m Dw» t, 1mW nunmtji Mtbung« t den«p [idbteii g oohnt, o ahm, m Noibm» >tn ban» � // ttn intde IhäHfl« n laflfi . Gera« den W :l mit W 6efonSnd«ep er Zog** A i da d deö. n btWf >S ervi ior> rl n wollg age Wj ß moi� °A '.'«Ä betom� dieM'p 3. **. 106 Freitag, den 7. Mai 1886. III. Jahrg. MerdMIall Lrgan für die Interessen der Arbeiter. V .eS M bek-� hW s AZ .e m 91k. QNl t» MG ÜT2 H Ä SS a!« Sn kutfitjf Jädjnnps k Aftiko. i Mi« l,««! die vndkrbliche W«. kuvg, welche der EchvapS, y".Feuerwafier', auf die ZndianerfiSmme in Amerika °u«Riüi't Hai. Tanze Glömme find butch den übermäßige« tsuß von imponirtfm europäischen SchnopS, de« sie beim �mchbanbel in Masse dezogen, koirumpirt, eniverot dem »lerganp überliefert worden. Es ist auch bekannt, daß den Wilde« die schlechtesten Sorien von gebrannten TT"**" gab, für die fich in Europa wohl kaum Abnehmer ipreche d hiiUen. Die Wirkung war auch eine dement- nift.?a* Launen im eigentlichen gebildeten Deutschland ar deihaih nicht gering, alt seinerreit der Abgeordnete fuk>. im RnchSioge ganz rffen die EchvapSauS- mt« als ein Mittel zur Beförderung derZwilisaiion Re.. behauptete, die Zivilitation bedürfe solcher„Icharfer D-url�! J Wir sagen aut drück!, ch: im eigentlich gebildeten ßph.iK. war da« Staunen groß, denn zu den eigentlich inr».» rechnen wir jene Leute nicht, die ihre Sonder- Ui-xt gänzlich über die gemeinsame» Interesse« stelle» ig?rre« ganze Weltanschauung ei» grober Materialismus o»a, n konnte sich doch denken, daß die Wirkung deS "»geführten Schnapse« in Afiika eine ähnliche sein mußte, km t' ben Indianern in Ame'ika. Herr Wörmann aber jr�.'piter noch ei» mal auf die Sache zurück und hielt seine Ichauunq aufrecht. e. Da kamen dann einige Missionäre und wendete« iSb e?!2 h.'* verderblichen Wirkungen de« bei den Negern «iaI v""�«führten Branntwein«. Wir bedauern, daß es ganze«, gewesen sind, denn wir könne« dem Vicht de« nv«?»' weder dem innern«och dem äußer«, die M.lüln».. � Teschmack abgewinnen, und halte« t s S SHl SnsptiÄ T mao st- darstelle. Der bremische MissionS. �rolckt,,!. t a®1®0.t,et dem Herr« Wörmann in einer k(t teift.» m dann an, was— nach de« Berichten �euiUr. v Kommission— an Branntwein au« bew.?, �? na(d Afrika ausgeführt wird. Die Spirituosen ""st- 48 pEt-, für da« Jahr 1884 aber Es niuvk dCt. der gefammten Ausfuhr nach Afrika. Mbn 61 Hamburg nach Afrika im Jahr 1883 aus. i»,«».. i Doppel, entner Spirituosen; im Jahr 1884 »och Westafrika allein über Hamburg schon 351 290 •"»otn«.] JeuMeton. Mue Mutter. Roman von Friedrich verftäcker. K ■A d $ '0 « AhÄ (Fortsetzung) WWW " � habe eine Bitte an Sie/ wtk*tt Schwester Paula in unserem�Hause.... m ««Uoch Bräutigam dürfe« etwa« davon erfahren. #### 5«.Da«!« Ihne«, lieber Handor/ sagte der junge Wy*'"dem er ihm die Hand drückte.„Sie werde»««« ""h unendlich verbinden; Sie wisse« ja selber,«»- Dopp.-Ztr. Es ginge« nach Westaftika im Jahr 1884 fürsech« Millionen mehr Spirituosen, al« in einem frühere» Jahr nach ganz Afrika. Dieser Branntwein vertheilt sich nicht, wie Herr Wörmann behauptet hat, auf mehr al« hundert Millionen Neger, sonder» wird, wie Mission«- inspektor Zahn überzeugend ausführt, meisten« an de» Küsten und an de» Munounge« der schiffbaren Flüsse kon- sumirt, so daß er stch auf nur wenige Millionen Neger vertheilt. E« wäre interessant, zu erfahren, inwieweit da« Hau« Wörmann an diesem Schnapt-Export betheiligt ist. Erst dann könnte man die wahren Verdienste des Herrn Wörmann um die Verbeitung von.Zivilisation" in Afrika richtig würdige«. Von viele« Seiten wird über die Qualität deS nach Afrika ausgeführten Branntweins dasselbe behauptet, wa« man von dem.Feuerwasser" sage« tonnte, da» ma« de« Indianer« von Nordamerika zutrinken gab. Herr Wörmann bkstreitet da« natürlich auch. Wir wüsse« indessen dem Herr« Zahn recht geben, wen» er de» ganzen Streit damit abthut, daß er sagt, der sogenannte unschädliche Brannt« wein s-i schädlich genug. Da« glaube» wir auch. Ueber die Wirkungen de« BianntweinS bei de« Neger» bringt Herr Zahn interessante Zeugnisse bei. Er erzählt, daß e« bei den Neger« Sitte geworden ist, bei Leichen« feierlichkeite« fich völlig in Branntwein zu berausche». So wird au« der Stadt Begoro von einem Misfionär über ei« Leichenbegängniß berichtet: „Ein Schauspiel traurigster Art sollte» wir zu sehe« bekomme». Ich hatte in meinem Lebe««och nie eine ganze Stadt von 4000 Seele« b e» rauscht gesehen. Ich sage aber nicht zu viel, wen» ich sage: Die ganze Stadt Begoro hatte ei« e» Rausch. Greise und Treifinne», Männer und Weiber, Jünglinge und Jungfrauen, Knaben und Mädchen tanzten und taumelte«, sangen, schrien und spie» — und da» in der schamlosesten Weise. Sie entwürdigte» fich unter das Thier. Der Häuptling, der Wächter de» Gesetzes, war so berauscht, daß ihm, al« er uv« die Hand zum Gruß gebe» wollte, ein anderer Man» die Hand in die unsenge legen mußte. Diefir Anblick machte mir da» Herz recht schwer und ich konnte nur seufze» bei dem Ge- danke», daß durch de» unheilvolle» Branntweinhandel der Europäer solches geschähe. Jeden, der da» mit angesehen hätte— er müßte«icht gerade ei« Misfionär, sonder« nur ei« fittlich fühlender Mensch gewesen sein— hätte diese traurige Szene überzeugen müssen, daß der Branntwem die„Zivilisation" geradezu unmöglich macht." Derselbe Missionär berichtet wetter: „Ich ließ mir von den Eingeborenen erzählen, daß meine Schwester da« Theater liebt und dafür schwäimt. Irgend ei» hübsche« neue» Lustspiel von Sende vielleicht und nicht zu lang; aber Sie könne» am besten beurtheile», wa» dafür passend ist." „Gewiß, Herr Graf, gewiß, ich— ich finde sicher etwa«; nur— nur in diefirn Augenblick..." „Nun, natürlich läßt fich da« nicht so Knall und Fall bereden," sagte Graf George;„überlege« Sie fich die Sache, und bitte, gebe« Sie mir morgen Abend spätesten« Nachricht. Ich muß jetzt fort, den» ich bin zu einer Whist- Partie engagirt. Also, Adieu Handor, auf Wiedersehen!" und damit reichte er ihm die Hand.„Guten Abend, meine Herren I" Handor trat zum Tisch zurück und mußte fich merklich zwinge», seine rubia« Fassung zu bewahre». Er bestellte noch eine Flasche Champagner und trank hastig; aber die Gedanke» ließe» ihm nicht Ruhe, er mußte allein sein und stand endlich auf, die Gesellschaft, der seine Aufregung«icht entgehen konnte, zu verlasse». Ein paar Gäste wollte« ihn«och mit seiner Zerstreut« heit»ecke»; aber er ging»icht auf ihre Scherze ein und verließ endlich»ach einer unbestimmten Entschuldigung da« Zimmer. Draußen an der Treppe, die hinauf auf die Straße führte, traf er Trauvest, an dem er. mit einem kurze» Gruß vorüber wollte. „Höre« Sie, mei» lieber Ha»dor ," redete ihn dieser an. „Ja, Trauvest?" „Sie nehmen e« mir»icht Übel," fuhr der Wirth freundlich fort,„aber ich muß Sie wirklich bitten, daß Sie mir wenigsten« eine» Theil Ihrer schmählich auf» gelaufene» Richnung zahlen. Ich selber habe meine letzte Wemsendung in den nächste» Tage» zu berichtige« und bin wirklich in Verlegenheit, wo ich da« Geld hernehme« soll; ich würde Sie sonst doch nicht belästigen." „Hm, ja. Trauvest, wie viel bin ich Ihne» den« eigent- lich so ungefähr schuldig?",, „Nun, e« werde« ohne da« Heutige immer so eine drei- hundert und einige fiebenzig Thaler sei».' früher, ehe man den Branntwein kannte, bei heidnische« Feste» zwar getrommelt, gesungen und getanzt woiden sei, aber«icht ge runken, an vielen Orte« nicht einmal Palm- wein, da dersilbe»icht überall ,u haben ist. Man aß und brachte dem Fetisch ein Huh», Baws und Pisang. Niemand fiel e« ei», zu sage«:„Wenn nur auch wieder Jemand sterbe« würde; man hat schon seit lange nichts mehr zu tri»ke» bekomme« I" Mit eigene« Ohren aber habe ich sagen hören:„Es giebt doch in der Siadt alte Weiber Sevug; wen« alle 14 Tage oder drei Woche« ein« davo» erben würde, dann hätte man doch immer genug zu trinken," nämlich Branntwein..... Wie toll der Branntwein einen berauschte« Neger mache» kann, davon vermag man sich in Europa keine Vorstellung zu mache». Ist er berauscht, so glaubt er sich vom Fetisch besessen, macht Sprünge in die Luft, tanzt wie rasend, hat Zuckungen, verdreht die Glieder und die Auge», kurz er thut wie ei» Besessener." Man könnte«och viel aus der Zahn'schea Broschüre anführe» über die Wirkungen der Wörmann'schen„Reiz- mittel". Einstweilen sei eS damit genug. Herr Wörman« aber sagt:..Es ist wahrlich kein schlechte« Zeiche», wen» man solche Wirkungen des Branntwein« nur bei besondere» Gelegenheiten koostatire» kann." Soll vielleicht die Bevölkerung der Stadt Begoro erst alle Tage bettuvke» sein, um bei dem Herr» Wörman» Bedenke« wachzurufen? Dir Jteis« Wohl Mi 2. Wal § Mehr als hunderttausend Stimmen find am 2. Mai für den Verurtheilten von Villefranche abgegeben worden, eine Thatsache, die der französtschen Regierung wohl zu denken geben sollte, ob ihr VerHutten in dem Streit zwischen den Decaze- viller Grubenleuten und den orleantsttschen Finanzmännern und Aktionären ein glückliches war. Zwar ist Roche der Bundes- genossenschast der bürgerlichen Radikalen und Opportunisten erlegen, aber die Zahl der Stimmen, die er auf fich vereinigte» ist doch allen, Freunden wie Gegnern, überraschend gekommen. In manchen Wahlbezirken bat fich eine ganz bedeutende Ver» schiebung zu Gunsten diS Sozialisten herausgestellt. So im 20. Arrondlffement, in welchem diesmal 8341 Wähler für Roche, 1100 für SoubriS, auch einen Verurthetllen von Decazeoille, und nur 7225 für Gaulier, den Gegenkandidaten, eintraten. Ernest Rocke, der so bekannt gewordene, ist noch ein junger Mann, in der Mitte der dreißiger Jahre, und war ursprünglich sein'm Beruf« nach Graveur. 1872 mischte er stch zum ersten Male in die Arbeiterbewegung, trotz der Verfolgungen, welchen nach der Unterdrückung der Kommune alle Führer der Proletariates ausgesetzt waren. In Bordeaux stand er an der Spitze derer, welche eine allgemeine Amnestie forderten und die Wahl und die darauffolgende Fretlaffung deS alten Revolutionärs „Dreihundert, alle Teufel, das hat fich merkwürdig auf- summirt!" „Ja, liebe, Gott," sagte Trauvest achselzuckend, „billige Weine trinke» Sie«icht, und eine hübsche Zeit ist ebenfalls verstrichen, feit Sie die letzte Abzahlung machten." „Sie habe» recht, Trauvest," sagte Handor, indem er seinen Paletot zuknöpfte;„den Wievielten schreibe» wir heute?" „Der Monat geht auf die Neige." „Am Ersten solle« Sie dedacht werde«, Sie gehe» vor." „V.rgessen Sie'« nur nicht, Herr Handor." „Gewiß nicht, alter Freund; gmen Abend!" Und er stieg die Treppe hinauf, die hinaus in'« Freie führte. Jeremias. Ehe fie nur da» kaum zweihundert Schrttt« von dort gelegene neue Wohnhaus des Grafen Rottack erreichte», waren Jeremias und die kleine, lebendige ftanzöstsche Bonne, die aber ziemlich gut Deutsch sprach, schon die beste« Freunde geworden, und selbst da« kleine Helenche» schien sich so wohl bei ihrem neuen Wärter zu finde», der auch fortwährend mit ihr lachte und plauderte, daß fie nicht die mindeste Furcht mehr vor ihm hatte. Nur der kleine Günther betrachtete ihn noch immer ein wenig scheu und mißtrauisch von der Seite— er konnte augenscheinlich»och nicht recht klug au« ihm werde», und dann war Jeremias doch auch eine von alle« denen, mit welchen er bis jetzt verkehrt, so verschiedene Persönlichkeit, daß sich der kleine Bursche fast unwillkürlich von ihm zurückhielt. Jeremias hatte aber jetzt auch in der That genug mit fich selber zu thuv, den« so unbefangen er sich sonst i» allen Lebensverhältnisse« benahm, so fühlte er fich doch, als er i« deesem Augenblick die neue und sehr elegante Woh» nung des Grafen Rottack bettat, in einer fo vollständig un- gewohnte» Sphäre, daß er einige Zeit brauchte, um sich hinein zu finden. In Brafilie« hatte er allerdings verschiedene Male mit Grase« und Gräfinnen verkehrt, aber das waren auch ganz Slanqui durchsetzten. Damit war der Ruf Roche'i all Redner und Agitator begründet. Die Arbeiter von Bordeaux er Tanntttt seine Verdienste an, indem sie ihn ein Jahr ipäter zum D-legirten für den Mar stiller Kongretz wähllen. Ein Blatt, daS Roche gründete, ging jedoch nach einigen Wochen trotz aller Anstrengungen der Betbeiltgten ein, und so wandte stch Roche nach Parit, wo er 1884 in die Redaktion des „Jntrar-figeant" eintrat. Bei dem großen A ubenardetterslreik von An, in finden wir ihn mit den beiden Männem zusammen thätig, die auch in Decazeville an der Spitze der Streikenden standen: mit Duc Quercy, einem Redakteur des„Cci du peudle", der jetzt im Gefängnlß schmachtet und mit BaSly, der es nur seinem Adgeordnetenmandat ver- dankt, daß er noch immer frei ist. Im April 1884 war Roche bei den Pariser Kemeinvewahlen der Kandidat der Sozialisten im 17. Anond ffement, er unterlag, aber es fehlten ihm nur etwa 100 Stimmen an der Majorität. Dem Streik von Decazeville gab wiederum Roche mit seinen beiden Genossen die Bedeutung, die er mit der Zeit gewonnen hat. Aus einem bloßen Verlangen nach menschen- würdigeren Löhnen entstanden, von wiiden Leidenschaften ge- tragen, die stch in der Ermordung Watrin» Lust machten, nahm der Streik unter der neuen Jührung allmälig den Charakter eines zielbewußten Klassenkampfes an. Die Bergleute traten all die Vertreter des ArbeiterstandeS auf, in ihrer Forderung der Rückgabe der Minen an Aibeitergenoffensch.ften spiegelte stch das ZukunftSprogramm dcS ganzen Proletariats wieder, und je mehr stch d-er Emfluß der Führer in dieser Ricktung geltend machte, je ernster und würdiger die Haltung der Berg- leute wurde, desto giftiger ward der Geiser, den die„gut- gestnnte" Presse gegen die Roche und BaSly spie. So schrieb der„Tempi� Ende April:„Durch ihr Kommen und Gehen, durch ihr Benehmen, durch das, was fie sagen, wie durch daS, was ste verschweigen, durch alle Mittel, die ihnen zu Gebote stehen, bemühten fie stch ige« meint find Roche, Duc-Quercq und BaSly), den Streik zur Entartung zu dringen, den lolalen, wirthschastlichen Streit zu einem polttiichen und sozialen Kampf umzuwandeln, der weit- hin seinen Widerhall finden muß. Ihr Bestreben, ihr ver« dammenswerthes Streben bestand darin, die Gemüther zu ver- giften, daS revolutionäre Gift denen einzuimpfen, welche blehcr ruhige Bürger gewesen waren; und man wird die Größe dieses Uibtls um so besser begreifen, wenn man bedenkt, daß die Arbeiter dieser Gegenden nach ihrer materiellen wie geistigen Lage ganz anders find, alS die Arbeiter der industriellen Zentren; fie bauen noch ihr Stück Land, ihr ganzer Ehrgeiz ging dahin, ihr und ihrer Familie Einkommen soweit wie möglich zu erhöhen Erst diese Gesellschaft von Agitatoren, von polmschen Strebern hat die elenden und unwissenden Leute in Kämpfer für eine soziale Umwälzung verwandelt, von der ste früher nichts ahnten, deren Bedeutung ste nicht einmal kannten." Nichts war denLson Say und den Petitjeans unangenehmer, als die ruhige Besonnenheit, welche fich unter der sonst so un- ruhigen Bevölkerung verbreitete, die fich ihrer hohen Misston mehr und mehr bewußt wurde. Alle Aufreizungen und Ge- waltthaten seitens deS Mtliiär» und der Grudenverwaltung fruchteten nichts, und so setzten denn die mächtigen AuffirbtS« räihe in Paris die Verhaftung von Roche uno Duc- Liuercys durch, um dem Streik die Häupter abzuschlagen. Gefesselt wurden die beiden Sozialist:» ins Gefängnlß geführt» daS Gericht verurtheilte fie zu fünfzehn Monaten Haft wegen Ver» leitung zum Streik durch falsche Nachrichten u. s w. Die Jlmiser Wählerschaft urthetlte anders; als das LooS für die andidatur Rochr's entschied, gab fie ihm in 100000 Stimmen ihr volle« Vertrauen zu erkennen. Die Regierung sab stch unter dem Drucke der öffentlichen Meinung gezwungen, Roche auS dem Gefängnisse einstweilen zu entlassen, damit er seine Kandidatur vertreten könne. Vielleicht wird die Regierung au» dem Resultat der Wahl vom 2. Mai auch noch weiter entnehmen, daß daS Urtheil des Gerichtshofes von Ville- franche dem öffentlichm Bewußtsein nicht entspricht, sondern nur dem parteiischen Interesse einer kleinen, aber einflußreichen Klique. Wir glauben freilich nicht, daß die Regierung soweit von dieser Klique unabhängig ist, daß fie Roche und Duc- Quercy ganz freiläßt. Letztere werden fich also damit trösten müssen, daß ste die Zustimmung der„unteren" Klaffen voll und ganz erworben haben. Politische Weberstcht. Ihrem Groll über die letzte Rede de« Abg. Richter macht die„Nordd. Allg. Zta.", daS Organ des Kanzler«, in folgenden Worten Luft:„Wie in allen Dingen, so muß man auch in der Schmeichelei Maß halten. Der Panegyriku«, den Herr Richter auf Herrn Windthorst hielt, war aber ,o unmaßig und geschmacklos, daß er den deadfichtigten Eindruck nicht her« voi rufen konnte. Man hatte das Glfüdl» daß hier nicht ein freier Mann auS freier Uederzeugung Lob spende, sondern daß ein Sklave stch ängstlich vor seinem Herrn und Meister platt auf den Bauch werfe." andere Verhältnisse gewesen. Titel und Name» mochten sie allerdings gehabt habe«, aber der äußere Glanz fehlte ihnen dort, der im alten Vaterland unter solchen Verhältnissen, wen« auch oft auf das künstlichste, doch stets gewahrt und beobachtet wird, und so unbefangen er anfangs die Ein« ladung zum Diner von dem jungen Grafen angenommen hatte, dessen er sich noch recht gut erinnerte, wie er mit der Violine in Santa Clara herumlief und bei Bohlo« an de« nämlichen Tisch« sein Bier stank, an dem er selber ab und zu einsprach— so befangen fühlte er sich jetzt plötzlich, als er die betreßten Diener sah, die herzusprangen, als Graf und Gräfin da» Hau» betrate«, und die Ehrfurcht bemerkte, mit der das junge Paar von allen Seiten behandelt wurde. Za, er kam in die größte V.rlegenheit, als er Helenchen auf den Boden gesetzt hatte und einer der Diener zusprang und ihm de» Hut abnahm, während ein anderer— was er eben an Graf Rottack gethan— auch zu ihm kam, um ihm de» Oberrock autzuziehen. „Bitte," sagte Jeremias erschreckt,„ich habe nur de» eine» an und kann doch..."