gut Kl e und Leb« en Ordnung Itn, uns nw* (en.) e Stimmm iozialdemoki Debatte gegi verwahrt di 1I8 ob bayrisch« immt hätten wird aber -rlungen. Geschmack W» r ihm selbst all auf ihre Wch' ie die Mitth?- ;uf das Zeugin! Arbeiter stN nan den Atuli Rang zu bck- innzeichnet ha>i m, dem Hena ivr» igt werden ua» sführungen d«l urde, nicht W' waren, fcnff m. Die Mies er für W» mgin deS% iauptungenM t. Sei st-» Heine die Hat- v. Tchlieckin>ch mistverslrstp k 44 Sonntag, fcoti 21. Febrnar 1886. HI. Jahrg. .._ Da«„Berliner BolkSblatt�' ?«tm täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen, b bonnementspreis für Berlin frei �vauS vierteljährlich 4 Ma:k, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement Einzelne Rummer 5 Pf. Sonntags Nummer mit illustrirter Beilage"" I Krgan für die Interessen der Arbeiter. WWMWftC ytWUiUlCl u PI. WUIUUUH» VVUUSMiVlr U»H (Eingetragen in der Postzeitungsprersliste für 1886 unter Nr. 769.) ostabonnement ' 10 Pf. Jnfertionsgebühr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarlt 10 Pfennige. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen» Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Keuthstraße 2.— Expedition: Zimmerstraße 44. iüttliift auf die hajinlirttna-fch- Aeehndlmzeii. Bis jetz vielleicht noch m Bas Sozialistengesetz im � flnhot» mcrVip Ho Tl � staltgehabte Generaldebatte ®esttze�rünbltch getäufch�i 5et irrthüml'� Rede am 6-% ildemokrate»? De: letztere h? im ersten 9# ch dem PeotA d.m Wahne befangen ahre des Heils 1886 die am Donnerstag über die Verlange- «>„ D—..... d____ woroen. . s v 5 Rebner der Sozialdemokratie stellten sich durchweg k Va.L�nbpunft, daß eine Verlängerung de« Sozia- � der Ausbreitung der Sozialdemokratie durchaus js"5«' daß auch die Zdee des Sozialismus unter sol- '4% nicht leide, daß aber die schwere Schädigung '«»8 Gesetz speziell betroffeneu Personen, welche j..Arbeiteistaiide angehören, die Aufhebung eine« » ��izeigesetzes erfordere. GWCi!en«lber erheischten auch diese Aufhebung Moral °ch>igkeit. idniffe �-tt ,ft butJ> n Berlin"' hr so beb gründliche sage nur* stch gegen' ich habe niK. rt habe, i"1, ie Ernrichti Eozialiftl . IhiNfleneit tönte auS den etwas geschraubten Erklä« v. Puttkamer weder Kampfeslust, noch die j,.r-'cherhüt hervor. Ein heftiger Angriff gegen den einer BemerW'„j.-'1? erscheinenden„Sozialdemokrat", welchen der Herr >elfte flirte»%%.'�r koj civaa««rtwnip«pr« w°rd-n HjjJ seien wie st'% irden sie füt* nnov.) bedfl�iSet ekomm «n der 6f| liebe: n zur abend 1 Üj vertrage. S"« tion. . u." > alle für. �»mann ist von den Reden des Herrn v. Puttkamer j..* Suwin««'«ii �ofagern hinüber gezogen worden; wäre es über» pf 4. oglich. so wäre es dem Minister am Ende aelunaen. attV_ berenfall» it anfkowo' ScB.m frischer Kamp feSmuth aus de» Redm � Mdemokraten herausklano, das wurde im Reichstage �hartnäckig das Organ de« Abg. Bebel nannte, ver- in der Luft. umwunden sprechen wir unsere Meinung dahin bis jetzt noch niemal» der Heu Minister von nnov.) oewgag]* bei Belage, ungSzustandS- und Sozialistengesetz» ekommen KitrJ l b, mit seinen Zitate» Glück gehabt hat— ob v.«.r. um skinen Reden? Dies wollen wir hier nicht be- 1 k En' Da« eine aber kann man kühn behaupten, daß »on Puttkamer am 18. und 19. Februar 1886 im durch sein Auftreten— am ersten Tage war J? Ungemein matt und am etwa« nerlsNend. aber emein matt und am zweiten in seiner Schärfe � etwas verletzend, aber nicht überzeugend— nicht Aigen Profelyten gemacht hat. M ein schwankender Deutschfreisinniger oder s so wäre es dem Minister am Ende gelungen, De. 9 U- U. Ad. '.«-'"Ac »ffinadi . 55 Pf., ker � . a Pfd. 80 � iliwH Suttcj'1"' ho killet laass 1 1"e Reden irgend einen Nationalliberalen in da« Opposition zu treiben. . Ie aber stehen die Parteien zu der Vorlage? einzige Partei hat sich unumwunden gegen die ffUtzg des Gesetzes ausgesprochen, wenn man die Wieder der Volkspartei ausnimmt. JeuMelon. k Tochter des Bankrotteurs. Roman aui der Gegenwart von � Gustav Lössel. l«'«, �sid mir schwer, da« Unbegreifliche zu fassen," ,u""t heiserer, erstickter Stimme.„Es wird mir dr«. Wauden, daß es der Kommerzienrath Eschenbach ' in Tochter ist, von denen Sie reden. Aber Sie 'b qJ'.VfetichtSpetson, und was Sie sagen, bedarf wohl � zachen Bestätigung. Ganz unmöglich ist e« mir >f ,u n t schon jetzt eine zusammenhängende Antwort �«e»?elen' wie ich Sie anderseits bi.ten muß, mich �8 mir in diesem Augenblicke keine weitere Mit- ' siei»« ZU machen. Herr Gollnow, sagen Sie, üL&r wird so freundlich sein, mich von den Litde fanden zu unterrichten, sobald ich im Stande �»e#* D' ZU hören. Nur die eine Versicherung möchte . Jiloün».mitgeben, die Versicherung meiner völligen $». �teit von diesen Vorgängen, die mich auf« höchste i �»n* v* Sie nun oder verweilen Sie, verfügen ,»>ir üJ? Eigenthum und meine Leute, nur gönnen �»d n. urze« Alleinsein, um meine Gedanken zu sam- V auf die Bahn ruhiger Ueberlegung zurückzu» 5Ä E.�kchastSlose Ruhe der Baronin machte eine« V selbst aus den Kommissär. Als sie jetzt den al« ftigung j, 1 �*06 v Frage. l%ber der Kommissär zuckte Ae» J,b,e Achseln und schwieg. 1»,% trafen Beide in Neu Sirelitz wieder zu» hatten von der Flüchtigen nicht die geringste '"bredung gemäß setzte Möller seine Forschun. Selbst der Redner der deutschfreisinnigen Partei erklärte, daß er dem unveränderten Gesetze nicht zustimmen könne. Also einem veränderten Sozialistengesetze am Ende doch f E« nahm auch Wunder, daß die Deutschsreisinnigen mit einer gewissen Freude in die Kommissionsberathungen hinein sprangen, wahrscheinlich, um Zeit zu gewinnen und eventuell ihr Gewissen zu de- ruhigen. Von dem Herrn Dr. Windthorst ist bei solchen Fragen keine Klarheit zu verlangen. Derselbe wird Abänderung«» anträge in der Kommission stellen— er selbst stimmt auf alle Fälle gegen die Verlängerung; aber seine Getreuen? Der Zentrumsredner ließ alle Zuhörer darüber in Unklarheit, wie seine Partei über den ganze« Gesetzent» wurf denke, wie sie stimmen würde, wenn die AbänderungSanträge des Abg. Windthorst vom Hause angenommen werde», die Regierung dann aber das Gesetz für unannehmbar erklärt; wie sie ferner stimmen würde, wenn die Abänderungsvorschläge des Abg. Windthorst vom Hause abgelehnt werden. Man sieht daraus, daß sich der Zentrumsführer voll- ständig freie Hand gelassen hat, um das Tauschgeschäft mit der Regierung weiter führen zu können. Für da« Sozia- listengesetz bat die Regierung eine theilweise Aufhebung der Kulturkampfgesetze angeboten. Vielleicht ist das Gebot noch nicht genügend? Doch was nicht ist, kann werden— viel- l ei ch t g i e b r die Regierung sämmtliche Kul- turk a m pf ges etz e in P r e uß en und im Reiche preis für die Verlängerung des Sozia- listengesetzeS und die Gewährung des Branntweinmonopols? Und bis man sich über diese« Tauschgeschäft gegen- fettig klar geworden ist, wird da» Sozialistengesetz in der Kommission maltraitirt. Die Konservativen gehen natürlich mit der Re» gierung dwch dick und dünn. Diese beiden Parteien von Bismarck» Gnade« kommen bei den Verhandlungen im Reichstage nur soweit in Betracht, daß man ihre Stimmen zu Gunsten jeglicher RegicrungSvorlaoe von vornherein zu zählen hat— so auch bei dem Sozialistengesetz. Hätte die Regiemng den Zeitraum in der Vorlage anstatt auf 5 Jahre auf„ewige Zeiten" festgesetzt, so wären ihr die konservativen Stimmen gleichfalls sicher. Die National-Liberalen wollen die Dauer des Gesetze« von 5 auf 2 oder 3 Jahre ermäßigen, damit jeder neugewählie Reichstag stch mit der Verlängerung des- selben beschäftigen kann. Das ist allerdings recht gnädig den Sozialdemokraten und dem Reichstage gegenüber, gen nun in nördlicher Richtung fort, während Romberg nach der Residenz zurückkehtte. Er kam dort in der Nacht an und stärkte sich zunächst durch einen erfrischenden ruhigen Schlaf für fernere An- strengungen. Am nächsten Morgen, demselben, an welchem Gontard seinem neuen Chef die Briefe seiner Sohne» auslieferte, begab er sich zunächst räch dem Hause de« Kommcrz en- rathes, da« er in einer traurigen Verödung fand. Da« Haus- und Bureau- Personal war entlassen und vom Gericht Alles unter Siegel gelegt worden. Nur noch Wipmann und Friedrich waren im Dienst verblieben, erstem zur mehren Sicherheit de» Hause« und Friedrich wegen der sehr welthvolle» Pfeede des Verstorbenen. Hebet das Vermögen de« Kommerzienrath« war der Konkurs ver» hängt. An Stelle de« RiassenverwalterS fungirte ein Ver- trauensmann desselben als Wächter im Hause. Außer diesen Dreien befand sich Niemand im Hause. Den Todten hatte man«ach dem Obduktionshaus« überführt und von dort fand auch die Beerdigung statt. Romberg nahm noch einmal in G-danken und mit aller Ruhe den Thatbestand auf. I« dem Privatkabinet des Kommerzienrath» verweilte er am längsten. Das Resultat der Obduktion war ihm bereit» bekannt geworden, aber er hielt starr an seiner Meinung von einer Vergiftung fest, wie er eS Möller vorhergesagt hatte. Mit besonderer Rücksicht darauf maß er genau die Entfernung zwischen dem Geldschrank und dem Seitentisch ab, auf welchem Karaffe und GlaS gestanden. Dieselbe betrug vier und einen halben Schritt. Er wurde nun derselben Meinung wie Frau Winter, daß nämlich der Umsinkende keine Zeit mehr gesunden habe« konnte, ein Glas mit Wasser zu fülle». Diese« mußte schon gefüllt dagestanden haben, wie Jean eS sagte. Das festzustellen war aber äußerst wichtig, wenigsten« «ach seiner Ansicht von der Sache. „Ich werde e» schon herausbekommen," murmelte er, „und den Herren Aerzten die Augen öffnen. Diese be- schämende Belehrung von einem Laien gönne ich ihnen." Von hier begab er sich nach dem Kommissariat. E» hatte sich nicht» Neue« in dem Fall ergeben. Da» Stuben-# aber stimmen werden die National-Liberalen jetzt so- wohl wie später immer wieder für das Gesetz. Wie die Sache also liegt, wird das Sozialistengesetz ganz sicher wieder auf 2 oder 3 Jahre hinaus verlängert werden._ Politische Ueberstcht. Der Abg. Windthorst wird zur zweiten Lesung de« Gesetz- entwürfe«, betr. die Verlängerung des Sozialistengesetzes, wieder seinen bereits im Jahre 1884 gestellten Abänderungsantrag einbtinaen. Der Inhalt des Antrags bezweckt, eine Milderung des jetzigen Ausnahmezustandes in erster Linie für die sozial- demokratischen„Versammlungen" herbeizuführen, die bisher ver- boten werden können, wenn furch Thatsachen die Annahme gerechtfertigt ist, daß sse zur Förderung sozialdemokratischer Bestrebungen bestimmt find. Die Befugniß zu solchem Verbot will der Antrag Windthorst beseitigt wissen. Die Poliz-i soll soz'aldemokratische Versammlungen wie andere zwar auflösen, aber im Voraus nicht mehr untersagen dürfen. Für die sozial- demokratische Presse will der Antrag sodann eine Erleichterung dadurch herbeiführen, daß das Verbot deS Erscheinens einer Zeitung, welches jetzt erfolgen kann, sobald das Verbot einer Nummer erfolgt, fernerhin nur gestattet sein soll, wenn ein zweimaliges Verbot einer einzelnen Nummer vorliegt. Die Gründe für dies Verbot sollen den Betheiligten nicht mehr wie bisher in allgemeiner Form, sondern unter genauer Bezeichnung der Stellen der Diuckschtift, auf die das Gesetz angewendet worden, mitgetheilt werden. In dem jetzigen Zustande wiid das Verbot ungeaextet der Be- schwerde des Betroffenen ohne Weiteres ausgeführt; nach dem Antrage Windthorst soll die Beschwtrde, wenn es sich um das fernere Gedeihen der Druckschrift handelt, aufschiebende Wir- tung haben. Die Verhängung des sogenannten kleinen Be- lage> ungszustandes soll auf die Residenz Berlin beschränkt bleiben, und die aus neun Mitgliedern bestehende Beschwerde- Kommission, zu welcher der Bundcsrath jetzt vier seiner Mit- glieder stellt, hinfort ausjchließlich auS Riwtein des Reichsge- richts und der höchsten Landesgerichte gebildet werden. Die Dauer der Ve-länaerung des so abgeänderten Gesetzes will der Antrag auf zwei Jahre beschränken. Auch die früher bereit» beantragten miSrn Resolutionen, betreffend den Ueder gang zum gemeinen Recht und die Aufhebung der Maigesetze, sollen in der alten Form wiederholt werden.— Die„Voff. Ztg." de- merkt dazu: Vor zwei Jahren verhinderie die Ablehnung dieses Antrages nicht, daß eine Anzahl von Mitgliedern des Zentrums für die Fortdauer deS unveränderten Gesetzes stimmten. Ob die jetzige Wiederholung deS Abänderungsversuchs einen anderen Verlauf der Angelegenheit herbeiführet' wird, ist mindestens fraglich. Im Jahre 1884 wurde die Verlängerung in der Kommisston mit 10 gegen 10 Stimmen abgelehnt und im Plenum mit 183 gegen 156 Stimmen angenommen, nachdem der Staatssekretär des Reichsjustizamts sich Herrn Windthorst gegen- über gegen den Uebergang zum gemeinen Recht erklärt hatte, mädchen Jenny wurde polizeilich beobachtet, man hatte aber nichts Verdächtiges bemerkt. „Und dennoch!" beharrte Romberg trotzig. Auch darin stand feine Ueberzeuguvg ue erschütterlich fest, doß Jene mehr von dem Fall wisse, als sie zu sagen beliebe. Er gab jetzt aber den Plan ihrer weiteren p-rsönl che« Befragung auf, diese dem Untersuchungsrichter überlassend, mit dem er sich hierüber sofort in Verbindung setzte. Sein nächster Gang war zu Winter senior, in dessen Hau« er gegen Mittag eintraf. Der kleine Herr empfing ihn mit dem freundlichsten Lächeln, und obwohl ihm Gontard schon einen solchen Be- such angesagt hatte, stellte er sich doch sehr erstaunt und über die Zumuthung entrüstet, daß sein Sohn die Tochter de» KommerzienratheS auch nur indirekt zu dem fatalen Schritt bewogen haben sollte. „Mein Sohn hat mir allerdings eine Verbindung mit Fräulein Eschenbach in Vorschlag gebracht," sagte er,„aber ich hatte Gründe, seine Wahl nicht zu billige», deshalb habe ich ihn fortgeschickt. Von einer Korrespondenz zwischen Beiden ist mir nichts bekannt." Er würde auch das nicht einmal zugestanden und dem Beamten jede Auskunft verweigert hoben, wenn er nicht gewußt hätte, daß er dem Anderen nicht mehr sagte, als wa» er schon wußte, und daß ein Ableugnen dies r ein- fachen Wahrheiten ihn nur verdächtigt hätte. Die Adresse seines Sohne« nannte er ebenfall« in du sicheren Heber« zeugung, daß Jener sie auch bereits kenne. Aber Romberg kannte sie noch nicht, wenigstens nicht die genaue Adresse, und so prägte er sie seinem Gedächtnisse fest ein. Dem besorgten Vaier aber versicherte er, daß sein Sohn unbelästig» bleiben werde, wie denn sein Name öffent- lich nicht genannt werden sollte. „Ich werde mich an diesen Plauderer Hertel machen," dachte er, als er fortging,.er soll mir mehr verrathcn, als dieser vorsichtige kleine Herr mir zu sagen beliebt. Aber Winter war ebenso schlau. Er jagte noch sel- bigen Tages den plauderhaften Hertel au« seinem Dienst und übergab die verrätherischen Briefe den Flammen. Er bereute nun nicht mehr, sich GontardS Schwergen und Er- weil man auf diesem Boden nur die leicht ersetzbaren Personen, nicht die ganze Partei treffen lönne. Die Regierung weiß offenbar, daß fic in diesem Punkte auf daS Zentrum rechnen kann, und da dat letztere unter den heutigen Umständen nicht das mindeste Jntereffe an Neuwahlen hat, wird Herr Windthorst dafür sorgen, datz diese Rechnung nicht täuscht. Slußerdem sollen folgende Resolutionen beantragt werden: Der Reichstag wolle beschließen: 1. In Erwägung, daß das Gesetz gegen die pemeingefähr lichen Bestrebungen der Sozialdemolratie vom 21. Oktober 1673 nach der ursprünglichen Absicht der verbündeten Regierungen wie der Majorität de? Reichstags eine dauernde Institution nicht werden sollte, den Bundesrath zu ersuchen, dem Reichs- tag rechtzeitig den Entwurf eine? GeietzeS vorzulegen, welches daS gemeine Reichsrecht insoweit abändert oder ergänzt, als eS deffen bedarf, um den Staat und dir Gesellschaf! nachhaltig und dauernd vor den besonderen Gefahren zu schützen, deren zeitweilige Abwehr das vorgenannte außerordentliche Gesetz de- zweckt hat. 2. In Eriväaung, daß die eigenen Mittel von Reich und Staat nicht hinreichen, um die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie in ihren eigentlichen Grundursachen zu treffen, vielmehr die Wurzel dieses UrbelS nur dadurch aus- gerottet werden kann, daß die Religion in da» Herz deS deut- schen Volles wiederum weiter und tiefer eingepflanzt und darin zu frischer Lebenskrast entfaltet wird: den BurdeSrath zu er- suchen, soweit seine Kompetenz reicht, dahin zu wirken, daß überall die Hemmnisse b> seitigt werden, welche die verschiedenen Religionsgemstnschasten in der freien und ungeschmälerten und nur so gesegneten Wirksamkeit für Fortpflanzung und Förderung christlichen Glaubens und Leben» im deutschen Volke zur Zeit noch hindern oder beengen. Neber die Dtätenfrage im Reickttage äußern sich die hochlonservativen„Dresdener Nachrichten" folgender« maßen: Der Diätmontrag selbst ist ein alter Stammgast des Reichstages. Er ist schon oft von ihm gestellt und ebenso oft vom Bundesrathe abgelehnt worden. Das gleiche Schicksal steht ihm auch diesmal bevor. Früher war es die Fortschritts- Partei, die regelmäßig den Antrag auf Gewährung von Diäten an die Abgeordneten erneuerte; fie hat daS müßige Unter' nehmen allmälig satt bekommen: dafür greifen die Sozialdemokraten den in der Parlamentsecke liegenden Diätendall wieder auf und der Reichstag schleudert ihn dem Bundesrathe zu. Die Sozialdemokraten find zu ihrem Vorgehen du ch die bekannten Prozesse veranlaßt worden, die der prcußische Staats- fiskuS gegen etliche sozialdemokratische und fortschrtttliche Ab- Scordnete wegen Annahme von Parteidiäten angestrengt hat. )iese Prozesse halten wir für recht kleinlich und unnöthig erbitternd. Sie find überhaupt nur .egen solche Abgeordnete anzustrengen, die ihren Gerichtsstand m Geltungsbereiche des preußischen LandrechtS haben. Denn nur auf Grund der Anwendung etlicher Paragraphen dieses preußischen Landrechts ist es denkbar, daß vom Richter allen- falls eine Verurtdeilung der Diätenempfänger ausgesprochen werden könnte. Könnte! Denn nothwendig ist dies nicht, viel- mehr haben sämmttiche Unterinstanzen der preuß. Gerichte, vor denen Diätenprozeffe anhängig find, den Fiskus glattweg ab- gewiesen. Wenn nun auch daS Unerwartete geschähe und die Oberinstanz den Diätenbezua für ungesetzlich erklärte, was käme dabei heraus? In den Tbeilen Preußens, wo ein an- dereS bürgerliches Gesetzbuch alS Landrccht gilt und im ganzen außerpreußischen Deutschland würden doch die Abgeordneten nicht behindert«ein, Diäten seitens der Parteikaffe oder von Parteigenossen anzunehmen. Da« ganze Einschreiten wegen des Tiätenbezugs hat einen gehässtgen Anstrich; der Sozialdemokrat Hasenclever rächte fich für diese Prozesse durch eine Menge Anspielungen auf den BiSmarckfond». Wenn der Kanzler einen solchen Fonds annähme, warum den Abgeordneten die An- Nähme von Diäten verbieten? Zug um Zug I Anläßlich der kirchenpolttitschen Vorlage enthalten die offiziösen Blätter einen längeren Artikel, in wel- chem es u. A. folgendermaßen heißt:„Offiziell kann und darf ja auf keiner Seite zugegeben werden, daß der Grundsatz des „Do, at des"(Ich biete etwas, um etwas dafür zu gewinnen), sei cö zwischen den Parteien, sei es zwischen dem Parlament und der Regierung jemals zur Anwendung gelange. Der Wahrheit gemäß aber muß man geradezu behaupten, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen die Zug-um-Zug Politik Prinzip und Regel geworden ist. Handeln und Bieten macht das Ge chäft. Dabei thut man Herrn Windt- Horst durchaus kein Unrecht, wenn man ihm nachsagt, daß er «in gewiegter Kaufmann ist, der auf gute Preise halt..... Sogar Angelegenheiten der alle rerheblichsten Art, wie beispiels- weise die Umgestaltung deS deutschen Zolltarifs im Jahre 1879, waren Gegenstand eingehender Transaktionen. Zwischen der zweiten und dritten Lesung mußte Dr. Falk sein Portefeuille niederlegen, ganz abgesehen von regierungsseitigen Zugeständnissen an Herrn Dr. Windthor st in seiner Eigenschaft als Sackwaller des bannooerschen Fürsten- Hauses.