Sovntag, den 14. März 1886. ID Jahrg. Brgan für die Interessen der Arbeiter. Da« �verltuer W« tSglich Morgens außer nach Sonn- und JJesttagen. NbonnementSpreiS für Berlin frei ItzMit vierteljährlich 4 Ma:!, monatlich 1,35 Mari, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement rttl Einzelne Nummer 6 Pf. SomrtagS. Nummer mit illustrirter BeUage 10 Pf. (Eingetragen in der PoftzettungSvrnSlifte für 1886 unter Nr. 769.) ii Redaktion: Kenthstratze Ä.— Grpedition: Zimmerstraße 44. .,............. null tils Eiztilhm � den henschenben Steifen der Gesellschaft begegnet � aller„wissenschaftlichen Bildung", womit sich die- ?.;o gern« brüsten, zum Trotz—«och immer einer «Wschen Anficht über die Stellung, welche der Sozia- _ su» Eigenthum einnimmt. Diese Ansicht geht °aß e« sich für de» Sozialismus Alle« in Allem � i ch a f f u u g des Eigenthums handle. solch einer Behauptung fügt man dem Sozialismus �»nantwottliche« Unrecht zu; zugleich aber wird damit Etliche Meinung zu Gunsten einer groben Thsrheit K was— zumal in einer Zeit, wo die Frage der l? Reform von Tag zu Tag dringender wird— für KjbüBg der Begriffe" wahrlich nicht von Vortheil ist. ?? Lesern dürfte cS deshalb sehr willkomme« sei», Äber Mvkt einmal die volle und ganz« Wahrheit zu höre» veute jst� mie Zeder weiß, der KapitaliS die herrschende, alle gesellschaftliche» Sin ssni durchdringend und ihnen da« Gepräge seine« »Mlms aufdrückende Macht. Der Inbegriff dieser jrft ist Willkür unter dem Scheine der Ordnung; Monomische und politische Abhängig« 1 i* Massen unter dem Scheine der Ungebunden» . Da« Hauptunglück dabei ist die Unsicherheit und Möglichkeit der von sehr veränderliche» Konjunkturen Mgen Lebenslage der arbeitenden j(o», die immer mehr in de» PauperiSmu« ».�genüber den von der kapitalistischen Oekonomie au«. kr" höchst unwissenschaftliche« Versuchen, da« Kapital twe Herrschaft mit allen Konsequenzen al<„ewige �othwendigkeit", al« Ausdruck„höchster Kultur" und t?Uüßliche Existenzberechtigung" für Staat und Gefell- L? hivzustelleo, beweist un« nun die sozialistische Oeko« J die wahre Natur de« Kapital«. Diese« ? sich nicht etwa durch„Sparen" und„individuelle lT, sondern lediglich durch die der steten Veränderung Dorfen«» gesellschaftlichen Zusammenhänge und in diesen ?.«ur durch die T Heilung der Arbeit, die rjifotion der Arbeit Vieler zu Gunsten weniger Ein- Die Arbeit allein schafft Wnthe und die ll l u n g der Arbeit steigert dieselbe» bi« in» Unendliche, % ohne daß dem Arbeiter mehr davon zu Gute kommt, .� gebraucht, um sein Dasein zu fristen. Oder verhilft , Oie Lohnarbeit des Proletarier« diesem zu einem 2!*ihum; Nein, sie liefert ihm nur die äußerste» l Miungskosten, aber sie schafft da« K a p i t a l, d. h. w zum„Fremdthum" werdende Eizenthum, Herrschaft die Arbeit unterworfen ist. Das Arbeits« Di!! einflllize WeMr. (Nach Chambers Journal im Nordwest.) �Das einfältige Ehepaar"— so wurde» die beide» von den andern Mitreisenden gleich in de» ersten �.�onannt, nachdem da« Schiff de« irischen Hafen Iii 0®n verlassen hatte. Sie sahen gar nicht so über- klnfältig au», aber unter einer Schiff«gesellschaft leicht Spitznamen erfunden und bleiben dann JWn � Fairmount und «oct an Bord der seine Frau waren«st mit dem .Atalanta" gekommen, ei« paar CStiT"*1 ai? der„Ätatanra" gkiommra, rin puu» $ fit r.. �'e Schraube anfing sich langsam umzudrehen, M»�len ihre Koje noch nicht gefunden, al« des Signal N von der Kommandobrücke in de« Maschinen« S al« da« Stampfen der gewaltigen Maschinen tyi(. MOhttnen Reisenden verrieth, daß die Reise nun % vllonnen sei, und daß die Maschine« nicht eher . �, Augenblick von der Arbeit ablasse» würden, weiter zu treiben, bi« der Hafen von New>?)ork ker,''e erste Kajüte,'der„Atalanta" war ganz voll von ...! auch i« der zweiten Kajüte und im Zwischendeck KWelirÜ, Die„Atalanta" war da« neueste und größte Schiff «?�den r K, ihr Führer Kapitän Hood alle» alten Amerika- I?. der glücklichste Seemann bekannt, der nur je Ozean befahren hatte, und wegen seiner Wosf ein allgemeiner Günstling de« Publikums. M«i4t �skeck ein allgemeiner Günstling de« Publikums. S�ffchifff i e �oShalb, weil so viele seebcfahrene, mit der Lr?faifh!0�ri vertraute Leute an Bord waren, erschienen u"!0"nt und seine Frau al« besonder« unerfahrene Woien; J*®at6e» sich damit die Bezeichnung„einfältig". K/i; fte lsdenfalls noch nie vorher eine weite Reise ge« •C i" 6f!!l9ien keine Neigung, stch bei Tische derjenigen C** ob». �"9ia, die für die besten galten, und sie v'{ lieh'"sprach diejenige Koje, die ihnen angewiesen !, Alchte» � ZU den kleinsten im Schiff gehörte. Kurz. V""Uns Ulenig Ansprüche. Sie blieben für sich, w.'il »�ch,.""r �ord kannten, aber die« schien ihnen nicht« ' ste waren mit ihrer eignen Gesellschaft voll« inflrument, da« Kapital, ist in seiner Trennung vom Ar« beiter selbflständig geworden, hat alle Produktivität der Ar» beit an sich gerissen, und die Arbeit au; den Ersatz dessen, was zu ihrer Erhaltung nöthig ist, beschränkt, sie also für sich unproduktiv gemacht. Da« Eigenthum bildet sich nicht da, wo es erzeugt wird, nicht bei denen, die es er- zeuge«, und dabei oft genug Gesundheit und Leben opfern müssen, sonder» bei Denen, für die das geschieht. Die konsequenteste und überzeugendste Offenbarung dieses ZustandeS haben wir in der Agiotage und der Börse, in der VermögenSaalige in Aktien-, Staats- und Kreditpapieren überhaupt. Da wird durch die verschiedensten objektiven Ereignisse und objektiven Bewegungen, z. B durch Kriegs oder FiiedenSauSstchten, täglich auf der Börse das Mein und Dein de« Individuum« bestimmt und festgesetzt. Lassalle machte einmal recht zutreffend darauf aufmerb sam, daß, wen» man die mit dem Name«„Sozialismus" bezeichnete reformatorische Richtung als„Vertheilung des EigenthumS von Gesellschaftswegen" definire, man niemal« vergesse« solle, daß ein solcher Zustand gerade heute bestehe. In der That herrscht gerade heute ei« anarchischer Sozialismus unter dem Scheine individueller Freiheit und individueller Produktion. Wa« also der reformatorische Sozialismus aufheben will, da« ist nicht da« E i g e n t h u m, sondern die Anarchie, welche die großen Massen vom Eigenthum« erwerb und-Genuß ausschließt; er will gerade rechtlich- individuelles, da« heißt auf die Arbeit gegründetes Eigenthum erst einführe». Nicht da« Eigenthum als solche«, sondern die feindliche Stellung de« Sozialismus zu demselben bekämpft der Sozialismus. Fichte hat ganz Rechr mit seinem Ausspruch:„Die Bitdung dcr Dinge durch eigene Kraft ist der wahre RechtSgruad de« Eigen- thums." Aehnlich hat bekanntlich Proudhonsich ausgesprochen. E« ist nicht wahr, was Teadenz-Lügner so oft behauptet haben, daß seine Kritik deS EigenthumS schlechthin in dem ärgerlich piquanten Satze gipfelt:„Eigenthum ist Dieb' stah l." Seine Definition ist vielmer folgende: Das Eigen, thum kann nur eine rechtmäßige und vernünftige Basis habe», die Arbeit. Zeder kann rechtmäßig nur das al« Eigenthum befitze«, was er erarbeitet, d. b. durch eine der Gesellschaft nützliche und keinem Nebenmenschen schädigende Thätigkeit erworben hat. EigenthumSrecht ist da« Recht, da« Produkt seiner Arbeit, aber auch nur diese«, zu genießen und ftei darüber zu verfügen.„Ein Eigen- thum, da» nicht von Arbeit herkommt, oder sich ohne Arbeit erhält"— da« ist, nach Proudhon« wörtlicher Erklärung, „Diebstahl!" kommen zufrieden. Viele von den amerikanischen Familien dagegen kannten sich daheim oder sie hatte» sich auf andern Schiff-n, auch wohl in Europa auf der Reise getroffen und verkehrten mit einander wie eine große Gesellschaft alter Freunde. Diese Herbstreise nach Amerika nannten Herr und Frau Fairmount ihre Hochzeitsreise. ES war freilich eine lange verschobene, denn sie waren schon fast sechs Zahre vcrhci- rathet und hatten drei kleine Kinder in sorgfältigster Obhut zu Hause zurückgelassen. Als sie verlobt waren, hatten sie wirklich den Plan gemacht, ihre Hochzeitsreise nach Amerika zu lenken; aber gerade damals war Hcrr Fairmount durch Erbschaft ein Gut zugefalle«, da« er persönlich übernehmen mußte, und jede» folgende Jahr war etwas anderes dazwischen ge« kommen. DaS Wetter draußen auf dem Atlantischen Ozean war prachtvoll. Laug gestreckt rollten die großen MeereSwoge« dahin, manchmal von einer frischeren Brise gekräuselt, die gewöhnlich bei Sonnenuntergang einlullte, und jede» Abend sahen die Reisenden die Sonne gerade vor sich wie eine glühende Kugel in« Wasser versinken. Endlich, an einem Nachmittage hatte man die Mitte des Atlantischen Ozeans erreicht, die Hälfte der Reise war zurückgelegt. Fairmount und seine Frau hielten sich am äußersten Ende de« Hinter« deckS auf, dicht am Schiffsrand; er las und sie strickte, wie sie gewöhnlich thatea. Sie war eine schöne, anmuthige Frau von fünfundzwanzig Zähren, mit grauen Augen und röth- lichem Haar. Er mochte dreißig zählen; seine Gestalt war 'ager, aber wohlgebaut, mit langen Glieder« und breiter Zrust, Bart und Haar schwarz, die Haut von Luft und Sonne gebräunt. Sei» Anzug verrieth den Engländer; nur ein solcher kommt darauf, selbst auf dem Schiss bei einer längere» Seereise, wo jeder ziemlich trägt, was er Lust hat, sich in einem alte« Flanellanzuge sehen zu lasse», den er einst beim Kricket getragen hatte, mit einem Hut von weißem ~lanell und Schuhen au« Segeltuch; während manche erren mit hohen Zylinderhüttn, bunten Halsbinden, Diamavtnadeln Staat machten und die Damen zu be- zaubern suchten, die ihrerseits bei dem schönen Wetter auf Deck in allen Farbe» eine« Blumenbeetes prangten. Der Sozialismus ist aber weit davon ent« fernt, die Konsequenzen dieser«aturrechtliche« EigenthumS» Definition in all ihrer Schärfe und Rücksichtslosigkeit anzuwenden. Von diesem Stand« punkte betrachtet, offenbare« ja allerdings die seitherigen Eigenthumsverhältnisse ein Unrecht. Aber sie find etwa« geschichtlichGewordeneS, ein geschichtliche« Faktum, da» mit innerer Nothwendigkeit sich entwickelt hat, und für welche« also diejenigen, denen e« Vortheile gewährt, nicht persönlich verantwortlich sind. Wir haben noch nicht bemerkt, daß der Sozialismus sich abgewandt hätte, von jener Definition Lassalles, welche in der Anerkennung der historischen Rechtmäßigkeit de« Befitze« gipfelt. So sehr auch die nicht Kapital besitzenden Klasse» berechtigt find, vom Staate zu verlangen, daß er all sei« ganzes Sinnen und Trachten auf die Verbesserung ihrer kummervolle« Lage richtet, ihnen zu einem wahrhaft men« schenwürdigen Dasein verhilft,— so sehr die arbeitende« Klassen berechtigt sind, diese« vom Staate, al» seinem eigentliche» Zwecke entsprechend, zu fordern, so darf und wird— nach Lassalle'« Mahnung— dennoch der Arbeiter niemals vergessen, daß aller unter gesetzlicher Sanktion erworbene esetzliche Besitz historisch rechtmäßig und eshalb unantastbar ist. Wenn aber der Sozialismus so völlig absieht von dem einmal geschichtlich bereit« entstandenen Kapitalbesitz, als in historisch-rechtlicher Uebereinstimmung mit bestehenden Zu- ständen entstanden, so beansprucht er in völlig logischer Weise andererseit» doch für Staat und Gesellschaft das un« bestreitbare Recht: da««och ungewordene Eigenthum, das Eigenthum der Zukunft, durch eine gründliche Um« gestaltuag der wirthschaftlichen Verhältnisse, durch Beseiti« gung der wirthschaftlichen Anarchie zum Arbeits-Eigen« thum zu gestalten. Der Sozialismus läßt allen ange« sammelten Reichthum al« Produkt der Vergangenheit be« stehen, ihn aber für die Zukunft nicht mehr al« „Rentenquelle", al« Quelle mühelosen Erwerbe» auf Kosten der Arbeit weiter wuchern. Die Arbeit allein soll al« Werthsubstanz und al« Werthmaß dienen. In dieser Eigenschaft aufgefaßt, bildet sie den Eckstein de« ganze» sozialistischen Systems im Sinne Lassalle'S und Karl Marx'. Riemal« ist da von der„Abschaffung de« Eigenthum« über- Haupt' die Red«, sonder« immer nur— wie Schäffle ausdrücklich konfiatirt—„von der Ueberführung der Mittel de« bereit« arbeitStheilig gesellschaftliche« ProduktionSpro« zesseSin kollektives Eigenthum.„Nun besteht aber"— fügt Echäffle hinzu—„jetzt schon Kollektiv« eigenthum an Staat«-, Gemeinde-, ÄissenschaftS-, Schul« und ÄerkehrSanstalte«, an Verein»- und sonstigen Besitz- Unter den Passagieren üble einer mehr Anziehungskraft aus al« alle andern; e« war aber keine junge Dame und kein Herr mit einer Diamantbufennadel, sondern ei» kleiner achtjähriger Bube. Aber er war der Sohn von Kapitän Hood, darum gab sich jeder gern mit ihm ab und suchte ihm Spaß zu machen. Er hatte sich mit alle» Reisenden ange« freundet und fühlte sich an Bord ganz zu Hause. Jetzt lief er auf dem Hinterdeck zwischen den Gruppen von Herren und Dame« hin und her und rollte einen großen bunte» Gummiball. Kapitän Hood war am Hudson zu Hause, nur ei« paar Meilen von der Stadt New- Aork. Seine ältesten Kinder wäre» Mädchen, der kleine Hau« sein einziger Sohn. Dem Han» war schon vor langer Zeit versprochen, sobald er acht Jahre wäre, wollte ihn sei« Vater einmal mit nach Europa nehme«; seit seinem vierten Jahre redete er beständig von diesem großen Vergnügen, da» ihm bevorstand, und in« zwischen wuchs fei« Interesse für alle seemännischen An- gelegenheite«, indem er dicht vor den Fenstern ve« väterlichen HausrS alle mögliche» Flußfahrzeuge den Hudson hinauf und herab kommen sah. Als die Zeit kam und Kapitän Hood ihn mitnehmen wollte, hatte die Mutter gar keine Lust, ihn ziehen zu lassen; sie fürchtete, daß ihm alles mögliche Unheil begegnen könnte, und fand alle mögliche« Schwierigkeiten und Hindernisse; aber Hans und fein Vater setzen ihren Willen durch. Als das erste Mal nach HänSchen« achtem Geburtstage die„Atalanta" ihre Fahrt nach dem Osten antreten sollte, war da» Wetter so schön und günstig, daß man diese Gelegenheit nicht v r« säumen durfte. Frau Hood und ihre Töchter brachten ihn an de» Hafen von New Aork und sahen das Schiff ab- fahre«. Das letzte, was sie ihrem Manne sagte, war: Be- denke, wenn du HanS nicht wohlbehalten mitbringst, so brauchst du auch nicht wieder zu komme»! Dem Kapitän fielen später diese Worte wieder ein. Damals antwortete er: Schon gut, Frauchen, in weniger al» fünf Woche« werden wir eine» schöne» Morgen« zum Frühstück wieder bei dir sein. Auf der Reise nach Liverpool ging alle« gut. Die erste Stewardeß nahm Han» unter ihre besondere Obhut, und er thümern sehr umfassend.(Man thut gut, auch an die M o- n o p o l- P r o j e k t e der NeichSregierung zu denken!) DaS Kollekiiveigenthum ist also weit davon entfernt eine„anti- soziale" Form des Eigenthums zu sei». ES ist viel« mehr schon da als Eigenthumsform der höhere» eigentlich gesellschaftlichen, bewußt einheitlichen An« stalten und Vorrichtungen".— Mit dem Grundprinzip des Sozialismus ist EigenthumSersparung und Privateigen- thumSbildung durchaus verträglich, soweit sie nicht solche Produktionsmittel zum Gegenstande hat, welche der Gesammtarbeit dienen. Dagegen können Kleider, Mobiliar, LebtvSmittel jc. niemals dem Privatbesitz entzogen werden. Damit glaube» wir zur Genüge gezeigt zu haben, wie thöricht eS ist, zu behaupten: der Sozialismus wolle das Eigenthum aufhebe»! PoMische Weverstchi Vom Reichstage. Das Branntweinmonpol mit all' seinen Scherzen und pikanten Spielereien wird nun bald von der BilvflSche verschwinden. Auch scheint es ausgeschlossen, daß der Reichstag fich noch in diesem Jahre mit einer ander» weitigen Besteuerung des Spiritus beschäftigen wird. Die weiteren Monopoldebatten im Plenum dei Reichstags werden im Sande verlaufen und kein besonderes Interesse mehr er- wecken. Man wundert fich nur, daß die Regierung den Ent« murf nicht schon zurückgezogen hat. Wenn, was nicht anders zu erwarten ist, daS Plenum des Reichstags die Paragraphen J und 2, wie dies in der Kommisfion geschah, ablehnen wild, dann gelangt der Entwurf überhaupt nicht mehr zur dritten Berathung und nimmt niwt besonders viel Zeit mehr in An» spruch.