jf folgen* fr Her entfalle« Sitte von Z! ifa, geb. vv- !le Forden»«' iget in 381' m meine» au Louise sulven rettensangi in feine! I einmal die tge». te SSolöt nde Ztfw iirt mß Sife g o. W-� und cf etiOOOOW. iwohner., SDefrauW? worden. mehreren tot der»» :ben.? X) M. auS Aunu : Menge Siübßtz. f Anla« H welche e»' ft im# Entscheids S rube oo# ch sch'a«« [etödtetl Mittwoch, bcn 5. Mm 188«. III. Iichr». elliimVMIM Brgsn snr dir Interessen der Arbeiter. 4 Da»„Dcvliac» Volksblatt' Festtagen. Ibonnementlpteii für Berlin frei Rarf, wöchentlich 56 Pf. Postabonnement trmntagZ. Rummer mß tllustrirter Beilag» 10 Pf. PoL»«itu-ig»vrerZsiste für IWfl unter Rr, 769.) KedchKtis«: S.— Gspedttis«: ZimmerKratze 44. «. gahlerin irnste Bck SeinunM tfere tfe 6P� irden r- :l fe{'. 3 it fdiiee�j egiJlaWj n und"j Irlands beiücksi<*e - Aand� r StreilZ echligte'Z BlimmgJ CT st wJ In## ra stTtfn MMM l alil hätte Xtbeita* hält Ii Nei jiedenefl1 a iufl mden l I betrlur ren dA gung W' ifend nent ÄJ) leiten j", ttn, ad ;ra e stund«? .'iflglenj ache, itiort ?&' f» hon r ä T Die Arbeitersraze in Nordamerika. Etwa um dieselbe Zeit, da Herr von Puttkamer leinen bekannte» Erlaß in Bezug auf die Arbeits- Anstellungen in die Welt schickte, hat der P-Sfident der Bereinigten Staate« von Nordamerika, Herr Cleveland, eine Botschaft an den Kongreß in Washington gerichtet, welche sich mß der Arbeiterfrage beschäftigt. Der Unter« schied zwischen diese« beide» Staati-Aktionea ist sehr auf» fallend. Bekanntlich nehme« die Arbeitieivstellungen in der nordamerikanische« Union einen weit akuteren Charakter an, als in Deutschland. I» der Union gicbt ei eine Menge von große« Arbeiterorganisationen, die gebildet worden sind, «m bei Streiks die Mittel zum Widerstand und zur Ausdauer zu beschaffe« und ihnen als Stützpunkt zu diene«. Diese Organisationen habe« eine« Umfang, wie er in Deutschland nicht entfernt erreicht worden ist. Während eS in Deutich- land nur einzelne Ärbeßergruppen find, die das Mittel der Arbeitseinstellung anwende«, nehme« in Amerika auch Be» amtevkategorien keine« Anstand, von diesem Mittel Ge« brauch zu machen. Zn Deutschland lausen die Streiks meistens friedlich ab; feiten kommen Gewaltthätigkeite» vor, während ei i« der Union schon Arbeitseinstellungen ge- geben hat, die alle Berhältniffe umzukehren drohten. Man erinnere sich nur an den große« Eisenbahnflreik im Zahre 1878 1 Wen« nun der Prästdent Cleveland nach dem Muster de« Herrn von Puttkamer verfahre« wollte und wen« man dabei in Erwägung zieht, wie viel umfangreicher und eingreifender die Nordamerika- nischen Streik» find, als die drutschen, so müßte er min» besten» vorschlagen, ein Heer von 100000 Mann speziell gegen die streikenden Arbeiter auszurüsten und inS Feld rücke« zu laffe«. Was hat aber Cleveland in Wahrheit vor« ü aus eschlagen? Ein offizielle» Schiedsgericht einzusetzen, da« u» Beamte« besteht, und die Meinungsverschiedenheiten wird, wen» ausgeführt, zum Mindeste» die Differenzen zwischen de« streitenden Theilen nicht vergrößern. Man steht, die Auffaffung der beide» Staatsmänner von der Sache ist eine grundverschiedene. Herr von Puttkamer wird ohne Zweifel da» Verfahren des Präfidente« Cleveland etwas leichtfertig finden von seinem Standpunkt au». Aber warte« wir erst die Erfahrungen ab, die Cleveland mit seiner Taktik macht. Wir find von vornherein überzeugt, daß sie im Allgemeine» durchaus erfteulich fein werde». Die Stellung der Regierungen zu de« ArbeitSeinstel- lunge« ist immer eine eigenthümliche gewesen. Meist be- **#nwe wtMen.] JeuMeton. gen Kg"JjjSfl K p £1 6" P! Z #e* mnt Mutter. Roman von Friedrich Gerstäcker. (Fortsetzung) «Du willst wieder fort, George?" sagte die Mutier. „Za, Mama— heute Abend sehe« wir uns doch bei Boßens- nicht wahr. 3h: kommt auch hin?" .Ich weiß e» noch nicht, mein Sohn," erwiderte die Gräfin-„ich habe etwa» Kopfschmerz- aber vielleicht ooq. .Du bist gar nicht mehr zu Haus«, George/ bemerkte der Vater,.man bekommt Dich wirklich nur»och beim Effe» zu sehen." ...Sa, bester Vater/ lachte George,.ich habe jetzt drei Pferde zuzureite», und da» kann ich doch nicht hier im Park thun. Der Fingal macht mir am meiste« zu .Aber es ist ei« vortreffliche« Pferd/ nickte der Vater, .Du hast da eine« gute« Kauf gemacht, halte ih» nur auch gut." .Wie meinen Augapfel, Papa/ lachte der junge Man«. •Also auf Wiedersehen in der Stadt!" und war ,m nächste« Augenblick verschwunden. Paula blieb mit ihre« Elter» allein im Zimmer, denn Mademoiselle Beautemp» trank keine« Kaffee und benutzte diese kurze Zeit stets, um in ihrem Zimmer ei« Viertel- stündchen Siesta zu halten, worin sie Paula niemals störte. Sie wollte jetzt ebenfalls das kleine, freundliche Gemach verlaffe«, als der Vater, der mß auf den Rücke« gelegte» Hände» auf und ab gegangen war, leise sagte: .Paula I' «Mein Vater l' »3ch und Deine Mutter möchte« ei« paar Worte mß Dir reden." .Mit mir, Vater?" .3«, mein Kind," sagte der alte Herr, indem er vor schränkten sie sich darauf, dem Verlauf solcher Aktionen ruhig zuzusehe»; kamen Tumulte vor und es ward Militär ver- langt, so ward es bereitwilligst gegebe«. Aber wir meine», daß darin die Aufgabe des Staat», resp. der Regierunge» gegenüber den Arbeitseinstellungen Nichtbestehen kann. Man erinnere sich, daß vor Jahren ein großer Streik der Weber in Greiz stattfand. Damals bewog, wen» wir recht unter- richtet sind, der Fabrikinspektor die Regierung, eine Ver- Mittelung zu versuchen, und sie gelang auch, wenn auch in diesem Falle nicht gerade zu Gunsten der Arbeiter. Aber man kam doch dahin, daß die Beschwerde» der Arbeiter von de« Behörden untersucht und als berechtigt anerkannt wurden. Die» ist von großer Wichtigkeit, da e» sich bei den Arbeitseinstellungen gar nicht immer um Loh-differenzen, sonder» auch häufig um Verkürzung der Arbeitszeit, um sanitäre Maßnahmen und dergleichen handelt. Wenn ei» solches Schied»- Gericht, wie es Cleveland vorschlägt, von Bedeutung werden soll, so gehört auch eine entsprechende Arbeiter- und Fabrikgesetzge- bung dazu. Cleveland hat eine Gesetzgebung in Bezug auf die Arbeiterfrage empfohlen. Leider hat er nicht ver- rathen, wie er sich eine solche Gesetzgebung denkt, sondern er hat nur gesagt, daß er sie auf alle Fälle für sehr schwierig halte. Da» ist allerdings nichts Neue». Aber gerade darauf, welche Grundzüge die neue Arbeßergefetz- gebung haben soll, kommt es eben an. Zndesse« zweifeln wir auch nicht, daß dei de« AankeeS, die in der großen Union dominiren, eine wahrhaft arbeiter» freundliche Gesetzgebung auf de« energischsten Widerstand stoße« wird. Nirgends ist da» Manchesterthum so sehr in die Praxis übergegangen, als in Nordamerika, und vor einem staatliche» Eingriff in die sogenannte wßthschaftliche Freiheß scheut sich Niemand mehr al» der Amerikaner. Ob Herr Cleveland den Muth habe« wßd, eine» zehnstündige« Normalarbeitstag vorzuschlagen? Und ob eine solche Maßregel nicht unter dem Brüllen und Stampfen „entrüsteter" Bankee's abgewiesen werden wird? Die Union könnte mit dem Beispiel einer gute« Ar- beitergesetzgebung vorangehe«— ob es aber geschehen wird? Wir wünsche« e» selbstverständlich, könne« e« aber leider «och nicht glauben._ Politische Urberstcht. Die Branntwetnsteuervorlage nimmt folgende Rück« gonge de» Branntweinkonsums durch die Steige« rung an. Die Einführung der Konfumsteuer im ersten Fohre mit 40 Pf. setzt bei einem angenommenen Ertrage non 90 Mill. Mark einen Konsum von nur 2 250 000 Hektoliter voraus. Somit würde im ersten Fahre ein Rückgang von 250000 Hektoliter eintreten. Bei der Erhöhung der Konsumsteuer im zweiten ihr flehen blieb, ihr leise mit der rechte« Hand da« Kinn emporhob und freundlich fortfuhr:„Sieh, mein Schatz, Du bist nun schon vor zwei Monaten siebenzehn Jahre alt geworden und— eben kein Kind mehr.. „Mademoiselle Beautemp« betrachtet mich aber»och al« ein solche«," sagte fast unbewußt Paula, denn ein schmerzhaftes, gleichsam eisiges Gefühl schnürte ihr in dem Augenblick« beinahe die Brust zusammen. Sie ahnte, was folge» würde. „Mademoiselle Beautemp»..." sagte der Vater rasch, brach aber kurz ab, hustete und lächelte still vor sich hin. „Nun, Du wirst nicht mehr lange mit ihr geplagt werden, Kind/ fügte er dann mit trockenem Humor hinzu,„und wa« ich eben jetzt mß Dir reden wollte— das heißt ich und Deine Mutter—, soll gerade dazu diene», Dich von ihr frei zu machen." .Mein lieber Vater 1" flüsterte Paula und warf e »#«u w 1 1— r. t_. t\ tc... w?—....-—... � � tz. ly MTW»•* V.. V———■--—--------------.--, 0�3% 0% Blick nach der Mutter hinüber, die am Fenster stand, mß einer kleine« Scheere ei« paar abgeblühte Rose» von einem Stock schnitt und die Blätter hinausstreute. „Verstehst Du, was ich meine?" „Nein, mein Vater," hauchte da« junge Mädchen. „Und doch stehst Du beinahe so aus, als ob Du es verständest," lächelte der alte Herr.„Aber ich will mich kurz fasien, mein Kind, denn große Umschweife sind unter uns ja doch nicht nöthig. Ich frage Dich also geradeaus, mein Herz, hast Du noch nicht daran gedacht, Dir einen Lebensgefährten auszusuchen?" „Mein lieber, lieber Vater!" „Aber, George," sagte die Gräfin kopfschüttelnd,„Du fällst doch auch wohl da ei» klein wenig zu sehr mit der Thür in» Hau». Da« ist kaum eine diskrete Frage für ei« junge« Mädchen, die das überhaupt auch wohl ihre» Elter« überlaffe» wird." .Ich weiß nun gerade nicht," lächelte der alte Herr, „ob Paula damit so recht einverstanden sei« würde. Aber eben weil ich glaube, daß sich unsere Gedanke« auf halbem "••---~~~—— tf,— t_ 1JC.. � W.....{.1.� «WDBNW Jahre auf 80 Pf. und einem Ertrage von 160 Millionen Mark ist ein Konsum von nur 2 Millionen Hektoliter vorausgesetzt. ES findet also im»weiten Jahre eine weitere Verminderung deS Konsums um 250000 hl statt. Endlich im dritten Jahre bedingt bei einer Steuer von 1,20 Mark ein Ertrag von 210 Millionen Marl einen Konsum von nur 750 000 hl, also einen weiteren Rückgang um nochmals 250000hl.— Die Brannt- mein Händler und Schankwirthe werden große Be« lästigungen zu erwarten haben. Nach der Steuervorlage find zur Zahlung der Konsumsteuer(1,20 Mark pro Liter) diejenigen Personen verpflichtet, welche ein Verkaussgeschäft betreiben, au» welchem Branntwein unmittelbar an Verbraucher im Gebiete der Branntweinsteuergemeinschaft verkaust wird. Außerdem haben diejenigen, welche Branntwein bereiten oder damit Handel treiben, die VerbrauchSabgade für den in ihrem Haushalt ver- brauchten Branntwein zu entrichten. Die Verkäufer haben den Branntwein, welchen sie bereiten oder von anderen beziehen, bei oder unmittelbar nach der Aufnahme auf da» Lager in ein Steuerbuch einzutragen. Der allmonatlich auf Grund de« Steuerbuches festzustellende Abgadebetrag ist spätesten« am letzten Tage deS dritten, auf die Anschreidung folgenden Kalendennonat» zu entrichten. Wird die Abgabe von dem Pflichtigen nicht spätestens innerhalb zwei Wochen nach der Fälligkert bezahlt, so kann die Fortführung deS Geschäfts von der Stellung einer Sicherheit abhängig gemacht werden. Die Frachtbriefe, Steuerquittunzen rc. find zwei Jahre lang aufzu« bewahren und der Steuerbehörde auf deren Verlangen vorzulegen. Die Steuerbeamten sollen außerdem befugt sein, die AufdewahrungS- Räum« von 8 Uhr Morgen« bis 8 Uhr AbendS zu besuchen und dort Ec« Mittelungen vorzunehmen.— Die Anlage neuer Brennereien soll bekanntlich in Zukunft nicht mehr frei- stehen, sondern seitens der Behörden von dem BedÜrfniß ab- bängia gemacht werden. Dazu bemerkt der„Wests. Merkur" sehr richtig:„Den Brennereien, welche jetzt zufällig bestehen, ein Monopol für die Branniwein-Versorgung Deutschlands zu geben und die bisher nicht mit Brennereim ve'' den grundsätzlich des Recht« auf diese I widerspricht doch allen geltenden Begriff best und Rechtsgleichheit. Am allerwenigsten ist es zu er- tragen, daß e« in da» Ermeffen der Regierung gelegt wird, ob Personen oder Ottschaften die Vottheile dieser Industrie erhaltm oder entbehren sollen; zum mindesten müßte diese Entscheidung einem unpatteiischen SelbstverwaltungSorgan zu- getfeiß werden, und ei müßte Vorsorge getroffen werden, daß °j«etn»elnm LandeStheile gleiche Chanzen haben; dmn sonst läuft die Sache auf eine Bevorzugung deS kattoffelschnap». brennenden Ostens von Preußen hinaus, und einer der ver. werflichsten Zwecke de» Monopols würde auf diesem Umwege wiederum erreicht."— Daß Süddeutschland von den Segnun- gm der neuen Steuer auSgeschloffm werden soll, wird auch leine Unannehmlichketten haben. Wie jetzt bekannt geworden ist, soll nach Einführung der Branntweinkonsumsteuer eine Uebergangsabgabe von dem aus Bayern, Baden und Wärt- temberg nach Nordd-utschland eingeführten Branntwein erhoben werden von 150 M. per 100 Kilo. In den beiden Ueber- Schatz? Er ist«entgsten« auf allen Bällen Dein uner« müdlicher Tänzer, und da» Vielliebchen, da« Du neulich mß ihm gegeffen— nun, Du brauchst nicht bis hinter die Ohren roih zu werde», meine Puppe— wir find Alle nicht besser gewesen, al« wir jung waren." Ueber Paula'» Stirn und Wange« hatte sich allerdings im ersten Augenblick ment q' Herze»_ leise, aber fest sagte:„Du ßrst Dich, Vater— ich liebe de« jungen Grafen nicht." „Nicht?" „Du liebst ih« nicht?" wiederholte aber auch die Mutter und drehte sich rasch und wie erstaunt der Tochter zu. „Und das sagt da« Mädchen mß einer solche« Bestimmt- Heß, als ob damit die ganze Sache abgemacht und beseitigt wäre!" „Der Vater hat mich gefragt, Mama/und er verlangt ja doch Wahrheit von mir." „Das allerdings, mein Herz," sagte der alte Herr ruhig, während sein Blick forschend an dem Antlitz der Tochter hing,„die verlangt er in der That— aber kannst Du mir eine« Grund angeben?" „Und wäre e» Liebe, Vater, wen« man eine« Grund dafür nenne« könnte?".-,„,_, „Hm," sagte der alte Herr, dadurch selber in Verlegen- Heß gebracht,„Du scheinst Nutze« au« Deiner L.ktüre ac zogen zu haben, mein Töchterchen. Die Sache ist dmn aber doch zu ernsthafter Natur, um ihr durch ein Wortspiel au«- zuweichen; so höre dmn, was ich Dir darüber zu sage» habe. Ueber die Familie Bolte» selber brauchte ich ketn Wort zu verliere«: wir habe« sie alle gern und find lange, (2._ m»4 W-..— c.'---•«äa.W" � r u x. a ihrigen«mannt zu werdm. Hubert' ist dabei ein junger liebenswürdiger Mensch, talentvoll, gutmüthig, ein bischen aufbrausend zwar, aber da» wird fich mß den Jahrm gebm und außerdem der einzige Sohn. Daß er Dich gern hatte, habe ich— und ich muß gesteh«, zu meiner Freude kangijahrtn soll diese Uebergangiabgabe 70 bezw. 110 M. betragen. DarauS erhellt schon, daß eine Grenzdewachung de» Hufs Durch ührung der Branntweinsteuer gegen Süddeutsch- land wird eintreten müssen, wie fie mit solcher Strenge kaum vor Errichtung de« Zollvereini stattgefunden hat. Die„Rational-Zeitung" schreibt in einem leitenden Artikel über die Branntwein st euervorlage:„Auf alle Fälle ist dagegen Widerspruch ,u erHeden, daß auch dieser neue Plan der Branntweinsteuer-Resorm wieder zur Zuwen- dung von Sonde rv ortheilen an die Brenner zu- gestutzt wird, wie ei anscheinend durch den Vorschlag einer Erhöhung der Exportbonifilation von 16 auf 21 Mark geschieht. Die Branntweinsteuer soll zur Befriedigung der Reichs und StaatSdedürfniffe erhöht erhöht werden, nicht zur Subventio- nirung der Brenner."