»e. 100, Freitag, den 30. April 1880. HI. Jahrg. "ri om Ä SY' erlilmMKÄllit. Brgan für die Interessen der Arbeiter. Abonnements� Einladung. Für die Monate Mai und Juni eröffnen wir ein neues Abonnement auf daS „gerliner Uolksvlatt" mit der Gratisbeilage „Kllastrirtes Konntagsblatt". ». ins tzauS lostet dasselbe 1 Marl 35 Pf. pro Monat, 85 Pfg. pro Woche. Bestellungen werden von sämmtltchen geUungSspediteuren, sowie von der Expedition, Zimmerstr. 44, entgraengenommm. Für austerhalb nehmen alle Postanstalten Abonnements kur die Monate Mai und Juni gegen Zahlung von 2 Marl «7 Pfg. entgegm. Den neu hinzutretenden Abonnenten wird der bis jetzt erschienene Theil deS spannenden RomanS Eine Mutter von Friedrich MerstScker gratis nachgeliefert. Exstedition des..Berliner Volksblatt", Berlin 8W., Zimmerstr. 44, Ul»l iw Kalkliiholdichl. Die letzte« Nachrichten aus Griechenland lauten wieder ungünstiger. E« gewinnt fast den Anschein, als wolle Griechenland offen darauf hinarbeite«, einen blutigen Zu« fammenstoß herbeizuführe», zu dem die Pforte, die froh ist, wenn man sie in Ruhe läßt, auch nicht den geringste« An« laß gegeben hat. Eine solche Haltung würde diese lleine Macht sicherlich nicht bewahren, wenn ihr nicht von Rußland der Rücke» gedeckt würde. Da» Spiel Rußlands ist nachgerade Jeder» man» klar und auch jene deutsche» Blätter, die sonst an da» Phantom de»„ErbfieundcS* zu glauben pflegten, habe« sich dieser Tage voll äußerster Erbitterung gegen die unaufhör» lichen Friedentstörungen Rußlands im Orient ausgesprochen, diese Einsicht, vielleicht auch der Muth, sie auszusprechen, kommt freilich etwa» sehr spät. Und was tbun die Mächte? Sie berathe», berathen, berathe», und an diesen Berathuvgen nehme» die Diplomaten de» heilige« Rußland selber Theil und schlage« mit lächelnder Miene vor, den Friede« durch Befriedigung der griechischen„Ansprüche" zu befestigen, wäh- rend zuglerch die Grieche« Anweisung habe«, u« keine» Preis»achzugeben und ihre Ansprüche so hoch als möglich zu spannen. Die russische Politik ist klar. Die Türkei soll durch tZachdruck Btrtoten.] IleuMeton. .erstäcker. M«e Mutter. Roman von Friedrich (Fortsetzung) Helene�leise� � imtnet'% einmal zu schreiben, heimnch wahren will, darf man nie einem Papier �enn■ fein Mensch kann wiffen, wem *.5 Jü 1 einmal durch Zufall in die Hand t;->.»ur daran, wie Du selber da» heimniß Deiner Geburt erfahre«: nur dadurch, Deine Mutter diese nöthigste aller VorsichtSmaß. regeln versäumte, durch ewe« in Deine— also»» ungerechte Hände gerathenen Brief. Nein, alle« Derartige entweder mündlich oder gar nicht abgemacht werden, � und ohne Zeuge», schon Deiner Mutter und de«- schon Deinetwegen, und einmal habe ich de« Versuch aeän� � gesehen, Felix?" rief Helene rasch und .. 5 i»-und mir kein Wort davon gesagt," setzte sie im. r�LUUtrsSvoll hinzu,„war da» recht?" ,'4 Di, nicht unnöthiger Weise weh thu» wollte, „Und wa» sagte " sagte rief ihr als Ge- an« ei» .e» e« daß . sie?" c."2ch hatte mich ihrem Gatte« und ihr, als ich damals �u« kaufte, an einem dritte» Orte vorstelle« laffe» « aesckl»«� dann die Gelegeihett, nachdem der«auf ab» «MoÄ'.U"ch bei thne» als Nachbar, in ihrer etgene» viiit-«"zuführe». Natürlich war e, nur eine Form« S.» if 1 K eZf m das der Fall, so hätte Madame Baule» diese fortwährenden Anzapfungen zu einem VerzweiflungS« kämpf getrieben weiden und dann muß sie untergehe», den« sie ist de» sie umgebenden Feinden nicht mehr gewachsen. Oder wen« die Türkei sich nicht zum Kampfe drängen läßt, so bröckelt Stück für Stück von ihrem Leibe ab und schließ- lich steht sie nur noch als ein Schatten von dem da. wa« sie emsten« war. Was ist der Türkei von de« Balkan- länder» überhaupt«och übrig gebliebe«? Za Europa wird sie bald nicht mehr Land übrig habe», wen» es so weiter geht, als seinerzeit da« byzantinische Kaiserreich, da e» von de» Türken überwältigt ward; hätte die Türkei ihre asiatische« Provinzen nicht, so wäre sie schon lange au« dem Reiche der Großmächte gestrichen worden. An und für sich kümmert un» da» Ver« schwinde« de» Türkenthums aus Europa sehr wenig; wir sehen e« gar nicht ungern, wen« der Halbmond nicht mehr am Bosporus domivirt. Aber die Sache liegt eben gegen» wältig so, daß in dem Moment, da der Halbmond au» Konstantiaopel verschwindet, die Russen sich dort festsetze«. Und damit wäre wohl der europäische Friede«in Drag, daß man für lange Zeit nur noch vom Hörensagen kenne« würde. Da» Ziel Rußlands ist, sich in Konstanttnopel festzu« setze«, heute verdeckt man dies Ziel unter diplomatische« Redensarten; zur Zeit Katharinas n. sagte man e» ganz offen. Wenn Griechenland die Türkei provozirt, so leistet es Rußland dieselbe Gefälligkeit, wie ftüher die Herzegowina und Serbien. Man wird vergebens nach Anhaltspunkten suche» zu einem Vergleich zwischen dem Griechenland von heute und jenem Griechenland, das sich im dritten Jahrzehnt unseres Jahrhunderts zu jenem großartige» Kampfe gegen die Türkei erhob. Damals«ahm das ganze gebildete Europa Antheil an dem Kampfe und Tausende strömten herbei, der griechische« Sache begeistert ihre» Arm zu leihen. Aber wo find heute unter de» Grieche« jene Helden, die damals die Aufmerksamkett der Welt auf sich lenkte»? Man wird heute vergebens«ach Leuten wie Marko Bozzari», Miauli« und Kanaris suche«. Und auch die Sache ist eine andere. Damals konnte Griechenland, als der angegriffene und unterdrückte Theil, auf die Sympathie Europa's rechne»; beute handelt Griechenland im Interesse Rußlands und hat keine» anderen Zweck, als de«, die Verwinung auf der Balkanhalbinsel zu vermehre«. Darum wird e» heute auch kein Philhellenenthum mehr eben, sondern man begreift, daß Griechenland dieselbe llolle übernommen hat, wie Montenegro— die Rolle de» Friedensstörer» auf russische« Befehl und in russischem Seit meh> den« einem Jahrzehnt hat Rußland die Balkanvölker nicht mehr zur Ruhe komme« lassen, mit ganz „Und wa» sagte sie?" „Ich hatte mich in unserer alten brasilianische» eundi» nicht geint," lachte Felix.„Die Gräfin «ford konnte keine Ähnung haben, den« sie zuckte mit keiner Wimper, mein Name rief keine Erinnerung in ihrer Seele wach. Ich war ihr ei« vollkomme« ftemder Mensch." „Und war sie gut, war sie freundlich?" fragte Helene, und ihr Blick hing angstvoll an de« Lippe« de« Gatte«. „Sie war sehr vornehm und sehr stolz", sagte Felix »ach einigem Zögern;„ich konnte nicht warm bei ihr werde«. Aber laß Dir da» keine Sorge» machen, Kind," fuhr er herzlich fort, al« er de» schmerzliche« Zug in ihrem Antlitz bemerkte;„gegen eine» vollkomme« fremde» Menschen konnte sie ja auch kaum ander» sei«. Nur dürfen wir nicht« übereile« und müssen vor alle» Dinge« erst einmal bekannt mtt der Familie werden. Sie soll Dich erst sehe» und lieb gewinne», und dann findet sich einmal eine Gelegenheit, wo Du sie, am beste« hier bei un«, ohne Zeugen spreche« u»d Dich ihr entdecke« kannst. Willst Du da« mir über« lasse«?" „Vo« Herzen gern, Felix." sagte Hele«e mtt tiefem Gr« fühl.„Wem auf der Welt könnte ich lieber den heißeste« Wunsch meiner Seele anvertrauen, al» Dir, der Du schon so oft bewiese» hast, wie lieb ich Dir bi«, wie gut Du e» mtt mir meinst." „Schön, meine Puppe," lachte da Felix wieder i« der alte«, muntern Laune und schloß sie in die Arme.„Dann aber mach' auch jetzt'wieder ei« freundliche« Gesicht und laß Kummer und Sorgen fahre«. Wa» geschehe« kann, geschieht, dann habe» wir un« wenigsten» selber keine Vor» würfe zu mache». Und nun, Schatz, nimm Dich vor alle« Dinge» einmal Deiner Kinder an, den« die kleine Gesell- schaft macht ja draußen einen Heidenlärm." „Ich kann sie nicht mehr bändige«, Herr Graf!" rief in diesem Augenblick die Bonne, die mtt ihnen au« dem Nebenzimmer kam.„Günther will absolut hinaus auf de« Markt unter die Bude«, und Helenche« verlangt ebenfalls zur Musik!" „Vortrefflich, dann gehen wir unter die Buden," geringen Pause«. Ob es Rußland ernsthaft darum zu thu» ist, den Baltanvölker» ihre Freiheit zu verschaffe«, diese Frage wird von Niemanden im Ernste ausgesprochen wer» den. In dem Moment, wo sich die Griechen darauf ein- lasse», die Siurmböcke für die russischen AnnektionSbestre» buage» zu fei», find sie russische Vasalle» und sie werde« da» auch bleiben. Wann wird die« einmal anders werden? Nu«, ent» weder lassen e» sich die europäische« Großmächte auf alle Zeit gefallen, daß ihnen Rußland ei» Schnippchen«ach dem anderen schlägt, und dann werden wir eine ständige Kriegsgefahr mit allem, wa« daraus entspringt, habe«. Oder man läßt sich die« G-bahreo nicht gefallen und schließt stch einmüthig gegen jene Macht zusammen, die ihrem ganze» Charakter nach eine asiatische und keine europäische ist. Leider ist die letztere Eventualität in weiter Ferne. DaS ist ei» trauriger Zustand. Jede» kleine Staatchen wie Montenegro und Griechenland kann, sobald eS will, die Orientfrage aufwühle« und die Gefahr«ine» europäische« Krieges nahe rücken. Wann wird sich Europa von dem russischen Alp, der so schwer auf ihm lastet, befteie«? politische Ueberstcht. Der Bertiner Demotratiseye Verein nahm in seiner Sitzung vom 22. April nack einem Referate de» Herrn Lede- bour über den Elberfelder Parteitag der rheintsch.w'stfälischen Demokratie aus Antrag de« Ausschuffe« folgende Resolution an:„Der demokratische Verein ,u Berlin billigt vollkommen den auf dem Parteitage zu Eiberfeld ausgesprochenen Wunsch der rheinisch. w stsälischen Pattrigenoffen, mit der süd deut- scher, VollSp arte i ein freundschaftliches Verhältniß zu unterhalten, da dieser Wunsch mit allen btiheriaen«und- gedungen der norddeutschen Demokratie im Einklang steht. Der Verein betont aber, daß erst dann dieses freundschaftliche«er. haltniß zu einer Verschmelzung der beiden Pnteigruppen führen ÖÄWÄtta aa Ä"s: ma&rsA ober auch mcht eilig mit der Verbrüderung. Mtt der Ver» wird es noch gute Wege haben, da die Zustimmung der Volks- Partei von Untersuchung deS Beibringen» abhängen wird, dai die neuePartei einzuwerfen hat! — Wir werden in der Saurengurkenzeit, wenn es uns an sonstigem politischen Stoff mangelt, auf die Weiterentwickeluna diese? wilth'"-"�'- �—........- Ztg lachte Felix, dem e« ganz erwünscht kam, etwas ge» funden zu habe», wa« seine junge Frau für de« Augen» blick zerstreuen konnte, und et« Jubelgeschret der Kinder antwortete ihm. Helene war nicht recht damit«inverflande«, aber da« kleine Volk hatte einmal die Zusage und nahm de» Papa beim Wort, und die«öthige« Anordnungen waren bald ge« troffen. Es mochte jetzt etwa zwei Uhr fein; da» Diner, welche» da» junge Paar stets mit den Kinder« und der Bonne einnahm, war auf fünf Uhr bestellt, und mtt dem jubelnde» Knaben an der Hand, während Helene da» Töch» terchen führte, von der Bonne und einer Magd begleitet, die mitgenommen wurde, um die Kleinste von Zett zu Zeit »u trage«, fchrttten sie in da» Treiben hinaus, da« selbst bi» hierher seine Trabanten gesandt hatte. Die Schützen- wiese lag aber auch gar nicht weit von dort entfernt, und man konnte das Hämmer« der Pauken, wie einzelne Trom» vetevstöße und ebenso den scharfen, kurzen Krach der Büchsen» schüsse, wen« auch durch die Entfernung gemildert, doch deutlich bi» hier herüber höre«. Und die Kinder waren selig, den» überall bot sich ihnen Neue», Ungeahntes. Hier stand eine Polichinell- Bude mit de» kleine», de» weglichen Figuren und der geheimnißvollen, au« dem Kat- wnkaste» herauSklingenden Stimme. Dort auf einem große«, runden Tische, vo» zahlreichen Zuschauern umringt, gab eine bunt gekleidete Äffenfamilie ihre Vorstellungen. Da drüben wurde nach einer Reihe vo« aufgestellten Scheiben und Sternen mit Bolzenbüchse» geschossen, und wen« man da» Ziel ttaf, so sprang p ötzlich ein bunt gemalter Mann mit einer spitzen Mütze heraus, oder ein lauter Knall kün» dete den Treffer. Und dann die Karroussel«! Wie jubelte das kleine Pärchen, als es die bunt beflaggte» schwebenden Pferde und Wagen sah, und natürlich gaben sie keine Ruhe, bis sie mitten darin saßen und, vo» der Bonne und Magd bewacht, ihre« Rundritt machen durften. Der kleine Günther ließ aber richtig nicht«ach, bi« er auch auf ein» der kleinen Pferdchm gesetzt wurde, wo er versprach, sich tüchtig festzuhalten. Er faßte auch selbst in den KSpien deZ landwirthschastlichen DienstvolleS sotialdemokatische Ideen zu spu!en anfangen. Die Leute, welche fich in hehem Grade widersetzlich und aufsäsfig zeigen, dedrohen die Timstherrschast mit Arbeitieinstellung,(da hört doch alleS auf l), verlangen eine AcbcttSzett nach bestimmten Stunden(auch dai noch!), ohne dabei den Bedürfnissen de? Viehs Rechnung zu tragen(die Leute scheinen fich zu unter- stehen, fich ü d e r daS Vieh zu stellen!), und durchbrechen viel» fach die hergebrocht« Ordnung. Die Nacht wird zu AuS« Leobschütz, Du bist ver» gelaffenheiten aller Art denützt." lorm! „Worin destehe« den« die Hauptforderungen der Sozialdemokraten?" So fragt in einem längeren, im All- gern einen gegen die Sozialdemokraten recht gebässtgen Artikel daS rechtSnatwnalliberale.Leipziger Tageblatt." Diese Frage deantwortet eS folgendermaßen:„Sie wollen den vollen Lohn ihrer Arbeit und ein sogenanntes menschenwürdiges Dasein er» reichen!"— Sehr gut! Bravo! W-shald aber dann gegen diese gerechten, vemünftigen, rein menschlichen Forderungen eine so ungemeine Verfolgungswuth? Gegen de« Streikerlaß de» Minister» de» Inner« von Preußen haben die deurschfreifinntgen und linkSltberalen Zeitungen entschieden Front gemacht— nur daS Blatt deS Herrn Cugm Richter, die„Freisinnige Zeitung" hatte bii jetzt eine ziemlich gleichgiltige, so zu sagen abmattende Stellung eingenommen. In seiner Mittwochsnummer brachte daS ge> nannte Blatt sogar ruhig folgende Notiz:„Die„Bau« ge Werkszeitung", da« Organ de« Verbände« deutscher Baugewerksmeister, welches von Herrn Fehltsch redigitt wird, degrüßt den neuen Erlaß de« Minister« v. Puttkamer„mit Freuden", indem e« mit Bezug auf den vorjährigen Maurer streik auSfühtt:„Tyatsächlich hat der empörendste TerrottSmuS geherrscht. Die zuziehenden fttedlichen Arbeiter wurden auf den Bahnhöfen, auf offener Straße, auf den Bauten und in den Häusern verhöhnt und mißhandelt. Ihnen wurde daS Arbeitszeug vernichtet, die Rüstungen durch Zer« schneiden der Stttcke und andere, frevelhafte Manipulationen unsicher gemacht, und die Polizei war trotz deS besten Willens nicht in der Lage, die Bedrohten zu schützen. Sie hatte sticht Befehl, in der gehörigen Weise energisch einzugreifen."— Ohne nur mit einer Zelle die Arbeiter gegen diese schändlichen Ver« leumdungen des Unternehmer. Organ» in Schutz zu nehmen, druckt Herr Eugen Richter dieselben ab: er bestätigt fic also und stellt fich auf den Standpuntt der Bauuntemehmer, welche den ministettellen Erlaß„mit Feuden" begrüßen.— Eugen Richter mit Herrn v. Puttkamer Arm in Arm fordern da« sozialistische Jahrhundert in die Schrankm. Ein Schauspiel für Gölter! Wie erheblich die Ueberschüsse der Postverwaltung gestiegen find, geht auS folgenden amtlichen Angaben für daS ganze Deutsche Reich(inkl. Bayern und Württemberg) hervor: Gesammt Einnahme. 1875 127.1 Mill. Mark mf::: ii-' i: E 186.7 1876 1877 1878 1879 1880 1881 1882 1883 1884 Ueberschuß. 2.6 Mill. Mark 86„ 9.5 128 16.3 17 6 23.5 23.6 243 267 Württemberg, welches 1875 noch eine« Zuschuffe« von 12 541 M. bedurfte, erzielte 1884 au« dem Postwesen bereit» 1 423 165 M. Ueberschuß.— Und bei diesen großen Ueberschüffen erhallen die niederen Postbeamten bei all' ihrer Arbeit nur einen äußerst geringen Lohn! Wie reimt fich das mit dem Jntereffe zusam» men, welche« der Staat an den arbeitenden Klaffen zu nehmen vorgiebt? Die Vorschriften über die SonntagSarbeit, welche bekanntlich im Reiche sehr verschieden find, lassen fich— nach der„Natld. Korr."