— DaS Soziali st engesetz gelangt morgen zur zweiten Berathung in der Kommisfion, wo jedenfalls die Windt« horfischen Abänderungen wiederum angenommen werden. Da- rauf wird vom Referenten Bericht erstattet, so daß die zweite Lesung im Plenum in der nächsten Woche erfolgen dürfte.— Vom Arbeiterschutzgesetz und den übrigen noch in den Kommissionen befindlichen sozial- reformatorischen Entwürfen wrrden nur Bruchtheile in den Reichstag zur öffentlichen Be« rathung zurückgelangen— die Regierung legt jetzt auch nur geringen Werth auf die Durchberathung derselben, so daß die so viel gerühmte und gepriesene Eozialreform jetzt schon inS Stocken gerathen ist. Das AlterSversorgungsgesetz erblickt man nur ab und zu in unklaren Umrissen„weit, weit in nebelgrauer Ferne".— Auf die Durchberathung einiger kleinerer Gesetze— deS Militärpenfionsgesetzes u. f. w. legt die Regierung noch Gewicht, doch erfordert die Berathung nicht viel Zeit und kann noch leicht geschehen. Darauf wird der Reichstag verabschiedet und zwar noch vor Ostern. Er hat dann der Regierung daS Budget, das Sozialistengesetz, daS Militär» -£|iensonSgesetz bewilligt, dem Volke aber— nichts. Ueber den Ausgang deS Diätenprozesses FiskuS kontra Heine bemerlte die„Volts Zeitung":„In«ine nähere Kritik dieses UrlheilS einzugehen, müssen wir unS um so mehr vir- sagen, alS wir damit dem gesunden Urtheil und den An- schauungen unserer Leser von Gesetz und Recht eine Vormund- schvft aufdringen würden, deren dieselben in keiner Weise be- dürfen. Wer den Ursprung und Verlauf der Diätenprozeffe mit einiger Aufmerksamkeit verfolgt hat, wird von selbst daS zutreffende Urtheil über daS Urtyeil des Naumburger Ober- landeSgerichtS finden."— Die„Voffische Zeitung" schreibt: „WaS der jetzt vorliegende Bericht über die Gründe deS Raum- durger ErkenntniffeS bringt, läßt dieselben in der Hauptsache, d. h. für die Feststellung deS„Verbott" von Partetdiäten für ReichstagSmitglieder, äußerst dürftig erscheinen. Bei den über- einstimmenden, sehr eingehend motivirten Urtheilen der Ge- lichte erster Instanz, denen zufolge ein solches Verbot in der Verfassung nicht ausgesprochen sei. macht eS einen für weitere Kreise schwerlich überzeugenden Eindruck, wenn das Raum- durger Oderlandesgericht diese Auffaffung alS irrig dezeichnet, Werl, wie der Bericht sagt, der Wortlaut deS Artikel 32 der Versaffung„unzweideutig die Annahme von Entschädigungen jeglicher Art verbieten wolle". Die bisherigen Verhandlungen über diesen Punkt haben fast eine ganze Literatur von gegen- theiligen RechtSmeinungen hervorgerufen, zu deren Widerlegung daS Naumburger Erkenntniß hoffentlich noch andere Argumente gefunden hat, als die in dem AuSzuge erwähnte angebliche „Unzweideutigkeit", welche nicht weniger alS fünf Gerichte erster Instanz zu erkennen außer Stande waren. Wir warten den genauen Inhalt des Urtheils ad, ehe wir dasselbe weiter schlief mit in ihrer Koje. Solange das Schiff auf der Marsey lag, waren Hau» und seine Freundin auf einem Pachtgut in Lancashire und kamen erst«in paar Tage vorher zurück, ehe das Schiff wieder unter Dampf ging. Da» Bürschchen war jetzt völlig an da» Seemavnslebea gewöhnt und trieb sich auf dem ganzen Schiff nach Beliebe» umher; nur die Brücke war ihm verboten. Mit viele» von den Matrosen war er gut Freund geworden; er hatte gar nichts gegen einen vertrauliche» Schwatz mit den berußten, halbnackten Heizer« und Kohtenziehern meistens irischer Herkunft, wen« sie um eine« Mund voll frischer Luft aus dem heiße» dunkle» Maschinenraum auf Deck kamen, und der feierliche alte schot« tische Maschinist war sein besonderer Freund. Gerade an diesem Tage, da man annehmen durfte, daß die Reise halb vorüber sei, und ehe die Passagiere auf Deck kamen, um den Sonnenuntergang zu genießen, war bei Tisch die Rede darauf gekommen, welche Ausficht auf Rettung Leute hätte«, die von einem schnell fahrenven Schiff über Bord fielen. Verschiedene von den Tischgästen gaben ihr« Erfahrungen darüber zum Besten, und balv wurde« bei den» jenigen, die an der Erörterung theilnahme», zwei verschiedene Ansichten laut. Die Landratten und jüngeren Rersendea schiene« eS für sehr einfach zu halten, einen Menschen, der bei Tageslicht und bei schönem Weiter über Bord fiele, wieder herauszuholen. Wenn er schwimmen kann, sagten sie, so kann er sich über Wasser halte», bis ein Boot ausgesetzt ist und an ihn heran rudert. Wenn er nicht schwimmen kann, so muß einer über Bord springe», der es kann, und der hält ihn so lange, bis sie beide gerettet sind. Oder es wird ihm ein RettuvgSgürtel zugeworfen und daran hält er sich fest.— Sie mußten allerdings zugeben, das sie das nie selbst gesehen hätten. Die andere Hälfte der Tischgesellschaft, an ihrer Spitze ein paar Schissskapitäne, welche Passagiere der„Atalanta" waren, und einige ältere Reisende, hegten eine entgegengesetzte Meinung, Sie sagten, die Hilfe käme fast immer zu spät; wie schnell auch ein Boot ausgesetzt würde, so bliebe der über Bord Gefallene fast immer so weit zurück, daß er uvter» ginge, ehe man ihn finden könnte; es sei ferner von einem skizzircn und mit den bisherigen EntscheidungSgrvnden ver- gleichen. Wir verzichten deshalb auch vorläufig darauf, die Anschauung des Naumburger Obergerichts über den Begriff „Ehrbarkeit", die durch die Annahme von Parteidiäten verletzt sein soll, an der Anschauung der bisher vorliegenden Erkennt- niffe zu messen. Daß die fittlichen Ucberzeugungen im Volke, die weder in den Parteidiäten noch in deren Motiven etwaS Unehrbares sehen, fich durch die Naumburger Rechisdeduktionen korrigiren laffen sollten, halten wir aber jetzt schon sür auS» stchtsloS." Die Prügelstrafe ist neuerdinas wieder auf daS Tapet gebrocht worden, so schreibt die„Voff. Ztg.". Prügel soll nach der für überwunden gehaltenen AdschreckungStheorie neuerdings wieder das Heilmittel für die fitilichen Schäden der Gegen- wart sein. Rohheit soll durch Rohheit, Brutalität durch Bru- talität, der Baal durch den Beelzebub vertrieben werden. Und doch hat man mit keinem Heilmittel so viel Erfahrungen ge- sammelt, wie mit dem Piügeln. Wie viel ist im Laufe von Jahrhunderten nicht gehauen, gemartert, geköpft, geviertheilt, verbrannt, torquirt worden, und hat man wirklich die Erfahr rung gemacht, daß die Menschen dadurch gcbcffcrt worden wären? E« find noch nicht zwei Jahrhunderte her, daß in Berlin ein auf frischer That ertappter Dieb gehangen wurde, und wenn wir nicht irren, ist das letzte Exempcl in der König- straße statuirt worden. Wurde deshalb weniger gestohlen? Ließen fich dadurch die Spitzbuben abschrecken? Die Menschen gewöhncn fich an AlleS, auch ans Prügeln und selbst an» Köpfen, und gerade weil man die Erfahrung machte, daß die Geprügelten und die Geköpften nichi gebessert wurden, weit größeren fittlichen Schaden aber die Prügelnden und Köpfen- den sowie diejenigen, die fich an den Gedanken deS P-ügelnS und ttöp'ens gewöhnen, davontrugen, darum wandte man fich humaneren Strastheorien und namentlich der Befferungstheorie zu. Denn quantitativ ist der fittliche Schade nicht so groß sür die Geprügelten, alS der gesammte VolkScharakter dadurch ab- gestumpft und verroht wird und an Ehrgefühl Einbuße erleidet. Ein Eldorado an Sittlichkeit müßten ja die orientalischen Staaten für die Prügellustigen sein, z. B Perfien, denn dort bat das Prügeln noch Metbode, dort bekommt ebenso der Minister corarn publice, der Oberst vor seinem Regiment, wie der Rekrut und ver Strolch seine 25 Hiebe autge-ählt, und sollte das Prügeln einmal eingeführt werden, so könnten wir uns mit diesem gleichen Recht auf Prügel für Alle noch am meisten versöhnen. Vor der Hand wollen wir aber an dem Erfahrungssatze festhalten, daß in dem Maße, als der Werth des Lebens höher geschätzt wird und das Ehrgefühl wächst, auch die Kultur eines Volkes wächst und höher geschätzt wird und daß es umgekehrt ein Zeichen tiefer Kulturstufe ist, wenn daS Leben als werth los angesehen wird und Ehre und Ehrgefühl abgestumpft wird und nur ein zweifelhaftes Gut ist. Die Begründung der Aufhebung des Verbots der „Freien Presse iür Berg und Mark durch die Reichtkommisfion stützt fich auf die Erwägung, daß das in der oerboten bleibenden Nummer 1 des Blartes aufgestellte Programm keineswegs ein rein politisch> demokratisches, wie in der Beschwerde behauptet werde, sondern vorzugsweise auch ein soziatisttfchei sei. Es sei ebensowenig thatsächlich richtig, daß die„Freie Presse" nicht daS Organ der sozialdemokratischen Partei sei, als rechtlich ohne Bedeutung, da nicht die Organe der sozialdemokratischen Partei alS solche, sondern alle Druckschriften, in welchen sozial- demokratische, sozialistische oder kommunistische, auf den Umsturz der bestehenden Staats- und Grsellschaftiordnung gerichtete Bestrctungcn in einer den öffentlichen Frieden, insbesondere die Eintracht der Beoölkerungeklaffen gefährdenden Weise zu Tage treten, dem Gesetze verfallen. In dieser Beziehung er- scheine der Versuch, daS Programm als rein politisches, nicht sozialdemokratisches hinzustellen, verfehlt.„Sozialistische" Ten- denzen seien e» auf alle Fälle, die in dem Blatte zu Tage traten und auch im Uebrigen treffen die Voraussetzungen des Gesetze» zu. Das Programm sei einfach das bekannte sozial« demokratische, die aufgestellten Ziele Gleichbedeutend mit einer völligen Umwälzung der bestehenden Staats- und GesellschaftS» ordnung, die Betonung de»„gesetzlichen WegcS" nur«ine Be- mäntelung, welche lediglich bezwecke, die Aufstchlsoehörden sowohl als solche wirthschafllich Unzufriedene, welche gleichwohl vor gewaltsamen Schritten zurückschrecken, zu täuschen. Und auch an einer den öffentlichen Frieden rc. gefährdenden Weise fehle eS nicht, die wiederholte Bezeichnung der Arbeitgeber al» die „Ausbeuter und Unterdrücker" des werkthätigen Volkes u. a. sei nur zu sehr geeignet, die Eintracht der BevölkerungSklaffen zu gefährden, zumal auf einem so sehr sozialistisch uterwühlten Boden wie Elberfeld> Barmen. Es frage fich nur, ob daS Gleiche auch von dem Verbot« deS ferneren Erscheinens gesagt werden könne. Wohl würde auS der Darlegung des Pro- arammS ein ficherer Schluß auf die fernere Haltung des BlatteS fich ergeben, doch diet-n von den bis zum Erlaß deS Verbotes erschienenen weiteren 17 Nummern, wenn sie auch weit entfernt seien, den vom Beschwerdeführer ihnen nachgerühmten friedlichen Charakter zu trag>n, keinen Anlaß zu einem Verbot auf Grund des Sozialistengesetzes, man müffe also einstweilen doch die Möglichkeit und Wahrscheinlichkeit anerkennen, daß die Boote aus sehr schwer, einen so kleine» Tegenfiand wie einen Menschenkopf in de» Wellenthälern zu entdecke», und daS sogar bei schönem Wetter und Hellem Licht. Nur wen« Jemand ein sehr guter Schwimmer ist und Geistesgegenwart hat, sagte einer, so mag eS glücke» ihn zu reiten, denn er kann sich lange über Wasser halten, und wen« ein Boot nach ihm ausgeschickt wird, so kann er de« Leuten zurufe« oder ei« Zeichen gebe«, fall« er zufällig zu gleicher Zeit wie da» Boot von einer Welle emporgetrage« wird. Bald darauf kamen die Passagiere an Deck. Sie ahnten nicht, daß sich an diesem Tage vor ihren Auge« abspielen sollte, wovon sie eben gesprochen hatten. Häuschen rollte gerade seinen großen Ball umher und lief ihm mit jubelndem Entzücken nach. Plötzlich gab er ihm einen starken Stoß, der Ball sprang auf die Rerling und von da mit einem Satze ins Wasser. Das Kind stand eine Sekunde wie verdutzt still, dann lief e» dahin, wo sein Ball verschwunden war, kletterte auf die Reeling, zu sehen wo er geblieben war, und stürzte, ehe eine Hand sich nach ihm ausstrecken konnte, inS Wasser. Die enifetzten Passagiere sahen, wie er an die Oberfläche kam und die Arme ausstreckte, während der brodelnde Schaum von der Schiffsschraube ihn im Wasser um und um drehte und da« Schiff dann, ihn zurücklassend, weiter eilte. Drs Ehepaar Fairmount war der Stelle nicht sehr nahe, wo Hänschen inS Wasser fiel; sie waren an der andern Seite des Verdecks; aber al« Frau Fairmount den kleinen Jungen auf die Reeling kletiern sah, legte sie schnell ihrem Manne die Hand auf die Schulter. Er blickte sofort auf, folgte der Richtung ihrer Augen und sah den Knaben gerade inS Wasser fallen. Im nächste« Augenblick war er auf den Füßen, streifte seine Segeltuchschuhe ab, warf seinen Hut auf« Deck, wandte das Gesicht noch der Brücke, wo, wie er wußte, immer einige Offiziere standen, und rief mit einer Stimme, die wie ein Trompetenstoß über da» Schiff schallte: Mann über Mord! Dan» setzte er mit einem An- lauf über die Reeling, und sofort schloß fich das gurgelnde, zischende Kielwasser de« Schiffes über ihm. Im nächsten „Freie Presse" auch bei fernerem Erscheinen stS innerhalb da gesetzlichen Schranken werde halten können und wollen u daher war das Verbot deS ferneren Erscheinens als zur 5* schreibt:„Der deutsche und der englische Premrer sind litz> l* ernstlich erkältet, physisch Jawohl als auch moralisch.. vewe müssen fich und ihre Projekte vorläufig vordem scharfen Wade, t'.«rnstlich. m Acht nehmen, und Mt der durch die Straßen fegt, minder vor den eisigen parlamentarischen„FrühlingslüftSen, die todibringend sind für manche hochfliegende Pläne. FW Bismarck leidet an MuskeliheumatismuS und am Branntwein' Monopol, Gladstone an heftigem Katarrh, den er fich auf eiaa Fahrt in offenem Wagen zugezogen, und an der Home-Rule-, daS rst der irischen Frag'."- Man sagt übrigens, daß polM' moralische Krankveiten viel schlimmer seien als körperliche.,, Bismarck, König von Polen! Das unter dem Titel „Bismarck— die Hoffnung Polens" von der „Schles. Ztg." im Auszüge mitgetheilte Exposö eines wolhyni- schen Edelmannes bringt dem Blatte eine Menge ZuschriM ein. Eine solche lautet; _.,_. Moscitka, 7. März. Geehrte Redaktion! Ihre sensationellen, in die Welt geschleudelten Enthüllungen hinfichtlich Polens habe» yier gerechtes Aufsehen erregt..... Es giebt keinen vernünftigen Polen, der theoretisch auf Lostrcnnung einer ganzen Piovinz Anträge stellen könnte. D"; wäre Hochverrath an der Nation..... Ganz andw verhält fich die Sache in der Praxis: Ist einmal Poini bis an das Schwarze Meer hergestellt— wer wird niffl1 gerne, dem ehrlichen Makler zulieb, Grenzrcqulirungen im Westen zugestehen! Ja noch mehr! Im ganiNj Lande gilt allgemein die politische Maxime: //®<'T Mephisto selbst die Herstellung Polens erzwingen, ls wird er zum Könige dieses Landes gewählt werden- Nun, dir Karriere deS Fürsten Bismarck könnte durch die freie Wahl eines ganzen Volkes zum Könige r# schöner abgeschlossen werden. Ich meinersetS, a» Oderhaupt einer der ältesten Adels- Familten Lande, gebe für Otto I. mein erstes Votum....... Graf F.....„ Nicht nur die polnische Froge würde durch die m Irring des Fürsten Bismark zum König von Polen werden, sondem auch manche deutsche Frage würde dann sei"' Lösung erhalten...., Unwissende Zeitungsschreiber. In der„Magd.# b:richttt ein Herr aus Sachsen über die Niederlage deS C[5! nungskandidaten, des Herrn Zschierlich und erzählt— übrigens seit acht Tagen alle Welt weiß—, daß eine gan-e Anzahl sozialdemokratischer Reichstage abgeordneten bei c" Wahlagitation thätig gewesen sei. Dabei bemerkt der i» Po lJ tioi, sehr bewanderte Herr:„Die Freifahrtkarten w'' ihrerGellungfür daS ganzeReich sind[y folch e AgitationSreisen in fremde Wahlkreise besonders brauchba r."