ben«f iie mrb ft. »t. 10 DottnerSag. de- 6. Mai 1886» m. Jahrg. ite änd.M liffe IM ifiHW btscdick«!. t inä— na»%* icni de« ! auf it" en waB ichtctB tag.- serlimMMt St. m im, m n 9.' ung »- Drgsn für dir Inirrrssrn drr Arbeiter. 4 n�i?»o«„»etllae»«olffHotr llhr«s S!rlim eagl'ch Rotaenl außer nach tonn, und Festtagen. Ubonne«ent»?rtU für Lerlin frei « oierteltShnich 4 Mark, monatlich 1,36 Mark, Wöchentlich 86 Pf. Postadonnement s Rarf Mnielne Rümmer 5 Pf. SonntagS-Rummer mit illustrirter Beilage 10 Pf. ®_ Gnaeiraaen in der«oiidtungiiimiHÜc für 188« unter Rr. 768.) oibnuni1 asertiontgebühr beträgt für die 4aefpaltete Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Bei größeren Auftrc'--...........-- __~■ Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden dii 4 Nachmittags in der Expedition, Berlin 8W., Zimmerstraße 44, sowie von allen AnnoNKt», Bureaux, ohne Erhöhung de« Preises, angenommen. Z»Ä KedaKtia», Geathftraß»%—«rveditt»»: Zi««erstratze 44. H -W Artnfmilkchstt. N'Z ute »Zur Bauumbluth"«andern alljährlich an den gevormiiiaien lau'ende u»d abatoufcnbe von aa'Nschen. Männlem, Weidlei» und Kinder au« Dresden !■«n Plauensche» Trund. Daß dabei die Sozialdemo- a>e»»ich» fehle», kann man sich denken. » kern Sozialistengesetz aber zerstreute» sie und ihre »«*['*" �4 weist in dem allgemeinen Menschengewühl, kr»? Soualifiengesetz, durch welche« die Sozialdemo» de» n Arbeiter in»wen Ausnahmezustand versetzt wor- faw.« treie» dieselbe» mehr geschloffen auf, da gemein» o>i� gtmeinsawe Freud' bedingt. So machte« idel»»� MM# iXt. � aiier .---— Ml»»M!»•».•%> vvv»».�». � ?m,2- Mai gegen 3000 Sozialdemokraten mit ihren " einen Ausflug zum Plauenschen Grund»ach dem kii»fc'e?"�f»Zur rothen Schenke". Die dort keine Unter» die rn>- konnte», lagerten im Freien. Abend« kehrten . unter Gesang»ach Dresden zurück. Paff«/ und Herren, welche da« Sozialipengesitz gemacht re auf f"««gert habe», ahne«, mit welch' festem, dauerhaftem licre � oillt,',e die Aibeitermassen binden und welche gähnende rch o# g'kade diese« Gesetz zwischen de« verschiedenen Be» Leben's'�runge klaffen mehr und mehr zu schaffen geeignet ist? 84 0� 4*».--_-.-«»«-*e_ L Uebrigenß vicht Wo« i» Dresdev, sondern auch in an- X SiäMen find derlei Autflüge gang und gäbe. So fand Ä Ilm Cd i-v f. f_ 1..» f__' f. �______ i.„ tZUrk fr-, Aw.—:*#**» MW»»»'•(-"O" D—'D p"" w*—— I" � (? 2. Ostelfesttage in Halle a. S. ein sogenannter H.....■..... 0| statt, wie da« dort seit vielen, vielen ', wo l»» Iii. TäL 77 v 1"* V �--———|-' ive/ �en gebräuchlich ist. Früher, auch»och zu der Zeit, Rott*, Halle schon eine ziemlich bedeutende sozialistische Bewe» mfiKw war, kannte man keine Absonderung. Alle sfUwW Nim»."*, 1°.°lle Beeölkerungiklasse« wogten bei solchem m Bsss Seit dem Sozialistenge» dgaie?$�,6IIenuifl,*Ie�ee �ren0 ö6 unil iiihe« Männlein, Weiblei« und Kinder— solche„Haide» >ei.. T" eben Familienfest«. Wir wollen hier neben« die irrthümliche Nachricht dementiren, welche durch Zettungen ging, ol« ob am 2. Osterfeiertage >- j' ti», SS" Hin8' at» 00 am z.-�sierseirrrage e bei, l �°z«altstenversammlu«g bei Halle unter freiem Himmel ßJWfunben habe— e« handelte sich hier um den all« n-Ä trage»- m$n »llein! 8tmo�t dem Sozialstengesetz für sich „Haidegang", de» um den all« Sozialdemokraten % td gl modtk "K 'eff°» ungÄ ZlaN« ■M k.. Volksleben hat durch diese» Gesetz in Deutschland '»S-wei« g,litte«. To., i Innern UN»«och lebhaft der große« durch die k'albemokraten veranstaltete« Arbeiterfeste in Berlin, ••tlot««.] JeuMeton. M«e Mutter. Roman von Friedrich Serstitcker. (Fortsetzung) i'M&> da« «0(h, ß. V.V dem„Paradies" in dw„Hc wurden sie, al« einer fteie» offenen Arme« empfangen. «zogen. Der gut« aradie«" geführt, die Keffer« Gesellschaft "■ � Hölle," und von de» m Kunst angehörend, ,, empfangen, k der �.Schauspieler ist überhaupt der beste Gesellschafter i« nz-Jr�lt und steht ja auch mit alle« anderen Künstlern «r Eh�te, u«b innigster Beziehung. Wie der Maler muß �Ntvant,? studiren, um sie wahr und treu, nicht auf der n aW��Llm wirklich lebendigen Bilde wiederzu» K wttklich lebendigen wnoe wreoerzu» --J J SÄÄ'ÄÄ &' ste schaffen nicht allein für ihre Zeit, fechte, die Hoffnung, daß auch«och spätere Ge» "— r---- ihr 51? /,m. tinifl W Werke freue» möge» und. ihr Name noch 1» de»««>» f« scho« selbst dahwgegange«. N'cht H*- N-tvief� � der, nur auf de« au-enblicklnben Erfolg aRk.r_ I Tl. fttiA tn.. Wl.f._> s- MSsesSZW U%%«nv vdUuuvuvwM nw-—rr- v"! vo?. �00.??°�. �e« Augenblicke« übt aber auch natürlich � �kUZMUW irtdwSif cw a«*••n»"ann9«ru exmirr«iq» rui ihn, was anoer» ttt* 2 M Ein. eine abgespielte Komödie— und die Zu« sttN neue brillante Rolle kann ihm die rosig genug im Winter im Louisenstädtischen Theater, im Sommer im Prater. Eine geeignete Festrede, einige harmlose Vorträge und Deklamationen, einige kleine Schauvorflellunge», Gelänge von Arbetterliedertafela und tausende und abertausend« von Mensche». Zm Prater— e» war, wen» wir nicht irren, im Sommer de« Jahres 1874— sollen an 15 000 Fest» theilnehmer zusammen gewesen sein. Alle diese Feste, d.ren Theilnehmer durchaus nicht sämmtlich Arbeiter oder gar Sozialdemokraten waren, ver» liefen immer ruhig und ordentlich, so daß die überwachenden Polizeibeamte» oft genug erklärte«, e« sei ei« Vergnüge», solche« Arbeiterfestea beizuwohnen, im Gegensatz zu de» Volksansammlungen auf dem„Bock" oder in anderen Lokalen. Man sah e» de« Arbeiter« auf solche« Feste« an, daß sie auf sich etwa« hielten; besonder« aber zeichnete» sich die Sozialdemokraten au«, die, wa« Ruhe und Wohlanständig» keit anlangte, de» anderen Festthetlnehmern mit gutem Beispiel« vorangingen. Die Leiter solcher Feste hatte« während der Dauer derselbe» auf unbedingte« Gehorsam zu rechnen; doch fanden sie fast niemals Gelegenheit, von ihre» Rechten und ihrer Autorität Gebrauch zu mache«. Kam es einmal vor, daß irgend Jemand ein Gla» zu viel getrunken hatte, so wurde derselbe ohne jede« Aufsehe» von seine« Freunde« mit de« Worte«:„Schäme Dich, Du bist auf einem Arbeiterfeste I" rasch entfernt und wochenlang mußte er bittere Vorwürfe entgegennehmen. Da« Beitrags» oder Eintrittsgeld überstieg die Summe von 50 Pfennige« niemals; mehr al« vier solcher Feste wurde« in Berlin im Durchschnitt des Jahre« auch nicht gefeiert, so daß keine besonderen Ausgaben den Arbetter» daraus erwuchsen. Und wie die« m Berlin der Fall war, so in Leip« zig, Dresden, Bre«lau, Hamburg, überhaupt in allen größeren Städten Deutschland«. I» Leipzig zeich- »eten sich besonder» die Feste des dem Sozialistengesetze auch zum Opfer gefallenen Arbeiterbildung« verein« durch ihre schöne Haltung au». Im Süden wurden meisten- theil« sogenannte Gaufeste veranstaltet, so i» M a i» g a u in einem Walde zwischen Offenbach und Frankfurt a« Mai». E« darf nicht übersehe« werde«, daß auf alle» diesen Feste« die Frauen und Kinder mit anwesend waren, wo» durch diese Volksfeste zu gleicher Zeit Erholungsfeste für die Arbeiterfamilie« wurde«. Anstatt solcher allgemeine» Volksfeste, von de« Sozial» demokraten veranstaltet— die heutige» sogenannte«.Volk«» feste" find weiter nicht« al» Jahrmärkie mit allerlei Trödel» buden, Karouffel«, Gejohle und Albernheiten, an denen gestatten, weshalb sich jetzt schon Sorge« darüber machen? Noch läuft sei» Kontrakt, da« Publikum liebt ihn, oder— hat sich an ihn gewöhnt, und wa« die fon» stigen kleinen Leiden und Aergerniffe betrifft, die nun ein. mal al« Salz und Würze unsere« ganze» Leben« diene» müssen, ei, die hat er reichlich in vermuthete« Jnttigue» der Intendanz oder der eigene» Kollegen, oder in boshafte« Re» zensionen eine« nicht gehörig honorirten Theaterkrttiker«— wo« will er mehr? Leichte« Blut schwimmt oben, leichte» Blut gehört zu seiner ganze» Existenz, und gerade dieser, in de» meiste« Fällen liebenswürdige leichte Sinn läßt ihn da« Lebe» an seiner lichten Seit« fasse» und ihm Alle« abgewinne», wa« eben daran« zu gewinne» ist. Gute und vielbeschäftigte Schauspieler und Schauspie» lerinnen— während Sänger und Sängerinne«— mit we» «igen Ausnahme«— nur ihre Note» studire» und sich ver» wünscht wentg um Text, Sujet oder Charakter ihrer Roll« kümmern— müssen auch gebildete Mensche» sei» und find e» fast stet«. Sie haben dabei die Form de» Umgang« vollständig in ihrer Gewalt, sie müsse« verstehe«, sich m allen Kreisen de« Leben« zu bewege», und verstehe« e«, und mit einem gewisse« Instinkt, der sie alles Steife und Lang« weilige vermeiden läßt, bringe» sie bald Lebe« in jeden Zirkel, de» sie besuchen. E« ist mit einem Wort ei« ftohe«, glückliche« Völkchen, und wer in ihrer Mitte nicht warm wird und seine« im gewöhnlichen Leben«och ängstlich gepflegten Zopf auf kurze Zett vergißt, de» kann man ruhig aufgebe«. Er ist für die Gesellschaft verloren und paßt nur»och für.Ge» sellschasten". E« läßt sich denke«, daß auch in der„Hölle" ei» mun» terer Ton herrschte, wie den« auch vor Allem hier die R.gel galt, nicht«, und wäre eS der bitterste Scherz gewesen, übel zu nehme«. Echo« über der Thür stand auch auf einer große», schwarze» Tafel mit dicke», goldene«, altdeutsche« Buchstabe« der etwa» ungelenke Ver«: Wer hier in diese Stuben kombt ei», Laß allen Aerger und Hader daheim. Und gerade diese» Inisser aller der Gesellschaft hatte vernünftige Arbeiter sich nicht betheilige»—, sind nun die abgeschlossine« Festlichkeiten der einzelne» Gewerke getteten, die meistentheil« de» allgemeinen Interesses entbehre« und in einem Tänzchen ihre» Gipfelpunkt habe». W>r sind die Letzten, welche der tanzlustigen Jugend ihre Freude ver» derben wollen, wir sind die Letzte«, welche„Vätern" und .Muttern" ein fröhliche« Tänzchen mißgönne», aber Arbeiter» Volksfeste in dem eigentliche« Sinne des Wortes könne» derartige Spezial-Arbeiterfeste niemals werde». Und dasselbe ist zu sagen über die jetzige«„Baum« bluth"- und„Haidezänge", welche, ob polizeilich überwacht oder nicht, immer nur ein einseitige» Vergnügen biete»; ja man möchte sage», daß bei diesen Exkursionen die Haupt« freude in der Opposition liegt, welche der Polizei gemacht wird. Da» Irreführe» der Polizei, dos Echnippchenschlage« ist mit die Hauptsache; und wo die Polizei sich zeigt, giebtS meistentheil» etwa« Neckerei. Da» mag ja für einzelne Theilnehmer an solchen Irrfahrten ungemein interessant sei«, vielleicht auch für einige Vertteter der Polizei. Wrr«rinner» unS, daß kein Spiel in unserer Jugend uns so unendlich viel Freude bereitet hat, al« das„Räuber und Gendarmen" in de« heimathliche» Wälder«. Aber die»„Räuber- und Gendarmen" spiele« kann uv« jetzt nicht wehr entzücke«, es kann nicht ersetzen ein große« Arbeitervolksfest au» früherer Zeit. Aber auf diese» Feste» lastet so schwer der Druck des Sozialistengesetze«, daß sie sich nicht mehr entfalte« könne«. Möge» die„Väter de» Sozialistengesetzes" da» nicht beabfichtigt habe«— sie habe« nach ihren spätere» Aeußerunge» Manche« nicht beabsichtigt—, aber da* steht fest, daß der freien und ftiedlirben Volksentwickelung große Volksfeste von bedeutendem Vortheil find, die zu be- einträchtige» da« gerade Gegentheil von Etaattweisheit be- kündet.——— So konnten wir auch hier wieder unter Beweis stelle», daß da» Sozialistengesetz gerade da», wa« e» angeblich zu unterdrücken beabsichtigt, in hohem Maße hervorruft: die Verbitterung unter de« Arbeiter« und Verschärfung der Klassengegensätze. Politische Ueberstcht. Daß vte neue Zoll.~ Deutschen Reich« trotz aller______ offiziösen Puffe von fortwährendem daS deweist neben den immer mehr zu Tage tretenden Lohnde» vielen Fallissements industrieller Unter. reduktionen und„ nehmungen auch der Rückgang solcher Reich«- und Staats- steuern, die mit der Writhschasttpoltttk in Verbindung gebracht werden müssen. Daß die Zuckersteuer anstatt wie früher 60 Millionen Marl nur 18 Millionen ausbringt, giebt vollgiltigtS manche junge Leute au» Kreise», die sonst nicht gern ei« „bürgerliche» Wirthshau»" besuchen, veranlaßt, dann und wann hier vorzuspreche« und sich ein Stündchen unter de« Künstler«, unter denen sie immer ein- zelne Bekannte fände«, zu amüfire». Besonders waren einige Artillerie-Offiziere, die selber zeichneten und malte», regelmäßige Besucher der Hölle geworden und zogen dann wieder andere nach. So hatte sich den« auch am heutige» Abend, während vor« in der Weinstube die steiferen Bürger, Beamte« und Professoren saßen, in der„Hölle"«in lustiges Völkchen zu- sawmengefunde», da» dem gute» Weine de« alte« Trauvest wacker zusprach. Vom Theater schien aber«ur da» Schau- spiel vertrete«, da heute eine Oper gegeben wurde; sonst saß aber ein« gemischte Gesellschaft in Uniformen, Sammet- rocken und Joppe« um den lange» Tisch, und da» Gespräch hatte sich gerade um eine« Wein gedreht, de» ihnen Trau- vest als Markobrunner vorgesetzt und de« ein Hauptmann von Seidlitz für Deidesheimer erklärte, so daß schon eine Wette angeboten und akzeptirt war. „Wo«ur Handor heute bleibt?" rief Höfte», der da» Fach der Charakterrolle« am Theater bekleidete;„der hat die beste Zunge von uns alle«, und seinem Unheil füge ich mich." „Topp, angenommen I" rief die Gegenpart. „Handor muß etwa» auf dem Strich haben," meinte Berthel, der Heldenvater;»er geht mir scho» seit etwa fünf Woche« mit einer Sorgfalt gekleidet.. „Bah," rief einer der Maler,„al« erster Liebhaber muß er auf seine Toilette halten; er gilt ja bei der ganze« schöne« Welt von Haßburg für das Modejournal der Stadt." „Ach wa« da, Modejournal,' knurrte Pfeffer, der unten am Tische bei einer halbe« Flasche Wein saß,„Schulden sind'», und damit er de« Leute» Sand in die Auge» streut, hängt er den Plunder um sich her; Esel, wen« sie sich da- von blende» lassen." »Rein, Höften hat recht," rief aber auch Berthel,.«» muß etwa« andere« dahinter stecken— Schulde«, bah i Wen» ein Mensch erst einmal so viel Schulden hat, daß er „ ab von dem Niedergänge dits» Industrie; daß die daksteuer 000000 Mark hinter dem Voranschlag»wvckge« blieben ist, darf auch nicht als ein gute» An, eichm angenommen werden. Doch fast noch bedenklicher kommt e» un» vor, daß der Ertrag der Staatßeisenbahnen in Preußen um zirka 23 Millionen hinter dem ministeriellen Voranschlag zurückgeblieben ist. Da der Personenverkehr fich eher gesteigert, al» daß er nachgelaffen hat, so fällt da» Defizit auf den Waarenoerk'hr und die» ist ein fichere» Zeichen allgemeinen wiribschaftltchen Rückgang». Gegen diesen Rückgang weiß die R icht» und Staattregierung leinen Rath; gegen die Steuerverminderung hat ste immense Erhöhung der«ranntweinsteuer vorgeschlagen. Wirthschastlicher Rückgang, Lohnreduklionen, neue Steuern auf «wen Konsumartikel hauptsächlich für Arbeiter— eine sonderbare Sozialreform! Wo bekomme« wir die deutsche« Kolouiste« kür die Volntschen Gegenden her? viele Frage machr den au». we>suri geflohen Konservativen uno Mittelparteilern doch mehr Kopfzerbrechen, al» ste im ersten Eifer oermutheten. Die„Post" dringt an Stelle de» Leitartikel» ein„Eingesandt", w welchem die Heranziehung ehemal» schwäbischer Bauern au» R u m ä n t e n empfohlen wird. Die Verlegenheit um paffende Anfiedler muß doch recht groß sew, daß solche Vorschläge überhaupt auftauchen können., Ueber de« A«tisemitt»m«», diese verächtlichst« Er- scheinung de» öffentltchm Leben» im letzten Jahrzehnt, äußerte fich der„Reichtbote" merkwürdig adsällta.„Der Antisemiit». mu»— schreibt da» Pastorenblatt— ist nur eine Negation, e» fehlt ihm die Pofiturn; deshalb wird er auch nie etwa» Positive» gegen den Semitismu» auirichtm, sondern nur Ver- wirrung unter dem christlichen Volke an; übten und ebenso auflösend, zersetzend wirken wie der SemiliSmu». Die Hnrschafi der Juden setzt überall da ein, wo beim chnstiichen Volle etwa» faul ist: der Schacherjude sucht fich die trägen, unordentlichen, leichtfinnigen Bauem und Handwerker au» und der Preßjude setzt an der Neigung zu Klatsch, Skandal, Unglauben, Frivo. ltlät und sittlicher Gleichgiltigkeit ein und schreibt dem Volke Leitungen, wonach ihm die Ohren jücken. Der Antt- semtliimus macht ihm da» nach, so daß er in der That nicht» weiter ist al» ein umgekehrter Semitttmu». Blo» den nationalen Stolz aufregen, im übrigen jedoch den schlechten Eigenschaften und Untugenden schmeicheln und lediglich die Juden al» die Urheber alle» Verderben» hinstellen, da» ist un» wahr und verderblich, weil e» das Uebel nicht heilt, sondern «ergiftet. Wenn man von Parafiten redet, so soll man nicht vergeffen, daß der, auf deffcn Körper solche leben, sein Uebel selbst verschuldet hat." Trotz alledem schreibt da» fromme Blatt zum Schluffe:„Die Gleichberechtigung der Juden ist ein Vergehen gegen das— wie die Geschichte beweist— auf den Juden liegende göttliche G e- sch i ck; sie sollen Fremdlinge sein unter den Völkern."— Mit solchen Leuten ist allerdings schwer diSkutiren. Wider die Koalitionsfreiheit. Daß die Reaktion zu Gunsten der Unternehmer gegen diese» Arbeitenecht Sturm läuft, haben wir schon mehrfach dargethan. Jetzt erscheint auch die früher in Arbeiterfragen verständige, jetzt kredSroth ge» wordene„Schlefilche Zeitung" auf dem Plane und schreibt: „Das schwerste Uebel, welche» dm organisirten Streik» anhaftet, ist unstreitig die Verschärfung der Klaffengeger sätze. An und für fich liegt eine ernste soziale Gefahr darin, daß in irgend einer einzelnen GeschäftSdranche Arbeiter woch-nlang ferern, ihre sauern Ersparrnffe aufzehren, der bleichen Roth ver- fallen und in wettau» dm meistm Fällen schließlich die Arbeit unter den früheren Bedingungen aufzunehmen gewungen find. Auch in den besten Naturen muß die» Wulh und E.birterung erzeugen und den Gedanken an einm gewallsamen Umsturz unserer ganzen gesellschafttichm Ordnung wecken und beleben. Diese Gefahr wachst mit der Auadehnung der Kreise, welche in die Jntereffen der Sveikendm hinewgezogen werden. Wenn heute ein Maurerdund fich über ganz Deutschland oerzwtigt und dieser ganze Bund zur Förderung deS fich in Berlin oor- dmeitenden Maurerstreik» mitwirkt, so ist das gew ß schon be- denllich, immerhin aber mag man noch behaupten können, daß die unselbstftändigen Maurer nur ihre gemeinsamen Fachinter- effm vertteten, daß von einem Klaffmgegensatz noch nicht die Rede sein könne. Wenn aber Leipziger Schrtstsetzer streiken und Bremer Zigarrenmacher und Berliner Maschinenbauer ihnen zu diesem Zwecke finanzielle Unterstützungen zuwenden» alio Leute, die über Billigkeit oder Unbilligkeit der gestellten Forderungen und über die Äeschästilage des Unternehmen» ga. kein Urtheil haben, wenn e» fich somit einfach um Bekundung der Soli- darttät der nicht besttzendm gegenüber den befitzenden Klaffen, also um«inen eigentlichen Klaffenkampf handelt, ,u deffcn Schürung meist noch professionelle Agitatoren in Thätigkett treten, die der Ardeiterwelt gar nicht angehören, dann werden die Streik» zu einer politischen Gefahr, der zu begegnen unsere» Erachtm» Aufgabe der Gesetzgebung ist. Eme Korrektur der da« Koalitionsrecht degründenden gesetzlichen Bestimmung im gedachten Sinne ist jeden'all» möglich, hne dem Arbeiter den„ehrlichen Lohnkampf", wie ihn der Gesetzgeber wollte, zu verwehren. Die Bürgschaften, doch ganz gewiß weiß, er kann sie nicht bezahle«, dann mache« ste ihm auch keine Sorge« mehr, und so steht'« mit Haador. Net«, bei dem spukt etwa» andere», und tch be- zahlte wahrhaftig.." „Eine Flasche Champagner, Kellner," rief i» diesem Augenblick ewe laute, fröhliche Stimme, und al» fich alle danach wandten, stand Haador, der eben genannte erste Liebhaber, in der geöffnete« Thür;„aber wohl in Si», verstanden?'