Nr. 45. Dienstag, de« 23. Februar 1886. HI. Jatzrg. clliurVMlii» Kfgan für die Interessen der Arbeiter. 4 t Ins dem Btgra in die Traufe. I k Die brennendste Frage ist für un» und jedenfall» auch w die Mehrzahl unserer Leser die Frage der Verlängerung Soziallstengesetze«. Wir haben schon wiederholt erklärt, j» diese Frage allerding« schon so gut wie sicher in de- Ähre Sinne gelöst s«— und zwar mindesten« auf zwei ., Nun beschäftigen sich aber die Gegner de« Sozialisten. W?' die aber zugleich auch fanatische Gegner der Sozial» J�Vie find, mit Erörterungen, was dann geschehe« Jfof' �iun jetzt oder in zwei Zahlen da« Gesetz in der fjT �fgehobe» würde— und diese Frage wolle» wir � heutige« Attikel berühre«. öwei angesehene Parteiorgane, die..Germania", da» d'»des Herrn Windthorst, und die.Vossische Zeitung", der gemäßigten Richtung innerhalb der alte» ?"ichrittSpartei, sprechen sich über die obeverwähaie Frag« g, und kommen beide zu dem Resultat, daß da« h,°i'nliste»gesetz zwar aufgehoben werden, daß aber auf ii Boden de« allgemeinen Recht« die energische Dämpfung der Sozialdemokratie erfolge« müsse. i Die„Germania" macht sich die Sache sehr leicht, in» sie sagt, daß die Vcrbisserung«anträge des Abg. �"dthorst, die derselbe in der Sozialistengesetzkommissioa v-— werde— e« find da« die allbekannte« vor zwei &tttt ichon einmal gestellten Anträge— die Grundlage 'Ben könnten zu einer allgemeine« Recht«» n d l« g e. Da« Blatt schreibt nämlich wörtlich: �aru« weg mit dem Sozialistengesetz!--- Da« rtoeine Recht ist stark genug, um die soz'al» �akratischen Auswüchse hiatenan zu halten. Und wenn . uicht ausreichen sollte, so hat der Abg. Dr. Windthorst seinen AbänderungSanträgen de» Weg gezeigt, auf dem der Sozialdemokratie begegnen kann, ohne Unterdrückung rso ohne die Gefahren, welche da« heutige Sozialistengesetz � sich bringt." , Wenn diese Sätze überhaupt einen Sinn haben solle», �können sie nur den haben, daß, fall» da« jetzige ?> r a f r e ch t sich nicht ausreichend genug zur Bekämpfung V Sozialdemokratie zeige, dasselbe durch Einschmuggeln Seiner Theile de« Sozialistengesetze« nach den Windthorst» Intentionen verschärft werde» müsse. Deutlicher spricht sich die„Vossische Zeitung" Dieselbe lehnt sich direkt der Auschauuna de« Abg. an, der schon bei Erlaß de« Sozialistengesetze« �Huuptbestimmungm desselben in da« Strafgesetzbuch auf» ?Mtmen wissen wollte. Allerdings scheiterte dieser Versuch . Verschwommenheit der Anschauungen de« Staat«» ."'»lehrer« Häael völlig. Seine eigene« Freunde fanden, �1 JeuiLl�ton. Die Tochter des KanKrotteurs. Roman au« der Gegenwart von Gustav Lössel. h�t�Hiernach ginge« Sie hinunter?" inquirirte der Richter »Za.« "Ueber die Hintertreppe?' "J'««, über die Vordertreppe." "Zufällig oder mit Abficht?"...... !» �.B'chtUch; der ganze Vorgang war mir so räthselhast, "rlich, paß ich kaum meine« eigene« Ohren und Zu trauen wagte." wollte» gewß de» Portier befragen?� "la wohl, Herr Richter." - und?" ?uf 2�4 fand ihn i» der Einfahrtshall-, wo er ungeduldtg ging. Schon im Begriff, ihn«ach der Un- % 6.1 Jtt fragen, ftagte er: Haben Sie nicht gesehen, ®ontotb oben ist? Zch verneinte. Aergerlich sagte .JW kommt er doch immer um diese Zeit. Zch warte Wr*" � zehn Minuten auf ihn! Mich däucht doch, 58 wäre vor wenigen Minuten Zemand herunter» N?'"der war ei nur die Dame, die bei dem Fräulein k" we? ftagte er erstaunt. Hier ist seit der letz- S»n �kstunde Niemand hindurchpasfirt. Zch fragte dir Z'cht« weiter und stieg durch eine Thür unter in'« Souterrain hinab. Von der Sdk*" Dame sprach ich überhaupt mit Nie» 59 richt meine A't, die Glheimnisse memer ?'t Mit..." � h � r. � llttlprftt A«tvi öitUr*; Untersuchungsrichter.„Aber wo soll den««u« Aj. �te Dame geblieben sein?" * konnte demnach nur über de« Hof und durch de» gongen sein," entgegnete Zenn?.„Die«ach einer daß«eben der ungemeine» Unklarheit der Vorschläge die Freiheit und da« Recht noch mehr durch Annahme derselben geschädigt würden, al« durch da« Sozialisteugesetz selbst. D«» hält aber die„Vossische Zeitung" nicht ab, in die Hänelschen Fußstapfe» zu trete». Doch höre» wir da« deutsch- freisinnige Blatt an. Za einem Artikel, überschrieben: „Nach der Debatte über da« Sozialistengesetz", heißt e« zum Schlüsse:„Die Windthorst'schen Anträge sind«in Palliativ, da« de» jetzige» Zustand hier und da vielleicht etwa« weaiger merklich machen, im Ganzen aber als AuSnahmezu« stand weiter legitimiren würde«. Auch ein gemilderte» Ausnahmegesetz bleibt ein Ausnahmegesetz mit seine« Stacheln für da« NechtSzefühl. Die„polizeiliche Voll- macht' ist sein Anfang und Ende. Der steigende Verdarbt aber, mit der von Zahr zu Zahr erfolgen« de» Verlängerung dieser Vollmacht einen ganze« Stand allmälig bürgerlich todt zu machen, ist eine schleichende Gefahr für die Gesellschaft und kann ihr ver- häagnißvoller werden, al« jede offen betriebene, staatlich überwachte Agitation. Wir wünschen nicht, daß die Kom- Mission de« Reichstage« die von ihr zu beantwortende Frage dahin stellt: entweder Fortdauer de« jetzigen Auhnahmege- setze«, oder Freiheit für diewlldeste,u»ge- zügelste sozialdemokratische Verhetzung. Wir wünschen, daß e« womöglich schon in der Kommission gelingt, feste u�nd sichere Schutzwehren auf dem Wege der Gesetzgebung für alle sozialdemo- kratischen Ausschreitungen zu finden, daß man e« aber«ach neunjähriger Erfahrung endlich aufgiebt, jede Meinung«- äußerung, jeden Vortrag, nur weil eine Beziehung zur Eozialdemolratie dabei vorhanden ist, al« solche„Aus- schreitung' anzusehe«, und eise von der Regierung selber anerkannte Partei um ihrer Ziele, nicht um ihrer Mittel wille« unter Polizeiaufsicht zu stelle«. Der Weg de« SozialistenaesctzeS war ein Versuch, über dessen Gelingen oder Mißlingen der Strert so leicht nicht auSgelragen werde« wird- der Weg de« ordent- l i ch e n Recht« gegen Gefahren für den Staat ist aber unstreitig ei» mindesten« ebenso berechtigter Versuch, den man bisher der Sozialdemokratie gegenüber noch nicht ge- macht hat, und den für aussichtslos zu erklären, eine fast beleidigende Beschuldigung für de« moderne» Staat enthält." Hier ist es also deutlich zu lese«, daß die. AuSschrei- wugen" der Sozialdemokratie durch neue Bestimmungen, die in das Strafgesetzbuch hineingebracht, bekämpft werden solle«. Eine Definition über„berechtigte Bestrebungen" der Sozialdemokratie und„Ausschreitungen" derselben hat e» bi« jetzt nicht gegeben. Die Polizei resp. Regierung«ge«alt menschenstillen Seitengasse gehende Gartenpforte war aller- dingS verschlossen, aber zu dem wenig befahrenen Seiten- kanal, welcher sich hinter dem Hause hinzieht, konnte sie un- behindert gelangen." Ortmaa» machte eine Notiz. „Und dorthin ginge» Sie nicht, um nach der geheim- »ißvollea Dame zu spähm?" ftagte er. „Nein," erwiderte sie. „Warum nicht?" „Zu der Gartenpforte hatte ich keine» Schlüssel, den hatte die Herrschaft in Verwahrung, und der Kanal macht link« von unserem Garte» eine scharfe Biegung, während recht« gleich hinter der Mauer eine Landungsstelle ist. Die kleine Gass- führt darauf zu. Zch hegte also keine Hoff- «ung. die Dame auf dem Wasser noch zu erspähen." Der Richter schüttelte unbeftiedigt de» Kopf. „Wenn der Portier seit zehn Minute« im Hausflur war," wandte er ein,„so konnte es ihm doch nicht entgehen, wen« Zemand über de» Hof«ach dem Garten 9 9„£) doch! Die Thorflügel sind ganz aus Holz ge- arbeitet und werden nur für Wagen geöffnet. Für Passanten giebt e« nur ein« kleine Thür daneben, die aber von der Einfahrtshalle aus nicht sichtbar ist. Man gelangt zu ihr durch einen versteckte« halbdunkle« Gang, denselben, durch dm man in das Souterrain gelangt." „Also angcnommm, es wäre der Unbekannte» ge« lungen, ganz unbemerkt in das Hau« und wieder heraus zu gelangen, wa« ich persönlich für ein Ding der Unmöglich» reit halte, so sind doch noch einige andere wichtige Punkte nicht aufgeklärt. Sahen Sie die Dame die Treppe herauf» kommen?" „Direkt heraufkommen— nein. Aber sie kam von dort und ich durfte wohl annehme», daß sie über die Hinter- treppe qekommen." „Also die Passage, von der sie sprachen, endete an der Treppe?" „Nein, sie führt an derselben vorüber bi« zum Eade de« Eeitentrakte«, in welchem auch de« Fräulein« Zimmer liegen." hat die Entscheidung darüber gehabt. Später soll sie der Staatsanwalt und drr Strafrichter habe». Möglich, daß dieselbe« den Unterschied etwa« genauer feststellen, al« die Regierungsgewalt, möglich auch nicht. Da« Gesetz selbst aber trotz aller Zuristen und Staatsrecht«» lehrer de« Reichstag« wird eine präzise Unterscheidung nicht erlasse« können— und s« kommen wir von einer Willkür in die andere, nur daß die strafrichter licke viel weitere Kreise erfassm wird, al« jetzt die polizeiliche Willkür, die bei einem Ausnahmegesetz allerdings selbstoerständlich ist. Man möge die Sache aber drehen und wende», ma« möge das Strafgesetzbuch, das„gemeine Recht" noch so ge- schickt nach dieser Richtung hin revidiren, man kommt um da« Eine nicht herum: ein Autnahmegesetz wird bleiben und wen« e« auch in da« gemeine Recht, w da» Strafgesetzbuch hineinpraknzirt wird. So aber kommt man: Au« dem Regen in die Traufe! Politische Urberstcht. Eine gewichtige Stimme für das Branntwein- Monopol.„In seinem Sohne ist Fürst Bismarck zum Volke herabgestiegen"— so lautete einstmals die Verhimmelung de« Herrn Reichskanzler« durch die konservative Presse, als Graf Wilhelm Bismarck in einer„V-lksversammlung" die Gedanken seine« Vaters mittheilte. Diesmal ist es nicht Graf Wilhelm, sondern Graf Herbert Bismarck, sein älterer Bruder und ReichSiagSadgeordneter für Lauenburg, der in einem Schreiben an seine Wähler die allerdings längst bekannten Anfickten seine« VaterS über das Branntweinmonopol ausspricht. Man könnte dies Schreiben eine Mahnung an die Bastwirthe nennen, weil darin erklärt wird, daß die Erhöhung der Lizenzsteuer in Preußen die Gastwirthe bedeutend mrhr drücken würde, al« dai Monopol. Wir haben schon einmal angedeutet, daß Preußen bei der Besteuerung des Branntweins mit der Reich«» Verfassung in Konflikt gerathen kann. Worauf es aber vor« läufig ankommt, ist der Zuruf an die Gastwirthe:„Laßt Euch nicht verblüffen!" Die Branntweinmonopolvorlage wird wahrscheinlich am nächsten Donnerstag an den Reichstag gelangen, so daß die erste Berathung desselben in den eisten Tagen der folgende» Woche stattfinden würde. Die Alter«- und Jnvalidenversorgnng der Arbeiter. Offiziös wird mitgetheilt,„daß im Reichsamt des Innern die Vorarbeiten deS großen Problems der Alters- und In« validenversorgung der Arbeiter im lebhaften Gange seien." Dann erfahren wir aber, daß diese Vorarbeiten sich lediglich auf die Richtung des noihwendigen Material« er» strecken, ferner soll abgewartet werdrn, wie sich die Organ« der Unfalloerstcherung bewähren und ob man dieselben auch even» tuell zu Organen der Altersversorgung gebrauchen kann.— Man steht, daß der«lebhafte Gang" stch nur auf nebensäch- liche Dinge erstreckt und daß eS noch sehr, sehr lange dauern „Ach so l Dann auch sagten Sie zuerst, Sie konnte« nichts verstehen, weil die Zwischrnthür geschlossen war. Al« Sie später aber hinein gingen m des Herr« Zimmer, fanden Sie dieselbe offen." „Die Dame, welche, wie gesagt, sehr rasch herau« kam, wird sie offen gelassen haben." „Hörten Sie die Zwischrnthür öffnen?" „Zch entsinne mich nicht genau. Zch habe diesem Um- stand« keine solche Beachtung geschenkt. Ich hörte sie komme« und da« veranlaßt« mich, mich schnell zurück zu ziehen." „Das ist doch sehr auffallend. Ehe Sie sie komme» hörten, mußte« Sie doch hören, wie die Zwischenthür ge- öffnet oder heftig aufgerissen wurde?" „ES mag auch sein, daß ich daS gehört habe; bestimmt behaupten kann ich e« nicht." „Und nun noch Ein». Sie sagten, al» der Kom- merzienrath erschreckt«mporfuhr, schrie er Sie an: Sie sind—, und dann erst erkannt« er Sie. Diese beide» Worte, an und für sich so unbedeutend, sind für den vor» liegenden Fall von der allerhöchsten Wichtigkeit. Erkannte der Kommerzienrath sie wirklich erst, nachdem er„Sie" ge- sagt hatte? Oder hatte er Sie schon vorher erkannt und waren dies« Worte auf Sie gemünzt?" „Nein, darin irre ich mich nicht," versicherte Jenny. „Er erkannte mich erst, nachdem er, Sie" gesagt hatte." „Und er sagte auch nicht—„Du bist"— wie?" „Nein—„Sie sind"— sagte er und dann brach er kurz ab, wie Zemand, der sich auf einem Jrrthum oder auf einer Aussage ertappt, die er nicht macheu wollte." Es entstand eine längere Pause, während welcher der Untersuchungsrichter im Prololl blätterte und Zennv von Zeit zu Zeit einen seiner furchtbaren Blicke zuwarf. Diese kämpfte mit einer neuen Unruhe. „Nun will ich Ihnen etwa» sagen, Zeugin," begann der UntersuchungSrichier mit Bedacht,„entweder haben Sie gar keine verschleierte Dame gesehen und diese ganze Ge» schichte von A bis Z erfunde», oder diese Dame ist di. selbe gewesen, welche etwa» später von dem Kutscher Friedrich über de» Hof eilend gesehen wurde, nämlich de« Kom» wird, che unS die„Krone der Eozial-Reform" fichiiar wird. Sollte übrigens das Alters« und Jnoalidenversorgungsgesetz nach derselben Schablone ausgearbeitet werden, wie Kranlen« lassen- und Unfallverstcherunasgesetze, so braucht eS unsertwegen mit der„Krone" gar leine Eile zu haben. GetreidezöllnerischeS. Die Enquete über die Berschul- dung dcS Grundbesitzes im Großherzogthum Baden bat ergeben, daß„mehr als 2 Prozent der landwirthschaftlichen Be« triebe nicht vorhanden sein dürften, welche ein nennenswerthcs Interesse an den Getreidezöllen" haben dürften. DaS ist ein Resultat, welche? geradezu vernichtend ist für die angeblichen „Retter" des Bauernstandes. In Wirklichkeit profititt nur der Großgrundbesitz von dem herrlichen Echutzzolltarif, die Bauern aber, die zum größten Thcil am Elrange der Feudalen noch immer ziehen, haben daS Nachsehen.— Graf Dohna äußert stch in einer Korrespondenz an den bekannten preußischen Staatsmann Schön folgendermaßen über die damals schwung- Haft betriebenen preußischen Kornzoll- Gesetz« gedunasexperimente:„.... Ein durch gemeine fühllose FiSkalität geleitetes Querschungs« und Erpressungs- verfahren ist kein Finanzsyftem. Es kommt nicht darauf an, auf eine freibeuterische Weise von zufälligen Umständen einen grausamen Gewinn zu ziehen: es kommt nicht darauf an, ob man durch einen derartigen Schlag auf dem Wege der Akzise. und Zolleinkünste wirklich«ine namhafte Einnahme macht, sondern darauf kommt eS an: ob diese Einnahme wirklich ver« hältnißmäßig die reichlichste ist, und diese wird sie nur sein, wenn das Ganze gedeiht; dann aber wird sie nicht ausschließlich auf einem, sondern auf allen Wegen des staatlichen Einkommens eine möglichst reichliche Einnahme zeigen." DaS schrieb Graf Dohna, der damals Zivilgouverneur der Lande jensciis der Weichsel war, im Jahre 1813. Die modernen Aristokraten haben es vorgezogen, statt praktischer Finanz« und Steuerpolitik engherzig, selbstsüchtige Jntercssenpolittk zu treiben. ES ist aber gut, daß von Zeit zu Zeit den Herren Feudalen solche Aus- spiüche unter die aristokratischen Nasen gerieben werden, damit sie Weh und Zeter schreien über die Offenherzigkeit eines ihrer Vorfahren. Ein weißer Rabe! Zum Falle Mahlow-Jhring. Da der Herr Minister von Puttkamer an der Wahrheit der von dem Abg. E i n g e r in der ReichstagSfitzung vom 17. d. M. in Bezug auf das Spitzelthum vorgetragenen Thatsachen zweifelte, hat der Abg. Singer nicht nur die Sache unter Beweis gestellt den Diszi« plinarbehörden gegenüber, indem er dem Herrn Minister die Namen zweier Zeugen nannte, sondern er hat auch die An» aelegenheit der Staatsanwaltschaft übergeben. Man kann ge- wannt sein auf das Resultat der Untersuchungen.— Zu den Verhandlungen des Reichstages über den Fall Mahlow-Jhring wird der„Vosfischcn Zeitung" geschrieben: Das Austreten des Herrn v. Puttkamer in dieser Frage hat— abgesehen natürlich von der Rechten— auf allen Seiten des HauseS sehr ungünstigen Eindruck gemacht. Daß der Minister die Schuld des Beamten anzweifelt, so lange dieselbe nicht erwiesen ist, mißbilligt Niemand; die Form aber, in welcher er dies auS« sprach, war entschieden unglücklich gewählt, denn sie legte den Gedanken nahe, daß er durch die Vernehmung des an« geschuldigten Beamten die Angelegenheit im Wesent- lichen als erledigt erachte. Daß der Beamte die gegen ihn erhobenen Anklagen und Beschuldigungen in Abrede stellt, ist erklärlich; wie weit die gegen ihn erhobenen Beschuldigungen den Thatsachen entsprechen, muß erst die Untersuchung ergeben, für welche der Abg. Singer durch Nennung seiner Gewährsmänner die Grundlage gegeben hat- Wie immer das Resultat dieser Untersuchung auSsallen mag, dieselbe liegt unter allen Verhältnissen im eigensten In« tereffe der Regrerung. Entweder wird dadurch eine gegen «inen ihrer Beamten in der allerbestimmtesten Form erhobene Beschuldigung widerlegt, waS daS Vertrauen zu d Ii. Eine solche une des Sozialistengesetzes nicht verantwottliw gemacht. Eine solche unerhörte% noch � uttheilung ist seit Bestehen vorgekommen. Die„OrdnungSvarteien" im 19. sächstschen haben stch, wie der„Dresdener Anzeiger" mittheilt, noch geeinigt auf den Kandidaten der Konservativen,? Herm Zschierlich. Danach ist also von einer deutsch sreifinwlr Kandidatur endgiltig Abstand genommen. Man sprach 0*% davon, den deutsch. freisinnigen preußischen LandtagSabgeorv«� Herrn Büchtemann aufzustellen; doch ist eS von dieser Kandido� wieder ganz stille geworden. Fsantreich. � Die Weltausstellung in Paris im Jahre � ist nunmehr beschlossene Sache. Der„Matin" veröffen»� Äeußerungcn des Handels- und ArbettsminifterS L o als? über die Betheiligung der fremden Nationen. Hiemach istn?? keinerlei osfizielle oder offiziöse Unterhandlung eröffnet. die Ausstellung", äußerte der Minister,„fich auf dem% der Ausführung befindet, werden wir die fremden Natw". dazu einladen, und ich bin überzeugt, daß fie kommen tot'** Der Vereinigten Staaten, sämmtlicher amerikanischen A". dliken, BcastltenS, der Schweiz und Belgiens ist der angeblich sicher; England würde nicht ermangeln können,' Ausstellung zu beschicken, ebenso Spanien und Italien. und Böhmen, deren Sympathien für Frankreich bekannt P. werden fi-h an unserer Ausstellung desheiligen, und wenn% Oesterreich nicht dazu geneigt wäre, so darf man haffefc/J eS durch diese allgemeine Sirömuna mit fortgerissen v» vu;u� viv|C uuucutcuic Wuuuiunfj Wim s vi iflci in 7,5!