** 108 Sottntag» de« 9. Mai 1886. HI. Jahrg. ((lianMslM Krgsn für die Interefftn der Arbeiter. 4 Da» JBttliut*«olk«ilatt" Festtagen. 1b onnewenUvwil für Berlin frei tari, wöchentlich 86 Ps. PostaSonnemmt »Sinnmet mit illustrirter Betlage 10 W. Bofiiettunaivtetiliic für IM» unter Nr. 700.) Jasertioasgeböhr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. ArbeitSmarft 10 Pfmnig». Bei größeren Austräaen hoher Rabatt nach Uebereinfunft. Inserate werden bt» 4 Rh» Nachmittag» in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Inn««««» Bureaux. ohne Erhöhung de» Preise», angenommen. Kedaktio«% Ke«thstr«ß<%— Gspeditism: Zimmerstraße 44. Elnchks Kecht fir Alle! Noch hat sich die Aufregung über den Putlkamer'sche« Greifer laß innerhalb der deutschen Ardeiterwelt nicht gelegt ichon wieder geht eine Runde durch die Presse, welche te als dieser Erlaß geeignet ist, die bittersten Ge« Rie den Herzen der Arbester anzuregen. .Diese» Mal ist e» München, von wo die schlimme aw- kommt. Doitselbst wurde von der Polizeidirektion *7.0- April vorigen Zahre» der Fachverein der Schneider, Aqdnn derselbe vorher bereit« al» ein polstischer Verein wl. de» bayerischen VeremSgesetze« erklärt worden tonv geschlossen. Die Schließung, welche damit motivirt de« n> � btt Verein durch Hereinziehung der Fragen, betr. '�malarbeuStag, die Wanderlager, die Ronkurrenz der �chaujotbeit ic., über den Rahmen eine» nichtpolitischen fern* �»ausgegangen sei, wurde damals vielfach be- .""d der Vorstand de» Verein» beschloß, gegen den buno, L* akke zulässigen Mittel de» Rekurse» in Anwen- o tu btinggg de«. Mw BeHufe wurden am 11. Mai und 22. Juni t/.Bongen Jahre« öffentliche Schneider.Versammlungen .Zi?'«n welchen die« Vereinsverbot zur Sprache und die nöthigen Schritte, betr. Ein« der r � Rekurse», beschlossen wurden. Natürlich war gz fe«ine erfolglos: die Regierung von Oberbayern schloß sick Auffassung der Polizeidirektion an, daß der Verein ein«« öss.ntlichen Angelegenheiten befaßt habe, indem er L �»Wirkung auf die Gesetzgebung versuchte und nach sirari«'? �""»al m der Rechtsprechung herauSgebilveten tu Regierung, wie wir zugeben wollen, kaum Wäre��Resultat kommen. Sr-.. Verein also einfach verboten geblieben, so wäre die« also einfach verboten gebt, eben, so stände, nichts b7s» g��'�iigung der heutigen deutschen Zu. AMZM iUSeganaen �st�mungen de« bayerischen VerernSgesetzeS du» �1!%®ofetz, wie die meisten deutschen Vereintgesetze, Verein auf de« im Jahre 1884 stattge. Schneiderkongreß in Gotha durch einen dein On. Beitreten lassen und ist derselbe auch dem auf ss�tete» gebildeten Verbände deutscher Schneider bei- In diesem Verbände will nun die Anklage eben« •Wotenj Ieuillston. Eine Mutter. �oman von Friedrich Gerftäckser. (Fortsetzung) "bnnnlf'l wissen also den Namen?" sagte Felix— �«uß e« ja doch die größte Rleinigkeit sein, fie hier ......"«», erwiderte Jeremias kleinlaut—„ihr wi Qu.awe war damals Bassini, und ein Fräulein Basfini � der Bühne engagirt sein, der Theaterzeitung "kr.. 1°»ab? v*'" stöhnte Jeremia«,„jetzt, da ich meinem Ziel cht zu. k' W« ich eine Heidenangst bekommen, allein zu »»i> jH�on— alle meine Sünden fallen mir bei, und— bstttenl« wahrhaftig manchmal, ich— wäre wieder in d>as sind Sie nicht hergekommen, um gut zu machen, „In L � verschuldet haben?" sagte Helene herzlich. % das«ohl- aber..." Henb � Je5e mit Ihnen, Jeremia»," rief Graf Felix klb(?. 3)hven Zh,« Frau suchen!" k- Herr Graf," sagte der kleine Mann verlegen, *» wal».. tT wenn Sie da» thun wollten, da wäre mir tn*»Ich ftfif10"BW Herzen herunter!" fall« eine politische Organisation erblicken und zwar weil derselbe in seinem Programm die nachstehenden Punkte aufgenommen hat: Regelung des Arbeitslöhne», der Arbeit». zeit, des Arbestsnachwetse«, deS HerbergSwefenS, Einführung eine« Normalarbeststage» und Befestigung der Ronkurrenz der Zuchthausarbeit. In dem Anschluß an diesen Verband erblickt nun die Anklage die Verletzung de»§ 17 und ist sie darauf begrün« det. Zugleich will der Staatsanwalt in den nach dem Ver» bot de» Verein» stattgehabten öffentlichen Schueideroersamm» lungen eine Fortsetzung de» verbotenen Verein» sehen und zwar weil ein Mitglied desselben lange vor dem Verbot desselben einmal geäußert hat:„Löst man unseren Verein auf, wir finden uns dann eben in anderer Form wieder zusammen." Da nun die» nicht die erste derartige Anklage ist— sowohl in Bayern wie besonders auch in Preußen haben sich deren zu Dutzenden bereit« vor den Gerichtshöfen abgespielt und ganz regelmäßig zur Verurtheilung geführt—, so wollen wir keineswegs unsere Verwunderung darüber aussprechen, daß solche Anklagen überhaupt möglich find; wir wissen ja, daß da» Gesetz fie zuläßt. Wir wissen aber auch, daß zwischen der Zeit, wo die deutschen Vereinsgesetze, welche solche Rlagen möglich machen, erlassen wurden und heute da» Jahr 1869 liegt, in welchem die für ganz Deutschland gilstge Gewerbeordnung Gesetz wurde und in welcher wieder den Arbeitern da» volle und uneingeschränkte Recht der Koalitionsfreiheit eingeräumt ist. Zugleich haben sich in dem Zeitraum der letzten 30 Jahre die wirthschafilichen Verhältnisse Deutschland» in einem Maße geändert, daß von einem Vergleich mst dem Beginn der Fünfziger Jahre und heute gar nicht mehr die Rede sein kann. Au« unseren zünftigen Gesellen sind Fabrik. arbeiter geworden und durch die Einführung der Maschinen und die immer mehr sich ausbildende Arbeststheilung, sowie die dadurch ermöglichte Heranziehung ungelernter Arbetter und speziell der Frauen und Rinder, ist den gelernten Ar» bestem eine Ronkurrenz erwachsen, deren Möglichkeit vor dreißig Jahren nicht geahnt werden konnte. Durch diese vollständige Veränderung der wirthschaft» liehen Lage der gelernten Arbeiter aber hat sich naturgemäß auch ihre Stellung zur Gesetzgebung geändert. Wenn vor dreißig Jahren unsere, damals meist noch zünftig organisirten Handwerksgesellen auf ihren Jahrestagen und Herbergtver« sammlungen sich nur mit der Regelung ihrer Kranken, und und Wander-UnterstützungSkassen befaßten und sich um die Gesetzgebung gewöhnlich den Teufel scherten, so ist das eben unter den damaligen Verhältnissen sehr wohl erklärlich. Heute aber, wo alle alten Verhältnisse auf den Kopf gestellt find, wo von der Art der Zoll, und Steuergesetzgebung, der Fabrik, und Arbeiterschutzgesetzgebung tc. Wohl und Wehe von Taufen« morgen Mittag um zwei Uhr ab! Ist Ihnen da» recht? Ich kann nicht früher." „So wollen mir'» machen," rief Jeremia», ihm treuherzig die breite Hand entgegenstreckend—„jetzt Hab' ich auch wieder Kourage, und morgen wissen wir dann gleich, woran wir find!" „Wollen Sie schon fort?" „Wenn Sie mir erlauben, Frau Gräfin, ja, denn der Boden fängt mir an, unter den Füßen zu brennen, bi» ich Alle« heraus habe. Aber morgen Mittag punkt zwei Uhr bin ich wieder hier." „Rauchen Sie, Jeremias?" fragte Felix. „Wo werd' ich nicht!" meinte der kleine Mann, in« dem er eine der ihm gebotenen Havannah'S mit einem Kratzfuß annahm—„wissen Sie denn wohl noch,»ie wir einmal in der.— er wurde auf einmal feuerroth im Gestcht, denn er fühlte, daß er wieder eine Dummheit begangen—„reden wir nicht mehr davon," brach er kurz ab, indem er sich die Zigarre an dem Licht, daß ihm einer der eben eintretenden Diener brachte, anzündete nnd diesem dann sehr freundlich dafür dankte—„und nun leben Sie wohl und nehmen Sie'» nicht Übel, daß ich Sie so lange gelangweilt habe!"_ „Und haben Sie guten Muth, Jeremias— Felix wird Alle« in Ordnung bringen ," lächelte Helene freundlich... Jeremia« nickte ihr dankend zu, drehte sich dann um und stieg wieder in da« wilde Leben und Treiben hinaus, da« noch immer st» der Straße draußen auf und ab wogte._ Die erste Begegnung. Eben hatte e» in der zu dem Schloß de» Grafen Monford gehörenden Kapelle zwölf Uhr geschlagen, al» die Gräfin mit ihrem Gemahl, den KieSweg am Flusse herab- kommend, von einem Spaziergange zurückkehrte. Sie gingen dem Schlosse zu. Der Park lag still und einsam w,e immer• weit unten am Drahtzaun ästen sich ein paar Stück Dammwild, und mitten auf der Wiese kroch sine gebückte Menschengestalt, den und Hunderttausenden von Arbeitern abhängt, und wo dieselben durch da» allgemeine Wahlrecht zum Reichstag gradezu berufen werden, ein politisches Urtheil abzugeben und sich um öffentliche Angelegenheiten zu bekümmern, heute sie zu bestrafen, weil sie in ihren Fachvereinigungen sich um öffentliche Angelegenheiten kümmern— das ist einfach ein Anachronismus. Wir wissen, daß der Richter in der bestehenden Gesetz. gebung die Handhabe zur Verurtheilung besitzt, wenn solche Klagen vor ihn gebracht werden, wir wissen aber auch, daß Hunderte und Tausende von wirthschaftlichen Vereinigungen von Arbeitgebern exifliren, die noch in ganz anderer Weise auf die Gesetzgebung einzuwirken suchen, als die Fachvereine, wenn letztere sich für gesetzlichen Arbeiterschutz aussprechen, und warum findet sich kein Staatsanwalt, der auch den Ar« beitgebervereinen gegenüber die Bestimmungen unserer Ver» einSgesetze in derselben Weise in Anwendung bringt? Sind die von den Abgg. Ackermann und Biehl bean» »ragten Abänderungen der Gewerbeordnung, die Beschränkung resp. das Verbot de» Hausirhandels, die Einführung der Doppel« Währung, die Erhöhung der Getreidezölle unddie Nmeinführung de« Wollzolle» öffentlicheAngelegenheiten odernicht? Zweifellos find sie e». Nun, in Süd-und Norddeutschland sind Hunderte von Petitionen von Innungen, von Handwerker- und Gewerbe» Vereinen und Verbänden und dito von landwirthschaftlichen Vereinen und Verbänden an den Reichstag gegangen, welche von demselben die Realisirung der oben angeführten Forderungen verlangen. Der Einreichung der Petitionen ist eine lebhafte Agitation für dieselben vorau»gegange» und der Allgemeine deutsche Handwerkerverband hat die Leitung derselben in der Hand gehabt. Wenn nun Licht und Schatten zwischen Arbeitgeber» und Arbeitnehmer- Vereinigungen gleich vertheilt wären, müßten da nicht in Preußen und Bayern die Innungen und Handwerkervereine, welche offenkundig an politischen Akttonen sich betheiligen und mit gleichgefinnten Vereinen dieserhalb in Verbindung treten, ebenfalls vor den Straf- richtet zitirt werden? Sie werden e» nicht, und wir sind damit auch voll und ganz zufrieden; aber was dem Einen recht, ist dem Anderen billig. Der Arbeiter, der in feinem Fachverein für den Normalarbeststag eintritt, thut nicht» anderes, al« der Handwerker, der in seiner Innung gegen die Gewerbe» freiheit kämpft. DeS Einen Verein aber wird aufgehoben und er selbst vor den Richter gestellt, während der Andere ungeschoren weiter wirken kann. Ist eine solche Praxi« mit ' Imnb.: dem Rechtsstaat verträglich? (. der ein kleiner Hund folgte, herum; sonst ließ sich nicht» Lebende» erkennen. ES war da» der Maulwurfsfänger, der nach feinen Fallen gesehen hatte und die ertappten Uebelthäter in ihren schwarzen Pelzen, weniger al« Warnung«, eichen für die Uebrigen, sondern mehr al» Beweis feiner Thätigkeit und feine» Erfolge», an schwanken Ruthen mitten auf dem Rasen aufhing. Jetzt schien er mit seiner Arbeit vor der Hand zu Ende; möglich auch, daß er sich nur ausruhen und dabei fein Mittagbrod verzehren wollte. Er schritt zu der nächsten Linde, die dicht an dem Kiesweg stand und wo er zugleich Schutz gegen die heute ziemlich warm brennende Sonne fand. Dort legte er feinen Ranzen ab und neben sich, nahm ein Stück Brod und Wurst heraus, wie eine kleine Flasche mit Branntwein, zog seinen Genickfänger vor und begann, während der Spitz vor ihm saß und ihn mit etwas seitwärts gebogenem Kopf aufmerksam betrachtete und jedem Bissen, den et zu Munde führte, mit den Augen folgte, seine Mahlzeit. Die beiden Spaziergänger, welche auf demselben Weg herankamen, an dem er saß, mußte er jedenfalls bemerkt haben; der Spitz markirte fie auch ein paar Mal, indem er dort hinübersah. Der Alte nahm aber nicht die geringste Nottz von ihnen; wußte er sich ja doch auch hier in seinem vollen Recht und in seinem Beruf, und der Platz unter der Linde, so lange er dort saß und Rast hielt, gehörte fein» „Nicht wahr, um zwölf Uhr hatten sich Rottack« an- sagen lassen?" fragte die Gräfin, nachdem sie eine Weile schweigend neben ihrem Gemahl hergeschritten war. „Ja,«ein Kind," sagte der alte H.rr,„eben schlug e« Zwölf; aber unsere Uhr geht einige Minuten vor. Wir werden gerade zur rechten Zeit wieder oben sein." „Ich möchte nur wissen," fuhr die Gräfin nach einer kurzen Pause fort,„was die junge Frau für eine Geborene ist. Sonderbare Sitte da«, auf feine Karte nichts zu fetzen, al» ganz einfach: Graf Rottack und Frau, grade als ob er ein Schahmacher oder Schneider wäre." „Mein liebes Herz," lächelte der Graf, mit den Achseln Politische Ueberstcht. Zur Vranntwetusteuervorlage. W'e schon miigetheilt. oll nach der neuen Branntweinsteuer' Vorlage die Aus« fuhrveraütung, welche aegenwäitia 16 M. für das Hel> toliter absoluten Alkohols detragt, auf 21 M. erhöht weiden. Hierdurch wird, wie die Regierung vorgiedt, nur die erhöhte Maischraumsteuer(von 1,60 M- tüt 100 Liter) zurückerstattet, aber keine Exportprämie darüber hinaus gewährt. DaS wäre zutr.ff nd, wenn wirklich, wie die Rezierung herausrechnet, aus 100 Litern Maischraum nur 8,5 Liter reinen Alkohols enielt würden, wenn also der Steuersatz pro Hektoliter Altohol 1882 Mark betragen würde, wenn ferner die La erung Transport, Rektifikation u. s. w. zwischen der Produktion und der AuS- fuhr noch 10 pCt., d. h. 1,88 M. anzusetzen waren. In Wirllichteit liegt VaS Sachverhältniß jedoch wesentlich anders. Die mit vorzüglichen Apparaten ausgerüsteten und technisch gut geleiteten Dampfdrennereien, welche bei der SpirituSauS« fuhr fast ausschließlich in Frage kommen, erzielen, was von vielen Brennereien auch zugegeben wird, aus 100 Liter Maisch« räum nicht 8,5, sondern 9,6 Liter reinen AlkobolS. Bei einem Steuersatz von 1,60 M. tür 100 Liter Maischi aum berechnet fich die Steuer für diese Spiritusfabriken somit nur auf 16,84 Mark pro Hektoliter Alkohol. Ferner ist auch der durch Trans« port, Lagerung u. s. w. eintretende Schwund mit 10 pCt. viel zu hoch in Ansatz gebracht. Von vem konservativen Abgeordneten Uhden wurde derselbe bei Motivirung seines vor zwei Jahren im Reichstage gestellten Antrages wegen ErhöhuncTder Exportbonifikation auf 7 pCt. veranschlagt. Wie der„Voss. Ztg." auf Erkundigungen von namhaften Spiritusindustrtellen bestätigt wird, ist auch dieser Anschlag noch erheblich zu hoch, der durch die dezeichneten Umstände entstehende Verlust de» ziffert fich in Wirklichkeit nur auf 3 bis höchstens 4 pCt. Zu der berechneten Steuer von 16,84 M. find also nur noch zirka 67 Pf. hinzumrechnen: es stellt fich hiernach die wirkliche Steuerbeiostung pro Hektoliter reinen Alkobols im Ganzen auf rund 1750 M. Bei Normtrung der Rückvergütung auf 21 M. würde somit für den zur Ausfuhr kommenden und zu gewerblichen Zwecken Verwendung findenden Spiritus eine baare Prämie von 3 M. gezahlt werden. Man berechnet die Prämien bei den jetzigen Steuerverbältnissen bereits auf 1,65 M. pro Hektoliter; in Zukunft sollen also die Steuerzahler noch mehr bluten, damit fich die Taschen der Brenner noch rascher füllen! Zu deu Diätentzrozessen. Vor dem Oberlandesgericht zu Naumburg stand am 7. d. M- Termin an in zweien der bekannten Diätenprozesse deS FiSkuS gegen ReichStagSabge- ordnete. Die Verhandlung bezog fich auf die Reichstagsabge« ordneten Lerche. Nordhausen und Hasenclever. Halle. ES wurde zunächst gegen den ersteren verhandelt. Derselbe schwört, weder auS dem Fonds der Fortschrittspartei noch auS dem der deutsch« freifinnigen Partei, noch sonst anderweitig Diäten oder Ent« schädigungen erhalten zu haben. In Folge dessen wurde die Berufung für unbegründet erachtet und drrFtSkuS abgewiesen. — In der Verhandlung gegen Hasenclever wurde die beantragte Vernehmung oeS Fürsten Bismarck und Bennigsen'S über den Linn ihrer Erklärungen bei der VerfassungS-Be- rathung abgelehnt und der Beklagte zur Herauszahlung der erha ltenen Gelder verurtheilt, der Betrag derselben soll besonders ermittelt werden. Das Gericht har somit auch die von unS mitgetheilten Anträge deS Vertreters deS FiSkuS für unerheblich gehalten und ist auf dem Stand« punkte, den cS bei dem Prozeß gegen den Abgeordneten Heine eingenommen hat, stehen geblieben. Der Prozeß gegen Hasen» clever wird nunmehr daS Reichsgericht beschäftigen, bei dem Revifion angemeldet werden wird. Deutsche Blätter wundern fich darüber, daß im Auslände, besonders in Amerika, so viele Deutsche unter den Sozial« Revolutionären und Anarchisten fich befinden; die Blätter fügen hinzu, daß dieS wahrlich dem deutschen Namen nicht zur Ehre geniche. Zugegeben— wir glauben es zwar nicht—, daß verhältnißmäßig(man muß die große Auswanderung auS Deutschland nach Amerika in Betracht ziehen) die Deutschen zu den Chikagoer Aufständischen ein größeres Kontingent stellen, als andere Staaten, so ist dies doch leicht erklärlich. Das Sozialistengesetz hat hunderte und aber hunderte von Sozial« demokraten auS der Heimath vertrieben; existenzlo«, nach längerem Umherirren verbittert, ohne den tröstenden Einfluß der Familie langten dieselben schließlich in Amerika an und waren im wischen auS verständigen Sozialdemokraten Anarchisten ge- werden. DieS oder AehnlicheS ist aber von den sozialdemo- kraltschm Abgeordneten im Reichstage hundertmal gesagt worden; ausdrücklich wurde immer