(Auszahlung der Rente an die Könige von Hannooer.) Es nimmt daher kaum noch Wunder, daß jetzt die Rede davon fn gebenheit so theuer erkauft zu haben. Er fühlte selbst, «S war ein« böse Klippe, die er da soeben umgangen hatte. Der Untersuchungsrichter Ortmann legte seine Stirn in die ernsteste« Falten, als das Stubenmädchen Zen«? Wendler vor ihm erschien. Zung, hübsch, kokett und nicht wenig verschlagen, so hatte Romberg fie geschildert, und so war fie auch. OrtmannS Antlitz zeichnete fich durch eine finstere Strenge auS; er besaß eine besondere Gewalt in seinem Blick, welchem allein er schon manchen schönen Erfolg per« dankte. Auch als Jenny ihm vorgeführt wurde, begann er sie zuerst sozusagen mit den Auge« zu verhöre«. Er richtete nämlich seinen Blick mtt einer so durchbohrenden Schärfe und so qualvoll lange auf fie, daß das junge Mädchen seine Angst und Unruhe ihm nicht verberge« konnte. „Ich sehe schon/ sagte er dann,„wir sind auch eine von den Bersteckten, welche meine«, der Stimme ihres Innern und der richterliche» Gewalt trotze» zu können. An mir aber werde« Sie Ihre« Meister finden. Entweder Sie reden nun oder ich lasse Sie so lange bei Wasser und Brot einsperren, bis es Ihnen beliebt, der Wahrheit die Ehre zu gebe«. Wählen Sie, aber rasch! Meine Zeit ist gemessen." Wk&MHW lW Es sah so aus, als wen» der Untersuchungsrichter meinte, was er sagte, und der Gedanke ließ Jenny erbeben. Bei Wasser und Brot— eingesperrt! Brr! Lieber that fie Jenem de« Wille«. „Sie vermuthe«, daß ich etwa« weiß/ begann fie mit unsicherer Stimme.„Nun ja, ich weiß auch etwas, wovon Niemand, wie et scheint, eine Ahnung hat." „So rede« Sie!" sagte Ortman« barsch.„Dieses thö- richte Schweigen ist nur dazu angethan, Sie und Andere ins Unglück zu bringen/ „Ja, ja, Sie habe» ja Recht, Herr Untersuchung«. richter/ bestätigte Jenny ängstlich,„aber ich hatte allen Grund, nicht» zu sagen und da« gnädige Fräulein ruhig entkommen zu lassen." ist, die Verlängerung des Sozialistengesetzes und sogar das Branntweinmonopol ständen in gewissem Konnex mit der Freihett und Selbstständigkeit der Kirche, und der dieser Tage bekannt gegebenen Vorlage würde ein weiteres folgen, wenn daS Zentrum vernünftig mit fich sprechen ließe. Was an diesen Gerüchten ist, wissen wir nicht, halten eS auch für überflüffig, dieS hier zu untersuchen. Doch wollen wir darauf hinweisen, daß, wenn der Gesetzentwurf, betteffend Abänderungen der kir. chenpolitischen Gesetze, den Zweck hat. welchen die Regierung unseres Erachtens mit demselben verbindet, die Haltung„deS Zentrums vorab außer Ansatz bleiben soll... Nach der Vermittlerrolle des Papstes in der Karolinen- Affaire und der Dekorirung deS Fürsten Bismarck mit dem ChristuSmden müßte jede den Frieden zwtsch.. Staat und Kirche wiederum ins Un- gewisse stellende Wendung die unheilvollsten Folgen nach fich ziehen. Vor einer derartigen Verantworturg möchte auch Herr Windthorst zurückichrecken, so sehr es ihn sonst reizen könnte, der Welt zu zeigen, daß er noch früher aufzustehen tn der Lage sei, als der Kanzler mitsammt dem Papste. Wir glauben indessen mit vollster Sicherheit annehmen zu dürfen, daß man diesmal sowohl in der Wilhelmstraße, wie im Vatikan bereits fertig angezogen war, als die Meppener Exzellenz unter ihrem Zentrumsleger noch nach den Pantoffeln suchte."— Ob das letztere richtig ist, wird fich wohl bald zeigen. Bis jetzt war Herr Windihorst immer früher auf dem Posten. Im Ucbriaen ist das, was der A.tikel verkündete, längst öffentliches Ge« heimniß. „Im kleine« Lande vraunschweig geht man— so schreibt Dr. Sigl in seinem„Vaterland"— auch mit dem „Fortschritt" der Zeit. Von den 1885 geschlossenen Ehen wurden 200 nicht mehr kirchlich eingesegnet und 5000 Kinder blieben ungetauft.— Heiden im 19. Jahrhandert!"—, Der fromme Herr Sigl muß eS ja wissen! Eßlingen(Württemberg), 16. Februar. Bei der Land- togsstichwahl erhielt Schultheiß Mauz 2215, Fabrikant Merkel 786 Stimmen; elfterer ist somit gewählt. Mauz bat in allen Orten mit Ausnahme der beiden katholischen Orte Pfau- Hausen und Stein bach, mehr Stimmen als bei der ersten Wahl erhalten. Zu de« Ausweisungen. Im Löbauer Kreise in West- preußrn haben zahlreiche russtsch polnische Staatsangehörige den Befehl erhalten, in zehn Tagen das preußische Gebier zu verlassen. Unter den Ausgewiesenen befindet fich die Frau des Schuhmachers Piersza aus Löbau. Der Ehemann, rusfischer Unterthan, ist vor einiger Zeit nach Amerika ausgewandert, die mit der AuSweisungsordre bedachte Frau, eine geborene Preußin, hat über den gegenwärtigen Aufenthaltsort deS Manne» keine Kenntniß. Sie soll aber binnen zehn Tagen mit ihren beiden Kindem, deren jüngstes erst wenige Wochen alt ist, auswandern. Die Lage der Frau ist eine sehr traurige, sie entbehrt aller Geldmittel, die Kinder find sehr notddürsrig bekleidet, das größere hat beide Füße erfroren. In Ruffisch Polen hat fie keinen Bekannten und kennt die dortigen Ver- hältniffe nicht. — Aus Schlesten wird der„Voss. Ztg." gemeldet:„In Betreff der Ausgewiesenen ist dieser Tage ein Fall vorge- kommen, der beweist, daß nach der Auffassung der Beböide auch die zeitweise Rücklehr Ausgewiesener unzuläsfig ist. Wie aus Ka'towitz derichtet wird, hält« ein junger Mann, der nach dreijäorigem Aufenthalt in Kattowitz ausgewiesen in dem österreichischen Grenzstädtcher Oswieczym Stellung ge- funden hatte, mit einer Legitimationtkarte der österreichischen Behörde versehen, Kattowitz in Geschäftsangelegenheiten auf- gesucht. Auf daS Polizeiamt bestellt, mußte er einen Schein unterschreiben, in dem er fich verpflichtete, b-s zum Abend die Stadt zu verlassen, widrigenfalls er eine Strafe von 150 M. zahlen sollte. Die gouoernementale„Oberschl. Ztg." findet dies Verfahren sehr bedenklich und meint, wenn dos Vor- gehen der preußischen Behörde drüben Nachahmung finde, würden die schlefischen Geschäftsleute ernstlich gefährdet werden." Aus Gera, 17. Februar, wird der„VolkS-Ztg." mitge- theilt: Wer fich von der Unpovularität de« Branntwein- Monopol» in der hiefigen Bevölkerung überzeugen wollte, der mußte in die gestern Abend im Kaisersaal stattgefundene Volks- Versammlung gehen, in welcher der Reichel agsadgeordnete unseres Kreises, Herr H. R ö d i g e r, über das Projett, den Branntwein zu monopolistren, sprach. Dreitausend Personen auS allen Ständen und Berufskiaffen hatten fich eingefunden und nach eingehender Beleuchtung de« Monopols nahm die Versammlung ei-re Resolution an, welche fich in der entschie» densten Form gegen daS Monopolprojekt aussprach. Dagegen macht unser natronalliberales Blatt, die„Geraer Z'g", noch immer verschämt Stimmung für das Monopol, ein ganz ver- gebliches Beginnen, für das man bei der notorischen Einfluß« lofigkeit dieses Pr ßorgans auf die hiefige öffentliche Meinung in allen allgemeinen politischen Fragen nur ein Lächeln haben kann. Das Branntweinm«not>ol ist ganz nach den Anträgen deS betr. Ausschusses von dem Bundesrathe angenommen wor- den. Die Abänderungen deS Ausschusses waren rein formeller „Man hat Sie bestochen— Ihr Schweigen erkaust?" stagte Ortman« scharf. Jenny spielte verlegen und auch ei« wenig kokett mit dem Schürzenzipfel. „Wie?" rief der Andere, indem er mit einer raschen Bewexuvg halb über den Tisch hivschoß und Jenny, die vor demselben stand, au« nächster Nähe in« Antlitz blickte. Er war ein großer, klapperdünver Herr, welcher mitunter in seinen Bewegungen an eine« Schlangenmenschen er- innerte. Da« junge Mädchen fuhr entsetzt zurück.„Bestochen?" stotterte fie.„Nein,«ein, wenigstens nicht mehr als eine für ein Mädchen ganz gewöhnliche Gefälligkeit erheischt Freundliche Worte, ei» bischen bevorzugt und hin und wieder ein buntes Schleifchen, ein Stückchen Spitze...." „Auch etwa» feine Wäsche und«in abgelegte» Kleid. vollendete Ortman«. „Nun ja, wenn Sie es denn doch schon wisse«, auch da»/ gab Jenny zu. „Geld?!" „Geld?— Nein, nein, niemals/ „Höchstens mal zu einem Theaterbillet.. Einkauf...." „Un so weiter und so weiter.... kenne das I" brummte der Untersuchungtrichter.„Da» also war die Leistung— und die Gegenleistung? Ich meine, was hatten Sie dafür zu thun?" „O, nichts weiter, als daß ich.... die Briefe»on dem heimlich Verlobte» de« gnädigen Fräulein« empfing. Er schrieb unter meiner Adresse, weil der sehr heftige Herr Papa und sonst Niemand im Hause etwa? davon wissen sollte." „Und da» war Alle»?" „Alle»," betheuerte Jenny. „Und natürltch haben Sie Blick in dies« Briefe geworfen, laubniß des Fräulein»...." Nur verstohlen. Da» versicherte fie. . eine« kleinen auch hier und da eine« verstohlen oder mit Er- nur einmal ciaer Punkt...." Fräulein würdigt« mich vertraulichen Mittheilung in diesem Die wichtigste derselben ist W- und redattioneller Natur. § 23; Für Trinkbranntwein, aus Getreide, Kern« und€'■ obst, Beeren, Früchten, Wurzeln, Weinhefe, Trestern und gleichen bereitet, wird unter billiger Berückstchtigung du/ herigen Preise dieser Branntweingaltungen ein dem w Werthe derselben entsprechender Preis festgesetzt. So n*1' an die Monopolverwaltung abgelieferte Branntwein W die Brennerei festgesetzte Menge überschreitet, bleidt überschießende Menge bei der Preisberechnung außer ttacht. In 8 25 wurde folgende Bestimmung aufgenommen� Errichtung von Lr anntwein- Magazinen erfolgt im nehmen mit der Lanvesregierung. � Zu§ 26- Zur Heräellung von Genußmiiteln, nicht als alkoholische Getränke anzusehen find,' der Branntwein zu den von dem Bundesrath zusetzenden abgeminderten Preisen abgegeben- � gewerbliche Zwecke, einschließlich Esfigdereitung, für tviffwl® lich« Heizungs- und Beleuchiungszw-.cke verabfolgt Vie A«� Verwaltung Branntwein zu Ankaufepreisen. Für 8iann J zur Herstellung von zum Export gelangenden Fubit'at'N� nach Maßgabe der Bestimmungen des Bundesraths erne W gehende Preisermäßigung bewilligt werdrn., Zu§ 27: Zum Absatz im Auslände bestimmter wein wird in der Regel, und zwar im rohen Zustande. die Mon.polverwaitung im Wege der öffentlichen in den vom Bundesrathe bestimmten Plätzen und ö®!!»- räumen zum Verkauf gebracht.> Neuer 8 23: Den Apothekem bleibt zu Heilzwe®®. Herstellung uns der Verkauf von Alkohol, sowie von lischen Getränken gestattet. Ter Entwurf"gestattet die Reinigung deS Bra'n!®<� g-■"■••—-—~••—-i J|(P l Privatanstallen und bestimmt weiter: Die Reinigurs„ da« Ausland bestimmten Branntweins und die HerftelluH alkoholischen Getränken au« demselben zum Absah lande kann in dazu geeigneten Prrvatanstalten des«« werden. § 74 gestattet für kleinere Brennereien � von nicht über fünf Liter zum Haus oerbrauS/« zu behalten. Im§ 81 ist als BrViniM- je« Erlangung der Personalentschäd'gung die Führung/ j&f treffenden Geschäfts seit wenigstens zwei Jahren /W Jahren) angeführt und demgemäß die Skala C"' geändert. mV §85 hat folgende Fassung: Ausgeschlossen aus W polgebiete bl. iben das Freihafen gebiet in Hamburg IN für Bremen und Bremerhafen zugestandenen Freigedc�. Bundeirath ist befugt, die Bestimmungen dieses einzelne andere, an oder außerhalb der Zollgrenze Thetle des Reichsgebietes zeitweilig oder dauernd zu setzen- Werden solche Theiie nach dem 1. August �, Bestimmungen des Gesetzes unterworfen, so finden' selbe» die in§ 72 bis 84 enthaltenen Ueberaangebest'® sinngemäße Anwendung und hat der Bundesrath,,% diesen Uedergangsbestimmungen bezeichneren T"� 1 Fristen im Einoernehmen mit ver betreffenden Lande«! festzustellen. ah Neu hinzu tritt Paragraph 89, welcher lautet.! wärtiges Gezey tritt in Bayern, Württemberg und erfolgter Zustimmung seitens dieser Staaten mit der in Kraft, daß die Bestimmungen im§ 3 Absatz 2 u«* und§ 86 gegenüber einem dieser Staaten nur® j Zustimmung abgeändert werden können. Für das /N- zustimmenden Staates wird das Gesetz durch kaiserl' ordnung in Wirksamkeit gesetzt. Frankfurt a. M. Die Gerichtsverhandlung öAjf Krimtnalkommissarius Meyer zu Frankfurt a. M- affäre) findet am 15. Mä z im Leinewandhause ftj.«i laden find 76 Zeugen. Meyer ist angeklagt auf § 340 des Strafgesetzbuches wegen Körperverletzung"W Außerdem haben fich noch drei Schutzleute wegen Vergehens zu verantworten. O- st- r r e i ch Ungarn..� Welche Blüthcn der Schwindel in dem Nachdarstaate bereits getrieben hat, zeigte fich .raiasiroppe von ioa � bindung entgegen), und nun quälie sie sich bei � W Nacht mit dem Gedanken, daß er ein�Andere�� r er mehr liebte, oder daß es seiner Familie 0' ihr ganz zu entstemden.",, „Sie glauben daher," warf der ein,„daß da» Fräulein ausgezogen ist, ihre« � suchen?" „Ich bin davon fest überzeugt." „Und dennoch sagte» Sie nichts?" „Die Dankbarkeit virpflichtete mich r und ich hatte auch keinen Grund, meine H�rtt halten." „So? Und die halbe Million, die st* heißen? Wie viel habe« Sie denn davon bekommen?" p# „Nicht einen Pfennig, und ich glaube auc? fit das Geld entwendet hat." „Sie halten fie für zu edel dazu?" f „Auch da»; aber ich habe-och eiae«® � Unschuld und au einer Andere« Schuld zu 9 „Einer Anderen?" fo.schte der Untersuchung gierig.„Wie meine« Sie das?" agtl Nach einigem Zögern und entsprechendem Richter« erzählte Jenny, was folgt:. � 1 „Es war in der fünften Stunde an l tage, an welchem unser Fräulem vom Hnuw i ja». Diner war vorüber, die Tafel abgetragen personal zum Vesperbrot in der D'enerha � g«, Diese liegt, n>;e Ihnen bekannt sein dürfte, "'""- auf die Straße. U' mit der Äusficht auf fich auf ihre Zimmer zurückgezogen. Ich Sin i ,> 3 w Siu6 angrbörigen Abg«mdnetm Dr. Steinwender ein Angriff Mn dkn Hanvrlsminister Pino, welcker denselben direkt de- huldigt, bei der Verwaltung seines ReffoitS fich von eigen- Migen Beweggründen oder von Rücksichten auf die Finanz- tmereffen seiner Freunde und Kreaturen leitm zu lassen. Den «deralen Blättern zufolge mar die Verth eidigung des Handels- jjnmsters eine keineswegs ausreichende und dasselbe wird von der Rede des S-ktionschefs im Handelsministerium, v. Vust- ttw). gesagt. Die Angelegenheit dürfte noch weiteren Staub «ufwirbeln. Fr«tt* reich. In der Devutictenkammer find zur Zeit noch fünf Sitze erledigt: die der Herren Ganne, Bonncrot und Villain, Mit- fllteöei der Linken, die gestorben find, des gleichfalls ver« storbenen Monarchisten Loroii und derjenige Henri Rochefort'S, der seine Entlassung gegeben hat. Mindestens vier dieser Litze werden nach den Ersatzwahlen von Republikanern eingenommen weiden, so daß, wenn die Kammer vollzählig sein wird, es darin wenigstens 400 Repudlitaner und höchstens 134 Mon- «chistm geben wird. Dies weist eine Majorität von Stimmen zu Gunsten der vereinigten Republikaner auS. w Folge der Wahlen vom letzten Sonntag find unter 90 Departements— Algerien und Corsica mitinbegriffcn— 59 Departements mit rein republikanischer, 11 mit gemischter und *0 mit vollständig reaktionärer Vertretung. Für die Nieder- wge am Sonntag macht Paul de Cassagnac die Royalisten perantwortlich, welche fich nach den Wahlen gerühmt härten, ar bedürften der Bonapartisten nicht mehr, und die deshalb dra Bund mit den konservativen gekündigt häUen. ,— Die Jnitiativkommisston der französischen Devutirten- «immer derieth am Donnerstag unter Zuziehung der Minister den auf Ausweisung der Prinzen gerichteten Antrag und hat denselben, entsprechend den von den Ministern darge- ugten Ansichten, mit 10 gegen 7 Stimmen abgelehnt. Mit 11 Legen 6 Stimmen wurde hierauf ein Antrag Rivet'S angenommen welcher dem Ministerium das Recht zur Autweisung der M»zen verleiht, fall» die Umtriebe der Prinzen die Sicherheit des Staates getährdcn sollten. »— Der zwischen Frankreich und Madagaskar abgeschlossene Medensvertrag ist nicht nach dem Herzen der französischen Chauvinisten, weil derselbe den Madagassen immerhin noch «mn guten Theil Selbstständigkeit lätzt. Wie da« Ministerium ?ufiatirte, war ein besserer Vertrag nicht zu erlangen, weil die i)tn französischen Truppen mehrere Niederlagen beige- Mt hatten, durch welche die Operationsarmee wesentlich ?