— Der Herr hat lange Jahre hintereinander geschlafen, sonst müßte er wisst», daß die Freifahrtkarten nur giltig find von dem Aufenthalts orte des Reichsragsabgeordneten nach Berlin und zurück- Redaktion der„Magd. Ztg." druckt natürlich solche Unnckl'? leiten unbedenklich nach— eS gilt ja, der Sozialdemostalu eins am Zeuge zu flicken., Auf Grund des Sozialistengesetzes hat das löniM Polizeipräfidium zu Berlin die nichtperiodische Drucksch"� „Sozialdemolrati'che Bibliothek. Y. Unsere Ziele. Von■»; Bebel. Eine Streitschrift gegm die„Demokratische AN» spondenz." Hottingen Zürich. Verlag der VollsbuchhandluNö- 1886", verboten. Schweiz. Die Alkohollommission hat ihre Sitzungen(r schlofien, ohne daß eine Einigung über die Monopolfrage y zi.lt worden wäre. Es scheint,""...... Entwürfe die Kommisfion befrie wild sich nunmehr so gestalten, vuo partement des Innern unter Rückfichtnahme auf die Dtstul>t° in der Kommisfion und die gestellten AbänderungSanträge?. Vorlagen neu redigiren wird, um solche der im Lauf dm Monats nochmals zusammentretenden Kommisfion zur Lesung zu unterbreiten. Ungefähr die Hälfte derKommisfu>" Mitglieder scheint fich für daS Monopol ausgesprochen» haben. Fraurreich. Auf die Nachricht, daß der Präsident der Republik® Beschluß deS Pariser StadtrathS, worin den Arbeitern Decazeville 10000 Franken bewilligt find, für nichtig klären werde, schreibt Rochefort im„Jntranfigeant": der Präsident der Republik fich herausnehmen würde, den wählten von Paris daS Recht zu nehmen, von deren Führung fie haben, 100C0 Franken für die drotwi Arbeiter zu erheben, während man von denselben Gewa?,� 8 Millionen für die Ausstellung von 1889 fordert, so W® j er einen fo skandalösen Mißbrauch seiner Gewalt ausüben � ein«? Augenblick war er wieder an der Oberfläche, warf>-> Blick nach dem Schisse zurück um zu wissen wo er sei, schwamm mit lange» festen Stößen nach der Richtung 9'' wo da» Kind sein mußte. (Schluß folgt.) Ans Kunst und Zeven« —---. Im„Deutschen Theater" wird heute, Sonntag, königslieuienant" und morgen, Montag,„Ein Tropfen ~ an diesem Abend.zum Az, — Frau Nie mann tritt.......—------„ Mal vor idrem Urlaub als„Hertha" auf. Am nächsten � tag, den 16. d. M. geht die„Antigone" von Sophokles � Ueberfetzung von Donner und mit der Mustk von Men,. fohn- Bartholky neu in Szene. DaS Orchester ist � Zweck bedeutend verstärkt und zur Ausführung der Chöre> � dem Chorpersonal deS Theaters ein geschulter Gesangv � gewonnen worden. Da derselbe aber wegen anderweitig� schäftigung nicht täglich disponibel ist, so muß bei den A 0 holunaen auf diesen Umstand Rückficht genommen werden- erste Wiederholung der�Antigone" findet deshalb erst anina � Freitag, den 19. d. M., statt.— Im Uebrigen bring«r Repertoire dieser Woche Wiederholungen von„NatdwV�«. Weise",„Kätbchen von Heildronn" und„Der KönigSlicut Der zweite Zifttus Amerika- Kalifornien zc- Wanderung durch Baden, Wiesbaden, Heidelberg, [«langt in dieser Woche in dem vielbesuchten Kaiser-Paiw lossage, zur Ausstellung. ProjektirteS Repertoire der Königliche« SMUiM vom 14. bis 21. März 1886. Im Opernhaus-- den 14.: Carmen; Montag, den 15.: Antigone; DienN, pp 16.; Die Walküre(Herr Niemann); Mitlwoch, den i jj�ef pbeus; Donnerstag, den 18.; Alessandro Siradella, Walzer; Freitaa, den 19.: Siegfried; Sonnabend, � gt» Ifn» romantisch; Montag, den 15.: Tillt; Dienstag,.„ 17-- Durch'« Ok Drei Frauen und keine; Mittwjf.* � WaS ihr wollt; Donnerstag, den 18.: 6fluefn7- aul'S Land; Freitag, den 19: Uttel Acosta(6"* 2)'' Gift); Sonnabend, den 20.; Bilder; Sonntag, Tillt. tlne solche BeleidiMz dem Hennalrathe tnS Antlitz schleudern, daß dieser sich das nicht ruhig gefallen lassen könnte, und müßte er W Masse eher seine Entlassung nehmen, alS sich so in seinen Rechten und Beschlüssen vergewaltigen zu lassen... Wir wissen, daß die Regicruno, welche die Orleans schützt und ste niemals ausweisen wird, sich kein Gewissen daraus machen wird, Partei für die Gesellschaft von Decazeville gegen die Ltreiker zu ergreifen, von denen ihr jetzt Schach geboten wird. Sie hatte gehofft, die Bergleute würden sich unterwerfen, und jetzt wird die Gesellschaft m Folg« der von allen Seiten vor« bereiteten Hilfe kapituliren müssen. Diese Aussicht mißfallt den Beschützern des Herrn Löan Say. Aber von da brs zur Entziehung des Brodes, daS man ihnen zuschickt, ist ein Ab grimt», über den weder Herr von Freyclnet, noch Herr Grevy zu springen wagen werden. Es wäre uns zu leicht, bemerklrch zu machen, daß es denn doch zu seltsam wäre, wenn der Prä- stdent der Republik, der die Unkosten für die Taufe.seiner Enkelinnen vom Staate bezahlen läßt, die S'adl verhindern wollte, die bescheidenen Tischgelder der Unglücklichen zu bezahlen, die nur noch an den Fingern saugen. Wir fügen hinzu, daß daS ein so arger Angriff auf die Freiheit und Gewalt der Temeindekorporationen wäre, daß es fast einem Staatsstreiche gleicht." Spanten. Ueber die Spaltungen im republikanischen Lager schreibt der Madrider Korrespondent der„Daily News":„Nach vielen Unterredungen während der letzten 3 Monate find die republikanischen Führer Castelar, Py i Margall, Salmeron unv Figuerola zu der Ueberzeugung ge. langt, daß eine Koalition der verschiedenen Zweige der Partei in Folge der verschiedenartigen Meinungsverschiedenheiten, welche sie von einander trennen, unmöglich ist. Senor Castelar weigert sich im Namen der gemäßigten Republikaner absolut, irgend welche revolutionäre Unternehmungen oder Erhebungen zu unterstützen oder zu ermuntem und besteht auf eine durch- aus gesetzliche Agitation, da er einen schließlichen Triumph von ven Jrrthümem der Royalisten während der langen Regentschaft erhofft. Senor Zorilla und seine Freunde ftnd gewillt, sich um einige Sitze während der kommenden Wahlen zu bewerben. Nichtsdestoweniger beharren sie dabei, ihre Agitation unter den Soldaten und dem Volke behufs Um- sturzeS der bestehenden Institutionen fortzusetzen. Senor Py i Margall und die Föderisten, welche die Mehrheit der republt- kanischen Partei bilden, lehnen jedwede Betheiligung an den Wahlen am 4. April wegen der degrenzenden Bedingung des Stimmrecht?, der parteiischen Wahllisten und der Presston der Behörden ab. Es dürften etwa 20 Republt- taner, zumeist Anhänger Castelar's und Salmeron'S, gewählt werden."_ Parlamentarisches. — Die Ardeiterschutzkommission des Reichs tagS diskutirte gestern die Frage der„Arbeit der Wöchnerinnen" Das Resultat der Abstimmung war, daß es bei der jetzt gelten� den Vorschrift des§ 135 der G-werbeordnung verbleibt, wonach Wöchnerinnen während drei Wochen nach ihrer Nieder runst in Fabriken nicht beschäftigt werden dürfen. Dann wurde in die Berathung der Frage der„Arbeit der verheirathetm Arbeiterinnen" eingetreten. Ein Beschluß wurde heute noch nicht gefaßt. — Auf Grund eineS sozialdemokratischen Pro- t e st e s, der stch namentlich auf das gesetzwidrige Verbot von Wahlversammlungen stützte, überwies die Abtheilung II deS Reichstags die Wahlakten über die Wahl des konservativen Abgeordneten Landraths von Funcke in Kottbus Epremberg am 9. Dezember 1384 derW ah lprüfung Sk ommi ssion. Bereit? am 3. Dezember 1884 aber hat Herr von Funcke auf einem mit dem Trockenstempel d«S königlich preußischen Land» vathsamteS KottbuS versehenen Bogen ein Schreiben an die Polizeiverwaltungen in KöttbuS, Peitz und auch in vprem berg— welches gar nicht zu seinem LandrathSkretse gehörte— verfaßt und unter Beifügung einer Abschrist deS Protestes ein- gesendet. Das Schreiben lautet:„KottbuS, Z.Dezember 1884. Im Auftrage und im Interesse der Wahlprüfunäskommisston deS deutschen Reichstages br. m. s. f. r— zur gefälligen ausführlichen Etklärunz rückfichtlich der in der Anlage sowohl we- Ken der Konfiskation der Flugblätter als des Verbotes der sozialdemokratischen Versammlungen erhobene« Beschuldigungen. Nt. 3 Wochen, von Funcke, Mitglied deS deutschen Reichs- tagS." Dem ganzen Tenor des Schreibens entsprechend, haben die Polizeiverwaltungen dasselbe alS«in amtliches auf- gefaßt und demnächst beantwortet an den Landrath von Funcke. Wie die Spremberger Polizei dazu kommt, wissen wir aller» dings nicht recht. Die Kommisfion bringt diese Vorgänge zur Zenntniß des Reichstages und bemerkt dazu:„Sie— die Kommission— findet es zunächst durchaus ungehörig, daß das Schriftstück d. d 4. Dezember 1884 abgelassen ist„im Auftrage und im Interesse der Wahlprüfungskommtsston". Ein solcher Auftrag ist selbstverständlich nicht ercheilt worden, wird an ein ?iichtmitglied der Wahlprüfungikommisfion nicht ertheilt und tonnte um so weniger ertheilt werden, als die Kommisfion erst ikchi Tage sväter die Wahlakten zur Prüfung erhalten hat." Kommisfionsmitglied verlbeidigte das Verhalten des Land» tuihs, indem es behauptete, die preußischen Landräthe bekämen «n Pauschquantum für Bureaubedürfniffe, also gehöre das Papier mit dem Landesstempel ihnen und ste könnten eS auch sur Privatzwecke gebrauchen. Die Antworten der betreffenden Polizeiverwaltungen hat Herr von Funcke durch Bermittelung Präfidenten der Kommisfion zugehen lassen. In allen gleichmäßig auf eine Verfügung deS RegierungSprafi« Anten v. Heyden vom 9. Februar hingewiesen, welche den Polizeibehörden zur Pflicht macht, Versammlungen, in denen loztaldcmolratische Redner auftreten, von vornherein zu ver- Men. Eine solche Verfügung widerspricht dem Beschlüsse deS oieichstags, wonach Wahloersammlungen nicht obne Weiteres Äter das Sozialistengesetz fallen sollen. Der Reichstag er» °7>5 ein vorbcrigeS Verbot für unzulässig. Der Reichstag M.sich vielleicht mit dieser Frage auch einma generell be- Mlirgen müssen. Die vom Reichstage bezüglich der Wahl „ l Herrn v. Funcke erbetenen Ermittelungen hat Herr bi.Wcke selbst herbeigeführt z deshalb beantragte ein Mitglied. % Dahl sofort für ungillig zu erklären. E« kam aber nur Beanstandung der Wahl. zokal««. >" San». li*ct unsere« Erachtens wieder einmal bewiesen, wie miß- '5 ist. wenn zwei Parteien öffentlich zusammen tagen, die oder sie zu in der daS hatten wir wiederum für gänzlich ausge- schloffen. Die christlich-soziale Politik und die Politik der Ar- b-iterpartei wachsen auS ganz verschiedenen Interessen- kreisen empor, jene aus den Bedürfnissen eines absterbenden Mittelstandes, der die heutige Entwick ung verwünscht und hemmt, weil sie ihn vernichtet und unterjocht-, diese auS den Bedürfnissen des täglich anschwellenden Proletariats, das jeg- lichen wirthschaftlichen Fortschntt mit Jubel begrüßt, weil er die Zahl und die Kraft des Proletariats vermehrt und so zur endlichen Befreiung der untersten Klassen führen muß. So wenig man Trauben auf dem Dornenstock ziehen kann, sowenig können sozialistische Ideen in den Kreisen der christlich-sozialen Parteigänger, und umgelehrt christlich»soziale Jdeenlunter den Arbeitern gedeihen.— Die Debatten am Freitag haben also zu gar keinem Ergebniß, sondern nur zu einer Reihe recht be» dauerlicher Lärmszenen geführt. Der hochfahrende, schulmeister- liche Ton, den Prof. Wagner anschlug, war in der That so geeignet, die Arbeiter zu reizen, daß wir uns nur wundern, wie verhältnißmäßig ruhig man ihn anhörte. Herr Prof. Wagner wird unS zugestehen, daß wir ihn nie durch meuch- lerische Verdächtigungen und Beschimpfungen zu beseitigen ver- sucht haben, wir glauben vielmehr sehr gern an seine Ueber- zeugungStreue, wenn wir auch recht wohl verstehen, wie andere bei seiner geradezu beängstigenden Wandlungsfähigkeit zu anderen Url heilen gekommen find. Wir müssen aber Herrn Prof. Wagner vorwerfen, daß er vor Arbeitern nicht die Ächtung hat, welche ste verlangen und zu verlangen berechtigt find,— das ging aus jedem seiner Worte und seiner ganzen Haltung hervor, so wie er. spricht man zu unreifen Schülrrn, aber nicht zu selbst- bewußten Männern. Und nimmt man das Benehmen vieler Anhänger Wagner's hinzu, welche es als Gnade zu betrachten scheinen, daß sie mit Arbeitern zusammen fitzen, so ist unS der gelegentliche Hervorbruch des Unwillen» bei den Arbeitern sehr erklärlich. Unerklärlich bleibt unS aber daS Verhalten vieler Christlich» Sozialer. Wenn ein sehr würdig dreinschauender Herr bei der ersten geringsten MtßfallenSbezeugung seitens einiger Arbeiter ruft:„Die Kutscher von Singer mögen doch herausgehen!"—, wir selbst saßen in der Nähe des Herrn— so müssen wir doch bemerken: entweder man achtet dieArbetter als ebenbürtig, dann kann man sie nicht wie bestellte und käufliche Lärm- macher bebandeln und beschimpfen- man achtet sie nicht, dann soll man keiner Versammlung einladen. Ueber eine sehr bedeutsame Reform Lebeusverflcheruug wird unS belichtet. In der diesmaligen Generalversammlung der Ledensverficherungs-Gesellfchaft in Leipzig wird von einer sehr großen Anzahl der Versicherten dieser Gesellschaft der Antrag gestellt werden, die Prämien» Zahlungen aufhören zu lassen, sobald daS Risiko der Gesellschaft durch dieselben gedeckt erscheint. Dadurch würden diejenigen Versicherten, welche schon jahrelang ihre Versicherung durck gleichbleibende Prämien aufrecht erhielten, ohne jemals auch nur einen Pfennig gutgeschrieben zu haben, ansehnlich ent- lastet werden. Zur Ausgleichung dürfen dagegen den erst kurze Zeit Theilnehmenden keine oder doch nur ganz kleine Divt- denden gewährt werde, denn daS zu tragende Risiko für diese Versicherten ist noch zu bedeutend. Es wird nicht ausbleiben können, daß auch andere Gesellschaften in dieser Richtung sich zu Konzesstonen sehr bald werden entschließen müssen. Zu Folge vielfacher Inkorrektheiten find die Apotheker neuerdings angewiesen worden, fortan zu den Signaturen der Arzeneien bei innerlichen Mitteln nur weißes Papier mit schwarzem Druck und bei äußerlichen Mitteln hell- rotheS Papier von möglichst auffälliger Färbung und auf welchem schwarze Schrift gut leserlich ist, anzuwenden. Auf der letzteren muß überdies noch das Wort„äußerlich" in beut licher Druckschrist angebracht sein. Die Hetzvorrichtungen in kleine« Wohnungen, na mentltch in älteren Häusern, find oftmals so mangelhaft, das fie zu einem wahren Leiden für die armen Miether werden, die ein gutes Theil ihre« sauer erarbeiteten Verdienstes für Heizmaterial ausgeben und dennoch keine erträglich warme Stube erlangen können. Bei der Temperatur während der letzten Zeit haben stch solche Mängel besonders empfindlich gemacht und eS ist deshalb ein kürzlich auf dem hiesigen Amtsgericht l verhandelter Fall über eine solche Angelegenheit erwähnens- werth. Ein in der Reichenbergerstraße wohnender Tavezirer hatte seinen Wirtb auf Herstellung einer ordnungsmäßigen Heizanlage verklagt, da der vorhandene Ofen in der Wohnung in Folge verschiedener Mängel nicht so ,u heizen war, daß er die Stube erwärmte. Im Termin behauptete der Wirth, zu einer solchen Reparatur nicht verpflichtet zu sein- er schloß jedoch auf ernstliches Anrathen des Richters mit dem Kläger einen Vergleich dahin, daß der in der Wohnung vorhandene Ofen fortgenommen und dafür ein anderer erserner Ofen angebracht werden sollte. Ist nun auch in diesem Falle die Sache nicht zu einer gerichtlichen Entschei» dung gekommen, so scheint der Rechtsweg doch nicht aussichtslos. ES würde übrigen« zu erwägen sein, ob gegen ungenügende Heizanlagen nicht auf Grund baupolizeilicher Anordnungen ein- geschritten werden könnte; wenn man ein Eisenblech auf dem Holzfußboden vor der Ofenthür und die Beseitigung der Dfem klappe polizeilich verlangt, sollte man auch die übrigen Eigen. schatten eineS regelrecht funktionirenden OfenS fordern, die im baupolizeilichen wie im gesundheitlichen Interesse gleich nöthig sind. Drei kleine Kinder des oben erwähnten Tapezirers hatten in der nicht genügend heizbaren Wohnung Frostbeulen an Händen und Füßen erhalten. Bei dem beginnenden Mangel an kleinen Wohnungen ist es doppelt nöthig, die Wirthe zur Erfüllung ihrer Pflichten anzuhalten: in der Ausübung ihrer Rech« find fie vom Gesetz günstig genug gestellt.