hervorgehoben, das Sozia» listengesetz erzeugt Anarchisten, es sei die Nährmutter deS gerade von der Sozialdemokratie leidenschaftlich bekämpften und ge« haßten Anarchismus, so daß man fich wirtlich nicht zu ver- wundem braucht, daß die deutschen Flüchtlinge in fremden Landen dem Anarchismus fich zugewandt haben. Der Lavdrath von Hage« hat nach der„Berl. Ztg." verfügt, daß in seinem Bezirk alle von Sozialdemokraten auS« gehenden Versammlungen zu verbieten seien, besonders solche, zuckend,„er wird mit der Abstammung seiner Gemahlin wahrscheinlich keine» Staat machen könne« und ist klug ge- «ug, sie ganz wegzulassen." „Diese Aufmerksamkeit gegen uns ist doch auch wirklich ganz außerordentlich; wie ich vorhin gehört habe, sind die Herrschaften erst gestern hier eingetroffen." „Wir werde« etwa« vorsichtig mit diesem Umgang sei« müssen," bemerkte der Graf,„bis man wenigsten« Ge« «aueres über die Familienverhältnisse erfährt. Der junge Rottack hat mir übrtgenS so wett ganz gut gefalle«; nur «in wenig sehr ungenirt ist er, wie alle die Herren, welche sich eine Zeit lang in ftemden Welttheilen und unter Republikanern herumgettieben haben." „Ist seine Frau eine Deutsche?" „Ja, mein Herz, da fragst Du mich zu viel; ihrem Ansehe»«ach jedenfalls, denn wen« ich nicht irre, hat st« blonde Haare. Aber wir werde« ja sehen. Behagt uns der Umgang nicht oder stellt fich etwas dagegen heraus, so giebt eS Mittel und Wege genug, ihn in der freundlichste« Weise wieder abzubrechen oder wenigsten« zu erschwere«, und find unsere Befülchwngen unbegründet, so haben wir vielleicht eine« sehr angenehmen Zuwachs unserer doch eben nicht sehr zahlreiche« Gesellschaft erhalten." Sie hatte« i» diesem Augenblick die Stelle erreicht, a« welcher der Maulwurfsfänger sei» frugale« Mittagsbrot ver- zehrte. „Guten Tag, Herr Graf! Gute« Tag, Frau Gräfin I" sagte der Bursche, ohne fich übrigens i» seiner Beschäfti« guva stören zu lassen oder diese« Mal auch nur eine wettere EhrfurchtSbezeigung für nölhig zu halte», als ein etwas Höherschiebe» der alten Mütze mtt dem Rücke» der Hand, in der er daS Messer hielt. „Guten Tag, mein Mann!" sagte der alte Herr, wäh« rend die Gräfin ihn durch die Lorgnette betrachtete, und war schon halb vorüber, als er noch einmal stehen blieb und, den Kopf zurückwendend, fortfuhr:„Hör' einmal, Freund, der Förster beklagt fich fortwährend über Dich uad liegt mir stet« in de» Ohren, ich solle Dir da» Bettete« meiner Grundstück« verbieten." „Rachher soll ich die Maulwürfe wohl vo» der Grenze in welchen die Abgeordneten Bebel, Singer und Harm sprechen soMen. Der Abg. Bebel darf, wie Minister von Puttkamer offen im Reichstag aussprach, innerhalb der schwarz-weißen Grenz- pfähle nicht mehr sprechen. AuS dem gestern von uns gemel- deten Verbot der Nürnberger Versammlu'-g, für die Bebel als Redner bestimmt war, darf man wohl schließen, daß der Arm deS preußischen Ministers auch über die preußischen Lande hinausgeht. Ueber Herr« v. Etzner« schreibt die„Franks. Ztg.": Er ist als lustige Person, atS der Cremer der Nationalliberalen, sehr g«eigntt, gkwiffe Pausen, wie ste jede Vorftellung�mit fich und für die ja etliche Schaustellungen besondere Speziali- täten engogiren, kurzweilig auszusüllen, ob er spricht oder fich verspricht, vi« Wirkung ist stets eine ausgelassene Heiterkeit auf allen Seiten deS HauseS, deren Bedeutung erst ganz klar wird in dem Schweigen, sobald er einen wirklichen Witz gemacht zu haben glaubt. Die«eue Mittelpartei. Der bekannte reaktionäre Reich»- tagSadgeordnett Dr. Frege hiett vor einigen Tagen in Dresden im konservativen Verein für daS Königreich Sachsen einen Vor- trag, in welchem er erklärte, daß die Konservativen im Reichs- tage allein niemals entscheidend einzugreifen vermöchten. Sie müßte» fich nach Bundesgenossen umsehen. Die National lberalen akzeptirte der Redner, doch merkte man ihm das Miß- trauen an, welche« er gegen die unfichern Kantonisten hatte aber man müsse fie brauchen. Lieber wären ihm als Bundesgenossen die im Zentrum befindlichen konservativen Elemente, die nun nach Beendigung des Kulturkampfes wohl zu gewinnen seien.— Wir find mtt Herrn Frege vollständig einverstanden. — Ackermann, er selbst, Kleist Retzow, Leuschner, Maiquardsen, Ballestrem, Franckenstein— alleS ein und dieselbe Sorte, die fich leicht durch daS Band der Reaktion vereinigen lassen. Nun soll man diese Gesellschaft nicht„Mittelpartei" nennen, da ja mehr rechtS Niemand steht oder stehen kann. Mit welcher Sachkenntnis) die deutsche Presse die soziale« Zustände inne'bald und außerhalb unsere« Landes bettachtet, daS möge eine Notiz über den amerikanischen„Orden der Ritter der Arbeit" darthun, welche gegenwärtig vorzugS« weise durch die konservativen Blätter läuft. Da heißt eS zu« nächst, daß ein gut Theil deS Programm» deS Ordens, welches darauf abziele, die ungerechte Anhäufung deS ReichthumS in den Händen Weniger zu verhindern und dem Arbetter die Früchte seines Schaffens zu fichern, nicht nur von anderen Ärbeitervereinigungen getheist werde, sondern Gemeingut oller christlichen Volksfreunde auf der ganzen Erde sei.— Wir wollen nun einmal annehmen, daß diese Behauptung wahr sei, dann ist ei aber auch wahr, daß man diese christlichen Volksfreunde am hellen Tage mit der Laterne suchen muß— man wird kaum einen finden. Scheinheilige dagegen in großer Zahl und„christliche Volksfteunde& la Slöcker.— In der detreffenden Notiz heißt eS dann noch, daß der„Orden der Ritler der Arbeit" augenblicklich in die heftigste Feindschaft mit den Sozialdemokraten gerathen sei, weil er(ver Orden) Produktivgenossenschasten anstrebe. O du beiliger Bimbam! Als ob die Sozialdemokraten Feinde der Produktivgen offen« schaften seien!? Mtt solchen NichtSwiffern muß man fich herumschlagen! I« Svremberg haben Rekruten auf der Straße die Ar- beitermarseillaise gesungen und eine„rothe Fahne" entfallet. Dabei wurde, wie das„Laufitzer Tagebl." meldet, der Polizei« sergeant Hubrich. der in Ardeiterkreisen sehr mißliebig sein soll, thätlich angegriffen und zu Boden geworfen. Mehrere Personen wurden verhaftet. Derselbe Sergeant zeigte fich deS Abends wieder,„um die Ruhe aufrecht zu erhalten": er wurde von der erregten Menge in eine Konditorei getrieben. Darauf erschienen der Landrath und der Bürgermeister, auf deren Zureden sich die Menge sofort zerstreute. Wer mag nun wohl die meiste Schuld yaben an den Exzessen? In den Jahren 1849-50 hörte man in Bürgertteisen zu Berlin häufig folgende« Frage« und Antwortspiel: Wo warst Du?„Unter den Linden" oder auch„bei den Zellen". Wie war's da?„Sehr schön. sehr ruhig, eine musterhafte Ordnung unter den Bürgem". Wohl nicht möglich, wie ging daS zu?„Nun, es war leine Po- lizei da!" Bo«t Kasemattenwolff. In einer der letzten Nummern deS„Deutschen Reicht-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger" findet fich in einer Bekanntmachung de« Berliner Polizeipräfidenten, Herrn von Richlhofen, der Name etneS ehemals im ganzen Deutschland und besonder» in Breslau vielgenannten Mannes. Herr v. Rtchthofen verbietet kratische Bidlwthek VI: Die schlefische Milliarde. Von Wilh. Wolff. Abdruck auS der„Neuen Rheinischen Zeitung", März« April 1849. Mit Einleitung von Friedrich Engels. Hottingen- Zürich, Volksbuchhandlung, 1886." Der Verfasser dieser auS. gegrabenen Schrift ist derselbe Mann, welcher in den vierziger Jahren durch seine Artikel über die in den Kasematten« Wohnungen am Stern(Sternstraße) in Breslau herrschenden au« mtt Sympathie vertreiben?" lachte der Bursche still vor K hin und schob wieder ein Stück Brot und Wurst ia i Mund. „Von de» Maulwürfen ist hier keine Rede," er« widerte der alle Herr, weniger vielleicht durch die Ant- wort, als durch da« heute so uaehrerbietig« Benehme» de» alte« Bursche« gereizt;„wie mir der Förster sagt, fängst Du aber auch«och andere Dinge, als Maulwürfe, und' meine Leute habe» jetzt strenge» Befehl, Dir auf passe». Crwssche« fie Dich dabei, oder de« Dienst zu...... bettSgst Du Dich auch nur«och ei» einziges Mal selbst verdächtig, so nimm Dich i» Acht!" „Werde so frei sei«," brummte der Man« vor sich hin. „Auch verbiete ich Dir vo» jetzt a», Dich«ach Sonne»« Untergang hier herumzutreiben; Du kannst Dein« Maul» würfe be, Tage fange«, und nun Gott befohlen!" setzte er rasch hinzu, al« ob er fürchte, noch eine Antwort zu er« halte«. Er hatte fich«tt dem Mensche« schon zu lange aufgehalten. Damtt wanderte er mit der Gräfin wieder langsam de« Kiesweg entlang, der dem Schlosse zuführte, und der Maul« wurftfänger, de» Kopf ihne» nachgedreht, sah»och eine f anze Werl« hinter ihne« drein. Endlich wandte er fich gegen einen Hund und sagte:„Hast Du'« gehört. Spitz, wa« der gnädige Herr Graf befohlen? Der Spitz trippelte ei« paar Mal mit de» Vorder» füße», hob da«« die Nase i» die Höhe und nieste kurz. „So? Na, da« ist mtt lieb," erwiderte sei» Herr,„»«« thu' mir auch de« Gefalle« u«d richte Dich danach. Weißt Du, wa« es setzt wenn fie Dich wieder einmal nach Sonne«« Untergang hier erwische», he, weißt Du'«?" Der Svitz trippelte stärker und nieste noch emmal. „Ra, dann brauche« wir über die Sache kei« Wort mehr zu verl'ere«,'«itfte der Alle und lachte füll vergnügt vor fich hi», fuhr aber dabei in seinem Selbstgespäch, ohne sei» Kauen jedoch zu unterbreche«, fort:„Merkwürdig doch, wie die Kinder oft mtt eiaem geladene» Schießgewehr spiele«, und wie leicht ka»»'« losgehe« und bläst ihnen dana die ganze Ladung mitte» in'« Geficht hinein I Und die Frau Gräfin, wie fie de» Staub hinter fich vom KieSweg auf» schauderhaften Zustände des Breslauer Proletariats großes Aufsehen erregle und fich den Beinamen„Kasemaltenwoljr verdiente. Eine seltsame Fügung der Dinge hat just auf bei» Fleck Erde, auf welchem vordem die Kasematten fich befanden, daS Arbeitshaus entstehen lassen, das oft genug den Kinder» und KrndeSkindern der von Wolff geschilderten Proletarier zu« unfreiwilligen Aufenthalt dient. Marx ehrte den treuen und kühnen Vorkämpfer deS Proletariats bekanntlich dadurch, da« er ihm den ersten Band de»„Kapitels" widmete. Z« deu AuSwetsunge«, Bi« zum 4. Mai d. I. wann in Krakau 545 ausgewiesene Familien mtt zusammen 1532 Pest sonen angekommen; unterzubringen von diesen waren noch 6 Familien mir 27 Personen. BiS dahin waren für die Aul» gewiesenen 9228 österreichische Gulden verausgabt. Selbstmord begangen. Wir find die Zukunft, welche dÄ steigt, fie find die Vergangenheit, welche zur Neige geht. •~~'****'**-•— 0-%. auf Euern Spruch kehre ich nach Villefranche zurück, um Freund Duc in dem Gefängniß aufzusuchen, welch» i Vacquier geöffnet und die Clömer.ceau verriegelt haben- sage Euch Tank und ich sage Euch noch: Vorwärts!.. Ernest Roche ist nach Villeftanche abgereist,„vr � wieder," so schreibt der«Cri du peuple", in die Zelle»m'. Mitarbeiters und Freundes Duc- Quer cy verfügen. 3%%,* Keikermeister sich weigern sollten, ihm die Pforten niffeS zu erschließen, so würde Roche als Kämpfer M Posten nach Deca' nicht emmal mtt der Brill«;'s ist merkwürd'S- der HochmuthSteufel scheint ihr alle anderen p aus dem Kopf gejagt zu haben, den» mir steht F Augen, al« ob es erst gestern gewesen wäre." ttj/i Der Spitz knurrte und drehte de« Kopf nach/!�, „Halloh," fuhr der Maulwurftfänger fort,? rasch dorthin sah,„wer kommt da? Besu�/ nicht zu uns Beide«, Spitz; so vornehm treibe»® mehr." ,{ Es waren ein Herr und eine Dame, etwa fünfzig Schritte weiter zurück ein Diener folgte. iffi' „Ich dachte es, Helene," sagte Traf Rottack,, ihr auf dem Weg herankam,„daß wtt ein eingetroffe» wären, aber die Herrschafte» fiud 1%�; Hause zurückgekehrt, um uns zu erwarten, und j# da drüben liegt«s schon. Nur jetzt Herz gaf0�'„ f', hinzu,„nur jetzt k-ine Schwäche gezeigt,% leise yiuzu,„nur zetzi ume oqwaqe gezr»»-,.7j.at k, da««fie und deshalb auch für Dich da» pewtt®., ftF veo; aber da zeige auch, daß Du die Seelenfl«» die Du mtt ja schon so oft bewiesen.", keine Furcht, Felix." erwiderte- fMfl, »Hab' keine Furcht, Felix,".. werde Dein Vertraue« rechtferttge«. Ich°i" wj wenn ich auch da« Gefühl nicht abschütteln.'««Jf'(i 6 im Zaneren genau so ist, als ob es mtt dt«� � »»»» tyvHUU)U lft, Uü vP'Jtjß menschnüren wolle, äußerlich soll man mtt, ich stehe Dir dafür. Nur vor der allererste« scheu' ich mich; aber auch da« geht ja f* und ich fürchte fast, die Frau Gräfin wttd w« leichtern." l- Oesterreich-Ungar«. Die feudal- klnikalen Sozialreformer tn Oesterreich verfallt auf immer merkwürdigere Anträge, um dem„Wachsen deS Prow tariats und der Verschärfung der so-ialen Frage" Einhalt 1" Ihun. Ihr neuestes soziales Heilmittel ist vie„gesetzliche So schlänkung der Eheschließungen." Die Ehefreiheit arbeite ptN Anarchisten in die Hand, so ertlärte der slovenische Priest«' Abg. Kljun. in der vorgestrigen ReichSrathsverhandtUng ufl» wurde von dem Feudalherrn Fürsten Schwarzenberg und dtv bekannten Führer der Deutschllerikalen. Hofrath Lienbacher,& seinen Anschauungen eifrig unterstützt. Die deutschlchtral» Adgg. Nitsche und Dr. Heilsberg widerlegten den NonsenS, da in den Bestrebungen, die Ehefreiheit zu deschränken, liege. würden dann eben weniger eheliche, dafür aber M' mehr uneheliche Kinder geboren. Die Debatte schloß dam» daß man über den neuesten„sozialpolitischen Rettung versuch" der Klerikalfeudalen einfach zur Tagesordnung übcp ging. Franrreich. Ernest Roche richtet folgenden Aufruf an die Wähler, welche für idn gestimmt haben:, rt Bürger! DaS Paris der großen Tage hat fich(w wiedergefunden. Es hat durch mehr alS hunderttausend d Ulanische Stimmen seine Solidarität mit den Bergleuten Decazeville bekräftigt, die Gewaltthätigkeiten der Regiert von fich gewiesen, eine Magistratur gedrandmarlt, welche£ Rechtspflege entehrt und auf den Trümmern einer fortan(F mächtigen Partei kühn daS Banner des Sozialismus auilP pflanzt. Erst vier Tage vor der Abstimmung tn Freih-it F setzt, konnte ich nur wenigen öffentlichen Versammlungen wohnen. Nirgends habe ich die Anwesenheit unser demerkt. Sie find beharrlich der Eiörteruna aus dem gegangen, ohne Zweifel au« Scham über ihre Rolle und Zuversicht in die Gönnerschaft von Bundesgenossen, die 0% nicht gestehen will. Wenn die Wahlperiode noch vierzehn W gedauert hätte, so wäre unser Erfolg stcher gewesen. DaS suttat des ersten WahlgangeS hat, indem eS uns plötzlich � Mund schloß, die verbündeten Radikalen und Opportunil'- vor einer unvermeidlichen Niederlage gerettet. Ihr seid 0% Hunderttausend, v. i. ein Heer, dem Niemand beikommen m° dessen Reihen im Kampfe anschwellen werden, dessen S»»� eine geheiligte ist und dessen Fahne in ihren FalUV Emanzipation der Arbeit und die Befestigung der sozialen'', publik birgt. Unsere Feinde— von den orleanistiichenF" baronen an bis zu den entthronten Päpsten des Radikal! — haben durch ihren ungeheuerlichrn Bund einen dop! K? Sie k W W »« % k!1 sä1" � wegen seiner auflegenden Natur auS Gründen öffentlichen Sicherheit vor ein von Decazevill« entfernteres cchnmrgetfcht zu verweisen. Arn Gefängnisse La Rcquette brach am 5. unter den woningen, welche nach Neu-Kaledonien tranSportirt werden M�ttne Meuterei auS, die sorgfältig vorbereitet gewesen zu a n Auf dem Wege von den Wirlstätten nach den fi'l'n ihrer etwa fünfzehn über drei Wärter her und Wedelten sie mit Faustschlagen und ihrem HandwrrkSz'Ug. f!* v Aufseher eilten herbei und konnten ihre Kollegen den der Wütbenden entreißen. Der Polizeipräfekt, sogleich �wachrichtigt, schickte 25 Mann der republikanischen Garde, nicht einzuschreiten brauchten. Die Meuterer er. Men fich rmd fitzm gegenwärtig in verschärfter Kerkerhaft. _ Belgien. „t®*1 von Frere Ordan in der Kammer eingebrachte Gesetz' Entwurf zur Regelung der Arbeiterfrage destimmt folgendes: «ES wird in jeder Kommune, wo die Nothwendiakeit an« �"»t wird, durch königlichen Erlaß ein Rath für Industrie Arbeit eingesetzt. Er besteht au» so vielen Sektionen, al» Jnduflnezwktgc in der Gemeinde giebt. Der Rath Mht Zu gleichen Theilen auS Industrie. Chef» und Arbeitern. ut i wird durch den königlichen Erlaß, der den Rath ein- testgestellt; fie darf nicht unter 4, nicht höher als 12 sein. y* Ardeiter wählen nach dem für die Schiedsgerichte de- mmrnten Reglement die Delegirten zum Rath und deren Stell« 2».! Eind die Industrie. Chefs in größerer Zahl vor- Ja.t01' als fie der königliche Erlaß vorschreibt, so wird gewählt; »?„** �bl geringer, wird fie durch die ständige Deputation Mandat der Arbeiter dauert fünf Jahre. Im M«., i? TodeS oder des Rücktritts tretm die Stellvertreter !?>'»Wm die letzteren, erfolgt eine Neuwahl. Der Rath ver« Umwelt fich mindesten« alljährlich ein Mal. Die Dauer der rmi. ,- wird durch die ständige Deputation bestimmt. ES können to�utoorbenlliie Sessionen stattfinden. Der Vorfitzende deS der Bürgermeister, der fich durch einen Schöffen oder »Mmunalrath vertreten lassen kann. Der Rath wählt aus seiner fnH mn Sobald der Charakter eineS Streiks«S zu scheint, tritt der Rath zusammm und prüft die Mittel , Aiindiguna. Wird keine Einigung erzielt, muß ein frffiii-i.'« feststellen. Der König kann die Industrie und Di«?