Nr. 276. Erfcheint täglich außer Montags. Abonnements= Prets pränum.: Bierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg., Sonntags: Nummer mit illuftrirter Sonntags: Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Post- Abonnement: 3,30 mt. pro Quartal. Unter Kreuzband für Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen = in der Post Bettungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts 13. Jahrg. Infertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inferate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- undFefttagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Rmt 1, Mr. 1508. Telegramm Adresse: " Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Preußische Eisenbahn- Politik. Aus Hessen wird uns geschrieben: " " Mittwoch, den 25. November 1896. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. hand von diesen Rechten Gebrauch zu machen und die Ein Theil der hessischen Strecken wird der preußischen Bahnen gegen die tonzessionsmäßige Entschädigung Eisenbahn- Direktion in Frankfurt a. M. unterstellt; in Staatseigenthum zu überführen, ließ man sich in ein für den größeren Theil wird eine Königlich Preußische" In aller Stille und fast unbemerkt" hat die preußische langwieriges Hinüber- und Herüberhandeln ein. Endlich Großherzoglich Hessische Eisenbahn- Direktion in Mainz Bahnverwaltung einen großen und folgenschweren Schritt erklärte der hessische Finanzminister Weber auf eine errichtet. Die Ernennung des Präsidenten dieser vorwärts gethan", schrieb kürzlich der Silbermann Interpellation im Landtage, die Geduld der Regierung sei Direktion bleibt der preußischen Regierung vorDr. Arendt in seinem Deutschen Wochenblatt". Der erschöpft, ihr legtes Gebot für die Aktie im Nennwerthe behalten." Für die Anstellung der Beamten sind für Weg zur Vereinheitlichung der deutschen von 500 m. seien 730% M., wenn die Aktionäre das nicht hessische Beamte zwar eine bestimmte Anzahl Stellen Eisenbahnen ist frei, die Erreichung des Zieles ist nur atzeptirten, dann werde sie die älteren Linien vom 31. De- reservirt. Im allgemeinen aber gilt die Vertragsnoch eine Frage der Zeit." Das flingt ja recht hübsch. zember1896 ab einfach für Staatsbahnen erklären und aufStaats- bestimmung:„ Die Annahme, Ernennung und Pensionirung Die Sache hat aber auch ihre Kehrseite, die eine nähere tosten verwalten lassen. Wie aber ging der Handel aus? der Beamten und des sonstigen Dienstpersonals der BetriebsBeleuchtung verdient. Unter Führung der Berlin- Hamburger Gruppe( Arons und gemeinschaft bleibt auch bezüglich der hessischen Beamten Es handelt sich um die Verstaatlichung der Walter Berlin, Dr. Blumenfeld- Hamburg) gelang es der der Gemeinschafts Verwaltung vorbehalten", Hessischen Ludwigsbahn und den damit zusammen- Thätigkeit und rücksichtslosen Profitgier der Aktionäre, die das heißt also dem preußischen Eisenbahnhängenden Staatsvertrag zwischen Preußen hessische Regierung troß ihrer offiziellen Er Ministerium. und Hessen, der fürzlich von den hessischen Landsflärung im Landtag zur nochmaligen Erhöhung des Das mag genügen, um diesen Vertrag zwischen einem ständen unter heftigen Kämpfen genehmigt worden ist, Preises zu bestimmen. Mit 741 M. pro Attie und Löwen und einem Hasen zu kennzeichnen. Die gemein und der in diesen Tagen vom preußischen Landtag, 870 000 M. Abfindungsgelder an die 5 Direttoren wurde schaftliche Verwaltung des beiderseitigen Eisenbahnbesizes" wahrscheinlich ohne jeden Kampf, sanktionirt werden wird. das Geschäft perfekt. Herr Miquel soll das Streben der läuft in allen wichtigen Punkten darauf hinaus, daß Hessen Das preußische Eisenbahn- Ministerium und sein spiritus rector, Attionäre unterstützt haben. überall mitbezahlen, nirgends aber mitentscheiden darf. Der der Finanzminister Miquel, feiern damit einen Triumph. Und nun folgte der zweite Streich: der Eisenbahn Vertrag bedeutet nichts anderes als das Aufhören Es ist ihnen so ganz unter der Hand gelungen, von der Vertrag zwischen Preußen und Hessen, wonach der Selbständigkeit Hessens in Eisenbahns partitularen Selbständigkeit Hessens ein sehr gewichtiges für ewige Beiten der neuerworbene wie auch der ganze Angelegenheiten. Den hessischen Landständen ist Stück abzuhacken. Daß das den Partitularisten im Hessen- übrige hessische Eisenbahn Besiz in preußische jebes Finanzrecht und jede Gelegenheit der Kritik in Eisenbahnland ebenso wehe thut, wie es den preußischen Partitularisten Verwaltung übergeht. Dieser Vertrag ist ein Meister- fachen entzogen. Der preußische Landtag ist wohl thut, ist selbstverständlich. Aber das ist es nicht, was stück Miquel'scher Staatskunst. Unter Verzicht auf einen hinfort das Forum, vor dem die gemeinschaftliche Ver uns interessirt; die Sache ist von schwerwiegender all- Theil ihres Einflusses auf die Eisenbahn- Angelegenheiten" waltung" über die hessischen Eisenbahn- Verhältnisse zur gemeiner Bedeutung für das Reich. hat die hessische Regierung, wie sie selber in der dem Ver- Rechenschaft gezogen wird, oder auch nicht. Das gesammte Eisenbahnnez der Hessischen trag beigegebenen Dentschrift sagt, den Vertrag zu Diese Erweiterung des Machtbereiches der preußischen. Ludwigsbahn- Gesellschaft( zu dem u. a. die stande gebracht. In Wahrheit ihren Einfluß so gut Bahuverwaltung mit ihrer berühmten" Sparsam wichtigen Verkehrsstrecken Bingen- Mainz- Frankfurt a. M.; wie ganz aus der Hand gegeben. teitspolitik und ihrem reaktionären Widerstreben Mainz- Worms- Ludwigshafen; Mainz- Groß- Gerau- Freilich die Hoheitsrechte" find gerettet; die Schlag- gegen eine vernünftige Umgestaltung des Tarifwesens Frankfurt a. M.- Hanau- Aschaffenburg; bäume und Fahnenstangen sollen auch in Zukunft in den bedeutet für Süddeutschland feinen Fortschritt. Statt Frankfurt- Beblis- Mannheim gehören) ist zunächst ge- weiß- rothen Landesfarben prangen. Aber die Auf einer weiteren Verbilligung der Fahrpreise, wird in meinsam vom hessischen und preußischen Staat angekauft stellung des Etats, die Rechnungslegung, Heffen voraussichtlich der höhere preußische Tarif worden. Sodann ist durch einen Staatsvertrag der die Feststellung der Tarife und Fahrpläne, der alsbald Plaz greifen. Auf den hessischen Bahnen betrug, gesammte Eisenbahnbesig beider Staaten Gehälter und Löhne sind dem preußischen Eisenbahn- wie auf den badischen, württembergischen und bayerischen zu einer preußisch hessischen Eisenbahn- Ministerium unterstellt. Hessen darf nur Wünsche" aus- Bahnen, der Fahrpreis für 1 Kilometer Fahrt dritter Klasse Gemeinschaft vereinigt worden. sprechen, die Preußen thunlichst" berücksichtigen zu wollen 3,40 Pf., für 1 Kilometer Fahrt zweiter Klasse 5,30 Pf. Beim Ankauf der Ludwigsbahn ist es so hergegangen, verspricht. Um diese Wünsche vorzutragen, entfendet es( auf der Main- Neckar Bahn sogar nur 3 und 4,60 Pf.) wie es herzugehen pflegt, wenn Großkapitalisten und einen Rath ins preußische Eisenbahn- Ministerium. Selbst gegen 4 und 6 Pf. auf den preußischen Staatsbahnen. Es Regierungsvertreter ein Geschäft mit einander abwickeln. beim Bau neuer Strecken, die ganz auf hessischem wäre zu wünschen gewesen, wenn Hessen den in Baden und Die letzteren wurden gründlich über's Ohr gehauen und die Boden laufen, ist Hessen an die Einwilligung und Württemberg bereits eingeführten Tarifreformen( verlängerte Steuerzahler müssen die Suppe ausessen. Jahrzehntelang Oberleitung Preußens gebunden. Umgekehrt darf Rückfahrtkarten, Kilometer Fahrscheinhefte) gefolgt wäre, haben die Aktionäre der Hessischen Ludwigsbahn mit ihrem Preußen so viele und so unrentable neue Eisenbahnen und dadurch auf die preußische Eisenbahn- Politik einen Druck Berkehrsmonopol Bublikum und Arbeiterschaft ausgebeutet; bauen wie es will; Hessen steht keinerlei Einsprache zu. ausgeübt hätte. Diese Hoffnung ist mit dem Eisenbahnerbärmliches Material und elende Löhne verhalfen ihnen zu Wird der Gesammtertrag der preußisch- hessischen Eisenbahn Vertrag geschwunden. hohen Dividenden. Die hessische Regierung hatte jedoch gemeinschaft dadurch geringer und somit auch der auf fonzeffionsmäßig Enteignungsrechte, die für die wichtigsten Hessen fallende Extragantheil, so haben die„ blinden Hessen" Strecken zur Zeit bereits fällig waren. Statt nun furzer- das ruhig als höhere Schickung hinzunehmen. Mannheim; Rienzi. 127] Der lehte der römischen Volkstribunen. Roman von Edward Lytton Bulwer. Das Glück zeigt sich mir immer günstiger," sagte er. , Gestern ersparten mir die Florentiner die Mühe einer BeLagerung; heute, eben seitdem ich Euch gesehen, vor wenigen Minuten, fällt Euer römischer Senator in meine Gewalt." = " Das Terrain, das die preußische Eisenbahn- Politik fich neu erobert hat, bildet den Schlüssel für den südwestdeutschen Großverkehr. Die Rhein blieben, und sie schieden mit einer Feierlichkeit, die ihrem Im übrigen war ganz Rom in Bewegung. Herrliche freundlichen Zwiegespräch in der vergangenen Nacht wenig Triumphbogen, mit Gold und Silber gestickte Draperien en tsprach. Monreal fühlte, er sei unvorsichtig gewesen, doch waren mit Inschriften des Willkommens und der Freude an Vorsicht war er nicht gewöhnt, besonders wenn er sich geschmückt. In Zwischenräumen standen Jünglinge und an der Spiße eines Heeres, im vollsten Glücke wußte. In Mädchen mit Blumen und Lorbeeren. Hoch über der verdiesem Augenblicke baute er so fest auf das Gelingen seiner fühusten Pläne, daß es ihn wenig fümmerte, wen er beleidigte, wen er beunruhigte. sammelten Menge, von dem Grabmal Hadrians, von den Thürmen des Kapitols und von den Spizen aller Kirchen wehten Fahnen und Paniere, als sei ein Sieg erfochten worden. Rom öffnete nochmals seine Arme, um seinen Tribunen zu empfangen. Langsam setzte Adrian mit seinem wilden Geleite den Wie? Habt Ihr den Rienzi zum Gefangenen gemacht?" Weg fort. Eine steile Anhöhe führte sie von der Ebene Nicht so noch besser! Der Tribun veränderte hinauf, und auf dem Gipfel zeigte ihm die Krümmung des In seinen großen Mantel gehüllt, selbst von den Meisten seinen Plan und ging nach Perugia, wo jetzt meine Brüder Weges das ganze Heer im Marsch. Die Fahnen wehten, vergessen und in der Verwirrung des Augenblicks von keinem verweilen; er suchte sie auf, sie haben ihm Geld verschafft die Waffen glänzten in der Sonne, Reihe nach Reihe, gleich beachtet, stand Adrian Colonna. Er konnte seine Theilnahme und Soldaten genug, den Gefahren des Weges und den einem Strom von Stahl, die ganze Ebene war voll vom au dem Schicksal des Bruders Irene's nicht verleugnen. Schwertern der Barone zu trotzen. So schreibt mir mein Buge, indeß der feierliche Tritt der tausende von Be Einsam stand er unter seinen Mitbürgern, der einzige des guter Bruder Arimbaldo, ein Gelehrter, den der Tribun waffneten durch kriegerische und frohlockende Musik über- stolzen Geschlechts Colonna, welcher Zeuge des Triumphes durch alte Sagen von römischer Größe und mächtige Ver- tönt wurde. Wie sie weiter zogen, sah Adrian endlich die des Volkslieblings war. sprechungen getäuscht zu haben glaubt. Meine Brüder hohe, hervorragende Gestalt Monreal's auf einem schwarzen„ Er soll im Gefängniß korpulent geworden sein," selbst begleiten den Senator Tribunen zu den Mauern des Streitroffe, selbst in dieser Entfernung von den übrigen sagte einer der ihm Nahestehenden, er war mager, als Kapitols." zu unterscheiden, nicht sowohl durch seine Bewaffnung, er bei Tagesanbruch aus der Kirche von Sant Angelo " Doch sehe ich noch nicht ein, wie Rienzi dadurch in als durch seine hervorragende Gestalt. So ritt er vor- tam!" Eurer Gewalt ist." " Nicht? Seine Soldaten find meine Geschöpfe, seine Kameraden meine Brüder, sein Gläubiger ich selbst! Laßt ihn nur Rom beherrschen, die Zeit fommt bald, wann der Vizeregent weicht vor-" " Dem Anführer der großen Kompagnie," unterbrach ihn Adrian mit einem Schaudern, das der fühne Monreal nicht bemerkte, der zu sehr durch seine eigenen Gedanken beschäftigt war." Nein, Ritter der Provence, wir haben uns gebeugt unter unsere eigenen Tyrannen, doch nie, hoffe ich, werden Römer so entartet sein, das Joch eines fremden Usurpators zu tragen." über als der Stolz seines Heeres, in der Fülle seiner" Ja," sagte ein anderer, ein kleiner Mann mit einem Hoffnungen, als Anführer einer mächtigen Schaar, als flugen, unruhigen Auge, das ist wahr, ich sah ihn vom Schrecken Italiens, der Held, der er war, der Monarch, der Legaten Abschied nehmen." er werden fonnte. Neuntes Buch. Die Rückkehr. Erstes Kapitel. Der Siegeseinzug. Alle sahen den letzten Redner an; er war auf einmal ein wichtiger Mann geworden. " Ja," fuhr der kleine Mann mit prahlerischer Miene fort, sobald er die Herren Brettone und Arimbaldo, Brüder des Fra, Moreale, überredet hatte, ihn von Perugia Von Sant Angelo bis an das Kapitol waren Fenster, nach Montefiascone zu begleiten, ging er zum Legaten AlBalkone, Dächer mit tausenden von Menschen besetzt. Nur bornoz, der mit seinen Kapitänen sich unter freiem Himmel hier und da, in den Palästen der Colonna, der Orsini und unterhielt. Eine Menge folgte ihm. Ich war dabei, und der Savelli herrschte Todesstille. Verschlossene Thore und der Tribun winkte mir zu- ja, das that er- und mit Monreal sah ernst auf Adrian und lächelte bitter. Fensterläden, Stillschweigen ringsum deuteten die Ab- seinem Scharlachmantel und mit seiner Scharlachmüße " Ihr verkennt mich," sagte er, Ihr habt noch Zeit wesenheit der Bewohner an. Sobald fie Rienzi's An- trat er dem stolzen Kardinal mit noch größerem Stolze genug, den Brutus zu spielen, wenn ich Cäsar's Rolle über- näherung erfuhren, hatten sie Rom sogleich verlassen. In entgegen. Dbgleich," sagte er, Eure Eminenz mir weder nehme. Einstweilen find wir nur Wirth und Gast. Von den Dörfern und Schlössern der Campagna, von ihren Gold noch Waffen giebt, den Gefahren des Weges zu Söldnern umgeben, harrten sie der Stunde, wenn das troßen und den Hinterhalt der Barone zu vermeiden, so Doch diese letzte Unterhaltung störte die Vertraulichkeit Bolt, seines Abgottes überdrüssig, sie selbst zurückrufen bin ich doch zur Abreise bereit. Seine Heiligkeit hat mich der Ritter für die furze Zeit, während der sie noch zusaminen würde. zum Senator von Rom ernannt; der Sitte gemäß fordere etwas anderem." 11 " aus einem reinen des Die führt em immer langs heräwer. " Hei ward nu up den Kirl mal luren( lauern) Un richtig! triegt of den Patron. Un as hei'n bi den Wickel hett Un em nu in den Bussen( Busen) fött( faßt) Un mit den Stock em will trattiren, Dann feggt de Kirl:" Weg mit den Stock! Dit is den Großherzog sin Rock, Den möten S' an mi respektiven". Dunn feggt oll Stein:" Entfamte Snäfel! Meinst, ick wir so en dummen Esel, straße, der Verkehr zwischen England, Belgien, Holland[ wendigkeit des Erwerbs diefer Bahn für den preußischen Staat aber nicht gedacht zu haben. Der Resolution hat auch ein nach Süddeutschland, der Schweiz und Italien ist nun betont und darauf hingewiesen, daß alle Betheiligten bei dem Mann zugestimmt, der im Reichstag erklärt hatte, es gebe mehr der Borherrschaft der preußischen Verwaltung aus. Vertrag gut weg tommen. Darüber, daß Preußen hierbei ein Fälle, die in die Familie, die Ehe hineinreichen, wo es geliefert. Der Vertrag bedeutet aber nur eine Etappe zu sind doch die Staats- Eisenbahnen gutes Geschäft macht, dürfte tein Zweifel herrschen. nicht möglich sei, den Geboten der Religion zu folgen. Jſt einem noch höheren Ziel. Dr. Arendt spricht sich über die weitere Gestaltung quelle für den Staat geworden! Verkehrsmittel mehr und mehr zu einer bloßen Einnahme- die Duell- Wuth und Manie tein sittlicher Schaden, Herr Auch die Aktionäre Graf von Mirbach? der Dinge in dem schon erwähnten Artikel mit answerden reichlich abgefunden; für eine Attie im Werthe von erkennenswerther Offenheit in folgenden Säßen aus: Vom Rock des Königs". In Friz Reuter's 600 M. erhalten sie Bprozentige preußische Konsols im Betrage Werken findet sich auch ein Gedicht, das sich mit der jetzt Mit der Hessischen Ludwigsbahn greift die preußische von 700 m, also immerhin eine recht beträchtliche Entschädigung Staatsbahn nach Süddeutschland hinein. Ihr nächstes Biel für ihre anstrengende Thätigkeit. Es fragt sich nur, welche Rolle wieder modern gewordenen Theorie von der Unverleglichkeit muß es sein, die elfaß- lothringischen Reichsbahnen Seffen dabei spielt, denn es ist kaum anzunehmen, daß unser Rocks des Königs" befaßt. Das Läuschen" lautet: fich anzugliedern. Gelingt Gelingt dies, so wird Baden Finanzminister bei Abschluß des Geschäfts feinem finanziellen GeRespekt vor'n Großherzog finen Rock. den größten Theil des Durchgangsverkehrs vom Norden schick entsprechend der hessischen Finanzverwaltung besondere VorDll Stein tau Lüssow hadd so'n schönen Klewer( Klee) nach der der Schweiz Schweiz verlieren. Eine empfindliche theile zugefügt haben sollte. Die in der hessischen Kammer erhobenen Doch ein verdammte Postilljon Schmälerung der badischen Eisenbahn muß die Folge Klagen, daß Hessen sich hierbei Preußen gegenüber in der Lage fein, bis schließlich Baden es vorzieht, die Vereinigung an des Schwächeren befunden hat, werden wohl nicht ganz unstelle der vernichtenden Konkurrenz() zu sehen. berechtigt sein. Vom Interesse der Aktionäre wurde in der DeMit jedem Zuwachs wird naturgemäß das Uebergewicht der batte viel gesprochen, von den weit berechtigteren Interessen der preußischen den noch übrigen deutschen Staatsbahnen gegen fchlecht gestellten Unterbeamten hörte man fein Wort. Die über umso unerträglicher. Es vollzieht sich demnach Segnungen des preußischen Regimes werden sich nunmehr auch durch einen unwiderstehlichen wirthschaftlichen Prozeß in der den hessischen Eisenbahnarbeitern fühlbar machen, die jetzt merken Praris derselbe Uebergang zum Reichsbahn werden, daß zwischen einer Ausbeutung von Staatswegen und System, der in der Theorie so endgiltig beseitigt schien. einer Ausbeutung vom Privatkapital tein wesentlicher Unterschied Der scheinbar so einfache Vorgang der ist. Zu einer Ovation für Herrn Miquel gestaltete sich die Debatte Verstaatlichung der hessischen Ludwigsbahn über die Konvertirungsvorlage. Für den unbetheiligten ift also von außerordentlicher Tragweite. Beobachter- und wer ist an dieser Frage weniger betheiligt als Das Prinzip ist gefunden und wird hier zuerst verwirklicht, die Arbeiter war es ein erheiternder Anblick, mit welchem welches uns die Einheit des Eisenbahnwesens in Geschick Herr Miquel sich alle die Gründe eigen zu machen verDeutschland schließlich bringen wird." stand, die seit Jahren von anderer Seite ins Feld geführt Die Idee des Reichsbahn. Systems ist worden find. Selbst der Finanzminister mußte zugeben, daß schön und erfreut sich unserer vollen Sympathie. Die die Renvertirung eine wirthschaftliche Nothwendigkeit sei, Natur dieses großen Verkehrmittels drängt nach der sich der preußische Staat nicht länger entziehen könne. Bereinheitlichung und darum muß und wird diese Ver- Freilich werden die armen Rapitalisten recht schonend behandelt, Vereinheitlichung und darum muß und wird diese Ver- benn einheitlichung tommen. Aber der Weg, auf dem sie hier benn abgesehen davon, daß sie noch ein Jahr lang ihre vierutige Rente beziehen, wird ihnen ihr Besißstand auf weitere erftrebt wird, führt nicht zu dem Reichsbahn- System, dat Jahre gesichert. Von Wichtigkeit ist das Zugeständniß des wir wünschen und das den Interessen des Volkes dient. Für Ministers, daß sich die vierprozentigen Konsols zum überwiegenden Hessen wäre der Anschluß an die süddeutschen Theile nicht im Besiz von kleinen Leuten oder im Auslande, sondern Staaten das naturgemäße gewesen. naturgemäße gewesen. Auf der Basis in großen Händen" befinden. Mit Ausnahme des Konservativen einer süddeutschen Eisenbahn- Gemeinschaft wäre dann Freiherrn v. Willisen, der es beklagte, daß die Inhaber von vielleicht mit Preußen ein der Entwickelung förder- Konsols durch einen Federstrich um den achten Theil ihres Einlicherer Vertrag zu erreichen gewesen, als der mit Hessen tommens geschmälert werden, erklärten sich alle Redner im großen allein geschlossene. Durch die Verpreußung" des füd- gangen mit der Vorlage einverstanden, die schließlich der Budgetfommission überwiesen wurde. Am Mittwoch steht das Gesetz deutschen Eisenbahnwesens mit Hilfe schlaner Verträge und betreffend die Tilgung von Staatsschulden und die vernichtender Ronkurrenz" wird die Hoffnung auf eine Bildung eines Ausgleichsfonds auf der Tages gesunde Reform des Tarifwesens, wie der Arbeiterverhält ordnung.. nisse immer aussichtsloser. # Eine Reichs Eisenbahngemeinschaft tann nur auf der Grundlage der Gleichberechtigung der Vertragschließenden gedeihen; die leitende Behörde müßte ein Reich 3 Eisenbahnministerium und die aufsichtsberechtigte Instanz müßte der Reichstag sein. Politische Uebersicht. Berlin, 24. November. Dat Du mi bringst in Schücheri?( Einschüchterung) Ne, in de Snut friggst eins von mi, Un dei hürt Di!"( Die gehört Dir!) Ein sehr schlechtes Zeugniß stellt die KreuzBeitung" unserer Reichsregierung aus. Sie meint, die teichstags majorität, welche in die Justiznovelle liberale Bestimmungen hineinzubringen suche, überschätze den Grad des Werthes, den die verbündeten Regierungen auf das Bustandekommen der Novelle legen". Das Junkerorgan ist also der Ansicht, daß die verbündeten Regierungen der von ihnen eingebrachten Gefeßesmaßregel nicht genug Werth beilegten, um ihr zu Liebe ein paar Ronzessionen an den Liberalismus zu machen. Und die„ Kreuz- Zeitung" kennt ihre bundesräthlichen Pappenheimer. Wie dem sei wenn der Reichstag die Losung be folgt: bange machen gilt nicht! und wenn die Justiznovelle an den reaktionären Gelüsten der Reichsregierung scheitert, so weiß das deutsche Volt, wem die Verantwortlichkeit trifft. Duell- Chronit. Der Hauptmann 3. D. v. Gontard schreibt uns de dato Schloß Hachenburg, 23. November 1896: In Ihrem Blatte ist die Nachricht erschienen von einem zwischen zwei auswärtigen Difizieren am Bußtage stattgehabten Pistolenduell. Diese enthält insofern eine unrichtige und den Charakter der Beleidigung involvirende Thatsache, als dem Einfender dieses die Beleidigung einer Dame zum Vorwurf gemacht und diese als Anlaß zum Duell bezeichnet ist. Auf grund des§ 11 des Preßgesetzes ersuche ich, ohne Berzug Jbre lediglich für ein sensationslüfternes Bublifum gebrachte Mittheilung dahin zu berichtigen, daß der Anlaß zum Duell durch eine ganz interne Familien- Angelegenheit hervor gerufen und mit der Frau des nichtgenannten Gegners in feinerlei Beziehungen zu bringen ist. Die Deutsch- Konservativen in der Mauserung. Die wilde Husarentaktik, die Hals über Kopf gegen den Feind treibt, scheint unter den Konservativen wenig Freunde mehr zu haben. Wer die Verhandlungen des legten konservativen Delegirtentages liest, muß zu dieser Ansicht tommen. In den angenommenen Resolutionen steht frei lich nichts davon, aber aus den Referaten und Diskussionsreden tritt die neue, eigentlich uralte konservative Taktik zum Greifen deutlich hervor. Was nach obenhin Anstoß erAus dem Reichstage. Die Verhandlungen wurden regen könnte, muß fünftighin wieder ängstlich vermieden heute bei dem§ 152 der Novelle zur Strafprozeß werden. Darum soll die Demagogie" verpönt sein; die Ordnung fortgefeßt, über welchen gestern die Debatte bereits zu Zeiten des Tivolitages so gehätschelten Antisemiten begonnen hatte. Dieser Paragraph ist auf Initiative der werden abgeschüttelt, und den Plößen wird gesagt: Ja, Kommission eingefügt und bezweckt derselbe, der Staats- gut und schön, Ihr seid willkommen, aber nur, wenn Ihr anwaltschaft die Ermächtigung zu geben, in einer Reihe von gehorcht. Nicht der Generaloberst der Bündler wurde mit Fällen( Hausfriedensbruch, Bedrohung, Sachbeschädi- dem Referat über die Landwirthschaft betraut, auch nicht gung 2c.) von der Verfolgung abzusehen, wenn das Kanig, der das stärkste Agitationsmittel der letzten Jahre öffentliche Interesse dadurch nicht verletzt wird. geliefert, sondern der glatte Hofmann Mirbach. Und dieser Die Rechte war gegen diese Neuerung, da die Gutsbesiger stand nicht an, zu erklären, daß der Kaniz- Antrag sich Hauptmanns zum Abdruck, aber nicht weil dieselbe ihrem Inhalt fürchten, dann zu oft den Privatklagereg beschreiten zu müssen. Unser Genoffe Stadthagen sprach ebenfalls gegen den Baragraphen, weil er Mißbrauch desselben zu ungunsten der kleinen Leute befürchtet. Der Baragraph wird nach langer Debatte gegen die Stimmen der Rechten und unserer Genossen angenommen. Welchen Zweck es hat, meinen Namen der breiten Deffentlich teit, wie geschehen, preiszugeben, vermag ich nicht einzusehen, für tattvoll tann ich es nicht erachten. Ich ersuche um ein Belegblatt. von Gontard, Hauptmann 3. D. " Wir bringen diese fog. Berichtigung des schneidigen Herrn gegenwärtig nicht realisiren laffe". Und die Zuhörer spendeten nach sich dazu eignete, sondern nur um unsere Unparteilichteit ihm Beifall, ebenso wie dem Korreferenten, der derselben zu beweisen und um dem Herrn Hauptmann zu zeigen, daß er am 23. d. M. von seinem Schlosse Hachenburg aus etwas bes Meinung war. Und wie man hier jonglirte, daß es nur so richtigte, das der" Borwärts" erst am 24. November mit schnalzte, ebenso ging es bei der Besprechung der anderen theilte, dem Herrn Hauptmann also unmöglich zuvor bekannt Fragen. Die neue Handwerksorganisations Borlage habe fein fonnte. zwar schwere Mängel, aber man werde sie doch akzeptiren. Die einzige Notiz, die wir bis zum 24. b. M. in bezug auf Der Befähigungsnachweis sei zwar kein Allheilmittel, aber das stattgehabte Duell brachten, das, wie Herr v. Gontard etwas helfen könne er vielleicht doch. Man erklärte, felbft zugiebt, stattfand, war unsere Depesche im Vorwärts" vom einen Stillstand der Sozialreform wünsche man nicht; 20. November, die lautete: Am Bußtag soll ein Pistolenduell in der Nähe Marburgs. doch keiner der Redner berief sich auf die kaiserliche zwischen Kaffeler Offizieren stattgefunden haben. Die Ursache Botschaft vom 4. Februar 1890 u. s. m. u. s. m. Wie soll die Beleidigung einer Dame sein. butterweich die Konservativen wieder geworden, daß zeigt Gestern, am 24. November, brachten wir alsdann aus ber am besten die Umredigirung der Resolution II. Zuerst Hessischen Landes- Beitung" die Angabe, die Herr fonstatirte man, daß im Voltsleben vielfache Schäden hervor- v. Gontard im Glauben, der Borwärts" habe fte zuerst gebracht, getreten seien. Aber sogleich wurde man stuzig. Da hätte durch den oben abgedruckten Brief vom 23. d. M. berichtigte". ja einer denken können, es sei von wirthschaftlichen Schäden, Jene Angabe der Hessischen Landes- Zeitung" lautet mit der von Das preußische Abgeordnetenhaus überwies am Dienstag Schäden des Militarismus und anderem mehr die Rede. Flugs uns verfaßten Einleitung: Das preußische Abgeordnetenhaus überwies am Dienstag flickte man vor Schäden das Wort„ fittliche" ein. Um die Sittlich den Gefeßentwurf betreffend die Berstaatlichung der feit des Boltes fümmert sich ja heute jeder, der etwas Hessischen Ludwigsbahn nebst dem dazu gehörigen Die Verhandlungen nahmen dann ein etwas lebhafteres Tempo an bis zum§ 211, durch den ein beschleunigtes Verfahren in den Fällen zugelassen werden soll, in denen der Angeklagte auf frischer That ertappt oder verfolgt und