__ Soziales und Arveiterdewegung. „Rur Heimstätte« können un» noch retten"— »etein unsere Konservativen, nachdem fie ihre Getreide- und Viehzölle eingeheimst haben. Wir glauben kaum, daß ein Bauernstand diesen Rufen Gehör schenkt, denn ihre Verwirk« lichuna könnte wohl einzelnen Bauern die Taschen füllen, aber lediglich auf Kosten anderer, auf Kosten sogar ihrer eige- nen Geschwister und Miterben, die aus ihren Taschen bezahlen müssen, waS man jenen schenkt und die darum um so tiefer in Verschuldung und um so eher ins Proletariat hinabsinken- — Unser Grundbesitz ist überschuldet, daS ist unleugbar und ist gerade von uns oft hervorgehoben worden. Und ein großer Theil der Schulden entsteht dadurch, daß, wenn ein Gut etwa unter vier Erben zu theilen ist, der Erbe, welcher daS Gut übernimmt, drei Viertel deS Gutswerths als Hypothek eintragen läßt, um seine drei Geschwister abzufinden. Nun gebe man dem, der das Gut wirklich zu bewitthschaften gedenkt, nicht ein Viertel, sondern durch Beseitigung des gleichen Erbrechtes die Hälfte des GutSwertheS, so bat er freilicki nur noch die Hälfte und nicht, wie früher, drei Viertel an seine MUerben auszu- zahlen, seine Verschuldung beträgt also, wenn er alle» als Hy- pothek aufnimmt, drmentsprechend auch nur die Hälfte des GutSwertheS. Er ist also gebessert. Aber seine Ge- schwister find um eben so viel verschlechtert, um ebensoviel zurückgesetzt, wie er bevorzugt. WaS hat also der Bauernstand, die Gesammlheit davon? Und wenn man nun, wie eS die Freunde einer Heimstättengesetzgebung verlangen, weiter auf diesem Wege wandeln wollte, sodaß nicht nur beim Erbgang, sondern auch bei allen sonstigen Rechtsverhältnissen die Hälfte deS GuteS als Heimstätte ei halten, d. h. unverschul- det bleiben müsse, so würde man z. B. beim Gutiverkauf nur verhindem, daß auch kleine Kapitalisten, kleine Bauern Land erwerben können. Heute können fie ein Gut kaufen, wenn fie nur ein Viertel deS WertheS in baarem Geld« befitzen, weil fie drei Viertel als Hypothek eintragen lassen können. Später werden fie das Doppelte befitzen müssen, denn fie können nur die Hälfte schuldig bleiben. Warum aber der, welcher mehr Geld befitzt, auch der bessere Landwirth sein soll, vermögen wir nicht einzusehen, das Interesse der landwirthschaftlichen Produltion scheint uns also durch solche Maßregeln durchaus nicht gewahrt. Daß daS Interesse der Arbeiter hier überhaupt nicht mS Spiel kommt, ergiebt stch auf den ersten Blick. Und somit möchten wir fragen, um welcher Interessen willen man hier die Rechtsgleichheit und den freien Vertrag beseitigen will. Fideikommisse für den Großgrundbesitz und nun, unter dem Namen der Heimstätten, auch noch Fideikommisse für den Bauernstand— Methode ist allerdings in der Sache! „Entbehrungen der oberen Stände", nennt eS der christlich soziale Pastor Seidel in einer Versammlung deS christlich-sozialen» Vereins zu Dresden, wenn Jemand auS diesen Ständen„dem Hungrigen sein Brod breche und es mit ihm tbeile". DaS sei auch ein Fasten. Man brauche bei diesen Worten nicht an den Kirchenritus zu denken und selbst leiblich zu fasten. Jubelnder Beifall seiner gut genährten Zuhörer lohnte den frommen Seelsorger. Wer denkt dabei nicht an die Entbehrungen, die Rothschild zum Beispiel erdulden muß, wenn er Almosen spendet,— o, die Leiden der Befitzenden find seh: groß. Und wer denkt bei dem Ausspruch des PastorS Seidel nicht an jenen deS sozialen Priesters, des Herrn Schulze- Delitzsch, der da« Wesen de« Kapitals im EntdehrungS» lohn deS Unternehmers fand? Diese armen„oberen Stände", diese armen kapitalistischen Unternehmer! Famose Zigarren. Wie amtlich im„Zentralblatt" publizirt wird, find als Tabaksurrogate auch Veilchenwurzeln zur Verarbeitung zugelassen, die auch mit einer entsprechenden Steuer belastet werden. Nach der vorliegenden jüngsten Reichs- statistik über die Tabaksteuer ic. wurden als Tabaksurrogate versteuert 1640 Kilogramm Weichselkirschblätter, 6344 Kilogramm gewöhnliche Kirschblätter, 20,269 Kilogramm Steinklee (Meliothen-Blüthen) und 6796 Kilogramm eingesalzene Rosenblätter. Im Zollgebiet wurden hierfür 22,775 M. Eteuem erhoben— Vorzügliches Kraut! Zur Lehrlingsmisere. Im Rochlitzer„Wochenblatte" sucht ein Schuhmacher einen Schriftsetzerlehrling. Dazu be« merkt der„Correspondent für Buchdrucker": Od der Schuh» macher fich selbst eine„kleine" Buchdruckerei zulegen will oder ob der Auftraggeber mit seinem Namen nicht in die Oeffent« lichkeit treten kann, weil derselbe möglicherweise abschreckend wirkt? I« Fürth haben sämmtliche Arbeiter und Arbeiterinnen der Berneis'schen Schuhwaarenfabrik wegen bedeutender in keiner Weise gerechtfertigter Lohn Verkürzungen die Arbeit ein« gestellt. Hierdurch wurden ca. 118 Arbeiter und Arbeiterinnen brodloS, von denen ein großer Theil verheirathet ist. ES wird von dem dortigen Stretlkomitee dringend ersucht, den Zuzug von Auswärts fernzuhalten. Ueber de« Streik in Decazeville findet man jetzt die widersprechendsten Mittheilungen in der Presse. Im allgemeinen sucht gegenwärtig die Bourgeoispresse zu ver» breiten, der Streik sei im Absterben. Wie man aber aus zu« verläsfigeren Quellen vernimmt, ist der Streik in der AuS- breitung begriffen und dehnt sich sogar auf die benachbarten Gruben auS._ Vereine und Versammlungen. * Fachveretn der Rohrleger. Versammlung heute, Sonntag, Vorm. 10 Uhr, det Wolff u. Krüger, Skalitzerstr. 126. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Michelsen. Diskusston. Ausnahme neuer Mitglieder. Verschiedenes. Fragekasten- * Große öffentliche Versammlung der Drechsler, Knopfarbeiter und verwandten Berufsgenoffen Sonntag, den 14. März. Vormittags 10'/, Uhr, in Büß' Salon. Gr. Frank- furterstraße 67. Tages- Ordnung: Der Streik in der Knopf» fabrtk von C. M. Siegel u. Co. Diskusston. Verschiedenes. * Oeffentltche Versammlung der Handwerker und Arbeiter des Baugewerbes Sonntag, den 14. d. M., Vor» mittags 10 Uhr, im Konzerthause Sanssouci, Kottduserstr. 4». Alle auf Bauten beschäftigten Handwerker und Ardeiter werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. * Glacecliandschnhmacher Berlins. Oeffentliche Ver« sammlung am Sonntag, den 14. März. Vormittags 10'/, Uhr im Restaurant Ltebrecht. Jnvalidenstr. 16. Sämmtliche Kollegen und andere Gewerkschaften find hierdurch eingeladen. Gründers Salon, Schwerinstraße 26. Tagesordnung: 1. Vor» ani*�e>. v8, t �ragekasten. Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. #### * Verein der Arbeiterinnen Berlins. Mitglieder- MPtMWSN- Fragekasten. Nur Damen haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. * Fachverein der Metallschleifer und verw. Berufs» wmzOmr Etatutenbücher gelangen zur Ausgabe. z„r ä kä»Ä'r'Ä ter Neue Mitgliederwerden aufgenommen. Billets zum Stiftungs» feste am 27. d. M. werden in der Versammlung ausgegeben. * Fachverein der Tischler. Montag, den 15. März. Abendi 8'/, Uhr, Versammlung in Sägers Lokal, Grüner Weg 29. Tagesordnung: Vortrag deS SchuhmachermeisterS Herrn Metzner. Diskusston. Fragekasten. Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. * Fachveretn der Schneider. Montag Abend in den Gratwetl fchen Bierhallen Generalversammlung. Tagesordnung- 1. Quartalsabrechnung. 2. Erörterung der künftigen Aufgaben deS Vereins, betreffend die Gewährung von Rechtsschutz für die Mitglieder, Retseunterstützung und Bibliothek. 3. Vorlage der neu ausgearbeiteten Statuten, Beschlußfassung über die- selben. 4. Ergänzungswahlen der Lohn- und RechtSschutzkom- wisfion. Nur Mitglieder haben Zutritt. Neue Mitgliede- werden aufgenommen. Eine Versammlung deS Mäntelnäl,erinnen.«ereitts. HLGWZWSMZ glieder werden aufgenommen. Theater. Sonntag, d«n 14. März. Opervhav». Carmen, Oper in 4 Akten, von Henry Meilbac und Ludovic HalSvy. Mittags 12 Uhr: Matinee zum Besten der Unterstützungs-Kasse des Vereins„Berliner Presse".— Montag: Antigone. Echausptelhau». Bürgerlich und romantisch, Lustspiel in 4 Akten von Bauernfeld.— Montag; Tilli. Deutsche» Tdeater. Der Königslieutenant.— Montag: Ein Tropfen Gift. Walluer-Theater. Leichte Streiche. Vorher: Ein Stündchen auf dem komptoir. Montag: Dieselbe Vorstellung. Restdeuz« Theater Denis«, Schauspiel in 4 Akten von«. DumaS(Sohn). Montag: Dieselbe Vorstellung. ve lle-Alliauee»Theater. Gastspiel des Herrn Lelix Schweighofer.'S Nullerl. Montag: Dieselbe Vorstellung. Krtedrich. Wtlhelmftädttsqe» Theater. Der Zigeunerbaron, von Joh. Strauß. Montag: Dieselbe Vorstellung. Walhalla» Theater. Das lachende Berlin. HettereS aus der Berliner Thcatergeschichte mit Gesang und Tanz in einem Vorspiele und S Alten von Jakobson und Willen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Louiseastädltsche» Theater. Abracadabra. Montag: Dieselbe Vorstellung. Leutra l-Theater. Der Stabs. Trompeter. Montag: Dieselbe Vorstellung. Btktorta• Theater. Messalina. Montag: Dieselbe Vorstellung. Ostend» rheater. Deborah, Volksschauspiel in 4 Akten von Dr. S. H. Mosenthal. Montag: Dieselbe Vorstellung. Amertea«- Theater. Große Spezialitäten- Lorstellung. Theater der Reichshalle». Große Speziali. täten-Vorstellung. Kanfmauu'» Variete. Große Spezialitäten- Lorstellung. Roakordia. Große Spezialitäten-Vorstellung. Alharnbra- Theater. Wallnertheaterstraße 15.[851 Kauutag; Zum 2. Male: Der Dämon des Spiels. VolkSschauspiel mit Gesang in 4 Alten. Vor der Vorstellung: Sr. Konzert der Hauskapelle. Ssfattg deS Konzert» Wochentags 7 Uhr, der Lorstellung 7»/« Uhr. Anfang des Konzert» Sonntags 6 Uhr, der Vorstellung 7'/» Uhr. 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IIL Parlamentsverichte. Deutscher Reichstag. vom 13. März. Nachmittags 1 des BundeSrathS: von Schelling. von Uhr. 66. Sitzung um£tf(he B u r ch ar d. Die, weite Berathung über den G. E. des Abg. Lenzmann, betreffend die Entschädigung für unschuldig er. lttlrne UntersuchungS. und Strafhaft, wild �Ot*0Nacij§ 4 der KommisfionSbeschlüffe ist die Staats, bczw. die Rclchskaffe verpflichtet, den Schadenersatz zu leisten. Beide Kaffen haben den Rückgriff an den wirllich Schul �"aba. Rintelen: Ich konstatire laut und deutlich, daß gestern alle Mitglieder aller Parteien fich lür die Kommissionen deschlüffe entschieden haben, bis aus einen einzigen»ldgrord neien, der bei der Abstimmung stch nicht von seinem Platze er hoben ha». TaS Recht, beivußlsein im Volke hat damit einen so klaren Aue druck gefunden, daß der LundeSialh den ein- stimmigen Beschluß deS HauseS, wie ich hoffe, anerkennen und stch ihm nicht widersetzen wild.(Zustimmung.) § 4 wird angenommen. Nach§ 5 hat der Berechtigte die gerichtliche Klage auf Schaveneriotz. wenn er durch die zuvor angegangene oberste PolizeioerwaltungSdehöide abschlägig beschieven ist. Abg. v Reinbaben will die Entscheidung über die An'räge auf Entschädigung dem Reichskanzler übertragen und dadurch d e Vorlage in möglichste Uedereinstimmung bringen mit den von dem Vertreter der Regierungm in der Kommission abgegebenen Erklärungen...... m„.. Abg. Kagser deantiagt, in§5 einen Paffui aufzu nehmen, wonach der freigesprochene Verurthe.lte von dem vor- sttzenden Richter über seine erworbene Berechtigung zu belehren ist, da die meisten derart Freigesprochenen gewöhnliche Leute auS dem Volke seien, die, wenn ste nicht über die einzuschla- «enden Schritte sofort belehrt würden, leicht fasche Anträge ellen oder F-isten versäumen und so der Entschädigung ver- lustig gehen könnten. � � Nachdem der Abg. ReichenSperger den§ 5 in der KommtsfionSfaffung befürwortet, wird er fast einstimmig ange> nommev, der Antrag Kays« gegen die Stimmen der Sozial demokraten und der Volkspartei, der Antrag Reinbaben ein- stimmig abgelehnt.„,, m Ohne Debatte genehmigt daS HauS die noch übrigen Be stimmungen deS Entwurfs, sowie die mit ihm in Verbindung stehinde Vorlage, betr. die Abänderung der Be- stimmungen der Strafprozeßordnung über dai Wiederaufnahmeverfahren, nach den Vor> schlägen der Kommisston.., ES folgt die zweite Berathung deS von A u» f e l d einge- brachten GcsetzentwmfS, betreffend die Abänderung des Zoll- tarifgesetzes.(Petroleumfaßzoll.) Die Kommisston hat dem Antrage nachstehende Faffung gegeben: „Dem§ 2 deS ZolltartfgesetzeS in der Faffung der Be kanntmachung, betrrffend die Redaktion deS ZolltarifgesetzeS vom 24. Mai 1885, find folgende Absätze hinzuzufügen: Die Umschließung, deren Gewicht bei der Verzollung der Waare in das der letzteren selbst miteinzurechnen ist, unterliegt, mag die Erhebung deS Zolls für die Waare nach Bruttogewicht oder nach Nettoge vicht vorgeschrieben sein, einer weiteren be- sonderen Verzollung nicht.— Ist die Umschließung derart, daß Jte als fadrik- oder handelsüdliche Verpackung nicht anzuer- ennen ist, und ist zugleich der auf ihr ruhrnde Zoll höher alS der auf der Waare selbst ruhende, so tritt, selbst wenn an stch eine Verzollung der Waare unter Zuzug des Gewichts der Umschließung vorgeschrieben ist, Nettoverwiegung ein, und auf Grund deS ermittelten Gewichtes find die Umschließungen wie die Waare gesondert mit dem für jede derselben im Tarif vor« geschr-ebenen Zollsatze zu oerzollen. Weiden Flüsfigkeiten in zum Transport derselben eigenS eingerichteten Land- und Wafferfahrzeugen ohne anderweitige Umschließung eingeführt, so ist behufs der Verzollung dem unmittelbaren Gewicht der Waare selbst ein der gewöhnlichen Verpackungsart entsprechen- der, vom BundeSrath festzustellender ÄewichtSzuschlag hinzu- zufügen." Referent Struckmann: Die Kommisston hatte stch, indem ste zu dem Antrage Stellung nehmen mußte, mit der Begutachtung jener Verordnung deS BundeSrathS zu befaffen, nach welchem die Petroleumfässer, da dieselben in der Brutto- Verzollung deS Petroleums nur den Zollsatz deS letzteren tragen, Kerliner Sonutagsplauderei. R. C. Da» Branntweinmonopol ist todt. Lange genug hatte e» die Gemüther in Aufregung erhalte», jetzt athmet man erleichtert auf. Gilsa, Nordhiuser, Kognak, und wie die verschiedenen» anderen magenfiärkende« und magener- wärmenden Flüssigkeiten sonst«och heißen möge«, habe» ihre fernere Ex stenzberechtigung sich gewahrt, Zederman« darf sich unbekümmert um eine drohende Zukunft wieder dem Genuß de» liebgewordenen SchnäpSchenS hingeben. An unserem öffentliche» Lebe» ist der wichtige Akt ohne merkbaren Eindruck vorübergegangen. In allen Theileu de» monopolbefreiten deutschen Vaterlandes war es jedoch nicht so, in verschiedene» Gegenden wurde die Niederlage de» Monopol» wie ei» Volksfest gefeiert; weißgekleidete Jungfrauen und Guirlanden, Flaggen und Böllerschüsse bildeten den Apparat, mit welchem man da» Weiterbestehe» de» edelste« aller Schnäpse,— der Franzose nennt ihn maison du nord—, zu feiern für nöthig hielt. Zn Nordhause», jenem Ott«, der von Kennern nur mtt hei- liger Pietät genannt wird, weil von dort da» beliebteste Getränk und die besten Lieder komme», erregte der ab- lehnende Beschluß der Monopolkommissioa einen ungeheure« Jubel. Man muß eben Nordhäuser sei»,— pardon, in diesem Falle muß e» doch wohl.Nordhausener' heißen,— um die Berechtigung diese« Zubel» voll und ganz verstehe« zu könne«. Wir hatten nun freilich vicht da» Glück, da« Licht der Welt in jener alte« Stadt zu erblicken, indessen stehe« die Interesse« Berlin« und Nordhause»» in einem ganz eigenartige» Verhältniß zu einander. Mancher Leser dürste hierbei wohl verwundert de« Kopf schütteln, denn auf den ersten Blick ist ein Zusammenhang »wischen Berlin und Nordhausen nicht so leicht zu entdecken. Man vergegenwärtige sich jedoch«ur