— Die„National-Zeituna" glaubt ferner nicht an die staatliche Einschränkung der Produktion und bemerkt von diesem Standpunkt aus sehr zutreffend:„Die Erhöhung der Steuer in drei Jahresraten(von 40 auf 80 und 120 Mm!) scheint uns bedenklich. Wenn man durch eir jährige Lagerung des Spiritus 40, durch zweijährige 80 Mark Steuer am Hettoliter gewinnen kann, so wird diese Aus ficht im ersten der drei Jahre eine enorme Steigerung der Produktion ver» anlassen, durch welche die ReichSkaffe für die nächsten Jahre um große Summen kommen und die Kalamität der Heber« produkrton gesteigert werden würde: denn die letztere ist de- kanntlich leichter hervorzurufen, als einzuschränken. Eine Autwort, ebenso gerecht wie fein-tronisch, ertheilte zft der Fachverein der Metallarbeiter zu i ü n ch' n dem Festkomitee für die König Ludwigs Zentenar- feier, daS den Fachverein zur Mitwirkung an den S a m m- l ung en aufgefoldert hatte. Die Arbeiter schrieben folgenden Brief als Erwiderung auf die Zuschrift des Komitee's: „DaS schätzbare gedruckte Schreiben wurde in der letzten V'reinsveisammluna vom Sonntag Vormittag, den 4. d. M., den anwesenden Mitgliedern bekannt gegeben. Diese debattir» ten darüber, die übereinstimmende Meinung aller war aber, daß der Verein, gewitzigt durch bittere Erfahrungen früherer Jahre. «8 unmöglich wagen könne, eine Sammlung vorzunehmen, die nach den Bestimmungen des Gesetze« doch absolut unstatthaft ist. Unter allen Umständen sei zuvor daS verehrte Zentralkomitee um die gütige Auskunft anzugehen, ob eS uns im konkreten, doch offenbar gesetzwidrigen Falle für unbedingte Straf- freiheit zu garantiren im Stande sei oder ob es für den ge- gebenen Fall eine Aufhebung und RechtSungiltigkeit des ein- schlägigen Verbots erwirkt habe» so daß also hier erlaubt wäre, was sonst unter Androhung empfindlicher Strafen strenge verboten ist? Dem geehrten Fcftkomiree wird eS daher keine Uederraschung sein, wenn ihm hierdurch der Beschluß des Metallarbeiter fachveretnS ergebenst unterbreitet wird, daß der freundlichen Einladung insolange eine Folge nicht gegeben «erden kann, als nicht das verehrte Komitee die Güte bat, den Verein betreffs der vorstehend geäußerten berechtigten Be- denken ausreichend zu beruhigen. Außerdem wird noch darauf hingewiesen, daß der Verein durch Betheiligung an der Feier stch noch der weiterm Gefahr autsetzt, geschloffen oder Sim mindestens für„polltisch" erklärt zu werden, da achvereine stch gesetzlich nur um ihre internen Be« rufs> und Fachinteressen bekümmern dürfen. Gründen stch doch die von der lönlgl. Polizeidirektion verfügten und von der k. Regierung bestätigten Schließungen hiestger Fachvereine u. a. gerade darauf, daß die„rechtliche Würdigung" jeweils«in Hinausg'hen deS Vereins über seinen ihm vom Gesetze aufs Engste begrenzten Thätigkeitibereich ergab. Ei ist doch wahr- lich nicht anzunehmen, daß die k. Poltzetdirektion hier speziell «in Auge zudrückte und gewähren ließe, wai fie sonst so uner- dittlick ahndet! Die k. Polizeidirektton weiß sehr gut, daß daS Recktsbewußisein der Arbeiter sowie deren Hochachtung vor unfern staatlichen Organen durch nichts schlimmer erschüttert und g-stört würde, alS durch ein Doppelmaß, mit dem von den gesetzlichen Auffichisorganen die Thätigkeit der Fach- vereine gemessen würde. Es ist veihald auch bezüglich dieses Be- dcnkens«ine entsprechende Beruhigung von dem verehrten Kamst« zu erbitten. Zum Schluß sei mir dann noch gestattet, mich der westeren Obliegenheit zu entledigen, daS tit. Zentral« KomitS zu benachrichtigen, daß der Fachverein der Metall- ardester zumeist auS Männern besteht, welche eS angefichtS der sonst ihnen stets werdenden rechtlichen und geseUjchafrltchen Zurücksetzung nicht über stch gewinnen können, mit ihren Bei- trägen an einem Feste mitzuwirken, bei welchem fie sozusagen nur als Staffage zu dienen hätten. Man bedenke doch, wie diese Männer schon behandelt wurden! Sogar auf ihre Bitte um Uederlaffung eines SchulsaaleS zur Abhaltung von Zeichen- stunden antwortete der Magistrat kurzweg abschlägig. Wie soll da der Verein noch die Lust verspüren, selbst für den besten Zweck, insoforn er nicht unbedingt in der speziellen Aufgab« deS Vereins enthalten ist, irgendwie stch zu engagiren? Dieser Brief ist eS«ohl werth gewesen, daß wir ihn, alS gzschichtiicheS Dokument, auch weiteren Kreisen des LesepubltkumS zugänglich machen. Demselben einen Kommentar hinzufügen, hieße Waffer inS Meer tragen. — schon seit längerer Zert bemerkt; daß Du ihm nicht abgeneigt warst, konnte Zeder sehen, der Euch nur«in paarmal zusammen beobachtet hat. Dazu kommt, mein liebe» Kind, daß un« Beide, Deine Mutter und mich, diese Verbindung mit dem Bolten'schen Hause glücklich mache« würde, und ich bin überzeugt, daß alles dies zusammenge- «omme», wen« Du e« Dir überlegst. Deine» Entschluß be- stimme« muß. Zch brauche Dir nur noch zu sage«, daß heut« Morgen, als wir in der Stadt waren, der alte Graf bei mir förmlich um Dich für seine» Sohn angehalten hat, und ich hoffe, wir köanen ihm heute Abend eine gute Ant- wort mi'vehme«— wie, mein Schatz?" „Mein lieber Vater, ich— ich bin«och so jung!" „Darin hast Du recht, und das habe ich meinem Freunde Bolte« selbst entgegnet; er steht da» auch voll- komme» ei«, und Du sollst nicht gedrängt werden. Wir habe« deshalb beide ausgemach», daß die Trauung nicht früher als an Deinem achtzehnten Geburtstage stattfindet; um un» aber da» Glück unserer Kinder zu ficher«, wolle« wir die Verlobung am nächste« Freitag hier bei uns feier«, wozu uns Deine gütige Mama einen kleinen Ball arrangire» wirb— bist Du damit einverstanden?" „Dränge sie nicht zu sehr, George," sagte jetzt die Mutter freundlicher, als fie bis dahin gesprochen..Ihr Männer seid Euch darin doch alle gleich, da» folgt Schlag auf Schlag, und da soll da« arme Kind auf jede Frage auch augenblicklich antworten I Versteht sich, wird fie wolle«, aber Du siehst doch, daß sie jetzt bald roih, bald blaß wird— laß ihr doch nur Zeit, erst Athrm zu hole«!" .Meine liebe, liebe Mutter!" rief Paula und warf von ihren Gefühle« überwältigt, an der Mutter Zrust. „Aber, m« lille!" sagte diese, sich rasch und er- schreckt losmachend—.komm, mein Herz, komm, wozu dies« Aufregung— Du weiß», Kind, wie das immer meine Nerven angreist, und mein Kopf schmerzt mich überhaupt heute." „Aber ich liebe ihn nicht, Mama!" bat Paula in Todes- Die Vereinbarungen zwischen England«nd Deutsch- land über die Abgrenzung der Machtsphären tm weülicken stillen Ozean, welche in der Hauptiacke schon tm Ap.il 1885 getroff-n, und jetzt im«.und lO.Aplill886 somulirt worven find zwischen dem G a�en Herbert Bismarck und dem britischen Botschafter Sir Malet, werden nunmehr durch den„Reichs- anzeigcr" veröffentlicht. Die erste„Erklärung" bezeiw- et die Demarkationslinie näher. Deutschland und England verpflichten fich, außerhalb des darin genau bezeichneten Gbietes weder Eiwerdungen zu machen noch Schutzherrschasttn anzunehmen noch der Autdehnung deS briiifchen bezw. deS deutschen Em fluffeS entgegenzutreten, bezw. alle früheren Gebietserwerdun gen oder Schutzherlschaften aufzugeben. Keine Anwendung findet diese Eltlärung auf die Samoa Jnselr, die Tonga Jrftln, mit welchen Berti age adge'chlossm find, noch auf die Eevaga- Inseln, welche Inselgruppen nach wie vor ein neutrales Gebiet bilden sollen, noch auf irgend welche Inseln, welche jetzt unter der Souvetänität oder unter dem Schutze einer anderen ztvilifirten Macht stehen. In der zweiten E Ilärung sichern fich Deutschland und Britannien innerhalb der detreffenden Gebiete gegenseitig Gleichberechligung in Handel und Verkehr, in Niederlaffungen und in ver Relizionsübung zu, ebenso gleiche Behandlung der Schiffe. Streitige Ansprüche auf vorher erworbenes Land sollen auf Antrag durch eine gemischte Kommission entschieden werden. Beide Regierungen verpfl-chten fich, in dem westlichen stillen Ozean keine Strafnieder- l a s s u n g e n einzurichten oder Siraflinge doribin zu bringen. Ausgenommen find die Kolonien, welche jetzt bereits voll- ständig eingerichtete Regierungen mit gesetzgebenden Körper« schaften haben. Preußische Volksschulen. AuS Sarau in der Nieder- laufitz belichtet die dortige liberale Z fitung:„In ein«einen Klaffen der hieffgen Volksschule weiden 120 bis 125 Kinder von einem einzigen Lehrer unterrichtet." Eme Korxoralschaft, ver ein Unte'otfi.ter volsteht, hat wohl für gewöhnlich 15 bis 20 Mann I In den Realschulen und Gymnasien fixen in einer Klaffe nicht mehr als höchstens 40 Schüler, die von meh eren Lehrern in den Speztalfällen unterrichtet werden und wozu der Staat ganz erkleckliche Summen soend-t! Oesterreich Ungar»». Im österreichischen Herrenhause wirv die Mtttelpartei, auch„Metttrnichklud" genannt, einen neuen Sprachengesetz« e n t w u r f einbringen, der aber von dem Scharsckmied'schen Staatssprachengesetz-ntwulf wesentlich abweicht. Der deutschen Sprache soll darnach nicht der Charakter der„Staatssprache" aufgedrückt werden, fit soll als„VeimittlungSsprache" zwischen den Behörden eine gewisse AuSnahm-stellung erhalten. Da die„Mittelpartei" im Herrenhaus« dem Grafen Taaffe sehr nahe steht, so ist wohl anzunehmen, daß der neue Sprachenge« setzentwurf ein Fühler sei. den die österreichische Regierung herausgesteckt hat. Viel Glück dürfte die Regierung indeß da- mit nicht haben, denn die flovilche Preffe v-käwpft den neu- auftauchenden Entwurf mit derselben Leidenschaftlichkeit, wie seinerzeit den Echarschmied'schen Eatwurf. Schweiz. Der Bundes ralh bevollmächtigt die schweizerische Gesandt- schast in Berlin, der deutschen Reicht regiirung die Wiederauf- nähme der 1880 unteibrochenen Verhandlungen zum Zwecke deS Abschlusses einer Ued«rtirkunst betreffend Er leichte- rung der Eheschließung von gegenseitigen Staalsan- gehörigen zu beantragen. Der Bundesrath wird bei den eidgcnösfischen Rathen die Umwandlung der im Jahre 1880 abgeschlossenen 35 Millionen- anleihe deantragen, von welcher beretts 32426 000 Frks. zurückgezahlt worden find. Da das Geld augenblicklich sehr billig ist und vorauifichilich auch nicht ein Steigen deS Geld- marlteS zu erwarten steht, wird die Bundeskaffe jedenfalls damit ein gutes Geschäft machen. Der Gewerbeverein von Zürich verlangte fast einstimmig die Kündigung der Hand-lsverträze. Die Landsgemeind« Uri nahm fast einstimmig die Pro- gresfivsteuer an. Belgien. Das von der Regierung eingebracht« Gesetz zur Bestra- fung der Aufforderung und Verleitung zu Verbrechen durch Wort oder Schrift auch ohne Erfolg findet in der Kammer bei beiden Parteien einstimmige Ablehnung. Die Klerikalen bezeichnen es gradezu als konstitutwaiwibrig. ES wird daher entweder ganz umgearbeitet oder einfach abgelehnt. Franlreich. Freycinet empfindet angefichtS der Wendung in der grie- chischen Frage, die einem Ausschlüsse auS dem europäischen Einvernehmen gleichkommt, daS Bedürfniß, feine Politik zu rechtfertigen und bereitet ein Gclbduch vor. Man scheint in Frankreich dem großen Werke, welches man schon länger geplant hat, nämlich einen>ür die größten Kriegs- und Handelsschiffe fahrbaren Kanal zwischen der Bucht von Biscaya und dem Mittelmeer, also einen Nord-Lstsee« Kanal im g ößeren Maßstade zu bauen, ernstlich näher treten zu wollen. Zwei technische Ausschüsse, wovon der eine auS angst.„Der junge Graf ist ein braver, lieber Mensch, aber — aber.,." „Aber, mein Kind?" ftagte die Mutter streng. „Er— er paßt nicht für mich— er— hat für nichts Sin«, als für feine Pferde und Gewehre— er haßt Musik und Bücher— er..." „Lauter Verbreche«, nicht wahr?" lächelte die Mutter spöttisch—„und kann er deshalb nicht ein guter Ehemann werden?" „Und soll das Herz denn gar keine Stimme haben, Mama?" flüsterte das arme, gequälte Mädchen—„soll denn nur immrr todter Rang und Reichihum Verbindungen schließen und Mensche« auf ewig an einander tcitev, die stch ohne diese nie gefunden oder nur gesucht haften?" „Todter Rang und Reichthum, meine Tochter?" sagte der Vater ernst—„ich glaube, Du solllest un« dankbar dafür sei«, daß wir Dir die. Dir gebührenden Vorrechte auch erhalten und verwahren. Du wirst doch nicht glaube», daß ich Dich je unter Deinem Stande verheirathen würde?' „Willst Du mich nicht glücklich sehe», Papa?" fragte Paula herzlich. „Gewiß mein Kind, daS ist mein heißester Wunsch," erwiderte der Vater,„aber eben deshalb muß ich jetzt über Dich wachen, daß Dich Dein leicht erregte« Herz nicht zu einem Schrift hinführt, den Du später schwer bereue» und dann ficher unglücklich dadurch werden würdest. Aber wie ich Dir schulde, für Dein Glück zu sorge», so schuldest Du auch un», die Ehre unsere« Hause« auftecht zu erhalten, und wer Dir dabei am besten raihe» kann, sind den» doch wohl Deine Elter« selber." „Und wen» ich vorher wüßte, daß ich unglücklich werde« würde?" „Paula," sagte der Vater ernst,„ich bitte Dich, nur jetzt, wo e« fich um Deine ganze Zukunft handelt, Deine überspannten Roman« und phontastrschen Zdeea au« d�m Spiel zu lassen I Du hast un« schon neulich einmal so eine Andeutung gemacht, daß Du Dich an ver Seite de« ärm- sie» Manne« glücklich fühlen könntest, wenn„Eure Seelen," wie Du Dich beliebtest auszudrücke«, mit einander harmo- Ingenieuren, der zweite auS Vertretern der Marine und W HandelSstandelS desteht und worin der Vize-Admtral MarM den Vorfitz führt, werden nächsten« ihre Studien betreff«** Grabung dieses Kanals wieder aufnehmen. G r o h b r i t««« i e*• Wie blind die irischen Protestanten gegen% Selbstverwaltung des katholischen Irlands kämpfen, ergieb' ffch aus folgendem. Auf dem Rennplatze bei Belfast fand#» 26. d. eine großartige Kundgebung von Orangisten statt, bei der Gladstone's Homerule-Blll die absprechendste Beurtheiliw» zu Theil ward und die nachstehende Resolutton zur Annahme gelangte: Daß, sollte diese Maßregel des Premierministeri uns aufgedrungen und wir der Regierung derjenigen über' liefert werden, die unsere bittersten Feinde, die Feind« der Krone und der Verfassung gewesen find, und deren erste strengungen gegen unsere religiösen und kommerzielle«% tereffen gerichtet sein werden— wir hiermit feierlich und ruW erklären, daß wir jene Regierung nicht anerkennen werden, daß wir gegen die Besteuerung durch ein irisches Plw lament Protest einlegen, und die Zahlung der von ihm am' «legten Steuern verweigern werden; und ferner, daß wir bis zum Aeußersten allen Versuchen, solche Zahlungen zu erzwing»»' Widerstand leisten werden. Wie fordern die Männer England, Schottland und den Kolonien, die in dieser grot» KnstS unserer Geschichte auf unserer Seite stehen,°U" unseren Protest jetzt und später zu unterstlltzen, wen» wir genöthigt sein sollten, eine entschloffmere(!) Haltunl für die Aufrechterhaltung der bürgerlichen und giösen Freiheiten einzunehmen, die ihre und unsere Wo väter für unS errungen haben. DaS ist also die Drohung d» Bürgerkrieges, welche die Protestanten von Ulster da auf fprochen haben. Der Londoner Korrespondent der, Times" schreibt mit Bezug darauf:„Der ausgesprochene fchluß der Loyaliften in Ulster, der Auldürdung von H«"� Ruit, wenn eS nochwendig werden sollte, mit Gewalt Wibel' stand zu leisten, dürfte alS ein wichtiger Punkt in der westg» Elörterung der Frage fizuriren. ES kann sein, daß, wie off* verfichert wird, die Maschinerie deS Widerstandes thatsät« in der Organisation deariffen ist. Od e« eine Thatsach« n daß zu diesem Zwecke ein Ausschuß gebildet wurde und* derselbe zahlreiche Anerdietungen von Unterstützung mit schaften und Geld aus verschiedenen Theilen England«», halten hat— darüber wird nach dem Wiederzusammentritt � Unterhauses eine Interpellation gestellt werden.... Gladstone's Manifest(vergl.„Letzte Nachrichten" von aest'� ist ncch der„Fr. Ztg." völlig unerwartet gelommen. DaffsU- erschien in Extraausgaben der Blätter ohne Kommem*» Gladstone ist gestern nach London zurückgekehrt, um dem% netSrathe beizuwohnen. Man glaubt, daß die im Mann* enthaltene Elkiärung, daß daS Parlament aufgefordert wew-» soll, nur für daS Prinzip von Home Rule zu stimmen, Rückstcht auf die Einzelheiten der Vorlage, viele noch fcb»� kende Mitglieder der liberalen Partei dazu bewegen i#� die Maßregel zu unterstützen. Italic»»«, In Italien ist eine bedenkliche KrifiS, theilweife veranl» durch den unglücklichen Ausgang der Expeditton deS Gr' Po:ro, ewgeireten. Die Bevölkerung ist aufgeregt, weil Gräuelthaten des Sultans von Harrar fast unter den der italienischen Garnison in Zeilah geschehen konnten. Land macht die Regierung hierfür verantwortlich.„ „Königsderger Hart. Zig." läßt fich schreiben, daß möglick* weise bei den kommenden Neuwahlen Depretii fich einer M fährlichen Vereinigung von AnHangern der alten Linien yr' oppositionellen Peniarchisten und Radikalen) mit den StoD£ nären von der Rech'en gegenüdersehen könne.— Die« allerdings eine unnatürliche Allianz. Jedenfalls ist dem Premierminister seine Wahlaklion erschwert. Wie dem„' Fremdendlatt" telegrophisch gemeldet wird, kam es auch � in Neapel zu ernsten Unruhen. Studenten und Arbo*'' vereine verlangten Rache für die Niedermetzelung Porros. diniere und Bersazlieri wurden mit Steinwürfen empf»i>Cs vi;!- Verhaftungen wurden vorgenommen, in allen KoK stand daS Militär unter Waffen.— Auch die„Ceti. Nachr." kommen auf die Vorgänge in Harrar zu sprechen- seiner eigenen Selbstachtung willen, so meint das on% Organ, kann Italien den Vorfall nicht ungesühnt lassen. Zukunft seiner afrikanischen Bestrebungen steht dabei auf JL Spiel. Schon weiden adeffynischerseits ganz offen die kehrungen zu einem Kriegszuge gegen den Schlüssel der gischen Posttion Italiens am Rothen Meere, gegen Mass»ÜX betiieben, so daß den Italienern ohnehin kaum eine oerne oen, iu«ug wen>;ianenern oyntprn räum eine Wahl bleibt, als die ihrem Prestige drohmde BeeiiürächMLz mit gewaffneter Hand zurückzuweisen. Schnelligkeit de» Hanve� j ist daher angezeigt, um wenigstens den moralischen Effev! fichern, der bei halb- oder ganzwtlden Völkerschaften oft i 3. Mittag«.� liger ist, als der materielle. In Brindisi find vom 2. Mittags bis......... Choleracrkrankung und ein Choleratodesfall vorgekomaen« Ostuni sechs und in Latiano drei Choleraerkrankungen. nirte«. Es ist der alte Unfinn mit„eine Hütte u»b» Herz," der'''"......."'* die Hütte so lauge stichhaltig bleibt, bi« da« Herz«be*- hineinziehe» soll und die Räumlichkeit dann zu beengt stndet. Glaube mir, mein Kind, solch« 3%, zu oeengr yxnoei. israuve MW, mein«INV, 1o:cy° sehe« sehr hübsch auf dem Papier au», und lasse» Mm trefflich bei einer warmen, mondhellen Nacht durchslv»� wen, aber fie gleichen jenen wunderbar Quallen, die an der Oberfläche der See»-«•«"iMnDi'rl und von Weitem eine« prachtvolle« Anblick 0"%* nimmt man sie aber in die Hand, so bleibt nickst', je al««ine graue, schlammige Blase, welche man mit Ekt>/ der von sich wirst.„Gleich und Gleich gesellt sich 0 �1 ist ein altes, gute« und wahres Sprichwort. wir finden da« in der Natur bestätigt, wohm»» Ei» Adler könnte fich da eben so wenig daran einen Bund für da« Leben mit einem Truthahn und von Körner« und Kartoffelschalea zu lebe«, w«» � Seelea vielleicht sy-npathisire»— e« geht eben die Grafevtochter würde sich elend und unglücklich st? i» wkn« sie au, der gewohnte» Sphäre niedersteige« einer Hütte leben sollte. Da« sind eben jugendlich« � die ich auch nicht zu hoch anschlage und deshalb 0*** 0 zeihe. Nun sei aber vwnüastig, mein Töchterch«, alt genug dazu. W« habe» eine Wahl für Dich 0** Y die Dein Herz nur mit Freude und Dankbarkeit 0% gib erfüllen kann, also füge Dich dem; denn Du rofW Mf daß Deine Eliern nie ihre Einwilligung zu«% P bmdung unter Deinem Range gebe« würden, so""' wirklich je thörich» genug sei», selber an Derarttü*» Haft zu denken." „Mein Vater..."