befonbW id Die eiw Wesen de« elden et« ' w"?!! te, und i« >nkt neba ngedräM DiS i# Ii an dn» SÄS im w EÄw SB legen v» Kavali-� len wurde Betwanw jon bieW Konnabettd, den 27* Februar 1886. III. Jahrg. erlmerMM» Brgan für die Interessen der Arbeiter. DaS„Berliner VolkSblat� ... täglich Morgens außer nach Sonn» und Festtagen. SibonnementspreiS für Berlin frei vstrteljahrlich 4 Marl, monatlich 1,35 Mark, wc'"'-----'' h 4 Mark, monatlich 1,30 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement . v.ltummer 5 Pf. Sonntags Nummer mit illustrirter Beilage 10 Pf. lElngetragen in der Postzeitungsprersliste für 1886 unter Nr. 769.) Jufertion«geb»hr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10...... Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen» Bureaux, ohne Erhöhung deS Preises, angenommen. Ktedaktis«: Seuthftraße 2.— Grpeditiou: Zimmerstraße 44. Das,.KerlwerVoIksl>li»tt" 5*HIt sich beim Monatswechsel dem Berliner Publikum und besonders den Berliner Arbeitern zum �vnnement. � Da in der nächsten Zeit das politische Leben in >iutschland speziell in parlatnentarischer Beziehung Mer lebhafter sich gestalten wird, so dürfte eigentlich «Wer Familie eine politische Zeitung fehlen. . Die zweite und dritte Berathung des Sozialisten- Vit**' das Branntweinmonopol werden den Reichstag � in aufregender Weife beschäftigen, während der 5VMche Landtag die Polenvorlagen in den Kom- J'men und in den zweiten und dritten Lesungen zu " igen hat. Das„Berliner Volksblatt" wird wie bisher au»- e Berichte über die Verhandlungen des Reichs- "W und Landtags bringen. tan ��erdem aber wird dasselbe ganz besonder« der ?mischen und sozialen Bewegung im Deutschen �ch e seine Aufmerksamkeit schenken. . Die speziell die Bevölkerung der Reichshaupt- interessirenden Angelegenheiten wird das„Ber- Volksblatt" nach wie vor in eingehender Weise handeln. , Zu zahlreichem Abonnement beim MonalSwechsel suchen �daktton a. Expedition d.„Berliner Volksblatt�. sikistäge zur ndjekta Kemlheiluiig de; Srzialism«;. II. , Auch im Hinblick auf die reine Theorie und °ti a l e Philosophie muß dem sozialistischen Zdeen- ,'Ne seine eigentümliche Bedeutung, seine Wichtigkeit und Werth beigemessen werden. So namentlich insofern, /' durch denselben der Anstoß zu einer vollständigeren, all- ?Uigereu Erkenntniß der menschlichen Gesellschaft, des Er- �tb«- Verkehrtleben« der Völker gegeben und damit »T Grundlage zu manch bedeutenden Ausbildungen in der .Mtie, zu einer fruchtbaren Erweiterung de« Forschung«- �'eteS der ethischen, politischen und ökonomischen Wissen- C'1 angebahnt wurde. Der sozialistischen Jdeenbewegung .JWsächlich ist eS zuzuschreiben, daß innerhalb der national- JeuMeton. Die Tochter des Kankrotteurs. Roman au« der Gegenwart von Gustav Lössel. &"Bedroht— Dich— heule?" rief ich in athemloser Mftnung..Wie konnte man da« wagen— wer und wo?' h,»Wo? Hier 1" sprach er voll Ingrimm..Nicht mehr �»nn eigenen Hause bin ich sicher vor Angriffe», ich nichts entgegensetzen kann, al« stolze Verachtung. Todfeind, der natürlich auch der Deine ist, hat mir Ä-fi.. Hergang geschworen. Zunächst arbeitet er auf mernen U,. Mia, auf meinen wirthschaftlichea Bankrott' und es iCl'ie dieser Versicherung gar nicht einmal. Ich erkannte >».F au« mancherlei Anzeichen, daß ich systematisch nnnirt C'"dem Jemand durch fortgesetzte Verleumdungen urd schZ?. Meine« gute« Ruf untergrub und meine« Kredit C�le. Die Zeiten sind schlecht, und da- erleichtert Todfeind seine Arbeit." Papa," entgegnet« ich,„gegen Lügen und 'a.�u.gk» kann man sich doch wehren, zumal wenn �u Lt-jenige» kennt, der sie verbreitet. Warum nimmst "'cht dix;» Anspruch?" � dachte bitter. geringschätzend. ,,ES giebt so- gegen welche selbst die Te- ™.-____..... Abir laß u«S jetzt darüber i|%. Es genügt mir vorläufig, wenigstens Dich in {�1 zu wissen, und darum mußt Du fort.' Ä ÄÄ; " ÄrtÄ' ÄrtÄ ökonomischen Schulen die sogenannte„soziale Richtung" festeren Fuß zu fassen vermochte; die Beziehungen de« nationale» Reichthum« zum Glücke und zur Wohlfahrt der Einzelne« schärfer in'« Auge ge- faßt, da« k o» k r e t e 3 n d i v i d u a l- W o h l, im Gegen satze zu dem abstrakte« Gesammtwohl mehr betont und die lange mißachtete oder nicht genug gewürdigte Ver> theilung und Repartitioa der soziale» Güter und de« gesell- schaftlichen Einkommen« spezieller in Betracht gezogen und beachtet wurde. Ebenso verdankt die«ationalökonomische Literatur, nie die hervorragendsten ihrer Vertreter ganz unumwunden zugeben, den sozialistischen Theorien eine Reihe der glänzendsten und werthvollsten Bereiche- runge». Die sozialistische» Theorien habe»— besonder» seit dem Auftrete» L a s s a l l e'« und K a r l M a r r— be> wirkt, daß die Nationalökonomen den großen Fragen über PauperiSmu« und Armenwesen, über die Bevölkeruvg«-Be- wegung, über Arieittlohn, Groß- und Kleinindustrie, Fabrik« wesea und Maschinenindustrie, Steuer» und Staatsschulden, Kredit und Assoziation jc., mehr Aufmerksamkeit zugewendet habe«; daß d.e tiefgreifenden sozialen, ökonomische» und politischen Probleme der Gl eich h it und Freiheit, der Harmonie und Ordnung von den StaatSge» lehrten und Gesellschafts-Theoretiker» fester und allseitiger in« Auge gefaßt wurde«, während zugleich die Nothwendig- keit der Beachtung der ewigea Prinzipien und Forderungen der Humanität und Gerechtigkeit, einer au«- giebigen Sozial- Gerechtigkeit durch die sozialistischen Lehren entschiede» nahe gelegt wurde«. Und so muß denn auch»als ei» bedeutsamer und cha- rakteristischer Grundzug" dieser Lehren der' bezeichnet werden, daß sie im bewußten Gegensatze zu jener fatalistische«, blindgläubigen Gesellschaft«-Theorie und-Oekonomik, welche die Geschicke der Menschen, die nothwendigen Reformen äußerer Zustände sich ganz von selbst uvd ohne unser Zuthu» voll- ziehen lassen will, uvd den Menschen alle schöpferisch- gestaltende und umbildende Kraft und Fähigkeit abspricht, die Menschheit und die Gesellschaft über da« Gegebene und Gewordene hinaus doch immer noch auf eine bessere ideale Zukunft hinweisen; daß sie da« Selbst» vertraue« de« Menschen, die Macht, für etwas Besseres und Vollendetere« mit Erfolg zu strebe», stählen und fördern; daß sie endlich ihre Ziele und Strebepunkte nicht zurück verlegen in eine längst verklungene, mit ihren morsch und faul gewordenen Jnstiiutionen dahingeschliedene Ver- gangenheit, sondern in eine durch ununterbrochene Kultur und Anstrengung herbeigeführte Zukunft versetzen. Ein großer, nicht unbedenklicher Zrrthum, in welchem viele Anhänger de» Sozialismus selbst sich im Kampf sowohl wie im Frieden. Aber wa« nutzt« mir da»? Ich wagte schon viel, indem ich meinem Vater wider- sprach; auf meinem Willen zu beharren, wäre einfach un- möglich gewesen. Er duldete keinen Willen nebe« dem seinen, und so mußte ich mich füge». Er suchte mich in jeder Weise zu trösten, versicherte mich, daß sein Leben nicht bedroht sei, daß e« ihm jedenfalls gelingen werde, sich in seiner Stellung zu behaupten, und daß e« nur meiner zeitweilige« Entfernung bobürse au« Gründen, die mir nicht immer verborge» bleiben sollten. Ich sollte zu der Baronin«ach Selchow, der ich aber nicht« von unserer Unterredung verrathen sollte.„Sie würde sich unnütz ängstigen", sagte mein Vater,„und helfen körnte sie mir doch nicht." Ich mußte ihm meine Hand gebe« und ihm feierlich geloben, nicht« von dem eben Gehörten an irgend Jemand zu verrathen; e« wäre denn, daß er selbst mir die Erlaub« »iß dazu gäbe. Inzwischen war e« dunkel geworden. „So, und nun mache Dich fertig," sagte er.„Nimm nicht» mit Dir, als wa« Du am Leibe trägst und höchstens «och eine Kleinigkeit an Wäsche in jener Ledertasche, damit die Baronin nicht �Fragen stellt, welche Dich in Verlegenheit bringen könne». Du kommst zu ihr, wie Du»schon so oft gekomme«, au» alter Anhänglichkeit, um einer Luftänderung willen.... was Du willst I Es gibt Gründe genug für Deine uaerwartete Ankunft in Selchow, und willkommen bist Du dort immer." Da» wußte ich selbst, und da e« nicht weit war, wo- hin ich gehen sollte, ging ich mit leichterem Herze», al« ich e« unter anderen Umständen gethan haben würde. Zch sagte mir, daß ich jederzeit rasch nach Hause gelangen könne, und daß ich au« meine- Vater« Briefen ersehe« werde, wann ei Zeit hierzu s.i. Mein Vater selbst wie« mir den Weg, den ich gehen solle, um möglichst ungesehen aus dem Hanse zu kommen. DeS Ferneren warnte er mich vor einem etwaigen Be- obochter meiner Bewegungen außer dem Hause. Ich sollte mich zuvor Überzeugen, ob Jemand in der stillen Gasse oder am Ausgang derselbe« lauernd verweile und mir befinde«, ist der, daß sie in den sozialistischen Lehren ein fertige« und alsbald zu verwirklichende» System der Nationalökonomie oder der staatlichen und gesellschaftlichen Ordnung erblicken. In Wahrheit enthalten jene Lehren, nach Fichte'» zutreffendem Urtheil, all- gemein leitende Ideen, die da« in der Form liegende rechte Ziel zum ersten Male von einer neuen Seite, von der der Arbeit, un« vor Augen rücke«. Ei» diesem Zrrthum entgegengesetzter vieler Widersacher de« Sozialismus ist der, zu glaube«: die Verwirklichung der Theorie« de- Sozialismus werde nie erreicht werden. Diesem Zrrthum gegenüber ist darauf hinzuweisen,„daß— wie Hascher in seinem„System der Volk-wirthschast" bemerkt— man bei aufmerksamer Prüfung der mooerne« Kulturzustände die Ueberzeugung gewinnen müsse, daß wir in manchen Punkten dem reinen Sozialismus näher stehe», al« die« vor hundert Jahren noch denkbar ge- wesen, wenn man insbesondere den Umstand beachte, daß in sehr vielen soziale« Einrichtungen, so z. B. in der Gemein- samkeit de« Volksunterricht«, drr Wehrpflicht, in den vielen Akliengesellschaften, Vereinen, Versicherungsanstalten, ge- meinsame» Produktion«- und Konsumtion« Unternehmungen, im Expropriation-recht, der Armenunterstützungspflicht, im Fabtitbetriebe, in Arbensgenosserschaften k. k., gesunde Prinzipien de« Sozialismus ihre th eilweise Verwirk- lichuvg gefunden haben."— Unleugbar dringt auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens das Gleichheitsprinzip siez- reich vor. Wer ist im Stande anzugeben, wo s>iae Grenze ist? MjndestenS muß ein vorurtheilsfrcirr Mensch den Ausspruch Schäffle'« beherzige»:„daß mit dem Trugschlüsse, e» müsse die Unfreiheit der Volk«massen und da« Recht der erblichen Herrschast einzelner geistig und ökonomisch Überlegener Klassen für immer austecht erhalten werden, der Emanzipationsanspruch de« vierten Stande« in der Gegenwart nicht abgefertigt werden könne; die staat«rechtlich zur Macht verbundene Ge» s a m m t h e i t, nicht eine einzelneKlasseseidie soziale Kraft zur Gesammterhaltuvg."—„Diese in unserer Epoche schon mehr oder weniger herangebildete Sozialkraft ist für die Zukunft die berufene Erzeugerin und Hüienn de- Recht«. Da» oberste Machtinteresse ihrer Rechtipolitik liegt eben darin, alle Volkskräfte sich entfalten zu lasse«, d. h. die innern Daseinskämpfe so zu ordnen, daß A l l e um die Existenz friedlich ringen müssen und im Kampfe nach dem Maß der persönliche» Tüchtigkeit, bei Gleichheit der Bildung«- und Kampfbedingunge», den Sieg und die höhere» Kampfe-preise davon tragen können."„Wir glauben," sagt Schäffle an anderer Stelle,„daß dem gereinigten So- ziali«mu« nach einer allerding- noch nicht bestimmbare» Frist folge. Ja diesem Falle sollte ich sofort wieder um- kehre« und etwa an mich gerichtete Fragen unbeantwortet lassen. Zch versprach Alle«, nahm eine» rührenden Abschied von ihm und begab mich auf meine einsame Wanderung. De» Schlüssel zur Gartenpforte, welchen er mir jetzt selber aushändigte, hatte ich schon öfter heimlich vom Brett genommen und benützt. Zch sollte«ach seinem Willen nich' unbegleitet au- dem Hause gehen, oder doch de« Wagen benützen. Da« war sehr lästig und um da« zu umgehen, wählte ich de« Weg zu meine» heimlichen Spaziergängen durch die Gartenpforte. Ich fand mich auch jetzt von Niemandem beobachtet; nur Friedrich, der Kutscher, hatte mich über de» Hof gleiten gesehen. Da« machte aber nicht« au«. Im Hau« mußte man ja doch meine Abwesenheit bemerke», und e« blieb meinem Vater überlassen, dieselbe zu erkläre». Draußen zeigte sich absolut nicht» Verdächtige»; und wie mein Vater befohle«, rief ich den ersten leeren Mirth-wagen an, der mich dann nach dem Bahnhof brachte." Hier hielt Erna erschöpft inne. „Schonen Sie sich", mahnt« Romberg.„Und wenn Sie sich jetzt erholt haben, lassen Sie mich Ihnen mit einige« Fragen zu Hilfe komme», deren kurze Beantwortung genügt, um mir ein klares Bild von der Situation zu geben." Die Kranke nickte stumm, und Romberg wandte sich nach dem Fenster, um leise mit dem GerichtSschreiber zu sprechen. Da« Wichtigste wußte er nun, vorausgesetzt, daß Erna die Wahrheit sprach; zu dem Nachfolgenden konnte sie sich Zeit lasse«. Au« dem«un folgende» Verhör erfuhr Romberg, wa- wir au« den Aussagen der Baronin und von ErnaS Flucht aus dem Schlosse bereit- wissen. „Ich mußte zu meinem Vater", sagte sie zur Erklärung der letztere«,.noch eh« die Gefängnißmauer« sich trennend zwischen uns legten; au« seinem eigene» Munde wollte ich e« hören, ob meine Verfolgung auch ein Werk unsere» Tod- feindes sei und ob ich auch ferner noch da» mir auferlegte Schweigen bewahre« müsse. Vielleicht wußte er gar nicht« von diesem Gewaltakt, und wenn er Kenntniß davon hatte, tie Zukunft gehört; wir glaube» da« aber nicht, weil wir annehmen, daß er eia geringere«, sonder« weil wir glauben, daß er ei« höhere« Maß der individuelle« Frei« he t dringen wird, ja daß jenes Maß und jene Allgemein- heit individueller Freiheit, welche von den höhne« Macht« anfordemngen künfiign Selbstnhaltung unbedingt geford.-rt sein werden, nur der gereinigte Sozialismus zu verwirklichen im Stande ist. Vnhehlen wir un« ab« nicht, daß die individuelle Freiheit heute weder allgemein, «och in höchst möglichem Trade besteht. Die Ungleichheit de« Befitze« und die Autliefnung der Miitel gesell« s ch a f t l i ch e r Produktion an den Privatbefitz hindert» die Massen, allgemein höhne Grade dn Anpassung zu erreichen; nach der Rangordnung d« ivdivi- duelle« Tüchtigkeit den übnlieferten Befitz geistig« und materieller Güt« mitzugebrauche«; auf alle« Ring» platzen Zulassung zu finden und nirgend« einer andne« Uebcrmacht weiche« zu müsse«, al« jener de« höhnen Talente« und d« tüchtigeren Ausbildung. Wir glaube« da« ber, daß der realifirbare SozialiSmu« einen bedeutenden Schritt weiter auf d« Bah« individuell« Freiheit voll- ziehen und vom Kommunitmu« der Anfänge der mensch« trchen Zivilisation fich weit« entfernen muß, al« der h«r- fchende Kapitalismu« d« Gegegevwart."') Schaffte also theilt nicht die von den Gegnern de« SozialiSmu« so oft geltend gemachte Anficht: daß derselbe eine bedeuterde Beschränkung, wo nicht die gänzliche Aufhebung der freien Selbstbestimmung zur Folge haben würde. Schon etliche Jahre vor ihm er- klärte der englische Nationalökonom Stuart M i l l: daß die desfallsigen, sowie überhaupt die Einwendungen gegen den Sozialismus stark üb:rtriebe« worden feien. Er ist geneigt, nicht nur dem Sozialismus sondern sogar dem Kommunismus de» Vorzug vor de» heutigen Zustände« einzuräumen..Im V«gleich mit d« gegenwärtige» Lage d« Mehrzahl der Menschen — sagt«— würden die Beschränkungen de« Kommuaitmus als Freiheit«scheine». Die Soße Masse der Arbeit« hat so wenig freie Wahl bei ihr« eschäftiguvz od« ihrem Aufenthalte, fie ist, praktisch ge- »omme», so abhängig von festen Regeln und fremdem Willen, wie e« nur bei irgend eurem System, wirkliche Sklaverei ausgenommen, sei» kann."