Feind geführt als Falk; fein Au'trder. in diesern Kampf? war ein vi.l persönlicheres. Heute schreibt nun dasselbe Blait von d-m neuen kirchen» politischen Gesetz:„Es entspricht in vielen Stücken den An- sichten, die wiederholt ur.b in zusammci fassender Darstellung in der„Köln. Zig." vertreten worden find."— Echt natlonal- lideral! lieber de» Eindruck, welch?« die kirchevpolittsche Vorlage auf vi« Abgeordneten gemacht hat, wird der„Franst. Zig." auS Berlin geschrieben: Selten hat eine Vorlage, auf die man rock dazu im Wesentlichen vorbereitet war, unier den Abgeo;dneien eine so arrhe Auslegung hervorgeru'en, wie de- neue kircherpolttische G-fetzen«wurf. Wo Zw.i bei einander standen, wur?e er diskutirr, und eS ist charak'.e. strich, dah man sich auf den sachlichen Inhalt sehr wenig einlieh, ihn sogar zum Thril r-cht oberflächlich deurtheilte, desto mehr aber die allgernein? poli'ische Bedeutung dieser: ktion in den Vorder- gnmd stellte.„Jetzt ist der Kultur'av.pf zu Ende!" das mar noch das zurückhaltendste Urthei', waS man hörte, denn es gab, namentlich unters den Konservativen, sanguinische Naturen, deren Ansicht über die kirchenpolilische Vorlage sich einfach in den Worten Luft machte:„Nun kommt das Branntweinmonopol du.ch!" Auch die Verlängerung des Sozi listen- acsctzes und das neu? S-ptennat waren nach der Austcht Vieler ourch den kirchenpolittschen Gesetzentwulf in den sicheren Hasen gebracht. Solche Urihcile find überaus charakteriftisch für die ganze Eituatwn und kennzeichnen die wahre Meinung, welche die Freu?de der Regierung über die Motive derselb-.n zu dicstm Friedenswel! haben. Es war durchaus fem untergeordneter Parlamentarier, der seine staatSmännstche Begabung in der Versicherung kund gab, das kirchenpolitische Gesetz weide nicht «her pudltzirt werden, als bis das Brannlweiamonopo' mit Hilfe deS Zentrums angenommen worden sei. Ein cpposttio- neller Journalist vmh sich wirklich bülen, diele Anschauung eines Mitgliedes der Regierungspartei zu seiner eigenen zu machen und etwa zu inierpretiren; er käme sonst leicht in die Gefahr, elner oeleidlgenden Abficht gegen daS Gtaalsministerium geziehrn zu werden. Sehr zuiückdatte- d äußetten sich die Mir gi.edcr d-S Zentrums, und die„Gervnmia" beweist ja bereits heute Abend, dah dieses Gesetz nur eine weitere Abschlagi.- Zahlung ist und dah noch viel zu wünschen übrig bleibt. Wmig Vergnügen schien der Entwurf den Nativnallideralen zu machen. während die Konservativen ihn wie den'Anbruch einer neuen Vera feierten. Im Allgemeinen gab man sich durchaus der Vorstellung hin, dah die Kurie das Gesetz vollständig gebilligt und stck mit diesen Zugeständnissen für defriedigt erklärt ......... have. eine Ansicht, deren Richtigkeil von der„Germania", od mit Recht oder Unrecht mag, dahin gestellt sein, noch bestritten wird. Di? istmetchische« Polen bemühen sich, die Bismarck- schen GermanifirungSpiäne nach Kräften zu durchkreuze!', und Preühen für die„Polenvetfolguna" zu strafen. Im polnischen Klub ist dieser Tage die Jvee erörtert, eine Bank zu grü den, um die Güter in der Provinz Posen in polnisch-m Besitz zu «rhallen. Ferner soll der Verkehr mit den in Galizien wobrun den Preuhen ganz abgebrochen werden. Die Agitation für diesen Zweck ist überall im Gange und hat schon grohe Di» menflonen angenommen. In Krakau beschloß eine grohe Bürgerversammlung, den Waareneinkauf in Preußen als Vec- gehen gegen die patriotischen Pflichten zu betrachten, und eine Kommisston wurde mit der Aufgave detraut, Fachmänner au« allen ErwerbSzweiaen einzuberufen, um neue Quellen zum Be- zuge bisher aus Preußen importirter Waaren zu ermitteln. Lemberg wird nachfolgen. Dem Bundesrath ist ein Nachtrag zum Reichs« haushaltS-Ttat für 1886/87 zugegangen, durch welchm für Bedürfnisse dringender Art, welche nach Lage der brsonde- reu Umstände bei Aufstellung de» inzwischen vom Reichstage erledigten RotchshauShaltZ-EtaiS noch nicht berücksichtigt werden konnten, Sorge getragen werden soll. ES find dleS die For- ~.....' Teim derungen zur Errichtung eine» sechsten Zivilsenats beim Reichs- Hamburg oder Bremen auf einem Brasilienfahrer abfaßte. Es könnte dann heißen, Bruder Bernhard habe sie dazu de- stimmt, ihrem Vater das Geld zu enlwevde« und zu ihm zu stoßen/ „Abgeschmackt!" sagte ihr Vater wegwerfend, indem er stch wieder m die Zeitung vertiefte. Die Hand, welche dies« hielt, zitterte kaum merklich. „Aber, Hedwig!' sagte auch ihre Mutter vorwurfsvoll. Sie warf ihr einen verweisenden Blick zu und schüttelte de» Kopf. „Natürlich ist der Gedanke nicht angeneh«," suhr Hed« wig in ihrer frostigen Weise fort,„auch mir nicht, denn Bernhard ist ja mein Bruder. Aber er selbst hat mir diesen abscheuliche» Gedanken eingegeben, und wenn ich ihn gegen Euch äußere, begeh« ich wohl»och kein Verbrechen.' Wmler ließ noch einmal die Zeitung sivk-n und seine Gattin setzte die zum Munde erhobene Tasse wieder nieder. „Willst Du damit sagen," fragte diese,„daß Bern« h rd.. sie stockte und blickte sich scheu um; dann fuhr sie lecker fort:„daß Bernhard je mit einem so erniedrigen« den Geda-ken umgegangen wä.e? Pfui, Hedwig, wenn Du da» nur sagtest, um dem Kroll genug zu thun, de« Du gegen Deine» B-uder hegst!' Die junge Dame lacht« leise u«d höhnisch.„Meines Kroll gegen Bernhard! sagie sie geringschätzend.„Was kann ich dafür, daß er nicht so� geartet ist, wie eS der Erbe der Winter»«nd der Nachfolger unserer Firma sei« sollte.. „Na. da« ist denn aber doch...!' fiel hier Winter zornig ein. Er erhob sich behende und raffte seine Zeitung zusammen, während sein Auge mit stummem Vorwurf das der Gattin traf. „2n der That, Hedwig," sagte diese tadelnd, „Deine Worte find liedlos und unebrerbietig zugleich. Du vergisstst zu Zeiten, von wem und mit wem Du sprichst." In H-dwig'S blasse Wangen kam ti>i Schatte» von Farbe.„Za, ja," erwiderte sie erregt,„Adler hat schon Recht mit dem, was er sagt!" gericht, zur Erwerbuna eines G'undstücki bihufs Enichtung eines DienstpebäudeS für da« Patentamt, sowie zum Ausbau des DiensteebäudeS Wilhelmplatz 2 für die Zwecke d-S Reichs- versicherungSamts und deS Relchsschatzamt« in Höhe von dezw. 58 560 M., 6(0000 M. und 780 0 M. Dem Gesammtbedarf von 776 560 M. stehen an Berwaltungseinnahmea beim Reichs- emckt 1221 Hl. gegenüber, und eS soll der Mehrbedarf von 775 339 M. insoweu derselbe nicht durch Mehrerträge bei den außer d:n Matrikularbeitragen zur Reichskaffe fliehenrcn»gel« mähigen Einnahmen D ckung findet, durch Beittäge der ein- zelnen Bundesstaaten nach Maßgabe ihrer Bevölkerung aufgebracht werden. lieber die Lotterien und Ausspielungen erhalten die o'fiziö;«! B. älter folgenden Arteke!: Die Zahl der zur Förde« runz gemeinnütziger Zwecke aller Art mit staatlicher Genehm«» (jung ve anstalteten Lotterien und Ausspielungen ist in neuerer Zeit in fortwährender Zunahme begriffen. Giebt schon di-scr Umstand an stch zu Bedenken Anlaß, so. ist bezüglich derjenigen AeeloosiMgen, welche mit Rückficht auf daS örtlich beickrantte Interesse feS Unternehmens nur für einen Theil des Staats- gebiet« zugelassen werden, eS als ein besonderer Mißstand empfunden worden, dah der Veriried der Loose häusig auch auhcrh-.ld des erlaubten AdsatzgebietcS stattfindet und nicht mit 64'ofß verhindert werden kann, weil es an einer zweifel- loi anwendbaren Srrafbestimmung fehlt(§ 281 des Reichs- ftrafaesetzbuches trifft nur die unerlaubte„Veranstaltung" öffentlicher Lotterien und Ausspielungen, welche in„Preuhen nicht zugelassen" find). Es ist daher in Frage gekommen, einen sslchen unbefugten Vertrieb der Loose außerhalb des er« lanbten flbsatzgebi'tes auf dem W:ge der Polizeioerordnungen unter Strafe zu stellen, oder aber die staatSseitige Genehmi- gvng fortan nur unter dem Vorbehalte deS Widerrufs für den Fall der Ucberschreitung des Absatzgebietes zu erth-Uen. In jedem Falle kann denjenigen Gesellschaften und Vereinen, weiche Verloosungen der bezeichneten Art in gewissen Zwischen« räumen zu veranstalten und die staatsseitrge Genehmigung dirscrhalb nachzusuchen pflegen, in ihrem eigenen Interesse nur empfohlen werden, die ihnen bei Ertheiluna der Genehmigung gezogenen Echrankm sorgfältig iv.ne zu halten, da dieselben anderenfalls gewärtigen müssen, daß fie eine wiederholte Ge- mrnvgnng mcht erlangen, sobald oie Wahrnehmung gemacht wird, Sah st: die Hebe! schreitung des erlaubten Absatzgebietes nicht zu verhindern wissen. In Innung« ftatute» stehen häufig recht eigenthümliche Bestimmungen, welche leider nur selten in weiteren Kreisen be« lannt werden. So hat der Vorstand der Bäck«r-, Pseffer- lüchler- und Konditor« Innung in Waldenburg in Sialesien den Eltern und Vormündern der Bäckerlehrringe, sowie dm Bäckermeistern zur Krnntnih gebracht, daß ,Ieyr!inge, welche ohne Begleitung erwachsener Angehöriger Schavllokale oder Tanzböden besuchen, nach§ 43 des JnnungSstatuts vor den JnnungSvorstand geladen rrnd zur Verantwortung gezogen werden; im WiederbolmigSfalle kann sogar auf„Strafe bis zu sechs Monaten Nachlernen erkannt werden." Ganz richtig bemerkt die„Volksrtg." dazu: Ein halbes Jahr Nachlernen ist für den armen Lehrling eine sehr empfindliche Strafe, für den Meister dagegen in den meisten Fallen baarer G?w nn. Denn da der Lehrling nach Ablauf der festgesetzten Lehrzeit in der Log? sein wird, dem Meister die Dienste eines Gesellen zu leisten, so kann der Meister, wenn sein Lehrling auf Grund des§ 43 des Statuts zum Nachlernen verurtheilt wird, für die Dauer dieser Strafzeit einen Gesellen entbehren, bezi h im es weise den Lohn desselben ersparen. Wenn, was wir nicht wissen, aber für nicht ganz unwahrscheinlich halten, die Strafe deS Nachlernens auch für andere Vergehen gegen die Jnnun-es-Statuten verhängt werden kann, so römren di- Herren Meister durch fleißige Anwendung der Bestimmung recht gute Geschäfte machen. Die JnnungSstatuten müssen von der höheren Verwaltungsbehörde de! Bezirks, in welchem die Innung ihrm Sitz hat, bestätigt werden. Es ist recht bezeichnend für die heute wieder herrschenden Anschauung«», daß die Waldm- durger Statuten mit dieser Bestimmung bestätigt werden tonnten; sie geht unseres Erachtenj wen über das hinaus, was die Gewerdeordnung, insbesondere§98» derselben, anordnet. Der Diäteuprozetz gegen de« Reichttagtabg. Heine gelang? am 11. März in zweiter Instanz vor dem Oderlandet- aericdt Naumburg zur Verhandlung. Vertreter des FisluS ist der Justizrath KoNum. Elberfeld, 17. Februar. In Sachen der auf G.und des Eozialistenae'ctzes verbotenen«Neuen Büraerzeituna" und des „Brrgisch-Ntärktschen Generalanzeigers" ist dem Schriftsteller Her: F. GiiieS, dem Schriftsetzer Wilhelm Schöllgens und dem Auckdruckereibefitzer Langewiesche eine umfangreiche Anklage» schrift zugegangen, worin auf§ 19 deS Sozialistengesetzes Bc zug genommen wird. Frankfurt a. M.. 17. Februar, lieber die Petition deutscher Frauen gegen die Duldung von Etlaoerei oder Hörig- keit in irgend welcher Form in deutschen Schutzgebieten haben wir außerordentlich Günstiges zu berichten. Der Erfolg ist de« deutend größer, als die Frankfurter Frauen zu hoffen wagten, niemals in Erfülluag gebe« werde», wenigsten« nicht, so lauge ich noch lebe. Sag' ihm daS!'— Der kleine Herr hielt erschöpft une und schnappte«ach Luft. „Adler braucht Dein Vermöge» nicht,' spöttelte H:d- wig.„Im Kegentheil, er kann Dir noch von seinem eige» «en gebe». Er ist ein Millionär." „Sem Vater war es, ja wohl, und ein braver, recht« licher Mann ist er auch gewesen. Als er seine Auge» schloß, ist eine unserer solventesten Firmen erloschen. Der Herr Sohn, der niemals Neigung zum Kaufma»«ista»dz hatte, hat das Geschäft nicht weiter fortgeführt.' „Das braucht« er auch nicht,' mischte sich hier F:au Winter in's Gespräch.„Sem Vater hat ihm ei» Vermögen hinterlassen, welche« ihm gestattet, sich mit ein?» fürstlichen Luxus zu umgeben." „Ach so, Herr Adler!" sprach ihr Vater mit schneiden« dem Hohn.„Und wenn man frage» darf— was sagt den« der Herr Adler N „Nicht* weiter, als was dies« Szene wieder beweist: mar. darf kein Wort gegen Bernhard sagen, ohne Deinen höchsten Unwille» zu erwecken," entgegnete Hedwig.„Wenn aber Beruhard hier in meinem Bersei» erklärt hat, er heirathe Erna Eschenbach doch, und wenn er, um da« zu- ermöglichen, selbst ein Verbrechen begehen müsse." „Redensarten! Wa» man so sagt I" warf Winter gezwungen lachend ei». „Und wenn nun," fuhr Hedwig unbekümmert fort, „seine heimlich Verlobte die Kasse ihres Vaters destiehlt und da» Weite sucht, so darf wa» doch wohl denken.. „Was man will/ nur sagen darf man es nicht, und am allerwenigsten w»n« man die Schwester des ungerecht Ve?« dächtigteu ist! Wenn Herr Adler seinen ganzen Einfluß gegen Bernhard geltend macht, so schwebt ihm dabei gewiß ein bestimmte» Zrel vor, zum Beispiel Verstoßung meine» Eohves und Umwandlung der Firma„Winter u. Sohn" in„Winter u. Adler". Hedwig schnellte, gleichsam getroffen, empor Ha! saß der Pfeil!" rief ihr Vater triumphirend. Nuv denn, so sage dem Herr« Adler, daß seine Träume da sich bis jetzt 80 Sut tschafien mit 5200 Unterschristen ff»an nun a theiligten und täglich, trotzdem der Rückftndungkternin I»«nfftte stch; üdersckrittkn ist, noch Listen eingesandt werden. Zwei& vballter Fau! düngen find bereits nach Berlin an den Reichstag cW JJ"«„Geheimf gangen....,«waue» sage Aus Bayer« erhalten wir folgende Zuschrift:�«4 ein Gene bayrische VemnSgesetz ,st die Skylla, in welche die ArH tinb eine We bewegung geräch, wenn siede: CharybdiS des Eoziiiisieng?'? Ko Kotomkin glücklich enlronnen ist. Der Baqreuther TifsH' Mnm Arces verein ist vcm dottigen Stadiwagistrat als p olt tu»' nn energckch� Verein erklärt und ihm dadurch die Möglichkeit«rstockt blieb ersprießlichen Wirkens entzogen worden. S-ukschlu?, Limmer, wo Minderjährigen, der Frauen, strengste polizeiliche Uedkranub� dai Verhör Verbot jedwede Beziehu rg zu anderen Vereinen, d« K«genten Ha!, «inig? Blü'hen aus dem Prragrophenbouquet, das jeder Einleitung w scken Veicungung gereicht wird. In der überaus uterefW' Wiilhende stt „Molioirung" w'.rd u. a. ausgeführt, daß der Verein üo ihm blnrst r reit« seit lä-gerer Zeit verdächtig gemacht habe. Z-« r# tioltittc ~.........— u8 i" � der bekannte Gewrrkschastsagitator Meist aus Deutz Versammirmg referirt; fett: R ierat habe bereits zu„ErväzuM oi.r-t l.— I_s.£r._ doch die llllgemkinen il» Anlaß gegeben, indessen Härte c» vuu. vk BRum-—— interess n derührt. Kommt nock verschiedenes A:,oects, B N" letzt habe aber eine Festrede des Herrn Karl Oertel« Nürnberg, die er bei Gelegenheit deS Tlistul gefefl». Vereins gehalten, dm, Faß den Boden ausgeschlagen.» Festredner habe„nicht nur über die französtsche Rw« im Jahre 1789, sondern auch über die Fragen niedrigen Arbeitslöhne, der Macht des Kapitals u.)■ gesprochen Als Zeuge gilt der Polizeirottmeisicr, nicht etwa zur Uedernrachung, o bewahr«! nur die„teuerpolizrillchen Maßreg-ln" zu kontroiirem schienen wie: ferner ein Festbericht des Nürnberger•w' dlaties, der„Frän'i che» Tagespost"', in der— horribil« — es von der Bayreucher Arociterdewegung heißt, sie bff, fort,„ohne daS kpt?ßbürgerthum pir«eceUenc« nur W• besten zu fragen." Wir fragen, wie der junge „Nanon": Muß : fragen, wie der zurme fein? Aber dieS„Spießbür� hat j doch mit dem Phillstrrihum� nichts zu schaffen-.�,, bayerische Landtag wird lich demnächst mit zwei von b e r g eingeschickten Petitionen, die von prinzieller find, zu beichäftrgen haben- Die eine erhebt Einsorinchst und........ Mnd und J«st mach n Uagen, fitli Mutrevt zu SR ahlene Ge lmt Sinne jk�Mhev KZ �-'Monatlich eine Verletz mg des PetiiionSrechis, dadurch bfgcngeite.jib ' UnterschristSlistem, die zu Gunsten ül Polizei in Lauf»»»i.« v.v ju is-ui,,».>> beit-rschutzzefeyentwutts zickulirten, mit Beschlag b;M Im zweiten Falle har delt es ft'a um da! Verbot e-nff sammlung, in der Frau GuiUaume-Echack einen Vorir«� sollte. Hoffentlich wandern die b-!Sen Pniiis.icn nicht!.,! Papierkorb. Unseren Kammer, Patrioten" ist freilich!�. — und nichts Volki! freundliches— zuzutrauen.— Ä» es ja sehen. FssvLreich *5«hellt 1 WS, I-de Jul.S V-llts, Lessen Todestag am Sonntag war, zu. Da sich auch andere revolutionär G fi rnt« an dem j .heiligten, to wuchs die Zahl der Theilnehmer auf 3000 an. Die Polizei hatte uwfaffende Maßregeln um etwaige Ruhestörungen zu verhindern. Zwei KE standen am Hauottoore d-S Friedhotes und ließen nur � � von fünf bil sechs Personen auf einmal durch.