%«lO* „Laß nur sein, mein Kind- ich wußte ja.»'"W gute« Töch.erchen nicht de« LieblingSpla« j�%et � 'nxflfl -3 M' 1 Rubi*#)* Die Einführunk der aUgememen Wehrpflicht in TranS« nukasten ist jetzt definitiv deschloffen, vie Details der Verord. «unfl find invefi noch nicht fertiggestellt und insbesondere die nochigen statistiichen Erhebungen noch nicht abgeschloffen. DeS- bald dürftm immerhin noch zwei Jahre bis zu der ersten AuS» Hebung verstreichen. In den Waggons der tranSkaukastschen Bahn ist elektrische Beleuchtung eingerichtet worden._....., _.In Odessa fanden am«bend deS 27. April antisemitische Ruhestörungen statt. Dieselben dauerten ungefähr eine Etunde und eS wurden sehr viele Fenster eingeworfen. Die Ruhe wurde durch die Polizei wieder hergestellt und die ganze Nacht hin« durch war daS Militär auf den Beinen. _ Die preuiiische Polenpolitik hat viel dazu beigetragen, die Lage der Deutschen in Rufst sch« P ölen zu ver. ichlimmern. So wird der„Weser Ztg." auS Warschau ge« schrieben, dah daselbst wie an zahlreichen anderen Orten vor den Lsterfeiertagen unter der deutschen wie unter der polnischen Bevölkerung allgemein dai Gerücht verbreitet war. daß seitens der Polen eine Abschlachtung der dies ästigen Deutschen während der Feiertage inszenirt werden sollte. Dies« Ge« Mte enstandrn plötzlich und niemand wußte, woher fie kamen. Die Feiertage find indessen in aller Ruhe und ohne den ge« «ngsten Exzeß vorübergegangen. Wie man verfichert, hatten besonnene Arbeiter noch kurz vor Ausbruch der«ravalle ihre �wndeSgenoffen eingehend gewamt, indem sie auf die un« kUickseligen Folgen der weiland antisemitischen Kraoalle hin« Lesen. Immerhin ist die durch solche Gerüchte erzeugte Stimmung sehr bedenklich und dringt die in Warschau wohnen. den Deutschen in eine keineswegs angenehme Lage. Die rusfische und polnische Preffe verkündigt mit Genugthuung. wenn�wieder auf merkantilem oder industriellem Gebiete irgend« wwww „t°uS Deutschland, und zwar für mehrere Millionen "Ott jährlich bezogen werden mußten. m r Balkauläuder. ein.* einer Meldung der„Polit. Corr." auS London steht Schritt der Mächte in Athen unmittelbar de« ErNü�' Ütiechische Kabinet wird angegangen werden, seinen !>z.,�ugin vom 29. April bezüglich der Abrüstung jene Er« der«1!?? hinzuzufügen, welche zur vollständigen Erfüllung sib,i„. Mächten erhobenen Forderungen nothwendig er« sei Das griechische Kabinet müsse erNären, daß e« bereit und hteüPL*" kürzester Frist auf den Frtedentfuß zu stellen sei q? unt den bezüglichen Anordnungen bereits begonnm b-äe>,! Dieser Forderung seien alle Mächte einig. Man '%n tvttfc"g. l,a® 008 3lthfnet Kabinet fich nachgiebig osfiü�"wiener Frdbl.", in äußeren Angelegenhesten hoch. reich fn �fint. man möge in Athen nicht irrthümlich auf Frank« beklag-, � Hoffnungen setzen. ES wäre im höchsten Maße der z? /l �rth, wenn dai Interesse der Nation einem Spiele aeank.«. �Gastlichkeit oder einem ganz unbegründeten Trotze den an' würde, da man in Athen recht wohl weiß, wie sehr k." fachten jede Feindseligkeit gegen die griechische Nation und wie sie nur destrebt waren und bestrebt find, daS Volk selbst vor Katastrophen und den allgemeinen ""N vor neuen Prüfungen zu bewahren. Kommunales. St....k?w8.M�ung für die Sitzung der Stadtverordueteu« ö iik? T am Donnerstag, den 6. Mai er., Nachmittags dl« 4«h, i f äff ung über den Beginn und die Dauer der einer Gemeinde-Doppelschule in der Perlrdergerstraße—deSgl., ?ur. die erfolgte Bauabnahme der neu errichteten Trichinen« lchauamter:c. auf dem Zentralviehhof— deSgl„ betr. die Er« ?'rbuna des von dem Grundstück Badstraße 14/15 zur An« ,Mng deS BürgersteigS in der Front der Grünthalerstraße «forderlichen Terrains— deSgl., betr. die Uebernahme deS im 5.� der Bellealliancestraße zwischen der Kreuzbergstraße und t� �pelboferfelde belegenen Kolonnenwegei in dai Eigen« «r,Ä.", Stadtgemeinde— zwei Rechnungen— Bericht« h�tr. die Wahl elneS bürgerlichen Mitgliedes der v, atzlommisfion la.— Vorlage, betr. die Neuwahl eineS fliii..�"t'r'en fllr die Schul-Deputation— zwei Unter« — Vorlage, betr. die Neuwahl eineS dürger« � n. Mitgliedes deS Ersatzkommisston II». t»si�kue Straße und Brücke. Auf Antrag der Baudepu« Adtheilung II, hat der Magistrat beschlossen, der Stadt« !!lc«('Versammlung die Genehmigung der Baufluchtlinie Berm?� ntu<'°ber nur kurze Straße zu empfehlen, welche in � Lagerung der Eisenbahnstraße zwischen ver«hemaligm m-rz.?� Diener öffnete in diesem Augenblick die Thür und Bo»*> steifer Haltung an der Schwelle stehe« bleibend: SwJujf® von Halldorf läßt fragen, ob«S der gnädige« n?».ßenehm wäre..." stoB 1 un» sehr angenehm sein," sagte die Gräfin, die fr»** kinen Vorwand gefunden zu haben, das Ge- �zubrechen—„aber Schatz, Du hast ganz rothe ein8" bekommen— geh' auf Dein Zimmer und bade fie Unten« � wit Rosen waffer, wir erwarte« Dich dann Vesuch mußte empfange« werde«, und die arme ZirnJ' ba« Herz zum Brechen schwer, zog fich auf ihr ans?"»»rück, schob de« Riegel hinter sich vor und sank 1 US feopha. ttQft»7"? Mitleid mit den Gefühlen ihres eigenen Kindes, a' fie bfthpt_?«««<» nh btßfc WMW 3« der ln �agstvergangeven Zeiten einmal der Sitz �anung� �.??..«ewesen. hatte die vnschiedene« bswahrt �. ZL Paradies und Hölle. Schloßgasse zu Haßburg- den« die alte WM Be �treulich auf« er wunderlich dunkelgrauem, foer wahren de« Giebel vollständig ausfüllten und den obere» bedeckten, während zwei sehr Schützen-Kaserne und dem Proviantamt von der Köpnicker« straße nach der Soree führt. Sowohl die örtliche Straßenbau- Polizei als daS Polizei« Präfidium babm, wie die„Rat. ZU." schreibt, dem Projett bereits zugestimmt. Selbstverständlich wird an die Straße eine Brücke angeschlossen, welche über die Spree nach dem jenseitigen Spree Ufer und nach der Frucht. und Mühlenstraße führt. Wann die Brücke, an deren Stelle jetzt der Bahnübergang bei der alten Schützen.Kaserne liegt, ge. baut werden kann, läßt fich zur Zeit noch nicht bestimmen. ES muß die Entscheidung über die Tieferlegung deS Hochwasser. Spteaeli der Spree abgewartet werden. Benutzung der Leichenhalle». Die auf den hiefiren Begräbwßplätzen befindlichen Leichenhallen find im Jahre 1885 zur Einstellung von 9793 Leichen benutzt worden. DaS find etwa 30 xCt. der in demselben Jahre in Berlin Verstorbenen, deren Zahl 33 331 betrug. Gegen daS Jahr 1884, in welchem 9577 Einstellungen stattfiinden, hat fich vie Zahl derselben im Jahre 1885 um 221 vermehrt. Grrichts-Zeiwng. Ein Wahlabenteuer von fünf konservativen Moo biter Wahlmännern hat für dieselben noch ein unangenehmes Nrch- spiel gehabt. Am 5. November o. I. hatten der Restaurateur Schwarz, Rentier Lehmann, Sattler Rosenberger, Bäcker Möh ing und Schmikdemeister Philipps ihrer Pflicht als Wahlmänner zur Landtagswahl in der Tonhalle zu genügen. Nachdem di«S geschehen, desuchten fie inSgesammt einge Lokale und geriethen gegen Abend auch in die dekannte Weinstube „Botcga", woselbst einer Anzahl Flaschen schweren WeinS der Hal« geerochen«uide. Mit dem Konsum an feurigen Ge> tränken hielt die Erregtheit der Herren aber gleichen Schritt, fie führten schließlich in der Weinstube eine so laute und stürmische Unterhaltung, daß der Jnbaber, Herr Raihjen, Ruhe gebot. Als Antwort goß ihm der Angeklagte Schwarz Wein inS Gestcht, und bestand nunmehr der Wirth auf sofortige Entfernung der unliebsamen Gäste. Diese gelang aber erst, nachdem ein herbeigeholter Schutzmann, dem die Angeklagten ebensowenig gehorchen wollten wie dem Wirth, noch einen Polizei-Lieutenant zur Stelle schaffte, der nach vielem Parlamentiren mit den erregten Gästen schließlich kurzen Prozeß machte und fie sämmtlich zur Wache ststiren ließ. Hierbei widersetzte fich der Angeklagte Schwarz dem Beamten und regalirte denselben auch mit Verbal. Injurien. Auf der Wache brachte S. in unmotivirter Weise ein Hoch auf den Kaiser auS, in welches die übrigen Sistirten begeistert ein« stimmten. Trotzdem der Thatbestand wie vorstehend fest« gestellt wurde, erkannte daS Schöffengericht dennoch auf Frei« sprechung sämmtlicher Angeklagten, da der Behauptung deS am meisten Belasteten, er sei stnnloS betrunken gewesen, ge> glaubt wurde und— wie eS in dem ersten Erkenntnisse heißt — die übrigen Angeklagten wohl für schuldig, aber auch für strafstei zu erklären seien. Die Staatsanwaltschaft legte hier- gegen Berufung ein, und in gestriger Verhandlung vor der zweiten Instanz wurde das erstrichterliche Erkenntniß zum Nachrheile der Angeklagten aufgehoben. Sie wurden sämmt lich deS gemeinschaftlichen Hausfriedensbruches für schuldig er« achtet und hierfür mit je einer Woche Gefängniß belegt; den Angeklagten S. traf außerdem wegen Widerstandes und wegen Beamten« Beleidigung eine Geldstrafe von hundert Mark. Neichsaerichts-Entscheidunge«.(Nachdruck verboten.) Leipzig, 3. Mai.(Berechtigte Drohung.) Der Landwirth Klee auS der Kasseler Gegend war eines Tage« im Oktober v. I. auf seinem Felde mit Eggen beschäftigt, als der Lehrer Sch., dessen Feld an das seinige anstoßt, im Begriffe stand, ein Fuder Dünger über sein(Klee's) Ackerland fahren zu lass-n. Obwohl nun zwar seit einer langen Reihe von Jahren bei schlechtem Wetter der Bequemlichkeil wegen die Fuhrwerke des LehrerS über Klee'S Acker gefahren waren, ohne daß ihnen Hindernisse in den Weg gelegt wären, verbot diesmal Klee dem Lehrer, über seinen Acker zu fahren und fügte zur Be« krästigung die allerdings nicht hübschen Worte hinzu: Der erste, der über meinen Acker fährt, soll verrecken. Weder Sch. noch sein Knecht befürchteten, daß K ee diese Drohung wahr machen werde, aber fie unterließen eS doch, über Klee'S Acker zu fahren. Klee wurde am 10. Februar d. I. vom Land- gerichte in Kassel wegen versuchter Nörhigung zu einer Geld> strafe verurtheilt. In dem Uitheile wurde unter Hinweis auf eine Reichsgerichts. Entscheidung gesagt, daß nicht der Zweck, sondern daS Zwangsmittel widerrechtlich sein müsse, um die Strafdarkeit zu begründen. Nothwehr oder ein Nothstand liege hier nicht vor, denn ei sei von dem Lehrer und dem Knechte nur eine Störung deS Besitzes beabfichligt gewesen. Um diese abzuwenden, sei der Angeklagte nicht zur Tödtung der beiden Personen berechtigt gewesen. Gegen dieses Uctheil legte der Angeklagte Reviston mit folgender Begründung ein. Da er ein Recht gehabt habe, die Ucver fahrt zu verhindern, so müsse auch Nothwehr angenommen werden. Bei Hand- lungen, die in der Rolhwehr begangen weiden, sei allerdings eine Beschränkung geboten insoweit, als fie zweckdienlich find, durch die Zeit und Sturm und Wetter mißhandelte Riesen, die zwischen Drachenköpfe« und Unzeheueischwänzen ihre« Platz behaupteten, das Portal zu tragen schienen. Und bunt und prächtig genug mußte das Haus aus« gesehen haben, als es au» der Hand des Künstler« frisch hervorging. Noch jetzt ließe» fich nämlich an einige» ge- schützten und tiefer liegende» Stellen Spuren von früherer Vergoldung und Malerei erkenne«, mit denen besonders die Znstrumente der Engel geglänzt und geschimmert habe« mochten. An eine Renovation dieser geschwundene» Pracht hatte fteilich Niemand gedacht. DaS Hau« gerieth in die Hände einer Familie, die seine Lage sür ein« Wirthschaft passend fand, da es dem Theater schräg gegenüber und auch in der Nähe de« Dome« wie des Rathhauses stand, und der neue Eigenthümer, mit einer unbestimmten Ahnung, daß die vielen Engel wohl eine Andeutung der künftigen Seligkeit selber sei» könnte», nannte seine Wirthschaft drinnen«ach den Sinnbildern draußen„Zum Paradies." Der Mann verdiente v'et Geld damit, und als er älter und ihm da» Geräusch und die eigene Unbequemlichkeit eine« solchen Lebens zu groß wurde, ließ er die Wirthschaft ein« gehe», de» oberen Stock zu Familienwohnunge« einrichten und behielt nur die unteren Räumlichkeiten mit den Keller» für sich, in welche« er eine ganz vortreffliche Weinstube etablirte. Der alle Trauvest war von jeher ein ausgezeichneter Weinkenner gewesen und hatte immer etwas auf ei» gute« Getränk gehalten. Seine Weinstube bekam deshalb bald einen Namen und die in Haßburg ansäsfige»„Künstler", lustiges, luftige« Volk, da» solche Plätze immer am beste« aufzustöbern weiß, erwählte den Ort zu seiner Künstler« kneipe, wozu ihnen der Wirth, damtt fie nicht mit dem ge- wöhnlichea trockene« Pfahlbürger und Stammgast eine» Tisch zu besetzen brauchten, ei« kleines besonderes Käfterchen hübsch einrichte« upd sogar mit Eichenholz austäfeln ließ. Der und Jener.stiftete" dann auch noch bald eine» alten, wun- derlich geschnitzten Schrank, bald ein paar antike Sessel, hundertjährige Pokale und Deckelkrüge, alte Waffen und Rüstungen, kurz, wa« in der Art aufzutreiben war, bei Drobungen könne aber eine solche Beschränkung nicht ein- treten. Der Reichsanwalt erachtete die Revision als begründet und beantragte Aufhebung de« UrthcilS. Ec wieS darauf hin, daß dem Angeklagten von einer Berechtigung des Schl., über seinen Acker zu s tzen, nicht» bekannt gewesen sei, er habe also in dem guten Glauben aehandelt, daß er berechtigt sei, jeden Eingriff in sein guteS Recht zurückzuweisen und»war nöthiger« fallS mit G walt. Wenn daS Urtheil weiter ausführe, der An« geklagte sei nicht berechtigt gewesen, zur Abwehr einer Besitz» störung eine Tödtung zu begehen, so handle eS stch darum gar nicht, sondern nur darum, ob er mit G.-walt drohen durfte. Di« Reichsgericht(1. Strafsenat) hob sodann daS Uctheil unter folgender Begründung auf: DaS Landgericht hat mit Unrecht angenommen, daß, weil die Tödtung der beiden Personen«ach Lage der Sache nicht gerechtfertigt gewesen sein würde, auch die D ohuna mit Tödtung sofort als widerrechtlich zu erachten sei. D ai©triebt mußte vielmehr prüfen, ob der Angeklagte stch wirklich in Nothwehr befunden hat gegenüber der versuch» tm Störung seine» Befitzrechtes und ob diese Drohung erfor» derlich war, um den Eingriff, der in sein Befitzrecht gemacht werden sollte, abzuwehren. — Ein ähnlicher Fall kam am 30. April vor dem II. Strafsenat zur Verhandlung. Der Restaurateur Werner in Berlin war vom Landgericht« wegen versuchter Nörhigung zu 20 M. Geldstrafe verurtheilt worden. Cr hat al» Miether einen Keller inne, und in diesem befindet stch ein Raum, in welchem der für dai ganze Haus bestimmte Gasmesser steht. Zu diesem Räume hatte ansang» W. allein den Schlüssel und der Hausverwalter mußte denselben jedesmal von ihm holen, wenn er die Gaiuhr destchtigen wollte. Diese Belästigungen waren dem W. unan» gmehm und er verweigerte manchmal die Herausgabe de» Schlüssels. Tie Folge hiervon war, daß der Verwalter stch selbst einen Schlüssel zu jenem Raum anfertigen ließ und somit von der Willkür W.'s unabhängig wurde. Darüber ärgerte fich W. und al« er eineS Tage» tm Sommer o. I. den Ver» walter in jenem Kellerraume antraf, äußerte er diesem gegen» über: wer noch einmal wider meinen Willen hierher kommt, dem schlage ich die Knochen im Leide entzwei. Der Verwalter kam aber trotzdem wieder. Gegen die aus Gnmd dieses Tbat- bestandeS erfolgte Verurtheilung hatte der Angeklagte Reviston eingelegt und zwar mit Erfolg, denn das ReichSgerrcht hob das Urtheil auf und verwies die Sache in die Instanz zurück. Soziales und Arbeitervemegung. Unter dem kaufmänntschen Stand in England ist jetzt eine ledhafte Agitation im Gange, um durch G'setz eine Kürzung der Arbeitszeit in den offenen Laven und sonstigen kaufmännischen Geschäften zu eneichen. Dieselbe bat einen ersten Erfolg zu verzeichnen. Kein anderer als Sir John Lubbock, der bekannte phllanthropische Bankier, — Philosoph und Entomologe, der da» Leben der Biener- und Ameisenstaaten fiudirt und beschrieben hat und dem die Londoner Geschäftswelt ihre vier» dem ausgelassensten Ver» gnügen gewidmeten vantteiertage verdankt,— hat fich bereit erklärt, einen von dem Verein ausgearbeiteten Gesetzentwurf dem Parlamente vorzulegen. Selbst in der Siedehitze der iri- schen DiSkusston, schreibt die„Voss. Ztg.", erscheint die Ange« legenheit wichtig genug, um die öffentliche Aufmerksamkeit zu beschäftigen- Der Gesetzentwurf deschräntt fich darauf, gegen die gesundheitsschädliche, übermäßig lange Ver« wendung von unerwachsenen Gehilfen und Lehrlingen, Knaben sowohl wie Mädchen, im kaufmännischen Geschästs« betriebe Abhilfe zu fordern. Eine Untersuchung hatte die bedauernSwerthesten Zustände an das Tageslicht gebracht. ES war festgestellt worden, daß junge Mädchen und Knaben häufig 15 btS 16 Stunden in den Londoner Ladengelchästen festge« halten wurden zur schweren Schädigung ihrer Gesundheit und Verkümmerung ihreS Geistesleben». Der Verein hat deshalb nach reiflicher Ueberlegung der Sachverhältniffe fich ent» schloffen, vorläufig tm Anschluß an ehnltche Bestimmungen deS Fabrik- und Werkftättegesetz-S die Beschränkung der Ar- beitSzeit für jugendliche» HiliSpersonal im Alter unter 18 Jahren mit 12 Stunden täglich zu fordern. Diese zwölf Stunden verstehen fich einschließlich der Mahlzeiten, so daß stch also, die dafür üblichen Pausen angenommen, die sich allerdings in Ladengeschäften nicht regelmäßig innehalten lassen, eine Arbeitszeit von etwa 10 Stunden, entsprechend der Maxlmalarbeitsreit für jugendliche Arbeiter in Fabriken, er- geben würde. Oeffnet ein Ladendefitzer also seinen Laden um 8 Uhr Morgen«, so darf er seine Lehrlivge künftig nur bis 8 Uhr AbendS beschäftigen. Der Entwurf hat nun zu mancherlei Ausstellungen seitens der Ladendefitzer Veranlassung gegeben. Im Prinzip haben wenige dagegen etwas einzuwenden; viele haben indeß erklärt, fie würden fich lieber auf 72 Stunden in der Woche, al« auf 12 Stunden für den Tag bei der Ver- wendung von Lehrlingen beschränkt sehen. Der Verein will stch jedoch auf eine solche Aenderung de« Entwurfes nicht ein- lassen, da dann die Kontrole viel zu sehr erschwert würde. Da»«ontrolsystem, welche« der Verein für den Fall, daß der Entwurf Gesetzeskraft erlangen sollte, einführen will, ist daß fich der kleine, malerisch geschmückte in ein ordentliche» Raritäten> Kabinet ver- hinein, so Raum bald wandelte. Dai HauS wurde zuletzt wirklich dadurch berühmt, und kein Fremder besuchte Haßdurg, der sich nicht bemüht hätte, auch die Künstlerkneipe im„Paradies", die da» lustige Völk- che«, dem Namen des Gebäude« gerade entgegen,„Die Hölle' taufte, kenne« zu lernen.