Nr. 277. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements= Preis pränum.: Bierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg., Sonntags Nummer mit illustrirter Sonntags: Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband für Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Eingetragen = in der Post Beitungs Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. 32 Vorwärts 13. Jahrg. Infertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzelle oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Jernsprecher: Emt I, r. 1508. Telegramm Adresse: Bozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Die Novelle Donnerstag, den 26. November 1896. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. von diesen gewählt, die der Arbeiter von den Krankenkassen- Ebensowenig ist unsere Forderung berücksichtigt, daß die Vorständen, bei deren Wahl die Arbeit geber auch noch ein Rente nicht nur zwei Drittel des Durchschnitts. zum Unfallversicherungs- Gelek. Drittel Stimmrecht haben! In den Schiedsgerichten ist Iohns betrage, sondern diesem gleich sei, und daß der 4 M. Dem Reichstag ist soeben ein Gesetzentwurf, betreffend die vollem Recht seitens der der Einfluß des Unternehmerthums so groß, daß mit übersteigende Tagesarbeitsverdienst voll, nicht nur zu ein Recht seitens der Arbeiter über dieselben Abänderung des Unfallversicherungs- Gesetzes zugegangen. Minister tlagt über dieselben ge- Drittel angerechnet werde. wird. Beweis: Die große Zahl der v. Bötticher hatte schon 1890, als unsere Fraktion eine Reibe den Arbeitern angemeldeten Berufungen beim Reichs- unfa113 an, nicht erst nach Arlauf von 13 Wochen Ferner forderten wir, daß die Rente vom Tage des von Verbesserungsanträgen zu diesem Gefeße stellte, versprochen, Versicherungsamt! 1895 wurden beim Reichs Versicherungsamt gezahlt werde. Auch dies blieb unberücksichtigt und nach wie vor daß demnächst eine Novelle erscheinen werde. Nun, nach 1222 Beru ungen in der gewerblichen Versicherung bezüglich Feit- find dadurch die meisten der Unfälle von den Krankenkassen zu fast 6 Jahren ist sie endlich gekommen; daß sie aber den besetzung der Rentenhöhe entschieden, von denen 213 rechtigten Erwartungen entspricht, die das arbeitende Volk von den Berufsgenossenschaften, den Vertretern der Unter- rathung des Gesetzes und 1890 wiederum gestellter Antrag, daß 16,1 pt. bezahlen. Zum theil berücksichtigt wurde unser 1883 bei Be an dieselbe zu stellen hat, wagt nicht einmal die nehmer, angemeldet waren, dagegen 1009= 83,9 pt. von die Unfallrente vor Ablauf der 18. Woche von der Berufs Regierung in der Begründung der Vorlage zu behaupten, den Arbeitern, d. h. von diesen fünfmal so viel. Und genoffenschaft gezahlt werden soll, wenn der Verletzte früher obwohl sie es sonst an tühnen Behauptungen in derselben nicht wenn dem Arbeiter nicht leider so oft der sachverständige Beirath geheilt wird, somit von der Krankenkasse nichts mehr er fehlen läßt. in diesen schwierigen Prozessen fehlte, während den Berufsgenossen hält, und, obwohl er schon vor der 13. Woche erwerbsSo fagt fie schon in den ersten Zeilen, daß sich das Unfalls schaften Juristen genügend zur Verfügung stehen, so wäre die unfähig ist, doch erst nach dieser eine Rente bekommt. versicherungsgefeß fowohl nach seinen Grundlagen als auch Bahl der Berufungen und der für die Arbeiter günstigen Entwurf verpflichtet die Berufsgenossenschaft für diesen Fall zur in seinen einzelnen Bestimmungen im wesentlichen als Entscheide noch höher. zweckmäßig erwiesen" habe. sofortigen Zahlung einer Rente, aber nur bis zur Höhe des Krankengeldes. Der Diese Zweckmäßigkeit aber zu beweisen, hütet sie sich; bisherigen Wirksamkeit dem Unternehmerthum ein Dorn im Auge, Aber das Reichs- Versicherungsamt ist nun einmal in seiner im Gegentheil: 14 Beilen später giebt sie zu, daß die Grundlagen da es zahlreichen Arbeitern, die von den Schiedsgerichten um die dehnen, ist wiederum nicht erfüllt. Ausgedehnt wird die Unsere Forderung, das Gesetz auf alle Arbeiter auszuunzweckmäßig sind und eine Verschmelzung der Unfallversicherung mit der Kranken- sowie der Invaliditäts- und ihnen zukommende Reute gebracht werden, zu derselben ver- Unfallversicherung auf alle Bauarbeiter, nicht nur dann, Altersversicherung wünschenswerth" ist. Warum diese holfen hat. Der Minister Herr v. Bötticher steht zum Direktor wenn sie auf dem Bau, sondern auch, wenn sie in Wertstätten von uns stets verlangte, von der Regierung endlich als des Reichs- Versicherungsamtes, Dr. Bödicker, in einem, wie alle arbeiten. Ferner wird das Gesetz ausgedehnt auf die mit wünschenswerth bezeichnete Verschmelzung nicht vorgenommen Welt weiß, seit Jahren gespannten Verhältniß. einem Handelsgewerbe verbundenen Lager und Fuhrwerts wird, wird in den Motiven damit erklärt, daß es bisher Unsere Fraktion wird selbstverständlich alles aufwenden, betriebe, sowie auf bäusliche und andere Dienste, nicht gelungen ist, dafür annehmbare Grundlagen um diese Verschlechterung des Unfallversicherung zu denen versicherte Personen neben der Beschäftigung im aufzufinden." Zu diesen annehmbaren Grundlagen rechnet Gesetzes zu hintertreiben; hoffentlich finden sich auch noch Betriebe( gewerblichen wie landwirthschaftlichen) von ihren die Regierung die bisherige, dem Unternehmerinteresse angepaßte in den anderen Parteien Gegner dieser Woedtke- Wötticher'schen Arbeitgebern oder deren Beauftragten herangezogen werden. Organisation, die berufsgenossenschaftliche Selbst. Vorschäge; denn es wäre doch ein gar zu trag komisches Schau- Außerdem können sich selbständige Gewerbtreibende, verwaltung, deren segensreiche Wirksamkeit" spiel, wenn zur selben Zeit, wo der Reichstag sammt der Re- die weniger als 2000 m. verdienen oder nicht regelmäßig ausdrücklich gepriefen wird. gierung die Berufung in Straffachen für nothwenigstens einen Lohnarbeiter beschäftigen, selbst versichern; Und der Respekt oder wohl richtiger gefagt, die Unterwendig erklärt, er diese Berufung in Unfall angelegenheiten durch Statut tann bestimmt werden, daß sich auch Unterwürfigkeit vor dieser Unternehmer Organisation wird abschaffen würde. nehmer mit einer höheren Einnahme versichern können. Soweit getrieben, daß die Vorlage zwar einzelne von uns längst Oder soll etwa das Unternehmer interesse, das durch Dadurch ist es z. B. den Arbeitern einer Arbeitertolonne, geforderte Werbefferungen bringt, hauptsächlich aber den Wünschen einzelne tleine Verbefferungen in der Vorlage gefiänkt ist, da- wie diese bei Hafenarbeiten üblich sind, zwar möglich, sich selbst der Unternehmer Rechnung trägt und die„ fegensreiche Wirkung" durch wieder versöhnt werden, daß man ihm die fast un- zu verüchern, aber auf ihre eigene Rechnung, nicht, wie es der Berufsgenossenschaften zum Unsegen der Arbeiter noch mehi umschräntie Macht giebt, das Gefeß auszulegen und da sich gehörte, auf Kosten der auftraggebenden Firmen, jeder dem Unternehmereinfluß entzogenen Revision entrücken durch auch wieder die Zugeständnisse an die Arbeiter hinfällig zu denn ein Erkenntniß des Reichs Versicherungsamts hat 1891 diefe will, indem das beste und wichtigste Glied des bisherigen machen? Arbeiter als selbständige Unternehmer bezeichnet. schiedsgerichtlichen Verfahrens unterbunden werden soll, so daß es zu Einige Berbesserungen bietet der Entwurf, wenn auch keines: Die von unserem Genossen Schwarz Lübeck 1890 im einer rein bureaukratischen Behörde herabfintt. Dem Reichs- Ver- wegs die von uns wiederholt im Reichstage geforderten. 3 Reichstage angeregte Ausdehnung der Seeversicherung ficherungsamt und das ist der einschneidendste Vorschlag nächst hatten wir stets verlangt, daß die Wahl der auf Besetzungen von Seeschiffen mit einem geringeren Bruttofoll seine bisherige Wirksamkeit als Revisions. Beisiger zum Schiedsgericht nicht wie es jetzt der Fall ist, aumgehalt als 50 Kubikmeter ist in das See- Unfallversicherungsgericht, das bei Berufungen jeden Fall in all seinen Einzelheiten durch die Vorstände der Krankenkassen stattfindet, wobei noch Gesetz aufgenommen worden, ebenso die von uns verlangte nachprüft, entzogen werden, und anstelle dessen soll es die Mitglieder der freien Hilfstassen vom freien Wabl- Ausdehnung der Versicherung auf Seefischer aller Art. nur noch eine Retur 3 instanz bleiben, der wie beim Reichsgericht recht ausgeschlossen sind, sondern daß die Wahl mittels im Prozeßverfahren nur die Nachprüfung der formellen gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts Entscheidungsgründe, nicht mehr des Thatsächlichen, durch die Bersicherten vollzogen werde. zusteht. der Novelle Ferner forderten wir, daß die Rente nicht nur von den Das ist eine Verschlechterung des Gesetzes schlimmster Art Organen der Berufsgenossenschaft, die an der Jeffeßung der zu ungunsten der verunglückten Arbeiter und zu gunsten der Rente interessirt ist, sondern unter Hinzuziehung direkt geUnternehmer. Dabei wird die bisherige Zusammensetzung der wählter Arbeitervertreter festgesetzt werde. Schiedsgerichte auch noch verschlechtert, anstatt 6 Bei- Von all dem ist im Entwurf nicht die Rede, im Gegenfizer nur 4-; ohnehin sind schon in den Schiedsgerichten theil, das Recht der Arbeiter ist, wie wir zeigten, durch Beseitigung die Beisitzer aus den Reihen der Unternehmer nur der Berufung noch verkürzt worden. 128] Rienzi. Der letzte der römischen Volkstribuuen. Roman von Edward Lytton Bulwer. in diesem Augenblicke vergessen, sie wurde kaum weniger bewillkommt, kaum weniger angebetet, als ihr Gemahl. Und ihr freudeathmendes Lächeln, der begeisterte und gebietende Ausdruck od als für die Herrschaft geboren zu sein. Darauf kam ein Zug von Trompetern und Fahnen- Riebe, az irer Büge, nie schien sie mehr ſowohl für die der Kardinal ſeine Absicht erreicht hatte, das Gebiet des " Dagegen bleiben nach wie vor von der Versicherung u. a. ausgeschlossen: Handwerk, Kleingewerbe und häusliche Dienstboten und zwar, wie die Begründung glauben machen will, aus der Besorgniß, daß dann eine große Anzahl fleiner Unternehmer zu Nachweisen über Lohn u. 1. w. herangezogen und dadurch zu schriftlichen Arbeiten außerordentlich vermehrt würden. In Wirklichkeit ist wohl weniger die Abneigung gegen Hänfung an Schreibarbeit die Ursache der Ablehnung, sondern die Angst davor, daß dann die große Zahl von Klemmeistern in den Berufsgenossenschaften betrachteten, als eine Figur auf dem großen Schach brett, welche, wie es die Pläne des Spielers erforderten, bewegt, vorgerückt oder aufgeopfert werden konnten. Als Bapstes zurückzuerobern, den Johann di Vico zu unterträgern, und der Klang der Musik wurde jetzt übertönt Doch nicht auf jener stattlichen Gestalt verweilte der werfen und den Temagogen Baroncelli zu stürzen, hielt durch ein Geschrei, welches die Siebenhügelstadt bis in Blick Adrian's, bleich, athemlos, zitternd lebute er sich an er es feineswegs für rathiam, den talentvollen und ehrihre Grundveſten zu erschüttern schien. Rienzi! Rienzi! die Mauer, an der er stand. War es ein Traum? war die geizigen Rienzi in einer so hohen Stellung Rom zurückwillkommen! willkommen! Freiheit und Rienzi! Rienzi Todte wieder auferstanden? Oder war es seine eigene, seine zugeben. Selbst sein großer Geist fürchtete den des fühnen und der gute Staat!" Auf seinen Weg wurden Blumen lebende Frene, deren sanfte Schwermuth an der Seite der Römers und er konnte durchaus die Politik nicht begreifen geworfen; aus allen Fenstern wehten wehten Tücher und majestätischen Nina erschien, wie ein Stern neben dem oder berechnen, welche der neue Senator annehnien Banner man sab Thränen bärtige Wangen beneßen; Mond. Der prächtige Aufzug entschwand seinen Augen, würde, wenn er nochmals über Rom zu gebieten hätte. die Jugend und das Alter knieten zusammen mit erhobenen alles wurde dunkel und undeutlich. Einen Augenblick ver- Ohne sich daher den Schein zu geben, als wolle er ihn Händen Segen auf das Haupt ihres Befreiers er- lor er das Bewußtiein. Als er wieder zu sich fam, er- zurückhalten, weigerte er sich, ihm zu seiner Wiedereinsehung flehend. Er fam, der Senator- Tribun. blickte er nochmals die anmuthige Gestalt Frenen's, die aber behilflich zu sein, und Rienzi befand sich nur einen fleinen Rienzi, ganz in Scharlach gekleidet, der im buchstäb- durch Fahnen und Paniere bald wieder seinen Blicken ent- Tagemarsch von Rom entfernt, ohne einen einzigen Krieger lichen Sinne des Wortes in Gold erglänzte, sein kühnes zogen wurde. Sein Blut strömte aus seinem Herzen ge- zu seiner Verfügung zu haben, der ihn gegen die Barone Haupt entblößt, der Sonne ausgesetzt, ritt langsam durch waltig durch jede Ader. Sein Zustand war wie der eines beschützen konnte. Aber der Himmel hatte beschlossen, daß die Menge. In dem Hochgefühl, das seine Brust in jener Mannes, welcher Jahre lang in einer schrecklichen fein einzelner Mann, so mächtig oder einflußreich er Stunde erfüllte, waren auf seinem Antlig die Zeichen von Bewußtlosigkeit darniedergelegen hat und plößlich wie sein möchte, lange dem Schicksal Rienzi's entgegenKrankheit und Sorgen nicht sichtbar. Die Hoffnung der zu dem Licht des Tages erwacht. wirken sollte. Vielleicht entwickelte er in keiner andern, funkelte in seinen Augen, der Triumph und die Herrschaft Außer Adrian blieb nur noch ein Mann in jener zahl- wenn auch glänzenderen Periode seines Lebens einen so thronten auf seiner Stirue. Die Menge war ihrer selbst losen Menge und in dem lebhaften Treiben bewegungslos gewandten Geist, als jetzt, indem er der List des nicht mehr Meister, einer drängte den andern, und jeder auf seinem Plate. Es war Cecco del Vecchio. Kardinals sich entzog. Nachdem er sich nach Perugia war begierig, dem Blick des Tribunen zu begegnen," Er sah mich nicht," murmelte der Schmied bei sich begeben hatte, war es ihm gelungen, wie wir den Zipfel seines Gewandes zu berühren. Er selbst selbst, alle feine früheren Freunde sind jetzt vergessen. bereits gehört haben, durch die Brüder Monreal's sich wurde durch diese allgemeine Freude sehr gerührt. Er hielt Gut, gut! Cecco del Vecchio haßt. immer noch Tyrannen, Bewaffnete und Geld für seine Rückkehr zu verschaffen. Der an- mit stammelnden und gebrochenen Worten versuchte sie mögen fich nennen wie sie wollen, und noch so gleiß- Johanniterritter irrte sich aber sehr, wenn er sich einbildete, er das Volk anzureden. Ich bin belohnt," sagte er, be- nerisch sich verstellen. Er sah mich nicht! Ha!" lohnt für alles, möge es mir gelingen, Euch glücklich zu machen!" 3weites Rapitel. Die Maskerade. daß Rienzi nicht vollkommen die gefährliche und mißliche Art der Hilfe, die er erlangt hatte, zu würdigen wisse. Sein scharfes Auge übersah auf einen Blick die Absichten und die Charaktere der Brüder Monreal und er wußte, Die Menge trennte sich wieder, der Senator ritt weiter; hinter ihm hätte die aufgeregte Einbildungskraft wähnen Der scharfsinnige Leser hat bereits die Ereignisse in daß, während sie sich das Ansehen gaben, als wollten fie können, die Göttin des alten Rom zu erblicken. dem Leben Rienzi's seit seiner Freisprechung in Avignon ihm für seine Zwecke behilflich sein, sie nun ihn beaufsich bis zu seiner Rückkehr nach Rom errathen. Als der Ein- tigen würden, und daß, als Schuldner des habgierigen und druck, den das Benehmen Nina's auf das sanftere und ehrgeizigen Monreal und von den Truppen umgeben, die bessere Jch des Kardinals anfangs machte, nach und nach dessen Bruder herbeigeführt hatte, er sich in einem Netz schwächer wurde, betrachtete er natürlich seinen Gast, wie befinde, welches, wenn er es nicht durchbreche, seinen Unterdie Politiker jener Beit immer die Menschen im allgemeinen gang herbeiführen werde. Den Hilfsquellen und der Kraft Auf einem Pferde, mit einer goldgestickten Decke belegt, saß in schneeweißen Gewändern, die mit Edelsteinen besetzt waren, welche das Licht des Tages überglänzten, die schöne und königliche Nina. Die Erinnerung an ihren Stolz, an ihr hochfahrendes Wesen, an ihre Prunksucht, alles war die Mehrheit bekämen, was den großen Unternehmern nicht in den Kram paßt. Und da die Arbeiter im Kleingewerbe und vor allem die Dienstboten nicht organisirt sind, bilden sie ja für das Uuternehmerthum wie für die Negierung eine nicht zu berücksichtigende„ungefährliche" Masse. Auch die H a n d lung s g e h i l f e n, soweit sie Nicht bei Trausport- und Lagereibetrieb beschäftigt sind, und die Gast« wirthsgehilfen sind nach wie vor von der Versicherung ausgeschlossen, so nothwendig sie auch für sie wäre. Selbstverständlich wird sich unsere Fraktion dieser Stief- kinder der sozialen Fürsorge annehmen und beantrage», daß auch sie der Versicherung theilhaftig werden. V o r t h e i l e wendet der Entwurf den Arbeitern nur in geringem Maße zu. Zu den entschädigungsberechtigten Hiuterbliebeneir sollen auch nach dem Entwurf die elternlosen Enkel gezählt werden, das vaterlose Kind erhält, wenn es mutterlos wird. 20 pCt. anstatt wie bisher 15. und auch für den Fall, daß die Mutter zivar lebt, aber erwerbsunfähig ist oder wird. Ferner bekommen auch Kinder einer alleinstehenden 'veiblichen Person die Rente zugesprochen, ebenso der W i t t w e r und die Kinder, denen durch den Unfall die Er- n ä h r e r i n geraubt wird, ein Zugeständniß an die sonst so oft bestrittene Umgestaltung der modernen Familie, in der die F r a u die Ernährerin des Haushalts ist. Auf verschiedene andere Einzelheiten des Entwurfs kommen wir noch eingehend zurück; im ganzen zeigt er, daß das alte Prinzip der jetzigen Gesetzmacherei, Verbesserungen zu gunsten des Volkes nur dann zu gewähren, wenn gleichzeitig erhebliche Verschlechterungen der bestehenden Gesetze vorgenommen werden, auch hier in Geltung treten soll. Ganz wie bei der Esternacher Springprozession: einen Schritt vorwärts» zwei Schritte zurück. VolUipche Acbei-stchk. Berlin, 25. November. Aus dem Reichstage. Das Interesse der Ab- geordneten an den Verhandlungen über die Justiznovelle vermindert sich von Tag zu Tag. Nur die Kommissions- Mitglieder halten es noch für ihre Pflicht, den Debatten zu folgen und sie tragen auch die Kosten derselben. Heute wurde die Debatte bei Z 244 aufgenommen, welcher von der Beweisaufnahme handelt und im Effekt auf eine Ein- schränkung der Rechte des Angeklagten hinausläuft. Nachdem sich die Juristen zwei Stunden über den Paragraphen unterhalten hatten, wurde derselbe angenommen. Die weiteren Paragraphen bis zu Z 354 der Vorlage fanden hierauf ohne wesentliche Debatten ihre Erledigung. Z 354 handelt von der Berufung, welche in Zukunft auch gegen die Urtheile der Strafkammern der Landgerichte zulässig sein soll. Nach der Vorlage der Regierung, welcher die Kommission beigetreten ist, soll dem Angeklagten, aber auch der Staatsanwaltschaft das Recht der Berufung zustehen. Von den Abgeordneten Becfh und Munckel liegt nun ein Antrag vor, wonach„die zum Nachtheile des Angeklagten eingelegte Berufung nur auf Anführung neuer Thatsachen oder Beweis- mittel oder darauf gestützt werde» kann, daß das Urtheil auf einer Verletzung des Gesetzes beruht. Das Gesetz ist verletzt, wenn eine Rechtsnorm nicht oder nicht richtig an- gewendet ist.* Zu diesem im Interesse des Angeklagten hochwichtigen Antrage, der zunächst von Munckel begründet wurde, sPrachen außerdem Haußmann(Vp.), der Ober-Regierungs- rath v. Lenthe gegen und Beckh dafür. In der Ab- stimmung wurde der Antrag abgelehnt und dann beim § 364 die Verhandlung vertagt. Morgen I Uhr Tagesordnung: Sozialdemokratische Interpellationen.— DaS preußische Abgeordnetenhaus trat am Mittwoch in die erste Berathung des Gesetzentwurfs betr. die T i l g u n g von Staatsschulden und Bildung eines Ausgleichs- f o n d s ein. Dieses sogenannte Automatengesetz, ein Lieblings- Projekt des Finanzministers, bestimint, daß vom nächste» Etats- jähre ab eine Tilgung von Staatsschulden in Höhe von 1j2 pCt. der Staatskapitalschuld in den Etat einzustellen ist. Falls sich nach der Jabresrechnung ein Ueberschuß des Etats ergiebt, so ist derselbe zunächst zur Bildung eines Ausgleichsfonds i» Höhe von LOMill. M. zu verwenden. Der darüber hinausgehende Betrag des Ueberschusfes wird zu einer weiteren Tilgung von Staatsschulden bezw. Verrechnung auf bewilligte Anleihen verwendet. Ergiebt sich nach der Jahresrechnung ei» Fehlbetrag, so ist derselbe aus dem Ausgleichsfonds bis zur jeweiligen Höhe des letzteren zu decken. Die Vorlage bedeutet also nicht mehr und nicht weniger als eine erhebliche Beschränkung des ohnehin schon kümmerlichen Budgetrechts desLandtags. von dessen Bewilligung das, was bisher schon jährlich in den Etat «ingestellt wird, unabhängig gemacht wird. Es wird dem Abgeord- netenhause nicht nur die Beschlußfassung über die Verwendung seines eigenen Genies vertrauend, tröstete er sich jedoch mit der Hoffnung, daß er die zu seinen eigenen Werkzeugen machen werde, die dasselbe mit ihm beabsichtigten, und da ein so hohes Ziel ihm vor Augen schwebte, so kümmerte ihn wenig die Schlauheit der Gegner, die er zu über- wältigen hatte. Da er mit seinen edlen Eigenschaften eine tiefe Ver- stellungsgabe verband, schien er seinen provenyalischen Ge- fährten das vollkommenste Zutrauen zu gewähren und seine erste Handlung, als er nach dem Triumpheinzuge das Kapitol betrat, war, den Annibaldo und Brettone von Mon- real mit den höchsten Würden, über die er verfügen konnte, zu belohnen. In jener Nacht fanden glänzende Festlichkeiten in den Sälen des Kapitals statt, aber das Lächeln Nina's war Rienzi von höherem Werth, als die glänzende Pracht, die ihn wieder umgab. Indem sie ihre feurigen und bewundernden Augen, mit Thränen des Entzückens gefüllt, auf seine ge- liebten Züge richtete, fühlte sie nun mit doppeller Wonne, daß sie wieder vereinigt seien. Ganz anders waren die Gedanken Adrian Colonna's in dem einsamen Palast in jener, jetzt so verödeten Gegend der Stadt, den einst sein mächtiges Geschlecht mit dem leb- haftesten Treiben erfüllte, Irene lebte also noch, er mußte sich getäuscht haben, sie war der furchtbaren Pest ent- gangen, und die stille Trauer in ihren Zügen selbst an jenem Tage des Triumphes sagte ihm, daß er noch nicht vergeffen sei. Als sein Geist nach und nach von dem ersten berauschenden Entzücken sich wieder erholt hatte, konnte er die Frage nicht zurückweisen, ob sie nicht noch serner ge- trennt bleiben müßten. Stefanello Colonna, der Enkel des alten Stephan und durch den Tod seines Vaters und Bruders das jugendliche Haupt jenes mächtigen Hauses, hatte sich bereits gegen den Senator erklärt. In dem fast uneinnehmbaren Kastell von Palestrina hatte er alle Anhänger seiner Familie um sich versammelt, und seine zügellosen Söldner verwüsteten schon die benachbarte Gegend. (Fortsetzung folgt.) von Ueberschüffen bis zu einer gewisse» Höhe entzogen, sondern es wird noch weiter gesetzlich festgelegt, daß ein die Summe von 80 Millionen übersteigender Betrag des Ueberschusfes nur zur Tilgung von Schulden verwendet werden darf. In der einleitenden Rede bestritt der Finanzminister natürlich, daß durch die Vorlage das Budgetrecht des Abgeordnetenhauses beschränkt würde; ein Ausgleichsfonds sei nothwendig, um unsere Finanzpolitik von den schwankenden Eisenbahn«Einnahmen loszulösen. Zu seinem Unglück er- innerte Dr. M i q n e l an die Haltung der Fortschrittspartei zu dem Konsolidationsgesetz vom Jahre 1869; die Fortschritts- partei hatte sich damals bekanntlich gegen das Gesetz aus- gesprochen und dafür plädirt, eine bestimmte, von der jeweiligen Finanzlage unabhängige Tilgung einzuführen. Durch die Auf- frischung dieser Erinnerung bot Dr. Miquel dein ersten Redner gegen die Vorlage, dem Abg. Richter, der ihm ohnehin in Finanzfragen mindestens ein ebenbürtiger Gegner ist, Gelegen- heit, scharf mit dem Finanzminifter ins Gericht zu gehen. Dr. Miqnel halte nämlich nur die damals von den ortschrittsleuten gehaltenen Reden zur Begründung seiner orlage verlesen, er vergaß aber, das zu zitiren, was er selbst als Abgeordneter im Jahre 1869 gesagt hatte, und was mit seinen heutigen Ausführungen nicht im Einklang steht. Unter großer Heiterkeit des Hauses bemerkt Richter, daß Dr. Miquel 1869 der radikalste Gegner der Zwangsamortisation gewesen sei, und daß es den Anschein erwecke, als habe der Minister dem vortragenden Rath gesagt, er solle zur Begründung der Vorlage gerade das Gegentheil von dem schreiben, was er 1869 gesagt habe. Treffend wies Richter auch auf die großen Forderungen des Reichs für Flottenpläne hin, die einer subjektiven Liebhaberei entspringen. Die Entgegnung des Finanz- Ministers war recht schwach, offenbar kränkte ihn die Erinnerung an seine Vergangenheit. Für die Vorlage sprachen noch Dr. Sattler(natl.) und Graf L i in b u r g- S t i r u in(kons.). der im Namen seiner Partei erklärte, daß sie das Budgetrecht nur als ein finanzielles, aber niemals als politisches Recht auf- gefaßt habe. Die Konservativen haben also gegen eine Ein- schränkung des Budgetrechts nichts einzuwenden. Gegen die Vorlage traten die Abgg. G o t h e i n(frs. Vp.) und Bachem(Z.) ein. Letzterer wandte sich bei dieser Gelegenheit auch gegen die Marineforderungen im Reich, aber wer weiß, ob die Stand- haftigkeit des Zentrums bis zum entscheidenden Moment anhält? — Die Berathung wird morgen fortgesetzt.