Mio Mittwoch, den 12. Mai 188«. III. Iichr». crliiiftDollisliInll Krgan für die Inlrrefsen der Arbeiter. 4 Da«„Scrliacv SoIliBIatt" "tfKafitn. Wonne« enttardl für verlin frei er!, aöchentltch BS Pf. Postadonnemmt „S'Slumwet mit illustrirter Beilage 10 Pf. istttUW* für IWfl unter Kr. 700.) Jmfertionsgebühr betrügt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. ArbeüZmerkt 10 Pf«ml«. Bei größeren Austrägen boher Rabatt nach Uebereinlunft. Inserate werden big 4 ug» Nachmittag« in der Expedition, Berlin 8W., Zimmerstraße 44, sowie von allen#nn#nwN» fTuteaut, ohne Erhöhung de» Preise«, angenommen. Ae>«ktts»: K-»thstr«tze%— S»pe>tti-«: Zi««erSrahe 44. Tis Eide de; äultnrlinrnpf». .. Wa« Manchem vor kurzer Zeit uoch unglaublich er- icheive» konnte, hat fich rasch vor unseren Auge« abgespielt: J-*. �a'gesetzgebuvg ist beseitigt, der vollständige Friede Rom est gemacht und die ZentrumSpartei ist au« der �ppofiuon verschwunden. E« läßt fich heute noch nicht *2* absehen, wa« au« diesen Thatsachen folgen muß; daß � die ganze innere Polink nunmehr ein andere« Gesicht «»»ehrnen wird, da» ist völlig klar. u9*% also da« Resultat eine« Kampfe« gegen den zwischen Stuhl, den die mächtigste Regierung auf dem Kon- o"8!4 Em opa'« etwa anderthalb Zahrzehme lang mit aller a!?? ,?�lihr» hat. Da muß denn doch bei dem gläubigen imn, da« Gefühl erweckt werden, daß der Stuhl Pelri ein unüberwindlicher Fel« ist, wenn er de» ein».8?'" Herrscher ohne äußerlich sichtbare Macht, und wa«»? �evtarrsche Partei über da» kriegerische und ge- Preußen triumphiren sieht. mini» wir halten den Stuhl Petri nicht für uvüber- «'Ndlich.* 6at sogar alle Mühe, sich gegenüber den Anschauungen auftecht zu erhalten. Aber er ist * neue g, kräftigt und gefestigt worden durch den u»ge- lockten und verfehlte» Angriff, den man al«.Kultur- w p s» bezeichnet hat. _. Wir waren immer Gegner der Maigesetze, einmal weil Sa* Gleichheit vor dem Gesetz prinzipiell auf- k» halten wiffea wollen, und dann, weil wir wußte», ,.d wan auf diesem Wege und mit diesen Mittel» die Anarchie nur stärken würde. Man hat wieder Kamvk« o.' welchen Erfolg ti hat, wen» man sich im derub-i, rine Sdee, mag sie nun auf einem Zrrthum totnhmL.»'cht. sich de« Gendarmen bedient. Der Jnstituw.»� kür die herrschende Klaffen eine ganz gute heißt kL kein zur Sicherung ihre« Eigenthum«; aber e« ßjLw dem Tendarm eine gänzlich unberechtigte bar-e in? �» Ü�tt, wen» man ihn al« paffende» und brauch- Ein«.T. zeug im Kampfe gegen Ideen betrachte« will. Polb}«.»l e Schrift von Ludwig Feuerbach, eine einzige tlne�A��ke Darwin'« thut der Macht de« Papstthum« v w«hr Abbruch, al» die Thätigkert von «den», preußische» Gendarmen. Aber da liegt s�a der Hase im Pfeffer. Die Philosophie und Naturwiffen- r*y%J*�unbet mit ihre» Resultaten alle Konfessione« .. ffche«, protestantische«, griechische« und jüdische« niA. �um gleich schwer. Wenn eine Regierung sonach �>a»t c � Lehen will, die Verquickun� von Kirche und % auf,«hebe'« und' die%%% �8% Eitchc" � �ußellMt, so findet fich die jeweilig angegriffene »gemeinschast immer in einer sehr günstige» Position. ***« Hrtotai.] JeuMeton. Eme Mutter. Roman von Friedrich Gerstäcker. (Fortsetzung) I-! Gräfin durfte diesen Moment, wo sie fich mit dem P Bern» Sewiffermaße» allem im Zimmer befand, nicht un- /, die A-vwfübtrgehe» lasse», und fich, schon im Begriff, auf l � tot.w?l*an,e zu gehen, noch einmal zu dem junge» Man» m»'- kagt« sie mit so gleichgiltigem To», al« möglich: Traf\» die Kolonie, wo Sie gewohnt haben, Herr Glaio, gnädige Gräfin." erwiderte Felix, fich wtsät». �end;„meine Helene ist die Tochter der dort '»Istgen Trstfiu Paulen." > That s" hauchte die Gräfin und blieb einen e&t* 1° wit der Hand auf de» Stuhl gestützt, an dem sie dteut«t* wollte, stehe»; aber e« war auch nur ein Mo» Herr en."?"' � komme« meine Kinder," sagte fie;.bitte, �«teps» k, wollen Sie nicht mit hinau« auf die Terrasse hier nhR*??1? kangsam voran hinau«, und Rottack ließ ihr £ dotbWv� um fich vollständig zu sammeln, indem �aula»».�? �»ge« Grafen George und dessen Schwester hielt. �stellt wurde und fich freundlich mit ihnen unter» L ÄiS'FT- Si-MMs Wir habe« gesehe«, wie die römische Hierarchie de» Angriff Preußen« abgewehrt hat. E« fi-d die sonderbarsten Erklärungen für die ganze merkwürdige Erscheinung, die Beendigung de« Kulturkampfe«, gegeben worden und namentlich die Nationalliberale«, die jetzt die lächerlichste politische Rolle spiele», die man fich überhaupt denke« kann, haben behauptet— wenigsten« in einzelnen ihrer Blätter— der Reichekanzler habe fich angeficht« der drohende» Lage in Europa und bei der Eoenwalität eine« Kriege« veranlaßt gesehen, alle deutschen Elemente, auch die Ultramontane«, zu versöhne» und zusammenzufassen, damit Deutschland einer etwaige» Katastrophe innerlich gestärkt gegenüberstehe. Da« ist den» doch eine sehr gewaltsame Deutung. Einmal ist e« den» doch noch nicht so weit, daß Deutschland von einem Kriege bedroht ist, und zweiten« sind, wen» e« zum Schlage« kommt, die Ultramontanea keine Bundesgenossen, die schwer in'« Gewicht falle». Da wiegt der bekannte„pommersche Grenadier" schwerer al« ei» ultramontaner Staat»man». Die Natiovalliberalen suche» mit solche» Behauptungen wohl nur ihre Blöße zu verdecke» und de« Spott ihrer Feinde von fich abzulenken. Da hat doch die Auffassung mehr für fich, welche dahin geht, der Reichskanzler wolle alle sozialen Mächte zu« sammenfassen, um mit ihnen gemeinschaftlich eine Lösung der ökonomischen Frage» dieser Zeit zu versuche« oder an- zubahuen. Dre katholische Kirche ist eine soziale Macht, aber eine veraltete. E« ist eine ungeheure Täuschung, wenn man glaubt, nach christlich.sonalem Rezept die ökonomische« Gegen- sätze unserer Zeit aulgleiche» zu könne». Da« ist gerade, wie wen» man die nationalökonomischen Theorien der Kirchen- väter auf unsere Zeit mit Maschinendetrieb und Eisenbahnen anwende« wollte. Und in dem Kreise der soziale« Mächte, die der Kanzler um sich vereinigt, werden die Arbeiter sicherlich fehle«, wenigsten« soweit fie selbstständig zu denken und aufzufassen im Etaade find. Die aufge- klärten Arbeiter erwarten vom Zentrum so wenig wie von Herr» Stöcker. Doch alle diese Dinge werde» für die römische Hierarchie und ihre Parteigänger nur Nebensache sein. Hauptsache find dieser Vereinigung immer ihre eigene« Znter- essen. Uu« scheint nicht, al« ob die römische Hierarchie die ihr«un wieder eingeräumte Macht unbenutzt lasse» werde; da« hat fie bi«her noch nie gethan. Es wird an ein Aufräumen gehen mit allem, wa« wir an wirklich libe« ralea Jastttutioaen habe«. E« ist wenig, aber immer»och etwa«. Zivilehe und wa« drum und dran hängt, wird wahrscheinlich zum Opfer falle», besonder« da niemand der Urheber dieser Institution sei» will. Lange Zeit wird dann allerding« nicht erforderlich sei«, Und die Gräfin? Felix hatte mit de» beide» Grafen Monford an der Terrasse gestanden, über da« Land hinausgesehen und da« Treibe» in der unter ihnen liegende« Stadt beobachtet. Jetzt wandte er sich wieder der Gräfin zu und ertappte fie gerade, wie ihr Blick ernst und forschend, aber ohne da« geringste Zeichen innerer Bewegung an Helene« hmg. Kaum ftthlte fie aber, daß de« junge» Grafen Äuge auf ihr haftete, al« fie fich diesem zuwandte und, mit zu der Terrasse tretend, ihn in ihrer gewöhnliche« ruhige» Weise auf die einzelne« Schönheiten der Szenerie aufmerksam machte. Keine Spur von Befangenheit war dabei in ihr zu entdecke», kein Zeichen einer innere», heftige« Bewegung, wie eine solche Entdeckung, al« die eben gemachte, fie eigevt- lich doch Hervorgerufe« haben sollte. Sie war vornehm wie immer, wenn auch gesprächiger, al» sie fich bi« jetzt ge- zeigt, und Graf Rottack konnte und wollte ferne« Besuch auch nicht Über die gewöhnliche Zeit hi»au«dehnen. Der Same war jedenfall« geworfen und da« Korn mußte»un Früchte treiben....... Nicht lange danach emvfahle« fich die jungen Leute der gräflichen Familie, wobei der alt« Herr«och de« Wunsch aussprach, daß fie öfter zusammenkommen möchte»; die junge Frau hatte jedenfall« eine» sehr günstigen Eindruck auf ihn gemacht, wie fie fich im Sturm schon Paula'« Her, erobert. — Der Wagen fuhr vor, und bald rollte da» leichte Fuhr- werk mit ihnen wieder in die Stadt zurück. Fräulein Bassini. Eine lange Weile saßen die beiden Gatte« schweigend »eben einander im Wagen. E« war ordentlich, al« ob sich beide scheute», ei» Gespräch zu beginnen. Endlich sagte doch Helene mit leiser Stimme:„,_ .Sie ist eine recht, recht stolze Frau— o,«« wird schwer halte», diese, Herz zu bezwinge« I" „Meine arme Helene!"»„.„ .Ob fie nicht ahnte, daß ich ihr näher stehe« könnte, al» fie erfuhr, daß wir au« Brasilien kämen?" .Liebe« Herz," sagt« Felix leise,„fie weiß jetzt, daß Du ihre Tochter bist..." bi« da« ganze Volk, auch da« katholische, soweit e» fich nicht ganz in den Hände« seiner Geistlichkeit befindet, fich über die wahre Natur der ZentrumSpattei klar ist. Dan» kracht diese Partei auseinander. Politische Keberstcht. Verminderung de» vranmwetngenusse» durch höhere Besteuerung de» Schnapse«, da« ist d>e Hoffnunq. welch« viele Wider strel'ende den neuen Finanzplänen der Regierung geneigt macht. Die Regierung bläst zwar auch gelegentlich zum Kampf gegen den AlkoholiSmu«, die Ansätze aber für den Er- trag der vorgeschlagenen Konsumsteuer beweisen zur Genüge, daß fie keinen Rückgang de« Konsum?, sondern lediglich 200 Millionen Mehreinnahme erstredt. In der That wurzett auch der AlkoboliSmu« so fest in gewissen Ernährung»- und Leben«» Verhältnissen der Bevölkerung, daß er durch eine noch so starke Vertheuerung de« Schnapse« unmöglich auszurotten ist. So ist am (1855), 90(1866) bll schließlich 156(1872) Franken erhöht ■._ mmm sgv. in Frankreich der Branntweingenuß fort vSbrend gestiegen, trotz- dem die darauf gelegte Steuer von 37 Frc«.(1850) auf 60 Bei der letzten Erhöhung wurde ganz besonder« de- tont, daß durch dieselbe eine Verminderung wurde. de« Branntwein« genuffe» au« Gründen der Sittlichkeit und Äesundh-it bezweckt werde. Ader da« Gegentheil ist eingetreten. 1850 wurden 940000 Hektoliter Alkohol im Lande erzeugt, 1885 dagegen 1865 000. E? kamen demnach 1855 1.46 Liter, 1885 dagegen 8,86 auf den Kopf der Bevölkerung. Die Steigerung de» Ver» brauche« ist indessen noch viel stä ker. 1373 betrug die Einfuhr 47250 Hektoliter, die«uifuhr 534000. Bi« 1883 war die Einfuhr schon auf 262 000 Hektoliter gestiegen, die Ausfuhr auf 307 000 gefallen. Letztere ist seither ungefähr auf derselben Ziffer sieden geblieben, während die Einfuhr 600000 Hektoliter überschritten hat Nur ein kleiner Theil dieser Zunahme de» Alkoholverbrauches entfällt auf die gewerbliche Verwen- düng. Eine höhere Branntweinsteuer bedeutet also keine nähme de« Branntweingenuffe«, sondern lediglich eine enorme finanzielle Stärkung der Regierung— da« halte man allen denen entgegen, die scheinbar im Dienste der Silllichkett auf der Seite der Regierung kämpfen. Dt« deutsche Ardeiterbewegung unterscheidet fich de- sonder« von der in den benachbarten slavtschen Ländern dadurch, daß fie nur äußerst selten GewaUlhaten zu Tage fördert. Die Gründe dafür find unseren Lesern bekannt. Eine langjährige Organisation, Erkenntniß der eigenen Lage, Kampf mit dem Stimmzettel, Arbeitervereinigungen zur Auf- klärung— da« hält von Gewaltthätigkeiten ad, während bei den Arbeitern in Polen, Böhmen jc. alle diese Vorbedingungen zu einer gesunden Entwickelung der Arbeiterklasse noch fast gänzlich fehlen. Deshalb finden wir auch dort bei den Be- wegunqen unter den allerdings über alle Maßen gedrückten Arbeitern Brutalität und Gewaltthätigkeiten vorherrschend. So meldeten wir gestern wieder nach dem„Bert Tgdl." au» Nimburg in Böhmen von blutigen Thaten, welche Arbetter gegen einander verübt haben. Die Mehrzahl der bei der Mrltna-Regulirung beschäftigten Ardeiter forderte Lohnerhöhung .Ei« weiß e«?" rief Helene erschreckt. „Ich habe ihr de» Name» jener Frau genannt." .Und doch so kalt, doch so hart!" „Beruhige Dich darüber, Helene," sagte Felix fteund- lich;.Andere« konnten wir für diese erste Zusammenkunst kaum erwarten. Die Uebenaschung war zu groß— ich sah ihr an, daß fie Mühe hatte, ihre Fassung zu bewahre», wa« fie allerding« mit einer mir selber unerklärliche» Seelenstärk« möglich machte. Laß ihr jetzt Zeit, da« Gehörte still und allein, und von keinen äußere» Eindrücken gestört, zu über» denke«. Laß sie erst mit fich selber in'« Reine kommen, und fie selber wird Dich dann aufsuche«— fie muß e« ja thu», wen» sie nicht jede« Gefühle« bar sei« sollte!" „Und wenn sie e» nicht thut, Felix?" .Wozu un« jetzt mit einer Unmöglichkeit absorge»? Sie wird e« sicherlich, mein Kind." „Und wenn fie e« nicht thut?" .Dan« versuche» wir da« Letzte, dann fordere ich für Dich eine Unterredung mit ihr— eine Ausrede, dem alte» Herr» gegenüber, ist bald gefunden— und die kann und wird fie Dir nicht weigern. Dann aber ist fie auch nicht im Stande, Dir zu widerstehe», deß bin ich fest überzeugt. Liegst Du erst einmal an ihrem Herze», dann läßt fi« Dich auch nicht wieder, noch dazu, wen» fie erfährt, daß ihr Geheimnlß in sicheren und treuen Hände« ruht; daß Du nicht«, nicht« auf der wetten Gotteswelt von ihr verlangst, al« ihre Liebe...." Der Wagen hatte indessen die kurze Entfernung zurück- gelegt, und während er in de« Garten einfuhr und vor dem Haufe hielt, sahen sie, daß fich Zeremia« schon eingefunden und mittlerweile mit de» Kinder» beschäftigt hatte. Er spielte Kutsche und Pferd mit ihnen, und während er die vor Vergnüge» zappelnde kleine Helene auf dem Arme trug und dabei de« Kie«weg entlang galoppirte, halt« ihn Günther hinten an beiden Rockschöße« und rief Zühl und Hohl und suchte ihn bald link« und bald recht» einzulenken. Nur wie die Elter» in de» Garte» einfuhren, ließ der Kleine lo« und sprang dem Portal« zu, um der erste zu fem, der fie begrüßte, und Helene streckte ihnen ebenfall«. in lautem Zubel aufkresschend, hie Aermche» entgegen, so unt beschloß die Arbeitteinstellung. MS kotzdem Einige die »ebeit aufnahmen, wurden ste von den Streikenden überfallen. »(vor ouS Nimburg die herbeigerufene Gendarmerie erschien, bedeckten ein Todter, fünf schwer und fünf leicht Verwundete den Boden. Der Anblick der Verwundeten war grauenhaft. Die Gcstchter waren furchtbar verstümmelt. Einigen fehlten die Ohren.— Hier wird unsere Behauptung, daß die Wal' «latsche Eikenntniß und eine verständige Organisation die Arbeiter vor Thorheiien bewahrt, wiederum bestätigt. Die östeneichische Regierung behütet die Arbeiter mit„vAerlicher Mrsorge" vor dieser Erkenntniß, ste erlaubt ihnen keinerlei Organstation, keinerlei gemeinsame„Selbsthilfe", während die „StaatShiste" entweder schläft oder„in der Ine taumelt." Wer der sozialpolitischen Erkenntniß unter den Arbeitern wehrt, der muß mit solchen Tbaten vorlied nehmen. In Deutschland ist die sozialpolitische Erkenntniß unter den Arbeitern längst vorhanden, ste kann glücklicherweise nicht mehr verhindert wer« den. Auch die Arbeiterorganisationen find fest gefügt, und wo dieselben durch Polizei oder Gesetze verhindert oder durch. brachen weiden, da ist daS geistige Band und die Aufklarung unter den Arbeitern genügend, um ste zusammen zu halten und ihren Zielen immer weiter entgegen zu führen- Bebel und Liebknecht sollten bekanntlich nach einer früheren, irrthümlichen Nachricht beide die Adficht haben, die amerikanischen Arbeiter zu besuchen. Der tolle HanS(Most) machte seinem Aerger darüber in folgender literarischer Leistung Luit:„Wie die„StaatSzestung" Nr. 2 von New Bork meldet, werden im September die beiden VolkSverräther Liebknecht und Bebel nach Amerika kommen, um daselbst zu schnorren wie noch nie. Da eS in diesem Lande Neugierige genug giebt, welche in Massen herbeistiömen, ob da nun eine Riesensau. ein« Mißgeburt, oder ein prominente« Rindvieh aui gestellt wird, so ist anzunehmen, daß diese« gaffende, hohl. köpfize Lumpenpack auch die„sozialdemokratischen" Jumbo'« und RevolutionSsoidaton a. D. beglotzen wird. Ein, weste« Mal könnte eine solche Windbeutelei allerdings nicht aufgeführt «erden, aber e« genügt schon, wenn der Schwindel einmal von statten geht. Wenn übrigen» unsere Genoffen eine energische Gegenagitation entwickeln würden, so wäre e« ein Leichte«, den beiden Jämmerlingen den Spaß gründlich zu verderben. Wer aber fich einbilden sollte, daß daS durch Anregung von Debatten geschehen könne, der ist natürlich schief gewickelt. Wenn in dieser Beziehung mit Erfolg vorgegangen werden soll, dann muß man an ganz urzünsttge Mittel denken." De« Dank des Baterlandes. Aus Bayreuth schreibt man den„Münch. N. N.":„Kürzlich starb dahier der älteste attive Soldat der deutschen Armee, der Mustkvirigent de« 6. Chevavxleger«• Regiment«, Peter Göttling, nachdem er seinem Vaterland 54 Jahre lang in Krieg und frieden treu gedient. Vor einigen Tagen wurde nun seiner Witrwe die Penfion an« gewiesen und die beträgt— ganze elf Mark monatlich und eine jederzett widerrufliche MonatSzulaae von zwei Mark fünfzig Pfennigen. So sorgt da»„dankbare Vaterland" für die Hinterbliebenen setner treuen Vertheidiger."