vorläufig festgenommen ist. Nach Annahme mehrerer Unteranträge aus dem Hause, welche einen weiteren Schutz des Angeklagten bezwecken, wurde der Paragraph angenommen und dann die Berathung beim§ 244 auf morgen vertagt. Man befürchtet, daß die ganze laufende Woche noch für die Justiznovelle drauf gehen wird. D Nachtrags Etat nach kurzer Berathung an die Budget- werden will. Nun hielt man die Sache gelungen und hofft tommiffion. In der Debatte wurde von allen Seiten die Noth- dies heute noch. An eine Possirlichkeit scheint man dabei ich von Eurer Eminenz jetzt die Bestätigung meines Händen; vor jedem Hunderte wehten Paniere mit der InRanges." Ich wollte, Ihr hättet sehen können, wie der ftolze Spanier staunte und erröthete und zürnte; doch er biß sich auf die Lippen und sagte wenig." Und er bestätigte Rienzi als Senator?" " Ja, und segnete ihn und hieß ihn weiter ziehen." " Senator!" sagte ein finster blickender Riese mit über einander geschlagenen Armen, ich kann den Titel nicht leiden, den ein Patrizier getragen hat. Ich fürchte, er vergißt den alten über dem neuen Titel." " " Wir berichteten auf grund einer Privatdepesche aus Mar burg a. 2. von einem Duell, das am Bußtage stattgefunden hat. In Bestätigung unserer Meldung schreibt die in Mar burg erscheinende, Hessische Landes Zeitung":" Das Duell hat in der That am Nachmittag des Bußtages in der Nähe der Schießstände stattgefunden und verlief, soweit wir unterrichtet find, unblutig. Auch die Polizei soll bereits benachrichtigt sein. Den Anlaß zu dem Duell hat eine Beleidigung gegeben, die der von seiner früheren hiesigen Wirksamkeit bekannte Hauptmann v. Gontard, der Schwiegerfohn des Marburger Professors der Philosophie Bergmann, der Frau eines Kameraden zugefügt hat. v. Gontard hatte überdies den Kameraden auf eine falsche Anschuldigung hin beim Ehrenrath für fatisfaktionsunfähig erklärt. Deshalb kam es zwischen den beiden Hauptleuten zu dem erwähnten Duell am Bußtag". schrift: Freiheit und Friede kehren zurück!" Als sie an der Gruppe neben Adrian vorbeikamen, wurde jeder unter dem Volke beliebte Reiter des Buges erkannt und mit lautem Beifall begrüßt. An ihrer Kleidung und Ausrüstung sah Adrian, daß sie meist zu den römischen Handelsleuten gehörten, ein Geschlecht, das, wie er wohl wußte, wenn es sich nicht sehr geändert hatte, die Freiheit nur als Handelsspekulation betrachtete. Das ist ein unzuverlässiger Schuh!" dachte Colonna, was tommt nun?" Nun tamen in Pfui, Cecco del Vecchio, Du bist immer mißlaunig," glänzenden Waffen die deutschen Söldner, angeworben fagte ein Tuchhändler, dessen Laden durch die Vorbereitungen durch das Gold der provençalischen Räuber, zweis zum Triumpheinzuge sehr viel abgesetzt hatte, pfui, ich hundertundfünfzig an der Bahl, früher von Malatesta di halte den Senatortitel für einen weniger abgenußten, als Rimini besoldet, ernst, geordnet, ruhig sie betrachteten Den eines Tribunen. Jetzt wird es endlich wieder Feste die Menge mit einem Blicke, der halb Erstaunen, halb am 19. d. M. hat die Straffammer von Mulhausen i. E. den Chronik der Majestätsbeleidigungs Brozesse. geben! Roni ist lange genug still gewesen. Es war eine freche Verhöhnung ausdrückte. Kein Bewillkommnungs- 46jährigen Bäckergesellen Ludwig Götz wegen Beleidigung des schlechte Zeit für den Handel, das muß ich sagen!" gruß empfing diese kräftigen Fremdlinge; es war nicht zu deutschen Kaisers zu 4 Monaten Gefängniß verurtheilt. Göz verkennen, daß ihr Anblick die versammelte Menge mit hat in der Trunkenheit einige ehrverlegende Ausdrücke über den Schauder erfüllte. Jener grinste höhnisch. Er gehörte zu denen, die den Mittelstand von den arbeitenden Klassen trennen, und die damals den Kaufmann so sehr als den Adeligen haßten. Der Tag geht vorüber", sagte der kleine Mann, er muß bald ankommen. Die Frau des Senators und sein ganzes Gefolge sind ihm schon vor zwei Stunden entgegen." Raum hatte er dieses gesagt, als die Menge zur Rechten unruhig herbeidrang und ein Reiter durch die Straßen sprengte. Platz da, zurück! Play! Macht Platz für den Senator Roms!" Es ist eine Schande", brummte Cecco del Vecchio hörbar. Bedarf der Freund des Volkes der Schwerter, die einen Orsini oder einen Malatesta beschützen müssen? D, der Schande!" Reine Stimme gebot diesmal dem riesenhaften Unzufriedenen Stillschweigen. " Dies ist sein einziger wirklicher Schutz gegen die Barone", dachte Adrian, wenn er sie gut befoldet. Aber ihre Zahl genügt nicht." Herr v. Gontard hätte also feine sogenannte Berichtigung an die" Hessische Landes- Beitung" nicht an uns richten sollen. Damit aber Herr v. Gontard einsteht, daß er in blinder Leidens schaft fich an die falsche Adresse gewandt hat, haben wir ihm ein Exemplar dieser Nummer nach Schloß Hachenburg übersandt und nicht weil er uns darum ersuchte. deutschen Raisergethan. Durch die Gendarmerie in St. Ludwig i. E. wurde am Donnerstag Mittag ein aus der Schweiz gebürtiger Bigarren macher, der von der Staatsanwaltschaft in Freiburg i. B. steck brieflich verfolgt war, wegen Majestätsbeleidigung verhaftet. Begen den Berhafteten soll außerdem noch ein Verfahren wegen Beamtenbeleidigung anhängig sein. Er wurde am Freitag Morgen in das Amtsgefängniß Mülhausen eingeliefert. Das wegen Majestätsbeleidigung gegen den Redakteur der Magdeburger Boltsilimine", Genossen John, schwebende Verfahren ist eingestellt worden. " Deutsches Reich. Zu den Bismarc'schen Enthüllungen " Die Menge schwieg, murmelte, schwieg darauf wieder. Von Balkonen und Fenstern bog sich jeder heraus. In Darauf famen zweihundert Mann zu Fuß aus Toscana, der Ferne hörte man Pferdetritte den Schall von schwer bewaffnet und gerüstet, deren freundliche Blicke mit Trompeten und Hörnern. Bald erglänzten in der Ferne der Menge zu sympathisiren schienen. Und dieses geschah Fahnen und Speere, endlich schrie die ganze Menge wie in auch, denn sie waren Toscaner und liebten deshalb die Frei- schreibt Herr v. Fechenbach- Laudenbach im Mainzer Journal": einem Tone: Er kommt! Er fommt!" heit. Auch schienen die Römer natürliche Verbündete in Mit Bestimmtheit tann nun angenommen werden, daß der Verihnen zu erkennen, und ein allgemeines Viva empfing die rath Bismarck's ganz denselben Impulsen entsprang, als sein Interview in Wien, die Marktplay- Rede in Jena und seine braven Toscaner. darauf folgenden in Kissingen vom Jahre 1892. Der Schleier „ Ein ungenügender Schuh," dachte der erfahrene Co- ist nun gänzlich weggezogen und unwillkürlich richtet man die Buerst tamen, zu sechs, die römischen Reiter, die dem lonna,„ die Barone können diese kleine Anzahl überwältigen, Frage nach Friedrichsruh: Für was die Umstände, die Präludien Senator entgegen gezogen waren, mit Delzweigen in den lund der Pöbel kann sie verführen."( Forts. folgt.) und der Auswand in Scheingründen, wenn man mit ein paar " Adrian zog sich noch mehr in die Menge zurück, lehnte fich gegen die Mauer eines Hauses und betrachtete den sich nähernden Zug. Worten di« Wnhrhelt sagen kann, die ohne Umstand auch geglaubt wird? Hatte der tolle Zorn in Wien seinen Grund in der vereitelten.Aufwartung in der Hofburg", so hat ihn der jetzige durch die Vereitelung des Zaren-BesucheS in Friedrichs- ruh. Für beide Enttäuschungen macht Bismarck den Kaiser ver- antwortlich. Durch die Veröffentlichung des strengen Staats- geheimnisseS rächt er sich an beiden Kaisern. Die Borgänge vom Jahre 1892 und von 1396 beruhen auf puren Rachegefühlen, die selbst vor dem Staatsverrathe nicht zurückschreckten. Der „Heros des Jahrhunderts", der„getreue Eckard", der„große Deutsche und Patriot" endigt als„ein Rcichsfeind"; er wurde in Wirklichkeit, was er anderen so oft frivoler und unwahrer Weise vorwarf. Gute, alte deutsche Sprichworte erfüllen sich bei ihm vollständig:„Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht",„Ehrlich währt am längsten",„Wer einem andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein" und---„Alter schützt vor Thorheit nicht". Der„große Mann' ist zu einem„politischen Buschklepper" herabgesunken, der aus dem Hinterhalte seine Pfeile sendet und bei der allgemeinen Verachtung über ein solches Treiben sagt:„Dar öwer lak ich nur". Ein fröhliches Lachen ist es aber ganz sicher nicht.— — In die Novellezum preußischen Vereins- g e s e tz wünschen die Mittelparteiler die Bestimmung auf» genommen, daß nur deutsche Vereine und deutsche Versamm- lungen gestaltet werde». Jede polnische oder dänische Volks- Versammlung soll verboten werden.„Ginge dies durch," bemerkt die„Köln. Bolksztg." mit recht,„so würden wir den zweisel- haften Ruhm besitzen, in dieser Beziehung mit der re- aktionärsten Vorschrift unter allen zivilisirten Ländern aus- gestattet zu sein. Sogar in Rußland dürfen deutsche und polnische Versammlungen stattfinden, und in Ungarn hat der magyarische Thatendrang eines Banffy sich auch noch nicht so weit verstiegen."— — Der ambulante Gerichtsstand derPresse. Wie gegen eine Reihe anderer Blätter, so hat der Margarine- Fabrikant Mohr auch gegen die„Germania" und gegen die „Katholische Volkszeitung" die Beleidigungsklage an- gestrengt. Beide Blätter erscheinen in demselben Verlage und haben denselben Verantwortlichen. Nun ist gegen die„Germania" unter ausdrücklicher Berufung auf die bekannte Entscheidung deS Reichsgerichts bei dem Schöffengericht in Hamburg, gegen die„Katholische Volkszeitung" dagegen bei dem Schöffengericht in Berlin Anklage erhoben worden, und beide Privatklagen richteten sich gegen denselben verantwortlichen Redakteur in derselben Sache!— Höher geht'S wohl nimmer!— — Die Hauptverhandlung im Prozeß Lützow-Leckert und Genossen findet am 2. Dezember statt. Es scheint dem Wunsche der Angeklagten zu entsprechen, daß die Verhandlungen unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt- finden. Eine von betheiligter Seite den Zeitungen zugehende Mittheilung deutet darauf hin. Wie wir erfahren, wird aber gerade im Staatsintereffe die Verhandlung in vollster Öffentlichkeit stattfinden.— — Zum Kapitel Erhöht« Dampferfubvention für die o st a s i a t i s ch e Linie. In den„Hamb. Nachr." wird darauf hingewiesen, daß von den im Jahre 1894 auf der ostasiatischen Linie verladenen Gütern auf der Ausreise nur ca. 85 pCt. des Gesammtverkehrs deutscher Herkunft feien, bei der Heimreife waren sogar nur ca. 21 pCt. des Gesammtwerths für Deutschland bestimmt. Ihren Hauptverkehr müsse die betreffende Linie sich in ausländischen Häfen suchen. Der deutsche Güterverkehr nach Ostasien gehe unbekümmert um die Lloydlinie nach wie vor hauptsächlich über Hamburg.— — Der Delegirteutag der deutsch-konser- vativen Partei hielt am 20. November seine zweite (Schluß-) Sitzung ab. Nachstehende Resolutionen wurden angenommen: Der Delegirtentag erkennt gern an, daß im Rahmen der Kompetenz der Einzelstaaten die Fürsorge für die Land- w i r t h s ch a f t eine thatkräftigere geworden ist. Eine gleiche Fürsorge aber seitens der Reichsregierung ist noch immer zu vermissen; insonderheit ist die Ablehnung des Margarine- g e s e tz e s und des Quebrachozolles durch den Bundes- räch und die abweisende Haltung gegenüber de» Wünschen aus Gleichstellung der landschaftlichen Pfandbriefe im Reichsbankverkehr zu beklagen. Die Abwehr der ausländischen, unter den in- ländischen Produktionskosten erzeugeude» Konkurrenz, insonderheit in Getreide und Vieh, ist das einzige durchgreifende Mittel, um die Preise für landwirthschaft- liche Erzeugnisse zu heben und damit der Roth der Land- wirihschaft abzuhelfen. Es ist darum Hauptaufgabe ebenso der konservativen Partei wie der Regierungen, unablässig auf Wege bedacht sein, um dieses Mittel in Anwendung zu bringen. Auch die internationale Regelung der WährungSfrage ist fortgesetzt im Auge zu behalten, und die auf Erreichung dieses Zieles gerichteten Bestrebungen sind wirksam zu fördern. Die Erhaltung des ländlichen Grundbesitzes, insbesondere auch deS Kleinbesitzes liegt der konservative» Partei besonders am Herze». Darum ist eine größere Anpassung unseres p r i- v a t e n Rechts an die Interessen der Landwirthschaft in die Weg« zu leiten und daS Genossenschaftswesen auch zu gunsten der Landwirthschaft und des Handwerks in mög- lichster Ausdehnung zu fördern. Der Delegirteutag k. giebt seiner Genugthuung darüber Ausdruck, daß die Gesetzgebung zum Schutze von Handwerk und Kleingewerbe in den letzten Jahren versucht hat. fortzuschreiten. Dieser Beginn eines Fortschritts ist in erster Linie der beharrlichen Initiative der konservativen Partei zu verdanken. In dem von der königl. preußischen Staats- regierung dem Bundesrathe voraeleglen Gesetzentwurfe betr. die Organisation des Handwerks erblickt der Delegirtentag einen bedeutungsvollen Schritt auf diesem Wege. Erfüllt dieser Entwurf auch nicht alle berechtigte» Forde- rungen der Handwerker, so giebt er ihnen doch eine feste Organisation und damit die Möglichkeit, besser als bisher die Interessen ihres Standes wahrzunehmen. Bei der großen Bedeutung, die der Handwerkerstand auch heule noch als Kern des gewerblichen Mittelstandes hat, wird die konservative Partei für feine Erhaltung, wie für den Schutz der nationalen Arbeit überhaupt, auch in Zukunft eintrete». Sie wird insonderheit darauf bestehen, daß die weitergehenden programmatischen Forderungen: Einführung des Befähigung s-Nach weises, Beseitigung der Wanderauktionen. Befeitigung der Bevorzugungen des großen Geldkapitals, erfüllt werden. Die Darstellungen, als ob die Bestrebungen der konservativen Partei hinsichtlich eines genügende» Schutzes für Landwirth- schaft, Handwerk und Kleinhandel einen gegen die Industrie gerichteten feindlichen Akt bedeuten, ist unrichtig und tendenziös. Den Zollschutz, dem die Industrie ihre günstige Stellung zu- zuschreibe» hat. verdankt sie namentlich dem selbstlosen Ein- treten der konservativen Partei, und in dieser Hinsicht hat sich die Stellungnahme der Partei nicht im geringste» geändert. Was aber verlangt werden muß, ist, daß nicht wie beim Ab- schluß der geltenden Handelsverträge Vortheile für die Industrie durch Preisgabe wesentlicher Interessen der Landwirthschaft erzielt werden.— A» der Gleichstellung der übrigen nationalen Produktivzweige mit der Industrie in bezug auf einen wirksamen Schutz ist festzuhalten und dieses Bestreben sollte die deutsche Industrie nicht bekämpfen, sondern unterstützen. In der zweite» Versammlung wurde auch an der Resolution II, die mau an, Vortage gesaßt, eine Korrektur vorgenommen. Die neue Fassung— da? Hinz«gekomm«ne ist durch gesperrten Druck hervorgehoben— lautet folgendermaßen: In Erwägung, daß von verschiedenen Seiten versucht worden ist, über die sozialpolitische Haltung der konservativen Partei Mißverständnisse und Mißdeutungen öffentlich hervor- zurufen, erklärt der Delegirtentag u. s. w.: 1. Die konservative Partei erachtet eS für geboten, den in unserem Volksleben hervorgetretenen vielfachen sittlichen Schäden energisch entgegenzutreten. Sie steht nach wie vor auf dem Boden der Allerhöchsten Botschaft von 1331. Dem- gemäß wünscht sie nicht den Stillstand der Sozialreform, son- der» die planvolle Weiterführung derselben. 2. Die Sozialreform ist nicht ausschließlich oder wesentlich alS eine Angelegenheit der Lohnarbeiter zu erachten; sie hat sich vielmehr gleichinäßig auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber und auf alle Produktivstände zu erstrecken. 8. Die ArbeiterversicherungS-Gesetze be- dürfen der Vereinfachung und Verbesserung. Der vor kurzem im„Reichs-Anzeiger" ver- öffentlichte Entwurf einer Abänderung der erwähnten Gesetze genügt in keiner Hinsicht. — Die.Königsberger Hartung'sche Zeitung" will das Beispiel der„Frankfurter Zeitung" nachahmen. Sie schreibt: Die„Hartung'sche Zeitung", gegen deren Chefredakteur bekanntlich um einer ähnlichen Lappalie willen wie gegen die „Frankfurter Zeitung" ein Zeugnißzwangs-Verfahre» eingeleitet worden ist, wird nunmehr vor die Frage gestellt, ob sie sich nicht dem Vorgehen ihrer Frankfurter Kollegrn anschließen will, und sie wird eventuell lein Bedenken tragen, diese Frage zu bejahen.— — Die LandtagSwahl für den dritten Wahl- kreis der Stadt Gera ist laut amtlicher Bekanntmachung auf Dienstag den S. Januar 1897 anberaumt worden. Das Mandat hatte unser verstorbener Genosse Ernst Hahn inne. — Die Landtags- Stichwahl in Kannstatt findet am 3. Dezember statt.— Gießen, 28. November.(Eig. Ber.) Das Resultat der hiesigen Reichstagswahl(rund 9700 Antisemiten, 5300 Sozialdemokraten) sieht aus den ersten Anblick wie ein glänzender Sieg Köhler's aus, in Wirklichkeit ist es etwa? ganz anderes, wie nachstehende Zahlen beweisen werden: 1398 erhielt Köhler in der engeren Wahl 3163 Stimmen Meinert(natl.) 6987 Damals standen die Antisemiten den Freisinnigen und Nationalliberalen allein gegenüber, da wir uns der Ab- ftimmung enthielten. Bei der diesjährigen Stichwahl standen aber die Nalionalliberalen und der größte Theil der Freisinnigen auf Seiten der Antisemiten und trotzdem hatte ver ganze bürgerliche Mischmasch gegen 1393 nur einen Zuwachs von ca. 1600 Stimmen. 1893 erhielten Nationalliberale und Antisemiten als Gegner zusammen über 1b 000 Stimmen, diesmal als Freunde vereint 9700; wie man unter solche» Verhältnissen von e»nem glänzenden Sieg saseln kann, ist unverständlich. Und wie habe» unsere Gegner gearbeitet? Beamte, Pfarrer. Großgrundbesitzer, Lehrer, überhaupt alles hat uns mit allen Mittel», auch den verlogensten und schmutzigsten, bekämpft. Das hiesige Amtsblatt nahm»och einen Tag vor der Wahl eine uns beschimpfende Erklärung Köhler's auf, wies aber unsere einfache Ausforderung zur Wahl zurück. Ein hiesiger Geistlicher hat sich den Souutag vor der Wahl auf der Kanzel für die Antisemiten ins Zeug gelegt». f. w. I» Gießen mögen für Genosseu Scheideman» einige Freisinnige gestimmt haben, auf dem Lande sind sie geschlossen für Köhler eingetreten. Unser Erfolg ist ein durch eigene Kraft errungener und können wir den Gegnern heute schon die Versicherung geben: Wir sehen uns 1393 wieder. — Verfahren gegen Unbekannt. In Sachen der bekannten Veröffentlichung der„A ui b e r g e r Bolkszeitung" über die Aufhebung eines m i l i t ä r g e r i ch t l i ch e n Entscheides durch den Regenten ist eine Untersuchung gegen den unbekannten Offizier, der die Sache zur Kenntniß Dritter gebracht hat, angestellt worden. In A m b e r g ist der„Augs- burger Abend- Zeitung" zufolge der Redakteur der dortigen „Volkszeitung", Herr Boes, als Zeuge vorgerufen und nach dem Einsender des Artikels befragt worden, er hat aber, wie man hört, die Angabe verweigert. Jn�Müncheil wurde der Zenlruinsjournalist Herr Dr. Kausen, von dem bekannt ist, daß er u. a. auch für die„Amberger Volkszeitung" arbeilet, bei der Kommandantur zeugenschaftlich vernommen.— Metz, 22. November.(Boss. Ztg.) Der Redakteur P e t r y und zwei Gefangenenwärter wurden ver- hastet. Ihre Verhaftung soll nach einer hiesigen französischen Zeitung mit dem wieder aufgenommenen Landesverraths- P r oz e ß zusammenhängen. Der verurtheilte Hanne soll an- gegeben haben, daß seinerzeit, als er hier in Untersuchung saß, die beide» Gefängnißaufseher und Petry Verbindungen mit Per- sonen vermittelt hätten, die zur Folge hallen, daß diese recht- zeitig die französische Grenze gewinnen konnten. Die Unter- suchung wird sehr geheim geführt. Die Betheiligten sind in de» nächsten Amtsgerichts-Gesängnissen Remilly»ud Ars unter- gebracht. Ferner wurde der Hausirer Bernhard Holzach ans Basel unter der Auschnldignng, mit dem wegen Landesverraths bestraften Schmidtkonz in Verbindung gestanden zu haben, in Hast genommen.— Arattkreich. — Die Meldung d e s„F i g a r o", die„Petit Repub- lique" werde durch Verkauf demnächst in die Hände der Radi- kale» übergehen, wird von M i l l e r a n d, dem bisherigen Chef- redakleur, für absolut unbegründet erklärt. Das Blatt werde bleiben, was es ist.— Belgien. Brüssel, 24. November. In der Kammer wurde heute die Interpellation Lorand, betreffend den Rücktritt des Kriegsministers und betreffend daS Heeresreformprojekt beralhen. Der Interpellant warf der Regierung Worrbrüchigkeil vor; er sagte, sie habe den Minister über Bord geworfen, obgleich man ihm versprochen, das Projekt in der Kammer einzubringen. Die Regierung habe nicht den Muth, ihre internationalen Verpflichtungen zu erfülle». Der Ministerpräsident antwortete, der Plan betreffend das Los- kaufssystem habe Zwiespalt unter der katholischen Mehrheit ver- nrsacht. Die Regierung würde gestürzt und das Land der Anarchie versallen sein.(Heftige Protestrufe links.) Die Regie- rung werde einen Gesetzentwurf einbringen, wenn die Zeit dazu günstig sei. England. Loudou, 22. November. Zur Zuckerfrage. Wie amtlich mitgetheilt wird, haben die westindischen Kolonien dringende« Vorstellungen bei der britischen Regierung betreffend die kritische Lage der Zuckerindustrie erhoben und die Roth- wendigkeit von Abhilfemaßnahmen betont. Die Regierung er- wägt den Plan, die Frage durch eine Kommission an Ort und Stelle untersuchen z» laffen.—„Daily Chronicle" bemängelt die Maßregeln, welche die von der Regierung eingesetzte Kommission für die Zuckerkrisis in Indien ausgearbeitet hat.„Morning Post" meint, England möge eine Konserenz der europäischen Mächte einberufen, um England aus der Zuckerkrisis heraus- zudelfen. was durch Abschaffung ver Zuckerprämien geschehen könnte.— Italien. Rom, 21. November.(Eig. Ber.) Die Friedens- präliminarien mit A b e s s Y n i e n, welche im zweiten Artikel von der Freilassung der italienischen Gefangenen handeln, sind dem gescheiterten Versuche des Papstes, die Freilassung jener Gefangenen zu erlangen, auf dem Fuße gefolgt. Man wird deshalb mit recht annehmen können, daß die Begründung der dem Papste ertheilten abschlägigen Antwort durch den Hinweis auf die sortdauernd feindselige Haltung Italiens nichts anderes war als ein Vorwand. In Wirklichkeit dürfte der Einfluß Rußlands aus die abessynische Geistlichkeit«s zu Wege gebracht haben, daß«nan dem Papste dasjenige ver- weigerte, was man wenige Tage später dem italienischen Regierungsbevollmächtigten einräumte. Russischer und srau- zösischer Einfluß dürste auch bei der Abfassung der Friedens- bedingungen, die man Italien gewährte, maßgebend gewesen sein. Italien erhielt seinen Wunsch, die Gefangenen endlich bereit zusehen, erfüllt, und trotzdem eine der Feststellung der künftigen Grenze zwischen der italienischen Kolonie und Abeffynien noch nicht vorgenommen ist. Daß diese Grenze in dem Vertragsentivurfe auch nicht einmal in allgemeinen Aus- drücke» bezeichnet worden ist, beweist, wie geringen Werth beide Theile mit recht auf die Territorialfrage legen. Dagegen ist von sehr wesentlicher Bedeutung die Bestimmung des Artikels 5 des Vertragsentwurfs, daß Italien keinen Theil seiner Besitzungen am Rothen Meere an eine andere Macht als Abeffynien abtreten darf. Der Zweck dieser Bestimmung ist nur dann klar, wen» sie sich aus das von Italien dem Mahdi abgenoinmene Kassalah be- zieht. Bekanntlich soll Italien über diese Stadt mit England ein Abkommen getroffen haben, welches die Abtretung Kassalah» an England in Aussicht nimmt. Diesem Abkommen würde also die Bestimmung der Friedenspräliminarien mit Abessynien sich entgegenstellen und dies gerade zu einer Zeit, wo England sich im Kriege mit dem Mahdi und im Vorrücken am oberen Nil be- findet. Es ist ohne weiteres klar, daß es französischer Einfluß ist. der diesen Artikel in den italienisch-abessynischen Friedensvertrag hineingebracht hat: und man vermulhet, daß Frankreich sich Abessyniens auch fernerhin bedienen werde, um dem englischen Vordringen im Sudan Einhalt zu thun. Von Italien erwartet man augenscheinlich, daß es, durch die Niederlage von Adua ge- warnt, auf ein gemeinsames Vorgehen mit England verzichten werde.— Türkei. In Konstantiuopel dauern die Verhaftungen von Türken fort. Unter den in Hast Genommenen sind viele Geistliche.— Griechenland. — Das Gleichgewicht im Staatshaushalt kündigte der Finanzminister in der eben zufanimengetretenen Deputirteukammer an. Glauben wird dieses griechische Märchen nirgends finden.— Patras. Der sozialistische Arbeiterverein erließ eine Bekanntmachung, worin er erklärte, der Mörder M a z a l i s habe in keinerlei Beziehung zu dem Verein gestanden. Dieser sei schon seit Jahren infolge seiner überspannten Ideen von den übrigen Sozialisten gemieden worden. Vor einigen Wochen aber habe er dem Verein vorgeschlagen, ihn nach Athen zu entsenden, damit er dort entweder den König ermorde», oder in die tagende Zlbgeordnetenkamnier eine Sprengbombe werfen könne. Der Verein sollte ihm hierzu das er- forderliche Reisegeld. sowie die Mittel zur Beschaffung der Sprengstoffe geben. Diesen Antrag wies jedoch der Verein zurück, worauf Mazalis auf eigene Faust vor- ging und mit einem scharf geschliffenen Schustermesser den Mordanschlag gegen die beiden Bankiers in Patras ausführte.— Mazalis hat sich bekanntlich im Gesänguiß mit einer Dynamit- patrone getödtet. Asien. — Auf den Philippinen gehe» die Dinge angenschein- lich denselben Gang wie auf Kuba. Nicht einmal in den Negieruugsdepeschen zeigt sich eine Verschiedenheit. Aus Madrid liegt folgende Meldung vom 23. November vor: Die B e r- bind nn g mit den Philippinen, welche unterbrochen war, ist wieder hergestellt. In der Provinz Sambales ist eine Schaar A u f st ä u d i s ch e r erschienen. Die Auf- ständischen bemächtigte» sich der Stadt M a y u in o. Einzelheiten fehlen. Major Arteaga schlug mit 700 Mann eine Abtheilung Anfständischer, welche 20 Todte und zahlreiche Verwundete hatte. General B l a n c o ist nach Manila zurück- gekehrt.— Eine weitere Meldung vom 24. Noveinb« besagt: Nach amtlichen Depesche» aus Mauilia sind die Aufständischen in mehreren Gefechten, besonders bei Santa Cruz in der Provinz L a g» n a und in der Provinz B a t a a n geschlagen worden. ahlreiche Aufständische sind in diesen Gefechten gefallen. Die nippen haben nach heftigem Widerstände die Stadt Pagsan- jan mit dem Bayonelt genommen.— Amerika. — Der Kongreß der Vereinigten Staaten ist für den 15. Dezember zu einer außerordentlichen Session ein- berufen worden.— — Die Vereinigten Staaten und die kubani- s ch e n A u f st ä n d i f ch e n. Der„Franks. Zeitung" wird aus New-Iork gemeldet: Hitt, der Vorsitzende des Komitees auS- wärtiger Angelegenheiten im Repräsentantenhause, erklärte, der Kongreß werde sofort eine Resolution annehmen, Kuba als kriegsführende Macht anzuerkennen. Senator Lindsay, welcher früher Cleveland's Haltung unterstützte, befürwortete jetzt die Intervention.— Kuba. Der Bürgerkrieg richtet das Land zu gründe. Zwanzig englische Meilen in der Runde von Havannah sind sämmtliche Tabaks- und Zuckerplantagen zerstört. Amerikanische Pflanzer haben in Washington Enlschädigungs- ansprüche in der Höhe von 50 Millionen Dollar erhoben. Das ist natürlich übertrieben, dient aber dazu, die Re- giernng der Vereinigten Staaten mehr und mehr aus der Neutralität herauszudrängen.