• setzte er rasch hinzu: ,oder auch gleich zwei, drei Flasche», mein Zunge, denn ich bi» schmählich durstig heute Abend und schmählich vergnügt—„Guten Abend, meine Herren!" „He, Handor, beim Zeu»! Zunge, wo kommst Du her? Eben sprachen wir von Dir; wo bist Du ge« wese«?" „Zm Himmel, Kinder, im fiebeate« Himmel," rief der junge Mann, indem er Hut und Stock an einen Nagel hing und dann einen Stuhl»eben de» etwa« zur Sette rückende« Hösken nahm,„direkt au« den himmlischen Sphäre« stieg ich nieder in die„Hölle", und nur der himmliche Trank kann mir Ersatz für da» Verlorene geben." „Pff," zischte Pfeffer durch die Zähne,„den Himmel, in dem der gesteckt hat, kenn ich." „Alle Wetter, Handor," lachte aber auch de» Maler,„Sie scheine« heute Zhre« splendiden Tag zu haben!" „So lang der Wirth nur weiter borgt, Sind ste vergnügt und unbesorgt!" zitirte Pfeffer.. „Yiye la Bagatelle!" rief aber Handor, et» ihm ge- reichte» Gla» auf einen Zug leerend. „Halt," sagte Höfken,„hie, gilt«» eine Wctte; da, Handor, ehe Du un« Dein Abenteuer erzählst, sag' un« einmal, wa» für Wein da« ist." „Und wer hat Dir gesagt, daß ich Each überhaupt mein Abenteuer erzähle» werde?" „Al« ob der schweipen könnte," lachte ein Anderer; „hast Du wieder bei Deiner jungen Putzmacherin ge- schwärmt oder bei der dicken Bavquierttochter, oder gar welche die Gesetzgebung in ihrer gegenwärtigen Gestalt für die Wahiung de» sozia en Frieden» bei Streikunteinehmungm bietet, find im Vergleiche zu den ogitatonschen Kräften, welche heute mehr und mehr in Tbä-izkeit treten, ungemein desch'ävtt. Immerhin aber ist es anzuerkennen, daß. wie au» dem Erlaffe de» Minister» de» Innern vom 11. Bpiil d». It. hervorgeht, die Staatsgewalt fich entschloffen zeigt, die ihr zur Zell ge botenen gesetzlichen Mittel wenigsten» voll und ganz auszu- nutzen."— So da» schkstjche Blatt.— Zunächst wollen wir bemerken, daß bis jetzt die meisten Anklagen s t>eni der Reaktion sich gegen die leichtfertigen unorganistrten Streik» richteten. Die Reaktion aber ist zur Besinnung gekommen; ihr kommen solche leichtfertige Streik» nur zu statten, während gut orga- nistrte Streik» meist den Arbeitern Nutzen dringen. Daß die Ardeiter durch die Streik»„der bleichen Noch verfallen", ist unrichtig, weil ste meist vor den Streik» schon in Noih waren. Aber solche Phrasen g« hören zum reaktionären Handwerk. Die „Korrektur des Koalitior stecht»" heißt natürlich nicht» andere», al» Aufhebung deffelben; denn wenn fich die„Echlefische Zeitung" über die gepenseitigm U teistiltzungen der Arbeiter aufhält und diese veiurcheilt, so kann von einem„ehrlichen Lohnkampf" nicht meh- die Rede sein; werden aber diese Unter« stützungen— denn darauf zielt die„Schles. Z g." bin, da andernfalls der ganze Artikel zw-ckio» wäre— vom Gesetz verboten, so find die Ar better bei ihren Lohnbewegungen den Unternehmern auf Gnade und Ungnade überantwortet.— Daß die„Nordd. Allgem. Ztg." den Erguß der„Schles. Ztg." ad- druckt, ist eigentlich seldstoe, ständitch. Aber e« gab eine Zett, wo die konservativen und gouvernementalen Blätter e» den liberalen Organen übcrl"ßen, fich zu den Arbeitern in scharfen Gegensatz zu bri, gen. Jetzt schweigen die liberalen Blätter oder schmeicheln auch wohl den Ardeitern, klüglich dem Eifer solcher Zeitungen, wie die„Schlefische Ztg." und Vre„Nordd. Allg. Z'g", r» überlaffend, für den LtderaliSmu» die Kastanien au» dem Feuer zu holen. Mtlttär und Gemeinde scheinen in Gera nicht auf bestem Fuße zu stehen. Der bekannte Streit zwischen dem Stadtrath von Gera und dem Militär, welche» fich weigerte, für da» an die dortige Garnison gelieferte Brot die städtische EtngangSadgabe zu zahlen, ist allerdings j?tzt aui geglichen. Da»„Geiaer Tagebl." bringt die Nach- richt, daß lrut der dem Stadtralh dieser Tage zugegangenen amtlichen Zufertigung der königl. preußi'chm Intendantur de» 4. Armeekorps die Forderung de» letzteren; die ortsüdliche Ein« gangsadgabe für da» au» der Mililärdäck-rn zu Erfurt eingeführte Brot, sowie für andere der städtischen Eingangsadgabe unterlieaende Naturalien zu entrichtm, anerkannt wird.„Der Milttärfieku» verpflichtet fich demnach, nicht nur fernerhin die Eingangsadgabe zu entrichten, sondern auch für da» seit Jahres« frift eingesührte Brot die bezügliche Nachzahlu g zu leisten. Uebrigen» ist da» Verhäitniß zwischen Zrvrl und Mrlitär dort noch immer kein günstige«. Man erinnert fich, daß vom 15. März v. I. ab da» Passiren de» Kasernenhofe» den Bürgern von Gera nicht mehr gestattet und ihnen dadurch «in Hauptverkehrsweg abgeschnitten wurde,— eine Maßregel, die allseitig darauf zurückgeführt wurde, daß im„Reichineund" nach MUihcilungen von Bürgern Soldatenmißhandlungen besprochen wurden. J-tzt wird nun folgender Vorfall im „Geratschen Tageblatt" berichtet: Alt da« 2. Bataillon de» 96. Regiment» am 1. Mai vom Kasernenplatze durch den nach der Humbolvtstraße führenden Zugang zum Ex-rztren aui- rücken wollte, fand e» denselben durch eine quer gezogene feste Planke gesperrt. Um iünf Uhr wurde diese durch Mannschaften de» Bataillous weggeriffen gleich darauf ober durch Zimmer« leute wieder aufgerichtet. Um 6 Uhr kam Major von Treikow dazu, ließ die Planke sofort nochmal» entfernen und stellte einen Posten am Eingänge auf. Noch dem„Ger. Tageblatt" liegt hier k- in»»weg» ein schlechter Scherz, sondern ein Stück versuchter Nothwehr vor-„Das Siraßenstückchen zwischen der Humboldtstiaße und dem Kasernenplatz ist nicht städtische», noch weniger fiskalische» Eigenthum, sondern P ivatbefitz. Die Be- fitzer(Lnwohner der Humdoldistraße), denen der für ste sehr nothwendigc Ü bergang über den Kasernenplatz gesperrt wor- den ist, baden Gleiche» mit Gleichem vergelten und dem Mtli- tär den Uebergang über ihr Terrain sperren wollen. Da» Militär hat dagegen zur Gewalt gegriffen, den enichteten Zaun abgebrochen und»ottgetragen." Freigabe. D.e Beschlagnahme der Nr. 7 de»„Gemeindebürger" wurde durch Beschluß der 1. Strafkammer de» Landgericht» München I wieder aufgehobm. Oesterreich- Ungar«. In Wien soll im Jahre 1888 eine Ge werbe-Aus« stellung veranstaltet werden. Man wollte dieselbe gleich« zeitig zur Feier de» vierzipjohiigen R-gierung» Jubiläums de» Kaiser« Franz Jos� drei Apriliagen der an die C,arenrefidenz Livadia angrenzeff' Wald niedergebrannt, in Folge diese» Ereignisse» sei vi« leicht ein« rasch« Rückkehr de« Czarmhofe» au» der Krtw P erwarten. Schweiz. Vor einiger Zeit bertchieten wir, daß da» schweizerP, Bunde» gericht dem Ansuchen der rusfischen Behörden"i" Auslieferung eine» russischen Flüchtlings de» ehemaligen Kollegienaffeffors und Bureauchefs der. bürg Pleskauer k taatsdomänen- Verwaltung KompowSktz,». entiprechen beschlossen habe. Dem Berner„Bund" zufolge K da» Ansuchen der rulstschm Behörden dadurch begründet, KowpowSky 1) in eigennütziger Absicht eine Note der bürg Pleikauer Staatsdomänen-Verwaltung nicht rechtzeitig� die Moskau Twersche SlaatSdomänen-Verwaltung abg-sev� und 2) eine Note de««omptoir» der Senatstypographie£% wendet und durch ein gefälschte» Papier ersetzt habe. verhaftete KompovSky bestritt die Zuläistgkeit der Auslief«�? da da» Delikt de» Amtsmtßbriuchs nicht, wie es der vom Jahre 1873 fordere, nach der Gesetzgebung beider.1 eine Strafe von mehr al« einem Jahr Gefängniß nal» � ziehe, die Urkundenfälschung durch Beamte aber im*,(i lieferungSoetttage nicht al» AuSlieferungSdelift genannt'J und üderdem die Handlungsweise de» R-quitttten p®,*! politische» Delikt qual.fi, ire. Das Bundt»ß hielt diese Einwendungen für nicht stichhaltig und 6 die nachgesuchte Auslieferung K.'s, allerdings(gemäß- de» Staat» vertrageS) mtt dem ausdrücklichen Voibehalte» der Ausgelieferte wegen allfälltg vor der Auslieferung ß gangener politischer Vergehen oder wegen Thatsachen,«Jf solchen Vergehen in Verbindung stehm, in keiner Weift. folgt oder bestraft werden dürfe." Dieser Vorbehalt er!« un» als pure Heuchelei.„»st Die Laulanner Mödelschreiner streiken; sie verlangt» zehnstündige Arbeitszeit. Belgien. Di« r--' unter der A Brüsseler Versammlung soll undelümmett um ein Verbot dennoch zu Pfingsten veranstalttt werden, gegenüber saß,„haben Sie schon die schöne Fremde(ftseb� welche heute angekommen ist, die G.äfia Rotlack? Dtt v milie ist hier nach Haßburg übergefiedelt." „Nein," rief Handor;„ist sie hübsch?" g# „Bildschön," verfichette Arnold ganz in Feuer. wurde mrr heute unter den Bude« gezeigt, wo ste mtt Mann und den Kmbern spazieren ging; ein reizende» mtt einem von de» Gesichter«, die der liebe Gott nur® Begünstigten mitgegeben und denen man auf den Blick gut sein muß. Und wa» für wunderbar � Haar sie hat! Zch bin ihnen eine Weile nach�aa». «ur um die Sonne auf dem Haare blitzen und leuchte» sehen.". B „Meiner Eeel," rief Pfiff«,„wenn Sie so von rorhen Haare« find, weshalb male« Sie de»" einmal meine Schwester, die Baffiai? Die breaat. Alle lachten. „Der Pfiffer ist doch ei« ganz nichtsnutziger P «rcht einmal ferne eigene, leibliche Schwester kann er schore« lassen," rief Betthel. .Bah, ungeschoren," sagt« Pfeffer,„st- trägt er" ..Lasse« Sie mir die»asfini in Ruhe!" rief dazwischen;„da« ist eine ganz brave Person, a*## si g>tt sonst vielleicht ihre Wunderlichkeiten hat. � � ordentlich und ehrlich dringt ste sich mtt rhrer �4 Tage durch, daß sie nicht»ine« Pfennig Schuld" Stadt hat!"„ � „Das kann Handor auch von fich w«-.. wC .,3ch wollte, e» wäre wahr. Pfiff«/ � X Trauvest trocken, und ei« tolle« Gelächter brach Seite« lo». oder ich.". „Du hast wohl in die Lotterie gefi«" Hofke«. I i�sno J� h�rlldtr, et enrorie, daß M— 60 000 Sozialisten Z" VUngstm nach vrüfftl kommen weiden, um in den Straßen w»ouptstabt da» allgemeine Stimmrecht zu verlangen,„und iül ii wie vorauizuseben, nicht dekomnen?" nagte „Dann haden wir im November die Revolution!" «widerte«nseele. _ Frankreich. imt,« i--Journal officiel" fordert die französtschen Ingenieure ,«rchitelten auf, Zeichnungen und Pläne für die Welt' «Ii 10 U,u.nG oon 1889 dem Handeltministerium einzusenden. i,.?. 18- Mar wüsten alle dietbe,llglichen Arbeiten in die Fest« de Pill« eingereichl sein; fit sollen nach einer tertagigen öffentlichen Auistellung von einer Kommisston, an Jtten Spitze fccrt Locktov ftthL beuribfilt methen. SVör die w." Hkrr Lockwv steht, deurtheilt werden. Für die Mn, Entwürfe find drei P. eise von je 4000, drei oon je 2000 J'48 von je 1000 Franken ausgesetzt. Nur diejenigen bnh« e f*5« Architekten, welche einen dieser Preise erhalten wilden zu einer engeren Preitbewerbung zugelaffen Ss«.? �ie definmven Pläne für den Bau der«usstellungi» und, was damit zusammenhängt, hervorgehen sollen. L, von dem Fndustriepalaste der Chamo« Clyste» über oT*�uo« beider User bis zum Thamp de>MarS und zum fefWw erstreckende Auistellungtraum umfaßt 291 000 Duo» M'ter, von denen 32000 für die schönen Äünfle, 25000 für 6000 für die Kolonien, 90000 für die gben, 180000 für die anderen Sektionen und 20000- da« erste Stockwerk de« Fndustriepalaste«— für die bestimmt find. Die Preisbew erder müssen in Planen den nöthigen Raum reserviren, auf dem der tsiftltchteiten Wm Piän» 6" orn noiyrgen znaum reiervrren, aus oem oer n ermahnte, 300 Meter hohe eiserne Thurm erbaut werden »äfe 125 Sd?"* mudi' Wt al» Bast« dient. deiJ�i Bautenminister Baihaut hat den Seinepräfekten auf- fe»!«. J* in Pariser Gemeinderath und den Generalrath der .iinzuberufen, um durch dieselben feststellen zu lasten, aus wv'c' win ouicy �icTciucn irfifieuen zu luTicn, D?. welche Zuschüsse der Staat feiten» der Stadt und de» xwmtements für die Auifühmng der Stadtbahn rechnen und Öaujjlan ...—........... ist auf den 17. Mai einberufen wird vorausfichtlich eine Geldbetheiligung der Stadt abhängig machen, daß der vom Minister vorgelegte n geändert und die Stadtdahn nicht blo« im Bogen -i" werde, sondern in ihrer Hauptlinie mitten durch die »Sehe. nick«,. Decazeville hat fich an der unerquicklichen Lage Zijch'Liändrrt. Einem Berichterstatter, der ihn aufsuchte, um Ädaa mi �ir die Unterhandlungen zu erfahren, welche von den Catii« i'wrhn und Planteau eingeleitet wurden, antwortete Uder'bn der Delegirten, die«rbeiter werden klnfan», ü-�wständen den Rathschlägen ihrer Delegirten folgen. frieden man fich noch mit der Entlastung Blazy't zu» !aris-i �'N: jetzt aber würde man fich nicht mehr mit den de,« knügen, die di« Dezember v. I. üblich waren, son- 1878 M 8« die Rückkehr zu denjenigen vor dem Streik von weit« tSj?" � Gesellschaft sie verweigere, so werde man wenig tJÜrÜ! sechs Monate, ein Fahr, zehn Fahre, und so darauf � Arbeiter zum Nachgeben geneigt, daß man e« Wiste büc rP*' der Gesellschaft da» zuzumuthen, wovon man ' ste ei nicht gewähren wolle. m Italien« 8. bis 4. Mittag kamen in Brindifi zwei Cholera« 6tfr!II.unflfn und ein Cholera Todesfall vor, in Lstuni sech« luni. näen und zwei Todesfälle, in Latiano zwei Erkran» scn und ein Tove«fall. Spanien« Ickeln..Zeitungen melden al« bemerkenSwerth da« Er» Marokko spanischen Kanonenboote« an der Westküste von U.K»..Grohbritaunie«. > Ä���sal der irischen d o m erul e. B ill Wähler dur�i, Ml. meint, daß die Masten der liberalen keter ,uklimn,iü" den Anschauungen jener lideralm Ver. Ei« will f»?�' �?�e zu Gladstone in Opposttton treten. Und an hnt oLy?�' Gladstone da« Parlament auflösen llbgrlehnt od,� werde, wenn die irischen Vorlagen Mrden mü?° Seringer Stimmenmehrheit angenommm "»bw Wnw,..°.-�ssung de» Pailament« läge im uflösung de« nur wolle man die Abstimmung über fchen Vorlagen abwarten, um genau den Liberalm~~ wrmbill ftimm. Menut« erklärt, gegen Gladstone« M eine ATb«i1! P'oIlen' Von anderer Seite verlautet e«, scheiniick �lnai�schiebung der Homerule-Lill nicht unwahr» Van>n,, fti. Das bereit« gestern nach einem Wolff'schen Tele» welcher in der That eine pinauischiebuna der iöome» T�!�ln, heirathet eine Gouvervavte und wird "««eur." meinte Pfeffer. unb"�drheit," rief§ anbot,.da kommt der Champagner, �Jensi* h« und ein volle« Gla« den schönste« �en Augenblick war jede« weitere Gespräch gestört, Einschenken, Anstoßm und Trink« beschäftigte die eines n � vollkommm, baß fie nicht einmal de» Eintritt �ue» Taste« bemerkt«. so s.u? w« der junge Graf Monford, der gar nicht etwa sick»."®te Künstlerkneipe besuchte, weil er dort immer / Z**'«Ute Gesellschaft zu find«. �R*n wüßt Du un« aber auch Deine schönsten ldena 4**2?*"' Hanbor," rief Höffen ihm zu,„denn lJiRen' Shnen ei» Gla« bringen soll, muß ich auch a« aR welchem Theile de« Himmel« diese Sterne , ftj' v8* Monford;„heh, Kellner,»och Champagner lloh fg. yX war bei der Stimme rasch herumgefahren, ?** in% Augmblick verlor sein Antlitz jede Farbe; l � ttt|VVV Wste au* r WMl1 bemerkte e« Niemand, und Handor k'« auf h*ul« eigentlich nur hergekommm. um paar Minuten zu sprechen," sagte der junge n. MUsaihe," lachte Georg.;„Sie rule»Bill erwarten ließe. Danach heißt e« im Manifest: Da» Unterhau« habe jetzt nur über den Grundsatz der Reform» vorläge zu entscheiden, über die Meinungsverschiedenheiten in Einzelheiten könne man fich ja in der Folge einig«. Kl» da« neue Panzerschiff„Collingwood" am 4 d. zum ersten Male den Hafm von PortSmouth verließ, um die Ka» nonm und Mischinen zu erprob«, sprengte ein Hinterlader» aeschütz von 43 Ton» den Thurm, auf welchem sich dasselbe befand, in die Luft, wodurch vielfacher Schaden angerichtet wurde. Person« wurden nicht verletzt. Balka»lä»der. Delßanne« erklärte in einer Unterredung mit einem Journalist« destimmt, daß e» zu keinem Kriege kommen würde. Die Entwaffnung der griechisch« Trupp« sei prinzipiell be- slbloffm, indessen gehe dieselbe langsamer, al« die Großmächte fie verlangten, vor fich. Die Antwort auf da« Ulttmatum sei unmittelbar bevor stehmd. Delyanni« dürfte somit da» Ver» zweifelte seiner Lage eingesehen haben. Möglicherweise wür- den er und sein Kabinet dann dem Volkiwill« in Griechen» land, welcher in schwer begreiflicher Verblendung bi« zur letzten Stunde auf die Hilfe Frankreich« Luftschlösser baute, zum Opfer fall«' Europa kann die« ziemlich gieichgiltig lasten. Die Aufraffung der Wt«er Blätter ist indeß keine optimistische. Nach der„N fr. Pr." beabstchtigt Delyanni« leine ander« Er» klämng, ol« die der französtschen Regierung gele stete, aufrecht zu erhalt«. Man hält die Abreise der großmächttgen Ge« sandtm für unmittelbar devorstehend. In S e r b i e n ist nunmehr der völlige FriedenSzustand eingekehrt. Da« Standrecht wurde in allen Kreisen, wo e« noch bestand, aufgehoben, desgleich« wurde da« suspendirte Preß» und Versammlung�-Bisetz wieder in K aft gesetzt. Die Urwahlen für die Skupichlina wurden am Sonntag deendet. Da« Resultat ist schwark«d. Die Regierung und die Opvo strion behaupten beide, die Majorität errungen zu haben. Die Ovposttion deschuldtgt die Behörden einer Fälschung der Wahl» listen und der Verhinderung der Stimmenabgabe oppofitio- neller Wähler. Amerika. Nach einer Berechnung„BradstreetS" Hab« di« Arbeitgeber oon 32 000 A, deitern achtstündige Arbetttzeit unter Beibehaltung de« Lohne« für zehnstündige Ardeittzeit zugestand«; 6000 Ardeiter streiten noch, um diese« Ziel zu erreichen, und 80 000 werden bald deSbald die Arbeit einstellen; 20000 wollen ,ur Erlangung eine« llffündig« Arbeitstage« streiken und 75000 Hab« ein« solche Forderung formell ge- stellt, ohne zugleich mit einem Streik zu drohen.