— er hielt plötzlich inne, denn er sah, wie sich die Bonne nur mit Gewalt da» Lache« verbiß, und der Diener selbst trat etwa« bestürzt zu- rück, weil er bemerkte, daß er den Fremde« in Verlegenhett gebracht. „Kommen Sie nur herein, alter Freund," rief Rottack, der verhindern wollte, daß er sich vor de« spottlustige» Diener« eine Blöße gab,„und thun Sie, als wenn Sie hier zu Hause wären!— Ist das Esse« fertig?" „ES kann jeden Augenblick servirt werden, Herr Graf." „Schön, dann lasse» Sie auftragen." Jeremias folgte der freundliche« Einladung, aber er war noch weit davon entfern», sich behaglich zu fühlen. Erstlich hatte» sie ihm seinen Hut weggenommen und er wußte jetzt«ich», was er mit seine» Hände» anfangen sollte; dann hatte er vergessen, sich draußen abzutreten, und auf dem Teppich hier, den er so schön»och auf keinem Tische gesehen, sollte er jetzt mit den staubige« Siiefel« her« umlaufen. Rottack aber, der fich etwa denken konnte, was in der Die Diätenprozesse in der Appellinstanz scheinen neuerdings eme andere, tür die Bellagten günstigere Wendung zu erhalten. Die„Volks-Zettung" erhält darüber nachstehende Zuschrift: Bei einzelnen der Beklagten, so bei dem Adgeorv- neten Heine, hatte das betreffende OberlandeSgericht, in diesem Falle das zu Naumburg, angenommen, daß schon der einfache Beweis, der Abgeordnete habe Diäten aus Partei« mittel» erhalten» genüge, den Fiskus laut der betreffenden Paragraphen des LandrechtS(Verstoß wider die Ehrbarkeit) zu ermächtigen, den unerlaubten Gewinn„an fich zu reißen".— Allerdings berührte ei sonderbar, daß man plötzlich in dm Blättern eine wahrscheinlich offiziöse Notiz fand, in welcher de« bauptet wurde, daß der FiikuS die vom ReichStagSabgeordneten Heine empfangmen Parteid rät« n nicht„an fich reißen" könne, weil die Höh« der Summe nicht festgestellt fei. ES würde aber doch wahrlich genügm, eine bestimmte Forderung seitens de« FiskuS aufzustrllen und dann dem Abgeordneten Heine, wenn er die Forderung bestritte, einen Eid zuzuschieben, eine wie hohe Summe er bekommen habe. Davon hat man vor- läufig Abstand genommen. Jnzwischm hat daS Oberlandes- aericht in Breslau eine ganz andere Taktik eingeschlagen. Dem e bm gmügt der einfache Empfang von Patteidiatm nickt, um dem Frikus das Recht der Konfiskation derselben zuzusprechen. Der einfache Empfang von Parteiviäten verstößt nach der Auffassung dieser Appellinstanz noch nicht wider die „Eh barkeit", welche das prmßtiche Landrecht aufstellt, sondern nur der Empfang solcher Diäl-n, bei dmm der Empfänger fich verpflichtet hat, für diese Diätm in einem bestimmten Sinne zu wirken resp. abzustimmen. Das BreSlauer Gericht hat nun bekanntlich nach dieser Richtung hin Zeugenerhebungen veranlaßt und soviel unS bekannt geworden ist. find diese Zmgm« Hebungen dahin ausgefallen, daß Kräcker sich nicht veipflichtet hat, für t der Abgeordnete den Empfang von Partetdiätm nach irgend einer Richtung hin im Reichstage zu stimmen.— Dasselbe Oberlanvesgcricht nun, welches den Abgeordneten Heine e n d g t l t i g verurtheilt hat, da die EmpfangSsumme zu gering ist, um der Reviston de» Reichsgerichts zu unterliegen, und zwar deshalb lediglich verurtheilt hat, weil Heine Partei. diäten bezogen hat, das Oderlandesgericht zu Naumburg, hat stch auch mit dem Dtätenprozeß gegen den Abg. Hasen» clever zu beschäftigen, dessen e n v g t l t t g e Aburtheilung aber nur durch das R e i ch s g e r i ch t erfolgen kann. Bisher war man der Meinung, daß auch hier eine V-rurthetlung, ebenso wie bei dem Abg. Herne, einfach auS dem Grunde, daß Hasenclever Parteidiäten empfangen, was er nicht bestritten, erfolgen würde.— Da plötzlich kommt der klägerische Anwalt mit neuen Anträgen. Zuerst läßt er den Magistrat zu Halle a./S. beweisen, daß Hasenclever Familie und ein ge- ringe» Einkommen habe und ohne Unterstützung in Berlin fich nicht monatelang aufhalten könne. DaS hat Hasenclever de- tanntlich zugegeben. Daß ferner Hasenclever Diäten von Par- tetwegen empfangen habe. Gleichfalls von dem Beklagten zugegeben. Und nun ziliren wir die folgenden Anträge deS Vertreters deS FiikuS, deS Justizraths Herrn Bennecke, wörtlich: „Nr. 3. Auf dem Gothaer Sozialistenkongrisse vom August 1876 ist beschlossen, daß den RcichitagSabgeordneten der sozialdemokratischen Partei, welche im Parteiintereffe zu stimmen versprechen, Diätm bezahlt werden sollen.— Beweis; Zeugniß der ReichStagSabgeordneten Bock(in Gotha), Bebel, Liebknecht, Rittinghausen, Singer und Kräcker." Hierzu wollen wir nur bemerkm, daß Rittinghausen und Singer, und wir glauben auch Kräcker, n i ch t auf dem de« treffenden Konoreffe in Gotha anwesend waren. „Nr. 4. Der Beklagte hat versprochen, da» sozial« demokratische Parteiprogramm zur Richtschnur zu nehmen, namentlich für Bewilligung von Diäten zu stimmen. Ihm find aus dieses sein— dem Wahlkomitee abgegebenes— Versprechm hin für den Fall der Annahme des Mandats und des Eintritts in den Reichs» tag seitmS des Vorstandes deS sozialdemokratischen Wahl- komttees Diäten versprochen und auch in Höhe von 3 M. pro Tag gezahlt worden. Beweis: ebmso. In einer Gegenerklärung bestreitet der Verklagte diese Angaben(3 und 4) und beruft fich auf dieselben Zeugen, wie der klägerische Anwalt.— DaS OberlandeSgericht zu Naumburg, das heißt hier der Anwalt de« FiskuS, hat fich son st auf den Standpunft deS Breslauer OderlandesgerichtS gestellt. Da« Volk in Waffe«. Bayern hat eine Armee in Prn- ston zu erhalten, schreibt die„Frk. Tagespost", die fast so groß ist, wie die aktive Armee deS GroßbkrzogthumS Baden. Sie umfaßt 36 Generale, 60 Obersten, 77 Odetstlieutenants, 81 Majore, 306 Hauptleute und Rittmeister, 99 Premier- und 119 Sek.Llteuten., 44 Aerzte, 106 Verwaltungsdeamte, 14 Audi« teure, 22 Sekretäre, 8 Veterinäre, 3 Apotheker, 10S Unterbeamte, 29 Junker und Hartschiere. 567 Feldwebel und Wachtmeister, 1208 Unleroffistere und 4593 Gefreite und Gemeine. DaS ergiebt eine Armee von 7477 Mann im PenfionSftande! Diese Armee er- fordert allein 3 771 845 M. zum Unterhalte, und hiervon wieder Seele des kleinen Manne« vorging, und der fest entschlossen schien, ihm jede Verlegenheit zu ersparen, machte all' seinen Bedenklichkeiten ein rasche« Ende, indem er ihm ohne Weiteres einen Stuhl zum Tisch rückie, auf den schon einer der aufmerksame« Diener ein Kovvert für de« Gast gelegt hatte, und autrief:„So, Jeremias, nun setze« Sie sich daher, und Helene, die de» Augenblick zurückkommt, soll fich zu Ihne» auf die Seste und Günther auf die andere setze», und nun unterhalte» Sie fich nur«och eine» Augenblick mit de« Kindern, ich bin gleich wieder bei Ihnen." Jeremias sah fich um— die Diener, vor denen er fich am meisten genirte, hatten ebenfalls da« Zimmer verlasse«, und die Bonne war damit beschäftigt, die Kinder ihrer Hüte und Mäntelche» zu entledige», vie da« Kindermädchen dann in deren Stube hinübertrug— Jeremias war sich selber überlassen, in dem Falle brauchte er nur wenige Minute», um mit dem kleinen Günther Freundschaf» zu schließen. Im Handumdrehen ferttgte er ihm au« der goldenen Düte, die er auf ein paar Suppenteller ausleerte, eme Mütze,«nd wie Felix zurückkam, hatte er ihn auf dem Kaie reite», und der kleine Bursche lachte und schrie vor Lust und Vergnügen, als das„Pferdchea" mit ihm durchging und in immer»il« deren Sätzen Hopp, Hopp machte. Felix lachte, al» er wieder ins Zimmer trat und Hc» lcnchen eben auf daS andere Knie des kleinen freundlichen Manne» hinaufkletterte, um mit Theil an dem wilde» Ritt zu nehmen. Helene kam jetzt ebenfall» zurück, und die Suppe wurde gebracht; da» kleine Volk mußte Ruhe gebe« und alle nahmen ihre bestimmte« Plätze ei». „'« ist doch aber wirklich merkwürdig," sagte Jeremias,„vie sich so Leute auf der Welt wiederfinde» können." „Sie hätte ich allerding« hier nicht vermuthet," lächelte Felix.„Nun erzählen Sie uns aber auch einmal vor allen Dingen alle«, was Sie selber betrifft, und wie Sie besonder« wieder»ach Deutschland zurückgekommen find. Sie könne» glaube«, daß wir un« dafür inter- esfiren." treffen 2 567 471 ZR. allein auf die 1080 Offiziere uj® Beamten, während sich die 6397 Mannichotten mit 1 20437! Mark deanüg-n müssen. Die 36 penfionirten Generale alle» erhalten 308 371 M.! Zu dieser interessanten Armee gebtl«i noch 66 O fiziere und 11 Beamte, die auf Wartegeld ge# find, d. i. sust ntirt w-rden. Ueber de« Wucher auf dem Laude sucht der Zw fälische Bauernverein durch folgende Frag.n an die Pereinn delegirten und VorstandSmstglitder Auskunft zu erhalle«! 1. In welcher Form und in welchem Umfang tritt der Te.b und Kreditwucher auf? Ist ein Mißbrauch der WechsellLb!? lest festzustellen?— 2. In welcher Form und in welchem Uü" fange findet der Viehwucker statt?— 3. Besteht eine Ldea triedene Sucht, Land zu erwerben(Landbungei), und werd!» hierfür Preise gezahlt, welche zu dem Werth in keinem bältniß stehen?— 4. Besteht ein Waarenwucher in größ-K» Umfang und welcher Form?— 5. Ist ein Wucher in d» Form festz stellen, daß der Wucherer die ganze GeschäfiSfübruesj det Bauern führt, seinen Vern ögenSstand im Dunkeln häll, V. so schließlich den Bauern ganz in seine Gewatt zu bekomme«' — 6. Welche Ursachen tragen insbesondere zur Auscehnu«! det WuckerS bavplsächlich bei?— 7. Wie hat stch da« Gc'f vom 24. Mai 1880, betreffend die Bestrafung deS Wuchert, d» wähn?— 8. Haben die ländlichen Spar und Darlehentka# Vereine einen Erfolg bezüglich der Beseitigung des Wuchw aufzuweisen? Oefterreich«Ungarn. Das östeireichische Abgeordnetenhaus hat seine Berha«» lungen wieder aufgenommen. DaS Programm des neu» SesfionSabschnitteS bilden zunächst d'e Vorberathungm Bf öfter reichisch, ungarischen AuSgletchsoorlagen, später da» Iii#' verficherungS- und da« Sozialistengesetz. Dem ReichSrath ist die Vorlage, betreffend die Verlänt» rung deS Zoll- und HandeiSdündntsseS zwischen O- st irre« und Ungarn bis zum 31. Dezember 1897 zugegangen. Abschluß dieseS Bündnisse» soll eine Kommission zur BeratW geeigneter Schritte behufs Herstellung der Barzar lungen eingesetzt werden.. Nach der muen Vereinbarung zwischen Oesterreich w Ungarn stellen fich die Getretdezölle wie folgt: pro 100 Kilogr. bisher 25 Kr., beantragt 50 Kr., Gerste& Hafer bisher 25 Kr., beantragt 75 Kr., Roggen bisher 25 f; beantragt 1 Fl. 50 Kr., Weizen bisher 50 Kr., beantragt l| 50 Kr., Mehl und Brot bisher 1 Fl. 50 Kr, beantragt 3% 75 Kr. Die Viehzölle folgendermaßen: Ochsen pro bisher 10, beantragt 15 Fl., Jungvieh bisher 2, beantragt 3 1? Kälber bisher 1 Fl., beantragt 1 Fl. 50 Kr. Im ungarischen Unterhause wurde die Landstur»' v rlage eingebracht. Der Minister für LandeSoerthridigu» Fejervary, begründete die Vorlage fast in derselben Weise, a» Graf W-lsersheimd im österreichischen ReichSrathe. Die Lw? fition, sowohl die äußerste wie die gemäßigte, werden, wie» verlautet, die Vorlage im Allgemeinen verwerfen, ohne f» besondere Amendements zu stellen, wie letzteres in ZiSleithaN'» vom deutschösterreichischen Klub geschah. R« ff l a u d.. In St. Petersburg feuerle eine anständig gekleidete mehrere Revoloerschüsse auf einen aus dem SenatSged««? heraustretenden jungen Mann ab, ohne denselben zu Ein Schuß brachte nur einem zufällig Vorübergehenden«JV Kontuston bei. Die Dame soll eine Franzöfin sein. Ueber Beweggründe ihrer That ist noch nichts bekannt, und wir den von derselben kaum an dieser Stelle Notiz genommen h<# wenn diese Affaire nicht ber-tts von gewissen Blättern»u nihilistischen Attentat aufgebauscht worden wäre. Mit weloj' Rechte, ist uns unerfindlich, denn nichts, gar nicht» an der® schickte weist auf ein solches Attentat hin, ei sei denn, daß?� überhaupt die Möglichkeit bestreitet, im rusfischen Reiche mb-F außer den Nihilisten auch andere Leute von Schießwaffe» Gebrauch. Italien« Der„Pester Lloyd" meldet:„In Padua kamen, detaillw. Privatnachrichten zufolge, in den letzten zwei Tagen M«P rapid und tödtltch verlaufene Cholerafälle vor.„ j •Rloffun 'ine» neu lehnt rootl teviston z K-toflic tntnommi BSr rtnzlge€ befreit, bl sollen Ii; Die letzte des«onti Wae. w ömvauei werden d won nacl Urlaub er fei &£f sllden Ka «Ä tfe! Im Ä8' t-ta"",; W der« L-.daß wgen se «51 km, NU fohre, uni »°N 233 3 Bebaut n rund 800 � Baue rrnäsentii «D K* g? uiiminun Ste""1 KÄ ; uuv ujuiuuj uti-tuu|ciit uuc uvi. AuS Brindisi, den 5. Mai, telegraphirt man: In der 9. WÄ htwi* M Jjietfclbfl Qtl von gestern Mittag bis heute Mittag ist yreriervfl an& 1 Todesfall vorgekommen• in Oft uni 3 Erkrankungen, 1 fall; in Lattano 2 Erkrankungen. ron vier' Provinze, ten Zehn . Uebe M ver u Belgien. J Der Finanzminister gab ein auSfübrlfches Expos* �; Finanzlage, nach welchem daS Defizit 700000FrkS. nicht% schreiten werde, und erklärte, die Regierung beabsichtige, LI Anlethevorlage über 43 Millionen FrankS für öffentliche � betten pro 1886 einzudringen, um so zahlreichen Arbeitern� schäftigung zu geben. Man dürfe indeß die Situation ni®1 1 einem zu trüben Lichte ansehen. K bar, »e un: SÄ Holland. In der ersten Kammer gab der Minister Dr. Heemtkerk Az, die Erltärung ab, daß ..... des Jnnj! das Kabinet f «ie „Na, denke doch," schmunzelte Jeremias, der, nur erst einmal die Serviette um und den Suppevtell" � sich halte, auch alle« Neue und Fremdartige vergaß, j ihn umgab.„Ader sehen Sie, Herr Graf, wie Sie da«� weggingen— Jemine, war da» eine Zeit, wie w'* � großbrodige» Herrn von Reitsche» los wurde» un» t i< guten Herrn Sarno wiederkriegte«— damals..... � sah sich vorsichtig um, ob keiner von den Dienern we?'» Zimmer war—„damals lief ich noch in HemdsaO� herum mtt dem Einspänner, dem Handkanea, Sie � wohl, und putzte..."— die Bonne genirte/ etwa«, daß er nicht recht mit der Sprache heraus wo? � „nun, that allerlei Arbett, was vorkam, hatte mir ade« m hübsches Geld dabei verdient, denn ich spart« Hamster und gab keine» Mrlrei« unnöthig au«. Q gleich sechs Monat« später Bodenlos— Sie kennen r Bohlossen— er harte fich richtig in aller Stille � gesoffen, denn äußerlich merkte man ihm nie'rvaS an, und das Wirthshau» wurde verkauft." „Buttlich, der mtt Herr« von Reitsche« 9 üf, gekomme» und so eine Schwindelwirthschaft errich'� � war schon drei Monate vorher durchgebrannt— � � Baron verlor durch de» Lump auch tin-,i� Hundert Milreis, beinahe ein halbes Konto 500 Dollar«), und wenn Bohlossen sein Haus gut wurde, ließen sich Geschäfte damit mache». HeN �. rieth mir auch zu...' ftT .Und wie geht es den gute« Leuten» „Vortrefflich." nickte Jeremias-„Rohrl-nd'j> Mann bei der Spritze, immer auf dem Dam»� fleißig, und die kleine Frau ein Mordsweib J � prächtige Frau— und alle Jahre Krndtaufe, SS % » 1 A imiuel y kleinen Junge« oder auch einmal ein Mädchen- f melt nur so bei ihnen." M fig> im' »Und Sie kauften die Wirthschaft?" g/ Q'ben während Seien« still nm- n* k,. iÄrf>»ite und 1,1 J(Su,lfnetn während Helene still vor fich hin lächelte bis hinter die Ohren roth wurde.