-a � fu Plenarversammlung vereinen und fie mit der Zv,2... von Fragen von allgemeinem Interesse betrauen. s.j"�uigliche Erlaß, der die Plenarversammlung beruft, de- Di« R i Tagesordnung, von der man nicht abgehen kann. im sb!f?utun0 kann einen Kommissar ernennen, welcher fie flfiuv vertritt. Die Lokale werden von den Kommunen den»v-'. ,?int Indemnität wird für jeden Tag der Session tatin» Widern de« Rath« gezahlt. Die permanente Depu- L°k� �stimmt den Betrag, der nicht unter der Höhe des titUml'8 stärksten Arbeitstages eines Arbeiter« sein darf." ioarn Gesetzentwurf ist von der Kammer in Erwägung ge. warben Öen Abtheilungen zur Vorberathung überwiesen baden'VAuWhrung her Beschlüsse des Genter Kongresse« nage Sozialisten eine umfassende Propaganda im Bort- bi««um ,9 Zentrum organifirt. An allen Hauptorten sollen werde» 0� Juni Versammlungen abgehalten werden und«S Sommlungen veranstaltet� um den Arbeitern Möglick.»° an dem Massenmeeting am Pfingstsonntag zu er- bat belj!r'o~ Die Brüsseler„Allgemeine Arbeiter.Affoziation" Komm m' der von der Regierung eingesetzten Enquete. jede Autkunst zu verweigern, da fie unter ihren ge» m.?? u nicht einen einzigen Arbeiter zählt. Die übri- w�en ervereine werden aufgefordert, diesem Betspiele zu Von Donnerstag bi« Freitag Mittag kamen in Venedig 5 Äolera-TodeSfälle. in Brindist und 2 Cholera-TodeSfälle, und in vor. Italien. 7(uT"«onnerflag bi« F ui-AS-.' fflrnhft»- Grotzbritannie«. Sablerl« ai«J. Don uns bereits erwähntes Manifest an seine die feindtüri khian ist eine Berufung an daS Volk gegen stollea-n Haltung vieler seiner hauptsächlichsten früheren nüftl h�K bie wie Goschen und Hartington die Osterferien de. m Ju die Politik ihre» Parteihaupte, mit Bitterkeit bin Sprache zu d- kämpfen. Gladstone hat van b liflM" der Gegner getragen und dargethan. nun daß WWWWs zwischen den Liberalen vermittelst seiner weiten iunke?.dim überbrückte und unter dessen Leitung liberale Land« tonn?«» m?,?dWlh« Radikale ein gemeinsames Ziel verfolgen Tladnl' � seinem vom 1. Mai datirten Manifest hat fich �None von seiner eigenen Kaste losgelöst. Man kann nicht waren während diese« Gespräch« dicht an den �wurfzfävger hinaugekomme», der aber keinen Blick stt?j0uf fie warf und ruhig sein Mahl beendete. Erst al« »ab t 001 ihm standen und Felix ihn anredete, sah er auf Amiifc 1 �kick hastete fest und wie erstaunt auf dem liebe» '.der junge« Frau. Bst-Lieber Freund," redete ihn indessen Felix an,„können P'chi sagen, ob diese Fuß'puren, die von eine» T,.,.�ud einer Dame herrühren und ganz frisch find, dem flesortt»"d der Gräfin Monford gehören? E« wurde un« qCW' ste gingen im Park spaziert." kileid" �"ten können sie noch in den Büsche» das lichte »W. der Frau Gräfin erkenne»/ sagte der Man», der diesem Augenblick ganz sei« ftühereS mürrische« wüßt B�cgt zu haben schien. Wie seiner selber unbe- >hrm.'% M dabei die Mütze vom Kopf und starrte den folge»».. 0 mit einem freundlichen„Danke!" Ver- »ach, al« ob er eine Erscheinung gesehen hätte. ..bot'"?,'!"?«' bar/ murmelte er dabei leise vor sich hin, SluatBkr 5 der Teufel, wunderbar; und gerade in diesem d»b 5' ßeBOU 1°' al« ob e« ei» Geist gewesen wäre— .(*» der Stelle!" vorbei» v. junge» Paare folgende Diener kam gerade K«."d nickte dem unter dem Baume Sitzende« grüßend �ar schon vorüber, ehe ihn der Alte anrief. lenz." f?; k'eber Herr, können Sie mir nicht sage», wer die Awme da vor« war?- Herr»« Herrschaft, die Frau Gräfin Helene, mit dem u»b d» Rvttack," sagte der Mann und ging weiter; schnitt r« 8 blieb kopfschüttelnd i» seiner Stellung und sei»?, Ä*«anz in Gedanken dem Hund die Ueberreste werkte.�?'? emzwei. das ihm dieser, ohne daß er eS be« d« Fingern herausnahm.— �ch's vfit ,u°»edaute, Wartthurm stand. Der Platz war l � umhin, zu bemerken, wie wenig Werth er selber auf den tweiten Theil seinei irischen Programms, die Landankaufsdill, legt. Diese ist eben von Feinden und Freunden verurthetlt worden. Sie sollte ein letzter AuSweg sein für die irischen LandlordS; fie war auch für diese berechnet und nicht, wie z. B. die von früheren liberalen und konservativen Ministern ausgeardefteten Landankauf»billS, im Interesse der irischen Pächter.®a ft<| die irischen Landlord« von dem ihnen angebotenen Zugestandniß abkehren, steht Gladstone diese Warnung al« die letzte an:„Der Sand läuft im Stundenglas", wie er fich ausdrückt. EineS jedoch wird Einem beim Durchlesen deS merkwürdigen Aktenstückes klar: der Premierminister hat die Hoffnung aufgegeben, daß daS gegenwärtige Parlament sein irisches Programm in seiner ganzen Ausdehnung annehmen wird. Er klammert fich aber mit Zähigkeit an einen Punkt; die Enichtuna eines Landtages, eines Parlamentes in Dublin mu legislativen Befugnissen, ist für sein Programm eine Lebmtsrage» alle übrigen Reformen find dloS Details, über die man fich verständigen kann und wird. Mit diesem PaffuS wendet Gladstone fich direkt an die Sezesfio- nisten der radikalen Partei, insbesondere an Chamberlain und um fich die Unterstützung dieses einflußreichen Mannet zu sichern, würde er sohl die Landdill, welche von dem Mitglied für Birmingham angefeindet wird, opfern. ES ist schwer zu sagen, welchm Einfluß dieser Aufruf an seine Wähler machen wird, allein die Lage im Parlament wird er schwerlich mehr ändern. Im Lande selbst jedoch wird die Bemfung an den Gerechtigkeitsstnn des Volkes, der unverkennbar demokra- tische Ton deS ManifefiS nicht verfehlen, einen guten Eindruck zu machen. Auf der neu eröffneten KolontalauSstellung in London find alle britischen Kolonien und Schutzgebiete in großartigster Weise vertreten. Diese Buistellung soll der gan« zen Well die Größe deS britischen Reiche«, deS WellretcheS, in welchem die Sonne niemals untergeht, handgreiflich vor die Augen führen. Man hatte fich in den letzten Jahren, auf dem Kontinente von Europa zumal, gewöhnt. England zu unterschätzen, den britischen Löwen als alt und schwach gewor« den zu betrachten. Die Ausstellung soll der Welt den Beweis liefern, über welche Mittel Großbritannien verfüge, daß die Söhne Kanadas, wie die Kolonisten in Australien und Neu» seeland fich als Brüder, als Kinder einer und derselben Mutter fühlen. Von diesem Gefichtspunkte aui betrachtet, muß die Eröffnung der Ausstellung als ein großes Ercigniß angesehen und erklärt werden. Balkanläuder. Di« Gesandten der fünf Mächte haben die Stadt Athm verlaffen. Der englische Gesandte Rumbold wird fich nach Malta begeben, der deutsche Gesandte v. d. Brincken geht über Konstantinopel nach Berlin, der russtsche Gesandte von Bülow traf, von Livadia kommend, heute tm Piräus ein, wird aber mit seinen Kollegen wieder abreisen. Der türkische Ge- sandte reist mit dem gesammten Gesandtschaftspersonal ab, während bei den anderen Gesandtschaften die ersten Sekretäre noch verbleiben, um, wenn auch nicht offiziell alkreditirt, die Geschäfte fortzuführen. Nach dem„Temp!" verbot Rußland seinen Schiffen, an ver Blokade Griechenlands theilzunehmen. Die Türken konzentriren inzwischen ihre Truppen längs der ganzen Grenze und der Oberbefehlthaber der griechischen Truppen in Tbeffalien, General Sapundzaki, hält nach einer Meldung de» Wolff'schen Bureau« ein Einrücken der Türken auf griechisches Gebiet für wahrscheinlich. General Sapundzaki hat deshalb angeordnet, daß die in der befestigten Stadt Volo (am Golf gleichen NamenS) und in Velastino stehenden Truvven in Eilmärschen auf Larissa, einen wichtigen Punkt am Eingang zum Tbale Tempe, in dem von der Türkei neu abgetretenen Tbeile Thessaliens, rücken sollen. Der schleunige Abmarsch der Garnison von Athen nach Thessalien steht eben« fall« bevor. Zum Ersatz find die in Sparta und Kalamata stehenden Regimenter nach Athen dmiftn. Im Hafen von Phalerun ist ein türkisches Kriegsschiff angekommen. Die Gesammtlage ist also ernst und bedrohlich geworden.„Der Ernst der Slluation im Orient", so schreiben auch die„Berl. Pol. Nachr.",„spiegelt fich in den TageSmeldungen unoer- kennbar wieder. Nach den Erklärungen des Herrn DelyanniS ist fast alle Hoffnung geschwunden, daß Griechenland auS fteien Stücken in die Bahnen einer ftiedfertigeren Politik einlenken werde, und e« erscheint auch der demnächstige Eintritt kriege- rischer Ereignisse an der türkisch-griechischen Grenze keineswegs ausgeschlossen." Amerika. Ueber den in Chikago am Dienstag Abend zwischen den Sozialisten und der Polizei stattgefundenen Zusammenstoß wer- den telegraphisch noch weitere Einzelheiten gemeldet. für welche wir die Verantwortung den Benchterstattern überlassen müssen! „ES scheint, daß die Reden der„Eozialistensührer" so heftiger und aufteizender Natur waren, daß die Polizei die Redner unterbrach und gleichzeitig an die Volksmenge die Aufforde- rung richtete, fich zu zerstreuen. Die„Sozialisten" warfen je« doch darauf sofort Dynamitbomben in die Reihen der Polizei Schwierigkeit erweitert und zu einer Aussicht über da« dar« unter hinlaufende Thal benutzt worden. E« gab auch kaum einen Punkt in der ganzen Nachbar« schast, von dem man einen fteundlichere« Blick über da« drunten ausgebreitete Haßburg mit seinen Gärte» und An« lagen und dt» dahinter weitgedehnten und meist bepflanzte» und bebaute» Hänge gehabt hätte. Um den alte», viereckigen Thurm herum lief eine kleine, niedere und mtt Epheu dichtbewachsene Ringmauer, und selbst von hier au« wäre» Einschnitte durch die auf dem Bergabhang stehende» Bäume gemacht und die Zweige der- selbe» künstlich so verschnlltea worden, daß man wie durch einzelne Medaillon« einen Blick hiaau« in'« Freie gewann. Immer aber blieb die Ringmauer zu hoch von Bäumen umgeben, um von hier unten au« eine freie Aussicht zu gewähren, und der Platz, so reizend er an sich sein mochte, wurde deshalb auch nur wenig benutzt. Höchsten« dinirte die Herrschaft manchmal, be« sonder« an recht heißen Sommertage», hier, und hatte man Gäste, so wurde vielleicht der Kaffee dort eingenommen. Sonst kam nur der Gärtner hin, der ihn i» Ordnung hielt und manchmal vielleicht die Äloepflanze» begoß, welche in den große», au« Stein gehauenen, vasenartige« Töpfe» auf der Ringmauer standen. Aber Paula besuchte den Platz zuweilen ebenfalls, und auch heute wieder allein. Seit gestern wenigstens hatte fie mehr Freiheit bekomme». Der Vater mußte mit der alte«, häßliche» Französin gesprochen und ihr etwas Unangenehme« gesagt haben; den» sie stichelte«i« paarmal darauf und vernachlässigte seit der Zell besonder« ihre» Zögling auf« fallend; Paula athmete zum erste« Male frei auf. (Fortsetzung folgt.) An» Kunst«ud Zeven. Im„Deutsche« Theater" wird heute. Sonntag,„Der Wideispenstiam Zähmung" und morgen. Montag.»Nathan der W-ise". gegeben. Am nächsten Donnerstag, den 12. d. MW., btgwnt daS Gastspiel deS Herrn Carl Einst vom Deutschen und feuerten au« ihren Revolvern auf dieselbe. Die Polizisten machten unverzüglich ebenfalls Gebrauch von ihren Schutz- waffen und in etwa zwei Minuten war der Platz mit Ver- mundeten bedeckt. Nach einigen weiteren, vereinzelten Schüssen zerstreute fich die Volksmenge in größter Elle, und die Polizei wurde Herr der Situation, da e« ihr gelungen, den Square, auf dem der Kampf stattgefunden, zu säubern. Die verhäng. nißvollen Folgen deS Zusammenstoße« wurden dann stchtbar. Ueberall sah man Leute, hinkend, und vor Schmerzen fich win« dend, die Ap.theken und Schänken betteten oder auf Händen und Knien über den Platz kriechen, während Andere» welche noch gehen konnten, laut um Hilfe riefen. Die verwundeten Polizisten und die von ihren Kameraden nicht mitgenommenen verletzten Aufrührer wurden in die Hospitäler geschafft, wo man ihre Wunden verband. Der Polizeilieutenant behauptet, daß, unmittelbar nachdem der„sozialistische" Redner aufgefordert worden war zu schweigen, eine Dynamit bombe vo: den als Rednerbühne benutzten Wagen geworfen wurde. Dieselbe »xplodirte ganz in der Nähe der Polizei und verwundete 21 Leute. Außerdem hätten auch Manche Revolver unter dem Stocke verborgen gehabt. Auch giebt er an, daß die erste Salve sogleich von Wirkung gewesen und die Menge in wildester Ver- wttrung geflohen sei. Viele stürzten und geriethen im Gedränge unter die Füße der Menge, die wie toll den Kugeln der Polizei zu entfliehen suchte. Trotzdem wurden Viele verwundet, ehe fie auS dem Schußdereich der Polizei kamen. Da« Bestreben zu entkommen war ein so verzweifeltes, daß viele Leute die Thülen der benachbatten Lädm erbrachen, um fich vor der Polizei zu verbergen, deren fich eine große Erbitterung bemächtigte, als fie ihre Kameraden fallen sah. Unter der Menge sah man eine Anzahl Frauenzimmer. Die Sozialistenführer und die Leute, welche die Dynamitbombe geworfen hatten, verschwanden im Nu von der Szene. Gegen die Redner find VerhastSbefehle erlassen worden. Mehrere verwundete Sozialisten wurden von ihren Bekannten fort- geschafft. Wirkliche Arbeiter hatten fich wenig oder gar nicht an dem Meeting betheiligt, welches aus professionellen Anarchisten bestand. Die Reden trugen daS herkömmliche anarchistische Gepräge. Der Polizei-Jnspettor sagt, daß der Hauptredner, al« er aufgefordert wurde, abzubrechen, geschrien habe:„Zu den Waffen", worauf mehrere Bomben vom Hinter« gründe deS Wagens, auf welchem er sprach, geschleudert wurden. Von den Polizisten wurden durch die Bomben und da« Revolverfeuer 3 auf der Stelle getödtet und 39 verwundet, darunter 4 lebensgefährlich. Von den Sozialisten wurde einer getödtet und ein anderer liegt im Sterben; 25 find, so viel man weiß, verwundet worden, ausgenommen jene, welche fort« geschafft wurden. Zwei Anarchiftensübrer find verhaftet wor» den. In verschiedenen Theilen der Stadt finden noch immer „sozialistische" Zusammenrottungen statt, welche jedoch sofort von der Polizei gesprengt werden. Um die Mittagszeit sammelte fich ein Haufen von 8000 Personen an und plünderte mehrere Läden. Schließlich wurde er von der Polizei auS- einander getrieben. 25 Setzer wurden heute in der Druckerei der„Arbeiter-Zeitung"(de« deutschen anarchistischen Blatte«) verhaftet und gegen fie die Anklage auf Mord erhoben. Der Moyor wird eine Proklamation erlassen, in welcher er alle Bürger auffordert, bei Nachtzeit die Straßen nicht zu betteten. Em weiterer Streik ist heute unter den 700 Arbeitern der Deering'schen Fabrik landwirthschaftlicher Maschinen auS« gebrochen. Ebenso haben alle Frachtverlader der Lake Shore» Eisenbahn die Arbeit eingestellt." Inzwischen haben nach weiterer Meldung 5000 Arbeiter der Pullmann'schen Eisenbahnwagen Fabrik welche fich ganz in der Nähe Chilago's, in dem Städtchen Pullmann. befindet, am Mtttwoch einen Streik begonnen und auS Mtlwaukee wird unterm 5. Mai ergänzend berichtet:„Heute Morgen be« Sab fich ein Haufe Aufrührer nach der Bay View Fabrik. >arauf rückten 6 Kompagnien Miliz aus und nahmen vor der Fabrik Ausstellung. Al« der Hause gegen die Truppen vor« rückte, feuerten diese eine Salve ab. Die Menge wich schleu- ntgst zurück. 5 Personen wurden getödtet und mehrere ver« wundet. Eine andere Volksmenge rottete fich in den Mil« waukee Gärten zusammen. Die Polizei säuberte mit Gewalt den Platz, woiauk der Mob nach der Best'schen Brauerei mar« schirte, wo ein Zusammenstoß mit der Polizei erfolgte. Die« Gebäude wurde von dm Polen, welche einen Theil deS Mobs bildeten, vollständig geplündert, worauf der Polizeikapitän Be« fehl gab, auf die Menge zu feuern. In der Stadt herrscht ungeheure Aufregung." Wie wenig man allen Nachrichtm über die Tumulte glauben kann, ergiebt fich schon darau«, daß nach früheren Meldungen der Anarchist Spieß hauptsächlich für die Gewalt« thaten verantwortlich zu machen, daß aber nach einem gestern eingelaufenen Telegramm Spieß sogar ausdrücklich sein Be« dauem über die Vorgänge in Chikago ausgesprochen hat. Die zur Unterstützung der verwundeten Polizistm veran« staltete Subskription hat bereits 30 000 Dollar« ergeben. AuS Philadelphia wird den„Times" gemeldet, daß in MinneapoliS ein unvollendetes Gebäude eingestürzt ist, wodurch 21 Ardtiter verschüttet wurden; 8 derselben wurden getödtet LandeStheater in Prag, und zwar wird derselbe alS erste i rolle an diesem Abend den„Hamlet" spielen. Femer bringt daS Repertoire dieser Woche außer der Wiederholung von„Dir Widerspenstigm Zähmung" noch am Mittwoch, dm 13. d. M., „Ein Tropfen Gift" und am Sonnabend, den 15. dS. MtS., „Don CarloS". Da« Louisenstädtische Theater war btshir bei allen Aufführungen de«„Lachenden Deutschland" total ausverkauft. Das Publikum kam während deS ganzen Abend« aus dem Lachen nicht herauS; dm Vogel schießt Herr Kurth ab, der in dem parodistischm Ballet„Amor" al« Wald- unv Wiesen« Nymphe Sowiesozo eine Tänzerin repräsentirt, wie fie reizvoller, graziöser nicht gedacht werden kann. Der„geschundene Raub« ritter" de« Herrn Schneider findet allabendlich die gebührende Würdigung. Im Schweizergarte« veranstalten am heutigen Sonntag die Pyrotechniker diese« Etadliffemmti R. und W. Maffow, Bonander und Hornig bereits ihr 4. diesjährige« großes Frontm- und KriegSfeuerwerk, dessen Schlußtadleau diesmal da« effektvolle Bombardement von Sedastopol bildet, welche? unter Mitwirkung von ca. 80 Personen dargestellt wird. Auch werden für den heutigm Tag die Theatervorstellungen wie- der aufgenommen und flndm, im bimern Iheile de« Gartm« Volksbelustigungen aller Art. im Saale Tanzkränzchen statt. AdenvS wird das Etablissement elektrisch erleuchtet. Im Kaiser-Pauorama— Passage— gelangt in dieser Woche der ZylluS Algier zum ersten Male zur Ausstellung, währmd die Reise durch da« Riesengedirge noch ei»e Woche verdlerdt. Projektirte« Repertoire der Königliche« Schauspiele vom 9. bis 16. Mai 1886. Im Opernhaus«. Sonntag, den 9.; Johann von Lotb ingm. Montag, den 10.: Hochzeit de« Figaro. Dimstaa, den 11.: Trompeter von Säkkingm. Mittwoch, dm 12.: Fliegender Holländer. Donnerstag, den 13.; Rigoletto.