— Die Ge- werkvereine glauben, nach der„Frankf. Ztg.", durch die Agi- tation der„Ritter der A.brU" dedroht zu sein uud treten da» her feindlich gegen diese auf. Die Vorstände verschied«er ausgedehnter Gewerkvereine Hab« eine Proklamation gegen die Ritter der Arbeit erlast« und zu einer allgemeinen konfer«» für den 18. Mai in Philadelphia eingeladen. Einer von d« Trade« Union« veranstalteten, am 1. Mai auf dem Union- square in New-Bork zu Gunsten de« 8standigen Arbeitstage« abgehaltenen Massenversammlung wohnten 160 Ver- eine bei. Die Streik« in New-Uork enden, ohne daß die Arbeitgeber Zugeständnisse machen. Die Third Avmue Tram- bahn arbeitet mit Hilfe oon Nicht Streike« und die Zucker- raifinerie in Lroftyn, wo viele Deutsche gestreift und Ruhe- fiörungen veranlaßt hatten, find im voll« Gange, ohne daß die Arbeitslöhne erhöht worden find. In Chikago haben 20000 Mann gestreikt— darunter Brauer, Bäcker, Möbel- ardeiter, Schuhmacher, Eisenardeiter, Zigarrenarbeiter, Fletsch- packer und Brubandwerker— und Sonnabend wurden 8000 Ardeiter der Mödelbranche mit einer Arbeitssperre bedroht, da die Ardeitgeber mit Ausschluß von 3 kleinen Firmen all. Zu- geständniffe ablehnen. An der Demonstration nahmen 30000 Person«' heil, darunter 7500 Eisenbahnardeiter und 15000 Nicht- streiker. Durch den Streik derührt wurden folgende Bahn«: Wabash, New-Albary, Illinois Zentral. Lake Shme, Chikago Bu'lington and Qurncy, Chikago und Alton, Chikago Rock Island und die Pazifit- Bahnen. In St. Laut« haben die Mödelarbetter achtstündige Arbeitszeit für achistündigen Lohn ang«ommen. In Milwaukee find verschiedene Brauereien und Fabriken geschloffen, in Detroit haben 3000 Brauer die Arbeit eingestellt und in LouiSv-lle hielt« 6000 Arbeiter ein Meeting zu Gunst« de« achtstündigen Arbeitstage«. Streik« werden auch au« Kansi« Crtn und PtttSdurg gemeldet.— Da« bereit« erwähnte Urthetl der New-Uorker Grand Jury geg« da« Boykotten wird ledhaft besprochen. Dieselbe soll die Haupt- schuld an den Ruhestörungen den Fremden zuschieden. Die Grand Jury ist au« Männem verschiedener Nationalitäten und Giaudensbekenntniffe zusammengesetzt und man glaubt daher Beschlüsse aus Abneigung gegen die Fremd« nicht, daß ihre,_„„„ gefaßt worden find; fie hat eir.müthig die Anklage gegen hun- dert Personen beschlosten, von dm« nicht ein einziger ein Amerikaner ist. Doch ist noch zweifelhaft, ob fie alle verhaftet werden. Unter„Letzte Nachrichten" meldeten wir gestern, daß e« in Chikago zu einem bewaffneten Zusammmstoß zwischen streiken- „Hahaha, Freund Pfeffer, immer giftig!' Graf Georg rückte jetzt mit zum Tisch und da« Ge- spräch wurde allgemeiner; nur Handor war merkwürdig ein- silbig geword«, und so auSgelaffen lustig er im Anfang geschienen, so schweigsam zeigte er sich jetzt, daß e# sogar d« Tischgenossen auffiel. Wie er aber»ach ein- ander ei» paar Gläser de« feurigen Tranke« hinuntergestürzt, wurde er etwa« leb«diger; doch lagen ihm rmmer«och die paar Worte auf dem Herz«, welche ihm der junge Graf vorher gesagt. Wa» wollte der von ihm? Eine Geschäftssache? War er dem Ltebvsverhältniß mit deffe« Schwester auf die Spur gekommen und wollte ihn jetzt vielleicht gar forde«? Die Kavaliere nannt« da« eine Geschästssache. Da« Gefühl wurde ihm zuletzt so unbehaglich und drück«d, daß er aufstand, hinter Graf Georg'« Stuhl ging und, leise seine Emulier de» rührend, sagte:„Mein lieber Herr Graf, Sie wollt« mir vorhin etwa««itthell«; wenn ich bitte» dürste, ich kann nicht mehr lange bleib«.' (Fortsetzung folgt.) An« Kunst und Leven. * Schrecklicher Unglücksfall. Hamburg, 4. Mai. Ein grauenvoller Anblick bot fich gestern Morgen den Arbeitern eine» an der Eilenau befindlichen Neubaue». In einer daselbst für die Arbeiter provisorisch erbaut« Latrine fand man die Leichen eine« jungen Mädchen« und eines kleinen Kinde« männlichen Geschlecht«. Die Verunglückte, welche den Spuren nach einen martervoll« Tod gefunden hatte, ist wahrscheinlich auf der Anstalt von Geburtswehen überrascht und hintenüber geschlagen, ohne nachher die Kraft zu befitzen, fich au» dieser verzweifelt« Lage defrei« ,u können. Da» Kind, welche« nach ärztlichem Befund bei der Geburt gelebt hat. ist in dem Schmutz erstickt. Nach den in den Taschen der Bebaue«». werth« vorgefunden« Papitren ist dieselbe die in der Pap«. Huderstraße wohnende unverehelichte«.W. Ehrig. Die Leichm wurd« nach dem Leichenhause geschafft. « Nordgrönland-Ervedinon. Im Monat Mai wird mtt E�SESSSSSS b« Arbeite« und Polizeimannschaften gekommen sei. Nach einer weitem Meldung hat ein Milizbataillon Befehl er- halten, fich bereit zu halten, nach Milwauke« abzugehen. Ein' große Anzahl Theilnehmer an den in Chikago und Mil« waukee stattgehabten Unruhen werd« al«„stemde Sozialist«" bezeichnet. Asien. Die Engländer verfolg« merkwürdige Praftik« gegenüber den unterworfenen Birmanen. Um fich für die Unkost« der Eroberung Birma'« einigermaßm schadlo« zu halt«, haben fie nämlich beschloff«, alle« während de« Kriege« erbeutete Eigenthum zu verkaufen und das Erträgniß zur Bestreitung der Kosten de« Felveug« zu verwenden. In Birma Herrschi vollständige Anarchie; 2000 Häuser und ein Theil de« Palaste« find in Mandalay unter d« Augen der mglisch« Besatzung niedergebrannt und die„Räuber" mach« den«glischen Trupp« so viel zu schaffen, daß dieselben sofort auf die respevable Stärke von 23000 Mann gebracht werd« soll«. Die Intel F o r m o s a, auf welche Frankreich im letzten Kriege mit China bekanntlich spekulirtt, scheint fich der be« sonder« Aufmerksamkeit der chinefischen Regierung zu erfreu«. Letztere läßt nach dem„D. Tgbl." bei dem von den Franzos« besetzten Vorhafen dieser Insel, Kelung, zwei neue Festung«- werke aufführen._ Oerichts-Zeitims. Die Gehetmniss- etner Ntxdorfer Wurstfabrik wurden am Freitag vor dem dortigen va offen gertcdt in einer sieben» stündigen Sitzung enthüllt. Angeklagt war der Schlächter Grätzuweit, weil er Pferdefleisch zu Wurst verarbeitet und unter Veischweiaung diese« Umstände« diese Wurst verkaust haben sollte. Zur Verhandlung war« 24 Zeug« geladen, außerdem noch die Sachverständigen Dr. Bischoff, KreiSthierarzt Klein und Hofschlächtermeister Hefter. Der Angeklagte bestreitet, jemals Wurst mit Pferdefleisch verkaust zu habm, will aber für Pferdeschlächter Wurst von Pferdefleisch fabrizirt Hab«. Die Hauptzeugen, drei Schlächtergesell«, stellen unzweifelhaft fest, daß Grätzuweit wöchentlich mehrmals, entweder selbst au« Berlin Fleisch ohne Knochen in Sack«, Körben oder Kisten geholt habe, und daß de« Nacht« solche Fleischlieferungm ankamen. Wenn die Gesell« Morgen« aufstanden, fand« fie oft groß« Quantitäten Fleisch vor, welche am Abend vorher nicht dagewesen waren. Diese« Fleisch war stet« ohne Knochen, ohne Sehnen und ohne Fett und wurde von den Gesellen alt Pferdefleisch bezeichnet. Grätzuweit gab die« Fleisch stet« selbst auf den Block, meist in dem Verhältniß, daß zu Schlackwurst nur wenig solche« Fleisch, zu Mettwurst und polnischer Bratwurst aber nur Pferdefleisch nebst Zusatz von Fett gegeben wurde. Zum eigenen Gebrauch wurde jedoch Wurst von Rindfleisch fabrizirt. Wenn Rindfleisch oder Schweinefleisch ankam, sei dasselbe immer erst gewogen worden, während dieses knochenlose Fleisch nie gewogen wurde. Sogar des Nacht» seien Säcke mit solchem Fleisch über den Zaun ge» warf« worden und dann von Grätzuweit in da« Hau« ge« schafft worden. Viele Hausbewohner bekunden, daß de« Nacht« ffhr oft ein sehr geschäftige« Treiben geherrscht habe. Frau Pferdeschlächter Wanderbruck mußte bezeugen, daß der Ange» klagte wöchentlich bi« zu 400 Pfund Pferdefleisch ohne Knochen die Zeugin Wurst geliefert habe, welche bezogen habe und an dieselbe nach auswärt« wieder" verkauft häbe. Von einem Ver- arbeiten de« Fleische« durch d« Angeklagten für die Zeugin sei keine Rede. Verschiedene Budiker haben vom Ange- klagten Wurst bezogen, immer im Glauben, Wurst von Rind- und Schweinefleisch erhalten zu haben. Von verschiedenen EagroSichlächtern kaufte der Angeklagte oft Rind- und Schweinefleisch aber nur geringster Softe. Hofschlächter- mnstir Hefter dezeichnete den Preiskourant de« Angeklagten al« derartig, daß die Abnehmer nicht auf die Vermuthuna komm« tonnt«, Wurst von Pferdefleisch zu erhalt«. Die Preise seien zwar niedrig, aber immerhin für Waare geringerer Qualität im EngroSverkehr angemessen. Kreis lhierarzt Klein hat die de« schlagnahmte Wurst von vielen Zentnern untersucht und ist zu dem Resultat gekommen, daß in der beschlagnahmt« Wurst Pferd>fleisch enthalt« sei. Dr. Bischof erklärte die« für nicht ganz ficher. Der Staatsanwalt hielt den Angeklagt« für voll« Indig überführt und beantragte wegen Vergehen gegen da« Nahrungimittelgesetz 2 Monate und wegen Betrüge« 1 Monat Gefängntß. Das Uttheil lautete auf 2 Monate und!'/> Gefängniß, gesetzlich abgerundet auf Vor dieser Verhandlung wurbe� ein„biederer" Rixdorfer Bür« IV, Monat Monate Gefängniß.— ger(so nannte ihn nach der„Deutschen Flsch. Z g.") der Ver- theiciger) zu 30 Mark Geldstrafe verurtheilt, weil er einen Hund geschlachtet und da» Hundefliisch al» Hammelfleisch an Bekannte verkaust hatte. Au Etrmpelgebühre« für Prozeß, vollmachte» wur» den bisher für jede Vollmachtsur künde, gleichviel, ob fie von einem oder mehreren Prozeßdetheiligten ausgestellt worden, 1,50 Mark erhoben. In Folge eine« Reskript« de« Pruvinzial» Steuer- Direktor« erforderte unterm 5. Marz er. die Geftcht«- kaffe de« Amtsgericht« II hierseldst von dem Rechtsanwalt Dr. Distrikte an der Westküste und der beinahe vvllständta unbekannten Küstenstrecke bi« zur Meloillebucht; diese Arbeiten soll« im Herbst so lange fortgesetzt werden, al» die schwierigen Etiverhältnisse die« gestatten. Der„Thorwaldsen" wird zuerst die Kolonie Godhaon anlaufm, wo die Expedition den kmzm Aufenthall zur Venollständigung der vorhandenen Karten über dm Ein lauf zu dieser Kolonie denutzen wird. Von hier au« geht die Expedition in grönländisch« Frauenbooten nach ihrem Bestimmungsorte, der Kolonie Upernivik ab, wo der Winter- auf«thalt genommen werden soll. Im Laufe de« Winter« sollen Schlittenexpedition« nach dem Innern und im folgen» den Frühjahr kleinere Bootausflüge an der Küste und in die Fjorde so lange unternommen werd«, di« ein Schiff zur Ab« holung der Exoedition von Kovmhagen in Upernivik eintrifft. Die Entstehung de« Worte«„Boycottireu". Kapitän Boycott war der unerbittliche Veftreter eines englischen Lord«, der jedm säumigen Pächter erbarmunailo« von der Scholle trieb. Die Liga wamte nun jeden Jrländer, die frei geword«« Pachtung« zu übernehmen, und al« fich trotzdem Leute fanden, welche die verlassenen Häuser bezog«, wurden fie einfach in vre Acht erkiäft; kein Nachbar durfte mit ihnen verkehren: warm fie krank oder im Unglück, durfte fie kein«rzt, kein Priester besuch«; rn FeuerSgefahr kam Niemand zu lösch«; ibre Pferde fand« keinen Schmied zum Hufdeschlag, ihre Pflüge und Karren keiner. Wagner, der den Schaden au«- gebessert hätte; ihre Kühe, Stuten und Ziegen war« zur Unfruchtbarkeit verdammt; in dem nahm Flecken fanden fie selbst keinen Unterstand und wr ihr Hau«, für ihr Korn, für ihr Vieh und für ihr Geflügel keinen Käufer, aber nicht nur kein« Käufer, ste fanden auch keinen Verkäufer; kein Zündhölzchm und kein Päckchen Tabak konnte fich ein Boycotrifter im ganzen Umkreise verschaffen; in der Kirche blieb er am Sonntag allein, denn bei seinem Erschein« ver» ließ die ganze Gemeinde da« Gotteshaus... In einer trüb« Stunde verließ der von allen Verlassene die Pachtung und schloß fich der— Liga an. Und alle Jene, welche an die Stelle gewallsam veftriebener Pächter traten, ereilte dasselbe Schicksal, wie jene«, da« den Pachte« Kapitän Boycott'« ge» wiß war, d. h. fie wurd« boycottirt. Aber nicht nur die ein- zeln« Pachtung«, auch ganze Latifundien wurden mit der Zell in Acht erkiäft und dann kam« ganze Märkte und Ver- tehrSgesellschast«, Bahnen u»d Dampfschiffe daran, den« die Liga verboten hatte, die Erzeugnisse doycottirter Güter zu ver« stacht«. F. Friedmann, der ein« Vollmacht von zwei Angeklagten gar nicht hatte, für j'den derstlben einen Stempeldetrag von 1,50 Mark. Der Wichtigkeit der Sache wegen remon stricte der genannte Bertheidiger gegen diese Festsetzung und legte gegen ven abweisenden Bescheid des Amtsgerichts Beschwerde ein. Auf dieselbe ist nun folgender einschneidende Beschluß der l. Strafkammer hiestgen Landgerichts Ii ergangen:»Die Be« schwerde deS pp. wegen doppelten Ansatzes des Vollmacht« stempclS wird alS unbegründet kostenpflichtig zurückgewiesen. DaS in Bezug genommene Eikenntniß deS kgl. Odertribunals vom 12. September 1877 kann in vorliegendem Falle nicht maßgebend sein, weil es fich auf einen einheitttchen zivil- rechtlichen Anspruch verschiedener Stteitgenoffen auf eine Gerechtigkeit bezieht und daher der von diesen mehreren Personen eitheilte Auftrag derselbe war, damit Einheitlichkeit deS Vollmacht« auftragS und damit auch der Stempelpfltcht vorlag. Anders liegt dagegen der vorliegende Fall, durch welchen zwei Angeklagte in derselben Sache einen gemeinschaftlichen Ver« theiviger durch eine Vollmacht bestellen. Hier liegt zwischm ihnen keine prozessuale Gemeinschaft vor, wie in dem vorge« dachten Zioilprozeffe: eS kann auch von einem gemeinsamen Interesse nicht die Rede sein, im Gegentheil walten bei ver« schiedenen Angeklagten oft entgegengesetzte Interessen ob. Feder Angeklagte gtebt nur zu seiner eigenen auf Freisprechung ge« richteten Vertheidigung Auftrag ohne Rücksicht auf die Ver» theidigung des Mitangeklagten. Es kann daher mit Rücksicht hierauf, sowie auf das Reskript des Provinzial- Steuer« Dtrek« torS dem ersten Richter nur darin beigetreten werden, daß der Stempel zu der von beiden Angeklagten auf den Rechtsanwatt Dr. F. Friedman» ausgestellten Vollmacht vom 26. Februar er. zweimal zum Ansatz zu bringen ist.— Fetzt bleibt nur noch der Zivilprozeß auf Rückzahlung von 1,50 M. übrig, der bis zum Reichsgericht gebracht werden kann. Reichsgerichts- Entscheidung. Leipzig, 4. Mai.(Be« leidigte Unteroffiziere.) Fn der„Meininger Zeitung" erschim am 28. November v. I. eine Notiz etwa folgenden FnhatteS: „Ein Unteroffizier de» 32. Infanterie- Regimentes soll einen Ersatzreservtsten durch einen Fußtritt in der erheblichsten Weise verletzt haben. Gegen den Soldalenschinder ist die Untersuchung bereits eingeleitet und die Haft angeordnet." Bald darauf wurde diese Mittheilung durch eine Zuschrift deS Kommando'» jen:S Regimentes an mehrere Blatter als unwahr erklärt und Segen den Redakteur der„M. Ztg.", Oskar Rudolf Brönner, ötrafartrag wegen Beleidigung gestellt. In der Verhandlung, welche am 10. Mär, vor dem Meininger Landgerichte statt- fand, gab der Angeklagte an, er habe die Mittheilung in dem guten Glauben veröffentlicht, daß sie auf Wahrheit beruhe, denn fie sei ihm von den verschiedensten Seiten üderbracht worden. Er habe durch die Veröffentlichung Nie- mand beleidigen, sondern nm daS Publikum beruhigen wollen. Tasselbe habe au» der Mittheilung ent« nehmen sollen, daß, wenn solche Ausschreitungen vor- kämen, der Schuldige auch seine Strafe erhalte. Da» Gericht erachtete ihn ober doch«!ner Beleidigung sämmtltcher Unteroffiziere des 32. Regimentes für schuldig und verurtheilte ihn zu 200 M. Geldstrafe. Fn dem Urtheile hieß es: Man könnte versucht sein anzunehmen, die übrigen Unteroffiziere seien nicht in Mitleidenschaft gezogen,«eil nur von einem die Rede ist, aber gerode dieser eine könne fich nicht beleidigt fühlen, weil er nicht näher bezeichnet ist, indzffen die Unbestimmthett des Ausdrucke» läßt dem Publikum auch die Unschuldigen ver- dächtig erscheinen. Da» Gericht nimmt an. daß jeder Unter» offizter de» Regiment« verdächtigt worden ist und daß der An« C" gte dieses Resuliat wollte, denn er hätte fich leicht beim mando über den Sachverhalt erkundigen können, was er aber unterlassen hat.— Die Revision des Angekloaten gegen diese« Urtheil kam am 3. Mai vor dem m. Strafsenate deS Reichsgerichte, zur Verhandlung. Da überhaupt nur von einem Unteroffizier die Rede gewesen sei, so führte die Beschwerde auS, so erscheine eine Beleidigung aller übrigen ausgeschlossen. Sine Bestrafung müßte sonst auch eintreten, wenn der Wahrheitsbeweis er- bracht worden wäre, da die sämmtlichen anderen dann unschul- dig in Verdacht gekommen wären. Eine Kollektivbezeichnung sei hier nicht gewählt worden, also sei auch nicht die Folgerung möglich, daß mtt einer solchen jeder einzelne habe getroffen werden sollm. Als Soldatenschinder sei nur der eine bezeich. net worden, der fich einer Mißhandlung eines Soldaten schuldig gemacht habe. Außerdem wurde noch gerügt, daß ein mtt- geiheilteS Gerücht als Thatsache dezeichnet ist und daß dem Angeklagten nicht der Schutz de»§ 193 zu Theil geworden sei. — Der Reichsanwalt beantragte Verwesung der Reviston. E» sei eine feststehmde Praxis, daß ein ganzer«reis ron Personen als beleidigt angesehen werden könne, wenn keine einzelne Person des Kreises näher dezeichnet worden sei. Die Mittb-i« lung einer Thatsache müsse auch in der Mittheiluug eine» Ge« rüchteS erblickt werden. Daß die Presse kein„berechtigtes In- teresse" wahmehme, wenn fie irgenv etwa» beliebiges au'greife, sei vom ReichSgerichte wiederholt ausgesprochen wordm. Fest« 5(stellt sei, daß der Angeklagte in dem Bewußtsein gehandelt ade, daß er sämmtliche Unteroffiziere deleidige und dieses Be- wußtsein genüge, um den Vo satz herzustellen.— DaS Reichsgericht verwarf darauf die Reviston. Soziales««d Arveiterbewegung. Aus Bayern wi d uns geiibrieden: Von tlasfischer Naive- tät ist eine Aeußerung im 1885;i Berichte der Handels« und Gewerbekammer für Schwaden und Neu« bürg. In Schwaben, besonders in Augsburg ist bekanntlich ein Hauplfftz der deutschen T-xtilindustrie. Bekanntlich werden ge« rade in dieser Branche die meisten Weiber und Kinder de- schästigt, und gerade in diesem ErwerbSzweige würden„erfrischend wie Gewitter die goldenen Rückslchttlofigketten" des Ärdetter« schutzgesetzeS wirken. Fn dem Rapport der Handelskammer heißt es nun:„Die Einführung deS NormalarbettslageS und wettere Beschränkung der Kinderarbett wird perborreszirt." Das glauben wir gern, da die„delikaten, zarten Kinderfinger" und die endlose Länge des Arbeitstages solche fette Dividenden schaffen, wie im„Berliner Volks dlatt" kürzlich gerade für Augsburg, die Refivenz des nationalliberalen Dalai-Lama, des„rothen" Fischer, pardon l von Fischer, festgestellt worden ist. Feder human denkende Mensch aber peryorreSzirt da» PerhorreSziren de» MaximalarbeitStageS und der Ein- schränkung der Kinderarbeit. So lange wenigstens, biS die Fabrikanten, Aktionäre u. f. w. ihre Kinder an die Spinnmaschine und in den Websaal schicken. Dann wollen wir wettcr reden.— Die Uhrfedern« und Laubsäge» fadrikation beklagt den durch den Zwischenhandel verursachten PreiSdruck.