(Fortfitzung folgt.) Aus Kunst und Kedeu. Im Wallner Theater beginnt heute da» Ensemble-Gast» spiel der Münchener Mitglieder des könial. Theaters am Gärtnerplatz unter Direktion deS Herrn M. Hofpauer mit der Novität:„Almenrausch und Edelweiß'', einem oderbayerischen Charaktergemälde mit Gesang und Tanz in 5 Akten, nach Dr. von Schmid'S Erzählung gleichen NamenS von HanS Ncuert. Zu welche« Mißverständnisse« gekürzte Telegramme führe« können. Ein Fadrikant in Lüdenscheid hatte in Frankfurt a. M. eine Drehbank destellt. AlS dieselbe ankam, war ein Fuß derselben abgebrochen. Sofort wurde die li-fernde Firma davon durch daS Telegramm„Fuß ge- brochen" in Kmntniß gesetzt. Zum Unglück war der Inhaber de« Geschäfts verreist; die Frau desselben glaubte nun nickt ander», al« ihr Mann befinde sich in Lüdenscheid und habe einen Fuß gebrochen, worauf fie fich denn sofort auf die Rette nach Lüdenscheid machte, um ihrem Manne tn seinem Unglück beizustehen. Vergeblicher Heirathsantrag. In mehreren Pariser Journalen fand stch in den letzten Tagen folgende Annonze: „Ich bin Beamter, befitze ein EiNlommen von zwölttausend Franks und wünsche ein vermögenloses Mädchen zur Frau, da» aber kein Mieder, keine Tournüre und keine Löckchen tragen darf, da ich diese Auswüchse der Mode verabscheue. Anträge unter„Natur" an die Expedition." Obgleich daS Inserat öfter wiederholt wurde, hat der Mann nicht eine einzige E- widerung auf seinen Antrag erhalten, trotzdem er auf keine Mitgift re- fletttrte. Dagegen erschien am 25. d. M. eine Antwort im Annonzentdeile eines der betreffenden Blätter; fie lautete: „Wir defitzen kein Geld und würden einen hohen Beamten mit zwölftausend FranlS schon nehmen, allein ihm Mieder, Tournüre und Lückchm opfern— lächerlich! Mehrere Pariserinnen." Einwohner auf einen bewohnten Raum (Zimmer, Kammer, Küche.) charalteristisch für die englische Denkweise. Von Inspektoren hält er nicht viel; die würden den Geschäftsleuten lästig sein. Er will vielmehr die Aufstcht selbst in die Hand nehmen. Veigeht fich ein Ladenin Haber gegen daS Gesetz, so will der Berein klagbar werden. Ali Strafe für die Ueber« tretung ist ein Strafgeld von 20 Mark vorgesehen, dai sich im Wiederholungsfälle erhöht. Man hofft, dasi die Einführung einei derartigen Gesetzes genau die nämliche Wirkung haben würde, die dem Zehnstundcnyesetz für die Fabriken nachgefolgt ist, nämlich die Arbeitszeit überhaupt für alle Beschäftigten auf die im Gesetz angegebene Zeit zu beschränken- Eventuell hat aber der Verein noch eine weitere Maßregel in Aussicht ge- nommen, einen Gesetzentwurf, der ei den Kaufleuten eine« de- stimmten GeschättSzwe geS in jedem Orte oder jedem Bezirkt einer größeren Stadt anheimgiebt, durch einen Beschluß, der mit Zweidrittelmehrheit gefaßt sein muß, die Schließung aller Geschäfte ihreS Zweiges um 8 Uhr AbendS an fünf Wochen« tagen, um 10 Uhr AbendS am Sonnabend zwangsweise her« betzuführen. Dieser Mehrheitsbeschluß wird für erforderlich gehalten, da die Erfahrung bewiesen hat, daß sonst ein ein« ziger Kaufmann in seinem Bezirk seine Konkurrenten zur Offen« Haltung ihrer Geschäfte diS spät in die Nacht hinein zwingen kann. In den bewährten Händen Lubbock'S hat der erster« Gesetzentwurf viel Aussicht auf Erfolg. Zur Wohnungsfrage. Bereit» mehrfach habm wir an der Hand der Statistik den Nachweis dafür erbracht, daß da, wo daS Lohnminimum ist, auch daS Wohnminimum sich vo'.finder, d. h. daß die besitzlosen Arbeiter am dichtesten zusammengedrängt in den kleinsten und ungesündeften Räumen wohnen. In der Wederstadt Aachen fand A. Thun, daß in den aristokratischen Straßen: Theaterstraße.. 0,53 Hochstraße... 0,55 dagegen in dem Arbeiter viertel: Sandkaul... 2,3 Königstraste.. 3,0 Bergstraße... 3,6 kamen. Von den reichen Leuten in der Theaterstraße und Hochstraße hat jeder zwei Räume zur Verfügung, während in den Proletarierquartieren 2,3 bis 3,6 Personen in einer Stube hocken. Wenn man die eigentlichen Arbeitshäuser nimmt, so gestaltet sich daS Verhältntß noch viel schlimmer. SS kamen auf den bewohnbaren Raum z- B. in der Bergstraße in 5 Häusern.. 4,0 Einwohner „5„•• 5,0„ Und dann wundert man sich noch,' daß diese Armen immer mehr verkommen, und zetert über die Verwahrlosung deS Volks. Und dabei wohnen sie verhältnißmäßig theurer als die vour« geoiste.„Weil diese Familien so arm sind, sagt unser Gewähr»« mann, wohnen sie auch verhältnißmäßig sehr theuer." Da» ist die Strafe der Armuth.„ Anmeldung gewerblicher Unfälle. Die„Sieler Ztg." meldet:„Der Herr Gewerberath hat bei der Regierung ,ur Sprache gebracht, daß feiten» der OrtSpolizeibehörden ihm viel« fach Unfälle gemeldet würden, welche durchaus nicht als ge« werbliche detrachtet werden könntm; so z. B. sollen vielfach Antigen über Selbstmord«, Verunglückungen auf der Straße durch Ueberfahren rc, Auffindung von Leichen eingehen. Mit Bezug hierauf hat die Regierung die Herren Landrclthe rc. veranlaßt, die unterstellten Polizeibehörden mit Anweisung dahin zu versehen, daß nur solche Untälle dem Herrn Gewerbe« rath zu melden find, welche im Zusammenhange mit gewerb» lichen Betrieben vorgekommen find, diese aber auSnahmilo»." — Die ,�amb. Bürgerztg." bemerkt hierzu: Wirft diese Notiz nicht geradezu verdlüff-nd? So also ist die Intelligenz der preußischen Behörden beschaffen, daß sie gewerbliche oder ve« triebSunfälle nicht einmal von gewöhnlichen Unfällen zu unter. scheiden vermögen. Nun denke man sich einen solchen weisen Vertreter einer der betreffenden Polizeibehörden alt überwachen« den Beamten in einer Versammlung, in welcher über irgend eine gesetzliche Materie verhandett wird- Und diesen Polizeibehörden wird durch den Puftkamer'schen Erlaß, die Streik» betreffend, da» Recht eingeräumt, zu entscheiden, od„sozial« demokratische Tendenzen" dabei zu Tage treten. Nun, Se.Ex- zellen, muß ein felsenfeste» Vertrauen zu dem Bibelwort haben: „Wem Gort ein Amt giebt, dem giedt er auch Verstand!" Ob vieS Vertrauen nicht durch obige Mit, hellung de» GewerberathS ein ganz klein wenig erschüttert worden ist s" Streik. Seit Frellag Morgen haben in Nakel sämmtliche Maurergcsellm ihre Arbellen eingestellt. Sämmtliche Neu» bauten find unterbrochen, die Maurerpolier« allein stehen auf den Baustellen den Meistern zur Verfügung, aber die Ge- sellen weigern sich ganz entschieden, die Arbeiten unter den bestehenden Verhältniffen wieder aufzunehmen. Wie verlautet, wären dieselben wohl mit der Löhnung zufrieden, doch wollen sie unter keinen Umständen nach früherem Brauche von 5 Uhr, fondern erst von 6 Uhr früh an arbellen. Unterhandlungen find im Gange. Die Gesellen werden ihre Forderungen aller Wahrscheinlichkell nach durchsetzen. Der Streik der Zimmere« in Guben hat, wie die „G. Z." meldet, nunmehr seine Endschaft erreicht, obwohl der Normallohn nicht zugebilligt worden ist: dagegen haben die Mamer schon jetzt eine kleine Zulage erhalten. Die Maurer i« Sunderland haben am 28. April die Arbeit niedergelegt. Die Zahl der Streikenden beträgt bereits 1700 Mann. Di« Meister wollten die Löhne um V, Penny (zirka 4 Pfennig) kürzen. Bisher wurde ein Betrag von 8 PennieS(zirka 65 Pfennig) per Stunde bezahll. Der Streik greift täglich weiter um sich. ES sind zwar Verhandlungen im Gange, doch habm die Deputattonm der Maurer biS jetzt noch keinm Erfolg erzielt. Aufruf der Bayreuther Kravierarbeiter. Arbeiter und Kollegm Deutschlands! Unsere Lage ist, wie Ihr Euch leicht denken könnt, sehr kritisch, da mit aller Kraft von oben darauf bingearbellet wird, un» zu vernichten. Nicht allein, daß Herr Stewgräder trotz vieler Verluste mit unS nicht unterhandeln will, da er auf diese Weise die alten Arbeiter, welche jähre« lang ihre Kräfte für ihn einsetzten, lo» werden will, wahrschein« lich damit er sie in späterm Zeitm, wenn sie gänzlich„un« brauchbar" werden, nicht zu unterstützen braucht. Auch die hiesige Siser'sche Möbelfabrik will dem Herrn Et. behilflich sein, indem derselbe keine Leute von uns einstellm will, trotz- dem er sehr nothwendig welche braucht und solche in auS« wäriigen Blättern sucht. Kollegen! Sollten wir dm Stolz der Herren wirklich nicht brechen können und hier keine Unter» kunft findm, so find wir entschloffen, lieber Baureuth zu ver- laffen, alS die Fabrik wieder zu betreten. Wir bitten Euch deshalb, unterstützt unS nach Kräften, um wenigsten», wmn eS so weit kommen sollte, mit Ehren abziehen zu könnm. Wir bittm, haltet Zuzug fem. Mit Gmß und Handschlag der Vor» fitzende H. Wellhöfer, Münzgaffe 170. Uereine und Uersammlungen« Kr. I« der öffentliche« Versammlung der Lackirer, welche, sehr zahlreich besucht, am Montag bei Niest, Komman« dantenstr. 71, unter dem Vorfitz deS Herrn Jacob tagte, kon- stituirte fich der„Verein der Lackirer aller Branchen zur Wah« rung ihrer Jntereffm". Der Vorfitzende verlai dai von der Kommission ßauSgearbeitete Statut. Nachdem ein unwesent« licher Zaiatz und die Abänderung, daß Mitgliederversammlungen mindesten« alle 14 Tage(anstatt„alle 4 Wochen") stattfinden sollen, gutgeheißen waren, wurde da» vorgelegte Statut«n Kloo einstimmig angenommm. Der Zweck deS Verein» ist laut 8 1: „Die Lackirer aller Branchm in Berlin und Umgegmd zu einer gewerdlichm Korporation zu vereinigen und da» Wohl der Mitglieder zu fördern". Dieser Zweck soll erreicht werden durch Mitglieder« und öffentliche Versammlungen mit Voiträam. durch Erzielung mög- lichst günstiger Arbeit»- Bedingungen, durch Pflege der Kollegialität und Humanität, durch unmtgeltl'chen Ar« beitSnachweii und Rechtsschutz. Gemaßregelten Mitgliedern und solchen, welche im Interesse der Gesammtheit die Arbeit niedergelegt haben, soll Unterstützung gewährt werdm. Zu diesem Zweck soll nedm dem Vorstande eine vom Vereine ge» wählte Jnteressen-Kommisfion von 15 Mitgliedern bestehen. Da» Eintrittsgeld ist auf 50 Pf„ der wöchentliche Beitrag auf 10 Pf. festgestellt. Die große Mehrheit der zirka 200 An« wesenden ließ fich in die Mitgliederliste eintragen. AuS den dann vollzogenen Wahlen ging der folgende Vorstard hervor: 8acod und C. Mudler 1. und 2. Vorfivender, Ja com und aar 1. und 2. Kasstrer, John und Nietsch 1. und 2. Schriftführer, Schmiedecke, Wietteck und RautenhauS Beisitzer. kr. Zu einer sehr zahlreich besuchten öffentliche« Ver- sammlung der Sattler und BerufSgmossen, welche am Sonnabend bei Gratweil stattfand, legte Herr Wirths die Be» schlüsse vor. welche die Lohnkommisfion behuf» Gründung«int» zur Durchführung etwa nöthig werdmder Arbeitseinstellungen nothwendigm Generalfond» gefaßt hat. Für jede Werlstatt soll ein Delegirter eingesetzt werden, der in da» ihm über- gedme Werkstaitsbuch die Namen aller in der Werkstatt be« schästigten Kollegen und die gezahlten Beiträge einzutragen hat. Die Sammlung der Beiträge soll jede Woche ein anderer Kollege vornehmen. Die Ablieferung der gesammelten Bei« träge an den Kasstrer der Lohnkommisfion soll dr�rck die Dele« girren gegen Quittung in den Büchern erfolgen. DaS Referat über die Lohnbewegung der Sattler erstattete Herr Liefländer. Er hob hervor, daß bisher die Sattler Bei lins mehr ali die Arbeiter anderer Gewerte eS verabsäumt hätten, fich ein« Or. ganisatton zu schaffen, daß in Folge dieses UmstandeS ihre Löhne noch tiefer herabgedrückt seien, al» in den meisten i» deren Gewerken, und daß die nächste Aufgabe in ihrer fttzfip Lohnbewegung die Verkürzung der Arbeitszeit sein müffe. ist» Berg(Sattlermeister) schilderte die trostlosen Lost' verhäliniffe, die besonder» in den Werkstätten$ Militär� Effekten herrschen, in sehr eingehender 0# Darauf theilte der Vorsitzende mit, daß die LohnlommiW fich in folgender Weise konstituirt habe: WirthS, erster, ktafi zweiter Vorfitzender, Lietze, Schriftführer, Gustmann, KasM Maibauer, Mendt und Achterberg, Beisttzer.— Nach sehr � gen Debatten, welche Herr Sander, der Vorfitzende der L# kommisfion der Tapezirer. dadurch hervorrief, daß er l» Markensystem für die Einziehung der Beiträge zum Gevn� fonds empfahl, wurde beschlossen, zunächst noch daS Buchstzstr» belzubehaltm. Der wöchentliche Minimalbeilrag wurde M 10 Pf. festgestellt. Vor Schluß der Bersammlung wuiW noch Mittheilungen über daS Verhalten eines JnnungSmeiflei' und eine» WerkführerS gemacht und die Werkftattordnung°r> Treibriemenfabrik von Fletscher(in der Brückenstraße) wM theilt, in welcher den Arbeitern unter Androhung der laffung verboten wird, in den Fabrikräumen Bier oder tuosen zu trinken, ferner die Pflicht auferlegt wird, ihren w wenn er in die Werkstatt eintritt,„in geziemender Weise P begrüßen" und sowohl vor Beginn der Arbett alS auch w™ dem Aufhören der Arbeit fich im Komtoir zu melden. I« der Versammlung der Vereinigung deuffck" Schmiede am 1. Mai erstattete der Kasstrer Kassenderw Der Revisor Herr Pott bestätigte, alle» in bester Ordnung� funden zu haben, leider habe er auch gefunden, daß viele W t lieber mit ihren Beiträgen restlren, wa» wohl den schltt� lrbettSverhältniffen während de» verflossenen Winter» schreiben sei. Er ermahnte die Ritglieder, fich mehr al» her für den Verein zu interesfiren. Hierauf wurde Herr% berg zum Schriftführer gewählt. AlSdann wurden sehr ledh� Debatten geführt über die Abrechnung der Lohnkommisfion E, über den Arbeitsnachweis. Es wurd'N jverschiedene Bisaj? gefaßt, welche von großem Vortheil für den Verein sein fg Hierauf giedt H. Menzel, Letter der Lohnkommisfion der Ar. ner Stellmacher, einen kurzen Ueberdlick über den Stand? Bewegung, worauf beschlossen wurde, den Rest des Agitati� fondi den streikenden Stellmachem vorläufig zu überißt Nachdem der Fragekasten erledigt, theilte Herr Mathe» � daß der diesjährige SommernachtSball deS Verein» 24. Juli im Voltsgarten, Haisenhaide Nr. 1, stattfindet..1 f Die Arbeiteriuneubewegung des Norden» K wieder in Fluß zu kommen und die Störungen der Zeit überwunden zu haben. Die öffentliche ArbeiterinnA sammlung, die vorgestern im„Weddingpark", MüllerM. unter Vorfitz von Frau Steindoiff stattfand, war verhalt'™ mäßig gut besucht und trug jenen sachlichen Ernst zur 6% der der Würde und der Wichtigkeit der Sache entspricht.? veranlaßt« eine Anzahl Frauen, fich alt Mitglieder im% verein aufnehmen zu lassen. An Stelle deS nicht erschien«?, Referenten sprach Frau CantiuS unter lebhastem Beifall K „Bildung, Freiheit und Brod". Rednerin wußte ihre Aufgabe w' glücklich zu lösen. Eine lebhafte DiSkusston schloß# L Frau Steindorff führte zu dem von der Rcferentin Thema deS modernen BildungSschwindelS einige charakteu,-� Beispiele an; Frau Gubela verbreitete fich über die 8"� � Frauenbewegung, Frau Lohse über die gewerkschaftliche nisation speziell der Mantelnäherinnen: ste bezeichnete ew Streik, hervorgewachsen und getragen von einer starken lition, alS daS einzige Mittel für die Mäntelnäh'rinnen,» traurigen von ihr mit Zahlen belegten Zustände de» zu bessern; Frau Pötting erinnerte daran, daß ein gesetzt Normalarbeititag nothwendig und mit allen Mitteln A erstreben sei— Die Männer, welche fi» an DiSkusston betheiligten. führten dies« von der Debatte btÄ Gedanken weiter auS. Herr Boy machte besonder» neuerdingS wieder auftauchende„Kurrendefingerei" oufni�V die von allen Seiten dieselbe Verurtheilung erfuhr. An« m Puttkamer'sche Erlaß wurde in seinen eventuellen FolgfiL; die Lohnbewegung der Frauen besprochen und vi«,? i bestätigung der Statuten deS Arbeiterinnen> Berel Dresden von Seiten der sächfischen Polizeibehöide kritifitt. ' Verband deutscher Zimmerlente(Lokal« Verlin-Süd). Versammlung am Donnerstag, den 6.»v«) AbendS 8l/i Uhr, in den Jndustriehallen, Mariannenstr Tagesordnung: Vortrag. Verschiedene». Fragekasten. Zimmerleute haben Zutritt.„«j * Arbeiter• Bezirk« verein Süd» Oft. Mittwochs 5. Mai, Abend» S'/i Uhr, Mitglieder Versammlung. ordnung: 1. Vottrag de» Herrn Benkendorf über'V bestattung. DiSkusston. 2. Verschiedenes und Fragil"'■ Neue Mitglieder werden aufgenommen. Theater. Mittwoch, den 5. Mai. vvernhaus. Flick und Flock. »chaaspiellhavs. Er muß auf'S Land. cheatsche» Theater. Ein Tropfen Gift. Mallner-Theater. Almenrausch und Edel- Neid«»»- Theater Theodora. Drama in 8 Bildern von 58. Sardou._ »elle»Alliance-Theater. O. diese Manner! K»tedrich»WUHel«ftädtischeS Theater. Der Aiaeunerdaron. Walhalla» Theater. Da» lachende Berlin. Heilere» au» der Berliner Theatergeschichte «ft Gesang und Tan, in einem Vorspiele und 3 Akten von Jakobson und Witten. Tet�ral-Theater. Der Stab»» Trompeter. Mktoru»» Theater. Amor. Tanz. Poem von Luigi Manzottt. vftend-Zheater. Die Waise auS Lowood. Ttzeste» de« Aetchshallen. Große Speztali» Mm- Vorstellung. Kaufmann'» Variete. Große Spezialitäten- Vorstellung. Soutordia. Große Spezialttäten-Vorstellung. »eise durch da« Riefengebirge. Allen Bekannten u. Kollegen die traurige Nachricht, daß unser Freund und Kollege, der Former Gdnard Mitenz, am 3. d. M., früh 4 Uhr, nach kurzem Leiden verstorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, Nachmittag» 4'/, Uhr, vom Leichenhause deS Michael-KilchhofS(Britz. Chaussee) au», statt. Der Kachv. d. Former u. verw.»ernssg. Admiralstr. 