«»irt wurde. Im Senat wird der Vertrag voraussichtlich dr lebhafte Diskusston hervorrufen. Gchwede» und Norwegen. . Im vorigen Jahre wurde vom norwegischen Etorthing � Grundgesetzbestimmung genehmigt, wonach frühere EmatS- ..mister und Staatirath« ohne Rücksicht auf ihren Wohnort 'dm Storthing gewählt werd-n können. Nun find zwei Mit- Mer des gestürzten Selmer'schcn Ministeriums, die Staats- '»tue Helliefen und Holwdoe, in Arendal und in Finnmarken jstwahlt worden, aber der Wahlprütung«- Ausschuß ist der Meinung, daß StaatSrälhe, die zur Amtsentsetzung verurtheilt Mmden find, die erwähnte Begünstigung hinsichtlich ihres Sohnortes nicht genießen dürfen. In Folge dessen hat das �iorthing am 13 d. M. beide Wahlen für ungiltig erklärt. Grotzbri tauuie«. . Der Regierung liegt gegenwärtig ein Plan zur Prüfung gor, die beschäftigungslosen Arbeiter bei den Erdarbeiten zur y'Jtftiflung der Mündungen der Themse und anderer großer zu verwenden.— Der„St. Jamek Gaz." zufolge ist das serücht von dem bevorstehenden Rücktritte Chämberlain's in Umlauf, welcher sowohl bezüglich der Politik des Kadinets in %r griechischen Frage als auch hinsichllich einiger Punkte deS «ladftone'schen Programms fich mit demselben nicht im Ein- «ernehmen befind». .- Das Gerücht von dem Rücktritt deS Minister Cham- Oerlain ist einem neueren Telegramm zufolge unbegründet. — In der Sitzung deS Unterhauses am 19. d. Mts. hirach der Staatssekretär des Innern, ChilderS, sein Bedauern «der die jüngsten Ruhestöiungen in London aus und hob her- bor, die jetzt getroffenen Maßregeln würden eine Wiederholung betartiger Vorgänge unmöglich machen. Im Uebrigen sei jetzt ber Bericht der Untersuchungskommisfion abzuwarten, um fest- Zustellen, wen die Verantwortlichkeit treffe. Das Haus nahm brerar-f die Adreßdebatte wieder auf. Seitens der Opvofltion wurde die Vertagung der irischen Frage getadelt. Der Premier Aladstone wies diesen Tadel zurück und erklärte, die irische «rage werde sorgfältig geprüft, die Regierung beschäftige fich r'Ugehend mit dieser schwierigen Aufgabe und sei entschlossen, 55>o schnell wie möglich zu lösen. Das Haus verwarf mit t � gegen 104 Stimmen das von der Regierung bekämpfte Amendement zu Gunsten der Suspendirung der Exmission mm Kleinbauern in Schottland. Hierauf wurde die Adresse Me besondere Abstimmung angenommen. Anläßlich deZ An- tffleä, den Beiichi über vre Adresse anzunehmen, betonte Abg. �ccarthp, bezüglich Irlands sei es absolut nothwendig, die �Speisezimmer beschäftigt gewesen und stand eben im Be- über die Hintertreppe hinunter zu gehen, als plötzlich .T dort zu meinem nicht geringen Schrecken eine schwarz« c'otoete, dicht verschleierte Fra.iengestalt austauchte. Ich � 9 das durch die Glasthür, welche das Treppenhaus von herumgehenden Korridor trennt. Dieser war schon in r Halbdunkel gehüllt. Unwillkürlich trat ich hinter »i». sortiere einer offenen Seitenihür, den» mir ahnte . msts Gutes; und ich wollte sehen, wo die Dame w.'o- Wie ein wandelnder Schatten strich sie an I;5 oorüber und so den Korridor hinauf. Ich ihr nun heim- be?» 80$' Vor des Henn Zimmer machte sie Halt. Ich sie wird klopfen— aber»ein. Was thut sie! Zum K?Melloch bückt sie fich und lauscht. Nach einem raschen Mrf.7.Anouf und hinab, wobei sie jedoch den Schleier isiftete, drückt sie leise die Klinke nieder und schlüpft Tvtnir met- 2ch war im ersten Augenblick aanz starr und sali» Dann aber faßte ich mich und schlich nun eben- bev»'u,t �hiir. Daß ich da lausch' e, wer will es mir ver- y! In der Weltstadt und im Hause eines reichen wäre ein Verbreche» gegen Lebe» und Eigenthum tw sieheimoißvollen Umständen nichts Ungewöhnliches ge- Und r» Jedenfalls war die Dame mit den Räumlichkeiten Gewohnheiten hier vertraut.' sluo' � vertraut!' bestätigte der Richter mit einem An- von Sarkasmu«.„Und was hörten Sie da?" löan,«« et nicht«, nur sprechen, ohne ein Wort»erstehen zu Zin, entgegnete Jenny,„denn sie waren im nächsten «ber' soffen Thür offenbar geschloffen war. E« muß ««d K h i'5 lm vlaiyiyeir gegen»yu. �ey yvr-r i« Rottet»■ Wat schluchzen. Er blieb hart und ant et{X-.m».(Ja A****(T A btit)Ct.w.'nll kaltem Hohn. Dana plötzlich wurde ffe heftig. yohend. Einem dumpfen Wuthschrei au« seinem 'oe®x« oin gellendes Hohngelächter aus dem ihren. Hume-Rule-Frage vor jeder andern Frage zu löjen. Der Adießbericht wurde sodann genehmigt. Schließlich wurde die Bill, unabhängigen Frauen das Wahlrecht zu gewähren, in zweiter Lrsung ohne Abstimmung angenommen. — Auch in den Städten an der Nordostlüste herrscht großer Nothstand. In Eunderland allein find nicht weniger als 15 000 Männer und Knaben(!) außer Arbeit, und am Tyne und Wear giebt es ca. 30000 beschäftigtlose Arbeiter. Rechnet man hierzu die von ihnen«bhangiaen Familienglieder, so kann man annehmen, daß etwa 100000 Personen fich in einer hilfsbedürftigen Lage befinden. Die UnterstüüungsfondS find zur Begegnung dieses NothstandeS durchaus unzureichend, wes- halb man auch in Sunderland und anderwärts Brodkrawalle befürchtet. — Dem Londoner Korrespondenten de?„Sheffield Tele- graph" zufolge wird Dilke sein Mandat als Abgeordneter niederlegen, gleichviel wozu fich seine Freunde entschließen mögen. Er hat Vorkehrungen getroffen, fich wenigstens für ein paar Jahre ins Ausland zu begeben. Kommunales. i awt überlief mich, ich habe nie ein Weib so WliJ: fachen hören. Nach einer weiteren kurzen und '«Utn"useinandersttzung kam fit so rasch heraus, daß ich " fand, in eine gegenüberliegende Glasthür zu Erhöhung der Hundesteuer. In dem neuesten beim Hause der Abgeordnelen eingegangenen PetitionSverzeichniß findet fich eine Petition des Magistra s von Berlin, welche den Erlaß eines Gesetzes fordert, wonach die Gemeinden ermächtigt werden, Hundesteuer bis zu 20 Mark für jeden an der Mutter nicht mehr saugenden Hund zu erheben. Die mißlichen Zustände bei der Moltke- Brücke hatten seiner Zeit dem Magistrat Veranlassung gegeben, auch die Alfen- Brücke einer eingehenden Prüfung zu unterziehen. Diese Prü- fung hatte ergeben, daß der Zustand des Bauwerks im Allge- meinen als ein befriedigender erachtet werden mußte, dagegen erschien die Stärke der Eisenkonstruktion nicht geeignet, die Brücke mit einem größeren untheildaren Gewichte zu belasten als 6000 Kg. Die stävtische Baudeputation beantragte daher beim könial. Polizeiprästdium, den Verlehr von untheildaren größeren Lasten als 6000 Kg. über dieselbe zu verbieten. DaS lonrgl. Polizeiprästdium hat jetzt der stSdrischen Baudeputation geantwortet, daß eS keine Veranlassung finden könne, den Ver- kehr in der bisherigen Weise über die Brücke zu deschränken, da eine Messung der Dimensionen der Eisenkonstruttion solche Stärken ergeben habe, welche rechnungsmäßig den bisher über die Brücke geführten Lasten bis zu 16 000 Kg. entsprechen, und die Brücke durch diese Transporte in keiner Weise geschädigt erscheire. w. Die städtische Stratzen-Rewigungs-Deputatio« Hai dem Magistrat die Mittheilung gemacht, daß für die Fort- schaffung dei Schnees von den Straßen in den Monaten De- zemder. Januar und F bruar die Ausgabe der Summe von 162063 M. nothwendig war. Da aber im Etat hierfür nur 125 000 M. vorgesehen find, so ist die Etatssumme bereits um 37 063 M. überschritten. Die Straßerneinigungs-Deputation bat nun eine Nachbewilligung von 40 000 M. beantragt, welche Summe der Magistrat auch bewilligte. w. Brausebäder in den Gemeindeschulen. Der Ma- gistrat hat deschloffen, der Stadtverordneten Versammlung eine Vorlage zu machen wegen der versuchsweisen Einrichtung von Brausebädern in drei Gemeindeschulen. w. fei« Park auf dem Krenzberge. Der Bauratb Hobrecht hat dem Magistrat ein Projekt zur Gestaltung des Viltoria-ParkeS auf dem Kreuzderg vorgelegt, welches von dem letzteren genehmigt worden ist und der Stadtverordneten- Ver- sammlung zur Zustimmung vorgelegt werben soll. Es ist hier- nach, von der Lichterfelderstraße ausgehend, ein Fahrweg von 9 m Breite durch das Villenterrain nach der Kreuzbergstraße geplant. Das zwischen der Lichterfelderstraße und dem fiskalischen Terrain zur Parkanlage erforderliche Terrain soll im Wege der Enteignung erworben werden und der Bebauung mit Villen dienen, welche nur an den im Projekt genau be- zeichneten Ttellen zu stehen kommen dürfen, und für welche eine bestimmte nur mäßige Höhe eingehalten werden muß. Nach Mittheilung de« Statistischen Amt» der Stadt Berlin sind bei den hicstgen Standesämtern in der Woche vom 7. Februar bis inkl. 13. Februar er. zur Anmeldung gekommen: 185 Eheschließungen, 910 Lebendgeborene, 36 Todt- geborene, 591 Sterbefälle. Kokalr». In Moabit befinden fich nur zwei Postanfialten. deren eine Alt-Moabit Nr. 11/12 am Gericht und die andere Thurm- straße 38 fich befindet. Letztere ist so gelegen, daß fie von de: größten Zahl der hiesigen Bewohner denutzt wird. In dieser Postanstalt ist aber nur ein einziger Beamter für den Schalterdienst angestellt, welcher die Annahme sämmtlicher Brief und Wcrthscndungcn, Telegramme und auch den Ver- kauf der W:rthzetchen zu besorgen hat. Da nun auch die hi-fig-n Bewohner recht fleißig korrespondiren, ist eS natürlich, daß fast anhaltend Gedränge am Schalter ist, da? Publikum vielfach sehr lange warten muß und besonders Damen fich sehr schlüpfen, die ich hinter mir zudrückte. Als ich dieselbe dann noch einmnl vorsichtig öffaete, war die Fremde ver- schwunden und Alle« wieder still." Der Untersuchungsrichter schüttelte mit einem zweifelt» vollen Lächeln den Kopf. „Nun und dann? Gingen Sie dann hinunter?" Jenny verneinte. »Ich schlich mich noch einmal«ach des Herrn Thür, hörte aber, so sehr ich auch laulchie, au» seinem Zimmer gar nichts mehr, keinen Laut, keine« Seufzer. Todtenstill war es darin und so im ganzen Hause. Da überkam es mich wie eine Ahnung von etwas Furebtbarem, das in dieser Stunde geschehen wäre.#« ließ mir keine Ruhe. Ich mußte sehen, was mein Herr machte. Ich fürchtete, es konnte ihm doch etwa« geschehen sein. Als Stubenmädchen konnte ich ja hineingehen, ich brauchte mich darum nicht zu entschuldigen; jede beliebige Wirthschaftsfrage konnte mir zum Vorwande dienen. Ich pochte— keine Antwort. Im nächsten Augenblicke stand ich im Vorzimmer. Die zweite Thür war offen. Nnr«och die Portiere trennte mich von em-m vielleicht furchtbaren Anblick. Ich schlug sie vorfichtta ausemander. Alles blieb still. Mein erster Blick fiel auf den eisernen Geldschrank. Auf dem Kaminrost glühte ei» Kohlenfeuer, denn es war ei« feuchtkalter Septembertag und der Herr nicht wohl. Er selbst saß oder hockte vor dem Kamin in einem Seffel, ganz zusammengekauert und den Kopf in die Hand gestützt, so daß ich sein Gesicht nicht sehen konnte. Ich redete ihn an. Jetzt aber fuhr er auf als habe ih« eine Natter gestochen..Sie sind—" schrie er und dann erkannte er mich. Herr, Du meine Güte, das Gesicht, da« ich da gesehen habe, es war so bleich wie die ae'ünchte Wand da. Ich werde seinen wilden, entsetzten Ausdruck nie veraeffe«. Der Herr ließ mir aber keine Zeit zu langen Grübeleien. Er wandte sich zum Fenster und fertigte mich barsch und kurz ab. Ich machte auch, daß ich wieder hinaus kam, nur froh, ihn noch am Leben zu wissen. Wir sagten im Hause immer, wen« er zankt und wüthend wird dann geht es«och; nun, und er wurde wüthend." (Fortsetzung folgt.) in Geduld fügen müssen. Ein zweiter kleiner Uebelfiand ist der Mangel genügender Briefkästen. Schreiber dieses wohnt in der Pritzwalkerstrraße. In dieser Straße ist kein einziger Briefkasten; die nächsten find an der Ecke der Wilsnacker» und Dreysestraße und an der Ecke der Rathenower- und Thurm« straße, also ziemlich weit. Außerdem ist aber auch auf de« ziemlich langen Wege von der Pritzwalkerstraße bis zum Bahn« Hofe Bellevue kein einziger Briefkasten— und nicht einmal auf dem Bahnhofe selbst! Da die Post bekanntermaßen den Wünschen des Publikums in anerkennenswerther Weise mög» lichit entgegenkommt, ist wohl anzunehmen, daß fie auch diesen Uebelständen abhelfen wird. Ooetores Philadelphia«. E« wurde letzthin be- richtet, das Gericht sei nunmehr entschloffen, gegen eine ganze Reihe von Personen wegen doloser Führung des Doktortttels einzuschreiten. Dem gegenüber kann versichert werden, daß zwar in letzter Zeit zahlreiche Anzeigen dieser Art t Heils bei der Staatsanwaltschaft, theilS beim Kriminalkommtffariat ein« gelaufen find, daß aber fast in allen Fällen kein Grund zum Einschreiten vorlag, weil die Angeschuldigten fich im Befttze philadelvhischer resp. überseeischer Diplome befanden. Die Führung des Doktortitels aut Grund solcher exotischer Diplome ist bekanntlich nur in dem Falle strafbar, wo ein Schaden eine Gefahr für die Oeffentlichkeit daraus erwächst, d. h. falls es fich gleichzeitig um die ärztliche Funktion handelt. Hin» fichtlich des„Dr. phil." und„Dr. jur." ,c. aus Amerika kann also eine Strafverfolgung gemeinhin nicht stattfinden. Au» diesem Grunde mußten fast alle Denunzianten abschläglich be- schieden werden. Es sollen übrigens allein in Berlin mehr als 3400 philadelphische Diplome existiren. Rheumatismus bei einem neuaeborenen Kinde ist vor einiger Zeit von dem Dr. med. Sch. in Pankow beobachtet worden. Am dritten Tage nach der Geburt des KindeS be» merkte die Hebeamme, daß die Fußrücken des Kindes geschwol» len waren; einige Tage später zeigte fich Anschwellunz an sämmtlichen Finger-Gelenken, sowie an beiden Hüftgel-nken. Der herzugerufene Arzt fand das Kind regungslos liegend mit stark an den Leib gezogenen Oberschenkeln; dei einer Berüh» rung der geschwollenen Körpertheile, sowie bei einer vorge- nommenen Bewegung des Kindes durch einen Andern schrie dasselbe kläglich. Dem Arzt gelang es festzustellen, daß die Mutier deS KindeS kurz vor der Geburt ebenfalls an rheuma- tischen Leiden erkrankt und ärztlich behandelt worden war, und zwar hatten fich rheumatische Erscheinungen an der linken Hüfte und am rechten Handgelenk gezeigt und waren von dem Handgelenk auS auf sämmtliche Finger der Hand fortgeschrit- ten; zum Theil zeigten fich diese rheumatischen Erscheinungen bei der Mutter noch gletchzetttg mit denen des KindeS. Die übliche innere Anwendung von Ealizyl mußte bei dem Kinde ausgesetzt werden, da fich bei ihm eine zu hochgradige Auf- regung einstellte, unmittelbar nach dem Genuß dieser Arznei unv jedenfalls in Folge derselben. Die ärztliche Behandlung mußte fich deshalb auf äußere, das Uebel beeinträchtigenden Mittel beschränken. Im Verlaufe eines Monats waren bei dem Kinde alle äußeren Spuren des Uedels geschwunden, während die Mutter erst später und sehr allmälig von ihrem gleichen Leiden defreit wurde. Der Fall hat auch in ärztlichen Kreisen das lebhafteste Interesse wachgerufen. Ein schrecklicher Akt der Verzweiflung rief gestern in früher Morgenstunde unter den Bewohnern des Hause? Naunynstr. 65» eine große Aufregung hervor. Dort wohnte auf dem Hofe im Keller eine Wittwe W., eine Frau in den 20er Jahren, mit ihrem etwa 1'/» Jahre alten Töchterchen. Aus dieser Wohnung vernahmen gegen 4 Uhr früh HauSbe» wohner ein starkes Stöhnen und Röcheln und da man ein Unglück vcrmuthete, wurde die zur Wohnung führende Thür erbrochen, nachdem man stch überzeugt hatte, daß die Thür ver- schloffen war. Der Anblick, der sich den zuerst Eintretenden bot, war ein geradezu herzzerreißender. Im Bette lag, leblos, die ihrer Stunde entgegen gehende Wittwe W. und neben der Leiche saß das kleine Töchterchen, welches mit seinen Händchen auf die Todte zeigte und unausgesetzt„Mama, Mama" rief. Der schleunigst Herbeigerufene Inhaber der Sanitätswache in der Avaldertstraße, Herr Heise, konnte nur noch den bereit? eingetretenen Tod konstatiren, welcher anscheinend durch Ein- nehmen von Borax herbeigeführt worden ist. Auf dem Tische lagen zwei Briese, der eine kouoertirt und frankirt, nach Schneidemühl gerichtet, der andere offen. In dem letzteren sagte die Verstorbene, daß fie nicht mehr in der Lage sei, fich und ihr Kind zu ernähren, und daß fie auch nicht länger ihre Schande ertragen könnte. Die Personen, welche ihre Leiche finden würde, bat fie, den im Briefe namhaft gemachten Ur« Heber herbeizurufen, damit er sehe, was er angerichtet. Die Verstorbene hatte vor Ausführung der entsetzlichen That reine Wäsche angelegt und die Klcidungsgegenstände für ihr Töch- terchen hcrausgelegt; außerdem lagen noch 90 Pfennige auf dem Tisch— die ganze vorhandene Baarschaft. Während daS Kind einstweilen bei Bewohnern deS Hauses Aufnahme fand, wurde die Leiche der Frau W. später von der inzwischen von dem Vorgang in Kenntniß gesetzten Polizei nach dem Obduktions- >tgl„ hause befördert. Aus Kunst und Leben. Im„Deutschen THenter" findet heute, Sonntag, die erste Wiederholung des Lustspiels„Die armen Reichen" von Hugo Lublincr statt; morgen, Momag, wird„Romeo und Julia" gegeben. Am nächsten Eonnadend, den 27. d. MtS., kommt„Der Königslieutenant" von Gutzkow mit Herrn Fried» mann in der Titelrolle zur Auffübrung. Es ist dies zugleich das hundertste Mal, daß Herr Friedmann überhaupt in dieser Rolle auftritt. Das Stück ist für diese Gelegenheit vollkommen neu einftudirt und in fast allen seinen Rollen neu besetzt worden.