■) 1 Uhr begann das Desilö. Die Verehrer Balles' W. � i oeyr otzann ouo �tnie. ajii Äercyrcr vaueu"„"if rot he Immortellen oder andere rotde Blumen im Knopst�ip in den Kränzen, welche auf das Grab gelegt wurden. »11 VC«» OV. UU�VJl, UUs V»i» IV-iCVCl». 7* s:/ kbeniallS diese Farbe vor. Eine Reihe von Vereinen ihr*(nfyfyf+iw tttff ü„l/ selltchaften hatte ihre Vertreter mit' revolutionären geschickt. Jules Guesde, der Redakteur deS„E i du � hielt am Grade eine längere Rede, worauf man sich Rufen: Es lebe die Kommune I ES lebe die soziale �D» Die Menge begab sich sodann nach w.-lchem n. lion! entfernte.> der Nähe des Kirchhofs belegenen Eaal. in wrupw verschiedenen Rednern das Tageserrigniß besprochen «Uli Util radikale • de werde Ste» II Nbtr und Ii- l;. einem rrden könv Die so �stehende! «°setz eing Schweiz.,_. In Zürich fand am 15. v. M. eine Massenoels�„� statt, in welcher eine Resolution angenommen wurde, � PolenauZwcisnngen und das Verhalten des preußisch/fi,»? tag? in den schärfsten Ausdrücken tadelt. Aus velsa� Siädten liefen während der Verhandlungen Zuß� adressen ein. Rußland. Q, Aus Petersburg, 12. Februar, wird der„Voss schrieben: Die noch heute bestehenden mlttelalterll« � stände in der Petersdurger Geheimpolizei wurdttf durch einen öffentlich durchgeführten Prozeß illustrn' Kläger, der Bauer Kotomktn, wurde im März löst, oit Deiektiv-Abihiilung über den angeblichen Ankauf ö�, � Gegenstände seitens feines Bruder« ivquirirt. Da § 1 des A Deut rückge „Der Euch Frauen blendet und besticht, (tätigt* ihr Gatte,„während ich dahinter nur._ AW grshe Zahle». Dieser Aufwand kostet«in enoro�a W Aber nicht zevug! Herr Adler hat die drei Zahre L u' Tode seine» Vaier« in Paris und London verbrt�»l was daß besage« will, basjvetjj man, ohne tn" � v London gewesen zu sein. Wenn er jetzt wieder � � auf einmal so ernst u«d vernünftig thut. al» w*- anders gewesen, so kann ich mich des Gedanke�» wehre«, daß nicht blos Neigung ihn dazu tteibt. wohl mehr Zwang sein. Und seid versichert, � seiner zukünftige»«atti» nicht daS liebende Wnb,. �«ierb die Erdin. Lnder ist er so schlau usb so gut ich ihm da» nicht»achweise» kann. Ich muß'*0# � 8l"n» gefalle» lasse»,'weirn mein Fräulein Tcchter die Neigung dieses Mannes auftrchtig erwidert und sb 9 seine Werbung begünstigt. Ader wenn Hei*2; ,a j das Ziel hinautschießt und«ehr' p>'-, seine Grenzen zu verweist». Ich dulde keine I" meinem Hause, und Du, Hedwig, solltest eher vertheidigen, als Dich zum Echo ungerecht tiguna?» gegen ihn zu machen." Hedwig warf de« Kopf zurück. „Hat Anler' wlederhole nur, W Bruders Mund gehört habe, und das Wervers faittK'l ungerechten Verdächtigungen AdlerS auS � � «iAl tilae»."tefi ferne nickt. Reinbard Hai Sil, § 3, N 3. ix werde T"" wv M S» U« W m ein, zu dem'Diebstahl bestimmt, ich äußerte#«*"i' giig nisse wegen eines möglichen Verdachte» i» 5' '»II*» ►VVyer»»»4IV�«-VMV4» DU»' 1 V Und daß dieser Verdacht nicht unbegründet RernbardS eiaeve Worte. ülmnGlück habe nur ich' V M., Bernhards«ige?« Worte. ZumSlück habe nur'ch erst Harbs nichts, und wen« er ganz allgemein J> f gegen meinen Bruder nicht« vorbringen, 1 aick; f I---- begründete iß eme auf Beobachtungen~*r>—------ sagtest ja selbst vorhin, daß Du wegen w 'Qnin i «us( färitkM«an nun ßfctuficn muß, darüber nicht» ,u sagen wußte, 4 o f& stch oct Gehtimagent Hal?ert vermaßen, daß er mit � Mllter flaust auf ihn losschlug und für zehn Minuten in jüteg M«ne„Beheimzelle" setzte, über deren Charatter wir leider nichts , r»jnaut» sagen können. Hierauf inquirirte ihn ebenso resultat- i or'.w General, sodann ging e» wieder in die„Geheimzclle" %.L!i„ei"e Welle später in einen kalten, dunklen Bodenraum, �st«nge>kk«o Kotomkin eine Stunde zubrachte. Nach einer im ellge- Ts!«nnm Arrestanten-Raum verbrachten Nacht begann abermals 'U'j'l*(%llch(g Verhör in der„G-Keimzelle". Da Kotomkin ichkcet d'' Wölkt blieb, geleitete ihn der Geheimagent Proßkuitn in ein l!® rM*, wo sechs Detektiv-Beamte anwesend waren und setzte ibenDW*«at Verhör in erwähnter Weise unter Asfisten, der Geheim- � gß�lln Haspert und Etcrnko eine Weile fort. Nach dieser wMtung wurde Kotomkin gezwungen, fich zu enttleiden, wie ulleresl»? Wüthende stürzten fich die genannten Detektiv» auf ihn, gaben �«y]DttfS nachdrückliche Fußtritte, daß er zu Boden stürzte, S- r i W trattirtrn ihn mit floustschläaen. Kotomkin, obgleich !il?� und bliltrnd, blieb dabei, da» verlangte Geständniß ili ,naci' n Zu können. Auch die Drohung, ihn halbtodt zu Fhfltn, übte leine Wirkur g. Da w'rd der blutig geschlagene jmukent zu einer Treppt gezerrt, die in einen höher gelegenen L«!« führt. N'chts Gutes ahnend, entschließt er fich, den des Detektiv» zu erfüllen, und giebt zu, daß sein Bruder Mhstne Gegenstände kaufte. Als er das aufgesetzte Protokoll, Mr Sinne kaum mächtig, unterzeichnet hat, kann er seine» £,is ziehen. In seiner Wohnung bricht er zusammen. Der ts-nach gezogene?!r,t konstatirt einen Rippenbruch und starke 5Mwtllungen am Kopf. Auf der Anklagebank saßen gestern u M genannten Deteltivbeamten. Von den Geschworenen N'dig erklärt, wuide Hilpert zu einjähriger Gesängnißstrafe 2«erlust einiger Rechte, Proskurin wie auch Ejerenko zu �timonallichcr Gefängnißhoft verurtheilt. Großbritauuie«. l-ui"uch in der englischen Provinz Wale» die agrar- Uatifttsche Agitation schon größere Dimenfionrn angenommen Jr' erhellt aus einem großen Meeting, welche» in London »al' fische Landfrage abgehalten wurde und bei welchem -3 Michael Davitt(Jrlander) der Hauptredner war. Der» (2% bemerkte, daß die gegenwärtige Klaffe von Abgeordneten ic! Ithr verschieden von zener sei, die noch vor Kurzem im fSuuntiü gescffrn hält«, und er rieth den Grunddesttzcrn an, , �özlich besten Bedingungen zu gewähren, ehe eine Klafft Ü* �etzgebnn gewählt werde, die sei, weil fie alt dann noch voigeschriitener al» möglicher Weise gar keine ft,i?Ä?erhaltung erlangen würden. Dem walifischen Volke »..Tje Mr. Davitt den Rath, mit den Landbefitzern ganz und IIe»Ä Abkommen zu treffen, sondern für die Abschaffung de» feVfn Landlordsystcm»(Großgrundbesitz) zu agitiren. Zum ied?.�.llffiite Mr. Da»itt mit. daß Mr. Parnell bereit sei, »>?. Wkale Refonnmaßregel für Wale» zu unterstützen, vor- laiii�bt, daß von walifischen Mitgliedern die Initiative er- ll-n werde. »!,. 5-kr Exekutiv Ausschuß de» internationalen Schudkgcricht»» 1�»Nt nahm in seiner letzten Sitzung die nachstchcnde Reso- an:„Der Ausschuß protcstirt im Namen des Vereins itat'�u gegen die barbarischen und ungerecktfmigtcn Hin« «�Mgen von Kriegsgrsangenen die in Oder-Birma stattge» haben, und erklärt, daß das Erschießen von Gefangenen, einziges Verbrechen in dem Widerstände gegen die In» "on ihres Varerlandes bestand, den Kriegsgebräuchen zu- und eine flagrante Verletzung des Vvlrerrechls ist, wai und den Ruf EnglanvS unter anderen Nationen i'Wch kompromittiren dürft«. Eine formelle Untersuchung intweder durch Fragen im Parlament oder auf andere to te aa geregt werden, damit die Militär» oder Zivilb-hörden, iur diese RechtSmorde verantwortlich find, ermittelt und .»'.einem zuständigen Gerichtshöfe zur Rechenschaft gezogen "Sven können."___ P arl amentari sches. ._ Die sozialdemokratische Fraktion de» Reichstag» hat "�stehenden Abänderungsentwurf zum R e i ch» w a h l» ersetz eingebracht: Artikel l. § 1 de» Wahlgesetze» erhält folgende flaffunz: Wähler für den deutschen Reichstag ist jeder Deutsche, welcher da» einundzwanzigste Lebensjahr zu» rückgelegt hat. Artikel ll. S 3, Nr. 3, wird, wie folgt, abgeändert: 3 Personen, die inöffentlichen Armenanstalten unterhalten werden. |,. Artikel in. * 5 Abs. 2 erhält folgende Fassung: � Die Zahl der Abgeordneten wird nach Maßgabe der Volksrählung vom 1. Dezember 1885 festgesetzt und ist nne bezügliche Gesetzvorlage sofort einzubringen, sobald daS amtliche Resultat dleser Volkszählung er- Wiest ist. Artllel IV. l § 10 des Wahlgesetzes erhält folgende Fassung: DaS Wahlrecht wird in Person durch Stimm- zettel ohne Unterschrift ausgeübt, die von dem Wähler in einem amtlich gcstemrelte« Umschlage dem Wahl- vorstände verschlossen zu übergeben unv von diesem in Gegenwart de» Wählers unverzüglich in die Wahlurne niederzulegen find. Die Erimmzettel müssen von weißem Parier und dürfen mit keinem äußeren Kennzeichen versehen sein. Ihr Format muß den Umschlägen entsprechen und darf nicht größer sein als diese. Artikel V. § 11 des Wahlgesetze» erhält folgenden Zu'atz: Jedem Wähler, der in die Wählerlisten aufge« nommen ist, muß vor Auflegung derselben(§ 8) ein zur Aufnahme deS Stimmzettels bestimmter Umschlag zugestellt werden. Die Umschläge müssen von starkem, undurchfich- tigem Pap er angefertigt, mit dem Stempel de» Wahl- kommissar» versehen und für jeden Wahllrrii völlig gleickariig beschaffen sein. Wähler, welche einen amtlichen Stimmzettelumschlag nicht erhalten haben, find auf Reklamation durch die zuständige Behörde mit einem solchen zu versehen. Amtlich gestempelte Umschläge find am Wahltage innerhalb des Wahllokals in genügender Anzahl für vre Wähler vorräthig zu halten. Aftikel Vi. § 14 des Gesetzes erhält folgende Fassung: Der Wahltag muß ein Sonntag sein. Die Stichwahlen find am Zwesten dem Wahltage folgenden Sonntage vorzunehmen. Artikel VII. In 8 16 des Gesetzes ist hinter den Worten:„Die Kosten für die" einzuschalten: „amtlich zu liefernden Stimmzettelumschlägt, für die." Artikel xni. § 17 Abs. 2 des Gesetzes erhält folgende Fassung: Die Bestimmungen der Reichs- unv Landesgesetze über die Anzeig' der Versammlungen und Vereine, sowie über die Ueberwachung derselben find für alle Vereine, Versammlungen und Wahlkomitee'S, die zum Betriebe der den Reichstag betreffenden Wahlange- legenheitm gebiidet werden, für die Zeit von der Aus- schreibung bis zur Beendigung der Wahl aufgehoben. Artikel IX. Im Reglement find die auS vorstehenden Bestimmungen sich ergeben en Aenderungen vorzunehmen. Insbesondere ist einzuschalten: 1. hinter§ 1, daß jedem Wähler nach Maßgabe der Wählerliste ein amtlich gestempelter Stimmzettel- Umschlag spätestens bis zum Tage der Auslegung der Wählenisten zuzustellen ist; 2. hinter§ 9 die Bestimmungen über die Ausgabe der von Staatswesen zu liefernden Stimmzcttelumschläge; S. in§ 18 mnter Abs. 1 die Bestimmung, daß, wenn ein Stimmzettclup'.schlag mehrere auf verschiedene Namen lautende Stimmzettel enthält, alle ungiltig, wenn mehrere auf einen Namen lautende Stimmzettel, nur einer giltig ist. Endlich find folgende Bestimmungen neu aufzunehmen bezw. zu verändern: 4 in§ 7 Abs. 3 hinter„3500" die Worte:„und weniger als 500" einzuschalten; 6. In§ 34 Abs. 1 statt„sofort" zu setzen:„binnen 3 Monaten" und statt„zu veranlassen" zu setzen:„vor- nehmen zu lassen"; 3. in§ 34 Abs. 3 statt„1 Jahr" zu setzen:„6 Monate". Berlin, den 15. Februar 1886. j Auer. Bebel. Blas. Bock(Gotha). Dictz(Hamburg). • Frobme. G iser. Grillenberger. Harm. Hasenclever. Heine. ; Kayfer. Kräcker. Liebknecht. Meister. Pfannkuch. Rödiger. ' Sabor. Schumacher. Singer. Stolle. Viereck, v. Vellmar. Wicmer. — Nunmehr ist dem Landtage bereit» die 4. Polenvorlage zugegangen. Es ist ein Entwurf, betreffend die Anstellung der Jmpfärzte in der Proviiiz Posen. Derselbe lautet: § 1. Die Anstellung der Jmpfärzte erfolgt durch den Staat. Die bereits angestellten bedürfen der Bestätigung de» Staat». 8 2. Die Remuneration der Jmpfärzte bedarf der Bestätigung der Regierung. Erachtet die Regierung die von den Kreisen den Impf- ärzten zugebilligte Remuneration nicht für ausreichend, so setzt sie dieselbe anderweit fest. Gegen diese Festsetzung steht den Kreisen die Beschwerde »Hh., (I jÄ®'rest," Du hattest«» wenigsten« auf der Zunge, llijjji URk kfl* veraulaßte mich, zu spreche«. Zm W»• trat ein Diener et* und überreichte dem Hau»- "ar Karte.______(Fortsetzung folgt.) , Ans Kunst nnd Leben- wirklich schöne» Fest war der vom Fachverein Eftli«,•*?' Knopfarbeiter und verwandten BerufSgenossen ff�äktniiÜn Ünutia, Wrangelstr. 9—10, veranstaltet« Wiener Wb-t nf.Q5' sicher um Sonnabend, den 13. d M., stattfand. •�acfriri un�crt Personen, von denen die Mehrzahl in ge- Sllcil«„v~0�ct origineller Maskirung erschienen war, füllten yis, bi, Galerie vi» auf den letzten Platz. Nachdem der sH'wauf,* gewählt hatte, hob fich zum Beginn der niri.F Bühnen-Vorhang und ein phantastische» Zigeuner- Walitck-.�'. dazu gehörigen Requisiten wurde sichtbar. Bei Mner!r,2l Uchtung lagerten in gut arrangirten Gruppen rvckch,.'„�uder and Kinder. Ein vom GesangveKtn„Echnee- jMe in„�iungene» Waldlied leitete die Szene ein, diesem Nrstl�.ununterbrochcner Reihenfolge die Produktion der au« �?°wafti, Truppe, Sängerinnen, Tänzer, di- a'.Geigenvirtuosen, Jongleure tn bunter Reihen- ggx�chauer beständig zu neuen Beifallssalven ermun- t'�e dem Verspeisen der im Kessel brodelnden Eisbeine, °ue Zigeuner Großmutter vertheilte, und einem ......-»-I« r» IIOO) icin, uas um»uuuuviiit uu.. fffe* den?��st�Äwn«en der Parterre- zsnkrz vroduzitte. Ein dreimaliger Hervorruf undLor- �Verhafteter im vefängniß verbrannt. In idr �dr.te-�siafteter im Gefängniß verbrannt. In Lr jd der Zelle deS PolizeigefängniffeS Feuer auS- .�d>eg�"d der einzige Insasse derselben, ein am Nachmit- �6(Rtm er Stimmung verhafteter Brennereipächter "ttmannsdorf, nach entsetzlichen Hilferufen erstickt e und verbrannt. Da« Feuer ist vnmuthlich dadurch entstanden. ; daß der Verhaftete, dem die Streichhölzer nicht abgenommen worden waren, sich in der Finsterniß mit einem Streichbolz Licht machen wollie, wobei das Strohlager Feuer fing. Der Verhaftete hatte an dem Tag: einen Sühnetermin in Ehe- scheidungsangclcgenheitm, und e» war eine Aussöhnung zwischen den Ehegatten erfolgt. Die Entrüstung über den un- glücklichen Vorfall und den Zustand des PolizeigefängniffeS ist, wie die„Schaxidnitzer Ztg." schreibt, in Schweidnitz eine all- gemeine. Die Serstellung eine» Tunnel««nter der Meerenge von Mesfina schemt ehr« Verwirklichung näher gerückt zu sein. Der Mangel einer bequemen und schnellen Verbindung zwischcn Kalabrien und Sizilien hat fich besonders seit der AuS- rehnung der Eisenbahnen in Süd Italien und Sizilien empfindlich fühlbar gemacht. Man hatte deshalb schon 1379 einen unterseüschen Tunnel herstell-n wollen, dann aber den Plan gefaßt, eine feste Brücke über di' Meerenge zu bauen und eine Eisenbahnsähre mit Seilbettieb anzulegen. Neuer- ding? ist man wieder auf den Tunnel zurückgekommen und es ist die Erlaubniß zur Vornahme der Vorarbeiten erthcilt worden. Die Länge des eigentlichen Tunnels würde in gerader Linie rund 4300 m betragen. Die Kosten der ganzen Anlage find auf 71 Millionen Frants berechnet worden. Für Fertig- stellung des Tunnels werden mindestens 4'/- bi» höchsten» 6'/# Jahre in Anspruch zu nehmen sein. Da» Zurückweichen der Ntagarafäüe. In den Jahren 1941 und 1842 konstatrrte der Ingenieur Charles Lyell, daß die Niagarafälle durch Unterwaschen der Sohle stetig zurückwichen, und zwar seiner Schätzung nach um jährlich einen Fuß. Die vom Staate New-Uort zur Prüfung dieser Frage eingesetzte Kommisston ist nun aber in Bezug auf die Dimensionen des Zurückweichens zu einem wesentlich anderen Resultat gelangt als Eh. Lyell. Nach den Plänen, welche der Ingenieur ThomaS Evershed im Jahre 1863 zusammengest llt hat, hatte in einem Zettraum von 41 Jahren daS jährliche Zurückweichen im Durchschnitt 6'/« Fuß betragen, während der letzten 8 Jahre sogar 16 Vi Fuß. Diese Ergebnisse beziehen fich auf den kana- dilchen Arm deS Falles, während der amerikanische Fall in dem 41 jährigen Zeitraum um 10 Fuß pro Jahr zurück- wich. Durch die Untersuchungen stellst es fich übrigens auch heraus, daß beide Fälle tn der Vorzeit vereinigt ge- wesen�fintn � zJg�verwüstungen durch Etsenbahueu. wie sie fich in Amerika in erschreckender Weise kundgeben, ver- im geordneten Instanzenwege zu. Die Beschwerde hat kein» aufschiebende Wirkung. 