— Vereinsgesetzliches. Die Offiziösen sind sehr schnell in Bewegung gesetzt worden, um gegen die in unserem Leit- artikel vom 21. d. M. gemachten Mittheilungen loszuziehen. So findet sich in zahlreicheu Blättern die folgende Notiz: „Es dürfe als feststehend betrachtet werden, daß in dem neuen Gesetzentwurf neben der Koalitionsfreiheit Bestimmungen enthalten sind, die die M a ch t b e f u g n i ß der Regie rung gege näher dem Mißbrauch des freien Vereins- und Versa nimlungsrechles erheblich stärken, namentlich soweit die öffentliche Sicherheit und der öffentliche Friede in Frage komme». Dagegen denke man gar nicht daran, was von sozialdemokratischer Seite bereits als beabsichtigt be- zeichnet worden ist, wirthschaftliche und gewerkschaftliche Ver- einigungen, soweit sie berechtigte Ziele verfolgen, in ihrer Entwicklung und Thätigkeit zu beschränken." Was das heißen soll:„Die M a ch t b e f n g n i ß der Regierung gegenüber einem Miß- brauch des freien Vereins- und Versa mm- l u n g s r e ch t e s erheblich stärken"— wird man sehen, wenn die Katze endlich ans dem Sack gelassen wird. Die Koalitionsfreiheit ist jetzt schon Reichsrecht; aber wie diese Koalitionsfreiheit aussieht, davon wissen die Arbeiter ein ganz besonderes Lied zu singen. Die gewundene offiziöse Mittheilung, die aus der „N. B e r l. K o r r." stammt, und mit einigen unwesentlichen Aenderungen sich in vielen Zeitungen findet, sieht einer Be- stätigung unserer Angaben sehr ähnlich. Was gegen den angeblichen Mißbrauch des Vereins- und Versammlungsrechts gerichtet sein soll, richtet sich gegen die Sozialdenwkratie, die Veröffentlichung des Entwurfs wird das zeigen. Lachen macht uns die versuchte Ab- leugnung, daß man wirthschaftliche und gewerkschaftliche Vereinigungen in ihrer Entwickelung und Thätig- keit beschränken wolle. Dieser Ableugnung ist ein Appendix beigefügt, der uns den Pferdefuß verräth. Soweit sie„berechtigte Ziele verfolge u", sollen Gewirk- schaften nicht beschränkt werden. Kostbar! Die Bestim- mungen, die zur Wahrung des„öffentlichen Friedens" aus- geklügelt wurden, werden dem„freien Ermessen"— wie es den sächsischen Behörden bezüglich der Auslegung des Vereinsgesetzes vom Minister des Innern zugebilligt ist und in bekanntem Maße geübt wird— einen solchen Spielraum lassen, daß ängstliche Naturen eine Störung des„öffent- lichen Friedens" in der Thätigkeit der Gewerkschaften er- blicken und demnach eine Verletzung des Gesetzes daraus konstruiren können. Wer nicht blind ist, der sieht, daß eine Beschränkung der sozialdemokratischen und gewerkschaftlichen Organisationen geplant ist, die zum theil die durchgefallene Umsturzvorlage ersetzen soll. Man sei also überall auf dem Posten und lasse sich durch offiziöse Schmierereien nicht in Sicherheit wiegen.— Noch einmal Briiscwitz. Woher die günstige In- formation des Kriegsministers über den Brüsewitz stammt, läßt sich aus folgendem schließen. In der Rang- und Quartierliste für das Jahr 1893 wurde Herr v. Brüsewitz als Adjutant bei dem III. Bataillon des Infanterie- Regiments Nr. 199 in Karlsruhe aufgeführt. Der Major jenes Bataillons war aber damals Herr v. Goßler, der Bruder des jetzigen Kriegsminist e rs. Gegenwärtig ist der frühere Major v. Goßler Stabschef in Breslau. Vielleicht ist der Kriegsminister durch die Ver- trauensstellung, die früher v. Brüsewitz als Adjutant bei seinem Bruder bekleidete, zu seinem günstigen Urtheil über den Karlsruher Todtschläger gekommen.—- Strengere Strafe« für sogenannte Beleidigung fordern einige Junker, uni das Duell gegenstandslos zu machen. Mit Recht führt die„Vossische Zeitung" aus, daß beide Dinge garnichts mit einander zu rhun haben. Die Duellfexe wollen den gerichtlichen Klageweg nicht be- schreiten, und sie haben meist Grund, dem Richter, der die Vorgeschichte und Umstände der„Beleidigung" zu unter- suchen hat, aus dem Wege zu gehen. Man erinnert sich noch des Falls Kotze-Schrader, wo ein Theil den gericht- lichen Weg beschreiten wollte, aber von seiner adeligen Sippe an den Haaren vor die Pistole geschleppt ward. Uebrigens sind auch unsere Beleidigungsstrafen so aus- schweisend hoch, daß eine Erhöhung geradezu monströs wäre.— Chronik der Majestätsbeleidigungs« Prozesse. Wegen Majestätsbeleidigung hatte in Kiel ein Arbeiter eine Ehefrau Lewandowsky denunzirt. Der Ausdruck, den die Frau gebraucht, ist jedoch nach Ansicht des Kieler Gerichts überall beim Volke gebräuchlich und nicht beleidigender Natur. Es er- folgte deshalb kostenlose Freisprechung. Der Denunziant jedoch wurde wegen dringenden Verdachts desMeineidZ sofort in Hast abgeführt. Die Oeffentlichkeit war bei dieser Verhandlung ausgeschlossen.— Deutsches Reich. — Die Reichs-Koni misfion für Arbeiter» st a t i st i k wird im Verlaus des Dezember wiederum zu Sitzungen einberufen werden.— — Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" bestätigt unsere Meldung, daß der Prozeß Lützow— Larsen und Genossen nicht unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattsiudcn wird.— — DerHofprediger a.D. als Gegner des Staats» kirchenthums, das ist der höchste Rekord, der bisher erzielt wurde. Stöcker sagte: Heute müffs mit allem Nachdruck für die Unabhängigkeit der Kirche vom Staate eingetreten werden, da eine unabhängige Kirche die liberalen Geistlichen bald beseitigen würde. Der Staat hindere die Kirche in der Erfüllung ihrer Ausgaben und schaffe Zustände, die die Kirche spalteten. Hier könne nur eine neue Kirchenverfassung Wandel schaffen mit dem Landes- bischof und der Generalsynode an der Spitze. Letzterer muffe die Machtvollkommenheit beigelegt werden, daß, sobald sie eine Gesetzesvorlage zum zweiten Male angenommen habe, der König zur Sanklionirung des Gesetzes gezwungen sei. Hofprediger a. D. und Mitglied der konservativen Partei- leitung a. D. gegen König und Lunuvus vpiscopus auftretend, das ist ein böses Zeichen für die konservativen Mächte! — Ueberschnsse der preußischen Staats« bahnen. Die Freude au der Hamstermanier Miquel's, der auf jeden Ueberschuß, der in irgend einem Ressort herausschinl, sofort seine gewichtige Hand legt, scheint dem preußischen Ver- kehrsminister endgiltig vergangen zu sein. Der„Hamb. Corr." bringt einen Artikel, in welchem festgestellt wird, daß für 1695/96 der Netto- Ueberschuß der Eisenbahnen, der zur Deckung all- gemeiner Staatsausgaben verfügbar ist, mindestens 226 Millionen betragen wird. Der Artikel fährt dann fort:„Die Ver- k e h r s st e n e r, als die in Wirklichkeit der für allgemeine Staatszwecke verfügbare Theil des Reinertrages der Staats- bahnen sich darstellt, dürste im laufenden Jahre bereits 125 v. H. der gesamniten direkten und in- direkten Staats st euern betragen: Die finanziellen und volkswirthschastlichen Bedenken einer weiteren Steigerung liegen auf der Hand. Und ebenso klar ist auch die Berechtigung des Verlangens, daß die Ueberschüsse der Eisenbahiiverwallnng nunmehr in steigendem Maße auch der Förderung und Erleichterung des Verkehrs zu gute kommen. Es ist daher dringend zu wünschen, daß der preußische Verkehrs- minister, dem Fiskalismns des Finanz Ministers gegenüber, mit allem Nachdruck nicht nur auf der noth- wendigen Vermehrung des E i s e n b ah n be triebsmaterials besteht, sondern auch den aus dem Kreise der Verkehrstreibenden laut gewordenen Forderungen nach Tarisreformen, mehr alS bisher geplant, Rechnung trägt. — Eine bittere Pille für die Agrarier. Di« Erhebung, welche auch im laufenden Jahre das preußisch« Ministerium für Handel und Gewerbe über die Wirkung der Handelsverträge veranstaltet hat, dürfte, den„Verl. Pol. Nachr." zufolge, von neuem in ihren Ergebnissen darthun, daß diese Wirkung noch immer eine günstige ist. Die von den wirthschafl- lichen Vereinigungen abgefaßten Berichte sprächen sich fast durch- weg in einem solchen Sinne aus. Und wenn in diesem Jahre vielleicht weniger Gutachten auf die Aufforderung des Ministers für Handel und Gewerbe eingeben sollien, als sonst, so würde dies in gleichem Sinne auszulegen sein, weil in der Aufforderung bemerkt war, daß, wenn nichts berichtet würde, angenommen werden würde, es wären die früher bemerkten günstigen Wirkungen auch jetzt noch festzustellen gewesen.— — Konservativer Boykott. Ein Boykott der größeren Geschäfte von Brandenburg und Rathenow wird, wie unser Brandenburger Partei-Organ erfährt, gegenwärtig von der konservativen Partei herbeizuführen gesucht. Dieselbe läßt namentlich auf dem Lande geheime Zirkulare unterschreiben, in denen gesagt ist, daß die größeren Geschäft« meistens Freisinnigen und Juden gehörten, daß diesen die Wahl des Abgeordneten Pens zu verdanken sei und daß man daher bei diese» Geschäfts« lenken nicht kaufen solle, daß die Unterzeichneten sich in diesem Sinne verpflichten. Hätten die Freisinnigen in nennenswerther Zahl sür Pens geftimnil, so hätten sie nur ehrlich und politisch reif gehandelt. So reif ist der Freisinn gar nicht. Wie dem aber auch sein möge, der Boykott des politischen Gegners, den die Sozialdemokraten stets mißbilligten, kommt der alten junker- lichen Wegelagerei gleich und zeigt wieder, daß die konservative Partei in der Wahl ihrer politischen Kampffnittel nicht nach dem Grundsatze:„Xodlosso oblige"(Adel verpflichtet) handelt.— — Die Eisen bah n direktion Kattowitz hat dem „Leipz. Tagebl." zufolge die Entlassung aller nicht deutsch sprechenden Hilfsbeamten angeordnet.— Aus Rußland wurde und wird ab und zu ähnliches gemeldet. Nur verstanden die dort Enilaffenen nur deutsch. — Von einem„kleinen Mittel" der Agrarier ging in der jüngst abgehaltenen Geiieralversainmluiig des Ver- bandes der rheinpreußischen landwirthschastlichen Genoffenschaften" die Rede. Es wurde mitgetheilt, daß die P r oviantämter jetzt etwa 30 pCt. ihres Bedarfs unmittelbar beim Produ« z e n t e n decken.— — Brüsewitz H. Das in Aachen erscheinende„Echo der Gegenwart" berichtet niilerm 24. November:„Ich bin Brüse witz II., wer mich oder mein Monoele be« leidigt, den schieße ich nieder"— mit diesen Worten betrat gestern Abend der hiesige Polizeikommissar G., dem sonst die sitten polizeiliche Kontrolle obliegt, du Restauration von Wiertz in der Jakobstraße. Da derselbe ver« schiedenen Gästen das Bier austraiik. Gläser zertrümmerte und sich thällich an einigen der anwesenden Gäste vergriff, verbot der Wirlh ihm wiederholt das Lokal, aber ohne Erfolg. G. sollte daraufhin durch einen Kellner vor die Thür gebracht werden. Dabei versetzte er dem letzteren mehrere Fußtritte und zerschnitt ihm mit einem Jnstrunieiit die Oberlippe. Der Kommissar, der wiederholt während dieser Szenen betonte, daß er ehemaliger Offizier sei, war offenbar stark au- getrunken."— Offenbar bclruiiken? Soll das etwa eine Ent« schuldigung sein für einen Sittenkominiffar?— — Bei den Bürgerschafts wählen in Bremen wurde bis jetzt ein Sozialdemokrat(Tabakarbeiter Chr. Blome) gewählt. Die Wahlen finden erst am Freitag ihren Abschluß.— Rudolstadt, 25. November.(„Franks. Ztg.") Der Landtag wählte heute den Rittergutebesitzer Lüttich zum Präsidenten, den Rechtsanwalt Hertel zuni Stellvertreter desselben. Bei der Wahl- Prüfung des mit sozialistischer Hilfe gewählten Abg. Wildelm wurde vom Abg. Werner festgestellt, daß Wilhelm kein Sozialist ist. Wilhelm widersprach dem nicht. Abg. Apel(Soz.) erklärte hieraus, daß die sozialdemokratische Partei wie noch nie hinter» gangen worden sei. — Der bayerische Militarismus wider Un» bekannt. In dem bekaimten Verfahren gegen die„Amberger Volksztg." wurde, wie ein Münchener Blatt schreibt,„der Schriftsteller Dr. Kausen, von dem bekannt ist, daß er u. a. auch für die„Amberger Bolksztg." arbeitet, der aber mit dieser Sache nichts zu thun hat, bei der Kommandantur zeugschaftlich ver- nominell". Die„Münchener Post" beiiierkt hierzu in einer „Seltsam" überschriebenen Notiz:„Hier muß man den» doch fragen, woher weiß die Kommandantur offiziell, daß K., der so wenig wie andere Journalisten seine Artikel unterschreibt, auch sür die»Amberger volksztg." arbeitet? Sollt« diese Kenntniß der Militärbehörde gar aus den Personalakten der sollen diese Dinge bei der Etatsberathung zur Sprache Polizei geschöpft sein? In jedem Falle dürfte es im Interesse gebracht werden. unserer fargen Preßfreiheit sein, daß der Fall weitere Aufklärung Der preußische Landtags- Abgeordnete Haake ist aus erfährt. Das verwerfliche System der Personalakten bei der der nationalliberalen Partei ausgeschieden und der Polizei tönnte dabei einmal beleuchtet werden, und vielleicht er freitonservativen Fraktion als Hospitant beigetreten. hielte man die nöthige Unterlage, um im Landtage das System Feiligsch von unnöthiger und vorsintfluthlicher, aber die Mitdeutschen Arbeit sich zur Förderung vaterländischer Erziehung. Bildung und Kunst bereit finden werden. § 6. Wir sind für Regelung der Frauenfrage im Sinne einer größeren Sicherung der persönlichen und wirthschaftlichen Stellung der Frau und ihre Zulassung zu solchen Berufen und öffentlich rechtlichen Stellungen, in denen sie die fürsorgende und erziehende Thätigkeit für ihr eigenes Geschlecht wirksam ent Erfurt, 24. November 1896. § 7. Im Mittelpunkt des geistigen und sittlichen Lebens Um denen entgegenzukommen, welche das Christenthum aus unseres Voltes steht uns das Christenthum, das nicht zur Parteidem Programm heraus haben wollen, wird in der Nachmittags- fache gemacht werden darf, sich aber auch im öffentlichen Leben sigung zunächst folgende Resolution angenommen: als Macht des Friedens und der Gemeinschaftlichkeit beglieder der Presse stets belästigender Spionierarbeit zu ent- Kongreß der National- Sozialen. falten kann. laften." " Die Amb. Voltszeitung" berichtet ferner: Am 21. d. M. früh wurde in unseren Redaktionsräumen eine erfolglose polizeiliche Suche nach dem Manuskript des bekannten Artikels in Nr. 305 der Amb. Wolfsztg." über die Kassirung eines Ehren gerichtspruches vorgenommen. = " " " " " Der Delegirtentag erklärt ausdrücklich, daß der§ 7 der währen soll. Grundlinien" nicht ein Gewissenszwang für die einzelnen MitErfurt, 25. November 1896. München, 23. Novbr. Im Haberergebiete wurden glieder sein soll. Jeder, der ehrlich an der Erreichung unserer Die Protest tundgebung gegen die Maßregelung des neuerdings mehrfache Verhaftungen vorgenommen. Bu sozialen und nationalen Biele mitarbeiten will, ist uns zur Mit- Pfarrers Werner ist recht zahm ausgefallen. Bu Anfang der gleich wird bekannt, daß die Verwaltungsbehörden im ganzen arbeit willkommen." heutigen Sigung wurde folgende farblose Resolution an Haberergebiete angewiesen sind, allwöchentlich an die Kreiss Sodann tritt man in die Erörterung der Frage, ob eine genommen: regierung Mittheilung ergehen zu lassen, wie viele Verhaftungen Bartet oder ein Verein gegründet werden und welcher" Wir fordern fräftigen und wirksamen Schuh für alle vorgenommen wurden. Name gewählt werden soll. Mehrere Redner, darunter Männer im Dienst des Staates, der Kirche und der Schule, Offenbach, 24. November.( Eig. Ber.) Die für gestern S. v. Gerlach, sind unbedingt für Gründung einer Partei, welche gewiffenhaft und treu die Pflichten ihres Berufes er alle ungerechten damit man eventuell in einen Wahlkampf treten könne. Pfarrer füllen, und ziehen deshalb rücksichtslos angefeßt geweſene abl eines Landtags- Abgeord Naumann erklärt, in ber ihm ungewohnten Lage zu sein, an und unbilligen, humanitätswidrigen, fortschritts und freiheitsneter für den Offenbacher Landkreis( Mülheim der Bremse zu stehen. Die Stimmung für eine Partei fet vor- feindlichen Maßregeln staatlicher oder kirchlicher Behörden vor Lieber Heusenstamm) konnte nicht vorgenommen werden, weil das gefeßlich vorgeschriebene Zweibrittel der Wahlmänner nicht banden, aber damit sei es in der Politit nicht gethan. Die Ge- den Richterstuhl der öffentlichen Kritik und des öffentlichen Ge erfchienen war. Es fehlten fast fämmtliche Wahlmänner der danken müssen erst ausgedacht werden. Die Antisemiten haben wissens." Das ist alles! Es fehlten fast sämmtliche Wahlmänner der Zentrumspartei. Der nunmehr anzuberaumende zweite Wabl- aus Stimmung heraus gehandelt; darum sind sie heute so zerDer nunmehr anzuberaumende zweite Ueber die zu schaffende Organisation referirt sodann Er will vor allem den Ingang wird ohne Rücksicht auf die Zahl der erschienenen Wahlfahren. Wir brauchen noch gründliche Erörterung unserer grund- Redakteur Oberwinder. männer vorgenommen werden. Die Wahl unseres Geehe wir nicht auch ein Waarenlager haben. legenden Ideen. Laßt uns keine große Firma machen, dividualismus ausscheiden, der die anderen Parteien beherrsche. nossen Rau von Mülheim ist sicher. Uns fehlen Wenn wir die Sozialdemokratie ablösen wollen, dann müssen die Männer, wir haben kein Geld. Bei der nächsten wir beweisen, daß wir vom wahren sozialistischen Geist be Desterreich. Reichstagswahl wird man freilich in einzelnen Wahlkreisen mit feelt sind. Wir brauchen für unsere Organisation bei den Mit Wien. Wie die N. Fr. Pr" mittheilt, findet am 26. No- eigenen Randidaten auftreten. Aber wir sollten heute unsere gliedern freiwillige Disziplin und für den Vorstand starke Autovember in Wien der Delegirtentongreß der cis- Anhänger nicht zwingen, aus ihrem bisherigen Parteiverband rität. Der zweite Referent, Pastor Göbre, macht auf die leithanischen Priester statt. Den legten Punkt der Be- auszuscheiden. Gerade weil wir eine große Zukunft haben Klippen des Vereinsgesetzes aufmerksam. Das vorgeschlagene rathungen wird die Wahl eines permanenten Ausschusses für wollen, müssen wir uns bente mäßigen.- Naumann( Leipzig) Organisationsstatut ist im wesentlichen dem sozial Gisleithanien" bilden, dessen Hauptaufgabe in der Durchführung erklärt, nicht ohne Partei" zu seinen Auftraggebern zurüdtebren demokratischen nachgebildet. Frauen können nicht Mitder politischen Organisation des Priester standes zu dürfen.- Oberwinder ist für die Bildung einer„ Ver- glieder unseres Vereins sein. Wir erwarten, daß jeder, in Gisleithanien für die Reichsrathswahlen einigung". Lorenz aus Leipzig polemifirt gegen Naumann. ber es kann, möglichst hohe Beiträge zahlt; für das liegen wird. Werfen wir das Kind nur ins Wasser, dann wird es nächste Jahr brauchen wir mindestens 8 bis 10 000 Mart. Ungarn. auch schwimmen lernen. Der Ober Kirchenrath werde auch Der Boifigende soll von der Versammlung gewählt, ein be Das Abgeordnetenhaus hielt heute seine schon dafür sorgen, daß man Berufspolitiker" bekomme. foldeter Sekretär dagegen vom Vorstand gewählt und angestellt Eröffnungssigung ab. Der Vertreter der äußersten Linken, Die Partei ist weiblich, das weibliche Geschlecht wird aber werden. Die Organisation im Reiche muß auf dem Vertrauens v. Komjatby erklärte, feine Partei tönne bei der Eröffnungsfeier früher reif. Gründen wir also eine Partei! Auch Pastor männer- System beruhen; um der Polizei feine Handhabe zur in der Ofener Königsburg nicht erscheinen, weil der König Göhre wendet sich gegen eine Partei, er empfiehlt einen Bund Auflösung zu bieten. Auf den jährlich abzuhaltenden Delegirten die Eröffnung im Reichstage vorzunehmen habe und weil die nationaler Sozialisten". Die Debatte habe gezeigt, daß Viele Versammlungen sollen auch die Redakteure der Vereinspresse schwarz gelbe Fahne vom Giebel der Hofburg wehe. Der erst noch lernen müssen, sich politisch zu bewegen, auch die ohne weiteres stimmberechtigte Mitglieder sein. Vereinsorgane Ministerpräsident erwidert, er erkenne die Berechtigung dieser Führung des Vorsißes durch den Stadtpfarrer Traub sei oft find die Zeit" und die Hilfe". Die General- Anzeiger" in den Einwände nicht an. Das Gesetz schreibe das Erscheinen des nicht gefchäftsordnungsmäßig. größeren Städten vertreten heute schon vielfach unsere Joeen. Königs im Reichstage nicht vor; der König sei bei der Zum Schluß wird auf Antrag Naumann's beschlossen: Doch müssen wir verhindern, daß dies nur aus geschäftlichen Eröffnungsfeier von den ungarischen Staatswürdenträgern Wir gründen heute einen politischen Verein als Vorbereitung Rücksichten geschieht. Es spricht dann noch Werkmeister Bärrn, umgeben, und auf der Königsburg wehe sowohl die nationale zu einer Partei." Nach längerer Debatte wird der Verein der das Vereinsgesetz und die Arbeit in der Agitation und Or und die kroatische dreifarbige Flagge, wie die Fahne des fodann getauft auf den Namen: ganisation näher erläutert. Herrscherhauses.National Sozialer Verein. Hierauf wird als Siz des Vorstandes Leipzig be Nunmehr fährt man fort, das getaufte Kind zu entbinden, stimmt. Pfarrer Naumann wird per Attlamation einstimmig Paris, 25. November. Der Deputirte Guesde( Soz.) indem man die Spezialberathung des Naumann'schen Programms und unter lautem Beifall zum Vorsitzenden gewählt. Er hält seine bei der Eröffnung der Tagung der Kammer um einen weiterführt. Einige Professoren halten Schüßenfestreden über wird jedoch in Frankfurt a. M. wohnen bleiben. Er macht auf Monat vertagte Interpellation betreffend die Au3- das herrliche Reichsheer"; andere Redner, darunter auch Max merksam, daß er mit dem Amt nicht ein erbliches Hausmeier weisung der deutschen Sozialdemokraten Bebel und Lorenz, bekämpften die Forderung des allgemeinen Wahl- thum übernehmen wolle, wolle, daß der Verein demokratische rechts für die Stadtverordneten- Versammlungen, weil in vielen Gesichtspunkte vertreten müsse und nicht auf einzelne Verhandlung.dürfe. nehmen würden, in manchen Gegenden auch die Ultramontanen. den Belgien. Brüffel, 25. November. In der Kammer wurde heute die H. v. Gerlach erklärt, daß hierin gar nichts zu finden sei, so- semitische leiden darunter, daß sie zu sehr auf Eugen Richter und Debatte über die Juterpellation Lorand, betreffend den Rücktritt feru man überhaupt die Ausdehnung von Freiheitsrechten Stöcker berechnet sind. des Kriegsministers und betreffend das Heeresreform- wolle. Auch Göhre ift gegen die Forderung Der Verleger der Zeit", Herr Boußet, bittet um UnterProjekt, fortgesetzt. Vandervelde( Soz.) richtete eine des allgemeinen Wahlrechts zu Landtagen und Kommunal- stüßung der