—**) Mehr, wie je zuvor, ist h e u t e die ernste Mahnung am Platze, die schon vor sechzehn Jahren Fr. Alb. Lange an die.Besitzende» Gebildeten" richtete: statt fich blo» bei jeder ernsthafte» KnsiS au« Angst vor der un« »ermeidlichea sozialistische» Färbung einer etwaige«.Revo« lution" mit aller Macht auf die k o« s e r v a t i v e Seite u werfen, die Arbeiterftage nicht.minder eifrig, wie ie Arbeiter selbst, zu studire», und sich zu be- mühe», die Dinge, so weit e« gehe» will, auch einmal mit de» Augen de« Arbeiter» zu sehe«, statt den Arbeiter» mit aller Gewalt ihre eigene Anschauung aufdrängen zu wolle», welche ohne die optimistisch« GemüthSflnnmung d« bevorzugten Gesellschaftsklassen Niemandem ver» E S« d l i ch i st. Mit der wachsenden Ueberzeuzung vo» « Notbwendigkeit großer und allseitige Opfer fordernder Reformen wächst ab« nicht nur die Wahr« scheinlichkeit ihrer Durchführung, sonder» vor alle» Diagen auch die Wahrscheinlichkeit ihr« glück» l i ch e» Durchführung. Längst rst die Frage dn soziale» Reform zur Lebensfrage der modnnen Kultur in Europa ge« worden. Der treibende Keim eine« neue» soziale» Leben» entfaltet sich; der Drang der«rbeitenden Klasse««ach Vervollkommnung ihr« selbst und Eninaung «ine« würdige» Dasein«, will sich frei ausleben. Nur kurz« fichtig« Egoismus vermag diesem Drange zu widerstrebe«. Der wirklich Gebildete weiß, daß die Weltgeschichte manchnlei Pfade hat, auf denen sie die Menschheit ihr« höhnen Be- stimmung entgegenführt. Nicht nur auf dem Wege de« äußern EiegeS, sondern auf dem Wege beständiger Niederlagen und Verfolguage» breche« die Idee« ein« «euen Zett sich Bahn und d« Untergang ganzer Kultur« Epochen ist schon oft da« Mittel gewesen, um neue und k *) Schatfle„Bau und Leben de» sozialen Körper«" ll, S. 78 und 120. ♦♦) Mill.„Prinz, d. polit. Oekonomie" ll. B. ***) Lange„Die Albeitersrage" Zweite Aufl. S. 365 ff. mußte er mir auch Mittel zur Abwehr an die Hand geb-n. Das waren meine Gedanke», al« ich vo» Selchow«ach d« Residenz floh, welch' letzt«« ich glücklich««eicht«. Ich wollte am Bahnhof eine Droschke nicht nehmen, weil ich mich da um eine Marke an den dort statwnirten Poliziste» hätte wende« müssen. Spät« fand ich keinen Wagen und so be- schloß ich, den W?g zu Fuß zurückzulege». Sogleich nach dem Eintreffen in der Stadt hatte mich aber«ine unsägliche Angst befalle», und diese wuch« mit jedem Schrttt in der Richtung nach meinem Elternhause. Eine Ahnung sagte e« mir, daß dort etwa« Böse« mich erwarte, und natürlich legte ich mir da« so au«, daß da« Hau« vielleicht von Polizisten bewacht sei, welch« mir den Eingang wehren würden. Tausend Möglichkeiten schösse» mir wirr durch de» Kopf. Vo» Zeit zu Zeit blieb ich stehe», um Athem zu schöpfe« und zu üb«legtn, wie ich sonst noch ei« Zusammen- treffen mit meinem Vater erwirke» könne. .Ich dachte daran/«zählte Erna weit«,„ei» paar Zeilen«ach Hause zu schicken; ab« wenn man dem Bvten de» Brief vorher absahm, konnte da» die Polizei nur um so schnell« auf meine Spur bringen. Nach«neuertem Zögern und Ueb«legen beschloß ich, erst spät am Abend zu meinem Vater zu gehen. Den Schlüssel zur Garten- pforte hatte ich noch bei mir und ich sagte mir, daß fie mich dann schon in ein« and««« Richtung suche» würden.... Ich bog also vo» meinem Wege ab und begab mich nach diesem fernst gelegenen Stadttheil, um hi« in plan- losem Umherwandern den Tag zu««bringen. Gegen Mittag suchte ich eine Konditorei auf, in der ich mir eine Erfrischung reichen ließ. Erst beim Anblick der umher- liegende» Zeitungen kam ich auf den Gedanke», nachzusehen, ob etwa eine meine Verfolgung erklärende Notiz darin ent- halien sei. Ich brauchte nicht lange zu suche», und was ich fand, ließ mich mit einem lauten Aufschrei besinnungslos nieder- stürzen. Mein Bat« todt— scheinbar geiödtet— die Bank beraubt und ich deshalb verfolgt... Alle« da« zu- fammen gehalten, war genug, um meinen Geist zu umnachten, auch dann«och, als ich an höh«« Forme» bei gesellschaftliche« Lebens au« den Trümmnn ein« unhaltbaren Vergangenheit hervorgehen zu lassen; die Gewalt der H«rschaft de« Veralteten treibt unaufhaltsam das geistige Lebe« in neue Bahnen und läßt e« auf neuem Bode» wurzeln und aufblühen; diese H«rschast kann es nicht hind«n, daß K«n und Wesen d« ganzen sozia- listischen Bewegung sich imm« mehr kovzentriren auf jenen, mit der Höhne» geistige« Bestimmung jdeS Menschen identischen Kampf gegen den Kampf um« Dasei», de» Krieg Aller gegen Alle, der unsere Epoche so scharf charakterifirt. Ziel und Ende diese« große» geistigen Kampfe» ist nur zu suchen in d«.Besiegung der f a l s ch e» W i l l e n S r i ch t u n g", die sich allen große» und durchgreifenden Verbesserungen i» der Lage de« Volke« von jeh« entgegengestellt hat. Und möge dies« Kampf in Wahrheit auch ein unend- lich« Prozeß sein, so hat er doch seine endlichen Ziele, stine Friedensschlüsse und Siegesfeste. Zukünftige Weltperioden mögen mit neuen Differeozirunge», mit neuen Forme» de« Kampfe« um« Dasein zu rechnen und zu ringen habe»; allein die gegenwärtig dominirende Form findet ihre» be- stimmten Abschluß nur„ia der freie« genoss en- schaftlichen Arbeit mit all ihren Vorbedingungen und Konsequenzen". Da« kann vnnünftig«wesse»icht be- zweifelt werde». Potttische Ueverstcht. Ans abschüssiger Bah«. Wir haben es schon im natio- nalen Interesse beklagt, daß der Reichskanzler sowohl, al« auch eine große Anzahl derjenigen Abgeordneten, welche den natio« nalen Gedanken allein gepachtet zu haben glauben, den Schwer« punkt der parlamentarischen Verhandlungen vom Reichstag« fort in daS partikularistische preußische Abgeordnetenhaus ver- legt haben. Die Polensrage wird als eine rein preußische auf« gefaßt, trotzdem fie gerade im Auslande Aufsehen erregt, aus- wältige Angelegenheiten aber dem Reiche unterstehen. D« Partikularstaat Preußen hat durchaus nicht das R.'cht, durch einseUige gesetzgeberische Handlungen, welche im Auslände Groll«wecken können, das deutsche Vaterland in Kriegsgefahr zu bringen. Eine schöne Einigkeit daS! Vorläufig allerdings mag Rußland der Entwickelung in Preußisch-Polen noch gleich- giltig zusehen, jedoch dürste es aufgeweckt werden, wenn die polnische Frage durch die Ausweisungen der Polen aus Preußen, dann durch die Expropriationen mehr nach Russtsch« Polen gespielt und dort brennend« wird. Dann würde ein deutsch russischer Krieg, eigentlich ein preußisch russtsch« Krieg, in welchem natürlich daS übrige Teutschland verwickelt würde, nicht zu den Unmöglichkeiten gehören. Ertönt doch schon aus Russtsch- Polen eine Stimme, die laut rust:„Bismarck, der Retter Polens!"— Die„Schlefische Zeitung", in welcher diese Stimme»«lautet, erklärt ausdrücklich, daß der Rufer im Streit ein echter V o l l d l u t p o l e sei, ein Großgrundbesitzer aus Wolhynien; andernfalls hätte man den- selben wohl in der Wilhelmstraße hier in Berlin vermuthet. Also unser„Volldlutpole" meint, daß die Wiederherstellung Polens ohne die preußischen Besitzungen des frühmn polnischen Reiches geschehen müsse; auch auf Galizien sei vor« läufig zu verzichten. Russtsch- Polen aber müsse im Ein« verständniß mit Deutschland und Oesterreich selbstständig ge- macht w«den und in südöstlicher Richtung sich bis zum schwarzen Meere ausbreiten. D« Anfang ad« zu dies« Neu« gestaltung de» polnischen Reiche» sei völlige Verzichtleistung auf die preußischen Gebietstheile und die dadurch erworbene Beihilfe de« Fürsten Bismarck. Wir wollen un« gar nicht mtt diesen Spekulationen hier besch ästigen, sondern nur kon- statiren, daß all diese Vorschläge fich an den Fürsten Bismarck als preußischen Minister, nicht als deutschen Reichs- kanzler wenden— und darin liegt eben die schiefe Stellung, die gegenwärtig da« Deutsche Reich zum Königreich Preußen «innimmt. Es ist zwar wahr, daß Preußen stn Deutschland aufgehen sollte, aber da« grade Gegentheil ist der Fall. Nun wird gar noch offiziös angedeutet, daß dem Reiche die Kolonien zu entziehen und auf Preußen zu übertragen seien. An fich hätten wir dagegen nicht« einzuwenden und könnten uns auch dem Vorschlage der„Freisinnige Ztg." wohl anschließen, dies« Stelle die Augen wieder öffnete. Man hatte mich wegen der Nähe de« städtischen Kranken- Hauses hierher gebracht, und mein Zustand gebot meine daullnde Aufnahm« in dasselbe. Als ich erwachte, raste ich in einem Fieb«, und da ich nicht« bei mir führte, was mich hätte legitimiren können, blieb ich unerkannt. Da« klare Bewußtsei» ist mir üb«haupt erst jetzt wiedergekehrt; al« man mich nun«ach meinem Namen und Stand be- ftagte, schickte ich zu Ihne». Sie haben mein Geständniß, mehr weiß ich nicht zu sage»; und»un b«ichten Sie mir gütigst, was ich noch nicht wußte." „Ich fürchte, diese Unterredung hat Sie schon zu sehr angegriffen," entgegnete Romb«g,„auch wüßte ich dem Ihnen bereit« Belanntm wenig mehr hinzuzufügen. Sagen Sie mir nur«och das Eine: Haben Sie bei Ihrem Vat« jemals eine unbekannte Dame gesehen od« sonst be- merkt, daß er mit einer solchen in Verbindung stehe?" Erna schüttelt« in still« Verwunderung den Kopf. „Sie entsinne» fich auch«icht, daß er vo« einer Tod- feindin gesprochen und Sie vor ein« verschleierte« Dame gewarnt hat?" „Nein, das hat er«icht. Er sprach nur ganz allgemein vo« einem Todfeind, nach dessen Persönlichkeit ich dann nicht weiter fragte." Auf Erna'« wiederholtet Dränge« machte nun Romberg einige Mittheiluagen, doch nur soweit sie den Tod ihres Vater« betrafen. Die umständliche Schilderung der Auf« findung seiner Leiche vor dem geöffneten Geldschrank erschütterte sie so tief, daß sie noch einmal von«wer Ohnmacht befalle» wurde. Romberg sandte nach dem Arzt und verließ mit seinem Begleiter das Krankenhau«. Er zweifelte nicht, daß Erna unter dem Eindruck ihre« nahe« Tode» die Wahrheit ge« sprachen. Der Widerruf des gegen Erna erlassenen Steckbriefes in de« Zeitungen lenkte die öffentliche Aufmerksamkeit noch einmal auf diesen halb vergessenen Gegenstand. Alle Welt war auf die erwarteten Enthüllungen gespannt, wo und wie man Erna Eschenbach gefunden und was«un weiter mit daß der preußische Premierminister Fürst Bismarck als- r e i ch s unmittelbarer— Herrscher, unter dem Titel eines N tönig« der vereinigten preußischen Kolonien, über Angra« Pcquena, Ostafrika, Neu-Guinea und den Uimü* Archipel gesetzt werde. Aber trotz dieses Einverständnisses � wir doch nicht gerade erbaut von solchen partikularisiiB Ideen, die auf nichts anderes als auf die Zersetzung% Deutschen Reichs hinauslaufen. Die Freiheit wird im W sehen Reiche schon zu Tode gehetzt, die Einheit wird nachM Wir befinden uns in der That auf abschüssiger Bahn! Zur Pariser Weltautstellung. Unsere Anficht� die Ausstellungen ist bekannt. Wir� stehen denselben�, thisch gegenüber und wünschen, daß für das Jahr 1 Berlin eine glorreiche nationale Ausstellung, da eS nun � mal eine Weltausstellung nicht sein kann, zu Stande UlUä Xücnaur Jituwim ftiu m«»i»y ju �,W,*VVIU Tx| dann aber wünschen wir ferner, daß das Deutsche Stnll? im Jahre 1889 an der Pariser Weltausstellung in beren� ligster und ausgiebigster Weise betheilige.— Leider U1BUCI uciwcmuc.— I«- y festzustehen, daß die deutsche Reichsregierung ihre ablchM Haltung beibehalten wird, und für dieselbe sind, naw«' offiz'ösen Notiz in der„Köln. Ztg.", noch ander« maßgebend, wie der herrschende Druck in Handel und Die deutsch.feindliche Stimmung in reich daure ungeschwächt fort. Der Chauvinismus 0«% den letzten Jahren erheblich zugenommen. Man dünt«, den Patriotenligisten und ähnlichm Leuten, die den wg nismuS gewerbsmäßig betreiben, monaielana leichte geben, fich in der deutschen Sektion einer Pariser AuM� durch Ungehörigkeiten auszuzeichnen und bei Gelegenhc» Aufreizungen und freien Entrees die deutschen Farben 1°� chimpfen. Reklamationen deutsscherseit« dagegen könrntf- franzöfischen Regierung Verlegenheiten bereiten.— 1 Gründe halten wir durchaus nicht für stichhaltig. zösische Regierung hat die Macht, dermtige Ruhestörers gebührenden Schranken zu verweisen, wobei sie Pariser Arbeitern eventuell energisch unterstützt� Aver auch das erhebende Gefühl, daß zugleich der � neh Herr �ugen fü Eozra! �-liste, Betreuer 5 ruht und dienen, g «»den.! dings sehr lemgen. w "ahe stank W jeibeamie, daß es ihn unter die: Jofc der batt« Herr H-nd, in »langte.: die«eba wahr ist Eründe n Lausch in edlen Tod »ein soll ®ta| wes -hrige Geburtstag der großen französischen Revolution'� der alle Länder der Welt, Deutschland nicht in letzter� rfnßf(hilfikfnmifwHg» frlfttiflf hrtbrn. mirh Wfct große Kulturvoitheile erlangt haben, gefeiert wird, läßt K'., nicht befürchten, daß kleinliche nationale Zänkereien� gero�tir auf dem klasfischen Boden der Freiheit und der Men! vorkommen könnten. Ueber die freisinnig« Partei hat fich nach den kratischen Blättern" der Reichstagsntgeordnete LeNi» z in einer Versammlung des Demokralischen Vereins Berlin in folgender Weise geäußert: Es sei der Partei zum Verdienst anzurechnen, daß fie sofort Branntweinmonopol entschieden Front gemacht Hab«. sei die Partei aber nur in solchen wirthschaftiichen Frafle». ,j freiheitlichen Grundsätze unbedingt eingedenk. Do» � eine kleine Auffrischung in der Vollsgunst zu gönnen- ü, war dessen recht bedürftig. Mit dem Branntweinmonopols der Reichskanzler ihr den Schluck aqna ritae gereicht. durch Ermunterung ihrer L-bensgeister auf einige 3% Anschein der Lebenskraft verliehen habe. Wenn nur kung dieses aqua vitae s o lange vorhalten um der Partei den erforderlichen Mu)- ,, Abstimmung gegen das Sozialisten gesell erhalten. Es sei aber zu befürchten, daß einige der des Muthes bessern Theil erwählen und fich von der» v, mung fern holten würden.— So die�,, Demokratische über das Sozialistengesetz äußerte. Nun mögen � Deutsch- Freifinnigen an eine näher« Adresse wenden. � Ehrliches Lob verdrießt die Mantelträgek. � „Leipziger Tageblatt", ein nationalliberales Organ liberalster Sorte schreibt:„Nach dem amtlichen stenoarap?� Bericht hat der Abg. Viereck in der Sitzung de? am 18. Februar sich nicht gescheut, folgende: zusprechen: In Leipzig kam ich unter die Obhut des v � asseffor« Bausch, der ein sehr geachteter und h» � Beamter war; dieser Beamte beklagte sich/ anbeten Parteigenossen gegenüber darüber, wie» p rere meiner polriischen Freunde bestätigen(■ hier im Hause anwesend sind, daß er seinen allen möglichen Schergendienfien hergeben mOB"- j l was geschah we ter? Der Mann hat sich kutt da« Leben genommen.