8 3. Die diesem Gesetz entgegen stehenden Bestimmungen de» Gesetzes vom 12. April 1875, betreffend die Ausführung de» Reichkimpfgesetzes(Gesctzsamml. S. 191), find aufg- Hoden. Diese» Gesetz tritt mit dem 1. April 1886 in Kraft. Dem Entwürfe ist folgende Begründung beigegeben: Zu 8 1- Nach den von d-m Bundesrath in der Sitzung vom 18. Juni 1885 genehmigten Beschlüssen der Jmvftommissto« (Nr. 3 der Drucksachen de« Bundes�aths für 1885) soll die Bestellung der Jmpfärzte durch die Staatsbehörde erfolgen, daS öffentliche Jmpfgeschäft vorzugsweise den beamteten Aeizten übertragen werden und die Rcmuneraiion der Jmpfärzte der Bestätigung der Staatsbehörde bedürfen. Für diese Beschlüsse ist die Erwägung maßgebend gewesen, daß bei der großen Bedeutung der Impfung für die öffentliche Gesundheitspflege und bei der desonderen Sorgfalt, welche daS Jmpfgeschäft erfordert, da» staatliche Auffichtirccht die richtige AuSwahl der Jmpfärzte und eine angemessene Besoldung der- selben unbedingt gewährleisten muß. In Ausführung dieser Beschlüsse wird eine Abänderung des Gesetzes vom 12. April 1875, betreffend die Auskührnng deS RtichSimpfgesetzcS, für den ganzen Umfang der Monarchie vorbereitet. Inzwischen bedarf e» einer sofortigen neuen gesetzlichen Regelung der Anstellung der Jmpfärzte für die Provinz Posen, weil dort das Bestreben fich geltend macht, unter Zurück- fiellung sachlicher Erwägungen die Wahl und die Anstellung der Jmpfärzte den polnischen Interessen dienstbar zu machen. Zu§ 2. Wird die Anstellung der Jmpfärzte gemäß§ 1 des Gesetzes dem Staate übertragen, so ist Vorsorge für ven Fall zu treffen, daß die Kreise es ablehnen, dem Jmpfarzt eine anae- messene Remuneration zu bewilligen. Es empfiehlt sich deshalb, die Festi-tzung der Remuneration an die Bestäli- gung und eventuelle anderweit« Abmessung durch die Regierung zu knüpfen.__ Lokales. Der Staatssekretär de» Reichövostamts v. Stephan imt an die HandelSoorstände ein Zirkular erlassen, worin er ebhaft beklagt, daß gerade die aus kaujmännischcn Kreisen her rührenden Briefe u. s. w. der Post zu Klagen über Unvoll- ständigkett der Adressen besondere Veranlassung geben. Es sei dringend zu wünschen, daß die Geschäftswelt za besseren Ge- wohnheiten bei Herstellung der Briefausschnften übergehe. Sehr deachtenSwerth find fo ige übe Gesichtspunkte des Zirkulars: „In vielen Fällen ist der Absender nicht im Stande, eine ge« nauere, den Anforderungen entsprechende Ausschiist der Sendungen herzustellen, da der Empfänger es vorher unter- lassen hatte, die nöthigen Angaben hi.rzu zu liefern. Die» trifft namentlich in ganz besonderem Maße für den Handels- stand zu. Denn eS wird in Deutschland im kaufmännischen Verkehr noch immer nicht allgemein die gewerbsmäßige Uebung befolgt, in der Unterschrift oder im Vordruck am Kopse der Geschäftsbriefe, Wechsel, Rechnungen, Ankündigungen, auf der Außenseite der Briefe u. s. w. der Firmenbezeichnung eine An- gäbe über die Lage der Wohnung resp. der Geschäftsräume deS Absenders nach Straße und Hausnummer hinzuzufügen. Es gilt dies vorzugsweise von den Inhabern tleinerer Ge- schäste, von neu entstandenen und weniger bedeutenden Firmen. Um den Anschein zu erwecken, als sei ihr Geschäft ein allgemein bekanntes, vermeiden derartige Geschäftsinhaber nicht selten ab» sichtlich, in ihrem Briefverkchr neben ihrer Firmenbezeichnung eine nähere Angabe zu machen. Hinzu kommt, daß in der Ge- schäftSwrlt vielfach die irrthümliche Anficht besteht, die in das Handelsregister eingetragenen Handelsfirmen hätten ein Vorrecht auf die Empfangnahme der Postsendungen mit unbestimmten Aufschriften. Ein solche? Vorrecht besteht rn» deß nicht und kann ohne Schädigung begründtter Rechte anderer Empfänger und schon mit Rücksicht auf die geboten« Wahrung de» Briefgeheimnisses nicht eingeräumt werden. In diesen Verhältnissen ist allerdings nicht der alleinige Grund für die mangelhafte Beschaffenheit der Briefaufschriften zu suchen. In vielen Fällen liegt ein unmittelbare» Verschulden der Absender vor, welche ihrerseits sich nicht immer hinreichend« Mühe geben, die richtige Adresse der Empfänger zu ermitteln und anzuwenden. Die Versender von Drucksachen, enthaltend Ankündigungen und GsschäftSanzeigen verschiedener Art für Beamte, Offiziere u. s. w. entnehmen oft deren Namen u. s. w. veralteten Adreßbüchern, Beamtenkalendern, Ranglisten u.' s. w. und ziehen es vor, die Wohnungsangabe in der Aufschrift ganz wegzulassen, in der Annahme, daß die Empfänger inzwischen die Wohnung geändert haben könnten. Ja es wird vielfach von den Auflieferern die Wohnungsangabe abfichllich unterlassen. weil die Herstellung von Briefaufschriften mit Nennung der Straße und Hausnummer mehr Zeitaufwand erfordert. Besserung in diesen Verhältniss.n kann nur hetbeigeführt breitet sich der Ingenieur Herrmann Claudius in ausführlichen Berichten für die„Zt. d. V. d. Eb. V"— Wir entnehmen folgendes daraus:„Mit den habgierigen Unternehmern weit- eifern die Bahnen selbst, die Waldungen zu zerstören. Die Gläser werden hier sehr lang und schn-ll reif; die Lokomotiven haben meist offene Aschenkasten und selten Funkcnfänger. DeS Nachts meint man einen Hochofen oder Bessemer Konverter zu sehen, und doch ist eS nm eine mit hoher Dampflraft dahin eilende Lokomotive; man schätzt den Verlust an unverbrannten Kohlen, welche durch den Schornstein emporgeschleudert wer- den, auf 12 pCt. Nun denke man fich die Wirkung solch' glühender Antbrozitmassen, welche durch den Wind seitwärts rn da? dürre GraS getrieben werden: das Auge gewahrt in der trockenen Jahreszeit, wohin es auch blickt, Brände— selbst die Schwellen brennen oft. Unweit der Rrparaturwerkstälte zwischen Newark und Jersey. Ci.y giebt et ungeheure Sümpfe mit langen Schilfaräsem— diese brennen im August und auch im Frühjahr lustig ab, che die neuen Schosse kommen. Voriges Jahr sab ich eines Margens auf der Fahrt nach Menlo-Park daS Feuer in bedenklicher Nähe einiger Eisenbahn- waggonS, welche auf einem Seitengeleise standen; als ich Abends zurückkehrte, konnte ich die Trümmer dieser Waggons noch brennen sehen. In den Gärten von mehreren hundert Schritt seitwärts der Bahn liegender Häuser brennt es, und fast jede Telegraphenstanäe trägt unten Brandwunden. JrdeS Jahr sah ich dicht hier bei Menlo-Park, nach Mctuchen zu, den Wald brennen; da» Feuer entstand durch Funkenflvg. DaS ganze Unterholz der hübschen kleinen Wälder bei Rakwey, Ltndm und Elizabeth ist niedergebrannt— die während deS SommcrS nachwachsenden Schößlinge fallen reaelinäßig den Bränden im Herbst zum'Opfer. In großen Mloern aber greift das Feuer, oft von Orkanen angefacht, schnell um steh und zuweilen brennen viele hunderte Quadraimeilen schönsten Waldes tn wenig Tagen nieder!" Et« seltener Kall. Au« Marseille, 9. Februar, schreibt man der„Franks. Z'g.":„Zur Konskription in Laumur stellien fich om Montag die Drillinge Ctiev ilter aus dem Kanton Genne». Laut Gesetz ist von zwei Brüdern der ältere frei, wenn der Jüngere tauglich befunden wird. Da nun die Drillinge schon einen älteren Bruder beim Militär haben, so wird dieser frei, aber es fragt fich, welcher der Drillinge für ihn Soldat werden soll. Unter den Drillingen selbst muß dann noch ein Zweiter Soldat werden, aber es fragt fich wiederum, welcher. Di: Verlegenheit über die Regelung dieses seltenen Falles ist groß. wttden, n»nn im Publikum die Uederzcugung Pl tz greift, daß daffklbe in erster Linie die Verpflichtung habe, die Aufschriften so bestimmt und vollständig abzusaffcn, daß über die Person deS Empfängers Zweifel nicht aufkommen können. Der Winter erfreut sich ob scineS Verhaltens seit Be- ginn dieses JahreS allgemeinster Anerkennung. Seit langer Z'it hat er fich nicht so verständig benommen, wie seit fieben Wochen. Gerade kalt genug um die Eie bahnen in Permanenz zu erklären, hat er es fertiggebracht, waS ja al« ein Kunststück ersten Ranges betrachtet werden kann, es im Allgemeinen Allen recht zu machen. Einige Geschäftsbranchen, die ron einem kalten Winter vollständig abdüngen und demnach auf eine ganze Reihe trostloser Saisons zurückblickten, haben sich wieder tüchiig erholt. Ter Pcl, Handel hat noch nach Neujahr einen solchen Aufschwung genommen, daß die gehegten Erwartungen fich vcllständig erfüllt haben. In einigen anderen Artikeln, deren Absatz in innigstem Zusammenharge mit dem Stande des Thermometers sich b, findet, ist vollständig geräumt war- den. Schlittschuhe find so flott verkauft worden, daß von den billigeren Qualitäten bis zu 4 und 5 M. fast kein Paar mehr am Markte ist und die Fabriken Aufträge nur in»ine hinaus. geschobene Lieferungszeil annehmen. Eis wird in ungeheuren Quantitäten gefahren. Es wird im Sommer sehr billig sein. Am meisten aber baben die flohlinbändler Ursache, mit der Witterung zufrieden zu sein. Holz, Kohlen, Briquettes, KoalS — fast sollte man fich fürchten, das letztere Wort niederm« schreiben oder auszusprechen— finden ununterbrochenen Absatz. Mit dem Worte KoakS hat es aber eine desondere Be« wandtniß in diesen Wochen. Es wirkt wie ein Stichwort auf den Schauspieler, kaum ist es unvcrfichtiger Weise ausge- sprachen, so fällt fich-rlich irgend Jemand in der Umgebung singend mit dem neuesten Berliner Volkslied ein:„Mutter, der Mann mit dem Koaks ist da." Für diejenigen, welche bisher das Vcrgnügen entbehrten, das„neue Lied" zur Orgel» begleitung von der Stimme deS Hofmufikantcn vorgetragen zu hören, sei hinzugefügt, daß es nach der Melodie von„Er soll dein Herr sein" aus Gasparone gesungen wird. TaS Lied von dem Mann mit dcm KoakS ist schon zum ge- flügeltcn Liede grworden. Man fingt eS in Gesell- schaften an Stammtischen, auf dem Theater. Berlin wachte eines Morgens auf und eS war da. Es hat den Schunkel- walzer vollständig verdrängt. ES ist allcinherrschend ge- worden, und so blöde es auch ist, es entfeffelt überall unge- aemeffene Heiterkeit. Unsere Leser wissen, wie wir die Eni- stehuna des schönen Liedes erllärt haben. Ein junaeS Mädchen, die eben noch in den Tönen des Gasparone-Walzers ge- schwelgt hatte, erblickt plötzlich den Kohlenmann. Sic will es Pflicht chuidigst der Mutter meiden, aber die süße Melodie hat fie vollständig gefangen genommen und da sie fich nicht unter- brechen will, ruft fie es der Mutter im andern Zimmer singend zu:„Mutter, der Mann mit dem Koaks ist da!"„Schweige man stille, det weeß ich ja!" antwortete die Mutter ebenfalls fingend und nack einer Weile, immer in der Melodie beharrend „Hast Du denn Geld?"„Hab' ich denn Geld V" Und zum Schluß dringend:„Wer hat den Mann mit den Koaks denn bestellt?" Das war der erste Vers, den Nachbarn auf dcm gemeinsamen Flur lauschend schnell weiter verbreiteten. Die folgenden Strophen find erst hinzugedichtet worden, nur die erste ist sportan entstanden. Es muß dem Leser überlassen bleiben, je nachdem er fich daS Verhältniß zwischen Mutter und Tochter vr rstellt, fich auch dar über ein Bild zu machen, od das mufikalische Zwiegespräch elegisch und trauernd über den Mangel an Geld geführt wurde, oder ob die Mutter, ein Außerochtlassen ihrer Autorität und das selbstständige Bestellen des Koaks rügend, die Tochter auszankte. Der geehrte Leser halte dies- Qm llenstudien r icht für übeiflüsfig. Wenn man den ganzen Tag das neue Lied hört, so will man doch daS „Warum" und„Weshalb" wissen. Auch die späteren Genera» tionen, auf die Donk der Tiuckerschwärze alle diese Blülben des Berliner Humors vererbt werden dürften, hoben ein In- teresse, die Genests desselben kennen zu lernen. Außerhalb Berlins, wo der hauptstädtische Witz eben als„schnodderig" verschrien worden ist, wird man ihn Dank unserer Auf- klärung vielleicht eher für barmlos halten.— Jedenfalls aber ist auch dieses Lied eine Frucht dieses Winters und seiner anhaltenden Kälte. Ohre das häufige Erscheinen des Kohlenmannes würde es nicht so schnelle Verbreitung gefunden haben. Nach Fertigstellung der Markthallen wird unter an. dern auch der Wock-nmartt auf dem DönbofSplatz aufhören, und soll dieser Play dann, wie bereits mttgetheilt, mit Schmuck-Anlagen versehen werden. Die städtische Park-Depu- tation hat nun zwei Projekte zu diesen Schmuck Anlagen auS» gearbeitet und solche dcm Magistrat zur Entscheidung vo: gelegt. Leide Projekte hat der Magisttat indessen verworfen, da in denselben Uedergänge über den Platz in seinen Diagonalen nicht vorgesehen find. Die Projekte werden daher der Park- und Garten Deputation zur Aenderung wieder zugehen und ihr zugleich zur Erwägung anHeim gegeben werden, ob nicht, wenn auch gerade kein Spielplatz, so doch wenigstens ein Play zum Aufenthalt für Kinder in dem neu zu entwerfenden Projekte vorgesehen werden kann. TaS seltene Fest der goldenen Hochzeit begeht, wie die„Allgem. Fahr- Ztg." mittheilt, am 3. April ds. IS. das Fr. Welitz'sche Ehepcar, Belleaviancestr. 83, Hof pari., wohn» hast. Der Jubilar ist am 29. September 1805 zu Pelzig, Kreis Saldin, geboren unb erfreut fich, mit Ausnahme der Hände, noch einer seltenen körperlichen Rüstigkeit. Er war ca. 17 Jahre in der Kubnheim'scten Fabrik als geschäftlicher Kutschrr, später bei dem jetzt verstorbenen Fuhrherrn und Rentier Nürnberg und zuletzt beim Fuhrherrn Strccz-celinsli in der Möckernstraße ali Droschkenkutscher beschäftigt. Im Ganzen 43 Jahre, wäh- rend welcher Z-it er die Straßen Berlin« fahrend durchkreuzte, bis ihm vor zwei Jahren seine Hände den Dienst versagten. Seine Ehefrau, mit der er seil dem 3. April 1836, an welchem Tage der Bund der Ehe in der Jcrusalemerkirche für'S Leben geschloffen wurde, alle Stürme und Widerwärtigkeiten tapfer überstanden hat, ist am 30. März 1810 in Gr-Magnow ge> boren, also um fünf Jahre jünger. Dieselbe kränkelt schon seit einigen Jahren und ist hier miidthätigen Menschen eine schöne Gelegenheit zum Wohlthun geboten, damit den alten Leuten ihre letz'en Tage wenigstens noch versüßt werden. Mit Bezug aus oaS von uns veröffentlichte Inserat eiues Herrn in Emden, der für die Hüte der Damen be- stimmte Vögel einkaust, wird folgendes geschrieben:„Der Handel mit Vogelbälgen bezw. Federn, welche ausschließlich zur Ausschmückung der Damenhüte bestimmt find, wird in Berlin durch mehrere Engros Firmen in sehr schwungvoller Weise be» dieden. Der Besuch eineS solchen VozellagerS ist recht inter- «ssant. In großen Säcken, Ballen, Kästen und Kisten find dort die gesiede ten„Sealer ver Lüste" aus allen Zonen und Gegenden der Welt zu Tausenden aufgestapelt. Die Arten, von welchen nicht der garne Körper zu Markt gebracht, sind wenigstens durch Köpfe, Flügel, Schwänze oder einzelne Federn verttrten. Von den deutschen, durch bun'.fardiges, Helles oder glänzendes Gefieder ausgezeichneten Sögeln fehlt fast kein ein- zrger, selbst der Sperling ist eine gesucht« Größe, denn ein mächtiger Waarenballen. in welchen wir einen kühnen Griff thun dürfen, enthält nur— Sperlings köpfe; nach einer ober- flächlichen Schätzung waren eS mindestens 10000 Häupter deS „Gassenbuben unter den Vögeln", die hier still bei einander lagen. Eoenso massenhaft komm-n Lerchenköpfe, Rebhuhn- und Taubenflügel in den Handel, bieran schließen fich die zahl- reichen Moven und andere Seevögel, Fasanen, Dohlen, Raben, Eisvögel, Drosseln, Specht, Häher, Schneehuhn. Schnepfe, die in vollständiaen Exemplaren oder nur theilweise Verwendung finden: daß Pfauen und HauShähne nicht fehlen, ist selbstoer- ständltch, aber auch verhältnißmäßiz selt-ne Vögel, wie Auer- und Bitlhahn find in großen Mengen vorhanden. Der vene- tränte Geruch verschiedener Konserviiungkmittel deutet allerdings darauf hrn, daß fich in den Vorräthen auch ältere Jahrgänge finden, die von der herrschenden Moderichtung einstweiten bei Seite gedrängt find und auf günstigere Konjunktur matten müssen. Die herllichsten und strahlendsten Vogelbälge und Federn entstammen der heißen Zone Afrikas, von dort findet ein bedeutender Expott statt. Eine Haupt�ezugequelle ist aber Rußland, das einen erstaunlichen Reichtdum schöner Vögel ent- faltet und den Fang derselben, wie eS scheint, in großartigem Maßstabe betreiben läßt. Es ist kein Geschäftsgcheimnrß, daß alle kiese Thiere um der Damenhüte willen ihr Leben lassen mußten, denn die nordischen Vögel, deren Bälge oder Federn zu Mänteln, Muffen oder Besätzen velw-ndet werden, bilden zu jenen Millionen lieblicher Sänger einen geringen Prozentsatz. „Ausverkauf wegen Aufgabe de» Geschäfts." Wie wohl allgemein bekannt sein dürfte, existitt in rast allen größe- ren Städten seit längerer Zeit eine polizeiliche Verordnung. wonach kaufmännische Geschäste, welche das Publikum unter der Devise:„Ausveikauf wegen Aufgabe des Geschäftes" und durch andere ähnliche verlockende Manipulationen zum Kaufen anzureizen suchen, einer verschärsten Kontrole unterzogen wer- den, weil derartige Geschäftsführungen nur zu oft auf schwin- dclhafter Basis beruhen und oft nur auf eine Täuschung des kaufenden Publikums berechnet find. Dera tize polizeiliche Verordnungen werden gewiß von jedem redlich denkenden Bürger und Geschäftsmann mit Freuden begrüßt