— Außerdem dringt das Repertoire dieser Woche Wiederholungen von„Die armen Reichen",„Die Lorelei" und „Das Käthchen von Heiibronn". Der„Zigeunerbaron" macht bereits Toilette zu seinem eisten Jubuäum am Friedrich- Wilhelmstävtifchen- Theater. Die 25. Vorstellung, welche aller Wahrscheinlichkeit nach zu« gleich das Jubiläum der 25 mal ausverkauften Häuser sein wird. Johann Strauß hat bereits das neue Finale zum 2. Akt gesandt, welches bei der 25. Vorstellung zum ersten Male gesungen werden dürfte.— Auch für den heutigen Sonntag macht die große Anzahl der Vorbestellungen eS noch. wendig, daß die bestellten Billcts nur bis 11 Uhr Vormittags reservtrt bleiben können und über die bis dahin nicht abgeholten. anderweit verfügt wird. Im Bellealliance-Theater findet heut die letzte Sonn- tags-Äufführung der Operette„Die schöne Helena" statt, welche im Laufe dieser Woche durch den 3. Abend des Offen dach» Zyklus„Pariser Leben" vom R-pertoir abgesetzt werden soll. ProjektirteS Repertoir der Königliche« Schauspiele vom 21. bis 23. Fedmar. Im Opernhause: Sonntag, den 21.: Der reisende Stuvent, Kurmärker und Pikarde. Wiener Walzer; Montag, den 22.: Armidc(Herr Niemann); Dienstag, den 23.: Flick und Flock; Mittwoch, Den 24.: Der Barbier von Sevilla; Donnerstag, den 25.: Die Walküre(Herr Niemann); Freitag. den 26.: Der Trompeter von Säkkingen' Sonnabend, den 27.: 6. Sinfonie; Sonntag, den 28.: Die Meisterstnger von Nürn« berg.— Im Schausvielhause: Sonntag, den 21.: Faust; Montaa, den 22: Fräulein«ommerzienrath; Dienstag, den 23.: Tilli; Mittwoch, den 24.: Colderg: Donnerstag, dm 25.: Die Journaliiten: Freitag, den 26.: König Richard ill.; Sonn» abend, dm 27.: Tilli; Eonnlag, den 28., auf Begehren: Rosen» müllcr und Finke. Ueber ein Gauner- Trifolium wird geschrieben: In einem Zigairengeschäft der Fricdnchstraße wurde gestern Abend folgender raffinirte Koup ausgeführt. Etwa gegen 9 Uhr er« schienen in dem betreffenden Laden drei elegant gekleidete junge Herren, von denen Nr. 1 russische Zigaretten verlangte, worauf ihm von dem Verkäufer bereitwilligst eine Auswahl vorgelegt wurde. Nr. 2 griff gleichzeitig in«ine auf der Laden- tafel stehende Kiste, nahm eine Hanv voll Zigarren heraus und erkundigte sich nach dem Preise derselben, während Nr. 3 den echten Havanna's seine Aufmerksamkeit schenkte. Nr. 1 wählte ein Packet Zigaretten zu 60 Pf. und legte zur Bezah- lung ein Zwanzigmarkstück auf die Tafel.„Ach laß doch," bemerkte jetzt N. 2,„ich werde Deine Zigaretten mit be- zahlen; ich habe kleines Geld." DieS sagend legte er 1 M. auf den Tisch und bat sich noch 4 Zigarren ä 10 Pf. aus. Nr. 1 war damit einverstanden, bat aber den Verkäufer, ihm das Goldstück zu wechseln. Um diesem Verlangen nachzukom- men, zog der Verkäufer das Goldstück auf sich zu und öffr.ete gleilbzeitig den Kaffenschub. Ein Blick in denselben belehrte Nr. 3, daß dort noch mehr Goldstücke lagen, und nun interesfirte auch er sich für die entfernter liegenden Zigaretten, dadurch die Auf- merksamkcit des Verkäufers ganz auf sich konzentrircnd. Nach langem Hin und Herfragen kaufte Nr. 3 auch ein Päckchen zu 58 Pfg. und nun bat Nr. 1 um tie Wechselung seines Goldstückes. Er erhielt ein Zehnmarkstück und den Rest in Silber. Der Verkäufer wollte das Z-vanzigmarkstück in die Kaffe legen, doch eS befand sich nicht mehr auf dem Tische. Auf seine Frage nach demselben wurde ihm von Nr. 1 und 2 versichert, daß er es bereits vorhin in die Kaste gelegt habe. Diese bestimmte Versicherung, welcher auch Nr. 3 beipflichtete, beruhigte den Verkäufer, und mit dem Anstand, den sie hatten, als sie den Laden betraten, entfernten sich die Herren. Als aber der Ver- käufer kurz darauf seine Kaffe revidirte, entdeckte er ein Manko von 20 Mark, und er war keinen Augenblick daiüber in Zweifel, daß Nr. 1 oder 2 ihm, als er mit Nr. 3 bei den Zigaretten beschäftigt war, das Goldstück eskamotirt hatte. Durch das Ge- linaen ihres KoupS sicher gemacht, dürften die drei Gauner woyl bald irgendwo anders ein ähnliches Manöver ausführen. Aus den Fteberkolonien. Der in den letzten Tagen erwährte deutsch« Militär-Jnstrukteur Emil Bilke vom Garde- Al- xander Regiment, welcher am 22. Dezember v. I. in Kamerun dem Sumpsfieder erlegen ist, bat einen Monat vor »einem Tode an hiesige Verwandte einen Brief gerichtet, ver am 21. Dezember, dem Vorabende seines Todes, hier eingetroffen ist. Der Brief ist vom 21. November aus Bagida datirt und enthält u. A. folgende Mittheilungcn:„Ich bin zunächst bis 1 April 1886 beurlaubt, hoffe ober bis dabin meine Anstellung zu erhalten. Das Gehalt beträgt 250 Mark pro Monat, muß aber auf irgend eine Weise noch erhöbt werden. Ich nehme mit dem Her.n Kommissar und dem Sekretär am Tisch einer deutschen Faltorei Tbeil, so daß der Tisch etwaS tbeucr wird. Ich bezahle pro Tag 3 sd=» 8,02 Mark für Essen. Der Mehrbedarf beläust sich auf zirka 70 Mark pro Monat. Wenn die Ausgaben nickt durch Gehalts- crhöhung gedeckt werden, hat sich der Kommissar er'.oten, den Mehrbetrag zu zahlen. Wie lange ick in Afrika bleibe, läßt sich noch nicht übersehen, wahrscheinlich einige Jahre, da man es länger nicht aushalten kann, weil die Fieber doch etwas schwächen. Zwei kleine Wechselsteber, welche je einen Tag anhielten, habe ich bereits überstanden, aber dabei doch 20 Pfund Körpergewicht verloren. Bagida hat 5 Faktoreien, davon werden 2 durch deutsche, die übrigen durch Neger v:r- waltet. An Produkten werden hier nur Palmöl und Palm- kerne, welche aus dem Innern kommen, ausgeführt. BiS un- gefähr'/« Stunden vom Strande hat man nur Sandboden, auf dem nichts wächst, dann kommt guter Lehmboden, auf dem von de« Eingeborenen Mais und Wurzeln gebaut werden, welche sie drei Mal im Jahre ernten. Hühner und Enten ge- hören zu den täglichen Mahlzeiten, da Rindfleich selten zu haben ist und leicht verdirbt. Ziemlich alle Lebensmittel für Europäer werden aus der tzeimath eingeführt."— Diese Schilderungen lauten nichts weniger als verlockend. Wenn man dort nach zweimaligem Wechselfieber schon 20 Pfund abnimmt, so bleibt wahrscheinlich nach öfterer Wiederholung dieses Fiebers von einem Normalmenschen gar nichts übrig. Beim Besteigen eines Pserdebahnwagens trug sich am gestrigen Tage abermals einer jener oft beschriebenen Unglücks- fälle zu. Ein in der Feilnerstr. 34 wohnender Kaufmann S. wollte beim Uegergang der SiegrS Allee über die Charlotten- burger Chaussee einen in voller Fahrt befindlichen Pferdebahn- wagen besteigen, wurde dabei zu Boden geschleudert und trug mehrere heftig blutende Kopfwunden davon. Der Verunglückte, der eine Zeit lang bewußtlos blieb, mußte mittelst einer Droschke nach der Kgl. Charite geschafft werden. In der Gegend des benachbarte« Trebbin ist im Laufe der vorigen Woche ein Raubmord verübt worden. Am 14. d. M. wurde auf dem Wege zwischen Siethen und Kcrzendorf das Arbeitsbuch eines Schuhmachergescllen Maeckel auS Dahme gefunden, nach welchem dieser bis zum 5. d. M. in Lucken- walde in Arbeit gestanden hatte. Am 16. d. M. nun fand ein Arbeiter auS Siethen, welcher in die herrschaftliche Forst gegangen war, um Holz zu suchen, dort die Leiche eines Un- bekannten, um dessen Hals sich ein etwa drei Dezimeter breiter Leibriemen fest umgeschnallt defand, so daß augenscheinlich eine Erdrosselung mit diesem Riemen stattgefunden hatte. Da der Fundort der Leiche in der Nähe des bezeichneten WegeS und des Fundortes des Arbeitsbuches war, so drängte sich auch so- fort der Verdacht auf, daß Leiche und Buch im Zusammen- hange ständen. Festgestellt ist, daß Maeckel bis 5. d. M. in Luckenwalde gearbeitet hat, dann von dort fortging und in der Nacht zum 10. in Trebbin beim Echankwirth Pohl, welcher gleichzeitig als Hausvater der dortigen VerpflegungSstation vorsteht, übernachtet hat. Mit ihm wann gleichzeitig 14 Pfleglinge in derselben. Maeckel gab am Abend der Vorsicht halder sein Portemonnaie mit einigen Thalern Geld dem Pohl zur Aufbewahrung, von dem er eS am anderen Moroen zurück- erbat. Beim Aushändigen desselben war der am Abend eben- falls bei Pohl eingett offene, mittellose Schlächtergeselle Micke aus Kamenz zugegen, der bei Ansicht deS Geldes zu Pohl äußerte:„Geben Sie mir nur das Geld, dann bleibe ich noch einen Tag, und wir machen's uns vergnügt." Als Maeckel bald darauf die Pohl'sche Wirthschaft verließ, war auch Micke versckwundcn und ist bisher nicht wieder gesehen worden. Anscheinend ist Maeckel bereits am 10. oder 11. ermordet worden. Die gerichtliche Obduktion der Leiche hat gestern früb in Siethen stattgefunden und unzweifelhaft ergeben, daß der Tod durch Erstickung stattgefunden, und daß diese durch gewalt- sames Zuscknüren der Luftröhre herbeigeführt ist. Die Unter- suchung beim Landgerickt Potsdam ist in vollem Ganze. Eine polnische Zeitung in Berlin. In letzter Zeit wurde, wie bereits mitgethcilt, von den polnischen Zeitungen mehrfach das Projett des Erscheinens einer polnischen Zeitung in Berlin ventilirt, wobei die Ansichten darüber dtoergirtcn. ob diese Zeitung in polnischer oder in deutscher Sprache erscheinen solle. Diese Angelegenheit ist nun von dem in Berlin jeit einigen Jahren wohnhasten Dr. Robinski dahin erledigt wor- den, daß derselbe vom 1. Ap'il d. I. ab die Zeitung unter dem Tttel„Nowy Dzieunik"(Neues Tageblatt) herausgeben wird: es wird danach also diese Zeitung in polnischer Sprache abgefaßt sein. Da in Berlin ca. 30000 Polen leben, so wiid ei der Zeitung an einem Leserkreise unzweifelhaft nicht fehlen. Als et» Bote des nahen Frühjahr wurde uns von einem unserer Abonnenten gestern ein jetzt eingefangener Schmetterling(Kohlweis ling) übersandt. Derselbe befindet sich im besten Wohlsein. Hoffentlich wird die noch herrschende Kälte ihm keinen Schaden zufügen. Ein trichinöses Wildschwein ist vor einigen Tagen in der Forst von Oranienburg erlegt worden und sollte in der üblichen Weise an einen Wildbändler zum Verkauf übergeben, als durch eine ganz zufällige Untersuchung desselben seine trichinöse Beschaffenheit festgestellt wurde. Mag die Gefahr in solchem Fall« auch minder groß sein, da das Fletsch von wilden Schweinen wohl kaum noch genossen wird, und die Trichinen durch ein gründliches Kochen des Fleisches geiödtet und unschädlich werden, so hat der Fall doch die Aufmerksam- keit der Sanitäts Polizei-Behörde erregt und die Frage nahe gelegt, ob es nicht nöthig sei, die Untersuchung auf Trichinen auch für Wildschweine anzuordnen. Der hier festgestellte Fall ist übrigens der erste seiner Art. Daß außer dem Schwein auch Ratten und Kaninchen von Trichinen heimgesucht werden können, war bereits bekannt, vom Wildschwein war diese Thatsache bisher nicht konstatirt, ohwohl ihre Möglichst'' nahe lag. Uerewe und Nersammlungew hielt He» »errn UN' Weitzensee, den 17. Februar. Gestern Abend Reichstagsabgeordneter Heine im Saale deS Herrn glaube vor einer sehr zahlreichen Versammlung einen Vortrag aber das Branntweinmonopol. Nachdem ver Redner>» l'/istündigen Rede autgeführt, wie das hmtize' Steur" system des Deutschen Reiches sich entwickelt, wie die Matrikula-' betträge der einzelnen Staaten immcr mehr durch indircm Steuern ersetzt seien und aus diesen die Monopole heraaf' wachsen zu wollen scheinen, ging er aus da« Wesen b» Branntweinmonopols näher ein und kam zu dem Schluß, M dasselbe sowohl wegen unerträglicher Mehrbelastung der f. bettenden Klasse als auch w:gen Schädigung des Geschä'»' der davon betroffenen Mitteillassen unseres Volkes unanne� bar sei. Die Versammlung erklärte sich mit allen gegen � Stimme mit den Ausführungen des Redners einverstanl� Ein opponirender lons-rvarnicr Gegner, welcher für Branntweinmonopol einzutreten versuchte, führte seine Giüa-s nur theilweise aus, denn die Physiognomie der Versammlus- zeigte ihm, wie wenig Gegenliebe er zu erwarten hatte. Versammlung ging dann zur Beralhung der örtlichen Orgak" sation über. Nationale Kranken- u. vegtäbnitzkaffe der deutsch� Gold- und Silberarbetter und verw. Berufsgenoffcn.(0 Haupifitz Gmünd, Württemberg.) Montag, den 22. F-W'; im Saale der Schultheiß'schen B'auerei, Neue Jakobstr. f und 25, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Rechenschaft»'' Kassendeiicht, Wahl der Beamten, Verschiedenes. Minderjährig haben keinen Zutritt. * Fachverein Berliner Kürschner und Berufs, enoss"'' Montag, den 22. Februar, Versammlung in Seefelds Nestau rant, Grenadierftr. 33. Vortrag: Die Lohnverhältniffe in du Pelzbranche. Referent Herr Schmidt. Ne, Todes- Anzeige. Gestern Nachmittag 2 Uhr starb nach kurzem Krankenlager unser lieber Kollege, der Schriftsetzer Wenzel Baumann im noch nicht vollendeten 41. Lebensjahre. Die Setzer des „Berliner Volksblatt". Zeit und Ort der Beerdigung wird in nächster Nummer d. Bl. bekannt gemacht werden. V'f'i mint- palel°>s!! Herren- und! Knabenanzüge sowie Damen- lleider u. Mantel im Tuchgeschäft Pr!»i»ßrLS, gegenitt. d. TurnCoI«. TWlzabln#!! gestattet! tf] H F. Dinstagre, kottbuserstraße 4, Hof part. Achtung! Kein Laden, nur eigene Fabrikation. 25 Zigai ren 1 Mark. Garantie rein amerikanischer Tabak. Rivpentabak 2 Pfd. 70 Pfg Masken- Garderove F. Stenzel, N».%1, Dresden er-Straff- Nr. 81. Elegante Konün e zu den solrd.sten Preisen. 7451_ Vereine Ermäßigung._ 348 Allen Fieunden und Bekannten zur Nach licht, daß rch in der Waldemarstrasse 61 (Ecke des Mariannen- platz), ein Weiß, und Aoh-Haßak. 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Druck und Verlag von Wnx Beding in Berlin 8W., Leuthstraß« 2. Hierin eine V i Beilage zum Berliner Bolksblatt. k 44. Sonntag, den Ä1. Fedrnar 1886. III. Narlamentsverichtr. Deutscher Reichstag. 61. Sitzung vom 20. Februar, 1 Uhr. », a® Tisch« des Bundesraths: von Boetticher, von ��phan, von Bronsart, v. Caprivi. .�Zn erster und zweiter Berathvng werden di: Zusatzab- Men zum Weltpost, ertrage und das Ueberewkommen, betr. Ä, Postauftragsdienst nebst den Echlußprotokollen, ohne Dts- Kenehmigt. Darauf steht die Vorlage, betr. die Herstellung des Nord» i stee K a n a l S, zur zweiten Berathung. Die Kommisston Nt unverändert genehmigt, nur in§ 3 an Stelle des vom v Einvernehmen mit dem Bunvesrath festzustellenden s,. Srsetzliche Regelung Vissel den vorgeschlagen. 1 lautet:„Es wird ein für die Benutzung durch die zvflhe Kriegsflotte geeigneter Seeschifffahrtskanai von der .°°>!indung über Rendsburg nacb der Kieler Bucht unter der »Msttzunq hergestellt, daß Preußen zu den auf 156 000 000 j,a« veranschlagten Ges ammtherste llur gskostcn desselben den � von 50000 000# im Voraus gewählt." Gxaf Behr(R.'P.) fragt, wie die Bestimmung zu ist, daß Preußen zu den Gesammllosten ibm Betrag 2 50 Mill. Mark im Voraus gewährt. Hat es diesen Sc iJ�vtrorg und zwar zunächst zur Bestreitung der Baukosten SSjJrdtn, oder sollen die letzteren vom Reiche und von h�I�aanl heilig gleichzeitig hergegeben werden? Es ist dies Rücklicht auf die Zinsen bei einer 8 jährigen Bauzeit Rim �tigkeit. Feiner: ist gemeint, daß Preußen diese 50 Seitim Mark zahlen soll von vornherein, auch wenn die f» �Mosten, wie man vielfach annimmt, die Summe von W Mark nicht erreichen sollt- n? Es wäre doch billig, Wi �.ltosten antheilig ausgebracht würden. Der Redner lstbeii vine zustimmende Antwort vom Tisch des Bundes» K.; Eventuell würde er deshalb in dritter Lesung einen Jl»ringen. »»..�«latssekretär v. Boetticher: In Bezug auf die vd Preußen nach dem Wortlaut des§ 1 gehalten ist, im* V i" rrinr g i eine auBicinjeiiuc L;' Lch nehme aber leinen Anstand zu erklären, daß in �■"Beziehung die Leistungen des Reiches und Preußens p»s»a gehen weiden, bezw. daß ein Arrangement ge- werden wird, welches Preußen nicht in dem Sinne in,», wie es der Vorredner als möglich hingestellt hat �.befürchtet. Ich glaube, das Arrangement wird fich «entrichten, daß die preußische Leistung auf die Baujahre Milt daß also nicht eine Leistung von 50 Millionen iC!