— Diese Notiz finden wir merkwürdigerweise in konservativen, regierungS« freundlichen Blättern. Mehr LandrSthe! Nach der„Köln. Ztg." hegt die Regierung die Adstcht, die Zahl der Kreise in der Provinz Posen um sechS zu erhöben. Nachdem schon im StaatShauS« halt für 1885/86 eine Zwettheilung de« Kreise« Jnowrazlaw vorgesehen war, soll jetzt in ähnlicher Weise mit den Kreisen Bromberg. Czarnikau, Gnesen verfahren rverden. Die erfor« derlichen Geldmittel sollen jetzt schon in einem zweiten Nach« trag»etat vom Landtag erbeten werden. Ans Bayer« wird un« geschrieben: Die Arbeiterfteund« lichkett de« bayerischen Landtage» ist über allen Zweifel er« haben, sobald e« fich um Worte handelt. Wenn Zhaten verlangt werden, so find die Herren freilich nicht zu haben. Al« im vorigen Jahre die Ardeiter und Taglöhner sämmtlicher Zentral- und Betriebswerkstätten Bayern« bei der Kammer um eine Lohnerhöhung petitionirten, da floß der FortschrittSmann von Stauffenberg im Ausschuß über von Wohlwollm und Sympathie für die in so gedrückten Verhältniffen ledenden StaatSproletarier. Der R'fforrminifter v. Crailsheim be« flättgte die Angaben der Petition, nur seien, so meinte er, die Akloidlöhne der Werlstattardetter etwa« höher. Dieselben de- tragen nämlich, stcherltch eine ganz pyramidale Höhe, in München 3,29, in Nürnberg 3,17, in RegenSdurg 3,6 und in den BettiedSwerkstätten 2,80 Mark pro Tag. Welch schwindelnde Höh«, welche Bezahlung! Aber trotzdem die Landboten die miß- liche, reformbedürftige Lage der Petenten ausdrücklich feststellten, beschloß man auf Anttag de» Herm v. Stauffenberg, über die Position zur Tagesotdnung überzugehen. Di« Bieder« männer ließm stch vom Herrn Minister darauf hinweisen, daß die geforderte Lobnerhöhung für die Werkstättenarbetter die Summe von 280000 M., für die gesammten Arbeiter aber 800000 M. ausmachen würde. Ultramontane und Liberale, so heftig ste in ihren Jntereffenkämpsm fich befehden, find stets einig, wenn e« fich darum handett, dt« matetielle Lage de» werft bätigen Volke« nicht zu heben. Zu derselben Zeit, da 800000 M. für die Ardeiter nicht aufzubringen waren, for- daß Jeremias jetzt wohl oder Übel feine» noch nicht unter« drochene« Galopp dorthin lenken mußte. „Haben Sie lauge auf mich gewartet, Jeremia«?" rief ihm der junge Traf entgege«. „Eben im Augenblick hat e« erst Zwei geschlagen," sagte Jeremia«, der indessen die Kleine der Mutter hin« reichen mußte,„und da« wild« Völkchen hie, hat mich tüchtig in Athcm gehalten." „Und sind Sie jetzt bereit?" „Wollen Sie wirklich«och mit mir gehen?" „Gewiß, da« ist ja«ine verabredete Sache— haben Sie denn die Wohnung indessen aufgefunden?' „Sie ist gar nicht«est von hier, gleich in der nächsten Straße." „Schön, Jeremia«— ich will nur meinen Ueberrock anziehen, und dann gehen wir zusammen." Er war auch in wenigen Mtnute» wieder im Garte« und schritt mit Jeremia«, der fich unterdessen Helenen empfohlen, auf die Straße hinaus und dun bezeichnete« ��UtUerweg» wurde wenig gesprochen, Felix war»och mit seine» eigenen Gedanke» beschäftigt— er arbeitet« gegen die Furcht an, welche heute da« kalte, aefaßte Benehmen von Helenen» Mutter in ihm wachgerufen, seiner armen Frau wegen, und Jeremia» fühlte fich noch viel mehr von dem Gedanke» diese» erste« Begegnen« niedergedrückt; den» wenn e» auch ei» schöne« und erhebende« Gefühl sem mag, eine« begangenen Fehler wieder gut zu machen, eine alte, langjährige Schuld abzutragen, ist doch auch da« Bewußtsein drückend, dabei einzugestehen, daß man eben schlecht und leichtfinnig gehandelt und Reue über da» Vergangene fühle. So hatten ste, rascher al» Beide selber geglaubt, die Sttecke zutückgelegt, die ste von dun von Jeremias be- zeichnete« Hause trennte, und hier blieb der kleine Man» plötzlich stehen, drückte sich unter die Thür und sagte: „Mir ist genau so ,« Mnthe. al» ob ich mir eine« Zahn wollte ausreiße» lasse«— Hurrjeh, ich wollte, die Geschichte wäre erst vorüber I" „Wohnt sie hier?" „Ja, zwei Treppen hoch; ich habe mich genau erkun- dert« und erhielt, mit geringen Abstrichen, der Kriegsminister 2000 000 M. al« Nachttag»kredit für eine Verlegung der Mi- litä.bildunae an stalten. Darunter befindet fich da« Pöstchen von 1 500000 M. zur Gründung eines schönen Heimet für 250 Kadetten. Man glaubte, daß die Wehrfähigkeit unsere« Heere« und die Wiffenschaftlichkett unserer Offiziere durch etwa« mehr oder weniger elegante Wohn- und Schlaftäume gehoben wird. Tausende von Arbeitern erhielten nicht», die 250 Kadetten aber noch etwa einmal so viel, wie die angestrebte Lohnerhöhung betragen hätte. Klingt eS aber nicht wie Ironie, wenn der Minister von Crailsheim erklärt, wenn die witthschaftlichen Verbältniffe fich besserten, wolle man die Ardeiter berückstchtigen. War etwa im Oftober 1885, zwei Monate früher die ökonomische Sttuation deffer, alS da» Ge- sammtministerium bei Vorlage de« Budget« 1'/, Mill. M. für Aufd-fferung der Löhne in Form von WohnungSgetdzuschüffen der — höheren Beamten fordirte! War die Lage günstiger, alS am 20 November 1885 für 3 OderregierungSräthe und 8 Ge« neraldiredionSrätbe 60 240 M. flott bewilligt wurden? War die Lage besser, al« man ohne eine Silbe darüber zu verlieren, die unerhört hohe Zimlftste, M. 5,346,676, bewilligte, trotzdem die Spatzen von den Dächern pfeifen, daß wir vor dem Krach in der Zivilliste stehen? Kein Wort haben die muthigen Mannes!eelen di« heute über die Zioilliste verloren, nur Stauffenberg hat mtt dem kouragitten Verzicht auf That» kraft, die unsere Bourgeoifie kennznchnet vor kurzem um„Auf- klämng" über die Abkommandirung von Chevauxleger« an da» kgl. Hoflager gebeten. Zentrum und Liberale, alle beide stimmen üderetn im Todtschweigen. Mi! dem Extremm Schel» ist der letzte Mann im bayrischen Landtag begraben worden. Der demokratische Verein in München hielt am 8. d. eine sehr stark besuchte Versammlung ad, in der Reich»tag«abge« ordneter Kiöber über die RcichStagSverhandlungen referirte. AIS er auf die Anwendung zu sprechen kam, die der Minister Putttamer von seiner Erklärung über Streik» in der Kom- Mission gemacht, und die fich in seinem Erlaß auSgedrückr fin- den, ertönten auS der Versammlung Pfui-Rufe. Da erhob fich der anwesend« Polizeikommiffar und löfte die Versammlung auf Grund de» Sozialistengesetze» auf. Die Versammlung ging langsam, aber ruhig auseinander. Da» Karlsruher Oberlandesaericht hob da» frei« sprechende Unheil gegen Bebel, DreeSbach und G e- nassen wegen einer unerlaubten Versammlung an der Neckar- spitze auf, weil die Entscheidung»gründe fich widersprechen und verfügte die Rückoerweisung an di Mannheimer Straf- kammer. OefterreichUngarn. Die Generaldebatte über da» österreichische Landsturmgesetz wurde im ungarischen Abgeordnetenhaus« am Sonnabend zu Ende geführt. Der Gesetzentwurf wurde mtt 177 gegen 100 Stimmen al» Grundlage zur Epezialdebatte angenommen. Der Regierung»o«rtreter selbst, LandeivettheidigungSminister Baron Fejeroary, erklärte in seinem Schlußworte vor der Abstimmung, daß er da« Gesetz vorgelegt und vertheidigt habe, nur„der Roth gehorchend, nicht dem eigenen Trieb". Jndeß ist, trotz der der Regieruna günstigen Abstimmung, die Vorlage mtt allen ihren Einzelheiten noch nicht au» dem Gröbsten herauS. E« ist keineswegs ausgeschlossen, daß in der gestern begonnenen Spezialdebatte nicht mehr oder minder wesentliche Abänderun gen an dem Gesetze vorgenommen werden. Im österreichischen Abgeordnetenhause find oekanntlich alle Abänderungsvorschläge der deutschen Oppofitton zu dem Landsturmgesetz abgelehnt worden; wenn et nun der ungarischen Oppofitton gelänge, an dem ReginungS-Entwurfe Abanderungeu durchzusetzen, dann hätte man auch ein dualistische« Landsturmgesetz. Bestimmun- gen, die für die ziilrtthanische Reichshälfte Geltung hätten, würden für Ungarn diese Geltung verlieren. Am 7. wurden in Lemberg mehrere junge Burschen, meistenlhetls Handwerker, wegen sozialistischer Agitation ver- hastet. E» wurden bei ihnen Schriften austeizenden Inhalte» gefunden. Unter den Verhasteten befinden fich auch Gym« nastalschüler. Rußland. Au» Lublin wird gemeldet: Der UrthrilSspruch gegen 25 Einwohner wegen Aufruhr» und thätlichen Widerstände« gegm Militär und Staattgewalt bei Gelcgenhrit der am 2. Februar vorgenommenen Verhaftung dreier Dominttaner- Mönche lautet nach fünftägiger Verdandlung: 9 Angeklagte zu zweijähriger schwerer ZwanaSarbett und Verlust der Ehrenrechte, 6 zu 1 di» 18 Monat Sefängniß, 10 freigesprochen. Schweiz. Bekanntlich hat die Heilsarmee in Zürich, wo fie einige Stattonen eingerichtet hat und von wo auS fie sogar ihr amt- liche« Organ, den„KriegSruf", in alle Welt sendet, schon manch« Anfechtungen erdulden müssen. In der jüngsten Zett hatte man wenig von der hiefiaen THSttgkeit der Salutisten gehört: man wußte, daß fie regelmäßig ihre Versammlungen abhielten, aber ei schien, daß die Bevölkerung endlich zu der sehr korrek- ten Anschauung gekommen sei, man müsse diese sonderbaren digt, bin auch gestern hier schon ei» paarmal vorbeigegangen, habe aber nicht» gesehen, al» einen orangefarbenen Ehawl oder einen Morgenrock, der da oben an dem einen Fenster mehrere Male hin und wieder fuhr." „Also gehen wir hinauf." „Thun Sie mir de« einzigen Gefalle«, Herr Graf, und warte» Sie»och einen Augenblick," bat der kleine Mann, „daß ich erst nach Luft schnappe» kann— mir ist die Kehle wie zugeschnürt." Felix lächelte und blieb, während fich Jeremia« de« bellen Schweiß von der Stirn trocknete,»eben ihm stehen. Endlich faßte sich dieser doch ein Herz— wa« half e« auch, wenn er länger zögerte, geschehe» mußte e« doch— also vorwärts! „Sin Heibenglück ist'», daß Sie bei mir find,"„flüsterte er dem junge« Grafen zu,„denn allein hält' ich'« nicht zuwege gebracht. Ich wäre, hol' mich Dieser und Jener, wieder fort und erst»och einmal um die ganz« Stadt ge- laufen I" „Sie hätte» vorher ei» Gla» Wein ttinke» solle« I" „Ich habe eine ganze Flasche getrunken," sagte Jere- mia»,„nur um Kourage zu kricae«, aber«S hilft ja nicht« — e« war, al» ob man Wasser auf«ine« heiße« Stein gösse,«« zischte ordenttich. Na, meinethalben, jetzt muß die Bombe platzen, und nun komme» Sie, Herr Graf, jetzt wollen wir Sturm laufe» I" Damit öffnete er entschlossen die Hautthür und betrat de» inneren Raum. Es war«in kleine«, unansehnliche« Hau», altmodisch gebaut wie die meiste« der ältere» Häuser von Haßburg, unten mit einem mit Steinplatten belegte« schmale« Vor« platz, auf dem noch eine dort aufgestellte Waschrolle de« größten Theil de« Räume« in»nspruch«ahm. Recht« unten wohnte ei« Schuster; die Thür der Werkstatt stand, de» warmen Tages»egen, offen, und man konnte den Meister mit einem Geselle« und einem Lehrling drinnen arbette» sehen, während «tn ungesunder, warmer Dunst von dort auf den kühleren Vorplatz herausdrang. „Wie hieß die Dame gleich?" ftagte Rottack leise seinen Begleiter. Leute in ihren privaten Heilsübungen ebm gewähren lais«, so gut wie andere Eettm. die man hier in Züritb zu Cutz«' den zählt. Am Feftag Abend wurde man indessen«ine» deren delehrt. Die Heilsarmee hatte schon vor längerer Zw in Außerfiyl(der auSgedcbntesten und bevötkertften meinde" oder Vorstadt Zürich«) ein Lokal gemiethet, wo fie tfa lich ihre Hebungen abhielt und wie e» scheint ledhatten ix spruch fand, indem fich oft 200 und mehr Personen beiderl« Geschlecht» an den„HeilSübungm" betheiltgten. Nun lieft' die Salutisten dieser Tag« an ihrem VersammlungSbause w Aufschrift anbringen:„Lokal der Heilsarmee", und die» sckew den Anstoß gegeben zu haben, daß der lange gesammelte u" verbaltene Haß und Groll gegen die Salutisten zum voll!' Ausbruch kam. Wädrend die letzteren in ihrem Lokale vn> fammett waren, entstand ein Auflauf vor dem btlr-W Hause; eine unabsehbare Menge brachte den Sa-uti>ten ev nervenerschütternde Katzenmustk. Aber«» blieb nicht bei tMf® mufikalischen Vergnügen. Der Pöbel, aufgestachelt durch ein» Rädelsführer, ging handgreiflich vor; daS verschlossene wurde in aller Form„erstürmt" und der Pöbel drang in d» Lokal der Heilsarmee, um Alle», waS ihm in den Weg g* Fenster. Tische, Stühle. Lampen»c. zu zertrümmern, Salutisten war e» glücklicherweise gelungen, durch eine Redt»' thür zu entfliehen, bevor die Menge in da« Lokal eingedlM» war; sonst wäre eS ohne Zweifel zum Blutvergießen jft'M' men. Die Polizei in Außersthl scheint nicht gerade mufinP3' organifirt zu sein, denn der dortige Polizeipräfident ge#? erst am nächsten Morgen zufällig Kenntniß von dem Dagegen war die züricher KantonSpolizei auf dem Platze, W! hin zu spät, um daS Bergste zu verhindern. Franrreßch. In deutschen Blattern liest man:„Von einer neuen» waltthätigkeit, zu der die Ardeiterdeweaung dort nur»u führt, wo daS Ansehen der staatlichen Behörden geschwächt wird au» dem Süden Frankreichs Mttthellung gemacht.% der Glaifabrik La Mulatiire der Lyon, deren Arbeiter fit�j fand am Freitag«ine Ruhestörung statt. Der Fadr Allouard hatte einig« Arbeiter kommen lassen und in Fabrik einquartirt. Als ein Wagen deren Möbel brachte, die Streitenden über den Fuhrmann her, warfen die vi. in die Rhone und versuchten die Fabrik zu stürmen. Direktor wurde von einem Steine getroffen." lilUUiv»»' ... Die Belags antworteten mtt Schüssen; vier der Streikenden wurden lg verwundet, desgleichen fünf der beschäftigten Arbeiter; darmen und Polizisten brend'tm Abend« dm Kampf-°> Untersuchung ist eingeleitet." Nach französtschen ardeUerft� lichen Blättern hat der Fabritdefiyer zuerst und zwar � hinreichenden Grund geschoffm und dadurch erst die S*"" in ihrer Wulh zu SluLschreilungen gereizt._ Am Montag begannen bei Toulon die Seemanöoft* zwölf Panzerschiffen gegm neunzebn Torpevodoole. � solcher Ausdehnung baden derartiae Versuche noch nit gefunden. vezgeen. � Da« Ministerium steht der Ardeiterfrage thatsächlich A lo« gegenüber; zwar beschließt e» tottdauernde neue Erheou� — jetzt wieder soll der obcrfte GesundheitSrath eine d'e Arbeiterwolmungm„mit größter Beschleunigung tischm Beschlüssen" ausführen— aber helfen rverden wenig. Die offiziellen Ermittelungen haben, wie rrw» fichert, ergeben, daß die Zahl derundeschäftigtlnArbetter nta'� mäßig groß, aber die Klage über die niedrigen Brdei.�! und verminderte Arbeitszeit im ganzen Lande und bedrohlich ist. Die Löhne find überall und in dm Kohlmwerkm bedeutend reduzirt worden. man in den Kretfm der Regierung emstlich beui jene für den 13. Juni in Brüssel von allen Ardeitern — auch die Maschinenbauer haben stch jetzt °n«KK� 3*5% fo«* projekttrte Manifestation zur Erlangung des allg«*� itod«1' recht« führen wird. Ein Verbot würde die Lage und die Aufregung mehrm. Ader über die zu Maßnahmen herrscht volle Rathlostgkeit. Grohbritauuien. E» verlautet, dtt Regierung habe mdgillig. mit der LandankaukS-Bill vorzugehen, ungeachtet dcl CllP„ d1 Banken dereitet wurde.® Dc'j -.«K die ihr von den lrderalen B daß ste können. " CA 1(111® In einer unter dem Vorfitz de« Prima« von � V a-baltenm Konferenz der römisch. katholtschm SeiBWi� Dekanat« von Armagh gelangte eine Resolution zur V' Nutzung oarormgi. jjie metomnon tugl vmzu., i-, der Konferenz seim überzeugt, daß, wenn die MdM ptr Zeitverlust angenommen würde, dieselbe zwischen „Basfini," flüstert« dieser zurück. „Kövnm Sie un« sagen, ob hier eine Dame, Basfini im Hause wohnt?" fragt« der junge seinen Hut lüftend, in die Stube hinein. „Eine vom Theater?' nickte der Meister— zwei Treppen hoch." p,.. „Seren Sie aber so gut und putzen Sie r*.,' Stiefel ab," sagte«ine Frau, die von der G#**%i' einem große» Topf in der Hand, wie au» eine». herau» zum Vorschein kam—„ich habe gerade gescheuert." Fllx machte lächelnd eine zustimmende. nahm dann di« befohlen« Optratio» auf da« öngl* einem dort liegende», schon sehr abgetretenen t vor, und stieg nun, während Jeremia« unten gl* spiele folgte, langsam die»och feuchte«, dunste"1' hinauf. 0 y Jeremia» würde fich mtt Vergnüge» den mittag da unten die Sttefel abgetreten habe"-> j*' nur nicht hätte«itgemußt— aber es ging". nicht ander». ftst, Auf dem niedere» Vorsaal der ersten stch zwei Thören; an einer war«tt vi« � Papier befestigt, da« die deutlich geschrieben' ttug:„G. Borfig, Schneidermeister"; an der � fand sich ein kleine« Mesfiagschild— dort Graveur. r.rnen eine wirkliche Vereinigung fichem werde, da fie®e» ttchnakeit und 6elbfftnltreffe zur Grundlage habe. , Di« Polizei von Ulster, der prolestantischen Provinz Jr« sucht die Namen derjenigen Personen zu erfahren, welche «asten gekaust haben. Man glaubt, die Regierung beabsichtigte, We Loyalisten zu entwaffnen. Au» der Uaterhautsthung vom Montag ist folgende» her« «orzuheben. Gladstone wie» die gegen die irische V e r« 20k,u.n 0 3 di II erhobenen Angriffe zurück, die Gefahr für dt« Einheit de» Reiche» liege in den gegenwärtigen Beübungen zu Irland. Wai die Frage der Autschließung der mjchen Vertreter au» dem englischen Parlament an- G'B'' so sei die Regierung bereit, so weit alS möglich zu ff.frn, fie sei aber nicht bereit gegen ihren Willen die «llion de» irischen ParlammtS lahm zu legen, autgenommen 2*- ivo e» die Hauptinteressen der kaiserlichen Regierung for- ««kn. Die Regierung werde übrigen» nicht zur Berathung der «Nielnen Artikel übergehen, bevor die Vorlage im Prinzip an- genommen sei. Wai den Entwurf angehe, daß die Bill eine falotion ohne Repräsentation vorschlage, so sei die Regierung ?""t, einen Artikel vorzulegen, welcher den irischen Deputirten oai Recht geben soll, wenn fie gegen Eteuermodifikationen ffav, im englischen Parlamente zu erscheinen und an der Be wchmig Theil zu nehmen. Die Frage wegen Erneuerung einer S gemischten Kommisfion au» beiden Parlamenten zur Beraihung 'ister Angelegenheiten wolle die Regierung prüfen. Glad- e sprach fich anerkennend über dm Muth Hartington'» au», werde Hartington eben solche schwere Verantwortung m�>ehnihmen wie die Regierung. Hartington möge seine Mim darlegen. Hartington beantragte hierauf die Ablehnung ver Zvill. Unterstaattsekretär Bryce theilte mit, der Handelsvertrag Epanien sei unterzeichnet; derselbe gestehe England die Be« Handlung der meistdegünstigtm Nation zu. England habe wl Herabsetzung der Eingangizölle auf Wein zugestimmt '"�Abänderung der Aikoholslala und Weine von 30 Grad ««n Zollsatz von 1 sh. per Gallon zugelassen. Der Vertrag werde dm Körte» und dem englischen Parlament unterbreitet ?ko i1* �uf«eitere Anfragen erklärte Bryce die Grmz- �eckungtarbeiten in Afghanistan seien sutpmdirt worden, >u.l Aeestruklivnen über gewisse Punkte erwartet werden. Nach« r"? dieselben eingegangen, habe die Kommisfion ihre Arbeit «iiver aufgenommen. Was Drummond Wolff in Egypten UN«' so sei ei nicht die Abstcht der Regierung, daß Wolff 2%gpien bleiben solle, sobald er seine Berichte vervoll- ?'