— unter Berückfichtigung deS ihnen zu Grunde liegenden gesetzgeberischen Gesichtspunktes in drei große Gruppen scheiden. Die erste Gruppe, welche nebm neueren, namentlich die ältesten, bi« auf die Mitte de« vorigen Jahrhunderts zurückreichenden Bestimmungen umfaßt, bezweckt lediglich den Schutz deS öffentlichen Gottesdienstes gegen äußere Störung, daneben vielfach auch die Förderung deS Be« fucheS desselben. Die hierher gehöttgen Vorschttften enthalten sämmtlich daS Verbot jeder geräuschvollen oder sonst öffentlich hervortretenden und dadurch die Gottcsdienstfeier störenden Arbeit während der Stunden des öffentlichen Gottesdienste«. Zudem untersagen ste meist da« Fernhalten abhängiger Per« sonen, Gefinde, Gesellen, Gehilfen, Lehrlinge, vom Besuche des Gottesdienstes, vielfach auch da« Ablohnen von Arbeitern während desselben. Die zweite Gruppe bezweckt, nicht nur den Gottesdienst, sondern die öffentliche Feier deS ganzen Sonn« bezw. Feiettage» gegen Störung zu schützen. Die hierher ge« hörenden Vorschriften verbieten daher für den ganzen Tag. oder doch wenigsten« über die dem öffentlichen Gottesdienste gewidmete Zeit hinau», jede Arbeit, in der eine solche Störung mit beiden Händchen die Eisenstange, als ob sein kleines Lebe« daran hwge. Die Mutter war erst ängstlich, daß er heruntnfallen könnte, den« wenn ste selber auch das wildeste Pferd nicht scheute, sorgte ste doch um den kleinen Liebling. Der Vater ließ ihn aber lächelnd gewähre», und wie stolz saß jetzt der kleine Bursch auf seinem Pferd, dessen Seite« er mll de» Hacke» bearbeitete, bi« fich die Reihe an zu drehe« fing. Dann aber klammette er fich fest und ängstlich an, den« so rasch hatte er fich die Bewegung doch nicht gedacht. Und nun kamen die Budm selber mit ihren zahme» Ponie« und kreischende» Papageie«, mll ekelhaft fette« Mensche», die fich für Geld sehen ließen, mit angestrichenen Indianer« und gezähmte« Hyäne«, mit Taschenspieler», Feuerfresser», Bauchrednern und wie diese Unnatürlichkeite« alle hießen. Die Kinder sehe« allerdings nur da« Wunder« bare und den Flittertand daran, während die Erwachsene» gewöhnlich ei» Gefühl des Ekels oder des Mitleids be« schleicht, wo derattige Charlatonerien zu einem Broderwerb benutzt werde«, die doch da« Elend nicht verbergen könne«, das hinter all' dem Tand und Putz fich birgt. Da« junge Paar ekelte auch diese« wüste Treibe» an, da« sie nur den Kindern zu Liebe wieder einmal durch« kostete«. Diese ließe« aber keine Ruhe, bi« sie auch wenigsten« ei» paar der Bude« bettete» hatte«, und am meisten jubelte» ste bei einem Marionettenspiele, au» dem sie fast nur mit Gewalt wieder entfernt werde» konnte«. „Bleib' nur»och ei« klein wenig sitze«, Mama," rief Heimchen, als der Vorhang endlich fiel,„er geht gleich wieder in die Höh' l" Lachend«ahm Graf Rottack die Kleine auf de« Ar«, um sie durch das Gedränge hinaus in'« Freie zu trage«, und athmete ordentlich hoch auf, als er endlich wieder den blauen Himmel über sich sah. Hier draußen preßte aber gerade«ine solche Masse von Mensche« vorüber, daß er der Bonne Acht auf den Knabe« befahl und, seine Frau a» de« Arm nehmend, über die Sttaße hinüber zu kommen suchte, wo er freiere» Raum sah. Die Mattonettenbude war die letzte in der Reihe, und dicht daran hin fühtte die breite Promenade, welche fich um die Stadt selber herumzog und gewöhnlich zu Spazierfahrte» der baute gefunden wird. Indessen fallen auS unter dieses Verbot der Regel nach nur öffenlliche und geräuschvolle Aidei�en, während die gewerbliche Arbeit, welche fich inne halb der Betriebsstätte oder ohne äußere Wahrnehmborkett vollzieht, underückfichttgt bleibt. Beide Gattungen von Vorschttften bewegen fich vor wiegend auf dem Boden der KultuSzesetzgedung gewähren aber unmittelbar den Arbeitern auch einen mehr ovcr weniger ausgedehnten Schutz gegen Beschäftaung an Sonn« und Feiettagen, indem fie diese durch da» Verbot aller oder doch der geräuschvollen oder öffentlich hervortretenden Arbeit wenigst' n« für einen Tbeil deS Sonn und Festtages ausschließen. In höherem Grade und mit Bewußisttn greift die dritte Gruppe von Vorichiiften in da» Geltet deS sozialen und insonderheit der Arbeiteischutzgesetzgedu-g ein, indem fie hier bald mehr, bald mentger den Grundsatz zur Geltung bringt, daß die Sonn« und Festtage der Ruhe von der A b-it und von den Geschäften gewidmet sein sollen. Dementsprechend wird nach den dieser Gruppe zugehörigen Vorschttften vor nehmlich der Fabrikdetti b, mehrfach auch die Ausübung der Handwerke und der Betrieb von Handelsgeschäften, ohne Rück« ficht darauf, ob e« fich um geräuschvolle oder öffentlich hervor« ttetende Arbetten handelt, unter Gewährung einzelner, de« stimmt« Ausnahmen untersagt. Oesterreich Ungarn. Ueber die„Bauernauf' ände" in Galizien ist auch nach den heut« eingelaufenen Berichten noch nichts bestimmte« zu sagen. Es sch int, daß die österreichische Regierung absichtlich die Sache im Dunkel hält. Wir brachten gestern unter „Soziale«" eine Schilderung de» Elend« der galizischen Fadttk« bevölkerung, aber au« diesem Elend die Unr.hen herleiten zu wollen, scheint un« darum nicht angängig, weil nach allen Mtttheilungen die„Bauern", nicht die J'-duftriear beiler als da« treibende Element aufttaten. Wahrscheinlicher klingt scho die Erklärung, daß russische Agenten die Bauern aufgehetzt hätten,— denv Rußland hat bi her schon immer unter der ruthentichen Bevölkerung die agrarische Agitation in den Händen gehabt, um Stimmung für die dereinstigen„russtschen Befreier" zu wachen, die witthschaftliche Agitation war ihm ein Mittel, hochfliegende politische Zwecke zu fördern, die ruthenischen Einwohner für den Fall eine«»us- fisckp österreichischen Kriege« an fich zu fesseln. Der„Pester Lloyd" scheint die Lage ähnlich aufzufassen, wenn er schreibt: „Ehre sei der„Wt ner Abendpost", die un« vor zwei Tagen die fröhliche Verstcherung erthetlte, daß bei den jetzigen Un- ruhen auch«nicht die Spur" einer ausländischen Agitation zu entdecken sei. Inzwischen sollen allerdings einige Kleinigkeiten eingetreten sein, welche diese Zuverstcht lttcht erschüttern könn- ten, wie z. B. die Verhaftung von 4 Agitatoren in Tarnower Kreise, deren russische Herkunft erwiesen ist und die jede Au». fünft über den Zweck ihre? Aufenthaltes in Galizien verweigern. Allein wir, die wir glücklickerwttse mit unseren Informationen nicht auf die offi, lösen Quellen der öneneichftchm Regierung angewiesen find, können unS darauf be« rufen, daß unser Lemberger Korrespondent seit Jahr und Tag auf die eigentliche Natur der in Galizien heimi» schen Umtttebe verwiesen hat. DaS Werl der russtschen Propaganda in Galizien ttttt an hundert Stellen zum Vorschein; diese Propaganda befitzt die ganze Vielseitlakett und daS ganze Anpassungsvermögen, dai ihr überall in der Welt anwohnt, wo fie Fuß gefaßt hat und fie hat in Galizien offene Erfolge zu verzeichnen gehabt, welche an symptomatischem Werth vielleicht nicht hinter den geheimen Manövern zurückstehen, welche in den jüngsten Tagen thttl« weise aufgedeckt worden find. Sollen wir da gerade diese letzteren zum Anlaß nehmen, um zu beleuchten, wie wunderbar die russtlcken Aktionen fich in oa« Gefüge der europäischen Friedenspolitik einfügen und wir hoch die Garantien zu ver» anschlagen find, welche in den Zusagen Rußlands enthalten sein können? Fürwahr, wer noch eirnS desondern Beweises bedürfte, um zu einem abschließenden Urthetl über d'e Be- ziehungen Rußlands zur FttedenSpolilik Europa» zu gelangen, der verdiente wirklich auf die pudlizistiiche Kost der Wiener Offiziösen gesetzt zu werden, für olle Zeiten. Allein, e« ist schlechterdings undenkbar, daß irgend ein nennenswerther Faktor der Monarchie mit solch unheilbarer Schwäche behaftet wäre. Oder konnte auch bisher Jemand daran zweifeln, daß die ruf« fische Jntttgue da« österreichische Grenzland al« ein ganz bevorzugte« Operationsgebiet ansehen und ausnutzen würde?" R u tz l a« d. DaS neue Gefetzprojekt, detreffend das Engagement von Fabrikarbeitern, enthält, der„Now. Wr." zufolge, eine ganze Reihe neuer Strasverorvnungen für verschiedene Ver» gehen, die auS den Wechsel- Beziehungen zwischen Ardeitgedern und Arbeitnehmern resultiren können. Diese Strafen lassen fich in drtt Gruppen thetlen: a) Strafen für Vergehen der Fadrikverwalter, d) Strafen für Einzelvergehen der Arbeiter und c) Strafen für Maffenvergehen. Die Strafen erster Kategorie find(natürlich!) die verhältnißmLßig gelindesten. Die straftechtliche Verantwortlichkeit der Verwaltenden wird durch Strafen von 5 bi« 300 Rbl. normirt wenden und gehören volse benutzt wurde. Eben jetzt kam eine Equipage, lang« sam im Schritt durch die Menschenmenge sich Bahn suchend, vorüber, und die aus dem Wege Drängendr» hemmte« jede Passage in diesem Augenblick so, daß Graf Rottack mit den Seine« stehe» bleibe» mußte, um sie erst vorüber zu lasse». Helene fühlte, wie Felix ihren Arm fest an fich drückte, und von einer plötzliche« Ahnung ergriffen, flüsterte fie rasch und erschreckt:„Wer ist da«?' „Sei stark, mein brave« Frauchen, und verrathe keine Bewegung,'«mahnte ihr Gatte,„es find Monfords l" „Meme... „Bst, mein Schatz," warnte Felix rasch,„wtt könne« ihnea nicht mehr ausweichen. Hänge Dich nur fest a» meinen Arm." Der Wage« hatte sie erreicht und fuhr unmittelbar a» ihnea vorüber. Nur der Graf und die Gräfin saßen i« Fond desselben. Er, der Graf, mochte ein Herr hoch in de« SechSzige» sein, mit weißem, vollem Haar und einem wohl« gepflegten Schnurrbart. Seine Frau, eine Dame von vielleicht einigen vierzig Jahre«, stattlich und vornehm, in eleganter, aber nicht über« ladener Toilette, während der Graf selber nur eine Jagd« joppe mit grünem Kragen trug, lehnte nachlässig nebe» ihm und bettachtete die an ihrem Wagen vorbei drängende» Mensche» durch ihre Lorgnette. Graf Rottack, der»och immer sein kleine» Töchterche« auf dem Arm trug, grüßte, und Helene, die zitternd an seinem Arme hing, verneigte fich ebenfalls. Traf Movford, de« junge» Man« erkennend, dankte fteuadlich, während die Gräfin nur eben die Lorgnette von ihrem Auge entfernte und langsam da« Haupt neigte. Di« Gräfin mußte einmal bildschön gewesen sein— fie war es selbst jetzt«och«ud schien da« auch zu wisse»— aber der Wage« pasfirte, und Graf Rottack, der sich erst umsah, ob er auch die Seine» alle bei einander habe, schtttt jetzt wtt Helene» über die Sttaße, um au« dem Menschen- schwärm hinaus zu komme». Dort übergab er sein kleine» Töchterchen der Wärterin. «\M Schreiner Q M�VorauSstchl u. A. zu den strafbaren Handlungen: da« halten von 1 ohne Lohnbuch, oder umichttge» Führen des letzteren;»J Wählern b tretuna der Verordnungen, bett»ffend die Namen! verj«®» t{ntr{(ejn( und Pässe der Ardetter, da« Eröffnen von Fabrtlbuden � Freisinnige willkürliche« Herabsetzen des verdienten Lohne», Zahlw hängt inde die nicht in baarem G-lde geleistet werden, daS Verzins»? schlüsse un> Darlehen, die den Arbitern verabfolgt wurden und«» finden wtt da« Bbspenstigmachen der Arbetter von anderen FabriMJ den freifir 1 bi« 6 Monaten— für Verrathen oes ßnoruiPQ niffeS oder Ausliefern von Modellen, und von*1 Monaten für da» Verderben von Maschinen, wj®. Folge dessen die Arbttt eingestellt werden mußte. Die� mr Massen vergehen werden nur in Gefängnißh an' 2—16 Monaten bestehen und angewandt weiden iür von Streiks behufs Erlangung höheren Lohne«(!),!#" Nichten de« E genrhum« deS Fabttkanten oder feiner 9' ten und für gewaltsames Zwtngen anderer Arbeiter nähme am Streik.— Wenn wir in letzter Zeit auch i»� ren Ländern mancherlei erlebt hätten, so würden«« w da« ist„russtsche" Sozialreform. Der dekannte Panslavistenführer General Tsch Oberkommandirender der serbischen Armee, später Genl vcrniur von Türke stan, ist wegen seiner vor ttniger der„Nowoje Wr-mja" veröffenllichten, auch von fälligen Ni «artei zu, schluffeS,« wehr. D Ardeiterpai dürste bei ttn Zusam möglich«e so giebt fid eine Vcrstä so baden fi wählt zu v nahmen bli Der sc de» eidgen Jahr 1885 Betreffend »Die in E unoerkennb agitatorisch Anhänger haben. Al Köpfe stgnc wieder verl für den Fa ori„jiawoy. aurrrnja veronenurwren, aucy von-j.,...... wähnten, außerordentlich abfälligen Kritik über die w.w oiZ bahn seiner Ehrenstelle alS Mitglied deS russtschen KM"% enthoben worden.> ,| Eine staffelweis« Zollerhöhung auf Rohttsen««" wärtia 15 auf 21 Kopeken pro Pud wird nach einerJW der„Voss. Ztg." auS Breslau gegenwärtig geplant. W erhöhung wrrd die Ausfuhr von oderschlefischem Rohctl»' malS schwer treffen. Frankreich» � AuS Frankreich, wo fich die verschiedensten Parte» LtaatSruder ablösen, kommen mehr al« sonst woher Ei gen über die von der politischen Polizei angei Mittel. Von früheren solchen Aufdeckungen nicht zu ri bekanntlich der ehemalige Pariser Polizeipräfett Snd; zwei Jahren in seinen„Ermnerunaen" eine Reihe w effantrn Enthüllungen über den Geschäftsbetrieb der polizei unter Napoleon Ul. und nicht minder unter der Regi rungSform n irgetheilt. Au« den ihm zu OeboNfl den amtlichen Berichten t heilte er eine Reihe von 7 wo die Hauvttheilnebmer von Verschwörungen Pol waren, welche dieselben entweder überhaupt erst, hatten oder doch nach ihrer Entdeckung ihr Möglichst�. um zur Weiterentwicklung der Sache zu Hetzen. umwL schließlich als Entdecker, Belastungszeuge und Äesellsc« zu entpuppen. Weiter spielen, nach der„Bayr. VouA diesen Aufzeichnungen auch noch die im Dienste der M polizei arbeitenden Preßleute eine Rolle. So ., Der' ' foiialift aWchzettig greift. DaS dem Bande verzweifelle m Nach t 2 Personen storden, in storben. porrzer aroenenoen Pregceure erne moue.©o gn-a Das U Andrieux u. a. offen zu, daß daS Anfangs der 80er örj fürchteten S Paris erschienene anarchist.sche Blatt„La Revolution'| zuschüchtern von der Poliztt selbst gegründet und unterhalten Sonnen, der genannte Blatt machte es fich zur Hauptaufgabe, auf tialisien im Schlafrock" zu schimpfen, jeden nicht zu%% Dolch schwörenden Vollsfreund als„Venätber" zu'S und insbesondere dt« gegen ihr albernes Geschcrak, deutschen Ardeitervertteter jum Tode zu verurthetlen. dieser Haltung war nach Ändtteux' eigener Angabe,%% L-uten das Gehirn zu erhitzen und fie zu KundgetZF Wort und Schrift zu bring-n,„um dadurch die Köpfe kennen zu lernen". Eine ähnliche Enthüllung,!, über da» genannte Anarchistenblatt, ist nun letzter V Folge eines Privarstreiles zwischen zwei Pattier 39 männern erfolgt. Aus dem genannten Grunde s? Zweikampf zwischen dem Herausgeber Atthur Mll „Gaulois" und Drumont, Mitarbeiter am hochullra« „Monde" stattfinden. Letztgenannter Ehrenmann' jedoch keine Kampfzeugen zu finden und wurde au», von seinem Blatte entlassen. Den Grund für beide veröffentlicht jetzt Albert Wolff im„Figaro". Der leg ullramontan juZrnhkyerische Herr Drumont war Kaiserreich der Redakteur deS„Inflexible", eines und höchst aufreizenden Blattei gewesen, das wie aus den Tutlenenpapieren feststellte, von der herausgegeben wur.e, um Verschwörungen zu fabrii® Schweiz. Arbetterparttt hat, nach der Die bernische________ i________ letzten Sonnabend fich nach gründlicher Beraihung Haltung ttneS früheren Beschlüsse» dahin geeinigt, ole bevorstehenden 21 Großrathswahlen der Stab' � den Ardtttern stehen Kandidaten aufzustellen. AlS st% j bezeichnet für die obere Stadt: Schuhmacher L®� 9 drucker Rieser, Fürsprecher Reichel, für die mittle gesellschaftei leiten, gettc hastet word überall gle Monarchie. Am 2 „Ritter der »u derathsch Die Ei auch ihren »Baff- Ztg. weise recht haus die fc deren Urhe vertretene i in Wahrhe englischen( läge ist der Sinne deS er nicht allj eine schied» Arbeitern i teien nichts wissen woll Unterwerfui Außerdem' Macht der Schtedsgeril Vorlage an ihre Anna .Kanntest Du de» Herrn?' Monford zu seiner Gattin, �als fie vorüber gefah� sagte im®4n der"uns ist „War das nicht der Graf Rottack, einiger Zeit besuch»?" „Ganz recht, mit seiner junge« scheinlich. Er hat fich ja hier angekauft. Paar.' „Aber die Frau scheint sehr kränklich, fie BlutSttopfen im Geficht." „Möglich, vielleicht angegriffen von kann auch sein, daß er ste gerade auS rücksichtea hierher gebracht. So viel ich weiß, Amerikanerin." „Aus Amerika?" „Er war ja selber lange dort..." Die Unterhaltung wurde hier abgebrochen-\ hing ihren eigene« Gedanke« nach, und der j j' sich auf, um»ach den Pferde» zu sehen, indem � pferd vor einem vorüberziehenden Kameel sche*' schwer wieder bernhigt werden konnte. v Sprachlos hing indeß Helene an des®aI L'' mußte ihre ganze Geistesstärke zusammen«np pr Bewegung Herr zu werde», die fie beim erste", Mutter ergriffe«.