Mittwoch, den 3. Marz 1886« III. Jahrg. 3***2 MmrVMIM Brgsn für die Interessen der Arbeiter. 4 Das �Berliner Volksblatr' scheint täglich Morgens außer nach Sonn« und Festtagen. ZbonnementSpreii für Berlin frei ylfcöuS vierteljichriich 4 Mail, monatlich 1,33 Marl, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement 1 Mark. Einzelne Rummer 5 Pf. Sonntags. Nummer mit illustrirter Beilage 10 Pf. (Ängetragen in der Postzeitungsprnsliste für 1886 unter Nr. 769.) Jusertionsgebühr deträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pfennig». Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Ich» Nachmittags in der Erpctution, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen» Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. UedaKtia«: Seathstraße S.— Grpedttio«: Zimmerstraße 44. i»? OW« 356 Herr Willdlhorß. , Die AbänderungSauträge, die Herr Windihorst in der Emission für die Berathung de» Sozialisten- y'tfce« einbringen wird, find unseren Lesern bekannt; Njin find es genau dieselben Anträge, die Herr Windt« '"A vor zwei Jahren schon in derselben Angelegenheit ein- ''�t. Djz dem Zentrum ergebene Presse weiß die Be- ?�>»8 dieser Anträge nicht genug zu rühmen. Wir denke« etwas anders und sind auch der Meinung, daß die , de« Herrn Windthorst in Wirklichkeit keineswegs � Zweck haben, das Sozialistengesetz zu mildern. Ob Einträge angenommen werde» oder nicht, darüber kann ,7* kk noch nicht entscheiden. Wir glauben vorläufig '«icht an die Annahme. � Die Anträge des Herrn Windthorst haben de« Zweck, das Publikum übet die Haltung und die Absichten der Zen- , �tpartei zu täuschen. Da eine entscheidende Wendung in den . �chenpolitische» Dingen unmittelbar bevorsteht, der Versuch gemacht, die Wählermassen des Zentrums >chst lang« in der Meinung zu erhalten, als seien die �ladhoist und Genossen eine wirklich freisinnige | p° s i t i o n S p a r t e i. Dazu sollen die Anträge auf '�wächung des Sozialistengesetzes dienen. . Was die Presse bettifft, so ist Herr Windthorst so .% für dieselbe eine Art Verwarnungssystem oMren zu'wollen. Es sollen«ach seine« Vorschläge« Erböte von Zeitungen erst erfolgen können, wenn e:»e �zelne Nummer zuvor verboten ist. Herr Windthorst Me mit einer solchen„Verbesserung" bei un» den Zustand führen, wie er gegenwärtig in Rußland besteht, wo N.«st nach vorhergegangener Verwarnung die Untcr- -�mrag eine» Blatte« erfolge» kann. Daß wir in diesem J�kt hinter de» Russe« zurück sind, ist freilich eben so i�alteristisch wie der Umstand, daß Herr Windthorst das letz«ach russischem Muster„verbessern" will. Dann will Herr Windthorst den kleinen Belagerung«» slwnd nur für Berlin bestehen lassen und will der Bc- die Befugniß entziehen, Versammluvgen im Vor- AJ zu verbieten. Diese beide» Bestimmungen sind ».chtiger, als die anderen in den Anträgen enthaltenen Wie Herr Windthorst mitgetheilt hat, sind diese ..rjäge in Uebereinstimmung mit alle« ZentrumSmit- Zubern eingebracht worden. Aber werden auch alle dafür �ttne«? Wir möchten un« nicht mit unserem Kopfe dafür Jürgen. Und wa« wird geschehe», wenn die Anträge 1/ Herrn Windthorst angenommen werden? Wird A» das Zentrum für da« ganze Gesetz stimmen? WaS A* wird geschehen, wenn die Windthorst'schen Anträge IS ß* Ieuilleton- Die Tochter des Dankrotteurs. Roman auS der Gegenwart von Sustav Lössel. und Entschlossenheit gehörte» dazu, um über daS tz. Mi Gebälk hinweg nach der der Mauer zugekehrten o, Hauses zu dringen. Aber Gontard befaß beides. Anwendung der äußerste» Vorsicht gelang e« ihm, die «i»*?? stehenden Schwierigkeiten zu überwinden. Vor %'leinen, über der Mauer befindlichen Fenster machte �ttag et am Ziel seiner gefahrvolle« Man- W» R�e er an da» Fenster trat, löschte er die Laterne und M», aoch einmal in der Tasche seine« Havelocks. Dann W***°u, der Brustöffnung seine« Nockes einen zu- .�"gerollten Strick, an dessen einem Ende ei« eiserner iL., aifestiftt war: in gewissen Abständen befanden sich '« diesem Strick. >»�''�ach ungefährer Berechnung muß er lang genug sein," klte Gontard. &*(,.®t befestigte den Hake« an dem unversehrte« Fenster- L.t Uad ließ dm Strick in de» Eschenbach'schen Garte« h»»,.Nachdem«r sich von seiner Tragfähigkeit überzeugt ß er an demselben hinunter. ..burcheilte den Garte» auf den ihm bekannten •lde V" i!« dem Altan, welche» er erstieg. ES war der- K« welchen der Kahnführer die verschleierte Dame sehe». I» der That gab e« keinen E.ngang Haus«, welcher so leicht zu forziren und so schlecht ""«s. war wie dieser. Während der Tages- Jn-U? war diese Thür stets unverschlossen gewesen, dttin dte« einzige direkte Ausgang nach dem Garten; r btt Dame bekannt gewesen sein,«od darum M ZI s« ohne alle Schwierigkeiten in« Hau«. Jetzt frei- #t b'e Thür verschlossen; aber e« bedurfte auch nur abgelehnt werde»? Wie wird dann da» Zentrum stimmen? Uiber diese Dinge hat Herr Windthorst sich klüglich auSgeschwiege»; er wußte auch wohl warum. So hat er sich und seinen Parteigenossen alle möglichen Hinterthüren osse» gehalten. Dann hat er«och seine zwei Resolutionen eingebracht, in denen er für freie Bewegung der verschiede- ren Religionsgemeinschaften eintritt, dagegen sich bereit erklärt, auf gemeinrechtlichem Wege Maßregel« gegen die„sozialistische Gefahr' zu treffen. Man sieht daraus, daß Herr Windthorst und die Scinigen keineswegs grundsätzliche Gegner des Sozialisten- gefetze« find. Sie find allezeit bereit, jene untergetauchte Seeschlange, die bekannte Strafgesetz-Novelle, die im Jahre 1876 eingebracht wurde, wieder an die Ober- fläche zu zitiren. Man hat sich sonach vom Zentrum sicher- tich keiner guten Dinge zu versehen, wenn es einmal seine» Friede» mit der Staatsgewalt gemacht haben wird. Gemeinrechtliche Maßregeln, wie sie Herr Windthorst im Auge hat, würden zwar wahrscheinlich die Aenderung mit sich bringen, daß an Stelle der Polizei- gemalt wesentlich die richterliche Gewalt gesetzt würde; die ,V e r w a l t u» g S j u st i z", die im Sozialrsten- gesetz enthalten ist, könnte dann in der gegen- wärtigen Form nicht weiter bestehen. Aber die„gemein- rechtlichen Maßregeln" ließen sich ohne sonderliche Mühe so einrichte», daß sie kaum eine» wünschenswerthere» Zustand darstellten, als de» gegenwärtige». Und dabei würde das Zentrum die seinem reaktionäre» Charak.er ent- sprechenden Dienste leiste» könne». Wir lebe» indessen der festen Ueberzeugung, daß eS dem Abgeordneten Windthorst nicht lange mehr möglich sein wird, mit seinem Gaukelspiel die Masse» zu täuschen. DaS Volk ist nicht so thöricht, um auS einem solche« Verhalte« nicht schließlich doch herauszufinden, was man eigentlich will. I» dem Augenblick, da ihm die Schuppen von den Augen falle», wird e« von tiefem Widerwillen gegen das Gebahren de« Zentrumführ-r« erfüllt fei». Thatfache ist, daß das Gesetz nur weiter bestehen kann, weil eS am Zentrum die erforder- liche Unterstützung findet; Herr Windthorst aber übernimmt die Aufgabe, die Meinung zu verbreite«, als sei das Zentrum gegen da« Gesetz. Diese widerwärtige Heuchelei, die gar nicht genug an den Pranger gestellt werde» kann, wird seiner Zeit sicherlich auch ihr Theil dazu beitrage«, dem Zentrum die Sympathien des katholischen Volke» zu ent- ziehen, soweit dasselbe nicht ganz und gar reaktionär ge- sinnt ist. Die Herren möchten thu», wa« sie nicht lassen können. Sie handeln dem diametral entgegen, wai sie selbst früher als unantastbar aufgestellt habe«, nämlich der Gleichberech- de« Eindrücken« einer Scheibe, um sie von innen zu öffnen. Gontard hatte hiefür einen mit Terpentin bestrichenen Lappen in Bereitschaft. Diesen klebte er auf die einzudrückende Scheibe, die er daran mit der Linken festhielt, während die Rechte mit einem Diamantting die Linien des AuischnitteS markirte. Ein Druck und er hielt die Scheibe in der Hand. Lautlos ging das Alle« vo» statte». Der Nachtwind rauschte in dem mit jungem Grün bedeckten Bäumen und da« er« stickte jede« andere Geräusch. Bald stand Gontard in dem den Seitentrakt durchlaufenden Korridor. Er bedurste keines Lichte«, um den Weg nach dem Privatkabinet feines ehemaligen Chefs zu finden, eh: er aber weiter girg, entledigte er sich feiner Stiefel. Es befand sich ein Wächter im Haufe, da« wußte er; er war aber ganz ahnunqtlos, wo derselbe sich zur Zeit aufhielt. Er hatte kein Licht gesehen, und da derselbe kaum schon zu Bett sei» konnte, durfte er annehmen, daß er sich in den Vorder- räumen, wahrscheinlich in den Bureaux, aufhielt. „Am liebsten ist eS mir," murmelte Gontard,„wenn er meine Anwesenheit überhaupt nicht gewahr wird. Im anderen Falle habe ich da« bei mir, was ihn mir leb- lo» zu Füßen streckt. Ich hoffe aber, eS wird sich ohne dem thun lassen." Er glitt nun lautlos, aber mit ungewöhnlicher Sicher- heit den Korridor hinab bi» zur Treppe, die er erstieg. Hierbei gab e« natürlich einiges Geräusch. Holztreppen, ob neu ooer alt, habe« nun einmal die leidige Gewohnheit, zu knistern und knarren, und zwar um so lauter, je tiefer es in der Nacht ist. Oben angekommen blieb Gontard schwer athmend flehen. War er gehört worden? Er lauschte vergeben« nach irgend welchem verdächtige» Geräusch. ES schien also nicht der Fall. Er schlich weiter und jetzt noch langsamer und vor- sichtiger als vorhin; denn nu» galt es Thüren zu öffne», und zwar Thüren, welche seit Monate» nicht geölt worden waren. Der AonkurS war erst jetzt zum AuStrag gekommen; für den nächste» Tag stand Auktion für das Mobiliar des Verstorbene» an. Die Pferde waren bereit« verkauft und Friedrich und Wisman» entlassen. Gontard mußte also tiguna aller Starttbürger vor dem Gesetze. Wir verlange« sicherlich von schlefischen und westfälischen Bauernbarone» und vo» oberbayerische» und schwäbische« GebirgSpfarrer« keine demokratischen Neigungen, allein wir bekämpfen mit allem Nachdruck die politische Heuchelei, die daS Zentrum mit dem Soziallstengesetz treibt. Möge man, wen« man als ehrlich angesehen sein will, auch Farbe bekennen! So lange man da» nicht thut, haben wir keine andere Meinung von der Sache, als die hier ausgesprochene. V-lttifche Ueberstcht. Zum Branntweinmonopol äußern sich die konser- vattven„Dresdener Nachrichten" folgendermaßen:„hat schon die Verstaatlichung des preußischen Eisenbahnwesens— im Uedrigen eine nothwendige und lösche Maßregel— gewaltige Kapitalien frei gemacht, die jetzt noch nicht in anderen Fadiikunt-rnehmungen untergebracht find und der Börsen- spekulation dienen, so würde die Nothlage noch beträchtlich verschärft mit der Einführung des Branntweinmonopols. In dem Spiritusgeschäst find ganz enorme Kapitalien angelegt. Wir denken dabei gar nicht an die Branntweinbrennereien selbst, aber in den Destillir- und Raffintranstalten und na- mentlich im Spiritushandel stecken Millionen über Millionen, die künftig beim Monopolbetriebe keine Verwendung finden. WaS geschieht mit diesen Kapitalien? Sie werden entweder Anlage in anderen Fabrikationszweigen suchen und damit dm schon destehenden eine empfindliche Konkurrenz bereiten, deren Erträgnisse schmälern und die jetzige Ueberproduktion noch weiter vermehren. Oder fie werden der Börse zu Spekulation«» zwecken zur Verfügung gestellt. Nickt minder werden Tausende von Menschen, die jetzt im freien Gewerdetrieb eine mehr oder weniger lohnende Nahrung fanden, auS demselben verdrängt und vrodloS. Sie werfen sich da auf andere Erwerbe und helfen da unwillkürlich den Andrang vermehren. Schon jetzt ist Alles überjüllt, kein ErwerbZzwcig existirt mehr, der nicht unter der Unmasse der Konkurrenten litte' was beim Spiritus» und Branntweingcschäft außer Stellung kommt, klopft in dem schon übersetzten Handel und Gewerbebetrieb Unterkunft heischend an. Für die im EpirituShandel beschäftigten Kommis, die ihre Stellung verlieren, giebt'S gar keine Entschädigung; die armen Teufel werden die Zahl der Beschäftigungslosen nur noch vermehren. Für die Inhaber von Branntweingesell» schaften ist freilich eine Entschädigung beschloffen worden. Du lieber Gott, aber welche! Zwar hat der BundeSrath die kleine Aenderung beschlossen, daß jeder Inhaber eines seit mindesten« zwei Jahren(statt vier, wie im preußischen Entwurf festgesetzt war) bestehenden Geschäfts zur Erlangung einer Personalcnt« schädigung, die daS Ifache bezw. V-fache des Jahresverdienstes deträgt, berechtigt sein soll. Doch ist auck diese Entschädigung unzulänglich und würde noch zahlreiche Mißvergnügte schaffen. Uebcrhaupt fordert die Art, wie die amtlichen Zwangsschriibrr mit den Personen umspringen, die jetzt im Spiritusgeschäft thätig find, eine scharfe Rüge heraus. Es giebt gewiß unter den SpirituShändlern manchen verwogenen, gewissenlosen heute Nacht ausführen, was er vorhatte; morgen war e« dazu schon zu spät. Endlich stand er in dem Kabinet. Er verhielt sich nun etwa eine Viertelstunde lang ganz ruhig, und als dann auch noch Alles still blnb, zündete er Licht an. Die Portieren vor de« Fenster» waren zugezogen und er richtete sein Licht so, daß diese im Schatten bliebe». Eine Entdeckung von draußen schien also außer dem Bereich der Möglichkeit. Bald war er dabei, den Schreibtisch»ach einer ver« stcckte» Feder abzusuchen, welche das darin vermuthete ge» Heime Fach öffnete. In sämmtlichen Behälter», au« denen man die Papiere längst entfernt hatte, steckte» die Schlüssel. Da» war eine große Annehmlichkeit für Gontard und über» hob ihn der Mühe, ein kurzes Stemmeisen in Anwendung zu bringe», welche« er zu diesem Zwecke bei sich trug. So ging auch diese Arbeit möglichst ohne Geräusch von statte». Eme Viertelstunde verstrich und er hatte noch nicht de» geringste» Erfolg seiner Bemühungen aufzuweisen. Da hörte er plötzlich das Knmre« einer Thür, welche geschlossen wurde. Heftig erschrocken fuhr er zurück, und in» dem er dies that, blieb er mit seiner Uhrkette an einem messingenen Häkchen hängen, welche« am Rande einer Schreib- platte angebracht war. Dasselbe diente zur Aufnahme von leeren Zettelchen, wie man sie zu kurzen Berechnungen und anderen flüchtige» Aufzeichnungen braucht. Der starke Ruck brachte das sonst so unbewegliche Häkchen au» seiner Lage und zugleich siel in dem linke» Aufsatzflügel etwa» pol- t-rnd herunter. DaS Alle» war da» Werk einer einzige« Sekunde. Dan« ertönten schwere Tritte von draußen, welche sich dem Zimmer näherte«. Der Wächter machte offenbar seinen Rundgang ehe er sich zur Ruhe begab. Gontard hatte nur noch Zeit, seine Uhrkette loßzu- hake« und seine Lampe zu lösche». Dan« wurde die Klinke von außen niedergedrückt und die Thür geöffnet. Er sprang hinter diese, aber mit keiner Hoffnung ver» borge» zu bleiben, denn der Hereinkommende trug in der Hand ein offene« Licht. 1 Sprlulanten, uni« d«n Branntiveinverkäufern manchen dunklen Ehrenmann. Aber Alle ausnahmslos als Menschen seh: zweifelhaften Charakter», Giftmischer, Betrüger, Wucherer ic. hinzustellen, das geht doch über die Hutschnur. Die Zwangs« schreider begnügen stck aber nicht blo», ganze BerufSklaffen in durchaus nicht zu billigender Weise in der öffentlichen Meinung herabzusehen, sondern man macht noch viel mehr die von den Destillateuren erzeugten und von den Händlern und Wirthen abgesetzten Produkte schlecht. Genau ebenso ging eS damals, als daS Tabacksmoncpol auf der Tagesordnung stand, auch damals wurden die Produkte der Prioatindustrie in einer Weise herabgesetzt, daß dadurch der gesammte Handel in diesen Artikeln eine erhebliche Schädigung erleiden mußte. Noch heute hat fich die deutsche TabakSindustrie nicht von dem heftigen Schlage er- holt, von dem fie durch die Verhandlung über das Tabaks Monopol und durch die wüste Agitation für dasselbe detroffen worden ist. Später zeigte es fich dann an dem Beispiel der Straßdurger Tadaksmanufaktur, welche Qualität man von der Monopolverwaltung zu erwarten gehabt hätte. So wird grund- sätzlich Ii der schlechtgemacht, dem man sein Gewerde entziehen will. Die Produkte der deutschen Destillcrien, Liqueurfadriken u. f. w. werden jetzt als Schundwaare und gesundheitsschäd- liche Genußmittel dargestellt, obgleich der wachsende Absatz im Auslande ficherlich als Beweis für technische Fortschritte und gute Qualität gelten kann. Daß die Monopolverwaltung etwaS Besseres liefern werde als die Privatindustrie, ist in leiner Weise dargethan und auch mindestens sehr zweifelhaft. Schon daS den amtlichen Berschleißern zustehende Recht des Mischens mit verschiedenen aromatische« Zusätzen läßt nicht erwarten, daß die Qualität deS Trinkdranntweins besser sein wird als beute, wo man ja auch an der Hand des Nahrungs« mittelgesetzes Fälschungen gerade so gut verhüten kann wie unter dem Monopol. Daß die tendenziöse Herabsetzung der Produkte wichtiger deutscher Industriezweige im Jnlande sowohl, als auch besonders im Auslände einen die Industrie bedeutend schädigenden Eindruck machen muß, scheint den Freunden des Monopols durchaus gleichgiltig zu sein. Für die Freunde des Gewerbeflcißes aber liegt aller Grund vor, diesen Verdächtigunaen deutscher Jndustricprodukte und ganzer Berufsklaffcn mit Nachdruck entgegenzutreten."