Ar. 88. Mittwoch, den 14. April 1886. in. Jahrg. clliurMMIl 4 Drgan für die Interessen der Arbeiter. Dtt kirchliche Friede. So nennt man gewöhnlich die sich gegenwärtig voll- ziehende Aussöhnung zwischen dem römischen Stuhl und dem preußischen Staat. DieBe- Zeichnung ist sachlich nicht zutreffend, denn bei dem ganzen „Kulturkampf" hat es sich doch um andere Angelegen« heiten gehandelt, als etwa nur um rein kirchliche Streit- fragen. Und auch nunmehr, da man im Begriff steht, sich wieder zu vertragen, find für die bevorstehenden Entschlie« ßungen der beiden bisher sich bekämpfenden Mächte ganz andere Dinge bestimmend, als die inneren Verhältnisse der katholischen Kirche.. Die letzteren liefern nur die äußer- liche Form, unter der das neue Gebäude, das in Aussicht steht, aufgeführt werden soll; der eigentliche Inhalt hat da- mit wenig zu thun. Daß die Versöhnung nunmehr zu Stande kommen wird, daran ist keinen Augenblick mehr zu zweifeln, nachdem der Inhalt der neuesten vatikanischen Schriftstücke, die Herr von Goßler dem preußischen Herrenhause vorgelegt hat, be- kannt geworden ist. Daraus ersieht man, daß der Reichs- kanzler gegenüber dem päpstlichen Stuhl die Besorgniß ge- äußert hat, der„kirchliche Friede" möchte nicht zu Stande kommen, wenn man römischerseitS die A n z e i g e p f l i ch t nicht bewillige. Der Reichskanzler meinte damit, daß die parlamentarische Mehrheit sich einer Revision, beziehung«- weise Abschaffung der Maigesetze widersetzen werde und nur durch Gewährung der Anzeigepflicht zu gewinnen sei. Der Papst hat in diesem Punkte nachgegeben und hat zugestan- den, die anzustellenden Geistlichen künftig der preußischen Regierung anzuzeigen, wenn nur das Versprechen einer baldigen Revision der Maigesetze gewährt wird. Man sieht, die beiden bisherigen Gegner sind einander nun so nahe gekommen, daß die entscheidende Umarmung in Bälde stattfinden kann. Die Abänderungsvorschläge sind So beschloffen, daß Konservative und Zentrum denselben zu- iimmen werden. Vielleicht thun es auch die Nationalliberalen, denn sie werden wohl einsehen, daß die schöne Zeit des Kulturkampfes für sie unwiderruflich verloren ist. Für das Zentrum wird sein Sieg— da« bleibt unsere Eii Auffaffung— ein Pyrrhussieg sein; e» wird seinen Ein- fluß auf die Massen zweifellos zum größten Theil einbüßen, wenn auch nicht sofort. Heute lächeln die Zentrumsblätter erhaben darüber. Abwarten und Thee trinken. Aber auch noch andere Leute scheinen bei dem interessanten Schauspiel, wie sich Papst und preußischer Staat nach langem Streite wieder mit einander vertragen, in Halluziationen zu verhüllen. Das„Berliner Tageblatt", bei dem wir allerdings noch keinen beson« §fe«UXeton. Der Trödler. Roman von A. E. Brachvogel. (Fortsetzung) Siebente» Kapitel. Am Morgen nach dieser verhängnißvollen Familien- Uene, welche den künftigen Frieden und das erträumte Glück aller Betheiligten gänzlich zu untergraben schien, nach einer qualvoll verbrachten, einsamen Nacht, begab sich Edmund zu seiner Gattin, um etnen Versuch zur Verständigung und Aussöhnung zu machen.— Wohl war die überheiße Liebe zu Ästarien einer aräulicken Nückternbeit aewi-ben. nW der tiefe Schmerz, fortan so bar und leer jede« Schimmers -15 % von Glück zu sein, die Schmach und Schande, welche ihn durch Bekanntwerden seine« hauslichen Elends bedrohte, Ehrgefühl und Scham zusammen vermochten ihn diesem Schritte. Gleich so Manchem klammerte er sich zu an den letzten Rest de« verlorenen Besitze» mit schmerzlicher Angst, so sehr er auch fühlte, daß er ihm ganz verloren gegangen tÜ' et„nur nach einem lügenhaften Schein, einem Nichts Aand ausstrecke. _..Er fand äl starten vor ihrem Schreibtisch über Papieren, welche sie_ sichtete. Sie wandte den Kopf, als er eintrat, biß sich heftig auf die Lippe, warf ihm einen kalten Blick �u und setzte dann ihre Beschäftigung fort.— Fast knaben- sm.-i? �»3 und diese Entwürdigung trieb sein inü ziTchtT bezwang sich indeß mühsam und ,.»Astarte, ich komme zu Dir— der Gatte, welcher mit seiner Frau allein die Zerwürfnisse auszumachen hat. Ich die Gewalt Deiner gestrigen Leidenschaftlichkeit wird sei 4 der meinen gelegt haben, Du wirst vernünftiger »Ich begreife nicht, wa« Du mir nach solchen Vorgän« gen noch zu sagen hast? Du beleidigtest nicht nur meine deren politischen Scharfsinn zu bewundern hatten, meint, mit der Ueberweisung der vatikanischen Aktenstücke an da« Herrenhaus habe der Parlamentarismus„den glänzendsten und entscheidensten Sieg" davongetragen, „dessen er sich jemals auf deutscher Erde hat rühmen können". Nach den Diplomaten de« Moffe'schen Blattes ist nämlich der Kanzler in eine Sackgasse gerathen, au» der ihn nunmehr das Parlament heraushauen muß. Und welch ein Parlament— das Herrenhaus! An dieser Auffaffung ist nur richtig, daß die Regierung mit dem Kulturkampf in eine Sackgasse gerathen war. Nun brauen Rom und Preußen eine Vorlage zurecht, der alle reaktionären Elemente im Verein mit dem Zentrum zu- stimmen können und das nennt man einen Triumph de« deutschen Parlamentarismus! Wir sind vom deutschen Parlamentarismus gewiß nicht erbaut, aber vor solchen „Triumphen" möchten wir ihn in Zukunft denn doch be- wahrt wissen. Am Ende wird eine von des Reichskanzler» Liebling«- Ideen, nämlich den Papst in Fulda zu haben— wie Busch mittheilt— auch noch ver- wirklicht und daS„Berliner Tageblatt" sieht e« als einen „glänzenden Erfolg de« deutschen Parlamentarismus" an, wenn der preußische Landtag dem Papst eine Residenz in Fulda und zur höheren Annehmlichkeit einige Milliönchen jährlich bewilligt! Doch genug von den Halluzinationen Moffe'scher Blätter. Wtr sehen die Sache viel ernster an. Die Ver- söhnung mit Rom dürfte noch Manches mit sich bringen, wovon die Herren vom„Tageblatt" keine blasse Ahnung zu haben scheinen. Nach erfolgter Versöhnung ist dann auch endlich die feste parlamentarische Majorität da, nach der man sich so lange gesehnt hat. Die freisinnigen, wirklich oppositionellen Elemente scheiden dann nach und nach aus dem Zentrum aus, und sie bilden jetzt im Zentrum weitaus die Minderheit. Die reaktionären Elemente aber helfen dann die große Mittelpartei bilden. nach der die offiziöse Presse schreit, wie der Hirsch nach frischem Wasser. Und alle die„schmiegsamen" und unbestimmten po- litischen Elemente werden sich dann dieser großen Mittelpartei anschließen. Daß diese Mittelpartei zunächst daran gehen wird, sich behaglich einzurichten, daran zweifeln wir nicht im Geringsten. Das nächste Ziel ihres Angriff« wird das allgemeine und geheime Wahlrecht zum Reichstage sein und vielleicht liegt darin dann ein Kommentar zu den dunklen Worten de» Kanzler», die er der Linken zurief, von der Bahn, die man zu be« treten genöthiat sei und die dahin führe, daß Diejenigen, welche über seine Ausführungen lachten, nicht mehr im Reichstage fitzen würden. Um dahin zu gelangen, dazu würde e« alsdann keiner Mutter, Du entehrtest sie, indem Du ihr da» Haus ver- botest, in dem ihre Tochter lebt, da» Haus, welches Du ihr selbst angeboten! Du hast mich betrogen, denn statt ein wohlhabender, unabhängiger Mann zu sein, bist Du bevor- mundet von diesem Trödler, dem abgefeimtesten Betrüger, den die Erde trägt! Statt mich zu lieben, wie Du stet« in überschwänglichfiem Wortschwall betheuert, hast Du nicht allein vorher eine ordinäre Liaison gehabt, sondern mit «so dieser Person noch am Verlobungsabend ein Rendezvous veranstaltet, wahrscheinlich um ihr Garantien Deiner ferne- ren Liebe und ein klingendes Aequioalent für Deinen Besitz zu gewähren! Ich denke, wir sind doch wohl mit einander fertig? T wirkli Dein nicht war, willkürlich in meinem Hause aufzutreten, ehe sie meiner _..---------.----------" Genehmigung sicher war und die Verhältnisse kannte, magst Du Dir selbst sagen. E» stand einer Dame von so vor- nehmem Selbstbewußtsein, wie sie zur Schau trägt, schlecht an, sich meine Geschäfte zuzueignen, und wenn sie sich herbeiließ, sogar die Dienstboten auszuhorchen, zu Denunzianten ihre« Schwiegersohnes zu machen, um die Ehe ihrer Tochter zu stören, so hat sie sich ebenso entwürdigt, wie sie mich unheilbar verwundet hat. Deshalb habe ich vorge- zogen, in ihr den täglichen Störenfried zu verbannen! Da» Testament liegt offen da, Du magst also selbst sehen, daß der Wille meine« Vater», nicht der mei- nige, vre Verhältnisse also gestaltet hat. Die Zeit, nicht ich durch nutzlose Prozesse, kann sie verändern. Astarte, sei doch einsichtig! An der Seite Deines Mannes, dem Du Liebe zuschworst, ist Dein Platz, nicht neben der Mutter. Mein Verhältniß mit Mathilden, deS Trödler« Tochter, war rein, und wer selbst ehrlos ist, kann un« einer Ehrlosigkeit bezichtigen. Mutterlos, wie ich war, wuchsen wir zusammen auf al» Gespielen, liebten un» wie Geschwister naiv und schuldlos, und wenn aus diesen Gefühlen eine phantastische Revolution von oben, keines Staatsstreichs bedürfen. Die Versöhnung mit Rom kann Alle« bringen, wa« man braucht; wozu dann ein Staatsstreich? Und wozu ein Staatsstreich gegen eine so geistvolle bürgerliche Opposition, die in dem Pakt mit Rom„einen der glänzendsten und parlamentarischen Erfolge" erblickt? Diese Fortschrittler und Dämmerliberalen werden au« ihren Halluzinationen wahrscheinlich sehr unsanft erweckt werden. Wenn sie dann Zeter schreien, sollten sie es zuerst über ihre eigene Kurzstchtigkeit thun. UoMische Ueberstcht. o(raten und Sozialdemokraten. Wir Demotraten und Sozialdemokraten. Wir find stets Gegner aller unklaren Parteiverhältnisse nach recht« und links gewesen und freuen un« daher des jüngsten Streich-S der rheinisch-westfälischen Demokraten ganz aufrichtig, weil hierdurch der unüberbrückbare Gegensatz zwischen bürgerlicher und pro« letarischer Demokratie wieder einmal scharf beleuchtet wird. Ehe wtr aber auf die Sache selbst kommen, müssen wir noch nachholen, daß besagte rheinisch, westfälische Demokraten am Sonntag einen„großen Parteitag" in Elberfeld abhielten und daß auch etwa 40 Mann erschienen waren. Bei Manchen war die Demokratie freilich nicht ganz zweifelsohne. Wenigsten« behauptet die„Freie Presse", vaß auch Herr Polizeisekretär Lautz(der vor einiger Zeit, als er seinen jetzigen Posten eben angetreten hatte, gelegentlich eineS sozialdemokratischen AuS- flugeS einmal mit recht wenig Erfolg als„sozialdemok, atischer Wnnreisender auS Koblenz" debütirte) als„demokra- tischer Paitetfteund" zugegen war und von Herrn Lenzmann sogar aufgefordert wurde, fich persönlich an den Ver- Handlungen zu betheiligen!— waS wenigstens dafür spricht, daß diese Demokratie keine weltumstürzende Pläne brütet. Nicht so gemüthlich wie gegen den Pottzeisekreiär war man aber gegen den Redakteur GllleS, weil dieser— schrecklich zu sagen I— den sozialdemokratischen Bestrebungen zu freundlich gegenüberstehe, ja im Stillen sogar bereit« Sozialdemokrat sei. Das ging den freisinnigen Herren doch über die Hutschnure Das ging_.._______ — und so schloffen fie Herrn Gille« endgiltig von ihrer Ge- meinschaft aus. Und fie thaten recht, denn der Sekretär Lautz steht diesen Leuten allerdings näher als der etwas sozialistelnde Herr Gilles! .... Hervorzuheben ist nur noch, daß der Antrag auf AuS- schließung gestellt wurde von demselben Herrn Lenzmann, der serner Zeit, gemeinschaftlich mit Phillip«, dem Redakteur der Berliner„Volk«.Zeitung", fich von den„Deutsch. Freisinnigen trennte, um die Freiheit zu retten. Die Ar- Leuten it zu retten. ten zu erwarten haben. deiter sehen, wa« fie von solchen „Wir müssen alle rutschen, auf dem ewig gleichen Standpunkt stehen bleibt nur der politische Wahnsinn." So .. hnstn preisen die nationalliberalen„Jtzehoer�Nachiichten" fich ob ihrer " calm Bekehrung zur vollen Reaktion. Die Nationalliberalen rutschen allerdings alle, und zwar— Bauch l Die Londoner Sozialisten Hyndman und Genoffen find bekanntlich vor Gericht freigesprochen worden. Dazu de- Zugendliebe erwuchs, wenn wir un« gegen den Willen un- serer Väter vorschnelle Schwüre thaten, so hat da« spätere Leben, hast Du vor Allem mich über die Unrichtigkeit der- selben belehrt. Erst als ich Dich sah, erfuhr ich, was Liebe und was nur brüderliche Freundschaft sei. Diese Freundschaft ihr zu weihen, bin ich der Gefährtin meiner Zugend schuldig, sie wird nur mit meinem Leben verlöschen! Ihr dies zu sagen, war mir an jenem Tage wissenSpflicht, wo ich mich mit Dir verlobte. Daß ich Dich, Ästarte, nur Dich allein geliebt, beweist, daß ich dem Wunsche meine« Vater«, der mich kurz vor seinem Tode Mathilden vermählen wollte und ihr deshalb den Schmuck vermachte, nicht nachgab. Deine Liebe zu mir wäre falsch und erlogen, wenn Du in meiner Beziehung zu Mathilden etwas Anderes erblicktest, als eine Kinderneigung, eine reine, selbstsuchtslose Geschwisterliebe! Sprich I Laß nicht fremde, niedrige Verleumder unseren Frieden vernichten, unsere Ehe trüben, die ich mit Opfern erkaufte, zu denen nur die glühendste Leidenschaft fähig macht!"— Er hatte ihre Hand gefaßt, sah fie mit brennenden Blicken an, al« wolle er ihre Antwort vorweg aus ihren Mienen lesen. Sie entzog ihm ihre Rechte und trat zurück.„Ich be- wundere Dein Verstellungstalent, mein Lieber, noch mehr die geschickte Art, mit welcher Du diese allerliebste, unschul- dige Jugendidylle Deiner Frau plausibel zu machen weißt. Ein Wort für tausend. ich glaube nicht daran I Du hast mich betrogen, mir Liebe geheuchelt! Gut, nun ich erwacht bin, werde ich mich in diese neue Art der Ehe, welche auch ihre interessanten Seiten hat, al« Dame von gutem Ton zu finden wissen I" „Astarte, mache mich nicht rasend! Quäle mich nicht so! Du liebst mich noch, mußt mich noch lieben, oder Du hast mich nie geliebt I" „Nicht näher, wenn ich bitten darf!— Scham wie Abscheu erfüllen mein Herz. Du bist ein Falscher, ein Ehiloser! Wurdest eS an mir, wie an jenem Geschöpf! Selbst wenn Alles bis auf den letzten Worthauch wahr ist, was Du mich versicherst, so frag' ich Dich, warst Du als Ehrennann nicht verbunden, mir diese« naive Jugend« •metö das„Berliner Tagebl.":„Sollten die Richter durch ihren freisprechenden Uicheilsspruch etwa dem geängstigten London nachträglich noch die beruhigende Verficherung haben aufzwingen wollen, daß ei fich bei den Krawallen auf dem Trafalgar-Equare, bei der Plünderung der Läden von Wrstrnd nur um einen vom Londoner Verbrecherpöbel improvistrien Raubzug hand'ltc, an dem die anarchistischen Agitatoren vollkommen schuldlos waren? Ein anderer Rückschluß ist wohl kaum denkbar. Lustiges Alt-England!"— Ein eoleS Blatt! Anstatt nach gefälltem UrtheilSspruch seine früheren Beschuldi« gunam gegen„Sozialisten und Anarchisten" zurückzunehmen, bleibt da« Moffe'sche Organ bei seinen Verleumdungen und beschuldigt lieber die Richter der Parteilichkeit und dcS Versuches der Irreleitung der öffentlichen Meinung. Wenn wir ähnlich verführen, so würde man unS zum mindesten vorwerfen: Aufreizung zum Klaffenhaß durch falsche Vorspiege- lungen und Untergrabung der Achtung vor der richterlichm Gewalt. Die„Nationalzeitung" schreibt:«Obgleich es nicht un- g'.i Amtes ist, im Namen der nationalliberalen Fraktion zu ichen, glauben wir doch auf Grund unserer Kenntniß der in selben herrschenden Stimmung mit voller Bestimmtheit vor- aussagen zu können, daß die Nationalliberalen in der durch die Jocobint'jche Note gekennzeichneten Lage für Beschlüffe, welche über die(jetzige kirchenpolstische) Vorlage hinausgehen würden, nickt zu haben find."