«(f „O, wie kalt, wie stolz fie aussah!" si#. leise vor fich hin._ W „Beruhige Dich, mein Herz— wie bleioj.� f worden bist— sei mein starkes Kind. E* J m Alle« gut werde«.' gekleidet gi er den klei, entschieden Moment a> Jahrmarkt liche Leute vorübergehe Merkw vorging. Z **«ßhaft ge, W nächste. tasche und blendende< verdutzt vor � Graf s derlichen M u°d schritt «'cht mehr\ Auch v ?'chen, der 'n»hre Wa ch-n. da,« de« entdeckte ...»Bitte dicht an G, den Kopf de de« komisch, Kopf nebe» u°d. zu ihm vnügen. den ..„Mein 'ch weiß»id un muu, uup»9 iuw uw« fiz V1, f n».„»"»O I stolzen Frau Sorge machen sollte. Könnt«. Gräfin auch wer an ihrem Wage« stand? Und ihr,?ut wieder »nd schön— Du hast Recht, Felix, e« wrrv werden." Mitten im Weg kam ein kleiner, dicker-( der, die Hände in den Tasche«, eine« Hut auf hatte und, obgleich er sehr ans?" , Hett Ä bafl ist sch«, _ uw Schreiner TuggiSderg, Buchhalter tzolzer und Dr. Vogt, Sohn. l /on>tW Vorauistchtlich wird der gleiche Zeddel, der diese LMe den tzteren, Wählern bekannt geben soll, auch eine Empfehlung zu Gunsten lenZoerjw» einer kleinem oder aiBfcem Anzahl der von den vereinigten kduden Freifinnigen aufzustellenden Kandidaturen enthalten. DieS !». SaW hängt indeß wesentlich von der Aufnahme ab, welche die Be« Verzmsai� schlüsse und Vorschläge der Arbeiterpartei bei dm Freisinnigen unv finden werden. Ansanglich schim et, daß man in maßgeden« den keifinnigen Kreism geneigt sei, der Arbeiterpartei fünf Kandidatm zuzugestehm. Auf diesem Fuß hätte fich möglicher «eise unterhandeln und ein Einverständntß erzielen lassen; aber vom Moment an, da bekannt wurde, daß dat keifinnige Zen« kalkomitee den Ardeitem für einmal nur drei Kandidaten ge« währen«olle, allerdingt mit der Zuficherung, bei einer all« fälligen Nachwahl ebenfalls einen Kandidaten der»rbeiter« Partei zu portiren, war von der Zurücknahme det früheren ve- fchlusseS, eine stebmgliederige Liste aufzustellen, leine Rede SJtIji.kutch hat fich ein gewisser Gegensatz zwischen der u?*,en vereinigten Fliistnnigen gebildet Doch surfte bei allseitig gutem Wollen und loyalem Entgegenkommen - Zusammengehen auf die GroßrathSwahlen hm gleichwohl �vglich«erdm WaS die Autfichten ihrer Kandidaten betrifft, w giebt fich die Arbeiterpartei keinerlei Täuschung hin. Wenn eine Verständigung mit dm vereinigten Freisinnigen erfolgt, so baden fie Äutficht, in ihrer Gesammtheit oder Mehrheit, ge« wählt zu werdm, sonst bli-bm fie mit einer oder zwei AuS« nahmen bloß Kampfkandidaten. Der soeben vom vundetrathe genehmigte Geschäftsbericht det eidgenöffischm Justiz und Polkeidepartementt über daS Jahr 1885 enthält nichts besonders BemerkmSwertheS. AuS- tiefe rungldegehren seitens det Auslände« wurden in diesem Zeiträume gestellt: von Deutschland 93. Frankreich 52. Italien 39, Oesterreich 6, Rußland 4 und von Serbien 1. Die S-bwelz ihrerseits stellte derm 103 gegen 104 im Vorjahre. Betreffend die Anarchisten faßt fich der Bericht ganz kurz: »Die in Sachm der Anarchistm ergrissenen Maßregeln haben unverkennbar einen wirksamen Erfolg gehabt, indem die agitatorischen Elemmte entfernt find, und die zurückgebliebmen Anhänger einstweilm wenigsten« ihre Thätigkeit gemindert haben. Allerdings werden noch hie und da einzelne unruhige Köpfe stgnalifirt, die jedoch meisten« da« schweizerische Gebiet wieder verlaffen zu Jjadm scheinen. Jndeß bleibt die Aufficht für den Fall ihrer Rückkehr aufrecht" Spanten« Boss. Ztg." schreibt man: In Andalufien nehmen vre rozialtstischen Bewegungen ernsten Charatter an, während � Banditenwesen in schrecklicher Weise um fich g.erft. DaSsElend ist insden niederm Ständen lehr groß und treibt dem BandoleriSmuS wie dem Anarchismus große Schaaken verzweifelter, leidenschaftlicher und verwegener Individuen zu. m GefäaM näStWI ch-S iner fiter ,>» auch w chm«il« er Gwemk einig« iP von Ü'.A en voa l Tm Rohtil n P. ihn El i am t zu Ti »ndl -ihe-l !b v« lter d« G'b°fi wn? Poli oft.. glichst-» um ;!» ;e der � 58Ät3j ilutio» ten i, aus As dt zu Der lllung,,. i,ater X Italien. Nach dem letzten Bulletin find in Brindist an der Cholera 2 Personen erkrankt, 1 gestorben, in Ottuni 5 erkrankt, 1 ge« Sorben, in Latiano 2 erltantt, 1 gestorben, in Oria 1 ge« orben. Amerika. Do* Unternchmerthum fängt an, energisch gegen die ge« fürchteten Arbeiterverbtndungm vorzugehen, um dieselben ein« zuschüchtern. JnjNew'Bork hat eine allgemeine Bewegung be« gönnen, deren Zweck ist, verschiedene Angestellte der Arbeiter« gesellschaften, welche Streik« und andere Boycotting.Bewegungm leiten, gerichtlich im belangen; 35 Personen find bereUS ver« hastet woiden. Man steht. daS Unternehmerthum bleibt fich überall gleich, in der Republik wie in der absolutesten Monarchie. Am 25. Mai wird eine allgemeine Versammlung der „Ritter der Arbett" in Cleveland stattfinden, um über die Lage zu derathschlagen. Die Eisenbahnunruhen haben, wie wir schon meldeten, t rc cn\>�* �—-—----- che«. .. anaen hat da» Repräsentantenhaus die sogenannte„S ch i e d« r t ch t e r b i l l" angenommen, deren Urheber der die Stadt St. LouiS im Staate Missomt vertretene Abgeordnete O'Neill zu sein beansprucht, während fie in Wahrheit al« eine mittelmäßige Nachbildung eine« älteren englischen Gesetzes anzusehen ist. Eine wirkliche Arbeitervor« läge ist der Gesetzetvorschlag an und für fich und im wahren Sinne de« Wortes nicht, denn dm Ardeitem kann und wird er nicht allzuviel nützm. Er bezweckt in der Hauptsache nur eine schiedsrichterliche Erledigung aller Streitigkeiten zwischm Arbeitern und Arbettgedem; wenn aber die streikenden Parteien nicht» von einer solchm Erledigung ihrer Streitsachen wissen wollen, so giebt e« kein Schiedsgericht. Zwangtweise Unterwerfung unter Schiedsgerichte ist nicht vorgesehen. Außerdem steht e« unter der Vorlage in hohem Grade in der ■3 Ä» UV« beo« heu« latt� f. xv rf,'.:--"«v«' de« entdeckte. .Bitte gekleidet ging, doch durch seine Beweglichkeit, mit welcher er den klemm, runde» Körper schwenkte, und durch sei» mtschiede» vergnügte« Gesicht Rottack'« Auge für eine» Moment auf sich zog. Aber bei solche« Gelegmheite«, wie Jahrmarkt und Vogelschießm, komme« ja oft gar wunder« liche Leute zusammen, u»d er wollte«vm mit der Gattin vorübergehm. al« de« Fremden Blick auf sie fiel. Merkwürdig war die Veränderung, die da in dessen Zügen ÜJSföfct v."#t �e* kleine, vergnügte Man« ganz Sa*!8100« la' M ordmtlich erstaunt au«, riß aber auch "m." Augenblick die rechte Sand au« der Sosm« deS Repräsentantenhauses, welche dafür stimmt DaS Hau« bat damtt den Weg staatSsoztalistischer Gesetzgebung detreten. ES henschte auch keine geringe Aufregung unter den «daeordneten, denn man kann nicht wissen, wohin dieser erste Schritt führt. Al» der Sprecher diejenigen VollSoertreter, welche für die Bill zu stimmen wünschten, aufforderte, fich von ihren Sitzen zu erheben, blieben viele fitzen; alS er darauf die Gegenprobe machte, erhoben fich nur 83. Darauf wurde namentliche Abstimmung veilanat, und nun blieben von den 83 Repräsentanten, die wenige Minuten vorher, al« ihre Namen nicht registrirt wurden, gegen die Bill gestimmt hatten, nur 29 übrig; die übrigen 54 Abgeordneten hatten mit überraschender Schnelligkeit ihre Gestnnung geändert. Ein Beweis für Cha< rakterfesttgkeit und UeberzeugungStreue wird hierin schwerlich gefunden werden; aber die Furcht vor denArbei kern und deren Stimmen war zu mächtig. Charakteristisch für die ganze Frage ist noch folgende Arußerung eine« Kongreßmitgliedes. Während der Berathung über die Vorlage befürwortete der Repräsentant Lawler au« Illinois dieselbe und sagte mit Bezug auf die Missouri Pac fic Eisen« bahnst, eik« u. A.:„Ich wünsche nicht alS Kommunist angesehen zu werden, möchte aber ganz offen erklären, daß, wenn Jay Gould an einen New-Bork er Laternenpfahl gehängt werden sollte, dieS ein Glück für das die Vereinigten Staaten genannte Gemeinwesen sein würde. Jay Gould'S brutaleö Vorgehen kann daS Leben von Hunderten und Tausenden von Menschen im Westen der Union kosten. Der Tod eine» Mannes wie Jay Gould ist nur wie eine zerplatzre Seifenblase im Vergleiche zum Gewicht der Wirren, die fich erheben würden, wenn der Streik in den west- lichen UnionSstaaten nicht bald beigelegt würde." Die Ver« Mittelung zwischen Kapital und Arbett ist übrigen«, bevor die BundeSgesetzgebung die einleitenden Schritte dazu that, schon von verschiedenen StaatslegtSlaturen versucht worden, so z. B. von der in Massachusetts, welche ebenfalls bemüht ist, eine Einrichtung für schiedsgerichtliche Ausgleichung der zwischen Arbeitgebern und Arbeitern austauchenden Zwistigkeiten zu schassen. AlS Früchte dieser Bestrebungen liegen der erwähnten Gesetzgebung bereits zwei Gesetzentwürfe zur Beschlußfassung vor. Beide stimmen darin mit einander überein, daß in allen Fällen, in welchen dirette Verhandlungen zwischen den stretten- den Parteien zu keinem befriedigenden Ergebniß geführt haben, auf Anrufen die schiedsrichterliche Vermittelung einer zu diesem Zwecke eingesetzten Staatsbehörde einzutreten hat. Voraus« gesetzt wird dabei allerdings, daß beide Parteien einem frted« lichen Ausgleich aufrichtig geneigt und auch bereit find, die« nöthigenfall» durch Zugeständnisse zu bekunden. Jeder Zwang ist ausgeschlossen. Von verschiedenen Seiten wird auf die Verstaatlichung der Eisendahnen hingewiesen. Koziales und Arbeiterbewegung Die„Nordd. Allg. Ztg." knüpft an die von un« gestern gebrachte Schllverung de« ArbeiterelendS in Galizien folgende unglückliche Bemerkung:„Man sollte meinen, daß, wenn deutsche Arbeiter diese Schiwerungen lesen, fie gewahr werden müßten. welcher Unterschied zwischen ihrer eigenen Lage und der geschilderten besteht. Wenn die Arbeiter aber nach den Ursachen solcher Unterschiede zu forschen unternehmen, dann iDetben fie finden müssen. daß die staatliche Fürsorge, welche ihren Interessen bei unS zu Theil wird, die wesentlichste dieser Ursachen ist."- Längst bevor die„staatliche Fürsorge" fich zum Wohle der Arbeiter in Deutschland vordrängte, defanden fich die deutschen Arbeiter in besserer Lage. als die slavischen. Ohne„staatliche Fülsorge" stehen fich z. B. die Nordamerika nischen Arbeiter durchweg besser. al« die deutschen. Bei ge« ringerer„staatlicher Fürsorge" bestehen in Frankreich durchweg höhere Löhne, alS in Deutschland und außerdem nehmen in Frankreich die Ardeiter eine höhere soziale Stellung ein al« in Deutschland. In Oesterreich henscht gegenwärtig eine„staah «che Fürsorge" ahnlich wie in Deutschland und merkwürdiger «eise gehört Galizien zu Oesterreich. Von einer höheren Kulturentwicklung. welche in Deutschland gegenüber den slavi. sehen Landen herrscht, scheint die„Nordd. Allg. Ztg." wie von vielen anderen sozialen Erscheinungen nicht die blasseste Ahnung SU habn,. Und außerdem scheint die„Nordd. Allg. Ztg." auch nicht die Organisationen. daS Seldststreben der deutschen Arbeiter nach Verbesserung ihrer Lage zu kennen, wodurch die. selben mindestens soviel erreicht haben, al« durch d i e„staat. liche Fürsorge", zu der bekanntlich in Deutschland auch daS Sozialistengesetz und der dekannte Erlaß deS Minister» von Puttkamer gehören. Au« Görlitz, 27. April, wird der„Voss. Ztg." geschrieben. Die Arbeitseinstellung der hiestgen Maurer auf den Bauten der Meister de« BaugewerkveretnS dauert fort, weil die Meister steh weigern, außer dem von ihnen als Maximallohn bewilligten Satze von 28 Pfennigen per Stunde auch einen Minimalsatz festzustellen, der einigermaßen den Ansprüchen der Maurex lefellen entspricht. Nach der Anficht der Gesellen ist die Ex .!öhung deS jetzt gezahlten Minimalsatze» von 18 Pfennigen rüt die Stunde das Hauptziel, nach dem fie zu streben haben 'onnte kaum ein Lächeln über den wun« . �klchm Menschen unterdrücken, aber er dankte fteundlich jetzt in dem hier freier werdenden Weg der gar * JJ mehr so fern liegenden Wohnung zu. r? D®n Helenen» Antlitz war jetzt der Schatten ge« "? sich über ihre liebe« Züge gelegt, und die Farbe Wanden, zurückgekehrt. Sie hatte ihr kleine» Mäd« werden wollte, an die rechte e kippelte munter nebenher •4 unh----"*' A da» ist schon die kleine Familie SM „Jeremias I" rief in dem Augenblick erstaunt Helene aus .Jeremias, bei Allem, wa« lebt!" lachte jetzt Rottack Serade hinaus, indem er dem kleine«, noch vor den Kindern auernden Mann die Hand entgegenstreckte.„Mensch, wo kommen Sie auf einmal hergeschnett?" „Direkt von Brumsilien, Herr Graf," sagte der kleine Mann mit dem ernsthaftesten Geficht, indem er fich wieder auftichtete, die dargebotene Hand derb und herzlich schüttelte und dann eben so ungeairt Helenen» fteundlich gebotene Rechte nahm—„direkt von Santa Clara, au« dem alten Nest, und wahrhastig, keinem Menschen auf der Welt hätte ich lieber begegnen mögen, al« Ihnen Beiden I Der Anblick thut kranke« Augen wohl. Und da« ist die kleine Familie? Jemine, mune Güte, wa» für ein paar Puppen; und so ge« schwinde!' Ein Zug von Schmerz war über HelenenS Antlitz ge« zuckt, al» der Anblick de» Fremde« au» der fernen Kolonie ihr rasch wieder schon fast vergessene trübe Bilder vor die Seele rief: aber wie eine leichte Wolke strich es darüber hin, und bald lag wieder lichter Sonnenschein auf dem holden Angesicht._(Forts, folgt.) Aus Kunst und Zeven. Einer, der den Blocksberg in die Luft sprengen will. Der Töpfermeisser Stefan CSajügi(Maraarethen-Ouai 23) in Pest erschien vor einigen Tagen bei der Stadthauptmannschaft deS zweiten Bezirke« und machte dort in geheimnißvoller Weise dem JnspektionSbeamten die Mtttheilung, daß er(CSajägt) ein Mitglied deS Budapester AnarchistenkludS sei und beauftragt wurde, den Blocksberg am Ostermontag in die Lust zu sprengen. Der Beamte sah sofort, daß er einen Jrrfinnigen vor fich habe und ließ Ctajügi, welcher bald darauf von der Tobsucht de fallen wurde, in die Zwangsjacke stecken und auf ärztliche An ordnung auf da« BeodachtungSzimmer bringen. Vom eigene« Sohne erschossen. Ein kürzlich au» dem Kronstädter Militärspital nach seinem Heimathsdorfe Szaß« falva zurückgekehrter rumänischer Bursche, Namen« Juon To- gyer, war mit seinem Vater darüber in Streit gerathen, weil der Vater nicht wünschte, daß der Sohn einem gewissen Mädchen nachgehe, welches er selbst, der Vater, heimführen wollte. Der Sohn widersetzte fich, und als ihm der Vater einige Ohrfeigen Die Streikkommisston hat unter diesen Umständen die Fort« setzung deS Streiks empfohlen, bi« eine Verständigung mit den Meistern erzielt ist. Wie verstchert wird, hat die ArbettSein« fiellung heute eine noch größere Ausdehnung gewonnen, weil auch die Maurer vom Lande, welche bisher noch fortgearbeitet hatten, ihre Thätigkeit eingestellt haben. Die von auSwärtS gedungenen Maurergesellen find nicht in ausreichender Zahl gekommen, um Ersatz für die Skeikenden zu schaffen. Die nicht der J'mung angehörigen Bauunternehmer haben den Lohn« tarif mit 30 Pf. per Stunde angenommen und bei ihnen wird fortgearbeitet. Die Verhandlungen in der letzten am stillen Sonnabend abgehaltenen Versammlung ergaben, daß feiten» der Streikenden eine 10'/,stündige Arbeitszeit und ein Minimal« lobnsatz von 26 Pfennigen per Stunde vorauSfichtlich al« EinigungSbastS angenommen werden dürsten. Etwa 30— 40 Maurergesellen haben bereit« die Stadt verlaffen um anderwärt» Beschäftigung zu suchen. Die Raugstellung der verschiedenen Exportstaate« wird durch folgende Ueberstcht, die wir der.Leipziger Zeitung", dem sächstschen RegiemngSblatt, entnehmen, recht gut veran« schaulicht:___ Der absolute Werth de« Export» aller nebenverzeichneten Staaten beträgt für die nackverzeichneten Waaren in Millionen Mark Davon entfallm prozentual auf I f Q T £ i i £ ä« 1,61 7,1 7.6 0,9 10,0 2,0 4,0 Textilwaaren 4427,9 I! 13,27 2,84 3.4552,42 22,48 H» W, 8.9-.6 SBIaWta« 623,4 22,7 1,9 1,6 15,7 8,1 12,8 S«,,...»»