„DaS Gefühl seines Ml Seil ehe, wie Goethe sagt,„fraß ihm da» Herz." Der 5. meister von Lerpzig, der hier anwesend ist alS � de« Hause«, wird Ihnen bestätigen, ein wie 0'y Beamter dieser Mann war; als ein auBg(f%- Ehrenmann konnte er es nicht mit ansehen.$ dieses Sozialistengesetz handhaben sollte. Also- es Ä'-i Iten sie Eil ihr geschehe» werde. Findige Reporter ließe« angelege« sei», da« zu ermitteln, und bald hatte» sse.y gegenwärtigen Aufenthalt entdeckt. Ihr Zustand> erklärlich, daß weitere Maßregeln zur Zeit nicht 0%;< ergriffen wurde«. Sie brauchte»icht polizeilich be» werden. Der Tod wachi« an ihrem Lager. Es m J Leute, welche denselben von dort verscheucht wünschte.' nicht au« christlichem Mitgefühl, sondern nur, um!!..(» vor Gericht zu sehen und zu höre», wie es ihr f. die Polizei so gründlich zu dupire». Man hegte gefühl für Erna, aber auch keine Sympathie für bte y und so klatschte man der ersteren Beifall, ohne t? liche» Veraehen zu entschuldigen...u#* Mit Hanger Erwartung flogen täglich hundelr � Augen über di». Spalten der Zeitungen hin, T wärtig, daß der Tod ihre« heiße» Wünsche« eia gefetzt habe» könne. Aber die Berichte über Erna« �' — man wußte nicht, au« welcher Feder fie W lauteten von Tag zu Tag günstiger, und damit w-s»,«k auch die Hoffnung de« fensationSbedürfttgen Publu-��s eine vielversprechende, nervenprickelnde Gerichtsverho�� i» welcher der einst hochgeachtete Name Eschenbach in den Staub getreten werden würde.. M-, Eine« Morgen? aber entfuhr den hunderttause* reiziemotq gcivricp, vergaß aver oaruor»," � von oben her" nicht intervevirt worden war,«l«,er?ll ,, kürst weaen Betruaes»u einer kckmackivollen Kerker 9 Fürst wegen Betruges zu einer schmachvollen ttffi theilt wurde. Man war viel zu skandalsüchtig und 1 -.... ifCj bedürftig, um einfach die Thatsache zu akzepttre»- �s».j an Beweisen— nun ja! Alle« Vorangegangene die Unfähigkeit der Polizei erwiesen, hiermit fle nun selbst ein Armuthszeugniß au«. Wollte � Publikum nachträglich weitmache»,«S lägen g"$0 weise gegen Erna Efchenbach vor? Wozu dan & i «I*2%. Mb m lob He i E, k als— � l(W# et Kamen» m Biim«« ndnißei W kularipW lskPlM« d im Od i nachM ihn! Anficht W eä tiuii«» in beretv» itt sche e adleh , nach � 5# .:°SZ % egeni�»( arden k», mfd der v-M luiroa-, W ßf- Eenl gx den « K Fr-M 'Do» ronop�'zi I m Gesetze haben Sie, daß Ihre Beamten fich das Leben nehmen, weil Sie diese Jh-e Gesetze ausüben müffen. . Herr Viereck bat fich wohl gehütet, einen Lebenden als �uaen tür seine Behauptung, daß Polizeideamte Gegner des »ojialtstengesetzes seien, anzuführen; dafür muß ein Pflicht- Smeuer Beamter, der nun schon über sechs Jahre im Grabe wht und deflen Geist ganz andere Ursachen umnachteten, dazu vienen, gegen das gedachte Gesetz in das Feld geführt zu »«den. Diese Methode, gegen etwaS zu kämpfen, ist aller- rMg* sehr bequem. Wir können nur mittheilen, daß Die- lintgen, welche dem Verstorbenen als Freunde und Kollegen nahe standen, die Behauptung deS Herrn Viereck einfach f ü r unwahr halten."— So das nalional-ltderale Blatt.— äs« kennen einen Gewährsmann, dem der ausgezeichnete Polt- irideamte, Herr Asseffor Bausch persönlich erklärt hat, *aß eS ihm geradezu erschrecklich wäre, immer seinen Namen unter die damals allerdings ungemein häufigen Echriftcn> Ver- *«e der Kreishauptmannschaft zu Leipzig zu setzen. Dabei hatte Herr Affeffor Bausch eine amerikanische Zeitung in der vund, in welcher sein Name viermal hinter einander «angte. Die„Freund« und Kollegen" deS Verstorbenen mögen *>e Bebauptung deS Abg. Viereck für unwahr halten, wahr ist fie im Wesentlichen doch. Wir könnten auch die «ründe näher anführen, welche den Herrn Polizeiassessor ?uulch in den Tod trieben, doch wollen wir die Ruhe deS edlen Tobten nicht stören. Oesterreich-Uugar»». Ein parlamentarisches Maulkorbgesetz, «eichis früher auch für den deutschen Reichstag geplant war, WI letzt im österreichischen ReichSrath eingefühlt werden. N Hohenwart beschäftigt fich eifrig mit einem Gesetz- «mvurf, dessen Bestimmungen die parlamentarische Tribüne »ywtlich beschränken soll. Diese Bestimmungen find nach dem --Wiener Tageblatt" ungefähr folgende: Wenn ein Adgeord- Mr im Parlamente ungebührlich spricht oder fich ungeberdig Mtmmt, so treffen ihn, nach der Schwere deS Falles, verschie- Strafen. Es wird ihm nicht bloS daS Wort entzogen, *use» Recht hat auch heute der Präfident, er kann auch auf wrzere oder längere Zeit„suSpendirt" w«rdtn. wie irgend ein hinter oder öffentlicher Funktionär, der gegen die Dienst- Miung und die Disziplinarvorschriften fich vergangen hat. xkm betreffenden Abgeordneten wird die Theilnahme an den Mngen für einen, oder auch für mehrere oder viele Tage Ansaat. Er hört damit thatsächlich auf, für diese Abgeordneter zu sein. Sein Wahlbezirk bleibt ? Parlamente unvertreten. Versucht er dennoch im N« zu erscheinen, so kann er nöthigenfallS mit palt auS demselben entfernt werden. Buch solche Szenen flnL'1 lchon in den Parlamenten gegeben. Man kann noch Äe Mittel erfinnen, um dasjenige, was alS eine Ueber- !Vung deS verfassungsmäßig gewährten Rechtes der Jmmu- bthS der Abgeordneten erscheint, im Parlamente selbst und uM das Parlament zu bestrafen. DaS schärfste dieser Mittel (L die zeitweilige Suspendirung eines Abgeordneten von iK Funktion, die übrr einen Antrag, gewöhnlich des Prä« "en, aber auch über einen Antrag eines Abgeordneten den Beschluß der Mehrheit verfügt werden kann. Die kWwbneten werden für ihre Reden, unter Umständen auch £?* ihre Zwischenrufe und" ihre Mimik, ihre Geberden und Ärf Abs» gen en- pi lUptU"® rnd hi � irfj köp"�, zwar nicht vor dem Richter, aber vor dem Bar- te veraniwortlich gemacht. Es widerspricht das zwar dem _.pe deS Parlamentarismus, eS wird damit allerdings eine a? von Ausnahmezustand geschaffen, aber in sturmdewegten und beim Eintritt außerordentlicher Verhältnisse wird M das Prinzip bei Seite geschoben und der Belagerungszu- ™"d eingeführt. Großbritannien« j)«"ßeflstits der fortgesetzten Versuche, die Unruhen in Waffen0" � pvDeittche Unterdrückung der arbeitenden auszudeuten. Versuche, die freilich auf dem Kontinente c* namentlich in Deutschland ungleich eifriger betrieben wer- % als in England selbst, ist eS nicht ohne Interesse, wie die »aolks-Zeitung" schreibt, die Darstellung kennen zu lernen, Mche Friedrich EngelS in der ausländischen Presse von den Ergangen deS 8. Februar giebt. Engels bat bekanntlich schon d�tnehr als vierzig Jahren ein klasfisches Werk über die eng« '>«ryr au) vrrizig yjuyitu ein uoiriiajeB aueti uoer vre eng« Men Arbeiterzustände veröffentlicht und lebt ebenso lange Mrhald der vorgeschrittensten Elemente deS englischen Prole« MatS, so daß sein Urtheil jedenfalls sehr viel schwerer inS *'.-K cä t e ih» rf r, -M ras tft rvuch' r WiKtÄ ach uj plflßfl' m' i«* armel- y fv. fö yuB inu uiigeu zeoeniaus icgi Dtei(CQwcrcr xns fällt, alS daS Urtheil irgend eines sonstigen Bericht« MterS auS der englischen Hauptstadt. Er schreibt nun k,Ün,:--Das Meeting vom Montag war von konservativ- KMollnerischer Seite einberufen worden, um dem Ministerium s.,,*fione Verlegenheiten zu bereiten, und die Leute von der �Demokratischen Föderation unter HyndmanS Führung dieZGelegenhett benützt, um für ihre Forderungen Pro- a**. ocnuxji, uui rur igrc �TorocrunHcn Pro- Ua zu machen. Sie haben fich zu diesem BeHufe sehr Mu? vrßanifilt; sie waren die ersten auf dem Platze und fich an dem' Punkte, der zu Ansprachen an die'Masse �geeignetsten ist, den Geländern der Terrasse vor der National- IVonfi'Aufforderungen zu sofortigen Gewaltthate n �8« Verfolgung, welche die besten Polizeikräfte entfesselt ZbJW« Welt in Spannung und Athem erhalte« hatte! Athem erhalte« hatte andere« Seite man .»WWWWW» Uhr und von schwerem Golde aushändige» müsse», nur[weil kein met sich zu den Kostbarkesten meldete, welche der V,?,**hauptete geschenkt erhalte« zu habe»— von einem üt. f T*#t ßirttrt(RfAsHiftrtHfi ilt �T'ßvnte«! Dasselbe traf negativ bei Erna Eschenbach zu. d� z�ar überzeugt, daß sie die Fünfhundertausend au» �>ib�? sch*H entwendet hatte,. dtthtit)?icht beweisen, weil sie daS Geld nicht hatte. So aber man konnte ihr de« "'W' veweijen, weu sie oas iseio niqi qaue.-so w die Menge. Erna wußte daS; und so klärten fich Jf\ ernsten Züge nicht auf, al« man ihr die Ein- 8*<» Verfahrens gegen sie meldete. (Fortsetzung folgt.) *. Aus Kunst und Zeven. Der Männer-Gesang-verei«„CereS"(Dirigent: �«»�.fkierte vorgestern lein 2l. Stiftungsfest durch Konzert, % W und Ball in Gerth'S Salon. Der Verein � �« d'�.und«all in Gerth'S Salon. Der Verein lang Ani(1 bewährten Leitung seines Dirigenten folgende Cböre: M Jä?.'»'.!?«lt.»W Ärlr. M '$ dK?8. Der Stimmklang deS ChoreS war ein recht guter, '— r und der Vortrag fafel hielt der Vor- die anwesenden ___ Damen, welcher komische Kraft, 1 Element». daS der Ent- ... Deutschland zu Ehren nennt, wird in der chemischen Welt große Sen- habe ich in ihren Reden nichts gehört. Sie sprachen nicht leidenschaftlicher, alS in früheren Versammlungen. Aber ihr Publikum, der Besuch des Meetings, war eben anders wie gewöhnlich. Die radikalen Arbeiter hielten fich «änzlich daron fern; daher waren Im Gegensatz zu der Dod reet Kundgebung(behufs Wahrung des Versammlungsrechts) die organistiten Albeiter verhältnißmäßig nur schwach vertreten, da die Masse der Arbeiterorganisationen in London radikal ge- finnt ist. Dies erklärt es, daß das Rough-Element, die söge- nannten Handfesten, fich so breit machen konnte. Zu den Exzessen wäre eS jedenfalls nicht gekommen, wenn die radikalen organistiten Arbeiter in Muffe dem Meeting beigewohnt hätten. Man steht also, wie unwabr die Behauptung der„gutgefinnten" deutschen Presse ist, die Freiheit Englands habe die Exzesse möglich gemacht; unter dem Sozialistengesetz sei so etwas unmöglich. Die Krawalle am 8. Februar waren nicht ärger, als die Judenhetzen in Rußland. Preußen, Ungarn, die überall dort fich vollziehen, wo politische oder ökonomische Ursachen die Bildung einer selbstbewußten, organistiten Arbeiterklasse nicht zugelassen haben. Wenn Herr Etöcker in Berlin nicht auch solche„Erfolge" erzielt hat, wie fie fich am 8. Februar in London abspielten, so ist dicS dem Umstände zu danken, daß in Deutschland trotz deS Sozialistengesetze» noch eine selbst- bewußte, einheitlich fühlende und handelnde Arbeiterklasse vor- handen ist." Engels weist dann noch auf das große, durch die allgemeine ArbeitSlofigkeit verursachte Elend hin, welches wir neulich schon ausführlicher geschildert haben, und läßt im Uebrigen die Frage unentschieden, cd Hyndman, welcher während der letzten Wahlen für die Toriet gegen die Liberalen agitirte, nicht auch dem jetzigen englischen Kabinet habe ein Bein stellen wollen, damit die Konservativen den bürgerlichen Klaffen mit gehöriger fittlicher Entrüstung sagen könnten: „Seht, da» find die Früchte eines radikal sozialistisch homeru- listisch gestnnten Ministeriums". Pofitive Beweise für diese von radikaler Seite vielfach erhobene Beschuldigung liegen nicht vor, aber daß der konservative„Standard" erst durch dm Vorgang anderer Blätter veranlaßt werden konnte, in sehr zahmer Weise die Verhaftung Hyndman'S zu verlangen, ist auch kein Gegenbeweis. Frankreich. In einer größeren Versammlung von Fachvercinen der Pariser Arbeitgeber wurde folgender Beschluß in Bezug auf die Weltausstellung im Jahre 1889 gefaßt: „In Erwägung, daß der über der Organisation der Ausstellung von 1889 noch schwebende Zweifel die allgemeinm Interessen de» HandilS und Gewerbes schädigt und den Erfolg dieser re Kundgebung der Arbeit in Frage zu stellen geeignet Erwägung ferner, daß die Handels- und Gewerbever- tretungen, zweimal befragt, fich aufS Bestimmteste und fast ein- müthig ausgesprochen haben, drückt die Versammlung den Wunsch aus: 1. daß die Ausstellung intemational sein, 2. im Innern von Paris stattfinden, 3. von der Regierung organistrt werden solle und 4. daß sofort ein Beschluß gefaßt werde, da- mit daS Werk unverzüglich begonnen werden könne."— Der Vorstand der Versammlung wurde beauftragt, diese TageS« ordnung dem Premierminister und dem Handelsminister Lockroy zu überreichen. Beide Minister haben die Abgeordneten em« pfanaen und ihr die Verficherung ertheilt, daß man den Wünschen der Versammlung Rechnung tragen werde. Herr v. LessepS meldet telegraphisch auS Colon, daß er mit seinen Reisegenossen an Bord eines Schleppdampfers die ersten fünf Kilometer deS Panamakanals befahren und dann diS auf 16 Km. von der Küste die AuS« grabungSarbeiten bestchtigt habe. Spante»». Der Ministerrath hat beschlossen, daß daS Dekret wegen Auflösung der Kortes in der ersten Woche des März veröffentlicht werde; die Wahlen werden im April stattfinden und die neuen KorteS um die Milte Mai zusammentreten. Der Finanzminister hat das Ersuchen an seine Kollegen gestellt, ihm die Budgets ihrer Departement» so bald alS möglich zu- kommen zu lassen, um den KorteS gleich in den ersten Tagm ihrei Zusammentretens da» Budget für 1886— 87 vorlegen zu können. ES ist sehr aufgefallen. daß die spanische Regierung vor einigen Tagen die Modilifirung von 50000 Mann angeordnet hat. Wie man glaubt, ist dieS mit besonderem Bezug auf die Wahlen geschehen. Nord-Amerika An der Pazifilseite der Vereinigten Staaten dauert die feindselige Stimmung gegen die Chinesen fort, und trotz aller Versuche der Behörden, fie zu schützen, werden fie, namentlich in Kalifornien, sowie in den Territorien Washington und Wyoming, auf» Bitterste verfolgt. In Kali- fornien breitet fich die gegen die Chinesen gerichtete Bewegung immer weiter auS. Es haben in letzter Zeit in diesem Staate an vielen Orten gegen die Mongolen gerichtete Versammlungen stattgefunden. In San FranziSko hat der bekannte Arbeiter- orden„KnightS of Labor" eine Petition an den Kongreß in Umlauf gesetzt, in welcher derselbe«sucht wird, ein Gesetz zu erlassen, durch w-lcheS die Chineseneinwanderung gänzlich ver« sation erregen. AlS Elemente bezeichnet man bekanntlich die« jenigen Grundstoffe, auS welchen die zusammengesetzten Köiper bestehen, und in we'che fie zerlegt werden können; die Elemente selbst find aber ein r weiteren Zerlegung nicht fähig. Solcher untheildaren Elemente kannte die Chemie bis jetzt 64, wie z. B. Wasserstoff, Sauerstoff, Jod, Schwefel, Eisen, Silber, Kupfer jc., und zu diesen tritt nun als neu entdeckte? 