— In vorstehenden Bemerkungen finden fich sehr viele Wahrheiten, die übrigens seit Wochen in den liberalen Organen gleichfalls dar- gethan worden find. An dem Kernpunkt des Monopols aber gehen dieselben vorbei. Wir werden unsere Anfichten darüber in der nächsten Rummer an leitender Stelle nochmals aussprechen. Der„Kulturkampf" versumpft! DaS ist nun einmal nicht anders, trotzdem fich Herr Windthorst und das Zentrum noch so sehr dagegen sträuben. Der Frieden zwischen Staat und Kirche wird in der That über die Köpfe der Herren Windthorst und Genossen hinweg gemacht. Hätte man das nicht früher gewußt, so würde die Rede des Bischofs Kopp im Herrenhause bezüglich der Polenfrage, in welcher derselbe von der preußischen Regierung und ihren Maßnahmen mit großer Anerkennung spricht, dies dokumentirt haben.— Uebrigens merkt man auch den päpstlichen Einfluß auf die Haltung des Zentrums bei dem Sozialist-ngesetz. Das päpstliche Organ hat die Verlängerung des Sozialistengesetzes warm empfohlen, ja, dasselbe für eine Nothwendigkeit erklärt, und so werden die Zentrumsmänner im Reichstage dem Winke ihres Obcrhirten schon folgen und ihrer hochtrabenden Parole:„Für Freiheit, Recht und Wahrheit" ins Geficht schlagen. ES wäre allerdings daS erste Mal nicht. Ewiger Krieg! Ein zweiter Professor Leo ist entstan- den. Genannt-r Professor hielt nämlich die Kriege für noth- wendia, um„das skrophulöse Gestndel" aus der Welt zu schaffen. Ein„deutscher Oifizier" hat nun eine Broschüre bei dem be- kannten christlich-sozialcn Buchhändler Luckhardt in Berlin herausgegeben, welche den Krieg als einen nothwendigen Akt der Natur hinstellt, nothwendia zur Erhaltung gesunder Men« schen und kräftiger Staaten.— Merkwürdig, baß gerade nach den großen Kriegen die todtdrmgenden und gesundheitswidrigen Krankheiten, wie Pest, Hungertyphus ausgebrochen find! Merk- würdig, daß gerade die gesundesten Leute in den Krieg ziehen müssen, während die kranren und schwächlichen zu Hause bleiben und die Gesunden überleben I Merkwürdig! Aber trotzdem ist die Broschüre nicht merkwürdig, wenn man bedenkt, daß die Herrn Offiziere avenzementSlustig find, daß sie durch höheres Gehalt mehr und mehr„gesunden" und daß nach Meinung unseres„deutschen Offiziers" ficherlich die Menschen erst bei den Offizieren anfangen. AuS dem gemiithlichen Sachsen wird geschrieben: DaS Amtsgericht Reichendach hat vor Kurzem mehrere Sozialdemo- Katen zu Geldstrafen verurthetlt. Der Tischleraeselle Thierdach, welcher gegen Ende v. I. an der Gedächtnißfcier eines Verstorbenen betheiligt gewesen und«inen Lorbeerkranz mit rother Schleife öffentlich dorthingetragen hatte, ist zu einer Geldstrafe von 25 M. eoent. zu einer Gefängnißstrafe von 5 Tagen und in die Kosten des Verfahrens verurtheilt worden. In dem betreffenden Strafbefehl wird u. A. gesagt, daß der Bestrafte öffentlich ein äußeres Abzeichen getragen habe, welches nach allgemeinen Anfichten republikanische Ge« Mit der Schnelligkeit des Gedankens schraubte Gontard de« messingenen Stöpsel von einem Flaco», das er aus der Brusttasche gerissen; ein Hauch seines Mundes löschte das Licht, welches der Andere vor sich her trug; und während Zener, der noch immer an keinen Ueberfall glaubte, brum- mend nach seine« Zündhölzern suchte, schlich er sich um die Thür herum und in den Rücken seine» Gegners. Der Teppich dämpfte seinen Schritt bis zur UnHörbarkeit. Kaum hatte Jener ein Dtreichholz entzündet, so daß er die Umrisse seiner Gestalt erkennen konnte, so warf er sich ihm von rückwärts um den Hals und brachte ihm das Fläschchen unter die Nase. Demselben entströmte ei» süßlicher, betäubender Geruch. Die Wirkung war eine augenblickliche. Ehe der An- gegriffene noch voll zum Bewußtsein des Geschehene» ge- komme», schwanden ihm die Sinne. Gsiitard ließ ihn langsam zur Erde gleite«. Dann schloß er das Flacon wieder, das er einsteckte. »Ich weiß nicht, wie lang« das vorhält," murmelte er, »und ich will ihm auch nicht zu viel geben, ihn nicht töbten. Er hat mich nicht gesehen, ich werde also straffrei bleiben." Rasch zündete er noch einmal ein Streichholz an und eilte, während«och der Schwefel brannte, nach dem Schreibtisch. Cr brauchte keine Laterne mehr. Wenn seine Ahnung sich bestätigte, stand er am Ziel seiner Wünsche. Und richtig! In dem geöffneten linken Flügel de» hohen Schreibtisch-AufsatzeS lag das wohlgefüllte versiegelte Kouvert, welche» er den Kommerzienrath am Abend vor seinem Tode hatte öffne» sehen.-------— Gontard blieb nicht, um nach dem Geheimfach zu spähen, welches die Umdrehung jenes Häkchens geöffnet hatte, noch warf er einen Blick auf das Kouvert, das er einfach i» seine Biusttasche schob. Er glaubte nichts Andere», als daß er hier das Depositum de» Engländer» in Händen halte, wenigstens so viel davon, als der Kommerzienrath noch nicht in feinem eigene» Nutzen verwendet hatte. Unten angekommen, legte er feine Fußbekleidung wieder an. Dann verschloß er die Altanthür von außen sinnungen und Tendenzen an den Tag legen soll und auch von dem Beschuldigten unzweifelhaft in dieser Abficht getragen worden ist. Derselbe habe somit die der bestehenden monarchischen Staatsverfassung von allen Bewohnern des Landes aebührende Achtung verletzt, auch hierdurch gleichzeitig groben Unfug verübt. In dersilben Strafsache ist auch der Weber Rodert Müller wegen Veranstaltung und Leitung des hierbei in Frage kommenden öffentlichen Äufzuaes ohne polizeiliche Genehmigung, zu 40 M. G ld- oder 8 Tagen Haststrafe verurtheilt worden. Eine weitere Strafe von 1a M. oder 3 Togen Haft t-ifft den Genannten um deswillen, weil er auf dem Mylauer Friedhofe ohne die erforderliche Erlaubniß an einem Grabe gesprochen hat. Ferner ist der Webermeister Schaar- schmidt in Mylau, weil derselbe bei einem Leichenbegängniß einen mit rother Schleife versehenen Kranz getragen hat, zu 15 M. Geld oder 3 Tage Haststrafe verurtheilt worden.— Die arme rothe Farbe! Und die strafbaren„republikanischen Gefinnungen und Tendenzen?" All' die Bestrafungen aber werden durch den dehnbaren, geradezu undefinirbaren Para- araphen im Strafgesetzbuch, der vom„groben Unfug" handelt, herbeigeführt. Au» Klapko'»„Erinnerungen" hört man, wie er nach erfolgter Uederwästigung der ungarischen Empörung und dann 1866 zu Berlin aufgenommen wurde. Nach einem begeisterten Empfang zu Breslau wurde er 1819 in der preußischen Haupt- stadt vom Bahnhof durch einen Polizeibeamten alsbald zu Hinckeldey geführt. Dieser trat ihm freundlich entgegen, be- tonte, daß Preußen mit den Ungarn als Vertheidigerin angestammter Rechte sympatbifire und fie nicht mit den Ruh:- störern in Deutschland verwechsle,»erlangte aber die Abreise mit dem nächsten Morgenzuge. Zugleich wurde die Hcffnung auf ein Wiedersehen unier freundlichrren Verhältnissen auSge- sprocken.„In der That", schreibt der alte Revolutionär,„kam ich 17 Jahre später unter freundlicheren Verhältnissen nach Berlin; aber Herr v. Hinckeldey war nicht mehr unter den Ledenden. Diesmal erwartete mich am Bahnhof ein Oberst und führte mich ins Ministerium deS Aeußern. Ich war einer Aufforderung, welche Fürst Bismarck an mich gerichtet hatte, gefolgt.— Es ist ja allbekannt, daß Fürst Bismarck 1866, im Falle der Krieg zu Ungunsten Preußens ausfiel, gern gesehen hätte, wenn die Ungarn zur Redellion gegen ihr Kaiserhaus aufgestanden wären. Dänemark. Die Steuerverweigerungen in Jütland haben eine g: öftere Ausdehnung angenommen, als fich nach den einzelnen Meldungen erwarten ließ. Seit Anfang voriger Woche ziehen fast überall die Hardesvögte in Begleitung ihrer Bevollmächtigten von Dorf zu Dorf, um die Steuern exeku- tivisch deizutreiben. Diese Pfändungen, in den Augen deS Volles verfassungswidrige Gewaltakte, haben eine sehr gereiz'e Stimmung auf der cimvrischen Haldinsel erzeugt, so daß die Steuerexetutoren aus mehreren Dörfern unverrichieter Sache wieder abziehen mußten. Diese Fälle scheint aber die Regie- ruvg schon vorausgesehen zu haben, als ste aus eigener Macht- Vollkommenheit die Errichtung eines zahlreichen Gendarmerie- korps befahl, denn die bisher ganz beschäftigungslosen Gendar- men sind plötzlich in Akiiviiät gesetzt worden, indem fie zur Beschützung der Eteuerexekutoren verwandt werden. Aber auch feldst den Gendarmen gegenüber kommt die erbitterte Stimmung des Volkes zum Ausdruck. In dem Dorfe Aale, in der Nähe von Horsens, erschien am Sonnabeud der Har> deSvogt Böring in Begleitung von zehn berittenen und mit scharfer Munition versehenen Gendarmen, um seine unter- drochenen Eleuerpfändungen wieder aufzunehmen. Die An- kunft der Gendarmen in Aale veranlaßt«, daß aus allen Dörfern der Umgegend die Bewohner nach Aale zoaen und eS hier bald zu heftigen Zusammenstößen mit den Gendarmen kam. Letztere hielten ein gewaltsames Vorgehen aber nicht für aerathen, sondern begnügten fich mit der Verhaftung von fünf Hofdefitzern, als den Führern deS Widerstandes. Frankreich. In der Voraussetzung, daß das Amendement Rivet zu dem AuSweisungS-Äntrage von den Kammern angenom- men wird, beschäftigt man fich bereits in den detheiligten Kreisen mit der Frage, wie fich die Prinzen in der dadurch ihnen gemachten Lage benehmen werden. Was die Bona- partes anbetrifft, so gilt als selbstverständlich, daß der Prinz Napoleon fich darauf beschränken wird, seinen Protest zu erneuern und sodann abzuwarten, ob die republikanische Regie- rung ihm gegenüber von der ihr dann zustehenden gesetzlichen Befugniß Gebrauch machen wird. Sein Sohn uno Rivale, der Prinz Viktor, soll dagegen dem Rathe seiner Anhängrr folgen, nach der Publikation deS Gesetzes eine Art Manifest erlassen und darauf Frankreich verlassen wollen, um im Aus- lande offen als kaiserlicher Prätendent aufzutreten. Der Prinz Viktor, dem der Vater seit seiner„Flucht" aus dem väterlichen Hause jede Unterstützung abgeschnitten hat, wird bekanntlich von einem Konsortium reicher Bonapartisten und Bona- partistinnen„standesgemäß unteihallcn", befindet fich also in einer Art Abhängigkeit von diesen Getreuen und nahm de» Schlüssel sowohl wie die eingedrückte Scheibe mit fich. Er ging jetzt geraden Wezcs zum Waffer hinab, in da» er de« Schlüssel, die Scheibe und das wieder geöffnete Flaco», sowie den dazu gehörigen Messingstöpsel warf. Alle diese Gegenstände versanken natürlich sofort in den Fluthen. „So," sagte er mit leisem Lache«,»nun zerbreche fich unsere hochweise Polizei noch einmal den Kopf über dieses sehr mysteriöse Attentat! Gewiß schiebt man Alles wieder der verschleierten Dam« zu, welche i« Fräulein Jennys Kopfe spukt. Wartet nur! Strick, Laterne, Stemmeisen und Diettich gehen denselben Weg. Ich bin doch neugierig, ob Zhr darauf kommen werdet, sie auf dem Grunde des Kanals zu suche». Er kehrte auf demselben Wege, auf dem er herein- gekommen, nach der stille« Gasse zurück, übergab an der jetzt ganz verödete» LavdungSstelle auch die genannten Gegen- stände den Fluthen und begab fich da»« mit erleichtertem Aufathmen auf de» Heimweg. Gontard hatte Recht. Die nächsten Tage gehörte» der Aufregung über da» mysteriöse Attentat auf den Wächter de» Eschenbach'fch-n Hauses. Man fand daS geöffnete Ge- heimfach, von dessen Existevz man ganz ahnungslos gewesen, und eS lag auf der Hand, daß daraus irgend ein Werth- objekt entwendet worden war. Sollte da» Depositum des Engländers hier geruht habe» und erst nachträglich entwendet worden fein? Di« Fraze blieb offen. De« Wächter glaubte — jedenfalls wegen des weite» Mantels Gontards— daß er von einer Frau überfallen worden. Sogleich tauchte die Gestalt der verschleierten Dame vor Aller Augen wieder auf; denn natürlich war auch diese Geschichte durch die Mit- theilungcn des vernommenen Kahnführers zur Kenntniß dkS Publikums gelangt. Presse und Publikum waren gleich laut in der Verurtheilung der Polizei, deren Lauheit in dieser Angelegenheit man wiederum einem„höheren Einfluß" zu» schrieb. Gegen eine solche Auslegung wurde von der Polizei Protest erhoben; aber wer nahm Notiz davon!»Man kennt und wird mehr oder minder gezwungen sein, W JJ eventuellen Beschlüssen feiner„Rathgeber" zu fügen. T» Lage der Prinzen von Orleans ist eine wesentlilb dere. Während der Prinz Napoleon und der Prinz Ww in Frankreich nicht begütert find und mit einigen MZdclirW ihren Besitz in das Ausland schaffen können, gehören Prinzen Orleans zu den größten und reichsten Befitzern««» Domainen und Häusern m Frankreich. Wenn fie fipBW oder gezwungen das Land verlaffen würden, müßten fie w» gewaltigen Lefitz hier zurücklaffen, der eine Art Bürgschaft% ihr Verhalten im Auslande bilden würde. Denn daran U nicht zu zweifeln, daß die republikanische Regierung'g Augenblick zögern würde, das gesammte faßbare EigenM» der Prinzen Orleans unter Sequester zu stellen, sobald � selben im Auslände eine thätige Propaganda gegen die dlik betreiben sollten, welche in Frankreich unter ihren*' Hangern einen Widerhall finden wurde. Gleichviel, ob wo Annahme des Ausnahmegesetzes die Prinzen in Frankreich � bleiben, oder od sie es unter ihrer Würde erachten, um« P. setzlicher Polizeiautficht und lediglich von dem„bon pl*13' der Regierung abhängig in ihrem Vaterlande zu leben,& deshalb ihren Wohn fitz nach dem Auslande verlegen, stbeop» werden fie nach wie vor gezwungen sein, Vorsicht zu üben � Rücksichten zu nehmen. Man darf deshalb wohl anneW� daß die Prinzen bleiben werden, so lange es nur irgend«w lich erscheint. Großbritaunie«. Daß eS unmöglich sein würde, eine Lösung der i r i s$ Landfrage zu versuchen und die englische, oder sagen � lieber, die britische Landfrage nicht zu berühren daS wurde auch schon von uns bemerkt bei dem Buftam. der irischen Landftage. In verschiedenen Theilen@»6%% in Schottland, auf den Shetland- und Orkney- Insel« neuerdings in Wales ist die Landstagc denn auch riW„, Fluß gekommen,-und dürste wohl lange eine bedeutsame%. spielen,— zumol die irischen Agitatoren nach Kräften die � wegunz zu fördern bemüht find.— Einen sozialistischen, ji' auch nur staatssozialistischen Charakter hat die Bewegung � Das höchste Ideal der Treiber in derselben, die fick dig im Fahrwasser des bürgerlichen Liberalismus befinde«,. daß die Primogenitur(die Vererbung dc8 LandbefitzeS%% ältesten Sohn) abgeschafft, die großen Güter aufi den�'� und unter den Hammer gebrach», und den Landarbei t-"„ Möglichkeit, ein Fleckchen Land zu befitzm, eröffnet werte Das Ideal der radikalen englischen Bourgeois ist mit Worten das französisch- deursche ParzellenfysternL das Bürgertbum wäre dies jedenfalls von Vortheil. trächtlicher Theil des Grundeigenthums würde in Wstry Hände kommen. Für die Arbeiter und für die Gesaflfffi. des Volk'.S würde der Vortheil frei'.ich ein sehr gering�., Wir Deutsche wissen aus eigrner Erfahrung, daß das zellensystem seinerseits schwere Mißstände im Gefolge W zu einer Güterzersplitterung führt, die keinen rationellen«?.