«. Ilten � i89 � � � 09 8»«ann!'. 37,0 9,4? 15,0 26,1 3,6 ®""n'®M",r7 21,2 10,0, 12 8 20,0 24,6 124 7,6| I 16,0 26,6 1 1,6 Deutschland ist also führende Cxportmacht in Papier und Papierwaarm(42,4 pCt.), sowie in Leder und Leberwaaren (37,0 pCt.). Deutschlands GesammtauSfuhr in Erzeugnissen der Textilindustrie, der Etsenbranche, in Papier, GlaS, Konfestion, im ganzen in 14 Waaren gattun gen betrug 1318,5 Millionen Mark, gerade so viel die Ausfuhr England» allein an Baum« wollenwaaren! An die Töpfer Berlin«. Kollegen I ES ist einem jeden Kollegen noch im Gedächtmh, wie demüthigend eS war, als eS Satt, auf dem friedlichen Wege der Vereinbarung für unsere lrbeitSkrast eine Lohnerhöhung von 25 pCt. zu beanspruchen, und die Herren Arbeitgeber durch Schaffung eine« Lohntarif« mit einer ca. lOprozeMigen Lohnherabsetzuna antworteten. DaS» selbe Schickial steht unseren Kollegen in Lübeck bevor. Dort haben die Arbeitgeber auf die gerechte Forderung einer löpro» zentigen Lohnerhöhung einen reduzirten Lohntarif nicht nur entgegen aestellt, sondern sofort nach demselben auszuzahlen versucht. Töpfer Berlins! Sollen wir derartigen Vergewal« tigungen machtlos gegenüber stehen? Ist denn die Niederlage der Kollegen in Lübeck nicht diejenige Berlins? Darum liegt un» die Pflicht ob, demjenigen zu Hilfe zu eilen, dessen Unter« liegen unvermeidlich auf unS einen Rückschlag üben muß. ES unterliegt keinem Zweifel, daß nur pekuniäre« und schnelle» Eingreifen Abhilfe schaffen kann, und ersucht deshalb die unter- zeichnete Kontrolkommijston alle solidarisch denkenden Töpfer Berlin«, nach besten Kräften für die Streikenden zu wirken und dadurch den Lübecker Kollegen den Kampffzu erleichtern. Listen zu diesem Zweck werden Freitag, den SO. d., Abends zwischen 8 und 10 Uhr bei Herrn Seefelb, Grenadierstraße 33, durch Herrn C. Görlitz und außerdem durch Herrn H. Bormann, Lange»Ttraße 62, Hof part. rechts, ausgegeben. Die Konkol» lommisston._ Dereine mh Uersammlungen« Die 4. ordentliche Generalversammlung der Allge» meine««ranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter (E. H. Nr 29. Hamburg) ,n Main,. Mainz. 24. April. In Main, tagt seit beute früh die zweitgrößte freie Hilf lasse in Deutschland, die Metallarbeiterkasse. Aus allen Gauen deS Deutschen Reich» waren Delegirte, im Ganzen etwa 130, erschienen, um während der Osterseiertage über daS Wohl und Wehe ihrer Kasse zu berathen. Wir verzichten auf eingehen» den Bericht über die einleitenden Formalitäten. Erwähnt sei nur, daß der Leiter der Kasse, Karl Deifinger(Hamburg), zum versetzte, zog der Bursche in maßlosem Zorne eine Pistole her« vor und schoß seinen Vater nieder. Die Leute im Dorfe nahmen Partei für den Sohn und waren ihm bei der Flucht behilflich. Bisher konnte derselbe noch nicht entdeckt werden. oo J5?. fß.r,.Ane.iß,1tftiöe. Lübau(Westpreußen). 22. April. Bekanntlich hatte der hi-stae Amtsrichter Kietschmar vor einiger Zeit dadurch allgemeines Aufsehen erregt, daß er bei Gelegendeit dei offiziellen MahleS, welches aus Anlaß deS 25jähligen Regierungsjudtläums deS Kaisers dierselbst statt« fand, dem Probst Hebel au» dem benachbarten Prondnitz, mtt dem rr in einen Wortwechsel gerathen war, öffentlich eine Ohr» feige gab. Die Sache wurde bei Gericht anhängig gemacht und hat jetzt ihren Abschluß dadurch gefunden, daß K. von der Strafkammer de» hiestgen Amtsgerichts, dem Antrage de« ersten Staatsanwalts au« Thorn gemäß, unter Tragung der Kosten de» Prozess-S zu 150 Mark Geldstrafe verurtherlt wurde. „Heiligkeit der Ehe". In einem Pro« vinzialdlatt befand fich vor Kurzem folgende» Jn'erat:..Ma» riage. Ein junger Kavalier, Militär, mtt 17000 M. Schul- .* Ci � i.——»r a �»—•-. den, sonst aber W gesund' wcht Va'ihm"weg-n ttw�S Mter hL H"rath erschwert, auf diesem Lebenswelse...-n... mm.y Wege schneidige Lebensgefährtin." Et« Theater von Indianern überfalle«. Ein einzig dastehendes Ereigniß wird auS Mexiko gemeldet. Seit einiger Zelt haben die Indianer von Fucatan wiederholte Einfälle in die Provinz gemacht. Am 7. März d. I». drangen dieselben in Masse gegen Abend in Peto, eine Neine Stadt in der Nähe von Mnida, ein. Daselbst spielte gerade eine Schauspieler» gesellschaft, und ein gut Theil der Einwohnerschaft befand fich im Theater. Die Indianer umringten das Theatergedäude, drangen hinein und raubten den Zuschauem alleS Geld und sämmtliche Schmuck und Werthlachen, die fie finden konnten, wobei ei zu mancherlei Schreckens- und Gewaltszenen kam. Ein Trupp sprang auf die Bühne, plünderte die Garderoden und die Requifitenkammer und schleppte die Schauspielerin Ruiz und zwei Choristinnen mit fich fort. Während de» Tumult«, der fich erhob, wurde der Sohn der Madame Ruiz, ein Knabe von 14 Jahren, der seine Mutter vertheidigte, ge« tödtet. Am nächstfolgenden Tage schickten die Indianer eine Botschaft in die Stadt, daß fie gegen»in Lösegeld von 3000 Dollars ihre Gefangenen in Freiheit setzen würden. Schnell wurde die Summe durch eine Subskription im Publikum zu- sammengebracht worauf die gefangenen Schauspielerinnen au« ihrer Lage befreit wurden. ersten, Schern,. Redakteur der„Deutschen Metallarbeiter. Ztg.", »um»wetten, Guthett(Berlin)»um dritten Vorfitzenden ge� wählt wurden. Wie üblich. er olgte die Wahl der ver. Kiedenen Kommisstonen. Die Nachmittagtsttzuna begann wtt r Berathung der Vorschläge der BeschastSordnungS- Kommisston, die mit einigen Modifikationen angennommen wurden. Interessant war der Bericht der Mandatiprü» sungSlommisfion, der zu de« lebhaftesten Debatten Ver« anlaffung gab. Die Generalversammlung sah fich ge» nöthigt, mehrere Mandate»u beanstanden und zur Prüfung an die Kommisston zurückzuweisen, z. B. dat Breslauer Mandat (6. Wahlabtheilung), sowie dasjenige d«S Flensburg« Delegir- ten, Meyer, zu kasstren, wetl d«selbe nicht die ersord«Iiche ab» solute Mehrheit der Stimmen auf fich vereinigt hatte. Wie auS der DiSIusfion hervorging, so scheint ein Versehen d« Kieler Wahlkomitees vorzuliegen. Ei machte fich wiever deS schon so oft gerügte Mißstand geltend, daß die Instruktionen deS Wahlreglements von vielen Filialen nicht genügend de« achtet werden. Dadurch, daß die Generalversammlung Man« date, die durch grobe Verstöße zu Stande gekommen find, um« stoßen muß, erwachsen der Kasse bedeutende unproduktive Ausgaben, und der Vnlauf d« Kongresse wird störend beein» flußt.— Geradezu verblüffend war d« Eindruck, d« durch die Mittheilung der MandatSprüfungSkommisston hervorge- rufen wurde, daß vi« Herren aus der 22. Wahlabtheilung, Helland Leipzig, Ludwig.Wurzen, Müller-Giebichenstein, Ver« heidM'PIagwitz erschiene» waren und fich zum TheU, beson» ders Heiland, in regster Weise an der Debatte bethetligt Hm, ohne daß fie überhaupt ein Mandat besaßen. ES kam zum Ausbruch der bnettS lang« währende flift zwischen dem Hauptvorstand und der 22. Wablabthei« lung, kurz gesagt, die Affäre Hauptvorstand contra Heiland. Letzter« hatte in der Kasse selbst und publizistisch, besonders in der„HilfSgenoffmschaft", e» für angemessen erachtet, die Kasse, parlammtarisch gesagt, herunterzureißen und sogar bei d« Hamburger Aufstchtsbehörde, allerdings erfolglos, zu venun« ziren. Die Generalversammlung konstatirte, daß die 22. Wahl- abtheilung überhaupt nicht vertreten sei, und lehnte, obwohl Herr Heiland«klärt hatte,„« sei»war ohne Mandat, ab« im Auftrage d« Mitglied« auS der 22. Abtheilung da", jede Reisemtschadigung ab. 25. April. Die beanstandeten bezw. kasstrten Mandate wurden auf Antrag der Kommisfion, die Etnficht in daS vorliegende Ma» terial genommen, für giltig«klärt; es handelt fich um Reut« lingm, Breslau Würzburg. D« Vorsttzende verlaS ein Schreiben Heiland'S, worin»«selbe mittheilte, daß«, da man ihm keine Entschädigung gewähre, abreise. Man nahm davon stillschweigend Akt. EineStawtenkommisfion zur Vorb«athung der eingelaufenen Anträge wurde gebildet. ES folgte darauf der hrchinteressante Geschäftsbericht, den He« Deifing« in zweistündig« Rede vortrug. DaS am 1. Dezember 1884 statt« gefundene Inkrafttreten deS Gesetzes üb« die Krankenver« fich«ung d« Arbeiter und d« damtt«tolgmde Kassenzwang hat der Kasse eine große Anzahl neu« Mitglieder zugeführt; ob diese alle der Kasse Segen gebracht haben, sei dahingestellt. Ende April 1884 betrug die Mitgliederzahl 22331 und stieg bis zum Schlüsse desselben Jahres auf 42 869. 1885 hat fich dieielie etwas v«rtngert, indem einer Zahl von 10 746 Eingetretenen 17165 Ausgeschiedene gegenüberstehen. Der äugen« blickltche Bestand beläuft fich auf ca. 35 000 Mitglieder. Die Thatsache deS Zurückgehen» der Mttgliederzahl im letzten Jahre ist wohl nur zum kleinen Thell zurückzuführen auf die im letz« ten Quartal 1885 nothwendig gewordene Erhöhung der Bei« träge auf Grund d« Bestimmungen dei§ 7 dei Statuts. Mehr Antheil dürfte die Thatsache daran haben, daß nach dem 1. Dezemb« 1884 noch eine bedeutende Anzahl Mit« glieder eingetretm find, um fich dadurch vor dm Zwang»« lassen zu retten, waS ihnen jedoch nicht» genützt hat, weil dieselben nachträglich doch» alß am Tage de» Inkrafttretens deS Gesetze? nicht verstchttt, für die ZwangSkaffen requirirt wurden und deshalb, weil fie auS jenen nicht vor Jahresschluß heraus» kommen konnten, auS der Metallarbetterkaffe wieder ausschieden. Es ist hierbei zu konstatiren, daß mit Ende des Jahre» fich die Zahl der Aufnahmen wird« bedeutend«höht hat, und find auch in den ersten beiden Monaten dieses Jahre» schon Wied« ca. 1100 neue Mitglieder aufgenommen. Die Zahl der örtlichen Verwaltungsstellen beträgt augenblicklich 383 gegen 241 zur Zell der Abhaltung d« letzten ordentlichen Generalversammlung. Errichtet wurden seitdem 178 Verwaltungsstellen, während 36 eingegangen find. Von hohem Interesse war die sachltche, durch die Mittheilung der amtlichen Aktenstücke drastisch illustrtrte Darstellung de» Kampfes d« fteien HilfSkassm, speziell der Metallarbetterkaffe, mit den Ortikaffen und dm sächfischcn Behördm. Die Vorgänge find unfern Lesern bekannt. DaS ist ein Stück Geschichte der Arbeiterkaffen« bewegung, da» dereinst für den Forsch« von Bedeutung sein wird» wie eS jetzt eine Lebensfrage für die Arbeit«- Versicherung ist, daß endgillig den freim Hilfskossen eine ge« setzliche, sichere Grundlage von ehnner Festigkeit geschaffen werden muß. Nicht länger darf die diskretionäre Vollmacht der Polizei solch einm Spielraum in der Behandlung deS KaffenwesenS haben, wie biSH«. So gut wie d« Grundsatz de» Kaffenzwang» ist, so verfehlt ist eS, daS ZwangSkaffm- softem durchzuführen, so wie eS geschieht; eS steht nicht im Einklang mit d« modernen Entwicklung, daß die Zwanaskassen auf Kosten d« freim Arbeiterkassen bevorzugt w«den. Hoffent- lich lassen die deutschm Arbeiter nicht ab, immer mehr Mit- glieder dm Zentralkassen zuzutührm. Der Bericht deS Vor« fitzenden wurde äußerst beifällig aufgenommm. Nach der Mittagspause erstattete der tzauptkasstrer H«r Butenuth (Hamburg) dm Kassenbericht, dem wir folgmde Daten entnehmen, die von allgemein« Bedeutung find. Vom 1. Januar 1884 bis zum 31. Derember 1885 betrug die Gelammteinnabme M. 1 129 941,60, darunt« an Beiträgen M. 1 016 249,43• die GefammtauSgabe M. 1 056 943,65, darunter an Krankengeld M. 973 711,15 und Beihilfe in Sterdefällm M. 21 100. Es bleibt ein Kassen de- stand von M. 72997,95.— Bei Beginn deS Jahre» 1883 belief fich die Mttaliederzahl auf 9007, die Zahl der von 1883—1885 betrug 49 856, die Zahl der Gestorbenen 588, der anderwertig Ausgeschiedenen 22095. Am Schlüsse de» JahreS 1885 hatte die Kasse 33 210 Mitglieder. Die Zahl der Er- krankungifälle in den 3 Jahren war 37 279, die Zahl d« Krankeitstage währmd derselben Zeit 666 016. Von hervorragender Wichtigkeit für daS Kapitel der Ge werdekrankheitm und de» ArbeiterfchutzeS ist die Statistik von KrankheitSursachm in d« Zeit vom 1. Januar biS 31. Dezember 1885. Die Gesammtzahl der KranlhettSfälle betrug 16048. ES litten an: Lungen« und Luftröhrmkatanh.. 3411 Magen« und Darmkatarrh... 2990 Rheumatismus....... 2080 Hals« und Kehlkopfkatarrh Allgemeine Entzündungm Geschwüre...... Lungmentzündung... Lungenschwindsucht... Erkaltung...... Randklentzündung Bluthusten und BI lutspeim 925 853 737 393 354 259 253 165 Summa 12 420. Die hier angeführten Krankheitsfälle bilden die überwiegende Mehrheit, sodaß der Rest nur wenig inS Gewicht fällt.