(Frl. Pattini als Gast) Freitag, den 14.: Nur« jahd.(Frl. Nikttine al« letzte Gastrolle: Betrogener Kadi.) Sonnabend, dm 15.: Meistersinger.(Letzte« Austreten drs Herrn Betz) Sonntag, den 16.: Die Jüdin.— Im Schauspielhause: Sonntag, den 9.: Die Geier-Wally. Mon« tag, den 10.: Ttlii. Dienstag, den 11.: Ein Schritt vom Wege. Mittwoch, den 12: Egmont.(Frl. Anders als Gast.) Donnerstag, den 13.: SommemachtStraum. Freitag, dm 14.: Die Waise von Lowood. Sonnabend, den 15; Am Klavier. (Herr Dröscher als Gast.) Der Winkelschreiber. Sonntag, dm 16.: Auf der Brautfahrt. i und 6 ßtretief, während die übrigen noch unter den Trümmern IUSe"' Afrika. Während in Kairo über die Pazifikatwn deS Sudan seit geraumer Zeit hin und her geredet wird, find plötzlich die Sudanesm wieder in Aktion getreten. Sie haben, wie eS Sjcint, die Geduld verloren, aus die wiederholt angekündigte nkunft der mit i «gyptischen„Zivil- nkunft der mit eeyptischen Pfunden wohlgerüsteten englisch «gyptischen„Zivil. Kommisston" zu warten, um stch, wie man hoffte,„mit Anstand" zu unterwerfen, �~ und find mit Beginn einer auS KoroSko der Nilschwelle gen Norden aezogen. Nach dem Khedive zugegangenen Depesche hat der bekanntlich in Berber restdirende Stellvertreter des Mahdi die aut Khartum daselbst konzentlirten Streitkräfte nach Dongola dirigirt, wohin der Chef stch selbst zu begeben beadstchtigt. Eine Kairenser TimeS- Depesche weist sogar zu berichten, dast die Aufständischen bereits die zwischen Dongola und Wady- Haifa an einer kleinen Stromschnelle gelegene Nil- Station Akascheh besetzt hätten, bis wohin die Engländer eine Bahn von Ambukol auS angelegt hatten. Da jene Nil- Ufer seit den Kämpfen von Ferkeh und Mozrakeh gänzlich von Truppen entblöstt find, so konnten die Aufständischen diesen Voistost ganz ruhig ausführen und die Bahn, deren rollendes Material übrigens vor einiger Zeit nordwärts geschafft wurde, theilweise zerstören. Jetzt wird man in Kairo doch vielleicht zu der von Mukhtar Pascha so dringend befürworteten Besetzung der Provinz Dongola schreiten, um die Sudanesen nach der Bajuda- Wüste zurückzudrängen, wodurch man ste jedes strategischen Halles berauben und isoliren würde. Kapitän Harrison Emith, der englische Abgesandte, ist auS Abessynien nach Massauah zurückgekehrt. ES heistt, daß er eine befriedigende Audienz beim König Johann von Adeffymen hatte, welcher ihn sehr herzlich empfing. Soziales»«d Arveiterbewegung- Die verfolgte Unschuld. Auf den 18. Juni ist der VerbandStag der deutschen Gewerkoereine— ein imposanter Name!— von dem Zentralrath, vulgo Dr. Max Hirsch, auch die„verfolgte Unschuld" genannt, nach Halle a. d. E. einbe- rufen worden. DaS Organ deS Herrn Abg. Rickert, der den Gewerkoereinen sehr sympathisch gegenübersteht und oft in den Versammlungen delselben geplaudert hat, nämlich die»Dan- ziger Zeitung" steht diesem Verbandstage mit großer Besorg- nist entgegen. Das Blatt meint, dast die gestellten Anträge, nämlich die von der Opposttion gestellten, so einschneidende Umwandlungen der Organisation anstrebten, dast die Verhand- lunaen leicht für den Fottgang der Hirsch. Duncker'schen Gr werlschafttdewegung verhängnißvoll werden könnten. DaS Blatt gesteht dann in etwaS verblümter Art zu, dast die bis« herige Leitung ider Derbandsangelegenheiten mangelhaft sei, aber man dürfe in der gegenwättigen Zeit, wo die selbst- Hilferischen Gewerkvereine von rechts durch den StaatSsozialit» muS, von links durch die Sozialdemokratie bedrängt würden, zur Lockerung, Beschränkung und Schwächung deS Verbandes durch Reformen nicht bettragen.— Also: reformbedürftig ist der Verband, die Leitung deS Verbandet(Dr. Max Hirsch) ist mangelhaft, aber dennoch darf keine Reform eintreren und der Leiter nicht exmittitt werden, weil der Verband und Dr. Max Hirsch von rewtS und links verfolgt werden. Das ist deutsch freisinnige Tattik! Dr. Max Hirsch aber wird stch WS Fäustchen lachen, weil stch noch immer Arbeiter finden weiden, die 'stch durch solche deutschfreifinniae Vertuschung verführen lasten und an die von rechts und links„verfolgte Unschuld" glauben. Wie elend die Lage der Töpfergesclle« in KottbuS ist, daS geht auS den Forderungen chervor, mit denen ste die Arbeitsniederlegung, die am 3. v. MtS. erfolgt ist, begründen. Sie verlangen 20 Pf. Stundenlohn und 11 stündige tägliche Arbeitszeit. Gewiß bescheiden! Dann werden die üblichen Zuschüsse für Ueberstunden und Sonntagsarbeit gefordert und endlich: Benutzung deS Arbeitsnachweises auf der Herberge und pünktliches Zahlen deSLohneS an jedem Sonnabend.— Wer diese Forderungen nicht gerecht findet und wer die Meister, welch« solche Forderungen nicht bewilligen oder ste doch nur durch einen Streik stch abzwingen lasten, nicht verurtheill, der eignet fich zum Mllarbeiter der „Echle fischen" oder„Nordd. Allg. Ztg." Gewissenlose Lehrlingszüchterei mit ihren traurigen Folgezustänven herrscht nicht nur im Buchdruckgewerbe, wie der „Emrespondent"(Organ der Buchdruckeraehilfen) mittheilt, sondern auch in anderen Berufen. Ein solcher ist auch der der Porzellanmaleret. Die Lehrzeit dauert in diesem Beruf« vier bis sechs Jahre. Nun find in Berlin folgende Lehrlings- zahlen konstatirl worden. ES beschäftigt eine Fabril 15 Maler und 45 Lehrlinge I eine zweite „ dritte „ vierte „ fünfte « sechste , siebente » achte 6 50 25 6 6 1 12 21 140 80 36 26 30 60 In Summa 121 Mater und 438 Lehrlinge. Natürlich find in Folge besten die Löhne auf ein sehr geringes Mast gesunken und eS verschlechtert fich der Arbeiterstand in Folge deS HeranziehenS unqualifizirter Elemente. Die Lohnbewegung der Arbeiterinnen in Hamburg nimmt einen guten Verlauf. Zahlreiche Unternehmer, gedrängt eine alleinstehende Arbeiterin blerseldst nicht auskommen kann — beträgt doch die niedrigste Miethe allein 3,50 M pro Woche und daS geringste MittagSeffen ist, außer in den VolkSküchm, nicht unter 40 Pf. pro Mittag zu haben. Die Arbeitgeick haben deshalb vielfach bereits eine Erhöhung deS Lohne« eintreten lasten. Die ganze Brbeiterinnenbcwegung ist durch«« sachlich und ohne Auischrellungen verlaufen. 700 Weder der mechanische« Weberet#« Wünsch« bei Ederdbach(Königreich Sachsen) legten die Arbell niever. weil denselben ein Lohnadzug von wöchentlich 1 Mark 50 R gemacht werden sollte. Der Chef war selbstverständlich««' reist; daS Datum der Lohnverkürzung sollte natürlich nur Beamten treffen. Doch daS ist ia häufig dagewesen. Ba» schon traf ein Telegramm deS Chefs ein, dem benachrichtig worden war, dast die Arbeiter die Lohnredultion sehr ernst ßf nommen hätten, in welchem die Lohnreduklion wieder zurüa- genommen wurde. Doch jetzt verlangten die Ardetter in g«' rechtem Eifer auch, dast die überaus hatten StrafbestimmuitöJJ für Zuspätkommen u. s. w. abgeändert werden sollten. D« Verwaltung liest fich darauf nicht ein. Die Stimmung unt« den Arbeitern der ganzen Gegend wurde nun bedenklicher;» den umliegenden Fabriken rüsteten ficki die Ardeiter gleichfa« zum Streik. Darauf Eintreffen deS ChefS von der Reise un« Herabsetzung der Strafen. Nunmehr haben die Arbeiter wieder die Arbeit aufgenommen. Schuld an dem Streik? Kei« Aufhetzereien seitens der Sozialdemokraten, sondern unmotivirte Lohnreduttwnen bei dem gegenwättigen schlechten Verdienst der Ardeiter sellenS der Unternehmer! Oder sollten auch wieder Blätter Sozialisten und Auf' Versammlung der Maurer "'""Hää trotz alledem gouvernementale rührer wittern? In Halle a. S. fand eine statt. die folgende Resolution einstimmig fasti 4. Mai im Lokal der Mofttzdurg versammelten..... Maurer beschließen, eine Forderung an die Arbeitgeber l" stellen, daß selbige ihnen einen Minimallohn von 33 Pf. Stunde bei 10 Stunden täglicher Arbeitszeit auf unbeftimru« Dauer, und 2 Pf. mehr, also 35 Pf. die Stunde, bei Ued«' stundenardeit gewähren sollen.". In der StaatSdrnckerei z« Washington werden"Jf dem Bericht« des Direktors derselben bei flottem Geschäft«' gange 2255 Personen beschäftigt und die durchschnittliche tüf liehe LohnauSgade belauft fich auf 5700 Dollars. An sämmtliche im Drechlergewerk beschäftigte«#' beiter richtet die unterzeichnete Kommission, anläßlich deS J» Rabenau bei Dresden(durch einen Druckfehler stand iir«« Sestrigen Nummer fälschlich„Radeberg") auSgebrochenen DrechSV reikS, den dringenden Mahnruf, fürdtedurch eine völlig berecht«* Arbeitseinstellung arbeitslos gewordenen Kollegen energisch zutreten. ES gilt die Solidarität der Arbeilerintereffen zuhatten. Darum, Berliner Genosten, seid eingedenk ditp Eurer heiligsten Pflicht! Alle weiteren Mittheilungen in** am Montag, den 10. Mai, Abends 8 Uhr, bei Gratweil, Ku? mandantenstraste 77— 79, stattfindenden Fachvereinsversammluw Mit Gruß! Die Lohnkommisfion, I. A.: Rodett Sünderrnu«� Gischinerstr. 61 I. ICOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOO Immlideristraße 159. GUSTAV SABOR«„".'Ä, Inoalidenstraße 159 empfiehlt zur FrMhjshra-Saiaon garnirte und ungarnitt« Strohhüte von 45 Pf. an. Gorsetts, hochschnürend, von 75 Pf. an. | Schürzen, Tüll und Spitzen, sämmtl. Artikel zum Gsrniren der Hüte al« wie Blnmen, Federn, Bänder, Sammet und Atlas»e in großartigst« Auswahl zu den billigsten Preisen. I Herren- Artikel, al» Oberhemden, Kragen, Hanchetten, Sblipse etc. billigst. Tranerhüte in größter Auswahl. | Modistinnen und Wlederverkänferlnnen erhalten hohen Rabatt.[1610 OOOOOOOOQOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOO Theater. Sonntag, den 9. Mai. Cftcmhaof. Johann von Lothringen. Montag: Die Hochzeit deS Figaro. ». Die Geier-Wally. Der Widerspenstigen _. tag SAansptelbau» Montag: Tilli. Deutsche» Theater, Zähmung._. Montag: Nathan der Weise. Wd�ner-Theater. Almenrausch Montag: Der Herrgottschnitzer von Ammer- Rehdens- Theater. Familie Hömer. Hierauf: Zimmer Nr. 13. Montag: Dieselbe Vorstellung. Dell«-Alliauee-Theater. Der Lieutmant und nicht der Oberst. Hierauf: Adelaide. Montag: Dieselbe Vorstellung. Urtedrtch-Wtlhelmftädttsche« Theater,»er Ztgeunerdaron. Montag: Dieselbe Vorstellung. Walhalla- Theater. Da» lachende Berlin. Htttere» au» der Berliner Thcateracschtchte mit Gesang und Tan» in einem Dorsriele und 3 Akten von Jakobson und Witten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Tem trat- Theater. Der Stab«- Trompeter. Montag: Dieselbe Vorstellung. Mttort«» Theater. Amor. Tanz Poem von Monwg�D�eselbe Vorstellung. Louisenstädtische» Theater. Dal lachend« Deutschland. Montag: Dieselbe Vorstellung. vßteud-Theater. Die Loreley. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kausmauu'» Variete. Große Spezialitäten- Vorstellung.__ iihambra-Theater. Wallnettheaterstraß« 16. den 9. Mai 1886: ta-Vorstell«ng I onnwendhos. Gl, Roszert der Hauskapeke »«fang de» Konzett» 6'/, Uhr, der Borstellung 8 Uhr. Passage 1 Tr. 9 M.— 10». «aiser.Pauorama. In dieser Woche: Neu! 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Sitzung vom 8. Mai, 11 »m Mtnlstertische mehrere Kommiffarien. . Auf der Tagesordnung steht lediglich die Berathung des «ommisfioniderichteS über die Verhandlungen des Lande?» ktlenda h nrat h S. Die Kommifston deantragt: 1. Die Dtaatiregierung zu ersuchen, a) baldmöglichst die Be'eiti- vung der auf den Linien der ehemaligen hannoverschen «taatibahnen noch bestehenden Ungleichhetlen für den Güler» »w herbeizuführen] b) in Er-vägurg zu ziehen, ob folgenden «»fitionen bei SpezialtarifS Hl: 1. Adfä-e von Horn, K auen, Men und Häuten; 2. Blut und Blutwasser, Düngemittel und Rohmaterialien zur Kunstdünaerfabukation: 4 Mergel. Lehm, schlich sowie Schlamm aus Flüssen und Bächen; 5. Gyps, joo, auch gemahlen; 6. gebrannter Roll; 7. Kallsteinmehl; 8. «Nochen; 9. Knochenabfall ein AuSnahmetaris auf den preußi- lchen Staats» und unter Staatsverwaltung stehenden Bahnen wr den Gebrauch der Landwirthschast gewährt werden lann. ... Uedrigen die Vorlagen durch Kenntnisnahme für erledigt «u erllaren. %-»u- Biesenbach bringt die endliche Aufhebung der »'uckcrgeldzukchläge als überaus dringlich zur Sprache. Ihr """v ist gerade iür die westlichen Provinzen, die im . JW der meisten festen Eisenbahnblücken find und bei ihrem t!?»"6'" Lolalverlehr vom Brückenzoll am empfindlichsten ge- "mn werden, schwer zu ertragen.. f Abg. Seer beilagt die für den Osten, namentlich die rovinz Posen, sehr nachtheiligen hohen Frachtsätze. Die der �"™urig des Frachtsatzes zu Grunde gelegte Vergleichung »"Königsberg, Leipzig und Köln habe einen viel zu hohen �nfsatz ergeben, richtiger wäre es gewesen, Posen oder Brom» statt Königsberg in Betracht zu ziehen. � Sattler: Die Rommtsfion hat stch mit ihrem .�.fctschlufse,„baldmöglichst" die Beseitigung der Tarifun- r,f?.o'uen auf den ehemals hannoverschen ElaatSbahnon her- «a�Mren, in schroffen Widerspruch mit den B'schlüffen deS bu»„ i �"�bnratheS gesetzt, der nur eine„allmälige" Erhö- tani, 5? Niedrigen Tarife und Ausgleichung der Gedüh-en- hatte. Die Kommission wünscht statt deffen gar«u,»8* Aenderung, geht aber auf die ExpedittonSgebühren aar ni5. Nach dem Inhalt deS Berichtes ist dies ja auch ostnr». wunderbar, denn eS webt übe, Haupt so ein gewtffer Uj,!£Wscher Zug darin, daß die Berückstchtigung der hier ge. C,«? Jniereffen wohl erlläriich wird. Man lann auS b-r a gar nicht lonstatiren, welche Verhandlungen in tr.... �wilfion stattgefunden haben und ob man deren ge. .'�.AbbUd oder ein sudjeltioeS Elaborat deS Referenten fi-h hat. bn» ,8- Natorp findet die Aufhebung des Brückenzolles ein». to ganz unbedenllich, da fie den Staatseinnahmen .""l Ausfall von 4 Millionen Marl verursachen würde. Da- jAv JwpflehW er dringend den Antrag Sattlers, für deffen dre.i» i11. filb bereits in der Kommission, wenn aueb obre Krähe'S in der Rommisston, wenn auch ohne hat, und ist erfteut, in den von empfohlenen Ausnahme- Tarifen eine den Gedanlen der Einführung einer zweiten finden. Wenn auch diese levtere, daS alte immer Stückgut klaffe zu ist.!wmer noch nicht in die Wirll chleit getreten �«schwerden m." hier einen Weg betreten, welcher den "n schaffen n-!r°�usebr belästigende Tarifhöhe Abhilfe zu bei ofrfrfl£ riflne,t ist- Die» ist namentlich von Bedeutung �lein-E?-!.�?. iandwirthschaftlichen Artileln und denen der eine bari-« �irie. Da« Staatsbahnsystem muß zur Zeit doch veik�««, �ahen, die durch die wirthschaftliche RrifiS Mal wenn Ä. m: aber eS wird fie ficherlich überstehen, zu- burch Verwaltung mehr laufmänntsch operirt, was eben tst der AuSnahmetarife»um Ausdruck lommt. �mäsin,.» und belgischen Bahnen haben erhebliche Fracht- fei» 5 Ä 2,� ��iermSßigung für lünstliche Düngemittel durchl Wesenn ic!' dedauert, daß Minister LuciuS nicht im Hause am küji„ j. um zu dieser eminent� wichtigen Frage öffentlich anz und gar vom verdrängt wird. Kommission den deicht«? su n-hwen; denn der Redner erlennt in der Er WÄ-ßder Benutzung lünstlicher Dungstoffe das will» «n„MX um die landwirthschaftliche Rrifis zu überwin- iöüx d verzichtet gern ans die weitere Erhöhung der Schutz» ���mn�ergeschwächt�deutscheBoder�durchreich« Kerliner Sonntagsplauderei. P' Nun sind fie alle glücklich drin, nämlich die i» k,. 2"** mit Fischen, Gemüsen, Käse, Bücklinge« rc. bq ß �drlthallen. Verödet ist der Dönhoffs-Platz und die«��darmenmarlt, und unausrottbar« Fleck« zeigen uns mo ehemals lustiger Handel und Wandel (et*«.Des Rühmens über die neue« Einrichtungen ist i» e�de, der„maßgebende" Theil von Berlin schwimmt WetkJ'B' wir find dem große« Eadziel, Weltstadt zu bg,?' um ein ErllecklicheS näher gerückt.„Wie wunder- ein, 1° die Marlthallen eingerichtet, die Ventilation ist * ßroßartig schöne, daß die fernst« Spürnase leine tnao* dem Dust de« ältesten Käse wahrzunehme« ver- A»er � ungefähr lautete der glühend rosige Bericht ivie Öligen Zeitung vor einige« Tage«. Mißttauisch, Äe»" st»d, machten wir uns daher auf de« Um b***.Prob« zu rieben". Wir überzeugten die sehr bald, daß der betreffende Berichterstatter schejy.., h?fiea entweder überhaupt in gutem Geruch er- niW. Usfieu wollte, oder daß er an einem Stockschnupfe« Der der seine Nase gänzlich auf Inalrivität setzt. bau eb»,? die Flundern rieche« in den Marlthallen ge- p!ärk,Jr s° oder«och intensiver wie auf de» offene» sttzt hzj und Alle«, wa« man von de« Marlthallen brS it 3a �efig«ach Reklame. �dst ki.�°"'e, danach dürstet Alle«, danach drängt Alle«! Q*ke«, mfjerrt" Theaterdireltoren fangen an, giftig zu h�ung«w?«wem Referenten einfalle« sollte, über eme , /deute» n Bretter», welche bekanntlich die Welt Su Hebung ,öu urtheilen. al« es dem Herrn Direktor �«iut.