die spezifische« Ge- tränke dieser beide« Städte, und e» kommt ganz von selbst Klarheit in die Sache. Was wäre für de« Kenner die noch einem Zuschlagzoll unterworfen werden. Die Kommisston bat aber die Definition der Regierung, der zu Folge stch daS Petroleumfaß als Böttcherwaare darstelle und als solche verzollt werden müsse, nicht für richtig anerkennen und die Zweckmäßig- keitSgründe nicht für durchschlagend erachten können. Die Bruttoverzollurg geschieht, wo ste Platz greift, vom Ganzen, Waare und Umhüllung werden identistzirt, es ist in Folge dessen unzulässig einen bereits verzollten Gegenstand nochmals zu verzollen. Daß die Verzollung der Petroleumfässer im In. tereffe unv zum Schutze des BöltchgewerbeS geboten erscheine, kann die Kommi'ston nicht erkennen, denn von der jährlich auS Amerika bezogenen einen Million Fässer Petroleum wird kein Stück weniger eingehen, wenn ein besonderer Faßzoll er- hoben wird, denn die Zahl regulht fich durch den Bedarf an Petroleum. AuS diesen Giünden hat die Kommijfion die vom BundeSrath erlassene Maßregel alS mit dem bestehenden G-setz nicht im Einklang stehend erachten können, ste hat aber geglaubt, die Sache klarer hinstellen zu sollen, da mit j-der Zweifel ausgeschloffen ist. Staatssekretär v. Burchard: WaS die letzte Aeußerung deS Henn Äefe enten betrifft, so möchte ich doch konstatiren, daß, wenn eS nothwendig wird, ein besonderes Gesetz zu er- lassen, welches einen neuen Rechtizustand schaffen soll, so ist doch daraus ficherlich nicht zu folgern, daß die Auslegung, welche der BundeSrath dem Gesetze gegenüber hat, falsch ist, und daß er die verfaffungSmäßigen Befugnisse überschritten hat. Der Tarif kennt Gewichts, und Stückzoll und§ 2 desselben bestimmt, wie der GewichtSzoll erhoben werden soll. Für Petroleum ist der Bruttozoll angeordnet, nirgend» aber im Gesetz ist eS verboten, für die Umhüllungen einen besonderen Zoll zu erheben. Andererseits find im Gesetz die einzelnen Fälle von Zollbefreiungen aufgeführt, dieses Fall«» ist dabei ab« nicht gedacht und§ 2 berühtt die Frage, in welcher Weise die Umhüllung von Waaren einer Verzollung unterworfen find, meines EcachtenS gar nickt. Darum hat der BundeSrath diese Frage einer besonderen Regelung unterworfen. Die Zahl der jährlich eingehenden Petroleumfässer ist nicht eine Million, sondern 3 Millionen Stück, zweifellos eine ganz bedeutende Differenz. Die Maßregel soll bewirken, daß die Fässer in erhöhtem Maße wieder zur Ausfuhr kommen und dieser Hauptzweck ist damit erreicht. Abg. G e r l i ch: Die„Breslauer Z-.ltung" hat behauptet, daß ich der Einzige gewesen sei, der in der Kommission den BundeSrath unterstüvt hätte. Nationalliberale und Freifinnige hätten fich treu zur Seite gestanden, und auch ein konservativer Redner habe den Beschluß des BundeSrathS mißbilligt. Der Beschluß der Kommisston ist nicht mit allen gegen eine, son- dern mit 6 gegen 4 Stimmen gefaßt worden. Außerdem ent« fernt fich dieser Beschluß garnicht so sehr von dem, waS der BundeSrath ins Leben geführt hat. Vor 17 Jahren bei Abfassung de» ZollvereinszesetzeS kannte man den Petroleum� transport nur in Fässern. Seitdem hat stch eine Art von Re Solution im Transportwescn vollzogen. Seit Jahren wird daS Petroleum in Zistirnenwagen eingeführt und die Einführung von Zisternenschiffen steht bevor. Für diesen Fall aber würden, um einer Zollumgehung vorzubeugen, nach Absatz 2 deS Kom> misfionsantrageS die Fässer doch zu verzollen sein, also derjenige Zustand eintreten, dm der BundeSrath jetzt eingeführt bat. Di« BundeSrathSverordnung bewegt fich ganz auf dem Boden de» Schutze» der nationale« Arbeit. Die Beschwerde, daß di« Fässer jetzt zu billig seien, der Verdienst mit den Fässern also gekürzt sei, geht von den Petenten aus, welche sonst immer die Billigkeit für den Konsumenten im Munde führen. Ich bestreite aber diese Behauptung. Ich bitte Sie, den Kam« misstonSbeschluß abzulehnen, nachdem der Staatssekretär selbst erklärt, daß derselbe praktisch schwer durchführbar und für den BundeSrath kaum annehmbar sei.(Beifall rechts.) Abg. Meyer(Jma): Die Nothwendigkeit eineS neuen Gesetzes ist von der Mehrheit der Kommisfion durchaus aner- kannt worden; wir wollten dem BundeSrathe die Möglichkeit geben, stch mit uns auf einem Boden zu vereinigen. Einen Zuschlagizoll kennt un er Tarif nicht, wenn also der Bundes- rath für da» Petroleum einschließlich deS FasscS einen Zoll von 6 M. und dann für das Faß noch einen Zoll von 4 M. einführt, so kommt dieS thatsächlich auf eine Nettoverzollung de» Petroleum» heraus, oder es wird dadurch geradezu ein neuer Zoll eingeführt auf Petroleumfässer, der bither nicht erhoben wurde. Dazu ist der Bundesrath nach Lage der Verfassung und der Gesetze in keiner Weise berechtigt. Er hat auch bis zum Herbst vorigen JahreS diejenigen Grundsätze befolgt, welche wir für geltendes Recht ansehen. Der Artikel der„BreSlauer Zeitung", den Herr Gerlich zitirte, bezieht fich auf ein früheres Stadium der Berliner Weiße ohne die Würze eine» richtige» Nord- Häuser«? E» soll allerdings ein ziemlich widerstandsfähiger Magen erforderlich sein, wir unsererseits müsse« uns in dieser Beziehung auf das Urtheil Anderer verlasse». So entgegnete un« einmal ein Mann, dessen gewaltiger Schmer- bauch auch dem spottsüchtigsten Skeptiker Achtung abgewann, und dessen roth und bläulich funkelnde Nase von vielen dau rhafte« Sitzungen bei jene« Getränken Zeugniß ablegte, auf unsere bescheidene Frage, weshalb er zu jedem Schluck Bier«inen dito Nordhäuser nehme, die denkwürdigen Worte:„Ja, wissen Se, det drockene Bier schmeckt doch allrene ooch nich!' Einer derartig imponirende» Lebensweisheit gegenüber durfte man e« überhaupt wagen, einen Monopolgedanken zu fasse«? Hätte man jenem brave« Mann nicht jegliche Frmde an diesem irdische» Dasein genommen, wenn der Reichtoberfuselminifier die Nüanze eine« richtige« Nord- häuserS nicht getroffen hätte?! Wie hätte er sich das trocken« Bier anfeuchten sollen, und wäre der Konsum an Weißbier nicht eo ipso ebenfall« systematisch zurückgegangen? Wir Sterbliche von gewöhnlichem Körperumfang sind in Bezug auf Weißbiertrinke» ja überhaupt nicht mitzuzähle«, wir sind mit einer„Kleinen" vollständig zufriedengestellt, e« kommt hierbei doch nur auf jene Koryphäen a», die da« Getränk massen- Haft zu konfumire« im Stande sind. E» wäre also durch die Annahme de» Monopol» eine ganz bedenkliche Ver« schiebung unserer gesellschaftlichen Zustände eingetreten, selbst Weisbierphilister, die ruhivfte» Geschöpfe von der Welt, wären zu unzufriedenen Mitgliedern der Bürgerschaft ge- worden; wer weiß, vielleicht wäre schließlich«och ein Au»- «ahmegesitz für Weißbiertrinker entstanden. Glücklicher Weise ist diese Gefahr noch abgewendet worden. Inzwischen mehre» sich die Zeichen de« kommende« Frühling» immer noch nicht, e» ist immer noch gleichmäßig kalt, von Lenz und Liebe ist»och nichts zu spüren. Auf dem Berliner Bock singt man geistliche, liebliche Lieder; KommisfionSverbandlungen. Bei der Erörterung der Recht»- frage war Herr Gerlich wirklich der Einzige, welcher den Stand« punkt des BundesratheS vertrat. Der konservative Ahgeordnete Klemm stand auf unserer Seite(hört! hört! links), auch daS Zentrum, welches sonst für den Schutz der nationalen Arbeit eintritt. Wenn andere Staaten die Bierfässer in ähnlicher Weise behandeln, wie wir die Petroleumfässer, dann würde die deutsche Bierkonturrenz im Auslande fast unmöglich gemacht. Ich bitte Sie, den Beschluß der Kommisfion anzunehmen. (Beifall linkS.) Abg. B r o e m e l: Der Abg. Gerlich hat mit einer Be« leidigung gegen unsere Wähler begonnen. Er sprach von den freifinnige» Wählern, die au« gewissen Blättern ihren Bedarf an politischer UitheilSlofigkeit beziehen. Nun, daß der Abg. Gerlich hier im Hause einen Sitz hat, verdankt er allein der Einstcht der freifinnigen Wähler. Er ist gewählt worden in einer Stichwahl, die dadurch allein zu seinen Gunsten entschieden wurde, daß die freifinnigen Wähler für ihn stimmten.(Zuruf:„Das wäre ja betnahe ein Beweis für ihre Urtheilslofigkeit." Heiterkeit.) Herr Gerlich sprach von einem Monopol. AlleidingS, der BundeSrathsbeschluß schafft ein Monopol für gewisse GroßhandelShäuser. Wir de» kämpfen dies Äonozol ebenso wie jedes andere Monopol; und ich weiß nicht, wie Herr Gerlich unS Inkonsequenz vor- werfen kann. Wenn der Bundesrathsbeschluß bewirken sollte, daß künstig daö Petroleum in amerikanischen Zisternenlchiffcn eingeführt wird, so wäre das für unsere deutsche Eeeschifffahrt ein harter Schlag. Ich bitte Sie, dem KcmmisfionSvorschlag zuzustimmen, und konstatire dabei noch, daß die mit diesem LunoeSrathSbeschluß gemachten Erfahrungen mehr und mehr in Handels- und Äewerbekreisen die Anficht befestigt haben» daß alle solche Fragen wie die vorliegende, nicht dem Bundes- rath zur Entscheidung überlassen, sondern gesetzlich geregelt werden müssen.(Zustimmung links.) Der Kommisfionsantrag wird darauf gegen die Stimmen der Konservativen, der ReichSpartei und des kleineren TheilS des Zentrums angenommen. ES folgt die Berathung deS Berichts der Kommisfion über den Antrag AuSfeld und Genossen wegen Zulassung de» Rechtsweges in Zollstreitsachen. Die Kommisfion beantragt: 1. den BundeSrath zu ersuchen, in der nächsten Sesston einen Gesetzentwurf vorzulegen, welcher die schließliche Ent- scheidung der in Zollsachen auftauchenden Rechtsfragen dem Rechtswege oder dem verwaltungigerichtlichen Verfahren überweist; 2. den Antrag AuSfeld und Genossen durch Annahme drr Resolution für erledigt zu erklären; 3. die Petition der Handelskammer zu Frankfurt a. M„ die Errichtung eine» ReichS-TarifamteS für Zollwesen detreffend, durch die gefaßten Beschlüsse für erledigt zu erklären. Die Abgg. G e r l i ch und Genoffen beantragen, an Stell« der Nr. 1 des KommisfionSantragei zu beschließen: Die verbündeten Regierungen zu ersuchen, dehufS einheit- ltcher und beschleunigter Entscheidung von Tarisstceitigkeiten die Errichtung eineS Reichs Zolltarif-Amt» in Erwägung zu ziehen. Referent Aba. Meyer(Halle) führt au», eS sei in der Kommisfion anerkannt worden, daß eine Form gefunden werden müsse, in der Zollstrestigkeiten erledigt werden können, ohne daß allein die Verwaltungsbehörden entscheiden. In der Kommisfion seien drei Wege vorgeschlagen worden, man habe aber die DiSkusston darüber nicht zu Ende geführt, weil der Reichsschatzsekretär, abweichend von seinem im vorigen Jahre eingenommenen Standpunkt in der Kommisfion, erklärt habe, daß der BundeSrath geneigt sein werde, diese Frage in Be- rathung zu nehmen. Nachdem so die Neigung deS Bundes- raths, auf die Frage einzugehen, konstatirr war, glaubten die Antragsteller selbst, auf die weitere Berathung de» Antrag» verzichten zu müssen, weil nun weder im Hause, noch in der Kommission eine Mehrheit für den Antrag zu finden gewesen wäre, und weil«S besser sei, wenn bei der Weiterbildung der Verfassungiinstitutionen die Initiative vom BundeSrathe auS» geht. So sei die Kommisfion dahin gelangt, fich auf eine Re» solution zu beschränken und so dem BundeSrath die nöthtge Anregung zu geben. ReichSschatzsekretär v. Burchard: Meine Aeußerungen in der Kommilfion stehen durchaus nicht im Widerspruch mit dem, waS ich im vorigen Jahre erklärt habe. Auch dteSmal habe ich mich, wie damals, durchaus gegen die Zulassung deS Rechts- oder deS verwaltungsgerichtlichen Weges in Zollstreitsachen ausgesprochen, und gesagt, daß durch eine solche Zulassung trotzdem scheint man sich dabei garnicht so schlecht zu stehe», für Arbeiter waren die Polizeiverordnungen jedenfalls nicht nöthig. Es muß für da» sogenannte Bockpublikum übrigen» ein recht erhebende» Gefühl sein, unter Auf- ficht de« Schutzmanns kneipen zu dürfen. E» geht nicht» über ei« harmlose«, unverfälschte» Volksvergnügen. Es ist immerhin ei» Zeichen dafür, daß die Gcmüther versöhn- licher geworden sind, den« der grüne Wagen, der radau- lustige Knabe« erwartet, ist kein angenehme» Transport» mittel; man stellt jetzt die Sache über die Personen und strebt in besonnener Weise, es zu ermögliche», daß auch der Aermste am Eonniag sein Huhn im Topfe sich denke« tan». Man geht Sonntags eben nicht nach dem Bock, und hat daher die nöthige Muße, sich jener appetitreizende» Be- schäftigung widmen zu können. Zn recht ungerechtfertigter Weise geht man jetzt von Seite» der Gerichte gegen unbedingte Wohlthäter der Menschheit vor. Man verknackt jetzt Leute, die darauf ausgehe», alle kahlgewordene« Schädel wieder mit frischem Lockenwuch» zu versehe». Ein offenbar schlecht beanlagter Mensch, der stch Pillen zur Erzeugung eines üppigen Haarbestande« zulegte, bekam zwer kein« Mähne, aber Diarrhoe. Es war wenig- sten» etwa für» Geld. Wa» giebt es auf der Welt wohl schöneres' einen zierliche» Schnurrbart; man braucht wahrhafti ine höhere Töchterschüleri« zu sein, um für diese Se e» männliche« Wesen» zu schwärmen. Jene edlen M«»freunde sorgen doch dafür, daß leerstehende Lippen rhalb sechs Wochen auf das Dichteste behaart werden. zarte Flaum auf der Oberlippe war schon oft der AuSgai«kt für eine heiße verzehrende Liebe. Doch über dieje« könne« höchsten« Backfische genügende Au?- kunft'.e». Verursacht ei« Kuß von zartbeschnurrbartelea Lippe cht dasselbe Gefühl, al» ob Jemand mit einer sanft ttbürste über de» knospenden Rvsenmund fährt? Und Leute, die dafür sorge«, daß kühne Schnurrbart« nichi nur die Grenzen zwischen Zustiz und Ve> waltung ver- schoben werden, sondern auch, daß die betheiligten Jnter- essentenkceise selbst gegen die Zulassung find. Ein Reichstarif- amt würde vielleicht zweckmäßig sein, sowie es die Handels- tammern vorschlagen. U-ber die Stellung des Bundcseaths zu dieser letzteren Frage kann ich mich rndeffen noch nicht definitiv erklären. Der Antrag Gerlich wird gegen die Stimmen der Deutsch- tonscrvativen Urb eines Theils der Rnchspartci abgelehnt; der Kommisfionsantrag wiederum gegen die beiden konservativen Fraktionen und einen Theil deS Zentrums angenommen. Damit find der Antrag AuSfeld und die dazu eingegangenen Petitionen erledigt. Schluß 4% Uhr. Nächste Sitzung Montag 2 Uhr. (Dritte Berathung deS Nachtragsctats, der Anträge Reichens- perger(Berufung) und Lenzmann(unschuldig Perurtheilte), sowie kleinere Gegenstände. Abgeordnetenhaus. 4V. Sitzung vom 13. März, 11 Uhr. Am Ministertische von Goßler, Lucius und Kom- miffarien. Die Berathung deS Kultusetats wird fortgesetzt. Zu Kapitel 121, Elementar- Untenichtswesen, verwahrt Abg. v. S t a b l e w S k i den katholischen KleruS der Pro- vinz Posen gegen die in einem Bescheide deS Ministers auf die Bitte um Aufhebung einer Eimultanschule enthaltene Be- schuldiguna, eS werde prinzipiell der deutsche Untenicht mechanisch ertheil'. Der auf den ganzen Stand geschleuderte Vorwurf sei unerhört, weil unbegründet.