Zeit" als Mitarbeiter. Soweit wie möglich sollen energische Anklage gegen die Regierung und die fatholische Vertretungen, weil sie als beste Form noch nicht alle Artikel unterzeichnet sein. Wer etwas zu sagen hat, muß Mehrheit und erklärte, die Regierung gieße, indem sie eine erwiesen sei. Einige Württemberger machen darauf auf- auch den Muth haben, dafür einzutreten. Alle Vorkommnisse im Armee der Reichen und der Armen organisire, Wasser auf die merksam, daß sie dieses allgemeine Wahlrecht bereits ha ben, Reich müssen der Beit" gemeldet werden; heute sind vielfach gegnerische Mühle der Sozialdemokraten. Die Armee der Reichen bleibe bei das hier bekämpft wird. Naumann empfiehlt, nicht reaktio- Beitungen über unsere Bewegung beffer orientirt, als wir. Die einem Feldzuge zu Hause, während die Armee der Armen ins närere Einrichtungen zu fordern, als sie bereits in mehreren Beit" soll eine große Tageszeitung, die Hilfe" ein populäres, Feuer müsse. E st deutschen Staaten bestehen; auch wendet er fich gegen die mehr- billiges Voltsorgan sein. Bezüglich der Annoncen können wir Holland. fach gefallenen antisemitischen Aeußerungen. In namentlicher nicht allzu wählerisch sein, wir sind auf die Einnahmen an Amfterdam, 25. November. Dem„ Handelsblad" zufolge Abstimmung wird sodann mit 54 gegen 41 Stimmen ein Antrag gewiesen. Ferner soll für die Ausbreitung der Beit" agitirt hat der Justizminister, Dr. van der Kaay, erklärt, die Haft: abgelehnt, der die Programmforderung des allgemeinen Wahl werden. entlassung der Dynamitarden Haines und Kearney, welche zur große Rede über die Sozialdemokraten, die theils revolutionäre Naumann gewählt: die Professoren Sohm und Gregori, rechts abschwächen wollte. Lorenz aus Leipzig redet eine Zu Vorstandsmitgliedern werden sodann neben Zeit der Zaren- Rundreise in Rotterdam verhaftet worden waren, Naumann Pastor Göhre, Maurerpolier Naumann und Graveur fei lediglich auf die Mittheilung des englischen Ge: Utopisten, theils marxistische Dogmatiker feien. der Grundlinien" in Aussicht, Kreuziger, sämmtlich in Leipzig anfäfig. Das Orga fandten erfolgt, daß die englische Regierung die bald veröffentlicht werden soll." Der Antrag Lorenz, feine nisationsstatut wird angenommen. In eine Beschwerde die Absicht, die Auslieferung zu verlangen. Lieblingsworte„ dogmatifirt" und" marxistisch" ins Programm zu und Kontrollkommission werden gewählt: Redakteur Damaschte aufgegeben habe. Die Nichtauslieferung sei also weder die Folge einer Lücke in dem englisch- niederländischen Auslieferungsvertrage, noch die Folge eines Mangels im nieder ländischen Strafgesetzbuch. Der beste Beweis, daß die ganze Attentatsverschwörung nur in den Polizeistellen sputte, in denen man so sehr um das Leben des Bäterchens besorgt war. Frankreich. " Bueb aufrecht. Die Interpellation gelangt am Freitag zu Städten die Sozialdemokraten mit einem Schlage alle Size ein- Personen, auch nicht auf die seine, zugeschnitten wer England. stellt eine Erläuterung bringen, wird angenommen. Ebenso eine Resolution, die sich gegen die geistliche Schulaufsicht ausspricht. Dyrhenfurt und nach Begründung durch Frau Guauc folgender. Der§ 6( Frauenfrage) wird auf Antrag des Fräulein maßen gefaßt: " Die und die anti( Kiel), Repetent Traub( Tübingen), Professor Rein( Jena), Graveur Schal( Berlin) und Graveur a ag( Frankfurt a. M.) Oktoberwoche 1897 abgehalten und Die nächste Delegirtenversammlung soll in der ersten dann ein Spezial. programm berathen werden. Nach einem warmen Schluß Wir sind für Regelung der Frauenfrage im Sinne einer wort Naumann's, in dem er den Theilnehmern, der Presse 2c. größeren Sicherung der persönlichen und wirthschaftlichen für ihre Arbeiten dankt und die Mitglieder zur begeisterten Dr. Jameson, dessen wilder Ritt nach Transvaal in Stellung der Frauen und ihre Zulassung zu solchen Berufen Weiterarbeit auffordert, und nachdem noch einmal darauf einem Londoner Gefängniß endete, soll nicht unbedenklich erkrankt und öffentlich- rechtlichen Stellungen, in denen sie die fürsorgende hingewiesen worden ist, daß man sich nicht mit dem Verein" sein. Fast die gesammte englische Presse fordert nun seine so- und erziehende Thätigkeit für ihr eigenes Geschlecht wirksam ent- begnügt, sondern eine große national- soziale Partei fortige Freilaffung und Begnadigung und der Kabinets- falten können." gründen will, wird die Versammlung mit einem Hoch rath beschloß seine Haftentlassung. Einige deutsche Blätter Darauf wird der ganze Naumann'sche Programmentwurf auf die neue Bewegung geschlossen. zweifeln die Krankheit des verunglückten Landdiebes an. Krant unter dem Namen Grundlinien und mit den im Laufe des oder nicht, daß der Held" seine Strafe nicht vollständig absigen Tages angenommenen nur unwesentlichen Abänderungen mit werde, war bei der Stimmung des englischen Volkes und den allen gegen zwei Stimmen angenommen. vielen Helfershelfern, die er in England bis weit nach oben, Um 1410 Uhr abends werden die Berathungen auf Mittwoch bis zum Schwiegersohn der Königin befigt, gar nicht zweifelhaft.- früh 8 Uhr vertagt. Es soll dann die Organisation des London, 25. November. Die Pall Mall Gazette" ver- National- sozialen Vereins" geschaffen werden. fichert, die Regierung beabsichtige vom Parlament eine Erhöhung der Forderungen für das Heer und die§ 1. Wir stehen auf nationalem Boden, indem wir die Reserve um mehrere Millionen Pfund Sterling wirthschaftliche und politische Machtentfaltung der deutschen zu verlangen, um eine neue Artilleriebewaffnung durchzuführen, Nation nach außen für die Voraussetzung aller größeren sozialen zahlreiche neue Linienbataillone zu errichten Reformen im Junern halten, zugleich aber der Ueberzeugung sind, wird sich, wenn die Stauer und Rheder nicht nachgeben, voraus und das Transportwesen neu zu ordnen. daß die äußere Macht auf die Dauer ohne Nationalsinn einer fichtlich zum Generalstreit sämmtlicher Hafen. politisch interessirten Boltsmasse nicht erhalten werden kann. arbeiterkategorien und auch der Seeleute der Hansestadt der Reform nach innen. Wir wünschen darum eine Politik der Macht nach außen und ausdehnen, in weiterer Folge zu einem Streit der Hafenarbeiter der übrigen deutschen und der ausländischen Seestädte. der Reform nach innen. Asien. " Die endgiltige Fassung der Grundlinien lautet somit: " Die national- soziale Organisation ist damit geschaffen, die uns Sozialdemokraten das Lebenslicht ausblasen soll. An dem Gelingen dieser löblichen Absicht zweifeln wohl nicht nur unsere Genossen und die übrigen Menschenkinder, sondern auch diejenigen Mitglieder des National- Sozialen Vereins", die auch nur einigermaßen die wirklichen Strömungen im Bolte kennen. Der Streik der Schauerleuke Hamburgs Englands Stellung in Indien ist unterwühlt. Nicht blos die drohende Hungersnoth und die Intriguen Ruß § 2. Wir wünschen eine feste und stetige auswärtige Politit, lands find gefährliche Zeichen für den Weiterbestand der Herr die der Ausdehnung deutscher Wirthschaftskraft und deutschen Schauerleute in jeder Beziehung zu unterstützen, sowie die In Hamburg beschloß der Seemannsverein, die schaft Englands in Indien. Auch auf seine Truppen kann es Geistes dient. Um sie zu ermöglichen, treten wir für die un- Situation auszunuzen und gleich alls Forderungen an die Rheder sich nicht vollständig verlassen. Wie dem" Reuter'schen Bureau" aus Bombay gemeldet wird, ist nach einer unbestätigten Draht geschmälerte Durchführung der allgemeinen Wehrpflicht, für eine zu stellen. Verlangt wird: 1. Heuer für Matrofen 70 W., für meldung in Rawalpindi eine ernstliche Meuterei ausgebrochen, angemessene Bermehrung der deutschen Kriegsflotte, sowie für Heizer 85 M., für Trimmer und Stewards 75 M.; 2. Preis an welcher sich 200 Sepoys des 27. Punjab- Infanterie- Regiments der vaterländischen Macht und Ehre werden wir Mißstände in dem gilt jede Arbeit auf See außerhalb der Wachezeit als Erhaltung und Ausbau unserer Kolonien ein. Im Interesse für Ueberstunden 50 Pf.; 3. auf See Wache um Wache; außer betheiligten. Läden feien geplündert worden, ein Polizist sei unseren militärischen und kolonialen Einrichtungen stets offen Ueberstunden; 4. Beseitigung der Heuer- Baafe und Abschaffung getödtet und mehrere Personen feien verwundet worden.- bekämpfen. der Advance Noten; 3. Gründung eines eigenen Heuerbureaus. Aus Soul, der Hauptstadt von Korea, wird telegraphirt:§ 8. Wir stehen fest auf dem Boden der deutschen Reichs- Die Lohnkommission der Ewerführer stellte folgende Eine Anzahl foreanischer Offiziere wurde verhaftet, weil sie sich verfassung und wünschen ein fräftiges Zusammenwirken der Forderungen auf: Die Arbeitszeit dauert von 6 Uhr morgens verschworen haben sollen, sich des Königs zu bemächtigen und Monarchie und der Volksvertretung. Wir sind für Unantastbar bis 6 Uhr abends; der Tagelohn beträgt 4,50 M.; die ibn zur Rückkehr in den Palast zu zwingen. Drei russische feit des allgemeinen Wahlrechts zum Reichstage und für Aus- Mittagspause dauert 1/2 Stunden; für Durcharbeiten der Offiziere mit achtzig Seeleuten und einem Feldgeschüß rückten behnung beffelben auf Landtage und Kommunalvertretungen. Mittagspause 1 M.; Ueberstunden à Stunde 50 Pf. Nacht gestern in Söul ein. Wir fordern Verwirklichung der politischen und wirthschaftlichen arbeit: eine von ganze Nacht abends Vereinsfreiheit und ungeschmälerte Erhaltung der staatsbürger- morgens 4 Uhr 5 M.; halbe Nachtarbeit bis 12 Uhr 2,50 M.; lichen Rechte aller Staatsbürger. wird die Abendpause durchgearbeitet, so gilt die halbe Nacht bis § 4. Wir wollen eine Bergrößerung des Antheils, den die 10 Uhr; nach 12 Uhr gilt die Nacht für voll; Frühstunden Der Senioren- Konvent beschloß heute: Die erfte Lesung Arbeit in ihren verschiedenen Arten und Formen in Stadt und à Stunde 50 Pf.; Verlegen von Schuten 1,50 M.; dauert dies des Etats soll am Montag den 30. November beginnen; für die Land unter Männern und Frauen an dem Gesammtertrag der länger als 3 Stunden, so wird stundenweise bezahlt( es gilt die Verhandlungen find vier bis sechs Tage in Aussicht genommen. deutschen Volkswirthschaft hat, und erwarten dieselbe nicht von den Beit, bis das Fahrzeug geborgen, resp. bis die Leute an's Land Sodann wurde beschlossen, unter allen Umständen noch vor Utopien und Dogmen eines revolutionären marxistischen Kommu- treten, rechts der Elbe, als maßgebend für die Nachtarbeit); Beginn der Ferien die Gerichts- Novelle in dritter Lesung zu ernismus, sondern von fortgesetter politischer, gewerkschaftlicher und Sonntagsarbeit, halber Tag bis 91%, Uhr 3 M.; gauzer Tag bis ledigen. Im übrigen wurde es dem Präsidenten überlassen, aus genossenschaftlicher Arbeit auf grund der vorhandenen Verhält- 4 Uhr 6 M.; dauert die Arbeit nach 4 Uhr, die Stunde 50 Pf.; dem reichlich vorhandenen Material nach seinem Befinden Bor- niffe, deren geschichtliche Umgestaltung wir zu gunsten der Arbeit für Durcharbeiten der Kirchzeit die Stunde 60 Pf. Berechtigte lagen auf die Tagesordnung zu setzen. beeinflussen wollen. Auslagen, wie Fährgeld, sowie Auslagen im Interesse des Betriebes sind zu vergüten, dies gilt auch für die Mittags- sowie Abendbrotspausen. Parlamentarisches." Die polnische Fraktion des Abgeordnetenhauses hat§. 5. Wir erwarten, daß die Vertreter deutscher Bildung darauf verzichtet, wegen der Aenderung der Farben für die im Dienst des Gemeinwohls den politischen Kampf der deutschen Proving Posen und der Opalenia Angelegenheit Arbeit gegen die Uebermacht vorhandener Besitzrechte unterstüßen besondere Interpellationen einzubringen. Dagegen werden, wie wir andererseits erwarten, daß die Bertreter ber 6 Uhr bis Der Frautf. 8tg." wird telegraphirt: Der Beschluß der Rheber und Stauer, nach dem Mittwoch teine Streifenben wieder einzustellen, verfehlte feine Wirkung. Die Zahl der Streifenden wie das englische Shoreman Partei- Nachrichten. = Rüftenmann, d. h. ein Mann, vereinigten Jnnungs- Unternehmerthum dadurch provogiri nimmt vielmehr zu. Auch die Werftarbeiter beabsichtigen der die Waaren von der Küste( dem Land) auf das Schiff und daß alle diejenigen entlassen wurden, die an dem im Frühjahr eine Solidaritäts- Erklärung. Im Seemannshaus fanden keine vom Schiff an die( aufs Land) bringt, also Hafen- diefes Jahres zwischen ihnen und den Gesellen vereinbarten Anmusterungen statt, weil Mannschaften fehlten. Verschiedene arbeiter, der das Aus- und Einladen der Waaren Arbeitszeittarif festzuhalten erklärten. Nach diesem Tarif wird abgehende Dampfer ließen einen Theil der Ladung zurück. besorgt. Erwähnt sei noch, daß das Wort auch noch anders ab- vom 15. November bis Ende Januar von morgens 8 bis nach Nach dem Bericht der Streikkommission feierten am Mitt- geleitet wird, nämlich von dem niederdeutschen Ausdruck Schauer mittags 4/2 Uhr gearbeitet, ausschließlich einer halbstündigen woch insgesammt 8000 Mann, nachdem am Morgen für hochdeutsch Scheuer oder Schober- ein bedeckter Ort zur Frühstücks- und einstündigen Mittagspause. Die Frühstückspauſe eine Anzahl Arbeiter am Staatskai, 900 Kesselreiniger und die Bergung von Heu, Getreide und anderen Werthgegenständen. paßt den Herren aber nicht und sie dekretiren einfach:„ Gefrüh " Schwarzen Schauerleute" der Kohlen- Exportfirma F. W. Heit. Da die Schiffsladung vor der Ein- und nach der Ausladung stückt wird nicht!" Wenn die Unternehmer glauben, daß der mann in Altona ebenfalls die Arbeit eingestellt hatten. Es meist in solchen Räumen untergebracht wird, so würde Schauer- bevorstehende Winter die Einigkeit der Gesellen zerstören und sie arbeiten noch etwa 100 Mann als Schauerleute. Eine Anzahl leute auch nach dieser Ableitung bedeuten: Aus- und Einlader. zum Nachgeben bereit zeigen werde, so haben sie sich gewaltig Arbeiter, die aus dem Inlande durch allerhand Vergeirrt. Wir sind fest entschlossen, den uns aufgedrungenen Kampf sprechungen hergelockt waren, sind im Laufe des energisch durchzuführen, und erwarten die Unterstüßung der ges Morgens wieder abgereist. Die Hamburger Polizei fammten Arbeiterschaft, die nur darin zu bestehen braucht, daß verhält sich objektiv. Dagegen sind in Altona Zettelvertheiler Aus Elsaß Lothringen. Der Mülhauser Gemeinde- der Zuzug von Maurern nach hier ferngehalten wird. Die mehrfach fiftirt worden. Die nicht zahlreichen Streifbrecher rath batte sich dieser Tage mit dem von unseren Genossen Streiffommission. J. A.: O. Risse, Maurer, Begefact, Hafenwerden von jeder Berührung mit der Außenwelt ferngehalten. Bueb und Sickel gestellten Antrag zum Schuß der Baustraße 56 bei Brauns. Sie arbeiten umgeben von starkem polizeilichen Aufgebot, dürfen Teine Wirthschaften besuchen, sie müssen auf den im Hafen liegenden Schiffen effen und schlafen. Die Entscheidung, ob die Seeleute, Ewerführer, Maschinisten, Krahn führer und Donkeyleute dem Streit bei treten, fällt Donnerstag Abend. Das Hamburger Gewerkschaftskartell fordert zu Gelofammlungen für die Streifenden auf. Die hiesige bürgerliche Presse beschwört in allen Tonarten die Streifenden zur Wiederaufnahme der Arbeit. Der Geist der Streikenden ist gut. Die Streifenden halten jeden Morgen im großen Saale des Tütge'schen Etablissements eine Versammlung ab. In der am Writtwoch wurde eine Zuschrift Tom Mann's verlesen, worin die Ordre gegeben ist, sämmtlichen Befehlen, die sich auf Schiffsarbeit beziehen, Folge zu leisten, dagegen alle Arbeit bei der Ladung zu verweigern; die internationale Vereinigung werde Hilfe leisten. Wilson, der Leiter der englischen Seemanns vereinigung in London, forderte die englischen Seeleute im Hamburger Hafen telegraphisch auf, jede Arbeit bei der Ladung zu verweigern. Auf die Nachricht, die englische Gewertschaft der Bereinigten Seeleute habe befchloffen, die von Hamburg kommenden Schiffe nicht zu löschen, hat die Direktion des englischen Schifferheder Vereins erklärt, dieser Beschluß dürfte feine Besorgniß erregen, weil der Rhederverein fogleich Schritte thun werde, um die Arbeiter, die sich weigern, Hamburger Schiffe zu löschen, durch andere zu ersetzen. % = Die Schriftgießer in Mailand und Florenz stellten sämmtlich, in Genua theilweise die Arbeit ein. Die Schrit gießer in Turin und Bologna werden folgen, falls die Prinzipale die geforderte Lohnerhöhung ablehnen. Soziales. handwerker( siehe Nr. 252 des Vorwärts") zu beschäftigen. Wenn auch nur ungern, so mußte doch allerseits die Nothwendig Gustav Krebs sämmtliche Dreher, alle Schloffer bis auf Ju Halle a. S. stellten in der Maschinenfabrik von feit des Antrages und damit auch die Verpflichtung der Stadt zwei, ferner alle Schmiede und Zuschläger, sowie die verwaltung zur Ergreifung von Maßregeln, die eine Befferung herbei Fräser, Hobler und Bohrer, insgesammt 46 Mann, die zuführen geeignet find, anerkannt werden. Als eine solche Maß Arbeit ein. Nur acht Mann einschließlich der Lehrregel wurde die von unseren Genossen vorgeschlagene Ueberlinge arbeiten weiter. Der Grund zur Arbeitseinstellung tragung der Revisionspflicht auf das städtische liegt in unwürdiger Behandlung der Arbeiter durch die zwei Bauamt angenommen. Bei diesem ist eventuell ein spezieller neueingestellten Meister namens Degenkolbe und Fehrholz. Außer Beamter hierfür einzustellen. Das Vorgehen und der Erfolg dem wurden der Hälfte sämmtlicher Arbeiter am Freitag bei der unserer Genossen ist in den Kreisen der Bauhandwerker freudig Lohnzahlung Strafabzüge in der Höhe von 25 Pf. bis 8 M. ge begrüßt worden. Inzwischen haben Bueb und Hickel einen neuen macht. Zuzug ist streng fernzuhalten. Antrag eingebracht, der in Rücksicht auf die in lezter Beit erfolgte Steigerung des Brotpreises als theilweise Kompensation Die Lederarbeiter Brüssels fiehen seit sechs Wochen im die Beseitigung des Dftrois auf Fleisch und andere nothwendige Kampfe um die Wahrung des Koalitionsrechts. Sie hoffen, den Bedarfsartikel des Volkes verlangt. Einen weiteren Erfolg haben Sieg zu erlangen, wenn ihnen die ausländischen Fachgenoffen sowohl durch firenge Vermeidung des Zuzugs wie durch Geldunsere Genoffen in der Frage des Straßenbahn Be sowohl durch strenge Vermeidung des Zuzugs wie durch Geldtriebes zu verzeichnen, indem auf ihren Antrag das Gesuch fendungen hilfreich zur Seite stehen. Die Sendungen sind zu einer Privatgesellschaft auf Ueberlassung der Konzession zu einer adressiren an Gustave Vanhae verbeefe, Gérant de la solchen Bahn an eine Kommission verwiesen wurde, um dort erit Maison du Peuple, Chauffée de Gand 69, Molenbeek- Bruxelles einen prinzipiellen Entscheid darüber zu treffen, ob dieser Betrieb( Beige). nicht von der Stadtverwaltung selber übernommen werden soll Letzteres wird natürlicherweise seitens unserer Genossen beantragt werden. Eine äußerst zahlreich besuchte Versammlung, wo Reichstage- Abgeordneter F. Bueb über den Parteitag zu Sieb leben referirte, erklärte sich in einer einstimmig angenommenen Resolution mit den Beschlüssen des Parteitages einverstanden. Es war dies feit Menschengedenken die erste politische Ver Weiter wird gemeldet, Wilson habe nach seiner Rück- sammlung, die die reichständische Behörde unseren Mülhauser tehr von Rotterdam in London erklärt, nächsten Dienstag werde Genossen gestattete. Wie lange dieser neueste Kurs" wohl Fabrikanten wollte die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe Der Verein selbständiger Leipziger Kaufleute und entschieden werden, ob ein allgemeiner Ausstand der Dockarbeiter anhält? ins Wert gesetzt werden wird. Das Ergebniß der Abstimmung insofern verfümmert wissen, als er vom Rath der Stadt Leipzig Polizeiliches, Gerichtliches 2c. bis letzten Freitag sei durchaus zu gunsten des Ausstandes. Bedie Freigabe von 5-6 Sonntagen im Jahr zur Arbeit forderte. Aus Danzig wird uns mitgetheilt: Hier wurde am Die dortige Freie Vereinigung der Raufleute sonders in Rotterdam, Amsterdam und Antwerpen 19. November Genoffe Stolpe wegen Veranstaltung eines sprach sich gegen dieses Verlangen aus, worauf der Nath dem werde mit allen Kräften dahin gestrebt, zu verhindern, öffentlichen Aufzuges und wegen Störung der Sonntagsruhe zu daß löschende Schiffe in Hamburg von Nicht- Unionisten 14 Tagen Gefängniß und 10 M. Geldstrafe verurtheilt. Die erstgenannten Verein erklärte, daß für alle Ladeninhaber eine geladen würden. Infolge der Ausstände auf dem Fest- Uebertretungen sollen anläßlich Freigabe nicht erfolgen könne, wohl aber für einzelne Branchen. eines Ausfluges begangen Der Verein nimmt nun Erhebungen vor, um festzustellen, für lande ist die Lage in den Häfen am Ouse( Yorkshire) in England worden sein. Berufung ist eingelegt.- Am 21. No welche Branchen er die Freigabe der Sonntagsarbeit vers ziemlich ernst. vember standen vier Genossen vor der Straffammer, langen soll. Man schreibt uns hierzu: Wie die Belgier und Holländer um sich wegen Beleidigung, Widerstandes, Auflaufs 2c. zu versich anschließen, so ist der Hamburger Streit auch gewonnen, da antworten. Am 17. Mai beschwerte sich in einer Das gewerbsmäßige Musikmachen hat die Königliche nachdem Bremen fich angeschloffen die Hamburger Rheder Partei Versammlung Genosse Berger anderem Eisenbahndirektion in Hannover den ihr unterstellten Bes in teinem Hafen löschen lassen können. Der Widerstand der darüber, daß, als er sich auf dem Kloset befand, amiten grundfäßlich untersagt. Zuwiderhandlungen sollen un Hamburger Rheder ist um so weniger zu rechtfertigen, als sie ein Beamter dasselbe revidirte. Durch die Art und nachsichtlich disziplinarisch bestraft werden, feit längerer Zeit ein vorzügliches Geschäft machen. Weise seiner Kritik foll Berger eine Beamtenbeleidigung begangen Wenn der neue Kriegsminister, Herr v. Goßler, den Militär In Harburg hat wie schon gestern kurz gemeldet eine haben. Dieselbe Versammlung wurde aufgelöst. Genosse Grund- kapellen den gleichen Befehl geben wollte, würde ihm das beim Bersammlung der Schauerleute beschlossen, wenn der Ruf von mann soll nun der Aufforderung des überwachenden Beamten, sich Bivil mehr Sympathien erwerben, als es durch sein Auftreten Hamburg erschallen sollte, sofort die Arbeit niederzulegen, um zu entfernen, nicht Folge geleistet, denselben im Gegentheil belästigt im Falle Brüsewiß geschah. den Forderungen der Hamburger Hafenarbeiter Geltung zu ver- und die Anwesenden zum Dableiben aufgefordert haben. Ein Gewerbegericht wird nun auch Arnstadt in schaffen. Im dortigen Amtsblatt fuchen die Hamburger Rheder Genosse Kapizki soll dann von der Straße aus nach Thüringen erhalten. Der Gemeinderath, der das Gericht noch und Stauer 1000 Arbeiter. Dazu bemerkt unser dortiges Bruder dem Lokal, wo sich noch der überwachende Beamte be- vor zwei Jahren für überflüssig hielt, hat jetzt die Errichtung organ: Sie können in Harburg lange suchen, und wenn sie eine fand einige Worte hinein gerufen haben, durch welche mit 10 gegen 8 Stimmen beschlossen. Das Hauptverdienst ge Laterne anzünden, hier werden sie niemand finden. der Beamte sich beleidigt fühlte. Die beiden letzteren bührt aber nicht ihm, sondern der zähen Beharrlichkeit der In Bremen stellten die Hafenarbeiter der Lagerhaus- sowie ber vierte Angeflagte Genosse Klieg follen Arbeiter und der wohlwollenden Befürwortung ihres Antrages Gesellschaft, wie wir bereits mittheilten, ebenfalls fich außerdem des Auflaufs schuldig gemacht haben. Die durch den Magistrat. Forderungen, wobei fie verlangten, daß binnen 8 Stunden Verhandlung, zu der 17 Beugen geladen waren, dauerte 7 EtunArbeitern " unter Gewerkschaftliches. der " 1 mit ihrer Lohnkommission Vereinbarungen darüber ge- den und endete mit der Verurtheilung Bergers wegen Beamten- Depeschen und letzte Nachrichten. troffen werden sollten. Der Vorstand der Gesellschaft beleidigung zu einem Monat Gefängniß, Grundmann wegen Verlehnte das wegen der kurzen Frist als unthunlich ab, erklärte sich gebens gegen§ 15 des Vereinsgefeßes und§ 110 des Strafgeset- Solingen, 25. November.