?i>tgt und die Verhandlungen mit Mukhtar Pascha beendet Baring beschäftige fich größtmtheil» mit dm laufenden Ii* ßenhellen, während Wolff feine Aufmerksamkeit nament- "uf die den Sudan betreffenden Fragm, die militärische Organisation und gewisse Spezialfragen der inneren Ver- zu richten habe. Gladstone beantragte die zweite 8 der irischen Verwaltungibill. Italien. S-t�lPtnebig find in der Zeit vom 9. bis 10. Mittag» 13 erltl«!..0n der Cholera erkrankt und 8 gestorben; in Bari 26 10 gestorben, in Oftuni 5 erkrankt, 2 gestorben. mfcr.i? Wahlbeweguna in Italien wird immer wirrer, so daß %%% italienische Blätter den herrschendm Zustand al« 5°°Unl»iolliLmo" bezeichnen. Ein Theil der pentarchischen Dp- rmlon will da» in Jtalim zu Recht bestehende„Listmskru- �mum- � Falle bringen und die Einzelwahl durchsetzm. LMnillch ist e» der einflußreiche Nicotera, welcher jetzt auf Wahlreisen in Süvitalien eine Rede um die andere VA. da» Listenskuttnium hält. Die übrigen vier Pentarchm m.Ä tzen hinwieder daS Listenslrutinium. In den Listen m»?�! in der That die heftigsten politischen Gegner zusam- krfM'vvelt. Im ersten Wahlbezirke Rom» wird ein äußerst vretis tk» ikamps entbrennen. Dem Mtnisterpräfidenten De- kandidat Gegnrm der Regierung Cairoli al» Gegen- llegenübergestellt worden. Dr.». Spanten. verlelen, wurden am Montag durch eine von Sagasta ÖÄrÄÄ» m,d ÄW mü den sozialen, ökonomischen, kommerziellen betreff«»?!�!!"'isfragen beschästizt und werde eine Vorlage »obl«4, 5�"�"9 de» Wahlrecht» einbringen. England so- die ßmin �deten Mächte hätten die Rechte Spanien» auf länaernn� � iein anerkannt. Die Regierung werde die Ver» ben 2". bestehenden HandclSvilträae beantragen und Wein, t'ine« Handelsverträge» mtt England. Spanische »ien im» l uach demselben in England und dessen Kolo- übet 1,��' Spanien gewünschten Bedingungen eingeben k?. können. E» werden Vorlagen eingebracht wer- Saniinii �. Veranderungtn in der Armee und die Reor- «chen Ä?" Ratine. Im Budget sollen alle irgend mög- Äinin. i �en erzielt werden, nur in dm Budget» der buua,» m de« Unterricht» und der Arbeiten würden Eihö- A-tin? beantragt werden. Die Thronrede schließt: Da der Freiheiten und Rechte oerbürgt seien, könne jede »Herern!- rief eine laute Stimme. lyj. Der junge Graf öffnete die Thür—»Können Sie vielleicht sagm...' jj.»ja wohl— bitte, treten Sie näher/ schrie ihn eine »b* Uwächtige Testalt an, die in einem mock-türkischm, '"lsktzlich schmutzigen Schlafrock, mit einer langen Pfeife, L.,'e.fie keinen Kauaster rauchte, und in rothm Schlapp- »äher- � Zimmer spaziere» ging—»treten Sie nur hat,."?'' enischuldigen," sagte Felix, der die Ueberzeugung ' bast Fräulein vassini hier nicht wohnm könne. ich.-�ue» in Ordnung, bitte, kommen Sie nur herein, de, Ja"", be# verdammten Zug nicht vertragen!" schrie Rottgck hätte am liebsten die Thür gleich wieder zuge» war andere versucht, welche jedenfallt die richtige er Zartgefühl ließ ihn keine Unart begehen— (ich'**« den Mann nicht beleidigen und war«uch wirk» bies°."2lerig gewordm, einen Blick in da« Heiligthum draug.?� Menschen zu werfen, au» dem er von pu doch nicht klug werden konnte. iur folgte willenlo», wie ein Opfer, da» man W � sthrt und da» fich m sei» Geschick er» '«dew"�'.� A recht/ schrie der kleine Mann jetzt wieder, schon � s«"« Pfeifenspitze gegen fie schwenkte;„rch habe berest..��nzen Morgen auf Sie gewartet, e» rst Alle» die halb.™\ fuhr er fort, indem er«inm riefigen, fast dabei ,,'' einnehmendm Kleiderschrank aufriß und ein onwl.* f�1 getragene HarlequmSjacke und rrgend eine» phantastische« Maskenkostüm hervorzog, da» »die Kamphergeruch im Zimmer verbrntete— baan fleckm Sie fie weg/ sagte der kleine Türke Partei auf friedlichem Wege nach der Verwirklichung ihre» polittschm Ideal« strebm. E» sei zu hoffm, daß alle Spanier sriedlich den Weg de» Fortschritte» gehen und die Freiheit»- liebe mit der Aufrechthattung der bestehenden Institutionen zu verbinden wissen würden. Balkanlauder. In Serbien find die Wahlm zm Skupschtina vollzogen worden und wenn auch da» Resultat ein für da» Ministerium Garaschanin günstige» ist, so geht doch selbst au» dem wohl nicht aanz zuoeiläsfigm offiziösen Belgrader Telegramm über die Wahlen hervor, daß die beiden oppofitionellen Parteim, nämlich die Radikalen und die Liberalen oder die Anhänger de» Herrn Ristic», bedeutend an Terrain gewonnen haben. Diese» Resultat erscheint um so bemerkenswerther, wenn man bedenkt, daß die Regierung vor den Wahlen in rückstckt»« losester Weise gegen die Oppofition vorgegangen ist. Da» einzige Blatt der Liberalm, die„Ustadnost", wurde unterdrückt und um einige einflußreiche radikale Abgeordnete unschädlich zu machen, wurde eine neue Untersuchung in Sachen des vor einem Jahre ermordetm Abgeordneten Jakowljewitsch, eine» Anhänger» der Regierung, eingeleitet. Trotz alledem haben die Radikalm 39 und die Liberalen 15(früher nur 11) Ab- geordnetmfitze gewonnen und die 5 al» Parteilose bezeichneten Abgeordnetm werdm wohl edmfall» Gegner de» Ministerium» Garaschanin sein. Wenn der König nicht da» Recht besäße, von den 161 Abgeordneten, au» denen die Skupschtina besteht, 40 Abgeordnete zu ernennen, so würde die Fortschrittspartei kaum mehr eine Mehrheit befitzen. DaS Wahlresultat wäre für da» Mimsterium Garaschanin wahrscheinlich noch un« günstiger gewesen, wenn nicht an verschiedenen Orten die Radilalen, welche von der Vereinigung mit dm RisticSianern nicht» wissen wollten, eigene Kandidaten aufgestellt und so zur Zersplitterung der radikalm Partei beigetragen hätten. Garaschanin und Genossm mögen da» autokratische Regiment de» König» Milan, welche» in dem Krieg«abmteuer gegen Bulgarien so schmählich Fiaiko gemacht hat, noch eine Weile unterstützen, allein da» Resultat der vorgestrigm Wahlen, deren Vornahme die Regierung um mehrere Monate be- schleunlgt hatte, damit die Oppofition nicht Gelegenheit erhlett, dem Volke die Folgen de» schändlichen Kriege» recht klar zu machen, deweist doch, daß die Erkenntniß von der Schäd» ltchkeit de» autokratischen Regiment» bedeutende Fortschritte gemacht hat. Die Lage in Griechenland wird zur Zeit noch durch die ausstehende Entschließung des König» auf da» Entlassungs- gesuch de» Mmistelp'äfidentm DelyanniS in der Schwede ge- baltcn. Vorgestern Nachmittag hatte der König einem Aihener Telegramm zufolge Triwpi» zu fich berufen: von einer Be- scheidung war bi» zum Abend noch nicht» bekannt. Nur die bewersrilige Presse läßt die Situation einigermaßen erkennm. Die„Proia", da» Organ Delyannis', betont die Notwendig' keit de» Rücktritte» de» Kabinets, um nicht die für die Interessen des Landes verhängnißvolle Lage zu verlängern. Die „Hora", da» Organ Trilupi», glaubt dagegen, daß diejenigen, welche die gegenwärtige Lage geschaffm, fie auch lösen müßten, der König möge daher auf der Zurückweisung de» Entlassung»- geluch» de» Kabinet» beharren. Wa» die Blokade betrifft, so erklärte im mglischen Untcrbause gestern Unterstaatssekretär Bryce, er habe den Schriftwechsel über die griechische Ange- legmheit auf den Tisch de» Hause» niedergelegt und hoffe, daß die Lertheilung desselben in wenigen Tagm erfolgen könne. Bryce fügt hinzu, die Blokade sei in» Werk gesetzt, aber e» bestehe lein Kriegszustand zwischen Eng and und Griechenland oder zwischen emcr andern Macht und Griechenland. Die Blokade sei eine friedliche. Amerika. Nach einer Meldung der„TimeS" au» Philadelphia fährt die Polizei in Chikago fort, die Anarchisten, welche während de» Krawall» am Dienstag Abend verwundet wurden und fich versteckt hatten, zu verhaften. Man glaubt» daß an jenem Abend 200 Personen verwundet worden find. Kommunale». "r die Ettzuug der Etadtderordnetea- versammluaa am Donnerstag, den 13. Mai cn, Nachmittag» 5 Uhr. Ein Naturalisationfaesuch— Antrag von Mitaliedern der Versammlung, betr. die lünflige Gleichstellu-g der Gehälter der ordentlichen Lehrec an den höheren L branstalten städtischen Patronat» mit denjenigen der Lehrer an den StaatSanstalten — Vorlage, betr. den Bau de» Radialsystem» VIU. der Kanalisation im Stadttheile Moabit— desgl., betr. den Bericht der Kanaltsatton». Deputation über die Desinfektion von Kanal- wasser— Berichterstattung über die Vorlage, betr. die Unter- suchung de» von außerhalb nach Berlin eingeführten frischen Fleische»— deSgl. über die Vorlage, betr. den Bau einer In« terimSbrücke über den Landwehrkanal unterhalb der AldrechtS- hofer Brücke— Vorlage, betr. die Verl Heilung der im Rechnungsjahre 1885—86 beim Lchrpersonal der Gemeinde- schulen kreirten Stellen auf die einzelnen Gehaltsstufen— gemüthlich, aber mit einer so laute« Stimme, al« ob er über eine« Fluß hinüberschrie, indem er die beide« außer« dem schon wehr al« zerknitterte« Gegenstände i« ei« ziemlich kompakte» Bündel zusammenrollte,.könne« fie ja gleich selber mitnehme«, ich habe Niemandem zum Schicken." (Fortsetzung folgt.) An» Kunst und geben. Prügelhelden im griechische« Parlament. In Athen hat stch im Parlament eine solenne Prügelei abgespielt. Der Abgeordnete Kossonaki», früher Polizeiches von Athen, wurde von seinem Kollegen Axelo», dem Deputirten von Volo, im Saale überfallen und fürchterlich durchgebläut. Die Galerien applaudirtrn, während die Deputirten sprachlos zuschauten. Die Prügelei dauerte länger al» 10 Mlnuten, und e» fehlte nicht viel, so hätte stch da« ganze Hau» daran betheiligt. Koffanakt» wurde halb todt nach seiner Wohnung geschafft. Man steht, daß die kriegerische Stimmung in dem kleinen Königreiche eine hochgradige ist. Ein neuer Robinson. Richter, Zeugen und Zuhörer haben am Dienstag voriger Woche in einer Sitzung de» Pa- riser Zuchtpolizcigelicht» viel gelacht. Der Thatdestand, über den da» Gericht zu urtheilen hatte, war folgender. An einem der letzten schönen Apriltagc erging stch ein Kammerdiener Namen» AbranSky, angeblich deutschen Ursprung», im BoiS de Boulogne, um dm Frühling zu genießen. Dort kam ihm die Idee, eine Wasserfahrt zu machm; er stieg in ein Boot und ruderte nach der unteren Insel. Nachdem er ein paar Mal um die Insel herumaefahrm war, entdeckte er am Ufer ein lauschige», schattige» Plätzchm, landete, zog sein Boot an» Ufer und legte stch vergnügt auf» Ohr zu einem Schläfchen. Ali er erwachte, sah er zu seinem Schrecken den Kahn ein Stück «ett im See treiben. Schnell mtschloffm warf er alle seine Kleider ab, stürzte fich in» Wasser, eilte dem durchgebranntm Kahre nach und war auch so glücklich, ihn zu attrapiren, worauf er ihn an sein Plätzchen zurückruderte. Dort erwartete ihn eine neue, womöglich noch unangenehmere Ueberraschung: seine Kleider waren fort! Vergeben» durchsuchte er die ganze Umgebung, leine Spur von ihnen. Inzwischen waren Spaziergänger de» Festlande» auf dm nackten Mann auf» meiksam geworden und riefen nach der Polizei. Ein delgl., betr. die Errichtung einer Bedürfnißanstatt auf dem Hofe de» ehemaligen Wachtgebäude» am Potsdamer Thore— deSgl., betr. die Errichtung einer Wettersäule auf dem Schloß- platz— deSgl., betr. da» Projett zm Erbauung eine» Geräthe« schuppen» und eine» WächterwohngebSudei auf dem städtischen Depotplatze am Nordufer— deSgl., betr. die Eistattung de» vom Vorschußkonto verauslagten Kaufgelde» für da» Grundstück Auguststr. 67-68— deSgl., betr. die Festsetzung von Baufluchtlinien für eine neue Straße zwiichm der Köpnickerstraße und der Spree in Verlängerung der Eisenbahn« ftraße— deSgl, betr. die Feststellung der für Pflasterung und Unterhaltung neuer Straßen von den Adjazmten pro 1886—87 zu zahlenden Kosten— deSgl., betr. den Anschluß de» in der Hasmhaide projektirtm Eliiabeth. Kinder- Hospital» an die Wasserwerke und die Kanalisation— deSgl, betr. dm Abbruch der Baulichleitm auf dem städtischen Grundstücke Tempelhofer Ufer 2— deSgl. betr. die Wahl von 7 Veiirauensmännent für dm beim königlichen Amtsgericht Berlin l zu bildenden Ausschuß zur Auswahl der Schöffm, Hilfsschöffen und Ge« schworenm— 6 Rechnungen— Vorlagen, betr. die Neuwahl je eint» Lürgerdeputirtm für die Schul- Deputation und für die Steuer- und EinquartierungS-Deputation— drei Unter» stützungisachm— Berichterstattung, betr. die Neuwahl von unbesoldeten Stadträtben— eine Remuneration» lache. Außerdem findet in dieser Sitzung um 5 Uhr die Einführung«im» neugewählten Stadtverordneten statt. w. Die elektrische Beleuchtung der Markthalle«. Der Umstand, daß die Stadtgemeir.de in die Rothwmdigkeit versetzt worden ist, in den Markthallen die elektrische Beleuch» tung durch die Firma Siemen» u. HalSke ausführen zu lassen, ist man jetzt in den maßgebenden städtischm Kreisen zu der Anficht gelangt, daß e» nicht zweckmäßig war, dieselbe an die Gesellschaft zu vergeben. Die„städtischm" ElettrizttätSwerle haben bi» jetzt eine so geringe Leistungsfähigkeit gezeigt, daß man in der Kommunalverwaltung die Frage emftlich ventilirr, ob e« nicht besser gethan ist, j-tzt schon die Ausführung der elektrischen Beleuchtung seitens der Stadtgemeinde in die Hand zu nehmen.— Schade, daß man nicht früher zu dieser Einstcht gekommen ist: an warnenden Stimmen hat e» in der Stadtverordneten Versammlung nicht gefehlt. Für die schon erwähnte Wettersäule auf dem Schloß- platz soll nach der jetzt an die Stadtoerordnetm. Versammlung gelangten Vorlage des Magistrat» eine Konkurrenz im hiesigen Ärchitettmoerein ausgeschrieben und für da» belle Projekt ein Preis von 500 M. ausgesetzt werdm. Die Säule soll dem an ihr Vorübergehenden ermöglichen, ohne besonderen Zeitverlust den augenolicklichen Zustand der Atmosphäre, wie er durch Temperatur, Barometerstand, Feuchligkeitsgehalt, Windrichtung charakteristrt ist, zu übersehen, auch von dem Wechsel, der fich in diesen Elementen vollzieht, an dm Extremthermometem, den Temperaturlmven>c. eine Vorstellung geben und femer die Angaben einer geeignet aufgestellten Windfahne auf einer Windrose anzeigen. Von dem täglichen Anschlagen einer Wetterkarte wie von der regelmäßigen Mitlheiluna örtlicher Wetterprognosen hat der Magistrat abgesehen, weil diese Ar- heilen zu einem städtischen Äetterbureau führen würden. Al» Material für die Wettersäule ist dunller Granit in AuSstcht genommen. Im Ardeitthause defanden fich am 1. April er. 11 Familien mit 43 Personen. Am 1. Mai war der Bestand 39 Familien mit 160 Personen. Da» Asyl für nächtliche Obdachlose benutzten im Laufe de» Monat» April 3789 Personm und zwar 8061 Mannet, 728 Frauen. Von diesen Personm würben 6 ver Charit», 52 dem Krankenhause Moabit, 1 dem Kranken Hause FriedrichShain überwiesm, 289 Personen wurden der Polizei porgetührt. Zenttal-Viehhof. Im Monat April d. I. find auf dem städtischen Fleischauamt 23 805 Schweine auf Trichinen unter- sucht und darunter 18 trichinöse und 121 finnige ermittelt worden, welche al» zur menschlichen Nahrung ungeeignet zurückge» wiesen und beanstandet worden find. Koziales nnb Arveiterbewegtmg. Zu? Unfallversicherung. Am Sonnabend ist die Bestimmung über die Wahl je zweikr ständiger Mitglieder de» ReichSverstchemngSamtS feiten» der Vorstände der BemfSge- nossenschaften und der Vertreter der Arbeiter amtlich verkündigt worden. Dle Vorstände der BerulSgenoffenschaftm und die ArdeitSvettreter wäblm au« ihrer Milte ihre Vertreter auf vier Jahre. Die Gewählten erhalten für die Theilnahme an den Arbeiten und Sitzungen de» VerstcherungSamt» eine nach dem Jahresbeitrag« festzusetzende Vergütung, und die außerhalb Berlin» wohnenden noch Ersatz der Hin- und Rückreiseloslen nach dm für die vortragenden Räthe der obersten ReichSbehör- den geltenden Sätzen. Die Wahl erfolgt durch schriftliche Ab- stimmung in getrennter Wahlhandlung. Schlaumeier. Die JnnungSmeister de» Tapezireraewerk« in Leipzig haben einen äußerst gelungenen„arbetterfreund- lichen Uka» erlassen, der in Bezug auf die Lohnverhältniffe Wächter trat an» Ufer und schrie hinüber, er solle stch unoer« zllgltch ankleiden.„Ich kann nicht," schrie er berüder. Und um die Erklärung zu geben, ttieg der Nackte in fein Boot und begann herüber zu rudern. Da» Publikum, da» fich allmthlia angesammelt hatte, ergriff die Flucht' nur der Wächter hielt Stand, und ihm setzte da» unglückliche Opfer einer Wasserfahrt sein Schicksal auseinander. Der Wächter war etwa» ungläubig und nahm den Vorfall zu Protokoll; er war aber auch gutmüthig genug, dem Delinquenten zu Kleidern zu verhelfen. Auf Grund de» Protokoll» erschien nun AbranSky vor dem Zuchtpolizeigericht, um stch wegen Vergehen« gegen die öffentliche Schamhaftigkcit zu verantworten. Er erzählte ausführlich sein Abenteuer, und zwar in höchst weinerlichem Tone, der in argem Kontrast stand zu der fortwährenden Heiterkeit der Zuhörer. AbranSky konnte fich die Sache nur so erllärm: e» erhob stch ein starker Wind, der den Kahn forttrieb; seine Kleider hing er auf die Zweige einer kleinen Weide, von der fie der Wind in» Wasser geworfen haben mußte. Da eine Absichtlich keit von Seite de» Ang-klagtm nicht nachzuweisen war. so wurde er freigesprochen. Der Verlust fetner Kleider war ohnehin Strafe genug. Verunglückter Bergmann. Auf der Zeche„Margaretha" bei Bochum verunglückte am vergangenen Sonnabend der Hauer Frohne au» Ofterbrrg. Derselbe arbeitete-vor einem Ouerverschlage und wurde von anderen Bergleuten mit zer- schmettertem Kopfe todt aufgefunden. Der Verunglückte hat wahrscheinlich einen nicht abgegangenen Schuß von Neuem auSdohren wollen, wobei fich die Patrone entzündet hat. Der Verstorbene hinterläßt eine Frau und drei unversorgte Kinder. Tragisch. In Buttenheim ist cm Sorriag. 