— DaS dürfte ein Jrrlhum fein; die Nationalliberalen find in der That für Alles zu haben. Die„Kreuzzeitung" stellt den Reichstag höher als die jetzt von Bitmarck so vielbelobten„nationalen" Landtage l X>aS ist gewiß ein sehr bemerkenSwerthes Zugeständniß. Das ultrakonservattve Blatt tadelt zwar das negative Ergebniß der Monopoldebatten, fügt aber hinzu:„Abgesehen von dem hier Gerügten hat der Reichstag eine keineswegs unbedeutende Leistung hinter fich. Das Zustandekommen des Militär- und in seinem Gefolge auch des Reichs-ZivU-Penfionsgesetzes, der Vorloge über die Erbauung deS Nord-Ostsee-Kanals, der Unfall- Verficherung für die land- und sorstwirthschaftlichen Arbeiter, die Verleihung von Korporationsrechten an die JnnungS-Ver- bände, die Rechtspflege in dm deutschen Schutzgebieten— dieses alles verspricht für die Zukunft de» Reiches von höchster Wichtigkeit zu werdm. Wenn man hier und da jetzt thut, als ob die Einzellandtage das alles auch hätten leisten können, so ist daS eben falsch. Für diese Tinge befitzt daS Reich allein die nöthigen Organe, und eS geziemt fich unS, um so mehr das anzuerkennen, je entschiedener gerade wir die Zuständigkeit der Lande» gesetzgebung betonen, wo fie der Natur der Sache noch am Platze ist, d. h. wo eS fich nicht um Jntereffen der Ge- sammtheit, sondern um die etnzelnm Theile handelt." Lobenswerth! Die kräftige Betreibung aller Neubauten und Umbautm sür StaatSrechnung ist durch Ministerialver« fügung mit Rückficht auf die derzeitige Lage der RrdeitS- und PreiSverhältnifie verfügt. National und konservativ. Unter dieser Ueberschrift preiset daS fich noch immer liberal nennmde„Lcipz. Tgbl." daS herrvche Bündniß an, welches die Nationalliberalen mtt den Konservativen geschloffen hadm. Diese Selbstkasteiung ist doch überflülfig, da es längst männiglich bekannt ist, daß die Nationalliberalen mit Sack und Pack in das Lager des Kon- servatismuS übergelaufen find und dort auch als Ueberläufer mit Recht behandelt werden. Matktrte Eklaverei, da» ist daS Ideal unserer deutschen Kolonialschwärmer. Dr. B u ch n e r, der bekannte Afrikaretsende, kommt, nachdem er in der„Köln. Ztg." über das„arbeits- scheue Küstengefindel", daS fich nickt in das Joch der Frohn- arbeit spenen lafie, sondern sein Recht auf Muße auskosten will, gründlich geschimpft hat,»u folgendem Schlüsse:„Es handelt fich darum, die Erziehung deS Negers zur Arbeit (& la weiland Plantagenarbkit in Amerika!) an einem kleinm Beispiel praktisch zu lösm. Mit halben Mitteln, mit Güte, Sanstmutb und Belehrung in Wortm ist da nichts zu er- reichm. Mit festem, schmerzhaftem Ruck müffen die Zügel erst nochmals auf einige Zeit angezogen werden, damit ihr Vor- handenfein völlig zum Bewußtsein komme. Und ist dann schließlich der rechte Augenblick da,«in wenig nach,ulaffen, so wird der für immer nöthig bleibende Grad von Sttammheit, der ohne nachherige Uebertragung nur schlecht erttagen würde, als eine Erleichterung empfunden werden." Also her mit der Sklaverei, her mit der Hörigkeit für die 20 000 Kameruner, damit fie thätig find im Interesse— einer Handvoll Plantagen- befitzer, Großhändler, Spekulanten. Und daS nennt fich dann Kultur, Zivilisation,„praktisches Christenthum".— Dieser Herr Dr. Büchner wird bei seiner Rückkehr ouS Afrika von den deutfch-fteifinnigm„Münchener Neuesten Nachrichten" noch an« gedichtet, daß eS einen Schoßhund hätte jammern können. Dieser Fortschritt und dieser Sklaverei-Apostel, fie passen zu- sammen, ein edles Brüderpaar. I« Auri« ist bei der Stichwahl der nationalliberale Kandidat Dr. Kruse mit mehr als 1000 Stimmen Sieger geblieben. Eine große Thätigkeit für ihn entwickelten, nach der verhältniß vorher zu gestehen, ehe Du mich an Dich bandest?— War es mcht so feige wie schmählich, mich in dasselbe Hau» zu pferche», welche» diese Person de- wohnt, deren Vater Herr Deiner Lage ist und sie benutzt? Wen« Du diesem Mädchen Liebesschwür« gegebe« und fie meinetwegen gebrochen, warst Du etwa kein Meineidiger, der zwei Mädchen hintergina? Der mich nur vorzug, um des Wappens und oer noble« Bekanntschaften willen, die ich Dir bot, und welche Deinem Ehrgeize zum Sockel diene« sollte»?!" „Und kann so die Liebe spreche», herzloses Weib? I Habe ich Dich vorher geftagt, ob Du jemals Dein Herz in einer Zugendliebelei vertändelt? Hab' ich Dir nicht höchste« Vertrauen entgegengetragen? Zst man schon ehr- los, weil man fich einmal über seine wahre« Neigungen getäuscht? I O gut, ich werde Dir beweisen, daß ich Dich weder aus Ehrgeiz,«och Deiner adlige« Familie wegen genommen, daß ich nur Deinetwegen«ach Auszeichnungen und Stellung rang! Mein Ehrenwort darauf II O, an diese» herzlos höhnische« Miene«, diesen kalten Schlangen- auge«, diese« schonungslos giftige« Worte», bar jeglichen Gefühl», seh' ich'», Du hast mich Deine« Anbetern nicht au» Liebe vorgezogen, nein, um des Geldes und der Genußsucht willen, welche ich Dir zu biete« vermochte und die allein Deinem träge«, apathische« Gemüih die höchste Quelle aller Freuden ist! Dein liebearmeS Herz ließ Dich an weiner Seite nie erwärmen, Dich unter de« Wonne« der Natur nur an die erbärmliche Salonwirthschaft daheim und die lächerlichen Schmeicheleien denken, welche Dir die nächste Saison bringe» sollte. Jetzt giebst Du Dir solch' jammervollen Heroismus, um klug die Gelegenheit zu er- areifen. Dich mir— als Dame von gutem To»— ent« fremden zu könne«!!" „O, sieh doch I— Da wir nun so sicher sind, Herr Gemahl, uns gegensestig ergründet zu haben, so klar über einander zu denke», laß uns doch Jede« nun auch in seiner Weise lebe«!! Die nöthigen Dehor» vor den Leute« be- rückfichtigt, können wir sehr bequem unseren Neigungen nachgehe»! Du setzest, haha. Deine Jugendidplle in alter Reinheit fort— die arme Kleine wäre auch gar zu sehr „Freis. Ztg." die orthodoxen evangelischen Pastoren und vor allem die Agrarier. Der Vorsttzende deS ostfriefischen konservativen Wahlvereins, Graf Knqphausen, ein bekannter Agrarier« führrr, forderte die Parteigenossen in den Blättern„so drin« gend wie möglich" zur Unterstützung de» nationalliberalen Kandidaten aus. Die Sozialdemokraten haben fich der Wahl enthalten. Auch im Jahre 1884 fiegten die Nationalliberalen in der Stichwahl, wahrend im Jahre 1881 die freifinnige Partei stegte, indem fich ein Theil der Konservativen von der Wahl fernhielt. Frau r reich. In ihrer letzten„Sozial-Politischen Monatsschau" giebt die„Elderf. Ztg." ein kurze» aber anschauliches Bild von den Verhättnissen, welche der Deeazeviller Streik geschaffen hat. In Frankreich, so schreibt das genannte Blatt, konzentrirt fich da» Interesse noch immer um dm Streik in Decazmille, der in der That leicht zum AusgangSpunve großer sozialer Veränderungen werdm kann. Nach ftarzöstschem Gesetz geboren die unterirdischen Schätze der Erde dem Staate. Die Berg- bauunternehmer find nur Nutznießer, und der Staat kann die Erlaubniß zur Ausbeutung der Minen zurückziehen, wenn der Untemehmer den Betried einstellt. Die bisherige Praxis hat allerdings dies Gesetz einigermaßen in Vergessenheit gerathm lassen. Die früheren Regierungen, die ihren Günstlingen um- fassmde Konzessionen ertheiltm, haben geduldet, daß die Berg- daugtsellschaften viele ihrer Konzesfionen gar nicht benutzten, um den Ertrag der übrigen desto höher zu steigern. Die Ge- sellschast in Dccazeoille hat nun dm streikenden Arbeitern mehrmals mtt der Einstellung dcS Betriebes gedroht. Die Bergleute aber, wahrscheinlich aufmerksam gemacht durch die sozialistischen Mitglieder der Deputirtmkammer, erinnerten fich plötzlich an daS noch heute giltige Gesetz und empfanden die Drohung der Gesellschaft nicht als eine solche, sondern vielmehr als eine Verheißung. Sie erwarten offenbar eine thatsächliche Einstellung de» Betriebes, und hoffen, daß der Staat dann dm verbündeten Ardeitem selbst die Ausbeutung überlassen werde. Für diese Idee find jetzt die radikalen Mitglieder der Kammer, sowie die Arbeitervereinigungen thätig. Von allen Seitm gehen den Streikenden von Decazeville die Mittel zum Aus- harren zu. Die Syndikate der Bergleute Frankreich» sollen beschloffen haben, von jedem Arbeiter monatlich einen Frank zur Unterstützung deS Streiks zu erheben» wodurch derselbe jedenfalls unabsehbar verlänaert werden könnte. UeberdieS haben verschiedme Gemeinderathe Summen für die feiemdm Ardeiter bewilligt. Der Pariser Gemeinderath ist mit 10000 Francs vorangegangen. Marseille folgte mit 1000 Francs, Toulon mit 500, andere kleinere Gemeinden mit geringeren Summen. Die früheren G-wallthätigkeitm haben in Decazeville vollständig aufgehört und die zur Auftechthaltung der Ruhe dorthin verlegten Truppen stehen im besten Einvernehmen mit den Bergleuten, ja fie haben sogar Sammlungen für die Streikenden veranfialtet. DieS destättgte nicht bloß der sozialistische Abgeordnete Camelinat, der mtt seinem Kollegen Basly den Arbeitern von Decazeville mit Rath und That zur Hand geht, sondem auch der Kriegsminifter Boulanger, der vor der versammelten Kammer jene Kameradschaftlichkeit auS- drücklich rühmte und dabei bemerkte, jeder Soldat theile jetzt mit dem Arbeiter feine Portion Suppe und Brot. Allein diese Kameradschaftlichkeit ist den Anhängern der Gmbenbefitzer keineswegs lieb, und dieselben setzen in der Kammer olles in Bewegung, um die Entziehung der Gerechtsame der Gesellschaft zu verhüten. In der französtschen Deputirtenkammer kam es am Sonn- abend anläßlich der Debatte über die Interpellation des Jntranfigenten Maillard über die Verhaftung der bei- den sozialistischen Redakteure Duc-Ouercy und Roche in Decazeville zu stürmischen Szenen. Nachdem nach- einander der ArbeitSmlnister, der Justizminister und der Unter- richtsminister die Maßregeln der Regierung»ertheidigt hatten, bestieg Cossagnoc die Tribüne m t der Behauptung, die Re- aierung selbst habe die Streikenden ermuthigt, indem fie den Beschluß d hungernden Bergleuten tauschten. Daß die Kammer die Vee» Haftung der beiden Sozialisten mtt 435 gegen 65 Stimmt» gutgeheißen hat, meldeten wir gestern. oll Ii Borlai Auch und! richtet. Belgien. Der„Voss. Ztg." schreibt man unter dem 11. d. M. aus Brüssel: Im Basstn Charleroi ist die Lage wieder sehr ge» spannt. Gestern, am ersten ZahlungStage nach den Unruhen� forderten sämmtliche Kohlenarbeiter Bezahlung auch für die» jenigen Tage, an denen die Arbeit geruht hat, da fie sonst mit den Ihrigen nicht leben könnten. Das wurde verweigert und Kort stellten auf 10 großen Kohlenwerken die Ardeiter die deit wieder ein. Ja die Kohlengruden von Martine!, Chätelineau und Gilly, wie das Schloß des Direktors der Houilliöre»> UnieS Clerx waren wieder durch die erbitterte» Arbeiterhaufen so dedroht, daß telegraphisch Truppen erbet«» wurden. Mit einem Schlage hatten daselbst 1200 Arbeitet jedes Weiterarbeiten verweigert. Der Streik der 1800 Zwirn« arbeitet in Ninove dauert fort und hat jetzt zu wenig erbau« liehen Enthüllungen Anlaß gegeben. ES stellt fich nämlich jetzt heraus, daß diese niedrigen Löhne seit 2 Jahren vo» den Fabrikherren gar nicht in daar, sondern meist in Waaren, wie Kohlen, KaufmannSwaaren, Broden u. s. w- avi> fczahlt werden, wodurch fich dieselben neue Vorthette schaffe» )aS führt natürlich zu schmählichen Mißbräuchen nicht nm i» Ninove selbst, sondern auch in anderen Fabriken, wie de« großen Streichbolzfabriken in Grammont. Die Arbetter vek» langen die Erhöhung und vor allem die baare Auszahlung dct verdienten Löhne, begegnen aber überall dem Widerstände des Industriellen. Die Erdarbeiter an der Eisendahn W Gent streiken: dieselben waren mtt einem Tagelohn vo« 2,20 Franks engagitt: als gestern der ZahlunaStag kam. erhielten fie nur 1,94 Franks, erst„vom zweiten Moiw> ab" sollen fie vollen Lohn erhalten! Und da wundert ma» fich, wenn die Erbitterung der Arbeiter steigt und schließt Exzesse entstehen I Dagegen hilft eS nicht», wenn jetzt die Rs gierung gegen die Anarchisten einschreitet. Die Staatsanwalt schaft hat Haussuchung bei dem Verfasser deS Volkikatechismru. Defuiffeaux, und dem Brüsseler Drucker vorgenommen, ab<{ nichts gefunden. Der weitere öffentlich« Verkauf desselben i» jetzt(nachdem 300000 Exemplare abgesetzt find) untersagt. Daß auch in der Redaktion drr fortschritllich-radikalen„Re forme" gesucht wurde, ist ein Jrrthum; das Blatt hat mit del Druckerei, wo die Haussuchung stattfand, nichts zu thun. Der Gerichtshof in Charleroi hat Freitag den neulich oev hafteten Präsidenten der„Union veniere"(GlaSmachrrgewen' a über( % und d bedau Bill: da» 9 spät o Vorla deren diese des Z müsse wenn Jetzt andere waltu werde Anki 9 miede aeklag welch« Rubel zu La ein di früher Parks schwer VVV«fVJAUUU VCXX1UXU\V2/XU»UIUUyilUtlV*aT schaft). Falleux, welcher als der Haupturheber deS Streik» oo» 25. März gilt, zu drei Monaten Gefängniß und einer GeW strafe von tausend Franks vemrtheilt. Ein Dutzend anve» Personen wurden gleichzcirig wegen Betteln», Diebstahls uns sonstiger Ausschreitungen gel.-gentlich der Plünderung Etablissements Baudoux zu Gefängnißstrafen von ein bis ne»» Monaten verurtheilt. Die Nachricht über die Einführung der allgemeine! W eh rp flicht, die ein klerikales Blatt, das„Handelsbla» von Antwerpen, zuerst verbreitete, entbehrt jeder Bcgründunt Die Regierung den« nicht im Mindesten daran, die MaßreA -------- M' et» zu etateifen. Dagegen soll Graf d'Öullremont. Deputttter I Brüssel und Mitglied der Partei der„Unabhängigen", d. s der verkappten Klerikalen, die Abficht hegen, eine derart» GesetzeSvorlage einzubringen, und zwar noch in der gefl�, wältigen Legislaturperiode. Jedoch steht eS bereits fest, daß? auf der rechten Seile de» HauseS auf den größten Wider? stoßen wird. Oesterreich-Ungar». Die gemäßigte Oppofition des ungarischen Reichstages I auf Antrag Appovyi» deschloffen, für die Zuweisung deS Jstcr schen Borsensteuer-Entwurf» an den Ausschuß stimmen. Laut Meldungen auS TemeSvar sollten die Arbette Bergwerkes Oravitza die Arbeit eingestellt und die Leau. Häuser angezündet haben. Die Nachricht wird jetzt als f# bezeichnet. ,,.«u» dem Riesengedirge wird dem„Berl. Tagebl." schrieben: Zu Tannwald und in der Umgegend dieses Riesengedirge gelegenen böhmischen Ortes wurden dieser ahlreiche� Verhaftungen von Sozialdemokraten voraenon eitere Festnahmen von Sozialdemokraten, insbesondere den Glasarbeitern der Bezirkshauptmannschaft Gablonz, folgen noch. Ein höchst schutzzöllnerischer Zolltarif wird in Oes Ungarn nach stattgehabtem Ausgleich vorbereitet. schuz. de, gl Stra- Fran! die k der k erbau Lader Manne» Zweck ist em Lebevtberuf, ist Arbett! einzige Ehre, daß er etwas geworden ist, daß er leistet! Sie wolle» fortan eine Null im Lebe« sein? erhalte Sie, mit Nullen gehe ich nicht um! Wohl 3K vortreffliche« Vater, daß er diese« Wahnsinn nicht mehy erlebe« brauchte!"—(Forsetzung folg" Aus Kunst und Zeven. >ambra-Theater. Ein Abschiedsbeneflz findet. fl für Herrn«lfred Seefeld statt. Es gelangt, Abend Carl von Holtet'» Schauspiel:«Lorbeer»� und Bettelstab" zur Aufführung. Mit dieser Benefiworsteu� wird fich übrigen» Regiffeur Seefeld von dieser Bühne, nun fünf Jahre angehört, verabschieden. Am 19. April fich Herr Eccfeld nach Rußland, um dort ein überaus theilhafteS Engagement anzutreten. Bekanntlich hat den,. vor einigen Monaten mit Direktor Rost einen Vertrag»L schloffen, welcher ihn für vier Monate in St. Petersburg pflichtet. m Eine aufregende Szene. Die Löwenbändigerin A Cora, die fich gegenwärtig im Thiergarten zu Pest pro°� schwebte vor einigen Tagen in großer Gefahr. Wahren».. f der Produktionen sprang ein Löwe auf fie lo« und in» Geficht. Kaltblütig verband fie mit dem Tasckentu» � Wunde, packte dann das ungederdige Thier und steckte, � der Protestrufe des Publikums, ihren Kopf in den RacbsLftt Löwen. Hrerauf ließ fie den Löwen durch brennende springen, wobei es geschah, daß die Mähne eines �((t Feuer fing. Brüllend lief er im Käfig herum und konn' derubigt werden, als man di« Flamme mit Sand erftiojf'i' Ihr Lied. Aus einem Dörmte Wiens erzählt W/ gendeS ergötzliche Geschichtchen: Die Ktnderftau deS .......