( Privatdepesche des Vorwärts".) aber bereit, binnen drei Tagen eine bündige Antwort zu geben. buchs, sowie wegen Auflaufs zu 2 Monaten und 14 Tagen, und Bei der heutigen Stadtverordnetenwahl wurden 8 Kandidaten Weiter theilte er mit, er betrachte die Erklärung der Kapiti wegen Vergebens gegen§ 111 des Strafgesetzbuchs, Arbeiter, reaktionären Parteien gewählt. Genosse vereinigten soweit fie fie von ständigen unter: Beamtenbeleidigung und Auflaufs zu 2 Monaten und 1 Woche Kerschbaum, der Vorsitzende des Messerschleifer Vereins, kommt zeichnet sei, als Ründigung und werde weitere Kündigungen durch Gefängniß. Kliez wurde freigesprochen. Bermittelung der Aufseher entgegennehmen; wenn ständige Ar mit dem Kandidaten der vereinigten Gegner in Stichwahl. Der beiter die Arbeit rechtswidrig verlassen würden, so werde er Wirtheverein gab zu Gunsten der Mischmaschkandidaten den die ihm gesetzlich zustehenden Entschädigungsansprüche geltend machen. Der Kartonfabrikant Otto Pieske in Berlin, Luckauer: Ausschlag. Wegen grober Verstöße gegen das Wahlgefeß wird Auf diese sicherlich nicht weniger als Frieden athmende straße, hat nunmehr die Forerung seines Personals anerkannt Protest eingelegt werden. Antwort haben die Hafenarbeiter der Lagerhaus- Gesellschaft am und mit der kommenden Woche die neunstündige Arbeits- Elmshorn, 25. November.( Privatdepesche des„ Vorwärts".) Dienstag Abend in einer von 3-400 Personen besuchten Ver- zeit und den Affordarbeiterinnen 10 pt. Lohn Bei den heute stattgefundenen Stadtverordneten Wahlen fammlung einstimmig beschlossen, von Wittwoch früh an die zuschlag gewähren. Obwohl noch besonders besonders frasse Arbeit ruben zu laffen. Dieser Beschluß ist ausgeführt worden. Uebelstände dringend der Abhilfe bedürfen, wie zum Bei Die übrigen Nordseehäfen Bremerhafen, Geeste spiel, daß die Arbeiterinnen bei 1000 Kartons immer noch münde 2c. werden sich wahrscheinlich der Bewegung eben über 100 Stück gratis fertigitellen müssen, so hat man von falls bald anschließen. der Abschaffung dieses Ausbeutungssystems einstweilen Abstand genommen. -Die Kohlenarbeiter Lübecks sind, wie dem„ Hamb. Echo" telegraphirt wurde, dem Beispiel der Hamburger gefolgt und haben ebenfalls die Arbeit eingestellt. " liegten die Sozialdemokraten mit 335 Stimmen. und Hamburg, 25 Nov.( B. H.) Heute nahmen auch die Refsel reiniger den Streit auf, während die Ewerführer voraussichtlich noch heute Abend die Arbeit niederlegen werden. Auf den großen Amerita In der Kartonfabrik von Kustein u. Ko. haben die Arbeiter dan pfern sind Wohnungen für italienische Hilfsarbeiter eins die neunstündige Arbeitszeit auch durchgeführt. Die nunmehr gerichtet worden. Es arbeiten 35 Schiffe mit 112 nichtstreifenden Ein exemplarisches Beispiel umsichtiger Solidarität haben die noch fehlenden kleinen und weniger ins Gewicht fallenden Schauerleuten und 150 auswärtigen Arbeitern. Bis jetzt streifen organisirten Arbeiter der mecklenburgischen Hafenstadt Wismar Fabriten werden in nächster Zeit auch in etwas energischer 6800 Mann. gegeben. Dort hat ein Hamburger Agent ein Werbebureau für Weise an die Einführung einer fürzeren Arbeitszeit und Er- Hamburg, 25. Nov.( W. T. B.) Nachdem heute früh dies Streitbrecher eingerichtet. Am Sonnabend, wo in Wismar über den höhung der miserablen Affordlöhne der Arbeiterinnen erinnert jenigen Arbeiter, welche gestern und vorgestern gearbeitet hatten, Stand der Sachen in Hamburg noch nichts Genaues bekannt war, hatte werden. Die dort Arbeitenden werden dafür Sorge tragen. fich wieder zur Arbeit eingestellt hatten, meldeten sich etwa weitere der Agent bereits ca. ein halbes Hundert Ersatzkräfte angeworben, Am Dienstag, den 1. Dezember cr, findet im Englischen 250 Leute, sodaß der Betrieb in vergrößertem Umfange aufgenommen wobei er es am Spendiren von Bier und Schnaps nicht fehlen Garten", Alexanderstr. 27c, eine öffentliche Versammlung werden konnte. Mit Ausnahme einiger Dampier, deren Ladung ließ. Noch Sonnabend Abend erhielten nun die organisirten der Arbeiter und Arbeiterinnen in der Kartonbranche aus Getreide besteht, ruht auf feinem Schiffe die Arbeit. Mehrere Arbeiter ein Telegramm des Hamburger Gewerkschaftskartells, statt, in der über den Werth der Verkürzung der Everführerbaase haben in anbetracht des Umstandes, daß infolge das die Nachricht vom Ausbruch des Streits der Schauerleute Arbeitszeit referirt und über den Stand der Bewegung Bes des Streits nicht genügend Beschäftigung vorhanden ist, Leute enthielt. Sofort eilten unsere braven Parteigenossen in Wismar richt erstattet wird. Haudzettel können heute Abend bei Deter, entlassen. Die Arbeiter der Koblenfirma H. W. Heidmann, welche von Wirthschaft zu Wirthschaft, von Straße zu Straße und gaben Holzmarktstr. 3, in Empfang genommen werden. mit ihrem Arbeitgeber einen 14tägigen Kontrakt geschlossen dort überall die Nachricht mit dem Hinzufügen bekannt, daß es J. A.: H. Greifenberg, Brunnenstr. 96. haben, mußten heute Morgen, wie sie behaupteten, gezwungener. Pflicht jedes Arbeiters sei, nicht nach Hamburg zu gehen. Die Achtung, Ziseleure! Der Streit bei der Firma Gladenbeck, maßen die Arbeit niederlegen. Sie erklärten, daß sie nur zwei Folge war, daß von dem halben Hundert, das der Agent aus Attiengesellschaft in Friedrichshagen, dauert unverändert Tage feiern wollten. Da die Arbeitgeber hierauf nicht eingingen, geworben hatte, nur ein ganz windiger Bruchtheil nach Hamburg fort. Gelder für Bous find abzuliefern an den Kollegen so haben die Leute, die im Falle eines Kontraftbruches ihre reifte. G. Seltenhorn, Gräfefstr. 5, v. II bei Liersch. Spareinlagen bei Heidmann verlieren, bereits am Nachmittag ihre Thätigkeit wieder aufgenommen. Auch aus anderen Be trieben werden ähnliche Fälle gemeldet. Mögen sich die organisirten Arbeiter aller deutschen Orte Achtung, Holzarbeiter Charlottenburgs! In der die Wismarer zum Muster nehmen, indem sie fortgesetzt Wertitalt von Ebert, Pestalozzistraße 69, find Differenzen 18 englische Arbeiter sind heute an Bord des von Grimsby aufs eifrigste dahin wirken, daß niemand nach Ham- ausgebrochen. Zuzug fernhalten! Die Ortsverwaltung des gekommenen Dampfers Lutterworth" hier eingetroffen, um burg und den übrigen deutschen Seestädten Deutschen Holzarbeiter- Verbandes. geht. Es handelt sich bei der Bewegung der Hafenarbeiter In Lübeck dauert der Etreit auf dem& maillirwert Arbeit anzunehmen. Mit dem nächsten Dampfer kommt noch um den ersten Versuch, einer Arbeiterkategorie international daß der Vorsitzende von Thiel u. Söhne fort. Es wird uns dazu mitgetheilt, mehr Hilfepersonal aus England nach der Elve. Die Ewer. des dortigen Hirschführer haben ihren Baasen gestern ihre Fordes zu helfen und damit der internationalen Ausbeutung einen Dunder'schen Gewertvereins ber, Wietall- rungen zugestellt, welche eine Erhöhung von Damm entgegenzusehen, unter der diese Arbeiterkategorie bearbeiter, ein Herr Fleischmann, sich seit 60 pt. der bisher gezahlten Löbne betragen Da die Baase die Forderungen abgelehnt haben, sonders leidet. Handeln die deutschen Arbeiter sammt und brecher anzuwerben, worauf wir die Arbeiter besonders dürften auch die Ewerführer morgen sich dem Streit anschließen. einigen Tagen in Berlin befindet, um Streitollen. sonders solidarisch, so wird die Hafenarbeiter- Bewegung zu dem aufmerksam machen. ( S. Privatdepesche aus Hamburg.) erstrebten guten Ende führen und dadurch aufs neue der große Hamburg, 25. November.( Privatdepesche des Vorwärts") Aus Stendal. Der Streit der Tabatarbeiter bei Heute Abend traten 3000 Ewerführer dem Streit bei. soziale Werth des Mary'schen Wortes pratisch dargethan der Firma Bock dauert unverändert fort. Die Lohnkommission Paris, 25. November.( B. H.) Der" Temps" bespricht in werden: Proletarier aller 2änder, vereinigt Euch! beilt mit, daß 30 Arbeiter, darunter 16 verheirathete mit einem Londoner Bericht den Streit in Hamburg und versichert, 26 Rindern, an dem Ausstand betheiligt sind. Eine am daß die englischen Schiffsbesitzer dahinter stecken,(??) welche Ueber die etymologische Bedeutung des Wortes Schauer- 14. November gepflogene Unterhandlung mit der Firma verlief bereits früher Agitatoren nach Antwerpen gesandt. Die Belgier [ eute wird uns geschrieben: Das Wort„ Schauerleute" resultatlos, indem alle gestellten Forderungen rundweg abgelehnt hätten die Ziele der Engländer richtig durchschaut und rasch ist in weiteren Kreisen mißverstanden worden. In einigen wurden. Der Streit ist durch eine geringfügige Forderung der und entschlossen darnach gehandelt. Alsdann hätten sich die Gegenden Deutschlands heißt schauern soviel wie im gewöhn Wickelmacher entstanden, die bei dem sehr schlechten Material Agitatoren nach Hamburg gewandt und dort erreicht, was sie lichen Hochdeutsch: scheuern, reinigen. Wo der Ausdruck nicht pro 1000 Wickel 50 Pf. mehr verlangten. Die Zigarrenmacher gewollt. bekannt ist, stellt man sich unter einem Schauermann sowie Sortirer erklärten sich mit den Wickelmachern solidarisch, Paris, 25. Nov.( W. T. B.) Die Zollkommiffion der Deputirtens einen Mann vor, der die Schiffe reinigt. Thatsächlich hat als sie saben, daß die berechtigte Forderung von der Firma ab- tammer ging heute der 3ud erit euer- Gefeßentwurf Schauer in dieser Zusammenfeßung gar nichts mit Schenern zu gelehnt wurde. Buzug ist streng fern zu halten. zu. Der Entwurf sieht eine Fabrikatsteuer für Rohzucker und thun. Es ist gleichen Ursprungs wie das englische shore Aus Begesack. Seit 17. November befinden sich hier an- raffinirten Bucker vor, die die nöthigen Wittel für die Ges ( sprich schohr), die Küste, und Schauermann heißt dasselbe nähernd 100 aurer im Ausstand. Derselbe ist von dem währung von Ausfuhrprämien liefern soll. W Berantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey in Berlin. Für den Inferatentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berliu. Truck und Berlag von Diaz Badina in Berlin. Hierzu 2 Beilagen 1. Beilage zum Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 277. Reichstag. Donnerstag, den 26. November 1896. 132. Sigung vom 25. November 1896. 1 Uhr. Am Tische des Bundesraths: Kommissarien. Die zweite Lesung der Novelle zur Strafprozeß Drdnung wird fortgesetzt. Nach§ 244 des geltenden Gesetzes ist die Beweisaufnahme auf die sämmtlichen vorgeladenen Zengen und Sachverständigen, sowie auf die anderen herbeigeschafften Beweismittel zu erstrecken. Von der Erhebung einzelner Beweise fann jedoch abgesehen werden, wenn die Staatsanwaltschaft und der Angeklagte damit einverstanden sind. Nach der Vorlage bestimmt das Gericht den Umfang der Beweisaufnahme, ohne bierbei durch Anträge, Verzichte oder frühere Beschlüsse gebunden zu sein; die Vorschrift des geltenden Rechts soll nur noch auf die Hauptverhandlung vor dem Reichsgericht und vor den Schwurgerichten Anwendung finden. Die Kommission hat die allemeine Vorschrist der geltenden Straf prozeß- Ordnung bestehen lassen, will indeffen folgende Ausnahmen gestatten: In der Hauptverhandlung vor der Strafkammer in erster Justanz kann das Gericht die Erhebung eines einzelnen Be weises ablehnen, falls es die Thatsache, welche dadurch bewiesen werden soll, einstimmig für unerheblich erachtet. Die Gründe, aus welchen die Thatsache für unerheblich erachtet wird, sind in dem Beschlusse anzugeben. In den Verhandlungen vor den Schöffengerichten und vor den Landgerichten in der Berufungsinstanz, sofern die VerhandTung vor letzteren eine Uebertretung betrifft und auf erhobene Privatklage erfolgt, bestimmt das Gericht den Umfang der Beweisaufnahme, ohne hierbei durch Anträge, Verzichte oder frühere Beschlüsse gebunden zu sein. Abg. v. Manteuffel( t.) beantragt, den Eingang des ersten Zusatzes der Kommission wie folgt zu fassen: " In der Hauptverhandlung vor den Landgerichten und Oberlandesgerichten." Abg. v. Strombeck( 3.) will die Ablehnung der Beweis: erhebung auch zulassen, wenn das Gericht die Thatsache zu gunsten des Angeklagten für erwiesen erachtet. Abg. Munckel( frs. Bp.) will den auf die Hauptverhandlung vor der Strafkammer in erster Instanz bezüglichen Kommissions: beschluß ganz beseitigen. Nachdem Abg. v. Strombeck( 3.) seinen Antrag kurz empfohlen hat, tritt Abg. v. Buchka( f.) für den Antrag v. Manteuffel ein. Für den Fall, daß dieser Antrag angenommen werde, sei er auch bereit, für den Antrag v. Strombeck zu stimmen, sousi nicht. Redner bittet, doch nicht die Aussichten auf das Zustandekommen des Gesetzes ganz zu zerstören durch die Annahme von Anträgen, welche für die Regierung unannehmbar sind. Kommissionsbeschlüsse aber nicht, weil die Hauptverhandlung vor der Straffammer ja nicht vom Reichsgericht, sondern von der Berufungsinstanz nachgepiüft wird. In diesem Sinne fei auf den von der Kommission vorgeschlagenen neuen Absah überhaupt kein besonderer Werth zu legen. 13. Jahrg. Abg. Schmidt- Warburg tritt für die unveränderte Annahme des§ 245 des bestehenden Gesetzes ein. Ohne weitere Debatte wird dem Antrage Schmidt entsprechend beschlossen, in Absatz 1 das bestehende Gesetz in Geltung zu belassen; zu Absah 2 wird der Antrag Beckh angenommen. Abg. Munckel( frs. Bp.) erklärt sich gegen die Anträge Nach§ 248 bat die Kommission einen Zusatz beschlossen, Strombeck und Manteuffel. Es handle fich in diesem Para- wonach in der Hauptverhandlung bloße Mittheilungen über den graphen nur um das im Termin parate Beweismaterial; etwas Inhalt von Schriftstücken zum Zwecke der Beweisaufnahme unganz anderes sei es, wenn die Beweismittel erst herbei- zulässig sind. geschafft werden sollen. Es sei ohnehin für den Angeklagten Entgegen dem Antrage v. Manteuffel auf Streichung wird und den Vertheidiger sehr schwer, die Ladung von Zeugen vom der Zusatz von der Mehrheit aufrecht erhalten. Gerichte zu erwirken, da sie bezüglich der genauen Bezeichnung Die Debatte über§ 266( Ausfertigung der Urtheilsgründe) des Beweisthemas dem Staatsanwalt und den von ihm ge- wird ausgesetzt. ladenen Beugen gegenüber im Nachtheil sind. Diese Schwierig feit für den Angeklagten noch zu vergrößern würde ein großes Unrecht sein. Mit dem Hinweis auf die Berufung sei die Sache nicht erledigt. Die Befürchtung, daß das Verfahren dazu gemißbraucht werden könnte, Beugen an den Pranger zu stellen, tönne nicht durchschlagend sein. Nach§ 270 des Gesetzes( Beschluß des Gerichts, sich für unzuständig zu erklären) hat dieser Beschluß die Wirkung eines das Hauptverfahren eröffnenden Beschlusses. Die Kommission will diese Vorschrift dadurch einschränken, daß der be treffende Befchluß von der Straftammer des Landgerichts oder dem Straffenat des Ober- Landesgerichts ergangen sein muß oder Geb. Rath Lukas: Der Staatssekretär des Reichs- Justiz ein Schöffengericht die Zuständigkeit des Landgerichts für voramis ist durch eine Bundesrathssigung verhindert, augenblicklich liegend erachtet. Für den Fall, daß das Schöffengericht die Zu an der Verhandlung theilzunehmen. Ich habe Sie dringend zu ständigkeit des Schwurgerichts für begründet erachtet, hat die bitten, die Vorlage oder doch wenigstens die Kommissionsbeschlüsse Kommission vorgeschlagen, daß das Schöffengericht die Aften an anzunehmen. Lettere haben quantitativ und qualitativ die Vor- das Landgericht zur weiteren Beschlußfassung abzugeben und die lage erheblich abgeschwächt; ob der Bundesrath sich mit diesem Sache zur Aburtheilung wieder zu übernehmen hat, wenn das Minimum begnügen wird, weiß ich nicht, halte es aber nicht für Landgericht dieselbe ihm zurückgiebt. ausgeschlossen. Dagegen ist der§ 244 in der Gestalt, wie er sie nach dem Antrage Munckel erhalten würde, auf keinen Fall für den Bundesiath annehmibar. Ich bitte dringend, nicht durch fortgesette Ablehnung der Regierungsvorschläge die Kluft zwischen diesen und den Beschlüssen des Hauses so zu erweitern, daß ihre Ueberbrückung in der dritten Lesung selbst beim besten Willen nicht mehr möglich ist. Abg. v. Buchka bleibt dabei, daß das Reichsgericht schon jetzt dazu gelangt ist, daß die Beweisaufnahme selbst in bezug auf tas herbeigeschaffte Material abgelehnt werden kann, wenn die Richter über die unerheblichkeit der behaupteten Thatsache einer Meinung sind. Dem Angeflagten solle möglichster Spielraum gegeben werden für die Vertheidigung; aber das Gericht müsse vom überflüssigen Ballast und von mißbräuchlichen Anwendungen der bestehenden Vorschriften befreit werden. Abg. Munckel( frs. Vp): Die Annahme der Kommissionsbeschlüsse involvirt doch mindestens die Möglichkeit einer oberflächlichen Beweisaufnahme. Geb. Rath v. Leuthe: In einer ganzen Reihe von Pro zessen ist der Versuch gemacht worden, unendliches Beweismaterial herbeizuschaffen zu feinem anderen Zweck, als die neu herbeis geschafften Personen bloßzustellen. Diesem Mißbrauch muß ein Ende gemacht werden. Die Fassung der Kommission wird von dem Geheimrath v. Lenthe bekämpft, von dem Referenten Abg. Lenzmann ver theidigt und von der Mehrheit angenommen. " 3§ 275 hat der Abg. von Strombed beantragt, daß das Urtheil mit den Gründen bald möglichst zu den Akten zu bringen ist.( Im Gesetze heißt es jetzt: Binnen 3 Tagen".) Abg. Schmidt Warburg will die Frist auf vier Tage verlängern. Abg. v. Buchka spricht sich für den Antrag v. Strombeck aus. § 275 wird unverändert angenommen. Nach§293 muß die den Geschworenen vorzulegende Haupt frage die dem Angeklagten zur Last gelegte That nach ihren gefeßlichen Merkmalen und unter Hervorhebung der zu ihrer Unterscheidung erforderlichen Umstände bezeichnen. Die Kom mission hat eine veränderte Fassung vorgeschlagen, wonach die Hauptfrage alle Thatsachen enthalten muß, welche die wesentlichen Merkmale der dem Angeklagten zur Last gelegten strafbaren Handlung bilden. Bei Bezeichnung der wesentlichen Merkmale find Rechtsbegriffe, welche nicht eine allgemeine bekannte und unbestrittene Bedeutung haben, möglichst durch sonst gleichbedeutende Ausdrücke zu ersetzen, zu deren Verständniß Rechtsfenntnisse nicht erforderlich sind. Abg. v. Buchka befürwortet einen Antrag, welcher es bei der bestehenden Vorschrift belassen will. Er bekennt sich als Gegner der Schwurgerichte, nicht aus Prinzip, sondern aus praktischen Gründen. Abg. Stadthagen( Soz.): Dieser legte Grund scheint mir am wenigen durchschlagend. Es muß doch auch mit dem Abg. Stadthagen( Soz.): Es handelt sich hier um einen Bildungsgrade der Angeklagten und auch damit gerechnet werden, verhängnißvollen Rückschritt, den die Regierung vorschlägt und daß der Angeklagte mißverstanden worden ist. In jedem Falle Geh. Rath Lukas: Die Regierung hält es für zweckmäßig, den selbst ein soweit rechtsstehender Mann wie der Reichs- würde der Kommissionsbeschluß eine außerordentliche es bei dem bestehenden Gesetz zu belassen. gerichtsrath Stenglein mit aller Energie bekämpft hat. Man will Beschränkung der Vertheidigungsmöglichkeit Abg. Munckel tritt der Auffassung entgegen, daß er als hier den einzigen Schuh, der den Angeklagten in für den Angeklagten bedeuten. Es handelt sich auch Freund der Geschworenengerichte deshalb die Schöffengerichte als der gerichtlichen Prozedur durch das Gesetz gegeben ist, die uns nicht blos um Kleinigkeiten, sondern um Fälle, wo Untersuchungsstitution irgendwie geringer erachte. beschränkte Beweisaufnahme, kurzerhand beseitigen, und auch die haft verhängt ist. Auch die ungerechte Untersuchungshaft würde Unter Ablehnung des Kommissionsantrages wird das be Rommissionsbeschlüsse würden, wenn sie Gefeßestraft er verlängert werden können, wenn der Kommissionsvorschlag Gesez stehende Gesetz aufrecht erhalten. langten, für einen großen Theil der Angeklagten diese legte wird. Nach§ 344 Abs 1 fann die Zurücknahme des Rechtsmittels Schuhwehr wegräumen. Die Ablehnung von Beweisanträgen Nach einer kurzen Erwiderung des Abg. v. Strombeck sowie der Verzicht auf die Einlegung eines Rechtsmittels auch gereiche schon heute dem Angeklagten zu immenfem Schaden; wird der Antrag v. Manter ffel gegen die Stimmen der Rechten vor Ablauf der Frist zur Einlegg desselben wirksam erfolgen. lasse man die Ablehnung einzelner Beweise zu, wenn das und des Abg. v. Strombeck abgelehnt, der Antrag v. Strombeck Abg. Stephan- Beuthen( 3.) befürwortet die Annahme eines Richterkollegium darüber einstimmig ist, so werde auch der auf und mit diesem entgegen dem Antrag Munckel die Kommissions. Busah 3, wonach der Verzicht bis zum Ablauf der Frist widerunzulässige Zurückweisung von Beweisanträgen gestützte Re- faffung angenommen. uflich sein soll, und führt dafür eine Anzahl einzelner Fälle an, visionsgrund gleichfalls aus der Welt geschafft. Auch die in welchen mangels dieser Einschränkung die Verurtheilten schwer Rechtsprechung des Reichsgerichts habe schon ihrer benachtheiligt worden sind. feits den Stech ten des Angeklagten auf diefem Gebiete erheblichen Abbruch gethan. Ju keinem Kulturland habe man die Abschneidung bes Rechts so nackt als Zweck und Ziel hingestellt, als es hier im§ 244 versucht fei, und das alles blos, um den Gerichten einige Minuten Zeit zu sparen. Das Gericht tönne ja eine falsche Rechtsanfchauung haben und aus dieser heraus die Thatsachen, welche der Angetlagte unter Beweis stellt, für unerheblich halten; dann sei es mit dem Erfolg der Revision beim Reichsgericht sehr schlimm bestellt. Man belasse es also bei dem bestehenden Gesetz. Abg. Schmidt- Warburg( 3.) versichert, daß ihm die Tendenz fern liegt, den Angeflagten irgendwie in der Bertheidigung zu beschränken. Die Gründe des Vorredners seien jedoch durch schlagend nur gegen den Antrag der Konservativen, gegen die Kunst und Wissenschaft. die Annahmen Nach§ 245 Abs 1 des bestehenden und von der Kommission nicht abgeänderten Gesetzes darf eine Beweiserhebung nicht des halb abgelehnt werden, weil das Beweismittel oder die zu be weisenden Thatsachen zu spät vorgebracht seien. Die Kommission bat dem ersten Absatz eine flarere Fassung und ferner den Zusatz gegeben, daß dies abgelehnt werden fann, wenn nach einstimmiger uficht des Gerichts blos eine Verschleppung damit beabsichtigt wird. Der 2. Absatz besagt, daß, wenn ein Beuge oder Sachverstänt iger den Gegner des Antragstellers so spät namhaft gemacht oder eine zu beweisende Thatsache so spät vorgebracht worden ist, daß der Gegner zur Erfundigung feine Zeit gehabt hat, dieser bis zum Schlusse der Beweisaufnahme die Aussehung der Hauptverhandlung beantragen fann. Abg. Beckh( frf. Vp.) befürwortet einen Antrag, im Absatz 2 den Zeugen, Sachverständigen und zu beweisenden Thatsachen die als Beweismittel zu benußenden Urkunden hinzuzufügen. und die richtige Geschwindigkeit der kleinen Kugel müssen vorher besser bestimmt sein; wenn das nicht angeht, so muß der Versuch unterbleiben, da man dem Publikum nicht zumuthen darf, auf das schließliche Gelingen desselben zu warten. Bt. Geh. Rath v. Lenthe hält die angeführten Fälle für kaum geeignet, die beantragte Ausnahme zu rechtfertigen. Abg. Hankmann( Vp.) sieht dagegen an der Hand einer ganzen Reihe von ihm bekannter Fälle die vorgeschlagene Be nimmung als sehr zweckmäßig an. Namentlich sei es mehrfach vorgefommen, daß sich später die Schuldlosigkeit des betreffenden Verurtheilten ergeben habe, nachdem von ihm Verzicht geleistet war auf die Einlegung des Rechtsmittels. Abg. Günther( natl.) spricht sich gegen den Antrag aus, der nur dann diskutabel wäre, wenn er sich auf die Fälle der Verurtheilung zu höheren Gefängnißitrafen beschränkte. Abg. Stephan( Benthen): Mein Antrag hat keineswegs die