65. Element da» Germanium. Uebec die Geschichte seiner Entdeckung entnehmen wir der„Chemiker- Zeitung", daß Herr A. Weisbach bei Frei- berg kürzlich ein Mineral fand, daß er„Argyrodit" nannte und welche» 73 biS 75 xCt. Silber, 17 bis 18 pCt. Schwefel, 0,21 pCt. Quecksilber, geringe Mengen Elsen und Spuren von Arsen enthielt. Die oft wiederholte Analyse«gab stets einen 6—7 pCt. detragenden Verlust, ohne daß eS nach dem gewöhnlichen Unt«suchungsgange möglich war, den fehlenden Körper zu entdecken. Nach mehlwöchentlichem Suchen fand endlich Professor Winkl«, daß der Argyrodit ein neue», dem Antimon sehr ähnliches, aber doch scharf von demselben zu unt«scheiden- deS Element enthält. Die chemischen Eigenschaften deS neuen Elements bestehen darin, daß dasselbe ähnlich dem Arsen von grauer Farbe ist, einen mäßigen Glanz hat, fich erst bei heller Rothgluth verflüchtigt, schwerer alS Antimon ist rc. Die Be« sttmmung des Atomgewichtes des Germaniums wird dar- Ihm ob dasselbe, wie vermuthet wird, die im periodischen System der Elemente zwischen Antimon und WiSmuth liegend« Lücke ausfüllt. TeufelSnamen. Bartenstein, 24. Februar. In den Gast- Häusern deS nahen Dorfes Gallingen wurde folgende Warnung des dortigen OrtSschulzen zu Jed«manns Anficht öffentlich an- geschlagen:«Laut Bekanntmachung deS königlichen Landraths- amtS ist irgendwo ein Fall vorgekommen, daß Eltern ihrem neugeborenen Sohn den Namen Luzif« beilegen ließen. Luzrfer ist bekanntlich der Fürst der Teufel. Alle Eltern wer- den hierdurch gewarnt, den Kindem fern« keine TeufelSnamen beilegen zulassen. Die königlichen Standesämter nehmen solche Namen nicht mehr auf. Das Schulzenamt." Die Bekannt- machung ist die Folge einer ministeriellen Verfügung. Die „KönigSb. Hart. Ztg. bemerkt indeß mit Recht, daß Luzifer nicht nothwendig d« Teufel sein brauche. Als der Teufel noch ein Engel war, trug er den Namen Luzifer, d. i. Lichtbringer, und aus den arianischm Wirren ist der fromme Bischof Luzifer von Cagliari bekannt, der dem Athanasius tapfer gegen den AriuS beistand. Eine schreckliche Familientragödie spielte fich am Dienstag in Mezölur(Ungarn) ab, über welche folgendes de- boten wird, und es kann al» ein Beweis für die tief wurzelnde Abneigung gegen die Chinesen gelten, daß die Petition von zahlreichen angesehenen Bürgern und Beamten de» Staates unterzeichnet wird. In San JosS hat kürzlich ein« von allen antichinefischen Vereinen des SiaateS beschickte Konvention ge- tagt, welche beschloß, die Chinesen zu„boycotlen" und den Kongreß um Aufhebung des Burtingame-VertrageS mit China zu ersuchen. Während man in Kali ornien fich auf diese Weise der gehaßten Mitbürger m entledigen sucht, hat die Bcvölke- rung deS Territorium» Washington beschlossen, die Chinesen auf summarische Weise zu entfernen, d. h. dieselben mit Ge- walt zu vertreiben. Parlamentarisches. — Die XV. Kommission des Reichstages berieth am 26. d. M in zweiter Lesung den Antrag Acker- mann und Gen.(Befähigungsnachweis). Die Kommisston hatte bekanntlich in erster Lesung eine Reihe von Gewerben abgelehnt, und damit den Freunden dieser Neuerung ihre Vor» läge bedenklich durchlöchert. DieS Mal lag nun ein Antrag de» Herrn Ackermann zum Absatz Ii§ 14a vor, der im wesent- lichen bezweckte, die abgelehnten Gewnbe wieder hinein zu dringen und folgendermaßen lautete: hint«„Böttcher(Faß« bind«, Schäffler)" zu sagen:„Brauer, Brunnenmach«, Gelb« und Rothgießer, Zinn-, Zink- und Metallgießer, Gerder, Glas«, Glockengieß«, Gold. Silber- und Juwelenarbeiter, Gold- und Eilbnschläg«, Graveure, Gürtler- und Bronze» arbetter, Handschuhmacher und Beutler(Säckl«), Hutmacher, Kammmacher. Klempner(Svengler), Kürschner, Kupferschmiede, Lackierer. Lithographen. Maler und Avstreicher, Maurer, Mechaniker, O,tiker, Messer- und Zeugschmiede. Fleischer (Metzger), Müll«, Müblenbauer, Nadler. Siebmacher, Posamenttrer, Sonn- und Reqenschirmmacher. Sattler, Riemer und Täschner. Schieferdecker, Schlosser, Schmiede, einzufügen;" fern« die Worte„(Setzer),"„Tuchmacher, Tuchsche««" zu streichen.— Ein Antrag, statt„Barbiere" zu sagen„Barbine, ~" WM" m""''"- elit--- Friseure und Penückenmacher", wie die Berliner Barbier» Innung petitionirt hatte, wurde abgelehnt. Abgelehnt wurden f«ner:„Brauer, Graveure, Lithographen". Bei Brunnen- mach« wurde hinzugefügt:„(Brunnenbauer)".„Pfesserküchler und Lebküchlcr" wurde..vnbessert" durch Hinzusügung von „(Lebzelter)"; ebenso„Gold- und Silberschläger" durch „Metallschläger";„Bronjeardeitn" wurde zurückgezogen. Ein Antrag des Abgeordneten Haberland: den Hutmachern hinzu zu gesellen„Filzardeiln" wurde abgelehnt.„Lackierer" wurde abgelehnt, ebenso„Anstreicher" und dafür gesetzt:„Maler, Vergolder und Lackierer". In allen übrigen Theilen wurde der Antrag Ackermann angenommen und damit den Wünschen der Zunftzöpfler voll Rechnung gelragen. — Die Branntweinmonopolvorlage, wie fie dem Reichstage zugegangen, liegt jetzt nebst Begründung, Er- tragsberechnung und einer Reihe tabellarischer Ueberfichten im Druck vor und wird vorausfichtlich Anfang nächster Woche he- rettS zur«sten Lesung auf die Tagesordnung geletzt w«den. DaS gesammte. auf die Monopolfrage bezügliche Material kann nach den ausführlichen Veröffentlichungen in den früheren Stadien der Vorbereitung als bekannt vorausgesetzt werden. Die Ausfichten, daß die Vorlage eine Mehrheit im Reichstage finden könne, werden nach wie vor allgemein alS äußerst gering be- trachtet. AuS dem Zentrum, ohne dessen Unterstützung daS Projekt nicht durchzudringen ist, liegen noch keinerlei Anzeichen einer günstigeren Stimmung vor. Es wird auch vielfach an« genommen, daß die Entscheidung fich ziemlich rasch vollzieht, ähnlich wie seiner Zeit beim Tadakmonopol, wo fich der Reichs« tag, nachdem einmal eine große Mehrheit gegen den Gesetz- entwurf gesichert war, auf eine eingehende B«athung d« Einzelheiten gar nicht einließ. Es wurde damals zwar eine Kommission«naesetzt, die indessen in die Spezia'bcralhung gar nicht eintrat. ES ist wohl möglich, daß fich dieser Verlauf beim Branntweinmonopol wiederholt. — Die WahlprüfunaS. Kommission deS Ab» geordnetenhauses hat beschloffen, die Wahlen der Ab- geordneten Stöcker und Meyer- Gelnhausen(Bielefeld, Hnford) zu beanstanden und Erhebungen über die in den Wahlvrotesten behaupteten Unregelmäßigketten zu ver« langen. Die Wahl deS Abgeordneten Schnaatzmeyer wurde für gtttig erklärt._ Kommunales. Stadtverordneten-Versammlung. SitzungvomDonnerstag, den 25. Februar. D« Stadtverordneten- Vorsteher Herr Büchtemann eröffnet die Sitzung um 5'/, Uhr mit geschäftlichen Mit- tbetlungen. Er theitt der Versammlung das Ableben de« Stadtrath» L ü w e mit und gedenkt der Thätigkeit des V«- storbenen mit ehrenden Worten, welche die Versammlung stehend anhört. Zu den Leichenfeierlichkeiten wnden die Stadtver« ordneten Seliger, Spinola, Singer und A. m. delegirt. richtet wird: Sigmund Szü-s, Lehrer der dortigen reformirten Gemeinde, hat erst seine drei Kinder, dann seine Frau und schließlich fich selbst erschossen. In einem zurückgelassenen Briefe giebt er als Ursache an,« habe die Untreue setner Frau in Erfahrung gebracht und Gewißheit«langt, daß nicht er d« Vater der Kinder sein« F au sei. Die Magd im Hause des Lehrer», ein balbwüchstges Mädchen, war genöihigt. den Vollzug der furchtbaren Tbat mit anzusehen und dem Morder dazu mit der Kerze zu leuchten. Nach Erzählung des Mädchens nöthigte SzücS seine Frau, fich an den Tisch zu setzen und nach seinem Diktate ein Bekenntniß ihrer Schuld ntederzu- schreiben. Als sie im Schreiben zu jener Stelle gelangte, wo die Frau den Namen Desjenigen nannte, welcher der Vater ihrer Kinder sei, begab fich Szücs zur Wiege des jüngsten Kinde», schoß dasselbe erst in die Brust, dann durch den Kopf. Auf dieselbe Weise tödtete er dann auch die beiden anderen Kind«. Als die Frau das Diktat mit ihrem Namen gefertigt, hieß er fie niederlegen und tödtete auch fie. Zum Schlüsse jagte« fich selbst eine Kugel durch den Kopf. Im Ganzen feunte er 15 Schüsse ab. Sämmtliche fünf Mitglieder d« Familie waren sofort todt. Von welchen Zufällen manches Mal der Erfolg eine» Bühnenwerkes abhängt, deweist wied« eine lustige Thatsache, welche man uns aus Stockholm meldet. Am dortigen„Nyva- Theater" wird nämlich seit einig« Zeit daS gegenwärtige Re- pertoirstück deS Wallnei-Theaters„Alfreds Briefe" allabendlich unter stürmischem Beifall, ad« um« dem Titel:„Mein Freund Lehmann" gegeben. Und gerade in dieser T teländerung liegt dort da» Geheimniß deS ganz außergewöhnlichen Erfolg», weil ganz Stockholm nach dem Theater strömt, um„Freund Leh- mann" zu sehen. Lehmann heißt nämlich ein stadtbekannt«, höchst origineller Arzt, Anhänger de» Wollregimes und jähre- langer intimer Freund der beiden Direktoren deS Nyoa- Theater«, welche fich den Scherz machten, die Novität nach ihrem „Freund Lehmann" zu denennen, während der betreffende Dar- stell« den alten Herrn täuschend in MaSke, Gang und Haltung kopirt, so daß bei dem jedesmaligen Erscheinen de» „wollenen Subjekt»", wie eS in dem Stück heißt, ein stür- Mischer Jubel losbricht, von dem das Original, der Herr Doktor Lehmann, in sein« Loge höchst angenehm berührt scheint, da er fich j-deSmal schmunzelnd verbeugt, alS ob ihm der Apvlaus gelte. Nun, wer weiß, vielleicht steht fich auch einmal der Woll- apostel, Hnr Jäger, hier semen ttefflichen Doppelgänger Meißn« im Wallner-Theater an. NaS Eintritt in die Tagesordnung werden «ine Anzahl Nawraltsationsgesuche geschäftsordnungsmWg er- ledigt. Berichterstattung über den Protest gegm die im 8 Kommunal-Wahlbezirk von der 3. Adtbeilung voll« zogene Wahl eineS Stadtverordneten. Berichterstatter ist der Stadto. Horwiy. Derselbe giebt eine Darstellung deS durch die Zeitungen bereits veröffenilichten ErgedniffeS der Untersuchung seitens des zu diesem Zweck gewählten AuS- schuffeS, der, wie der Berichterstatter versichert, mit Sachlichkeit und Strenge den vorliegenden Protest geprüft habe. Die er« hobenen Vorwüife seien thells zu allgemein, theils unwesentlich, theils unbegründet. Gewichtig seien nur zwei Einwendungen gewesen. Der eine gegen die Giltigkeit der Wahl vorgebrochte Grund sei der gewesen, dah ein Wahlvorsteher die jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen seiner Fabrik unter Androhung der Entlastung aufgefordert habe, Sorge zu tragen, daß die Bäter für Herrn Bortmann stimmen möchten. Durch eine derartige Drohung könne die Wahlfreiheit in der That beein- trachtigt erscheinen. Aber auch dieser Borwurf ermangele jeder näheren Begründung durch Angabe von zureichenden Beweis- Mitteln, obschon die Protesterheber fich bewustt sein mußten, daß derartige Angaben erwiesen werden müsten. Ter AuS- schuß war daher auch bei diesem Angriffsounlte nicht in der Lage, der angeführten Thatsache näher zu treten. Ein weiterer ernsthafter Einwurf sei in dem Proteste der gewesen, daß be- hauptet wurde, einem Unterbeamten, als derselbe für den Ge- genkandidaten Ptckenbach gestimmt hatte, sei überlaut vom Wahlvorsteher zugeschrien worden:„Sie werden entlasten I" und daS zu einer Zeit, als viele Unterbeamte im Wahllokal anwesend waren. Der Ausschuß sei zu der Ansicht gekommen, daß die Aeußerung:„Sie werden entlasten l" gleichbedeutend mit der Aeußerung:„Sie find entlasten!" sei, mit der Auf« forderung, daS Lokal zu verlassen. Der Wahlvorsteher sei auch in keiner Weise in der Lage, einen Beamten, und noch dazu einen königlichen Eisenbahnbeamten, wie in diesem Falle, zu entlasten. Deshalb sei auch dieser Ein- wurf hinfällig. Der Ausschuß könne hiernach nur empfehlen,„den Protest gegen die im 8. Kommunalwahlbezirk von der m Abtheilung vollzogen« Wahl deS Kaufmanns Bort- mann zum Stadtverordneten für unbegründet zu erachten." Heber die prinzipielle Frage, ob der Ausschuß alle Stadtver- ordnetenwahlen, d. h. diejenigen, gegen welche kein Einspruch erhoben ist, zu prüfen habe, sei man zu der Anficht gekommen, daß eine Piüfung nur auf diejenigen Wahlen zu beschränken sei, gegen die Protest erhoben werde. Bon den Stadtverordneten Inner und Gen offen ist der Antrag eingelaufen, eine Prüfung aller Wahlen(so wie eS der Reichstag thut) vomehmen zu lasten. Stadtv. Frmer erklärt fich zunächst mit dem Antrag deS Ausschusses einverstanden und begründet sodann den eigenen Antrag. Die Stadtoerordneten-Bersammiung habe die ge- bieterisch« Pflicht, die GÜtigkeit aller Wahlen von AmtSwegen zu prüfen. Stadto. Singer erklärt fich mit dem Antrage Inner einverstanden. Die Stadtverordneten� Versammlung solle nicht auf das kleine Maß Arbeit verzichten. Es sei ganz klar, daß es bei den Wahlen eine Reihe von Vorkommniffen gebe, die zwar nicht Grund genug gäben, Protest gegen die Giltigkeit zu erheben, doch ein hohes Maß Ungerechtigkeit enthalten. Bei aller Vorliebe, das gute Einvernehmen zwischen Magistrat und Stadtverordneten- Versammlung nicht zu stören, sei eS doch gut, ge- wisse Dinge vor daS Forum der Versammlung zu bringen. Der Referent habe zwei Punkte besonders hervorgehoben. Der erste sei deshalb unerheblich, weil die behaupteten Thatsachen nicht unter Beweis gestillt worden seien. Es sei Sache der- jenigen, die den Protest erHeden, die Beweise, daS Material Jur Entscheidung zu liefern. Es wäre verkehrt, wenn Be- örden und Körperschaften allgemein gehaltene Behauptungen zum Beweise führen sollten. Im Allgemeinen werde ja von allen Parteien auch im Reichstage anerkannt, daß Wablbe« einfluffungen, die auf die wirthschattliche Nothlage spekuliren, auf das Schärfste zu verurthciien seien. Abweichend von der Anficht deS Referenten sei seine(Redners) Anficht über den zweiten erheblichen Punkt.„Wäbrend auch ich der Anficht bin, daß die im Protest behauptete Thatsache von Einfluß auf daS schließliche Resultat der Wahl nicht sei, glaube ich doch, daß die Angelegenheit schwerwiegend genug ist, um Erhebungen zu veranlassen. Ich befinde mich hierin in Einklang mit der Handhabung der Geschäfte in parlamentarischen Körperschaften. Wenn die im Protest enthaltene Behauptung, was ich nicht entscheiden will, richtig ist, dann ist der Wahlvorsteher weit über das Maß seiner Befugnisse hinausgegangen und es müßte Remedur seitens deS Magistrates erfolgen. Auch im Ausschusse ist es anerkannt worden, daß der Magistrat durch unsere Dis- kusfion Gelegenheit erhalten wird, unsere Anschauungen über diesen Punkt kennen zu lernen. Der Magistrat möge Erhe« bungen veranstalten und die betreffenden Wahlvorsteher auf- fordern, mit aller Unparteilichkeit zu verfahren. Wenn der Herr Referent diesen in der Kommission hervorgetretenen An- schauungen in seinen Worten Ausdruck verliehen hätte, würde ich eS nicht erwähnt haben. Stadtverordneter Löwe bemertt zu dem Antrage Jrmer, daß die Eiadtver ordneten- Versammlung daS prinzipielle Recht, alle Wahlen zu prüfen, anerkenne, daß aber daS bisherige Verfahren genüge. Die Diikusston wird geschloffen. Der Antrag deS Ausschusses wird angenommen. Der Antrag Jrmer abgelehnt. Bau einer Spreebrücke im Zuge der Kaiser-M Helmstraße.