2. d. M ein Mann an Blutvergiftung gefror bar, welcher mtt einem Finger, an dem fich eine ganz kleine, gar nicht beachtete Riß« wunde befand, von der Stirn seiner an der GestchtSrose schwer erkrankten Frau einige Schweißperlen entfernt hatte. Nach wenigen Tagen war der Mann eine Leiche, der jetzt die ge- nesm« Frau tief gebtugl zum Grade folgen mußte. Maikäferpiage. Die„Salzburger Ztg." schreibt: Seit Jahrm hatte man nicht mehr Gelegenheit, die Maikäfer in solchen Massen auftreten zu sehen, wie dle» Heuer der Fall ist. Verflossenen Sonntag Abend schwärmten die Maikäier in solchen Massen, daß die Passanten, weiche in diese Maikä'erwolken ge- rathen waren, eiligst die Flucht erg iffm, da die summenden Käfer fich in Koos- und Barthaar sestsetzien, gegen das G- ficht stießen und so dicht den Feldern entstiegen, daß jeder Stockstreich ein Dutzend von ihnen tödtete. festsetzt, daß die EonntagSarbett mit 33'/, pCt, die Ueber« stunden von 7—10 Uhr AdendS mit 25 pS»., und nach 10 Uhr mit 100 pSt. bezahlt werden sollen. Der Stunden» oder Taaelohn s e l b st aber ist nicht sestgestellt worden. Diese Feststellung soll in jedem einzelnen Fall« von dem Meister selbst bestimmt werden. So rann eS vorkommen, daß die Stunde SonntagSarbeit, trotz der 33'/, pGL billiger bezahlt wird als die Stundenardest eines anderen Arbeiters in einer anderen Wcrkstätte an einem Werkeltage. DoS haben denn auch die Ge�llen gemerkt und bestehen auf einem Minimal« stundenlohn, da die Bewilligungen der Meister ohne denselben nm Phantasteaedilde seien- Ob die Tapezirer zu einem Streik ihre Zuflucht nehmen werden, i» noch nicht ausgemacht, vorläuflg agitiren fie energisch für EintrM in ihren Fach- verein. An» dem Beeichte deS FabrikinspektorS für da» Großherzogthum Hesse« wollen wir folgende Mitthetlungen machen: Ädtd-ilung II. Arbeiter, insbesondere jugendliche Arbeiter und Arbeiterinnen.»Fn einer Zigarrenfabrtk fand ich ein 8 Jahre alteS Kind beschäftigt. In einer Maschinen- fabrik wurden jugendliche Albeiter über die gesetzliche Zeit und in einer Wollspinnerei ein jugendlicher Arbeiter weft Über die gesetzlich zulässtge Zeit beschäftigt. In zwei Papierfabriken nahmen jugendliche Arbeiter, worunter auch ein Mädchen sich befand, an Nachtschichten Theil. Die Liste der jugendlichen Ardester fehlte in 22, die Liste war nicht in Ordnung in 12 Fällen. DaS Plakat:„AuSzug auS den Bestimmungen der Gewerbe-Ordnung über die Beschäftigung jugendlicher Ar- beste?' fehlte in 27 Fällen. 84 Arbester fand ich ohne Arbeitsbücher beschäftigt. Letzteres betraf besonders Ar- dtit»rinnen in Fabriken auf dem Lande. In mehreren Fällen mußten Ortspolizeibehörden an die Vomahme von Revifionen gemahnt werden."— Man fUfct, daß bei den Fabrikanten noch zahlreiche V rstöße gegen die Gewerbeordnung vorkommen. »Gleicher Loh« für Alle"- die» Postulat ist geradezu «ine Verletzung der Menschenwürde! So ruft die gouoerne» mentale„Schlestsche Zeitung" mst Pathos auS und die„Nordd. Allg. Ztg." beeilt fich, die« große Wort gelassen nachzudrucken. Und worauf gründet da» Blatt seinen Ausspruch? Darauf, daß verschiedene Arbeitervereiniaungen die Akkordarbeit ab- schaffen und einen bestimmten Minimallohn festsitzen wollen! Ueber den Schaden, dm die ANordarbeit der«rbeiterklaffe zu- fügt, wollen wir hier nicht reden, doch der„Schles. Ztg." be- merkm, daß gerade die bestm und zuverläsfigsten Ardeiter die größten Feinde der Akkordarbeit, die ungedildetm„Gang- arbeiter" auS dem Ostm der preußischm Monarchie aber Anhänger derselben find. Wmn nun aber ein Stundenminimal- arbmSlohn festgestellt wordm ist, so steht«S doch wahrlich den Meistern und Unternehmern jeder Zeit frei, den besseren Ar- deitem einen höheren Lohn zu zahlen! DaS liegt ja schon im Worte: Minimal lohn. Dieser Minimallohn soll nm ver« bindern, daß die Untemehmer einem Thetle der hllfloseren Arbester einen Lohn zahlen, welcher unter der„Mmschenwürde" ist, wie dieS leider vielfach geschieht. Wenn nun daS edle Blatt noch auSruft: Und welcher Unternehmer wird ältere und schwächere Arbeiter unter selchm Umständen noch beschäf- tigen?— dann rufen wir: Her mit dem Alterversorgungs- gesetz für Arbeiter! Die gouvemementalm Blätter fließen über vor lauter staatSsozialiftischen Reformvorschlägen, vor lauter„Arbesterfteundlichkeit", aber im Kampf« um Lohn« erhöhung und ArbeitSzeitvermmderung stehen fie alle, alle auf Sestm der Untemehmer. Arberterftmndltchkest durch einzelne Phrasen, Ardeitgeberfreundlichkeit durch die Thal. Lohnbewegung der Schmiede und Stellmacher. Elberfeld, 9. Mai. In einer hier gestem abgehaltenen Ver« sammlung der Schmiede» und Slellmachergesellm wurden fol» gmd« Forderungen aufgestellt: Etnfühmng eineS ArbeUSnach- wei» BureauS, zehnstündige Arbeitszeit, fünfzehn Mark Mini- mal-Wochenlohn, vierzig Pfennige für Ueberstunden und bei SonntagSardest 80 Pfennige pro Stunde. Nachdem mehrere Redner die Nothwendiokeit de» gemeinsamen Vorgehens betont hatten, betraute die Versammlung eine Kommisfion von 10 Mit» gliedern mit der Vomahme der wetterm Schritte. Sollten die Meister die gewiß bescheidenen Forderungen der Gehstfen nicht bewilligm, dann steht ein Streik in ficherer Aussicht. Au» LudwigShade« wird unS geschrieben: Die Löhne in den chemischm Fabriken,„Gifthütten" im VolkSmunde ge» nannt, bettagen bei aufreibender, den Körper in Kürze zerrüt- tender elfstündiger Arbeitszeit 1,60—2,00 Mark I Bekanntlich ist die Beschäftigung in chemischen Fabriken eine der gesundheitS- 8«fährlichsten. Dafür find die Dividenden um 10 Prozent öher._ Uereine mh Uersammlunge«« I« der öffentliche« Ve,samml««g der Maler Berlin», welche sehr zahlreich besucht war. sprach am 9. d. M. Herr Pusch im Namen der provisorischen Lohnkommisston. Er berichtete, daß dieselbe die ihr übertragene Aufgabe erfüllt habe. Die Zirkulare an die Meister und Gehilfen seien verbreitet worden und die heutige Versammlung solle entscheiden, ob die Maler» «Hilfen die zu wählende Kommisfion voll und ganz zu unter- en gewillt find. Herr Retzerau wie» darauf hin, daß die lfm durch eine feste Organisation und treueS Zusammen- halten wohl im Stande wären, ihre Lage zu verbefiem, daS könne man an anderen Gewerkschatten sehm. ES wäre Zeit, daß sämmtlich« Kollegm dieS einsähen. Die Maler, welche im günstigsten Falle 8 Monate im Jahre Arbett haben, wärm nicht im Stande, mit dem geringen Lohn, welcher jetzt diS auf 18 Mark herunter gehe, autzukommen, deshalb sollten alle Kollegen mit zum UnterstützungSfondS beisteuern, um im Falle einer Werkstäitenkperre die detteffendm Kollegen unterstützm zu können. Herr Gehrke meinte, daß der Steg be» stimmt auf Seitm der Gehilfen sein würde, wenn dieselbm nur fest zusammm halten. Die Meist' r(insbesondere die In» rungsmeister) wären bestrebt, mögluhst viele Arbeiter außer Thätigkeit zu setzen, um dadurch den Lohn immermehr her- unterzudrücken, deshalb ließen fie so gern deS Sonntag? arbeiten. Hierauf wurde folgende Resolutton angenommen:„Um eine Verbefierung der materiellen und geistigen Lage der Maler» gehilfm herbetzuführm, beschließt die heutige Versammlung-, 1) Den Minimallohnsatz von 24 M. voll und ganz durchzu- führm. 2) Eine Kommisfion zu wählen, wilche die Sache energisch durchführen soll. 3) In jeder Werkstatt einen Delegirten zu wählen, welcher mit der Kom- misfion in Verbindung zu tteten verpflichtet ist.— Femer verpflichtm fich die Malergehilfen, zum UnkerstützungS- fondS, und zwar die verheirathetm pro Woche 50 Pf., die un- verheiratheten 75 Pf. zu zahlen. Die Maler werden in der Zeit vom 1. brS 20. Juli die Arbeit bei dm Meistern nieder- legm, wo ein Minimallohn von 24 Mark nicht gezahlt wird. Gleickzeiirg verpflichten fich die Kollegen» keine Sonntag?» Ueberstunden und Akkordarbeit zu übernehmen. Um diese For- deruna energisch durchzuführm, verpflichten fich alle Anwesenvm, Mitglieder de» Gauvereini zu werden. Nachdem noch mehrere Redner im Sinne der Resolution gesprochen, wurde dieselbe einstimmig angenommen. Herr Gehrke stellte dm Antrag, so» fort Beiträge für den FondS abzuliefern, waS mit Beifall auf» genommen wurde. ES wurden von den Anwesmdm 102 M. 50 Pf. zum UnterstützungSfondS gezahv. Zum zweiten Gegen» stand der Tagesordnung, Wahl einer Lohn- und Konttol» Kommisfion, wurde deschloffm, die Kontrolkommisfion auS dem Gauverein zu wählm. Zur Lohnkommiifion wurden gewählt die Herren Springer, Bevollmächtigter, Pusch, Kasfirer, Bollert. Grätz, Hillebrand, Retzerau und Bucbholz(Beifitzer). Hierauf brachte Herr Schweitzer folgmde Resolution ein:„Die heute tagende öffentliche Versammlung der Maler protestirt gegm den Erlaß deS Herm Minister« von Vuttkamer, da durch Ver- wirkltchung Z-esei Erlaffei den Arbestem da? Koalitionsrecht genommen wird, und etwaige Ausschreitungen bei Stteik»% reitS auf Grund deS§ 153 der Gewerbeordnung bestraft werde« können." Nachdem Herr Schweitzer unter lebhaftem BeM der Versammlung für seine Resolution eingetreten, wurde W- selbe einstimmig angenommen. Herr Retzerau machte bekaim daß in nächster Zeit jedm Sonntag eine Versammlung fi®! finden soll. Herr Schweitzer forderte zum Abonnement w daS„Berliner Volkidlatt" auf, da dasselbe allein die Jntereßa der Arbeiter vertrete. Hierauf schloß der Vorfitzmde Herr mit einem Hoch auf die gerechte Forderung der Maler die xß" sammlung. hr. Im verein zur Wahrung der Interesse« Klavterarbeiter(bei Gratweii) lheme am Sonnabend# Vorstsende ein Schreiben auS Baltimore mit, in welche« e» ehemaliges Mitglied deS Vereins derichtet, daß der do: Fabrikant Spieß, da seine Aibeiter wegen Lohnreduktion Arbett eingestellt und er in Amerika keine Arbeiter bekomtw* kann, seinen Werlführer nach Deutschland geschickt habe, ram derselbe für ihn Arbeiter engagire. Der Kollege in Baltimo» weist darauf hin, daß die Aibeiter, die hinkommen mW um den Streik zu veretteln, einen schweren Stand in haben würden. Darauf wurde für den Bußtag eine Herr» partie nach Rüdersdorf verabredet. Die Mrttheilungen,«ew* der Vorsttzende der Lohnkommisston der Stellmacher über W* gegenwärtigen Streik der Berliner Stellmacher machte, bat? zur Folge, daß 50 M zur Unterstützung der streikenden machet bewilligt wurden. Herr Schaar(der jetzige Vorf und Herr Rüdiger berichteten über die schnöde Zurückwei die ihnen feiten« de« Fabrikanten Herrn Lalinger zu-y, geworden, als fie demselben gesagt, daß fie im Namen% Verein? kämen, um wegen der Lohnreduktionen mit verhandeln. Einem Kollegen, der bei Hnrn Lalinger die beit niedergelegt, wurde eine Unterstützung von 12 M. wwS lich bewilligt. Der Hinweis de« Herrn Sparfeld auf" Nothwendigkeit der Gründung einer Kasse zur Unterstüt arbeitsloser Kollegen veranlaßt den Vorfitzenden, zu erkli daß der Vorstand in Kurzem eine diesbezügliche machen werde. An die Mittheilung deS Vorfisendem™- Fabrikant W„ der einem Ardetter vom Lohn 50 Pf. in Abzug gebracht, zur Rückzahlung der 50 Pf.. worden sei, knüpfte Herr Rüdiger die Bitte, daß die V»-� Mitglieder dm Rechtsschutz immer nur für zweifellos betedpr Forderungen in Anspruch nehmen mögen. >f. ettojg i,Ä$ t. Ziehung d. 2. Klasse 174. König!. Preuß. Lotterie. Ziehung vom II. Rai ISM. Bit die»ewinue Ute 105 Marl ftn»»en betreffende» Numxer» tu Parenthese beigefügt. (Ohne Eewidr.) 8 M 212 84 CT 834 43 66 415 25 58 75[SO"OI 618 28 667 77 707 f» 25 27 883 69 96 98(1201 93;. 69 1003 40 46 77 112 37 841 47 90 631 683 89 789 93 839 92(180) 95(1 66 Si0o2 70 90 169 2' 8 33 374 449 85 96 660 69 89 646 60 798 842 44 60 76 927 52 76 8> 88 8( 15 020] 115 62 70 218 SO 33 13000) 316 75 90 403 72(1201 84(1201 632 63 80[120] 680 737 70 828 33 61 967 78 78 81 4071 93 1120) 150 63 62 66 201 70 362 426 674 86 87 96 769 878 84 88 5001 13 36 54 88 130 67 66 81 200 35 69 314 29 44 75[2401 89 443 67 560 77(1501 97 657 717 86 86 801 26 61 77 948 75«016 28 48 122 266 396 479[1201 654 66 769 83 1240) 843[129] 86 936 7149(120) 81 233 311 446(120) 603 663 67 76 734 50 812 41 45 90 916 96 8000 49 63 69 99 251 343 476(120) 616 600 9 55)18oO] 804 44 52 902»066 81 1120) 89�101[150] 34 68 88 289 360 94 4C7[120] 601 649 707 70 934 10033 123 28 90 279 443 577 600 96 768 808 82 904 29 96 11063 00 163 83 227 30 72 78 350 476(1601 516 27 91[120] 97 627 83 42 7u 709 16[160) 68 87 856[6001 98 933 76 86 1»234 401 3 28 666 97< 60 718 848 918 28 60 89 1 3049 74(120) 154 93|120| 2X7[12 000] 22 331 47 48 61 492 684 600 713 94 821(12a) 46 93 906 28 84 1 4035 38 116 36 43[2401 62 69 82 261 76 94 871 437 44 84 502[1201 21 23 59 757 77 864 961|1201 63 16065 75 79 121 38 64 85 255 88 92 329 40 85 400 54 770 80 816 46 922 86 95 99>»036 76 102 42 61(150) 65 61 259(160) 306 17 29 66 686 96 619 708 72 802 13(180) 18 904 20 36(120) 56(120) 17029 86 83 185 97 259 63 96 368 72(120) 418 66 62 79 535 81 84 98 611 65 70 710 41 49 54 61 91 857[120] 915 88 18043(120) 61[1501 102[120) 7 267 69 411 39 45 67 78[1201 96 606 46 56 600 9 722 858 935 19043 (1501 128[1501 50 325 60 401 M8 39 64 659 709 21[150] 29 71[150] 835 67 76 80[120] 86 977 20003 67 70 79 III(180) 86 90 208 18 659 710 37 78 865[1201 58 86 21064 204 6 9 17 1 9 83 600 69 644 729 8« 841 67 72 968 86 98_______ 68 266 335 5* 61 88 406 1120) 13 537 674 707 60 69 876 918 22 28238 68 93 324 86 422 44 46 63(120) 541 86 89 622 42 44 62 75 719 65, 6 79 809 940 24030 41 66 76 92 186 367 448 75 520 42 44 67 731 41 86 1120] 829 996 25009 62(150) 64 103(1201 18 47 66 70 88 26« 840[8000] 421 48 62 81 526 42 46 603[60(0] 67(1601 710 44 944 13000)» 66 26017 31 73 74(160190 138 49 267 366 73 91 405 6 20[150) 26 46 60 618 67 63 606 726 63 801 11 14 948 2 7086 101 18 862 66 424 35 508 60(180) illliSIIlfSB« ' 55 93 45 98 447 91 587(180) 632[120)63[240(69 68" 76"�7 98 927" 88 � 434 � �1%%" K1K% &va3%� &%1«WÄ K KW« 40098 34 41086 [120 60 75 737 800 43 4*003 69 102 72 381 418 686 602 4 14 26 6% 79 718 26 60 90 832 40 69 69 72 83 915 23 31 69 43066 166 78 21 0 416 19 36(120) 611 321 62[1201 84 403 S iOOÖ 43 64 149 29 49«8[120 88 823 54 435 40 74 676 686[1201 719 41 98 81� 60(1601 912 46 4 4 016 29[12 I 33 66 149 72 207[120) 333 478 76 90 665 728 60 63 800 8 82 905 68.. 45004 162 89 230 90 306 419 28 664 75 80 86 693 748 7* 811(120) 941 4B003[1201 33[150] 97 117 160001 29 214 98 862 602 83 779 82 99 832[150) 993 4 7004 37 52 116 46 93 219 31 Xfi 36 66 77 446 656 629 40 88 743 824(1201 36 73 4«062 80 142 � 322 416 67 756 71 86 831 64 66 85 93 968[160) 76 4«083 89 76. 7 83(180) 806 432 41 47 1120) 49 67 502 27 60 65 668 717 W 89 811(1801 58 956 88«1 � 5»030 73 92 241 83 303 45 419 67 70 88 502 47 607 33 796'W 28 42 85 907 39 78 95 51 048 265 67 78 87 97 402 24 90 94 60 69 84 616 38 746 62 92 814 32 55 73 91 52006 42 68 70 W'S- 301 36 82 93 442 52 96 619 78[150] 623 716 81 88 92 804 2b 5-£* 86[3000) 53047 129 203 49 82 83 374 447 63 67 516 69[1%| 624 739 866 75 86 946 5 4028 33 68 239 64 369 447 56 oo7 606 46 797 83t 14 41 933 79 rlonl iztl 55002 63 219[120) 26 11501 60 58 88 1120) 302 40 43[12yLW 517 23 24 76 721[1201 47 61 82 91 881(150) 912 37(120) 72;# 66 63(120[ 183 208[240) 60 310 99 407 60 5 4(1201 37 617 86 jj,. f 843 909 1160 5 7001 7 93 177 80 93 331 406 93 644[2401 617, 769 928 71 5MoSO 32 87[1201 III 78 201 206 80 40. 6 f Rt 511 60 621 32 65 880[1801 96 933 78 59123 284[1201 93■'J?#* 421 63 68 573 89 98 99 612 18 24 89 712 14 48 49 61 73 97. 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GMarta» Theater. Amor. Tanz. Poem von Luigi Müvzotti._.,.. Loutseuftädttsche» Theater. DaS lachend« Deutschland. SSSSS-nÄ'Ä«MW*. »orfiellung._ ..-M»._»assaae 1 Tr. 9 M— 10 1. tgy Neu! Z. erste« Male:«lgter. «we Wanderung durch da« Mesengebtrge. Hertha.«etse. Karolinen- Insel»,«we Reis« 20 Pf.«inder nur 10 Pf. Soeben erschien Nr. 28 de? „FSabrm ZaKov". Zu beztthm durch die Expedition. Zimmer- raße 44.[1229 Allen Kollegm die betrübende Nachricht, daß der Inhaber der Stuck- und Cement- gießerei. Herr Etuckateur R. Keller, SolmSstraße 12, nach langem schweren Leiden am 10. Mai früh 3 Uhr verstorben ist. Die Beerdigung findet am Donnetstag den 13. Mai, Nachmittags 4 Udr, von der Leichenhalle de? Malthäi-Kirchhofei auS ttatt u.bittm wir um rechtregeBetbeiligung. Der Derei» der Ktuckateure Kerlin«. Mertrstatt-Delesirten-Nerfammluna der Buchbinder rc. Mittwoch, dm 12. d. M. Abend» 8'/, Uhr. Kaiser Franz-Grenadler.Platz Nr. 7. Die Werkstätten werden oufgef. rdert, zu dieser Versammlung Delegtrte zu entsenden.[1621 Derei« zur Dertretung der Interesse« der Arbeiterin»»».(1624 Oessentliche Mitglieder-Versammlung Donnerftaa, den 13. Mai, Abend« 8'/, Uhr, t» Gratweil'S»ierhallen, Kommandanten- Straße 77/79. Tagesordnung: 1. Vorttag. 2. Diskussion. 3. Verschiedene». Gäste haben Zutritt, neue Mitglieder werdm aufgenommen. Der Vorstand. Der Derei« zur Mahr««« der Interesse» der Tischler macht am K-nntao, den 16. Mai. eine[1620 Derren-Fntzpartie nach dem«rnnemald. Abfahrt MoraenS 5 Uhr vom Schlefifchen Bahnhof. Für Nachzügler Abfahrt früh 8 Uhr vom Anbatter Bahnhof. Treffpunkt und Ren- dezvouS Bahnhof Grunewald. ssoose zur Rothen Lotterie a 1 Mk.(Ziehung 27. Mai.) Hptaew. W.: Mk. R>000. 20000, 10000, 5000, 4000, 3000»c. Ulmer Geld-Lotterie a 3,25 Mk.(Zlebung 24.-26. Mai.). s Hauptgew.: Mk.75000, 30000, 10 000, 2 a 5 000 rc. in Boot ohne Abzug. Bichard Schröder, w., Markgrafenftraße 46. G-ndarmenmarkt.[1606 Wo speise« Kl«? In der ersten alten pom» merschen Küche, Oranien» MZW Abmdtisch, v. 30-50 Pf., nach AuSwahl. 1440 9'**n erschieß im Au SojiBlberaotiralie m dem deutsche,«eich-t-ge. Viertes Heft Mr Vereine und Versammlungen� � lich, euch Sonntag. V-r-ntt� freien Bmuvung emvllehll B. Nieft, Kommandanten ltrahe De _ Kos parterre. 7?. Elegante Herren-»* Knabe«' A 1607 1 Pinne, 20 Einige SchlafM.,!) ..w, «eraxvtoorliUbu«U-atieur«.»ranftr.» ia B-rUn Druck und Verlag von Mas Lad�g in 8Kl{n 2Wi>£��,5, 2.--&*** (iß* Beilage zum Berliner Bolksblatt. 110. Mittwoch, den IS. Mai 188«. III. Zw Emilttmz mi Dlidwiz Kirne. L 6. Mai traten eS hundert Jahre, daß in Franl'urt um Mam ein Mann geboren wmde, vrffen Name„bewundert in und viel gescholten" ist— Ludwig Börne. Wir schelten M nicht; möge et von Solchen, die die höchste Tugend darin ijm demüthig und winselnd und schmeichelnd vor der Macht i}.v ifrtn' tm Hüffe genannt werden, wir nennen ihn in Liebe an. m v'tn ihn als Pionier der Freiheit, als gründlichen Haffer M'°mmundung. den geichwornen Feind der Alleiregiererei, n!. �undlodtmachung des Volkes, den entschiedensten Verfolger o.. �tandetung, deS RoletlirenS mit der Gewalt, den großen «Mmopolilenund tapfern Vorlämvferfür die Völkeroerbiüderung, Sii?.unbeugsamen Freund der Wahrheit und Gerechtigkeit,— in Allem als den glühen Zen Patrioten, der sein Vater« - te, wie ein edler Mensch nur immer eS lieben kann, jK,„ lrti und glücklich sehen wollte und deshalb, in einer �„ fer Erniedrigung und grenzenloser Erbärmlichkeit, dem U'id den Machihabern j-ne harten Strafpredigten hielt, die m noch heute in den Augen feiler Schranzen und blöder Philister !..''