— Die Mesfingfabrikation verzeichnet abermals niedrigere Preise und daher ungünstige Resuttate. Der Fabri« kationSzweig, welcher unter einer übergroßen Konturrenz zu leiden hat, hängt überdies fast eanz vom Kupfermartte ab und da scheint es, alS ob ohne Rücksicht auf die Konsumtionifähig« kett rüstig weiter produzirt wird, denn die Entwerthung hierin ist auf einem Puntte angelangt, wie fie noch im vorigen Fahre für ganz unmöglich gehalten wurde.— Die Maschinenfabrtt Augsburg sagt, daß bei ihr die Verhältnisse ganz ausnahms- weise günstig waren und ca. 78500 Zollz-ntner im Faktmadetrage von 4379 000 M. produzirt wordm find. In land> winhschaftlickm Mafchinm war eine erheblich geringere Nach« frage zu konstatiren, hervorgerufen durch die ungemein niedrigen Preise der Bodevp odukte. DaS Exportgeschäft wird immer geringer, namentlich nach Rußland, welche« einen sehr hohen Ewgangszoll eingeführt hat.— Au» der Papier« sabrikation wird berichtet, daß die Preise der Produfte neuer« lich um lOpEt., ZettungSpavier sogar um ca. I5pCt. gesunken find. Der Export nach Holland und der Türkei mußte nahezu ganz aufgegebm werdm, der Export nach England läßt nur noch geringm Nutzm, und selbst im Jnlande liegt das Ge« schäft ganz darnieder. Durch fortwährende Aufstellung neuer Maschinen wird die Produktion noch weiter erhöht, so daß bereits mehr produzirt als konsumirt wird.— Dt« Strohhutfadrikation in Llndenderg hat in Folge der großen Produftton ebenfalls gedrückte Preise zu beklagen.— lieber die chemische Industrie wird berichtet, daß bei derselbm eine immer bedmfticher werdende Uederproduktion bestehe. Die Vereinigten Zündholz- und Wichsfabriken fagm, daß die Preise der beidm Fabrikate unter dem Drucke der verschärften Kon- wird. Die Sahne schöpfen in dem allgemeinm ökonomislda Kladderadatsch die Größten der Großen, die K-rpitalmagnaia und die mächtigsten Aktiengesellschaften(vergl. Maichtnensow AugSburg) ab, sodaß der Sahne der Gesellschaft auch W Sahne des Profits zufällt. „Arbetterrevolte." AuS Weimar vom 2. Mai rvi» von verschiedenm Zeitungm folgmdei berichtet:„Am Soim abend Nachmittag fand unter den beim Bau der Weil Berka- Blankenhamer Eisenbahn beschästigtm Ardeitern Revolte statt. Lohndrfferenzen mtt einem Schachtmeister eine Ardeiterkolonne veranlaßt, die Arbeit einzustellm. Bei erfolgreicher Durchführung des Streiks versuchte nunmehr Kolonne, die anderen auf der Strecke zwischen Weimar u# N-u Mellendorf beschäftigten Arbeiter aufzuwiegeln. Da ab« diese auf die Wünsche der Streikenden nicht eingehen wollm kam es zwischen den einzelnen Kolonnen zu einer große' Prügelei, bei welcher Steine, Knüppel und SchautelW alS Waffen dienten. Die telephonisch zu Hilfe gerufene lizei war alsbald zur Stelle, stiftete Ruhe und verhaftete# Am M U/UV UiRVUlU guv Uliv' Rädelsführer. Da man über die AuSvehnung der Unn». M polizeilicherseUi zunächst nicht genau informiri sein konvit �°rrun wurde die Angelegenheit sofort auch auf der tzaupiwache P JP% lngelegenheit sofort auch auf der Haupiwache meldet und alsbald kitte daS telephonisch alarmtrte Feue'p im Lauftchritt unter Führung eine« O fizierS dem SchauM Freunbe hi �bg. S voreulfl der Affaire zu, doch war eS nicht nöthig einzugreifen. MeinS � uhn0£ jnt Arbeiter haben schwere Verletzungen erlitten."— So die a,r tunaSnachrickt.— Wie aewöbnlich werden die Vor'älle Angriff tungSnachricht.— Wie gewöhnlich werden die Vor'älle übertrieben sein und das Wort„Revolte" dürste man mtt Recht anwenden können.— Die Streikenden waren genannte Gangardeiter aus dem Osten, rohe, unaufgelll unorganifirte Arbeiter— von Sozialdemokraten keine 6#- {2e techr rrr b&» kurrenz fortgesetzt eine weichende Tendenz verfolgt haben, und daß die Schweiz, welche bisher ein gute» Absatzgebiet für Zünder war. durch dt« beträchtliche Zollerhöhung fast alS voll« ständig verloren zu betrachten ist. In Folge anhaltenden Sinkens deS SilberpreiseS ist auch der überseeische Export von Zündhölzern fast vollständig inS Stocken gerathen.— Di« Lage de» Kleingewerde« hat fich gegenüber dem Vorjahre nicht verändert.— Der Hol-Handet im Allgäu bezeichnet das ver- floffene Jahr alS zu dm zufriedenstellendsten der letztm fünf Fahre gehörig.— Der Lederhandel hat keinen Aufschwung erfahrm.— Fn der Mode- und KonfeMonSbranche wird der Geschäftsgang ein befriedigmder genannt.— Der Spiritus- Handel ist durch das am 1. Fuli 1685 in Württemberg zur Einführung gelangte Matschraumsteuergesetz erschwert worden. — In der Kolonial- und Epezereiwaarenbranche dauert die Entwerthung orrlchtedmer Artikel noch immer fort, und es reickm in der Regel kurz gemessene Z-itabschnitte hin, um en pfindliche Verluste zu Tage zu fördern.— Fm Käse- und Butterhandel ist es noch schlimmer geworden alS ei ohnehin schon war.— Das find einige Datm, durch welche die wirth- schastliche Krifi». unter der wir jetzt in allen„Kulturländern", d h. in allm kapitalistisch produzttendm Staatm leiden, auch dem verranntestm Optimistm recht deutlich zu Gemüthe geführt Fuhre Sand kostet am Platze 2,50 Mark(2 Rubikmi-, Die Baggerer hoben eine Zulage erzielt von 30—40 Pien« pro Kahn. Aufruf. Werthe Kollegen! Der Streik in der schen Hofmöbelfadrik dauert fort; ein Kollege, welcher auSv? beschäftigt war, ist noch hinzu gekommen, derselbe war no»� Hauptfattor, auf welchm fich Herr Glückert stützte., Kollegen! BiS heute ist von außerhalb»� keine Unterstützung geflossen, wollm wir zug�rn! JWrt kollegialem Gruß und Handschlag Mried« n LmSchte t ®4on aus Ldedürß fcl ÄS We die J «onRonoff, misston. Briefe und Smduugen find zu richten Gutermuth, Darmstadt, Dieburgerstraße 44. >DÜ> an Hei«� Ä'L: ®Äe ooi Wnnthmcn Sgffi Ü war ut Vereine und Versamminnge» th. Die Entscheidung über das Verhalten der 8% mergesellen Berlins und Umgegmd dürfte der nächste tag bringen. Wie der Voifiymde ver Zimmerer-Lohnkomml!� Herr Seitzt. in der Versammlung der Platzdeputirten a» d. M. bei Gratwett mtttheille, wird am kommenden SonwA eine Generalversammlung der Zimmerleute in der„Tonbajs vorlT,,;:,' abgehalten werden, woselbst daS Resultat der Fragebogen lichV,.* � kündet werden wird, welche bekanntlich verausgabt wurW unw2 2� dem Zwecke, die Meinung der Gesellenschaft bezüglild.fj tahhil* Lohnforderungen auf das Genaueste festzustellen. Sollte B'L flegi Plebiszit zu Gunsten der Durchführung der aufaestellltN,«iahlpr kannten Forderun gm ausfallen, so soll in jmer Versaw»�. iariy,,,ltQn auch gleich der Termin der Durchführung dieser Fordern� L*'• festgestellt werden. Ein Generalstreik ist indessen vov%' Quf herein ausgeschlossen und dürfte es im höchsten Falle partiellm Ardeitseinstellungm kommen.. Kranken« nnd Begriibnißkafse für die im Gürtler- nnd Bronzenrgewerbe beschättigtm W iE. H. Nr. 60.) Dm Mitgliedern zur Nachricht, daß � Montag, den 3. Mai ab, der Beittag von 40 Pf. erhoben Der Nachtrag zum Statut ist von der Aufsichtsbehörde 0� migt wordm. Der gedruckte Nachtrag zum Statut wirv � Montag, den 10. Mai ab, den Mitgliedem auf dm Zahlt? v. sowie beim Rmdantm Miesterfeld, Oranienstr. 2», o-, u (Sprechstunden: Morgen» von 7 bis 10 Uhr, Mittags»,1 12 bis 3 Uhr, Sonntags nur von 8 bis 10 Uhr) oetobF derselbe tritt vom 3. Mai ab in Kraft. � * Allgemeine Kranken« nnd Eterdekasse der KS arbeiter(E. H. No. Ä) zu Hamburg. Filiale Sonntag, dm 9. Mai, Vormittags 11 Uhr, Verlamaw� Tagesmdnung: 1. Kassenbericht. 2. Bericht der De' 3. Geschäftliches.— Mitgliedsbuch legitimirt. wiegt«. ihen und NN ?tatotilät 5% wchl i % Theater. Donnerstag, den 6. Mai. vdemhau». Johann von Lothringm. Gchansptelhan». Mmia Stuart. »entsche« Theater. Der«önigslieutmant. Mallner-Theater. Almmrausch und Edel- UpWVMt« Theater Theodora. Drama in 8 Bildern von V. Sardou. »elle«A llianee-Theater. O. diese Männer! Urtedrich-Wtlhelmsttdtische» Theater. Der mtt Gesang und Tanz in einem Vorfiele —. und 3 Ilten von Jakobson und WUten. «entral-Thmter. Der Stabs- Trompeter. »Moria-Theater. Amor. Tanz- Poem von Lutgi Mamottt. Lorttseustadlische» Theater. Da» lachende Ostend« Theater. Die Lorelep. Theater der Reichshallen. Große Speziali« Kanfman?» Ladete. Große Spezialitäten« Vorstellung. Konkordia. Große Spezialttätm-Vorstellung. General-Versammlung iL BcoMtio» st.Koktsioffgmojseiislliast oec Sdmeidfc zu Ätriin G.) Montao, den 10. Mai 1886, AbmdS 8 Ubr, Leipzigerstr. 33. im Lokal von Hrn. Wahmanm. Tagesordnung: 1. Vierteljabrsbericht. 2. Geschäftliches. 1569 Der Verwaltungsrath. «öffentlich» Nersammlung der Atewttager Serlius und Umgegend Freitag, den 7. Mai, Abends 9 Uhr. im Lokale de» Herrn Kilver, Schwedterstraße 23. TageS-Ordnung: 1. Wie wett habm die Meister unseren Forderungen Rechnung getragen und wie ver- haltm wir unS zu diesen? 1572s I. A:W. M-arv. Cigarren- u. Tabak-Handlang 1 cn gnroa en detail Fritz Goercki Berlin SO., Admiralstraße 40(frühere„Lindes-- t echter Havanna. Laser aller Sorten Ranch- nnd So hnanf-T® Import echter Havanna, Lager aller Sorten Ranch- nnd Sehnnpf--. Ueich affartirte« Lager echt türkischer, rufstscher K ' nnd amerikanischer Eigaretten u. Tabake. Echt Uardhanser Kantava�� eine «eise durch das«tesengebirge. Ober-Jtalte«. Somo-See. Pompeit. Hertha« ""—~ Ktnder 10 Pf. «eise. Eine Reise 20 Pf. Kinder [1527 Meinm Freundm und Genossen die ergebene «meige, daß ich die 1548 Restanration des Hrn. Gerike, lvienerstr. 50, käuflich übernommm habe. Indem ich hierdurch um freundltchm Zuspmch bitte, Wirdes mein eifrigstes Bestreben sein. asten Wünschen meiner geehrtm Gaste Rech« nung zu traam. Achtungsvoll Gnl. Kadatz. Vers ammlung der TWlngestlltü Kerlius Konntag» dm 9. Mai, Vormittags 10 Uhr, bei Keller», Andreatstr. 21. Tagesordnung: Die Unterschlagung der drei«asstrer König. Richter, Breiner. 1568 Der Vorstand der Ortskrankmkasse wird er« sucht, zu erscheinen. W. Kchmitz. Dm Mitgliedern deS Merein« znr Mah- rnng der Interessen der Klaoierarveiter zur Nachricht, daß mit dem heuttgm Tage die geschäftliche Leitung deS Verein», wie Anmeldung vonKranken, Rechtsschutz, Maßregelungm«. an den zweiten Vorsitzenden, Kollege Schaar, üdergehm. Sprechstunden täglich von 7'/, bis 81/« Uhr AbmdS, Sonntags von 8 biS 10 Uhr Vormittag!, Reickm bergerstr. 125, Hof, 2 Tr. I. Ich sage allen Kollegen, Freunden und Ge« Nossen bei meinem zweimonatlichen unfreiwilligm Fernsein ein hmlichr» stovomohl.[1564 Fr. Zubeil, Reichhalt. Kvendtisch. Zu jeder TageSzett: KSattzaverger Fie/ & Portion 25 Pf. Einem geehrtm Publikum empfehle mein Weiß- und 427 Reichhaltigerka� 3- fidtififi JierMal ■GT" Ar keltanacb wela für Klarier arkelter."WG I dem- W ««üaighäciiwcim mar mmi»Tierarbeiier* Achtungsvoll Hermann Stramm, Restaurateur, SkalitzerA: (Sttctfec-liujaL- llntkrstüjmigs-Aaffe. Sonntag, den 9. Mai, Vormittag« 10'/, Uor, «eneral-Nersammlnng bei Kaumbach. Prinzmsttaße 94. 1565 _, �° 6�.�»Ordnung: , t. Gericht ütz. die Jnvaltdenkassen-Angelegm- heit. 2. Statutmvorlage und»erathung. Um recht zahlr. Erscheinen bei der so sehr wichtigm Slng-legmhett ermcht Der Vorstand. Ärbeitsmarkt. ->..W Wx f. Franke. Rixdorf, Steinmeystr. 19, pari. Ein Mädchen von 14—16 Jahren wird von zwei rinztlnen Leuten zum 15. v. M. verlangt. bd Kfihu" H"m�oiferstr°ße 11, 2 Tr.. vom, Bin tüchtiger Keeidenzseher wird verlangt bei Kuldt, Lützowstr. 95, L_ Reldungm von 7-8 Uhr Abends.[1573 Soeben erschim Nr. 23 deS � .•äÄlSa straße 44. K-eben erschien:... zd>tve,r, ft»» allein vor dem Vevtsche» � stenographischer Bericht der >-- )eutschm Reichstages am 30-«/ Drittes Zu deziehm durch dtt Erpeditie« Volkablatt", Kerlin W liuer N-lköb'lÄt"I Serlin sW-.* strahe 44._____ piano, sehr gut, 20 Thlr�OranW� P s Rai «eranl»ortti»er«edavem R. Eranhei« in Berlin. Dm« und Verlag von«ar Badtag in Berlin aw„ veuthstraß« 2. Hier»»**** onomisli« ilmagnato binenfflW auch W Mai trW Am Soiw : W-twa»!. 105« [.»«ow_ imehr Beilage zum Berliner Bolksblatt. Donnerstag, den 6 Mai 1886. III. IatzM eimar iw' Da at« N woll!5. «K: Uf-N-% h-st-t-S Varlamentsverichte. »daeordvetenhau». 66. Sitzung vom 5. Mai, 11 Uhr. Ministertische: v. Goßler. �rieddera. er Unn#._ Die erste Berathung des Gesetzentwürfe?, beireff nd A b- in tonÄ Vn®«tun0en der lirchenpolitischen Gesetze, iwache Feue.? Abg. R t ckert: Ich wollte mit wenigen Worten gestern hg' meiner politischen ______ I_____».„.i ch finden, w nn ---- da» hau» fich leider gestern vertagte, heute dem Herrn ?"ch»tzn,lcr noch vo her E nigei auf die ganz unprovozirten «ngnffe antworte. G stein hatte noch I ii �reifinniger ge- Machen, wohl aber war aus den Reihen der Nationallideraien � tf4t empfindliche Bemerkung gemacht, daß der Kanzler in «m Papst seinm Meister gefunden; trotzdem nahm der Kanzler vre» rutt» Wn schonte die Naiionaliideraien und füblt« nur odschon er aus der Redner iicue'P" iniurn; otfl woun mu OJemgen öchaupl� E""««uäfldjtHcht Abstimmung eines Theiles meii Med«? motioiren, Sie werden es aber degreifl'ch j pie � t>a da» kZau» A* leider oeftern vertaate. heul »rialle nan I waren iurgellä t i/Ä b tutl.a bin. i??n(toi* lifil �buifniß. uns anzugreifen, odschon er aus der Nedner- Vi W ß,u mutzte, datz der Abg. Richter für die Vorlage ein rbifmeW. n,ar' und odschon er selbst den Wunsch geäußert hatte, Ra bik Vorlage ohne große Polemi» angenommin werden. ew«»?»Qu8 ber herrenhauSrede kennen wir da» grotze An- Mtbedürfniß de» Kanzler»; dort hat überhaupt ein Frei- SMeli1"icht gesprochm. Auch üher die„fortschrittliche war der Reichskanzler so erzürnt und doch hat die jJA�Pjbetalt Presse mehr von Kanoffa gesprochen, alS die iß., sittliche. Schon 1863 bei der vorletzten Kirchenvorlage van e»»kölnische Zeitung": Der florzUt st- he im Hofe tirü,. und die„Magd. Ztg." brachie einen Artikel: Ein �unpolitisches Olmütz. Jetzt freilich erklärt die„Köln. Z g.", Sil?* 1«uattonal" sei, für die jetzige Vorlage zu stimmen. A.? 7" offiziösen Preffe fieht e» ja fast so aus, als od die �9, Ä« vornehmlich den Zweck habe, das Zentrum und seine fttigen" zu vernichten. Ich glaube nicht, daß ste da» HimuiL at Volk wird aber diese Kirchenpolitil nicht so ruhig wir wie frühere Meinungswechsel(Wrderch uch). Warten lim i» v Wir find jedenfalls zu kleine, bescheidene Männer, tönnei, �"wichtigsten Dingen oft die Meinung wechseln zu können fich, wie ich schon einmal gesagt, nur große erlauben. Wie der Herr Reichtkanzler seine »etat n™:Äntr behandelt, hat fich gestern wieder klar ge- tei und».�schuldigt den Abg. Richter, daß er lehntpflichtig ien aS �."0 �shalb sür die Vorlage stimmen müsse. Den ver- Sonnig � klen Beweis dafür hat er nicht geliefert. Diese veschuldi- Tonb�? un» um so interessanter, alt ich vor der Sitzung gestern v« V. -st- VÄ dogen»1 vurdt»�! [l-UA«- afite»i iefll«!, _;tn kommen würden. Jast wort- gesagt. Ich wünschte, er hätte er würde wiffm, daß wir ein- Vnser� Reichskanzler eS gesa ßin.L* bcififtDOytlt! Ct tvM�w»v»i|vi>r vmq w* v»«»' Od- em?-K-n jedes Hineinziehen von taktischen Momenten oder tckl»» blpolitik in diese Frage uns erklärt haben. Wir find hin? voran gewöhnt, daß der Kanzler politische Gegner so de- ,»— � L Gewundert hat eS mich oder, daß er fich gestern da- von% k w ebo« Urihetl seiner diplomatischen Kollegen deS Aus- lle � Der Herr Reichskanzler mag Recht haben: von «-zs=MS"J eiksai si alS die K'äS.'sÄ j&SÄÄÄ eto�n Vr?,0t.' welche die Religion und das Gewifien eines ieravl"' i Lndli�. M be» Volkes detrifft. Wir wollen klare, ver- 4m«tt% �0-' DaS wird man auch im Auilande begreifen, staof?°b«r, wie ein Staatsmann in einer so wichtigen Sx.K Ä% an seinem eigenen Werk, den Maigesetzen, übte. ben A-Sl?Vt noch eine Anzahl von Männern, welche Wis, dt. in den fiedziger Jahren hier gehört kiberni.. Zstaigesetze mitgemacht haben. Auch m der national- ���NPartei, der ich damals noch angehörte, waren Männer, lin Dghntlirif aus der„giiteii iilteii Zeit". Vom Rhein. fdx,®01 Änfunft der Franzosen im Jahre 1794, als die ktoe» Vheinlande noch gänzlich in den Händen des Kleru» bem»(ßb e« bei uns eine Gerichtsverfassung, die wohl t'bilia!«"«- eine» Tamerla«, aber keinem nur Halbweg» dotst„? Volk« zur Ehre gereichen konnte. Au« dem iuÄsischen Kölner Scharfrichier-Reglement, welche« wir daß? ottser» unten vorführen, werde« dieselben ersehen, » bö« heutige Regiment— und sei e« noch so schlimm Be>i.k ultramontanen Regimente in de« weitaus meiste» "ßLi � doch noch immer vorzuziehm ist. Damals weich.'? bber die freie Reichsstadt Köln geistliche Kurfürsten, de»!. Bürgerkriege aus der genannte« Stadt verttie« Ktzg's» �Bon» residirte« und von dort au» ein Gebiet von Quadratkilometer(120 Ouadratmcile«) beherrschte«. kbe*| wmen Herren waren keine Mucker, sie genossen da« Spp.J? uoste« Zügen, wovon noch heute die kurfüistliche schön�nsidm., Brühl mit ihrem herrlichen Schlosse und doch 0lT.Parkanlagen beredte« Zeugviß ablegt. Kosteten ("Aim." bie Falkenjagden de« Kurfürsten Clemen« August �Oon �*?. 1723-1761) jede« Z°hr nickt weniger al, «Norm» Dulden, wa« bei dem damaligen Geldwerthe e,«e Bvh,'»«umme repräsentirte. Clemen, August war der bessfp.�/urfürsten Maximilian Emavuel von Bayern und % kW Säs«ä i;".SS _-"Sichern belanvt gewacht wurde, daß auen ??Mchpi,, Hunzen Erzbisthum die Ohren dicht vom Kopfe 'che Her» sollten, wa« auch geschah. Der geist« ö'ag bei diesem nicht gerade christlich zu nennen« die nur mit größtem Widerstreben eine Reihe von Bestim- muagen der Matgesetze annahmen.(Widerspruch im Z nttuar) Ader man erttäitc unS damal«, diese scharfen Bestimmungen braucht der Rcichskanzler noihwendrg, ohne ste kann er die Verantwoitung für eifolgreiche Führung deS Kirchenstreits nicht übelnehmen. Zögernd gaben wir damals nach, denn wir befanden unS in der Täuichung, datz eS fich um jenen großen, welch stmischen GcistcSkampi handelte, für welchen der Hur Reichskanzler die scharfen Mittel verlangte. Um der hohen Ziele willen haben wir ste bewilligt. Es wird hoffentlich einmal die Zeit kommen, wo der Minister Falk wird sprechen können und müssen, und dann wi d man die Betheiliaung deS Reichskanzler« an den Kampfgesetzen vielleicht in anderem Lichte erkennen. Jetzt thut man so, ol» ob wir diej-nigen gewesen, welche den Kampf herdeigesührt und geschürt halten und alS ob wir ihn jetzt vei leugnen.