38 O. SodtfcO. Admttcttstr. 38 Kräftige Bouillon von 10 Uhr ab a 15 Bf. MirtagStisch(Hausmannskost)» 50 Pf. mit Bier. «bendtisch nach Belieben. Billig und kräftig.[939 Den Mitgliedern deS Perein» zur Wahrung de» Interessen der Klanierarbeiter zur Nachricht, daß mit dem heutigen Tage die geschäftliche Lettung des Verein?, wie Anmel dung vonKranken, Rechtsschutz, Maßregelunzen rc an den zweiten Vorfitzenden, Kolleg« Schaar, übergehen. Sprechstunden täglich von 7'/, bis 8% Uhr AbendS, Sonntag» von 8 di» 10 Uhr Vormittags, Reichenbergerstr. 125, Hof, 2 Tr. l. Ich sage allen Kollegen, Freunden und Genoffen bei meinem»weimonallichen unfreiwilligen Fernsein ein herzliche« jedewoht.[1564 Fr. Zubeil. Meinen Freunden und Genoffen die ergebene Anzeige, daß ich die 1548 Restauration des Hrn. Gerike, Vienerstr. 50, käuflich übernommen habe. Indem ich hierdurch um freundlichen Zuspruch bitte, wird e» mein eifrigste» Bestreden sein, alle« Wünsche« meiner geehrten Gäste Rech- nung zu trauen. Achtungsvoll Jal. Kadatz. Wo speise« Kie? In der ersten alten pom< merschen Küche, Oranien- straße 181, Hof parterre, bei Klei». Frühst. 30 Pf.. Millagötisch m. Bier 50 Pf. Abendtisch, v. 30-60 Pf., nach Auswahl. 1440 Wel, Sxiezel u. ßotßmmm -tgener Fabrik von«. Hertel, Tischlermftt., Kniensk. 180, dicht a. d. Friedrichstr. Große AuSwabl luul ganze Immer. Eiaruktangm wirtlich reeller«nd guter Möbel, in Nußbaum und mahagoni, Garnituren in Plüsch, Rip» und Phantastestoff. Stoffe liegen zur Auswahl bereit.[815 «M- T Heilzahlung gestattet.-M» Reftaurant Ferd. Mitan, Wiener- Straße 31, empfiehlt allen Freunden und Bekannten fein neu rerooirteS Weiss- and Balrlsch-Bler-LoKnI._ Guier, reichhaltiger Frühstück«-, Mittag«- und Abendtisch.[1� Ein große« Mereinazimmer steht den geehrten Gästen zur Verfügung. August Herold Berlin SO., IIS Skalitzerstrasse 113 . Spiegei- a. Polslmo______„ Eigene Fabrik. Solide Preise, Prompte Bedienung« 7 Mark. Wallone Ktass-Hosen neuester Facon. 20 Mk. elegante An)üge. 15 MK. Sommer.paletots. 4 MK« elegante Kuaben-Iinzüge. Gebr. Neustadt,[1523 Jernsalemerstr. 41, Ecke«ransenstraße. Soeben erschien Nr. 28 deS „Wahren Zakoö". Zu beziehen durch die Expedition, Zimmer- straße 44.[1229 Korben erschien: Alt SsMlßmsItnKt, vor dem veutscheu lieichsw Drittes Heft Zu beziehen durch die ErpedittA» Lpt* II«*» Ualkablatt", Herlin SW.»*, straße 44. Schloffergeselli»� werben verlangt. Mädler. NaunM� K-rb«.ach---�f Zwei Reisekörbe verlanat_ ig,, F Franke, Rixdorf, Stelnmetzfir�>� Veraniwortttcher Redakteur R. Eronhctin in Berlin. Druck und Verlag von Max Badtng in Berlin 8W„ veuthstraße 2. Hier»«**** Beilage mm Berliner Volksblatt. K?» 104. Mittwoch, de« 5. Mai 1880. IIL IatzM Dn Unizch Eckert. u. i,(Hamb. JBojtg.) Di« Lungenschwindsucht ist dir Geißel «ei Zj uz. Laffen wir die Zablen sprechen. Greifen wir aui «en»ahlreichen Gruppen der Matallardeiter einige ErwerdS- iwetge heraus und betrachten wir sie nach dm RtonlhtÜSarlen, denen sie befallen werden. 08 litten____ von 100 Ertränkten an: Lungen- und Bronchialleidm:*) Chron. Bronchial- Emphy- tatairh: sem: 9,8 0,5 Pneu- Im monie: Ganzen: 6,6 27,6 122 $ 3,7 2,6 3.2 58 122 313 29,1 91,8 Erwerbs. Äi* Raget., Reffet.. 25?« u Z-ug- �iede 12,2 xKloffer ii 5 Skuenhauer 62,2 ,, Man steht, bei diesen Branchm zählen hohe Prozentsätze Mr«ranken zu den Lungenleidenden. Grodezu kolossal ist L« Ziffer bei den Feilenbauern, indem von 100 erkrankten oerimdauern durchschnittlich 91,8, also fast 92 an Krankheiten f«t Athmunaiv'gane laboriren, an Lungmleiden speziell nicht weniger als 744 und darunter wieder an Phthise, an Lungen« Ichwiadsucht 62,21 ..Diese statistische Tafel ist mit ihren nüchternen Ziffem die 9. si« Warnungstafel auf dem Wege, den unser modmrer ZndustrtaliSmuS unaufhaltsam wandell, ste ist ein erschreckender spotten in dem Soll und Haben dei Kapitalismus, aus dem wir «rnen, wie großartig die Hekatombm find, die dem Moloch un- anarchischen WirthschafiSordnung zum Opfer fallen. Die wrdluhtiit unter der gewöhnlichen Besölkerung im Alter von � Jahren und darüber ist nicht halb so groß, wie z. B. unter W von Solingen, eS ergiebt fich ein Unter chied, «i« gewandtesten H rmonieapostel nicht wegvik put ren onnen. In dem sogenannten„schönsten Alter", daS aber für �.glücklichen Schleifer nur eitel Mühe und Plage ist, wer- roffe von der tückischsten aller Krankhiiien dahinge- iJr DaS blühende Manne Saite r ist eS, in dem diese Branche dezimirt wir». Sind doch von den in den Jahren �0-74 G-stordmen über 50 Jahre: Schleifer 1,3 pCt., Eismarbetter 9.2 pCt., die übrige Bevölkerung 21,9 pCt. »etgt uni, wie wenig Schleifer ein« höhere Altersgrenze ViHm,«S beweist, daß die besttzlosen Arb, iter in Bezug auf Kränklichkeit uns Mortalität der Bouraeoste gegenüber dai J.ae Bonecht haben, am leichtesten häufigsten und schwersten SU erkranken, am schnellfim dahin zu stechen und zu sterben. Lassen wir A. Thun"*) sprechen:„In den Aachener Tuch- �en wurde während deS hauSindustriellen Betriebs von 7 nach Einführung der Maschinen von 6 bis 8 Uhr .uanr Blüthe deS amerikanischen Geschäft« i»«ar Nacht» gearbeitet; ähnlich war e« in den Spinnereien und Kratzen- Fabriken. Da« Minimum ?«r Ardeit in den Texiil- Fabrikm war effeklto 12 Stunden: gewöhnlich betrug fie 14—15 Stunden, oft und zwar nachweisbar 16-17 Stunden. Die Kinder arbeiteten stets in Reih und Glied mit den Erwachsenen. Die ganze AtbeitSzeit über blieben fie ununterbrochen in der Fabrik, selbst »W Mittagsmahl, oft nur in einem Stückchen Brot bestehend, ich langen ste zugleich mit dem Staube deS Spinnsaals in fich Mnn; von Bewegung in freier Lust war keine Rede, wo ?sts«tt fie bei schlechtem Wetter und bei der Kälte in ihrer Durstigen Kleidung hin? DaS Resultat war: Schwächlinge, der Kopf grindig, die Augen triefend, die Brust lchivindsüchtig, der Magen leidend; zum Militärdienst taugtm n« nicht, in die Schule kamen ste nicht.. Wir glauben, diese« BUd ist anschaulich, ist typisch. .. lieber die Wohnungivn hältniffe können wir uns sehr kurz i??«N' da wir ste schon ost berührt haben. Abscheuliche, enge, «Hjfttnd luttlose Höhlen, das find die Quartiere dei größten '."18 der Ardeiter. In Aachen kommen im Bourgeoisviertel «ine Person zwei Räume, in den Ardeiterwohnungen bis 3,6 Menschen in einer Kä und % »�.k«n fich durchschnittlich 2,3 W'« zusammen. Da» genügt! «„u�o kommt es, daß daS werkthätige Volk rasch inS Grad iKj» daß die Geschlechter der Proletarier so rasch fich ablösen, im». Keistige und leibliche Entartung deS Proletariat« einen >>,.?«« gewaltigeren Umfang annimmt, daß, um die neureichS- ij,-�«n Patrioten an ihre Jn'.mssen zu mahnen, dai Mi- de«'es.st st«tig herabgesetzt werden muß. Zunahme der Roth, bot«. l«nd«, Verschlechterung der wirthschastlichen Leben«- b-i/. fy mangelhafte Ernährungsweise, schauderhaste Gesund- hältniffe, Verkürzung der durchschnittlichen nationalen dne n dauer, steigende Krankheit!- und Sterbeziffer, daS ist " L°°S der Arbeiterklasse. wer».?-« Knabe Eckert litt so und starb so, wie gemeiniglich da« du Äft« Boll lebt, leidet und stirbt. Sein Untergang ist Martyrologte des Proletariat». Knaben Eckert trat die Staatsgewalt, der öffent- Rnkläger. in die Schranken. um für den Gestorbenen baTl***! SU fordern; für da« Kind deS reichen Manne«, mehr al« zehntausend Mark JahreSrente befitzt. Belkes" 0btt"W Anklage für die unendlichen Leiden de« �at lehrt un« —---. Der Prozeß Eckert. 2%'%%%%% P arlamentsberichte. Abgeorduetenhau». 65. Sitzung vom 4. Mai, 12 Uhr. Am Ministertfche: v. Goßler. Lueius und Kom- missarien. später Fürst v. Bismarck und v. P u t t k a m e r. Die Tribünen find überfüllt. Da« Hau« tritt in die erste Berathung de» Gesetz- Eni- wurf«, betr.ffend Abänderungen der ktrchenpoli« tischenGesetze,«in. Abg. Gneist(gegen die Vorlage): Meine hochmver- ehrenden Herren!(Oho! im Zentrum. Heiterkeit.) Die na- tionalliderale und in ihrer großen Mehrheit auch die konservative Partei hat die kirchenpolrtrschen Vorlagen der Staatsregierung 1872 bis 1875 unterstützt in der Ueberzeuqung. daß Gesetze dieser Art nothwendig seim, um daS N'berelnnanderstehen zweier historisch von Hawe auS regierender Kirchen in unserem Land« zu ermöglichen. Wir haben daS mühevolle Werk damals zu Stande gebracht, keineswegs in der Me nung, etwaS Vollkommene« zu schaffen; wir wußten, daß Reibungen zwischen Krrche und Staat für längere Zeit au« solchen Gesetzen ent- stehen, und unvorhergesehene Härten in der Aussührung zu beseitigen, waren wir nach unteren Krästen bereit. Auch die gegenwärtige Regierungsvorlage ist der Art, daß ihr in ihrer ursprünglichen Gestalt eine Anzahl meiner politischen Freunde für gewisse einzelne Zugeständnisse zumstimmen sehr wohl in Stande sein würden. Ader gegm die Vorlage in ibrer jetzigen Gestalt müssen wir an dieser Stelle die nach unserer Ueberzeugung wesemlichen Grund, Üge der Maigesetzgebung aufrecht erhalten, nicht au« Feindsei gkeil gegen die Kirche(Lachen im Zentrum), so wenig wie die österreiwische und miitelstaatliche Gesetzgebung auS Feindseligkeit gegen die römische Kirche e' gangen ist, sondern wegen der Natur dieser Kirche au« rein sachlichen Gründen. Um nur einige wichtigste Gestchtipunkle hervorzuheben, welche die Vorlage in dieser zerrissenen, unzusammenhängen Gestalt uns unannehmbar machen, so find dies folgende: Ein erstes Hinderniß ist der Verzicht deS Staate« auf die kür ihn noth. wendige Mitwirkung dei der Vorbildung der Geistlichkeit. Daß die Berufsbildung der Geistlichen eine immense kirchliche Ange- legenhlit ist, wird heute von Niemandem bestritten. Der Staat kann an der strengen Hierarchie der römischen Kirche nicht« ändern. Er muß den Zö tbat der katholischen Geistlichkeit an- erkennen, obgleich derselbe die Diener der Kirche dem nationalen Leben in gewissem Maße entfremdet. Er muß auch die Bus- dildung der von uns sogenannten Kandtvaren für da« Priester- amt, für den unmittelbaren Dienst der Kirche in den Priester seminaren al« riin kirchliche Angelegenheit gelten lassen. Aber dai Vorleben diese« Personal« in dem Stadium der Unmün- drgkcit und Minderjährigkeit, vor Empfang der höheren Weihen, kann der Staat nicht anders als eine gemeinlcha'tliche oder gemischte Angelegenheit ansehen, weil davon in Deutschland der F-rede zwischen den Bekenner» beider Kirchen an erster Stelle abhängig ist. Ein Mangel der jetzigen Vorlage für un« ist die verworrene Situation, in welche die sogenannte An�igepflicht jetzt gekommen ist. Die Pflicht eineS jeden Geist. lichen, fich durch fern Anstellungsdekret auszuweiten, ist über- Haupt keine„Konzesfion", welche der Staat von irgend Jeman- dem zu erbitten hätte. Der Geistliche, der irgend eine K age anstellt, der irgend einen Anspruch auf Stolgedühren, Dezem oder andere Temporalien erhebt, der im Kirchen vorstand mit- fitzen, der irgend ein Attest mit öffentlichem Glauben auS- stellen will, muß fich zur Sache leaitimtren, sei eS durch ein Anftel- lungsdekret, durch eine amtliche« zeige oder analoge Beglaubi- gung. Dieser Punkt kann doch kein Streitpunkt sein, sondern ist selbstverständlich. Die Maizesetze haben aber die Anzeigepflicht in Verbinbung gebracht mit dem Einspruchsrecht de« Staate« gegen die Anstellung, nicht als eine Konzesfion der Kirche, sondern ali eine Konzesfion deS Staates an die K>rche. Der preußische Staat beansprucht für die Anstellung der Grift- lichen kein vestäligungirecht, wie e« in Layern, Elsaß- Loth- ringen und anderen deutschen Staaten beNeht, di« in die neueste Zeit auch in Sachsen. Er beansprucht auch seit den Maigesetzen kein allgemeines Veto mehr, kein Verbot der AuS- Übung des Amts, wie eS au« dem unbeschränkten Auffichtirecht deS preußischen Landrech'S und anderen Gesetzgebungen folgt. Er besch-änkt fich vielmehr auf bestimmte engbegrenz e Gründe de« Widerspruchs gegen eine Besetzung der Stelle, die in den Maigesetzen weit mehr beschränkt find, al« in Beyern, Würt tembera, beiden Hessen und anderen Ländern. Er beschränkt sein Einspruchsrecht weiter auf eine kurze Frist von 30 Tagen und deich: änkte et bi««u der späteren Novelle auch noch durch einen Gericht! spruch. Das Recht zu einem solchen Wtderlp uch kann man doch unmöglich dem preußischen Staat bestreiten, wenn man überhaupt ein staatliche« Aufstchi«recht anerkennt, d. h. ein Untersagungirecht, ein Recht, S öcungen de« öffent« lichen Friedens und Hindernisse der öffentlichen Ordnung zu beseitigen. Wie eine Gesetzeioorlage in der jetzigen Gestalt ohne sorgfältige Berathung in einer Kommiiston von wenigsten« 21 Mitgliedern behandelt werden kann, ohne ein für ein preußi- scheS Gesetz nahezu unauifüh bare«, widerspruchsvolle« Matertal zu liefern, ist nicht wohl einzusehen. Denn wenn ich von mir selbst schließen darf, so wird keiner auch der nachfolgenden Redner im Stande sein, die Tragweite dieser durcheinander geworfenen Sätze und ihr Verhältniß zu einer Reihe anderer Verwaltungigesetze mit einiger Sicherheit zu üdersehm. Eine Beraihuna im Plenum ohne die nothdürfiigfte Jnformaiion über die Einzelheiten di.seS schwierigsten aller Staatsrechts- gebiete könnte nur auf eine Formalität hinauslaufen. Gegen solche Ueberstürzungen sollten wir die Ledre unserer eigenen Geschichte doch nicht ganz vergessen. Alle Konkordate und orga- Nischen Gesetze Deutschland», welche in ruhiger sachverständiger Erwägung der verwickelten Kirchenverhältnrsse mit rechttoer- ständizem Beirath erlassen find, haben fich erhalten bis heute. Alle im Friedenstaumel, alle in konstitutionellen Verlegenheiten, alle zur Erreichung anderer politischer Zwecke beschlossenen Kon- kordate und Gesetze find ausnahmslos bei Seite gesetzt und weggefegt worden bei der nächsten Wendung im konstitutionell'« Slaat und haben den Kirchenstreit nur verlängelt und ver- btttert. Die heutige Lage macht eine organische Ge> sammtrevifion unserer kirchenpolttischen Geflyg-dung zu einem Postulat, welche« alle Parteien nicht ander» al« in vollem Ernst stellen können.— Wollen Sie da« in Er- Nationalltde-alen.)_, m...,,. Abg. W i n d t h o r st: Die Rede, welche wir soeben ge- hört, fordert sehr stark zu einer Erwiderung auf. Sie erinnert lebhaft an alle die Vorträge, welche wir von dem vereh'ten Herrn im Laufe der kirrbenpolittschen Stteitigkeiten gehört, und ste würde fich sehr vi l besser au«genommen haben, wenn ste 1873 gehalten worden wäre.(Sehr r chrtg! im Zent-um.) Im Namen aller meiner Fraktionigenoffen. die in voller Ern- dem Herrenhause an unS gekommen ist, einfach ak-eptiren. Wir haben allerdings unsere Bedenken, aber wir laff-n für jetzt die Sacken auf fich beruhen(Heiterkeit links) und nehmen an, waS geschaffen worden ist, nicht in Uebereilung, nicht in Ueberstürzung, sondern nach sorgfältiger Uederlegung der Re- {ierung und vor Allem auch im Hei renhause. Wir werden de«» ald unsererseits auch keinerlei Amendement« stellen. Sollten w-lche gestellt werden, o würde es fich finden, wie wir dazu Stellung zu nehmen hätten Wir werben in keiner Weise irgend ein Wo t tagen, was nach der einen oder der anderen Seite den Verhandlungen präjudiziren könnte, die off ndar über alle diese Tinge zwischen dcr R gieiung und der Kurie deftihen. Wir find ertieut über die Lage, in der wir uns jetzt b, finden, nicht weil wir nun glaubten, so Außeroldentlichr« erreicht ,u haben(höitl). sondern weil wir der Anficht find, daß der voll» ptltige Bewe'S gegeben ist. daß e« der Kurie und— ich betone es mit besonde.er Befriedigung— auch unserer Regierung und vor allen Dingen dem leitenden S'aatSmann ernst ist, die Sachen zu Ende zu H-Ingen.(Lebhafter Beifall im Z mt-um.) Wenn d-r Voiredner gemeint bar, er müßte eine Kommiiston!- berathung deantragen, so weiden Sie begreifen, daß meine Freunde und ich nach meiner Erklärung einen Etcff rür kom» mtffarische Berathung nicht finden Da wir aber Niemandem«inen Z vang auferlegen wollen, so müssen wir eS den He ren überlassen, ob ste eine Kommisston durchsetzen wollen; wir stimmen nicht da'ür. weil wir glauben, daß eS gut und nützlich ist, diese nun so lange schon schwebende Sache tbunl chst rasch zu Erde zu dringen und weil wir noch eine so große Z hl der allerschw'ertgsten Aufgaben hier und im Reichs.ag zu lösen baden.(Beifall.) Abg. v. I a z d, e w S k t: Sie werden e« natürlich finden, daß wir(Polen), die wir in diesem großen Kampfe mit dem Z?n>rum zufammengegar-gen find, in der soeben angekündigten Zar jckMrung desselben auch eine gewisse Richtschnur für ur.