werden. Denn fragen wir uns nur einmal, durch welche Kr iffe und Kunst- griffe gewöhnlich, oder doch wenigstens sehr häufig, man in solchen Geschäften das Publikum zum Kaufen zu bewegen sucht, und wie dann in da That nur zu oft die Gutmüthig- und Leichtgläubigkeit der Käufer, welche fich in solchen Fällen, waß bei der ganzen Sache das Empörendste ist, besonders aus dem armen Arbeiterftande rrkrutiren, schnöde ausgenutzt und hintergangen wird. Zunächst sucht man die Leute durch die Angade:„Ausverkauf wegen Aufgabe deS Geschäftes!" aus- merksam zu machen. Jeder denkt naiürlich sogleich, dort ein- mal recht dillig kaufen zu können, weil daS Lager möglichst schnell— denn der Geschäftsi Haber verfichett dieses ja— ge- räumt werden muß, und so beeilen fich denn manche, besonders aber solche, die billig kaufen müffen, weil«S ihnen an Geld mangelt, um von dem Ausverkaufe mitzuprovitirm. Ader was muß man sehen! Der Ausverkauf zieht fich Monate, oft sogar Jahre lang hin, und obwohl flott verkauft wird, will daS Lager nicht verschwinden. Man könnte an eine wunderbare Waarenvermehrunq denken, wenn nicht zuweilen einige Leute, die eS in der Dunkelheit der Nacht gesehen haben wollen, eine ganz natürliche Erklärung dafür gesunden hätten. Wie leckt man nun aber besonders die ärmere Klasse zum Kaufen an? Sehr einfach. Da die Leute im Augenblick nicht viel baarcs Geld übttg zu baben pflegen, so gewährt man ihnen einen Kredit von drei Mona- ten— doch von d ei Monaten, das wäre ja viel zu wenig, nein man gewährt neun Monate, ja sogar zwölf Monate Kce- Vit, Alles nur, damit man ste doch ja zum Kauten bewege. Naiürlich müffen die armen Leute für diese Vergünstigung fich es auch gefallen lassen, daß ihnen die schönen Waaren nach kurzer Zeit in Fetzen vom Leibe fallen. Und wehe dann, wenn der Zahlungstermin verstrichen ist, und oas Geld noch nicht gezahlt wurde. Während die schönen Kleidungsstücke längst an den Lumvenhändler verkauft find, kommt schon der Gerichts» Vollzieher! Unterdessen wird immer weiter ausverkauft und und weiter geiamscht, und immer neue Echaaren kommer heran, um immer und immer wieder hineinzufallen. Doch keine Stimme erhebt sich dagegen, der ordentliche und reelle Kauf- mann schw igt, weil es ihm zu schmutzig ist, fich mit Vrttretern von solcherlei Ramschpttnzipien einzulassen; der hineingefallene Käufer aber schweigt, um fich zu dem erlittenen Schaden nicht noch obendretn lächeriich zu machen; denn wer den Schaden bat, der braucht für den Spott nicht zu sorgen. Dieses zur B.herzigung für Viele. Daß es neben den geschilderten Arten von Ausverkäufen nicht auch ehrlich gemeinte geben kann und gicbt, soll natürlich nicht behauptet werden. Auf der Insel Ptchelswerder giebt e» seit einer Reihe von Jahren wttde Kaninchen, die fich«ine Zeit lang sehr ver- mehtten. vielfach den Boden untergruben und im Wir ter, wenn Schnee lag, die jungen Bäume beschädigten. Man stellte ihnen sehr nach. Ein Berliner fing verschiedene mit Hilfe eine? Frettchens, daS die Kaninchen sehr fürchten und fliehen. Es wurde in den Kaninchenbau geschickt und vor diesen ein Netz gestellt, in welches die Kaninchen dann hineinliefen. Auch sind im vorigen wie in diesem Winter vom Grunewald viel» fach Füchse nach Pichelswerder über das Eis gekommen und haben unter den Kaninchen sehr aufgeräumt. g. Die Rache de» Mtether». Dem in einem Hause der Königstraße 50 wohnenden Handschuhmacher F. find die seit einer Reihe von Jahren von ihm bewohnten Räume am 1. Januar er. gekündigt worden, weil ein Konkurrent dem HauSwirth einige hundert Mark mehr Micthe geboten hatte. Der W'-rtb fragte zunächst bei F. an, ob er vom 1. April ab jährlich 750 M. Mirthe mehr zahlen wolle, waS F. jedoch ablehnte. Hierauf vermiethcte der Wirth den Laden an den Konkurrenten des F. Um nun allen Leuten mitzutheilen, wie der Wirth an ihm gehandelt, hat F. ein großes gedrucktes Ptakat in seinem Schaufenster angebracht, dai u. A. besagt: „Ich bin von einem Nachbarn. usgemiethet worden, indem ver Wirth des HauseS die Ladenmiethe inkl. Miethssteuer um 800 Mark jährlich erhöht hat." g- Die Frage, ob der Wirth eine» Hause» eine». Miether exmtrttre« lassen kann, weil er ein-n als Lager- räum gemirtheten Keller fväter als Wohnraum benutzt hat, ist gestern zur nchterlichen Beuttheilung gekommen. Ter Kisten» wacher K. mieihete im Jahre 1884 einen Keller zum Aufbe- wahren fertiger Kisten. Als er später vom Haukeigenthümer die Erlaudniß erhielt, diese Kisten unter einen Schuppen auf dem Hose stellen zu dürfen, ließ K. in den Keller einen Ofen setzen und benutzte den K-ller als Wohnraum, w-'-t von dem Hausverwalter auch gestattet wurde. Bei der im Ok'oder v. I. stattgehabten anderweiten Besetzung der Hausverwalterstelle kam die Angelegenheit zur Kenntniß des EigenthümerS und, gestützt auf eine Bestimmung deS Kontrakts, wonach der gemiethete Raum nur zu dem vorher angegebenen Zweck benutzt werden darf, beantragte der Witth beim Gettcht die Räumung der be» treffenden Lokalitäten. Der Gerichtshof(königl. Amtsgcttcht I, Abth. 40) stellte zunächst fest, daß der Verklagte den Raum bereits seit andetthalb Jahren alS Wohnraum denutzt, daß der vottge Verwalter des Hauses hiervon Kenntniß gehabt und da» gegen keinen Protest erhoben hatte. Dagegen beantragte der Rechtibeistand deS Klägers Veruttheilung nach den kontrakt- lichen Bestimmungen. Diesem Antrage tonnte fick der Gerichts. Hof nicht sofort arschlicßen und gab schließlich seine Zustim» mung zu einem weiteren Anttage deS Anwalts, für die Sache einen neuen Termin anzuberaumen. Da» Polizetpiästdium, gezeichnet von Richthofe«. erläßt folgende Bekanntmachung: AuS Anlaß deS Bockbier- Auifchanks in den Räumen der Bockdrauerei auf dem Tempel- hofer Berge haben in den letzten Jabren mannigfache, die Ge- böte deS Anftandes, der Sitte und Ordnung in bedenklichster Weise verletzende Aueschreitungen stattgefunden. Dieser Un- fug kann im Interesse der öffentlichen Ordnung. Sicherheit und Sittlichkeit nicht geduldet werden.— DaS Polizeipräsidium dringt deshalb hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß während deS diesjährigen Ausschanks von Bockbier in der Bockdrauerei auf dem Tempelhofer Berge wie in allen übrigen Ausschank» lokalen daS Begleiten der Mustk mit wüstem Gebrüll oder Ge- fang, das gemeinsame Abfingen von Liedern, Johlen, daS Auf» schlagen mit Stöcken oder Biettrügm auf die Tische. daS Wenen mit Eiern, daS Blasen auf sogenannten Radauflöten und dergleichen Ungehöttgkeiten unbedingt zu' nterbl>bt haben und Zuwiderhandlungen hiergegen aus§ 360 N-.> des Strafgesetzbuchs als grober Un>ug behutS stiafrechilm» Ahndung zur Anzeige gebracht werden. Die Auffichtsdeaml» welche in genügender Anzahl in dem AuSschanklokale anwese>> sein werden, find angewiesen, gegen Ex-ede-ften unnachfiit® einschreiten und dieselben event zwangsweise auS dem zu entfernen. Das Policeipräfidium hegt daS Vertrauen, da diese Warnung eine einsichtsvolle Beachtung Seitens d«S dlikums finden und daß durck ein verständiges und angemeffeaf Verhalten des letzteren die Beseitigung deS vorbezeichneten u> fugs ohne Anwendung von Zwangsmitteln und ohne Hw" sührung von Bestrafungen gelingen wirb. soziales«nd Arbeiterbemeg«ng Die brotlosen Arbeiter Erfurt» haben an die Etadf väter eine Petition gettchtet, in welcher sie um A r b e> t? suchen. In der Petition heißt es, daß fie mit Weib und M neben der Winterkälte Hunger leiden müßten. Daß die M in Erfurt wirklich groß sein muß, geht schon daraus hw"* daß die Petition nicht unberückrtcsUzt blieb. Das Stadt ordnetcnkollegium bewilligte vorläufig die Summe von lOw-J zu Unterstützungen und beschloß, einen Thcil der ehemalig* Festungswerke niederlegen zu lassen.— Man steht, daß fast � ganzen Lande mehr oder weniger Nothstand herrscht., Da»„Gewerbeblatt au» Württemberg", herausgez«°* von der königl. Zentralstelle für Gewerbe und Handel, dt'H in seiner Nr. 5 l. I. eine kurze Mittbeilung über die 3):?% tungsergebniffe des gewerblichen StistungSfonds. Derl»* wird von der königl. Zentralstelle verwaltet Die Zinsen de» Fonds find zur werteren Ausbildung bedürftiger wcrkSgehilfen bestimmt und sollen namentlich zu W ins Ausland in Bettägen von nicht weniger als 40 Mali � nicht mehr als 85 Mark aiS Unterstützung auSgetheilt in Ermangelung«Mp-ehlenSweitK-a Handwerksgehilfen auch HandwerkSlehrlinge in die Stipendien eingesetzt w«'? — ES kreißen die Berge, und ein lächerl-ch Mäuslein geboren; der Fonds mit dem hochklingenden Namen sich durch Leistungen auS, deren- negative Natur über Zweifel erhaben ist. Was bedeutet eine Summe von f e. 85 Mark als„Unterstützung" zu AuSbildungszwecken k? gut wie gar nichts. Wie weit in die Fremde wird einiftö, stipendiirter Peter kommen? Kaum über die schwR� Grenzmarken hinaus. Prettfteigernng der HauptnahrungSmittel. Steigerung wird in agranschen Kreisen„im Interesse der wirthschaft" immer geleugnet. Aber dennoch ist fie vorha�I Man sehe fich nur folgende Tabelle an, nach welch* Durchschnittspreise betrugen für "lsr 116 141 184 174 156 1821-1830 1831-1840 1841-1850 1851-1860 1861-1870 1871-1880 für Kartoffeln 100 106 137 153 180 242 für Rindfleisch 100 108 118 144 175 233 Die Lohnsteigerung auf dem Lande hat mit der SkjL,, der Hauptnabrungmiltel kaum Schritt gehalten. brauchen die Heiren Agrarier wahrlich keine Klagelied* zustimmen., Zum Kapitel der Unfälle. Bettachtet man die,.� theilung der U-fälle auf die einzelnen Wochentage, so U man, daß der Sonnabend derjenige Tag ist, an durchgängig die meisten Unglücksfälle ereignen. Diese*■- fache ist bereits von den evglischen Fadrtkinspektoren* stellt worden. Auch unsere deulschen Gerverderäthe veranlaßt gesehen, auf diesen Gegenstand einzugehen.® richtet z B. der Zwickauer Fadrikinspelior, daß Durchschnitt der letzten fünf Jahre die Unfälle auf die erifjl Wochentage fich folgendc.m-Ien mrlheilen: i Sonntag... 5,29 pCt. Donnerstag. Montag.... 15,50„ Freitag.. Dienstag.... 14,99„ Sonnabend Mittwoch... 15,14„ übermittelt. hiernach", heißt ,9 in dem Bericht,„erscheint der abend, enrspiechend den Erfahrungen in anderen Bezirle»- � derjenige Tag der Woche, an welchem die meisten Unff�e tJ) zutommen pflegen, was dadurch begründet sein dürs«,*> während des Ganges der Maschinen P u y a r b e i t e* nommen werden, um noch Einstellung des Betriebes so i%» wie möglich mit denselben fertig zu sein."— Ader«e* ji Sie Schuld?— so fragen wir. Der Arbeite� soll ebe* y Arbeit gratis, zu Gunsten des Unternehmers oenichnN j deshalb beeilt er fich, noch während die Masch!* y Gange ist, diese für ihn oft so folgenschwere Verrichlung zunehmen. Die kaufmännische Frage zeigt stck immer deutlich' natürlicher Befiandtheil der sozialen Frage. Ein f jjf Schlaglicht auf die Lage der Handlungsgehilfen uno„z< hilfinnen wirft folgende Mittbeilung deS Organs der xe* berger Arbeiter, die„Fränkische Tagespo sijw# selben wird geschrieben:„Weiße Sklaven. Wie fich viele Prinzipale die geordneten sozialen Verhältnisse zu pf zu machen wissen, wenn eS gilt, Verträge mit ihren stellten abzuschließen, ist auS manchem krassen Beispiele �4 geworden; au« einem solchen Opus, welches=# a,# Tagen eine bekannte hiefige Wäschefirma ihren vorlegte, wurden Schreiber dieses nachfolgende Bestii* z r bekannt, welche allervings nur eine kleine Blumenlese»o zahlreichen Paragraphen find. Vor Allem verpflitoK', oder die Unterschreibende, ein Jahr der Firma und � teressen nach jeder Richtung hin mit Treue und«j fÄ bafttt.keit zu dienen. Also für ein Jahr En äußerung, Seldstdestimmungsrechtei! Die Firma hat Ö-- f* nach Belieben zu entlassen, wenn eine ange nicht jederzeit zum Denunzianten der and welche fich geschäftliche Unregelmäßigkeiten kommen lassen, hergiebt. Was diese 8,*5, '"...... Em Jahr"°zg0 i der' f" dnt I Verantworttiwer Redakteur R.«r»uhetm in Berun. Druck und Vertag vo« Max«adtag in Bettin 8W., Beuthstraß« 2. oder ein solches selbst zu errichten im Umkreise von„. Jede angestellte Person bat eine Kaution von 100## »ur Sichcrstellung der«inHaltung des Vett'agcS. ist berechtigt, fich an dieser Kaution schadlos zu bn'Vfitaii 1 Streiks. hl, ß? Verlauf dieses Jahres weiden, wie sich beute schon M Ercherheit voraussal!.tn läßt, ein« Reihe von JirdeiiSein- wuungen eintreten, und zwar altem Anschein nach solche von Wien Timen fioncn, die empfindliche wirthschastliche Er« »Mlerungen nach sich ziehen dürften. In einigen Gewerken c& Arbeitzeinstellung zur gelegenen Zeit schon beschloss.ne Mk, was gewissen Spießbürgern jetzt schon Kopfzer- �lhen und auch Kopfschmerzen macht. .Es bedarf wohl leinet tiefsinnigen Untersuchungen, um r Einsicht zu kommen, daß die so häufigen Arbeitsein« rangen kerne willkürlichen. Aktionen seitens der Arbeiter sondern daß fie mit Naturnotb-rendigkrit fich aus dem P odu'tionssystem entwickeln. Tiesem System !,/!. heute die Tendenz inne, durch Vervollkommnung der tio* immer mehr Arbeitskräste üderflüsfig zu faffi U"*3 zugleich die Arbeitskräste des Einzelnen mög auszunutzen. Diesen„Segen" schafft die vielgcprie. �"knie Konkurrenz", oder, etwas praktischer ausgedrückt, �Aireie Weitbewrrb der Kräfte". ES ist erklärlich, daß „1%� der Arbeit sinkt, so bald diese Tendenz fich kräftig lü's. urachen kann; sowie Arbeitskräste in großer Zahl über- werden, muß die Ardeitskrast ungemein till-a sein. Aus d��."us!and ergiebt fich der permanente Nothstand unter UM.."Irnd n Klaffen, der fich heute überall fühlbar macht btla. die Konsumtion so ungünstig zurückwirkt, daß Han- (iumZT.Gcschäfttkrisen fich in beinahe regelmäßigen Zwischm« A wiederholen. Sehnsucht der Arbeiter, sich aus diesem Zustand zu Und fich bessere Lebens« und Ärbeitsbedingrmgen zu er- lit,«" braucht keiner näheren Erläuterung; fie ist die natür- «e/Klsequen, un erer wirthsc"""' ,._ wirthschaftlickcn Verhältnisse. Allein, >» iM,, tn die Arbeiter anfangen? Die Gesetzgebung ist ihnen uur w.nig oder gar nicht zu Hilfe g-konimen, die Herr- tetu..„Klaffen haben eS verstanden, die innerhalb Oer Gesetz- Gunstm der Arbeiter unternommenen Verdefferunqs. oder auf die lange Bank m schieden. Die sog. dl d-r �I�asten auf dem Gebiet der Albeitergcsetzgebung, drr herzlich geringfügig sind, bezieben sich nur auf die jln, nicht aber auf die Ardeits- und Lebcnsbedingun- Was ist erklärlicher, als daß die Arbeiter einen .»oniiwf,- a �-- v__ kl. h..*?unkt suchten? Sie fanden ihn in jener Stärke, den die s�isation, die Vereinigung gewährt. Mistel der die Vereinigungen der Arbeiter zu dem �„.Einstellung greifen, ist sonach keine Wirkung irgend �Agitation; sie haben einfach keine andere Wohl, wenn fie Hwr■o**a»»vuu, fvc tjuwvu vussuw*VMdv.. eine Besserung ihrer Lage erstreben wollen. Dies »d,,:Pe" ist wahrlich nicht schwer; trotzdem aiebt es W u'PHnet noch eine Menge von engherzigen Philistern. Ku,$ nicht ausreden lassen, jede Aldetiskinstellung sei Hi* fPlfte„sozialistischer Wühlereien", und die dechalv w ien kleinsten Streik zu einem Haupt« und Staats- LjT" stempeln möchten. Sie vergessen ganz, daß die «Ii?n, rduuna deS Deutschen Reichs die Arbeitseinstellung di«Ä'stel zur Erzielung besserer Lahn und Ardeilsbedingunzen jm�ücklich anerkennt, eine Konzesfion, die man seiner Zeit den lauern gemacht hat, um damit auch die unumschränkte Be «Miß der Arbeitgeber zum Rrbeitsausschluß zu begründen, wie 'n der Gewerbeordnung gleichfalls enthalten ist. („.■lBenn man fich nun fragt, was die Bedeutung dcr Streiks heutigen Ardeiicrwelt ist, so muß man zugestehen, daß tz.«rbeitseinstellung allerdings eine sehr brauchbare Waffe Arbeiter abgiebt, daß diese Waffe aber stumpf wird, W � allzuoft in Gesrauch kommt. Die deutschen Buch- Hilfen haben das erfahren. Sie verdankten ihren g?« lifo.Pkganistrten und geleiteten Arbeitseinstellungen eine Reihe Ii.gasenden Erfolgen, welche die ganje Arbeiterwelt, soweit h>b �stkntlichen Leben theilnahm, seiner Zeit mit Staunen hii*?ll stoben Hoffnungen erfüllten. Später aber erlitten die Mißerfolge; sie unternahmen Tinge, die über ihre k �Ng-n, und dcr Rückschlag trat ein. Arbestteinstellung muß sonach, wenn fie für den Erfolg hoben und günstig wirken soll, entlprechend SVi* st'"! zum anderen müssen die äuß-rm Verhältnisse h.Mnd liegen. Ein mißlungener Streik kann oft vurch Duüend alücklicker nickt wieder aut aemockt wer» Drr Jlssilhnt. .. Ein Lebensbild von B. H e r w i. Nummero 7 und Nummero 8"— Sit jjfr"'cht vöthig, wir gehöre« zusammen, ad« könne» ne keine niedrigere Nummer geben, daß wir eh« a» k taJ'6 kommen?