� betrieb mehr erlaubt. Wir glauben auch, daß die W'M Landbewegunz bald in ein anderes und weiteres Fatrv einlenken und, nach dem Borbild deS radialen Flüg�,,, Jrländer, die Verstaatlichung deS Grund Bodens alS Ziel hinstellen wird. Kommunales. Tagesordnung für die Sitzung der verordnettN-Versammluug am Donnerstag, den 4;� Die Nachmittags 5 Uhr, ist folgende: Zwei — Vorschläge des Ausschuss-S für Petitionen—«iA erstattung über die Vorlage, betr. dm Bau einer" im Zuge der Kaifer-WUhrlmstraße— Fortsetzung der erstattung, betr. den Stadthaushalt- Etat pro 1. April und zwar über Kapitel 5, Unterrichtsverwaltung(@(2* schulen, Taubstummen- und Blindenunterricht, Fo�%i: und gewerbliches Unterrichtswesen): Kapitel 6, kirchliche 3� Kapitel 7, Armenverwaltung und Kapitel 6, Krankenhaus� J Einrichtungen für die Gesundheitspflege— Vorlage, trojekt zum Neubau eines Asyls für Obdachlose und esinfeltionSanstalt an der Prmzlauer. Allee— betr. die Skizzen zum Neubau von drei Gemeinde-�.' � schulen, und zwar in der Oderbergerstraße, in der. straße 55 56 und in der Derfflingerstraße 18»— betr. den Verkauf des Grundstückskomplexes am Markt— Desgl., betr. die Ueberschreitung der für die 0 weitige Unterbringung des Trichinenschauamts auf dem o" Viehhof bewilligten Mittel— Desgl., betr. die VeilZ«!r der Ermächtigung zum Verkauf von VillenbauMe« 1h, Treptow— Desgl.. betr. das Abkommen mit der W � Kirche wegen der Gartenanlagen auf und bei dem Ku« � — Desgl., betr. das Projekt zum Bau einer kleineren Halle auf dem Zentral- Viehhof— Desgl., betr. die" der zur Regulrrung de! Schiffbauerdammes von dem Jf, stücke Schiffbauerdamm 9 und Albrechtstraße 10 erforder Parzelle— Desgl., betr. die bei der Kaffe des ■i-l--------------- ii ii jene Dame ganz gut," hieß eS;„man will sie kennen, und bleibt bemüht, die Sache todtzuschwcigem � Armer Romberg! Ihn traf die ganze SchaN Verurtheilung, und selbst der Präsident sprach persönliche Unzufriedenheit aus. Da» Geheimrriß js sich, statt sich zu klären; e! mußte entschieden etwa schehen, um dre öffentliche Meinung zu widerlegen, Der Kommiffär berief»och einmal Möller und �.,.1 zu einer Besprechung de» von ihnen gemeinsam er« GegenstaadeS.„„.„C „Es ist, wie ich schon damals sagte," sprach regt;»ein Betäubungsmittel wiegte auch uns in einen° Schlaf, als Erna Esch-nbach aus dem Schlosse T' Ich erkenne hier dieselbe Hand, nämlich die der» von Selchow."«„int� „So würde ich auch denken," entgegnete � „wenn wir nicht den geheimen Gang gefunden welchen Erna entkam. Die Baronin hatte keine, fc von demselben, also auch gar keinen Grund, uns s � täuben." iatf/ „Wenn man ihr und der jungen Dame Slauve$ beharrte Gollnow.„Uebrigens hat die Baron.»» � sagt, daß ste keine Keuntuiß von demselben vfl;L'# sagte damals nu-, daß sie sich die j5*u� fljj Gefangenen nicht anders erklären könne, daß sie einen zweite« Schlüssel zu einer der'{# gehabt. Als die Geflohene im Krankenhaus Ltyf' ständmß ablegte und wir daraufhin nach Selchow,„jä um den geheimen Gang aufzudecken, war die Bar.»r zugegen.„Nach dem Süden gereist" hieß«»-, ist auch Erna Eschenbach»unbekannt wohin Wenn da kein Zusammenhang herrscht, weiß'4 nicht, wo ein solcher noch zu suchen wäre." „Und Sie, Möller?" fragte der Kommissär- pv »Ich schließe mich Kollegen Gollnow i« j,r«i t an. Es rst wohl möglich, daß die Barom» � r Heimen Gang doch Kenntniß hatte und daß w« � tc?. ihrer Hand gereichten Betäubungsmittel erlegen- Sie, dann die Schlüssel zu der Gefangenen Zimmer, j sich auf den Tisch gelegt hatte, ging hinein, ve ielohmmgs- und UntelstützungssondS im Jahre 1885 vorge« lommer.en Etatsllderschrtitungen— Desgl., betr. die Einrich« tung ven Regenbädern in drei Gemeindeschulen— Desgl., Wr. die anderweitige Regelung der Stellung der juristischen hilssaibeiter beim Magistrat— Zwei Rechnungen— Eine Unterstützungssache— Vorlage, betr. die Neuwahl von 3 Mit» dliedem für vas Kuratorium des Stiftung der„Berliner Ge» «erbe-Russtellung im Jahre 1879." Lokale». Von der außerordentlichen Borsicht der Kenerwehr sluhr am Sonntag Abend ein hiesiges Theater einen für das» stldc im Moment höchst peinlichen Beweis. Eine Revision der mr den Fall eines BrandeS getroffenen Vorkehrungen ergab, N in Folge der großen Kälte einer de: drei Hydranten ein» Sefroren war. Alle Versuche, ihn aufzuthauen, erwiesen sich w Moment als erfolglos, worauf der den Dienst thuende vberfeuerwehrmann kategorisch erklärte, er werde nicht weiter spielen lassen, wenn nicht höheren Orts dazu die Eclaubniß gegeben werde. Man kann sich denken, mit welchen Empfin- »ungen die Direktion diese Erklärung angesichts eines glänzen» °en Verkaufs der Sitze entgegennahm. In der That wurde erst in der Lindenstraße Vortrag gehalten. Nachdem dann fest» gestellt worden, daß die beiden anderen Hydranten zweifellos gut funktionirten, daß in dem Stück nichts vorkomme, was die Aefahr eines Brandes wenn auch in noch so entfernte Mög- uchkeit rücke und nachdem ferner die üblichen Vorsichtsmaß- «geln noch besonders verschärft worden, wurde die Erlaubniß Mm Spielen gegeben, aber nur für Sonntag Abend und mit «er unwiderruflichen Erklärung, daß bis Montag Wandel ge« muffen sein müsse, waS denn auch geschehen ist. DaS Pu- uukum kann schließlich mit dieser Strenge zufrieden sein. Das Kgl. Hauptsteueramt für ausländische Gegenstände hatte eine Anzahl hiesiger Juweliere und Uhrmacher um die nach« »«gliche Verzollung von Postsendungen unter 250 Gramm aus «n Schweiz ersucht, welche bisher unverzollt bezogen werden «ursten, nach einer neueren Bestimmung aber zu versteuern »nd. In Beziehung hierauf liegt nun das Schreiben eines Mweizer Uhrenfadrikanten vor, welches bemerkt, daß der de» »tffende Paragraph sehr deutlich gefaßt sei und nirgends ge» W werde, daß die betreffenden Kollis keine Uhren enthalten «iWtm. Viele Tausende solcher kollis seien vis November "• 3. von der Schwei, nach Deutschland mit Wiffen der Zoll» Mrden gegangen und es sei sogar mehrmals vorgekommen, �uß der Zoll von den Adreffaten hinterlegt, dann aber von «? detreffenden P covinzialsteuerdirektionen rückcrstattet worden w«. DaS Schreiben führt dann noch recht erbauliche Ge- 'Achten über das Udren- Schmugglergeschäft von der Grenze Jii' welches von besonderen„Kommijstorären" direkt offertrt «Äe. Q, Schwindel mit Prämieuloosen. Um wenigstens unsere i-ffer vor dem Handel— ob vielleicht Schwindel treffender ist '" mit Prämienloosen,«elcher jetzt in voller Blüthe steht, noch Lchtzeitig zu warnen, machen wir nachstehende Mittheilung. »uf monatliche Abzahlung zu 4, 5, 6 bis 20 M. werden theils Staats-, theils andere Werthpapiere von einigen Bankflrmen xjttch Agenten zu ungeheuer hohen Preisen an das ärmere Publikum gegen Schlußschein verkauft. Rechnet man den hellen Werth(Kours) der auf dem Schlußschein offerirten yoofe, so stellt sich fast regelmäßig heraus, daß mehr als 99 pCt. Verdienst bei diesen Geschäften verbleiben, trotzdem 5«se hochachtbaren(7) Firmen nicht daS geringste Risiko bei diesem Handel eingehen. Die Loose selbst werden erst nach gezahlter letzter Monatsrate dem Käufer ausgeliefert, find, Wenigstens in den meisten Fällen, lombardirt,— auf deutsch "«pfändet— so daß also der Verkäufer Loose verlaust, die gar "'cht in seinem Besitz find; für dieses anderwärts verpfändete «es steckt er jahrelang die Tbeilzahlungen ein und löst «as Laos dann erst mit ungefähr zwei Drittel der Bstuhlten schon jahrelang in seinem Besitz befind- juhen Ratenzahlen aus, um eS dann dem Käufer auszuhän» «gen, vota bsno wenn er nicht schon— was anderer Unter» Uehmungen wegen öfter geschieht— in Konkurs aerathen ist. ■ffiir lassen hier 4 Slück der uns zur Ansicht erngeltcferten höchst sauber ausgestatteten Schlußscheine folgen und bitten «n Leser sich einen Ueberdlick zu machen. Der letzte KourS ist «igefügt. Echlußschein I offerirt unS: Ein Mtininger fl. 7 LooS. Kours.... 24,50 „ Kanton Freiburger FrkS. 15 Laos. Kours 26,00 „ Vcnediger Frks. 30 Loos. KourS... 24,50 Sa. M. 75,00 Für 30 Monatsraten ä 4 M.— 120 M. Schlußschein Nr. Ii: Ein Augsburger fl. 7 Loos. Kours.... 28,00 „ Pappenheimer fl. 7 Loos. Kours... 19,50 „ Meininger fl. 7 LooS. KourS.... 24,50 „ Venediger FrkS. 30 LooS. KourS... 24,50 �— Für 30 Monatsraten 4 5 M. Sa. M. 96,50 150 M. W Geheimniß des verborgenen Ganges, wies ihr den Weg . � dem Schloß und kehrte dann hastig um, Alles wieder r die frühere Ordnung bringend. Zch würde so nicht wenn bei dem Wächter nicht auch Chloroform in �"Wendung gekommen wäre." »Das wolle» wir bald haben," sagte Romberg.».Wen« Kombinationen zutreffen, dann müßte zur Zeit des �WntateS die Barouia in der Hauptstadt gewesen sein. ir9" sie anderSwo wie zur Zeit de« Besuchs der Unbe- unten bei dem Kommerzienrath, so steht ihre Unschuld der allem Zweifel." (Fortsetzung folgt.) Au» Kunst undl Leven. 2m Wallner-Tbeater, wo allabendlich die stürmischste Zg�unSetrübtiste Heiterkeit herrscht, finden nur noch diese «n h. eine Novität zu bringen. Der Erfolg deS Stückes bLW; obrgm Bühne in Prag und Stockholm hat übrigens »„""ä law haltigst gewirkt da daffelbe in rascher Folge schon (W,:! auswärtigen Bühnen vorbereitet, ja sogar schon in Tagen an dem größten Theater Ztewyorks in englischer % gegeben wird..,, � �ur.„"�d. Theater. Am Freitag findet, wie uns auS dem tzt,,9" oes Ostend-TheaterS mitgetheilt wird, wiederum eine !!i>!°'«orttelluna statt und wird dies Mal-in Drama von vor, Hugo.„Maria Tudor". zur Aufführung gelangen. DaS S-in/Me Stück ist älteren Theater-B-suchern gewiß noch in dienst'"»-'» und erwirbt sich die Direktio«- ein großes Ver» s�' dasselbe auch der jüngeren Generation vorzuführen; 's btwle Handlung und eine durchweg edle Sprache»erchnen P«*"s auf.- Eine andere Uedenaschung bne'tet die #### .««ktiWWWu»--» Schlußschein Nr. m: Ein Braunschweiger Thlc. 20 LooS. KourS M. 97,50. Für 24 Monatsraten 4 6 M.=« 144 M. Schlußschein Nr. IV: Ein ungarisches fl. 50 Loos. Kours 110 M. Für 24 Monatsraten 4 6 M.— 144 M. Wir sehen hier, mit welchem ungeheuren Verdienst diese Ge« schästSleute arbeiten und da trotzdem„Pleiten" bei solchen Firmen nicht gerade zu den Seltenheiten gehören, diese ganzen Geschästsmanipulationen aber für daS ärmere Publirum be» rechnet find, welches sich jetzt leider an den Kauf auf Theil» »ahlungcn so sehr gewöhnt bat, so wollen wir einfach nur bei Ankauf derartiger Loose zur Vorsicht mahnen. Allerdings darf man hierbei jedoch nicht daS Kind mtt dem Bade ausschütten, denn nicht jeder Handel mit Loosen darf als Schwindel be« trachtet werden, weil ja dieser lediglich von der Zahl der Ratenzahlungen abhängt und vielleicht ja doch möglicherweise die eine oder die andere Firma dieses Geschäft auf reellerer Basis und ehrlich betreibt. Polizeibericht. Am 27. v. M. stürzte der in der Brauerei von David u. Martin auf dem Berliner Lagerhof mit Ausfüh» rung von Maurerarbeiten beschäftigte Maurer Wolff mit einem im Fahrstublschacht angebrachten, fehlerhaft hergestellten Gerüst aus einer Höhe von etwa 14 Metern in den Schacht hinab, erlitt dabei Brüche des Schädels und der Wirbelsäule und ver« starb in Folge dessen am 1. d. M. im Lazarus» Kranlenhause, wohin er gebracht worden war.— Am 28. v. Mts. starb der 12jährigt Sohn des Zimmermanns Schulz, Potsdamerstr. 77, an den Folgen einer Tags vorher erlittenen Kohlenoxydgas» Vergiftung, indem durch brennende Kohlen, welche aus einer schadhaft gewordenen Feuerungs-Anlage gefallen, die Dielen in Brand gerathen waren. Der heimkehrende Vater fand seinen Sohn vom Rauch betäubt vor. Derselbe erlangte zwar durch schleunigst herbeigeholte ärztliche Hilfe das Bewußtsein wieder, verschied aber nach 24 Stunden an einer Lungenlähmung.— Am 1. ds. M. früh wurde in einem Kloset eines Grundstücks in der Neuen Königstraße ein unbekannter, anscheinend dem Arbeiterstande angehviiger Mann erhängt vorgefunden. Die Leiche wurde nach dem Leichenschauhause gebracht.— Zu derselben Zelt wurde ein Mann in seiner Wohnung in der Reuen Friedrichsstraße erhängt vorgefunden.— An demselben Tage Vormittags wurde im Keller des Neubaues Klopstock- straße 53 der Arbeiter Mündt, welcher mit der Bedienung der KoalsauStrocken- Oefen beauftragt war, anscheinend in Folge Vergiftung durch Kohlenoxydgas todt vorgefunden. Die Leiche wurde nach dem Letchenschauhause geschafft.— Zu derselben Zeit wurde ein Mann in setner Wohnung in der Neuen Jakobsstraße todt vorgesunden. Die Todesursache konnte nicht sofort festgestellt werden, ein Verbrechen scheint jedoch ausge- schloffen zu sein. Die Leiche wurde ebenfalls nad» dem Leichen« schauhause gebracht.— Zu derselben Zeit stürzte ein Leib« gendarm beim Bahn-Uedergange in der Großgörschenstraße mit dem Pferde und erlttt dadurch eine Verrenkung der rechten Schulter. Derselbe begab fich nach Anlegung eines Noth-Ver« dandeS in seine Wohnung.— Zu derselben Zeit siel ein un» bekannter, etwa 56 Jahre alter Mann auf dem Bürgersteigt an der Ecke der Viktoria- und Thiergartenstraße in Folge eines SchlaaanfallS zu Boden und verstarb auf dem Transport nach der Charitee. Die Leiche wurde nach dem Leichenschau- Hause gebracht.— Zu derselben Zeit wurde ein Mann an der Ecke der Friedrichs- und Oranienburgersttaße von einem mit gefüllten Petroleumfäffen.' beladenen Rollwagen überfahren und an beiden Händen schwer verletzt.— An demselben Tage stürzte vor dem Neubau Zimmerstraße 84 ein unbekannter Mann zur Erde und mußte nach der Charitee gebracht werden. Am 1. d. M. wurde ein Mann auS einer Kopfwunde blutend und bewußtlos unter dem Tborweg deS Hauses Memelerstraße 27 liegend, vorgefunden. Wahrscheinlich ist er in Krämpfen zu Boden gefallen und hat fich dadurch eine Schädelverletzung zu- gezogen. Er wurde nach der Charitee gebracht.— An demselben Tage Abends fiel der Kutscher Pitzer, als er in der Andreasstraße einen vom Wagen gleitenden Sack wieder zurecht rücken wollte, von seinem mit Mehlsäcken schwer beladenen Wagen, wurde überfahren und am linken Knie schwer verletzt. Er wurde nach dem Krankenhause Bethanien gebracht.— Zu derselben Zeit fiel ein Mann beim Absteigen von einem Wagen in Folge eigener Unvorfichttgkeit auf das Straßenpflastcr herab und zog sich eine nicht unbedeutende Verletzung am Hinterkopf zu, so daß er mittelst Droschke nach seiner Wohnung gebracht werden mußte.— An demselben Tage Vormittags brannte in der Alten Jakobstraße 31 im Keller Stroh und Gerümpel und Abends in der Bandelstraße 12 der Fußboden unier einer schadhaft gewordenen Kochmaschine. Gerichts-Zeitung. Reichsgerichts-Entfcheiduna. Leipzig. 28. Februar. We» gen fahrläsfiger Tödtung unter Nichtbeachtung einer Berufs' pflicht war vom Landgerichte in Mülhausen(Elsaß) am 14. Dezember v. I. der Apotheker Mambr- von dort zu sechs Monaten Gefänzniß verurtheilt worden. Ter Getödtete war Karl, v., gewesener Redakteur deS„G'radauS", zu Verona ge» bürtig, 43 Jahre alt, verheirathet, zuletzt Wieden, Klagbaum- gaffe Rr. 12 wohnhast gewesen, ist wegen Veruntreuung von 100 Gulden zum Nachtheile des bei ihm als Exveditor be- schäftigt gewesenen Schudmachergehilfen Josef Matauschek, Oltakring, Abelegaffe Nr. 3 wohnhast, auszuforschen."