�, — In Bezug auf Deutschland äußerte sich der Mw"'«, man würde bedauern, wenn Deutschland ablehnen sollte-� Weltausstellung sei deshalb nicht weniger glänzmd Der Minister erklärte schließlich, daß die Ausstellung Jahre 1878 auf dem MarSfelde stattfinden, und die A#� spätestens Ende Mai dieses Jahres deginnen sollten. Grotzbritauuie«. � In einer größeren Versammlung deS liberalen komitees von Ehelsea, in welcher gegen 300 Personen£ wesend waren, machte D i l k e genaue Mtttheilungen üb» Crawford'schen E h e scheidu n gS p rozeß und gc"*• zahlreiche Amgen Auskunft. Die Versammlung nahm lich eine Resolution an, dahingehend, daß die Versam� nach Kcnntnißnabme der Erklämngm Dilke's gem dem zustimme, dar Dllke den gegen ihn erhobenen Anschuloig� entgegengesetzt Hab« und daß ihr Verträum zu Dtike* mindert sei. eifrig nach der geheimnißvollen verschleierten Dame, vA.,,« man gleichzeitig Erna Eschevbach tiberall läng« der und in den Hafenstädten suchte, nicht einmal daran dt»' daß fie in der Hauptstadt selbst verweile» könne. Die Suche«ach Erna blieb ohne Erfolg, dagegt» u dete sich auf eine diesbezügliche polizeiliche Aufforde�� den Blättern derjenige Kahnführer, welcher die näher � schriebe» e, unbekannt gebliebene Dame«ach dm Wassers des Eschenbach'schen Gartens gerudert und dort ihr« � kehr erwartet hatte, welche etwa zwanzig Minute»(lr folgte._.. i.„i � ficht gehört«»V|ny KWt iiyi» gir geprägt. Sie hatte ihm gesagt, es handle sich um e U lautes Abenteuer und daß fie ihm gern ein Goldst»» wolle, wm« er recht vorsichtig sei. Er hatte darin n«? fälliges gefunden und es an Heimlichkeit nicht Die lebende Hecke verdeckte die Annäherung d» � einem etwaigen Beobachter im Hause. Nachdem die � das Boot verlasse« hatte, huscht« fie läng» der H Wß# bis unter die Mauer, welche von dem Seitenttakt des zum Wasser hinab reichte. Längs dieser führte eine l� Allee zu dem früher erwähnten Altan und dm lttz chßi stieg die Dame. Ob die auf dm Altan führ"*, dsi! offen war, oder ob die Unbekannte einen Schiüsiet z � selbe» bei sich führte, konnte Jmsm, der ihr verstod de» Augen folgte, nicht ermitteln. Er war aber u � daß sie über dm Altan und nicht über den Hof"„„b% gedrungen. Sie kehrte auf demselben Wege junia, �t> schien Imsen, als wmn sie etwa«, was sie so dem Mantel verborge» gehalten, in ihre Kleidertasch Wfck während sie die Allee entlang eilte. Er sah schimmern, da« autsah wie ein Packet Briefe oder de»' � und da die Dame während der Rückfahrt nach» W* Landungsstelle sehr erregt schien, obwohlpe» �, empfing er de» Eindruck, als habe cs sich h'"" 2.(#2 verliebte« Stelldichein, sonder» um einm Bru� Liebmden gehandelt. Eine Frage hierüber an d. ir richte», hatte er nicht gewagt; sie erschren ihm d«» fdtn «Sit 'der zerstört NuqM d sA Tm" „ m R« h l a n d. L,%u8 Ptteriburg lätzt fich die„Voss. Ztg." schreiben, M ikattow mit eine Deutlichkeit, die nichts zu wünschen �ng laste, verkündet habe, dast die RussifiztrunaS» «rr I ucheim Weichselgebiet nicht hinter den Ger- �wstrungS-Mastnahmen des Fürsten Bismarck zurückbleiben «nven. Ucberraschend kommt diese Erklärung gewist Nteman- und sie verdient nur desondere Beachtung, weil zwischen Znlcn herauszulesen ist, daß Rußland durch das Beispiel zWenS fich zur Entwickclung noch größerer Energie bei der ZWstzimng der Grenzgebiete gedrängt steht. Dem Fürsten ?»warck, meint Katkow, kann es ficherlich ganz eleich sein,«b r Polen, deren Güter expropriht werden, ihr Geld in Paris 'vs Monaco vergeuden, oder in Galizien oder im Weichsel- J7" sich ankaufen. Für Rußland dagegen wird die neue M. der Dinge an seiner polnischen Grenze ein Sporn, die stUWzirung Polens mit verstärkter Energie fortzusetzen, um � mehr, als die nach dem letzten polnischen Aufstand mit Kostenaufwand begonnene Verstärkung des russtschen Mbefitzenden Elements in Polen ein negatives Resultat Nord-Amerika Tie Regierung der Vereinigten Staaten von Nordamerika i ernstlich gegen die Mormonen vor. Einer der - derselben, George G. Caunon, welcher vom Salzsee «mohen war, um der gerichtlichen Verantwortung wegen Poly- We zu entgehen, wurde in Nevaba verhaftet und in Beglei« U»o» Polizisten nach Salt Lake City zurückbefördert. Auf ?.»ohit sprang derselbe aus dem Eisenbahnzuge, jedoch hielt s�r sofort, worauf die Polizisten den Gefangenen auf« Neue Derselbe war so schwer vccletzt, daß er nicht gehen ."Uli und mit einem Extrazuge nach dem Salzsee gebracht oa Denen-lleruciyeuung uno«enra ung au Mrer Schlag für die Polygamie detrachtet wird.— Der 2 sische Gesandte in Washington hat der Ver« ifwen Etaatenregierung eine Menge Beschwerden, die svon iZ�.Landsliuten in Kalifornien über die Behandlung der in erHoden wurdm, vorgelegt. Aus diesen Beschwerden daß die Bewegung gegen die Chinesen, die fich au» T Kanz? Westküste erstreckt, auf Vertreibung der Chinesen »a, Min Theilm, mit Ausnahme von San Franzisko, zielt. oeiC SÜCUurit UTlV VGl V�CfUUWiC yui VC1CVIÖ UllUC» . er Schadenersatz fordern würde, gerade wie vi« für Benachtheiligung ihrer Landsleute in China seKfiisatz verlangt und erkalten haben. Inzwischen drängt Ui,®ie Gesetzgebung von Kalifornien auf Vertreibung der % Parlamentarisches. ,'7 Die Ardetterschutzlommission des Reichs- .bat endlich dieBerathung über die Anträge Lieber u.s.w., "ind daS Verbot der Kinderarbeit in Fabriken, zu Ende u>' Von dem Abg. Halben(deutschfreif), wurde noch ein hm. lwgsantrag zu dem früher von ihm eingebrachten An- gestellt, welcher lautet:„Kinder, welche noch zum Besuch S«ollsschule verpflichtet find, dürfen vor Beendigung deS« Mn Schuljahres, in welchem fle 14 Jahre alt werden, (1)," in Fadriken noch in der Hausindustrie außerhalb der Wohnung beschäftigt werden." Durch diesen Antrag e?", wix ver Antragsteller ausführte, die Verhältnisse in Miwig, Holstein, wo die Schulpflicht bis zum IS. Jahre , berückfichtigt werden. Die Abstimmung über die legenden Anträge wird in der nächsten Sitzung stattfinden. Di« Wahlprüfungs« Kommission des K�ätages beschloß, die Wahl deS Abg. Groß(Pfalz, natio- j�beial) zu beanstanden und Erhebungen über die in Wahl« Kesten behauptete Beschlagnahme sozialdemokratischer Stimm- fl und die Verbote an die Gastwirthe, ihre Lokale .sozialdemokratische Versammlungen herzugeben, zu bean« Lokales. u Das neueste ErgänzungSheft dos Zentralblattes für �Freustische Unterrichts- Verwallnng giebt umfassende Mische Aiitthctlungen über unser höheres Schulwesen. Nach scheint der Zudrang zu den Univerfitätsstudien und zu l" gesthrten Berufszweigen, der im letzten Jahrzehnt so Aöend gewachsen war, neuerdings wieder abzunehmen. d,u die Oberlehrerprüfung in denjenigen Fächern betrifft, den Gymnasial- und Realgymnaflal- Abiturienten ge» ind, in Mathenwtik, Naturwiffenschasten und neueren , so ist der Zudrang hier allerdings 1877 bis 1885 Jn steter Steigerung begriffen gewesen. Denn eS find »iil�d dieses Zeitraums in den genannten Fächern 1056 ehe» - w Tymnafial- und 860 Realgymnaflal» Abiturienten ge» öiv�erung so hoheitsvoll und gebietend, daß er es nicht vermochte, ein vertrauliches Wort mit ihr zu f.." weit der Bericht de» Schiffer». ließ sich da« genaue Signalement der Dame ' Daffelbe paßte ungefähr auf die Baronin «zL Selchow, an welche man polizeilicherseitS gleich gedacht hatte. Zense« ertlärte außerdem, die Wu"!* Qtt ihrer Stimme wieder erkennen zu können. sei, alle Hoffnung zu einer rasche« Lösung des Rüth« % �Händen. Aber schon die erste Anfrage in Selchow �»r�gegend machte dies« Hoffnung wieder zunichte. Die Sie.* hatte in jener Zeit das Schloß gar nicht verlaffe». �eist ai®tnö«'cht einmal bis«ach Neu-Strelitz entgegen« io gewann ihre Aussoge, daß Zcne sie mit fcTr�uch überrascht habe, sehr an Wahrscheinlichkeit. ,, wurde nun angewiesen daS Schloß zu ver- »»« fnw.fän* Beobachtungen von einer nahen Waldschänke zusetze». Auch er wurde mit dem Signalement der sNckn!? Dame bekannt gemacht und beaustragt, genaue nach derselben zu halte». Nomberg traute der sxchlt?"UN einmal nicht. War sie nicht selbst die Ge- "h* b?rl?iL ste seiner Meinung«ach doch in Verbindung Dem isolirt liegende« Schlosse konnte sich % �er snj, eR* ajem ifoitn rirgrnorn dyiuye lunnie um iu»0etbe�9ni>"iihern, ohne irgendwo im Umkreis gesehe» waldschänke. in welcher Gollnow jetzt Wohnung dem Wege von Mirow, so daß von dorther öowmen konnte, der seine« oder de» Blicken seiner rWer entgangen wäre. Zugleich wurde ein Kriminal- cin"�4 Neu-Strelitz zur Bewachung de» Bahnhofes .—y zur*jcu>«muna , anderer«ach Waren an das Nordufer des SeeS waren nach Selchow heranführende» Straßen Maßregeln waren aber so erfolglos wie die Nach- M>e C&naeh der verschleierten Dame überhaupt. Man %%%' 31%%%%% h.—•i-tutn, womn vru« uum" StL er®eI(hon» ei« Ende erreichte. " Achenbach, so lange von dem Bankdiebstahl ent- prüft worden, von denen namentlich die Zahl der letzteren in dauernder Zunahme begriffen gewesen ist. Aber eS ist nun mit Bestimmtheit ein Rückgang zu erwarten; denn während fich noch 1880-81 nicht weniger alS 371(--- 46 Prozent) aller damaligen Rcalgymnafial. Abiturienten den Univerfitsätsstudlen zuwandten, ist deren Zahl 1884-35 nur noch 207(— 36 Prozent) gewesen, also schon um 1 geringer, alS die Zahl derjenigen cbsmaiigen Realgymnastal- Abiturienten(— 238), welche 1884-85 die Oberlehrerprüfung gemacht haben. Auch ist bei der Steigerung des Zudrang« in jener Epoche nicht zu vergessen, daß viele Abiturienten der Realgymnasien in diese Studien- zweige gedrängt worden find, welche gehofft hatten, daß ihnen da? Studium der Medizin eröffnet werden würde. Uebrigens haben fie fich in dem Examen pro faealtate docendi 1884—85 den Gymnafial-Abiturienten wieder gleichwcrthig g- zeigt. Denn von diesen haben in der Mathematik 20 Prozent den l. und 49 Prozent den ll., in den Naturwiffenschasten 7 Prozent den I. und 63 Prozent den H, in den neueren Sprachen 11 Prozent den 1. und 44 Prozent den II. Zeuanißgrad erlangt, und dem entsprechend die Realgymnastal- Aoiturienten in Mathematik 19 Prozent den L, 50 Prozent den Ii, in Naturwiffenschasten 10 Prozent den L, 62 Prozent den ll., in den Srachen 10 Prozent den l. und 41 Prozent den II. Grad erreicht. Diejenigen Abiturienten der Realgymnafien aber, welche eine Nachprüfung bei einem Gymnafium gemacht haben, find in obiger Berech- nung den Gymnafial-Abiturienten zugezählt. Den Vorständen der hiesigen SanitätSwochen ist vorgestern vom Poltzeipräfidenten Herrn v. Richthofen nach- stehendes Schreiben zuaeganger.:„ES ist mehrfach vorgekom- men, daß schwer erkrankte Personen, z. B. vom Schlage Ge- troffene, den Polizeiwachen als Betrunkene zugeführt worden und dort bezw. später noch vor Uebersührung in ein Kranken- Haus verstorben find. Mit Rücksicht auf diese Vorkommnisse, sowie darauf, daß auch ein schwer Betrunkener fich unter Um- ständen in Lebensgefahr befindet, ist tl meinerseits für zweckmäßig erachtet worden, die Polizeireviere anzuweisen, in Zu- kunft trunkene oder scheinbar trunkene Personen, welche Nachts aufgefunden weiden, der nächstbelegenen Sanitätswache zur Besichtigung zuzuführen. Erfolgt dort eine Zurückweisung, *. B. weil es fich lediglich um erncn gewöhnlichen gefahrlosen Rausch handelt, so wird die fragliche Person auf die Revier« wache zurückgeführt. Indem ich dem Vorstand hiervon Kennt- niß gebe, ersuche ich zugleich ergebmst, die meinerseits ge- troffenen Maßregeln im Interesse der Menschlichkeit gefälligst unterstützen und die Wache mit geeigneter Anweisung versehen zu wollen." Hoffentlich weiden die Vorstände sammtlicher Sanitätswachen dem Wunsche des Herrn Polizei-Prästdenten nachkommen und die angestellten Aerzte und Heilgehilfen mit entsprechender Instruktion versehen.— Dieses Schreiben deS Polizei-Präfidenien hat bereits eine Erwiderung erhalten. In dem Amwortschreiben der Vorstände wird die Bereitwilligkeit erklärt, dem Wunsche deS Poliz-i-Präfidenten zu entsprechen und die Aerzte und Heilgehilfen anzuweisen, die von Poliz-.i- bcamten oder Nachtwächtern nach den Sanitätswachen gebrach- ten Personen zu befichtlgen und, falls fich herausstellen sollte» daß die Person gefährlich erkrankt ist. die nöthigen Anord- nungen behus« Uebersührung in ein Krankenhaus zu treffen. GleichzeUig wird aber auch der Herr Polizei- Präsident «sucht, den Schutzleuten und Nachtwächtern Befehl zu erthellen, daß fie so lange in der Saniiätswache verweilen, bis festgestellt ist,«aS der Person fehlt, um dieselbe, falls eS sich nur um einen gewöhnlichen Rausch handelt, sofort wieder mitzunehmen und fie zur Polizeiwache zu bringen. ES ist dabei in Betracht gezogen worden, daß es namenllich in den Wintermonaten häufiger vorkommt, daß arme Leute, welche tagelang nichts zu sich genommen, plötzlich zusammenbrechen und wenn schleunige Hilfe nicht geleistet wird, bald versterben. Ferner war für daS Antwortschreiben im entgegenkommenden Sinne der Umstand maßgegend, daß Personen, welche an Krämpfen leiden, die äußerlich nicht starl zum Ausdruck kommen, von den Polizeibeamten für Trunkene gehalten und nach der Revierwache gebracht werden, wo fie oann ohne jede Hilfe liegen bleiben.— Diese Erledigung der Angelegenheit wird gewiß auch daS große Publikum mit Genugthuung erfüllen. *«echt erbauliche Geschichten aus den Berliner Krankenhäusern kamen wieder in der zweiten Versammlung der„Veretniaten Berliner Sargfabrikanten" zur Sprache, welche vorgestern Abend im Restaurant„Alt-Berlin" unter dem Vorsitz des Sargfadrikanten Herrn A. Lehmann abgehalten wurde. Es konnte die erfreuliche Thatsache konstatirt werden, daß in Folge der Zeitungsartikel über die erste Versammlung und die in derselben laut gewordenen Klagen selbst hervor- ragende Aerzte mit Genugthuung daS Vorgehen gegen eine Unsitte seitens der Krankenwärter ic. begrüßt haben, welche bereits zur Manie geworden sei. Den ersten Schritt zur Ve- seitigung des Provifionsunwesens, welches von Angestellten in Krankenhäusern den Sargfabrikanten gegenüber ausgeübt wird, bildete eine verfaßte und zur Abfindung gelangende Eingabe an daS Direktorium der königl. Frauenklinik in der Artillerie« straße, welche fich speziell mit den Manipulationen der dort angestellten Leichenwäscherin Frau S. beschäftigt. Das Sünden- lastet, wurde nun auf's neue und noch schwerer damit ver- dächtigt. Man sagte, sie habe ihr Märchen und den Kahn- führer Jensen bestochen, um durch ihre übereinstimmenden Aussagen einen Druck auf die öffentliche Meinung und auf die Polizei auszuüben. Sie wollte, so hieß es, die Aufmerksamkeit der letzteren auf einige Zeit von sich ablenken und so'eine günstige Gelegenheit zum Entkommen finden. (Fortsetzung folgt.) Ans Knnst und Leben. „Der Zigeunerboron" begeht am Dienstag am Theater an der Wien das Jubiläum seiner hundertsten Vorstellung— ein in Wien noch von keiner Operette in einer Saison erzieltes Resultat. Der Berliner„Zigeuncrbaron". welche? am Friedrich« Wilhelmstädtischen Thealer in die Fußtapfen seines Wiener Kollegen zu treten scheint, betheiligt fich selbstverständlich an dieser Feier, und am Sonntag bereits hat Herr Direktor Fritzsche an Johann Strauß ein prachtvolles Photographien- Album geschickt, welches die von L. Haase u. Komp. vortrefflich auegeführten Photographien der im„Zigeunerbnon" hier mit- wirkenden Künstler enthält. Als besondere Ueberraschuna bat Herr Direktor Fritzsche dem Album ein Spielwerk einverleiben lassen, welches die populären Nummern des„Zigeunerbaron" enthält. Ein Wiener anS Japan. Herr Torikatta, der Chef der Japanesen-Gesellschast. die gegenwärtig durch ihre Produktionen im Louisenstädtischen Theater Aufsehen macht, ist nicht blos ein echter Vollblut-Jaxanesc. sondern auch österreichischer Staatsbürger, nach Wien zuständig und mit einer Wienerin vcrheirathet. Seine Gattin, welche auch perfekt japanestsch spricht, liest und schreibt, ließ fich auch in die Geheimnisse der japanischen Künste einweihen und wird fich demnächst selbst mit einer Sptzialität derselben, dem graziösen Schmetterlings- spiele, vor dem Publikum vroduzirrn. Da« kleine japanische Knäblein ist ein Sohn d'S Paares. Herr Torikatta ist ein Mann, der fich vollkommen europäische Biidlma angeeignet hat und der meisten Sprachen Europas mächtig ist. Die übrigen jungen Leute seiner Gesellschaft hat er adoptirt, da ihnen sonst nicht gestattet gewesen wäre, Japan zu verlaflen. Sächsische Höflichkeit. Die königliche Amtshauptmann. schaft von Leipzig macht im„Leipziger Dorfanzeiger" vom 7. bekannt:„Der Schubmacher Heinrich Strobel, bisher in Reudnitz wohnhaft, welcher für seine Familie so gut wie gar registcr dieser Menschenfreundin wurde in der zweiten Ver- sammlung noch erheblich belastet. So führte der Sargfabrikant Schulz an, daß fie wiederholt zu ihm gekommen sei und für angeblich mittellose Mädchen, deren in der Frauenklinik geborene Kinder gestorben warm, kleine Särge, sogenannte Schachteln, für den niedrigen Preis von 1 Mark zu erlangen wußte, während fie fich dafür 4 und 5 M. bezahlen ließ. Der Vorsitzende Herr Lehmann theilte mit, daß Frau E. von einen inzwischen verstorbenen Kollegen Särge für neugeborene Kinder entnahm, ohne jemals an die Bezahlung gedacht zu haben. Fast unglaublich aber klingt folgendes Verfahren der Frau E., welches der Steindrucker Herr F. Jack und dessen Bruder, der Schneidermeister Herr E. Jack(die beide in der Versammlung zugegen waren) zur öffentlichen Kenntniß brachten. Vor Km« zem starb— so führte er an— seine(deS F. Jacl's) Frau in der Frauenklinik und eS wurde ein Sarg gekaust, den man nach der Klinik transportirte. Der mit dem Vater der Ver- storbenen anwesende Schwager E. Jack verlangte noch einmal die Leiche vor der Einsargung zu sehen, worauf ihn die amti- rende Frau S. anfuhr:„Sie haben gar nichts zu verlangen!" Dagegen durfte der Vater die Leiche seiner Tochter befichtlgen. Später wurde dies auch dem Schwager E- Fack gestattet, doch forderte Frau E. für die Besichtigung 3 M., wozu fie angeb» lich berechtigt sei(eine Angabe, die in der Versammlung ent-- schieden bestritten wurde). Der Betrag wurde ihr nicht ge- geben. Als am anderen Tage die Leiche mit dem Leichenwagen abgeholt werden sollte und Herr F. Jack fich auch jetzt noch weigerte, ohne amtliche Quittung das Verlangte zu bezahlen» sagte die S.:„Wenn ich das geahnt hätte, dann würde ich dem Vater nicht die Ohrringe der Tochter ausgehändigt haben." Frau S. wurde erst einsilbiger, alS Herr Jack darauf erwiderte» er würde fie in diesem Falle wegen LeichenraubeS dmunzirt haben. Die verlangte Quittung über jene 3 M.