Unwirksamkeit des Verzichts zur Folge. In dieser Beziehung soll es bei dem Bestehenden bleiben. zurückgezogenheit gelebt. Eine geborene Jacobi, war sie des Rünstlers zweite Gattin, als Schülerin Schumann's und Mendels john's selbst ausübende Künstlerin und von starkem Einfluß auf den Gaiten. Melchior Lechter ist der Name eines jungen, dreißigjährigen Künstlers, der zur Zeit ungewöhnliches Aussehen macht. Ihm felbst, so scheint es, ist es weniger um Sensation zu thun, als einigen Kunstschriftstellern, die es lieben, die Genies der Zukunft aus der Taufe zu heben. Die Werte Welchior Lechter's sind in Gurlitt's Kunstfälen liche Waare. Es sind Arbeiten, die dem seichten Geschmack seichier ausgestellt. Für den Kunstfreund pflegt sonst in Berlin die Zeit vor Weihnachten herzlich wenig ergiebig zu sein. Was zur Schau tommt, ist der weitaus überwiegenden Wiehrheit nach leichtverkäuf Käufer schmeicheln. Wie man von einer Weih achts- und Ge schenkliteratur spricht, könnte man von einer weihnächtlichen Kunst sprechen. Ueber den Bau des Weltsystems" lautete das Thema, welches am Dienstag ein nur wenig zahlreiches Publikum nach der Urania in der Invalidenstraße geführt hatte. Während die Den Gedanken, durch experimentelle Vorträge das VerVorträge, welche dort über Glektrotechnit gehalten werden, nets itändniß für die modernen Auffassungsweisen von dem Weltein volles Haus finden, so daß ihre Wiederholung sich als nothzufammenhang zu wecken und zu vertiefen, halten wir für einen wentig erwiesen hat, hatte das genannte Thema nur sehr anerkennenswerthen; hoffentlich wird auch seine Ausführung eine geringe Anziehungskraft ausgeübt, obwohl hier zum mit der Zeit eine bessere werden. ersten Male einem größeren Publikum an der Hand von Experimenten die hauptsächlichsten Residenztheater. Wenn auf dem Theaterzettel der Name Gründe für vorgeführt werden sollten, welche gegenwärtig in der Wissenschaft erwarten eine höchii figliche, aber prickelnd vorgetragene Geschichte. Alexander Bisson prangt, so läuft den Stammgäften des den Weltenbau und Zusammenhang Residenztheaters das Wasser im lüfternen Mund zusamme. Sie in Geltung sind. Der Vortrag selbst stand keineswegs auf der Höhe, scdaß die der neueſte Bariser Schwank„ Verschwunden", der gestern im Zuhörer zum theil schon nach dem ersten Abschnitt das Theater Residenztheater zum ersten Male aufgeführt wurde, verließen. Es wurden eine Reihe von Experimenten vorgeführt, brachte den Liebhabern dieses Genres eine Enttäuschung. ist von Bisson und André Syloane gezeichnet und die in sehr geringem inneren Zusammenhange ſtanden und an Man vermuthet darum, daß der eigentliche Verfasser der Von dieser Art hebt sich nun Melchior Lechter's Werk bes denen verschiedene nur wenig zusammenhängende Erscheinungen der Planetenwelt veranschaulicht werden sollten. Die gewünschten Be- Komödie Herr Sylvone sei und daß Bisson nach alten deutsam ab. Das allein kann indeffen das aufgeregte Interesse für seine Kunst nicht erklären. Die Weise Lechter's trifft viel ziehungen den Hörern anschaulich zu machen, glückte dem Vortrage den, Muſtern nur feinen Namen hergeliehen habe. Das ist zwar mehr mit einer Empfindung zusammen, die in unserer jüngsien dem Aſtronomen Herrn Witt feineswegs immer in wünschens. nicht schön, aber es bringt Profit. lebhait betont wird. Wie die Ein Einfall, der an sich eine hübsche Satire hätte werden Kunstbewegung besonders werther meile. Co zweifele ich ſtart iaran, ob es ihm gelungen können, artet in läppische und langweilige Spaßmacherei aus. Idee zu einer Ausstellung moderner Chriftusgemälde reizen ist, das Wesen des Foucault'schen Pendelversuches der Wehrzahl Ein habgieriger alternder Mann nimmt vor der Zeit das Verfonnte; wie Märchenfymbolik, schwermüthige Träumereien des Publikums deutlich zu machen; der Versuch selbst war eben= falls durchaus nicht zwingend. Da Herr Witt beständig die mögen eines jüngeren Vetters als Erotheil in Anspruch. Dieser den Rückschlag auf den gährenden Naturalismus bildeten: ist es mit so Vetter war auf mehrere Monate nach Tonkin verreist und weliflüchtigen, zarten, ja Hand an den kleinen Klappen hatte, welche das Pendel umwerfen sollte, und diese dem Pendel immer näher rückte, so war galt als verschwunden. Zwei junge Frauen, eine davon ist die zärtlichen, sehnsuchterfüllten Romantik Lechter's auch. Lechter die Drehung der Schwingungsebene nur mit einigem Wohl: Gattin des Erbschleichers, jammern um den Verschollenen, weil stammt aus der Münsterländer Gegend. Neben dem Ausdruck wollen wahrzunehmen. Ich würde es für besser halten, beider Gunft hatte er sich beworben. Diese Szene, die beste Neigung zu geheimnißvoller Phantastit, zum Visionären. Der beide glauben, er sei ihretwegen in den Tod gegangen; um derber Kraft findet man bei den Westfalen nicht selten die wenn er den eiften Bersuch, in welchem das Bendel der Komödie, ist leicht fatirisch angedeutet; rasch aber wird myñizinische Grundton bildet die wesentliche Eigenthümlichkeit einen Lichtzeiger verschiebt, zweiten Versuch um der plumpen Harlekinade von Lechter's Kunstarbeiten, gleichgiltig ob er in einem Glas dem Pendel entfernt aufstellte, daß ein Zweifel an der Drehung als Rache für den erbgierigen Alten angeſtiftet. die umzuwerfende Klappe so weit von Platz zu machen, die der plöglich heimgekehrte Better gemälde ſeine malerischen Empfindungen über das Leidens. und Sehnsuchtsmotiv aus Richard Wagner's" Tristan und Isolde" der Schwingungsebene garnicht möglich ist. Freilich würde dann Alte wurde von niederlegt, oder ob er die blaue Blume Einsamkeit sucht, eine längere Zeit vergehen, bis das Umwerfen erfolgt; aber diese mathaes sehr unfein gegeben, wodurch eine wenig appetitliche einem Romifer aus Leipzig, Herrn Es ist fein Zufall, daß Lechter und die Künstler seines Beit fann recht gut durch den Vortrag ausgefüllt werden, was Entkleidungsszene, ohne die man auf den niederen Theatern von Schlages zugleich mittelalterlichen Kunstformen zu fedenfalls besser ist, als daß man einige Minuten auf das Um Paris zur Zeit nicht auskommen tann, noch unappetitlicher. Gewiß, fie füllen diese Formen in werfen wartet, wobei die Klappe kaum einen Augenblick in Ruhe Weit diskreter und doch lebhafter dabei war Herr Torno als gewiffem Sinne mit modernem Lebensinhalt aus, zu seinem " Garten der Ehe" wählt Lechter sogar einen Auch das darf nicht vorkommen, daß ein Verfuch zehn bis junger Lebemann. Ausspruch Niegiche's als Motto oder er ringt nach einem verzwanzig Mal wiederholt wird, ehe er in wünschenswerther Weise Die Wittwe Bogumil Dawisons ist dem B. T." zufolge wandten, gemüthlichen Ausdruck für eine schwermüthige musikagelingt, wie es bei dem Umkreisen einer fleinen Kugel um vorgestern hochbelagt in Dresden gestorben. Ihr Gatte, der lische Stimmung Chopin's. Aber unausgesprochene bängliche einen Magneten der Fall war, wobei sie durch einen zweiten berühmte Hofschauspieler, ist ihr bekanntlich schon im Jahre 1872 Resignation spricht aus den Werken dieser Empfindsamen. Den Magneten abgelenkt werden sollte. Die richtigen Entfernungen vorangegangen. Nach seinem Tode hat die Wittwe in tiefer Sturm, die Kraft der Gegenwart, was den bedeutsamsten Titel und bei dem Dieser flüchten lieben. der übec und Kommunales. Preußischer Justizminister Schönstedt: Es ist doch ein p beansprucht bleibt. Der geschäftsführende Ausschuß hat demWiderspruch in sich selbst, wenn in einem Athem erklärt wird, gemäß in seiner Sigung vom 10. d. M. beschlossen, zur an der Verzicht kann wirksam erklärt werden, aber die Erklärung Der Ausschuß der Stadtverordneten- Versammlung zur nähernden Begleichung des Fehlbetrages eine Quote von 30 pt. fann widerrufen werden. Die Gerichte kommen dadurch in der Vorberathung der vom Magistrat beantragten Vermiethung des von den Herren Garantiefondszeichnern einzuziehen." Sobald die That in Verlegenheit. Ich würde es für richtiger halten, daß in Treptow belegenen, als Vergnügungspart während der Ge- Schlußrechnung feststeht, wird sie den Garantiefondszeichnern zu die Untersuchungshaft, welche nach Erlaß des Urtheils noch ver- werbe- Ausstellung benutzten Geländes hat Dienstag unter Vorsitz gehen. Dieses dürfte erst in geraumer Zeit erfolgen, da sich die büßt wird, in diesen Fällen auf die Strafe angerechnet wird. des Stadtverordneten Materne und in Anwesenheit des Stadt- Höhe der Kosten der sehr beträchtlichen Abbruchsarbeiten der Abg. Stadthagen wird trotz dieser Ausführungen dem raths Namslau beschlossen, der Versammlung zu empfehlen, den Bauten und der Wiederherstellung des Parkes zur Zeit noch nicht Antrage Stephan zustimmen. Schon jetzt könne der gesetzliche Antrag des Magistrats„ daß das Gelände an die Radeberger genügend übersehen läßt. Vertreter Rechtsmittel einlegen, mag der Verzicht ausgesprochen Exportbierbrauerei auf die Zeit vom 1. Januar 1897 bis Untersuchungshaft anzurechnen, ſchon um die sondern auf 6000 Det er zwei Ausschantstätten für Spirituosen gedenkens berichtet, daß es 240 000 Wart gekostet habe und für Ohne Debatte wird dieser Antrag und mit ihm§ 352 angeltlichen Suppenvertheilung am 1. Dezember dieses Jahres. Die Armen- Speisungs- Auftalten beginnen mit der unentgenommen. In§ 354 wird die Berufung gegen die Urtheile der Strafkammern dem bestehenden Gefeße eingefügt. Dem§ 854 will ein Antrag Bech- Mundel folgenden, weiteren Zusatz geben: " Lokales. Was aber gerade jezt, wo man mit der Absicht umgeht, den Herren Zünftlern noch größere Befugnisse über ihre Lehrlinge einzuräumen, die Petition noch ganz besonders interessant macht, das ist folgender Saz:" Ganz abgesehen davon, daß es schon die Natur der Sache mit sich bringt, daß der Lehrling regel mäßig vom Lehrherrn selbst zu erziehen und anzulernen ist, würde von einer Erziehung schon nach dem Geseze um deswillen nicht die Rede sein tönnen, als der§ 127 dem Vertreter ( Aufsichtsperson, Werkführer) das Büchtigungsrecht ab Spricht." Abg. Munckel bittet um Annahme seines Antrages. Geh. Rath v. Lenthe: Die Staatsanwaltschaft darf in der Verfolgung dieses Rechtsmittels in feiner Weise beschränkt werden, denn die Rechtsmittel stehen nach der geltenden Strafprozeß Ordnung ohne Ausnahme beiden Theilen gleichmäßig zu. Abg. Beckh: Der sächsische General- Staatsanwalt Schwarze hat seiner Zeit auf dem Juristentage von 1867 den Antrag unter ftüßt, daß der Staatsanwaltschaft das Recht der Berufung gegen Die Urtheile der Kollegialgerichte nicht gestattet sein solle, und zwar zu einer Zeit, als die Berufung noch zu Recht bestand. Mit gewissen Einschränkungen ist der Antrag damals vom Die Junungsmannen gehen also von dem allerdings Juristentage angenommen worden. Dieser Antrag bewegt sich richtigen Standpunkt aus, daß es einem Unternehmer, der, wie auf derselben Linie. 3. B. Herr Aschinger, viele Filialen hat, nicht gut möglich ist, allen seinen Lehrjungen jeden Tag höchsteigenhändig die gehörige Tracht Prügel zu verabfolgen. Geb. Rath Lukas: Das Rechtsmittel der Berufung muß dem ganzen Strafprozeße gleichgeartet sein; der Antrag würde aber zwei Arten von Berufung schaffen, eine gegen die Urtheile der Schöffengerichte, eine andere gegen die Urtheile der Straftammern. Beide Anträge werden abgelehnt,§ 354 in der Kommissionsfaffung angenommen, desgleichen der vorher zurückgestellte, hier mit im Zusammenhang stehende§ 266, ebenso die Paragraphen bis 363 inklusive. " sein oder nicht; auch sei in diesen Fällen die Strafvollstreckung 1. Januar 1900 für eine jährliche Miethe von 5400. zum ftellungs- Interessenten und klagen über die Summen, die ihnen An den Waffern Babels fizzen jeht die Gewerbe- Aus völlig ordnungsmäßig geregelt. Ob es nicht überhaupt Betrieb als Sportplatz vermiethet werde", mit der Maßgabe zu bei den Bauten im Treptower Park verloren" gegangen sind. gerechtfertigt sei, unter allen Umständen die genehmigen, daß die jährliche Miethe nicht 5400 m. betragen soll, So wird vom Theater Alt- Berlin patriotisch- blumenreichen AnBestimmung, daß höchstens worden Die Abg. Lenzmann empfiehlt den Antrag Stephan als außer anzulegen seien. ordentlich zweckmäßig. für die Sonderausstellung Alt- Berlin erforderten, wie berichtet Es stehe fest, daß den Ver- In der gestrigen unter Vorsitz des Stadtsyndikus Weise wird, die 260 000 Mart, verkauft wurden urtheilten die Neigung, Rechtsmittel einzustattgehabten Sigung der Hochbau- Deputation wurde Gebäude dieser Ausstellung für fämmtlichen 11 000 Mark. Der Iegen, auf alle Weise leid gemacht würde, da einstimmig beschlossen, den Gemeindebehörden zu empfehlen, die Pavillon der Zwölf Apostel Uhr, welcher für 1000 Mart man in den Kreisen der Richter die Berufung nicht wünsche. bisher im Rathhause eingerichteten Bau- Inspektionen in ihre verfauft worden ist, brachte dem Besitzer einen Verlust" von Abg. Schmidt- Warburg: Für den Antrag stimme ich auch, Bezirke zu verlegen, und die von ihnen innegehabten Räume für 5000 m. Das riesige Beltgebäude, das Theater Neu- Berlin", aber darauf allein können wir uns nicht beschränken; die Sache die Bearbeitung der Hochbau- Entwürfe zu benußen, außerdem welches 60 000 M. Kostenaufwand erforderte, wurde für 14 000 m. liegt voller Kontroverse und wird bis zur dritten Lesung reiflich einen Betrag von 7500 M. zur Anschaffung von architektonischen nach Holland verkauft. Von zwölf Gebäuden, die unverkauft überlegt werden müssen. Werken 2c. in den Etat pro 1897/98 aufzunehmen und den bereits niedergerissen wurden und deren Aufbau zusammen Der Antrag Stephan wird angenommen und§ 344 dem Betrag für die Vorarbeiten der Entwürfe zu erhöhen. Durch 410 000 m. verursachte, konnten nur Balfen und Bretterlagen entsprechend geändert. Bu§ 352 beantragt Abg. v. Strombeck folgende Fassung der Bau- Entwürfe erzielt werden. diese Maßnahme soll eine möglichst sorgfältige Bearbeitung Berwendung finden, die, soweit bisher übersichtlich, eine Gesammt des Absatzes 1: Beschlüsse, welche von den Landgerichten in der einnahme von ca. 10 000 m. ergeben. Weitere dreißig Gebäude, Die städtische Schuldeputation, welche heute unter Borsit welche noch als verkäuflich auf dem Ausstellungs- Gelände Bescht, werdeinstanz erlassen sind, können, insofern sie Verhaftung des Bürgermeisters Kirschner eine Sitzung abhielt, hat befchloffen, stehen und abgerissen werden müssen, repräsentiren ein Aufbaus oder die Unterbringung in einer öffentlichen der Gemeindebehörde zu empfehlen, das Schulgeld für auswärtige fapital von über eine halbe Million Mark. Bei dieser Irrenanstalt betreffen, durch weitere Beschwerde angefochten Schüler in den Realschulen von gegenwärtig 80 Mark vom Berechnung sind die großen Baulichkeiten, wie das Haupt werden.( Die gesperrten Worte sind ein Zusatz zu dem bis: 1. Oktober 1897 ab auf 130 Mart jährlich zu erhöhen. herigen Wortlaut.) restaurant u. f. w. ausgeschlossen, die an und für sich einen Roftenaufwand von 100 000 bis 300 000 m. erforderten. Wenn die von einem Berichterstatter mitgetheilten Zahlen stimmen, so liegt vielfach gar kein besonderer Grund zu Klagen vor; von einigen Baulichkeiten läßt sich sogar sagen, daß sie relativ recht gut an den Mann gebracht worden sind. Man hat Junungsschmerzen. Die Berliner Gastwirthe- Innung hat doch aus den Gebäuden Pachtſummen herausgeschlagen, die zum Die zum Nachtheil des Angeklagten eingelegte Berufung dieser Tage eine Petition an den Minister des Innern ab- theil eine geradezu unmenschliche Höhe erreicht haben, ganz abgegen ein Urtheil der Straffammer kann nur auf Anführung gesandt, in der sie verlangt, daß in Zukunft Massentonzessionen gesehen von den Hunderttausenden, welche Leute, wie Adlon und neuer Thatsachen oder darauf gestützt werden, daß das Urtheil zum Betriebe von Schantwirthschaften, wie sie von vielen Dressel als„ Restaurationspacht" eingeheimst haben. auf einer Verlegung des Gesezes beruht. Das Gesetz ist ver- Brauereien und z. B. auch von Herrn Aschinger ausgeübt Tiefe Verstimmung über die Geschäftspraxis der letzt, wenn eine Rechtsnorm nicht oder nicht richtig an- werden, nicht mehr ertheilt werden sollen. Die Zünstler find Packetfahrt- Gesellschaft herrscht unter den Inhabern aller ihrer gewendet ist." schlau genug, einzusehen, daß die Erfüllung ihres Herzens- Annahmestellen. Vor einiger Zeit hatte die Direktion den AnEventuell will Abg. Bech dem§ 354 hinzufügen: wunsches dem flaren Wortlaut der§§ 3a und 45 der Gewerbe- nahmestellen ein Rundschreiben zugehen lassen, welches besagte, „ Jedoch mit Ausnahme des Falles, wenn ein Angeklagter Ordnung widersprechen würde; aber sie sind noch schlauer, sie daß die Gesellschaft beabsichtige, ihren Filialinhabern einen einstimmig freigesprochen worden ist." haben eine„ Kabinetsordre" vom 7. Februar 1885 aus größeren materiellen Nutzen als bisher zukommen zu lassen, Abg. Haußmann: Gegen den Antrag Beckh- Mundel hat gegraben, nach der die Behörden sich auch von der und ihnen daher die Briefmarken mit 50 pCt. Provision Redner hinsichtlich seiner Zweckmäßigkeit Bedenken, wenn er ihn üblichkeit eines zu eröffnenden Schankbetriebes überzeugen anbiete, während sie bisher nur 10 pet. bezogen. Bedingung auch als logisch begründet anerkennen muß. sollen, und darauf stüßen sie nun ihre Forderung. war sofortige Baarzahlung und Entnahme von Briefs marken im Mindestbetrage von 100 Mart, wofür 50 Mart zu entrichten waren. Die Juhaber der Annahmestellen machten nun sehr große Bestellungen, erhielten jedoch die Marken erst nach geraumer Zeit und müssen nun einsehen, daß sie ein schlechtes Geschäft gemacht haben, denn die in dem Rundschreiben empfohlene Propaganda bei Bekannten und in der Nähe wohnenden Geschäftsleuten stellt sich als völlig ergebnißlos heraus, weil die Gesellschaft selbst schon an alle Geschäftsleute herangetreten war und ihnen Marken zu einem Preise vertauft hat, mit dem die Annahmestellen fonkurriren können, ohne den Gewinn, den sie durch die neue Einrichtung erhofften, wieder einzubüßen. Sie haben also lediglich dazu gedient, der Gesellschaft große Summen baaren Geldes zuzuführen, das ihnen selbst in ihrem Geschäftsbetrieb fehlen kann, zumal da unter den obwaltenden Verhältnissen und Wahrlich, wenn dieser durchschlagende Grund den durch die Konkurrenz der verschiedenen Privatposten der MarkenMinister nicht überzeugt, dann ist ihm gewiß nicht zu helfen. verkauf eher erschwert als erleichert worden ist. So schreiben Ueber lufere Großstadt- Jugend und der freiwillige entrüftet einige Berliner Blätter. Als die Direktion der PacketUeber ,, usere Erziehungsbeirath für schulentlassene Waisen" sprach am fahrt- Gesellschaft im Juni dieses Jahres frivol ihr Ehrenwort Dienstag Lehrer Page1, 1. stellvertret. Borsitzender des„ Er- gebrochen und dem feierlich vor dem Gewerbegericht abgegebenen ziehungsbeirathe", in einer für diesen Verein veranstalteten Versprechen zum Troß eine große Anzahl ihrer Angestellten ges öffentlichen Werbeversammlung, welche nur mäßig maßregelt hatte, sanden dieselben Blätter solche schmähliche That und fast nur von solchen Personen besucht war, die dem Verein des modernen deutschen Geschäftsgeistes vollkommen in der bereits nahe stehen. Um die Existenzberechtigung des Erziehungs Drdnung. beirathe" zu beweisen, schilderte P., anknüpfend an den Mord Behufs Stellungnahme zum Lehrer- Besoldungsgesehe in der Mohrenstraße, der die Bevölkerung wieder einmal auftritt am nächsten Sonnabend Nachmittag im hiesigen Rathhause unferer Epoche ausmachen wird, wehren sie ängstlich von gerüttelt und eine erneute Diskussion der Frage der Jugend der Vorstand des Allgemeinen Preußischen Städtetages unter fich ab. Selbst wenn Lechter landschaftliche Frühlings- Großstadt Jugend, von der er jedoch zugab, daß fie dabei um eine Berathung und Abänderung der bezüglichen Lechter landschaftliche Frühlings- erziehung hervorgerufen habe, die Verwilderung der Vorsiz des Oberbürgermeisters Belle zusammen. Es handelt sich eindrücke malt und nicht Traumgefilde, Märchenhaine oder ein mysteriöses Adagio darstellt, so schwebt über ihnen die Wurzeln abgraben" könne, müsse man nach den Ursachen ersten Tagung vorlag. Den abgeänderten Entwurf wird Oberfeineswegs eine allgemeine fei. Damit man Damit man dem Uebel Petition, welche dem preußischen Städtetage schon bei seiner zittrige Melancholie. Nirgend ein zukunftfrohes Bekenntniß, tein Aufjauchzen und fein zorniger Ausschrei; überall ungestillte forschen. Als solche bezeichnete P.: Das frühe Verdienen bürgermeister Becker- Köln, welcher auch das Referat in dieser Sehnsucht, Trostbedürfniß und Grübelei über das Wort, daß der in Laufburschenstellungen, die daraus sich ergebende frühe wirth Angelegenheit übernommen hat, dem Vorstande zur Genehmigung Kreaturen Wollust mit Bitterfeit gemengt sei. schaftliche Selbständigkeit gegenüber den Eltern und das unterbreiten. in all' ihrer Sensibilität doch mehr ein Merkmal für überreistes schlusses des Lehrlings an die Familie des Meisters, die durch amtes 25, über welche wir erst vor einigen Tagen berichteten, ift Ueber die Zustände auf der Packet- Annahme bes Post So werthvolle Anregungen diese sensible Kunst giebt, sie ist Schwinden der elterlichen Autorität, das Fehlen eines AnGemüthsleben, als eine Bürgschaft für zukünftige Größe und immer weitere Arbeitstheilung in Gewerbe und Industrie her bei dem Postvorsteher eine Beschwerde eingelaufen. Die PoſtGenialität. Wie sie aus Bänglichkeit und Schwächemomenten, vorgerufene Verschlechterung der Lehrlingsausbildung, die behörde geht jetzt gegen die Hausdiener mit großer Schärfe vor. Genialität. Wie sie aus Bänglichkeit und Schwächemomenten, Schwierigkeit, mit einseitiger Ausbildung andere Arbeit zu finden, Dienstag Abend wurde einer derselben, der es versuchte, das Die der Ueberspannung, folgen, hervorgegangen ist, so ferner die Wohnungsverhältnisse, das Schlafstellenwesen, die eine weitere Welt fich erobern Herablaffen der Rolljalousie zu verhindern, festgenommen; behufs und ein dauerndes Denkmal unserer Kultur- Epoche werden. Hintertreppenromane, den massenhaften Zuzug. Als Heil- Anzeige wegen Hausfriedensbruchs ließ man seine Personalien Man hat in einzelnen Bildern Lechter's verwandte Anklänge an mittet" empfahl P.: die Gesellschaft" folle Fürsorge treffen, zeige wegen Hausfriedensbruchs ließ man seine Personalien feststellen. Böcklin finden wollen. Man sollte doch den farbenfrohen, großen daß die Knaben und Mädchen einen ihren Fähigkeiten entsprechenden Beruf ergreifen fönnen und die Lehrlings- Uns wird geschrieben: Die von der Firma Siemens Heiden nicht zu einem Vergleich heranziehen, der zu nichts führen ausbildung verbessert wird, daß die heranwachsende Jugend u. Halske betriebene elektrische Straßenbahn Behren= tann. Gewiß, auch weltflüchtige Stimmungen tönnen zu und eine menschenwürdige Wohnstraße- Treptow hat troß der lebhaftesten Klagen von seiten des Schlafgelegenheit tünstlerischer Erhabenheit führen. Schwerlich wird ihren Hauch hält, vor Verführung gesichert mud zu zweckentsprechen- fahrenden Bublifums immer noch keine Vorkehrungen getroffen, verspüren, wer an die mystizistischen Kunststücke der Neuesten dem herangeht, ohne zuvor sich selbst überreizt zu haben. Diese die das Publikum wenigstens einigermaßen gegen Kälte und Bug Genuß ihrer Mußestunden angeleitet wird. Erwägungen bätten zur Begründung des Erziehungsschützen. Es wäre doch, wenn etwas guter Wille vorhanden, beirath 3" geführt, der Besserung schaffen fönne, wenn sehr leicht möglich, die kalten Bänke der Wagen mit Sigpolfier er bei der Bevölkerung Unterstüßung finde. Aus P.'s Aus- zu versehen, wie dies die Große Berliner Pferdebahu bereits führungen über Organisation und bisherige Leistungen des schon seit Anfang