— VttvlAmvnkKvifitzes. Im Reichstage soll nach Abschluß der zweiten Berathung der Jiisliziiovelle und nach Erledigung der Interpellation Auer, betreffend die Besteuerung der Konsumvereiiie im Königreich Sachsen, die erste Lesung des Etats erfolgen, damit die Biidgei- konimission ihre Arbeilen begiiinen kann. Deninächst sollen die Novellen zu den UiisaUversicheriiiigs-Gesetzeii und z» den Gesetzen Über die Post-Daiiipfschiffsverbiiiduiigeii mit überseeischen Ländein zur Verhandlung komnien, alsdann die Jnstiznovelle zur drillen Berathung gestellt werden. Die Weihnachtsferien sollen vom 13. Dezember bis 8. Januar dauern. Nach Neujahr soll, abgesehen von den Schwerinslagen, ununterbrochen die zweite Lesung des Etats gefördert werden. Im Abgeorduetenhause machte sich der Senioren- k o n v e n t über die Befeyiing der Koinmissioiien schlüssig. Die Vertheilung bleibt wie in der vorigen Session, doch wurde den Deutschfreisiimigen für die Agrar- und Wahlprüsungs-Koiinnission. wo sie nicht vertreten waren, je ein Platz zugestanden.— Die eingegangenen Borlagen sollen hinter einander zur ersten Lesung kommen. Alsdann solle» einige Tage für die Koinmissioiien frei bleiben, um sodann noch möglichst viel in zweiter und dritter Lesung zu erledigen und ans Herrenhaus zu bringen. Die Ferien sollen auch im Landtag am 13. Dezember beginne» und sich bis zum 8. Januar erstrecken. Im preußischen Abgeordnetenhanse ist die offizielle Fraktionsliste ailsgegeven worden. Die konservative Partei zählt 139, die Zentrums- Partei 94, die national- liberale Partei 62, die Polen 18, die freisinnige Aolkspartei 13, die freisinnige Vereinigung 6 Mitglieder; bei keiner Partei sind 9. Erledigr sind 5 Mandate. U»sere Hamburger Parteigenossen haben zum Schrecken aller braven„Ordnungsmänuer" sofort, nachdem das winzige Bischen„Verfasftnigsreform", zu dem Hamburgs Krämerseelen imd Hausagrarier sich aufschwingen konnten, Gesetzeskraft erlangt hatte, eine energische Agitation zur Erwerbung des Bürgerrechts und der Hamburger Staatsangehörigkeit aufgenommen. Die Leitung der Hamburger Partei-Organisation hat ein Bureau ein- gerichtet, das in allen Angelegenheiten, die die Erwerbung dieser bcid«n Recht« betreffen, unentgeltliche Auskunft und Schreibhilfe gswährt. Ueber das gesammte hamburgische Staatsgebiet sind am Sonntag Morgen viele taufende von Flugblättern verbreitet worden und am Montag, Dienstag und Mittwoch wurden und werden 16 öffentliche Volksversammlungen abgehalten. Diese eifrige und systematische Agitation ivird voraussichtlich gute Früchte tragen. Die Zahl der Hamburger Bürger, die auf dem Bode» der sozialdemokratischen Partei stehen oder doch wenigstens mit ihr sympathifiren, wird sich trotz aller Verbarrikadirungsversuche des Hamburger Pfahl bürgerthums zweifelsohne nicht unerheblich vermehren. Das er« wähnte Bureau der Partei wird bereits fleißig in Anspruch ge- nomine«. Nach einer Schätzung des Hamburgischen statistischen Bureaus giebl es hier noch etiva 28 000 Personen, die die von dem neuen Gesetz geforderten Bedingungen zur Eriverbung des Bürgerrechts erfüllen, respektive imt außerordentlich geringer Mühewaltung erfüllen können, die bisher aber noch nicht Bürger geworden sind, weil ihnen der Kaufpreis für das Bürgerrecht — 30 M.— zu hoch war oder weil sie de» Kauf eines politischen Rechtes verschmähten. Ein großer Prozentsatz davon gehört uns und wird gegebenen Falles, wenn jetzt dafür gesorgt ivird, daß er seine Rechte geltend macht, dafür sorgen können, daß die Sozialdemokratie ins hamburgische Parlament einzieht. Freilich hat das aus anderen Gründen noch immer ein Weilchen Zeit. Die Hamburger Bürgerschaft setzt sich zusammen aus Rotabeln, die von Mitgliedern der Verwaltungsbehörden, Gerichte u. s. w. gewählt werden, zweitens einem Theil, der nur von Grundeigenthümern gewählt wird, und einem dritten Theil. der aus allgemeinen Wahlen hervorgeht. Alle drei Jahre erfolgt eine halbschichtige Erneuerung der Bürgerschaft. Und erst im Jahre 1333 wird die nächste Erneuerung staltfinden. Dann erst wäre es also möglich, daß einige unserer Parteigenossen auf grund der allgemeinen Wahlen in das vielleicht bis dahin fertig gestellte neue Rathhaus der alten Hansastadt einzögen und den Skatbrüdern, die jetzt jeden Mittwoch im Patriolischen Hause an der Trostbrücke tagen, etwas in die Karten sähen. Von In Magdeburg sprach Reichs- tags-Abgeordnetcr Schoenlank aus Leipzig vor einer von Tausenden besuchten Volksversammlung über die Stellung unserer Partei zu den U n t e r n e h m e r- K a r t e l l e n. In einer ebenfalls sehr stark besuchten Versammlung des sozialdemokratischen Vereins in dem Dresdener Vorort Pieschen hielt Reichstags-Abgeordneter Schippe! aus Berlin einen Vortrag über die Farmer-Bewegung in den Ver- einigten Staaten. Die Genoffen im I. b a d i s ch e n Wahlkreise K o n st a n z haben die Einrichtung getroffen, daß sie alle vier Wochen mit den bekannteren ländlichen Genossen einmal da und ein andermal dort gemüthliche Zusammenkünfte verein- baren, denen der Vertrauensmann beiwohnt. Zweck dieser Zu- sammenkünste ist die stete persönliche Fühlung mit den Genossen, die sich wegen ihres abgelegenen Wohnsitzes nicht an den Partei- sitznngen betheiligen können. Die bürgerliche Presse verfolgt mit Argusaugen diese neue Erscheinung. Polizeiliches, Gerichtliches:e. — Der Stettin er„Volksbote" schreibt in eigener Sache: Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Einstellungs- beschluß der hiesigen Beschlußkammer am Landgericht in Sachen der Beleidigung des Rektors Backhaus Beschwerde erhoben und das Ober-Landesgericht hat, wie dies regelmäßig zu ge- schehen pflegt, das Hauptverfahren angeordnet. Wie das Frühlingswehen einer besseren Zeit wurde von der unabhängigen Presse der Beschluß gegen uns, weil er von prinzipieller Trag- weite war, begrüßt, aber schon hat ein anderes Gericht an dem- selben Orte gleich einem rauhen Nachtfroste den ersten Ansatz vernichtet. Die Verhandlung findet am 1. Dezember statt. Da- gegen ist das Verfahren wegen vorzeitiger Veröffentlichung des Beschlusses eingestellt worden. — Eine Beleidigungsklage ist gegen den Genossen Brandt, den verantwortlichen Redakteur des„Volksblatts für Halle", an- gestrengt. Das Vergehen soll in einem Artikel stecken, der die Spitzinarke trug:„Das besondere Ehrgefühl von Offizieren" und unter Quellenangabe einem konservativen Blatte ent- nommen war. — Das Schöffengericht in Halle a. S. verurtheilte den Genossen Chr. Fischer wegen unbefugten Haltens einer Grab- rede zu 30 M. Geldstrafe. Der als Zeuge geladene Pfarrer K n u t h sagte aus, er habe nicht gehört, was Fischer gesagt hat, lang fei die Rede auch nicht gewesen, aber sie habe auf ihn und den Friedhofs- Inspektor„einen peinlichen Eindruck" gemacht. Wie das„Volksblall für Halle" mittheilt, bestand die ganze Rede in den Worten:„ R u h e s a n f t, G e n o s s e!" Ob das Land- gericht, dessen Entscheid angerufen ist, in diesen paar Worten ebenfalls etwas Strafbares finden wird? — Das sächsische Ministerium hat sich bekanntlich durch den Inhalt eines gegen die Verschlechterung des Landtags- Wahlrechts gerichteten Flugblattes„An Sachsens Volk" beleidigt gefühlt und seinerzeit Strafantrag gegen dessen Urheber gestellt. Es wurden deshalb vom Leipziger Landgericht am 29. Juni Ge- nosse Paul S ch i e m a n n als Verleger und Genosse Louis Bock- in a n n als Verbreiter zu je 4 Monaten Gefängniß verurlheilt. Genosse Karl Hermann A p i tz. der auch als Verbreiter in Frage kam, hatte sich jetzt wegen des gleichen Flug- blattes zu verantworten, weil er zur Zeit der gegen Schiemann und Bockmann geführten Verhandlung eine Landwehrübung ab» zumachen hatte. Der Vertheidiger glaubte, daß Verjährung ein- getreten sei, da zwischen dem Erlaß des Eröffnungsbeschluffcs am IS. Mai und der Verhandlung mehr als sechs Monate lagen, und meinte, die gegen Apitz am 29. Juni geführte Verhandlung könne nicht gelten, da er damals zur Fabne einberufen war und für di« Zeit der Uebung das Gericht nicht zuständig wäre. Das Gericht verurtheilte jedoch Apitz zu zwei Monaten Gefängiiiß. — Das„Sächsische Volksblatt" schreibt: Wie wir hören, soll sich Genosse A u g u st D i e h l, der seine 11 Monate zur Zeit im Landesgefängniß abschraubt, gesundheitlich übel be- finden, wogegen über den Gesundheitszustand des Genoffen Reichstags- Abgeordneten Georg Horn besseres berichtet wird. Beiden hat man das Forttragen des Vollbartes ge» stattet. GemeVkflltzttfkliches. Der Ausstand der Berliner Lithographen«nd Stein- drucker, an lern gegen 3000 Personen beiheiligt waren, ist, wie wir bereits gemeldet'haben, nach fünfwöchentlicher Dauer beendet; die Streikenden haben in einer Versaiiimlnng am Montag Abend zu den von ihren Vertretern mit den Fabrikanten getroffenen Vereinbarungen ihre Zustimmung gegeben. Der Kampf hat auf beiden Seiten große Opfer gefordert, wobei schließlich das kapitalkräftige Unternehmerthum den Sieg davon trug. Fraglich erscheint es uns aber, ob in den Kreisen der Fabrikanten überall eine freudige Stimmung über ihren Er- folg herrscht, denn mancher von ihnen dürfte die Schäden, die der Kampf ihm brachte, nicht so bald verschmerzen; und wenn nicht die großen Fabrikanten den bedrängten kleinen hilfreich zur Seite gestanden hätten, so wäre mancher enlgegenkonimender gegen die Ausständigen gewesen. Aber noch in anderer Hinsicht war die Position der Fabrikanten günstiger, als die der Arbeiter. Der Streik brach zu einem Zeitpunkt auS, wo bereits die Mehrzahl dringender Aufträge erledigt war, der Abschluß der Saison bevorstand. Deshalb waren gerade die großen Firmen in der Lage, länger, als man erwarten konnte, den Betrieb mit nur mäßiger Besetzung fortzuführen, wenn auch hier und da bedeutende Ausfälle eingetreten sind. Die Streikenden haben sich die Geschäflskonjunktur irrthümlich günstiger dargestellt, als sie war. Für die Arbeiter wird es mithin eine Lehre sein. künftig ihre Kämpfe so einzurichten, daß sie nicht von vorhinein in eine ungünstige Position gedrängt werden. Denn daß es den Fabrikanten darauf ankam, eine Kraftprobe herbeizuführen, erhellt aus dem Umstand, daß seinerzeit auf die Geltendmachung der sehr bescheidenen Forderungen der Arbeiter von den Fabrikanten über- Haupt keine Antwort eintraf, mithin jede gütliche Verständigung abgelehnt wurde. Ein Standpunkt, der während des Streiks fort- während innegehalten worden ist. Durch Berichte, die von den Ringfabrikanten in die bürgerliche Presse lancirt wurden, suchten sich die Herren der Oeffentlichkeit gegenüber natürlich noch als die unschuldigen Lämmer hinzustellen, die niemandem etwas zu leide thun. Die Arbeiter sind in anerkennenswerther Ausdauer für ihre Sache eingetreten und schließlich hat ihnen die große Zahl der Streikbrecher die Aussichtslosigkeit eines weiteren Kampfes ein- geleuchtet. Gerade deswegen wird aber der Eifer der Ein- sichtigen und derjenigen, die treu und fest zur Sache gestanden haben, nicht erlahmen dürfen, diese indisserenten Arbeiter über ihre Interessen aufzuklären, sie für die Organisation zu gewinnen. Die Scharte kann nur ausgewetzt werden, wenn alle unermüdlich mitarbeiten, die Organisation zu kräftigen und ein« Schaar zuverlässiger, opferwilliger Berufs- genossen zu erziehen, die den Verlockungen der Fabrikanten unzu- gänglich sind und es verschmähen, ihren Kollegen, die um bessere Arbeitsverhältnisse kämpfen, in den Rücken zu fallen. Bis dahin mag das Unternehmerthum triumphiren, aber ungestört wird es sich des Errungenen nicht freuen können. Achtung, Porzellan- und Galanteriemaler! Die Kollegen bei Herrn P r e u ß l e r in Berlin, Wasserthorstraße 73, haben die Arbeit niedergelegt, weil an einige von ihnen, entgegen der vor 3 Wochen getroffenen Vereinbarung, das Ansinnen gestellt wurde, die Arbeit unter den alten Akkordlöhnen herzustellen. Zuzug ist ernzuhalten. Die Zahlstelleiiverwaltuug. Achtung, Kaufleute, Handlungsgehilfen, Handlungs- gehilfiunen, sowie alle in kanfmännischen Betrieben Ber- lius Angestellte! In den ersten Tagen des Dezember spricht Reichstags-Abgeordneter August Bebel über das Thema!„Wie steht's mit der Sozialreform???." Zeitpunkt und Ort der Ber- sammlung wird in den nächsten Tagen bekannt gegeben. Kollegen und Kolleginnen, agitirt auf das eifrigste für diese Versammlung. Der Bertrauenimann der Handlungsgehilfen: Hermann L e s s e r. Der Borstand des Berliner Vereins der HilfS- arbeiterinnen an Buchdruck- Schnellpressen hat den Buch- druckereibcsitzern einen Tarif zugesandt, der folgende Lohn- fordernngen enthält: für Tiegeldruckerinnen wöchenllich 12— ISM., Bogenfängerinnen 8-9,50 M., Anlegerinneu 13,50—17 M., Punktirerinnen 16— 19 M. Aushilfe unter 2 Wochen ist nach diesen Sätzen mit I M. Zuschlag pro Woche zu bezahlen. Dagegen hat der Vorstand des Bundes der Berliner Buch- druckereibesitzer den Mitgliedern dieses Vereins«iuen Tarif zugestellt, worin die Löhne wie folgt normirl werden: Lehrmädchen 6 M., nach je 4 Wochen 1 M. Zulage bis 8 M., Bogenfängerinnen 8 M., Anlegerinnen 12—13 M„ Punktirerinnen 15—16 M., Liiiksarbeiterinnen pro Woche 50 Pf. mehr, für Extrastunden ein Lohnzuschlag von 5 Pf. Die nächste Ver- sammlung des Bundes soll sich über diesen Tarif schlüssig machen. Eine Schauernachricht bringt das Wolff'sche Telegraphen- bureau aus Lübeck. Die Nachricht lautet: Am Dienstag früh wurden die nichtausständigen Arbeiter des T h i e l' s ch e n maillirwerkes von Ausständigen unterwegs über- fallen. Es kam zu einer sehr heftigen Schlägerei, in deren Verlauf, wie mehrfach behauptet wird, auch Schüsse ge- allen sein sollen. Mehrere Arbeiter sind schwer verletzt. Die Polizei nahm verschiedene Verhaftungen vor. Es ist ja möglich, daß einige unsolidarische Elemente von den Streikenden ein paar Püffe bekommen haben, aber wahr- scheinlich haben sie sich so provokatorisch benommen, daß die ge- schilderte Vergeltung begreiflich, wenn auch natürlich nichts weniger als klug ist. Daß das Telegraphenbureau aber in Be- ziehnng auf die angebliche Schießerei eine Nachricht verbreitet. von der es selber nicht weiß, ob sie zutrifft, das kennzeichnet so recht die arbeiterfeindliche Tendenz des genannten Bureaus. Wenn es sich um eine Nachricht über Unternehmer handelt, insormirt es sich genauer. Die deutschen Binnenschiffer werden von den organisirten Ewerführern Hamburgs dringend ersucht, sich nicht nach Hamburg verlocken zu lassen. Die Arbeitsverhältnisse der Ewerführer und Leichterschiffer sind ohnehin schlecht genug. Durch Zuzug nach Hamburg würden die auswärtigen Binnen- chisser, vorausgesetzt, daß sie überhaupt Arbeit bekommen, ledig- lich dazu beitragen, daß die Verhältnisse noch schlechter werden. Näheres ist zu erfahren vom Bevollmächtigten des Hafenarbeiter» Verbandes: I. Will, per Adresse H. Rogal, Hamburg, Deichstraße 19. Der Streik der Schauerlente Hamburgs hat noch an Umfang zugenommen. Laut Mitlheilung der Streikkonimission fireiklen am Dienstag 6000 Schauerleute, während 40 Schanerleute die Arbeit nicht niedergelegt haben. Etwa 200 bis 300 See-Feuerleute und andere Arbeiter sind zu Streikbrechern geworden. Von den Streikenden sind 1162 ledig, während der Rest 7025 Kinder zu ernähren hat. Organisirt find zirka 4000 Mann. Slreikkarten haben gelöst 4300 Mann. 4500 Mann der Streikenden sind sogenannte Stückgut- Arbeiter. Die Korn- Akkordarbeiter haben sämmtlich und die Kohlen- arbeiter(schwarze Schauerleute) bis auf etwa 50 Mann bei der Importfirma W. Heitmann, die Arbeit niedergelegt. Letztere 50 haben aber am Dienstag alle gekündigt. Wären st« kontrakt» brüchig geworden, so hätten sie ihre Spareinlagen aufs Spiel gesetzt. Die organisirten Seeleute und Ewerführer haben je eine Lohnkommission gewählt und werden, falls di« Unternehmer nicht bewilligen, Mittwoch früh ebenfalls in den Streik eintreten. Um 10 Uhr morgens legten am Dienstag sämmtliche Quai-Arbeiter und Krahnführer(!) der Hamburg« Amerika- Linie die Arbeit nieder. nur 19 ältere Leute blieben in Arbeit. Die Slauervice der Hamburg-Amerika-Linie haben bis auf drei schon am Montag die Arbeit niedergelegt und agitiren jetzt eifrig im Hafen unter ihren Kollegen bei anderen Stauern. Die Streikenden verhalten sich musterhaft und sind voller Begeisterung. Am Altonaer Bahnhof wurden von Polizeibeamten« Streikende, die eitel vertheilten, verhastet und zur Wache geschleppt. Die ieamten zogen blank und verwundeten einen Verhaftete», ohne besondere Veranlassung. Diese Mitlheilung bestätigt unser« gester« geäußerte Ver- muthung, daß die Nachricht des Berliner„Lokal-Anzeiger", die Slretkenden hätten am Altonaer Bahnhof„Exzesse" begangen, eine kräftige Reporter-Flunkerei war. Die Schauerleute Harburgs beschlossen ebenfalls die Arbeit niederzulegen. Das Unternehinecthnm giebt sich die erdenklichste Mühe, auswärts Arbeitskräfte aufzutreiben. In Berlin soll ein Agent namens Lange zu diesem Zwecke thätig gewesen sein. Viel Glück scheint er nicht gehabt zu haben. Das„Hamburger ho" weiß nur von zwei Berliner Arbeitern zu berichten, die in Hamburg Streikbrecherdienste verrichten sollten, aber sofort wieder Kehrt machten, als sie über di« Situation insormirt worden waren. Die Hamburger Stauer und tltheder stellen die Lohnverhältniffe der Hasenarbeiter in den Zeitungen natürlich im glänzendsten Lichte dar. Möge kein deutscher Arbeiter und vor alleni kein Berliner daraus hineinfallen, sondern möge jeder den Harn- burger Klassengenossen die treue Solidarität bewahren, die der Arbeiter dem Arbeiter schuldig ist! Die Vermeidung des Zuzugs ist um so nöthiger, als die aus- ständigen Hamburger Hafenarbeiter noch mit den Machtmitteln zu rechnen haben, die dem Unternehinerlhuiii das Ka rtellwesen gewährt. In dieser Beziehung ist folgendes Wolff'sche Telegramm von Interesse: Die„Hamburg-Amerjika-Linie" hat auf An- fragen ihren Kunden empfohlen, ihre Güter über Bremen. Antwerpen und Rotterdam zur Versendung zu bringen. Die dortigen dem„Nordatlan tischen Dampfer- linien- Verbände" angehörenden Gesellschasten über- nehmen alle bezüglichen Verbindlichkeiten und Kontrakte der „Hamburg-Amerika-Linie". In derselben Weise cr- folge auch die Beförderung der Reisenden über die Nachbarhäfen. Die„Hamburgische Börsenhalle" fügt hinzu: Durch den sogenannten Pool-Vertrag, den die„Hamburg-Amerika-Linie" mit den übrigen großen Kompagnien unterhält, ist der Gesellschaft ihr voller vereinbarter An theil am Gesam mtver kehr ge- sichert, auch wenn sie in Zeiten, wie den gegenwärtigen, nicht in der Lage ist, ihren Verkehr aufrecht zu erhalten. Die Gesell- schaft erleidet also einen pekuniären Schaden durch den Ausstand nicht. So ganz ohne Schaden ist der Streik für die Gesellschaft nun doch nicht; immerhin wird sie den Streik eine geraume Zeit aushallen können. Bekanntlich haben aber auch die Hafenarbeiter eine internationale Organisation. Möglicherweise entwickelt sich aus dem Vorgehen der„Haniburg-Amerika-Linie" eine sofortige Aktion der Arbeiter aller nordcuropäischen Hafenstädte Die Zigarrenarbeiter in H a l l e a. S. ersuchen wegen ausgebrochener Differenzen den Zuzug dorthin vorläufig zu unter- lassen. I» Krefeld haben gegen 300 Färber der Firma C. E. P u l t e r wegen Lohndifferenzen die Arbeit eingestellt. Zuzug ist fernzuhalten! In der Weberei Scheins u. Reiß in Aachen streike» 200 Weber. In der Fahrrad-Fabril von Bruno Zirrgiebel in Leipzig-Rendnitz sind Differenzen ausgebrochen, weshalb die Arbeiter um Vermeidung des Zuzugs bitten. Ueber den Gasarbeiterstreik in Bordeaux sind von diesem Orte aus die lügeiihaiteste» telegraphischen Nachrichten in Umlauf gesetzt worden, wobei wieder einmal das Sprichwort be- stätigt wurde: Gelogen wie telegraphirt. Gelogen war vor allem, daß der radikal-sozialistische Gemeinderath sich gegen die Streikenden erklärt habe. Das G e g e n t h e i l i st wahr. Der Gemeinderath hat ausdrücklich die Fordernugeii der Gasarbeiter im wesentlichen für begründet erklärt, und den Ar- beitern seine Verniittlung angeboten. Es ist denn auch ein Vergleich zu stände gekommen, der den Arbeitern die Erfüllung der ineifien ihrer Forderungen sichert. Zum Schluß sei bemerkt. daß nicht der Gemeinderath, sondern die Gasanstalts-Gesellschast mit Genehmigung des Präfekten Soldaten als Streikbrecher requirirt hat. Der Gemeinderath ordnete die Zurückziehung des Militärs an und bedrohte die Gesellschaft mit der Entziehung der Konzession, worauf diese nachgab. Soziales. Gegen den Maximal-ArbeitStag in Bäckereien, be- ziehentlich gegen die betreffende Bundesraths-Berordnung hatte die Berliner Bäcker-Jnnung Germania eine Um- frage veranstaltet. Das Resultat soll so ausgefallen sein, daß von 500 eingegangenen Fragebogen nur vier im Sinne des Maximal-Arbeilstages ausgefallen sind, und im ganzen wollen nur zehn Meister, darunter fünf bei Schichtwechsel, innerhalb der festgesetzten Zeit mit der Backwaare fertig geworden sein. Wenn die Umfrage wirklich ein Resultat gezeitigt hat, das den Betriebsverhältnissen der Jnnungsbrüder entspricht, so würde dadurch nicht die Unmöglichkeit des Maximal-Arbeitstages, sondern lediglich die Unfähigkeit der Herrn Jnnungsmeister bewiesen, mit der Art und Weise ihrer Produktionseinrichtungen dem Bedarf an Backwaaren zu genügen. Aber Berlin würde sein Gebäck auch ohne die Jnnungsapostel in ausreichender Menge bekommen. NöthigenfallS brauchten nur ein paar Gemein debäcke- reien errichtet zu werden, und die„Frage" der Lebens» mittel-Bersorgung wäre gelöst, zugleich auch die, ob der Maximal» arbeilstag durchführbar ist oder nicht. Italienische Auswanderung. Aus Genna wird be- richtet, daß am Sonntag 150 Italiener nach Amerika gereist sind. Am Donnerstag würden 3000 nach Argentinien aus- wandern. Es giebt kein größeres ArinuthSzeugniß für di« herrschenden Klassen Italiens, als daß aus diesem verhältniß- mäßig dünnbevölkerten Lande fortgesetzt Tausend« auswandern. Der Italiener gilt als bedürfnißlos. Trotzdem gewährt ihm di« Wirthschaftsverfassung seiner Heimath nicht einmal die bescheidene Existenz, die er beansprucht. Depeftckzen und letzte Vuthvichken. Hamburg, 24. November.(B H.) Seit«»? der Ausständigen sind heute Mittag den Rheder» folgende Forderungen unter- breitet worden: Der Heuersatz für Matrosen soll 70 Pf., für Heizer 35. für Trimmer und Stewards 75 betragen; Ueberstunden sollen mit 50 Pf. bezahlt werden. Außerdem wird die Gründung eines eigenen Heuerbureaus gefordert. Bon der englischen Sailor- Union ist ein Telegramm hierher gelangt, daß Hamburger Schiffe in England nicht gelöscht werden. Bisher sind 4270 Slreikkarten ausgegeben worden, davon an Verheirathete 3108. Hamburg, 24. November.(W. T. B.) Der„Hamburgische Korrespondent" verössentlicht folgende Mitlheilung vom Vorstand des Verein» Hamburger Rheder: Heute Nachmittag fand in der tandelskammer unter Leitung des Vorsitzenden des Vereins amburger Rheder. Laeiz, eine zahlreich besuchte Versammlung von Rheder», Schiffsmaklern, Stauern und Ewerführer-Baasen statt, in der einstimmig beschloffen wurde, diejenigen Arbeiter, welche bis Donnerstag Morgen sich wieder zur Arbeit stellen, zu den alten Sätzen ohne die vor 8 Tagen als Kompromiß zugestandene Er- höhung, wieder anzustellen; diejenigen Leute dagegen, welche sich bis dahin nicht wieder gestellt haben sollten, nicht mehr zu be- schästigen. Vom Präsidenten der„Vereinigten Seeleute" Wilson, in London, sei die telegraphische Meldung eingetroffen, daß die „Bereinigten Seeleute" beschlossen hätten, von Hamburg kommende Schiffe nicht zu löschen. Bremru, 24. November.(W. T. B.) Die Lohnkomnnssion hat der Bremer Lagerhaus-Gesellschast jetzt bestininite Forde- rungen überreicht. Der Hauptpunkt dieser Forderungen ist zunächst eine Lohnerhöhung. Die Direktion erklärte, ans die in dem Schriftstück gestellte Bedingung, sich bis heute Abend 6 Uhr zu entschließen, nicht eingehen zu wollen, sondern behielt sich eine dreitägige Bedenkzeit vor. Wien, 24. November.(B. H.) Ein heute Vormittag in, hiesigen Thiergarten mit dem Reinigen des Käfigs eines Jaguars beschäftigter Wärter wurde von dem Thiers angefallen und schwer verletzt. London, 24. November.(B. H.) Bei einem Brande in der Corsel-Slreet sind drei Frauen in den Flammen umgekommen; eine andere Frau ist infolge eines Sprunges a»S dem Fenster gestorben. Verantwortlicher Redakteur: August Zflrobey in Berlin. Für den Juseratentheil verantwortlich: Zh. Glocke in Berliu. Druck und Verlag von Max Badiug in Berlin. Hierzu T Beilage«. 1. Beilage zum Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 276. Reichstag. 131. Sigung vom 24. November 1896. 1 Uhr. Mittwoch, den 25. November 1896. tommt nach Monaten erst die Ballen zurück, und weil dieser Vorgang wahrheitsgemäß aber etwas abfällig besprochen wird, fühlt sich der Staatsanwalt beleidigt und erhebt die Anklage. Die Staatsanwaltschaft erklärt, sie habe die Herausgabe der Sachen sofort verfügt, aber das Polizeipräsidium habe Die zweite Berathung der Novelle zur Strafprozeß die Bummelei begangen. Deshalb wurde der Redakteur wegen Drdnung wird fortgesezt. des Vorwurfes, der Staatsanwalt habe es absichtlich gethan, Die Debatte über den von der Kommission neu eingefügten wegen Beleidigung bestraft, selbstverständlich mit Gefängniß, Absatz 8 des§ 152( subsidiäre Erweiterung der Privattlagen) er ist ja Sozialdemokrat und der Beleidigte ist die Staatswar gestern noch nicht zu Ende geführt worden. Nach der neuen anwaltschaft. Und da sollen wir noch das Ermessen der Vorschrift soll die Staatsanwaltschaft berechtigt sein, die Er- Staatsanwaltschaft erweitern? Es steht allerdings nicht direkt hebung der öffentlichen Anklage wegen mangelnden öffentlichen darin, daß der Staatsanwalt nicht für Mittellose einzuschreiten Intereffes bei folgenden Bergehen abzulehnen: 1. Hausfriedens braucht, aber erfahrungsgemäß hält der Staatsanwalt ein öffentbruch(§ 123 des Strafgesetzbuches), 2. Körperverlegung(§ 223a), liches Interesse nur dann für verlegt, wenn es sich um die 3. verbrecherische Bedrohung(§ 241), 4. strafbarer Eigennut Wohlhabenden handelt. Ich bitte Sie dringend, dem Antrage (§ 289), 5. Sachbeschädigung(§ 303). Buchta entsprechend, allerdings aus ganz anderen Gründen als der Antragsteller, den Kommissionsantrag abzulehnen.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) 13. Jahrg. Nachdem Abg. Broekmann( 3.) für den Beschluß der Kommission eingetreten, wird derselbe gegen die Stimmen der Konservativen angenommen. Bum§ 209, welcher der Staatsanwaltschaft das Recht zuspricht, gegen die Ablehnung der Eröffnung des Hauptverfahrens Beschwerde zu erheben, beantragt Abg. Munckel( frs. Vg.), dem Verlegten, welcher den Antrag auf Strafverfolgung gestellt hat, das Beschwerderecht zu geben. Geheimrath v. Lenthe hält eine solche Verschärfung des Verfolgungsrechts nicht für nöthig. Der Antrag wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Freifinnigen abgelehnt. § 211 trifft Bestimmungen über das summarische Verfahren gegen die auf frischer That ergriffenen bezw. verfolgten Personen. 