„Bestchti» aungSgebühr" ist Herrn Jack noch beute nicht präsenttrt worden. Im weiteren Verlauf der Diskussion brachten die Sargfabri» kanten Lehmann, Bösel, Schulz und Moldt über die Ueber» griffe der Küster sowie deren Willlürlichkeiten manche charakteristischen Fälle zur Sprache. Seitens zahlreicher Küster, sogar auch deren Frauen, wird das Beerdigungswesm nach diesen Anführungen geschäftsmäßig betrieben, wodurch fie einen schönen Gewinn einheimsen. Derartige Jukorreliheiten«er» den bei den Küstem an der Nazarethkirche, der Jakobilirche, der Heiligen- Kreuzkircke und bei dem früheren Küster der PauluSkirche gerügt. Recht rigoros soll nach den Anführungen der Küster an der Nazarethkirche mit den Angehörigen ver- storbener Personen verfahren werden. Einer Frau, welche die Beerdigung ihres Kindes durch einen dem Küster nicht ge- nehmen Fuhrwerksvefitzer ausführen lassen wollte und fich über die Beerdigung noch Einiges erkundigte, soll dieser Küster zu» gerufen haben:„Meinetwegen tragen Sie Ihr Kind nach dem Leipziger Platz und laffen Sie es dort beerdigen I" Eine andere Frau— und das geschah erst vorgestern— habe er» weil fie momentan das Geld zur Bezahlung der Sckretbge» bühren nicht bei fich führte, angeherrscht:„Denken Sie, ich habe hier eine Pumpstation?!'" Auch diese Frau hatte mit der Beerdigung einen ihr nicht vom Küster empfohlenen Fuhr» Herrn beaustragt.— Vom Vorfitzenden wurde eS als zweckmäßig erachtet, wenn Personen auS dem Publikum, welche ebenfalls Widerwärtigkeiten ausgesetzt waren, fich an den Verein der Vereinigren Berliner Sargfadrikanten wenden würden. Al» eine neue Erwerbung des Zoologischen Gartens ist ein Lippenbär(vrsus ladiatus) zu verzeichnen, eine höchst eiaenthümliche Form der Bärenfamilie, deren auffälligstes Merkmal die weit hervortretenden und sehr beweglichen Lippen» sowie die überaus lange und dichte, glänzend schwarze Be» haarung bilden. Das Thier ist in Ostindien und zwar speziell in Nepal und Dekan heimisch und lebt dort von Würmern, Schnecken und anderen kleinen Thieren. Es zerstört auch die Nester von Ameisen und Bienen, um diese Thier« selbst, sowie auch den Honig zu verspeisen, und erscheint hierzu durch seine langen Krallen, wett vorgestreckten Lippen und die lange, be- wegliche Zunge besonders günstig ausgerüstet, während gleich» zeitig der starke, dichte Pelz ihm gegen die Anariffe der Insekten den nöthigen Schutz gewährt. Der erste Lippenbär, welcher nach Europa gelangte, wurde 1790 in London gezeigt, aber seiner merkwürdigen Gestalt wegen durchaus nicht für einen Bären gehalten, vielmehr als„namenloses Thier" oder „löwenartiaeS Ungeheuer" bezeichnet. Gleichzeitig mit diesem seltenen Vierfüßler trafen ein Paar afrikanische Nimmersatt- Störche(Tantaleia ibis) ein. Es ist dies eine der schönsten Stelzvogelarten. Die Flügeldecken und Schulterfedern sind nach der weißen Spitze hin mit einem purpurfarbenen, dunller umsäumten Querfleck geziert; die Schwungfedern find glänzend grünschwarz, der Schnabel wachSgelb, nach der Spitze etwas gebogen, das nackte Geficht zinnoderroth und der Fuß blaß- roth. Die neuen Ankömmlinge tragen noch ihr bescheidenes Jugendklcid, gelblichgrau mit aschgrauem Mantel und Halse. Lohnverhältnisse der Frauenarbeit. Der Verein zur Vertretung der Jntereflen der Arbeiterinnen und der Ar- deiterinnen-Verein im Norden Berlins haben fich durch eine nicht sorgt und fie daher der Armenversorgung anheimfallen läßt, soll in die Bezirlsarmen- Arbeits- Anstalt für Herren zu Möckern eingeliefert werden."— Nun soll doch noch Je- mand behaupten, daß die Sachsen nich' sehr« gemsethliche Lette sein. Eine Familtentragödie bat fich. wie man der„N. Stell. Ztg." schreibt, am II. d. M. im Försterhause zu Mohr« brügge der Neuwarp abgespielt. Der dortige Förster Robert Schwochow hat einen achtundzwanzigjährigen Sohn Otto, der bei dem Jägerbataillon in Ratzedurg gedient hatte, wegen alleriet Ungehöriakeiten aber au« dem Dienst entlassen war. Seit etwa zwei Jahren hielt er fich in dem Haushalt seines Vaters auf. Sein Verhältniß zu den Familienmitgliedern, besonders zu dem 57 jährigen Vater war indessen ein überaus gespanntes: wie allgemein ausgesagt wird, hatte der Sohn nie ein gutes Wort weder für seine Eltern, noch für seine Ge« schwister. ES fehlte nicht an häufigem Zank und Streit. Am vorigen Donnerstag gerietb Otto Schwochow wiederum mit seiner Schwester Ida in Streit und wurde dabei so erregt, daß er in daS Nebenzimmer stürzte und eine Doppelflinte, so- wie eine Büchse, die beide geladen waren, hervorholt«. Mtt der gespannten Doppelflinte drohte er, seine Schwester und seinen Vater zu erschießen. Zwischen Bruder und Schwester entstand nun ein Kampf, in welchem eS der letzteren gelang, ihrem Gegner das Gewehr zu entreißen. AlS fie ei in die andere Stube getragen hatte und wieder zurückkehrte, sah fie ihren Bruder Otto und den Vater am Boden liegen und mlt einander ringen. Sie sprang sofort dem Vater zu Hilfe und befreite ihn. Nun wandte sich der Bruder gegen die Schwester, packte fie an den Haaren und zog fie aus der Stube in den Flur, wo er fie erst lokließ, als der Vater ihr zu Hilfe eilte. Diesen warf der Unhold zu Bo- den und eilte dann fort in den Keller unter dem Hause. Nach kurzer Zeit kam er wieder zum Vorschein, holte aus dem Stall eine Dunggabel und verlangte Einlaß in da? Haus, dai man inzwischen verriegelt hatte. Mit lauter Stimme schrie er: „Du...... kommst Du mir heraus, ich ermorde Dich!" Darauf trat der alte Förster, Robert Swochow, mit einem Gewehr aus der Stube an die Hausthür, legte aus feinen Sohn an und drückte ab. Der Schuß ging dem Sohn durch den Kopf: O!to Schwochow war soforr eine Leiche.— DaS schreckliche Ereigniß hat ungemeines Aufsehen erregt. Der Förster Robert Schwochow ist bereits verhattet und fitzt im gerichtlichen Gefängniffe zu Neuwarp. Er gesteht die Tbat ein und behauptet, seinen Sohn in der Nothrvehr erschossen zu haben Privat Enquete über die Laqe der Frauenarbeit in Berlin zu infoimiren gesucht. Die von beiden Vereine ausgegebenen Fragebogen find zu einem großen Theile ausgefüllt wieder Angegangen und liegen nun zur Sichtung vor. Sie umfafien etwa 40 Branchen und enthalten ungeabnte Aufschlüsse, die viel zur Klärung der Ansichten über die Nothwendigteit einer stch in bestimmten Grenzen haltendenden Arbeiterinnen Lohn- bewegung beitragen dürften. Es folge zunächst der Wortlaut eines Fragebogen'FormularS: 1) In welcher Branche arbeiten Sie*— 2) Sind Sie verheirathet?— 3) Falls verheirathet, wie viel Kinder?— 4) Wie viel verdienen Sie wöchentlich? — 5) Wie viel Stunden arbeiten Sie täglich?— 6) Arbeiten Sie Sonntags?— 7) Unterstützen Sie jemand durch Ihre Arbeit?— 8) Gehören Sie einem Verein an?— 9) Bemerkungen.— Der Verdienst einer Näherin für alles beträgt bei einer 8— 12stündigen Arbeitszeit sinkt. Sonntag) wöchentlich 5—7 M., der einer Hausdamenschneiderin ist unbestimmt er richtet sich nach der Kundschaft und Arbeit.— Eine verheirathete Frau, die noch 3 Kinder zu versorgen hat, auf wollene Damen- fachen arbeitet und täglich 13—14 Stunden die Nadel Hand- habt, bringt es nicht über 4,50 M. die Woche. Sie bemerkt in der Sonntagsarbeit-Rubril:«Ja— muß" und in der Schlufirubrik:„Verdienst des ManneS reicht nicht zu." — Sehr übel ist es um die Schür, ennäherinnm bestellt. Eine große Anzahl derselben erzielt bei einer täglichen Arbeitszeit von 11 bis 15 Stunden wöchentlich nur 2-3,50 M.-, andere davon, in guten Geichästen und aufbessere Muster thätig, verdienen in den gleichen Zeiträumen etwa 10 M. — Eine Kravattenschildernäherin heimst bei 12stündiger Arbeits» zeit einen Wochengewinn von etwa 4 M. ein. DaS Groß sol- cher Schilder wird mit 1 M. 80 Pfg. bezahlt. Zwei Stunden find nöthig, um 1 Dutzend fertig zu stellen, so daß fich der Stundenlohn auf 7'/, Pfg. beläuft. Von diesem Verdienste hat die Näherin noch die Auslagen für den Zwim zu tragen. — Besser steht fich eine Trikotnäherin, die, wenn fleißig, doch mit einem Wochenlohn von 8 M. nach Hause geht.— Um so trostloser find dagegen wieder die Verhältnisse der Knofloch« Näherinnen, welche verriegeln. Das Groß wird mit 23—25 Pf. bezahlt. Sitzt solch' arme Näherin Tag für Tag 12 bis 14 Stunden, Sonntags 4—5 Stunden» so kann fich ihr Wochen- verdienst auf 2—5 Mark belaufen.— Eine Handschuhnäherin kann ei bei 12stündiger Arbeits ,eit(Sonntags auch) auf 6 M. wöchenllich dringen.— Der Verdienst der Näherinnen auf Knabensachen schwankt bei einer Arbeitszeit von 8—10 Stunden zwischm 3—10 M.— Bekanntlich find auch in der Schirm- sabrikation zahlreiche Näherinnen beschäftigt. Dieselben ver- dienen wöchentlich 6—7 M., allerdings nur bei 12— 14stündiger täglicher Arbeitszeit. Für das Nähen von 1 Dutzend Regenschirme(bessere Sorte) giebt es 1.40—1,50 M. 16 angestrengte Arbeitsstunden find zur Fertigstellung nöthig.— Näherinnen auf Wäsche, wie Kragen u. s. w., finv verschieden ge- stellt. Während der eine Tbeil in 54 Wochenstunden einen ArbeitSerlöS von 10—15 M. zu erzielen vermag, bringt eS der bei weitem größere Theil bei Tag- und Nachtarbeit auf 6—7 M. wöchentlich. Eine fich und ihre 5 unversorgten Kinder mit Tüchernähen ernährende Wittwc verdient, wenn fie von früh 8 Uhr bis Abends 8 Uhr arbeitet, wöchentlich 3 biS 4 M. Eine Menge Wittwm ernähren stch mit Stühle- flechten. Bei fleißiger Arbeit von früh bis svät läßt fich ein Wochenverdienst von 6—8 M. erzielen.— Wenig lohnend ist die Thätigkeit einer Perlarbeiterin, welche mit ihrer Händearbeit bei 12 Stunden täglich selten über 5—6 M. pro Woche hinauskommt.— Steht man davon ab, daß eigentlich die schwere Fabrikarbeit unter allen Umständen der Frau verschlossen und allein dem Manne offen bleiben muß, so find die weiblichen Lohnverhältnisse in Berliner gewerblichen Etablissements im Verhällniß zu denen der Haus- und Werkstätten� Industrie nicht ungünstig zu nennen. Arbeiterinnen(Punktirerinnen) in Buch- druckereien verdienen bei zehnstündiger Arbeitszeit wöchentlich an 13 M. und darüber. Jede Ueberstunde wird mit 25 Pf. vergütet. Hin und wieder wird Sonntags gearbeitet.— In Metall-, Bronzewaaren- und Pianoforrefadriken betragt der DurchschnitiSverdlenst einer Arbeiterin 10 M. Sonntagsarbeit ist ausgeschlossen. Solche existirt in einer großen Teppichfabrik, wo Arbeiterinnen bei 8'/, Stunden täglich die Woche 9 M. 75 Pf. verdienen.— In Album- und Leder waarenfabriken thätige weibliche Kräfte haben einen Wochenlohn von 7,50—12 M. Auch hier ist keine Sonntagsarbeit zu finden. Kartonnagenardei« rerinnen verdienen daS Gleiche. Der Wochenloön einer Vergolderin beträgt bei einer täglichen Arbeitszeit von l l Etun« den, sowie SonntagSvormittagsarbeft 8M— Der Gesundheit besonders unzuträglich ist bekanntlich das Plätten von e. Man weife� zu welcher Entwickelung dieser Erwerbs« gelangt ist. Meist in Kellerräumen gelegen, find diese Iäti-Anstalten von Dunst und Öualrir erfüllte Stätten» in denen viele Hunderte weiblicher Wesen täglich 10—14 Stunden (Sonntags auch einige Stunden, häufig ganz) zu hantieren haben. Für diese Arbeit giebt es wöchentlich 5—10 M.— Sehr zahlreich find auch die Fragebogen über die Lohnverhält- niffe in der Mänteldranche. Neues ist nicht zu Tage gefördert worden. Die unzähligen Mäntelnäherinnen-Verfammlungen im Laufe des letztverflossenm halbenJabreS habm bereits allesMit« theilenswerhe gebracht.— Etwa ein Viertel derjenigen, welche die Fragebogen ausgefüllt haben, gehört einem Arbeiterinnenverein an. Was die Rubrik detrifft:„Unterstützen Sie jemand durch ihre Arbeit?", so sei erwähnt, daß so ziemlich die Halste der Arbeiterinnen von ihrem Verdienste theilS die Eltern, oderssdie Kinder, theilS auch dm Mann mit ernähren müssen. Ziemlich die Hälfte ist eS auch die unverheirathet ist.— An dem Verein zur Vertretung der Interessen der Arbeiterinnen mit seiner Fachkommisston wird es vor allem liegen daS erlangte Material zu virwerthen. Er wild fich einzelner besonders darnieder- liegender Branchen annehmen und Besserung schaffm. Viel- leicht kann diese Privatenquete der Regierung und dem Bun« deSrathe, denm ja die Prüfung der Arbeiterinnen« bezw. Räherinnenlohnfrage unterbreitet ist, manchen Fingerzeig gebm. Wie man Walzer tanzt— unter dieser Ueberschrift bringen die„BaSler Nachrichten" ein Feuilleton, welches unS mit solgmdm Ballsaal Typen bekannt macht: 1) Die flotte Tänzerin: Groß, schlank und geschmeidig. Vierundzwanzig Meter alte Alencon oder Flandrische Spitzen an einer Schleppe in Form eineS Pfauenschweifes, welche fich majestätisch präsen- tirt. Wmig Schmuck, aber blmdend. Einen Strauß von natürlichen Blumen in der Hand. Begegnet fast Jedem mit demseldm Lächeln triumphirmder Anmulh. Tanzt mit Chic. Geruht fich zu verneigen, falls ihr Tänzer ein Prinz ist, oder falls er das Glück hat, ihr nicht zu mißfallen. Besitzt eine außergewöhnliche Kunst, um ihre immense Schleppe, welche fie nie zu geniren scheint und welche harmonisch ihre Bewegungen begleitet, zurückzuschieben. Während des Tanzes betrachtet fie die Schulter ihres TänzerS, ficht aber dämm doch Alles, waS vorgeht. 2) Die treuherzige Tänzerin: Gewöhnlich wunderlich «meidet. Hat Schultern, die, ihren Wangen ähnlich, erröthen, ottert verwirrt, bleibt stehen, um zu sagen:„Ja, mein Herr!" Giebt Acht, um nach der Vorschrift ihres Meisters zu tanzen, verliert aber zumeist den„Taft", verwickelt die Füße in ihre Schleppe, oder bleibt mit ihrem Fächer hängen, welcher dabei zerbricht. Tanzt mechanisch, wagt weder zu sprechen, noch zu schauen. Findet dennoch nach einer ganzen Reihe von Unfällen, daß fie fich auf dem Balle göttlich unterhalten habe.— 3) Der gute Tropf: Ein großer Junge. Erhebt die Tänzenn wie eine Feder auf, flüstert ihr großeDummheiten oder kleineUnzutömmlich- ketten inS Ohr. Laßt die Aermste erröthen, lacht aus so vollem Herzen, daß man ihm seine Dummheiten gar nicht übelnehmen kann, verdrängt die Leute, macht sich rückhaltSloS Platz und tanzt die ganze Nacht. Er ist die Vorsehung der Mütter, der Ex-SchönhUten und der kleinen Penfionärinnen. Hat viel Muth, verzehrt daS erbärmlichste Nachtmahl und walzt mit dm üppigsten Riesmdamen. Würde auch mit einem Obelisken oder dem Thurme deS heiligen Jakobui tanzen, ohne zu ermüden. Nicht vomehm, aber kostbar. Wird viel eingeladen.— 4) Der beirathllustige Jüngling: Außergewöhnlich ehrfurchtsvoll jungen Mädchen gegenüber, dabei charmant den Matronen vii-i-Tii. Spürt die Mitgift wie ein Jagdhund daS Wild in der Ferne. Für zweimalhunderttausend Franks zwei Walzer, für dreimal- hunderttausend Franks noch eine Quadrille, bei vie malhundert- tausend FranIS fordert er die Mama auf, für fünfmalhundert- tausend bittet er daS Fräulein, ihm den ganzen Kotillon zu gewähren, für eine Million würde er fich zu dem Kutscher auf den Bock setzen. Tanzt ausgeuichnet. Natürlich! Sein Ge- werbe. Berührt kaum die ToUette seiner Tänzerin, führt fie mit Borficht, trägt Sorge für ihr Kleid, spricht wmig, doch befitzt er einige Redensarten für ehe- licheS Glück, welch« er mit verführerischem Blick »inzuflcchlen weiß— vorausgesetzt, daß die Mitgift das erlaubt.— 5) Die MannStolle: Hat amerikanische Ma- nieren angenommen. Sagt, daß fie nicht heirathen will, während fie vor Begierde brennt. Kokettirt mit Jedermann und moquirt fich über Jedermann. Vertheilt die Blumen ihres Straußes und die ihres Geistes. Trägt exzentrische Kleider. Jede Toilette ist ein Pistolenschuß und jeder Blick rin Pfeil. Sie wird allmAig schmachtmd, leidenschaftlich. Tanzt mit Resignation— findet aber trotzdem keinen Mann.— 6) Der bescheidene Tänzer: Kommt vom Lande, schlägt die Äugen nieder, spricht leise, fordert bloi die Dicken zum Tanze, aus Furcht, abgewiesen zu werden. Ist eS nicht, aber scheint dümmer als die Anderen.— 7) Der Eroberer: Ein Soldat, tanzt husarenmaßig und hat ein ficheres Auftreten. Ist ein hübscher Junge und betrachtet seine Tänzerin fortwährend. Holt Athem, indem er sagt, daß fi: duftet. Läßt seine Ball- sparen klingen. Drückt den Arm seiner Tänzerin, indem er fie zum Büffet geleitet. Gefällt oft, aber nicht lange.