dieses Monats gethan hat, damit die Fahr Henrik Ibsen's neues Drama heißt, John Gabriel Vereins( worüber wir bereits früher wiederholt berichtet haben) gäfte in der jetzigen falten Jahreszeit doch nicht allzu leicht Er Bortman" und wird, wie man der Zeit" aus Dänemart ging trotz aller Lobeserhebungen deutlich hervor, daß auch der fältungen ausgesetzt sind. berichtet, in der ersten Hälfte des Dezembers bei Gyldendal in Erziehungsbeirath" gegenüber den sozialen Schäden, die zur Auf der Flucht ist gestern der 12jährige Sohn des in der Kopenhagen erscheinen. Gleichzeitig mit der Original- Ausgabe, Berwahrlosung der Jugend führen, nicht mehr als ein höchstestraße wohnenden Arbeiters P. schwer verunglückt, Der die in einer Auflage von 12 000 Exemplaren gedruckt wird, er- Tropfen auf einen beißen Stein bedeuten kann. Sinabe hatte mit zwei Altersgenossen in der Höchstestraße gespielt scheinen deutsche, englische, französische und russische Ueber- Manche dem Erziehungsbeirath" überwiesene Waisen, er- und die drei bemerkten dortselbst eine Droschte, welche unbeaufsetzungen. zählte P., find förperlich und geistig so weit zurück, daß sichtigt war und stahlen von derselben die Peitsche. In diesem Stellung finden oder doch Augenblick kam der Droschkenkutscher hinzu und nahm die VerDas moderne Verfrommungsbestreben erhält eine sie entweder überhaupt keine Stellung Ein 19 jähriges Mädchen z. B. folgung der jugendlichen Räuber auf. wei Knaben flüchteten drastische Beleuchtung durch das für den Bußtag erfolgte Ber: bald wieder entlassen werden. bot der Aufführung von Lessing's" Nathan", daß der weimarische glich einem 18 jährigen, ein 14 jähriger Junge einem 9 jährigen, nach dem Boden des Hauses Höchstestraße 18, wo der Kutscher Kultusminister für das Theater in Apolda ausgesprochen hat. die Aerzte fagten: infolge mangelhafter Ernährung! Wie den einen, den Sohn des Kaufmanns R., stellte und festder„ Erziehungsbeirath" solche Zustände, in denen die wahre hielt; der zweite Knabe, der erwähnte P., fletterte auf Die zweite japanische Universität soll bestimmt am Wurzel des Uebels ju tage tritt, durch freie Liebes bas Dach und setzte die Flucht über die Dächer 1. April des nächsten Jahres in der alten Landeshauptstadt thätigteit"- denn der Gesellschaft" diese Aufgabe der Nachbarhäuser der Höchstestraße fort bis in die Büsching. Kyoto eröffnet werden. Sie wird anfänglich nach einander die im Ernst zuzumuthen, fällt diesen Leuten natürlich nicht ein straße hinein. Nachdem er hier nicht mehr weiter konnte, ver drei Fakultäten Ro- Ka( für Technik), Ho- Ka( für Jura) und J- Ka beseitigen will, das möchten wir wohl wissen. In der spär- suchte der Kleine, sich an der Regengosse auf die Straße hinab ( für Medizin), später nach und nach die drei anderen Fakultäten lichen Diskussion betonte Landgerichtsrath Felisch( Borzulassen; in der Höhe der ersten Etage verließen ihn jedoch die Ri- Ka( für Naturwissenschaften), No- Ka( für Land und Forst- sizender des Vereins) zum so und so vielten Male, man wolle Kräfte, und der unbesonnene Flüchtling stürzte in die Tiefe. Am wirthschaft) und Bun- Ka( für Literatur) erhalten. Der neue die sozialen Gegenfäße immer mehr überbrücken" und den Hause stand ein Waschkorb, den ein junges Mädchen für wenige Unterrichtsminister Marquis Schigeati Hatschisuka wird vom unteren Klassen beibringen, daß die oberen gern etwas für fie Augenblicke abgesetzt hatte, und in diesen fiel der kleine Bursche japanischen Parlament die nöthigen Mittel für das erste Lehr- thun". Das wird für viele Freunde und Gönner des Er- hinein, wodurch die Wucht des Falles wesentlich gemildert jahr fordern. ziehungsbeirathe" wohl der wichtigste, wenn nicht einzige Grund wurde. Trotzdem aber erlitt der Knabe erhebliche, stark blutende der Betheiligung sein. Verlegungen im Gesicht, konnte sich jedoch noch allein nach der Der Arbeitsausschuß der Berliner Gewerbe- Ausstellung elterlichen Wohnung begeben. Dem Kutscher ist die Peitsche, 1896 versendet an die Garantiefondszeichner ein Rundschreiben, welche die Knaben zerschnitten, um sie als Spielzeug zu benutzen, wodurch sie zur Zahlung von zunächst 30 pet. der ge- von den Eltern des K. ersetzt worden, infolge deffen er von einer zeichneten Beträge aufgefordert werden. In dem betreffenden Anzeige bei der Polizei Abstand genommen hat. in freudiger Opferwilligkeit mit gewährleistet haben, seine End: über die sie betreffende Bundesrathsverordnung ihren Kunden die Schreiben heißt es: Nachdem das Werk, deffen Grundlagen Sie Rache muß sein. Die Bäckermeister wollen aus Nerger schaft erreicht, sind wir zu unserem aufrichtigen Bebauern übliche Weihnachtsspende vorenthalten. Wenigstens berichten genöthigt, auf brieflichem Wege zu wiederholen, was wir bereits anläßlich der Schlußfeier der Ausstellung aussprechen mußten, einige Blätter so. daß die finanziellen Ergebnisse den sonstigen großen Erfolgen Der Heilgehilfe, Herr Hermann Wiesner, Wriezenerstr. 4, unferes Werkes nachstehen und daß der Garantiefonds nicht un- theilt uns zu dem Selbstmordfall der Wittwe Stenholz mit, daß Darauf vertagt sich das Haus. Schluß 5½ Uhr. Nächste Sigung: Donnerstag 1 Uhr. ( Jnterpellationen Auer, Justizgesegnovelle.) wird sie schwerlich Kaiser und Galiläer" von Ibsen wird in einer fünf aftigen Bearbeitung von Leopold Adler am 5. Dezember am Leipziger Stadttheater in Szene gehen. Im Schiller- Theater ist für nächsten Sonntag, den 29. b. M., Nach mittags 3 Uhr Bög von Berlichingen", abends 8 Uhr das Wichert'sche Luftfptel„ Ein Schritt vom Wege" angefeßt. Seute findet eine Wiederholung von " Demetrius" ftatt. Im Friedrich- Wilhelmstädtischen Theater ist das Gaftspiel der Italienischen Operngesellschaft auf den 28. November verschoben worden. Noropol wegen Erkrankung des Herrn Epstein" vom Repertoir abgefeßt Im Alexanderplay- Theater muß das Stück„ Nansen's Reise nach dem werden. Es gelangt daher Ohne fittlichen Halt", Sittenbild aus dem Berliner Leben in 4 Atten von Wilhelm Friedhold, zur Aufführung. Die Bons zu Nansen's Reise nach dem Nordpol behalten auch zubne fittlichen salt" ihre Giltigkeit. Das Volks- Theater in der Reichenbergerstraße bleibt am Freitag wegen ber Borbereitungen zu den Weihnachtsmärchen, die am Sonnabend zuerst auf geführt werden, geschlaffen. " " " er cr fufolge ungenauer Meldung nicht am Thatorte zur Hilfe- 11. April 1895 ab ab das zu liefernde Arbeitspensum um Ju Rücksicht darauf, daß P. noch nicht vorbestraft ist, wird auf leistung erschienen sei; hätte er in der Nacht, als der traurige 4 Seiten pro Tag erhöht und bei Formulararbeit am bas geringste Strafmaß ertannt, nämlich auf drei Monate GeBorfall geschah, eine Ahnung von der Furchtbarkeit der That Monatsschluß einen Abzug von einem Viertel vorschreibt. Hier fängniß. gehabt, so wäre er auch am Plaze gewesen. durch sind nun die Kanzleibeamten, welche vorwiegend mit Eine oftelbische Bravourthat. Aus Ronit in WeftGeltungsdauer der Rückfahrkarten anläßlich des 48 Seiten Schreibarbeit zu liefern, um am Monatsschluß das Stück" vollbrachte der Gutsbefizer Witt in dem benachbarten Formulararbeit beschäftigt werden, verpflichtet, werktäglich preußen wird der Bolts- 3tg." geschrieben: Folgendes BravourWeihnachtsfestes. Behuss Erleichterung des Weihnachtsverkehrs wird im Verkehr der preußischen Staatsbahnen und im Gesammtpensum von 86 Seiten pro Tag zu haben und um nicht Dunkershagen an einem schönen Sommertage. In seinen direkten Verkehr mit anderen die gleiche Bestimmung aufnehmenden zur Bezahlung von 8 Pf. pro Seite für das daran Fehlende Ländereien liegt ein Wassertümpel, welcher von der Konizer Bahnen die Geltungsdauer der am 22. Dezember d. J. und den herangezogen zu werden, wie dies bereits mehrfach vor Jugend als bequeme Badegelegenheit benutzt wird. Durch das folgenden Tagen gelösten gewöhnlichen Rückfahrkarten von sonst gekommen ist. Bertreten des Getreides und des Wiesengrases wurde dem Besitzer kürzerer Geltungsdauer bis zum 6. Januar 1897 einschließlich Tag gelieferten Schreibwerks und des im Jahre 1895/96 ge- luftigen Kinder abzufassen, um ihre Bestrafung herbeizuführen. Der Kläger fordert nun Bezahlung des über 32 Seiten pro einiger Schaden zugefügt, und er gab sich Mühe, die badeverlängert. Die Rückfahrt muß zur Wahrung der Frist nach der allgemeinen Vorschrift der Staatsbahnen am 6. Januar 1897 babten Abzugs von einem Viertel, zusammen in Höhe von Da ihm dies nicht gelingen wollte, beauftragte er eines Tages, angetreten sein. Die Eisenbahndirektions- Präsidenten sind in als wieder einige Mädchen badeten, zwei seiner Knechte, ihrer Eigenschaft als tönigliche Eisenbahnkommissäre von dem Der Polizeiwachtmeister Wilhelm Hartleb wurde am fich an den Tümpel zu schleichen, die Kleiber der Mädchen Minister der öffentlichen Arbeiten ermächtigt worden. den Ver- 29. Juli 1896 vom Landgericht Berlin I. wegen Unterschlagung fortzunehmen und auf das Gehöft zu bringen. Mit waltungen der ihnen unterstellten Privatbahnen die Einführung im Amte zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilt, auch wurde seine feltenem Diensteifer führten die Knechte diesen Befehl aus, und der gleichen Verkehrserleichterung zu gewähren. Unfähigkeit zur Bekleidung eines öffentlichen Amtes für die Dauer die Mädchen, zwölf bis vierzehnjährige Töchter angesehener waren Bürger, von zwei Jahren ausgesprochen. Der Straßenreiniger Wilhelm Ronizer genöthigt, splitterfaden von 67 m., die ihm sein Bruder Hermann Daube seinerzeit zur Dvube übergab dem Angeklagten eines Tages 40 Mt., den Reft na dt, wie sie aus dem Wasser kamen, auf den Gutshof gehen, สน Aufbewahrung übergeben hatte, da das Geld vermuthlich von Empfang zu nehmen. Der Gutsbesiger drohte noch, die dem Diebstahle herrühre, wegen beffen legterer verhaftet sei. nachten Mädchen mit der Beitfche durchzu. Dies Geld unterschlug der Angeklagte. Seine Revision ist am prügeln und ließ erst auf die Bitten seiner Frau von dieſem Dienstag vom Reichsgericht verworfen worden. eines neuen Wafferrohres beschäftigt. Bei der Ausschachtung An der Petrikirche sind jetzt Rohrleger mit der Legung find sie dem eisernen Gitter, das die Kirche umgiebt, zu nahe gekommen und an der Scharrnstraße ist das Gitter wegen ungenügender Absteifung in ziemlicher Ausdehnung plöglich zu fammengebrochen. Zum Glück ist niemand bei dem Unfall zu Schaden gekommen. er Da Verschwunden ist seit Sonntag Abend die 16jährige Tochter Ida des Gastwirths Köppe aus der Markgrafenstr. 4. Das Mädchen hat abends heimlich die elterliche Wohnung verlaffen und über seinen Verbleib nichts mitgetheilt. Durch sechs Messerstiche hat sich gestern auf dem Flur eines Hauses in der Markusstraße der 38 Jahre alte Schraubendreher Karl Fiedler, nachdem er feine in demselben Hause in einer Fabrit beschäftigte, von ihm getrennt lebende Ehefrau auf gesucht hatte, in der Trunkenheit so schwer verletzt, daß er bald darauf in der Unfallstation VIII starb. Die Leiche wurde nach dem Schauhaufe gebracht. 452 M. um ihre Kleider in Vorhaben ab. Die Väter der also behandelten Mädchen er statteten Anzeige und der schneidige Gutsbefizer hatte sich nebst seinen beiden Helfern wegen Nöthigung und Beleidigung vor der hiesigen Straftammer zu verantworten. Der Staatsanwalt be antragte gegen W. eine Gefängnißstrafe von vier Monaten. Der Gerichtshof glaubte indeffen, es bei einer Geldstrafe von 150 M. belaffen zu sollen. Die Knechte wurden zu je 25 M. verurtheilt. Noch einmal der Kottbuser Streit vor Gericht. Aus Kottbus wird uns vom 24. November berichtet: 213 der Tuchmacherstreit sein Ende erreichte, wurden in den Kreisen der Textilarbeiter Stimmen laut, welche den Leitern des Streits aus der hiesigen Filiale des Verbandes der Textilarbeiter Vorwürfe deswegen machten, weil aus dem anfänglich partiellen Streit sich ein allgemeiner geftaltet hatte. Ferner wurden die Führer Das Ober- Landesgericht in Köln hat die Beschwerde des wegen ihres Verhaltens während der Bewegung verdächtigt. verurtheilten Homöopathen Dr. Bolbeding gegen die fofortige Diesen Angriffen trat ein Flugblatt entgegen, das Inhaftnahme verworfen. der Vorsteher der hiesigen Filiale des Verbandes der Textilarbeiter, Ulrich, verfaßt hatte. In dem Flugblatt war aufnahmeverfahren vor der Straftammer in Ulm wurde der ReNoch einmal die ,, krähende Jungfrau!" Im Wiederfolgender Baffus enthalten: dakteur Barthelmeß von dem Ulmer Tageblatt" wegen des Wir kommen jetzt zum schwersten Vorwurf, den wir der Rottbuser Textilarbeiterschaft nicht vorenthalten können und Ausdrucks„ krähende Jungfrau", den er in einer Konzertwollen; nämlich den, daß sie sich nicht überlegt hat, daß so ein besprechung auf eine Sängerin angewandt hatte, wieder zu 30 m. Rampf einem Jeden schwere Opfer auferlegt, und daß die Unter- Belbstrafe und zur Tragung der Kosten sämmtlicher Instanzen füßung weit hinter dem gewöhnlichen Wochenlohn zurückflehen verurtheilt. Ob dieses Mädchen nun endlich zufrieden ist? mußte, außer dem der Färberei- und sonstigen Stundenarbeiter. Versammlungen. Kollegen und Kolleginnen die Redensart, man hätte sie nicht aus Jetzt hört man vielfach von unüberlegten und unverständigen " 1 Vier öffentliche Maurer Versammlungen waren am beEin neuer Unglücksfall in der Maschinenfabrik ,, Cyklop". Borgestern berichteten wir über ein betrübendes Ereignis, von dem der Arbeiter Rudolf Ebert am 21. November in dieser Fabrik betroffen wurde. Gestern früh 9 Uhr ereignete sich aber mals ein recht schwerer Unglücksfall dadurch, daß der 62 Jahre alte Hobler August Seelenbrand mit dem rechten Arm in die Maschine gerieth. Der Verunglückte wurde in die Klinik des Herrn Dr. Wolf, Am Zirkus 9, geschafft, wo ihm der Arm fofort amputirt werden mußte. Seelenbrand, der bereits 24 Jahr in der Fabrik beschäftigt ist, hatte schon vor einigen Tagen das Malheur, mit einer Leiter zusammenzubrechen, als er an der Transmission beschäftigt war; er fam aber ohne Schaden zu nehmen davon. Die Leiter ist jetzt selbstverständlich durch eine nene ersetzt worden. Werden die Arbeiter aus den entfehlichen Vorfällen der letzten Tage endlich eine Lehre ziehen? Von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden ist die Leiche des 66 Jahre alten Obsthändlers Ludwig Herms aus der Lindenstr. 24. Herms, der einen Straßenhandel betrieb und in der letzten Zeit wegen Verstoßes gegen die handelspolizeilichen Bestimmungen mit ungefähr zwanzig Strafen belegt worden war, den Fabriken herausholen sollen. Ja, waren es denn nicht wurde von der Polizei jeden Tag gesucht, aber wiederholt schon in der Hauptsache die Fabritanten und in aller: Dienstag von der Lohnkommission nach den verschiedenen Stadtmorgens früh nicht mehr zu Hause angetroffen. Als man auch erster Linie die im Fabrikantenring dominiren. theilen einberufen. Auf der Tagesordnung stand: Wie sichern gestern, Mittwoch, Morgen wieder kam, um ihn zur Verbüßung den Großfabrikanten selbst, welche den Streit wir unsere diesjährigen Errungenschaften am besten den MaßIn allen Versamms der Strafen abzuholen, fand man die Thür des Zimmerchens, wollten, um verschiedenen kleinen Fabrikanten nahmen der Unternehmer gegenüber?" man Herms feit einigen Tagen nicht mehr gesehen hatte, das Lebenslicht auszublasen? Nun, einige find lungen wurde das Resultat der zu verschiedenen Zeiten vorgenommenen Baukontrollen bekannt gegeben, das sich wie folgt ließ man die Thür vom Wirthe öffnen und fand den Alten über'n Stock gesprungen, andere werden folgen. neben einem Eimer als Leiche im Zimmer liegen. Ob er wir der festgefügten Fabrikanten- Organisation eine noch stärkere ergab, daß über 1000 Maurer auf über 100 Baustellen Jezt heißt es: Alle müssen in den Verband eintreten, daß gestaltet hat. Die erste Baukontrolle vom 18. bis 19. April 1896 einem Herzschlage erlegen ist oder sich selbst getödtet hat, konnte und festere Arbeiter- Organisation entgegenstellen können, und 9 Stunden und ca. 6000 Maurer auf etwa 500 Baustellen 10 Stunden der zugezogene Arzt nicht feststellen. Die Leiche wurde um 12 Uhr mittags nach dem Schauhause abgeholt. vor allen Dingen, rüstet Euch zu späteren Kämpfen und arbeiteten. Nach der Baukontrolle vom 2. Juni und der vom 11. Juni stellte sich das Verhältniß folaendermaßen: schafft einen Streitfonds. Der Satz von den Fabrikanten und den in dem Fabrikanten- 440 Baustellen mit 5448 Maurern neunstündige, 240 Baustellen Am 5. Auguft ring dominirenden Großint.striellen gefiel legteren nicht und 37 mit 2521 Maurern zehnftündige Arbeitszeit. Bauten 6922 Maurer an der Zahl, jüdisch und christlich geeint wohl in christlicher Nächsten waren insgesammt auf 641 schäftigt. Die Arbeitszeit betrug auf 496 Baustellen mit liebe, stellten gegen Ulrich den Strafantrag, welcher zur Folge hatte, daß 5703 Mann neun Stunden, auf mit 145 Baustellen derselbe, obwohl noch niemals bestraft, wegen Beleidigung der Großfabrikanten zu 6 Wochen Gefängniß verurtheilt 1219 Mann zehn Stunden. Die letzte Baukontrolle, die am wurde. Das Ed öffengericht, das den Angeklagten verurtheilt 29. Ottober vorgenommen wurde, hatte folgendes Ergebniß: hat, nahm an, die Beleidigung läge darin, daß den Fabrikanten Baustellen waren im ganzen vorhanden 630 mit 6795 Maurern. der Vorwurf gemacht wurde, burch unehrenhafte Mittel eine Die Arbeitszeit dauerte auf 513 Bauten mit 5161 Maurern Bereicherung angestrebt zu haben, und bemaß die Strafe des- 9 Stunden, auf 117 Bauten mit 1634 Maurern 10 Stunden. wegen so hoch, weil durch den Vorwurf das Ansehen der Ar- Während der Lohnbewegung sind bis jetzt durch Marken und beitgeber ihren Arbeitern gegenüber schwer verletzt worden sei. freiwillige Beiträge 69 614,65 M., durch Tellersammlungen Ausgegeben Aus dem Polizeibericht vom 23. November. Dienstag Gegen das Urtheil legte Rechtsanwalt Freudenthal. 1888,17., insgesammt 71 002,82 m. eingegange Nachmittag gerieth an der Ecke der Friedrich- und Leipzigerstraße Berlin Berufung ein und die Sache kam vor die Straffammer wurden 45 123,74 M., bleibt mithin ein Bestand von 25 877,08 m. die 64 Jahre alte Wittwe P. unter die Räder eines Postwagens zur Verhandlung. Der Angeklagte gab zu, der Verfasser des Seitens der Lohnkommission wurde darauf aufmerksam gemacht, und erlitt einen Bruch des rechten Unterschenkels. Sie wurde in Flugblatts zu sein, er habe dasselbe in Burgstädt drucken laffen, ftein", wonach die Sammlungen für den Streitfonds des Vers ihre Wohnung in der Claudiusstraße gebracht. Beim Spielen nach Einreichung des Pflichtexemplars habe ihn der Polizei bandes bis auf weiteres ruhen, für die Berliner Kollegen, die lief nachmittags der siebenjährige Sohn des Posamentiers Inspektor rufen lassen und ihm eröffnet, das Flugblatt nicht ihren eigenen Streiffonds verwalten, keine Geltung hat. Die Duchstein in der Hochmeisterstraße gegen einen Omnibus der verbreiten, da daffelbe beleidigenden Jubalts sei. Das Flugblatt Sammlungen sollen vielmehr in der bisherigen Weise und Linie Danzigerstraße- Anhalter Bahnhof, gerieth unter sei jedoch ohne seinen Willen zur Verbreitung gekommen. Eventualitäten gerüstet zu sein. die Räder und trug schwere innere Berlegungen davon. Rechtsanwalt Freudenthal führte aus: Was der Angeklagte nach den gefaßten Beschlüssen fortgesetzt werden, um für alle Abends wurde der 11 jährige Sohn des Marfiliusstr. 25 wohn- vorgebracht, sei zunächst für die Entscheidung bedeutungslos, Lohnkommission angeregt, die Arbeitstarten, die den NeunCohnkommission angeregt, die Arbeitstarten, die den Neunhaften Stickers Otto Schulz auf der Treppe des Hauses Alexander- denn mit der Kenntnißnahme des Flugblattes durch den stunden- Maurern als Legitimation dienten, aufzuheben und an ftraße 36 a blutüberströmt und bewußtlos aufgefunden und in Polizei Inspektor sei die Beleidigung vollendet gewesen; beren Stelle eine andere Einrichtung zu schaffen, welche die einer Droschte nach der Unfallstation X gebracht, wo der Arzt wenn dasselbe ohne den Willen des Angeklagten weiter Karten nicht nur ersetzt, sondern noch eine bessere Kontrolle ereinen schweren Schädelbruch feststellte und die Ueberführung des verbreitet sei, so könne diefes höchstens auf die Höhe möglicht. Die Anwesenden wurden ersucht, diese Angelegenheit Knaben nach dem Krankenhause am Friedrichshain anordnete. der Strafe wirken. Aber zu der Frage des AusDer Knabe, welcher einem in dem Hause wohnhasten Blinden maßes der Strafe brauche man teine Stellung zu nehmen, denn auf den Bauten zu besprechen, damit die Baudeputirten eine bei feinen Ausgängen als Führer diente, hatte die Gewohnheit, vor einer Verurtheilung sei der Angeklagte durch§ 193 des Derektive haben, um in der Baudeputirten- Sigung, die am Freitag bei Cohn, Beuthstraße, stattfindet, geeignete Vorschläge auf dem Heimwege auf dem Treppengeländer hinabzugleiten, und Strafgesetzbuchs geschützt, da er in Wahrnehmung berechtigter machen zu können. Den Versammlungen wurde ferner folgende ist dabei vermuthlich abgestürzt. vermuthlich Intereffen gehandelt habe. Er habe sich und seine Genossen Resolution zur Annahme empfohlen: gegen ungehörige Angriffe schüßen wollen; wenn er zur Die heute in Berlin versammelten Maurer nehmen Kenntniß Aus den Nachbarorten. beleidigende Durchführung dieses seines Juteresses eine Thatfache behauptet hat, so ist dieses siraflos. Der Fall, daß von den Bestrebungen der Bau-, Maurer- und Zimmermeister, die Aus Spandau berichtet der A. f. d..": Won zwei eine Absicht zu beleidigen, aus der Form oder den Umständen, darauf hinausgehen, im nächsten Frühjahr den 9- Stundentag im Gewerbe der Maurer wieder zu beseitigen; die Versammelten erklären: Kartoffeldieben wurde gestern auf dem freien Felde bei den unter welchen die Beleidigung geschah, hergeleitet werden Da in unserem Gewerbe die Anforderungen an die Leistungsfähigkeit Weinbergen der Feldhüter Brandel angegriffen und von dem tönne und daß deswegen dann Strafe eintrete, liege nicht des Maurers von Jahr zu Jahr größere werden, wird die Arbeitskraft einen mit einem Spaten zu Boden geschlagen. Der Feldhüter vor, denn die vom Angeklagten gemachten Aeußerungen des einzelnen in wenigen Jahren verbraucht. So kommt es nicht blieb schwer verlegt liegen und die beiden Diebe feßten ihren feien in ihrer individuellen Gestaltung vollständig belang selten vor, daß Maurer, die sich im besten Mannesalter beinden, Weg nach Spandau fort. Gleich darauf kam der Nieselmeister los; die Form enthalte nicht die geringste Handhabe, um eine feine Beschäftigung mehr erhalten, da sie zu alt find. Rose mit seinem Wagen hinzu und verfolgte die Diebe, die nun beleidigende Absicht anzunehmen, und begleitende Umstände, die Intensivität der Arbeit, sowie die ungefunden Zustände auf mehr eiligst davonzulaufen versuchten; auch polizeiliche Hilfe welche für diese Absicht sprechen, läge gar nicht vor. Der ist unser der Arbeitsstätte u. f. 1. war inzwischen geholt worden. Der eine der beiden Diebe. Gerichtshof schloß sich den Ausführungen des Rechtsanwalts der Gesundheit schädlichsten geworden. Beweis: Die hohe namens Böhnte, wurde verhaftet, der andere, Strypezack, der Freudenthal an und sprach Ulrich frei. Sterblichkeitsziffer und die sich jährlich steigernden Bau- Unfälle. vorher den Feldhüter niedergeschlagen hatte, zog fein Messer und schlug damit wild um sich, so daß ihm niemand nahe zu kommen Abermals ist ein königlicher Schuhmann wegen Ueber 8. Die gesteigerten Arbeitsleistungen haben die Arbeitslosigkeit Aus allen diesen Gründen vermochte. Es gelang ihm, sich nach der Stadt zu flüchten, wo schreitung seiner Amisbefugnisse resp. Störperverlegung vieler Berufskollegen zur Folge. er später ebenfalls festgenommen wurde. verurtheilt worden. Jn Danzig hat der Schuhmann Ferdinand fordern die Maurer die Verkürzung der Arbeitszeit, als ein Boschmann einen dortigen Einwohner namens Kliß auf der Gebot der Menschlichkeit und der dringenden Nothwendigkeit; Straße und im Wachtlokal brutal mißhandelt. Bei dieser und sind sie fest entschlossen, falls von feiten der Unternehmer Gelegenheit hat der Angeklagte, wie eiblich in der am 20. No- diefer Forderung der Humanität entgegengetreten wird, und der vember stattgehabten Gerichtsverhandlung befundet murde, bereits bestehende 9- Stundentag wieder beseitigt werden sollte, ,, Lieber den Tod als das Zuchthans!" bat gestern einem Destillateur zugerufen: Sie kenne ich, Sie sind Gast- mit allen zu Gebote stehenden Mitteln den 9- Stundentag zu flehentlich der Arbeiter Luftig, der vor der dritten Straflammer wirth, Ihnen werben wir schon zeigen, auf vertheidigen. Ferner dafür zu sorgen, daß im nächsten Jahr des Landgerichts I stand. Wegen einer Reihe im wiederholten Sie werden wir in Zukunft ein doppeltes Auge auf allen Bauten eine gleichmäßige neunstündige Rückfall verübter Einbruchsdiebstähle war Lustig seinerzeit zur baben." Der geprügelte Zeuge Kliß befundet unter seinem Arbeitszeit eingehalten wird. Gerichts- Beitung. " enn " GrundWeiter wurde von der Gewerbe eins höchsten zulässigen Strafe von 15 Jahren Zuchthaus verurtheilt Eide, daß man ihn auf der Wache in unerhörter Weise chitanirt In der Versammlung für den Westen, Süden und worden. Nachträglich war noch ein weiterer Einbruchsdiebstahl habe. Der Schußmann Bohl habe ihm wiederholt zugerufen, Schöneberg, die in der Bockbrauerei, Tempelhofer Berg, zur Kenntniß der Antlagebehörde gelangt. Der Staatsanwalt er folle sein Maul halten, sonst werde er ihm den tagte und sich eines sehr guten Besuchs erfreute, referirte beantragte wegen dieses Falles noch 3 Jahre Zuchthaus. Der Schädel spalten. Schließlich mußte er immer Silberschmidt, der zunächst den Verlauf der verflossenen Gerichtshof erkannte dahin, daß der Angeklagte nicht mehr höher um Erlaubniß bitten, wenn er sprechen wollte. Obwohl Lohnbewegung schilderte und das Verhalten der Unternehmer bestraft werden könne, da er bereits das Höchstmaß erreicht habe. er seit 10 Jahren ein und diefelbe Wohnung inne hat einer herben Kritit unterzog. Das unerwartete gefchloffene VorDer Verurtheilte stellte nunmehr allen Ernstes den Antrag, daß und erst wenige Tage vorher seinen Namen im Adreß- gehen der Berliner Maurer, durch welches die Unternehmer, die die Zuchthausstrafe in Todesstrafe umgewandelt falender gelesen habe, hätte der Beamte erklärt, er lönne den- bis dahin alle Forderungen der Arbeiter ignorirt hatten, überwerden möchte; sollte das nicht gefchehen, so müßte er sich selben nicht finden und deshalb sei er schließlich nach dem Anter- rascht wurden, war von einem glänzenden Erfolg begleitet. Alle Verfelbst das Leben nehmen, denn die über ihn verhängte schmiedethurm gebracht worden. Der Schuhmann Bajohr habe suche seitens der Unternehmer, durch Hinterthüren die alten ArbeitsStrafe tönne er doch nicht aushalten." Der Gerichtshof überging die Ueberführung besorgt. Im Abgehen habe Bohl dem Kameraden verhältnisse wieder einzuführen, scheiterten an der festen Position, diesen Wunsch des Angeklagten mit Stillschweigen. sugerufen: er unterwegs noch einmal die die Arbeiter bereits bezüglich des Neunstundentages eins Justiz- Kauzlift contra Juftiz- Fistus. Von einem Justiz pricht, spaltest Du ihm den Schädel entzwei."