— DaS widerspricht den Thatsacken, daS ist nicht Geschichte. Erinnern Sie fich nur, wie die Konservativen, w iche damals nicht mitgehen wollten, in der offiz'ösen Presse dehandelt wurden. Die Fortschrittspartei erhielt Lob und An- erkennung. Nach diesen Erfahrungen find wir ge- witztgt geworden, wir haben bereits bei dem Sozialistengesetz und den Polcnvorlagen bewiesen, daß wir nicht mehr solche Wege unS führen lassen wollen. Wir wissen jetzt, wie leicht man fich ncchhir zurückzieht und die Schuld aut diejenigen schiebt, w'lche gezwungen wurden, miizustimmen. Wenn wirk- lich die Maigesetzt so wcrthlo» und schädlich waren, wie der Reichskanzler ste dargestellt, weShald Hai er denn nickt schon längst auf ihrer Reotfion bestanden, da doch alle Parteien zu einer solchen definitiven Reri oa bereit wa�en? Sind wir nicht bereit, noch in die er Session r« zu tbun? E n naiionallideralrS Blatt, die„Köln. Ztg.", sagte 1881, es wäre ein Frevel an dem VolkSwohl gewesen, in den Kultuikampf mit seiner Be- unruhigung der Gewissen einzutreten, wenn n-cht der ernste und fest- Wille vorhanden war, ihn kraftvoll zu Ende zu führen. Wer dielen Willen hatte, mußte ihn-ortführen, wie der Kanzler in s-iner Rede vom 16. März 1875 kundgab, alS er tagte: Auf den Erfolg kommt eS nicht an, wir tbun unsere Pflicht. indem wir die GeistcSfreiheit der deutschen Nation gegen die Ränke der römischen Jesuiten und deS PapfteS vertreten, daS thun wir mit Gott für König und Vaterland!(Hört, hört! link») WeShald hat der R'chsk nzler den Kultu- kämpf auf- genommen und ihn trotz der E kenntniß von der Schädlichkeit der Maigesetze bis heute nicht beseitigr? Der Eriolg ist die Macht de« ZmtrumS; fie zu brechen wird dem Kanzler nicht gelingen. Wenn er unS im Herrenhause und gestern wieder alS den terting gaudens bezeichnet, der den Kulturkampf um der politischen Existenz willen braucht, so irrt er. Ich nebme es ihm nicht übel, wenn er unS für boshaft hält; man pflegt e« aber für ein« Beleidigung zu erklären, wenn man für dumm und ernsältig gehalten wird. Einfältigere Politiker könnten wir aber nicht sein, ali wenn wir glaubten, daß d e Fortsetzung beS Kampfes in unserem Parteiintereffe läge. Gerade wir haben darunter gelitten, datz daS Zentrum in der Zwangs- läge dei KulturkampftS blieb, daß es Einwirkungen auSges-tzt war, wie der Reichskanzler ste in der Note vorn äü. rupru 1000 ir�» h«|>uu uu»a*uiuu« v"',«-»'»"- er bekanntlich eine Einwirkung de« Papstes auf die politischen Abstimmungen de« Zentrums verlangte. E« ist die Wahrheit: keine Partei hat ein größere« Interesse an der Beendigung deS Kulturkampfes, al« wir. Möge der Kanzler ein- mal die Probe auf daS Exempel machen, wie eS m-t unserem FriedcnSdedürfnisse steht, lege er noch rn dieser Sesston ein Gesetz vor oder erweitere er da» vorliegende dahin, daß die dunkele» Versprechungen zukünftiger Reorstonen der Maigesetze fortfallen, dann werden wir soweit irgend möglich mitgehen. Gerade weil wir diese Vorlage für den Keim zukünftiger Z Listigkeiten und eine» erneuten Kulturkampfes halten, können wir dafür nicht eintreten. Selbstverständlich nehmen wir einige dringliche Punkte deS Gesetzes an. ,. B. die Freigebung deS EakrammtSspendenS und Meffelesen«: ja trotz aller Bedenken könnte ich auch die übrigen annehmen, wenn in der That ein definitives Rcvifion«wcrt vorläge. Ader da« Versprechen einer weiteren»ieoiston hinbert un», den dunklen Weg mitzugehen. Ob die Vorlage den Charatter eineS Konkordat« trägt, will ich den Gesetze von dem Grundsätze au«, de« entohrtea Katzen würde her dem Umher streifen durch die Felder der Thau in die Ohrevhöhle« dringen und ihnen dadurch die Lust zur Jagd auf junge« Wild benommen werden.— Nach ihm regierte Max Friedrich, Graf von KönigSeck Rorhenfel« bis zum Zadre 1784. Unter seinem Regimente sang da« Volk: „Bei Clemen« August ttug man blau und weiß, Da lebte man wie im Paradei«. Bei Max Friedrich trug mau sich schwarz«nd roth, Da litt man Hunger wie schwere Roth.' Mox Friedrich dankte ab und auf seine Empfehlung wurde Maximilian Franz, der Bruder de» Kaisers Joseph von Oesterreich, zum Kurfürsten gewählt. Dieser umfang« reiche Priester, welcher wert über 300 Pfd. wog, war der letzte Kurfürst von Köln. Ein paar Tage vor Ankunft der Franzose» machte er fich mit seine» Hofschronzen au« dem Staube und ist nie mehr wiedergekommen. Da« grausame Gerichtsverfahren, wovon der«achstehende Tarif, den wir seinem ursprüngliche« Wortlaute»ach mittheilen, beredte« Zeugniß ablegt, wurde, wie»och so viele« Andere, von de» Männer» der ersten ftaazöstsche» Republik beseittgt. „Obwohlen der Erz-Stift Kölnischer Nachrichter mit einem beständige« JahrrSgehalt von achtzig Reichsthaler Spezies, zwanzig Aldu»'), zwölf Malter Korn, und vier Klafter Holz bereit» versehen ifl, sich gleichwohl ergeben hat, daß bei und«ach venichteter Exekut'vn, auch sonstigen Ver« fallenheitea dersselbe unter willkürlich und zumal au«- schweifendem Ansatz der Aursüistllche» Hofkammer sowohl ol« den Beamten fast und Maaß zu setze», nachstehender Reglement, gestallten deme gemäß mit Einforderung des ob jeder Verrichtung ihnen zuerkannter Gebllhrniß in allem zu geleben. verfasset, und zum Druck befördert worden. Reglement. Rthlr. Alb. 1) Mit 4 Pferde« auseinander,»reißen.. 5 62 2) 3» 4 Theil zu lege»------- 4— 3) Für de« Ende« erforderliche Sttrcke.. l— i«rhu«--- V. Batzen---- 6V, Pfg., KonventionSmünze 8 Pfg- preuß.. 80 Aldu«= 1 Sp-zieSth-lrr. nicht eingehender erörtern, unsere anderen G ünde gegm die Vorlage reichen aus. Ich gebe zu, eine adso'uleZ Ver- pfllchtung, für die spätere definitiv« R- vifionS vorläge zu stimmen, liegt bei de.- Annahme deS Gesetzes nicht vor, aber immerhin übernimmt man nach unserer Meinung eine gewisse Verantwortlichkeft m.t der Adst mmung, und doch wissen wir nicht, welche Gesetze sollen reordirt werden und wa« darin? Kann der Minister uns darüber eine klare, offene Antwort geben? Soll auch daS SchulauifichtSgesee, daS Zivilehegesetz mit hereingezogen werden? Man läßt uns darüber im Dunkeln, wir sollen später vor einem fait accompli stehen. Bevor wir eine klare Antwort haben, wi verhole ich, lönnen wir die Mitverantwortlichkeit für den Weg, der gegangen werden soll, nicht übernehmen. Wir wollen die schnelle Be« endiaung de« Kulturkämpfe«; lege man die definitive R vifion der Malges- tze vor! Wir wollen die Beseirizung de« diplo- matischen Feilschen» und Handelns, wir wollen offene, ver« ständliche Politik- wir wollen nicht, daß daS, wa« der Bevöl« kerung dai Heiligste ist, die Frage der Religion und Gewiff-ns- fachen, vermengt werde mit politischen Dingen, wie Brannt- weinsteuer und dergl. Deshalb sagen wir heute Nein, stimmen aber der Vorlage zu, welche hoffentlich, da« wünschen auch wir, den definfttven Frieden dringen wird.(Ledhafter Beifall links.) Abg. Stöcker(für die Vorlage): Die gestrige Rede Richter« für und die heutige Rickerts gegen die Vorlage be- wrisen beide, wie unangenehm dem Fortschritt diese Vorlage ist, die ihnen einen Weg der praktischen Agitation verlegt. Ich sehe die Vorlage nichl dlo« für einen legislatorischen Akt, son« dern für einen Staattakt, für einen Alt der Versöhnung zwischen der Re ierung und ihren katholischen Unterthanen an, drr durch das Oderhaopt der tatbolisch-n Kirche getrogen und gefördert wird. Ich anerkenne da« Wort eines katholischen Kirckenlürsten, daß auf märlUckem Sande der Streit zwi'chen R-m und Wittenberg auSgetochten werden würde; die Vorlag« zetgr, daß ein FrttdenSschluß, oder ich will lieber sagen, ein Waffenstillstand(Bewegung link«) zu Stande kommen soll. Dag wir einen Waffenstillstand brauchen, ist stcher. Man hat aus beiden Seiten gefehlt und kommt fich jetzt auf beiden Seiten er tgegen; die Ktrchenomnivolenz hat mit der SraatS« omnipoten» gerungen, ste haben fich gegenjettig zu überm«, st-rn versucht und erkannt, daß dieser Versuch nur zum Schaden deS deutschen Volles ausschlägt— fie thun jetzr die nöthigm Schritte, um mit einander in ein sriedlichrS V-rhältniß zu kommen. Man nennt den Weg deS Staates fälschlich einen Rückzug und diese V rhandlungen fälschlich eine Niederlage des vtaare«. Die Kirche hat gefehlt in der G ltend- machung ihrer Idee, in einer falichen Art der Oppofitton; der Staat hat meine« E-achten« gefehlt in seinen Mitteln und Waffen, womit er die kaiholi'che Kirche dekämpten wollte. Wenn nun daS Oberhaupt der römischen Kirche statt der ditherizen Bekämpfung der R-gierung friedlich redet, unserer Regierung vertrauen« voll die Hand bietet, so thut die Kurie damit, wa« fie auf ihrem Gebiete tbun kann. Sie hat ja auch durch den Kullm kämpf nicht bloS Schaden, sondern auch Vortheile ge« W' l.MN.UNMöglich sei; solche Handlungtwetse hat nicht den Charatter Shylocks, der aus seinem Schein desteht, sondern eS liegt hier ein Entgegen« kommen der Kirche vor, van kann sogar von ihr wir von der Rc« gierung sagen, ste hat den Rückzug angetreten. Der Staat, der mit Gesetz» gekämpft hat, muß setnersrits diese Gesetze zurück« nehmen. Ein bloßer Rück-ug ist da« nicht. Eine al« falsch erkannte Gesetzgebung muß ver Staat durchstreichen, wenn er Staat bleiben will, denn nichts ist für ein S aaUweien gefährlicher, al« falsche Gesetze. Daß Einzelnes in den Kultur- kamp gesetzen falsch war, bestreitet Niemand,»m wenigsten ver Herr ReiwSkanzler, der nun in setner energischen und starken Art die alS unt altbar befundenen Gesetze auch wieder preis« giebt. Dieser Rücknahme verkehrter G- setze liegt»in großer Zug zu Grunde, die Erkenntniß, daß bei GeisteSkämpfen am allerwenigsten mft Eirafparagraphen etwas auszulichten ist. (Sehr gut! rechtS und im Zentrum.) ES ist da« überhaupt ein ganz untvrrleller Zug einer weisen Regierung; auf so- zialem, auf wirihschaftl-chem Gebiet haben wir ganz dieselben 4) Für diese Theile an 4 Ecken aufzuhenke«, dazu erforderliche Stticke, Ketten, Nägel und den Transport mit eingeschlossen.. 5) Zu Köpfen uvd Verbrenne» inSgesammt. 6) Für deSfall« nöthigen Stticke« und den Scheiterhauie» zu legen, rnd anzuzünden 7) Zu strangultten und zu verbrennen... 8) Für Strick, den Scheiterhaufen zu legm anzuzünden.......... 9) Lebendig zu verbrenne»...... 10) Lebendig zu rädern........ 11) Für«ttick und Kette«....... 12) De» aufgepflochte« Körper mit dem Rad in die Höhe zu richte«....... 13) Vom Köpfen allein........ 14) Für des E-rde« erforderliche Stricke und das Tuch zur Verbindung de« Geficht«. 15) Da« Loch zu machen und den Körper ei»* zuscharre«........... 16) Vom Köpfe» und den Körper aus'« Rad zu flechte«, inSgesammt....... 17) Für Strick uvd Ketten, sammt Tuch.. 18) Eine Hand oder einig« Finger abzuhaue« und zu Köpfe», inSgesammt..... 19) mit einem glüherden Eise« zu brennen. 20) Für Strick und Tuch....... 21) Vom Köpfen und den Kopf auf eine Stange zu setze«, inSgesammt.... 22) Für Sttick und Tuch....... 23) Vom Köpfen, de« Körper auf'« Rad zu fl. chten und de« Kopf auf eine Sta«ge zu stecken, inSgesammt........ 24) Für Sttick und Tuch....... 25) Vom Henken.......... 26) Für de« Ende« gebrauchter Stticke, Nägel und Kette........ 27) Emen Deliquente« vor sonstiger Exekution mit glühende« Zange« zu greife», von jedem Grrff, vebst eben Reepectn Bupplicil1) autgeworfener Gebühr....... ') In Hinficht auf die Todesstrafe. Rthlr. Alb. 5 5 2 4 2 4 4 2 2 26 26 52 52 1— 4 2 3 1 1 3 1 26 26 29 26 26 26 5— 2— 2 52 1 26 — 26 atofien Simon«« gemacht, um vorwärts zu kommen; nicht mit {(einen Maßregeln, forbem direkt mit einem System Wechsel. Auch in der Vorlage sehe ich ein Stück dieses großen SystemweedselS, den wir seit 1879 vollzogen haben(sehr richtig! auf verschiedenen Seilen); nicht daß wir ihn machen, erregt Befremden und Verwunderung, sondern daß wir ihn nicht schon 1879 zugleich mit dem übrigen Eyftemwechlel gen acht haben.(€*ht richtig! im Zentrum.) Wrr Konservativen haben in der That vor den Liberalen das P imlegium voraus, daß wir vom erften Moment an im Jahre 1879 detont und bewiesen haben, daß wir auf dieser Linie Flieden wollten. Ei ist eine Schwäche des politischen Lide« ralismu», daß er der Kirche die Kraft nicht zutraut ,u leisten, was fie sich und dem Staate leisten muß, wenn fie ihre Kräfte frei üben und erproben kann. Jener Siandpunft freilich, daß die eoangrlische Kirche nie größere Selbstständigkeit erhalten weide, weil man an einer freien Kirche genua habe, ist der schlimmste F, hier, der gemacht werden kann. Wrr haben also gegen die Erweiterung der Seldstsiändigkert der ka'ho Wichen Kirche nichts einzuwenden. Ader auch die Aus« ficht auf eine friedltchere Gestaltung der Verhältnrffe stellt uns der Vorlage freundlich gegenüber. Ich freue wich über die versöhnlichen Aeußerungen deS Papstes über die Nothwendigkett, stch in kontesstonell gemischten Staaten zu vertragen; aber man kann doch nicht leugnen, daß der pegenwär ige Papst in seinen Acußerungm über den Prot stantiemu« gerade so streitbar gewesen ist wie seine Vor- ganger. Das gegenwärtige Oberhaupt der römischen Kirche aber ist jedenfalls geneigt, der wilden A�iration ein Ende zu machen, und das liegt nicht blas im Jnteceffe Deutschlands, sondern auch der ka oolisch'N Kirche selbst. J rig find natür lich gleichwohl die Über schwär glichen Anichauungen, daß nun eine neue Aera der Weltgrschichte anhebe, die Welt zwischen dem evangelischen Kaiser und dem katholischen Papst gleich« sam gerh ilt werde u. dergl. Die Parität aufrecht zu erhallen, w'rd nicht leicht sein, von der Zukunft wird es abhängen, ob des rechte Maß von Parität und Staatshoheit gefunden wer- din karn; aber der Versuch muß gemacht werden. Das Zu« sammeniafien aller Kräfte ist röthig, um die vul- kaniichen Gefahren, die uns umdrängen» zu beschwören, und daher ist ein Ausgleich wie dieser, wo jeder dem anderen entgegenkommt, der Regierung PreußenS nicht mehr genehm als dem Papst. Ich hoffe, daß diese Vorlage der Versöhnung der Anfang einer neuen Phase der kirchlichen und der staatlichen Gewalt sein möge, wobei nicht Benachrheiligung und Unterdrückung, sondern gegenseitige Achtung der Zweck ist, damit auf diese Weile daS Wohl der Völker gepflegt wird. Ich bin froh, daß wir endlich anstatt einer kirchenpolitischen Novelle ein großeS Werk vor uns sehen, da« vielleicht nur ein Roman bleiben wird(Rufe: Au! linkt), aber auch eine große hrftoiiiche Thatsacke werden kann, wenn jeder an seiner Stelle thut was er muß, und das ist unser Aller Pflicht!(Beifall rech«.) Adg. v. Eyn ern: Als Herr Eugen Richter gestern für die Vm läge da» Wort nahm, glaubte ich, daß bei ihm die edlere Narur zum Durchbruch gekommen wäre. Statt diffen hat er in seiner gewöhnlichen �rt ein halbe Stunde lang in nörgelndem Tone gegen den R'tchSkanzlrr gesprochen. Er that eS wohl, um durch eine gewaltige Kanonade seinen Rücken zu decken. Wir find immer bereit gewesen und werden bereit sein, die Härten der Maigesetze, soweit fie Kampfgesetze find, zu mildern. Auch die Vorlage, wie fie dem Herrenhause zugegangen, war für einen g'oßen Theil meiner Fraktion annehmbar. Wir werden in der zweiten L-sung für die'e Bestimmungen, aber gegen das Ganze stimmen, weil tie Hirren.hauivmlage Paragraphen enthält, w'lche den kirchlichen Frieden in e nem paritätrschen Staate gefährden. Ich bedauere aufrichtig, daß Sie uns k«ine Geleger hett geben wollen, in einer Kommisstontderathung unsere Bedenken autzusprechen über ei» Gesrtz, welches vielleicht J.hrbuvderte nachwirken wird und daS Sie mit Hast und Ob-rflächlichkeit machen.(Odo!) Die konservative Partei scheint eine gewiffe Echeu zu haben, w Wnkr arM�g� (Lachen rech«) Da die konservativen Herren so thun, als ob fie d'e großen und weisen Staatsmänner und wir die eigen finnigen Ki-.der seien, die das Gute nicht an- nehmen wollen, so bin ich gezwungen, auf die Schwenkung der konservaiioen Partei in der Kirchen- Politrk hinzuweisen. 1877 war Graf Limburg. St rum der Sprecher der konservattoen Partei(sehr richtig!), und am 23 Nov>mb-r 1877 sagte er: w>r können nicht von einer Re- vrfion der Gesrtze sprechen, so lange d ele Gesetze im Prineip nin-t anerkannt werden. Ich gehe jetzt zur Fortschriitsvartet über. (Große anhaltende Heiterkerl) B.tanntlich war die Fortschritts- pa>tii die wülherdste Kultur kamp partei, die j ma« exiftirt bat. (Zuruft linkt.) 1873 erklärte fie in einem Wahlautruf ihre Be eiiwtlligkeit, die Regierung in einem Kampf zu unterstützen, d-r immer mehr den Charakter eines großen Kulturkampfes av- Rrhlr. Alb. 28) Die Zunge gavz oder ei« Stück davon zu schneide«,»achgehendS mit einem glühenden Ersen zu brenne», insgesammt 5— 29) Für dazu gehörige Stricke, Zange und M»sser............ 2— 30) Eine abgeschnittene Zunge, oder abgehauene Hand an den Galgen zu nageln... 1— 31) E nem, so sich selbst e, henkt, ertränkt oder sonsten entleibt, abzuschneide«, wegzubrin« gen, daS Loch zu wache« und zu ver» scharren 2 32) Eine Person der Stadt oder des Landes zu verweisen..........— 52 33) Im Gefängniß zu streichen, einschließlich der Ruthen.......... 1— 34) Abzuschlage«..........— 52 35) An den Pranger zu stelle».....— 52 36) An den Pranger zu stellen, zu brand» marken und auszustreichen,«inschließlrch der Stricke und Ruthen...... 1 26 37) An de« Pranger zu stellen, zu brand« marken und auszustrerch-n, eiaschlreßlich der Kohle», Stricke und Ruthe», auch der Brandsalbe.......... 2— 38) Eine« Jvhaftirte» vifitire», ob gebraad« market............ 20 39) Die Leiter» an de» Galgen zu setze», es möge einer oder mehrere auf eine» Tag gehenket werden......... 2— Die Tortur belangend. 40) Für Beschröck- oder Vorlegung der pei»« l'che» Z-strumente........ 1— 41) Pro prirno gradn Torturae»).... 1 26 42) Für Einrichtung und Schmerung der Daumen qnoad isturn gradnm4)...— 26 ') Für den ersten G ad der Foller. *) Bis zu diesem Grad. nehme. Und einem Antrage deS Abg. Reickensperaer auf Milderung der erlaffenen Gesetze setzten die Abgg. Vitlbow und Rickert eine Resolution entgegen, in welcher ver Erlaß weiterer kirchenpoltlischer Gesetze gefordert wurde. Aus diesem Antrage find die Kulturkampfgesetze Haupt sächlich entstanden. So war eS bis 1330. Nun kam die Sezesston. Der Abgeordnete Rickert trat mit einem Tbeil seiner Freunde aus unserer Partei auS, weil wir ihm nicht mehr kuliurkämpferisch genug waren.(Adg. Rickert: ein« fach unrichtig!) Er hat dies ja in Danzig in einer Rede ge- sagt, und ich weiß doch auS Erfahrung, daß Herr Rickert einer der wackersten und eifrigsten Kulturkämpfer ist.(Große Heiter« keit) Zuerst wackelte der Adg. Richter. Er behauptete 1880 im Reichstage, daß er für kein« der Kultulkampfgesexe gestimmt habe. Ich wies auf Grund der AdstimmungSlisten in der „Kölnischen Zeitung" nach, ein wie starker Kulturkämpfer er gewesen ist, und die„Germania" erkannte an, daß mein Ar« tikel eine sehr verdienstvolle Arbeit gewesen sei, das erste und hoffentlich letzte Lob, welches ich von der„Germania" bekommen(Heiterkeit.) 