— Karl v. Zerboni de Spotetti, nach deffen Ausforschung der gestrige „Polizei-Anzeiger" Verlangen trägt, ist ein bekannter anlisemi- tischer Agitator, der schon vielfach mtt dem Strafgesetze in Konflikt gerathen ist. Vor einigen Jahren gründete Zerboni in Wien den„PolkSsteund", ein antisemitisches Wochenblatt, und gerirtc sich eine zeitlang als der berufenste Vettreter anti- semitischer Tendenz. Nach einiger Zeit schied er auS der Re daktion deS genannten BlatteS und gründete ein neues anti semitisches Wochenblatt, den„G'radauS", den er daS„Organ ver antisemitischen Partei in Oesterreich" nannte. Es gelang ihm nicht, daS Blatt zu irgend welcher Prosperität zu bringen, und in der letzten Zeit wuchsen ihm die Schulden dermaßen über den Kopf, das er es vorzog, eine„Luftveränderung" vor zunehmen und der Stadt Wien den Rücken zu kehren. Zerboni hatte seit einem Vierteljah'-e im vierten Bezirk eine Parterre» Wohnung inne und dort befand fich auch die Redaktion und Administration des„G'radaut". Als seine Gläubiger Anfangs vorigen Monats immer drängender wurden und un» gestüm auf Zahlung bestanden, bestellte er sämmtliche Leute, denen er größere oder kleinere Beträge schul» dete, auf den 12. Februar in seine Wohnung, an welchem Tage, wie er sagte, die Begleichung aller Forderungen erfolgen werde. Diese Prolongation war jedoch nur eine Finte, um Zeit zu gewinnen, denn alS die Gläubiger am 12. Februar in der Wohnung Z?rboni's erschienen, wurde ihnen die Auskunft zu Theil, daß derselbe bereits zwei Tage stüher ausgezogen sei; Zerboni hatte in aller Eile den größtm Theil seiner Wohnungseinrichtung verkauft und den Rest mit einem Handwägelchen nach einem Hause in der Zentagasse trans- portirm lassen, wo seine Frau sich einlogirte, während Zerboni selbst fich auS dem Staube machte und nach Ungarn flüchtete. Zur Flucht hatte Zerboni vollste Veranlassung, da ihm seitens deS oben erwähnten Matauschek Kautionsschwindelei zur Last gelegt wird. Matauschek mußte nämlich, alS er bei Zerboni als Zeitungs Erpediteur eintrat, eine Kautton von 100 fl. erlegen. Da Zerboni dem Matauschek daS Gehalt schuldig blieb, so forderte dieser seine Entlassung und verlangte gleichzeitig auch die Rückgabe der Kaution, welchem Begehr Zerboni jedoch nicht entsprechen konnte» da er die Kaution mittlerweile zu ganz gesunder elbe ein un- ein gewisser Friedrich Erkenberg, ein vorher..„ Mensch. Am letzten Pfingstsonntage bemerkte dersel behagliches Gefühl in seinem Magen, ging aber trotzdem noch den folgenden Tag seiner Beschäftigung nach. AlS am Dienstag, den 26. Mai, die Schmerzen nicht verschwanden, entschloß er fich ein Brechmittel zu nehmen und wandte fich deshalb an MamdrS. Dieser gab ihm dann ein Fläschchen mit Arznei und sagte ibm, er müsse alle 10 Minuten einen Eßlöffel davon in einem Glase Wasser nehmen. E. ging nach Hause, legte fich zu Bett und nahm in dem vorgeschriebenen Zwischenraum zwei- mal von der Medizin. Sofort danach stellte fich heftiges Erbrechen unter gleichzeitiger rapider Entleerung des Stuhles ein; vor Schmerz wälzte fich F. im Bette umher und seine Augen verdr hten fich. Man eilte nun schnell nach einem Arzte, aber als derselbe erschien, war F. schon eine Leiche. B«i der am 29. Mai vorgenommenen Obduktion wurde der Magen gänzlich leer bekunden! die Wände desselben waren gerölhet und zeigten stellenweise Blutausttetungen. In der VerHand-- lung gegen MamdrS, durch dessen Medizin allein der Tod deS E. herbeigeführt sein konnte, wurde von den Sachverständigen eine Vergiftung durch Antimon festgestellt. Die Sachverstän« digen waren darin einig, daß eine geringe Widerstandsfähigkeit des Herzens dazu angethan sei, die schädlichen Eigen- schaffen des in dem zu der Medizin benutzten Brech- Weinstein enthaltenen Äntimontheile zu einer tödtenden Wirkung zu veranlassen, indessen konnte eine Herzmuskel- verfettunz bei E. nicht mit Bestimmtheit von den Sachverstän- digen behauptet weiden. Der Angeklagte gab zu, ein Brech» mittel d:m E. gegeben zu haben, wie es die Aerzte verschreiben, nämlich aus Brechweinstein, Waffer und Himbeersast bestehend. Hiermit hat er zunächst, wie das Uttheil feststellt, gegen die noch geltende Bestimmung des Artikel 32 des Gesetzes vom 31. Germinal des Jahres XII der französischen Republik ver» stoßen, wonach eS den Apothekern verboten ist, zusammengesetzte gttttge Medizin ohne ärztliche Verordnung zu verkaufen. Der Angeklagte gab auch zu. die Eigenschaften deS Brechweinsteins gekannt zu haben. Die stärkste Einzelgabe desselben kann 0,2 Gramm betragen, die stärkste Tagesgabc 0,5 Gramm. DaS Gericht gewann die Ueberzeugung, daß der Angeklagte den Unterschied der beiden Gaben insofern richtig erfaßt hatte, al» er wußte, daß bei einem Brechmittel, welches in rascher Folge genommen werden soll, die MaximaldostS de» Brech» weinfieinS nickt überschritten werden darf. Nach dem Gut» achten eines Sachverständigen müssen mehr als 0,3 gr. Brechweinstein in der Medizin gewesen sein. Das Gericht nahm an, daß mehr alS die Maximalclnzeldose von 0,2 darin ent» halten war und daß fich die Menge der MaximaltageSdose von 0,5 näherte, mindestens aber daß fie 0.4 überschritten habe. Da hierin unbedingt ein Zuviel erblickt werde, so erblickte daS Gericht in der bei der Arzneibereitung bewiesenen Fahrlässigkeit die Ursache deS TodeS des F. Auf die von einer Seite be« hauptete Herzverfettung ging das Urtheil deshalb nicht ein, weil bei einem solchen Leiden überhaupt kein Brechweinstein gegeben werden darf und vorher die Körperbeschaffenheit des Kranken hätte geprüft werden müssen, was der Angeklagte natürlich nicht gethan hat. Er hatte gegen daS Urtheil Revision eingelegt, aber der 1. Strafsenat deS Reichsgerichtes ver- warf dieselbe, weil die Fahrläsfigkeit in ausreichender Weise festgestellt sei. Eine interessante Verurtheilnng wegen Beamten» beleidigung bringt die„D. Verkehrsz." Am 5. Ok! ober v.J. erschien, um Postkarten zu kaufen, in dem Postamt in B. ei« Fremder, ohne die Kopfbedeckung abzunehmen. In dem Räume war, außer dienstlhuenden Beamten und Unterbeamten auch der Postdirektor anwesend. Dieser machte in höflichem Tone auf seine Unterlassung aufmerksam, worauf letzterer den Hut ein wenig lüftete und ihn, einige unverständliche Worte murmelnd, wieder aussetzte.— Nach etwa zwei Stunden wurde dem Amtsvorsteher durch einen Postsekretär eine anonyme Postkarte folgenden Inhalts zugestellt:„Ich kenne so gut, wie Sie, was ein anständiger Mann beim Betreten eines Lokales zu thun hat. Wäre ich nicht genöthigt weiter zu reisen, so würde ich für Ihre Pfl-gelet Genugthuung forden, Sie resp. mit der Peitsche dazujzwingen." Es gelang nach einigen Tagen, den Verfasser dieses Schreibens in der Person jenes Fremden auf dem Bahnhofe in B. festzustellen: derselbe bezeichnete sich zuerst alS den Volksschullehrer N. aus H., es wurde aber er» mittelt, daß er in einem anderen Orte, N. ansässig sei. Nun» mehr wurde die Angelegenheit bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige gebracht. Das zuständige Schöffengericht verurtheilte N. zu der empfindlichen Geldstrafe von 500 SR., im Falle de? Unvermögens zu einer Gefängnißstrafe von 100 Tagen. Koziales und Arveitervewegung. De« Echutzzöllnern ergeht es wie dem Göthe'schen Zauberlehrling: sie können auch die Geister, die fie riefen, nickt mehr bannen. Das Gespenst der Urb er Produktion wächst fortwährend und droht die Industrie zu ersticken. So spricht die„Deutsche volköwirthschaftliche Corresp.", ein aner- Prioatzwecken verwendet hatte. Als Zerboni am 10. Februar die Wohnung in der Klagbaumgaffe räumte, ließ er in der- selben zwei alte Küchenkasten zurück mit dem Bedeuten» Matauschek möge dieselben als„Deckung" für die Kaution von 100 ff behalten. Der ZeitungS- Expediteur erstattete beim Kommissariate Wieden gegen Zerboni die Anzeige: dieser war jedoch aus Wien flüchtig geworden und hat fich, wie schon er» wähnt, nach Ungarn geflüchtet, von wo er auch in den letzten Tagen Briefe nach Wien gesendet hat, darunter einen an die Postdirektion mtt der Bitte, eventuell für ihn einlangende Briefe ihm nach einem näher bezeichneten Orte in Ungarn poote restavto senden zu wollen. DaS Grabdenkmal des Mahdi. Wie man dem „Radara" aus Suakin berichtet, ist das vom Khalifm Abdullab seinem Vorgänger Mohamed Achmed errichtete Grabdenkmal nun vollendet. Dasselbe befindet sich außerhalb des Khartum gegenüber gelegenen Städtchen Omdurman und zwar auf der- selben Stelle, wo früher das Lagerzelt des Mahdi stand und wo derselbe, wie bekannt, auch beigesetzt wurde. Das Denk« mal hat die Form eineS runden kuppellosen ThurmeS, ist 4'/» Mtt. hoch und ein aus Steinen und Ziegeln zusammen- gesetzter Bau. Auf der äußern weiß übertünchten Wand des Thurmes ist in großen schwarzen Buchstaben ein Epitaph an- gebracht, welches den Gläubigen verkündet, daß hier der Ab- gesandte GotteS ruht. Im Innern deS Thurmes befindet fich vas mit Steinen bedecke- Grab, neben dem fortwährend vier Derwische fitzen und beten. Auf dem Grase liegen das Schwert und der silberne Helm des Verstorbenen. Literarisches. Von der„Neuen Zeit", Stuttgart, Verlag von I. H. W. Dietz, ist soeben daS dritte Heft des 4. Jahrgangs erschienen. Inhalt: Abhandlungen: Das Papstthum und die soziale Bewegung. Von August Bebel.— DaS Branntweinmonopol. Von I. Auer.— Florian Giyer. Lebens» und Charakterbild aus dem großen Bauernkrieg. Von Wilhelm Bios.-„DaS Elend der Philosophie" und„Das Kapital". III. Von Karl Kautsky.— Die Produktion der Bergwerke, Salinen und Hütten im Deutschen Reiche für das Jahr 1884. — Gottfried Keller. VonJ. Zadel.— Literarische Rundschau: C. Radenhausen. Di« Sozialdemokratie. kannteS Organ der Schutzzöllner. seinen Zweifel au?, ob die Konventionen und Kartelle zur Einschränkung der Fabrikation dauernd Abhilfe schaffen könnten. Das Blatt schreibt dann wörtlich:„Der Standpunkt ist jedenfalls nicht ohne Weiteres zu verwerfen, der in solchen Kartellen und ProduktionSkonven- tionen einen Rückschritt von weiter wirthschaft« licher Bedeutung sieht. Eine eigentlich« Lösung kann die Produktionseinschränkung schon deshalb nicht herbeiführen, weil dadurch eine Verminderung der Arbeits« gelegenhett und damit eine Schädigung der Arbeitnehmer eintritt, gegenüber dem Nutzen der Arbertgedcr. Ein weit größerer Werth sei aber auf die Ausbrettung der Absatzgebiete zu legen, und dazu müsse man d!e neuen deutschen Kolonien denuycn und die politische Machtstellung Deutschlands mehr, als das bisher geschehen, verwerthen. Auf der Balkan« Halbinsel dominir« die englische, in der Levante die fran« zöstsche, in Serbien die österreichische Industrie, nur Deutsch« land habe trotz seines politischen Aaschent die wirthschaftliche Herrschaft in einem anderen Lande noch nicht erringen können, doch scheine sich neuerdings Deutschland in China zu einem solchen Vorgehen aufzuraffen. Jedenfalls werden aber große Anstrengungen erforderlich sein, um durch Erschließung neuer Absatzgeviete den Verlust zu ersetzen, den uns die S ch u tz p o l t t i k gebracht hat.— Wir haben schon oft aus« geführt, daß wir der deutschen Industrie die besten und aus« reichendsten Absatzgebiete wünschen, die allerdings nickt in Kamerun und Angra-Pequena zu suchen sind. Eiserne Energie der Industriellen und zunächst Verzichtleistung auf großen Kapitalprofit könmn die deutsche Industrie konkurrenzfähig der Industrie der übrigen Kulturstaaten machen und Absatzgebiete bei zivilisirten Völkern schaffen. Betheiligung an der Well- ausstellung zu Paris und baldige Weltausstellung in Berlin würden Hebel sein zur Er ingung von wirklichen Absatz- gebieten. Ueberlaffe man doch Angra-Pequena, Kamerun und Neu- Guinea einzelnen Träumem und einigen Spiritusfabri« kanten und Echnapshändlern. Eine generelle LohnrednMou wird in den Chemnitzer Maschirensabrikm nicht eintreten, man wird es„bei einer Ermäßigung der Akkordstücklöhne bewenden" lassen, so daß eS dem Arbeiter möglich wird, durch intensivere Arbeitsleistungen seinen Verdienst annähernd auf der seitheriam Höhe zu erhalten.„Tausende von Arbeitern werden diese Maßregel als ein Glück bezeichnen müsse«"— so lesen wir in dem nationalliberalcn„Chemnitzer Tageblatt".— Wenn da nicht die Berliner Maurer recht haben, indem sie ausrufen: „Akkordarbeit Mordarbett 1"— dann wissen wir's nicht. Für denselben oder'noch für einen geringeren Gesammtlohn sollen die Chemnitzer Maschinenbauarbeiter auf dem Wege deS Akkordlohnes ihre Arbeitsleistung vielleicht um 25 Prozent erhöhen und dabei sich glücklich fühlen I Haben wir eS hier am Ende mit keiner Lohnieduktion zu thun? Die 25 Prozent erhöhter Arbeitsleistung erfordem eine verbesserte Pflege deS Körpers um 25 Prozent deS Preises der Nahrungsmittel oder — der Körper wird vollends ruinirt und früher untauglich zur Arbeit. Der Gesammtlohn, den der Arbeiter für seine ganze Lebenszeit erhalten würde, wird somit durch frühere Arbeits« Unfähigkeit reduzirt, da eS unmöglich sein dürfte, bei dem geaen» wältigen Lohne die Lebenshaltung deS Arbeiters zu erhöyen. Wir halten es für ein Verbrechen an der Nation, wenn die lLöhne, sei eS auf diese oder andere Art noch tiefer herabgedrückt werden.— Der Unternehmerprosit und der Kavitalgewinn, sie allein können das Defizit unserer heutigen«irthschaftlichen Lage tragen, da sie die Ueberschüffe besserer Zeiten auch immer eingeheimst haben. Aus dem eigene« Lager. In dem Organ deS Verbandes deutscher Baugewerksmeister, in der„Baugewerks Zeitung", findet sich eine treffende Darstellung der Echundardeit des modernen BauunternehmerthumS. ES wird darauf hingewiesen, daß die Beruftgenossenschasten zu le�>en haben unter den Ver- pflichtungen,„welche durch die Sorglosigkeit, Leicht« f e r t i g t e i t und den oftmals bis ins U n g l a u b l i ch e ge- steigerten Sparsamkeitstrieb einzelner Berufsgenossen- schafts-Witglieder hervorgerufen werden". Das beißt: die Herren Bauspekulanten spielen mit dem Wohl und Wehe, mit Leib und Leben ihrer Arbeiter auS schnöder Provitsucht Hazard, sie sparen an Sachenmaterial und vergeuden das unter der Herrschaft deS Kapitalismus allerdings sehr billige Menschen- Material. Wie wird aber gebaut!