*rss einem Zirett gefordert werden wird. Was die zweite anlangt, so kann ich ihn nicht in gleichem Maße be» % N- Der Wortlaut geht dahin, daß Preußen zu den �"�Monen Mark Ge'ammtherstellungskosten den Betrag von Millionen Mark im Voraus gewähtt. DarauS ergiebt fich, z®«ie 156 Millionen Mark nur ein« veranschlagte Summe, Äen die 50 Millionen Mark ein Fixum find. Es ist also dem Wortlaut nicht die Abstcht, daß Pieußen bei etwa Stenden Ersparnissen pro rat» seiner Betheiligung an den ,?vten Vortheil zieht. Preußen wird selbstverständlich, soweit der ReichSquote, also an den rcstirenden 106 Millionen N partizipirt, wie die anderen Bundesstaaten, Ersparniß- Ärle genießen. Dagegen find diese 50 Millionen Mark Costum, welches von Pieußen im Voraus gezahlt wird, ohne ««twaige Ersparnisse auf dasselbe einen Ei- fluß äußern. Äbg. B e h m(Rostock, Hospitant der Veutschfr. Partei): Wie � Schiffern bekannt, ist die Hamburger Bucht ein durchaus >2 unge'ährlicheS Wasser und es kommen dort besonders in L/% von Kuxhaven vor dem Ausfluß der Elbe in die d,�vge des Fahrwassers zahlreiche Un'älle, namentlich 1* chwen vor. In jedem Bericht des laiserl. statistischen 't zu lesen, daß die meisten Schiffsunfälle im ganzen (ZW* Küstengebiet im Eibrevier, an der Küste, in den Un» �oer Eibmündung und auf der Elbe selbst, soweit fie zum 'suMsverkehr dient, vorkommen und wird auf den regen ��l���ch�ve�ahlreicher�ollifioner�e�uxhaven Kerliner Sonntagsplauderei. diisc� G.„lieber allen Wipfeln ist Ruh,"— in dcr Korrr» ruht das Sozialistengesetz, de« Kampfes Stürme ''•«ft« o®er Handel ist abgeschlossen, es unterliegt wohl «o[L/ Zweifel, in welcher Form da« der m heilenden Be» sitz nun schon fast zur zweiten Natur gewordene Ge- * Licht der Welt wieder erblicken wird. % jemals überhaupt der Tag anbrechen wird, an wel- der Arbeiter wieder als freier Mensch unter freien �stft Flhle» wird? Vorläufig ist die Zeit trübe und 0%� und da» Morgenroth einer besseren Zeit ist in un- "ekelhafte Ferne gerückt. Sollen wir uns in .»»gehen? ES ziemt den Männern schlecht; lswer?�ltt und duldet, und wem die Last zu si»»�ud, der bricht zusammen: vielleicht tritt bleibt?,»»»» an die leere Stelle, vielleicht »«Ht u°'e«ücke unauSgifüllt. Doch da« Rad der Zeiten h �'llhaltsam vorwärts, e» giebt auf der Wclt nichts, »ieg k l°»tschreitendkn Zeitgeist auf die Dauer Widerstand !>» mTM«;■"..... Met/?�che dazu nöthig waren, die Weltgeschichte in MW« i-te Bahnen zu lenken. Die Gewalt dieses Ge- i.,er unauslöschliche Hoffnung auf ein freies, . S'kbt dem Menschengeschlecht die Kraft, eiy.. ��.�nzuträglichkeiten zu überwinden; das Streben im nn1�' allgemeinen Freiheit, welches von Ur- lW((un,,„nfäep herzen lebte, erhebt uns über jegliche �®en und Chikanen. oWbatt��'f"ran niemals verzage«; im Unglück allein ssi�kd An,?. Seelengröße des Einzelnen wie die eines Qx 5 und der Menschheit überhaupt. Der be- vollzieht sich mit unabwendbarer R. iern.x?»st- die sebönsten Reden ballen ibn nickt auf. UN« �vvv.S.uö«uH Uli» Vfl» «He umfaßt, desto näher werde« wir dem hingewiesen Die verbündeten Regierungen rechnen darauf, daß ca. 18000 Schiffe den Kanal passtren werden; ich glaube, daß diese Rechnung noch etwas niedrig gestellt ist, da er- fahrungsmäßig die Herstellung neuer Verkehrsmittel den Ver- kehr selbst oft in unglaublicher Weise hebt, wie daS Beispiel des Suezkanals beweist. Aber ich will nicht prophezeien und an der Ziffer der Regierung festhalten; jedenfalls werden die meisten dieser 18 000 Schiffe von der Nordsee kommen oder nach der Noidsee gehen, und daher fast alle die gefäblllcken Stellen bei Kuxhaven passtren; mit der Steigerung des Echiffs- veikrhrs wird dort also die KollifionSgefahr wachsen, wenn ihr nicht durch Erweiterung des gefährlichen Fahrwassers auf der Eide vorgebeugt wird. Auf eine Anfrage des Abg. Stiller in der Kommission erwiderte der Staatssekretär des Innern, „daß von Seiten der hamburgischen Regierung stets hinreichend für Verbeffrmngen des Fahrwassers der Elbe Sorge getragen sei, daß Hamburg selbst das größse Interesse daran habe, es stets in gutem Zustsnd zu erhalten, und daß von hambutgischcr Seite gar keine Bedenken gehegt werden, daß das Fahrwasser in der Elbmünduna durch die vermehrte Frequenz zu sehr belastet werde." ESscheint also, als ob man die Sorge hietfür Hamburg überlassen will. Wie ich mich bei einem Aufenthalt in Hamburg vor einiger Zeit übetzeugte, ist dort die Stimmung in dieser Beziehung sehr verschieden; in manchen Kreisen meint man eben, daß, wenn der Kanal fertig sei, nicht Humburg allein für die Korrektur und Erwtilerung des Fahrwaffeis zu sorgen habe, sondern, da ja dann zahlreiche Schisse vom Kanal nach der Nordsee und umgekehrt die Elbe vasfircn, namentlich auch die deutschen Kriegsschiffe, so würde Hamburg einen Zuschuß von Seilen des Reiches rcsp. Preußens erwarten müssen. Fch will die Berechtigung dieser Anficht hier nicht prüfen, aber fie existirt und darum halte ich eS für meine Pflicht, die Sache hier noch einmal zur Sprache zu bringen, damit nicht etwa, wenn der Kanal fertig wird, daS Fahrwasser der Elbe nicht erweitert und verbessert ist, damit nicht das geschieht, was die Nautiker in meiner Hcimath schon j-tzt befürchten, daß der Kanal durch eine Unzahl von Schiffs- Unfällen auf der Elbe tnaugurirt werde, daß der„Kirchhof der Schiffe", als welcher jetzt Kap Skagen bezeichnet wird, künftig nach Fertigstellung des Kanals herunter in die Ham- burger Bucht verlegt werde. Als alter, eifriger, betnahe enthusiastischer Anhänger des Kanals möchte ich um Alles in der Welt diese Gefahr beseitigt sehen.(Beifall links.) Abg. v. S ch a l s ch a(Zentrum): Was mich veranlaßt, daS Wort zu ergreifen, daS find die sekundären Folgen, welche der Kanalbau herbeiführen muß, nicht etwa ein Widerstand gegen die Sache selbst, wie denn überhauvt Keiner ernstlich seine Hand gegen den Kanal ausstreckt. Nach den Motiven hofft man, durch den Kanal gegen die Kohle aus England und Schottland mit Erfolg zu kovkurriren, aber man hat nicht daran gedacht, daß im Südosten deS Reiche auch treue Herzen schlagen, welche fich vergeblich bemüht haben, die englische Konkurrenz in den Ostseehäfen zu beseitigen. Ich habe beson- ders die oberschlefischen Jndustriedezirke im Auge. Dieses totale Jgnoriren oder lakonische Urb«! gehen des Gedankens, daß die Vorthctle deS einen Theilei dem anderen Nachtheile bringen könne, hat mich schmerzlich berührt. Gelingt es, die englisch« Konkurrenz in den Ostseehäfen zu beseitigen, so er- reicht Westfalen die Vortheile, welche Oberschlefien vergeblich erstrebte. E« handelt fich aber nicht nur um Kohlen, sonder« auch um E sen und Eisenfabrikate, überhaupt um alle Via- terialien, welche durch eine Eisenbabnv-rftachiung wesentlich vertheuert u>d in der Konkurrenz dem Jndustriedezirk gegenüber außerordentlich benachiheiligt werden, dem aus- gedehnte Wasserstraßen zu Gebote stehen. Hinzu kommt, daß Preußen einen Präzipualbeitrag von sünfzrg Millionen Mark zu tragen hat, weil es ganz besondere Vortheile aus dem Bau habe, da ihm die Fnstand' setzung deS Eiderkunals«lassen bleiben würde. Vortheile haben die anderen Ukerstaaten auch, Lübeck vicllcichl ausae- nommen, warum bleiben diese aus mit ihren Beiträgen? In fiskalischen Verhältnissen ist man doch nicht gewohnt, Noblesse zu üben oder zu finden. Preußen soll also Vortheile haben. Für Odcrschlesten stellt fich die Sacke gerade so, als wenn Je- manv zu einem Begrädnißverein Beiträge leistel(Heiterkeit), es ist gegen die übrigen Theile des Reiches sehr ungünstig gestellt. Alle die�e Umstände lassen es mir zeitgemäß erscheinen, Endziele unserer Bestrebungen sein, der Freiheit und Ge- rechtigkeit. Zn diesem Sinne wird da« arbeitende Volk niemals aufhören, für feine große und herrliche Sc che zu kämpfen, zu wirken und zu leiden. Wer kann ihm diese Gedanken aus dem Herzen reißen? Mit einem Gefühl der Ohnmacht muß der Einzelne feine Schwäche erkennen; cs giedt Niemanden auf der Welt, der den lebendigen Gedanken tödten kann, und wo der Geist mit allgewaltiger Kraft sich Bahn gebrochen hat. da fallen die äußeren Schranken, sie zerschellen wie die Wogen an der Feiserküste. Daran soll man immer und immer denken, nur die Eikenntniß und die Bildung, die Schulung dcr Geister machi nur frei, glücklich und mächtig. Deshalb ist ein Ungemach niemals allzugroß.- Das Unglück hat die Macht, die Menschen enger an einander zu schlreßen; kleinlicher Hader, der sonst die beste» Kräfte zerstört hätte, verschwindet, er muß den großen, allgemeinen Zielen weichen; die Mensche« werden im Unglück besser. DaS Gefühl, gemeinschaftlich eine Last tragen zu müssen, verdoppelt die Kräfte deS Einzelnen, und das durch widrige Umstände gestählte Herz ist zäh und wider- standsfähig Bei einer Enttäuschung, die uns mit Vernich- teuder Gewalt trifft, vergessen wir nebensächliche Bitierkeite»; unser Streben.und Trachten richtet sich nur auf die höchsten Ziele bei LebmS. Ein gemeinsame«, Unglück hat für diejenigen, welche davon betroffen werden, daS Erhebende, daß sich Alle gleich- fam al, Glieder einer einzige« großen, zusammengehörenden e ÄfrÄ entweder zu tragen oder abzuwehren. Da» ist die Lehre, welche die Arbeiterschaft au« den ÜBil hier ein Wort für Oberschlesten zu erwälmen und zu bitten, daß die verbündeten Regierungen bei dem Einze staate Preuß n ihren Einfluß geltend machen, daß die Vortheile, welche mit dem Kanal zweifellos verbunden find, fich für Oderschlest.a nicht in:öStIiche Nachtheile v-rwanveln. Deshalb bitte ich, daß in Kos-l eine ausgiebige Ilmladestelle und ein Hafen her- gerichtet wird, daß der snt Jahren fertige Ha'en in Oppeln, der noch immer keine Schienenstr angverbindung hat, eine solche erhält, daß oies auch bei der Umladestelle in Pöpelwitz, wo ein Landtransport von 100 Fuß lediglich von Men chenhänden bewerkstelligt we ben muß, geschuht, und daß die Tarife herun- tergesctz werden. Ich spreche zum Schluß noch die B.tte aus, daß diese Einrichtungen, die ich gewünscht babc, fertig gestellt weiden, ehe der Nord-Ostbe Kanal dem öffentlichm Verkehr übergeben wird, sonst würde es für Oberschlesten ungeheuer schwer werden, etwa durch unbillige Zeileintheitung beim Bau verlorene Absatzgebiete wiederzuerodern. Abg. Feustel(nat.-lib): Diese Vorlage erweckt in weiten Kreisen der nationalen Arbeit Aufmerksamkeit und Würdigung. Der Bericht führt schon den Gedanken aus, d ß bei der Aus- führung des Kanals deutsche Ardeiter zu beschädigen find. Es bandelt fich aber auch um die zur Arbeit nöthigen Rohstoffe. Da nach dem Bericht eine sehr solide und starke Udrdeckung nörhiz sein wird, um die Wirkung der Wellenbewegungen ab- zuschwächen, so muß auch das beste Material, Granit, dazu ge. nommen werden. Lieferungen vom Ftchtelgebirge und aus anderen Gebirgsgegenden haben ihre Konkurrenzfähigkeit bewiesen, wie z. Ä. zum Bau deS Reichstagsgebäudes, es kann fich also nur um Frachtverhältniffe handeln, denn die Er- zeugung an Ort und Stelle kann nirgend? dilliger bewirkt weiden. Da lassen fich gewiß für solche AuSnahmevauten auch Ausnahmefrachtzüge organifiren, die die Fracht vermindern. Staatssekretär im ReichSamt des Innern v. Boetticher: Ich bin sehr gern ber-it, die bei anderen Gelegenheiten bereits gegebene Erklärung zu wiederholen, daß auch bei diesem Bau Bedacht genommen werden wird, die Jmereffen der vater- ländischen Industrie und Arbeit, so weit irgend möglich, zu be« rückstchtigen, und daß diese auch bei Vergebung der Arbeit den Ausschlag geben werden. Die Regierung hat diesen Stand- punkt auch früher konstant eingenommen, z. B. beim Reichs« tagsbau. Selbstverständlich kann ich damit dem Vor- redner nicht verstchern, daß der von ihm vertretene KreiS vorzugsweise berückfichiigt werden wird. Auch in anderen Theilen Deutschlands wird gutes und brauchbares Material gefunden und forafä.'tig bearbeitet. WaS die Aus- führungcn Vis Herrn von Schalscha angeht, so habe ich mich schon in der Rommisfion mit ihm darüber unterhalten, und glaubte schon, es wäre mir gelungen, seine Befürchlungen für die oberschlefische Kohle zu zerstreuen. Wenn Herr v.Schalscha betrübt darüber ist, daß die Lage Oberschlcstens vollständig ignorirt zu sein scheint, so kann ich ihn darüber beruhigen, daß, wenn diese Bnückstcktigung in der Begründung eine ausdrück- liche Erwähnung nicht gefunden hat, so ist doch die mögliche Verschiebung in den Absatzverhällnissen innerhalb der deutschen Industriegebiete im Kreise der verbündeten Regierungen nicht unbeachtet geblieben. Die Wünsche des Abg. v. Schalscha de- züglich der Beruhigung OberschlestenS bin ich gern bereit, dem preußischen Herrn Minister für die öffentlichen Arbeiten ans Herz zu legen. Ich glaube aber, daß man Oberschlesten auf einem anderen Gebiete hellen muß durch Schaffung besserer Absatzwege zu Waffer, und in dieser Beziehung würden voraus» fichtlich noch in dieser Session dir Früchte der Erwägung der preußischen Regierung erscheinen. Der Abg. Behm bat die Be- fürchtung ausgesprochen, daß vielleicht durch die ver mehrte Schiff- sahrtsfrcquenz an der Eibmündung eine erhöhte Gefahr er- stehin möchte. Es ist ja Herrn Behm selbst nickt entgangen, daß Hamburg bisher das Eldfahrwasser unterhalten und in einem den Bedürfnissen vallstäudig entsprechenden Maße für den un- gehinderten Verkehr aus der Unter. Elbe Sorge getragen hat. Es liegt nicht der mindeste Grund zu der Befürchtung vor, daß Hamburg, welches selber das allerdringendste Jnieresse daran bat, den freien Verkehr auf der Elbe aufrecht erhalten zu sehen, diese von ihm übernommene Verpflichtung in Zukunft nicht tragen weide. B'sher ist auch ein Wunsch Hamburg?, von Seiten Preußens oder des Reiches unterstützt zu sein, nicht hervorgetreten, eine Verpflichtung der letzteren zu der Unterstützung liegt nicht vor, auch würde die Unterhaltung eventuell Eigenthum mit auf die Welt bringen sollte. Emst wird auch der Arbeiter die Freiheit wieder haben, eS wirb«-cht möglich sein, ihn immer in Unterdrückung zu erhal en. Möge sie ihm dann diejenigen Früchte tragen, die er so haß ersehnt, und möge er dann das Glück finden, welches ihm unter den heutigen Zuständen versagt ist. Aus Kunst und Leven« Allen Uvterhaltungsbedürftigen rst da« Kaifer-Pano« rama— Passage— mit stinen ivteassauten„Optischen Reisen" zu empfehlen. Es ist in der That nicht zu viel behauptet, wenn gesagt wird, daß, wenn der Besuch dieses Kunstinstituts mit gehöriger Muse vorgenommen wird, uns vollständig die Be- lehrung einer großen Reise gewährt.» ie Landscha'tt Szenerien u. s. w. erschnnen so vollendet naturwahr ur d wunderbar plastisch, daß man die greifbare W'.rllichkeit vor sich zu haben glaubt. Eine Säbel-Affäre hat fich vor Ku-zem in Pest abge- spielt. Eines Abends begegneten in der Ofner(Wafferstädier) Hauprgaffe drei Arbeiter der Ganz'schen Fabrik einem k. k. Lieutenant eines in Ofen garnisonireubcn Jnfantcrie-Regimenis. Einer der Arbeiter streifte hierbei zufällig den O'fiüer am Arm. Der Offizier, in der Meinung, daß die« abfichllich geschehen sei, nannte den Arbeiter einen Lümmel und drohte ihm, mit dem Säbel den Schädel einzuschlagen. Der Apostrophirte blieb die Antwort nicht schuldig, verlach!« übrigens vie Drohung des Offiziers und entwand diesem, als er wirklich mit dem Säbel auf ihn eindrang, mit leichter Müde die Waffe. Der lärmende Vorfall hatte zahlreiche Paffanten herbeigelockt, unter welchen fich auch ein höhergest lliec Beamter befand Dieser redete dem Arbeiter zu, den Säbel d,m Otfizier zurückmstcllen. Der Ar- beiter that dies auch, mußte aber schleunigst retiriren, da der Offizier neuerdings mit hockgeschwunaener Waffe auf ihn ein- drang. In diesem Moment kam der PolizebKontroleur Balogh daher, welcher den Offizier aufforderte, fich ruhig zu verhalten. und als diese Mahnung nichts fruchtete, ih i arretirte und der Hauptwache in der Hasenkaserne übergab. Die Angelegenkeit bildete sowohl bei der Militärbehörde als auch bei der Ober- Sladthauptmannschatt den Gegenstand eingehender Unter- suchungen. Gegen den Otfizier wurde das ehrenräthliche Ver- fahren eingeleitet. Dasselbe fiel für ihn ungünstig aus, denn er wurde vom Offiziers Ehrenrathe setner Charge für verlustig «klärt und mutzte aus dem Armeeverbande treten. den adlazirenden Staaten obliegen, also außer Hamburg nur Preußen. Diese Sorge braucht uns also nicht zu erfüllen; ein Antoruch ist nicht erhoben und nicht der mindeste Brunv ist vorhanden, anzunehmen, daß Hamburg das Fahrwasser der Elbe ferner nicht offen halten werde. Abg. Papellier(deuschfreis.): Der Nord-Ostsee-Kanal ist uns Bayern ein alter Bekannter: in unserer Heimath er- scholl im Jahre 1863 zu allererst der Ruf„Schleswig Holstein los von Dänemark!" In meiner Vaterstadt wurde der erste schleswig-holsteinische Verein zur Verwirklichung dieses nationalen Programms organistrt, und in den dort gehaltenen Vorträgen wurde oft genug das Thema„Nord-Ostsee-Kanal" besprochen. Selbstverständlich stehen wir Bayern heute mit derselben Begeisterung für das Projekt ein, wie damals. Wir dürfen aber auch wohl auf einige Gegenliebe hoffen, und diese möch- ten wir dadurch bewiesen sehen, daß unS vergönnt wird, zur S cherung des Kanals, zur Schönheit seiner Bauten beizutragen. Unsere Steine find die besten.(Heiterkeit.) Allein hier in Berlin geben sechszehn große monumentale Bauten Zeugniß von der Richtigkeit dieser Behauptung; namentlich die Si-ges- säule, die Reich-bank, das ReichspoNgebäude und daS Reichs- tagsacbäude. Ei ist der Mühe werth, Ihre Augen auf den herrlrchen, hier verwendeten Eyennit und Porphyr zu lenken. Wenn die Preise nicht allzusehr gedrückt werden, halte ich den Sieg unserer Steine für diesen Kanal, bei dem ja Festigkeit am wichtigsten ist, für gefichert. Abg. B r ö m e l(dtschfreis.): Ich hatte erwartet, in dieser Debatte lediglich nationale Gesichtipunkie hervorheben zuhören; statt deffen weiden in der That durchaus nur lokale Jntercffen geltend gemacht, und zwar am meisten von den Herren der „nationalen aWirthschaftpolitik"; obgleich es stch heule um eine eminent nationale Frage handelt.