«A „Na, ob," sagte Jeremias, wieder im ,bCi /-das HauS ging spottbillig weg, das Inventar K«bra p �atlaffunstgtsuch zurückgezogen bebe, nachdem dte Bildung nne» neuen AadinetS von einem Miigliede der Rechten abge« lehnt worden. Dat Ministerium werde versuchen die VerfassungS- reviston zu Ende zu führen. __ Fraurreich« k>.�heoreiisch besteht in Frankreich die allgemeine gleiche Wehrpflicht, wie es aber mit der Anwendung diese» Grund- fria: n Wirklichkeit aussteht, das zeigen die nachfolgenden oiffetn, welche einem amtlichen Berichte de« Kriegiminister» entnommen stnd. Im Jadre 1885 wurden 271369 Franzosen ?ÄÄ?�i>slichtig. Ziemlich genau die Hülste dieser Zahl, rsdöM wurden wegen körperlicher Untauglichkeit oder alS einiige Löhne von Wittwen, als Priester u. s. w. vom Dienste «lreit, bloS 135779 thatsächlich eingereiht. Bon den letzleren Men 113 121 fünf Jahre, 38112 ein Jahr lang aktio dienen! J>ie letzteren bilden das, was man hier„die zweite Portion Oes xontingentt" nennt. Das LooS ent cheidet wer für die ränge, wer für die turie Timstzeit bestimmt ist. Auch diese Zeitdauer ist nur grundsätzlich zu verstehen, denn thaisächlich �rocn die Leute, welche süns Jahre lang dienen sollten, meist Aon nach drei Jahren, ja selbst noch früher, mit endgültigem wlcub entlasten, und auck die„zweite Portion" dient kaum Mkr als 9 Monate. Man kann also sagen, daß von *'1369 Gestellungspflichtigen eineS Jahrgang» beim herrschen- «hftem höchstens 113 121 eine ernste kriegerische Autbildung "ballen. Die Bildungtstatrstik zeigt, daß von 100 dienstlaug• J wn Konskribirten 11,93 deS Lesens und Lchretdens gänzlich SfBJfMg stnd, 2,43 blo. lesen, 19 90 lesen und schreiben können, Voltssckuldrldung und 2,22 höheren Unterricht genoffen Die Zahl der de» Lesen» und Schreibens Unkundigen Wttc 1878 noch 14,89 vom Hundert betragen. Grohbritauuie». «m englischen Unterhaus« wurde ohne Abstimmung in L�er Lesung die B>ll angenommen, durch wrlche die irischen �wrizspalwablen ähnlich wie die englischen eingerichtet werden ,« k cT?m Laufe der Debatte sprach Mörlen seine Billigung ™ hör Bill aus und wie» den ihm von Lewis gemachten Bor- ?�t' daß er in Borurtheilen gegen die irischen Loyalisten de» «L�i. entschieden zurück. ...Wie sehr das vchiffsbaugewerbe darniedcrliegt, n,�a„Qtoui bervor, daß auf den Schiffswerften am Ciyde im ,Mnentn Jahre 241 Schiffe von einem Gesammtgehalt von ,�448 Tonnen oder 105 119 Tonnen weniger als im Bor» und am Tyne jc 229 Sch ffe von einem G-sammtgebalt 233 352 Tonnen, oder 50 332 Tonnen als im Jahre 1884 »utöen. Den Durchschnittegehalt eines Schiffe? zu »o moo Tonnen angenommen, würde dieS eine Abnahme '"tösentiti DOn 200®��tn in oinem einzigen Jahre Balkauländer. ei« vorletzten Woche wurde daS türkische Reich durch b&n überrascht, welches befahl, dm Beamten ihre Ge» V.'atlmäßig'~ einiae, ff.« 1 nr a tz t g zu zahlen. Da«ehnliche daraus-.. dagewesen war. legte lein Mensch anfangs Win» i Wellie fich indeffen he' aus, dah dielmal ein �esvräch a�"lich-n Befehle Nachdruck verleiht. Unter den Da Behnliches schon s Werth ernster mißvergnügter Ulema», welche den Grund zu dem . hihin erwähnten Birschwörungsgerüchte bildeten, hat nämlich «läge darüber, daß die Gehälter der Beamten zur Zeit ®Qt nicht gezahlt werden»in»»rkedlickre Rolle oesuielt. Vilm _, eine erhebliche Rolle gespielt. wurde man im Palast darauf aufmerksam, daß dte mung der nicht bezahlten Beamten keineswegs rostg sei, % UM dem abzuhelfen, wurde daS Jrade erlassen. Die Mi' qA" haben in ihren letzten Sitzungen hauptsächlich nach 55wHfn gesucht, dem kaiserlichen Befehle gerecht zu werden, «on%.btn stch schließlich dahin geeinigt, daß dte Einkünfte �°vinztn zurückgelegt und sür die Zahlung der Be- Einnohm? verwandt werden sollen. Man hofft auf eine Provin»« �2" 1Vi Millionen Pfund jährlich aus den vier ten Zehnten» ad!"�ll durch Mehrerträgniffe deS verpachte» Ueb«« werden soll. jtoge schreibt "«w v". Berichten noch ur im' rc-f,! fondestehendc Hartnäckigkeit Griechenlands Sttver Volksvertreter stch in> sie au«, �""üsfähigkeit b, finden, oder aber, daß nahmt Lt. gegründete Veranlassung zu der An» wohl ms, Ä' er.politische Lage, die allgemeine so« �Ue a>ch». r, besondere, auf der Balkan. Haldinsel sei NkiwI ai dem uncingeweihten Zuschauer und un> 4(tni, i1 ollsten europäischen Großmächten er« »ao,'„„v?. entweder die Wiedereröffnung der bulgarischen batan lvre gewaltsame Lösung mit allen für Griechenland steht nh- � Stenden Chanzen in naher und nächster Auificht »ii»'tin.r lNrirchenland darauf rechnen kann, diese Chanzen »Im*. QtlOCtmf 1. 1111* rti4> Nen' Zeit noch sorgfältig geheim geHalle- heiid�,?, rallon zu gewinnen, und daß eS daher im entschei» Augenblicke trotz aller bisherigen europäischen Kollek.tv» WQ<'4 an Getränke» stott. ,........... oder sonstwie brauchte, wir Herr Rohrland, und nun ging die Geschichte ei« �anta Catharina hatte sich'« ausgesprochen, daß w e-f50 outen Direktor in der Kolonie hätten, der etwa« bo„ J18 Kolonisten hielt, in Rio wurd'» auch bekannt, und der Di«®8tlen kamen jetzt die AuSwandererschiffe an, daß itopf l01 lind ich manchmal nicht wußten, wo u»S der lkape v"or und ich manchmal nicht w_. oh p"emd— aber Geld wie Heu. E» war ordentlich, al« Som ofism Trtrt« wvv» W»v»y vmm., Noch eia-9tn°uf dem alten Hause läge, und wie ich mir llemj'° �ue» dazu baute, hatte ich immer noch nicht Platz i* ich da» baare Geld aber nicht wollte im ly»/#tQRpL».—»w vu» vtturr wc&v uuev uiuy* wwus* im mochikz bie �.-.liegen lassen— von wegen Buxe» und Konsorten, aber ich n* oomals keinen schlechten Schreck eingejagt—, kaufte -i* 1 diente*°�llr,»a« sie mir nicht stehle» konnie», und ver» dran, Hand über Hand; kurz, in vier w«» L»T"'ch ein gemachter Mann, und da erst, wie ich >*«» kn» f e8 m't dem Besten in der Kolonie aufneh- a» t"" tfitbet ie, kriegt' ich da» Heimweh und beschloß, einmal »mC"ettaukt."� Deutschland zurückzukehren. Meine Häuser H«%?eiBe.um da« Doppelte, was ich dafür gegeben hatte, htet feinen.: bten verpachtete ich an arme Kolonisten, die»och de*'Li1 ich>.Gene» Grund und Bode» hatten, und— da bin ei» ,?„!<''(Fortsetzung folgt.) Aus Knust und Zeven* �ivriere �isenftädttsche Theater hat gestern durch die fW 8?ch nttb»" vi8 iachende Deutschland" einen an diesem Theater £0rk«.»7' Oogeweienen ffirfnl« f*n« nor tHfflinn der u A"e. nicht �euiichiano t..............- MellunnÄ�en«, Erfolg erzielt. Schon vor Beginn der ".".K umiul-w».»6r.. z$ WMK'wMWLW«? '"''Sa ttSS L erklärungtn und Kollektlvfchriite nicht nur von Europa nicht» zu fürchten, sonvein sogar auf die thätige und wirksame Unter stützung wenigsten» einer europäischen Macht mit Sicherheit zu rechnen habe. Eine dritte Möglichkeit giebt es nicht; von den beiden genannten aber stnd wir nicht im Zweifel, welche wir sür die wahrscheinlichere zu halten haben. ES giebt ein ziem- lich einfaches Mittel, einerseits dem griechischen Kriegsspettakel ein schnelles Ende zu bereiten, andererseits dem etwa von einer der Mächte gespielten falschen Spiele auf den Grund zu kommen. Man braucht nur solche Mittel zum Drucke auf Griechenland anzuwenden, welche über die rein moralischen, wirkungslos gebliebenen hinausgehen und in die Klaffe der empfindlichen fallen. Ein solches Mittel wäre z. B. die, wenn die neuesten Telegramme richtige Nachrichten bringen, von England beantragte Llockirung der griechischen Häfen. Di« Anwendung eines solchen Mittels würde Griechenland zu den übrigen Schwierigkeiten seiner Lage nicht ertragen können; noch wichtiger aber wäre, daß es für einen etwaigen heimlichen Freund und Anstifter Griechenland» thatsächlich unmöglich wäre, fich an derselben zu betheiligen und zugleich seine heimliche Rolle weiter zu spielen. Man kann Noten überreichen und stch an Flottendemonstrationm beteeiligen und das e-lle» durch ein ins Ohr geflüstertes Wort ungeschehen machen. Aber ein anderes Ding ist es, wenn es fich darum handelt, wirkliche, fübldare Schläge zu führen. Da- gegen helfen auch beimliche Liebkosungen nicht." Nach einem Telegramm deS„Berl. Tgbl." wären die Mächte auch entschloffen, die Blockade der griechischen Häfen vorzunehmen. Darnach richteten die in Athen beglaubigten Vertreter der fünf Großmächte eine in entschiedenem Tone ge» halten« letz!« Aufforderung, abzurüsten, an daS griechische Kabinet und verlangten eine sofortige, klare, unzweideuttge Antwort; erfolgt dieselbe nicht innerhalb vierundzwanzig Stunden, so verlassen die fünf Gesandten Athen und die Blockade der gruchischen Häfen beginnt unverweilt. Volle Einigkeit herrsche unter den fünf Mächten; alle da» Gegen» thetl behauptenden Athener Nachrichten seien unwahr. Große Ausregung herrscht an der montenegrinischen und albanischen Grenze. Montenegro hat eine Note an die Pforte gerichtet, welche die unverzügliche Wiederaufnahme der Grenzderichtigung in Gemäßheit der Bestimmungen de» Ber- liner VeruageS fordert und erklärt, daß, fall» dieselbe nicht bald beendigt wird, Feindseligkeiten ausbrechen dürsten. Die Albanesen haben bei der Pforte Protest gegen dte Besetzung mehrerer zu Albanien gehöriger Ortschaften seitens montene» grinischer Truppen eingelegt. «sie«. Ebenso eifrig, wenn auch wegen deS schwieriger» TerrainS nicht ebenso erfolgreich wie die Russen scheinen die Engländer an der Eisendahn nach Herat zu bauen. Wie aus Kalkutta gemeldet wird, ist die Eisendahn durch den Bolan Paß jetzt fertig gestellt. Materialien werden eilig hinaufbefördert, und auf der Strecke nach Quetta, auf welcher die Erdarbeiten de- reit» fertig find, werden die Schienen gelegt. Afrika. Mukhtar Pascha erklärte, daß, nachdem sein egyptischer Re» formplan von der englischen Regierung verworfen worden sei, letztere Gegenvorschläge machen soll«, worauf Sir H. D. Wolff antwortete, die Ablehnung sei genügend. Mukthar Pascha hat dann nach Konstanttnopel gemeldet, daß alle weiteren VerHand» lungen überflüsstg seien, da die Engländer doch nur thun wür- den, was fie wollen. Gerichts-Zeitnng. Unter der Anklage, ohne«onzessto» Verträge zur Beförderung von Auswanderem vermittelt, resp. angeboten zu haben, stand gestern der frühere verantwortliche Redatteur eineS kiesigen Wochenblattes, Herr Dr. A. Zehlicke, vor der fünften Strafkammer hiestgen Landgerichts l. Der Angeklagte hatte im Jahre 1882 in einer Serie von Artikeln Paraguay als Ziel der deutschen Auswanderung empfohlen. Es hatte stch in Folge dessen daS Gerücht verbreitet, Dr. Strouiberg wolle in Para» guay eine deutsche Kolonie begründen und gewähre freie Paffage; und da der Angeklagte außerdem noch eine Brochüre über Paraguay erscheinen ließ, so wurde er von Wißbegierigen üderstürmt, und er gab den Reflektanten Auskunft über dte UeberfahrtSgelegenheiten, Paffagierpreise ic. Später ist er dann mit dem AuSwanderungSagenten Johannes Schulz in Ant» werpen in Verbindung getreten und soll nun in dessen Jnter- effe dte AuSwanderungSverträge vermittelt haben. Er soll namentlich die Anmeldungsformulare und die Aui- wanderungSverträge zugesandt erhallen, dieselben den AuSwanderungslustigen ausgehändigt, auch das ausbedungene Angeld auf die Passagekosten in den einzelnen Fällen nach Antwerpen gesandt haben. Er erhielt dafür eine Provifion von 3 pCt. auf die Paffage zugesichert. UebrigenS scheinen viele der Leute, welche dte Reise nach Südamerika gewagt haben, in ihren Hoffnungen arg getäuscht worden zu sein, denn ei find von denselben vielfach brrifliche Klagen hierher gelar gt, den Vorfall wird folgendes gemeldet:„Heute Vormlltag um 9 Uhr pasfirte der dem zehnten Bezirke zugeiheilte SicherheitS- Wachmann Ferdinand Mohr, während er seinen Rayon abging, die Viehtriedstraße und bog hierauf in die Marx Meidlinger» straße ein. Dort bemertte der Wackmann eine Frau, wrlche ein Bündel auf dem Rücken trug. Er ging auf die Frau zu und forderte dieselbe in barschem Tone zur RuSweitleistung auf, und als ihn die Aufklärungen der Frau über ihre Person und die Provenienz der in dem Bündel enthaltenen Gegen» stände nicht befriedigten, wollte er ihre Verhaftung vomehmen. Der beim Kleinfuhrmann Joseph Bartel au» Eimmering be« dtenstete, dreißig Jahre alte Kutscher Johann Kowatschitz fuhr zu dieser Zeit eben an dem Wachmann vorüber. Er war somll Zeuge der fich zwischen Mohr und der armen Frau in ziem» lich auffallender und lärmender Weise abspielenden Szene, und da er überdies sofort den trunkenen Zustand deS Wachmannes erkannt hatte, versuchte er in begütigender Weise zu Gunsten der armen Frau zu interveniren. Mohr aber schien diese Jnter« vention in grözte Auftegung zu versetzen; er lallte einige Worte von:„Einmengung in eine Amtshandlung", zog rasch seinen Revolver hervor, und gab au» einer Entfernung von nur wenigen Schritten und ohne daß der Kutscher Zeit gefun» den hätte, fich zu decken, zwei Schüsse gegen den letzteren ab. Tie eine Kugel sauste an dem Kopfe Kowatschitz' vorüber, wäh- rend ihm die zweite durch die beioen Nasenflügel drang, ohne jedoch da» Nasenbein erheblich zu verletzen. Ein Artillerie» soldat und ein Arbeiter, welche eben des Weges kamen und Zeugen dieser blitzschnell fich abspielenden Szene waren, eilten herbei, entwanden dem vor Trunkenheit taumelnden Wachmanne die Feuerwaffe und führten ihn in die Sankt Marxer Wachtftube. Der verwundete Kutscher indeß wurde, nachdem ihm die erste Hilfe geleistet war, in das Rudolphsspital gebracht. Dort erklärten die Aerzte, d-fj dte Verwundung keine gefährliche sei. Kowatschitz konnte auch Nachmittags schon vernommen weiden und deponirte in der angeführten Weise. Der Wachmann Mohr befand fich noch Nachmittags in so trunkenem Zustande, daß er einem Verhöre noch nicht unterzogen werden konnte. Wie auch immer seine Verantwortung lauten möge, gewiß ist ei jctzt schon nach den gepflogenen Erhebungen, daß Mohr ohne Grund von der tödt» lichen Waffe Gebrauch gemacht hat. AlS seinerzeit die Sicher« hettswache mit Revolvern ausgerüstet wurde, fand diese Maß» reael mit Rückficht auf die höchst kritischen SUuattonen. welchen die Wachmannschaft nicht selten auSaesetzt ist. keinen elbedlichen Widerspruch. Es wurde hierbei wohl vorausgesetzt, daß die deren Grund nach Anficht de» Angeklagten auf die eigene Un« tüchtigkrit der Betreffenden zurückzuführen wäre. Das Schöffen« geiicht erachtete den Angeklagten s. Z. auf Grund des§ 10 des noch giltigen Gesetzes vom 7. Mai 1853 schuldig, ohne Konzession einem AuswanderungS- Agenten namentlich die Ver» Mittelung der RuSwandirunpSvertiSge besorgt zu haben. M't Rückficht darauf, daß dieseS Gesetz zur Vermeidung der söge» nannten SeelenverkSufe die AuSwanderungS-Agenten der de- hördlichen Kontrole unterstellt wissen will, erkannte daS Schöffengericht auf hundert Mark Geldbuße event. zehn Tage Gefäng» niß. Dr. Zehlicke behauptete in der gestrigen Berufungs-Jnstanz, daß er keineswegs die Funktionen eine» AuSwanderungS-Ager» ten versehen, sondern nur in seiner Eigenschaft als R-dakteur den Wißbegierigen behilflich gewesen sei. Die Strafkammer entnahm aber au» dem Inhalte der von der Polizei deschlag- nahmten Korrespondenz die Richtigkeit der von der An- klage aufgestellten Behauptungen und verwarf deshalb die Be» rufung. Gehört« Aniskuchen zu den Back- oder zu de« Kon- ditorwuaren? Mit der Lösung dieser Frage war gestern die 96. Adtheilung de» hiestgen Schöffengerichte» defaßt. Eine Anzahl von Backermeistern hat von ver hiestgen Polizeibehörte die Genehmigung erhalten, auf bestimmten öffentlichen Märkten vackwaaren feil zu hallen. Bisher haben die betreffenden Bäcker unter ihren Backwaaren auch kleine