„Wieviel Bauunternehmer, heißt ei in der„Baugew. Ztg.", au bt es, die einen Bau mit wenig hundert Thalern oder gar keinen Mitteln unternehmen" Glückt der Versuch, so bereichert sich der„Meister", macht er Bankerott, so werden am härtesten die dabei um ihr Geld ge« prellten Arbeiter getroffen. Auf jeden Fall aber wird in Bezug auf Arbeitslohn soviel wie möglich geknickert und abgeknapst, während der Arbeitstag wie Kautschuk in die Länge gezogen wird. Der Bauunternehmer, sagt unsere Quelle,„baut nun drauf loS, daß es eine Lust ist, zu sehen, wie schnell der Bau emporwächst. Baugrund und Materialien find jedoch im Preise als ZwangSwetth« sehr hoch, daS pasfive Betriebsmaterial mehrt fich in erschreckender Weise und verdienen will der Unternehmer trotzdem. Da wird nun an dem Material so viel wie möglich «espart biS auf die knappsten Grenzen der baupolizeilichen Vor» hriften herunter und wo eS fich irgend thun läßt, noch ein gutes Stück weiter. So entsteht denn ein Gebäude, welches unter Umständen nicht einmal seine Fertigstellung als Rohbau erlebt; plötzlich klappt das in den Grund« mauern mit ungeeigneten Bruchsteinen ausgemauerte, mit schwachen, unzureichenden Verbänoen und schlechtem Mörtel aufgeführte Mauerwerk zusammen und begräbt so und so viele Arbeiter unter seinen Trümmern." Diese Ausführungen sprechen so deutlich für die Höhe deS stttlichen Standpunktes, auf dem fich ein großer Theil der Bauunternehmer bewegt, daß es übeiflüsfig ist, darüber noch ein Wort zu verlieren. Hören wir nun die„Baugew. Ztg'" weiter über die Kniffe und Praktiken, mit denen fich die Herren„Meister" um ihre Pflicht herumdrücken. Wenn der Betriebsunternehmer nichts zu verlieren bat, spielt er nicht Bauspekulant, sondem Bau- Herr; dann ist er nickt deilragS-, seine Arbetter find nicht ver- sicherungSpflichtig. Geschieht ein Unglück, so verfallen die Ar« better der Armenpflege. Oder aber der Betriebsunternehmer, der sich bisher alS Bauherr gertrt hat,„erklärt nach dem Un> glückSfall, nur Bauunternehmer zu sein und die Anmeldung seiner verficherungSpflichtigm Arbeiter versehentlich unterlassen {u haben, ein Vorgeben, von dem sich nur schwer oder über« aupt nicht daS Gegcntheil deweisen ließe. Dann find die ver« unglückten Arbeiter noch-» priori(von vornherein) verfichcrt, die BerufSgenoffenschaften haben nicht einmal die regelrechten Betträge empfangen und find doch für den ganzen Unfall entschädigungspflichtig. Für den Bauuntemehmer ist das Ganze Spekulation: Verunglückt kein Ardeiter, so hat er die sonst zu zahlenden Beiträge erspart, kommt ein Unfall vor, so droht dem Säumigen nur eine Geldstrafe, letztere zu erlegen ist er nicht im Stande, mithin riskirt er nichts." Diese Kritik der Moral drs BauunternehmerthumS ist um so drastischer, da fie von den eigenen KlaffengenoKen geübt wird. Sie ist ver- nichtend, denn fie kommt auS dem eigenen Lager. In Erfurt hat der Magistrat den dort herrsck enden Nothstand anerkannt. Schon vor einigen Wochen wurden dort vom Stadtverordneten- Kollegium 1000 M. zur Unterstützung brotloser Arbeiter bewilligt und eS wurde auch die Niederlegung einiger FestungSmauern be schloffen. In den letzten Tagen waren nicht weniger alS 135 Familienväter thätig, die Fortifikation am Johannisthor zu Planiren. Der Tagelohn ist durchschnittlich 1,50 M. ES wird im Akkord ge« arbeitet. Da die Gesuche um Arbeit fich täglich mehren, so beantragte der Magistrat, die bewilligte Summe von 1000 M. auf 4000 M. zu erhöhen. Ohne Gegenrede bewilligte die Versammlung, in Anbetracht der herrschenden Roth, die Summe. Der neue Streik i« Deeazeville wird von dem„Cri du Peuple" als sehr ernst hingestellt. Neun Vertreter der Grubenarbeiter wurden von dem Unterpräfetten empfangen, während eine Kompagnie von Soldaten vor dem Direktions. gedäude unter Gewehr stand. Die Deputirten erklärten, wenn die Gesellschaft nicht in drei Tagen fich erkläre, die Löhne voll auszuzahlen, dann würde man die Hochöf-n ausgehen lassen. Die Grubenzesellschast beabfichtigt, alle Arbeiten einzustellen, wenn die Arbeiter bei ihren Forderungen beharren. Der so« zialistische Abgeordnete Baily weilt unter den Streikenden. Zur Berichtigung geht uns die Mittheilung zu, daß die von uns in Nr. 51 des„Berliner Volksblatt" unter„So- ziales und Arbriterbewegung" erwähnte Allgemeine Kranken« lasse zu Altona den Namen führt:„Zentral. Krankenkasse der Maurer, Steinhauer, Gypser und Stuckateure Deutschlands, genannt: Grundstein zur Einigkeit".(Eingeschriebene Hilfskasse Nr. 7.) Vereine«nd Versammlungen. Die Stuckateure Berlius hielten am Sonntag Vor« mittag in Niest's Salon, Kommandantenstraße 71/72, eine so so zahlreich desuchte Versammlung ab, wie fie seit dem Be« stehen ihrer Fachorganisation noch nicht dagewesen. Auf der Tagesordnung stanv:„Bericht über die Verhandlungen der Lohnkommisfion mit der Kommisston der Vleistervereinigung." Der Vorsttzende, Herr Heindorf, verlas daS von der Meiste»« Vereinigung zugegangene Schreiben, worin dieselbe ihr Erstaunen darüber ausdrückt, daß die Gehilfen ihre augenblicklich„doch ganz gute" soziale Lage noch verbeffem wollen; ferner wird mitgel heilt, daß die Meister mit der Maximal-Arbeitszeit von 3'/, Stundm, den Maximal-Löhnen für die Gießer und An« fetzer, sowie mit dem PaffuS des Tarifs, daß von Seiten der Gehilfen keine Rüstung mehr gestellt werden soll, nicht einver- standen sein könnten, daß fie jedoch die Lohnkammisston zu einer Verhandlung einläse. Der Vorsttzende theilte der Ver- sammlung mit, daß am Freitag, den 26. Februar, bereits eine Sitzung der Lohnkommisfion mtt der Kommisston der Meister« Vereinigung stattgefunden habe und daß er aus dem Verlauf dieser Verhandlung wahrgenommen hätte, daß die in dem Schreiben ausgedrückte Meinung nur Meinung der Minorität der Meister wäre, und unterwarf die in demselben bekannt gegebenen Motive für die Nicht» bewilligung einer eingehenden Kritik. Herr Slebenbach, Mtt- alied der Lohnkommisfion, schloß fich den Ausführungen de» Vorfitzmden vollständig an, und theilte der Versammlung mit, daß wohl mt Mehrzahl der Meister für die Abschaffung des Rüstungbauens seitens der Gehilfen wäre, daß aber einige der Herren daS Gießen im Akkord auch fernerhin beibehalten wollen. In der weiteren Diskusfion nahm der Schriftführer das Wort. Derselbe führte an, daß die Stuckateure mit Leichtigkeit einen großen moralischen Sieg errungen hätten, der darin be- stände, daß die Meister. Vereinigung sich so schnell zu einer Verhandlung mtt der Lohn Kommission bereit erkiätt hätte. Es wäre dies wohl theilweise denjenigen human gefi/inten Meistern iu verdanken, welche die Ueberzeugung haben, daß die auf«- teilten Forderungen ganz gerechte find; theilweise hätten sich aber die anderen Meister dazu bequemen müssen und zwar durch die starke Organisation der Ardeiter und durch die bevor« stehende groß: Nachfrage nach Arbeitskräften. Der Redner entwarf der Versammlung ein Bild von der Verhandlung mit der Meister-Kommisfion und führte an, daß ein Abgehen von der festgesetzten Maximal« Arbeitszeit von 3'/, Stunde durchaus nicht möglich wäre, weil sonst diejenigen Kollegen geschädigt würden, welche schon lange nur 3'/» Stunde abeiten; desgleichen müßten die Minimal- Lohnsätze festgehalten werden und rath« er ganz entschieden für die Abschaffung deS GießenS im Akkord. Er forderte die Anwesenden auf, ihre Meinung frei zu äußern, damit die Lohn- kommisston, welche am 10. März wieder eine Verhandlung mit den Meistern hätte, ein klares Bild gewinne. Es entspann fich nun eine über drei Stunden dauernde, sehr rege Diskussion, in welcher sich die Redner für die Aufrechterhaltung deS Lohntarifs und für die Abschaffung der Akkordarbeit in der Werkstatt aussprachen. Eine von einem Redner gemachte Be- merkung, er müsse für die Akkordarbeit stimmen, weil sein Meister einen zu kleinen WerkstattSraum hätte, rief große Heiter- keit hervor; desgleichen die Bemerkung eineS KommisfionS- Mitgliedes, daß, wenn der Minimal- Lohnsatz für die Gießer bestehen bleibe, sein Meister Mädchen(!!) anstellen würde. ierauf wurde folgende Resolution mit allen gegen eine stimme angenommen:„Sämmtliche anwesende Werkstatt- arbeiter verpflichten fich, unter keinen Umständen in Akkord ferner arb iten zu wollen und halten fest an dem aufgestellten Minimal. Lohnsatz von vier Mark." Die Abstimmung erfolgte nur durch Werkstattarbeiter. AlSdann nahm die ganze Ver- sammlung einstimmig eine zweiie Resolution an, welche wie folgt lautet:„Die heuttge Versammlung erklärt fich mit dem Vorgehen der Lohnkommisfion einverstanden und giebt derselben die Vollmacht, nach� ihrem Ermessen im Interesse der gesammten Kollegen die Verhandlungen mit der Meisterkommisfion weiter zu führen, unter der Voraus. setzunz, daß die Kommission streng an dem Tarif festhält. Um Uhr Nachmittags schloß der Vorsitzende die Versammlung, indem er noch bekannt machte, daß die nächste Fachvereins. zung am Montag, den 8. Mär, und die nächste öffenttiche ersammlung am Sonntag, den 14. d. MtS. in Nieft's Salon stattfindet. * Mariendorf bei Berlin, 28. Februar. Am Donnerstag, den 25. Februar hatte der konservative Bürgerverein für Tempel» Hof und Mariendorf, im letztgenannten Orte eine Versammlung einberufen, in welcher der Ada. Cremer einen Vortrag hielt über „Die letzten oder neuesten Vorgänge im Abgeoidnetenhause." Gäste jeder Parteilichtung hatten Zutritt und fand auch eine DiSkusston statt. Die Versammlung war von ca. 500 Personen besucht. Die Konservativen waren nur schwach vertreten. Herr Cremer sprach zunächst über die Polenvorlage im Abgeordneten- hause. Er führte etwa folgendes auS: Nachdem in der kaiser» lichen Botschaft die Polenfrage zum Schutz deS Deutschthums in den östlichen Provinzen besonders hervorgehoben, und diese Frage von averhöchster Stelle als eine der wichtigsten bezeichnet worden war, so halte er(Redner) es nicht für richtig, daß der Deutsche Reichstag sich mit dieser An- gelegenheit befaßt habe. Der Reichstag hätte die Sache einfach dem preußischen Landtag überweisen sollen, da fie nur die Interessen Preußens berühre. AIS die Polen- vorläge im Adgeordnetenhause eingehend behandelt wurde, märe er(Redner) sehr empört darüber gewesen, daß bei den Reden deS Fürsten Bismarck mehrmals gezischt wurde und eine Mißstimmung fich kund that. Die 100 Millionen, die ge« fordert wären für den Schutz deS Deutschthums in den öst- lichen Provinzen, wären für die Bevölkerung nicht bemerkbar. Ein schwacher Beifall, der Herrn Cremer selber stutzig machte war die Belohnung seiner Ausführungm. In der DiSkusston erhielt Herr Krohm aus Berlin daS Wort. Derselbe führte aus, daß gerade der deutsche Reichstag der Ort wäre wo diese wichtige Frage, plie Polenfrage, behondell werden müßte. Preußen märe nickt allein dabei maßgebend. Die Ausweisungen von 40 biß 50000 Polen wäre der Krieg im Frieden gegen eigene Stamsangehonge. Die Konsession scheine indirekt auch eine große Rolle dabei zu spielen. Wenn man diese Maßregeln ergreist und alS Grund anführt, daß die Polen Sondermtereffen verlangen, auf welche fie hartnäckig be- stehen, so wolle er darauf hinweisen, daß eS gerade die Konservativen wären, welche Sondertnteressen verlangen gegenüber anderen Staatsangehörigen. Gleiche» Recht für Alle müsse die Parole sein. Wenn im Abgeordnetenhause gezischt worden ist und dadurch die Mißstimmung anderer Parteien auSgedrüm wurde, so wollte man dadurch jedenfalls andeuten, daß fick Fürst Bismarck mit der Polenoorlaae im Jrrthum befinde. Die 100 Millionen, welche aufgebracht werden sollen, seien eine große Last und namentlich für die Arbeiterbevölkerung, auch wenn dieselben durch eine Anleihe aufgebracht werden!; die Zinsen wird jedenfalls Herr Cremer nicht allein bezahlen, sondern daS Volk. Diese Ausführungen kamen Herrn Cremer sehr spanisch vor. Nachdem Herr Krohm noch aufqefordttt hatte, stets daran zu denken, daß das Volk nicht nur Pflichten zu erfüllen, sondern auch Rechte zu verlangen habe, schloß er unter großem Beifall der Versammelten seine Ausführungen. Die Konservativen machten große Augen und verhielten sich mäuschenstill. * Ardeiter BezirkSveret« für den Osten Berlin». Mittwoch, den 3. März, Abends 8V, Uhr, Versammlung in Keller'» Lokal, Andreasstraße 21. Tagesordnung: 1 Vortrag deS ReichStagsabzeordneten Heine über:„Die Echulftage- 2. Diskusfion. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. * Louisenstädtischer Bezirks- Verein„Borwärts". Mittwoch, den 3. d. M., Abends 8'/, Uhr, Versammlung in Krieger'S Salon, Wasserthorstr. 68. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. DiSkusston.#. Verschiedenes und Fragekasten.— Gäste, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. * Arbeiter-BeztrkS-Berei« Eüd-Oft. Mittwoch, den 3. d. M, Abends 8'/> Uhr, Mitglieder- Versammlung in Wohl- bauptS Lokal, Manteuffelstr. 3. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Verschiedenes und Fr«gekästen. * Verband deutscher Zimmerleute(Lokalverband 8«- lln N.) Mittwoch, den 3. März. Abends 8V, Uhr,' im Lokale des Herrn Schramm. Hochstr. 32», Versammlung. Tagesordnung. 1. Vortrag des Herrn Dr. Ge:lach.�2. Lohnbewegung. 3. Verschiedenes. Gäste willkommen. * Kachverein der Mechaniker, Optiker, Uhrmacher,# und anderer Jnstrumentenmacher. Mttrwoch, den 3. Marz Abends 8 Uhr, bei Rieft, Kommandantenstr. 71/72, Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. DiskuM. 3. Verschiedenes. 4. Fragebogen. 5. Ausgabe der Frag' bogen- Ganz besonders werden diejenigen Kollegen, die ihre MitglUJJ- bücher noch nicht in Empfang genommen haben, ersucht, die- selben gegen Rückgabe der Auffiahmescheine einzufordern. M- nahmescheine, die in dieser Versammlung nicht umgetawj werden, verlieren ihre Giltigkeit. Gäste willkommen. A*' nähme neuer Mitglieder. * Oeffentliche Versammlung der Töpfer Berli»* und Umgegend. Mittwoch, den 3. v. MtS.. Abends 6'/, W in Grätz's GesellschaftshauS, Brunnenstr. 140. Tagesordnung- 1. Die Aufgaben unserer gewerblichen Organisation im Ja»; 1886. Referent: Kollege Wolff aus Hamburg. Korrefeient' Kollege Bethke aus Hamburg. 2. Verschiedenes. * Bersammlnng der Platzdeputtrte« der Zimmt«- leute Mittwoch, den 5. März. Abends 8 Uhr, in Grola*«' Bierhallen, Kommandantenstr. 77—73. Tagesordnung: 1.8# Verhalten der Meister Lohnkommisfion, welche am 4. Febru# von den BaugeschäftS-Jnhabern eingesetzt worden ist, gcgenü#1 den Zimmergesellen Berlins. 2. Verschiedenes. * Beret« ehemaliger Schüler der 102. Gemeinde Schule» Jeden Mittwoch nach dem Ersten und Fünfz-Hnt# jeden Monats, Abends 3 Uhr, Sitzung im Lokale Kaiser Frabt- Grenadier-Platz 7. Gäste find willkommen. * Beret« für Technik«ud Gewerbe. Mlttelstcaße<»■ Mitt»och, Abends 8'/, Uhr, Vorttag. Gäste willkommen.: ♦ Kranke«- und Sterbekasse der Kutscher zu Bnll* (E. H. 78). Freitaa, den 5. März, in der Philharmow« zweiter diesjähriger Wiener Maskenball zum Besten der Uni#- stützungilasse. Der Ueberschuß des ersten diesjährigen MaSsts Halles ergab für die UnterstützungSkaffe die Summe von � Mark.| ♦ Bezirktveretn der arbeitende« Bevölkerung d# SW. Berlins. Versammlung Donnerstag, den 4. M% Abends 8 Uhr, in den Kaiserballen, Alte Jakobstraße 1-� Tagesordnung: 1. Vortrag deS Herrn RrrchStagSadgeordne»� Bock. 2. Verschiedene». Neue Mitglieder werden aufgeno# men. Gäste willkommen. * Die Stetnträger Berlin« haben nachstehenden aufgestellt, welcher vom Fachverein der Steinträger und»JJ einer öffentlichen Versammlung der Steinträger angenomw" worden ist: Für den Transport von je 1000 Mauersteinen mit btZ dazu gebörigen Mörtel 1. im Keller oder Kellergeschoß 2,50; 2. Parterre oder Erdgeschoß M. 3,50; 3. Belle E'J oder erstes Stockwerk M. 4.50; 4. Zweites Stockwerk M-G-V. 5. drittes Stockwerl M. 7,00; 6. viertes Stockwerk M- 7. fünftes Stockwerk M. 3,50: 8. für Tremvel, Bo-L Schornsteine u.( w. M. 11,00; 3. für die Quadrattu? Rapvvutz M. 0,75; oder nach Quadratmetern M. 10. Bei Kalksteinen auf gegenseitige Vereinbarung, weil � selben meistens im Tagelohn oder auf verschiedene Alto Anordnungen verarbeitet werden. 11. Ist der Keller von � Kalksteinen oder Banquet bis zur ersten Balken« oder 3%% läge höher als zwei Meter über der betreffenden Erv- Dammhöhe, so erfolgt eine Extta- Zulage pro 1000, M. 0,50, und find die oben angegebenen Etagen-Zulag'N zu halten. 12. Eine Etage von gleicher Eid- oder DawwV� falls dieselbe auch nur drei Meter ist, ist stets als ParteW-.� betrachten. 13. Ist die Etage höher als 4.50 Meter, so er! � ebenfalls eine Eitra- Zulage pro 1000 von M-.» 14. Ist der Stein schwerer alS 3 Kilo oder 6�$� so erfolgt eine Extra- Zulage vro 1C00 von M"« und find die übrigen Etagen- Zulagen inn« halten. 15 Erstreckt sich der Transport deS Materials schnittlich über 50 Schritt, so erfolgt ebenfalls eine Extrazu � pro 1000 von M. 0.50. 16. Bei königlichen oder Bauten, sowie bei Schulm, Kasernen und dergl., bniaß Minimal-AlkordpreiS von den Kalksteinen biS zur Balken� Trägerhöhe 3 M.; für eine sede höhere Etage eine Zula«« � M. 1,50.; für Boden oder Trempel, Schornsteine und 1»„j an i ca sIM.a er. 1..n M. 1,50. Die übrigen vorher a- grsührten Bedingung«" genau inne zu halten. 17. Bei Kirchen« oder Saal- v Ty beträgt der Minimalpreis von den Kalksteinen biS Äj oder Dammhöhe pro 1000 Mauersteine M. 3,50. flyLajf jede Rüstungsböhe«ine Zulage von M. 0,60. 18. Lei-> � den mit Verdlendsteinen(von Vollsteinen), wenn dieselv � rn�rVn mftfff«. ein Mtlfdbfoa UTO. P genommen werden müssen, erfolgt ein Zuschlag pro 10�. M. 0,50. Bei Hohlsteinen gegen freie Vereinbaning�� find aber mindesten» zwei„Riemchen" sür ganzen Stein zu rechnen, die übrigen, sowie halbe ove» y viertel Steine für voll. 13. Ist ein Träger im Tagelov � schäftigt, z. B. beim Tragen in den Grund oder da»»Ajck ment, so erhält derselbe einen Stundenlohn von 50 vi-,«jj ein Bau gänzlich im Tagelobn hochgetragen, so«"« Träger pro Stunde 60 Pf. 20. DaS Einbehalten dienten Lohnes alS Kaution wird nicht geduldet,** derselbe jeden Eonnabend richtig ausgezahlt werden- Arbeitszeit ist so zu regeln, wie fie bei allen üblich ist, höchstens eine halb« Stunde vor Anfang drtjp fjj Dieselbe ist aber Abends nicht länger auSzudebn-"-«Z BercutwarUrch« Redaüem tzt. Crvuhetm in Berlin. Druck und Verlag von Mar vadtug In Berlin 8W„ veuthstraße 2. Sonntagsarbett ist gänzlich ,u unterlaffm. 