% s««« finanziellen Verbältviffe dienlich l"e*>Mu«° ha» da» hiesige Viltoria-Theater über die ü! aD® bre Sperre verhängt. Welcher Jammer wird �täthe d„ Bardel, eutenant«, Rittergutsbesitzer und Ge- etschiedene« Rangllasse« hereinbreche«, wenn liche Düngung erttagS- und dadurch lonlurrenzfähiger gemacht wird. Ministerialdlr ktor Brefeld: Die Beseitigung deS Brückmgeldzuschfage« würde einen sehr belangreichen AuS- fall für die EtaatSlaffe bedeuten, fie lann daher zur Zeit nicht in AuSstcht genommen werden. WaS speziell die Neuster Brücke detrifft, so ist von dem betr. Beztrls- eisenbahmath die Aufhebung de« Brückengeldes nicht beantragt worden. AuSnahmetarife rönnen nicht nach kaufmännischen Prinzipien, sondern müssen von staatswirthschastlichen Gefichts- punkten auS geregelt werden. Die Frachtermäßtgungen für die rheinisch- westfälischen Kohlen waren Gegenstand der Berathung einer Konferenz in Hamburg. Die Sache ist noch nicht voll- ständig zum Abschluß gekommen. Ueber die Fiachtermäßigung für Dungstoffe lann die Regierung so lange keine bestimmte Erklärung abgeben, als fie nicht ihre technischen Beiräthe, d. h. den Landes, isenbahnrath und die Beziiks.isendahniäthe, g'bört hat. Die Durchführung dieser Maßregel würde einen Em- nahmeauSfall von 3 Millionen herbeiführen. Abg. Büchtemann: Die Regierung sollte es stch wohl überlegen, od fie auf daS Urtheil des LandeSeisenbahnraths und der Bezi'kSräthe Werth legen soll, die sehr oft nicht daS öffentliche, sondern Privatinteressen— im weitesten Sinne— vertreten haben. Bei den Wünschen des SiegerlandeS bezüglich Ausnahmetarife für Eisenerze stimmten die rheinisch'westfältschen Jntereff nten dagegen. Interessant ist die Stellung, welche der Landeseisenbabn- rath gegenüber AscherSleben eingenommen hat; er hat ihm leinen AuSnahmetarif für seine Kaliwerke bewilligt, obwohl Staßfurt einen solchen schon besttzt. DaS find Konkurrenz. rückfichten, aber doch leine öffentlichen Interessen! Den Be. stredungen deS Herrn Schultz Lupitz, dm Boden zu verbessern, wünschen wir guten Fortgang, wenn wir auch nicht glauben, daß der Grund und Boden in Preußen bereits erschöpft ist. Sein Antrag auf Ermäßigung der getr. Tarife geht aber viel weiter, al« es nothwendtg ist. Die Verwallung hat stch nach der Verstaalltchung doch überzeugen müssen, daß fie ohne AuS- nahmetarife nicht winhschaften lann. Nun schlägt auch die Kommisfion weitere AuSnahmetarife vor. Mit einer größeren Beweglichleit und Jndioidualifimng der Tarife lann man stch nur einverstanden erllärm.(Beifall links.) Abg. Schmieding empfiehlt der Regierung die Lage der rbein..westiälischen Kohlmindustrie dringmd zur Beachtung. In Folge unserer hohen oder der niedrigen Eismbahntartfe in Frank- reich und Belgien hat fie fast ihren gesammten Absatz dorthin kurrenz. Nach den Resultaten de« ersten Quartals dieses Iah' re« haben wir nach Hamburg an Kohlen und KoakS V» weni per verfrachtet, als in demselben Quartal der beiden früheren Jahre. Abg. v. Tiedemann(Bomst) richtet an die Regierung die Bitte, den See-Exvorttarif für Sprit für die Zukunft auf derselben Grundlage wie den für den Landexport zu tonstruirm, d. h. auf der Grundlage eines EinheitSstreckmsatzes von 3 2 Pf., und wendet fich dann gegen die von Büchtemann an der In- stttution und den Verhanvlungm de« EisenbahmathS geübtm Kritik. Der Berechnung eineS MinuS der Eisenbahneinnahmen von 22 Millionen müsse man sehr mißttauisch gegmüberftehen; wie schon früher, so werde man auch heute, um annähernd das Richtige zu treffen, 60 pCt. von der Büchtemann'schen Schätzung abziehen können. Abg. Schultz beanttagt, in der Resolution sab d die Worte„für den Gebrauch der Landwirthschast" zu streichen. Abg. Hammacher: Herr Büchtemann hat die Thätigkest der wirthschastlichm Beiräthe der Eisendahnverwaltung unter- schätzt und in ein falsche« Licht gestellt. Hätte er die Ehre ge- habt, Mitglied deS LandeSeisenbahnraths zu sein, dann würde er im Wesentlichen über die Beschlüsse desselben dieselbe Ge. nugthuuna empfinden wie ich. Ueber die Ausführungen deS Herrn v. Tiedemann hinaus behaupte ich, daß die Privatinter« essen nicht überall ausschlaggebend gewesm find für die Voten, sondem daß die Jntereffenten oft gerade gegm ihr eigenes Interesse Tarifermäßigungen ablehntm, weil fie erkannten, daß daS öffentliche Interesse fie nicht rechtfertigen würde. Bezüg- lich der hannoverschen Tarifstage werde ich für da« Amende. ment Saitler stimmm, für dm Antrag Schultz lann ich mich ohne Weiteres erllären. Mtnisterialdireltor Brefeld: Auch die Regierung ist der Anficht, daß daS Institut der Etsenbahnräihe stch vollstän- dig dewährt hat. Nach der Durchführung deS EtaatSbahn- sie nicht mehr erfahrm, daß da» Kleid der Tänzerin obm und unten soweit zusammengeschrumpft ist, daß daS Feige». blatt der Frau Eva dagegen wie ew ungeheurer Radmantel erscheint?!„Arme Kreuzzeitung' und noch ärmere Leser der- selben k Herr von Hammerstei« wird e« mit Betrübniß em« pfindm, daß man eine» Berliner Theaterdirektor nicht uage- straft reizm darf, und die junge« und alten Sünder der .Kreuzzeitung" haben dm Schadm zu ttagm.„Kein Ballet — leine Freude, ohne Trikot« giedt eS lein wirkliche« Vergnügen," so heißt et doch ausschließlich bei jener exklusiom Menschenklasse, und als ein erfahrener Börsianer einstmals seine erschreckte Tochter damtt beruhigte, daßder Drache, welcher gerade auf der Bühne erschim, nur von Pappe sei, so sind es doch die Damen vom Ballet keineswegs.— Jedenfalls aber läßt die Auffassung, welche jener Herr Theaterdirektor von dm Berufspflichten eine« Kritiker« hat, tief blicken, und e« ge- wiont fast de« Anschein, al« ob Theaterrezenfione» nur de«. halb geschrieben werdm solle«, um ei« billiges Zugmittel für die Herren Unternehmer abzugeben. Ohne Zweifel aber wird da« ttetbmde Lebm der Rerchs- Hauptstadt auch über diefm ttagifchm Konflckt hinweggehen, und vielleicht heißt et in nicht allzuferner Zeit vo» Seitm der„Kreuzz«iuag� � langem verderblichen Streit die trikotlofe. die schreckliche Zeit!' Nu«, im Sommer blühe« ja derarttge Vergnügungen über- Haupt weniger, jetzt stehm draußen in de» GartenetabltssemmtS die Stühle in Reih und Glied«nd harrm des Besuch«. Leider aber lommt mit der warmm Jahreszeit auch ein« Plage in« Land, die durchaus nicht unterschätzt werdm darf. Aus dm der Sonn« geöffnetm Fmster« dringen die Schmerzeaslaute gequälter Tasten. König Herode« ließ be- laontlich die Säuglinge umbringen, well fie es zu bunt mit ihrem Schreie« tnebm; hätte man damals in Palästina der Musik gestöhnt, so wie et heute bei u», geschieht, würde er ohne Zweifel die Klavierlehrer ermordet habm. Damal« systemS muß fie eS für eine ihrer ersten Aufgaben baltm, stch auf daS Genaueste zu inkormiren, und zu diesem Zwecke muß fie fich natürlich an die Bestinformtrten wenden. Der Schwer» punkt der winhschaftlichen Beiräthe liegt darin, daß die sämmt- lichm Interessenten zum Wort kommen, daß die Anordnungen der Verwaltung nicht mehr lediglich bureaukratisch find, son» der« daß Jeder, der Interesse zur Sache hat, vor dem Erlaß G-legenhett gehabt hat, stch darüber zu äußern. Auch in Oester« reich, Italien, Frankreich und Rußland hat man solche Bei« räthe als notbwendige« Korrelat deS Staatsbahnsystem« mit bestem Erfolg eingeführt. Tie Finanzlage ist nicht so schlimm, wie Herr Büchtemann annimmt. Die Eisen» bahnverwaltung wird die volle Verzinsung und Amor» ttsation ihreS Kapitals au'bringen könnm, kein schlechtes Ergebniß in der gegenwärtigen Zeit des allgemeinen VerkehrSniedergangS. Bei allen Eisenbahnverwaltungm de« Kontinents, z. B. in Frankreich, haben sich viel größere AuS« fälle ergeben. Abg. v. Puttkamer(Plauth): Die Kommisstons« anträge haben gewissen H, ffnungen meiner Heimaibsprooinz nicht entsprochen. Die landwirrhichaftliche Nothlage Ost- und WestpreußenS droht zu einer Kalamität zu werden. Da in der Prov-.nz Preußen nur der Westen als Absatzzebiet offen ist, so hat. wenn hierher ein g'ficherter Absatz nicht möglich wird, die Provinz Preußen lediglich die mit der Schutzzoll» volitik verbundenen Nachiheile. Den Hauptgrund für die Nothlage bilden die hohen Cilenbahntartfe. UebrigenS be» Haupte« wir. daß selbst eine Ermäßigung der Eisendahnfrachten um 33'/, pCt. keinen Einnahmerück�ang, sondern eine Ein« nahmeerbödung zur Folge haben würde. Vielleicht entschließt fich die Regierung, mit einer solchen Herabsetzung etwa auf drei Monate einmal einen Versuch zu machen. Geh. Rath Fleck bemerkt, daß dem LandeSeisenbahnrath demnächst über die vom Vorredner angeregte Frage eine Vor» läge zugehen werde. Für die Regierung werde hier weniger der finanzpolitische und fiskalische Gefichtspunkt, als die Rücksicht auf das wirthschaftliche Wohl auch der übrigen LandeStheile bestimmend sein. Abg. v. Wedell-Malchow: Wie auch mir bekannt, schweben über diese Frage bereits Untersuchungen und die Sache kommt demnächst im LandeSeisenbahnrath zur Verband» lung, so daß stch später auch für unS hier Gelegenhett bieten wird, darauf zurückzukommen. Leicht ist die Entscheidung nicht, denn die entgegenstehenden Interessen der verschiedenen Landes» theile Wielen dabei die Hauptrolle; ich bringe aber jedenfalls den Wünschen de« Herrn v. Puttkamer die lebhafteste Sympathie entgegen. Was den ersten Antrag der Kommisfion bettrfft, so ist doch nicht zu bestreiten, daß, wenn man einmal daS StaatSeisenbahnsyst'M hat, Tartfdispariiäten nur in dringenden Nothfällm zuläsfig find. Solcher Noth» sall li'gt in Hannover nicht vor; auS der Provinz selbst find von hannoverschen Interessenten, die nicht an der Slaatsbahn lagen, zahlreiche Beschwerden dagegen gekommen. Solcher Zustand kann nicht länger aufrecht erhalten werden. Den Antrag Schultz sehe ich weniger al« einen Ausnahmetarif wie ali einen Spezialtarif vierler Klaffe an. Als Mitglied de« LandeSeisenbahnrath« kann ich verfichern, daß dort die persöit» lichen Interessen nicht die von Herrn Büchtemann angedeutete Rolle spielen. ES ist ja richtig, daß man seine eigenen Jnter» essen dem großen Ganzen, dem SiaatSwohl unterordnen muß, aber geltend machen, vertreten muß man auch fie; ich habe wenigstens in meiner 20jährigen Praxi« jene naioe Anschauung, daß die eigenen Jntereffen überhaupt nicht zur Geltung ge« bracht werden dürfien. längst aufgegeben. Redner bittet schließ» die Regierung, all« Mittel aufzuwenden, um die Einführung einer ermäßigten Stückgutklaffe durchzusetzen. Abg. Dr. Meyer(Breslau): Es ist mir auS der Ent- gegnung deS Herrn Regierungs Vertreters nichts so aufgefallen, als die Schärte, mit der er stch gegen den Kollegen Büchtemann gewendet. Wir stehen allen Eisenbahnfragen, namentlich Tariffragen, mit außerordentlicher Objettioität gegenüber; die StaatSregierung wird ja Gelegenheit haben, fich davon zu über» zeugen, daß wir keine prinzipielle Opoosttion machen. Wir find Gegner der Verstaatlichung, Gegner der Einsetzung de» Lande«» etsenbahnratheS gew-.en, habm aber damit doch nicht die Ver« pflrchtung übernommen zu behaupten, daß Alle«, wa« die StaatSregierung thut oder thun wird, verkehrt ist, und daß jeder Beschluß deS LandeSeisenbahnratheS ein verkehrter ist.(Heiterkeit.) Wir haben un» nur gegen die In» stitution, in keiner Weise gegen Personen gewandt. Der Angriff deS Herrn Hammacher auf Kollege Büchtemann war volllommmen ungerechtfertigt. WaS allerdings hüpften die Backfische»och nicht mit der Mufil» moppe über dre Straße, und er» Mensch quälte dm anderm «och nicht mit.den letzte« Walzer« eines Wahnsinnigen." Da« Klavierspielea her geöffneten Fenstern ist eine der mißlichsten Beigaben de« Frühling«, und nur der wird unfern Schmerz richtig zu würdigen wiffm, der selbst mal i« der Nähe einer alten oder jungen Jungfer, die von der Klavierseuche befallen ist, gewohnt hat. Selbst dem gelassensten Me»sche» bricht der Angstschweiß au«, wen» de« Morgen« um 6 Uhr Tonleitern beginnen, die de» Abend« endlich in das„Gebet einer Jungfrau" au«- klinge« I Möchte doch bald jmer Beglücker der Menschheit ge» boren werden, der Klaviere herstellt, welche nicht klinge«. Die Frauen find doch sonst so entsagungSreich, wesbalb können sie fich nicht von der Klimperei losmachen? Man weiß, daß Eva willig auf das Paradies verzichtete, um ihren Adam in die O«ffmtlrchkeit begleiten zu dürfen; das aber scheint nicht möglich zu sei», daß eine Kanzlei» räthi» zum Wohle ihrer Nebenmeoschea in sich geht, um dem Klavier, dem Klavierlehrer und dem Töchterlei« grausame, martervolle Stundm zu ersparen! Nein, die weibliche Eitelkeit treibt uns hinweg aus der traulichm Heimstätte, wir flüchten un« an den Ort unserer Arbeit, wo un« der mitleidige Leierkastenmann wenigstens einige musik» lose Pausm gönnt. So ist da« Lebm aus kurzm Spanne» der Freude und au« unendlich langer Trübsal zusammengesetzt. Wa« nützt un« der Mai, wenn er aussieht wie der Februar, wa« nützt uns der Grunewald, wenn man fortwährend befürchten muß, dort von einem nachhaltigen N ssauer überrascht zu werden, da verbringt man den Sonntag Nachmittag am liebsten i» seinen vier Psählm,— ja. es wär' so schön gewesen, wen« nur nicht die alte Jungfer mit ihrem«immer ruhenden Klavier wäre!— We Haltuna d«r EtaatSregitrung in Tariffragen betrifft, so ist unsere Ausfaffung die, alS der Staat die Verwaltung der Eisenbahnen in die Hand nahm, übernahm er die Verpflichtung, für die Steuermhler soviel wie irgend möglich herauszuwwh- schaften. Damit ist aber doch nickt gesagt, daß die Tarife hoch sein müffen, im Gegentheil, eS ist ein wirlhschastlichei Gesetz, daß man in vielen Mllen durch Tarifermäßiaung, w-il die Kundschaft wächst, einen Mehrertrag erzielt. Etwa« sonderbar war der Schmerz, dem Herr Abg. v. Puttkamer Ausdruck gab, daß sein« heimathltchen Landeslheile die Schutz>oUpolitil sehr hart empfänden. DaS glaube ich ihm sehr gern und um so lieber, alS er einen EiveShelfer in Herrn Kollegen Dirichlet hat, der immer bebauptet hat, daß Ost- und Wcstpreußen die am schwersten geschädigten Provinzen sein würden bei der Schutzzolloolitil. Wenn in einer wirthschastlichm Frage Herr v. Puttlamer und Herr Kollege Dirichlet überrin- stimmen, so ist dieS eine der denlbar größesten Garantien, daß man da« Wahre vor fich hat.(Große Heiterleit.) Wenn man um Berlin all Zentrum einen Kreis zieht, deffen RadiuS bis zum Tenitorium deS Herrn v. Puttkamer reicht, so ergiedt fich eine solche Menge von Produkten, daß wir Berliner in einen wahrm Nothstand gerathen würden, wenn wir gezwungen werden sollten, AlleS. waS die Herren uns anbieten, zu de- zahlen, und zwar mit einem angemessenen Preise(Heiterleit). zu dem, dm die Herren selbst haben möchten.(H-iterkett.) Wir hattm die KommisfionSanträge für ebenso wenig begründet, wie den deS Herrn Kollegen Schultz, wir werden daher nur für einm einzigen stimmen, nämlich den, die Vorlage durch Kenntnißnahme für erledigt zu erklären, für diesen aber auch mit voller und ungetheilter Ueberzmgung eintretm.(Große Heiterkeit.) Abg. Windthor st: Darüber kann kein Zweifei de- stehen, daß eS für die höhere Leitung der Eisenbahnverwaltung von Wichtigkeit ist, Jntereffentengruppen zu hören, wie fie vom LandeSeismdahnrath vertretm find. Ader im Großm und Ganzen bin ich der Anficht, daß e« richtig ist, der höheren Verwaltung die Entscheidung zu überlassen. Auf allgemeine Erörterungen will ich mich hier nicht einlassen, ich müßte mich sonst über die Frage deS Schutzzolles und der Tarife eingehend verbreiten. Die Tarife habm in Hannover fich als ganz vortreff- lich erwiesm. Fetzt spricht man von Privilegim, weil wir solche Tarife habm. Wir haben diese Verhältnisse mit un. serem Gelde geschaffen, und nun, wo Sie da« AlleS eingesteckt haben, kommen Sie und nennen e« ein Privileg, Vortheile zu haben, die wir mit unserem Gelde geschaffen. Von einem Privileg ist hier nicht die Rede, lassen Sie daher Hannover in der Lage, in welcher es vor der Annexion gewesen ist. Herr Meyer hat Herrn v. Puttkamer mißverstandm, wenn er ae- glaubt hat. daß derselbe gegen die Schutzzölle gesprochen habe. (Abg. v. Puttkamer: Sehr richtig!) Herr v. Puttkamer ist ein viel stärkerer Schutzzöllner als ich, der ich die Schutzzoll- Politik mit inauamtten half, obgleich dieselbe meinen volkS- wirthschastlichm Theorien nicht entsprach, die ich bei Rau studirt habe. Abg. Wehr: Herr Brefeld hat unS auf den LandeSeism- bahnrath verwiesen. Ich sage, wenn die Landwirthe deS Ostens ihre Hoffnung auf diesen setzen sollen, so haben fie ihre Sache auf nicht» gestellt. Es giebt keine Körperschaft, in der die Interessen in so krasser Form zu Tage treten.(Rufe: Oho!) Man braucht nur die Verhandlungm derselben zu lesen. Der LandeSeismdahnrath ist nur ein bequemes W rfteug in der Hand deö Ministers. Ein AuSnahmetarif für den Ostm kann die Provinz Sachsm nicht schädigm. Dieselbe produzirt nicht soviel Grtteide, als fie gebraucht. DaS ostpreußische Getreide tritt dort nur in Konkurrmz mit dem galizischm. WaS die Ausnabmetarife für Hannover betrifft, so meine ich, daß man angesichts derselben vorfichttg zu Werke gehen müsse. Im Uebrigcn bin ich aber doch der Anficht, daß, wo ein allgemeines StaatSintereffe vorliegt, nicht Preußen Hannover, sondem Hannover fich Preußen zu fügen hat. Nach einem kurzen Schlußwort deS Referenten Grafen Könitz wird dem Anttag Sattler gemäß die Resolution -üb a gestrichen, und nur die»ud b, unter Streichung der Worte:„für den Gebrauch der Landwirthschast", angenommen. Gegen die Streichung der R'solution sab a stimmen nur die Konservativen und die Freikonservativen. Schluß 3'/« Uhr. Nächste Sitzung Montag 11 Uhr. (Dritte Berathung der kirchenpolitischm Vorlage, zweit« Be- rathung deS LehreranstellungSgesetzeS für die polnischm Landes- theile.)