Aniskuchen geführt. Auf eine Anzeige von verschiedenen Konditoren hat die Polizei» behörde aber eine Beschlagnahme dieser Aniikuchen angeordnet, weil dieselben zu den Konditorwaaren gehören und sonach die ertheilte Erlaudniß überschritten sei. Außerdem wurden die Kontravenienten wegen Uebertretung der Marttpolizeiordnung mit einem Sttafbefeyl von 3 Mark bedacht. Der Bäckermeister M. erhob gegen denselben Widerspruch, und so gelangte diese Angelegenheit vor daS obige Forum. Der vor» geladene gerichtliche Sachverständige Bäckermeister Stolzen» berg begutachtete, daß Aniskuchen zu den Konditor» waaren gehören, die aber regelmäßig auch von den Bäckern hergestellt werden. Der Angeklagte bekämpfte dieses Gutachten; doch schloß stch der Gerichtshof demselben an und verurtheilte daher den Angekkagten zu 1 M. ev. ein Tag Hast. Da» niedrigste Strafmaß wurde mit Rückstcht auf die diShertge Usanze und deren Aufhebung auf die Initiative der Kondttoren gewählt. Etsenkonstruktionen bei Bauwerke« dürfen nach einer Polizei-Bermdnung vom Jahre 1866 erst in Benutzung ge- nommen werden, nachdem ein Garantieschein über Verwendung fien Material» und über sorgfältige Ausführung seitens dei brikanten der Polizei-Behörde eingereicht ist. Der Eigen« ämer Mencke hatte auf seinem Hofe ein Bauwerk auS Well- blech als Stall für einen Ponny herrichten lassen und in Be» Nutzung genommen, ohne einen Garantieschein einzureichen und wurde deshalb wegen Uebertretung obiaer Verordnung ange» klagt. Der Gerichtshof erachtete diese W'llblechbedachung für eine Eisenkonstruktion und verurtheilte daher den Angeklagten zu 3 M ev. ein Tag Hast. Soziales und Arveiterbewegung. Der bekannte amerikanische Nattonalökonom Henry George veröffentlicht in der„Philavelphia Preß" einen Ar» tikel über dt« sozialen Zustände in Nordamerika. Die Schilde» rung ist gerade nicht sehr ermuthigend sür dte große Republik deS Westens. Doch hören wir:„Die jetzt im ganzen Lande stattfindenden Streik« stnd in Wirklichkeit nur das erste ent» sprechende äußerliche Anzeichen einer tiefen und starken Be- wegung, die in den Vereinigten Staaten sell einigen Jahren im Gange ist. Der neue Wein sängt an, in den alten Schläuchen zu gahren. Der Kampf wider die persönliche SNaverei ist vorüber, daS Gefecht gegen dte industrielle Sklaverei hat begonnen. Was die„KnighlS of Labor" wollen, daß ist die Anwendung des Prinzips der Sammlung der Kräfte zum Angriff im ökonomischen Kampfe. Ihre Organisation verhält fich zu derjenigen der Gew-rke, wie die ÜnionS zu den einzelnen Ardeitern. Und der Geist, der fie durchdringt, ist der der Einhell der Interessen der Arbeiter. Ob die jetzt im Gange befind- lichenSteit» gewonnen oder verloren werden, hat wenig Einfluß auf das schließliche Resuttat. Sie stnd nur alS die Scharmützel der Vor- posten zu Beginn deS Kampfe» zu betrachten. Welche Partei im Vorthrtl sei, fie kann nicht davon abstehen, ihn bis auf'» Aeußerste zu verfolgen. Aber keine kann auch so geschlagen weiden, daß fie nicht wieder ihre Kräfte zu sammeln im Stande und auj'S Neue Stellung nehmen kann. Keine Niederlage und selbst nicht eine Reihe von Niederlagen kann die Ardeiter mehr ihre« Machtbewußtseins berauben und da» Monopol hat zu viel zu risktren und ist deS HerrschenS so gewohnt, so daß srine Befieguna auf diesem Wege nur zu einem Scheinfrieden führen kann. Altion ruft Reaktion hervor und Kombinationen erweck'» Gegen-Kombinatlonen. Es ist thöricht, von Frieden zu redm, wenn eS leinen giebt, oder stch einzubilden, da» Predigen von Mäßigung könne etwaS helfen, wenn die Leiden- schaften erregt fird. Diese Streiks bedeuten Krieg, Bürger- krieg. Nicht einen Krieg zwischen organistrten Staaten wie der Träger der Waffe de! Vertrauens würdig seien, welche« durch diese Maßregel in fie gesetzt worden, und daß fie im Sinne der Instruktion nur in den allerdringendsten Fällen von der Waffe Gebrauch machen werden. Diese VorauSs tzung ist auch bisher von der Wache im Ganzen gerechtfertigt worden, und um so strengere Bestrafung verdient derjenige welcher da« Vertrauen mißbraucht und, wie in dem vorliegenden Falle, obne zwingende Nothwendigkeit daS Leben eineS Mitbürgers in Ge- fahr bringt." Eine Haarkünftler-Wette i« Amerika. Aus London, 28. o. M, wird geschrieben: AuS den Vereinigten Staaten wird ein großes Turnier zwischen zwei„Professoren der Krtni» kultur gemeldet, das vor den Augen einer bewundernden Zu- schauermenge auSgefochten wurde. Proteffor Harrod, der stch al» den Champion der Kunst ansah, hatte den Prozessor Char» mack herausgefordert, fich mit ihm zu m-ffen; eine Wette von 2S0 Dollar» wurde eingegangen und alle Berufsgenoffm wur» den durch Zirkulare eingeladen, dem Wettkampf beizuwohnen. Ein Orchefttr wurde engagirt, um die Zuschauer zu unter- halten, und schlag» 10 Uyr eröffnet««in Mr. Charles Nye in ein« passenden Anrede den Waffentanz. Professor Harrod trat in feinstem Frackkostüm auf, während sein Nebenbuhler einen Sammetrock mit weißer Weste für den in einem so er- haben«» Augenblick paffenden Anzug hielt. Auch konnte Pro» feffor Charmack tl nicht unterlassen, vor dem Anfang deSTur» nierS nochmals seine größere Befähigung in längerer Rede her» auszustreichen. Dann wurden die beiden Patienten, deren Haare geschniten werden sollten, zu ihren E tzen geführt. Die Zuschauer wagten kaum zu athmen; der Pro'effor Arneaux al» Starter gab das Zeichen, und dte Schee«» flogen. In fünf Minuten war der Patient des Prof. Harrod glatt geschoren, ohne auch nur ein Ohrläppchen eingebüßt zu haben, während sein Rivale zehn Minuten mehr brauchte. Der zweite Gang bestand in der Aus» führung de» al»„Powpadour-SchnitteS" in der Profession de- kannten Koiffur. Der Hinterkopf wird geschoren, während die Stime eine in Amerika als„bang" bekannte Franse ziert. Zwei frische Patienten wurden produzirt und wiederum schlug Harrod den Profeffor Charmack auS dem Felde; Zeit: stehen Minuten, und da sein Kollege nicht große Eile zu haben schien, machte fich Harrod noch daran, gleich den dritten Gang ,u thun und rastete seinen Patienten, ehe Charmack seinen Pom- padour-Schnitt zu Enve hatte. Nach Beendigung deS Weit- kampfeS wurde der Sieg von dm anwesmden Berufsgenoffm letzt« Bürgerkrieg in Nmerika, sondern zwischen organistrien Fraklionen innerhalb deS Staates, einen Krieg, der Rachbar gegen Nachbar stellt. Die Hungrigen und die Satten gerathen aneinander. Vorläufig ist eS nur ein negativer Krieg, man o?erirt mit Blockaden; aber Krieg ist eS doch. Und wenn die Leidenschaften erregt und die Männer aufmarschirt find, dann kann die Taktik deS AuSdauernS dem Kampf der phpstschrn Gewalt Platz machen. AlleL daS mag unangenehm für Diejenigen fein, welchen nichts an Ungerech« tigkeit liegt, wenn nur die„Ordnung" nicht gestört wird und unerwartet für Diejenigen, welche fich einbilden, die Verleihung dei WahlreibtS an Alle ohne Unterschied der Raffe, die repu- blikantschen Institutionen und daS allgemeine Schulwesen hätten alle sozialen Fragen erledigt. Allein eS ist daS noth- wendige Resultat von Verhältniffen, welche dir Menschen inmitten von„Ueberprodultton" zu bitterem Mangel verurtbetlen und bei Millionen Ackers unbebautem Land daS bloße Recht auf Arbeit zu einem Kampfobjekt machen. Wer den zerstören« den Streit vermeiden will, der suche seine Ursachen zu erfor« schen. Große Maffen verbinden fich nicht in weitverzweigten Organisationen, noch lassen fie fich in opfervolle Kämpfe«in, wenn fie nicht durch triftige Gründe und vaS Bewußtsein, daß fit schweres Unrecht leiden, getrieben werden. Daß in der Grundlage unseres sozialen Gebäudes eine fundamentale Un> gerechtigreit rubt. ist so klar wie die Sonne. Und wie immer die politischen Institutionen sein mögen, die Gesellschaft kann nicht sicher sein, welche auf Ungerechtigkeit degründet ist." Plaue« i. Vogtl. Lohnreduktion überall. Vor tiniger Zell hatte der Verband der Stickmaschinenbefitzer deS Voigt- landeS den Lohn für tausend Sticke auf der Schlffchenmaschrne von 85 auf 75 Pf. herabgesetzt. Nun erfährt man, daß der in der Schweiz destehende Verband der Sckiffchenmaschinenbefitzer, der seinen Sitz in St. Gallen hat, diesem Beispiel gefolgt ist und unter ausdrücklichem Hinweis auf daS Vorgehen der fach- fischen Stickmaschinenbefitzer den Lohn um 10'/, pCt. vermin« Verl hat. Auch beeinfluffen die Jammerlöhne, welche die Spitzen- industriellen im böhmischen Erzgebirge ihren Arbeftertnnen zahlen, die sächsischen Löhne außerordentlich. Man fieht, daß dei solchen Fragen die Jnternattonalllät keine geringe Rolle ��Die Barmer Schlosser-, Schmiede- und Stellmacher- Gesellen hielten am 3. d. und vorgestern Versammlungen ab, um die Lohnftage zu besprechen. Die Gesellen verlangen zehnstündige Arbeitszeit, einen Minimallohnsatz von stündlich 30 Pf„ 40 Pf. für jede Ueberstunde und dei etwaiger Sonn« tag- arbeit 80 Pf. pro Stunde. Eine Kommission von 7 Mann wird mit den Arbeittgenoffen in Elberfeld in Verbindung treten, um mft diesen gemeinsam diese Forderungen den Meistern zu unterbreiten. Verhalten fich die Meister ablehnend, so wird ein Streik unausbleiblich sein. Der Streik der Wilhelmthaveuer Zimmergeselle« hat durch gegenseitiges Uederelnkommen und Nochgeben zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern schnell ein befriedigendes Ende gefunden. Der Streik der Maurer dauert im früheren Umfang noch fort. Streik in Sicht. In den Nägelfabriken und Eisen- gießereien von South Staffordshir« und East Worcestershire droht wiederum ein Streik auszubrechen. Den Fabrikarbeitern find Lohnreduftionen biß zu 10 Prozent aufgenöthiat worden. Die Arbeiter sehen in einem Streik daS einzige Mittel, um die Fabrilbefitzer zu zwingen, die Reduftionen zurückzunehmen. ES find bereits Versammlungen zur Berathung über die vor- zunehmenden Schritte einberufen worden. Vereine und Uersamminngen- Im Berel« der Tapeztrer hielt am 3. dl. MtS. Herr Sander einen sehr beifällig aufgenommenen Vortrag über die Bedeutung. Aufgabe und Ziele der Arbeiter> Organisationen. Redner schilderte sowohl die in gewerlschafllicher wie in poli« lischer Beziehung stattfindenden Kämpfe de» ArbeiterstandeS, zur Befreiung der Arbeit von dem übermächtigen Einfluß des KapstalS. Bei den Arbeitern drücke fich daS gemeinsame Klassen- Interesse auS im Kampfe um Einführung der SonntagSpause, deS MaximalardeitktapeS»c. Die Unternehmer verlangten die Aufrechlerhaltung von Sonderinteressen für fich durch verschieden« artige Petitionen dei Gesetzesvorlagen rc. Die Arbeiter ver« langen gleiche Recht« für Alle, wovon die„Unternehmer" nichts wissen wollen, da fie uneingeschränft schalten und walten wollen. Durch die Auflösung deS patriarchalischen Verhältnisses der Arbeitgeber zum Arbeiter und die jetzige gegenseitige Stellung beider Faktoren sei eS unbedingt nölhig, daß flch die Arbeiter organistren. Der Umstand, daß einzelne Ardeiter eS versuchen, nur durch fich selbst vorwärts zu kommen, trete zu vereinzelt auf. Dieses Vorgehen fei zu erfolglos und verdiene keine Nach« ahmung. Wenn nun aber durch die Thätigkeit der Organisa- tionen der Arbeiter Erfolge erzielt werden sollen, sei die Haupt- Bedingung:„Freie Bahn". Demnach empfehle fich die Auf« bebung aller die freie Bewegung der Arbesterorganisationm beschränkenden Gesetze. Mit einem Appell an die Versammelten: jederzeit selbst und durch Heranziehen von indifferenten Kollegen für diese Grundsätze ein zutreten, schloß der Vortragende seine Ausführungen. Zu„Verschiedenes" beschloß der Verein, am 16 d. M. eine Henenpartie zu arrangtren, die Theilnehmer haben fich früh 7'/, Uhr auf dem Potsdamer Bahnhof einzufinden; Fahrt bis Zeblendorf, dann Fußpartte durch den Wald und Zusammen- treffen mit dem Potsdamer Tavezirer« Fachverein. Das dieS« jährige Sommerfest wird am Montag, dm 19. Juli, in Puhl« mann'S Vaudevillecheater stattfinden. Eine ledhaste Debatte entwickelle fich bei dem Antrag, eine Werkftätte einzurichten, in der zurückgebliebene Kräfte fich ausbilden können. Der Antrag« steller erklärte: Da er zu«wem Minimallohn von M. 22,50 verpflichtet ist, würde er nur zur„Satsonzeit" Beschäftigung 8tden, denn lhatsächlich mußte er nach seiner mangelhaften uSbtldung dei einem Lohn von M. 17,50 zufrieden sein, S fehle ihm also vollständig die Auistcht, fich jemals zu vervoll« kommnm. Die Errichtung einer solchen Werlstatt lehnte der Verein ad, ohne Abstimmnng akzeptirte jedoch die Versamm« lung die Ausführung deS Herrn Wildberger, welche dahin ging, daß Kollegen, welche selbst eingestehen, daß fie daS Mi- ntmallohn nickt verdienen, von diesem Satz zu entbinden find, «S sei jedoch jeder derartige Fall anzumelden, damft die Ge« Hilfenschaft die Sache prüfe und nicht der Prinzipal. Der Vorfitzende, Herr Sander, drückte bei dieser Auffassung zwar seine Verwunderung aber auch seine Freude auS über da! Beachten solcher That�achm gegenüber der theoretischen Auffassung. Nach Erledigung einiger Werkstattangelegmheiten und mehrerer Fragen schloß der Vorfitzende die Versammlung um 12 Uhr. Die Inhaber vo« vaugeschäfte« hielten gestern (Mtttwoch) Vormittag im Buggenhagen' schen Saal eine Ver« iommlung ab. Einladungen waren zu derselben an 428 Maurermeister ergangen, aber nur ein Theil hatte der Ein- iadung Folge geleistet. Der Vorsttzend« Maurermeister Bieber dt gab in seinem Berichte die Erklärung, weShalb, dem Beschlüsse der letzten Bauinhaberversammlung entgegen, die Zimmer- meister in dieser Versammlung nicht vertreten find. Die Maurermeister können fich nämlich mit der Resolution der Zimmermeister vom 21. April diescS JohreS, in welcher diese fich für einen Mir.imallobn von 45 Pf. pro Stunde unter der Bedingung, daß die Gesellen dafür sorgen, daß kein Ge- selle darunter arderlet, ausgesprochen, nicht befreunden und die Zimmerm« ister wieder wollen ihren Beschluß nicht rückgängig machen. Beide Kommissionen werdm nun wieder getrennt arbeiten. Weiter theilt Referent mit, daß die OrtSkrankenkoffe der Maurer fich sofort bereit erklärt hätte, den Meistem daS Materie l behufS Einberufung der Ver- sammlungen zur Bildung einer Gesellenverttetung zuzusteuern. Die Zentralkasse(Grundstein zur Einigkeit) habe dieS jedoch abgelehnt. Der Orttlaffe gehören 7000, der Zentralkaffe über 4000 Gesellen an. Man könne also annehmen, daß eS über 11 500 Gesellen in Berlin giebt. Eine solche Gesellenvertretung (auf 100 Gesellen ein Deligirter) sei allein geelgn-t, für die Zukunft Streik! zu verhüten.(Von den Berliner Maurer- gesellen, die bereits vor Monaten in drei gleichzeitigen Ver« sammlungen tagten, wurde bekanntlich eine Lohnkommisfion ge« wählt, die von den Arbeitgebern beanstandet wurde. Jeder Unparteiische mußte zugeben, daß diese Kommisfion durchaus von der Gcsammiheit der Maurergesellen gewählt war. Die Kommisfion paßt den Meistern nicht, verschiedene Mitglieder derselben find mißliebig, außerdem ist die Kommisfion den Meistern nicht zahlreich genug. Dieselben scheinen von dem Grundsatz auszugehen:„Viele Köpfe, viele Sinne!" Lfl einer Gesellenvcrtrctung, wie eine solche von den Aibertgebeni geplant ist, dürste eS nicht schwer hatten, einen Keil in die Bo wegung zu treiben, um durch Uneinigkeit in den Gesellen- kreisen jedeS einheitliche Vorgehen illusorisch zu malt«» Red. deS„Berliner VolkSdlatt".) Die Versammlung de- schloß, unter allen Umständen die Wahl einer Gel-llen- Vertretung berbeizuführen und die Gesellen durch ein Flugblatt zur Mitarbeit einzuladen, Zur Vorbereitung der Wahlen wurde die bisherige„Fünfzehner Kommi'ston" um weitere A Mann verstärkt. Den zweiten Punkt der Tagesordnung bilWe die BesprechungZder statt aehabten Arbeitseinstellungen. Bei» Vorsttzenden haben von 77 Gesellen 56 aufgehört zu arbeiten, doch halten fich die Gesellen in den gesetzlichen Grenzen. Die Versammlung resolvirte fich nach Besprechung der einzelnen Arbeitseinstellungen dahin:„Um den gcstelllen Lahnforde- rungen unserer Gesellen nach Möglichkeit zu entsprechen, j*; schließen die u. s. w. Versammelten, für die Bavp-riove 18* jedem leistungsfähigen Gesellen einen Stundenlohn von 45$' pro Stunde wirklicher Arbeitszeit zu zahlen, auch diesen Lohn- satz nach Möglichkeit zu erhöhen." Die Meister verpflichteten fich, dem BundeSamte umgehend detaillirte Nachrichten üb« die Zahl der von ihnen beschäftigten Gesellen, den LohnsÄl und Umfang der Arbeitkeinstellungen einzusenden und be«?' ttagten die hiefige Kommisfion mit der Beobachtung der beitSeinstelluna. Eine öffentliche Versammlung sämmtlicher im DrechSlergewerk beschäftigten Arbeiter fand am Montag, be» 3. Zlcas, unier Vorfitz deS Herrn Fr. Schräder in Keller*« 0« sellschaftSsälen, Andreatftr. 