«inoetriau vc» W. pflegte ihrem Geliebten, einen im Haufe bediensteten � .............. errfchaft und die Auff-�* burfchen, die Abwesenheit der Herrschast zum Besuche in der Weise zukommen zukommen zu lall„ fie mtt lauter Stimme das Lied:„Ich bin a Madl ganz eigenen Raff'" intonitte. Da» ging so lange, dreijährige Töchterchen des Hauses Xtrri und Melodie de» gelernt hatte. Von dem Kinde ward der Gesang%% Familienzimmer importtit. So passtrte es denn vor � Tagen, daß die Hauiftau gemüthlich durch die Gemäcks� r und dabei, ohne an etwas Schlimme» zu denken, das- fllied« (2*2 bildet Vortr Walt komm ftau frisch' « & D housei steierl ckener Schül gebilt »atter chwu kreng ihnen Reihe Z äußert Unine werde vorhai Man rieh estre Welle ist de oll in schutzzöllnciischer Richtung noch aber die vorjährige Vorlage hinausgehen. Beinahe alle Pofitionen find verschärst. Auch bereitet sich ein Zollkrieg zwischen Oesterreich Ungarn und Rumänien vor, so wird übereinstimmend aui Pest de- richtet. Grotzbritaunie«. Vorgestem ist im englischen Unterhause die Berathung über Gludstonei Home-Rule-Gesetzentwurf fortge« setzt worden. Der konservative Mhrcr Lord Churchill bekämpfte die Bill, well fie die Suprematie deS ReichtparlamentS und die Souveränität der Königin über Irland zerstöre, und dedauerte, daß eS nicht üblich sei, in der ersten Lesung die Bill zu beanstanden.— Generalanwalt Rüssel erwiderte, das Reichsparlament habe die Gesetze für Irland entweder zu spät oder nicht im Sinne deS irischen Volke» erlassen. Die Vorlage Gladstonei erstrebe eine Legislative Irlands, von deren Kompetenz gewisse Fragen auSaeschloffen seien, durch diese Ausnahmen würde aber die Oberhoheit der Königin und de» Reichsparlaments aufrechterhalten. Gladstonei Vorschlag müffe früher oder später angenommen werden, es sei beffer, wenn daS jetzt geschehe, als erst nach neuen Zwangkmaßregeln. Fetzt würde die Aufnahme in Irland eine freundliche, im anderen Falle aber eine feindselige sein. Gladstone erklärte, wenn die Debatte über die irische Ver» waltungsbill erst, wie erwartet werde, morgen Abend abschließe, werde daS Budget am Donnerstag und die irische Boden- Ankaussdill am nächsten Montag vorgelegt werden. Rußland. Vorige Woche hat vor dem Bezirksgericht zu Warschau wieder einmal ein SensationSprozeß begonnen. An- geklagt find der General Obekjanow und Oberst Bibikow, welche der Maloersation und der Veruntreuung von 200000 Rubeln angeschuldigt find.„Finanzübergriffe" darf man hier zu Lande nur sagen, wenn eine Person von Amt und Würden ein derartiges Verbrechen begeht. Die Angeschuldigten waren früher mit der Verwaltung der Zeughäuser und de« Anillerie- �01:« betraut, in welcher Stellung eS allerdings gerade nicht hwer wird, einen ansehnlichen„Nsihgroschen" zu erwerben. Balkauläuder. Den, Daily New»" wird au» TabriS vom 9. d. M. tele- graphirt: Die Türken sollen verschiedene strategische Pofitionen zwischen Man und Urumia besetzt haben. Hier werden fort- gesetzt ausgedehnte Vorbereitungen getroffen. Die DistrikS- Kavallerie rüstet zu aktivem Dienste. Die Ausschreibung von Neuwahlen für die serbische Skupschtina, welche am 3. Mai stattfinden werden, ver- anlaßte die liberalen und radikalen Führer, separate Klub- besprechungen über daS Verhalten während der Wahlkampagne abzuhalten. Beide Parteien bleiben selbstverständlich der Re- gierung gegenüber in Opposttion. Die Liberalen wünschen, wenn sonst ein Einverständniß möglich, eine Kooperation mit den Radikalen derart, daß in Wahlbezirken mit radikaler Mehrheit die radikalen Kandidaten auch durch die liberalen Wähler und in Wahlbezirken mit liberaler Mehrheit die liberalen Kandidaten auch durch die radikalen Wähler gewählt «erden sollen, um dadurch der Opposttion die Minorität zu fichern. Die Radikalen wollen zu Wahlagitationizwecken daS radikale Organ„Ldje!" wieder erscheinen lassen. Ob die Radikalen die von den Liberalm geplante Kooperation an- nehmen oder, gestützt auf ihre eigene Parteistärke, allein vor- gehen werdm, ist noch nicht bestimmt. Pirotschanaz und Novakowttsch haben sich mit Garaschanin noch nicht ausge- f znt, doch will die von diesen Staatsmännern geführte attion bei den Wahlen neutral bleiben und eventuell im rtereffe der Fortschrittspartei fich sogar der Abstimmung ent- halten. Ein Dekret de» Fürsten von Bulgarien verfügt die Aufhebung de» Belagerungszustandes in Bulgarien und Ost- rumelim. Ein weitere» Dekret ordnet Wahlen der Deputtrtm Bulgariens für die Nationalversammlung in Sofia an und bestimmt, daß die Wahlm am 23. Mai stattfinden sollen. Da» Dekret ordnet weiter für dm 23. Mai Wahlm von Deputirtm für Ostrumelien an, welche der in Sofia bebuf» Besprechung des Konferenzbeschluffe» zusammentretenden Nationalversamm« lung beiwohnen sollm._ Kommunales. Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- Lersammluna am Donnerstag, den 15. April ct., Nachmittag» 5 Uhr. Ein Naturalisationsgesuch— Vorschläge de» AuS- schufsc» für die Wahlm von unbesoldeten Gemeindedeamtm — Berichterstattung de» Ausschusses für Rechnungssachen— deSgl. über die Vorlage, betr. die Anlegung von zwei neuen Straßen zur Verbindung der Blumenftratze mit der Großm Frankfurter Straße und der Schillingstraße— Vorlage, betr. die Bewilligung der Kosten für eine auf dem Begräbnißplatze der Kirchengemeinden von St. Markus und St. Andrea» zu erbauende Leichmhalle— deSgl., betr. die Gestaltung de» Ladewesen» an den hiefigm öffmtlichen Wafferläufen— An „Raff'. Mädel" anstimmte. Zu ihrem größten Erstaunen er- tönte als Antwort ein Heller Fodler, ein Mann in der Arbeit»« blouse sprang zum Parterrefenster herein und rief:„San'S Alle weg- daS i, g'scheidt." Parlamentarische» Aprilscherz. Die„Badische Landesl zeitung" brachte einen Bericht über die letzte Sitzung der Budgetkommtsfion der zweiten Kammer in Karlsruhe. Danach „gruppirtm fich um den Präfidenten der Kommisfion die Mit- glteder derselben und eine große Zahl von Abgeordneten aller Parieren und ein von dm»bgg. Gönner(1. Tenor). Lauck (2 J&noi), F, Himbach(1. Baß) und Kriechle(2. Baß) ge< biloeU» Quartett begrüßte dm KommtsfionSpräfidenten durch Vortrag eine» nach der Weise„Wer hat dich du schöner Wald rc. gesungenen Liede,:„AbschiedSgruß der Budget. kommisfion an da« Rondell". Hierauf überreichte die Feftjung- stau(der Abg. Baffermann) dem Kommisfionsprästdenten einen fnschm, grünen Lorbeerkranz, wozu die Versammlung ein „Allgemeines Lied anstimmte nach ver Melodie:„Wir winden dir den Jungfrrnlranz". Auch diese» Lied hat." wie da» al» Terzett den Schluß der Feier bildende„AdschiedSlied", Weise! „Morgen muß ich fort von hier" je., Herrn Lauck zum Ver. faffer.� Die konservative„Badische Landpoft" nahm dm �stricht für Ernst und schrieb:..Wir wollen nicht hoffen, daß fich ein solcher Fux in den Räumen de» Ahgeordnetm- Hause» vollzog." tt.i �hrnnafiaftev als Diebe. Am Gymnafium der alten ?."stehen Bergstadt Leoden hatte fich, wie man den Mün- schreibt, zu Ende deS vergangmen Jahres au» .wnw unteren Klaffen eine vollständige Dtede»bande :* jungen Langfinger waren regelrecht organtstrt, . ü-Hauptmann", Aufpaffer u. s. w., ein„Trme- chwur vemand fie zur gegenseitigen Unterstützung und zum rmgsten Schweigm. Ein eigene» Gaunm Rothwalsch diente mm in ihrem geheimen Verkehre. Die Knaben verübten eine Reihe von Diebstählen. t' Univerfität, welche noch in diesem Jahre in TomSk eröffnet werden sollte, da der Bau fertig ist» und alle Lebmimittel vorhanden find, wird wahrscheinlich— nicht eröffnet werden. -------" Pjfstebungm m w t. Mittelpunktes genährt werden'dürsten, und es ist daher im Prinzip beschlossen worden, die Eröffnung der trag von Mitgliedern der Versammlung, betr. die künftige Gleichstellung der Gehälter der ordentlichen Lehrer an dm höheren Lehranst-Iten fiädttschen Patronats mit denjenigen der Leyrer an den Staat! anstalten— Vorlage, betr. die Errich- tung einer Anstalt zur Gewinnung von Kälberlympbe— desgl., betr. die Erwerbung de» von oem Grundstücke Geor- gmktrchstraße 16 zur Straßenregulirung erforderlichen Terraini — desgl., betr. die Erwerbung des von dem Grundstücke Lange Straße 104 zur Straßenregulirung erforderlichen Ter- rainS— desgl., betr. die Erwerbung de» zur Freilegung der Liegnitzer Straße erforderlichen Grundstücks Rcichenderger- Straße 77— deSgl., betr. den Bau einer Jntertmsbrücke über dm Landwehrkanal unterhalb der AldrechtShofer Brücke— vier Rechnungen— Berichterstattung, betr. die Neuwahl von zwei unbesoldeten Stadträthen— Vorlagen, betr. die Nmwahl von zwei Bürgerdeputirten für die Armen-Direllion— eine Unterstützungssache. Die Wahl eines Stadtverordnete« im 30. Kommunal- Wahlbezirk, in. Abtheilung, findet am Mittwoch, den 28. April, in der Zeit von Vormittags 9 Uhr bis Nachmittags 6 Uhr im Wahllokale: Sophim-Realgymnafium, Steinstt. 31, und Tum- Halle, Gormanstr. 4, statt. Der Wahlbezirk umfaßt die Stadt- bezirke 202—209. Denjenigen WAHlern, welche ihre Wohnung seit Ostern v. I. nicht gewechselt haben, werden zur Wahl de« sondere Legitimationikarten zugestellt, während den Wählern, welche seitdem verzogen find, anHeim gegeben wird, die für fie bestimmten Karten an einem ver beiden letzten Wochentage vor der Wahl auS dem Wahlbureau de« Magistrat»(Köllntsche» RathhauS, Breit« str. 20» 2 Tr.) während der gewöhnlichen Bureaustundm abzuholen. Die ohne Karten erscheinenden Wähler müssen für ihre Legitimation Sorge tragen, fich auch bei der Zulassung zur Stimmabgabe eine Zurückstellung hinter die mit Karten Erschienenm gefallm lassen. Unter de« Petitionen, welche den Kommunalbehörden zugegangen find, defindet fich u. A. eine solche von dem Pächter des RathhaukkellerS Heim Dümchen wegen Ermäßigung der für die elektrische Beleuchtung des RathSkellerS zu zahlenden Kosten.— Ferner petttioniren die Berliner Handlungsgehilfen der Kolonial« und Materialwaarendranche wegen Aui- dehnung deS KcankenverstcherungSzwangeS auf dle hiestgen Handlungsgehilfen. Im Nrbeitshause befanden fich am 31. Dezember 1885 detinirte OddachSIose, Kranke und Polizeigefangme 1153 Per- sonen. Der Zugang betrug in der Zeit vom I.Juni biS31.MSrz 1886 805 Personen, während der Abgang in demselben Zeiträume 444 Personm betrug. Am 31. Märzd. I. verblieb demnach ein Be« stand von 1519 Personen. Im Lazareth der Anstalt wurden am 31. März d. I. 152 Personen verpflegt und in der Schule erhietten an demselben Tage 32 jugendliche Häuslinge Unterricht.— Zm Beschaffung von Kleidungsstücken und Bezahlung der ersten Miethe wurden bei ihrer Entlaffung in der Zeit vom 1. Januar bis 31. März d. I. 201 Person mit 1341.96 M. und 317 Familien mit 4272,05 M. unterstützt, so daß hierfür überhaupt 5614,01 M. gezahlt find. Im Hospitale des Arbeits« hause» befanden fich am 31. März 394, und im Asyl für ob- dachlose Familten 73 Personen. Koziales mh Arveitervewegung. Et« Trucksystem schlimmster Art. Aus Sednitz im Königreich Sachsen erhalten die„Dresdener Nachrichten" nachstehende Zuschrift, die fie in ihrem Brief« kästen veröffentlichen:„Ich bin Arbetter in einer hiestgen Lampenfabrtk ein V e r w a n d t e r meine» Chef» fing nun vor Kurzem einen Handel mit Seifen, Petroleum, Zigarren und dergl. an und übergab mir und einem jeden meiner Mitarbeiter ein sogenanntes Beibuch, damit wir die betreffenden Artikel nur allein von ihm entnehmen sollen, ja, ei wurde einem jeden von un» fetten» de» Chefs angedeutet, daß ein Richtbefolg diese» Wunsche» unsere baldige Entlassuna au» der Arbeit zur Folge haben würde. Uebrtgen» ist noch bei dem oben er- wähnten Händler alle« t h e u r e r and schlechter al» anderSwo. Ich kann und darf nicht einmal die Maaren von meinen eigenenVerwandten nehmen, wa» ist gegen diese Un- gehörigkeit zu thun?— Wenngleich die„Dre»v. Nachr." diese Frage in folgender Weise:„In der Hauptsache nicht». Für gute» Geld können Sie allerdings gute, preiswerthe Waare verlangen,"— deantworten, so find wir doch anderer Mei- nung. Zunächst können die betreffenden Arbeiter für gutes Geld keine gute preiSwerthe Waare verlangen, wenn dieselben Sezwungen find, bei Strafe der Arbeitsentlaffung bei einer be> immten Person zu taufen. Dann wissen wir wohl, daß ein Untemehmer seinen Arbeiter selbstredend, aber nur nach den Regeln der Gewerbeordnung, entlassen kann, auch ohne jeden Grund. Dagegen verpflichtet daS Gesetz den Fabrilinhaber, die Löhne der Arbeiter in baarem Gerde auszuzahlen. Das Gesetz destraft den Fabrikanten, der gegen diese Vor- schrift verstößt mit einer Geldbuße biizuoOOTHalern und im Falle des Unvermögen« mit einer verhältnißmäßigen G e« Univerfität vorerst zu vertagen, wenn auch die Sache durch de» Oberprokureur der Synode Pobedonoszew und dm Unterricht», minister Deljanow, der ganz unter dem Einfluß de» ersteren steht, anstandshalber noch geprüft werden soll. DaS Resultat wird ein noch ungünstigere« sein, wie kaum zu zweifeln ist. Der Moskauer„Rußki Kurjer" hat Recht, wenn er schreibt: Mir durchleben eine wunderliche Zeit... Univerfität... Wistenschaft... Gelehrte Gesellschaft»- Korporation... er« scheinen al« etwa« Furchtbare», Regierungsfeindliches, beinahe al» Synonyme(finnverwandte Wörter) für Lande»verrath und Staativerbrechm." Die Heiligkeit der Ehe. Eine Skandalgeschichte wird demnächst die Pariser beschäftigen, wenn e» zum Scheiduno». prozesse kommt, von dem man in„vornehmen Kreisen" unier dem Deckmantel der Verschwiegenheit jetzt schon spricht. Man erzählt, daß ein Graf, einer der nobelsten Repräsentanten deS vornehmen OuartlerS, fich sterblich in eine Negerin verliebte, daß er Alle« aufgegeben dieser dunkelfarbigm Circe halber. Ehe er sein eheliches Heim"verließ, glaubte er aber noch, an seine Frau einen Brief schreiben zu müssen, in dem er ihr mit- theilte:„Weil er nicht das Glück gefunden, da» er an ihrer Seite erhoffte, wolle er dasselbe unter einem anderen Sterne suchm!" Seine Galtin hat fich zu ihrer Mutter geflüchtet, dort die Befteiung au» den Ehefeffeln erwartend, wofern e» dm mergischen Anstrengungen der Verwandten nicht gelingt, den Ungetreuen wieder zur Raison zu dringen. Ans Furcht, Soldat ,« werde«, hat fich dem„Hoyaer Wchdl." zufolge, im Herbst v. I. der Hauisohn Heinr Wtlh. Preckt au» Duddenhausen, zwei Tage vor seiner Einstellung in« Regiment, den Zeigefing-r der rechtm Hand mittelst deS Messer» einer Häckselschnetdemafchine abgeschnitten. Er kallulirte so:„Wenn mir der Finger fehlt, mit welchem ich den Hahn de» Gewehres abdrücken muß, so muß man mich wieder laufen lassen. Der Jüngling hatte fich aber verrechnet. Der LezirkSfeldwebel begab fich nach Bekanntwerden deS an- gedlichm„Unfall«' nach Duddmhausm, und eine von ihm vorgenommene Untersuchung der Angelegenheit befestigte in ihm die Ueberzeugung, daß hier eine wohlüberlegte Selbst- Verstümmelung vorliege. Die Sache kam vor da» Militär- gericht, und hier wurde denn die Schuld de» Precht zur Evi- den, festgestellt. Das Urtheil gegen Precht lautete aus 1 Jahr Gefängmß und Versetzung in die zweite Klasse de» Soldaten- stände«. Nach verbüßter Hast muß er seine drei Jahre ent- weder bei einem Truppentheil oder in der Arbeiterabtheilung abdimen. fängniß strafe bi» zu 6 Monate n.*) Außerdem können die Arbeiter, deren Forderungen ander» als durch Baarzahlung berichtigt find, zujederZeitnachträglich d ie Bezahlung ihrer Forderungen in baarem Gelde verlangen, ohne daß ihnen eine Einrede aus dem an Zahlungsstatt Gegebenen entgegengesetzt werden kann.