11 Abg. Schmidt- Warburg( 3.) hat bei Aunahme des Fünfs männer- Kollegiums nicht mehr so große Bedenken gegen das summarische Verfahren, beantragt aber, wenn der Angeklagte ver= haftet ist und die Sache vertagt wird, daß dem Angeklagten dann innerhalb zweier Tage eine schriftliche Anklage zugestellt wird. Geheimrath Lukas: Ein Nutzen der schriftlichen Anklage, die der Angeklagte schon gehört hat, ist nicht einzusehen. Unpraktisch ist die Frist von zwei Tagen, weil die Vertagung vielleicht eine türzere Zeit beträgt. Wegen der Annahme des Antrages würde aber die Vorlage wohl nicht fallen. Der Antrag wird angenommen und mit ihm§ 211. Jm§ 211c wird auf Antrag v. Strombeck hinzugefügt, daß der Amtsrichter ohne Zuziehung von Schöffen verhandeln tann, nicht bloß wenn der Angeklagte sich schuldig bekennt, sondern auch wenn er auf die Zuziehung von Schöffen ver zichtet. Nach dem neu eingefügten§ 224a tann auf grund neu hervorgetretener Umstände die Staatsanwaltschaft die Aufhebung des Eröffnungsbeschlusses und eine anderweitige Beschlußfassung beantragen. Abg. v. Strombeck beantragt, die Worte auf grund neu hervorgetretener Umstände" zu streichen. Abg. Beckh( frs. Bp.) will auch dem Angeklagten das gleiche Recht zugestehen. Geheimrath v. Lenthe spricht sich gegen beide Anträge aus; die neue Vorschrift bezweckt, im Falle sich z. B. herausgestellt hat, daß der Angeklagte geistesyestört ist, oder daß ein anderer der Thäter war, das Verfahren ohne weiteres aufzuheben. Dem Angeklagten dasselbe Recht zu geben, sei nicht angängig, denn wenn er für seinen Antrag nicht die Zustimmung der Staats anwaltschaft finde, werde das Gericht auf diesen Antrag doch nicht eingehen. Abg. Beckh( frs. Vg.) hält seinen Antrag aufrecht im Interesse der Angeklagten, für welche neue Umstände eingetreten sind, die der Staatsanwalt nicht für der Berücksichtigung werth hält, während das Gericht vielleicht Werth darauf legt. Abg. v. Buchka( t.) hat die Streichung des ganzen Zusages beantragt. Abg. Stadthagen( Soz.) ist mit der Rechten gegen die von Geh. Rath Lukas tritt den gestrigen Ausführungen des der Kommission vorgeschlagene Neuerung, die ihm blos aus dem Abg. Himburg entgegen. Es handele sich ja nur um gerinfügige Mißverständniß des Begriffes der Privatklage entsprungen er- Fälle, in denen es tein Unglück sei, wenn dem Kläger der Beweis scheint. Wird sie Gesetz, so ergiebt sich daraus eine noch viel durch seinen eigenen Eid abgeschnitten werde. Was der Abg. größere Benachtheiligung der Minderwohlhabenden, und außer Stadthagen vorgebracht, hänge mit der neuen Vorschrift nur lose dem wird das Legalitätsprinzip dadurch in ganz unberechtigter zusammen. Die Staatsanwaltschaft entscheide nicht nach Willkür, Weise durchbrochen. Läßt man einmal die Staatsanwaltschaft sondern nach Recht und Gesetz( Lachen bei den Sozialbestehen, so ist sie auch verpflichtet, wegen aller gericht- demokraten); gegen eine falsche Entscheidung stehe die Beschwerde lich strafbaren und verfolgbaren Handlungen einzuschreiten. offen. Gerade für die Armen habe der Weg der Privattlage keine Zweckmäßigkeitsgründe dürrften hier nicht entscheidend sein. Schwierigkeit; dem Armen werde ja das Armenrecht verstattet. Der Grund für die Ueberbürdung der Staatsanwaltschaft liegt Wenn dem Beamtenthum und der Staatsanwaltschaft der Vordoch nur darin, daß die Strafgeseze jede Lappalie mit Strafe wurf gemacht werde, daß sie den zitirten lateinischen Saz anbedrohen. Würde hier Remedur geschaffen, so würde auch von wende, wenn es sich um die Gesundheit eines armen Staatsanwalt- Ueberbürdung nicht mehr die Rede sein. Wenn Jungen handle, so tenne der Vorredner die Pflichttreue des Pilze und Beerensammln mit Strafe bedroht ist und die Unters deutschen Beamtenthums schlecht. Der verstorbene Staatsanwalt fchlagung von 10 Pf. gegenüber dem Eisenbahnfiskus, so werden Lorenz hätte allerdings in seinen Aeußerungen gegen einen AnSie mir zugeben, daß es berechtigt wäre, in solchen Fällen teine geklagten das Maß der Mäßigung überschritten, er war aber Strafmöglichkeit zu stabiliren. Aber an stelle der Verpflichtung sonst ein pflichttreuer und gewissenhafter Mann; mit dieser Ander Staatsanwaltschaft ihr Belieben, ihr freies Ermessen erkennung lasse er das Andenken des Todten ruhen. treten zu lassen, heißt die Willkür statt des Rechts etabliren. Abg. v. Salisch( f.) fürchtet von der Annahme der Kom Schon das Recht der Ablehnung der öffentlichen Anflage, soweit missionsbeschlüffe eine schwere Beunruhigung der friedliebenden es heute besteht, ist eine Gefahr für die arme Bevölkerung. Bevölkerung. Der Mittelstand und der Arbeiter, der noch einige Handelt es sich um die Ehre eines armen Arbeiters, so wird der Groschen übrig habe, und der kleine Landwirth würde das Staatsanwalt fein öffentliches Interesse für vorliegend erachten, Armenrecht nicht bekommen. Auch die Auswahl der Vergehen, dagegen gegen jede Beamtenbeleidigung einschreiten. welche unter die Bestimmung fallen sollen, scheint dem Redner Was die Arbeiter von dieser Bestimmung zu erwarten haben, nicht glücklich gewählt; fo namentlich beanstandet er die Hineintann ich Ihnen schon auf grund des bestehenden Zustandes an ziehung des§ 241, die Bedrohung mit einem Verbrechen. einem flagranten Beispiel nachweisen. Hier in Berlin fuhr ein Abg. v. Gültlingen( Rp.): Das bürgerliche Gesetzbuch mit Rechtsanwalt mit seiner Wirthschafterin Rad, mehrere Kinder seinen 2400 Paragraphen haben wir in 8 Sigungen erledigt; an spielen mit Steinchen. Der Rechtsanwalt steigt ab und schlägt dieser Vorlage berathen wir in zweiter Lesung schon 10 Sigungen das eine Kind mit einem Peitschenstiel so, daß dieses eben vom und noch ist das Ende nicht abzusehen. Es wird hier wieder Krantenlager aufgeftandene Kind nach dem gerichtlichen Erkenntniß eine Neuerung von der Kommission vorgeschlagen, für welche wahrscheinlich dauerndem Siechthum verfallen ist. Die Staats- jezt fogar der Vertreter der Justizverwaltung eintritt, obwohl anwaltschaft wurde angerufen, gegen den Rechtsanwalt vor in dieser Frage die verbündeten Regierungen durchaus uneinig zugehen, lehnte aber die Verfolgung ab, da tein öffentliches waren. Das„, minima non curat praetor"( um ganz kleine Intereffe vorliege, mit Unrecht, denn es handelt sich um Dinge hat sich der Richter nicht zu fümmern) wird hier sehr das dauernde Siechthum eines Menschen, wo schon jetzt unpassend zitirt, denn der Spruch bezieht sich auf dasjenige, was jahre oder monatelange Gefängnißstrafe feſtgeſetzt ist. vom Zivilrecht dem praetor unterstellt war; auch war der Wie soll der arme Arbeiter, der Steinträger, der früher einmal praetor fein Staatsanwalt. Die Erweiterung der Privatim Betriebe verletzt ist und eine schmale Unfallrente bezieht, seine flagen ist ein bedenkliches Verfahren. Die subsidiäre Rechte durch eine Privattlage wahrnehmen? Redner schildert, Privattlage sei 1876 allgemein verworfen worden, es wie der Vater des mißhandelten Kindes vergeblich beim Amts sei kein Grund vorhanden, jezt eine andere Anschauung maßund Landgericht und Kammergericht Recht gesucht hat. Muß da gebend zu machen. Wie solle der Verletzte zum Organ der nicht das Vertrauen des kleinen Mannes zu der Justiz ge- Strafverfolgung gemacht werden? Darauf sei keine Auskunft zu schmälert werden? Und ist es richtig, die Allmacht der Staats- geben. anwaltschaft noch zu vergrößern? Aengstlich wacht sie darüber, Staatssekretär Nieberding: Der Kommissionsvorschlag ge daß um Gottes willen nicht dem Sohne eines Wohlhabenden hört gewiß nicht zu den Bestimmungen, welche für das Schicksal Abg. Schmidt- Warburg( 3.) will für den Antrag stimmen, etwas Schlimmes passiren fönne. Ein Mann hat dafür zu des ganzen Werkes von ausschlaggebender Bedeutung find. In- obgleich er nicht ohne Gefahr für den Angeklagten sei. forgen, daß bei einem Karouffel alles in Ordnung ist, er wird dessen liegt darin doch eine erhebliche Fortbildung unseres Straf- Abg. Munckel( frs. Vp.) erklärt sich gegen den Antrag, weil von einigen Jungen geneckt, seinen Stock haben die fleinen rechts, deren Vorzüge hier in der Debatte unterschätzt werden. derselbe an der Stellung des Staatsanwalts und Vertheidigers Bengel weggenommen, er schneidet sich eine Ruthe ab und Als 1879 zum allgemeinen Legalitätsprinzip übergegangen wurde, nichts ändere, während er die Lage des Angeklagten abscheulichzüchtigt die Jungen. Darauf wird er unter Anklage gestellt, es also nicht mehr in der Hand des Staatsanwalts lag, verschlimmere. Schöffen und Geschworene sollen in Zukunft weil er die Ruthe einer öffentlichen Anlage entnommen hat. ob er einschreiten wollte oder nicht, erblickte man fragen fönnen. Der Angeklagte kann die Antwort verweigern, Der Werth der Ruthe beträgt ja nicht einen Pfennig. Minima non allgemein darin einen großen Fortschritt. Das Ver- aber eine solche Verweigerung macht immer einen schlechten curat praetor, fagte gestern der Regierungsvertreter Lutas. trauen zur Staatsanwaltschaft ist damals zweifellos gehoben Eindruck. Wenn aber diese Ruthe in einer öffentlichen Anlage steht, dann worden; aber die Sache hatte auch ihre großen Schattenseiten. Gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und des Zentrums ist es nicht minima, sondern wenn es sich um die Gesundheit Eine fleine Erschwerung wird allerdings eintreten; es wird wird der Antrag abgelehnt. eines armen Jungen handelt; handelt es sich um die Rechte eines hinfort nicht mehr wegen jeder Lappalie das Gericht belästigt Um 54 Uhr wird die weitere Debatte auf Mittwoch Mittellosen, dann sind es für die Staatsanwaltschaft Bagatellen, werden können. Auch der Vorwurf ist unberechtigt, daß die 1 Uhr vertagt. handelt es sich um Reservelieutenants, so ist von minima nicht Fälle, welche unter diese Bestimmung begriffen sein sollen, willdie Rede. Bom politisch- agitatorischen Standpunkt könnte ich fürlich herausgegriffen seien, daß sich darin fein System erkennen ja dem Antrage der Kommission freudig zustimmen, vom sach- laffe. Die sehr überwiegende Mehrzahl der verbündeten Relichen Standpunkte aus muß man jedoch dieses Mittel bekämpfen. gierungen hat den Vorschlag für zweckmäßig und angemessen Das Vergehen des strafbaren Eigennutes ist das einzige, ab- erachtet. Es handelt sich ja auch gar nicht mehr um die ungesehen vom Sittlichkeitsverbrechen, wo neben Geldstrafe oder bedingte, sondern nur noch um die subsidiäre Privatklage. Gefängniß auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt Gegen diese Gestaltung der Vorschrift sind von keiner Regierung Erste Lesung des Gesezentwurfs, betreffend den Erwerb werden kann, und es betrifft das sogenannte Rücken" und das erhebliche Bedenken geltend gemacht worden. des Hessischen Ludwigsbahn Unternehmens nennt der Regierungskommissar eine Bagatelle! Abg. Broekmann( 3.) geht auf die Verhandlungen der und die Bildung einer Eisenbahn- Betriebs- und Rommission, welche zu dem vorliegenden Vorschlag geführt haben, Finanzgemeinschaft zwischen Preußen und Heffen. näher ein. Auf die Anfrage des Abg. Pieschel( natl.) erklärt § 224 a wird nach dem Antrag von Strombeck angenommen. Bu§ 239 beantragt Abg. von Strombeck( 3.), auch den Schöffen und Geschworenen oas Recht zu geben, den Angeklagten direkt zu befragen. Geheimrath von Lenthe erklärt sich gegen den Antrag. Abg. Stadthagen( Soz.) befürwortet den Antrag, weil da durch der Ueberhebung, welcher sich die Staatsanwälte in Vers handlungen schuldig machen, Abbruch gethan werde. Abg. v. Buchka( t.) hält es für das einzige Mittel, die Zeitung des Verfahrens in der Hand zu behalten, daß nur der Vorsitzende den Angeklagten befragt. Redner spricht sich gegen den Antrag aus. Abgeordnetenhaus. 3. Sigung vom 24. November 1896. 11 Uhr. Am Ministertische Thielen und Kommissarien, später auch Fürst Hohenlohe und Dr. Miquel. Es wäre viel berechtigter, die Staatsanwaltschaft abzuschaffen, und eine Art allgemeiner Klage, eine PopularMinister Thielen betont die hohe wissenschaftliche und polis flage einzuführen. Die Fälle der Körperverlegung, der Bes tische Bedeutung der Vorlage, die hoffentlich auch für die drohung mit einem Verbrechen, der Sachbeschädigung betreffen Geh. Rath Lukas, daß die Zurücknahme der Privattlage Zukunft von bahnbrechender Bedeutung sein werde. Durch die fast lediglich Befizlose. Diese Güter sind genau so hoch wie die und die Zurücknahme der Strafflage zwei verschiedene Dinge Verstaatlichung der Anschlußlinien wurde das selbständige Ehre; die Ehre, die nicht durch eigene Handlungen, sondern durch schon jetzt seien und auch in Zukunft bleiben würden. Bestehen der Ludwigsbahn zu einem Anachronismus. Die Verandere verlegt werden kann, ist nur eine Scheinehre, aber der Stadthagen( Soz.) wendet sich noch einmal dagegen, daß hältnisse drängten zu einer Aenderung. Schon bei oberflächlicher Besiglose, der Arbeiter hat das Recht auf Anerkennung seiner an die Stelle des Strafgesetzes der Verwaltungsbeamte, der Prüfung ergab sich, daß es unthunlich war, etwa einzelne Persönlichkeit, auf Anerkennung seiner persönlichen Ehre Staatsanwalt gefeht würde, daß die Legalität durch die Oppor Linien dieser Bahn den Anschlußlinien anzugliedern; damit auch seitens anderer. Die Staatsanwaltschaft geht aber so tunität ersetzt werden solle. Die Verleihung des Armenrechts hätten sich vielleicht drückendsten Verkehrsübelstände gut wie nie zum Schuße der Ehre eines Mittellofen vor; schüße die kleinen Zeute nicht, denn wenn die Klage abgewiesen beseitigen lassen, allein die hessische Regierung. Regierung wäre allerdings kann ja die Staatsanwaltschaft davon ausgehen, wird, haben sie trotzdem die Kosten zu tragen und verlieren da- dabei in eine für fie sehr ungünstige Position ge= daß die Ehre der mittellofen Leute höher steht als bei anderen. durch ihre letzte Habe. Das muß verheßend wirken. Es handelt drängt worden. So tam man nach langer mühevoller Sie wissen, daß in Erfurt unfere sozialdemokratischen Re- fich nicht um die Pflichttreue der Beamten. Worin bestand Arbeit zu dem Entschlusse einer Betriebs- und Finanzgemeins dakteure den Verfolgungen des, wie ich annehme, in Un- die Pflichttreue des Beamten in dem Falle Hülle Lorenz In schaft und es gebührt den Männern, die dieses Werk gefördert zurechnungsfähigkeit verstorbenen Staatsanwalts Lorenz ausgesetzt der Beleidigung des Redakteurs oder in der eifrigen Verfolgung baben, Dant und Anerkennung. Freilich hat man Stiminen ver waren. Dieser Staatsanwalt hatte grobe Beleidigungen unter der Sozialdemokraten? Es handelt sich einzig und allein um nommen, als hätte mit diesem Vertrage Preußen das goldene Mißbrauch seiner Stellung während der Sigung ausgesprochen; die Verminderung der Willtür der Staatsanwaltschaft. Bließ aus Kolchis geholt; das ist eine unzutreffende Darstellung. er hatte emem sozialdemokratischen Redakteur entgegengerufen, Abg. Salisch( bt.) erklärt sich nochmals gegen den Wir hoffen, daß beide Regierungen im vollen Vertrauen zu eins er sei ein gewerbsmäßiger Verleumder. Der Redakteur Hülle Rommissionsantrag. ander fünftig die Verwaltung der Geschäfte führen werden. ( Bravo.) Abg. v. Pappenheim( f.) erklärt, daß seine Freunde der Vorlage sympathisch gegenüberstehen. verlangte den Schutz des Gerichts. Mit recht mußte ihm der Derselbe wird aber gegen die Stimmen der Konservativ en Borsigende sagen: Das Gesez giebt dem Gericht kein Recht, und Sozialdemokraten sowie einiger Zentrumsmitglieder anAusschreitungen des Staatsanwalts gegenüber irgend etwas zu genominen. thun. Der Staatsanwalt ist Herr des Strafverfahrens. Der Die Debatte geht nunmehr zurück auf ben§ 27 des betreffende wandte sich nunmehr mit einer Privatbeleidigungs- Gerichtsverfassungs- Gesezes betr. die Erweiterung flage an die Behörden. Der Oberstaatsanwalt erflärte sich der Zuständigkeit der Schöffengerichte. Derfelbe wird ohne Debatte für unzuständig und erhob den Kompetenzkonflikt. Vor nach dem Antrage der Kommission angenommen. dem Ober Verwaltungsgericht gab der Staatsanwalt Aus-§ 176 der Vorlage bestimmte, daß die Voruntersuchung bei fagen ab, die direkt im Widerspruch mit allen Aussagen der Strafsachen vor dem Landgerichte nur stattfindet, wenn der vernommenen Richter standen. Es wurde gegen den Staats- Staatsanwalt sie beantragt. Die Kommission hat aus dem beanwalt weiter vorgegangen im Privatflagewege. Der Staats- stehenden Gesetze die Bestimmung aufgenommen, daß die Voranwalt wurde verurtheilt, er legte Revision ein, die Revision untersuchung auch stattfinden soll, wenn der Angeschuldigte sie bleibt bestehen. Natürlich nur Geldstrafe, weil der Redakteur unter Geltendmachung erheblicher Gründe beantragt, und ferner selbst sagte, seine eigentliche Ehre könne natürlich vom Staats- hinzugefügt, daß die Voruntersuchung stattfinden muß, wenn es anwalt nicht irgendwie beleidigt oder verlegt werden. Gleich sich um ein Verbrechen handelt, soweit dasselbe nicht eine straf- stimmungen des Vertrages Bedenken und bittet diese bei der darauf klagte der Staatsanwalt denselben Redakteur wieder an, bare Handlung im Rückfalle darstellt. weil er die Staatsanwaltschaft in Erfurt beleidigt habe. Jahr aus, Jahr ein werden dem Vorwärts" gegenüber unberechtigter weise, wie nachher vom Gericht anerkannt wird, die Nummern vom 18. März tonfiszirt. Nach Monaten kommt endlich ein Beschluß, daß die Beschlagnahme ungerechtfertigt sei, die Nummern freizugeben seien. Die Buchhandlung bes Abg. Dr. Hammacher( natl.) erblickt einen verheißungsvollen Schritt preußisch- deutscher Eisenbahn- Politik in der Vorlage. Die Aussichten der hessischen Aktionäre hält er infolge des Vertrages für günstige; das finanzielle Ergebniß werde für beide Theile vortheilhaft sein. Werde auch für die noth= wendige Erhöhung der Beamtengehälter eine Mehrausgabe ers forderlich, so werde diese reichlich aufgewogen durch die Mehrs einnahmen infolge der Vereinfachung der Verwaltung. Als Freund von Reichs- Eisenbahnen sei ihm die Vorlage besonders sympathisch. Abg. v. Tiedemann- Bomst( frt.) hat wegen einzelner Be Kommissionsberathung besonders in Erwägung zu ziehen. Abg. Pieschel( natl.) empfiehlt die Annahme des Kommissions- Abg. Kircher( 3) meint, daß mit dem Vertrage beide Theile vorschlages, während zufrieden sein fönnen. Abg v. Buchka( t.) die Streichung des letzten Zusages Abg. Graf Limburg- Stirum( t.): Was wir vor wenigen beantragt. Jahren noch für unmöglich hielten, daß ein Mittelstaat mit Geheimrath v. Leuthe erklärt, daß die Annahme dieses An- Preußen in ein Eisenbahn- Bertragsverhältniß trete, das hat sich trages den Wünschen der verbündeten Regierungen entsprechen würde. I jest verwirklicht. Es ist dies die Folge der groß angelegten Eisenbahn- Politit des Fürsten Bismarck, dem dankbar hierfür zu zunächst awet folcher Armenämter im Norden und Nordwesten| Familie, dem Proletariat die Anstalt, und schimpfen daneben fein wir alle Ursache haben.( Lebhafter Beifall.) her Stadt zu bilden und zu Vorstehern derselben Magistrats: weidlich auf die familienzerstörende" Sozialdemokratie. werden. Abgg. vom Rath( natl.) und Caheusly( 3) sprechen für affefforen zu berufen. Die beiden Aemter sollen bis zum 1. Of- Die Rosten der Straßenreinigung Berlins, einschließlich Rommissionsberathung, worauf die Vorlage der Budget- tober 1897 eingerichtet werden und wenn der Versuch sich be- Besprengung, erforderten 1895/96 einen Zuschuß von tommission zur Vorberathung überwiesen wird; währt, soll die Einrichtung innerhalb fünf Jahren auf 2 191 227 M.( in den 4 Vorjahren rückwärts: 3043 231, ebenso geht der dazu gehörige Nachtrags- Etat an diese die ganze Stadt ausgedehnt werden. Der Ausschuß beschloß, 1 748 045, 2404 771, 1808 987 m.). In Paris, wo die zu Rommission. zunächst in eine Generaldiskussion der Vorlage einzutreten. reinigende Straßenfläche doppelt so groß ist wie in Berlin, ers Es folgt die erste Lesung der Ronvertirungs- In dieser etwa drei Stunden dauernden Besprechung wurde es fordert die Straßenreinigung jährlich 53/5 Millionen Mart. Ju Vorlage. von dem Stadtverordneten Dr. Friedemann als eine Aufgabe Wien, deffen Straßengebiet dem Berliner an Größe gleichkommt, Minister Dr. Miquel: Den schon früher erfolgten An- der Reform des Armenwesens bezeichnet, durch zweckmäßige Ge- betrugen 1893 die Straßenreinigungs- Kosten 31/3 Millionen Mark, regungen zur Ronvertirung glaubte die Regierung nicht früher staltung des Pflegekörpers( Armentommissionen) eine Entlastung wovon jedoch noch etwa 160 000. für Müllabfuhr aus den folgen zu können, bis die wirthschaftlichen Verhältnisse, die hierauf des Armenetats gleichzeitig aber auch eine Erhöhung Häusern abzuziehen sind. In New- Yort fostet die Straßeneinwirken, sich fest gestaltet haben würden. Das ist jetzt der Armengelder herbeizuführen. Redner empfahl Verbindung reinigung fährlich 12 Millionen Mart, obwohl das Stadtgebiet geschehen und die Binsherabfeßung hat sich überall thatsächlich der Armenpflege mit der Privatwohlthätigkeit, Verbindung etwa demjenigen Berlins entspricht; doch wird in New- York die fchon vollzogen. Die finanziellen Verhältnisse lassen erkennen, der Armenkommissionen mit den Arbeitsnachweisen und Müllbeseitigung von der Stadt mitbesorgt. daß wir es bei dem Herabgehen des Binsfußes mit einer Er namentlich die Heranziehung von Frauen zur Armenpflege. fcheinung zu thun haben, die von vorübergehenden Unter- Durch eine dem Elberfelder System angepaßte Organisation- Bei Gelegenheit eines Vortrages, den Frau Sanitätsrath brechungen abgefehen einen festen und dauernden Charakter für jeden Pfleger eine geringe Bahl von Unterstützten zur Ueber- Schwerin am Montag über die öffentliche Armenpflege angenommen hat. Wir verkennen die üble Lage der Rentner und wachung meinte der Redner, werde es möglich sein, den hielt, sprach sich der in der Versammlung anwesende StadtAnstalten nicht, aber sie sind nicht übler daran, als andere, die Armen erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken und wo nöthig, durch verordneten Borsteher Dr. Langerhans dahin aus, daß die ihr Vermögen in Hypotheken und anderen Werthen angelegt Ausscheidung nicht nothwendiger Unterstützungen die dadurch Ansicht der Referentin, wonach Berlin in diesem Punkte weit haben. Jede längere Verzögerung würde die Lage der verfügbar werdenden Mittel zur Erhöhung der Unterstützungen hinter anderen Städten zurücksteht, durchaus zutreffe. Die Inhaber 4prozentiger Konsols für die Zukunft nur noch un zu verwenden. Ohne die Magistratsvorlage zu befämpfen, will Noth in Berlin sei erschreckend groß und das jetzige günstiger gestalten. Indem wir die 81/ aprozentige Verzinsung der Redner eine weitergehende Reform und wendet sich auch System der Armenpflege ungenügend. Bei den Reformen, die auf 8 Jahre garantiren, geben wir weiter als alle anderen gegen das langsame Tempo, in dem die Vorlage die An- so schnell wie irgend möglich vorgenommen werden müßten, Staaten. Zwar fann ich nicht wissen, ob der Binsfuß noch gelegenheit zu behandeln vorschlägt. b Die von der sozial- fei es unbedingt erforderlich, daß die Frauen zur weiter heruntergehen wird, aber nach dem schnellen Sinken des politischen Gesetzgebung erhoffte Berringerung der Armenlaft Mithilfe herangezogen Aehnlich Sprachen fich felben glaube ich es nicht. Eine Konvertirung auf sei für Berlin nicht eingetroffen. Hierfür sowie für seine Ans- auch Stadtverordneter Mendel und Bezirksvorsteher Klindler aus. 3 pCt. erſchien uns 3 pt. erschien uns gewagt wegen der Umführungen, betreffend die Einführung des sogenannten Elber- Das Komitee, welches die Versammlung leitete, wurde schließlich wälzung, sie auf dem Geldmarkte felder Systems, bringt Redner statistisches Material aus einer von derselben beauftragt, bei den Behörden entsprechende Schritte hervorbringen muß. Angesichts der bevorstehenden Anzahl kleiner und mittlerer Städte bei. Stadtv. Singer zu thun, um für die Zukunft die Mitwirkung der Frauen bei der Ausgaben Erhöhung war die Konvertirung empfehlenswünscht die beabsichtigte Reform der Armenpflege nicht dadurch öffentlichen Armenpflege zu sichern. Die Zahl der Stadtverord werth; der knappe augenblickliche Geldstand ist kein Grund gegen ad calendas graecas zu vertagen, daß er auf das Gebiet der neten, welche die Berliner Armenpflege für unzureichend hält, ist die Konversion. Auch die Inhaber der vierprozentigen Rente theoretischen Erörterung darüber, welches das beste System leider durchaus nicht so groß, wie man nach den trefflichen Auswerden einsehen, daß eine längere Verzögerung der Konvertirung fei, übergeht. Nach seiner Ansicht würde es mindestens führungen des Herrn Dr. Langerhans denken sollte. Noch in der auch ihnen später nachtheilig werden müsse. noch zehn Jahre beim alten bleiben, wenn die städti- vorletzten Sigung der Stadtverordneten glaubte Herr Bergemann Abg. Ehlers( frs. Vg.): Den Vorwurf der Rücksichtslosig schen Körperschaften darüber in Verhandlung träten, die musterhafte" Berliner Armenverwaltung gegen die Angriffe feit gegen die Staatsgläubiger braucht man nicht angesichts der ob die Anschauungen des Vorredners zur Grundlage der nach unseres Genossen Singer emphatisch in Schuh nehmen zu müssen. Borlage zu widerlegen; der entgegengesette Vorwurf den heutigen Verhältnissen dringend nothwendigen Reform ge- Der von manchen Zimmeröfen ansgehende üble Geruch wäre berechtigter. Es ist auch gar nicht wahrscheinlich, macht werden sollen. Es sei erforderlich, die offenkundigen Miß wird in dem hiesigen Hausbefizerblatt Grundeigenthum" zum daß die Juhaber der 4 prozentigen Papiere der Berücksichtigung stände der heutigen Organisation zu beseitigen und hierzu gehöre theil auf das Brennen schlechter, schwefelhaltiger Breßtohlen, besonders bedürftig sind. Man hat durch die Verzögerung der vor allem eine ausreichende Kontrolle der Armenfommissionen zum theil auf die Einführung luftdichter Ofenthüren und auf Konvertirung manchen Landmann gehindert, billigere Hypotheken durch die Zentral- oder durch die neu zu schaffende Zwischen- die Gewohnheit, die Defen zu früh zu schließen und dadurch die zu bekommen. Für die achtjährige Garantie der 3 pet. liegt gar stelle. Es sei den Kommissionen zum Bewußtsein zu Rohle am Ausbrennen zu verhindern, zurückgeführt. Dadurch tein Grund vor; das Haus möge dieser Bestimmung der Vorlage bringen, daß ihnen die Armen nicht auf Gnade werde die Bildung von Holzessig und Kreosot( Glangruß) in widersprechen. und Ungnade ausgeliefert find. Die Kommissionen haben Defen und Rauchröhren bewirkt; diese Stoffe dringen aber burch Abg. Freiherr v. Erffa( t.): Wenn auch nicht eine besondere fich nicht als die Wohlthäter der Armen zu best art poröse Steine mit der Zeit hindurch, durchseuchen SchornRücksicht gegen die Juyaber der 4 prozentigen Rente in der trachten und namentlich müsse darauf gedrungen werden, daß steinwände und Defen und verbreiten in den Wohnräumen zeitBorlage zu erblicken ist, so erwarten meine Freunde doch von niemals persönliche Interessen der Mitglieder in Frage tommen weise einen floatenartigen Geruch. Der Uebelstand, der in Berlin derselben eine günstige Rückwirtung. auf den könnten. Auszahlung z. B. von Armenunterstügung in Geschäften in einigen Jahrzenten allgemein zu werden drohe, sei schon jetzt ländlichen Hypothekar Kredit. Die landwirth( Material, Back- und Fleischwaaren, Viktualien, Grünfram u.s. w.) in einigen Fällen so unerträglich geworden, daß man die Defen schaftskammern mögen diese Seite der Angelegenheit noch in sowie durch Hauswirthe, bei denen die Unterstüßten Mieths abreißen und die Schornsteine von oben bis unten ausstemmen nähere Erwägung nehmen. Die Rücksichtnahme gegen schulden hatten, dürften nicht geduldet werden. Hierfür giebt und in 3ement und Klinkern neu aufmauern mußte. die Renten Inhaber mißbilligen wir nicht; die Schaffung von größeren Verbänden einen sehr praktischen Weg. Grundbesiger- Verein Südwest und Süd" hat sich bereits früher wir