(Beifall rm Zentrum.) Abg. K n ö r ck e(dfr.) bringt das nacb der„Pädagogischen Zeitung" vom 11. Februar d. I. von Profefior v. Tmtschke über die Volksschule und deren Lehrer, berw. die seminaristische Bildung gefällte Urtheil zur Sprache. Professor v. Treitschke habe fich darnach dahin ausgesprochen, daß ei wohl wünlchenS« werth wäre, wenn, wie zur Zeit Friedrich Wilhelms deS Eisten, die Volksschullehrerposten mit ausgedienten Korporalen besetzt würden; die Seminaristen wüßten zu viel, um wirksam die Kinder unterrichten, und zu wenig, um als gebildet gelten zu können. Wenn ein akademischer Lehrer ein solches Urtheil aus- sprechen könnte, so müsse man sagen, dann sei die ganze Ent- Wickelung der Volksschule spurlos an ihm vorübergegangen. Abg. Lassen begründet den Antrag, die Staatsregie- rung aufzufordern: 1. daS Schullehrerscminar in Hadersleben bis zum 1. April 1887 nach Tondem zurückzuverlegen und als- dann VaS Seminar daselbst in seiner früheren Gestalt mit einer deutschen und einer dänischen Abtheilung wieder herzustellen; 2. anstatt des Seminars in Haderilcbcn daselbst eine auf die weitere Fortbildung der Schuljugend berechnete Realschule mit dänischer Unterrichtssprache zu gründen und zu unterhalten und 3. die erforderlichen Mittel in den Etat 1887/88 einzustellen. Kultusminister v. Goßler: Die Doppclanstalt in Ton« dern war etwas ungefügig für die Verwaltung, die Regierung entschloß fich daher zur Theilung und Verlegung der einen Hälfte mitten in daS dänische Sprachgebiet hinein. Die Tren- nung hat fich gut bewährt. Die Gründung einer Realschule mit dänischer Unterrichtssprache würde durchaus an» normal sein, abgesehen davon, daß die in HaderS- leben dere tS bestehende Doppel- Grjmnafial- Anstalt durchaus nicht eine Frequenz aufweist, welche die Neugründung einer höheren Lehranstalt angezeigt erscheinen ließe. WaS die Bemerkungen des Abg. Knörcke betrifft, so muß ich mich, wie leicht erklärlich, jedeS UrtheilS über die Aeußerung eines aka- demischcn Lehrers enthalten, zumal ich nicht einmal weiß, waS wirtlich gesagt worden ist. Abg. Schröder tritt für den Anschauungsunterricht in den Volksschulen ein. Abg. Dr. M i t h o f f erblickt in dem Angriff deS Abg. Knörcke auf den Prof. Treitschke einen Eingriff in die akade- mische Lehrfreiheit. Er könne nicht begreifen, wie der Abg. Knörcke fich sogar dazu versteigen tonnte, die Hilfe des KultuS- Ministers gegen Prof. Treitschke anzurufen. Abg. Scheffer erkennt an, daß die Aeußerung des Professors Treitschke, wenn fie richtig wiedergegeben, nicht geschmackvoll sei. Indessen entspreche es nicht den Urbanen G-wohnheilcn des Hauses, einen Abwesenden gewissermaßen in contumaciam zu verurtheilen. Die Abgg. Hansen und Graf B a u d t s s i n erklären fich gegen den Antrag Lassen. Abg. Knörcke verwahrt fich dagegen, daß er die akademische Lehrfreiheit habe antasten wollen; er habe nur die parlamentarische Redefreiheit benutzt, um den Lehrerstand, der ebenso ehrenwcith sei wie der Prosefforenstand, gegen einen unter dem Schutz der akademischen Lehrfteiheit erfolgten An- griff»u vertdeidigen. Aba. Szmula schildert anknüpfend an seine Bemerkungen in der Polenvedatte den Zustand der polnisch- deutschen Schulen in Oberzchlesten als einen sehr traurigen, den er auf eine ver- kehrte Unterrichtsmethode zurückführt. Abg. von Eynern bemerkt, daß die Rede deS Abg. Knörcke auf ihn und seine Freunde einen peinlichen Eindruck gemacht Hab«. Dieselbe habe einen Angriff auf die freie wissen« Jünglinpilippen ziere«, müssen in Plötzensee brumme», sie müss.n Reis essen und Düte» kleben,— isi das nicht schauderhaft? Nur der BarbariimuS, der unser ganze« Zeitalter kennzeichnet, kann derartige Maßregeln billigen; möge es es ein gütige» Geschick veranlassen, daß wir bald milder gestimmten Zeiten entgegengehen! A«s Kunst und Zeven. ti.„Ein Stündchen auf dem Komtotr." Die lustige GrsangSpoffe von Siegmund Haber gelangte am Fr-itag Abend im Wallner Theater zur Aufführung. Der Verfaffcr hat den überaus komischen Einakter mit einigen neuen Kouplet« versen ausgestattet, in welchen auch der„Mann mit dem KoakL" Aufnahme gefunden hat.— Der Inhalt der Handlung ist kurz angedeutet folgender: Reinholv, der Prokurist de« Kaufmanns Bählämmel hat fich in deS letzteren Tochter LteS- chen verliebt und erfreut fich deren Gegenliebe. Der übrigens mit seinem Geschäftspersonal auf recht vertraulichem Fuße stehende Prinzipal hat jedoch den Sohn HenncbergS, eineS setner langjährigen auswärtigen Geschäftsfreunde, den er per- sönlich nicht kennt, da er bisher nur brieflich in Verkehr mit i'om stand, zu seinem Schwiegersohn erkoren. Reinhold, Bäh- lümmel's Reisender Schwuppe und der Komtoirdiener Seeg« derathschlagen, auf welche Weise die Pläne ihres Prinzipals hinfichtlich der Vcrheirathung seiner Tochter vereitelt werden könnten.— Seege hat das Mittel gefunden; als der Vater des von Bählämmel ause, wählten SchwiegesohneS kommt, um seine künftige Scbwiegeitochier und den Vater per- sönlich kennen zu lernen, weiß ihm der lusttqe Komtoirdiener einzureden, daß es ihm nur mit der größten Entfaltung seiner Stimmkraft möglich sein würde, fich Bählämmel gegenüber verständlich zu machen, da dieser im höchsten Grade„«chwer- höiig" sei. Die Begegnung der beiden Schwiegerväter in spe wirkt derart Humotistisch, daß daS Publikum auS dem Lachen gar nicht herauskam. Mit einer wahren Stentoistimme de- grüßt Hennederg Bählämmel: dirser, welcher den Vater seines zukünftigen Schwiegersohnes ebenfalls für schwerhörig hält, beantwortet dessen Gruß noch lauter. Die Unterhaltung der beiden Alten wird in wahrhaft trommelfell-rschlltternder Weise fortgesetzt, einer sucht den anderen zu überschreien,— in schafiliche Forschung,, die Lehr und Lernfreiheit enthalten. Er (Redner) fühle fich als persönlicher Freund des Prof. Treitschke veranlaßt, diesen Angriff zurückzuweisen. Da Abg. Knörcke selbst zugegeben habe, daß er den authentischen Wortlaut der angeblichen Treitschke'schen Aeußerung nicht kenne, so müsse er seine Rede als einen der leichtfertigsten Angriffe auf eine be- deutende Persönlichkeit dieses Landes bezeichnen, die jemals vorgekommen seien.(Oho! lirks.) Die Diskujfivn wird geschloss-n. Persönlich bemerkt Abg. Knörcke, daß sein Zitat über die Worte Treitschke's widerspruchslos in mehreren pävagogi- schen Blättern gestanden habe. Der Antrag Lassen wird an die Budgetkommisfion ver- wiesen und Tit. 1—22 ves Kapitals bewilligt. Die Zahl der KceiSschulinspekloren im Hauptamte soll um 20 vermehrt werden und künftig 220 betragen. ES hat fich, wie die Bemerkung zum Etat ergeben, die engere Begrenzung einer Anzahl von JnspcktionSbezirlm zur erfolgreichen Führung der Geschäfte als nothwendig herausgestellt. Die für die 20 neuen Stellen insgesammt erforderlichen 104 840 Mark werden vom Hause gegen die Stimmen des Zentrums bewilligt. Titel 28„Behufs Errichtung neuer Schulstellen 250000 M." und 28a„Zur Unterstützung unvermögender Ge« meinden und Schulverbände bei Elemcntarschul b a u t e n 650 000 M." Die Titel werden nach kurzer Diskusston bewilligt. In Titel 29 find zum ersten Male 1 800000 Mark zu Pensionen für Lehrer.und Lehrerinnen an öffentlichen Volksschulen in Konsequenz des LehrerpcnfionSgesetzes vom 6. Juli 1885 ausgebracht. Die Pofition wird genehmigt, desgleichen der Rest des Kapitals. Es folgt Kap. 122„K u n st und Wissenschaft 3 060 338 M." Bei Tit. 1-6, Kunstmuseen in Berlin 836120 Mark, fordert Abg. Riefendach die Verstärkung der Fonds für die Kunstpflege rcsp. die Verwendung derselben vorzugS- weise im Jntereffe der ausübenden Künstler statt im Interesse der Verwaltung. Minister v. Goßler erwidert, daß er schon vor Jahres- stist diese Nothlage anertannt und die Hoffnung ausgesprochen habe, den heimischen Künstlern mit größeren Mitteln zu Hilfe kommen zu können, sobald die Verbesserung der Finanzlage eS gestalte. Bisher sei dies nicht möglich gewesen. Nach ener kurzen Bemerkung deS Abg. Cremer werden die Trtel bewilligt. Bei Titel 7—11„N a t i o n a l g a l e r i e in Berlin" 80 170 M. dankt Abg. v. Meyer(Arnswalde) der Verwaltung für die Ausstellung bemalter Statuen, aus der er freilich die Heber- zeuguna geschöpft habe, daß die alten ihre Statuen nicht bemalt haben(Widertpruch), wenigstens nicht in ihrer klasfischen Periode. Auch bezweifelt er, daß bei der Bcmalung von Nuditäten die Keuschbett hätte gewahrt werden können; übrigens könne man ja an der berüchtigten Bacchantin von Kallive die praktische Probe machen(Große Heiterkeit), dann würde die Gruppe bald dahin kommen, wohin fie gehört, in die Ecke, wo fie Niemand steht. Bei den Titeln 12-16(königliche Bibliothek zu Berlin) berührt Abg. Schmidt(Stettin) die Neuordnung, die in der Verwaltung der königlichen Bibliothek zu Berlin getroffen ist und wünscht die Erhöhung der Mittel zu Neuanschaffungen für die Bibliothek. Abg. Kropatsckeck: Ich habe nur dem Minister meinen Dank auszusprechen für das, was er in den letzten Jahren an den Bibliotheken gethan. Wenn ich früher darauf hingewiesen, daß eS Pflicht der königlichen Bibliothek sei, die geistigen Pro- dulte unserer Nation zu sammeln, so weit daS möglich ist, so freut eS mich, daß dieser Grundsatz in dem neu ausgearbeiteten Statut für die königliche Bibliothek Anerkennung gefunden hat. Denn der Gedanke einer großen RrichS-Bibliothel wird wohl ein schöner Traum bleibm. Zu bedauern ist, daß die Pofition von 75 000 M.. welche der vorjährige Etat im Extraordinarium aufwies für Neuanschaffungen jetzt auf 50000 M. herabgesetzt ist. Dieser Satz muß entschieden festgehalten werden, wenn nicht bedauerliche Lücken entstehen sollm. Zum Schluß möchte ich dem Herrn Minister noch anbeim- geben, nicht zu große Summen auf den Ankauf von Hand- schriften zu verwenden. Wir werden in dieser Beziehung doch nicht mit der Pariser und Londoner Bibliothek konkurriren können. Abg. Lieber wün'cht, daß unsere Bibliotheksbeamten den Gymnafiallehrem in Gehalt und Rang gleichgestellt werden. Geheimrath A l t h o f f erwidert, daß die Einrichtung einer Präs-nzbibliothek schon durch unser Bidliotheksstatut ausge schloffen ist. Für die Anregungen, die beute erfolgt find, kann die Verwaltung nur dankbar sein. Man muß dabei aber immer derückstchtigen, daß wir erst am Anfang der Reorgani- sation unserer Bibliothektverwaltung stihen. ES soll eine Benutzungsordnung auf liberalster Grundlage ausgearbeitet werden. der Meinung fich dadurch verständlicher zu machen— während fich in Wirklichkeit beide sebr guter Gehörorgane erfreuen. Tie Abneigung der beiden„Schwiegerväter" gegen einander wird durch diese stürmische Unterhaltung eine so große, daß Henne- berg schleunigst wieder adreist und auch Bählämmel den Ge- danken, des letzteren Sohn zu seinem Schwiegersohn zu machen, vollständig aufgiebt. Der Plan deS KomtoirdienerS Seege war geglückt: der Widerstand BählämmelS gegen den Pro- kuristen Reinhold gebrochen und aus Reinhold und LieSchen wurde ein Pärchen.— DaS Publikum nahm die übermüth ge Posse enthufiastisch auf und zollte den Darstellern, besonders dem Herrn Blenke(Reisender Schwuppe) wohlverdienten Beifall. Im Oftend Theater gelangt am Dienstag„Der Leier. mann und sein Pflegekind", Original Volksstück mit Gesang in 5 Alten von Charlotte Birch Pfeiffer, zur einmaligen Auf- führung und zwar zum Benefiz der Soubrette Fräuleien Emilie Berningshausen. Die Ber efiziantin spielt die„Ladenmamsell Jette", eine Rolle, die ihr hinreichend Gelegenheit bietet, ihr Talent zu entfalten. Einige neue Kouplet-Ein agen werden nicht fehlen. Auch die lüdrigen Haupt ollen definden sich in guten Händen, so spielt Herr Regisseur G imm den„Fricdner Kranich", Herr Schmitt den„Wilm P-terson", Herr Eamst den„Lude Knillhawmer" und F l. Iva MüllerdaS„Riekchen". „Bunte Welt." Unter diesem Titel soll vom 1. April d. I. eine neue, große illustrirte Zeitung mit farbigen Bildein erscheinen. Wie verlautet, planen die Herausgeber deS neuen BlatteS, das zum Preise von 10 Pf. pro N-mmer verauSgadt weiden soll, eine bisher unerhört starte Auflage. Der Inhalt der neuen Zeitschrift, heißt eS» wird ganz volkSthümlich ge halten werden. Als Redakteure werden Dr. Lenz(bekannt vom „Omnibus" und„Bazar") und Gustav Dohms genannt. DaS gestörte Ständchen. Der Gesangverein„Alven- glühen" in dem Dorfe Plauen, dessen Ehrenmitglied der Abg. Bebel ist, beabstchtigte, demselben an seinem 46. Geburtstage ein Morgenständchen zu dringen. Als die Sänger früh 6 Uhr vor der Wohnung des Herrn Bebel erschienen, fanden fie bt teils drei Polieeibeamte vor, die schon eine Stunde dort Wache gehalten hatten. Da dieselben nicht duldeten, daß der Gesangverein in dem nach der Straße gehenden Garten sein Lied vortrug, gingen die Sänger in den Flur und ließen hier ihr Lied ertönen. Die Wirkung soll genau dieselbe ge« wesen sein. Tie Titel werden bewilligt. Um 4'/« Uhr vertagt da Haus die weieere Berathung des Kultusetais bis Monta 11 Uhr._ Kommunales. w. Die löntgl. Mintstertal- Bau- Kommissto» hat beim Magistrat angefragt, od derselbe gewillt sei, VaS am Plan-Ufer belegene zur Anlage eines Harens bestimmte fiS' kalische Terrain zu erwerben und daselbst in einer näher zu destimmenden Zeit mit der Anlage des Hafens zu beginnen, da FiscuS fich sonst genöthigt sehen würde, eine anberweile Verwertbung deS T-rrainS in Erwägung zu ziehen. w. Zur Erbauung einer Leichenhalle auf dem gemein« schaftlichen Kirchhofe der Gemeindekirchenverwaltungen von St. Andreas und St. Markus hat der Magistrat beschloffen, eine Beihilfe von 42000 M. aus dem Leichenfuhrpacht Fonds zu bewilligen. w. Die EntwässeruugSverhältntfse deS Stadttheilt Moabit find thetlweise derartig, daß eine weitere Bebauung dieser Gegend ausgeschloffen erscheint. Um diesem Uebelstande vo-zubeugen, hat der Magistrat beschloffen, die Kanalisafion Moabits zur Ausführung zu bringen und die Zustimmung der Stadoerordneten. Versammlung hierzu einzuholen. Nach Mtttheiluug des Stattfttscheu Amts der Stadt Berlin find bei den hiefizen Standesämtern in der Woche vom 28. v. M. bis inklufioe 6. d. M. zur Anmeldung gekommen: 184 Eheschließungen, 921 Ledendgeborene, 37 Todtgeborene. 614 Slerdesälle._ Zokaleo. „Baustellen bei kleiner Abzahlung mit Piiorität v«' kauft unter koulanten Bedingungen T, Komptoir, B.