_ Kommunales. w. Kür die Aufstellung einer Wettersäule auf dem Schloßplatz wird da« Projekt, welche? aus einer vom Archi- tektmverein unter seinen Mitgliedern auszuschreibenden Konkurrenz alS da? beste hervorgeht, zur Ausführung gelangen. Die Kosten dieser Säule, welche Weingeist- Thermometer, Maximum- und Minimum- Thermometer, Thermograph, San- nenschein< Thermometer, Queckstlber- Barometer, Aneroibaaro- gragh und Aneroiddarometer erhallen und die Angaben einer geeignet aufgestellten Windfahne auf einer Windrose wieder- geben soll, find auf 8000 M. veranschlagt worden. Der Magistrat beadstchtigt, die Bewilligung dieser Summe bei der Stadtoerordneten-Versammlung zu beantragen. w. Die neuen Markthalleu find für unsere Schuljugend eine willkommene Gelegenheit zur Benutzung derselben als ihre Tummel- und Spielplätze. Hierbei leidet der Markthallen- verkehr sehr erheblich und die Kinder setzen fich auf Wendel- treppen, Aufzügen»c.. mancherlei Gefahr auS. Die städti'che Schuldeputation hat hieraus Veranlassung genommen, die Rck toren d-r städtischen Gemeindeschulm auf diesen Uedelstand aufmerksam zu machm und dieselbm veranlaßt, die ihrer Leitung unterstellten Schulkinder vor jedem Aufenthalt in den Mark- hallen zu warnen, der nicht den Zweck de« Einkaufs hat, ins- besondere aber daS Spielm und Toben in denselben nachdring. lich zu verbieten. w. Die Mühleudammkommissto« hielt am Freitag Abend«ine Sitzung ad, um über die Art und Weise der Er- Werbung der Grundstücke auf der Südseite des Mühlendammes zu deralhen. E« wurde beschlossen, von Montag ab mit dm einzelnen Grundbesitzern zu verhandeln, um den Ankauf auf gütlichem Wege zu erzielen. Sollte eine gütliche Ver-Etnigung herbeigesührt werdm, so wird seitens der Kommmunaloerwast tung beabsichtigt, sofort nach Räumung der Grundstücke die- /elbm niederreißen zu lassen. Lokales. Neue Pferdebahnltnie. Da« königl. Polizeipräfidium bat jetzt der Großen Berliner Pferde- E senbahn. Akitenaesell- schaft die Genehmigung zum Bau einer Piervebahn vom Neuen Thor nach dem Stadtbahnhofe„Friedrichstraße" erthellt. Die Linie gebt vom Neuen Thor durch die Loutftnst aße über die Marschalldrücke durch die Neue Wilhelm-, Dorotheen« und Neustädtischen Kirchstraße nach dem Bahnhof« und wird vor- ausstchtlich noch in diesem Sommer fertig gestellt werden. Etue auffällige, ganz ueue Bestimmung befindet fich in einem Sudmtsfionvenrage, den die ReichS-Postverwaftung bszw. deren Bevollmächtigter mit mehreren Glasermeistern wegen BauauSführunam auf dem an der Ecke der Oranten- burger- und Artilleriestraße zu errichtenden Dienstgebäude der ReickSpost abgeschlossen hat.. In demselben ist zur Bedingung gemacht worden, daß der Untemehmer biS zur vollständigen Uebergabe deS Gebäude« für die geleisteten Arbeiten haftet. Werden also von böswilliger Hand oder fahr.äsfiger Weise Fenster zugeworfen, so daß die Scheiden zertrümmern, so hat der Glasermeister den Schaden zu ergänzen, obgleich ihm daran nicht die geringste Schuld beizumessen ist. Unter Umständm kann diese Stipu-lation, welche vielen Unwillen erzeugt hat und weShald fich zahlreiche Glaseimeister von der Sudmisfion«. betheiltgung zurück, ezoaen habm. recht kostspielig werdm. I««useren Weißbierttuben kann man jetzt allentbaldm vergnügte Gefichter an dm Stammtischen sehen; die„Mä-z- weißen" stehen auf dem eichenen Brett!— Märzweißen? Mancher unserer Leser wird hierbei wohl dm Kopf schütteln, verwundert darüber, wie man von einem so gewöhniichm Dinge so besondere« Au'hedrn machen kann, und doch, obwohl jeder dieser Zweifler die eigentliche Bedeutung de« Worte« kennt? Ob wohl jeder weiß, was dieser Begriff„Märzweiße" für den Stammtisch am weißblerwtrthshäuSlicken Herd zu bedeuten hat? Wir glauben kaum, so erzählt da«„D T", und wollen unseren Lesern alS kleine Probe der berückenden Macht, welche auf dem Grunde de« Märzweißm- Glase« schlummert, hier einen poetischen Stoßseufzer mitthnlen, welchen wir bei unseren weißdierolo- grschen Studim der letzten Tage hörten und der dm Beweis dafür liefert, daß auch der ausgepichteste Wrißbierpbilister unter die Poetm gehen kann, wenn au« seine« Glase« Tiefen ihm Begeisterung geworden. Wir warm, offen g-standm, selbst überrascht, al« unser Nachbar, ein Schmerbauch mrt gutmütbigem, rochen Äntliy und leuchtender Glatze, un« plötzlich mtt folgender Parodie apostroxhltte: Wer nie am Weißbiertische saß, Nie„kühler Blonden" Küsse zechte, Nie schlürft der Märzweis' göttlich Naß— Der kennt Euch nickt, ihr GlückeSnächtel Na, da« ist doch noch'was. das will doch noch'wa« sagen, solch' poetischer Sckwung im Munde eine» WeißdierphilisterS, und gerade diese Erfahrung veranlaßt unS heute, der vielgeliebten und oft verkannten„Märzweißen" ein paar Worte zu widmen, um da« Ansehen dieser„berechtigten Eigen- thümlichkcit" de« Philister- Stammtische« einigermaßen zu rebabiliiiren. Wenn vor dem Halleschen Thore und hinter Wistend der braune, ausgelassme Frühlingsknab« im Bierreich, der„Bock", mtt Lärmm und Jubel seinen Emzug hält, geht die Geburt seiner blonden Schwester, der lieblichen„März- weiße", in aller Stille von statten. Aber— WaS in des KellerS tiefer Giube DeS kundigen Wirthei Hano geblaut, Bald wird e« in der Wiithshauistude DeS GasteS Jubel wecken laut! Und in der That entwickelt fich daS liebliche Kind bald zur berückenden Jungfrau, die mit ihrem berückenden Kusse so manche Sorge, so mancher schweren Stunde bittere Pein von ihres Geliebten Stime scheucht.— Der„Slrff" der„Märzweiße" nun unterscheidet fich von dem der gewöhnlichen Blonden durch größeren Malz- und Svritgehalt. Während e« bei den Wtrthm sonst Usu« ist, der Tonne Bier vor dem Abziehen einen oder mehrere Eimer Waffer zuzusetzen, werden die„Märzweißen" ungetanst< uf Flaschen gefüllt, mtt funkel- nagelneuen Pfropfen verschlossen, mit neuen„Strippen" ge bunden, dann in der kühlsten Ecke de« Keller« aufgestapelt und mtt Sand überdeckt. Ende April oder Anfang Mai gewöhn« lich hört dann der Stammgast zum eisten Male dm Lvckiuf: „Nun, wie war'S denn heut« mit einer Mäczweiße?"—„So, schon gut?" fragt der überraschte Gast schnell und fügt mit verklärter Miene hinzu:„Na, denn wollen wir'mal prodiren!" — Vorfichtige Wtrthe holen ihre Märzweißen niemals vor 6 bis 8 Wochen langer Ablagerung auS de« Keller» Tiefe her- vor, an da« Licht de« Stammtische«, dessen Angehörige dann in ihren Lobe«erhedungen keine Grenzen kennen und gegen diesen Stoff Nektar und alle sonstigen Göttergettänke für eitel nicht» erklären! Und wahrlich, man muß einen pasfionirten Weißbiertrtnker beim Schlürfm setner„Märzweiße" beobachten, muß sein glückseliges, entzückte» Schmunzeln, sein wollüstiges Prusten und Schmatzen sehen, dann wird man den Ernst dieser Meinung verstehen! Ein seltener Zufall ist eS, daß, trotzdem die 5. Klasse der 109. kgl. sächsischen Lotterie schon nahezu eine Woche ge- zogm wird, biS heute noch nicht einer der Hauptgewinne, oder auch nur einer der größeren Gewinne gezogen worden ist. Im Glücktrade befanden sich biS zur l-tzt-n Ziehung noch folgend» Gewinne: 1 a 500 000 M.. 1 a 300 000 M.. 1»200000 M., 1 a 150000 M.. 1 a 100000 JB., 1 a 50000 ist.. 1 a 40000 M, 5 a 30000 M.. 18 a 15000 M.. 38 a 5000 M., 539 a 3000 M., 602 a 1000 M. Daß unter diesen günstigen Verhältnissen da« Interesse de« Publikum« an der sächfi chcn Lotterie ein ungewöhnlich große« ist, bedarf wohl kaum der Erwähnung. Haussuchung. Am Frettag, den 7. d. M. fand bei dem Tischler Herrn Max Flehnert in seiner Wohnung Strelitzer- ftraße 57 während seiner Abwesenheit eine polizeiliche Durch- suckung noch verbotenen Dluckschriften statt, welche jedoch resultatloS verlief. Ju der Augelegeuhett de« Hierselbst in einem Hotel der Karlstraße verstorbenen Brasilianer« werden uns zur Er« gänzung der ersten Mittheilung folgend« Emzelbetten gemeldet. Der Name deS Verstorbenen ist Herzog. Paß und seine sonstigen Papiere weisen darauf hin, daß er erst vor Kurzem au« Brastlien nach Europa dezw. Deutschland geko i-men ist. Nach etwa achttägigem Krankenlager verstarb er am 17. v. M. in dem gedachten Hotel, wo er Wohnung genommen hatte. Die Angaben über seine VermögenSverhättniffe lauten ver- schieden. Bei Personen in Berlin, deren Adressen man bei H. vorfand, galt er al««in wohlhabender Mann und auch eine bei ihm vorgefundene Empfangtbeschetntgung über 2300 RiiS (drastlianische Münze) über eine an ihn adgettetene Besitzung lassen auf eine gewisse Wohlhabenheit schließen. Dagegen will die Hotelwlrihin noch Forderungen an den Verstorbenen haben und von dessen guter Sttutrtheil wenig überzeugt sein. H. ist ein Mann in den 50er Jahren. Die Beerdigung erfolgte auf dem städtischen Kirchhof zu F-iedrichSfelde, woselbst alle Personen zur Ruhe bestattet werden, welche hier ohne Araebö ige versterben. Im Uedrigen ist die Vermuthung, der Krankenwärter habe fich an den Brillanten des Brasttianer» bei kichert und sei verschwunden, eine irrige. Derselbe d« findet fich nach wie vor in Berlin und ist ein durchaus ehrenhafter Cha- ratter. Die Hüte der Damen im Theater. Die gegenwärtig modernern Huifacon« der Damm können einen Tbeaterdesucher rein zur Verzweiflung bringen! Wer da« Unglack hat, hinter einem solchen Movedamchen fitzen zu müssen, dem nützt alles HalSrenken nichts— der Buidl.ck auf die Bühne bleibt ihm versperrt. Emig« wenige Theater haben fich wohl dazu ver- standen, da« Abnehmen der Hüte zu fordern, warum wollen denn aber die anderen nicht nachfolgen? Neu find diese Klagm über da» Aufbehalten der Hüte seitm» der Damm überdies nicht. Schon vor Kundert Jahren herrschte diese Unsttte. Der Herausgeber der„Czronik Berlin«" au»Ijmer Zeit, Tlantla- quatlapatli, klagt schon darüber, indem er, wie Streckfuß in seiner„Geschichte Berlin«" wiedergiebt, erzählt:„Natürlich haben dre Damen da« Vorrecht, in den Logen de« Opernhaus«« alle, oder sowett e» der Raum gestattet, vornan zu fitzen. Die Herren stehen folglich hinter thnm. Haben die Damen lange Federn oder große Hüte a la Montgolfier oder Blair- chard auf, so hindem sie nicht nur einander selbsten sondern benehmen auch den hinter stehen den Per- sonm gänzlich die AuSstcht. Nur e i n Beilviel zu meiner Bestätigung, wa« für Folgen daraus entstehen können. In einer Loge kamen ungefähr mehr verschiedme ftemde männliche Personen. Vor ihnen saßen schon die Damen, mimmi ab! : wollte, so nahm er ohne alle Komplimente seinen Stock,.. rührte die Hüte der Damm und wiederhatte:„Hut ad! h- ab!" Die Damm sahen fich zur Vermeidung eineS grMr Lärmen« genöthigt, ihre Hüte in der That abzunehmen. 0% diese« Rufen: Hut ad I fiel auch öfter» im Parterre ebenM vor. Unrecht kann man diesen Personen nickt geben. De« jeder will so gut sehen, als der andere."— Tlantlaquaila»� rügt übrigen« überdies a ach noch die andere Unfitte der D#' damaliger Zeit, welche ihre Schooßhündchen in« Theater# brachten. Nicht nur kleine„Bologneser und MöpSchen, I? dem auch Windspiele, Pudel und Jagdbunde hat er' Theater gesehen, wodurch die Stille und Ruhe unt wurden." Eine erschüt erude Tragödie aus deur Lebe«., welche wir schon eine kurze Metdung im Polizeiberickt un! Zettung hattm. schreibt man der„B. Z.": In der Stacht Dimftag zum Mittwoch kam ich au« lustiger Gesell chast Zentrum und steuerte meiner im Südosten gelegenen Wöhr zu. In Gedanken versunkm schritt ich langsam durch menschmleeren Straßen. E« war 3 Uhr und mittlerweile P geworden. Ali ick auS der Neanderstaße in die AnnenfW eingebogen war, hörte ich hinter mir«in knallartige« Gera# da« fich anhörte, al« schlüge Jemand mtt Macht dm E:--- «ine« Wagen« zu. Ich drehte mich um und sah den Wächter und zwei Droschkenkutscher vom gegenüberliege»� Halteplatz Über dm Etraßendamm laufen. Zu gleicher!p ertönte dir Notdpfette de« WäckterS. Ali ich die weM Schritte bis zur Ecke zurückgelegt hatte, bot sich wir g araustger Anblick dar: aus dem vierten Stockwerk deS Ha# Neanderstr. 18 ha te fich eine Fraumtperson, nur nothdfljj» mit Rock und Stiümpfm bekleidet, auf da« Trottott Sie lag steif und regungSlo« mit dem Geficht auf? Steinen, der Kopf schwamm in einer großen BlutIA Schädel und Arme waren zerschmettert, der Tod mußte l# eingetreten sein. Das Alle« war so plötzlich und unm# bar, ohne den leise am Aufschrei vor fich gegangm, W J mich eiskalt überlief. Ein Schutz nann ritte herbei, er, ff Wächter und ein Dioschkmkutscher, packten den noch n## Körper, dessen Gcstckt undelchreibltch mtsetzlich au« sab, � trugen ihn in daS geöffnete Hau«, um den wenigm Paff#! den scheußlichen Anblick zu entziehen. Dann wurde die lache mit Sand überschüttet. Im ganzen Hause regte mand. Ein Zettelkleber, ein Bäckerjunge und ein zweiter M? vermehrten den Kreis der Neugierigen— sonst Todte»�? ring« umher. I n fahlen Schein de« angebrochenen% angeficht« de« noch träumendm Berlins, hatte fich soebe»? S ene abgespielt, wie fie nur in einer Weltstadt möglia. Ich war um eine Studie dereichert, wie ich fie mir W? Ircher nicht vorstellen konnte. WaS war da hoch oben,' dem Himmel, in der Morgendämmerung vor sich gegan- Nothdürftig habe Ich«S erfahren: eine von ihrem Man»* trennt ledende dreiundvierzipjährige Frau, die mit Nah#. sorgen kämpfte, Mutter eineS ungerathenm Sohne«, der näckst auS dem Gefängniß entlassen werdm soll und � dessen schlechter Behandlung st« zu leivm gehabt hatte,£ um oielleicht erneuter Schande zu entgehen, zur Seliftmo-�, aewordcn""....." slraße, hi war dereus ionBji vom oiu« jauoer gereuugr, itaupSTJ Menschen strömten auf und ad, aber kaum einer Ahnung von der Tragödie deS Leben», die vor wenigen dm erst fich hier abgespielt hatte.�_ Eine empörende Thterquälerei hat am zweite»■ feiertage in dem Hause Al-rrnve str. 38a stattgefunden- � selbst hatte fich vor einiger Zftt ein großer hübscher W, a, gefunden, der wegen seine« freundlichm Wesm« bald v>r. netgung der Hausbewohner gewann, die ihm auch fei»'Im reichten. Da aber Niemand dm Hund gänzlich zu fich"rU wollte, so hatte der Hautwtrth bei der Polizei deanva«'- u der Hund abgeholt würde. Die Abholung ist W'li.iül Abdeckeretgehiltm Müller in einer allem mmschlb«# riftet Hohn sprechenden Weise am Nachmittage de« zioeite» � fein tage« bewirkt worden Der unglückliche Hund WrtLif A>ller und weigerte fich, sein Schicksal wohl ahnend, zugehm. Müller warf ihm deshalb einen Strick uw»e» und zerrte daS heulende Tbl« gewaltsam bit in den v®" � dort band er e« an da« Treppmgeländer fest und fd% em Jungen von 11 Jahre»- v einem losgebrochenen Gelo»" in Gemeinschaft mit einem Jungm von 11 begleitet hatte, mit einem loSgebrochei...._ unbarmherzig auf Kopf und Rücken de« HundeS et»- A durch jenen Vorfall noch hmt« ttef erregten Hauide» schilderten daS Geheul de« angstvoll fich windende» al« herzzerreißend, und der ganze Hergang w» schrecklich, daß da» Dienstmädchen des dort ckvlr � Restaurateur« üb« dm Anblick die Sprache v«lor u»» nach Uriheil de« ArzteS auch vielleicht nicht zurück#!�, wird. Da« Thier war endlich unter den Sireichen strömt zusammengebrochen, ab« e« war noch nicht tod> wd al« nach beinahe zwei Stunden die Beiden mit einem kamen, um e« aufzuladen, sah man da» unglückl>«e„/ wieder aufleben und versuchen, fich mit seinen zersckM'.-i Gliedern fortzubewegen. Den Tod fand e» erst wwJS# Fahrt. Die Umstehenden sahen in höchster Entrüstung, �:>■ kleine Junge da« zum Tode verwundete Thier nock v.j,:. Peitschenstiele schlug, als der Wagen davonrollte. Die L;■ Thierschutzvereine habm selbstverständlich dm Fall der fß anwattsckaft übergeben, und eine Bestrafung Müll«'-» nicht ausbleiben. Ab« wa« im Publikum viel zu ....._.-- aik 14' könnt, da« ist, daß in d« Berlin« Abdeckerei gelöstm Hunde überhaupt nur auf diese martervolle tödiet werden! Es handett fich um den tteuen Wächter Wohnungm, den anhänglichen Beglett« de« MeMmflW', da« gerade so sein? Vielleicht wird obig« Fall der;(■ puntt zu ein« Umgestaltung deS Berliner Hundefanfl'?• Art de» Londoner VordttveS, wo der Thttrschub�f,.,�■. deckereipäckt« ist und in seinem Thi«asyl die zum f stimmten Thier« durch Einathmung eine? Gase« üt''' schnell tüdtm läßt. Jeder Thierfreund sollte VaS 1*�. tragen, daß eS auch bei un» dahin kommt.,„.Ml.% Markthallen-Bericht von I. Sandmann-% kaufSoermttller. Berlin, Zmrrat- Markthalle,&% ztrtvJ Zufuhren waren heute belangreich, befriedigten nickt die rege Nachfrage, die am Sonnabend gewöhnliche Maß hinausgeht. ES wurden zum normale Preise in Ver Auktion«zielt, die noch eine Steigerung der Detailpreise nöthia machteck_ räucherwaaren war Mangel, Flundern brachten WJ*' Frische Fische erreichten normale Preise. Wild und war auch heute nur wmtg vorhanden, so daß er; Preissteigerung eintrat. Nach Luit« und Käsewar#», mäßig wenig Nackfrage, da die Interessenten die® gu'v Vormittag stattfindende große Käse- und Auktion abwarten wollen. Ein find gefragt., von den Händlern gehalten, da eine PreiSsietgeruim. j## Haft bevorsteht. Die Spargelzufuhr reichte nach" daß der hohe Preis noch bestehen blieb. Auch i»«" müsm und in Frühobst war die Zufuhr nur 8 den heute die ersten Kirschen zugeführt. Die v K � welche bisher nur versuchsweise gesandt, find mtt,_ gfiU zufrieden; auch die Reftaui ateure und Händler, w«. Auktionen kaufen, finden dabei ihren Vortbell, de" �■ bereit« ihre Aufgabe begriffen: schnellen Umsae Gewinn. Gerichto-ZeitnuS-, ... Wege» gewrrb«mSßt»eu Glücksp" � schien gestern der Kaufmann Johannes Wetzer (k g «er 'ftn' - iei Hamburg vor den Schranken der Strafkammer d«S Land« «mchtS ll. Der Ungeklaate, ein wegen deffelbcn Vergehens mederholt vorbestrafter Buchmacher, befand fich am 11. und 14 Oktober v. I.