�ffenswerih" erscheinen laffen, trotzdem der famose Profeffor �leirschke-or einigen Jahren alles Ernstes schrieb, der '"dpunkt deS„Hochoerräthert" Böme sei ein längst über- Horner. Die Wahrheit ist die, daß Börne seinem Zeitalter bedeutendes Stück vorausgeeilt war, und daß in seinen % große« Vermächtniß an die Gegenwart enthalten JL. WaS thuis, daß unsere After- Gelehrten und After- M°�n da« nicht einsehen? Deshalb ist'« und bleibt's doch l.Ndige Wabrhett: die kann mit einem apodittischm„Ueder- und„Ueberwunden" nicht aus der Welt geschafft ifnä kommt Börne hier hauptsächlich als politischer Sö-u i v" in Betracht. Einer»erfahrenen und lächerlichen .du«. n gegenüber- kühn erhob in Deutschland, nachdem Ltf," t �e und treue Voll da? Joch des Korsen gebrochen einnint y" Absolutismus, die Willkür der Herrschenden noch %Iea«i« Haupt; statt Freiheit und Einheit als„Preis des helt...'S1 dem Volke neue Knechtschaft und neue Z-rriffen- Und kL geworden: die Wahrheit ging In Ketten, gunien rn Gedanke der Freiheit, die Liebe»um großen waren». i � lande,„so weit die deutsche Zunge klingt," daS zu eu ,1«rößten„Verbrechen", die der biedere Deutsche fich " den kommen laffen konnte.� Wer die traurige, für ad iT �t{flen muß man nicht sprechen, man muß ste er» sSlffU- denn die Angst ist ihre einzige Gerechtigkeit und die ex ihre ganze Moral":— der wird ferner begreifen, wie R,,..?'.irregeleiteten und konumpitten Voll gegenüber das SWrt/n."dachtete,„es zu ärgern". Nach seinen eigenen wuß dirS Rezept:„Schiller meint, den Deutschen mm �u>l>rden'tst?°� l,Qtan u>ahr geblieben, waS daran überflüsfig oetletien und zu" glauben. daS sei danit nicht jener falsche Patriotismus, der in �ret" B�%.*** stch begreift, zum„täuschenden a'®0 iich dieser„täuschende Verführer", wie ein recht .�>IirW�"1urige, überall so breit macht; wo fich gegen jeden fetnh." Fsind deS Regimes da«„Kreuzigt ihn, er ist Reich». so vaterlandslos", im wüstesten ChoruS erhebt; wo der lorität �.ürzüchtete, mit den Kränzen einer falschen Popu- feiert, ��mürfte,„gouvernementale Geist" seine„Triumphe" Haupt!«, die und da dieser und jener Staatsmann kühn de« Werk," 0,ln- ohne von unsterblichem Gelächter übertönt zu heute f""mfr nicht will, wie ich will, der ist kein Patriot".— so rech» � n?*1' � Böme'« Definition deS Patriotismus noch ZRuto tn Ne�ing, stete Bereitwilligkeit und der unerschütterliche sicher s>.i/ f.aä Glück, die Ehre, den Ruhm, die Freiheit und Mne Aon. Landes thälig ,u sein, und dabei kein Opfer, W Illg.«. �ll.nng zu scheuen, fich von keiner Gefahr abschrecken DasOUnJ w ks. waS wir Liebe de« Vaterlandes nennen. fönnen.' et Ruhm, die Freiheit und die Sicherheit eines Landes »wei Sellen dedrohet werden, von außen und von dich Uebel. die von außen kommen, find seltener, es ""Ben i?.i Berletzungen und ste gleichen den Verwun« Nicht urenschlichen Körper». Sie find schmer�ich, aber fressen. können dm stärkste, und gesundesten Staat heilen- oi/'n' Me von innen kommen, gleichen den Krank. Horben» SLr*, �ufiger und bösartiger, denn fie setzen ver- �h'nsor�,.' � fehlerhafte Konstitution oder ungeregelte .welche die»5�»'naus. Nun jjaben aber die Machthaber, #%"%%%% fertÄ&r K ♦�rötheteiLsS?»«dämmt und unter dem Namen Landes- - rtm WW W rnachm wußten." Da« find herrliche Wolle, in denen unsere Chauvinisten fich spiegeln könnten I Aber das thun fie nicht; fie ahnen ganz gewiß, daß fie eine jämmerliche Fratze erblicken würden und fahren deshalb fort, fich einzureden, fie seien die fletschgewordene Tugend deS Patriotismus mit erhabensten Zügen. Parlamentsberichte. «bgeordnetenhau«. 71. Sitzung vom 11. Mai, 11 Uhr. Am Ministertische: von Goß ler und Kommiffarim. o. DaS HauS setzt die gestern abgebrochene Berathung über § 1 deS Gesetzentwurfs, betreffend die Anstellung und daS Dienstverhältntß der Lehrer und Leh. rerinnen an den öffentlichen Volksschulen im Gebiete der Provinzen Westpreußen und Ptosen und deS Regierungsbezirkes Oppeln, Abg. Hobrecht Mrt°uS daß es fich bei diesem Gesetz nicht um ein gen-relleS UllerrrchtSgesetz handle, welches an der Hand deS Art. 24 der Verfassung ausgestaltet werden müsse, sondern um ein Gesetz iür einzelne Landettheile. durch welches der durch Art. 112 auftecht erhaltene Rechtszustand auf dem Gebiete deS Schulwesens zur Zeit deS Eilaffes der Verfassung theilweise abgeändert werdm solle. Der Vorschlag der Kam- misston enthalte nicht eine Ausführung des Art. 24 der Ver- fassung, sondem nur eine Aenderung de« bestehenden Jnteri- mistikums. Dadurch, daß die Kommisfion ausdrücklich die SuSpendirung deS Artikels 112 für die in Frage kom wenden LandeStheile ausspreche, werde allen verfaffungS- mäßigen Bedenken Rechnung getragen. Die Gegner des Gesetze« wollen daffelde hauptsächlich um deSwillm nicht weil e« ein Ausnahmegesetz, ein Kampfgesetz ist, weil � der Regierung ganz unnöthig viel zu weit gehende Befugnisse einräumt. Indessen, wenn eS auch den An- schiin hat, daß dem so wäre, so entscheidet doch der Inhalt, daß es kein Kampfgesetz in dem gehä stgen Sinne des Wortes rst. Je mehr man fich mit der Vorlage bekannt macht, desto mehr verschwinden die Bedenken. Die Absicht des Ge- setzes ist lediglich die, daS UnterrichtSwesen in destimmten Landestheilen zu verbeffern in höherem Maße als eS bisher möglich gewesen ist. Tie«enntniß der deutschen Sprache ist für die polnische Bevölkerung die notwendige Vorbedingung die Tbeilnahme am öffentlichen Leben, und wir erweisen ihr eine Wohlthat, wenn wir ihr die Kenntniß der deutschen Sprache verschaffen. Man wolle doch nicht die Bedeutung deS Anstellungsrechtes der Gemeinden übertreiben: die große Mehr- zahl der Patrone ist gar nicht in der Lage gewesen, vollkommen frei ihre Wahl zu treffen; meistens erbaten fie fich von der Behörde die Empfehlung eines Lehrers. DaS Wichtige ist, daß die Regierung die freie Befugniß der Versetzung der Lehrer von einer Stelle zur anderen bekommt. Man kann ja nie von vomherein ermeffen,.„.y.h..de5. vym Seminar kommende iunae ist. Ein fichereS Urtheil über die Qualifikation der Lehrer ist doch erst zu erlangen, wenn fie längere Zeit in der Praxis fungirt haben. Die Befugniß der Regierung ist um so wichtiger, alS eS fich um Gebiete handelt, in denen zwei Sprachen gesprochen werden, dadu ch wird in erhöhtem Maße die Möglichkeit gewährt, den richtigen Mann an die richtige Stelle zu setzen. Nebenher geht allerdings dann auch noch die Möglichkeit, den Lehrer einem ihm schädlichen Einflüsse zu ent- ziehen. Ich kann Ihnen daher die Annahme de« Gesetze« nur dringend empfehlen.(Beifall bei den Nattonaltiberalen.) Abg. Winvthorst: Die Vorlage hat ihr Bedenkliche» nach zwei Haupttichtungen hin, einmal soll ste in den Lande». theilen, für welche ste bestimmt ist, germanifiren, zweitens bricht fie ein in die ganze Grundlage unserer vettaffungSwäßrgen Bestimmungen über das Schulwesen und schafft ein Präjudiz. daS noch die bedenklichsten Folgen haben wird. Ich bin der Meinung, daß, um da« gefleckte Ziel zu erreichen, daß nämlich jedeS K.nd, wenn eS die Schule verläßt, deutsch sprechen kann, die Einrichtungen, welche wir haben, vollkommen ausreichen. Wenn eS nicht überall erreicht ist, so gebe ich die Schuld daran der jetzigen Schuloerwaltung in höherer und niederer Instanz. Jetzt soll mit Windeieile Alles durch ein Ausnahme- gesetz der allerbösesten Art nachgeholt werdm. Alle», waS mangelt, ist, soviel ich über die polnischm Angelegenheiten hier gehört habe, lediglich eine genügende Zahl von Schul- l'brern: wenn wir aufgefordert würdm, nur diesem WÄ'iÄ ö-'« läge ist eine ganz andere, e» ist ein unzweideutiges Kampf. geietz. wa« zu widerlegen fich Herr Hobrecht vergeblich bemüht hat.(Sehr gut! im Zentrum.) Ich werde daher gegm das Gesetz und gegen alle Amendements stimmm, außer für die- jenigen, welche stck darauf richten, den Geltungsbereich deS Gesetzes zu beschränken, und ich hoffe, daß dieS meine politischen Freunde auch thun werden. Nun ist gesagt war« den. daß da« Gesetz der Verfaffung nicht widerstrebe; wenn fich die Herren so leicht darüber hinwegsetzen, dann sehen Sie dm Emst des Schritte, gar nicht ein. Die Bestimmungen der Artikel 20—23 unter Hinzuziehung von Art. 112 mthaltm die Grundlage, auf welcher daS verheißene UnterrtchtSgesetz aufge- baut werden soll. Als man diese orundlegenden Bestimmungen beriech, bestanden in der ganzen Monarchie die verschiedendm ää% lax rn# den Eltern und der Familie dm ihnen zukommenden Eirfluß auf die Kinder. Die« Alles wollm Sie wegen einer venneint. sWMMW #### bitte Sie, verwerfen Sie das A s-tz und alle Anteäge. Bewilligen Sie ein gutes Stück Geld zur Errichtung von Schulen und Seminaren, zur Anstellung von Lehrern verwen» den Sie dazu tüchtige junge Leute, dann werden Sie den Zweck, den Sie wollen, erreichen, mit dieser Vorlage erreichen Sie ihn r.rcht.(Beifall im Zentrum.) Kultusminister v. G o ß l e r: Der Abg. Windthorst hat» um Stimmung gegen daS Gesetz zu machen, die schwierige Frage der Konfesfionalität, der Stellung der Kirche zur Un« terrichtSfreiheit in die Debatte gezogen. Hier handelt es fich lediglich um die Anstellung der Lehrer und der Vorredner rst den Beweis schuldig geblieben, daß dieser G s'tzentwurf eine Verletzung de« Art. 24 der Verfassung enthält. Nach dem« selben gebührt die Anstellung der Lehrer dem Staat, und e« ist nur die Ausführung eines verfaffungSmäßigen GeundsatzeS, wenn dieses Gesetz dem Staat datjenige Recht otndrssrt, welches ihm nach der Verfassung gebührt. Die Zurückhaltung, welche fich die Regierung bereits in der erflen Lesung gegen« über der Verfaffung. frage auferlegt hat, hält ste auch heute fest. Wenn der Sinn deS Art. 24 absolut feflstände, so könnte man sehr leicht zu einer destrmmten Auffassung gelangen. ES giebt kaum zwei Redner, w-lche über diesen Gegenstand dieselbe Meinung haben. Die Regierung wird auch jetzt, wenn die Majoritätsparteien die Verfaffungidederken in den Vordergrund schieden, ihnen nickt bestimmt entgegentreten. Wir wollen den Gemeinden kein Recht nehmen. Die Ge- meinden haben in den Bezirkm, mit denen wir es hier zu thun haben, so gut wie gar kein Recht in Bezug auf die Anstellung der Lehrer. Von einer Heranziehung der Kommunen kann nur da die Rede sein, wo die Städte unmittelbar die Unterhaltung»« vfl cht der Schulen haben. Da befitzen die politischen Ge- meindm allerdings ein Anstellungsr-cht. In Posen find eS nur sehr wenig Städte, welche im Laufe der Jahre daS Schul« budget auf ihren städtischen Haushalt übernommen haben. Die Rechte der Patrone find vollständig klar. Die Verfaffung hat nur die Rechte der pol tischen Gemeinden garantiren wollen, und diese Reckte bleiben hier unangetastet. Was die Lage der Lehrer nach diesem Gesetz betrifft, so glaube ich, daß der Haupt» wünsch unserer Elementarlehrer dahin geht, unmittelbare StaatS» beamte zu werden, auS guten Gründen, denn fie fühlen fich in den Händen de« Staats immer noch unabhängiger als der Regel nach in in den Händen irgend einer Gemeinde. (Lachen links, Zustimmung rechts.) Die Lehrer würden in keine schlimmere Lage kommen, alS alle anderen VerwaltungS- beamten. BiS zur Emanation deS SchulauffichtSgesetzeS Huden die geistlichen Schulinspektoren in den polnischen L mdeSth-ilen auf die Lehrer einen Druck ausgeübt, dem diese nicht nuh- gewachsen waren. Tausende und aber Tausende von Lehrern find von der Regierung angestellt worden, haben Sie jemals gehört, daß fie fich als„willenlose Werkzeuge der Regierung" fühlten? In weitgehendster Weile Huben die Lehrer von ihrem Wahlrecht zu Gunsten der Fort'chrittSpartei oder deS Zentrum» Gebrauch gemacht, aber haben Sie jemals gehört, daß einem L'hrer deswegen irgend eine Schwierigkeit erwachsen sei? aus die zwersprachrgen ca) irren unuiciiunt" u«u,„„..r praktisch undurchführbar. Ich kann Sie nur von Neuem bitten, mit dem ganzen Ernst, den diese» Gesetz erfordert, dem poli« tischen B-dürfniß unseres Lande» entgegenzukommen. Der G E. ist nothwendig im Interesse der«ufrechterhaltung deS deutschen Elements und der Zuiückorängung deS polnischen Elements, welches die guten deutschen Einflüsse überwuchert. Abg. von Zedlitz: Der Abg. Windthorst ist au» der Friedensstimmung der letzten Tage sehr rasch herauigekonmen. Wenn er einen energischen Kampf zur Beseitigung de» Schul- aulstchtSgesetzeS in Auifickt stellt, so übernimmt er damtt die Rolle deS»ngreifer» im Kampfe um die Schule. Ich bin ihm dankbar, daß er wettere M ttel zur Herstellung neuer Echulstellen bewilligen will, aber alle diese Mittel nützen nicht, so lange die polnischen Mttbürger fich nicht asstmiliien lassen. Mit den Elementen, die wir bekämpfen, ist nickt zu vattiren. Wir müssen die niedere Bevölkerung sckäblicken Einflüssen ent- ziehen. Die V rfaffungsbedenken der Herren Windthorst und Borsch scheinen mir nur gemacht zu sein, um dem Gesetz einen Knüttel zwischen die Beine zu werfen. Abg. v. S t a b l e w S k i: Die Vorlage verfolgt unstreiliz den Zweck der vollständigen G.rmanifiiung der Polen. Herr o. Rauchraupt hat dieS auch zugegeben. Die Prollamirung dieses Satze» könnte leicht anderSwo zu Repressalien gegen daS Deutsckthum führen. Die Regierung muß doch mit dem öffentlichen Gewissen Europas rechnen. DaS ist eine Beruhigung für uns in dies-r schweren Z-it. Wo find die Be« weise für die Noihwendigkert diese» Gesetz-s? Es wird eine Zeit kommen, wo die Väter dieses Gesetzes ihre Hände werden in Unschuld waschen wollen, gerade wie beim Kulturkampf. Man wird erkennen, daß auch die importirten Lehrer den be- abficktigten Zweck nicht erreichen können. Sie werben den Wide stand gegen den GermantstrungSoersuch nur vermehren. (Beifall bei den Polen.) Abg. Wehr(Könitz): Die Frage der Nothwendigkeit deS Gesetzes wird von Allen, die mit den Verbältn ffen näher vertraut fi�d, bejaht. ES ist ein Hauptzweck deS G-setzeS, dcß der Lehrer den Einflüssen und Agitationen entzogen werden soll, die stck in den Familien geltend machen. Wir wollen unS die Polen durch daS E lernen der polnischen Sprache asstmiliren. Dieser Zw ck wird freilich nicht ganz erreicht werden, denn die Mittel» welche zu diesem Zwecke bereit gestellt werden sollen, find durchaus um zureichend. Vor Allem müssen die Schulbezirke verkleinert und die genügende Anzahl von Lehrern angefl-llt werden. In den drei Bezirken Posen, Brombera und Marienwerder allein fehlen unS nicht weniger als 1800 Lein er und 1200 Sckulklassen. Nun steht der Nachtrogsetat im Extraordinmium 2 Millionen für Schulreubauten und Errichtung weiterei Klaf« sen vor, ein gegenüber dem angeführten Marko gar z verschwindender Betrag I In der Kommtiston hat der Minister fich da« bin ausgelassen, daß die Regierung bereit s i, eoent. mit dem letzten Heller einzutreten, um dem Bedürfniß zu genügen, und ick möchte im Anschluß daran die Regierung ernstlich bitten, alleS aufzubieten, um daS Gesetz wirksam zu machen, wenn wir einmal die Mittel haben werden— wa« vielleicht schon in fü'.f I rhren der Fall sein kann, wenn wir den neuen Epiri- luSfegen bekommen haben— soviel als möglich zur Erleichte- rung der Gemeir-deschullasten, die unerträglich find, auf diesem Wege beizutragen. Damit wird auch die Stellung des Lehrer» zu den Gemeinden haltbarer gemacht; zur Zeit ist eS ein wahres Uebel, daß die Lehrer von den Gemeinden miß« muthig angesehen werden, weil eben die Ueberdürdung mit Kommunalschul lasten so drück-nd empfunden w rv. Ich bade deshalb auch in der 9om lifffon bereits die U�der« tragung der Schullasten auf einen größe-en Verband, den Krei», angeregt. Ich empfehle die Annahme deS§ 1 nach den KommisstonSvorschlägen. Meyer(Breslau): Auch meine Partei stimmt voll- lommen dem Grundgedanken zu, daß der Staat seiner Pflicht genügen soll, die Kinder auch in den polnisch redenden Lande». theilen zur Kenntniß der deutschen Sprache heranzuziehen, und daß er dieser Pflicht in höherem Maße genügen soll, als di». her. Indem wir die Kinder polnischer Nationalität anhalten wollen, deutsch zu vnfichen und deutsch zu sprechen, denken wir gar nicht daran, gewaltsam zu germanifiren,«eil wir e» einfach für unmöglich halten, daß man durch mechanische Maß- regeln an ideale Güter rühren kann. Wir wollen au» den Polen keine Deutsche machen, wir stimmen jener Tendenz zu in der wohlwollenden und fürsorglichen Abficht, ihnen für den Kampf um» Dasein eine Waffe in die Hand zu geben. Wir haben in Preußen den Schulzwang, wir betrachten ihn al» Grundlage unlere» Staatsleben» und wollen nicht daran rütteln. Die Kinder sollen danach angehalten werden, etwa» zu lernen, selbst wenn die Eltern pflichtwidrig genug sind, sie in Kenntnißlostgkeit zurückzuhalten. Deshalb dilligen wir auch den Zwang zur Erlernung der deutschen Sprache. Nun giedt e» polnische Preußen, welche ihre Landsleute verhindern wollen, deutsch zu lernen; wir erleben ja, daß namentlich junge Leute polnischer Nationalität vor Gericht Unkenntniß der deut- schm Sprache fingiren und einen Dolmetscher verlangen. Solche» kann nur in Folge äußerer Einwirkung geschehen, durch welche den Polen durch ihre eigenen Landsleute ein schwere» Unrecht angethan wird, und dem wollen wir ent» gegentreten. Wir würden e» auch für kein Unglück halten, dafür«in AuSnohmegesetz zu machen; leider aber stehen wir vor der fatalen Fügung, ein Ausnahmegesetz machen zu sollen, wo da» Regelgesetz noch nicht gemacht ist und wir Gefahr laufen, au» der Ausnahme ein Piäjudiz für die Regel zu schaffen. Um dem zuvorzukommen, habe ich mein Amendement eingebracht, welche» den Geltungsbereich de» Gesetze» auf die- jenigen Schulen einschräntt, wo der Lehrer, um sich seinen Echülem verständlich zu machen, auch polnisch sprechen muß. Eine Schwierigkeit, diese Schulen zu erkmnen, liegt nach meinem Dafürhalten nicht vor. Ich wollte mit diesem Amendement einigen Städten aufhelfen, denen sonst nicht geholfen werden kann, namentlich der Stadt Fraustadt. In« zwischen hat uns die Regierung die Zustimmung zu der Vor läge durch die gewählte Form sehr ersebwert. Sie hat das Ge- setz für einen übermäßig ausgedehnten Geltungsbereich gefordert und e» darauf ankommen laffm, od ihr davon etwas abge- drangen würde. Die Aufnahme de» Regitrungsbezilk« Oppiln war ganz unmotivirt, und selbst«ine so deutsche Stadt wie Danztg sollte unter dem Gesetz stehen! Dann aber fordert die St-llungnahme der Regieruna' zur Verfaffungsfrage eine herbe Kritik herau». Nachdem die Regierung fich in der Kommisfion gegen die aufgetretenen VerfaffungSbedenkm nur schwach ge- wehrt, erklärt heute der Minister, fich der Leitung der Ma- joritätSparteien überlaffen zu wollen. Diese Haltung ist in keiner Weise zu billigen. Die Regierung hat fich über jede Vorlage und deren Vereinbarkeit mit der Verfaffung zunächst eine eigene Meinung zu bilden und diese gegen alle Parteien entschieden zu ver- fechten, nicht aber fich von einer Kommisfion oder von Majoritätsparteien Verfaffungsfrage» au» der Hand nehmen zu laffen.