-. straße. Derartige Annonzen, so harmlos fie klingen, bergen fast regel« mäßig ein Wuchergeschäft der schlimmücn Art. Der Maler- meistrr G. Cornelius hat seine reichen Erfahrungen über diese Hyänen des Bauhandwerk« in einer Broschüre niedergelegt- Da daS Wuchergesetz den Baustellen- Wucherern daS Nehmen übermäßiger Zinsen verbietet, so schlagen dieselben ihren Per« dienst gleich auf die Baustelle und verkaufen dieselbe 40 diS 50 000 M- theurer, als wie fie ihnen selbst kostet. Die Bau« Unternehmer find fast ohne Ausnahme mittellose Leute, dir fich au» Schiffbrüchigen aller Lebenistellungen rekrutiren. Ter Verkäufer der Baubellen rechnet auf ihren Untergang und die Zeche muß der Bauhandwerker bezahlen. Die Baugesellschatl am Keinen Thiergarten dient dem Verfasser als Beispm- Dieselbe wurde am 8. Juli 1881 mit 6 750000 M. bei 90 Morgen gegründet, so daß ihr selbst der Morgen mit 75 000 M. zu Buche steht. Sie selbst rechnet den Morgen 190341 M an. Der Erwerber einer Baustelle für 66 000 M- ohne Anzablung verpflichtet fich z. B., darauf ein Hat» für 183 000 Mark Feuerkasse zu errickten und erhält dafür in Raten eine Hyaotbek von 122000 Mark. Davon werden ihm aber vorweg 24 120 Mark abgezogen und nun sou er mit 93000 Mark ein Haus für 183 000 Mark herstellen- Di« Bauhandwerkrr müssen schließlich für die D-fferenz bluten- denn der Unternehmer muß zu Grunde gehen, die GesellsliaN bekommt ohne selbst zu bauen billig ein Haus und die Haiw' werker haben daS Nachsehen. Nun aber bestehen in Berfin 5 derariige Gesellschaften. Fertiggestellt wurden 1885 245 neu« Häuser, wovon die eine Baugesellschaft mit 45 Häusern de- tbeiligt war, so daß die Mehrheit der Neubauten auf jenen eigenthümlichen Transaktionen beruhte. Die Summen der offenen Handwerker- Forderungen belaufen fich in Folge dessen auf viele Millionen jährlich. Die jetzige Art deS Vorinerlr» ihrer Forderungen ist nach dem Verfasser für die Handwert'r werthloS. Er verlangt für sie das Recht, die gerichtliche Assel' vation bis zur Befriedigung ihrer Forderungen zu beantragen- Wie man hört, beadstchrigt die Schlosser.Jnnung, in ähnlübel Weist den Schutz der Gesetzgebung gegen wucherische Bau' Unternehmungen anzurufen. Das Berliner Jutelligenzblatt hat seine kurze volitff®' Anwandlung wieder aufgegeben. Zu allgemeinem Erstaune" b achte e» plötzlich osfiziöfe Kampfartikel, die eS aber ba>° wieder fallen ließ, da es wohl einsah, daß Berlin kein Boden für solche Erzeugnisse ist. Für die Provinz wird hier übrigens eine vollständige offiziöse Zeitung mit Leitartikel, Feuilleton, Romanen:c. hergestellt, welche alS Manuskript gedruckt ve« sandt wird. Die vielen gleichlautenden Artilel in der% vinzialpreffe entstammen alle dieser merkwürdigen Zeitung, E* an„gutgesinnte" Schriftsteller brillante Hnnorare zahlt, lv« rend fie selbst umsonst zu baden ist. Der Jahrmarkt auf dem Arkonaplatz hat den AesebäftSleuten. die ihre Waaren daselbst feilhielten, Enttäuschung gebracht. Die kalte Witterung ließ ein eigen licht» Geschäftsleden gar nicht aufkommen, die Zahl der ßorn» war eine äußerst geringe, selbst für Böttcher waaien, die son> immer einen Hauptartikel auf den Jahrmärkten bilden, Jv. nur eine geringe Nachfrage; dagegen machten die Zons"?!, Händler ein gutes Geschäft, die zum Theil für einen preiS ganze Waarenlager an fich brachten. Auch für 60%, waaren hatten sich nur wenige Käufer eingefunden, was, zum Theil in den augenblicklichen ungünstigen Arbeiisverh� nissen seinen Grund hat. DaS Hauptgeschäft entwickelte» erst am Freitag und Sonnabend, voch blieb dasselbe auck diesen zurück. Tagen noch weit hinter den gehegten Erwar tungl» Also der deutsche Skatkongrefi in Altenburg soll#.» lich stattfinden. Wenn eS so weiter geht, haben wir demv», noch einen internationalen Verein der„Murmelspieler � einen Zentralverband der„Steckenpferdreiter" zu erwar. Auch die Vorschriften des„KämmerchenvermiethenS" und, „PlumpsackS" bedürfen einer statutarischen Regelung kür Deutschland. Hebet die Aufgaden des Skatkongresses) schreibt die„Deutsche Kegel- und Skatzeitung": In Allend der Heimath des Skats, geht man bekanntlich damit um. A. l-gentlich der daselbst im Laufe des nächsten Sommers findenden Landes- und Jndustrie-Auistellung einen allgemer�, deutschen Skatkongreß einzuberufen, als dessen Zweck ongeg jj wird: Festsetzung eine» allgemeinen deutschen Skatregtem � — Abhaltung eine» großen Skat TourrierS um wert? Preise, event. verbunden mit einem Skat Problem-Tourn Gründung oder doch Anbahnung eines deutschen verbände». Als die für den Kongreß bestimmten Tage � vorläufig der 15., 16, und 17. eventuell 14.,. 16. August in AuSstcht genommen. Vorbehaltlrch deLN chit i-U, ViUHUf* Hl MU9|IU� UtllUUimtll. CT/lfl w' Festsetzung de» Programm» soll vorläufig der erst«« �i, einer Berathung über ein allgemein giuiges Skatreg Annahme einer deutschen Karte, sowie event. Gründung deutschen Skatverbandes beginnen, mit einem Festbani dem Skat Turnier weiter ausgefüllt und mit einem 6 fest in der Landesausstellung beendet werden. Tag hat lediglich ein Deej' -ei" auf" der sogenannten Insel, die �Sehens wüldig!etten ��it bürg«, daS bekanntlich hübsch gelegen ist, trahrt nach G Besteigung des HirschsteinS, Abend» in Altenburg«'a g Besteigung de, HirschsteinS. Abend, in Altenburg �-�tueu Konzert. Am drstten Tag Fortsetzung de» Turniers K.- u. Sk.-Z'g." welche bestrebt ist, die Liebe-uw„,,« nicht nur durch humorvolle Propaganda weiter � i breiten, sondern durch interessante Probleme vertiefen, gl bt fich der Hoffnung hin, daß mtt dem aiiK WSWWWK wüchse hier gemeint find, giebt fie zwar ntcht an. imb fotbnl alle deutschen Skat-Vereine und Skat- Klubs welchen dieses Ziel sympathisch ist, zu reger Bctheiliqung auf. Da wir nun einmal davon sprechen, meint die„Volke- Zta." hierzu, so wollen wir auch die Fragen Hervorbeden, deren Er- iedigung uns als besonders wichtig erscheint: 1) Ist der Spieler schwarz, wenn er zwar keinen Stich bekommt, aber Augen im Skat liegen? 2) Sind die Wenzel bei Null seldstständtg oder rangiren fie in in der Farbe? 3) Ist die Uedcrdietung nach Werlhen oder nach Farben resp. Spielen vorzuziehen, d. b. soll soll z.B. Echellen-Solo mit Vieren einGrün-Solo mit Einem tlderdieten? 4) Darf Vorhand Etnaleton anspielen, wenn der Evieler in der Mitielhand fitzt? 5) Ist das„Kolken" der „Kibitze" zuläsfig? 6) Ist das„Mauern" moralisch oder un- moralisch? Enischeidet der Skalkongreß diese Fragen in defrie» dizender Weise, so wird er fich in der That ein unsterbliches Verdienst um alle Freunde der vier Wenzel erwerben. Verschüttet. Im benachbarten Zehlendorf waren gestern Nachmittag mehrere Arbeiter des Herrn AmtSvorsteherS P. damit beschäftigt, Sand aus einer Grube zu fördern, wodei fie das obere Erdreich förmlich unterminirten. Plötzlich lösten fich die oberen Schichten und verschütteten zwei bei der Arbeit be- theiligte Frauen. Trotz der sofort angestellten und mit allem Eiser betriebenen Aufräumungsarbeiten wurde eine der ver- schütteten Frauen, die des Arbeiters R., nur noch als Leiche hervorgezogen, während die zweite, eine Frau B.,»war noch om Leben war, im Laufe der Nacht aber verstarb. Die sofort «ingeleitete Untersuchung wird wohl ergeben, wer die Schuld an dem verhängnißvollen Zusammenbruch trägt. Mit durchschnittenen Pulsader» wurde gestern Abend «in in der Alexaodrinenstr. 160 wohnender Kaufmann Albert Z. von zufällig hin mkommenden Hausbewohnern in seinem Zimmer aufgefunden. Em schnell hinzugerufencr Arzt legte dem in Folge des Blutverlustes fast ohnmächtigen Lebensmüden einen Nothverband an und ließ ihn per Droschke schleunigst nach der königlichen Charitee schaffen. Trotz der sorgsamsten Pflege ist Z.dort in der vergangenen Nacht bereits den erlittenen schweren Veil-tzungen erlegen.. � Polizei-Bericht. Am 9. d. M. Abend» stürzte eine Frau in dem Hause Großbeerenstraße 15 in Folge eigener Unoor- fichtigkeit die Kellertreppe hinab und brach den rechten Unter- arm.— Am 12. d. M. durchschnitt ein Mann in der Alexandrinenstraße in einem Anfall von Säuferwahnfinn fich die Pulsadern mittelst einer Schcere. Nach Anlegung eines Nothverbandcs wurde er nach der Charitee gebracht.— An demselben Tage Abends wurde ein Arbeitsbursche in der Bchönedergerstraße vor dem Hause 24 von einem schweren Ar- beitsmagen überfahren und an beiden Beinen bedeutend verletzt. Sr wurde mittelst Droschke nach der Charitee ge« bracht._ Soziales und Arbeiterbewegung. Der Vorstand deS Sachverein» der Drechsler, Knopf- arbeiter und verwandten Berufsgenossen Berlins, erläßt fol- Senden Aufruf: Kollegen! Arbeiter! Die Arbeiter der Stein- nußknopffadrit von E. M. Siegel So., haben am 8. Marz ct. die Arbeit niedergelegt. V-ranlaffung gab ein vor längerer Zeit H-machter Abzug von 10 pCt., welche bei Befferung der Ge- ichästslage wieder zugelegt werden sollten. Trotzdem fich nun seit einigen Monaten das Geschäft gehoben hat, war der Fadri- kant doch nicht zu bewegen, sein gegebenes Wort einzulösen. Wenn man nun bedenkt, daß bei voller ArdcUSzert nur ern Durchschnittsverdienst von 10 bis 13 M. erzielt werden konnte, wovon dann noch die vorgenannten Prozente in Abzug ge- bracht wurden, wenn man ferner in Betracht zieht, daß im Fahre monatelang die Arbeitszeit verkürzt wurde und in dieser Zeit der Wochcnverdienst auf 5 bis 8 M. zurückgegangen ist, so wird wohl Niemand im Zweifel darüber sein, daß die Forderung der Arbeiter, Wegfall des 10 ProzentabmgeS vollkommen gerechtfertigt ist. Es streiken 21 Mann, sämmtliche Plattenschneider, Fraiser und Ausdreher. Der Fabrikant versuchte durch Anlernen von in der Branche unerfahrenen Leuten seinen Arbeitern die Spitze zu IIUJC UJHM uykVJiv*! � 0~ .n. Doch der betteffende Werkzeugmacher, der einzige Ar. heiter, welcher im Stande war, die Leute anzulernen, erklärte • i.AP i___«*mS Aa!I4a /.ff 3 si«* bieten. fich mit den Streikenden solidarisch und stellte ebenfalls die Arbeit ein. Die Stimmung der streikenden Ardeiter ist eine gute und ist an dem Sieg durchaus nicht zu zweifeln. Da der Fachoerein, dem sämmtliche streikende Arbeiter angehören, die Forderung alS gerechtfertigt anerkannt hat, so ficht fich der Vorstand veranlaßt, an das Solidaritätsgefühl der Arbeiter zu appelliren und, da die Kaffe deS Fachvereins zur Zeit s-br ge- schwächt ist, um recht reichliche pekuniäre Unterstützung zu brtten. Gelder find zu senden an den Kasstrer A. Mönch, 8.0. Aval- bertstr. 26 IV oder an den Kollegen P. Luttig, N. Demmtner- * An' die Schuhmacher Berlin». Kollegen! Gestern früh haben, durch große Lohnreduklionen gezwungen, die Schuh- wacher der Berncy'schen Schuhfabrik in Fürth in Bayern ein- Müthig die Arbeit niedergelegt. Die Zahl der Stieikenden be- trägt 100. Kollegen, in einer Zeit wie die jetzige, wo die Fa- blitanten es fich angelegen sein laffen, den ohnehm niedrigen «ohn noch mehr zu reduziren, ist es unsere Pflrcht, für die Einzelnen einzustehen, um so mehr, als wrr den etwa.gen Schaden mittragen. Gelingt eS einem Unternehmer, den Lohn herunterzubringen, so folgen die andern nach.- Durch die bie Fürther Kollegen durchkommen, damit vre Herren Fadri- kanten es fich ein für allemal hinter die Ohren schreiben, daß auch hei den Schuhmachern die Solidarität kein leerer Wahn 2 ftÄÄÄ ßmmmm scher Schuhmacher R. BaginSki. Kereine«nd Urrsammlnugen. , hft. Eine große öffentliche TapezirergehilfewVer. kammlung. seit vierzehn Tagen die dritte, welche in Sachm der Lohnkommisfion, Herrn Sander, im Louisenstädtischen KonzerthauS und war sehr zahlreich besucht, auch von Mit- gliedern des Jnnungs-Vorstandes und anderen Fnnungs- Meistern. Herr Sander konstattrte in seinem bci'älllg autge- nommenen Referat« über die bekannten Vorstadien der dies- jährigen Bewegung und die jüngsten Vorgänge zwischen der Innung und der Gehilfenschaft, daß die Innung im Wider- sprach zu ihren früheren Vereinbarungen mit der Fachorgani- sation der Gehilfen gehandelt habe. Schließlich forderte er die anwesenden Innungsvoi stände und Innungsmitglieder auf, fich über ihre endgiltige Stellungnahme zu den Best ebungen und den schon im vorigen Herbst aufgestellten und theilweise durchgefühlten Foiderungen der Gehilfen auszusprechen. In der arimirten Diskusfion verstcherte zunächst Obermeister Priem, daß die hiefige Innung von den besten Abfichten für die Ge- hilfenintereffen erfüllt gewesen und„trotz Allem" noch erfüllt sei, daß aber hauptsächlich daS„schroffe" und„herausfordernde" Auftreten einzelner Gehilfen- Führer, namentlich deS Herrn Wildberger in den vorjährigen Versammlungen den Innung»- vorstand veranlaßt habe, die Gewerbedeputation des Magistrats um Kassation der statutenwidrig vollzogenen Gehilfen- AuSschußwahl und um Genehmigung einer Neuwahl anzu- gehen, worauf bekanntlich die Bewilligung der magistratt» schen AuffichtSbehörde ertheilt worden sei. Betreffend die Gehilsenforderungen veiwiei er auf den unlängst von einer Jnnungsmeister-Versammlung gefaßten Beschluß, mit den Gehilsen nur durch den neu zu wählenden G-hilfenauS- schuß der Innung zu verhandeln. Die Gehilfen möchien also dieser Neuwohl des Ausschusses mindestens nicht feindselig gegenübertreten, für welchen Fall er ihnen die wohlwollende moralische Unterstützung der Innung zufichern»u dürfen glaube. (Rufe: Au!) Die Gehilfenforderungen kritistrend, meinte er unter Anderem, daß eS für gewisse Elemente in der Gehilfen- schatt kein Vortheil wäre, wenn fie durch Verkürzung der Ar- deitszeit noch mehr freie Zeit zum„Kneipen" ic. bekämen, sowie, daß das L>hrlingSwesen nur durch die Innung und da- durch verbessert werden könne, daß nur noch den Janungs- meistern die Ausbildung von Lehrtingen gesetzlich gestattet sei. Sensationellen Eindruck machte die Erklärung des Redner?, daß der Innungsvorstand die Kassation des jetzigen Gehil-en- ausschusseS und die Neuwahl eines anderen nicht deshalb be- antragt habe, weil derselbe nicht ganz statutarisch korrekt ge- wählt wurde, sondern wegen seines prinzipiell opvofitlonellen VcrbaltenS gegen den Innungsvorstand.(Rute: Hört! Hö't! Aha!) Von den übrigen Prinzipalen brachte keiner Be- merkenSwerthrs vor. Nur Herr Klotz(Jnnungsmitglied) stimmte durchweg den Gehilfenforderungen zu und ver« trat den Standpunkt ihrer Bestrebungen. Hierauf ent- cznete unter dem stürmischen Beifall der Versammlung err Wildberger den Ausführungen der Jnnungsoorstände sehr energisch, aber streng sachlich. Abfällig kritistrte er ihre Einwände und Behauptungen, sowie den Werth ihrer„spott- billigen" Versprechungen, um schließlich die Bedeutung drS schätzbaren Geständnisses des Obermersters Priem zu würdigen. wie eS zwischen der Innung und der Gewerdedeputation ge- macht werde, wenn e» gelte, einen unbequemen Gehilsenaus- schuß zu beseitigen.(Großer Beifall.) Alle übrigen Redner der Gehilfenschaft, die Herren Flicke, Nikolaus, Tiemann, San- der, Winkelmann, Trautmann u. A. sprachen fich in demselben Sinne aus. Der sozialdemakratische Arbeiterschutz- Gesetzent- wurf im Reichstage, hieß es z. B., verhalte fich zu d>n jämmerlichen Retormvorschlägen der Innung bezüglich der Hebung des LehrlingSwesens wie ein formvollendetes, edles Götterstandbild des klassischen AlterthumS zum nächsten besten „Kasp:lle"-Drahtpuvven Exemplar einer modernen Jahrmarkts« Marionettendude. Mit dem Hinweis auf die am Montag, den 15. d. M. Abends in Tivoli stattfindende vorläufig letzte allgemeine Tapezirergehilfen-Versammlung, in welcher über daS Vorgehen mit der Lohnbewegung endgillig beschlossen werden soll-, schloß der Vorfitzende die Versammlung. * Der ArbeiterbezirkSverein„Unverzagt" hielt am 9. März eine Versammlung ab. Anstatt des Herrn Gerisch, welcher durch Krankheit verhindert war, nahm Herr Etadtver- ordnetet F. Görcki das Wort. Derselbe sprach sich gegen die geplante„nationale Ausstellung in Berlin" aus, denn dadurch werde der Nationaldünkel noch mehr gestärkt, welcher jetzt schon stark genug wäre. Redner ist für eine internationale WeltauS- stellung; da solle Deutschland in den Wettbewerb mit ein- treten und seine Leistungsfähigkeit zeigen. Herr Franke ist auch für eine Weltausstellung und befürwortet, daß Deutschland die französische Weltausstellung rm Jahre 1839 beschicken solle; dadurch würden fich die Arbeiter näher treten und könnten ihre Ideen austauschen. Der Bei hetzung der Nationen durch die Presse rc. könnte dadurch am besten entgegengetreten werden. Die Herren Tabbert, Krüger und Steindorff erklärten fich eben- falls mit dem Referenten einverstanden. Der letztere führte noch aus, daß man von den Uederschüffen der Gewerbe> Aus- stellung im Jahre 1879, die für Belehrung der Handwerker dienen sollten, bis jetzt noch wenig zu sehen und zu hören be- kommen habe, außer ein paar Vorträgen, welche für den Ar- beiter wenig Interesse haben. Herr Görcki war dasllr. daß die Ueberschüsse von 1879 zu Vorträgen über Sozialwissenschast verwandt weiden sollten, aber das würden die Herren, welche darüber verfügen, wohlweislich nicht thun. Zum Schluß wurde ein Antrag, auf die Gräber der Märzgefallenen einen Kranz niederzulegen, angenommen. In einer Parteiversammlung der Christlich-Soziale« sprach am Freitag Prof. Adolf Wagner über„Den Kern deS sozialdemokratischen Programms, die Verstaatlichung der Produktionsmittel." Die Versammlung war nur mäßig besucht, die Arbeiterpartei verhältnißmäßig schwach vertreten. Nach einer ziemlich erregten Einleitung, in der den Ar- b eitern bedeutet wrtrde, daß fie nur als Gäste„gedulvet" seien, auf Bureauwahl und ähnliche» aber verzichten müßten, führte Prof. Wagner etwa folgende» aus:„DaS sozialdemokratische Programm habe zwei Seiten. Einmal fordere eS Reformen auf Ver Bafis der heutigen Gesellschaftsordnung; insoweit wolle eS also die Lohnarbeit aufrecht erhalten und nur das Verhält- niß zwischen Kapital und Arbeit mildern. Diesen Thcil des sozialistischen Programms könne man unter dem Namen„Ar. betterschutz" zusammenfassen, und hier beständen wohl in Einzel- beitcn Gegensätze zwischm der konservativen Partei und der Sozialdemokratie, aber nicht in den prinzipiellen Grundfragen, hier erkenne die konservative Partei vielmehr voll und ganz an, daß der Staat eingreifen müsse. Die weiteren Bestrebungen der Sozialdemokratie, welche auf Beseitigung aller Prioatunter- nehmungen hinausliefen, seien aber zum grüßten Theil unaus'ühr- bar. In öffentlichen Befitz ließen fich beim Boden nur überführen und seien zum Theil bereits übergeführt: die Verkehrswege, d'e Wälder und Forsten, die Kohlen- und Salzbergwerke, vielleicht der stästikche Wohnungsboden. Der bäuerliche Befitz sei aber auf jede Weise zu erhalten und durch Wucher- und Erbgesetz- gebung zu stärken Alles Kapital zu verstaatlichen, sei vollends ein Ding der Unmöglichkeit. Hier könnten zunächst nur in Betracht kommen: Post, Telegraph, Eisenbahnen, GaS. und Wasserleitungen, Verstcherungsanstalten. auch einzelne Fabriken. wie Reparaturwerkstätten, die mit der Zeit wohl auch zu Neu- bauwertstätte« zu erweitern seien. Sonst erlaube eS aber Ockonomik und Technik selten. Ein allgemeiner Staatsbetrieb setze nicht Menschen, sondern Gölter voraus, um die nöthigen Pläne zu entwerfen und durchzuführen; er würde weiter eine ungeheure Beschränkung der individuellen Freiheit mit fich führen, so schlimm wie in der Armee, in der da» sozialistische Prinzip ja durchgeführt sei(! D. RZ Ohne den Ansporn de» ErwerbslriebeS, deS StrebenS nach VcrmögenSbcfitz würde der Fortschritt überhaupt aufhören. Nun denke man sich aber einen langsameren Fortschritt der Produktion, daneben aber eine raschere Vermehrung der Bevölkerung, wie fie bei günstigerer Lage der unteren Klaffen immer erfolgt, würde da auf denEinzelnen schließlich nicht noch weniger kommen, alS heute? Der Reichthum sei auch nicht das Glück, wie viel bedauernSwerthe Reiche gebe eS nicht. Bei gleicherer Vertheilung entfiele auf den Kopf auch nicht viel mehr als heute.