— Man steht auf den ersten Blick, welche kolossale Ziff« die Lungen« und Halt leiden, also die Krankheiten der AthmungSorgane. zur Morbiditätsstatistik der Metall» arbeit« stellen. Die Lungenschwindsucht, die Lungen- katarrhe, die Kehlkopfleiden räumen am furchtbarsten g«ade in d« großen, reichgegliederten Gruppe der Melallarbeiter auf. Die gesundheitsschädlichen Einflüsse der Beschäfrigung machen fich evm geltend, sei eS, daß fie Magen und Darm, sei eS, daß sie die RefpirationSorgane«greifen. Wie noth thut ein Arbeiterschutzpesetz, wie vortrefflich wäre die schneidige Durch- filhrung der Forderungen der modemm Gcwerbehygiene, die sorgfältigste Kontrole der Arblittstätten, welche Reform wäre die gesetzliche Verkürzung der Arbeitszeit! Von 16408 Krankheitsfällen also entfallen 11943 auf Lungen«, K-Hlkopf-, HalS-, Luströhrenkatarrhe, auf Schwindsucht, auf Bluthusten, Blut« speim, auf Rheumatismus u. s. w. An rheumatischen Erkrankungen laboriren die Metallarbeiter, die so oft dem jähsten Tempnaturwechsel, Erkältungen u. s. w. ausgesetzt find. Kurz und gut, die niedrige L-benS« Haltung de» werkthätigen Volks, die schlechte Ernährung, die jämmerlichen Arbeitsvnhältniffe, sie zeigen fich in ihrer erschütternden Wirkung in diesen Ziffemreihen. Des ist die tägliche Tragik de» Arbeiterledi nk. Wir können unS im Rahmen uns«« während d« Verhandlungen# Momentaufnahme auf ausführliche Erörterungen»»,, lassen, so verlockend auch der vorhandene Stoff ist. N» bietet fich unS sväicr Gelegenheit dazu. ES folgte# Kaffenrapport der Bericht der Revifionskommisston, eine glänzende Annkennung der Thätigkett der äs«®* tch darstellte. Die Kommisfion beantragte die EttM. techarge an den Hauptkaifirer. dessen Wirklamlw� hnvorgehoben wurde. Eine äußerst lebhafte DiSkuP spann fich über den Verwaltung»d«icht u. s. w, verschiedenen Mitgliedschaften sich üb« lokale nnd M Fragen zu äußern Gelegenheit hatten. Dem ro'rö Decharge ertheilt. Die Präsenzliste ergiedt 125 Del-airte. Um 7 Uhr Schluß d« Sitzung Kr. Eine Generalversammlung der StelltWWJ Ii«» und Umgegend mit der Tagesordnung:„Bestwiss in Betreff der Arbettseinstellurg", fand am.Miiwocb« Salon unter dem Vorsttze deS Herrn Men-el statt. etwa 200 Interessenten anwesend. Der Vorsitzende lM Diskussion mit der Mttthetlung ein, daß die LoW% in Rücksicht darauf, daß zur Zeit die Nachfrage nack krästen tm Stellmachergewerbe eine ungewöhnlich starn» Kollegen den Vorschlag mache, dm von ihr aufgesteM? lohn-Tarif dm Meistern zur Untnzelchnung omzuM bei denjenigen Meistern, welche am 1. Mar den I™; unterzeichnet hätten, die Arbeit niederzulegen. In% kusston wurde hervorgehoben, daß die Forderung eirn' mallohneS von 24 Ät. wöchentlich von derLohnlommüf' zur Zeit undurchführbar erkannt worden sei, daß Akkordlohn� Tarif, in welchem die Stücklöhne so de>echnet s� ein Arbeit« von miitelmäßiger Tüchtigkeit bei lOstünW! beitszeit 24 M. wöchentlich««dienen kann, bei ei� Vorgehen der Kollegm leicht durchzusetzen sein wü'.de,' angeletzten Siücklöhne in lrühnen Jahrm dttejwj worden seien und von vielen M istem auch jetzt gezah»' Es wurde schließlich eine Resolut on einstimmung angck? in welcher die V«sammelten fich mit dem von der M Mission ausgestellten Atkord Tans, wie auch mit der M der Sonntag«, und Ueberstundenarbeit, mit der 6™* einer 10 stündigen Arbeitszeit und mit der Abschaf Kost und LogiS beim Meist« einverstanden erkläre« verpflichten, mtt allen gesetzlichm Mitteln am 1. M Durchfühmna dies« Forderungen einzutreten, und dlese Resolution ihren Meistern vorzulegm. ES i noch diejenigen Werkstätten verzeichnet, denen die misfion, da dieselben in der Versammlung nicht oei dm gefaßten Beschluß zur Kmntniß bringen soll. t Eine Arbeitertunenversammlung, die«# besucht war, fand am Mittwoch in d« Urania, Wr unter Vorfitz der Frau Stägemann statt. H«r Dr. sprach üb« die„Ewigkeit in der Berliner Frauen! die er vermißte und die h«beizuführen er da» Vötting aufgestellte Programm für geeignet hiett. auf der Tagesordnung alS zweite» Thema die„V stand, enthielt fich Herr Lüttgenau in seinem Vortragt persönlicher Anzapfungen nicht, die wieder einmal zu regten Debattm führten, deren unangenehmste Seiten Referent zu fühlen bekam. Die allgemeine Erregung fich noch, alS Herr Lüttgenau in Betreff der Tellers» welche dem Verein zur Vertretung der Jntneffen der K rinnen durch Beschluß zugewiesen war, Schwierigkeiten I wollte, so daß Frau Sicrndorff dm Wunsch aussprack-, Dr. Lüttgenau zum letzten Mal in Frauen vnsamml� hört zu haben.— Von ewem pofitiom Ergebniß de»*. konnte unter solchen Verhältnissen nicht die Rede seln� wähnt sei nur noch, daß von mehreren Seiten die s laut würde, der Mäntelnäherinnen-Verein tbäte am aufzulösen ud w corpore dem Verein zur Vertretun»% ter'ssm der Arbeiterinnen fich anzuschließen. Das#'3 stehen de» NordvereinS wurde hingegen als nothw#' zeichnet« I» der freireligiösen Gemeinde spricht am Vorm. 10 Uhr, Roienihalerstr. 38, Herr Schäfer gegenseitige Verantwortlicheit zwischen dem Einzelne« Gesellschaft.— Zutritt steht Jedem frei. Der heutigm Nummer liegt für die htefigen ein Prospekt d« deutschen Kunstaew«be-Lott«ie von � machet, Berlin C., Königstraße 14a, bei. Theater. Freitag» den 30. April. Dverahaa». Euryanthe. Echanspielhan». Christoph Marlow. IiHttsshe# Theater. Die Liebes. Botschrft. Mnvner-Theater.„Die Sorglosen." «eftden»- Theater. Theodora. Drama in 8 Bildern von V. Sardou. »«ae�Allianee-Theater. D« Bettelstudmt. Artedrich-WilhelmMdtische» Theater. D« Zigeunttdaron. m.. Walhalla« Theater. Da« lachende B«lw. Hetteret au» d« B«lin« Theatnacsckichte mtt Gesang und Tanz in einem Vorspiele und 3 Aften von Jakobson und Wilkm. kentral-Theater. Der Stab»« Trompet«. »Moria« Theater. Amor. Tanz- Poem von Luigi Manzotti. BSÄÄÄ* TH�Ä'der�ÄeichShalle«. Große Gpeziali« titten-Vorftellung.„._. «avfmann'S Variete. Große Spezialitäten« Vorstellung. Konkordia. Große Spezialttätm-Vorstellung. , Jftr,. Passage 1 Tr. 9 M.- 10 A. VniTT Katser-vanorama. mftnf Neu! Zum erste« Malt: Throl. Ober-Italien und Pompeji. Hertha-Aetse. Karolinm-Jnseln.«ine Reise 20 Pf. Kind« nur 10 Pf. Abonnemmt.[1201 Soeben«schim Nr. 28 dei „Wahrm Iakov". Zu beziehm durch die Expedttion, Zimm«- straße 44.[1229 ZilhWg btMftthtlld!! 1.— 4. Hai Nmislki Kunst. & im. Bichard Schröder, W Markgrafenstr. 46.[1506 GmSdarmenmarkt. Allen Freunden und Bekannten die traurige Mittheilung. daß unk« lieber Bruder, der Sattl« Mithelm Pilz, nach kurzem ad« schwerem Leiden am 27. d. M. gestorben ist. Die Be«digung findet am Freitag(hmte), Nachmittag» 4 Uhr. vom Elisabeth. Krankenhause, Lützowst., auS statt. 1516] Di» trauernden Geschwister. Grosse öffentliche Geueral-Vers ammlung der MMttKcllwsll. Umgegend am Sonntag, den 2. Mai, Vormittaai 10 Uhr, im großen Saale d« Brauerei Tivoli. TageS-Ordnung:[1511 1. Beschlußfaffuug üb« die Schritte, die zu thun find, um uns«e Lohnforderung von 50 Pf. Stundenlohn überall durchzuführen. 2. Verschiedene». Der Wichtigkeit d« Tagesordnung halber ist e» Pflicht sämmtlich« Mam«, zu«scheinen. Die Lohn°kommission. I A.: L. Kliemann, Tempelhmenstr. 21. Fachverein d. Böttcher. Sonntag, den 2. Mai, Vormittags 10 Uhr. Dersammlnno[1512 bei Oeife, Lichtenberger- Straße Nr. 21. Tagesordnung: 1. Abrechnung. 2. D« Streik in Itzehoe. 3. Verschiedenes.— Die Mitglieder werden ersucht, recht pünkllich zu er« scheinen, da die Versammlung laut Beschluß puntt 10 Uhr eröffnet wird. D« Vorstand. Große öffentliche Versammlung de» Kteinträge» Kerlin» und Umgegend am Sonntag, den 2. Mai. Vormittags lO'/i Uhr, im Konzerthause„Kanssouei", Kottbuserstr. 4a. Tagesordnung; 1. In wie weit haben die Meister uns«en Forderungen Rechnung ge- tragen und wie vnhalten wir unS zu diesen? 2. Verschiedenes.— Ehrenpflicht eines jeden SteinträgerS ist eS, zu erscheinen.[1513 Der Einberufer. Gruppenbilder find zu haben bei C. Scholz. Eisenbahnstr. 86b ni.[1222 E. ftdl. Schläfst, z. v. Laufitz«pl. 16, Seiten fl. rv l. Wir verkaufen zu billigen Preisen: Halb u. ganz anschließende Jaquets 7.50, 10, 12. 15 Mark; Halbu.ganzanschließendePaleM ' 10. 18. 15. 18 Mark; Regenmäntel aus guten Stop sehr hübsch garmrt, gut fitzeab. 10, 12. 15, 20 Mark! SchMarzePromenaden-Mäntelv Schwarze Promenaden-Paletots sehr reich mit wollenen und seidenen Spike« aarnirt. 15. 18, 20. 25 Mark; Schwarze Umhänge, reich mit gutem Spiken-Agrement garnirt, in ganz gr Auswahl. 10. 12, 15, 20 Mark. Sielmann& Rosenberg, Kommandanteu- nnd zindenstrassen-E� Ärbettsmarkt. DiechSl«lehrlg. verl. Hoffmann, Waldemarstr. 15. Der uuentgeltl. Arbeitsnachweis des Fachverems der Schloffer «ud Kernfogeuoffe« befindet fich Kebastianstr. 60 im Lokale de» Herrn O p a tz. Annahme und Ausgabe der Lfferten findet zu jeder Tageszeit statt.[1495 Nersn-wortlich« Ltedafteur Zt. e«»»bel« s Sküln. Druck u-tti Verlag von W«tr Siiidtm, In Lttlin«V..«euthftraß» 2. Koede« erschien: tu Die IllMlilemdrA vor dem Nmtscheu Stenographischer Bericht der de» Deutschen Reichstage» am M Drittes Zu beziehen durch die Grpeditiw> jf Huer Dolbsblutt«. Kerliu SW" straff» 44. est- » D« «stattete schatten i hieß eS: aber no nossensch die Hern verstand, auszuspri Schöpsui dann ar Stelle zr auf dem sorgunz Kerne m Mo in§ 24. ste deren Olgane! Sor die Besu schast au v. Mit die land. gestellt. «ine Wii wnden I diese stnl Int auSschüss — Land beit«, n fich also v..Daß der feine diesem g Vertreter daran? 5 sehen uni pfänger 1 Gnadensi Da waltun gS Weise au wälzt we genden S den könn zu verhäl heran gezc daß uns, Sozialres n. 9118 hier zum welche d recht geei Herren m auffaßten. § 9 welche bi Theil in Rente in muna bez Dam zieher da, mag also noch auSz schast not währen, l fie da in erst auSzu Hierzu Beilage zum Berliner Bolksblatt. 100 Freitag, den 30. April 1880. HL ptf % Mt ntucjlt Ctiftung auf dim Grbirte iier Siziiilrkfllrm. IL 5D«r von d«m Abgeordneten Freiherrn von Maltzahn-Gültz «stattete KornmisfionS-Bericht ipricht von den ÄerutSgenoff-N' schatten als„tosisptet'a und weitlärfig"— im.urlp ünglichen Tixt hieß eS:„überaus lostspielig jc." In der Kommission finv aber noch ganz andere, herbere Urlheilc über die Lcrussge- Noffenschasten gefallen. Interessant ist nun zu beobachten, wie die Herren Agrarier diesen U-delständen entgegen zu wirken »«standen haben. Sich offen gegen vte Beru'sgenoffenschaften aukzusprechen und den Bani«ott dieser sozialpolitischen Schöpfung zuzugestehen, ging natürlich nicht; denn was sollte dann aus der„Sozialreform" werd n, wenn an otfiziellstn Stelle zugestanden worden wäre, daß die Träg« derselben, auf denen in Zukunft die Invaliden» und Arbe>slosen-B ti hallen am 3. Mai eröffnet werden. Es scheint, al» ob die Händler, welche bis jetzt auf dem Markte verkaufien, fich mit wenigen Auf- nahmen nach den Markthallen wenden werden. Auf der neuen Damvfftrastrnbah«, die den Zoologischen Garten mit dem Grunewald verbindet und die am 5. Mai ihren Betrieb eröffnen wird, fand gestern Vor. mittag eine Probefahrt statt, zu der Vertreter ver Pr-ffe und andere Herren und Damen Einladungen erhalten hatten. Die Gesammtlänge der Babn beträgt 3,931 Klometer, die größte Steigung ist 1: 40. Die Geschwindigkeit kann bi» 20 Kilometer in der Stunde gesteigert werden, gestattet ist nur eine Geschwindigkeit von 12 Kilometern, die Fahrzeit belauft fich demnach auf 19 Minuten. An der Fasanen-, Leibnitz- und Wtlmersdorfer Straße, an der Straße Nr. 6 und an der Ringbahn find Haltestellen. In den Wochentagen werden die Wagen vorläufig halbstündlich, Sonntag» viertelstündlich laufen. Mit den Pterdedahngesellschasten, deren Linien nach dem Zoologischen Garten gehen, hofft man noch Verttäge adzu- schließen, denen zu'olge für Pferve- und Dampfbahn giltige Fahrscheine verausgabt werden. Für später ist auch«ine Ver- längerung der Dampfstraßenbabn einerseits über den Nollen« dorfplatz bis zur Zwölf Apostellirche, andererseits di» Hunde- kehle geplant. In Benutzung genommen werden zwei Arten von Wagen, geschlossene Winterwagen zu 30 Plätzen und offene Sommerwagen zu 47 Plätzen. In mehreren Zeitungen fand fich anläßlich der jüngst verflossenen Feiertage eine Roliz, welche in ziemlich alberner Welse da» Backgelv, welches den Bäckergesellen sür die erhöhte und äußerst angestrengte Thätigkett vor den Fcie.tagen zu IV. Z« dem Auqenhlicke, als et in der höchsten Erregung die Thür de« Speisesalons aufriß, neigte sich Herr v. Be- ranger zu seiner Frau, um sie zärilich zu umarmen. „Stoßen Sie ihn von fich! Lasse» Sie ihn nicht w Ihre Nähe!" schrie der Vicomte, dem der Angstschweiß von der Stirn« rann. Stumm vor Schrecke» und Staunen sahen die Avwe- senden den V'comte an. Frau v. Darcour»«hob fich, um ihren verstört dremblickenden Gemahl zu fragen, wa« ihm widerfahren sei. „Fort von mir l Fort von mir I" zeterie der Unglück- Irche.— Nun erhob sich auch der Steuerkommissär Baubrille, welcher glaubte, daß in dem V'comte die Reue über eine am Staate begangene Sleukruvterschlagung wachgeworden sei, um ihn einem Verhöre zu unterziehen. „Kommen Sie nicht in meine Nähe! Sie sind ei» Kind de» Tode», wen» Sie sich rühren!" Hierauf sank der Gelehrte wie zerschmettert auf ei» Fauteuil und mmmette mit ersterbender Stimme:„Kinder 1 wir find verloren! Wir sind alle von der schreckliche» Hundiwuth befallen!" Kaum hat der Vicomte dies«» entsetzliche Bekenntviß abgelegt, al» fich alle Anwesenden der zunächstliegendea Gegenstände bemächtigte«, um sich gegen den gefährlichen Nachbar wirksam vertheidigen zu können. „Ursula!" schrie der Hausherr au« voller Kehle. Ursula, die Köchin, trat rasch in da» Zimmer. „Rasch, mein Kind, eile so so Fchaell Dich Deine Füße tragen können zum Doktor Laudrimel!" rief der Vicomte. „... Und sage ihm, d«ß wir alle von der Hunds« wuth befallen sind! O, mein Gott fügte Frau v. Dai courS schluchzend hivzn. Ursula ve» ließ ebenso rasch als fie gekommen de» Speisesalon und schloß der Sicherheit halber vor allem die Theil wird, mit dem Ertrage verglich, welchen die 'vieler für ihre Benefizvorftellungen erhalten. Ein deiM Vciglrich ist du chau« ur zutreffend, er beweist nur, Wj Fadiitanten und Verbreiter derartiger Notizen nicht du � fernteste Ahnung von den kolossalen Anstrengunzen denen fich die Bäcker vor den Hauptfesten zu unterziehen dap Die Bäckergesellen kommen thalsächlich während jener Zn>� Tage und drei Nächte nicht vom Backofen hinweg, fie P in der R-gel kaum Z-it, etwas zu fich zu nehmen. wöhnliche Folge der Ueberanstrengung ist denn auch. Bäckergesellen währen? der Feiertage meist krank dam»«! liegen, was um so erklärlicher erscheint, wenn man devenv-" ein ununterdiochener Aufenthrlt von 70—80 Stunden w» Siedehitze der Backktube schließlich auch die stärkste KonstiM erschüttern muß Wenn die Bäckergesellen also für die eiwf Stiftung ein paar G-oschen mehr verdienen, so liegt durchaus kein Giunb vor, diesen sauer erworbenen 2WJ dienst mit dem hiergegen fast mühelosen Erwe.b de«' Benefizvorstellung genießenden Schauspieler» in eine W»' stellen. Bei dem Steiumetzmeister Brehme, Biesenthalei kam es am dritten Feierlage, Abends gegen V,6 Uhr, i' verschiedenen Ardeitern zu einem Wortwechsel, der(Alt dahin ausa tete, daß einer d:r Arbeiter dem andern eW' feige gab. Der Aroeitgeder wollte derariige Z vistigkei»� seiner Arbeitsstätte nicht dulden und entließ daher die M ligtcn Arbeiter. An dem Vorfall wäre an fich nun n»'' viel ErwähnenSwiNbeS, wenn fich der Herr Meister nifll? nachträglich oeranlaßt gefühlt hätte, an seine Kollegen#! zu richten, in welchem die Bitte enthalten gewesen sein% von idm entlassenen Gesellen nicht wieder in Arbeit zu K Od dieses edle Manöver von Erfolg begleitet sein rvtib,' sich vorläufig noch nicht fefistellen. � Au» feinen Erfahrungen in„Christ lich tn zur Heimath" erzählt der„Fnis. Ztg." ein Handwerli� Episoven aus seiner flüheren Wanderschaft.„Ich kein und wandte mich in die Herberge zurHeimalh in der« straße. Nachdem die übliche Abendandacht beendigt eS ans„Berappen", d. h. es wurden die Echlafgelv«/ zogen. Ein Bett kostete damals 2 Sgr. Derjenige, im Befitz von 2 Sgr. war, mußte„Bankaib-tt" mach auf der Bank schlafen und dafür einen Sechser bezohli her fand fich einer, welcher für die„Bankardeit" bei nicht bezahlt halte. Was geschieht nun, der arme To vom Rausschmeißer, d. h. vom Hausknecht 11 Uhr Straße gesetzt. Ich weiß, die Worte„zur Heimalh" aus jeden jungen unverdorbenen Mann einen woh' Eindruck, man fühlt fich wohler, leichter. Wenn man' christlichen Helberg« aber wegen eines Sechsers auf die* gewoifrn wird, so st-de ich das nicht christlich. F&* das christlich He r Redakteur? Erst Singen und 3%* dann Rausschm'ißen!