— Also eS läßt sich in der Hauptsache Viele» machen! Die„Dresdner Nachrichten" aber sollten fich schämen, armen Arbeitern durch nichtssagende Phrasen die Köpfe zu ver« kleistem, fie sollten, wenn fie fich überhaupt zu derartiger Aus« kunft veranlaßt fühlen, an der Hand de» Gesetze» die« thun. Die Arbeiter aber sollen fich GeseyeSkunde verschaffm-, beson- derS müßte Jeder seine Gewerbeordnung in der Tasche hadm. Die Polizeibehörde zu Sebnitz aber müßte die An- gelegenheit untersuchen; eS würde ihr aar nicht schwer fallen, wenn die Mittheiiung des betteffenden Arbeiters an fich auf Wahrheit beruht, den schuldigen Fabrikanten heraus« zufinden und den Arbeitern zu Sebnitz den gesetzlichen Schutz zu verleihen. Die Presse im Allgemeinen aber ist verpflichtet, derartige Vorkommnisse zu veröffentlichen und solche ungesetz» ltche Ausbeutung der Ardeiter zu verurtheilen. Schutz der nationale« Arbeit! Weil die Dresdener Maurer ein paar Pfennige mehr verlangten, haben die Maurer« meister„rechtzeitig für Zuzug au» Böhmen gesorgt." In Folge dieser„nationalen WtrthschastSpolitik" find die deutschen Maurer in große Bedrängniß gerathen und zum Theil derett» zum Nachgeben genöthigt gewesen. Arbeiterelend. In Teuchem(Prov. Sachsen) fand dieser Tage eine amtliche Untersuchung von etwa 80 Arbeiterwohnungen statt, welche nach der„Magd. Ztg.", Tdat« fachen zu Tage förderte, die jeder Beschreibung spotten. Viel« fach diente eine Stube al» Schlafstelle für 10—12 Köpfe starke Familien. Es kamen Fälle vor, daß Vater, Mutter, mehrere erwachsene Söhne und noch ein fremder Schlafbursche eine kaum wohndare Stube mit einander theilten oder daß sämmt» liche Insassen in einem einzigen Bette ihr gemeinsames Nacht« lager hatten.— Auch in Giedichrnstein bei Halle find ähnliche Uebelstände zu verzeichnen.— Wie hat man gezetert, al» man ähnliches aus England hörte. Wird man jetzt schweigen, wo der Nothstand unS selber angeht? Zum Submisstonswesen. Kaum Glaubliches in der gegenseitigen Unterdietung bei der Bewerbung um Schlosser« arbeiten, die von einer Spandauer königl. Behörde in de- schräntter Submisfion vergeben werdm sollen, ist wieder kürz« lich geleistet worden. Nach dem„Anzeiger für daS Havelland" erdor fich einer der zur Etnreichung feiner Forderung herangezogenen Meister, die Arbeiten 80 pCt., ein anderer fie 65 pCt. unter dem Anschlage ,n liefem. Die Forderung eine» drittm mtsprach dem Anschlage. Ein Dividendenstreich. Von der Mechanischen Kratzen« fadril zu Mittweiva wurden im vorigen Jahre 10 Prozent Divwende gezahlt. AuS dem diesjährigen Bericht erfährt man nun, daß der Absatz der Produtte dieser Aktiengesellschaft wegen de» Darniederliegen» der Spinnereien ein ungleich gerin« gerer gewesen fei, al» im Vorjahre. Trotzdem wurden neben großen Abschreibungen und den üblichen Gratifikationm an die höheren Beamten gleichfalls 10 Prozent Dividende gezahlt. Wo stammen diese 10 Prozent her$ Antwort: Au» der Re- duzirung der Arbeitslöhne! Anstatt, daß Aktionäre, Beamte und Arbeiter den Ausfall im Verhältniß zu ihrem Einkommen tragen sollten, wird der gesammte Verlust auf die Schultern der Ardeiter abgewälzt. Und dabei wird immer noch von dem „warmm Herzen" gesprochen, welche» die Unternehmer den Arbeitern entgegentragen. Anch nicht Übel! In dem Organ der Bauunternehmer, der Berliner„Baugewerks Zeitung", die in perfiver Behand- lung der Arbettersrage und in protzmhastem Janorantenthum Große» leistet, findet fich unter der Rubrik: Bau-AuSfichten, eine Korrespondenz au» Güstrow in Mecklenburg, in der e» u. a. heißt:„In solchen Jahren, wo wenig Arbelt, behalten wir nur gute Leute und zahlen durchweg 30 Pf. pro Stunde- Die schwachen, faulen und solche, die trinken, schicken wir nach Berlin und Hamburg." Ein wunderbare» Kompliment für die Berliner und Hamburger Bauunternehmer, die solch billiges, williges, de» Klaffen« bewußtseinS ermangelndes, unorganifirte»„Menschenmaterial" verwerthen, um e» gegen die durchaus berechtigten Forderungen Bauhandwerker al» Trumpf auszuspielen. Hoffentlich zeigen die Berliner und Hamburger Arbetter den l'infÄ« eine Korrespondenz auS Erfurt, in derselben Nummer, in *) In der Ausführungsverordnung, welche die sächfische Regierung zu der Gewerbeordnung erlassen hat. ist diese Be« Kimmung noch etwa» verschärft. Ei lautet dort einfach, W im Unvermögensfalle der Höchstbetrag der Freiheitsstrafe fil auf 6 Monate Gcfängniß deläuft. Die Tonrnüre wird staatsgefährlich I Der Aachener Polizeibehörde gelang eS, der„K. Z." zufolge, dieser Tage zwei Frauenspersonen festzunehmen, welche im dringenden Ver« dachte stehen, seit längerer Zeit Exemplare der Mostffchen„Frei« heit von Belgun nach Aachen eingeschmuggelt zu haben. Bei einer der Personen soll an bewußter Stelle unter dem Kleide ein Packet anarchistischer Zeitungen gefunden worden sein. Et« LolkSvalast. In London bat ffch ein Komttee ge« bildet mit der Adficht, im Oftende der Stadt einen sogenannten VolkSpalast zu bauen, dessen Zweck sein soll, den arbeitenden VollS klaffen jenei StadttheilS Räume und Gelegenheit zu an« gemessener Erholung und technischer Ausbildung zu verschaffen. Innerhalb sech» Monaten hat diese» Komitee 63700 Pfd. St. zusammengebracht. Man hofft die noch fehlenden 12000 Pfv. bald zusammen zu bringen und im Juni den Grundstein de» Gebäude» legen zu können. Amerikanische». Zu Carrolton in Misstsfippi sollten am 17. Man dreizehn Neger pcozesslrt werden, deren zwei einen Weißen Nameni Jame» Liddell zu ermorden versucht und dcn« selben gefährlich verletzt hatten. Eine große Anzahl Weißer kamen in die Stadt und ritten sofort nach dem Gerichtsgebäude, banden ihre Pferde an, gingen in den BerichtSsaal hinein und feuerten auf die angeklagten Neger. Zehn derselben waren auf der Stelle todt, die drei anderen find tödtlich verwundet. Die Veranlassung zu dem Vorgangs war folgende: Vor einigen Monaten wurde ein junger Weißer Nameni Robert Moore in Carrolton von dem Neger Ed. Brown, mit dem er Streit gehabt hatte, mit einem Krug voll MolaffeS übergössen. I. M. Liddell, ein Freund Moore'«, machte Brown Vorwürfe, worauf dieser, ein roher Bursche, grob wurde. Brown be« waffnete fich und veranlaßt« Andere, dasselbe zu thun. Die Neger lauerten Liddell auf, bi« dieser au» dem Hotel kam. Ed. Brown und dessen Bruder Charles feuerten auf Liodell und gleichzeitig fielen noch mehrere Schüsse, die von anderen Ne- gern abgefeuert wurden. Liddell wurde verwundet und seine Angreiser wurden sofort verhaftet und vor den Mayor ge- bracht, aber gegen Bürgschaft sür ihr Erscheinen im KreiSge« richt wieder in Freiheit gesetzt. Die BrownS drohten fort« während, Liddell zu ermorden. SSmmtliche angeklagte Neger und deren Freunde kamen, bis an die Zähne bewaffnet, in den GerichtSsaal. Die Versammlung war kaum eröffnet, al» etwa hundert Weiße erschienen. Ed. Brown feuerte sofort seinen Revolver auf fie ab, und dieS war das Signal zu dem Kampfe, wie er oben beschrieben worden. welch» die Auistchttlosigkeit eineS Streiks begründet wird durch Site Nähe des Thüringer Wälde« mit der groben Anzahl von immerleuten"! im Thüringer Wald ist die Arbesterbewec .ang noch nicht stark, und namentlich in dm ausgehungert« n Haus- industriellen Bezirkm machen die Arbeiter ihren fortgeschrittenen Aollegen böse Konkurrmz. Au» Bayern. Die„Südd. Donau-Dampfschifffahtts- Gesellschaft" hat ihren Bettied ad Deggendorf eingestellt und ~ lreiche bayettsche hrt nur noch zwischen Wien und P<... ürdeiter find dadurch drottoS geworden. Wer mtschädigt nun diese Proletarier für die Expropriation ihrer Arbeits- gelegen heit? In Sachen der Lohnbewegung der Nürnberger Bau« Handwerker fand am 8. d. M. wieder eine von den Arbeitern veranstaltete Versammlung statt. Der Antrag auf ArbettS« einstellung fand vorerst keine Annahme, dagegen wurde be schloffen, die Vermittelung der Gemeindebehörde anzurufm, damit dieselbe als Vermittln in zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer austrete. Die Meister find fest entschloffm, auf eine Aenderung der settherigen Lohnsätze und Arbeitszett nicht einzugehen. Die Lohnbewegung der Mannheimer vanhand- werker scheint größere Dimenstonen annehmen zu wollen, dmn auch die Zimmerleute find in dieselbe eingetreten. Am Sonn- abend Abend fand eine zahlreich besuchte Versammlung statt, wobei man jedoch zu einem Beschluß noch nicht kam und wer- den in nächster Zell noch wettere Vetsammlungm stattfinden, in welchen zu stellmde Forderungen formulirt und begründet werden sollm._ arbeiterfreundlicher Zug. Grillen derger betrifft, so habe ich gesagt: Der( Was Versammlung theilt Grillenbcrger wegen Uereine mh Uersammlunge«. Von dem Schlosser Herrn Karl Miethe«hallen wir Schlosser Herrn Karl Miethe«hallen wir ölgmde» Schreiben: In der Beilage d« Nr. 85 deS„Berl. VolkSbl." befindet fich die Erwähnung eine« Briefes von Herrn Franke, welch« thatsächliche Unrichtigkeiten enthält- Herr Franke hat in der detreffenden Versammlung ausdrücklich«- (und kann daS auch von sämmtlichen Anwesmden bezeugt werden), daß eS fich mtt der Entschuldigung deS Herrn Grillenberger denn doch etwa» ander»— rger denn doch«was ander« v«hall, als eS Herr Miethe mitgetheilt hat. Ich(Franke) war am Sonnabend »ersönlich im Reichstag und habe mit Herm Grillenberger ge- prochen. Derfelde erklärte mir, daß seine Fraktion deschloffen >ätte, so lange al» Herr Miethe in der Schlosserbewegung tände, würde kein Abgeordneter seiner Partei btt dm Schloffttn einen Vottrag ballen. Hierauf«- klärt« ich: Ich weiß zwar nicht, ob da» soebm von H«rn Franke Gesagte auf Wahrheit b«uht, sollte eS jedoch der Fall sein, so erklare ich hi«mit öffentlich, daß ich einen derartigen Beschluß bedauern müßte. Man häll doch keinm Vortrag einer einzelnen Person wegm. Wenn man auf diese Weise eine ganze Gewerkschaft schädigen wolle, so sei daS kein de» Herrn inberufer dieser mir soebm mit, daß fich d« Abgeordnete g« wegen Thellnahme an einer Geburtstagsfeier mtschuldigt hat. Nach dm Angabm deS H«m Franke könnte man glauben, ich hätte die Aufgab« gehabt, dm Refermten zu besorgen. DaS war nicht der Fall. + Der Verein zur Wahrung der Interesse« der Klavierarbeiter hielt am Sonnabend eine Gmeraloersamm» lung bei„Gratweil" ab, die nothwmdig geworden war, weil H«r Zubril, der bisherige Vorfitzende, sein Amt niedergelegt hatte, da«, wie bekannt, zu 2 Monaten Gefängniß anläßlich eines Vorfalles bei dem Klingmann'schen Streik verurtheilt ist. Der Vorstand hatte einstimmig fich für die Wiederwahl Zu- deilS ausgesprochen, die von oerschiedmen Rednem aufS wärmste empfohlen, dann auch in geheimer Abstimmung mit 155 gegen 5 Stimmen«folgte. Herr Zubeil v«sprach, unbeirrt durch die Verurtheilung, gerechtfertigt durch daS Votum seiner Kollegm auch fernerhin mergisch für die Sache d« Arbeiter einzutreten. Nachdem 3 UnterstützungSgesuche(2 durch Bewilligung, 1 durch Uederweisuug an den Vorstand zur Rech«che) erledigt und dm streikmdm Tapezirem 50 Marl bewilligt worden waren, hielt der Klavierarbeiter, Herr Alex Nicht« einen ca. zweistündigm Vottrag über dai Thema: Ist d« Mmsch göttlichen Ursptung» od« nicht?— In der Diskussion sprachen die Herrm Schaar. Sparfeld und Schmidt.— Hier auf wurden verschiedene Mißstände besvrochen» die in den Fa- Baiinger u. Ko. und Buch bttken von Hermann u. Battrow, holz vorhandm find. In Bellest d« Äuchholz'schm Fabrik wurde v«fich«t, daß Ueberstundm- und Eonntagsarbett in letzter Zeit nur sehr selten und vereinzelt vorgekommen sei- die Herabsetzung der Attordlöhne in d« Lalingn'schen Fabrik wurde damit«klätt, daß die Arbeit an den betreffendm Stücken gettnger geworden sei. In der Versammlung de» Verbandes deutscher immerleute, Lokal-V«band B«lin Nord, hielt am 7. d. M. ett Schriftsteller Baate einen beifällig aufgmommenm Vortrag über den Wnth einer Fachorganisation. In der darauf folgenden DiSkusfion sprachm alle Redner im Sinne de» Re- s«enren, namentlich Herr Ehttstmsm, der auf die Ausführungen des Vottragenden speziell« einging. Zum 2. Puntt der Tagesordnung krttisttte Herr Meinett scharf daS V«halten der Meist« in Bezug auf die von denseldm gefaßte Resolution. Redner meinte, dm zweiten Theil dies« Resolution mögen die Meist« nur getrost durchführm, dann bekommm fie eine Kon- kurrmz, die fie nicht so schnell wieder loS werdm, und jeder Geselle, d« fich bis dahin noch nicht d« Organisation an- geschloffen �at, wird durch solche Maßregeln gezwungen, die» (Kasstrer de» Lokal'V«bande» Berlin Nord), daß in d« lest» außerordentlichen General-Versammlung der Berliner Zitron» leute ein Antrag eingegangen sei, welcher mit dem Na«' Petermann unterzeichnet war. Dieser Anllag stehe ad«# ständig mit seinem(Petnmann'S) Prinzip im WidersM» Da auf Anfragen deS Vorfitzmden d« Gmnal-Versammwt der«igmtliche Antragstell« fich nicht gemeldet hat, hält Redt« dies Vorgehen für ein falsche» Spiel und konstatttt, das' nicht der Antragsteller war. Nach Erledigung des R# kastens schloß der Vorfitzende die Versammlung. Die B» sammlungen des Lokal-VnbandeS B«lin Nord finden jiW Mittwoch nach dem 1. und 15. eines jeden Monats, Aden» 8V, Uhr, im Lokale deS H«m Schramm, Hochstr. 32a, W * An die Arbeiterinne« der Buchbindereien, Kartop Albumfabrike« k. richtet der.Einberufer der heute Ade» stattfindendm Versammlung(s. Inserat) den Mahmuf, filb k organifiren und um dem fottwährmdm Sinken d« Löd» Einhatt zu thun, selbst mit Hand anzulegen, damit die mal» Emhalt zu thun, selbst mit Hand anzulegen, damit die man» liche Arbeit nicht noch mehr aui dm Fabriken ondrängt W> da e» Thatsache ist, daß jetzt die Männer oft arbeit« los Herl» laufen, während Frauen an deren Stelle für dm oft niedrig? Lohn arbeiten. Die heutige Versammlung soll den«j wei» liefern, daß die Frauen und Mädchen nicht gewtM J» fich vongewinnsüchtigen Fabrikanten auSbmten zu tassm, sonfc» ihren Männern und Vätem diejenige Stellung im Lebe« ringen helfen wollen, welche ihnen als Bürger deS Staates bührt. Die Männer sollen nicht länger gezwungen wer» ihre Frauen in die Fabrik zu schicken, um dott dem Man Konkurrenz zu machen. Große öffentliche Arbeiterinnen» Bersamml« ' Uhr' kan pol beute Abend 8'/, Uhr in der„Urania", Wrangelsttaße 9/ Tagesordnung: 1. Vottrag und DiSkusfion üb« Ardeitenmicnbewegung und die >.. � htW.,| und andere sprachen ebenfalls in diesem Sinne und ermahnten, zu thun. Herren Lehmann, Dähne, Meißner, Petermann an den aufgesteMm Forderungm d« Berliner Zimm«er fest- zuhalten. Zu„V«schtedmeS" bemerkte Herr Petermann bewegung der Mäntelnähettnnen. * Kranken- und Begräbni schmiede und Berufsgenoffen( den 15. April, AbendS 6 Uhr, in Lo» dett Adl logi zi-bu rückg atteien". 2. Die VerschiedmeS. der Berliner Go/ H. Nr. 72), Donnerst» Niest'S Restaurant, K» schm hö« nehv allen habe die( W vtfio! alleit mandantmstr. 71/72, außerordentliche Gennalversammlil» allei, Tagesordnung: 1. Statutenänderung der§§ 4, 5, 7, 11, 1 ziehu 19, 24, 29. 2. V-rschiedenes.. Bett ♦ Verein für Technik und Gewerbe, Mittelstraße' Mittwoch, Abend» 8'/, Uhr, Vorttag. Gäste willkommen. Kriefkasten der Kedaktio«. A. K., Laugeubtelau. Wendm Sie fich an Grvtbmann, Lettin N., Wolgasterstr. 8, III. R. W. Zur Tribüne im Sitzungssaal« d« Stadt» otdneten-Versammlung brauche Sie keine Einttittskatte. Od« % Sir« polit katho wir i nicht führp Miq. wäge rufe densl Theater. Mittwoch, den 14. April. vvernhan». Siegftted. Gchausvielhan». Timandra, Trauerspiel in 5 Alten von Adolf Friedttch Grafen von Schack. Dmtfche» Theater. Romeo und Julia. «alluer-Theater. Die Spiellaffe, Posse in 5 Bildern von A. G«stmann. »sfide«»- Theater. Frau Doctor, Schwank in S Attm von P. Ferrier u. H. Bocage. Vorher: Di« Schulreiterin. Welle-Alltance-Theater. D« Bettelstudent. Friedrich- Wilhelmstädttsche» Theater. Unter p«sönlich« Leitung des Komponisten Iah. Strauß. Oer Zigeunerbaron. Walhalla»Theater. DaS lachmde Berlin. HettereS au» d« B«lin« Theatergeschichte «it Gesang und Tan, in einem Vorsriele und 3 Attm von Jakobson und Witten. Tentral-Theater. D« Stab»- Trompet«. Wittoria» Theater. Der Müller und sein LonisenstädtischeS Theater. Kabole und Liebe. vftend-Theater. Ein aller Husar, oder: Treu dem König. Amerika«« Theater. Große Spezialitäten- Borstellung._. Theater der Netch»halle«. Große Speziali- tätm-Vorstellung. Kaufmann'« Variete. Große SpezialttStn« Borstellung. m.