(Sehr richtig! links.) Wir haben hier vom Kampf der schlestschen mit der rheinischen Kohle gehört; der Antrag deS Grafen Behr(stehe unten) verlangt sogar eine Superdividende für den preußischen Staat. Da habe ich recht gesehen, daß gerade meine politischen Freunde bei aller nüchternen Kritik, mit der fie an die Vorlage herangetreten find, doch die ehrlich- sten Freunde des ganzen Projekts find. Wir haben es uns völlig versagt, auf irgend welche Spezialintereffen einzugehen; wir haben uns vielmehr völlig auf dem Boden gestellt, auf welchem die Reichsregierung bei Einbringung der Vorlage und während der Kommisstonsberathung gestanden hat. Es konnte allerdings in der Kommisfion uns nicht genügende Auskunft darüber gegeben werden, wie stch in Zukunft vre Kanalverwal- tung in finanzieller Hinficht stellen würde; ja es ist sogar nach den Erllälungen der RegiemngSvettreterS wahrscheinlich, daß für die Sicherung der Kanalmünvungen, besonders an der Elbe, neue Forderungen an unS herantreten werden. Wir dokumenttren dadurch, daß wir trotz dieser mangelnden Ucber- ficht über die finanzielle Tragweite der Vorlage für dieselbe stimmen, das von uns so oft belonte große Interesse, welches wir für die Instandhaltung unserer maritimen Wehrkraft hegen. Wir machen diese g:oße Aufwendung wesentlich im Interesse unserer Maiine; nicht lokale Produktions- und Absatzintereffen, sondern die allgemeinen Interessen des deutschen Handels und der deutschen Schifffahrt wollen wir fördern, indem wir dieser Vorlage zustimmen.(Beifall.) Abg. H ä n e l(deutschfreis.): Ich alt Schleswig-Holsteiner würde bei Besprechung dieses Projekts ganz besonders auf lo- kale Interessen eingehen können; es find hier in Schleswig- Holstein Jnteressenkollistonen in weitestem Maße vorhanden. Aber auch ich meine, wie der Vorredner, dies Kanalprojckt ist so groß, daß die lokalen Interessen dabei zurücktreten müssen; besonders ist nicht der Reichstag der Art, solche Dinge zu de« sprechen; im preußischen Landtag können die lokalen Interessen Schleswig Holsteins noch genügend erörtert werden. Wir stimmen für die Vorlage aus den vom Abg. Brömel bereits genügend entwickelten allgemeinen Gründen. Wir Schleswig- Holsteiner find seit 1848 untrennbar mit dem Projekt oer- knüpft; ich hielt mich für verpflichtet, meine Freude und meinen Dank für das Zustandekommen dieses großen hervor« ragenden Werkes auszusprechen.(Beifall.) Abg. H a m m a ch e r erklärt gegenüber dem Abg. v. Schal» scha, er befürchte nicht, daß die rheinisch wkstfälischen den ober- schlestschen Kohlen Konkunenz machen würden, so lange es keine direkte Wasserstraße vom rheinischen Kohlengebiet nach den Elbe-, EmS- und Weser-Häfen gebe. Jetzt sei höchstens zu befürchten, daß der direkte Wasserweg von der Nordsee zur Ostsee die Konkurrenz der englischen Kohle im Ostseegebiete steigern könne, doch werde die jetzige deutsche Wirlhschaftsvolitik, deren Bestreben es ja gerade sei, den ein- heimischen Markt für die einheimische Produktion zu fichem, gegenüber jener Gefahr schon Abhilfe treffen, namentlich durch die Ermäßigung der Eisendahntarife für Kohle. Abg. Dirrchlet bemerkt, die Eisenbahntariffraae gehöre nicht hierher, wo man doch von allen lokalen Streitigkeiten ab- sehen sollte. Der Vorredner könne ja im Abgeordnetenhause diese Dim.e genügend erörtern. Damit schließr die Diskusston. Ref. Abg. Woermann: Nach der ausführlichen Dar- legung des Herrn Staatssekretärs kann ich mich darauf de- schränken, Ihnen die einstimmige Annahme des Z 1 zu empfehlen. § 1 wird einstimmig angenommen, ebenso§ 2, welcher die Modaliläten der Anleihe bestimmt, ohne Debatte. § 3 der Regierungsvorlage lautet:„Von den nicht zur kaiserlichen Marine gehörigen Schiffen, welche den Kanal de- nutzen, ist eine entsprechende Abgabe nach einem vom Kaiser im Einvernehmen mit dem Bundesrath festzu- stellmden Tarif zu entrichten. § 3 der Kommisstonsvorlage lautet: Von den nicht zur kaiserlichen Marine und zur Bauverwaltung gehörigen Schiffen, welche den Kanal benutzen, ist eine entsprechende Abgabe zu entrichten. Die Festsetzung des hierfür zu erlassenden Tarifs wird weiterer gesetz- licher Regelunavorbehalten. Abg. Graf v. Behr-Behrenhoff beantragt, den Z 3 so zu gestalten, daß der von dem Kaiser im Einvernehmen mit dem Bundesrath festgesetzte Tarif dem Reichstage zur Kenntnißnahme vorzulegen ist, und daß die zur kaiser- lichen Marine sowie die zur Bau- und Kanalverwal- tung gehörigen Schiffe von jeder Abgabe freibleiben. Abg. v. Schalscha beantragt folgende Bestimmung: „Bis zum Ablauf des ersten Jahres nach der Inbetriebsetzung der ganzen Kanalstrccke wird dem Kaiser im Einvernehmen mit dem BundeSrath die Festsetzung deS Tarifs überlassen. Abg. G a m p befürwortet den Antrag des Grafen Behr. Die unentgeltliche Benutzung des Kanals müsse auch auf die lokalen Verkebrsintereffen ausgedehnt werden. Einer großen Anzahl landwirthschaftlicher vom Kanal durchschnittener Grund- stücke müfle der landwirthschaftliche Verkehr mit dem jenseitigen Ufer erleichtert werden. Der Antrag Behr fichere das Auf« stchrsrecht des Reichstages, ohne diesen mit der überaus schwierigen Feststellung des Tarifs zu behelligen. Abg. Fritzen giebt der gesetzlichen Feststellung deS Ta- rifs den Vorzug. Es sei wohl möglich, d. ß nach Ablauf der Bauzeit da» Eisenbahntarifwesen, zumal in Preußen, ebenfalls gesetzlich geregelt sei. Für die Uebergangszeit von der Jnbetrteb« seyung des Kanals bis zur gesetzlichen Normirung des Tarifs könnten nach dem Antrage Schalscha der Kaiser und Bundes» ralh den Tarif festsetzen. Abg. Dr. Hammacher erklärt stch mit dem Antrag Schalscha für einverstanden. Die praktischen Erfahrungen des ersten Jahres nach Vollendung des Kanals könnten«ine fichere Grundlage geben für die Feststellung der Tarife. Abg. Dr. H ä n e I will gegen den Antrag Schalscha keinen rinzipiellen Widerspruch erheben, giebt aber zu bedenken, daß derselbe die KommisstonSvorlage verschärft. Diese verlange von der Regierung eine Vorlage, welch- fich nicht mit allen Details befasse, sondern dem Bundesrathe gewiss: Ermächtigungen übertragen könne. Lasse man aber ein Probejahr zu, so müßte man stch mit allen Details des Tarifs befassen. Staatssekretär v. Boett icher: Der Antrag rechtfertigt diese Annahme nicht. Ich verstehe den Antrag so. daß für das erste Jahr nach Inbetriebsetzung des Kanals die verbündeten Regie- rungen im Eir-vernehmen mit dem Kaiser freie Hand haben, den Tarif zu bestimmen, daß aber bis zum Ablauf des ersten Be- triebtjahres eine Vorlage gemacht werden muß, entsprechend dem Sinn des§ 3 des Kommiffionsbeschlusses, welcher dem Reichstage die Möglichkett giebt, fich darüber schlüssig zu machen, unter welchm Bedingungen und nach welchen Maßgaben der Tarif demnächst festzusetzen ist. Die Regierung kann also ad- sehen von der Vorlegung eines detaillirten Tarifs und ist nur gehalten, in einer Vorlage die Grundsätze für die Aufstellung des Tarifs festzustellen. Die verbündeten Regierungen legen dieser Frage keine politische Bedeutung bei. Sie wollen keines- weg» das Recht des Reichstags beschränken oder die Verwal- tungsbefugniffe erweitern. Sie halten eS aber für unzweck- mäßig und unpraktisch, Tarife der parlamentarischen Berathung zu unterwerfen, welche den Verkehrsinteressen schnell folgen sollen. Et ist auch in keinem deutschen Lande, auch nicht in Preußen, abgesehen vom Postporto, eine gesetzliche Feststellung der Tarife beliebt worden. Wollen Sie gleichwohl dem Reichstag die Mitwirkung an der Feststellung der Tarife fichern, so will ich Ihren Beschluß dem Bundesrath unterbreiten. Aber eine Vorlege würde Sie wohl überzeugen, daß es doch besser ist, der Verwaltung eine weitere Latilüde bezüglich der Anwendung und Korrektur der Tarife zu geben. Ich bitte Sie, prinzipaliter für die Regierungsvorlage und even- tuell für den Anttag Behr zu stimmen. Abg. H ä n e l: Nach der platonischen Befürwortung, welche Herr von Boetticher dem Anttage des Grafen von Behr hat zu Theil werden lassen, glaube ich, daß es bei den prakttschen Vorschlägen der Kommisston mit dem Amendement von Schal- scha verbleiben w-rd. Ich habe deshalb ke.ne Veranlassung, auf die Angelegenheit noch weiter einzugchen. Warten wir die erste Probe ab. Die Diskusfion wird geschlossen. Referent Abg. Woermann: Der Antrag von Schalscha hat der Kommisston nicht vorgelegen. Ich glaube aber, daß derselbe überflüsfig ist, weil der BundeSrath schon jetzt das Recht hat, während der Bauzeit die Tarife festzusetzen, und weil, wenn der Antrag angenommen wird, fich der ganze Sturm der Interessenten gegen den Bundesrath während dieses ersten Jahres richten wird. Auch der Antrag des Abg, G'af Behr, daß die Schiye der Kanalverwaltung von lebet Abgabe frei bleiben sollen, ist überflüsfig Ich glaube, diesen Para- graph so zu lassen, wie er von der Kommisfion gestattet ist. Der Antrag v. Schalscha wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und eines TheileS der Freifinnigen an- genommen. Der Antrag Graf B e h r dagegen gegen die Stimmen der Konservativen abgelehnt und hierauf§ 3 mit dem Amendement v. Schalscha einstimmig an- genommen. Abg. Graf Behr beantragt, hinter§ 3 folgenden§ 3a einzuschalten:„Soweit in einem Jahr die Einnahmen die durch die Unterhaltung und den Betrieb des Kanals entstehen- den Kosten, sowie 3'/, pCt. Zinsen des vom Reich aufgewen« beten Baukapitals übersteigen, fließen dieselben bis zur Höhe von S'/> pCt. deS von Preußen zu leistenden Präzipualbei- trageS diesem Staate zu." Abg. Graf B e hr befürwortet seinen Antrag mit dem Hinweis darauf, daß der preußische Landtag fich eher zur Be« «illigung deS von Preußen zu leistenden Präzipualbeitrages verstehen werde, wenn auch daS Reich fich entgegenkommend gezeigt. «dg. Hammacher erklärt, daß in der Kommisston Herr v. Boetticher erklärt habe, daß, wenn der preußische Landtag den Kredit nur bewilligen wolle unter der Bedingung der Partizipation an den Einnahmen, der Reichtstag aufs Neue betragt werden müsse, ob er die Vorlage auch mit dieser Mo- difikation annnehmen wolle. Er glaube aber nicht, daß ein Anttag im preußischen Landtage gestellt werden würde. Mit einem Paragraphen, wie er hrer vorgeschlagen, erregt man nur die Aufmerksamkeit des Landtags. Das Beste ist, wenn der Antrag des Grafen Behr abgelehnt wird. Abg. v. Strombeck(Zentr.) spricht fich gleichfalls gegen die Annahme des§ 3a aus. Staatssekretär v. Boetticher: Der Paragraph würde seine Berechtigung haben, wenn das Befitzverhältniß on dem Kanal so gedacht gewesen wäre, daß das Reich und Preußen Miteigenthümer an demselben wären und Gefahr und Nutzen an demselben zu gleichen Theilen getragen würden. Aber die Sache liegt doch anders. Aus der Begründung ist bereits be- könnt, daß man das preußische Interesse, welches fich zusammen« setzt aus der Entlastung von der Verpflichtung zum weiteren Ausbau des Eiderkanals und aus den wirtbscha'tlichen Vor« theilen, welche der Kanal für Schleswig Holstein bringt, ge« schätzt hat auf insgesammt 50 Millionen. Würde man die Abficht gehabt haben, Preußen auch an den Zinsen des Kanals weiter theilnehmen zu lassen, als es als Bundesstaat an dem- selben betheiligt ist, so würde die Schätzung seiner Interessen ganz anders ausgefallen sein, als fie fich darstellt in diesen 50 Millionen, die a fonds perdn bewilligt find. Der preußische Beitrag hätte dann bedeutend erhöht werden müssen. Zweitens nehme ich an, daß, wenn auch hier im Reichstage eine Antheilnahme Preußens an ver Verzinsung nicht be- anstandet werden würde, die verbündeten Regierungen fich kaum in der gleichen Lage definden dürften Sie haben den Präzipualdeittag Preußen? als ein den preußischen In- teressrn entsprechendes Aequivalent angesehen. Sie würden ficher einen strengeren Maßstab anlegen, wenn sich Preußen auch an den E nnahmen detheiligen wollte. Ich bitte deshalb von diesem Antrage absehen zu wollen. Es ist mißlich, hier eine Korrettur vorzunehmen, welche man füglich der preußischen Regierung überlassen kann. Abg. Graf Behr zieht hierauf seinen Antrag zurück. §4, wonach die alljährlich zu verwendenden Beträge in den Reichshaushaltsetat des detreffenden Jahres aufzunehmen find, wird ohne Debatte genehmigt. Schluß 4 Uhr- Nächste Sitzung Dienstag 1 Uhr. (Gesetz, betreffind Abänderung des§ 137 des Gerichtsver- faffungSgesetz-S; Antrag ReichenSperger, betreffend die Wiedereinführung der Berufung gegen die Urthelle von Sttaf» kammern.)_ AbgeordneteuhauS. 23. Sitzung vom 19. Februar, 11 Uhr. Am Ministertische Maybach und Kommissarien. Eingegangen find 1) Gesetzentwurf, betreffend die Erwei- temng und Vervollständigung des Staatseisenbahnnetzes und die Bctheiligung des Staats bei mehreren Piioat-Eisenbahn- Unternehmungen, und 2) Gesetzentwurf über die Errichtung letztwilliger Verfügungen in dem Bezirke des Ober-LandeS- gerichtS Frankfurt a. M. Der Bericht über die Ausführung der Eisenbahnverstaat- lichungsgesrtze wird der Budgetkommisfion überwiesen; der Nachweis über die Verwendung des Disposttionsfonds für un- vorhergesehene Ausgaben wird durch Kenntnißnahme für erle- digt erklärt. Darauf geht das Haus zur Berathung des Spezialetats der Eisenbahnverwaltung über. Referent Abg. v. Tiedemann(Bomst) giebt einen längeren Bericht über die Verbandlungen in der Kommisfion, weil er fich versagt habe, die Tariffcage zu diskutiren, da dies in einer besonderen Kommisfion geschehen lonae, welche Verhandlungen des Landeseisen dahnraths zu b Anttag Letocha an die Budgetkommisfion verwiesen.. Zugleich mit den Ausgaben wird eine Reihe von Peti' ti onen von E.senbahnbeamten diskutirt. welche ibells Aufdlfferung ihrer Gehalts-, Rang- und PenfionSverhältM thells um anderweite Regelung ihrer Verhältnisse bezüglich � Wohnungsgelvzuschuffes und der penstonsfähigen DienW beim Hause vorstellig geworden find. Nachdem der Referent v. Tiedemann(Bomst)% die Petitionen Bericht erstattet hat, wird um 3»/« Uhr � Fortsetzung der Berathung auf Sonnabend 11™ vertagt. 24. Sitzung vom 20. Februar, 11 Uhr. Am Ministertisch: Minister Maybach und 5»°" miffarien. � Das Haus setzt die Berathung der Eisenbahnetats m Kap. 20 der dauernden Ausgaben fort und zwar gemeinst» über die Titel l bis 9. Gehälter, Diäten. Reisekosten. Remuner� nen, Unterstützungen rc. für die verschiedenen BeamtenlWr Hierzu ist eine große Anzahl von Petitionen eingegangen. � züglich deren in der Mehrzahl die Budgetkommisfion Uedergm zur Tagesordnung enipfiehlt, nämlich hinstchtlich der PetitiM von Eisenbahnbettiebssekretären, Kanzlisten und Billeldw»� um Gehaltsverdefferuna, von Wagenmeistem, Eisend Rangirermeistern und Weichenstellern um Regelung ihrer.»? kommens- bezw. Penstonsverhältniffe, von Eifenbahntklegrasst� um Versetzung in die zweite Subalternbeamtenklasse und-? leihung des Asfistententitel», von Eisenbahn. Lademeistern, führern und Packmeistern um Gehalts- bezw. Rangerhöhev oder Gewährung von Wobnungspeldjuschüffen. Dagege«� die Petition von Eisenbahnlanzlei-Asfistenten in FranIfurl� um Erhöhung der Remuneration der Kanzleiasfinenten% Eisendahndirettionen der Staatsregierung als Material»� wiesen werden.' Die Abgg. Sattler, Graf und Hammach«'? antragen, die Petition von Eisenbahn-BetriebSsekretäre«? Gc Haltsverbesserung der Staatsregierung zur ErwSa«S die Abgg. Jmwalle und v. H e e r e m a n, die#«% von Eisenbahnkanzlisten in Kassel und Frankfurt a. Gleichstellung im Gehalt mit den Kanzlisten bei and� Prooinzialbehörden gleichfalls zur Erwägung und die Berger(Witten) und B ü ch t e m a n n, die Petition* Eiscndahntelegraphisten Krüger in Posen um Versetzung?, Eisenbahntelegraphiften in die zweite Klaffe der Eudait«' beamten und Verleihung deS Titels„Ässsstent" an büM� zur Berücksichtigung zu überweisen.. g Nach Verthndiaung der respektioen Anträge durch' Abgg. Sattler, Hammacher undFrhr.». Heerern� wobei dieselben eine Reihe von Einzeldeschwerden, wie Dienstüberdürdung, berühren erwidett. � das! Minister Maybach: Daß die StaatSregierung I der ihr unterstellten Beamten nicht vernachlasfigt, ist von Rednern anerkannt worden; es ist auch in der That in.. allen der vielen Klassen schon viel geschehen. Die Petit«� gehen in den meisten Fällen von übertriebener Werthschnlfj oder falscher Auffassung der Verhältnisse aus und forvertj viel. Was das Pelitioniren betrifft, so ist meine GniwJ fassung die, daß ich einen Beweis des Vertrauens meiner� amten zu mir erblicke, wenn fie fich an mich wenden. Einige dennoch an dieses Haus mit ihrem Petitum, und � hält dasselbe nichts Despeltirliches gegen die Regierung L die Vorgesetzten, ist dasselbe namentlich nicht in agitatowj Weise zu Stande gekommen, so soll den Beamten dies verwehtt sein. Die Etaatsregierung wird stets Gesuche ihrer Beamten mit Wohlwollen und Gere> erwägen und prüfen.(Beifall.) Also noch bitte ich Sie, drängen Sie uns nicht zu sehr, u, Drängen von unten ist an fich schon so stark, daß wir Zeit auf die befferungsbedürftigen Punkte hingewiesen und die Staatsregierung hat es fich, wie Sie wissen, zrüZ» gäbe gemacht, allen gerechten Wünschen mit der Zeit ge#� werden. 