„Der zweite Fall betrifft diel zur Heimaib in Elberfeld und ist, wenn man will, huwä Raiur." Ich war in Elberfeld in Stellung und hat«' Hermatb vollständige Penfion, wofür wöchentlich, ia« 3'/, Thaler bezahlt wu de. Dafür gab es eine reichl�i mannnslost und ein Bett mit Sprungfedermatratze. jeden Mittag so an die 50 P-rsonen zu Tisch, HanrwN schiedener Geschäfte. Der pfiffige HauSvaier kennt ad dem seine Gaste genau. Nach beendigtem Gebet findet' einen Platz leer, und fragt, wo ist der Schlosser? v« � Stimme„auSgerück". da antwortet« der chtistliche H» den Ktri soll der Teufel holen." j Au» ihren Berstecken, in denen fie Jahre hW'?: beschaultcheS Leben geführt, kriechen jetzt zu Zehntause� Zwonzigpfenntg- Silberstücke Herour. Seitdem da? W die Ausprägung der Nickel Zwanttger im„ReichSanzoS� schienen, haben die Frauen die Sparbüchsen geöffnet g* Schätze in Silber und Gold umgewechselt. Der flfetlWf ist wieder mit dieser zum verlieren prädestinirten MW ichwemmt. Der Materialwaar en Händler schiebt ste de« laufenden Dienstbote« zu, der Pfervedahnsidaffner zahlt I Kleingeld aus, so schnell man ste«ihält, läßt man ste a wandern. Füher waltete noch das Jntenffe od, fie � lohnung den Hausgenossen mit nach Hause zu bringe»-� sorgttche Ehegatten legten auf diese Weise bei ihren sB Gattinnen den Grundstein zu den Geschenken, die fie tyj nachten erhielten. Alle diese Motive haben nun Man spart die kleinen Dinger nicht mehr, seit fie m Aussierbe- Etat gesetzt find. DaS letzlere wen man im Publikum und— irrt fich. Die filber Pfennigstücke weiden nicht eingezogen, vorläufig villi"! »rre wemg>»� ihrer HcrzerSangst zu allem Ja, und der fitzte fich alsbald in Bewegung. Nachdem die im Schloßhofe einmarschiert war, wurden Schtldw�l gestellt uvd ein Piquet von Löschmäanero,'n, sich der Arzt befand, vor die Fenster dirigirt, sich die gefangenen Wuthbesesseoen befanden.,~/ ziuer begann seine Fragestellungen und besichtig' � eine« von Ursula beigestellten Operngucker» die o � Patienten. Der Vicomte erzählte dann dem � 1*' ganzen Hergang de» Falle». Doktor Laudrimel w � f ein sehr ernste» Gesicht, denn der Hund, welch"' M hatte, war thatsächlich toll gewesen. Ehe noch° �' seine E zählung ganz beendigt hatte, erscholl' der zahlreichen Zuschauerschaft ei» herzhaftes 0� Blicke aller Anwesenden richteten sich auf de»> Bouchon, welcher sich einer endlose» Heiterkeit h � „Beruhigen Sie sich, Herr Vicomte!" während ihm die Thräne» über die Wange» ra» habe mir einen kleinen Scherz erlaubt. VVJrfh Hrrn, welche» sie an jenem Tage forttrugen, i'„ A von ein m wuthkranken Hunde her, sondern' pfi F ühstück. Wenn Sie e« nur ei» wenig 0""" hätten, so würde» Sie wahrgenommen habe», braten war!" Ein Schrei der Erleichterung durchtönte c* � Fj Man umarmte und küßte einander und weinte Die Feuerwehr sormiri« sich und gab einen C? J Besten. Der Vicomte aber verzieh dem Apotheker er seine wissenschastlichen Bestrebungen in Weise vereitelt hatte. Er wendete fich fortan< n'PT Gebiete der menschliche» Forschung zu.#. auch nicht im Geringste» wundern dürj verfahren Pasteur» noch manche» Mangel Kreisen�' drtllanten amten,» oufoirbcl Zern, M Perl, ein' Ü!t0 I>c i piff' p itifl« % treten. Bei dem schönen diesjährigen Charfteitagsweiter war die» wiederum der Fall, so daß der Wartesaal für III. und IV. Klaffe(derjenige der Ii. Klaffe kommt seiner Winzigkeit wegen nicht in Betracht) bereit» in einer Weise gefüllt war, daß eS mir mit einer Gesellschaft von 10 Herren nur mit Mühe gelang, Platz zu bekommen. Unsere Ankunft, so schreibt man der„'Loff. Ztg.", erfolgte Zwilchen S'A diS S'/j Uhr Abendö, die Dämmerung war erheblich vorgeschritten und ein kalter Zug- wind machte den Aufenthalt im abgeschloffcnen Räume nahezu unentbehrlich. Wie staunten wir, als wir den Wartesaal nur mit einer einzigen Flamme der drei noch mit Pevoleum ge> speisten Kronleuchter erhellt sahen, welche die herrschende Dun- kelheit noch empfindlicher machte. Unsere sofort geäußeiten Wünsche nach E> leuchtung des immer mehr fich füllenden Rau- meS fand kein Gehör, erst nach Verlauf von nahe V, Elunve erschien ein Mann, der auf unser Verlangen zwei weitere Flammen ansteckte, aber bemerkte, daß er zu Weiterem nicht be- fugt sei. Wir erhielten jetzt auch, nachdem wir schon de- schloffen hatten, unseren Durst bis Berlin zu pflegen, etwaS Bier, das wir vorfichtiger Weife zum größten Theil ungenoffen ließen. Wir glauben, daß solche Zustände nirgends, am wenig- sten in der Nähe Berlins geduldet werden dürfen. . Die Vogelwelt ist nun fast vollzählig zu uns zurück. gekehrt. Mit Rückstcht auf die beginnende Brutzeit wollen wir auf die zum Schutze der Vögel bestimmten Paragrapben deS Strafgesetzbuch« und drS Feld- und Forst. Polizei> Gesetzes hinweisen.§ 368 Nr. 11 des Strafgesetzbuches lautet:„Wer unbefugt Eier oder Junge von jagdbarem Federwild oder Singvögeln ausnimmt, wird mit Geldstrafe bis zu 60 M. oder mit Haft bis zu 14 Tagen bestraft." Der§ 33 deS Feld und Forst-Poli, ei- Gesetzes sagt:„Mit Geldstrafe biS zu 30 M. oder mit Haft bis zu einer Woche wird bestraft, wer, abgesehen von den Fällen des§ 368 Nr. 11 deS Strafgesetzbuchs, auf fremden Grundstücken unbefugt nicht jagdbare Vögel sängt, Sprenkel oder ähnliche Vorrichtungen zum Fangen von Sing« vögeln aufstellt, Vogelnester zerstört oder Eier oder Junge von Vögeln ausnimmt." ES wäre wünscheniwerth, daß außer den Beamten auch das wohldenkende Publikum selbst eine gewisse Ausficht übernimmt, damit die Beraubung der Vogelnester möglichst untei bleibt. In der Köpenicker Haide, zwischen Schönweide und Johannisthal, brach gestern Nachmittag ein Waldbrand aus. Trotzdem fich aus den großen Fabriken in der Nähe gegen 400 Ardeiter mit Löschen bemühten und auch die Rixdorfer Feuerwehr bald erschien, hatte die Flamme, die bisweilen hauS« hoch aufschlug, beträchltlichen Schaden angerichtet. Als Brand- stister wurden drei vorbestrafte Burschen von 17-20 Jahren ermittelt und festgenommen. Das schon oft in der Presse gerügte leichtfertige Fort- werfen von Apfelsinenschalen bat vorgestern schon wieder zu einem Unglücksfall geführt. Der 20jahrtge Sohn deS Kauf- manneS F. an der Schloßfreiheit hatte am gedachten Tage einen eiligen Auftrag zu erledigen und lief eiligst über den Schloßplatz. Hier trat er auf ein Stück Apfelfinenschale, glitt auS und stürzte so unglücklich zur Erde, daß er fich mehrere nicht unerhebliche Verletzungen an den Armen und Beinen zu- zog und nach der Sanitätswache in der Brüderstraße geführt werden mußte. Es wurde ihm dort die wenig erfreuliche Mittheilung gemacht, daß er etwa 14 Tage am Ausgehen ver- hindert sei. um gefahrvolle Entzündungen zu verhüten. Die Insassen einer Droschke erster Klasse, zwei Damen und ein Kmd, kamen gestern Nachmittag davu-ch in die größte Lebensgefahr, daß das Pferd in der Breiten Straße scheu wurde und mit dem Wagen über den Schloßplatz, die Kur- fürstenbrücke und dann die Königstraße hinuntersauste. An der Ecke der Burgsttaße fand eine heftige Karambolage mit einer Droschke zweiter Klaffe statt, wodurch der elftere Kutscher vom Bock geschleudert wurde und daS Pferd nun gärzlich führerlos weiterraste. Vor dem Hause Königstraße 5 wurde die Droschke gegen die Bordschwelle geschleudert, wodurch die Stränge deS PferdeS liffen. DrS so frei gewordene Pferd galoppiere nun die Heiligegtiststraße hinunter, wo»S ein gefangen wurde. Die Damen sowie der Kutscher find mit dem Schrecken davon ge- kommen, dagegen hat die Droschke nicht unbedeutende Be- schädigungen erhalten. Der Mustker WohlerS, welcher am Abend des 27. d. M. seinen fünfjährigen unehelichen Sohn in den Humdoldthafen gestoßen hat, ist soweit hergestellt. daß seine Vernehmung in der Charitee erfolgen tonnte. Im Widerspruch mit den Augen- zeugen des Vorfalls behauptet W., baß er nicht vorsätzlich, son> dem aus Versehen den Kaaben in das Waffer gestoßen habt und nicht in seldstmördeiischer Abficht, sondern um den Ver- unglückten zu retten, in daS Wasser nachgesprungen sei. Eine elegant gekleidete Dame stürzte fich vorgestern Abend an der Potsdamer Brücke in den Landwehr Kanal, wurde aber noch lebend wieder ans Land und hierauf nach der Königlichen Charitee gebracht. Polizet-Bericht. Am 28. d. M., Morgens gegen 51%, wurde der Tischler Majewicz am Götlitzer Ufer bewußtlos und nur mit einem Hemd und Jcquet beklei'et aufgefunden. Nach der nächsten Polizeiwache gebracht, erzählte er dort, nachdem er fich«rholt hatte, daß er am Abend vorher gegen 11 Uhr, mit einem ihm unbekannten Madchen aus Treptow kommend, sich im Schlestschen Busch auf eine Bank gesetzt habe, wo fich bald ern undelannter Mann zu ihnen gesellte. Um sich dieser Gesellschaft zu entziehen, sei er aufgestanden und mit dem Madchen langsam nach Berlin zugegangen. Plötzlich habe er von dem fremden Manne Messerstiche in den Rücken und in vre Brust erhalten. Das Mädchen, welches von dem lln mit Faustschlägen zu Boden geschlagen worden, sei entflohen, er aber sei an den Fluthgraben gegangen, um fich das aus den Wunden fließerde Blut abzuwaschen. sTbI?"a<° wül» beschäftigt war, sei der Unbekannte abermals bade ihm die abgelegten Kleidungs- . bis auf das Jcquet, fortgenommen und damit die Flucht «xguffetr. Er habe sich sodann diS ans Görlitzer Ufer geschleppt, wo er bewußtlos geworden'sei. Da der zu Rathe gezogene Mt die augenscheinlich von Messerstichen herrührenden Wunden für gefährlich erklärte, wurde Majewicz mittelst Krankenwagens oq v® ftäcttfche Krankenhaus FriedrichShain gebracht.— Am *0; d. M. erhängten fich eine an Schwermuth leidende Frau °uf dem Boden ihrer Wohnung in der Brandenburgstraße und «ne Frau im Fieberwahn in ihrer Wohnung in der Eisenbahn- straße.— An demselben Tage Abends macbte ein Mädchen �"Versuch, fich im Landwehr-Kanal in der Nähe der Lützow- mucke zu ertränken, wurde aber noch lebend herausgezogen und %% der Charttee gebracht.— Zu derselben Zeit sprang ein flähutrf? �Pbre alter Mann am Engel- Ufer in den Louisen 'Arn Kanal, wurde aber von einem Schiffer gerettet. Er dabei eine schwere Kopfwunde zugezogen und wurde irrfinntg tt�n?mmd��°"� B-thanien gebracht, wo er als % Gericht« Zeitung. Qr i.' Fe«eS Skandälchea aus den sogenannten höheren eilt'«roe!?t® von dem„Berliner Taaeblatt" s. Z. als große �Mion w pikanter Form seinen„70 000" Gläubigen auf. Ii« Ä«.ut*Le und das unter dem Namen der„Brillanttauben- i>. ,1" der in- und ausländischen Preffe einigen Staub miffi bekanntlich dem Verfasser jener Nachricht, verrn M. Wolf, und dem verantwortlichen Redakteur, Herrn Pili, eine Anklage wegen groben UnfugS zugezogen. Nachdem die Verhandlung, welche vor der 96. Abthcilung des Schöffengericht» geführt wird, bereits zweimal veitagt worden war, weil S aatsan wallschaft und Vertheidigung neues Be- und Entlastungsmaterial in Vorschlag brachten, gekannte gestern die Angelegenheit, die allmälig zu einer cause oölsber angeschwollen war, zur Erledigung, und zwar endete fie, wie wir sogleich hinzufügen wollen, mit der Verurtbeilung deS Angeklagten Wolf zu 14 Tagen und deS Angeklagten Perl zu 3 Tagen Haft. Die Verhandlungen, die im kleinen Schwur» gerichtSsaal vor einem dicht gefüll' en Auditorium oor fich gingen, >oten einige recht interessante Momente. Das interessanteste lel leider auS: die Vernehmung des„Schriftstellers" Normann- Schumann, der auf Antrag der Vertheidigung eidlich bekunden ollte, daß er aus Veranlassung der politischen Polizei jene Artikel in die italienische P-ffe lanzirt habe, die auf Grund der Nachricht im„Verl. Tagebl." eine beleidigende Kritik der biestgen Hoskreise enthielten. Hei r Normann- Schumann hatte nämlich Herrn Perl brieflich ersucht, auf sein Zeugniß zu verzichten, da er durch seine Aussagen fich materiellen Schaden zufügen würde. Dieser Bitte war gewillfahrt worden und so ist die Oeffentlichkeit um den Bewli« einer Behauptung gekommen, die, wenn fie wahr ist, ein eigenthümlicheS Licht auf die Art und Weise, wie Stirn- mung und öffentliche Meinung fabrizirt wird, werfen würde. Ebenso werthvclles Material für dieselbe Rubrik wurden die Aussagen eine? anderen Z-ugen, des Redakteurs der„Slaats- bürger Zeitung", Dr. Bachler vielleicht geliefert haben, der ebenfalls auf Antrag der Vertheidigung fich darüber auslassen sollte, ob ein Artikel seiner Zeitung über jene Affäre, der gegen das„Beel. Tgbl." gerichtet war und auf die Verwerthung der Nachricht durch die ausländi che Presse hinwies, nicht aus einer Quelle stamme, die mit der politischen Poliz-i wiiderum in Verbindung stehe. Der Gerichtshof lehnte aber die Verneh- mung dieses Zeugen als unerheblich ab und so konnte Herr Dr. Bachler, in dessen eigenstem Interesse eine Vernehmung gelegen hätte, fich nicht über diese Behauptung auslassen.— Fest gestellt wurde durch die Verhandlung, welcher Kern der Brillanttaudengeschichte eigentlich zu Grunde liegt. Vor Vt oder 1 Jahre erzählte der Kriminalkommiffarius v. Raumer im engen Kreise einen merkwürdigen Kriminalfall, der in seinem thatsächllchen Inhalt« mit der Nachricht des„B. T." überein- stimmt. Er erzählte ihn, wie er bekundete, sehr lebhaft, nannte weder Ort noch Zeit, noch Namen, konnte aber immerhin bei seinen Zuhörern die Vermuihung erwecken, eS handle fich um eine aktuelle Geschichte. Herr von Raumer behauptet aber, oor 6 Jahren von einer ähnlichen damals vor- gekommen sein sollenden Geschichte gehört zu haben, die er nur wegen ihres für Krimiralb amte interessanten Inhaltes auS seinen Erinnerungen hervorgeholt habe. Die Geschichte drang zu dem Rechte anwalt Hentig, der fie im Kreise von Kollegen weiter erzählte und die Erörterung einiger juristischer Spitzfindigkeiten, z. B. die Frage daran knüpfte, ob hier über- Haupt von einem Diebstahl di- Rede sein könne, da di- Dame ja nur auS Neid gestohlen habe. Dadurch muß die Meinung aufgekommen sein, daß der Herr Rechtsanwalt von einem Falle seiner eigenen Praxis spreche, das Gerücht ver- breitete fich, kam dem Reporter Wolf zu Ohren und wurde von ihm zu jenem Artikel, für den das„Verl. Tagebl." eine Summe von 60 Mk. übrig zu haben glaubte, benutzt. DaS ist die Genesis jener Ente, alS welche die Brillanttaube fich er- wie». Die Anekdote hat übrigens, wie seitens der Vertheidi- gunp festgestellt wurde, ihren Weg nicht bloß zu den Ohren deS Herrn Berichterstatters Wolf genommen, sondern ist auch über den Ozean nach Amerika geflogen; am 7. März, an demselben Tage, an welchem das„Berliner Tageblatt" die Neuigkeit brachte, erschien auch in den„Chicago TimeS" eine ähnliche Erzählung.— Der Herr Staats- anwalt legte ein besonder, s Gewicht auf den Nachweis, daß jener Artikel und besonders seine Verwerthung durch die ausländische Presse den Herzen aller guten Patrioten ein Aergerniß gegeben habe, weil die Integrität der höchsten Ge- sellschaftsk-eise durch ihn in Frage gestellt worden sei und ließ deshalb einige Arrikel auZ italienischen Blättern übersetzen. Auf ihre« Inhalt können wir auS preßgefetzliten Gründen nicht naher eingehen, doch wollen wir eine bor hafte Bemerkung deS ,,Guelfo" nrch, verschweigen, die daS Ansehen ermessen läßt. welches daS„B. T." fich außerhalb zu erfreuen bat.„Guelto" sagt nämlich zum Schluß seines Artikels, es scheine ihm, daß daS„Berl Tagebl." in diesem Falle einmal nicht gelogen habe. Das genügt.— Der Staatsanwalt ging in seinem Platdoyer scharf ins Zeug. Er bezeichnete die Handlungsweise der Angeklagten als eine im höchsten Grade fahrlässtge und hielt eine Geldstrafe für nicht am Platze, da dieselbe doch von dem Verleger(Herrn Moffe) bezahlt würde. Er beantragte gegen Wolf 6, gegen Perl 3 Wochen Haft.— Die Vertheidigung, die fich in tzän- den der Rechtsanwälte Michaelis und Strantz befand, griff die Deduktionen deS Staatsanwalts zunächst von der juristischen Seite an, indem fie die Anwendung deS§ 360 Nr. 11— des Kautschuckparagraphen, wie Herr Michaelis ihn nannte— für nicht zuläifig erklärten. In feiner Weise fragte die Vertheidigung, ob für dm Fall, daß von einer einfachen Frau der Diebstahl erzählt worden wäre, auf die dadurch hervorgerufene Beunruhizung der sog. niedrigen Gesellschaftskreise Rückstcht genommen worden wäre. That- sächlich suchten fie nachzuweisen, daß ihre Klienten nicht fahr- lässtg gehandelt hätten und verneinten außerdem, daß über- Haupt durch eine fahrlässtge— nicht vorsätzliche— Handlung grober Unfug begangen werden könne. Der Gerichtshof schloß fich aber, wie beieits mitgetheilt ist, diesen Ausführungen nicht an, sondern fand beide Angeklagte trotz der bei ihnen ange- nommenen Gutgläubigkeit deS groben Unfugs für schuldig. In der Begründung wird angeführt, daß durch die Presse wohl ein grober Unfug verübt und auch auS Fahiläsfigkeit verübt werden könne.