„ Kovkordia. Große Spezialitätm-Vorstellunge Die Beerdigung des verunalücktm Maurer- lehrlingS Karl Knfahl findet heute, Mittwoch, Nachm. 5 U�r, vom Trauerh. Swinemünderstr. 135 aui sta 1350] Um stilles Beileid bittet Die Familie Knfahl. Aihambra-Theater. Wallnertheaterstraße 15.[1200 Heut« und die folgenden Tage: Berliner auf Reisen. GesangS-BurleSke in 3 Attm. Vor d« Vorstellung: Gs. Konzert der HouskaPeke. Bnkang de» Konzerts Wochentag» 7 Uhr. d« 0 Uhr. Vorstellung 7'/« «nfang de» Konzetts Sonnt, d« Vorstellung 7V>* He»» heben Wochentag» Gilligkett und find im T�eaterdmeau(12—1 Uhr) gratt» zu haben. "M Vassage 1 Tr. 9 M.- 10« Kais er»P anorama. ersten Male: ll. CycluS Pari». >u! Da« malerische Eavoyen Große öffentliche Versammlung d« Arbeiter tmd Arbeiterinnen der Andibindereien, Lnrnspapier»» Karton? nnd Albnmfabriben:c. am Mittwoch, den 14. d. M., Abends 8'/» Uhr, in Kansfonri, Kottduserstraße 4a. T.-O.: Wie ist für die Ardeitntnnm ein höh«« Lobn und eine bessere Lebmsstellung zu «zielen? Mann« haben Zutritt._[1348 Kerichtignng. In der Ouittung über ein- gelaufene Gelder für die streikmdm Kncpfmacher in Nr. 85 deS..Berliner Volksdlatt" ist ein Druckfehler enthalten. Die Uebnschttst deS In- serats muß heißen;„Quittung über eingelaufene Gelder für die streikmden Kncpfmacher vom 23. März biS 5. April er."(nicht 8. April). ES find nach dem 5. April noch Geld« beim Kasstrer abgeliefert worden, üb« welche in d« Nr. 35 deS„Berliner Volksblatt" noch nicht öffentlich quittirt wurde._ E. Drehbank, 4V>' l., 9" Sph., m. sämtnlL Zbh. ist z. vk. d. H. Schmidt. Waßmannstr.l4H. II. IL CyclnS. Hertha» Iteise. Karolinen-Inseln k. Eine Reise 20 Pf. Kind« 10 Pf. Sämmtlichen Schulbedarf, sowie größte Auswahl in PhotograWe-Album«, Ct. garren-, Cigaretten- u. Btteftaschcn, Por- temonnate«, Mufik- u. Schreidmappen, Vifitentaschm, Poefie-, Bttefmarkm- und Oblaten-Albums, Ball» u. Gesellschaft»- Fächer, Gesangbücher, Schulmappe«. Garv«oben< u. Handtuchhalter, Schreib- zeuge, Lürstenkasten, Notizbücher, Koch- büch«, Spazierstöcke, Lag« von Bilder» Büchnn und Jugendschriften, sowie sämmtlichm Schul-«. Schreibwaare«, Galanterie- u.Bijoutettewaaren, Uhrkette« f. Herren u. Damm, Brache, Ohrttnge, Armbänder u. Halsketten, Bilderrahmen, Lampenschirme, Zirkel- und Reißzeuge. Uhrlländ«, Nezessaire in Leder u. Plüsch, ff. Briefpapier m. Monogr. und an. d«en Verzierungen, Schach, Lotto, Do- mino, Dammbretter, Tuschkasten u. s. w. Brille« u. Pincenez f jede» Auge pas. smd, in allm Nm. vorräthig, v. 50 Pf. an. Alb. Schwarzer, SKiUherstr.iZ? Anfetti� ung sämmll. Drucksachen f. den aufm. u. gewerbL Verkehr.[1184 August Herold Berlin SO., 113 Skalitzerstrasse 113. 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Am Ministertifche: Jürst v. Bismarck, v. Putt- ramer. v. Gotzler, �rtcdberg. DaS HauS beginnt die Spezialdera'.hung der kirchen- politischen Vorlage. De« Artikel I, welcher von der Rommilfion nicht veran- dert ist und daS Kulturexamen aufbebt, empfiehlt Referent Adams anzunehmen als eine Erleichterung des theo« logi ch-n Studiums, da? leider zum Schaden der fittlichen Er- ziedung des Volles durch den Kullurlampf erschwert und zu- rückgemängt tei. Bischof Dr. Kopp: ES hat mich gestern außerordentlich schmerzlich berührt, von dem hochverehrten Herrn Miquel zu hö.en, w lebe Stellung die liberale Seite dieses HauseS ein- mhmen wolle, um so schmerzlicher, als mich seine Rede aus allen Hoffnungen und ssriedcnSträumcn aufgeschüttelt bat. Ich Z. VlH. � größten Jntereffe und der größten Dankbarkeit die Erklärung des Ministerpräfidenten vernemmen, daß die Regierung bereit sei, die Zusicherung zu einer weiteren Re> vifion dem heiligen Stuhle zu«rtheilen, sie hat mich nicht allein in materieller, sondern noch vielmehr in formeller Be- ziehung erfreut. Ich erblicke in ihr das gegenseitige Vertrauen zwischen meiner Landesregierung und dem Oderha pt meiner Kirche, und in diesem Vertrauen liegt die einzige Hoffnung zu einem dauemden Frieden. Wir stehen bler vor dem welthistorischen Abschluß eines langen Streites. Wir sehen, wie der große Staatsmann, der unsere politischen Geschicke leitet, stch hier mit dem Oberhaupt der katholischen Kirche die Hand zum Frieden reicht, und da sollen wir an einzelnen Worten herumdeuteln und herummäkeln und nicht so viel Vertrauen auf die loyale Unterstützung und Aus- führung der betreffenden Theile haben? Ich muß also Herrn Miquel und seine Freunde dringend bitten, noch einmal zu er- wägen, ob seine Befürchtungen wirklich gerechtfertigt find. Ich rufe vielmehr Ihren ganzen Patriotismus, Ihre eigene Frie- densliede, die Sie mit Wort und TKat bekundet haben, an; ich rufe den Kollegen Miquel in der Kommisfion gegen den Kollegen Miquel mit seiner grstrigen Rede hier im Hause an (Beifall), ich rufe meine persönlichen Beziehungen zur ltberalen Partei an und bitte Sie ja zu erwägen, daß Sie einen ver- hängniß sollen Schritt tbun. Sie werden dann den Verdacht erwecken, daß Sie den Kulturkampf verewigen wollen(Wider- spiuch) wenigstens für fick. DaS katholische Volk wird Jbre Gründe nicht begreifen können und den Schloß ziehen: Also haben Diejentgen doch Recht, welche in diesen Herren die Väter und die Träger des Kulturkampfes immer erblickt haben. (Beifall.) Ich bitte die Herren von der liberalen Seite, diese Aussaffung nicht zuzulaffen, sondern durch Zustimmung zu meinen Amendements zu beweisen, daß Sie mit uns zum Frieden arbeiten wollen.(Betfall.) Pro'. Förch bammer spricht stch in demselben Sinne wie gestern Prof-ffor Beseler gegen eine allzu weitgehende Aufhebung der Maigesetz« auS, wenn nicht gleichzeitig von Seiten der römischen Kurte die nöthigen Konzesstonen gemacht werden. Frhr. v. M a l tz a h n: Ich sehe die Anzeigepflicht als daS absolut nolhwendige Korrelat für die Kommlsstonsvorschläge und die Regierungsvorlage an.(Beifall.) Fürst Bismarck ver- muth-te ganz richtig, daß ohne die Konzesston dieser Anzeige- Pflicht der Landtag schwerlich die Vorlage mit den letzten Amendements annehmen würde. Wir wissen wirklich immer noch nicht, waS der heilige Vater eigentlich versprochen hat. Einmal muß doch die Sache abgeschloffen werden. Ich bringe gern ein Opfer deS Intellekts um einer großen Sacke willen und wenn heute z.B. der Mist sagt: ich brauche dieses Gesetz, ich muß es haben, dann denke ich auch anders darüber, ein Opfer des Intellekts wird mir gar nicht schwer. Ader wohin kommen wir, wenn hier wiederholt Anträge gestellt werden und vielleicht im anderen Hause die Sache fortgesetzt wird? Die Sache wird immer kitzlicher und unangenehmer und kriegt zuletzt den Charakter eines Pillenschluckens, wofür mein Magen doch zu schwach ist.(Heiterkeit.). Ich habe nicht bloS in meinem eigenen Namen, sondern im Namen vieler meiner polstischen Freunde, wenn auch nicht aller, ge- sprachen. Prof. D o v e erklärt sich gegen die Annahme der Vor- läge; man müsse dabei in Rechnung ziehen, daß die Kirchen- gesetzt nicht bloS für die katholische Kirche bestehen, sondern rill Gittfrich Killliel. Mitgetherlt und kommentirt von seinem Sohne. („Frkftr. Ztg.") L Rostock— Ediaburg— London(1850). „Lust, Freude, Theilnahme an den Dingen ist daL ernzige Reelle und was wieder Realität hervorbringt. Alles Andere ist eitel und vereitelt nur!" Goethe. Am 8. November 1850 gegen 2'/, Uhr verließ ich an der Hand meiner Mutter das großväterliche Haus in der Josephstraße in Bonn, wo wir damals wohnte», um de» Übliche« Nachmittagtspaziergang zu mache«. Kaum hatten wir ein paar Schritte gethan, so stürzten uns mehrere Nach- bar« entgegen und riefe» der Mutter jubelnd zu:„Wessen ®ie schon, Frau Professorin, daß Ihr Mann befreit ist?" Die Mutter lächelte und meinte, das könne nicht fein. Am folgenden Tage wurde von der Polizei der Steckbrief gegen meine» Vater publizirt; es war also kein Zweifel, daß der sorgsam behütete Gefangene entkommen war. War er aber wirklich in Sicherheit? Nach einige« angstvollen Tagen traf das erste, noch von Rostock au» expedirte chiffnrte Schreiben ein; am 26. November die erste ausführliche Mittheilung, die wir hier in extenso folgen lasse«. „13. Nov. 50. „Braun ward wieder des Helden Gestalt, und voller die Wange, Und sein Kinn umfloß der schwärzlichen Locken Gekräusel." Schon gester«, als ich einen chemischen Brief an Dich Mehen ließ, nahm ich mir vor, heute ordentlich und auS- tita t. an. geliebte« Leben, zu schreibe« und mich selbst dabei au« dem Lebenssturm zu sammeln, der seit auch für die evingelische. Wa« die Kurie in Bezug auf die Anzeigepfl'cht geboten, sei uirtlar und vieldeutig. v. Manteuffel bezeichnet Herrn Miquel olS einen Mann, der, was er schafft, zerstöre. Die messten Fassungen der von der Kommisfion vorgeschlagenen Artikel rührten von Herrn Miquel selbst her, der in der Kommisston viel weiter g» gangen sei als manches andere Mitglied. Redner empfiehlt die Annahme de! Gesetzentwurfs, wie er aus den Kommisfion!- berathungen hervorgegangen, mit den vom Bischof Kopp bean- tragten Amendements. Der damit geschlossene Friede werde hoffentlich tin dauernder fein. r ri,. Ober Bürgermeister Miquel erklärt, daß er nicht inkon- sequent gehandelt habe. DaS deutsche Voll will den Frieden, aber den wirklichen und dauernden, einen offenen und ehrlichen Frieden. Die große Masse des Volkes steht auf dem Stand- punkt, den wir einnehmen.(Lebhafter Beifall.) Ober- Bürgermeister Struckmann spricht fich in dem« selben Sinne wie Miquel aus und weist auS den Veihand> lungen der Kurie aus früheren Jahren nach, daß diese nie- mals daran gedacht habt und wohl auch jetzt nicht daran denke, die Anzeige im Sinne der preußischen Gesetzgebung zu �Vfident de! SlaatsministeriumS Fürst v. Bismarck: Ich nehme da» Wort nur, um einen thatsächlichen Jrrthum zu berichtigen, zu welchem die Erklärung der Staatsregierung, wie sie in der Kommisfion abgegeben worden ist, Anlaß ge- geben hat. Ich gebe zu, daß man dieselbe so verstehen kann, wie der Herr Vorredner fie verstanden hat, nämlich in Bezug auf die Note deS Kardinal Staatssekretärs vom 26. v. Ms. Die Wendung, welche die ministerielle Erklärung braucht, kann so ausgelegt werden, als ob die Korrespondenz in ihrer Totalität, speziell auch diese Note, ein nichtamtlich:s Aktenstück wäre. Die Note des Kardinal- Staatssekretärs vom 26. März ist aber ein unzweifelhaft amtliches Aktenstück. Die Anregung, durch welche fie hervorgerufen worden ist, war eine nicht amt- liche Anfrage, die der königliche Gesandte in Rom auS eigenem Antriebe an den Kardinal gerichtet hat; der Kardinal hat darauf in dieser nach Form und Inhalt zweifellos amtlichen Note geantwortet. Ich wollte dies nur richtig stellen, damit bei den weiteren Verhandlungen in diesem und, wie ich denke, im anderen Hause kein Mißverständniß bestehe. Dann hat der Herr Vorredner eine Frage an den Herrn KultuS- minister gericht:t und um deren Beantwortung ge» beten, eine Frage, die das Staatsministerium nach der Zurück- Haltung, die e« sich in diesem Stadium der Verhandlung zur Pflicht gemacht hat, nicht zu beantworten gesonnen ist. Aber auch wenn diese Zurückhaltung nicht wäre, so ist das Staat!« Ministerium doch nicht berufen, den Gesinnungen, Auffassungen und Intentionen der Kurie seinerseits eine bestimmte AuS- legung unterzulegen. Das StaatSministerium wird, wenn Differenzen über eine solche Auslegung entstehen sollten, nach seinen eigenen Auffassungen fie zu behandeln und zu verfahren haben. Ich glaube nicht, daß die Abstchten und Intentionen, die der Herr Vorredner bei dem Papste befürchtet, zutreffend find- ich bin mehr geneigt, in der Bezihung den bischöflichen, der Kurie näherstehenden Abgeordneten für den richtigen Jnter- preten der päpstlichen Intentionen zu halten.(Bravo!) Am allerwenigsten möchte ich ein Blatt, wie die„Germania", al« einen solchen Interpreten ansehen.(Lebhafte« Braoo I) Wenn die„Germania" ein richtiger Interpret der Absichten der Kurie wäre, dann würde eS weder mir noch irgend einem preußischen Minister überhaupt einfallen, auch nur den Versuch zu machen, den Frieden mit der Kurie zu erstreben(Bravo l), wir würden die Ueberzeugung haben, wZtg." klagt über die Uneinigkeit unter den Meistern und fie möchte gar zu gern den drohende» Streik— dai Blatt steht den Elreik schon ganz bestimo» ausbrechen— den„Ardeiterblättern und den Arbeiterführern in die Schuhe schieden. Man höre nur, zu welchen Äeuße- rungen fich das Meistcrorgan versteigt: ,Höit man die Epracb« der Arbeiterblätter und Arbeiterführer, erwägt man den auf« reizenden Ton,— so jammert das Blatt— der in den i» Hunderttausenden von Exemplaren verstreuten Flugblättern fia kundgiebt, so muß man fich auf größere ArbettSstörung« während deS EommerS gefaßt machen." Also nur der„au- reizende" Ton führt die ArbeitSfiöiungen herbei? Sollten die Arbeitseinfiellungen gar keine andere Ursachen haben, sollten die« selbm wirklich nur auf Rechnung der Flugblätter gesetzt werde» können V Wenn keine tiefen Schaden im Baugewerbe vorhande» wären, Schäden, denen fich vernünftige Arbeitgeber durchaus nickt verschließen, so kann die„Baugewerks-Zettung" gekost glaube» daß die Flugblätter mit ihrer„aufreizenden" Sprache gänzlick wirkungslos bleiben würden. Jene Herren, die derartiges Geschreibsel in die Welt setzen, scheinen in der That von der An- ficht auszugehen, daß der Arbeiter leichtfinnig fich auf eine» Streik einläßt, daß ein Flugblatt im Stande ist, ihn sein« ganze wnthschaftiich: Existenz auf's Spiel setzen zu lasse». Diese Annahme ist doch in der That so naiv, daß fie eint ernfiliche Widerlegung nicht verdient; jener Angstschrei bedeuto auch faftisch etwas ganz Anderes, und eS mag dieser Hin««» genügen, um die„BaugewerkS-Zeitung" und ihre Helfershelfer darauf aufmerksam zu machen, daß ihr Hilfegeschrei von um wenigstens verstanden ist. Die„aufreizende" Sprackr fürchten jene Leute auch viel weniger, als den sack- lichen Nachwelt der Noihlage der im Baufackr beschäftigten Arbeiter. Nur dieser Nachweis ist ihr»» unangenehm; die große Oeffentlichkeit und namentlich der in- diffrrente Theil der Arbeiterschaft soll nicht erfahren, wie" eigentlich mit den wirklichen Verhältnissen bestellt ist.— Uebck die Stimmung in den Meisterkreisen läßt fich dai Blatt i« folgender Weise auS:„Die Arbeitgeber find nicht so geeiiA wie wir hofften. Daß zur Belämpsung eines großen Hebel« auch große Mittel, daS Aufgeben mancher Privatinteressen, d« unbedingte Anerkennung der Majoritätsbeschlüsse erforderl« find, wird noch lange nicht gmügend eingesehen."— Un? nügt da«. In den Arbeitnebmerkreisen ist man jedenfalls ü?» die Grundprinzipien einmüthigen Handeln? bei gemeinsam»' Aftionen besser informirt. ES spricht diese Auslassung der„B»� gewerkS- Ztg." übrigens dafür, daß wenigstens ein Theil% Arbeitgeber von der Berechtigung der Forderungen der Arbeit» überzeugt sein muß.— In einem Punkte wollen wir übrige«« auch der„Baugewerksztg." Recht geben. Sie sagt:„Die arbeitgeberschaft Berlins ist von Elementen durchsetzt, nur in einer Riesenstadt daS Feld ihrer trüben Wirksam'� finden können, wo anders würden fie zu sehr beobachtet u>? zu oft an der Oberfläche erscheinen."