1881 stimmte ein großer Theil der Fortschrittspartei zum ersten Male für den Anttag Windt- holst auf Fregebung des Mcffelesens und de» Spendens der Sterbesatramente auch von staatlich nicht angestellten Geistlichen. 1882 stimmte die Fortschrittspartei im Reichstag für die Aufhebung des JaternirungsgesetzeS. Die scharfen U thetle der fortschrittlichen Preffe über diese Haltung befinden stch in meiner„Kultur kampi" überschiiebenen Mappe.(Hetterkeit.) Lesorder» werthooll ist mir daS Urtheil der„Vosfisch-n Zeitung". Dann kamen die Verschmelzung mit den paar Sezesftonisten und die Wahlverbrüderungen mit dem Zentrum.(Oho! links.) Mir liegt ein B.ief des damaligen rortschrittlichen Abgeordneten Lieder vor, der dem Zentrum sein Votum gegen die Maigesetze anbot. Herr Richter hat sich dem Adg. W ndthorst auf den Schooß gesetzt(stürmische Heiterkeit), und so schwer dieses Gewicht auch dem Abg. Windthorst werden wird, er erträgt eS doch, denn er weiß, ein wie schätze«?« wertheS Kind er auf seinem Schooße groß zieht(Heiterkeit) Tie„Voiks-Zeitung", dcch auch ein recht gute» fortschrittliches Blatt(Widerspruch linkS)— der Redakteur Dr. PhillipS war vor drei Jahren mein fortschrittlicher Gegenkandidat— warf der Fortschrittspartei vor» daß fie fich vor dem Zentrum ge» demüthigt und am meisten zu deffen und de: Kurie Stärkung b'igetragen habe. Die Geschichte wird dieser Partei die Schuld deimeffen, duß die Regierungigewalt ge« schwächt worden und daß Zentrum bestimmend ist für die Po- ltrik unseres Landes. Und was bringt nun die Kurie unserer Regierung entgegen? DaS besteht nach meinem Urtheil vor« läufig in Spott. Die Kurie erkennt an, daß fie die Anzeige« pfl cht jetzt dewilligen will, fie bewilligt schon jetzt, wie Kardinal Jocobini sagt, daß mit der Anzeige für die gegenwärtig vakan« ten Pfarreien vorgegangen werde. Das ist nich« anderes, als fie grebt ihrer Armee in einem günstigen Moment diejenigen Otfiziere wieder, die fie ibr bisher nicht geben konnte. Sie de« willigt stch selbst ihre Otfiziere und spricht dann von einem „neuen B.weiS ihres Vertrau ni!" DaS schickt uns Herr von Gvßler zu und sagt, er hätte daS mit lebhafter Befriedigung entgegengenommen. Wir find mit der Kurie keinen Schrttt weiter als 1880, als Papst Leo an den damaligen Erzbiichof von Köln schrieb. ES wird uns nach wie vor verweigert, was allen anderen Staaten anstandslos bewilligt worden ist. Wir werden vi-llercht ein paar Jahre Frieden haben» so lange, bis die Kurie in den Seminaren«ine neue Armee herangezogen hat, dann folgt ein neuer Sturm. Sollte fich diese meine Proph- zeihung nicht erfüllen, dann wirde ich der Erste sein, der mit der größten Freude seinen Irrt dum eingestehen und dem Fürsten Bismarck sagen wird, du hast die Pofilion richtiger begriffen als ich.(Große Hefter- (eil) Ich süichre aber, daß auch der ReichSkantter die Macht der römischen Kurie nicht kernt, wie alle im Osten, wo die römische Kirche nicht so einflußreich ist. Herrn Richter, der gestern einen W derspruch zwischen der nattonallideralen Partei und dem Reichtkarzler zu konstruiren suchte, wird eS nicht ge- i" �«---« frnfiimn aeaen B»» W.i*»»«-«'»-- zu drangen und noch weniger die nationale Mehrheit in diesem Hause zu erschüttern. Wenn die freifinntge Partei glaubt, einen Keil hineinzutreiben in unsere gemeinsame nationale Gifinnung, die zu schönen und tüchtigen Resultaten in diesem Jahre geführt hat, dann hat fie die Rechnung absolut ohne den Wuth gemacht.(Zustimmung recht« und links.) Wir stehen vor einer sehr ernsten Entschei« dung, wie fie vielleicht noch niemals einem Parlament zuge» murhet worden ist. Die Regierung hat noch keine Stellung zu dem Gesetze genommen. Der Ministerprästdent weiß noch nicht, was er als solcher thun wird; wenn er ein National« liberaler wäre, würde er vielleicht unsere Stellung einnehmen. Unser Votum ist ein erwartungsvolles. Wir geben eS aber ab mit ruhigem Gewissen im Hinblick auf unsere Veraangen- heit(Heiterkeil) und im Hinblick auf unsere Zukunft. Die Zeit wird kommen, wo die Regierung gerwrngen sein wird, den Rrhr. Alb. 43) Pro Becundo gradn•), einschließlich der Elrr'lchiuag und hinterlassener Salbe.. 2 26 44) Wird aber eine Person per ornnes gradns lotquiri*), sollen dem Nachrichter pro Omnibus gradibns simnl') die Einrichtung der Gli-der und hinterlassende Salbe mit einbeariffe« gezahlt werden..... 6— 45) Für Rerst- und Tagegeld per jeden Tag, ausschließlich jedoch des ExekutwnS- oder To turae-TageS. e« mögen dann ein oder mehrere Mrsserhäter justrfizirt oder torquirt werden............— 48 46) Für tägliche Verpflegung...... 1 26 47) Für jeden Knecht........— 29 48) Für eine« Pferde» Fourage und Stallgeld täalich............ l 16 49) Wird i« Köln die Tortur oder sonstige Exekution ver» richtet, soll der Nachrichter bloshin mit denen de« Endes ausgeworfenen Exekut'ons-Gebührnissen ohne Aufrech- »ung einiger»eben Koste«, a!» da seyen Reise Tag- Geld, Verpflegung, Pferde-Heuer und Fourage bloshin mit denen deßfalls ausgeworfenen Ex�kutions-Gebühr- nisse« fich begnügen lasse». 50) Bei Verrichtungen, deren Exekutionen zu Melate» und Deutz hat derselbe nebst vorhin ausgeworfene» Gebühr« nisse» für Pferd». Heuer 60 Albus und weiter nichts zu ge-ieße«. 51) Da i» gegenwärtigem Reglement Postas 16, 32, 40 i«'s Wasenmeister« Verrichtung einschlare», also solle auch der Wasenmeister dießfallsige Gebührnisse allei» zu empfange» habe». 52) Würden nun vorspecifirt« Verrichtung«« ia dene» ver- pfändete» Aemtern und unter Herrlrchkefte» hiesige« ErzstrfrS, oder wohe derselbe keine Bestallung hat vor- gehen, solle dem Nachrichter ei» dritter Th-il mehr, gl» vorspecificirt, der Ursache» gegebea werden, weilen der- selbe ohne zuthue« de« Uuterherr» und Pferde« Ei». ') Für den zweiten Grad der Folter. *) Durch alle Grade gefoftert. ') Für alle Grade zusammen. Kampf gegen die römische Kurie wieder aufzunehmen, und wird dann von der allergrößten Bedeutung für unser sein, daß dann noch eine große Partei im Lande besteht, integer dasteht und in ihrer Integrität in der Lage ist, Kampf gegen die Ansprüche der Kurie, gegen die get Knechtschaft, die uns von Rom droht(Heiterkeft im Z'trtnw wieder aufzunehmen, um welche fich dann das garze»» schaaren kann.(Beifall bei den NattonaUrberalen) Kultusminister v. Goß ler: Ich habe in den«iM densten Stimmen in der Preffe die Ucderzeugung gewinn müffen, daß es nicht mögl ch ist, durch eine einheftliche läge zu einem definitiven Frieden zu kommen, und daß. fe man in spezielle Berathung dieses Punktes eintreten rrü die Ideen vollkommen auseinandergehen müssen.(S-br r# rechts.) Wir haben im Herrenhause in den kommrff Berathungen stets die Wahrnehmung machen muffen, von giwiffen klar gezeichneten Linien Abweichungen stattfand prinzipielle Streitigkeiten ausbrachen und die UnmögliM einer Einigung ei- trat. Nach der ganzen früheren JntenW deS Kampfes in Preußen, nach der Ernsthaftigkeit, mit wel» die Parteien die Frage auffassen, wäre es in der Tdat% enorme» Beginnen, daS ganze weite Gebiet der Kirchen»«®! mit einem Schlage zu reformiren. An wetteren Versuchen t# ei nicht fehlen. Wenn dieses Gesetz zu Stande gekommen J dann ist eine viel weitere Bahn geschaffen. Die beiden der Regierungsvorlage find inhaltlich die schwersten. A s w. bares Zeichen hierfür kann ich anführen, daß in dem BriefrXttJJ von 1883 stets diese beiden Punkte wiederkehren. ES ist]* mich kern Zw.ifel, daß mft Annahme derselben eine legiila!� Verständigung erzielt ist. und ein friedfettiger Zustand«J* treten wird, daß dann über die übrigbleibenden meinet achtens nicht so schwerwiegenden Punkte eine VerständigA leicht zu erzielen sein wird. ES war durchaus nicht die ficht des Herrn Bischofs Kapp in der Kommission, durch F Anträge weiter zu gehen in der Revtston, sondern das** dürfniß der gesummten Kommisfion stellte stch von vornhett» einmülhig auf den Standpunlt, nicht eine vierte Novelle, K der« ein Gesetz zu machen, daS inhaltlich weiter geht, als J Vorlage, fie wollten zu einem vorläufigen, wenn auch � dauerhaften Frieden gelangen. Dazu dedurfte eS eines aup ordentlichen Entgegenkommens, namentlich auf Seiten? liberalen Mitglieder des Herrenhauses. Es ist ja inj? Oeffentlichkeit gelangt, daß die Herren in einer ihren Frei#* höchst ehrenden und in der vorurtheilSlosestcn Weise? gegen gekommen und in die Prüfung mit eingetF find, wenn eine Garantie für das ZustanderoinS de? Friedens gefunden würde. Als einzig 1% bare» Gebiet der gemeinsamen Verständigung ergab, schließlich die Anzeigepflicht und darum hat auch die mirston diese Anzeigepflicht, ohne fich über die virtuelle D weite näher zu einigen, in den Vordergrund geschoben, � auf Wunsch der Regierung, aber unter deren Zulassung.% die Regierung einfach fich sagte, gelingt eS ver KommilP einen anderen und besseren Weg, alS den die Regtrrun»' vornherein olS gangbar erachtet hat. zu finden, dann>» Pflicht der Regierung, Schwierigkeiten nicht in den legen. Daraus do'umenttrt fich die Stellung der Etaalsres rung hier und im anderen Hause. Allein die Kommisfion liu weiter, und daraus entwickelte fich nun daS Verfahren, das' den Vorrednein so herb krftifitt worden ist, woran die rung durchaus keinen Theil hat. AlS zum ersten Male, Arbeit der Kommission im Herrenhause auf die TageSordn? gesetzt war, brachte Bischof Kopp drei Amendements ,2 welche an die Kommisfion zur Vorberathung zurückoerrrtt wurden. Dort ergab fich, daß die volle klare Anmr Pflicht nicht bewilligt war, und so wurden die dementS mit großer Mehrheit abgelehnt. Die 3 gterunq war da durchaus nicht in der Lage, Wünschen hervorzutreten, sondern nur einen Stern 0% dericht zu geben. Dies finden Sie in der Note vom 4. y, de« Kardinal Staatssekretärs Jocobini auipedrückl, heißt, die Kurie fei bereit, die volle Anzeigepfllchr zu iLft enio.tV*nlcA,u"0««"«ißt H eine wettere der kirchenpolttischen Gesetze vorzunehmen. Diesem hat der Mintsterpräfibent im anderen Hause, wie g-stern L, Ausdruck gegeben und auch in einer Note wiederholt, tvis rj aus der Note des Kardinals Jacobini vom 25. April etfi-.J DaS ist auch kein überraschendes Ereigniß, und eine schwenkung hat mit Nichten stattgefunden, denn schon', bade ich erklätt, die Regierung hatte an der Ar fidfi L Hoffnung fest, in eine wettere Rcviston einzutreten. Du 3% rung zu stellen, den Inhalt der Reviston anzugeben, mehr Sache der Kurie sein als der nationalliberalen WU Weil diese Anftage unterblieben ist,, ist dieS ein Zeichen� Vertrauens in die Loyalität der preußischen Regierung, fie halten werde, was fie versprochen hat. Ich wäre gar% in der Lage, sofort ein Programm dazu zu geben. fA daran müff.n wir festhalten, daß nicht ein Komma. I-Punkt geändert werden kann, ohne lebendige M ta'� habern Chnrsürstl. Kameral Mittel« für jährl.cht& stallung genießet. � 53) In mittels solle derselbe allei», und kein Fremder Unter Herr» und PferdeS-Znhabera bei alle» vorfalle Exektttionea gebraucht werde»., 54) Weilen auch manchmal Beschwehr gefühtt worden,, bei vornehmender Exekution, wo ei» Beamter K erstenmal präsidirt, der Nachrichter, nebst dene» lichen Gebühi nissea er» sichere« Pferd, oder o" deffe» ei» Srück Geld zu prätendiren fich unterfier und dann solche Prätenfion, als ei« Mißbrauch, atL sehen, als wird selbig« gemelten Nachrichier ei» alle Mal hierdurch untersagt. Ergehet solchem«ach an alle u«d jede Erzstiftischk g, amte« hiermit der Befehl bei vorstehendem Reglement � zuhalten, dem Nachttchter die darin ausgeworfenen nissen und weiter nicht« ia Loew Execntionis«) zu zahle«, und sothaae Zahlung seiner Zeit bei Chutt- licher Hoskammer mit hinlänglichem Beleg zu verrech* � Der kurfürstliche Stadtgraf i« Köln erhielt bei st'., Einführung und Eidesleistung da« Hinrichtungsschwert de» Richterstab eingehändigt. Diese Feierlichkeit haHNp am 7. Februar 1792 bei Einführung deS letzte» grasen, Geheimrath« Freiherr» F.iedrich von Mering, Lj gefunden. Als kurfürstliche Bevollmächtigte zur Vollste? dieses feierlichen Ak es fungirte» der Domp-obst Gra! Dettingen, der Teneralvikar uvd Geheimrath von V Goldschmidt und ein Herr von Meer. Wer e» damals wagte, gege» obiges barbarisch*�!« verfahre« zu protestrrea, wurde noch mehr angefew� � Hm von Henlmg heute diejenigen anfeindet, welch*� sozialem m'------ n v-- ding« Ordnung——---,»»»»»-», u.wiii»» uui v.-- uii' Amtsbrüder des Herrn v. Hertliag aagekomme»»ül*- Wunder, daß da« rheinische Volk am Ende de»/ Zahrhundert« die Franzose» mit offene« Arme» rh«» die Schlüssel der hellige» Stadt Köln zwei 6* wert«ntgegenfuhr. •) Am Orte der Sttafvollstreckung. bat. Die Wickelung l Siebt es ni lenniniß d bcff'N, de Kirchenkoni des jneuß prn-ßi chen biete des z monarchisti °üe unseri wichen wer Je nicht et bazrietnzp bie Staat! gaben. ._ Abg. t neffe schwe Zbchte doc ihm. wo � Nationi wttuld au schwere» J M I recht« SS" Ia-1 «lauben S Nationalen 5«"» Gnei 5ut den Z; Hungen de 2* diese' te; fp i, und» a# Am i3'» ßorjf m vcisit� gewinn» iliche Bf daß. ■Itn ofi» 5'bi wati! miffarM ff-n.««" statlfauW >mögliW J.t-rst» intt wm Td-tZ irch-NpoM tfadjen 1* ommen* "sSa Sritf®»* ZS ist kgW lstand � meint*\ ständigA dt die« durch i da»»» vornh«� DoeOe,({ ine» our Selten£ iftSj mit' cinflen»! ndekoS? »ig% ergab die M uelle%% oben, tm komini! ietuna Bann.'9 en Staat»!'?' nilton« tn, da»l die i M-VZ geäor# ment», Itfoer Ä de» Landlagt». Da» ist doch eine Garantie, so stark und viel mrker al» irgend ein Notenau»tausch zwischen zwei Mächten. •M« sodann die Bemerkung, welche vom Heirn Vorredner »der die Note vom 25. April gemacht worden ist— ich möchte ne nicht gern wiederholen— betrifft, so ist sie ein Akt der sreien Initiative der Kurie, Motive find dazu n'cht geschrieben, aber ich mochte doch zurückweisen, daß das Motiv diejenige Be» zetchnung"»rdient, weiche ihm der Herr Vorredner angeheftet vol. Die Regierung kann mit Vert auen auf die fernere Eni- Wickelung der Angelegenheiten Hinblicken. Ein größere» Ziel fltebt es nicht, als in einer Bevölkerung von gemischtem Be- «enmniß den vollen Frieden wieder herzustellen, der, wie wir rtr*, dem Emen nützt und dem Andern nicht schadet. Xirchenkonflikte stnd, wie ich glaube, keine organische Institution ™ preußischen Staate». Die Ausgaben, welche dem ptejitzi dien Staate in unserm Vaterlande und im ganzen Ge� biete des Weltall» gestellt stnd in seiner großen, bedeutenden monarchistischen Gestaltung, ff' d so mächtig und fruchtbar, daß ?.!* un'ere K äste de» Geiste» und des Körper» kaum aus- b ij urerden, diese großen Aufgaben zu verfolgen, auch wenn r"'chi erschwert werden durch kirchenpolttische Kämpfe. Sie Uu einzuladen, an diesem Werke mitzuarbeiten, betrachtet vie Staattregierung al» eine ihrer schönsten und edelsten Auf- S»vkN. ._ �lbg. v. Hammerstein: Herr v. Eynnn sagte, den '»ne schwere Schuld, der diese» Gesetz annehmen wür"». Ich mochte doch festnageln, daß er die» in demselben Moment wi H'ro Reichskanzler Obige» gesagt hat, daß also ]j% oWtomaHiberalem ausdrücklich dem Reichskanzler die schwere vltuld ausladen, da» Gesetz zu befürworten, welche« ein Verhängniß für da» Vaterland sein würde.(Sehr M! recht» und im Zentrum,) Er hat dem Reichskanzler sogar oorgeworsen, er habe stch von der Kurie mit Spott und Hohn Wertigen lassen.(Sehr gut! recht» und link».) Wir sthr wohl, daß die Nationalliberalen in unbegreiflicher verhätschelt wo, den sind.(Stürmische Heiterkeit.) «.n. Ciebenn, daß nach dieser Haltung noch von einer °oalen Majorität mit Ihnen die Rede sein kann? Nach n»,?„ �«ollte man meinen, der ganze Kulturkampf hat tu.»«vcck gehabt, die evangelische Kirche gegen Vergewal- iS"nfi,£'*'. sondern das proteftantenoereinliche Bewußt- " bei s»fl«innnrf*Tnnj. Wenn Sie da» leugnen beweiien mit einem einzigen wollen f»fache Rationalitmu». Wenn®te da» leugn Saue>, wvn ich es Janen beweiien mit einem einzig tuli.,,»-»National Zeiiung", damals da« Hauptblatt der �»urkampfertschen Richtung."~~" heil n alleinigen Inhaber der göttlichen Wahr- & M. Wt UN, keine nicht m i Zeich-N � rung, fS »rl.ch« ■mbet nfaff«*1 eben, mter mtal "Vi» stischt S- 'Freude haben am Kulturkämpfe, weshalb irr«, betheiligen wollten an einer Gesetzgebung, «'•chf, die Freiheit der Ki che einschränkt im Sinne einer ra- ��faichen Richtung. Meine zehnjährige Thätigkeit im$aita mi tff darauf gerichtet gewesen, dem Kulturkampf ein Ende ia mirh'sm aStnn wir jetzt an der Scheide deffelben stehen, WUMW wende, rl. in einer Fraktion bin, nicht sehr gut ange- %tlä*u*'"?.�ch Aber Thatsachen zu informiren. ES ist "olionai!� unrichtig, daß ich und meine Freunde au» der wenia ausgeschieden find, weil ste un» zu he»b»tk.ü, mvfnisch war. Wir haben daS Gesitz von 1880 entht r?"'wt angenommen, weil e» diskretionäre Vollmachten ooiiiis' Ä. weil w'r auf diesem Wege die Fragen der Kirchen- �oche,? wollen. Ich will deshalb(Ruf rechis: Zar bW.y~~ ich bin au» der nationaltiberalen Partei au»« : weil ich nicht N-igung hatte, mit einem die l tn einer politischen Gemeinschaft zu fein, der, 1%>err von Eynern in Bezug auf daS Gefetz von luv» � der FraltionSsttzung vor der entjcheidenden VerHand- der«.Mu das Gesetz gestimmt hat, wie mir drei Kollegen aus her«n, �0» naironallideralen Partei bezeugen, d-r aber nach- itiefrJ N Gesetz stimmte, obwohl er tagte:„Ick muß doch ich m,"Us erklären, daß ich nur dann für die Vorlage, wie der tz.,dkn begrenzt habe, stimmen kann, wenn mir von Seite Jt. iv8 T,n Staattregierung die Absicht kundgegeben wird, vitvift.' dicht wieder einzudringen. Darauf antwortete der «ine tnu00,? Puttkamer, da« wäre doch unerhört, daß ihm Frage vorgelegt wüede; et werde dieselbe nicht be« b. eB' Trotz seiner feierlich, n Eiklarung stimmte Herr Bm?."" doch fNr Nni m Mit solchem Herrn in einer rrf ve»- i i doch' für da» G setz. Gemeinschaft zu sein, ist kein Vergnügen.(Sehr o.. V ��en hei den fflat'onalHberoIen.) 3l,t.u faM?n.etn: Herr R-ckert scheint stch allerdings s ÄTCVC 8-(o knnL 8en gemacht hat au» einer Ftotions- JV'� F'w"»Gleiche schon vorher in metner Rede n, d«S damai,»./ m'?0® fi«r ommen an Ben Artikeln I und ton. da» und wollte au» diesem Grunde &)« im Diese Artikel fielen bei der Be- st�ilig.»ieuum. und damit wurde auch mein Widerspruch Mich�" Uedrigerr babe ich nicht weiter die Ab. bei, da» nur'.. H"rn Rickert zu beschäftigen. Ich lein», em aA» fa-'. weil er auch heute wieder, wie 1$.%, Ä Ä&&Z h� alt ein.