— Wir sind von auswäre» und habe» % Seit.*- tW w«och der Reihe. Madame, da kann ich Zhne» L dark!? r" da« hat der Herr Professor'«al so besohlen, #a»1 Im 9�1__ cw_ r t X' 1 1. fr' i n L.. m ich kein« Nutnahm« machen- bitte, hr«'st da, N»« k U'nQfrw r"'—vrw* w.« v t»*' r�utLliA vöu' �cm gemalten, eleganten Tisch- die Andere, ?cht..2 J|c Tochter, ein liebliches, bleiches Mädchen mit i'"""et er iem braune» Haar und große», trübe ins bückenden""'' �.«efaltet. blauen Auge«, hielt die Hände von Zeit zu Zeit hob ei» tief« Seufz« ihr« �alal' das Warten*, meinte die Mntt«,„wir ""nen.""'"rlden lassen sollen, da wären wir gleich an» Kt! 'ststssor' ganz bangt«ms Herz� was der Herr ..'Ec ww».„.. H w n4lfte uno kann schon was drauf wenden. Ab« ���'g�ß�ein ew« dankbare» Pa» den. Verzweiflung, Demoralisation, Abfall, und, was daS Schlimmste wohl fein mag, Gleickgiltigkeit gegen alle zeit. gemäßen Bestrebungen treten ein, wenn eine Ardeitseinstellung unglücklich endet. Ur sere Stellung zu den Streiks ist demnach ei-e sehr einfach:: Wir wissen, daß Streiks nathwendig und berechtigt find, wir verwerfen aber entschieden leich'.finnig unternommene und schleckt durchgeführte Streiks. Dabei dort man nicht unterschätzen, daß die durch Streiks«reichten Vortheile gewöhnlich nur vorübergehende find. Ab« die Arbeiter klaff? muß immer bestrebt sein,- vor- wärts zu kommen; fie muß begreifen, daß der Tropfen den Stein höhlt. DaS find Alles alte Dinge, kann man sagen. Gew'ß, aber wir wollt«, auch nichts Neue? sagen. Wir wollten nur betonen, daß bei solchen wirthsckaftlichen Kömp'en die kühle Urbnlegung und Berechnung maßgebend sein müssen. Hier darf wenig« das Herz als der Kepf leitend wirken. Wäre daS immer d« Fall gewesen, so wären die Arbeit« auch schon viel weit« als jetzt. VarlamentSberichte. Deutscher»eichttag. 48. Sitzung vom 17. Februar, 1 Uhr. Am Tische des Bundesraths: v. B o' t t i ch e r. Errtschuidigt für die heutige Sitzung ist Graf M oltke. Auf seinen ausdrücklichen Wunsch wird der Gegenstand von der heutigen Tagesordnung abgestht, und das HauS tritt so- fort in vre erste, nd eventuell zweite Beraihung deS Antrags Hasenclever auf Gewährung von Reisekosten und Diäten an die Mitglieder des R.ickstagS ein. Abg. Hasenclever(Soz.Dem.): Wir haben diesen früher von der deutschsreifim igen Partei wieverholt eingebrach' ten Antrag diesmal dem Hause vorlegen zu müssen geglaubt, obwohl wir selbst noch vor 4 oder 5 Jahren uns der Adstunmurg da fie keine Ausficht verhieß, enihielren. Diesmal ist, nachdem die deuischfreifinvige Partei auf ausdrückliche Anfrage e klärte, aar nicht an einen Antrag zu denken, für uns der preußische Fis.uz der Karnickel gewo.den, der angefangen hat. Anfangs glaubte ich allerdings, die v. uischfreifinnlge Partei scheue fich wegen der Diätenprozcsse, aber durch die Rede des Abg. T aeger hat ste stch ja ebenso rückbaltloZ zu einem sogenannten Diätenfondi bekannt wie wir. Nur dieser Diäten cmdS ist der Grund unseres beuligen Airtragr«. In der Form unterscheidet er stch g-w nicht von dem früheren deutschfreistnnigen. Er ist ebenso du chweg Vom Reichstag an- genommen, wie er durchweg vom Bundesratb abgel-hnt wurde. D,e Dirter.lossgkert soll eine Korrikrur des allgemeine» Wahlrechts sein. Dann hätte aber das letzter: gar keinen Sinn, denn die Hrranziebung dn untersten Kassen zur Wahl hat nur dann einen Sinn, wenn auch die Veriretung derselben nach allen Richtungen hin gesickert ist. Ist d es nicht der Fall, so kommt mir dies vor wie politische Heuchelei und Unmoralität. Der Hinweis auf England und Frankreich ist ohne alle B-deu- tung, da di: W.rhlrn dort mit den unsrigen nickt vnglichen werden können. Indessen unser Partetwache ttum hat uns ge- zeigt, daj> die Diätenlofigkeit auf uns-re Wähler ohne Einfluß ist. Ick würde aber die Frage gar n-cht zum Brist ag bringen, wenn nicht der FiSkuS mit seinen Diäienprozeffen vorgegangen wäre. Dirse sollen dazu berufen sein, die Ko reklur des all.e- m�nen Stimmrechts wiedn zu korrigi'.en. Wenn da« Re ch Diäten verweigert» so sagt fich dcr Wähler, wir müffen unseren Gewählten doch auch in die Lage versetzen, uns«« Interessen zu vertreten. Daß auch die Kon- servativen früher, wenn auch in andner Form, Diälen gezahlt haben, steht fest. Warum hat denn der Herr Geheimrath Wagen« sein Rittergut Dummerwitz von der Partei«halten Y Aber wir find ja im Einverständniß mit dem Bundetrath und Herrn v. Boeiticher, welcher die Eisen- bahnfrnkarten für uns unterzeichnet. Art. 32 hat eben durch« aus keine an'ere Wirkung, als daß von Reichiwegen keine Diäten gezahlt w irden, ganz abgesed-n davon, daß die Eisen- bahnfahrkarten den Charakter von Almosen haden, weil der Geb« das Recht in Anspruch nimmt, fie alle Zeit beschneiden zu können und fie auch beschnitten hat. Auch die Geichworenen —kl!*""- 1---J--' „Und sieh nur die Bilder, ach Anvchen, die schöne weiße Gruppe.'— „Ein Amor, Mutterche», mit dem Pfeil.* „Ach, die Fii.ur hier, die ist noch schöner, schade, da habe« fie dn hübsche» Frau de» Arm abgebrochen, gewiß bei« U vzug." „New Mutterchen", berichtigte Anna leise,„das muß so sein, da« ist n»e Venus." „Eine Venu» und so entzwei,»a da« ist auch was Neumodisch-s— wer war den» die?" „Eine LrebeSgötlin, Mütterchen." „Lrebesgöttm," murmelte die Frau,„alles Unsinn, so etwas muß man de» Mensche« gar nicht i» de» Kopf setzen,— hast Du das auch w der Pension gelernt? Alles Unsinn, mein Kind I— Heut zu Tage herß.'s nur praktisch fei«, fich um Haus und Küche kümv e-n, hübsch da« Seine verwalte», gute Ziegel brenne» zu lassen, wie bei uns zu Hause, und dann für gehörige, Absatz sorgen,— ach, Annchen, weun Du doch ein Einsehen habe, wolliest!" „Muit«, Mutter, nicht hier, nicht so laut, die Leute werden ja aufmerksam," bat da» gequälte Mädchen.— Es war mittlerweile lee-er im Zimm« gewordc. Mit »ehr od« minder besr iren Mienen wa-e« die Abgefertigten au« de» ArzreS Zimm r gekommen. Ungeduldig lief die Mutter mit großen Schritre» im Zimmer auf und ad, hier dt» Staub auf der Lampenglvcke mißbilligend betrachterd. dort die Blume» auf dem Tisch ordnend,— am liebste» hätte st gleich Symmetrie in da« v/rnachläsfigte Büch«- spind g bracht.„So'ne rech'e Gelehrtenwirthschaft," mur- weite fie,„da ist keine O duuag, kein Zug da- in. Hab'« ja immer gesagt»«ein. mtt einem Gelehrte» darf mir Niemand kommen". �,,_, Anna hörte die le,« gesprochene» Worte u»d zuckte schmerz� zusammen� � meine Damen." D« waren fie nun im H-rl.gthum dc« große» Ge'ehr. te». Ein weite«, halb verhüll eS Zimmer- da» Auge mußte sich«st an die Dämmerung g.wohne»~ e n Tr ch, bedeckt mit Instrumenten, stand i« der Mite; der berühmte sorgen unter einander für schadlose Ausübung ihr« Pflicht durch Bildung von Geschworenenvereinen. Die Herrenhaus» Mitglieder erhalten ja auch Diäten und seit 3 bis 4 Jahren Eiter bahnfreikart'n. Damals ging das Gerückt, man gebe die Eisenbahnkarten, um die Herren geneigter zu machen für daS Staatseisrr.dahnsystem. Ich glaube das ja nicht, aber, wenn man solche Gedanken uns unterlegt, warum sollen wir dies nickt auch ge�en die Mitglieder de? Herrenhauses thundürken? Bis vor zwei Jahren hat kein Mensch Anstoß an solchen Par« leidiäten genommen, bis plötzlich der Reichskanzler, ich glaube, nach ein« Rede de« Abg. v. Minuigerode, der gesagt hatte, man«.kaute stch einer Partei, wenn man Diäten annehme, bemerkte, daß er in einem solchen Fall fich an den Staats» anwall wenden werde. Es scheint ihm die« nicht geglückt zu s in; und darum hat« durch den pre ißischen Fiskus die Diät-nprozeffe anfir-nz n laffen, die wahrhaftig n cht ge-tgnet find, das An'eben der Richter im Voiksbewußtsein zu heben. I fieben dieser P-ozefie wurde dcr FtskuS bekanntlich in erster Instanz zurückgewiesen; da fährt plötzlich, ehe noch die Pro» zesse in die zweite Instanz gelangt waren das sogerran-.te Kanzlmblatt dazwischen und giedt den OberlandeSzerichten förmlich eine Direktive, nach welch« fie unherlen sollten. All« gemein hat man den Eindruck, daß diese Art kel nur einen D uck auf die Oderlandesgerrchte ausüben sollen. Einen Shn» lichen Artikel, in dem es hieß:„nun soll eS uns mal wundern, wie j tzt die Gerichte entscheiden werden", brachten bald darauf die„Berliner Polni chen Nach ich im". Die bekannte« Deduktionen nun, auf welche die derben Obergericht', die bis jetzt mit der Sache fich beschäftigt haben, stch stützt-n, lau'en nur auf eine weitere Beschränkung dos Wahlrechts hinaus. Allein der große Auiwand, den der Aufenhalt in Berlin v-rwsacht, wü de ganze Klaffen der Bevölke.ung vom paistaen Wahlrecht ausschließen, und nur Mitglieder der oberen Zehn'au end würden noch Abgeordnete weiden können, wenn die Annahme von Privai- diäten verboten wird. Ich will nicht defi itto sagen, daß die Obnland-sarrichte fich haben beeinflussen laffen durch solche'-'eußerungen- Aber man mußte er drecken, daß in betten Oaerlandesgerichten, in B eklau und N uwburg, we- nigfiens der Ton der„Norddeutschen" widerklang. Dies gerade erschüttert das Vertäuen des Volk« ln die Gerichte, ein Vertrauen, welches schon durch die trau'igen Majestäts» teleidigungfprozesse im Jahre 1878 stark ine Wanten gekommen wir. D« Richer stand steht nicht mehr so intakt da wie früher. i Leb&ast« Widerspruch rechts.) Wenn wir nun keine Diät.n wehr en pfangen dürfen, was woll-n Sie denn dann tagen, w-nn das Volk ri-llncht eine Bebel-, Liebknecht-, Hasenclever» Spende einrichtet?(Große Heiterkeit.) Sie'liegen uns nicht unter; da? find abenieue liche H.-ffnungen. Ich sage Ihnen, Herr v. Boetlicher, das find keine sckönen Gedanken; solche muß man nicht in das Volk hineinbringen. Mit Onkel Brästg sage ich:„Wir find der Polizei noch über." Wir finden immer Thorr und Ausfallswege. So klug wie die Polizei find wir auch noch; und dabei fiird wir noch in der günstigen Lage, die Angegriffenen zu sein, und zwar von d r preußischen Staatsgewalt und dem preuß schcn FHkuS, diesem undenkbaren Ding.(Große Heiterk it rechts.) Bel-idrgt man uns, nun so find unsere Wähl« nur um so ftoleer auf uns, wenn wir durch eine solche Presse ange» gr ffen we den. Sie werden uns doppelt Dank wissen, und wenn d« R ichs'ag aufm löst wird, so kommen wir nicht mit 24, sondern, um den Wunsch des Herne Reichskanzlers zu er» füllen, mit 36 Mann hierher.(Heiterkeit recht.,; sehr gut! bei den Sozialdemokraten. Abg. v. Koller: Na! Na!) Herr von Koller, daß Sie auf Ihren landrätblichen K-eis Einfluß haben, daran zwe fle ich nicht, wir aber haben Einfluß auf daS Volk, weil es weiß, d'ß wir für daS m bettende Voll kämpfen, dulden und litd'N.(Ruf rechts:„Dulden und leiden!" Heiter» ke t.) Nun glaubt man schließlich sogar noch, durch die Klagen auf uns persönlich Eindruck ausüben zu könuen, weil es nicht recht wäre, solche Parte diäten zu empfangen, aber da find wir — um mit H-rrn v. Köller zu reden— viel zu abgebrüht dazu.(Abg. v. Köll« ruft:„In meinem Leben n cht gesagt!"), na, oder so was Aehi. liche'.(Heiterkeit.) Die Empfangnahme der Parteidiälen, die von den Arbeitern abgcda.bten Groschen, ist die einer Ehrengabe, auf die wir, ich und meine Kollegen, stolz find. Wirj wissen, daß ste freiwillig ge» zahlt werden, denn die Arbeit« sind überzeugt, daß wir die Vertreter ihr« guten und gerechten Sache find. Arzt, eine sympathische Persönlichkeit»it wohlwollende» klugen Zügen trat ihnen entgegen. Im Hintergrunde de» Zimmers, am unverhängten Fenster saß ein junger Man», mit dem Ordnen von Instrumente» beschäftigt. „Ich will mich Ihne»»ur gleich vorstellen, Herr Pro- fessor," begann die resolute Dame,— ich bin die Ziegelei« b sitz-rin HermSdorf au« der Nähe,— die« hier ist meine einzige Tochter A»na.*— Der junge Mann im Hintergrunde des Saales erhob sich fast ungestüm, er schien den Raum verlassen zu wollen, ab«, al« besänne er sich schnell eines Besseren, nahm er geräuschlos seinen Platz wieder ei», scheinbar eiftig mit der Arbeit beschäftigt. „Mein Manu ist lang« todt— ich habe die Sorge allein für Wrtthlchaft und Erziehung, aber, mein lieber Herr Professor, ich möchte lieber zwei Wirthschaften verwalten, als eine Tochter erziehen.*— „Mutter"— „Laß mich nur reden, Annchea, d« Herr Professor muß Alle« wissen. Nun hatte ich da« Kind also in die Pension ge chickt, frisch und vergnügt ging sie hin, und nach zwei Jahr-n kam sie wird«,— z» sich gekehrt und blaß— da hatte ste gewiß viel zu viel gelernt,— und nun sollte st» sich um die Wirthschaft kümm«« und nachher meine» Ver» walt« heirathe».* Annchea saß mit tief gesenktem Kopf— der Professor lächelte.„Ein lieber, netter Mensch, Herr Professor, nicht mehr ganz jung, aber»och in den beste» Jahren, voller Interesse für die Wrthschaft, so r« rechter, verstäv» diger Mann, der gew'ß gut zur Anna sein wird,— Alle« war io schön zurecht gelegt, da kommt das Mädchen und sagt»ein.* „Aber gute Mutter, wozu das Alles.* „Lassen Sie nur, mein Fräulein," beruhigte der Pro« fessor das erregte Mädchen—„da« ist mir Alle« wichtig genug,— habe ich einen Blick in die umgebenden Verhält» «risse und in das Seelenleben meiner Patienten geihan, so ist'« mir oft viel leichter, die körpeilichen Beschwerde» zu bs- Bei uns wird es nicht gemacht, wie bei der Sammlung für die Bismarck»Spende in Bochum und Dortmund, welche unter der Vorspiegelung einer Sammlung für die Altersver- sorgung der Arbeiter inszenirt wurde.(Hört! hört! bei den Eoziairemolraten.) Da können wir stolzer sein, bei uns wird nichts vorgespiegelt, dessen bedürfen wir nicht. Ich bitte Sie, den von uns gestellten Antrag anzunehmen und dem erschütterten Rechtsgefühl im Lande eine Stütze zu geben.(Beifall bei den Sozialdemokraten.)., Abg. v. Kardorfs(Reichspartei): Der Vorredner hat, **.**• Vit«'<•£>«•* wirfr+ä abgesehen von der„Norddeuischen Allgemeinen Zeitung", nichts RiU«! zur Sache �vorbiingm können.(Abg. Pfannkuck: Gerade wie bei der Währungsfrage! Heiterkeit links.) Meine politischen Freunde und ich meinen, daß die Diätenlofigkeit von Anfang an seitens der Regierung beabfichtigt war. Wie die Fortschrittspartei es aufgegeben hat, diesen Antrag zu wiederholen, so glauben wir, daß es in der That für die Würde und das Ansehen des Reichstags nicht nützlich ist, wiederholt mit Anträgen zu komnien, deren Erfolglosigkeit von vornherein vorher zu sehen ist.(Beifall recht?.) Wenn der Abg. Hasencleoer fich bezüglich der Diäten so scharf gegen den Rerchskanzler wendet, so sollte er seine Worte lieber gegen den Abg. v. Stauffenberg richten, welcher über Pacteidiälen das Schärfste gesprochen hat, was überhaupt gesprochen werden kann. Wir werden wie früher gegen den Antrag stimmen. Abg. Meyer(Halle): Den auf die freisinnige Partei bezüglichen Ausführungen des Antragstellers gegenüber kann ich bestimmt erklären, daß unser Standpunkt zur Diätenfrage heute derselbe ist wie früher. Wir halten unerschütterlich an unserer Anficht von der Nolhwendigkeit fest, daß die Reicks- r egierung die Reichsinstitutionen in dieser Weise ergänze. Wir halt;n uns aber nicht für verpflichtet, in jedem Jahre den An- trag zu wiederholen. Im vorigen Jahre hatten wir zur Ein bringung einen bestimmten Anlaß; er war gewissermaßen die Antwort auf die durch den Bundesrath angeordnete Abände- rung bezüglich der Benutzung der Eiscnbahnfreifahrtskaiten. Heut zu Tage haben wir keinen besonderen Anlaß; im Gegen- theil wünschen wir, daß die Diätenprozesse erst ablaufen und die Luft durch Entscheidung über dieselben gereinigt werden möchte. Dann wird fich Gelegenheit z« einer Kritik bieten und man wird erwägen können, od es recht ist, daß, wenn ein als ehrenhaft bekannter Mann und Beamter sagt, er beziehe leine Diäten, man ihn dennoch durch Zeugen einer Unwahrheit zeihen will. Die Reichsverfassung ist nicht unabänderlich für ewige Zeiten; fie ist der Ausbildung in diesem Punkte wohl fähig und wird auch später destimmt entsprechend geändert werden. Weil wir dies wissen, so drängen wir nicht in diesem Augen- blick auf Lösung der Frage. Ich habe nur die Bermuthung abwehren wollen, als habe ssch in unserer Stellung irgend etwas geändert. Damit ist die erste Berathung erledigt; in der Spezial- diskusfion werden die einzelnen Paragraphen des Gesetzes ohne Debatte angenommen. Gegen dasselbe stimmen die Konscr vatioen, die Reichspartei und ein Theil der Nationalliberale'. Darnach soll Art. 32 der deutschen Reichsvcrfassung durch fol- gende Bestimmung ersetzt werden:„Die Mitglieder des Reichs- tags erhalten auS Reichsmitteln Reisekosten und Diäten nach Maßgabe dcS Gesetzes. Ein Verzicht darauf ist unstatthaft", und für die UebergangSzcit, bis zum Erlaß dieses Gesetzes der Bundesrath die Höhe der Reisekosten und Diäten festzusetzen berechtigt sein. Die Tagesordnung ist hiermit erledigt. Schluß 2Uhr.