— 8) Der ungeschickte Tänzer: Tanzt wie ein Toller, tritt Jeder« mann auf die Füße, entschuldigt stch bei dem Einen, gleitet aus, klammert fich an eine dicke Dame, zerreißt deren Kleid, verwickell fich in die Robe seiner Tänzerin, fällt, zieht fie mtt fich, stößt dabei einen Diener um, der ein Tablet geschliffener Gläser zm Tafel trägt, erhebt fich inmitten deS Lärms, zieht seine purpurrothe Tänzerin mit fich, stößt an eine Tbür, an einen Gesandten, an einen Armsessel, welcher mit Geräusch umfällt, flüchtet in ein Boudoir, wirft ein Blumentischchen um, verliert den Kopf, läßt endlich seine Tänzerin laufen und rettet fich über die Stiege' die Verwünschungen der Hausfrau begleiten ihn.— 9) Die Verliebten: Nur fie find da! Sie würden bis in alle Ewigkeit forttrnzen. Ihre Schritte ver- einigen fich in süßer Harmonie. Sie ist in seinen Armen wie ein Kind in der Wiege. Er lächelt und von Zeit zu Zeit be- gegnen fich diese Blicke. Sie tanzen, wie man im Himmel tanzen mag. aneinander geschmiegt, und daS weiße Kleid bildet eine beide einhüllende Wolke. Ihre Hände zittern und ihre Herzen, deren Schläge fie gegenseittg hören, pochen stürmisch, Wuth, Eifersucht, Langeweile und Haß bewegen fich ringS umher. Sie bemerken nichts. Wie zwn Schwäne gleiten fie dahin, selig, glücklich. beneidenSwerth. Ein betrübender Unglücksfall hat sich vor einigen Tagen im benachbarten Echönederg ereignet. Der Hausbesitzer Groß war am Sonnabend, den 13. d. M„ in seinem Hause, Bahnstraße, beschäftigt, Klosets aufzuthauen, und hatte zu diesem Zwecke die Abfluß- resp. Sammelgrude vor dem Hause, welche fich ganz dicht am Fußsteige befindet, öffnen lassen. Ohne irgend welche Vorfichtsmaßregeln zu treffen, hatte er fich hierauf zu den KlosetS begeben, und dies bei zwei mtt Miethern gefüllten und reich mit Kindern gesegneten vierstöckigen Fa- milienhäusern. Diese Nachläsfigkeit sollte bald die traurigsten Folgen haben. DaS kleine N/.j ahrige Töchterchen Martha deS n demselben Hause wohnenden Mechanikers Jssem wurde zur selben Zeit mit einer Ueinen Besorgung nach unten geschickt und stürzte in die mit eiskalten Exkrementen angefüllte Kloakengrube hinein. DaS Kind muß vor Schreck sofort be« finnungglos geworden sein, denn ohne eiaen Laut von stch zu geben, versank eS allmälig in die Kothmaffe. Glücklicherweise kam es vor daS Ausflußrohr deS KlosetS in der Grude zu liegen, so daß die Aufmerksamkeit der Leute beim Auftbauen geweckt wurde durch den mangelhaften Abfluß. Man eilte zur Grube und sah mit Entsetzen einen menschlichen Arm auS der Kothmaffe ragen. Mittelst einer Leiter und eineS Hakens zog man nunmehr das unglückliche Kind erstarrt und von Koih- masse erstickt heraus. Von welchen Folgen dieser entsetzliche Unglücksfall für daS kleine Wesen sein wird, entzieht fich vor- läufig noch der ärztlichen Beurtheilung. Bewegung der Bevölkerung Berlin» nach dm Ver> vffentlichunam deS stattstischen Amts der Stadt. Die fortge« schrieben« Bevölkerungszahl betrug am 30, Januar inkl. der nachträglichen An« und Abmeldungen 1 319,936, hat fich demnach geam die Woche vorher um 1209 Seclm vermehrt. In der Woche vom 31. Januar bis 6. Februar wurden polizeilich gemildet�l972 zugezogene, 1710 fortgezogene Personen; standeS- itlich wurden 191 Ehen geschlossen. Geboren wurdm 955 Kinder, und zwar lebmd: 463 männliche, 454 weibliche, zusammen 917(darunter� 109 außereheliche), todt männliche 14, weibliche 24, zusammen 38(darunter 7 außereheliche) Kinder. Die Lebendgeborenen, aufS Jahr berechnet, bilden 36,3, die Todtgeborenen 1,5 pro Mille der Bevölleruna, die außerehelich Gebormen 12,1 pCt. aller in der Woche Geborenen, davon die bei dm Lebmdgebormen 11,9, die bei dm Todtgeborenen 28,4 pCt. In der Kgl. Charttee und Entbindungsanstalt wurden 46"Kinder geboren. Gcstorbm(ohne Todtgedorene) find 570, nämlich 291 männliche, 279 werbliche Personen. Von diesm warmunter 1 Jahr alt 163(inkl. 37 außereheliche), 1—5 Jabre 109(inklusive 5 außereheliche), 5—15- Jahre 20, 15-20 Jabre 10, 20-30 Jahre 41, 30-40 Jabre 50, 40-60 Jahre 89, 60-80 Jahre 72, über 80 Jahre 16.- Die Sterbefalle beim Alter von 0 bis 5 Jahrm machm47,7 pCt- sämmt- licher in dieser Woche Gestorbmen aus. Von den im Alter unter 1 Jahr gestorbenen Rindern starben 45 im ersten, 22 im zweiten, 17 im dritten, 12 im vierten, 12 im fünften, 12 im sechsten, 42 im fiebmten bis zwölften Lebensmonate: von denselbm waren ernährt 28 mit Muttermilch, 1 mtt Ammenmilch, 77 mit Thiermilch, 0 mit Milchsurrogatm, 15 mtt gemischter Nahrung, von 42 war eS unbekannt. Todesursachen waren besonders: Lungenschwindsucht(92), Lungmentzündung (49), Bronchialkatarrh(12), Kehlkopfentzündung(12), Krämpfe (45), Gehirnschlag(15), Gehirn- und Gehirnhautentzündung (19), Herzfehler 15, KrebS(22), Alterschwäche(18), LedenS- schwäche(37), Abzehrung(15), Masern(5), Scharlach(3), Rothlauf(4), Diphtherie und Braune(36), UnterleibS-TyphuS (3), Keuchhusten(11) Diarrhöe(6), Brechdurchfall(10); an anderm Krankheiten starben 141. Durch gewaltsamen Tod endetm 5, durch Vergiftung 6, durch Selbstmord 2(1 durch Erhängen und 1 durch Erschießen.)— Die Sterblichkeit der Woche auf daS Jahr berechnet, kommen durchschnittlich auf 1000 Bewohner in Berlin 22,5.— In der Woche vom 7. bis 13. Februar wurdm dem Polizeipräsidium gemeldet als erkrantt: an Typhus 12, an Masern 110, an Scharlach und Diphtherie 30, an Diphtherie 101, an Kindbettfieber 5. In den 9 größeren Krankenhäusem wurden in der BerichtSwoche 841 Kranke auf« genommen, davon litten an Masern 8, an Scharlach 5, an Diphtherie und Kroup 26, an UnterleibS-TyphuS 4. an Rose 7. Es starben 114 Personen; als Bestand verblieben 4168 Kranke._ Oerichts-Zeitung. Vor dem Schwurgericht hiesige« Landgerichts i be- gannen gestern die Verhandlungen eines umfangreicheren vrandsttstungs-Prozesses gegen dm Schankwirth Karl Julis Grahlo» und dessen Ehefrau Natalie Auguste Louise Grabm geb. Jaeob. Am 1. Oktober 1885 früh gegen 3 Uhr brach» de« Hause Grotte Hamburzerstraße 28, m welchem die w geklagten eine Gastwirthschaft betriebm. Klein-Feuer au«. brannten im Lordergedäud« der Dachstuhl und zwei Rau« im Dachgeschoß, sowie ein im Parterre belegenes Zimmer iw» Mobiliar gänzlich auS, während die daran stoßenden Rau» nur wenig vom Brande mitgenommen wurden. Der her»» gerufenen Feuerwehr gelang es binnen einer Stunde,«« Feuer zu bewältigen. Die beivm schon in vorgerücktem uden» alter stehenden Angeklagten find beschuldigt. daS Feuer# sätzlich angesteckt zu haben. Sie haben früher die Rü&.T OffizierSkafino zu Alt-Moabit geführt, lebten aber zuletzt° sehr bedrängten Berhältniffm. Ihre Wirthschast machte eine» verkommenm und ärmlichen Eindruck und den MiethSM vermochtm fie immer nur verspätet zu zahlm. Anfang» w JahrcS 1885 ließen fie ihre Wirthschast bei der Union# sichern; der betr. Verstchemngsagmt fand bei seinem Lesu� in dm Grahlow'schen Räumen sehr viele und zum The«»w gute Sachen, einen reichlichen Wäschevorrath, gedtegme zimm-rcin'ichturg-n und schöne Kleidungsstücke vor, so o»' die Verficherung in Höhe von 12 000 M. aufgenommen«iM Auf Anlaß eineS Polizistm wurde eine nochmalige Recherche m o« Wohnung jangestellt und eS wurde festgestellt, daß das M#' mindestens um'/» biS>/, zu hoch geschätzt war. Die wurde in Folge dessen als zu hoch zurückgewiesm. Em' September wurde die Verficherung in Höhe von 9100 f nehmigt. Bald nachdem er die Pol,,« in dm Händen»luff schaffte Grahlow einen Thell dei Mobiliars in eine llerne« ihm aemiethete Wohnung, einen anderen Theil brachte« die Wohnung seiner SwwägÄn, fünf bis sechs Koffer u Körbe voll gab er einer bekanntm Schlächterfrau, indem« T gab, er gebe sein Geschäft auf und möchte für die 6:#� ■....."— wieder ein gl»« Unterkommen haben, bis er gelegmttich.......... Geschäft aufmachen würde. Er hatte überall ausgesprengt, er am 1. Oftober umziehen würde, am 30. September'r aber von Vorbereitungen zu einem Umzüge nichts zu DaS Benehmen der Angellagten während dei Brande« r der Löscharbeiten ist vielm Personm sehr aufgefallen, lich die eigenthümliche Ruhe des Manne», der ebenso fj! bestürzt war wie die Frau. Letztere äußerte, alS fie o«A Hofe angekommm war, plötzlich:„Ach, ich muß noch% hinauf, ich habe was vergeffm!" Dann zündete fie an und kehrte nach ihrem Schlafzimmer zurück, bückte WL hob unter dm Worten:„Die Katze kann ich doch ni@L lassen", etwas von der Erde auf. Ob fie wirklich ein« 74 aufgmommen hat, ist nicht festgestellt. Auffällig ferner, daß die unteren und oberen Räume, ohne in dung mitemander zu stehm. gleichzeitig brannten. OfrouffL low jammerte, als fie bei NachbarSleuten aufgenommen% weniger um ihr Eigmthum, als um ihre Ziegen- iL Feuerwehrleute demwftm einen starken PctroleW ruch, fie fanden in den Brennenden Zimmern mehrfach s„ umhergestreut, in einem Zimmer warm sämmtliche Gegen«"» mtt Petroleum vollständig begossen. Im Grahlow'schen fanden fich zwei blecherne 10 Liter-Kannen vor, von »ine noch mit 3'/, Ltter Pitroleum gefüllt war und dfl�j ©puren zeigte, daß wenige Stunden vorher Petroleum� derselben gegossen war. Die Angeklagten müssen zug«� daß daS Feuer jedenfalls absichtlich angelegt ist, bestreiten entschieden ihre Thäterschast. Grahlow gievt an, daß am deS Brandes ge 1...... baten, er dieser :e Thäterschast. Grahlow giebt an, daß am v � gegen Abend 4 Personen bei ihm UnterkunN. elbm aber abgewiesen und fie fich daraus"� Lärmen und Schimpfen en�semt hätten. Auch nach Richtung hat Grahlow den Verdacht angeregt, daß tz� Racheatt vorliege. Bei der großen Anzahl der zu vernetz� dm Zeugen wird die Verhaudlung stch über zwei Tagt u dehnen. Die Anklage vertritt Staatsanwalt v. d.%«'' Vertheidigung führen die Rechtsanwälte Dr. Holl Meißner. Ei«..■». welche am Montag vor der zweitm Strafkammer bes�y, Ein betrübender Anblick bot fich in einer Verhai�A gerichtS I stattfand. Ein Bttd der tiefsten Reue_ knirschung und kaum im Stande vor GemüthSbewegro? sprechen, befand fich der 24jährige Student der Mcdtzw � Waldemar Klein auf der Anklagebank. Er war eines 0%.'. Vergehens, des Diebstahls an einem Kommilitonen, bess» Der Angeklagte war geständig. Er hatte im November einen Studtengenoffen als Mitbewohner des von ib?. miethctm ZimmcrS erhalten, welcher im Befitze dedei Geldmittel zu sein schien, wmigstenS bemerkte der AnaffA gelegentlich, daß derselbe in seinem unverschlossenen Korn* Bedeutend« Summe aufbewahrte.„Wie ich dazu ß«'CB(f bin, mir eines TageS von dem Geld« einen Betrag Gulden anzueignen, ist mir heute noch nicht Uar.'M< w den Tage wurde der Diebstahl entdeckt und sämmtlia« sonen, welche zum Zimmer Zutritt hatten, wurden veiN�Li!« nachdem der Bestohlene Anzeige gemacht hatte. keinen ruhigen Augenblick; nachdem stch mir endlick� � sehnte Gelegenheit geboten, da» Geld wieder an Stelle zu legen, athmete ich wieder auf. ES war zu Entschuldigung für meine Handlungsweise weiß ich führen." Der Staatsanwalt verkannte nicht die vorließ Milderungögründe, meinte aber, daß ein so schmählich«'..�!« trauensbruch. von einem Studenten an seinem Komwu � begangen, eine strenge Ahndung erheische. Er Monat Gefänaniß. Der Gerichtshof erkannte diesem. � gemäß. Der Verurtheilte, welcher bereits ein StudiU�� zehn Semestern hinter fich und durch den verhängn'«,�!' schwachen Augenblick seine ganze Existenz ruinirt hat, f' fich bei dem Erkenntnisse beruhigen zu wollen. Der> Staatsanwalt, jetziger UnioerfilätSrrchter Dr. Daude> der Bei Handlung bei. «Unverfälschter gereinigter Pfeffer soll in. zu den Seltenheiten pehören", erklärte der Geri?'».� v Dr. Bischoff in einer Verhandlung, welche gestern di«�,» theilung des Schöffengericht» beschäftigte. Der RaW�ijir stand unter der Anklage deS wiffentlichen Verkaufs Nahrungsmittel. Zum Zwecke der Kontrole hatte da« � Pläfidium von demselben gestoßenen Pfeffer boten« welchem Dr. Btschoff eine Beimischung von 5 pCt. va# Staub konstatirte. Der Angeklagte wurde darauf Ä.uier«5 theilung dieser Thatsache polizeilicherseitS vor dem �„M, kauf dieser Waare gewamt und unter obige AnkUst als eine später von ihm entnommene Probe dass<«°« � r, bei der Untersuchung ergab, wie der frühere schuldigte wieS nach, daß er nach der polizeilichen-Oj neuen Pfeffer bezogen, allerdings von derselben j.. � früber, doch sei dies eine der renommirtefien Inhaber ihm ausdrücklich verfichert habe, daß der A' verfälscht sei. Dr. Bischoff meinte, daß von einer<«L# Verfälschung des PfefftrS nicht die Red« sein könne, mengten Sandpartikel stammten vielmehr direkt von ve« � v. woselbst bei der Pfefferernte berettS von den Eigner Mischung bewirkt wurde, um fich für die in den#3 stattgehabten Mißernten etwaS schadlos zu halten--«rjjz«*, Händler sowie die Gewürzmüller unterließen cd« �. Pfeffer zu sieben und von Unretnigkeiten zu befcel- Detaillisten gegenüber von einem PreiSaufschlag Abst. ��t�,. zu können und so sei die Folge denn, daß der Koni rantie für die Reinheit deS Pfeffers habe der Kam g, wenn er den gefiebten Pfeffer selbst mable. � D«� Verantwortlicher Redakteur St. Kronheim in Berlin. Druck und Verlag von Max Beding in Berlin SW., Beuthstraße 2. zz> Gerichtshof dm Angellagten und erkannte auf 5 M. Geldstrafe. Hierzu eine rl Juli-I hr braj ii n Vi« r au».- Bei RÄ« mmer nwp )en Räu« Ott Jerg tunbf, d-> :em Uebw»' Faun»f mkg ifang» W Jnlon r«' rm««su» mg mcn BMW» Beilage zum Berliner BolNlall. #«. 45, Dienstag, den 28. Fcbraar 1886. III. I-tzW. 'XtS I Vi- y :> i Parlamentsberichte. Nbaeordnetenhau». 25. Sitzung vom 22. Februar, 11 Uhr. Am Ministcrtisck-: von Puttfamer. LuciuS, �-Vronfart, v. Boetticher, v. Scholz» Fried» v e r a, v. G o ß l e r und Kommissarien. . Auf der Tagesordnung stchm die vier Polcngcsetze, zu» fachst die risse Lesung des Gesstzentmurf» betr. die Besör- °?rung deutscher Ansiedelungen indenPro- vinzen Westpreussen und Posen. _ Zum Worte melden fich 19 Redner für, 20 gegen die Jotlagc. ,. Abg. v. Wierzbinski: Diese Vorlagen find der AuS» �5 d-r volitischen Leidenschaft, eine künstlich in Szene ge» Utk Polrnhetze. Da wir Polen einmal da find, so haben J't auch unsere nationalen Gefühle und Bestrebungen, den �rreb der Sclbsteryaltung. DaS verstehen Sie nicht. Wer f'fc Leidenschaften wachruft, kann von Ihnen noch so viel krbern, er ist Ihrer Zustimmung immer sicher. Ader der große �artSmann vergißt, daß wir nicht, wie behauptet wird, eine vbstfisch und moralisch vermoderte Nation find, sondern einen »benbtgen und lebensfähigen Organismus repräscntiren. Einen «ichnam würde man nicht mit solchem 5>asse ver» k'gen. Wir wissen sehr wohl, daß wir Naturkräften iisiter, überstehen, die wir mit gleichen Waffen nicht bekämpfen J'BBev. Aber daS mit Füßen getretene Nationalitätsprinzip ;'dbt trotzdem eine Waffe. Mögen Sie Ihre Verfolgung ?'Sen uns mit Ihrem Gewissen vereinigen, wie Sie wollen, Uiiheil der Geschichte kann nicht zw.ifelhast sein. Wie N ein deutscher Lehrer seinen Schülern moralische Ent« I�ung gegen die Ausweisungln und Verfolgungen unter r-�ig XIV. eirflößen können, wenn in seinem Vatcrlande, »ufgeklärten Deutschland, diese AuSnahmemaßregeln gegm Polen bestehend Sticht das polnische Element, da« .�'chthum ist im Osten in stetigem Vordrirgen begriffen r* dies» Gesetz: werden immer den Charakter einer verfol- �»süchtigen Aue nahmemaßregel trogen. Soll die Berufung p unfce uns feierlich garantirten nationalen Reckte wirklich Pfifferling werth sein? Wir wissin sehr wohl, daß un» -k Kampf aus Leben und Tod bevorsteht. Aber ein Volk, Elches fine tausendjährige Geschichte hat und trotz hundert« i,»%r Knechtschaft so lebensfähig ist, wird nie untergehen. r!* bleibt der Sieg, Ihnen Unehre und Schande!(Beifall 6,1 den Polen, oho! links und rechts) .�.Präsident: Herr Abg. v. WierzbinSki, ich habe Ihnen S!Nlich einen weiten Spielraum gelassen, aber Ihre letzten -OWe gingen über die parlamentarische Sitte hinauS: ich k-k Sie zur Ordnung. � Minister Dr. Lucius: Ich begreife ja. daß der Vor» «dmr mit einer gewissen Erregung gesprochen hat. Um so �higer und sachlicher will ich sprechen Diese ganze Vorlage ist Vckt eine der Lffcnfioe. sondern der Defensive.(Widerspruch.) durch Beste und Bildung leitende Tbeil der polnischen Nationalität in Preußen will sich in daS Gefügt des preußischen jptaaiältberä nicht einleben und die E�nnungen der vreußtschen Herrschaft über dieses in der tie'sten Zerrüttung befindlich ge- wesene Land nicht anerkennen, sondern nach wie vor die Her- stellung eineS selbstständigen Reiches erstreben. Ich verweise auf die Geschichte der letzten 50 Jahre. Hier handelt eS fich dicht um Aneldotm, sondern um blutige Aufstände, um meuchel» kö�drrische Thaten.(Widerspruch bei den Polen.) Sie finden darüber das altenmäßige Makerial in dem Buche des Major? Knorr über die polnischen Aufstände von 1830—1865. Nur der Wachsamkeit der preußischen Regierung ist eS zu danken, daß v«r Ausstand nicht auf preußrschrs Gebiet hinübergespielt wor- den ist. Die Vorlage ist nur ein Alt der Seldstwehr, der siettheidigung, dem fich keine lebensfähige Nation entziehen Mn, cm allerwenigstrn eine so kräftige, wie die deutsche. Vorlage fordert große Staatsmittel zum Ankauf von Tandereien. Sie knüpft in dieser Beziehung an dle Tradition wilche seit der Besttzergreifung von 1772 durch Friedrich den Fraßen mit gewissen Unterbrechungen fortgepflanzt worden ist. � ist bekannt, wie dieser König durch Landesmeliorationen 7; f. w. diesen Landeslhiil zu heb-n bemüht war. Roch eine '-wer letzten KadinetSordreS vom 15. August 1786, zwei Tage F1 seinem Tode, betraf die Hebung dcS Netzedistrilt». Die Mage beabstchtigt nicht die Bildung von Großbesttz, sondern ,- Etablirung eineS leistungsfähigen Bauernstandes und einer ».-hasten Arbeiterbevölkerung in den dortigen Gegenden. Die K-Uhrilung deS GmndbefitzcS ist in Preußen im Großen und ��e�e��gksund�Lati�ndien�efinde�fi��ru�i�c� Kttlirer Theater. Deutscht» Theater. tri.i,�- c- Die dramatische Dichtung, sowie dieselbe heute be» Ä« wird, ist entschieden im Rü-kgange begriffen. SS hat Anschein, als ob diejenigen Leute, welche fich ausschließlich sch», zusprechen, uns daS menschliche Lebm im Wrver» tmn tn Bilbnenlamptn darzustellen, dieses Leben gar nicht Fi."