(2. Berathunp.) Nach kurzer Diskusfion wird d« Vorlage auf Antrag deS Stadtv. Meyer l einem Ausschuß der vom Vorfitzenden zu ernennen ist, zur Vorberathung üb«. wiesen. Herstellung einer Lazarethbaracke in der Waisenanstalt zu RummelSburg. Die Vorlage wird auf»>>' trag des Stadtv. S p i n o l a an den Magistrat mit dem M' suchen zurückgegeben, dieselbe der Deputation für öffentliche Gesundheitspflege zur Vorberathung zu überweisen. Bewilligung deS Restes der Bausumwe für die Zentral-Markthalle und die Zufübrungigeleile erfolgt Eine AnzahlRechnungen werden dem Rechnung»' auSschuß überwiesen. ZumMitgltedfürdaSErleuchtungS-Kura' t o r i u m wird der Stadto. Löwe mit 77 Stimmen gewählt, w* Stadto. Bellermann erhält 8 Stimmen. Die Erwerbung des von dem Grundstücke Alexaiu drinenstraße 3/4 zur Straßenocrbreiterung erforderlichen Terrain» wird nach dem Antrage des Ausschusses beschlossen. Erweiterungen und Erneuerungen am dm städtischen Gasanstalten und am Rohrsystem in der Etadu Die Anträge deS Ausschuffes werden angenommen... Berathung des StadthauShalts- Etat» pro 1. April 1886/87. Kapitel l Abth. 1. Grundstücke in d« Stadt, Abth. 2, ländliche Grundstücke. Abth. 3, KalksseinbruS zu Rüdersdorf, Abth. 4, Berechtigungen. Die einzelnen»n- träge des EtatS-BusschusseS werden nach unwesentlicher Deb»» genehmigt.— Auch die Berathung deS Kapitels V, Unterricht» Verwaltung— Abth. 1, höhere Lehranstalten für Knabe».' Abth. 2, höhere Mädchenschulen; Abth. 3, Turnhallen; Abth 4 verschiedene Einrichtungen für die höherm Lehranstalten' entbehrt deS allgemeinen Interesses. Die einzelnen AnW deS EtatS'AuSschusses werden angenommen.... Weiterpachtung der Chausseegeldheb» stelle zu Reinickendorf. Der Antrag wird genehmigt.. Der Verkauf deS Restgrundstückes Panlstr. 29» Badstr. 52 wird beschlossen. � Die übrigen Vorlagen entbehren des öffentlichen™ teresseS. Schluß 8'/. Uhr. Es folgt eine nicht öffentliche Sitzung. Kriefkasten der Redaktion. . D. Wiesenst-. Wenden Sie fich mit dem«>7.-, auf Strafausschub an die Kgl. Staatsanwaltschaft beim � gericht l und fügen Sie ein ärztliches Attest bei. Möbel-, Sopba- u. Matratzen-Fabrik A. Schulz, Wafferthorstr. 34(auch Theilzahluug). s Keelle Maare garautirt. Einem geehrten Publikum empfehle mein Weiß- und Reichhaltiger kalter und <3� v* P***** warmer FrühstSck»-. 427 WM- Arbeitsnachweis rBr Klavlerarbelter.-M» Achtungsvoll Hermann Stramm, Restaurateur, Skalitzerstr. 18. August Herold Berlin SO., 112 Skalitzerstrasse 113 . Spiegel- u. Polßem-Magazins Eigene Fabrik. Solide Preise, Prompte Bedienung. 490 Perl-Mocca-Maffee, pr. Pfd. 55 Pf., derselbe gebrannt pr. Pfd. 70 O Kaffee-Lagerei 0. E. Arndt& Co., 104 gopniW# 104, Eckt der UtMerstraßt�. Ausruf 837] zu einer Reform in der Kunstrichtung der Malerei durch eine„Unterrichtsschule", welche die durch zerstörende Einflüsse der Krtegsperiode des ersten Napoleon verloren gegangene und«inst zur vollständigen Vollkommenheit entwickelte Kunst« technik der alten Meister uns wiedergewinnen Hilst! Geschehen ist in der Sache folgendes: In München, wel- ch«S in Ku> stangeleaenheiten voranschreitet, hat ein durch Che- miker sekunditteS Fachblatt(A. Keim) die Schädlichkeit der modernen Farben aufgedeckt und bewiesen, daß sie in der modernen Kunsttechnik fich gegenseitig vernichten. Ferner ist auf Anregung deS Herrn Ministers v. Goßler über eine bessere Promparation der Maltafel durch den Münchener, Henn Hauser, eine Abhandlung veröffentlicht, welche auch noch über die Fir- niste u. s. w. berichtet. Bon den Unterzeichnem dieses Aufrufs ist nun in dem obigen Münchener Fachblatt das ganze Ver- hältniß der neuen zur alten Technik noch weiter aufgedeckt und darauf hingewiesen, daß ein günstiges Resultat nur durch eine wenigstens in einer der deutschen Akademien zu errichtenden „kleinen Kunstschule" für die verloren gegangene Technik ge- schaffen werden kann. Er wendet fich deshalb jetzt folgender- maßen an den Herrn Minister v. Goßler: Ew. Exzellenz An- schauung, daß hier schon Manches von einzelnen zur Besserung geleistet worden sei, mag im Allgemeinen zutreffend sein, allein zu einer gründlicheren Abhilfe reicht daS Geleistete bei Weitem nicht auS. Die einzelnen Resultate müßten Sammlung finden und daS könnte nur durch prinzipielles Zusammenwirken von Vielen geschehen. ES waren ja auch Jahrhunderte und daS Zusammenwirken von tauienden von Künstlern und zwar Meistem erforderlich, um die Vollkommenheit jener alten Technik zu eneichen und daher wird eS auch der Anstrengung vereinter Kräfte bedürfen, deren Wiedergeburt zu bewirken. Deshalb muß eS wieder holentlich ausgesprochen werden: Nur durch den Zentralpunkt einer Kunstschule ist eine Aenderuna denkbar. AlleS Uebrige würde in vm Verhältnissen de» Dilettantismus fich bewegen! Möchten mich Ew. Exzellenz daher ganz klar sprechen lassen, gleichsam in der Weise, wie im Reichstag bei der Äntheidigung einer deutschen That gesprochen wird. Erstens, wenn die Organe auS künstlerischen Kreisen, welche von Ew. Exzellenz Kunst-Ressort Beamten verwenden, mit diesen in dieser Angelegenheit in den von Ew. Exzellenz bezeichneten letzten anderthalb Jahren Ersprießliches hätten leisten können, dann wären die Resultate an- der«, alS wie sie eS nach dem Münchener Flugblatt find. Und dock find die Aeußerungen diese» BlatteS von großer Wichtigkeit, well in München der Zentralpuntt und daS Haupt Kampf�few �ist. � b(m Unterzeichneten keinesfalls ent- Sangen, daß man fich auch dort garnicht vom Liebäugeln mit en modernen Farben trennen kann, daß man fich nicht loS- reißen möchte. Und dennoch ist d a i die einzige Rettung'. Drittens. Wie ist es möglich zwei Felder übersehen zu sollen, wenn man fich nicht auf die Grenze, den neutralen Standpunkt stellt, statt mitten im eigenen egoistischen Felde? Die sämmtlichen Maler find ohne Ausnahme als Kinder der Neuzeit(von denen die meisten nicht einmal da» Bewußtsein ihres Dolus" gegenüber der allen Kunst haben können) ohne Begriff» daß die Alten die beiden Farbengruppen nie mit- einander mischten, sondern die eine zur Untermalung, die an- der« zur Uebermalung verwmdeten! Daher wird auch daS moderne Kunst-Ressort Ew. Exzellenz nie die eigentl'chen That- fachen aufdecken können, denn die modernen Künstlerorgane, welche behufS Recherchen demselben zu Gebote stehen, dürften kaum diese Thatsachen kennen; fie find Partei und Richter in einer Person! Nur Antiquitäten-Händler alter Bilder und Refiaurateure (,. B. Hauser) könnten eine Ahnung von der Sach: haben. Im Uedrigen können aber die Refiaurateure ebenfalls nicht in Betracht kommen, weil eS fich hierbei um Künstler handelt, die eine Meisterschaft besttzen und eine zweite Meisterschaft in einer„verlorenen Kunsttechnil"*) durch Unterricht erringen wollen, welcher nur in einer Kunstschule ertheill werden kann. Es ist also eine Schule für Meister nöthig! WaS Solches aber heißt, werden Ew. Exzellenz ermessen, wenn dieselben bedenken, wie schwer ältere Leute von ihren Gewohnheiten lassen. Solche Leute find in der Regel voll- ständig unfähig die Sache richtig zu erfassen; können also in den Reffort-Berathungen Ew. Exzellenz auch nicht zur Seite stehen. Ich will hier gerne gestehen, daß ich selbst als junger Mann so sehr in den modernen Wust verbissen war, daß ich gegen den Meister, welcher der Wiederentdecker und Regenerator der alten Malerei für uns ungefähr 20 Schülern wurde, ja sogar gegen Fremde, welche er sckon dafür eingenommen hatte, offen austrat. Die Grafm Kaiserling, falls fie noch leben, werden fich vielleicht hieran noch erinnern. Die Leute abwen- dig zu machen, konnte ja dem Laien gegenüber nicht schwer fallen. Meine späteren Studien, namentlich meine Reise nach Italien überzeugten mich aber endlich, daß man mit der mo- Vernen Technik einem Tand und sydarittscher Ueppigkeit in der Kunst nachjagt und daß der Vortrag, um den KomposttionS- gedanken eineS Kunstwerkes darzustellm, vollkommen genügend erscheint, wenn er in der Art der alten Meister vorgetragen wird.— Jetzt aber weiß man sogar nun noch bezüglich der neueren modernen Malerei, waS damals noch unbekannt war, daß die modernen Farben sich gegenseitig zerstören und zer- fressen, also auch den einstigen Ruhm auffressen, wie z. B. Makart'S Werke bezeugen. Würde es aber nicht gerade für die deutsche Kunst beson- derS ehrenvoll sein, wenn von der deutschen Regierung eine Reaktion zum Guten bewirkt würde? Sicher wäre daS der Fall, wobei noch ganz besonders in Betracht käme, daß es ein deutscher, ein Berliner Maler und Professor war, der zuerst als Reformator der Kunst in dem angedeuteten Sinne aufge- treten ist. Möchten also Ew. Exzellenz dieser so wichtigen Angelegen- heit ein besonderes Interesse entgegenbringen. ES wäre dieS schon deshalb wünschenSwetth, well durch die Anerkennung dieser Reform jenem Meister, welcher fie gelehrt, die wohlver- *) Kunsttechnik, welche durch die französischen Kriege de» ersten Napoleon unterging! Daher ist die neuere Kunstrichtung nur durch äußere Zufälligkeiten als: neue brillante Farbenerfindungen und dm Mangel deS Unterrichts in der bewährten idealen altm Technik hervorgerufen. Ein Resultat der Kriegs- zerstörung, eine durch Zufall entstandene„unvollkommene Kunst- entwickelung", getragen von der Geistesttchhing der koketten Maitressen-Wiithschaft, die durch Pariser Einfluß Deutschland überfluthet und in der Gründerwitthschast fich offen breit ge« macht hat. diente Genugthuung— wenn auch nach seinem Tob« � Theil würde. Ich hatte gewiß keine Ursache, mich der ristig.gtbro�» zu schämen, welche ich im Auge zerdrückte, als ich meiner Italien. Reise wiedersah und einen geistig z,_ Mann fand. Ich bedachte damals, was ich selbst hatte anrichten helfen, zum Dank dafür, daß er micb richtete. Er war nämlich von der übr gen nred>!° � Künstler- Kliquenschast mit solcher Wuth angegrifferr W» � daß, hätte er nicht eine Stütze an seinen Hohen Verw�W gehabt, er nach der längeren aus all der Aufregung tt-M denen Kranlheit wohl nie wieder seine künstlerische � Ul fähigkeit zurückgewonnen hätte. Er starb leider au« darauf. � Das Eingreifen Ew. Exzellenz würde all». � deutschen Kunst zur Ehre gereichen und dem"erst»* Meister würde dadurch ein Denkmal errichtet werden, zugleich zu einem Memento würde, uns von der% yf franzöfischen UeppigkeitS-Richtung zu emanzipiren.») f daher, die Maler müssen in einer Malerschule die alten Meister", die beiden Farbengruppen h i n t e r e t n» richtig zu gebrauchen lernen! Das heißt, fie sollen diese sybaritisch-süßliche Farbengedung verlassen; fie sollen d> ahmung einer zerstörenden Kunstrichtung verachten lernen.. ip nur zu lange von der deutschen Kunst nachgeäfft m% Wenn dieses geschieht, so wird fich die gebildete Wri'� p» Zukunft von dem weibischen Zuckerdrod abwenden y � natürliche kräftige Biod wird ihr wieder schmackhaft Und auch für die unteren Klaffen wird fich daS kleine korn zu einem kräftigen Baum gestalten. füi� Zum Schluß nun noch die Mittheilung, daß, wenn verlorene Kunst der altm Technil noch etwas gethan soll, es jetzt die höchste Zett ist, bevor die Wenigen- �11» noch davon wissen tönnen, aussterbenjoder unfähig i"»' richten werden. Ich gestatte mir, noch einmal darauf hinzutfri' zunächst eine Unterrichts schule erforderlich ist, wenn geschaffen werden soll. Diesen Vorschlag glaubt der 8* Unterzeichnete Ew. Exzellenz unterbreiten zu müssen- In tiefster Ehrerbietung. Herrmanu Sechtholol. G a st 0 w bei Spandau im Februar 1886. Sr. Exzellenz dem Kultusminister Herrn v. Goßler. � ♦) Für diese Thatsache aber daS B-wußfiein ihr�F wendigkett zu erringen, ist erst nach jahrelangem Stlww„„ßj, "' rraÄffiÄ und nach Aufgeben der von Kunstrichtung, und gleichsam«» m»; rfi» Rolle eines leichtfinnigen Bonvivant eingeübt, diri..�% ansehen darf, wenn er die dramatische Rolle durSll auch der Maler die moderne lernm. ES ist die ganze Kraft en der leichtstnnigerm Künstler> atische Rone e«-«' 0%,' . 5%# m Grunde genommen ist die Technik beim Nca> VveriA fichter der Stil ist. Der wahre Künstler vermag(ss den Gedanken in der richtigm Form durzui W RfÄg schen Gedanken in der richtigen Kaligraphie ist nicht nöthig). Darum rekapitultre man: Mit der. hat der Maler schreibm gelernt, er soll mit dem schon verfeinertsten bestem Resultat. � ift tausendjährigen Kunstentwickelung!— AlleS U fache.— Verantwortlicher Redakteur«. Cronhei« in Berlin. Druck und Verlag von fRtt Babing in Berlin 8W., Beuthstroße 2. Hier«« r* Beilage zum Berliner Volksblatt. . 49. Sonnabend, den 27. Febrnar 1886. III. Narlamentsberichte. Deutscher Reichstaa. KS. Sitzung vom 26. Februar. I Uhr. Nm Tische des Bundesraths: Lucius, v. Stevhan. Die z»eitt Berathung der Novelle zum Vieh- ' k u ch« n g e s e tz mit den Amendements von Vehr und von «delmann wird fortgesetzt. _. Abg. Wilbrandt vertritt als eigentlicher Autor den Antrag, der den Namen v. Adelmann trägt. Das bisherige Jjwrtz hat seinen Zweck nicht erfüllt und bedarf der Ver« «wnung. Während seiner Wirksamkeit hat die Sache an AuS« Ahnung gewonnen und man darf nicht fragen, ob man mit ihm auskommen kann, sondern ausgenommen ist, und die Ant- wort lautet verneinend. Bei seinem Eriah darf man nicht von Am Jntereffmstandpunkt einer bestimmten Prooinz oder einer Anzelnen Gegend ausgehen; die Vorlage aber und der An- •Ag v. Behr haben hauptsächlich die Interessen der Prov!nz ZZchlen im Auge, die auch dem Abg. Haffelbach und dem Minister LuciuS am nächsten liegen. DaS soll kein Vorwurf llin. sondern ist ganz natürlich, da in dieser Provtrz die Lun« Meuch- am meisten cn Ausdehnung gewonnen hat, die Schwierigkeiten am größten waren, und die Vorlage veranlaßt haben. Die Vorlage geht von der richtigen Wahrnebmung Ais, daß die Verbreitung der Seuche hauptsächlich hurch Thiere gefördert wird, die nach Verlauf von ? Monaten, also nach Aufhebung der Sperre, in A« Handel kommen und daß die betroffenen Landleute nach der Absperrung die Thiere verkaufen, weil ff« doch eine Ansteckung Alurchten. Daraus folgt, daß dir Adsperrungsfrist verschärst h. verlängert, oder daß die Thiere, die nach 6 Monaten Nh Ansteckungistoff in fich tragen, getödtet weiden müffen. As soll vermieden werden, daß die Thiere, die gezeichnet find in den Handel kommen, unter Umständen in Stallungen jpacht werden, wo sie ausS Neue anstecken. Aber jedeS �»zeichen kann durch ein anderes wieder unkenntlich gemacht **ben. Es finden Kennzeichnungen statt für Thiere auS einer Riffen Zucht, Viehhändler zeichnen die Thiere, die ste gekaust xben und in andere Gegenden bringen; in Gegenden de« Atobegangs, wo Weiden vermiethet werden, müffen die Thiere As, den verschiedenen Ställen gezeichnet werden, damit man A im Herbst beim Vrrlaffen der Weide wiedererkennt. Da? ?dilale Schutzmittel würde nicht so tbeuer sein wie der Asinister es berechnet, und selbst in diesem Fall würde die Land- jjttthschaft den sicheren Schutz gegen die Seuche gern bezahlen. Zw» sollte die Impfung nur dann versuchsweise einführen Annen, wenn die Besitzer damit einvorstanden sind, und eS ?