— wie er im Audienztermin angab, als ««Ureter verschiedener deutscher und englischer Rennklubs und jjachzestungen— auf der Rennbahn zu Hopvegarten. Mehleren Pnsonen gegenüber äußerte hier der Angeklagte, daß er eS Mb dulchsetzen wolle, denn ohne Wetten— keine Rennbahn. woejeutoung ward von einem der anwesenden Gendarmen, «m Meyer auS früheren Buchmacherprozcffen persönlich de- »nnt, vernommen und bei den nunmehr stattfinden- wn Rennen wurde daraufhin Meyer vor allen «idern alten Buchmachern ganz besonders scharf über- »»cht. Die im gestrigen Audienztermin vernommenen otoftinnm, zwei wettlustige spekulative Handwerker> Frauen, Mviesen durch ihre Aussagen, wie und in welcher Weise seinen Willen durchzusetzen gedachte. Trotzdem war war daS Ergebniß der Beweisaufnahme dem Angeklagten »unstig, denn eS konnte ihm nicht nachgewiesen werden, daß ugewerdSmäßig Wetten abgeschloffen. Das Urtheil lautete auf lNetspiechung; der Staatsanwalt hatte dagegen 1 Woche Ge« >angniß und lOO M. Geldbuße denntragt. Die Beiträge für die Nothwendtgkeit einer zweiten vaytztt» erHandlung, d. h. für die Einführung der Berufung ««gen die Urtheile der Strafkammer, mehren fich in der Praxis %% Berichte. Heute haben wir bereUS wieder einm solchen zu i.!*?1, D)er Schlossermeister Adam Schneider war im No- «nnder er. von der dritten Strafkammer hiefigen Landgerichts I ®«S«n fahrlässiger Brandstiftung zu einer Geldstrafe verurtheilt worden. Er war nämlich für einen Schaufensterbrand, wel- nÜ September er. in dem Handschuhgeschäft von Lipmann um« den Linden stattgefunden hatte und bei welchem Ä Brandschaden von 670 Wark entstanden war, verantwort» "W gemacht worden. Der Anzeklagt« hatte etwa 14 Tage vor M Brande eine Veränderung in der Gasbeleuchtung des Ii* ufensteri in der Art bewirkt, daß die sämmt- «wen neun Flammen in der oberen Reihe angebracht worden waren. Nach dem Gutachten deSZ Bauraths o' Stückradt war der Brand durch die zu starke Mentrirung der Hitze zu nahe an der Decke entstanden, und M« fich dieses UmstandeS der Angeklagte als Sachverständiger .?! imiger Ueberlegung bewußt fein müssen. Der Gerichtshof h,is» Luf Grund diese« Gutachten« trotz der Vorführung ?-.Mgellagten, daß seine Arbeiten durchaus sachgemäß auZ. f., Mn worden find, zur Ueberzeugung von der Schuld deS« gelang nun dem angenommenen Verlheid ger. RechiS- Ladewig, diese« Urtheil wegen«ineS ProtokolltehlerS 5 Kassation und somit die Sache vor denselben Gerichtshof »..�"eutin Verhandlung zu bringen. Fetzt war die Richtung, Ks«?!% Vertheidigung zu nehmen hatte, klar. Lipmann be- nn��.die. Angabe des Angeklagten, daß daS Schaufenster der GaSeinrtchtuna tapezirt worden und anf dem oberen Brett liegen geblieben ZschlMt Sckn?�., �«iminalschutzmann Graß hatte gesehen, daß diese dva Ä.I�Uerst in Brand gerathen waren. AuS diesen Grün« gerathen .?.?de gestern der Angeklagte auf Antrag deS Staats« vereine nnh Uersammlunge«. »i i Da«. ouinah der! inneren Mission". Noraestern Abens»Kleinod de« inneren Mtsston". Vorgestern lun» s im„Universum", Brunnenstraße, eine Versamm- "«r christlich. sozialen Partei statt. Gegen Erlegung eines Cboluj toiinT Don 10 Pfennigen, wofür eine Nummer deS„Christlich« knt» Korresvondenrblatt" aufgedrungen wurde, ?Nhanger»nd-rer Barl'-■- % .1!?0IJB« anderer K Saal gut gefüllt. ... fanden auch Parteien Zutritt. So war der nicht allzu üns«Ti" 81" grinllt. Um VjO Uhr verkündete das stereotype °?d«uatschen der Getreuen, daß der Mann des AbendS, der Sen�.«" Stöcker, auf der Btldfläche erschienen sei und Tridttn» oSa?dlicke später ward seine behäbige Gestalt auf der Abend" �dar und er entbot sein unvermeidliches„Gut'n Vorfitz und»ns �dindermeister Kühne übernahm sofort den Manier, wona» �rn Stöcker daS Wort. In jener bekannten tischen" s,lb»n..'l.>' fortschrtttlichm" und„sozialdemokra« T'ST g."T'a � Kleinodien der ... ��iffarins Wcien und der Staatsanwalt Ritzel Gl mt(fff„'TUJnod�n d«t inneren Mtsston" gefällt haben. der Fustiz steigen solle, so müsse den preußischen Astert" eingeschärft werden(Avis für den Herrn Mi» Ik% rr......~....." fie fll' daß. wenn ste über„christliche Dinge" urtheilen wollen, ;«IaL°°-b«r genau orientiren.(Stürmischer Beifall.) Da» ?! �..daö Heil der Kirche! Wir arbetten für da« Wohl Kut Wenn man un«!!! verkennt, so schmerzt das, so ttci,?,.,�«h(B«ifallSgetrampel der Christlich. Sozialen). f. 2r u_ - Jai l",1"' Proben über diesen Th-il de«' St'öckcr'schen Mo« Herr �ogen.genügen; ste beweisen jedenfalls, daß der M % Ä Hvtvrediger, der fich doch selbst für einem stärksten OcdnungSsäulen hält, seit seinem auf die Justiz, die nach dem alten Mlecht.rrr, Spruche die„Grundlage der Königreiche" ist, aU|nr(Hii>n Ifi~■ gim Welche betrübende Erscheinung!— In Stöcker gewisser- t über den bösen ... H_______.... Folgen schilderte und Atttkel besprach, welche die„heidnische", jüdisch» und sozialdemokratische Presse auf Grund jenes Urtheil« der Staatsbeamten über die christlichen . �,,o«offentticht hat. Hierbei hatte er eS besonders auf }& iSffSsraSS?« -4. würden c« als eine Schmach empfunden haben, können«»fnbf hält«. AuS Erkennt- !'.chkl «it Stücker un« wir aber man weiß. gelobt hätte. Aus Erkennt- nicht unterlassen, zwei«Irr« heißt, wenn der Zeuge ""Icker anzu- behauptete, � lptn»» UNO we x�n>».s«W.MSchtniß. zuweilen F zur Heimath, sondern nur ein Gast wie Kreuzberger oder hundert andere war? Aber e« machte fich so vortrefflich, dem hartherzigen„Pennwirth" den aufopferungtfähigen Oekonom einer christlichen Herberge gegenüberzustellen, der im„christ. lichen Diensteifer" bis in dre Reinickendorferstraße wandert. nur um seinen arbeitslosen Schützlingen Arbeit zu verschaffen! Schade, Herr Hosprediger, das e« wieder einmal ein Jrrthum war.— Im Schlußtheile feiner Rede sang Herr Stöcker den vtelverkannten Herbergen ein hoheö Lied. Er prie« fie als Stätten wahren Christenthums, wo man nicht auf daS Geld der armen Zugereisten spekulirt, sondern wo fie freundlich aufgenommen, gut gespeist und behandelt würden. Sie seien„herausgeboren au« der Roth de« arbeitenden Vol. keS".— Die Antwort auf diese tönenden Phrasen sollte die Diskusston gehen. Zunächst fragte Herr Schneider Sitzmann an, ob eS wahr sei, daß in den„christlichen Herbergen zur Hetmath" die Schlächtergesellen nicht aufgenommen würden. Der wohl informirte Stöcker wußte nichts hierüber, aber ein Jnspekror und ein Herbergsvater mußten es bestätigen. War diese Nachricht schon geeignet, auf die allgemeine Begeisterung dämpfend zu wirken, so machten die Angaben eine« and ren Redner« noch mehr Eindruck. Herr Börner sagte nämlich fol« gende«:„Die christlichen Herbergen tragen durchaus leinen „christlichen" Charakter. Wenn man christlich handeln will, so muß Essen und Trinken genießbar und eS muß billiger sein, alS anderwärts. Da» gerade Gegentheil ist aber der Fall. Aus den christlichen Herdergen wird Geld, viel Geld gezogen. Bei jedem„Budiker" bekommt man für 5 Pf. eine ordentliche Butterstulle. In der„christlichen" Herberge in der Oranienstraße kostet sie aber 6 Pf. Das Weißbier ist so schlecht, daß kein Mensch es trinken kann. Die Betten find erbärmlich. Ich möchte einem Konservativen rathen, einmal eine Nacht in einem solchen Bette zuzubringen.(Lebhafter Beifall. Stöcker klingelt, der Beifall wird stärker; Stöcker, bleich vor Wuth: „Lassen Sie doch da« unstnnige Klatschen." Stürmischer Bei- sall. Stöcker in der höchsten Cxtase:„Nun Klatschen kann ich auch." Stöcker klatscht und schließlich die ganze Versammlung, die fich höchlichst amüfirt oder ärgert.) 25 Pf. lostet ein solches Bett, das im Kellerraum steht. Für 5 M. kann der Arbeiter eine gute Schlafstelle haben. Benutzt man ein solche« Bett, so kann man leicht unrein werden. Wird so etwaS entdeckt, so erhält man sofort das Schlafgeld wieder und wird aufgekor dert, die Herberge zu verlassen. Um 10 Uhr Abends werden alle Asyle geschlossen. Wird nun ein Mann, der eine trostlose Nacht vor fich steht und fürchten muß, vom Schutzmann er« griffen zu werden, heftig, so stürzen fich sofott HauSknechte auf einen Wink des christlichen Herbergsvaters auf ihn und schmeißen ihn hinaus. Ja, hinten am Büffet hängt sogar ein Kantschub, der schließlich angewendet wird. Ist da« Christentbum V Müde kehrt der Ardeiter ein, er legt den Kopf auf den Tisch und schläft ein. Ein HauSknecht nähert fich, zieht den Stuhl unter dem Schlafenden weg, sab aß der Mann hinstürzt und daliegt wie ein Stück Vieh. Ist da« Christen« thum?(Stürmtscher Beifall.) Hier fitzt Herr Altenhoff, der Herbergsvater von der Herberge in der Oranienstraße; er mag mir entgegentreten, wenn er kann. Mögen die Arbeiter- korporationen so erstarken, daß fie die Regelung de» Her« bergSwesenS selbst in die Hand nehmen!(Stürmischer Beifall.)--- Die Erwiderung, welche Herr Stöcker auf diese vernichtenden Anklagen fand, war so lendenlahm, daß selbst seine treursten Anhänger kaum zu klatschen wagten. Er meinte, die Herbergen zur Heimath seien ein Geschäft, ein christliches Geschäft, ste müßten also auch Geschäfte machen. Sodann verlas er eine lange Liste über den Preis, den die Butterstullen in den christlichen Her- anderer Städte kosten, wobei er in naiver noch dazu eingestand, daß diese Angaben Buche vom Jahre 1876 entnommen seien. Er mit den denkwürdigen Worten:„Glauben Sie, daß ich mich in jeder Herberge Deutschlands nach dem Preise de« Butterbrots erkundigen kann? Allseitige» Gelächter war die Antwort auf diese tieffinnige Frage. Nachdem hierauf an Stelle deS Herrn Altenhoff der redebegabtere Inspektor Vetter zugegeben, daß in den christlichen Herdergen„Dinge vo-gekom- men seien", ihre große Frequenz aber als Beweis für ihre Vortrefflichkeit angeführt hatte, fühlte ein frommer Jüngling, NamenS Hoffmann, Mitglied deS Vereins christlicher junger Männer. daS Ledürfniß, fich zu blamiren. Es gelang ihm ausgezeichnet. Nach wenigen Sätzen zwang ihn der Zuruf „Aujust", seine komische Rolle zu beendigen und er verschwand von der Tribüne. An seine Stelle trat der Herr Pastor Schwarzkopf aus Wernigerode, um seinen Amtsbruder Stöcker herauszuhauen. Ec hielt im Kanzevon eine saldungS-rolle Rede, in der sehr viele Kernsprüche au« der Bibel vorkamen und sehr viel von den großen Verdiensten deS Herrn 64., sehr wenig aber von den Zuständen in den christlichen Herbergen.— Herr Stöcker war jedoch herzlich ftoh, ein Ende finden zu können, und so bezeichnete er denn die Rede deS Pfarrers auS Wernigerode für den besten Schluß de» Abends. Ende gut— alles gut, sagte er und vergaß, daß Herr Bömer fich noch ein- mal zum Wort gemeldet hatte. Diese fatale Gedächtnißschwäche! Herr Stöckcr altert bedenklich. ES geht reißend rückwärts mit ihm. Seine Kalauer werden alt, seine Phrasen werden abge- droschen und Unglücksabende, wie der vorgestrige, werden häufig. Er wird eS wohl nicht mehr wagen, die christlichen Herbergen zur Heimath„Kleinodien der inneren Mtsston" zu "'""♦"'gine öffentliche Versammlung der Steinträge« tagte am Frettag Abend in Silber'« Lokal, Schwebte: str. 23, unter der Leitung der am vorigen Sonntag gewählten Kom- misfion. Herr Wallenthin referirte über da« Thema:„In wie weit find die Meister unserer Forderung gerecht gcwmden und unsere Stellung zu derselben." Der Referent berichtete, daß nach dem bi« jetzt der Kommisston bekannten Resultat die Mehr« zahl der Arbeitgeber den aufgestellten Tarif bewilligt hat. Die Namen dieser Ardeitgeber wurden, so weit ste bekannt waren, der Versammlung mitgetheilt. ES sei jetzt nöthig, meinte der Redner, daß man an die Minderzahl der Ardeitgeber heran- trete und die Bewilligung der Forderung, welche solide und gerecht sei, auch von diesen verlange. Jeder Kolleg« solle dies in bescheidenster Weise versuchen, dann werde der Erfolg nicht ausbleiben. ES soll der Kolonnenführer auf jedem Bau an die Arbeitgeber mit der Forderung herantreten, damtt nicht diejenigen Arbeitgeber, welche den Tarif bewilligt haben, unter der Konkurrenz derjenigen, welche nicht bewilligten, zu leiden hätten. Die Kommisston beabstchtige, am nächsten Dienstag S SÄÄS teBnÄÄÄ gewinnen und die Kommisston noch mehr Material erlangt. Außerdem soll Ende der nächsten Woche eine Versammlung einstellen. Nachdem noch mehrere Redner fich im Sinne deS Referenten ausgesprochen hatten, wurde folgende Resolutton mit allen gegen eine Siimme angenommen:«DU Heute tagende öffentliche Versammlung der Steintrager Bnlin« und Um- MföÄÄÄ'ÄffiÄCS Westen und Ende der nächsten Woche im Zentrum der Stadt »ollen, welche den aufgestellten gerechten Tarif nicht aner« bergen Weise einem schloß kennen." Nachdem noch Herr Wallenthin aufgefordert hatte, mit Ruhe und Besonnenheit an die Arbeitgeber heranzutreten und stet» den gesetzlichen Weg in« zu halten, erfolgte der Schluß der V-rsammlung. hfe. Zum Maurer-Streik und zur Lohnbewegung der Maurer Berlins und Umgegend wird uns mitgecheilr, daß am Dienstag, den 11. d.Mts., Abend« 8'/, Uhr, im oberen Saale von Gratweil'S Bierhallen in der Kommandantenstraße, eine öffentliche tombtnirte(von Meistern und Gesellen abge« baltene) Sitzung der Gesellen-Lohnkommisfion der Berliner Mamer stattfinden wird, zu welcher speziell diejenigen Meister eingeladen stich, welche entweder den Stundenlohn von 50 Pf. bereit« bewilligt haben und dafür mit NamenSunterschrift ein» getreten find, oder welche diesen Stundenlohn bis jetzt ohne Abgabe der NamenSunterschrift gezahlt haben, oder endlich, welche geneigt find, diesen Minimal- Stundenlohn von jetzt ad zu gewahren. Zweck dieser kombinirten Sitzung ist die Berath- schlagung über Mittel und Wege, welche geeignet wären, den drohenden Generalstreik im Berliner Maurergewerk gegenständ«« loö d. h. unnöthig zu machen. Eine größere Anzahl der dabei in Betracht kommenden Arbeitgeber hat ihr Erscheinen in der betreffenden Sitzung bereit« zugesagt. Allen Berliner Maurer« gesellen macht die Lohnkommisfion bekannt, daß Listen zum Generalfond» der Berliner Maurer bei den nachstehend ge» nannten KommisfionSmitoliedern zu haben, gleichwie auch die UnterstützungSbeilräge daselbst abzuliefern st�d; nämlich bei den Maurern C. Behrend, Steinmetzstr. 23, Hof Iii; H. Schule. Pücklerstr. 14. Quergebäude II rechts; W. Roll, Arndtstr. 13, vorn pari, reckt«; L. Kliemann, Tempelberrenstr. 21, Hof im Keller; F. Höhne. Pallisadenstr. 9, v. IV; H. Naschte, Rei« nickendorserstr. 18e; Lehmann, Bandelstr. 9, III bei Seile• A. Lahn, Holzmarltstr. 37, 2. Eingang IV recht»; Krüger' Nieder Schönhausen, Beuthstr. 4: Kirschbaum. Alle Jakod« straße 68 und F. Metz, Wollinerstr. 58, v. II. Die öffentltcheVersammlung der Berliner Schrauben-, Facoudreher und BeruiSgenoffin, welche am 5. Mai in „Wohlhaupt'S Salon", Manteuffelstraße 9, stattfand, hatte folgende Tagesordnung zu erledigen: 1. Bericht über die An- gelegenheiten der Sübrn'schen Werkstatt. 2. Wie kann unser Minimallohntarif am schnellsten durchgeführt werden?— Der Vorfitzende, Herr Jacobs, theilte hierzu etwa folgendes mit: In der Süben'schen Werlstatt wurden vor einigen Wochen zu» erst den Hilfsarbeitern, später den Facondrehern und jetzt den Schraubendrehern an den größeren Bänken Abzüge bis zu 20 pCt. theil« gemacht, therls in Busstcht gestellt. Um diesen Lohnabzügen, welche den Lohn unter daS Unterhaltsminimum herabzudrücken drohten, entgegenzutreten, haben die Arbeiter eine Kommisston aus ihrer Mitte gewählt, welche mit Herrn Süden auf gütlichem Wege verhandeln sollte. Diese Kommisfion hat denn auch ihre Schuldigkeit gethan und durch ihr Bemühen ist eine vorläufige Einigung erziett worden. Herr Süden hat der Kommisston auf ihre Frage, warum gerade jetzt Abzüge in seiner Werkstatt gemacht würden, geantwortet, er sei durch die Konkurrenz dazu gezwungen, da in den anderen Fa» briken noch weniger für die Arbeit gezahlt würde. Nun ist Herrn Süden durch die Kommisfion nachgewiesen wor« den, daß nur i-> den Werkstätten, wo der Minimalloh: tartf noch nicht in Kraft getreten ist, theilweise weniger für die Ar« beiten gezahlt würde. DeS Fachveretns Bestreben werde eS sein, in der kürzesten Zeit auch in diesen Werkstätten höhere Preise, die dem Lohnlarif entsprechen, durchzuführen. Herr Süden gmg darauf ein, und versprach keine Abzüge zu machen, wenn die Kommisfion ihm in einem Zeitraum von vier Wochen beweise, daß in anderen Fabriken eben soviel für die Arbeiten gezahlt würde wie bei ihm.— Herr Jacobs legte eS nun den Anwesenden anS Herz, daß es die höchste Zeit wäre, den Lohntarif in Kraft treten zu lassen und machte den Vorschlag, die Werkstätten, einzelne oderlmehrere zusammen, zu einzelne» Versammlungen zu laden. So werde eS möglich sein, den Einzelnen von der Wichtigkeit der Durchführung des Minimal« lohntarif« zu überzeugen; eS gebe leider noch so viele unter den Berliner Schraubendrehern, namentlich den älteren Kollegen, welche keine Ahnung von der Wichtigkeit der heutigen Fach« veretnSbewegung haben. Redner hoffe, auf diese Weise bessere Erfolge erzielen zu können alS wie durch öffentliche Versamm» lungm. Die Herren Gorn und Feierabend sprachen fich im Sinne de» Referenten au«, und baten im Namen der Kom« misfion, welcher fie angehören, um Beschleunigung der Einfüh» rung de« MinimallohntarifS. Folgende Resolutton wurde schließlich mit großer Majorttät angenommen:„Die Versamm« lung der Schrauben-, Facondreher und BerufSgenoffen Berlins beschließt, im Laufe der nächsten Woche einige Werlstellen Ver« sammlungen einzuberufen, um die Kollegen zu befragen, wann fie gewillt find, den Mtnimallohrtarif in den betreffenden Werkstätten zur Durchführung zu bringen. Der Fachverei« sämmtttcher an HolbearbeitungS- Maschinen beschäftigter Arbeiter hielt am 4. Mai bei Säger, Grüner W-g 29, eine gut besuchte Mitgliederversamm- lung ab. In derselben sprach Herr Michelsen über: Produktion und Konsumtion. Referent führte auS, daß man von einer Ueberproduktion eigentlich nicht reden könne, so lange dem Ardeiter immer noch das Allernothwendigste fehlt. Man hebe die Kaufkraft des Volke« und die sogenannte Uederpro« duttion w rd schwinden. Produktion und Konsumtion müssen Hand in Hand gehen. Alle Arbeiter müßten fich den Fach- vereinen anschließen und dem Gesetzgeber immer Anregung geben, fich mit einer wirksamen sozialen Reform zu beschäftigen. R-icher Beifall lohnte dem Redner. Als zweiter Gegenstand stand auf der Tagesordnung:„Die Maßregelung dreier Kol« legen in einer Werkstelle in der Stallschreiberstraße". Sämmt« liche Redner unierzogen die Handlungsweise de« betreffenden Prinzipals einer scharfen Krittk. Zu einem der G-maßregelten, welcher 7 Jahre in der Werkstatt beschäftigt war, soll der Prin» zipal, wie in der Versammlung mitg-theilt wurde, gesagt haben: „Ich habe, settdem Sie Kasfirer des FachvereinSaeworden find, nicht mehr daS frühere Zutrauen zu Ihnen." Man lerne von diesem Fall wieder, meinten mehrere Redner, daß es Pflicht aller Kollegen sei, sich fest zu organistren, damtt man derartigen Maßregelungen vorbeugen könne; denn was beute dort ge- schieht, kann morgen in anderen Werkstätten geschehen.