— Wir glauben, W da? richtig ist, obgleich wir sicher wissen, daß auch in andtt? Gegenden Deutschlands mit derselben Unverfroren� Schwindelbauten ausgeführt weiden. Ader waS dedeutet für die Arbeitnehmer? Doch nur da», daß fie erst recht sind, für ihre lebensgefährliche Beschäftigung einen auSkSq lichen Lohn zu verlangm. Denn gerade in Bezug schwindelhafte Bauunternehmer steht daS Unternehmerristko' dem Rifiko deS Arbeiters absolut in keinem Verhällniß. Ardeiter setzt in diesem Falle sein Leben und seine gesun» ein junge«, blühendes Leben unter den Trümmern«%* SchwindeldaueS in der Kastanien Allee begraben wurde' spricht ein solcher Fall nicht ergreifender und deutlicher L andere Ausführungen? Wer von den Bauarbeitern, der d» Morgen, Abschied nimmt von seiner Frau, kann wissen, od? AbendS heimkehrt; und soll er angestchtS deS immerwähe*», drohenden Tode? auch noch mit Nahrungssorgen Diese Frage soll unS die„BaugewerkS-Ztg." beantworten,& dann wollen wir weiter reden. er. Von der konservativ-antisemitischen Beamte» fänaerei. Daß die konservativen Herten Antisemiten»Z antisemitischen Herren Konservativen in Berlin niemals nennenswerthen Erfolg erzielen werden, dürfte von%% Anderen zunächst ihnen selbst recht sehr bekannt sein. durchaus ernste, zu politischen Spielereien absolut keine LZ übrig lassende Leben der Großstadt räumt Elementen, n*% ! zu Tage geketen find, am � mfluß ein, und namentlich ist � gerade in dieser Bewegung zu Dauer keinen merkbaren Cmflu Presse dieser Par'ei, welche zu ihrem großen Aerger Kreise� der Bevölkerung� niemals in nachhaltiger Weist � "ma-dL interesfiren vermochte. Was soll auch eine Bewegung, Letter stch bei festlichen Geleger. Helten darüber lustig ma«. daß Vereeinsmitglieder Kränzchen u. s. w. nicht mehr besu�, können, well fie die nothwendigen Kleidungsstücke bereits ig letzt haben, auf ernsthafte Leute für einen L J druck machen? Wenn bei einer lustigen Studentenkne derartige Sachen zur Sprache gebracht werden, so man das verstehen, junge Leute leben eben nur dem blick und sie find froh, wenn fie fich auf irgend eine WeiRJ nölhigen Nickel zum Frühschoppen verschafft haben. Wer st eine so großartige„Bewegung", wie fie die antisemitisch«' den Verficherungen der mgermanischen Männer doch sei». emleiun und eventuell auch durchführen will, dem dm' «igenüich ganz andere Dinge am Herzen liegen al? setzten Winterkleider. DaS Prahlen mit dem eigenen„D» muß rechtlich denkende Leute entschieden mißkauisch man kann unmöglich an die Lauterkeit der Ueberzeugunge» Leuten glauben, die unausgesetzt ihre eigenen speziellen 3 fj essen in den Vordergrund drängen. Doch abgesehen vovo existiren in jener Partei noch Dinge, die ganz U noch mehr zu denken geben.— In Berlin Jl if der eigentliche Alisemitismus keinen Boden mehr, �£0 jedem verständigen und sehenden Menschen Nar. s ein anderes Königreich, Makedonien ist für Dich zu lief? so heißt eS auch hier� Berlin ist abgegrast, folglich g-yeime«eirieoe zu gestatten, und man kann stw, V7„r rechten Verwunderung nicht erwehren, wenn man erfatst�£ eS eigentlich gemacht wird." Nach dem genannte»»£. wlirt in den Bureaux der oberschlefischen SisendA Abonnementseinladung auf ein hier in Berlin fast unter Ii« schluß der Leffentlichkill erscheinende«, natürlich antisemitische? Blatt, die„Deutsch« VolkSstimme". % *(«*" Organ für Politik, wirthschaftliche Jntntssen und Unter- Haltung. In der erwähnten AbonnementSeinladung werden „die Herren Beamten" u. A. in folgender Weise apostrophirt: „Die Begründer der seit Anfang dieses JahreS er- scheinenden Zeitung„Deutsche Volksstimme" haben fich die Aufgabe gestellt, überall hin. wo deutsche Herzen schlagen, den Ruf ertönen zu lasten, und dafür einzutreten, daß deutscher Geist, deutsche Kraft und deutscher Brauch in unserem Volke erhalten bleiben mögen. Wenn wir in jedem ehrlich denkenden deutschen Leser einen Gl.ichgefinnten erblicken können, so ist es gerade der Beamtenstand, welchen wir zu unserem Mitkämpfer, für Kaiser und Reich, zählen. Niemals wird es jenen zer- störenden, unseren nationalen Organismus gefährdenden Einflüffen gelingen, unseren hochgeachteten Beamtenstand in seine Netze zu ziehen, und mit Neid blicken alle Na- tionen auf den mustergiltigen preußischen, aus den deut- schen Beamten. Die Redattion der„Deutschen Volks- stimme" verweist als besten P-Üsstein ihrer Leistungen und Bestrebungen auf die mitfolgendc Probenummer, welche ein getreues Bild beider giebt. Für die Frauen. weit sorgen wir außerdem noch durch die Beilage eineS achtseitigen reichillustrirten EonntagSblattes und durch «ine humoristische DonnerstagSbeilage; daneben laufen stets zwei feffelnde Originalromane.... Wir wenden unS heute bei Uebersendung einer Probenummer unserer Zeitung an die Herren Beamten mit der Bitte, durch zahlreiche Abonnements-Betheiligung zu bestätigen, daß unsere staattstützenden Bestrebungen bei ihnen eine sym» patbische Aufnahme finden. NB. Wir bitten um geneigte Zirkulation dieses AnschreibenS und der Probenummer im Bureau und bemerken noch, daß weitere Probenum- mern gern zu Diensten stehen." Soweit die Einladung. Das Merkwürdige bei der Sache ist, daß dem Zirkular folgender Vermerk eines Höheren Beam- ten beigegeben war:„Um Zirkulation im Bureau wird ge- beten." Man weiß, was die„Bitte" eines höheren Beamten in solchem Falle bedeutet. Menschlichem Ermessen nach dürste unter den niederen Bureaudeamten fich Niemand befunden haben, der nicht pflichtschuldigst der„Bitte" seines Vorgesetzten nachgekommen wäre und pflichtschuldigst von der Abonnements- Einladung Kenntniß genommen hätte. Wer von diesen Beamten natürlich im Licht einer makellosen Gesinnung da- stehen will, der abonnirt ein solches Blatt, und der Zweck der edlen Herren in Berlin ist erreicht. Wir unsererseits hatten biiher von„deutscher Kraft" und„deutschem Brauch" einen ganz anderen Begriff; es ist jedoch leicht möglich, daß wir irren. Jedenfalls ist eine solche Abonnements- Einladung eine recht bemerkenSwerthe Erscheinung. I« der ReichSdruckerei haben, wie wir in voriger Num- mer mittheilten, fiedzehn Punlttrer wegen zu niedrigen Ver- dienfieS die Arbeit eingestellt. G-stern ist ein weiterer Theil dieser Arbeiter dem Vorgehen ihrer Kollegen gefolgt, so daß nunmehr nur noch die kleinere Hälfte der Pumtirer zu den alten Bedingungen weiter arbeitet. Da ein Ersatz für die Arbeitskräfte nicht vorhanden, mußte ein Tb-il der Druck- Maschinen außer Thätigkeit gesetzt worden. Von der Soli- darität der Arbeiter muß erwartet werden, daß auch hier jeder Zuzug fem gehalten wird. DaS fünfundzwauziajShrige Jubiläum der Berliner Dienstmänner. Am 1. Mai a. c. find eS 25 Jahre, daß die erste Dienstmannfchaft in Berlin gegründet wurde. Mit vollem Recht kann die heulige DienstmannSgeneration stolz auf diese 25 Jahre ihreS Bestehens zurückblicken, denn trotz aller Kon- kurrenz, welche fich von Anfang ihres Bestehens ihnen immer entgegengestellt hat(z. B. die Norddeutsche Packetsahrtgesell- schast im Jahre 1869, dann die 2 Pst-Briefbeförderung und noch manche andere aus früherer Zeit, welche alle bald wieder die Geschäfte einstellten), gingen fie immer wieder alS Sieger hervor und haben bis heute, in Hitze und Kälte, in Regen und Sonnenschein, standhaft auf ihren Plätzen auSgehalten. Wohl ist die heutige Konkurrenz viel stärker und andauernder, darum ja auch weit fühlbarer für die Dienstmänner als die früheren, aber dieselben haben nun fast 2 Jahre neben Rohrpost, Te« lephon und Packetfahrtgesellschast auSgebalten, fie haben die vielen Schmähungen dmch Blätter und Zirkuläre(wir erinnern nur an den„Berliner Börsen Courir", welcher der Dienstmann- schast nachsagte, daß fie schon Morgens 11 Ubr bertrunken wäre) ruhig über fich ergchen lassen und hatten dabei nur den Gedanken, die Berliner Dienstmannschaft hat 25 Jahre ausgehalten und hält auch fernerhin aus, jedenfalls noch viel länger als ihre Konkurrenz. Die Berliner Dienstmänner wollen mit Recht ihr Jubiläum festlich begehen. Zu diesem Zweck hat fich unter Leitung deS BereinS„selbstständiger Dienstmänner" ein Komitee gebildet. Dasselbe bittet nun jeden Kollegen, ob auSJnstitut, felbstftändig oder Genoffenschaft(unter Ausschluß aller Partei- lichketten), fich recht zahlreich an der Festlichkeit zu betheiligen und zwar durch Einzeichnung in die ausgegebenen Listen. Die Sammellisten werden am 15. April geschlossen und dann nach Einficht der Betheiligung Saal und Programm näher bc« stimmt; als Tag ist Sonnabend, der 8. Mai, festgestellt und werden die Einlaß-Karten(i Person 50 Pf.) dann ausgegeben. Kollegen, welche am 1. Mai 1861 der Dienstmannschast beigetreten, werden gebeten, dieses den Unterzeichneten zu melden, da dieselben berücksichtigt werden sollen. Sammellisten haben die Herren: Hüft, Potsdamer Brücke; Bosse, Blücherplatz; Lüderidorff, Anhalter Bahn; Schulze, Oranienplatz: Stieler, Alcxanderplatz; Mertens, Stettin« Bahn; Lubosch, Unter den Linden und Wilhclmstraßen-Ecke; Fritz, Friedrich- und Mittel- straßen Ecke; Oehlke, Tauben- und Friedrickstraßen. Ecke; Ellerich, Tauben- und Friedrichstraßen-Ecke. Gleichzeitig wer- den wir um die Miltheilung ersucht, daß Herr Th. Keller sein Lo'al den Dienstmännern gratis zur Verfügung gestellt hat. c» t �"ber Berliner Droschkenverhältnisse vor fünfzig Jahren meldet eine Berliner Chronik vom 11. April 1836, daß die Droschken„auch in diesem Jahre neu restaurirt find"„Es Sehen", so heißt eS da.„jetzt 124 Stück zur Disposition deS Publikums. 50 neue Wagen find zu Ostern neu angefertigt worden und paradtren durch ihre Eleganz sowohl alS durch die ihrer Lenker, die ebenfalls neu gekleidet wurden." Der Bericht- erstatter hebt sodann noch die Geschwindigkeit der Droschke Nr. 78 hervor, von welcher er sagt:„Zum Ruhme der Nr. 78 sei eS hier gesagt, daß fie mich vom Rosenthaler Thor biS zum Zirkus in dem Zeitraum von 9'/, Minuten gebracht. Solch« Bravour verdient ösfentliche Anerkennung. Der 2'."US stand damals nahe dem Brandenburger Thore, wonach SWfHhr einen Vergleich finden mögen mit der Geschwtndig- �i d� heutigen Droschken, deren eine jüngst in 25 Minuten 5 �Wichen Bahnhof zum Zoologischen Garten fuhr. Es l Ii �Lekte, mit der Droschke vom Schiefischen Bahnhof „Zoologischer Garten" eh« erreichen zu 26 Minuten Stadtbahn. Letztere braucht fahrplanmäßig ,.-8» �«Weneinflutz in der Kastanien-Allee, bei welchem der Maurerlehiling Kufahl seinen Tod gesunden, wird uni noch berichtigend gemeldet, daß auch der Sohn des Meisters an dem Treppenbau beschäftigt war. Kurz vor der Katastrophe enlstand an der Mauerung ein Riß, und der Meister kam. um feinen Sohn von der gefährlichen Arbeit hinweg ,u Holm, wahrend er dem Kusahl bedeutete, die Arbeit allein fertig zu stellen. Kaum war dies geschehen, so stürzte dt« Treppe mtt dem Kufahl in die Tiefe; dem Meister gelang «? aä ä Jws un� e* die Flucht btfielben dadurch nur zu eruarnch. Gerichts-Jeitmtg. o. k. Der Raubmord in Moabit vor dem Schwur- ge icht. Prästdent, Landgerichtsdirektor Müller«öffnet gegen 9'/« Uhr Vormittags wiederum die Sitzung.— Vertheidtger Rechtsanwalt Dr. Richard Wolff beantragt, den Kriminal- kommiffar Klatt als Zeugen zu laden. Dieser werde bekunden, daß der Mord, den Umständen nach, nicht von einem Fremden, sondern von einem Bekannten oder Verwandten begangen sein muß. Ferner beantragt der Vertheidiger einen Zeugen zu la- den, der daS Alibi deS Angeklagten bekunden soll. Im Weiteren beantragt der Vertheidiger einige Zeugen zu laden, die bekundm werben, daß d« Zeuge Förster am Tage vordem Morde dasselbe Verbrechen, dessen hier d« Angeklagte de- zichtigt wird, gegen zwei allein stehmde Frauen, allerdings vergeblich, versucht bat.— D« Gerichtshof beschließt, den An- ttägen deS VerthcidigerS staltzugeben.— Die erste Zeugin ist die Mehlhändlerin Simon. Diese bekundet, daß die Paepke'schen Familie fich augenscheinlich in ungünstigen V«- mögenSverhältnissen befunden habe. Frau Paepke habe vielfach Waare bei ihr geliehen.— Pfandlriher Schönermarck bekundet dasselbe.— Grünkramhändlertn Jungk: Am Morgen des 3. November v. I. gegen 9 Uhr kam Frau Paepke zu mir, kaufte mir Verschiedenes ab und unteibielt fich einige Zeit mit mir. Sie wollte Nachmittags bei mir Wäsche rollen.— Schuhmachermeister Piltz und Zigarrenhändler Günther bekunden ebenfalls übereinstimmend, daß die Vermögensverhältniffe der Familie Paepke ungünstige waren.— Frau Liesegang: Sie habe am 3. November Mittags gegen 1 Uhr Frau Paepke am Fenst« fitzen sehen. ES sei ihr so vorgekommen, alS wäre Jemand bei Frau Paepke im Zimmer gewesen, mit dem fie fich unterhalten habe. Auch sei eS ihr(her Zeugin) aufgefallen, daß Frau Paepke fich im Arbeitsanzüge im Vorderztmm« aufgehalten habe. Frau Bäckermeister Hintze: Sie habe Frau Paepke zum letzten Male am 3. Novemb« Nachmittags gegen 2 Uhr an d« Haus- thür stehen sehen. Frau Paepke habe ihren Hund gerufen und fei mit demselben in ihre Wohnung gegangen. Frau Bureauasfistent Hennig: Ich wohnte in d« Drevse« straße 10, 1 Treppe, unter der Paepke'schen Wohnung. Ich vermochte jedes nur einigermaßen laute Geräusch auS der Paepke'schen Wohnung zu virnehmen. Ich habe die Gewöhn- heit, nach Tisch auf dem Sopha etwaS zu ruhen. Am 3. No- vember gegen 2 Uhr Nachmittag klingelte eS bei mir. Da es aber nur einmal klingelte und unsere Bekannten stets zwei Mal zu klingeln pflegen, so öffnete ich nicht. Sehr bald darauf zitterte mein Kronleucht« heftig und ich hörte einen dumpfen Fall und mehrere dumpfe Schläge. Ich glaubte, Frau Paepke klopfe dai Sopha auS.— Kriminalpolizei Inspektor v. Hüllessem bat später den Fall eines Menschen, in der Weise, wie wohl Frau Paepke hingefallen ist, markirt. Diese Marlirung vnursachte genau dasselbe G«äusch, wie ich eS am 3. November wahrgenommen habe.— Kriminalpolizei. Inspektor v. Hüllessem bestätigt diese letztere Verkündung.— Frau Hennig deponirt weit«: Nachdem ich die Schläge gehört, vernahm ich ein leiseS, hastiges Flüftern, daS augenscheinlich von zwei Menschen auS- ging. ES kam mir so vor, als wenn ich daS Wort„Stehlen" gehört hätte. Ich glaube, das Flüstern geschah auf dem Kor- ridor der Paepke'schen Wohnung. Ich habe Niemanden auS der Paepke'schen Wohnung herunterkommen hören; allerdings begab ich mich, nachdem ich daS e.wähnte Geräusch gehört, zu meinem Gatten in daS Vorderzimmer, ich konnte somit Nie- wanden herunterkommen hö:en.— Kriminalpolizeiinspektor v. Hüllessem: ES ist festgestellt, daß Frau Paepke gegen 1 Uhr Mittags am zweiten Fenster ihres VorderzimmerS, mit dem Geficht der Bandclstraße zugewendet, gesessen hat. AngefichtS der wohnlichen Verhältnisse kann ihr Niemand gegenüber ge- seffen haben.— Auf Befragen deS VertheidigerS bemnkt Geh. Sekretär Paepke, dre Möglichkeit, daß seiner Gattin in der von Frau Liesegang bekundeten Weise ein Mensch gegenüber gestanden habe, sei nicht ausgeschlossen.— Frau Liesegang: Sie habe weder Bewegungen mit dem Munde, noch sonst etwas wahrgenommen, daS darauf schließen lasse, daß Frau Paepke mit Jemandem gesprochen bade.— Hier tritt gegen 12'/« Uhr Mittag? eine halbstündige Pause ein. Nach Wiederaufnahme der V«handlung erscheint als Zeuge Kriminalkommissar Klatt: Ich habe in der vorliegenden Angelegenheit Recherchen angestellt. Es wurde unS mitgetheilt, daß ein von der Familie Paepke in Stettin wohnend« Ver- wandter den Mord begangen haben könnte, die diesbezüglichen Nachforschungen haben j-doch nicht den mindesten Anhalt da- für ergeben.