>rb unter keinen Umständen schwer sein, Landwirthe zu sin- An, die ihr Vieh zu solchen Versuchen willig hergeben. Ge- Abe in der Provinz Sachsen ist man, wie der Minister gestern Atonte, für Impfung sehr eingenommen. Für das dabei lallende Thier könnte eine Entschädigung gezahlt werden. Weifall links.) Abg. Robbe tritt für die Vorlage ein. Sein System rj Tödtung des seuchekrank�n und seucheverdächtigen, sowie ansteckungSverdächttgen Viehs in kleinen Heelden; dagegen wmpsung und Kennzeichnung des ansteckungsverdächtigen in vmn Heerde», wo die Tödtung zu große wirchschastliche Aterthe vernichten würde.(Belgisches System.) Abg. v. S ck a l s ch a erltärt, er sei bei Einbringung der «vrlage ihr entschiedener Gegner gewesen, aber allmälig wäh- t«vd der Kommtsstonsberathung zu der Ueberzeugung gekom- «eil, daß der Entwmf sehr werthvolles Material liefere; und * bedauert, daß«S nicht möglich war, für die HauptgestchtS- «stilte der Vorlage in der Kommission eine Mehrheit zu finden. bitte er denn, wenigstens den, auch von ihm unterzrich- Airn, Antrag Behr anzunehmen. Der Antrag v. Adelmann 8% entschieden zu weit. .. Abg. Scipio ist für den Antrag Adelmann, der sich AionderS gegen die obligatorische Impfung richtet mit ihren Gwßen Gefahren für den Viehbestand Deutschlands. Daß da, die Viehbefitzer einwilligen, Versuche mit der Impfung "Juernommen werden können, sei sogar ausdrücklich im Anttage A>rgelehrn. ... Minister LuciuS: ES handelt fich bei dieser Vorlagt M um ein provinzielles, sondern um ein gemeinsames MscheS Interesse. In demselben Verhältniß, wie die Zucker- Asenindustrie, hat sich auch die Lungenseuche im Reiche ver- bll t* Länder, wie SchleSwlg-Holstcin, Dänemarl, Schweden» �früher ganz seuchenfrei waren, haben, fett die Zuckmüde gebaut wird, bereits unter der Seuche gelitten. «, Damit schließt die DiZkusfion. Beide Anträge sowie die j?Al»ge werden abgelehnt und die von der Kommission �«agte Resolution wird angenommen. t, DaS Zusatzabkommen zum Weltvostver- - s q e von 1878 wird in dritter Lrsung ohne Debatte ge- 'ä folgt die Fortsetzung der dritten Berathung deS Gesetz- »."vuifS, betr. die Bürgschaft deS Reichs für die L,,?s«N einer egyptiscken Staatsanleihe, die Kommission die versassungSmäßige Zustimmung zu j£n beantragt.(Ref.: Witte.) Rackt(Zentrum) wünscht eine Erklärung bei MdesratheS. daß es fich hierbei wirklich um Hobe politische bandle, oder doch, daß die deutschen Steuerzahler kz k'Ner Weise materiell durch die Vorlage geschädigt werden ob«. ln i sonst muß er gegen die Vorlage stimmen, die darauf. Ju*«aß vom Tische deS BundiSratheS eine Acußerung erfolgt, vij.llkaßer Mehrheit angenommen wird. Einige Zentrums- a**} Mmmm dagegen, bi�k/n i,.'llilage der Kommission, welcher seinerzeit der Antrag soiw�erger über denselben Gegenstand überwiesen war. Es »er«? oonach bekanntlich bei den Landgerichten besondere Straf. kflÄP/kammern gebildet werden, die in der Bextzung von sihek �gliedern über die Berufung in Strastammersachen ent- während die Strafkammern selbst fortan nur mit dre» d«� R�ernit Abg. Evahn die Beschlüsse der W°n empfohlen, erhält daS Wort der "icht>�?°rgetretenen Uebelstanden abzuhelfen. Das war .belichten und Staatsanwaltschaften abgegebenen Gut- SCgrC'SrCHLn solgt die zweite Berathung dei Gesetzentwurfes, de >. 1 1* n d die Einführung der Berufung ge A�,�t heile der Strafkammern auf Grund in anderen Staaten mi!klich Uebelständ« nach dieser dagegen ausgespiochen. Die öffentliche Meinung, auf welche die bayerische Regierung großen Werth legt, hat ebenfalls zu einer Aenderung des bisherigen Zustandes keinen Anlaß ge- geben. Der Kostenpunkt ist für die bayrische Regierung nicht ausschlaggebend, ja überhaupt nicht von Gewicht, denn sie steht auf Seite derjenigen, welche alS Instanz nicht die Etras- lammern bei den Landgerichten, sondern bei den Ober-LandeS- gerichten will, eine Konstruktion, die unter allen Umständen lheurer zu stehen kommt» als die Berufungsinstanz dei den Lunbgeiichten. Königlich württembergischer Bundesbevollmächtigter v. S ch m i d erklärt, daß er fich im Wesentlichen den AuSfüh- rungen des Vorredners anschließen kann. Man hat auf die Berufung gegen die Urthei.e der Schöffengerichte hingewiesen. Aber bei der Unvollkommenheit der Besetzung dieser Instanz und dei dei dem Ausschluß einer Voruntersuchung wird die Berufungsinstanz hier zu eincr Nothwendigkett. Auch war e» für die Eintührung der Berufung gegen die Ur- theile der Schöffengerichte von Bedeutung, daß die Konstruktion der Berufungsinstanz hier nicht zu Schwierig- leiten führte. In Württemberg war die Berufung schon mit der Strafprozeßordnung vom 1. Februar 1869 eingeführt. Welche Wahrnehmungen haben wir nun in dem Dezennium bis 1. Oktober 1879 gemacht? Es find keinerlei Mißstände hervorgetreten, keine namhasten Klagen find in der Presse laut geworden. Dagegen ist durch eine Erfahrung konstatirt, daß sämmtl'che Vorsitzende der Strafkammern fich dahin aussprachen, eS habe der Ausschluß der Berufung in keiner Weise zu Be- denken Veranlassung gegeben. Auch ein hervorragender Rechts« anmalt hat sich dahin ausgesprochen, daß die Wiedereinführung kein Fortschritt sondern ein Rückschritt sei. Die Wünsche nach Wiedereinführung der Berufung werden zurückgeführt auf die Unvollkommenheit der Handhabung der Prozeßführung; allerdings ist das Ermittelungsverfahren nicht genügend. Auch wird eine zu große Sparsamkeit beobachtet in der Anordnung der Voruntersuchung und Vertheidigung. Wenn hier Remedur geschoffen wird, so werden die Klagen über die Beseitigung der Berufung bald verschwindm. Geh. RegierungSrath von Lenthe: Im Kommisstons- bericht ist darauf hingewiesen, daß in Preußen vom 1. Januar 1880 bis zum 1. Januar 1885 von Angeschuldigten 4577 Anträge auf Voruntersuchung gestellt find, von denen 4577 abgelehnt wurden. Daran ist der Satz geknüpft, daß von der Voruntersuchung überwiegend im Intereffe der Änllage Gebrauch gemacht werde. Nun ergtebt sich aber, daß in dem Reich die Verhältnisse ganz ähnlich liegen. Im Jahre 1881 find im Reiche 1621 Anträge auf Voruntersuchung cestillt, abgelehnt, 1308, 1882 wurden 1339 Antläg« gestellt, 1105 abgelehnt, 1883 wurden 1032 Anttage gestellt, 848 adgelihnt, 1884 wurden 1157 Anträge gestellt, 1125 abgelehnt. Hier stellt fich un» also dasselbe Verhältniß entgegen. Es ist nichts, was zu Ungunsten PreußrnS spricht. Eine große Anzahl von Anträgen auf Ein- lertung der Voruntersuchung wurde abgelehnt, weil der Antrag gestellt war, au«§ 199 der Strafprozeßordnung, und weil nicht erhebliche Gründe für die Einleitung der Voruntersuchung sprechen. Darauf ergiebt fich, daß der Amrag erst gestellt werden kann, wenn daS Gericht die Enlsch-idung über die Er- öffnung deS Hauptverfahren» bereits getroffen hat, eine Vor- Untersuchung also nicht nicht mehr für»ö>hia hält, weil im Vorverfahren AlleS geschehen ist, waS die Unschuld des Anze- klagten deweisen könnte. Um 4'/, Uhr die wettere Berathung vertagt bis Sonn» abend 12 Uhr._ AbgeordnetenhawS. 29. Sitzung vom 26. Februar, 11 Uhr. Am Ministertisch«: von Goßler, v. Boett icher und Kommiffarien. Die erste Berathung d«S Gesetzes über die An» stellung der Impfärzte in der Provinz Pose« wird fortgesetzt. Abg. Dr. Graf(Elberfeld): ES handelt fich hier in erster Linie um ein politisches Gesetz. Wer in Posen eine polnilche Fiage leugnet, wird disselbe ohne Rücksicht auf seinen materiellen Inhatt- limw» ablehnen. Wer aber die Regie- rung bei ihren germanisirenden Bestrebungen unterstützen will, wird die Vorlage alS Vorläuferin eines allgemeinen Gesetzes sachlich prüfen. ES ist zu bedauern, daß die Regierung diese wichtige Angelegenheit nicht getrennt von der Polenfrage für die ganze Monarchie behandelt hat. So muß man sich mit der Regelung der wichttgen Jmpffrage für eine Provinz be- gnügen. Bei der verantwortlichen Stellung der Staatsregie- rung für die Durchführung der Zwangsimpfung erwächst ihr die Pflicht einer sorgfältigen Ueberwachung des Jmpfgeschäst«. So rechtfertigt stch auch der Erlaß diese» Gesetze», lieber die Festsetzung der Jmpfbezirke ist in der Vorloge nichts gesagt. Ich beantrage, deS G-setz einer Kommission zu überweisen. Kantak: Diese« Gesetz g«höit zu den Ausnahme« gesehen gegen die Polen. Man sollte meinen, daß die Polen in Posen sich der Impfung widersetzen oder daß die dortige Lymphe rncht gut wäre und eine drandenburgische oder pom« mersche Lymphe eingeführt werden soll. Impfen polnische Aerzte vielleicht deutschen Kindern polnische Gesinnung ein? Haben sie hochverrät herische Gesinnungen? Warum schließt denn die Regierung Westpreußen und die Kaffub-t aus? Diese Vorlage enthält eine Beleidigung für die polnischen Aerzte und die Kreisständ« und entspricht gar nicht den Wünschen der deutschen Bevölkerung Posen» und der deutschen Aerzte. Nennen Sie diese Maßregel wie sie wollen, politisch oder national, für un» ist sie ein Ausnahmegesetz. Abg. Dirichlet: Ich stehe dieser Vorlage womöglich noch unsympathischer gegenüber, als den übrigen. Wa« sollen denn die Polen jetzt noch thun? Grundbefitzer sollen sie nicht sein, Richter erst recht nicht, Staatsanwatte auch nicht, Aerzte auch nicht, nicht einmal Chauffee-Arbetter, dann machen ste den deutschen Ardeitern Konkurrenz. Wie steht eS denn überhaupt mit der polnischen Agitation der Aerzte und Rechtsanwälte? Oft gilt schon der Ausdruck seiner politischen Meinung und die Autübung seiner politischen Rechte für Agitation. Wer soll denn diese Rechte vertreten, wenn nicht diejenigen, welche das Vertrauen ihrer Mitbürger haben? Etwa die Landräthe! Der Reichskanzler meinte, nur die Grundbesitzer wären die Schlim- men, nicht die Bauern und der Mittelstand. Dieser hat sich nun auch besseren ErwnbSzweigen zugewandt und damit zur Hebung der Kultur beigetragen. Es wäre unwirthschastlich und kulturfeindlich, diesem Bürgerthum einzelne Beiussarten zu ver- schränken. Es ist doch picht Aufgabe der Aerzte zu germani- firen, sondern die Menschen gesund zu machen.(Zustimmung.) Wir stehen hier wieder vor einem KorruptionS- und Protel- tionSsystem der schlimmsten Art.(Sehr richtig.) Entweder der Staat verstaatltcht und nehme den Kommunen auch die Lasten, oder aber man laffe den Kommunen auch ihr bisheriges Recht.(Beifall links.) Abg. Dr. V i rch ow: Die Motive des Gesetze» gehm von einem Bundesrathsbeschluffe vom 18. Juni 1885 auS, demzufolge die Bestellung der Impfärzte durch die Staatsbehörde erfolgen, das öffentliche Impsgeschäst vorzugsweise den de- amteten Aerzten übertragen werden und die Remunerationen der Impfärzte der Bestätigung der Staatsbehörde bedürfen sollen. Darnach müßte man doch eigentlich einen solchen Be- schluß uns miltheilen; eS ist dies nicht geschehen. Wie kommt überhaupt der Bundesrath dazu, fich weiter mit der Ausfüh« rung deS JmpfgesetzeS in den Bundesstaaten zu befaffen? Ich kann dafür in meinem mangelhaft juristtsch entwickelten Wiste» (Httterkett) leine Handhabe im Gesetze finden; noch viel w Niger dafür, daß man gerade die Provinz Posen wie ein erobertes Land mit besonderen Maßregeln bealücken will. Die Motive find nicht ausreichend, um die Drinaltchkett zu er- kennen, und ich halte so lange zurück, bt» die Regierung mit einem allgemeinen Gesetz erscheint, welches gestattet, daS beste Aerztematerial für Ausführung deS JmpfgesetzeS überall zu suchen, mag eS unter Aerzten polnischer oder deutscher Nationalität sein.(Beifall links und im Zentrum.) Abg. Frhr. von Schorlemer-.Alst: Meine Be- denken find durch die Aussübrungen deS Ministers nur ver- mehrt worden. Hat man eingesehen, daß eS«in Fehler war, das Impfen freizugeben, so möge man ein allzemerneS Gesetz geben, aber nicht ein einseitiges, wie dieses, sonst kommt man nolhwendig auf den Verdacht, gesetzter einen Untergeben« durchprügelt, daS ist denn in unserer vielgepriesenen Reich»* Hauptstadt doch noch nicht Mode. Di« Ardeiter werden gu» daran thun, fich nach Kräften gegen die Einführung der neu« Einrichtung zu wehrm.. Unter heftigem Knall auS dem Hause Neanderstr. j» herausgeschlagene Flammen alarmirten vorgestern Nachmittag die Bewohner jenes StaditheilS. Als um halb sechs Uhr d« Ladendiener des in genanntem Haule gelegenen Weißwaare*» Geschäfts von I. Dann die Gasflammen deS Schaufensttt- anzünden wollte, fiel von dem im Anzünder befindlichen Spw* tus ein Tropfen in das entströmende Gas, so daß im nächf»* Augenblick das Schaufenster lichterloh brannte. Die durch J* Gewalt der Gas, emporgeschleuderte Flamme erhob fich an o® Außenseite d:S Hauses bis zum vierten Stock, in«(% mehre Fenstelscheiden in Folge der großen Hitze sprangen. A!» rapider Schnelligkeit verbreitete fich daS wüihende Element»wy Schaufenster aus in den Laden, dessm Inhalt total ausbrann«- und ergriff auch daS erst- Stockwerk, dessen eines Vmderzimw® ebenfalls stark beschädigt wurde. Sämmtliche neun im Lad« anwesenden Verkäuferinnen wurden in Folge des Schrecks oh»' mächtig, der achtzehnjährige junge Mensch, welcher den Bro»» verschuldet, wurde bu ch den Druck zur Seite geschleudert, un» dauerte es geraume Zeit, bis derselbe wieder zur Befinnung kam und sprechen konnte. Die unmittelbar räch der K®«?' strophe eingetretene Verwirrung denutzten vier Strolche, um m den Laden zu dringen und zu rauben. Dem GeschäftSinhad� im Verein mit einigen zu Hilfe eilenden Personen gelang k» indeß, die frechen Patrone nach heftiger Gegenwehr am v* Straße zu drangen. Leider hat bei diesem Kampfe Herr Da»" eine ziemlich bedeutende Verwundung an der rechten Hand litten. Als die Polizei an Ort und Stelle kam, basten»re Strolche unter Zurücklassung mehrerer Dietriche daS Weite sucht. Die Feuerwehr erschien mit einer Dompssprise mehreren Handdruckspritzen und bewältigte in kurzer Zeit Flammen. Der unter den Weißwaaren entstandene Scha�" ist bedeutend, jedoch durch Versicherung gedeckt. Ans der Anhalter Bahn in der Gegend der Kolonm»' brücke hat fich vorgestern beim Rangiren eines Zuges ein schweres Unglück ereignet. Der Weichensteller Wiedick« � Schöneberg gerieth unter die Räder, die ihm Kopf und Bem vom Rumpfe trennten. Der Unglückliche hinterläßt eine Frau und 7 Kinder. Soziales«nd Arveiterbewegung* Die Industriew Zirkular dringend vor einem Zuzug nach New-Uork, J Altonaer Sortirern glänzende Versprechungen gemacht U'fli- um die Verlegenheit zu heben, in welche die dortigen Junten durch die Arbeitseinstellung der Zigarrenpacker ge- Gerichts-Ieitnng. L, für Vereine iuteressante Entscheidung ist von Aixdorfer Schöffengericht gefällt worden. Die Vorsteher , UMotretns der Tischler und Berufsgenoffen zu Rixdors Au am lg. d. M. vor dem Rixdorfcr Schöffengericht unter »Anschuldigung der Nebertretung der§S 1, 2, 3, 12, 13 des hl Der Verein besteht in Ripdorf seit 0 Jahren uüe 14 Tage seine regelmäßigen Versammlungen in j™dtn Lokale ab. wie auch der Polizeibehörde angezeigt 2,-» war. Die Rixdorfer Polizeibehörde hat diesen und teu Ortsverein« bislang, ebensowenig wie das Berliner Präfidium dies je gethan, durchaus nicht alS solche an» - welche„eine Einwirkung auf öffentlich: Angelegen» bezwecken" und deshalb auch nicht die Anzeigen über ivnderunxen unter den Verelnsmitglicdern rc. verlangt. Nun Sekretär des Vereins unter der Firma des„Vor» law J" einer Versammlung am 18. Oktober v. I. einge» Wft»i den Beginn der Versammlung auf 8 Uhr, statt wie VtuA�Hr angegeben, auch außer den vorher festgesetzten lEuntt der Tagesordnung noch in dieselbe einen weiteren briS•ufflenomnrtn„Unterschritt einer Petition, das Ar- AiiSJ�gesetz betreffend". Der Vorsitzende, welcher von dieser keine Kenntniß hatte, kam gegen V,9 Uhr in# Ver» Uni) 3 in dem fich erst 5—6 Personen eingefunden hatten, (taJWrk nach Kenntnrßnahm« von der Sachlage, die Ver- finde nicht statt, und hatte dieselbe thatsächlich nicht WsWvm. Die Rixdorfer Polizeibehörde erachtete auf Grund � virgangeS nunmehr nicht nur diesen OrtSverein, son- "itlu« � mehrere andere Vereine als solche, welche eine Ein» Vafc.? auf öffentliche Angelegenheiten bezwecken, verlangte «ekiw der Veränderung im Mitgliederverzeichniß und An» der Versammlungen und erachtete die drei Vorstands» für straffällig. Den Angeklagten, welche gegen den diti,.