— Nächste Sitzung: Donnerstag l2Uhr. (Sozialistengesetz.)_ Abgeordnetenhaus. 21. Sitzung vom 17. Februar, 11 Uhr. Am Ministeftische: Lucius, v. Goßler und Kom- missarien.— Den Präfidententisch schmückt heute ein Blumen- bouquet; Präs. v. Köller vollendet heute sein 63. Lebensjahr. Eingegangen ist ein Gesetzentwurf, betr. die A n st e l l u n g der Jmpfärzte in der Provinz Posen. Auf der Tagesordnung steht zunächst der Antrag des Abg. Kr ah, welcher die Gesetze, betrcssend den erleichterten Abver« kauf kleinerer Grundstücke vom 3. März 1860 und betreffend b;n erleichterten Austausch einzelner Parzellen vom 13. April 1811, auf die Provinz Schleswig-Holstein ausdehnen will. Der Antragsteller führt auS, daß sein von Vertretern aller Parteien seiner Heimathsprovinz unterstützter Antrag ein dringendes Bedürfniß für Schleswig-Holstein sei. Wenn der dortige Piooinziallandtag einen ähnlichen Gesetzentwurf abge- lehnt habe, so könne dies nicht ins Gewicht fallen. Es bandle fich hier um ein wesentliches Landeskr-.lturintereffe. Die Arron« dirung des Einzeldefitzes komme auch dem Ganzen zu Gute. Eine Schmälerung der Realgläubiger sei durch diesen Gesetz- entwurf nicht zu fürchten, dagegen dürfe man von demselben eine gründliche Ordnung des Grundbuch- und Katasterwesens erwarren. Ada. Dr. S e e l i g schließt fich diesen Ausführungen an. Das ablehnend Votum des Provinziallandtags sei mehr for- maler Natur gewesen. siegen"— und liebevoll strich er die Wange des erröthen« den Mädchens. „Also bitte, Madame, fahren Sie nur fort." „Also, Herr Professor,— das Mädel ist und bleibt stönisch, trotz allem Zureden, sie will ihn nicht, sie mag ihn nicht, sie liebt ihn nicht,— ich dringe in sie, da kommt denn die ganze Geschichte heraus, daß sie in der Stadt eine« jungen Mann kenne» gelernt hat, Bruder der Freundin, eiaen jungen Arzt, wissen Sie, Herr Professor,— eiaer von denen, wie sie zu Hunderten herum laufen— denn ehe sie es zu etwas bringe», das dauert'ne Weile. Der also hat'S ihr angethan— Gedichte gemacht und Blumen ge- schickt— na das kennt man ja. Er liebt sie, sie liebt ihn, Scsagt habe» sie es sich noch nicht,— das war solch An- hmachten von Weitem, aber einen Andern will fie partout nicht,— na, Blumen schicken und Gedichte machen,— das thut mein Verwalter nun nicht, aber dafür ist er auch ei» verständiger Mann, ein gesetzter Mann—" „Nun, liebe Frau, was kam dann?" „Na, Herr Professor, und dann ging der Sommer inS Land, und die Anna ward immer elender und elender, zu guter letzt kam noch eine arge Lungenentzündung, weiß der Himmel woher, und unser alter Physikus hat gedoktert und gedoktert, mal ist'S auch besser geworden, aber das dauerte wieder nicht lange, dann kamen die Kopfschmerzen wieder, und schwach wurde sie, immer schwächer— mit dem Heirathen ließ ich sie ja nun natürlich in Ruh', erst mußte sie doch auskurirt werden— und so eilig war's auch nicht. Mein Gott, ich bin ja noch nicht so alt, daß ich mich durchaus zur Ruh' setzen muß,— da haben wir denn nun so viel von Ihnen gehört, und da bin ich heut früh mit der Anna hergekommen— hoffentlich finden Sie nun das Rechte heraus."— «Nun sehen Sie mich einmal an, mein liebes Fräulein, — haben Sie viel geweint?" „Za," flüsterte Anna.— '„Geweint?" fragte die Mutter—„ja, wann denn, davon habe ich doch nie etwas zu sehen bekommen"— „Ach, Mütterchen, wenn ich allein war und spät in der Nacht— ach, ich war so unglücklich—" Der Gesetzentwurf wird hierauf in erster und zweiter Lesuna angenommen. Es folgt die erste Berathung des Antrages deS Abg. Dr. Kropatsch,k auf Annahme eines Gesetzes, betreffend die Gleichstellung der Lehrer an den nicht st aat- lichen höheren Lehranstalten mit denen an Anstalten staatlichen PatronateS. Der Antrag stiller weist darauf hin, daß die Klagen der Lehrer an nichtstaatlichen höheren Lehranstalten über die Weigerung der Kommunen zur Zahlung des Wohnungsgeld- Zuschusses das Abgeordnetenhaus fast alljährlich beschäftigt haben. Es sei ja dankbar anzuerkennen, daß der Kultus- minister allen seinen Einfluß aufgeboten habe, uui die Kom- munen zur Zahlung zu bewegen, aber nicht überall habe er Erfolg jjehadt. Sckon deshalb fei die gesetzliche Regelung dieser Sache notwendig, außerdem aber auch hinfichtlich der Gleichstellung in den Rang- und Penfionsoerbältnissen der Lehrer, wie fie das Haus noch 1384 in einer Resolutton be- fürwortet habe. Der bisherige Zustand, daß Lehrer von gleicher Vorbildung in staatlichen Anstalten den vollen Äohnungsg-ldzuschuß, an kommunalen Anstalten einen ge- ring-ren oder gar keinen Wohnungsgeldzuschuß be- kommen, sei ganz unhaltbar. Sein Antrag komme berechtigten Wünschen der Lehrer nach. Weitergebende Forderungen, wie fie in ganz unqualifizirbarer Form das Abgeordnetenhaus nur zu oft behelligten, seien unerfüllbar und schadeten den Antragstellern selbst. Daß die Lehrer an nichtstaatlichen Anstalten denjenigen an staatlichen Anstalten gleichstehen, gehe daraus hervor, daß dieselben wähl- bar seien in die Stadtverordneten- Versammlungen und dienstlich nur den Provinzialschulkollegien unterständen. Tie Kommunen hätten nur das Recht der Wahl, allerdings aber auch das der Äszenfion, bei dessen Ausübung fich nur zu oft politische Erwägungen in den Vordergrund gedrängt hätten. Es sei nicht selten vorgetommen, daß Städte ihre Lehrer wegen konser« vativer Gestnnung nicht aufrücken ließen.(Rufe: wer?) Er, Redner, selbst sei in Brandenburg nicht aufgerückt, weil er an- geblich die Primaner zu konservativer Gestnnung verführt haben würde. Er glaube allerdings nicht, daß diese Primaner später in das fteistnnige Lager eingegangen seien Jedenfalls bätten die Kommunen, im Bcsttz des Wahlrechts, auch die Pflicht, ihre Lehrer in Bezug auf den Wohnungsgeldzuschuß so zu stellen, wie die Lehrer an staatlichen Schulen. Daß fie die Mittel dazu hätten, sei nicht zu bestreiten. Biele Kom- munen hätten auch in dieser Beziehung sehr libe- ral für ihre Lehrer gesorgt. Sollten aber einige Kommunen diese Pflicht nicht erfüllen können und der Fortbestand der Anstalt im öffentlichen Interesse liegen, so müßte eine staatliche Subvention eintreten. Die Furcht, daß diese Bestimmung zu einer Verstaatlichung der kommunalen Schulen führen werde, könne er nicht(heilen. Er bitte, seinen G.-E. einer Kommisston zu überweisen. Abg. v. d. R«ick(kons.) hat gegen den G.-E. verfassungs- mäßige Bedenken und steht in demselben einen unberechtigten Eingriff in die Freiheit der Kommunen. Abg. v. H a u g w i tz hält den Kropatscheck'schen Antrag für eine einfache Erfüllung der Pflicht der ausgleichenden Ge- nchtigkeit. Abg. Bachem beantragte für den Entwurf kommissarische Vorberathung in der um steben Mitglieder zu verstärkenden Budgetkommission. Der Antrag sei in der vorliegenden Form geignet. die Selbstverwaltung der Gemeinden und die Freiheit ihrer Entschließungen bedenklich zu alteriren. Abg. Seyffardt(Magdeburg): Ter Ausspruch deS Abg. v. Haugwitz, daß mit der Annahme des Antrags ledig« lich eine Pflicht ausgleichender Gerechtigkeit erfüllt werde, kann von den Nationalliberalen nicht ohne Weiteres zugegeben werden. Will man überhaupt von ausgleichender Gereckt, gleit sprechen, so wäre zunächst der Staat an der Reihe, sich setner Verpflichtungen zu erinnem, nachdem die Kommunen so viel für die Schulen gethan haben. Aber wenn auch durch dm Antrag die Kommunen noch mehr belastet werden, so können wir doch seinem Giund- gedanken nur Beifall zollen. Zur Beseitigung der namentlich gegen die Form des Antrags zu e hebenden Bedenken schlageil wir die Einsetzung einer besonderen Kommisston von 21 Mitgliedern vor. Abg. Peters(Zentrum) bringt den, Antrag ebenfalls seine volle Sympathie entgegen, hält aber die Erzielung wirk- lich zufriedenstellender Verhältnisse in der städtischen Lchrerwelt mit dieser Regelung allein und ohne gleichzeitige Regelung der Aszenfionsfrage für unmöglich. Die� ungünstige Lage . vieler städteschen Gymnasien namentlich in Schlesien sei dem Schul- grünvungsfieber der Kommunen in den siebziger Jahren zu verdanken, dem auch die Regierungen Vorschub geleistet hätten. Jedenfalls seien zahlreiche Kommunen an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit für die von ihnen geschaffenen höheren An- stalten angelangt und seien zu weiteren Opfern unfähig. Schließlich seien doch auch die Kommunen nicht der Gymnasien wegen da; in allen solchen Fällen habe also pr nzipiell die Staatssubvention einzutreten. ES werde fich nunmehr fragen, „Thränenfistel in höchster Blüthe," konstatirt.: der Arzt, — nun, mein Fräulein, nur nicht wieder ansangen zu weinen, da laufen die Thräven ja gleich wieder bachweise herab,— o, das müssen wir uns abgewöhnen. Also an den Verwalter denken wir vorerst'mal gar nicht,— bitte, Herr Kollege, die Lampe mit dem Augenspiegel." Der Assistent erhob sich,— eS dauerte ziemlich lange, ehe er dem Geheiß Folge leistete;— endlich war es so weit, — er trat erregt näher, die Lampe zitterte in seiner Hand, — da traf ihn das volle Licht. Anna sprang wie elektrisirt von ihrem Stuhl empor und blieb mit weit ge» öffneten Augen starr stehen, jeder Blutstropfen war aus ihrem Gesicht gewichen,— sie wollte sprechen, rufen, doch sie vermochte es nicht,— fast bewußtlos sank sie zurück. „Otto, Du,— Sie?" stammelte sie. Die Lampe hatte geklirrt, so unsanft war sie auf den Tisch gesetzt wmden,— der Assisievt neigte sich zu dem lieb- lichen, bleichen Mädchen. „Anna, meine theure, liebe Anna, Hab' ich Dich end- lich wieder, nun weiß ich doch erst, daß Du mich liebst." „Na, Gott steh mir bei," murrte Frau Hermtdorf,— „das wird ja hier eine nette Kur werden,— das ist wohl am Ende gar der Herr Doktor selbst." „Ja, ja, nwine liebe, verehrte Frau," bestätigte der wohlwollende Professor,— das scheint mir auch so zu sein. Nun wird mir erst Manches klar, das träumerische Wesen mewcS jungen Freundes und sei» Grübeln. Doktor Köhler ist seit mehreren Monaten mein lieber Assistent, einer der fleißigsten, der geschicktesten Aerzte, die ich je in meiner Um- gebung gehabt, nicht einer von den„Hunderten", die in der Welt herumlaufen,— aber wissen Sie was, lieber Kollege," wendete er sich zu dem jungen Man»,„heute wollen wir einmal die Rollen tauschen, heut' sollen Sie der behandelnde Arzt, und ich will der Assistent sein; und während Sie da der kleinen Patientin in die Auge« schauen,— will ich Ihnen hier bei der hochvirchrten Frau Schwiegeimutter assistiren,— still, ketten Dank,— das soll und muß sie werden!" Und während nun der junge Arzt süße Zwiesprach hielt mit seiner lieblichen Kranken, während d:ren Auge» ob die Regierung die Geneigtheit zur Zahlung dieser Sj. ventionen an die nothleidendcn Kommunen besitzt. Allzu fltw Wzl Hoffnung dürfe man einstweilen darauf nicht setzen. Abg. v. Sch-nckendorff hält die Einsetzung nM\ besonderen Kommission für um so nothwendiper, als der W trag in seiner Tragweite fich auch auf alle NichtvollanstalU» Pchtt«. auf die Progymnasien, die Real-Progymnafien, die Ober Sä bat g, schulen erstrecke, somit in die Materien, deren desiniiioe Rcgelu» nur von einem umfassenden UnterrichtSgesetz erwartet wnd« könne, sehr tief ringreife.. Abg. Schmidt(Sagau) erklärt namens der FreikoM| vativen die volle Sympathie mit der den Lehrern an niasi staatlichen Schulen zugedachten Verbesserung, macht— namentlich gegen die nach dem Antrage der Regierung i öchloss.z übertragende unbeschränkte facultas hinsichtlich des Weiterb» � � r., stehcns der in Frag« kommenden städtischen Anstalten � jl-nfiniltion? denken geltend. Zur Vorprüfung werde fich in e.ster W Neuanlaaen die UnterrichtSlommisston, eventuell eine besondere KowmM empfehlen._ Abg. LangerhanS bezweifelt, daß die Weigerung l. Magistrats zu Branderiburg, den Oberlehrer KropatM afzendiren zu lassen, etwa schriftlich mit denjenigen Moment begründet worden sei, die der Abgeordnete Kropatschek fr" �eü angeführt habe; eS würden wohl andere Gründe, 'iuWfc-S te» k: Wie aber die Sachen jetzt faktisch liegen, man möglichst vermeiden, durch geringere Leistungen p. die Lehrer schließlich auch ein- Klasse schlechterer Anstalt j oder, was dasselbe sei, eine Erschwerung der Gelegenheit e, guter Ausbildung zu schaffen. Deshalb sei der Garndgel®", des Entwurfs als ein guter anzuerkennen. Für die g Eubventionirung müßten aber ganz bestimmte Modalu»>'' aufgestellt werden, sonst werde lediglich eine weitere Belast und sogar Schädigung der Kommunen ohne jedes Aequiva das Ergebniß sein. ,M Der Gesetzentwurf wird darauf mit großer Mehrheit 1#" besonderen Kommission von 21 Mitgliedern überwiesen. Es folgen Wahl-rüfungen. Die Wahlen der Abga. Althaus(4. Kassel), Szuman und von Zarrzewski(9. Posen) und 1 Hantel(8. Düsseldorf) werden für g i l t i g erklärt.* Die Petition deS Magistrats der Stadt HildesheiiftJ: treffend die Reinigung der den Gerichtsbehölden vorzui� den Gefangenen, über welche die Petiitonikommisston gang zur Tagesordnung beaniragt, wird auf% Bachem an die Kommission zur schriftlichen Berichtersts�, j zurückverwiesen; dagegen genehmigt das Haus den Anti Justizkomm ifsion, die Peiicion des Polizeiwachtmeisters, und Gen. in Osterode am Harz und in anderen Ortens Gr Währung von Tagegeldern und Reisekosten an die Zeugen in Strafsachen vernommenen Kommunal-Polizeibeo nach den für die Staatsbeamten gleicher Kategorie gelte"" Sätzen, der Staatsregierung zur Erwägung zu überweist":*! _____ ift btf �rms�nrJmiinrtr 23A* ••rrvtvtii aii ö 5? Fangvorr ifung die «Jd sich n NM» mit S« %%%% eingreife nirfoT"' M. mehr g Ulen durch Ml-eumgst zu Ein, "wier war � vier all Mwand T U» dunkle, •tes «ts p'% SB 'Mnb, Ii Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Nächste Sitzung Donnerstag 11 Uhr.(Etats"b« und Eifenbahnoerwaltung.) N Lokales. Mit Genehmigung des Ministers des Inner«._ 350 Mann der hiesigen Kriminal- und politischen Poliss> � Rückficht auf die stete Gefahr, in welcher dieselben bei* Übung ihres Dienstes schweben, mit Reooloern bewaffnet"� den. Zu diesem Behüte ist eine Summe von 7000 MarlZ den Etat der Polizei-Verwaltung gebracht worden.—% sonst die Equipiruim der Schutzmannschaft betrifft, so"Sj jetzt jeder Polizei Wachtmeister und Sckutzmann jährlick Rock, eine Halsbinde, ein Paar Stiefel, ein tuchenes Be>"�»..Eemäst und zwei Paar weiße, wildlederne Handschuhe; alle zwK'� Mvdheiti ein leinenes Beinlleid' alle vier Jahre einen Paletot s?"mi"-—- einen Helm. Jeder Polizeiwachtmeister und Schutzma"!/ Pferde erhält jährlich einen Rock, eine Halsbinde, ein Knicstiefel, eine Reithose und zwei Paar weiße wildle"� Handschuhe; alle vier Jahre einen Mantel mit Pellerin«, einen Helm. Irr dem neuen Etat ist die Neubeschaffung"- dritten Garnitur Tuch und Reithosen für die g...W>.. men und nur bei besonderen Gelegenheiten ausgegeben � während die weitere Lieferung von weißen Hofen bis zu" � Zeitpunkt unterbleiben soll.— Für Vigilanken wirst der/"- die Summe von 8467 M. aus, d. h. 2125 M. mehr Vorjahre. Im Berliner Polizcibczirk find statianirt;* Wachtmeister zu Fuß, 2879 Schutzmänner zu Fuß, 18 meister zu Pferde und 220 Schutzmänner zu Pferde, fujaSj 3399 Mann. Dazu treten 47 Nachtwachtmeister und 475)'" wächtcr. Für Fahrftuhlbesitzer. Im Anfang drs vorigen verunglückte in einer hiestgen Fabrik ein Arbeiter bei der Bks i» immer Heller, immer fröhlicher, immer glücklicher lr«1 und verstohlene, aber innige Küsse die zariea H# � deckten, hatte der liebe, alte Arzt und Menschenkev"" j# würdigen Ziegeleibesitzerin gravitätisch den Arm gere:�' in die Fensternische geführt und in eindringlichster v mit ihr geredet. „Sie haben Verstauen zu mir gehabt, verehrte 5,� so hatte er angefangen,„und Sie sollen sich nicht ich werde Zhr Kind gesund— und Sie werven(9 � machen." Und dann hatte er immer herzlicher gefr jeden Widerstand zu besiegen gewuß', man hörte fv« � zender Karriere,"—„Glück zertrümmern,"— p' Augeokrankhnt",—„Frau in ven besten Zahlen",".'p' walter"—„selbst noch glücklich werden"— irren w» so war auch ein Handkuß vernehmbar geworden. m Aengstlich hatte die Mutter«ach dem jung� ar er. r L�net. als B W %| l> 22, i geblickt. daS sich in völliger Weltvergeffenheit befand- � „Run, wie ist'S, Herr Kollege", rxciminnte W e.n....»