21, mit folgender Tag-tordruni statt: 1. Vorlegung deS von der Siebener-Kommiffion auttf* arbeiteten VernnSstatuts zur Gründung eines Fachoerem sämmtlicher im DrechSlergewerk beschäftigten Ardeiter. 2. deS provisorischen Vorstandes. 3. Verschiedenes. Der-„ fitzende bedauerte zunächst, daß die Versammlung so fchU» besucht sei, und die Kollegen so wenig Jntereffe zeigen, ii» Lage zu verbessern. Er schilderte die Nothwendigkeit ein« Vereinigung sämmtlicher im DrechSlergewerk beschäftigten bester. Herr Sünvermann detonte namentlich dieNothwendif kest der Auflöiung der drei im Drechslerfach bestehenden F«* vereine; man solle dafür einen großen Verein gründen, vA nur durch Emigkeit sei etwaS zu erreichen. Darauf wurde* von der Siebener- Kommisfion auSgeardestete VereinLstatut£ genommen. Beim 2. Punkt der Tagesordnung wurde* schloffen, die Siebener Kommisfion als provisorischen Vorsts fortbestehen zu lassen. Unter„Verschiedene»" berichtete? Vorfitzende, daß von den Hamburger Kollegen ein« Zenta- sation sämmtlicher im Drechilerfach destehenden Fachoere» Deutschlands angeregt wird. Herr Sündermann ersuchte, j* defferen Besuch der nächsten Versammlung zu so-gen. Kollegen in der Provinz zeigten ein regere» Interesse für � Organisation al» die Berliner Drechsler, so hätte er wäW der Feiertage Gelegenheit gehabt, der Gründung deS F"» verein» der Drechelcr in Frankenbausen beizuwohnen, dortige Versammlung war von 400 Personen besucht, und � bei wäre Franken hausen nur eine Stadt von umst'fj 5000 Einwohnern. Nachdem ein großer Theil der Anwesens fich in den neuen Verein hatten einschreiben lassen, wurde* Versammlung um 11 Uhr geschloffen. Zur Beachtung sür Bildhauer. Von dem Haupt«� stände deS„UnterstützungSvereinS der Bildhauer DnitschlanJ*. find zum Zweck der Gründung einer ArbeirSlosen stützungtkasse statistische Erhebungen über die AibetiSverd� niffe der Bildhauer Deutschland» im Gange. Dieselben£ ziehen fich in der Hauptsache auf die Lohnverhältniffe, Arbe«v zeit, auf die Dauer der Sibeittgelegenhest wie der Arb«� lofigkeit, Nichtdeschäftiauna jede! Einzelnen im verfloß� Jahre. Prinzipale wie Gehilfen werden im Interesse.� guten Zweck» von der Delegirten-Kommisston dei GauveretnS ersucht, durch pünktliche Ausfüllung der gebenen Fragebogen an der Erlanaung eine» möglichst hestSgetreuen Bildes der Verhältnisse mitzuarbesten. * verein für volkiverftändliche GesundheitSpN und Raturheilknnde. Freitag, den 7. Mai, AoevdS 3'/«�, in Gratweii't Bierhallen, Kommandantenstr. 77—79: deS Herrn Siegert über Fluß« und Seebäder und Kadert\ fa Theater. Freitag, den 7. Mai. Die Hugenotten. Tchausvtelhau«. Der Leibarzt. W»»tsche< Theater. Da» Käthchen von Heil- bronn. Wallner- Theater. Almenrausch und Edel« »ejldnt»- Theater Theodora. Drama in 8 Bildern von V. Sardou. Belle-«llianee-Theater. O, diese Manner! Kriedrtch-Wtlheimftädttsche« Theater. Der Ztgeunerbaron. Waihafla- Theater. Da» lachende verlin. Heitere» au» der Berliner Theutergeschichte «U Gesang und Tan» in einem Vorsriele und 3 Akten von Jakobson und Willen. Ueutral- Theater. Der Stabs- Tromveter. VMort»- Theater. Amor. Tan, Poem von Lo�sftnstädftsche» Theater. Da» lachend« vft�Äeater. Die Lorelep. «heater der XetchShalle«. Groß« Spcziali« fften-Vorstellung._„ � Kaufmann'» Variete. Große Spezialitäten« Borstellung. Konkordia. Große Spezialitäten-Vorstellung. , Passage 1 Tr. 9 M.— 10». ■»TAry Katser-Pauora«». «WQf In dieser Woche: ■■■* Reise durch da«»teseugebtrge. Ober-Jtalte«. Cowo-See. Pompeji. Hertha- «eise,»tne Reise 20 Pf. ittnver 10 Pf.[1627 Allen Verwandten, Freunden und Be« kannten die tramiae Nachricht, daß meine liebe Frau Ida ZUeUcke, geb. Pie lecke, am 5.d. M-, Vorm. 11'/« Uhr, nach langem Leiden sanft verschieden ist. Die Beeidigung findet Sonnlag, den 9. Nachm. 4 Uhr, vom Trau-rbause Ei!enbahnstr.34, au», statt. 1582| Paul pielrck« nebst Kindern. /llchverem der ItkintlSsn. Sonntag, den 9. d, Vorm. 10 Uhr, findet die Mitglieder- Vers ammluug bei Kcheffer'«. Jnselstraße 10, statt. 1567 TageS-Ordnung: 1. Vortrag. 2. Innere Vereiniangelegenheit und Verschiedene». Die Mitglieder werden er» sucht, recht zahlreich und pünttlich zu erscheinen. Meinen Freunden und Genossen die ergebene Anzeige, daß ich die 1648 Restauration des Hrn. Gerike, Wienerßr. 50� käuflich übernommen habe. Indem ich hierdurch um freundlichen Zuspruch bitte, wird e» mein eifrigstes Bestreden sein, «JU« Wunsche« meiner geehrten Gäste Rech« nung zu traaen. Achtungsvoll Jol. Kadatz* Soeben erschien Nr. 23 deS .Wahren Iakov". Zu beziehen durch die Expeditton, Zimmer« straße 44.___[1229 SSchlsst.z.verm. Fürstenbergerstr.10, v.3Tr„ Pasch. Fachverein der Tischler. Sonnabend, den 8. Mai, Abend» 3'/, Uhr, in H-rdeNt's Kalo«, Neue Gtünstt. 28, «ruerat-Nersammkuug.[1585 TageS-Ordnung: 1. Wahl des l.Kassirer« und eimS Beittag- sammlerS. 2. Anträge der Fachkommission. 3 Verschiedene». OuittungSduch legttimtrt. Neue Mitglieder werden aufgen. Der Vorstand. Fachv. d. Metallarb. in Gas-, Wasser- u. Dampf-ArWaturen. Versammlung am Sonnabend, den 8. Mai, AbendS 3'/, Uhr, in den vratmeU'sche« Ktor- halle«, Kommandantcnstiaße 77/79. Tagesordnung: 1. Vortrag de» Mitgliedes Herrn Meudeck» über die Dampfmaschine. 2. Vierteljahrs-Adrech- nung. 3. Verschiedene». Gäste willkommen. Der Vorstand. Nationale Kranken-Kasse der deutsche« Gold-«nd Kitberarbeiter und verwandten BerusSgenvssen(E. H.) Generalversammlung Montag, den 10. Mai, Abend« 8 Uhr. ft» Graft» eil'« vierhallen, Kommandanteu» Etraße 77/79. T. O.: 1. AnttSge zur Generalversammlung. 2. Wahl von 7 Abgeordneten für die Wablab- theilung Berlin, Hamburg und Bremen. 3. Ver« schtedenes. Um zahlreiches wie pünktliche» Er- scheinen wird gebeten.[1581 Der Vorstand. I. A.: C. Hottkamp, Pnnzesfinnenßr. 16. BroSe öffentliche General-Versammlung der/ Maurer Berlins «ud Umgegend findet am Sonntag, den 9. Mai, Vorm. 10 Uhr, im großen Saale der Brauerei Tinoli statt. Tagesordnung: 1. Die Fortsetzung der Streikbewegung. 2. Verschiedene». E« ist Pflicht eine» jeden Maurer», in dieser Versammluna zu erscheinen.[1580 Die Lohnkommissto«. I.«.: W. Roll, Arndlmaße 13. Ordentliche Generalversammlung der Zimmerleute Lerlius und Umgegend am Sonntag, den 9. Mai, Vormittags pünttlich 10 Uhr. in der«-»hall-, Friedrichstr. 112. T. O.: 1. Resultat der Fragebogen und end- ailtige vchlußtaffung unserer Forderung in diesem Jadre. 2. Abrechnung d«S Generalfond» der Berl. Zimmerl. pro 1. Quartal 86, die Monate Januar. Februar und März. 3. Verschredene». NB. Jeder Inhaber von Quittungen über gesammelte Gelder der oben gen. Monate wird hiermit ers„ dieselben mit z. Stelle zu dringen. Die Lohnkommisston: I.«.: I. Seiht, Fehrdellinerstr. 35. Fachverein der Mohrleg-r. Sonmag, den 9. Mar. Vormittag» 10 Uhr, im Lokale de» Herrn Niest, Kommandanten« straße 71—72, Versammlung. 15-9 T.-O.: Vortrag des Herrn O. Ballmüller. Vierteljähritcher Rechenschaftsbericht. Verschied! und Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Nichtmiiglreder haben al« Gäfte Zutritt. trag zu ordnen.[1579] Der Vorstand. .- Niitvllrder-Versammlnng f™*™"«»d Strrb.irass. Kerlinrr . 24- Mai 1886, Abend« 8 Uhr, im Lokale deS Herrn Krrfeldt, Grmadterstr. 33. ||ÄdÄ«tnun': tl566 OuittungSduch legitimirt. Der Vorstand. Generat- Versammlung der Mitglieds Fachvereius der Normer und verwandten Berufkgenossen am den 9. d. Mt»., Vormittag« 10 Übt, tri j, Zandsderger Kierhallen(Iacobq), dergerftraße 82(am Aiexandrrpl.) T-O-' ftandSwahl, Kassenbericht. Vortrag, Di�wi Fragekastm. Neue Mitglieder weiden c o i» ausgenommen.[1562] Der Vmfi�- Mitgiieder-Bersamml«"� Vereins zur Wahrung d. essen der Klavierarbeiter Sonnabend, den 8. Mai, in GraftneU'» Kierhallen, Komm« Nr. 77/79(unterer Saal) Tagesordnung: 1. Vortrag Eifa �agesorvnung: l. Vortrag.% atzmanncS. 3. VereinSangelegenb»»s� Gäste, welche gewillt find, dem VerS?� zutreten, find willkommen. Zentral-Kranken u.BegraK* kaffe der Buchbinder.{&,$[ Sonnabend, den 8. Mai. Abend» in den Arminheftlen, Kommandanten� Hauptversammlung T.« O.: Wabl de Versammlung. Ohne_______ d. Eintritt i. v. Saal verweigert. Tischler- Berei«. � rordentiich« General- NersffS�W znnadend, d . onzerthause„'_________ T-O.: Beratdung und Antzerordenttiche General- am Sonnabend, den 8. d. M.. Abeno» � Sanssouci", Kottbus�s� daS diesjährige Besuch ersucht Veronra örtlich« Redakteur«. tfuhti*. in V*än. Druck und Verlag von»«dt«« in«erlin Beuthstraß, 3.- tüwTt»* E. anst. Mal« s. e. Theiln. erw. Pr. 8 Mk. Lergmannstr. 93 lV Einige SchlafsopW neu, gut gearbeitet, habe ich billig»u[v* Helnr Hables, Eapetic»»' m Spezialgeschäft für Polster«« PotSdam-rstr. 20, im Fabriksettengd-�� Ärbeitsmarkt. Tüchtige FaconM »«langt Schranbenfadrik. Bronder�� I 8 5ÖU S4»( ich i/'®« !" leftDe» tncdtn .tnfl di> Sc?? Höf In Fl«' Wahl« Beilage zum Berliner Bolksblatt. ',WM*«• 10Ö. Freitag, de» 7. Mai-W«. III. JatzWc arbeit«. � :n. Dil imeln« bnfo:de- -Ä n Lad»- flichtit« en üda LohM v deaul' der# Parlamentsberichte. Ädgeorduetenhau«. 67. Sitzung vom 6. Mai, 11 Uhr. Am MinikieN'sche: Kommissarien. . Auf der Tazcioidnung steht zunächst die zweite Berathung g» von den Abgeordneten Bachem und Genossen beantiagten «ntamrfS, detreffend die Abänderung de» Klassen- lliuer gesetzt,.(Herabsetzung de» Zensu« von 3 resp. 4 M 2 Thaler für die Erlangung de» Bürgerrecht» resp. de» «iahlrewt» zur Gemeindevertretung.) «, Abg. Janssen dedauert, daß nach der ersten Lesung der «»trag auf Lord'rathung de» Entwurf» in der Gemeinde» ir\M%—-rn..---- �"---—--"•-"* ...... mit 127 gegen 119 Stimmen abgelehnt worden sei, i 5,?iUir' den bezüglich m Antrag Wie immer, wenn von �'mischen zZerhältniss'n vre Rede sei, schiene auch bei dieser Dm» l' . V»#. UWI VV I V(LVVII III VVI v*( I V 1 1 v*»f ww vi vaupteinwand, daß seine Partei e» fü' durchaus unstatt- die wichtigsten Paragraphen einer Gemeindeordnung, um ln der ersten Lesung der Abg. F itzm über die Anzahl von einer Im Uedrigm ,er i» AL ordnM N Ol#' er SB»'' ° s»lA tS % «KW* talut* urve 5 Vorsts stete l? Z.ntr«»! WWW choeie� bi��liberalen sehe er indiß gerade mit Rückficht auf chte, U'®eHe der»naelegenheit ganz ab(sehr gut! bei en.$r biib.» illiberalen), diese kämpften einfach um ihre : für W miüi»,��ltri>tene Herrschaft in einer großen Anzahl mäbre�I und größerer Kommunen, wenn fie gegen den es Ml erklärten. Diese Partei habe stch, um ihre - �%%%! aufrecht ,u erhalten, direkte Ungeseylichk-iten bei der de» Zensuz� Stadtvertretungen dmch willkürliche Erhöhung rw.»"L lia» Wahlrecht, einseitig und loegelöst Alstaden allgemeinen Revifion zu amendicen.? b» eschlossenen Bürger in einzelnen rhei- Wesel, unrichtige statistische Angaben iW.. m Lachem legt ein besondere» Gewicht auf den so. m�.�cht-punki. welchem sein Antrag in erster Linie Rech, »sie und der auch da» Haus zur Annahme desselben N� lassen sollte. Von der Unterstützung feiten» der bixs�"�liberalen sehe er ind,ß gerade mit %.% a' Ivesen� >urdt l»- 101«% SveM> gen iu Schulden kommen lassen; so stehe die im vo i- seid sC Zebtld.te Stadtverordneten. Versammlung von Ehren- llier.n!!! �elhaft auf gesetzlichem Boden, und er gebe der Re» sibl<»i.? erwägen, od nicht in diesem Falle durch eine Ent« W.m. I_,■ fi?__ M W t— �_ f e w~-- t U•[ � de» StaattministeriumS die geschcbenen Gesetz- über ihre Sühne zu erhalten hätten. In Köln seien * UvQ iö«.---——— TaCt�m Bürger vom Gemetndewahlrecht au»ges»lossen »-.. i r t» �** m. f. n• n /t,"'VW btft«," �Ött' im Zentrum); dort sei eine Herrschaft der Höchst- J'unten etablirt, deren Schäden von Tag zu Tag fühlbarer .vereis* qL?ie Allgemeinheit würden. Unter dieser Herrschaft sei tiiJh! On0 die Rheinische Eisenbahn um Hunderttausende zu iL 3 besteuert worden; in diesem Falle habe die Kommune ejw.�ihelle einer einseitig plutokratischen S'adlhenschaft am MMK �chte müsse"~" S'ä fachiUh A."'äge der Fortschrittspartei gestimmt, wenn fie ihm Ai>» issiitrdet erschienm. gAcer" äw" Unit* � die Nationalltberalen �allSte W«»«" ist um so aner- für Manchen seine große der Gesellschaft de» Fort- worden zu sein.(Heiterkeit.) Wo» dm An- ,'£ hat Herr Bachem nicht gut daran gethan, stch ----- lltn jU mnltn Die Herren find ............ wenigstens in dieser Beziehung '!»e prall?» bitte die Herren Nationalliberalm, mir ' de neu»«-?�.5>ort auf die Frage zu geben, ob fie event. für � �tädteordnung stimmen würden, bei der in der Zahle ten- Altilsttuiinl. i � Skizze vo» Georg Grad. r" Egf*. �ner Reihe vo» Wochen hatte ich Nachmittag» jn bö*V junge« Mann bemerkt, dessen Benehmen mir dft xi/l'en Grade auffällig erschim. Bald fuchtelte er mit .Hund in der Lust umh«', al« wollte er Fliegen (!&.'.�'ch sich da»« mit der ander» über sei» bartlose», % i' lchmale» Geficht, starrte jetzt wie tieffinnig zur Erde, nächste Augenblick seine melancholisch blickende« **!!f Wm-' ä ÜTi-«'«- !. S* ei«-.«°.W�evographire«. Erschöpft hielt er zu- Spiel die Blei- j K l'e"'«''Ufzz, so tief, daß e» einen Stein hätte erweich« , ,l.iry. q\... umrihm den««u» wieder? Eat. Lä.� ihm ei» Unglück zugestoßen sei». •ca«"»-» K\n außiua zug, le krank, kann ich Ihne» helfen?" dritten Klaffe ein Zensu» bis zu 18 M. festgehalten wäre. Die Argummtatton des«bg. S yffarvt gegen den Antrag hat allerdings nicht viel Ueberzeugende» gehaat; es bleibt bestehen, daß es stch hier um eine einfache Frage der Gerechtigkeit handelt, die am schnellsten gelöst wird, wenn man den Antrag ohne Wittere» annimmt. Abg. v. Minnigerode wird gleichfall» gegen den An- trag stimmen, der ihm bloS ein Vorstoß für die Beseitigung jedeS Zensu» überhaupt erscheint, ein Bestreben, welche» auch in den letztm KommisfionSberathangm über die naffauische Städteordnung leiten» de» Fortschritt» an den Tag gelegt worden sei. Mit den Zweiihaleimännem allein werde da» Zentrum doch seinen Zweck in der Rheinpiooinz nicht er- reichen. Abg. C r e m e r(Teltow) hält dafür, daß man den An- trag Bachem nicht lediglich deshalb von der Hand weisen könne, weil er nur auf die rheinischen Verhältnisse zugeschnit- ten sei; der allgemeine G danke desselben, daß, wo Pfl chten find, auch Reckte sein müssen, d. h. wo Steuern gezahl« wer- den. auch die Theilnabme an den kommunalen Verwaltungen zugestanden werden müsse, sei ein gesunder. Redner empfiehlt sorgfältige Vorprüfung in einer Kommisston. Abg. v. E y n ern findet es unbegreiflich, wie der Abg. Zelle Fragen an die natwnalliderale Partei richten könne, die dieselbe unmöglich an dieser Stelle und bei dieser Gelegenheit zu beantworten in der Lage sei. Abg. Pleß führt noch eine Reihe wiiterer Ungleich- Mäßigkeiten und Härten an, welche der hohe Zensu» mit fich führe. Vor Allem werde die Intelligenz in der Stadtaertre- tung dadurch herabaedrückt. Während er(Redner) selbst der zweiten Klaffe angehöre, seien die meisten höheren Beamten und die gesammte Geistlichkeit, die evangelische wie die katho- tische, in der dritten Klaffe. Abg. T r i m b o r n: Dieselben rheinischen Herr«, welche jetzt fich gegen die vorgeschlagene Regelung erk ären, find e» gewesen, welche bisher den Erlaß einer neuen Krei». und Ge« meindeordnung für die Rheinp ovinz Hintangebalten haben. Die Nationalltberalen haben den Rbeinlanden stet» statt de» Brote» einen Stein gereicht(Widersprach bei den National- liberalen); vielleicht entsteht un» ein neuer Herr v. Eybel, wenn die Regierung ähnliche Vorlagen wie schon vor 10 bis 12 Jahren zu machen heabstchtigen sollte. Abg. W tndth orst: Von einem Vorstoß zum allge- meinen Kommunalwahlrecht ist nicht die Rede; die Vorlage hält den Grundsatz fest, daß Jeder, der an der Gemeindever waltung theilnehmen will, auch zu den öffentlichen Lasten bei- tragen muß. Ich begreife nicht, wie die Regierung die Le- schlüffe, die für Köln und Trier den Zensus einführen, hat genehmigen können; man hat damit von der Theil rahme an den Gemeindewahlen die kleinen Handwerker, ein höchst konservative» Element, ausgeschloss n und in Gefahr ge- bracht, der sozialdemokratischen Agitation zu verfallen. Zum Wenigsten sollte man doch soweit entgegenkommen, auf die kommissarische Berathung einzugehen. Der Antrag auf kommissarische Berathung wird mit 133 gegen 137 Stimmen abgelehnt, der Antrag selbst mit 147 gegen 132 Stimmen verworfen. E» folgt die Berathung von Petitionen. Der Apotheker Blaser und Genossen bitten um die vollständige Freigabe de» Apothekergewerbe». Die Kommisfion, vertreten durch den Abg. Graf(Elberfeld), beantragt, über die Petitionen zur Tagesordnung über- zugehen, außerdem aber die StaatSiegierung zu ersuchen, ihrm Einfluß dahin zu verwenden, daß eine baldige reichSgesetzliche Regelung der«poth-kenfrage staitfinde, und bi» zu dieser reichsgesetzlichen Regelung in Preußen nur noch persönliche und unveräußerliche Konzesstonen ertheilm zu wollen. Abg. Wattenberg erklärt es für dringend nothwen- big, bei dem jetzigen System stehen zu bleiben, sobald man den Wunsch für berechtigt anerkenne, da» Apo'h kergewerbe und den Stand der Apoiheker auf der bisherig, n Höhe wissen« schaftlicher Bildung und in der gesellschaftlichen Stellung er halten zu sehen. Im Uebrigen habe er gegen die Annahme der Resolution nicht» einzuwenden und bitte daher, den Antrag der Kommisfion anzunehmen. Dos Hau» nimmt die KommisstonSvorschlage an. Verschiedene Gemetndebeamten bitten um die Ver« Dm unsäglich traurigen Blick, dm mir der Angeredete zuwarf, werde ich in meinem Leben nicht vergessen. „ktcml?" wiederholte er mechanisch, de» Kopf schüttelnd, „nein." „ES ist nicht Aufdringlichkeit, die mich zu meiner Frage veranlaßt, sondern lediglich Theilnahme für Ihre Person," fuhr ich fort.