0 >r. r dankt dem Minister für bü j um möglichst gleichmakA in Sonderheit auch urn��jl (Beifall.) .. Graf(Elberfeld) ihm gegebene Zusage und bittet um möglichst Aoanzement der Beamten, in Sonderheit ar wollende Erwägung der Petttionen; letzterem schließen fich die Abgeordneten Berger und mann an.& Abg. Graf Limburg- Stirum gl-ubt, daß de» amten mit einem Petitionssturm wenig gedient sei. Unter Ablehnung sämmtlicher Anträge tritt das Kommisfionsooischlägen bei. Das Ausgabekapitel„Eisen � direltion Berlin" wird unverändert dewilligt. �1* Beim Kapitel„Direktion Bromberg" plädiren die"j Kantak und Büchtemann für d» endliche Anlage � Haltestelle am Gerberdamm in Posen. Abg. Dr. Wehr(Deutsch- Krone) bittet die reg erung, der brennenden Frage der Umgestaltung unv � Weiterung des Hohe'.horbahnhofes in Danzig ihre Aufmerksamkeit zu widmen; die mangelhafte Einrichtung � die Schwierigkeit deS Zugangs zu demselben ständen niA'A feint mit den VerkehrSbedürfnisscn Danzigs und seiner X0' z. B. Zcppot im Einklang. � K Abg. Wehr(Könitz) äußert verschieden? Wdnf®vj. üalich vermehrter Einstellung von WaggonS in dm Leiu- lahnzügen.... jf Abg. D ö hr i n g befürwortet den Umbau resp. Weiterung des Bahnhofs Mariendurg..«vif Ministerialdire'tor Schneider bemerkt, daß ziger Fortifitationsverwaltung besondere Forderungen? js gemacht habe, welche die Aufstellung eines Projekts r Umgellaltung des Hohethorbalmhofs erschweren-, Minist r Maybach: Die Anlage der erwähnten stelle in Posen auf Grund eines neueren, billigeren* anschlageS wird demnäcost erfolgen.. ,, M Bei den Ausgabekopiteln für die Direktionib"' (links- und rechtsrheinisch) und Elberfeld werden von Klagen über die mangelhafte Beschaffenheit der~ anlagen einiger größeren Stationen und dir daraus fi« c" den lästigen Verkehrsstörungen vorgebiacht..tAf Vom Regierungstische wird die Prüfung der vorgetragenen Beschwerden in Ausfichl gestellt. Bei den Ausgaben für den Direktionsbezirk B r verlangt_ Abg. Peters, daß auch der„Schlestschen dem Hauptorgan der Katholiken Echlestens, im Vermehrung dcr Staatseinnahmen, der Parität und OetJ distributiva die amtlichen Publikationen der Direktron wendet würden. Der Rest deS Ordinariumi wird ohne weitere D w bewilligt. Auch da« Exiraordinarium ruft eine erhebst„# kusston nicht hervor. Abgesetzt wird die erste dtg 1» 20000 M. zum Umbau des Bahnhofs in Potsdam, aenaum Baupläne und Kostenanfchläge noch nicht die übrigen 41 Titel im Gesammtbetcage von 11 000 L eichs dt h-t. .nrmffß gemci»» rtaUnW s«r zu» laeitw- sin- U6. Mb unW brwilliat, darunter erste Raten von 250000 K. im «nlaje eines Ronaiibahnhofs bei Johanniithal-Niederschön« und von 75000 M. zur Anlage eineS Rangirdahnhof» � Anhalter Bahn bei Temvelhof. »« Eisenbahnetat ist damit erledigt. Der Bericht über %. Ergebnisse des Betriedes der Staatieisenbahncn pro ntlSr� gleichfalls durch Kenntnisnahme für erledigt .»Schluß 4 Uhr. Nächste Sitzung Montag 11 Uhr. Lesung der vier Polenvorlagen.) ahmt dei wird% Peti tbeilsB »s n >d itatSd« ewefarfg iun«w|f tenltoff" ngen, KS % ern, � chöW Lf Gerichts-Zeiwng. Eine schwere Blutthat bildete gestern den Verhandlungi- Menstand deS Schwurgerichts des hiestgen Landgerichts I. riü Anklage der vorsätzlichen Körperverletzung mit tödt- Unu Erfolge steht der Maur-rgcselle Karl Heinrich Christian «mulze vor den Schranken. In der Nacht vom 2. zum 3. No- Jiw v. I. begleitete der Angeklagte aus einen Tanzlokal S der hajenhaide die beiden Schwestern Marie und Anna Mir nach dem Kottbuserdamm. Unterwegs geriethen die «wen Schwestern in Streit, und drohte der Angeklagte der tuU}- mit Mißhandlung, wenn fie nicht bald ruhig sei. 5* dreielbe hierauf nicht reagirtc, versetzte ihr der Angeklagte % Ohrfeige. In diesem Moment kamen einige Leute herzu machten dem Angeklagten ob seine? Auftretens gegen eine ....----■ r. Der wartete Als ste herangekommen waren, in« ocm»ngeiiagren oo leine»»usirrirns gegen Me Dame bittere Vorwürfe und drangen auf ihn ein. �geklagte lief davon, blieb aber unterwegs stehen und m beiden Anareifer ab.----' „.wbt auf einer Sanitätswache verbunden und nach der l«. geschafft, wo er am folgenden Tage in Folge bei .,j, mäßigen Blutverlustes verstarb. Die Geschworenen vcr- iis.x d die Frag« nach dem Vorhandensein mildernder Um« .Kund der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten zum '»«flften Strafmaß von 3 Fahren Gefängniß. «mer Anklage Wege« versuchter Erpressung, welche " gegen den Lokomotivführer R. von der vierten Straf- ein. � hiestgen Landgerichts I verhandelt wurde, lag k,«ntführungsgeschichte zu Grunde, bei welcher über u �.nfon des Entführers ein räthselhaftes Dunkel * Die damals noch unter 16 Jahre alt« Tochter »<6}* itätO1, -öS. tilion" S Si dasiSj loonr) || BrundA 7Ä «ndj itatokW Schwierigkeiten man 8* waren die städtischen rungT. 'd'?! WA H lt di-A ichmaiA im .M S-z A 05% -?■ �kteine und Versammlungen. t« Vezirksverein der arbeitende« Bevölkerung IS M'Westen Berlins hielt Herr Profeffor Dr. Petri am SfortLr"8- einen Vortrag über die Entwäfferungsanlagen in ANelde. Der Referent führte zunächst der Versammlung wirnng der Anlagen vor und wies ferner nach, mit " Sckm,«ii,keit,n mnn dieselben durchführen könnte. Behörden entgegenkommend, sehr bald, waS man wahrnehmen konnte. l*« lilbst seien so viele �i'gkeiten über die Anlagen verbreitet worden, daß dem ��krgisch entgegengetreten werden muß. Redner wicS Gl, i hin, daß es gerade die Aebeiter-Bczirksoercine wären, »�. großes Interesse hegten und fich ein Vergnügen daraus lilw« hätten, diese Anlagen an Ort und Stelle in Augen« „Jr iu nehmen. Er lud den Verein ein, sobald das Wetter ist?/ geworden, daffelde zu thun. Er(Redner) sei gern S..!' versönltch die EntwäfferungSanlagen den Mitgliedern zu S.und Aufschlüsse zu geben. Referent erläutert nunmehr wJWwagtn recht eingehend und legte klar, welche Stoffe nöthrg die Jauche zu reinigen. Die Anlage selbst sei im fyini viermal täglich eine Reinigung vorzunehmen, und L! selbst überall angebracht werden, auch sei der gelieferte ji�g ein ausgezeichneter, da er alle Stoffe besitzt, die der dwirth braucht. Es sei Pflicht der städtischen Behörden, gastlich mit der Sache zu beschästigen, der Bevölkerung jtfjte dann eine große Steuererleichterung ermöglicht werden. , M Ausführungen fanden den größten Beifall. Die DiS« Jton hierüber war eine sehr lebhafte, da alle Redner sich da« O äußerten, daß schon in sanitärer Beziehung diese Einrich« -.8 von der größten Wichtigkeit wäre. Hierauf gelangte fol« * Antrag zur Annahme:„Der Verein beschließt, seinen «nd zu beauftragen, eine Petition an den Magistrat auS« *wen und dem Verein zur Beschlußfassung izu unter« !)< in welcher der Magistrat aufgefordert wird, daS .fche Verfahren der Reinigung der Berliner $tt«?"et der genauesten Prüfung zu unterziehen. HiKm k der Gründung einer Vereins« Bibliothek oer Verein folgenden Antrag einstimmig an: .herein beschließt,>ur Gründung seiner Bibliothek gebun« Wi ungebundene Werk« leihweise zu übernehmen. Der ltlWln mufc stch bei Uebergabe der Werke verpflichten, die« Verein mindestens auf ein Jahr zu überlassen und SwsWben ohne V:rschulden des Vereins verloren gehen, 3 �lsatz dafür zu deanspluchen." Hierauf wurden die Herren §%&'• und Sander als 2. Bibliothekar gewählt. Die selbst soll bei Lindendorn, Solms, und Gneisenau- l! Sn« ,?e' rtablirt werden. Alsdann verlas der Vorsitzende verfaßte Petition, betreffs Reguliruna der Berg. "ud Kreuzbergstraße und Umwandlung deS Marheinecke« �°e,g« iincn Park nebst Spielplatz. Der Verein war damit H?'«' daß dieselbe unverändert an den Magistrat ad' Uiyx.�rde. Nachdem noch der Fragekasten seine Erledigung Äli»*' der Vorfitzende mit der Ermahnung an die *,n"' in immer weiteren Kreisen für den Verein zu ,Sfte e- mit derselbe immer stärker werde, die Sitzung. Die beivl�hung des Verein» findet am Montag, den 1 März, d»SiZT �°kale.„Kaiserhallen". Alte Jakodstraße 120, statt. Vorstand des Arbeiter« Bezirktveretn« der lKnfr,öer Vorstadt und des Wedding ist auf eine SÄTiS ion r' m k, ,'.Dew m � Berlin, 16. Februar 1886. iii v'ift �-�orftand eröffne ich auf die Beschwerde vom 10. d. lV sW in den Ausführungen de» Tischlers Boy, welcher ?8er z,,°mmlung des Arbeiter- BezirksvereinS der Oranien« Mrte. I?°dt und des W-dding vom 8. d. M. alS Referent t vte tm R n s... m.i___ 01 1070 s ßnel Y«Ww6unS9?n so' deutlicher Weise'zu Tage L rüslöfu«' v® schon bei diesen Ausführungen des Referenten % 5et Versammlung hätte erfolgen müssen. Wenn g S«mter etftju einem fpaieten�Htpunlte, no: ich' est SluÄ'n,� t®lrh.a',f"n dei überwachenden-oeamien mo» zu «tt snJJ„ skhe mich daher nicht in der Lage, die Auf« . �räsih�A�wmlun� stlr ungerechtfertigt zu erachten. Der Ißf• te'-""' �ri«.°iial�«!. �rvhatischer Weise ausdrücklich alS Anhänger ' so t � bekannte, zur Auflösung der Versammlung W»!" der dies in der gerechtfertigten Annahm-, daß Lienen Rede deS Referenten die oben erwähnten ISÄ.f&tä" S7 SC' Ein. Richthofen. S(iLn besn�utiiche Frauenversammlung, von< � � � ber�tt � Donneistag�Abend in der .v> Rich'ihofen. ca. 1000 _____.„............. Urania, >1�58 Bu h.,v"tn,B veröffe- tlichte Programm der Frauen« �äulri««den""d Beschluß zu fassen. Den Vorsitz Wt" Th«s,«�singmann. Frau Pötting erläuterte die °�er«,?. dieses Programms und ermahnte die Frauen Zuständigkeit im Denken und Handeln, sowie zur Pflege einer guten Zeitungs- und Bücherlektüre. Jetzt vertieften fich noch die Meisten, sofern es ihre Zeit gestattet, in Schauerromane nnd ähnliche Erzeugnisse; um vas politische und öffentliche Leben bekümmerten fie fich nicht. Es habe bis» her an einem die Arbeiterinnen und ihre Vereine umschließen« den Bande gekehlt. Dieses Band solle das der Versammlung unterbreitete Programm sein. Sie bitte um Annahme desselben. (Lebhafter Beifall.) Eine eingelaufene und sofort zur Ab« stimmung gebrachte Resolution wurde angenommen. Sie lautet: „Die heute tagende Frauenversammlung erklärt fich mit dem aufgestellten Programm für die Arbeiterinnenbewegung einver. standen und verpflichtet fich auch dahin zu wirken, daß die Frauen des werfthäligen Volkes ermahnt werden, fich einem der bestehenden Arbeiterinnenvereine anzuschließen."— Die fich entspinnende Diskussion war überaus belebt. Frau Kolbe krtti« firte besonder» die erste These, welche ihrer Anficht nach nur für die Vornehmen bestimmt sei. Im Nebligen verlangte ste eine strenge Scheidung der männlichen und weidlichen Berufs- zweige. Weder die Herren Professor Wagner und Hofprediger Etöcker, die sonst stets für daS religiöse Familienleben Propa. ganda machten, noch Her Bebel erkennen den Berus der Frau alS Mutter und Gattin an. Dieser Rednerin erwiderten Frau Poetting, Tischler Schaar und Dr. Lüttgenau. Der letztere nahm auch Veranlassung mannigfach(in Folge eines VersammlungSbericht« der„Staatsbürgerzeitung") über ihn herumschwirrenden Meinungen entgegenzutreten. Ebenso unhallbar seien die Gerüchte über eine von gewissen Leiterinnen der Arbeiterinnenbewegung angestrebte Verbindung mit rechtsstehenden Koryphäen. Mit dem vorgetragenen Pro- gramm sei er einverstanden und erwarte er bei konsequenter Durchführung desselben viel von der Zukunft. Tischler Schaar nahm Herrn Bebel in Schutz. Die sozialdemokratische Fraklion, welcher derselbe angehöre, habe stets die Interessen der Proletarier und infolge dessen auch dießder Ardeiterinnen wahr» genommen. Angaben über weibliche Fabrikarbeit machte der Klempner Quinter. An die Ausführungen Dr. Lüttgenau's knüpfte Herr Michelsen an; als er dann auf die Worte der Frau Kolbe einging, alle religiösen Einwirkungen auf die Ar« beiter abwies und dai Helne'fche„Wir wollen auf Erben glücklich sein" ic zitirte, erfolgte die polizeiliche Auslösung der Versammlung. Unter Hochrufen trennten fich die Ver- sammelten. tb. Der Arbetter-Bezirktverein der Roseuthaler Bor« stadt hielt nach längerer unfteiwilliger Pause am 18. d. M., hei Golle, Linienstr. 30, wieder eine Versammlung ab, die durch einen Vortrag de« ReichStagSabgeordneten Heine über„Volks- schulen" ein ganz besonderes Interesse gewann. Das zeitge« mäße Thema fand durch den Vortragenden die fesselndste Be- Handlung. Au« einem zufälligen Menschen einen wahren, idealen Menschen zu machen als Zweck der Erziehung hin- stellend, erachtete er die Schule im Allgemeinen alS einen wichtigen Faktor der Erziehung. In einem historischen Rück- blicke zeigte er, wie Karl der Große Dom- und Klosterschulen stiftete, mit dem ausgesprochenen Zwecke, Geistliche heranzubilden. In der ReformationSzeit waren es Luther, Melau chtbon und Buggenhagen, welche Schulen gründeten, doch Volksschulen kannten auch fie noch nicht. Friedrich Wilhelm I, König von Preußen, war e», welcher zuerst Volksschulen in diesem Lande errichtete. Er bestimmte, daß in Dörfern Schulen eröffnet würden, in denen Lesen und Schreiben gelehrt werde. Die Kinder sollten gehalten sein, im Winter täglich, im Sommer wenigstens zweimal wöchentlich die Schule zu besuchen. AlS Lehrer wurden Handwerker angestellt, da von dem Lehrerposten Niemand leben konnte; später wurden Militärinvaliden dazu verwendet. Der immerwährende Kampf um eine Besserstellung habe die Lehrer zu ihrem heutigen Ansehen gebracht, ein leuch- tendeS Vorbild für die Arbeiterbewegung und eine Mahnung, an dem schließlichcn Erfolge nicht zu zweifeln. Im Jahre 1712 wurde zu Genf Jean JaqueS Rousseau geboren, dessen Prin- zipien maßgebend für unsere heutige Volksschule geworden seien. 1746 wurde in Zürich der berühmte Pestalozzi geboren, welcher, im Sinne Rousseau'« wirkend alS eigentlicher Vater der Volksschulen zu betrachten sei. Seine Erziehungsanstalten in der Schweiz wurden mustergiltig und Basedow(1723 in Hamburg geboren) führte die Pestalozzi'sche Methode in Deutschland ein. Es gab eine Zeit, wo die deutsche Volksschule den ersten Platz unter den zivilistrten Nationen behauptete. Diese Zeit sei aber leider vorüber und sei heute die deutsche Volksschule durch die amerikanische, fran« zöstsche und namentlich durch die schweizerische Volksschule über- holt werden. Speziell die letztere Institution schwebte dem Vottragenden als Ideal vor und verweilte er länger bei der Schilderung der Schulen in der Schweiz. Die schulmäßige Erziehung der Kinder sollte seiner Ansicht nach nicht erst mit dem schulpflichtigen Alter beginnen, sondern durch Art der Fröbel'schen Kinderspiele müßten den Kindern spielend die ersten Begriffe betgebracht werden, bei diesen Spielen höhere Ziele im Auge habend. Es sei entschieden eine falsche Auffassung, daS Lemen als eine Arbeit zu betrachten. Auch die Unterrichts- weise wünschte er geändett und zwar in der Weise, daß die Kinder zuerst mit dem Zunächstliegenden und dann mit dem Fernliegenden, d. h. zuerst mit der Gegenwart und dann mit der Vergangenheit bekannt gemacht würden. AlS einen großen Fehler betrachtete er es, daß nicht auch bei uns Staaten- und Geietzeskunde als Unterrichtsgegenstand eingeführt sei. Den Kindern müßte bereits Kenntniß von ihren Rechten und Pflichten als künftige Staatsbürger gegeben werden und wenn Unkennt- niß der Gesetze nicht vor Strafe schütze, so sei es auch Pflicht deS Staates, diese Kenntniß zu verbreiten. Die Unentgeltlich- keit des SchulunterttchtS sei unbedingt nothwendig, doch bestehe dieselbe noch keineswegs an allen Orten. Bezüglich der Mädchen wünschte er, daß dieselben auch in praktischen, häuslichen Ar« besten, wie Nähen, Stricken, Kochen ,c., unterrichtet und in die Gesundheitslehre eingeführt würden. Als nothwendigen Bestandtheil der weiblichen Erziehung betrachtete er ferner die Unterweisung der Mädchen in den Pflichten der Hausfrau und Mutter. Auch die Errichtung staatlicher Fachschulen hielt er für durchaus nothwendig. Wenn Deutschland dm fned- lichen Wettkampf der Nationen aufnehmen wolle, sei es nölhig, daß der Ardeiter eine fachgewerbliche Erziehung erhalte, welche nicht nur der der Arbeiter anderer Nationen gleichkomme, son- dieselbe noch übettreffe. Auch den Unterttcht auf den Univer- fitäten wünschte er für besonders veranlagte, unbemittelte Söhne deS Volkes unentgeltlich, sowie freie Unterhaltung während der Studienzeit, indem er der Ansicht war, daß diese Vergünsti- gungen nicht lediglich den Einzelnen, sondern vermöge der späteren Leistungen derselben auf den Gebteten der Künste und Wissenschaften der Allgemeinheit zu Gute kämen. Auch hielt er es für angemessen, den Frauen den Besuch der Universitäten zu gewähren. Nach einem kurzen Umdlick in England, Ame- rika und Frankreich schloß er seinen interessanten Vortrag mit dem Ausbruche Spinoza's:„Höchstes Staatsgesetz ist des Volkes Wohl, dem Alles Göttliche und Menschliche anpepaßt werden muß."— Reicher Beifall lohnte dem Redner.— Des Weiteren beschloß der Verein eine Petition an die städtische Schuldeputation um Einführung einheitlicher Schulbücher und genehmigte eine Petttton an den Magistrat betr. einheitliche Regelung der Koakspreise. Dre Zahlstelle des Vereins defindet sich in der Destillation von Schayer(Pappelplatz, Ecke der wASÄ'lK% "" Slonlnj, d,n 22. d. JH., Abends 8'/, Uhr, in Jordan's Salon. Neue Grünstraße 28, S'SS ISSZ& ÄÄU den 13 Mär, in der Berliner Ressource, Kommandanten- Johanniterstr. 10, H. III; Gcünwaldt, Vrinzenstr 6, IV, Iti Krause; Thumann, Naununstr. 79, Nl; Fest, Hollmannstr. la; RiSka, Wtenerstr. 42, I; Thierbach, Neue Königstr. 72, H. III; Witte, Jnvalidenstr. 21 und jeden Abend bei den Arbeitsver» mittler«, Blumenstr. 