— An der Diskussion betheiligten fich nach einem mißglückten Versuche des Herrn Michelsen der Stadtverordnete Mttan und der ReichStagSabgeordnete Heine. Herr M i t a n wies besonders auf die Widersprüche hin, in denen fich die schönen Worte deS Herrn Prof. Wagner und die Thaten seiner konservativen Patteifreunde befänden. Wa» die Konservativen bisher für die Arbeiter gethan hätten, sei nicht der Rede werth, was fie aber den Arbeitem durch indi- rekte Steuern, Lcbensmittelzölle aufgebürdet hätten, sei aller- dings sehr fühlbar. DaS chrtstlich-soziale Programm fordere arbetterfreundlichen Betrieb der bestehenden Kommunal, und SlaatScnstalten, in der Stadtverordneten-Versammlung sei aber Herr Limprecht mit seinen Genossen auf schärfst« dem Antrag auf höhere Löhnung der Staßenreiniger entgegen getreten. Herr Abg. Heine theilte au» seiner Erfahrung einige Bei- spiele mit, wie wenig die Konservativen für die Ardeiter leisteten. wenn es auf Thaten ankäme. Beim Verstaatlichen sei die Hauptsache, wem der Nutzen zufließe, ob einer reaktionären Re- gierung, die vom Parlamente unabhängig sei, oder dem arbet- tenden Volke. Die Lage de» letzteren wollten fie verbessern, und deskhalb erstrebten fie zunächst die Demokratifirung der Gesell- schatt, politischen Einfluß und geistige Bildung der Arbetter. — Um Mitternacht schloß die oft recht erregte Versammlung. * Freie Vereinigung sämmtlicher in der chirurgische« Branche beschäftigte« Beruftgenossen. Menstag, den 16. Marz, Abends 9 Uhr, Versammlung in Seefeldt's Lokal, Grenadierstr. 33. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Michelsen über Zweck und Ziele der Fachvereine. Arbeitsnachweis. Ver» schiedeneS. Aufnabme neuer Mitglieder sowie Vertheilung der Mitgliedskarten. Fragckasten. Gäste haben Zutritt. Auch die Herren Meister find eingeladen. * Gauverein Berliner Bildhauer. Dienstag, den 16. d. Ml»., Abends 9 Uhr, außerordentliche Generalversammlung im Vereinslokal. Tagesordnung: Stellungnahme zu einer vom hiesigen Polizeipräsidium an den Verein gerichteten Auf- forde, ung, die Vereinsstatuten dem preußischen Vereinsgesetz anzupassen und binnen 4 Wochen zur staatlichen Genehmigung einzureichen, widrigenfalls die Leiter deS Vereins strafbar werden. * Fachverein sämmtlicher im Drechtlergewerk be. schäfligten Gewerksgenoffen. Versammlung Montag, den 15. März, Abends 8 Uhr, bei Gratweil. Kommandantenstr. 77/79 (unterer Saal). Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag. 3. Verschiedenes und Fragekasten.— Aufnahme neuer Miiglieder. Gäste willkommen.— BilletS zu der am 27. März stattfindenden Feier deS vierten Stiftungsfestes werden auSge- geben. Beztrttverei« der arb. Bevölkerung de» Südweste« Berlin». Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Versamm- lung am 15. d. M. ausfällt, dafür aber am Montag, den 22. d. M., eine außerordentliche Versammlung stattfindet. * Spar-«nd Kredit-Verein„Soltdaria". Den Mit- gliedern zur Nachricht, daß am 20. März, in Frahm's Gesell« schaftShauS, Oranienstraße 180, da» Stiftungsfest stattfindet. Billets, Herren 50, Damen 25 Vf., find zu haben bei Leh- mann, Naunynstr. 87; Konig, Engel-Ufer 6a; Vogel, Neu« Jakobstr. 7; Neunast, Manteusselstraße 89; Diitelbrand, Britzerstr. 16 und beim Vorfitzenden Janßen, Naunynstr. 67. * Grosse VolkS-versammlung Dienstag, den 16. März, Abends 8'/. Uhr, im Lokal„Sanssouci", Kottduserstr. 4-. Tagesordnung: 1. Soziale Fragen. Referent Reichstags- Abgeordneter Herr W. Hasenclever. 2. Diskussion. * Fachveret« de» Posamentirer, Seidenknopfmacher und Berufsgenoffen. Versammlung Montag, den 15. März, AbmdS 8Vi Uhr, Holzmarktstr. 72. Känigstädt. Kafino. * Ortskrankenkasse der Möbelpolirer. Sonntag, den 14. März, Vormittag» 10'/, Uhr, G üner Weg 29: ordentliche General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Jahresbericht über den Stand der Kasse. 2. Bericht der Revtstons- Kom- Mission. 3. Regelung der Krankenkontrole. 4. Anträge und Verschiedenes. * Flugtauben-Klub jeden Montag, Abends 9 Uhr, in Restaurant Preuß, Oranienstr. 51. ♦ Männeraefangverein„Schneeglöckchen" jeden Mon- tag Abend im Restaurant Naunynstraße 78. Kriefkasten der Redaktion. Sie uns derartige Ein« G. B. Kirchbachstr. Laffen smdungen etwas früher zukommen. G. L. Alexanderstr. Sie müssen fich direkt an da» Bureau wenden; durch uns können Sie die Rohleder'schen Fragebogen nicht bezieben. M. L. M. Am 10. Oktober 1875. R. S.. Skalttzerstrasse. Breslau hatte bei der Volks. Zählung im Jahre 1880 272 912 Einwohner. Die andere Frage eignet sich nicht zur Beantwortung im Briefkasten. O. Z. Dtessenbachstrasse. Disstdenten, d. h. solche, die in der vorgeschriebenen Form ihren AuSt itt au« der Kirche vor Gericht erklärt haben, find nach dem Gesetz vom 14. Mai 1873 von allen kirchlichen Lasten befreit, gleichviel, welcher Steuerstufe fie sonst angehören. «llMWW MM'ÄASS"K wCTW!/?£* Zause der GselliuS'schen Buchhandlung.___ Darob Sf" L7. sD««N Gute elegante Herren- und Knaben- Garderobe in großer Auswahl. Gute getr. Hosen v. 2 M. an. D. Sommerfeld, Oranienstr. 199.[848 Gute alte Betten, sowie 1 Lehnstubl, billig zu verk. D. Sommerfeld, Oranienstr. 199.[847 E. Schläfst, z. verm.Buckowerstr. 14 v. 4 Tr. 1.996 Roh-Tabak!! Die ganzen grosse« Kestände eineS in Konkurs gerathenen holländische« sehr bedeutenden Hauses haben wir wesentlich«»ter der Tare erworben und offe« riren daher enorm billig: Sumatra- Decke, vorzüglich in Brand und Farbe. Pfälzer-«. Kebuts-Umblatt und Aufardeiter. Pfälzer«. 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I Arbeiter-öeMsverew für den Osten Lerlivs. D i e n st a g, den 16. März, Abends S>/> Uhr, Versammlung in ilellms Lokal, Andceasstc. 3lt.21. Tagesordnung: 1. Vortrag de» Herrn Ephraim über: „Sit Stützen der modernen Weltanschauung". 2. Diikusston. Z. Verschiedenes. 4. Fcagekasten.[991 Gäste, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Um zahlreiches Erscheinen wird gebete ler Vor D. ten. -stand. Fachverein der Putzer. Mittwoch, den 17. Män. AbendS 8Vj Uhr, in Kcheff-r's Kalo«. Jnsel-Straße Nr. 10, Ältitglieder-Vers ammlung. Tagesordnung: Vortrag des Herm Dr. S t a h n. Vereiniangelegenheit.[956 _ Der Vorstand. Berliner Tischler. Aufgepasst. Eine große außerordentliche Generalversammlung findet am Mittwoch, AbendS 8 Uhr, im großen Saale von Keller, Andreas straße 21, statt. Das Nähere die Säulen. General-Vers ammlung deS Gauvereins der Maler Berlins am Dienstag, den 16. März, Abends 8 Uhr, in Gratmeit'« Kierhalle«, Kommandanten Straße 77-79. TageS'Ordnung: Kassenbericht; Verlesung der aufgenomme» 1. 2. 3. 957 nen und ausgeschlossenen Mitglieder. Wahl deS Delegitten und Verbands Angelegenheiten. Verschiedenes und Fragekastm. Der Vorstand. Oeffeutl. Versamml. der Bauanschläger Berlins und Umgegend am Dienstag, dm 16. März, Abends 8 Uhr, in Siegmrmd'» Salon, Linienstr. 8. Tagesordnung: Bericht der Revisoren.[984 _ I. A.: C. Becker. /achvereill der Tischler. Versammwng Montag, den 15. d. MtS., AbendS 8'/, Uhr, in Säger'« Kalo«, Grüner Weg Nr. 29. TageS'Ordnung: 992 1. Vortrag deS SchuhmachermeisterS Herrn Metzner. 2. DiSkusfion. 3. Verschiedenes. 4. Fragelasten.— Gäste willkommen.— Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Ben ollmäch t i gte. Verein zur Vertretung der Interessen der Arbeiterinnen. Dienstag, d. 16. März. Abends 8 Uhr. i Gratweil'S vierballen, Kommandantenstr.77/79, GemüthltcheS Betsammenset« m. Familie. Gäste find herzlich willkommm. Um recht zahlreiches Erscheinen bittet 983] Da» VergnügungSlomitS. Geueral-versammlnug d«S Fachvereinsd. Schneider am Montag, den 15. März ct., AbendS 8'/, Uhr, m Sratweil't Bierhallen, Kommandanteu- Straße 77/79(oderer Saal). Ta geSordnung: Quartalsabrechnung. Erörterung der künftigen Aufgadm deS Vereins] Vorlage der neu ausgearbeiteten Statuten; Beschlußfassung über dieselben.— Pflicht eines jeden Mitgliedes ist es, zu erscheinen. Aufnahme neuer Mitglieder. er Vorstand. 1. 2. 3. 975 Mein großer Saat ist noch Mittwoch, 17. März, frei. Gratweii'fche Lierhalleu 1001|_ Kommandantevftr. 77—79 Sophas und Matratzen sowie Polsterwaaren werden gut und auks Billigste hergestellt.[994 _ S. Kräme», Lindensttaße 107. Gi« Stand schöner Kette«, neu, 22 M., sofort zu verkaufen Reichenbergerstr. 183 im Kistengeschäft.__[989 Dameu-MaSke«. Kostüme find billig zu verleihen.[1011 __ Wittwe Tieh, Admiralstr. 13 II. Apvreteur-G-skch! 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Mittels gerichtlichen Vertrages hat Herr August von der Heyden jr. hier diese» BraM� Grundstück von den Henm Heyden u. Salge übernommen und dasselbe, wie es im Grunitm von Alt-Schönederg Band V. Nr. 271 verzeichnet ist, mit allen aufstehenden Gebäuden, Maschinen, Apparaten, Utensilien, dem leberchen und todten Inventar und den R'cktm aui � lausenden Pacht» und LieferungS-Verträgen, zum preise von M. 1,230,000.— in JL Aciien Gesellschaft eingebracht. Laut handelszerichtlicher Eintragung find demselben hietM � und 144 Stück Actien der Gesellschaft gewährt worden, während der Rest dieser Objekt bu» baare Zahlung dem Inserenten von der Gesellschaft vergütet wird. Nachdem eine vorübergehend aufgenommene Hypothek, behufs Auszahlung der stg. Befitzer in Höhe von M. 500,000.—, wieder gelöscht worden ist, stehen auf dem GruntW noch M. 674,000.— Hypotheken. Hiervon find M. 174,000.— amottifirbare Hypothek dt» t>» liner Pfandbrief- Amtes und M. 500,000.— rückzahlbar nickt vor dem 1. October 1891. Die Einbringung erfolgte frei von jedem Gründ-rgewin». Die Gesellsä. nur die Anwalts-, Notariats» und Revisionskosten; sämmtliche anderen GründungSkosten, El der Actien ic trägt daS GründungS-Consottium. Die Gesillschast hat den Betrieb der Brauerei vom 1. Februar d. I. übernommen-° erste GeschättSjahr endigt am 30. September 1886. Von da ab geht das Geschäftsjahr w 1. October bis zum 30. September. Der in die Gesellschaft mit M. 1,160,000— eingebrachte Grund und sowie die Kanlichkeite« haben nach einer im vorigen Monat geschehenen Aufnahme g«M vereideter Taxatoren einen Werth von: a. der 8666 □Dielet oder ca. 614 □Ruthen große Grund und Boden. M- b. die Baulichkeiten, deren städtische Feuerst äff« M. 693,700.— b-ttSgt........................ zusammen M. 1,481,*% und der reale Werth deS ganzen Grundstücks nach Abzug aller UnterhaltungS-Kostm und" gaben ist auf M. 1,339.006.60 taxirt. �. Die Uedernahme der Bestände erfolgte: DaS Bier zum Preise von M. 16 per 3% daS Malz zu M. 14 per Centner und der Hopfen zum Fakturapreise zwischen M. 140— C Centner. Für die an die Gesellschaft übergegangenen Außenstände hat Herr S' der Heyden jr. die Garantie auf die Dauer eines JahreS von Eintragung der Ge! übernommen.. Der Umsatz der Brauerei bewegte stch bisher in bescheidenen Grenzen, eS wurde. Hauptwerth auf den auf dem Grundstück befindlichen eigenen Ausschank gelegt. Der Gesam absaiz betrug in den beiden letzten Jahren durchschnittlich je 23 400 Sertolitee u"v bei einem GesellschattS Capital von rot. M. 610,000,—«ach Zlbzua aller «ttd reichlicher Abschreibung eine» jährlichen Netto-Gewin« von M. 68,500.-* j Durch Aufstellung einer Linde'schen EtSmaschrne, die vorauSfichtlich im nächsten � in Betrieb kommt, werden große Keller, die zur EiSlagerung benutzt wurden, zur Bierlag" � frei. Hierdurch und durch Vergrößerung deS Betriebes, wozu die Mittel reichlich vochaa find, wird die Feistnngofähigkeit der Sranerei wesentlich erhöht werde«.™ dem Brauerei- Grundstück Lützow-Straße 111/112 befindliche Ausschank soll durch Vetßt' der Garten-Anlage ic. noch weiter gehoben werden...«t Die Direction des Unternehmens ist dem bisherigen Leiter desselben, Herrn August der Heyden jr. übertragen, welcher fich verpflichtet hat, binnen 10 Jahren in Berlin oder zehnmeiligem Umkreise keine Brauerei zu errichten, ,u betreiben, oder fich an der Leitung solchen zu betheiligen. Der seit 15 Jahren in der Brauerei thätige Braumeister ist dura w jährigen Contract für die Gesellschaft gewonnen. Zu Mttgliedem deS ersten AufstchtSratheS wurden gewähtt: Herr Julius Bettinetti, „ LouiS Rothschild, in Firma S. u. L. Rothschild, „ Max Müller, in Firma Theov. Werther u. Co. Nachfolger, „ Rudolph Retßner, sämmtlich zu Berlin. Die Bilanz per 1. Februar 1886 lautet folgendermaßen: Actiya. Bilanz per 1. Februar 1886. kassir» 1. Grnndstnck-Gonto... 2. Gebände-Sonto.... 3. Maschinen« Kranerei- Zltenstlien-Gontv.... 4. Fastagen-Cont»..... 5.«arten-«nd Fostal- Inventar-Conto... 6. Flaschensteller- Ilten ft- lten-Conto........ 7. Pferde- und Magen- Ssvntv.......... 8. Pvrräthe: a. Bier..... 62,192.- b. Hopsen... 12,396.30 c. Malz.... 24387.02 d. Gerste____ 6,034.75 e. Nebenprodukte «.Materialien 6 863.50 9. Guthaben beim Berliner Pfandbrief Amt...... 10. Debitor»«......... 11. Guthabe« b. Kandier. 12. Cassa«nd Wechsel... M. 675000 475000 30009 30000 10000 1500 10700 111873 28994 25085 400000 2674 1800827 Pf- 57 19 53 J2 41 1. Capital-Konto... 2. Hypotheken-Gonto 3. Creditore» '# Kerli«. dm 13. März 1886. Victoria Brauerei Actien-Gesellschaft. Anernst Ton der Heyden jr. in den Unter Bezugnahme auf vorstehenden Prospect legen wir hierdurch die Actim Brauerei Actien-Gesellschaft am Mittwoch, de« 17. März er., üblichen GeschästSstunden unter folgenden Bedingungen zur Subscription 1. Der SudscriptionspreiS ist auf 116 p«t. festgesetzt, zuzüglich 4' w 2,% S IÄ Ä«. W 9�� 3. Ä'ÄfÄteÄt... M.«- . �"ug nach unserem Ermessen unter Benachrichtigung an die Zeich»* � eri 4. 5Dlt Abnahme der zugetheilten Actten hat vom Ä4. bt« 61-~ Die Statutm find bei uns erhälllich. Kerli«. 13. Mär, 1886., ,»14 8.& L. EothscbxW' NW, Heflelplatz 2. Verantwortlich« Nthattots».« enhet» tu»vltu.»ruck und»«lag von Max vading tu»erli« 8W,»euthstraße