— Briefträger Blechschmidt: Am 3. November, Nachmittags gegen 2'/« Uhr habe ich in dem Hause Dreyse- straße 10 Briefe bestellt. Ich hatte bei Paepke eine Korrespon- denzkarte abzugeben. Ich klingelte zwei Mal; da mir jedoch nicht geöffnet wurde, so schob ich die Karte unterhalb der Thür hirein. EtwaS WeitercS habe ich nicht wahrgenommen. Auf Befragen des VerlheidigerS demerkt der Zeuge: Er habe die Karte derartig hinein geschoben, daß fie von Außen nicht bemerkt werden konnte.— Paepke jr.: Er habe am 3. No- vember Mittags zwischen 12 und 1 Uhr eine Postkarte an seine Mutter geschickt, um ihr mitzutheilen, daß er Nachtdienst habe; diese Karte sei in der Wohnung nicht vorgefunden worden.— Paepke eou. bestätigt die letztere Bekundung.— Frau Kühne: Ich war Flurnachbarin der Paepke'schen Familie. Am 3. November. Nachmittags gegen 2'/« Uhr, hörte ich an der Paepke'schen Wohnung zwei Mal klingeln; wer geklingelt hat, vermag ich nicht zu sagen. Ich habe 2 Mal gesehen, daß Frau Paepke, ali fie fortging, ihre Korridorthür ausliiß. Frau Stationsvorsteher Schultz«: Ich wohnte Dreyse- straße 10, 3 Treppen, ich habe mehrfach wahrgenommen, daß Frau Paepke, wenn fie ihre Wohnung auf kurze Zeit v«ließ, die Korridorthür nur anlehnte.— Frau Klauß macht dieselbe Bekundung. Sie habe einmal zu Frau Paepke gesagt, daß dieS unvorsichtig sei. Frau Paepke habe darauf geantwortet: „Ach waS, wer wird mir denn etwas thun."— Frau Steiner deponirt dasselbe. Ganz besonders, wenn Frau Paepke mit dem Hunde herunterging, habe fie die Korridorthür dloS ange- lehnt. Auf Befragen des Vertheidiger» bem«kt die Zeugin: Der Hund der FrauPaepke habe stets gebellt, wenn ein Fremde rdie Wohnung der letzteren betrat.— Es erscheint nunmehr als Zeuge Weber Grödel. Präs.: Heben Sie die rechte Hand in die Höhe und sprechen Sie mir den Eid nach.— Zeuge: Ich soll schwören V— Präs.: Gewiß.— Zeuge: Da» möchte ich schon gern lhun, ich traue mich aber nicht, einen Eid zu leisten.— Präs.: WaS haben Sie für einen Grund hierzu?— Zeuge: Ich möchte eS Ihnen persönlich schon gern sagen, ab« öffent- lich will ich e» nicht tbun.— Präs.: Da» geht nicht, wir haben hier öffentliche Verhandlung, deshalb muß Alle» hier öffentlich geschehen.— Zeuge: Herr Prästdent, Sie sagten, bei einem Eide ruft man Go'.t zum Zeugen der Wahrheit an. dieS kann ich aber nicht thun.— Präs.: Und weshalb nicht? — Zeuge(zögernd): Ich glaube nicht an Gott.— Präs.: So bedauerlich die Abgabe einer solchen Erklärung ist, so kann dieselbe von der Eidesleistung nicht entbinden. Ich fo:d«e Sie also nochmals auf, Ihre Hand zu erheben und mir den Eid nachzusprechen.� Nach einigem Zögern kommt der Zmge der eine............. habe seit längerer Zeit zu Paepke das„Berliner Kommunal- blatt" gebracht: dies habe er auch Mitiags den 3. November gethan. An diesem Tage habe ihm ab« nicht Frau Paepke geöffnet. Ob die Person, die ihm geöffnet und ihm die Zeitung abgenommen, eine WannS« oder Frauensperson gewesen, wisse er nicht.— Präs.: Man steht doch, ob man eine MannS- oder Frauensperson vor fich hat?— Zeuge: DaS sagen Sie, Herr Prästdent, eS war jedoch damals ein dunkler, reanericher Tag und in Folge dessen so dunkel auf dem Korridor, baß man da» nicht genau sehen konnte.— Präs.: Dann können Sie auch nicht wissen, ob eS Frau Paepke gewesen ist?— Zeuge: Daß eS nicht Frau Paepke gewesen, weiß ich ganz genau; eS ist ja auch mögtick, daß eS ein Mann in Frauenkleidern gewesen ist. — Präs.: Wie kommen Sie zu dieser Vermuthung?— Zeuge: Man kann das ja nicht wissen. Präs.: Nun, Angeklagter, ich habe Sie schon gestern ge« fragt: find Sie jemals in Moabit gewesen. Sie haben daS gestern verneint, ich frage Sie nun nochmals: Sind Sie je« malS in Moabit gewesen?— Angekl-: Nein, Herr Präsident, ich bin niemals in diesem Stadttheile gewesen.— Präs.: Besinnen Sie fich einmal, vielleicht find Sie doch einmal in Moabtt gewesen?— Angekl.: Nein He« Präsident, ich bin allerdings auf dem Hamburger und Lehrter Bahnhof gewesen, daS find jetzt jedoch schon mehrere Jahre her.— Präs.: Sind Sie nicht zwischen dem 20. Oktob« und 3. November v. I. in Moabit gewesen?— Angekl.: Nein, Herr Prästdent, ich bin während dieser Zett nur bis in die Nähe der Roonstraße gekommen. Es erscheint nun alS Zeuge Schlossermeister Spohrleger. Der Angeklagte wird auS der Anklagedank hinaus geführt und ihm befohlen, seinen Hut aufzusetzen.— Präs.: Haben Sie diesen Hut auch am 3. November v. I. getragen?— Angekl.: Nein. — Präs.; Wo haben Sir diesen Hut hingethan?— Angekl.: Den habe ich eingetauscht.— Präs.: WeShald thaten Sie das? — Angell.: Ich machte häufig d«artige Geschäfte. Ich habe feit dem 20. Oktober bii 10. November v. I. meinen Hut mindestens 7 bis 8 Mal eingetauscht.— Präs.: Herr Spohrleger, haben Sie den Angeklagten jemals gesehen?— Zeuge: Ja.— Präs.: Wo haben Sie ihn gesehen?— Zeuge: DaS kann ich nicht genau sagen, eS ist möglich, daß e« in einem Lokale, möglich auch, daß eS auf der Straße gewesen ist, jeden» fall« ist eS in Moabit gewesen.— Präs.: He« Zeuge, Ihr Zeugniß ist von d« größten Tragweite: wenn Sie Ihrer Sache nicht ganz fich« find, dann ist eS Ihre Pflicht zu sagen: ich weiß eS nicht genau.— Zeuge: Ich bekunde mit pofitiver Bestimmtheit, daß ich den Rann(auf den Ange» klagten deutend) nicht einmal, sond«n mehrfach im Herbst v. I. in Moabit gesehen habe.— Präs.: Woran erkennen Sie den Mann?— Zeuge: Ich erkenne ihn an seinem Aeußern und an seiner ganzen Körp«haltung wied«.— Präs.: Nun, Angeklagter, was sagen Sie dazu?— Angekl.: D« Zeuge int fich ganz entschieden.— Schankwirth Falkenbagen: Ich habe Dreyse- und Bandelstraßen-Ecke, in dem Hause der damaligen Paepke'schen Wohnung, ein Restaurant. AlS d« Angeklagte von dem Kriminalbeamten in die Paepke'sche Woh« nung geführt wurde, da sagte ich sofort zu meiner Frau: Mir kommt eS so vor, alS wenn d« Mann in meinem Lokal ver- kehrt hätte. Ich bin noch heute derselben Meinung, ganz ge- nau vermag ich eS aber nicht zu sagen, od der Angeklagte bei mir verkehrt hat.— Angekl.: Herr Prästdent, bedenken Sie meine Lage, in d« ich mich befinde. Wenn ich etwaS essen age....______ oder trinken wollte, dann konnte ich dieS in der christlichen Her« berge zur Heimath thun, ich brauchte deshalb nicht nach Moabit zu gehen.— Kaufmann Hermann Heine: Er könne mit Be« stimmtheit bekunden, daß« den Angeklagten schon einmal ge» sehen, wo und wann er ihn gesehen, wisse er nicht. Der Prä- fident liest dem Zeugen vor, daß« bei dem Untersuchungs- richt« erklärt, er habe am 3. November Nachmittags zwischen 12 und 1 Uhr einen Mann in der Bandelstraße aus- und abgehen gesehen. D« Mann habe immer so eigenthümlich nach seitwärts gesehen.— Der Zeuge wiederholt, er könne nicht genau sagen, ob dieser Mann der Angeklagte gewesen ist.— Präs.: Ihre protokollarische Aussage ist eine derartige, daß man fie für wahr halten möchte. Wie kamen Sie dazu, eine solche Aussage zu machen?— Zeuge: Mir kam es damals so vor.— Präs.: In ein« so wichtigen Angelegenheit, wie d« vorliegenden, muß man mit seinem Zeugniß doch sehr vorsichtig fein. DaS ist so die Großmannssucht Vieler, in einem solch' großen Prozeß alS Zeuge auftreten zu können?— Zeuge schweigt.- Präs.: Ist denn die ganze Geschichte mtt dem Auf- und Abgeben de« ManneS in der Bandelstraße nicht wahr?— Zeuge: Ja, wahr ist fie, ich kann nur nicht sagen, ob der betreffende Mann der Angeklagte ge» wesen ist.— Schlossermeister Spohrleger; Ich ging am 3. November Mittags zwischen 12 und 1 Uhr etwa 4-5 Mal die nunschenleere Bandelstraße entlang, habe ab« dort keinen Mann auf- und abgehen gesehen.- Knabe Otto Rahnke(13 Jahre alt): Am 3. Novemb« Nachmittags gegen halb 3 Uhr spielte ich mit anderen Knaben vor dem Hause Dreysestraß« 10. Plötzlich sahen wir einen Mann auS genanntem Hause heraus- kommen, der uns verdächtig vorkam, dieser Mann ist jedoch der Angeklagte nicht gewesen. Knabe Carl Martens(12 Jahre alt): Am 3. November Nachmittags gegen 2Y, Uhr sah ich einen Mann in dem Hausflur des HauseS Dreysestraße Nr. 10 stehen. D« Mann laS fich den stillen Porti«. Er trat alSdann auS dem Hause und sah zu den Fenstern hinauf.— Präs.: Würdest Du diesen Mann wieder erkennen?— Zeuge: Ja.— Präs.: Nun, Angeklagter, treten Sie einmal hier vor. Marie.'», war dieS der Mann?— Zeuge: Ja wohl, daS war «.— Präs.: Weißt Du daS aber genau? Wenn Du es nicht genau weißt, dann mußt Du sagen, ich weiß eS nicht genau, ich glaube eS; bist Du Deiner Sache fich«, erkennst Du den Mann mit Bestimmtheit wieder?— Zeuge: Ii wohl, ich er- kenne ihn mit Bestimmtheit wieder.— Präs.: Woran erkennst Du ihn?— Zeuge: An seiner Kleidung und an seinem Ge- ficht.— Auf Antrag det VertheidignS konstatirt der Präst« denk, daß der Zeuge nicht imm« in dieser bestimmten Weise ausgesagt hat.— D« Knabe bemerkt jedoch auf Befragen deS Präfidenten, daß er den Angeklagten heute ganz genau wied« «kenne. Produktenhändler Leist hat dieselben Wahrnehmungen wie der Knabe Martin gemacht, er könne aber nicht mit Be« stimmtheit bekunden, od dieser Mann der Ange« klagte gewesen ist. Der Figur, Haltung und Kleidung nach zu urtheilen, müsse eS der Angeklagte gewesen sein, genau könne« eS aber nicht sagen.— Dieselbe Bekundung macht Baumeister Thiele. Kriminalschutzmann Mendt: Ich wurde beauftragt zu er- mittel», od der Angeklagte von Jemanden rekognoSzirt werden könnte. Ich habe deshalb den Kowalski nach dem Hause Dreysestt. 8 gebracht und demselben aufgetragen, den„füllen Portier" zu lesen. Ich rief Henn Leist herbei und dieser sagte sofort:„Ja, der war eS I"— Leist: DaS ist wahr, ich glaube auch, den Angeklagten wied« zu erkennen, genau kann ich eS aber nicht faoen.— Kriminalschutzmann Mendt bekundet ferner: Baumeister Thiele, der auch hinzugerufen wurde, habe den An- geklagten ebenfalls wiedererkannt; oieser habe nur gesagt: Der Hut mar ein anderer. Der Knabe Marten» ist in seiner da- maltgen Aussage weniger fich« gewesen.— Martens: Damals war ich nicht ganz sicher, heute erkenne ich den Angeklagten mit voller Bestimmtbeit wied«. Schlvssergeselle Wotschke bekundet, daß er am 3. November, Nachmittag« gegen 3'/« Uhr die auf dem Richtertische liegende stlberne Taube auf dem Bürgersteige der Straße„Ält-Moabit", gegenüb« dem Kriminalgerichtsgebäude gefunven und der Polizei abgeliefert habe.— Frau Reinicke: Am 3. November, Nachmittags zwischen 2'/, und 3 Uhr sah ich von der Paul- straße in Moabit einen Mann eiligst nach der Straße„Alt- Moabit" laufen. Dn Mann rannte mich förmlich um. Ich glaube, daß dieser Mann der Angeklagte gewesen ist, genau kann ick e» ab« nicht sagen.— Hier wird die Sitzung gegen 5 Uhr Nachmittags auf morgen(Mittwoch) Vormittag» 9'/, Uhr vertagt. ß t„Kleptomanie" nennt eine getviffe P reffe et, wenn ein reicher Mann„unbegreiflicher Weise"„Kleinigkeiten" entwendet. Stiehlt aber ein armer Kerl und giedt an, er wisse nicht, wie er dazu gekommen sei, er habe unter einem unerklärlichen Zwange gestanden, als er die That verübt habe, so lacht man ihn auf. In der Nacht vom 28. Februar zum 1. März d. I. wurde in dem Hause Lindenstr. 47 ein Einbruchidiebstahl ver- übt und ein Bleirohr im Werthe von 1,60 M. entwendet. Als Thäter denunzirte sich am nächsten Tage selber der Klcmper K-, da er, wie er angab, verhindern wollte, daß irgend ein anderer Arbeiter in Verdacht geriethe. Auch bei der Verhandlung war er vollkommen geständig und entschuldigte seine That damit, daß es ihm selber unbegreiflich sei, wie er den Diebstahl habe de« gehen können. Er sei nicht gerade in Roth, auch nicht de- trunken gewesen, es sei wie ein unwiderstehlicher Drang über ihn gekommen und er habe den Verlockungen dieser Lust nach« geben müssen.— Dem reumüthtgen Geständniß trug der Ge> richtShof bei Abmeffung der Strafe Rechnung. Trotzdem K. bereits dreimal wegen Dievstahl» vorbestraft ist, wurde auf daS gesetzlich niedrigste Strafmaß, 1 Jahr Gefängniß, von dem 1 Monat durch die Untersuchungshaft als verbüßt betrachtet wurde und 2 Jahre Ehrverlust, gegen ihn erkannt. vereine mh Versammlungen« t Christlich-soziale bürgerparteiliche Versammlung. Die„vereinigten" Konservativen des Norden, Nordosten und des Zentrums von Berlin hatten sich gestern auf ein vielver« sprechendes Programm hin in dem„Böhmischen Brauhause", Landsderger Allee, versammelt, um die Reden dreier kon« servativer Grazien, des Hospredigers, de? JunkerS und des Mannes«mit den billigen Wohnungen" zu genießen. ES war angekündigt, daß Stöcker über den„Reichstag und das deutsche Voll" Rechtsanwalt Hoffmann über die„Sozialdemokratie in der Stadtverordnetenversammlung" sprechen, und daß Herr v. Hammerstein durch ein„Schlußwort" dem Ganzen die echte, christlich, nationale Weihe geben werde. Die Vereinigung solcher Kräfte hätte eigentlich ein volleres HauS erzielen müffen. Der große Saal war aber nur iu'/> gefüllt und unter den Anwesenden be> enden sich überdies etwa hundert Sozialdemokraten. Was auf den Plakaten versprochen war, wurde aber nicht ge« halten. Zunächst war Herr Stöcker nicht bei Stimme. Seine matten Ausführungen bewegten stch in den ausgetretenen Bahnen der Juden und Sozialistenhetze. Er sagte absolut nichts Neues. Die alten, uraUen Witze, die aber trotzdem noch immer„ziehen", die abgedroschenen Pbrasen und Schlagwörter von ehemals, es ist AlleS dasselbe geblieben, nur wird es nicht mehr mit der alten Wucht vorgebracht. ES ist augenscheinlich, daß der Mann seit Jahrcsstist furchtbar abgenommen hat. Die Todten reiten schnelle: der Stöckerzauber tcht seinem Ende entgegen.— Dann war auch Herr von »ammerstein nicht am Platze; er war geschäftlich verhindert zu erscheinen und an seiner Stelle sprach einer jener strebsamen Gymnafiallehrer, die in der konservativen Bewegung so zahl- reich vorhanden find, Herr Dr. Hentig. Der Herr verrieth sein Handwerk: er giebt Geschichtsunterricht in den unteren Klassen und verwendete nun sein Wissen zu zahllosen mythologischen Vergleichen, die wohl sehr belehrend, aber weniger unterhaltend waren. So verglich er Bismarck mit einem modernen Antäus, der„fortwährend aus den Wurzeln Kraft schöpfe, die er in den Herzen deS Volkes geschlagen habe!" Solche Phrasen bildeten die ganze Rede deS GymnastallehrerS; wohl machte er von Zeit zu Zeit krampfhafte Versuche, populär zu sprechen, schesterte aber meistens damit. Die ganze Versammlung wäre somit sehr nichtssagend gewesen und wäre von uns auch gar nicht erwähnt worden, wenn nicht der Stadtverordnete Hoff- mann II in seiner Rede über die Sozialdemokratie in ver Stadtverordnetenversammlung ein paar kolossale Dummheiten begangen hätte, die selbst für einen Konservativen auffällig find. Dieser Herr, der allgemach zu einer humoristischen Figur in der Stadtvirordnetenversammlung geworden ist, versuchte fich nämlich von dem Vorwurf zu reinigen, öffentlich eine Un« Wahrheit gesagt zu haben, als er sagte in Berlin seien gesunde Ardeiterwohnungen für 100 bis 120 Mark zu haben. Er stellte es nun sehr ungeschickt an. Statt etnzu sehen, daß eine Thatsache, die aus den stenographischen Berichten sofort bewiesen werden kann, fich nicht ableugnen läßt, versuchte er dennoch das Unmögliche und wagte es direkt abzuleugnen, eine solche Aeußerung jemals ge- than zu haben. Er unternahm es, seinen Worten einen voll» kommen anderen Sinn unterzulegen und wollte nur folgendes gesagt haben: ES sei schwer» einem Arbeiter eine Wohnung für 200 M. zu vermiethen, wenn man ihm nicht Asterver» miethung gestatte. Dann stelle stch für den Arbeiter der Pret« der Wohnung aus 100—120 M.(!) Man kann nur Mitleid über die ThorheU de» Rechtsanwalts empfinden, fich durch solche Verdrehungen auS der Schlinge heraus,»winden. Herr Hoffmann scheint auch die Schwäche seiner Pofition empfunden zu haben, denn er suchte fie durch ganz unflätige Schimpfereien und Verdächtigungen auf die Arbetter zu ver- decken. So leistete er fich folgende Ausdrücke:„Die Penn« brüder, welche sozialdemokratische Versammlungen besuchen, wollen über mich richten!"