„Wollen Sie mir nicht dm Grund Ihrer Traurigkeit mittheilm?" ,O," entgegnete er, mir die Hand reichend,„e» thut wohl, ei» theilnehmeade» Herz zu findm. Zch habe Ver- trauen zu Ihnen," fuhr er fort, nachdem er mich prüfend betrachtet hatte,.erfahre« Sie den», wa« mich bedrückt und Sie werden die Größe meine» Kummer« ermesse» können. Mein Name ist Caju» Stöpsel," stellte er fich vor, nachdem ich ihm den meinigen genannt,„ich bin dramatischer Dichter." „Dramatischer Dichter?" Unwillkürlich fuhr ich einen Schritt zurück. Um de« Himmel« willen! Wem hatte ich meine albern Neugierde in die Hände gegeben l Nun fiel e» mir wie Schuppen von dm Augen. Richtig! da» hätte ich mir gleich sage« könnm. Da» bleiche Geficht, die von der Hand de» Friseur»»och unberührt gebliebene Mähne, die dürftige Kleidung, da« war der Typu» eine» deutschm D-chter», eine» Poete», der fich seine dichterische Inspiration au» dem Kaffeehause holte, de« der Trank der Levante zu unflerblichm Schöpfungm begeistern sollte. Im Geiste sah ich berett« ihn sein neueste» Opu« au» der Tasche lange« und mir unglücklichem Opfer vorlesm. »Fehlt Zhnm etwa»?" stagte Dichter Stöpsel, mich ob meiner Bewegung mißttaumd musternd. „Mir? durchaus nicht," log ich möglichst harmlo», „aber wollen Sie nicht bitte fortfahrm, sind Sie schon lange bei dem Fach?" „Schon i» meinen Züngliogijahre« hatte ich mich i« kleinerm Dichtungen versucht," erzählte mein»euer Freund weiter,„alle meine Freunde und Bekannten versicherte» mir, daß ich ein ausgesprochene» lyrische» Talent sei, da» zu dm schönste« Hoffauvgea berechlige. Allein diese Labsprüche konnten meinem brennendm Ehrgeiz nicht genügen.„Zch bttte Sie," apostrophirte er mich,„für einm Lyriker ist ja befferung ihrer Lage, namentlich um eine bessere Regelung ihrer PenstonS- uns R liktenverhältnisse. Die Kommisfion, vertreten durch den Abg. Bran- d e n d u r g, schlägt vor, die Petitionen der Staatlregienmg al» Material zur Erwägung bei dem weiteren AuSdau der einschlägigen Gesetzgebung zu überweisen. Abg. Knebel beantragt von Vilsen Petitionen einige der StaatSiegierung zur Berückstchttgung bei der Einführung der neuen Krei»- und Provtnzialordnung in der Rheinvrovinz, einige andere mit dem Ersuchen zu überweisen, dem Landtage in der nächsten S-sfion da» Ergebniß von E Hebungen vorzulegen, au» welchen erstchtlich ist, in welchem Maße die Bürgermeister der Rheinpiooinz mit Staats geschälten be» lastet find und ob, eventuell welche Entschädigung ihnen hier» für zukommt. Unter Ablehnung dieser AbänderungSanträge tritt da» Hau» dem Vorschlage der Kommisfion bei. Veischiedene Eing-sessene der Gemeinde W-llerShausm, Regierungsbezirk Cassel, beschweren stch darüber, daß die StaatSdehöidm ein AuffichtSrecht über ihre Prioat- forsten in weiterem Umfange» al» gesetzlich begründet ist, dean- spruchen DaS Hau» nimmt ohne Debatte den Antrag der Kam- milfion, die Petitionen der Staatiregierung zur Adhllfe zu überweisen, an. Die P tition de» Oberschlefischen Berg- und Hütten» männischen Verein» zu Kattowitz um Biseitigung der Frei» luxen gelddeii läge für Kirche und Schule wird durch Uebergang zur TageSoidnung erleoigt. Schluß 2V: Ubr.— Nächste S tzung: Freitag 11 Uhr. (Zweite Berathung der kirchenpolttischen Vorlage). Kommunales. Stadtverordneten-Verfammlung. Sitzung vom Donnerstag, den 6. Mai. Der Stadtverordneten. Vorsteher, Herr Bücktemann, eröffnet die Sitzung um 5'/« Uhr mit geschäftlichen Mittbeilungen. Die Abheilungen haben die Wahl von 10 Mitgliedern für den Ausschuß zur Vorberathung der Vorlage, betreffend den Verkauf der Baulichkeiten auf dem G undstücke Münzstraße 6 zum Abbruch, die Reaulirung und Pflasterung eine» Theil» der Rochstraße, den Verkauf der Kunowtkidiücke zum Abbruch und den Vertauf einer Parzelle an der Ecke der Stadt ahn- Parallelstraße und der Rochstr>ße— von 15 Mitgliedern für den Autscknß, betr. den Anschluß eine« Gediettbeile» der Ge- meinde Schöneberg an die Kanalisation von Berlin— von 15 Mitgliedern für den Auischuß, betreffend die Er«erbung de» Teiratn de» Grünen GrabenS von der Walldrücke auf» wärtS di» zur Sp.ee— und von 10 Mitgliedein iür die ge- milchte D putaiion zur Vorberathung über eine Adände ung des Octstaiuts iür die Ka-mlisation von Berlin vollzogen. Nach Eintritt in die Tagesordnung werden zunächst die Sommeiferien der Versammlung für die Zeit vom 1. Juli di» zum 31. August festges tzt. Anlegung eine» Park» auf dem Kreuzbera. Für dm Ausschuß erstattet der Rifermt, Stadtv. Stryk, Bericht und empfiehlt die unveränderte Annahme der Magistrats vorläge mit der einzigen Bedingung, daß der Magistrat sein Projett über die gärtnerischen Aniagm der Versammlung zur Genehmigung vorleat. Die Summ-, welche auizu wenden ist, wird stch zwischen 600 000 bi» 1 000 000 ist. beziffern. Der Ausschuß bat gleichzeitig eS für nö htg g, H ilten, an den E-w-rb deS fiskalischen Stresten» in der HaOnhaide seitens der Stadt zu erinnern. Al» B dingung für die An- nähme der Vorlage de» Kreuzberg-Park» konnte dieser Erwerb aber nicht dezeichret werden. Stadtv. S a m m bittet, die Anträge de» Ausschüsse» anzu» nehmen. Die Anträge de» Ausschüsse» werden unverändert und im Ganzen angenommen. Skizze zum Neubau einer Gemeinde- Doppelschule riebe in der Pelledergerstraße. Stadtv. Mielenz bemangelt einige Einzelheiten der Vorlage und wünscht ihre Ueberwrisung an einen Ausschuß von 15 Mitgliedern. heutzutage nicht mehr die geringste Aussicht vorhanden,«» zu Ruhm und Ehre zu bringen, wo rn jedem Wochenblärtchen unreife Schulk-aben ihre« poetische« Ge» fühle» fteie« Lauf lassen. Es wäre wirklich an der Zeit, einen Normal-ArbeitStag für die lyrische Peodr-ktio» zu schaffe». Auch gegen die Romanschrifrstellerer empfinde ich eine leicht erklärliche Abneigung, da die literarrichc« Blaustrümpfe leider täglich immer mehr an Terrain ge- winne« und die Braddon'S, Vely's, Schubin'» und wie die empfindsamen Seelen sonst noch heißen, die Spalren der Familien blätter für ihre wässerige» Schöpfungen in Erb- pacht gevommen haben. Bleibt da Raum für die Entwrck- lung eine» urwüchsige« Talente«, da» nach dem überrtv- stimmenden Gutachie« aller Gönner berufen rst, dereinst al« ein Stern erster Größe am deutsche» Dichter Himmel zu prangen?" Ich schüttelte energisch de» Kopf. „Also blieb mir nur die Bühne übrig. Ja!" rief er, feinen Kummer vergessend, pathetisch au»,„nur die dar- stellende Kunst vermag den Dichter mit einem Schlage berühmt zu mache«, ihm Ruhm und Ehre und goldene Schätze in Hülle und Fülle zu verschaffen. Jedesmal, wenn ich in de« Zeitunge« von den E. folgen unserer Dichtergröße» Wildenbruch, Voss, Linvari, L'ilrrooge, Moser, Schönthan, Jacobson, Zell und G-nee lese, wenn ich vernehme, daß jener nach d-r erste« Aufführung feite» neueste» Schauspiel» zehnmal hervorgejubelt worden sei, drsse« Posse» hundert bi» hundertundfünfzig Auffüh- rungen an erste« Bühnen erlebt und dieser für ein vo» Unwahrscheinlichkeilen strotzende» Libretto zehntausend Gulden eingestrichen habe, dann gab el mir einen Stich in» Herz u°d eme innere Stimme flüsterte mir zu:„Ver- suche e», auch Du bist in Arkadien gebore«? Der Mahner da drinnen lreß mir keine Ruhe, Tag und Nacht zauberte« mir«eine Phantasie die verlockendste» Bilder vor. Endlich stand mein Entschluß, unter die dramatischen Dichter zu gehen, fest. Aber für welche» Genre sollte ich mich ent- scheide»? Et war mir klar, daß ich die bitherige« Pfade ver- lassen müßte, um mit einem Schlage berühmt zu werde« Stadtbauratb Blankenstein häll eine Auischußde» rathung für überflüsstg. Die Vorlage wird ewem Ausschuß von 15 Mitgliedern Aderwiesen. Die Vorlage, betreffend die Lauabnahme der neu errich- teten Trichinenschauämter auf dem Zentral Viehhof gelangt zur Senntnißnahme. Die Erwerbung deS von dem Grundstücke Bad' straß« 14/15 zur Anlegung deS Bürge, steige» in der Front der Grünthalerftnße eriorderlichen TerrainS wird nach dem Antrage deS Magist atS genehmigt. Uedernabme deS im Zug« der Bellealliar cett�aße zwischen der Kreuzbergstraße und dem Tewpelhofer Felde belegenen Kolonnen- wegei in daS Eigenthum der Etadtgeweinte. Auf Antrag des Etadtverordneten de Neve wird die Vorlage einem AuS« schuß von IG Mitgliedern über wiesen. Damit ift die Tagesordnung erschöpft. Schluß k'/. Uhr. E« folgt eine nicht öffentliche Sitzung. Gewerbe-CchiedSgertcht. Die zur Vorberathung deS von dem Eiadtveiordneten Tutzauer und Ger offen eingereichten Entwurfs eines Gewerbe-SchiedsgerichtS in Berlin eingesetzte Sud kommtsfion hielt am Mittwoch A�end unter Vw fitz des H'rrn Oberbürgermeisters v. Fmck-ndeck ihre erste Sitzung ad. DaS R-ferat hatte der Stadtiyndtlus Eb-rty das Korreferat der Stadtverordnete Dr. Mdet m 6 überhaupt eine regelrechte Handlung? Ader fich nur, eS kommt auch die Handlung zu ihrem, Sie so schmerzlich zu vermisse» scheinen..2«*� � wird e« schon trägisch. Da« illegale Verhaltnrß Liebenden ist nicht ohne Folge» geblieben. Sprößling hat bereit» vor Beginn de« drrtttv � Licht der Welt erblickt. Während die Geliebi-° stet« in dem Wahn befangen ist. diese» dadu � �. fich gekettet zu haben, hat fich sei»« Lstbe°.� s einer Nebenbuhlerin zugewendet. Der Fürst Geliebten, daß er sich standesgemäß zu �at7hreti h%# und bietet ihr erne Abstandssumme. 3* Volih/ Gefühle« gekränkt, zieht die Heldin er--» �«'> dem Treulosen eine gefährliche Wunde � da« Kind und will fich eben selbst um» Lek� Jener ihr in den A>.m fällt und sie Gerechtigkeit übergiebt." echtrglert üdergrebt."..n" � führt, bei denen zwei bi« drei bis zum dritten mache», alle« Andere meinem Stücke gesorat. w"- r__ L_ � Akt zu warte«. 6*%. Im vierte« «inj, Ä. Dlamanten btJ Fremden angeeignet habe und damit da! Weite gesucht bat. In dem Vttstordenen vermuthet man einen glück' «chen Diamantgräber oder einen Händler, welcher hier die Diamanten roh oder nach ertolgtem Schliff veikaufen wollte. Da eZ mvglich ist, daß der Verstorbene vermögmde Angehörige besitzt, und selbst vermögend ist, so dürfte später nach Er nitte- lung der Angehörigen in Lrastlicn die Aukgradung der Leiche auf dem Armenlirchhofe und Uederführung nach der Heimath detz Nrastlianeri«folgen. Z« einem in der Reichenbergerftrahe wohnhafte« Mchler kam am 2. d. M Nachmittags ein unbekannter junger Mann, welcher sich da? Zimmer besah, um dort eine Schlaf. ffelle zu miethen. Nach kurzer Zeit verliehen Leide die Woh» nung, und sah der Fremde, daß der Tischler die Wohnung«- thür verschloß und den Echlüffel an einer bestimmten Stelle aufbewahrte. Als der Tischler am Abend nach setner Woh- nung zmückkehrte, war seine an der Wand hängende tom« dakene Remontoir Uhr verschwunden. E« wurde festgestellt, baß nachdem fich der Fremd« auf der Straße von dem Tischler getrennt hatte, tisterer in die Wohnung VeS letzteren Glickgekehrt war und die Uhr gestohlen hatte. Der Dieb t« sogar die Frechheit, zwei aut dem Flur stehende Frauen tu fragen, od sein Lmder, mit welchem er den Tischler meinte, säum zulückgekehrt sei, und als ihm dies verneint wurde, den Schlüfftl vom Platze zu nehmen und damit dle Wnbnung zu öffnen. Der Dieb ist etwa 35 Jahre alt, 1,73 Meter Ktoß, hat dunkilc-londe Haare und Schnurrbart und ist wtt braunem Sommerüberzicher und braunem Hut de» ueidet. Unterweg« ibre« Inhaltes beraubt wurden, wie de ketts stüher mrtzetheilt, mehrere am 8. v. M. aus London nach bern Kontinent abgeschickte Einschreibesendungen im Werthe »on 30000 Pfund Sterling und dann mit Papierschniyeln ausgefüllt weiter befördert. Unter diesen Briefen detand fich A solcher an das hiesige Bankhaus L. im Werthe von «<000 M. Außer den bereit« veröffentlichten Werthsachen de- landen fich in dem Briefe noch 12 Stück Dtoivendenscheine IV zu den ö'/j v'0s. P-iontälSakiien der vereinigte« Deutschen T legraphengesellschaft Nr. 383—394. Nach den ffstglstrllten Ermittelungen ist der Diebstahl in England auS» gefühlt und befindet fich einer der Diebe bereits in London in Paft. Ein Gcschäfttbediensteter Vis gleichfalls geschädigten ?itftgen Bankhauses L. ist bereits nach London vor Geiicht ge- i�ben worden. Für die Entdeckung der Diebe und die Herbei- >>daffung sämmtl'cher gestohlener Werthpapiere ist eine Leloh- nung von 300 P d. Steil, ausgesetzt. nj, Die Preise, welche die fiskalische Abdeckerei für gefallene Pferde der Berliner Feuerwehr dezahlt, find im Vcrhältniß zu I/N Anschaffungskosten derselben sehr gering. Im Durchschnitt «v.«Ji für ein Pferd bei der Feuerwehr 1200 M. gezahlt. «wabd ckerei zahlt für ein ihr lebend überwiesenes verun- Plerd 20 M., für einen Kadaver 15 M. Sämmtltche lu*«!'. M welchen der Ausbruch einer schweren Krankheit in und N werden der königlichen Thierarzneischule zur Kur in WZt�ßung überwiesen, welche für Pferd und Tag 2 M. 6ä •.rf �blizet-Bericht. Am 4. d. M. Nachmittags lief ein dem St'aßendamm vor der elterlichen Wohnung Loth. �ugeiftrzßx 21 spielender, 4 Jahre alt« Knabe unter die Räder SM Geschäfiswagens und wu.dc überfahren. Er erlitt einen «ruch des linken Handgelenks und Verletzungen an der rechten Mb und am Fuß und mußte zur Heilung von den Anne- f>ftk8en no(b der Klinik gebracht werden.— Am 5. d. M, t>,. a"'den ein Mann auf dem Boden seiner Wohnung in in und ein anderer im Keller seiner Wohnung wu,t>- erhängt vorgesunden.— Zu derselben Zeit 35 Sabte Ziordhaien die Leiche eineS unbekannten etwa nach dem vi!* bester S gelandet, vämmtliche Leichen wurden wmm Henke q[« demselben Tage Abend« gerieth der Schankwirth �orde'rverrnn Ii1 derSttschtnerftraße wahrend der Fahrt vom Boden R.r.r"* PferdebahnwagenS absprang und dabei zu über die»(, et1ntm �uß unter vaS Rad, so daß ihm VicS 2%&•'»' Ä bts al t�dt wurde der Kutscher Kundrun beim Ue der schreiten kat, nnl der Frtedrichftraße an der Oranienburger- Dro!*k l'l fm schnellen Trabe um die Ecke �kommenden ittzt. es. fahren und am Hinterkopf nicht unbedeutend ver- «r wurde der nächsten Sanitätswache zugeführt. ,u schlage«. Ich sage Ihnen, Paul Lindau'« Lea" ist ei« Kivderlpiel dagegen. Durch de« Beil �" Richter wird die Mörderin zum Tode durch da» B�.s�Ultheilt. Der fünfte und letzte Akt bringt da« »iT'ffot auf die Bühne Tin habe Da ich meine« größten Tr?»� auf die Bühne.