„Segen fie erloffenen Etrafvefehl Widerspruch erhoben W' banden die Rechtsanwälte Birkner und Munckel zur � Vertheidiger führten an der Hand de« Statuts q« der Verein lediglich auf den Kreis seiner Mitglieder Zwecke beschränke, welche dahin gingen, die Mitglieder Unsicherheiten im Leben, wie sie durch Krankheit, ��afigkeit. Unfälle rc. herbeigeführt werden, zu verfichern. V& W* das Schöffengericht den Strasbefehl aufrecht. �mtSanwalt hatte eine Erhöhung der Strafe deantragt. ßz, Antrag wurde dagegen von der„Mehrheit des Gerichts" tz�üe in ihrer Entstehung, in ihrem Verlauf uud i« rq.�.Aesultat höchst iuteressante Auklagesache wegen tz/�'ltch falscher Anschuldigung gelangte gestern gegen den IttJ®6®. Schür, emann und gegen den Strumpfwirker Hermann «!iİf vor der dritten Strafkammer hiesigen Landgerichts I »»�Handlung. Der erste Angeklagte war im Frübjahr v. I. L/im Magistratssekretär Pohl und dessen Sohn der Beschä» S wilden Weins angeklagt, und fungirten in dieser Sache ZvUptbelastungszeugen die beiden städtischen Nachtwächter j:» und Priesnitz. Alle drei find vom Schöffengericht zu Vesp- Geldstrafen verurt heilt, von der fünften Straf» fii.a. hiesigen Landgerichts I aber in der Berufungsinstanz kcVjKm worden, weil der Gerichtshof den Aussagen der >> keinen reellen Glauben beimaß. Nach Beendigung 'te Hi �nsianz reichte der Angeklagte Schünemann zu dem beiden Belastungszeugen unglaubwürdig zu machen, i»? Mitangeklagten Kirchhof eine Denunziation bei der "'aft dn, in welcher den beiden Beamten vorge» im Thormann» m lang Billard gegenwärtigen Anklage soll diese wiffrntlich falsch au'gestellt worden sein, während °''lag,m die Richtigkeit dieser Thatsache versichern. Die Achter stellen fie eidlich in Abrede» und die Thormann» ' euta wollen sich nicht mehr genau erinnern können. Morgen? Thor» »„..WWW____„............ Z'u« daß er den Kirchhof am 6. März pr. nach 4 Uhr Asiltj.�iach Hause kommen sah. Die Wächter legten zur 1, d.. S" Kontrolbücher vor, wonach fie zu verschiedenm �lej.! Nacht kontrolirt worden waren. Der Gerichtshof '(tte?admch die Angaben der Angeklagten noch nicht für l, itti"Zid sprach fie deshalb frei. S[***** Vermehrung der Einwohnerzahl von Berlin rgemäß auch die Strafprozesse entsprechend ver» >ß dadurch die Zahl der Schöffengerichte und gewachsen ist. Damit die Prozesse aber ihre Z �ttafF 9un0 finden, wird von dem Ueberwersungsrecht zur"Aburtheilung LUgetheilt und somit diese den früheren Woche ihre r WW.........»WWW_ ÄhittK*! fiatt, und ist der Vorsitz in den Mitteltaaen den kSn 5? Amtsgericht I deschästigten zahlreichen Gerichts. �"tragen. Ketzt reicht auch dieser Bebelf nicht mehr oche ab ist ein Hilfsschöffengericht für errichtet worden. welches vorläufig des onnerstag« und Sonnabends unter dem Vorfitz m,°ff°?ors für die Dauer von sechs Wochen tagen BlßHWittar«*.«-- dic Nothwmdigkeit versetzt, immer Kutscher biefigen KrankenverstcherungSgesetzeS statt, in welcher Herr Schütte referirte und für den Beitritt zur Nationalen Kutscherkaffe plaidirte. Im Laufe der Debatte machte er auch die Mit» tbeilunq, daß ein Vorstandsmitglied des Vereins Berliner Droschkenkutscher wegen stattgehabter Unregelmäßigkeiten auS demselben ausgeschlossen sei. Herr Beetz denunzirte fich selber als dieses Vorstandsmitglied und strengte gegen Schütte die Privaiklage an, behauptend, derselbe habe ihn öffentlich der Unterschlagung bezichtigt. Da Kläger in dem Verhandlungs» tcrmin-! die Unregelmäßigkeiten einräumte und durch Zeugen nicht erwiesen werden konnte, daß die Behauptung des Klägers, betr. die Untelschlagung, richtig, so zog Kläger auf Anrathen des Rechtsanwalt Dr. Friedmann seine Klage zurück, in Folge dessen auch Herr Schütte fich veranlaßt sah, seine erhobene Widerklage zurückzunehmen. Uereine und Nersammlungeu. Der Fachverein der Drechsler, Knopfarbeiter und verwandten Berufsgenoffen hielt am Dienstag, den 23. d. Mts., in Keller's GesellschaftSsÄen eine zahlreich besuchte Versammlung ab. Der Buchbinder Herr Michelsen hielt dnen Vortrag über„Gewerkschaftliche Organisation". Derselbe er- läuterte in längerer Rede, daß im Mittelalter die Innungen viel zur Olgnnisation der Arbeiter beigetragen und dieselben hauptsächlich dafür sorgten, daß gute und reelle Arbeit geliefert wurde, wovon verschiedene Kunstwerke älterer Zeit beredtes Zeugniß ablegten. In jetziger Zeit verschwinde der sogenannte Mittelstand mehr und mehr und die gesammte Fabrikation ebe immer mehr in die Hände einzelner Großkapitaliften über. on einer Ueberproduktion könne eigentlich heute kaum die Rede sein, solange nicht die nothwendigstm Lebensbedürfnisse sämmtlicher Arbeiter gedeckt sden. Daß es jetzt aber dem Ar- beiter an den allernothwendigsten Bedürfnissm noch fehlt und daß der Lebensunterhalt derselben durchaus ungenügend ist, beweist schon die statistische SterblichkeitSziffer der Arbeiter. Pflicht jede« Arbdters sei eS, durch Anschluß an die bestehen« den Organisationen dahin zu wirke«, daß jeder Ar» beiter den MUgenuß an der erzeugten Arddt habe. ES sd aber auch unbedingt notbwendig, daß fich beide in Berlin bestehende Vereine der Drechsler und Äeruksgenossen zu einer großen Organisation verdnigen, und freue er(Referent) fich, daß dies schon in einer am Sonntag stattgefundenen Ver- sammlung angebahnt sei. An der fich diesem Vortrage an» schließenden Diskussion betheiligten fich in demselben Sinne die Herren Weißfluck, Schräder,.Ehlert, Behl und Schade. AlS darauf in sdnem Schlußwort der Referent den Ausspruch Heinrich Heine'S: Wir wollen auf Erden glücklich sein und wollen nicht mehr darben, u. s. w. zitirte, löste der über» wachende Polizei. Lieutenant die Versammlung auf Grund de« * 9 des Sozialistengesetzes auf, worauf die Anwesenden in aller uhe den Saal verließen. Die Delegirten zur Geueralverfammluug der Orts. krankrnkasse der Tischler und Pianoiorte- Arbeiter(Arbeit» nehmer) waren am Mittwoch unter Vorsttz deS Herrn Schmitz in Seefeld's Salon, Grenadierstr. 33, versammelt. Es wurde zunächst ein ständiges Bureau für die Delegirtenversamm- lungen der Arbeitnehmer gewählt und zwar die Heiren Schmitz und Schütze zu Vorsitzenden: Furchtbar und Arnold zu Protokollführern. Herr Schmitz legte zunächst klar, wie die Ortskrankenkaffe bdnahe bei den Tischlern Berlins in Ver- gessenhdt gekommen wäre, wenn nicht da« RdchSgesetz ge» kommen wäre, und somit der alte Vorstand gezwungen wurde, auch mit den Mitgliedern wieder mal ein Wort zu sprechen. Nun habe man ja von den neu gewählten Vorstands-Mit- gliedern einige Personen nicht bestätigt, dideS schade durchaus nichts, wenn die Kaffenmiwlieder nur den Muth zeigen wür« den auch weiter für ihre Rechte einzutreten. Wenn auch von den Herren Arbdtgebern darauf gepocht würde, bei der Wahl de« Rendanten und Altgeselle« auch dasselbe Reckt zu haben wie die Kaffenmitglieder, so könnte man doch auf die Wünsche deS Herrn Brande« in der letzten Generalversammlung nicht eingehen. Unter Innen Umständen dürften die Arbeit» nehmer ihre bisherigen Rechte auS den Händen geben. Der provtsorlsche Borstand habe beantragt, dnen vierten Kasfirer zu wählen, auch er, Redner schließt fich dieser Ansicht an, denn die Kasse würde dadurch nicht ge- schädigt, sondern verbeffert. Redner empfahl diingend, bei den Kasfirern genau daraus zn achten, daß nur solche Männer ge- wählt würden, die daS Interesse der Kasse nicht nur im Munde hätten, sondern durch die That beweisen. ES be- theiligten fich mehrere Redner an der Diskussion. Herr Hubert empfahl dringend die Wahl eineS 4. Kasstrers, auch alle anderen Redner waren mit den Ausführungen deS Referenten einverstanden, nur Herr Zinkeiscn trat gegen die Anficht der Redner auf und emp'ahl, mit den Meistem Hand in Hand zu gehen und auch für die Wiederwahl der allen Kasfirer wieder einzu- treten» weil einer derselben schon alt und grau geworden sd. Tie Versammlung beschloß, an den früher aufgestellten Kandi- daten mit Ausnahme eineS Einzigen festzuhalten, denn fie richten fich nur nach Thaten, und wurde von den früheren Kandidaten Herr Paul gestrichen und an dessen Stelle Herr Stäps aufgestellt. Die Kandidaten als Kasfirer find demnach folgende: Schröpffer, Eich endo» fstr. 14; Schmidt, Andrea«- stiaße 78; StäpS, Elsafferstr. 76; alS eventueller 4. Kasfirer wurde Herr Richter, Stallschreiberstr. 13(nicht der jetzige Kasfirer Richter) aufgestellt. Montag, den Bürger ....WWW W WW_ statt. Herr Chiistensen auS Berlin hielt einen Vortrag über„Hygiene und sani'äre Eindchtungen." Der Referent legte in sdnem Vortrage die Ursachen sowie die Entwickelung der Verhältnisse in der heutigen G-sellschaft klar, und zdgte wodurch der Arbeiterstand so heruntergekommen sd. Redner erläuterte ferner, wie der Ai beiter sich nur durch feste« Zusammenhalten ein menschen» würdiges Dasdn schaffen könne. An der Diskusston bethd- ligten sich u. A. die Henen Gehrte, Schacht, Breffel, Wudcck, Nieder. Die Errichtung von SanitätSwachen, Badeanstalten und sonstigen Bedürfnißanstalten bildete den Mittelpunkt der Debatte. Nach einem kräftiam Schlußwort des Referenten, wobei derselbe»um Eintritt in den Arbeiterverdn von Char» lottenburg ermahnte, wurden folgende Resolutionen dnstimmig angenommen: 1. Die heute in Charlottenburg, in Mödlichs Salon tagende öffentliche Versammlung zahlrdcher Bürger und Arbeiter erklärt fich mit den Aiissührungen des Referenten einverstanden, und verpflichtet fich, für die Besserstellung der Arbdter mit allen ihr zu Gebote stehenden gesetzlichen Mitteln nach Krätten zu wirken.— 2. Di« Versammlung beauftragt die am 20. November 1885 gewählte Kommission jur Förderung städtischer Interessen mit der Abfassung einer Petition an den Magistrat und die StadterordneteN'Versammlung betr. Enich» tung einer SanitätSwache und einer Volksbadeanstalt. Erst nach 12 Uhr wurde die zahlrdch besuchte Versammlung mit dnem dreifachen Hoch geschlossen. * d. Eine von ca. 400 Person«« besuchte öffentliche Volksversammlung, in welcher der Herr Rdchstagsabgeord» nete Pfannkuch über das Branntwein-Monopol referiren sollte. aber am Erscheinen durch Krankheit in seiner Familie verhindert war und an dessen Stelle der ReichstagSabgeordnete Frohme daS detreffende Referat übernahm, fand am 25. d. M. unter dem Vorsitz des Buchdruckers E. Bley in Donath'« Salon, Alt-Moabir 89/90, statt. Redner erntete für seinen höchst inter» effanten Vortrag, in welchem er fich gegen daS Branntwein» Monopol aussprach, lebhaften Beifall. Der nächste Redner, Herr Maler Seefeld, führte aus, man sollte lieber eine Luxus- steuer einführen, alS dem armen Manne die nothwendigsten Lebensmittel zu versteuern, welchen Ausführungen die Ver» sammlung zustimmte. Die Versammlung nahm schließlich ein« stimmiz folgende Resolution an:„Die am 25. Februar von zirka 400 Personen besuchte öffentliche Volksversammlung erklärt fich mit den Ausführungen des Reichstagsabgeordneten Herrn Frohme vollständig einverstanden und überläßt eS der sozial» demokratischen Fraktion im Reichstage, dagegen nach besten Kräften Stellung zu nehmen." Nack Eledigung zweier An- fragen, welche Herr Frohme beantwortete, schloß der Vorfitzende die Versammlung. * Herr»r. med. Dock aus St. Gallen, der bekannte Gesundheitslehrer und auch als Redner überall beliebte ärztliche Leiter der Kuranstalt„Obere Waid", hält seinen letzten biefigen Vortrag am Sonnlag, den 23. d. M-, Vormittags 11 Uhr, im �Dorotheenstävtischen Kafino", Dorotheensttaße 57, über daS Thema:„Die naturgemäße Lebensweise in ihren Beziehungen zum Leben und Leiden der Menschen". Herr Dock wählte den Sonntag»» seinem Vortrage, um auch den Ardeitern, welche an den Wochentagen gezwungen find, dem Broterwerbe nach» zugehen, Gelegenheit zu geben, ihre Kenntnisse bezüglich einer vernünftigen Gesundheitspflege zu erweitern. Dieser Hinweis dürfte wohl genügen, dem Vortragendrn eine stattliche Zuhörer» schaft zuzuführen. Nach dem Vortrage, zu welchem Jedermann freien Zutritt hat, findet freie Diskusffon statt und erfolgt Be- antwortung aller(auch schriftlichen) Fragen von allgemeinem Interesse. * Generalversammlung der Putzer Berlins und Um- gegend am Sonntag, den 23. Febmar, Vormittags 10 Uhr, im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37. Tages» ordnung: 1. Wahl der Delegirten zum Kongreß deutscher Maurer. 2. Bericht über die am 21. d. M. stattgefundene Verhandlung mit den Meistern. 3. Verschiedene?. * Handwerker-Verein der Louisenstadt. Heute Abend im Vereinslokal Schultheiß(Restauinnt F. Specht), Neue Jakobstr. 24, Vortrag des Lehrers Herrn W. Pfaender über „Die Beruftthätigkeit der Ardeiter und Handwerter, ihre Ge- fahren und die Mittel zur Beseitigung derselben, vom hygieni- schen Standpunkt auS deleuchtet." * Fachverein der Berliner Werkzeugmacher. Sonn- tag, den 28. d Mts., Vorm. 10V, Uhr, im Lokale des Herm Eichholz, Kögnickerstraße 158, erste Mitglieder. Versammlung. Tagesordnung: Ausgabe der Statuten und Qutttungsbücker. Veceinsangelegenheiten. Aufnahme neuer Mitglieder und Ver» schicdeneS. * Sämmtliche Mitglieder des Arbeiter» Bezirks» Vereins des Westeu werden ersucht, am Sonntag Vormittag zur gemüthlichen Zusammenkunft fich einzufinden. Die Bidlio» thek siebt zur Verfügung. * Tischler-Verein. Heute Abend 8V, Uhr. Kottbuser- straße 4»: Vortrag, sowie Mittheilungen über die vom Vor« stand eingereichten Statuten. * In der freireligiösen Gemeinde spricht am Sonntag Vormittag 10 Uhr, Rosenthalerstr. 38, Frau Wilhclmi-Henrichs über das Glück des Lebens und den Tod. Zutritt steht Jedem frei. Fachverein der Schneider. Montag, den 1. März, Abends 8V, Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandanten- straße(oberer Saal) Versammlung. Tagesordnung: 1. Quartalsabrechnung. 2. Vortrag über religiöse Geistesbildung als Grundlage der Moral. Referent Schuhmachermdster Herr Metzner. 3. Berichte einiger Kommissionen. 