« c.bl cken mit einem Vorbehal. Die Artikel 2 unn 14 der Vor« läge enthalten Autnahmebeftrmmungen für die D ö.esen, die wir hier vertreten, und wir find genölhigt und verrflichtet, diesen und unfern Wählern gegenüber en Amendement zu stellen, auf Sireichung deS Altnea 5 im Artikel 2 und de« cklinea 2>m Artikel 14, weil wir glauben, daß diese im Herrerhause eingefügte Klausel von keiner Seite gerechtfertigt worden ist. Abg. v. Rauchhaupt: Ich habe Namens meiner politischen Freunde die Erllä ung abzugeben, daß die Konservativen für die Beschlüsse de« H-rrenhauseS. wie sie an uns gekommen find, geschllssen stimmen(Biavo! im Zentrum) und un« auch nicht für Kommisfionederaihung, sondern für sofortige Berathung im Plenum«nrjcheiden werden. Erleichtert wird urS unsere Stellung in diesem schwer w�eaenden Augenblick durch die gründliche Arbeit de« Herrerhause« und seinen mit großer Meh hert gefaßten Be'chluß, du ch das Eintreten de« Rftch«» kanzteiS kür diesen Beschluß und seine Abstimmung für den« selben. Wenn letztere auch nur in seiner Eigenschaft alS Mit» glted de» Hener hauseS er'olgte, so ist fie doch gerade für un« a>S Mtiglieder d,S anderen HauseS von ganz besonderem Werth— und durch dai im Laufe der Verhandlungen that» tächl-ch wachsend« Entgegenkommen der Kurie. Aver daneben bestimmen un« auch innere G llnde, gesch ossen für die Vorlage einzutr-ten. Die kon'ervaitve Partei hat sei, Jahren die orga« nische R-oifion der Maigefttzgedung gefordert, und alle Par» teien in diesem Hau-e wa en zu jener Zeit darüber einig, daß in den Maigtsetzcn Bestimmungen entHallen seien, die in daS innerkirchliche Leben der katholischen Kirche eingrei'en, auch die Liberalen wa>en dieser Anficht. Die En« reden der G-gner wu zeln lediglich im Mißtrauen. therlS gegen fich selbst, tverlS gegen die Kurie. Man zweifelt einerfertS an der Hoffnung, zu einem dauernden Frieden zu gelangen; d.e in Oer Jacobtnischen Note an die Gewährung der Anzeig Pflicht geknüps.n Vord-halte li.ßen diese Hoffnung nicht aufkommen. Na von eirr-m Geltenlaffcn der StaatSein« sprücke in der Note nicht die Rede sei. Alle diese Bederken der Gegner z-upen nur von Mißmuth gegen fich selbst. Die konservative Partei hat in kirchenpoiittschen Dingen ein so gute« G ra ffen, daß fie der zukünf igen Entwick-lurg in Ruhe ent- gegen geben kann, ste weiß ganz genau, wie weit die Grenze zwrschen Kirche und Staat geftrckl w rd. und fie hat nicht da« Mißtrauen gegen unseren leitenden Staatsmann, noch arch gegen die Tyiastie, daß un« Vorschläge gemacht werden, die über diese Grenze hin ausgeben; wir vertrauen, daß au« den ferneren Verhandlungen in Rom der F iede erwachsen wird. Wir geben nicht« von den Rechten de« Staat« auf, wir wollen nur unseren latbolrschen Mitbürgern den Frieden wiede-aeden, den ste lange ersehnen, den Muburaein. die un» die E nheit deS Reichs Häven erkämpfen helfen(Beifall im Zentrum) und wir hoffen daß dieser Frtide so rinmülh g wie möglich erzielt werden möge.(Lebhafter Beifall recht«.) Abg. o. Cuny: Wir Nattonalliberalen werden geschloffen gegen die Beschlüsse deS Herrenhauses st mmen. Herr v. R uch- Haupt hat un« Mißtrauen gegen die Kurie zum Vorwurf ge- macht: ich erwid-re: Ja, ich habe Mißtrauen aegen die Kurie! (Unruhe im Zentrum und recht«.) Ich persönlich bin vor drei zlahren an dieser selben Stelle in derselben Lage gewesen, Namen« der Nattonalliberalen die ablehnende Haltung zu den damaligen M-brhetttdeschlüffen auszusprechen, ich habe damal« dargelegt:„Wir würden wünschen, daß diese Vo löge einen gänzlichen Abbruch in den Verhandlungen mit der Kurie bedeutr n möchte, da« wünschen wir. die wir dteie Verhandlungen mr der Kurie von jeder mir dem größten Mißtrauen angeiehen haben u.s.w." Haben fich Uebelstänve ergeben, denen Adhil'e geschaffen wer« den muß, so ist diesen auf dem Wege der«inseirigen staatlichrn Gesetzgebung entgegenzutreten, ohne Uebernabme von Verpfltch- tungen gegen die K rie; so wurde eS 1880 mit der ersten kirchenpol, tischen Novelle gehalten, für die auch ein großer Tbeil meiner Freunde gestimmt hat, und ich bekenne mich trotz der schweren Angriffe, die unS gerade jene Abstimmung von 1880 zugezogen hat, noch jetzt dazu. Unser Mißtrauen hat neue Nahrung gefunden durch die Note deS Kardinal« Jvcobini di« un« noch hinter das zurückwirst, wa« dei den Hirrenhausoerhandlungen bereits al« feststehend galt. Wre Herr von Rauchhaupt unseren Erfahrungen in den ktrch ichen Kämpfen gegenüber von einem dauernden Frieden sprechen kann, verstehe ich nicht; wir können auch nicht einmal den Weg zu einem vo üdergedenden Frieden erblicken, sondern sehen in der Nichtanerkennung eine« wirksamen Einspruchs- recht« dm Keim zu neuen Kä-rpfen. Und hat uns nicht Herr Wmd borst oftmals mit dankenSwerlher Entschiedenheit nach dem Ende de« Kulturkanpf« den Kampf um die Schule ange- kündigt? Da« soll der Weg zum Frieden sein? Au« diesem Grunde können wir für die Vorlage nicht stimmen. Wir sehen voraus, wenn jetzt in dem Kampf zwischen Staat und Kirche ein anderer Ton zur Geltung kommt, entbrennen wird der Kan pf von Neuem. Wir haben in dem tUberigen Kampf zum Staare gestanden- wenn der Staat von N uem im Kanpf der Kurie gegenübersteht, so weidm wir von Neuem zum Staate stehen.> (Beifall link», Larm im Zmirum.) Wir werden pesdbMen gegen die Herrenhi-usdeichlüffe stimmen.(Beifall bei den Na- jiorallideraien.) Minifterprästdent, Reickskanzler Fürst v. Bismarck: Meine Henen, ick will nur mit wenigen Wottm einem J,r- tham in Begehung auf zwei vei schieden e Seiten der Sacke vorbeugen, der fick an eine Sleußerung des Herrin Vorredners knüpfen könnte. Der Herr Vorredner hat einmal gesagt, daß durch die neueste Note des Kardinal»Staats!' rntchs, die gestern mitgetheilt worden ist, die Situation zum Nrchtheil der Regierung hinter dieser ige zurückgedrär gt worden sei, welche zur Zeit der Verhandlung im Herre-bause bestanden habe. Da mals habe die Note vom 4. v M die ständige Anzeige in ÄuSfickt gestellt, während die jetzige Note stck nur auf die An» zeige in Bezug auf die rtzt vakanten P arrstellen bezieht. L'tzteres ist ja ganz richrig, aber diese jüngste Note ist ja auch durchaus mcht der definitive Abschluß; eS ist nicht diejenige Erklärung, die wir von der Kurie zu erwarten haben nach der Zusage vom 4. April, die wir zu«rwarten haben, nachdem daS jetzt in Beralhung befindliche Gesetz verabschiedet und pwmulgirt sein wird, sondern eS ist, wenn man will, eine Abschlagszahlung, die von der Kurie geleistet ist, in der Abficht, das gegenseitige Bert' auen zu stä-ken und daS Mißtrauen, das hier ja gegen die Adfichten der Kurie ausgesprochen ist, abzuschwächen durch eine tbeilwrise Erfüllung. Wenn die Kurie noch jetzt in diesem Augenblick einen entaeaen- kommenden Schritt, eine theilweise Erfüllung ihrer Zusage, aber nicht die vollständige, für angezeigt gehalten hat, so denke ich mir, fie hat damit vielleicht aus eine möglichste Einstimmig- keit der Besrtlüffe dieses Houfes hinwirken wo en(Heiterkeit); fle hat vielleicht gehofft, d.ß nach einem solchen Beweise von bona fidea auch die Freunde des Herrn Voried eri dos Mißtrauen, von dem er stch beseelt erklärt, würden fallen laffen— ein M ßtiauen, daS er gegen die Kurie ausgesprochen bat, das ich aber gegen Se. He Weit den jetzt regierenden Papst Leo XM. in keiner W'ise theile.(Biaoo! im Zentrum) Im Gegenlheil. ich tabe Vertrauen zu ihm, ohne daß ich deshalb von dem Herrn Vorrede er so weit dioergirte, daß ich zu den Bestrebungen der römischen Hierarchie immer und unter allen Umständen und in Bezug auf alle Personen Vertrauen gehabt hätte. Zu dem jetzt regierenden Papst aber habe ich Vertrauen. Der Herr Vorredaer hat dann die zweite irrthümlicke Voraussetzung auSgelp oben, daß die Autonomie der preußischen Gesetzgebung durw i-gend ein zweiseitiges Ge- schält hier beschränkt und beeinträchtigt worden wäre. Wir haben keine Vo lagen machen wollen, wenn w-r hätten befürch- ten müssen, daß durch fie der Zw-ck uns dem Frieden näher zu bringen, von Hause aus nicht erreicht werden könnte, daß jener Zweck vielmehr in Folge deS Widerspruchs der Kurie absolut aazeschnitten worden wäre. Daher haben wir sondirt, ob die Vorlagen, die wir zu machen beabfichtigten, als ein Ent- Segenkommen bei der Kurie aufgefaßt und einen dem Frieden gün- ige» Erndruck dort wachen würden, oder ob d.e Kurie fich wiederum veipflrchtet Hilten würde, g-gen ein Entgegenkommen, daS'icht alle ihre Wünsche und Ford-rungen erfüllte, ihrerseits Front zu machen. Daß wir unS also vengewifferten, ist eine ganz natürliche diplomatrsche Vor ficht. Der Friede, den wir er- streben, läßt fich in b- stimmte Paragraphen nickt soffen. Die tobten Paragraphen allein helfen uns wenig, es gehört dazu, daß von beiden Seiten in der Ausführung der Bestimmungen ein guter Wille vmbandrn ist. ES wird Plav genug t leiden, um dem Zorn der Parleikämp'e die nöihigen Schlachtfelder zu liefern. ES kann deshalb auch nicht die Tendenz der neuen Vorlage sein, um mit Sicherheit in ähnlicher Weise, wie der Frank! urter Friede oder der tzubeitusdurger Friede, einen festen, klaren Friedensschluß zu schaffen, der fich a priori als solcher ganz destimmt rerwerthen und übersehen läßt. Ich möchte also empfehlen, diesen Schritt nicht zu unterschätzen, sondern auch unsererseits zu thun, was wir können, um daS Mißt auen und den Kampfes zorn auS unserem eigenen He z-n loS zu werden und auch dem H rzen der Gegner nach Möglichkeit den Stachel zu nehmen. Wir nicht Minister ist. der kann fick ja den Luxus erlauben, eine eigene Parteianstcht öffentlich und amtlich zu vertreten; in ministerieller St-llung, in der eines leitenden Ministers, bin ich nicht in der Möglichkeit, mich auf einen Parteistandpunkt zu stellen; ich kann vorübergehend den einen wie den anderen zu akzentuiren für das Vaterland illr nützlich halten, aber ich kann dauernd keiner Partei angehören, sondern ick muß mich immer fragen, was ist in diesem Augenblick der Gesammtheit deS VatcrlandeS nützlich, zweckmäßig, was kann zu seinem Frommen dienen?— Tie freisinnige Partei verliert ja mit dem Kuliurkampf, um ihn kurz so zu bezeichnen, die 40 Point», die fie in der Partie dadurch immer vor hat gegen die Regie» rung, daß fie den Streit sckon vorfindet, und fich nur auf Seiten der Gegner der R-gierung zu stellen braucht. Also, daß die Herren von der sortsckri'tiicken Pceffe in einen großen Zmn über die Möglichkeit gerathen, daß die Annehmlichleit deS Kampfes gegen die Re» gierung ihnen genommen werden solle, das begreife ich voll- kommen. Ich möchte die Herren, welche das Vorgehen der Regierung tadeln, bitten, doch ihrerseits dasjenige oder die- jenigen Ges-tze genau zu bezeichnen, deren Abschaffung wir de- antragen, die Sie aber für den preußischen Staat absolut und dauernd für unentbehrlich halten, dieselben auszusondern und nachher zu sagen, vielleicht durch Amendements: dies und das müssen w'.r haben, ohne das kann der preußische Staat nicht leben. Auf desgleichen Amendements beabfichtige ick nicht ein- zugehen, sondern ehrlich zu versuchen, ob wir den Frieden auf dem Wege, den wir jetzt eingeschlagen haben, fioden oder wenigstens doch ihm näher kommen, so daß er Wurzel schlagen und fich entwickeln kann. ES hat stch eine, ich möchte sagen, komische Zitungspolemik daiüber erhoben, od ich vor sechS Fahren einmal daS Bild gebraucht hatte: wir wollten die Waffen nur auf den Fecktboden niederlegen, um fie jeden Tag wieder aufnehmen zu können. Nun, meine Herren, ich bestreite dies nach meinem inneren Grsühl und nach meinem Geschmack; ich kann ja nicht alle Worte im Gedächtniß hoben, die ich seit seckS Jahren gesagt habe; aber daß ich dieses Bild jemals gebraucht haben kann» daS bestreite ich. WaS ein Fechtdoden ist, ist mir von Göt- tingen her sedr genau bekannt.(Heiteikeit) Ich würde nie» mals auf den Gedanken kommen, da politische Waffen nieder- zulegen. Dieses Bild habe ich nie gebraucht, eS besteht für mich nicht. Ich mache diesen Versuch in dem von Sr. Maj. dem König getheilten und angeregten Vertrauen nicht nur zu Sr. Heiligkeil dem Papst, sondern a ch zu unfern katholischen LandSIeulen, daß fie ehrlich die Hrnd dazu bieten werben, auf dem Raum, welchen wir frei matten von dem Schutt, den die Maigesetze darauf gelaffen haben— denn Trümmer find fie ja nur roch— den Friedenstempel mit unS errichten, die FriedenSeiche mit unS ehrlich pflanzen, begießen und pflegen wollen. Ich mrioerseit« werde auf« xschlig die Hand dazu bieten.(L bhaftes Braoo im Zentrum.) Führt urS das nicht zum Zrel, so werden Di'j-nigen, die das H.il des Staates wd seine Sicherheit nur.m'origesetztcn und erreuten Kanpie find-n, toiald fie eine parlamentarische Mehrheil dazu aufbringen können, ja in d,r Lage sein, eine ganz neue Aussige von Kiichengeittz n, Kamp»gesitz-n und Maige- jetzen zu matten, dann obu hoffe ich, taß fie etwas politischer und weniger ju'sstisck austollen wie die vorigen. lH-i'erkeii). Ich würde dankbar sein, wenn wir ohne zu große Polemik und auch ohne Verweisung an die Kom misfion die Vorlage so wie fie unS vom Herrenhause einmal gekommen ist, als einen Versuch bitrochten, von dem wir mit Gott eine Eniwickelung unseres inneren Friedens erwarten.(Lebhafter Beisall rechts und im Zentrum.) Abg. von Zedirtz- Neukirch. Ich glaube, ich kann die volle Bereitwilligkeit meiner politischen Freunde dazu erklären, die FriedenSeiche mitp stanzen fie begießen und entwickeln zu helfen. Ich glaube, daß der gegenwärtige Moment durchaus zu dem ersten Versuche geeignet ist, zu friedlichen Beziehungen zwischen Staat und Kirche zu kommen. Die ganze Lage drängt, zu einem Adschluffe zu gelangen. Ick streife die Punkte nur, welche am Himmel der auswärtigen Politik urS gezeigt worden stnd. Ader die schweren Aufpsden im Reiche, verschärft durch die suiv-rfioen Bestrebungen der Sozialdemokratie, bedingen im Jntereffe der gesammten Nation, daß die Scheidewand beseitigt wird, welche die katholischen Mitbürger bisher verhindert hat, in Unbefangen» heil fich an ded�allgemeinen Arbeiten zu betheiligen. Auch ist die Voraussetzung für einen Frieden zwischen Staat und Kirche dadurch gegeben, daß der g-genwärtige Leiter der katholischen Kirche von friedlichen G.stnnungen gegenüber Deutschland erfüllt ist. Herr v. Rauchhaupt steht hier die Sache viel zu rofig an. Ich besorge, daß durch die Erziehung in Pciesterseminaren, namentlich aber in Ghvnafialkonvikten, die Getohr g- geben ist, daß zwischen der Ausbildung der Geistlichen in denselben und der Ausbildung der übrigen Nation eine Art chinefischer Mauer aufge» richtet wird. So schwer die Bedenken aber auch sein mögen, unter der Voraussetzung eines modus vivendi, wenn auch nicht eines defirrniven Fried«, S, werden wohl Alle über dieselben hinweg» sehen können. Darüber g»-hen die Anstchten meiner Freunde auseinander, od die Annahme der Bescklüffe deS Herrenhauses den Frieden dedeutet, oder ob nicht vielmehr in den Reservaten, die noch nebenher laufen, verderbliche Keime liegen. Einige (heilen die Auffassung deS Reichskanzlers, daß an der Friedfertigkeit der Kurie kein Zweifel bestehe. D»n Anderen— und ich theile diese Auffaffung— erscheint die Vorlaae keineS- wegS die Gewähr der Erlangung eines modus vivendi zwischen Siaat und Kircke zu enthalten. Wir meinen, daß die Habe- stimmtheit der Forderung einer zukünftigen Revision die Bürgschaft autschließt; denn in ihr liegt die Möglichkeit eineS neuen Zwiespalts und noch ernsterer Kämpfe als die bisherigen ge- wesen. D.SHalb meinen wir auch durch ein zur Zeit ablehnen- deS Verhalten dem Jntereffe des Friedens besser zu dienen, weil man erkennen wird, wie großer Werth hier auf ein ab» schließendes W-rk gelegt wird. Von Friedensliebe stnd wir also Alle erfüllt und ich stehe nicht an zu erklären, daß sie die größte G-nugthuung haben würden, wenn durch die An- «ahme der Beschlüsse daS Friedenswerk gefördert würde.(Bei- fall rechtS.) Abg. S e y f f a r d t(Magdeburg): Ich danke dem Herrn Reichskanzler für sein Bettreden, der Stellung der national- liberalen Partei in dieser Frage gerecht zu werden. Ei ist ihm aber doch nicht ganz gelungen. Er sagte, wir könnten unS den LuxuS einer eigenen Meinung gestatten, er hat aber dabei vergessen, daß für unS die Aufrechterhaltung des Parteistanv- punktes kein Lnxas, sondern eine Nothwendigkeit ist.(Sehr gut! bei den Nationalliberalen. Lachen bei den Freifinnigen und im Z ntrum.) Wir stehen heute auf demselben Stand- punkte, wie vor einer Reihe von Jahren(Lachen bei den Frei- finnigen und im Zentrum), den die StaatSregierung in den fiebziger Jahren eingenomm n, daß der Staat einseitig das Recht hat, die G enze zwischen Staat und Kirche zu ordnen. (Oho I im Zentrum.) Wir find aber, da wir praktische Politiker find(große Heiterkeit lmkS und im Zentrum), praktisch in die Verhandlungen über die früheren Novellen mit eingetreten» weil wir meinten, daß fie unmöglich zum Frieden führen könnten.(Lachen im Z.ntium) Wenn wir uns hier ebenso verhalten, so ist dies nur dem zuzuschreiben, daß wir weinen, es ist der modus vivendi zwischen Staat und Kirche wohl herbei zu wünschen, aber durch die Vor- läge nickt zu erreichen.(Oho! und Lachen im Zentrum) Es wird mir bei der hohen Verehrung des Herrn Reichskanzlers unendlich schwer,»u verstehen, daß eS durch Konzessionen auf kirckenpolttischem Gebiete in absehbarer Zeit gelingen könnte, die J.riereffenverd'.üderung der sehr verehrten Kollegen vom Zentrum zu lockern. In der ultramontanen Presse wird der Gedanke gepflegt, daß der preußische rocher de bronce doch nur ein schwaches Kunstprodukt fei gegen den Felsen Petit. Diesem Gedanken möchten wir keine Unterstützung gewähren. (Beifall bei den Nationallideralen. Lachen links und im Zentrum.) M nisterp'Lfident, Reichskanzler Fürst von Bismarck: Ich will zunächst bemerken, daß ich mit meiner Aeußerung über den LuxuS einer unabhängigen Meinung durchaus keine Kritik und leinen Tadel verbunden habe, sondern eher den Aus« druck einer Art von Neid über die Freiheit der Bewegung, die den Herren eigenthümlich ist, und auf die ich verzichten muß. Sodann muß ich aber einige Anfichten diS Herrn Vorredner» richtig stellen. Er fragt mich, od ich denn wirklich Vertrauen habe zu den Mächten, mit denen wir kontrabiren. Wir haben keinen Vertrag gemacht, wie ich schon vorhin bemerkte, ein Kon- trahiren ist nicht vorhanden, und wie weit ich Vertrauen habe, habe ich vorder auch gesagt: ich habe Vertrauen zu dem jetzt regierenden Papst. Daß wir, daß auch ich wie jeder andere Kluge an Klugheit im Vatikan meinen Meister finde, bestreite ick hier garnicht; ick strebe auch garnichr, mit dem Vatikan an Klugheit oder an Schlauheit zu wetteifern. Mein Ziel ist nur, auf eifern Gebiete meinen Meister nicht zu finden, auf dem der Fürsorge für das Wohl meines eigenen Vaterlandes (Bravo!