>. auSgispielt," rief er in Heller Begeisterung au«. üewel�. U'ichtung auf offener Szene, da« ist noch nicht da- f�z �.Da« packt und erschüttert die Nerven de« Publi- Bot« �knkersknechte» überliefert, da nuht keuchend ein fA � 2 wntt Söv Pt« tnPt&fA fchwent Fürsten, schon von der Ferne her ein weiße« Tuch (ich.,£?b. Er überbringt die Begnadigung der vermeint. war daj»v®'e e< sich inzwischen herausgestellt hat, Kind gar nicht errnördet" worden, e« ledie." hätt."?.�.ba« ist ja unmöglich," warf ich ein,„da« b«« g.n 1« gleich herausstelle» müssen. Die Trägerin »»d hätte ja dann garnicht des Mordes angeklagt t«,a� dieses Verbrechen« zum Tove verurtheilt werde« siLck« Freund," entgegnete der Autor diese« Schauer- "bier'>.';'7™He Ihne» in Ihrem eigene« Interesse, niemals während�, �»mödienfchreiber zu gehe». Mit Ihre» fort- Ihrkp, n.«rnwrndungen und Bedenken würden Sie e« in Söst««{»v°'emals zu einem Erfolge bringe». Wann �°hrsche,«�"'sch» Dichter der Neuzeit-« jemals mit der tn IV»« s® ßknau eenommen. Das Kind, welche« �°rdev. Bedenken einflößt, war eben nicht ermordet r ä jiä V '�«enh�U'U'» de»«auf, wen« da« Srück nur sonst (Schluß folgt.) Keklwa Thenler. Mit.ch.»-,®ä»« ' da« erste Debüt, welches sie vorgestern Pereine mtd Versammlungen. t Polrzetlich aufgelöst wu.de die Versammlung de« BrbtileroezirksvcreinS für den Osten, welche am letzten D enstag bei„Keller". AndreaSstr. 21, unter Vorfitz deS Herrn Tabert stattfand. Die Tagekmdnung:„Die freireligiösen Bestredun« gen", über welche Herr Christensm referirte, batte eine starke Belhelliaung hervorgerufen.«S mochten ca. 2000 Personen an- wesend sein. Auch der Sprecher der freireligiösen Gemeinde war mit einer zahlreichen Anhängerschaft erschienen. Herr Cbiiftensen beuichnete es zunächst als nolhwetdtg, um in daS Wesen der fr-i eltgiösen Gemeinden einmviingen und sie tn ihrer wvhren Natur zu erkennen, den EntwickelungSgang der Religionen, sp-ztrll des Chrtstenthumi in den hauptsächlichsten P Haien zu vertolgen. Er gab deshalb eine Darstellung des ge- schichtlichen Prozesses, den daS Christenthum durchlaufen hat, wie ei zunächst, dem allgemeinen Biloun,.snioeau ent- sprechend, allmätig hinter der fort'chreitenden Wiffenschast zurückblieb, von der eS schließlich überwunden wurde. Es mußte fich deshalb, um wenigstens in etwas daS alte Ansehen zu retten, zu Konzesfionen verstehen, eS mußte die Lehre opfern, daß die Eide still stehe und die Sonne fich um ste bewege, ei mußte daS Dogma von der Ausnahmestellung de« Menschen zum Thierrcich aufgeben, nachdem Darwin'S Entdeckungen wiffensldtstlich Geltung g< mannen hatten, ja eS mußte in seinen letzten Ausläufern, tn ven freireligiösen Gemeinden, dm Glauben an eine persönliche Gottheit fallen loffen. Die frei religiösen Anschauungen seien Das letzte Zugeständniß der Reltgton an die Wissenschaft, aber doch immechin noch Religion und nur ein irreführender Mischmasch. Der Sprecher der Ge« meinde bezeichne fich selbst als Prediger, die Versammlungen der Gemeinde würden in dem Kirchenzettel der Zeitungen an- gekündigt. Er(Redner) könne nur bedauern,„daß von seinen polrtrschen Freunden so viele fich hätten verlertm laffen, den freireligiösen Gemeindm beizutreten..." Hier erfolgte die Auflösung auf Grund Des§ 9 des Sozialistengesetzes. Der Saal leerte fich in aller Ruhe. Man mußte eine Auflösung erwartet haben, denn schon während die Versammlung noch tagte, standen zahlreiche Polizeimannschaften auf dem Andreas- platze und vor dem Lokal. Auch Herr Mahlow- Jhring soll darunter gewesen sein. Der Berliner Stuckateurverein hielt am Montag Abend seine regelmäßige Versammlung ab. Zum 1. Punkt der Tagesordnung, den Arbeitsnachweis detreffend, der nunmehr in Kraft getreten ist wurden Reglements ausgegeben und die Zentral Meldestelle bekannt gemacht; dieselbe befindet fich bei Herm Wrlh. Leue, Gianscerstraßr 4(Arkonaplatz). Die hierauf folgende Vorlesung des Herrn Heindorf über„Vorurtheil und Ucberzeugung" fand reichen Beifall. Alsdann wurden verschie« Vene Vereinsangelegenhetten erledigt. In der nächsten Vereins- Versammlung steht aus der Tagesordnung: Rechenschaftsbericht und Slotutenvorlaze. hr. Ja der öffentliche« Versammlung der Stell- macher, welche am Miitwoch tn Grätz' Salon bei sehr starker Betheiligung unter Vorsttz deS Herr WachhauS tagte, dezeichnete Herr M-nzel den Stand des Streiks als einen günstigen. Von den M- istern, an welche bis jetzt die Gesellen mit ihrer Forde- rung etnmüthig herangetreten seien, habe die große Mehrzahl sofort die Forderung bewilligt. ES sei mithin zu hoffen, daß, wmn die drSher indifferenten Gesellen fich ermannen, und für die von der Mehrheit der Meister gebilligte Forderung ein- treten werden, in etwa zwei Wochen der Streik siegreich de- endigt s-in werde. Nach E öffnung der Ditkusfion theilte ein im Depot der Omnidus-Aktienaesellschaft beschäftigter Ardeiter, welcher erklärte, daß er nicht Stellmacher sei, mit, daß die im D-pot beschäftigten 7 Stellmacher, trotzdem, daß der Direktor der Gesellschaft die Forderung der lOstündigen Arbeitszeit zurückgewiesen, die Arbeit nicht niedergelegt haben. Die Er. klärung, die einer der 7 im Depot beschäftigten Stellmacher abgab, daß die Niederleguna der A.beit am nächsten Freitag ersolgm werde, wurde mit allgemeinem Betfall aufge« nommen. In der Diskussion wurde noch heroorgrhoben, daß die streikenden unverheira.heten Gesellen dadurch, daß ste aus- wärts Arbeit suchen gingen, die fiegreiche Beendigung des LohnkampfeS beschleunigen würden. Herr Menzel tbeilte mit, daß an 25 unverheirathete Kollegen, die fich entschloffen hatten, Brrl'N zu verlassen, das Reisegeld von 3 Ma-k gezahlt worden sei. Der Vorfitzend« verlas die Namen der Meister, die seit Montag fich durch Unlerschrist auf den Lohniarif verpflichtet haben. Tie Zahl der selben belräzt 39. Die Zahl der Gesellen, welche die Arbeit niedergelegt, wurde auf 134 in 66 Werkstätten angegeben. In einer Resolution, die einstimmig angenommen wurde, erklärten die Versammel- ten, an ihrer Forderung festhalten und für die- selbe mit allen gesetzlichen Mitteln eintreten zu wollen.— Ein Antrag, dahin gehend, daß Herrn Menzel, der als Vor- fitzender der Lohnlommisfion gemaßregelt worden sei, eine Unterstützung von 21 Mark wöchentttch bewilligt werden möge, wurde zurückgezogen, nachdem Herr Menzel erklärt, daß er fürS Erste auf eine materielle Unterstützung ebenso wie die anderen Kollegen, welche die Aroeit im Interesse der Allgemeinheit Abend gaben, fiel d-twegen so glänzend und allseitig be- friedigen d auS, weil die Münchet-er in ihrer urwüchsige» Natürlichkeit den unverfälschten Originalton der bayerische« Berge wiederzugeben verstanden, nicht aber deshalb, weil das Slück mit seinen Rührszeaen und dem ganze« larmogantrv Thränenapparat der„Gartenlaube" uns Berliner» besonders zu impoairen vermochte. Vo« der Marlitt bis zu Herrman« von Schmid's Erzählungen aus den bayerischen Alpen ist nur ein Schritt, sie lassen Beide empfindsame Naturen männliche» und weiblichen Geschlecht« Thräaen wehmüthigster Rührung ver- gieße« über Menschen, die e« im gewöhnlichen Leben wohl kaum giebt. Es wäre das indessen«och nicht einmal die schwächste Seite dieser literarischen Leistungen, eS werde» durch dieselben jedoch einzelne Gesellschaftsklasse» mit einem poetischen Schimmer umgeben, de» sie gar nicht verdienen, es werden ihnen Ergenschaften angedichtet, die st- in der That nicht habe». Doch abgesehen davon, so litt das Cha- raktergemälde.Almearausch und Edelweiß", mit welchem sich die Müocheuer Gäste einführte«, noch an einer Unzahl anderer Trivialitäten, die, ohne da» vorzügliche Spiel der Darsteller, ganz gewiß genügt hätten, das Stück adzu- lehne«. Trotzdem aber war es„einmal etwa« anbere»." Der scharfe Berliner Witz, der hauptsächlich au« dem verneinende« Skeptizismus de» Norddeutschen entsprivgt, mußte einmal dem übersprudelnde», gutmüthige« Humor de» Süddeutsche» Plötz mache«, und in diesem Sinne kann das Erscheinen der München» Künstler nur mit Freude» begrüßt werde». Es ist doch etwas andere« um die dummschlaue« Aeußeiungen eine« oberbayerischen Bauervjungen, als um die scharfgeschliffene», harlpointirtea Bemerkungen der typische» Fcgure« unserer Berliner Stücke. Schon der bayerische Dralekt läßt uns Alle» liebenswürdiger, sym- pathischer erscheinen, manche« Wort, welche« uns in Berliner Mundart trocken und nichtssagend vorkommen würde, wird deS drollige« Ausdruck« wegen belacht. Zm Allgemeine» bot das Stück nur da«, wa» jeder oberflächliche Leser sogenannter Gebirgs. E-zählungen niedergelegt haben, Verzicht leiste, und Herr Hering darauf hin- gewiesen hatte, daß die Stellmacher Berlins, wenn nach ihrem Siege im gegenwartigen Lohnkampfe der Kollege Menzel ardeiti- los bleiben sollte, demselben gegenüber wissen werden, was ste zu thun haben. Die Mittheilung deS Vo, fitzenden, daß am Sonnabend in Keller'S Saal, AndreaSstr. 21, eine Versammlung der Vereinigung der deutschen Stellmacher, Filiale Be:- Ii«, behufs Wahl deS Vorstandes stattfinden werde, führte dazu, daß man beschloß, fich an der Versammlung zu betheili- gen, um dahin zu wirken, daß die Wahl des Vorstandes ver- tagt werde, bis die Statuten die polizeiliche Genehmigung er» halten hätten. Weiter wurde die Lohnlommisfion dcauftragt, Marken drucken zu lassen, die von den Einsammlern der Bei» träge,» 1 Mark, welche die in Arbeit bleibenden Kollegen wöchenilich zum Streikfonds zu zahlen fich verpflichtet haben» als Q>.ittungen verwendet werden sollen, und deschloffen, zur Entlastung des KasfirerS während der Dauer deS Streits einen HilfSkalfirer zu wählen. Die Wahl fiel auf Herrn A. Demke. Mit einem dreimaligen Hoch auf den Sieg der Stellmacher- gesellm wurde die Versammlung geschloffen. Der BetirkSverei» der arbeitenden vevölkeruua de« Südwestens Berlin«, hielt am 3. d. M., in Krieger'« Salon» Wafferchorstr. 68, seine regelmäßige Mitgli-deroersanünlung ab. Der Stadtverordnete Herr Fritz Görckt hielt einen beifällig aufgenommenen Vortrag über:„Nach der Entscheidung." Redner führte au«, daß die Regierung, bei der diesmaligen Berathung über die Verlängerung des Sozialistengesetzes, aut- drücklich betont habe, man wolle ja blas die wüste Agitation verhindern und nicht die legalen Bestrebungen. Bald nach Annahme der Verlängerung, auf zwei Jabre. habe eS fich aber gezeigt, mit waS für Gedanken der Herr Minister des Jnnem umgeze. Die Ardeiter brauchten das Gesetz zwar nicht zu fürchtrn, die Idee wird eS nie ausrotten können. Ein Beispiel sei ja am Kulturkampf vochandcn; an der Niederlage der Re» gierung im Kampfe gegen Rom könne man sehen, daß Ideen nicht durch G. setze zu beseitigen seien; aber fthr zu beklagen seien die vielen Familien, die durch daS Sostalistengesetz zu Grunde gerichtet würden. Im Verfolg der weiteren AuSfüh« rungen deS Redners erfolgte die Auflösung. Im Arbeiter- Bezirksverein„Süd-Ost" hielt am Mttt- woch, dm 5. d. M, Herr Benkmdors einen interessanten Vor» trag über„Feuerbestattung". Redner wies zunächst darauf hin, wie bei allen größeren Neuerungen, die zum Wohle der Menschheit gefordert werden, die verschiedenen Interessenten, die in dem Fortbestehm des Alten ihren Vortheil sehen, heftig und mit allen Mitteln gegen daS Neue anlämpfen, wie wir daS in unserer Z-it z. B. vor Errichtung der öffentlichen Schlachthäuser»c., die doch besonders in sanitärrr Hinficht große Vortheile bringen, gesehen haben. Ebenso verhalle e« stch mit der Einführung der Feuerbestattung, bei welcher allerdings der Kampf um deswillen ein so heftiger ist. als fich ihr die Kirche und deren Vtktreter entgegenstellen. Jedoch wiid eS drr Geist- lichkcit gerade durch die Fortschritte der Wiffenschast auf diesem Felde sehr schwer gemacht, irgend welche stichhaltige Gründe gegen die Feuerbestattung vorzudringen, und wie man schon heut bei Epidemien die Exk.emente und Kleidungsstücke der Crlrankten verbrennt, um eine Verpestung drr Luft zu oer« büten, so wird man auch sehr bald dazu kommen, auch die Leichen zu verblennen, um die Möglichkeit der Verbreitung ichlechter vrrpestcter Luft durch die Kirchhöfe ganz auszuschließen. Redner gab alsdann ein llareS Bild von dem Verlauf einer Leichrnverdrennung, eine genaue Brschreibung eines dazu de» nutzten SirmenS'ichen OfenS und wie» hierbei noch besonders den Einwand, daß hierbri nicht die Pietät gewahrt werde, in eingehender Weise zurück, wobei er deS HofpredigerS Stöckrr gedachte, der in setner bekannten Wahrheitsliebe seinen Glau- btgen die haarsträubendsten Dinge von einer Leichenverbrennung berichtet habe. An der Dislusfion betheiltzten sich die Herren Schulz, Gerisch, Wolf, Körtel u. A. Alidann gab der Vor« fitzenoe bclannt, daß an einem der nächsten Sonntage ein AuS- flug mit Familie stattfindet. DaS Nähere wird den Mitgliedern noch bekannt grgeben. Der Vorfitzmde schloß die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf den Verein, der an diesem Tage auf daS erste Jahr semer Thätigkeit zurückblickte. hfs. Zwei große öffentliche Generalversammlungen der Berliner Maurer, welche beide äußerst zahlreich besucht und von tm Wesentlichen gleichen Verlaufe waren, fanden am Mtttwoch Abend die ein« im Konzer hauS„Sanssouci", Kolt« busrrstraß« 4«, unter Leitung des Herrn Lehrend, und die andere in der„Tonhalle". Frtedrichftraße 112, unter Leitung dts Herrn»rothmann statt, um zu den seither erzielten Re- sultaten der Lohnbewegung der Berliner Maurer Stellung zu nehmrn.— In„Sanssouci" referirte der Vorsttzende Bebread über die jetzige Bewegungsfituation, indem er die bis»um Mittwoch Abend bei der Lohnlommisfion der Maurer einge» laufenen Meldungen in Betreff der seitherigen Resultate deS Vorgehens mit den Forderungen zur Kenntnrßnahme der Ver- sammlung brachte. Hiernach haben biS dahin ca. 46 hiesige Maurermeister und Baugeschäftsinhader die bekannien Forde» rungen ihren sämmtlichen Gesellen dewilligt und zahlen die» selben keinem Gesellen unter 50 Pf. Lohn für die Stunde; längst kennt. Der geldstolze Vater, der fich nicht dazu entschließen kann, seinem Sohne die Hand einer„Fremden" zu geben, wäre diese..Fremde" auch nur aus einem eine halbe Stunde entfernten Dorf: die Mutter, welche trotz eines heillose« Respekt« vor dem gestrengen Bauer ein solche« Liebcsoerhälmiß stereotyp begünstigt, fehlt natürlich auch nicht; der Jäger, welcher sich der bittersten Feindschaft aller junge« Bursche im Dorfe erfreut, treibt auch hier mit dem Wildschützen sein Wesen, und schließlich steht der erkannte Bauernsoh», der irrthümlrcher Werse schon in'» Zuchthau« gerathen war, rein und fleckenlos da, und der alte Bauer, der zuerst niemals seine Einwilligung zu der Heirath mit der„Fremden" gegeben hätte, ist zum Schluß herzlich froh, daß diese seine» Sohn überhaupt noch nimmt. Allerding« wehte au« dem Stück ein Hauch wirklichen, echten bayerischen Alpcnleben« in da« Berliner Parkett hinein. Die Dekorationen, sowie die Kostüme waren von frappanter Naturtteue, und die Darstellung gab den äußeren Requi- site« m nicht« etwa«»ach. Herr Neuert gab den Bührlbauer mit der ganzen unnahbaren Trotzköpfigkeit eine« geldflolze» Dorspascha«, ebenso verstand es Herr Albert, den wilden, ungestümen Bauerssoh» künstlerisch wiederzugede». Auch die Herren Weinmüller und Berndl fanden sich mit ihre« bis« weilen nicht ganz dankbare« Rollen recht eut ab. Herr Schwarz war in Maske und Haltung als Wilddieb aus- gezeichnet. Er» besondere« Interesse nahmen natürlich die fremde» Künstlerinnen in Anspruch. Fräulein Marie Paukert gab die Ewi, die vielgeprüft« Sennerin. Sie vcrstavd e«, der etwa« sentimentalen Dorfschönen wirkliche» Lebe« einzuhauchen, ihr reich bewegte« Spiel täuschte üb-r manche Schwächen hinwcp, die sich der Dichter in der Cha« rakttrzeichnung hatte zu Schulden kommen lassen. Auch die Damen Schönchen und Thaller beherrschten ihre Rollen gut. Al« echt bayerische Zugabe wurde ei» Schuhplattler« tanz ausgeführt, der prompt und cxakt verlief. Eine Zith r« Entreakts Piece fand«umlntlich im Anfang die erfordeiliSe Aufmerksamkeit de« Publikums.' � «ut dr«i dieser Arbeitgeber zahlen an vereinzelte wenige ihrer Gesellen statt 50 nur 47 V» Pf. Stundenlohn. Femer haben biZ jetzt nachstehende elf Meister und Arbeitgeber, dem Ersuchen der Maurer iohnlommisston entsprechend, derselben durch NamenS» unterschritt dlstättgt, daß sie für die ganze Dauer der dieijährigen Bausaison den Minimal- Stundenlohn von 50 Pf- bewilligt haben. ES find dies die Herren Maurermeister k. Koch, Potsdamer« «rase; A. Böttcher, Mullerstr.; Karl Fraenlel, Kronen str.; Puhlmann, Lothringerstr.; Bröse, Lottumstr.; Brodhun' Baumeister Schiller; Sonntag, Kottduserdamm; Karl Triller, Louisenplatz; Emil Ziegler und Adolph KloS.