—„Die Tellersammlungen, die für sozialdemokratische Führer in den Versammlungen unternommen werden, kosten dem Arbetter viel mehr, als die angebliche Ver« theuerung der Lebensmittel durch die neue WirthschaftS« politik."—„Wenn man von ernsten Dingen in der Stadtverordneten- Versammlung) spricht, da lacht die Bande"(die Arbeitervertreter find gemeint)!— Dies« Proben dürften genügen I Daß die hochgebildete Versammlung durch solche— Worte in einen wahren Begeiflerungstaumel versetzt wurde, ist aber so selbstverständlich, wie daß der eine Arbeiter, der das Wort zur Wieverlegung nahm, niedergebrüllt wurde. — Die Aibetter verlieren wirklich nichts, wenn fie diesen Ver sammlunaen überhaupt fernbleiben. bfa. Die öffentliche Generalversammlung der Berliner Maurer, welche am Sonntag in„Sanssouci" unter Vorfitz deS Herrn Lehrend stattfand, um über die geeignetsten Mittel zur Erreichung deS Stundenlohnes von 50 Pf. zu beschließen, war sehr zahlreich besucht. Als Referent sprach Herr Bock. Treffend charakiertfirte der Redner die„Taktik", welche die Meister und BaugeschästSinhaber befolgten, indem fie die in Ausficht gestellten Verhandlungen mit der Vertretung der Ge« sellenschaft so lange hinauSzuschteben suchten, biS nach erfolgtem Eintreffen der di» jetzt noch durch den Eisgang in den Kanälen zurückgehaltenen Schiffsladungen mit Sieinen und anderem Baumaterial der Beginn der eigentlichen Bausaison eingetteten wäre und dann der Zuzug billiger Arbeitskräfte auS den Pro- vinzen begonnen hätte und seinen unheilvollen Einfluß auf den hiesigen Bau-ArdeitSmarkt gellend machen würde. In der Vorausficht, daß in diesem Jahre vor Ende des nächsten MonatS kaum Arbeit von nur einigem Belang hier zu haben sein werde, müßten die auswärtigen Kameraden auf's Nachdrücklichste davor gewarnt weiden, j-tzt hierher zu kommen. Noch sei die Lage eine traurige, denn viele der kaum erst begonnenen Baue hätten wegen Mangel an Steinen zum Thell oder vollständig wieder eingestellt werden müssen. Dagegen lasse fich freilich nichts thun, als abwarten und fich in immer weiterem Umfange dem Verein zur Wahrung der In,«reffen der Berliner Maurer an schließen; denn unter der Voraussetzung, daß die große Mw Imitat der hiefigen Maurer der Drganisation angehörr, wäre ja jeder Streik von vornherein unnöthig und würden die be- rechtigten Fordemngen der Gesellen keinem Widerstande be- «egnen. Referent empfiehlt daher schließlich die Aufrechterhal- mg der am 17. Juni v. I. gefaßten Resolution. Herr Behrend verbreitete fich besonders Über die Nothwendigkeit der Beseitigung der verderblichen Akkordarbeit. UV or allem wäre der Magistrat verpflichtet, dafür zu sorgen, daß dieselbe bei den städtischen Bauarbeiten vermieden und den bei diesen Bauten beschäftigten Maurern der Stundenlohn von 50 Pf. gezahlt wird. Dazu müßte aber auch daS jetzige grundver- Verbliche SubmisstonSverfahrm anf solide BafiS gestellt werden. Pflicht deS Magistrats wäre ei ferner, dafür Sorge zu tragen, daß die Steuereinschätzungskommiifion jeden Maurer nur nach der Höhe desjenigen Lohnes zur Steuer ver« anlagt, den er in Wirklichkett erhält. Auch theille der Redner mit, daß in Folge der Betheiligung am jüngsten Kongreß bereits sechs hiefige Maurer von ihren Meistern entlassen wur« den. Herr Lehmann hebt hervor, daß es eine ganze Anzahl solider Meister hier gebe, welche die Schädlichkeit der Akkord- arbeit erkannt hätten und mit ihrer Abschaffung einverstanden seien. Herr Weise betont unter Hinweis auf da» Vertrags« widrige Verhalten der Meister und Baugeschästsinhaber beim Streik im Jahre 1872, daß fich die Gcsellenschaft niemals auf die Zusagen der Meister, sondern einzig und allein nur auf fich selbst verlassen könne. Herr Born, welcher der von den Meistern nach dem Klubhaus« einberufenen kombinirten Ver- sammlung(von Meistern und Gesellen) beigewohnt hat, findet es sehr wunderbar, daß die Meister, welche doch der größeren Mehrzahl nach auch einmal Gesellen gewesen seien, an die Gesellen die Anforderung stellten, ihnen Mittel und Wege an- zugeben, wie den Mißständen und der Noch der Arbeiter ad- geholftn werden könne. Herr Schmidt empfiehlt den Berliner Meistern daS Verhalten der Maurermeister von KottbuS zm Nachahmung. In KottbuS hätten fich Meister und Gesellm über die Lohn- und Arbeitsbedingungen rasch verständigt und seien jetzt vollständig einig. Herr Scheel und Herr Wille empfehlen eindringlich den ausnahmslosen Beitritt zum Verein und begründet letzterer die nachstehende von ihm eingebrachte Resoluiion:„1. Die heutige Generalversammlung der Berliner Maurer rc. erklärt fich mit den Ausführungen deS Referenten einverstanden."„2. Sämmtliche Anwesende verpflichten fich, dem Verein zur Wahrung der Interessen der Berliner Maurer auf allen Bauten ihatkrästtg beizusteuern und die am 17. Juni v. I. ge« faßte Resolution zu Gunsten eines Stundenlohns von 50 Pf. und einer zehnstündigen täglichen Arbeitszeit voll und ganz zum AuSirag zu dringen. Herr Bock machte in seinem Schluß- wort darauf aufmerksam, daß da» Verhalten der nur von etwa einem Drittel der Gesammthett aller Ardettgeber eingesetzten Meister- Lohnkommisfion nicht maßgebend für daS Verhalten der übrigen Arbeitgeber sei, während die Gesellen- Lohnkom« misston thatsächlich von der Gesammtheit der Gesellensckaft gewählt worden sei. Bei der alSdann vorgenommenen Abstim- mung wurde die Wilke'sche Resolution einstimmig zum Be- schluß erhoben. Hieran reihte fich noch eine längere Diikusfion über„Verschiedenes", wobei Herr Scheel selbstbewußtes Auf« treten gegenüber solchen Polirern oder Meistern anempfahl, welche das Einsammeln von Beiträgen zum Generalfonds auf ihren Bauten verhindern wollen. Herr Krieg theilte mit, daß der Maurermeister Zoche erklärt habe, fich lieber nur Gesellen aus der Provinz einzustellen, als einem seiner Maurer einen Stundenlohn von 50 Pfennigen zu bezahlen. Herr Schulz machte den überwachenden Beamten auf einen Bauge« schästSinhaber Otto und seinen Polier R-x aufmerksam, welche, wie Redner behauptete, vielfach die Baupolizeioorschristen aufs 8 löblichste zu verletzen gewohnt seien und Leben und Gesund« eit der Arbetter gefährdeten. Herr Schmidt verliest ein Schreiben aus Braunschweig, wonach dortselbst Arbeitskräfte auS Berlin sofort Beschäftigung finden könnten. Redner spricht seine Bedenken gegen das Schreiben aus, da doch an Maurern daselbst kein Mangel vorhanden sei. Ein Unterstützungsgesuch eineS seit längerer Zeit kranken Kameraden wurde der Kom« mtsfion überwiesen. Schließlich wurde noch ein Antrag ein« stimmig angenommen, behufs besserer Information der Lohn« kommisfion auf allen Bauten statistische Fragebogen über die ArbeitSverbSttniffe(Lohn, Arbeitszeit rc.) verbreiten zu lassen. tb. Mit polizeilicher Auflösung endete die Versamm« lung der Arbeiterinnen im Norden Berlin», welche am 12. d. M. im Weddingpark, Müllerstraße, unter Vorfitz der Frau CantiuS abgehalten wurde- Die Diskusfion ließ an Lebhastig« keit nichts zu wünschen übrig und veranlasste gar seltsame Enthüllungen. Frau Cantius referitte über da» Thema:„Zwecke und Ziele der Ardeiterinnendewegung". Sie legte den Ar- beiterinnen dringend ans Herz, mit dem bisherigen Personen« kultuS zu brechen, mit den Führerinncn schärfer ins Gericht zu gehen und denen mehr Gerechtigkeit widerfahren zu laffen, die in Wahrheit daS Wohl der Ardeiterinnen im Auge haben. Sie stelle sich nicht als„Führerin" hin, sondern als Dienerin der Allgemeinheit: fie bitte nicht um Vertrauen, sondem werde warten, biS man in richtiger Erkenntniß ihr Vertrauen werde entgegen dringen. Nicht die 50 Mark, die Erau Büge, nicht die 100 MI., die Frau Kranckemann von ertn Stöcker erhalten— auch Frau Vötting und Frau Wal- ter hätten demselben nicht ferngestanden und wäre dieser Um« gang voraussichtlich nicht unbelohnt geblieben— seien ausschlaggebend für die Arbeiterinnenbewegung, sondern nur eine feste Organisation. Die Arbeiterinnen müßten fich selber Helsen, die Führerinnen nicht unter falscher Flagge segeln, sondem stch offen zu einer Partei bekennen. In den Händen der Arbeite« rinnen liege eS, die Verhältnisse zu bessern, indem fie stch Orga- nisationen anschließen und voll und ganz fich den Bestrebungen der Arbeiterinnen- Bewegung anschließen. Sie sollten fich durch die Vorkommnisse nicht abschrecken laffen, sondem nun erst recht für die gute Sache einireten. Grade im Norden sei eine Organisation, eine Bewegung unter den Arbeiterinnen sehr nothwendig. Wenn der„Nordverein" nicht zu neuem Leben erweckt werden könne, müsse ein neuer Verein gegründet werden. Herr Kunkel sprach fich in demselben Sinne aui. Frau Schröder kam sodann auf die Kaffenverwaliung deS „NordvereinS" zu sprechen und schilderte, in welcher Weise die Vereint lasse von den Vorstandidamm..angepumpt" worden sei. Frau CantiuS räumte ein, auch 80 M. geborgt zu haben, zu wohlihätigen Zwecken für Herm Kunkel, davon seien 18 M. zurückgezahlt. Sie werde die» nie wieder thun, eher zu 10 Juden borgen gehen. Frau Walter habe übrigens bedeutend mehr„gezogen"! Herr Kranckemann erklärte sodann unter großer Unruhe der Versammlung, Frau Büge und seine Frau hätten auS der Bewegung ein Geschäft gemacht, in Folge dessen habe er fich von seiner Frau getrennt. Hunderie von Mark hätten dieselben bekommen. Durch eine Karte sei er zu Herm Stöcker beschieden worden. Derselbe habe ihn gefragt, ob er fortan in konservativem Fahrwasser segeln wollte? —„Jawohl!" habe er geantwortet! darauf habe ihm Herr Stöcker 50 Mark gegeben, die er anständig durchgebracht habe.—«Wir unsererseits wollen hier gleich lonstatirm, daß wir mit diesem Benebmen deS Herrn Kranckemann keineswegs einverstanoen find. Wir ersparen uns abstchtlich die richtige Bezeichnung für eine derartige Handlungsweise, und möchten vorläufig nur hoffen, daß der Berichterstatter Herrn Krancke- mann mrßverstanden hat. Im andern Falle dürfte eine mergische Antwort der gesammten Berliner Aibeiterschast nicht ausbleiben. Im Uebrigcn aber zeitigt die Ardetterinnen-Be- wegung in letz er Zeit so sonderbare Früchte, daß wir e» uns vorbehalten müssen, auf dieselbe in besonderm Betrachtungen zurückzukommen. Red. d.„Berk. VolkSbl.")- Im weiteren Verlauf der Ausführungen des Herrn Kranckemann erfolgte die Auflösung der Versammlung auf Grund deS§ 9 des Sozialisten- M-Ito 8.«.WM« I.««! IM» rnw«« iSüi 1. lange nicht in der nöthigen Weise vorhanden sei. Der Arbeiter hoffe stet», stch einmal m eine bessere Lage zu bringen un> doch gelänge dieS von 1000 kaum Einem, die andern 999 müßten fich mit dem Sprichwort:„Hoffen und Harren macht manchen zum Narren", vertraut machen. Es läge dies in der ganzen heutigen Produktionsweise; in allen Gewerbebetriebetr werde die Maschine und mit dieser die jugendlichen Arbeits« kräfte immer mehr und mehr angewandt. DaS ganze ProduktionS« system gehe darauf auS, die qualifizitte Arbeit unnöthig zu machen- Bald werde daS Handwerk ganz verschwinden und man wird fich um die Lehrlingsfrage nicht mehr zu streiten haben, et wird, wie e» heute schon vielfach der Fall sei, jedes Grwerbl ohne lange Lehrzeit auszuüben sein. DaS Angebot von Hände« wird fich stetig mehren und die Löhne, obwohl heut schon un« auskömmlich, werden noch mehr finken, wenn diesem Syst«« nicht ein energisches Halt geboten werde, was momentan nur nur durch erne straffe Organisation»u erreichen ist. Redner betont, daß heute oft Leute, die 10—15 Jahre an einer Stelle arbeiteten, und fich deshalb für versorgt hielten und glaubten- fie brauchten fich um nicht? zu kümmern, plötzlich arbeitSlot auf den Damm gesetzt würden. Darum müsse die Erkenntnis fich endlich Bahn brechen, daß ein Einzelner Nichts, die ge« schloffene Masse aber alles sei. Die Kollegen müffen zunächst allen kleinlichen Hader fallen lassen und nur daS eine großr Ziel der Organisation in's Auge faffen, nur dann werde mlNi Erfolge erzielen. In der Diskusfion sprach fich Herr Schulz i« ähnlichem Sinne au». Nach der hierauf erstatteten Abrechnung vo« V-rgnügen am 20. März ist dabei ein U-berschuß vo« 49,60 Ä. erzielt worden. AlSdann wurde die Frage dedattirt- ob eS räihlicher fei, einen Aklordtarif oder einen Minimallob«« tarif aufzustellen? Die Meinung sämmtlicher Redner ging dahi«- daß bei der großen Verschiedenheit der ArdeUSmittel und du Eintheilung in der Armaturenbrarchc das letztere das alle!« Mögliche sei. Die Fachlommisston wird fich in nächster Zeil näher mit dieser Frage zu beschäftigen baden. Die nächst' Versammlung findet am Sonnabend, den 8. Mai, beiGratwe« statt. Die Zahl- und Aufnahmestellen deS Vereins befinde« sich bei den Mitgliedern Ritter, Skalitzerstt. 117; Kraus« Solmstraße 49; Arndt, Zedenickerstraße 7a; Wrede», Weißenburgerstr. 69, und E. Müller, Landwchrstr. 9; W Arbeitsnachweis bei W. Eggert, Scklegelstr. 30. * BezirkSverei« des werkthätigcn Volkes der Schö«« hauser Vorstadt. Heute Abend 8'/, Uhr im Lokale vci Herrn Jakoby, Landsbergerstraße 82, General aersammluiw TageSoidnung: 1. Kassenbericht. 2. Wahl eines RcailolS 3. Vortrag des Herrn Dr. Lütgenau über:„Daß Verhält«» deS JudenthumS zum Antisemitismus". 4. Verschieden� 5. Fragekasten._ Letzte Nachrichten. Das neueste von der Pforte in Betreff der EntwaffnuA Griechenlands an die Mächte gerichtete RundschreidiJ hebt hervor, daß nunmehr, wo die bulgarische Angelegei-H«' durch die Zustimmung deS Fürsten Alexander zu dem Konferc«» beschlusse erledigt sei, Mittel gesucht werden müßten, um de« Stande der Dinge an der griechischen Grenze ein Endels machen, da die kriegerische Haltung Griechenlands die Pfo? nöthige, dauernd bedeutende Ausgaben zu machen, um P Armee auf dem KriegSsuße zu erhalten. Dem„Standard" zufolge würde G l a d st o n e im II# Hause wichtige Abänderungen seiner Homerulevorlagen% kündigen; die irischen Mitglieder sollen im Reichsparlamo» belassen, das Vetorecht der Regierung ungemein verstärkt � der finanzielle Theil sehr starl mod fizirt werden. Au« Rußland kommen Nachrichten über die Entdeck«? der Vorbereitungen für ein Attentat auf den Czart» Kaiser Alexander wollte auf seiner Reise nach Südrußla� von Livadia aus auch Nowotscherkaffk im Lande d-r D? kosaken besuchen. Diese Absicht ist plötzlich aufgegeben,% zwar, wie man der„Voss. Ztg." schreibt, weil die Polizei? Nowotscherkaffk etwa 3 biS 4 Stunden von genannter 6% auf einem Vorwerk nameni Aluta ein großes Qua««? Dynamit und Bomben entdeckt hat. Wettere Recherche«? gaben, daß der Eigenthümer dieser Sprengmaterialien, die einem Brunnen versteckt waren, der Sohn eines Koso? osfiziers ist. Er wurde denn auch verhaftet und aus«J graphische Weisung von dort auch sein in Petersburg siudü; der Bruder. Eine Nachricht desselben Inhalts hat auck' „Times" erhalten. Am Montag früh baden in Stettin der„N. Stet Zeitung" zufolge im Ganzen 120 Schmiede, in der Med Schiffsschmiede, ihre Arbeit im„Vulkan" niedergelegt. dreser Arbeiter kehlten jedoch bald wieder zur Aide zurück.. Der„Monitcur de Rome" erörtert die Eventualität,% in Folge der finanziellen Verlegenheiten der bayrischen ßob% lasse der König von Bayern abdanken würde; für%% Fall hofft das vatikanische Blatt auf die Ernennung des Ä Herrn v. Franckenstein zum bayrischen Ministerpräsidenten. M wird am Ende HerrWindthorstVertreter Bayerns im Bunvesr««?, Am Sonntag, den 11. April, dem Geburtstage Lassalli, hatte, die Polizei in verschiedenen rheinisch- westfälische«, ,Z dustriestadten Mühe, rothe Fahnen von schwer zugängl� Punkten, Telegraphenstangen, Telephonleitungen, hohen B# wipfeln u. s. w. zu entfemen., j Am 10, hat in Dresden eine starkbesuchte Versaw««� von Baumeistern und Bauunternehmern statta