(Sehr richtig! link» und im Zentrum.) Etwas anderes wäre ei noch, wenn e» fich um eine bloße Uedergangibestimmung handelte, wenigsten» würden wir un» in diesem Falle leichter zu einer Aenderung entschließen können. Nun find aber alle Vorfragen, ob da» Gesetz gegen Artikel 24 der Verfaffung verstößt, od e» neben demselben bestehen kann, ob und wie derselbe eventuell abzuändern ist, noch ungelöst. Auf die direkte Apostrophe de» Abg. Windihorst erkläre ich namen» unserer Partei, daß wir Alle der Anficht find, daß die Grundsäße der Art. 24 und 25 und s. f. aufrecht erhalten und in dem Sinne, wie fie erlaffen find, weiter gebildet wer- den müffen; auch für da» Schulauffichtsgesetz werden wir ein- iirnrnen modeme Wiffenschast gerichteten Angriff de» Abg. Windt- borst entschiedenen Widerstand leisten. Herr Windtho st wird fich in un» nicht irren. Wir stehen fest zu allen Grund sätzen der Verfaffung und wünschen namentlich auch, daß da» Anstellungsrecht der Gemeinden den Lehrern gegen« über gewahrt werde. Daß da» Gesetz neben Art. 24 best hen könnte, daran kann nur eine rein buchstäbliche und formalrstische Auslegung der Verfaffung glauben, und zu meiner Freude find ja auch Nationalliberale und Freikonservattve dieser Meinung nicht. Die Art. 24 und 112 haben den Sinn, daß gegenwärtig gesetzlich bestehende Zustände, welche dem Grund- satz de» Art. 24 nicht entsprechen, einstweilen aufrechterhalten werden müffen, daß aber, wenn ein Gesitz erlaffen wird, diese» den Art. 24 au» einem theoretischen Grundsatz in aktuelle» Recht zu übersetzen hat. Ob aber da» vorliegende Gesetz mit der Tendenz de» Art. 24 in Einklang zu bringen, ist eine noch ungelöste Frage; deshalb kommen wir auch zu einem von liqnet und stimmen gegen§ 1 und gegen da» ganze Gesetz. Eine bloße Anhörung alt den Sinn de» VerfaffungSworte»„Be- theiligung der Gemeinden" hinzustellen, hat doch schwere Be- denken. Es wäre lein Schade für die Behandlung der S-che, wenn da» Gesetz einstweilen liegen bliebe und die Regierung fich ein Jahr lang überlegte, ob nicht die Reform dann auf auSgebreiteterer Grundlage in Angriff zu nehmen sei. Abg. Windihorst protesttrt gegen die Insinuation de» Minister», daß er die Polen zur Agitation aufgefordert; er habe lediglich die nothwendigen Folgen der geplanten«setz. geberisch-n Maßregeln dargelegt. Daß Herrn v. Zedlitz mein Schweigen friedsamer vorkommt, al» meine Reden, claube ich wohl; ich habe bei ihm genau dieselbe Empfindung.(Heiterkeit.) Wenn Herr v. Zedlitz übrigen» annimmt, daß wir fortan ganz nach den Wünschen der Herren Freikonseroativen stimmen wer- den, so int er sehr; wir werden ihm da» hier und im Reich». tage beweisen.(Erneute Heiterkeit.) Damit schließt die Debatte. § 1 wird darauf in folgender Fassung angenommen: „Die Anstellung der Lehrer und Lehrerinnen an dm öffentlichm Volksschulen erfolgt, insoweit die Anstellung seither nicht dm ch dm Staat stattfindet, mU der Maßgabe durch dm Staat, daß 1) jn Städtm vor der Anstellung der Magistrat und die Echuldeputation, sofern aber die Schulunterhaltungs- pfltcht nicht der Stadtgemeinde, sondern einer oder ?"brertn Schulgemeinden(Schulsozietätm) obliegt, statt de» Magist! at« der Vorstand der betheiligten Schul- gemeinde(Schulvorstanv), 2) auf dem Lande bei Gemeindesckulm der Gemeinde- (Guts-) Vorstand, bei Sozietältschulen der Schulvor- stand darüber zu hören ist, ob Einwendungen gegen die Person de» für die betreffende Stelle Bestimmten zu erheben ist. Auf Beschwerden der Anzuhörenden entscheivet der Unter« richtsminister. Alle hinfichtlich de» Ernennung»-. BemfungS-, Wahl- und DorschlapSrechte» bei Besetzung von Lehrer, und Lehrerinnenstellen an Volksschulen den bestehenden Vorschriften entgegenstehenden Bestimmungen treten außer Kraft. Der Ar- tikel 112 der VerfassungSurkunde wird, insoweit er den vor- stehendm Bestimmungen entgegensteht, für dm Geltungsbereich dieses Gesetze» aufgehoben." (Die ersten beiden Absätze entsprechm dem Antrage von Rauchhaupt.) Für dmselbm stimmen die Konservativen, Freikonserva« tiven und die Nationalliberalen. Mit der Minorität stimmen die Abgeordneten v. Meyer» Ainswalde, Sock, v. d. Reck und Gerlach. § 2 will da» Disziplinargesetz für die nichtrichterlichen Beamten auf die Vollsietullehrer und Lehrerinnen der durch da» Gesetz betroffenm Bezirke ausdehnen.§ 3a trifft Bestimmungen über die Umzugtkoftm. Abg. Spahn spricht fich gegm die Paragraphen au». Abg. Dirich let: Es ist ganz in der Ordnung, daß die Kosten au» den in Folge diese» Gesetze» eintretenden Massen- Versetzungen auf die Staatskaffe übernommen werden. Nur ein Punkt bleibt unklar. Man wird die Lehrer für Posm und Westpreußen nur au» Gegmdm nehmm lönnm, wo die pol« nrsche Sprache gesprochen wird, ohne daß die polnische Pro- paganda dort Bodm gefunden Härte. E« können da nur zwei LandeStheile in Betracht kommen, der Regierungsbezirk Oppeln und da» ostpreußische Masuren. Ich bitte die Staats- regieruna um Auskunft darüber, ob fich dieselbe ermäch- tigt halt, auch Wesen Gemeinden im Oppelner Bezirk und in Masuren We ihnen durch die Versetzung der Leh rer erwachsenden Kosten zu ersetzen. Eine solche Auskunft ist wichtig. Man kann doch diese Gemeinden, die der polnischen Propaganda fern stehm, nicht mit ihrem Geldbeutel ver- antwortlich machm für die politischen GermanifirungSbestre düngen der Regierung. Das würde eine große Härte sein. Die Debatte wird geschloffen.(Abg. Dirichlet: Die Regierung schweigt. Hetterleit.) 5— r LS 2 und 3a werden unverändert angenommen. § 2a bestimmt, daß das Gesetz auf die Sladtkreise und im Regieruna» bezirk Marienwerder auf die Erädte mit mehr al» 10 000 Einwohnern keine Anwendung finden soll. Die Adgg. Büchtemann und C z w a I i n a wollen auch in der Provinz Posen die Städte mit mehr al» 10000 Einwohnern ausgenommen wiffen. Die Abgg. v. Rauchhaupt und Wehr(Könitz) wollm da» Gesetz auch auf den Regierungsbezirk Danzig ausdehnen. Der letztere will die in diesem Bezirk belegenen Städte von mehr al» 10000 Einwohnern gleichfalls ausnehmen, während Abg. v. Rauchhaupt außer den Stadtkreisen de» RegierungSbezirr» Danzig auch die Landkreise Deutsch Krone, Martendurg, Rosen- Wrg und Elbing au» dem Geltungsbereich deS Gesetzes ausnehmen will. � Abg. Döring hebt herror, daß die Gemeinden West- preußenS es schwer empfinden würden, wenn ihnen da» An- stellungSrecht entzogen weide. Minister v. G o ß l e r erklärt, daß die Regieruna auf die Einbeziehung deS Regierungsbezirk» Danztg in den Geltung»- dereich deS Gesetze» großes Grwicht legt. Sollte vaS Haus für die Regierungsvorlage zu stimmen geneigt sein, so ditle er prinzipaliter für den Antrage W-hr(Könitz) und, falls dieser abgelehnt würde, für den Antrag von Rauch Haupt zu stimmen. Abg. Cz walina meint, daß kein Grund vorliege, die Städte in Posen ander» zu stellen als in Westpreußen. Abg. Wehr(Deutsch Krone) spricht fich für den Antrag v. Rauchhaupt au». Geradem schädlich würde es sein, die Land- kreise Rosenderg, Deutsch-Krone, Martendurg und Elbing in da» Gesetz einzubeziehen. Da» Gesetz sei ein Ausnahmegesetz, deffen Bestimmungen nicht weiter ausgedehnt werden sollten, al» nothwendig sei. Abg. Wehr(Könitz) bittet im Gegensatz zu dem Vorredner, diese Bezirke nicht auszunehmen. Abg. Rickert schlägt vor, auch dm Landkreis Danzig auszunehmen. Abg. v. Puttkamer(Plauth) weist die Behauptung zurück, al» ob die Ausschließung des Rosenberger Kreise» aus peisönlichen Gründen erfolgt sei. Abg. Wehr(Deutsch Krone) hält es für bedenklich, den Landkreis Danzig auszunehmen, da derselbe vorwiegend polnische Bevölkerung habe. Abg� Windihorst bedauert, daß dir Kommisfion statt in dem Gesetz selbst den Geltungsbereich desselben zu bestimmen. denselben lediglich in berjl; bw( 4 jji t, J m„Au ruck gebracht § 2a Ausnahmen zu bestimmen, wahrend man noch gar nicht wiffe, od nicht der ganze Bezirk überhaupt von dem G-setze ausgeschlossen bleibe. Jedenfalls müsse man auch au« dem Regierungsbezirk Danzig die Stadtkreise, die Städte mit mehr al» 10 000 Einwohnern und auch viele Landkreise, namentlich den Landkreis Danzig, ausnehmen. Es entspinnt sich über diese Frage eine längere Geschäfts ordnungSdedatte, in welcher der Abg. v. Rauchhaupt beantragt, auch die veberschrtft mit zur DtSkujston zu stellen. Der Prä- stvent geht jedoch darauf nicht ein. ES sprechen noch M i n n i g e r o d e für den Antrag Rauchhaupt und Spahn für den KommisstonSantrag. Darauf wird die Diskussion geschloffen. Abg. Rickert zieht seinm Antrag, detreffend den Land- krei« Danzig. vorbehaltlich der Wtevereindringung bei der 3. Lesung zurück. In der Abstimmung wird dem Antrage deS Abg. v. Rauch. Haupt gemäß beschlossen, das Gesetz auf ganz W. storeußen aus- ZuWbn'n.und außer den Stadtkreisen und den Städten über 10000 Einwohnern auch die in dem Antrag Rauchhaupt ge- nannten Landkreise auszuschließen. Darauf wird die weitere Debatte um 4 Uhr bi» Mitt w och 11 Uhr vertagt; außerdem soll der Antrag Knebel, betr. die Kreissparkaffen, zur Verhandlung kommen. Zokales. „Die kaiserliche Oderpostdirektton erläßt abermals eine Aufforderung an da» nach Berlin ko-respondirende Publikum also auch an die Absender von Stadtpostbrtesen, die Adresse genau anzugeben und namentlich nicht zu unterlassen, die Himmelsrichtung(O.. NW. SO.. W. u. s. w.) anzugeben. Verzögerungen, wenn nicht voll ständige Unmöglichkert der Bestellung vermieden werden. Zu der Herbeiführung dieses in der That wünschenSwerthen Zwecke» würde e« wesentlrch beitragen, wenn jede Privatperson thät,. wa» in den GeschaftSkreism ja wohl vollständig durchgeführt �iÄ' leinen Brief und keine Karte abzusenden, die nicht oben neben dem Datum, auch die volle Adresse des Ad- sender» tragen und von dem Beantwmter nur kopirt zu werden jetzt überaus selten vor, daß jemand die Freimarken an anderer Stelle al« rechtS oben in der Ecke autklebt und da, ist nicht Ä; seine eigene Adreffe an We Sp tze jeder brieflichen Miitheilung zu setzen. Ost genug unterbleibt die von der Postdir.klton ge- wünschte und im Jntereffe de» korrespondtrenden Publikums punkle'feh� 0enaUe weil eS an diesem Anhalts- ,, Zet de» gestern im 4.«ommunal-Wahlbezirk der «WS «mmm lichen Bureaus recht unangenehm bemerkbar, in welchem ß ihre Reklamationen kostentrei zu Protokoll erklären könrn- F eilich fehlt es bei unS ja nicht an Konzipirnlen, die W-' Arbeit für billiges Geld besorgen, aber fie ist auch � nach. Die geringen Kosten, welche dem Magist' at durch e» Einrichtung eine« sclchm Bureau» für die kurze Zell der««W lichen Reklamationsfrist erwachsen könnten, würden betW'uw durch die Vorthrile aufgewogen werden, die den Einschätzung behörden daraus erwachsen, daß st« an Stelle verworrener malionen künftig formgerechte Vorstellungen zu prüfen u» zu erleWgen haben. Al» ei« empfindlicher Uebelfiand stellt fich immegsj* und mehr das Fedten einer festen, jeder Zeit passt? baren über den Landwehlkanal in der Gegend deS Stadtbahnvtav� teS resp. der Thiergartenschleuse heraus. Auf der weiten Stuß zwischen der Comlottenburger und der Lichtensteindrücke über dem Zoologischen Garten bildet den einzigen UeberW über den Kanal ein schmaler Steg üb-r daS SAkustn# Abgesehen nun davon, daß dieser Steg lü' Kinder und äv� liche oder nervenschwache Leute kaum und jedenfalls nicht# Gefahr zu pasfiren ist, so«xistirt derselbe bei der gegenw«� so starken Schifftahrt und Ver deraui resultirenden hauM Benutzung resp. O ffnung der Schleuse überhaupt so gw � gar nicht. Dies-r Steg mochte ausreichen, so lange ft» n» Spaziergänger hierher verirrten. Seitdem aber die StavtM- existirt, haben fich die Verhältnisse doch ei hedlich a-ondn- J tzt bildet der Steg die einzige direkte FußaängerverbindM zwischen den Stationen Thiergarten und Zoologischer und die Bewohner Charlottendurg» find, soweit fie»>v>W Kanal und Thiergarten wobnen, ebenfalls auf ihn angenW wenn fie am Zoologischen Garten aussteigen und ras« Hause wollen. Es wäre doch ein leichte», läng» des e1"' dahnüberganges eine Laufbrücke anzudringen. H-utzutage, � wehr als jemals Zeit Geld ist, sollte man dem Publikum nach Mögiichteit unnützen Zeitverlust, wie er an der 6*'� in Folge des geschilderten Uedergang» täglich Hunderten«" Leuten verursacht wird, ersparen. Daß die Wirkung der Elektrizität auch"r. heilsamem Einfluß auf den menschlichen Kölper sein kann. ziemlich allgemein bekannt; aber in welchem weiten diese Heilkraft und mit welchen Ertolgen fie angewendet«jf den kann, das beweist ein Fall, der vor Kurzem in der sellschaft der hiesigen sChrritee-Aerzte eingebend besM? wurde. Eine seit neun Jahren an einem Zungengea�, leidende Kranke war von diesem Leiden durch Anwendung" elektlischen Stromes und zwar in 180 Sitzungen vor geheilt wo-den. Da bei einem Zungengeschwür die lung mit Medikamenten örtlich nicht gut möglich ist, s«ru der behandelnde Arzt auf die Idee, statt anderer Arzne>m>! den elektlischen Strom anzuwenden, von dem medtzintl», kannt ist, daß d-r positive Pol wie eine Säure, d. 0.%% dirend wirkt, während der negative Pol wie ein Alkalis also eine auflösende oder wie der technische Ausdruck fluidofirende Wirkung hat. Um nun diese Wirkungen 1%, zeugen, werden an den Leitungsdrähten einer elektrischen j teile Metallplatten befestigt und diejenigen, deren den erkrankten Körpertheii man wünscht, mit diesem in"-■a rung gebracht, wahrend der Kranke zugleich die andere platte in die Hand nimmt oder fie, der Anordnung des n>' gemäß, an einer anderen Stelle seine» Körpers betestigtz.� rurch der elektrische Strom hergestellt wird, deffen kunstBff.� Unterbrechung und Wiederherstellung zum Zwecke der v«" zj natürlich dem behandelnden Arzte überlassen werden mos- � dürste indessen der geschilderte Fall der erste sein, wo die„ fische Heilkraft deS elektrischen Stromes zur Beseitizung äußeren Verletzung mit solchem vollkommenen Erfolg«' auch mit großer Mühe angewendet worden ist. «rdeutung ist der Mühlendamm, meiwer um vre -MMMM wurde die jetzige Kurfürstenbrücke gebaut. Dem Alter A scben Entwürfen, die Mobrenbrücke 1789 durch Langhan/- � Umbau der Kursthstenbrücke in Pirnaischem Sandstein K, den Jahren 1692—1696 nach einem Entwürfe Nebrings Die Königsbrück« wurde in den Jah'en 1777-33 dur-d«"j, tard in Sandstein erbaut; sie mußte' zehn Jahren einem Neubau weiche« 'chinkel in den wahren 1822—24 : bekanntlich vor erb%�% 0% FriedrichSbrücke(Gr: Pomeranzenbrücke) wurde im' Iah« Ä an Stelle�einer älteren Jochbrücke al» massive«n 23 gewölbte Brücke mit Schiffsdurchlaß lrbaul."l822-23 � man die Gewölbe heraus und an deren Stelle trat unter,.j, beHaltung der allen Pfeiler ein gußeisemer Oberbau, »eilig wurde auch der alte hölzerne Jochbau der W idend�g Brücke durch eine gußeiserne Bogenbrücke ersetzt..... neueren Brücken ist die Alsenbrück« 1864 die MoUkebrü-t,'.,, erbaut. Die KönigSdrücke ist 1872 b<« 1873 nach SttAK Entwürfen umgebaut, und 1870—1873 fühlte die mit der Schillingsbrücke ihren ersten dedeutenden auJ- 8°" gleichfalls nach Stl'ck'schen E" M errichteten Bellealliance Brücke fällt in die Jahre 1874 bi«'� . Die besten Nomavstvffe liefert doch noch im-n" � L-ben selbst, wit nachfolgende(lerne G-'chichte Vo: nunmehr 20 Jahren eilte mit dem Rufe: betrete ich Eure Schwelle!" ein junger Mann auS dew�g seiner in der A... st,aße wobnenden Eltern. DM%*-ß die Aeußerung nicht sehr zu Herzen gehen, denn waren Zerwürfnisse zwischen ihnen und dem Sohne bi« nachh« wieder ausgeglichen wurden, zumal die ii> manchen Familien leider nur zu oft vorzukommen vfiK-'- üderdres noch ein alterer Sohn im Hause war. so den Eltern das längere Ausbleiben deS jüngeren% dere Unruhe. Erst al» jener'----- verließ, um nach Rußland welchen die Familie ost sie wohl öfters an den verschollenen Sohn. » lener ebenfalls da« vaterl'�be id zu gehen, und Jahre verM�ss in harte Ledrängniß geri-th. g-i' sää Ä"«,rÄÄ" jrf SfrÄn"ÄffiTM Schatten. V. % Der vo« den Sattler« und verufSgenosse« veran« Mtet«„gesellige Abend" in den GratweU'ichen Bleihallen am Mn. Sonntag gestaltete fich durcb die dabei aufgesühiten «imrage der Herren Lie�, Kotier k.. sowie der von dem vjahiigen Bruno Schulz auf der Violine vorgetragenen schwie» ngen PiScen und der Tanzdrlustigung zu einem gemüthltchen, heueren Abend. Trotzdem daS schöne Weiter eine große An- iahl Kollegen ini Freie gelrckt batte, waren beide Säle gut gefüllt. Es wmde allseitig der Wunlch laut, derartige gesel» lige Adendunterhattungen recht oft stattfinden zu laffen. Die Kriminalbeamte« der füafundstebztg Polizei- reviere find mit Revolvern versehen; innerhalb kurzer Zelt werden sämmtliche vierhundert Schutzleute unserer Kriminal- Polizei im Lefitz dieser Schußwaffe sein. Am Freitag Nach- Wittag fand im Schützen Hause an der Tegeler Chauffee die Uebergabe der Revolver an die erwähnten Revierdeamten statt. Die Waffe wird um den Leib geschnallt, in einer ledernden Tasche auf der rechten Seite nach rückwärts getragen und hat °uf fünfzig Schritt Kernschuß. f Ein städtischer Sprengkutscher schreibt u«S:„Ihre Notiz in Nr. 106 des„Berl. Vollsbl." über die Lohnverhält- wffe der städtischen Sprengkuischer muß ich in ihrem vollen �ohalt bestätigen. Wir erhalten wöchentlich, für 7 Tage also, to M. Lohn und müssen uns unsere Uniform dafür selbst an- ™ff«n. DeS Morgens um 5 Uhr müssen wir, wenn wir nicht Strafgelder zahlen wollen, pünlrlich im Stall sein und vor slbendz 8 Uhr kehrm wir nicht zurück. Dann haben wir noch we Pferde abzufüttern, was eine Stunde in Anspruch nimmt, Jwd haben also durchschnittlich täglich 18 Stunden Dienst. ?tie vierzehn Tage müffen wir der Reihe nach Stallwache halten, d. h. im Stalle schlafen und auf die Pferde achten. «on unserem geringen Lohn müssen wir außerdem das Putz- »eug zur Reinigung der Pferde bezahlen" . Das bekannte„SpnkhanS" in der PotSdamerstraße 80, das bisher wegen seines steten VerschloffenseinS und «r fortwährend herabgelassenen Fensterladen häufig die Auf- wenfamleit erregte, ist jetzt zu neuem Leben umgeschaffen. DaS- leide war ein Menschenleben lang in dem Lefitz eineS alten widerlichen iinderlosen EH.