— Bezüglich der Stellungnahme zu den bisher erzielten Resultaten und ferneren BerhaltenS der Maurer behufs allgemeiner Durchführung ihrer Forderungen empfahl Herr Vehrend, unter allm Umständen diS zum nächsten Sonntag, den 9. d. M-, die bis jetzt defolgte Taltik,.ückfichtiloseS Vorgehen mit allen Forderungen und den partiellen StreilS w Fällen versagter Bewilligung, fort« zusetzen und dann weiter in Erwägung zu ziehen, waS sonst noch nölhig und zweckdienlich wäre. Zu diesem Zwecke fände auch am nächsten Sonntag auf„Tivoli" eine große General« Versammlung aller Berliner Mamer statt, die darüber Beschluß zu faffen haben werde. Unter allen Umständen aber werde, wenn fich der mit der Bewilligung der Gesellenforderungen noch rückständige Thetl der Meister und Ardestgeber bti dahin nicht«ineS Besseren besonnen h ben sollte, zu den energische« sten und durchgreifendsten gesetzlich zuläsfigen Maßregeln ge« griffen werden müssen.(Stürmischer Beifall.) Nachdem sodann der Referent noch die dekannten Beschlüsse der neuesten Versammlung der BaugeschästSinhader, welche Maurerg-sellen beschästigen, einer scharfen und verurtheilenden Kritik unterzogen und die Versammlung in einer längeren DiSkusston durchweg im Sinne des Referenten Behrend fich ausgesprochen hatte, wurde ein« stimmig eine Resolution zum Beschluß erhoben, durch welche die Versammelten fich und alle Berliner Maurer verpflichteten, bis zum nächsten Sonntag unverändert wie bisher auf die Er« süllung der Forderungen unter Abgabe der NamenSunterschrist der Meister zu dringen und da, wo elftere nicht bewilligt werden, die Arbeit einzustellen. Femer wird in der Resolution «klärt, daß ei von dem bti dahin erzielten Erfolge, resp. von dem Verhalten der Meist« abhängen werde, ob man von dem äußersten Mittel, d« Proklamirung dei Generalstreiks, Gebrauch zu machen habe oder nicht. Mst einem dreifachen donnernden Hoch aus den Sieg der g«eckten Forderungen der Arbeiter deS MaurergewerkeS schloß die Versammlung, die auf jeden An« wesenden einen imposanten Eindruck zu machen geeignet war. Di« Tonhallen-Versammlung der Maur« unter Leitung deS Maur«S Herm Grothmann verlief, wie schon bemerkt, im welenttichen genau so, wie die vorstehend lkizzirte in„SanSsourt". Nach einem beifällig aufgenommenen Referat« deS Maurers Herrn Wille, das fich inhaltlich mst dem oben in seinen Hauptumriffm dargelegten deS Herrn Behrend deckte, nach ein« hieran fich anschließenden, sehr animirlen, dem Referenten durchaus zustimmenden DtSkusfion nahm auch diese Versammlung dt« oben inhaltlich d«eilS wied«gegebene Reso- lution mit Siimmeneinhett und avßerdem gleichfalls einstimmig «inen Antrag an, auf Entrichtung ein« außergewöhnlichen am nächsten Eonnabend, den 9. d. M. zahlbaren steiwilligen Extrasteu« d« ardettenden für die streitenden Kollegen. Die- selbe soll seitens der unverheiratheten beschäftigten Kollegen 2 M., seitens d« v«heiratheten in Arbeit stehenden Kollegen 1,50 M. betragen und lediglich zur Deckung d« aus dm jetzigen partiellen Streik« mtstandenm Unterstützungsunkosten ««wendet werden. Der Verband deutscher Zimmerleute, Berlin W. und Umgegmd, hielt Schwerinstraße 26 in Giünder's Salon am Montag, dm 3 Mai, eine Versammlung ad. Auf d« TageS« ordnung stand als erster Punkt ein Vortrag deS Herrn Lcß üb« Körper- und Flächenberechnung. Referent«rllätte zunächst die B«echnung über den Quadrat- Inhalt eines Dreieck« und die Berechnung eines Trapez und eine? Vierecks; in der Körperberechnung«läuterte er die Berechnung eines Würfel«, «ineS PriSma« und eine« Kegel«>c. Ferner erklärte Refermt da« Ausziehen der Quadrat- Wurzel und schloß damit seinm Vortrag. An d« DiSkusston belheiligte fich Herr Nix und«» klärte die leichteste Bmechnung«. Methode eineS Baume«, «elcher zur Säge kommen soll, um die gewünschte Stärke berauszuschneidm. Zum zweitm Puntt der Tage«- Ordnung: Abrechnung pro vierte« Quartal, erstattete der Kasfir«, Herr Gampe, den QuartalSb«ichr. Der Vorsitzende ertheilt dem Kasfir« im Namen der Versammlung Decharge. Hierauf v«la« Herr Fackel ein von ihm auSae« arbeitete« Schriftstück, in w.'lchem er die Frage aufwarf: Wie stellen fich die Berliner Zimmerer zur Errichtung einer Unt«- stützung«- und Vorschußkaffe? Herr Loß erklärte in der DiS« tussion darüber, erst müsse ein ArbeitSnachweiSbureau gegründet ««dm, und dann könne man auch dieser Kasse bestreten resp. daran denken, eine solche zu gründen. Hierauf legte Herr Beyer sein Amt al« 2. Vorsttzend« nieder. AlSdann erfolgte die Beantwortung d« im Fragekasten enthaltenen Fragm und darauf d« Schluß d« V«sammlung. Die 4. ordentliche Generalversammlung der Allge« meine« Kranken««nd Sterbekasse der Metallarbeiter (E. H. Nr- 29. Hamburg) zn Mainz.(Schluß.) Mainz. 29. April. Heute wurde die Statut-nb Ardeiter. Vn« stedenes. Diskusfion. Um Abliefemng d« PetitionS-Bogm ersucht der Einbemfer. * Allgemeine Kranken« und Eterbekasse der Metall- arbeiter(E. H. 29, Hamburg), Fll'ale 4. Sonnabend, dm 8. Mai ct., Abend« 8Vi Uhr, Andreasstr. 26, Versammlung. Tagesordnung: Kassmdnicht. Bericht des Delegirtm Herm Simon über die Gmeral-Versammlung in Mainz. Ver« schieden«». * Verein sämmtlicher Beruf« klaffen verlin 1(E. H). Sonnabend, Admd« 8 Uhr, Münzstr. 5, Versammlung. Gäste find willkommen. Verein fämmtlicher BernfSklasse« Berlin n(E. H. 2) Versammlung Sonnodmd, den 8. d. M., Abends 8 /, Uhr, Prinzenstr. 79 bei LöSkow. Neue Mitglieder wnden aufge« nommen, ebenso beim Kasfir« Schumach«, Matiannmstr. 8. Kleine Mittheilungen. Hamburg, 4. Mai.(Verunglückie A beitn.) Ein gräß« licher Unglückssall mit tödtliebem Ausgang pa strte am Sonn- abend Nachmittag gegm 4 Uhr im Schwimmdock der Herren Blohm u. Voß. Daselbst war an einem dort zur Reparatur liegenden Scknffe auf ein« Stellage d« auS Ascher« leben gebürtig«, 26 Jahr alte Malergehilfe Prie« mit Maler- arbeiten beschäftigt, al«« plötzlich au« einem nickt auf- geklärten Umstände da« Gleichgewicht verlor und 24 Fuß tief inS Dock hinabstürzte. Der Unglückliche war furcht- bar zugerichtet, e« war bald kein Köipertheil an demselbm, der nicht ottletzt war. In befinnungilosem Zustande wurde er per TranSpottkorb nach dem SeemannShause überführt. In d« Nacht zum Sonntag verstarb d« Ung!ück- liche an seinen Verletzungen. D« Verunglückte war nicht Arbeit« der Firma Blohm u. Voß.— Durch Springen des Wasserstandsglas«« auf dem StaaiSdampf«„Lenz" wurde der Heizer erheblich verbrannt.— D« 2. Vorsetzen 20 wohnhafte, bei Westphal in Arbeit stehende Arbeiter Niens stürzte am Sonnabend beim Löfchm der Ladung de» Schiffes,, Stockholm" in den Laderaum und erlitt einen Bruch des linken Od«- schenkel«.— Ebenfalls durch Sturz in den Schiffsraum de« Schiffe«„Langest«" wurde der in der Nikolaistraße 18 wohnhafte und bei Maxield auf dem Kleinen Grasbrook b-fchäf- tigte Schauermann Stein erheblich am Kopf und im G-ficht v«letzt. Königsberg i. Pr-, 5. Mai. Gestern Vormittag hatte fich, wie die„Hartung'scke Ztg." berichtet, eine Anzahl von Arbeit«» vor dem Kneiphöfischen Rathhause versammelt und verlangte dort den Oberbürgermeister zu sprechen. ES waren gegen 300, die angaben, beim besten Willen keine Arbeit zu finden, und Hilfe und womöglich Zuweisung von Arbeit«baten; fie benahmen fich dabei, wie ausdrücklich bewerft wnden muß, durchaus ruhig und ar-ständig. He« Obnbürgerm eistet Silke ließ Deputitte zu fich entbieten und vnhandeltt mit denselben eingehend üb« ihre Lage. Inzwischen wurden im Vestibül deS Rathhauses sofort Listen der Arbeitslosen nach Namen und Wohnung aufgenom- men, worauf fich alle ruhig nach Hause begaben. Auch heute Vormittags hatten fich vor dem Rathhause wieder große Gruppen von Arbeitern angesammelt. ES waren mehrere Hund«te, die fich jedoch nicht so ruhig vnhtelten, wie gestern. DiePolizei entwickelte ein starkes Personal, deme« auch gelang, die Leute wieder zum Au»einand«gehen zu dringen. Wir können natürlich nicht demtheilen, ob die Klagen der Arbeit« in jedem einzelnen Falle begründet find, glauben aber andernseitS, daß das dei der großen Mehrzahl leider unzweifelhaft zuirifft und daß dieselben bei den ttaurigen Verhältnissen in unsnem Handel und Vnkebr gegenwärtig mehr leiden al» je in ftühnen Jahn«. Seit vi« Monaten herrscht in unserem GeschäftSleben— namentlich im Getteidegefchäft—«ine Stockung, wie fie in diesem Um« fange und dieser Dau« bei un« sett vielleicht einem Menschen- alter nicht«lebt wordm ist. Während de« Winter« konnte eine Anzahl unser« Geschäfte nur die Hälfte, andere noch nicht ein Vinte! ihrerArbettn beschäftig en und die Eröffnung der Schifffahtt hat darin vielleicht zum ersten Mal keine irgendwelche Bessnung ge- bracht. Da« find sehr traurige Thatsachen, ad« fie«klären e« wenn eS in der That fett geraumer Zeit viel-n Arbeitern auß«ordentlich schwer, ja zum Theil unmöglich ist, Arbeit zu finden. Eine gewiffe Besserung dürsten die jetzige Jahreszeit und die damtt verbundenm Arbeiten in Stadt und Land herbeiführen. Zunächst wird der Vorstand des Armenunt«stützungSoneinS, so weit eS in dessen Kräften steht, ArbeitSnachweisungen vermitteln und e« ist auch b«eitS ziemlich bestimmte AuSstcht vor-' Händen, für«ine eine größere Zahl von Arbeitslosen V«. Wendung zu finden. Wir können nm dringend wünschen daß dem Verein die Untnstützung aller Arbeitgeb«, namentlich der größeren Unternehmungm in Forst-, Erd- und Steinarbeiten K-M'. A&%%%%% Unternehmungm wesentliche Dienste thun. Ketzte Kachrichte«. Ueb« dm Dimstag Abend stattgehabten Kampf zwischen d« Polizei und dm Sozialisten werden auS Chikago nach« stehend« Emzelbeitm gemeldet: AIS die Polizei den vnsam- Mellen„Sozialisten" befahl, fich zu zerstreuen, rief einer der „sozialistt'chm" Rednn:„Zu den Waffen!" Alsbald rrurde» drei Bomben mitten unt« die Polizeideamten geschleudert, wodurch 21 derseldm verwundet wurden. Gleichzeitig schösse« mehrere Jndividum mit Revolvern auf die Polizisten. Di-st antworteten mit einem etwa zwei Minuten anhaltenden Ge- wehrfeurr- Die Menge floh bierauf nach allm Richtungen. Von den Polizeibcamten find 3 todt, 39 verwundet, darrmt« 4 tödllich; auf Sette der Sozialisten wurde ein« geiödtet und viele»«wandet. Die Mehrzahl der Theilnehmer an d-r Vet- sammlung bestand au«„profesfionellen Anarchisten".(WaS iß da»? D. Red.) Auch im Laute dei Mittwoch fanden wieder mehrere Ruhestörungen statt. Eine auf 8000 Personen angewachsene Menge gr>ff Mittags mehrere Laven an und plün- derte dieselben. Dre Polizei zerstreute die Umuhestitt«. 25 Buch- druck«, welche im Bureau d«„Ärbttter Ztg."deschSstigt find, wur- den unt« Anschuldigung d« böSwilligm Beschädigung»«daftetl auch zwei hervorragende Anarchisten find verhaftet worden- In dm Bureau« ver„Arbcttnzeitung" und an einigen anverw von den Anarchisten desuchten Ottm find von der Polizei gegen 40 Tynamildomden aufgefunden worden. Die Tyna- mitbomben, durch welche am 4. d. M. mehrere Polizeideamle fietövtet und eine große Anzahl Bnv«er v-rwundet wurde», oll der Ftih-er der Anarchrstm, Herr Michael Schwad, untee die SicherhettSbeamtm geworfen haben,— Nach den vorliegenden Nachrichten kam e« gestern auch in Mrlwaukce rciedruffl zu«wem Zusammenstoß mit den Sozialisten, bei welchem Mu>l und Polizeimannschasten von der Schußwaffe Gebrauch machte» und mehrere P«sonen verwundeten und tödtetm. Die Menge, unt« welcher eine große Anzahl Polen waren, machte(W Angriff auf eine Braunei unv plünderte dieselbe. Schlteßl!» gelang eS der Po-izei, die Meut«« zu zerstreuen. Di- Joul- nale spiechm fich äußerst scharf über die anaretistischen Ruhe- störungen aus und verlangen die exemplarische Zücktiaung# Urheber und Theilnehmer.— Die Regierung in Washingto« Hit, um Vorsorge zu treffen, Truppm nach Cincirnati g-sanbj Powderly hat fich Namen« d«„Ritter d« Arbeit" auf d» Entschiedenste gegm die von dm Anarchistm begangenen Au» schreitungm ausgesprochen.. „Daily Nervt"«fahren, Chamber lain habe dem Kabr»» zu»«stehen gegeben, er werde in der zweiten Lesung t» Homerule« Bill unterstützen, falls die Regierung die M tretung J landS im RetchSparlamente im Prinzip« zugestet»- Morgen findet behufs Erötterung dies« Frage ein Kabinel«' rath statt., Die„TimeS" melden auS Kairo von gestern, die Am ständischen besetzten AkaSheh und zerstörten eine Sirecke»o» ein« Meile die Eisendahn zwischen Akaibeh urd Amblgol. In Mandalay, der Hauptstadt von Ober- Birma, hat eil» neue Brandlegung stattgefunden, durch welche an 400� „Häuser" z-istott sein sollen. Obwohl man fich unter den my alt„Häuter" dezeichneten Baulichkeiten nur Hütten von pn>»» tioster Bauart vorzustellen hat, die gleich den budenarlifP Wohn statten der Japaner rasch und leicht ein Raub der Fla? men werden und nur einm geringm Werth haben, so ist � die angegebene Zahl von 40 000 wahi scheinlich zu hock griffen, da Mmdalay nach dm neuerm Schätzungen nur eta� über 100000 Einwohner zählt und durch die beiden kürjli» vorangegangenen Brände bereit« einige taulmd„Häuser" J", stört worden find. Ader die neue Brandlegung zeigt, die Briten noch nicht einmal in d« Hauptstadt de« ihrer 4% sckaft einverleibten Keich« die Ordnung herzustellen verw»� habe».. _ T« neueste Stand der pattiellm Maurerstrei» Berlin und Umgegend ist, wie wir von dn Ges-llenM� kommisston soeben erfahren, der, daß, Donnerstag (wie angenommen werden darf, in Folge der BeschM. neuesten BaugeschäftSinhabn-Ve sammlung) sechs Meister dW). Ardritgeber den thrm G-iellen dereit« dewilligten Stunveni»°" von 50 Pf. wieder auf 45 Pf. reduzi't haben, wa« mit Arbetlteinstellung der betriff enden Gcsellm(ca. 50 Maur. beantwortet wurde. Die Gesammtzahl der bi« j tzt üderha� al« streikend angemeldetm Gesellen deträgt ca. 1300. Hw»?., lich der Zahl der Arbeitgeb«, welche die Forderungen be®»™ habm und den Mtnimallohn von 50 Pf. pro Stunde»av>�! verweilen wir auf die an angeführt« Stille veröffentlich' Berichte über die beiden Generalvnsammlungm der Bert® Maur« in„Sanssouci" und in der„Tonhalle" vom Aw" woch Abend. Kriefkasten der Redaktion. H. 4. Ein Testammt dedarf, wmn e« eine Eldeseins«»� enthält, zu sein« RechiSgiltigkeit der ger.chllichm D'pofi"�' Man tan» nun mtweder ein fertiges Testament»«(*% dem Gericht überreichen, oder aber demselben seinen le»' Willen mündlich kundgeben, worauf bei Gettcht ein stück in G.'genwart des Testator« ausgenommen und von diel� unlerschttebm wird. Lei einfacher««» Erbverhältniffen' pfiehlt fich daS letztere. Sonst könnten wir Ihnen nur rat? einrn tüchtigen Anwalt mit der Aufsetzung de« Testament«!?, Wrn,i«n. Es ist absolut falsch, wenn man bei diesem Pß V- betreuen. W tigm und folgenreichen Schritt durchaus Kosten«sparen auf die Gefahr hin, daß nachher da« Testament un ist oder allerlei unvorh«gesehme Schwi«igkeitm bttettet- Arbeiter. 1. Söhne bedürfen bi« zum zurückg�ö. 25. Lebentjahre zu ihrer Vnheiraihung der Zustimmung � VaterS, resp. nach dessen Tode d« Mutter und. wenn derjährig find, auch dl« Vormunde«. Wird die Emwilli«� ohne erheblichen G. und vnweigett, so kann dieselbe dm«t«! beim Landgettcht erzwungen werben. AlS erheblich«1 t-l-iAi soll es nach ausdrücklich« gesetzlich« Bestimmung geUM,�� e« den zulünftigm Eheleutm an dem nöthigen AuSkon�, >willi fehlen würde. Wer mangels väterlicher Einwilligung »«beltaihen kann, der kann auch kein rechtSgiltigeS v ßSZMZ-SckOS von letztttem in einem formgttechtm Teft-mente-Uzm- MGZMW W-SZS-SNM Verannvortttcha«edatte«,».«e,»»«» tr«ettt» S»««id««lag vu»»rttsz* Mttm aW ---------- v«v. ErblassttS nicht... w, bürg war, fo ist oie Berechnung eine and««.- c§3 rtri, i««Utzstraße 2