-.«, daß sie nicht im Stande find, eine charaUtristrsche iir.««b19 an die äußersten Konsequenzen rhreS Handelns, sch».. Empfindens und Denkens durchzusuhren. und dem Zu» Una deS DichterS verllärt wird. zv�dzügen ihres Charakters und Weser S überall glerch. die Ä!' welche uns Alle treiben, find dieselben. Vre Regunaen K iv'WÄ fet° der hieraus entspringenden.Gewohnheit in un» mm "'tl)r bUdet. schränktem Raum ohne Gefahr für daS Landeskulturintereffe. Die königlichen Domänen konnten wir deshalb nicht zur inneren Kolonisation verwenden, weil sie in dem Umfang, den fit zur Zeit haben und den sie im Wesentlichen auch bereits 1820 b ttien, verpfändet find für die damaligen Staatsschulden. Diese Staatsschulden find zur Zeit reduzirt auf etwa 84 500 000 M. Die Tilgung derselben wird erst im ersten Jahrzehnt des kom- wenden Jahrhunderts vollendet sein. Außerdem ist in den Provinzen Westpreußen und Posen der Tominialbesttz kein er» heblich großer und in den Händen von deutschen Landwiithen, welche durchweg die Mittelpunkte der deutschen Kuttur und des deutschen Fleißes bilden. Der Staats-Domänenbesttz deträgt im Regierungsdezi'.k Danzig nur 3880 Hektar, im Regrerungsb zirk Marienwerder 15 969, in Posen 18 329, in Bromberg 10105 Hektar. Diese Domänen find sämmtlich verpachtet, zum Theil auf viele Jahre. Im Jahre 1888 werden überhaupt blas zwei Domänen pachtfrei; 1889 eine und 1890 zwei. Aus diesen Gründen empfiehlt fich also lediglich der Erwerb von polni- schcn Gütern. Die über 150 Hektar großen Güter im Privat« besttz baden in der Provinz Posen ein Gesammtareal von 1 330 342 Hektar. Hiervon find im deutschen Besitz 723 899 Hektar, im polnischen Befitz 656 443 Hektar. In den letzten 25 Iahren find in deutsche Hände übergegangen 225 922 Hektar (Kört, hört! im Zentrum urd bei den Polen), aus deutjchem Befitz in polnische Hände 30 358 Hektar. Es ergiebt fich daraus, daß der polnische Befitz fich um etwa 195000 Hektar gegenüber vem deutschen verringert hat.(dört, hört! im Zen» trum. Heiterkeit.) Ich glaube doch, diese Zahlen find von Werth(sehr richtig! im Zentrum), und ich habe eS für nöthig gehalten Ibnen objektiv die Sache darzulegen. Im Regie- rungSbezirk Marienwerder bat fich der polnische Befitz ver- ringert um 91 191 Hektar(hört, hört!); im Regierungsbezirk Danzig beträgt der Gesammtbefitz 201 880 Hektar; davon in deutschen Händen 183 412, in polnischen 18 468 Heltar. Immerbin ergiebt fich hieraus, daß die in polnischem Befitz befindliche Fläche eine sehr große ist. Dasselbe gilt auch von vem kleinen Grundbesitz. Der ron der Regierung brabfichirgte Anlauf würde fich wesentlich auf den größeren polnischen Befitz in den gemischten Lan?eitheilen oder in den vorwiegend polnischen Lanvestheilen zu eistrecken haben. Mit diesem Ankauf mögen gieße Schwierrgkeiten verbunden sein; fie werden aber gelöst werden. Dazu wird fich Gelegenheit bei den zahlreichen Zwangs Verkäufen, aber auch im Wege deS FreihandankausS finden. Ich türchte in der Beziehung keinen erheblichen Fedl- griff. Der Werth des Grund und BodenS ist dort ziemlich feststehend und übersehbar. Die geforderte Summe ist mit Rücksicht auf den zu erwerbenden Grundbesitz keineswegs zu hoch gegriffen. Der schwierigste Punkt der Vorlage ist nalur- gemäß die künftige Verwendung der Fläche. In dieser Be- ziebung werden allerdings die Organe der Regierung einer ge- wissen Ergänzung bedürfen. Wir werden ein organische» Element suchen müssen, das sich ihnen anschließt, um diese Auf- gäbe zu lösen. Auf diesem Gebiet wird die in§7 vorgesehene «ommrsfion ihre Thäligkeit zu entfalten haben. Die Regierung unterschätzt nickt die Schwierigkeil ihrer Ausgabe, welche nicht in wenig Iahren zu lösen ist, sondern für ein Menschenalter Arbeit gicdt. Die Regierung rechnet dabei nicht nur auf die bereitwillige Unterstützung beider Häuser des Land- tag«, sondern auch der gesammten intelligenten Kraft im Lande.(Beifall rechts.) Abg. v. Benda: ES wird wohl kaum noch der Recht- fertigung bedürfen, wenn ich die Erklärung abgebe, daß meine politischen Freunde dieser Vorlage in ihren Grundlagen sym- pathisch gegenüderstehen.(Zurufe im Zentrum.) Ich habe eS gar nicht anders erwartet, als daß diese Erklärung in solcher Weise von Ihnen begrüßt werden würde, ich gebe fie ad im Namen aller meiner Freunde: Ihr anscheinendes Miß- fallen trifft also nicht mich allein, sondern auch alle meine Freunde.(Heiterkeit im Zentrum.) Auch Herr v. WierzbinSki hat die Sachlichkeit der Begründung der Vorlage zugegebm; daß fie das deutsche Interesse wahren will, kann vach nicht ve- wundern, daS ist ja ihre Aufgabe. Jndeß so sympathisch auch unsere Stellung zu den Grundlagen des Entwurfs ist, so bedarf sie doch im Einzelnen der ernstlichsten kommissarischen Prüfungen nach allen Aichlunaen. Auch die Summe von 100 Millionen schließen wir nicht davon au« (Abg. Rickert: Hört, hört!); ick konstatire wiederholt, daß wir aufs Entschiedenste ablehnen, durch die Annahme deS Antrags Achenbach uns auf eine bestimmte Summe präkludirt zu haben. Der Budzetkommisfion ü>erwiesen, wäre er für fie völlig gegenstandslos gewescn. Vor Allem muß§ 7 geprüft werden. Der Minister hat selbst zugestanden, daß die Vor- schlägt bezüglich der begutachtenden Kommisston kein Defini- Wenn man eine geschickte Zusammenstellung von wohltönenden Worten, eine Reihe von glänzenden, theil» nicht ganz neuen, thtils unwahren Maximen, einige im thatfächlichen Leben unmögliche und einige AlltagSfiguren für drS hinzunehmen geneigt ist, was im Lust» spiel sein soll, so muß man allerdings gestehen, drß der Ver- faffer da» geleistet hat, waS er zu leisten verpflichtet war. „Spiel" war freilich vorhanden, von der„Lust", die zu einem Lustspiel doch auch gelört, war jedoch nichts zu spüren. DaS erste Lustspiel, welches vielleicht überhaupt geschrieben worden ist, hatte entschiedcn vafielbe Rezept wie dieses neueste. Nichts sprich» in demselben sür eine originelle Auffassung, von Erfindungsgabe, von einer harmonischen Ausarbeitung der Charaktere. ES ist die alte Geschichte, die im Interesse ge- wiffer Theaterdichter ewig neu bleibt. Em verschwenderischer, adliger Lebemann hat sein Vermögen verthan, er lernt zufällig eine reiche Erbin kennen, nach einigem Zieren und den unausbleiblichen Mißverständnissen sinkt fie ihm gerührt an die Brust, fie haben fich ein» fach. Nebenher läuft noch eine and.-re Liebekgeschichte; dn bebrillter Stubengelchrter läßt fich von einer koketten, äußerst aeist eich sein wollenden Wiitwe durch mehrere Akte hindurch am Narrenseil führen,— auch sie kriegen fich. Außerdem lernen wir noch einen halbverdr-hten, wribischen Modegecken kennen, der allen möglichen Damen den Hof macht, um schließ. lich eine Koufine zu heirathen, die fich durch den Mangel jcd» weder Charaklereigensckaften auSnichnct. Ein rdcher Bankier, der fich dn paar mißlungene Witze leistet, seine Frau, die fich schriftstellerischen Anwandlungen hingiebt, und die wir drastischer und prägnanter in vielen Possen dargestellt ges hm haben, vervollständigen da» Personenverzeichniß. r: Man wird es vegreiflich finden, daß fich über diese alltäg» lichen Zuthaten zu dnem dramatischen Gericht nicht riel sagen läßt. Nur einS möchten wir hervorheben. Selbstverständlich machen wir der poetischen Lizenz alle möglichen Zugeständnisse, insofern fich dieselbe an die Forderungen deS gesunden Menschenverstandes hält. Eine Figur wie der Frdherr von Schönbühl isi jedoch im Leben undenkbar. Die einfachste Kenntniß und Beobachtung menschlicher Verhällniffe genügt, um das zu be- tivum find. Die Aufgabe ist nicht auf dem gewöhnlichen bureaukratischen Wege zu lösen. Ter Einsetzung einer solchen Kommission stimmen wir an fich und prinzipiell zu, aber mit dem Vorbehalt, daß fie unter vollständiger verfassungsmäßiger Veranrwoftlickkdt der Regierung funklionirt.(Sehr gutk links.) Mit diesem Vorbehalt wird Zusammensetzung, Umfang der Kompetenten u. s. w. der Kommisston noch näher zu präzt- firen sein. Gegen die Heranziehung von Mitgliedern deS Landtages wird sich ja nichts erinnern lassen(Oho! im Zentrum), ich setze voraus, daß es gewählte, nicht von der Regierung be- rufene Mitglieder find. Wir wünschen die Prüfung aller Details nach ihrer Zmeck- und Verfassungsmäßigkeit in einer Kommisston von 11 Mitgliedern, wünschen aber nicht, daß die Freiheit der B-nvegung der Regierung so beschränkt werde, daß ihr Vorgehen überhaupt gehemmt wird. Möge die Kommission in dem Geiste arbeiten, auS dem die Vorlage hervorgegangen ist und in der Ucberzeugung, daß eine nationale Anf- gäbe, wie die vorliegerde, nur in großem Stile erfaßt und zu Ende geführt werden kann.(Beifall bei den National- liberalen) Abg. v. Huene: DaS Zentrum beurtheilt diese Vorlage nicht vom Standpunkt de» PoienthumS, sondern von dem de» Rechts und der Gerechtigkeit, also den wirklichen Jnter-ssin deS preußischen Vaterlande?.(Sehr gut! imZentrrm.) DiS vom Minister vorgetragene Zahlenmaterial war zum Theil nicht neu. zum Theil ader recht werthvoll, so daß wir sehr bedauem, es nicht schon bei der Prüfung der Vorlage vor uns gehabt zu haben.(Sehr richtig!) Wir waren über dirse Zahl gewisser- maßen ungeduldig— der Minister hat unsere Zwischenrufe irrtkümltch aufgefaßt— eS war unö nur böchst in ercssant, durch diese Zablm erwiesen zu sehen, daß die Einleitung der Begründung völlig hinfällig ist. Wie kann man bei solcher Zunahme deS deutschen Besitzes von einem Rückgang deS deutschen Elements sprechen oder gar von einer Uebetfluthung! (Lehr gut im Zentrum.� Der Minister hat von dem revolu- tionören Verhalten der Polen gesprochen, fich aber auf die Zeit diS 1865 bcschränkt, für die letzten 20 Jahre aber gar nichts für seine Behauptung be'gebracht; wie kommen wir also dazu, gerade utzt diese Maßregel vorzunehmen? Herr v. Benda sagt unS, dle sympathische Slelluna seiner Partei zur Vorlage be- dürfe keiner Rechtfertigung. Da hat er ganz recht.(Hdter- keit; Abg. v. Eynern: Sehr wahr!) Er ist mit dem Gesetz außerordentlich zufrieden, und will die Einzelheiten der Kommission überlassen. Ich behaupte, selten ist uns ein ss schwerwiegendes Gesetz in einer so vollständig un ausgearbeiteten Form oorgelegt worden.(Sehr wahr lim Z-ntrum.) Nach§1 soll gegen polonifi- rcnde Bestrebungen durchAnfiedelungdeutschtrBauern undArbdz ter gewirkt werden. Daß es aber nur auf polnische Grund» stücke abgesehen ist. halte man doch gleich in daS Gefetz hindn- schreiben sollen. Diese? Vorgehen soll nun nicht neu, sondern lediglich eine Konsequenz früherer Vorgänge snn. Von diesen muß uns aber erst ein getreues Bild geliefert werden, nur ein solches kann die Grundlage unserer Entschließungen bilden; dann wird fich leickt erkennen lassen, wie wenig wiikung.voll solche kostspieligcn ZwangSanläme deSEtaateS, wie vielmächti« gcr die natürliche Bewegung auf diesem Gebiete ist.(Sehr richtig!) Eine Million Thaler war für die damalige Zeit durchauZ nicht so gar wenig, fie ist heute vielleicht gleich 6 oder 10 Millionen. Am wenigsten aber darf man die dama- lige Kolonisation zum Vergleich heranziehen; es handelte sich damals um die Uroarung wüster Lansstrecken, jetzt um die Zuwendung von in Kultur befindlichen an andere Besitzer. Den Domanialdefitz scheint man pnnz bei Seile lassen zu wollen, obwohl dessen Verwendung die ei- ziae ist, die sich voll und ganz vor dem Lande Halle rechtfertigen lassen; im Wider- spruixe damit svricht aber die Begründung an einer Stelle wieder von Dornanial- und Forstgrundstücken, worauf Kolonien zu entrichten sind. Der preußische Staat wird doch nicht in Posen abholzen lassen, um dort Kolonien zu gründen? Ich dächte, in Posen wäre genug ab« geholzt. Und dann die Oberföster! Wie werden die fich freue»», wenn fie eine Kolonie in den Wald bekommen! Da giebt's Leben im Walde; daS Wild wird nicht so üppig, die Bäume stehen nich» so dicht, und waS dergleichen Vorthdle mehr sind. (Heiterkeit.) Den Rentabilitätsberechnungen fehlt jede fichere Grundlage. Natürlich ist alles sehr schön und ideal geordnet; zuerst kommt ver Anlaut, dann die Eimheilung, dann der Aufbau der Häuser, Ställe u. s. w., dann wird die Werbe» trommel gerührt und es kommen die Kolonisten. Hat man auch nur einen ungefähren Ueberblick über die Kostm dieser Maßnahmen? Die Bauten werden ganz heillos theuer werden, und wie dabei noch an Rentabilität, an eine Svur von Ver- zinsung gedacht werden kann, ist mir uneifindlich. Wie die weisen. ES kommt niemals vor, daß stch ein reicher Müsflg» gänger, der mit allen V ottheilen seines Standes erzogen ist und der bd sdnem finanziellen Ruin angelangt ist, ohne Wei« tereS zu der plebejischen Thätigkcit, die man sonst mit dem Ausdruck„Arbeit" dezeichnet, entschließt. Solche Leute gehen gewöhnlich nach Amerika, verkommen dort, oder st: schießen fich eine Kugel durch den Kopf, und die..Gesellschaft" spricht dann von einem amerikanischen Duell. Häufig beehren fie auch die edle Zunft der Baucrntangcr durch ihre Mitgliedschaft. Hierfür lassen stch tausend Beispiele anführen. Es drängt sich nun unwilllütlich die Frage auf, welchen psychologtscken Er» wägurgen sich der Autor hingegeben hat. als er den finanziell ruinitten Freiherrn fall ganz unvermittelt alsPtivatselretär in da» Haus sdne» früheres BanlierS eintreten läßt. Wir bewuir» dein die Natvelät deS Verfassers, wenn er annimmt, daß ein urthcilsfäbiges Publikum bei solchen Bock- spiüngen der Logik nicht bedenklich den Kopf schüttelt. Es ist mindcstrnS ein Zdchen der Armuth an Erfindung und einer völli» gen Unkenntn.iß gewisser Gesellsckastskieise, wenn der Dickter stch genö higt steht, zu solchen Unnatürlichkeiten seine Zuflucht zu nehmen. Wenn stch ein Mann, wie er in Vem Frciherrn von Sckönbühl geschildert wird, unmöglich macht, so kann eS pafst- ren, daß er fich in den Goldgruden von Kalifo nlen mit Vem Auswurf der Menschheit um einen Schnaps prügelt; den Ort aber, der ihn in seinem Glanz, in seinem Reichthum gesehen hat, wird er meiden wie VaS Verderben. Diese Leute, welche glauben, daß ein müheloses Leben ein Vorrecht Ihres Standes ist, verschwinden einfach von der Bilvfläche, wenn fie ihren „standesgemäßen" Unterhalt nicht finden. Das hätte Herr Ludliner wissen können, dann abrr hätte der Aufbau seines Stückes ein ganz anderer werten müssen. Einzig und allein waren eS die Darsteller, welch« dal Stück rrtleten. Fräulein Soima und Herr Fri-dmann trugen den Preis davon; Fräulein Sorma bezauberte durch ibr an- wuthtgeS Lächeln und durch ihr graziöses, fein nüanzirtcs Spiel, während Herr Friedmann als ängstlicher, p-dantischer Gelehrter ganz ausgezeichnet war. Die ildrigenven mitwirken» den Künstler spielten so, wie man es im Deutschen Theater zu sehen gewöhnt ist.— jkolonistenfrage selbst geregelt werden soll, darüber fehlt, abge- sehen von den Auswanderern, jede Andeutung. Polnisch redend« Leute können Sie nicht brauchen, unsere Oberschlefier, obgleich ganz unverdächtig, find daher ausgeschlossen: Sie können auch keine Katholiken brauchen.(Lebhafter Wider- spruch rechts.) Friedrich der Große war ehrlicher, der sagte sofort: Schafft mir ehrliche protestantische Leute. Die schwersten Bedenken habe ich gegen die Uebergangszeit zwischen dem Ankauf durch den Staat und der Bestcdelung. Da wird sich ein Heer von Güteragentcn, natürlich ganz germanischer Art(große Heiterkeit), einfinden, die werden die besten Geschäste machen, denn bei hundert Millionen fällt etwas ad. Bis zur Ucbergade an den Kolonisten werd n Pächter die Bewirthschastung führen müffm und Raubbau treiben, oder es wird ein subhasurtes, devastirtes Gut mit großen Kosten als Domanium hergerichtet, mit Bauten und Inventar ausgerüstet, um nach einer Reihe von Jahren wieder zerschlagen zu weiden. DaS wäre doch eine Verschwendung von StaatSgeldein, wie man fie ärger nicht denken kann. Die Frage der Erbpacht ist aar nicht berührt. DaS finanzielle Ergebniß wird das sein, daß der Staatshaushalt dauernd mit vier Millionen jährlich delastet bleibt, denn was an Verzinsung herauskommt, soll ja auf ewige Zeiten dem Fonds wieder zufließen. Dieser Fonds ist«in Unikum in unserem ganzen Staatshaushalt, denn man wird ihn doch nicht dem JnvalidenfondS vergleichen wollen. Und soll die in§ 5 gewährleistete Stempel- und Steuer- freiheit auch ewig währen? An diesem§ 5 steht man deutlich, wie übereilt die Vorlage gearbeitet ist, er sollte einfach ge- strichen werden. Die„Rechenschaft"' soll dem Landtage in G.stalt einer einfachen Mittheilung zugchen, die kaum irgend einen Werth für die Landesvertretung hat. Der äime Ausdruck„Kommisston" im§ 7 kann uns nicht rüber täuschen, daß fich daraus eine ausgedehnte Etaatsbe- Hörde entwickeln wird, deren Kompetenzen gesetzlich festgestellt werden müssen. WaS aber die zwei Mitglieder des Landtags anbelrifft, die dieser Kommisston als eine„geeignete Vertretung" desselben angehören sollen, so frage ich: Ist daS eine geeignete Bertretung, wenn 2 Abgeordnete in dieser Kommisfion fitzen und zuhören dürfen? Sollen wir ferner diese beiden wählen oder die Regierung fie berufen? In letzterem Falle empfehle ich sofort die Herren v. Tiedemann(Bomst) und Dr. Wehr. (Große Heiterkeit.) DaS Vorkaufsrecht der Regierung könnte leicht dahin führen, daß fie recht viel ausgepreßte Zitronen er- werden muß. Kann man ferner hindern, daß einmal ein an- gefiedelter Bauer eine Polin heirathet, und das Gut durch Vererbung in polnische Hände zurückfällt?