— Ob die Sache damit todt ist? Es ist sehr möglich, daß Berufung eingelegt wird. Der Strafsenat de« KammergertchtS fällte in feiner gestrigen Sitzung in der ReviflonStr-stanz eine Entscheidung von prinzipieller Bedeutung. Die im Vordergrund der Frauen- bewegung stehende Frau Nerlich verthrilte ohne Erlaulmiß der Polizeibehörde und unentgeltlich am 9. Juli v. I. in der Landsbergerstraße einen Aufruf, in welchem zum Eintritt in den Verein zur Vertretung der Interessen der Arbeiterinnen aufgefordert wurde. Deswegen erließ das Polizei� Präsidium gegen die N. ein Strafmandat. Dieselbe trug aber auf rich- ter liche Entscheidung an und wurde vom Schöffengericht frei gesprochen. Auf die hiergegen von der Am:sanwaltschast ein- gelegte Berufung wurde fie jedoch von der Straf. kammer wegen Uebertietung des§ 10 des preußischen Gesetzes über die Presse vom 12. Mai 1851 zu einer Strafe von 1 M. event. einem Tage Haft vcrurtheilt. Dieses Urtheil griff die N. mit dem Rechtsmittel der Re vifion an, das Kammergericht wies dieselbe aber heute unter folgender B-gründung zurück:§ 30 Absatz 1 des RcichSgesetzeS über die Preffe vom 7.Mai 1874 giebt der Landesgefetzgebung dai Recht, Vorschriften über die unentgeltliche Vertheilung von Bekanntmachungen, Plakaten und Aufrufen zu erlaffen. Es bestimmt nun§ 10 des noch zu Recht I estehenden preußischen Preßgesetzes, daß Niemand auf öffentlichen Straßen Druck schriflen oder andere Schriften oder Bildwerke vertheilen darf, ohne hierzu di» Erlaubniß der Ortspoltzeibehörde erlangt zu haben. Tiefer§ 10 steht nicht im WiderMuch mit dem§ 5 des ReichspreßgesetzeS, wonach die nichtgewcrbSwäßige öfient liche Verbreitung von Druckschriften nur unter bestimmten Vor- aussetzungen verboten werden kann, eine vorherige Erlaubniß also nicht erforderlich ist. Der Begriff Druckschriften im Eime deS§ 10 des preußischen Gesetzes d-ckt fich nicht mit dem Be- griff Druckschriften im Sinne deS§ 5 deS Reichsgesetzes: es fällt aber der vertheilte Aufruf unter den Begriff Druckschriften im Sinne deS erstcren Gesetzes. Charlottenburg, 29. April. In der gestrigen Sitzung deS Schöffengerichts stand eine Anklage gegen den bisherigen verantwortlich, n Redakteur der hiesigen fortschrittlichen„Neuen Zeit", Herrn Rurchardi, wegen Vergehens gegen das Preß. gesetz wegen Nichtaufnahme einer Berichtigung, welche ihm der Redakteur deS„Neuen Jntelligenzblatt", Herr Wilhelm Schlefiflger zugeschickt hülle, zur Verhandlung. Der der An- klage zu Grunde liegende Sachverhalt ist kurz folgender: Dem „Jnt-llizenzblatt" halten die Poler.reden des Fürsten Bismarck als Exlrabttlagen deigelegen. Die„Neue Zeit" hatte nun be« hauvtet, daß für dieses Beilegen der Bismarck-Reden be« treffenden Blätter bezahlt würden. Hierdurch fühlte fich der Redakteur d s„Jntelligenzblatt" beleidigt und schickte zu- nächst der„Neuen Zttt" auf Grund des§ 11 eine Berichtigung zur Aufnahme, aus welcher hervorging, daß er diese Beilagen auS der Norddeutschen Buchdruckern in Berlin bezogen und mit 37 M. 25 Pf. bezahlt habe. Die„Neue Zell" nahm aber diese Becichtigung nicht auf, weSbalb von Herrn Schlestnger der Klageweg beschritten wurde. In der gestrigen Sitzung des Schöffengerichts führte der Kläger den Wahrheits- beweis seiner Ausführungen, und wurde demzufolge Herr Burchardi laut Meldung des„Jntelligenzblatt" wegen Nicht- aufnähme der Berichtigung zu einer Geldstrafe von 10 Mark, event. zu 2 Tagen Haft verurtheilt. Außerdem wurde der „Neuen Zeit" die Verpflichtung zur nachträglichen Aufnahme der erwähnten Berichtigung auferlegt. AuS Potsdam belichten die„P. N": LouiS Cunow, der frühere Redakteur des Berliner Theat-rblalteS„Apollo", mehrfach wegen Preßvergehens vorbestraft, darunter einmal wegen Erregung eincS öffentlichen AergerniffeS durch Ver« breitung unzüchtiger Schriften, hatte fich am Mittwoch vor der Strailammer hiesigen Landgerichts wegen Beleidigung mittels der Preffe zu verantworten, in Gemeinschaft mit dem Buch- druckereibesttzer. Verleger und Redakteur der„Jüterboaker Zeitung", Herrn Fritz Börner. Cunow, der im vorigen Jahre in Treuendrietzen sein Wesen trieb und bei der letzten Reichstags- wähl gegen den freisinnigen Kandidaten, Herrn Amtsrichter Rademacker, als antisemitischer Agitator für den urgermanischen Bürger Wilhelm Ptckenbach aus Berlin eintrat, beschäftigte fich von Treuendrietzen aus auch damit, für die„Jütcrbogker Zeitung" Berichte zu liefern. So sandte er am 22. Oktober v. I. auch einen Bericht über ein in Treuendrietzen beim Rattzshenn Scheer stattgehabtes Schadenfeuer ein, bei dem fast das ganze HauS in Asche gelegt wurde. Treuendrietzen, so hieß es in dem Artikel, habe zwar so vir! Waffer, daß man oft fingen könne:„O du himmelblauer See", aber, mangels der no:h» wendigen Schützrnvorrichtungen sei das Waffer fortgelaufen und bei dem Brande nichts zu haben gewesen. Herr Rathsherr Scheer selber habe fich kürzlich, als Dirigent des Feuerlösch- wesens, noch sehr ungnädig wegen einiger Feuereimer gezeigt, doch.„Herr Stadtrath, waS nützt der Eimer, wenn man kein Waffer hat?" Durch diesen Artikel füblte fich der Rathsherr Scheer beleidigt und der Bürgermeister Geimickc stellte Namens des MagistraiS den Strafantraz wegen Beleidigung des Rathsherrn. Cunow behauptete im Termin, daß er die Wahrheit geschrieben, die vernommenen Zeugen vermochten indeffen die behaupteten Thatfachen nicht zu bekunden, und beantragte daher der Staatsanwalt gegen Cunow 300 M. Geldstrafe event. 30 Tage Gefängniß, gegen Börner 30 M. Geldstrafe event. 3 Tage Gefängniß. Der Gerichtshof er- kannte indessen auf Einstellung deS Verfahrens, weil der Straf- antrag nicht richtig gestellt war. Der Bürgermeister(Seimidt war nicht berechtigt, für den RathShenn Scheer den Strafantrag zu stellen. Retäivgertchts-Eiltscheidung. Die Erregung ungebühr- lickcn, ruh-stöienden LärmenS in einem MiethShaus«, durch welchen nicht nur die in persönlicher Beziehung zu der Ruhe- slörung oder zu dem Ruhestörer stehenden Personen, sondern auch die übrigen Hausbewohner gestört werden, ist nach einem Uttheil des Reichs gerichtS I. Strafsenats, vom 22. Febr. d I. alS Ruhestörung aus§ 360 Z 11 des Strafgesetzbuches zu bestrafen.„Allerdrngs ist der Revision(deS Angeklagten) zu- ditser Strafnorm schuldig macht, welcher daS Publikum als solches, em Gegensatz zu einzelnen Personen ober individuell sr-k«« beurenzten Perionenlrelfes ist nicht noihwendig dadurch auSge- ständen auch alS ein Th.il des Publikums angesehen werden Wenn, wie hier eine Ruhestörung nicht auf den bäuSlich?» KeeiS, welchem der Thäter angehöit. oder auf die Personen welchem daS vom Jnstanzgerichte festgestellte„Toben" zunächst galt, beschränkt blieb, fondern„überall im Hause" gehött wurde, also auch in andere Wohnungen drang, deren Inhaber außer aller persönlichen Beziehung zu dem Vorgänge und seinen Verlaffeen stehen, wenn also die Ung-dühr der Tbä:er nicht auf den Konfl.kt mit bestimmten HauSdewohnelN de- schrankt blieb, sondern in die Allgemeinheit h-raustrat. so konnte eine solche Handlungsweise ohne Rechtsinthum als ein Angriff auf die Ruhe und den Frieden einer und-sttmmten An- zahl von Personen angesehen weid-n. W en, 23. April,(ver Kawpf um daS Kind.) Eine Verhandlung, die heute vor dem Appellfenate stallfand, ,-igte unS den intereffantt«. mit Muth und Geschicklichkeit gefllhet-n Kampf einer jungen Frau gegen ihren Gatten, der ihr das ge- meinsame Kind entreißen will. Ohne daß wir die Ursachen des Zwiespaltes zwischen den Eheleuten genau kennen, ohne daß wir also dem einen oder anderen Theile größere Schuld beizumeffen vermöchten, flößt unS doch d e leivenscha tiiche und bisher glückliche Gegenwehr der jungen Mutter um ihr Kind Sympathien ein. Nachfolgend die Hauptzüge deS Ehe Ro- mane«, der in guten dlirgeüichrn Kreisen spielt. Im Mai 1880 heirathete Herr Albert Theodor Weber die jugendliche To�er Marie des wohlhabende!: Kaufmanns Anton Trenner »Ä Ä» beidkn Galten, die man für überaus herzlich hielt, waren indeß nicht ungetrübt. Marie war von ihrem Vater als dessen einziges Kind mit der größten Zärtlichkeit behandelt worven und konnte stch an den ernsteren, entschiedenen Ton ihres ManneS nicht gewöhnen. Vielleicht, daß ihr Vater zu zärtlich, ihr Gatte zu schroff war: genug, es gab häufig Kon- flikte zwischen dem Paare. Marie war mit Liebe ihrer Etief« muttcr, der Wittwe ihres Vatets, zugethan, der ein Jahr nach ihrer Hochzeit an den schwarzen Blattern starb: Herr Weber liebte diese Mutter nicht, soll sogar seiner Frau den Verlehr mit ihr untersagt haben, und auch dies maa zu dem Unfrieden im Hause beigetragen haben. Im Jahre 1883 reichte Frau W- b-r gegen ihren Galten die Klage auf Scheidung von Tisch und Bett ein. Die Ausgleichsbemühungen, die von dem Gerichte und dem Rechtsfreunde des Paares unternommen wurden, hatien eine Aussöhnung sür einige Zeit zur Folge. Im Jahre 1885 jedoch erhob die Frau neuerdingS dir Scher» dungsklage und flüchtete mit ihrem vierjährigen Söbnchen au? dem Hause. Jetzt wendete stch der Gatte an das Gericht, da» mit der Knabe seiner Frau entzogen und ihm übergeben werde. Ec kannte indeß nicht den Aufenthalt seiner Galtin. Da er- fuhr er im Juri, daß fie fich in Kirchdolf bei Bruck an der Mur befinve. Er begab fich dahin und nahm da« Kind mit stch. Herr Weber behaupte, daß seine Frau ihre Zustimmung hiezu gegeben habe. Diese Einwilligung scheint indeß leine ganz fltiwillige gewesen»u sein, sonst würde sie sich nicht unmittelbar nachher p» einem höchst energischen Entschlüsse aufgerafft haben. Sie telegraphirte nämlich unmittelbar, nachdem ihr Mann mit ihrem Kinde abgereist war, an dai Gendarmerie- Kommando in Mürtzuschlag:„Tin großer Herr mit grauem Anzug hat mein Kind, im Jägeranzug, entführt. Ersuche ihn aufzuhal« ten, wenn er mit Bahn oder Wagen ankommt. Antwort be» zahlt. Marie Weber." Die Depesche hatte ihrm vollen Er» folg. Ali Herr Weber mit dem Sohne auf der Bahnstation MürMschlag anlangte, wurde er angebalten. Aber dai war nicht allei. Ei scheint, daß Frau Weber, nachdem fit daS Telegramm abgesendet hatte, selbst nach Bruck an der Mur fuhr und von dort denselben Eilzug benützte, in dem ihr Mann reiste. Im Bahnhofe Mürzzuschlag rellamirte fie nun persönlich ihr Recht auf ihrm Sohn. Ihr Mann opponirte ihr; die Paffagiere deS ZugeS, der hier längeren Aufenthalt nimmt, sammeum fich um dai streitende Paar, und die mei- sten derselben, widesonvere die Frauen unter ihnen, nahmen ledhast Partei für die weinende, ihr Kind verzweif- lungivoll begehrende Frau. Die Entscheidung wurde enb ltch dahin getroffen, daß Pater und Mutter in Begleitung eineS Sichecheitiorganei nach Wim reisen solltm, wo die Po- lizeibehörde die Entscheidung über die Ansprüche der Eltern fällen sollte. Die Polizeidtreftion waltete nun ihre? friedens» richterlichm Amtei, indem fie verfügte, daß dai Kind bei seiner Mutter, bei der e» zuletzt gewesen, verbleiben solle, bii dai Gericht in dieser Sache gesprochen haben werde. Wegen deS TelegrammeS der Frau Weber erhob ihr Gatte gegen fie gewiesen worden war. DaS Urthetl deS Bezirksgerichts war ein freisprechendes; die Berufung deS Klägers wird am 19. Mai vor dem KreiSgerichte Leoben zur Verhandlung kom- m Vorfalle auf dem Bahn« mm. Herr Weber reichte nach jmem Hofe auch seinerseits die Scheidungsklage gegen seine Gattin ein. Sein Begebrm, daß ihr der Knabe abgmommm werde, wurde von dem Bezirksgerichte Mariahilf zustimmend erledigt. Allein dieser Bescheid war für den Gatten nicht mehr als ein leeres Blatt Papier. Seine Frau schien mit dem Kinde spurlos verschwunden; ihr Aufenthalt war nicht zu eruiren. Der Vertreter derselben, Advokat Dr. Lenz, erklärte, daß er nur durch eine Mittelsperson mit ihr verkehre, die er zu nennen fich weigerte, wie dies sein Recht als Anwalt war. Vereine nud Uerfamminngen. Die öffentliche Verfammluna der Metallschrauben- und Facondreher rc., welche am 21. d. M. in Wohlhaupt'S Salon, Manteuffelstr. 9, tagte, nahm in Bezug auf den von den Arbeitgebern an den VereinSvorstand geschickten Minimallohn- tarif folgmde Resolution an:„Die heute tagende öffentliche Ver- sammlunz der Metallschrauben«, Facondreher und LerufSgenoffen Berlins vtschlirßt, an dem von dem Fachverein der Metall- dem von dem, schraubm-Facondreher und BerufSgenoffm auSgearbeitetm Mi- ntmallohntarif festzubaltm und die Moderationen, welche von Seiten der Fabrikanten bisher daran gemacht worden find, zu verwerfm. Die Versammlung deschließt femer, durch eine neu zu wähtmde Kommisfion wiederum behufS Einigung in dieser Angelegenbett mit dm Prinzipalen zu verhandeln." Im Beret« der Maschwtsten und Heizer wird am Sonntag, den 2. Mai, Nachmittag 5 Uhr, Neue Jalodstr. 24/2S, Herr Ingenieur Mittag über die KesselexplofionSversuche der Firma Hulvschindtky und Söhne einen Vortrag halten. Gäste habm fteien Zutritt. * Fachverei« der Schneider. Die nächste VereinSver« sammlung findet am Montag, dm 3. Mai. Abends 8'/, Uhr, im neuen Ve.einSlokal, Alte Jalodstr. 48. DeigmüllerS Salon, £att. Tagelordnung: 1. Die Presse und ihr Beruf. 2. Vor« ag deS ZuschneidelehrerS Herrn Mallwitz. 3. Verschiedenes. * Zttltral-Kranke«' und Sterbe-Kasse der deutsche« Wagenbauer iE. H. Nr. 8 zu Hamburg). Sonntag, den 2. Mai, Vormittags 10 Uhr, große Versammlung sämmtlicher Mitglieder Berlin» im Königstadt Kafino, Holzmarststraße, Alexanderstraßm-Ecke. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zu den Anträgen de» Vorstandes zur Gmeraloersammlung. 2. Wahl der Delegirtm zm Gmeraloersammlung. 3. Verschiedenes. * Berein Berliner Droschkeukutscher. Heute. Freitag Abends 10 Uhr, Mitgliederversammlung in Gratweil'S Bier- hallen, Kommändantenstr. 77— 79. Tagesordnung: 1. Vereins- bericht. 2. Petition wegm der Einfahrt in der Sophtenstraße. 8. Beratbung wegen Aufnahme von Fuhrherrm in den Ver- ein. 4. Verschiedenes. Gäste, durch Mitglieder eingefühtt, find willkommm. Verein für volksverständliche Gesundheitspflege und für Naturheilkunde. Etadliffement Sanssouci, Kottduser- straße 4a, Freitag, den 30. April, Abend» 8'/« Uhr, Vortrag deS Herrn Siegert über die Pflege der Lunge in gesundm und kranken Tagen._ t„ Für die frühere« Mitglieder der Kranke«- uud ve- gräbntßkasse der Berliner Eteinußknopkarbeiter findet am Sonntag, dm 2. Mai, Vormittag» 10% Uhr, in Breuer'» Lokal, Gr. Frankfurtirstraß« 74—75, eine Versammlung statt mit solgmder Tagesordnung: 1. Mittheilung betreffs des von der Metallarbetterkaffe zurückgezahltm KaffenvermögmS. 2. Wie verhaltm fich die Mitglieder hierzu? 