- genommen hatten. Unzweifelhaft, meint der Redner, steht für Ranglisten ist gegen den preußischen Justiz- Fistus ein Prozeß Dort habe er bis zum anderen Tage 11 Uhr vormittags fißen jeden aufmerksamen Beobachter fest, daß die Unternehmer sich angestrengt worden, in welchem am 13. Januar n. J. Ver- müffen. Die Beweisaufnahme schließt mit der Vernehmung des auch jetzt mit den Zuständen noch nicht zufrieden geben und handlungstermin vor dem kgl. Landgericht I. ansteht und dessen Sachverständigen Dr. med. Schulz. Derfelbe erklärt, daß der ge- bestrebt sind, unter allen Umständen eine Aenderung zu ungunsten Ausgang in betheiligten Kreisen mit Spannung erwartet wird. prügelte Beuge Kliß eine erhebliche Beschädigung des Trommelfells der Arbeiter herbeizuführen. Die Umfrage, die der Bund der Die Klage gründet sich auf die Kabinets Ordre vom gehabt habe, die noch nicht ganz gehoben sei. Der Staatsanwalt Bau, Maurer- und Zimmermeister am 2 Oktober cr. vorgenommen 8. Dezember 1888, welche das zu liefernde Tagespenfum auf Meier plaidirte für den Angellagten sehr wohlwollend bat, angeblich um den Unzuträglichkeiten zu steuern, die durch die Er beantragt verschiedenartigen Arbeitszeit entstanden find, beweist zur Genüge 32 Seiten feftfezt und die über dies Pensum gelieferte Schreib- und bittet um mildernde Umstände. arbeit besonders zu entschädigen anordnet. Die bis zum 100 M. Geldstrafe. Der Gerichtshof war jedoch nicht der die Absicht der Unternehmer. Man will nicht eine Regelung der 1. April 1895 in fraft gewefenen Ranzleireglements forderten Anficht, daß dem Angeklagten mildernde Umstände zuzubilligen Verhältnisse es wurde auf ungefähr vier Fünftel der Bauten auch nur ein verktäglich zu lieferndes Arbeitspensum seien, um so weniger, als die Berlegung des Rliß eine so erbeb- 9 Stunden gearbeitet, sondern man sprach die Hoffnung aus, von 82 Seiten, während die neue Ranglei Drdnung vom liche gewesen ist, daß die Folgen noch nicht ganz befeitigt find. daß sich jeder Meister für eine 10ftündige Arbeitszeit erklären " möge, die bann den Berliner Maurern im kommenden Baganz, dagegen Hoffmann und Behrend. Frühjahr aufottroyirt Be Gesellschaftshaus und erfreute sich eines sehr guten Besuches. werden soll. Um diesem Vor- mängelt wurde von einem Redner das unsolidarische Verhalten Das Referat hatte Megte übernommen. Redner führte der haben Nachdruck zu verleihen, scheute scheute man sich nicht, eines Theils der Kollegen auf dem Bau von Krispel, die im Versammlung eingehend die diesjährige Lohubewegung vor wie dies durch eine Notiz vom 7. Oktober in der Baugewerks- Akkord arbeiten. Beitung" geschehen ist, mit unwahrheiten zu operiren und die Augen und kritisirte unter Zustimmung der Versammelten die Die Versammlung für Moabit war gleichfalls sehr stark Maßnahmen der Unternehmer. Redner erwartete von den AnLohntommiffion zu verdächtigen. Der Redner führt in längeren besucht. Das Referat des Maurers Rater wurde mit lebhaftem wesenden für die Zukunft ein entschiedeneres Eintreten für den Ausführungen nochmals die Gründe an, die die Bewegung Beifall aufgenommen, worauf die Resolution einstimmige An- Neunstundentag. Die Resolution wurde auch hier einstimmig an veranlaßten, und auch für die Zukunft maßgebend seinnahme fand. Ein Antrag, den Streiffonds betreffend, wurde genommen. Ein Antrag, die Sammlungen aufzuheben und die werden, das Errungene festzuhalten. Unter anderem weist er bis zu der demnächst stattfindenden Versammlung zurückgestellt. Abstempelung der Arbeitskarten einzustellen, wurde der Lohndarauf hin, daß an Arbeitsleistungen immer mehr verlangt wird. Nach einigen Bekanntmachungen des Vorsitzenden über die Tages: kommission überwiesen. Bei der ungeheuer hohen Sterblichkeitsziffer im Baugewerbe find ordnung der nächsten Deputirten- Sigungen erfolgte der Schluß 75 pCt. aller Sterbefälle auf die Proletarierkrankheit, die Schwind- der Versammlung. fucht zurückzuführen. Nach der Unfallstatistik ist nachgewiesen, Im Lokal Königsbank für den Süden und Südosten daß sich seit dem Jahre 1881 die Unglücksfälle von 12 000 auf referirte das Mitglied der Lohnkommission A. Richter, der 27 000 im Jahre 1895 vermehrt haben, wodurch tausende von das Vorgehen der Lohnkommission treffend fritisirte. Aus Brüg wird vom Mittwoch berichtet: Heute Vormittag Familien der Noth und dem Elend preisgegeben wurden. Die weiteren behandelte der Redner die verschiedenen Mißitände auf Feuer aus, das infolge der in dem Gebäude angehäuften Woll Im brach im Arbeitshause des hiesigen Kreisgerichts Gefängnisses Mehrzahl dieser Fälle ist ohne Zweifel auf die schlechte Beschaffen- den Bauten und verurtheilte das unfollegialische Verhalten waaren rasch um sich griff Sechs Sträflinge wurden verlegt. heit der Rüstungen und die Ueberhaft bei der Arbeit zurückzu- einzelner Maurer. An der hierauf folgenden Diskussion be- Die Ursache des Brandes ist wahrscheinlich auf heimliches Tabakführen. Nachdem der Redner noch im weiteren die Nothwendigkeit theiligten sich Hubke, Gröppler, Knöpchen und rauchen zurückzuführen. Vermischkes. S Warschau berichtet wird, auf der Terespoler Eisenbahn ein Infolge eines Brückeneinsturzes verunglückte, wie aus Güterzug. Zwei Lokomotiven und sieben Waggons wurden zertrümmert. Auch Menschenleben sind zu beklagen, indem ein Maschinist und ein Bahngehilfe getödtet wurden. Wetter- Prognose für Tonnerstag, den 26. November 1896. Zeitweise aufklärend, vorwiegend nebelig bei mäßigen öst einer furzen Arbeitszeit zur Verringerung der Arbeitslosigkeit Jaensch. Bekanntgegeben wurde und von den einzelnen begründet hatte, forderte er die Anwesenden auf, mit allen Rednern entschieden verurtheilt, daß auf dem Bau am Leipziger Mitteln den Bestrebungen der Unternehmer, den Arbeitern die Platz acht Maurer Afford wölben den Meter für 1,20 M., wovon sie mit so großen moralischen und materiellen Opfer errungenen noch die Steinträger, Wasser- und Zementträger bezahlen müssen. Erfolge illuforisch zu machen, entgegen zu wirken. Mit der Auf- Ein Antrag, die Lohnfommiffion zu beauftragen, umgehend eine forderung, die Resolution nicht nur anzunehmen, sondern auch öffentliche Bersammlung einzuberufen, in der beschloffen werden danach zu handeln, schloß der Redner feine mit lebhaftem Beifall foll, das Sammelwefen für den Streitfonds vom 1. Dezember 1896 aufgenommenen Ausführungen. Nach einer kurzen Diskussion, bis 1. März 1897 einzustellen und das Abstempeln der Arbeitsan der sich Harnisch und Frenzel im Sinne des Referats berechtigungsfarten fallen zu lassen, wurde der Lohnfommission lichen Winden und wenig veränderter Temperatur; teine wesentbetheiligten, wurde die Resolution einstimmig angenommen. Für überwiesen. Die Resolution gelangte einstimmig zur Annahme. lichen Niederschläge. die Abschaffung der Arbeitskarten sprachen Fritsche und Die Versammlung für den Norden tagte im Swinemünder Achtung! 6. Wahlkreis. ( Schönhauser Vorstadt.) Bekanntmachung. Orts- Krankenkasse des TöpferGewerbes zu Berlin. Am Donnerstag, den 26. November, abends 8 1hr, im Freitag, den 27. Novbr., abends 6 Uhr, Berliner Prater, Kastanien- Allee 7.: ordentliche General- Versammlung der Grosse Volks- Versammlung. and be itglieder Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Herm. Förster über: Die politische Lage". 2. Diskussion. 219/3 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vertrauensmann. Metallarbeiter. Donnerstag, den 26. November, abends 8 1hr, im Saale der Kronenbrauerei, Alt- Moabit 47-49: ( Arbeitgeber und Arbeitnehmer) im Lokale des Herrn Buske, GrenadierStraße 33. Tages Ordnung: 1. Neuwahl der Delegirten( 18 Arbeitgeber, 22 Arbeitnehmer.)§ 47 des Statuts. Berliner Wetterbureau. Rixdorf! VI. Stiftungsfest Rixdorf! des Sozialdemokratischen Vereins Vorwärts am Sonnabend, den 28. November 1896, in den Viktoria- Sälen, Hermannstr. 48/49. Instrumental- Konzert ausgeführt von der Freien Vereinigung der Bivil Berufsmusiker unter Leitung des Herrn Heine. 2. Anträge zur General- Bersammlung.ter 3. Verschiedene Raffen Angelegen heiten. V Freitag, den 27. Novbr., abends 8 Uhr, ordentliche General- VerGroße öffentliche Versammlung fammlung der Delegieten Tagesordnung: Der Streik in der Eisengießerei und Maschinenfabrik vorm. Hartung; das Vorgehen der Metallindustriellen und welche Aufgaben erwachsen hieraus den Metallarbeitern. Zu dieser Versammlung sind besonders die Kollegen folgender Firmen eingeladen: Siemens& Halske; Siemens& Cie.; Freund; Frank; Ubrig; Gebauer; David Grove; Anhaltische Maschinenfabrik; Ludwig Löwe& Cie. Die Kollegen aller Branchen, besonders aber die Former und Gießereiarbeiter werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. 117/8 Der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter. Otto Mäther, N., Anflamerstr. 44. Achtung! Metallarbeiter. Achtung! Am Sonntag, den 29. November, vormittags 10% hr, findet in Cohn's Festsälen, Beuthstraße 20-21, eine Versammlung ( Arbeitgeber und Arbeitnehmer) im Lokale des Herrn Buske, Grenadierftraße 33. Zages Ordnung: 1. Neu- bezw. Ersatzwahl des Vorstandes( 4 Arbeitgeber, 6 Arbeitnehmer. 2. Wahl des Ausschusses zur Prüfung der Rechnung pro 1896. 3. Beschlußfassung über den Vertrag mit dem Verein der freigewählten Raffen- Aerzte pro 1897. 4. Beschlußfassung über Abänderung der§§ 17 letter Absah und§ 48 des Statuts. 5. Festsetzung der Beamtengehälter. sämmtlicher Mitglieder der Filialen Berlins u. Umgegend der Allgemeinen Kranken- und Sterbe- Kaffe der 20 Metallarbeiter statt. Mitgliedsbuch legitimirt. Mitgliedsbuch legitimirt. Zages Ordnung: Wie verhalten sich die Mitglieder gegenüber den Ausführungen der Beschlüsse der legten Generalversammlung seitens des Hauptvorstandes? Mitglieder! Wenn Ihr nicht gewillt seid, daß die Beschlüsse der Generalversammlungen von seiten des Hauptvorstandes herabgewürdigt werden sollen, so ist es Eure Pflicht, in dieser Versammlung zu erscheinen und gegen die Handlungsweise des Vorstandes Proteft zu erheben! 1560b Die Ortsbeamten Berlins. J. A.: H. Stavemann, Gräfeftr. 6. Klempner. Am Donnerstag, den 26. November, abends 8 Uhr, im Louisenstädtischen Klubhaus, Alte Jakobstr. 37: Oeffentliche Versammlung. 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten W. Kiees- Magdeburg über: " Die Handwerkervorlage im Reichstage". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Aus folgenden Werkstätten sind die Kollegen dazu eingeladen: Prinzessinnenstraße; Danneberg& Quandt, Große Frankfurterstraße; Puppel& Schulz, Münzftr. 8. Der Inhaber Puppel, Münzstr. 3, ist hierzu schriftlich eingeladen. Koch& Bein, Ritterfir. 48; Fiedler, Neue Grünftraße; Vogler, 6. Bericht über den derzeitigen Stand 7. Vokal- Konzert Mitwirkung des Mundharmonika Vereins Vorwärts( Berlin) und der Theater- Gesellschaft Strzelewicz. Jeffrede, gehalten vom Genossen W. Liebknecht. Nach dem Konzert: BALL. Herren, welche daran theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Anfang 8 Uhr. Programme à 20 Pf. find in den mit Plakaten belegten Geschäften zu haben. 282,4 Achtung! Maurer! Achtung! Freitag, den 27. November, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn M. Cohn, Beuthstraße Nr. 20: Oeffentl. Baudeputirten- Sitzung. Zages Ordnung: 1. Vorschläge der Lohrkommission über Einführung eines neuen Kontroll Systems 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. NB. Kollegen, die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert, daß sämmt liche Bauten durch einen Deputirten vertreten sind; also, wo bis jezt noch fein Deputirter gewählt war, ist die Wahl sofort zu vollziehen. 132/6 Die Lohnkommission der Berliner Maurer. in st 1. 3ähne. Eßkartoffel am Nordhafen i. Kahn. Theilzahlung pr. Woche 1 M. der Zentralisation der Drts. Steffens, Rosenthalerstr. 61, 2 Tr. Krankenkassen Berlins und der Vororte. Anträge von Mitgliedern. 201/ 2* Der Vorstand. Verband aller in der Metallindustrie besch. Arbeiter Berlins und Umgegend. Todes- Anzeige. glied, der Former Am 23. November starb unser Mit Robert Noack. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 26. November, nachmittags 21/2 Uhr, von der Charitee aus, nach dem Charitee: Friedhof in der Seestraße statt. Um ege Betheiligung ersucht 111/6 Der Vorstand. Todes- Anzeige. 3entral- Kranken- u. Sterbekasse der deutschen Wagenbauer. starb plöglich das Mitglied, der Schloffer Hermann Hoherz, Schirm- Fabrik Ein F. Guttmann jeder soll es erfahren! Durch Ankauf auf Auktionen und von Konkursmaffen bin ich in der Lage, jedes Stück billiger zu verkaufen Königs- Kolonnaden am Bahnhof Alexanderplay. Herren- u. Damen- Schirme v. 2,50 an. Eleg. Gloria- Schirme 3,50, 4,-, 5,-. als alle anderen Geschäfte. Ich ver- Seid. Herren- u. Damen- Schirmé 7,50. kaufe daher: Hochelegante Winter- Paletotg von 8,75 M. an Hohenzollern- und Pellerinen- Mäntel von 12,50 M. an Raiser- Mäntel u. Joppen" 7,50"" · " "" 12,50 2,75 " 4,50 " 17" " " Hochfeine Rock- u. Jackets Anzüge: Herren- Hosen. Kellner- Hosen u. Jackets Leder- u. Arbeits Hosen zu 2 M. 35 Pf. Burschen- und Knaben- Baletots, Serren Jackets, Westen u. 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November, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Pantitr 21a, statt. Die Ortsverwaltung Berlin III. 253 1 J. A.: R Arendt. Sonntag, den 29. November, vormittags 10 Uhr: Sonder Vorstellung in der ,, Urania", Invalidenstrasse. Genossenschaftsleben im Thier- und Pflanzenreich ( mit Experimenten). Vortragender: Professor Dr. Müller. Billets à 50 Pfg. sind zu haben bei Gottfr. Schulz, Admiralstr. 40a; Gleinert, Müllerstr. 7a; Schlegel, Köpnickerstr. 39a; Drescher, Veteranenstrasse 28; H. Königs, Dieffenbachstr. 30; in der Südostschule, Waldemarstrasse 14; in der Nordschule, Brunnenstr. 25; in Köpenick bei Richter, Böttcherstr. 45; in Tempelhof bei Thiel, Friedrich- Wilhelmstr. 17, sowie am Eingang der ,, Urania". Mitglieder anderer Vereine können hieran theilnehmen und bittet um zahlreichen Besuch Der Vorstand. Vorzügl. künstl. Zahnersatz 2 Mark pro Zahn. Danklagung. Allen Freunden und Bekannten, fowie den Bereinen der Hausdiener, Bader und Berufsgenoffen, Ringe verein Delphin", dem Deutschen Raucherbund, als auch dem AnglerRauch Klub sage für die überaus rege beilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, des Restaurateurs Hermann Bernicke, meinen herzlichsten Dant. 1596b Berlin, den 25. November 1896. Helene Bernicke, Blumenstr. 20. Für 36 M. feiner Winter- Paletot nach Maaß; für 8 M. feine Hose nach Maaß; Waarenhaus, 4502* Berlin, 131 Oranienstr. 131. Ein grosser Posten Steppdecken echt Wollatlas( reine Wolle) Grösse 150x200, Stck. 7,50 M. ca. 1000 Stück schwere buntfarbige Normal- Schlafdecken in reizenden Jacquard- Mustern, Grösse 150 x 200 cm. per Stück 4,50 M. Meine illustrirte Preisliste über hochfeine Stepp- und Schlafdecken gratis und franko. Beachtenswerth für Schneider! Anzug- Paletotftoffe. Brenner& Cie Alte Jakobstrasse 57/59. GlühweinExtrakt, ganz vorzüglich. à Liter Mark 1,20, 5 Liter Dark 5,50. 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Berantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. 15976 2. Beilage zum Vorwärts" Berliner Volksblatt. mamibi Ur. 277 2. lad Donnerstag, den 26. November 1896. " 13. Jahrg. nicht gefährdet; wir können auch nichts Automatisches" an der gegeben, daß 53 Kollegen ihren Beitritt zur Organisation erklärt Abgeordnetenhaus. Vorlage finden, wenigstens nicht mehr als an jedem anderen hätten. 4. Sigung vom 25. November 1896. 11 Uhr. Gesetz. Dieser Automat ist jedenfalls weniger schädlich als die Der Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer Am Ministertische Dr. Miquel und Kommissarien. Finanzwirthschaft im Reich, die den Einzelstaaten Lasten auf hatte am 18. November eine Versammlung einberufen. Den bürdet. Die Vorlage ist nur die Kodifikation dessen, was bisher ersten Gegenstand der Tagesordnung bildete ein Vortrag des Erste Berathung der Vorlage betreffend Tilgung von praktisch geübt wurde; besser als durch die Vorlage können wir Genossen Dr. We y 1. Redner sprach unter reger Aufmerksamkeit Staatsschulden und Bildung eines Ausgleichs für die Zukunft unserer Finanzen nicht forgen. Eine Gr- über die Berufskrankheiten. Nach einer kurzen Distuſſion theilte weiterung unseres Budgetrechts erstreben wir nicht. Wir haben der Vorsitzende unter Vereinsangelegenheiten mit, daß am 6. De Finanzminister Dr. Miqnel: Die Vorlage ist in der Preise das Budgetrecht niemals politisch aufgefaß. Parlamente find gember eine öffentliche Versammlung stattfindet, der sich ein vielfach falsch beurtheilt worden; man hat darin eine verfassungs nicht für eine sparsame Wirthschaft geeignet. Die Vorlage gemüthliches Beifammensein anschließen wird. Billets à 25 Pf. widrige Gestaltung unseres Finanzwesens finden wollen. Das ist werden wir unterstügen.( Bravo! rechts.) sind bei allen Vorstandsmitgliedern zu haben.at- ligh ganz falsch. Die Vorlage ist ein bescheidener Anfang, gewisse Abg. Bachem( 3.): Der Vorwurf der mangelnden hervorgetretene Mängel zu beseitigen; aber sie ist nicht einmal Sparsamteit gegen die Parlamente ist un hielt am 21. d. M. Heindite einen beifällig aufgenommenen In einer Versammlung der Ledergalanterie- Arbeiter eine Nothwendigkeit, um den bisherigen guten Zustand begründet. Wer wirkt denn im Reiche für Vortrag. Zu einer eingehenden Besprechung führten die Ver unserer Finanzen zu erhalten. Wir wünschen in dem Sparsamkeit anders, als der Reichstag?( Sehr hältnisse, die in einigen Werkstätten nach der Lohnbewegung Ein ersten Theile der Vorlage eine geregelte Schuldentilgung; richtig!) Preußen ist das reichste Staatswesen Europa's, wir gang gefunden haben. Vielfach bemerkte man, daß die Arbeiter, diese ist um so nöthiger, als über 40 pet. der gesammten vermehren seinen Reichthum durch Schuldentilgung. Das Reich die während des Streits sich besonders hervortbaten, von den Staatsschuld nicht unter das Gesetz über die Konsolidirung der ist nicht so wohlhabend, es bedarf immenser Summen zu seiner Fabrikanten beim Bergeben der Arbeit zurückgesetzt werden und Staatsschuld fallen und dieses Gesetz hat auch keineswegs das Erhaltung. Prinzip eingeführt, die Schuldentilgung nur aus den Ueber powerung des Reiches zu gunsten Preußens. die davon betroffenen vor, die Arbeit aufzugeben und der Fabri Die Vorlage geht auf eine Ausoft längere Zeit die Arbeit aussehen müssen. Nicht selten ziehen schüssen zu bewirken. Der Minister verliest die hierauf bezüg- Es wäre sehr hübsch, wenn Herr Miquel seine Rede tant ist dann von dem Vorwurf befreit, eine Maßregelung dieser lichen Reden des früheren Ministers& amp hausen und ver- libere er buti tett Herr bemagens dubitet herbeigeführt zu haben, hervorgeboben, wurde imb in man 3 mit dem guten Willen der Schuldentilgung ist es nicht gethan. preußischen Finanzen ist die Zwangs- Schuldentilgung ein an der freiwilligen Tilgung auch ich gethan. Die Ginzelstaaten belastet werden. Für die Geſundung der diese Unterstellung. 0 weist auf die hiermit übereinstimmenden damals geäußerten und über die Nothwendigkeit der Tilgung bei der Versammlung verurtheilt, daß bei der Firma Adam der vor Ansichten des Abg. Virchow; auch Richter verhielt sich der Berathung des Marine Etats im Reichs längerer Zeit auf Drängen der Arbeiter und unter Zustimmung Virchow; dieser erklärte damals schon, wenn Schulden nur uns sehr pathisch aber bie 3 wangsweise Tilgung gestellt ist. ablehnend, wenn auch aus anderen Gründen als sein Freund tage halten wollte. Der Gedanke der Schuldentilgung ist des Fabrikanten entlassene Werkführer Görig wieder einaus Ueberschüssen getilgt werden sollen, Zum Schluß wies Brückner auf die Bedeutung so werde man bald gar keine Schulden mehr tilgen. Das Wort hat wenn erscheint uns als Selbsttäuschung, ja sie ist schädlich, der von den Sozialdemokraten eingebrachten Juterpellation hin, fich schnell bewahrheitet. zu diesem Zweck Steuern erhöhen oder die sich gegen die Erschwerung der Einfuhr deutscher LederEs entstand das Schlagwort, gar neue Anleihen aufnehmen muß. Will man einen Ausgleichs waaren nach Rußland wendet. man solle teine Schulden tilgen, so lange man neue Schulden fonds schaffen, dann muß man ihn aus der Hand des Ministers machen müsse. Das Schlagwort hat lange vorgehalten, fast noch herausnehmen und ihn der Staatsschulden Verwaltung über schäftigte sich in einer Versammlung, die am Montag im Lokale Das Personal der Wöllmer'schen Schriftgießerei be besser als das von dem Steuer- Automaten.