56(Tischlerherderge), zu haben. * Vezirksverein de» werkthättgen Volkes der Schön- hauser Borstadt am Mittwoch, den 24. dS. MS., große Versammlung, Prenzlauer Allee 195, Ecke Danzigerstraße. TageS- Ordnung: 1. Branntweinmonopol. Referent: Herr Chnstensen. 2. Verschiedenes. 3 Fragekasten.— Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste willkommen. * Arbeiter-Bezirksverein Süd-Ost. Heute, Sonntag, den 21. Februar, GcmüthlicheS Beisammensein der Vereins» mttglieder nebst Familten im Restaurant Jakobi, Landsderger« straße 82. * Große öffentliche Versammlung sämmtlicher Stuhl- Arbeiter und Berussgenoffen am Sonntag, den 21. d. M., Vorm. lO'/a Uhr, Gc. F.ankmrterstr. 117(KönigSbank). T.-O.: Die kulturhistorische Bedeutung der Weberet und die inneren sozialen V-rhäliniffe derselben. Referent Herr Reichs« tagsabgeoroneter Harm. * Nationale Kranken» und Begräbniß« Kasse der deutschen Gold- und Stlberarbetter und verw. Berufs« aenoffen Montag, den 22 Februar, Abends 8 Uhr, Mitglieder« Versammlung im Schultheiß'schen Saale, Reue Jakobstr. 24/25. T.-O.: 1. RechenschastS- und Kassenbericht. 2. Wahl der Beamten. 3. Verschiedenes. * Arbeiterbezirkeverein des Westens. Montag, dm 22. d. M., Abends 3'/, Uhr, Versammlung in Gründer'! Salon, Schwettnstr. 26. TageS- Ordnung: 1. Vortrag de! Reichstags-Adgcordneten Singer über daS Branntweinmonopol. 2. Wie verhält fich der Verein zu den Kommunalwahlen. 3. Verschiedenes und Fragekasten. * Der Fachverein der Barbier« und Frtsenrgehilfeu feiert sein erstes Stiftungsfest, verbunden mit humoristischer Soiree, am Dienstag, den 23. Februar, in Bräuer's Salon, Gr. Frankfutterstr. 74—75. Anfang 9 Uhr Abends. * Verein der Parquetbodenleger Berlins. Montag, den 22. Februar, Abends 8 Uhr, Mauerstr. 86. Mitglieder- Versammlung. Tages. Ordnung: 1. Vottrag des Herrn Dr. Gerlach. 2 Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste haben Zutritt. * Arbeiter- Vezirksverein der Oranienburger Bor« stadt und des Wedding. Montag, den 22. Februar, Abend» 8 Uhr, Versammlung im Weddingpark, Müllerstraße Nr. 178. Tagesordnung: 1. Wie stellt fich der Verein zu den Kom« munalwahlen? Referent Herr Voigt. 2. Diskusfion. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten.— Zu dieser Versammlung find die Stadtverordneten der Arbeiterpattei eingeladen. Gäste will- kommen. Neue Mttglieder werden aufgenommen. * Fachverein der Drechsler, Knopfarbeiter und Berufs« genossen. Dienstag, den 23. Februar, Abends 8 Uhr, Mitglieder Versammlung in Keller's Lokal, AndreaSstraße 21(ll. Saal). Vottrag des Stadto. Herrn Görcki. * Verein zur Wahrung der Interessen der Tischler. Montag, den 22. Februar, Abends 8'/- Uhr, Naunynstc. 44, Versammlung. T. O.: Innere Vereinsangelegenheiten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Den Mitgliedern, sowie sämmtlichen Tischlern Berlins zur Nachricht, daß die anae« kündigte öffentliche Versammlung der Tischler Umstände halber heute nicht stattfinden kann; jedenfalls aber noch im Laufe der Woche. * Versammlung der Lederarbeiter verlins am Montag, den 22. Februar. Näheres siehe im Jnseratentheil. Wohl in keiner Branche hat die„Lehrlingszüchtung" deratt um fich gegriffen, wie in der Branche der Lederarbeiter. Die Besprechung dieses Mißstandes soll Zweck der Versammlung sein. Zahlreiches Erscheinen der Berussgenoffen ist daher dringend erforderlich. * Zentral-Kranken- und Sterbekasse der Schuhmacher und Berussgenoffen(E. H. 32). Oertliche Verwaltungsstelle Berlin. Zu dem heute, Sonntag, stattfindenden Wiener Masken» ball im Königfiadt-Kastno, Holzmarkistc. 72, sind noch Billets zu haben bei Pavke, Naunynstr. 36; Barisch, Markusfir. 38; Wasewitz, Fruchtstr. 35, und Schreiter, Anklamerstraße 25, Hof 2 Tr., bei Neumann. Der Reinertrag ist für den Invaliden« fonds bestimmt. * UnterstützungSverei« der Schuhmacher. General« Versammlung am Montag, den 22. d. M., Abends 8'/, Uhr, in Gratweii's Bierhallen, Kommandantenstr. 77/79. Tages« ordnung: 1. Kaffendettcht. 2. Vortrag des Herrn Liefländer. 3. Verschiedene Anträge und Mittheilungen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. * Große öffentliche Versammlung der Drechsler und verwandten Berufsgenossen am Sonntag, den 21. b. Mls, Vormittag» 10 Uhr, in Bräuer's Salon, Große Frankfurter« straße 74—75. * Fachveretn der Lithographiesteinschleifer. Montag, den 22. Februar, Abends 8'/» Uhr, Mitglieder- Versammlung in Seefelo's Salon, Grenadierstr. Nc. 33. Tagesordnung: Vortrag des Herrn H. Canitz über:„Lungenleiven und deren Hellung".— Gäste haben Zutritt. Mitgli-d-r werden aufge- nommen. * Glaeehandschuhmacher. Heute, Sonntag, Vormit« tags 10 Uhr, Versammlung bei Liebreckt, Jnvalidenstr. 16. * Allg. Kranken- nnd Sterbekasse der Metallarbeiter (E. H. 29 Hamburg) Filiale HI, Versammlung Di-nstag, den 23. d. Mls., Abends 8 Uhr,?,Äanteuffelstraße 90, Statutenbe« rathung. * Eine öffentliche Versammlung der Handlnngs- aehilfe» Berlins findet am 2. März, dei Buggenhagen am Moritzvlatz, statt. T.-O.: Die Handlungsgehilfen-Bewegung und Vre Parteien im RttchStage. Referent: Herr Albert Auer» dach. Hamburg. Reickstagsabgeordnete aller Parteien haben ihr Erscheinen in dieser Versammlung zugesagt. * Oeffentliche Versammlung der Tischler und Piano- fortearbeiter Berlins am Sonntag, den 21. Februar, Vormittags lO'A Ubr, in Keller's Lokal, AndreaSstraße 21.— Sämmtliche Tischler und Pianofortearbeiter, welche Mitglieder der Ottskrankenkasse sind, sowie Herr Obermeister Brandes find zu dieser Versammlung besonders eingeladen. * Jntereflen-Veret» der Kisten- und Koffermacher Berlin». Montag, den 22. Februar. Abends 8'/, Uhr in den „Armin- Hallen", Kommandantenstr. 20, Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2, Bcscklußfafsung über die Dauer der Unterstützung. 3. Verschiedenes und Frage- lasten. * Freie Vereinigung der Graveure, Ziseleure it. Montag, den 22. Februar, Abends 8V, Uhr, Versammlung Annenstr. 16. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vottrag deS Herrn Dr. Zadeck über: Syphilis, deren Verbreitung und Verhütung. 3. Verschiedene». Fachverein der Posamentirer und Seidenknopfmacher. Versammlung am Montag, den 22. Februar, Abends 8'/, Uhr, Holzmarktstr. 72, im Königstadt- Kafino. Verband der Möbelpoiirer. Montag, den 22. Februar, Köpnickersttaße 150, Versammlung. Tagesordnung: 1. Da! verschiedenartige Lohn- und Ardeitsverhälmiß in unserem B:ruf und wie ist diesem entgegenzutreten? 2. Wie regeln wir den Arbeitsnachweis? 3. Verschiedenes und Fragekasten. Fachveretn der Möbelbolirer(F. K. A.) Montag, den 22. d. M., Abends 8 Uhr, außerordentliche Generalversammlung bei Säger, Grüner Weg 29. Tagesordnung: 1. Berickt- erstattung über die Thätigkeit des Vereins. 2. Verschiedenes und Fraaekasten. * Männeraesangveretn„Schneeglöckchen" jeden Montag Abend im Restaurant Naunynstr. 78. Kleine Mittheilunge«. Darmftadt, 18. Febr. Dieser Tage ist hier der Mecha« niluS klotzsch gestorben, den die Sozraldemokraten 1871 als ihren ersten Wahlkandidaten im hiestgen Kreise aufgestellt hatten, lieber die gestern Nachmittag stattgefundene Berrdi- gung berichtet die„Franlf. Ztg." folgendes:„Der Leichenzug wurde von einer großen Anzahl Polizisten von der Mühlstraße nach dem Friedbofe begleitet. Schon vorher war dem Orts« führer der Sozialdemokraten, Herrn Gastwirth PH. Müller, polizeiltcheiselts bedeutet worden, daß das Tragen irgend welcher rother Abzeichen, u. a. auch rother Halsbinden im Gesetz steht u. a. Binden, Schärpen und Schleifen— nicht gestattet sei, worauf Herr Müller, im Uebrigen protestircnd, für seine Person dieS zugestanden, aber erklärt hatte, einen der- artigen Auftrag an die zahlreichen Leidtragenden nicht über- nehmen zu können. Es waren deshalb auch Edelweißkränze mit rothenen Schleifen gestiftet worden, welche letztere sofort auf dieS- bezügliche Aufforderung von den Kränzen getrennt wurden. Da- raufhin erkläiten jedoch die Angehörigen oes Verstorbenen den Kranzüderbringern, daß auch die Schleifen seitens der Spender dem Todten gestiftet seien und deshalb mindestens hinterher noch in das Grab geworfen weiden müßten. Als dlei nun— nachdem Herr Müller und ein Metallarbeiter eine kurze An- spräche gehalten— in der That geschah, erkärte Polizeikommissar Becht auf Grund deS Sozialistengesetzes die sehr zahlreiche Versammlung auf dem Friedhofe für aufgelöst, die darnach auch ruhig anSeinandeiging. Die Polizei hatte Instruktion, wie wir wissen, falls den vorgeschriebenen Aufforderungen nicht Folge geleistet werden sollte, von der Waffe Gebrauch zu machend_ Kriefdasten der Kedaktio«. R. T. Sie wollen ein Porzellangeschäst anfangen und kragen uns, wo Sie die Porzellanwaaren am besten und billig- sten einkaufen können. Wir können Ihnen darüber keine Aus« kunft geben. Wenden Sie stch an einen Fachmann, deren es ja in Berlin so viele giebt. M. 100. 1) Der dem Krankenkaffengesetz zu Grunde ge« legte tägliche Arbeitslohn beträgt für Berlin: a. für jugendliche weibliche Arbeiter(unter 16 Jahren) 1,00 M.; b. für jugendliche männliche Ardeiter �ebenfalls unter 16 Jahren) 1,30 M.; c. für erwachsene weibliche Arbeiter 1,50 M.; ä. für erwachsene männliche Arberter 2,40 M.— 2) Die Krankenkasse muß freie ärztliche Behandlung, Arznei und ähnliche Heilmittel, außerdem im Falle der Erwerbsunfähigkeit die Hilfe dei wb 1 angegebenen täglichen Arbeitsverdienstes leisten. Die Staluie« der freien HilfSkaffen können diesen aber noch weitergeben« Verpflichtungm auferlegen.— 3) Mit Ablauf der 13. Wolde endet die Unterstützungspflicht der Kasse, wenn nicht in dei«> Etatuten eine längere Dauer festgesetzt ist. Carl W. Entschädigung können Sie nicht beanspruchen Zeigen Sie den Sachverhalt dem nächsten Polizei Bureau an Jultu« B. Ihr Freund hat die Wette verloren! dena als Sie miteinander wetteten, war die Zwischenwand mw mehr vorhanden. Wenn Sie jedoch bei Eingehung der Wem Kenntniß davon hatten, daß die Zwischenwand beim Miethe» der Räumlichkeiten da war und in der Zwischenzeit wegge- nommen ist, so gilt die Wette nicht. E. Sch. Ihre Frage nach dem Inhalte des§ 43 allgemeinen Landrechts läßt fich nicht so leicht b- antworte DaS Landrecht enthält nämlich 43 Titel, jeder derselben zerfaul wieder in Paragraphen, so daß eS nicht einen, sondern*> §§ 43 giebt. E. v. U. Sie dürfen nur am 15. kündigen._, I. H. Leivitgerstraße. Beim Schachspiel ist WeW' figur der König. Sobald derselbe matt gesetzt ist, ist die Pa«» zu Ende. — Theater. Sonntag, den 21. Februar. KlssrnhauS. Der reisende Student Hierauf: Der Kurmärker und Prkarde. Zum Schluß: Wiener Walzer.— Montag: Armide. GchsusVielhauS. Faust, dramatisches Gedicht in 5 Adthcilungen.— Montag: Fräulein Kommerzienrath, Lustspiel in 4 Akten. ?A»vtsche« Thealer. Die armen Reichen.— Montag; Romeo und Julia. Wallner-Theater. Alfred's Briefe.— Montag: Dieselbe Vorstellung. Aepden»» Theater. De ____________ nise, Schauspiel in 4 Akten von A. Dumas(Sohn).— Montag: Dieselbe Vorstellung. !SM?«Allia«te»Theater. Die schöne Helena. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kstedrtch» Wtlhelmstädttsches Theater. Der Zigeunerbaron, von Joh. Strauß.— Montag: Dieselbe Vorstellung. Malhalla» Theater. Das lachende Berlin. HettereS aus der Berliner TKeatergeschichte mit Gesang und Tanz in einem Vorspiele und 3 Akten von Jakobson und Wilken.— Montag: Dieselbe Vorstellung. Ä»viseustädtische< Theater Adracadabra.— Montag: Dieselbe Vorstellung. L i.ittral-Theater. Der Stabs- Trompeter. Montag: Dieselbe Vorstellung. Äiktsria-Theater. Däumling.— Montag: Dieselbe Vorstellung. OWld'Theater. Das bemoosteZHaupt, Schauspiel in 4 Akten. Ämertea«» Theater. Große Spezialitäten« Vorstellung. Dieter der Retchshallen. Große Speziali- täten-Vorstellung. riet Kshsmaun'S Variete. Große Spezialitäten- Vorstellung. tEaatordta. Große Spezialitäten-Vorstellung. Alhambra-Theater. Wallnertheaterstraße 16. eute; Nichte Kieselack und seine vom Ballet. Große General-Versammlung! des Verbandes deutscher Zimmerleute Wir haben eine ganze Menge Leinen- und Baumwoll-Waaren gewöhnlich billigen Preisen angekauft und offeriren demzufolge solche jetzt t fÄ* (Lokalverband Berlin C.) am Dienstag, den 23. Febr., Abends 8 Uhr, in«ratmrtt'» Kierhalle», Kommandanten- Straße 77—79. Tag eSordnung: � 1. Ergänzungewahl des LokalvoistandeS. 2. Eingegangene Anträge. 3. Verschiedenes und Frag kc" Frag kästen. Auwahne neuer Mitglieder. >er Lokalvorstand.[774 -- ig� I. A.: Julius Darge, Köslinerstraße /achverrill der Tischler. Montag, den 22. d. Mts., Abends 8'/, Uhr, Außerord. Generalversammlung in I-rda«'» Kalo«, Neue Grünstr. 28. Ta gesordnung: Anträge und w'chtige Vereinsangelegen- Helten.— Quittunzebuch legitimirt. Neue Mit- glieder werden aufgenommen. 763_ Der Vo r st a n d. berliner Atsckateur-Verein. Versammlung am Montag, den 22. Febr., in Kiest'» Kalo«, Kommandantenstr. 71—72. Vortrag des Herrn Dr. v. Kalckstein über: „Deutsche Zunft im 16. u. 17. Jahrhundert." Am Montag, den 22. Februar, Abends 3'/, Uhr, Versammlung der Leder- Arbeiter Kaiser-Franz-Grenadier-Platz 7. Tagesordnung: DaS LehrlingSunwesen. Wahl der Kommission._ 2. 771 vtttw d UfltquttbobfBltjEt Montag, den 22. Februar, Abends 8 Uhr, Versammlung Posse mit Gesang und Tanz in 4 Abtheilungen von A. Weihrauch. Histor. Drama in 5 Alten nach dem Französ. Vor der Vorstellung: Gr. Konzert der Hanskapelle. Anfang deS Konzerts Wochentags 7 Uhr, der Vorstellung 7'/« Uhr. Anfang deS Konzerts Sonntags 6 Uhr, der Vorstellung 7'/, UT haben Wochentags Giftigkeit und find im Theatrrdureau(12—1 Uhr) gratis zu haben. , Passage 1 Treppe. 9 U. Morg. bie 10 U. Ad. Kaiser-Panorama. In dieser Woche: Türkei, Griechenland, Dänemark, Schwe- den» Norwegen. hertha-Reise. Ka- r o l i n e n« J n s« l n>c. S nr Reise 20 Pf. Kinder nur 10 Abonnements. Zinna Messt«. Verlobte. Hermann Hrasch. Ptnladelphia._ 765 Allen meinen Freunden und Be« kannten empfehle mein Maß- and KamsMer-iLokal. Vorzügliches Weißbier der Hilsebein'schen Braueret. Billard a Stunde 50 Pf«. Achtungsooll[769 K. Fleischmann, Dresdenerstraße in Pieper'« Kalo»», Mauerstraße Nr. 86. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Gerlach. 2. Dis- kukston. 3. Verschiedenes. 4. Frag'kasten.— Gäste haben Zutritt._ 770 Große öffentliche Versammlung der Buchbinder und verw. Berufsgenossen am Mittwoch, den 24. v. M., Abds. 8'/, Uhr, in Gratmeit'« Kierhalle«, Kommandanten- Straße 77/79. TageS-Ordnung: Antrag Ackermann, betreffend„den Besäht gungsrachweis der Handwerks Gesellen und -Meister."— Zu dieser Versammlung find sämmtliche Jnnungs- und nicht der Innung angehörende Meister, sowie die Herren Reichs- tagsabgeordmten Ackermann und Genossin ein- geladen. 773 Der Einberufer: W Höhne. Arb.-öez.-verem im Westen Lerl. Montag, den 22. d. M., Abends 8'/, Uhr, Versammlung in Gründer'» Kalo», Schwerinstraße Nr. 26. Tagesordnung: 1. Vortrag deS Reichstagsabgeordneten Herrn Sirger über:„DaS Brannt> weinmonopol". 2. Wie verhält fich der Verein zu den Kommunalwahlen. 3. Fragekasten und Verschiedenes. Gäste willkommen. Neue Mit- glieder werden ausgenrmmen._ 782 Einem geehrten Publikum empfehle mein Weiß- und Sainsch Sier-Lokal. Mittagstisch mit Vier 45 Pf.. Abendtisch mit Kirr 40 Pf. Alle Dienstag Abend Kartoffelpuffer a Stück 10 Pf. Emil Lindemann, 761 Moritzstraße 9. Heute Abend 6 Uhr finden fich die Mitalieder des Arbeiter-Ke- iirstoverein„KLd-GK" m einem gemülh Le liehen Glase Bier im DMlonrant Jacobi, Lands- bergerstraße 82, ein. Rückst rege Bethel! igung ist erwünscht. 780 Klejcante Masken' Garderobe Fr. Fanknin, Orantenstr. 178, v. u. Adaldertstr. Ecke Arbeitll-Kezirksvillm„Unverzagt" im 5. Wahlkreis. Dienstag, den 23. d. M., Abends 8V- Uhr, 777 Versammlung im Lokale des Hrn. Iarobi, Landsbergerstr. 82. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Gerlach über:„Aibeiterhygiene". 2. Diskussion. 3. Perschiedenes. 4. Fragekasten.— Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder. Der Vorstand. 1 Piano, s. g., 15 Thlr., z. v. Oranienstraße 4, IL l. Ein schönes Bett, neu, soL f. 22 M. j. Reichenbergerstr. 183 im Kistengeschäft. veik. [776 Arbeitsmarkt. m-J5 Mamsells und 6 Gesellen auf Damen-Mantel»ert. sofort MiWer, Kochstraße 5S, Hof links 4 Treppen.[781 Einen tüchtigen Scheenarbeit verl. E. Korbmachergefelle» auf Voigt, Gilschinerstr. 91. sehr viel billiger Armdentnche Appretur,»/« breit Mtf. 30- 40|lf* Kantorei einc fdnf5Äf TbtSbW � Mir. 40—45 M Cretonne fort Mtr. 50 Pf. Khirtwg in%%% t aüä) Mtr. 25«. 30 M Chiffons Mtr. 30 u. 35 Pf. Gutes H ausmacherleinen-vt Utr. 40 u. 45 Pf. Gnies vreii. H ausmacherleinen 1 Mk. Gute Küchen-Handtücher 2 Mk Gute Stuven-Handtücher 2% 3, 31-2 Mk. Echtes gnt. Kettzeug%%% Mtr. 35 u. 40 Kf Rosa und gestreifte Iniets Mr. 50 u. 60 Drilliche» g°nze«etiwte.......... Mtr. 75 Pf. Eifchgekerke 12 Servietten, mit 6 Servietten.. 4\-> lilk. 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M., Abends pünstttich 8 Uhr, in Honath» Kalo», Alt> Moabit 90. T�iges-Ordnung: irleu 1. Wie stellen fich die Zimmerieute Moabits und Umgegend zu den von der Allgemeinheit gefaßten Beschlüssen vom 11. Oktober 1885. 2 Gründung eines Lokal-VerbandeS. 3. Ver schiedeneS.— Es ist Pflicht eines jeden Zimmer- manns, in dieser Versammlung zu erscheinen. 779 Tie Lohnkommisston. I. A.: I. Seiht, Schönholzerstraße 10a. Frdl. Schläfst, b. Günther, Alvenslebenst.20. H.IL 9u ni .3