-* �bre'ai* fessor,„ist die Untersuchung beendigt, wie lautet zif «ose,— haben Sie bereits Mittel gefunden und wendunz gebracht?". hff, Lächelnd scklug er die Fenstervorhänze auterna" j lieblichstem Erröthen stand das junge Mädchen b&%(# meine junge Feundin," fuhr er fort,„ich joax auch nicht unthätig, und gehalten dort mit"dem lieben denn folgende Kur verabredet Tag noch Nacht weinen, darf lieben und muß ihn noch vor»maus eine» rathen, damit endlich die Augenentzündungea a Zufrieven?" b p# Anna lag am Herzen der Mutter, jubelte«n und schluchzte. ich „Nicht weinen Aanchen," sagte die Mutier, s> ja Alles thun, nur nicht mehr weinen—'s't1 t! Lebenlavg—" sagte der glückliche, junge Assist<«t. C Die Sprechstunde war beendet, Anna_ ha»»� das Versprechen entgegennehmen dürfen daß er i« äz#, titlet. V . w U % %!' .».In ' bt>«fen �7. L. �ott, tyi'A UÄWÄZM1 rf»Wt• 6« � Ii Spj sÄ; SÄ Sie, i lioc Regeluli artet werd« :r Freikon!» :n an ni® macht ad« «iegierung SAÄi» !"«SZ n Moment« zvatschek ¥ Zründe« chtuna« -es Siauw -gen, wM Zelegen�eitj I�undgeda' ßr die erw Mwg eines Fahrstuhles, indem fich plötzlich das Drahtseil Mben aus seiner Befestigung löste und der Stuhl, da auch Z Fangvorrichtung versagte, bis zur Kellersohlc hinabstürzte. Befestigung der Fahrstuhlieile war mittelst des sog. «"unschen Seiischloffes bewirkt; die vorgenommene technische !, W la iu?0 dieser Verschlußart hat mehrfache Mängel gezeigt. «IM M nämlich herausgestellt, daß die zur Veibtndung des MffeS mit dem Drahtseil dienenden Kesten ihren Zweck Mfern nicht erfüllen, olS fit das Seil nicht genügend weit Massen und schon aus diesem Grunde der Reibungswider- Mb ein zu geringer ist, daß aber außerdem die an der Innen- der Kette angebrachten Zähne nicht tief genug in das «i, �greifen, um eine hinreichend sichere Verbindung deS Mloffts mit dem letzteren herzustellen. Im eigenen Jntereffe Fadrstuhlbefitzer dürfte es daher liegen, die fraglichen Mftrultionen, deren Verwendung das Polizeipräfidium bei Mnlagen, wie die„Nordd. Allg. Ztg." erfährt, überhaupt a.T wehr gestatten wird, auch bei den vorhandenen Fahr- Wlen durch andere, größere Sicherheit bietende Einrichtungen weumgst zu ersetzen. .R' Eine wilde Katze hat die Familie deS Schneidcr- hÜL S �ieier in der Ackerstraße in große Vetrübniß gebracht. M M. hielt fich mehr zum Vergnügen als wie zum Mäuse- Mn ein« Kätze, welche ziemlich zahmer Natur und seinen »'»Bern daher ein lieber Spielkamerad war. Die Freude der «SM war sehr groß, als„Mietze" vor einigen Tagen Mutter .�wer allerliebsten Kätzchen geworden war. Doch plötzlich Mwand Mietze mit ihrer kleinen Familie spurlos und die ül, 1 �r'flen an, jeden Winkel der Wohnung und deS Hauses 2 den Katzen abzusuchen und waren auf diesem Etreifzuge r vre tc' S; au� dem Hausboden angelangt, da sprang plötzlich aus qttnvfllilM%w dunklen Winkel die gesuchte Katze, wild pfauchend, hervor bm 8jährigsn M. in das Geficht. Auf das Geschrei der j-��ten Kinder eilte Herr M. herbei und fand seinen Knaben iJ®>!stich zugerichtet am Boden liegend, denn das wilo ge- t,j! Thier hatte dem armen Knaben seine Krallen tief in sichte Auge eingeschlagen und somit die Sehkraft deffrlben ... vernichtet. «ei dem Diener S. im NeichSgesnndheitsamt erschien K,»,' d. M., Nachmittags ein unbekannter Mann mit der daß der Direktor der bezeichneten Behörde bei der M Dahlmann und Uno Kohlen bestellt habe, und daß ein« J'Rjn der Karlstraße vor dem Eingang zur Thierarznei- Sf, winde, während der zweite Wagen in Folge eines Rad- leiiS» unterwegs liegen geblieben sei. Um fich ein Rad zu Da y�itche cr zur Hinterlegung eines Pfandes 12,50 Mark. «nlS Unbekannte sehr sicher auftrat, so übergab ihm 6. den &.ä'w Betrag gegen eine mit dem Namen„Carl Bensch (b„ v Wagen Nr. 3" unterschriebene Quittung. Als nach »on k" Stunde ein mit bestellten Kohlen beladener Wagen -iiein genannten eintraf, stellte fich heraus, daß S es�'�vchwindler in die Hände gefallen war. Letzterer ist W Unk Jahre alt, hat dunkle Haare, starken Schnurrbart ' i?QC mit einer Mütze mit herunterzuschlagender Krempe, aem Taillen-Winterrock und langen Schaftstiefeln S& »Fi au von Wolfßhagen." Eine Schwindlerin unter dem Namen Frau von Wolfihagen in letzter Zeit jh.nitlich im Osten der Stadt, ihr unsauberes Handwerk be- fobSk �1, ist gestern in der unter fittenpolizeilicher Kontrole S»t!rLn unverehelichten Hedwig Echruhl verhaftet worden. de» im? wiethcte möblirte Zimmer, ließ fich längere Zeit von Iiiim, Wthsleuten beköstigen und verschwand nach einiger Zeit Sir sos von- SHunMitrm nrm riRi-fh* tinv eknkt. Habseligkeiten fcf und i mnrt»09ne Bezahlung von Miethe und Kost.---------------- STr. fie nie bei fich, sondern erwarb fich das Vertrauen der Liether durch das Vorgeben, daß fie ihren Koffer aus �wgsbcrg erwarte, wo ihr Vater ein hochgestellter Beam< „ den Veröffentlichungen des Kaiserlichen undheitsamts find in der Zeit vom 31. Januar bis 6. 'Ol cr. von je 1000 Bewohnern, auf den Jahresdurchschnitt wet, als gestorben gemeldet: in Berlin 22,3, in Breslau 24,4, önigsbera 28,3, in Köln 24,6, in Frankfurt a. M. 20.6, 'baden 17,8, in Hannover 28,6, in Kassel 19,5, in Magde- 24,2, in Stettin 30,3, in Hamburg 26,5, in Altona 26,4, _ letz 26,0, in Straßburg 26,9, in München 27,6, in Nürn- kß 26,4, in Augsburg 19,7, in Stuttgart 25,1, in Dresden M in Leipzig 24,5, in in Braunschwcig 23,8, in Karlsruhe in Wien 29,3, in Budapest 32,4, in Prag 31,0, in rJi 30,4, in Krakau 39,2, in Basel 26,6, in Brüssel 29,6, iJiwfterdam—, in Paris 26,3, in London 22,4, in Glas- L 26,2, in Liverpool 24,7, in Dublin 33,7, in Edinburg Hz' in Kopenhagen 183, in �Stockholm 24,1, in Christiania .-------. Ferner in der Zeit vom 10. bis 9. Januar m New-Bork 27,3, in Philadelphia 19,3, in San lo 25,8. in Baltimore 18.0, in Kalkutta 35,4, in ch 22.5, in Madras 34,0. Die Sterblichkeit hat in der in d n meisten Großstädten Europas wieder zugenommen, nur auZ den mitteldeutschrn, west- retr, 9uf die Besitzung der Mutter kommen würde; die iittiityj Seleiteten die Damen durch das jetzt leere Warte- pfiffig sah jetzt der Amor aus, und wie holdselig � � die holde Venus trotz ihrer fehlenden Gliedmaßen, glauben können, daß sie Beide über irgend M.,. Me große Freude hätten! Die Mutter war äugen- �ien z? Gedanken; die Geschichte mit dem Verwalter z,� durch den Kopf zu gehen.— zachen ergriff beim Abschied die Hand ihres Helfers !Mtzers, drückte sie innig und dankte ihm aus Her- .% für ihr Glück. �ensck,..?' wein liebes Fräulein," meinte der liebe, edle k dcitifS—„mir habe« Sie heut wirklich gar nicht ich war ja nur— der Assistent!* Kttliin Mmler. ». L. Sl" 8 coTe"/?,e r Glücksengel oder eine moderne Mb t°.."..ist der Titel'"""" Königstädtisches Theater. I(k.cnd ibtV V»ist der Titel einer Posse, welche am Dienstag 1»; Da /ie Aufführung im Königstädtischen Theater er- S'i der n.W dem Theaterzettel mit großen Lettern ein Gast- vM-, sa Marguerite(Amerikas Liebling) angekündigt fein v V" Ä/Vtuicvueiiiuaci ii» nmyti wvi-»-»-"H vn Üti.Ilidlictz? iommen sollten. sh-Ülirin d°d fich der Vorhang und bald erschien die kleine OSu!"- Publikum lebhaft begrüßt, auf der Bühne. li�.�tuiter Werne gehört nicht etwa zu jenen kleinen, von WS1' wellt cT"1 f° stiefmütterlich behandelten Menschen« sehl�ädik,» Ar als Zwerge betrachtm, sondern fie führt � k. jsaus Ihre Haltung ihrer Jugend die . 98 aän fror. tuittin zrCtück war denn anch erstchtlich auf die kleine 8 Revto. f�"itten. Ein Herr Timpel, seines "rr, hoj»mei" L hat zwei Töchter, welche den Namen Emma und nordwestlchen deutschen Städten werden vielfach kleinere Eterdlichkeitsziffern als in der Vorwoche gemeldet. Insbesondere erscheinen akute Entzündungen der Athmunas- organe in gesteigerter Zahl als Todesursachen und haben be- sonders in Beilin, Bremen, Breslau, Frankfurt a. M, Halle, Hamburg, Hannover, Königsberg, München, Straßburg, Stutt- gart, London, Paris u. A. viele Todesfälle hervorgerufen. Auch Darmkatarrhe der Kinder fühlten mehr Sterbejälle als in der Vorwoche herbei. Die Theilnahme des Säuglingsalters an der Gesammt Stirblick.keit war eine nicht unwesentlich gesteigerte, in Berlin und München jedoch eine geringere als in der Vorwoche. Von 10000 Lebenden starben, aufs Jahr berechnet, in Berlin 65, in Mürchen 80 Säuglinge.— Von den Jnfektionskranlheiten traten Masern, Scharlach, typhöse und Kirdbcttfieber, sowie Pocken in geringerer Zahl als Todes- Ursachen auf; nur Sterbesälle an Diphtherie und Keuchhusten wurden etwas mehr gemeldet.— Die Masern- Epidc- mien in Be lin, im Regierungsbezirk Marienwerder, sowie in Wen und Paris haben etwas weniger, dagegen in Dresden, Budapest, London und Rom (Ende Dezember) etwas mehr Sterbifälle veranlaßt.— Auch das Scharlachfieber verlief in Berlin, Tanzig, Christiania und St. Petersburg milder, während es in Hamburg und Halle noch leinen Nachlaß der Hierbefälle aufwies. Dagegen war die Sterblichkeit an Diphtherie und Kroup vielfach wieder eine größere, wie in Braunsch neig, Tanzig, Dortmund, Charlotten- bürg, Kassel, München, Plauen, Budapest, London, Wien; in Berlin, Altona, Breslau, Hamburg, Königsberg, Magdeburg, Christiania, Warschau blieb fie fast die gleiche, nur in Leipzig, St. Petersburg ist ein größerer Nachlaß der Sterbefälle im Vergleich zur vorangegangenen Woche erfichtlichtlich.— Das Vorkommen typhöser Fieber blieb in deutschen Städten ein beschränktes; auch in Hamburg sank die Zahl der Sterbesälle auf 6. In größerer Zahl zeigten fich typhöse Fieber nur in Paris, Et. Petersburg und Warschau als Todesursachen.— An Flecktyphus wurden aus Aachen, London und Rom(Ende Dezember) je 1 Sterbefall, aus St. Petersburg 2, aus dem Re- gierungsbeziik Marienwerder 3 Erkrankungen gemeldet.— Rück- fallsfieber kamen nur aus St. Petersburg in größerer Zahl (7 Todes und 20 Erkrankungsfälle) zur Berichterstattung.— Aus Et. Petersburg wurde auch 1 Todesfall, aus Nürnberg und aus dem Regierungsbezirk Marienwerder je 1 Erkrankung an epidemischer Genickstarre gemeldet.— Das Kindbettfieber wurde seltener Todesveianlassung(aus den deutschen Städten wurden nur 13 Sterbefälle miigetheilt).— Der Keuchhusten veranlaßte in Berlin und in den größeren englischen Städt-n(London, Dublin, Glasgow, Liverpool) mehr Sterbesälle und in Hamburg und Kopenhagen viel Erkrankungen.— Pocken zeigten in Wien Prag, Zürich eine Abnahme, in Budapest, Paris, Venedig, Rom(Ende Dezember) eine Steigerung dir Sterbesälle. Aus Stuttgart, Liverpool, St. Petersburg, Warschau, Oveffa werden einzelne Todesfälle an Pocken gemeldet. Erkrankungen an Blattern kamen aus London, St. Petersburg und dem Regle- rungsdezirk Marienwerder mehrfach, aus Wien und Budapest noch immer in größerer Zahl zur Anzeige.— Im spanischen Hafen Tarifa sollen vom 22. bis 27. Januar 42 Erkrankungen an Cholera mit 17 Todesfällen vorgekommen sein.— In Douarnenez(Departement Finistere) ist die Epedrmie im Er- löschen. Vom 22. bis 29. Januar wurden daselbst 76 Erkrankungen mit nur noch drei Todesfällen amtlich gemeldet. In Kalkutta trat die Cholera im Dezember wieder in größerer Ausdehnung auf. Polizei-Bericht. Am 14. d. M. Abends wurde ein Mann in der Brückenstraße vor dem Hause Nr. 1» von eiinm Wagen der Berliner Packeffahrt. Gesellschaft überfahren und am Kopfe anscheinend schwer verletzt, so daß er nach dem Krankenhause Bethanien gebracht werden mußte.— Am 15. d. M. Abends versuchte ein Dienstmädchen in der Atexandrinenstraße fich mittelst Zuckersäure zu vergiften. Dasselbe wurde auf Anord- nung des Arztes nach der Charit« gebracht.— Am 16. d. M Morgens wurde ein Mann in seiner Wohnung in der Wil- belmsstraße erhängt vorgefunden. Die Leiche wurde nach dem Leichenfchauhause geschafft.— Im Laufe des IG. d.M. fanden in den Häusern Kronenstr. 55, Rosenthalcrstr. 3 und Keibcl- straße 23 kleine Brände statt, welche die Älarmiruna der Feuer- wehr veranlaßten.— In der Nacht zum 17. d. M. wurde ein Mann in der Brückenstraße krank und bewußtlos angetroffen und nach der Wache des 22. Polizei-Reviers gebracht, wo er bald darauf am Echlagfluß verstarb. Gerichts-Ieiwng. und Röschen führen. Während aber Emma längst das heirathsfäbige Alter erreicht hat, befindet sich Röschen noch als Backfisch in der Pension. Herr Timvel zählt zu jenen Leuten, die es für das größte Glück auf Erden balten, wenn es ihnen gelingt, für ihre Töchter einen Schwieger- söhn mit einem Adelstitel zu erlangen und daher ist er außer fich vor Freude, als ihm währenv einer Reise ein Freiherr in die Finger läuft, ver fich bereit erklärt, seine Tochter Emma SU �Der�Zulünftige setner Tochter ist natürlich gänzlich mittel- loS, aber das genirt Timpel nicht, denn er hat ja Geld im Ueberfluß. Emma liebt aber einen Acvokaten, von dem fie trotz allem Wettern des Vaters nicht lassen will. Schließlich tübrt Timpel den Freiherrn in sein Haus ein, um dir Heirath schleunigst zu betreiben. Da erscheint plötzlich Röschen und erllärt ihrem Vater ganz naiv, daß stc aus der Penston ent- flohen ist, weil es ihr dort schrecklich langweilig gewesen sei. Und ganz vertraulich macht fie ihm noch die Mittheilung, daß ein junger Mann mit einem hübschen Schnurrbart ihr daS Reisegeld vorgestreckt habe, wobei fie noch in recht kindlicher Weise erwäbnt, daß der hübsche„Schnurrbart" einen großen Eindruck auf fie gemacht habe. Timpil schmollt zwar, aber er behalt nunmehr auch sein Röschen im Hause. Nachdem die letztere von der stillen Lieb- schast ihrer Schwester erfahren, nimmt fie sich vor, deren Glücksengel zu sein und um jeden Preis die Heirath mit dem Freiherrn zu verhindern. Inzwischen erhält fie jedoch den Besuch des hübschen Schnurrbart, mit dem fie beim vertrau- lichcn Plaudern vom Vater überrascht wird. Unglücklicherweise ist der junge Mann Apotheker, und Ptllen- und Rechtsverdreher kann Timvel durchaus nicht leiden. Er verdietet daher dem hübschen Schnurrbart sein Haus und schickt Röschen wieder in � Endlich trifft der lang ersehnte Freiherr ein, mit ihm aber ein Mann. derr Rennthaler aber meinte, daß man diese unwahren Be- hauptungen nur deshalb verbreite, um den Arbeitern einS aus- zuwischen und das Publikum zu täuschen. Daß die Be« hauptungen der„Staatsbürger-Zeitung" auf Unwahrheit be« ruhen, würde wohl jeder Theilnehmer am Leichen begängniß wissen. Redner weist ferner daraus bin, daß R. Dube nicht aus dem Harisvogteiplvtz durch den Krahn, wie die genannte Zeitung angiebt, zu Tode gekommen sei. Er wundre sich, daß Schwiegersohn verhelfen will. Er trifft schleunigst alle An« stalten zur Verheiraihuig seiner Tochter. Geier hat aber Ette, er sucht die Dienstboten Timpels auf seine Seite zu bringen, damit ihm der Fisch nicht aus dem Game geht. Die Dien,«» bot.n versprechen ihm Alles, heimlich geben sie indeß die Briefe Geier'S dem jungen Advokaten, der bald dahinter kommt, daß der cr stire ein Testamentsfälscher und Betrüger ist. Um seiner Sache zum Siege zu verhelfen, schreibt Geier nach sei', er .Heimath in Swaben, von wo er die Tochter einer Bekannten herbeirufen will, die im Hause Timpel'S eine Stellung erhatten und seine Pläne fördern soll. Röschen, welche das Alles erfährt, erscheint nun verkleidet als Schwäbin und wird so von Geier in seine Pläne einge« weiht. Timpel glaubt nun, daß seine Tochter in Zukunft als Freifrau auch eine Gouvernante nöthig hat, Röschen verkleidet sich als Engländerin und erhält richtig auch diese Stellung. Später erscheint fie als Stutzer unter dem Namen Anatole Schneider und schließlich tritt fie als Husarenlieutenant von Zikelwitz auf. In allen diesen Posttionen sucht fie das Vorhaben Geier'S zu hindern, was ihr um so leichter wird, als fie schließlich erfährt, daß das Herz des Freiherr« schon längst ermr anderen Dame gehört und daß dieser nur aus Betreiben seines unerbitt» lichen Gläubigers Geier zu der Hochzeit mit der Schwester gedrängt wird. Geier wird schließlich entlarvt, der Fieiherr verzichtet auf die Hand Emma's und wendet fich wieder seiner srüheien Liebe zu, während Emma den Advokaten und Röschen ihren hübschen Schnurrbart, den Apotheker, unter Zustimmung deS Vaters heirathet. Das Stück ist recht gut erdacht und reich an drolligen Episoden, allein es ist in seiner j-tzigen Aufführung viel zu eckig, oft sogar recht hölzern und wenn nicht die kleine Mar- gusrite und Herr Pauli, als Rentier Timpel, etwaS Leben hineingebracht hätten, so würde es sicher nicht den gering« sten Beifall gefunden haben. Man sollte es kaum glauben, daß eine so jugendliche Künstlerin fich in der geschickten Weise in allen Rollen be- wegen kann, wie es hier der Fall war. Sowohl als Schwäbin, wie als Engländerin war die Haltung der kleinen Margus ite lobenswerth. Die größte Bewunderung erregte fie jedoch als Stutzer, wenngleich auch der Lieutenant alle Anerkennung ver» diente. Soviel ist stcher, die junge Künstlerin wird fich recht schnell die Herzen des Berliner Publikums erobern. edle Blatt noch iUgieöt, daß sich M der Beeidigung MeZ in Ordnung bewegt habe und AuSschieitungen nicht vocge- kommen seien. Referent ging sodann zu seinem Vortrag über und unterzog die Empfehlung der..Keßler'schen Winde", welche in der„Baugewerks-Zeitung" den Inhabern von Baugeschäften angepriesen wird, einer Kritik. Die Firma stelle fich, als wäre sie im Stande, dmch ihre Winde thatkrästige Menschenhände zu beseitigen. Man behaupte, daß durch Anwendung derselben auf einem Bau 1000 Mark erspart werden können, da man die Steinträaer nicht mehr brauche. Man gehe sogar so weit, daß man diese Winde als ein wirksames Mittel gegen die ,.