(Heiterkeit.) Dann aber suspendirl daS Gesetz unser Geldbewilligungsrecht, und wo find die Giünde, die uns zur Gutheißung solcher Maß- nahmen zwingen? Es ist die„notorische Ausbreitung der polnischen Nationalität", Tide die Zahlen des Herrn Ministers! Woher ferner die„Ueberfluthung"? Die Grenzen find gesperrt und werden es bleiben; die Tobten müßten also geradezu auS den Gräbern auferstehen, sonst weiß ich nicht, wo die Ueberfluthung herkommen soll. Man scheint aber den Kulturkampf jetzt lokalifiren zu wollen, wie ich meine, nicht zum Wohl des Staates. Wenn Sie auch(nach rechts) durch die nationale Strömung über alle die schweren, ernsten Be- denken gegen daS Gesetz hinweggcbracht werden, u n S steht der Friede des Vaterlandes und der Gerechtigkeit so hoch, daß wir glauben, nur dann unserem Vaterland: zu dienen, wenn wir gegen ein solches Vorgehen F.ont machen I(Lebhafter Beifall im Zentrum und links.) Abg. o. Holtz(konservativ): Die dreitägige Debatte über den Antrag Achenbach scheint an Herrn v.Huene völlig spurlok «orübergegangen zu sein, sonst härte er dieses organische Gesetz nicht so kritifiren können, das ein Friedensgesetz eminentester Art ist; ich finde keine Spur eineS Ausnahmegesetzes an ihm, viel eher werd-.n die anderen Provinzen die hier berückfichtigten beneiden.(Lebhafter Widerspruch und Lachen links und ini Zentrum.) ES ist ein Stück Lösung der sozialen Frage, denn eS Handelt fich um eine Verschiebung des BcfitzstandcS an Grund und Boden und um die Verinehrung des bäuerlichen Standes. Diese Slärkung begrüßen wir mit großer Freude.(Lebhafte Zustim- mung rechts.) In dem ganzen Gesetz finde ich einen so schöpferischen Gedanken, der mit keinem einzigen Parteistand- punkte hier im Hause im Widerspruche steht(oho! links und tm Zentrum; sehr gut! rechts), so daß ich hoffe, daß daS Ge- S, wenn eS entsprechend abgeändert aus der Kommisston rmt, allseitige Zustimmung finden wird.(Oho! Gelächter links und im Zentrum.) Ich deantrage die Verweisung des Entwurfs an eine Kcmmisston von 28 Mitgliedern.(Beifall rechts.) Abg. Ostrowitz(Pole): Wenn ich auch weiß, eS nützt unS nichts, so muß ich Ihnen doch meine Bedenken aussprechen. Durch Annahme deS Antrags Achenbach haben Sie fich schon »erpflichtet, für das Gesetz, wie eS Ihnen vorgelegt wird, zu stimmen, mmche unter Ihnen mögen dies zwar schon bereuen, aber fie müssen doch in den sauren Apfel beißen. Unseren Landsleuten find wir trotzdem schuldig, hier ihre Interessen zu vertreten, wenn es auch ausflchlSloS ist. Der Antrag ist so schwär, so— ich möchte sagen— leichtfinnig hingeschmissen (oho: rechts), daß man fleht, die Herren waren ficher, gerecht oder ungerecht, durchzukommen. Die Ausführungen des Herrn Ministers waren uns nicht angenehm, fie haben unS Überzeugt, daß wir an Boden verloren haben, aber er hat zugleich den klarsten Beweis dafür ge- aeben, daß nicht mir die Deutschen, sondern die Deutschen unS verdrängen.(Sehr gut! bei den Polen» im Zentrum und links.) DaS fremde Element unter Ihnen ist Ihnen unangenehm. Können wir etwas dafür? Preußen bat unS doch annektirt und also gewußt, was es bekommt. Der Staat hat doch die Interessen der ganzen Bevölkerung zu fördern, nicht bloS die der deutschen. Sie wollen die Polen bekämpfen mit polnischem Gelde; ist das nicht eines christlichen Staates unwürdig?(Oho! rechts) In den 100 Millionen Mark wird der Regrcruna die weitgehendste diskretionäre Gewalt eingeräumt; die Maßregel ist wlrthschaftlich, sozial und politisch furchtbar schwerwiegend. Der eine Theil des Voltes soll aus Staatsmitteln ausgekauft werden, urn dem andern Platz zu machen. Helfen Sie nur noch weiter, in dieser Weise die Verfassung zu durchbrechen! Der Vorwurf d«S Reichskanzlers, wir wären schlechte Unierthanen, ist eine Khäffige Insinuation und durch nichts erwiesen. Wir haben tS unsere Pflicht gethan. Die Projekte des Reichskanzlers find in der That würdig eines Pariser Konvents. Mit Dynamit könnten Sie ja freilich die Polen am wirksamsten bekämpfen.(Große Heiterkeit; Beifall bei den Polen.) Rohe Gewalt soll als Grundlage des Staates jetzt einge- führt werden! Unoerfroren durchlöchern Sie königliche Versprechungen, von denen an bober Stelle gesagt wird, daß ste nicht einen Pfifferling werth find! WaS dem Eozialis- muS bisher noch Widerstand geleistet hat, wollen Sie ihm in die Anne treiden, El- stützen fich dabei einfach auf die Macht. Wir hassen die Deutschen nicht; aber wir ltrbcn auch nicht die Werkzeuge unserer Vernichtung und unseres Martyriums. Man nennt uns einfach ReichSteinde; denstlbcn Vorwurf hat man aber auch schon den edelsten Söhnen Deutschlands ge- «acht. Wa« find denn unsere Verbrechen, die wir begangen haben? Ich will fie Ihnen nrnnen: die Liebe zu unserem Vaterlande, unserer Sprache und unserer Kirche. DaS Gesetz will uns Alles nehmen, wir sollen als PariaS betrachtet wer- den. Aber es wird vergeblich sein, daS Volk erwacht immer mehr. Warum können Sie un! denn nicht ebcnsoviel Freiheit gewähren, wie die österreichisch! Regierung ihren polnischen Unterthanen?(Gelächter rechts.) Diese find gerade jetzt eine Hauptstütze des Staates.(Lachen reckls.) Aber der Reichs- tanzler denkt:„Ich bin stark, Ihr seid schwach, ich habe Appetit, ich werde Euch aufessen."(Große Heiterkeit.) Wenn sich auch der' politische Vernicktungsapxetit bei einigen Staatsmännern ver- größert, wir wissen, daß der Magen nach und nach auch alt wird. Ich sage Ihnen aber, er wird uns nicht verdauen, der Herr Ministerpräfivent.(Große Heitelkeit.) Ich Mite Sie, schließen Sie die verderbliche Polen« und Katholikenhetze, zur Ehre des deutschen Namens.(Beifall bei den Polen und im Zentrum.) Abg. v. TreSckow(kons.): Ich muß Ihnen doch, als mit den Verhältnissen besonders vertraut, ein Bild der Zu- stände der Provinz Posen entwersm. Ich befinde mich auf beinahe hunvertjähngem deutschen Besttz auf meinen Gütern und bin in der dritten Generation. Ich kenne daher die Vcr- Hältnisse. Ich sage Ihnen, der Herr Vorredner bat Unrecht, wenn er sagt, es sei notorisch, daß das polnische Element in der Provinz Posen zurückgedrängt wird. Die Polen haben in unserem Hause einen Theil der besten Plätze belegt-(Heiter- keit.) Den übrigen Theil der besten Pratze hat die römisch- katholische Partei belegt.(Große Hetterkeit.) Wir definden unS hier in einer deutschen politischen Versammlung.(Hört, hört!) Beide genannten Parteien find weder politisch, noch deutsch.(Gelächter im Zentrum und links; Rufe: Pfui! zur Ordnung! Sie Hetzer! Gemeinheit! frech! wir find ebenso gut deutsch wie Sie!) Ich habe gesagt, die eine Partei ist eine religiöse, die andere eine nationale.(Lachen links. Abgeordneter Mosler ruft: Seit wann gehören Sie denn dem Hause an? Große Heiterkeit.) Die beiden Parteien haben in einer politischen Versammlung den Platz eingenommen, den die politische Miltelpartei ein- nehmen müßte. Sie find aber beide oppositionelle Parteien, und als solche müßten fie ihren Platz neben der deutschen Oppofition haben.«Ruf im Zentrum:„Haben wir ja auch!" Große Heiterkeir.) Wenn man den Polen etwa? vorhält, dann heißt es, ihr seid gereizt, ihr wißt dlos nicht mit den Polen umzugehen. WaS de: deutschen Nachficht nicht gelingt, das gelingt der polnischen Ueberredung; sie kommen von ihrer An« ficht zurück, die Einen schnell, die Anderen langsamer.(Schal- lendcs Gelächter.) Nach und nach find die Deulschen geschä- digt worden, und die Polen haben fich verbittert. Hätte die preußische Regierung die Polen mit Festigkeit und Gleichmäßig- keit behandelt, so würde ihr daS Regieren nicht schwer gefallen sein. Alles ging gut nach der Bcfitzergreifung Polens, biS die Jesuiten kamen.(Aha! im Zentrum.) Da begannen die Ver- wirrungen, da flössen Ströme von Blut.(Rufe links und im Zentrum: Hu, hu, hu, hu! Stürmische Heiterkeit.) Seit ver Insurrektion von 1830 haben fich die Verhältnisse zwischen Deutschen und Polen sehr gelockert, das geschah noch mehr durch die Verschwörung von 1846, nach 1848 haben die Beziehungen zwischen beiden Nationalitäten fast ganz aufge« hört. Im Jahre 1848 kam kurze Zeit eine Verbrüderung zwischen Polen und Deutschen, welche ihre Spitze gegen Ruß« land habe« sollte. Nachher trug fich ein Entgniß zu, welches auch den Deutschen in Posen die Gewißheit brachte, daß fie nicht vergessen seien: die Aufnahme Posens in den deutschen Bund. DaS Bekanntwerden dieser Thatsache wurde von der polnischen Bevölkerung sehr ungünstig aufgefaßt. Für dieselbe besteht kein Unterschied zwischen deutsch und evangelisch.. Sie glaubte darum, als man ihr sagte, die Nachricht bedeute, daß fie evangelisch werden müsse, und darum strömten damals die Polen in bellen Schaaren zu den Sammelplätzen der polnischen Armee. Seit dieser Zeit ist ein vollständiger Riß entstanden zwischen der deutschen und der polnischen Nationalität und es »st nur wenig AuSstcht vorhanden, denselben jemals wieder zu schließen, Die Schuld daran tragen die polnischen Frauen. (Große Heirerkeit.) Die hervor: agenden Eigenschaften der deutschen Frauen verbürgen uns die Zukunft des Deutschen Reicks. Um fie werden wir von allen Nationen beneidet.(Heiterkeit.) Wer schöne und edeldenkend« Frauen sucht, der wird fich nicht an andere Nationen wenden.(Große Heiterkeit.) Die Polen haben solche Frauen nicht. Die polnischen Frauen machen auch gar leinen Hehl taraus, daß ste Deutschen weniger als nicht lieben.(Stürmische Heiterkeit.) Noch eine Eigenschaft der Polen mag erwähnt werden, daß ist ihre Opferwilligleit und ibr Eifer für das Vereinswesen. Alle Vereine» die wir in Posen gehabt, die landwirthschaftlichen, Beamtenvereine, der Rennvercin find dadurch für Deutsche unmöglich geworden, daß die Polen fich der Leitung dieser Vereine bemächtigten. Dieser Eiser für die polnische Bewegung ist jetzt noch weitergegangen. Auf allen Bauten wird jetzt nur noch polnisch gesprochen, und die polnischen Zeitungen und Zeitschriften tragen nicht wenig dazu bei. diese Bewegung zu fördern. Dieselbe kann nur durch drei Mittel bekämpft werden: durch die bereits erfolgte Auf« Hebung der katholischen Abtheilung, durch die Erziehung der polnischen weiblichen Jugend und durch die Wahrung des Rechts der Deutschen in der xolnisch-katholischen Kirche. Daß diese dem Deutschthum nicht verloren gehen, veshalb richte ich besonders an Sie, meine Herren vom Zentrum, das Wort. (Lebhafter ironischer Beifall im Zentrum und auf der Linken.) Abg. v- Schorlemer-Alst: Wir treten für das ver- letzte Recht ein, wenn wir uns gegen die Vorlage wenden. Es find bei derselben drei Punkte zu prüfen: War fie no!h« wendig? Welche Mittel schlägt fie vor und find dieselben ausführbar? Ich habe vergeblich nach dem NachwdS der Nothwendigkeit gesucht. Wir find nicht arm an Ausnahme« gesetzen seit der Gründung deS Deutschen Reichs. Wir haben die Maigesetze, das Sofialistengesetz, das Tiktaturgesctz für Elsaß-Lothringen und dem schließt sich jetzt daS Gesetz für die Provinz Posen an. Der Eindruck, welchen diese Gesetzgebung im Lande macht, ist kein günstiger. Sie führt zur Störung des Friedens, zu unnatürlichen— Bündnissen will ich nichi sagen, aber Verbindungen, und der Eindruck, wichen dieselben im Auslände machen, darf auch nicht verkannt werden. Es ist der Eindruck einer gewissen Schwäche und Zerrissenheit, welche in der That nicht besteht. Denn wenn fich dasselbe gegen unS wenden sollte, so würden fich alle zur Abwehr dereit finden, auch unsere polnischen LandSIeute. Dazu kommt noch, daß die Gefahren für den Bestand unseres Vaterlandes in ganz übertriebener Weife dargestellt werden. Am 28. Januar bezog fich Herr von Rauckhauvt für seine Daten in Betreff der Verschiebung deS Verhältnisses zwischen Polen und Deutschen auf die Arbeit eines Herrn v. Randow. Nun, derselbe soll nicht zuverläsfig sein. Fürst Bismarck sprach neulich von einem Bedientenstolz der Deutschen im Auslande, von dem Fahren auS der eigenen Haut in eine andere. Ich weiß auch von einem Bedientenstolz auf die inländische Livree zu sagen. Ten Deutschen im Aus- land aber gebührt das Lob» daß fie daS deutsche Wesen auch im Auslände zur Anerkennung gebracht haben. DefeS Verdienst haben fich auch die Jesuiten erworben. Ihnen baden wir eS zu verdanken, daß fick die deutsche Sprache im Elsaß erhielt. Auch der jüngst erwähnte Pater Bell hat fich in diese» Beziehung verdient gemacht. Mit den Liedern, die der Herr Reichskanzler dann weiter angefühlt hat, läßt fich auch nicht orgumentiren. In derselben Zeit, wo hier gesungen sein soll: „Denkst Du daran, wein tapferer Lcgienka", sang Fritz Reuter: „Was ist des Deutschen Vaterland?" Das war doch eigentlich nur eine Frage-(Ruf rechts: Der hat daS Lied doch nicht ge« dichtet!) Ich weiß, daß er daS Lied nicht gedichtet hat, er hat es gesungen und dafür vier Monate fitzen müssen.(Sehr richtig! links.) So wurde damals nationale Gesinnung be« bandelt.(Sehr richtig! links.) Als auf der Kaserne meines UlanenregimentS eines Tages die deutsche Fahne aufgezogen war, wurde fie von den Soldaten herabzerissen, und fie wur. den belobt dafür, und Herr von Thadden, ein guter Freund des Herrn v. Bismarck, war berühmt durch seine große preu« ßische Kokarde. Ter Kriegsminister machte eine sehr dunkle Andeutung, daß gewisse Elemente Soldaten polnischer Ratio. nalität zum Eidbruch, zur Fahnenflucht bewogen hätten. Ich halte Verdes für die fluchwürdigsten Verbrechen und hätte ge- wünscht, daß der Minister uns auch die volle Wahrheit_ hätte, wer eS gewesen, und nicht allgemein ganze Klassen un» Stände beschulvigt hätte. Wenn diese Verbrechen wirklich be« gangen wurden, dann muß auch eine strenge Untersuchung und Bestrafung der Schuldigen stattgefunden haben, davon ü» mir aber mchls bekannt. Solche dunklen Anschuldigunacr. ohne Beweis sind um so mißlicher, als doch der Anegsministn vor Augen haben muß die ungarische Legion, die fich unter daS Kommando eines Reoolutionärs wie Klapka g stellt. D'r Ministerpräsident sp.ach von dem Geheimrath Krätzig und der katholischen Abtheilung, worauf ich nicht eingehe. sprach aber auch von drn Beziehungen jenes Herrn zu einixei großen polnischen Familien. Daher die Nothwendigkeit der Aufhebung der katholischen Abtheilung und der ciqcntn-.c Grund des Kulturkampfes. Warum das Gute nicht nW suchen? Nach den Poschinger'schen Memoiren hat der Kuitu!' kämpf schon lang- im Herzen des Fürsten Bismarck geruh- Wenn es aber richtig ist, daß die polnischen Familien die 5,1«' anlassung waren, warum hat man uns 8 Millionen Kaiholiur so schwer mit diesen Gesetzen geschlagen, die wir nichts mu diesen Personen zu thun haben? Erst sollte die Bildung de» Zentrums der G und des Kulturkampfs sein, dann nach R�r das Dogma der Jr.fallidilität, dann wieder die katholische�� thetlung, dann die Polen, dann der Kampf gegen Rom.. W<>' cheS ist Venn nun der Grund? Wenn der MinisterpräfiS � dem gewiß sehr berechtigten Gefühl gegen das Spiel Äusdrü» geben wollte, dann hätte er aar nicht erst nach Posen zu gr#» brauchen, er hätte hier in Berlin mit den Spielhöllen' räumen lönnen, deren es hier eine große Zahl g»>» (Zustimmung links und im Zentrum; Zuruf: G«5?•' Hätte nickt gerade Fürst Bismarck dieses 0*? verlangt, keinem anderen Minister hätte eine Majors ein solches Gesetz bewilligt.(Sehr wahr! im Zentrum.)» eicht weit hinaus über Vre Lebensdauer deS Fürsten BiSlriofsl, iÄ ,° wie «lagtn dem ich im Uebriaen nur ein recht langes Leben wünscht. mittelvarteiliche Mehrheit muß stchjvoch sagen, daß jk% xmucivumuiUtf«««»up fiw ww vuß in- Tag länger dauern wird, als der Fürst Brsmarck selbst- will nicht prophezeien, aber ich glaube, die Konservativen®;; den dann nicht mehr bei den Ministern sein. Nach Herrn vf' soll es fich hier gar nicht um ein politisches, sondern umj: soziales Gesetz, die Begünstigung des kleinen BefitzeS flfr über dem großen Grundbesitz, handeln. Warum nimmt A aber nicht in Pommcm, wo der große Grundbcsty ebenso ist wie in Posen, dreselbe Verschiebung deS Besitzes zu Äs deS kleinen vor?(Sehr gut!) Herr v. TreSckow h sagt, die römisch> katholische Partei stände den bier zur Seile. Er ist wohl noch nicht so langt u Parlament, um zu wissen, daß diese Partei die Zentrums»'� heißt. Sie steht nicht auf Seite der polnischen BestrebuA sondern einfach auf Seite des Rechts.(Lachen rechts.) dem Sie Mittelvaltri find, müssen Sie immrr zu jo% Sachen lachen- Was hat Herr v. TreSckow angeführt? polnische und die römisch« katholische Partei hätten hier im% die besten Plätze. Das geht dann so weiter.„Die Jf�K. haben den Zwiespalt in die polnischen Familien gebracht�, ich mir noch noiirt, dann hat mich meine Heiterleit am We>"j schreiben gehindert. Ich hätte es verstanden, wenn"L Präservatiomaßrege'n ergriffen hätte gegen von% beikommende. Ader diese Maßregel gegen die«$££ LandeSlinder, welche lediglich mit gesetzlichen WK für ihre Sache und Religion eingetreten fiad,»sü, man cdensogul morgen gegen den wclstschen Avel, auch% den rheinischen, westtulischen Adel als„Römlinge «7«« wO| °»!ut nicht. .„Die itr «nmmen de *«% ?;r® Mbaittht sozial «a)(8 PL p. {Wen n i«rich ?Z a „Reichsfeinde" anwmden. Mit der Kolonisation andererseits ein polnisches Proletariat schaffen, denn aus � angekauften Kolonien werden fie doch polnische Arbeiter mehr beschäftigen. In die Kauf« und BachtoerträL« Sie allerlei Bedingungen aufnehmen müssen, so z. B- dak'. Güter nur in die Hände von Protestanten ÜderSf� dürfen, sonst hat die ganze Maßregel keinen Zweck; u Bestimmungen wegen der Eheschließungen, über Erdrecht, daS Verbot deS ReligionswechselS, über dl Sprache, namentlich auch über das Wählen der Leute. Na's-�, muß der betreffende Pächter gut regierungi freundlich heute konservativ, morgen vielleicht nationalltberal und � morgen deutschfreistnnig. Das Gesetz enthält aber auch eine unvermeidliche Verletzung der Freizügigkeit. HS» h � 4% Sa sler t| BS? Alles klar und bestimmt ausgesprochen, dann würde man � einen Widerspruch gestoßen sein. Die Regierung hnt.