22. tritt mit dem 1. Mai 1886 in Kraft. Der Vo#" Fachvereins der Steinträger Berlins. )* «to r»grn kr. §1 Ii fe Cb# I Hier»« ein» 1 Beilage mm Berliner Volksblatt. Ar. SS. Mittwoch, den S. März 188«. III. ZW Kapitel aatmallibenler Eaträstaag. n, B«kanntlich„entrüsten" stck tie Nalienallchcralen bei j-der �«tgmheit; daS ist ein Zeichen der Schwäche. Tiefe„natio- �te" Entrüstung ist ja auch vollstänbig unwahr. Die Herren BO ja nicht entrüstet über irgend eine Schmach, die dem Merlande angethan wird, sondern lediglich darüber, daß in wnd einer Frage Fürst Bismarck leinen Willen nicht bekommt. �ann machen die Herren in„nationaler" Entrüstung. Bei dem zweiten auswärtigen Direktor, der om 15. De» W>Mr 1884 im Reichstag abgelehnt wurde— nachher find ja jj« Deutsche Freifinnigen wieder umgefallen— wurde bekannt """»UVUtlUlCll selbst ClltUlUII.*,tl ilUk.VI.U.k W.VWI... '•n bei dieser„Entrüstung" gar nicht in Frage, lediglich der 'stchskanzlerische. , Bei der wiederholten Ablehnung deS Baues einer Unter- �nzierSschule zu Neubreisach im Elsaß aber, die ja einen echten •*ttti o n a l liberalen zur Verzweiflung bringen mußte, ist „Entlüstung" ausgebrochen, weil diese Ablehnung nicht 1?«ehr in die persönlichen Empfindungen des Reichskanzlers �greifen konnte, sondern mehr Sache deS Kriegsministers war. Di-se Haltung der Nation illiberalen und das fortwährende jjj Rechts drängeln dieser Partei hat selbst die gemäßigt Msonalliderale„Elberfelder Zeitung" in Aufregung gebracht, 5* nun der eigenen Partei energisch den Text liest. DaS die �nrtschfreifinnrgen die hauptsächlichste Schuld treffen soll für r" Rechtsschwenken der nationalliberalen Partei, wie das ge- Nnle Blatt ausführt, tbut nichts zur Sache: uns interesfiren N«isächlich die derben Mahnungen der Zeitung, welche fie �Partei ertheilt. . Der bcregte Artikel ist überschrieben:„Zur Lage der „Monallidera len Parte i". Hören wir also einmal das Blatt über dieselbe schreibt: �»Fede, auch die größte Partei steht in der Nation nicht iC?: sie wird von anderen Elementen umgeben und beein« Jw; Partei heißt ja eden Theil. Damit ist bereits die durch C allgemeine Verschiebung deS deutschen ParteiwesenS in »7 Stellung der natiooallideralen Partei herbeigeführte «.Mebung gegeben. Die nationallibcrale Panei be» fich in falscher Stellung; sie ist entschieden ett nach rechts gedrängt worden. Das ist 5r? �hre Schuld; denn tS war nicht ihre Wahl. Die Mptschuld an dem Zwiespalt des deutschen Liberalismus r?.ast genug erörtert worden; sie lag an der Intoleranz, Ge- I�Weit und frivolen Taktik deS Linksliberolismus; daneben «llrm an dem von dem Zentrum auf einen großen Theil bezeichneten Presse gewonnenen Einflüsse. Bis in die S.'.'sse der früheren nationalliberalen Partei hinein ist Herr «.Ickhorst zeitweise«piritus rector gewesen; erst durch jene �'eßhandhabung hat er auch auf die parlamentarische Ver- gi'yg des Linksliberalismus den jetzigen beklagenswerthen M'stuß gewonnen. Fndeß nachträgliche Rckciminationen bessern 7� Lage nicht; die Frage nach der Zukunft deS deutschen Libe- «lltmus bleibt deshalb ungelöst." Nachdem die„Elberfelder Zeitung" noch allerhand Ent- Huldigungen vorgebracht hat, weShald der Nationalliberalis- fich in fal cher Stellung befinde, fährt fie fort: w„Choc�erzeugt Gegenchoc unb eine Gehäsfigkcit� die andere. I den bei diesem Anlasse angeschlagenen freifinnigen Ton . 5Sen war, ist bereits gesagt worden. Di- Fehler der deutsch- �unigen Publizistik find bergehoch. Dafür hat fich in einem der Erbitterung über einen beispiellosest Terrorismus Utn fich in einem Thcile der nationallibcralen Partei und Publizistik andere nachtheilige Eigenschaften ausgebildet. am 9. Februar in dem Abgeordnetcnhause durchgefochtene Mbebatte soll hier nicht Wiedererstehung leiern; was . � htn hei STnm m rw i sse E l e m e n te der Partei stehen in »..erfahr deS nationalen PhartsäiSmus; » uere in d erj eni ge n d e r zu g r o ß en G o u v e r- �'Uentalttät. Seit dem Bestehen des Fortschritts be- «N: Der Diedstiihl. Von Alphonse Daudet. Aus dem Leben. Skizzen von Alphonse Daudet. von Adolf Gerstmann. Dresden, Hnnr. Minden. »h. hatte es dorthin gelegt? War es der Teufel selbst der mich in Versuchung führen wollte, oder hatte U®e Mutter das Geldstück vergessen, als sie meinem Musik- sein monatliches Gehalt dezahlte? Das eine war jwssacht_ das Geld lag da. Dort war e», auf dem i» x im Salon, und ich bemeikte e« am M ttwoch %iühe, als ich eben in die Schule gehen wollte. »Jl*«ster Gedanke war durchaus kein schlechter. Ich sagte W.«'«Sieh' da, vierzig SouS." Es war ein hübsches, bat A runde» Geldstück, schon ein bischen angegriffen, auch % auf der einen Seite war schon etwas mrwischt— Tanzte und schimmerte doch roch sehr hübsch und @4 effektvoll von dem rothen Sammt ab, mit welchem bekleidet war. Ohne etwas Schlimmes zu denken i& cUt um die Münze besser betrachten zu können, nahm 'n die Hand. Die magische Gewalt des Geldes »L?. sofort wirksam. Für mich, der ich damals zwölf °'jehn Zahre alt war, bildeten vierzig Sou« eine k Summe, ein Kapital. Sofort wurden in mir , Dünsche rege, alt es kleinere Geldforten für dieses b>st �°be Geldstück gab, und ich fühlte die Versuchung in werden, wenn ich es mir selbst auch nicht einge- tz,.«Zch dachte:„Für dieses Geld kannst du Wasserfahrten gf'0 viel dir nur beliebt." liebte ich nämlich nicht» leidenschaftlrcher als -*""" DaS war für mich eine Wonne, den ganzen UkUl|ll¥«UVJ� V- v-"'? K. 8°uf der dunkelgläpzenden Wasseifläch? des alten r* abk�ubringen, zwischen den Fischerbooten und im Dampfe Hnea»eta»» läüschm.'d�e' an Borb' der Schiffe" hoch oben v��.aaen und den Mastkörben ertönten- oder auch den r*»br°?�°ringen, zwischen den, � ��"den Packetschiffe zu rudern, den schnllen Tonen 7» ttie ben Kommandorufen, den Signalen und Ndi—ri...-"o oen wraniororn"««»""» y""— �; �schlügen, die dröhnend von den Werften und den zeichnete dieser in souveränem Belieben Dies und DaS und Jenes alt„nicht mehr liberal": dafür tönt jetzt bei jedem An- lasse daS„nicht national" zurück. Das ist sehr natürlich, er» llärlich und verzeihlich; beklagenswerth aber ist es deshalb nicht weniger. Das ewige„das ist nilbt liberal" hat bei ven Nationalltderalen das Gefühl für die Bedeutung ihrer zweiten NamenShälfte gelegentlich mehr als nützlich abgestumpft; das beständige„das ist nicht national" thut dies naturgemäß auf der Gegenseite mit dem nationalen Feingefühl." Und nun geht eS zur„Entrüstung". Das national- liberale Blatt erinnert an Treitschke, der das demokratische, immer in flammender Entrüstung lebend; Spießbürgerthum im Jahre U 65 so hübsch verspottet bade. Wir wollen hier nicht untersuchen, in wie weit der„Geschichtenerzähler" Treitschke in diese: Beziehung damals Recht hatte; das aber wissen wir, daß die„demokratisch fortschrittlich: Entrüstung" über den „Bruderkrieg" nicht lange währte, sondern in Chauvinismus und Liebedienerei umschlug. Aus diesem„Umfall" ist übrigens der NationallibcralismuS entstanden, über den die„Eiberf. Ztg." nun so scharf aburtheilt. „Jetzt ist die Gefahr dieses Spottes auf einer andern Seite eingelehrt," ruft da» Blatt aus und fährt dann fort: „Ader wie Gottfried Keller einem jungen Redner den Rath geben läßt:„die G.obheit spare wie Gold"; was von der Grobheit, gilt auch von der Entrüstung. Diese darf nicht leichtstnnig verpaloert werden; kommt sonst wirklich einmal ein Gegenstand der Entrüstung, dann ist fie nicht mehr wirlsam. Obendrein arbeitrt dieselbe gewöhnlich an der verkehrten Stelle resp. mit falscher Verthcilung des Nachdrucks.------ Aber wer über Alles entrüstet ist, ist es schließ- lich über nichts; wer fich täglich entrüstet, entrüstet fich zuletzt gar nicht mehr. Schließlich droht auf diese Weise die natio- nale Begeisterung in Phraseologie zu verdampfen und dann bei einer reale Opfrrwilligkeil heischenden ernsten Probe zu versagen."--- DaS Alles steht in einem nationalliberalen Blatte der Rheinprovinz. Das Blatt gehörte seither dem rechten Flügel der nationalliberalen Presse an; wenigstens mußte man dies nach der Gesammthaltung desselben annehmen.— Wir hahen stüher schon mehrfach erklärt: Die Nationalltderalen s:nv weder national noch liberal. Daß ein Blatt dieser Partei unseren Ausspruch bestätigen würde, das haben wir alleroings nicht geglaubt. Wir freuen uns desto aufrichtiger darüber. Die Nationalltderalen, wenigstens der größere Theil der- selben, find„nicht mehr liberal", sondern„Pharisäer- Haft" oder direkt„gouvernemental"— daS klingt ja deu'.lich aus den oben abgevruckten Zeilen der„Eib. Ztg." heraus; die Nationalliberalen find auch„nicht mehr national", trotzdem fie es immer behaupten, denn durch ihre fortwährende„Entrüstung" geht ihnen die„Opferwilligkeit" für daS Vaterland verloren, so tönt es in richtiger, verständnißooller Seldstcrkenntniß aus dem nationalliberalen Blatte weiter beroor.--- Wir find mit diesen offenen Ecllärungen vollständig ein- verstanden. Wenn aber die Nationalliberalen weder national, noch liberal find, was find fie dann? Nichts! Narlamentsverichte. Abgeordnetenhaus. 32. Sitzung vom 2. März, 1 Uhr. Am Ministertische zahlreiche Kommissarien. Auf der Tagesordnung st endlich viel, er spricht immer viel, worauf wir hier nicht weiter eingehen brauchen. Bei der Lektüre deS Berichtes deS„Reichs- boten" schien eS unS jedoch, als ob Herr Stöcker fich von jetzt unter der Maske des versöhnlichen Biedermannes bei den Ar- heitern einschmeicheln möchte,— wir glauben unftrer Pflicht genügt zu haben, wenn wir auf diesen Umstand hier nur hin- weisen. Die Witteruug des Monats Februar e. trug einen durchaus winterlicheir Cüaratter. Abgesehen von den ersten drei Tagen, an welchen windiges, mildes, zu Schneefällen ge- neigteS Wetter herrschte, war der ganze Monat rrocken, kalt und vielfach trübe; die Winde wehten mtt seltener Konstanz aus Osten und das Barometer stand andauernd über normal. Am 8. erreichte letzteres feinen höchsten Stand mit 781,0 Milli- meter, eine Höhe, die seit zwei Fahren nicht beobachtet ist; vom 10. an hielt eS fich konsequent zwischen 760 und 770 Millimeter. Die Temperatur erniedrigte fich in den Tagen vom 7.-9. auf weniger als 10 Grad, dann folgten sehr ange- nehme windstille, leider ganz trübe Tage, in denen besonders vom 15. ad daS Thermometer selbst NachtS nicht unter— 7 Grad ging; in den letzten Monatitagen, als man hoffen konnte, daß nun endlich ein wenig frühling! mäßiges Wetter eintreten würde, wurde es im Gegentbeil recht empfindlich kalt, und der 23. war der bei weitem kälteste Tag deS ganzen Monats. Die Morgentemperatur(6 Udr) betrug nach den meteorologischen Beobachtungen auf der äußeren Station im FoachimSthalschen Gymnasium—5.2 Grad C., die Mittags- temperatur(1 Uhr)— 1,6 Grad C. Die Abendtemperatur (10 Uhr)—4,2 Grad C Daraus ergiebt fich eine mittlere MonatZtemprraiur von— 3,6 Grad. Der Februar war mithin um mehr als 2 Grad kälter als der Januar und bei weitem der kält-ste Monat deS ganzen Winters. Da für ihn nach langjährigen Beobachtungen eine Temperatur von— 0,1 Grad normal ist, war er um 3 5 Grad zu kalt, eine Abweichung, wie ste in dieser Erheblichkeit selten ist. Einen kalten Februar« monat hatten wir daS Jahr 1875(— 3.5 Grad), während in den Jahren 1858(— 3,8 Grad), 1865(— 5,1 Grad), 1870 (—5,4 Grad) und 1855(—7.5 Grad) die Mitteltemperatur noch niedriger war. Die Temperaturschwankungen waren im BerichtSmonat nur gering; die Extreme traten mit+4 0 Grad am 2. und— 13,0 Grad am 28. ein. An 27 Tagen ging daS Thermometer unter 0 Grad(Frosttage), an 15 Tagen erhob es fich nicht über 0 Grad(Eistagc). Vom 4. an halten sämmtliche Tage eine negative mittlere TageStemperatur. Daß das Barometer im Allgemeinen konstant hoch stand, wurde schon oben erwähnt; sein mittlerer Stand betrug 762,8 mm und wäre noch höher, wenn nicht die ersten beiden Monatstage einen abnoim niedrigen Barometerstand gehabt hätten. Das Mini- mum lag mit 738,4 mm vom Maximum(781,0 mm) um 42,6 mm entfernt. Der Wind war nur zu Anfang des MonatS westlich, alsdann herrschte meist schwacher Ostwind; Windstillen wurden 21mal konstatirt, und das Anemometer(Windmeffer) zeigte an einzelnen Tagen(4., 9., 23, 8.) geringe Grade der Windge- schwindigkeit, die beinahe Zweifel in die Zuverlä'figk-it des Instruments auskommen laffen. Im Monatsdurchschnitt betrug die mittlere Windgeschwindigkeit 13,05 Km. pro Stunde. Die Bewölkung war mrt 6,0 etwas unter normal. Einzelne Tage (11., 28) waren ganz heiter, dagegen hatten die Tage vom 13.-23. eine völlige Himmelsdedcckung von seltener Konstanz. Die relative Feuchtigkeit der Lust war in Folge der vorherrschenden Ostwinde gering. Sie betrug im MoaatSmittel 72,4 rCt. und zeigte besondirS an den letzten beiden Monatitagen mtt 50,7 und 49,7 für die Jahres« zeit sehr niedrige Prozentsätze. WaZ die Niederschläge betrifft, so war auch hierin der verflossene Monat sehr abnorm. Nur in den ersten drei Monatstagen fiel etwas meßbarer Schnee; nachher wurden nur vereinzett ganz geringe Schneeflockenfälle konstatirt. Regen kam im ganzen Monat nrcht vor. Die Höhe der Niederschläge betrug nur 9.6 mm., während 44 mm. für den Februar normal find. Das lange Andauern des schnee« losen WintrrS hat blS jetzt jede Spur von Vegetation unter« drückt. Wir erinnern daran, daß beispielsweise vor zwei Jahren die ersten Frühlingsblumen in unseren Gärten,(Krokus, blaues Leberblümchen rc), bereits am 25. Februar in Blülhe standen. Die Phänologie wird in diesem Jahre ganz absonderliche Er« fahrungen sammeln. Erfrorener Droschkenkutscher. Die ganz ungewöhnliche Kälte hat in der Nacht vom Montag zum Dienstag einen in der Berliner Unfallstatistik ziemlich vereinzelt dastehenden Un- glücksfall berdelgesührr. Ein bei dem Droschkenfuhrherrn Kerlow in Dienst stehender und in der Gubenerstr. 1 wohnender Droschkenkutscher Jungfer war in der betreffenden Nacht, während er mit einer ihm zur Führung anvertrauten Droschke auf dem Standplatz am Molkenmarkt hielt, eingeschlafen und dort in Folge der bitteren Kälre allem Anschein nach erfrocen. Der Unglücksfall wurde erst bemerkt, als I. plötzlich leblos von seinem Kutscherbock auf den Etraßendamm stürzte und gerade vor einer vorüber fahrenden Droschke II. Klaffe liegen blieb und überfahren wurde. Obwohl sofort WiederbeledungS- versuche mit ihm angestellt wurden, so hatten dieselben doch Am nächsten Morgen schlich ich mich gleich nach dem Frühstück still und heimlich in den Salon. Vor dem Kamin hatte ich noch einen fürchterlichen Moment durchzumachen— man sprach im Nebenzimmer, und ich mußte befüichten, daß irgend Jemand hereinkäme. Wie viel Zeit ich so verbracht Hab?, hart am Rande des Verbrechens, jetzt die Hand aus« streckend und jetzt sie wieder zurückziehend— ich weiß es nicht mehr. Aber ein« habe ich nicht vergessen: das bleiche, verstörte, verzerrte Gesicht eines Kindes, vaS mir gegenüber im Spiegel mich mit brennende« Auge» anblickte. Endlich verhallten die Stimmen, die Sprechenden entfernten sich— schnell griff ich zu— ich halte das Geldstück, und im näch« fien Moment haite ich auch schon da« Hau» verlasien. Es war ein prächtiger Tag; man hätte meinen mögen, ei sei heute Sonntag, da aus Anlaß des Feiertages die Glocke» läuteten, sonst überall größte Stille herrschte und die Leute im Sonntagsstaat auf der Promenade spaziere» gingen. Z» steter Furcht, angerufen zu werden, lief ich so schnell ich konnte«ach dem Ouar, um hier die Beute meines Diebstahls zu genießen. Wehe demjenigen, welcher e« ge« wagt hätte, mich aufzuhalten. O, wenn man einen Dieb- stahl begangen hat, dann schreckt man auch wohl vor einem Morde nicht zurück. Während ich lief, hörte ich, wie da« hübsche Zweiftankenstück mit silberhellem Klange an die beide« SouS schlug, die ich heute wie an jedem Dovnerfiag em- pfangen hatre; diese Musik heiterte mich auf und schien mir Schwingen zu verleihen. Von GewissenSbiffen keine Spur mehr. Lustig, lachend, mit rothcn Wangen, lebte ich bereit» im Vorgenuß meine» Vergnügen». Da streckte sich mir plötzlich, als ich an einer Kirchenthür vorübereilte, die Hand einer Beitlenu entgegen. War es da« Elend diese« Weibe«, das mich so tief ergriff? War eS die bleiche Farbe ihres abgehärmten Gesichtes oder der trau- rige Blick des Kinde«, da« die Unglückliche auf dem einen Arm hielt? Hatte ich da» Bedürfniß, jetzt, nachdem ich ein Ver« brechen begangen, auch eine Wohlthat auszuüben, oder handelte ich, der Südländer, unter dem Einflüsse eines bei dei de» italienischen Banditen verbreiteten Aberglauben», indem ich versuchte, dem gestohlenen Gute eine gewisse Weihe keinen Erfolg, und blieb deshalb weiter nichts übrig, als% Leiche deS I. in daS Leichen schauhaus zu schaffen. Der so W Verstorbene hinterläßt eine Frau und drei noch kleine Kind». — Auch ein zweiter Droschkenkutscher wäre dort beinahe dü» gleichen Schicksal verfallen. Derselbe war ebenfalls an dem- selben Standplatz auf einer Droschke eingeschlafen und p« bereits halb erstarit, als fich der Unglücksfall mit dem oben- Jenannten I. cuigncte. Sofort angestellte Belebungsversuae asten hier glücklicher Weise vas Resultat, den Halderstorene« wieder zum Bewußtsein zurück zu bringen. Wegen dringenden Verdachts eines Verbrechen? wuer das Leben—§ 219 des Str. G-B.