( Heiterkeit.) Man weisen. ficht, wie recht Palmerston batte, als er sagte, daß es in der famen Materie, wie die Vorlage fie vorschlägt, ist jedenfalls be- in welcher einem Theil der Arbeiter, die der sozialdemokratischen Die schematisch- mechanische Regelung einer so bedeut von Zubeil stattfand, mit der Notiz aus bürgerlichen Blättern, 3 quz bürgerlichen Blättern, Politit wichtig fei, für jedes Ding ein gutes Schlagwort zu denklich und bedarf der Rommissionsberathung. finden. Der dem Gesetze zu grunde liegende Gedanke findet heute Partei angehören, der Vorwurf gemacht wurde, daß sie die durch Abg. Dr. Sattler( natl.): Mit dem, was in der Vorlage steht, Bierprozente eingegangenen Gelder wohl für ihre Partei und überall Billigung, man will nur das Gesez nicht, das die freie bin ich einverstanden und wünsche nur einige Ergänzungen. ihre Belustigung verwenden, dagegen hätten sie einer tranfen sinnige Presse einen Automaten nennt. Aber alle Staaten, die Die Vorlage bringt dem bisherigen Zustande gegenüber un- Kollegin die Unterstützung durch diese Gelder versagt. Soweit eine Schuldentilgung haben, bewirken sie auf grund eines zweifelhaft Vorzüge. Im Reiche werden meine Freunde gern hiermit der Vorwurf einer Pflichtvernachlässigung verbunden Gesetzes; Griechenland ausgenommen, das überhaupt keine bereit fein, dahin zu wirken, daß durch die Reichspolitik nicht wurde, protestirten Schulden bezahlt.( Heiterkeit.) Wir brauchen das Gesetz. die Meduer sehr entschieden gegen Das gesammtenschieden hat sich Der Abg. Virchow fagte bei einer früheren Besprechung dieser wichtiges Mittel. Sammlung für ihre erkrankte Materie fehr zutreffend: Der Weg zur Hölle ist mit guten Vor- bedeutenden Einnahme- Schwankungen der Eisenbahn der Fonds an, in der gleichfalls die Unterstützung hilfsbedürftiger Mitglieder E3 fann sich nur fragen, ob bei den Kollegin betheiligt und alle gehörten einer Organisation fätzen gepflastert. Wir brauchen eine fortlaufende Schulden von 80 Millionen genügt, um der Bahuverwaltung bei einer erfolgt. Durch die Aufwendung von Geldern für die sozialtilgung ohne Rücksicht auf gute oder schlechte Zeiten. Wir verweisen Tarifreform ein startes Rückgrat zu verleihen. Mit dem Aus- demokratische Partei unterstützen die Arbeiter jene Bestrebungen, oft auf das in unseren Eisenbahnen steckende Vermögen. Aber gleichs Fonds werden die Ursachen der Etatsschwankungen die eine Besserung der Lage des Arbeiterstandes herbeiführen wir dürfen nicht übersehen, daß Tarifreformen diese Einnahme wenigftens zum theil beseitigt. Jedenfalls geht es nicht so wie und jene tieftraurigen Erscheinungen, wie sie in der von der quelle verringern können. Hier gilt das Wort: Baue vor! bisher weiter, die Ueberschüsse der Staatsbahnen zu allgemeinen bürgerlichen Presse geschilderten Familie bestehen, beseitigen wer Denn sind diese Verringerungen einmal da, dann wird es Staatsausgaben zu benutzen, oder gar dauernde Ausgaben auf den. Zustände, wie sie hier zu tage traten, wo der Arbeiter schwer fein, ein Schuldentilgungsgesetz durchzubringen. Die diesen schwankenden Ueberschüssen zu gründen. Andererseits wegen Krankheit nur wenig verdient, die Frau durch Aufwarte Borlage ist in ihren Forderungen sehr bescheiden; 1/2 pet. liegt die Tarifherabfegung im Interesse der Landwirthschaft stellen Schuldentilgung ist sehr wenig. Perioden aunt Unterhalt der Familie beitragen muß von Einnahme wie der Industrie und es ist dringend nöthig, nach dieser und schließlich die kranke Tochter mit dem Heime der überschüssen und Defizits wird es immer geben; sie sind un- Richtung hin weitere Forderungen zu stellen. Und nach dieser Schwindfucht in einem der gesundheitsschädlichsten Betriebe vermeidlich und nicht einmal immer abhängig von wirthschaft Richtung mehr zu erlangen werden wir als unsere Aufgabe be- Beschäftigung suchen muß, sind eine schwere Anflage gegen die lichen Krisen. Jeder neue Finanzminister wird sich daber immer trachten.( Beifall.) My e Aufgabe den der Abg. Gothein( frs. Vg.) findet in der den Berichte Sünden der heutigen Gesellschaft. Nur gewiffenlose Leute, die auf den mau zur Durchführung solchen Gesezes nöthigenfalls Vernunft des Landtages und der Regierung; zu dieser machen, fönnen zu solchem Mittel greifen und Arbeiter v.rgegen zurückgreifen fann. Von einer Verminderung des Etatsrechts kann est le gung der Schuldentilgung liegt fein dächtigen, die sich bewußt find, ihre Schuldigkeit gethan zit dabei feine Rede fein; man bewegt sich finanziell freier, wenn Grund vor. Die angedeutete Tarifreform haben. Zum Schluß gelangte folgende Resolution zur Annahme: man solchen Fonds hinter sich hat. Ich brauche das Geld nicht, wäre längst durchführbar gewesen und würde eine Die Arbeiter und Arbeiterinnen der Wöllmer'schen Schriftgießerei das doch kein Dispositionsfonds für den Finanzminister ist. Biel be- Mindereinnahme nicht zur Folge gehabt haben. Die Trag find sich bewußt, ihre Schuldigkeit für die erkrankte Arbeiterin denklicher für mich sind augenblickliche hohe Ueberschüsse, die Stürme weite der Vorlage ist bisher noch garnicht erschöpfend gewürdigt, gethan zu haben und protestiren gegen die verunglimpfenden von Forderungen entfesseln, welche dauernde Ausgaben bedingen. Denn die Schuldentilgung übersteigt weit den Betrag, der zu dem Beitungsartitel einer Anzahl bürgerlicher Blätter. oprow& Gin Finanzminister, der sich weigert, die Forderungen zu er 80 Millionen- Fonds abzuführen ist. So nüßlich diese Tilgung füllen, wird dann faft wie ein Verbrecher dargestellt. Auch für sein mag, so fann es doch vorkommen, daß einmal die Ueber- neuesten Maßnahmen der Metallindustriellen Die gegenwärtige Lage der Metallarbeiter und die die Eisenbahn- Verwaltung ist die Vorlage von Wichtigkeit, denn schüsse zu anderen Zwecken viel besser und nöthiger verwendet behandelte Paul Bitfin in einer Versammlung von Metallsie verhindert, daß die finanzielle Bedeutung der Staatsbahnen werden können. Die Schuldentilgung an fich ist zu arbeitern, die am 24. November im Lokale des Herrn Zühlke, zu sehr in den Hintergrund gedrängt werde. Unter diesen Ge- billigen; auch ein Ausgleichsfonds zur gleichmäßigen Ge- Dennewißstraße, tagte. Redner kennzeichnete das neuerdings Die sichtspunkten empfehle ich die Vorlage. and instaltung der Betriebs- Ausgaben würde zu billigen sein. In der hervorgetretene Bestreben der Unternehmer, trotz ihrer im letzten Abg. Richter( frs. Vp): Das Schlagwort vom Auto: vorliegenden Form ist das Gesetz un annehmbar und ich Jahr erzielten toloffalen Profite den angewandten Arbeitsmaten" ist nationalliberalen Ursprungs und jedenfalls viel richtiger und zutreffender als manches audere Wort aus dieser zweifle, daß die Kommission es annehmbar wird gestalten können. träften Lohnabzüge anzubieten, obwohl die Arbeiter in ihrem Lohn Quelle( Heiterkeit). Der Minister hat Birchow und mich zitirt; fegung der soeben abgebrochenen Debatte und Lehrerbesoldungs- betheiligt worden sind. Insbesondere aber zeigte er an dem bes Hierauf vertagt sich das Haus. Morgen 11 Uhr: Fort an den glänzenden Verdiensten ihrer Anwender nicht im geringsten und fich felbft hat er vergessen.( Heiterkeit.) werde ich nachholen.( Heiterkeit.) Ich tönnte mit allen tannten frivolen Vorgehen des Unternehmerringes anläßlich des Ausführungen des Ministers einverstanden sein und doch die VorStreits bei Hugo Hartung, daß die verbündeten Rapitalisten mit lage bekämpfen. Das Etatsrecht wird durch die Borlage zweifelheißem Bemühen daran sind, die Metallarbeiter in einen General. ftreit zu treiben. Das werde ihnen indeß nicht gelingen; die Arbeiter würden streifen, wenn es ihnen passe, und nicht wenn Bon großer Bedeutung ist es, einen Fonds hinter sich zu haben, druck des Mißtrauens in die Charakterfestigkeit und in diusammenlügen, um sie für die bürgerliche Presse, weil Das Gefeh Gefchluß 4 Uhr. 14-13211spel Versammlungen. los eingeschränkt. Wenn auch augenblicklich diese Absicht nicht holed " Grundfäße für die kunst des öffentlichen Nebens. Lehre von Aufbau eine s Bortrages). Herr Heinrich Schulz. Nordschule, Brunnenstraße 25: Geschichte( Alte Geschichte. Urzeit. Entstehung der Religionen. Orientalische Bölfer. Griechen und Römer). Herr Dr. C. Binn. Die Schulräume sind zur Benutzung der Bibliothek und des reichen BettArbeiter- Sängerbund Berlins und umgegend. Borfigender Ad. Neus manu, Basewalterstr. 3. Alle Aenderungen im Bereinskalender find au richten an Friedrich Kortum, Manteuffelfir. 49, v. 2 Tr. schriftenmaterials schon von 6 lbr abends an geöffnet. eliber Arbeiter Raucherbund Serline und mgegend, Menderungen im Vereinstatenber find zu richten an Otto Schuls, Kottbufer Damm: 72, sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Amgegend. Alle Bufchriften, den Bund betreffend, find zu richten an Hermann Jab Schongater hellverein Berliner Naturheilverein II. Heute Abend 8% Uhr im Saale des die Behandlung von Nervenkrankheiten. S Bereins junger Kaufleute, Beuthstr. 20. Bortrag des Herrn R. Gerling über vorhanden sein mag, so drängt doch die Borlage für später leicht Der Berliner Korbmacherverband beschäftigte sich am die Herren Unternehmer es wünschten.( Zustimmung.) Auch gedachte zu neuen Steuerbewilligungen. Wenn wirklich für die Schulden tilgung bisher nicht genug geschehen ist, so hat sich dafür doch 16, d. M. mit einer intereffanten Vorlesung aus der Holz- Rebner der laut gewordenen Absicht der verschworenen Eisenmänner, das werbende Vermögen des Staates ganz bedeutend erhöht. arbeiter- Beitung", die in einigen Artikeln die Korbmacherei in vom 1. Januar 1897 ab die von ihren Arbeitsbienen errungene A13 Virchow die Schuldentilgung empfahl, Oberfranken und Thüringen eingehend geschildert hatte. Hierauf Arbeitszeitverkürzung wieder rückgängig zu machen. Die Zeit zu betämpfte fie der damalige Abg. Miquel entspann sich eine Debatte über die Stellungnahme ußen, fich möglichst zu rüsten, um einen aufgedrungenen Kampf Während man hier toloffale Summen festum Rongreß lokalorganifirter Gewerkschaften. Sämmtliche siegreich bestehen zu können, wäre jetzt die Aufgabe aller Metall. legt und für große Flotten Pläne, Die Redner sprachen gegen eine Beschichung und wurde schließlich arbeiter. Damit schloß Redner unter dem Beifall der Ver= subjettiver Marine- Liebhaberet entspringen, folgende Resolution einstimmig angenommen: Die Versammlung fammelten. Nachdem mehrere Kollegen in gleichen Sinne ge im Reichstage enorme Summen fordert, drängt sieht von einer Beschichtung des Kongresses Total organisirter prochen hatten, wurde die Resolution einstimmig angenommen, man zu einer nothwendigen Steuererhöhung. Gewerkschaften ab, da sie nicht erkennen tann, daß der welche am Tage vorher die Zustimmung einer großen Metall einen Kongreß Heute verwies der Minister auf andere Staaten; früher hat er praktischen, allgemeinen Werth arbeiter Versammlung in Sanssoucie gefunden hatte. habe; Arbeiter- Bildungsschule. Donnerstag Abend 9 Uhr bis 10% Uhr: Süb. ausgeführt, daß in England die rapide Steigerung der Staats: die Versammlung ist vielmehr der Meinung, daß die oft fchule, Waldemarstr. 14: Rede- lebung( Die wichtigsten technischen schuld erst aufhörte, als die feste Tilgung nicht mehr stattfand; Gewerkschafts Organisationen auf längere Zeit mit Formähnlich liegen die Verhältnisse in Frankreich. Ausgleichsfonds streitigkeiten verschont bleiben müssen, um ihre ganzen Kräfte ist ein sehr harmloses Wort, beinahe so harmlos, wie Er entfalten und für die Mitglieder wirkliche Vortheile schaffen zu gänzungssteuer für die Vermögenssteuer. Welcher Mißbrauch fönnen. Zum Schluß berichtet Brückner über die bevoriſt möglich mit solchen 80 Millionenfonds! Herr Miquel kann alles stehende Cohnbewegung unter den Kollegen der Grünbranche und beweisen, was er will; er hat schon bewiesen, daß 2X2-5 ist. fordert lebhaft zum Anschluß an den Verband auf. Aber das alles ist Kinderspiel gegenüber seiner heutigen Beweis. Die Bureau Angestellten hielten am 17. b. M. in den führung, daß dies Gesez den Verkehrsinteressen dienen werde. Arminhallen eine von ca. 500 Personen besuchte öffentliche Ver Auf dem Gebiete des Eisenbahnwesens fönnten große Erleich fammlung ab, um zu den Verhandlungen und Bereinbarungen terungen geschaffen werden, jezt muß man sich auf geringe Er mit der Anwaltskommission Stellung zu nehmen. Nach einem mäßigungen beschränken, weil der Ausgleichsfonds augelegt ausführlichen Referat Bauer's und längerer lebhafter Diswerden 3u Beit, wo wir für nöthige der auch ein Mitglied der Anwaltskommission, Kulturzwede tein Geld haben, tönnen wir Rechtsanwalt Margoninsty, betheiligte, gelangte folgende solchen Fonds nicht anlegen. Auf eine solche Ein Resolution mit allen gegen drei Stimmen zur Annahme: schränkung des Etatsrechts, tönnen wir nicht eingehen, wir Die Versammlung der Bureau- Angestellten der Berliner müssen heute mehr denn je auf das Recht der Quotisirung Rechtsanwälte afzeptirt die feitens der Vertauensmänner mit licher Rath wird ertheilt: der Einkommensteuer bestehen, um unser Etatsrecht zu wahren. Der Anwaltskommission getroffenen, die Arbeits- und Lohnverhältnisse rung, abends von 7--9 Uhr: W. Buchholz, Suffitenstr. 36, v. 3 Tr. Herr Miquel, der 1869 an meiner Seite stand, rief damals dem regelnden Vereinbarungen, sie fordert aber ferner: a) Regelung. Daeb ne, Demminerjir. 66, v. 3 Zr. K. Buiheit, Wiesenftr. 29a, von Herrn Camphausen zu: Alte Liebe rostet nicht!( Heiterkeit.) des Lehrlingswesens nach den im Regulativ gemachten Vorschlägen. 8-9 Uhr abends. F. Piefhet, Gartenstr. 55, v. tr. E. Gimanowski Das möchte ich ihm heute auch zurufen, aber ich fürchte, seine b) Ausgehend vou dem Grundsatz für gleiche Arbeit, gleichen Gartenfir. 78, Bortal 2,2 Tr. M. Stuhlmann, Oberbergerstr. 87, 4 Tr., von Liebe zu uns ist schon so sehr verrostet, daß er nicht darauf Lohn, dieselbe Bezahlung der weiblichen, wie die der männlichen 2. Boigt, Wiesenfir. 41-42. Warnst, Kolbergerstr. 7, von 6-7 Uhr R. Tamm, Huffttenstr. 6, vou 8-9 uhr abends. hört.( Seiterfeit.) Arbeitskraft. c) Die Nichtbeschäftigung von Beamten und Unter- abends. Nur für Invaliditäts- und Altersversicherung: F. Blume, Minister Miquel: Die Quotisirung der Einkommensteuer offizieren. d) Bahlung des Gehalts am 1. und 15. jeden Monats. Streligerstr. 58. B. Reimann, Bellermanustr. 88. F. Trapp, Schulftraße 56, von 7-8 Uhr abends. hat heute wenig Bedeutung.( Abg. Rickert ruft: Dann machen Die Versammelten erwarten von der Berliner Rechtsanwaltschaft, Im Nord- Often: Nur für Invaliditäts- und Altersversicherung: Sie sie doch!). Was will die Quotisirung bedeuten gegenüber daß dieselbe die bescheidenen, selbst von der Anwaltskommission W. Mo 3, Schönhauser Allee 62. den Schwankungen in unseren indirekten Einnahmen. Es wäre als berechtigt und nothwendig anerkannten Forderungen bewilligt Gr. Frankfurterſtr. 34, v. 4 Tv. Im Often: Nur für Jnvaliditäts- und Altersversicherung: E. Bader doch unter Umständen eine bedenkliche Sache, wenn wir, wie und zur Durchführung bringt. Im Süd- Osten: Für Unfall, Invaliditäts- und Altersversicherung: Herr Richter es zu wünschen scheint, die Ueberschüsse ganz in Die Versammlung erkennt ferner an, daß nur durch eine Schalthoff, Michaelfirchstr. 18. den Etat einstellen oder ganz zur Schuldentilgung verwenden. einheitliche, geschloffene Organisation aller Berufsgenossen eine F. Stügelmaier, Grimunstr. 39. Im Süden: Für Unfall, Invaliditäts- und Altersversicherung: Wir haben diesmal 60 Millionen Ueberschuß; tönnen wir die Verbesserung ihrer Lage erzielt und die Durchführung der gestellten versicherung: B. Keller, Camphaufenstr. 5. ganz entbehren? Die Rede, die ich 1869 als Abgeordneter ge- Forderungen erzwungen werden kann. Die Anwesenden ver- Im Süd- Westen: Nur für Unfallversicherung: G. Gänet, Solmshalten habe, würde ich heute nach meinen Erfahrungen, nament- pflichten sich deshalb, Mann für Mann der bestehenden Organim Nord- Weken: Nur für Unfallversicherung: J. Krause, Wils. lich in den Kommunalverwaltungen, nicht mehr halten. fation, dem Zentralverein der Bureau- Angestellten Deutschlands nackerstr. 19., Stephan, Leffingitr. 34. Abg. Graf Limburg Stirum( f.): Für uns ist die finanzielle beizutreten. Im Zentrum: Nur für Unfallversicherung: G. 2öffler, Kloster. Mit einem Hoch auf die moderne Arbeiterbewegung schloß. firape 91. Seite der Vorlage das wichtigste, die politische Bedeutung erBet sämmtlichen vorgenannten Personen, bei denen hier teine Sprechzeit fcheint uns weniger wichtig. Unser Etatsrecht erscheint uns der Borfißende die imposante Versammlung, nachdem er bekannt angegeben, ist dieselbe Wochentags von 7 upr. Julianida get a gold bishal.02: and 208 alidades thunderbiltz Berliner Arbeitervertreter- Verein tagt jeden Dienstag, nach dem erften im Monat bei Buste, Grenadierstr. 83, abends 8% Uhr. unentgeltIm Norden Berlins: Für Unfall, Invaliditäts- und Alters- Bersiche 6-9 Uhr abends. 44. Nur für Invaliditäts- und Alters Für denJuhalt der Juferate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, 26. November: Opernhaus. Das Heimchen am Herd. Schauspielhaus. Maria Stuart. Deutsches Theater. Hannele's Himmelfahrt. Vorher: Ohne Liebe. Berliner Theater. König Lear. fening Theater. Der Abend. Theater des Westens. Treue. Neues Theater. La Signora dalle Camelie. SO Rendenz- Theater. Berschwunden. Schiller- Theater. Demetrius. Alexanderplatz- Theater. Onue fitflichen Halt. Sittenbild aus dem Berliner Leben in 4 Akten von Wilhelm Friedhold. Anfang 8 Uhr. Bons, auch die zu Nansen's Reise nach dem Nordpol ausgegebenen, behalten ihre Giltigkeit. Morgen und die folgenden Tage: Ohne nittlichen Halt. Sonntag, nachm. 4 Uhr, zum letzten Male: Der Rattenfänger von Hameln. Ganz Berlin verbinden die elektrischen und Pferdebahnen zum Rottbufer Thor mit dem Urania. Taubenstr. 48/49. Taubenstr. 48/49. Naturkundliche Ausstellung täglich geöffnet v. 10 Uhr vormitt. ab. Eintritt 50 Pf. Wissenschaftl. Theater abends Sternwarte Lehrt. Stadtbahnhof 8 Uhr. Invalidenstr. 57-62 täglich geöffnet von 7 Uhr abends ab. Eintritt 50 Pf. Im Theater- Saale täglich 8 Uhr abends Vorträge, mit Experimenten und großen Lichtbildern ausgestattet. Näheres die Tagesanschläge. Castan's palin- Cheater. Da Belter Volks- Theater Panopticum häuschen. Zwei Schwiegersöhne. Belle- Alliance- Theater. Schwarze Diamanten. Oftend- Theater. Der deutsche Michel. Volks- Theater. Der arme Poet. Das vierte Gebot. Don Juan von rückwärts. Theater Unter den Linden. Der Ehemann vor der Thür. Unter den Linden. Zentral- Theater. Eine wilde Sache. Friedrich Wilhelmstädt. Theater. Vor Sonnenaufgang. Alexanderplatz- Theater. fittlichen Halt. Ohne Baufmann's Variété. Spezialitäten. Borstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Borftellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Donnerstag, abends 8 Uhr: Demetrius. Freitag, abends 8 Uhr: Der Sohn der Wildnik. Friedrich Wilhelmstädt. Theater Chauffeeftr. 25/26. Dir. Max Samst. Vor Sonnenaufgang. Soziales Drama in 5 Atten von Gerhart Hauptmann. Anfang 8 Uhr. Freitag: Vor Sonnenaufgang. Sonnabend, Montag und Dienstag: Gastspiel bes großen italien. Opern Ensemble's vom Scala Theater in Mailand unter Leitung ihres Impresario G. Brianza. Der Troubadour. Oper in 4 Atten von G. Verdi. Billets zu den angekündigten Bor ftellungen sind ohne Vorbestellungsgebühr zu haben: an der Theatertasje, 34 Reichenbergerstr. 34. Heute: Der arme Poet. Schauspiel in 1 Aft von Kozebue. Das vierte Gebot. Zeitbild von May Bauermeister. Don Juan von rückwärts. Opernparodie von R. Thiele. Um 91/2 Uhr: Künstler erken Ranges. Anf. 8 Uhr. Entree 50 Pf. bis 3 M. Sonnabend, den 28. November: Eröffnung der Festsäle im Weihnachtschmuck. Von 6 Uhr ab: Konzert u. Gesangsvorträge. Entree frei. Um 8 Uhr zum ersten Male: Robert und Bertram. Große Posse mit Gesängen und Tänzen in 4 Aften von G. Räder unter Mitwirkung des Berolina- Quintetts ( Frls. Elise Bendix, Martha Wolft, Gertha Senden, Wally Marion und Anna Müller), des Drahtseil u. KunstradfahrerEnsembles Derrington, des Salzburger Damen- Terzetts Ruttinger, der Hunde- Akademie v. Miß Adele und des Gesangshumoristen Reuter. Apollo- Theater Friedrichstr. 218. Dir.: J. Glück. Mlle. Fougère The Troubadours außerdem im" Invalidendant", Unter Kaufmann den Linden 24, und im Cigarrengeschäft Don Paul Romeid, Leipzigerstr. 6. Sonnabend 28. Nov., Nachm.: KinderBorstellung: Schneewittchen und die 7 Zwerge. Von Georg Zimmermann. Sonntag, 29. Novbr., nachm. 3 Uhr: Klaffiter Vorstellung: Wilhelm Tell. Bon Fr. von Schiller. Offend- Theater. Grosse Frankfurterstr. 132. Direktion: Carl Weiß. Heute und folgende Tage: Der deutsche Michel. Anfang 8 Uhr. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Lorbeerbaum und Bettelstab. Central- Theater. Alte Jakobftr. 30. Direttion: Richard Schultz. Emil Thomas a. G. Bum 67. Male: Eine wilde Sache. Große burleste Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 6 Bildern von W. Manustädt und J. Freund. Musit von J. Ginödshofer. Anfang 1/28 Uhr. Morgen und die folgenden Tage: Elne wilde Sache. Thalia- Theater ( vormals: Adolph Ernst- Theater) Dresdenerstr. 72/78. Signor Bernardi Fleury- Trio und 30 Kunstkräfte ersten Ranges. Rasseneröffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Vogler's Casino früher Welt- Restaurant, Dresdenerstr. 97. Variété- u. SpezialitätenVorstellung. Auftreten von Kunstkräften nur I. Ranges. Im vorderen Saal täglich: Großes Konzert R der nnübertrefflichen italienischen Tänzer Neu! Die wunderbaren indischen Neu! Neu! Pygmäen Neu! Neu! Ur Australier ( Kannibalen). Passage- Panopticum. Neu: Ein Jahrhundert der Mode. 000000 Feen- Palast Burgstrasse 22. Direktion: Winkler& Fröbel. Sonntag, den 29. November: Gr. Abschieds- Vorstellung des gesammten so erfolgreichen Künstler- Personals in seinen besten Glanznummern. Montag, den 30. November: zum letzten Male das sensationelle brillante November- Programm. Anfang 71/2 Uhr. Entree 30 Pf. Sonntags 6 Uhr. Refervirt 50 Pf. Dienstag, den 1. Dezember: Neues Spezialitäten-Personal. Hochinteressantes Programm. Alcazar. Variété und SpezialitätenTheater I. Ranges. Dresdenerstr. 52 53( City- Passage) Annenstrasse 42,43. Vornehmster Familienaufenthalt. Neu! Neu! Förster's Wilhelm. 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J. von dem Tischler Ahrens, Kottbuserstraße 6a, in der Versammlung des Vereins zur Wahrung der Interessen der Gaft- und Schankwirthe Berlins vorgebrachte Anklage, der Schankwirth Schöning, Köpnickerstraße 68, habe den Schantwirth Lamprecht denunzirt, erklären wir für unwahr. Die Schiedsgerichts- Kommission. J. A.: Gärtner, Schankwirth. Schützen 1588b Möbel- Verkauf, traße Nr. 2. Passendste Gelegenheit für Brautleute. Verkaufe ganze Wohnungs- Einrichtungen v. 100 bis 600 m, hochfeine bis 5000 M. Speziell verkaufe ich gebrauchte, durch Gelegenheit angekaufte herrschaftl. Möbel u. Polsters waaren zu ganz billigen Preisen, auch gebe ganze Wohnungs Einrichtungen auf Abzahlung. Kleiderspind, Sopha, Bettstelle mit Matraße 18 M., Küchenspind, Kommode 12 M., Waschtoilette 16, Nußb. u. Mahagoni- Kleider- und Wäschespinden 36 M., Muschelspinden 45 M., Schlaffophas mit Auszug 36, echt Nußb. Trumeaux 60 M., Salon. garnituren v. 75 M. an, Paneelsopha m. 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