über« müthiaen Forderungen" der Steinträger emp'ehle. Durch diese Schreckschüffe, meint Redner, würden fich die Stein» träger aber nicht einschüchtem lasten. Mit derartigen Winden habe man schon früher vergebliche Versuche angestellt und auch die Keßler'sche Winde würde wieder in dem Schuppen verrosten, gleich ihren Vorgängern. Redner fordert auf, an der b-stc heuver. Vereinigung festzuhalten und ruhig und ge- schloffen vorzugehen, dann werde der Sieg auf Seiten der Arbeiter sein. An der Diskussion bethciligten fich mehrere Redner im Sinne des Referenten. Hierauf gelangte der vom Vorstand und der Fachkommission ausgearbeitete Lohntarif mit einigen kl.incn Abänderungen fast einstimmig zur Annahme; derselbe soll den Bauinhabern zugeschickt werden und zum 1. Mai in Kraft treten. Den streikenden Korbmachern wurden 30 Mark bewilligt. DaS UnterstützungSgesuch eineS seit vier Monaten kranken Kollegen wurde abgelehnt und beschloffen, bei der nächsten öffentlichen Versammlung für denselben eine achtende Einrichtungen der Fachvereine, doch können dieselben erst zur rechten Geltung kommen, wenn die Mehrzahl der Be« rufsgenossen den Vireiren angehört. An der Diskussion be» theiligten fich mehrere Redner, welche sich sämmtlich mit dem Referenten einverstanden erklärten. Der Vorsitzende machte die Anwesenden auf die am Sonntag, den 21. d. M., in Keller's Salon, von Herrn Schmitz cinberuftne Versammlung der Mitglieder der Ortfkrankenkaffe der Tischler und Piano- forte-Arbeiter aufmerksam, und forderte diejenigen, welche dieser Kasse nicht angehören, auf, recht zahlreich i« der von Mitgliedern des Vereins zur Wahmng der Interessen der Tischler ebenfalls zum Sonntag angekündigten Tischlerversammlung im Konzerthause Sanssouci zu erscheinen. Zum Schluß wurde be- kannt gemacht, daß am 13. März in der„Berliner Ressource", Kommandantenstraße 57, ein Maskenball veS Fachnereins stati- findet, wozu Bittet 6 nur vorher in den Versammlungen, auf den Zahlstelle", sowie bei folgenden Mitgliedern zu haben Tellersammlung zu veranstalten. Die Unterstützungsfraae soll �" dnung der nächsten Versammlung gesetzt wer« auf die Tagesordnung den. Herr Noeck beantragte, den Vorstand zu ersuchen, dafür iu sorgen, daß ein Arbeitsnachweis errichtet werde. Der Vor- ltzer.de theilte mit. daß der Vorstand die nöthtgen Schritte thun werde und ersucht, paffe- de Lokal« dem Vo. stand anzu- zeigen, damit derselbe daS Weitere veranlassen rönne. Zum Schluß wurde bekannt gemacht, daß wiederum ein Mitglied, der Kollege Wilhelm Foetzke, in der Charitee verstorben sei und um zahlreiche Theilnahme bei der stattfindenden Beer« digung gebeten. Femer ersuchte der Vorfitzende um zahlreichen Besuch oer am 28. Februar stattfindenden öffentlichen Ver- sammlung der Steinttager und schloß mtt eimm dreimaligen Hoch auf das Gedeihen des Vereins die Versammlung. Der Fachverein der Tischler hielt am Montag Abend Grüner Weg 29 eine Versammlung für den Osten Berlins ab, in welcher an Stelle des verhinderten Stadtv. Mitan das Mitglied Herr Furchtbar einen Vorttag über Fachorganisation hielt. Wenn wir zurückblicken in die scchkziger Jahre, so be- ([ann Redner, so sehen wir, daß sich die Arbeiter- Organi- ationen ganz bedeutend entwickelt haben. Die Ac better iahen ein, daß die Maschine, welche sie glaubten zu ihrem Nutzen geschaffen zu haben, nur den Kapitalisten zu Gute komme. Die Arbeitszeit sei trotz Einführung der Maschinen du selbe geblieben, daher die Ueberproduktion, die immer größer werdende Arbeitslostgkeit, welche wiederum daS sogenannte Vagabundenthum hervorrufe. Seit dem Jahre 1871 haben die Tischler versucht, durch Streiks den Lohn zu erhöhen und die Arbeitszeit zu verkürzen. Immer deutlchec habe sich jedoch im Laufe dieser 15 Jahre gezeigt, daß durch lose Zusammenkünste nicht viel zu erzielen sei. Das Wenige, was während der guten Geschäftikonjui.ktur, bei welcher die Streiks eben nur stattfinden könnten, erreicht werde, gehe, sobald die Konjunttuc fich verschlechte e, doppelt verloren. Dieses könne bester verhindect werden, wenn sich die Tischler, sowie auch alle anderen Arbetter den bestehenden Fachvereincn ihrer Branche sämmtlich anschließen würden. Diese Vereine seien auf demokratischem Prinzip gegründet, er- streben nicht nur die Löhne zu verbessern und die Arbeitszeit zu verkürzen, sondern auch die geistige Auibildung ihrer Mit- tlieder, theilS durch VereinSbibliothcken, welche wissenschaftliche Lerke und Fachschriften enthalten, theils durch Wissenschaft- ltche, in den Vercinsversammlungen gehaltene Vorträge. Ferner werden die Mitglieder, welche Fachschulen besuchen, unterstützt. Der unentgeltliche Arbeitsnachweis sowie ver Rechtsschutz in gewerblichen Streitigkeitm find sehr zu be- find: Böhm. Johanniterstraße 10, Hof HL, Giümvald, Prinzen- straße 6, IV. bei Krause, Tkumann, Nauntznstraße 79, Iii., Fest, Hollmannstr. la, Riska, Wi-nerstraße 42, Thierbach, Neue Köiiigst.aße 72, Hof M., Witte, Jnvalidci.straße 21 und jeden Abend bei den Arbeitsvermitiler*, Blumenstraße 56(Tischler- Herberge). dr. Fachverein der Kürschner. Die Versammlung, welche am Montag im Schützenhause stattfand, hatte zunächst über die von der oetresfenven Kommission aufgesetzten Statuten des deutschen Kürschner-Verdandes zu berathen. Das Ergebniß der Berathung war, daß der Statuten-Entwurf der Kommisfion unverändert angenommen wurde.— Die Wahl der Delegitten für den Kongreß der VerdandS-Vcr-ine, der in Hamburg ab- gehalten werden wird, wurde in Folge deS Umtlandes, daß inzwischen der Termin für den Kongreß bis in den Monat Mai hinausgeschoben ist, auf eine spätere Versammlung ver» tagt. Darauf wurden noch einige innere Vcrernsangelegenhetten erledigt. In btr in heute Abend«ach der Urania. Wrangel- strahe 9, einberufenen Versammlung sollen, wie unS mrtge- theill wird, folgende Punkte als demnächstiges Programm der Arbeiterinnenbewegung aufg-stellt werden: I. Die Frau steht dem Mann sittlich gleich. Ihre geistigin Fäbigkeitm, sertber — wechselwirkend— unterschätzt und ungcnügcnd entwickelt, find voll auszubilden und fic demgemäß zu denjenigen Berufen S zulassen, für welche fie fich als befähigt erwrist. DieS sowie re wirthschaftliche Selbständigkeit und pol tische Gleichbeuch. tiguna mit d m Manne, beide letzteren untrennbar, bilden das letzte Ziel. Ii. Die B-ssen-ng der witthschaftlichen und recht- lichen Lage der Frau ist zunächst als wesentliche Aufgabe zu betrachten. Iii. Die Frauen müssen fich, um ihre Rechte und Jnteuffen wirksam zu vertreten, in Vereinen organisirm. Dieselben vertreten diese Rechte und Jn'.ereffm sowohl gegenüber dem anderen Geschlecht, als auch dort, wo fie mit denen des Mannes zusammenfallen. IV. Die arbeitenden Frauen find bei der Schaffung der Werthe und der Kultur hervorragend beiheiligt. Es handelt fich in der sozialen Frage wesentlich mit um Ihr Loos. Diese Bedeutung der Frage anerkennend, oiganifiren fich die Frauen in Ar beiterinnenve- einen, welche die Lege der Arbeiterinnen zu besiem bestrebt find. Zur Mitwirkung ist jede Frau, obne Unterschied des Standes, Berufes, d:s religiösen Bckenntniffes und der pol.tischen Meinung aufgefordert. V. In wirthschast- licher Hinficht find insbesondere zu erstteben: 1. Verbot der Fabrikarbeit für Frauen, so weit diese für das Ge- schlecht mtt besonderen Gefahren verknüpft ist. 2. Ver- bot d.r Kinderarbeit. 3. Verbot der Sonntagsarbett. 4. Schutz- gesetze für Leben und Gesundheit der Arbeiterinnen. 5. Strenge sanitäre Kcnttole der Arbeits- äume. 6. Eiricktung eines staatlichen Arbeitsnachweises. 7. Einführung gewerblicher Schicdsf c richte, ous Arbeitgebern und Ardettnebmern zusam- meng« setzt. 8. Hebung der Ardeiterinnenlöhnc. 9. Einen den Gesellichaitsbedürsnissen entsprechenden Rmmalarbeitstag. VI. In rechtlicher Hinficht: 1. Rechtliche Unabhängigkeit vom Manne. 2. Gesetzlichen Schutz der Frauenehre. 3. Beseitigung der Prostitution. VII. Die obigen Sätze und Forderungen find bestimmt, die Grundlage der Einigung für die in Ver- l>. 42. «WKP einen organifirten Frauen zu bilden. ES wird den Ardeii rinnen- Vereinen in Deutsch lang empfohlen, fie als ihr gramm anzuerkennen.. * Oeffcnttiche Franenversammlnng beute, Don««» tag, Abends 3'/, Uhr, in der„Urania", Wrangelstraße» Tagesordnung: Berathung des P ogrammS für die Fiaue- bewegung.(Vorttag und Diskusfion.) Referentin: ist,' Pölling. Reichstagsabgeordnete aller Parteien find hierzu ei geladen. Männer haben Zutritt. * Ortskrankenkasse der Tischler und Piaaofoi Araeiter Berlins. Eonniag, den 21. Februar, Vormim 10'/: Uhr, in K ller's Salon, Ändieasstraße 21, Vcrsammr der Kaffenmitglttver. Tagesordnung: 1. Obermeister Brun. und Genossen und deren Stellung zum§ 34 des Kassenstt 2. Die Antwort des Herrn Poliz si Präfidmten auf die schwerde der neuen Voytandsmirglieder. 3. Der Bescheid# Bezirks-Ausschuß auf die Beschwerde. 4. Die jetzige tana und Leitung der Kassengeschäfte durch den provison!� Rendanten Herrn Witte. Referent W. Schmitz, SämmW Mitglieder der Kasse, besonders die Delegitten zur Generals sammlung, ferner Herr Witte, die altm und die ncugew««� Volsta-idSmitzlieder sowie Herr Obermeister Brandes M£ dieser Versammlung eingeladen. Auflagebuch resv. die trlgy. gittentarte zur Gencralvessammlung legilimitt. Alles r™ täglich durch Annonzen und Säulenanschiag." Dewskratischer verein. Große Versammlung Donucr» tag, d>n 18. Fibruar, Abends 8'/# Uhr, in der Brauerei, Lützowstr. III(in der Halle). Tagesordnung 1. Voltreg des Reichstags Abgeordneten Lenzmann „Die politisch? Lage". 2. Vereins Angelegenheiten. Gaste# kommen. ,, * Große öffentliche Versammlung der Töpfer Btt' und UmgegenV am Donnerstag, den 18. v. M, Abends b W- im Restaurant„KönigSdank", Gr. Franffutterstr. 117. Dß« Ordnung: 1. Bericklerstattung der LohnkommiffionS-LßÄ' 2. Berathung und Beschlußfassung über den aufgestellten � sellen-Lohntanf für Berlin und Umgegend.... � * Arbeiteriunes-vereinSversammlung am Do«««;% L Mgen den 18. d. M.. Abends 8'/. Uhr. in Gratweil's Bi-rhS �..Munx Kommandantenstr. 77—79. TageS- Ordnung: Vortr«� Herrn Schulz. Die VereinSverfammlunaen finden in bamalä Jahre wieder regelmäßig jeden 2. Donnerst»« im genannte«»- wi,.« statt und find Gäste stets willkommen.■, Arbeiter- Vezirtsverei« der Aosenthaler BoK., Wmli* wJ Donnerstag, den 18. d. TL, Abends 8 Uhr, bei% Linienstraße 30, Versammlung. Tagesordnung: 1.%% Mt* des Herrn Reichstagsabgeordneten August Heine „Volksschule". 2. V rschiedenei. 3. Fragekaftm. köi Erscheinen der Mttglieder erwünscht. Neue Mitglieder W9%®u aufgenommen. �"wberti ♦ Verein selbftstiindiger Glasermetfter Berlins � �t»! Umgegend. Oeffentliche Versammlung am Freitag, W»*«Hb j,;. s d. Tl., Abend» 8 Uhr, in Nie ff s Salon, Kommandanten�., 3�" 71—72. DerjVcrein bezweckt, durch wiederholte Versammln si.«t lln�n und Besprechungen vor allen Dingen die Kollegialität» 1;%� tt durch gemeinsames Streben das Handwerk zu fördern, A Ijij;"« die augenblicklich herrschenden Uebeistände durch Einigte»'„L" c r t, beseitigen. fl* Uad st, Veret« Berliner Mechaniker. Donnerstag, den*,9%benz" bruar, Abends 8'/, Uhr, im großen Saale des R«sta»s?> �stinstitr Ad. Menck, Alte Jakodstr. 128, Vortrag dci Herrn Ins'»„ Leman Über tynamo-elektttsche Moschinen unter VorswP von Apparaten und Mcdellen. Gäste willkommen. « ¥ !�nl Kriefkaste« der Redaktion. Abonnent H. Derartige Apparate kennen Sie d«i� durch die Firma Lenzer, Piinzensttaße 37. Öd sich dieselb� ,, der Praxis bewähren, können wir nicht deutthetlen, da ß"1 noch nicht denutzt haben..m N Z. Im Wahlkreise Teltow BceSkow-Storkow% dirte zu der angegebenen Zeit der Zigarrenarbeiter* mann. »i wc Das % fc; »«gen di »ber vor I? virihvoi d-n Arb feinere i nicht gai stnen vc Theater. Donnerstag, den 18. Februar. VAernbans. Siegftied, Mustk. Drama in 3 Akten von Richard Wagner. Uchausptelhau». Die Karolinger, Trauerspiel in 5 Alten von Ernst von Wildendruch. Deutsche» Theater. Der Bureaulraut. Sallner-Theater. Alfted's Briefe. Uestdenz- Theater. Denise, Schauspiel in 4 Akten von A. DumaS(Sohn). Selle-Allianee-Theater. Die schöne Helena. Keftdrich• Wilhelmstädttsche» Tfieater. Der Zigeunerbaron, von Joh. Sttauß. Walhalla- Theater. Das lachende Berlin. Heiteres aus der Berliner Theatergeschichte mit Gesang und Tanz in einem Vorspiele und 3 Akten von Jakobson und Witten. »suisenstädtischeS Theater Abracadabra. Ueutiül-Theater. Der Stabs- Trompeter. Stttoria-Theater. Däumling. BKend- Zheater Das Loos der Armen, Lebensbild in 5 Akten von F. v. Stenglin. Rtuerteau-> Theater. Große Spczialttäten- Vorstellung. Theater der Reichshallen. Große Speziali- täteN'Vorstellung. Suusmann'» Variete. Große Spezialitätm- Lorstellung. Rautordia. Große Spezialitäten-Vorstellung. Albambra-Theater. Wallnettbeaterstraße 15. Heute: Die Verschwörung der Frauen. Historisches Lustspiel in 5 Akten von Arthur Müller. Vor der Vorstellung: Gr. Konzert der Hauskapelle. Anfang deS Konzett« Wochentags 7 Uhr. der Vorstellung 7lU Uhr. Anfang d«S Konzett» Sonntag» 6 Uhr. der Vorstellung 7'/: Uyr. haben Wochentags«iltigkeit und find im «hertterdureau(12-1 Uhr) gratts zu haben. Bf Kaiser-Panora««. In dieser Woche: Dane- mark, Schweden, Norwegen. Eine interessante Reise durch Holland. Neu! Herth a-Reise. Karo linen-znseln«. Mne Reis«« Pf.. Kinder nur 10 Pf. Ver «inSbillets. Ziehung in Berlin ain 24., 25, 26. Februar 1886. 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Die Herren Vor stände von Metallarbeiter Fachvereinen werden eisucht, an diesem Tage keine Versammlungen einzuberufen. Näheres nächstfolgendes Jnser t und Säulenanschiag._ 743 Masken- Garderobe F. Stenzel, Ur.»1, Dresdener-Ktrahe Mr. 81. Elegante Konürne zu den solivtsten Preisen. 745]_ Vereine Ermäßigung._ Bei anst. rl. Leuten ro. v. e. Handwerker eine eins. mödl. Stube m. Kaffee u. Abenddrod ges. i. d. Nähe d. Roienthaler Tb. Off. m. Preis- angade erb. b. Tütbccke, Zionrkr chstr 52, II.[740 Gr. öffentl. Versammlung der Wäscheuäherwne« u. Knopfloch- Arbeiterinnen Lerlins am Freitag, den 19. d. M., Abends 8 Uhr, in Kötzon»'« Krauerei-Ausschank, Prenz lauer Allee, Ecke der Saardrückerstraße. Tages- ordnung: 1 Die Lobnfrage. 2. Distujston. 3. Verschiedenes.— Neue Mitglieder für dm Verein zur Vettretung der Jntercffm der Ar- beiterinnen werden aufgenommen. 746 Die Einderuferin: Fra« Uerrlich. Achtung! II F. Binstmce, � Kottbuserstraße 4, Hof p«tt Kein Laden, nur eigme Fabnkation. 25 Zigarren 1 Mark. Garantie rein amettkanischer Tabak. Rippentabak 2 Pfd. 70 Pfg. 348 Schlafstelle mit sep. Eing. f. 2 Herren zum 1. Mär, zu vermiethen Hagelsbergerstr. 48, Hof 4 Treppen bei Weber.[710 Dankfaguug., Für die so überaus zahlreichen Beweis � Liebe und Theilnahme bei der Beerd'gun�j feres geliebten Sohnes und Bruders Harpe sagen wir allen Fceundm und kannten, sowie dem Fachverein der U leiser unfern tiefgefübttcsten Dank. 741]_«ltrrn und Grschn-i� Von hcute ab verkaufen wir M4v- WV CvvSMV»! vi» wtv Gemahlene RaffiiM fein und körnig, 2 Pfd. 55 Pf. MT Würfel-Zucker 1 Pfd. 30 Pf._* Täglich frisch geröstetm Kaffee& Pfd- � gutschmeckend. ff, Mocca-MelanÄ ser � stch «8« Ve to viel > leib! Mehr �Mhalt Anmen kräftig und von sebr feinem Aroma,» ZW M. 1,00, M. 1,80 und M. 1,40, bei a 5 Pf. billiger. � Sruch-Kafftt(kein Surrog a Pfd. M. 0,60. Chee, ioraa, QohoW billigst. 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