-PaarS, der Geh. RechnungSrath Rohne'fchen Eheleute. Dieselben, obwohl sehr reich, führten M ein Einstedlerleben. DaS Grundstück war stets verschlossen, Niemand kam in dasselbe hinein, selbst dem Briefträger wurde wcht geöffnet. Auf sein Klingeln erschim einer der alten Leute D der Thür und nahm die Briefe ad, ebenso erhielt der w�uerei Heber hier die einzutasfirenden Steuern. Seit der xmfionirung des alten Herrn wurde derselbe nur des Morgens «frühe auf der Straße gesehen, wenn er den Dünger {uiammenfegte und auf das Grundstück karrte, um denselben « lamem Garten zu verwerthen. Nachdem die beiden alten ei«! v.?S, Zeitliche gesegnet, ist das Grundstück, zu dem fie ; belegene Baustelle zu sen, in die Hände vo Smund« als„Spukhau n, und ist dasselbe se umgeschaffen worden. beuR* einem glücklichen Gewinner der Lotterie der fcftn•' den 10. d. M. Vormittags, nach der Kunstgewerbe- w der Leipzigerstraße ging, um meinen Gewinn mit �envangabe von 20 M. abzuholen, fand ich schon den Ein- P.,%»ur Kunstgewerbeballe um 11 Uhr geschloffen. In Ge- einer großen Zahl anderer Gewinner wartete ich stand- bis 2 Uhr Nachmittags, um wenigstens den Gewinn in 2rJ*nschein ,u nehmen. Aber vergebens. Es war ein Elterliches Drängeln und sogar Ohnmächten fanden statt. z,,., dor Rnwille der Wartenden schließlich doch zum lauten erschien der Verwalter oder Eigenthümer deS driA»n»««wies sämntlichen Versammelten kategoriich daS wurden dk Personen fich nicht schnell genug entfernten, tinem miS�V�ällich angegriffen und eS wäre zweifellos zu AU diese nicht de- MKirn* mm n de» m bie Ja" zu dürfen. Auch der Revier- Polizei gegenüber gab wan"«!?'���andene" Marktfrau diese Erklärung ad, mit der einstweilen begnügte,»eil in solchen Sachen die . maßgebend ist. dersch??. teiegraphischer Betrugsversuch. Der„B. B.-K." i■ Am 7. d. M. erhielt ein hiefigeS Bankgeschäft von kb«; yf"" Ad. Wiehr aus Breslau, der übrigens dem In- S?00o o®jf4äfls durchaus unbekannt war, den Auftrag, MlTnm. L �atizische Karl Ludwigibahnaktten, die ihm im der Herren E. Wattersdorf u. Ko. in Breslau von Mit h,.„-wen Bank geliefert werden würden, zu verkaufen und ." Ut-ag preußische Pfandbriefe zu kaufen, fall« dieser noch an demselben Tage nach Breslau zur Ab- A*.___»-- i rr\ i m c r l.____ w. 3 /Xl. f JL SCi» ieri Wi �Lamacht.. sollte nach theilS in Empfang, theilS gab er fie in Bestellung. Bei Ab- lieferung dieser letzteren ergab fich, daß der Herr Lieutenant bei einem Schneidermeister ein 4 Treppen hoch belegenes Zimmerchen inne hat und(eingestandenermaßen) völlig zahlungS- unfähig ist. AlS ich Anfang April cr. wieder nach dem Aufenthalt deS Herrn forschte, wurde mir durch dai Einwohner- Meldeamt der Bescheid» daß fich besagter Herr nach Stunberg bei Schleketowo angemeldet habe. Ein solcher O.t existirt jedoch nicht, wie Sie fich auS der Einlage überzeugen können. Seitdem habe ich außer Ihrer Mittheilung und dem heutigen Dementi nichts erfahren. Ich selbst halte mich zum Min- besten für„hineingefallen" und würde mich freuen, wenn Sie Vorstehende» veröffentlichten, um Andere vor Aehnlichem zu bewahren." Der erste Diebstahl in de« eröffnete« Markthallen ist in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag, und zwar in der Markthalle U, Linden- bezw. Friedrichstraße, verübt worden. Auf bisher unaufgeklärte Weise find einem Schlächter zirka 30 Pfund Wurst und einem Gemüsehändler ein Sack mit Spargel gestohlen worden. Die Bestohlenen wollen die Stadt für den Schaden verantwortlich machm. Ei« bedauerlicher Unglücksfall, dem ein junges Menschenleben zum Opfer gefallen ist, hat fich, wie eist nach- träglich bekannt wird, am Donnerstag voriger Woche, ftüh Morgens, auf der Oberspree, in der Gegend deS Restaurant Sadowa, zugetragen. Zwei beladene Lastkähne kamen unter Segel die Spree herauf. In Folge deS starken WindeS und der etwas ungeschickten Führung deS einen KahneS wurde dieser gegen den anderen gedrückt. Der eine der Schiffer warf sein Segel herum; diese« traf mit voller Wucht einen der Kahnknechte, einen 20 Jahre asten Menschen, und schleuderte denselben von dem Verdeck hinab in die Spree, wo derselbe ertrank. Die Leiche ist noch nicht gefunden. Die Fischer der Markthalle in der Zimmerstraße haben fich, wie die„Dtsch. Fleischer-Zrg." meldet, durch Konventional- strafe verpflichtet, Nachmittags und Abend« ihre Stände nicht mehr zu öffnen. Ferner haben fich die vereinigten Schlächter- meister, welche in der Markthalle in der Zimmerstraße Stände haben, in einer Eingabe an den Magistrat gewendet, die Markthallen Nachmittag« um zwei Uhr zu schließen. DaS Familienleben würde vollständig' zerrütret, wenn fie genöthigt wären, den ganzen Tag in der Markthalle zuzubringen. Eine entsetzliche Szene spielte fich am Sonntag Nach. mittag auf der Chauffee von Charlottendurg nach Spandau ab. In der vierten Stunde erreichre der Verkehr daselbst des Wett- rennenS wegen den Höhepunkt und besonders an der Abfahrt«- stelle der nach dem Spandauer Bock fahrenden Pferdebahn- wagen war eS der Unmenge von Fuhrwerken wegen, welche die Chauffee palfiiten, geradezu lebensgefährlich den Weg zu kreuzen. Eine Frau, die einen etwa achtjährigen Knaben an der Hand führte, unternahm daS Wagniß, um den Wagen räch dem Bahnhofe zu gewinnen. Plötzlich riß der Knabe fich loS und lief voraus; im Begriffe, die Geleise der Pferdebahn zu pasfiren, kam er zu Falle und im selben Momente hatte auch der heranrollende Pfervebahnwagen die Stelle erreicht, wo der Knabe lag. Ein allgemeiner Ausschrei der Augenzeugen deutete darauf hin, daß man das Kind für rettungslos verloren hielt, mit seltener Geistesgegenwart drehte fich dasselbe aber so. daß et parallel mit den Schienen lag, legte fich platt auf den Bauch und drückte dai Gestcht in den Sand, indem eS gleichzeitig die Arme lang vor fich hinstreckte. Wie ein Alp löste eS fich von der Brust der erschütterten Augenzeugen, als der Knabe an- scheinend unversehrt aufsprang, nachdem der Wagen über ihn hinweggesahien; eS w»r dies aber auch nur bei Wagen jener Strecke möglich, welche einen größeren Zwischenraum bis zum Edboden laffen, als die Wagen auf den übrigen Pferdebahn- strecken. Fünf Menschen find vorvorgestern beim Feuerwerk im Schwcizergarten durch daS Springen eines FeuirwerkS- körperS mehr oder weniger verletzt worden. ES wurde die„Er- ßürmung von Sebastopoi" dargestellt. DaS Feuerwerk war diS zum Schluß gediehen. Alle« war gut gegangen; die Truppen hatten den Malakoffthurm erstürmt, dieser stand im vollen Feuer und sollte eben zusammenstürzen, da hörte man einen außerdentlich starken Knall, der den schaurig- schönen Schlußeffekt bedeutend erhöhte. DaS Publikum war entzückt, die Truppen, Sieger und Befiegte, zogen unter Vorantritt der beiden MufilkorpS durch den Garten, und alle Welt er- freute fich in der frischen Erinnerung des gelungenen Schau- spiel?. Niemand ahnte, daß in dem Augenblicke de« starken Knalls einige Menschen in Lebensgefahr geschwebt hatten. ES hatte auch Niemand bemerkt, daß während deS allgemeinen Durcheinanders Verletzte nach der Garderobe der Sommer- dühne gebracht und von dort nach Anlegung eines Nolh> Verbandes theilS nach der Königstädtijchen Sanitätiwache, theilS nach dem Kranken Hause am Fttedrichshain befördert worden waren. Die Verletzten find sämmtlich Zimmerleute, welche die Dekorationen bedienten. Dat Unglück ist darauf zurück« zuführen, daß fich ein Pot-a-fen nicht regelrecht entlud, sondern fich auf einmal durch und durch entzündete. Der Feuerwerker Maffow rief, alt er den Pot-a-fen entzündete, den Leuten zu, zurückzutreten; diese blieben aber ruhig in nächster Nähe stehen und wurden durch die umherspringenden Fetzen der Hülse verletzt. Am schwersten gettoffen ist der Zimmer- mann Klitzing, der eine nicht unbedeutende Wunde am Unterleide davongetragen hat. Der Zimmerpolier Oertel ist nicht unerheblich an der Ferse deS linken FußeS verletzt. Die Zimmerleute Frohmann und Jacob haben, elfterer an der Schulter, letzterer am Oberschenkel, leichte Verletzungen davon- gelragen. Der Feuerwerker Maffow ist leicht am Kopfe verletzt. Frohmann hat von seiner Verletzung gar nicht« bemerkt. Er begab fich nach dem Feuerwerk in eine benachbarte Restauration, dort machte man ihm aufmerksam, daß sein Rock auf dem Rücken zerrissen sei, und bei näherem Hinzusehen sah man auch daS Blut durchfickern. Er ging sofort nach der SanitätSwache und ließ fich dort verbinden. Im Krankenhause verblieben find Kitzing und Oertel. Ueder die Art des explodirten Feuerwerks« köiperi werden folgende Mittheilungen gemacht: Der PoW-fen bildet eine zylindrische Hülse von Pavpe in der Länge von 8 bis 12 Zoll und einer beliebigen Weite, die in diesem Falle die Größe eine« Fünf. Markstücke« hatte. Die Füllung der Hülse ist zusammengesetzt. Auf eine Lage Leuchtkugeln folgt ein kleiner Beutel Pulver, auf diese folgt eine Lige Schwär- mer und dann wieder Pulver. So wechseln die Schichten mit einander ab. Durch die Mitte der Hülse im Längenschnitt zieht sich eine Zündröhre mit einer Zündschnur. Die Einrich- tung ist so getroffen, daß der Zünder die eiste Puloerlage ent- zündet und dadurch die erste Schicht Masse hinauitreibt; mit- lerweile brennt der Zünder weiter, entzündet die zweite Pul- verschicht und treibt wieder eine Schicht Masse heraus und so geht es weiter, bi« die Vülse leer ist. Im vorliegenden Falle haben fich aber sämmtliche Schichten der Hülse zu gleicher Zeit entzündet und haben damit ihre Hülle gesprengt. Wodurch dies geschehen ist. weiß man nicht, doch glaubt man. daß die Erschütterung, welche durch andere starke Körper bei der Ab- brennung hervorgerufen wurde, Schuld an dem Unfälle trägt. Gemäß den Veröffentlichunge« deskaiserttchen Ge. sundhettsamts find in der Zeit vom 25. Apttl bi« 1. Mai cr. von je 1000 Bewohnern, auf dm Jahresdurchschnitt berechnet, al» gestorben gemeldet: in Berlin 27,7, in Breslau 35 3, in Königs- berg 24,1, in Köln 26,1, W Frankfurt a. M. 18 5 in Wie«. baden 16,9, in Hannover 21,2, in Kassel 27 6, in Magdeburg 26.5. in Stettin 19,8, in Altona 26 3, in vtraßburg 35,3, in SASRM-MKM in Pari« 26,4, in London 18,5, in Glasgow 25,5, in Liverpool 20.0, in Dublin 24,4, in Edinburg 22,5, in Kovenhagen 24 3, in Stockholm 20,7, in Christiania 26,2, in St. Petersburg 37,1, in Warschau 33, 6 in Odeffa 350, in Rom 267, in Turin 33,0, in Venedig 33,6, in Bukarest—, in Alerand- ia 34,9. Ferner in der Zeit vom 4. bis 10. April: in New-Uork 27,9, in Philadelphia 228, in Baltimore 21,8, in San Franzisko—, in Bombay 23,0, in Kalkutta 24 8, in Madras 35,3. I« der Woche vom 10. bis 15. Rai er. werden nach einer Bestimmung der Echuldeputation in den städtischen Un« tenich'Sanstalten, sowie in einigen Privatschulen vorauSstchtlich von blühenden Pflanzen zur Vertheilung gelangen: A. In sämmtliche» Schulen: Dichter-Narziffe, Golvbeere, Roß- kastanie, Weichselkirsche, Faulkirsche, Gemeine Winterkreffe, Bar- benkraut. B. In den Höheren Schulen: Kreuz Labkraut, Hasel» würz, Horndaum(nicht„Weißbuche"), Wald Bingelkraut. Wasserstand der Spree in der Woche vom 25. April bi« 1. Mai 1886.(Angabe in Metern.) Markthallen-Bericht vo« I. Sandmann, städtischer Verkauftvermiltler, Berlin, Zentral-MarlthaUe, den 11. Mai. DaS Geschäft war heute ziemlich ledhaft, die zugeführten Waaren wurden leicht zu mäßigen Preisen abgesetzt. Die warme Witterung brachte eine wesentlich größere Zufuhr an Spargel und anderen Gemüsen, so daß der Prei« sür Spargel auf 50 Pf., für Salat auf 2 M. zurückging. Butter und Kase brachten normale Preise. Eier find auf 2,45 M. gestiegen. Fleisch wird hauptsächlich von außerhalb zugeführt und nur nach vorangegangener Untersuchung zu den üblichen Preisen verkaust. Da die hiesigen Großschlächter noch immer stch weigern, ihre Waare durch die städtischen Verkaufsvermittler verkaufen zu laffen und andercrsests auch die Detailschlächter in der Auktion nur halbe Preise zahlen wollen, müffen diese zu ihrem eigenen Schaden oft mit ansehen, daß daS Fleisch in kleine Theile zerlegt zu guten Preism von Konsumenten gekaust wird. Geflügel und Wild ist noch immer knapp und gut bezahlt. Die Preise für Seefische blieben bei geringem Stande fest. Flußfi'che wurden zu mäßigen Preisen flott umgesetzt. Polizei» Bericht. Am 9. d. M, Abends, platzte beim Abbrennen eine» Feuerwerks im„Schweizer- Garten", am Friedrichshain, eine eiserne, mit Pulver und einer Anzahl Schwärmer gefüllte Röhre, sogenannte PoW-fen, au« bisher unermittelt gebliebener Veranlassung. Durch die umher- fliegenden Eisenstücke wurden der Kunstfeuerwerker Maffow und der Arbeiter Jacob leicht, die Ardeiter Frohmann, Oertel, Kitzing schwer verwundet und mußten nach dem städtischen Krankenhause im FriedrichShain gebracht werden.— Als an demselben Tage, Abends um 10 Uhr, der Schlächter Krüger von einer Lanvpartie zu Wagen zurückkehrte, wurde sein Pferd in der P-nkstraße scheu und ging durch. Die Insassen deS Wagen« sprangen, ohne Schaden zu nehmen, heraus. da« Pferd zerriß daS Sielenzeug und lief auf den Bahnkörper der Stadt« und Ringbahn zwischen der Pank« und Hochstraße, wo eS von einem heranfahrendm Zuge erfaßt und gänzlich zermalmt wurde.— Am 10 d. M. wurde ein Hand» werker in seiner auf dem Berliner Lagerhof belegenen Woh- nung auf einem Stuhle fitzend, durck einen Schuß in den Mund getödtet, aufgefunden. Die Leiche wurde nach dem Leichenschauhause gebracht.— An demselben Tage, Mittags, wurde eine Arbettersrau aus Neu-Weißensee in der Marien- durgerstiaße von einem durch den Kutjcher Boleck geführten Ardeiiswagen überfahren. Sie erlitt bedeutende Verletzungen am rechten Arm und linken Fuß und mußte mittelst Droschke nach ihrer Wohnung gebrach» werden.— An demselben Tage, Nachmittags, wurde in einem Hause der Stülerstraße im Becken de« Kloset« ein neugeborenes Kind noch lebend aufgefunden. Die Mutter ist ermittelt, will jedoch von dem Kinde nichts wiffm. *** Wallner-Theater. B.C.„Almenrausch und Edelweiß" hat fich, wie voraus- zusehen war, im Wallner-Theater trotz der beliebten Münchener Gäste nicht lange gehalten. Die Künstler boten einen glänzen- den Ersatz für das sentimentale Stück, denn daö Voltsstuck: „Der tzerrgottSschnitzer von Ammergau" bietet dem Berliner AlleS, waS er verlangt. Trotz deS frommen TttelS hat das Stück nicht» Frömmelndes, ei werden kräftige, urwüchsige Gestalten und Charaktere vorgeführt, die unS einen tiefen Einblick in daS eigentliche Volksleben, in die Leiden- schaflen, die fich hoch oben auf den Almen verzehrender und ergreifender entwickeln, al» in den Salons, gestaltet. Von dem stolzen, heirischen Bürgermeister bis hinab zum bettelnden GaiSbub-zvird dem Zuschauer das ganze Personal einer ober» bayerischen Gemeinde vorgeführt; e« find alles lebenSwarme, frisch auS der Wirklichkeit entnommene Figuren. Von blendender Naturwahrheit waren die Dekorationen. Die eistgen, schneebedeckten Gipfel der Berge, die von der scheiden- den Abendsonne mit rostgem Glanz übergoffen wurden, die Sennhütte, der Prospekt in die Dorfstraße mit den schmalen G ebelhäusern, die unverfälschte Oiiginalität der Kostüme, alle» machte einen gediegenen Eindruck. Gespielt wurde mit über- sprudelnder Lebendigkeit und wirklich künstlerischem Geschmack. Gerichts-Zeitung. t Jüngeren, jetzt werde ick Dir mal auSvlündtr»", sagte mit großer GemüthSruhe der 17jährige B. zu dem Fremden, den er begleitete, und schlug mit einer Flasche nach seinem Kopfe, wäbrend er gleichtiilig nach der Uhrkeite griff, sie abriß und entfloh. ES war in der Nacht zum 30. Mär, d. I. Der Referendar R., der erst seit kurzer Z-it in Berlin war, hatte fich in der Riesenstadt verirrt. In dem Gewirr der Gaffen und Straßin konnte er in der dunklen Nacht den richtigen Weg nicht finden; möglich, daß die fünf Schoppen, die er getrunken hatte, ein wenig seinen Ortifinn be- einttächtigten. Soeben hatte er entdeckt, daß er in derselben Straße wieder stände, die er vor fünf Minuten verlaffen batte. Er sah fich um; kein hilfsbereiter und ottSkundiger Nacht» Wächter war in der Nähe. Nur ein junger Bursche, der, wie er, auf dem Heimwege zu sein schien, ging auf der anderen Seite der Straße. Der Referendar eilte ihm nach und erkundigte fich nach der Richtung, die er einzu- schlagen hätte. Der Angeredete nannte einige Straßennamen. die dem Fremden unbekannt klangen, und bot fich schließlich, um jede» Verirren auszuschließen, zum Führer an. R. war damit sehr zusrieden und versp ach ein kleines Trinkgeld. Auf ihrem Wege kamen fie an einer Destillatton vorüber und der Führer erklärte plötzlich einer Stärkung zu bedürfen. R- versah ihn mit 50 Pfennigen, von denen er ihm 10 Pfg. auszugeben erlaubte: als der Durstige aber mit einer geiülllcn Schnapiflasche nach längerer Zeit zurückkam, halte er 30 Pfg. verwendet. Der Referendar machte gute Miene zum bösen Spiel, ja er nahm sogar die Schnapiflasche auS den Händen seines Be- gleit ers, der immer unangenehmere Seiten hervorkehrte und trank ihm Bescheid, um ihn nicht zu erzürnen. Di« Katastrophe kam aber doch und zwar in der oben geschilderten Form. R. setzte dem flüchtigen B. nach, 0 t merkt« aber zu seinem Schrecken, daß ein Mann, der Plötz« lich aufgetauchl war, dm Raub in Empfang nahm und eben« fall» da« Weite suchte. Endlich hatte er den B. eingeholt, er faßte ihn und nun entspann sich ein Kampf, indem R. zu Bo ven geworfen und von dem stärkeren B. furchtbar mißhandelt wmde. Auf seine Hilferufe kämm einige Straßmpaffanten und der Nachtwächter herbei, die ihn befreiten und den B. fest' nahmen.