«"icht für richtig halte. Wenn er sich dann tu..' ib wiifi ü. ager der nationalliberalen Partei hingestellt von dieser seiner Fülner'chast vor 6 Jabren in d e Fraktion ) k" ÄMr»»»rjs o>>�he B«r(.,L wou hatten. Reben auch beute noch an der ### WßWNsWM» en äflfOnfr X Ol 7----'Ö'-D* VV*. Adttfchtri'ir1 Rahmen einer persönlichen Bemerkung lwret.en), darüber können Sie stch bei Herrn Stöcker erkundige«, der 1880 die unter Falk geschaffene Synodal« ordnung aus da« Höchste gepriesen hat. Schluß 2'/« Udr. Nächste Sitzung Donnerstag 11 Uhr. (Antrag Bachem, betr. die Abänderung der rheinischen Ge- meindeordnung, Petittonen.) lokale«. Ei« brennender Streit ist seit Eröffnung der Markt- hallen zwischen den Pächtern der Restaurationen in denselben und den Budikern der Nachbarschaft aufgebrochen. Die MarkthaPen- Restaurateure glauben ein Privilegium zu besitzen, nur einzig und allein für die leidlichen Bedürfnisse der Marli- hallen-Jnteressenten Sorge zu tragen und sehen mit Argus- äugen auf Restaurateure, welche mit Bier oder Eßwaaren die Martthallen betreten. Förmliche Jagden werden auf die Kon- lurrenten angestellt, denn nach den Bestimmungen der neuen Marvpolizeiordnung darf der Verkauf von Bier und spirituösen Getränken nur durch den konzesfionirten Restauratem statt- finden. Wer will es nun aber em-m Marfthallenbezieher verwehren, wenn er nun an den Budiker T. oder D. einen Schiaken oder sonstige Waaren verkauft und dagegen htn und wieder einige Naturweine oder Getränke von ihnen bezieht? Hier liegt un» dedingt ein Mißgriff vor, der noch viel böses Blut erzeugen wird.— Hierbei wollen wir noch erwähnen, daß die in den Marlthallen stationirten Polizeibeamten dahin instruirt worden stnd, für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung in den Hallen zu sorgen, dagegen daS eventuell beschwerdeführende Publikum an Das JnfpektionSbureau verweisen. Von de« Markthallen ist noch folgendes nach-utragen: Sebr praktisch find die Fletscherstände eingerichtet. Sie bilden vollständige, durch eiserne Rollialoufien abschließbare kleine Laden, welche mit den nöthigen Haken, Auflegern für die Wagen u. s. w. ausgerüstet stnd. Es find im Ganzen 102 Stände für den Großhandel und 108 Stände für den Kleinhandel in Fleisch vorhanden. Die letzteren haben, da an ihnen daS Publikum seine Einkäufe macht, 65 cm breite Ver« kausStische, deren Platte aus w-ißem Marmor bestebt. Aebn- lich ist die Anlage der auf der andern S-tfe der Halle belegenen Stände für den Mehl- und Volkosthandel. Eine große Fürsorge ist auch der Einrichtung der Verkaufsstellen für Fluß fische zugewandt worden. Die durch aufgelegte DrahthiUden ebenfalls verschließbaren Baffin» stnd aus statten Platten von geschliffenem karrarischem Marmor zusammengesetzt. Die zum Zweck der Lebenderbaltung der Flußfische erforderliche stetige Erneuerung deS Waffers in diesen Bassins wird durch Zuführung eines Wasserstrahls bewirkt, der vermöge einer desonderen Vorrichtung am Ausflußrohr zugleich einen ununterbrochenen Luftstrom in daS Innere der Wassermaffe gelangen läßt. Ein für verschiedene Waffir- stände regulirdanS Abflußrohr verhindert das Ueberlaufen de» Basstns. Ungleich viel einfacher ist die Einrichtung für den Verkauf der Seefische, indem dieselbe nur in niedrigen, zum Ausstellen der Körbe mit Fische dienenden breiten Banken be« steht, für welche etn besonderer Aufwand nicht erforderlich er« schien. Die meisten SchlächtermadamS hatten stch Blumen an die Brust gesteckt, und sogar zwei hochhängende Näpfe voll Schweineschmalz find in der einen Bude mtt BouquctS ge- schmückt. An den eleganten Butter« und KäsekontorS betrachtet man mit Wohlgefallen die Verkauferinnen mit den blendend weißen Schürzen und die mächtigen runden Schweizerkäse, welche mit thränenden Augen daS Publikum ansehen. An der Seile nach der Kaiser Wilhelmftraßenftont haben die Blumen- Händlerinnen, die Brotverkäufer und die Delikaffenverkäufer Platz gefunden. Die Buden der letzteren enthalten vom öligen Sardinen Kistchen bis zum Kaviar. Tönnchen alles, was einen verwöhnten Gaum-n reizen kann. Steigt man die guirlanden- umwundene Treppe an der Ntaduktsette hinaus, so gelangt man auf die Galerien, durch welche die ganze Markt- Halle parallel der Kaiser Wilhelmstraße tn drei lange Hallen zerl'gt wird. Hier oben findet man im bunten Nebeneinander Blech- und Porzellan-Geschitt, Holzwaaren, Schrubber- und Besen-Trophäen, Schwämme und L-der, Po- samentierwaaren, Pantoffeln, Schuhe, Strümpfe und Socken, Schreibmaterialien jc. Auch ein Konfiseur, ein Zigarren- Ver- käufer u- d ein Korsetfabrikant haben hier ihre komfortablen Ladentische aufgeschlagen. Eine Anzahl der elegantesten Korsets find hier unter einem kleinen Balvachin vereint.„Inste, wenn Dir ne Stange bricht, hier iS ne Korsetfabrik 1" meinte, wie der „Bö s.-Kur." erzählt, eine Hökerin, zu einer Gefährtin gewandt, deren unheimlicher Köiperumfang eine solche Eventualität aller- Vings alS nicht ausgeschlossen erscheinen ließ. Bonden Galerien herab genießt man einen sehr reizvollen, pittoresken Aus Aick auf die lang fich hinziehenden Reihen der Buven und Verkaufsstände und Das bunte Gewimmel in den Gaffen dieser Marktstadt. Um zwölf Uhr Mittag» erschim die Schuljugend in Schwärmen zum Besuch der Zrntral-MorktKa"e. Punkt 1 Uhr zog ein Beamter den Drahlstiang der Glocke aus der einen Galerie und die weit« hinschallenden, harten Schläge de» Klöppel» bedeuteten:„Meine Damen, packen Sie Ihre Rüben und Lpinatkövfe ein, schließen vie Jh e Fischkästen und lasten Sie die Jalousten der Fleischer- büßen herunter. Der erste Vormittags-Martt tn der Zentral- Halle ist deendet!" Die Waaren der Kommisfionäre gelangten nur theilweise zur Aukrion, da man fich zum Theil um die Woare riß und ste frechändig kaufte. Man hat, wie der „Nat. Ztg." ein Fachmann schreibt, da» Gewicht der Lebens- mittel, welche täglich für den Marktvertrieb auf der Eisenbahn eingeben werden, auf Grund statistischer Ermittelungen zu 300000 Kg. 6000 Ztr. angenommen. Indem man nun voraussetzte, daß durchschnittlich für je 100 Ztr. dieser Güter wegen deren meist lockern Verpackung ein Eisenbahnwagen nöthig fei, mußte man darauf rechnen, daß täglich 60 Wagen vor der Äarktdalle zur Entladung gelangen werden. Diese aus den verschiedensten Richtungen kommenden 60 Wagen mit Lebensmitteln werden nun nach dem festgestellten Betriebsplan auf Station Rummelsburg gesammelt und innerhalb der N chtstunden in zwei Zügen von je 30 Wagen nach Station„Alexanderplatz" gefahren. Hier theilt fich der Zug in zwei Abtheilungen von je 15 Wagen, die auf den beiden vor den Markthallenperrons liegenden Ladegeleisen ausste stellt werden, um dann sofort Haupt- sächlich mittels hydraulischer Fahrstühle entladen zu«erden. D-'ser Fahrstühle, welche nach dem bei der Stadtbahn ge- b äuchlichen und al« zu-erläsfig bewährten System gebaut stnd, führen 6 von je 1000 kg Tragfähigkeit vom äußeren Zwischen- perton und 4 von je 750 kg Tragfähigkeit von den inneren Galerien zur Tiefe des HaUenfußboden» und zum Keller hin. ab. Mit Hilfe dieser 10 Fahrzüge können die in den 30 Wagen eine« Zuges enthcl-enen 150 000 kg Marktgüter in l'/i Stunden ausgeladen werden, so daß also zur Enileerung beider Markihrllenzüge drei Standen ausreichen. Da nun seitens der EisenbahndireVion im ganzen 4 Stunden Zeit zur Verfügung gestellt find, so wird man im Stande sein, falls dieser Zeitraum später, wie man hofft, noch um eine halbe Stunde verlängert werden kann, bei gesteigerter Zufuhr auch noch einen Briten Zug ,ur Entleerung zu biinaen, so daß also dann allnächtlich 450000 kg Lebensmittel von dem Stadtbahn- anschluffe der Z-niralmarkthalle her dem Berliner Konsum zu geführt werden tönnen....,..,.,„ I« dem Prozeß Kowalski war einer der merkwürbiasten Punkte der Wider sp.uch, den Herr KiiminaUommiffar Weien gegen Herin Proseffor LimanS Gutachten über die Flecke auf Kowalfki'S Rock erhob. Gegenüber dem Chemiker erklärte Herr Weien„al» alter Kriminalist", er halte einige der Flecke für frische« Blut. Nun verösf.ntltcht Herr Prof. Liman im Mai- bett des Vtrchow'schen„Arch. f. path. Anat." unter dem Titel nicht für erwiesen halten, wird Biest r Angriff gegen einen der belastenden Punkte Aufsehen erregen. Wir erinnern daran, daß Kowalski'» Rock schon blutbefleckt gewesen war, als jener am 20. Oftober, 14 Tage vor der That, au» dem Gefängniß entlassen wurde. Kowal»li hatte stch im Februar v. I. an einer Schlägerei betheiligt, danach war der Rock zwar gerei- nizt und gebügelt worden; aber die alten Blutflecken waren anerkannter Maßen nicht spurlo» verschwunden. E» handelte fich nun um einige„Epritzflecken", die Herr Weien für frische», vom Paepke'schen Morde(3. November) stammende» Blut hielt, während Herr Professor Liman nach seiner Untersuchung ihre Herkunft auf das allere Datum zurückverlegte. lieber diese Untersuchung berichtet Herr Prof. Liman: ES wurden mit einer Nähnadel Partikelchen abgekratzt und mit 32proz. Kalilauge untersucht, wobei wir röthliche Schollen mit pflastersteinarttgem Ansehen fanden. Es wurde alsdann ein Bröckchen vom Rocke abge» kratzt, mit Kolbsalz vermengt und mtt Etiesstg langsam erhitzt. Nach dem Erlalten zeigten fich in schönster Form zahllose Häminlrystalle. Es genügten bereits diese Methoden zur sicheren Erlenntniß, daß diese Flecke in der That von Blut her» rührten und daß der Augenschein uns nicht getäuscht habe. Wir wollten aber auch noch die spettroskopische Untersuchung machen, jedoch löste stch von aulgeschnittenen Stücken nicht» in Waffer, und wir mußten von diesem Versuche abstehen. Wir hatten zufällig auf Lr ine wand gemachte Flecke de» Blutes der ermordeten Frau in unserem Laboratorium, und wollten die Schnelligkeit der Löslichkeit beider Blutvroben, der auf Leinewand befindlichen und der am Rqcke befindlichen, prüfen. Wir legten beide in eine Arseniklösung(1: 120). Das Blut der Ermordeten löste fich schnell, das am Rocke befindliche war noch nach Tagen sarbloS oder vielmehr schwach gelblich. Auch al» wir beide Blutproben in eine gesättigte Zyankalium« lösung legten, färbte fich alsbald die mit Bern Blute der Ermor« Veten in Berührung befindliche röthlich, die de« Rocke» nur braun.(Farbstoff de» Rocke».) Da» Zyankalium löst sonst altes Blut sehr prompt, und wir befitzen getrocknetes Blut aus dem Jahre 1876, welches von einer Zyinkaliumiösung in 24 Stunden gelöst wird. Sp'itroskopisch untersucht, zeigte Bas Blut der Ermordeten die Reaktion des BluteS, die Lösung au» dem Rocke genommen war vor dem Spettrum vollkommen indifferent, und blieb e» auch nach Zusatz von Schwefel« ammonium, wodurch man, wenn Blut in einer Zyanlalium» lösung stch befindet, diese» sehr schön an dem Er» scheinen zweier Absotptionsstreifen im Grün erkennt. Es war unS diese Thatsache sehr auffallend. Wir machten nun auf einem ausgeschnittenen Stück de» Rockschoßes zwei Blutfl-cke mit dem Blut einer Leiche, einen Fleck von 8 cm und 4 cm Breite. Das Blut wurde mir dem Finger auf dem Tuch leicht verrieben. Einen anderen Fleck erzeugten wir dadurch, daß wir in Länge von 3 cm, tn Breite von 2 cm Blut aufgössen und antrocknen ließen. Der erste Flick war bald matt ohne einen glänzenden Rand, der andere stellte einen dicken, schwarzrotden, glänzenden. erhabenen Fleck dar. Wir ließen Bas Stück Tuch drei Wochen liegen; denn so lange nach der That halten wir die LöSlichkett des Blute» der Ermordeten konstattrt. AlSdann tdeilten wir die Flecke in je zwei Theile, nachdem der dicke Fleck etwa» abgerieben war, so daß nur der Rand in der ur« Iprünglichen Verfassung blieb. Mtt je einer Hälfte jede» Flecke» fuhr ich zu einem Schneider und ließ die beiden Hälften dü» geln. Der Schneider verfuhr dabei so, daß er einen feuchten Lappen auflegte und mtt dem heißen Bügeleisen darüber hinfuhr, die gewöhnliche Art, wie gebügelt wird. Nunmehr wurden die gebügelten und die nicht gebügelten Flecke in kon« zmtritte Zyankalmmlösung gelegt und 24 Stunden stch selbst überlassen. Alsbald nach dem Einlegen röthete fich dieFlüsstg« keil durch die nicht gebügelten Flecke, während die der gebügelten Flecke«ach 24 Stunden nur eine Bräunung zeigte und in demselben Zuftano wochenlang verblieb. Spei» troskopisch untersucht ergaben die Lösungen der nicht ge« bügelten Flecke die gewöhnlichen Reaktionen von Blutlüsunaen. Die Lösungen der gebügelten Flecke zeigten keine Ver« änderung im Spettrum. Hiernach dürste e» nicht zu fern liegen, zu schließen, daß die UnlöSlichkeit de« Blutes auf dem Rocke durch daS Bügeln deffelben entstanden ist, d. h. daß die Hitze ihren ioagulirendm Einfluß gellend gemacht, und dadurch die Unlöflichkcit Be« HämoglobtuS bedingt hat, und nur noch dessen Derivate vorhanden waren. Wenn nun feststeht, daß der Rock nicht anderweit als im Gefängniß gebügelt worden ist, so würde daraus folgen, daß da« Blut älter ist als vom 3. November p. und zwar au» dem Mär, oder Februar herrühtt und eS würde ferner folgen, daß neue» Blut auf da» alle nicht heraufgekommen ist, weil diese» stch sonst gelöst haben würde. Andere Blutfl cke als die an den Brustklappen des Rocke« fan« Ben fich aber an demselben nicht vor. Demnach gutachtete ich- 1) daß Bas an d-m Rock befindliche Blut älter itt alS vom 3. November 1885 und sehr füglich im Februar 1885 an den Rock gekommen sein kann, 2) daß neues Blut über dem alten an dem Rocke nicht befindlich gewesen ist. In dem Audienztermin äußerte der KriminalkommiffarluS, er hätte frische Blutspritzen neben altem Blute b-meikt. Wenn er auf denselben gekratzt habe, so sei es darunter frisch roth geworden, und ste hätten stch leicht abreiben lassen. Der Vorfitzende fragte uns: ob frisch anaetrocknete» Blut leicht abreibbar sei, so daß wir bei unserer Untersuchung dasselbe nicht mehr vorgefunden haben könnten. Ich konnte darauf nur erwidern, daß im allaemeinen frisch angetrockceteS Blut eine leicht zerreiblichc Maffe bilde, welche durch Reiben leicht von der Unterlage fortgebracht wer» den könne, daß aber die Leichtigkeit der Fortschaffung abhänge von dem Stoffe, auf dem da» Blut fich befinde, und nament« lich leicht die Fortschaffung von Wolle, also von einem Tuch- rocke sei. Aber im konkreten Falle seien diese angeblich frischen Blutspritzen mit Kreide umzeichnet gewesen, die man noch sähe, und diese Spritzen seien in unsere Untersuchung mit einbezogen gewesen, so daß die Angaben Be» Ki-iminalkom« missartus auf Jrrtbürnern beruhten. »et der Berliner Fenerwehr herrscht strengste DHU- lin. Im Laufe de» vorigen JahreS haben 255 Bestrafungen stattgefunden gegen 294 im Jahre 1881. Davon waren: ein« fache Verweise 13, Strafdienst oder Strafarbeit 94, Geld« sttafen 122, Arreststrafen 16, Ausstoßung aus der Abtheilung 1 Kündigung d-SDienstesk. sofortige Ertlassung 3. B-i dieser Gelegenheit sei daS Einschreiten der Feuerwehr ohne vorhandene Feuersgesahr im Vorjahre erwähnt. „ fromme Herberge zur Heimath in der Oranien« st'aße ist seit dem Prozeß Kowalski unter polizeiliche Beob« achtung gestellt; ein SchutzmannSposten wandelt vor dem hause auf und nieder und„Geheime" gehen in der Herberge ein und aus. Herrn Hugal'S EntrüstunaStheorie gegen den Staatsanwalt hat also nichts geholfen. Hoffentlich beobachtet man die übriaen frommen Konoentikel in der Friedrichstraße ac. in ähnlicher Weise. I« der Handhabung de» Sicherheitsdienstes hat da» Polizetvrästdium, wie einige hiesige Blätter melden, eine gar, neue Orgornisation geschaffen. E« bestehen zur Zett drei In« spettionen, von denen die erste, mit A bezeichnet, die Reviere umsaßt und die Bearbellung kleinerer Vergehen besorgt. An ihrer Spitze fleht der Kriminal- In spettor Schuchardt. Die Inspektion S, geleitet von dem Kriminal-Jnspeftor v. Meer« icheidt-Hüllefsem, bearbeitet die Verbrechen, al» Mord, Raub, Einbruch u. s. w. Die dritte Jnspeftion C, für welche die Spitze noch nicht definitiv ernannt ist, befaßt fich mll der Er» Mittelung von Betrug und Meineid. Außerd-m ist, wie schon früher erwähnt worden ist, di« Sittenpolizei, die bisher eine eigene Abtheilung bildete, der Kriminalpolizei zugetheilt wo- dm. Der Kriminal-Inspektor Geiger fungirt al» Chef der Sittenpolizei. Ein thenrer Hund. Ein kostspieliger tzundeprozeß hat vehrere Monate die königlich« Staatsanwaltschaft beschäftigt. D«r Kaufmann B. kauf!« vor einigen Monaten in einem Hundegeschäft der Brunnenstraße einen kleine« Hund für den treii von 20 M. Sinti Tagei, als das Dienstmädchen deS ecrn B. mit dem H�nde von einem Ausgange heimlehrte, wurde fie von einem älteren Herrn, NamenS G, verfolgt, welcher schließlich daS Mädchen um Herausgabe deS Hundes ersuchte, da dieser angeblich sei» Eigenthum wäre. Da daS Mädchen fich hierzu nicht für berechtigt erklärte, ging der Herr mit zur Wohnung des Kaufmanns B., woselbst ihm aber die Thü« gewiesen wurde.®. beauftragte nun seinen RechtS- anmalt, ihm den' Hund wieder herbeizuschaffen, waS der- selbe dadurch zu erlangen glaubte, daß er dem EtaatS- anmalt die Mittheilung machte, seinem| Mandanten sei ein Hund gestohlen worden, welchen Herr B. in Besttz genommen habe. Er beantrage daher «ine Beschlagnahme deS HundeS bei B. Der SlaatSanwalt fiab diesem Antrage statt und erli'ß eine entsprechende Ver< ügung. B. begab fich nun ebenfalls zu einem Rechtkanwalt und dieser richtete nun NamenS seines Auftraggebers eine Beschwerde an den Staatsanwalt und ersuchte um sofortige Aufhebung der Verfügung. Der Staatsanwalt kam diesem Verlangen nicht nach. Nun erließ der Rechtsanwalt deS B. eine Beschwerde an dle Oberstaatsanwaltschaft, auf welche die Verfügung deS, Staatsanwalts aufgehoben und der Hund dem B. wieder zugestellt wurde; zugleich aber wurde dem aufgegeben, seine Ansprüche beim Zivilrichtcr geltend zu machen. DieS erfolgte auch seitens des G. und vor einigen Tagen ?iat die Angelegenheit dadurch ihren unerwarteten Abschluß ge- unden, daß B. den Hand, den er rechtmäßig erworben, de hält, G. dagegen sämmtliche nicht geringen Kosten, gegen 100 Mark, allein zu tragen hat. G. ist also nicht nur seinen Hund los, sondem er hat noch ein netteS Sümmchen draufzahlen müffen. Daß ein Kränlein amtlich zur Kran promovirt werden lann, ohne in den Stand der heillgen Ehe zu treten, ist neulich bei der Einweihung der Augustaschule vorgekommen. Die erste Lehrerin derselben. F äulein Jeanne Mllhcne, wurde bei dieser Gelegenheit zur Oderlehrerin ernannt. Den Zweifeln, wie man fie fortan anreden sollte, machte die erste amtliche §uschiift ein Ende, welche lautete:„An Frau Oberlehrerin cäuletn Fkanne Äithöne." DaS erinnert an Saphtr's Scherz- «ort: Eine Frau promovirt in einer Nacht, wenn fie durch Hetrath Frau Doktorin wird. Da« leidige gefährliche Sstiele« der Kinder mit Schietztnstrumente« auf den Straße» hat wiederum, wie die„Allg. Fahr-Zlg." meldct, einen bedauerlichen Unglücksfall gezeitigt. Als der in der Memelerstr. 