— ist die Hebamme»• verhastet worden. Eine junge, besuchsweise stch hier au>- haltende Dame hatte stch auf Grund einer ZeitungSannonze an die K. gewandt und den Beistand der letzteren erbeten, die Schande von fich abzuwenden. Die Folgen waren sw traurige, denn die angewendeten Mittel haben den Tod der jungen Dame durch Blutvergiftung herbeigeführt. Das Eis auf unseren Fluhlänfe« hat seine Tücken! trotz aller Verstcherungen, namentlich der Anwohner, konn„ Sonne ging erst um 5 Uhr 33 Minuten unter) glänzend°. erschien in der Ricktune' j rech'»' am Himmel sichtbar wurde. schen NO und NNO, und zog herabfinkend von reem» links, bis es elwa in NNO durch Häuser verdeckt wurde..,„ ließ dabei eine Spur zurück, welche wohl noch 2 Minute« d bar blieb. In der bezeichneten Richtung liegen die 6%,[„ der Stettiner Eisenbahn und jenseits derselben die V Wollin und Usedom. Auch in Vorpommern dürste das Ai" � fichtdar gewesen sein. ES wäre sehr wünschenSwertb, Mittheilungen aus anderen Orten genauere Aufschlüsse*4 die wirkliche Bahn des MeteorS zu erhalten, di: vielleicht seine Auffindung arwöglichen würde. Herr Dr. W. o\,(t ersucht daher alle Diejenigen, welche das Meteor beM« haben, Angaben über die Zeitdauer der Erscheinung, die?. melsrichtung(möglichst genau), die scheinbare Höhe, Farbe, zurückgelassenen Schweif und was sie sonst fr",«ni. haben, an ihn Berlin W., Schellingstr. 5, gelangen J« ss'Lj Auch andere Zeitungen, besonders in Ortschaften, welche itung hin gelegen find, ersucht, er, Aufforderung weiter zu verbreiten. Ueder die auS diel««. trägen fich ergebenden Thatsachen wird seiner Zeit b-n werden. s.� Eine eigenartige Fundaekchichte. Vor etwa' � Monaten, so berichtet da»„Berliner Tageblait", Wsiw armer Schneivermeister in der Nähe eines hiesigen � ein goldene« Armband und meldete seinen Fun» nz der Polizei an. Bevor es aber zu einer Ablm S des Fundes an die Polizeibehörde gekommen war, hau zu geben? Wie dem auch sei— genug, ich wöchentliches Zwei-SouSstück aus der Tasche und® �4 der Bettlerin z«; diese dankte mir mit solchem A".A der Freude, mit so ungewöhnlicher Wärme, daß* Straße» weiter mir auffiel. Sine plötzliche Furcht« � mich. Dieser DankbarkeiiSerguß war in der,(in gewöhnlich gewesen. O mein Gott, sollte daS mehr v Zufall sein? Schnell greife ich in meine Tasche, sehe«ach u« einen Schrei der Wuth au». Zch hatte dem W« � Zwei Frankenstück gegeben. E» blieben mir ast mein« gewöhnlichen zwei Sou». Und da war'<* ganz nahe bei den Booten. Schon konnte ich a der Straße die Masten und Raae« vom aU«« herüberwinken sehen. Nein, einen solchen ZorncSa. � eine solch« Verzweiflung, wie jetzt die meinige,? Niemand erlebt. f ich Wü-Hcnd rannte ich denselben Weg zurück, soebm gekommen war.„Zch werde sie f<90" W finde«!" rief ich ganz laut.„Zch werde# 0 ich mich geirrt habe, und wen» sie mir das® gutwillig wiedergeben will, dann'werde ich str lassen al« Diebin!' Zch nannte die Bet» ge' Diebin, ich hatte die Kühnheit! Aber wo w«.L W blieben? Wohin war sie entschwunden? So vu*«A 0« den Kirchenthüren Umschau hielt, so weit rck(„„ist Straßen und Plätzen nach ihr ausblickte,"W**hrt« JL ich sie entdecken. Obenbar war die Bettlerin,« Zss "------- heimgtkep'---e die zwei Franke» erhalten hatte, einem Schlage war ihr Tagewerk beendet ebenfalls. da< «Kl: Nu» wußte ich gar nicht mehr, wa« zw j außer mir vor Erregung kehrte ich«' fiel meiner Mutier um den Hals, und 'Ä ström, der mehr»och dem Aerger al« den entstammen mochte, beichtete ich ihr alle». Es soll ja zuweilen auch vorkommen,? anZ Ä brecher de: Behörde ei» Geständniß ablegt,« darüber, daß ihm sein Streich mißlungen ist- ®Iaubigtt des Echntidnmeisters das Armband als wttlhvolleS Uelulionsobjekl durch einen GerichlSvollzteher pfänden lassen. »er betreffende Schneidermeister glaubte Alles gethan zu Mm, als er den Gerichtsvollzieher darauf aufmersam machte, »atz der goldene Armschmuck nicht ihm, sondern einem Fremden Schüre, dessen Ermittelung die Polizei fich sehr angelegen sein »Ii«! er unterließ daher, bei dem Amtsgericht direlt die denörhigten AnKäge zu stellen, um den Verkauf des gepfändeten Gegenstandes zu verhindern. AIS sich nun wirklich die Ver- «tterin deS Armbandes gemeldet hatte, um ihr Eigenthum zu «llamiren, war dasselbe längst durch den Gerichtsvollzieher ver- laust und der AulrionSerlös nach Abzug der Kosten auf Schulden deS Schneidermeisters für den pfändenden Gläubiger »«rechnet worden. Der Eigenthümerin des Armbandes blieb, nachdem der Staatsanwalt ein Eingreifen nach Lage der Sache ablehnen mußte, nichts weiter übrig, als dad Armband, ein ihr cheueies Andenken, von einem Händler, der es in der öffcnt llchen Auktion erstanden hatte, für das Dreifache des ge- Mtm Preises zurückzukaufen. Der Schneidermeister, als Finder br« WertbktgenstandeS hat dabei wenigstens den Vortheil ge- Mt, daß ihm 48 Mark als übrig gebliebener Auktionserlös auf eine alte Forderung seines Gläubigers an ihn abgerechnet werben konnten. Der auf Wiederherdeischaffung des Arm- »andes von der Eigenthümerin ausgesetzten Belohnung von ""ifjig Mark ist er dabei freilich verluftig gegangen. Der anhaltend starke Frost erschwert auch die Erdar« »tu auf den Friedhöfen ungemein. Die Arbeitskräfte mußten uderall verdoppelt werden, und die Ausschachtung einer Gruft «fordert drei biS vier Mal so viel Zeit als sonst. Nicht mit «paufeln kann die Erde ausgegraben werden, nur die Hacke mit in Thäligkeit, und wie kleine Felistücke werden die Erd- walten herausgehoben. So bieten auch die frischgcgradenen vugel namentlich auf den Kirchhöfen der dichtbevölkerten Ge- wein den, wo täglich eine Art Maffenbeerdigung stattfindet, «nen seltsamen Anblick. Es steht aus, als od die Grabhügel »us Felsstetnen gebildet wären, denn die Ecdmaffen lassen fich Mt zerkleinern noch glatt machen. Die Todtengräder und Partner auf den Kirchhöfen sehen mit Bangen dem immer naiker«erdenden Frost entgegen, denn die Arbeiten werden «nmer schwieriger, und mit den Folgen des Frostes wird man "»ch im Frühjahr zu thun haben. Gerichts-Zeitung. g, B. c. Vor dem Kammergericht stand am Dienstag gtmin an in einem D älenprozisse deS FiskuS gegen den ?ilchztagsabge ordneten Langhoff. In erster Instanz hatte das Udgericht Neuruppin gleich den andern Landgerichten auf �Weisung deS FiskuS erkannt, wogegen letzterer beim Kammer- ptzil Berufung einlegte. Die Sache hätte, da, abweichend ? den anderen gleichen in zweiter Instanz verhandelten Pro- {*"01, in keiner Beziehung mehr Beweismomente zu erbringen ?w«>, heute ihre Entscheidung bei dem Kammergericht gefun- A- wenn nicht der Mandatar deS Verklagten, G.ch. Justizrath kurz vor dem Termin erkranst und dadurch an der Wahr- ?st>niung desselben verhindert worden wäre. Der Verband« Mgstermin wurde daher aufgehoben und wird erst im Lauf« wnftigen Monats stattfinden. „ �Jst ein bei einem Begräbniß am Grabe gesprochene« Vaterunser oder sonstiges Gebet eine„Leichenrede", welche strafbar ist? Mit dieser Frage hatte fich am Montag �Kammergericht als höchster Gerichtshof für die preußische Lindesstrafgesetzgebung(sog.„Kleines Oberttidunal") in der Ikvistonsinstanz anläßlich folgenden Falles zu beschäftigen. �»Prediger der Methodistengemeinde zu Kassel, Schell, hatte A Juni v. I. bei der Beerdigung von zwei Mitgliedern seiner Aiweinde auf einem der Gemeinde Kassel gehörigen und zum L'gräbniß von Angehörigen aller christlichen Bekenntnisse be- nnnmten Kirchhof aus einem gedruckten Gebetbuch ein Gebet »«lesen und ein Vaterunser gesprochen. Darauf wurde er xegen unbefugt«» Haltens von Leichenreden auf Grund einer Mizeiverordnung vom 7. August 1378 angellagt, in deren ° 1 nämlich bestimmt wird, daß den Laien das Halten von Leichenreden bei Begräbnissen nur mit Erlaub», ß deS zu- liandigen Pfarrers gestattet sein soll, aber vom Schöffen- Nicht zu Kassel freigesprochen, indem letzteres Herrn schell, der von der Gemeindevertretung formell zum Pfarrer «liellt war und dessen Taufen auch staatlicherseits alL giltig Pochtet wurden, nicht für einen Laien ansah und überbaupt ?i?ch die erwähnten Handlungen auch noch nicht den That- Pfiond einer L-ichenrede für festgestellt erachtete. Die Straf- i?wmer zu Kassel, an welche der Amtsanwalt appellirte, war fi«(legen theiliger Anficht, indem ste einerseits auS dem Um- a?ode, daß Herr Schill nicht durch eine vorgesetzte staatliche Mörde in sein Amt eingefühlt worden war, sein Laienthum »lgerte und andererseits auch den betreffenden religiösen Att r»»ine Leichenrede im Sinn des Gesetzes ansah. Herr Schell M» hiergegen Revifion beim Kammergericht ein, wo sein Ver- .�«higer, Rechtsanwalt Martin auS Kassel, zunächst die Rechts- äi"igfeit der qu. Verordnung destritt. Es handle fich hier um Minstände der freien Religionsübung und des Vrrsamm« Msrechts, also um Verfassungsfundamentalrechte, welche nicht I-f'ih Regierungsverordnungen verschiedenartig regulirt werden Anten. Auch könne die den Dissidenten garantirte Reli- ?»»sfreihett nicht von Geistlichen der Landeskirche abhängig �.?ocht weiden. Nur solche Handlungen, welche über Zweck »�Bedeutung deS Leichenbegängnisses hinausgehen, also z. B. ft.V'scht Agitationen, könnten bei derartigen Gelegenheiten LT als Leichenrede qualiflziren könne. Es könne wohl nicht un>> Äbficht des Gesetzgebers gelegen haben, die Methodisten [L» andere Dissidenten bei Begräbnissen ihrer Angehörigen den i �"ndtodt zu machen und ihnen gerade bei solchem Anlaß anderenfalls Der bich�r,.sein, nicht aber ein einfaches Gebet, welches man auch in L Und � ML............ «Nil Gebet liegenden Trost zu verwehren; ihnen jede gottesdienstlrche Handlung verboten !Ui* v higer beantragte nach eingehendem Plaidoyer, worin er tfiiim J» Anficht deS Vorderrichters in Bezug auf das Laien- *>«8 Herrn Sch. als recktsirithümlich verwarf, die Auf- —-. Auch die Ober- e namentlich die __ daS Laienthum VWAte"—"Der�Sen m unter' dem" Vor st ß des Prästdenten Wl Cocff'»kannte hierauf nach langer Berathung auf Freier kannte hierauf nach langer ' legte die wojitn« Abgesehen davon, ob das qu. J1'8 An«llaflürunhlt07e"'lDie Kosten deS Versah �ichen?..?iaajskasse zur Last. n-ifc Wngniß ein gewöhnliches war. welche» in diesem Falle WS. ÄÄJÄ ■Wer 8 ichon aus dem Grunde, werl die Handlungen des Äiten überhaupt"nicht" als' Leichenreden" im Sinne der rf Ä8"scheinen. Eine Leichenrede sei allerdings n, cht urch den freien Vortraa bedingt, immerhin aber könne WkrtV6 ben freien Vortrag bedingt, immerhin aber könne nt hrs Gesetzes eraätet werden. -»eine und Nersammlmrge«. »» fitzende, Herr Quandt, eröffnete die Versammlung mit der Mittheilung, daß der in Ausficht genommene Referent, Reichs- tags-Abgcordneter Liedknecht, ihn telegraphisch benachrichtigt hätte, er sei auf der Reise erkrankt und könne deihalb nicht erscheinen. An seiner Stelle werde über daS auf der TageS- ordnung stehende Thema:„Das Wahlgesetz" der Reichstags- abgeordnete 5)asenclever(stürmischer Betfall) sprechen. Von erneutem Jubel begrüßt, nahm hierauf der Genannte das Wort, um etwa folgendes auszuführen: Meine Herren! Zu den Entschuldigungen, mit denen der Herr Vorfitzende das Aus- bleiben meines Freundes Liebknecht erklärt hat, habe ich noch Einiges hinzuzufügen: ES findet morgen(Dienstag) im 19. sächstschen Wahlkreise(Schneeberg- Stollberg) eine Reichstags- Ersatzwahl statt. Der bisherige Vertreter Edert hat sein Mandat niedergelegt, wobl weil er wußte, daß seine Wahl wegen der vorgekommenen Wahlbeeinflussungen ungiltig erklärt werden mußte. Liebknecht ist nun, soviel ich weiß, nach dem Wahl- kreise gegangen, um die Agitation für den Arbeiter- Kandidaten zu unterstützen, und durch die Ungunst der Witterung, verbun- den mit den Strapazrn der Reise und der Wahlarbeit, wird er, der fast Sechzigjährige, fich eine Erkältung zugezogen haben, so daß er Ihnen den Willen nickt hat thun können, hierher- zukommen. Unvorbereitet, wie ich bin, weiß ich nicht, ob ich es so gut werde machen können, wie Liebknecht(Heiterkeit). Ich bin erst heute Miltag benachrichtigt worden, aber ich hielt es für meine Pflicht zu crscheinen, damit eine so große Per« sammlung über eine wichtige Frage, wie fie das von uns vor- bereitete Wahlgesetz um chließt, einen Reichstagsabgeordneten hört.(Beifall.) Es ist bekannt, daß in sehr vielen Wahl- kreisen die Unternehmer Wahlpresstonen der schlimmsten Art auf die von ihnen abhängigen Arbeiter ausüben. Schon der ultramoniane Abgeordnete Rintelen bat hiergegen einen Antrag im Reichstag gestellt, wonach jeder Unternehmer mit Gefängniß bestraft wird, der seinen Ardeitern mit Entlassung droht, oder fie eatläßt, wen» fie anders gewählt haben, als ihm genehm war. In seiner vorliegenden Form ist der Antrag nicht viel werth und er hat wenig Aussicht, angenommen zu werden. Im Anschluß an diesen Antrag hat deshalb die sozialdemo- kratische Fraktion einen) Gesetzentwurf als Ergänzung zum Reichstags- Wahlgesetz ausgearbeitet, der die ge- Heime Wahl wirklich fichern soll. Wohl ist eS gut, wenn nach der Wahl die Unternehmer bestraft werden, die Beeinflussungen versucht haben, aber besser noch ist eS, diese Beeinflussungen unmöglich zu machen, den Brunnen zuzudecken, bevor daS Kind hineingefallen ist!(Lebhafte Heiterkeit und Beifall.) Das will unser Antrag. Einen ähnlichen Vorschlag haben wir bereits im Jahre 1877 gemacht. Wir wollten, daß die Stimmzettel nicht mehr offen, sondern in einem Umschlage, den die Behörde unentgeltlich zu liefern und mit amtlichem Stempel zu versehen hätte, abgegeben würden. Wenn so auch nicht absolut das Wahlgeheimniß gewahrt würde, weil die Stimmzettel dicker oder dünner sein können, sodaß ein findiger Wahlvorsteher immerhin fühlen kann, wie gestimmt wird(Heiter- leit), so ist dieses System doch ficherer als das alte. Wir haben außerdem bestimmt, daß die Zettel nicht größer als das Wabl- kouvert sein dürfen und daß das letztere aus dickem Papier beigestellt sein solle. Noch eine Reihe anderer Vorschläge zum Schutze des Wahlgeheimnisses haben wir reiflich geprüft, so den Vorschlag, das belgische und englische Abstimmungsverfahren einzuführen. Dort werden alle in einem Wahlkreise aufgestellten Kandidaten auf eine amtliche Liste gesetzt und der Wähler, der beim Eintritt in's Wahllokal eine solche Liste erhält, bezeichnet in einem Nebenzimmer isolirt, durch einen Srrich vor dem Namen, denjenigen, welchen er wählt. Es liegt aber die Ge- fahr nahe, daß unter den Massen der Wähler gar viele durch die lange Namenslitanei verwirrt werden und in der Aufregung und bei der Schnelligkeit, mit der alles vor fich gehen muß, den Strich vor einen Namen anbringen, den fie gar nicht zu wählen die Abficht hatten.