> Der Nachhall deS Kampfes, der aus der Tonart des Herrn Vorredners sprach, ist mir vollständig erklärlich und unsympathisch; ich könnte ihn theilen, wenn ich nicht Minister war, aber da ich Minister bin, muß ich meine Gefühle unter- drücken und mich vor allen Dingen, aber wenn möglich auch meine LandSleutc und Mitarbriler loslösen von dem Zusammen- hange mit dem Kampfeszorn der Verganger beit; ich möchte diese jetzige Situation frei machen von dem Einfluß der Er« innerung. Es handelt fich nur darum, ob eS uns nicht gelingen wird, das Gefühl, daß wir alle Deutsche und Lands- leute find, höher und stärker in unS lebendig zu machen als daS Gefühl, daß wir verschiedenen Konfesfionen angehören. (Lebhaftes Bravo rechts.) Abg. Richter(für die Vorlage): Ich habe umsoweniger Verarlaffung, m ch in die Auseinandersetzungen zwischen dem Rrichskanzler und tun Mittelparteien einzumischen, als es doch schließlich heißen wird: Darum keine Feindschaft nicht. Die Haltung deS Reichskanzlers wird immer künstlicher. Im Herren» hause sagte er, weil ich hier Mitglied dieser Körperschaft bin und nicht als Mirister zu entscheiden habe, stimm« ich für die Vorlage, und soeben sagte er, weil ich hier Minister und nicht Nationalliberaler bin, trete ich für die Vorlage ein, wenn ich N itionalliberaler wäre, wüßte ich nicht, was ich dann thun würde.(Heiterkeit.) Die Vorwürfe im Herrenhause und hier gegen uns waren zwar erregt ausge« spiochen, aber wir können unS am Ende mit den übrigen Parteien trösten, welche mit dem Reichskanzler zusammen ge- stimmt und spater kaum dem Vorwurf entgangen find, Miß- erfolge herbeigeführt zu haben. So soll sein Mitarbeiter Delbrück die falsche Zollgesetzgebung veranlaßt haben und Falk, es konnte kein anderer gemeint sein, hören wir heute, hat die kirchen politischen Gesetze zu juristisch und nicht politisch genug konzipirt. Daraus seien die Fehler entstanden. Das ist eine alte Erfahrung für alle, die mit dem Herrn Reichskanzler poli- tisch zu thun hoben: die Ehre, der Erfolg für den Reichs« kanzler sti t», der Mißerfolg, die Fehler stet« für die anderen Mit» arbeitet(große Unruhe rechtS; Rufe: Pfui! lächerlich!) und da» ist eine Warnur g für alle, nicht zu weit auf den Bohnen, die der Herr Reichskanzler zeitweilig einzuschlagen beliebt, ihm nachzugehen. Tic Novelle von 1860 ist angenommen worden unter der Unterstützung der nationalliberalen Partei.(Zaruf bei den Naiionoll-deralen.) Der Theil derselben, welcher später die liberale Vereinigung bildete, stimmt mit uns geschlossen. Die Herren von Eynern und Cuny aber gaben den Autschlag, denn das Gesetz wurde mit 204 gegen 202 Stimmen angenomm» Damals, nicht heute, ist die einschneidende Wendung in M Kirchenpclrtik eingetreten und es handelt fich jetzt ellerdivg» nur noch um die Auftäomurg von Schutt und Trumours' Ich habe von jeder auf diese Anzeigepflicht keinen besondere» Werth gelegt. Ich habe seiner Zeit gegen die Aufhebung W Art. 18 der Verfassung gestimmt, weil ich es für verkehrt hielt, dfl der Staat stch einmischt in die Personalten der Geistlichkeit, das zu Gehä'figkeiten führt, ohne daß politisch damtt etwaS«' reicht wird. Ick würde eine Gesetzgebung, die unS vorgeW wird in der Form eines Verti agS mit einer auiwaitigt« Macht in Fragen, wo es fich um eine Staatsaufsicht gege» über den eigenen Staatsbürgern handelt, ablehnen, auch W fie mir inhaltlich g> fiele. Ich würde auch gegen diese Vorlagt stimmen, wenn fie die Natur eines Konkordats hätte, bat der Herr Reichskanzler im Herrenhause erklärt, daß W Autonomie des Staates auch bei dieser Vorlage volllowme» gewahrt ist, daß es der späteren Gesetzgebung durchaus und«' nommen bleibt, andere Wege einzuschlagen. Cr hat Verband' lungen mit der Kurie so charafterifirt, daß es bei denselW darauf ankam, die Stimmung deS obersten Leiters der kalb» I'fchen Küche, wie er stch ausdrückte, zu sondiren. Fragen, so einfach und nüchtern fie find, baden doch einr große Erregung im Volke erzeugt, die stch zum im Hause widergespiegelt hat. Die Erregung, narnem' lich in protestantischen Kreisen, knüpft fich an Art, wie die Vorlage entstanden ist. Wäre fie f mitt:lbar an das Abgeordnetenhaus gekommen, so halt« P hier zu erregten Kämpfen geführt, aber et wäre nicht diese all' gemeine Erregung entstanden. Die Volksstimmung hat l"* Vorlage weniger kritisch in» Ange gefaßt, fie erinnert fick% früheren Aeußerung de« Reichskanzlers. ES ist ja foto-j51 ihn, daß es stenographische Berichte giebt(sehr wahr! keil!); aber das Wort:„Nach Kanossa gehen wir nickt!* im Volke haften geblieben, während man vieles Andere»'j gessen hat. Da kann der Reichskanzler, auch wenn daS W mal nicht vorhanden wäre, fich nicht beklagen, wenn im%» die Erinnerung wieder lebendig wird an seine früheren sprüche, worin er giwissermaßen den historisch-n Geg'jr zwi'chen Papst und Kaiser in die Frage hineintrug, wenn tf; Aussp ücke fich gegen ihn selbst legren. Nun kann man r sagen: Wir machen die Gesetze nicht bloS für diese Regie«*' es kann auch eine künftige Regierung diesen Gesetzen eine andere Wirkung geben. Tritt aber thatsäw� ein Ministerwech>el ein und hätte er zur Folge,«? andere kirchenpolitische Anschauungen maßgebend würden.' würbe z. B. auch eine national liberale Regierung diese(#; gedung'arllzugeden in der Lage sein, nachdem fie einmal' dieser Weise diskreditirt worden ist. Denn die Möglickk-it� Auf'echterhultung erhei cht eine gewisse Autorität, nicht% die Macht zu strafen. Wenn aber der leitende SiaatSmg! der die G setze eingeführt, der nur durch die Wucht K Persönlichkeit fie zur Annahme gebracht hat, fie jetzt auf Kr wrll, dann ist keine Regierung mehr im Stande, spater die«« setze in dieser Weise zu handhaben, wie fie urscrün glich ge� find. Ich meinerseits, der ick dieser Gesettaebuna von«r find. Ich meinerseits, der ich dieser Gesetzgebung von herein wenig sympathisch gegenübergestanden habe, mir selbst in Widerspruch kommen, mit jetzt, ■■■■■ wenn nachdem der Reichskanzler selbst diese E. gebung au�giedt und nach den gemachten®rfabrui#( die ick schon 1873 in einem offenen Brief> meine Wähler als Befürchtung hinstellte, mich jetzt begerst� wollte, um gegen den Reichskanzler diese Gesetze aufreck' 5 erhalten, und so werde Ich für daS Gesetz, wie eS voiH" stimmen.(Beifall linkS.)/ Ministerpräfident Reichskanzler Fürst v. B i S mal Der Herr Vorredner steht natürlich mit einer gewissen% und Kummer auf diese Vorlage und deren Annahme. K Herr Abg. Richter kritistrt mein diplomatisches Vetfahr� einer Weise— ich möchte sagen, als we..n ein L-mdpaM�i. diplomatische Note zerpflückt mit seinen ländlichen N» Er zählt aus, waS ich)üc schreckliche, unglaubliche Dwl< than habe, und waS ist es schließlich? Die einfachste,«& lickste, höflichste Diplomatie habe ich getrieben. Ich habe 3, diejenigen Argumente verwandt, welche geeigner stnd, Wünsche zu unterstützen; et find Noten geschrieben worden. � — schrecklich— die Noten haben G.ünve gehabt, die � berechnet waren, das Ziel zu erreichen, das die Regierung'jj äußeren Erscheinung vorgekommen.(Große Hriterkeit.) nicht nötbig, ein heiliger Antonius zu sein, um da zu pj stehen, aber abgeschreckt hat er mich diesmal auch nickt Gründen, auf die ich kommen werde. Er hat mir dann geworfen, daß ich dem Papste schmeichle, er scheint gewünick'� era artet zu haben, daß ich mit einer gewissen kulturkämpftW mit dem wir Freundschaft anstrebe«- � spreche, das überrascht mich; er Wintlborst schaft leben wollen, höflichen Ausdrücken m selbst in derselben Lage, dem Herrn Adg______ über, dem schmeichelt er(Heiterkeit rechts) mehr als der Abg. Windthorst dem Adg. Richter schmeichelt. Uv" � vollem Recht, denn er rechnet ja natürlich auf die W stüyung dieses einflußreichen ParteichefS bei den nu"«, Wahlen.(Sehr gut! H-iterkeit rechts. Abg. Richter: noch viel mehr!) Ich bin leider nicht wählbar.(He"� Aber es ist ganz natürlich, daß der Herr Adg. Richter Beihilfe der ZentrumSwähler in Hagen nicht gewählt � nerungen ohne Vergleich, wenn man in Verlegenheiten aus denen man fich mit großem Geschick und g oßer Gr» si heit— das kann ich nicht leugnen— herauszieht, a" r' ganz ohne Schwierigkeit und ohne Schaden«"». Stellung doch nicht; ich glaub«, der Herr Abi Richter hätte im Jntereffe seiner Wiederwahl und ,%%% fehenS vor seinen Wählern besser gethan, gerade in dies» � nicht das Wort zu ergreifen. Ich hätte es in seinri, rf nicht gethan und wäre in dieser Situation lieber»» 1' Ä dringende Geschäfte oder wi d unwohl. Bei dieser heit wäre ich an deS Adg. Rechter Stelle worden.(Heilerkeit rechts. Zuruf deS Adg. Richte«» schwach!), Darauf wird die Berathung vertagt. ES folgen noch persönliche Auseinandersetzungen Wy dem Abg. Richter und dem Mmisterprästventen kanzler Fürsten v. Bismarck.,«« K Schluß 4'/» Uhr. Nächste Sitzung Mittwoch (Fortsetzung der ersten Berathung der Vorlage.)_ lliuiuu, ,, klrchenpol' Viele Zokales. Krankenversicherung der Arbeiter,«««er �»' � u welche dem K'.antenkossenzwange unterliegende B»'. K sckäfligen, glauben aller Fürsorge für die V-rfick««.&f Personen überhoben zu sein, wenn dieselben nur ew den Anforderungen deS§ 75 deS KrankenverficheruN» � genügenden freien Hilfskasse beigetreten find. Dies« � aber irrthümlich. Denn mit dem Tage, an weichew ktffknd« aufhört, Mitglied der freien Hilfskaffe zu fein, wird «nach§ 19 Adsa? 2 a. a. 0. ohne weitere? zwangsw'iseS �tUgued der für den betreffenden Gewerdtzweig bestimmten 0rtttrankenkaffe, zu welcher der A beitgeber ihn gemäß§ 49 L>. anzumelden und gemäß§51 o.a. 0. die Beiträge einzufühlen hat. Bei Unterlaffung der Anmeldung setzt stch der Ärdeitgeder der kriminellen Bestrafung und fall? der Ar- Vetter vor der Anmeldung erkrankt, der Haftbarkeit iür alle «ustvendungen der 0nSkrankenkaffe neben der Nach zablung der «etirage auS. Da? Ausscheiden aus den fceien Hilfstaffen tann ein freiwilliges sein, eS kann aber auch auf Ausschließung in Folge von Nichtzahlung der Beiträge oder auf der Auf- tosung oder Schließung der betreffenden freien Kasse beruhen. Vunrach ist cS den Arbeitgebern zur Vermeidung erheblicher Xachthetle nur dringend anzuralhen, die Fortdauer der M t> lonlroHrm �f8 Personals bei freien Hilfskassen streng zu Unter de« Dinge«, welche i« Folge der Existenz der «artthall« aus den Aussterbeetat geletzt werden, befindet ltch nuch das sogenannte Stättegeld, an dessen Stelle in den -lltarlrhallen die Platzmiethe getreten(R. Das Stättegeld hat �ne allehrwürdige Geschichte. Das Marktrecht, mit welchem jprrlin schon früh begabt wurde, verlieh dem damaligen Landes- Jtttn das Recht, von den Verkäufern eine Abgabe zu erHeden, welche den Namen Slättepfennig führte und zu den niederen landesherrlichen Regalien gehörte. Eine Urkunde über die Erwerbung dieses Regals ist nicht vorhanden, doch ist eS s. Z. von der Stadt gegen baare Zablung erkauft worden und aus Mo Urkunde vom Jahr« 1298, nach welcher der Markgraf JJho der Stadt Berlin oen Zoll vom Flottholze, welches über «vgenick auf der Spree bis zum Mählendamm in Berlin ge« , acht wurde, für 220 Talente brandenburgischen Geldes ver« wüste, itt zu ersehen, daß die Stadt bereits von den älteren ■utüllgrafen den Stättepfennig erworben halte. Das Stätte- flkld unterschied stch als ein bestimmtes, d. h. als ein solches, welches n,0V"Km Fremden, der seine Wrare in einei Bürgers Hause VAezt, bezahlt werden mußte. Später traten an Stelle der �urgtthäuser die Kaufhäuser, Buden und Schrägen und ein Mvesttmmies Stättegeld. DieS wurde größtentheiis von Land« "wen. welche zu Fuß und zu Wagen ihre Erzeugnisse zu ÜmT u brachten, von Gärtnern, Kleinhändlern rc. entrichtet zjj brachte nur eine geringe Summe, welche den Markt' meinern üderlaffen wurde. Diese« S'ättegeld wollte Friedrich «Huhelm I. nach einem Patent vom 16 März 1718 nicht länger «uiden, weil er meinte, es sei den von auswärts kommenden �u'vn lästig und verhindere die Zutuhr in die Städte. Er verbot daher die E-h-bung de« SiättegeldeS in sämmllichen ' außer in der JahrmarktSzeit. Eine Vorstellung de« d-l e". PtagistratS, daß daS Recht der Stadt zur Erhebung . Megelde« alt und wohl erworben sei, blieb underück msty und dieses ungewrffe Slättegeld von den Wochen- «ir re l �vl bis zum Jahre 1738 auS, kam dann aber wieder l-n». bebung und wurde im Jahre 1744, unter Zugrunde> vart? ♦ vineS approbirten Tarifs, für jährlich 406 Thaler ver- unserer Zeit bestand nur noch das ungewiffe aittT'SVld fgr Mark, stände auf öffentlichen Straßen und aL?« Die Erträgniffe desselben find vom Magistrat ver- worden z lletzl für 93000 M. und der Pächter soll da- Lanzende Geschäfte gemacht haben. Mit dieser Glanzzeit Je,'? nun auch vorbei, in der Markthalle ist die Gebühr an elle i« Abgabe getreten. war vorauszusehen, daß die Stellung der Kom- wllstonäre in der städtischen Zentralmartthalle zu den Händlern """Swegi gute werden würde. So kam eS bereits vor» BtfUrn zwiichen mehieren Markileuten und einem jener Herren i.«. ,m Wortwechsel, dessen Ohrenzeugen zahlreiche in der oemralm artthalle anwesende Personen aus dem Publikum „ aren. Es h.ndelte fich um eine Quantität mit der Bahn ngerommenes, in Körben mit Etrohdedeckung verpacktes Ge- AniAuS.'.!*?8 ber Händler bestchligen wollte, nachdem eS vom bnbMuH(*,,on"ach dem Innern der Markthalle mittelst deS ««.WS£'.Ä «inen Stpea hätte, da erst am anderen Morgen der öffmtlich Meistbietende Verlauf der Waaren stattfände.„Na, Sie ver- raufen doch die Sachen auch einzeln, wie ich eben ge- Ithen habe, das dürfen Sie d ch auch nicht," sagte nun zur nicht geringen Verwunderung der Umstehenden erbost v,[bter und ging mißmuthig davon. 0b der Zandler Recht gehabt hat und dem Kommissionär derartige �1.'?ar der Autlion eingeräumt find, wrss.n wir nicht. Immerhin wäre eS zur Erhaltung des guten Einvernehmens du,, Hauplbetheiligten, den Händlern, zweckdienlich, wenn "'cht durch irgend welche Abweichungen von ihren Pflichten zum Unwillen über die neu geschaffenen Verhältnisse ftrst�-w- rden.— Auffallend ist ferner, daß zur An- irltgung von Schildern für die Markthallen ein Fabrikant in bnickerstraße allein autmistrt worden ist und die von i» �""Fabrikanten hergestellten Plakate, selbst wenn ste den Anl? Pidichallen befindlichen Mustern entspr-chen, von der id.«...» nicht anerkannt werden. Derartige Monopole rufen riid? kine sonderlichen Sympathien für die neuen E n- '«tungrn hervor.— In den Markthallen vermißt man noch age auS. Am 28. erreichte die Wärme einen für diese JahreSzett bemerkenSwerthen Höhepunkt(25,6 Gr.) und die folgende Nacht glich einer Julir.acht. Desto empfindlicher war aber der Wit-' terungiumschlag, ver nunmehr folgte. Nachdim am 23. Abends das Thermometer 17 Gr. gezeigt hatte, war«S am 29. früh bereits bis auf 10 Gr, gefallen, Mittags stand ei noch 7. Abends 4«/, und am 30. Morgen« IV, Gr. Der letzte MonatStag war, was im April wohl kaum jemals dagewesen sein dürste, der kälteste Tag deS ganzen Monats. Seine MittagStemperatur lag 18 Gr., seine Äbendtemperatur 15 Gr. unter der des 28. Und dabei wird dieser Tag noch über- stügelt von den ersten Maientagen, die unS mit 2,5 Gr. Kälte und Echneedöen degrüßten. Die Vegetation, die in Folge der prachtvollen Witterung zu Ende des MonatS trotz des kalten Februar und März nur noch um ungefähr 6 Tage hinter der normalen Entwickelung zurück war, wird diesen Rückfall zum Wtnterwetter voiauSstchtlich schwer empfunden haben. DaS rechnerische Resuttat der in dieser Zeitung veröffentlichten me- t oi alogischen Beob achtungen war folgendes: Die mittlere Temperatur des MonatS betrug Morgens 6 Uhr 5,6 Gr., Mittags 1 Uhr 13,2 Gr., AbendS 10 Uhr 8,1 Gr. Daraus ergiedt fich eine mittlere MonalSlemperatur von 9 2 Gr. Da dem Apnl nach langjährigen Beobachtungen in Berlin eine mittlere Trmperatur von 8,4 Gr. gebührt, war der diesjährige April um ungefähr V< Gr. zu warm. Der wärmste Tag war der 28. mit 16,1 Gr., der kälteste der 30. mit 2,8 Gr. Das absolute Maximum stel mit 25,6 Gr. auf den 30., daS absolute Minimum mtt -0,5 Gr. auf den 2. Außer diesem zuletzt genannten Tage halte kein Tag deS Monat« eine negative Temperatur, dagegen stieg an 6 Tagen das Wärmemoxtmum über 20 Gr. DaS Barometer, welches im 757,9 mm stand, schwankte zwischen 817,1 und 770,1 mm. Es verhielt stch im Ganzen zieml ch ruhig, und nur die bedeutenden WilterunaSumschläge waren von stärkeren Schwankungen begleitet. Der Wind war variabel, wie selten. Die einzelnen Himmelsrichtungen sind im Monat fast gleichmäßig vert etev, und man zählte 8 Ueberaänge vom Aequatorial zum Polarstrom und zurück. Nur in den gleich- mäßig schönen Tagen vom 16.— 24. herrschte anhaltender Ostwind. An 3 Tagen erhob fich der Wind zum Sturm, dagegen wurde an 9 Tagen, meist AbendS, völlige Windstille beobachtet. Die Windstärke war im allgemeinen nicht unbeträchtlich. Die mittlere Geschwindigkeit de« LuttftromS betrug 22,09 Km. pro Stunde; ste(»wankte von 24 zu 24 Stunden gemessen, zwischen 9,94 und 40,47 Km. Die Bewölkung war gering. Sie betrug, wenn 0 ganz heiter und 10 ganz bedeckt bedeutet, im Monat«- mittel 5,3. 8 Tage waren als heiter(Bewölkung unter 2), 9 als trübe(üder 8) anzusehen. Die 7 Tage vom 22.