37 wohnhafte Kutscher Bolle mit der von ihm geführten Droschke von der Brüder- nach der Echarrnstraße einbog, wurde ihm von dem Geschoß einer Armbrust ein Auge derart verletzt, daß er fich sofort nach der Königl. Klinik begeben mußte. Auf die Erhallung de« ver- letzten Auges ist sehr wenig Ausstcht vorbanden, da die Aerzte befürchten, daß das noch gesunde linke Auge untrr den Ver- letzungen des rechten leiden wird und dieses deshalb heraus- genommen werden muß. Die V-iletzung deS Bolle ist dadurch entstanden, daß mehrere Kinder mit einer Armbrust(Flitzbogen) die Scharrnstraße entlang schoflen und einS dieser Gcschoffe den Bolle so unglücklich inS Auge traf. Die Thäter find nicht ermittelt. Bei de« AbbrnchSarbeite« auf dem Grundstück Mark- grasen- und Behrenstraßen-Ecke trug fich am Mittwoch, Morgens in der 7. Stunde, ein schwerer Unglücksfall zu. E n hier beschäftigter, am WeinbergSweg wohnender Arbeiter, Johann Äranvstätter, befand fich gerade auf einer nach der Straßenfront gelegenen freistehenden Mauer, im Begriff, daS alte Gemäuer auseinander zu schlagen. Bei dieser Arbeit verlor B. plötzlich das Gleichgewicht und stürzte so kopfüber auf den Bürgelsteig, wo er anscheinend mit mehrfach ge- brochenen Gliedmaßen liegen blieb. Auf Beranlaffung der Polizei wurde der Verunglückte nach Feststellung de» That- destandes nach der Königl. Charitee gebracht. In eine lebensgefährliche Ettvation gtieth am Mittwoch Voimtltag eine zirka KOjährige Frau in der Roßstraße beim Volübergehen bei dem Grundstück Nr. 22. Auf diesem Grundstück befindet fich die Bäckerei von Knsten, und war man gerade dabei beschäftigt, Säcke mit Mehl vom Bürgelsteig mlltelst Flaschenzug auf den Boden deS HauseS zn schaffen. In d-m Augendltck, als die erwähnte Frau vorüber ging, riß plötzlich die zum Tragen b.stimmte Kette und stürzten die Säcke derart auf die Frau, daß die Getroffene sofort bewußtlos zu- lammenbrach. Von den Paffanten wurde die Ohnmächtige, die anscheinend schwere innere Verletzungen davongetragen, S machst in den Flur de» Hause» und sodann per Droschke in re Wohnung geschafft, wo fie sofort in ärztliche Behandlung genommen werden mußte. Wie'« Nigerl au« Wie« in Berlin gefiel. Nigers, ein alter Wiener Biz, so plaudert Ed. Jötzl im„Wiener Tage- Watt", war gleich vielen eingeborenen Wienern zeitlebens nicht weit über Breitenfurt, AtzgerSdorf, Franz Josef-Land oder Hütteldorf hinausgekommen. Aber er hatte fich durch Lesen «ine hinlängliche Meinung über fremde Länder und Städte gebildet und versäumte eS niemals, dieselbe durch Reisende bestätigen zu lassen, indem er an fie. sofern eS Bekannte waren, die Frage richtete:„San'S halt wieder froh, daß S' in Wim Sn, was?" Gewöhnlich wurde diese Frage bejaht, worauf igerl die ganze Ueberlegenheit seiner Anstchten in die Be- merkung legte:..Na, alsdann; zu waS warn'S denn eigentl»' nachher furt? Da dlei' i do' glei' da, wo'S m'r hesser g'fallt." Namentlich von Einer Stadt hörte er nicht gerne sprechen, geschweige denn Vergleiche mit Wien ziehen: nämlich von Berlin. Di« Hauptstadt d«S Deutschen Reiches„stierte eS ihm", wie er fich ausdrückte, und zwar umsomehr, als zu seiner aroßm Erbitterung so mancher gute Freund von dort deS Lobe» voll zurückkehrte und dem hartnäckigen Nigerl an den Fingern herzahlle, in welchen Dingen stch Wien von Berlin habe überflügeln lassen. DaS Schlimmste dabei war, daß die gereistm Freunde seit einiger Zeit die Ueberlegenheit de» „StaubendockerS" nicht mehr anerkmnm wollten, sondem ihn mit dem Vorwurf mundtodt machten:„Warst dort? Na?! Wann'S D' net dort warft, lo red' nix!" Da faßte Nigerl eine» TageS den furchtbarm Entschluß — in eigener Person nach Berlin zu reism. Es leitete ihn hierbei die dunkle Empfindung, daß die Entscheidung über die Flage, welcher von den drtdm Städten die Palme ge- bühre, ausschließlich ihm vorbehalten und leider dadurch ver- zögert worden sei, daß er so spät erst auf dm Einfall gekom- men, eine Reise dorthin zu thun. Er hielt seinen Plan sorg. fältig geheim, um nicht unwürdigen„Frozzeletm" ausgesetzt zu sein, begann aber acht Tage vor Ostern mit den Reisevor- bereitungen. Diese erstreckten fich auf daS ganze Gebiet der Körperbellkidung, denn Riaerl'S hatte stch diejJdee bemächtigt, daß neue Unterhosen und Strümvfe vornehmlich geeignet seien, daS Ansehen eine» Wiener» im Auslände zu heben. Er bekam ein Reisesteber wie Hasemann-Matras, und da man ihn in diesem aufgeregten Zustande gegen Mittemacht in da» elektrisch beleuchtete Konfektionshaus auf dem StefanSplatze eintreten sah, wo er mit verstohlenem Wesen einen Anzug erstand, so verbreitete fich unter setnm Bekannten daS Gerücht, daß er einen natürlichen Sohn babe, welchm er eben außzuheiralhm im Begriffe stehe. Am Charsonnabend dampfte er endlich mit dem Nacht- Kourierzuge der Nordwestdahn ad. Ein brennen. de» Gefühl von der Hohen Wichtigkeit seiner Misston erfüllte ihn und er schwor stch in dem unruhigen Schlummer während der Fahrt immer wieder wieder mit erbobener Rechten zu, Alle» mit gewrffenhafter Aufmerksamkeit zu prüfen, nicht» unerwoam zu äfft«, waS zum Vortheile und zum Nachtheile der Preußen sprechen könne, der Stimme der Zu- oder Abneigung kein Gehör zu geben, sondem al» redlicher und freier Mann nur nach den vorgeführten Beweismitteln..... Der Zug donnerte über eine Brücke oder stampfte klirrend durch die Wechsel der Zwischenstationen, worüber Nigerl wach wurde und es ihm vorkommen wollte, als habe ihn die Stadt Wien so- eben im Traume dieselbe Eidesformel leisten lassen, welche er einst als Geschworener bei Glicht hatte nachsprechen müssen. Niger!'» Aufenthalt in Berlin mll allen Erlebnissen diese» trefflichen Manne» daselbst wild noch Gegenstand einer beson- deren Beschreibung sein. Für heule wollen wir un» blos an da» halten, was er am eisten Abend nach seiner Rückkunft den überraschten Freunden am Stammtische de»„Blauen Rechen" erzählte. Er sprach noch unter dem unmittelbaren Eindrucke seiner Beobachtungen in Berlin. Aus dem Saulu» war ein Paulu? geworden. Allein, gleichwie er vordem fanatisch in der Gegnerschaft gewesen, so flammte jetzt seine Begelsterung für die Rivalin Wien» so heftig auf, daß er eS seinen Zuhörern beträchtlich„stierte" und stch nicht bloS mehr al» ein- mal deren Widerspruch, sondern sogar den kränkenden Vcr> dacht zuzog, er sei ein VaterlandSoerräther geworden. „Wo sein denn die Karps'n, die über Berlin g'schimpft hab'n— begann et— wo sein'S denn die G'frettdrüader, daß i eahna'S Wilde awerram V Mit'n Hack'l derschlag'n t» da» Mindeste, waS eahna g'hört." „Du hast ja selber am meisten protzmautt", warfen die Andern ein. „Wia kann denn i protzmault hab'n? I Hab' gar nix g'red'r. Wia kann i denn über was red'n, waS i net g'ieg'n Hab'? Awer herentgegen, wia i hiazt hinkommen bin, Hab' i die Glum aufg'riss'n wia a Stadtthor. Na, sowas! Da geht'S sa zua, wia in ewig'n Lev'n! Brate Straß'n, daß m'r an Ooemgucker braucht, wann m'r die Hausnummern auf der andern Seil'n les'n will, und von aner Läng't. daß die Haupt- allee in Protei a rein'» HundSwürzel dagegen is; Mensch'n und Wäg'n so viel wia bei un» in frühere Jahr' nur bei der Maiiahrt»' fegen war'n und net eppa nur bein Tag, a bei der Nacht san'S aufg'nommen zur Bclewung der Stadt; G'ichäfter, an» größer und schöner, al»'n andere; auf an jeden Platz a klaner Stadtpark mit grüne Rabatteln und fiegreiche Generale; a Stadtbahn, die wuscht nur so hin und her durch die Stadt, währendd-m unser VerdirdungSdahn a scheichate Krankheit hat und a Stund braucht bis nach Hüttendorf ausst; a Pferdebahn, wo ka Mensch mehr ausststeig'n därf, al» bequem Platz da sein, und a Ordnung, a Reinlichkeit und a praknsche Sach'n überall, daß m'r fi' todtgisl'n kunnt' über unsa Fretterei. Mit an Wort: I sag' Eng, mir hat'S Wien g'stiert, wia i wieder z'rückkommen bin. „Na, na, na, nur net so gach! Ehnder bat'S D'r Berlin g'stiert Hiazt auf amal wirst üppi', weil'» D' ausfig'schmcckt hast über die Grenz. War' ja guat, wann sa st' bei uns die guat'n Einrichtungen von d'rauß't zon Muster nahmeten, aber deßtweg'n brauchst über Dei' eigen S Nest net glei' z'jchimpfen wia a Rohrspatz. Es laßt st' schon led'n da." „Was, öi wollt'» mi belehr'», öS Fatzge'S, wia m'r in Berlin sagt? Na wart'»..." „Wer i» a Fatschke, wa» haßt dö», außer damit! Be« leidig'n will er un» a no'!" „Fatzge haßt so viel, als Locherl." „Ah so, mir HStt'n D'r a nix anders g'rath'n." „Rathen hin oder her, OeS stierr'S m'r a mit Engera Duslerei, und daß eS nur wißt'»: i pack' meine fieb'n Zw:schgen z'samm und ziag mi nach Berlin. Mei' Großvater war a eing'wanderter Pceuß' und deffentweg'n g'jpür i halt no a Bissel wa» von aner Zucht und Strammheit in mir. Sollt'» mi' seg'n, wenn i dö Pickelhaub'n aufbad'n, dö i mir bei an Tandler auf'n Berliner v-ühlendamm'kaust Hab'. Da thäl'S spitz'n, 88 letscheten Kerln." Diese unvorfichtigen Worte entfachten einen großen Tumult. Nigerl schwebte in der Gefahr, gelyncht zu weiden. Schließlich gingen die Spezi verfeindet auS dem Stammlokal. Natürlich kommen fie aber am nächsten Abend wieder halb verdrießlich, halb versöhnlich zusammen, um Nigerl weiter erzählen zu lassen. Nigerl wird fich bis dahin vielleicht auch wieder ein wenig an Wien gewöhnt haben. Polizei-Bericht. In einem dem Schankwirth Giesel ge- hörigen Keller, Pallisadenstraße 69, waren etwa 100 Liter Spiritus au» einem Fasse ausgelaufen. Al» Giesel am 4. d. M. Nachmittags den Keller mit einem brennenden Lichte de- trat, entzündeten stch an demselben die Sp'rituSdämpfe und setzten den SpilituS selbst in Brand. Dle Feuerwehr mußte gerufen werden und war längere Zeit in Thätigkeit.— Am 4. d. M. Nachmittags stürzte der mit dem Abbruch eines Schuppens auf dem Grundstück Kottbuserdamm 7 beschäftigte Zrmmermann Krause aus einer Höhe von etwa 5 Meter herab und zog fich eine anscheinend schwere Verletzung am linken Auge zu. Er wurde mittelst Droschke nach dem Krankenbause Bethanien gebracht.— Zu derselben Zeit lief ein 8 Jahre alter Knabe beim Spielen in der Prenzlauerstraße unter die Räder eines im Schritt fahrenden Bäckerwagen», wurde über» fahren und anscheinend innerlich schwer verletzt.— In der Nackt zum 5. d. M. stürzte fich eine Frau in selbstmörderischer Adficht aus dem Fenster ihrer in der Neanderstraße 4Tr. hoch gelegenen Wohnung auf den Bürgersteig herab und verstarb auf der Stelle. Die Leiche wurde nach dem Leichenschauhause gebracht. Nereine mh Nersammwngen« * Der Fachverein der Schneider hielt am Montag Abend im Detgmüller'fchen Lokal, Alte Jakobstraße, eine Ver- sammlung ab, in welcher Herr Taeterow über den Beruf der Presse referirte. Derselbe führte au», daß es den Arbeiter» Vereinigungen unter der herrschenden Preßkorruption schwer werde, objektlven, der Wahrheit entsprechenden Berichten Auf- nähme in die TaaeSpreffe zu verschaffen. Die Preffe suche oft die angeführten Thatsachen so darzustellen, wie eS den Leitern der Presse gerade gefällt. Die Berichte würden oft mit dem größten Raffinement entstellt. So habe e» da» anttsemttische „Deutsche Tageblatt" vor Kurzem fertig gebracht, ihn(Redner) al» einen Judenhetzer erster Größe hinzustellen, waS indeß nur allaemeine Heiterkeit hervorrief, da genügend bekannt sei, daß Redner die Gleichberechtigung alles dessen, waS Menschenant- litz trage, stet» befürworte. Derartige Betspiele könne man viele anführen. ES sei an der Zeit, daß man auf Mittel stnne, diesem chronischen Hebel abzuhelfen. Wenn auch zu erwägen sei, daß die Preffe ein Geschäft»- Unternehmen sei und ohne Kapital nicht exlstiren könne, so sei doch zu verlangen, daß fie nicht zum Vntheidiger und Dimer einer Korruption werde. Jedm Schwindel und Betrug sollte die Presse mergisch be- kämpfen. E» müsse die erste Forderung einer wirklich freien Presse sein, die herrschende Korruption zu beseitigen. Auch die Literatur im allgemeinen wäre tief gesunken und ließe 6H darüber dasselbe anführen, wie über die TageSpreffe. ngeficht» dieser Thatsackm müffe energisch Remedur geschaffen wervm und wäre es Pflicht eines jeden aufgeklärtm Arbeiters. nur Blätter und Schriften zu unterstützen, welch« nach allen Richtungen hin die gemeinsamen Jntereffm der Arbeiter ver- treten. Redner forderte zu zahlreichem Abonnement auf da» „Berliner Volksdlatt" und die„Neue Zeit", Revue de» geistigen und öffmtltchm Leben», auf. Nachdem noch Herr Radnitz auf die Entstehung der„telegraphischen Preß- Bureau»" und auf die Unzuverläsfigkeit ihrer Mtttheilungen hingewiesen hatte, wmde über die Fachschule gesprochen, da zu Ausgang der Saison«in Unterricht» Kursu» im Zuschneidm eröffnet wer» den soll. t Eine Arbeiterinnen-Versammlung tagte am Dient' tag Admd im„Vorftävltichm Kasino, Ackerstraße 144, in W Frau Cantiu» referirte. Fast scheint e», al» besorgten nunmeh! die Christlich- Sozialen, da Herrn StöckerS LiedeSwerduvg« fehlgeschlagen find, die Taftik, durch Radau und Ulk den tlr- detterinnenversammlungen das Gepräge der Lächerlichkeit P geben. Selten habm wir einer Versammlung beigewohnt,* welcher die„gebildete" Jugmd fich so pöbelhaft benahm,# in dieser Versammlung. Die Referentin betonte die Noihwa» dtgkeft einer festen Arbeiterinnenvereinigung. Bei den hart»' losesten Worten erschallten die höhnenden Stimmen der„Rad<« wacher". Die Vortragende fand viele Zustimmung, ßa* Steindorff führte etwa folgende» aus: Gern möchten inSbe sondere die in Putz- und anderm offenen Geschäften thätig« Mädchen fich in die Arbeiterinnenvereine aufnehmm lasse»! die Furcht vor Entlassung deSbalb sei aber zu groß. G««* diese Branche stelle mit da» größte Kontingent zu den durt die Roth Gefallenen. Ziemlich hart ging Herr Kunkel mit W „Radaumachern" in» Gericht. Frau Lohse unterwarf besonder! die Abzahlungsgeschäfte einer krfttk. Sehr Widerspruchs� war die Rede eine» Herrn Gerson. WaS er den ArbiiterinM« auf der einen Seite zugestand, da» Recht der Aufraffung ur-5 Selbstbestimmung, nahm er ihnen wieder, indem er mel»tl- daß ste gar nicht nöthig hätten, in Versammluungen zu gehet. Frl. Wabnitz und Herr Kunkel übernahmen die„AdführuM dieses Redner».— Nachdem noch zum Anschluß an den beiterinnen verein im Norden Berlins" ermahnt worden, W die Versammlung in der zwölften Stunde. Im Kachverein der Steinmetzen erstatteten in der leht« Versammlung am Sonntag, Sophienstr. 34, die Delegirts? Bericht über den Verlauf de» Kongreffe» zu Köln a. Ast welcher am 25., 26. und 27. April stattgefunden hat. Z* Resultat desselben war ein recht befriedigende»' 27 Delegb» waren erschienen und vertraten dieselben 30 Stavte und 3000 Steinmetzm. Nach Erledigung de» 1. Punkt der Tag� Ordnung de» Kongresse»:„Besprechung über die Lage if Verhältnisse im Steinmetzgewerk" wurde vom Kongreß em Resolution einstimmig angenommen, dahingehend, daß � Aufbesserung der Löhne und eine geregelte Arbeitszeit dringm notbwendig sei. Die einzrtnen weiteren Beschlüsse deS ff gresse» sollen erst durch daS Protokoll den Mitgliedern bekaf gegeben werden.— Der Vo fitzende Herr Stieder vertag hie? ein Antwortschreiden vom Vorstand de» hiefigen Meistervere? detreffend die Einführung eines Tarifs für Marmor- u? Granitarbeiten. In dem Schreiben wurde gesagt, daß r Lohnsätze viel zu hoch gegriffen seien, daß aber Meister in Unterhandlung mit den Gehilfen treten moU* wenn die Forderung derselben eine gesunde Grundlage M — Von sämmtlichen Rednern wurde gewünscht, daß man ff den nächsten Tagen eine Versammlung einberufen WMe,? endlich einen definitiven Beschluß zu fassen, da in Berlin übliche Tagelohn 4,50 Mt. beträgt, aber in einigen statten nur 3 50 M. bezahlt würden. Auch über die � schiedenen Löhne für Granitardeiten wurden von elnW Rednern recht interessante Dinge vorgebracht.„Jeder Arb?> gebet zahle die Akkordpreise nach seinem Belieben, e» bg sehr häufig vor, daß Tage und Wochen lang an einem gearbritet wird, ehe der Arbeiter weiß, wa» er dafür bekooM dabei entständen dann noch sehr ost„Nö geleien", da die zahl der Geschäftsinhaber nicht Fachleute sind. E» rv»? beschlossen, in wenigen Tagen in einer öffentlim' Versammlung bestimmte Stellung zu nehmen und einen W? Lohnsatz vom 15. Mai d. I. ad einzuführen. Zum 3.% der Tagesordnung:„Besprechung über die von den Metfi-? erlassene Platzordnung", wurde nach kurzer Debatte beschloß': diese Platzordnung in den Werkstätten nicht anzuerkennen,�, der Voistand de» FachvereinS deaustragt, mit dem M%, v-rein behuf» Herstellung einer Werkstätten Ordnung in% dindung zu treten. Zu„Verschiedenes" wurde u. Frage angeregt, ob der Berein seinen Mitgliedern bei leiten im Arbeitsverhältnisse nicht unentgeltlichen: gewähren wolle. Ein Antrag, dies einzuführen, stimmig angenommen. Der VerkehrSaftgeselle, Herr!#% wurde hierauf ein Jahr wiedergewählt. Derselbe ern�' die Kollegen, welche noch nicht regelmäßig zur FterndenU»� stützungSkaffe zahlen, diese» zu thun, da die Ansprüche Kasse immer größer werden. Tischler Berlins. Sonntag, den 9. Mai, Vor 10 Uhr, Versammlung in Keller'» Salon, AndreaSstr. Tagesordnung: Die Unterschlagungen bei der OrtSkranletp der Tischler und Pianofortearbeiter Berlins *.!( Oichciui k!S . JB., d« ZlSgetibt Ürtetgaa Die Fachkomniisston der Eteivdrncker und graphen ersucht alle Diejenigen, welche noch im Best» � Streikltften find, solche bi» spätestens Sonnabend, an Herrn Witzel, Bernauerstr. 106 v. 3 Tr-- a 8. d. M geben. S'funben Ipreche.d« Das %% suhrvach ®Äl; 'Ntereffeg � betei % Ma, % �»schäum R* Rw«« % ganzen 5 »'cht dei bi« M 3'olUfaiti .Wen fi« *** gerat cher Seit S, .�rauvtw 1°«heblt L�pektor Ketzte Nachrichten.,„ Die wichtigsten Mittheilungen, die uns Abend* gehen, betriff-n die Arbeiterbewegung in CHU�-tp Allem Anscheine nach ist e» dort zu heftigen ZusammeNM zwischen Polizisten und Streikenden gekommen. Ew** telegramm der„Nat. Ztg." meldet unter dem 5 Mf•& Chilago versuchte in der letzten Nacht die Polizei, ein« sammlung deutscher Sozialisten zu sprengen. Die S0»'ff ap warfen Bomben unter die Poliiisten, wodurch 10 drtW getödtet, 20 verwundet wurden. Die Polizei gab darauf � Salven auf die Sozialisten ab, welche von diesen<1%,, wurden. Schließlich flohen die Sozialisten nach wütb�l Widerstände. Ihrer 59 find erschossen. Die Lage in � ist bedenklich."— Ein andere» Telegramm lautet: Abend» kam e» zu einem erbitterten Kampfe/: Polizei und den Sozialisten, welche stch in einer St»» � etwa 15 000 Mann versammelt hatten. Der Auffordermw* Polizei an dieselben, fich zu znstreuen, wurde nicht 1%# j leistet. E» wurden mehrere Dynamitdomben geworfen,%# fünf Polizeiagenten getödtet und viele verwundet Durch die auf die Meuterer feiten» der Polizei abg