(Sehr richtig.) ES ist deshalb sehr zweifelhaft, od dieser Vorschlag so recht den Volksgedanken trifft und wir entschieden unS dagegen. Eine andere Maßregel aber hielten wir für sehr nothwendig. Welche Mühe und Auf- regung macht es, in den ausgelegten Wählerlisten nachzusehen, od man eingetragen ist. In tleineren Orten hindert viele Wähler sogar eine gewisse Furcht daran. Man meint, in den Verdacht zu gerathen, ein OpposttionSmann zu sein, wenn man in den Listen nachsteht: denn wer kein OpposttionSmann ist, der geht erst gar nicht hin.(Heiterkeit.) Wir verlangen des» halb, daß das gestempelte amtliche Wahlkouvert am Tage der Wahl, oder am Tage vorher dem Wähler in die Wohnung geschickt werde. Dann weiß ein Jeder, der kein Kouvert er- hallen hat, daß er nicht in der Liste steht und dieselbe kann vervollständigt weiden.(Beifall.) Jetzt kommen wir zu einer prinzipiellen Forderung. Wir verlangen, daß ein jeder junge Mann nach vollendetem 21. Lebensjahr daS aktive und pasfive Wahlrecht erhält. Die jungen Leute von 21 Jahren, die zur Verthetdigung deS Vaterlandes zu dm Waffen berufen werden, welche die höchste Pflicht, die das Vaterland kennt, zu erfüllen haben, ste sollen von dem höchsten Rechte, welches daS Vater- land verleihen kann, ausgeschloffen sein*!(Stürmischer Beifall.) Sie find mündig, fie können ihr Vermögen selbst ver- walten, fie find verpflichtet, ihre Eltern, wenn ste Roth leiden, zu unterstützen, fie erfüllen alle Pflichten der bürger- lichen Gesellschast, fie sollen auch alle Rechte genießen! (Stürmischer Beifall.) Dieser Vorschlag trifft den Nagel auf den Kopf. Diese Forderung wurde schon im Jahre 1869 von uns erhoben, alS im Norddeutschen Reichstage das Wahlgesetz berathen wurde. Ich vertheidigte diesen Vorschlag und stürmisch wurde ich von der Rechten unterbrochen, als ich gegen den Einwurf:„Mit 21 Jahren ist man noch nicht reif zum wählen!" erwiderte: Mit 21 Jahren besttzen die industriellen Ä-deiter vielmehr politische Bildung, als vre Bauern und die Arbeiter auf den Gütern in Pommern und Ostpreußen, die konservativ wählen.(Stürmisches Bravo.) Jetzt find es aber die Konservativen nicht mehr allein, die fich gegen diesen Vor- schlag wenden, sondern sogar die„Franks. Ztg.", die ein bürgerlich-demokratisches Blalt sein will, hat fich gegen ihn er- klärt. Sie sagt, man könne darüber verschiedener Anficht sein, ob die 21 jährigen jungen Leute die genügende Bildung be- säßen. Nun angenommen, fie hätten diese Bildung nicht, waS liegt näher, als zu verlangen, daß man die Schulen besser ein- rickie. L/,stün- diger Dauer wurde die von zirka 500 Personen besuchte Versammlung geschlossen. Der Vorsttzende forderte auf, in ver nächsten Versammlung des Fachvereins, welche am Sonntag, den 14. März, Jnsrlstraße 10, stattfindet, recht zahlreich zu er- scheinen. bfo. Die Generalversammlung der Putzer Berlin« und Umgegend, welche am Sonntag, den 28. v. MtS., Vormittags, im Louisenstädtischen Konz-rthause, Alte Jakobstr. 37, unter Vorfitz deS Herrn Schilling stattfand, beschäftigte fich gleichfalls mit den seitherigen und bevorstehenden Verband« lungen von Vertretern der Gesellenschaft mit der Meister-Lohn- kommisfion. Zunächst erstattete Herr Dietrich Bericht über die bekannten Verhandlungen und Beschlüsse der auf diese Ange» legenheit bezüglichen Meister- und Gesellen-Versammlung vom 21. v. M. im„Klubhause" und der Maurerversammlung vom 26. v. M. in der„Tonhalle". In der lebhaften DiSkusfion, an der fich eine große Anzahl von Rednern betheiligl«, wurde das bisherige Verhalten der gewählten Meister-Kommisfion alS «im Ganzen entgegenkommend" und anertennenSwerth bezeichnet und allgemein der Geneigtheit der Berliner Putzer Ausdruck Segiben, so weit als thunlich auf die Gesellen. Verhandlungs« iommisfion(Gesellen- Vertretung) einzugeben. Herr Buchholz betonte, unter Hinweis auf das bei den Putzern in fast allen Provinzialstädten nahezu ausschließlich maßgebende Akkord» otb«il8fan«m die Nothw«ndigkeit vorläufig bei der Akkordarbeit m bleiben und energisch für die Aufrechterbaltung und allgemeine SDmchführung de» von den Putzern Berlin» aufgestellten Tarif» einzutreten. Bon der Annahme eine» vorliegenden Antrages auf sofortige Vornahme von ErgänzungSwahlen behufs Ber> grLKeruna der Putzer Lohnkommisfion zu den Verhandlungen mit der Meister Lohnlommiifion, wurde Abstand genommen, weil unter allgemeiner Zustimmung gegen denselben geltend gemacht worden war, daß ein Gegenstand von der Wichtigkeit einer derartigen Wahl auf die Tagesordnung der Versamm- lung hätte gesetzt werden müssen, was aber nicht geschehen war. Ilebrtgen» waren alle Redner mit dem Grundgedanken de» Antrages einverstanden, die von einer öffentlichen General- Versammlung der hiefigen Putzer gewählte Putzer- Lohnkom- Mission al» einzig geeignete Körperschaft und GtseUenver- tretung für die Verhandlungen mit der Meister Kommisfisn zu erachten und dieselbe durch Vornahme von ErgänzungSwahlen zur Verhandlung» Kommisfion umzugestalten und zu vergrößern. Zu diesem Zwecke, d- h. zur Vornahme der Wahl soll dem- nächst eine neue außerordentliche Generalversammlung aller Putzer Berlins einberufen die Wahl ausdrücklich auf die Tagesordnung in d.r VersammlungSanzeige gesetzt werden. Für etwaige außerordentliche Fälle der Dringlichkeit soll der Fachverein der Putzer ermächtigt sein, das Rölhige anzuordnen. — Bei Vornahme der Detegirtenwahlen zum bevorstehenden dritten deutschen Maurerkongreß fielen dieselbe« auf die Herren Dtttrich u d Kroebel. * Der Verein„Sonntags. Klub" feierte am Sonn- abend, den 27. Februar, sein 30 jährige» Stiftungsfest in See« feld's Salon. Grenadierstr. 33. Unter Anderem wurde von Fräulein Müller ein Prolog vorgetragen, in welchem der Thätigkeit und Ausdauer der Vereinimitglieder die größte Anerkennung gezollt wurde. Unter großem Jubel der Fest- thcilnehmer überreichte Fräulein Rohlow dem ältesten Verein»- mttgliede Herrn Richter eine filberne Medaille. Hierauf wur- dm von Frau Müller und den Gebrüdem Müller mehrere sehr beifällig aufgenommene Gesangstücke vorgetragen.— Bei der Tafel wurde ein vom Vorfitzenden Herrn Rolte verfaßtes Lied gesungen, in welche» die Festgmossen sämmtlich begeistert einstimmten. Die Tanzbelustigung hielt die Festtheilnehmer bis zum frühen Morgen in fröhlichster Stimmung beisammen. * Die Generalversammlung der Ortskraukenkasse der Tischler und Pianoforte-Arbeiter Berlins findet am Freitag, den 5. März, Abend» 7 Uhr, im Bü.gersaale de» Rathhause» statt. Sämmtliche Delegirte werden ersucht pünktlich zu erscheinen, damit keine Verschleppung der Ver- Handlungen eintritt. Da die Delegirten der Arbett- geber jedenfalls vollzählig erscheinen werden, ist c» dringend nothwendig, daß auch sämmtliche Delegirte der Ar- dettnehmer am Platze find. Kl in Einziger fehle, nur dann wird eS gelingen, das Anfinnen der JnnungSmeister zmück- zuweisen und die Rechte der Kaffenmitglteder zu wahren. th. Fachverein der Schneider. Am 1. d. M. fand bei Gmtweil, oderer Saal, eine Mitgliederversammlung statt, in welcher Herr Metzner einen Vortrag über:„Die religiös« Geistesbildung als Grundlage der Moral" hielt, welchem die größte Anerkennung feiten» der Versammlung gezollt wurde. Der Punkt �Abrechnung vom 4. Quartal" wurde mit Zustim- mung der Mitglt-der von der Tagesordnung abgesetzt und wird in der nächsten stattfindenden Versammlung die Ab- rechnung vorgelegt werden. Es folgte darauf Bericht einiger Kommisfionen. Der Fachveretn hat bekanntlich eine Lohn., Bibliothek-, ArbeiiSnachwei» setzt. Diese Kommissionen und RechtSschutzkommisston ringe« find nach etlichen kombintrtm Sitzungen zu der Ueberzeugung gelangt- daß es zweckmäßig sei, dem Verein ein neues, verbessertes Statut zu geben und legte auch Herr Pfeiffer namens der Kommisfion«« einen voll- ständig ausgearbeitelen Statutenentwurf vor. Da aber gegen denselben Einwendungen erhoben wurden resp. einige Aende- rungen gewünscht«rurden, die vorgerückte Zeit aber ein Ein- treten in eine SpezialviSkusfion nicht mehr gestattete, so wird die Beratbung über diesen Statutmentwmf eienfall» in der nächsten VereinSsttzung stattfinden. Kleine Mittheilnngen. Dresden, 28. Februar. Da» Obcrlandesgericht hat in der mehrerwähnten Klage zwischen der Zentr alkranken- und Ster belasse der Tischler in Hamburg und der hiefigen Orts- krankenkaffe daS Urtheil de» LandtSger«chtS aufgehoben, und damit, wie das Amtsgericht das Prüfungsrecht der Orts- krankenkaffe«, od die von der Behörde eines anderen OrteS bestätigten Statuten freier HilfSkassen den gesetzlichen Bestim- mungen entsprechen, anerkannt. Zugleich liegt in dem Urtheil. daß das Statut der gedachten Hamburger Kaffe dem§ 75 des Krankenvelstcherunasgeletzes nicht entspreche. Uebrigens ist gegen diese? Urtheil die Revifion b im Reichsgericht»uläsfig. Kalmbach bei Pforzheim. Die Sagemühle de» W. Protz brannte am 26. Februar bis auf den Grund nieder. Das Feuer griff mit solcher Schnelligkeit um fich, daß 5 Menschen ihren Tod darin fanden. Die Eägemühle wurde im zweiten Stock von dem Befitzer derselben mir Frau und drei Kindern, sowie von August Barth, Schneider und Nachtwächter hier, mit Frau und fünf Kindern dewohnt. Der ersteren Familie ge- lang es, fich durchs Fenster zu retten, die Familie Barth war nicht so glücklich. Zrar gelang es auch der Mutter, mit einem öjährigen Kinde durch daS Fenster zu flüchten, al» jedoch ihr Mann fich selbst und die vier anderen Glieder der Familie retten wollte, fand er mit denselben in dm Flammen den Tod. Man vermuthct Brandstiftung. Zwei verdächtige Personen find, nach dem„Frkf. Journ.", dingfest gemachr. Pest, 27. Februar.(Verschüttet.) Heute Vormittag löste fich in der Sandgrube des Cssiy u. Konsotten nächst der Palatinalinsel eine Sondschichte loS, wobei der in der Grube arbeitend« 74 jährige Tagelöhner Josef S'�tz verschüttet wurde und den reckten Lbeischenlel brach. Der Verunglückte wurde in da» Johannessvital überfühlt. London, 1. März. Der bei Holybad gescheitette Dampfer „Missouri" gehört nicht der Dominion Linie, sondern der Wanen-Linie an. Letzte Nachrichten. Wie die„Vosfische Zeltung" mttlheitt, hat fick Clemmciau jetzt offen für die Ausweisung der franzöfischm Prinzen aus- gesprochen. Da auch die äußerste und radikale Linke für dm Antrag find, so wird die Lage für das Kadinet wieder be- denklich. Der chauvinistische Hanswurst Deroulede verläßt auf einige Monate Frankreich, um. wie er einem Jnterwiewer sagte, in Oesterreich. Ungarn, Italien, Rumänien%. gegen Deutschland Stimmung zu machen und für Frank- reich, wenn nicht bei dm Regierungen, doch bei den Völkern Bundesgenossen zu werben. U-ber Freijcinit, der fich vor Deutschland demüthige, äußerte er fich sehr bitter. Die wärtige Mitgl«eder>ahl der Patriotenliga gab er aul 120 an.— Glücklicher Weise hat in Frankreich nicht Herr DewuU* oder die Patttotenliga über Ktteg und Frieden zu beslima» sondern die Stimme des Volle». DaS Volk von Frank«« aber denkt en'gegmgesetzt, wie Herr Deroulede. Ganz Großbritannien und Irland wurde 1. März, wie der„Voss. Ztg." ein Privattelcgramm»e!»-- von furchtbaren Schneestürmen heimgesucht, wotw» allenthalben ernste Verkehrsstockungen entstanden, Bahnz»? einschneiten und Menschen verunglückten. KriefKustett der Redaktion. L S. 12. Ihre Fragen waren be:eits in der Sonnaber-d Nummer unter ver von Ihnen angegebenen Chiffre W- wortet. ES ist doch nicht unsere Schuld, wenn Ihnen t''! solche Notiz entgeht. Sie hatten gewiß ihre Chiffre vergeh Wethald werden Sie also gleich«o ungehalten? H. C. Die sozialdemokratische Fraktion des ReichM- hat fich dem Antrag des Abg. v. Wevell-Malchow, die vJtf' führung der Börsensteuer detreffend, gegenüber abl-hnend ballen.— Die beiden genannten„Attentäter" gehörten lern'' Partei an.... A. K., Bremerstr. Auf Ihre Fragen können wir net� lich im Briefkasten nicht eingehen. Soviel sei jedoch bemerk« daß wir mit Ihnen keineswegs einer Anficht find. Vicüe® findet fich in nächster Zeit einmal Gelegenheit, auf den W tattsmuS im Allgemeinen zurück zu kommen <5. M. Freueu Sie fich doch, daß Sie noch keinen Sterrk zetiel erhalten hadm. Sie warten natürlich, bis die von Ihnen eingefordert wird, freiwillig brauchen Sie nicht i» zahlen....... R. SB. Wer zu Tragung der Prozeßkostm verurthem'k. muß immer auch die Gebühren und Auslagen de» gegnenl»� Anwalts bezahlen. � N. 52. Die Bestimmung des Krankenkassen. Statuts, ein während 8 Wochen mit den Beiträgen rückständiges � glied ohne weitere Zahlungsaufforderung aus der Kaffe strichm wird, hat nicht den Sinn, daß in diesem% das Mitglied nun auch den Bettrag für diese 8 nicht zu zahlen brauchte. Vielmehr rächen wir Ihnen, schleasv diese Beiträge zu berichtigen, da eine gegm Sie darum � gestrengte Klage zweifellos Ihre Veruicheilung herbeisM würde.. H. H. 27. Da Sie Ihren B:Urag für die bisher g Ihnen gespielten 16tcl Loose nicht gezahlt haben, war verd fitzer berechtigt, dieselben anderweit zu verkaufen; Sie r also keine Ansprüche an ihn. H» D. 18. Ein Gerichtsvollzieher ist an fich nicht bcreW ein gepfändetes Pferd ,u seinen geschäftlichen Zwecken zu � wenden oder daffelbe elnem Anderen zur Benutzung zu 0*. lassen. Nur insoweit, als das P'eid zu seiner Pfleae 5 freien Bewegung bedarf, ist er befugt, demselben selbst durch einen Dtttten diese Bewegung zu verschaffen. Krim»» strafbar wäre der Gerichtsvollzieher nur, wen» J von dem Dritten für die gestattete Benutzung PferdcS irgend welchen Entgelt erhalten hat. In d«»» Falle könnte eine Denunziation beim Staatsanwalt erW'7 Anderenfalls müßte man fich beim ausfichtSfühienven lichttr beS dem Gettchtevollzieber vorgesetzten AmtSgettch» w schweren und die diszivlinare Bestrafung deantragen. Theater. in 5 Mittwoch, den 3. März. Vdervhaa». Keine Vorstellung. «l»«uspielha»<. Egmont, Trauerspiel Akten von Goethe. N«»tsches Theater. Romeo und Julia. »»Snev-Theater. Alfred'S Briefe. Mestdevt-Tyeater Zum 5. Male: Herr Godin und seine Töchter. Vorher, zum S.Male: Der zündende Funke. Aelle-Alliauee-Tyeater. Pattser Leben. Ko- mische Operette in 4 Akten von Meilhrc und Haleoy. Vrtedri«• Wilhelmstädtische« Theater. Der Zigeunerdaron, von Joh. Strauß. Walhalla< Theater. Das lachende Berlin. Heiteres aus der Berliner Theatergeschichte mit Gesang und Tanz in einem Vorspiele und 3 Akten von Jakobson und Witten. L»»tse»stSdtische» Theater. Abracadabra. ««tral-Theater. Der EtabS- Trompeter. v iftäria• Thea te«. Däumling. Lsteud-ikheater. Der Graf von Monte Chttsto. Schauspiel in 3 Abtbeilungen nach Alex. Dumas von Dr. Carlschmidt. U««rteaa- Theater. Große Spezialitäten- Borstellung. »ße-ter der Reichshalle«. Große Speziali- täten-Vorstellung. WaakMaun's Variete. Große Spezialitäten- Borstellung. Usakordia. Große SpezialitSten-Vorstcllung. Alhambra-Theater. Wallnertheaterstraße 10.[851 Heute: Zum 5. Male: Aas Haidepmzeßihea. Volksschauspiel in 4 Alten von Ad. Oppenheim. Neu bearbeitet von Hugo Busse. Bor der Vorstellung: Gr. Rouzert der Hauskapelle. Anfang de« Konzett» Wochentag» 7 Uhr, der Vorstellung 7'/« Uhr. Anfang de» Konzett» Sonntags 6 Uhr, der Vorstellung 7% Uhr. Vml haben Wochentag» Giltigleit und find im Lheaterbureau(12—1 Uhr) gratis zu haben. Passage 1 Treppe. 9 U. Mora bi» 10 U. Ad.[852 Kaiser-vanora«». Nur diese Woche: Türkei, Griechenland, Suczkanal. i. 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