� freie Hand gelassen, zu thun, waS ste will. Es war« Tj gewesen, die Regierung hätte ein Gesetz gemacht„zum rerWermaniflrung und Protestantifirung in den Provinze» preußen und Posen" mit der Bestimmung: dem Mtnist�ft denten«erden dehufS der Germar.istrung und PreteM!� runa in Posen und Westpreußen 1(0 Millionen 9"* w Verfügung gestellt, und der Finanzminister wird mit der � bringung ver Gelder befaßt. Ich sehe auch in diesrr j läge die Zeichen eines absoluteren Regiments, als«"W unter Richelieu und Mazarin erlebt hat.(Oho- Ltf Wir sollen di«S Gesetz beschließen, aber ganz jü werden die Folgen zu tragen haben und auch die® J wortung dafür. Darin sehe ich eine große Gefahr Vaterland und auch für die Dynastie.(Beifall im Minister LuciuS: DaS Urtheil deS Abg. v. S« über die Politik Bismarcks ist so einseitig, daß ei nur von 0 getheilt wird.(Widerspruch link« und im Zentrum«) � große Mehrheit der Nrtion und deS Hauses erkenn» Politil als eine nationale und große an, wie sie bestand; und ich glaube, kein Angriff wird die Dd»Si# J'lfm'nJi' W st von i {&# für l KM, daß Zriung Mend dn � früher' b .unserem m welch« die deutsches Nation ihm zollt, im Geringsten erstv� (Beifall rechts) Der Nachweis, daß der deutsche Besitz, z t* letzten 25 Jahren erheblich zugenommen, ist ketocim-�.? Widerspruch gegenüber der Vorlage. Ich habe durchaus. K sagt, daß die Domainen nicht zur Kolonisa»«r nutzt werden sollen. Der Text des Gesttz".� dies vielmehr Ausdrücklich vor und ein fypiit Theil der pachifrel werdenden Domänen wird dazu v werden. Wieso die Theilnahme von Abgeordnete" tf projeklirten Kommisston eine unwürdige sein soll,»>» nx»f erfindlich. Auch in der EtaatsichuldenlommissioN EiaUstischen Zentralkommisfion sind Abgeordnete. 3$ daß Sie dieses eminent agrarpolitische und national « WS*, .'»«au #5 i unterstützen werden.(Beifall rechts.) Um 4 Uhr wird die wettere Berathung bis D's 11 Uhr, vertagt. Letzte Nachrichten. KraSzewSkt. der in Italien zur Gesundheit weilt, hat um Verlängerung wines Urstru-g sucht. Wie man vernimmytst sein Gesuch o b f®» schieden worden. Die Beschlüsse der Regierung von ZÜ�yerst� dre Heilsarmee, durch welche die Versammlung� verboten morden sind. murd,n nnm Riindl'aoeNV» ö � verböten worden find, wurden vom Bundesgericht au -------- iti t)tt VersarnmluNS' jedoch daS Verbot des BesucheS____ Kinder unter 16 Jahren bestätigt. wi.J AuS einer Londoner Depetche ersehen w»,' �-i? � auf Wagen, von denen rothc Fahnen flatterten. T't hatte einen ruhigen Verlauf. ES wurden mehrere angenommen, welche sich gegen die Regrcrung K«5Ä achtstündigen täglichen Arbeilszeit empfohlen»°� Ä t der Versammlung aber» als die Menschenmenge, Ruhe zerstreute, da fand fich wieder der belan i m ?. S >iS>« i WJi« w »3% -«« htit gesagt lassen m» oirllich bt> »tersuchuna , davon ist •ilbigufl?« igsminM sich unter tellt. D* tu ctnlft' Zigkeit der S"S >er Kultu-' rck geluh- !N die Sei» Katholik-« nichts mü ilbuna nach Roo« £'"$ terprästdcw l Auödnia n zu geht« % Hf nBitmxt Vß itiorn ßj, Herrn � trn uff-f tz-S 9-8% limmt ebenso zu G 0 hl Den lange trunri»� 1 1 i i I 9 D m W *0 ionok ».ÄS Awarf in seiner Skandalsucht die Fenster an einigen Ge- 'Wen ein. Es war dasselbe verbrecherische Gesindel, welches T einiger Zeit durch Westend plündeind dabinzog. Arbeiter �I«.Eojialisten betheiligten fich selbstverständlich an dem Die italienische Kammer hat mit 121 gegen 117 M®«» den von der Regierung eingebrachten Geichentwurf N Arbeitseinstellungen abgelehnt. Derselbe ge< N ke EtreikS, die jetzt nicht stattfinden dürfen, und setzte nur .? Drohungen und Gcwaltthaten Kriminalstsafen fest. Hier U aar die Regierung verständiger und sreistnniger, ali die ««ttivertretÄng._ soziales und Arbeiterbewegung. ... �Der Sieg der Eroßindustrie über die Kleinindustrie, «erschwinden kleiner Etablissements, welche den grohen ÄW" weichen mußten, ist ein cherakteristisches Merkmal, M'i die englische Textilindustrie in den letzten >i»,?Mbren auszeichnet." So zu lesen in dem„Zentralblatt Textilindustrie, offizielles Organ der norddeutschen �rtil-Berufsgenossenschaft." Die moderne Technik im Dienste Großkapitals fegt den Zwerg« und Mittelbetrieb vom Eid. üa weg. In England hat zwar die Zahl der Textilfabriken �verringert, die Zihl der Spindeln und anderer maschineller Zkungen aber ist gestiegen, d. h. tuf eine kleine Anzahl .« Belrieden kommen relmehrte Betriebsmittel. So existirten � Jahre 1879 an Baumwollspinnereien und Webereien 2354, i-stIahre 1881 nur 2635, während die Evindelzahl im Fahre �44206 690, im Fahre 1885 44348921 betrug.~' t waren im Fahre 1879 aufgestellt 514911, Dampf» im Fahre 504 069. Es ist bemerkenswerth, daß selbst die amtlichen .Me der Untenrehmer die Tendenz des Kapitalismus, die >nm zu enteignen und die Produktionsmittel»u lonzentriren, nidn?iuerkennen genöthigt find. Gewissen Thatsachen kann ... vvtui VV|4V«l«CUSWVI»«VStIV tc- Obligatorische Einführung von ArbeiiSbücheru auch ..,.?wachsene Ardeiter— das ist schon seit Fabren die Pa- i,. ber wirthschaiilichin Reaktion. Rachdem die Hencn Acker- z.�.und Genossen sich vorläufig von der Agitation für die .-uibucher zurückgezogen haben, tritt der„Zentraloorstand putschen Arbeiterkolonien" in die Fußtapfen dieser Herren Ars,.?.'?-ine Eingabe an den BundeSrath zur Einführung der I* �4(1 richten. Da die Arbeiterkolonien jetzt schon im I fciJS« der Orthodoxie stehen und deshalb von verschiedenen h�wit Recht angefeindet werden, so mögen fich dieselben pi SkN) noch der wirthschastlichen Reastion die Wege ebnen 'w fo, j Sic gerochen dann bei allen joemänfligm Slemen- to.�untpcn Reiche noch mehr in Meßkiedit. f't's gemacht wird. In den Handelkblättem »nter—--— der Rubrik: Neu eingetragene Firmen, findet folgende /'Arnstadt in Thüringen. Herrmann"Bäk, KlMadrikation von Filzschuhen' und Pantoffeln in den zu Fchtersbause n." So die nationale Arbeit. Ein Geschäft de« .«uf Sträflinaßarbeit, eine Massenproduktion durch / r, während die freien Arbeiter brotlos find, auf den iew/*«1" herumziehen, hungern und frieren. DaS ist eine ,?« Illustration zum praktischen Chriftenthum. �»n/c��ung der Arbeitszeit. Die„Kleine Presse" in S;[k Ay u r t a. M. schreibt:„Fn der HIefigen G-ld« und bi>i!,�'�eide. Anstalt ist seit einiger Zeit die Einrichtung ge« daß von 7 Uhr Morgen? bis 5 Uhr Nachmittags durch- und um 5 Uhr die Fabrik geschloffen wird. Um die Jjrung dieser für die zum Theil außerhalb Frankfurts böaiu? m Arbeiter äußerst vortheilhasten Einrichtung zu er« iftWen, hat die Fabrik zwei Menagen eingerichtet; in einer kJt'nwirö daS Mittagsessen für die Beamten, in der anderen fy, kür die Ar beitcr bereitet. Die Leute bekommen auf *. I' M-lr» fcini....-—---■ «AT,— V»V«.>«wt*v «Äast nicht mehr wie sonst angegriffen, dann kann man % wohl mit dieser Neuerung einverstanden erklären. UebrigenS Sich a*r den betreffenden Arbeitern selbst Erkundigungen � der Herabsetzung der Löhne, in der Industrie *gt fich die mit den weitesten Fadrikantenkreisen in Be« stehende„Deutsche vollswirthschaftliche Korrespondenz", »Sm."kese Herabsetzung alS unvermeidliche Folge der gegen« AlUa-n.wl. ,T. r.A(I.a. MwA.TI« W\aA(111.11 Jfl(<.(am. ftj d.�hschaftlichen Lage hinstellt. DaS Blatt ist dtson« S Ji,.Organ der schutzjöllnerischen Großindustriellen, so V(2�. bald schon Lohnreduttioncn in größerem Maßstabe N ss'.bat. Oder sollte man gar noch eine Erhöhung �chMustriezölle Planen? Das wäre nichts anderes, als den » durch den Belzebud austreiben zu wollen. Mtzk" Bericht des UnterstützungSveretnS deutscher Ae z?wacher zu Preuzlau, den derfelche an dai Rohleder' su München gesandt hat, lautet: Fast sämmtliche arbeiten venntaas in den Vormittagsstunden, ein auch Nachmittags. Die durchschnittliche Sonn« t*»ien«ann man auf 4 Stunden für den Einzelnen an« M.yi.G* ist meist nur kleingewerbliche Lotteret! venn Mon- M,» lyten ca. 15 Gehilfen aar nicht. Warum nicht? Sie %re1. au. dachen, wie ihre Meister, da diese, vom Katzen- Wm, ürplagt, ihnen oft keine Ardest zurechtmachen, und '«W,'. wei5 die Arbeiter physisch zu sehr angestrengt find, Moh)Lie versäumte Sonntagsruhe Montags zum Theil nach« (Hen?Rtb{n muß. Die Filiale hat 35 Mitglieder bei 128 -rtzeh'ukse�.am Ort, von denen nur 66 Gehilsen, die anderen fft Lotz?Ütfind. Der Durchschnittswochenlohn beträgt nur? M. Sstch��eigt bi, auf M. 12 und fällt bis auf M. 4. Den to fiten 4?» katz erreichen nur 8 Gehilfen, zum Durchschnittslohn » �lfkn>!.""b mit einem niedrigeren Lohn müssen fich 18 ,'eine r1 v0'"- 9" der Festsetzung der Arbeitszeit herrscht JSMS-rSSZ U fosen"t-ir 2 stündige Arbeitszeit gehölt bei uns zu den W nuÄ; Mehr als die übliche Arde-tszett arbeiten kl>,??vdia«n Arhilfen haben kürzeren Arbeit« tag als den iid. �nunl'».Dfie Moral dieses Berichts- Nur durch maßlose � der& r, Arbeitstage« fristet daS Kleingewerde gegen« Großindustrie sein Dasein. Bei zwangsgesetzlicher jk 3f befinden, als heute in ihrer„Meister. S in�ghüliedern de« Fachverein« der Glaser zu JS'nnunft„ ,5- Februar plötzlich von den Meistem -'">"gt worden. Der Fachverein bittet den '----'-------- Cl MWVMM: i MM»!«« fitzen zwei, auch drei Personen, meisten« Frauen und Mädchen, vom frühesten Morgen bis spät in die Nacht hinein und blasen GlaSperlen, und daneben fitzen die Alten und die Kinder und „schneiden ab", nämlich die Glasspitzen, welche an den Perlen hängen.— Diese„fiedirhafte Thätigkril", durch welche die Kinder bis spät in die Nacht hinein ausgeblutet werden, durch welche fie Gesundheit und Leben verlieren, wird bald schon, wenn die Nachtarbeit die Ulberproduttion glücklich ins Werk gesetzt hat, wieder nachlassen, um völliger Aibeitslosigkei Platz zu machen. Solche Unregelmäßigkeit in der Produktion ist das Verderben der Arbeiter; es muß ihr durch eine gesetzliche Regelung der Produktion ein Ende bereitet werden, wenn nicht das Volk der äußersten Demoralisation preisgegeben werden soll. Arbeiterrisiko. Ein handclsamtlicher Ausweis über die Kesselexplostonen in England während der am 20. Funi v. F. abgelaufenen 12 Monate ergiebt deren 43, wobei 40 Per« sonen ihr Leben verloren und 62 mehr oder weniger verletzt wurden._ Uerewe und Versammlungen. * Im Arbeiter-VezirkSverei«„Süd- Ost" hielt am Mittwoch, den 17. d. M., der zweite Vorfitzende des Vereins, Herr Schlosser Gerisch, einen mit vielem Beifall aufgenomme- nen Vortrag über:„Lesstngs Leben und Wirken". Redner fübrte etwa folgendes aus: Am 22. Januar waren es volle 157 Jahre, als Gotthold Ephraim Lesfing geboren wurde. Als der Sohn eines Predigers wurde der junge Lessirg eben- falls zum Studium der Theologie bestimmt, aber bald wendete er derselben den Rücken und widmete fich der Philosophie und Literatur. Es war das zu einer Zeit, als in Deutschland und speziell an den Fürstenhöfen die Kultivirung und Nachäffung französtscher Sitten Hand in Hand aing mit einem gelehrten Zopfthum, daS dem aufstrebenden Geiste Lesfing's oft große Echwierigkeiten bereitete. Auch auf religiösem und politischem Gebiete ward Lesfing bald der Schrecken aller reaktionären Elemente. Wie er für absolute Duldung jeder Religion ein« trat, zeigte er wohl om besten in seinem„Nathan der Weise", der daS Urbild der Toleranz ist. Bei diesen Anschauungen auf religiösem Gebiete war es wohl selbstverständlich, daß Lesfing auch in politischen Fragen den freiesten Stand« punkt einnahm und für eine freie StaatSform eintrat, wie er das in seinen Gesprächen über die Freimaurer zeigte. Daß diese Anfichten den henschenden Gewalten ein Gräuel waren, mußte Lesfing allerdings sehr bald erfahren und besonders war es die orthodoxe Geistlichkeit, die ihn am heftigsten bekämpfte. Als sich Lesfing in seinem 40. Lebensjahre mit Eva König aus Hamburg verehelichte, übernahm er die Stelle eines Bibliothekars bei dem Herzoge von Braunschweig. Tie Verhältnisse der deutschen Schrift- steller waren damals die denkbar schechtcsten, weit in jener Zeit irgend welche Gesetze zum Schutze geistigen Eigenthums noch nicht bestanden. Lesfing befand fich daher immer in sehr be- drängten Verhältnissen. Auch in dem Dienste deS Herzogs hatte Lesfing noch mit NabrungSsorgen zu kämpfen und ali er nach vielen und schweren Schicksalschlägen am 15. Februar 1781 starb, mußte er aus öffentlichen Mitteln begraben werden. Wie wenig Sympathie Lesfing bei den deutschen Machthabern fand, zeigte fich, als fich lange nach seinem Tode zur Errichtung eines Denkmals>ür ihn ein Komitee bildete und 34 deutsche Fürsten zur Betheiligung an den Sammlungen aufgefordert wurden; von diesen 34 Fürsten antworteten 30 theil« gar nicht, theil« ablehnend und nur 4 der kleinsten Fürsten betheiligten fich an der Sammlung. Für alle Zeiten, so führte Redner weiter aus, seiLesfing ein leuchtendes Vorbild und besonders die Arbeiter sollten fich jederzeit bewußt bleiben, daß fie berufen find, das, was unsere GeisteSheroen unter soschwierigcnVerhältniffen angefangen haben, weiter zu bauen und fich auch durch die größten Widerwärtig«. leiten nicht abhalten lassen dürfen, am Bau der Zukunft mit« zuhelfen. Nachdem hierauf ein Antrag, für die streikenden Korbmacher eine Tellersammlung zu veranstalten, abgelehnt wor« den, nahm Herr Zubeil daS Wott, um darauf hinzuweisen, daß es wohl nolhwendig sei, daß auch der BezirlSverein zu den Anträgen Ackermann Stellung nehme und wurde beschlossen, diese« Thema auf die Tagesordnung der nächsten Versamm- lung zu setzen. Herr Felgentreff verlas hierauf eine Statistik über die Wahlbetheiligung der einzelnen Berufsklaffen bei d r letzten Kommunalwahl im 12. Bezirk. Nach Erledigung der eingelaufenen Fragen schloß der Vorfitzende die Versammlung um 11V« Uhr. Der Fachverein der Steindrucker«nd Lithographen hielt am Donnerstag, den 18. d. M„ eine Vereinsversammlung im KönigSstadt-Kaflno, Holzmarktstr. 72, ab. Herr Rechts- anwalt Freudenthal hielt einen mit großem Beifall aufgenom- mmen Vortrag über„Rechtsschutz". Referent zitirte die Ein- richtungen einzelner Bundesstaaten und meinte, man müsse vor allem darnach streben, dem Menschen möglichst viel Klarheit und Kenntniß in der Gesetzgebung beizubringen, denn gerade dadurch wäre es am ersten möglich, viele Unannehmlichkeiten aus dem Wege zu schaffen. Auch die heutige Einrichtung de« Gewerbe-SchredSgerichts entspreche nicht den Anforderungen der Arbeiter, da heute die gewerblichen Streitigkeiten vor solchen Personen verhandelt werden, welche fast immer leine Fachleute find, deshalb müsse man dabin streben, daß Arbnt« geber wie Arbeitnehmer im Gewerbe- Schiedsgericht gleichmäßig vertreten find, um den zu verhandelnden Fall mit Fachkenntniß zulerledigen. In der hieran anschließenden Diskussion wies ein Redner darauf hin, daß andere Städte, wie Nürnberg, Leipzig, Hamburg u. s. w.. schon seit vielen Jahren bessere Einrichtungen betreffs der Gewerbe-Schiedsgerichte haben. Auch die Berliner Behörden müßten sckon deshalb so bald als möglich bestrebt sein, Abhilfe zu schaffen. Hierauf beantwortete Referent m-hrere auf den Vortrag bezügliche, sebr interessante Fragen. Unter„Verschiedenes" empfahl ein Redner, recht fleißig auf das„Berliner Volksdlatt" zu abonniren. Für die streikenden Korbmacher wurden 30 M. aus der Veretnskasse bewilligt. Hierauf wurde die Versammlung mit dem Hinweis darauf, daß über 4 Wochen in dimselben Lokale eine Ver« sammlung stattfindet, vom Vorfitzenden Herrn Schulz ge« schloffen. Der Fachverei« der Metallschleifer und verw. Berufs« genossen hielt am Montag, d. 15. d. M., bei Gratweil, Komman« dantenstr. 77—79, eine von ca. 200 Personen besuchte Versammlung ab mit der Tagesordnung: Die Bestrebungen der Fachvereine. Referent Herr Gottfr. Schultz. Der Vorsitzende machte da« Ableben des Genossen Emil Karge bekannt, zu dessen Ehren fich die Anwesenden von den Eitzen erhoben. Der Referent legte in längerer Rede dar, daß die Innungen immer vorgeben, da« Handwerk zu heben, wozu fie aber mcht im Stande seien. Seit dem Jahre 1879 find viele neue In- nungen degründet worden, aber leine derselben habe bis jetzt etwas erreicht. Ein Beispiel sei an der Echnetderinnung zu nehmen, wo der 1. Obermeister ein Gehalt bezieht, welches die Beiträge der Mitglieder noch übersteigt. Selbiger bekommt an Gehalt von 1050 M. und eine Gratifikation von 150 M.; für schriftliche Arbeiten werden 360 M., für Bureau und Mieths« entschädigung 225 M. gezahlt; dazu kommen noch 260 M. für sonstige Bureauunkosten. Was sonst noch an Gebühren, für Meisteraufnahmen, Einschreibuna und Lossprechen der Lehr« linge einkommt, verzehren der 2. Obermeister mit 240 M., der Bureaubote, die OuartalSgeldkasfirer und die PrüfungSmeister. Das alte Etammvermögen dieser Innung belief fich auf 40 000 M.; läßt man die Verwaltungskosten außer Betracht, so giebt diese Innung grade 400 M. im Interesse der Handwerker und winzige 25 M. für die SonntagSfreischule jährlich aus. Hieraus ersehe man, daß für die Ardeiter durch die In- nung nichts geleistet werde. Durch die Gründung der Fachvereine hätten die Arbeiter bewiesen, daß ste ihre Lage erkannt haben. Die Fachvereine haben in erster Linie dahin zu wirken, daß die Arbeitszeit verkürzt wird; ferner, daß der Arbeiter in gewerd- lichen Streitigkeiten eher zu seinem Rech e gelangt, als es heute der Fall ist. Durch ein gewerbliche« Schiedsgericht, dessen Vertreter zur Hälfte aus Arbeitnehmern und Arbeitgebern be« steht, müsse in dieser Hinficht noch mehr geleistet werden. Durch wissenschaftliche und gewerbliche Vorträge wollen die Fachvereine die Ausbildung ihrer Mitglieder fördern; außerdem eine Fachkommission niederzusetzen zur Regelung der Löhne. Es sei Pflicht jedes denkenden Arbeiters, fich einer Fachorganisation anzuschliißei», denn fie haben es in der Hand, dafür zu sorgen, daß ihre Mitglieder nicht für jeden Preis arbeiten brauchen. Der alte Grundsatz müsse hier zur Geltung kommen:„Alle für Einen und Einer für Alle". Wenn der deutsche Arbeiter wie bisher fortfährt, die Steine zu dem stolzen Bau zusammenzutragen, so werden wir in wenig Jahren die englischen Gewerkvereine überflügelt haben. Die deutsche Reichsregierung ist ja jetzt schon in einzelnen Fragen für den Arbeiter eingetreten, weil ste gesehen hat. daß der Arbeiter wirklich Roth leidet. Grade die Metallindustrie sei so weit retour gegangen, daß oft kaum die Hälfte von dem an Lohn gezahlt wird, was noch vor wenig Jahren ein nur mittelmäßiger Verdienst genannt wurde. Und darum, so schloß der Vor- tragende, schließen Sie fich dem Fachverein an, agitiren Ste dafür, so viel in Ihren Kräften steht. In der hierauf folgen» den Diskusfion, an«elcher fich die Herrn Quindtern, Laufer, Klaaß, Knüppel u. A. betheiligten, stimmten alle mit den Au«- führungen de« Referenten übeiein; nur ein Anwesender, der Schleifer Roth, sympathifirie mit den Innungen. Er er» klärte, daß er der Gründer der Metallschleifer- Innung sei und» rieth aber trotzdem zu einem Generalstreik der Metallschleifer. In der hierauf stattfindenden Wahl dreier Revisoren wurden die Herren Roß. Neugebauer, Koch und Seidler gewählt. Zum Schluß theilte der Vorfitzende noch mit, daß der Streik in der Wolter'schen Schleiferet noch nicht beendet sei, und er» mahnte die Kollegen, die Unterstützungen nach wie vor bei Eodtke, Ritterstr. 