4. Vereins- angelegenheiten. Gäste haben Zutritt. Aufnahme neuer Mit» glieder zum Verein und Zuschneidekursus. * Maschinenmeister der Buchdruckereie« Berlin«. Sonntag, den 23. Februar, Vorm. 11 Uhr, allgemeine Versammlung in Schultheiß' Brauerei Ausschank, Neue Jakob» straße 24/25. Tagesordnung: 1. Besprechung über Regelung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse in unserem Berufe. 2. Wie stellen fich die Maschinenmeister Berlins zu der in ganz Deuffchland bevorstchenden Bewegung behufs Regelung der Lohnfrage. * Verein zur Wahrung der Jutereffen der Klavier» arbeiter- Sonntag, den 23. Februar, Vormittags 10'/, Uhr, Mitgliederversammlung in Gratwdl's Bierhallen, Komman« dantenstr. 77/79(untere Säle). Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Hans Land über:„Die Wetthschätzung des Menschen in unserer Zeit". 2. Unterstützungsgesuche und weitere Be- spr-chung der Arbeitslosen- UnteistützungSkaffe. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste willkommen. Neue Mitglieder wer« den aufgenommen. * Große öffentliche Versammlung der Tischler am Sonntag, den 28. Februar, Vormittags 10'/, Uhr, in Keller'S Salon, Andreasstr. 21. Tagesordnung: 1. Lohnfrage. Zweck und Ziel der Fachkommisfion und die Nothwendigkett der statistischen Fragebogen, und wie stellen fich die Tischler zu dieser Frage. Referent W. Schmitz. 2. Verschiedenes. Die Mitglieder sämmtlicher hiestgen Tischlervereine find hierzu be- sonders eingeladen. * Metallarbeiter Berlin« und Umgegend. Große öffentliche Versammlung sämmtlicher Branchen, als: Maschinen» dauer, Gürtler, Klempner, Schlosser. Hobler, Stoßer, Former, Gießer, Dreher, Mechaniker, ckir. Jnstrumentenmacher, Zisileure» Graveure, Stempelschncider, Schleifer, Putzer, Schnittarbdter, sowie sämmtlicher Hilfsarbeiter rc. am Sonntag, den 28. d. M., Vormittag« 11 Ubr, im Louisenstädtischen Theater, Dresdener- straße 72—73. TageS- Ordnung: 1. Wie stellen sich die Berliner Metallarbeiter zur Gründung einer Arbeitslosen« UnterstützungS-Kaffe. Referent Herr Otkar Krohm. 2. Eventuelle Wahl einer Statuten-Berathungi-Kommisfion. Kleine Mittheilungen. Arnsberg(Westfalen), 24. Februar.(Kessel. Exploston.) Montag Morgen noch vor Beginn der eigentlichen Arbeits- schickt explodirte auf der„Hüstener Gewerkschaft" ein Dampf- keffel und zertrümmerte einen daneben stehenden zweiten Keffel. Die ausströmenden Dämpfe und beiumgeschleuderte Eisentbeile brachten in der Nähe beschäftig en Arbeitern tödtliche und lebens- gefährliche Verletzungen bei. Ein Arbeiter wurde erst mehrere Stunden später als Leiche unter den Trümmem hervorgezogen, dn zweiter wurde stark verbrüht, so daß er in der höchsten Lebensgefahr schwebt, und mehre andere wurden gednger ver. letzt oder verbrüht. Die verletzten Arbeiter hatte in der Nacht die am Sonntage kalt gestellten Keffel angefeuert. Hätte fich da« Unglück später zugettagen, so wäre ficher dne weit bedeutendere Anzahl von Menschen verletzt worden. Weimar, 24. Februar. Die Schreckenskunde von einem DoppelmoGe durcheilte heute Abend unsere Stadt. Der an Ort und Stelle aufgenommene Thatbestand ergab ldder die volle Wahrheit des Gerüchts, indem der Schuhmacher Löhmer seine beiden Kinder, ein Mädchen von 4 Jahren und einen Knaben von 2 Jahren, mit einem Beil erschlagen hatte. Der Mann selbst wurde ebenfalls mit schwerer Kopfwunde im Zimmer liegend vorgefunden und wurde sofort in daS Kranken- Haus übergeführt. Als Beweggrund zu der schrecklichen That wird zur Zeit dne augenblickliche Geistesstörung deS Manne« angenommen. Rom, 23. Februar.(Großer Unglücksfall.) Bd einem Neubau vor der Porta Pia in Rom stürzte vom fünften Stocke ein Gerüst herab und riß vierzehn Arbeiter mit, von denen dreizehn schrecklich verstümmelt wurden und sofort todt blieben. Einer blieb fast unverletzt, hat aber die Sprache ver» loren. Paris, 25. Febmar. In der Kammer der Deputirten gab bei Eröffnung der heuttgen Sitzung ein Mann von der Tribüne aus zwei Revolverschüsse in die Luft ab und warf einen Brief in den Saal. In die Quäsim geführt, gab der Mensch an, daß er an Cl-Wienceau geschlieben Hab« und daß dieser wiffe, was dieS»u bedeuten yabe. Der in den Saal hinabaeworfene Biief war an Cl�menceau adresstrt und wurde von diesem all bald dem PrSstdenten Floquet auSaehändigt. Wie fich weiter herauk stellte, war der Revolver, obaleich in die Lust abgeschossen, doch geladen gewesen, denn eine Kugel wurde in dem Halbi und deS Saales am Boden ausgefunden. Der Urheber des Austritt» hat auf Befragen«rllärt, daß er die Aufmerlsamkeit der Regierung auf seinen Prozeß habe lenken wollen, welcher neue Einzelheiten über die Kapitulation von Metz und die Anwesenhett deutscher Spione in der Armee entbüllm werde. Der Mann heißt Pionnier und ist 35 Jahre alt._ Ketzte Nachrichten. Ein neuer Streit ist in Deeazeville in Folge —- a- it*------ weiterer Lohnherabsetzung seitens der Gmbengesellschast ausgebrochen. Der schwedische Reichstag hat für E n t s ch ä d i. aung unschuldig Berurthetlter die Summe van 100 000 Kronen bewilligt. Es wäre empfehlenSwerth, wenn andere Staaten bald nachfolgen würden- Der schweizerische Konsul in S. Loui» hat ne, vor der AuSwanderu dingS eine Warnung nach Amerika erlaffen In seinem die Staaten Mi neuer» n Kansas, Nebraska und den südlichen Theil von Illinois um» '" nveS und der fastenden Konsularbezirk find tausende von deS Lai Sprache Kundigen ohne Beschäftigung, so daß für neue An kömmlinge nicht die geringste Ausstcht auf ein vorhanden ist. Nicht oeffer soll aussehen. >t auf ein Unterkommen in den anderen Staaten Sir EharleS Dtlke wird fich w Sachen des C r a w» ford'schen EhescheidungSprozesseS noch einmal vor den Schranken des Gerichts zu verantworten haben. Wie verschiedene Londoner Blätter melden, hat der Gerichtshof, dem ei obliegt, in Ehescheidungsprozeffen zu interveniren, sallS in dem ergangenen Erkenntniß eine Ungerechtigkeit vermuthet wird, beschlossen, den Crawford-DUke'schen EhescheidungSprozeß vor sein Forum zu ziehen. Im englischen Unterhause kam auch daS zur Revolte auffordernde Vorgehen deS LordS Randolph Churchill zur Sprache. ChilderS, der Minister deS Innern, wurde näm- lich gefragt, ob er Churchill wegen der von demselbcn in Ulster gehaltenen aufrührerischen Reden in Anklsa gezustand ver« setzen würde. ChilderS verneinte dieS, worauf Sexton ankün- digte, er würde demnächst ein Tadelsvotum gegen Cimrchill beantragen. Churchill will den Premier ersucben, den Termin für die Debatte bald anzuberaumen.— Der Staatssekretär für Schottland, Trevelva«, brachte daS Gesetz, detreffend die schotti» schen Kleinbauern heute ein. Dasselbe schlägt eine fest« Pacht. die Feststellung eine» billigen Pachtzinses, Entschädigung für »orgenommene Verbesserungen und Erweiterung der Pachtgüter mittel» obligatorischer Verpachtung vor. DaS Gesetz wurde in erster Lesung genehmigt. In London fand, wie der„Vosssschen Zettung" telegraphirt wird, ein Arbeiter-Dinerzu Ehren der Arbettervertreter im Parlament statt. AlS der Vorfitzende, Lord Hobhouse, den Toast auf die Königin ausbracht«, entstand lautes, anhaltendes Gezische. ES wird Übel vermerkt, daß der Generalanwalt Rüssel und Broadhurst(Unierstaatssekretär im Ministerium de« Innern), welche zugegen waren, die Tafel nicht sofort»er» ließen. Im Senate zoWashingto» wurde von dem Enroto Edmunds ein Gesetz vorgeschlagen, welches verlangt, da««» zur Ausfuhr bestimmte Fleisch einer Untersuch� unterzogen»erde, daß die Einfuhr verfälschter Lebensvi» und Getränke verboten und der Präfident ermächtigt werde. fem er übers— 1'------ Erzeugnissen zu Theil tt untersagen. Ibo, Kriefkasten der Redaktro«. � H.®. 00. Wenn die von Ihnen gcmietheten feilet mit Wohnung nickt bis zum I. AprU in dewohnbZ«« Zustand gesetzt find, müssen Sie andere Räumlichkeiten mu# Die Erben Ihres inzwischen verstorbenen Vermiethers w Ihnen aber zum Schadenersätze verpflichtet, da der Tod»ß VermietherS dm Miethskontrakt nicht aufhebt. Alter Abonnent. Der Beweis, daß die beleidig»� Karte von der Ihnen verdächtigm Person herrührt, kann»» durch Handschriftenvergleichung geführt werden. Die zuschievung ist aber nicht zulässtg. 8.®. 1. Wenn Ihr Rechtsanwalt die Klage eigemräa�l zurückgmommm hat, so haftet er für den daraus entstand«»« Schaden. Die Sacke wird aber wahrscheinlich ausstchtslos jr .......... rame wrro aoer wayricvernncy ausnw�>"'°� wesen sein, so daß Ihnen durch die Klagerücknahme J' Kosten erspart find. 2. Wmn Sie zur T�-muna der««?? pemrtheilt find, kann der gegnerische Anwalt leine vom festgestellten Gebühren unv Ausladen von Ihnen beitrei«« auch wenn Ihnen das Brmenrecht dewilligt war. «„Tischler. Dorotheenstratze. Die Zahlstelle Belle« Alltanceplatz 6 bei Hilscher. befindet ß N Theater. Sonnabend, den 27.Februar. VZernhauS. Keine Vorstellung. Sechste Sym» phonie-Soiräe der Königlichen Kapelle. Gchauspielhau». Tilli, Lustspiel in 4 Akten von Francis Stahl. NttrtfcheS Theater. Der Könrgslieutmant. »«Suer'Theater. Alfred'S Briefe. kestdeuz»Theater Zum 1. Male: Herr Godin und seine Töchter. Vorher, zum 1. Male: Der zündende Funke. lHelle-Allianee-Theater. Pariser Leben. Ko- mische Operette in 4 Akten von Meilhac und Halevy. Krtedrich. Wilhelmstädtische» Theater. Der Zigcunerbaron, von Joh. Sttauß. Walhalla- Theater. Das lachende Berlin tteres auS der Berliner Theatergeschichte Tanz in einem Vorsviele mit Gesang und----„......... und 3 Akten von Jakobson und Willen. ZsaisenstädttscheS Theater. Abracavabra. DiStral-Theater. Der Stabs> Trompeter. mmtfä" jSÄtorta-Theater. Däumling. jLA»«d«Theater. Der Grat von Monte Christo. Schauspiel in 3 Abtbeilungen nach Alex. DumaS von Dr. Carlschmidt. Simertean« Theater. Große Spezialitäten» Borstellung. Lheater der Reichshalle«. Große SpeMi» Rs�«anÄ va�ete. Große Spezialitätm- Vorstellung.______ öorftellung. m_ Kankordta. Große Spezialitätm-Vorstellung. Alhambra-Theater. Wallnertheaterstraße 16. fteule: [620 ßrira-Horstellung zum Besten der Familie deS am 8. Frvruar ........'-----«st«' bei dem Uederfall in der Schillingstraße schwer verletztm Kellners Prohmmamn. Zum 1. Male: Das Hiidepmftßlhea. Volksschauspiel in 4 Alten von Ad. Oppenheim. Neu bearbeitet von Hugo Busse. Vor der Vorstellung: Gr. Konzert der Hanskapelle. Anfang de» Konzert« Wochentags 7 Uhr, der Vorstellung 7'/« Uhr. Anfang des Konzert« Sonntags 6 Uhr, der Vorstellung 7% Uyr. Hon» beben Wochentags Biltigkett und find im Theaterdmeau(12—1 Uhr) gratis zu haben. raf«atfer-Panorama. In dieser Woche: Türkei, Griechenland, Dänemark, Schwe» den, Norwegen. Hertha-Reise. Ka» rolinen-Jnseln».#«w Reise» Ps� Kinder nur 10 Pf. Abonnements. Danksagung. Allen liebm Verwandten und Bekannten, insbesondere dem Verein, sagen für die liebevolle Theilnahme an dem Begräbnisse ihres ManneS und VaterS ihren herzlichstm Dank[824 Wittwe©nzjimlcf und Sohn. Am 24. d. Mts. verstarb nach langem Leiden unser Kollege, der Steindrucker nermann Erk, im 41. Lebensjahre. Sein Andenken wird unter unS in Ehren bleiben.[825 Dt- Kollegen der Lithographische« Anstalt von M. Priester. Die Beerdigung findet am Sonntag, Nach- mittags 2 Uhr. von der Leichenhalle des Thomas» kirchhofeS, Britzer Chaussee, aus statt. Allen Verwandten, Freunden und Be- kannten die traurige Nachricht, daß die Wittwe Paster geb. KnopS am 25. d. MiS., früh 6 Uhr, an Alterschwäche verstorben ist.[019 Die Beerdigung findet auf dem neuen Thomaslirchhofe, Britzer Chaussee, von der Leichenhalle aus daselbst Sonntag, dm 28. d. Mts., Nachm. 3 Uhr, statt. Die ttefbetrübten Hinterbliebene«. iibel-, Spiegel- mck Potjkroaaceti eigener Fabrik»cm eigener Fabrik €/♦ Hertel, Tischlermeister, Linien- Straße Nr. 130, dicht an der Frirdrichstraste, empfiehlt sein Lager aller Artm Möbel ttnd polsterwaare« zu streng soliden Preism. 814]_ pM* TheUeahlBHgeq gestattet.»MW___ I Wir habm eine ganz« Mmge Leinm» und Baumwoll-Waarm zu außer« gewöhnlich billigen Preisen angekauft und offerttm demzufolge solche jetzt i sehr viel billiger Hemdentuche" Mtr. 30—40 Pf. Kantorcs Mtr, 40—45 Pf. Cretonne fort Mtr. 50 Pf. § Hirtin g"""lÄÄ a"4 Mtr. 25«. 30 Pf. hiff-n-'ÄVÄÄ' Mtr. 30«. 35 Pf. Gutes H ausmachrrieinen>-» Mtr. 40«45 Pf. Gnies brrit.Hausmacherleinen M 1. 1 Alk. Gute Küchen-Handtücher 2 Mir. Gute Stubeu-Haudtücher'W'Z 2�. 3. 3'k Mk. Echtes gut. Hettzrug%%% Mtr. 35«. 40 Pf. Posa Hulrt».. Mtr. 50«. 00 Pf. fvilliche,>-»!-»««««,.......... Mtr. 75 Pf. mU 12 Serviettm,«u e Serviettm.. 4�2 Mlt. Ginzewe Tischtücher ß' 1 Mk. Einzelne Servietten für.'...... 80 M. 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März, in trifch erleuchteten Räumen der Philharmonie, Bernburgerstraße 22—23», stattfindet � » 60 Pfg.Jlnb bei den Vorstandsmu«�, sowie bei Stramm, Skalitzerstraße in den mtt Plakaten belegten Handle's haben. An der Kasse findet ein Verkauf vo» nicht statt. Mhlt "Steinen �chlan! Auch werden sämwtlich« Inhaber von BilletS eifuckt, die überzähligen so � möglich zurück zu geben, da ste senfi tV ft gelte«. 827_ Der VorL-."� /achverein der vrechsler, W arbeller u»d Serufsge«o>st» Am Dienstag, den 3.»ärz, Abends«'/> � Vers ammlung Ä in Kager'« Kalo«, Grüner Weg W'r,j ~- Diskusston. Steh« T-O.: Vortrag. tionellen Theil heutiger Nummer..„j. 818 Der Borst55> Mitglieder-VersammluvS de» FachveretnS der. Former und verw. ServU am Montag, den 1. März. Abends*% im Salon zum Dentsche« Kaiser, 0ou>-s« straße 37. Tagesordnung: 1. VortwA j> Dr. Bahn. 2 Diskusston. 3. Wie MU der Verein zur Frcmdenkasse. 4. Vers«� und Frazekasten. Gäste willkommen. 821 Der VorjtiV «Ai m 5f, Sfe Außer ,..en lh e f, !»bT r �°lkj wandeln. Der Z Geueral-VersammluvS der eF Kraiktll. n KegrSbllißk. d. Ktkl. s» schaitde B«d Kttllsbgtiosse» k am Sonntag, d. 7. März, Vormiliags in Ninft» Kalo«, Kommandantenstr- TageS»Ordnung:»zr 1. Stawtenändenmg der§§4, 5, 18, 19, 24, 29. 2. Antrag wegen eines vierteljährlichen Exlra-Beittogs � servetondS. 3 Verkckied-n-S. Das servefondS legitimirt. 803 Verschiedenes. Da» Der VorL� Die Mitglieder des___ Ärb.-Le).-Vereiu im WesttWj versammeln fich zum Frühschoppen Vormittag beim Restaurateur 6" Blumenthalstraße 5. Geueral-Versammlusg der NnherKtklills«. am Sonntag, den 23. d.M., im Konisenst. Konzerthan», Alte, Tagesordnung:� goM vi« k ♦♦ 8t fü 35 Bestel lleuren »..Für, PMtioi Jtl Jie Sie !isn ttjli. 1. Wahl deutscher Maurer. 2. Beitckr 21. d. Mts. statlgesundene Verha�� den Meistern. 3. VerickieleneS., rflf� Die KomoUU�.! M K Große öffentliche Versal»' Steintrager Berlik «nd Amgcgend- $ tb in KStzow'i TageSordnunc 1. Zweck und Ziele der Fachu' sei�n ferent: Herr I e n S S hriMn T 2. Vorlegung deS TarifeS. 3. Verschiedenes. neu auSgtat Achtung! De« Mitglieder« de» Mahrnng der Interessen � ar-eiter zur Nachricht, da» glieder-Nerfammluna abend, sondern morgen. S«" mittag» 10'/.»Hr. stattfindet� Verantwortlich« Revolle»«. TrrahrtM in»estin.»ruck«ch Verlag von«« Badtn« w Berltn 3W, Bemvmaß« 3. Ii s»». 1 Die a» 8», 8t«o