3. Verschiedenes. Referent: Herr Schwtttau. vermifchtr«. Die enthüllte Getfterschrift. Abermal» ist ein berühm- te» spiritistische» Medium entlarvt worden, indem man einem Kunststücke, welche» dasselbe mtt Hilf« der Geister auszuführen vorgab, auf die Spur kam. Im.Hamburger Fremdenblatt" finden wir hierüber folgenden Bericht: Vor Kurzem hat der Schriststeller Karl Freiherr Du Prel in München, einer der eifrigsten wiffmschasllichen Vorkämpfer deS Spiritismus, in der Zeitschrift„Nord und Süd" erklärt, daß von einzelnen Medim Wunder verrichtet wordm seien, die ohne Mithilfe der Geister rationell nicht zu erklären seien; namentlich sei da» Kunststück, aus zwei aufeinandergeklappten und verfiegelten Schiefertafeln eine Schrift erscheinen zu lassen, ein„Wunder", wie solche» auch der gewiegteste Taschmspieler nicht fertig bringen könne. Seit zirka zwölf Jahrm geht Mr. Slade mit diesen Schiefertafeln auf Kunstreisen und war e» auch, der durch diese» Schiefertafel« Kunststück die letzten Zweifel bei Zöllner zu beseitigen wußte. Seitdem wurden die meistm Wunder der Medim al« ganz gewöhnliche Taschenspieler-Künstchen mtlarvt. Die Geister« schüft in dm zusammengeklappten Tafeln blieb aber noch ein Räthsel. Auch diese» letzte Bollwerk ist jetzt gefallen! Einer unserer Mitbürger, der Prestidigitateur Herr Ludolph S ch r a« d t e ck, erbot fich, da» Schiefertafel-Kunststück vor Zeugen jedem Medium sofort unter denselben Ledingungm nachzumachen, und richtete diese Aufforderung an Herrn Du Prel in Münchm. ~in setner Antwort erklärte flch dieser Gelehrte für befiegt, wmn err Schradieck vor Zeugen seine Behauptung beweism könnte. r verwies Hm. Schradieck an hiefize Spirittsten, und namentlich an Mr. Slade, der fich vor Kurzem einige Wochen hier aufhielt. terr Schradieck war dereit, vor und nach Slade vor denselben eugen und unter denselbm Ledingungm da» Tafel- Experi« ment zu machen. Herr Schradieck wmde gleich am ersten Tage von Mr. Slade'» Aufenthalt hierseldst in Begleitung etneS FrnrndeS zugelassm, wahrscheinlich weil die yiefigen §r«unde dm Spiruistm nicht rechtieitig genug vor dem auderkünstler gewarnt hatten. So gelang e» Herrn Schradieck, da» Slade'sche Wunder betrachten zu können. Er kam, sah und— erbot fich dann später, daS Kunststück nachzumachen. AIS Herrn Schradieck'S Herausforderung bekannt wurde, machte fich Herr Slade von hier auS dem Staube. Man braucht aber Herrn Slade nicht in eigmer Person vor fich zu habm, um ihn zu entlarven. ES exlstiren hier in Hamburg veischiedme, über allm Zweifel unparteiische und vomrtheiUlose Leute, die das Slade'sche Wunder angestaunt haben und fich dasselbe nicht erklären konnten. Mehrere dieser Zeugm sprachen bei Schradieck vor und erklärtm schließlich, daß dieser das Schiefertafel Kunststück unter densel- den Bedingungen wie Slade vollendet dargestellt habe. Vier der Anwesenden, unter ihnen der Zauberkünstler, setzten fich an einen einfachen Tisch, der vorher genau untersucht wordm und derselbe war, den Slade bmützt hatte. Der Zauberkünst- ler nahm in die rechte Hand eine unbeschriebene Schiefertafel, auf welcher ein kleiner Griffel lag. Dann mußten die Anwesenden ihre Hände auf die Mitte de» TischeS legen, und Herr Schradieck selbst gab seine linke dazu. Nun hielt derselbe die Tafel dicht unter den Tisch, doch so, daß die Hälfte derselben mit der Hand deS Zauberkünstlers din Anwesenden fichtbar blieb. AlSdald ließ fich ein leises Geräusch hören, die Tafel wurde auf dm Tisch gelegt, und mit deutlicher Schrift stand auf derselbm die Antwort einer Frage, weiche vorher auf die andere Seite der Schiefertafel ohne Kenntniß des Künstlers niedergeschriebm worden war. Dm 1 schärfsten Beobachtern war es unerkärlich, wie da» Kunststück vollbracht wurde» denn beide Hände deS Zauberkünstlers, sowie die ganze Figur deffelbm waren bei hellem Tageslichte den Anwesenden fichtbar. Nachdem daffelde Exprriment mehrmals wiederholt, wurden zwei Schiefertafeln znsammmgellappt, nach« dem vorher nicht ein Griffel, sondem drer, ein rothcr, ein weißer und ein grüner, hineingelegt worden waren. Die Anwesenden mußten dieselbe Stellung wie früher einnehmen, aber diesmal hielt der Künstler die Tafeln nicht unter den Tisch, sondern über dem Tisch in freier Luft, Allen stchtbar. Daffelbe unHeim« liche Geräusch ließ fich vemehmen, und alS die Tafel auseinander» genommen wurde, stand in rothen, grünen und weißen Schrift- zügen auf der einen Tafel ein Sinnspruch, der vorher von einem der Anwesenden ohne Kenntniß de» Zauberkünstlers aufge. schriebm worden war. Der Beweis war von Herm Schradieck vor Zeugen in vollgilliger Weise geMrt worden, daß er da» Slade'sche Geisterwunver, mit welchem dieser Herr sett Jahren ein Vermögen erworben hat, auf ganz natürlichem Wege nachmachen könne. Herr Schradieck hat dem Bericht« eistatter de»„Hamburger Fremdenblatt" seine Manipulation in der Hauptsache erflärt. Leicht ist dai Kunststück nicht und erfordert eine lange Uebung in der Handgeschicklichkeit, welche wohl wenigen Taschenspielem gegeben ist, weshalb auch dak Kunststück viele Jahre hindurch für eine Geifter-Offendarung ge« halten wurde. Falschmünzer und Poltzei. Der Polizei-Direktor von Venedig ist vom Amte sutpendtrt worden, und zwar unter Umständen, welche die Affäre zu einer geradezu smsationellen machen und nicht nur in Italien, sondern auch außeihalb der Grmzen diese» Staates Aufsehen zu erregen geeignet find. Vor kmzem erst, so heißt e» in einem Telegramm de»„N W. T." wmde Herr Gerardi von Caiania, wo er einen hervorragenden Posten in der Polizeiverwallung bekleidet hatte, al» Poll«ei- Direkt»! nach Venedig versetzt; ein sehr guter Ruf war ihm vorausgegangen: er hatte fich, wie es hieß, da» Avanzcment durch besondere Gewissenhastiglett, Umficht und Schncidigkeit wohl verdient, und so machte denn seine E- nennung bei der Bevölkerung von Venedig den besten Eindruck. Um so außerordentlicher mu ßte danach die Kunde wirken, daß Polizei-Direttor Gerardi plötz- lich unter dem Verdachte, an einem entehrenden Verbrechende« theiligt gewesen zu sein, vom Amte suipendirt worden sei. E» fehlt zur Zeit noch an einer amtlichen Kundgebung über diese überraschende Entschließung de» Ministeriums; allein nach Mittheilungen, die aui bewäbrien Quellen fließen, wären zu diesem Akte nur allzu gute Gründe vorhanden. Die Sache, die Herr Gerardi nun schwer wird büßen müssen, datirt nach diesen Miitbeilungen in die Zeit seiner AmlSwirksamlüt auf der Insel Sizilien zurück. Bekanntlich wurde dort, und zwar gerade in Catania, vor eintgm Monaten eine Falschmünzer« werkstätte entdeckt, und die Untersuchung, welche zur Ver« Haftung mehrerer Mi!glieder der Falschmünzerbande führte, ergab, daß dieselbe da» verbrecherische Geschäft in koloffalem Maßstade betrieben hatte; man sprach von mehreren Millionen falscher Lire. In den lltzten Tagen wurde nun der Untersuchungsrichter auf die Spur geleitet, daß die Falschmünzer in dm Kreism der Sicherheit»« behö.de selbst MUschuldige haltm, deren Aufgabe e» war, die Bande von allen gegen fie a« planten Schritten der Polizei zu unterrichten, und al» diese Spur verfolgt wurde, zeigte eS fich, daß der Polizeilommiffar Laporta der bezahlte Spion der Falschmünzer gewesm war. Nun war Lavorta, alS Gerardi Catania verließ, von diesem nach Venedig mitgenommm worden, und man brachte in Erfahrung, daß beide auch schon in Catania in innigstem Verhältniß zu einander gestandm hattm. Als nun Laporta verhaftet und ins Verhör gezogm wmde, ergab fich auS seinen Mittheilungen der Verdacht, daß vielleicht auch Polizeidirektor Gerardi mtt den Falschmünzern von Catania unter einer Decke gespielt habm könne. Inwiefern die bisher vorliegenden Indizien begründet find, läßt fich naturgemäß noch nicht sagen. Die vorc populi aber betrachtet dm Polizei« dtrektor von Vmedig bereUS alS gerichtet. Kleine Mittheilungen. Stettin, 27. AprU.(Thurmeinsturz.) Au» Wangerin wird dem ,.N. Pomm- Tgbl." geschrieben, daß dort der ca. 90 Fuß hohe Thurm der Kirche zusammengestürzt sei. Menschen« leben find dabei nicht verloren gegangm, doch erhull der Todtm- gräder, welcher in dem Augmblicke deS Einsturzes mtt dem Läutm der Glocken beschäftigt gewesm, nicht unbedeutende Verletzungen. Schon vor zwei Jahrm brach der Glockmstuhl darin zusammen, worauf auch der Thurm einer Untersuchung unterzogen und ein Neubau für nothwendtg erachtet wurde. Mit Äückficht auf die entstehenden Kosten sah man davon ad und begnügte fich mit einer kleinen Reparatm. Offen dach, 26. Ap' tl. Wie mitgetheilt wird, ist die auch von unS reproduzirte Meldung der„Fr. Z." von der Frei« sprechung de» Einjährig- Freiwilligen Gürtter dmch dai Kriegsgericht unrichtig. DaS Uttheil ist noch nicht gefällt wordm. Bamberg, 25. April.(Redaklrize.) Al« verantwortlicher Redakteur de»„Bamberger Tagblatt" zeichnet seit einigen Wochen Fräulein Marie Reindl, Tochter de» Gründer» und BefitzerS deS Ta�blatt. Darkedme«, 24. April. Darkehmen bei Nacht darf fich jetzt, wie ostpreußische Blätter melden, der Reichs- Hauptstadt würdig an die Eette stellm, ja e» ist der letzteren noch um ein Stück voraus, denn Berlin hat nur in einigen Straßen elektrische Beleuchtung, Darkebmen aber in allm Etraßm, so well fie dem Licht zugänglich find. Wie«, 27. April. Ein tragische» Eceigniß hat fich heute Morgen auf einem Konidor de» LandeSgerichts vollzogm. Der Advokat und gewesene Reichlrath»« Abgeordnete Dr. Jultu» Hanisch hat einen Revolver gegen fich abgefeuert und fich eine lebensgefährliche Verletzung am Kopfe beigebracht, welche seinen Tod herbeiführt«. Dr. JuliuS Hanisch hatte fich heute wegen Veruntreuung verantworten sollen. Er zog eS vor, fich dem Richtrrspruche dmch Selbstmord zu entziehm. Wien, 28. Apiil. Wie hiefige Zeitungm melden, brannten in den letzten Tagen in vietm galizischen Dörfern einzelne Häuser ad, so auch in Kanok und Chyrow. DaS Dorf Do« browlanu steht seit gestern in Flammm, im Dorfe Bojaniec (Bezirk Zolkiew) find 49 Bauemwirthschaften adaediannt. In Chyrow ist ein der Brandstiftung Verdächtiger verhaftet wordm. Auch die Stadt LiSko in Ostgatizien ist von einer schrecklichen FeuerSdrunst heimgesucht worden. DaS Feuer entstand deS NachtS und verbreitete fich, von einem hejtigm Winde ange- facht, ziemlich rasch. Erst am Admd deS folgenden lang eS daS Feuer zu lokalistre«. Verbrannt fin» 300 Häuser, darunter auch daS Gebäude deS KreiSg»� sammt allm Allen. Gerettet wurden da» Eteuero° Postamt, die Kircbm nnd daS alte Kastell mit seiner vß Bibliothek und Bildergalerie. Ungesähr hundert F« obdachlos und kampinu im Freien.— Wie man au« telegrophirt, wird amtlich bestätigt, daß da» nicht gelegt worden, sondern dmch Unvorstc standen ist. P-st, 27. AprU.(Der Säbel.) In der Miill« eS in der vergangenen Nacht einen argen Eri-ß, mehreren dem Jnfanterie-Regimmte Nr. 23 a' Soldaten verübt wurde. Unter Anführung eiret offiziers durchzog ein Trupp Infanteristen mit gezlimtf] gewehren die Gaffe und insultirte die friedltlden Auf dm wüsten Lärm eilte der am CSepel Q rai stabler herbei, welcher dm Unteroffizier zur Ruhe ernw* denselben aufforderte, seinen Begleitern Befehl zur V«l' der Waffen zu geben. Der Unteroffizier geriech diese Zumuthung in so großen Zorn, daß er über b« ziften herfiel und demselbm einen wuchtigen Hieb Kops versetzte. Der Konstabler taumelte zur Seite»r» noch eine weitere Verletzung an der linkm Hand. J Hilferufe des Attakirtm eilten mehrere Polizisten Wj den Unteroffizier und einen zweitm Infanteristen ariu°s zuerst zur Ober- Stadthauptmannschaft und hierauf 1®* wache in die Karlskaserne eSkortirtm. Die übrigen? hattm ReißauS genommen. Der schwerverletzte PoW Szabo befindet fich im RochuSspital. � Etry, 27. April. In der heutigen Abendfitzungb»' lomitös wurde endgiltig die Zahl der durch den störten Wohn- und WirthschaftSgebäude aus 635, dettf malwertb nach dem Elaborate de» Steuerinspcktori»J auf 1 782 910 und der Werth der darin verbranntes? Mobilien und Getteideoorräthe auf 2 Millionen®jj ziffert. Zur Ermittelung der Gesammtoerluste an's und Kostdarkeiten fehlen bis zept alle Daten, wv, stärksten Betroffenen, in der Zahl von 4000 PersonA Stry verlaffen habm. AuS dm Trümmern steigt»«- zu Moment erstickender Rauch hervor, von Zett zu Z? helle Flammm auf, welche aber bald verschon fie bereits alle» Brennbare verzehrt haben. Jj Trümmern find reibenweise die ärmlichen UeWJ Habseligkeiten der Abgebrannten aufgestellt: haldT Tische, Bänke und Seffel, einige zerschlagene Töpfe-«! da auch ein Häuflein beschädig'.er Waarm, und V-o. ganze Vermögen der vor wenigen Tagm noch vooßj Leute. Die eisernen Balkons, fächerförmig jusain»3 hängen auf halb eingestürzten Mauern. Der Winv� mtt Geräusch auf dem einzigen, fie festhaltenden fie drohen jeden Moment auf die Paffanten herasJ eiserne Stücke einer »r Hier und da bekommt man eiserne Oefen, seltener ein paar Löffel und Messer zn? man steht strgar auf einzelnen eingestürztm Küchen% gekochter Speise stehen. AuS den Trümmem steigt# bender Geruch auf. Auf jedem Schritt scheint man% dm Ziegeln vergrabene Leichm zu treten. Der den Kaminm, er facht da» Fmer an und verleiht% hin schrecklichen Anblicke noch mehr Grausen.%% brannten, die in Stry blieben, irren wie Schatten, bW" gekommen verhungert ohne Wehklagm, ohne Worts. Brandstätte herum. Dt« Grabesstille wird außer des Windei von Zeit zu Z-U durch da» Z jrufm Dämpfung de» Feuer» betchäftigten Soldatm unterdr� S' Letzte Nachrichten. Die Bewegung unter der Landbevölkerung w scheint doch eine tiefer gehende zu sein, als die ofssjiö berger Telegramme glauben machen möchten. Ein oen Zeichen find die zahlreichen Brände, die, wie Wieners melden, in dm letzten Tagen in vielen galiztschen D» in Janok und Chyrow, einzelne Häuser in Asche leg«» Dorf Dodrowlany steht seit vorgestem in Flammen. Bojaniec(Bezirk Zolkiew) find 49 Bauernwirthscbon. brannt. In Chyrow ist ein der Brandstiftung verhaftet worden. Dem„Berl. Tagdl." telegraphirt man au» den 29. d. M.: Nachträglich wird bekannt, daß bang mtt dem DynamWund in Aluta 270 Verh folgien, von denen allerdings ein Theil wieder entb Die SicherhettSmaßregeln für die Rückreise de» wesentlich vermehrt. Beispielsweise verausgabte n(k, große russische Eisend a h n- Gesellschaft 52 Freidißj% Klaffe für Geheimpolizisten nach Moskau und d«n®j DaS Gerücht von einer Kaiserreise nach dm Ostn'.• im Juli tritt stärker auf, findet jedoch wenig gleichen ist die Behauptung, eS solle eine Art von in den Ostseeprovinzen vorgenommen werden, o'*™ den Umstand zurückzuführen, daß in letzter Z-itsr Archive durchstöbert und in Ordnung gebracht«er°t% In Beantwortung der Ansprache einer DePfi�A Bürgern soll am 28. v. M. der Ministerpräfioent» erklärt haben, er Hab e ke inerl ei Vers p re»' Griechenland abrüsten werde, a b S weder Frankreich noch einer anderen Macht gegs�. Mediation Frankreichs sei nur unter der Vevinttz� «ut dem derm Schiffe die�griechijche Flotte in den Gr�» Vo nicht scheuen und den Mächten erst dann nachA vem verrn wwnc oie giitajiiajt tfumc vr» oder die griechischen Städte bombardirt habm wu- dem Konstitutionsplatze in Athen fand am gleichen Kundgebung statt, an welcher fich eine zahlreiche theiligte. ES wurden mehrere Reden gehalten, OUp Regierung aufgefordert wurde, dem Drucke der � nachzugeben.— Der Kriegiminister hat seine En> nommen luitit. v,#f i New vork, 26. April. Die Streikenden an ver ehr gebest Er w- sah auch o schmuck ira besten Tuch -----„——.......—.--------, �. Havdschub- getödtet und der Lokomotivführer tödlich verletzt.„ m tnötmen fa bahnverwaltung bat eine Belohnung vnn 2500 i Größe«uf Ergreifung der Uedelthäter ausgesetzt.\ ttaten � bm frei m Pacific-Eisendahn lockerten hmte Morgen vor die Schienen unweit Wyandotte, Kansa», und Güterzug zum Entgleisen. Der Heizer und der Bre�- Kriefkasten der '< Elbtngerstr. 5. Wenden. Sie fich H? Smmiö«, Der Prei» de» Blatte»«'«rste« Elf r.„ ,, MÄ„wie komn 50. Da Sie noch minderjährig fin� au« dieser Ugemeinm Schuldverbindlichkeiten n>««1»%! führt?" d treffenden Abgeordneten. nicht bekannt. «. H. 5(1 zwar im Allge..>v»,-v,». k- da Sie jedoch bei Ihrm Geschwistern Wohnun«� auch Verpflegung gehabt haben, haftm Sie tur denselben enistandenm Kosten au» der nützlichen �, Wmn sonach Ihr Meister einen Theil dieser 6@Ln p wurde- '..... 00-rf» M»il hat, kann er Ihnen dm gezahlten Bettag rechnung bringen. Zweck eines dauernden Erwerbes detreibt.. A. H. Britzerstraße. Vorsitzender de» Instituts ist Herr Stadlrath Schreiner. Da» � befindet fich im Rathhause, Zimmer 129c. Beranlwortttch« RrtotUui«.«»«»tztt» tn»al«-»nuk und Vertag von««.»«Htng i»_»«ttn»W*«enthstratz« 2.