123, zu entrichten. Eine öffentliche Versammlung der Tischler«nd Pianotortearbeiter verlins tagte am Sonntag in Keller'« Salon, AndreaSstc. 21, unter Vorsitz des Herrn Kreutz. Der Referent, Herr Schmitz, legte klar, wie man heute gegen die» jeniaen vorgeht, welche in der Generalversammlung auf dem Rathhause zu Vorstandsmitgliedern der Ortskrankenkaffe ge- wählt worden find. Redner unterzog hierauf die von Herrn Obermeister Brandes und Genoffen verlanate Abänderung des Kassenstatuts einer scharfen Kritik und theilte mit, daß fich die neugewählten Vorstandsmitglieder wegen der Nichtbestätigung des gewählten Rendanten und Altgesellen beschwerdeführend an daS kgl. Polizeipräfidium und an den Bezirksausschuß ge» wandt hätten, jedoch auch hier ohne Erfolg. Redner verlaS die Antwortschreiben, welche auf die Beschwerden eingegangen find» sowie die Antwort de« Herrn Brandes auf die Einladung zur Versammlung. ES enegte großes Aufsehen in der Versamm» lung, daß sogar der bisberige Altgeselle, Herr Hubert, welcher schon 14 Jahre in der Kasse thätig und jetzt zum Rendanten gewählt worden ist, ebenfalls von der Behörde nicht bestätigt wurde. Der Referent forderte die Kollegen auf, dack Recht, wai fie dt« jetzt noch haben, nicht aus den Händen zu aeben. Es detheiligten fich an der Diskussion die Herren Schütz, Röhn, Strelow, Furchtbar, Richter, Merkel und Lange, welche voll» kommen mit den Autführungen des Referenten ein« verstanden waren. Es wurde folgende Resolution von der Versammlung angenommen:„Die am 21. Februar in Kellers Lokal tagende öffentliche Versammlung der Tischler und Pianofortearbeiter Berlins ist mit den Ausführungen deS Refe» renten einverstanden und protestüt gegen die weitere Geschäfts- leitung der alten Deputirten der O-tSkasse, insbesondere gegen die des Henn Witte und spricht darüber ihr Bedauern aus, daß die AuffichtSbehörde nicht schon auf die Beschwerde deS neuen Vorstandes Remedur geschaffen hat.— Die Versamm- lung fordert den neu gewählten Vorstand auf, mit allen gesetz» lichen Mitteln die Rechte der Mitglieder zu wahren und den Rechtsweg bis in die höchste Instanz zu verfolgen. Die Mitglieder verpflichten fich, den neuen Vorstand jeder Zeit mit Rath und That zu unterstützen. Am Mittwoch findet eine Ver» sammlung der Gesellen- Deputirten zur Generalversammlung statt bei Seefeldt, Grenadierstr. 33, wo weitere Schritte berathen werden sollen. Betsche, 18. Februar. Auf Wunsch mehrerer hiesiger Kollegen sollte Dienstag, den 16. d. M-, hier am Orte erne öffentliche Versammlung der Maurer stattfinden, in welcher Kollege Dietrich aus Berlin einen Vortrag über die gewerk» jchaflttche Organisation und den Nutzen eines FachvereinS kalten, sowie auch Aufschluß über einen Anschluß der hiesigen Maurer an die Zentral-Kranlenkaffe der Maurer Deutschlands geben sollte. Die Bescheinigung über die Anmeldung war auch von dem Bürgermeister unbeanstandet ertheilt worden. Doch es sollte ander? kommen. Schon bei der Ankunft des Herrn Dietrich in Meseritz wurde derselbe durch einen Gen» dann verhaftet. Sein bei einem Kollegen untergebrachter Koffer mit mehreren Nummern deS„Bauhandwerker" und einigen Abonnementslisten, welche von hiesigen GewerkSgen offen bestellt waren, wurde mit Beschlag belegt und er selbst einem mehr« stündigen Verhör unterzogen. Die von dem Bürgermeister an» geordnete sofortige Ueberlteferung an das Amtsgericht resp. Ge» fängniß wurde deihalb nicht ausgeführt, weil der Gerichts» diencr, welcher die Harmlosigkeit deS ganzen Sachverhalts ein» sah, den Herrn Amtsrichter in seinem Hotel aufsuchte, und dieser sofort die Freilassung deS Arrestanteir und die Heraus- gäbe des KofferS mit Wäsche verfügte, die Exemplare deS„Bau- Handwerker" aber in Beschlag dehrelt. Bei unserer Ankunft in Betsche war da« Versammlungslokal durch 4 Gendarmen besetzt und der Wirth erklärte einfach: Die Versammlung findet nicht statt, weil es der Herr Bürgermeister nicht will. Gleichzeitig erschien der letztere in Begleitung eine« Polizeidiener« im Ver- sammlungs-Lokal und forderte von Herrn Dietrich eine Legitimation. Die vorgelegte Legitimation erschien ihm nicht gmügend, worauf abermals Dietrich's Verhaftung erfolgte, die so lange dauern sollte, bis eine genügende Legitiman.'.- herbeigeschafft sei. Eine telegravhische Anfrage nach Meseritz bestätigte die vollständige Wahrheit der Aussage des Ver« hafteten, und erfolgte nach mehrstündigem Warten die Frei- laffung desselben. Die Gendarmen wichen nicht eher von den Fersen Dielrich's, biS derselbe im Wagen saß und Betsche war gerettet. * Der Gauverein Berliner Bildhauer begeht am Dienstag, den 23. Februar, die Feier der vor 10 Jahren erfolgten Gründung des Vereins Berliner Bildhauer, au« welchem der heutige Gauverein entstanden ist und find Kollegen, welche dem Verein nahe standen, zu dieser im Vereinslokal stattfindenden Feier hiermit eingeladen. Anfang 9 Uhr. * Ueber die Zustände im VerficheruvgSwesen hält beute, Dienstag, Abends S'/i Uhr, in Gratweil's Bielhallen, Kommanda�tenstr. 77—79, Herr v. Ubisch einen Vortrag, zu welchem Jedermann Zutritt hat. Bizirke verein deS werkthätige« Volkes der Schön- hauser Vorstadt. Die zum Mittwoch, den 24. d. M., ange- kündigte Versammlung kann Umstände halber nicht statt- finden. * Fachverein der Schlosser und Berufsgenossen. BilletS zum Stiftungsfeste a 50 Pfg. find noch zu haben bei Döring, Markgrafenftr. 90, Hof vart.' Grunsckel, Gr. Frankfurterstr. 85- Lehmann, Wrenerstr. 13; Ärethe, Alerandiinenstt. 118a, Hof; Neumann, Holzmarktstr. 39, Hof III; Pätzold, Wilhelmstr. 15; Teske. Arndtstr. 17, v.iv. Die Abrechnung der BilletS findei am Don- erstag, den 25. Februar, in Gratweils VereinSzimm« statt und müssen d,eselben bis dahin abgeliefert werden. * verband deutscher Aimmerlente,(Lokalvndand Ber- lin C.) Große Generalversammlung Dienstag, den 23.�Ftbruar, Abend» 8 Uhr, in Gratweil't Bin hallen, Kommandantenstraße 77-79. TazeSordnung: 1. ErganzungSwahl de» Lolal- vorstände». r2. Eingegangene Anträge. 3. Verschiedene» und Frag lasten. Aufnahne neuer MUgliedcr. * Arbeiterbettrttverei«„Unverzagt" im 5. Wahlkreis. Dienstag, den 30. d. M., Abend» 8V, Uhr, Versammlung im Lokale de» Herrn Jacodt, Landibergerstr. 82. Tagesordnung: 1. Vortrag de» Herrn Dr. Gerlach über:„Arbeiterhygiene". 2. DiSkusston. 3. Verschiedene». 4. Fragekasten.— Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder. * Große öffentliche Versammlung der Buchbinder und verw.«erussgenoffen Mittwoch, dm 24. d. Sit».. Abends 8Vi Uhr, in Gratweii's Bierhallen, Kommandantenstr. 77/79. Tagesordnung: Antrag Ackermann, betreffend„den Besäht- SmgSnachweiS der Handwerks- Gesellm und-Meister."— u dieser Versammlung find sämmtliche Innung»- und nicht der Innung angehörende Meister, sowie die Herren Reichs- tagsabgeordneten Ackermann und Genossen eingeladen. * Fachverei« der Drechsler, Knopfarbeiter und ver- wandten Berufsgmoffen Dienstag, den 23. Februar, Abend» 9 Uhr, in Keller'» Gesellschaftsälen(kleiner Saal), Andrea»- strafje 21. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Stadtver- ordneten Görckt über den Albeiterschutz Gesetzentwurf. 2. Der Streik der Knopfarbeiter in Linden bei Hannover. 3. Ver- schiedene» und Fragekasten. Gäste willkommen. Kleine Mittheilungen. Frankfur a. M., 20. Februar. Ein Tischler, Namen» Johann Siöppler, der 9 Jahre der Zentralkranken- und Eteibe- kasse der Tischler angehört hat. und seit einem Halden Jahre kränkelte, ist seinen Leiden erlegen und wird morgen Früh 9'/- Uhr von seiner Wohnung tn Bornheim aus begraben. Heute nun ist an den Bevollmächtigten der örtlichen Verwal- tung der Kasse, Herrn Füllgrabe, folgende» Schreiben de» Herrn Polizeipräsidenten gelangt:„Unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung, betr. die Beerdigung deS Schreiners Johann Stöppler, lasse ich Ihnen anbei Abschrift einer von mir heute erlassenm Bekanntmachung zur Kenntnißnißnahme zugehm. Die Abschrift lautet:„Bekanntmachung. Auf Grund der§§ 9 und 10 der Verordnung über die Verhütung deS die gesetzliche Freiheit und Ordnung gefährdenden Mißbrauch» deS Versammlung»- und VereinigungSrechti vom 11. März 1850, sowie deS§ 9 deS Reicksgesetzes gegen die gemeingesährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1871 wird die Veranstaltung eines öffentlichen Aufzug» bei Gelegenheit der Beerdigung des SchreinerS Johann Stöppler, welche am 21. d. stattfinden soll, hierdurch verboten. Indem ich dieses Verbot zur öffentlichen Kenntniß bringe, weise ich darauf hin, daß Die- jenigen, welche dem Verbot zuwider, an! einem solchm Aufzug sich betheiltgen, nach§ 17 de» letztangeführten Gesetze» mit Geld- büße bis zu 500 Mark oder mit Gefangniß bis zu drei Monaten bestraft werden, und daß gegen diejenigen, welche fich an dem Aufzug als Leiter, Ordner oder Redner betheiligen, oder welche zum Aufzug auffordem, auf Gefangniß von einem Monat bi» zu einem Jahre zu erkennen ist. Frankfurt a. M., 20. Februar 1886. Der Polizeipmfident: von Heraenhahn." Daraufhin begab fich, wie die„Franks. Ztg." mittheilt, Herr Füllgrade zu dem Kriminalkommissär Herrn v. Hacke, der demselben erklärte, daß zur Vermeidung unliebsamer Vorgänge im Interesse der öffent- lichen Eicherhert es bei dem Verbot sein Bewenden habe. Herr Füllgrabe wandte ein, daß laut Mitgliederdeschluß in einem Sterbefall fünfzig Mitglieder bei Strafe die Leiche zu begleiten hätten. Der Herr Kommissär erwiderte, daß Herr Füll« grabe wohl nicht die Garantie übernehmen würde, daß nur jene 50 Mitglieder fich detheiligten; höchsten» auf die Ver- wandten werde Rücksicht genommen werden können. Die Bc« kanntmachung ist als Plakat in Bornh im angeschlagen und auch durch den Ortsdiener verkündigt worden. Der Verstorbene soll ein sehr ruhiger, harmloser Arbeiter gewesm sein, der fick nie in Agitationen eingelassen hat. I Warschau, 19. Februar. Nachdem bekanntlich vor zwe Wochen in Lublin drei Dominikanermönche verhaftet worden waren, wobei e» zu Exzessen kam, hat in diesen Tagen die Verhaftung eine» Geistlichen auS dem Kama-Wulenser-Kloster zu Bielany stattgefundcn, welcher ebenfalls der römisch katho- tischen Propaganda unter den Uniten beschuldigt wurde; der« selbe ist bereits nach dem Innern Rußlands transportirt. Kriefkasten der UedMion. L. M. B. DaS G-wünchte ist besorgt. Die Nummer finden Sie im nächsten Briefkasten. H. St. Körnerttratze. Tie stenographischen Berichte können Sie bezieh-n(auch einzeln) durch die Norddeutsch« Buchdruckerei und Verlagsanstalt SW., Wilhelmstr. 32. F. K. Bestellen Sie da» Buch in der ersten besten Handlung. Der Preis ist un» nickt bekannt. X. Sie haben ganz Recht. E» muß am Schluß der de» Abg. Bebel vom 18. Februar heißen:„Wenn man trotzdem dieser Moment näher herangekommen, doch die längeruna auf 5 Jahre will, so schließe ick daraus, daß lungen ist, bei dem künftigen Träger der Krone die Zustu zu dem Gesetz zu erhalten." Wir danken Ihnen für di: merlsamkeit. tit H. 12. Die Berufung gegen da» UfthHI Schöffengerichts muß innerhalb einer Woche nach Vcrmi also nickt erst nach Zustellung de» Urtheils zu Protokoll Gerichtsschreibers oder schriftlich eingelegt werden. Die w Hauptverhandlung mündlich abgegebene Erklärung de» klagten, er lege Berufung ein, genügt nicht. Da» gegen Freund ergangene Urtheil ist daher rechtskräftig geworden könnte nur dann durch Wiederaufnahme des Verfahren« gestoßen werden, wenn einem der vernommenen Entlang zeugen ein wissentlicher oder fahrlässiger Meineid nalbge«� würde. Versuchen Sie, bei der Slaatsanwaltschast Meineide» unter Benennung der Gegemeugen zu deniw und bitten Sie gleichzeitig um Aufschub der stleckung. u O. L. Ihre an da» ehemalige Vereinsmitglied gem» Mittheilung, daß dasselbe wegen unmoralischen Verhauen»! dem Verein ausgeschlossen ist, enthält keine strafbare gung. Theilen Sie dem Schiedsmann mit, daß Sie zu 1 Sübnetermin nickt erscheinen werden und warten Weitere mit Gemüthsruhe ab. E- St. Ehescheidungsklagen beanspruchen immer W„, Zeit bis zu ihrer definitiven Erltdtgung. Sie dürfen ff® her gar nicht wundern, daß Sie nach einem SUtlePL, kein Erkenntniß bekommen haben. Wenden Sie sich& Rechtsanwalt, dem Sie, da Ihnen das Armenrecht /evs ist, für Erlheilung von Auskunft und später für Aushaus de» Urtheils keinen Pfennig zu zahlen brauchen., u B. R. O. 43. Sie müssen binnm 10 Tagen n°« � kündung der Entscheidung de» Gewerbegerichts beim l chen Gericht Klage erheben, die wohl Aussicht auf haben würde. In der SonntagSnummer ist unter der Rubrik Zeitung" der Anfang eines Artikels enthalten, der Aufnahme bestimmt war. Wir bitten unsere Leser ißr tes .. Da» L Theater. Dienstag, den 23. Februar. Lßeruhav». Flick und Flock, komische» Zauber- Ballet in 3 Akten und 6 Bildern von Paul Tagliont. Mufik von P. Hertel. ««ausptelhau». Tilli, Lustspiel in 4 Akten von Francis Stahl. i�mtsche» Theater. Die armen Reichen. WaLner-Theater. Alfred'S Briefe. Westdenz« Theater. Denise, Schauspiel in 4 Sitten von Ä. Dumas(Sohn). l?»lle.Allia»ee.Theater. Die schöne Helena. Srtedrich« Wilhelmstädtische» Theater. Der Zigeunerbaron, von Joh. Strauß.— »alhalla« Theater. DaS lachende Berlin. Heiteres auS der Berliner Theatergeschrchte mit Gesang und Tanz tn einem Vorsviele und 3 Akten von Jakobson und Willen. i»,«ise«st»dttscheS Theater. Abracadabra. tkeutral-Theater. Der Stabs- Trompeter. »Moria-Theater. Däumling. Tsteud-Theater. Das bemooste Haupt, Schau« spiel in 4 Akten. »«erteau« Theater. Große Spezialttäten« Vorstellung._.„ Tßeater der Reichshalle«. Große Speziali« RLswranÄ �Variete. Große Spezialitäten- Vorstellung. m„„ Ravkordia. Große Spezialitäten-Vorstellung. Alhambra-Theater. Wallnertheaterstraße 16. Heute: Kieselack und seist Nichte, oder: Nie Damen vorn Kältet. Posse mit Gesang und Tanz tn 4 Abtheilungen von A. Weihrauch. Hlstor. Drama in 5 Alten nach dem Französ. Vor der Vorstellung: Gr. Konzert der Hanskapetle. 7 Uhr, der S Uhr, Anfang de» Konzert«... Vorstellung 7»/« Anfang de» Konzert« Soi der Vorstellung 7'/» Von» haben Wochentag» Giftigkeit und find im Theaterbureau(12—1 Uhr) grast» zu haben. Bf«aifer-vanorama. 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Der Verein verliert in ihm einen eifrigen Sänger und treuen Freund. Er wird uns unvergeßlich bleiben.— Beerdigung am Mittwoch, den 24. Februar, 4 Uhr» Neuer Jakobi- kirckhof bei Britz.[786 Der Gesangverein„Kruuonia". Verein zur Wahrung d. Juter- der Klavierarbeiter. effeu Den Mitgliedern de» Verein» zur Nachricht, daß der Kollege Maria« Grizzinmin» am Sonnabend, den 20. d. M„ nach schwerem Leiden verstorben ist. Bte Beerdigung findet am Dienstag, den 23. d. M., Nachmittags um 4 Uhr, von der Leichenhalle des Michaelis- Kirchhofe», Briger Chaussee» aus statt. Die Mitglieder deS Vereins versammeln sich Nach- mittag 3 Uhr bei Stramm, Skalitzerstr. 18. 790• Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung der Töpser Lerlins und Umgegend am Donnerstag, den 25. d. Mi»., Abend» 7 Uhr, in Eratvetl'» Kierhallen, Kommandanten- Straße 77— 79. Ta geSordnung: I. DaS Resultat der Lohnkommissionsfitzung. 2. Stellungnahme und Beschlußfassung des Lohntarifes 1886 und darüber. 3. Dtskusfion. — Sämmtliche Herren Arbeitgeber wie Arbeit- nehmer vom Töpferhandwerk Berlins und Um> aegend werden freundlichst ersucht, in dieser Versammlung zu erscheinen. 787 Die Lohnkommisston. I. A.: Hermann Kormann. Briyerstraße 10. Aezirksver. d. werkt?. Wolkes der Schönhauser Dorstadt. Die zum Mittwoch, den 24. d. M. ange« kündigte Versammlung kann Umstände halder nicht stattfinden. 789 Herberge«. N erkehr«- tfl rfl I»%$* lokat sowie Zentrat-Ar- III-beitsnachwe« de» Lach- hf"|KW verein» der Tischler O. Blnmcastr. SO. Die Arbeits» Vermitteluna geschieht unentgeltlich. Adressenausgabe an Wochentagen von 8'/» bis 9V, Uhr Abends. Sonntags von 9—11 Uhr Vormittags. 476 Der unentgeltliche Arbeits- Nachweis der Klavierarbeiter befindet sich Skalitzerstr. 18 bei Stramm. [572 Mit dem Versandt und Ausschank unserti€ erkannt vorzüglichsten 1 ItodHßitfü in Gebinden und Flasche» beginnen wir am. vonuerstag, de» 25. Februar" Bestellungen bitten wir direkt an unsere Br� zu richten. 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