— Der Beitritt zum Verein ist den Kollegen dadurch erleichtert, daß derselbe 3 Zahlstellen errichtet hat. Die erste Zahlstelle b-« findet fich Mariannenstr. 4. bei Jähn. Daselbst werden jeden Abend neue Mitglieder aufgenommen. Die anderen denen Zahlstellen werden noch bekannt gemacht werden. Nächste Ver- sammlung am 18. Mai in demselben Lokale. �* Po�Zeilteh aufgelöst wurde die Versammlung dc» Louisenstädnschen Bezirksverein»„Vorwärts", welche am 5. v. M. bei Krieger, Wafferthorstr. 63, stattfand. Herr Cjristens.-n hi'lt einen beifällig aufgenommenen Vortrag über„Die heuti« gm Schulverhältn.sse. D-r Vortragende äußerte fich in ähn- licher Weise, wie in der Versammlung de« Arbeiter Bezirks- vereinS der Rosenthaler Vorstadt, über welche wir in unserer Sonnabendnummtr(Beilage) berichtet haben. Als Herr Chriftensen einige Stellm au» der Bibel verlesen hatte» um zu beweisen, daß dieselben der Sittlichkeit der Kinder nicht sehr förderlich sein dürften, erfolgtm einige Zurufe aus der Versammlung, worauf der überwachende Polizeibeamte die Versammlung auf Grund de«§ 9 de» Sozialistengesetzes für aufgelöst erklärte. Arbetter-Veztrtsveretn„Unverzagt." In der letzten Verein» Ve: sammlung hielt Herr Gerisch einen beifällig auf- genommenen Vortrag über Le! fing's Leben und Wirken.— Da Herr Gerisch diesen Vortrag schon in einem anderen Verein gehalten und wir darüber berichtet haben, können wir wohl auf die Wiedergabe der Ausführungen de« Vortragenden v.r« zichten.— Der Verein beschloß, am 29. Mai eine Nachtparlie ,u veranstaltm.— Schließlich wurde ein Ausdruck des H-rrn Sladlverordneten Hoffmann n, welcher in einer Versammlung die Arbeiter oll„Pennbrüder" bezeichnet hoben soll, von den Herren Eteindorff und Gerisch einer schorfen fltUH unterzogen. * Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metall- arbeiter(E. H. Nr. 29 Homburg), Filiole n. Berlin. Heute. Sonntag, den 9. Mai, Vormittags 10V> Uhr, in Sanssouci (oberer Saal), Versammlung. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Bericht des Delegirten Herrn Otto Klein über die Mainzer Gmeraloersammlung. 3 Verschiedenes. • Jnteressen-Veretu der Kistenmacher. Montag, dm 10. Mai, Abends 8'/» Uhr, in dm Armin> Hallen, Komman- dantenstraßc 20, Mitglieder. Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Verschiedene» und Fragetasten.— Gäste find willkommen, neue Mitglieder werdm aufgenommm. * Verein der Modelltischler, Ackerstr. 63. Montag Abend 8 Uhr Versammlung. Tagesordnung: VeretnSangelegenheiten. — Gäste willkommen. * Fachverein siirnmtlicher im DrechSlergewerk de- schäftigten GewerkSgmoffen. Versammlung am Rontag, dm l0. Mai, AdendS 8 Uhr, bei Gratwetl, Kommandantenstraße 77—79(oberer Saal). Tagesordnung: 1. Die amerikanische Arbeiterbewegung. 2. Der Drechsler- Streik in Rabmau bei Dresden und seine Ursachm. 3. Verschiedene».— Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste haben Zutritt. * Verein der Parquetbodenleger verlin». Montag, den 10. Mai, Abends 8 Uhr, bei Pieper, Mauerstr. 86, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Vterteljahrl-Ab- rechnung. 2. Die Lohnfrage. 3. Verschiedene» und Frage« kästen. * In der Freireligiösen Gemeinde, Rosmthaler. straße 88, spricht heute Vormittag 10 Uhr Herr Schäfer über die Frage:„Giebt e» eine fiitlich: Scldstoerantwortlichkeit s" Zutritt steht Jedem frei. Am Montag, Abends 3'/, Uhr findet Niederwallstraßc 20 eine beschließende Versammlung der Mitglieder statt, in welcher die Gründung eineS PmsionS« fondS besprochen werden soll.(Siehe Inserat in der heutigen Nummer.) Verband deutscher Zimmerlente(Lokal« Verband Berlin c.). Dienstag, den Tl. d. M., AbendS 8 Uhr, Korn« mandantenstr. 77/79, Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Verschiedenes. 3. Fragekastm.— Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste haben Zutritt. * Arbeiter-BeztrkSveretn der Rosenthaler Vorstadt. Heut«(Sonmag) Nachmittag 2 Uhr Familien-AuSflug nach Schönholz. Treffpunkt Nachmittag 2 Uhr, Bahnhof Gesundbrunnen. Um zahlreiche Betheiligung wird gebeten. Freunde und Gönner willkommen. * Zentral Kranken- und Sterbekasse de? Schuhmacher und verwandten BerufSgmoffm(E. H. 32). Mitglieder-Ver- sammlung am Montag, dm 10. Mai, Abend» 8'/, Uhr, Köp» nickerstraße 100 bei Mündt(nicht Alexanderstr. 31). TageS- o dnung: 1. Kassenbericht vom 1. Quartal. 2. Mittheilungen des Zentral Vorstande». 3. Verschiedene Kaffen-Angelegen- Helten. * Fachverein der Metallschleifer und verwandtm Be- rufsgenoffen. Versammlung am Montag, den 10. Mai, AbendS 8 Uhr. in Gratwril'S Bierhallm(unterer Saal). Tagesordnung: Die Verfügung des Herrn Minister» v. Pütt- kamer. Referent Herr Gottfried Schultz. Diskussion. Kassen- bericht. Verschiedenes. * Arbetter-vezirksverein de» Westen». Montag Abmd Versammlung in Gründer'» Salon, Schwerinstr. 26. T. O.: Vortrag de» Herrn Könitz, Vertreter der Naturheilmethode. Gästm ist der Zutritt gestattet. Neue Mitglieder werdm auf- genommm. Der Arbeiter-BezirkSvrrein deS Westens bietet seinen Mitgliedern neben politischm und wiffensckastlichm Votträgm eine reichhaltige Bibliothek und können Bücher beim Restaura- teur Schmor, Blumenthaistraße 5, Sonntag Vormittags in Empfang genommen werden. * Fachvereiu der Posameuttrer und Seidenknopf- mache?. Versammlung Montag, den 10. Mai, Abends 8'/» Uhr, im Köniastadt Kastno, Holzmarttstr. 72. * Oeffentltche Generalversammlung de? Tischler- geselle« Berlins Sonntag, dm 9. Mai Vormittags 10 Uhr, Andreatstr. 21. Tagesordnung: Die Unterschlagung der drei Kasstrer König, Richter und Greiner. Der Vorstand der Ortskrankenkasse ist zu dieser Versammlung ein- geladen. * Große Generalversammlung sämmtltcher Stell- mache? Berlin» nnd Umgegend am Sonntag, den 9. Mai, Vormittag» 10 Uhr, im Louismstädttschm Konzerthaus, Alte Jakodstr. 37. Tagesordnung: 1. Die AuSstchten unserer Streik- dewegung. 2. Festsetzung der Unterstützungm. * Fachveretu der Werkzeugmacher Berlin». Sonntag, dm 9. Mai, Vormittags 10 Uhr, im Lokale Köpnickerstr. 158, außerordenttiche Generalversammlung. Tagesordnung: Viertel- jahresbericht, Wahl eine» 2. Vorfitzenven und Verschiedenes. * Nationale Krankenkasse der deutsche« Gold-«nd Silberarbetter und verwandten Lerufsgenoffcn(E. H.) Generalversammlung Montag, den 10. Mai, Abends 8 Uhr, in Gratweil'S Bierhallm, Kommandantmstr. 77/79. TageSo:d> nung: 1. Anträge zur Generalversammlung. 2. Wahl von 7 Avgeordnetm für die Wahlabtheilung Berlin, Hamburg und Bremm. 3. Verschiedenes. * Fachverei« der Luxnspapier Präger und Papier- Schläger. Montag, den 10. d. Mtl.. AbendS 3'/, Ubr. bei gacodt, Landsbergerstr. 82, Generalversammlung. Tage»« rdnun«: Vortrag. Diskusston. Abrechnung von den letzten deidm Quartalen. Wahl eines Beifitzers. Große Schneider- Versammlung am Dienstag, dm 11. Mai, Abend» 8 Vi Uhr, im„Deutschen Vereinshause", Wilhelmstr. 118. Tagesordnung: 1. Die Lohn- und Werk- stellen« Verhältnisse der Firmen Hermann Hvffmann, Friedrich- straße 5C, Gebrüder Schreiber, Spiesecker, Schlöffer, Leder- mann, Leo Liffer u. s. w. 2. Der Ministerial-Eilaß vom 11. Ahuil ct._ Letzte Nachrichten. Aus mehreren Städten der Vereinigten Staatm von Amerika wird über New« Nor! die Fortdauer der ArbeitSein- einstellungen behufs Erzwingen» der Erhöhung der Lohnsätze und der Herabsetzung der Dauer der Arbeitszeit gemeldet; Ruhestörunaen warm nicht voroekommm. In Chikago find von der Polizei noch weitere Mengen von Dynamit auf gefunden wordm. Die dortige„Ard.-Ztg." ist nach mehrtägiger Unterbrechung vorgestem Morgen wieder erschienen; vom Bürgermeister wurde derselben aber die Unterdrückung angedroht, falls fie fortfahren sollte, aufreizende Atttkel zu bringm. Die„TimeS" bespricht den gegenwärtigen Stand der griechischen J�age und meint, wenn Delyannii hattnäckig bleibe, Ibretse der Gesandtm stcherltch bald eine direktere Zwangsattion der Mächte folgen. Die Wahl liege zwischen einer Blokad« der griechischen Häfm und der Beseitigung Beschränkungm, welche der Aktionsfreiheit der Türkei autei seim. Wmn dm Mächten nicht die künftige Wählst G iechmland» am Herzen läge, dürften sie sich damit degnliz» der Türkei freie Hand zu laffen. Die Pforte würde völlig Jf rechtfetttgt sein, Griechenland zu Lande und zu Waffen w greifen, allein ein Bombardement von Athen würde als ein U» Mck für die Zivilisatton empfunden werden. Im Intens Griechenland» dürften demnach die Mächte die Blockade* griechischen Häfm übernehmen und e» Griechenland liberlflsW sein Glück mit dm türkischen Truppen an der Grmze«i«J suchen. Sollte e» zum Kriege kommen, so wüiden die Mtös bestrebt sein, dens-lbm nach Möglichkeit zu lokalisirm; hossw lich werde der Krieg kurz und entscheidmd sein. Es verlautet, die Blokade der griechischm Häten falls fie überhaupt erfolgt, keine vollständige, sondern gegen Kriegskontrebande gerichtet sein und verhindern, Truppen oder Kriegsmaterial auS dm südlichen Häsen dem PträuS nach Polo verschifft werdm. Da der Land> wegen der bedeutenden Entfernung und de» Mangels an L» binvungen in dm unwirthlichen Gebirgslandscha'ten W wierig und mühsam ist, würde der TianSport bis an* Grenze Thessaliens kaum durchführbar sein. Gegen die Griechenland verkehrenden Handel schiffe, derm Mehrzahl ja d» nicht griechischer Nationalität ist, wäre die Blockade nicht lj richtet, zumal die Anzahl der in den griechischen G-wäW versammelten europäischen Schiffe angefichtS der großen KW entwickelung GriechmlandS für eine allgemeine Blokade � genügend wäre. Die Londoner Morg-nblätter veröffentlichen ein Schreis Chamderlain'S, in welchem derselbe erklärt, er würde ftt** zweite Lesung der Homerule-Bill stimmen, wenn die volle BZ iretung Irlands im Reichtparlamente beibehalten werde.&. Zugeständniß müßte indeß vor der Debatte über die 1®� Lesung gewählt werden. Gumbinnen, 8. Mai. Nach amtlicher Feststellung W jf der Ersatzwahl eineS Reichstagsabgeordneten für dm W? krci» SenS bürg. Orte lsburg Freiherr v. Mirbach(konseu� 6707 von 6832 abgegebenen Stimmen erhalten. '*. Verboten wurde auf Grund de» Sozialistmqesetz»? nicht periodische Druckschrift:„ES we-de Licht. Poesie»� Leopold Jacody". Dritte Auflage. 1886. Krieflmste« der Redaktion. Abonnent Etbtngerstr. Sie habm nach dem Ihrer Schwiegermutler da« volle Ecbtheil Ihrer Frau fiZ anspruchen. Durch den Tod Ihre» Schwiegervaters ertr Jbre Frau die Rechte der sogenannten Fideikommiffarin,% da» Recht auf die nach dem Tode ihrer Mutter verblei!»® Hälfte der Erbschatt. Ihre Feau würde bei ihrem ToW? Ihnen und Ihrem gemeinschaftlichen Kinde btt® und letzterei bei s-inem später«folgten Tode wiederum Ihnen, so daß Sie schließlich das ganze Vermögen Jb'M' zu beanspruchm haben. Es kommt aber für da» Erbrecht� Frau nur darauf an, daß dieselbe dm Tod ihre» VaterS, nicht U daß fie den Eintritt deS SudstitutionSfalleS, d. h. den ihrer Mutter,«lebt hat. ,, Die wÄ? Mach»| darin tttvgtioe, Mte» b »Ummer v »eben, w '««mens, »»»reffe». Ar.N« Tedächt» vor dem PMei i« J» kämps N'f't ui .»" da» Zm iwar ete »ronservl . Na, fets Schroeijtr Gälte«. 1 Am FriedrichShain: Haltest, d- Ringbahn. Sonntag, dm 9. Mai 1886: Extra-Vorstellung und Militär-Oonoert. 1 Bei einte. Dunkelheit u. günst. Witterung I Grosses Fronten- und Kriegs-Feuerwerk | der Kunstfeuerwerker R. u. W. Massow. Zonander und Hornig.[1600 Zum Schluß: Da» ßomdiirdmeili.Srbistip> Gr. pyrotechnisch-milttär. Schauspiel in 2 1 Adth. unt. Mitwilkung von ca. 80 Pers. 1 Volksbelustigung aller Alt. Im Saale Tanzkränzchen. Abends: Elettr. Beleucht| Entree 30 Pf. Billets vorher 25 Pf. Regulateme, goldene und fil'erne Taschen- Uhren kaust man am billigsten in der Ahreu- Fabrik von MAX BUSSE, 157 Invalid enstraße 157, 1071] zwischen Brunnen- und Ackerstraße. Gründltche Reparaturen an Uhren jeder Art» sowie Nenarbetten unter Garantie! Elegante Herreu-«. Knaben- Anzüge, Dammkleid»? «nd Mäntel im Tuchgeschäst Priist>p.ö3, gtgmüb. b. Turnhall«. TtieilzalüiiBEen irpetattfit I 1607 Staom«-«nd Tadak-Handlnng W. Weyer, y Thurm straße Nr. 2«.[1593 Ein altes, stilles Ehepaar sucht zum 1. Juli oder 1. Oktober eine Stube oder Küche mit Wassert, vom Wtrth. Der Mann, intelligent und sehr aufmerksam, könnte stch im Hause vielf. nütz! mach. Adr. Schwedterstr. 226a, b. Hantel. Volks- Versammlung am Dienstag, den 11. Mai. Abend» 8Vi Uhr. bei Jacobi, Landsbergerstr. 82 (Landsberger Kierhallen), Tagesordnung; i. Nu rniniffcneSe Kireikverstgung. Refnent: Herr Fritz Gör ckt.[1622 2. DiSkusston. Um zahlreiche» Erscheinen bittet er Einberufe r. «eneral-Persammlung der Putzer Bei lins ««d Umgegend Montag, dm 10. Mai, Nachmittag» 4 Uhr, Kommandantmstr. 57(früher Kolloffeum). Tagesordnung: 1. Welchen Nutzen gewährt ein fester Lohn- resp. Akkord Tarif namentlich für innere Putzardeiten? 2. Abrechnung der Kommisston. 3. Verschiedenes.[1695 Bezirk» Verein des merkthätigen Volkes der KchSnhanfer Dorstadt. Mittwoch, dm 12. Mai, Abend» 81/, Uhr, Versammlung bei Zaeobi, LandSb«gersttaße 32. Tagesordnung: 1. Vortrag deS Herrn Chrtstensen. 2. Distusston. 3. Ver schiedme» und Fragekastm.— Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder.— ES ist Ehrenpflicht jedeS Mitgliedes, zu erscheinen.[1589 Große öffentliche Vers ammlung der Kürschner Berlins findet am Sonntag, dm 9. Mai, Vorm. 10 Uhr, impalme«-Saal. Neue Schönhauserstr. 20, statt. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. GiwerkschaftSangelegenheit.[1598 Um zahlreiche» Erscheinen der Kürschner er- sucht Der Einbernfer A. Grunert. Arbeiter- Sezirks. verein der Kosenthaler Vorstadt. Heute, Sonntag, den S. Rai, Nachm. 2 Uhr, Famik«l.Ansflng nack Kcköaliolz. Treffpuntt Bahnhof Gesundbrunnen. Nach- zügler treffm dm Verein in Schönholz bei Blankenburg(Restaurant). Um zahlreich« Be- theiligung ersucht[1608] Der Vorstand. lle Mitglieder der Gemeinde» welche nicht wollen, daß beinahe da» gange Gemeinde- Vermögm zu einem PenfionS-Fond» für dm Sprecher tortgegebm werden soll und noch dazu so, daß die Gemeinde später absolut nichts mehr darüber zu bestimmen habm soll, werden gebeten,[1592 Montag, den 10. Mai, Abend» SV« Uhr, Ntederwallstr. 20, zur Abstimmung zu erscheinen. Cigarren- u. Tabak-Handlung 891 en«rroa en detail Fritz Goercki is Berlin SO», Admiralstraße 40(frühere„Linde"). W Import echter Havanna, Lager aller Sorten Ranch- nnd Schnnpf Zleich assortirtes Lager echi türkischer, rufstscher b«a»fi u«d amerikanischer Uigarette« u. Tabake. Echt Norbhaufer Kaut ab Möbel-, Kplegel- Mll jlolsteWMB eigener Fabrik von eigener Fabrik CX Hertel, Tischlermeister, Linien- Straße Nr. � empfiehtt sein Lager aller Arten Möbel«nd�Polstmwaar'en zu streng soliden Prti!� 814 Thellimhlonsren gestattet. Große Schneider-Versammlang Dienstag, dm ll.Maicr., Abmds 8V,Ubr, im Deutschen VeretnShau», Wilhelmstr. 118. TageS-Ordnung: 1. Die Lohnverhältnisse der Geschäfte in der Friedrichstadt. 2. Der Ministerialerlaß vom 11. April ct. 3. Freie Diskusston. Zahlreichen Besuch erwartet[1601 _ Die Lohn-Kommission. Fachvereiu der Marmor- u. Grauitardeiter. Montag, den 10. Mai. AdendS 3'/, Ubr. Versammlung[1605 im Verein». Lokal, Alte Jakobstraße 48 a. T.-O.: 1. Vierteljahresbericht. 2. Verschiedene». 3. Aufnahme neuer Mitgl. 4. Fragekasten. Montag Abend in«rünber's Kalo«, Echwerinstraße 26, Versammlung de« Arbeiter-Le).-Vereius im Westen. Vortag deS Herrn K anitz. Vertreter der Nawr-Heilmetbode. zgzi «mU Pankow. Dmnewitzstraße 36. . Versammlung Per Kt-iutrager Kerlins«ud Mmo-genb Dienstag den 11. Mai. in Alt-rma««'» Kaal. Tennewltzstraße 13. .. Tagesordnung: 1602] i Ärbeitsmarkt. !mod)tn(obn�LH.F.�{n2M°aotl%�4,Lw' TTT cm, I. 3'...---- h ß"tt Wvtfeltnocherin auf feine Arbeit, ca' 2000' wird verl. Naunvnstr. 51. 16()4J H. Wicht., iooft zur Rothen Lottene a 1 Mt. lZiehung 27.*#*4. Hptgew. W.: Mk. 30000, 20# 10000, 5000, 4000, 3060 W- Ulmer Geld-Lotteriß . a 3,25 Mk.(Ziehung 24.-26. W Hauptgew.: Mk. 75000, 30000, | 2 a 5 000 ic. in Baar ohne Abt Richard Schröder W., Markgrafeustraße G-nda'menmaikr. S *0«« o®l«l K dal Wanduhren _ mit-lf ö s Pfttent-Sohlagwer J g welches die Stunden repetirt schlägt, selbst nichtz wmn die Zeiger zuw�l werden, empfiehlt Ä Max Bnsse» 157. Jnvalidenstraße 15� zwischen Brunnen- und Ackerfn- �.baa, HohlulMlte;', Sämmtliche Rohtadake verkauft bekannt billigen Preisen Gebr. 48� ißfiui<].,«biinoeri��M 1603] Fidl.m. Schläfst, loal. b.Kaev�L!� Eoebm erschim Nr. 28 �e» s/beziehm durch die EP»�"'' � straße 44. ?«°nLp-rllib-r SiSaöej? m.«««Hei» la Druck und««lag v-x tW, "gen «ttnV JJ Da,