hätten nur gewünscht, daß die gleiche Rücksicht auch Was die sozialpolitische Gesetzgebung anlangt, so sei es durchaus nicht( 1889) mit dieser Frage beschäftigt und das Reichs- Gesundheitsauf die Landwirthschaft genommen worden wäre ihr Zweck gewesen, die Armenlasten zu erleichtern, sondern dieselbe amt, ohne Erfolg, um Prüfung der Geruchsentwickelung der bei Abschluß der Handelsverträge. Land: sollte den Invaliden der Arbeit zu gute kommen. Die Ver- verschiedenen Sorten Preßfohlen ersucht. Das Grundeigenthum" wirthe, die noch 3 pet. Rente aus ihrem Gute heraus- bindung mit den Arbeitsnachweisen werde zu feinem irgendwie empfiehlt unter anderem, die Miether vor zu frühem Schließen wirthschaften, sind selten. Bis auf wenige Ausnahmen erheblichen Resultat führen können, denn die meisten der Armen- der Defen zu warnen und zur Verwendung guter Roble anzufind meine Freunde mit der Vorlage einvergeldempfänger seien alt oder erwerbsunfähig. Die Mittheilungen halten, eventuell sogar eine auf den zweiten Punkt bezügliche standen. des Vorredners aus anderen Städten können keine wesentliche Bestimmung in den Miethsvertrag aufzunehmen. Für diesen Beachtung beanspruchen. Die genannten Städte seien nicht zum Ausweg dürften die meisten Hauswirthe sich eher erwärmen als Vergleich geeignet. In der Großstadt herrschen andere Verhält für die anderen, kostspieligen Vorschläge, z. B. Anbringung von niffe; wolle man auf andere Städte exemplifiziren, so müsse man Rauchabsaugern, Ausheizung und Austrocknung der Schornsteine, Paris, London, Newyork u. s. w. in betracht ziehen und Ver- schlimmstenfalls Erneuerung der Defen und Schornsteine, der gleiche austellen. Die Hauptschwierigkeiten für die Bildung der fegteren aus bestem, eventuell glafirtem Material. Kommissionen zeigen sich an der Peripherie Berlins. Mit diesem Uebelstand haben kleine und mittlere Städte überhaupt nicht zu Im Treptower Park ist bei oberflächlicher Betrachtung fämpfen. Die Heranziehung von Frauen zur Armenpflege hält Singer noch kaum viel vom Fortschreiten der Abbruchsarbeiten zu be für sehr nothwendig. Vielfach sei die Frau viel geeigneter zur merken. Dennoch wird mit großer Rüftigkeit namentlich an der Abg. Dr. Sattler( natl.) ist mit der Ronversion Armenpflege wie der Mann. Die Begeisterung des Vorredners Niederlegung des Industriegebäudes gearbeitet. Die Bedachungen, einverstanden, wünscht aber auch, daß diefelbe möglichst für die bürgerlichen Frauenvereine fönne er zwar nicht theilen, Seiten und Zwischenwände der Haupthalle find vollständig ab schonend durchgeführt werde, namentlich billige er die Kon- gar manches Mal werde von diesen Damen die Sache als Sport getragen, sodaß mit dem Abriß der Eisenkonstruktionen in kürzerer vertirung auf 32 pet. Die Rechtsfrage, ob diejenigen Inhaber betrieben. Man habe alle Ursache, die Frauenthätigkeit auf allen Beit begonnen werden kann. Ebenso ist jetzt die Niederlegung 4prozentiger Rente, welche diese für Eisenbahn- Obligationen ver: Gebieten des öffentlichen Lebens heranzuziehen und den Frauen des Wohlfahrtsgebäudes in Angriff genommen und wird staatlichter Bahnen empfangen haben, einen Rechtsanspruch auf die Gelegenheit zur Arbeit im allgemeinen Interesse nicht nach dem Ausstellunge Bahnhof sowie die Webergänge über in höchstens vierzehn Tagen beendet sein. zu diesen höheren Binsfuß haben, bedarf noch der Prüfung. verschließen Redner behält sich diesbezügliche Anträge für die Minister Dr. Miquel: Nach Ansicht der Staatsregierung Spezialdiskussion vor und vertritt die Ansicht, daß ein Gemeinde- die Park- Allee sowohl innerhalb der Kolonial- Ausstellung find Vergnügungspart befinden sich von den 4- und 3/2 prozentigen Konsols nur wenige beschluß herbeizuführen sei, der nicht nur in den versuchsweise im Auslande. Preußen hat seine 7 Milliarden für Eisenbahn- einzurichtenden Armenämtern, sondern in allen Armenkommissionen verflossenen Woche abgetragen worden. An Ausstellungsgegen Verstaatlichung selbst bezahlt. Nur von den 3prozentigen Konsols den Frauen die Mitarbeit in der Armenpflege als gleichberechtigte ständen befindet sich im Parke die Schwerttänzerin", die den find größere Beträge im Auslande. Den von dem Abgeordneten Mitglieder ermöglicht, wie dies jetzt schon bei den Waisenräthen britten Hauptgewinn der Ausstellungslotterie bildete und von Ehlers vertretenen Standpunkt theile ich nicht; der der Fall sei. Die Magistrats- Assessoren hält der Redner nicht dem Gewinner bisher immer noch nicht reklamirt worden ist. Staat foll stets der nobelste Schuldner geeignet für das Amt der Armenraths- Vorsteher; ihm wären aus Die Zahl der auf dem Ausstellungsgelände beschäftigten Arbeiter sein; das ist von Wichtigkeit, wenn einem der Wahl der Bürgerschaft hervorgegangene Personen lieber. Da ist in letzter Beit auf 800 zurückgegangen. Seitens der AmtsNothfalle Kredit in Anspruch nehmen muß. Ich theile diefer Posten die volle Arbeitskraft in Anspruch nehmen werde, behörde in Treptow finden zur Zeit genaue Erhebungen darüber auch nicht die Meinung, daß dieser Konso muß natürlich ein besonderes Amt geschaffen werden. statt, welche Gebäude bereits abgeriffen bezw. sich im Abriß be pertirung alsbald die weitere Binsherab- Man tönnte analog des Instituts der besoldeten Stadträthe finden. Es mögen auf dem Gelände noch etwa 120 Pavillons segung auf drei Prozent folgen werde. Es wäre Stellen für Armenamts Vorsteher schaffen. Redner faßt vorhanden sein, an denen Hacke und Stemmeisen noch nicht ges bedauerlich, wenn sich die Kapitalanlage exotischen Werthen zu feine Ausführungen dahin zusammen, daß die Vorlage eine Grund- arbeitet haben. Zu diesen gehören die Ruppelhalle, das Hauptwenden wollte, wozu diese Konvertirung gewiß feinen Grundlage für die Spezialberathung biete und wünscht, daß gegenüber viel- restaurant mit dem Wasserthurm, sowie das Theatergebäude von bietet. Die Regierung wünscht eine Beschleunigung der Borlage, fachen Vorkommniffen, die er schon früher mitgetheilt hat, als fanntlich das Riesen- Fernrohr und das Gebäude des Vereins für Alt Berlin". Dauernd erhalten bleiben im Treptower Part be so daß diese noch vor Weihnachten publizirt werden kann. einziges maßgebendes Prinzip für eine Unterstützung aus öffentAbg. v. Williſen( f.) begründet die ablehnende lichen Mitteln die Bedürftigleit zu gelten habe, und daß die Feuerbestattung. Haltung eines Theiles seiner Auf dem Gelände der Gewerbe- Ausstellung in Treptow wird politischen gerügten Mißstände durch unausgesezte Kontrolle durch die in nächster Zeit ein Kommando der Eisenbahnbrigade Sprengungen Freunde, welche der Meinung sind, daß namentlich eine er- Kontrollinstanzen beseitigt werden. Nachdem die Stadthebliche Anzahl tleiner Beamten durch die Vorlage schwer ge- verordneten Bergemann und Sachs I ihre von festem Mauerwerk und Schornsteinessen vornehmen. Die troffen wird, weil diese Leute ihre Rautionen in 4prozentigen Frauen in der Armenpflege zu beschäftigen, zum Ausdruck ge- Sprengungen werden polizeilich vorher bekannt gemacht, da die Papieren hinterlegt haben; für diese wünscht er kompen bracht und verschiedene Redner die Magistratsvorlage vertheidigt angrenzenden Straßen gesperrt werden sollen. fationen. hatten, wurde die Generaldiskussion beendet und der Beschluß Abermals hat die Regierung nach dem oft von uns gekenn gefaßt, am nächsten Sonnabend in die Spezialberathung der Bor- zeichneten Brauch einen Staatsanwalt zum Richter ge lage einzutreten. Ahg. Frigen( 3.): Die Vorlage wird in viele Verhältnisse tief und bitter eingreifen, namentlich werden milde Stif tungen und fleine Rentner schwer betroffen. Da die Vorlage aber einmal da ist, müssen wir sie schnell erledigen. Die Binsfuß Garantie ist unbedenklich, denn acht Jahre sind im Leben der Staaten eine kurze Frist. Auch von fozialpolitischer Bedeutung wird diese Garantie sein. Meine Freunde wünschen, daß die Vorlage möglich schnell erledigt wird und stehen derselben wohlwollend gegenüber. D Abg. Stengel( ft.) wird mit seinen Freunden auft immen, ift auch zur Beschleunigung bereit. Abg. Rickert( frs. Vg.) will der Vorlage zustimmen und hofft, daß sich der Finanzminister auch über ihn freuen werde( Heiterfeit.), was ja schon lange nicht mehr der Fall gewefen; das habe aber an den Verhältnissen, nicht an des Redners guten Willen gelegen. Kommunales. G • Abneigung, Lokales. 3391 307 " als auch nach dem " Der Die Brücke in ber macht. Der Staatsanwalt Otto Haten in Elbing ist zum Landrichter bei dem Landgericht I in Berlin ernannt worden. Er ist seit 1884 Gerichtsassessor und seit 1839 Staatsanwalt. Am Sonnabend, 5. Dezember, wird im Deutschen Die Verwilderung der großstädtischen Ingend Die Verwilderung der großstädtischen Ingend der Abg. Schmidt- Warburg( 3.) schildert die harten Folgen, jugend ist in den letzten Wochen, aus Anlaß der Ermordung gleichen Tag ist im Schauspielhause die Aufführung der Jugend des Proletariats natürlich, nicht etwa der Bourgeois Theater" Gerhart Hauptmann's neue Bühnendichtung Die versuntene lode" in Szene gehen. Für den welche die Vorlage für fleine Leute haben wird, die solche des Justizraths Levy, in der bürgerlichen Preffe und in Versamm: beiden Ostar Blumenthal'schen Stücke„ Abu Seid" und, Das 4prosentige Rente besigen. Die Rommission möge fich dieser lungen in den düstersten Farben geschildert worden. In rosigem wirthschaftlich Schwachen annehmen. Lichte erschienen dagegen in manchen Zeitungsartikeln und Reden weite Gesicht" in Aussicht genommen. Die Debatte wird geschlossen. Die Borlage geht an die die Einrichtungen zur Erziehung oder Beauf- Die Berliner Unfallstationen laffen jetzt, wie uns berichtet Budgetkommission. sichtigung der schulpflichtigen oder schul- wird, eine größere Anzahl Kranken- Transportwagen mit neuen Morgen( Mittwoch) 11 Uhr: Staatsschulden- Tilgungsvorlage. Jentlaffenen Jugend, die von Vereinen der verschiedensten und zweckmäßigen Einrichtungen bauen. Die Aerzte der über Schluß 21/2 Uhr. aid gillus aeda Art unterhalten werden. Man wollte sich die willkommene Ge- die Stadt gleichmäßig vertheilten Unfallstationen werden dann Courlegenheit, für diese Unternehmungen Reklame zu machen, was bei solche Wagen mit Bespannung in besonderen Depots Tag und dem andauernden Mitglieder und Geldmangel allerdings sehr Nacht zur Verfügung haben. Es wäre zu wünschen, daß hiermit nöthig ist, nicht entgehen lassen. Etwas spät, nachdem das Juter- auch Einrichtungen getroffen würden, welche den Krantentransport, Der Ausschuß, welcher zur Vorberathung der vom Magiftrat esse für die Sache bei unserer schnell vergeffenden Bourgeoisie der sich jetzt noch recht fostspielig stellt, derart verbilligten, daß beabsichtigten Reorganisation der offenen Armenpflege fchon wieder erheblich abgenommen hat, erscheint jetzt auch der er wirklich der Bevölkerung zum Nutzen gereicht. von der Stadtverordneten- Versammlung eingesetzt ist, hielt am Verein Kinderhort" auf dem Plan, um ebenfalls unter Nachdem unter den Schweinen auf dem hiesigen Vieh. Dienstag unter dem Vorfiz des Stadtv. Geride I seine erste Hinweis auf jenen Mord und mit der üblichen Bitte um Mithofe Klauensenche in erheblichem Umfange festgestellt worden Sigung ab. Als Magistratsvertreter waren die Stadträthe glieder und Geld feine Anitalten als Mittel gegen die Ver- ist, wird amtlicher Mittheilung zufolge vom Mittwoch, 25. b. M., Tourbie und Bertram anwesend. Es handelt sich nach wilderung der Jugend zu empfehlen. Merkwürdig könnte bei ab bis auf weiteres die Ausfuhr von Schweinen vom hiesigen der Magistratsvorlage um die versuchsweise Zusammen- der ganzen Geschichte das eine erscheinen, daß die Erziehung Viehhofe nur nach solchen Orten gestattet, die öffent. faffung der innerhalb eines Standesamts Bezirks be- durch Vereine und Anstalten als Ersatz für die Erziehung durch liche Schlachthäuser besigen und deren Polizeibehöroen findlichen Armenkommissionen zu einem Armenamt, an die Familie gerade von denjenigen Leuten angepriesen wird, die sich mit der Zuführung der Thiere ein für allemal oder auf beffen Spiße ein besolbeter Beamter stehen soll. Durch sonst das Familienleben die Grundlage der ganzen vorherige Anfrage ausdrücklich einverstanden erklärt die neue, zwischen der Armendirektion und den Armentommiffionen Erziehung und aller Sittlichkeit nennen. Der Widerspruch erklärt sich haben. Liegende Instanz soll eine beffere und ausgiebigere Kontrolle der daraus, daß alle diefe Kinderbewahranstalten, Rinderhorte, Jugends Armenkommissionen geschaffen werden, und gleichzeitig die Ent- und Mädchen-, Lehrlings- und Gesellenheime u. s. w. ja nur für das scheidung über einzelne Fragen, z. B. Entziehung der Unter Proletariat bestimmt sind. Wolte nämlich die Bourgeoisie, dem stügung, oder Anrechnung von Alters- und Invaliditätsrenten von ihr aufgestellten Prinzip getreu, den Versuch machen, dem auf die Armenunterstüßung den einzelnen Kommissionen Proletariat ein geordnetes Familienleben das heute für viele auf Die der Gesammtheit allmonatlich Broletarier unmöglich ist zurückzugeben, so müßte sie fich zu einer Konferenz zu vereinigenden Kommissionen, bei einer so radikalen Sozialreform" entschließen, daß ihr sehr bald welcher der Vorsteher des neu zu bildenden Armenamts den die Buste dabei ausgehen würde. Darum verfahren diese bürger Borsiz führt, übertragen werden. Der Magistrat schlägt vor, lichen Boltserzieher" lieber nach dem Grundsatze: uns die entzogen zu und Eine Stadtverordneten- Sigung findet in dieser Woche nicht statt, da nicht genügender Stoff vorhanden ist. An einen jener fliegenden Wursthändler, die die mysteriösen Produfte einer manchmal noch mysteriöseren Fleischertunit um die mitternächtige Stunde in der Friedrichstraße feilhalten, und dessen Kundschaft sich zumeist aus Nachtschwärmern zusammensetzt, trat ein Student, um sich für 2 Nickel ein Paar jener appetitlichen Warm sind sie noch zu erstehen. Anstatt " sich ab« an dies« Delikatesse zn erlaben, bot der menschen- freundliche Bruder Studio, wie ein hiesiges Blatt meldet, dem Verkaufer die Würste unter der Bedingung zum Geschenk, daß er sie in feiner Gegenwart verzehre. Dieser dankte ebenso höflich wie bestimmt dem zuvorkommenden Käufer seiner Würste selbst dann noch, als dieser ihm noch 20 Pf. extra bot.— Der Vorgang hatte eine größere Menschenansammlung zur Folge, und dem so schwer auf die Probe gestellten Wursthändler blieb nichts weiter übrig, als das Schlachtfeld schleunigst zu räumen. Wie bon der Eisenbahn-Verwaltung den Beschwerden des Publikums über ungenügende Verkehrsmittel und Heber- füllutig der Vorort-Züge gegenüber die Frequenz» ziffern festgestellt werden, das ist jetzt in einem be- sonderen Falle von dem Vorsitzenden des.Ostvorort-Vereins". Amtsgerichls-Sekretär Freise ermittelt worden. Seit langer Zeit schon haben die Vororte an der G ö r l i tz e r Bah» die Eisenbahn-Direktion dringend ersucht, die Zahl der Vorort-Züge erheblich zu vermehren, namentlich aber an den Sonn- und Feierlagen, an denen im Sommer bei schönem Wetter kaum mehr mitzukommen ist. Infolge solcher erneuten Klage» wurden am zweiten Psingstfeiertage von der Eisen» bahn-Verwaltnng die mit den Vorortzügen der Görlitz« Bahn von Berlin hinausfahrenden Passagiere beim Einsteigen in den Zug gezählt. Obgleich nun aber die weitaus meisten dieser Vorortzüge von Charlottenburg aus über die ganze Stadtbahn gehen, auf sämmtlichen Stationen mit durchfahrenden Passagiere» besetzt werden und dies besonders an schönen Festtage» in solchem Maße geschieht, daß bereits auf dem S ch l e s i s ch e» B a h n h o f die ganzen Züge dicht besetzt, ja zum Theil überfüllt sind, hat dennoch die Eisenbabn-Ver- waltnng am 2. Pfingstfeiertage die erwähnte Zählung der ein- steigenden Fahrgäste erst vom— Schlesischen Bahn- hos aus vorgenommen und die sämmtlichen übrigen Stationen der Stadtbahn dabei gänzlich unberücksichtigt gelassen. Ans diese Weise ist selbstverständlich das Ergebniß der Zählung, über welches man in de» belheiligten Vororten aufs höchste erstaunt war, da es der thatsächlicheu Besetzung der Züge nicht entfernt entsprach, ein so geringes geworden, daß auf grund des- selben die Vermehrung der Züge an maßgebender Stelle abgelehnt wurde. Es kann also hiernach kaum mehr ein Zweifel darüber bestehen, welcher Werth aus die Frequenz-Feft- stellungen zu legen ist. die von der Eisenbahn- Verwaltung vor- genomme» werden, wenn es gilt, die Forderungen des Publikums auf Abstellung der Zugüberfüllungen»c. mit»amtlichen Ziffern" abzuwehren. Einen unerwartet glücklichen Ausgang hat der Unfall genommen, der am lb. v. M. dem 4 Jahre alten Söhnchen Otto des Gastwirthes Wolff aus der Wallstraße 30 znsließ. Der Kleine fiel, wie wir seinerzeit mittheilten, nachts aus dem Fenster der elterlichen Wohnung auf den Hof hinab und wurde von den Eltern, als sie von einer Festlichkeit heimkehrten, mit gebrochenem Schädel aus dem Pflaster liegend gefunden. Längere Zeit schien der Tod dem Schwerverletzten sicher zu sein, dennoch aber ist es der ärztlichen Kunst gelungen, sein Leben zu erhalten. Bereits am Sonnabend Nachmittag konnte der Kleine aus der königlichen Klinik entlasten und vollständig wiederhergestellt seinen Eltern übergeben werden. Die Todesursache der Arbeiterfrau Wilhelmine Philipp, Gneisenanstraße 101, wird zwar erst durch die am Donnerstag stattfindende Obduktion völlig aufgeklärt werden können, indeß ist der Ehemann des Mordes so verdächtig, daß er der Staatsanwalt- schaft vorgeführt werden mußte. Aeußere Verletzungen an dem Körper der Frau Philipp sind zwar außer rolhen Flecken am . Halse nicht wahrgenommen worden, doch erscheint ein natürlicher Tod der ganz gesunden Frau nicht wahrscheinlich. Andererseits ist festgestellt, daß Philipp seine Frau in rohester Weise gemiß- handelt hat, so daß sie wiederholt, nur mit dem Hemde bekleidet, aus der Wohnung flüchtete, auch hat er seine Frau, wenn er im trunkenen Zustande abends nach Hause kam, mit dem Tode bedroht. Mord. Der hier in d« Fürbringerstraße wohnende Bankbeamte B. erstattete gestern der Kriminalpolizei die Anzeige, daß er heute früh ein Telegramm erhalten hat, wonach sein Groß- vater, der Bankier Wilhelm Kohn in Pleß i» Ober-Schlesten, ermordet worden sei. B. nimmt bestimmt a», daß der Großvater auch beraubt worden sei und weiß, daß derselbe unter anderem nachstehende Werthpapiere beseffen hat. 3S 000 Gulden Ungarische vierprozentige Goldrente. 20 000 M Warschan-Wiener Prioritäten, 340 Pfd. Sterl. 1893, an Mexikanern Nr. 29 032 über 500 Pfd. Sterl., Nr. 27 033, 27 034 nnd 27 035 k 100 Pfd. Sterl., Nr. 14 970 und 14 971 k 20 Pfd. Sterl. Bei den Abriffarbeite« in der Ausstellung ereignete sich am Montag der erste schwere Unglücksfall. Ter bei der Frei- legung der Bedachung des Jndustriegebäudes beschäftigte Arbeiter St. glitt von der Eisenkonstruktion des Daches, auf der er kniete, ab. stürzte durch das Dach in das Innere des Gebäudes und blieb auf dem zementirten Fußboden besinnungslos liegen. Nachdem dem schwer Verletzten, der«ine Gehirnerschütterung er- litten hat, auf der Sanitätswache die erste Hilfe zu theil geworden war, wurde er in hoffnungslosem Znstande nach dem Kranken» hause Bethanien überführt. Ein räthselhaftes Verbrechen, dessen Ausführung noch rechtzeitig vereitelt wurde und dessen Held ei» Einjährig-Frei- williger vom hiesigen Kaiser-Franz-Garde-Grenadier-Regimenl ist, wird aus Hannover gemeldet. Dort wurden am letzten Todtensonntag der Einjährig-Freiwillige R. des vorgenannte» Regiments und der Arbeiter W. aus Berlin verhaftet, weil sie angeblich in der Absicht nach dort gekomme» waren, den dort wohnhafte» Schauspieler S. und dessen Geliebte, die geschiedene Frau G. aus Berlin, zu erschießen. R. führte bei seiner Fest- nähme, die in dem Augenblick erfolgte, als er in dem Zimmer eines dortigen Hotels die G. zur Rede stellte,«inen ge» ladenen sechsläufigen Revolver bei sich. Der mitverhaftete W. hatte, wie festgestellt wurde, von dem Vorhaben seines Reise- gefährten, des Einjährig-Freiwilligen R, Kenntniß gehabt und war von diesem nach Hannover mitgenommen worden, um die Wohnungen der genannten Personen zu ermitteln. Ferner wollte er nach dem Tode des R., welch letzterer sich nach vollbrachter That selbst erschießen wollte, dessen Persönlichkeit rekogNosziren und einen von diesem zurückgelassene», an dessen in Berlin lebende Mutter gerichteten Brief befördern. Die Veranlassung zu der geplanten schrecklichen That scheint Eifersucht zu sein. weil die G., welche bis vor kurzem seine Geliebte gewesen war, sich neuerdings dem Schauspieler S. angeschlossen hatte. Ans der Polizeiwache gestorben ist am Montag Abend der 25 Jahre alte taubstumme Schneider Wilhelm Deilitz aus der Wienerstraße 19. Der Mann verübte abends kurz nach 9 Uhr auf der Straße Unfug und wurde, zumal er betrunken war, von einem Schutzmanne auf die Wache des 25. Reviers in der Naunynstraße 38 gebracht. Hier bekam er bald nach der Einli-serung Krämpfe, an denen er starb. Wege» Betruges hat gestern der EngroS-Butterhändler P. in der Landsbergerstraße seinen Kompagnon N. bei der Behörde angezeigt. Letzlerer soll geschäftliche Veruntreuungen begangen habe». Ter Schlächtermeister Tyrock auS der Boyensiraße 17, der sich Moniag Nachmittag aus erner Bank in der Zeltenallee im Thiergarten eine Revolverkugel in die rechte Schläfe schoß, ist noch im Laufe des Abends der Verletzung erlegen. Nach einem Streit mit seiner Braut hat der Novalis- straße 14 wohnende dreiundzwanzigjührige Kaufmann I Selbstmord begangen. Der junge Mann war seit einiger Zeit mit der Tochter eines hiesigen Handwerker? verlobt. Am letzten Sonntag kam eS zwischen den beiden jungen Leuten zu einem Streit, der damit endete, daß die Braut die Verlobung aufhob. I. begab sich sofort nach seiner Wohnung, wo er sich am Spiegelhaken erhängte. Als er bald darauf von seinem Bruder aufgefunden wurde, erwiesen sich Wiederbelebungsversuche als erfolglos. Gestern Vormittag 10 Uhr brach in der Gemeinde- schule in der L e v e tz o w st r a ß e während des Unterrichts Feuer aus. Die Kinder konnten ohne Unfall unter Anleitung der Lehrer die Schule verlassen, während die Feuerwehr die Flammen löschte. Erschossen hat sich am Montag Abend der in einer hiesigen Buchdruckerei beschäftigt gewesene Maschinenmeister Lenbach auf dem Flur der Gemeindeschule in der Höchstestraße. Er war mit der Tochter eines Schuldieners verlobt und soll von dieser seines unordentlichen Lebenswandels wegen eine Absage erhalte» haben. Aus dem Polizcibericht vom 24. November. In der Nacht zum Dienstag wurde der Pförtner des Hauses Kronprinzen- Ufer 5, Heinrich Adelt, von drei anscheinend angetrunkenen jungen Leuten durch längeres Klopfen an die Fenster ans dem Schlafe gestört, und, als er. sich vor die Thür begebend, mit einen» Srocke auf die Ruhestörer einhieb, von einem derselben dirrch einen Schlag mit einein scharfen Gegenstande im Gesicht erheblich verletzt. Er erhielt auf der Sanitätsivache in der Mauerstraße einen Verband.— Monrag früh fiel in der Wörther- straße der 49 Jahre alte Kutscher Wilhelm Wenzel in Krämpfen von seinem Bierwagen und trug außer einer leichten Verletzung am Kopfe eine Gehirnerschütterung davon. Er»vnrde nach der Unfallstation I gebracht.— Aus den» Güter-Bahnhofe der Anhalter Eisenbahn entgleisten vormittags gus noch nicht festgestellter Veranlassung zivei Wagen eines Güterzuges. Hierbei erlitt der Raugirer Wilhelin Gertz, der sich auf dem Zuge be- fand, eine fchivere Quetschung des linken Unterschenkels, sodaß seine Ueberführung in das Elisabeth- Kranken- Haus erforderlich ivurde.— Bei der durch die Kriminalpolizei angeordneten Festnahme des obdachlosen Schuhmachers Georg Kruppa leistete dieser den beiden Schutzleuten heftigen Widerstand und griff sie thätlich an, so daß sie von ihrer Waffe Gebrauch inachen mußten. Hierbei ivurde Kruppa an den Armen und Schultern so erheblich verletzt, daß er nach Anleguiij) eines Verbandes nach dem Krankeuhanse am Friedrichshain gebracht werde» mußte. Der eine Beamte, dem die Uniform völlig zerrisse» war, trug leichte Verletzungen im Gesicht und an den Händen davon. Ans den Nachbarorten. In Rixdorf bat der Gastwirth Ed. Wirsing, Knesebeck- straße 113 seinen Saal zu allen politischen und gewerkschaftliche» Versammlungen wieder zur Verfügung gestellt. Die Sperre über dies Lokal ist somit aufgehoben. Die Solidarität der Arbeiter- schaft wird sich auch ferner in der Lokalfrage bewähren. Der Vertrauensmann. In Nen-Wcissensee steht der Arbeiterschaft da? Lokal von Gustav Philipp, Prenzlauer Chaussee 3-4 zu Versammlungen ec. zur Verfügung. Die Lokalkommission. Nongvvtz dev Makionols-SoziKren. Erfurt, 23. November 1396. Nach der Mittagspause nimmt das Wort Professor Max Weber ans Freiburg. Er würde die Schaffung einer natio- nalen Arbeiterpartei an sich gut heißen; die Arbeiter würden dadurch von Marx befreit. Das Marx'sche System liege nach der erausgabe des dritten Bandes des„Kapitals" theoretisch am oden. Es soll hier aber eine Partei der Mühseligen und Be- ladenen gegründet werden. Was soll denn mit denen geschehen, die erst zur„Arbeit" gehören und denen es später besser geht? Müsse» sie aus der neuen Partei ausscheiden? Eine solche Partei, die die Besitzenden ausschließt, ist unmöglich, rücksichtslos. Heute fragt es sich in Deutschland, ob das Bürgerliche oder das Feudale herrschen soll. Die Sozialdemokratie hat der Reaktion gedient, weil sie ihren Einfluß gegen das Bür�crthum in die Wagschale wirft. Die neue Partei müßte das Bürgerthum stärken und die bürgerliche Freiheit.— Die Stellung der„Zeit" zur Polenfrage ist grundfalsch Wir haben die Pole» nicht unterdrückt, sondern sie aus Thieren zu Menschen gemacht. Die Entfaltung der Macht des Reiches kann nur auf Koste» anderer erfolgen. Seien sie in politische» Dingen nicht sentimental sondern hart; sonst können sich viele Gebildete der Bewegung nicht anschließen.— Frau Dr. G n a u ck- Kühne bedauert, daß der neue Entwurf Na»- nmnn's die Frauenfrage nicht aufnimmt. Der E»t- wurf erwähnt zwar die„arbeitenden" Frauen, aber auch für die Kommerzienrathstöchter besteht eine Frauenfrage: die Frage der Ausfüllung des Lebens mit nützlicher Arbeit.— Die weitere Debatte beschäftigt sich wiederum fast ausschließlich mit der Frage, ob irgend ein Hinweis aufs Ehristenthnin i» das Programin soll.— Ein christlich-sozialer 9lr- b eiter wünschte, daß der Name Christlich-Sozial beibehalten werde. Jedenfalls müsse man energisch das Christliche betonen. Dann werde man auch Arbeiter bekommen. Der Stamm dazu sei vorhanden. Aus den Reihen der Sozialdemokratie dagegen werde man sobald keine Anhänger gewinnen,— und damit wird der Mann recht haben! Mehrfach wird dagegen betont, daß die sozialpolitischen Forderungen nicht aus dem Christenthum stammen, sondern ans wirthschaft- lichen und historischen Ueberzeugungen. Prof. S o h m meint, daß die„Gebildeten" allein die geistige Wehrkraft des Volkes bilden. Darum kommt es auf deren Stellung zu uns an. Sie sind„das Volk", die anderen sind die geistig ohnmächtigen Massen. Wir vertreten die Interessen des Arbeiterstandes nicht seinetwegen, sondern der Gesammtheit wegen. Arbeiter Ros aus Frankfurt meint, es gäbe zahlreiche fromme Arbeiter, aber die Vorkommnisse in den höheren Ständen nähmen dem Arbeiter das Christenlhum.