-28. hatten zusammen«ine durchschnittliche Bewölkung von 1,0. Auch die relative Luftfeuchtigkeit blieb mit 64 5 pCt. hinter der normalen zuiück; sie schwankte zwischen 24 pC'.(am 27) und 96 pCt.(am 10.) Niedersch'äg« fielen an 10 Tagen in Höhe von 43,3 mm; letztere entlpttcht annähernd der normalen, die 41 mm beträgt. Schneefälle fanden im April nicht statt; da- gegen wurde noch zweimal Reifbildung konstatirt. Gemäß den Veröffe«tlich«vgen de« kaiserlichen Ge- sundheiteamlS find in der Zeit vom 18. bis 24. April et. von je 1000 Bewohnern, auf den Jahresdurchschnitt berechnet, alS geftorden gemeldet: in Berlin 21,6, in Breslau 23,1, in Königsberg 28,5, in Köln 23,5, in Frankfurt a. M. 24,2, in Wiesbaden 21,6, in Hannover 25,7, in Kassel 21 9, in Magdeburg 24,3. in Stettin 26,1, in Altona 25,3. in Slraßdurg 36,6 in Metz 24,1, in München 33,6, in Nürnberg 47 2, in Augsburg 28,6, in Dretden 25 6, in Leipzig 19 6, in Stuttgart 20,1, in KailSruhe 13,6, in Braunschweig 18 9, in Hamburg 26.6, in Wien 31,2, in Budapest 425, in Prag 39,0, in Trieft—, in K-akau—, in Basel 17,7, in Brüssel 34,5, in Amsterdam—, in PariS 25,6. in London 18,4, in Glasgow 25,1, in Liverpool 21,8, in Dublin 27,3, in Edioburg 17,0, in Kopenhagen 229, in Stockholm 27,4, in Cbristiania 15,9, in St. Petersburg 41,4, in Warschau 32,1, in Odessa 29,4, in Rom 31,5, in T uin 31,2, in Venedig 30,1, in Bukarest—, in Alerand ia 31,1. Ferner in der Zeit vom 23. Mmz biS 27. 3 April: in New- Bork 30,5, in Philadelphia 25 3, in Baltimore 24,8, in San Franzisko—, in Bombay 21,8, in Kalkutta 25.7, in Madra« 35,3. Der braune Ring, welcher seit dem Herbst 1883 die Sonne umgab, ist verschwunden. Er war am besten zu er- kennen, wenn die Sonne selbst hinter Wolken stand, diese aber an irgend einer Stelle deS Ringumfanges von Lücken unter- brachen waren. Dann schien dort statt de« blauen Himmel« ein tief rothbiauner hindurch von so entschiedener Farbe, daß im Kontrast dazu die Wolkenränder bisweilen grünlich ersckie- nen. Der braune Ring konnte nicht mit denjenigen Ringen um die Sonne verwechselt weiden, welche oft in den zartlsten Wolkenschleiern als sogenannte Höfe auftreten und in den bunten Farben des Spektrums erscheinen. Diese haben einen wohl l'/,sach so großen Abstand von der Sonne, alS der braune Ring ih hatte, und besonders find ste niemals braun- roth. ES ist, so schreibt Dr. Zenker in der„Voss. Ztg", eine höchst bemerkenSwerlhe Thatsache, daß die Atmosphäre der ganzen Erde 2'/- Jahre hindurch eine Beimengung enthalten konnte, welche den Anblick deS Himmels so wesentlich veränderte. Denn njd> vül kräftiger alS in dem braunen Ringe zeigte fich die veränderte Farbenwilkung in dem braunen Ton der Däm- merungm. Jene berühmt gewordenen glänzenden Dämmerur gs« erschetnungen vom Ende des November 1883 hatten zwar noch nicht gerade einen braunen, sondern vielmehr einen glänzend gelben Ton; dagegen trat bald daraus eine entschieden braune Tönung deS Abendroths ein. Jetzt ist auch diese braune TS- nung— vielleicht biS auf ganz geringe Spuren— verschwunden, und wir gehen somit nun wieder einer Zeit entgegen, wo wie stüher die Dämmerungen ein klareres freundlichere« Purpurlicht über dm Himmel ergießen werden, als dies in den letzten Jahren der Fall war. W'S der Grund dieser merkwürdigen Erscheinung war? Diese Frage mußte natürlich sofort bei ihrem Aufttetin gestellt werden, und ehe ste noch mit Sicherheit beantwortet ist, verschwindet nun die Erscheinung wiever. Staubarlize Theilchen mußten eS jedenfalls sein, welche der Atmosphäre diese merkwürdigen Eigenschaften mittheilten; aber diese Theilchen konnten entweder als wandernde Wolke auS dem Weltemaum herangeflogen und durch die Erde festgehalten und mitgefühlt worden sein; oder aber die Staubmaffen waren _ Mie es mehrere Gelehrte von Ansang an behaupteten— irdischen Ursprungs und auf die großen vulkanischen AuSbrüch deS Jahres 1883 zurückzuführen, auf die Ausbrüche von Krakatoa in der Sundastraße und von Saint Augustin bei Atjaska. 0b bei Lebzeiten der jetzigen Geneia'.ion der Mensch- hell die Erscheinung noch einmal wiederkehren werde, läßt fich natürlich nicht bestimmen. Wann aber immer sie wiederkehrt, so wird man fich erinnern, daß eine ähnliche Erscheinung in den Annalen der Wissenschaft schon verzeichnet steht, und wird aui den neuen Verhältnissen, unter denen fie alsdann auftritt» Beweise entnehmen können sür die eine oder die andere der in unserer Zeit dafür versuchten Erklärungen. Mtt der Umgestaltung de« Hausvoigtet-Platzes in einen Ecymuckplatz wird schon binnen Kurzem begonnen werden. Nach den Anschlägen für die Umgestaltung soll der Spring- brunnen, welcher jetzt mehr seitlich nach dem ehemaligen Bullen- winkel zu delegen ist, mehr in die Mttte hineingerückt werden, um welchen sodann, ähnlich wie um das Eteindenkmal auf dem DönhofSpiatz, Gartenanlaaen hergerichtet werden. Der biS jetzt noch nicht umgepflasterte Thctl de« Hausvoigtet-Platzes er» hält, analog dem übrigen Terrain, ASphaltpflaster. Die Thätigkeit der Berliner Feuerwehr war nach dem vorliegenden Verwaltungsberichte im vergangenen Jahre sehr umfangreich. Es haben im Ganzen 2294 Brände stattgefunden, darunter 18 große und 58 Mittelfeuer. Von den 2218 Kleinfeuern erforderten nur 574 daS Eingreifen der Feuerwehr. Ja zehn Fällen hat die Berliner Feuerwehr bti Bränd-n außerhalb deS Weichbildes mitgewirkt. Unter den kleinen Bränden waren 48 Schornsteinbrände, 472 Gardinenbrände» 2 Brände einzelner Bäume. Besonders häufig ist die Feuer» wehr im vergangenen Jahre auch zur Hilfeleistung bei Unglücks« fällen in Anspruch genommen wordin. So mußte ste s. Z. namentlich einen Theil der Spree bei TabbertS Waldschlößchen nach Verunglückten absuchen; in einem Falle hat fie GaSar» beitern, welche durch Einathmen von Gas in einer Baugrube verunglückt waren, Hilfe gebracht. In 14 Fällen hatte fie Pferde aus Gruben, in einem Falle Pferde aus der Spree zu holen und in»ablreichen Fällen wurde fie in Anspruch ge- nommen, um Waffer auS Gebäudetheilen zu entfernen. Au« den Angaben der durch hohe Verfügung angeordneten Brand« zählkarten soll für die Folge eine Ueberstcht zusammengestellt werden, welche da« Verhältniß der wirklich durch Schadenfeuer zerstörten Werlhe zu den durch diese Feuer thatsächlich bedrohten Werthen veranschaulicht. Nach der sür Januar- September vorliegenden Ueberstcht betrug in dieser Zeit der Werth deS durch Feuer bedrohten verstcherten ÄefitzeS 103 918 588 M„ zerstört find davon 825192 M. oder 0,79 pCt. Außerdem wurde unverficherter Besitz in Höhe von 113778 M. zei stört. Einschreiten der Feuerwehr ohne vorhandene Feuer«« gefahr im Jahre 1885. In 42 Fällen handelte es sich:(inen Menschen aus einer Klosetgrude zu holen, GaSarbeitern, welche durch daS Einathmen von Gas in einer Baugrube verunglückt waren, Hilfe zu bringen, Pferde auS verschiedenen Gruden, Kellern rc. herauszuschaffen, einen Theil der Spree bei Tab» derl'S Waldschlößchen nach Verunglückien abzusuchen, ein Pferb aus der Spree zu holen, die Passage von durch Sturm über die Straße geworfenen Bäumen frei zu machen, die Passage abzusperren, um Unglück durch das Herab allen einei vom Sturm losgerissenen Wellblechdachei zu verhüten, einen Kahn durch Heraußpumpen von Waffer vor dem Verstnken zu be- wahren, Waffer au« G.'bäudetheilen zu entfernen und endlich, um die Reste eines FreudenfeuerS zu entfernen. Der partielle Streik, wie ihn die Maurer seit vorgestern eingeführt haben, erscheint al« wirksamere Waffe, wie der Ge« neralstteik, weil er da« gegnerische Lager spaltet. Außerdem läßt fich seine Dmchführung Zug um Zug erzielen. Schon vorgestern liefen im Bunde« bureau der Meister die Hiobkposten ununterbrochen ein. Dieselben hegen lebhaftere Befürchtungen, alt beim vorjährigen Generalstreik und hatten schon zu gestern eine allgemeine Versammlung der Inhaber von Baugeschäften einberufen. Dafür, daß der Puttkamer'sche Erlaß in Aktion tritt, haben fie geringe Hoffnung, da die Arbeiter zu voistchrig vorgeden.— Recht so. o. L-I�dta verhaftet. Die„StaatSb. Ztg." schreibt: In Weißensee brannte am Abend d«S Palmsonntages daS der Firma Krüger u. Komp. gehörige Ematllirwerl bis auf den Erdboden nieder. Die Ursache deS Brandes ließ fich nicht er- Mitteln; indessen lenkten die Befitzer den Verdacht böswilliger Brandstiftung auf den Meister de» Werkes, von dem eS hieß, daß erll icht gar in die F emde ziehen muß? Sein Weib und seine Kinder werden elend zu Grunde gehen. Die Vorlage über den Landsturm bestimmt nämlich wohl, daß dcr Staat für die Hinterbliebenen der im Kampfe Gefallenen zu sorgen hat, aber e» ist mft keiner Silbe erwähnt, wai mft der Familie de» Armen zu geschehen bat, die, ihre» Oberhauptes für eine längere Zeit beraubt, ihren Unterhalt selbst zu erwerben nicht im Stande ist. Würde in dem G-setzentwurfe eine Bestimmung über die eventuelle staatliche Unterstützung der nothleidenden Familien der am Landsturm Theilnehmmden enthalten sein, dann wäre ein« Einsprache gegen die Vorlage fetten» der Arbeiterschaft überflüsfig, denn diese ist der Pflichten gegen da» Vaterland fich wohl bewußt. In dieser Beziehung ist aber die Vorlage über den Landsturm mangelhast und gebietet eS da» Interesse der Arbeiter, die LandeSvater darauf aufmerksam und diese» Versäumniß durch die Einschaltung entsprechender Vettügungen gut zu machen. Leider kann die Arbeiierschaft ibre dieSdezüg- lichen Wünsche nur durch Resolutionen und im PetitiorSwege kundgeben, denn die unga, ländischen Arbeiter entbebren noch immer der politischen Rechte, die ihnen eine Em« flußnahme auf die öffenllichen Angelegenheiten ge- wählleisten würden. Und doch wäre e» hoch an der Zeit, dem ArbeUer die so langt vorenthaftenen politischen und bürgerlichen Rechte zu geben, deren fich die anderen Klaffen der Gesellschaft schon seit Langem erfreuen. Trägt der arme Arbeiter nicht dieselben Lasten wie der Reiche? Ja, vielleicht in einem noch viel größerem Maße alS letzterer, denn die Blut« steuer wird vornehmlich von der Masse deS arbeitenden Volkes geleistet. Prrttzipirt der Arbeiter nicht etwa an den diretten und indirekten Steuern, deren Begleichung ihm doppelt schwer fällt? Und trotz alledem erscheint er ausgeschlossen auS dem Parlament, au» den Berathungtsälm der Komitate und Kom- munen. Diesen adnoimen Zuständen kann nur in der Weise abgeholfen werden, wenn die Arbeiter ihre stet gewähften Ver- steter in dem Abgeordnetenhause und in den VerwaltungS- körpern der Muniztpien haben werden. Dies kann aber nur auf dem Wege de» allgemeinen Wahlrechte» erreicht werden und deshalb müssen die Arbeiter, von dem Prinzipe:„Gleiche Pflichten— gleiche Reckst" ausgehend, unentwegt und immer wreder da» allgemeine Wahlrecht fordern, di« fie endlich diese» Ziel erreicht haben werden.— Stürmischer Applaus folgst den Worten d«S Redners, worauf dieser der Versammlung die Annahme der folgenden Resolution vorschlug:„In Erwägung, daß die arbeitende Klasse unseres Vaterland«» auch bisher schon außer den direkten und indirekten Gildsteuern mit der Blutsteuer im größten Maße belastet ist» in Erwägung serner, daß die ardeistnde Klasse gegenüber all' diesen Opfern seitens der Gesetzgebung bither mit keinem Rechte bctbeilt wurde, und schlstßlich in Erwägung, daß die Gesetzes- vorläge über den Landsturm, wenn dieselbe zum Gesetze er. Hoden wird, obermal» nur die arbeitende Klasse in vollem Maße belastet: erklärt die heute tagende Volks versammluna daß fie»war, vom vtandpunkst der Vertbeidigung de» Vater.' der Gerech. auch die folge. und vor Allem AlS nächster und Heraus- nicht spmpathifiren könne, bis die G'sei tigk-it entsprechend, den zu leistenden Pflichten richtige Recht» auSübung zum Gesetze erhebt da» allgemeine Wahlrecht gewährleistet." Redner nahm der Buchdruckereibefitzer MUM sckickung der Ausstellung fetten» der ungarländiscken 8p deit-r wirksam ist und in dieser Beziehung auf die we» tbä'ige Unterstützung aller wahren Arbciterfceunde hofft Jalfl Kürschner und Anton Jhrlinger betonen gleichfalls die grop W chtigkett der Pariser Autstellung für die ungarländiM Aibetter. ES soll gezeigt w-rven, daß deren Erzeugnisse liitj die Konkurrenz mit den ausländischen Fabrikserzeugnissm au» halten können. AuS eben diesem Grunde mußte auch die W' forderung der Wtcner Arbeiter- Fachvereine, gemeinschaftlich>»>> den ungailändtschen Ardeitern die Ausstellung zu bcschia® zu ückgewtesen werden. Nachdem noch mehrere Redner in ät» ltchem Sinne gesprochen, ergriff der Borsttzende nochmals#» Wort, um die maierstlle Unierftützung des Unternehmen»* Arbeitern wärmsten» anS Herz zu legen, die jetzt dlo» aufip eigene Kraft angewiesen find. An den AutgangSthüren Sammelstellen für Zwecke der Pariser Ausstellung errichtet ist eine tt-mlich beträchtliche G ldsumme eingegangen. * Verein Berliner MeMantker. Donnerstag, 6. Mai, Abend» 8Vi Uhr, im Rettaurant H. Goetz«, W Jalodstr. 128, Vortrag de» Herrn Dr. Plato, Astronom. W „die Sonne". Gäste willkommen. Am Sonntag, den 9. S»®' Vormittag 10 Uhr, findet bestimmt die Bestchtiaung% „Normalapparate» welche bei der Prüfung von GasweW angewendet werden, mit erläuterndem Vortrag, im lichen NormalaichungSamt statt. Vrrsammlung 9»/« Uhr" Enckevlatz. ♦ Oeffeutltche Versammlung sämmtlicker Etell«i>>*5 Berlin« und Umgegend Mittwoch, den 5 Mai, 8 Uhr, in Grätz' Salon» Brunner.str. 140. Tagetordiru« Unser Streik.; * Loutseustädttscher BezirkSverei«„VorwSm. Mittwoch, den 5. d. MtS., Abend« 8'/, Uhr, Verein»'»? sammlung in Krieger» Salon, Wafferlhorftraße 68.% ''"--- g. JHlMFl lt. % ordnung: 1. Vortrag des Herrn Christensen. Verschiedene» und Fragekasten.., ♦ Arauken-Uuterftützung» Bund der Schneider(• i ---------------- jcc oiqncti.»» v-fl-fc Versammlung am Mittwoch, den 5. d. M., Abend« 8'/«.?! Kommandantenstr. 77/79, GratweilS Bierhallen(unterer#3 T.-0: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1885. 2. Wahl 4..J Vertrauensarztes. 3 Wahl einer Letchenkommisston. eineS VergnügungSkomtlSS. 5 V-rschiedene». * Zentral-Kranke«-. Sterbe-«nd Unterstühung� «»/• e-v-'n Si-nscht ™ d,a i «wen n 1. Wahl eine«% 3. der deutschen Zimmerer. Mittwoch, Abends' 8'/* Kommandantenstr. 77. Taget»Ordnung fitzenden und SchriitführerS. 2. Kassen- Abrechnung. schieden«». Ouiltungsbuch leairimirt. „* Versammlung der Wäsche-Zuschneider heute 8 Uhr bei Weick, Alexanderstr. 31. L» Kleine Mittheilungen. London. 1. M rt. Räch einem Bertckr« d-S Handel»� find auf drtiischcn Dampfern im Jahre 1884/85 707 untergegangen gegen 614 im vorangegangenen Jabrr.=" obigen 707 entfallen 121 Seeleute und 1 Passats» Dampfer, welche scheiterttn; 388 Seeleute und 10 auf vermißte Dampfer; 46 Seeleute und 4 Passagiere a»,. strandete Dampfer; 74 Seeleute und 23 m Wien. 30. April. Die„Wiener Allg. Ztg." erfährt. � im allgemeinen Krankenbause seit Kurzem einige PefflgV Favrilrk «och de, «Oten u «« find savu«£ °uch am «ng.hB, Zern isia- -Ü Völker«.. a„«,.-----•»«"wuuic JVUlACm nrnflc «wer äußerst fetten vorkommenden gefährlichen KiankhcUA. t die« die epidemische Genickstarre-% '"' Die Professoren niederltegen. ES ist_________ zwei Personen bereits erlegen find. und Bamberger find der Anficht, daß da» treten dieser schmerzhaften Krankheit, die mir...... Prozentsatze töd licher Fälle verlaust, außer in dem Uä schlechter Wohnungen, vornehmlich im schlechten Trink« suchen ist. 1865 trat diese Krankheit zum letzten Mal« n' auf und forderte viele Opfer. Da gleichzeitig au»(;% w* NtederösteneichS 20 solche Fälle gemeldet weiden, der SanttälSceferent der Statthatte«) behufS Unt*-11 dorthin begeben. . Ueb «tei, F.i am 2. t# o i d i -sahreu< i" Halle Ketzte Nachrichten. Der„Nai. Zig." telegraphitt man au» Paii» Abenvs: Daß dir revolutionäre Kandidat Roche -----------------— fach wird behauptet, die Monarchisten hätten nicht oestrigen Ersatzwahl in Paris mehr als 100060 6'## h-lten hat, verursacht hier einen dedenllichen Emdlua-.�-- fach wird behaupte», die Monarchisten hätten nicht 1°* f Roche gestimmt. Dieser Behauptung widersprich� gritlmmi..i/irirr«cyaupiung wtoellpri»' ,'.1-� Tha'sache. daß in den alS konservativ belannten©'«£,, t die Wahlbetheiligung weniger alS 25 Prozent betro«? Z Roche daselbst beinahe gar keine Stimme erhalten- Allgemeinen haben nur 47 Prozent der einzesch-irde"� gestimmt. Während die allgemeine Siimmung in � und mehr mit den allerdings sehr wesentlich.0 C& irischen Reformplänen Gladstones zurechtfindet,« die große Mehrzahl dcr Londoner Blätter, die indcfl' wesentlich ' Ifind trachten find, auf der absoluten Verwerfung stone'S. Wie dem„Bell. Tagebl." gemeldet ofird.»/ die Londoner Joumale die Adresse, welche Gladstone�I� an seine�Wählcr in Midlothian richtete,"'�''"�JssÖf11' Wi! ...________________________________ jie indem' � nicht mehr alS die Vertreter der öffentlichen% trachten find,-">»----— � i t 1 Verzweiflung.' welchem"�'�cheinlich��-ld'dte jung oo, «tbetiet, «olkttrei ffh aber Kulturbei Arbeiten ihre»«ig, Mä, »lchi-d. gSoz »efuv liche» "«Seweia ""vma. 4 Polizisten durch Schußwunden Da»„Bell. Tgbl." IfLMsK ,,«wi». 4.WI. urlyetll uoer ou w- <»1 äurrrik rtnt'ot'a0t kolaendeimaßen: 9%� gC K m Ii° ioiBcnünr.._„. den Freistnrigen Mmmt ein Theil(unter Aich'? r Mr. ein anderer Theil(mit Virckow an der 6% Vorlage. Die Mehrheit der Konservativen, vo»�� pßi] v�hara ftroant ��age. �te Mehrheit der«onseroatioen. vm. neten von Rauchhaupt rednerisch vertrete«, legen wi>d, geht mit den Nationalliberalen. TO. sä»1" V MMW ».Kf gmmm ssasr w« e,t für Vnantawitlutzo«edatt»««.«-,»»««» mtUu Stwi ua9 Vertag....—---- ___ W*W,