— Gestern stand der Fall vor der Strafkammer de« Landgerichts ,ui Verbandlung. 8. wurde in Anbetracht seiner Jugend zu einer Gtfängnißstrafe von 3 Jahren verurtheilt. P. Bei Antrag«»Bergeheu bedarf eS zur Strafverfolgung eines bestimmtrn Strafantrage«; die Anzeige der straf« oarm Handlung allein genügt nicht, ebensowenig der Vorbe- halt in der Anzeigeschrist, etwaige Strafanträge späterhin stellm zu wollen. In dieser lctztbezcichneten Form hatte der Dach« deckermeister Dietrich in Charlottmburg den Dachdeckermeister Seeger bei der Staatsanwaltschaft wegen strafbarm Eigen« nutzes denunzirt; Seeger sollte nach dem Inhalt der schriftlichen Strafanzeige Sachm, an welchen dem Dietrich ein Zu« rückbchaltungsrecht zugestanden, beiseite geschafft und außerdem in einem anderm Falle ein geliehmeS Wagenrad unterschlagen, bezw. anderweit verlaust haben.— E« war nun in der That gegen Seeger Anklage wegm strafbaren Eigennutzes, sowie weam Unterschlagung erhoben worden und er hatte fich gestern dieser« halb vor der Strafkammer deS Landgerichts II zu verantworten. Während der Audimzverhandlung jedoch fand zu Gunsten deS Angeklagten eine überraschende Wand« lung statt; aus den Gerichtlatten konstattrte nämlich der Vor fitzende deS Gerichtshöfe«, daß Diettich in seiner Denunziation nach Darstellung deS angeblichen Sachverhalts nur die Worte gebraucht: ,�ch bitte die Untersuchung einzu« leiten und behalte mir etwaige Strafanträge vor."— Dem Antrage des Staatsanwalt« gemäß beschloß nun der Gericht«- Hof nach kurzer Berathuna bezüglich de« dem Angeklagten zur Last gelegten strafbaren Eigennutzes— eine? Antragsoergkhcns — nicht weiter zu verhandeln, bezw. daS Verfahren einzustellen, da in dem obigen Wort ein direkter Strafantrag nicht zu fin» den sein. Damit war die Sache erledigt und der Gerichtshof schritt ohne Weiteres zur Verhandlung wegen deS anderweitig noch dem Angeklagten vorgeworfenen Vergehmi der Unter« schlagung: bezüglich deS letzterm aber erkannte der Gerichtshof nach stattgehabter Beweisaufnahme auf kostmlose Frei- sprechung. Uereine und Uersammlungen. Der Kachvereta der Eteiaträger hielt am Sonntag, den 9. Mai, in Echeffer't Salon, Jnselstr. 10, eine Mitgliederversammlung ab mtt folgmder Tagesordnung:„Die Stel- lung dei Vereins bei etwaigen Arbeitseinstellungen und die Errichtung von Zahlstellen." Der Vorfitzende jHerr Rmn« thaler referirte und führte zunächst auS, daß bei den Meistern in Bezug auf den aufgestellten Tarif verschiedme Meinungen herrschen. Verschiedene Meister erklärten, wmn erst mehrere nach dem Tarif bezahlen, so wollten fie dieS auch thun. ES sei darau« zu ersehen, daß fie sehr gut im Stande wären» taufmäßig zu bezahlen. Redner führte weiter auS: Wenn die Kollegen fich dem Verein in kompafter Maffe anschließen, so würdm die Meister die gerechtm Forderungen der Arbeiter anerkennen müffen; schon jetzt hätten viele die Forderung als berechtigt anerkannt und bezahlm nach dem Tarif, die Nebligen würden auch dazu zu bewegen sein; bei denen, die fich weigern, werde man einfach die Arbeit einstellen. In diesem Falle könnte eS leicht zu Maßregelungen der Arbetter seitens der Meister kommm, alSdann aber wüßtm fich alle Kollegen als mit den Gemaßregelten solidarisch erklären. Redner ermahnte ferner die Anwesenden, fich jeder Rohheit oder Drohung gegen Di- jenigen, welche fich an der Ar- bettSeinstellung nicht betheiligen wollen, zu enthalten; in Güte solle man diese Kollegen event. von der Notbwendigkeit der Arbeitseinstellung zu übezeugen suchen. Zum Schluß for« derte Redner zum Anschluß aller Kollegen an den Fachverein auf, nur durch eine starke Organisation sei der Steg zu er- ringe«. An der Diskussion bethetligten fich mehrere Redner im Sinne de« Referenten. Herr tzaugh meinte, daß man noch nie { esehen habe, daß die Arbeitgeber dem Arbeiter freiwillig einen öheren Lohn angeboten haben, stet« habe man st« dazu ant« miren und nicht selten durch Streiks zwingen müffen. Der Steinträger habe eine menschenwürdige Existenz zu beanspruchen, weil er eine äußerst anstrengende Thätigkeit zu entfalten habe, viele raffe der Tod infolge der Ueberanstrengung im besten ManneSalter dahin. Redner forderte ebenfalls zu reger Agi- tatton für den Fachverein auf. Hierauf wurde beschloffen, zur Beouemlichkett der Mitglieder in verschiedenen Stadtthellen Zahlstellen zu errichten, auf welchen die Beiträge der Mit« glieder entgegengenommen und neue Mitglieder aufgenommen werden. Die Zahlstellen befinden fich in folgenden Lokalen: Für den Norden(Bettragsammler Herr Wallenthin), Schul- straße 34 bei Kantwerck, geöffnet am Sonntag vor dem ersten jeden MonatS; für den Süden(Beitragksammler Herr Habicht), bei Renz, Naunynstr. 27, am Sonntag nach dem ersten jeden MrS.; für den Osten(Bettragsammler Herr Steinberg) bei Säger, Grüner Weg 29, am Sonntag nach dem 15. jeden MonatS und für dm Westen(Beitragsammler Herr Vogelländer) bei Oertlich. Göbenstraße 15, am Sonntag vor dem 1. jeden MonatS. Sämmtliche Zahlstellen find Vormittags von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Herr Rennthaler machte hierauf bekannt, daß der Verein am Sonntag, den 24. Juli, in„Sanssouci", Kottbuserstr. 4a, sein Stiftungsfest feiem wird; ein etwaiger Ueberschuß soll dem UnterstützungSfondS zufließen. Femer wmde milgelheilt, daß der Kolonnenführer eines LaueS in der Oranienstraße die dortigen Kollegen in betrügerischer Weise übervortheilt habe. Der Vorstand wird in dieser Sache den Rechtsweg beschreiten. Für die streikenden Stellmacher wurde eine Unterstützung von 50 Mark bewilligt. Ferner wmde de« schloffen, die nächste Mitglieder- General« Versammlung am 20. Juni abzuhalten. hr. Die„freireligiöse Gemeinde" war in ihrer Mit- gliederversammlung am Moniag(Oberwallstr. 20) zum zweiten Male vor die Frage gestellt, ob sie gewillt sei, einen Tbeil ihreS Vermögen« als PenfiontfondS für den Sprecher der Ge- meinde festzulegen. In der Versammlung am 12. April traten die zwei in Bezug auf diese Frage bestehendm Parterm in so großer Erregthett einander entgegen, daß der Vorfitzmde fich veranlaßt fand, noch vor Beendigung deS Referats, in welchem Herr Ledebour für den Antrag auf Fundintng eines Penston«. fond« eintrat, die Versammlung zu schließen. In der gegen- wältigen Versammlung plaidirte Herr Ledebur nicht für so- fortiae Annahme dei AntrazS, sondem nur für Ueberweisung deS Antrags an eine Kommisston von 7 Mitgliedern, bei deren Wahl, damit in derselben auch die Minorität vertreten sei, die relattve Stimmenmehrheit entscheidend sein müßte. Seine AuS« führungen, daß eS fich um eine hochwichtige Gemeinde Ange« legmhett handele, die rein sachlich, ohne jede sympathische oder unsympathische Rückstchtnahme auf die Person deS jetzigen Sprechers der Gemeinde, in gründlicher Weise berathen werden müffe, daß, so lange die Gemeinde einen festangestellten Sprecher 8t nothwendlg erachte, fie die Pflicht habe, für eine geficherte ristenz deffelben auch über die Zell setner Dtensttähigkett hin- au« Sorge zu tragen, daß die Gründung eineS PenstonSfondS der Gemeinde eine größere Stabilttät geben und unter den heutigen politischen Verhättniffm auch die beste Sicherstellung veS Vermögen» der Gemeinde sein werde, wurden mehrfach von Zwischenrufen:„Schluß",„zur Sache",„Oho" begleitet. Man kam zu dem Beschluß, zuerst über die Frage abzustimmen:„Ist die Gemeinde gewillt, einen Theil dei Demeindevermögen« zur FundKung eines PenstonSfondS zu verwenden?" DaS Ergebniß der Abstimmung war Ver- neinung der Frage mit bedeutender Majorität. Heber di- zweite Frage:„Ist die Gemeinde gewillt, dem Sprecher eine Pmfion zuzuführen?" erfolgte die Entscheidung durch nammtliche Abstimmung; fie fiel bejahend aus, indem von den anwesenden Mitgliedern 102 mtt Ja, 77 mit Nein stimmten. Darauf wurde noch beschloffen, eine Kommisfion von 11 Mitgliedern zur Ausarbeitung eines die Penstonirung dei Sprechers betreffenden Statutentwurfs zu wählen. Die Vollziehung der Wahl wurde auf die nächste Gemeinde. Versammlung vertagt. Zentral-Kranken- und Eterbekaffe der Tabakarbeiter Deutschland«(E. H. Hamburg). Dem vor Kurzem vom Haupt- vorstand dieser Kaffe herausgegebenen Bericht für da« Rech. nungSj.hr 1885 entnehmen wir folgende interessante Zahlen, welche zugleich beweisen unter welch schwierigen VerhSIintffen namentlich die großen zentralistrten Krankenkaffen nach dem Inkrafttreten de» neuen Krankenkaffmaes-tzeS fich zu be- haupten haben. Wahrend die im Juni 1884 gegründete obengedachte Krankenkasse am Schlüsse des Jahrei 1884. also kurz nach Inkrafttreten deS zitirten Gesetze« ein Vermögen von 86 511 79 M. hatte, wobei vorausgeschickt werden muß, daß fich Mitaltedsbeitrag und Unterstützungen in den damals üblichen Normen bewegten, dieselbe trotz der ausgezeichneten Verwaltung, welcher fich diese Kaffe erfreut, und ttotzdem fich die gesammten VcrwaltungSkosten nur auf zirka 6% Proz. be« laufen, im ersten Halbjahre 1885 bei einer Netto. Emnabme von 173 377.46 M. eine Netto. Ausgabe von 219 938,07 M. hatte, folglich eine Mehr Ausgabe von 46 060,61 M. Ein wesentlich anderes Resultat ergiebt da« zweite Halbjahr, nach- dem auf der im Juni 1885 stattgekundenen Generalversammlung, in welcher da» ungünstige R-sultat de» ersten Halbjahres so ziemlich vorausgesehen wurde, eine den neuen Veihälinissen entsprechende Stcuererhöhung und Ermäßigung der Unter« stützung genehmigt wurde. Hier ergab fich bei einer Netto- einnähme von 186 865 74 M., und einer Netto AuS aabe von 167 402,63 M. eine Mehr- Einnahme von 19 463,11 M. DaS Vermögen der Kasse betrug am Schlüsse des JahreS 1885, wie fich auS obiger Rechnung ergiebt, mit Hinzurechnung deS Vermögens der beiaettetenen Zigarrmarbeiter. Kasse in Berlin von 3500 M., 43 414,29 M. Wie fich aui obigen Zahlen ergiebt, war eine kräftige Operation am Platze, und konnte fich diese Kaffe nur dadurch halten, während andere Kassen, welche den Muth dazu nicht hatten, sehr oft in arge Schwierig- ketten geriethen. * Große Volksdersammlung heut Abend bei Jacoby, Lands bergerstr. 82(Landsberger Bierhallen). Tagesordnung: 1. Die ministerielle Streikoerfügung. Referent Herr Goercki. 2. Diskusfion. Werkftatt-Delegirten-Bersammlung der Buchbinder lt., Mittwoch, den 12. d. MtS„ Abend« 8'/, Uhr, Kaiser Franz Grenadter-Platz 7. Die Werkstätten werden aufgefordert, zu dieser Versammlung Delegirte zu entsenden. Der Berti« für die Reform der Schule und Er- Ziehung hält am Donnerstag, den 13. Mai, AbcndS 8'/, Uhr, im großen Saal de» Hcrm Keller, Andreas>Straße 21, eine Versammlung ab, in welcher Herr Schäfer einen Vortrag halten wird über das Thema:»Die erziehliche Bedeutung dir frei- religiösen Gemeinden". Es wird fich daran eine Besprechung schließen.— Gäste, aber nur Herren, find willkommen. Bau- und Fabrikarbeiter-Kranken«»nd vegräbniß- fasse. Aul' steigestelle nach Hause fubr, warf Jemand, wie die„Kall. Zfo schreibt, unbemerkt eine Dynamttpatto e mit brennender Zäne- schnür durch das herumergelaffme Fenster der Hirten arg» brachtm Einsteigethür in den Wagen hinein. AlS der Wagend» Ecke der Siemianowitzer Dorfstraße passtrt hatte und der Kutsibn mtt dem Nachtwächter, an vem der Wagen dicht vorüber fuhr, Gute-Nacht- Gruß tauschte, erfolgte die Exp'oston, durch welw der Hintere Tbeil deS Omnibus total zertrümmert wurde Die Einsteigethür wurde au« den Angeln gerissen und auf v« Straß- geschleudrrt, die Wagenwände auseinander getiirbe» und die Fensterscheiben zerschmettert. Der auf dem Kutstd«» bock fitzende Führer deS WagenS wurde durch den Luttdrm der seinen Weg auch durch das au« dem Wagenraum nach de» Kutscherfitz führende Fenster nahm, von dem RutM# bock heruntergeschleudert, ohne indeß bedeutmden 6# dm zu nehmen, und auch der Nachtwächter kam»» dem Schreck davon; nur ein Pferd wurde dinS einen GlaSsplitter leicht verletzt. DaS Attmtat lief also hältnißmäßtg glücklich ab. Bi« jetzt fehlt jeder Anhaltipun» der auf die Spur des ThäterS leiten könnte. Pest, 3. Mai.(Ein gräßlicher Tod.) Der 40 jähr» Taglöhner Josef Takacs war gestern auf dem alten Wettren» platze mit der Reinigung einer Unralhgrube oeschänigt, J» plötzlich die Wand einer zweiten, mit menschlichen Exkremenl» gefüllten Grube durchbrach und Takoci von der UnrathmI? begraben wurde. Mehrere in der Nähe befindliwe Ardeue hatten den Unfall bemerkt und zogen den Unglücklichen,** fich in bewußtlosem Zustande befand, aber noch lebte, ou« Grube. Man sandte um Aerzte, allein eS vergingen trotz Nähe der Spitäler auf der Uellöerstraße vier volle SlunD» ohne daß ein Arzt kam, und Takaci starb an den Folgen � Exkrementen Vergiftung. Untersuchungsrichter Drill hat, v in dem gegebenen Falle eine strafwürdige Versäumniß der f Hilfe berufenen Aerzte vo:zuliegm scheint, eine Untersuch»» eingelettet. Wie«, 5. Mai. In HernalS warf, wie der„Fcankf.% telegraphirt wird, eine arme Wittwc auS Roth vom dir»? Stockwerke ihr Wickelkind in den Hofraum und stürzte JJ dann selbst mit einem vierjährigen Kinde im Arme himi� Die Mutter un> der Säugling blieben sofort tobt. DaS™ Kind ist lebensgefährlich verletzt. Häuser- Einsturz. Am Frettug Nachmittag stürzt««� Monmulh-Grooe, London, 4 im B.ru begriff.ne dreistW* Häuser ein und begruben unter ihren Trümmern 9 Ar dt»? von denen 6 Arm- oder Beinbrüche erlitten, während w anderen mit geringeren Verletzungen davonkamen. Echulbube«' Streik«. Boston. 20. April. Einige der„Grammar". Klaffen in der Frothingtam-Schule zu leston suchten gestern um Verkürzung d-r Schulstunden Da ihrem Wunsche nicht entsprochen wurde, beschloff-n»!!, streiken. Sie schloffen die Thorr und weigerten fich. diej«'' ihrer Mitschüler einzu>affen, welche fich an dem Streike ki betheiltgen wollten. Dw Polizei machte jedoch der Sache ein Ende. Die Rädelsführer wurden verhaftet und nach. Schule gebracht, wo fie eine tüchtige Tracht Prügel dekaw die anderen Stceiker gaben dann klein bei und zogen«« z ohne polizeiliche Begleitung in die Sckule zu gehen.— Zöglinge der Freischule in Süd- Boston find gestern auSgesta» � um durchzusetzen, daß der Nachmittags- Untenicht»Uy� so�le. Sie zogen mit Fahnen nach Boston und suchte» Schüler anderer Schulen zur B-th«rligung an dem veranlassen, aber ohne Erfolg. Nachdem fie eine Stund« v dem Schulhause an der Ecke der Beach und RnttW.,i, standen und die Schüler am Betreten deS Schuchause« � hindert hatten, wurd-n fie von der Polizei fortgejagt, fie singend und johlend vor die Bnmmer Schule zogen un»- „Assistant Master" mit Steinen zu bombardiren suchte»- erwiesen fich glücklicherweise als schlechte Schützen. Ut «V"" Sttingen t�egen> fc"- fei % Ketzte Nachrichten. Die von Gladfione nicht scharf genug skizzitten Adän�? gen der Homerulevorlage befriedigen, nach der„Voss- Chambcrlain nicht. Die Meinungsverschiedenheit z wisch« � und dem Premier ist jetzt so groß wie zuvor.® labst»»'«J' die Abstimmung so lange al« mögl'ch verzögern in. jü nung, daß die lokalen liberalen Vereine einen Druck» � liberalm Gegner der Vorlage ausüben werden. � lehnte eS ab, bestimmte Gegenvorschläge zu machen, �•-< "tttthun i C-" jedoch an.«Molltt ein Versuch zu allmäliger AuSdch»»,� lokalen Selbstregieruna in Irland gemacht werden, �fti� nahm namens der Parnelliten die Vorlage als billige Lösung an. Selbst„Daily New«" hegt b*»' Besorgnrffe für die Sicherheit der Vorlage, hält aber eine Verständigung zwischen der Regierung und den stiedenen Radikalen nicht für ausgeschlossen. Wie die Pariser Blätter melden, ist die 500 3P. Anleihe 19 bi« 20 Mal gezeichnet worden-, yl In diplomatischen Kreisen ist die Anficht verbre�Vj� die drei ru>fischen Schiffe bei der Blokade der Küste» f landi im Reserve- Geich wader verbleiben werden. führung der Blokade würde hauptsächlich England ü (Privat-Telegramm der„Kreuz Zeiwng".) «lt « s St Kriefkasten der Kedaktio«. � Blankenburg. Laffen Sie Sich ruhig ver Winkelkonsulent hat üderhai pt nichts von Jdnen i», da nach dem Sinne Ihrer Vereinbarung die H?"w">c. Ü ten Forderung ihm als Entgelt für seine Bemühung' � k -SM fallen sollte. Eoentuell könnten Sie Verjährung erheben. E. H. 29. 1. Wir können hier nicht Gegenstände aufführen, welche der Pfändung richtSoollzilher nicht unterworfen Die für den Schuldner und seine..... Kleidungsstücke, Betten, Haut- und Küchengerathe. lrrn, Handwerkern, Hand' und Fabrikarbeitern d« s liehen Auiübung deS Beruf« unentbehrlichen � msm «5 k b% bee, II 2. Eine Zwangivollftreckung, die nicht zur vollen ann beliebig oft rv M. r fich inzwischen v> oder nicht. 3. Ein Mädchen, da« früher schon �»»� V deS Gläubigers g« führt hat" kann beliebig oft den, einerlei ob der �Schuldner fich inzwischen j** vvn, u. ßaau jk'iuuuecii, vus(tuyet l"»"" � frt* dern geschwängert war, kann weder für fich»»«' irgend etwa« beanspruchen.. 44373. Sie find überhaupt nicht zu bezahlen, wenn Sie nicht etwa durch Vernach' «usficht über ihrm Sohn an dem Zerbreche» Schuld haben.(ort J H. W. St. Sie können nur Ihr Krankengei»' � H. St., Stalt a. Rhein. Die Bmchli-Ä> Ä nicht erfolgt, weil Ihr Brief un, erst am 2� gd�' vor dem 25. allo nicht« geschehen konnte, die ha* am 12., also 13 Tage vorher pajstrte. Unsne ficher schon längst vergessen. K � A ch «Vö Berannvorttt«« S!-tav«W ft.«Umtctac toi#«%&'Haut und Vertag von M«,*#***,*»al» UW, Sc«i