— Professor 83 o uff et schlägt vor, folgendes zu beschließen:„Bei unseren Arbeiten wissen wir uns be- stimmt vom Geist des Christenthuiits, ohne daß uns dies hindert, jeden als willkommenen Mitarbeiter anzuerkenne», der unsere Ziele sozialer Erneuerung als die seinen anerkennt." Dadurch soll auch Katholiken nnd Nichtchristen die Thür geöffnet werden.— H. v. G e r l a ch wendet sich gegen Prof. Weber. Sowohl das eigentliche Bürgerthum als auch der Feudalismus seien reaktionär. Man könne sich weder dem einen noch dem andern anschließen. Die Politik des Bemitleidens können wir nicht verlassen, am wenigsten das Nietzsche'sche Herrenmenschen- thum knltiviren. Der frühere„Sozialdemokrat" Lorenz aus Leipzig ist ebenfalls f ü r das Chrislenthum. An den Ansführungen Weber's hat er manches Gute gefunden. Das Großkapital sei häufig zu sozialen Reformen geneigt. Der mittlere Unter- nehmer könne das gar nicht, es gehe dabei zu gründe. Dies sei aber kein Schade, wenn tansende von Arbeitern dadurch in ihrer Lebenslage gehoben werden. Die Versammlung beschließt hierauf, an den gemaßregelte» Pfarrer W e r n e r ein T e l e g r a in m zu richten, in dein man der Hoffnung Ausdruck giebt. daß die Zeit kommen werde, wo auch de» evangelische» Geistlichen die staatsbürgerlichen Rechte garantirt seien.— Redakteur Oberwinder ivendet sich eben- falls gegen Prof. Weber. Im Gegensatz zu Gerlach vertritt er das Nanmann'sche Programm, nicht das des Ausschusses.— Dex abends stattfindenden Volksversammlung wegen werden die Verhandlungen V«7 Uhr abgebrochen. Die Diskussion erregt trotz ihrer ermüdenden Länge bis zum Schluß das lebhafte Interesse derVersammlung.— Im Lause des Tages liefen zahlreiche Begrüßungstelegramme ein.— Es sind offiziell erschienen 114 Delegirte aus 55 Wahlkreisen. Auch die Presse ist sehr zahlreich durch Berichterstatt«, darunter mehrere ausländische, vertrete». Die abends stattfindende öffentliche V e r s a m in l n>, g von Delegirten und Gästen ist gesüllt. Musikstücke wechseln ab mit einigen Ansprachen. Nach einer kurzen Rede von Frau Gnauck, schlug Professor Sohm die Sozialdemokratie mauselodr. Morgen, Dienstag, ist eine geheime Besprechung der Geld- geber der„Zeit", worauf um 9 Uhr die Programinberathung forlgesetzt werden soll. Erfurt, den 24. November 1396. Nachdem heute morgen eine geschlossene Versammlung der Geldgeber der„Zeit" stattgefunden hat, beginnen um 9 Uhr die Weiterverhandlungen über das Programm. Pastor K r ö b e r ans Leipzig: Wir müssen zur Klarheit komme», wollen wir eine Jnteressenpartei oder eine AolkSpartei? Wir wollen dem vierten Stande helfen, um der Nation ivillen. Das Volk verelendet unter dem heutigen System. Die Ein- ivände, die gegen die Aufnahme des Christenlhnms gemacht worden sind, kann ich nicht theilen. Weil wir die Nation wollen, wollen wir das Christenthum. Freilich möchte ich das Christenthnm nicht zur Voraussetzung der Zugehörigkeit zn unserer Vereinigung mache», aber erwähnt muß es im Programm iverden. Ich würde es nicht für gut halten, wenn sich die Inden auch unserer Bewegung be- mächtigte», wie sie es beim Freisinn gethan haben. Pastor G ö h r e: Es giebt keine Brücke zwischen Christen- thum und Polilik. Ich würde das Christenthnm vielleicht nicht ins Programm nehmen. Aber ivir müssen aus unsere Vergangen- heit Rücksicht nehmen. Wir sind vom Christenthnm zur Sozial- Politik gekommen. Wir sollte» daher unserer christliche» Welt- anschauniig Ausdruck im Programm geben, schon als Merk- mal des Gegensatzes zur Sozialdeinokratie. Weiter empfiehlt er die Aufnahme der Frauenfrage. Den Z 4 des Naumann'sche» Entwurfes(Vergrößerung des Antheils der Arbeit an» Gesammtertrage der Volkswirlhschafl) empfehle ich. Indem wir der„Arbeit" dienen, dienen wir dem nationalen Ganzen. Im vierten Stande liegt die Zukunft unseres Volkes. Die Kraft der Zukunft liegt im Sozialismus. Dieser beginnt sich i» der Form des Marxismus zu überleben. Wir wollen aber den fortgeschrittenen Sozialisinus vertreten.— Schneider- geselle Ei che,» topf ans Sangerhansen meint, mit dem christlichen Paragraphen»verde man die Ar- b e i t e r nicht gewinnen. Diese würden erkläre», vom Christenthum können wir nicht leben. Ziehen Sie die Glace- Handschuhe des Gelehrteilthums aus und arbeite» Sie praktisch für die Arbeiter, dann werden sie Ihnen folgen. Werkmeister Bärrn aus Frankfurt am Main will Eiitgegenkommen gegen die evangelischen Arbeiter- vereine und daher Beibehaltung des Christenthums. Die Sozialdemokraten sind»och zum großen Theil christlich; streichen Sie aber das Christenthnm, dann werden wir die Sozialdemo- kraten erst recht nicht gewinnen.— Professor Sohm, der ab- gereist ist, läßt durch den Vorsitzenden erklären, daß er von der Anfnahme des Christenthums seine weitere Mitarbeit abhängig macht. Vor der Abstimmung spricht noch N a u m a n n. Er hat den Professor Weber so verstanden, daß man im Programin aus- sprechen soll„wir wünschen die großmdustielle Ent- wickelung Deutschlands." Dein Gedankengang stimme ich zn, aber ins Progran»» gehört dies nicht. Auch mit den Ausführungen über Feudalismus»nd Bürgerthum sympalhi- sire ich. Er beaiitragt sodann mehrere Abänderungen seines eigenen Entwurfs. Die Frrnienfrage sollte anfgenommen iverden, i»eine Fassung des die Religio» betreffenden Paragraphen halte ich für die beste, glaube aber nicht damit durchzudringen. Es folgt nun die Abstimmung über die Ausnahme deS Christenthums. Alle die zahlreichen Anträge, die auf dessen Ausschließung aus dem Programm zielen»nd nur be- Ionen, daß die sämmilichen Paragraphen ans christlichem Geiste fließe», werden abgelehnt. Unter lebhaftem Beifall einstimniig angenommen wird der Antrag Naumann-Kröber: „Im Mittelpunkt des geistigen und sittlichen Lebens unseres Volkes steht uns das Christenthum, das nicht zur Partei- fache gemacht werden darf, sich aber auch im öffentlichen Leben als Macht des Friedens und der Ge»ui»schaftlichkeit bewähren soll." Bei der nun folgenden Spezialberathung wird der neue Naumann'sche Antrag zu gründe gelegt. Die Be- rathung desselben ivird voraussichtlich bis zum Abend dauern. Z 1 wird nach längerer Debatte unverändert an- genommen, worauf um �e2 Uhr die Mittagspause eintritt. Für den Abend ist eine gesellige Zusammenkunft der Delegirten, für Mittwoch die Beralhniig der Organisation beabsichtigt. Gevirfeks-Äeitung. Ein Freudenfest in der Preufienkncipe. Eine wilde Sache bildete den Ausgangspunkt einer umfangreichen Straf- fache, die am Dienstag vor dein Schwurgericht des Berliner Landgerichts I zur Verhandlung kam. Unter der Anklage der wiederholten schweren Urkundenfälschung saß ans der Anklage- bauk der erst 20 Jahre alte Justizanwärter Erich Zimmer, neben ihm saßen die Restauratenrfrau Bertha Schleifer und die Kellnerinnen Anna T h u n i g und Helene Sellin unter der Anklage der Hehlerei. Der erste An- geklagte, der ein Opfer des Leichtsinns nnd der Vergnügungs- sucht geworden ist. hat in recht verschmitzter und dreister Weise >6 Urkundenfälschunge» begangen und sein ganzes Leben dadurch verpfuscht. Er war als Jnstizanivärter am Amtsgericht II thätig und hat durch mehrere Urkundenfälschungen de» Justiz- fiskns zunächst um 345 M. und dann um 4500 M. geschädigt. Letztere Summe war in einer Zwangsversteigerung von einem Bieter hinterlegt worden; durch Fälschung von Unterschriften verschaffte der Angeklagte sich das Geld. Er wollte mit dein Gelde nach Amerika durchbrennen, vorher aber noch die Freuden Berlins durchkosten. Er ging in die in der Friedrich- straße belegene Prenßenkneipe und traktirte dort in un- glaublich spendabler Weise Wirthin und Kellnerinnen. Es entwickelte sich ein ganz unglaubliches Gelage. Der junge Mann bestellte 18 Portionen Abendbrot und hatte in kurzer eit vier Flaschen Rothwein und 20 Flaschen Sekt zu bezahlen. eine Rechnung betrug 324 M. Das störte ihn aber nicht. Mit der Grandezza eines kleinen Rothschild nahm er einen Tansendmarkschein aus seiner Brieftasche, ließ ivechseln nnd zahlte 500 Mark der bedienenden Kellneri». welche die überschießenden 176 Mark schmunzelnd als Trink- geld einsteckte. Der Geist des Weines brachte sowohl bei Z. als auch bei den übrigen Theilnehmern des Gelages das Blut heftig in Wallung und besonders der Spendeur wurde immer übermülhiger. Er sah nichts davon, daß die liebens- würdige Frau Äwthin, wie behauptet wird, beim Entkorken der in Massen aufmarschireiiden Flaschen mit der Marke Röderer carte blanche die Hälfte des theueren Nasses in den Eiskübel laufen ließ; er hatte auch nichts dawider. daß die Frau Wirthin aus seinem Portemonnaie die Kasse führte und den Kellnerinnen reichliche Trinkgelder zu- wendete. Die höchsten Trics behielt er sich selbst vor. Die An- geklagte Thnnig hatte es ihm besonders angethan, als sie als Kellnerin„Toni" in seiner Nähe weilt«. Er schenkte ihr mit Gönnermiene plötzlich einen Tansendmarkschein als Trinkgeld. Darob aber wurden die anderen Kellnerinnen neidisch. sie er- zählten den Vorgang der Wirthin und auf deren Weisung mußte Fräulein Toni den schöne» braunen Schein wieder herausgeben. Der junge Mann meinte aber, daß er mit seinem Gelde machen könne, was er wolle, und so steckte er denn den Schein mit graziöser Verbeugung„seiner Braut" — wie er sich ausdrückte— ins Mieder. Sehr eigenthümlich war eklagte immer eS der letzten Angeklagten gegangen; sie hatte an jenem Tage ihr Kindchen begraben und trat erst am späten Nachmittag ihren Dienst an. Z. ließ sich sehr bald überzeugen, daß es seine Pflicht sei. das arme Mädchen aus der Trübsal zu reißen, er kam dieser Pflicht vollauf nach, und als man sich in den Garten begab und dort noch Kognak und Mokka servirt wurde, schenkte er auch ihr einen Tausendinarkschei», nachdem sie vorher schon 6 M. erhalten hatte. Sie mußte ihn aber zu ihrem großen Leidwesen auf Befehl der Frau Schleifer wieder herausgeben. Das Verschleudern so großer Geldsummen niachle schließlich einige im Lokal an- wesende Gäste stutzig, sie machten Kriminalbeamten von ihren Wahrnehmungen Miltheilung uud Z. wurde in demselben Augen- blick verhaftet, als er das Lokal verlassen wollte. Von den 4500 Mark wurden in seinem Besitze noch 2361 Mark vor- gefunden. Als der Schutzmann im Lokal erschien, hat ihn Frau Schleifer selbst darauf aufmerksam gemacht, daß die An Thunig 1000 M. in ihrem Mieder verberge.— Der Angekl. � war in vollem Umfange geständig. Der von ihm angerichtete Schaden ist von seinem ehrbaren Vater unter großen Opfer» voll ersetzt worden. Die drei weiblichen Angeklagten bestritten ihre Schuld und behaupteten, daß sie den Z. für einen leicht- lebigen, sehr reichen und deshalb in ihrem Sinne guten Gast, keineswegs aber für einen Verbrecher gehalten hätten. Die Zahl der Fragen, die der Vorsitzende Landgerichlsbireklor D e n s o den Geschworenen vorlegte, betrug 85. Staatsanwalt Hagen be- antragte das Schuldig im vollen Umfange der Anklage. Die Geschworenen sprachen den Angeklagten Zimmer unter Zubilligung von mildernden Umständen schuldig der Urkunden- fällchung in 15 Fällen und der Beifeiteschaffung einer amtlichen Urkunde in einem Falle, die Angeklagte Schleifer schuldig der Hehlerei. die Angeklagten Kellnerinnen T h u n i g und Sellin der Hehlerei nicht schuldig. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten Zimmer fünf Jahre Gefäiigniß und vierjährigen Ehrverlust, gegen die Angeklagte Schleifer zehn Monate Gefäiigniß und zweijährigen Ehrverlust, gegen die beiden Kellnerinnen Freisprechung. Das Urtbeil lautete gegen Zimmer aus vier Jahre G e f ä n g n i ß und Erklärung der Unfähigkeit zur Be- kleidung eines Amtes während der Dauer eines Jahres, gegen die Angeklagte S ch l e i f e r auf neun Monate Gefäiigniß. Bei beiden Angeklagten wurden drei Monate durch die erlittene Untersuchniigshast in Abrechnung gebracht. Vorwürfe gegen die Staatsanwälte im allgemeinen hatte in einer öffentlichen Versammlung der Zimmerer in Essen(R.) der Schreiner Franz K u n i s ch erhoben, indem er etwa folgendes sagte:„Wenn iv i r etwas thun, ist der Staats- anwalt gleich da, aber die Besitzenden können thun, was sie wollen. Da schreitet weder der Staatsanwalt, noch sonst jemand ein; im Gegentheil heißt es: schlagt die Unzufriedenen todt." Die Staatsanwaltschaft in Essen sah hierin eine Beleidigung des ersten Staatsanwalts Petersen in Essen und erhob gegen Kunisch Anklage. Das Landgericht Essen stellte indessen in der Ver- Handlung vom 17. August das Verfahren ein, weil nicht Herr Petersen, sondern die preußische Staatsanwallschast, eine Behörde, beleidigt sei, Herr Petersen selbst auch keinen Strafantrag gestellt habe. Die Aeußerung de- Angeklagten wolle den Geist kennzeichnen, der die Staatsanwaltschaft im allgemeinen(nach Ansicht des An- geklagten) beseele, sie sei aber ohne jede Beziehung aus die Staatsanwaltschaft an einem besonderen einzelnen Gerichte, speziell bei dem Landgerichte Essen, und noch viel weniger aus Herrn Petersen.— Gegen dieses Urtheil hatte die Staatsanwall- schaff Revision eingelegt. Es wurde ausgeführt, daß nach den Feststellungen des Landgerichts der Angeklagte der Meinung Ausdruck gegeben habe, die Staatsanwälte handelten durchschnitt- lich in der angedeuteten Weise. Dann aber müsse sich jeder Staatsanwolt durch eine solche Aeußerung beleidigt fühlen.— Das Reichsgericht erkannte im Sinne der Revision aus Auf» Hebung des Urtheils und verwies die Sache an das Land- gericht zurück. Für Gastwirche ist eine Entscheidung des Kammer. e r l ch t s, die der Strafsenat in seiner letzten Sitzung gefällt at, von großer Bedeutung. Es handelte sich um die Zulässigkeit von Polizeiverordnungen, die mit Rücksicht auf die Anwohner von Gastwirthschaflen das Kegelschieben in der Zeit von 10 Uhr abends biS 5 Uhr morgens verbieten. Der Gastwirth Reißner, der sich gegen solch eine Polizeiverordnung vergangen hatte, war von der Strafkammer zu einer Geldstrafe ver- urtheilt worden. In der Revisionsbegründung focht R. die RechtSgiltigkeit der Polizeiverordnung an. während der Ober- Staatsanwalt am Kamniergericht energisch den entgegengesetzten Standpunkt vertrat. Der Strafsenat hob die Vorentscheidung auf, sprach den Angeklagten frei und erklärte die Polizei- Verordnung s ü r u n g i l t i g. Höchstens könnte, führte der Borfitzende aus,§ 6 k des Gesetzes über die Polizeiverwaltung in Frage kommen. Indessen ließe sich auch darauf eine solche Polizeiverordnung nicht stützen, denn es sei wohl kaum an- zunehmen, daß das Kegelschieben während der Nacht das Leben und die Gesundheit der Anwohner von Restaurants gefährde. Werde zu großer Radau gemacht, dann könne ja immerhin noch auf grund des Strafgesetzbuches wegen ruhestörenden Lärms gegen die Gastwirthe vorgegangen werden. Versmnmlunfgvtt. ®se gegenwärtige Lage der Metallarbeiter, die neue st en Maßnahmen der Metallindustriellen und unsere Aufgaben für die Zukunft, lautete das Thema einer von über 1500 Metallarbeitern besuchten Versamm- lung, die am Montag im„Konzerthans Sanssouci" tagte. Wie der Referent, der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter O. R a e t h e r anführte, ist die gegenwärtige Geschäftskonjunktnr in der gesammten Metallindustrie außer in der Beleuchtungs- brauche, wie alljährlich um diese Zeit, eine verhältniß- mäßig flaue, trotzdem der Absatz infolge des Exports weit größer als in den Vorjahren ist und die Berichte gleichlautend eine steigende Tendenz sogar für die letzten Monate verzeichnen. Die Maschinenbau-Akliengesellschaft vorm. Schwartzkopff hatte nach dem Bericht an die Aktionäre einen Umsatz von 7 838 854 M.. wobei ein Reingewinn inkl. der 140 476 M von der Fabrik in Venedig von 338 503 M. erzielt wurde. Die Aufträge für das nächste Jahr belaufen sich bereits jetzt in Berlin auf 9 823 206 M., in Venedig auf 343 620 M. Im Vor- jähre betrugen dieselben in der gleichen Zeit insgesammt nur 3 102 200 M. An Arbeitslöhnen wurden in Berlin 2243027 M., und wie in dem Bericht besonders hervorgehoben wird, durch schniltlich pro Mann und Woche 27.30 M. bezahlt. Der Bericht betont wohl, daß der Lohn gegen das Vorjahr um 3 Pf. pro Woche gestiegen ist, Lehrlinge und Hofarbeiler mit eingerechnet, verschweigt aber die Thatsache, daß auch die Gehälter der Techniker, Ingenieure. Meister:c., welche den Durchschnitt be- deutend erhöhen, mit einbegriffen sind; ebenso wenig erhält man Auskunft über die Dauer der Arbeitszeit. Ueber die Löhne in Venedig schweigt sich der Bericht aus naheliegenden Gründen aus. Aber auch für Berlin mußte kürzlich in einer Versammlung, ohne daß ein Widerspruch von den anwesenden Höheren Beamten erfolgte, konstatirt werden, daß Löhne von 12 und 15 M. pro Woche für gelernte Arbeiter keine Seltenheit sind. Wie im allgemeinen die Rechenschaftsberichte für das letzte Jahr Unsummen von Reingewiniieii aufweisen, so haben sich trotz der Prosperität die Arbeitsverhältnisse für die Arbeiter bedeutend verschlechtert. Fortwährende Reduzirung der Akkordsätze. Verlängerung der Arbeitszeit, schlechte Behandlung, sanitäre Mißstände bilden die Veranlassung zu den berechtigten Klagen der Arbeiter. Der Redner führt eine ganze Reihe von Fällen an, in welchen Maßregelungen in herausfordernder Weise stattgefunden haben, willkürliche Lohnreduzirnngen vorgenommen wurden, und schildert sodann die gegenwärtig« Situation des Ausftandes bei der Firma Härtung, wo sich noch 100 Mann, wovon alle bis aus 16 organisirt find, im Aus- stand befinden. Obwohl die Firma bereits kurz nach Beginn des Ausstandes in alle Welt hinausposaunte, daß die Plätze besetzt sind, werden die Arbeiten auch jetzt noch in anderen Gießereien fertig gestellt und durch Inserate in Provinzial- blättern versucht, Former heranzuziehen, da die Ausständigen durchaus keine Neigung verspüren, soweit sie überhaupt noch nicht auswärts Beschäftigung gefunden haben, die Arbeit unter den gegebenen Umständen in dieser Fabrik wieder aufzunehmen. In Berlin scheint allerdings, nach den neuesten Maßnahmen der Kühnemänner, für die Former und Gießerei-Arbeiter ein Unter- kommen nicht möglich zu sein. Nach einer Bekanntmachung im Arbeitsnachweis der Metallindnstriellen werden Former, Putzer, Kernmacher und sonstige Gießerei-Arbeiter in keiner dem Ring angehörigen Fabrik bis zur Beendigung des Streiks bei Harmng eingestellt. Das heißt, alle gegenwärtig beschäftigungs- losen Arbeiter genannter Branche werden durch diesen Ukas, der ein Muster von der vielgerühmten Arbeiterfreund- lichken der Unternehmer darstellt, vielleicht auf Monate hinaus von allen Fabriken, bis auf zwei, die dem Ring nicht angehören, ausgesperrt, um sie durch die Hungerpeitsche kirre zu machen. Der Redner setzte sodann in längeren Ausführungen der Ver- sammlung die Motive auseinander, die das Unternehinerthum, das sich zur Zeit obenauf fühlt, veranlaßt, in so brutaler und rigoroser Weise vorzugehen, und erörterte die Maßnahmen, welche die Arbeiter zu treffen haben, um den Kühnemännern zur gelegenen Zeit in geeigneter Weise entgegenzutreten. Ohne Zweifel geht das Bestreben des organisirten Unternehmerthums dahin, durch alle möglichen Chikane die Arbeiter in der jetzigen Zeit in einen gewaltigen Streik zu treiben, um sie für eine längere Dauer kampfunfähig zu machen, die Organisationen zu zerstören und jede Regung, die auf eine Verbesserung der Lage hinzielt, zu ersticken. Deshalb die systematischen Maß- regelungen der Vertrauensleute, die durch nichts gerechtfertigten Lohnreduzirnngen und die weiteren provozirenden Maßnahmen seitens einer großen Anzahl von Firmen. Der Redner macht auf die Beschlüsse, welche seitens der Vertrauensleute ge- faßt worden find, aufmerksam mit dem Hinweis, daß es lhunlich sei, jede Provokation soweit wie möglich zu ignoriren, alle Differenzen zu vermeiden, um eine Zersplitterung der Kräfte zu verhüten und ein planvolles Vorgehen, wie es in Aus- ficht genommen ist, zu ermöglichen. Unter lebhaftem Beifall der Versammlung forderte der Redner, nachdem er noch darauf hingewiesen hatte, daß den Arbeitern durch die Maßnahmen der Unternehmer keine Wahl bleibt, daß der von ihnen gewünichte, wenigstens eine Zeit an- haltende Friede unmöglich ist, die Anwesenden auf, mehr wie je die Beschlüffe zu beachten, für die Sammlungen zum Fonds einzutreten und für den Zusammenschluß in der Organisation zu wirken. In der hierauf folgenden Diskussion kritisirt L i t f i n zunächst die Zustände bei Schwartzkopff, wo wiederholt eine Arbeitszeit aon 90, 102, sogar 117 Stunden pro Woche konstatirt worden ist. Ein Arbeiter, der eine Maschine zu bedienen hat, soll ans seinem verantwortungsvollen Posten hinter einander 61 Stunden gearbeitet haben. Trotz aller Kttnftstncke, durch Abschreibungen die Dividende nicht allzu hoch erscheinen zu lassen, hat z. B. die Deutsche Gasglühlicht-Aktien-Gesellschaft einen Rein- gewinn von 2 162 615 M. erzielt und erhalten die Aktionäre für ihr„mühevolles" Wirken nicht weniger als 100 pCl. Dividende. Auch dieser Redner führt verschiedene Borkommnisse an, die zur Evidenz die Absicht der Unternehmer beweisen, die Arbeiter zum Generalstreik zu veranlassen. Entlaffungen von Arbeitern aus grund der Mulhmaßung, daß die betreffenden für die Organisation thätig sind, Verbote und Strasbestimmungen aller Art, sogar was bisher er- laubt war, eine Flasche Bier zu trinken, ist in Fabriken den Arbeitern verboten worden. Will nian den Schein wahren, so erhalten die mißliebigen Arbeiter Arbeiten, bei welchen sie so wenig ver- diene», daß sie von selbst die Arbeit niederlegen, um dann brot- los umherzuirren, da sie durch den Steckbrief, der ihnen nach- gesandt wird, in anderen Fabriken nicht angenommen werden. Das ist die gegenwärtige Situation, wie sie von verschiedenen Rednern geschildert wurde. Hingewiesen wurde weiter auf die Beschlüsse des Kühnemänner- Verbandes, Abiheilung II, der mit der Ablheilung I im Karlellverhältniß steht. Nach 4 des Statuts sind die Mitglieder verpflichtet, die Arbeiten einer Finna, bei der gestreikt wird, anzufertigen, und werde» die Arbeiter, die sich weigern, als Streikende betrachtet und danach behandelt. In dieser Abtheilnng, die bei ihrer Gründung vorgab, eine agressive Thäligkeit gegen die Arbeiter nicht zu entsalten, soll kürzlich in einer Versammlung angeregt worden sei», alle» Arbeitern am Weihnachts-Heiligabend zu kündige» und den be- kannten Beschluß zur Durchführung zu bringe», wohl auch um einen Theil Löhne und Krankenkaffen- Beiträge für die betreffende Woche zu sparen. Nachdem noch wiederholt von de» einzelnen Redner» zur Einigkeit und zur rege» Agitation aufgefordert worden war, wurde eine Resolution einstimmig aiigenoinmen, wonach der Beschluß vom 7. Mai d. I., pro Woche 50 Pf. an den ösfentlichen Fonds ab- zuführen, erneuert wurde und die Versammlung alle Metallarbeiter verpflichtet, für die Stärkung der Organisation zu wirken. Hierauf wurde» die in de» nächsten Tage» statt- findenden Versanimlunge» bekannt gegeben, und sodann die imposante Versammlung mit einem begeisternden Hoch auf die Metallarbeiter-Bewegung geschlossen. Der neneste Angriff auf unsere Existenz und auf unsere Selbständigkeit und wie verhalten wir uns de n> gegen über? lautete die Tagesordnung einer am Montag, den 23. d. M. tagenden außerordentlichen Versammlung der Berliner Zeitungs-Spediteure und-Verkäufer. Vom Verlag des„Berliner Tageblatt"(Rudolf Masse) ist am 16. d. M. durch Zirkular den Spediteuren mit- getheilt worden, daß, da durch die Zeitungsspedilionen die Interessen des Verlegers in bezug auf Gewinnung neuer Abonnenten nicht genügend gewahrt werde» könnten, sich der Verleger genölhigt sehe, einen eigenen Betriebsapparat(Privat- spedition) einzurichten. Den Spediteuren werden vom I.Januar 1897, an welchem Tage die Privatspedition für„Tageblatt" und „Morgen-Zeitung" in Funktion tritt, folgende Bediiigungen gestellt: Forlsall der bisher gewährten Rabattexemplare und Er- Höhiing des Bezugspreises um 6 Pf. pro Exemplar und Monat bei zweimaliger täglicher Bestellung. Bei der„Morgen-Zeitung" tritt eine Preiserhöhung für die Spediteure nicht ein Ferner verlangt der Verleger in dem Zirkular, daß die Spediteure an die Expedition des„Tageblatt" und der„Morgen. Zeitung" die Namen und Adressen aller von ihnen bedienten Abonnenten der genannten beiden Blätter angeben. Die Spediteure sehen in diesen Maßnahmen eine Gefährdung ihrer Existenz voraus und wurde das Zirkular einer gründlichen Besprechung unterzogen. Nach längerer Debatte wurde sodan» einstimmig beschlossen: „Daß die Spediteure mit Herr» Mosse auf dem Wege der fried- licheit Verständigung unterhandeln sollen, damit die geplanten Maßnahmen wieder rückgängig gemacht würden. Vor allem ist die Auslieferung der Abonnenten zu verhindern. Sollten aber die Verhandlungen ein befriedigendes Resultat für die Spediteure nicht ergeben, so ist dies unverzüglich den Spediteuren mit- zutheilen, und soll an das lesende Publikum ein Flugblatt ver- breitet werden, worin daffelbe Aufklärung Über diese Maß iiahinen erhält. Ferner sollen mehrere Volksversammlungen ein berufen werden. Eine ans der Mitte der Versammlung gewählte Kommisflon wird diese Beschlüsse durchführen. .GreifSw. Ztg." berichtet darüber: Bereits am Mittwoch durch« chwirrten Gerüchte unsere Stadt, daß der am Dienstag Abend als Leiche ausgefundene Kaufmann eines natürlichen Todes nicht ge- storben sei. Freitag Bormittag ist sein Sohn, der stuck, ciiom. Erich Clauß verhaftet worden. Er ist an dem betreffenden Abend mit seinem Vater zusammen in Potthage» gewesen. Die Leiche des Verstorbenen ist nach dem Gerichts-Obduktionslokal über- geführt worden. In Avelsbach im Kreise Waldenburg wurde die GutS> befitzer Berger'sche Familie durch Arsenik, das unter den Zucker auf einem Kuchen gemilcht war, vergiftet. Nur der Mann, welcher nicht davon gegessen, blieb verschont. Die Frau erlag den Leide». Bisher schwebt über der Angelegenheit noch völliges Dunkel. Bemerkt wurde an der Papierumhüllung zwar eine Veränderung, doch wurde diese nicht beachtet. Der Befreier Schleswig- Holsteins. Wie in Dutzenden anderen preußische» Städten, so hat auch Kiel ein Denkmal Wilhelms I. erhalte», welches gestern unter militärischem eingeweiht worden ist. Bei dieser Gelegen- der Ober- Bürgermeister von Kiel an den anwesenden Kaiser eine Rede, in hiesige» Lokalblatt folgende Worte vor- Wilhelm der Große, der Befreier VermistTzkes- DeS Vatermordes verdächtig ist in GreifSwald der Student der Chemie Erich Clauß verhastet'wrden. Die Stadt einem „Was Gepränge heil hielt in der der»ach kamen: � Schleswig- Holsteins, geschaffen, konnte nicht mit seinem Schöpfer sterben" u. f.>v.— Um den Werth dieser Worte würdigen zu könne», muß man wiffen, wie 1366 gerade in bürgerlichen Kreisen Schleswig- Holsteins die ungeahnte„Be- reiung" aufgenoinmen worden ist, die Wilhelm 1. nach dem reisiniiigen Bürgermeister vollbracht habe» soll. Von einer Ver- preußung Schleswig-Holsteins wollte damals fast niemand etwas wissen, und erst in den siebziger Jahren begann die Bourgoisie Schleswig-Holsteins einzusehen, daß ihr die Bismarck'sche Politik in demselben Maße dienlich sei. wie sie das auch in Schles- wig- Holstein jugendstark aufstrebende Proletariat unterdrückte. Es sei noch eine Rede erwähnt, die der Kaiser am gestrigen Tage bei der Vereidigung der Rekruten in Kiel zehalten hat:„Malrosen! Der Eid, den Ihr geschworen, st die Grundlage der Disziplin. Ohne Gott und Religion giebl es keine Disziplin. Macht Euren Vorsahren in des Kaisers Rock Ehre. Ein Feind ist vorläufig nicht zu fürchten, kommt aber einer, dann werdet Ihr ihm unerschrocken, ohne Furcht gegenüber stehen." Früher erwähnte der Kaiser bekanntlich bei ähnlichen Gelegen- heiten lebhaft den inneren Feind. Das ist neuerdings seltener vorgekommen. Die Helgolander wollen gegen den MarinefiskuS eine» Prozeß anstrengen. Infolge der Festungsanlagen auf Helgoland sind die Bewohner vielfach auf grund des Reich-,- gesetzes von 1371 über die Beschränkung des Grund- eigenthums in der Nähe von Festungen in ihren Eigenthums- besugnissen beschränkt worden, resp. sind Expropriationen vorgekommen. Die Helgoländer sind nun nicht mit den dafür vom Marinefiskus ausgeworfenen Entschädigungen zu- frieden, sondern machen bedeutend höhere Ansprüche geltend. Ungefähr 250 Bewohner Helgolands haben sich nun darüber verständigt, als Streitgenoffe» gemeinsam in einem Prozeß ihre Ansprüche gegen den Marinefiskus durchzuführen. Ins- gesammt belaufen sich ihre Mehrforderungen auf reichlich zwei Millionen Mark. Mit der Führung dieses Prozesses sind zwei Altonaer Rechtsanwälle betraut worden. AuS Zürich wird der„Frankfurter Zeitung" gemeldet, daß der Checkfälscher Pfeilschmid aus Greiz, welcher die Zentralbank um 27 000 Franks beschwindelte, in New-Jork verhaftet wurde. Er hatte sich dort bereits ein HauS mit einer Wirthschaft ge- kaust. Hundetoiletten. Eine charakteristische Illustration zu dein Luxus, den manche Londoner Damen mit ihren Hunden treiben. giebt die„Sozial Gazette" der Heilsarmee. Sie verbürgt sich für die Echtheit folgender Rechnung, die eine Dame jüngst einem fashionablen„Hundeschneider" gezahlt hat:„Beschlagener Kragen und Silberbraeelet 17 M, sechs Nachthemden 12 M., zwei Paar braune Schuhe 3 M.. zwei Paar Gummischuhe 8 M., ein Seaside"-Rock 6,59 M., ein Morgenrock 7 M., ein Gesellschaft»- anzug(goldbeschlagen) 30 M.. ein pelzgefütterter Ueberrock 20 M., Summe 108,50 M." Alles göttliche Weltordnung. Das Proletarierkind muß am dunklen Wintermorgen hungernd und in zerrissenen Schuhen Zeitungen austragen und die„Dame" weiß vor Langerweile nicht, durch welchen Blödsinn sie das Geld los werden soll, das aus dem Proletarier herausgepreßt ist. Nach dem Ergebnist der letzten Zählung beläuft sich die Bevölkerung Griechenlands, abgesehen von den im Auslände lebenden Griechen, aus 2 413 000; die Vermehrung seit 1833 beträgt 230000 Seele», Athen zählt 123 000 Einwohner. Ju der indische» Präsidentschaft Madras sind im Jahre 1895 1923 Personen von wilden Thiereu getödtet worden, 277 von Raubthieren und 1646 von Schlangen. Andererseits wurden von Menschen erlegt: 4 Elephanten, 177 Tiger, 64 Panther nud Leoparden. 12 Bären, 10 Wölfe. 2 Hyänen und 3 andere Raub- thiere. Witter, ingSNbersicht vom S4 November IS9S. Böetter-Prognose für Mittwoch, den SS. November IklSt». Ein wenig kälter, theils heiter, theilS nebelig bei schwachen östlichen Winden; keine wesentichen Niederschläge. Berliner Wetterburean. Brieskasten der Redaktion. Wir bUten bei jcbev Anfrage eine Chiffre tzwet Buchfiad-n ober eine ZahN anzugebe». unter der die Rntworr-rth-itt werde» soll. Tie juristische Sprechstunde findet am Montag. Dienstag, Freitag und Sonnabend abends von S— 7�Uhr statt. Hartman», l. Nein; aber im Land der Obodriten geht's auch so. 2. Ja. J- Gl. Lassen Sie doch das Kreis- und Wochenhlalt schwätzen. Und wenn Ihne» Einer mit ähnlichen Dummheiten kommt— so zeigen Sie ihn die betreffende Stelle im Programm. 100. Vorstand der Zentral-Kranken- und Sterbekasse der Tischler und anderer gewerblicher Arbeiter, Hamburg-Eimsbüitel Blsmarckstr. 10. Danzigerstrastc. Nein. Brian». Die Anflösung ist beliebig häufig zulässia M. E. 00. Beide Scheine sind erforderlich. Verantivortlicher Redakteur: Rngust Jaeobry in Berlin. Für den Jnseratentheil verantwortlich: Th, Blocke in Berlin. Druck und Verlag von Max B»dnig in Berlin 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 276. Bur Oricnkpolitik des„ Vorwärts". vei bannt hat. " ( Entgegnung.) " " Mittwoch, den 25. November 1896. einem Land, So Fräulein Rosa Luxemburg. 13. Jahrg. Rosa Luxemburg.") Ein Glück, daß das Buffon'sche: Le style c'est l'homme feine natürliche Ergänzung in dem: Le style c'est la femme hat. Wie der Stil, so die Frau, und so auch das Fräulein. Da fann ich mich denn kurz faffen. Zunächst sei festgestellt, daß meine erboste Gegnerin deren, trotz aller Bosheit liebenswürdige Scherzchen in mir einen aufrichtigen Bewunderer gefunden haben auch diesmal von Armenien nichts Thatsächliches vorbringt. Und da ich sie nicht für so lumpenhaft bescheiden halte, ihr Licht unter den Scheffel zu stellen, so muß ich schließen, daß sie nichts Thatsäch= liches weiß, außer was jedermann weiß, der die russisch- englischpfäffischen Pamphlete über die armenischen Greuel liest. und zu natural wirthschaftlichen zu einem tapitalistischen schäftigen. Dies wäre jedenfalls eine neue, den Geschichts. und aus einem politischen Aschenbrödel zum schreibern bis jetzt unbekannte fatale Folge des Krimkrieges, daß Herrscher Europa's geworden. Die Türkei ist seitdem zur Geld- in den Sachen, in welchen Genosse Liebknecht sich zu Zeiten des wirthschaft übergegangen. Seitdem war der Krieg von 1877 felben eine Meinung gemacht hat, teine Seele mehr den Mund und der Berliner Kongreß. Seitdem sind Rumänien, Serbien, aufthun darf. Am allerwenigsten ist aber eine so strenge„ TheiKraft einer feltfamen Logit des Schicksals hat die an den Bulgarien, Bosnien und die Herzegowina von der Türkei abgefallen. lung der Gewalten" bei Genossen Liebknecht angebracht, ber ja Borwärts" gerichtete Interpellation einer Berliner Versammlung Die eigentliche ökonomische Bersetzung der Türkei, welche zu der gerade uns polnischen Sozialdemokraten(?) so arg in die Suppe in der armenischen Frage zur Folge gehabt, daß Genosse Liebknecht politischen Auflösung geführt hat, ist erst nach dem Krimkriege gespuckt hat, indem er mit Redensarten aus der Zeit des mit meinen Artikeln in der Sächs. Arb.- 3tg." über das gleiche zur vollen Entfaltung gekommen. Andererseits hat auch die Krimkrieges dem polnischen Nationalismus Borschub leistete Thema streng zu Gerichte zog und mich zum Schluß aus der orien- russische Diplomatie erst aus der Erfahrung mit der und so in einer unter den polnischen Sozialisten streitigen talischen Frage ausgewiesen und in das Gebiet der, polnischen Greuel" Unabhängigkeit Bulgariens, Rumäniens, Serbiens, also Frage Partei ergriff, die er weder aus eigener, noch aus Meine Artikel bieten nach Genossen Liebknecht erst in den achtziger Jahren die politische Lehre fremder Anschauung, weder aus der Gladstone'schen noch aus einerseits nichts neues, da es jedem ABC- Schüßen des Sozialis ziehen können, daß daß ihr die stufenweise Zerbröckelung einer anderen Presse tennt. mus flar fein durfte, daß der armenische Aufstand mit wirth- der Türkei schädlich ist, dagegen die Integrität derfelben Ich schließe mit der Hoffnung, daß die Redaktion des„ Vorschaftlichen Verhältnissen zusammenhängt", andererseits aber bei der inneren Berrüttung bis zu gewiffer Beit große wärts" die obige Notiz aufnehmen wird, sogar wenn sie den stellen sie nichts als eine sozialistische Schablonisirung der An- Dienste leisten kann. Die Lage der Dinge in der orientalischen naheliegenden Eindruck gewinnen sollte, daß auch diese Notiz„ von gaben der Gladstone'schen und der russischen Presse dar, welche Frage hat also sowohl in materieller wie infolge deffen in poli- jedem Genoffen in Deutschland, der an Schablonenarbeit Gefallen jeder Genosse auch in Deutschland bätte fertig bringen können. tischer Beziehung seit dem Krimfriege eine Verschiebung um volle findet, hätte geschrieben werden können". Was den Zusammenhang der politischen und nationalen Be- 180 Grad erlitten und eine direkt entgegengesetzte Stellung zu Zürich, den 14. November 1896. wegungen mit wirthschaftlichen Verhältnissen betrifft, so wage derjenigen von dazumal eingenommen. Da aber so die Dinge ich keinen Augenblick zu zweifeln, daß es dem Genossen aus der Zeit des Krimkrieges sich zu ihrer eigenen Liebknecht überhaupt flar ist, da ja nach nach Liebknecht Antithese durchgemacht haben, mußten nothwendig die sogar(?!) die Raubzüge der rückständigsten afrikanischen Stämme Ideen aus jener Zeit in Gegensatz zu den heutigen Dingen auf wirthschaftliche Ursachen zurückzuführen sind". Nur erscheint und zugleich zu ihren eigenen ehemaligen Ausgangspunkten ihm offenbar der ökonomische Faktor„ hinten in der Türkei" in gerathen. einer eigenthümlichen Gestalt, nämlich nicht als die innere wirth- Die ganze ehemalige orientalische Politik der Sozialisten war schaftliche Entwickelung der Türkei, sondern als der auf Rußland abgezielt. Rußland strebte weiland den Zerfall der russische Rubel. Denn fo lesen wir in einer Notiz Türkei an, die Sozialisten wahrten daher ihre Integrität. Heute des Vorwärts" vom 6. September dieses Jahres wörtlich: will umgekehrt Rußland einstweilen die Integrität der Türkei Die nationalen und religiösen Gegensätze, VOR denen wahren. Da sich aber der Vorwärts" in die alte Politit verfrüher nichts zu verspüren verspüren war, Spigen sich mehr und beißt und bei jeder Regung in der Türkei für ihre Integrität mehr zu und die Griechen und Armenier, die im Laufe der Alarm schlägt, so verfällt er in die folgende originelle Lage: Jahrhunderte in den Besitz fast allen Reichthums und fast aller Erstens nehmen Sozialdemokraten und die Zarenregierung Aemter gekommen waren, sind auf einmal unterdrückt!. Und in der orientalischen Frage die gleiche Stellung ein(!): aus der das alles, seit die europäische Diplomatie sich in die türkischen antirussischen Politik der Sozialdemokratie wird somit das direkte Wenn ich in betreff der armenischen Greuel etwas zweiflerisch Angelegenheiten eingemischt hat und in der Türkei ein Beute- Gegentheil. bin, so habe ich meine sehr guten Gründe. Ich stüße mich auf Objekt und einen Spielball politischer Intriguen erblickt." Oder in 3weitens erscheint die Frontänderung Rußlands vom glaubwürdige Gewährsmänner, während die Greuelberichte einer anderen Notiz, wo uns versichert wird, daß die Armenier ein Standpunkte der sozialistischen Politik von 1855 ganz uns ausnahmslos von russisch- englischen Agenten herrühren, welche Iumpiges Volt sind, welches überall verhaßt ist; in einer dritten, erklärlich; der Vorwärts" glaubt sie daher einfach für eine den Auftrag haben, möglichst zu übertreiben und schwarz zu daß die Gräuel überhaupt nur auf dem Papier existiren; in einer falsche Vorspiegelung" annehmen zu müssen, und als alter malen. Auch in Bulgarien wurden feinerzeit 100 000" Christen vierten, daß Salisbury der einzige Mann wäre, im Orient Ruhe Schlaumeier, der sich von niemandem hinters Licht führen läßt, gemegelt; und hintennach hat sich gezeigt, daß ziemlich ebensozu schaffen u. f. w. u. s. w. Der russische Rubel ist unzweifel- macht er beharrlich das alte russische Diplomatenspiel in den ihm viel Türken wie Christen das Leben verloren haben haft an sich etwas rein Dekonomisches". Wenn ihm der Vor- heute direkt widersprechenden Ereignissen immer wieder ausfindig. sammen höchstens ein Zehntel soviel. Insbesondere die Griechen, wärts" jedoch zum historischen Grundfaktor macht, so reduzirt er Drittens ist ihm die ganze wirkliche Entwickelung in der von denen die Greuel- Nachrichten meist ausgehen oder doch hauptdie ganze moderne Geschichte des Orients auf eine einzige große Türkei, welche zu Aufständen und zur Auflösung führt, nichts fächlich verbreitet werden, haben von altersher die Gewohnheit, Bestechung, auf ein diplomatisches Intriguenspiel, als eine unliebſame, störende Thatsache, daher wird sie einfach bei Bahlen immer eine O hinzuzufügen, oft auch mehr als eine. d. h. auf etwas, das nur in einem dichten Nebel, wo alle Raßen gelengnet: die Mezeleien werden ats eine Lüge, die Aufständischen Wie ich und beiläufig auch ein gewiffer Marx und gleich grau sind, für„ okonomische Verhältnisse" angenommen als ein nichtswürdiges Volk und der Aufstand als ein Theater- ein gewiffer Engels, die orientalische Frage aufgefaßt haben, stück erklärt. das so meint Fräulein Rosa Luxemburg sehr gnädig Es kam aber überhaupt nicht darauf an, die wohlfeileEntdeckung zu Mit einem Worte: aus lauter Feindschaft gegen Ruß vor 40 Jahren richtig gewesen sein, zur Zeit des Krimmachen, daß der armenischen Bewegung irgendetwas ,, Dkonomisches" land ist der Vorwärts" in die gleiche Stellungnahme frieges; seitdem und das ist der Kernpunkt der Differenzzu grunde liegt. Das wäre in der That nichts als eine„ Schablone". mit der ruffischen Diplomatie gerathen; indem er die ein babe Rußland sich sehr verändert und auch die russische Politik Es tam darauf an, aus den bekannten, aber gewöhnlich zerstreut gebildeten Absichten Rußlands zu durchkreuzen sucht, wird er gegen die Türkei und Europa sei eine andere geworden. Nun, und ohne Zusammenhang dargestellten historischen Thatsachen zum unbewußten Befürworter seiner wirklichen Absichten; Fräulein Rosa Luxemburg sieht da etwas gar zu rosafarben. Und des sozialen Lebens der Türkei ihre ökonomische und gesellschaft- und da die wirtlichen Ereignisse seinen Einbildungen nicht beiläufig wurde, was sie heute über Rußland und die„ unterliche Entwickelung zu rekonstruiren, die inneren Triebfedern der in den Kram passen, erklärt er einfach die Wirklichkeit für drückten" Nationen sagt, schon in den fünfziger Jahren von felben und die Richtung aufzuzeichnen und daraus einerseits die Einbildung. Man sieht, in einer Beziehung entspricht Napoleonischen Demokraten gesagt. politischen Folgen, andererseits die Interessen der Sozialdemokratie wenigstens die Politit des Vorwärts" genau dem behandelten Seit dem Krimkrieg hat sich in Rußland gewiß viel verim Orient abzuleiten, kurz nicht die Geschichte der Türkei aus Gegenstand, indem er nämlich, statt in den zerfahrenen Zuständen ändert, obgleich in der inneren Verwaltung und namentlich auch dem russischen Rubel, sondern umgekehrt den russischen Rubel der Türkei ihre innere Ordnung herauszufinden, vielmehr in der Militärverwaltung noch so ziemlich dieselbe Korrupaus der Geschichte der Türkei zu erklären, und nicht die Er ihre ganze Zerfahrenheit in der eigenen Berfahrenheit seiner tions- und Lotterwirthschaft besteht wie zur Zeit des eignisse in unsere verknöcherten Losungen einzuzwängen, fondern Ansichten über die Türkei wiederspiegelt. In letter Linie Krimkrieges. Im legten Türkenkrieg vor 19 Jahren war umgekehrt, unfere Losungen den lebendigen Ereignissen an- läuft die Orientpolitik des Vorwärts" darauf hinaus, daß die russische Armee ebenso miserabel wie vor 40 Jahren, zupassen. Von diesen Standpunkten ausgehend, mußte man zu er die Ereignisse mit aller Energie am Schwanze nach hinten und ohne den Rubel wäre sie von den Türfen dem Schluß gelangen, daß der Zerfall der Türkei nur eine zieht, um sie auf die Stelle von der Zeit des Krimkrieges zurück schmählig besiegt worden. Doch halt an den Rubel glaubt naturnothwendige Folge ihrer ökonomischen Berfegung ist, zubringen, da sie aber stärker sind, von ihnen troß allem Ent- ja Fräulein Rosa Luxemburg nicht. Daß die Montenegriner, welche ihrerseits Ivon der Geldwirthschaft und dem gegenstemmen vorwärts geschleppt wird in einer Richtung, vom Fürsten abwärts bis zum bescheidensten Virtuosen der modernisirten Staatsapparat herbeigeführt wurde; daß uns die er weder wünscht, noch versteht. Und diese unbequeme Lage Hammel- Annexion, russische Staatspensionäre sind und jederzeit ferner dieser Prozeß, wir nicht aufhalten können, glaubt eben Genosse Liebknecht so formuliren zu können, daß die bereit, für einen Rubel per Tag ein paar Türkenköpfe abs sehr nüßlich ist, da er uns in der von den(?) christ- Richtigkeit seiner Auffassung der orientalischen Frage durch zuschneiden das sind Kleinigkeiten, welche die rosafarbene lichen Böltern befreiten Türkei, wie in den von ihr be- die Entwickelung der Dinge tagtäglich bestätigt wird" materialistische Russen Weltanschauung des Fräulein Rosa freiten Balfanstaaten eine starke Waffe gegen die russischen Es mag sein, daß vom Standpunkte dieser Politit, Luxemburg nicht erschüttern ebenso wie dies die Rubel nicht Es mag wohl sein, daß meine Artikel- wie d. h. vom Standpunkte des Krimkrieges, meine Auffassung der thun können, mit denen die Taschen der national- bulgarischen Genosse Liebknecht meint tein Licht auf die Frage geworfen Orientfrage russenfreundlich erscheinen kann. Daß aber die und national armenischen Helden vollgepfropft waren, haben, das ist auch nicht wichtig. Wichtig ist es aber, daß der Orientpolitik des Genossen Liebknecht vom heutigen Stand die 1886 den Battenberger abfingen, und dann noch in Vorwärts" jedenfalls in dieser Richtung nur ein langes Sünden: punkt ein Dienst wider Willen dem Hort des europäischen Bulgarien Dutzende von Mordverschwörungen anstifteten, register aufzuweisen hat. Absolutismus" ist, scheint mir ganz zweifellos. Liebknecht anarchistische Dynamitattentate vorbereiteten, Stambulow, der Die ganze Schwäche feiner Haltung in der orientalischen und eine ruffenfreundliche Politit!.. Das die Beweise veröffentlicht hatte, vor zwei Jahren am hellen Tage Frage scheint uns nämlich gerade in dem zu liegen, worin flingt wie ein schlechter Scherz. Aber solche schlechte Scherze in den Straßen von Sofia abschlachteten, und Genosse Liebknecht ihre stärkste Seite erblickt: er hat die weiß einem die Geschichte zu machen, denn es ist wiederum jedem Vierteljahr in Konstantinopel die Ottomanische Bank stürmten. orientalische Frage im Gegensatz zu uns aus eigener An ABC Schüßen des Sozialismus tlar", daß mit der Zeit Ver- Auch die Millionen Rubel der serbischen Natalie schauung( worunter er den Umgang mit Karl Marx und die nunft wird Unsinn, Wohlihat Plage.". Phantasien oder Kleinigkeiten- nach Fräulein Rosa Luxem Schule des genialen Urquhart in London versteht) und zwar zur Genosse Liebknecht giebt mir am Schluß zu verstehen, daß burg. Zeit des Krimkrieges studirt. Seit dem Krimkriege sind aber ich, indem ich mich mit der orientalischen Frage befaßt habe, volle 40 Jahre verflossen und gar manches hat sich im Himmel gewissermaßen in seine Domäne eingedrungen bin, und daß ich*) Jufolge Stoffandrangs mußte der Brief leider zurückgestellt auf Erden verändert. Rußland ist seitdem aus besser thäte, mich nur mit den russischen Greueln" zu be- werden. Med. d.„ V." werden kann. Gelüste bereitet. und " den heuchelter Naivetät verbreitet. " W mag vor einem alles Runft und Wissenschaft. Heilung von Lupus. Die„ Nat.- 3tg." schreibt: Geheimer bis 1500 Meter Höhe, wo er platzte. Von den bemannten vier Rath Prof. Liebreich und seine Patienten halten mit feltener Ballons drang derjenige der Berliner Luftschiffer- Abtheilung am Das Theater des Weftens, das bereits jedes Genre durch Ausdauer an der Lupusbehandlung mit kantharidinsaurem Natron höchsten vor, bis rund 5700 Meter, und fand eine Temperatur probirt hat, ist nunmehr zum Volksstück heruntergestiegen und fest; dafür werden sie aber auch durch Erfolge belohnt, wie sie von 24,4 Grad; der ruffische, welcher in St. Petersburg aufführt den Schiedsmann Hempel", das neueste Werk der Firma bisher weder durch operative, noch durch innere Behandlung er stieg, tam bis rund 5000 Meter, wo-27 Grad( oder-24 Grad?) Keller und Hermann auf. Die widrige, lächerliche Bezeichnung zielt wurden. In der lezten Sigung der Berliner Hufeland: beobachtet wurden; der Münchener Ballon, der bei Ling landete, Volksstück" verschwindet also noch immer nicht auf der deutschen Geſellſchaft konnte Prof. Liebreich wieder vollständig geheilte erreichte 3400 Meter; von dem zweiten in Warschau aufBühne. Sie enthält eigentlich eine Unverschämtheit in sich und Patienten vorstellen. Der eine, in der Person eines achtjährigen gestiegenen Ballon ist die Maximalhöhe nicht bekannt. Interessant sie stammt noch aus jenen Tagen, da der Dichter aus Seleinen, wurde von den Aerzten als ein wahrer Wunderknabe find ferner die von den Ballons eingeschlagenen Richtungen und besseren Bürgerkreisen sich herabließ, mit dem Bolt" fich betrachtet. Er befindet sich schon seit 1891 in Behandlung. Der die entsprechenden mittleren Windgeschwindigkeiten. Der St. gemein zu machen. In lehrhafter Absicht natürlich. Heute ist das Knabe hatte Lupus an der Wange und am Körper; beide Petersburger Ballon wurde von einem Nordostwinde mit einer Wort Volksstück nur noch ein Deckmantel, unter dem man Stellen sind jetzt glatt vernarbt und auch die genauesten Unter- durchschnittlichen Geschwindigkeit von 9 Metern in der Sekunde zurückgebliebene Anschauungen und noch schlimmeres mit ersuchungen mittels Durchleuchtung und Glasdruck bieten keine geführt. Der Warschauer Ballon hatte NNW- Wind; genau ente Herr Hempel wohnt am Kreuz- verdächtigen Knötchen mehr dar. Der Knabe vertrug das gegengefegt, SSW, wehte der Wind, welcher den Berliner Militärberg und ist zeitweise ein reicher Buchbinder, zeitweise Schieds- Kantharidin auch in größeren Dosen ausgezeichnet, so daß niemals ballon mit einer Geschwindigkeit von 5 Metern per Sek. führte. mann, immer aber ein kompleter Giel. Wie solcher Kretin, Störungen eintraten. Die Behandlung zeigt in den ersten Wochen Der Münchener Ballon fand reinen Westwind von 8 Meter wenn er je in der Nähe des Bittoriapartes gelebt hat, irgend einen rapiden Heilverlauf; derfelbe geht alsdann nur langsam per Set. Geschwindigkeit, ebenfalls Westwind der Straßburger ein humoristisches Intereffe erwecken soll, das werden einzig und und kaum merklich vor sich, so daß lange Zeiträume zur endgiltigen Ballon, der Pariser aber Südwest von 12 Metern per Get. Geallein die Herren Berfasser wissen. Dieser Herr Hempel haßt die Heilung nothwendig sind. Die Patienten, besonders solche, die schwindigkeit. reichen Proßen und liebt die Armen. Seine eigene Tochter soll vorher chirurgisch behandelt wurden, sind mit der wenig einnur einen Armen heirathen; das ist so die Spezialität dieses greifenden Methode sehr zufrieden. Professor Liebreich hat augen- Der italienische Alpenklub hat beschlossen, auf der reichen Buchbinders. Dazu hat ein goldenes Ber- blicklich einen Patienten mit ausgedehntem Lupus in Behandlung, Guifettispitze des Monte Rosa( 4559 Meter) ein wissenschaftliches liner Herz. Er wirft nur so um sich mit Wohlthätigkeit. der zwei Jahre lang bei dem Prälaten Kneipp zur Kur gewesen Observatorium zu erbauen. Man verspricht sich von dem Das machen sich aber schlechte Kerle su nuge und rupfen den war und dessen Gesicht in dieser Zeit schreckliche Verwüstungen neuen Observatorium die Möglichkeit exakterer wissenschaftlicher braven Hempel tüchtig, bis ihm endlich die Augen aufgehen und durch die Krankheit erlitten hat. Beobachtungen als von dem Observatorium auf dem Montblanc, er von seiner Wohlthäter- Manie geheilt ist; zum Ergözzen aller weil dieses letztere auf sich bewegenden Schnee- und Gismassen Bürger, die spaisam sind und wirthschaftlich. Ueber die Ergebnisse der wissenschaftlichen Ballon: steht, während das ersiere auf dem nackten Felsen errichtet wird. Rouplets, darunter eines zum Frauenkongreß, ganz im Sinne fahrten, die in der dritten Stunde des 14. November ziemlich Schwedische Polarexpedition. Vor einigen Tagen legte der Rückwärtsmänner, bilden den Aufput bilden den Aufpuz der traurigen gleichzeitig in verschiedenen Städten des europäischen Kontinents der traurigen Hempeliade! Herr Rohland kann ja mehr, als er in der Das Resultat der Fahrten läßt sich" in folgendem zusammen- Geologe Professor Nathorst den Plan zu einer schwedischen veranstaltet worden sind, wird jetzt im„ Reichs- Anzeiger" berichtet. in der anthropologischen Gesellschaft zu Stockholm der Bolle des Hempel zeigte; aber für seine Rouplets fand er leb: faffen: Bon den vier gleichzeitig aufgestiegenen unbemannten Polarexpedition im nächsten Sommer dar. Die Expedition, die baften Beifall, ebenso wie Frl. Berger und Herr Löwe für Registrirballons erreichte der französische, der bei Graide in aus einem Geologen, einem Botaniker, zwei Zoologen, einem Belgien aufgefunden wurde, die größte Höhe, gegen 15 000 Meter. Bhotographen bestehen würde, sollte einen Theil von Spitzbergen, Hydrographen, einem Meteorologen und einem Kartographen und Einen ,, Karl Löwe- Abend" veranstaltet die Leitung des und die niedrigste Temperatur,-63 Grad; zunächst fam ihm das König Karls- Land, sowie die Gegenden östlich vom Nordost Scher Theaters in der Reihe ihrer Dichter- und Ton- der im Schwarzwald niedergegangene Straßburger Ballon mit das König Karls- Land, sowie die Gegenden östlich vom Nordost= dichte. Abende im Bürgersaale des Rathhauses zur Feier des gegen 8000 Meter Höhe und 30 Grad Temperatur; beides land ausforschen. Der Kostenaufwand wird auf 100. Geburtstages des Balladen- Komponisten. Karl Löwe ist am waren völlig neue und erheblich größere Ballons als der 70 000 Kronen geschätzt. Die Expedition sollte womöglich im 30. November 1796 geboren; Sonntag, den 29. soll die erwähnte unfrige, welcher bis 6000 Meter stieg und eine Temperatur Herbste zurückkehren, sollte aber für eine eventuelle ueberFeier stattfinden. Im Schiller Theater findet heute von 25,6 Grad aufzeichnete. Der russische Ballon, winterung ausgerüstet sein. eine Wiederholung von„ Der Pfarrer von Kirchfeld" statt. wahrscheinlich ebenfalls ein älterer Militärballon, tam nur ihre scharf pointirten Strophen. er Ein paar etwa " immer Kleinigkeiten, die nicht zählen, weil die ganze russische linge und in der künstlerischen Ausbildung" die neue Devise.| sammten Ausschuß besorgt würden und die Kollegen fich als Orientpolitit total gewechselt hat. Jetzt ist Rußland für die Entschieden bekämpft foll jene Massenausbildung von Lehrlingen Mitarbeiter rege betheiligen. Erhaltung der Türkei für ihre Integrität". Freilich fügt werden, welche es ermöglicht, durch diese billigen Arbeits- Ohne Debatte nahm der Rongreß einen Antrag von Fräulein Rosa Luxemburg, in deren Hirn, durch den Nebel ihrer träfte unlautere Konkurrenz zu treiben. Die Beibehaltung der Streller Berlin an, im Jahre 1897 eine umfassende materialistisch- optimistisch- rosafarbenen Geschichtsauffassung, doch Stammrolle wurde gleichfalls beschlossen. Statistik über die Berufsverhältnisse der Xylographen aufzunehmen. ein verirrter Lichtstrahl gedrungen zu sein scheint: bloß einst Bezüglich der Arbeitszeit und des Lohnes wurde folgender Damit ist die Tagesordnung erledigt. weilen." Antrag der Techniker Berlins angenommen: Achtstündige ArbeitsEine öffentliche Versammlung der Lithographen, Ich bitte Fräulein Rosa Luxemburg, einmal das Brockzeit, 24 M. Minimallohn pro Woche, 10 Pf. Minimalpreis für Steinbruder und Berufsgenossen, die am 23. ds. bit haus'sche Konversations- Lexikon zu studiren; sie wird darin ent- den Quadrat- Centimeter. Bei Arbeiten, die sich nicht zur decken, daß Rußland schon vor dem Krimkrieg wiederholt Bahlung nach Quadrat- Centimetern eignen, tritt zeitlohn tagte, nahm den Bericht über die stattgefundenen Berhandlungen der Streikenden mit dem Ausschuß der Chromolithograph. der Verbündete der Türkei war gerade wie jetzt und ein, D. h. Der durchschnittliche Arbeitsverdienst und Vereinigung entgegen. Aus den Verhandlungen ist hervorzufür die Integrität der Türkei" schwärmte, gerade wie jetzt, und 25 pet. Zuschlag. Die Festsetzung eines Minimal- Attordpreises heben, daß unter der Bedingung, daß seitens der Streifenden auch einstweilen", d. b. bis zum geeigneten Moment der Ver- für belletristische Arbeiten hielt der Kongreß für noch nicht spruch der Ausstand offiziell für beendet erklärt wird, die Prinzipale schluckung gerade wie jetzt. reif und empfahl diesen Punkt zur weiteren Diskussion in der für die gesammten Ringfirmen folgende Erklärung abgeben: Daß Rußland seit 70 Jahren alle türkischen Reformversuche Zeitschrift und in Versammlungen. 1. Eine Bezahlung der gesetzlichen Feiertage findet nicht statt. fyftematisch hintertrieben, der Türkei systematisch Verlegenheiten Hierauf wurde ein Antrag, der sich gegen die Heimarbeit 2. Die Urtheile vor den Gewerbegericht sollen nicht vollstreckt bereitet hat nun, das sind ebenfalls Kleinigkeiten, die für richtet, zur Debatte gestellt. Binder Berlin sprach gegen werden. 8. Die Arbeitszeit beträgt für Lithographen im Winter 8, Fräulein Rosa Luxemburg nicht bestehen. Und daß Rußland un- diesen Antrag. Zwar hält er die von anderen Rednern für den im Sommer 81/2 Stunden, für alle in der Druckerei Beschäftigten 5. Alle die Verträge mit Europa, die ihrer Eroberungspolitik einen Baum Forderung sei nicht durchführbar, da die Hausarbeit von vielen Stunden. 4. Eine Maßregelung findet nicht statt und werden anlegten, für zerrissen erklärte, das ist Fräulein Luxemburg Kollegen der Atelierarbeit vorgezogen werde, umſomehr, da die sämmtliche Ausständigen ſucceſſive wieder eingestellt. biejenigen, welche nach Beendigung des Ausstandes in offenbar aus dem Gedächtniß entschwunden gleich den Aufelben gewöhnlich für mehrere Geschäfte arbeiten. Der Kongreß Arbeit treten, haben eine Unterschrift betreffend die Anfertigung laffungen, die ein gewiffer Karl Mary 1870, nach der Schlacht beschloß, allen Berufsgenossen dringend zu empfehlen, die Haus der Streifarbeit nicht zu leisten. Der Berichterstatter des Ausbei Sedan, über die Folgen der Annexion von Elsaß- arbeit zu vermeiden und in allen Fällen die Atelierarbeit zu schusses schilderte eingehend den Gang der Verhandlungen und Lothringen machte. bevorzugen. Dem Kongreß lagen mehrere Anträge vor, welche Doch darum keine Feindschaft nicht. Daß ich für die dahin zielen, dem Publikum und den Verlegern die Vorzüge des betonte, daß, nachdem aus den eigenen Reihen der Steindrucker russische Kulturmission blind bin, scheint an einem Erbfehler Holzschnitts vor der Binkographie vor Augen zu führen, um die die Zahl der Streitbrecher täglich zunahm, die Aussichten für eine ſiegreiche Beendigung des Ausstandes zu liegen. Auch mit Bismarck ist mir es einst ähnlich gegangen. Konkurrenz der letzteren einzudämmen und dadurch den Xylographen mehr schwanden. Die Kommission hielt es deshalb für ihre Es gab Leute, die von Bismarck so rosafarben urtheilten wie mehr Arbeitsgelegenheit zu schaffen. Mehrere Redner machten geltend, Pflicht, im Interesse der großen Zahl existenzloser Kollegen brachten, mir zu beweisen, daß ich mich in Bismarck irre, drängen werde. Das einzige, was man thun tönne, sei, sich die zu empfehlen, den Ausstand offiziell für beendet zu erklären. daß er sehr radikal und revolutionär fei und ich, der noch wirklich künstlerischen Ausführungen zu sichern. Uebrigens sei Redner schloß mit dem lebhaften Appell an die Anwesenden, in den überwundenen 48er Jdeen stecke, ein Reaktionär und die Bekämpfung der Konkurrenz nicht Sache der Gehilfen, das durch den Ausgang des Streits nicht entmuthigt bei feite zu Philister. Was heute die materialistische Geschichtsauffassung" möge man den Prinzipalen überlassen. Von anderen Rednern treten, sondern mit erneutem Eifer für ihre Intereffen innerhalb der Organisation zu wirken.( Lebhafter Beifall.) thut, die alles als nothwendig begreift, das that früher wurde bemerkt, daß in diesem Punkte die Interessen der Gehilfen Die nachfolgenden Redner bezeichneten den Erfolg der Fabrikanten die Hegel'sche Logit mit ihrem:" alles was ist, ist mit denen der Prinzipale zusammenfallen und daß man doch als einen Byrrhussieg und wiesen auf die aufopferungsfreudige vernünftig". Und Herr Miquel, der Er Kommunist, jetzt etwas zur Sebung des Holzschneidens und zur Bekämpfung der Stimmung hin, mit der von der großen Mehrzahl der Berufspreußischer Finanzminister und die Vorsehung der preußischen Binfographie thun müsse. Nach lebhafter Debatte wurde begenossen der Kampf geführt wurde. Der Abschluß ist von den Junker, der seinen Mary und dessen materialistische Geschichts- schlossen, den Verbänden die Beschickung von Ausstellungen zu Fabrikanten mit empfindlichen Opfern herbeigeführt, für die auffaffung gewiß so gut tennt, wie Fräulein Rosa Luxemburg, empfehlen zum Zweck der Demonstration gegen die Binko- Arbeiter aber ein Ansporn, Aufklärung in den Kreisen ihrer hat seinerzeit, während er im Wonnemeer der Gründer- graphie. Kollegen zu verbreiten. Aus den Berichten über die einzelnen periode herumplätscherte, uns nicht„ Ralliirte" als Philister In der Sizung am Dienstag wurde die Frage der Organi Werkstätten war zu entnehmen, daß nur ein Theil der Ausund Reaktionäre verspottet, weil wir den Gründerschwindel nicht fation behandelt. Der Referent Streller Berlin führte aus, ständigen in Arbeit getreten ist. Beschwerden über die Nichtmitmachten und den Auflösungsprozeß der Gesellschaft dadurch daß zuerst im Jahre 1874 ein Verband der deutschen Xylographen einhaltung der Vereinbarung möge man an das Mitglied des nicht beschleunigten." gegründet worden ist, der sich jedoch, weil damals die Lage des Und nun verabschiede ich mich nicht auf Wiedersehn im Berufs eine äußerst günstige war, nur mit Nebenfragen be: Ausschusses A. Schulz, Brunnenstr. 180, richten. Sodann ge belangte Vorwärts". Zum Schluß aber wiederhole ich ganz ernsthaft schäftigte. Dieser Verband mußte fich im Jahre 1885 auflösen, langte die schon gestern im Vorwärts" wiedergegebene Resolution meinen Rath, Fräulein Rosa Luxemburg möge fich fünftig mehr weil er nach Auffassung der Behörde den Bestimmungen der zur Annahme und wurden die in Arbeit stehenden Berufsgenossen verpflichtet, zur Unterstüßung der Arbeitslosen 5 pŒt. ihres Bers mit den polnischen als mit den armenischen Greueln be- Gesetze nicht entsprach. Dann bildeten fich in dienstes beizusteuern. Mit einem begeistert aufgenommenen Hoch schäftigen. Sie kommt dann nicht in Gefahr, so ungerecht großen Städten Lokalvereine, in denen sich ein recht beurtheilt zu werden, wie es ihr schon geschehen ist, und nament gesundes Leben entfaltete, und die sich auch, veranlaßt durch die auf die Organisation erfolgte der Schluß der Versammlung. lich bei ihren sozialistischen Landsleuten, die beiläufig nicht geschäftliche Krisis im Jahre 1885 mit ernſteren Fragen be Der Verein zur Wahrung der Jntereffen der Gastmich im Verdacht haben, ihnen in die Suppe gespuckt zu haben, schäftigten und die Arbeitslosen- Unterstützung einführten. Außer- und Schankwirthe hielt am 20. November eine außerordentliche einige sondern u. a. einen gewissen Jemand, an dessen Nennung mich dem besteht in Stuttgart der Verband deutscher Xylographen, Generalversammlung ab. Bur Berathung standen die Galanterie hindert. Sie erinnert sich doch wohl noch der dessen Mitglieder sich über ganz Deutschland verbreiten. Die Abänderungsanträge zu dem bisherigen Statut. Röhn theilt fatalen Debatten auf dem Zürich er kongreß. Und sie hat Lokalorganisation habe jedoch manche Mängel, weshalb eine zunächst mit, daß der Vorstand und die Rechtsschuh- Kommission doch wohl auch erfahren, daß sie ihre Aufnahme in die Sentralisation vorzuziehen sei. Diese dürfe allerdings nicht so die Statuten eingehend durchberathen haben und nur wenige Eine Umgestaltung erfuhren die polnische Delegation des 2ondoner Arbeitertongresses straff sein, daß die Bewegungsfreiheit der Kollegen an den ein- Veränderungen empfehlen. nur der Intervention der beiden deutschen Bureau- Mitglieder zelnen Orten gehemmt werde. Es sei deshalb rathsam, wenn man§§ 2, 3, 6 und 7 des Statuts, dagegen wurde das Rechtsschußverdankte: Paul Singer's und des Unterzeichneten eine Einheitlichkeit in bezug auf Beiträge, Leistungen und Karenz- Reglement in seiner Fassung beibehalten. Der§ 6 machte in der M. Liebknecht. zeit der einzelnen Vereine herbeiführe, im übrigen aber die neuen Faffung die Wahl eines Beisizers nothwendig und Alsdann Berlin, 20. November 1896. Organisation einstweilen nicht zu ändern, sondern abzuwarten, wurde Trittelwit mit diesem Amt betraut. was das in Aussicht gestellte neue Vereinsgefeh hinsichtlich der erstattete Gärtner den Bericht der Fünfer Kommission, Verbindung von Vereinen vorschreiben werde. Nach furzer Debatte, die feststellen konnte, daß die gegen Schöning erhobene An in der im großen und ganzen Uebereinstimmung mit dem Referenten schuldigung auf Verleumdung beruht, da von den acht Zeugen hervortrat, wurde folgende Resolution angenommen:„ Der Kongreß nicht einer in der Lage war, den Schatten eines Beweises für Xylographen Kongrek. Sigung Montag Nachmittag. empfiehlt den Berufsgenossen, die Frage der Zentralisation unserer die gegen Schöning erhobenen Verdächtigungen herbeizubringen. Nach Schluß der Debatte wurde die Resolution Binder in Organisation erst nach Regelung der Vereinsgesetze zur Ents In einer zweiten Sache, die der Kommission zur Untersuchung folgender Faffung angenommen:" Der Kongreß hält, um die scheidung zu bringen." Ferner gelangte zu diesem Punkt folgen vorlag, wurde behauptet, daß Luhm einen seiner Ronkurrenten Konkurrenz der photomechanischen Reproduktionsarten zu be- der Antrag zur Annahme: Denjenigen Berufsgenossen, welche denunzirt habe. Suhm hat dies selbst zugegeben, aber damit tämpfen, die künstlerische Ausbildung der Kollegen für noth- an Orten thätig sind, wo keine Xylographen- Organisation besteht, entschuldigt, daß er gleichfalls zweimal von jener Seite denunzirt wendig und empfiehlt die Unterstützung aller dahingehenden Be- empfiehlt der Kongreß dringend, sich der nächstgelegenen Organi- wurde. Die Versammlung beschloß mit allen gegen zwei Stimmen, strebungen. Zur Wahrung der materiellen Jutereffen der sation anzuschließen, wenn die Zahl der am Orte befindlichen Luhm für sein Benehmen, das nicht zu rechtfertigen sei, einen Kollegenschaft hält der Kongreß die Durchführung der achtstündigen Kollegen zu klein ist, um eine selbständige Organisation zu gründen." Verweis zu ertheilen. Der Verein gewährte sodann seinem Mite Arbeitszeit, die Beschränkung der Ueberzeitarbeit auf das Bum nunmehr folgenden Punkt der Tagesordnung wurde be- glied Gründel den Rechtsschuß, um den Konflikt mit der Polizei, Mindestmaß und die Aufhebung der Sonntagsarbeit für noth- schlossen, in Zukunft je nach Bedarf einen Kongreß der Xylo- der am Bußtag entstand, bis zur höchsten Instanz durchzu wendig. Ferner hält der Kongreß auch die Durchführung des graphen einzuberufen. Hierauf fand die Berathung über die führen. Versammlungen. 14 " = " Zeitlohnes gegenüber dem Akkordsystem für vortheilhafter, und" Zeitschrift für Xylographen" statt. Diese wird herausgegeben Die Staaker hielten am Montag eine öffentliche Bersamme ist als vorläufig durchführbares Mittel zur Gesundung unserer vom Leipziger Xylographenverband und erscheint gegenwärtig lung ab, in der Genosse Jahn über Bwed und Ziele der Ge trüben Konkurrenzverhältnisse die Festsetzung eines Minimal- acht Mal im Jahre. Der Referent Dorn- Leipzig bemerkte werkschafts- Organisation" referirte. In der hierauf folgenden lohnes sowohl für Zeit wie für Affordarbeit zu er unter anderem, ein wesentlicher Mangel der Zeitschrift" Diskussion wurden von Borchert, Franke, Gräf und ftreben. Diese Forderungen sind auf dem Wege güt- bestehe barin, daß sie sich die Weckung des Klassen. Suffte die Arbeits- und Lohnverhältnisse besprochen und alle der Gehilfen nicht angelegen licher Vereinbarung mit den Prinzipalen durchzuführen. bewußtseins fein lasse Staater aufgefordert, sich der bestehenden Organisation an Stellen fich dem Hindernisse entgegen, so sind alle und überhaupt den Klassenstandpunkt der Arbeiter nicht zuschließen. Eine in diesem Sinne gefaßte Resolution wurde jene Mittel in Anwendung zu bringen, welche geeignet sind, den energisch vertrete. Das liege aber daran, daß es unter den einstimmig angenommen. Unter Verschiedenem" wurden von genannten Forderungen Geltung zu verschaffen. Es ist Pflicht Xylographen erst wenige gäbe, die den Klassengegensatz begriffen mehreren Rednern die Lohnhinterziehungen und Betrügereien jebes Rollegen, diese Bestrebungen materiell und moralisch zu hätten, und daß die für das Organ schreibenden Kollegen fich feitens der Bausch windler, sowie die Schmutzkonkurrens fördern." scheuen, den Klassenstandpunkt entschieden zu betonen, weil sie lebhaft besprochen. Nicht nur, daß ein Wochenlohn von 18 Mart Es wurde nun zur Berathung der Lehrlingsfrage geschritten. befürchten, infolgedessen ihre Stellung zu verlieren, was für gezahlt wird, die Arbeiter werden auch darum noch betrogen dadurch, Wie der Referent Dorn- Leipzig ausführte, saben sich die Xylo- einen älteren Xylographen, wenn er nicht eine besonders hervor. daß man ihnen mehrfach nach drei Wochen 13 Mart auszahlte; graphen in den 70er und 80er Jahren durch das Ueberhand- ragende Arbeitskraft sei, mit der Griftenglosigkeit gleichbedeutend durch Klagen ist nichts zu erlangen. Um diese Uebelstände zu nehmen der Lehrlinge geschädigt. Um die Zahl derfelben fei. Damit schließt die Vormittags- Sigung. beseitigen und die Kollegen vor Betrügereien zu schüßen, sollen festzustellen, wurde dann eine Stammrolle der Lehrlinge In der Nachmittags- Sigung vom Dienstag wurde die auf Anregung von Borchert fünftig wieder die Morgens aufgestellt, und den Prinzipalen der Wunsch nahegelegt, Debatte über die Zeitschrift fortgesetzt. Mehrere Redner übten fprachen" eingeführt werden. Die Vereinsversammlungen finden teine neuen Lehrlinge anzunehmen. Dies möge zwar als ein Kritik an der Redaktion, Meyer und Dorn- Leipzig hielten regelmäßig jeden Sonntag nach dem 1. des Monats im Lokal beschränkter, egoistischer Standpunkt erscheinen, jedoch sehe er eine Berlegung derselben nach Berlin der Erwägung werth. Da von Buste, Grenadierstr. 83, ftatt, wo auch bie Beiträge ent ng new& un way Strefferligtingen Bänger ( Redner) teinen gangbaren Weg, um den Gehilfen die Konkurrenz gegen war Streller Berlin der Meinung, daß auch gegengenommen werden. des neuen Zuwachses fern zu halten. Er empfehle daher, sowohl die Verlegung nicht geeignet sei, die gerügten Mängel Arbeiter- Bildungsschule. Donnerstag Abend 9 Uhr bis 10% Uhr: Süds le. Donner an der Stammrolle festzuhalten, welche einen sicheren Ueberblick dauernd zu beseitigen, so lange die Redaktions- Arbeiten oft schule, Baldemarstr. 14: Rede- Uebung( Die wichtigsten technischen über den zu erwartenden Zuwachs gebe, und ferner auf der von neben ihren Berufs- Grundsäge für die Kunst des öffentlichen Redens. Lehre vom Aufbau eine Kollegen unentgeltlich Nordschule, Brunnenstraße 25: Erst wenn man einen Vortrages). Herr Heinrich Schulz. Forderung, keine neuen Lehrlinge einzustellen, zu beharren. Binder arbeiten gemacht werden müſſen. Geschichte( Alte Geschichte. Urzeit. Entstehung der Religionen. Drientalische anstellen tönne, ſei und Millarg traten dieser Ansicht entgegen, da die Zunahme unabhängigen besoldeten Redakteur Bölter. Griechen und Römer). Herr Dr. G. Binn. hinsichtlich der Vertretung des Die Schulräume sind zur Benugung der Bibliothek und des reichen Beit der Lehrlinge in den besser bezahlten Berufen eine Folge eine Besserung, auch Ein Kollege, der in diesem schriftenmaterials schon von 8 Uhr abends an geöffnet. der industriellen Entwickelung sei, und sich durch Kongreßbeschlüsse Klassenstandpunktes, zu erwarten. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Ad. Neu nicht aus der Welt schaffen lasse. Nur durch eine feste Organi Sinne die Zeitschrift leite, mache sich natürlich bei den Prin mann, Bafewalterfir. s. Aue Menderungen im Bereinstalender sind zu richten sation tönne man dem Sinken der Löhne entgegentreten. zipalen unbeliebt und schädige dadurch seine Existenz. Der Kongreß an Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Streller Berlin empfahl, nur eine Beschränkung und Ueber- beschloß, jährlich zwölfmaliges Erscheinen, unentgeltliche Aufnahme wachung des Lehrlingswesens zu fordern. Für die Belletristiker der Publikationen und Lieferung der Zeitschrift zum Selbsttosten tomme diese Frage nicht in betracht, da wegen der Schwierigkeit der preis an organisirte Kollegen zu empfehlen. Ausbildung Lehrlinge in diesem Fach nur sehr vereinzelt vorhanden Die Verlegung der Redaktion soll erst mit der entgiltigen wären. In der technischen Branche habe dagegen die Zahl der Lehr- Regelung der Organisationsfrage gleichzeitig berathen werden. linge ganz bedeutend zugenommen. Nach weiterer Debatte wurde Ferner wurde zu diesem Punkt eine Resolution des Referenten folgende Resolution angenommen: Der Kongreß hält die Devise: orn angenommen, welche besagt, daß ein gedeihliches Fort Steine neuen Lehrlinge" der heutigen geschäftlichen Lage nicht bestehen der Zeitschrift nur möglich sei, wenn die Herausgabe entsprechend. Er sieht in der Beschränkung der Zahl der Lehr- und Redaktion nicht von einer Person, sondern von dem ges " Donnerstag, den 26. November: 1577b Großes Gänse- Ausspielen Kochstr. 55, Lenz. Vereinszimmer, 30-40 Perf. fass., ist zu vergeben Roßstr. 4. 15796 den Kinderwagen Bazar Brockhaus', Meyer's Max Brinner, Jerufalemerstr. 42, Brunnenstr. 6, Lexifon, Brehm's Thierleben, Bücher und Bibliotheken jeder Wissenschaft bes Dresdenerstr. 128. Großartige Auswahl von Kinder- und Ekkartoffel am Nordhafen i. Kabu. Sportwagen, billigst. Theils. gestattet. u. Mäntel in groß. 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Benvenuto Cellini. Schauspielhaus. Was ihr wollt. Deutsches Theater. Morituri. Berliner Theater. Renaissance. Lesning- Theater. Der Abend. Theater des Westens. Schiedsmann Hempel. Henen Theater. Bocksprünge. Vorher: Alexanderplatz- Theater. Größter Erfolg der Saison. Neue Dekorationen. Neue Kostüme. Manlen's Reise nach dem Nordpol. Ausstattungsstück mit Gefang in 4 Aften( 8 Bildern) von Hugo Buffe. Mufit von Albert Wicher. Infolge des Toloffalen Andranges find Billets drei Tage vorher zu haben. Morgen und die folgenden Tage: ,, Narsen's Reise nach dem Nordpol". Sonntag, nachm. 4 Uhr, zum letzten Male: Der Rattenfänger von Hameln. Central- Theater. Die fittliche Forderung. 2610Alte Jakobstr. 30. Residenz- Theater. Verschwunden. Schiller- Theater. Der Pfarrer von Kirchfeld. Thalia Theater. Das WetterDirektion: Richard Schultz. Emil Thomas a. G. Zum 66. Male: häuschen. Zwei Schwiegerföhne. Eine wilde Sache. Belle- Alliance- Theater. Schwarze Diamanten. Ontend- Theater. Der deutsche Michel. Volks Theater. Der arme Boet. Das vierte Gebot. Don Juan von rückwärts. Theater Unter den Linden. Der Ehemann vor der Thür. Unter den Linden. Bentral- Theater. Eine wilde Sache. Friedrich Wilhelmstädt. Theater. Wohlthätigkeits- Vorstellung. Alexanderplay- Theater. Nansen's Reise nach dem Nordpol. Baufmann's Variété. Spezialitäten Borstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Bor stellung. Große burleske Ausstattungsposse mit Gefang und Tanz in 6 Bildern von W. Mannstädt und J. Freund. Mufit von J. Einödshofer. Anfang 1/28 Uhr. Morgen und die folgenden Tage: Eine wilde Sache. Thalia- Theater ( vormals: Adolph Ernst- Theater) Dresdenerstr. 72/73. Das Wetterhäuschen. Musikal. Genrebild von Adrian Roß. ( Weather or no.) Deutsch von Hermann Hirschel. Musit von Bertram Luard Selby. Darauf: Zwei Schwiegersöhne. Schiller- Theater. Schwank in 4 Atten von M. Boucheron. ( Wallner- Theater.) Mittwoch, abends 8 Uhr: Der Pfarrer von Kirchfeld. Donnerstag, abends 8 Uhr: Demetrins. 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Billets zu den angekündigten Vorftellungen find ohne Vorbestellungsgebühr zu haben: an der Theaterkasse, außerdem im Invalidendant", Unter den Linden 24, und im Cigarrengeschäft von Paul Romeid, Leipzigerstr. 6. Deutsch von May Schönau. Morgen und folgende Tage: Die selbe Vorstellung. W. Noack's Theater Brunnen- Strasse 16. Täglich: Konzert, Theater- und Spezialitäten- Vorstellung Gustav Wehling, Langbumorift. Käthe Riondi, Liedersängerin. Geschw. Strosow, Gefangeduettisten. Elli Hertzog, Rostüm- Soubrette. Richard Wagner, Opernfänger. und Jeden Sonntag, Dienstag Donnerſtag nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. Electrical Edison Scientific Theater Kinetograph und Grapho- Phonograph Mauerstr. 66, nahe Leipzigerstraße. 4-10 Uhr nachmittags stündlich: Ein Tag in der Schweiz". 50 Bf. Kinder und Militär die Hälfte. Alcazar. Eintritt Variété und SpezialitätenTheater I. Ranges. Dresdenerstr. 52 53( City- Passage) Annenstrasse 42/43. Vornehmster Familienaufenthalt. Neu! Neu! Förster's Wilhelm. 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Unser Arbeitsnachweis und das„ Umschauen" der Kollegen. 2. Die Lohnbewegung der Perlmuttarbeiter. 3. Arbeitseinstellungen in einigen Wertstellen. Verbandsangelegenheiten.- Die Kollegen jeder Werkstatt werden thums. 2. Diskussioit. 3. Verschiedenes. ersucht, einen Vertrauensmann zu entsenden. Die Mitglieder der Ortsverwaltung werden ersucht, um 8 Uhr zu erscheinen behufs Besprechung von Verbandsangelegenheiten. 79/7 Die Ortsverwaltung. 132/5 1. Unsere diesjährigen Errungenschaften und die Maßnahmen des UnternehmerIn der Versammlung in Rixdorf ist gleichzeitig Wahl zweier Kollegen zum Gewerkschaftskartell. Die Lohnkommission der Maurer Berlins und Umgegend. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Sozialdemote. Wahlverein Ortsverwaltung Berlin.p Donnerstag, 26. November, abends 8½ Uhr: Bezirks- Dersammlung für Centrum und Süden für Teltow- Beeskow- StorkowCharlottenburg. im Louisenstädtischen Klubhaus, Annenstraße Nr. 16. unser Mitglied, der Handelsmann Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Herm. Rohrlack über: Ostafiatische Rultur". 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten.- Gäste willkommen. Zahlreiches Erscheinen erwartet Die Ortsverwaltung. Gürtler! Den Mitgliedern zur Nachricht, daß Otto Leue Klempner. Am Donnerstag, den 26. November, abends 8 Uhr, im Louisenstädtischen Klubhaus, Alte Jakobstr. 37: Deffentliche Versammlung. Tages Ordnung: am 23. d. M. verstorben ist. Ehre seinem 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten W. Klees- Magdeburg über: Andenken. Die Mitglieder werden er-„ Die Handwerkervorlage im Reichstage". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. sucht, sich zur Theilnahme an der Be Aus folgenden Werkstätten sind die Kollegen dazu eingeladen: erdigung am Donnerstag, den 26. d. M, Koch& Bein, Ritterstr. 43; Fiedler, Neue Grünstraße; Vogler, nachi. 3 Uhr, bei Wolter, Magazine Brinzessinnenstraße; Danneberg& Quandt, Große Frankfurterйraße; straße 15, einzufinden. Puppel& Schulz, Münzftr. 3. Der Juhaber Puppel, Münzstr. 8, ift Der Vorstand. hierzu fchriftlich eingeladen. Am Donnerstag, den 26. November, abends 8 1hr, in 250/3 Henke's Salon, Naunynstraße Nr. 27: Former. Den Kollegen zur Kenntnißnahme, Große öffentliche Versammlung aß unser Kollege und Freund Tages Ordnung: = 1. Vortrag des Genossen Theodor Metzner über: Die Schule wie sie ist und wie sie sein soll. 2. Distuifion. 3. Bericht des Vertrauensmannes und Neuwahl desselben. 4. Verschiedenes. Besonders sind die Kollegen aus den Werkstätten von Schubert, Winkler, Jacoby& Co., Pfeffer, Falbe und Dietrich eingeladen. Erscheinen jedes Kollegen ist unbedingte Pflicht. 117/7 Der Vertrauensmann: Richard Heinrich, Wienerstraße 61. Achtung! Achtung! Mitglieder der Allgem. Ortskrankenkasse für gewerbliche Arbeiter und Arbeiterinnen. Robert Noack am 23. November verstorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag Nachmittag 21/2 Uhr von der Charitee aus statt. Die Former und Hilfsarbeiter der Firma H. A. Jarst& Co. 1585b Danksagung. Hiermit sage allen lieben Verwandten und Bekannten, dem Komptoir- Personal und den Kollegen der Firma Buzzke It. Co., dem Ortsverein der Klempner und Metallarbeiter Berlin I für die Die Kollegen werden erfucht, sich pünktlich und zahlreich einzufinden, da sehr wichtige Sachen vorliegen. Auch werden die Vertrauenslente sämmtlicher Werkstätten ersucht, mit mir abzurechnen und neues Material zu entnehmen. F. Zimmermann, Vertrauensmann. 117/6 Genossenschafts- Bäckerei für Berlin und Umgegend. ( Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht.) Wir machen die Mitglieder auf die heute, in Kink BranereiAusschank, Alte Jakobstr. 83, stattfindende Besprechung nochmals aufmertiam. Der Aufsichtsrath. 384 Der Vorstand. Belle- Alliance- Theater. rege Betheiligung und herrlichen Kranz- Sonntag, den 29. November, nachmittags: 2, Uhr, Spenden bei der Beerdigung meines unvergeßlichen lieben Mannes Rudolph Nayman Donnerstag, 26. November, abends 8½ 1hr, in Fiebig's unseren berzinnigften Dank. Ball- Salon, Gr. Frankfurterstr. 28: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: Die Geschäftsführung im Vorstand und das Verhalten der Dreizehner- Kommission dazu. Der Vorstand sowie die Dreizehner- Kommission sind hiermit ein geladen.- Um zahlreichen Besuch ersucht 15786 Der Einberufer. Die tieftrauernde Gattin Anna Nayman geb. Heinze 1581b] nebst Tochter. Ein Arzt gesucht, parteigen offe, in einer Stadt Thüringenz ( ca. 30 000 Einwohner). Stellung bietet gute Position! Aufschluß wird ausführlich ertheilt. Offerten sub E. L. 100 dieses Blattes. zum lehten Male: 6 Lumpacivagabundus. Gintritts- und Abonnementskarten sind in allen Zahlstellen zu haben. Konzerthaus Sanssouci, Rottbuserstraße Nr. 4a. Sonnabend, den 28. November: Gr. Vokal- u. Juftrumental- Konzert, arrangirt vom Fachverein der Stellmadjer Medicin. Ungarwein Gesangverein Morddeutsche Schleife Berlins und Umgegend. befte Qual, à Birft. Wit. 5 Literfl. ME. Alter Portwein und Malaga( Pajarete) à Alaidhe art 1.50, 10 Alaiden weart 13.50 laschen Donnerstag, ben 26. November, abends 8 Uhr, bei Babiel, Rosenthalerstr. 57: Medoc Pauillac( abgelagerter Bordeaux). Vereins- Versammlung. Tagesordnung: 1. Der Kongreß der lokalorganisirten Gewerkschaften. 2. ArbeitslosenUnterstügung. 3. Ergänzungswahl des Vorstandes. 4. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 159/3 geschäft SpezialMohr❜lche Der Vorstand. Margarine taufen Sie täglich frifdy Plan- Ufer 96 a. der Rottbuser Brücke und Markthalle Dresdenerstraße, Stand 200-201. Gegründet 1884. Bothe. Gegründet 1884. Warenhaus à Fl. Mart 1.50, 101. Mart 14SW. 61. Eugen Neumann& Co., Berlin Belle Alliance Flat 6a, Rene Friedrichstraße 81 Charlottenburg, Kaiser Friedrichftr. 48, Cranienſtr. 190, Senthinerstr. 29, Grüner Weg 56. Achtung! Achtung! Künstl. Zähne v. 3 M. an, Theilz. wöchentl. 1 M., wird abgeholt. Zahn: eziehen, Bahnreinigen, Nervtödten bei Bestellung umsonst. 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